Nr. 144 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 24-MUY35 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat tm Bild - Die Scholle Monatsvezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Sernsprechanfchlüffe antet Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granfturt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitatrVuch- und Steinörutferci R. Lange in Gießen. 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Man neige sogar zu der Auffassung, daß vom rein technischen Standpunkte aus betrachtet. Italien — und auch Japan — vielleicht Vorteile aus der Vereinbarung ziehen würden. Die Schaffung einer deutschen Flotte werden nach italienischer Ansicht Frankreich und Großbritannien veranlassen, einen Teil ihrer Seestreitkräfte aus dem Mittelmeer zurückzuziehen. Dasselbe sei auch für die o st - asiatischen Gewässer der Fall. Besonders werde die Stellung Großbritanniens im Mittel- meer in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit der zunehmenden Stärke und Mannigfaltigkeit der An- grifsswaffen seien die Befestigungen von Malta äußerst leicht verletzlich geworden. Es sei daher sehr wohl möglich, daß die italienische Flotte in einigen Jahren die stärkste Flotte im Mittelmeer sei. Jnfolgedessen werde dann auch die Freundschaft und Mitarbeit Jtalieus in zunehmendem Rlaße ins Gewicht fallen. Dennoch erkläre man sich in Jtalien unangenehm überrascht von dem Ver- halten Großbritanniens, das als Nichtachtung des Geistes der Erklärungen von London und von Stresa betrachtet werde. Es herrsche in Rom die feste lleberzeugung, daß die Frankreich und Jtalien gegebenen Jnformationen über die Londoner Floltenbesprechungen sehr oberflächlich gewesen seien. Auch Abessinien auf der Tagesordnung? Ein britischer Kompromißvorschlag zur Verhütung von Feindseligkeiten. London, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Trotz der aus Rom gemeldeten italienischen Versicherung, daß bei den heute beginnenden Besprechungen mit Eden nur europäische Fragen, besonders das deutsch - englische Flottenabkommen und der westeuropäische Luftpakt erörtert werden sollen, sind verschiedene Blätter der Ansicht, daß auch der italienisch-abessinische Str ert zur Sprache gebracht wird. „Morning Post glaubt, Eden werde eine letzte Anstrengung unternehmen, um einen Krieg in Abessinien zv- verhindern. Eden bringe Vorschläge der bnüschen Regierung mit, die darauf abzielten, berechtigte italienische Bestrebungen zu befriedigen aber zugleich die Unabhängigkeit Abessiniens zu wahren. Der Grundgedanke sei, daß Abesiimen wirtschaftliche Zugeständnisse an Italien machen sollte: es solle die Erlaubnis zum 2 u einer Eisenbahn z w l s ch e n Erythraa und Jtalienisch-Somaliland geben bas Benutzungsrecht für gewisse Quellen und Weideplätze im Gebiet von Ogaden gewähren und die Erlaubnis zur Anlage von Baumwollfeldern im Norden erlauben Diese Rechte seien bis zu einem gewissen Grade m dem Drei-Mächte-Vertrag von 1906 und m dem englisch-italienischen Abkommen von 1925 v o r g e- sehen worden. Die britische Regierung sei bereit, ihren Einfluß in dieser Richtung zu gebrauchen, wenn sie Gewähr erhalte, daß es zu keinem mililärischenAng r i f f kommenwerd^Das Gerücht, daß die britische Regierung Abessinien als Entschädigung für Zugeständnisse einen A us we g nach der See über Bntisch-Soma H- land gewähren werde, sei unbestätigt. Eme solche Maßnahme wäre aber möglich. Sie wurde Abessinien zweifellos einen gewissen Vorteil bieten. Edens pariser Besprechungen. Fortsetzung am Donnerstag. London, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Par^ ser Vertreter der "Times" erklärt, bei dem Besuch Edens in Paris fei der Grundsatz der Zusammenarbeit wieder hergestellt wor- den. Wenn auch wichtige Fragen über die werteren Mittel noch ungelöst seren, so lasse doch eine merk liehe Besserung der Atmosphäre schsietz liche Vereinbarungen erhoffen. Bei femer n a ch - ft e n Zusammenkunft mrt Laval dre wahrscheinlich am Donnerstag stattfindet, werde Eden voraussichtlich di« Ansicht des bnüsihen Kabinetts beianntgeben. Eden Z°be zu verlteyen gegeben, daß eine mäßigeErho h u n g französischen Kriegsschiff-Tonnage Großbritannien schwerlich zu einer Vergrößerung seiner eigenen Flotte Anlaß geben werde^ Dies habe in erheblichem Maße dazu belgetrager- daß man in Frankreich erneut V er.trau en gefaßt habe und darauf rechne, daß dre noch unerledigten Fragen nach den Grundsätzen der Fe- bruarerklärung behandelt werden. Eden habe erneut erklärt, er sei durchaus einverstanden mit dem Grundsatz, daß die Rüstungen von einander abhängig seien, und daß die Rüstungsfrage und die verschiedenen diplomatischen Methoden der Herstellung der Sicherheit miteinander im Zusammenhang stünden. Großbritannien wünsche dringend, daß praktische Bemühungen um eine baldige und womöglich gleichzeitige Lösung dieser Frage unverzüglich beginnen sollten. Dem britischen Vorstellungskreis liege nichts so fern wie der Gedanke, mit Deutschland Sonderverhandlungen über die Flottenfrage zu führen oder es Frankreich zu überlassen, sich mit Deutschland so gut wie möglich über die Luftstreilkräfte zu einigen. Die Aufrichtigkeit Edens habe roieberum über die französischen Zweifel gesiegt. Die Einwendungen der französischen Oeffentlichkeit hätten nicht so sehr dem Inhalt wie der Form des Abschlusses der deutsch-englischen Flottenvereinbarung gegolten. Die letzten Ereignisse hätten gezeigt, daß die britische Politik ihre Unabhängigkeit wieder gewonnen habe, nicht im Sinne der Förderung der eigenen nationalen Belange ohne Rücksicht auf die Belange anderer Länder, sondern in dem Sinne, bei jeder möglichen Gelegenheit einen eigenen Beitrag zu dem gemeinsamen Ziel kollektiver Sicherheit zu leisten. In diesem Sinne bedeute das deutsch-englische Abkommen ein' Aenderung der Methoden. Großbritannien erkenne an, daß es im allgemeinen mit Frankreich hinsichtlich der verschiedenen Punkte der Februar-Verlautbarung übereinstimme. Großbritannien wünsche dringend die Verhandlungen über ost- und mitteleuropäische Sicher- heilspakte zu fördern, es wünsche aber nicht, daß der konkrete und ungemein verheißungsvolle Vorschlag eines we st europäischen Luflabkommens durch die Schwierigkeiten bei anderen Plänen auf unbegrenzte Zeit aufgehalten werde. Die deutsch-englische Vereinbarung habe sich als praktischeVe- mühung von besonders nützlicher A r t erwiesen. Rach der Ansicht der britischen Regierung sollten schnell andere Vereinbarungen folgen, die schließlich in einer allgemeinen europäischen Flottenvereinbarung verschmolzen werden könnten. Jedes dauerhafte Abkommen müsse unstreitig eine Vereinbarung mit Deutschland einschließen. Auf Grund der Ungleichheiten des Versailler Vertrages sei keine dauernde Regelung möglich gewesen. Die Zeit der Proteste sei vorüber. Die Zeit des Weiterschreitens sei gekommen. Jetzt sei es wirklich Zeit, den Grundsatz der Gleichberechtigung in die Praxis überzuführen. Abschluß der deulsch-englischen Nolienverhandlungen. Botschafter von Ribbentrop erstattet dem Führer Bericht. Hamburg, 23. Juni. (DRV.) Die deutsche Flottendelegation kehrte heute von London nach Deutschland zurück und traf um 14.30 Uhr mit dem Flugzeug in Hamburg ein, wo Botschafter von Ribbentrop dem Führer in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Admiral R a e d e r, sowie der Mitglieder der Delegation, Konteradmiral S ch u st e r und Kapitän Kiderlen, Bericht erstattete. Ueber den Abschluß der Flottenverhandlungen wurde in London folgendes Kommunique ausgegeben: Die Besprechungen zwischen den deutschen und den englischen Vertretern seit der Veröffentlichung des Notenwechsels vom 18. Juni haben in demselben freundschaftlichen Gei sie wie die früheren Besprechungen mit anderen Regierungen stattgefunden. Ein umfassender Meinungsaustausch fand über Fragen, wie zukünftig qualitative Begrenzungen und zukünftige Bauprogt^amme statt, und eine Darlegung sowohl der Stellungnahme Deutschlands als auch der Vorschläge der englischen Regierung bezüglich eines zukünftigen allgemeinen Abkommens über Flotten- begrenzung wird vertraulich den Regierungen der anderen interessierten Mächte in den zukünftigen Besprechungen deren Vertretern m i t gefeilt. Der Meinungsaustausch zwischen der deutschen und der englischen Regierung hat selbstverständlich provisorischen Lharakter, da spätere Entscheidungen auf einer zukünftigen internationalen Flottenkonferenz von der Haltung anderer Mächte abhängen. Englische Fronttämpserznm Gegenbesuch in Deutschland eingeladen. London, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Jm Verlaufe des deutsch-englischen Frontkämpfertreffens in Vrigthon hat die Bundesleitung der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener die Ortsgruppe B r i g t h o n d e r „B r i t i s h L e g i o n" zu einem Gegenbesuch in Deutschland im September eingeladen. Bei der Ueberreichung der Ein- ladung wurde von den deutschen Vertretern die Hoffnung ausgesprochen, daß durch den englischen Gegenbesuch die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen der Ortsgruppe Bng- lhon der British Legion und der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener geschaffen worden seien, e r ro e i f e r t uni) o e r f i e f t werden wurden. Die deutschen Frontkämpfer legten am Sonntag nach einem Gedächtnisgottesdienst einen Kranz am Städtischen Kriegerdenkmal nieder. Der Abordnungssührer, K l e l n k o r r e s , druckte in einer Rede den Wunsch aus, daß aus den Grabern der Kriegsgefallenen eine neue deutsch - englische Verständigung erwachsen möge. Am Nachmittag marschierten die englischen und deutschen Frontkämpfer mit Oren Fahnen zum 5) e lde nfriedhof, um die dort beerdigten deutschen Frontkämpfer zu ehren. Nachdem die deutsche Abordnung einen Kranz niedergelegt hatte, sprachen deutsche und englische Vertreter zum Gedenken der deutschen Kriegshelden. Eine ähnliche Feier fand bei den britischen S o l d a t e n g r a b e r n statt, wo Botschafsrat Fürst Bismarck, der mit dem Landesgruppensuhrer der NSDAW, Bene erschienen war, das Wort nahm. Zahlreiche ehemalige englische Kriegsgefangene in Deutschland waren von London nach Br ghton Gefahren um die deutschen Frontkamfer zu begrüßen. Die Ortsgruppe Brighton der British Legion und di- deutschen Frontkämpfer haben ,°l- gendes Telegramm an den Führer gesandt „Die zu diesem ersten Treffen in Brighton vereinten englischen und deutschen Frontkämpfer senden dem ft üb r er des Deutschen Reiches, i h rem 5™”*' r-meraden Adols Hitler, herzlichst« Gruße. Ferner wurden ein' gemeinsames Grußtelegramm für alle ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen anläßlich des Gautages in Pirna an Frhr. von ßersner, den Bundesführer der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, und ein Grußtelegramm der Ortsgruppe Brighton an den Reichskriegsopferführer Oberlindober gesandt. Am Samstagabend hatte der englische Frontkämpferverband „British Legion" ein Bankett veranstaltet. Hunderte von englischen Frontkämpfern, der Unterhausabgeordnete von Brighton, Sir Cooper Rawson, der B ü r g e r m e i st e r, General Lloyd und andere waren erschienen. Nach Verlesung eines Glückwunschtelegramms des Prinzen von Wales und einem schweigenden Toast auf die Kriegsgefallenen sprach Botschaftsrat Fürst Bismarck.' Niemand fei so berechtigt, die Hand der Freundschaft auszustrecken und Vergangenes vergangen fein zu lassen, wie die Frontkämpfer, die alle Schrecken des Krieges durchgemacht hätten. Deutschland und England hätten nur einmal in ihrer Geschichte gegeneinander gekämpft, und diese Katastrophe dürfe sich niemals wiederholen. Unter großem Beifall der Anwesenden wurde Walter Klein korr es zum Ehrenmitglied der British Legion, Abteilung Brighton, ernannt. Zum Schluß der Veranstaltung wurden deutsche und englische Volkslieder gesungen, und alle Anwesenden beschlossen den Abend bei Tanz und gemütlichem Beisammensein. Wie „Gnadenerweise" in Gowjeirußland ausfehen. Werden die zumTode verurteilten deutschen Geistlichen nach Sibirien verschickt? B e r l i n, 22. Ium. (DNB.) Wie in Moskau verlautet, sollen die rußlanddeutschen lutherischen Geistlichen Seid und Deutschmann deren Verurteilung zumTode kürzlich größte Erregung in der ganzen Kulturwelt hervorrief, zu zehn Jahren Verschickung begnadigt sein Beide Geistlichen waren unerlaubter Verbindung mit dem Auslande angeklagt, die tatsächlich in nichts anderem bestand, als in der Annahme von Hilfssendungen aus dem Auslande, um ihre eigenen Familien am Leben z u erhalten,, und um die von der Sowjetregierung garantierte freie Religionsübung zu pflegen. Wenn auch die Nachricht, daß die Vollstreckung des Todesurteils unterbleiben soll, Genugtuung erwecken kann, so ist die 10jährige Verschickung in die trostlosen Gebiete am Weißen Meer oder nach Sibirien aber immer noch eine überaus harte, alles Maß übersteigende Strafe. Die Erwartung, daß auch diese Strafe ausgesetzt oder gemildert wird, darf um der Menschlichkeit willen nicht aufgegeben wexden. OerFührerbesuchidieGchwer- verlehien van Reinsdorf. Wittenberg, 22. Juni. (DNB.) Der Führer besuchte Samstag vormittag das Paul-Ger- Hardt-Stift in Wittenberg, in dem die 83 Schwerverletzten des Explosions- Unglücks in Reinsdorf untergebracht sind. Chesfarzt Dr. Bosse erstattete Bericht über das Befinden jedes einzelnen und gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß er nunqiehr alle im Paul- Gerhardt-Stift liegenden Verletzten d u r ch b r i n - gen werde. Dann begleitete er den Führer zunächst zu den Schwerverletzten, die, wie auch alle anderen, in Hellen freundlichen Zimmern untergebracht find. Auf jedem Tischchen stanhen frische Blumen, lagen Erfrischungen der verschiedensten Art. Der Führer trat an das Bett jedes einzelnen, brüSte ihm die Hand, fragte ihn nach seinem Befinden und ließ sich vom Kreisleiter über die sozialen Verhältnisse sowie die bisher getroffenen Fürsorgemaßnahmen unterrichten. Es ist schwer, die Freude zu beschreiben, die sich auf den Gesichtern der Verletzten über den überraschenden Besuch ihres Führers widerspiegelte. Soweit sie dazu imstande waren, hoben sie die Hand zum deutschen Gruß. Wenn sie sich aufzurichten versuchten, drückte sie der Führer unter freundlichem Zuspruch wieder in die Kissen, fragte nach ihrem Ergehen und ihren Wünschen und dankte auch den Stationsschwestern für die aufopfernde Pflege, die sie ihren Patienten zuteil werden lassen. Mit leuchtenden Augen begleiteten Frauen und Männer ihren Führer, bis er in der Tür grüßend noch einmal von ihnen Abschied nahm. So ging es von Zimmer zu Zimmer. Auch die bereits a u f der Terrasse in den wärmenden Strahlen der Sonne sitzen konnten, wurden nicht vergessen. Nach dem Rundgang ließ sich der Führer noch eingehend über die ärztlichen Maßnahmen in der Unglücksnacht selbst unterrichten, um schließlich auch die Kinderabteilung zu besuchen und den kleinen Patienten baldige Genesung zu wünschen. Nach der Besichtigung der Säuglingsstation bat der Führer den Chefarzt noch einmal sehr dringend, alle ^Mittel der ärztlichen Kunst aufzuwenden und alles zu tun, was zur Wiederherstellung der Gesundheit der todesmutigen Männer und Frauen geschehen könne, die bei dem Unglück von Reinsdorf ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben und denen die ganze Nation Dank schuldet. Vor dem Paul-Gerhardt-Stift hatte sich eine nach vielen Taufenden zählende Menschenmenge eingefunden, die den Führer bei der Abfahrt begeistert begrüßte. Professor Barth, Bonn, in den Ruhestand verseht. Berlin, 22. Juni. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung R u st hat den ordentlichen Professor der Theologie Dr. Carl Barth (Bonn) auf Grund des § 6 des BerufsbÄintengefetzes in den Ruhe- st a n ö versetzt. Wie erinnerlich, hat Professor Barth seinerzeit die bedingungslose Leistung des Eides auf den Führer und Reichskanzler verweigert. Das Preußische Oberoerwaltungs- gericht hat in einer Bestrafung Barths durch Kürzung des Gehalts um ein Fünftel auf ein Jahr eine hinreichende Sühne für fein Verhalten erblickt. Damit ist die disziplinarische Seite der Angelegenheit nunmehr a b g e s ch l-o s s e n. Der nationalsozialistische Staat kann aber einen Beamten, der nicht bereit ist, den Eid auf den Führer und Reichskanzler sofort bedingungslos zu leisten, nicht mehr aktiv weiterverwenden. Hierbei bleibt völlig außer Acht, ob diese Bedingungen religiöser, allgemein-weltanschaulicher oder sonstiger Art sind. Wer den Eid nur unter inneren Vorbehalten schwört, wird niemals von sich sagen können, daß er jederzeit und unter allen Umstän - den rückhaltlos für Führer und Staat einzutreten in der Lage ist. Dies ist aber die erste an einen Beamten des nationalsozialistischen Staates gerichtete Forderung. Auf die durch ben. Reichs- und preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung nunmehr erfolgte Entscheidung, Professor Barth i n ben Ruhestanb zu versetzen, hat demgemäß d i a religiöse Ueberzeugung Barths feinen Einfluß ausgeübt; es war vielmehr lediglich die Tatsache maßgebend, daß ein Angriff auf den Eid einem Angriff auf ben Staat gleichkommt und der Staat einen solchen Beamten aus dem aktiven Dienst entlassen muß. Stimme des Blutes.—Kraft des Glaubens. Ministerpräsident Göring spricht auf dem Frankeniag Nürnberg, 23. Juni. (DNB.) Am Sonntag- morgen eröffnete der Stellvertretende Gaupropagandaleiter Schöller den Frankentag 1935 auf dem Hesselberg. Um 15.30 Uhr traf die Wagenkolonne des Mini st er Präsidenten Göring, der am Sonntagvormittag mit seiner Gemahlin in Rothenburg eingetroffen war, mit Gauleiter Streicher auf dem Hesselberg ein. Der stellvertretende Gaupropagandaleiter' Schöller meldete, daß sich 200 000 Volksgenossen auf dem Berg versammelt hatten. Unter dem Jubel der Massen schritten Hermann Göring und Julius Streicher zur Tribüne. Ministerpräsident Göring sagte in seinen oft von Beifallsstürmen unterbrochenen Ausführungen u. a.: Nicht erst seit wenigen Jahren ist dieser Hesselberg ein heiliger Berg, sondern er war bereits in grauerVorzelteinKultplatz, auf dem das Volk zu einem Feiertag im hohen Sinne des Wortes zusammenströmte. Wenn wir uns heute wieder hier versammeln, so deshalb, weil wir den Anschluß an die Zeit unserer germanischen Vorfahren gefunden haben, an das Blut, das uns wieder hineinhören ließ in die Vorzeit, um die Kraft zu gewinnen für die großen Aufgaben, die uns in der Zukunft gestellt sind. Herausgerissen aus dem Alltag kann man hier d i e geheimnisvollen Stimmen des Blutes hören, und das ist das Größte und Eigenartige an solchen Kultstätten, daß hier die Geschichte der Väter zu uns spricht und uns ermahnt, daß auch wir ein starkes Geschlecht werden, um die Verantwortung zu tragen, die uns als Bindeglied in der Kette der Geschlechter auferlegt wurde. Denn wenn eine Generation schwach wird, erscheint was gewesen ist, nutzlos und der Kampf und das Blut und die Arbeit der Vorfahren werden sinnlos. So soll auch uns diese Feier stark machen für den weiteren Kampf und uns festigen in unserem Glauben an die Zukunft. Der Winislerpräsident fehle sich dann mit den Gegnern auseinander, die den Nationalsozialisten vorwarfen, sie schafften ein neues Heidentum, und rief ihnen zu: Wenn hier auf solch einer alten kultskätte Sonnwendfeuer entzündet werden wie gestern und wenn wir hier zusammenkommen, so ist auch dies eine heilige Handlung; denn wir haben zurückgefunden zu den Stimmen unseres Blutes. Wögen sie unsere Vorfahren vor Tausenden von Jahren Heiden nennen, das ist nicht das Entscheidende; entscheidend ist, daß sie gleichen germanisch-nordischen Blutes waren wie wir. Wenn sie unter neuem Heidentum verstehen, daß wir uns bekennen zu der Größe der Geschichte unserer Vorfahren, so mögen sie das gleichfalls so nennen. Wenn sie Heidentum nennen, wenn wir wallfahren zu einer alten Kultstätte unserer Vorfahren, so mögen sie das ebenfalls als Heidentum bezeichnen; aber sie mögen es uns nicht verübeln, wenn wir lieber in der Geschlossenheit unseres Volkes hier zusammenströmen, unsere Herzen hochheben zu der Idee unseres Führers, als daß wir das Geschwätz von zänkischen Pfaffen anhören. Es ist besser, daß wir hier in Gottes reier Natur die Einheit unseres Volkes bezeugen, als daß wir über Konfessionsstreit dieses Volk auseinandertreiben lassen. Auch das sei besonders betont, so schön, so groß, so gewaltig, so glaubensstark ist noch keine Kirche erbaut worden, wie der Dom Gottes sich hier über diesem Berg in seiner gewaltigen Natur wölbt. Es ist die tiefe leidenschaftliche Sehnsucht unseres Volkes, die hier zum Ausbruch kommt, eines Volkes, das wieder beglückt ist, eins geworden zu sein. Und wenn die anderen sagen, wir hätten den Glauben abgestreift, so fragen wir sie, wann ist jemals in Deutschland tiefer, leidenschaftlicher geglaubt worden als heute? Wann ist jemals stärker ein Glaube wieder erweckt worden, wie der Glaube an den Führer? Wer hat jemals die Fackel eines Glaubens stärker entzündet, wer hat dem mutlosen, verzagten, zerrissenen deutschen Volk einen neuen Glauben eingepflanzt, wer hat mit der Starke eines leidenschaftlichen Glaubens Deutschland wieder auf gebaut? Es ist besser, im Glauben seines Volkes stark zu sein, als im Katechismus manches vergessen zu haben. Wir fragen die Diener am Worte, die ein Volk glaubenslos werden ließen: Wo wart ihr denn in jener schweren Zeit, wo waren denn die Diener am Worte, als der Drache des Marxismus Deutschland verschlingen wollte, wo waren sie, als Deutschland im Unglauben zu ersticken drohte? Wenn ein Volk aufhört, an sich selbst zu glauben, bann nutzen auch die Gotteshäuser nichts mehr. Entscheidend ist nicht der Glaube an dieses oder jenes Dogma, an diese oder jene Auslegung, sMdern entscheidend ist, wie stark der Glaube eines Volkes an seine Zukunft ist. Dieser Glaube steht nicht im Widerspruch zu Gott, denn der Allmächtige hat unser Volk geschaffen, damit es hier auf dieser Erde seinen Platz hat. Und indem ich an mein Volk und seine Zukunft glaube, glaube ich an den Allmächtigen. Wir lassen uns nicht durch Unglauben und nicht durch kundgetane Wunder fesseln, denn nie ist ein größeres Wunder geschehen als in unserer Zeit. Dieses Wunder ließ Der Allmächtige durch Adolf Hitler geschehen: D a s Wunder der Auferstehung des deutschen Volkes. Die Wiedergeburt unseres Volkes ist das größte Geschehen gewesen. Daß heute die Welt in Achtung und Respekt vor Deutschland steht, ist abermals das Werk Adolf Hitlers. Es ist vielleicht auch hier eine ganz zwangsläufige Folgeerscheinung, daß jenes Volk, das in sich selbst germanisches Blut besitzt, zuerst bereit war, Deutschland das Seinige zuzuerkennen, weil dieses Deutschland ihm wieder Achtung abnötigte und auch wieder ein zuverlässiger Faktor geworden war. Wir fühlen uns glücklich, diese Achtung wieder zu erkennen. Denn nur aus dieser Achtung erwach st die Freundschaft, und nur auch Achtung und Freundschaft erwächst der wahre Friede. And darum sind wir auch innerlich beglückt und freuen uns über die Erklärung des englischen Thronfolgers. Lr kann versichert sein: Wir deutschen Frontsoldaten und das deutsche Volk ergreifen freudigst die darge- bolene Rechte. Die englischen Frontkämpfer werden bei uns deutschen Frontkämpfern Achtung, Verständnis und Kameradschaft finden. Dir achten in erster Linie den Soldaten; ob er in unseren eigenen Reihen oder in denen der Gegner war. And weil wir den Soldaten achten, sind wir beglückt, wenn auch der Gegnerwieder zum Freunde geworden ist. Ich habe in den vergangenen Wochen, als ich b e i anderen Völkern zu Gast war, eine solche Achtung, eine solche Freundschaft erkennen können, daß der Jubel in den bulgarischen und dalmatinischen Dörfern nicht übertroffen werden konnte von dem Jubel in Deutschland. So erstarken auch andere Völker an Deutschland, weil dieses Deutschland ihnen gezeigt hat, daß es den Glauben an feilte Zukunft wieder gefunden hat. Wir glauben daß der Allmächtige, der dieses Volk geschaffen hat, es auch leben lassen wird, wenn es leben will. Noch bleibt vieles zu schaffen und zu vollbringen. Und ständig müssen wir ein Augenmerk auf unsere geheimen Feinde haben. Der Ministerpräsident wandte sich bann gegen die versteckten Angriffe der Kommuni st en und der Reaktionäre und hob hervor, es sei der Führung selbstverständlich auch genau bekannt, daß es in der Verwaltung noch manches zu bereinigen gäbe. Wir wissen, daß die Verwaltung von unserem Geist noch nicht ganz durchdrungen und erfüllt und in jene Formen gepreßt ist, die uns Nationalsozialisten vorschweben. Das kann nur im langsamen und zähen Vorwärtsschreiten geschehen; und es sind wieder wir Nationalsozialisten, die hier die Verantwortung tragen müssen. Noch leben wir in einer Zeit, wo Buchstabe und Geist des Gesetzes sich Fehde an» gesagt haben, wo der Gegner noch glaubt, sich hinter Buchstaben verschanzen zu können, um wider den Geist zu sündigen. Wenn heute „Patrioten" glauben, ihrer Sehnsucht nach der Fahne schwarz-weiß-rot Ausdruck verleihen zu müssen, bann geben wir ihnen zur Antwort: Seht euch biese Farben an und erkennt, was sie sind, wenn ihr nicht farbenblind sein wollt, und schwarz-weiß-rot weht übef Deutschland, weil das Hakenkreuz gesiegt hat. Nicht eine Kanone, nicht ein Schiff, nicht ein Flugzeug, nicht ein Bataillon wäre geschaffen worden, wenn die braunen Kämpfer nicht gesiegt hätten. Sie sind die Garanten, die dies alles geschaffen haben, und das muß immer wieder erklärt werden, damit die Verantwortung nicht verschoben wird für das was war, und für das, was gekommen ist. Der Sieg des Sowjetsterns hätte den Untergang Deutschlands im Blutrausch des Bolschewismus bedeutet. Wir danken Gott und dem Führer, daß das Hakenkreuz siegte. Denn nun ist Deutschland wieder auferstanden. Eine unbändige Dankbarkeit empfinden wir für den Wann, der uns dies alles geschenkt hat. Was Adolf Hitler für uns ist, das läßt sich nicht ausdrücken. Lr ist alles, ist Deutschland, ist unser Gau, die Bewegung, ist unsere Zukunft. Für uns Frontkämpfer ist es das Größte, daß uns Adolf Hiller wieder f r e i g e m a ch t hat und daß wir wieder frei vor unseren toten Kameraden stehen können und ihnen heute das Denkmal sehen dürfen, das große Denkmal, in das wir brennend die Worte hineinfchreiben können: Sie starben, auf daß Deutschland lebe!" Reichssonnenwendfeier der deutschen Jugend. Oer Reichsjugendführer zeugt für die Verbundenheit der nordischen Länder. ZmFeuerkreis derLüdeckerVucht. Travemünde, 24. Juni. (DNB.) Als Auftakt der zweiten Reichstagung der Deutsch-Nordischen Gesellschaft fand am Samstagabend auf der Herr- mannshöhe die Reichssonnenwendfeier der deutschen Jugend statt. Die Herrmanns- höhe, die unmittelbar an der Lübecker Bucht gelegen, einen herrlichen Ausblick auf die weite See bietet, glich bei Eintritt der Dunkelheit einem Heerlager. Große Abordnungen der HI., der Marine- HI., des Jungvolkes, sowie des BdM., hatten hier mit ihren Spielmannszügen auf der Höhe Aufstellung genommen. 1Ö 000 Jungens und Mädels waren zusammen- getommen, um gemeinsam mit ihrem Reichsjugendführer die Reichssonnenwende zu begehen. Außerdem hatten sich viele Ehrengäste eingefunden, darunter auch Vertreter der nordischen Länder. Pünktlich 23.05 Uhr wurden auf das Zeichen eines Fliegers die zwei Holzstöße auf der Herr- mannshöhe, sowie die übrigen 800 Feuer, die an den Ufern der Lübecker Bucht entlang von Neustadt in Holstein bis an die mecklenburgische Küste errichtet waren, entfacht. Im Augenblick war die ganze Bucht wie von einem Feuerreif umgeben. Nach Feuerliedern und Sprechchordarbietungen der Spielscharen kündete ein Fanfarensignal die Ankunft des R e i ch s j u g e n d f ü h r e s , der mit Reichsleiter Alfred Rosenberg und dem Oberpräsidenten Gauleiter Lohse erschien. Reichsjugendführer Baldur v. Gchirach hielt bann die Flammenrede, in der er u. a. ausführte: Die ganze Jugend des Reiches ist versammelt, um an diesem Tage der Sonnenwende erneut das Bekenntnis zu dem ewigen Feuer der Wahrheit abzulegen.. Es ist eine ganz besondere Ehre und Freude für uns, in dieser Stunde all die zu grüßen, die von den nordischen Ländern hierher geeilt sind, um mit uns diese Feierstunde zu erleben. Hier am Ufer der Ostsee, die mehr ist als ein Meer, die eine Idee bedeutet, die für uns Verpflichtung und Forderung für die Zukunft ist, grüßen wir freudig unsere Brüder im Gei st e, die hier unter uns stehen, und wir gedenken ganz besonders in Ehrfurcht jenes großen Mannes Knut Hanf um, der in feinem Buch „Segen der Erde" ein Glaubens- und Bekenntnisbuch für hie deutsche Jugend geschaffen hat. Angesichts dieser lodernden Flammen geloben wir, daß wir, so wie wir heute versammelt stehen, unser ganzes Leben zusammen stehen wollen und stets der Größe und der Reinheit des ewigen Deutschlands dienen wollen. Gerade heute in dieser Feierstunde heißt es für uns, erneut ein Bekenntnis abzulegen zum Kampf um die Einheit und um die Reinheit des Deutschen Reiches. Noch ist diese totale Einheit der deutschen Jugend nicht vollzogen, wie sie uns Adolf Hitler vor einigen Jahren befahl. Aber in dieser Feierstunde, da die Herzen einander entflammen, und zusammenklingen zu einem einzigen Akkord, wollen wir a l - I e n jenen, b i e uns entgegen st ehen und diese Einheit nicht wollen, entgegenhalten unseren unbändigen Glauben an die Kraft der Sache, die wir selbst sind.. Baldur v. Schirach gedachte bann jener 21 jungen Helben unb Märtyrer, bie für die Fahne Aböls Hitlers ihr Leben ließen. Jener Herbert N o r - k u s, ber uns in biefem großen Kampfe vorange- fchritten ist, steht auch heute mitten unter uns. Indem wir uns zu Herbert Norkus unb zu feiner Fahne bekennen, bekennen wir uns zugleich z u einer einigen deutschen Ingen b. Seid wie bisher, fo schloß der Reichsjugendführer, die schlichten und tapferen jungen Kämpfer des Dritten Reiches und Adolf Hitlers und grüßt mit in ihm den Führer des deutschen Volkes, des ewigen Deutschlands von der Ostsee bis zu den Feuern an der Saar, von den Feuern auf den Bergen bis zu den Feuern in der Ebene. Grüßt den Führer der Jugend, Adolf Hitler, Sieg-Heil! Abschluß her Reichschealersesiivoche in Hamburg. Heiteres Zwischenspiel: „Oie Fledermaus". Festlicher Ausklang: „Oie Meistersinger" in Anwesenheit des Führers. Der vorletzte Abend der zweiten Reichs- theaterfe st woche brachte eine „ Fleder - mau s"- Aufführung in der Hamburgischen Staats- oper, der der regierende Bürgermeister K r o g - mann und führende Persönlichkeiten der Staatsbehörden, der Wehrmacht und der Bewegung beiwohnten. Die Aufführung bedeutete ein heiteres Zwischenspiel, das dankbar begrüßt wurde. Die Aufführung dieser klassischen Operette im Rahmen des repräsentativen Festes ist auch in einem höheren Sinne gerechtfertigt. Es bedarf keines Beweises, daß die deutsches Kunst in den gesegneten Gefilden der ungetrübten Fröhlichkeit ebenso beheimatet ist wie im Bereich ernster Arbeit, wo das Leben um feinen Sinn kämpft; dennoch aber ist es von Zeit zu Zeit nötig, auch auf die Tatsache hinzuweisen, daß wir auch im Reich der heiteren Muse genug Werke besitzen, die bei aller Leichtigkeit die Forderungen der Kunst erfüllen, deutschen Frohsinn von einer seiner reizvollsten Seiten zu zeigen und die Lust am Dasein in einem Spiel von unbeschwerter Fröhlichkeit zu feiern. Das war der Sinn dieser Aufführung. Die Staatsoper hatte dem beschwingten Werke eine Inszenierung von sprühender Laune angedeihen lassen. Rudolf Z i n d l e r s Regie ließ das Lustspielhafte der Operette mit schönem Geschmack her- oortreten. Gerd Richter hatte Bühnenbilder geschaffen, die auf eine unaufdringliche Art die Zeitstimmung der 70er Jahre erweckten. Hans Schmidt- Isserstedt, in dessen Händen die musikalische Leitung lag, ließ alle Köstlichkeiten der ewig jungen Musik erklingen. Die ausgezeichnete Besetzung ließ den Abend zu einer musterhaften Aufführung werden, die stürmisch beklatscht wurde. Die Reichstheaterfestwoche fand mit der Festaufführung von Richard Wagners „M e i st erst n g e r n" ihren Abschluß. Der Führer unb Reichskanzler ist aus diesem Anlaß persönlich nach Hamburg gekommen, um durch seine Anwesenheit dem festlichen Tage die besondere Weihe und Bedeutung zu geben. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Sonntag die Kunde durch die Stadt, daß oer Führer in ihren Mauern weile, und ungeheure Massen von Volksgenossen eilten zum Hafen zu den St.-Pauli-Landungsbrücken, wo der Führer, der bereits in Begleitung von Reichspressechef Dr. Dietrich, SS.-Brigadeführer Schaub und Adjutant Wiedemann eingetroffen war, von einer Fahrt auf der Unterelbe zurückkehrte. Unbeschreiblicher Jubel scholl dem Führer entgegen, als er in Begleitung von Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann die Landungsbrücken verließ. Beim Erscheinen in der Ehrenloge klangen dem Führer erneut begeisterte Jubelrufe entgegen. Mit dem Führer nahmen Reichsminister Dr. Goebbels und Generalfeldmarschall von Mackensen sowie Reichsstatthalter Kaufmann, regierender Bürgermeister Dr. Krogmann mit den Mitgliedern des Senates und die Mitglieder der deutschen Flottenabordnung unter Führung von Botschafter Ribbentrop, ferner viele Vertreter des Staates, der Partei und Wehrmacht Platz. Die festliche Versammlung empfand die tiefe Bedeutung, die des Führers Anwesenheit gerade in dieser Stunde hatte. Auch rein künstlerisch hätte die zweite Reichs- theaterfestwoche keinen glanzvolleren und würdigeren Abschluß finden können, als es mit der „Mei- stersinger-Aufführung in der Hamburgischen Staatsoper geschah. Sinn und Bedeutung dieser repräsentativen Bekundung des neuen Kulturwillens trat hier noch einmal in aller Deutlichkeit hervor. Die „Meistersinger" in der Inszenierung von Oskar Fritz Schuh, mit den Bühnenbildern von Heinz Daniel, gehören an sich schon zu den besten Leistungen der Hamburgischen Staatsoper. Die wahrhaft glückliche Lösung der szenischen Aufgabe wirkte zusammen mit den sehr lebendigen Bildeindrücken für eine Gesamtwirkung von festlicher Größe und einheitlicher Geschlossenheit. Zur Vollendung der Ausführung trug vor allem auch die meisterliche Leistung Furtwänglers und die großartige Besetzung bei, die zu einem guten Teil der Bayreuther Besetzung entsprach. Furtwänglers Führung verdankte die Aufführung Monumentalität und Verinnerlichung, seelischen Adel und Wärme des Herzens, wie auch der Dirigent die Architektur des Werkes klar und wuchtig herausarbeitete und zugleich jede Einzelheit stimmungsmäßig so durchformte, daß sie inneres Leuchten gewann. Mit wahrhafter Meisterschaft handhabte er das ausgezeichnete Instrument des Philharmonischen Orchesters. Der gewaltige Eindruck, den die „Meistersinger"- Aufführung hervorrief, drückte sich in rauschenden Beifallsstürmen aus, die mit dem Dank der Hamburger für das Erscheinen des Führers zusammenklangen. Immer wieder klang das Sieg-Heil zur Ehrenloge herauf, wo der Führer, zwischen Reichsminister Dr Goebbels unb Generalfeldmarschall v. Mackensen stehend, für die freudige Begrüßung dankte. Der Führer beteiligte sich außerordentlich lebhaft am Beifall für die Künstler, die am Schluß der Aufführung gemeinsam mit allen Mitwirkenden — von Furtwängler bis zum letzten Bühnenarbeiter — mit erhobenem Arm den Führer grüßten. Als der Führer das Opernhaus verlieh, wurde er wiederum jubelnd begrüßt. Grenzlandlager. Gießener Studenten in Monschau (Eise!). Von Heinz Löste, Amiöleiter für Wissenschaff. Der alle Lebensbereiche umfassende Umbruch im Gefolge der nationalsozialistischen Revolution hat auch Hochschule und studentisches Leben tiefgreifend beeinflußt und umgestaltet. Schnell haben sich äußere Formen und organisatorische Einrichtungen gewandelt. Im eigentlichen Aufgabenbereich der Universität dagegen, in der wissenschaftlichen Arbeit, beginnt man nur zögernd und mühsam nach neuen Wegen zu suchen. Wohl wird oft genug die Forderung ausgesprochen, daß die Wissenschaft nicht nur in Hörsälen und einsamen Studierstuben ihre Pflegestätten finden dürfe, sondern in eine unmittelbare und lebendige Verbindung mit der Wirklichkeit und ihre Aufgaben, vor allem mit den Ausgaben und Problemen des völkischen und staatlichen Lebens treten müsse. Die Verwirklichung dieser Forderung findet sich bisher nur in wenigen Ansätzen, denen aber als Wegbereiterin einer" neuen Auffassung vom Wesen der Hochschule und der wissenschaftlichen Arbeit um so größere Bedeutung zu» kommt. Einen solchen Versuch, über den Rahmen des üblichen Universitätsbetriebes hinauszugehen uni) dennoch positive, fruchtbare wissenschaftliche Arbeit zu leisten, stellt die in diesem Sommersemester von der Gießener Studentenschaft aufgezogene Grenzlandarbeitsaemeinschaft dar. Ausgehend von der Einsicht, Daß die uns alte so nahe berührenden Fragen von Staat und Volkstum sich gleichsam konzentriert und wie in einer Sammellinse vereinigt in dem Problem des Grenz- und Auslandsdeutschtums finden, stellten wir dieses in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Don vorne- herein lehnten wir eine rein theoretische „akademische" Behandlung des Problems in Gestalt einer Vorlesung oder eines Seminars ab, denn gerade die Not und der Kampf des in seinem Volkstum bedrohten Grenz- und Auslandsdeutschtums kann nur aus eigener Anschauung wirklich verstanden werden. Diese Forderung nach gründlicher Vertiefung in die Problematik Des Grenzlandcs durch den eigenen Augenschein zwang selbstverständlich zur Beschränkung unserer Arbeit auf ein bestimmtes Gebiet. So wählten wir, da das Saarproblem durch den Ausgang der Volksabstimmung erledigt ist, als westdeutsche Hochschule das uns am nächsten liegende Gebiet der abgetretenen Kreise Eupen und Malmödy sowie des deutschen Grenzkreises Monschau. Hier in dem kleinen Kreisstädtchen Monschau, wenige Kilometer von der belgischen Grenze entfernt, sollte für eine Woche ein Lager aufgeschlagen welchen. Das Lager und die vorbereitende Arbeitsgemeinschaft sollte ein gründliches und umfassendes Bild von der Lage des Deutschtums diesseits und jenseits der belgischen Grenze bieten. Das erforderte eine systematische, wissenschaftliche Vorarbeit. Die geologischen und geographischen Verhältnisse der drei Kreise, Bodenbeschaffenheit, Klima und Vegetation, darauf aufbauend die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes und ihre tatsächliche Ausnutzung, ferner die politische, völkische und kulturelle Geschichte, alles das wurde von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft erarbeitet und in Referaten vorgelegt. So vorbereitet bezogen wir Mitte Juni in der zur Jugendherberge ausgebauten Burg Monschau unser Lager. Unser Unternehmen wurde bereitwil- ligst von allen amtlichen Stellen unterstützt. So konnten wir eine ganze Reihe von fachkundigen Herren gewinnen, die uns aus ihrem Arbeite- und Fachgebiet viel Interessantes berichteten und die Verhältnisse des Grenzgebietes so von allen Seiten beleuchteten. Landrat Dr. G e e s ch e stellte uns einen Film über Monschau zur Verfügung. Bürgermeister Schumacher sprach über die Lage der Stadt, besonders ihre finanziellen Schwierigkeiten. Kreisleiter Pg. Saal gab einen Ueberblick über die politische Entwicklung des Kreises. Der Monschauer Heimatschriftsteller Dr. M a t h a r erzählte aus der Geschichte der Grenzkreise und übernahm die Führung durch die Stadt. Die Grenzziehung in ihrer ganzen Unsinnigkeit wurde uns besonders klar durch das Referat des Bezirkszollkommissars Großberndt über die Aufgaben der Zollbehörden und die Bekämpfung des Schmuggels, der infolge der verwickelten Grenzverhältnisse sehr in Blüte steht. Speziell über die wirtschaftlichen Folgen der Abtretung von Eupen-Malmedy sprach Dr. Floßdorff, dessen interessante Dissertation über dies Thema sich gerade im Druck befindet. Es ist selbstverständlich, daß diese Herren, die das Grenzland durch ihren Beruf genau kennen, uns ein viel gründlicheres und vor allem anschaulicheres Bild vermittelten als wir es uns aus der vorhandenen Literatur gewinnen konnten. Die Besichtigung des Heimatmuseums brachte uns vieles aus der Vergangenheit Monschaus zur Anschauung, die Besichtigung einer Seidenspinnerei, der 700 Arbeiter beschäftigenden größten Fabrik der Stadt geigte uns einen wichtigen Ausschnitt aus dem Wirtschaftsleben der Gegenwart. Mehrere Wanderungen an der Grenze entlang, dic stellenweise auch auf belgisches Gebiet führen, machten uns klar, mit welcher Rücksichtslosigkeit seinerzeit in Versailles die Grenze gezogen wurde. Eine belgische Bahn, die durch deutsches Gebiet, eine deutsche Straße, die durch belgisches Gebiet führt, Die Weihe der Heidelberger ThinMle auf dem Heiligenberg. form fein, aber auch Wegweiser für das künftigeIlich geschloffenen Feierdichtungen dichterische Schaffen. Das Ziel muß sein: Für alle und die dazugehörende Musik zu haben, großen Feieranlässe des Jahres solche inner-!Volk als seelisches Erlebnis nahezubringen. Reichsminister Dr. Goebbels übergibt die neue Thingställe ihrer Bestimmung. eine Wirtschaft, die auf der Grenze liegt, so daß der Wirt hinter der Theke auf belgischem Boden steht, die Gäste dagegen in Deutschland sitzen, das sind nur einige hervorstechende Beispiele für eine Grenz- ziehung, die ohne Rücksicht auf sachliche Erfordernisse fast ausschließlich im strategischen Interesse Belgiens durchgeführt worden ist. So brachten uns die Lagertage in Monschau eine außerordentliche Fülle an Eindrücken und Erlebnissen. Wir haben Land und Leute, Geschichte und gegenwärtige Not des Grenzgebietes kennengelernt. Wir haben das reizende Städtchen Monschau und die eigenartige Eifellandschaft lieb gewonnen und uns gefreut über die unerschütterliche Treue zum Deutschtum und den Willen zum Aufbau im neuen Deutschland trotz aller Schwierigkeiten. Mit um so größerer Genugtuung erfüllt es uns, datz wir gleichsam als Dank für all das, was dies Lager uns gegeben hat, bei den bedrängten Volksgenossen im Grenzland die Ueberzeugung verstärken konnten, daß sie nicht auf verlorenen Posten stehen, sondern daß ihr Kampf auch im Binnenland Verständnis und Anteilnahme findet. Das Lager schloß mit einem Kameradschaftsabend, auf dem wir den Landrat, den Bürgermeister und den Heimatdichter Mathar begrüßen konnten, und mit einer Stadt- und Burgbeleuchtung, die die Stadt für uns veranstaltete. Wir wollen jetzt hoffen, daß dieses so glänzend gelungene und erfolgreiche Lager vorbildlich wirkt für die Grenzlandarbeit und die studentische Arbeit überhaupt und vor allem an den andern westdeutschen Hochschulen möglichst bald Nachahmung findet. Das wissenschaftliche Lager, das wissenschaftliche Arbeit und Gemeinschaftsleben miteinander verbindet, hat sich jetzt erneut bewährt, nachdem Prof. Bechtel im Sommersemester 1934 zum ersten Male an unserer Universität mit einem Lager in Lauterbach erprobte und mehrere Fachschaftslager weitere Erfahrungen sammelten Es kann und soll Vorlesungen, Seminare und die Arbeit in der Studierstube nicht verdrängen, aber wir dürfen zuversichtlich behaupten, daß das Wissenschaftslager dem Schaffen an der Hochschule eine wesentliche Bereicherung zu geben vermag und daß es wert ist, immer fester in den akademischen Betrieb eingebaut zu werden. Wenn es uns gelungen ist, mit diesem Lager eine neue Gemeinschaftsform wissenschaftlichen Arbeitens zu festigen und auszubauen und anregend auf andere Hochschulen zu wirken, dann darf die Gießener Stu- dentenschaft, die es durchführte und finanziell ermöglichte, mit Recht stolz auf ihren Erfolg fein. Tag der deutschen Kavallerie in Hamburg. Der 5. Tag der deutschen Kavallerie in Hamburg wurde mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal eingeleitet. Dor dem Denkmal hatten je eine Abteilung Reiter der Garde du Corps und der Gardekürassiere in ihren Friedensuniformen Aufstellung genommen. Ferner hatten sich zahlreiche Vertreter der alten Wehrmacht zu dieser Feierstunde eingefunden. Als Generalfeldmarschall von Mackensen, begleitet von dem kommandierenden General des 10. Armeekorps, Generalleutnant Knochenhauer erschien, wurde er von der zahlreichen Menschenmenge mit stürmischen Heilrufen begrüßt. Nach einem Einleitungschoral legte der Generalfeldmarschall am Fuße des Ehrenmals einen Kranz nieder, während die SA.-Kapelle das Lied vom guten Kameraden intonierte. Mit den Worten des Führers des Waffenringes in Hamburg, Theodor Schröder, „Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Nacheiferung" fand die Heldenehrung ihren Abschluß. Der Hamburgische Senat veranstaltete aus Anlaß des 5. Waffentages der deutschen Kavallerie im Rathaus einen Empfang, zu dem Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann erschienen war. Seine besondere Bedeutung erhielt der Empfang durch die Anwesenheit des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Bürgermeister Krogmann feierte den Generalfeldmarschall als den ehrwürdigen Reitergeneral und großen Feldherrn des Weltkrieges. Zu Ehren des großen Feldherrn habe der Senat eine Straße Mackensen - Straße benannt. Generalfeldmarschall von Mackensen dankte für die Ehrung. Der Führer, so hob er weiter hervor, habe die mutvollste Tat vollbracht, die ein Staatsmann habe tun können. Nun komme es darauf an, den Weg des Aufstieges unter seiner Führung weiterzuschreiten. Der Ehrenführer des Waffenringes General der Kavallerie von P o f e ck sprach sodann Hamburg den Dank des Waffenringes für die gastfreundliche Aufnahme aus. Oie Krise in der kommunistischen Partei der Sowjetunion. Moskau. 24. Juni. (DNB.) Die Auseinandersetzungen innerhalb der Kommunistischen Partei der Sowjetunion nehmen ihren Fortgang. In großer Aufmachung verbreitete die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion eine Verordnung des Hauptausschusses der Partei, in der der Gau Sarat o w an der Wolga wegen groben Miß brau ch s des Vertrauens der Partei und Schädigung des Parteiansehens scharf gerügt und seine Verwaltung gemaßregelt wird. Das Verhalten der Saratower Parteileitung habe zur Folge gehabt, daß die Flucht der BauernausdenKollektivwirtschaften im ganzen Gau unvermindert anhalte. Der Ausschuß hat deshalb beschlossen, den Leningrader Parteiführer und besonderen Vertrauensmann St e i n- Schdanow nach Saratow zu entsenden, um in der dortigen Partei Ordnung zu schassen. Wetterbericht des Relchswetlerdienstes. Ausgabeort Jrantfurt Deutschland liegt an der Südseite eines mächtig entwickelten Hochdruckgebietes, so daß sich ^auch am Sonntag heiteres und sehr warmes Wetter sort- setzte. Ueber dem Festland beginnt sich fedoch eine gleichförmige Luftoerteilung herzustellen, welche Oie Ausbildung flacher und damit gewittriger Tätigkeit begünstigt. Aussichten für Dienstag: Leiter bis wolkig, warm und schwül, Auftreten von Gewittern, meist östliche und südliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der warmen und schwülen zu Gewittern neigende Witte- Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 27,4 Grad Celsius, abends 20,2 Grad: am 24. Juni: morgens 19,5 Grad. Maximum 28,6 Grad, Minimum 13,2 Grad. — Sonnenscheindauer 13 Stunden. Die ThingsMe auf dem Heiligenberg. Heidelberg, 22. Juyi. (DNB.) Als Kulturstätte nationalsozialistischen Glaubens und Wollens wurde am Samstag vom Reichsminister Dr. Goebbels die Thinastätte auf dem Heiligen- berg bei Heidelberg ihrer Bestimmung übergeben. Durch seine Naturschönheit und historische Vergangenheit war dieser Berg geradezu als Thingplatz vorausbestimmt. Der Berg trug das Wotansheiligtum der Germanen, den römischen Merkurtempel und später Kirche und Kloster des hl. Michael und ist nun eine Weihestätte der nationalsozialistischen Deutschen. Die schöpferische Kraft des Erbauers der Thingstätte, Professor Alker, schuf ein Werk, das eine wunderbare EinheitvonLand- schaft und architektonischer Formgebung zeigt. Im Sattel der beiden Gipfel des Heiligenberges ist in etwa einjähriger Bauzeit vom Arbeitsdienst mit Unterstützung einer Anzahl von Facharbeitern eine Thing st ütte als Denkmal der deutschen Jugend entstanden. Die neue Thingstätte hat mit alten Amphitheatern nur das eine gemeinsam, daß die aufsteigenden Stufen der Zuschauersitze für 10 000 Besucher ringförmig angeordnet sind. 9a» ThinMel. Die Thingstätte des nationalsozialistischen Deutschlands ist die gegebene Form für die mit kulturellen Mitteln gestaltete Kundgebung. Aus diesem Grunde war auch die Einweihung der Thingstätte auf dem Heiligenberg bei Heidelberg mit einer Feier dieses Stiles verbunden. Die rein spielmäßige Gestaltung einer solchen Feier, also das, was wir unter „Thingspiel" verstehen, stellt die letzte Stufe nationalsozialistischer Feiergestaltung Überhaupt dar. Bei dieser zur schlichten, großen Feier gesteigerten Kundgebung auf dem Thing wurden die Elemente der Kundgebungen aus der Kampfzeit zugrundegelegt, deshalb wird der Einmarsch der Fahnen und Standarten, das chorische Bekenntnis im gesprochenen Wort und im Lied immer Grundlage jeder Thinghandlung sein, gleich- aültig, ob es sich dabei um den Charakter einer feierlichen Kundgebung im engeren Sinne oder um die spielmäßige Gestaltung des Bekenntnisses zur nationalsozialistischen Idee handelt. Die Dichtung des Nationalsozialismus richtet sich ihrem ganzen Wesen nach an die große Kampfgemeinschaft und will durch sie dem ganzen Volke lebendig vermittelt werden. Sie entspringt demselben Bekenntniswillen, der im Rhythmus der marschierenden Kolonnen zu vernehmen ist. Und sie ist deshalb kulturell in jenem höchsten Sinne, der noch immer alle volkskulturellen Blütezeiten heranreifen ließ. Der musikalische Teil der Feier bestand im wesentlichen aus Chorsätzen der Volkskantate für Männerchor- und Knabenstimmen „Heiliges Vaterland" von Franz Philipp. In dieser Volkskantate wechseln einstimmige Kampfrufe mit mehrstimmigen Chören ab und steigern sich, einer inneren Erlebnislinie folgend, zum großen Bekenntnis, das in dem Chor „Sonnenwende" seinen Höhepunkt erreicht. In diesem Sinne sollte die Sonnwendfeier auf der Thingstätte ein Beispiel für eine neue kulturelle Erlebnis- „Mrwollen keinenKulturkamps." Zwei Reden des Reichserziehungsministers. Koblenz, 24. Juni. (DNB.) In Koblenz fand das Treffen des Westmarkgaues Koblenz - Trier - Birkenfeld statt. Die Tagung wurde Samstagvormittag mit einer großen Kundgebung des Amtes für E r - z i e h e r eröffnet. Reichserziehungsminister Rust erklärte dabei u. a.: Die deutschen Menschen aber müßten gerade, weil das Schicksal Evangelische und Katholische in der Kirchenjrage getrennt habe, in ihrem politischen Auftreten zehnmal mehr Zusammenhalten als die Länder, denen das Schicksal eine konfessionelle Zerrissenheit nicht aufgebürdet habe. Es sei absurd, wenn man heute im Rheinland der Parole des Nationalsozialismus den Ruf „Heil unserem Führer Jesus Christus" entgegenstelle. Man vergreife sich dadurch nicht nur an Deutschland sondern auch an Gott. Christus habe gesagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Der Führer aber habe auf seine Fahne geschrieben: „Für Freiheit und Brot". Es könne doch niemand daran, zweifeln, daß diese beiden Prinzipien in absolut ver- fchiedenen Ebenen lägen und nichts miteinander zu tun hätten. Wir wollen den Kulturkampf nicht, denn Deutschland hat dadurch nichts zu gewinnen, sondern nur unendlich viel zu verlieren. Diejenigen, die ein Jnterejse am Kultur- kämpf haben, sind verbrüdert mit denen, die früher ein Interesse am Klassenkampf hatten. Wir sind für Frieden und Gleichbe- r e ch ti g u n g. Euch die Kirchen, uns die Sportplätze und die Kolonnen und niemandem sonst. Ich wende mich an die Bischöfe, und frage sie noch einmal, ob sie mit mir Zusammenarbeiten wollen. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Minister an die Versammelten den Appell: „Betet in Euren Kirchen, aber kämpft unter unseren Fahnen." Auf der Kundgebung der Staatsjugend und des NSLB. führte Reichsminister R u st ferner u. a. aus:Unser Führer hat das deutsche Volk nicht m eine politische Konstruktion hineingezwängt, sondern zurückgesührt zu den ewigen Kräften und Quellen, auf denen in ungezählten Jahrtausenden die Völker zu allen Zeiten ihr Leben begründet und gesichert haben. Es gilt für unser Volk wie für alle Völker nur der Blutstrom, der durch die Jahrtausende bis zu unserer Generation sich herangewälzt hat und aus dem immer von neuem die Kraft zum Lebens- kampf gewonnen werden muß. Niemals hat unser Volk zu einer anderen Kraft sein Leben erhalten, als vom Blut und aus dem Boden einer heimatlichen Scholle, die vom deutschen Bauern geschaffen ist. Unsere deutsche Jugend ist herausgewandert aus den Grotz- städten und hat draußen nicht nur die Kraft der Natur wiedergefunden, sondern sie hat auch her- ausgefunden aus dem Labyrinth politischer Verzweiflung, in das man sie verstrickt hatte In der Erkenntnis dessen, daß das Bewußtsein der D o l k s- verbundenheit einer starken Untermauerung bedurfte, ging der Führer daran, eine f e st e Burg auf dem felsigen Grund blutmäßiger Der- In der Thingstätte hatten sich Samstagabend über 20 000 Menschen in dem weiten Halbrund von den Spietterrasjen dicht gedrängt versammelt. Die Weihestätte bot unter dem klaren Abendhim- mel ein herrliches Bild. Gaubetriebsführer Hell sprach seinen Arbeitsmännern den Dank aus für das Werk, das aus dem Geist des Nationalsozialismus geboren und als Kunststätte des Volkes aus dem Stein gehauen wurde, um in Jahrhunderten noch sichtbaren Ausdruck zu geben vom nationalsozialistischen Wollen und Wirken. Dann marschierten Die Arbeitsmänner an den Eingang, um dort die Thingstätte Reichsminister Dr. Goebbels zu übergeben. Dr. Goebbels führte dann in seiner Weiherede u. a. folgendes aus: Mit ganz besonderer Freude und mit tiefem Stolz ergreife ich am heutigen Abend von Ihnen das Wort, denn ich spreche an einer Stelle, die den Ideen unserer Bewegung entsprungen, die in ihrer heutigen Vollendung st em gewordener Nationalsozialismus ist. Mit diesem monumentalen Bau haben wir unserem Stil und unserer Lebensauffassung einen lebendigen, plastischen und monumentalen Ausdruck gegeben. In Hunderten von Jahren noch werden die Menschen an diesen Steinen die Gestaltungskraft unserer Zeit lesen können und sie werden bewundernd stillstehen vor den Menschen, die das geschaffen haben. Denn man muß Unmögliches wagen, um Großes zu vollbringen. Man muß sich der Kühnheit und der verwegenen Vermessenheit hingeben, um Werke zu vollenden, die Jahrhunderte überdauern. Von diesen Steinen aus wird das neue kulturelle Leben Deutschlands entspringen. Denn die Kultur, die wir wollen, gehorcht keinem Kommando, sondern im ewigen Wachstum wird sie sich entwickeln müssen, und niemand darf glauben, sie dadurch zum Reifen zu bringen, daß er eine Lampe darunter hält. Es wird einmal der Tag kommen, wo das deutsche Volk zu diesen steinernen Stätten wandelt, um sich auf ihnen in kultischem Spiel zu seinem unvergänglichen neuen Leben zu bekennen. Wir wissen, daß die großen Probleme der Zukunft nicht allein vom Verstand und nicht allein von der Intelligenz, sondern daß sie in der Hauptsache von Mut und vom Charakter gelöst werden müssen. Denn an Intelligenz hat es Deutschland noch nie gefehlt, was uns aber fehlte, und was wir in der Nation zu schaffen Der» juchen, das ist jene harte Entschlossenheit, die unlösbare Aufgaben löst und jener blinde Glaube, der Berge versetzt. Darum haben wir diese Partei gegründet, und darum wird diese Partei bestehen bleiben, weil sie die Beschützerin des Staates im Innern ist. So wie wir das Reich im Innern fußend auf der Kraft der Partei niemals mehr einer lebenbedrohen- bundenheit zu bauen. Diese Burg ist die Ratio- nalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. So hat der Führer gegen die trennenden Kräfte des Lebenskampfes ein Unterpfand geschaffen für die Zukunft unseres Volkes. Darüber hinaus haben wir den Weg beschritten, den Menschen wieder zum körperlichen Einsatz zu zwingen. Ich sehe meine Ausgabe darin, in diesem Geschlecht der Jugend die Feigheit vor dem körperlichen Einsatz endgültig auszurotten. Das ist der tieffte Sinn der Leibesübungen, der betonten Pflege des Sports und der Turnerei. Dr. Goebbels spricht Am Sonntagmorgen begann in der Rheinlandhalle die Fesktagung der politischen Leiter und Führer aller Gliederungen der Partei. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels ging davon aus, daß die Völker immer das seien, was ihre Führung aus ihnen macht. Daher habe die Bewegung sich auch ein Recht auf die Macht errungen, denn sie habe aus den feige zusammengebrochenen Parteien von 1918 das stolze und fleißige Volk von heute gemacht. Wenn aber eine Bewegung auf Grund ihrer Tugenden die Macht errungen habe, bann werde sie auch die Macht be- Es schliefen die hundert im Lager: der Feldhauptmann und die beiden Feldmeister in ihren kleinen Duden, dazu die drei Stuben im Hauptbau. Je dreißig Mann lagen da schwer auf den beiden Stockwerken ihrer Eisenbetten, die grobleinenen Decken von den nackten Körpern geschoben, so atmeten sie, röchelten, schnarchten und schnauften, heiß, feucht, braun, kräftig und erschöpft. Nachtwache Kamerad- Dietze aus Celle bei der Heide gähnte, sog an seiner Pfeife, schnupperte in die Lust, äugte gegen das steigende Licht, streckte und bog die Arme, prüfte die Uhr und gähnte. Weiß und weit stand endlich der Himmel über ihm. Dietze pendelte zum Küchenhäuschen und schlug mit einem riesigen Nagel zwölfmal gegen das freihängende Bruchstück einer Gleitschiene. Metallisch ertönte und verhallte das Lagergvng. Es war fünf Uhr. Die Schläfer fuhren entsetzt auf; war es denn wirklich schon wieder vorbei? Die Beherztesten sprangen von den Strohsäcken und brüllten: „Auf- stehen!" Der eine und andere suchte vergeblich einen geringen Schlafzuschuß zu retten. Es erhob sich allgemeiner, lärmender Trubel. Man riß einander die Decken herunter und stieß sich in die Seiten. Alles wirbelte in den engen Nischen und Gängen durcheinander, in zorniger Jagd auf Strümpfe, Schaftstiefel und Hosen, Waschbecken, Handtuch und Seife; jeden Morgen von neuem dieses irre Getümmel. Die Schnellsten, laut Vorschrift aber die Inhaber der oberen Betten, stürmten aus den drei Stuben zum Brunnen, in einen neuen Tumult und Kampf um die Plätze. Wer Wasser hatte, suchte hastig den den Gefahr aussetzen können und wollen, ebenso wollen wir und können wir die Nation nicht mehr der Willkür der Welt preisgeben. Deshalb haben wir eine Armee aufgebaut, die die Aufgabe hat, die Nation nach außen zu beschützen. Im Kamps um das Leben können nur die Völker bestehen, die die eigene Sicherheit auch der eigenen Kraft anoertrauen und das haben wir getan. Wir haben die Armee nicht aufgebaut, um nach außen hin Konflikte zu suchen, sondern um es der Welt nicht allzu leicht zu machen, Deutschland in einen Konflikt hineinzuziehen. So, wie die B e ro e g u n g die Trägerin unseres politischen, so ist die Armee heute die Trägerin unseres soldatischen Lebens. Auf diesen beiden Säulen ruht der deutsche Staat und ruht das ewige Reich. Man wirst uns in der Welt manchmal vor, daß wir eine Vergottung unseres Staates trieben. Nichts ist uns ferner, als das. Uns geht es nicht um den Staat, uns geht es um das Volk. Die Sicherung unseres Volkstums war und ist und bleibt unsere Aufgabe. Wenn die heutigen Männer die Verantwortung tragen konnten, so gab ihnen die Kraft dazu das Volk selbst, dem sie sich verschworen hatten. Heute sehen wir über Deutschland die Sonne wieder aufgehen, und feiern heute mit tiefer Inbrunst und starker Freude das Fest einer Sonnenwende in dem Bewußtsein, daß sich in der Tat die Sonne gewendet hat und oaß sie die Verkünderiü einer neuen Zeit über Deutschland ist. Wir brauchen uns dieser Zeit nicht mehr zu schämen. Wir haben zwar nicht so viel Kanonen wie die anderen, aber was uns den anderen überlegen macht, ist dieser konzentrierte nationale Lebenswille, der heute in Deutschland durch einen Mann verkörpert wird. Diese zu einer einzigen Mannesstimme vereinigten 66 Millionen ist die Stimme unseres Volkes, mit der wir unsereBereitschaftzum Frieden zum Ausdruck bringen. Das ist vielleicht auch der tiefste Sinn der heutigen feierlichen Stunde, daß die Herzen aller Männer und Frauen, die heute zu Zehntausenden an dieser steinernen Stätte versammelt sind, in dieser Stunde mit einem großen unbändigen Stolz erfüllt sind. Wir haben ein Recht, mit offenen Augen wieder vor biejes Volk hinzu- treten. Denn soweit es menschlicher Kraft überhaupt zu erfüllen vergönnt ist, haben wir unseren Auftrag erfüllt. Wir haben, als wir begannen, den Entschluß gefaßt, für ein freies und souveränes Deutjchland zu kämp- f e n. Wir haben diesen Entschluß wahrgemacht und wir wollen uns ihm auch in dieser feierlichen Nachtstunde aufs neue verpflichten. Ueber uns das Reich, vor uns der Führer und wir nur seine gehorsamen Gefolgsleute in guten und bösen Tagen. Auch in dieser feierlichen Nachtstunde erheben wir uns und rufen: Die Nation, das Reich und der jFührer Sieg-Heil! halten, so lange sie ihren alten Tugenden treu bleibe. „Wenn heute kleine Cliquen, die uns einst nicht hindern konnten, den alten Staat zu stürzen, versuchen, sich uns entgegenzustellen, so können wir nur verächtlich sagen: „Anfänger". Was hatten unsere Vorgänger an positiven Leistungen auch nur versucht, um die Not zu lindern? Taten, wie der Bau der Reichsautobahn, wären früher vom Parlamentarismus von vornherein zerredet worden. Sie haben es falsch gemacht und sind daher g e ft ü r 31 worden. Wir machen es richtig und verbitten uns, daß sie uns heute dreinreden und uns dauernd zwischen den Beinen Herumlaufen." (Brausender Beifall!) Es sei nicht so, daß die Regierung die vielen Probleme, die heute noch ungelöst seien, nicht sehe. Aber es sei falsch, viele Probleme gleichzeitig losen zu wollen. Sie würden eines nach dem anderen angepackt Es sei unser Ziel, die volle Souveränität für Deutschland wieder zu gewinnen, und wir wüßten, daß keine Macht der Welt uns daran hindern könne. Der Träger dieses Glaubens sei die Partei, wer sich daher gegen d i e Partei wende, der wende sich gegen Deutschland. Die Partei aber dürfe sich nicht nur auf die Macht stützen, sondern vor allem auf die Herzen des Volkes. Dann könne sie vor das Schicksal hintreten und ihm zurufen: „Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn". erstbesten Fleck auf dem Boden und beugte sich nun pruschend, spuckend und fluchend in fein Morgenbad. Klirrkalt war es, unmöglich, etwa die Zähne zu putzen, aber auch wohltuend und heilsam für die übernächtigen Leiber. Man schrie einander die ersten Begrüßungen xu, spritzte sich voll, gröhlte idiotische Kehrreime, pfiff Signale, sprang in Riesensätzen hinten zur Toilette, wo aber der Sitzbalken wie immer bereits überfüllt war. Wer etwas auf sich hielt, schielte in einen Handspiegel und zerrte die Strähnen vom Scheitel zur Seite oder hintüber. Die wenigen Stillen im Lande verrichteten schweigsam und schläfrig ihr Morgenwerk. Die Strohsäcke wurden aufgeschüttelt, verbrauchte Spreu stob auf. Die grauen Loken wurden geknifft und gestrafft, das schmale Kissen aufgeschlagen. Dann kam das Problem. Die Wolldecke in gewürfeltem Bezug mußte vor der Kontrolle glatt wie: „Still ruht der See" und ebenmäßig wie ein Schachbrett ausqebreitet fein. In den Knick vor dem Keilkissen gehörte ein Saum, genau zwei Karos breit. Bei Unverbesserlichen wandte man die peinliche Zähl- probe an, nämlich zwanzig Reihen von oben bis zum Saum und dreißig in die Breite. Manche stopften die unvermeidlichen Täler und Senkungen mit Zeitungen oder Leibwäsche aus. Nun erklang abermals das Gong, diesmal von Feldhauptmann Balke geschlagen, zum Frühappell. Die Stubenältesten gliederten ihre Rotten in drei Reihen auf dem Hof. Die Gruppen nahmen Tuchfühlung und Richtung. Die ewig Unfertigen zupften Koblenzer Gautreffen -er Westmark. Inmitten -er jungen Mannschaft. Ein Morgen im Arbeitslager. von Otto Karsten. Aus aller Welt Gesicht Sodann durchsucht er die Alexis herausgegebene Fortsetzung, die, um web Qjqiqg. öooann DUrcqjUOge er Uie Unh Knfmm norfnnnprf bis in hie 70pi Fußtritte ins Drückt dich die Sorge irgendwo —- Turn dich bei „Kraft durch Freude" froh. Wohnung weiter und nahm etwa 20 Reichsmark Bargeld sowie vier bis fünf Schachteln Zigaretten mit. stürzte er sich auf die Frau und drückte ihr den Hals zu. Er kniete dabei auf seinem Opfer. Schließlich versetzte er ter Frau, als sie tot war. tere Serien und Folgen verlängert, bis in die 70er, Jahre des vorigen Jahrhunderts reichte. Seitdem' An (äml Am M die Mitg zogen. W friebsgeme SDtitglieber fordern, dc und ihre L den Doraui Das Schwurgericht Amberg verurteilte den 24- jährigen ledigen Ludwig Weber wegen dreifachen Mordes in Tateinheit mit dreifachem Raube dreimal zum Tode. Weber hatte am 31. März d. Js. seine 44jährige Kusine Maria W e - der, ihren 7jährigen Sohn Richard Weber und seine 79jährige Tante Katharina Weber in ihrem Hause in Daberg in gemeinster Weise ermordet. Nach der Tat hatte er das Vieh der Ermordeten verkauft und mit dem Erlös sich Kleidungsstücke und Schmuckgegenstände für seine Braut gekauft. Bei seiner Verlobungsfeier in Augsburg wurde der Mörder verhaftet. Weber gab die Morde zu, bestritt aber, aus räuberischen Motiven gehandelt zu haben, er habe sich nur rächen wollen. Arbeitszug überfährt Kraftwagen. — Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Auf der Eisenbahnstrecke Regensburg—München überfuhr im Bahnhof Lohof ein von der freien Strecke zurückkehrender Arbeitszug auf der Ueber- fahrt der Reichsstraße München—Ingolstadt einen Personenkraftwagen. Von den Insassen des Kraftwagens, der vollständig zertrümmert wurde, wurde der 40jährige Kaufmann Ludwig Sondermann aus Essen und eine Frau Hedwig Stoffers getötet. Erich Stoffers, zunächst noch unbekannter Herkunft, erlitt einen Schädelbruch und wurde in das Schwabinger Krankenhaus nach München gebracht. Die Lokomotive und zwei Wagen des Arbeitszuges entgleisten und stürzten um. Bahnpersonal wurde nicht verletzt. Denkmal für Karl Venz in Karlsruhe enthüllt. In Karlsruhe fand die Enthüllung des Karl- Benz-Denkmals statt, an der zahlreiche Gäste teilnahmen, darunter Reichsstatthalter Wagner und die Mitglieder der Familie Benz. Oberbürgermeister Jäger würdigte den Werdegang und das Lebenswerk des großen Erfinders. Daraus fand eine Rundfahrt von Autos ältester Konstruktion bis zu den Wagen modernster Ausführung statt. Grohfeuer in München. In einem Vorort Münchens entstand in der Ziegelei Oberfoehring ein gewaltiger Brand. Die Münchener Berufs- und freiwilligen Feuerwehren konnten mit einem Riesenaufgebot trotz Einsatzes von 45 Rohren und achtstündiger aufopfernder Arbeit das große dreistöckige Gebäude nicht mehr retten. Die Arbeit der Wehren war um so schwieriger, als der Brand von starkem Ostwind begünstigt war und die vier 60 Meter hohen Schornsteine einzustürzen drohten. Die zahlreich erschienenen Sanitätskolonnen muhten mehreren Leichtverletzten und Rauchoergifteten erste Hilfe leisten. Zwei Rauchvergiftete mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei Arbeiter tödlich verunglückt. Bei dem Versuch, eine Verstopfung einer Schleusenanlage in Altenburg (Th.) in einem zehn Meter tiefen Schacht zu beseitigen, verunglückten zwei Arbeiter tödlich. Als der Arbeiter Elle wenige Meter in den Schacht gestiegen war, wurde er wahrscheinlich durch giftige Gase betäubt. Er stürzte in die Tiefe, wo sich Wasser in mehr als ein Meter Höhe befindet. Der Arbeiter Etzold, der den Körper seines Kameraden aufschlagen hörte, rief um Hilfe und stieg dann selbst in den Schacht, in den er ebenfalls bewußtlos abstürzte. Ein Arbeiter namens F r i tz m a n n eilte auf die Hilferufe herbei und wollte den Verunglückten Hilfe bringen. Auch er fiel den giftigen Gasen zum Opfer und stürzte in die Tiefe. Erst die Feuerwehr konnte die drei Verunglückten bergen. Elle und Fritzmann waren bereits t o t. Etzold mußte in bewußtlosem Zustande dem Krankenhaus zugeführt werden. Er befindet sich jedoch außer Lebensgefahr. Fritzmann war Vater von neun Kindern. Der korsische Bandit Spada hingerichtet. Der korsische Bandit Spada wurde in Bastia mit der Guillotine hingerichtet. Polizei und Militär hatten das Gefängnis in weitem Umfange abgesperrt, so daß die zahllosen Neugierigen, die die ganze Nacht hindurch alle umliegenden Straßen besetzt hielten, nichts von Exekution sehen konnten. Nur der Gerichtshof und die Pressevertreter durften der Hinrichtung beiwohnen. Pariser Nähmädchen gewinnen das große Los. Das großeLosder französischen Nationallotterie in Höhe von 3 Millionen Franken ist gemeinsam von 70 Pariser Nähmädchen gewonnen worden. Deutscher Freiballon bei Ostende ins Meer gestürzt. Die Insassen gerettet. Der Ballon „Essen II", der am Sonntagabend in Gelsenkirchen mit vielen anderen Ballons aufgestiegen war, ist am Montag gegen 4 Uhr früh 200 Meter vom Strand bei Ostende ins Meer gestürzt. Alle 4 Insassen konnten gerettet werden. Zwei von ihnen waren ins Wasser gesprungen, als der Ballon absackte. Sie wurden von einem Polizeibeamten aus Ostende, der zu ihnen hinausschwamm, geborgen. Die beiden anderen Insassen, die bei dem Ballon geblieben waren, wurden später von einem Fischerboot geholt, das auch den Ballon an Land brachte. Ueberm Meer abgestürzt und gerettet. Ein aus Madrid kommendes Militärflugzeug, das nach Kab Jubi (Westafrika) unterwegs war, ist infolge einer Motorpanne ins Meer ab- g e stürzt. Die beiden Insassen, ein spanischer Fliegeroffizier und ein Kavallerieoffizier, klammerten sich an den Tragflächen des im Wasser treibenden Flugzeugs fest und konnten nach zwei Stunden von einem englischen Dampfer geborgen werden. Ihr Flugzeug wurde ins Schlepptau genommen und nach Caoiz gebracht. Sechs Häuser von brennendem Flugzeug zerstört. Bei Giefu, nördlich von Nagoja, stürzte ein japanisches Postflugzeug brennend ab. Es fiel auf ein Haus, das in Brand gesteckt wurde. Das Feuer legte auch die fünf anliegenden Gebäude in Asche Der Flugzeugführer wurde getötet. Absturz eines französischen Sportflugzeugs. Ein Sportflugzeug, mit dem der Chef der Fliegerschule von Dijon, Meziat, mit zwei Begleitern zu einem Uebungsflug aufgestiegen war, stürzte aus bisher unbekannter Ursache in der Nähe von Macon ab. Alle drei Insassen des Flugzeuges kamen bei dem Unfall ums Leben. Französischer Nachtbomber abgeslürzt. Ein zweimotoriger französischer Nachtbomber ist bei einem Uebungsflug brennend abgestürzt. Von der vierköpfigen Besatzung sind ein Hauptmann und ein Leutnant in den Flammen umgekommen. Ein weiterer Offizier hat schwere Brandverletzungen erlitten. Der Bordfunker, der im Fallschirm absprang, ist unverletzt geblieben. Fremder kriegsfchiffsbesuch in kiel. Im August werden finnische Kriegsschiffe, darunter die 500 bis 700 Tonnen großen Unterseeboote „Jku-Turso", „Saukko", „Vesi- hiisi" und „Vetehinen", sowie die neuen 4000 To. großen Küstenpanzerschiffe „Jlmarinen" und „Väi- nämöinen" der Kriegsmarinestadt Kiel einen Besuch abstatten. Vom 24. bis 26. Juli treffen zwei polnische Zerstörer zu einem Besuch auf der Kieler Förde ein. Es handelt sich hier um die Zerstörer „Wicher" und „Burza", die 1500 Tonnen groß sind. Vom 28. Juli bis 3. August wird dann noch das schwedische Küstenpanzer- schiff „Oskar II" (4100 Tonnen) auf der Kieler Förde zu einem Besuch weilen. Zwei Raubmörder zum Tode verurkeill. Das Schwurgericht in Ulm verurteilte den 27jäh- rigen ledigen vielfach vorbestraften Bruno Weiß- Haupt, wohnhaft in Erisdorf, Kreis Riedlingen, wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zum Tode. Der Verurteilte war in der Nacht zum 10. Februar d. Js. in die Wohnung der 72jährigen ledigen Kreszentia König eingestiegen, um Geld zu stehlen. Als er bemerkte, daß Frau König in ihrer Schlafstube Licht machte, ist nichts, was stofflich so umfassend wäre, erschienen. Da aber immer wieder Nachfrage nach einer Geschichte der berühmten Prozesse besteht, hat Paul Wiegler sie in dem vorliegenden Bande geschrieben. Man findet die Prozesse Ziethen Therese Humbert, Kwilecki, Schönebeck, Manolescu, Murri-Bonmartini, Hau, Madame Steinheil, Grete Beier, Hofrichter, Gräfin Tarnowska und viele andere, fortlaufend bis zu den Prozessen der letzten Jahre, wie den Fällen Matuschka und Schloß Woltershausen. Der Abschluß ist eine große lieber» sicht über diejenigen wichtigsten Prozesse der Nachkriegszeit, die nicht besonders dargestellt sind. Dieser Band bringt zum Vorschein, was jetzt in Spezialwerken verschollen ist oder in der Presse nur ein kurzfristiges Dasein hat. Auch von diesem „Buch der Prozesse" könnte Schillers Wort vom Pitaval gelten, auch dieses Buch erhebt sich „an Interesse der Handlung, an kunstreicher Verwicklung und Mannigfaltigkeit der Gegenstände bis zum Roman". Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton Dr Hans Thnriot für Den übn-jen Teil i. 93.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt ö r Anzeigen Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- unD Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. dielc 2 Bilde feindliche dw * Dort ist e zum f'q kehrens der MN! Fast J.J foin*at ßir & sind jem Arm« 1*1 d-n« abgebt. gerade die ■ B Selbstoers Art das hei sind nicht n Geineinscyas nxgen wär kommt es n her die Frei Freude um Stadt ange tüchtigen, ec stolz sein, , und Helden! einheimische dringt. We pflegen und Wollten i wir nur - fich darin tun konnte Jene Seite' die buntgej der Schne durch die Reisige" m einherzoger Lächeln jen Auge war Deutschtum Aber ür Rur zu! l ein Zeichc an Geschi sind, um einziger „ des Lande hören r Nehmen n wir in di genossen d Dolksgeme ®err Wen Körper und Seele vorhanden fei, eröffnet der medizinischen Wissenschaft und insbesondere der Psychotherapie ganz neue Ausgangspunkte. Aus gang einer neuen Psychotherapie muß die Erkenntnis sein, daß die Seele niemals bloß individuell bedingt, sondern stets im Gemeinschaftsraum des Volkes lebt. Werden die Beziehungen zwischen Volk und Seele gestört, so tritt eine seelische Erkrankung ein. Eine Reihe von Krankheitsbildern, die Dr. Gauger in feiner Schrift entwirft, verdeutlichen diese Anschauungen. Daß gerade unsere Zeit sich eindringlich mit dem Gebiet der Psychotherapie beschäftigen soll, wird verständlich, wenn man bedenkt, daß der seelische.Einsatz eines Volkes wesentlich sein Schicksal bestimmt. — Paul Wiegler: „Schicksale und Verbreche n". Die großen Prozesse der letzten hundert Jahre. Verlag Ullstein, Berlin. Ganzleinen 5,80 Mark. — (44) — Es gibt Prozesse, von denen Generationen gesprochen haben. Es gibt Untaten, die immer wieder aufgeistern, wenn Parallelfälle zur Verhandlung kommen. Solche Untaten und Prozesse, die in den letzten 100 Jahren sich ereignet haben, hat Paul Wiegler in einer Folge' von Berichten geschildert. Im 18. Jahrhundert entstand der „Pitaval", eine französische Sammlung merkwürdiger Rechtsfälle, deren deutsche Ausgabe Friedrich von Schiller eingeleitet hat. Der „Neue Pitaval" war eine deutsche, zuerst von Willibald nervös an sich herum, die Vormanner mahnten und tadelten. Am Ende war man soweit, stramm zu stehen und dem Lagerführer und dem Schicksal, gefaßt oder bang, ins Auge zu blicken. Die beiden Feldmeister Sporer und Hohlfeld schritten die Reihen ab und musterten jeden einzelnen. Schließlich wurden dem Führer die Züge als stubenrein gemeldet. Jetzt stieg am Hauptmast die Fahne empor, mit ihr zum Salut sämtliche rechten Arme. Feldhauptmann Balkes einziges Kommando ließ zur Andacht wegtreten. Kamerad Kleinschmidt, schriftgelehrt und geistlicher Betreuer der Mannschaft, trat in ihre Mitte und sagte den Morgenchoral an. Nach dem ersten Vers erörterte er ein Bibelwort und sprach ein kurzes Gebet, den Schluß machte der Rest des Liedes. Nun Abrücken zur Küche, wo die Küchenbullen ein Schmalz-, ein Marmeladebrot zum Kaffee und die beiden doppelten Wurstbrote zum Frühstück verteilten. Im schmuck- und farblosen Tagesraum, än langen, groben Tischen und Bänken, stand in Eimern der Kaffee, Schmalz- und Marmeladebrote wurden vertilgt, die übrigen in Zeitungen gewickelt und in den Rockschoßtaschen verstaut. Es war sechs Uhr geworden. In den Stullen rumorten und wirtschafteten die Priester des Stubendienstes. Jeder hatte noch dies und das zu ordnen, Tassen zu säubern, Zigaretten einzustecken, Spind abzuschließen. Vor allen Dingen konnte man, sofern man sich bisher beeilt hatte, eine Zigarette oder Pfeife in Glut setzen. Ueberhaupt klärten sich die Verhältnisse ein wenig. Man gesellte sich zu näherstehenden Kameraden und kam nachgerade zu sich. Ein bißchen abgehetzt sog man in tiefen Zügen den Qualm durch die Lunge und stieß ihn gefiltert und genießerisch aus. In wenigen Minuten war diese karge Muße vorüber. Das Gong rief zum Antreten. Wieder bildeten sich die dreigliedrigen Züge, dichter aufgeschlossen nun, die Front zum Hauptbau. Dort verlas der Führer die Namen, während die Feldmeister die Stuben prüften. Die Aufgerufenen knallten mit den eisenbeschlagenen Absätzen und riefen ihr kehliges „Hier!". Die Stubenältesten, tagsüber Truppführer, rapportierten, meldeten Kranke, Urlauber und Behinderte. Die marschunfähigen Fußkranken waren bereits unterwegs, der Stubendienst meist noch tätig, er würde der Truppe die Kaffee-Eimer nachtragen. Die Meldungen wurden verglichen, notfalls wiederholt. Der Feldhauptmann gab die Lagerzeit bekannt — fast immer genau halb sieben Uhr — und verabschiedete sich fürs erste. Feldmeister Sporer übernahm die Befehlsgewalt und kommandierte die Wendung, Abmarsch und Linksschwenkung. Eine blaugraue Raupe, bewegte sich die Kolonne über die Deichhöhe, folgte, wiederum nach links und nordwärts, dem Sommerweg am Ufer. Kamerad Sporer ordnete Marschgesang an. Rauh, heiser, allmählich heller inmitten überwiegender Baßstimmen schaukelten Laute, Takte und Reime alter, treuherziger Lieder zum Morgen auf. Nebenher floß die Elbe, dumpf und kühl. Weit hinten hing tief eine schwarze Wolke und kündete den ersten Schleppzug an. Unendlich hoch und blau wölbte sich der Himmel. In ungetrübter Zone segelte über dem Wald eine Weihe und drüben noch eine. In mächtigen Kreisen sanken sie all, stiegen steil aufwärts, geduldig, spielerisch und vorläufig achtlos. Aus Gräsern, Blüten und Heckenrosen quirlte ein tauiges Aroma auf. Jenseits über den Kiefern glühte der ferne, ungeheure Gasball der allmächtigen Sonne. Stracks, hellwach und fanglos nun zog die Kolonne dahin. Munterkeit, Plaudern, Zurufe, Witze, bayrische Jodler, die Hamburger Losung, berlinischer Schneid, sächsische Unaussprechlichkeiten, ost- preußische Konsonanten, rheinischer Singsang, süd- westdeutscher Holzhackerakzente, das hier ansässige Platt: all dies kernig, echt, Aufzug und Reigen der Mundarten. Zu Werk und Wirkung ging es, beweglich und frisch unter dem flammen, klaren Hauch der Frühe. Dreißig mal drei, in Reihe und Glied, Schritt und Tritt hintereinander. Und aus dreißig Heimaten waren sie gekommen, aus dreißig Ständen. Kein Beruf und kein Heim bot ihnen Brot und Lager; dies eine Los galt für fast alle. Jetzt trugen sie daher das gleiche Kleid, aßen das gleiche Brot, tranken das gleiche Wasser, ruhten auf dem gleichen Lager. So marschierten sie in gleichem Schritt und Tritt und sangen das Lied vom guten Kameraden. Nach Angaben eines Augenzeugen soll der Lenker des Kraftwagens versucht haben, mit sehr hoher Geschwindigkeit die Ueberfahrt noch vor den eben niedergehenden Schranken zu überqueren. Büchertifch. — Politische Medizin. Grundriß einer Deutschen Psychotherapie. Von Dr. phil. et med. Kurt Gauger. 64 Seiten. Kart. 1,80 Mark. 1934. Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg. — (5) — Die körperliche und seelische Gesundheit ist ein wesentlicher Faktor des sozialen und politischen Lebens, und deshalb bestehen auch enge Beziehungen zwischen Politik und Medizin. Gauger wendet sich scharf gegen die materialistisch-mechanische Weltauffassung, die eine schwere Dertauenskrise heraufbeschworen habe und die es nunmehr zu überwinden gelte. Seine Feststellung, daß nicht nur ein Parallelismus, sondern sogar eine Identität von In tiefer Trauer: Familie Walter Zimmer. Familie Karl Volkmann Familie Otto Volkmann Familie Theodor Volkmann Familie Artur Volkmann Familie Ludwig König Familie Joseph Karl Familie Otto Steinmüller Familie Karl Kreiling Heuchelheim. München, Gießen, den 23. Juni 1935. Die Beerdigung findet Montag, den 24. Juni, nachmittags 6 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 85, aus statt. __________________ 3745D Unsere innigstgeliebte treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Volkmann Ww. geb. Krach ist Sonntag früh V]4 Uhr nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 63 Jahren sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Seipp, geb. Launspach. Hattenrod, den 23. Juni 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 26. Juni, nachmittags um 2 Uhr statt Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl’schen Druckerei WNM 1. St., 6 Zimmer u. 2 in der Mansarde, per l.Okt. 1935 anderweit, zu verm.Schrift!. 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Fast scheint es so, als ob der ganze Sommer nur aus Heimatfesten und Heimatwochen bestünde, und es gibt Leute, die behaupten, daß der Heimatfeste zu viel begangen und gefeiert werden. Wir wollen uns um diese Leute wenig kümmern. Es sind jene Menschen, denen in der Welt eigentlich nichts recht ist außer ihrer werten Persönlichkeit und ihren eignen, höchst nebensächlichen Angelegenheiten. Es sind Menschen, die sich nicht mit anderen Menschen zusammen freuen können. Menschen, denen jede Spur von Gemeinschaftsfreude abgeht. Aber diese Gemeinschaftsfreude wollen ja gerade die Heimatfeste Hervorrufen. Selbstverständlich ist es nicht gleichgültig, welcher Art das Heimatfest ist, das man begeht. Diese Feste sind nicht nur der Feste wegen oder nur um der Gemeinschaftsfreude wegen da. Feste um der Feste wegen wäre nicht das richtige. Auf den Anlaß kommt es wohl an. Denn dieser Anlaß ist es erst, der die Freude schafft und hervorbringt. Wir wollen Freude und Stolz empfinden, wenn wir einer Stadt angehören, deren langes Bestehen Zeuge tüchtigen, echten deutschen Bürgersinnes ist. Wollen stolz sein, wenn die Vorfahren der Stadt tapfer und heldenhaft gewesen sind. Wenn der Ruf des einheimischen Gewerbefleißes weit in die Lande dringt. Wenn es Sitte ist, altes Brauchtum zu pflegen und zu erhalten. Wollten wir feiern, nur um zu feiern, brauchten wir nur — Rummelplätze! Es gab eine Zeit, die sich darin erschöpfte, und die darin nicht genug tun konnte! Zum Glück sind diese Zeiten vorbei! Jene Zeiten hatten ein überlegenes Lächeln, wenn die buntgeschmückten Jnnungswagen der Schmiede, der Schneider, der Bäcker, der Schornsteinfeger durch die Straßen fuhren. Oder wenn „trutzige Reisige" mit Hellebarden und Spießen im Festzug einherzogen. Es war in Wirklichkeit ein süß-saures Lächeln jener „Weltbürger", denen es ein Dorn im Auge war, wenn deutsche Menschen sich ihres Deutschtums freuten. Aber immerzu und überall Heimatfeste? Getrost! Nur zu! Den ganzen Sommer über! Denn das ist ein Zeichen, wie reich wir in unferm Deutschland an Geschichte und Brauchtum und Kulturstätten sind, um die uns andere Völker beneiden, deren einziaer „interessanter" Mittelpunkt die Hauptstadt des Landes ist. Hören wir drum, wenn uns Heimatfeste rufen! Nehmen wir stolz und froh daran teil! Und reichen wir in dieser Festesfreude allen deutschen Volksgenossen die Hand. So nur kommen wir zur echten Volksgemeinschaft. Denn: Gemeinschaft können wir nur finden, Wenn wir uns an die Heimat binden. H. D. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19 Gießen. An sämtliche Ortsgruppen- und Betriebsgemein- schaftswalter des Kreises Gießen! Im Monat Juli bzw. Anfang August werden die Mitgliedsbücher zwecks Umschreibung eingezogen. Wir machen den Ortsgruppen- und Be- triebsgemeinschaftswaltern zur Pflicht, sämtliche Mitglieder zur Zahlung ihrer Rückstände aufzufordern, damit ihre alten Rechte gewahrt werden und ihre Mitgliedschaft nicht gefährdet ist. Es werden voraussichtlich nur Mitgliedsbücher zur Um- schreibung eingezogen, wenn die Beiträge restlos entrichtet sind. 1 Heil Hitler! Verwaltungsstelle 19. kreiswaltung Gießen. Fachgruppe Hausgehilfinnen. Am Dienstag, 25. Juni 1935, 8% Uhr, findet im Safe Ebel, Burggraben, eine Versammlung für alle Gießener Hausgehilfinnen statt. Es spricht der Kreiswalter der DAF., Pg. Hermann W a g n e r. Es ist selbstverständlich, daß an diesem Abend sämtliche Hausgehilfinnen erscheinen. Jahresfeier uno Eemesterschlußappeil der Universität Gießen. Die Landesunioersität veranstaltet am Samstag, 29. Juni, 11.15 Uhr, in der Reuen Aula ihre Jahresfeier und den Semefterschlußappell. Für die Feier ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Einzug der Lehrer; 2. Chor: „Danklied" (Haydn); 3. Arbeitsberichte der Dekane der theologischen, juristischen und medizinischen Fakultäten; 4. Orchester: Allegro von Händel; 5. Arbeitsberichte der Dekane der veterinär-medizinischen und der beiden philosophischen Fakultäten; 6. Chor: „Heilig Vaterland" (Spitta); 7. Ansprachen und Preisoerteilung: Dozentenschaftsleiter, Studentenschaftsleiter, Rektor. Nachtrag zum Taschenfahrptan des Gießener Anzeigers. Die Zunahme der Verkehrsdichte brachte es mit sich, daß im Taschenfahrplan bei einzelnen Strecken auf die Aufführung von nur für den Nahverkehr in Frage kommenden Zügen zu Gunsten der durchgehenden Verbindungen verzichtet werden mußte. Auf der Strecke Gießen —Kassel sind im Sommerfahrplan 1935 folgende Nahzüge nicht aufgeführt worden: Gießen ab W-6.21 (Lollar an W 6.29), ab 10.30 (an 10.38), ab W 13.23 (an W 13.31), ab 15.15 (an 15.23), ab W 17.00 (an W 17.08, weiter: Lollar ab W 17.16, Niederwalgern an W 17.31, nach Weidenhausen), ab W 18.20 (an W 18.28), ab 21.17 (an 21.25). Auf der Gegenstrecke Kassel — Gießen sind folgende Züge nachzutragen: Lollar ab W 5.07 (Gießen an W 5.14), ab S 6.34 (an S 6.42), ab W 7.31 (von Marburg: W 6.59, Gießen an: W 7.39), ab 9.09 (an 9.16), ab 9.41 (von Marburg: 9.12, Gießen an: 9.49), ab W 13.18 (von Niederwalgern: W 13.04, Gießen an: W 13.27), ab 14.16 (an 14.24), ab W 16.04 (an W 16.11), ab W 17.50 (an W 17.57), ab S 19.48 (an S 19.56), ab W 22.06 (an W 22.13), ab W 22.56 (an W 23.04). Für die Neuausgabe des Planes ist eine restlose Aufführung solcher Nahzüge beabsichtigt. Es empfiehlt sich, obige Ergänzung auszuschneiden und in das Fahrplanhejt einzulegen. Werbeabend der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung. Die Vereinigung, für koloniale Wiedergewinnung veranstaltete am Samstagabend in Gemeinschaft mit dem Verein Deutscher Studenten in dessen Heim einen gut besuchten Werbeabend. Bundesführer Eifert, dem die Leitung der Veranstaltung oblag, führte nach einer kurzen Begrüßungsansprache u. a. folgendes aus: Die Wände zwischen Akademikern und den übrigen Teilen unseres Volkes seien im Trommelfeuer des Weltkrieges zusammengebrochen, ihre letzten Reste habe die nationale Revolution beseitigt. Heute fühlten wir uns als Glieder eines Volkes, wobei jeder einzelne eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen habe. Alle erfüllten ihre Aufgabe in gleicher Verantwortung und gleicher Liebe gegen Volk und Staat. Aus der Sorge um das Wohlergehen unseres Volkes sei die Erkenntnis der Notwendigkeit von Kolonien für unser deutsches Volk geboren. Wenn sich der Verein Deutscher Studenten für den kolonialen Gedanken einsetze und Mitglied des Vereins für koloniale Wiedergewinnung werde, fo greife man damit eine alte Tradition unseres Verbandes auf. Man beabsichtige, im nächsten Semester in Zusammenarbeit mit den Dozenten der Universität und der hiesigen Studentenschaft koloniale Arbeitsgemeinschaften ins Leben zu rufen, die die einzelnen Gebiete des kolonialen Gedankens wissenschaftlich bearbeiten und behandeln sollen. Anschließend sprach Kriminalhauptwachtmeister E. S ch n e i d e r (Gießen) über feine „Erlebnisse in Südwestafrika". Der Redner schilderte zunächst seine Eindrücke auf der Reise nach Südwestafrika, um sich dann eingehend mit der Beschaffenheit dieser Kolonie, den Witterungs- und Wegeverhältnissen sowie mit deren Naturschönheiten zu befassen. Er schilderte dann die Schwierigkeiten, unter denen die Kolonialtruppen dort ihren aufreibenden, aber abwechslungsreichen Dienst versehen mußten. Weiter zeigte der Redner, wie tapfer sich die Kolonialtruppen, unterstützt durch die deutschen Farmer, bei Kriegsausbruch gegen eine große Uebermacht der Engländer trotz ungenügender Ausrüstung und trotz der Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Proviant und Wasser gewehrt hätten, bis schließlich im Juli 1915 die Uebergabe habe erfolgen müssen. Bei der Vorführung einer Anzahl von Lichtbildern gab der Redner Erläuterungen über Land und Leute in Südwestafrika, schilderte das Verhältnis der Eingeborenen zu den Kolonialtruppen und zeigte eine Reihe bedeutender Wahrzeichen deutscher Kultur. Er schloß mit dem Wunsche, daß alle Schichten des deutschen Volkes für die Kolonien interessiert würden. Hierauf wurde der in den Kolonien Gefallenen durch Erheben von den Sitzen mit dem Lied vom guten Kameraden gedacht. Der Vereinsfüher Tetzner dankte dem Referenten für seine Ausführungen sowie dem Verein Deutscher Studenten für die Mitarbeit und das Eintreten für den kolonialen Gedanken, er berief gleichzeitig den 1. Chargierten dieses Vereins, ftub. Otto Erb, in den Vorstand der Vereinigung. Dieser betonte die Notwendigkeit der Mitarbeit der deutschen Studentenschaft an den Bestrebungen zur Erlangung von Kolonien. — Anschließend sand ein unterhaltsamer Kameradschaftsabend statt. Versammlung Gießener Bienenzüchter. Die Ortsgruppe Gießen der Reichs- fachfchaft Imker hielt gestern nachmittag im Hotel Hopfeld ihre erste Sommertagung ab, die so zahlreich besucht war, daß sich der Saal als zu eng erwies. Ortsgruppensührer Bodenbender, Gießen, begrüßt die zahlreich erschienenen Imker und befaßte sich mit dem Thema „Honiggewinnung undHonigbehandlung." Echter deutscher Bienenhonig, so führte der Redner u. a. aus, ist edelstes Naturerzeugnis, gewonnen aus dem Nektar von Millionen Blüten, in denen er unter dem Oer Rotkreuztag in Gießen. Gefatlenen-Ehrung. - Ilaggenhisiung am Depot. — Kundgebung. Der vergangene Samstag und der geftriae Sonntag waren als Sammeltage dem Roten Kreuz gewidmet. Um der Bevölkerung unserer Stadt die Bedeutung des Roten Kreuzes für das allgemeine Wohl eindrucksvoller, als es sonst im täglichen Leben möglich ist, vor Augen zu stellen, unternahm es das Rote Kreuz, ebenso wie im vergangenen Jahre, einige Veranstaltungen damit zu verbinden. Am Nachmittag fand, nachdem die Sammeltätigkeit bereits lebhaft ausgenommen worden war, am Ehrenmal der Gefallenen 116er am Landgras- Philipp-Platz ein Gedenken der Toten des Weltkrieges statt. Der Vorsitzende des Ortsmänneroereins Gießen Prof. Dr. Eger hielt eine kurze Ansprache, in der er die teuren Toten als Kämpfer für Deutschlands Ehre schilderte. Unsere Gedanken, so führte er u. a. aus, gingen in dieser Stunde zu all den Millionen, die als ein lebendiger Wall gegen die Unzahl der Feinde standen, um das Vaterland mit ihrem Leben, dem größten und höchsten Opfer, zu schützen. Sie sollten uns stete Mahner zu treuester Pflichterfüllung sein und in unserem Herzen immer weiter leben. Im Anschluß an diese kurze Ansprache legte Prof. Dr. Eger einen prächtigen Kranz am Ehrenmal nieder. Der Musikzug unserer Garnison spielte, während die zahlreichen Teilnehmer der Feier mit der zum deutschen Gruß erhobenen Hand in Stille verharrten, das Lied vom guten Kameraden. Unmittelbar im Anschluß an diese Gedenkfeier traf man sich zur Flaggenhissung und zur Kundgebung vor dem prächtig mit Tannengrün geschmückten Depot der Freiwilligen Sanitätskolonne (Sonnenstraße). Von feiten der verschiedenen Organisationen unserer Stadt wurde dieser Veranstaltung starkes Interesse entgegengebracht. PO., SA., SS., Behörden, Wehrmacht, Feuerwehr, Technische Nothilfe, Luftschutz sowie die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine nahmen daran teil. Selbstverständlich waren auch die Mitglieder der Freiwilligen Sanitätskolonne, ferner die Mitglieder des Alice-Frauen- vereins, des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See und die Helferinnen des Roten Kreuzes in ihrer schneeweißen Tracht zahlreich erschienen. Die Bevölkerung unserer Stadt nahm nicht weniger starken Anteil. Nach der feierlichen Flaggenhissung unter dem Kommando des Kolonnenfüyrers L. Kratz hielt auch hier der Vorsitzende des Ortsmänneroereins Prof. Dr. Eger eine Ansprache. In allen Gauen des Reiches, so führte er u. a. aus, wehten heute von allen Masten vor den Gebäuden des Roten Kreuzes die Flaggen des Reiches gemeinsam mit der des Roten Kreuzes, als deutliches Zeichen dessen, daß ganz Deutschland den Rotkreuztag begehe. Das ganze deutsche Volk besinne sich heute auf die Bedeutung des Roten Kreuzes im Kriege wie im Frieden zum Wohle der Nation. Den alten Soldaten klinge auch heute noch der hilfeheifchende Ruf „Sanitäter" im Ohr, denn sie hätten meist alle an sich selbst erfahren, wie wichtig die Arbeit des Roten Kreuzes in jenen Jahren war. Der Soldat wisse, welche gewaltige Aufgaben das Rote Kreuz zur Sicherung des Friedens erfüllen müsse. Die Aufgaben seien nun noch gewachsen. — Im friedlichen Alltag seien wir immer wieder Zeugen der Tätiakeit des Roten Kreuzes. Bä Katastrophen, in Fällen von Krankheiten, bä der Hilfeleistung für Schwerkranke fei das Bote Kreuz immer Hilfs- und opferbereit zur Stelle. Deshalb gehe auch heute der Ruf an alle Dokksgenoffen, dazu beizutragen, daß Mittel zur Verfügung stehen und alle notwendigen Hilfeleistungen auch gegeben werden können. Das sä äne Pflicht der Volksgemeinschaft gegenüber. Gleichzeitig erfüllten wir damit auch änen Wunsch unsere» Führers und Rächs- kanzlers Adolf Hitler. Unter feinem Vnmen stehe der heutige Tag. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer, in das jedermann kräftig einstimmte, schloß Prof. Dr. Eger fäne Ansprache. Mit den gemeinsam gesungenen beiden Nationalhymnen sand die Kundgebung ihren Abschluß. Auf dem Landgraf-Philipp-Platz wurde nach dieser Kundgebung ein Platzkonzert gegeben — ausgeführt von Mitgliedern des Musikkorps der hiesigen Garnison —, das viele aufmerksame und dankbare Zuhörer fand. AG -Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Tanz-Gastspiel im Stadttheater. Das von der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gestern abend im Gießener Stadttheater veranstaltete Tanz-Gastspiel wurde bestritten von Hannah Spohr, die dem hiesigen Publikum von mehrfachem früheren Auftreten her bereits gut bekannt ist, und von der Tanzgruppe Lotte Müller, Frankfurt. Das Programm wurde eingeleitet mit einigen, von Herrn Geiger (Gießener Stadttheater) verlesenen Sätzen aus Hannah Spohrs Rede zu den Frankfurter Tanzfest, spielen: es handelte sich da um etliche gormulurun» gen allgemeiner Art, wie über den Tanz u.-ö Kunstwerk, über die ernste und die heitere Seite dieser Kunstübung, und über die Wirkung des Tänzers und seines Tanzes auf das Publikum. Außerdem wurde zu fast jedem der Tänze dieses Abends eine Erläuterung von Hannah Spohr verlesen; der breiteste Teil dieser Erläuterungen war der im ersten Teil vorgeführten Tanztrilogie gewidmet: diese drei Tänze behandeln das Leben des Heiligen Franziskus von Assisi. Hannah Spohr legt m ihrer tänzerischen Ausdeutung den Nachdruck auf den in Franziskus verwirklichten Gedanken der Nächstenliebe, wodurch diese mittelalterliche Gestalt unserer Zeit und unserem Empfinden überraschend nahegerückt scheint. Die Tanzfolge wurde eröffnet von der Tanzgruppe Lotte Müller mit dem „Auftakt (Polonaise von Liszt); an einem Tanz wie diesem konnte man etwa erkennen, wo wir heute im künstlerischen Gruppentanz ungefähr angelangt sind; es ist noch Zusammenhalt und Gemeinschaftsarbeit wie beim alten Ballett; aber die konventionellen Schritte, Sprünge und Gesten sind vielfältiger geworden und aufgelockert; zugleich ist aber auch in Der Gruppe die einzelne Tänzerin als Individualität noch (oder wieder) erkennbar; dasselbe war fpater zu beobachten bei dein Walzer von Strauß, starker noch bei der Bauernpolka, die sich als ein roißiges Terzett erwies und nach stürmischem Beifall sogleich wiederholt werden mußte. Den stärksten Eindruck machte die Gruppe mit dem „Feierlichen Tanz von Dollrath, dem künstlerisch „reinsten" Tan^ dieses Abends überhaupt; dieser wurde „an sich', um seiner selbst willen getanzt und brachte nichts weiter zum Ausdruck als die in Bewegung übertragene Vorstellung des Feierlichen. In der Tanzgruppe wirkten mit: Reni Guntermann, Gretl Hörner, Anneliese Leonhard, Karola Lutsch, Lotte und Trude Rademacher, Friedl Spath, Marei Schneider, Annemarie T y s s e n ; im Schlußduett: Gustl Lach. — Helmut Franz gab am Flügel sehr korrekt die nötige Unterstützung. Die Reihe der Solo-Tänze wurde von Hannah Spohr mit einer kleinen Doppelszene eröffnet: Der Page (Erstes Geständnis und Pavane). Es war schon hier zu erkennen, daß dieser Tanz keineswegs Tanz an sich sein will, sondern Ausdruck eines Motivs ober sogar einer gedanklichen Entwicklung. Schon gleich zu Anfang wurde die stark pantomimische Färbung, ja stellenweise der schauspielerische Charakter der Tänze von Hannah Spohr deutlich erkennbar. War schon „Der Page" eine in Bewegung und Mimik umgesetzte Szene, so war in noch stärkerem Maße die im Mittelpunkt des Programms stehende Tanz-Trilogie „gespielt", d. h. es wurde hier der Versuch gemacht, mit tänzerisch- pantomimischen Mitteln zum Ausdruck zu bringen, was sonst etwa in einer Erzählung oder in einem Drama gestaltet zu werden pflegt. Es sind hier drei Stationen der inneren Entwicklung des Franziskus herausgegriffen, und man mag etwa einmal bei Timmermans, der aus dem gleichen Stoff einen ziemlich dicken Roman gemacht hat, nachlesen, worum es sich handelt, und was es tänzerisch für ein Unternehmen bedeutet, dergleichen in drei immerhin knappen Tanzszenen erschöpfend oder auch nur anbeutenb zum Ausbruck zu bringen. Zwar würbe jeber einzelne Tanz zuvor mit Worten nach Sinn unb Inhalt beschrieben; aber bie Probe auf bie tänzerische Leistung konnte ber aufmerksame Beschauer baburch machen, baß er sich fragte, was von ber an sich klaren unb grablinigen Entwicklung in ben brei Szenen ohne jegliche Wort-Begleitung ober Erläuterung zum Ausbruck gebracht würbe. Rein tänzerisch schien uns übrigens ber erste Teil — „beim Spiel" — am ergiebigsten zu sein, währenb im zweiten bas Kreuz-Motiv eine nicht eigentlich tänzerische Lösung gefunben hat; bas berühmte Air auf ber 0-Saite (Bach-Burmester) gab dem 3. Satz „Das große Ringen" seinen Ernst unb feine musikalische Würbe. — Anschließenb tanzte bie Gruppe ben „Feierlichen Tanz", von bem schon bie Rebe war. * Von ben übrigen Solo-Tänzen charakterisierte sich etwa bie „Koketterie" als ein „kleines Nichts" mit leichtem Gewanb unb wehenben Banbern, ber Tanz in der Frühe" als eine zarte und liebliche Mozart-Melodie in Rosa und Himmelblau, leicht und stilsicher vorgebracht; ein ausgesprochener Publikumserfolg war der „Geck", eine Parodie, die wir hier wohl früher schon einmal gesehen haben, unb bie sogleich wieberholt werben mußte. Die Gabe bes Humors, über bie Hannah Spohr verfügt, kam am unmittelbarsten in ber hübschen Schlußszene „Abschieb" zur Geltung; eine bunte unb luftige Episobe zu zweit (mit Gustl Lach) nach ber volkstümlichen Melobie ber „Annemarie". — Am Flügel wirkte Paul Menzel als aufmerksamer unb geroanbter Begleiter. Uebrigens sah man in ben Gruppen- wie in ben Einzeltänzen eine ganze Anzahl außerorbentlich geschmackvoller Kostüme. Der Beifall bes recht gut besuchten Hauses nahm zuletzt stürmische Formen en unb erzwang eine Wieberholung. hth. Hochschulnachrichten Professor Dr. von Brill, orbentlicher Professor ber Mathematik an ber Universität X ü hingen, ift am 18. b. M. im Alter von 93 Jahren g e ft o r b e n. Alexanber von Brill ist 1842 in Darmstabt geboren, würbe 1867 Privcttbozent in Gießen, 1869 Professor an ber Technischen Hochschule in Darmstabt. 1875 kam er in gleicher Eigenschaft nach München, 1884 nach Tübingen, wo er 1918 in ben Ruhestanb versetzt würbe. Don seinen Arbeiten nennen wir: Vorlesungen über Mechanik raumerfüllter Massen, über bas Relativitätsprinzip. Die folgenben orbentlichen Professoren finb von ben amtlichen Verpflichtungen entbunben worben: an ber Universität Leipzig: Ernst Hertel (Augen- heilkunbe); Ernst Jäger (Zivilprozeß unb beutsches bürgerliches Recht); Rubolf K ö tz s ch k e (Geschichte); an ber Universität Jena: Heinrich K i o n f a (Pharmakologie); Albert Leitzmann (Deutsche Philologie); an ber Universität München: Karl von Kraus (Deutsche Philologie); Erich Lexer (Chirurgie); an ber Universität Würzburg: Karl van Marbe (Philosophie); an ber Universität Freiburg: Gustav M i e (Physik); an ber Technischen Hochschule in Dresben: Robert Luther (Photographie); an ber Technischen Hochschule in Stuttgart: Wilhelm Kutta (Mathematik). An ber Universität Hamburg würben ent» pflichtet: ber orbentliche Professor für Chemie Dr. Paul Rabe; ber ordentliche Professor für Astronomie Dr. Richard Scharr und der ordentliche Professor für Geographie Dr. Siegfried Pass arge. Kuriose Naturkunde vor 300 Zähren. Seitdem der Tieroater Brehm uns die erste zuverlässige Zoologie gab, haben wir für die seltsamen Vorstellungen über unsere Tierwelt, die in manchem alten „Bestiarium" ihren Niederschlag fanden, nur ew überlegenes Lächeln übrig. Aber solange das Ungeheuer von Loch Neß noch so viele Gläubige findet, sollte man nicht allzu hochmütig sein. Immerhin finden sich in einem naturwissenschaftlichen Bilderbuch aus dem 17. Jahrhundert manche etwas ungewöhnliche Feststellungen. Von dem König der Tiere heißt es: „Der Hals des Löwen ist aus einem steifen Knochen ohne Wirbel. Seine Knochen haben kein Mark und sind so hart, daß sie Funken schlagen. Seine Augäpfel sind schwarz. Löwen essen unb trinken nur alle zwei Tage einmal. Es gibt auch eine Abart von Löwen mit Menschengesichtern." Die Tiere, benen man eine Ähnlichkeit mit bem Menschen nachsagen kann, finben befonbere Beachtung. So wirb von einer „Samia" berichtet, bie äußerlich einem Ochsen unb innerlich einem Maulesel ähnlich sehe, aber „ein schönes Weibsgesicht" habe. In dieser Aufzählung barf natürlich auch die Sphinx nicht fehlen: „Die Sphinx ober Sphinga gehört zur Art ber Affen. Der untere Teil ihres Körpers ist rauh wie ber eines Affen, ber Oberkörper aber gleicht bem einer Frau. Die Sphinx hat eine Männerstimme, bie so klingt, als ob jemanb hastig ober kummervoll spräche. Sie kommt in Indien unb Aethiopien vor." Auch bie Mantichora beschäftigte damals die Naturforscher. „Die Mantichora kommt bei den Indern vor; sie hat eine dreifache Reihe von Zähnen oben und unten, ihr Gesicht und ihre Ohren sind einem Menschen ähnlich, ihr Schwanz hat einen Stachel, ihre Stimme klingt wie eine kleine Trompete. Die Mantichora ist ein schreckliches Gemisch von Mensch und Tiger. Schon Plinius unb bie alten Reisenden wissen.von ihr zu berichten, und sicherlich ist auch Alexander ber Große ihr begegnet. Ader wie sollte jemanb ein Tier erjagen, bas einen Menschenkopf hat?" Dom „Colus" heißt es: „Unter ben Skythen unb Sarmaten gibt es ein vierfüßiges Tier, bas einem Hirsch ähnlich sieht. Es trinkt burch bie Löcher seiner Nüstern unb schlürft so gewaltige Mengen Wasser in seinen Kopf. Es lebt in trockenen ©egenben unb kann seinen Durst nur burch biese Zisterne in seinem Kops löschen." Der Elch wirb als ein vierfüßiges Tier beschrieben, „besten Oberlippe so weit vorhängt, baß es nicht anbers fressen kann, als wenn es rückwärts geht. Es leibet an Fallsucht unb heilt sich selbst ba'bei, inbem es bie rechte Klaue bes Hinterfusses zu seinem linken Ohr führt." Einfluß des Sonnenlichtes am Grunde der Befruch- tungrwerkzeuge ausgeschieden wird. Dieser Blüten- safr, den die Pflanzen um ihrer selbst willen abson- betn, dient zum Anlocken der verschiedenen Insekten, vornehmlich Bienen und Hummeln, und wird von den Bienen zu hochwertigem Bienenhonig umge- arbcit. Sein hoher Gehalt an Invertzucker — dieser geht ohne Magen und Darm zu belasten unmittelbar insBlut über — die eiweißhaltigen Stoffe, seine Säuren pflanzlicher Herkunft, sein Kalk, Eisen, Mangan, Phosphor sind wichtige Äufbaustoffe des menschlichen Körpers und machen ihn zu einem wichtigen Nähr- und Stärkungsmittel. Bienenhonig ist aber seiner edlen Geruchs- und Geschmacksstoffe wegen auch ein köstliches Genußmittel. Er wirkt als Heilmittel und hat sich neuerdings einen guten Ruf als ausgesprochene Herznahrung erworben. Der Vortragende gab dann Anweisung über die Methoden zur Honigschleuderung beim Bienenzüchter, wobei peinliche Sauberkeit herrschen müsse, wolle der Erzeuger mit dem Lebensmittelgesetz nicht in Konflikt geraten. Die beste Waffe für die Durchsetzung des deutschen Honigs sei die Erzeugung von Qualitätsware, wobei den Wünschen der Verbraucher hinsichtlich der Schmierfähigkeit durch richtige Nachbehandlung Rechnung getragen werden müsse. Das Ziel, den Bedarf des deutschen Volkes mit deutschem Bienenhonig zu decken, werde erreicht werden, wenn neben der Wahlzucht der Stockmütter für weitgehende Verbesserung der Bienenweide Sorge getragen werde. Der Verbraucher aber muß wissen, daß Bienenhonig kühl, trocken und luftdicht verschlossen aufzubewahren ist. Keller und Speisekammern können nicht als Vorratsräume dienen. Richtig gelagert, hält er sich beliebig lange, ohne an Wohlgeschmack und Güte zu verlieren. Jeder Honig wird mit der Zelt mehr oder weniger fest. Soll erhärteter Honig flüssig gemacht werden, ohne seine wertvollen Eigenschaften zu verlieren, so darf er im Wasserbade auf höchstens 40 Grad erwärmt werden. Der zweite Vortrag befaßte sich mit der Königinzucht. Die Reichsfachgruppe Imker hat darüber Richtlinien herausgegeben, die folgendes bestimmen: Wir haben zu unterscheiden: 1. Allgemeine Gebrauchszucht. 2. Reinzucht, 3. Hochzucht. Jeder fortschrittlich gesinnte Imker hat schon seither nur von seinen besten Völkern nachgezüchtet. Jetzt aber gilt es, bestimmte Stämme oder Rassen zu erwählen, die im Honigertrag und in sonstigen guten Eigenschaften für eine bestimmte Gegend besonders geeignet und die von allen Imkern des Gebietes anzuschaffen sind. In Gebiete des Gießener Beckens mit seinen gemischten Wald- und Feldtrachten kommen bis zur endgültigen Entscheidung die Stämme Sklenar und Knapp-Ried in Frage. Die Hochzucht ist die höchste Steigerung der Reinzucht. Dabei ist natürlich auch der männliche Erb- strom der Vatertiere mitbestimmend. Deshalb ist die Auswahl der Dröhnerige auf den Königinbelegstationen von besonderer Wichtigkeit. Jedes Volk muß nach den Vorschriften der Organisation mit einer Stockkarte versehen sein, auf der die Angaben über Kreuzung, Herkunft, Entwicklung, Honigerträgnis und dgl. zu machen sind. Jeder Imker muß Auslesezucht treiben mit der Losung: Alle für einen und einer für alle. Gute Bienenweide aber ist die Voraussetzung für das Gedeihen jeglicher Bienenwirtschaft. Darum müssen Landwirte und Imker Hand in Hand arbeiten. Durch Anbau von Honigenden Pflanzen, durch vermehrte Düngung der Wiesen mit Kali und Superphosphat wird seitens der Landwirtschaft nicht nur im Sinne der Erzeugungsschlacht gehandelt, sondern auch der Bienenzucht gedient. Ohne Bienenzucht ist kein deutscher Obstbau, keine deutsche Samenzucht, kein deutscher Gemüsebau, keine deutsche Flur in heutiger Gestalt möglich. Ueber das Zusetzen hochwertiger Weisel gibt es verschiedene Methoden, die beim richtigen Abstimmen der seelischen Verfassung der in Frage kommenden Völker alle gut sind. Der Redner empfiehlt, die Königin immer mit eirtem Reservevölkchen beizugeben, wobei hundertprozentige Sicherheit gewährleistet sei. — Reicher Beifall wurde dem Vortragenden für seine aus der Praxis erwachsenen Ausführungen zuteil. In der anschließenden regen Aussprache wurde nos% Ke Frage der Bienenweideoerbesserung durch die Aussaat von Natterkopf, Riesenhonig und Pha- zelia geklärt und den Bauernimkern der Anbau der sog. Landsberger Mischung (Inkarnatklee, Winterwicke und Sudangras) als Grünfutter und zur Einsäuerung empfohlen. Praktisch vorgezeigt wurde ein Vierwabenkästchen für Königinnenzucht und ein Sonnenwachsschmelzer für jeden Jmkerwirtschaftsbetrieb. Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß die Begattungsstation der Ortsgruppe im Krofdorfer Forst mustergültig hergerichtet sei, und daß die Befruchtungskästchen dort jederzeit abgeliefert werden könnten. — Die anregend verlaufene Tagung wurde in üblicher Weise geschlossen. Hauptversammlung der Gesellschaft Liebig-Museum Gießen. Oer 3. Familientag der Nachkommen Liebigs wird mit der Jubiläumsfeier im kommenden Lahr verbunden. Die Gesellschaft Liebigsmuseum Gießen hielt ihre diesjährige Hauptversammlung ab, die der stelloer- tretende Vorsitzende, Universitäts-Professor Dr. Weitz- Gießen, mit dem in seine Begrüßungs- worte eingeschlossenen Hinweis eröffnete, daß der 3. Familientag der Nachkommen Justus von Lie- bigs Eltern in diesem Jahre ausfallen mußte, aber im kommenden Jahre mit der Feier des 25. Jubiläums der Gesellschaft verbunden werden wird. Hierauf sprach der Ehrenpräsident der Gesellschaft, Seh. Nat Prof. Or. Sommer, Über „Justus von Liebigs Briefe an seinen Bruder Carl in Darmstadt." Es handelte sich hierbei um Abschriften, deren Originale im Besitze eines Enkels Carl Liebigs, der sich in Valparaiso befindet, sind. Beim Tode seines Vaters Hans in Lauenstein, eines Sohnes Carls, an den die Briefe gerichtet sind, wurden diese 140 Briefe aufgefunden, die eine Fülle wertvollen Materials, für das Museum, aber auch für die Wissenschaft enthalten. Geh. Rat Sommer hat sich der Mühe unterzogen, diese Briefe zu entziffern und brachte nun eine Auslese von Hinweisen auf die wissenschaftlichen Anregungen und auch auf die familiengeschichtlichen Zusammenhänge zum Vortrag. Der Vortragende lieh seine Zuhöhrer einen Einblick in das praktische Denken des großen Chemikers gewinnen, der seinem Bruder, der eine Drogerie in Darmstadt betrieb, mit allerlei Ratschlägen nicht nur über die Herstellungsweise, sondern auch über die Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Artikel, zur Hand ging. u. a. wenn er ihm nach der Herstellungsart einer guten Seife gleich darauf verwies, daß diese von den „Frauenzimmern" gern benutzt werden würde. Die genauen Berechnungen und Abrechnungen Justus von Liebigs lassen auch auf sein ausgeprägtes Zahlenempfinden schließen. Dieses offenbart sich auch aus Briefen an und über H. Voll- hard, dem Vater Jakob Vollhards, der später einer der letzten Studenten Liebigs in München war. „Vater Vollhard", wie er auch genannt wurde, der auch aus Darmstadt stammte, war nicht nur ein Freund, sondern auch der juristische Berater des großen Chemikers. Mit großer Hingabe und Liebe hat nun der Wissenschaftler dem Drogisten, seinem Bruder Carl, Anregungen und Auskünfte für seine Arbeit gegeben. Es ist der Uebergang der Theorie zur Praxis, der hier erfolgreich zutage tritt. Zunächst beschäftigte beide eine Bierangeleaenheit — und zwar handelte es sich um die Ermittlung einer englischen Bierart. Später war es die Herstellung und Verbesserung einer Stiefelwichse und dann erfand Carl Liebig etwas für die damalige Zeit außergewöhnlick Neues, das waren Gaskrüge, in denen man koylenfaures Wasser herstellte. Justus war aufrichtig bestrebt, den Ruhm für diese Erfindung auch seinem Bruder Carl zukommen zu losen. Diese Erfindung wies aber den Brüdern den Weg zur Herstellung aus Ton und zur Boden- ersorschung, wie dies bei Justus später beim Ankauf der Liebigshöhe und eines Landgutes für seinen Sohn deutlich zum Ausdruck kam. Dem Chemiker gelang hierauf die Herstellung von Silberspiegeln, die besonders für optische Zwecke Verwendung fanden. Phänomenal wirkte die Erfindung von Zündhölzern und der Wissenschaftler gab dem Praktiker Anweisungen zu ihrer Verbesserung und auch zur sparsameren Herstellung von Stearinkerzen und einer Wasserglas-Seife. Bei ihrer gemeinsamen Arbeit kamen sie auch auf ein neues Gerbereioerfahren. So bestätigen die Briefe nicht nur die gemeinsamen Erfindungen der Brüder, sondern auch das Vorhandensein einer gemeinsamen Erbanlage in der Familie. Weiterhin wird durch sie unterstrichen, daß der größte Teil der Chemie hier von Gießen ausgegangen ist. Die praktischen Hinweise Justus an seinen Bruder Carl sind auch die Hinweise auf den Entwicklungsprozeß von der Erfindung zur industriellen Herstellung und zur Technik, .so daß die hier sich offenbarende Durchdringung der chemischen Kleinarbeit mit der praktischen Chemie zur Wurzel vieler chemischen Werke, u. a. Mannheim, Hanau usw. wurde. Der zweite Teil, der familiengeschichtliche, der Briese erschließt einen weiteren Einblick in das Familienleben Liebigs. Für Justus ist der Vater der Teilnehmer aller Sorgen, während die Mutter als Respektsperson großen Einfluß auf ihn hat, so daß er sogar Geld verleiht, wenn die Mutter es ihm rät. Die Briefe reichen bis in die Münchener Zeit, da Justus von seinen Sorgen um seinen Sohn Hans Mitteilung gibt, dem er später ein Landgut kaufte, aber auch von seinen Münchner Erfolgen und seinem Leben, da der berühmte Chemiker am königlichen Hofe Vorlesungen hielt. Zusammenfassend unterstrich Geh. Rat Sommer nochmals den wertvollen Besitz dieser Briefe. Er sprach auch von den bisherigen erfolgreich verlaufenen Familientagen, die im nächsten Jahre durch die dritte dieser Zusammenkünfte eine Vertiefung erfahren sollen. Ihre Auswirkungen waren für das Museum, die Forschung und die Familiengeschichte sehr reichlich, u. a. habe die Familie Knapp aus Basel neue Briefe dem Vortragenden zur Verfügung gestellt. Durch den praktischen Chemiker Dr. Hildebrandt soll eine Bearbeitung des letzten eingebrachten Materials in wissenschaftlich-technischer Hinsicht erfolgen. Nach einer kurzen Aussprache schloß Prof. Dr. Weitzel die Versammlung mit Dankesworten an den Vortragenden. Am Nachmittag wurden von einigen Teilnehmern das Liebig-Zimmer in Bad Salzhausen, die Kapelle mit den Liebig-Wappen-Fenstern und eine neu in Betrieb gesetzte Schwefelquelle besichtigt. Vornotizen. — Tageskalender f ü r Montag: NSDAP.-Ortsgruppe Gießen-Ost:, 20.30 Uhr in der „Germania" Zusammenkunft aller politischen Leiter. — NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19.45 Uhr Schwimmen in der Badeanstalt des Männer- badevereins, 18 bis 20 Uhr Tennis auf den Tennisplätzen am Schützenhaus, 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnyofftraße: „Die Sünde der Madelon Glaubet." * ** Straßensperrung. Die hessische Polizeidirektion Gießen teilt mit: Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird der Aulweg zwischen Wil- Helmstraße und Straße „am Güntersgraben" auf die Dauer von zwei Wochen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Arbeitsvergebungen. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die Erd-, Pflaster- und Chaussierungsarbeiten zum Ausbau der Curtmannstraße und verl. Georg-Philipp-Gail-Straße vergeben wer- den sollen. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Spargel st echzeit bis 29. Juni verlängert. Die Spargelstechzeit schließt eigentlich mit dem 24. Juni. In einigen Anbaubezirken wird, wie die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft mitteilt, gewünscht, den in diesem Jahre mengenmäßig außerordentlich unbefriedigenden Ertrag durch Verlängerung der Stechzeit ausgleichen zu können. Um diesen Wünschen nachzukommen, kann die Stechzeit in Einzelfällen bis zum 29. Juni einschließlich ausgedehnt werden. Die Dienststellen der Spargelabsatzregelung stehen bis zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung. Bücheriisch. — Kurd Kißhauer: Sternenlauf und Lebensweg. Betrachtungen über Astrologie. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7296, Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Df. — (58) — Kißhauer verfolgt die Entwicklung der Astrologie von ihren Ursprüngen bis heute, schildert in sachlicher Darstellung ihre Grundlagen und erläutert an Hand von praktischen Beispielen die Aufstellung von Horoskopen, um hieran eine gründliche Kritik der heute leider allzu häufig gepflegten Methoden anzuschlie- hen. Es ist das besondere Verdienst dieses Bändchens, daß es in dies dunkle Gebiet, das vielen geschäftstüchtigen Scharlatanen zum Spielplatz dient, mit wissenschaftlicher Klarheit hineinleuchtet und jeden Laien über die Elemente der Astrologie objektiv aufklärt. — Minna Falk: Zweite Blüte. Roman. Ganzleinen 3,20 Mark. Verlag Scherl, Berlin. — (77) — Eine „zweite Blüte" erleben in dem Roman die Menschen, die schon einmal einen Ehebund geschlossen hatten und in ihm enttäuscht wurden. Ein neuer Mensch tritt in ihr Leden, der neue Glückssehnsucht in ihnen erweckt, aber es ist für sis nicht mehr so einfach, sich zum Glück zu entschließen, wie für junge unbeschwerte Menschen. Aber neben den Erwachsenen stehen Kinder, die mit ihrer Liebes- fähigkeit und prachtvollen Unmittelbarkeit jedes Herz gewinnen. So wird der Faden gesponnen. Das ergibt Schwierigkeiten. Und es zeugt von Minna Falks tiefem Verstehen, wie sie die Lösung aus dem Wesen ihrer Gestalten zu entwickeln weiß. Wirtschaft. * Verband Oeffentlicher Lebensver- sicherungsan ft alten. Im Mai d. I. wurden bei den im Verbände Oeffentlicher Lebensversicherungsanftalten in Deutschland zusammengescklosse- nen 18 Anstalten 24 453 Anträge mit 22,7 Millionen Reichsmark Versicherungssumme gestellt gegenüber 12 111 Anträgen mit 19,7 Millionen Reichsmark im Mai 1934. Die durchschnittliche Antragssumme beträgt im Mai 1935 in der Großlebensversicherung 3490 RM. gegenüber 3773 RM. im Mai 1934 und in der Sterbegeldoersicherung 203 RM. gegenüber 446 RM. im Vergleichsmonat des Vorjahres. Zihein-Mainifche Mittagsbörse. Leicht befestigt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Börse verkehrte zum Wochenschluß überwiegend in leicht befestigter Haltung, doch nahm das Geschäft angesichts der fortdauernden Zurückhaltung der Kundschaft kein besonderes Ausmaß an. Nach den letzten Abschwächungen zeigte sich bei der Kulisse einiger Deckungsbegehr, so daß an den Aktienmärkten durchschnittliche Erholungen von 0,50 bis 1 o. H. zu verzeichnen waren. Besondere Anregungen lagen nicht vor, so daß die Unternehmungslust nach den ersten Kursen schnell erlahmte, obschon noch überwiegend weitere Besserungen eintraten. Etwas reger war die Nachfrage nach Montanwerten, wobei Buderus 1,25 v. H., Ilse Genuß 1,13 v. H., Klöckner, Mannesmann und Rheinstahl bis 1 v. H. anzogen. Otavi-Minen waren etwa 1,25 RM. höher gefragt. Von chemischen Werten lagen Farbenindustrie 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,25 v. H. und Rütgerswerke excl. Dividende 0,25 v. H. freundlicher. Am Elektromarkt wiesen Siemens mit plus 1,25 v. H. und Elektrische Lieferungen mit plus 1,50 v. H. Erhöhungen Über den Durchschnittssatz von 0,50 v. H. auf. AEG. wurden mit plus 0,65 v. H. lebhafter um« gefetzt. Das Interesse für Schiffahrtswerte konnte sich erhalten, Hapag plus 0,50 v. H., Norddeutscher Lloyd plus 0,40 v. H., ohne daß aber besonderes Geschäft vorlag. Fester lagen außerdem Westdeutsche Kaufhof, Daimler-Motoren und Muag mit je plus 1 v. H., ferner gewannen Süddeutscher Zucker, Zellstoff Waldhof und AKU. je 0,50 v. H. Reichsbank, anteile setzten mit 179,75 (179,50) ein und waren bald auf 180,50 erhöht. Etwas niedriger lagen Metallgesellschaft (— 0,40 v. H.) und Bank für Brauindustrie (— 0,50 v. H.). Am Rentenmarkt ging es weiterhin sehr still zu. Altbesitzanleihe und Kommunal-Umschuldung lagen nur knapp gehalten, während Zinsvergütungs- fcheine und späte Reichsschuldbuchforderungen eher eine Kleinigkeit fester waren. Stärkere Nachfrage erhielt sich für Neichsbahn-VA. zu 121,25 (121). Von fremden Werten lagen Rumänen behauptet, Ungarn Goldanleihe etwas höher. Im Verlaufe war die Grundstimmung weiter fester, doch stagnierte das Geschäft nahezu voll- kommen. Immerhin lag das Kursniveau gegen den Anfang durchweg gut gehalten, teilweise ergaben sich am Montanmark sowie für Westdeutsche Kauf- Hof, Südd. Zucker und Bank für Brauindustrie weitere Besserungen, bis zu 0,50 v. H. Matt lagen dagegen Eßlinger-Maschinen mit 80,50 (81,90), auch Scheldeanstalt verloren 1 v. H. auf 231. Der Rentenmarkt lag weiterhin still, die variablen Anleihen blieben unverändert. Am Kassarentenmarkt notierten Goldpfandbriefe, Stadt- und Staatsanlei- hen sowie die Mehrzahl der Industrie-Obligationen behauptet, Liquidationspfandbriefe und Kommunal- Obligationen lagen uneinheitlich. Auslandsrenten waren wenig verändert. Im Freiverkehr waren Frankfurter Handelsbank auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. zu 60 v. H. Geld (50) stark gesucht, sonst wies der Markt der unnotierten Werte keine Veränderungen von Belang auf. — Tagesgeld weiter leicht und unverändert 2,5 v. H. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 725 Rinder (32 Ochsen, 87 Bullen, 398 Kühe, 208 Färsen), 119 Rinder Reichsauftrieb, 607 Kälber, 25 Schafe, 3475 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 42 Mark, Bullen 32 bis 42, Kühe 20 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 34 bis 42, Kälber 34 bis 62, Hämmel 39, Schweine 37 bis 51 Pf. — Marktverlauf: Rinder, mit Ausnahme von Kühen, lebhaft, Kälber, Schafe und Schweine ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a.M. | Berlin Frankfurt a. M »erlfn Frankfurt a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag« börse Schluß« kurs Schluß!. Abend- börse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs SchlM Mittag« börse 21.3uni 22. Juni Amtliche Jlofleruna Amtliche Notieruna Oatum 21.6 22.6. 21.6 22-6. Datum 2L6. 22-6. 21-6. 22-6. Datum 21.6 22.6 21 6. 22-6. Geld ' | Brief Geld 1 »rief 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 100,5 97,45 100,25 97,5 100,13 97,75 100,13 97,75 ManSkelder Bergbau ....... ,, e 116,13 116,25 116,25 116,65 116,25 117,5 Buenos attCx 0,658 0,662 0,658 0,662 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 7,75 7,7 8 Kokswerke ...."........... .. 5 Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. 41,98 0,139 3,047 54,55 42,06 0,141 3,053 41,98 0,139 3,047 54,59 42,06 0,141 3,053 5’/.% Doung-Anlethe von 1930 ,. 103,4 103 102,9 102,9 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 10,25 10,13 10,2 10,4 Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... .. O —— —— —— Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente 6 6 6 6,25 . 12 230,5 234,5 230,5 230,25 Auslol.-Rechten 113,13 113 113,25 113,1 2 %% Anatolier ............ 39,5 39,25 39,7 39,5 Rheinstahl................ Bereinigte Stahlwerke...... sy8 .. o 111,5 112,5 83,5 111,75 82,5 112,5 83,25 4*/,% Deutsche Reichspostschatzan. 82,9 Danzig..... London ..... 46,82 12,215 46,92 12,245 46,83 12,225 46,93 12,255 Weisungen von 1934, I. .. 100,13 98,5 96,25 100,5 100,2 98,5 96,25 100,2 100,4 98,25 96,25 100,4 Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff Norddeutscher Lloyd ........ A.G. für Verkehrswesen Akt. . 34,5 36,9 89,5 116 89,75 34,25 27 36,65 89 116 89,5 35 27,75 37,75 89,5 116,5 90,75 Ctavi Minen ............. .. 0 16,5 120,25 118,5 177 17,75 120 16,5 119,5 119 18,13 119,5 120,5 178 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ . 0 35 37,5 90 116 90,75 Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 6 .. 5 HelstngforS.. Paris ...... 5,385 16,38 5,395 16,42 5,39 16,38 5,40 16,42 4Vt% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ . 0 1V1 120 178 Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. OSio..... ; 168,38 20,42 168,72 20,46 168,48 20,42 168,82 20,46 5y.% ehem. Hess. Landes-Hypo- racfenbanl Darmstadt Ltout ... 4y,% ehem. 8% Darmst. Komm. — üiiuinrt yanoeiogcinnajari o Commerz, und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- I. G. Farben-Jndustrte..... Schetdeanstalt............. 149,5 230,5 150,5 231 149,65 150,25 0,717 5,649 61,40 0,719 5,661 61,52 0,717 5,649 fit .dS 0,719 5,661 61,57 92,25 Gesellschaft............... Dresdner Bank............. . 0 91 • 92 92 180,5 91 92 Goldschmidt .............. .. 0 102,75 122,25 104,25 102,25 102,75 122,75 103,9 102,5 117,5 104,25 48,95 11,08 62,99 81,03 49,05 11,10 63,11 81,19 48,95 11,09 63,04 81,03 49,05 11,11 63,16 81,19 LandeSb.Goldschuldverschr. 8t. 6 92 — . o 91 91 92 180,25 Rütgerswerke ............. 117,13 104,13 Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 127 127 Reichsbank ................ 1L 179,5 179,5 Metällgesellschaft........... Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- — — leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 115,6 115,75 116 116 A.E.G..................... . 0 45 46 45,25 46 Philipp Holzmann......... .. 0 90 91,75 90,5 92,25 Spanien.... 33,94 10,35 2,477 34,00 10,37 2,481 33,94 10,35 2,476 34,00 10,37 2,480 e Erddl ............. . 4 111 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 38,5 39,9 38,5 39,5 Noten................ 19,94 4,20% Oesterrelchische Silberrente — 1,65 1,7 1,65 Gelsenkirchener............. . 0 Chade .................... .. 0 295 — 295 296 61,48 4% Ungarische Goldrente ....... 11,25 11,9 11,4 11,9 Harpener.................. . 0 109 109,5 108,9 103,75 109,75 105,25 158 128,25 98 86 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — 175 175 175 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y2% beSgl. von 1913.......... 11,25 11,4 11,4 11,65 11,25 11,25 12,8 11,5 11,9 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea Ilse Bergbau ............. . 0 . 6 Conti »Gummi............. .. 8 153 153,25 153 152,25 156 127 156 128,13 (Sirfimphtfrh* 9?ntpn________ 62,82 80,80 33,47 63,08 5% abgest. Goldmexikaner von 99 12,75 13 13 Ilse Bergbau Genüsse...... . 6 127,13 96,4 84,9 Gritzner.................. .. O 39 89,5 I 190 40 89,5 I 190,75 | 39,25 1 40 Schweizer Noten................. 81,12 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Klöcknerwerke ............. l¥t . 0 96 84,75 97,75 86,25 Malnkraftwerke Höchst a.DL. Süddeutscher Zucker....... 4 Spanische Noten................. 33,61 Serie 1..................... — — —- — Mannesmann-Röhre» ...... .. • 1 189 1 190 Ungarische ilotcu................ Nr.M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Lnzeiger für Vberyetzen, Montag, 24. Juni 1935 3000 Gießener Jugendliche kämpfen um den Sieg. Dos tautfdye 1935. Werbekundgebung der Hitlerjugend. — Die (Siegerehrung. Für die Jugend unserer Stadt stand das Wochenende im Zeichen des Deutschen Jugendfestes 1935. Mit diesem Jugendfest war eine großzügige Austragung von Wettkämpfen verbunden, die den Samstag und den Sonntagvormittag in Anspruch nahmen, lieber den Verlauf der Kämpfe, wie er sich am Samstagoormittag darbot, berichteten wir bereits. In der gleichen Form wurden die Wettkämpfe am Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag fortgeführt und abgeschlossen. Die Kämpfe vollzogen sich dank der ausgezeichneten Vorbereitung sehr rasch, trotzdem sich über 3000 Jugendliche beteiligten. Den Höhepunkt des Festes in Gießen bildete die Veranstaltung, die am Sonntagnachmittag auf dem Universitätssportplatz nicht nur alle teilnehmenden Kinder, sondern auch die Elternschaft vereinigte. Den frühen Nachmittag füllte die hitter-Iugend mit einer Werbekundgebung aus, die das rege Leben zeigte, das im Jungvolk, im BdM. und in der Hitler-Jugend auf dem Gebiete der Leibesübungen gepflegt wird. Einen schönen Auftakt bildete der Aufmarsch aller Formationen. Prächtigster Sonnenschein lag über dem schönen Sportplatz, so daß der glücklichste Rahmen für die Werbekundgebung gegeben war. Die Hitlerjugend wartete' zunächst 'mit Freiübungen auf, die nur kurz vorbereitet werden konnten, aber sehr gut klappten; Mädchen des VdM. zeigten dann, aufgeteilt in mehrere Gruppen, eine Fülle von lustigen Spielen und Bodenübungen. Die Jungmädels führten schöne Freiübungen und Volkstänze vor, die gut gefielen. Die Mädchen machten mit -Ziehharmonikas ihre Musik selbst, für eine andere Dolkstanzaufführung stellte die Hitlerjugend die Musik. Das Jungvolk zeigte auch seinerseits ausgelassene Bodenübungen und fand viel Beifall. Die Darbietungen wurden von der Elternschaft mit sichtlichem Interesse verfolgt. Den Abschluß bildete eine 50 mal 100-Meter-Staffel der vier Gefolgschaften der Hitler-Jugend, die die Gefolgschaft I in der Zeit von 11.35 Min. für sich entscheiden konnte. Sodann schritt man zur Siegerehrung, die von Dr. Möckelmann vorgenommen wurde. Er wies darauf hin, daß in den Wettkämpfen sehr gute Leistungen erzielt wurden. Von den über 3000 Teilnehmern könnten 2000 als Sieger bezeichnet werden. In kurzen Worten sprach Dr. Möckelmann allen Mitgliedern des DfL. herzlichen Dank aus, die als Riegenführer oder Kampfrichter die Durchführung des'Kampfes ermöglichten. Ferner dankte er dem Berechnungs- ausfchuß für seine umfangreiche und anstrengende Arbeit. Er forderte die Jugend auf, allen den Mithelfern dadurch zu danken, daß sich im nächsten Jahre noch mehr zu den Wettkämpfen melden, alle noch pünktlicher erscheinen und noch disziplinierter auftreten, wie es in diesem Jahre geschah. Im Anschluß daran verlas Dr. Möckelmann jeweils die ersten zehn Sieger jeder Altersklasse und die Besten aus den Mannschaftswettbewerben. Eine eindrucksvolle Ansprache hielt ferner Stadt- und Kreisschmrat Nebelina an die Jugend. Er wies darauf hin, daß die Jugend zusammengekommen sei, um die Körper zu stählen. Wir alle müßten uns dessen bewußt sein, daß wir als Volk nur dann bestehen könnten, wenn wir ein Volk tüchtiger Menschen seien. Glück habe aus die Dauer immer nur der Tüchtige. Mädchen sollten heranwachsen, die nicht in Seidenkleider und Lippenstift ihre Schönheit suchen, sondern in der Kraft ihres Körpers; junge Männer sollen ihre Kraft nicht dadurch beweisen, indem sie möglichst viel Zigaretten und Alkohol vertilgen, sondern in dem Bemühen, auf dem Sportplatz die Besten zu sein. Die Jugend müsse so leben, daß sie eines Tages die Säulen bilde, die Deutschland tragen. Es bedeute nichts, von Freiheit und Ehre zu reden, wenn man nicht bereit sei, sie zu verteidigen. Die Jugend müsse zu den Garanten des Volkes und des Reiches heranwachsen. Nach der Aufforderung an die Nichtorganisierte Jugend, sich einzureihen in die deutsche Staatsjugend, mit der Aufforderung an die HI., die Tore aufzumachen, für jene, die kommen wollten, und mit dem Aufruf, das Gelöbnis der Treue zum Führer zu erneuern, schloß der Redner seine Ansprache. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam von der Jugend gesungenen Lied „Vorwärts, vorwärts" fand die Werbekundgebung und die Siegeroerkündigung ihren Abschluß. Oie Siegerlisti. Knaben-Einzelkampf. (F — Fähnlein, H — Gefolgschaft, IM = Jungmädelgruppe; P. = Punkte.) 10 Jahre: 1. Schneuker, Erwin, 300 P., F III; 2. Fischer, Paul, 271 P., F III; 3. Deeg, Willi, 269 P., Pestalozzischule; 4. Schräckhert, Fr., 268 P., F III; ; 5. von Bentheim, H., 261 P., F III; 6. Seelbach, Albert, 259 P., F II; 7. Hauser, Ernst, 257 P., g II; 8. Altensen, Bruno, 253 P., F IV; 9. Pflüger, Willi, 243 P., Pestalozzischule; 10. Ullrich, Fritz, 240 P., Realgymnasium. 11 b i s 12 Jahre: 1. Bauer, Otto, 286 P., F I; 2. Gilbert, Walter, 282 P., F III; 3. Schmidt- diel, H., 269 P., F II; 4. Hartmann, Walter, 267 P., F I; 5. Scheid, Willi, 266 P., F l; 6. Wolf, Hasso, 266 P., F II; 7. Schneuker, Helmut, 261 P., F HI; Dapper, Hans, 258 P., F II; 9. Rausch, Erwin, 255 P., FIV; 10. Jsheim, Erich, 254 P., FI. 13 bis 14 Jahre: 1. Jughard Fr.-K., 280 P., F II; 2. Merher, Hans, 278 P., F I; 3. Schwender, Heinz, 264 P., Spielmannszug; 4. Mootz, Hch., 264 P., F III; 5 Wiegand, Werner, 262 P., F I; 6. Adolph, Heinz, 258 P., F III; 7. Fischholz, Karl, 256 P., Spielmannszug; 8. Kraft, Hch., 254 P., F II; 9. Oswald, Hans, 253 P., Goethefchule; 10. Willaredt, Hch., 253 P., Kaufmännische Berufsschule. 1 5 b i s 1 6 I a h r e : 1. Kley, Egon, 308 P., G 1; 2. Forbach, Walter 275 P., Gewerbliche Berufsschule; 3. Emmel, Gerhard, 264 P., G 4; 4. Huppert, Heinz, 264 P., Vogtfche Handelsschule; 5. Stein, Rudolf, 262 P., G 4; 6. Eger, Otto, 262 P., G 4; 7. Kraft, Alfred, 260 P., Gewerbliche Berufsschule; 8. Platt, Wilhelm, 259 P., Kaufmännische Berufsschule; 9. Kessel, 257 P., G 4; 10. Volkert, Fritz, 257 P., G 4. 17 bis 18 Jahre: 1. Roth, Max, 256 P., Höhere Prioatschule; 2. Möll, Helmut, 238 P., G 1; 3. Volk, Kurt, 237 P., G 4; 4. Nies, Kurt, 232 P., G 1; 5. Schäfer, Karl, 228 P.; G 1; 6. Bingel, Georg, 225 P., G 2; 7. Krollpfeiffer, Gustav, 222 P., G. 1; 8. Bierau, Ernst, 220 P., G 1; 9. Schmidt, Hch., 214 P., Oberrealschule; 10. Hofmann, Robert, 209 P., G 2; Bornarius, H., 209 P., G 3. Einzelkamps. Mädchen: lOJ a hr e: 1. Keller, M., 337 P., Lyzeum; 2. Nagel, Edith, 316 P., Lyzeum; 3. Diegel, Erna, 280 P., IM IV; 4. Mellinger, L., 271 P., IM; 5. Vogler, Martha, 266 P., Goethefchule; 6. Herr, Erna, 262 P., IM IV; 7. Röhr, Marianne, 256 P., IM III; 8. Büttner, Lora, 255 P., Schillerschule; 9. Hock, Rosemarie, 253 P., Lyzeum; 10. Licher, Mariechen, 252 P., Schillerschule. 11 bis 12 Jahre: 1. Stein, Inge, 344 P., IM IV; 2. Buß, Hermine, 335 P., IM III; 3. Wurm, Ilse, 327 P., IM IV; 4. Knorr, Sieglinde, 320 P., IM III; 5. Pfeifer, Silo, 318 P., IM IV; 6. Heckmann, Ria, 318 P., IM IV; 7. Bender, Antreten zu den Wettkämpfen. 7 - „****,- '*-4 - - Die sechs Besten des Wettkampfes. HeimfahrtamGonntagabend. Äon Ernst Kreuder Es war noch abendhell, als wir aufbrachen und das Wirtshaus „Zum grünen Baum" verließen. Wir hatten den Tag am See zugebracht, im Wasser und in der Sonne, und dann waren wir auf dem Rückweg noch einmal im Dorf eingekehrt, bevor wir zum Bahnhof gingen, lieber der krummen Dorfgasse flogen niedrig die Schwalben. „Kinder, es gibt sicher Regen", sagte Ruth. Sie ging in der Mitte und hatte sich bei uns eingehakt. „Nicht immer gesagt", sagte Balthasar. Ein Autobus sauste vorbei, er war dicht gedrängt voll von Ausflüglern und schwankte schwer. „So schöne weiße Bäuche haben sie", sagte ich und zeigte nach den Schwalben. Mir brannte das Gesicht, als läge ich noch immer in der Sonne. Die Sonne war längst untergegangen. „Du kommst doch noch mit, Ruth", sagte Baltha- sar. „Mal sehen, ich bin erst gestern so spat nach Hause gekommen." „Selbstverständlich", sagte Balthasar, „du kommst einfach gleich mit." Wir hatten jeder drei Glas Bier getrunken. Jetzt hatte ich einen Schleier vor den Augen. Wir schritten dem Ausgang des Dorfes zu. Es war sonntäglich friedlich und still. Mädchen in weißen Kleidern zogen Arm in Arm vorüber. Der Himmel war abendblau. Jetzt quaken schon sicher die Frösche am See, dachte ich, und das Gras wird feucht. „Jetzt ist er also 'um, der Sonntag , sagte lch. „Ja, Erne", sagte Balthasar, „aber wir bleiben doch noch zusammen." „Habt ihr eure Karten?" fragte Ruth Wir suchten in den Taschen nach unseren Karten. „Da ist der Zug!" Wir ließen uns los und he Jen. Die Ausflügler drängten in die Abteile, als mürbe dort etwas kostenlos verteilt. Als wir die Nucksacke im Gepäcknetz hatten, fuhr der Zug los. Ich machte die letzte Schachtel Zigaretten auf. Wir ftecnen uns Zigaretten an. Ruth erzählte von einem Bekannten, den sie kürzlich getroffen. Er hatte geheiratet und lebte von einer Hühnerfarm. Wir fanden das lustig. 'Es war gar kein Grund vorhanden, das lustig zu finden. ,, . f „Ach ja", sagte ich, „man müßte wohl einmal heiraten. Was meist du, Balthasar?" „3a, Erne", sagte Balthasar, lächelnd, Nickend. „Dann ist man verheiratet", sagte Ruth, „das ist auch nichts." Der Zug rollte durch abendliche Felder, es war schön, müde und zufrieden in einem Zug zu sitzen und heimzufahren. „Wieso nichts?" sagte ich. „Nun ja", sagte Ruth. „Und so ist es auch nichts", sagte ich. „Aber man mühte dann auch ein Haus haben und einen Garten und Sonnenblumen." „Und bloß etwas Geld", spottete Ruth. „Dann hatte es auch einen Sinn, nach Hause zu gehen", sagte ich. „Aber so ist man der ungeratene Sohn. Stell dir vor, man kommt nach Hause und an der Tür ist ein Schild, draußen, an der Gartentür. Mit dem eignen Namen. Hast du schon mal ein Schild gehabt, Balthasar?" „Nein Erne, du hast recht", sagte Balthasar. Der Zug hielt. Der Schaffner rief die Station aus, als hätte er sie zu verkaufen. Aber es kaufte niemand. Der Zug fuhr weiter. Es blieben nur Milchkannen zurück. „Warum heiratet ihr denn nicht?" sagte Ruth. „Verdammt", dachte ich, „wieso sieht sie dabei auf einmal so verführerisch aus?" „Es geht nicht, Ruth", sagte ich, „es reicht ja nicht einmal zu einem Schild." „Du mit deinem Schild", sagte Ruth. Aber es klang, als hätte sie etwas ganz anderes gesagt. Balthasar war in der Fensterecke leicht eingeschlafen. „Dann wäre der Tisch gedeckt", sagte ich, „und frische Blumen stünden in den Vasen. Die Fenster wären offen, draußen wäre Sommerabend, vom Garten käme der Duft der vielen Blumen herein. Und ganz still wäre es. Und vom Balkon, der in den Garten führt, käme jemand herein, im weißen Sommerkleid, groß und jung und mit sanftem braunem Gesicht und würde rufen: „Bist du's?" Und es wäre Wein kaltgestellt, und es gäbe eine wunderbare Pastete." „Hör auf", sagte Ruth schwer, „du kannst einen ja richtig —" „Was denn", sagte ich, „so ist es doch." Der Zug hielt. Ich holte die Rucksäcke aus dem Gepäcknetz. „Sind wir schon da?" fragte Balthasar. „Ich gehe doch noch mit euch", sagte Ruth. „Schön, Ruth", sagte Balthasar. Es war noch immer nicht richtig dunkel. Es wird eine helle Nacht werden, dachte ich. Wir gingen durch die stillen Straßen des kleinen Villenorts zu Balthasars Landhaus. Als Balthasar läutete, betrachtete er einen Augenblick seines Vaters Schild. In der Diele stand Balthasars Vater. Er war ein großer, breiter Mann; wenn er sich freute, machte er ein grimmiges Gesicht. Er stand da unter den großen Hirschgeweihen an der Wand, als hätte er schon lange auf die Rückkehr dieser kleinen Gesellschaft gewartet. „Guten Abend, Herr H.", sagte ich, „es war ein wunderbarer Tag." „Guten Abend", sagte Ruth, „es geht uns gut, und Ihnen?" „Soso", sagte Herr H., „das sehe ich. Danke, mir geht's so. Habt ihr denn schon gegessen?" Es war angenehm kühl in der Diele. „Die haben dauernd gekocht", sagte Ruth, „und dann mußten wir Bier trinken." „So ist's recht", sagte Herr H., „bei der Hitze Bier. Sehen Sie nur, wie er wieder aussieht." Er zeigte mit dem Kopf nach Balthasar. „Wieso", sagte Balthasar, „ich sehe doch gut aus." „Haben Sie ihn gehört, Ruth", sagte Herr H., „der Kindskopf." Wir begrüßten Frau H., die strahlend und mütterlich aus dem Eßzimmer kam. Wir blieben eine Stunde bei Balthasars Eltern und erzählten. Herr H. stand in der Tür des Herrenzimmers, unbeweglich, er nickte zuweilen, wenn man ihn ansah. Frau H. schenkte leichten Weißwein ein. Später gingen wir hinauf in Balthasars Zimmer. „So", sagte Balthasar und stellte die Selterwasserflaschen hin. Wir setzten uns in die schwarzlackierten Korbsessel um den kleinen runden Tisch. Die Lampe an der Decke verbreitete mildes, rötliches Licht. Balthasar stellte drei Gläser hin und füllte sie zu einem Teil mit Kognak, zu zwei Teilen mit Selterwasser. „Ach ja", sagte Ruth, „ich weiß gar nicht, was mit mir los ist." „Prost", sagte Balthasar, „Ruth, Erne." „Prost, Kinder", sagte Ruth. „Prost", sagte ich, „auf das Haus mit dem Garten und den Sonnenblumen." „Und dem Schild", sagte Ruth. „Und der Frau", sagte ich. Unter dem Tisch berührte mich ein Fuß. Was hat her ©fier gegen das rote Tuch? Beim Stierkampf in der Arena wird das Tier durch den Anblick eines roten Tuches in Wut versetzt; wenn wir die cholerische Natur eines Menschen kennzeichnen wollen, sagen wir vergleichsweise von ihm, daß er sich durch bestimmte Vorkommnisse reizen lasse wie ein Stier durch ein rotes Tuch. Warum haßt aber der Stier so. sehr die rote Farbe? Diese seltsame Abneigung, die nicht bestritten werden kann, ist eines der Geheimnisse der Tierseele, das nicht völlig enträtselt worden ist. Man hat die Erregung beim Anblick der roten Farbe darauf zurückgeführt, daß Rot die Farbe des Blutes ist und daß das Rindvieh Blut nicht sehen kann. Aber Mariechen, 318 P., Goethefchule; 8. Licher, Liese» lotte, 309 P., Pestalozzischule; 9. Krausch, Lieselotte, 307 P., Lyzeum; 10. V. d. Heyden, Margot, 291 P., IM IV. 13 bis 14 Jahre: 1. Keßler, L., 339 P., IM III; 2. Georg , Anneliese, 329 P., Schillerschule; 3. Baum, Ilse, 305 P., Lyzeum; 4. Schmidt, Gertrud, 300 P., Lyzeum; 5, Herrmann, Annemarie, 292 P., IM I; 6. Burkhardt, Lotte, 287 P., IM IV; 7. Heißler, Elisabeth, 287 P., IM II; 8. Wolf, Ortrud, 284 P., Oeffentl. Handelslehranstalt; 9. Ein wagemutiger Pimpf zeigt seine Kletterkunst. (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff, Gießen.) KW M ,-S ■<./ z ■ Kröck, Annemarie, 282 P., Oeffentl. H-mdelslehr- anstatt; 10. Clarius, Hellwig, 282 P., IM IV. 15 bis 16 Jahre: 1. Diehl, Lieselotte, 329 P., Mädchen-Berufsschule; 2. Seim, Margarethe, 290 P., Lyzeum; 3. Engel, Wilma, 281 P., BdM; 4. Zillgen, Renate, 281 P., Lyzeum; 5. Scheidt, Gretel, 280 P., Mädchen-Berufsschule; 6. Zoll- mann, Anneliese, 277 P., Kaufm. Berufsschule, 7. Seibel, 275 P., BdM; 8. Schmidt, Elfriede, 269 P., BdM; 9. Edler, Hilde, 266 P., BdM; 10. Fink, Emmi, 264 P., Vogt'sche Handelsschule. 17 bis 18Jahre: 1. Weyel, Margret, 326P.; 2. Lösch, Margret, 305 P., (beide BdM.); 3. Karsten, Sabine, 254 P., Alice-Schule; 4. Schneider, Gertrud, 251 P.; 5. Heißler, Maria, 249 P.; 6. Wittich, Annemarie, 232 P., 7. v. Jaschke, Ruth, 224 P.; (sämtlich BdM.); 8. Huttel, Waldtraut, 207 P., Kaufm. Berufsschule; 9. Schünebohm, Irmgard, 207 P.; 10. Veith, 21., 202 Punkte. Mannschafts-Mehrkämpfe der Hitler-Jugend. Jungvolk: 1. Jungenschast 1, Jungzug 2, F II, 240,6 P.; 2. Jungenschaft 3, Jungzug 2, F III, 239,6 P'.; 3. Jungenschaft 2, Jungzug 3, F I, 231,4 P. Jungmädel: 1. Jungmädelschaft 1, Schar 3, Gruppe IV 216,9 P.; 2. Jungmädelschaft 1, Schar 1, Gruppe III, 212,0 P.; 3. Jungmädelschaft 3, Schar 1, Gruppe bV, 209,3 P. Hitler-Jugend: 1. Kameradschaft 1, Schar 3, G 4, 211,1 P.; 2. Kameradschaft 6, G 1, 205,6 P.; 3. Kameradschaft 1, Schar 1, G 4, 195,5 P. warum sind es bann nur die sonst so phlegmatischen Wiederkäuer, die die Blutfarbe zum Zorn reizt? Weder Pferde noch Schafe oder Schweine lassen sich durch die rote Farbs- im geringsten aus ihrer Ruhe bringen. Dagegen hat man beobachtet, daß Vögel sich vor der blauen Farbe ängstigen. Man stellte kest, daß Vogelscheuchen aus blauem Papier die Vögel am besten von den Feldern und Gärten fernhatten. Diese Abneigung gegen das Blau wird auch von verschiedenen Insekten geteilt. Legt man etwa ein .Stück blaues Glas über einen Teil eines Ameisennestes, so verlassen die Tierchen fluchtartig diese Stelle. Aber vielleicht ist es gar nicht das Blau des Glases, sondern irgendeine andere damit .zusammenhängende Eigenschaft des blauen Glases, was diese geheimnisvolle Wirkung hervorbringt. Wir wissen es jedenfalls nicht mit Bestimmtheir, und sehen nur den merkwürdigen Erfolg solcher Experimente. Eigenartig ist, daß manche Tiere unüberwindliche 2lbneigungen gegen andere Tiere haben. Der sprichwörtliche Haß zwischen Hund und Katze ist allerdings keine umumstößliche Tatsache, sondern Hunde und Katzen schließen nicht selten als Hausgenossen Freundschaft und spielen miteinander. Das Pferd hat sehr entschiedene Abneigungen, so meidet es das Kamel und noch heftiger den Esel. Ob der Geruchssinn oder der Gesichtssinn bei dieser Feindschaft ausschlaggebend ist, ist unentschieden. Zwei der unversöhnlichsten Feine in der Tierwelt sind der Dachs und der Fuchs. Der Jäger weiß, daß beide Tiere niemals in demselben Teil des Waldes hausen und daß der Dachs sofort feinen Bau verläßt, wenn ein Fuchs eindringt. Der Panther wird von den kleinen Wildschweinen, den Pekaris, gehaßt, obwohl er sie als Beute verschmäht und ihnen nichts zuleide tut. Wenn eine Herde dieser kleinen Schweine eines Panthers ansichtig wird, so stürzen sie sich auf ihn, und es soll ihnen zuweilen sogar gelungen sein, das mächtige Raubtter mit ihren scharfen Hauern zu zerreißen. In einer mittelamerikanischen Stadt soll einmal ein Neuankömmling einen Eingeborenen gefragt haben, ob er eine Stelle kenne, wo man ohne Furcht vor Alligatoren haben könne. Der Eingeborene zeigte ihm höflich eine Stelle am Fluß, unb als ber Europäer sich im Wasser erfrischt hatte unb ans Lanb stieg, fragte er feinen Führer, warum es benn bort feine Alligatoren gäbe. „Weil ba so viele Haifische finb, Sennor", entgegnete ber Eingeborene gelassen. Man kann sich benfen, mit welchen Gefühlen ber Europäer sich biefes Babes erinnerte. Aber ob biefe kleine Geschichte nun wahr ober erfunben ist, die Tatsache kommt darin zum Ausdruck, daß Alligatoren und Haifische jedes Zusammensein vermeiden. Die Forschung wird aber auch in diese Geheimnisse ber Tierwelt Licht bringen. Die Gonnenwendfeier der HL §Jl.-'$VOTt bahn von Linas-Montlhöry in der Nähe von ris. Vor 50 000 Zuschauern errang Caracciola b( Sieg in 4:00.54,6 Stunden mit einem Stundenmittel von 124,571 Kilometer vor seinem Marken- Glückwunfchtelegramm Korpsführers Hühnlein an den Führer. Korpsführer Hühnlein hat an den Führer ein Telegramm gerichtet, in dem er der großen Freude über die deutschen Siege im Großen Automobilpreis von Frankreich Ausdruck gibt. Der Sieg sei errungen worden auf Grund bester technischer wie sportlicher Vorbereitung und Erfahrung, sowi.e mustergültiger Zusammenarbeit der gesamten Rennmannschaft, ihrer Monteure und Helfer. geführten von Brauchitsch, der nur 10 bis 20 Meter zurücklag. Die nächsten Plätze belegten Zehender (Maserati), F a g i o l i (Mercedes-Benz), Rose- meyer (Auto-Union) und Sommer (Maserati). Sie hatten aber zwei und mehr Runden Rückstand. Fünf von den elf gestarteten Wagen, darunter Stuck und Varzi, mußten aufgeben. Wie der Sieg errungen wurde... Von der Hälfte des Rennens ab fuhren Caracciola, von Brauchitsch und Fagioli, die drei Vertreter von Mercedes-Benz, geradezu für sich allein. In taktisch kluger Weise verzichteten sie auf Rekordrunden, beschränkten sich darauf, den Vorsprung zu halten, der sich aber trotz vermindertem Tempo immer mehr vergrößerte. Carraciola durchfuhr in 4:00.54,5 Stunden mit einem Durchschnitt von 124,571 km als Erster das Ziel, dicht hinter ihm folgte v. Brauchitsch, mit einer halben Sekunde Abstand. ZweiRunden zurück wurde Zehender auf Maserati Dritter. Fagioli, dessen Brennstoff-Zufuhr nicht mehr ganz in Ordnung war, wurde eine weitere Runde zurück Vierter. Rosemeyer belegte auf Varzis Wagen, der ebenso wie Hans Stuck, die Alfa-Fahrer Chiron und N u v o l a r i und der Bugatti-Fahrer B e n o i st das Rennen aufgesteckt hatte, den fünften Rang und hinter ihm kam als letzter der elf Gestarteten Sommer auf Maserati ein. Während die Sieger zur Ehrenloge gingen, klang das Deutschlandlied auf. Wohl noch nie hatte die kleine deutsche Kolonie mit solcher Begeisterung unsere Nationalhymne gesungen, wie bei diesem Sieg auf dem Autodrom von Linas-Montlhöry. ten). Je einmal stellten Meister der Turnverein Heuchelheim und der Turnverein Großen-Linden. Oie Ergebnisse: 100 Meter: 1. Utoffz. Hill (Mtv.) 11,7 Sek.; 2. Luh (V,B.-R.) 12 Sek.; 3. Stengel (Tv. Großen- Linden) 12,1 Sek. Der zur Zeit des 100-Meterlaufes herrschende starke Gegenwind kostete die Läufer wertvolle „Zehntel". Hill war auf den letzten zwanzig Metern sehr stark. 200 Meter: 1. Utoffz. Hill (Mtv.) 23,5 Sek.; 2. Schars (Universität) 25,3 Sek.; 3. Adam (1900) 25,7 Sek. 400 Meter: 1. Gefr. Langrock (1900) 56 Sek.; 2. Jung (1900) 56,1 Sek.; 3. Fischer (VfB.-R.) ;a- en Wir wollen heute abend wieder erneut unserem Volk und unserem Führer die Treue bekunden, wir wollen uns auf Gedeih und Verderb dem Manne verpflichten, der uns Ehre, Freiheit, Arbeit und Brot und den Glauben an Deutschlands Zukunft wiedergab. hiernach verlas der Führer des Bannes 116, Geff. Erich Schreiber, die BotschaftdesReichs- jugendführers,die folgenden Wortlaut hat: Deutsche Jugend! • In allen Teilen Deutschlands steht Ihr heute an den Feuern der Sonnenwende zusammen. An allen Euern Feuern hört Ihr die gleiche Botschaft: Wie die reine Flamme vor Euch sich selbst verzehrt im Kampfe gegen die Finsternis der Nacht, so sollst auch du, deutsche Jugend, eine lautere Flamme sein und selbstlos das Licht Mercedes-Benz großer Sieg. Großer Auto-Preis von Paris. Einen großen Sieg feierte Mercedes-Benz beim Großen Auto-Preis von Frankreich" auf der RennMnifters für öffentliche Arbeiten, der dem Rennen betgewohnt habe. Er habe sich ein anschauliches Bild von der Rückständigkeit Frankreichs auf diesem Gebiet machen können. Oer Abschluß des Hirzenhainer Segel- fliegerwettbewerbs. Der Hirzenhainer Ausscheidungskampf für den diesjährigen Rhön-Segelflug-Wettbewerb ist am Sonntag zu Ende gegangen. Er war ein großer Erfolg für den westdeutschen Segelflugsport. Die Veranstaltung zeigte einen erheblichen Fortschritt der Leistungen, und zwar insbesondere auch bei den kleineren Ortsgruppen. Darüber hinaus haben sie die Eignung des Hirzenhainer Geländes für Höchstleistungen in überzeugender Weise dargetan. Der vorletzte Wettbewerbstag hatte dem Z i e l» Landeflug gegolten, der bei Regenwetter mit Hilfe des Autowindenschlepps durchgeführt wurde. 'Dabei wurden sehr günstige Resultate erzielt. Sämtliche Tagesprämien gewann die Landesgruppe Rheinland, deren Maschinen bis auf fünf Meter an das ausgelegte Landekreuz herankamen. Nach den vielen Enttäuschungen der Woche brachte der Samstag endlich das lang ersehnte Ueberlandwetter. Bei strahlendem Sonnenschein gingen schon frühzeitig sämtliche Maschinen an den Start. Mit Hilfe des Motor-Flugzeugschlepps wurden sie in höhen bis zu 500 Meter gebracht und dann sich selbst überlassen. Das Ergebnis dieses Tages waren Streckenflüge, bei denen es nicht weniger als drei Piloten gelang, den von S p i l g e r (Darmstadt) am Mittwoch aufgestellten neuen Hirzenhainer Rekord von 94,5 Kilometer zu brechen. Die überragendste Leistung vollbrachte Schilling (Bottrop), der seine Maschine bis nach dem 154,2 Kilometer entfernten Dorfe Waldniel bei München- Gladbach steuerte. Der zweitlängste Streckenflug gelang dem Flieger Ruhl (Detmold), der 132 Kilometer bis Oberster bei Düren flog, eine Leistung, der die des Piloten Peters (Essen), der die 130,8 Kilometer lange Strecke bis Elfgen bei Grevenbroich zurücklegte, nur wenig nachsteht. Fälsche (Frankfurt a. M.) flog 73 Kilometer bis Engelskirchen im Rheinland, wo auch Hülsmann (Dortmund) niederging, während Spilger (Darmstadt) seine Maschine 65 Kilometer weit nach Eitorf (Sieg) steuerte. Daneben gab es zahlreiche kleinere Streckenflüge bis zu 27 Kilometer. Am Sonntagnachmittag fand dann die Preisoerteilung statt, die der bekannte Pionier des deutschen Segelflugs, Fliegerkapitän Alexander L i p p i s ch , vornahm. Die weitaus höchste Punktzahl erreichte die Landesgruppe Westfalen mit 1167 Punkten. Die Landesgruppe Darmstadt hat sich mit 686 Punkten an die zweite Stelle gesetzt, während es die Landesgruppe Rheinland auf 354 Punkte brachte. Der höchste Ehrenpreis des Präsidenten des DLV. wurde dem Piloten Ruhl (Detmold) zugesprochen. Die französische Presse zum deutschen Sieg. Infolge des schlechten Abschneidens Frankreichs bei dem Autorennen von Montlhäry beschränkt sich ein großer Teil der Pariser Presse auf eine sachliche Berichterstattung über den Verlauf der Veranstaltung, wobei der überwältigende Sieg der deutschen Farben nur in den Ueberschriften hervorgehoben wird. Nur wenige Zeitungen finden Worte sportlicher Anerkennung für die deutsche Leistung. So schreibt das „Journal", es sei der Sieg einer großen Automarke gewesen, aber auch der Sieg einer bis ins kleinste durchgeführten Organisation. Der Triumph sei logisch. Man könne nur Peifall spenden. Auch „Excelsior" hebt die ausgezeichnete Organisation des deutschen Sieges hervor. Die deutschen Maschinen seien bestens vorbereitet an den Start gegangen, was man von den Franzosen nicht behaupten könne, wie auch der Unter- schied zwischen der Arbeitsweise der deutschen und der französischen hilfsmannschafien an den Boxen sehr voneinander abgewichen sei, und zwar nicht Zugunsten der Franzosen. „L'Auto" meint, daß es selbstverständlich einen deutschen Sieg gegeben habe. Das sei eine gerechte Belohnung für die Technik, für die gute Vorbereitung und für die ausgezeichnete Disziplin. Soweit die Blätter in einem weiteren Sinne kritisch zu dem Ergebnis von Montlhery Stellung nehmen, sind sie alle der Auffassung, daß Frankreich ganz andere Anstrengungen machen müsse, um dem deutschen und den italienischen Wettbewerb begegnen zu können. Man erwartet die Initiative des Gestern nachmittag kamen auf dem 1900-Sport- platz die leichtathletischen Meisterschaften des Sportkreises Gießen zum Austrag. Obwohl die Felder zum Teil gut besetzt waren und sich harte Kämpfe entspannen, wäre es wünschenswert gewesen, wenn auch aus den entlegeren Teilen des Kreisgebietes Meldungen abgegeben worden wären. Wenn auch die gestern ermittelten Kreismeister wahrscheinlick kaum gefährdet worden wären, so hätten sich doch auf den Plätzen Verschiebungen ergeben können. Meistertitel fielen an die Spielvereinigung 1900 Gießen sieben (sechs Männer- und eine Frauen- meisterschast), an den Mtv. Gießen fünf (zwei Männer- und drei Frauenmeisterschaften) und an den VfB.-Reichsbahn Gießen vier (Männermeisterschaf- Am Abend des gestrigen Tages sah man di« Hitler-Jugend des Standortes Gießen hinausziehen in den Stadtwald in der Richtung Lich. Gefolgschaften der HI., Fähnlein des Jungvolks und BDM. mit Jungmädel, alle marschierten sie zur Hochwart, um dort das diesjährige deutsche Jugendfest abzuschließen mit einem uralten deutschen Brauch, dem Sonnwendfeuer. So wie deutsche Jugend zu allen Zeiten den Tag feierte,-an dem die Sonne ihren höchsten Stand hat, durch feierliche Entzündung von Feuersbränden und volklichen Gebräuchen, die sich hieran an- knüpften, sei es durch Hindurchspringen durch die verlösckende Glut oder seien es die als Sonnensymbole dienenden brennenden Räder und Scheiben, die man auch noch heute in verschiedenen Teilen unseres Vaterlandes von hohen Bergen hinab ins Tal rollen läßt und die dieses Johannisfest zu einem mythischen und Volksfest werden ließen, so beging auch gestern abend wieder die deutsche Jugend diesen längsten Tag aller Tage im Jahr. Auf der höhe der Hochwart war ein großer Holzstoß errichtet, der bei Anbruch der Nacht angezündet wurde. Als dann die Flammen hell leuchtend zum Himmel emporloderten und der ringsum liegende dunkle Wald durch die roten Flammen hell erleuchtet wurde, da war deutsche Jugend wieder einmal durch diese hehre und festlich-feierliche Stimmung befangen, wie fo oft in den letzten Jahren, wenn dieses Fest von Deutschen begangen wurde. Jenes Fest, das ganz besonders mit der nationalsozialistischen Bewegung eng verbunden und verknüpft ist. Nach einem Sprechchor „Deutsche Sonnenwende", der von kleineren Teilen der Gefolgschaft 4 zusammen mit Mädels des BDM. vorgetragen wurde, erariff der ehemalige Führer des Oberbannes Oberhessen der HI. Bannführer Walter Blumenröder das Wort zu den nachfolgenden Ausführungen. Schon wieder einmal stehen wir an einer Zeitenwende und wieder begehen wir das uralte deutsche Fest der Sommersonnenwende, um so symbolisch nach alter Väter Sitte und Brauch Verrat der Zeit und der Gedanken zu vernichten. Bei diesem Johannisfest erinnern wir uns heute wieder der Zeiten, wo wenige deutsche Männer sich um diese Feuer scharten und ihrem Führer den Treueschwur ihrer Gefolgschaft leisteten. Und so wie diese Männer damals dem Führer Treue schworen, so bringen wir dies an dem heutigen Tage wieder wie schon so manches Mal symbolisch durch die Flammenzeichen, die zum Himmel emporleuchten, zum Ausdruck, daß wir heute mehr denn je bereit sind, für des deutschen Volkes Größe und Macht einzu- ft elfen. Bauer, Arbeiter, Student oder wer es auch sein mag, sie alle verbindet heute eine Schicksalsgemein- schafi und führt sie zusammen in einem starken deutschen Heer, das so wie wir beseelt ist, den Geist einer neuen Zukunft zu formen und zu gestalten. Dieser Geist, der getragen und verbunden ist mit demjenigen, der einem Millionenheer drüben in fremder Erde ruhend zu eigen war. Dies bekunden auch heute abend wieder die Vertreter der deutschen Wehrmacht, die hier oben hingekommen sind, um mit uns das Fest der Sommersonnenwende zu begehen. Wenn wir Zusammenhalten, ein einiges starkes Volk von Brüdern sind, dann wird es nie und nimmer irgendein Volk der Erde wagen, uns in der Arbeit am Aufbau und an der Gröhe Deutschlands hinderlich zu fein. deines Glaubens an Deutschland durch Nacht und Dunkel tragen. Auch wenn man die lichte Flamme der Wahrheit, die du trägst und verkörperst, nicht verstehen sollte, bekenne sie trotzdem! Bekenne über Konfessionen und Klassen die ewige Wahrheit deines Glaubens an den von Gott gesandten Führer und seine heilige Fahne! Eine flammende Jugend grüßt von den Bergen bis zum Meer den Führer aus der Nacht zum Morgen. Das sich hieran anschließende Lied der Jugend war der Ausklang einer erhebenden Feier, und während die verschiedenen Kolonnen sich zum Abmarsch anschicken, leuchten in weiter Ferne am dunklen Horizont auf den Höhen der Berge vom Taunus und Westerwald die Flammen der dortigen Hähenfeuer, Symbole der Hitlerjugend, als Fanale von dem Gemeinschaftsgeist der HI. zeugend, die Aufgaben der Zukunft in Angriff zu nehmen und sie zu meistern. Leichtachletik-Misterschasten des Kreises Gießen. Erwartete Ergebnisse bei spannenden Kämpfen. Warum verkennstdu mich, Varbara? Vornan von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Tünne-Verlag, Halle (S.) 17. Fortsetzung. Nachdruck, verboten! „Ich fürchte, mit der wird nichts mehr zu machen fein, mein guter Junge! Es steht aus, als hätte sie sich die linke Vorderhand gebrochen." Emil sah unschlüssig zu Arabella hinüber, die immer noch unbeweglich, halb zur Seite geneigt, auf dem Waldbaden lag. Gar zu gern hätte er nachgesehen. Aber jetzt gab es ja Wichtigeres zu tun. Man mußte die Leute von Schedlowitz möglichst schnell holen. Er schwang sich auf seinen stämmigen Gaul und lenkte ihn vorsichtig durch den Wald, bis er für Eckehard hinter den Bäumen verschwand. Und nun war nichts um Eckehard als die Stille des Waldes. Arabella schien geringere Schmerzen zu haben. Sie lag still da und sah mit sanften, erschreckten Tieraugen auf Eckehard. Der hielt bewegungslos die bewußtlose Frau in feinen Armen. Noch niemals war sie ihm so nahe gewesen wie jetzt hier in der Einsamkeit, in ihrer Ohnmacht. Nun hatte er Zeit, sie zu betrachten. Wie schön war das Gesicht selbst jetzt noch in der Leblosigkeit, in der Ohnmacht — ja, vielleicht noch schöner als sonst! Die Härte und Abwehr waren aus den feinen Zügen geschwunden. Etwas Leidendes und Rührender lag um die Buchtung des roten Mundes und auf der schön modellierten Stirn. „Liebste, Liebste!" sagte er leise vor sich hin. Immer wieder wiederholte er dieses Wort, als könnte sie es hören — als müßte sie wissen, wie unendlich fein Herz von ihr erfüllt war. Sie schien ihm jetzt in ihrer Ohnmacht beinahe nähergerückt als im lebendigen Leben, in der sie sich hart und hochmütig von ihm abgewandt hatte. Ach, er hatte ihr alles verziehen, was sie ihm an Schmerz und Kränkung angetan. Jetzt, wo er um ihr Leben bangen mußte, wußte er: all das war so gering gegenüber der wahren Liebe. Ein heißes Flehen war in feinem Herzen, daß Gott sie zum Leben wiedererwecken möge. Dann aber würde sich alles, alles lösenl Nur leben mußte sie, die geliebte Frau — nur leben! So saß er und hielt Wacht bei ihr, bis nach einer Weile, die ihn endlos dünkte, von fern durch den Wald das Trappeln von Hufen ertönte und ein lautes Rufen. Langsam richtete sich Eckehard auf, schaute nach der Richtung, aus der das Geräusch kam. Da sah er zwischen dichten Stämmen des Waldes die Umrisse eines Pferdekörpers. Nun kam das Tier näher. Auf feinem Rücken saßen Emil und einer der Knechte. Behutsam lenkte Emil das Tier heran. Nun sprang der Knecht ab und dann er. „Die anderen kommen schon", sagte er außer Atem. Er muhte sehr scharf geritten sein. „Aber ich bringe ein paar Stricke mit, Herr Inspektor, da können wir schnell eine Tragbahre zusammenbinden. Aeste sind ja genug heruntergefallen." Eckehard nickte Emil anerkennend zu. Der Junge war wirklich auf die vernünftigste Idee gekommen. Man brauchte tatsächlich nicht abzuwarten, bis die Träger mit der Sanitätsbahre von Schloß Schedlowitz hier an Ort und Stelle angelangt waren. „Na, dann mal los!" sagte Emil zu dem Knecht, der mit erschrecktem Gesicht auf die ohnmächtige Herrin starrte. „Sie wird doch nicht tot sein, Herr Inspektor?" fragte er stockend. „Gottlob nicht, Franzke! Nun machen Sie mal los! Je eher wir die gnädige Frau hier fortbekommen, um so mehr Hoffnung haben wir, daß alles wieder gut wird!" Emil hatte ein paar feste Aeste, die am Boden lagen, ergriffen. Er prüfte sie, indem er sie stark auseinanderbog. Befriedigt nickte er: „Die halten." Dann zog er fein festes Messer aus der Tasche und begann, die überflüssigen Zweige abzuschneiden. Der Knecht hatte sich von seinem ersten Schrecken erholt und griff tüchtig mit zu. Bald hatten die beiden aus zwei langen Aesten und ein paar festen Querstöcken eine primitive Tragbahre hergerichtet, die mit den mitgebrachten Stricken gesichert wurden. „So, das hätten wir!" sagte Emil befriedigt. „Ist sie auch fest?" fragte Eckehard. „Sonst warten wir lieber, bis.die Leute kommen!" Statt einer Antwort ließ sich Emil krachend auf die primitive Tragbahre nieder. „Dann zieh mir einmal meinen Rock aus, Emil!" befahl Eckehard. „Aber vorsichtig, damit die gnädige Frau nicht von irgendeiner Bewegung dabei erschüttert wird!" Bald war die Tragbahre mit Eckehards und Emils Röcken einigermaßen ausgepolstert. Vorsichtig ergriffen der Knecht und Emil die Füße Barbaras, während Eckehard den Kopf hielt. So transportierte man die Bewußtlose auf die Bahre. „Na, nun können wir wohl los!" meinte Emil halblaut und winkte Franzke. Der wollte schon die Tragbahre an einer Seite anfassen. Doch Eckehard wehrte hastig ab. „Franzke nimmt die Pferde und führt sie vorsichtig auf die Chaussee, bis er unsere Leute trifft. Dort kann er sie ihnen übergeben. Ich fasse mit an." „Aber, Herr Inspektor, Sie werden doch nicht .. Emil war beinahe erschrocken; daß der Herr Inspektor die Bahre mittragen sollte, ging ihm offenbar gegen Eckehards Würde. Eckehard sagte nur: „ßos!" Da blieb Emil nichts anderes übrig, als gleichfalls zuzugreifen. Langsam und vorsichtig gingen die beiden Männer mit ihrer Last dem Wege zu. Arabella folgte mit schmerzerfüllten Augen dem Abtransport ihrer Herrin, als ob sie verstände, was da oorging. Und auch Greif stieß ein erschrecktes, schnelles Wiehern aus. 20. Kapitel. Auf Schloß Schedlowitz lasteten Angst und Trauer — Barbara lag immer noch in tiefer Bewußtlosigkeit in ihrem Schlafzimmer. Vier Stunden war sie nun daheim, und noch hatte sich der tiefe Schleier der Ohnmacht nicht von ihr gehoben. Eckehard hatte sofort nach der Rückkehr die Initiative ergriffen. Es war ja kein Mensch hier, der in einer solchen Situation bestimmen konnte. Oberinspektor Rockesch war noch unterwegs. Ein Telephonanruf hatte ergeben, daß er aus feinem Hotel schon fort und im Augenblick nicht zu erreichen war. Magdalena war vollkommen verstört vor Schmerz und Gram, als sie ihre geliebte Freundin wie eine Tote auf der Tragbahre gesehen hatte. Eckehard war es, der alles anordnete. Er trug die Bahre mit der bewußtlosen Frau bis ins Schlafzimmer. Er hatte aus der Ordensniederlassung unten im Dorfe eine Krankenschwester herbeordert. Dann rief er eines der größten Krankenhäuser in Prag an. Der Leiter, ein berühmter Chirurg, war sofort im Flugzeug nach Schedlowitz gekommen. Inzwischen war auch der Arzt des nahegelegenen Städtchens benachricktigt worden. Jetzt hielten die beiden Aerzte drinnen am Krankenbett eine Besprechung ab. Eckehard hielt sich mit Magdalena in dem kleinen Wohnzimmer auf, das sich an Barbaras Schlafraum anschloß. Magdalena saß ganz gebrochen in einem Sessel. Eckehard stand am Fenster und schaute hinaus. Er wollte Magdalena sein Gesicht jetzt nicht zeigen. Sie hätte ihm ja alles, die Angst, die Liebe, die Verzweiflung, an den Augen abgelesen. Beide schwiegen. Sie horchten atemlos auf jedes Geräusch, das aus dem Schlafzimmer herausdrang. Dort hörte man die Ordensschwester leise hin und her gehen. Ein "Tisch wurde gerückt. Wasser lief — dazwischen klangen die gedämpften Stimmen der Aerzte. Magdalena schluchzte leise vor sich hin. Wie gern hätte Eckehard ihr ein Wort des Trostes gesagt! Aber in ihm selber war ja alles dunkel und verworren. Jetzt kamen die Schritte näher. Die Tür wurde geöffnet. Eckehard fuhr herum. Die beiden Aerzte standen im Zimmer. Die Abendsonne blitzte in den Brillengläsern des berühmten Arztes. Es war ein großer, breitschultriger Mann mit ener- gischem, klugem Gesicht. Hinter ihm stand der kleine Dorfarzt, sichtlich verlegen ob des Zusammenseins mit dem berühmten Chirurgen. Angstvoll wandten sich Magdalenas und Eckehards Gesichter dem Professor zu. Der zuckte die Schultern: „Ja, meine Herrschaften, etwas Bestimmtes kann man noch nicht sagen. So gut es ging, haben wir die gnädige Frau untersucht. Vorderhand habe ich nicht den Eindruck, als ob irgendwelche schweren, inneren Verletzungen vorlägen. Aller sicher ist das natürlich nicht. Erst wenn Frau von Stechow aus ihrer Ohnmacht erwacht, wird man sehen, ob sie irgendwelche inneren Schmerzen hat. Erst dann wird man Genaueres wissen und eventuell röntgen können. Die Hauptsache ist jetzt, daß wir die Ohnmacht wegbekommen. Es scheint eine schwere Gehirnerschütterung zu sein." Eckehard war blaß geworden. Die Auskunft des Arztes barg so viel Ungewisses. Sv viel Einerseits-Andererseits. Sie erschreckte mehr, als daß sie beruhigte. „Und kann man gar nichts tun, Herr Professor?" „Im Augenblick nicht! Ruhe — absolute Ruhe und konstante Beobachtung der Patientin. Das habe ich der Schwester Machthildis alles gesagt. Im übrigen erbitte ich heute abend durch Sie, Herr Kollege, eine Mitteilung, wie es der Patientin geht. Ich bin auf Wunsch selbstverständlich gern bereit, noch einmal herüberzukommen." „Darum möchten wir auf jeden Fall bitten, Herr Professor!" fiel Mackenroth rasch ein. „Selbstverständlich, wenn Sie wünschen, Herr..., Herr...!" „Don Mackenroth!" stellte sich Eckehard vor. „Verzeihen Sie, in der Aufregung vorhin vergaß ich es!" „Ach ich bitte Sie, ist doch begreiflich! Sie sind wohl ein Angehöriger der Patientin?" „Ach nein, Herr Professor!" „Der Inspektor!" sagte der Dorfarzt etwas spitz dazwischen. Er hatte sich geärgert, daß Eckehard wie selbstverständlich die Anordnungen hier getroffen und einfach, ohne ihn zu fragen, den berühmten Chirurgen hatte kommen lassen. „Soso!" sagte der Professor und sah Eckehard mit einem schnell prüfenden Blick an. Der errötete dunkel. In den Worten des Dorfarztes hatte etwas Geringschätziges gelegen. Und auch der Blick des Professors hatte ein leises Erstaunen ausgellrückt. „Es ist im Moment niemand hier, der irgendwie eingreifen könnte", sagte Eckehard knapp. „Darum habe ich es getan." „Aber selbstverständlich, selbstverständlich!" meinte der Professor. „Die Hauptsache war ja, daß überhaupt ein Entschluß gefaßt wurde! Also auf Wiedersehen!" Er machte eine Verbeugung gegen Magdalena, die wie gelähmt dastand, und reichte den beiden Herren die Hand. „Sie waren wohl so sreundljch, das Auto für mich bereitzustellen?" Eckehard verbeugte sich: „Ich habe Anordnung gegeben, Herr Professor! Der Wagen wartet unten bereits auf Sie!" (Fortsetzung folgt!) - Vfd.-R. gewinnt den Iußball-Lokalkamps 3:4 Hauptfeld Ranft Erben Koch Schmelz Dörr Oberheffen M. i j 'V fr I I Jeden Abend Chlorodont: eine gute Gewohnheit! gab Tor- Cunwerein emßinben. 23,5 Set; iqih (1900) Knauß Wlodarek Harz Mank Es der Dreß der kam der Erb •y Birkenbiel Heilmann Lipvert Schlarb )) 56 Set; (VfB.'R.) 1900er erschien, eine Pause. Schließlich Ball aber doch in Schwung. Die Grünweißen zeigten sich zunächst vor dem gegnerischen Tor sehr aufgeregt. In der 7. Minute erzielte Horz bereits das Führungstor für seine Mannschaft. Ein Zeit im Training unter Leitung eines bekannten deutschen Nationalspielers. „Hessen"-Hersfeld hat sich vor einiger Zeit mit dem Reichsbahn-Turn- und Sportverein Hersfeld vereinigt. Handball: Die erste Handballmannschaft von „Rot-Weiß" Frankfurt a. M. spielt gegen die gleiche von VfB.-Reichsbahn, Gießen. Auch dieses Spiel wird auf einer beachtlichen sportlichen Stufe stehen. Bezirks TennisturnierinBad-Nauheim In Verbindung mit dem Kreisturnfest des Turnkreises Wetterau - Vogelsberg findet am 6. und 7. Juli in Bad-Nauheim das DT.-Bezirkstennisturnier des Bezirks Gießen im Gau XII (Hessen) statt. Das Turnier ist auch offen für die Bezirksvereine des Deutschen Tennisbundes. In enger, einmütiger Zusammenarbeit sind Turnerschaft und Tennisbund bestrebt, den Reichsbundgedanken zu stärken und für das schöne Tennisspiel als ein Volksspiel zu werben. Gespielt wird in A- und 8 - Klasse. Es werden ermittelt: die Bezirksbesten im Herren- Einzel, im Damen-Einzel, im Herren-Doppel und im Gemischten Doppel. Gespielt wird nach den Regeln des Deutschen Tennisbundes. Für DT.- Angehörige ist auch die Zugehörigkeit zum Deutschen Tennisbund gestattet. Die örtliche Leitung liegt in den Händen von Dr. E y e r, Bad - Nauheim (Tennisbund), und DT.- Kreistennisobmann Schwarz, Butzbach. In der ersten vorbereitenden Sitzung, die dieser Tage stattfand, herrschte zwischen den Vertretern des Tennisbundes und der Turnerschaft volle Einmütigkeit über die Durchführung der Veranstaltung, zu der man über 50 Nennungen erwartet. Deutschland wieder bei derWeltmeister- schast im Schießen. Ausscheidungskämpfe in Frankfurt. In der Zeit vom 19. bis 28. September d. I. gelangt durch die „Union de Tir Internationale“, welche die Schützenverbände von 38 Staaten umfaßt, in Rom die Weltmeisterschaft im Schießen zum Austrag. Deutschland ist daran seit dem Jahre 1914 zum ersten Male wieder beteiligt. Im Auftrage des Deutschen Schützenbundes hat der Schützenverein e. V. 1860 Frankfurt a. M. die Frc.stoß von rechts her wurde von ihm durch einen Kopfball tadellos verwandelt. 1900 wurde nun mehr und mehr überlegen. Die Grünweißen hatten viel Abwehrarbeit zu leisten. Schlarb bekam während der ersten 30 Minuten kaum einen Ball. Ecken brachten nichts ein. Allmählich kamen die VfB.er aber doch wieder auf und es gab manche kritische Situation vor beiden Toren. Schlarb fing einige hohe Bälle sehr gut. Ranft vergab freistehend eine tadellose Flanke von Szponik. Zeiler wehrte mehr- mals mit wuchtigen Schlägen ab, Lippert klärte sehr ruhig. In 'der 36. Minute fiel ein Strafstoß für 1900, der aber von Haas gehalten wurde. In der 40. Minute kam es zu einem schönen Zusammenspiel zwischen Ranft und Wlodarek. Wlodarek verwandelte mit entschlossenem Schuß zum 1:1. Die Spannung wuchs. Unmittelbar vor Schalke zum zweiten Male deutscher Meister 6:4 (3:0)=(5ieg der „Knappen" in Köln vor 72000 Zuschauern über den DfB. Stuttgart. Halbzeit fiel durch ein Mißverständnis der VfB- Verteidigung das 2. Tor für 1900. Waren in der ersten Halbzeit die Gastgeber fast stets im Feldvorteil, (sie hatten in dieser Zeit auch die Mehrzahl an Chancen herausgearbeitet), so wandte sich nun das Blatt. Zunächst gestaltete sich der Kampf noch ausgeglichen, aber, nachdem Wlodarek durch einen tadellosen Schuß den Ausgleich (2:2) hergestellt hatte, legten die Grünweißen heftig los. Schlarb bekam Arbeit. Erb gelang es, mitten aus dem Gedränge heraus einen scharfen Schuß in das gegnerische Tor zu jagen und nun seine Mannschaft in Führung zu bringen. Der Kampf nahm sehr dramatische Formen an. Die Grünweißen legten das Schwergewicht auf den linken Flügel, auf dem Szponik^hervorragend arbeitete. In einem rassigen Vorstoß der Blauweißen gab es kurz vor dem Tor ein schönes Zusammenspiel zwischen Links und Halblinks und Schmelz konnte für seine Mannschaft erfolgreich sein. Nun drängten beide Mannschaften auf Sieg. Die Grün- weißen waren dabei glücklicher. Eine schöne Vorlage von Hauptfeld konnte Erb, nachdem Schlarb aus dem Tor herausgelaufen war, ziemlich unbehindert verwandeln. Das sollte gleichzeitig der Siegestreffer gewesen sein. Die Blauweißen strengten sich in den letzten fünf Minuten noch sehr an, kamen auch gut vor das gegnerische Tor, die Stürmerreihe hatte aber wenig Glück, und die Verteidigung der Grünweißen war auf dem Posten. So endete der rassige Kampf mit 3:4 Toren für VfB.-Reichsbahn. In der Beurteilung der Mannschaften läßt sich zusammenfassend sagen, daß von einem Versager auf der einen oder anderen Seite nicht die Rede sein kann. Bei der Spielvereinigung war Zeiler sehr auf dem Posten, Lippert ruhig, Schlarb zuverlässig. Die Läuferreihe wirkte nach besten Kräften, der Sturm vermochte aber die vielen gebotenen Gelegenheiten nicht auszu- nützen. Schmelz war etwas matter als sonst. Bei V f B. - R. hat man Haas viel zu verdanken. In der Verteidigung war Lehrmund hervorragend. Knauß war ausgesprochen schwach, Heß um so besser, Hauptfeld trug viel Initiative. Im Sturm ragten Szponik hervor. Wlodarek war als Sturmführer durchaus der richtige Mann. Ranf gab gute Flanken, Erben und Erb arbeiteten mit Wlodarek sehr verständnisvoll zusammen. Der Schiedsrichter R Ü s p e l e r - Gleiberg schien dem Spiel nicht ganz gewachsen. haben wir )anb habe lche schwerer sicher Jrau von wird man merzen hat und even- it jetzt, daß scheint eine > Auskunst So viel mehr, als Professor?' olute W ntin. 2)05 lles getagt durch S>e- der Patlew indlich gew all bitten, ^wiinfchen, hard hin vergaß i Sie sind 'S »=« .r am ?>° Str. tat d„ b°i ben >aben sie r hoch ft 1. n 'Ziel. Eer mit ‘ wurde, r- Samt, ^gruppe Keter an Noche ersehnte lnensche^ a an den 5 wurden rnd dann es Tages weniger Pilger 'Nhlrzen. chen. Die lilling em 154,2 München- reckenslug der 132 eine Lei. >), der die lgen bei nachsteht. Meter bis hüls. 5 Spilger weit nach zahlreiche ter. Preisner» 1 deutschen ippisch. l erreichte Punkten, mit 686 ährend es 4 Punkte räfibenten (Detmold) etwas W l Eckehor? Lr qetrol' berühre" b Eckehard ’ Der en DorfarU Und , Erstaun-' der irge^ ib t* * Diiroe- 5 zlutv Zu dem Fußball-Lokalkampf der beiden Ligamannschaften der Spielvereinigung 1900 und des VfB.-Reichsbahn hatten sich viele Zuschauer auf dem Sportplatz am Trieb eingefunden. Sie wurden insofern nicht enttäuscht, als sie einen wenigstens dramatischen Kampf zu sehen bekamen. Die Leistungen in ihrer Gesamtheit waren auf beiden Seiten nicht überragend. Die Elf der Spielvereinigung zeigte auch diesmal wieder ihren technisch etwas reiferen, die Elf der Grünweißen ihren urwüchsigeren, druckvolleren Sttl. Es wurde hart, aber nicht unfair gekämpft. Die VfBer errangen einen verdienten Sieg. Die Mannschaften: VfB. - Reichsbahn: Haas Leutheuser Lehrmund n Kugelstoßen: 1. Luh (VfB.-R.) 13,97 Meter: 12,73; 3. Feldw. Mohl (VfR.-R.) 12,13 Meter. Mit Rückenwind hatte man von Luh eigentlich eine Leistung über 14 Meter erwartet. Diskuswerfen: 1. Kilo (1900) 43,50 Meter; 2- Luh (VfB.-R.) 39,37; 3. Teupe (VfB.-R) 36,17 Meter. Der 1900er wartete mit der besten Tages- leiftung auf. Speerwerfen: 1. Jakob (VfB.-R.) 53,70 Meter; 2. Pieh (VfB.-R.) 50,60; 3. Hopfenmüller (1900) 45,12 Meter. Fast alle Werfer verbesserten ihre diesjährigen Weiten. Jakobs Leistung ist sehr gut. Hammerwerfen: 1. Feldw. Mohl (VfB.-R.) 31,07 Meter; 2.Luh (VfB.-R.) 30,87; 3. Birkenstock (1900) 25,63 Meter. Die Leistungen sind als ansprechend zu bezeichnen. Frauen: 100 Meter: 1. Lieselotte Diehl (1900) 14,2 Sek.; 2. E. Ludwig (Mtv.) 14,8 Sek.; 3. G. Guth (1900) 15,5 Sekunden. Der Gegenwind ließ bessere Ergebnisse nicht zu. H o ch s p r u n g : 1. E. Röhmig (Mtv.) 1,35 Meter; 2. L. Diehl (1900) 1,22; 3. E. Fischer (VfB.-R.) 1,22 Meter. Diskuswerfen: l.E. Röhmig (Mtv.) 30,67 Meter; 2. G. Luh (VfB.-R.) 25,17; 3. Scholl (VfB.- Reichsbahn) 20,86 Meter. Speerwerfen: l.E. Röhmig. (Mtv.) 28,27 Meter; 2. Ehr. Schmidt (Mtv.) 26,65; 3. R. Lippert (1900) 25,45 Meter. Kennen Günther Zeiler lich 5:2, dann 5:3 und 6:3. Aber auch da gaben die Stuttgarter noch nichts verloren. In den letzten zehn Minuten wurde das Ergebnis noch auf 6:4 verbessert. Zehn Tore In einem Endspiel! Das hatte es bisher noch nie gegeben. Neun wurden schon zweimal registriert und zwar einmal vor und einmal nach dem Krieg. Die Mannschaften standen wie folgt: <5 (halte 04: Mellage; Bornemann, Nattkämpfer; Tibulski, Szepan, Valentin; Kallwitzki, Gellesch, Pörtgen, Kuzorra, Urban. Stuttgart: Knapp; Seibold, Kotz; Rebmann, Buck, Hahn; Koch, Rutz, Haaga, Bökle, Lehmann. Nach dem Wechsel stand der Stuttgarter Sturm wie folgt: Haaga, Koch, Bökle, Rutz, Lehmann (von rechts nach links). Stuttgart hatte Schwächen in der Hintermannschaft, aber auch die Schalter Abwehr arbeitete nach der Pause sehr fehlerhaft. Die beiden Läuferreihen hielten sich die Waage, aber im Sturm hatte Schalke ein klares Uebergewicht. Schalkes bester Mann war der Linksaußen Urban. Bei Stuttgart gefielen Haaga und Bökle besonders. Vor der Pause ging Schalke in der 6. Minute durch Urban, in der 38. Minute durch Pörtgen und in der 43. Minute durch Gellesch mit 3:0 in Führung. Nach dem Wechsel erhöhte Pörtgen nach acht Minuten aus 4:0. Dann brachte Stuttgart in der 9. und 12. Minute durch Bökle zwei Gegentreffer an. Kallwitzki erhöhte in der 20. Minute auf 5:2 für Schalke, Koch verkürzte auf 5:3, Pörtgen stellte das 6:3 her und Rutz endlich beendete in der 40. Minute mit einem vierten Stuttgarter Treffer den Torreigen. B e ft (Frankfurt-Höchst) leitete zufriedenstellend. Das Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft zwischen dem Titelverteidiger Schalke 04 und dem VfB. Stuttgart hatte Köln wieder ganz in seinen Bann geschlagen. Wie schon beim Länderkampf gegen Spanien vor sechs Wochen stand die Stadt im Zeichen des Fußballs, überall kannte man nur ein Thema: „Wer gewinnt das Endspiel?" Am Samstag und Sonntag kamen 8000 Stuttgarter und 20 000 Anhänger von Schalke nach Köln, und als der Schiedsrichter Best (Frankfurt- Höchst) den Kampf um 16 Uhr anpfiff, war das Kölner Stadion wieder vollkommen ausverkauft. 72 000 Menschen hielten die Ränge besetzt und befanden sich trotz der Hitze in bester Stimmung. Sie hatten auch allen Grund dazu, denn unten auf dem herrlichen, wohlaepflegten Rasen wickelte sich ein Spiel vor ihren Augen ab, das keiner so schnell vergessen wird. Besonders Schalke befand sich in einer Verfassung, spielte mit einem Elan, so daß selbst die doch sehr hochgeschraubten Erwartungen noch übertroffen wurden. Stuttgart kam in der ersten Halbzeit bei diesem „Kreiselspiel" nicht mit. Die Schwaben kämpften zwar mit der letzten Kraft, liefen sich die Lunge aus dem Leib, Schalkes Technik aber war nicht beizukommen. . Die „Knappen" kombinierten, daß es eine Freude war. Erft in der zweiten Halbzeit konnten die Stuttgarter den Schaltern einigermaßen beikommen. Mit umgeftelltem Angriff beherrschten sie minutenlang das Feld und drängten Schalke in die Abwehr zurück. Als beim Stande von 4:0 zwei Treffer für die Stuttgarter fielen, glich das Stadion einem Hexenkessel. Die 8000 Schwaben feuerten ihre Mannschaft an und die gab ihr Letztes her. Aber Schalke blieb obenauf. Es hieß schließ- Szpon'k 11,7 6et; Großen- 1 terlaufes 1 | t Lä^er .en zwan» 1900 : Der Spielverlauf: Der Kampf kam schwer in Gang, einige Ausbälle. Außerdem verursachte mann der Gäste, der — ein Witz — im 56,6 Sek. Zwischen Fischer und Jung ging es zunächst hart auf hart. Der lachende Dritte war jedoch Langrock. 800 Meter: 1. Peters (1900) 2:06,6 Min.; 2. Gren. Baumstieger (1900) 2:08,9 Min.; 3. Hofmann (Tv. Alten-Buseck) 2:13,6 Min. 1500 Meter: 1. Gren. Baumstieger (1900) 4:30,6 Min.; 2. Peters (1900) 4:31,5 Min.; 3. So- bezak (VfB.-R.) 4:37,5 Min. Baumstieger fiel es schwer, seinen Klubkameraden Peters abzuschütteln. 5000 Meter: 1. und 2. Hans und Franz Neide! (Tv. Heuchelheim) 17:18,5 Min.; 3. Walter (Münzenberg) 17:40,5 Min. Hier hätte ein tüchtiger Schrittmacher auch für wesentlich bessere Zeiten gesorgt. Ein gemeinsames Durch-das-Ziel-Gehen sollte bei Meisterschaften unterbleiben. Hochsprung: 1. Utoff. Langenohl (VfB.-R.) 1,70 Meter; 2. Gefr. Beyer (1900) 1,68 ; 3. Lepper (Tv. Alten-Buseck) 1,65 Meter. Langenohl erwies sich als der Beständigste und wurde Meister. Stabhochsprung: 1. Jung (1900) 3,20 Meter; 2. Gefr.Bvnstein (1900) 2,82 Meter. Infolge Stabdefektes konnte nicht ausgesprungen werden. Weitsprung: 1. Stengel (Tv. Gr.-Linden) 6,35 Meter; 2. Felsing (1900) 6,16 ; 3. A. Klinke! (Ty. Lollar) 6,06 Meter. Dreisprung: 1. Jung (1900) 12,18 Meter; 2. Utoff. Langenohl (VfB.-R.) 11,73; 3. Pieh (VfB.- Reichsbahn) 11,63 Meter. Außer Konkurrenz und auch auf nicht wettkampfgerechte Art sprang Helm („Jugend 06" Betzdorf) 13,06 Meter. Schützen-Union beteiligt. So trug tm Jahre 1909 eine Mannschaft in Hamburg im Pistolenschießen den Sieg davon. In der Einzelkonkurrenz im Pisto lenschießen wurde der deutsche Schütze Fischer im Jahre 1908 in Wien Weltmeister. Auch im Gewehrschießen im Jahre 1909 waren die Deut schen erfolgreich; damals errang Bachmeyer (Hamburg) die Weltmeisterschaft. So findet denn die diesjährige Beteiligung Deutschlands an den Weltmeisterschaften im Schießen überall größte Aufmerksamkeit, und man sieht daher auch mit großer Spannung den Ausscheidungskämpfen entgegen. Gängertreffen in Großen-Linden. * Großen-Linden, 24. Juni. Nachdem die Gruppen I und III des Sängerkreis Gießen ihre Wertungsfingen schon im Monat Mai in Heuchelheim und in Wieseck abgehalten hatten, fand die Sängertagung für die Gruppe II gestern in Großen- Linden statt. Die Veranstaltung begann am Vormittag mit dem Wertungssingen in der Turnhalle, zu dem Musikdirektor i) ob er t» Bensheim als Wertungsrichter erschienen war. Es nahmen 18 Vereine aus den Orten Garbenteich, Watzenborn-Steinberg, Grüningen, Hausen, Leihgestern, Steinbach, Lang- Göns, Großen-Linden und Kirch-Göns an dem Singen teil. Jeder Vereine mußte zwei Chöre oortragen. Das Wertungssingen war kurz nach 12 Uhr mittags beendet. Gegen 14 Uhr formierte sich ein Festzug, dem sich außer den Gesangvereinen noch die übrigen Vereine usw. von Großen-Linden angeschlossen hatten. Nach einem Umzug durch die viel Fahnenschmuck tragenden Straßen, sand auf dem Festplatz bei der neuen Schule eine Kundgebung statt. Die Kundgebung wurde eingeleitet mit dem gemeinsam gelungenen Deutschen Sängergruß von Methsessel und dem Lied der Bauleute von Schüler unter Leitung des Kreisdirigenten Blaß- Gießen. Im Namen der Gemeinde Großen-Linden begrüßte Bürgermeister Michel die Sänger und Gäste auf das herzlichste. Er sprach dann über das deutsche Lied, das sich aus deutschem Herzen und deutscher Seele geboren, über allen Zwiespalt, Klassen und Ständen hinweg erhalten habe. Anschließend hieran sprach Kreiswalter Koch- Gießen über die hohen Ideale des deutschen Liedes und ermahnte besonders die Jugend neben der sportlichen Betätigung sich auch der Pflege des deutschen Liedes zu widmen. Im Auftrage des Gaues nahm dann der 2. Gauführer Schulrat Born zu längeren Ausführungen das Wort. Für 40jährige aktive Mitgliedschaft wurden von ihm die Sänger Kaspar Spies, Konrad Spies und Konrad Schäfer vom Gesangverein „Germanie" Lang-Göns und für 50jahrige aktive Mitgliedschaft der Sänger Jvh. Sommer vom Gesangverein „Germania" Watzenborn-Steinberg geehrt. Zur weiteren Ehrung erklang von dem Massenchor der Deutsche Sängergruß. Der 2. Gau- führer weihte dann noch die Hakenkreuzwimpel für die Sängerfahnen. Nach dem Chor: „Deutschland heil'ger Name," einem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland und dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied fand die Kundgebung ihr Ende. Im Anschluß begaben sich die Sänger in den Saal der Wirtschaft „Zur Sonne", um hier die öffentliche Kritik des Wertungsrichters, Musikdirektors Döpert, entgegen zu nehmen. Der Wertungsrichter erkannte hierbei an, daß die Vereine fleißig gearbeitet hatten und daß die Leistungen recht gute gewesen seien. Eine schriftliche Krittk wird jedem Verein noch zegestellt. Am Nachmittag und Abend fand auf dem Platze bei der Schule ein vom Wetter sehr begünstigtes Volksfest statt. Ausländische Journalisten in Bad-Nauheim. Lpd. Bad-Nauheim, 23.Juni. Seit einigen das Gaupresseamt der Tagen sind, wie ... NSDAP, berichtet, eine Reihe namhafter ausländischer Journalisten, die ihren Sitz in Berlin haben, Handball der Sp.-Dq. 1900. 10:7-$ieg in Pohl-Göns. Am Sonntag erledigte die erste Handball-Elf der Spielvereinigung 1900 ein Gesellschafts-Rückspiel in Pohl-Göns. Die 1900er erwiesen sich den als starke Heimmannschaft bekannten Pohl-Gönsern überlegen und siegten, obwohl sie einige gute Kräfte ersetzt hatten, verdienter, als es das Schlußresultat von 10:7 ausdrückt. In der ersten Halbzeit sah es zu- nächst nicht nach einem Gießener Sieg aus. Die Gastgeber nutzten den starken Wind geschickt aus und sicherten sich bereits nach einer Viertelstunde einen 4:1-Vorsprung. Die 1900er kamen jedoch bald besser ins Spiel und erzielten einen Halbzeitstand von 6:5 zu ihren Gunsten. Nach dem Wechsel schnürten die Blauweißen ihren Gegner oft ein. Es würben noch weitere vier Tore erzielt. Sehr oft waren Latte und Pfosten im Wege. Durch gelegentliche Durchbrüche kam auch die Turnermannschaft zu zwei weiteren Toren. Dm Spiel wurde hart, aber nicht unfair durch- geführt. Die 1900er-Mannschaft hatte ihre Stärken im Jnnensturm, Mittelläufer und Torwart. Bezirkssportfest der Ueichsbahn-Turn- und -Sportvereine in Gießen. Der Bezirks-Turn- und Sportleiter Mathias Urmitzer hat dem VfB.-Reichsbahn die Ausrichtung des Bezirkssportfestes 1935 übertragen. Dieses Sportfest führt die Aktiven der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine des Direkttonsbezirks Frankfurt am Main zu friedlichem Wettkampf zusammen, lieber 20 Reichsbahn-Turn- und Sportvereine werden teilnehmen. Zu den bekanntesten zahlen Frankfurt a. M., Gießen, Hersfeld. Bebra, Limburg und Dillenburg. Das Programm dieses Tages bringt Leichtathletik, Fußball und Handball. ~ Leichtathletik: Etwa 200 Teilnehmer star- ten in den üblichen leichtathletischen Konkurrenzen. Allein neun Staffeln werden gelaufen. Den Siegern stehen wertvolle Ehrenpreise und Plaketten in Aussicht. Fußball: Die Ligamannschaft des VfB. Reichsbahn spielt an diesem Tage gegen den Gau- ligaoerein „Hessen"-Hersfeld. Die Gäste stehen zur in Bad-Nauheim anwesend, um die Einrichtungen des Weltbades zu besichtigen. Die Führung hatte der geschäftsführende Vorsitzende des Verbandes der ausländischen Pressevertreter in Berlin, von Kü» geigen. Die Gäste vertreten insgesamt 120 ausländische Zeitungen. Im Rahmen dieses Besuches fand am Sonntag eine Begrüßung im Kurhaus statt, an der die rhein-mainische Presse durch das Gaupresseamt und die Landesstelle des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vertreten war. Ein Rund- gang durch die Betriebe und Anlagen des Staatsbades und der Kurverwaltung sowie der Ausstellung Frankfurter und oberhessischer Künstler schloß sich an. lieber die Eindrücke befragt, die die Gäste von dem Staatsbad und seinen Einrichtungen hatten, hielt man mit der Bewunderung für die stille, ehrliche Arbeit, die hier zum Wohle der leidenden Menschen geleistet wird, nicht zurück. Insbesondere hatte der Vortrag von Professor Weber, dem Leiter des Balnevlvgischen Universitäts-Instituts das Ohr der Gäste. Die Gäste waren der Ansicht, daß die erreichten wissenschaftlichen Resultate der weitesten ' Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden müß- ten. Nachdem ein Besuch der Taunusbäder den Gästen die ganze Lieblichkeit unseres Mittelgebirges enthüllt hatte, schloß der Besuch der ausländischen Journalisten mit einer Reportage, die der Reichssender Frankfurt a. M. in Bad-Nauheim veranstaltete. Diesem Besuch reiht sich am kommenden Mittwoch die Ankunft führender ungarischer Persönlichkeiten — etwa 30 Personen — an. Am 30 Juni Hoberodskops-Heff 1933. LPD. Lauterbach, 23.Juni. Das diesjährige Hoherodskopffest ist auf den 30. Juni vorverlegt worden. Die Vorarbeiten find bereits durch den Zweigverein Lauterbach vom VHC. zum Abschluß gebracht worden. Zur Aufführung gelangt u. a. ein Heimatfestspiel „Dir, mein Vogelsberg", verfaßt von dem Heimatdichter Schirmann in Mainz. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 24. Juni. Am heutigen Montag wird unser Mitbürger Heinrich Rodenhausen 75 Jahre alt. Trotzdem er über 30 Jahre infolge eines Unfalls körperlich nicht mehr auf der Höhe ist, besitzt er noch einen gesunden Humor. Als Sänger hat er über 30 Jahre aktiv im Gesangverein „Konkordia" (jetzt Sängervereinigung) mitgewirkt. Nahezu 40 Jahre ist er ununterbrochen Leser des Gießener Anzeigers. + Grünberg, 23. Juni. Nachdem Mitte März hier etwa 200 Ehrenkreuze für Frontkämpfer zur Ausgabe gelangten, wurden am Samstag wiederum 50 Ehrenkreuze ausgeteilt. Außer Frontkämpfern erhielten diesmal auch Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene die Auszeichnung. Die Austeilung, die im Sitzungssaale des Rathauses erfolgte, nahm der kommissarische Beigeordnete Otto Stein vor. — Am Tag des deutschen Liedes trat der hiesige Männerchor mit mehreren Chören an die Öffentlichkeit. Nach dem Vormittagsgottesdienst brachte er unter Leitung feines Chormeisters Musiklehrer Leib (Gießen) in der Neustadt, auf dem Marktplatz und am Denkmalsplatz drei Lieder zum Vortrag. Kreis Schotten LPD. Schotten, 24. Ium. Auf Veranlassung der staatlichen Stelle für Naturschutz in Preußen findet in der Zeit vom 28. Juni bis 2. Juli von Vorbereitungen zum Austrag der Ausscheidungskämpfe für Deutschland übernommen, Sonntag, 23. Juni, auf den Bürgerlichen Schießständen stattfinden und naturgemäß größtes Jnter- esse^beanspruchen. Deutschland stellt zu den Kämpfen in Rom eine Fünfer-Mannschaft im Kleinkaliberschießen und eine solche im Pistvlenschie- ß e n. Hierzu kommen noch je fünf Ersatzleute, so daß am Sonntag in Frankfurt a. M. die 20 besten deutschen Schützen ermittelt werden, die in Italien die deutschen Farben vertreten sollen. Vor dem Weltkrieg war Deutschland fast immer an den Weltmeisterschaften der Internationalen die am Fulda aus eine große vsgetattonskund- liche Studienfahrt durch den Vogels» berg statt. Der Urwald am Taufstein die Buchenwälder am Hoherodskopf und das Hochmoor werden als besonders interessante Erscheinungen eingehend besichtigt werden. Kreis Lauterbach. LPD. Lauterbach, 23. Juni. In Grebenhain fanden Arbeiter den seit einer Woche vermißten Polizeidiener einer Nachbargemeinde tot aus. Der Unglückliche hat offenbar eine Sprengkapsel im Munde zur E xplosion gebracht, da der Kopf vom Rumpfe getrennt war. Familienstreitigkeiten sollen die Ursache zu dieser Tat fein. Wie erinnerlich, ereignete sich erst vor einiger Zeit ein ähnlicher furchtbarer Selbstmord Preußen. Haushaltsplan des Kreises Wetzlar für das Rechnungsjahr 1935. Wetzlar, 22. Juni. Der Haushaltsplan des Kreises Wetzlar für das Rechnungsjahr 1935 schließt im ordentlichen Haushaltsplan in der Einnahme mit 1 529 100 RM. und in der Ausgabe mit 1 818 100 RM. ab, weist also einen Fehlbetrag von 289 000 RM. auf. Die Einzelpläne schließen in Einnahme und Ausgabe mit folgenden Beträgen ab: Aus dem Vorjahre: Einnahmen 23 500 RM.. Ausgaben 146724 RM.: Vermögensverwaltung: Einnahmen 21713 RM., Ausgaben 22 350 RM.: Allgemeine Kreisverwaltung einfchl. Kassenverwaltung: Einnahmen 33 994 RM., Ausgaben 262 994 RM.; Kreisbauamt: Einnahmen 36 988 RM., Ausgaben 224 538 RM.: Kreiswohlfahrtsamt: Einnahmen 237 450 RM., Ausgaben 763 099 RM., Wirtschaftliche, kulturelle und gemeinnützige Zwecke: Einnahmen 105 958 RM., Ausgaben 172 886 RM.: Steuern und Abgaben: Einnahmen 1060 000 RM., Ausgaben 197 576 RM.; Insgemein: Einnahmen 9497 RM., Ausgaben 27 933 RM Der außerordentliche Haushaltsplan ist in Einnahme und Ausgabe mit 121250 RM. ausgeglichen. Die Steuersätze für die Kreisumlage sind wie folgt festgefetzt: a) für die Städte Wetzlar und Braunfels und die aus den Kreisen Biedenkopf und Usingen zum Kreise Wetzlar hinzugetretenen Gemeinden, für die die Amtsverfassung nicht bestand, auf 90 v. H. der Einkommen- und Körperschaftssteuerüberweisungen, 90 v. H. der staatlich veranlagten Grundvermögensteuer, 90 v. H. der staatlich veranlagten Gewerbesteuer und 90 o. H. der Bürgersteuer nach dem einfachen Reichssatz: b) für die übrigen Gemeinden mit ehemaliger Amtsverfassung auf 110 v. H. aller vorbezeichneten Steuerarten. Die Kreisumlage bleibt hiernach gegen das Vorjahr unverändert. Die unterschiedliche Belastung gründet sich darauf, daß an den durch die Rechtsnachfolge des Kreises infolge der Aemterauflöfung entstehenden Lasten die Städte und Gemeinden, für die die Amtsverfassung nicht bestand, nicht so hoch als die übrigen Gemeinden beteiligt sind. Der Höchstbetrag des Kassenkredits, der im Rechnungsjahr 1935 zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Kreiskommunalkasse in Anspruch genommen werden darf, ist auf 53 728 RM. festgesetzt. Der Darlehnsbetrag, der zur Bestreitung von Ausgaben des außerordentlichen Haushaltsplanes im Rechnungsjahr dienen soll, ist auf 56 600 RM festgesetzt. Kreis Wetzlar. ♦ Dornholzhausen, 22. Juni. Die 13 Jahre alte Schülerin Anna Braun, Tochter des Landwirts Braun von hier, kam so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen Bruch des linken Unterschenkels zuzog und nach Gießen in Behandlung gebracht werden mußte. Kreis Biedenkopf. m Gladenbach, 23. Juni An der Einmündung der Burgstraße in die Marktstraße ereignete sich heute morgen ein Verkehrsunfall. Der Motorradfahrer O. Kehlnbach fuhr gegen ein Auo und wurde samt seiner Maschine einige Meter weit mitgeschleift. Er kam schwer zu Fall und erlitt einen Unterschenkelbruch. Der Kraftwagen fuhr gegen einen Milchwagen, so daß auch Sachschaden entstand, insofern, als sich der Milchinhalt des Wagens auf die Straße ergoß. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, 26. Juni. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. | Fernsehen aus derVDL.-Tagima in Hamburg. Im Rahmen der 37. Jahrestagung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker zeigte die Deutsche Reichs- post erstmals das Ge g e n s e r n s e h s p r e ch e n, d. h. man konnte beim Telephonieren den Partner aus der Scheibe des Fernsehers sehen. — Unser Bild zeigt die Fernempfang-Sprechstelle. Rechts unten: Das Bild des Partners im „Fenster" — (Scherl-M.) Das deutsche Lugendfest auf dem Lande Zn Grünberg. t (Brünberg, 22. Juni. Am Wettkampfort Grünberg traten am Samstag 400 Jugendliche (10 bis 14 Jahre) zum Wettkampf an. Fähnlein 13 des Deutschen Jungvolks (Führer Menzinger) aus den Orten Grünberg, Stockhausen, Weickartshain, Lauter und Queckborn beteiligte sich mit 126 Pimpfen, da- Zwei Drittel aller Ivaldbrände werden durch Zündhölzer und Zigaretten verursacht Seid vorsichtig — schützet den Wald! von wurden 83 Sieger, die beste Leistung erzielte Fritz Rebensberger (Grünberg) mit 291 Punkten. Vom Fähnlein 14 (Führer Bär) aus den Orten Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Lumda, Reinhardshain und Stangenrod mit rund 84 Teilnehmern wurden 44 Sieger, die beste Leistung erzielten hier Karl Becker (Göbelnrod) und Karl M e n z (Reinhardshain) mit je 268 Punkten. Die Jungmädel aus Grünberg, Queckborn, Lauter, Weickartshain, Stangenrod, Reinhardshain, Beltershain und Göbelnrod (Führerin Hilde K o h l b a ch) traten in einer Stärke von 120 an, wovon 61 Siegerinnen wurden, beste Leistung erreichte Gudrun Röhm (Grünberg) mit 271 Punkten Von nicht organisierten Schüler und Schülerinnen aus obigen Orten nahmen teil: 26 Knaben mit 11 Siegern und 44 Mädchen mit 31 Siegerinnen. Beste Leistungen erzielten hier Artur K l ö s (Grünberg) mit 230 Punkten und Hilde C h r i st (Grünberg) mit 287 Punkten. Insgesamt konnten somit von 400 Teilnehmern 230 die Siegernadel erringen. Lang-Gönser Lugend in Leihgestern. s. Lang-Göns, 23. Juni. Das hiesige Jungvolk, die Jungmädels uftd die Nichtorganisierten Schüler von Lang-Göns nahmen gestern an den Jugendwettkämpfen in Leih ge st ern teil. Von den HO Schülern errangen 57 über 180 Punkte und damit die Siegernadel. Bei den Mannschaftskämpfen siegten freilich die Leihgesterner. Dafür stellte aber Lang-Göns die b e st e Einzelsiegerin des Tages: Ottilie Stoll (Jungmädel) mit 346 (!) Punkten — Nachstehend die fünf ersten Jugendlichen jeder Altersklasse aus Lang-Göns: A. Jungvolk: Kurt Philipp 269 P., Ewald Spies 292 P., Ewald Fell 269 P., Otto Becker 264 P., Wilhelm Kümmel 261 Punkte. — B. Jung- mädel: Ottilie Stoll 346 P., Edith Schachner 279 P., Gisela Rompf 241 P., Elisabeth Rompf 240 P., Erna Muller III. 240 Punkte. — C. Nicht- organisiert: Otto Stoll 260 P., Heinz Wilhelm 202 P., Erwin Zahrt 185 P. — Anna Rudolph 207 P., Ottilie Heidt 190 P., Erna Boller 183 P. Bei den heutigen Sportkämpfen der Hitlerjugend (ebenfalls in Leihgestern) schnitt die Kameradschaft 3 (Schar 1) aus Lang-Göns am besten ab Unter Kämpfern hatten sie neun Sieger. Mit Führer und neun Siegern hatte die Mannschaft 2096 'Punkte. — Die Kameradschaft 1 stellte außerdem den besten Einzelsieger der gesamten HI.. Es ist dies Kurt Wagner aus Lang- Göns mit 272 Punkten. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 26. Juni. 6 Uhr: Choral, Spruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Morgenmusik. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienft. 11.45: Bauernfunk. 12: Für Freunde frohen Sinns Vergnügliche Weifen zur Mittagsstunde. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Nachklänge vom Hebelfest in Hausen im Wiesenthal. 16: Liederstunde. Acht Kammergesänge. 16.30: Aus Zeit und Leben. Oberhessische Industrie: Holzwerk Himmelsbach — Eisenwerk Buderus in Hirzenhain. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Saarsendung. 18.45: Das Leben spricht. 19: Abendmusik. 19.50: Bauernfunk. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Von deutschen Helden auf allen Meeren". 20.45: Kammersänger Marcel Wittrich von der Staatsoper Berlin singt: 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Volksmusik. 23: Nachtmusik Donnerstag, 27. 3uni: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Morgenmusik. In der Pause (7): Zeitangabe, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10: Sendepause. 10.15: Schul- lunL Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschlage ür Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst 11.45: Bauernfunk 12: Mittagskonzert 1 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II 14: Nachrichten 14.15: Wirtschaftsbericht 14.45: Sendepause. 15: Nach- richten der Gauleitunq. 15.15: Kinderfunk 16: Kleines Konzert. 16.30: Was bringen die Zeitschriften des Monats (Juni)? 16.40: Eine Künftlerehe. Christine Hebbel. Zu ihrem 25. Todestag (29 Juni). 17: Nachmittagskonzert 18.30: Kunftbericht der Woche. 18.35: Der deutsche Student im Rundfunk (Wachswiedergabe). 19: „Liebe fei vor allen Dingen unser Thema, wenn wir fingen" 20: Nachrichten Anschließend: der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Pfälzische Bauernmusik 21: Paul Laven: Stegreiferzählung 21.15: „Der Millionär". Ein Lustspiel nach Musikantendorf Von Heinz Lorenz Lambrecht. 22: Nachrichten Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.20- Menschen und Landschaft. Kreuz und quer durch das Sendegebiet 23: Volksliedsingen Aus der Singwoche der Abteilung Volkstum und Heimat in der NS.-Kulturgemeinde. 24 bis 2: Nachtmusik A Die deutsche Arbeitsfront y / n.9.=6emeinf(haft „Graft durch Freude" ©porffurfe des Sportamts Gießen „Kraft durch Freude^. Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Freitag von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele Nur für Frauen, jeden Donnerstag von 20 bis 21 Uhr für jüngere, 21 bis 22 Uhr für ältere, Lyzeum, Dammftraße. Retten. Jeden Montag von 21 bis 22 Uhr, jeden Dienstag von 21 bis 22 Uhr, jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Morgens von 6.30 bis 7.30 Uhr und am frühen Nachmittag können noch weitere Reitkurse eingerichtet werden. Anmeldungen (schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungszeiten und Tage) nimmt das Sportamt, Schanzenstraße 18, entgegen. Die Kosten betragen 6 Sportmarken ä 1 Mark = 6 Mark für DAF.-Mitglieder, bzw. 6 Sportmarken ä 1,50 Mart - 9 Mark für Nichtmitglieder. Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Samstag von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Volksbad; jeden Montag von 18 bis 19.45 Uhr, Badeanstalt des Männerbadevereins. Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr, jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Montag von 18 bis 19 Uhr und 19 bis 20 Uhr, Anfängerkursus, Städt. Plätze am Schützenhaus. Zu diesen Kursen werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Die Kosten betragen 5 Sportmarken ä 80 Pf = 4 Mark für DAF.-Mitglieder, bzw. 5 Sportmarken ä 1 Mark = 5 Mark für Nichtmitglieder. In dieser Gebühr sind mit einbegriffen: Platzbenutzung, Bälle, Schläger und Balljungengebühr. Für Fortgeschrittene werden Uebungsstunden ohne Lehrer eingerichtet. Die Kosten hierfür betragen 5 Sportmarken ä 40 Pf., bzw ä 60 Pf. Boxen. Auch für die Boxkurse werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Für Gruppen aus Vereinen und Betrieben können Sonderkurse eingerichtet werden. Die Kosten betragen 6 Sportmarken ä 40 Pf. -- 2,40 Mark, bzw. 6 Sportmarken ä 60 Pf. = 3,60 Mark. Anmeldungen schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungszeiten und Tage an das Sportamt, Schanzenstraße 18. ♦ In allen Orten können „Kraft-durch-Freude"» Sportkurse aller Art eingerichtet werden, wenn sich eine Anzahl Teilnehmer (ca. 15 bis 20) finden. Auskunft erteilen die Orts- und Betriebswarte „Kraft durch Freude", sowie das Sportamt, Gießen, Schanzenstraße 18. Wacht alle mit! ■ Lichtspielhaus» Gießen | ■ Ab heute Montag, täglich 4. 6 und 8.30 Uhr: I Heien Hayes | in Lewis Stone j73 V IIAM BRAND „Zm Löwen", Neuenweg 28, stehen folgende Möbel zum Verkauf: 2 Bücherschränke (eiche), Büfetts (nußbaum und eiche, eins davon 2,40m lang), 4 Vertikos, 4 Komo- den, 4 kompl. Küchen, 3 Schreibtische, Kleider- u. Wäscheschränke, 1 Ausziehtisch für 24 Personen (eiche), 12 Betten mit Keil und Federzeug, 4 Sofas, 2 Damen- sriseurtoil etten m. Sessel, 2 Spiegel, 3 Glasschränke, 2 Cisschränke, 1 Nähmaschine, Tische, Kinderbetten,mehrere Wändet geeignet für Gartenhäuser), 1 Sekretär, 4 Obstvrefsen, Rexgläfer, Wasch- und Nachttische, Deckenbeleuchtungen, 1 Lexikon usrv. 3741a Verkauf am Dienstag ab 9 Uhr Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Dr. Richard Rein l’5eLi^utUMOrsc^cr?. ’u ^.^•gemeinverständliche, hochwertige naturwissen- Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender anL°MC.rf,4äCh!lchcn Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von P?’?U-e^H2rt»rahevehtendCDMltorcntCrnnUSallen0cbie,endNaturwisscnschaftcn- Preis, vierteljährlich nur RM. 2.50. - Probehefte und Werbeblätter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde