ltt.120 Liftes Blatt 185. Zahrgang 5re«ag,2t|. Mai 1435 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen S-'röE* fflFX c* ♦ pass IHiAifAitAf 11 itWAAi* ZS.“ Monatr-Vezugspreis: H W UW B Bx MA Bx B B Bz B 8r B B M WWW 0/ Bi für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 IV II SHB ■< B B ■< ■ / | || Hf II I Hf H Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte , 1.80 M ■ M W WL W W H Jffl ■ H ■ W B W Bl B anzeigen von 70 rnrn Brette Zustellgebühr.. „ -.25 W U | WIBwA' BL11 B U B W W A 60 Rpf.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen B schwieriger Satz 25"^ mehr IVX V «rmastgu »runOpr.ife: -ZM General-Anzeiger für Nberhessen WW gronffurt am Main 11686 Druck uttö Verlag: Vrühl'sche Universttätr Vuch- und Steinörutferd R.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r ^enrgenab^^^?ü^e9staffd b Das deutscheWehrgefetz Von Walter Lost, Major im Isteichskriegsministerium. „Grüßen Sie meinen Freund Scharnhorst und sagen ihm, daß ich es ihm ans Herz legte, vor eine Nationalarmee zu sorgen ... Niemand in der Welt muß eximiert sein, und es muß zur Schande gereichen, wer nicht gedient hat." Diese Worte schrieb der alte Blücher, bei dem die Buchstaben oft wunderlich durcheinander purzelten, ohne daß die Klarheit der Gedanken darunter litt, am 3. August 1807, wenige Wochen nach dem schmachvollen Diktatfrieden von Tilsit an Gneise n a u. 128 Jahre später schenkt Adolf Hitler mit dem Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 dem neuen Deutschland eine neue Nationalarmee. „Wehrdienst ist Ehrendien st am deutsche n Volk. Jeder deutsche Mann ist wehrpflichtig", — lauten die ersten Sätze des Wehrgesetzes. Kein Deutscher wird künftig davon befreit sein, den Ehrendienst am Volke mit der Waffe zu leisten; wer tauglich ist und nicht gedient hat, wird der Schande verfallen. So ist das erste Gefühl, das alle Deutschen an diesem historischen Tage der Nation beseelt, das des Dankes an Adolf Hitler als den Vollstrecker des Testamentes der deutschen Geschichte, den Hüter unserer Ehre und unseres Lebensrechtes, den Schirmherren unserer Freiheit und unserer Sicherheit. Denn wenn es ein für alle Epochen der deutschen Geschichte gültiges politisches Gesetz flibt, dann ist es das, daß wir st a r k fein müssen, um frei zu sein, daß wir wehrhaft sein müssen, um im Frieden leben und schaffen zu können. Und wenn es einen Grundsatz germanischdeutscher Ehr- und Rechtsauffassung gibt, der Wandlungen von Kultur und Zivilisationen siegreich überdauerte, dann ist es der, daß die Freiheit und die Ehre des deutschen Mannes das Recht einschließen, mit der Waffe für die Gemeinschaft, für Stand, Volk und Staat einzutreten. Das neue Gesetz der allgemeinen und gleichen Wehrpflicht verknüpft die deutsche Gegenwart des 20. Jahrhundert mit der germanischen Vergangenheit vor zwei und mehreren Jahrtausenden. Es verbindet ebenso den neuen deutschen Staat mit seinen staatlichen Grundelementen, dem alten Preußen der großen Hohenzollern, dem erneuerten Preußen des Freiherrn vom Stein, Scharnhorsts, Gneisenaus und Doyens, dem Preußen-Deutschland von Bismarck, Roon und Moltke. Die stolzesten Erinnerungen unserer Geschichte werden in diesen Tagen wach. Wie das Wehrpflichtgesetz vom 3. September 1814 mithin in den Befreiungskriegen symbolisch das Ende des Friedens von Tilsit ankündigte, so löscht das Gesetz vom 21. Mai 1935 das Kernstück des Diktats von Versailles aus dem deutschen Leben. Und wie bas „Gesetz betr. die Verpflichtung zum Kriegsdienst" vom 9. November 1867 zur Grundlage der Macht und Stärke des Zweiten Reiches wurde, so wird das neue Wehrgesetz das eherne Fundament des Dritten Reiches sein. Heute wie vor 121 Jahren beendet ein neues Wehrgesetz eine wehrpolitische Revolution größten Ausmaßes. Was damals durch den Machtspruch der Waffen verwirklicht wurde, wird heute auf dem Wege friedlicher Revision zur Tatsache: Ein unanwendbar gewordenes Diktat wird beiseite gelegt. Die neue Wehrmacht ist „die soldatische Erziehungsschule des deutschen Volke s". Das ist die große Aufgabe, die Doyen der preußischen Armee einst stellte. Auch die Einteilung des Wehrdienstes entspricht bewährten Erfahrungen der früheren preußisch-deutschen Wehrordnung. Aktiver Dienst und Beurlaubtenstand, Reserve, Ersatzreserve, Landwehr und Landsturm sind Begriffe, die jeder alte Soldat kennt und die jetzt zu neuem Leben erwachen. Sv ist die Wiedergeburt des deutschen Volksheeres der allgemeinen Wehrpflicht Erfüllung und Rechtfertigung preußisch-deutscher Geschichte. Das ist der Sinn der Ehrung, die Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg seinen Vorgängern Scharnhorst und Boyen, den Schöpfern der preußischen Wehrpflicht, darbringt. Mit dem Lorbeer, der an ihren Gräbern niedergelegt wird, grüßt die neue Wehrmacht die alte preußisch-deutsche Armee und ihre jüngeren Geschwister, die frühere Marine und die deutsche Luftwaffe des Weltkrieges. Wer das Wehrgesetz geschichtlich würdigt, darf aber auch nicht vergessen, daß mit ihm die Ziffer 22 des Programms der NSDAP, vom 25. Februar 1920 verwirklicht wird. „Wir fordern die Abschaffung der Söldnertruppe und die Bildung eines Volksheeres". So preußisch und deutsch die Wehrpflicht ist, so nationalsozia- l ist i sch ist die Durchführung dieses Gedankens im neuen Wehrgesetz. Das Gesetz ist nationalsozialistisch im Geiste und in den Forderungen, in Rechten und in Pflichten. Es übernimmt erprobte Einrichtungen aus der alten Wehrmacht, aber es merzt auch Fehler und Schwächen der Vergangenheit rücksichtslos aus. Das Führerprinzip kommt eindeutig zur Geltung. Unter dem obersten Befehl des Führers und Reichskanzlers, des alleinigen Inhabers aller politischen und militärischen Macht, übt der Reichskriegsminister Befehlsgewalt über die drei Wehrmachtsteile, Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe, aus. Damit ist die E i n h e i t d e r politischen und militärischen Führung und die E i n- beitderWehrmachtsleitung sicher gestellt, dem unheilvollen Gegensatz zwischen dem verantwortungslosen Parlamentarismus und der ihrem Wesen nach autpritären Wehrmachtsführung ein Ende bereitet. Auch das Durcheinander höchster militärischer Dienststellen im Kaiserreiche ist beseitigt und die letzten Reste landsmannschaftlicher Re- Wehrdienst ist Ehrendienst am deuisthen Volke. Von Or. Wilhelm Frick, Reichs- und preußischem Minister des Innern. servatrechte sind getilgt. Der „bürgerlich-legitimi- stische Kompromißstaat" ist überwunden, und es wird in Zukunft auch nicht mehr seine wehrpolitischen Kompromißsünden geben. Es wird nicht mehr so sein, wie einst im Kaiserreich, daß die Stärke der aktiven Wehrmacht willkürlich auf ein Prozent der Bevölkerungszahl festgesetzt und damit der Wehrpflichtgedanke praktisch aufgehoben wird. Und der Ausbau der Wehrmacht wird nicht mehr zum parlamentarischen Schacherobjekt in Gestalt von Quinquennaten, Sextennaten und Septennaten werden. Die nationalsozialistische Weltanschauung verlangt die Unterordnung des einzelnen unter den Dienst an der Gemeinschaft. Sie läßt Vorrechte einzelner Stände und Klassen nicht zu. Deshalb ist die Dauer der aktiven Dienstpflicht, die künftig ein Jahr beträgt, für alle Deutschen gleich. Der „Einjährige" verschwindet. Der Volksgemeinschaft aller Deutschen entspricht die neue Wehr- g e m e i n s ch a f t. Dem aktiven Dienst in der Wehr- macht wird künftig die Erfüllung der Arbeitsdienst- pflicht vorangehen. Diese Tatsache unterstreicht die erzieherische Aufgabe der Wehrmacht und ihre Zusammenarbeit mit den aydereg großen Einrichtungen des neuen Staates. Das Ethos des Waffenträgers gründet sich auf die sittliche Pflicht der Arbeit für das Gemeinwohl. Der Bauer, der Arbeiter und der Soldat bilden die unlösliche Dreieinigkeit des neuen Volkes. Dem aktiven Soldaten bleibt wie bisher die politische Betätigung verboten. Deshalb ruht auch während der aktiven Dienstzeit die - Zugehörigkeit zur NSDAP, und ihren Gliederungen. Die klare Aufgabentrennung zwischen der Parte i als dem einzigen politischen Willensträger des Staates und der Wehrmacht als dem alleinigen Waffenträger der Nation forderte diese Regelung, die natürlich in keiner Weise die nationalsozialistische Grundhaltung und Erziehung in der Wehrmacht berührt. Zu den tragenden Gedanken des neuen Wehraesetzes gehören die Bestimmungen über die Rassenfrage. Die grundsätzliche Stellung des Nationalsozialismus zur Rassenfrage findet in dieser Regelung ihren logischen Niederschlag im neuen deutschen Wehrgesetz. Im ganzen gesehen stellt das Wehrgesetz einen Markstein im Äufbau des neuen Staates und Volkes dar. Wie das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit und das Reichsnährftandsgejetz die. Als die deutsche Reichsregierung am 16. März 1935 mit einer denkwürdigen Proklamation das Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht verkündete, da empfand die ganze Nation die Größe dieser Stunde. Es war einer jener Augenblicke in der Geschichte unseres Volkes gekommen, von denen Clausewitz sagt, man erkenne in ihm, daß in den großen Dingen der Menschheit ohne Mut und Entschlossenheit nie etwas getan werden könne. Die Reichsregierung erklärte, daß sie, nachdem die „hohen Vertragschließenden der ehemaligen Siegerstaaten sich einseitig von den Verpflichtungen des Versailler Vertrages g e l ö st hatten", und nachdem all ihre Bemühungen zu einer allgemeinen Abrüstung und Sicherheit zu gelangen f e h l - geschlagen hätten, ja im Gegenteil eine Forcierung der Rüstungen in aller Welt zu verzeichnen sei, sich gezwungen sähe, dem „Deutschen Volke und den anderen Staaten Kenntnis davon zu geben, daß die Wahrung und Sicherheit des Deutschen Reiches von jetzt ab wieder der eigenen Kraft der deutschen Nation anver- traut wird". Der Reichswehrminister wurde mit dem Gesetz vom 16. März 1935 beauftragt, d i e ergänzenden Gesetze über die Regelung der Allgemeinen Wehrpflicht der Reichsregierung vorzulegen. Das ist inzwischen geschehen. Am 21. Mai 1935 hat die Reichsregierung das deutsche Wehrgesetz beschlossen. Zugleich damit ermächtigte der Führer und Reichskanzler den Kriegsminister und den Reichsminister des Innern, die zur Durchführung des Wehrgesetzes erforderlichen Vorschriften zu erlassen. Das neue Wehrgesetz stellt an die Spitze seiner Bestimmungen den Grundsatz, daß der Wehrdienst Ehrendien st am deutschen Volke ist. Es stellt die alte deutsch-germanische Auffassung vom Waffendienst wieder her. Das kleine Heer, das das Versailler Diktat dem Deutschen Reich als eine Art Polizeitruppe beließ, sollte ein Söldnerheer sein, dessen Aufbau und Geist fast ausschließlich materielle Gesichtspunkte beherrschten sollten. Es ist ein ewiges Verdienst des deutschen Soldaten, der aus dem Erlebnis des Schützengrabens, dem arteigenen Empfinden, und seiner soldatischen Tradition, die Absicht der Sieger vernichtet, die Reichswehr im materialistischen Geist eines undeutschen Systems verdarben zu lassen. So konnte Das Dritte Reich, das aus den gleichen seelischen Bedingtheiten geboren ward, das der Frontsoldat Adolf Hitler mit den Millionen, im soldatischen Geist erzogenen Kämpfern der Bewegung gegen eine Welt von Feinden erstritt, weiterbauen auf einer Heeresorganiscttion, die von der glühenden Liebe zu Volk und Vaterland erfüllt war, und die Stunde ihrer Befreiung von den Fesseln der Gewalt mit stürmischem Jubel begrüßte. Auch im Bismarckreiche war die Wehrverfassung ein Teil der Staatsverfassung. Auch dort diente das Heer in letzter Linie der Größe des Reiches und war durch viele Jahrzehnte ein Hort des Friedens. Aber das Zweite Reich war doch noch nur ein vielfach äußerlich wirkender Militärstaat. Der sehr stark betonte monarchische Geist der Armee hinderte eine wirklich tiefe Volksverbundenheit und gestattete einer staatsfeindlichen Propaganda die Unterhöhlung der deutschen Wehrkraft. Das deutsche Volk hat in den furchtbaren Jahren der Nachkriegszeit empfunden, wie ein wehrloses Volk behandelt wird. Es hat aus dem großen Erleben des Weltkrieges und der harten Schule der Nachkriegsjahre die Notwendigkeit eines st arten Wehrwillens erkannt und sich in der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung seine ersten Marschformationen in die neue Zeit gebildet. So hat nun durch das Wehrgesetz der nationalsozialistische Staat die Prägung jener Wehrgesinnung, jener männlichen willensmäßigen Haltung bekommen, die als Wesenskern des Frontkämpfertums und des Nationalsozialismus nicht etwa Vorbedingungen eines Krieges setzt, sondern, wie der Führer gesagt hat, aus einer weltanschaulichen Verpflichtun'g heraus zur bewußten Wahrung des Friedens führt. Das Wehrgesetz nennt die Wehrmacht den Waffenträger und die soldatische Erzieh u n g s s ch u l e des deutschen Volkes. Es stellt ihr eine hohe Aufgabe im Leben der Nation; während die NSDAP, die große politische Erziehung des deutschen Volks ist, ersteht zu ihrer Ergänzung nun auch die soldatische Schule in der allgemeinen Wehrpflicht. Durch das Wehrgesetz wird neben dem Reichs- kriegsminister der allgemeinen und inneren Verwaltung, dem mir unterstehenden Reichs- und preußischen Ministerium des Innern, und seinen Nachgeordneten Behörden eine bedeutende und ehrenvolle Arbeit, die Durchführung des Ersatzwesens und der Wehrüberwachung übertragen. In einer Verordnung über das Erfassungswesen, die am 22. dieses Monats erschienen ist, werden das Verfahren der listenmäßigen Erfassung der Dienstpflichtigen, die Vorbereitung zur Musterung, die Erfassungsmittel und die Mitarbeit der polizeilichen Meldebehörden und Standesbeamten an der Erfassung geregelt, sowie die Wehrbezirkseinteilung für das Deutsche Reich, mit Ausnahme der entmilitarisierten Zone feftgdegt. Die listenmäßige Erfassung ausnahmslos aller Dienstpflichtigen nach den Bestimmungen der Verordnung über das Erfassungswesen bildet die unerläßliche Grundlage und Voraussetzung für ihre spätere Musterung und Aushebung. Die mir unterstellte Verwaltung, wird ihre Ehre darin sehen, die Aufgaben, die ihr aus dem Wehrgesetz erwachsen, im Sinne bester alter Verwaltungstradition restlos zu erfüllen. Alles für unser geliebtes deutsches Vaterland, seine Freiheit und seinen Schutz! Alles für den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, den Führerund Reichskanzler Adolf Hitler! England erörtert den plan einer allgemeinen Konferenz. Rückfragen in Berlin zur Klarstellung von Einzelheiten -er Führerrede werden erwogen. London, 24. Mai (DNB. Funkspruch). „Daily Telegraph" schreibt, die britische Regierung sei wahrscheinlich der Ansicht, daß Hitlers ausführliche außenpolitische Erklärung sobald als möglich von einer Konferenz aller interessierten Regierungen erörtert werden sollte. In London sei man der Ansicht, daß dieses Verfahren das beste Mittel sein würde, um festzustellen, hinsichtlich welcher Fragen und inwieweit der Weg jetzt für Vereinbarungen frei sei. Im Augenblick sei noch nichts darüber bekannt, wie und wo eine solche Konferenz einberufen werden solle. Als etwaiger Konferenzort sei ein Ort in Holland erwählt worden; aber bis jetzt habe es an der Zeit und Gelegenheit gefehlt, diese Cinzelsragen zu erwägen. Die Tatsache, daß eine Umbildung des Kabinetts in der nächsten Zeit bevorstehe, habe unvermeidlicherweise Einfluß auf den Zeitpunkt, an dem England an einer so wichtigen Konferenz teilnehmen könne. Die Pause werde auf jeden Fall damit verbracht werden, weitere bestimmte Erörterungsgegenstände ausfindig zu machen. Im Zusammenhang mit Hitlers Rede werde über eine Anzahl Punkte in Berlin nähere Aufklärung verlangt werden. 1. Die genaue Bedeutung der Worte „Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung" als Grundsätze, auf denen der Völkerbund aufgebaut werden sollte. 2. Die Frage, welche Vertragspunkte noch „durch die Methode friedlicher Verständigung" revidiert werden sollen und auf welche „moralischen und materiellen Zurücksetzungen des deutschen Volkes" dies Hitler in seiner Rede bezogen habe. 3. Die Frage, was die hinsichtlich dsr „kollektiven Zusammenarbeit für die Sicherung des europäischen Friedens" erwähnten „notwendigen Aenderungen" seien, die, wenn sie „unterdrückt werden, - künftige Explosionen veranlassen könnten". 4. Auf welcher Grundlage die Lieferung von Munition und Waffen im Frieden und im Kriege für die Teilnehmer an regionalen Nichtangriffspakten geregelt werden solle. 5. Ob Einvernehmen darüber herrsche, daß das Luftlocarno zur Begrenzung der Luftstreitkräfte strenge internationale Ueberwachung und Kontrolle der Zivilluftfahrt zwecks Verhinderung ihres Mißtrauens in Kriegszeiten Vorsorge treffen müssen. 6. An was für einen Plan Hitler gedachf habe, als er von der Verhinderung der „Vergiftung der öffentlichen Meinung durch Wort, Schrift, Theater und Kino" sprach; ob vorgeschlagen würde, daß andere Regierungen in ihren Ländern eine strenge Zensur oder ein Kontrollsystem nach deutschem Vorbild einrichten sollen. 7. Was die deutsche Definition der „Unabhängigkeit" im Falle Oesterreichs sei. Infolge der Führerrede werde vielleicht ein Aufschub der Konferenz von Rom notwendig fein. „Times" schreibt, auf der Zusammenkunft der britischen und der Dominienminister sei die Rede Hitlers begrüßt worden. Es habe der Eindruck bestanden, daß verschiedene Punkte weiterer Aufklärung bedürfen. Angeregt worden sei, durch den britischen Botschafter in Berlin Erkundigungen wegen genauerer Einzelheiten über verschiedene Punkte einzuziehen. „Daily Mail" meldet, die britische Regierung beabsichtige, dem Führer unverzüglich ihre Ansicht über die Form eines Luftabkommens mitzuteilen. Wenn ein Einvernehmen darüber erreicht werden könne, sei eine Konferenz der Locarnomächte einschließlich Deutschland nötig. Bei der Zusammenkunft zwischen britischen und Dominien- ministern sei zur Erzielung engerer Zusammenarbeit zwischen den Regierungen des britischen Reiches in außenpolitischen und Derteidigungs- fragen der Vorschlag gemacht worden, eine ft ä n - dige Körperschaft von Dominienver- tretern in London zu bilden, die in regelmäßigen Zeitabständen zur Prüfung der internationalen Lage zusammentreten würden. „Daily Expreß" meldet, daß ein derartiger Beschluß a n - genommen worden sei. Wahrscheinlich werde die Körperschaft aus den Oberkommissaren der Dominien bestehen. Die Dominienvertreter hätten in der Außenpolitik mehr mitzureden gewünscht. Die Werbung für die verstärkteLustsiotte beginnt Das Luftfahrtministerium gab am Donnerstag genaue Einzelheiten über den großen Rekrutie- r u n g s f e l d z u g für die Luftaufrüstung bekannt. Gleichzeitig erließ der Luftminister Lord London- derry den folgenden öffentlichen Aufruf: „Die Rekrutierung beginnt sofort, und i ch appelliere an die Jugend der Nation, der königlichen Luftflotte beizutreten!" Insgesamt werden im Rahmen des Luftaufrüstungsprogramms in diesem und im folgenden Jahre 2 5 0 0 Flugzeugführer und 20000 Mann Flieg er- personal mehr benötigt, von denen die Hälfte bis April 1936 eingestellt sein muß. Die jetzige Mannschaftsstärke beträgt 32 500 Mann. Bis zum Frühjahr 1937 wird sie auf 55000 Mann erhöht fein. Das neue Zentralrekrutierungsbüro wurde am Donnerstag im Luftfahrtministerium in London eröffnet. Bereits am ersten Tage sollen sich Hunderte von jungen Leuten gemeldet haben. Zehn weitere Rekrutierungsbüros werden in den wich- Lebensnormen des deutschen Arbeiters und des Bauern bilden, so ist das Wehrgesetz Sie Grundlage für den neuen deutschen Soldaten. Es ist aber u m - fassender in seiner Wirkung, weil es sich auf die ganze Nation erstreckt. Es ist die mächtigste Stütze der Einheit des Reichs und Volkes, Symbol der wiedergewonnenen Freiheit und Ehre, l^nter« pfänd eines starken Friedens der Sicherheit und des gleichen Rechts für alle Volker. Das Kampfobjekt der deutschen Gleichberechtigung, das länger als ein Jahrzehnt die internationalen Beziehungen schwer belastete, ist fortgeräumt. Das Wehrgefetz schließt nicht die Tür für eine Verständigung der Völker, sondern es macht die verrosteten und festgelaufenen Angeln dieser Tür wieder beweglich. Allerdings verstehen wir Deutschen darunter eine Tür, die zum gleichberechtigten Auf gang für Herrschaften führt. Die Tür für Lieferanten und Diener haben wir endgültig geschloffen. Die allgemeine und gleiche Wehrpflicht ist mit dem Gesetz'vom 21. Mai 1935 beut« fches Staats- und Volksrecht geworden. Die völkerrechtliche Anerkennung wird ihr trotz des Fehlurteils von Genf nicht versagt bleiben. tkgsten Städten Englands eröffnet werden. Die neuangeworbenen Flugzeugführeranwärter werden in „kurzdienende Fliegeroffiziere" und „Flugzeugführer ohne Offiziersrang" eingeteilt. Als kurz dienende Fliegeroffiziere werden junge Leute „von guter Herkunft und höherer Schulbildung" gesucht, die ein anfängliches Jahresgehalt von 325 Pfund erhalten. Nach einem aktiven Dien ft von vier Jahren werden sie dem sechsjährigen Reseroedienst überwiesen. Für die Ausbildung als Flugzeugführer ohne Offi- ziersrang mit einem anfänglichen Jahresgehalt von 200 Pfund werden junge Leute mit Mittelschulbildung zugelassen. Neue Militär- fliegerschulen werden zunächst in Hcmworth, Reading, White Waltham und Sywell errichtet. Bis zur Errichtung der vorgesehenen 31 neuen Militärflugplätze werden verschiedene Vor- k e h r s f l u g p l ä tz e für die Zwecke der Luftstreitkraft herangezogen werden. Das Luftfahrtministerium teilt weiter mit, daß innerhalb der Territorialarmee drei neue leichte Bombengeschwader gebildet werden. Im übrigen sei der Vorschlag, u n - terirdische Flugzeughallen zu bauen, genau geprüft, jedoch angesichts der hohen Kosten und auch aus anderen Gründen wieder fallengelassen worden. Es ist aber beabsichtigt, u n - terirdische Vorratshallen für Tretv- und Explosivstoffe zu bauen. Für eine Anpassung der englischen Flugzeugindustrie an die neuen hochgespannten Anforderungen sind veit- gehende Maßnahmen vorgesehen. Zum Mittelsmann zwischen der Regierung und der Flugzeugindustrie ist Lord Weir ernannt worden, der im letzten Kriegsjahr englischer Luftfahrtminister war. Die Durchführung des briüschen Lufirüstungs- programms ist keine Verwerfung des deulfchen Angebots eines Vegrenzungsabkommens. Rundfunkrede des britischen Lustfahrtministers. London, 24. 7Nal. (D71B. Funkspruch.) 3n einer Rundfunkrede erläuterte der britische Luftfahrtminister Lord Londonderry am Donnerstagabend dem englischen Publikum das neue Luftprogramm der Regierung. Er sagte, die Vergrößerung der britischen Luftmacht sei in keiner Welse eine Antwort auf Hitlers bemerkenswerte und feiner Ansicht nach in vielen Beziehungen hoffnungsreiche Rede. Die Annahme des Grundsatzes einer Begrenzung der Rüstungen durch Hitler sei sehr willkommen. Vor allem aber sei er als Luftfahrtminister befriedigt über Hitlers Vorschlag, die L u f k - rü st ungen zu begrenzen. Das britische Lufkpro- gramm dürfe keinen Augenblick lang als Verwerfung des deutschen Angebots einer Begrenzung aufgefaßt werden. Ferner wünsche er hervorzuheben, daß das Programm auch keine neue Wendung der britischen Politik bedeute. Ls sei nur eine Bestätigung und praktische Anwendung der Wehrpolitik, die hinsichtlich der Luftwaffe bereits im Jahre 1 9 2 3 fest gelegt und von konservativen, sozialistischen und nationalen Ministerien angenommen und aufrechterhalten worden sei. Das britische Programm richte sich gegen kein bestimmtes Land. * Ein am Donnerstagabend in London verbreitetes Gerücht, daß die englische Regierung möglicherweise ihr Luftausrüstungsprogramm n i ch t i n vollem Umfange durchführen werde, da sie nach der Erklärung Hitlers über Deutschlands Bereitwilligkeit zum Abschluß eines Luftabkommens eine größere Möglichkeit, zu einer Vereinbarung sähe, die vielleicht das ganze Aufrüstungsprogramm hin- fäqig machen würde, wird in gut unterrichteten Kreisen entschieden dementiert. Seit der Verkündung des Programms im Parlament habe sich noch nichts ereignet, um der Lage ein neues Gesicht zu geben. Sowohl Baldwin wie Lord Londonderry hätten erklärt, daß England ein Luftabkommen mit einer vereinbarten ziffernmäßigen Begrenzung begrüßen würde, aber vorläufig sei der Beschluß Englands, die neuen Aufrüstungsmaßnahmen mit Volldampf in Angriff zu nehmen, in keiner Weise geändert worden. Der Gedanke eines Luftabkommens sei bei seiner ersten Erörterung auf der Londoner Konferenz zwischen englischen und französischen Ministern im Februar als ein Einzelvorschlag im Rahmen eines Gesamt Programms für eine allgemeine europäische Regelung erörtert worden. In der Zwischenzeit habe sich weder in Stresa noch seither etwas ereignet, um diese Sage zu ändern. Irgendwelche Schritte zur Erzielung eines Luftpaktes mühten selbstverständlich in enger Zusammenarbeit mit Frankreich, Italien und anderen interessierten Mächten unternommen werden. „Time s" schreibt, die Minister sind der Meinung, daß Hitlers Rede eine bessere Gelegenheit für eine westeuropäische Luftvereinbarung gegeben hat als bisher für möglich gehalten wurde. Sie werden alles tun, was in ihrer Macht liegt, um eine Vereinbarung zu fördern, die sie der Notwendigkeit beheben würde, mit dem Dienstag bekannt^egebenen Luftrüstungsprogramm in feiner Gesamtheit fortzufahren. Zugleich werden indessen die Vorkehrungen, die das Programm in Bewegung setzen, sofort beginnen. Es ist unwahrscheinlich, daß der notwendige Ergänzungsetat im Unterhaus vor Juli eingebracht werden wird, und vielleicht wird er bis zum Herbst aufgeschoben werden müssen. Englische Minister als Aktionäre der Rüstungsindustrie. London, 23. Mai. (DNB.) Im Regierungsausschuß zur Untersuchung des privaten Waffenhandels erklärte Professor Arnold Forster im Auftrage des englischen Friedensausschusses, mehrere englische R e g i e r u n g s m i t g l i e d e r besäßen Aktien von Rüstungsfirmen. Der Innenminister Sir John G i l m o r habe nach einer amtlichen Statistik 3066 Aktien der Waffenfirma Vickers und der Kolonialsekretär Sir Philipp Eunliffe-Lister besitze 25 Aktien. Er glaube zwar nicht, daß die Politik der Minister in irgendeiner Weise durch den Besitz dieser Aktien beeinflußt sei. Es seien aber gewisse Einwände gegen ein System zu erheben, bei dem privates und öffentliches Interesse so eng miteinander verknüpft sein könnte. Forster forderte auch, daß sich der Untersuchungsausschuß mit der Möglichkeit geheimer internationaler Rüstungskartelle befasse, die man als „die geheime internationale" bezeichnet habe. Der Kolonialminister Sir Philipp Eunliffe-Lister antwortete, daß er zur Zeit nur noch drei Dickersaktien im Nennwert von 6 Schillingen 8 Pence besitze, die zusammen eine Dividende von 7 Schillingen und 6 Pence jährlich abwerfen. Eine Denkschrift der Kommunistischen Partei sagt, Schatzkanzler Neville Chamberlain besitze 833 Vorzugsaktien und 5414 ordentliche Aktien der Imperial Chemical Industrie. Auch Mitglieder des englischen Adels und der Kirche hätten große Aktienanteile der Rüstungsfirmen. Große Schwierigkeiten in Gens. Französisch-britische Vorschläge zur Behandlung des Abessinienkonflikts. — Oie Oonaukonferenz in Gefahr. Paris, 24. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Die Genfer Sonderberichterstatter der Pariser Blätter glauben berichten zu können, daß Mussolini in den späten Abendstunden des Donnerstag feine Zustimmung zu den von Laval und Eden ausgearbeiteten Vorschlägen gegeben habe. Man erwarte nunmehr noch die Antwort aus Addis Abeba und werde Freitag das genaue Verfahren ausarbeiten. Laval werde Freitag abend nach Paris zurückkehren. „Echo de Paris" erklärt, daß trotzdem kein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen sei. Die Verhandlungen würden bis zum Zusammentritt des Völkerbundsrates am Freitagnachmittag fortgesetzt. Dkts Blatt weist ferner auf die Gefahren hin, die für das Zustandekommen des D o - n a u p a k t e s bestehen, falls es nicht gelinge, den abessinisch - italienischen Streitfall beizulegen. Die Kleine Entente könne unmöglich Militärverträge mit Italien unterzeichnen, wenn dieses in Afrika in eine der schwierigsten Unternehmen verwickelt sei. Im übrigen seien der rumänische und der tschechoslowakische Außenminister über die Lage in Mitteleuropa sehr beunruhigt. Sie hätten sich sogar bereiterklärt, auch ohne jede Vorbereitung nach Rom zu gehen. In Völkerbundskreisen scheine man jedoch über den Ausgang der römischen Konferenz recht pessimistisch zu denken, gerade weil sie nickt genügend vorbereitet sei. „Petit Pansien" glaubt nicht, daß die Konferenz noch in diesem Sommer werde stattfinden können. Es sei noch eine lange diplomatische Vorarbeit notwendig, ehe die in Rom zu behandelnden Fragen spruchreif würden. Laval gab Donnerstag abend den Vertretern der Kleinen Entente und der Balkanentente ein Essen. Dabei wurde neben der Vorbereitung der Donaukonferenz die Rückwirkung der Reichskanzlerrede auf die europäische Lage besprochen. Auch wurde der italienisch-abessinische Streit erörtert, der auch das Verhältnis der Kleinen Entente zu Italien berührt, da Italien ein positives Verhalten der Kleinen Entente wünsche, während aber vor allem der tschechoslowakische Außenminister die Grundsätze des Völkerbundes bei dieser Gelegenheit zur Geltung bringen will. Italien würde eine Entschließung ablehnen, die ähnlich wie bei früheren Gelegenheiten beiden streitenden Parteien gegenüber den Wunsch aussprechen würde, sie sollten nichts unternehmen, was zur Verschärfung der Lage beitragen könnte. Mussolini stehe auf dem Standpunkt, daß seine Maßnahmen in Somali-Land re. in defensiver Art sind und dem Völkerbund keinen Anlaß zum Eingreifen geben. Italienische Bombenabwürfe über abessinischen Gebiet? London, 24. Mai. (DRB. Funkspruch.) Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" In Addis Abeba meldet, daß die belgische 211 HHarrn i f f i o n in Abessinien der abessinischen Regierung einen von einer Anzahl Photographien begleiteten Bericht vorgelegt habe, der sich mit gewissen Bombenabwürfen italienischer Militärflugzeuge beschäftigte. Das dokumentarisch belegte Veweismaterial spreche davon, daß acht Bomben abgeworfen worden seien, sieben auf Gerlogubi und eine auf Ado. Beide Ortschaften lägen weit innerhalb des abessinischen Gebietes. Ferner seien drei nicht explodierte Bomben aufgefunden worden. GnMch-üallem'sKe Reiderejen. London, 24. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Presse beschäftigt sich immer lebhafter mit dem italienisch-abessinischen Streit, lieber den Fortgang der Besprechungen in Genf berichtet die „Times", die britische Abordnung arbeite mit der französischen zusammen, um jeden möglichen Druck auf die italienische Regierung zur Anwendung zu bringen. Es sei keine Rede davon, daß ein Druck auf die abessinische Regierung ausgeübt worden fei, um sie zur Zurückziehung ihres Gesuches an den Völkerbund oder zu wirtschaftlichen oder sonstigen Zugeständnissen zu veranlassen. Das Ziel sei, eine Lösung zu finden, bie~ die britische Regierung als Mitglied des Völkerbundes annehmen könne. Engländer und Franzosen faßten den Streit nicht als Streit zwischen Italien und Abessinien, sondern a l s Streit zwischen zwei Völkerbunds- mitgliedern auf, der allen anderen Mitgliedern des Völkerbundes Verpflichtungen auferlege. „News Chronicle" und „Daily Herald" erinnern Italien in maßvollem Ton an seine internationalen Verpflichtungen und warnen es davor, das Gesetz des Handelns in seine eigene Hand zu nehmen. Aufgabe und Pflicht des Völkerbundes fei es, sich mit einem Falle drohenden Krieges zu befassen. „Times" sagt, die Erklärung des Unterstaatssekre- tärs Lord Stanhope zu der italienischen Behauptung über britische Begünstigung der Waffeneinfuhr nach Abessinien habe leider dem Eifer der italienischen Presse nicht Einhalt getan. Die Richtigstellung Stanhopes scheine nur zu neuen Phantasien ermutigt zu haben. Im „Giornale d'Jtalia" war z. B. behauptet worden, daß sich Großbritannien in gewissen abessinischen Mineralgebieten militärisch betätige. In London wird hierzu erklärt, in Abessinien gebe es nur eine einzige kleine Bergbaukonzession, und zwar in Prasso (Westabessinien), die aber nicht militärischen Zwecken diene. Auch die Behauptung, die Engländer richteten in Abessinien Fußballplätze ein, die in Wirklichket Landeplätze für Flugzeuge feien, wird dementiert. In Abrede gestellt wird auch die Meldung, daß England an verschiedenen Sammelplätzen, besonders in Khartum, Flugzeuggeschwader zu- sammenziehe. In das Gebiet der Phantasie wird zum Schluß die Unterstellung verwiesen, daß in der Nähe der abessinischen Grenze ein militärisches Eisenbahnnetz gebaut werde. Strategische Eisenbahnlinien gebe es nicht in der Nähe der abessinischen Grenze. Die Wehrbezirkseiuteilung für das Deutsche Reich. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt vom 22. Mai 1935 enthält als Anlage 2 die Wehrbezirkseinteilung für das Deutsche Reich mit Ausnahme der entmilitarisierten Zone. Danach ist die Einteilung der Wehrbezirke wie folgt: Wehrkreis I. Wehrersatzinspektion Kö n i q s b e r g/Pr.: Wehrbezirk Königsberg/Pr. I und fl, Gumbinnen, Tilsit und Insterburg. Wehrersatzinspektion Allen- stein: Wehrbezirke Allenstein, Bischofsburg, Lätzen, Angerburg, Rastenburg, Bartenstein. Wehr- ersatzinspektion Elbing: Elbing Braunsberg, Marienburg (Westpr.) und Mohrungen. wehrkeis II. Wehrerfatzinfpektion Stettin: Stolp, Köslin, Neuftettin, Deutsch-Krone, Woldenberg (Neum.), Stettin, Stettin-Randow, Swinemünde, Stargard (Pom.), Labes, Greifswald, Schwerin: Lübeck, Schwerin, Rostock, Parchim, Neustrelitz, Perleberg. Schleswig-Holstein in Altona: Neumünster, Rendsburg, Schleswig, Kiel, Eutin. Groß- Hamburg: Hamburg I—V. Wehrkreis III. Wehrerfatzinfpektion Frankfurt/ Oder: Eberswalde, Berlin XI, Frankfurt/Oder, Lübben (Spreewald), Küstrin, Landsberg (Warthe), Croffen/Oder, Cottbus. Magdeburg: Stendal, Magdeburg I bis III, Halberstadt, Dessau, Halle (Saale), Bitterfeld, Eisleben, Neuruppin, Potsdam I und II. Berlin: Berlin I—X. Wehrkreis VI bearbeitet außerdem die Ersatzangelegenheiten und Heber» wachungen der im Ausland befindlichen Wehrpflichtigen. Wehrkreis IV. Wehrerfatzinfpektion Dresden: Bautzen, Löbau, Kamenz, Meißen, Dresden I bis III. Pirna, Freiberg, Chemnitz I und II, Annaberg, Glauchau, Zwickau I und II, Plauen. Leipzig: Leipzig I bis III, Wurzen, Döbeln, Wittenberg, Torgau, Altenburg, Naumburg (Saale). Weimar: Sangerhausen, Weimar, Gera, Rudolstadt, Mühlhausen, Erfurt, Eisenach, Gotha, Meiningen. Wehrkreis V. Wehrersatzinspektion Ulm: Ellwangen, Gmünd, Ulm, Tübingen, Horb, Rottweil, Donaueschingen, Konstanz, Ravensburg, Biberach (Riß), Ehingen (Donau). Stuttgart: Stuttgart I und II, Eßlingen, Ludwigsburg, Leonberg, Heilbronn, Hall, Bad Mergentheim, Mosbach, Würzburg. Wehrkreis VI. Wehrersatzinspektion Bremen: Bremen I u. II, Stade, Wesermünde, Oldenburg (Oldb.) I und II, Aurich, Nienburg, Singen, Osnabrück, Herford, Minden. M ü n ft e r : Münster, Paderborn, Bielefeld, Detmold, Arnsberg, Soest. Dortmund I u. II, Iserlohn, Coesfeld. Wehrkreis VII. Wehrerfatzinfpektion München: München I dis III, Rosenheim, Traunstein, Landsberg, Augsburg, Memmingen, Kempten. Regensburg: Regensburg, Landshut, Passau, Deggendorf, Cham, Weiden, Amberg. Nürnberg: Nürnberg I, Fürth, Nürnberg II, Bamberg, Bad Kissingen, Ansbach, Ingolstadt, Coburg, Bayreuth, Marktredwitz. Wehrkreis VIII. Wehrersatzinspektion Breslau: Oels, Breslau I bis III, Brieg, Glatz, Waldenburg (Schlesien), Schweidnitz, Oppeln, Neiße, Neustadt (Oberschles.), Cosel, Gleiwitz, Beuchen, Hindenburg (Oberschles.), Kreuzburg (Oberschlesien). L i e g n i tz : Glogau, Liegnitz, Sagan, Görlitz, Bunzlau, Hirschberg, Wohlau. Wehrkreis IX. Wehrersatzinspektion Kassel: Kassel I und II, Korbach, Marburg, Hersfeld, Fulda, Büdingen, Gießen, Wetzlar, Siegen, Aschaffenburg. Hannover: Hannover I und II, Braunschweig, Goslar, Hildesheim, Hameln, Göttingen, Celle, Lüneburg. Die Ettahbezirkseiliteillmg für die enimilttaiMrie Zone. Auf Grund des Wehrgesetzes (Ersatzwesen § 12) werden die Wehrpflichtigen in der entmilitarisierten Zone durch die Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung erfaßt. Dementsprechend wird das Ersatzwesen in diesem Gebiete des Deutschen Reiches durch zivile, A m t s st e l l e n verwaltet. Mittlere Ersatz- behörden sind das Badische Ministerium des Innern in Karlsruhe, der Regierungspräsident in Düsseldorf und der Regierungspräsident in Koblenz. Diesen Mittleren Ersatzbehörden sind eine Anzahl von Unteren Ersatzbehörden wie folgt untergeordnet: Karlsruhe — Badisches Ministerium des Innern. Speyer (Regierungspräsident) Karlsruhe (Landeskommissär) Freiburg im Breisgau (Landeskommissär) Düsseldorf — Regierungspräsident. Aachen (Regierungspräsident) Köln (Regierungspräsident) Düsseldorf (Regierungspräsident) Essen (Regierungspräsident Düsseldorf Ortsstelle Essen) Recklinghausen (Regierungspräsiden- Münster, Ortsstelle Recklinghausen) Bochum (Regierungspräsident Arnsberg, Orfsstelle Bochum) Koblenz — Regierungspräsident. Trier (Regierungspräsident) Koblenz (Regierungspräsident) Wiesbaden (Regierungspräsident) Darmstadt (Landesregierung). Wie sieht es in -er Wirtschaft aus? Die arbeitstägliche Förderung des deutschen Steinkohlenbergbaus war im Monat April wiederum um 1 v. H. größer als in den vorangegangenen Monaten. Ein kleiner Förderungsrückgang in Oberschlesien, Niederschlesien und Sachsen wurde durch Mehrförderung im Ruhrund Saargebiet sowie im Aachener Revier reichlich ausgeglichen. Verglichen mit den Ergebnissen des gleichen Monats im Jahre 1934 war die Aprilförderung um 14 v. H. höher. Allerdings legt die Behauptung des Ausfuhrgeschäfts dem deutschen Kohlenbergbau nach wie vor große Opfer auf. Aus diesem Grunde hat auch das größte reine Stein- kohlenbergbauunternehmLn Deutschlands, die H a r - pener Bergbau AG. in Dortmund, in diesem Jahre ihre Dividendenausschüttung noch nicht wieder aufnehmen können. Trotz beträchtlicher mengenmäßiger Absatzsteigerung waren die Gewinne nicht hoch genug, als daß neben der hohen Syndikatsumlage und reichlichen Abschreibungen ein größerer Reingewinn hätte ausgeschüttet werden können. Die Stärkung der Betriebsmittel und Reserven wird aber dem Unternehmen wie auch seinen Aktionären künftig zugutekommen. In wie hohem Maße die Steigerung der Produktion auch bei mittleren industriellen Unternehmungen eine Besserung der Rentabilität durch bessere Ausnützung der Betriebsanlagen ermöglicht hat, zeigt u. a. der Jahresabschluß der Waggonfabrik Steinsurt in Königsberg. Bei dieser Gesellschaft, die neben Waggons vor allem landwirtschaftliche Transport- und Ackerwagen sowie sonstige Bedarfartikel der Landwirtschaft herstellt, haben sich Umsätze, Roherträge und Dividende im letzten Jahre um 5 0 v. H. er« höht. — Im deutschen Steinkohlenbergbau steht ein Zusammenschluß von größerer Bedeutung hervor. Die beiden dem preußischen Staate gehörenden Bergwerksgesellschaften H i b e r n i a und Recksinghausen sollen miteinander verschmolzenwerden. Die neue Einheitsgesellschaft wird über ein Kapital von 150 Millionen Mark verfügen. ♦ Infolge der Flüssigkeit des Geldmarktes, die sich durch die Arbeitsbeschaffung ergab, wobei die Nachfrage nach neuem Kapital sehr gering blieb, lag zeitweilig der Satz für tägliches Geld unter 1 v. H. des Reichsbankdiskonts. Die bei den Banken also jederzeit abzuberufenden Gelder haben eine beträchtliche Höhe erreicht, und die Deutsche G o l d d i s k o n t d a n k hat sich deshalb entschlossen, diese Gelder gegen Solawechsel mit dreimonatiger Laufzeit aufzusaugen, wobei die Bank ihr Grundkapital um 200 Millionen Reichsmark erhöhen wird. Hierdurch wird erreicht, daß die flüssigen Mittel, die sich aus der Finanzierung der Arbeitsbeschaffung ergeben, auch marktpolitisch wieder aufgefangen werden. Da schon 1926 ein ähnliches Verfahren durchgeführt wurde, ist die Behauptung einer gewissen Finanzpresse des Auslandes von einer inflationistischen Maßnahme geradezu niederträchtig. Wir haben bereits auf die Bedeutung des Internationalen Sparkaffenkongreffes in Paris hingewiefen. Der Kongreß hat u. a. gefordert, daß das Sparen als besonderes Schulfach eingeführt werde, und ferner kam es zu einer ausführlichen Debatte darüber, ob die Zinssätze von den Sparkassen selbständig oder im Einklang mit der gesamten Wirtschaftspolitik des Staates festgesetzt würden, wobei sich bezeichnenderweise die Engländer und auch die deutschen Vertreter für den Zusammenhang der Sparkassen mit der Wirtschaftspolitik des Staates verwandten. Die Bemühungen der Regierungen um den Zinsabbau sollen aktiv unterstützt werden. Heber die Beziehungen von Sparkassen und Lebensversicherungen wurde ebenfalls de- battiert, wobei Deutschland sich dafür einsetzte, daß beides getrennt werde und die Versicherungsgesellschaften das eigentliche Versicherungsrisiko zu tragen hätten. Der stellv. Präsident des Deutschen Sparkassenverbandes, Dr. Gugelmeier, konnte berichten, daß bei den deutschen Sparkassen ein stetiges Ansteigen der Einlagen und ein zunehmender Konsolidierungs - Prozeß zu verzeichnen ist. Er stellte in seinem Referat die Forderung auf, daß Wirtschaftskrisen und Erschütterungen des Vertrauens durch eine ausreichende Liquidität der Sparkassen vorgebeugt werden müsse. In Deutschland sind Sicherheit und Vertrauen, die Dr. Gugelmeier mit Recht als die Hauptstützen des Sparkapitals eines Volkes bezeichnete, heute endgültig wiedergekehrt. Die Anregung der Vereinigten Staaten, über die Frage einer Stabilisierung der Währungen internationale Verhandlungen einzulei- ten, hat zwar viel Zustimmung gefunden, bis jetzt aber noch nicht zu einem offiziellen Meinungsaustausch geführt. Es wird zwar behauptet, daß die auf der letzten Tagung des Verwaltungsrats der BIZ. geführten Unterhaltungen zwischen den Präsidenten der Notenbanken Englands, Frankreichs, der Vereinigten Staaten und anderer Länder über die Möglichkeit einer gemeinsamen Währungsstabilisierung fortgeführt wurden. Aber solange sich die Regierungen der Abwertungsländer gegenüber solchen Bestrebungen völlig zurückhaltend Zeigen, wird man die Bedeutung unverbindlicher Unterhaltungen nicht allzu hoch einschätzen dürfen. Von der Einberufung einer internationalen Wahrungskonferenz scheint sich insbesondere die englische Regierung wenig zu versprechen. Sie hält es für gefährlich, auf diesem Gebiete die Initiative zu ergreifen, solange die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Stabilisierung ihrer Meinung nach noch nicht gegeben sind. Dagegen hat die französische Regierung den amerikanischen Appell mit großer Freude ausgenommen und tritt sehr entschieden f ü r d i e Einberufung einer Währunas- konferenz ein. Man sagt freilich, daß sie das nur deshalb tue, weil sie glaube, daß eine inter- nationale Vereinbarung über eine gemeinsame Wahrungsstabilisierung ihr gestatten würde, den französischen Franken abzuwerten, ohne damit die Gefahr einer n e u e n I n f l a t i o n heraufzubeschworen. In jedem Falle ist der D r u ck 9 “J d^",sr?"äösischen Franken in der letzten Woche bedeutend stärker geworden. Die großen französischen Wirtschaftsverbände haben sich Zwar in einer gemeinsamen Entschließung gegen die Frankenabwertung erklärt und von der Regierung Maßnahmen zur Wiederherstellung des Haushalt- gleichgewichts gefordert. Aber es gibt in Paris nicht wenige Leute, die glauben, daß Frankreich schon vor dem Zustandekommen der Stabilisierungskonferenz den Franken werde abwerten müssen. Dagegen wird die Schweiz den Angriff auf ihren Fr'an- ken offenbar mit Erfolg abwehren können. Sie fuhrt zur Zeit einen scharfen Kampf gegen die Spekulation und scheint diese bereits ausgeschaltet zu haben. * , i"^r"°"onale Agrarmarkt, der fast 75 Jahre lang ein ruhiges Bild bot, hat in der Nachkriegszeit alle Zeichen einer Verwirrung aufgewiesen. Für Weizen betrugen die Preissprünge nicht weniger als rund 400 v. H. des niedrigsten Preisstandes von 1933, für M a i s 520 v. H., wäh- rend in der Vorkriegszeit allerhöchstens Preis- fprunge von 30 p. $). zu verzeichnen waren. Diese ungeheuren Preisschwankungen ergeben sich auch für andere Gebiete der Agrarproduktion. So schwankte der Preis für Milch in Dänemark von 24 Pf. im Jahre 1924 auf 4,4 Pf. im Jahre 1934, für Butter pro Kilo von 5 auf 1,01 Mark. Da- bei bleiben gewaltige Mengen unabsetzbar, von den Abfallprodukten der Milchwirtschaft gar nicht zu reden. Stabilisierungsmaßnahmen, wie sie Nordamerika für Getreide eingeführt hat, die Stützungsmaßnahmen für französischen Weizen sind im wesentlichen ohne Erfolg geblieben. Gegenüber diesem Verfall des Bauerntums zeigt sich erst recht deutlich, wie klar die deutsche Linie war, die seit 1933 das Preisgebäude für Agrarprodukte a u f stabile Grundmauern stellte, und so den Bauern und den Städter von diesen ungeheuerlichen Schwankungen befreite. Ein einiges deutsches Volk! Baldur von Schirach über Methode und Ziele der HJ.-Arbeit. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Der Reichs- jugendführer besuchte, wie der „Völkische Beobachter meldet, in Begleitung seines Stellvertreters Stabsführer Hartmann Lauterbacher und des Obergebietsführers Nabersberg die Führerschule Kühlenmühle, auf deren Gelände das D e u t f ch l a n d l a g e r der Hitler-Jugend vor sich gehen wird. An diesem Lager werden neben 1500 HJ.-Führern aus dem Reich etwa die gleiche Anzahl auslandsdeutscher Hitlerjungen, davon zahlreiche von Uebersee, teilnehmen. Im Anschluß daran begab sich Baldur von Schirach mit seiner Begleitung nach Neustrelitz, wo er die dortige ehemalige Stabsschule, in der zur Zeit ein Ausbildungskursus der Jugenddezernenten der preußischen Oberpräsidien und Regierungspräsidien läuft, besichtigte. Neben den Jugenddezernenten nehmen an dem Kursus die Bezirks- und Kreisjugendwarte teil. Nach einer eingehenden Besichtigung sämtlicher Anlagen der Führerschule sprach der Reichsjugendführer zu den versammelten Jugenddezernenten. Er wies darauf hin, daß ihre Arbeit ebenfalls ein Bestandteil der Gesamtarbeit der deutschen Jugendbewegung sei. Um diese Arbeit sinnvoll einzufüaen in die Arbeit der Staatsjugend, müsse er die Gelegenheit benutzen, um über Methode und Ziel der HI.- Arbeit einiges auszuführen. Was die HI. ist, fei wohl allen bekannt. Dennoch aber wolle er eine Frage Herausstellen, die für den Bestand des neuen Deutschland von ungeheurer Wichtigkeit sei: Die Hitler-Jugend nimmt für sich den Grundsatz der Totalität in Anspruch. Sie selbst kennt nur eine Bindung, und das ist die Bindung an Volk und Staat. Neben dieser Bindung kennt sie keine andere. Wer das Prinzip der Totalität auf die Erziehung der Jugend durch die HI. ablehnt, lehnt damit die nationalsozialistische Bewegung und damit das neue Deutschland ab. Die Hitler-Jugend Marschiert heute in einer einheitlichen Richtung. Ihr Führerkorps denkt einmütig, und wenn auch die Jugenddezernenten, die Bezirks- und Kreisjugendwarte in dieser Richtung mit der HI. marschieren, wird das Ziel erreicht werden, das von der HI. gesteckt wurde: Ein einiges deutsches Volk und einen einigen deutschen Staat. Die Ooppelmitgliedschast zur DAI. und Reichskulturkammer. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Auf Anordnung des Schatzamtes der DAF. werden den Mitgliedern der Reichskulturkammer und Reichsmusikkammer die für die Zeit der Doppelmitgliedschaft an die DAF. gezahlten Beiträge zurückvergütet. Alle diese Mitglieder haben bis zum 1. Juni 1935 unter Vorlage beider Mitgliedskarten (DAF. und Kammer) an die zuständige Dienststelle der DAF. Gesuche um Rückzahlung des DAF.-Beitrages zu stellen. Nach dem 1. Juni 1935 erfolgt keine Rückzahlung mehr. Zn Schanghai unter dem Verdacht der Beteiligung am Marseiller Königsmord verhaftet. Schanghai, 24. Mai. (DNB. Funkspruch.) Unter dem Verdacht, an dem Anschlag gegen König Alexander von Südslawien in Marseille beteiligt zu jein, ließ der Gerichtshof der internationalen Niederlassung in Schanghai den angeblichen Südslawen Michael Abranowitsch alias Mischkos verhaften. Abranowitsch war aus Kobe, wohin er mit dem zum Abwracken bestimmten Dampfer „Kalkutta" gefahren war, nach Schanghai gekommen. Ein polnisches und zwei griechische Besatzungsmitglieder desselben Dampfers sollen der hiesigen französischen Polizei mitgeteilt haben, Abranowitsch habe auf Der Tag der deutschen Seefahrt. Deutscher Seesahrergeist. Der „Tag der deutschen Seefahrt", der am 25. Mai in Hamburg und in allen Häfen der Welt, wo deutsche Schiffe vor Anker gehen, gefeiert wird, soll dem deutschen Volke, besonders aber den Ständen, Berufen und Stämmen unseres Vaterlandes, die gewöhnlich mit der Seefahrt nichts zu tun haben oder nichts von ihr wissen, sowie den schiffahrttreibenden Mächten des Auslandes zeigen, daß der alte Seefahrergeist, von dem schon die Wickinger beherrscht waren, auch heute noch im nationalsozialistischen Seemann lebendig ist. Die Regierung des neuen Reiches ist von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die deutsche Seefahrt ein überaus wichtiges Mittel in dem politischen und wirtschaftlichen Daseinskampf unserer Nation ist und daß alles getan werden muß, um die deutsche Weltgeltung zur See zu behaupten und womöglich noch zu verstärken. Wenn die deutsche Handelsflagge überall aus den Weltmeeren weht, so ist das nicht nur als ein Erfolg in rein materieller Hinsicht zu werten, sondern fast noch mehr hängt davon das in Ziffern gar nicht ausdrückbare internationale Ansehen des Reiches ab, um dessen Wiederherstellung sich der Nationalsozialismus seit zwei Jahren unablässig bemüht. Um das Ziel, das Deutschland als eine der ersten seefahrenden Nationen vor sich sieht, zu erreichen, bedarf es allerdings ungwöhnlicher Anstrengungen, denn die in der allgemeinen Lage der Weltwirtschaft begründeten Voraussetzungen für eine Wiederbelebung des deutschen Seeverkehrs sind denkbar schlecht. Die Schwierigkeiten sind sehr verschiedenartiger Natur, aber sie sind alle ein Erbe des Weltkrieges, dessen geistige Liquidation von den ehemaligen Feindbundmächten immer wieder hinausgezögert wurde. 1918 hatte auch die ehemals so mächtige deutsche Handelsflotte aufgehört zu bestehen. Don den 5,5 Millionen Brutto-Register Tonnen der Vorkriegszeit waren nur noch wenige Taufen Tonnen Übriggeblieben, denn die zur Durchführung des Versailler Diktats eingesetzte Reparationskommission hatte bestimmt, daß Deutschland als Ersatz für verlorenen Schiffsraum alle deutschen Handelsschiffe über 16 000 Tonnen und den größten Teil der Schiffe mit niedrigerem Tonnagegehalt abzuliefern hatte. Außerdem mußte sich Deutschland verpflichten, zwei Jahre lang 200 000 Tonnen jährlich ohne Gegenleistung für die Alliierten zu bauen. Der deutschen Wirtschaft ging damit eine Summe von fast 6 Mil- liarben verloren. Der Flottenraub hatte aber auch eine für unsere Gegner unverhoffte Wirkung. Es wuchs bei den deutschem Reedern und Schiffsbauern der trotzige Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen von der Der- nichtungspolitik der übrigen Seemächte. So entstand im Laufe eines guten Jahrzehnts trotz aller politischen und wirtschaftlichen Hindernisse eine neue Handelsflotte, die im Jahre 1930 mit rund 5 Millionen Tonnen f a ft den Vor- kriegsstand wieder erreicht hatte. Doch die Nachwirkungen des Tributwahnsinns, mit dem Deutschland in den Versailler Fesseln gehalten werden sollte, machten sich erst jetzt bemerkbar. Als unmittelbare Folge der rücksichtslosen internationalen Finanzherrschaft über Deutschland, entstand Scherl-Blldmaterndienst die Krise der Weltwirtschaft, von der die internationale Schiffahrt und deren empfindlichster Teil, die deutsche Handelsflotte, als Objekt und Mittel des zwischenstaatlichen Warenaustausches in allererster Linie betroffen wurde. In aller Welt vergrößerten sich die Schiffsfriedhöfe mit unheimlicher Geschwindigkeit, denn dem verringerten Warenverkehr stand eine Weltschiffahrtstvnnage gegenüber, die mehr als das doppelte dessen bewältigen konnte, was angeboten wurde. So sank auch die deutsche Handelsflotte in den Krisenjahren wieder auf weniger als 4 Millionen Tonnen, während gleichzeitig die wachsende Massenarbeitslosigkeit in den deutschen Hafenstädten der politischen Verhetzung durch die Kommunisten den weitesten Spielraum bot. Vv dieser trostlosen Lage stand die nationalsozialistische Bewegung, als sie zu Beginn des Jahres 1933 die Macht im Staate ergriff. Was war zu tun, um diesem einst so blühenden Wirtschaftszweig zu neuem Leben zu verhelfen? Die neue Regierung hat es abgelehnt, etwa zur Beseitigung der Schiffahrtskrise diejenigen künstlichen Mittel anzuwenden, die andere Seestaaten, unter ihnen vor allem Großbritannien, gebrauchten und noch gebrauchen: Flaggendiskrimination, Subvention und Währungsentwertung. Das neue Reich hat vielmehr den Hebel dort angesetzt, wo es unabhängig von fremden Einflüssen und ohne der Entwicklung des internationalen Schiffsverkehrs Hemmnisse entgegenzusetzen eine Gesundung der deutschen Seeschiffahrt aus eigener Kraft erreichen konnte. Diesem Zwecke diente die organisatorische Umwandlung der deutschen Schiffahrtsgesellschaften, vor allem fies Hapag Lloyd-Konzerns, der vor der Machtergreifung 7Ö v. H. des gesamten deutschen Schiffsraumes in Händen hatte. Die nationalsozialistische Regierung sah mit Recht in einer größeren Anzahl kleiner und mittlerer leistungsfähiger Reedereien eine bessere Gewähr für die Ausnutzung geschäftlicher Möglichkeiten auf den Weltmeeren, als in dem unübersichtlich gewordenen Mammuetbetrieb des Hapag-Lloyd-Konzems. So erfolgte neben einer Aufgabenteilung zwischen der Hapag und dem Lloyd zugleich eine Ausgliederung der Linien wacy Afrika und Südamerika, sowie verschiedener europäischer Linien. Eine zweite wichtige Maßnahme, um dem internationalen Wettbewerb standzuhalten, war die 1933 begonnene planmäßige Erneuerung des deutschen Schiffsmaterials. Seit Beginn des nationalsozialistischen Regimes hat sich der Auftragsbestand bei den deutschen Wersten verdoppelt, wobei die Neubestellungen zur Hälfte deutscher Herkunft sind. Auch der Passagierverkehr, dessen Lage im allgemeinen schlechter ist als die des Frachtverkehrs, hat durch die zunehmenden Urlaubsreisen, von denen nur die KdF. -Fahrten erwähnt zu werden brauchen, einen neuen Aufschwung erfahren. So sieht das deutsche Volk mit neuer Hoffnung auf diesen Zweig unserer Wirtschaft, der durch den. „Tag der deutschen Seefahrt" einen neuen ideellen und materiellen Erfolg verzeichnen wird. der Reise unter dem Einfluß von Alkohol erzählt, er sei Terrorist und Mitglied der Bande, die König Alexander und Barthou ermordet haben. Abranowitsch bestritt vor Gericht jede Mitschuld und bezeichnet die Beschuldigung als Racheakt früherer Schiffskameraden. Die Behörde der französischen Niederlassung hat Verhandlungen zur Auslieferung Abranowitschs ein- geleitet Eine Hindenburgbüste im Zeughaus. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Im Zeughaus wurde Donnerstag nachmittag unter ungeheurer Beteiligung von Vertretern der alten Armee und Marine, des neuen Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe eine vom Reichsverband deutscher Offiziere gestiftete Büste seines ehemaligen Schirmherrn des Generalfeldmarschalls Scheri-Hiiämatemdienst i. I 5 r & \ von Hindenburg feierlich enthüllt. Unter den anwesenden Ehrengästen befanden sich Generalmajor von Hindenburg und seine Gattin, sowie andere Mitglieder der Familie Hindenburg, der Oberbefehlshaber der Armee, General der Artillerie Freiherr von Fritsch als Vertreter desFührers, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Reichsarbeitsminister Seldte, Staatssekretär Dr. Meiß- n e r, Staatssekretär Milch als Vertreter des Reichsluftfahrtministers, Prinz August Wil- Helm von Preußen, Herzog Adolf Fried- rich zu Mecklenburg, die Generalität und Admiralität des alten und des neuen Heeres, sowie zahlreiche ausländische Militärattaches. Auf den zur Herrscherhalle führenden Freitreppen bildeten in bunter Reihenfolge Fahnenabordnungen des Kyfhäuserbundes, des NSDFB. (Stahlhelm), des Reichskolonialbundes, der Flieger, des Marinebundes, der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener und der Teno Spalier. Unter den Klängen des Präfentiermarsches des 3. Garderegiments zu Fuß, gespielt von der Kapelle des Ringes der Flieger, zogen die Fahnen der Hindenburg-Regimenter (3. Garde - Infanterie - Regiment, 91. Oldenburgisches Infanterie-Regiment und 147. Infanterie-Regiment) sowie des Panzerkreuzers „Hindenburg" in die Halle ein. Die Weiherede hielt Generalmajor a. D. Graf von der Goltz, im Weltkrieg Führer der deutschen Truppen im Baltikum. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches verließen darauf die Teilnehmer an dem feierlichen Akt das Zeughaus, vor dem die Ehrenkompanie an dem Oberbefehlshaber des Heeres, General Frei Herrn von Fritsch, und den anderen Ehrengästen im Paradeschritt vorbeimarschierte. Die Büste, die überlebensgroß ist, ist von dem Bildhauer Ludwig Manzel geschaffen. Am Fuße des Sockels lagen viele Kränze, darunter auch der des Führers und Reichskanzlers. Vermählungsvorfeier im Stockholmer Köniqsschloß Den Höhepunkt der Vorfeierlichkeiten anläßlich der am morgigen Freitag bevorstehenden Vermählung der Prinzessin Ingrid mit dem dänischen Kronprinz en Frederik bildete die musikalische Soiree im königlichen Schloß zu Stockholm. Anschließend daran fand ein Abendessen statt. Mehr als 800 Gäste, hohe Würdenträger und Militärs, Vertreter der Diplomatie, Wissenschaft, Kunst und Presse waren erschienen. Neben von Gold und Silber strotzenden Uniformen sah man ordenbehängte Fracks und kleidsame weiße Festgewänder der Hofdamen mit kleinen, an die Zeit des Mittelalters erinnernden Puffärmeln, die nach neuester Methode angefertigten Abendtoiletten der übrigen Damen. Die musikalische Vorführung fand im weißen marmornen Krönungssaal statt, an dessen Stirnseite die königliche Familie samt ihren fürstlichen Gästen, insgesamt etwa 60 Personen, Platz nahm. Unter den Fürstlichkeiten befand sich u. a. auch das deutsche Kronprinzenpaar mit seinen Kindern. Die männlichen Mitglieder der fürstlichen Gesellschaft waren fast sämtlich in großer Uniform erschienen. Beim Schein der kristallenen Kronleuchter bot die Versammlung ein buntes Bild von Glanz und Feierlichkeit. Seit 1897 war dies das größte Zusammentreffen von Fürstlichkeiten im königlichen Schloß der Hauptstadt Schwedens. Durch die königliche Hofkapelle, Hofsängerinnen und Hofsänger gelangten u. a. auch drei Stücke von Wagner zur Aufführung. Die Hofsängerin Nanny Larsen-Todsen fang u. a. die Begrüßungsarie aus „Tannhäuser" in deutscher Sprache. Nach dem musikalischen Teil versammelten sich die Gäste in den anschließenden Sälen an reich und kunstvoll gedeckten Tischen zum Essen. Kurz nach Mitternacht durchschritten die fürstlichen Herr- schäften mit den Verlobten an der Spitze die Säle und begaben sich in die Privatgemächer. Während der Auf- und Abfahrt der Gäste versammelte sich in den Zufahrtsstraßen und auf den Plätzen eine schaulustige Menschenmenge Im Schlosse selbst taten Soldaten in den alten Uniformen aus der schwedischen Großmachtzeit mit gezogenem Säbel Dienst. Kleine politische Nachrichten. Reichskriegsminister Generaloberst von Blom, berg und Reichsminister Rust trafen in Stuttgart ein, wo sie in Begleitung des Reichsstatthalters Murr und des Wehrkreisbefehlshabers General Geyer ein Jndustriewerk besichtigten. ♦ Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Ministerialdirektor Professor Dr. Dahlen im Reichswirtschaftsministerium auf die Dauer von fünf Jahren zum Mitglied der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches ernannt. * Der Kampf um die Patman-Dorlage, die die Auszahlung der erst 1945 fälligen Kriegsteilnehmerentschädigung schon jetzt und auf Grund neuzudruckender Papierdollars herbeiführen will, ist zugunsten Roosevelts entschieden, der persönlich im Kapitol sein V e - t o gegen die Vorlage begründet hatte und bei einer Abstimmung darüber im Repräsentantenhaus unterlegen war. Der Bundes» f e n a t hat sich mit der erforderlichen Mehrheit für das Veto ausgesprochen. * In der öffentlichen Sitzung des V ö l k e r b u n d s- rotes wurde die Klage der Schweiz gegen Deutschland, Frankreich und Italien wegen der Schweizer Bürgern im Weltkrieg ^gefügten Schäden endgültig abgewiesen. Für die Schweiz handelt es sich um ein relativ großes Objekt, da die Schadenersatzsumme 50 Millionen Franken beträgt. Der Appell an den Völkerbund war ein letzter Versuch, zu dem der Schweizer Bundesrat unter dem Druck der öffentlichen Meinung sich entschlossen hat, obschon die direkten Verhandlungen die Aussichtslosigkeit dieses Verfahrens erwiesen hatten. Die chinesische Regierung hat ihren Lon- d o n e r Botschafter angewiesen, beim Völkerbund die Aufnahme Chinas als nichtständiges Mitglied im Völkerbundsrat zu beantragen. Das.Militärgericht in Sofia fällte drei Todesurteile gegen drei mazedonische Revolutionäre aus der Stadt Newrokop, die sich wegen Fememordes an einem Anhänger der Protogeroff-Gruppe zu verantworten hatten. Das Urteil ist von dem Militärkassationshof bestätigt worden. NESTLE KINDER NAHRUNG ,f Deutsches Erzeugnis Aus aller Welt. Gefährliches Abenteuer französischer Militärflieger. Ein gefährliches Abenteuer hatten zwei französische Militärflieger des Flugzeugstützpunktes von St. Raphael an der französischen Riviera zu bestehen, die in einem Aufklärungsflug nach Cuers unterwegs waren. In etwa 800 Meter Höhe geriet das Flugzeug in einen furchtbaren Sturm, der den Apparat wie einen Spielball hin und her schleuderte. Als eine Bö das Flugzeug plötzlich herabdrückte, wurde der Begleiter, der sich nicht angeschnallt hatte, aus seinem Sitz geschleudert, während dem Flugzeugführer das Steuer aus der Hand gerissen wurde und ihm der Leib- ourt auf die Knie rutschte. Wie durch ein Wunder fiel der Begleiter auf das Schwänzende des Apparates, wo er sich an einer Verstärkungssprosse festklammern konnte. Dem Flugzeugführer gelang es mit großer Mühe, das Flugzeug wieder in die Gewalt zu bekommen und mit abgestelltem Motor setzte er vorsichtig auf flachem Felde zur Landung auf, die auch glücklich verlief. Der Mechaniker hat nur unbedeutende Verletzungen erlitten. Amerikanisches Riesenflugzeug abgestürzk. — Sechs Tote. Wie von Bord des amerikanischen Schlachtschiffes „Pennsylvania" gemeldet wird, stürzte während der Flottenmanöver im mittleren Pazifik ein Riesen- Wasserflugzeug der amerikanischen Marine ab. Sechs Marineflieger fanden den Tod. Das verunglückte Flugzeug „6 P 7" gehörte einem Großgeschwader an, das von der Midway-Jnsel abgeflogen war, um an einem Scheinangriff auf die Flotte teilzunehmen. Trümmer des Benzintanks und ein Flügel wurden auf dem Wasser treibend aufgefunden. Das Luftgeschwader und die Kriegsschiffe suchten 24 Stunden lang die Umgebung der Unglücksstelle vergeblich nach den Leichen ab. Zwei englische Flugboote untergegangen. An der englischen Ostküste gingen in schwerer See zwei Flugboote der englischen Luftflotte infolge Motorschadens unter. Das eine Flugboot mußte bei Luft- und Flottenübungen, die bei Spurn Point an der Humber-Mündung stattfanden, eine Notwasserung vornehmen und sank in kurzer Zeit. Die Besatzung wurde von einem Zerstörer, der sich in der Nähe befand, rechtzeitig geborgen. Auch das zweite verunglückte Flugboot mußte notwassern und konnte vier Stunden lang von einem Kriegsschiff ins Schlepp genommen werden. Die schwere See aber schlug es in Stücke, so daß es sank. Auch die Besatzung dieses Flugbootes konnte geborgen werden. Dieder ein politischer Mord in Sowjelrußland. In letzter Zeit wurden bereits mehrere Fälle von Ermordungen führender Jungkommunisten aus der Sowjetunion gemeldet. Schon wieder berichtet ein Blatt, diesmal aus dem Bezirk Ljubarsk, daß in dem Dorf Zschortorija ein Pionieraktivist in seiner Hütte ermordet aufgefunden wurde. Der Ermordete habe zahlreiche Verwundungen am Schädel, die mit einem Dolchmesser beigebracht sein müssen, aufgewiesen. Als Täterin wurde eine Frau festgenommen, die früher einmal Mitglied einer von ihrem Bruder angeführten berüchtigten Bande gewesen sein soll. 15 Jahre Zuchthaus für eine Gattenmörderin. Vor dem Schwurgericht in Bremen wurde die 42jährige Hedwig S u m a n n wegen Totschlags ihres Ehemannes, dem Antrag des Oberstaatsanwalts entsprechend, nach zweitägiger Verhandlung zu einer Zuchthaus st rafe von 15 Jahren und zu 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Angeklagte erschlug am 3. März 1935 nach einem Streit mit einem Hammer den Mann, als er eingeschlafen war. Die Ehestreitigkeiten waren, wie die Angeklagte erklärte, darauf zurückzuführen, daß der Mann und seine beiden Töchter aus erster Ehe ihre nach 13jähriger kinderloser Ehe geborene Tochter haßten. Der deutsche Osten nist. Zur Ostlandtagung des VOA. in Königsberg.- Hessischer Gonderzug nach Ostpreußen. Die Kurische Nehrung. Ein bezeichnendes Bild der Landschaft Im östlichen deutschen Grenzraum. Die diesjährige Pfingsttagung des VDA in Königsberg ist den Fragen des gesamten ostdeutschen Lebensraumes gewidmet FotorDr. firauft I Zäh ringt deutsches Volkstum im Osten um seinen Bestand. Mit unerschütterlicher Treue hängen die deutschen Menschen im Osten an ihrem angestammten Volkstum, unerhörtes Leid nehmen sie um seinetwillen auf sich. Um ihrem Kampf neue moralische Kräfte zuzuführen, hält der Volks- bund für das Deutschtum im Ausland seine diesjährige Psingfttagung in der Ostmark, in der alten Krönungsstadt Königsberg ab. Tausende und Abertausende aus allen Gauen des Reiches werden sich unter dem blauen Wimpel sammeln, um Bekenntnis abzulegen für die unlösliche innere Verbundenheit aller Deutschen, wo auch immer sie wohnen. Auch aus Hessen werden einige hundert Teilnehmer in einem stark verbilligten Sonderzug nach Ostland fahren. Der Sonderzug fährt ab: Mittwoch, 5. Juni abends ab Frankfurt a. M. und kommt Sonntag, 16. Juni zurück. Außer der Hauptversammlung in Königsberg werden die Marienburg, Danzig, Zop - p o t, das Tannenbergdenkmal und die Masurische Seenwelt (Lötzen) besucht. Eine Seefahrt von Königsberg nach Danzig wird angenehme Abwechselung bringen. Vielfachen Wünschen entsprechend ist die Anmeldefrist bis 2 9. Mai verlängert. Jeder Volksgenosse ist herzlich eingeladen, an der Ostlandfahrt teilzunehmen. A n ■ Meldungen sind an die nächste VDA.- Gruppe oder an die Geschäftsstelle des Landesverbandes, Darmstadt, Landgraf-Philipps-Anlage 7, Fernruf 2208 zu richten. An diesen Stellen wird gern Auskunft jeder Art über die Einzelheiten der Reise erteilt. Es ist zu erwarten, daß noch viele Volksgenossen von dieser einzigartigen Möglichkeit, Ostpreußen kennen zu lernen, Gebrauch machen. Sie werden ihre Teilnahme nicht bereuen, sondern heimkehren, erfüllt von unvergeßlichen Eindrücken und der sieg- haften Gewißheit der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit aller Deutschen. Dr. Götz. Sie will am 3. März auf ihrem und des Kindes Teller Grammophonnadeln gefunden haben. Grohfeuer in London. In der Salisburystraße im Londoner Stadtteil Kilburn wütete ein Großfeuer, das ungeheuren Schaden anrichtete. Das Feuer brach in einer Druckerei aus, griff in kürzester Zeit auf vier Fabrikgebäude über. Bald war der ganze Häuserblock ein Flammenmeer. Neun Familien, die in der Nähe der Fabriken wohnten, mußten aus ihren Häusern fliehen. Obwohl 20 Feuerwehren gegen den Brand vorgingen, konnte das Feuer erst nach fünf Stunden gelöscht werden. Räuberischer lleberfall eines jugendlichen Brandstifters. In das Geschäft der Kaufmannseheleute Berbe- rich in Windischbuchen bei Miltenberg am Main kam ein 17jähriger Bursche und verlangte Zigaretten, die er aber nicht bezahlen konnte. Als der Kaufmann vom Nebenzimmer in den Laden trat und Licht machen wollte, schlug der Bursche mit einem Prügel auf ihn ein und verletzte auch die Ehefrau, die ihrem angegriffenen Mann zu Hilfe kam, nicht unerheblich. Hierauf flüchtete der Täter. Er konnte von der Gendarmerie festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis Miltenberg eingeliefert werden. Bei seiner Vernehmung stellte sich heraus, daß man es mit einem langgesuchten Brand st ifter zu tun hat, der im Februar d. I. in Windischbuchen ein größeres Schadenfeuer verursacht hatte. keine Bahn auf den Wahmann. Wie d-ie „Münchener Neuesten Nachrichten" mel- den, ist der Plan einer Watzmannbahn nunmehr endgültig abgelehnt worden. Jedenfalls hat sich der bayerische Landesausschuß für Naturpflege zusammen mit dem bayerischen Landesverein für Heimatschutz in einer ausführlichen Denkschrift gegen die Watzmannbahn ausgesprochen. Diese Denkschrift wurde auf Anforderung der ständigen Konzessionsbehörde verfaßt. Sie hat die Zustimmung aller verantwortlichen Stellen gefunden. Der Mann, der angeblich vom Hund gebissen war. In Heidelberg wurde der 38jährige Armin Carl festgenommen und ins Gefängnis eingeliefert, der sich für feine Schwindeleien einen eigenartigen Trick ausgesucht hatte. Er wurde bei Hundebesitzern vorstellig und erklärte, daß er soeben d o n ihrem Hund gebissen worden sei. Tatsächlich hatte er am rechten Kniegelenk eine Verletzung, die einem Hundebiß ähnlich sah. Auch in die Hose war ein Loch gerissen. Später machte er Schadenersatzansprüche geltend, und es ist ihm in mehreren Fällen geglückt, jeweils bis über 1000 M. zu erbeuten. Carl ist aber in keinem Falle von einem Hund gebissen worden. Er hat auf irgendeine Weise eine alte Wunde wieder zum Bluten gebracht. 100 000-Mark-Gewinn gezogen. In der 2. Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wurde am Donnerstag der 10 0 0 0 0» Mark-Gewinn auf die Nummer 93 830 gezogen. Die erste Abteilung wird in Achteln in der Provinz Brandenburg, die zweite Abteilung in Achteln im Rheinland gespielt. Ein 25 000-Mark- Gewinn entfiel auf die Nummer 3 2 4 161, die, ebenfalls in Achteln, im Rheinland und in Braunschweig gespielt wird. Französisches Aulo in ein Staubecken gestürzt. — Fünf Insassen ertrunken. Bei F6camp in Nordfrankreich ist ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagenin ein Staubecken g e ft ü r 31, als der Führer des Kraftwagens einem Radfahrer auszuweichen versuchte. Von den Insassen er tranken ein Kaufmann aus der Umgebung von Föcamp, feine Mutter, zwei Töchter und eine Tante. Nur die Frau des Kaufmanns konnte gerettet werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das über Mitteleuropa liegende Tiefdruckgebiet füllt sich zwar auf, ist aber immer noch bestimmend. Vor allem bestimmt die Zufuhr feucht-subtropischer Luft das Auftreten verbreiteter Regenfälle, das im Verlaufe des gestrigen Tages im südlichen Gebiete von teilweise heftigen Gewittern begleitet war. lieber Mittelmeer ist ein neuer Wirbel in Entwicklung, so daß die Zufuhr feucht-warmer Luft nach Mitteleuropa anhalten wird. Doch im ganzen genommen wird das Wetter etwas freundlicher werden. Aussichten für Samstag: Zeitweilig aufheiternd, Auftreten einzelner, meist gewittriger Niederschläge, ziemlich schwül. Veränderliche Winde. Aussichten für Sonntag: Im ganzen freundlich, aber zu Gewittern neigendes Wetter. Lufttemperaturen am 23. Mai: mittags 15,8 Grad Celsius, abends 13,5 Grad; am 24. Mai: morgens 14,1 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum 12,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Mai: abends 14,2 Grad; am 24. Mai: morgens 13,1 Grad Celsius. — Niederschläge 5,7 mm. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrioi für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. EinzelDerkausspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Ueber 100 Küchen in wenigen Tagen entrümpelt. Ueber 100 Gasherde mit Brat- u. Backofen in wenigen Tagen im Hausdienst verkauft. Der 1. Waggon Gasherde bereits unterwegs Der 2. Waggon Gasherde bereits bestellt! 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Ur. 120 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5reitag,24. Mai 1035 Der zweite judenfreie Markt in Lang-Göns. Militärkapelle hatte sich um die Mittagszeit auck eingefunden und brachte vor dem Bahnhofsgebäude ein Platzkonzert. Hier fanden sich die Spitzen Thomas Reuther, der vor 45 Jahren Mitarbeiter von Dr. B ö ck e l war. * Lang-Göns, 24. Mai. Für unser sonst.so stilles Dorf war der gestrige Tag ein großes Ereignis. Wohl selten hat unsere Gemeinde so viele Menschen zu Besuch gesehen, wie an unserm gestrigen zweiten judenfreien Markt, der unter Beweis stellen sollte, daß dem ersten, im Juni vorigen Jahres veranstalteten judenfreien Markt ein würdiger Nachfolger erstehen sollte. Zum Empfang der Gäste war alles aufs beste vorbereitet, alle Häuser prangten im frischen Maigrün und hatten Fahnenschmuck angelegt. Der Markt. (Eigenbericht des „Gieß. Anzeigers".) Tier auf 150 bis 200 Mark, einzelne auch höher. Es waren in diesem Jahre neben den bekannten Lang-Gönser Züchtern auch zahlreiche aus andern Orten mit ihrem Zuchtmaterial erschienen (von Aulen-Diebach, Hof Güll, Dorf-Gill, Stangenrod, Neuhof u. a.j. Käufer für die Eber waren in der Hauptsache Vertreter von Gemeinden. Den höchsten Preis erzielte der Züchter Karl Belten von Lang-Göns für einen acht Monate alten Eber. Er wurde für 285 Mark verkauft. Auch auf dem Krämermarkt ging es sehr lebhaft zu. Zu beiden Seiten der Niederhchenstraße hatten zahlreiche Buden und Berkaufsstände ihre Zelte aufgeschlagen. Ebenso herrschte regstes Leben in der Turnhalle. Die prämiieruna fand auf dem, hier im „Gießener Anzeiger" schon erwähnten Tummelplatz für das Jungvieh statt. Die Zahl der zur Schau gestellten Tiere war nicht so groß wie im vorigen Jahre, da man die Pferde, die schon zweimal prämiiert worden waren, ausgeschlossen hatte. Dafür hatten aber die Nachbardörfer zahlreiche Tiere geschickt, darunter auch viele Fohlen. Etwa 60 Pferde standen zur Schau, die Hälfte Belgier, die andere Hälfte Oldenburger. Es konnten recht viele Preise vergeben werden. Vom Rindvieh war die Vogelsberger Rasse (Rotoieh) äußerst stark, mit über 80 Nummern, vertreten. Hier sah man ganz ausgesucht schöne Tiere. Die meisten kamen aus Hörnsheim, Hochelheim, aber auch aus Lang-Göns. Beim Fleckvieh wurde die Zahl 120 (1934) nicht erreicht, Niede- rungsoieh war diesmal nicht vertreten, dafür aber zum ersten Male die Ziegen, etwa 20 Tiere. Der Geflügelzuchtverein Lang-Göns hatte wiederum Hühner, Enten und Tauben ausgestellt, die zahlreiche Besucher anlockten. Die Vorführung und Prämiierung der Tiere dauerte bis gegen elf Uhr. Empfang des Gauieiters, Aeichsstatthalters Sprenger Die Mittagszüge brachten dann noch zahlreiche Besucher. Die Orte Holzheim, Kirch- und Pohl- Göns, Niederkleen, Dornholzhausen, Großen-Linden, Leihgestern u. a. waren sehr stark vertreten. Eine der Behörden, auch der Landesbauernführer Dr-. Wagner, ein, um den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger zu empfangen. Kurz vor 14 Uhr fuhr das Auto des Reichsstatthalters vor. Nach Begrüßung durch Dr. Wagner und den hiesigen Bürgermeister nahmen die Gäste im Gasthaus „Zur Post" einen Imbiß ein Auch das Schulungslager von Großen-Linden mit feinem Leiter, Bürgermeister Michel, hatte sich eingefunden. Gegen 14.30 Uhr formierte sich dann ein großer Festzug auf der Holzheimer Straße. Am Bahnhof hatte Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit seinem Stab Aufstellung genommen, um den Festzug zu beschauen Voran ritt ein Herold, dann folgten in malerischen, echten Uniformen, von den alten Deutschen in Bärenfellen, mit Schild und Speer, beginnend, Landsknechte, Soldaten aus der Zeit Friedrichs des Großen, aus den Befreiungskriegen und alle Waffengattungen der Vorkriegszeit in entsprechenden Uniformen zu Fuß und zu Pferde. Sogar ein imitiertes Geschütz, bespannt mit sechs Pferden, wurde im Zuge mitgefllhrt. Darauf folgten auf mit frischem Maigrün geschmückten Wagen verschiedene Gruppen aus dem dörflichen Leben, teils Der Reichsstatthalter überreicht die Adam-Dörschuck-Erinnerungsplakette an die Schar 4 der SA.-Reiter-Standarte 147. jKj I Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger (Mitte in Zivil) mit Begleitung hört dem Vortrag des Heimatdichters Heß zu. Das eigentliche Markttreiben setzte schon früh ein. Von allen Seiten kamen Wagen und Autos, die das Vieh brachten. Zuschauer und Kauflustige kamen mit der Bahn, zu Fuß, mit Autos und dem Fahrrad. Zum Glück war auch das Wetter verhältnismäßig gut, nur einzelne Regenschauer am Vormittag und am Nachmittag störten etwas, ohne aber dem Markt Abbruch zu tun. Es war viel mehr Vieh aufgetrieben worden als im vorigen Jahr. Auch die Viehverwertungsgenos- s e n s ch a f t hatte 15 Stück Rindvieh zum Verkauf gestellt. Sehr lebhaft ging es auf dem Schweinemarkt zu. Zahlreiche Ferkelverkäufer hatten sich eingefunden, der Handel ging verhältnismäßig glatt vonstatten. Die Preise für Ferkel waren bedeutend höher als auf dem letzten Markt. Für 6 bis 7 Wochen alte Tiere wurden je nach der Güte 25 bis 30 Mark bezahlt, teilweise noch mehr. Gegen Mittag war der Markt ziemlich geräumt. Anschließend fand dann die vom Tierzuchtamt ! Gießen veranstaltete Versteigerung von Zuchttieren, in der Hauptsache Eber, statt. Hierbei wurden sehr ansehnliche Preise erzielt. Im Durchschnitt kam ein r V&yi. r?i Trachtengruppe im Festzug. (Aufnahmen: Photo-Pfaff) Zuschauer in alten Uniformen beim Reitturnier. - Besuch be» Lenvach. Von Liesbet Dill. Ein schöngepflegter Vorgarten, weit von der Straße zurückliegend, die gelbe Fassade eines großen Hauses, gelbe Kieswege unter alten Bäumen, Springbrunnengeriesel im Garten... Ich bin der einzige Besucher an diesem Nachmittag. Stille, vornehm eingerichtete Räume, überall schöne Möbel, antike Sachen, die L e n b a ch auf Reisen sammelte, merkwürdig viel Muscheln auf bunten Decken liegen da. Das gastliche Haus eines weitgereisten Künstlers, der seinen Ruhm noch erlebte. Bismarck in der Uniform der Halberstädter Kürassiere blickt uns.an. Der alte Kaiser, vornehm, schlicht und gütig, in seinem Jnfanteriemantel mit rotem Kragen. Die Porträts malte Lenbach fast alle zweimal und behielt eins davon für sich. Man trifft hier viele Bekannte. Fast alle, die er gemalt hat, gehören bereits zu den Toten, auch viele der schönen Frauen, die uns von den Wänden anlächeln, leben nicht mehr... Da ist Fürst Hohenlohe, die Düse mit der kleinen Marion, Lenbachs Tochter, im Arm... Frau Lenbach. Der schönen Frau von Weinberg feines Profil und Johann Strauß, Moltkes Glatze, die wie em Totenkopf wirkt... nur Schädel... Franz Liszt mit seiner wallenden, silberweißen Künstlermähne, die hübsche Gräfin Zichy und der Herzog von Meiningen in seinem langen Bart, der Pnnzregent Luitpold mit den roten Bäckchen. In dem sogenannten „Bismarckzimmer", wo der Kanzler bei seinen Besuchen oft wohnte, hängt ein schöner flandrischer Gobelin, eine Jagd auf einer Blumenwiese, herrlich in den Farben. 14. Jahrhundert .. Da ist Paul Heyses Dichterkopf und Graf Schack, sein Gönner, der dem jungen Lenbach Reisen nach Spanien und Italien ermöglichte. Die Herzogin Max von Bayern im Hermelinkragen, mit geschlossenen Augen, sie war blind —, aus einer Ecke blickt uns die schone Herzogin von Alen^on an, die beim Bazarbrand in Paris umkam. Sie sieht ernst und tapfer aus, ihr Haar liegt wie eine Krone auf dem edlen Kopf... Diese bayerische Prinzessin war nicht zu einem glücklichen Leben bestimmt... König Ludwig loste die Verlobung, er wollte kein Weib ... Sie heiratete den Herzog von Alen?on und starb einen grauenvollen, heroischen Tod. Sie sollte gerettet werden, wies es aber zurück: „Retten Sie erst die jungen Mädchen!" Da ist Gabriel Sedlmayer, ein prachtvoller Rem- brandtkopf, der fein lächelnde Döllinger und Virchow. Die reizende Marion, Lenbachs Tochter, ist oft gemalt als Kind mit großen Blauaugen, im Federhut, mit ihrer dicken Kinderfrau und im silbernen Ritterpanzer. Da ist Hans von Bülows nervöse Künstlermiene, Joachim mit seiner- Geige und Lilly Poschinger. Herr von Helmholz und Werner von Siemens mit dem Backenbart. Prachtvolle Kopien nach Rubens und Köpfe nach Frans Hals gemalt, daß man die Originale kaum von den Kopien unterscheiden kann. Da ist Björnson und der kranke Bismarck, schweratmend im Sessel, in Friedrichsruh gemalt, mit unvergeßlich ernsten Augen, sein letztes Porträt ... Die schöne rothaarige Lilly Merk, im schwarzen Gewand, das leuchtend lockige Haar um die weiße Stirn, die Juweliersfrau aus München, oft von Lenbach gemalt, da ist der Baron von Cramer-Klett und Esmarch. Durch das stille Haus tönt das leise rieselnde Geplätscher eines Springbrunnens im Grottenzimmer. In diesem dämmrig kühlen Raum erholte sich Lenbach zwischen der Arbeit. In seinem Atelier steht noch alles wie zu seinen Lebzeiten, die Sessel, auf denen seine Modelle saßen, die Staffelei, die jetzt sein Selbstbildnis trägt. Seine Käfersammlung unter Glas. Da liegt die edelgeformte Hand der Düse, ein schöner Abdruck, die Totenmaske Moltkes und seine Soldatenhand. Große, bunte, am Strand Italiens gesammelte Muscheln auf kostbaren Decken, Erinnerungen an seine Studienreisen... Konrad Drehers Schauspielergesicht und Papst Leo XIII. Charlotte Wolter als Walküre und der Dichter Hermann Lingg. Die meisten sind tot, aber ihre Augen leben und leuchten uns an. Richard Wagner in seiner Sammetkappe, Coquelin und von Redwitz mit den Schmissen im Gesicht und Lenbach selbst mit Bart und Brille.. Kritisch schaut er uns an, die Palette in der Hand ... Eine Skizze von Bismarck auf dem Totenbett. Ein dunkles Schweigen liegt über diesen schönen Räumen. Lenbach starb 1904. Dreißig Jahre haben diesem Haus nichts von seiner starken künstlerischen Atmosphäre nehmen können. Es ist, als ob man in eine versunkene Welt eingetreten sei. Draußen rollt der Donner über die Stadt, die Vögel zwitschern erschrocken in den Bäumen des Gartens, ein Blitzstrahl erleuchtet das große Atelier, in dem Lenbach die Menschen seiner Zeit gemalt und festgehalten hat, als ob sie alle noch lebten... „Petersburger Nächte /y Johann Strauß auf der Reise nach Petersburg — so könnte man, in Erinnerung an Montes berühmte Mozart-Novelle, den Film überschreiben, den das Neue Deutsche Lichtspiel-Syndikat in Berlin nach einem Manuskript von Johannes F e t h k e gedreht hat: eine romantische Geschichte, eine lyrische Episode, die sich allerdings gegen Ende dramatisch zuspitzt und steigert, deren eigentümlicher Reiz aber noch mehr in der Gegenüberstellung des alten Wien und des alten Petersburg, insbesondere in der musikalisch geschickt entwickelten Kontrapunktierung österreichischer und russischer Nationalmusik besteht. Ob die Fabel eine historische Grundlage besitzt, interessiert den Beschauer vermutlich weniger als das zarte Abenteuer des reisenden Walzerkönigs, der, verärgert über die höheren Ortes vergessene Ernennung zum k. und k. Hofballmusikdirektor, die Einladung zu einem Gastspiel in Petersburg annimmt und sich unterwegs in der Postkutsche heftig in eine junge Dame verliebt. Er sieht sie bald wieder, aber es stellt sich auch bald heraus, daß sie, Gräfin Olga Woronzow, die Braut des Kriegsministers Fürsten Wassiltschikow ist. Ein schöner Traum ist jäh zerrissen, und um ein Haar hätte sich die russische Konzertreise in ein Abenteuer auf Tod und fieben verwandelt. Aber es war hier, wie wir andeuteten, nicht auf eine gewaltsam-dramatische Lösung abgesehen. Die lyrische Grundstimmung gewinnt am Ende wieder die Oberhand, und das Ganze ist vom Spielleiter E. W. Emo sehr kultiviert, mit filmisch und photographisch fein pointierten Einzelheiten, in Szene gesetzt worden. Hörbiger spielt den Strauß, wie er damals den Lanner gespielt hat und viele andere, typisch wienerische Figuren; seinem österreichischen Temperament gelingt auch hier eine menschlich und musikalisch bewegte, aberunbete und aeschloffene Gestalt. Elisa Illi ar d, nicht eigentlich hübsch, aber sympathisch und weiblich-anziehend in Spiel und Erscheinung, gibt die Olga, übrigens auch gesanglich recht aenftegt. Ernst Dumcke sieht man als den Kriegsminister, in einer Rolle, die an den von ihm gegebenen Großfürsten im „Letzten Walzer" erinnert. Außerdem Singen, Aribert Wäscher, die Sandrock und Karl Etlinger. — Der Film lief gestern zum erstenmal im Lichtspielhaus. Vorher sahen wir Bilder von einer Fahrt durchs Oetztal und je einen Vorspann zum „Stählernen Strahl" und „Sie und die Drei". v —r — „Oie Zaubergeige" in Frankfurt. Im Frankfurter Opernhaus gelangte die heitere Oper „Die Zaubergeige" von Werner E g k zur Uraufführung. Der junge Komponist, der eine längere Schulungszeit in Berlin und Italien verbracht hat, ist dem Frankfurter Publikum durch die Wiedergabe verschiedener kleinerer Werke im Museumskonzert bereits bekannt geworden. Sein erstes Opernwerk verrät unleugbar starke musikalische Begabung, vor allem ausgezeichnete Instrumentierung, so daß man der Weiterentwicklung Egks mit großem Interesse entgegensetzen kann. Den Stoff hat er in Gemeinschaft mit Ludwig Andersen einer Dolks- komödie des bayrischen Grafen Pocci entnommen, wie auch seine Musik vielfach auf bayrische Volks- gefänge zurückgreift. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs wohnten der Aufführung bei. Nachdem die Ouvertüre mit starkem Beifall ausgenommen war, verhielt sich das Publikum in den ersten Auszügen sichtlich abwartend. Desto stärker setzte dann der Beifall nach der Schlußszene ein, so daß nicht nur die Darsteller, sondern auch der Komponist sich dem Hause wiederholt zeigen konnten. Einen besonderen Erfolg erntete Kapell- meister Wetzelsberger für seine feinsinnige Stabführung. Die Hauptrollen lagen bei Herbert Hesse als Kaspar, Madlen Madsen als Gretl und Emmy Hainmüller als Ninabella in den besten Händen. Zeitschriften. — Es ist dankenswert, daß die Süddeutschen Monatshefte, die schon verschiedentlich brennende Zeitfragen der Medizin in allgemeinverständlich dargestellten Zusammenfassungen beleuchtet haben, soeben ein Sonderheft „M oberne Hygiene" herausbrachten, in dem alle Fragen der modernen Hygiene von den verschiedensten Blickpunkten aus erörtert werden. Den Einführungsaufsatz hat Karl K i ß k a l t (München) geschrieben. Er stellt fest, daß bei der Hygiene auch das seelische Moment berücksichtigt werden muß. Für die Wohnungshygiene zum Beispiel bedeutet dies, daß die Wohnung nicht nur Schutz gegen Kälte und Nässe bieten, sondern auch die Verbindung mit Boden und Heimat Herstellen und erhalten muß. Gerade hierin liegt die große Bedeutung des Siedlungswerkes! Ueber die Hygiene der Körperpflege und Körperübung unterrichtet ein Aufsatz von Arno Arnold (Leipzig). Von großer praktischer Wichtigkeit für jeden sind weiterhin die Aufsätze von Werner Bachmann (Königsberg), die Hygiene der Kleidung, und von W. H. Jansen (Bonn) über Ernährungshygiene. Daß der körperlichen Gesundheitspflege eine seelische Hygiene gleichberechtigt an die Seite treten muß, lehrt ein Aufsatz von Oswald Sumte (München). Erwähnt sei noch der Beitrag von E. Wintergerst (München) über Lärmschutz; durch einwandfreie Untersuchungen ist erwiesen worden, daß der immer mehr zunehmende Verkehrslärm geradezu gesundheitsschädigende Wirkungen ausübt. Viel Wissenswertes bringen auch die Beiträge von Franz K o e l s ch (München) über Gewerbehygiene, von Fritz B e b l o (München) über Stadthygiene, von Erich Martini (Hamburg) über Tropenhygienc, von Willi Rimpau (München) über Infektionskrankheiten, von Rudolf Hecker (München) über Soziale Hygiene. Die politische Kundgebung zu. des sich teil. — Inzwischen versammelten sich die Besucher Marktes rings um den Tummelplatz, auf dem jetzt in etwa einstündiger Dauer ein großes Reitturnier der Leiter-SA. tracht des Hüttenberges. Die Militärkapelle, sowie die NSKK. -Kapelle , verstärkt durch Mitglieder der Gießener SA.-Reserve, sorgten für die Marschmusik. Abordnungen aller Formationen mit ihren Fahnen waren vertreten. Den Schluß bildeten die prämiierten Tiere bis zum letzten Ziegenbock. Volksfest, das sich aus dem Fcstplatz abspielte. In Zelten und in der Turnhalle sanden sich Verwandte und Be- kannte, Freunde und Kriegskameraden in herzlicher Volksgemeinschaft zusammen, um den Tag in wär- diger und froher Laune zu feiern. Alles in allem kann gesagt werden, daß der zweite judenfrcie Markt den ersten vom Jahre 1934 nicht nur erreicht, sondern noch übertroffen hat. abspielte. Eingeleitet wurde es durch die Vorführung eines Geschützes, das mit sechs Pferden bespannt und mit Soldaten in der alten Vorkriegs, uniform voll besetzt war. Dann folgte ein Schau, reiten, geleitet von Universitätsreitlehrer Schömbs (Gießen), darauf ein Hindernisreiten, das zum Teil recht fchime Resultate zeigte. Viel Beifall fand auch das Kunstreiten von jungen Gießener Reitern und Reiterinnen. Ein Staffettenreiten und ein gemeinsamer Abritt schlossen diese Veranstaltung, die leider zum Schluß durch Regen etwas gestört wurde. Reichsstatthalter Sprenger mit seinem Stabe folgte allen Vorführungen mit größtem Interesse und zeigte lebhafte Anteilnahme, auch an dem dann beginnenden Tracht auf der Rednertribüne Aufstellung genom- men hatten. Auch ihnen wurde reicher Beifall Wagen das Wappen des Bauern, den Pflug, freuten uns mit dem Wagen der „Musterungsburschen", dann sanaen die Teilnehmer einer „Spinnstube" ihr Dolksuedchen, die Arbeit des Bauern, von der Saat bis zur Ernte, wurde auf einem besonderen Wagen gezeigt, ein anderer Wagen warb für vermehrt« Schafzucht usw. Der BdM. folgte in in Sicherheit gebracht werden, denn über den Konfessionen stehe Deutschland und die Ruhe und Sicherheit des deutschen Volkes. So seien von lediglich acht verhafteten Geistlichen fünf nach Dachau gekommen. So schnell wie sie sich bessern werden, so schnell werden sie auch wieder freikommen. Er werde auch in Zukunft nicht dulden, daß an dem Werk Adolf Hitlers geschmälert und genörgelt wird. Es könne jeder im neuen Reiche unter der Führung unseres Reichskanzlers nach seiner Fasson selig werden. Aber Hetzer könne man nicht brauchen. Der Führer hätte uns die Freiheit wiederaegeben, hätte dem Bauern für eine sichere Scholle gesorgt, dem Arbeiter Beschäftigung und Brot gebracht, und am 1. Mai hätte er verkündet, daß nun der Kampf gegen die zweitletzte Million der Erwerbslosen beginne. Auch die letzte Million werde bezwungen werden. Arbeiter seien wir alle, ob nun als Bauer mit dem Pflug in der Hand, als Kohlenarbeiter in der Grube, als Handwerker in der Werkstatt, oder als Kaufmann auf dem Kontorstuhl. Aber alle hätten erst unter der Führung von Adolf Hitler wieder den Weg zu sich selbst gefunden. All unsere Mühen, all unsere neuen Pläne und Arbeiten wären aber vergeblich, wenn wir nicht dafür sorgten, daß sie geschützt sind vor den Zugriffen anderer. Wir müß- ten es deshalb auf das dankbarste begrüßen, daß der Führer dem deutschen Volke wieder sein W e h r r e ch t zurückgegeben hätte. Genau so wie man dem einzelnen Menschen zubilligt, sich in der Rot zu verteidigen, genau so mühte erst recht ein ganzes Volk darauf bestehen, daß es wieder sein Wehrrecht erhält. Run stünde das deutsche Volk gleichberechtigt und gleichgeachtet neben den anderen Nationen. Nun könne es das, was es erarbeitet hätte, auch beschützen. Ein neues Volksheer werde erstehen, ein Heer, das von deutscher Zucht und deutscher Sauberkeit zeugen werde. Das deutsche Volk müsse sich nur reinhalten und vom Juden fernbleiben, dem Führer und Vaterland immer die Treue wahren. Dann könne unsere Jugend auf einem aufsteigenden Wege hinein in eine glückliche Zukunft schauen. Die Rede wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Anschließend wurden die beiden Nationallieder gesungen. — Bürgermeister Wenzel erklärte die Kundgebung für geschlossen. Ausklang. Der oberhessische Heimatdichter Georg Heß (Leih- gestern) ließ es sich nicht nehmen, der Versammlung einige herzlich gemeinte Verse in Mundart vorzutragen. Sie behandelten die Treue zur Heimat. Herr Heß wurde unterstützt durch einen Sprechchor und Gesang des BdM., die in der malerischen von Lang-Göns, teils von Niederkleen und Kirch- der alten — nun bald ausgestordenen National- Göns zusammengestellt. Wir sahen auf dem ersten Anschließend fand eine große politische Kundgebung statt. Die Reden wurden mit Lautsprecher Übertragen. Wohl an 4000 bis 5000 Menschen waren zusammengeströmt. Auf der Rednertribüne wurde Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger von Marie Wenzel und Margot Kaiser (BdM.) mit herzlichen Worten begrüßt und mit einem Blumenstrauß geehrt. Einleitend begrüßte Bürgermeister Wenzel die Erschienenen, besonders den R e i ch s st a t t h a l t e r, den Landesbauernführer Dr. Wagner, Kreisleiter K l o st e r m a n n. (Unter den Begleitern des Reichs- Statthalters bemerkte man ferner Ministerialrat Ringshausen, Kreisbauernführer Seipel, Friedberg, und andere bekannte Führer.) Bürgermeister Wenzel erinnerte an die Zeit vor 45 Jahren, als die judenfreien Märkte zuerst in Lang- Göns veranstaltet wurden, daß sie damals zusammengebrochen seien, weil eine schwache Regierung sie bekämpft habe. Heute aber stünde der Markt unter einem günstigeren Zeichen. Jetzt würden diese Märkte gestützt und gefördert. Landeöbauernführer Or. Wagner begrüßte es dann in einer kurzen Ansprache, daß sich der diesjährige Markt, besonders im Hinblick auf den Verkauf und Absatz, besser gestaltet habe als der vorjährige, und daß diesem verheißungsvollen Anjana nun eine so schöne Fortsetzung gefolgt sei. Und so hoffe er auch, daß es in Zukunft noch besser werde. Der Reichsnährstand hätte Richtpreise für die landwirtschaftlichen Produkte festgesellt, und der Bauer wisse, woran er sei, was er zu fordern und was er zu geben hätte. Im Reichsnährstand und seinen Organen sei der Jude ganz ausgeschaltet worden. Nur in den kleinen Orten versuche er noch, Geschäfte zu machen. Er wolle eine gewisse Unsicherheit in den Handel tragen, und das müsse beseitigt werden. Deshalb würden diese judenfreien Märkte gefördert, um zu beweisen, daß es auch ohne die jüdischen Händler gehe. Gewiß seien auch schon Fehler gemacht worden, aber bis in einigen Jahren werde alles geregelt sein, dann wäre auch die Handelsfrage in Ordnung. Gestraft müsse nicht der Jude werden, denn dieser wolle ja sein Geschäftchen machen, sondern der deutsche Bauer, der vergesse, daß deutsches Blut in seinen Adern rolle, und der sich nicht mit einem fremdrassigen Handelsmann abgeben dürfe. Dazu müßten alle Bauern erzogen werden. Sie müßten auf Rassereinheit halten und die Semiten meiden. Die Ansprache wurde mit großem Beifall aufgenommen. — Darauf sprach Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. Er führte etwa aus: Nichts sei belehrender als ein Rückblick in die Vergangenheit, aber vor allem ein Rückblick auf die letzten Jahre vor dem politischen Umschwung in Deutschland. Damals hätten sich unzählige Parteien bekämpft und gehaßt, ja, die Zwietracht sei noch weiter gegangen, bis hinein in bte Familie sei ihr zerstörender Einfluß bemerkbar gewesen. Auf die Dauer hätte ein Volk nicht so bestehen können und hätte untergehen müssen. Wenn es untergegangen wäre, bann hätte es auch nichts anderes verdient. Aber es sei ihm e i n Führer erstanden, der es wieder zur Selbstbesinnung und zur Einsicht geführt hätte. Mit gleich- gesinnten Männern und Kämpfern habe der Führer Adolf Hitler das deutsche Volk vor dem Ab gründ zurückgerissen und ihm wieder eine weite, breite Straße in die Zukunft gebaut. Alle deutschen Menschen mühten sich nun in dieser Einheitlichkeit der Weltanschauung einfügen, nur so gebe es ein neues Deutschland. Man dürfe nicht dulden — wie die Ereignisse der letzten Monate es bewiesen — daß einzelne, abseits stehende Kirchenoertreter, die von jeher Gegner des Nationalsozialismus gewesen seien, nun Zwietracht säen wollten. Er, der Reichsstatthalter, sei in ausländischen Zeitungen maßlos angegriffen worden, weil er angeblich zahlreiche Geistliche hätte gefangennehmen lassen. Aber, so fuhr der Redner sort, er habe dafür zu sorgen, daß alle Feinde Deutschlands zur Einsicht gebracht werden müßten. Man müsse Kommunisten und Verbrecher festnehmen: aber auch einzelne Vertreter der Kirche, ganz gleichgültig welcher Konfession, die fiel) gegen Deutschland, das deutsche Volk und den Nationalsozialismus stellten, würden prämiierungSergeSniffe. hessisches Fleckvieh. Bullen bis 2 Jahre: 1. Preis: Gemeinde Lang- Göns, 12 Mark. 3. Preis: Friedrich Fauerbach, Eberstadt 6 Mark. Aeltere Bullen: 1. Preis: Ge- meinde Kirch-Göns 12 Mark. Klasse 2, Rinder tragend: Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Wilhelm Wörner, Osthelm; Ehrenpreis und 3 Mark: Karl Mack, Nieder-Weisel; 1. Preis: Wilhelm Haub, Nieder-Weisel, 10 Mark; 1. Preis: Karl Engel, Grüningen, 10 Mark; 2. Preis: Wilhelm Klotz, Holzheim, 7 Mark; 3. Preis: Wilhelm Hch. Adami, Nieder-Weifel, 6 Mk.; 3. Preis: Georg Ruppel, Nieder-Weifel, 6 Mark; 3. Preis: Jakob Heinz, Nieder-Weifel, 6 Mark; Anerkennung: Bürgermeister Knepper, Dorf-Gill, 5 Mark. Klaffe 3: Kühe von 1 bls 3 Jahren: Ehrenpreis (zwei Bettkoltern und eine Flasche Likör): Ambros. Jakob Bill, Nieder-Weisel; — Ehren- preis der Landesbauernschaft: Wilhelm Haub, Nie- der-Weisel; 1. Preis: Georg Ruppel, Nieder-Weisel, (Flasche Likör und 10 Mark); 2. Preis: Friedrich Fauerbach, Eberstadt, 8 Mark; 2. Preis: Wilhelm Wörner, Ostheim, 8 Mark; 3. Preis Heinrich Reit- schmldt, Eberstabt, 7 Mark: S.. Preist Friedrich Fauerbach, Eberstadt, 7 Mark; 3. Wilhelm Haub, Nieder-Weisel, 7 Mark; 3. Preis: Karl Mack, Nie- der-Weisel, 7 Mark; 3. Preis: Wilhelm Hch. Adami, Nieder-Weisel 7 Mark. Klasse 4, Aeltere Kühe. Ehrenpreis (Wanduhr und 3 Mark): Wilhelm Haub, Nieder- Weisel; Ehrenpreis: (40 Pfund Weizenmehl und 3 Mark): Ambrosius Jakob Bill, Nieder-Weisel. Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Hch. ^baml, Nieder-Weisel; 1. Preis: Friedrich Forbach, Eber- stadt 12 Mark; 2. Preis: Karl Mack, Nieder-Weisel, 9 Mark; 2. Preis Wilhelm Haub, Nieder-Welsel, 9 Mark; 2. Preis: Friedrich Fauerbach, Eberstadt, 9 Mark; 2. Preis: Wilhelm Wörner, Ostheim, 9 Mark; 3. Preis: Wilhelm Klotz, Holzheim, 7 Mk; 3. Preis: Wilhelm Wörner, Ostheim, 7 Mark; 3. Preis: Heinrich Reitschmidt, Eberstadt, 7 Mark. Klasse 5, Familien: Ehrenpreis der Landes- bauernschaft: Karl Mack, Nieder-Weisel; Ehrenpreis (Besteck und 3 Mark): Wilhelm Wörner, Ostheim; 1. Preis: Friedrich Fauerbach, Eberstadt, 10 Mark; 2. Preis: Heinrich Adami, Nieder-Weisel, 7 Mart. Ortssammlungen: 1. Preis: Rinderzuchtverein Nieder-Weisel, 15 Mark; Weggebuhr: Joh. Heinrich Hildebrandt, Nieder-Weisel, 5 Mark. Wirtschaft. Oie Indnstrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 804: Vollziehung der für den deutsch-französischen Verrechnungsverkehr erforderlichen Begleitpapiere. 805: Nachnahmeverbot im Eisenbahnverkehr mit der Tschechoslowakei bei Sendungen aus Deutschland. 806: Neue Zahlungskurse für Postanweisungen nach dem Auslande mit Wirkung vom 21. Mai 1935. 807: Depotpflicht für ausländische Wertpapiere in Italien. ♦ ♦Die Rohstahlgewinnung im April. Die Rohstahlgewinnung im Deutschen Reich betrug im April (24 Arbeitstage) 1 223 531 Tonnen, gegen 1297 558 Tonnen im März (26 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im April durchschnittlich 50 980 Tonnen hergestellt, gegen 49 906 Tonnen im März 1935. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Fest. Frankfurt a. M., 23. Mai. Die Grundhaltung an der Börse war unverändert. Das Publikum tritt weiterhin als Käufer auf, während Angebot kaum an die Märkte kam. Infolgedessen fehle sich die Befestigung des Aktienmarktes fort, aber auch der Rentenmarkt fand angesichts der starken Geldmarktflüssigkeit etwas Interesse. Die freundliche Auffassung wurde durch die außenpolitische Entspannung, die nach der Führer-Rede zu verzeichnen ist, unterstützt, die Ausführungen Baldwins im englischen Unterhaus haben hierzu beigetragen. Auch einige wirtschaftliche Momente, wie Abschlüsse der verschiedensten Industrien, boten etwas Anregung. Indes erreichte die Umsatztätigkeit nur in einigen Spezialwerten größeres Ausmaß. Am Aktienmarkt warteten einige Werte mit starken Befestigungen auf, insbesondere Kali Salzdetfurth mit 178 (171), ferner Schuckert mit 118,25 (115,75), Siemens mit 168 (166), Reichsbank mit 168,75 bis 168,50 bis 169,25 (166), Deutsche Linoleum mit 164 (162) und Rhein. Braunkohlen mit 229 (227). Auf den übrigen Marktgebieten betrugen die durchschnittlichen Befestigungen 0,50 bis 1 v. H. Farbenindustrie lagen mit 148 unverändert. Etwas lebhaftere Umsätze entwickelten sich für Bergwerkspapiere in Nachwirkung der GV.-Mitteilungen bet Mannesmann. Zellstoffwerte erholten sich nach der gestrigen Abschwächung bis 1 v. H., Feldmühle Papier gingen dagegen auf 125,40 (126,25) zurück. Etwas schwächer lagen ferner noch Scheideanstalt mit 221,50 dis 222 (223), Conti Gummi mit 154 (154,50) und Buderus (—0,50 v. H.). Der R e n t e n m a r k t lag, wie schon erwähnt, fester, nur die Altbesitzanleihe ging um 0,25 v. H. auf 115,65 zurück. Dagegen erhöhten sich späte Schuldbücher auf 97,13 (96,90) und Kornmunal- Umschuldung um 0,10 v. H. Zinsvergütung lagen mit 90,30 gut gehalten. Im Verlaufe setzten sich an den Aktienmärkten weitere Befestigungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. durch, IG.-Farben gewannen 1, Holz- mann 1, Akkumulatoren 1,25, Schuckert erneut 0,75 und Reichsbcurk 1,75 v. H., mithin ein Gesamtgewinn von 5 v. H. Feldmühle Papier waren um 0,50 v. H. erholt, Aschaffenburger Zellstoff 86J50 bis 87,50 (86,25). Das Geschäft war außer bei IG.- Farben, Reichsbank und einigen Montanpapieren ziemlich klein. Am Rentenmarkt vermochten sich Altbesitz auf 115,75 zu erholten, sonst ergaben sich keine Änderungen. Am Pfandbriefmarkt ließen Liquidationspfandbriefe bis 0,25 v. H. nach, Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen sowie Stadtanleihen lagen gut behauptet. Von fremden Werten wurden Ungarn bei steigenden Kursen lebhaft umgesetzt, Mexikaner lagen behauptet, Rumänen nicht ganz einheitlich. Tagesgeld blieb mit 2,25 v. H. leicht und unverändert. Abendbörse: fest. An der Abendbörse setzten sich die Kurserhöhungen am Aktienmarkt bei sehr lebhaften Umsätzen fort. Neben größeren Käufen der Kundschaft und Rückdeckungen der Kulisse sollen weitere Anlagen in Sperrmarkgeldern vorgenommen worden sein. Besonders lebhaftes Geschäft hatten IG. Farben mit 150 bis 150,25 (149,25), ferner fanden Gesfürel mit 126,50 bis 127, Schuckert mit 120,50. (119,50), Elektrische Lieferungen mit 110,50 (109,50), Har- pener mit 108,50, (107,25), Mannesmann mit 85,25 bis 85,50 (85), Rhein. Braunkohlen mit 231 (230), Rheinstahl mit 112 (111,65), Daimler mit 92 bis 92,50 (91,65) größere Beachtung. Sehr fest blieben außerdem Reichsbankanteile mit 171,75 bis 172,25 (171,25). Im übrigen ergaben sich gegen die schon festen Berliner Schlußkurse durchschnittliche Er- Höhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Am Einheitsmarkt war die Tendenz bei anziehenden Kursen ebenfalls fest. Von Bankaktien stiegen Berliner Handelsgesellschaft auf 114 (112,50), Commerzbank auf 93 (92). Von unnotierten Werten verzeichneten Adlerwerke Kleyer zu 95,75 bis 96,50 (95) lebhafteres Geschäft. U. a. notierten: Altbesitz 115,50, 4,5 v. H. Ungarn 1913 9,25, do. 1914 9,20, do. Gold 9,25, Reichs- bank 171,75 bis 172,25, Harpener 108,50, Mannesmann 85,25 bis 85,50, Rheinstahl 112, Stahlverein 83,75, AEG. 39,50, BMW. 134, Daimler 92 bis 92,50, Deutsche Linoleum 165, Licht & Kraft 129,25, ELG. 110,50, IG. Farben 150 bis 150,25, Feld- wühle 126,50, Felten 105, Gesfürel 126,50 bis 127, Lahmeyer 127,50 bis 128,25, Lindes Eismaschinen 129, Metallgesellschaft 106 bis 106,50, RWE. 127,13. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Mai. Auftrieb: Rinder 21 (gegen 144 am letzten Donnerstagsmarkt) bar» runter 1 Bulle, 20 Kühe, ferner 1 Kuh und 1 Färse zum Schlachthof direkt. Kälber 874 (817), Schafe 41 (51), Schweine 353 (359). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 bis 62 (60), b) 53 bis 59 (51 bis 59), c) 44 bis 52 (42 bis 50), d) 34 bis 43 (32 bis 41). Lämmer und Hümmel b2) 38 bis 40 (40), c) 35 bis 37 (36 bis 38). Schafe e) 35 bis 37. Schweine a2) 48 bis 50, b) 48 bis 51 (47 bis 50), c) 47 bis 50 (46 bis 49), d) 44 bis 48 (42 bis 48). Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und, Schafe langsam, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. lleberftanb: 10 Kühe, 4 Schweine. Schweinemarkt in Grünberg. + ® r ü n b e r g, 23. Mai. Der heutige Schweinemarkt war mit 353 Ferkeln befahren. Folgende Vreife wurden erzielt: Bis 6 Wochen alte Ferkel 22 bis 25, 6 bis 8 Wochen alte 25 bis 30, 8 bis 13 Wochen alte 30 bis 36 Mark. Der Markt würd' bei lebhaftem Verlauf ausverkauft. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. 2)erim Frankfurt a. M »trlln Frankfurt a. M. | Berlin Devijenmarkl Berlin — Frankfurt a. ZR. Schlußkurs Schluß!. Abend, börse Schluß- (urü Scblußk. Mittag- börse Schlußkurs Schlugt. Abend- bürfi- Schluß» lurd Schlußk. Mittag, börse Schluß- kurü Schlußk. Abend- börse Schluß- kure Schlußk. Mittag- börse 22.Mai 23 Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Datum 22 5 23 5 22 5 23 5 '■Datum 22 5 23 5 22 5 23 5 Datum 22 5 | 23 5 22 5 23 5 Geld »rief 6% $)cut|d)c ReichLanloihe v. 1027 4% Deutsche Reichtianl. non 1984 6H% Boung-Anieihe von 1980 .. Deutle ÖlnL-VlbloL-Sdlulb mit Autlol..Rechten ............. 4*/i% Deutsche RcichSposischatzaN' Weisungen von 1934, I....... 6% ebcm.8% Hess. BolkSstaat 1929 lrückzohlb. 102%) ............ 4W% ehem. Hessische Qanbctban! Darmstadt Wölb R. 12........ 6H% chem. Hess. Landeü-Hypo- thekenvank Darinstabt Limit ... 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSd.Woldschuldverschr. 8t 6 Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Autlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Am leihe Serie 1 mit Auitios.-Rechten chAn.8% Franks. Hyp.-Aank Woldpse. 15 unkiindbar bi» 1935 5K% ehem. 4%% Franks. Hyp.- BOnk-Liqu.-Pfandbriefe....... 6W% ehem. Rheinische Hyp.-Tank-Ltau.-Goldpfe..... 4H% ehem. 8% Pr. LandeöPfand- ortesanstalt, Psanbbricse R. 10 4%% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- brirfanfL, (Wölb Komm. Cbl.Vl 100,25 96,9 102,5 115,9 100,25 98,5 96,25 100,4 92 100,25 96,9 102,5 115,5 100,4 98,5 96,25 100,4 92,4 100,25 97 102,75 115,9 100,4 98,4 96,25 100,13 97,1 115,5 100,4 98,5 4% vosgl. Serie n ........... 5% Ruman. vereinh. Mente v. 1003 4'/-%Muinän.vereinh.Neniev.lgiS 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 y*% Anatolier .............. Hamburg-Antertka-Paket U Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Liohb .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank...... 0 Reichsbank ................ 12 10 5J 4,975 38,25 33,25 35,13 89 112,25 91,75 93,75 93,75 166 10,75 5,75 8,25 4,95 39 33,5 35,5 89,5 114 93 94,25 94,25 172,25 39,5 135,5 110,5 129,25 105 127 129 120,5 5,8 8,5 4,95 38,6 33,25 26,5 35 88,75 112,5 91,75 93,75 93,75 166 5,75 8,3 4,9 38,5 33,75 27,75 35,25 89,65 113,75 92,25 94,25 94,25 171,5 Mansseider Bergbau......... 8 KokSwerke ..................6 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstabl ................ Sy» Vereinigte Stahlwerke........0 Otavt Aktnen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7 I. G. Farben-Jndustri«.......1 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ............ 0 RütgerSwerke...............4 Metallgesellschaft............. 4 114,75 227,5 110,9 83 19,5 121,5 119,5 171 148 223 101 114,9 105 115,75 231 112 83,75 19,4 127,25 126,5 182 150,25 222,5 102 117 106,5 115 119,4 227,25 111 82,9 19,5 121,25 120,5 171 147,65 101,13 114,5 105,13 115,9 120,75 230 111,65 83,4 19,25 126,5 127 184,5 149,25 102,4 117,5 105,75 Buenos ötiei Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danztg..... London ..... HeliingsorS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Reuyork ... 0,658 41,98 0,154 3,047 54,46 46,77 12,195 5,38 16,365 168,18 20,53 0,716 5,649 61,29 48,95 11,07 62,89 80,32 33,92 10,34 2,487 0,662 42,06 0,156 3,053 54,56 46,87 12,225 5,39 16,405 168,52 20,57 0,718 5,661 61,41 49,05 11,09 63,01 80,48 33,98 10,36 2,491 Banknoten U, Duo 41,98 0,154 3,047 54,75 46,77 12,255 5.405 16,365 168,03 20,53 0,719 5,649 61,62 48,95 11,125 63,22 80,32 33,92 10,34 2,486 U,662 42,06 0,156 3,053 54,85 46,87 12,285 5,415 16,405 168,37 20,57 0,721 5,661 61,74 49.05 11,145 63,34 80,48 33,98 10,36 2,490 124 115,5 96,25 101 101,25 96,75 124 116,25 96,25 100,75 101 96,75 115,9 96,5 101,25 96,75 115,9 100,75 96,75 A.C.G......................0 Bekula.................... 10 Ciektr. LieserungSgeseNschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten S (Wuillcaume......... 0 ÄescMch.s.LIcttr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Slektr..........6 Schuckert L Eo............... 4 39,13 135,25 107,5 126,25 103 125,25 126,25 115,75 39,25 135,25 107 126,5 102,13 125,5 129,5 165,65 115,5 39,4 134,75 110,25 129,5 104,9 126 129 119,5 Philipp Holz mann...........0 Zementwerk Heidelberg ......6 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Payenhofer ...... 4 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. o Bemberg................ 0 Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 94,5 117,5 53,25 113 117 6,25 95 118 54,13 114,75 118,5 89,25 110,4 52,65 112,5 117,5 86,25 95,5 I 110,13 54,13 114,5 118 88,5 Scrlin.23.Mai Geld »rief Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. 2,438 41,82 2,458 41,98 96,75 106,3 96,75 106,3 96,75 106,3 96,75 106,3 Lahmeyer L Co.............. 7 166 127,25 168,5 128,25 165,5 127,25 169,75 127,25 Dessauer ü)a» .......... 7 91,5 162 92,5 165 131,13 90,75 163 132,25 91,65 165,5 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... 54,54 12,22 16,30 54,76 12,26 16,36 Gteuergutsch.verrechnungSk. 85-89 Deutsche Linoleum ...........6 Buderus ........... o Deutsche ErbbI ..............* 103,25 110,5 105 160,5 129,5 95 I 84 103,25 110^9 108,5 167 131 95,65 85,5 103,65 110,75 105,25 97,75 158 129,75 94,9 84,25 103,4 111,65 Orcnstein & Koppel ..........c — 87 87 Hoiländilche Noten .. ............ 167,61 19,92 168,29 20,00 4% Oesterretchtiche Wolbttnte.... 4,20% Oestcrreichische Silberrente 4% Ungarische Wolbrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yi% dcSgi. von 1913.......... 6% abgeft. Okilbmcrlhincr von 99 29,65 30 30 — Westdeutsche Kaufhof.........0 35 36 35 36 Italienische Noten................ 1,25 8,65 8,35 8,65 13,75 1,25 9,25 8,95 9,25 13,5 1,35 8,65 8,5 8,75 13,75 1,25 8,95 8,95 9,25 14 Gelsenkirchener........... 0 Harpener ............... o Hocsch Eisen—Köin-Neuesfen .. 0 Ilse Bergbau .............. 6 wie Bergbau Genüsse........ 6 107,25 98,9 164 131,5 95,75 85,25 Chade......................0 Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gumm« .............. 8 295 168,75 154,5 295,5 170 154,75 295 168,5 154,5 297 171,75 155 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 61,41 63,00 80,09 61/65 63,26 Aritzncr...................0 I 38,4 ! 39,13 1 38,9 1 m I 39,5 Schweizer Noten................. 80,41 4% Türkische Bagbabbahn-Anleihe Gerte l..................... 10 10,75 10,25 Klvcknerwerke ....... gy, Mannesmann-Röhm»........0 Malnkrastwerke Höchst a>M.... 4 Süddeutscher Zucker....... 1 92,75 1 171 93,9 I 171,75 1 171,75 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 33,45 33,59 Nr.120 Drittes Blatt Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5reitag.24.MisW Lin italienisches Wilämn. Am 24. Mai jährt es sich zum zwanzigsten Male, daß Italien durch seine Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn als Gegner der Mittelmächte i n d e n Weltkrieg ein griff, denen es bis dahin durch ein Bündnis völkerrechtlich und moralisch verpflichtet war. Der Versuch der deutschen Diplomatie, durch die Vermittlung des Fürsten Bülow zwischen Wien und Rom die italienische Neutralität für die ganze Dauer des Krieges sicherzustellen, war gescheitert. Der formale Beschluß der italienischen Kammer am 24. Mai bereitete keine Ueber- raschung mehr, sondern war nur der Abschluß Hefter innerpolitischer Kämpfe zwischen der Kriegspartei und den Neutralisten, deren Führer G i o - litti schon vorher unter der Drohung der durch Agitation und Gold aufgewiegelten Straße aus Rom hatte fliehen müssen. Immerhin zeigten einige Umstände, daß das Gefühl für die Frag- Würdigkeit der Wendung, die die italienische Politik und Geschichte mit dem Ueberfall auf einen in seinem Leben bedrohten Bundesgenossen genommen hatte, bei den Verantwortlichen und' beim Volke nicht ganz erloschen war: die Kriegserklärung wurde nur an Oesterreich-Ungarn gerichtet — die an das Reich erfolgte erst ein Jahr später —, der sofortige Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Deutschland wurde auf der Consulta mit höflichem Bedauern entgegengenommen, die vorher fieberhaft erregte Hauptstadt erstarrte nach der Bekanntgabe des Beschlusses wie im Schrecken über eine Untat, und als der Fürst und die Fürstin Bülow, eine geborene Prinzessin Camporeale, in deren Figuren sich auch für den Italiener die alte politische und kulturelle Verbindung der beiden Länder verkörperte, gegen Abend des zweiten Pfingstfeiertages mit dem kleinen Gefolge der Botschaft durch die Straßen Roms zur Station fuhren, um das feindlich gewordene Land zu verlassen, lastete sichtbar eine Lähmung auf der menschenleeren Stadt, die gewiß nicht nur in der ungewissen Zukunft des Krieges ihren Ursprung hatte. • Dieser Tag und seine bewegte Vorgeschichte werden keinem, der sie miterleben mußte, je aus dem Gedächtnis schwinden. Das offizielle Italien hat ihn, nachdem der Zusammenbruch der Mittelmächte nach vielen vergeblichen Versuchen, seinen Waffen den mühelosen Sieg über eine der Selbstauslösung verfallene Front in den Schoß geworfen hatte, a l s Ausgangspunkt und Rechtfertigung einer großen Epoche seiner Geschichte gefeiert; noch dieser Tage las man, daß die „Siegesbotschaft" des Generals Diaz am Rathaus der Stadt'Bozen angebracht wurde, deren Eroberung Italien im Frieden für um so dringender hält, als sie im Kriege nicht gelungen war. Gerade das faschistische Italien folgt einer inneren Nötigung, wenn es dem Eintritt m den Krieg den zweifelhaften Charakter nimmt und ihn zu einem heroischen Entschluß von nationaler Bedeutung stempelt; denn sein Schöpfer und Führer Mussolini war in erster Linie an der Umwandlung beteiligt, die Volk und Regierung Italiens in zehn Monaten Neutralität zum Bruch des Bundes führte. So wird es auch in diesem Jahre nicht an italienischen Kundgebungen und Erinnerungen an den 24. Mai 1915 fehlen als den Tag, an dem Italien den kühnen und steilen Weg in eine stolze Zukunft angetreten habe. Ja, diese Erinnerungen werden um so ungebrochener und logischer erscheinen, als Italien sich erneut mit Frankreich verbündet hat und eifrig an der Gestaltung einer europäischen Politik mitwirkt, die in der Tat die logische und tatsächliche Fortführung des vor zwanzig Jahren betretenen Weges ist. Das Intermezzo, das die italienische Politik durch die zeitweise Neigung Mussolinis geschaffen hatte, in Anlehnung an die alten Traditionen und Interessen Italiens ein starkes Deutsches Reich in der Mitte Europas für notwendig und nützlich zu halten, ist damit auch für uns erledigt: wir gedenken beide. Deutsche und Italiener, des 24. Mai 1915, jeder in seiner Weise. — Die wirkliche moralische und psychologische Stellung zweier Völker zueinander oder wenigstens der Schichten, die sie formen, zeigt sich am deutlichsten in Tagen der Verstimmung. Es ist sehr interessant, festzustellen, daß in der deutschen Öffentlichkeit die Schwenkung der italienischen Politik in die Reihe der Verteidiger von Versailles im wesentlichen mit einer gleichmütigen Gelassenheit ausgenommen wurde, obgleich durch gewisse Parallelen in der inneren Entwicklung der beiden Länder zweifellos ein Anreiz zur Illusion und Ernüchterung gegeben war. Im Gegensatz dazu wiederholen sich in Italien jene ungereimten Betrachtungen und Verdächtigungen Deutschlands, die immer dann laut werden, wenn die italienische Rassenseele sich mit der französischen Schwester vereint. Soeben hat der Schwiegersohn Mussolinis, der Pressechef im Ministerium des Aeußeren, Graf Galeazzo C i a n o , bei der Eröffnung der italienischen Kunstausstellung in Paris eine neue Probe dieser unbeirrbar durch die Jahrhunderte gehenden Neigung zum historischen Schema gegeben, indem er die deutsche „Moral" mit unheimlichen schattenhaften Wäldern verglich, in die man sich nur bewaffnet hineinbegeben dürfe! Fürwahr eine poetische Ausrede für die prosaische Tatsache einer schwerbewaffneten Armee von 800000 bis 900 000 Mann, mit der sein Schwiegervater ein paar Tage vorher dem nach Rüstungserleichterung sich sehnenden Europa ins Gesicht sprang. Der historisierende Graf und die historisierende Politik Mussolinis schöpfen aus derselben Quelle, den Vorstellungen und Erfahrungen der Antike und des Mittelalters, das heißt der Zeiten, in denen das römische Weltreich mit der nordischen Welt des Germanen zusammenstieß, und in denen die Universalidee des römischen Kaisertums deutscher Nation am nationalen Widerstand der „wel- fischen" italienischen Städte verblutete. Wie die Mittelmeer- und Afrikapolitik Mussolinis den verwehten Spuren des alten Roms nachgeht, so ist auch seine Haltung in der österreichischen Frage und sein Widerstand gegen eine natürliche Lösung eingegeben von der Zwangsvorstellung, daß es gelte, einen „Grenzwall" gegen den Einbruch der nördlichen „barbarischen" Welt zu errichten. Eine solche politische Betrachtungsweise — wenn sie nicht nur ein historisches Bekleidungsstück eines höchst modernen Jmperalismus ist! — könnte einen Professor begeistern, ist aber bei dem Staatsmann Mussolini unbegreiflich. So wenig im heutigen Raum der antiken Welt die Voraussetzungen für eine Wiederherstellung des römischen Imperiums gegeben sind, so wenig besteht für Italien die Gefahr einer Wiederholung der deutschen Politik, die man in der Geschichte die ghibellinische nennt, weil unter den Hohenstaufen die Vereinigung der deutschen und italienischen Länder unter einer Krone den sichtbarsten und mächtigsten Ausdruck gefunden hatte. Wenn Mussolini nicht nur die politische, sondern auch die geistige Entwicklung des neuen Deutschland verfolgt, so müßte er wissen, daß es darin keine „Ghibellinen" mehr gibt und daß, wenn noch letzte Spuren in der romantischen Betrachtung Italiens und des einstigen Bundes vorhanden waren, wir bemüht sind, sie aus der deutschen Vorstellung gründlich auszurotten. Das neue Deutschland betrachtet die Römerzüge als ein nationales Unglück, das uns unseren eigentlichen Zielen entzog, und die Jtalienschwärmerei als ein Gift für unsere nordische „barbarische" Seele! Trotz Barbarossa, Winckelmann und Goethe, wir wollen nur wir selber sein und andern das ihrige lassen. Dies führt uns wieder auf den 24. Mai zurück. Er ist für uns ein Jahrestag einer abgelebten Geschichte, die wir nicht erneuern werden. Wir wünschen Italien, daß es immer mit ungetrübter Freude an einen Entschluß zurückdenken kann, der uns von einer historischen Last befreit hat, die nicht durch dauerhafte Vorteile ausgewogen wurde. Wir wünschen Italien politische und geistige Freundschaften, die seiner würdig sind, und werden nicht in den Fehler verfallen, uns zu freuen, wenn es Enttäuschungen erlebt. Und wir hoffen, daß es diese kühle Teilnahmslosigkeit zu schätzen weiß am Jahrestag eines von ihm leidlich überstandenen Krieges, an dem es sich anschickt, in einen neuen, noch zu bestehenden Krieg zu gehen. DasneueGewächshausdesVotamschenGartens. Am kommenden Sonntag wird das neue Gewächshaus des Botanischen Gartens, das nach Beseitigung des alten und völlig unzulänglichen Hauses entstanden ist, zum ersten Male für den Besuch der Bevölkerung geöffnet sein. Dieses neue Heim für den wunderbaren Besitz des Botanischen Gartens weist im Vergleich mit dem früheren Gewächshaus erhebliche Verbesserungen auf. Während der alte, abgebrochene Bau in seinem räumlichen Ausmaß völlig unzulänglich geworden war, ist das neue Gebäude, das von der weltbekannten Spezialfirma für Gewächshausbauten Röder in Langenhagen errichtet wurde, mit einer Länge von 42 Meter und einer Breite von neun Meter erheblich tiefer und dadurch geräumiger geworden. Außerdem kommen ihm noch die Vorteile wesenllicher technischer 23er» serem Botanischen Garten etwa 8000 Pflanzen der verschiedensten Arten und Formen untergebracht sind, von denen etwa 2000 Pflanzen allein in dem neuen Gewächshaus ihre Unterkunft haben. Das neue Haus in seiner Gesamtheit macht auf den Besucher einen sehr guten Eindruck und stellt eine ansehnliche Verschönerung des Botanischen Gartens dar. An der Südseite des neuen Gebäudes befindet sich ein Geländestück, das jetzt noch gärtnerisch gestaltet ist, jedoch den Zweck hat, als Bauplatz zur Errichtung eines für den Botanischen Garten dringend erforderlichen Gebäudes zur Aufnahme der Kulturen der berühmten Victoria Regia und anderer tropischen Pflanzen zu dienen. Hoffentlich ist der Zeitpunkt nicht fern, daß auch diese Verbesserung Palmengruppe im neuen Gewächshaus. Führertagungen der Deutschen Uebungswirtschast Gau Hessen-Nassau. ■ ■........... *. , j■■ ' •' .h »V » 1 Gesamtansicht des neuen Gewächshauses. besserungen zugute. So ist z. B. an Stelle der früheren Einzelheizung der verschiedenen Gebäude des Botanischen Gartens, die mit mancherlei Unbequemlichkeiten und Nachteilen verknüpft war, eine Zentralheizungsanlage für sämtliche Gebäude getreten, die nunmehr durch eine Warmwasserheizung allen Räumen die erforderlichen Temperaturen verschafft; ferner weist das neue Gewächshaus heizbare Wasserbecken auf, in denen die seltensten Wasserpflanzen geeignete gute Existenzbedingungen haben. Weiter sind an Stelle der lichthemmenden Doppelfenster in dem etwa 80 Jahre alten früheren Gewächshaus einfache Fenster des neuen Gebäudes getreten, durch die eine wesentlich größere Lichtfülle in das Innere des Hauses eintreten kann. Interessant ist übrigens, daß die Eisenkonstruktion des neuen Gewächshauses in den Werkstätten der Spezialfirma Röder- Langenhagen geschaffen und vorgerichtet wurde, so daß sie in allen Einzelteilen fertiggestellt hierher zu transportieren und an Ort und Stelle lediglich zusammenzusetzen war. Alle Arbeiten am Platze sind erfreulicherweise vom Gießener Handwerk geleistet worden, so daß auch dadurch ein ansehnliches Stück Arbeitsbeschaffung für die heimische Wirtschaft geleistet werden konnte. Das neue Gewächshaus ist in vier Abteilungen gegliedert. Die erste Abteilung dient zur Unterbringung von Pflanzen allerlei Art, die an trockene Standorte gewöhnt sind, darunter viele Kakteen, Aloe, sehr merkwürdige Wolfsmilch-Gewächse, die prächtigen Säulenkakteen usw. Die zweite Abteilung beherbergt die Pflanzen der feuchten Standorte, z. B. Farne der verschiedensten Arten und prächtigsten Formen. In der dritten Abteilung, dem Palmen- und Warmhaus, findet man allerlei Palmenarten, dazu Kaffee-, Kakao- und Pfefferpflanzen, sowie mancherlei weitere tropische Wasserpflanzen. Die vierte Abteilung, das Kalthaus, dient zur Ueberwinterunq einer großen Menge von Pflanzen subtropischer Art, die im Sommer im Freien stehen können. Bei dieser Gelegenheit sei vermerkt, daß in un- dem Botanischen Garten zur Verfügung gestellt werden kann. Nachdem jetzt in dem neuen Gewächshaus erheblich größere Bewegungsmöglichkeiten als früher für die Besucher gegeben sind, wäre zu wünschen, daß dieser schönen und interessanten Einrichtung in unserer Stadt fortgesetzt das rege Interesse unserer Bevölkerung während der Besuchsstunden entgegengebracht würde. ♦ Die gärtnerischen Vorarbeiten haben sich in den letzten Wochen so fördern lassen, daß demnächst die Schau - Häuser des Botanischen Gartens dem Publikum zugänglich gemacht werden können. Sie werden während der Sommermonate Dienstag und Freitag von 15 bis 17 Uhr, Mittwoch und Sonntag von 10 bis 12 Uhr offenstehen. Zum ersten Male werden die Räume der soeben neu errichteten ' Gewächshäuser nächsten Sonntag, 26. Mai, um 10 Uhr geöffnet werden. Oben: Tropischer Farn. Unten links: Blick in das große Kakteenhaus. Unten rechts' Kakteenhaus. Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen. Lpd. Frankfurt a. M., 23. Mai. Die Deutsche Uebungswirtschast hat im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet eine so erfolgreiche Entwicklung genommen, daß sie heute sämtliche Wirtschaftsgruppen und einzelne Gewerbezweige umfaßt, wodurch auch die Aufgaben der Leiter und Leiterinnen sehr gewachsen sind. Die Führung der Deutschen Uebungswirtschast Hessen-Nassau hat sich deshalb entschlossen, in der nächsten Zeit vier große Wochenendtagungen abzuhalten. Eine dieser Tagungen wird am 22. und 23. Juni auf der Burg Gleiberg bei Gießen für die Kreise Biedenkopf, Dillenburg, Wetzlar, Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Friedberg, Büdingen, Schlüchtern, Gelnhausen und Hanau mit den dazugehörigen Ortsgruppen stattfinden. Die Tagungen bezwecken, die große Arbeit der Vertiefung und Erweiterung der Uebungsfirmen immer noch wirklichkeitsnaher zu gestalten. Maßgebende Männer der Partei und der Wirtschaft und die Leitung des Amtes für Berufserziehung Gau Hessen-Nassau werden hierbei die neuen Wege der Arbeit aufzeigen. Auf der ersten Tagung am nächsten Samstag und Sonntag in Zwingenberg wird der Gauwirtschaftsberater der NSDAP, über die wirkliche Wirtschaft und Aufgliederung der Arbeitsgebiete sprechen, ferner werden Fragen der Betriebtzorganisation und die Aufgaben der verschiedenen Wirtschaftsgruppen, wie Industrie und Technische Uebungsbüros, Großhandel-Einzelhandel, Ernährung und Landwirtschaft, Gewerbe, Verwaltung und Recht behandelt. Auch eine Reihe wichtiger Spezialfragen, wie u. a. Absatz, Werbung, Marktordnung, Markenartikel, Außenhandel usw. werden von Fachreferenten erörtert und kommen zur Aussprache. Der Leiter des Gauamtes für Berufserziehung, Pg. R. Stein, wird über die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter in der Uebungswirtschast sprechen, und der Gaureferent der Deutschen Uebungswirt» schäft Hessen-Nassau, Fritz Bernetti, über die ^beitsentwicklung der Deutschen Uebungswirt- Sonderbesprechungen mit den Uebungsleitern in Verwaltung und Recht, sowie mit den Technikern und den Leiterinnen der Mädels-Uebungs- firmen während der Arbeitspausen und nach Abschluß der Tagung ergänzen die Wochenendschulungen. V .'M I erzeugen. Nachdruck oerbotenl 30 Fortsetzung i ■' wl ft Der Spielplan der Berliner Opernhäuser mußte auch in diesem Winter auf wesentliche Blutzufuhr . durch neue Werke verzichten. Zwar ist die Zahl der Angebote für Uraufführungen nicht gering gewesen. Aber mit Ausnahme von Paul Graeners „Prinzen von Homburg" haben alle Partituren zeitgenössischer Komponisten wieder den Rückweg aus den dramaturgischen Büros zum Absender antreten müssen. Ist schon die Ausbeute an gehaltvollen Dramen für die Sprechbühne gering gewesen, so darf man von der Oper — trotz einiger Uraufführungen im Reich — getrost sagen, daß die neue Zeit noch kein Werk geboren hat, das der kritischen Sonde eines verantwortungsbewußten Dramaturgen standhalten und einer Berliner Aufführung gewürdigt werden könnte. Denn die Eigenart der beiden hauptstädtischen Opernbühnen - verträgt sich nur mit Neuerscheinungen, die sich durch absoluten künstlerischen Wert und eine Volksfaß- lichkeit ausweisen, die auch eine größere Anzahl von Aufführungen ermöglicht. Deshalb bleibt den Operndirektoren keine andere Möglichkeit, als erprobte Stücke des Repertoires wieder aufzufrischen und durch musikalischen Glanz und bühnenmäßige Ausstattung einen gewissen Reiz der Neuheit zu Blick meines Augen niederschlagen vor dem Kindes? danken vor dem Wertvollsten verschlossen hatte, das in ihrem Leben gewesen. Hatte sie dis jetzt nur den Mann treffen wollen, der ihrem Willen nicht gefügig sein wollte, so fielen plötzlich alle rachsüchtigen Gedanken von ihr ab. Sie stand einige Augenblicke verwirrt und beschämt vor Gerda, fühlte das laute Klopfen ihres Herzens und dachte verwundert: Was habe ich nur? Muß ich die Oper und Konzerte in Berlin Musikbrief aus der Reichshauptstadt. Schon glaubte sie, ihn zurück erwarten zu können, als sie sich auf den Weg machte. Irene hatte ihr einen Fingerzeig gegeben. Es war so leicht, zu erfahren, wo sich das Kind befand. Bei jener Tankstelle, die Fred schon einmal verraten, erfuhr sie das Ziel seiner Fahrten. Ein kleiner Ort bei Heidelberg! In diesem Ort gab es nur einmal den Namen Morland. Sie erlebte einige Enttäuschung, als sie in dem Hause, das man ihr gewiesen, eine verschlossene Tür fand. Im Nachbarhause aber war sie beobachtet worden. Ein frischer, großer Junge gab ihr bereitwillig Auskunft. Gerdas Spielkamerad wußte sogar den Ort und die nähere Adresse anzugeben, wo Frau Morland mit ihrer Enkelin die Ferien verbrachte. Sie würden übrigens sehr bald zurückkommen. Kitty triumphierte innerlich. In dem Kurort würde eine Begegnung mit ihrem Kinde viel leichter und unauffälliger möglich sein als hier m dem kleinen Orte. Sie fuhr sofort nach Wildbad, stieg im elegantesten Hotel ab und ging am nächsten Morgen mit dem harmlosesten Gesicht von der Welt die Kurpromenade auf und ab. Als es ihr nicht gelingen wollte, Großmutter und Enkelin, die sie leicht zu erkennen glaubte, ausfindig zu machen, suchte sie nach der Pension, die der Junge ihn gewiesen. Gerda hatte den ganzen Vormittag trübselig in der Gartenlaube verbracht. Ihr war der Kurort verleidet, fast freute sie sich nun auf die Heimkehr. Die Großmutter schalt sie undankbar. Wie konnte sie der wildfremden Frau so nachtrauern, die ihr nicht einmal ihre Adresse angegeben hatte? Gerda konnte nicht glauben, daß Frau Scholz sie nicht von ganzem Herzen lieb gehabt hatte. Frau Scholz würde bestimmt schreiben, sie würde auch sicher ihre Einladung wiederholen, sie einmal zu besuchen. Kitty konnte die Gartenlaube von der Straße aus nicht überblicken, sie sah nur ein helles Kleid durch die Spalten schimmern und trat kurz entschlossen in die Pension. War es ein untrügerisches Muttergefühl, das Kitty sagte: Das ist dein Kind? Sie ging auf die Laube zu, sah in die ernsten, klaren Augen des Mädchens, sah das hübsche, frische Gesicht, die schlanke, hoch aufgeschossene Gestalt und wußte: das ist dein Kind. Ein seltsames Gefühl kam über die Frau. Stets war ihr die Erinnerung an dieses Kind lästig und peinlich gewesen, nun war ihr, gls ob sie ihre Ge- ein. Die zweite Neigung Rodes gehört den Wag- nerschen Musikdramen. Sein Wort: „Wer Wagner liebt, ist deutsch" steht über einer vollständigen szenischen und musikalischen Erneuerung des Lebenswerkes Wagners. „Tannhäuser", „Tristan" und „Lohengrin" bildeten den Tribut dieser Spielzeit. Die „Meistersinger" und der „Ring des Nibelungen" folgen, wenn das Haus nach völligem Umbau am 15. November seine Pforten wieder öffnet. Eine bemerkenswerte Betonung der bühnenmäßig-wirksamen Elemente kennzeichnete auch die Neuinszenierung des „R o s e n k a v a l i e r s", mit der die S t a a t s o p e r unter dem Szepter von Clemens Krauß die üppige Strauß-Pflege dieses Hauses fortsetzte. Richard Strauß betonte vor einiger Zeit bei einem Dirigentengastspiel stärker das seelische Drama zwischen der Feldmarschallin, Octavian und Sophie. Sein Jünger, Krauß, führte dagegen mit großer Deutlichkeit die burlesken und komödiantischen Züge der Oper zu durchschlagender Wirkung. Dazu hatte er sich den Wiener Bühnenbildner Professor Alfred Roller und den Dresdener Regisseur Josef Gielen als Helfer verpflichtet, die in einem großartigen szenischen Aufbau das Lever, den Schabernack im dritten Akt und die Auftritte des Lerchenauers zu Höhepunkten der Aufführung gestalteten. Bon den Sängern fügte sich dieser Jnszenierungsabsicht vor allem Jaro Prohaska ein, der neben seinem kraftvollen, großen Bariton ein Spieltemperament und eine Beherrschung des Wiener Dialekts einzusetzen hatte, die zusammen mit dem Geift der Aufführung aus dem „Rosenkavalier" einen „Ochs von Lerchenau" machten. Don dieser dramaturgischen Akzentverschiebung wurde jedoch die musikalische und darstellerische Qualität der übrigen Sänger nicht im geringsten beeinträchtigt. Ein Ensemble von einzigartigem Klang bot unter der mitreißenden Führung Clemens K r a u ß' Höchstes und Letztes. Tiana Lemnitz meisterte die Rolle des Octavian mit ihrem sammetweichen, auch in der Tiefe ergiebigen Sopran und bezauberndem Spiel vollendet. Für die Feldmarschallin der Diorica U r s u l e a c ist fein Wort des Lobes zu hoch. Nur Adele Kern, die zum ersten Male die Wiener mit der Berliner Staatsoper vertauscht hatte, konnte in der Rolle der Sophie, die ihr keine Koloraturen bot, nicht ganz befriedigen. So wurden die letzten Neueinstudierungen älterer Werke sehr stark von einer auffallenden Betonung des theatralischen Elements bestimmt. Das Deutsche Opernhaus beendete seine Spielzeit mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners „Lohengrin". Intendant Wilhelm Rode verlegte als Regisseur das Schwergewicht des Gralsritterdramas auf das dämonische Paar Ortrud- Telramund. Hier standen ihm in seiner eigenen Person und in der stimmgewaltigen Elsa L a r c d n zwei Sänger von größtem Ausmaß zur Verfügung, die stimmlich der Glanzpunkt der Aufführung waren und darstellerische Fähigkeiten einzusetzen hatten, mit denen sie die sehr zarte Elsa der Constance Nettesheim und den stimmlich nicht ausreichenden Lohengrin Willi Wortes an die Wand spielten. Es wäre dramaturgisch zu rechtfertigen gewesen, die Aufführung „Ortrud und Telramund" zu nennen. Die Lohengrin-Hälfte trieb man dagegen durch eine derartig prunkvolle Ausstattung hoch, daß der Schwerpunkt dieses auf der Grenzscheide zum eigentlichen Musikdrama stehenden Werkes auf das Stilprinzip der „großen Oper" verlegt wurde. Kennzeichnend war dafür vor allem der zweite Aufzug, für den Benno von Ar ent ein«! wunderbaren romanischen Burghof mit Laubengängen, Doppeltor, Zugbrücke und einer perspektivischen Durchsicht auf die Tallandschaft der Schelde geschaffen hatte. Auf Pferden wurden Hochzeitsgeschenke gebracht, unendliche Menschenmassen formierten sich zum Hochzeitszug, und ihre Gewänder boten dem Auge eine phantasievoll komponierte, berauschende Farbensymphonie. Regisseur und Bühnenbildner standen fast gleichberechtigt neben dem musikalischen Leiter Karl Dammer. Mit diesem „Lohengrin" fand eine Jnszenierungs- reihe ihren Abschluß, die bestrebt war, mit volkstümlichen Werken breite Besucherschichten anzu- ziehen und ebenso stark an das Auge wie ans Ohr zu appellieren. Eine Aufführung des „Postillons von Lonjumeau" und des „B o c c a c - c i o" von farbenfunkelnder Pracht der Ausstattung und einer unendlichen Liebe zum naturalistischen Detail sowie eine szenisch stark experimentell an- mutende „T r a o i a t a" - Einstudierung im modischen und architektonischen Gewände von 1935 waren für den volkstümlich-theatralischen Geist des Deutschen Opernhauses die beredtesten Zeugen. Aus der gleichen leidenschaftlichen Liebe zum optisch betonten Theater ließ Intendant Rode dem Ballett breiten Spielraum innerhalb der Opern und räumte ihm einen besonderen Tanzabend im Repertoire Sie bezwang sich, lächelte, fragte sehr frisch, sehr harmlos: „Kleines Fräulein, kann man hier Zimmer mieten?" „Es ist alles vermietet!" antwortete Gerda. „Doch werde ich Sie zu der Besitzerin der Pension bringen!" „Hübsch ist es hier!" suchte Kitty das Gespräch weiter fortzusetzen. „Ich verstehe gar nicht, warum Sie so traurig drein geschaut haben?! Fast wider Willen war ihr das „Sie" entschlüpft. Warum machte sie den Ton zwischen sich und der Tochter noch fremder? Gerda errötete leicht. „Oh, ich habe nur an etwas gedacht!" „Muß man dabei so ernste Augen machen?" Gerda lachte ein wenig verlegen, stand auf und lenkte schnell ab: „Ich laufe ins Haus und bitte Frau Wagner zu kommen." Sie kam nach einigen Minuten zurück, berichtete, daß die Vermieterin im Augenblick beschäftigt sei, baldigst aber kommen würde. Kitty nahm in der Laube Platz. Wie gut es das Schicksal mit ihr meinte. Durch die Verzögerung konnte sie wenigstens das Gespräch mit Gerda fortführen. Es wurde ihr nicht schwer, Gerdas Kummer zu erfahren. Etwas stockend erzählte Gerda von der plötzlichen Abreife der Frau Scholz. Kitty horchte auf bei dem Namen. Und aus Frankfurt kam die Dame? Das Erscheinen der Pensionsbesitzerin unterbrach das Gespräch. Sie kam Kitty ganz wie gerufen. Und während sie mit scheinbar größter Aufmerksamkeit Zimmer besah, nach Preisen fragte, drehten sich ihre Gedanken immer wieder um das eben Gehörte. Wer war diese Frau Scholz aus Frankfurt? Seltsam, daß die Dame den Mädchennamen Liane Morlands führte. Kitty verspürte plötzlich eine heiße, eifersüchtige Regung: nach der Fremden sehnte sich das Mädchen und wußte nichts von der Mutter. Wußte nicht, daß diese noch lebte, daß sie verlangend die Arme nach ihrem Kinde ausstreckte. Kitty fand Gerda noch in der Laube. Es hieß handeln, und wenn diese Frau Scholz auch wirklich nicht mit Liane Morland identisch war — es hieß klug zu fein. „Du bist also Gerda Morland!" sagte Kitty, neben dem Mädchen Platz nehmend. „Deine Frau Scholz hat mir von dir erzählt. Ich hatte nur den MlemMM.... Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Das Konzertleben hat durch die Berliner Kun st wochen noch einmal vor dem Eintritt der Sommerpause einen starken Auftrieb erfahren. Der erste Teil dieses mehrwöchigen Kunstfestes war Johann Sebastian Bach gewidmet. Aus allen Schaffensgebieten des Meisters wurden repräsentative Werke in erstrangigen Aufführungen geboten. Fast alle Beteiligten bemühten sich um eine möglichst stilgetreue Interpretation. Den festlichen Auftakt der Bachwoche bildete ein Kantatenabend des Leipziger Thvmaner-Chors unter Leitung feines Kantors Karl Straube. Aus überlegener Kenntnis aller Einzelheiten der Bachschen Kunst legte er das vielstimmige Gewebe dreier Kantaten mit einer wundervollen Klarheit frei. Mit Unterstützung des Leipziger Gewandhausorchesters ergab sich ein Musizieren, das an Ausdrucksintensität und formaler Gewichtsverteilung schlechthin vollendet war und durch seine persönliche Prägung auch da überzeugte, wo der schmale Pfad stil- strenger Interpretation streckenweise verlassen wurde. In der ausschließlichen Verwendung von Knabenstimmen für den Sopran und Alt berührte sich die Aufführung der Johannes-Passion durch den Staats- und D o m ch o r mit den Thomanern. Alfred Sittard gebührt das Verdienst, nun auch der Johannes-Passion Bachs eine Darbietung in Berlin gesichert zu haben, die den neueren — lai ,Fräst bi Körpers^ Gymnasti anstatt. Branbpla scher $ur zirksoersa „Warum warst du nicht beim Konzert?" fragte die Großmutter. „Ach, Großmutter, denke nur, was ich erlebt habe!" sprudelte es aus Gerda hervor. „Eine Bekannte- von Frau Scholz ist hier, die noch heute mit dem Auto nach Frankfurt zurück fährt. Sie will mich mitnehmen. Frau Scholz hat mich ein» geladen, bei ihr Papa zu erwarten." Frau Morland schüttelte mißbilligend den Kops. „Hat sie fein Wort für mich? Ich halte es für richtiger, wenn sie sich mit der Einladung an mich wendet." „Du warst doch nicht hier. Die Dame wohnt im ,Quellenhost, dort kann ich sie sprechen." „Du... du, glaubt Frau Scholz, daß du so selbständig bist und die Großmutter fein Wort mit» zureden hat?" „Sie will dich gewiß nicht übergehen", entgegnete Gerda, glühend rot werdend. „Dann warte ab, bis sie sich mit einigen Zeilen an mich wendet." „Ach, Großmutter, laß mich doch mitfahren! Wir wollten doch sowieso morgen abreisen. Acht Tage habe ich noch Ferien, in diesen acht Tagen kommt Papa sicher zurück. Denk' nur, wie ich ihn überraschen könnte, wenn ich in Frankfurt wäre." „Schlage dir diese Reise aus dem Kopfe. Es ist geradezu unglaublich, daß ein Mädchen in deinem Alter noch solch abenteuerliche Ideen haben kann, mit einem wildfremden Menschen in die Welt zu fahren. Was weißt du denn von dieser Fremden? Kennst du überhaupt Frau Scholz näher?" „Ich habe sie lieb und sie mich. Das genügt. Sie kann nichts Unrechtes von mir wollen. Sie weiß auch, wie groß meine Sehnsucht nach Frankfurt ist. Es ist ganz natürlich, daß sie mich einlädt." „Hast du denn mit der Reise hierher noch nicht genug? Du bist ein ganz undankbares Geschöpf, Gerda! Immer willst du noch mehr!" Dem Mädchen stiegen Tränen in die Augen. „So war es doch nicht gemeint! Ist es denn so schlimm, wenn ich die Stadt kennenlernen will, in der Papa lebt? Immer mußt du mir gleich vorwerfen, daß ich vergnügungssüchtig bin! Ich will ganz gewiß im Winter nicht nach einer Abwechslung verlangen, wenn du mir erlaubst, jetzt mitzufahren!" „Daß du es nur weißt: Ich will fein Wort mehr über die Reife hären!" Gerda warf sich schluchzend über den Tisch der Laube, Frau Morland aber, erregt durch den plötzlichen Ausbruch Gerdas, sah mißbilligend auf die Enfelin. Plötzlich wurde ihr Blick groß und starr: sie faßte nach dem Kleid Gerdas und ent» deckte ßianes sauber zugenähten Riß. „Was ist denn das: Wo hast du dir denn diesen Riß geholt?" (Fortsetzung folgt 1) Namen der Pension vergessen, sonst hätte ich mich sofort erinnert." „Sie kennen Frau Scholz?" „Sehr gut! Sie bat mich, dich mitzunehmen! Ich fahre wahrscheinlich heute mit dem Auto nach Frankfurt zurück. Du könntest mitfommen und deinen Vater bei deiner Freundin erwarten!" „Sie kennen Frau Scholz? Sie sind auch aus Frankfurt?" entfuhr es Gerda, immer noch sprachlos vor Verwunderung. „Natürlich! Woher sollte ich deinen Namen denn wissen?! Da wir durch Frau Scholz nun so gute Bekannte sind, kommt mir auch das ,Sie‘ nicht mehr über die Lippen." „Sie fahren heute wieder weg? Warum haben Sie sich dann hier Zimmer angesehen?" „Ich wählte ein Zimmer für später. Bin nur hier, um mir den Kurort, von dem Frau Scholz so geschwärmt hat, ein bißchen anzusehen. Spätestens morgen muß ich zurück. Komm mit, ich liefere dich heil und gesund bei Frau Scholz ab?!" „Großmutter wird es nicht erlauben!" „Großmutter braucht es nicht zu erfahren. Du kommst einfach zu mir, legst einen Zettel mit den nötigen Angaben auf den Tisch in eurem Zimmer." Gerda schüttelte heftig den Kops. „Nein, das tue ich nicht!" „Aber Frau Scholz würde sich sehr freuen, und erst dein Vater! Es wäre doch so nett, wenn du ihn in Frankfurt begrüßen könntest. Du sagst doch, er käme bald zurück." Kitty fühlte deutlich das Zögern des Mädchens, schürte mit lächelnde^ Munde den Wunsch Gerdas, nach Frankfurt zu kommen, obwohl sie der ernst forschende Blick ihrer Tochter manchmal verwirrte. Solche Augen hatte nur einer: Fred. Warum, warum zwängen diese Augen sie immer wieder in ihren Bann? Sie stand plötzlich auf, fuhr mit der Hand über die Stirn und sagte: „Also, Gerda, überlege es dir! Wenn du Frau Scholz sehr bald wiedersehen willst, kommt mit! Willst du mich sprechen, wirst du mich im ,Quellenhost finden!" Sie ging mit feiten schwerem, bewegtem Herzen, aber sie ahnte nicht, in welcher Erregung sie das Mädchen zurückließ. — Sie weiß meinen Namen!; dachte Gerda. Sie muß mit Frau Scholz gesprochen haben, muß sie wirklich kennen! Warum hat mir nur Frau Scholz feine Zeile gesandt? Kann sie wollen, daß ich der Großmutter heimlich entwische? Nein! Unmöglich konnte Frau Scholz es so gemeint haben! Ohne Wissen der Großmutter ging sie bestimmt nicht! Aber vielleicht durfte sie doch mit der Fremden fahren, den Vater in Frankfurt erwarten — acht Tage waren ja noch Ferien! Als Frau Morland zum Mittagessen in die Pension zurückkam, fand sie Gerda unruhig im Garten auf und ab gehend. 1543: de Frauenburc preußische ' aus Wusü 1786). -1 scheu Tur 1915). - Droste-W gestorben maler Ju Dresden c Die Elek (rtjitäfs-®1 einer Ejek laden, die des Cast > Nach ei' zunächst gemeinscha lin, in ei der Derar denhag Thema: Derwendu reichen H Vorteile b feiten seil mit j)umo Sie zeigte bei der Z Zu diesem den eine ' hergestellt, anschaulich« schassenheit Dortragent fen und I Kostproben fanden. A Films „F züge des < feuerung elektrischem Jng. Lü über die Die Paus gen in be Mit dc von eleftri bejonberes Für frd: Ur« MaM 11. Sun', 16. SU"' patefW5 w®* stens 12 ; 6* fiJ ieihg se"' Arnsburg, tes Crsche' Erkenntnissen über die Aufführungspraxis der Bachzeit weitgehend Rechnung trägt, ohne in puritanische Starrheit zu verfallen. Im Knabenklang und der dünnen Chorbesetzung, durch Verwendung stilgemäßer alter Instrumente und eine musikalische Ausdeutung, die allem Romantisieren aus dem Wege geht, ift ein Gegengewicht zu der Aufführungsweise geschaffen worden, in der Georg Schumann mit der Singakademie alljährlich die großen Passionsmusiken Bachs aus dem Geist des 19. Jahrhunderts darbietet. Von den wenigen Motetten, die Bach geschrieben hat, bot die Berliner Solistenvereini- g u n g unter Leitung von Waldo Favre drei der anspruchsvollsten in einem Kirchenkonzert. Dieser dreißigköpfige gemischte Chor ist zu solch schwierigem Unternehmen durch stimmliche Pracht, instinkt- sichere Musikalität und beispielhafte Vortragskultur prädestiniert. Zum Anwalt des instrumentalen Schaffens Bachs machte sich vor allem Edwin Fischer mit seinem Kammerorchester. In vier völlig aus- Mus des Gauleiters Das Gebiet Hessen-Nassau errichtet, wie im vergangenen Jahre, auch in diesem Sommer wieder eine Reihe Zeltlager, in denen an den schönsten Punkten des Gebietes die deutsche Jungmannschaft Tage der Kameradschaft, der gemeinsamen Arbeit und Schulung, aber auch Tage der Ausspannung und der Erholung verleben soll. Es ist eine selbstverständliche Forderung nationalsozialistischer Jugenderziehung, daß diese Zeltlager sowohl die noch auf der Schule befindliche, als auch die berufstätige Jugend erfassen. Soll doch gerade das gemeinschaftliche Leben alle Unterschiede der Herkunft und des Standes verwischen und allen jungen Deutschen das Bewußtsein geben, gleichberechtigt und gleichverpflichlet im Leben der Ration zu sein. verkauften Konzerten erklangen sämtliche Brandenburgische und einige Orche» ft e r f o n g e r t e. Die Leistung, die sie umspannen, ist mit kurzen Worten nicht zu würdigen. Fischer konzertiert am Flügel und leitet zugleich sein aus» gezeichnetes Orchester. Seine urrnusikantische, eigen» willige Natur versenkt sich aber so tief in den Geist Bachscher Musik, daß aus dem schöpferischen Schwung des Nachschaffenden und der Inspiration des Werkes eine völlig neue Einheit ersteht, die stilkritischer Analyse nicht zugänglich ist. Der Orgelkomponist Bach war durch den Vortrag wichtiger Werke innerhalb der Chorabende durch Heinrich Boell (Köln) und Walter Drwenski vertreten. Ein Sondergenuß waren vier Orgelkonzerte in der Eosander-Kapelle des Charlottenburger Schlosses, wo im stilvollen Rokokorahmen Wolfgang Auler die Orgeloorsviele Bachs zu den Chorälen des Kirchenjahres auf der zeitgemäßen Schnitgerorgel vortrug („Orgelbüchlein"). Hermann Diener beschloß die Bachwoche mit einer Ausführung der „K unst der Fug e". Jacobi. zum Zelllager der HZ. Ich richte daher die Bitte an alle Führer der Betriebe, an die Eltern und Erzieher, mitzuwirken, daß möglichst alle von der HI. für die Teilnahme an den Zeltlagern vorgesehenen Jungen und Mädchen leilnehmen können. Haltung und Disziplin ist die Parole, unter der die Zeltlager in diesem Jahre stehen. Ich bin gewiß, daß die Jugend, die hier zu aufrechten, ehrbewußten und freiheitsliebenden Gliedern des Volkes erzogen werden soll, freudig nach diesen Tagen der Kameradschaft und mit innerer Begeisterung singen wird: Führer, Dir gehören wir, wir Kameraden, Dir! Sprenger. Aus der Provinzialhauptstadt KRFFEE HAB jetzt in der luftleeren Dose stets frisch wie am Tage der Röstung Brücke bilden zur Unwahrheit und Unzuverlässigkeit. „Nächstens", „in einigen Tagen", „recht bald", kommende Woche", das sind so die Redensarten, die gar nichts bedeuten und die Zeit nach Belieben ausdehnen lassen. Was heißt denn: „in einigen Tagen"? Sind es zwei oder drei, oder sind es zwanzig oder mehr Tage? Was heißt „nächstens"? Ebenso gut , konnte man sagen „irgend einmal". Es sind die ungenauen Ausdrücke, mit denen einer jemand hinhält, mit denen lästige Besuche ober Briefe versprochen und nicht gehalten werden, ohne daß es als Wortbruch gilt. „Eigentlich" ist auch ein solches Hilfswort der Üngenauigfeit. „Alle Welt", „jedermann", „niemand", „man fagt". Mit allen solchen sollte sparsam umgegangen werden. Achten wir aufmerksam auf unsere Redeweise, so werden wir erschrecken, wie viele und mancherlei Ungenauigkeiten mit unterlaufen, und, erst achtsam geworden, uns vor manchem Wort hüten. Für Kinder ist es ein Schatz im Leben, wenn sie dazu erzogen sind, für jedes Ding den richtigen Himmlisch süß — schrecklich schön! Die Redeweise vieler Menschen ist voller lieber® treibungen und Ungenauigkeiten verschiedener Art. Wenn sich die Jugend darin gefällt, die äußerste Steigerung bei jedem Ding zu gebrauchen, dann lächelt man dazu. „Abscheulich!", sagt das Backfischchen zu etwas Unschönem. „Entsetzlich!", stimmt ihr ein anderes bei. Während ein befreundetes Mädchen es gar nicht fo unschön findet, ja, bei längerem Betrachten gefällt es ihm sogar, und es findet es schließlich „reizend" und meint, es sei „entzückend", „hinreißend", „himmlisch süß!". Aber es gibt Uebertreibungen, daß einem die Haare zu Berge stehen, wenn man sie anhören muß. „Schrecklich schön war diese Fahrt!", hörte ich einmal sagen. Was ist das für ein Blödsinn? Entweder es ist etwas schrecklich, und dann kann es nicht schön fein, oder es ist etwas schön, dann kann man es niemals schrecklich finden. Eines aber steht fest, und das ift, daß solche Persönchen die schöne deutsche Sprache „schrecklich" verstümmeln! Maßvoll und genau im Ausdruck zu sein, gehört zu schöner Sprache beim Reden und beim Schreiben. Jede UeberfüUung und Uebertreibuna im Ausdruck verletzt das Ohr. Es ist zugleich eine Verschwendung, die sich straft, sobald das Schönste, das Schlimmste, das Häßlichste beschrieben werden soll, und alle Ausdrücke schon für Geringes gebraucht worden sind und nichts übrig bleibt. Noch mehr zu beklagen sind die ungenauen Ausdrücke in Handel und Wandel, weil sie hier die 9.4.4portf Namen zu gebrauchen, für jede Zeitbestimmung genaue Angabe, für alles den genauen Ausdruck. Deutsche Arbeitsfront. AS.-Gemelnschast „Kraft durch Freude". Noch Platz frei! Für folgende Urlaubszüge find noch einige Plätze frei: Urlaubszug 17, Bodensee, vom 1. bis 12. Juni, Urlaubszug 18, Oceana Norwegen, vom 3. bis 11. Juni, Urlaubszua 18a, Chiemsee, vom 6. bis 16. Juni. Die Meldungen müssen umgehend bis spätestens Samstag, 25. Mai, mittags 12 Uhr, auf der Geschäftsstelle Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 8, aufgegeben werden. Achtung! Arbeitskameraden! Besorgt euch frühzeitig gute Theaterkarten für das „KabarettderKomike r!" am 5. und 6. Juni. Kreiswandertag am 2 6. Mai. Am Sonntag, 26. Mai, findet bie, vom Gau angesetzte Sternwanderung des Kreises Gießen nach Kloster Arnsburg statt. Die Betriebs- und Ortswanderwarte führen ihre Gruppen so, daß spätestens 12 Uhr mittags alle Gruppen an Ort und Stelle sind. Die Abmarschzeiten sind entsprechend zeitig festzulegen. Rucksack-Verpflegung. Für die Betriebswanderwarte findet um 13 Uhr in Kloster Arnsburg ein Kreisappell statt, daher ist unbedingtes Erscheinen erforderlich. Werbeveranstaltung für elektrisches Kochen und Backen. Die Elektrogemeinschaft und die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft hatten auf gestern abend zu einer Elektro-Koch- und Backveranstaltung eingeladen, die in dem mit Fahnen geschmückten Saale des Cafä Leib stattfand. Nach einigen musikalischen Darbietungen sprach zunächst Ingenieur Lüder (Vertreter der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Elektrizität), Berlin, in einer kurzen Einleitung über den Zweck der Veranstaltung. Anschließend hielt Frau Wil- denhagen, Bonn, einen Vortrag über das Thema: „Der elektrische Herd und seine zweckmäßige Verwendung". Die Rednerin verstand es, den zahlreichen Hausfrauen und sonstigen Besuchern die Vorteile des elektrischen Herdes und die Annehmlichkeiten seiner Benutzung in interessanter, teilweise mit Humor gewürzter Weise vor Augen zu führen. Sie zeigte dabei auch die Handhabung des Herdes bei der Zubereitung der Speisen und Backwaren. Zu diesem Zweck wurde auf zwei elektrischen Herden eine Reihe von Gerichten, sowie ein Kuchen hergestellt, deren Zubereitung von der Rednerin in anschaulicher Weise erläutert wurde. Auch die Beschaffenheit des elekrtischen Herdes wurde von der Vortragenden erklärt. Nach Fertigstellung der Speisen und Feststellung des Stromverbrauchs wurden Kostproben verteilt, die allgemeine Anerkennung fanden. Anschließend fand die Vorführung eines Films „Flitterwochen" statt, wobei über die Vorzüge des elektrischen Herdes gegenüber der Kohlenfeuerung berichtet wurde. Nach Verlosung einiger elektrischer Geräte und Gutscheine für Strom sprach Jng. Lüder in einem kurzen Schlußwort noch über die Benutzung elektrischer Herde und Geräte. Die Pausen wurden durch musikalische Darbietungen in bester Weise ausgefüllt. Mit der Veranstaltung war eine Ausstellung von elektrischen Herden und Geräten verbunden, die besonderes Interesse fand. Daten für den 24. Mai. 1543: der Astronom Nikolaus Kopernikus in Frauenburg gestorben (geboren 1473). — 1699: der preußische Reitergeneral Hans Joachim von Zielen auf Wustrau bei Neuruppin geboren (gestorben 1786). — 1826: Ferdinand Götz, Förderer des deutschen Turnwesens, in Leipzig geboren (gestorben 1915). — 1848: die Dichterin Annette Freiin von Droste-Hülshoff auf Schloß Meersburg'am Bodensee gestorben (geboren 1797). — 1872: der Geschichtsmaler Julius Ritter Schnorr von Carolsfeld in Dresden gestorben (geboren 1794). Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: NSG. ,Kraft durch Freude": 20 bis 22 Uhr: Allgemeine Körperschule im Lyzeum. 20—21 Uhr: Fröhliche Gymnastik für Frauen in der Heil- und Pflege- anstalt. 21—22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, Bezirk Oberhessen: 19.30 Uhr: Bezirksversammlung im Cafe Ebel, Vortrag Prof. Z-Yländ: „Das nationalsozialistische deutsche Beamtenrecht. — Stadttheater: 20—22.15 Uhr: "So em Mädel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Petersburger Nächte". — VHC.: 20.30 Uhr: Mo- natsversammlung. — Stadttheater Gießen: Heute von 20 bis 22.15 Uhr das Lustspiel: „So ein Mädel" von Sturm und Färber; Spielleitung hat Karl V o l ck. ♦ ELP. Eoangelisch-kirchlische Dienst- n a ch r i ch t e n. Ernannt wurden: der Pfarrer Richard Sittel zu Udenheim, Dekanat Oppenheim, zum Pfarrer der Pfarrei Ober-Beerbach, Dekanat Zwingenberg, mit Wirkung vom 16. April 1935 ab; der Pfarrassistent Heinrich Steitz zu Worms, De- kanat Worms, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Petterweil, Dekanat Friedberg, mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab, der Pfarrer Hans Hahn zu Ma- rienfels, Dekanat Nastätten, zum Pfarrer der Pfarrei Oppenheim, Dekanat Oppenheim, mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab; der Pfarrer Hermann Luft zu Meiches, Dekanat Alsfeld, zum Pfarrer der Pfarrei Eudorf, Dekanat Alsfeld, mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab; der Pfarrer Friedrich Wilhelm C l o tz zu Ober-Mossau, Dekanat Erbach, zum Pfarrer der Pfarrei Schwanheim, Dekanat Zwingenberg, mit Wirkung vom 1. Mai ab; der Pfarrer Paul Pfeifer zu Wehen i. Ts., Dekanat Bad- Schwalbach, zum Pfarrer der ersten Pfarrei Bad Wimpfen, Dekanat Zwingenberg, mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab; der Pfarrverwalter Heinrich V ö g l e r zu Wallertheim, Dekanat Wöllstein, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Münster, Dekanat Runkel a. L., mit Wirkung vom 16. Mai 1935 ab; der Pfarrer Friedrich Weik zu Götzenhain, Dekanat Offenbach, zum Pfarrer der Pfarrei Assenheim, Dekanat Friedberg, mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab. — Die Ernennung des Pfarrers Lic. Dr. Hugo Grün zu Hochheim a. M., Dekanat Wiesbaden- Wallau, zum Pfarrer der ersten Pfarrei der Bergkirchengemeinde zu Wiesbaden, Dekanat Wiesbaden- Stadt, ist auf Grund gütlicher Vereinbarungen mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab zurückgenommen worden. ** Das VD A. - Fe st im Stadttheater am 26. Mai verspricht — wie man uns schreibt — für alt und jung viel Anziehendes. Nach den Darbietungen auf der Bühne wird ab 22 Uhr fröhliche Geselligkeit die Thstaterräume erfüllen. In der Tombola lockt als Hauptgewinn neben schönen Handarbeiten mancherlei kulinarischen Genüssen und einer Autorundfahrt eine Seereise nach England und zurück, von der Hapag gestiftet. An den von Frauen der VDA.-Frauengruppe betreuten Ständen werden Erfrischungen aller Art angeboten, und eine Tanzkapelle wird alle Festteilnehmer für einige frohe Stunden vereinigen. Es besteht sogar die Hoffnung, daß Mitglieder unseres Stadttheaters einiges zur Erhöhung der Stimmung beitragen werden. ** Wichtig für Kriegsopfer. Am heu- tigen Freitag, 24. Mai, 20.30 Uhr, findet in B a d'- Nauheim im Großen Bühnensaal des Kurhauses eine Kriegsopfer-Kundgebung statt, bei der der Reichskriegsopsersührer Oberlindober aus Berlin sprechen wird. Um den Interessenten aus Gießen den Besuch dieser Kundgebung ohne allzu große Unkosten zu ermöglichen, werden am Gießener Bahnhof Sonntagsrückfahrkarten nach Bad-Nauheim ausgegeben, die heute bis 24 Uhr zur Rückfahrt Gültigkeit haben. ** In Po ftpakete und Postgüter ein Doppel der Aufschrift legen. Es kommt noch häufig vor, daß Pakete und Postgüter den Empfängern nicht zugestellt werden können, weil die Aufschriften infolge mangelhafter Befestigung abgefallen sind und die Absender kein Doppel der Aufschrift in die Sendung gelegt haben. Dies tritt besonders oft bei Sendungen ein, deren Anschrift auf einer wenig widerstandsfähigen Fahne nicht haltbar genug angebracht worden ist. Die Postanstalten werden daher bis auf weiteres die Einlieferer von Paketen und Postgütern mit Fahnenaufschriften befragen, ob sie ein Doppel der Aufschrift in das Paket gelegt haben und sie zur Beachtung dieser Vorschrift anhalten. Postbenutzer, die ihre Pakete und Postgüter selbst für die Versendung vorbereiten — sog. Selbstbucher —, können künftig bei Paketen und Postgütern mit Fahnenaufschriften, wenn die Angabe des Absenders auch auf der Umhüllung der Sendung angebracht ist, die amtlichen Aufgabennummern auf die Rückseite der Fahne kleben. Um die Universitäts-Meisterschaft im Iaustbatl. Am Montag und Dienstag fanden auf dem Uni- versitätssportplatz die sich jedes Jahr wiederholenden Rundenspiele um die M e i st e r s ch a s t der Universität Gießen im Faustball statt. Gegenüber den letzten Jahren war die Zahl der teilnehmenden Mannschaften von 7 auf 11 gestiegen. Ein erfreuliches Zeichen dafür, daß dieses schöne Sommerspiel noch immer seine Freunde hat. Allgemein wird das Faustballspiel als wenig anstrengende Leibesübung, als Tändelei mit dem Ball angesehen. Wohl fehlt ihm das Spannende und das Prickelnde der anderen Spiele und ist es zum Beispiel kein Kampfspiel, wie Fußball oder Handball, aber dafür ist es, wie wenig Spiele geeignet, den Gemeinschaftsgeist zu pflegen. Wenn ihm auch vollkommen das stählende und willensbildende Moment fehlt, so gilt es heute doch noch als eines der schönsten Spiele, die wir besitzen. Vielfach wird es als ein einfaches Tummeln aufgefaßt und gilt deshalb als leicht zu erlernen. Aber daß dem nicht so ist, bewiesen die Spiele der Korporationen und der Studenten unserer Universität. Aus der Masse der elf gemeldeten Mannschaften ragten spielerisch Adelphia und Frankonia einerseits und die Mannschaft der Freistuden- t e n und Germania II anderseits hervor. Von diesen vier guten Mannschaften gelang es Adelphia und der Freistudentenmannschaft, sich für das Endspiel zu qualifizieren, das wahrscheinlich am Tage der leichtathletischen Unioersitätsmeisterschaften ausgetragen wird. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Gruppe 1: Freistudenten — Germania II 48:49; Freistudenten — Merowingia 59:37. Gruppe 2: Adelphia — Frankonia 50:35; Adelphia — Rheinfranken 47:37. Sport im Gießener OLE. Gestern morgen tummelten sich die aktiven Mitglieder der drei Gießener Landsmannschaften Darm- stadtia, Chattia und Merooingia aus dem Sportplatz der Universität. Neben Einzelwettkämpfen, wie Kugelstoßen, Diskuswurf, Weitsprung und 100- Meterlauf, war dieses kleine Sportfest ganz auf Mehrkämpfe abgestimmt. Es wurden drei Mannschaftskämpfe ausgetragen, die starke Anforderungen an die Teilnehmer stell-1 ten, einmal durch die Schwierigkeiten der Uebun- gen und dann durch die schnelle Aufeinanderfolge I Die am Sonntag stattfindende Kurzstreckenwettfahrt hat eine bessere Besetzung gefunden, als von den Veranstaltern selbst erwartet wurde. Die Ausschreibung hat sich bewußt nur auf wenige Rennen beschränkt. Nach dem Grundsatz „Was werden will, muß wachsen" soll diese Wettfahrt in den nächsten Jahren immer weiter ausgebaut werden. Die' ausgeschriebenen Rennen haben folgende Besetzung erfahren: Rennen 1 : Junior-Einer. Am Start: Kanu-Gesellschaft Hanau, Limburger Pabblervereinigung, Pabbelsport Kassel. Der Ausgang bes Rennens ist ungewiß. Dem Limburger Hettlage geht jedoch ein ausgezeichneter Ruf voraus. Rennen 2: Jugenb-Zweier. Am Start: Pabblergilbe Gießen, Kanu-Gesellschaft Hanau, Pabbelsport Kassel. Ob bem Gießener Zweier (Zutt-Leuer) ein Erfolg gelingt, scheint sehr fraglich. Rennen 4: Zweier-Canadier. Am Start: Frankfurter Kanuverein 1. unb 2. Mannschaft. Die Canadierrennen sind für Gießen besonders interessant und lehrreich, da diese Bootsart erst in diesem Jahre in Form eines 10er-Canadier in unserer Stadt ihren Einzug halten wird. Rennen 5 r Anfänger-Einer. Am Start: Pabblergilbe Gießen, Kanu-Gesellschaft Hanau, Kanu-Club Wetzlar 1. und der einzelnen Disziplinen. So wurde ein Wettkampf um den Wanderpreis der DAL. Gießen ausgetragen, zu dem eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern der einzelnen Korporationen anzutreten hatte. Wer in diesem Kampfe Sieger wird, steht noch nicht fest. In dem großen Mehrkampf der Deutschen Landsmannschaft stellten alle drei Landsmannschaften ihr bestes Material. Im dritten Gemischen Mehrkampf, der aus Keulenzielwurf, Hindernislaufen und Schießen bestand, gab es ausgezeichnete Ergebnisse. Merovingia ge- wann das Keulenwerfen und das Hindernislaufen, während Darmstadtia ebenfalls die gleiche Zeit wie Merovingia erzielte und das Schießen überlegen gewann, so daß also die Siegerreihenfolge für diesen Kampf folgende ist: 1. Darmstadtia und Me- rovingia, 2. Chattia. Neben diesen Mehrkämpfen wurden noch eine Olympische Staffel und eine 10 X */« - Runden staffel gelaufen, die jeweils Chattia und Darmstadtia vor Merooingia siegreich sah. In den Einzelwettkämpfen gab es gute Ergeb- nisse. So gewann Linden st ruth - Chattiae sämt- liche Kämpfe vor B a r t h - Merovingiae, Spind- l e r und Zimmer- Darmstadtiae. Wenn auch keine überragenden Ergebnisse erzielt wurden, so haben doch die Deutschen Landsmannschaften gezeigt, daß es ihnen ernst ist in ihrem Streben auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung, und daß sie auf dem richtigen Wege sind zum harmonischen Menschen, dem deutschen Menschen. «Hießen. Vfv.-R. Ila — VfN. Buhbach II 4:1 (2:1). Da die meisten Spieler verhindert waren, hatten bie Gießener in Butzbach nur eine kombinierte Mannschaft zur Stelle, bie zubem nur mit 9 (Spielern antrat. Wenn es trotzbem den Hiesigen gelang, einen einroanbfreien Sieg, besten Höhe auch nach bem Spielverlauf gerechtfertigt ist, zu erringen, so Zeigt biefes Ergebnis, baß auch bie Spielstärke ber unteren Mannschaften sich beträchtlich gebessert hat. Die Gäste waren in jeber Spielphase ben Butzbachern überlegen unb kamen burch Bullmann, Fenster (2) unb Kapeller zu vier Erfolgen, benen bie Gastgeber nur bas Ehrentor entgegensetzen konnten. VfV.'R. Schüler — VfR. Vuhbach Schüler 1:1. Dieses Spiel hätten bie Gießener unbebingt gewinnen müssen, wenn ihr Sturm es verstauben 2. Boot, Limburger Pabblervereinigung, Frankfurter Kanuoerein. In biesem Rennen ist ber Ausgang völlig ungewiß. Rennen 6: Junior-Zweier. Am Start: Limburger Paddler« Vereinigung, Frankfurter Kanu-Club. Hier dürfte die Mannschaft des Frankfurter Kanu-Clubs (Becker- Schiedel) kaum zu schlagen sein. Rennen 7: Senior-Einer. Am Start: Marburger Kanu-Club, Kanu-Gesellschaft Hanau, Limburger Padbleroereini- gnng, Pabbelsport Kassel. Wir glauben unbebingt an einen Sieg von Kaphingst (Marburg), wenn auch ber letztjährige Gaumeister Schmackpfeffer (Hanau) Nicht so ohne weiteres nachgeben wirb. Rennen 10: Anfänger-Zweier. Am Start: Pabblergilbe Gießen, Kanu-Club Wetzlar, Kasseler Kanu-Club, Pabbel- sport Kassel. Der Ausgang bes Rennens ist offen. Rennen 11: Einer-Canabier. Am Start: Frankfurter Kanu- Verein 1. Boot, Frankfurter Kanu-Verein 2. Boot. Das Rennen ist bas technisch weitaus schwierigste unb interessanteste ber ganzen Wettfahrt. Rennen 12: Jugenb-Einer. Am Start: Kanu-Gesellschaft Hanau 1. Boot, Kasseler Kanu-Club, Kanu-Gesell- schäft Hanau 2. Boot, Pabblergilbe Gießen, Lim- burger Pabblervereinigung, Pabbelsport Kassel. I.IMoMurzstrelkenwellfahrl in Gießen. Veranstaltet von der paddlergilde Gießen, Fachamt Kanusport, im Neichsbund für Leibesübungen. 3103 A so nennt man die harmonischen, zueinander abgestimmten Maße. Bei allen Dingen, die es auf der Welt gibt, und die Anspruch auf Schönheit erheben, ist der goldne Schnitt zu finden. Beachten Sie im Hinblick darauf die Anzüge, die Sie bei uns kaufen. Die Harmonie der Maße ergibt einen prächtigen Sitz und darüber hinaus eine besonders auffällige Eleganz. Teuer? Noch nie war Köhler teuer — im Gegenteil: od. ist etwa 38.- 48.- 58.- 68.- für ordentliche Qualitäten viel? 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Juni 1935, 10 Uhr, der Küchenverwaltung nur durch die Post einzusenden. Angebote mittels Bietungsscheins, den die Küchenverwaltung unentgeltlich verabfolgt, können nur auf ganze Lose gemacht werden. Bieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnung der Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 15. 6. 1935 nicht benachrichtigt worden sind, mußte das Angebot unberücksichtigt bleiben. Küchenoerwaltung I. Bataillon J.-2L Gießen. WAV1LDW^)BIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundb/ annen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines Jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. 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In diesem Rennen hat die Paddlergilde Gießen durch ihren Jugendlichen Zutt begründete Siegesaussichten. Die Länge der Strecke beträgt 1000 Meter, mit Ausnahme der Jugendrennen, die über 600 Meter gehen. Der Start befindet sich am Kieswerk, das Ziel am Bootshaus der Paddlergilde Gießen. Gastwirtschaft ».Metzgerei in Gießen unter günstigen Bedingungen zu verdachten. Schrift!. Angebote uni. 3104V an den Gießener Anzeiger erb. Sommerfrische u. Forellenzucht Rainmühle u.HUnfeld(Rhön) Idyll, isol. gel., Wald, Wild, Wasser Fischerei-Gel. Gute Verk.-Verhält. Verlang. Sie Ans. u. Prosv. la786D die gemütliche Gaststätte mit dem guten Bier und der guten Küche Gießkannen In allen Größen bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 2972 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 DNB. Die kommende Woche und Pfingsten werden ganz im Zeichen des Deutschen Luftsportverbandes stehen. Dom 2 6. Mai bis 2. Juni wird die Deutsche Luftfahrtwerbewoche 19 3 5 durchgeführt. In derselben Woche wird als bedeutungsvollstes Ereignis der größte nationale flugsportliche Wettbewerb, der Deutschlandflug 193 5, abgehalten. Schließlich findet zu Pfingsten auf der Wasserkuppe in der Rhön der große Reichsmodellwettbewerb 19 3 5 statt. Oer Präsident des Deutschen Lustsportverbandes, Oberst Lörzer, äußerte sich zu diesen luftsportlichen Veranstaltungen. Eine traditionelle Veranstaltung des deutschen Luftsports, so sagte er, ist die Deutsche Luftfahrtwerbewoche, während der für den großen Gedanken, von dessen Geist einst ein L i l i e n t h a l, Sölde und Richthofen beseelt waren, geworben wird. Großangelegte Flugveranstaltungen werden der breiten Öffentlichkeit zeigen, was der Deutsche Luftsportverband bisher geleistet hat. Am 1. und 2. Juni werden die Männer in der graublauen Fliegeruniform auf allen Straßen < und Plätzen und in den Häusern die Sam- , melbüchse schwingen und an die Gebefreudigkeit der Volksgenossen appellieren, um dem deutschen Luftsport die Mittel zusammenzulragen, die er zur Durchführung seiner nationalen Erziehungsaufgaben unbedingt braucht. Lörzer betonte dabei, daß mit der Schaffung der deutschen Luftwaffe keineswegs die Aufgaben des Luftsportverbandes geschmälert oder gar überflüssig seien, sondern daß er nach wie vor für die Erzie- Ein interessanter Vortrag über Wehrpolitik. CI Lollar, 23. Mai. In einer Versammlung der Kriegerkameradschaft Lollar, die im Gaschaus „Zum Schwanen" stattfand, sprach nach Begrüßungsworten des Kreisführers Bon- Hard und einführenden Worten des Oberst a. D. Köttschau Major a. D. Ritsch über „Wehrpolitik". Nachdem er Zweck und Ziel der Wehrpolitik Umrissen, rechnete er mit dem Pazifismus ab. Er ging dann näher auf die Aufgaben der Wehrpolitik ein und sprach von der Wehrpolitik der Vorkriegszeit. Damals war die Wehrkraft nicht auf der Höhe des Volkes. Die Kraft des Volkes wurde nicht ausgenutzt. Während man in Frankreich 86 v. $). des Volkes mit der Waffe ausbildete, geschah dies in Deutschland nur mit 50 v. H. Der damalige Reichskanzler von Beth- mann-Hollweg erfuhr hierbei eine scharfe Kritik. Krieg ist Notwehr und als solche berechtigt, ja Pflicht. Ein Zukunftskrieg betrifft das ganze Volk. Man denke nur an den Luftkrieg. Deshalb müssen alle helfen, das Wehrverständnis zu wecken. Gefordert muß werden in erster Linie Disziplin. Auch an die Wirtschaft sind in dieser Beziehung Forderungen zu stellen. Der Wehrgedanke muß wieder Eingang ins Volk finden. VornehmI Geschmackvoll! 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Mai. In der hiesigen Schule tagte die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirks Lollar des NS. - Lehrerbundes. Der Leiter, Lehrer Eberle, eröffnete mit einer Begrüßung der Mitglieder die erste Tagung im neuen Schuljahre und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Arbeit in diesem Jahre recht ersprießlich für die Schule sein möge. Anschließend gab er einen Bericht über eine vor kurzem abgehaltene Tagung der Arbeitsleiter. Er machte dann Ausführungen über die in die Wege geleitete Sammlung der Flurnamen, die von Lehrern in den Gemeinden, wo eine solche noch nicht vorhanden ist, geschaffen werden soll. Ferner forderte er auf, sich für die Arbeit an der Verzettelung der Kirchenbücher zur Verfügung zu stellen, die besonders für die Sippschastsforschung von großer Bedeutung ist. Hierauf hielt Schulverwalter Schlapp (Geilshausen) einen Vortrag über „Geopolitik, ihre Einführung und Methode . Er führte etwa aus: Raffe, Blut und Boden, die drei wichtigsten Erziehungsfaktoren, bedingen den Charakter und bfe Leistungen des einzelnen und des Volkes. Die Geopolitik zeigt die Beziehungen zwischen Raumkunde und Volkskunde. Diese bilden den Rahmen für die politischen Vorgänge. Jede Politik muß von den natürlichen Verhältnissen der Erdoberfläche bedingt fein. Der Redner zeigte dann die Entwicklung von Herder bis heute. Die Geopolitik bringt nur die Vorgänge, die sich aus der Erdgebundenheit ergeben. Daraus ergeben sich z. B. folgende Themen: Die Vermehrung und der Kampf ums Dafein, die Kolonialfrage u. a. m. Einheitliche Landoberfläche bedingt einheitliche Staatenbildung. Die Gesetze der Natur zwingen, aus der Erdkunde für die Geschichte zu lernen. Hierher gehören die Gedanken über Volks- und Staatsgrenzen, die Minderheitenfrage, die Kolonialfrage, die Siedlung, die geopolitische Ursache des Weltkriegs: Deutschland vom Binnenland zum Kolonialland, England vom Inselstaat zum Kolonialstaat. So besteht ein Unterschied zwischen geographischer und geopolitischer Betrachtung: Die Geopolitik führt uns von der Heimatscholle zum völkischen Lebensraum. Nach einer regen Aussprache schloß der Leiter die Sitzung, an die sich eine Bezirksversammlung in der „Bergschenke" anschloß. Diese wurde von dem Bezirksvorsitzenden Lehrer Emmel (Staufenberg) geleitet. Er machte zunächst eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen. U. a. gab er bekannt, daß im Laufe des Sommers eine Saarfahrt stattfinden soll. Der Besuch der Ausstellung von Schülerzeichnungen über das Winterhilfswerk, die vom 20. bis 27. Mai in Gießen veranstaltet wird, wird empfohlen. Alsdann hörte die Versammlung von Schallplatten die große Rede des verschiedenen Reichsführers des NSLB. S ch e m m, die dieser auf der großen Lehrerversammlung in Frankfurt im vorigen Jahr gehalten hat. Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der in der Nacht zum Dienstag in der Nähe von Nieder-Weisel durch Zusammenstoß mit einem Bad- Nauheimer Auto schwer verunglückte 27 Jahre alte Motorradfahrer Otto H ä u s n e r aus Pohl-Göns ist heute früh im Johanniter-Krankenhaus zu Nieder-Weisel, wohin man ihn nach dem Unglücksfall verbracht hatte, g e ft o r b e n. Der bedauernswerte junge Mann hatte einen schweren Beinbruch davongetragen, durch den das Bein außerordentlich erheblich mitgenommen worden war, und infolge- dessen sehr starken Blutverlust erlitten, der wohl auch als die eigentliche Todesursache anzusehen ist. Tragisch ist neben diesem bedauerlichen Unglücksfall auch noch die Tatsache, daß erst im August vorigen Jahres ein Bruder des jetzt Verstorbenen ebenfalls bei einem Motorradunglück fein junges Leben verlor. Landkreis Gießen. ch Heuchelheim, 24. Mai. Heute feiert Frau Katharine Volkmann, geb. Germer, in geistiger und körperlicher Frische ihren 9 0. Geburtstag. Die Hochbetagte ist die älteste Frau unserer Gemeinde. Sie ist die Witwe des vor dem Kriege über die Grenzen Heuchelheims hinaus bekannten Gastwirtes Heinrich Volkmann. Ihr Ehemann ist schon einige Jahre vor dem Kriege gestorben. Die Konfirmanden unseres Ortes werden der Jubilarin heute unter Leitung des Ortsgeistlichen, Pfarrer Weisel, zu ihrem Ehrentage einige Lieder fingen. § Mainzlar, 23. Mai. Bei dem gestrigen Fest der Silberhochzeit der Eheleute Balthasar Will trug der hiesige Männergesangverein zwei Chöre „Freiheit" und „Weinland" vor. Gleichzeitig wurde das Jubelpaar durch den Gesangsvortrag einiger Lieder der örtlichen Frauenschaft und Frauenhilfe, sowie durch Überreichung von Geschenken geehrt. = Steinbach, 24. Mai. Während im vergangenen Jahre eine nute Walnuß ernte zu verzeichnen war, sind dieses Jahr die Aussichten sehr schlecht. Die Maiftöste haben nicht nur die Blüte vernichtet, sondern auch den Bäumen selbst schweren Schaden zugefügt. Durch die anormal niedrigen Temperaturen der letzten Wochen ist der Verlauf der O b ft b I ü t e sehr u n g ü n ft i g beeinflußt worden. D Steinbach, 24. Mai. Am gestrigen Donnerstagabend hielt der Obst- und Garten- bauoerein seine diesjährige Generalversammlung im Saale des Gasthauses „Zum Ritter" ab. Die Versammlung war gut besucht. Der Vorsitzende Balthasar Jakob Haas gab den Jahresbericht bekannt. Zu den 64 Mitgliedern des vergangenen Jahres kamen 8 neue, so daß der Verein heute 72 Mitglieder zählt. Der Verein hat eine neue Spritze an geschafft, mit deren Hilfe die als Polizeimaßnahme durchgeführte Spritzaktion durchgefuhrt werden konnte. Der Rechner Wilhelm N e e b erstattete die Rechnungsablage und legte eine Bilanz für das neue Jahr vor. Nach Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner vom Vorsitzenden Entlastung erteilt und der besondere Dank für feine uneigennützige Arbeit ausgesprochen. Eine Vor- standswahl ist nach der Gleichschaltung unnötig, die Mitglieder des Vorstandes bleiben im Amte. Es gehören außer den Genannten noch dazu Flurschütz Heinrich A tz b a ch, Stellvertreter, und Altbürgermeister Jakob Klümer als Beisitzer. Es schloß sich eine Ansprache über einige Fragen an. Kreis Büdingen. } Nidda, 23. Mai. Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltete gestern Abend im Hotel „Zur Traube" unter ihrem Kameradschaftsführer Helfrich einen Kameradschaftsabend. Beschlossen wurde: Die Kameradschaft beteiligt sich gelegentlich des Schützenfestes dahier am nächsten Sonntag am Festzuge, eine kleine Gruppe besucht den Reichskriegertag in Kassel vom 6. bis 8. Juli d. I. Für langjährige Mitgliedschaft wurden die Kameraden Fey, Geiger, Geiß, Küfer und Stein mit dem Kyffhäuser-Ehrenab- z e i ch e n ausgezeichnet. Nach Bekanntgabe verschiedener Kyffhäuser-Parole-Befehle berichtete Schießleiter Wenzel eingehend über das Schießwesen und Kamerad S e u m über Gliederungen des SAL. Nach dem geschäftlichen Teile, der mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland schloß, verbrachte man noch einige Zeit in edjt kameradschaftlichem Geiste. Kreis Wetzlar. ♦ Frankenbach, 23. Mai. In unserem Orte ereigneten sich zwei U n g I ü cf s f ä 11 e, bei denen die Betroffenen nach Gießen in ärztliche Behandlung gebracht werden mußten. Die Ehefrau des Landwirts Schneider erlitt schwere Verletzungen am linken Unterarm, der 12 Jahre alte Hugo Schneider wurde durch einen Axthieb am rechten Unterschenkel verletzt. Alsdann schilderte der Vortragende die Entwicklung des deutschen Heeres von den Germanen bis zur Jetztzeit. Bei den Germanen bestand ein Volksheer, später unterhielten die Fürsten Leibwachen. Die Ritter bildeten einen Stand, dem die Verteidigung ihres Landes oblag. Dann finden wir die Landsknechtheere, Söldnerheere. Im Zeitalter Friedrichs des Großen bildet sich das Berufssoldatentum heraus, das sich aber durch feine Verbundenheit mit Fürst und Volk sehr von dem der Landsknechte unterscheidet. Weiter geht die Entwicklung über die Wehrreform Scharnhorsts, die Zeit der Reaktion, den spießbürgerlichen Stadtsoldat, die Kriege 1864/66 zum Soldat von 1871. Wilhelm I. war durch und durch Soldat. Ein neuer Soldatengeist entwickelte sich. Nochmals streifte der Redner die verfehlte Wehrpolitik vor Dem Weltkrieg und schilderte dann den Soldaten dieses Krieges erst in seiner Begeisterung und dann in seiner eisernen Pflichterfüllung, der als Vorbild hingestellt wurde. Der Redner sprach dann über das liberalistische Zeitalter und fand dabei Worte der Anerkennung für die Reichswehr. Der 16. März 1935 hat dann endlich die Erfüllung der Wünsche allen wahrhaft Deutschen gebracht: die Wiedereinführung der Wehrpflicht! Reicher Beifall der Zuhörer, die voll starken Interesses den Ausführungen des Redners gefolgt GV.: hung der Jugend zu luftsportlicher Betätigung Sorge tragen müsse. Der Deutschlandflug werde am 28. Mai, morgens 8 Uhr, vom Flughafen Tempelhof aus auf die sechstägige, über 5500 Kilometer gehende Reise geschickt. Auf Wunsch des Reichsministers der Luftfahrt, General der Flieger Hermann Göring, werden möglichst viele Orte und Gegenden von den beteiligten Ketten beflogen werden. Dor allem sollen die Grenzlande besucht werden. Die Gemein- schaftsleistung ist auch in diesem Jahre alles, nicht die Einzelleistung. Auch die Bodenhelfer, annähernd 20 000 Mann, sind in die Bewertung mit einbegriffen. Die Uebernachtungen erfolgen in Guben, Königsberg, Bremen, Freiburg und Erfurt. Die letzte Sonntagsstrecke wird von dem ganzen Geschwader, also, wenn alle durchkommen, von 163 Flugzeugen in geschlossenem Verband bis Berlin bewältigt werden. Das Ueberfüegen des Zielbandes in Tempelhof wird gegen 17 Uhr erfolgen. Am 2. Juni findet auf dem Flughafen Tempelhof ein Großflugtag statt. Für den Reichsmodellwettbewerb 1935 auf der Ivafserkuppe in der Rhön haben sich 500 Teilnehmer mit ihren Modellen angemeldet. Der DDAC. veranstaltet mit recht vielen Jungens und Mädeln eine Sternfahrt nach der Wasserkuppe, auf der Reichserziehungsminister Rust, Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Oberst Lörzer sprechen werden. Der Deutsche Luftsportoerband will mit diesen Veranstaltungen der ganzen Nation die Gewißheit geben, daß auf dem Gebiet des Luftsports restlos gearbeitet wird, und daß der deutsche Lustsport eine große heilige Sache des ganzen Volkes ist. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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