Nr. 95 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 2^. April 1935 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siegener Familienblatter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche llntverfitätrvsch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleltung und Seschäftrftelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70 mm Breite 60 Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Besiedlung der Tropen. Von Otto Corbach. Man nimmt gewöhnlich an, daß der „Weiße" in Ländern der tropischen Zone nicht im eigentlichen Sinne arbeiten und unabhängig von einheimischer farbiger Bevölkerung neue Gemeinwesen aufbauen könne. Wenn die europäische Auswanderung nach überseeischen Ländern tatsächlich in überwältigender Mehrheit sich auf jene Teile der Neuen Welt beschränkte, deren klimatische Verhältnisse von denen der alten Heimat a m wenigsten abweichen, so scheint das in der Tat jeden Zweifel an der Richtigkeit dieser Auffassung auszuschließen. Dennoch handelt es sich hierbei um einen Fehlschuß. Gewiß wird ein Auswanderer, wenn er wählen kann, als neue Heimat eine Gegend bevorzugen, wo Boden und Klima seinen L e b e n s g e w o h n h e i t e n am meisten entsprechen. Das rasche Anwachsen der Einwanderung aus Europa in Nordamerika, Argentinien und dem südlichen Australien nach der Erschließung dieser Gegenden für den Weltverkehr ist mit darauf zurückzuführen. Gleichwohl war die unwiderstehliche Ausbreitung geschlossener Siedlungen weißer Menschen in diesen Ländern in erster Linie nicht durch geographische, im besonderen klimatische, sondern durch politische Verhältnisse bedingt. Im Becken des Mississippi, wohin sich in Nordamerika der Einwanderungsstrom aus Europa zunächst ergoß, nachdem die Küstenstriche besetzt waren, hatte es der weiße Mann ebenso wie am L a Plata in Südamerika mit vorwiegend nomadisierenden Horden primitiver Eingeborener zu tun, die sich im großen und ganzen weder versklaven, noch „zivilisieren", aber leicht immer weiter in das Innere zurückdrängen und allmählich aufreiben ließen. Gerade das entsprach den ursprünglichen Zwecken der Kolonialmächte am allerwenigsten. Ihnen kam es vor allem darauf an, die Bodenschätze der neu entdeckten Länder auszuschürfen, und das ließ sich am leichtesten überall da bewerkstelligen, wo entweder Eingeborene in genügender Zahl zu angespannter Arbeit in Minen oder auf Plantagen „erzogen" oder Schwarze aus Afrika als „Sklaven", mit der Zeit auch asiatische Kulis als „Kontraktarbeiter", eingeführt werden konnten. D:e „Erziehung" Eingeborener zur Arbeit im Dienste des weißen Mannes gelang nur dort, wo, wie i n Mexiko und Peru vor Ankunft der Eroberer seit Jahrtausenden hochentwickelte Kulturen ihren Schauplatz gehabt und Menschen mit allerhand nützlichen Anlagen, Fähigkeiten und Geschicklichkeiten gezüchtet haben. Für die wirkliche A n s i e d - l u n g freier weißer Einwanderer zeigten die Kolonialmächte wenig Neigung. Sie betrieben in großem Stile die Ausbeutung von Sträflingen aus dem Mutterlands, soweit die Heranziehung Eingeborener zu Arbeitsdiensten oder die Zufuhr von „schwarzem Elfenbein" nicht genügte. Wo die „freie Kolonisation" um sich griff, da geschah es überall in fortwährendem Kampfe mit den ausführenden Organen der betreffenden Kolonialmacht, ein Kampf, der von Anfang an mit um so größerer Aussicht auf Erfolg geführt wurde, als die Kolonialmächte immer ausschließlicher für die Ausbeutung solcher „Kolonien" in Anspruch genommen wurden, wo eine zahlreiche einheimische Bevölkerung in den Dienst der Beschaffung jener wachsenden Mengen industrieller Rohstoffe gestellt werden konnte, die das stürmisch vorwärts schreitende Maschinenzeitalter brauchte. Die verhältnismäßige Leichtigkeit, mit der die n o r d a m e r i k a n i s ch e n „Rebellen" sich vom britischen Mutterlande losrissen, wird nur durch die ungeheure Wichtigkeit verständlich, die man in London schon damals der Herrschaft über Indien beimaß. Dort hatte man es ebenso wie in Nordamerika mit dem französischen Rivalen, und außerdem mit der heraufziehenden „russischen Gefahr" zu tun. Vor die Wahl gestellt, auf Indien oder die aufständischen nordamerikanischen Kolonien zu verzichten, ließ man den „Rebellen" an der anderen Seite des Atlantik ihren Willen, und das zog später die Anerkennung der Monroe-Doktrin nach sich, die auch alle andern Kolonialländer der Neuen Welt, die sich von ihren Mutterländern losgesagt hatten, für alle Zukunft gegenüber europäischer Kolonialpolitik für „tabu" erklärte. Nun erst kam jene europäische M a s s e n a u s - Wanderung in Gang, die das Volk der Vereinigten Staaten zu einer ziemlich einheitlichen Masse von 120 Millionen, die gesamte weiße Bevölkerung über See auf rund 160 Millionen anwachsen ließ. Erst dort, wo sich europäische Kolonialpolitik zurückzog, blühte die freie Kolonisation europäischer Auswanderer auf, die einzig und allein der weißen Rasse die Anwartschaft auf eine deuernde Herrschaft über die Neue Welt erwarb. In Indien, dem Schauplatze des reinsten weißen „Kolonialimperialismus" entwickelte sich zuerst das Vorurteil, daß der Weiße in den Tropen nur als vornehmer Müßiggänger ohne Gefährdung seiner Gesundheit jahrelang leben könne. Unter den britischen Bewohnern Indiens herrscht die allgemeine Meinung, daß Pionierarbeit tn äquatorialen Gegenden nicht ohne Hilfe der Ein- aeborenen durchgeführt werden kann, und sie schicken ihre Kinder nach England zur Schule, damit sie sich außerhalb des tropischen Klimas körperlich und geistig entwickeln können. Diese Lebensphilosophie weißer „Kolonialimperialisten" setzte sich dann auch in Gebieten durch, wo tatsächlich außerhalb der Siedlungen Eingeborener Raum für Millionen und aber Millionen weißer Siedler vorhanden ist, wo Wohin steuert Englands. Europapolitik? Bedenken gegen die Folgen der britischen Haltung in Gtrefa und Genf. Briefe an die „Times" London, 24. April (DNB. Funkspruch). Lord P a r m o o r, der im letzten Arbeiterkabinett Lord- präsident des Staatsrates war, hat an die „Times" einen Brief gerichtet, in dem es heißt, es sei nicht notwendig, erneut über die Behandlung Deutschlands in und nach Versailles zu schreiben, aber es sei die Frage erlaubt, wie man erwarten könne, daß solch ein Unrecht in Vergessenheit geraten und einem freundschaftlichen Geist der Verständigung Platz gemacht habe, wenn eine Entschließung wie die von Genf gefaßt werde. Der Inhalt dieser Entschließung und die Art ihrer Annahme ließen sich kaum mit dem Geist des Friedens und der Versöhnung in Übereinstimmung bringen, der mit der Völkerbundssatzung verbunden sei und ebensowenig mit dem Hauptziel dieser Satzung, eine neue Epoche des Friedens und der Gerechtigkeit an Stelle der harten Methoden des Krieges und der Gewaltanwendung zu setzen. Den Winter habe er, Lord Parmoor, auf Anraten seines Arztes, auf dem Festlande zubringen müssen. Dabei habe er oft die Ansicht gehört, daß die englische Politik, wenn sie so wie bisher fortgesetzt werde, u n - vermeidlich zum Ausbruch eines noch fürchterlicheren Krieges als 1914 führen werde. Der Sekretär des internationalen Friedensrates Gerald Bailey erinnert in einer Zuschrift an die „Times" daran, daß es möglich gewesen wäre, eine beschränkte Aufrüstung Deutschlands zu' erreichen, wenn rechtzeitig gehandelt worden wäre. Bailey bezeichnet es als unglaublich, daß die Mächte in Genf eine Strafpredigt über die Heiligkeit von Verträgen gehalten hätten, ohne ihre eigene Verantwortung, die sie für die Entwicklung der Lage trügen, anzuerkennen. Welchen Zweck habe es zu behaupten, in Strefa fei für Deutschland d i e T ü r offen gehal t en worden, wenn die anderen Mächte doch unter st eilen, Deutschland sei entweder nicht zur Teilnahme an einem Kollektivsystem bereit, oder man dürfe seinem Wort nicht trauen. Es gebe nur zwei Wege, zwischen denen man wählen könne, entweder Deutschland Vertrauen zu schenken, oder Vorbereitungen für den Zeitpunkt zu treffen, zu dem der Krieg unvermeidlich sein werde. Die Lage fei noch nicht so schlimm, daß sie sich nicht wiederherstellen lasse. Wenn der Geist der Entschließung des Völkerbundsrates vom 17. April aber weiter die Oberhand behalte, dann werde es vielleicht bald keinen Ausweg mehr geben. Liberale Kritik. London, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Im „News Chronicle" meint Vernon Bartlett, der diplomatische Mitarbeiter des Blattes: Während der nächsten zwei oder drei Jahre werde es, wenn ungefähr dieselben Negierungen in London. Paris, Berlin und Rom im Amte bleiben, statt einer Rüstungsbegrenzung ein Wettrüsten geben. Das Ausmaß, in dem Deutschland im stillen aufgerüstet habe und der Umfang seiner Forderungen für die Zukunft hätten seinem Nachbarn einen solchen Schrecken eingejagt, daß keiner von ihnen sich daran erinnern lassen wolle, wie oft Hitler s i ch mit jeder Rüstungsbegrenzung und R ü - ftungskontrolle einverstanden erklärt habe. Diese Furcht vor Deutschland sei vielleicht in Whitehall noch stärker als am Quai d'Orsay. Der Verfasser sagt, Großbritannien hat leider nicht als große Nation eingegriffen, die sich ohne Bi n- d u n g nach irgendeiner Seite gegen jede Kriegspolitik stellte. Er hat sich vielmehr in eine geradezu bedrohliche Nähe eines Bündnissystems begeben, das einem anderen entgegengesetzt ist. Deutschland müsse davon überzeugt werden, daß es durch Gewaltgebrauch nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren habe. In dieser Richtung seien in Stresa und Genf Fortschritte erzielt worden. Deutschland müsse die ehrliche Bemühung sehen, daß seine ungerechten Demütigungen und Einschränkungen in Zukunft der Vergangenheit angehören. Gerade hierbei verursache die erneute Bekräftigung von Locarno für England Schaden, da sie die Verpflichtung des Engländers auf Schutz der entmilitarisierten Zone hervorhebe, eine Sache übrigens, die f ü r Deutschland einseitig und deshalb ungerecht sei. Paris, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Blätter verzeichnen eine- von der Agentur Radio am Dienstag verbreitete Meldung, daß die Paraphierung des französisch-sowjetrussischen Abkommens in einigen Tagen zu erwarten sei, da die während der Dftertage fortgeführten Verhandlungen einen günftigen Verlauf genommen hätten. „Echo de Paris" erklärt, daß die Verhandlungen nicht von Regierung zu Regierung, sonöt-cn gleichsam unter der Hand wieder ausgenommen worden seien und daß sich angeblich Außenminister Laval daran beteiligt habe. — Wie „Le Jour" glaubt, hätten die Sowjets ihren Widerstand gegen die Forderungen Frankreichs, daß der gegenseitige Beistand nicht automatisch in Kraft treten dürfe, und die kommuni st ische Propaganda in Frankreich und feinen Kolonien aufhören müsse, jetzt fallen gelassen, so daß tatsächlich mit der Paraphierung des Vertrages zu rechnen sei. — Kaganowttfch verlangt „unbedingte Achtung vor den Signalen". Moskau, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Die sowjetrussische Telegraphenagentur veröfsentlicht Darlegungen, die der neue Verkehrskommissar Kaganowitsch auf einer großen Sonderkonferenz der Eisenbahnfunktionäre in Anwesenheit von Stalin und sämtlicher Volkskommissare gehalten hat, und in denen er die Mißwirtschaft auf den Eisenbahnen der Sowjetunion scharf geißelte. Ausgehend von der ernsten Mahnung Stalins, daß das Transportwesen in der Sowjetunion einen schma - Der Verfasser geht dann auf den westeuropäischen Luftpakt ein und bemerkt, daß London, Paris und Rom eine Kontrolle und Begrenzung der Luftstreitkräfte anscheinend nicht mehr wünschten. In R o m werde der Donaupakt abgefaßt werden, den keine deutsche Regierung unterzeichnen könne. Vermutlich werde diese Tatsache dann wieder so ausgelegt werden, als fei Deutschland unehrlich. Stresa müsse den Engländern die Augen darüber geöffnet haben, daß Großbritannien in einem größeren europäischen Kriege nicht neutral bleiben könne. Man müsse auf der Hut sein und seine Stimme nachdrücklich zur Geltung bringen, da andernfalls Stresa die Engländer durch ein Wettrüsten zugrunde richten und sie in einen Krieg zur Verteidigung eines Status quo stürzen werde, der schon heute unhaltbar sei. Wenn der Engländer daher gegen eine Regierung kämpfe, die den Völkerbundsgrundsatz gleiche Sicherheit für alle preisgebe, so kämpfe er allein für sein eigenes Leben. „Matin" kündigt diese Paraphierung für Ende der Woche an. Im übrigen geht in der Presse der Kampf der Meinungen um das Für und Wider eines Zusammengehens mit den Sowjets weiter. Bemerkenswert ist, daß einige Blätter einen Ausweg in der Formel suchen, daß der Abschluß eines Abkommens mit den Sowjets durchaus nicht eine Verständigung mit Deutschland ausschließe. Njcht ohne Belang scheint auch die vom „Petit Journal" in die Debatte geworfene Frage der russischen Vorkriegsschulden zu sein, die nach Ansicht des Blattes eine angemessene Regelung erfahren müsse, wenn Frankreich und Sowjetrußland einen engeren Ring schlössen, um so mehr als Lordsiegelbewahrer Eden bei seinem Besuch in Moskau von der Sowjetregierung einige Zugeständnisse für England in dieser Richtung erzielt zu haben scheine. Frankreich dürfe in diesem Falle nicht schlechter behandelt werden. len Pfad bilde, auf dem die Sowjetwirtschaft und vor allem der gesamte Warenverkehr b e • rei15 zu stolpern begonnen habe, stellte der Verkehrskommissar fest, daß bedauerlicherweise die Eisenbahner den Ern st der Lage bisher noch keineswegs begriffen hätten. Wir müssen gestehen, daß die Arbeit auf den Sowjetbahnen, wie sie bis jetzt gehandhabt wird, s o u n - ter keinen Umständen weiter gehen kann. Das schlimmste liebel besteht darin, daß keine Kontrolle über die Durchführung der erlassenen Anordnungen vorhanden ist. Von jetzt ab wird den Präsidenten der Eisenbahndirektionen zur unbedingten Pflicht gemacht, sich bei Eisenbahnunfällen sofort an die Ünfallstelle zu begeben, um die Untersuchung der Ursachen persönlich zu leiten Die pakivechandlungen Mischen parisund Moskau wiederaufgenommen. Wird Sowjetrußland mit den französischen Vorbehalten einverstanden sein? Das Verkehrschaos in Sowjetrußland. Oer Mißwirtschaft auf den Eisenbahnen sott Einhalt geboten werden. aber das „tropische" Klima deren gedeihliche Seßhaftmachung ausschließen soll. Heute, wo der Farbige überall gegen das Kuli- Schicksal, das ihm in der Sphäre des reinen Kolonialimperialismus bereitet wurde, aufbegehrt und die Grundlagen europäischer Kolonialherrschaft unterwühlt, dämmert auch in den Hochsitzen abendländischer Weltpolitik die Erkenntnis, daß es ein verhängnisvoller Fehler war, die Ansiedlung Weißer in den vorwiegend der tropischen Zone angehörenden Kolonialländern unter dem Vorwande zu vernachlässigen, daß sich die klimatischen Bedingungen dafür nicht eigneten. Zunächst gibt es innerhalb der Tropen Gebiete von ungeheurem Umfang, gar nicht oder äußerst dünn bevölkert, die sich leicht mit den Mitteln moderner Technik für eine Masseneinwanderung Weißer aufschließen ließen, wo das Klima so wenig demjenigen entspricht, was man gemeinhin unter einem „tropischen" versteht, daß sich auch Menschen nordischer Herkunft ihm leicht anpassen können. Die „Tropen" sind ja ein viel zu umfassender Begriff, als daß sich die Länder, die dazu gerechnet werden, klimatisch auf .einen Generalnenner bringen ließen. Die Gesundheitsverhältnisse sind außerordentlich verschieden, je nachdem es sich um Hochlandoder Tiefland-Tropen, um Wüsten, Dschungeln oder Gebirge, um Passatwindgürtel, Meeresstrandgebiete, Inseln oder Binnenlandstrecken handelt. Auf dem innerafrikanischen Hochland, daH sich durchschnittlich 1200 Meter über den Meeresspiegel erhebt, leben, ungleichmäßig verteilt, gegen 25 Millionen Schwarze. In einem entsprechenden Raume sind in Europa rund 300 Millionen Menschen zusammengedrängt! Jene Gegenden haben eher gemäßigtes als „tropisches" Klima; sie sind bei genügenden Niederschlägen zur Besiedlung mit Weißen durchaus geeignet. Wenn nur soviel Kapital und Arbeit, wie die Ausbreitung der Plan- taaenwirtschaft in den ungesunden Küstenstrichen erheischte, für die oerkehrswirtschaftliche Aufschließung innerafrikanischen Siedlungslandes aufgewandt worden wäre, so könnte dort die weiße Bevölkerung längst überwiegen. Viel menschenärmer, dabei fruchtbarer und reicher an Naturschätzen sind die Quellterrassengebiete des Amazonas in Südamerika. Auch dort gibt es in Höhenlagen von 800 bis 330 Meter, wo eher von ewigem Frühling als „tropisch" heißem Klima die Rede sein kann, Raum für Hunderte von Millionen weißer Einwanderer, wenn nur die Urwälder, die sich dort unermeßlich ausbreiten, mit den Mitteln moderner Technik durch Unternehmungen großen Stils gebändigt und für menschliche Wohnstätten genügend gelichtet würden. Neuerdings mehren sich nun auch noch die Stimmen derjenigen, die hie Kräfte moderner Hygiene für ausreichend halten, um mindestens neun Zehntel aller Gefahren des tropischen Klimas zu bannen. Wie war es denn um die Gesundheitsverhältnisse in allen Teilen Europas bestellt, als die Menscheen hier noch unter ähnlichen unhygienischen Bedingungen lebten, wie die Eingeborenen in den Tropen? Jahrhundertelang schwelte in England die Bubonenpest, um alle paar Jahre zu einer schrecklichen Seuche aufzuflammen und erst um 1679 überwunden zu werden. Unterernährung, Unwissenheit, schlechte Wohnungsverhältnisse, das Fehlen guten Trinkwassers, Mangel an Bekleidung usw. bereiteten bis in die Neuzeit hinein in allen Gegenden Europas der Ausbreitung ansteckender Krankheiten die günstigsten Bedingungen. Und je weiter man in alten Chroniken zurückblättert, desto furchtbarere Bilder entrollen sie von den Gefahren, die das Leben in der gemäßigten Zone unseres Erdteiles einst in sich barg. Es fei nur an die als „schwarzer Tod" bekannte Pestart erinnert, die von 1347 an 26 Jahre fast in allen Teilen Europas wütete und feine damalige Bevölkerung um ein volles Viertel verringerte. Warum also soll es nicht auch noch unbegrenzte Möglichkeiten einer Besserung der Gesundheitsverhältnisse selbst in den verrufensten Teilen der Tropen geben? Die Amerikaner haben die Panamakanalzöne in wenigen Jahren aus einer wahren Hölle in eine durchaus gesunde Gegend verwandelt, in der Hunderte von Weißen regelmäßige und vollwertige Arbeit leisten und sich dabei dauernd wohl fühlen. Am allerwenigsten läßt sich die Behauptung aufrechterhalten, daß der Weiße in den Tropen so wenig wie möglich arbeiten dürfe, um sich gesund zu erhalten. Eher ist das Gegenteil richtig! Der amerikanische Forschungsreisende Earl Hanson, der im Auftrage des Carnegie-Instituts wissenschaftliche Untersuchungen gerade in den Teilen des Amazonasbeckens leitete, die allgemein als die ungesundesten Gegenden der Erde angesehen werden, kommt zu dem Schluß, daß die Tropen an sich für den Weißen nicht ungesund sind, wenn er die Anstrengungen nicht scheut, sich anzupas» [en, und wenn er nicht der Versuchung erliegt, im großen und ganzen die Eingeborenen für sich arbeiten zu lassen: „Die Menschen", betont er, „die in die Tropen gingen, um vollwertige Arbeit zu leisten, sind leicht zu erkennen; denn sie sind immer gesünder und beweglicher als die andern." 8 bei bui ang M vor Ei des! der! alte wollt düng über bas® fyplofi Am der 5 fahre ler der Ström an ein Das ; stürztet trank 3i _3n s Mb 9 M Ta fferurl I? einer "ankau gerfohn Wurden roter br °el und ?° er t moiien 5k A 5 HV UNdAn u« te bet 6)1 Derlei ®r e e । onbere SB* fjemfui liche f zur Ur bereits Ein Der Lehre Qbferl Wtzl der i Vech junge fahre glückt Bo Scherl-Bildmatemdlenst Die Umgruppierungen im französischen Heer. Messern bearbeitet und schwer verletzt. Don den zu Hilfe eilenden Arbeitern wurde einer durch Messerstiche auf der Stelle getötet, drei weitere, darunter ein Schutzmann, schwer verletzt. Der Bandenanführer Borodulin wurde zum Tode durch Erschießen, seine Helfershelfer zu 5 bis 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. — Dem zweiten Prozeß lag ein U e b e r f al l in P e r o w o im Bezirk Moskau zugrunde, wo eine dreiköpfige Bande in der Maske von Kriminalbeamten in eine Wohnung eingedrungen war. Die Banditen konnten, nachdem sie die Wohnung ausgeraubt hatten, zunächst entkommen, wurden aber später verhaftet. Alle drei Räuber wurden jetzt zum Tode durchEr schießen verurteilt. Sämtliche Todesurteile sind bereits vollstreckt worden. Schriftstück der Garantiemächte vorliegt, der Inhalt wird aber in einer Form serviert, die jeden zu der Frage veranlassen muß, warum eigentlich erst die Note abgeschickt worden ist, wenn in ihr zugegeben wird, daß alle Schuld auf feiten der Memelländer liegt. Das dürfte ganz sicher nicht in dem Dokument enthalten gewesen sein. Die tendenziöse Darstellung hat aber ihre guten Gründe: Litauen fühlt sich schuldig, es bittet jetzt um mildernde Umstände. Denn wenn es zum Schwur kommt, dann gibt es für gerechte Richter nur einen Weg: Litauen auf das schärfste zu verurteilen! Memel Der Schritt der Siguatarurächte in Kowno. arbeiten könne. Der Kampf gegen die Räuberbanden. Bier neue Todesurteile vollstreckt. fallen, in dem eine technische Konferenz abgehalten wurde. Zwei am Eingang aufgestellte Kontrolleure wurden von den Banditen mit Dolch- Reues Verrechnungsabkommen spende der'in 33 000 Kameradschaften des Kl)ff- mit der Schwei, KFW».tS”n,Ä".»:ij 9Q Das Abkommen des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. üb« «n bcutlch-!chw-!M!ch°n B««chnbba««tebb R°ibb°rb dem F«l>r°r °°n ÄSSÄ'Ä rÄ£ ! : 5”»Ä'tfÄÄ! Sn-vt.,.t >.< hns Verhältnis des Warenaustausches zwischen und dem deutschen Volke Ehre, A ns h x a feä ‘-s '.«• «.*• '.sä; m 4 an !a es«-» s« dafür entschieden, den K a p i t a l d i e n st vorüber- Ausdruck zu bringen.________ gehend z u r ü ck z u st e l l e n und den W a r e n »' verkehr zwischen beiden Ländern aufrechtzuerhalten. Hierbei nimmt die Schweiz eine Beschränkung ihrer Warenausfuhr nach Deutschland auf 13 Millionen Schweizer Franken im Monat auf sich. Die Steigerung der deutschen Ausfuhr nach der Schweiz liegt im Interesse beider Länder, da nur auf diesem Wege der Transfer des Kapitaldienstes gesichert werden kann. Die Schweiz hat deshalb für die deutsche Warenausfuhr neue Zugeständnisse gemacht. Infolge des Rückganges der deutschen Ausfuhr mußte ein neuer Schlüssel für die Verteilung der Ein- Zahlungen bei der Verrechnungsstelle in Zürich an die Schweizerischen Waren- und Kapitalgläubiger Den Litauern ist zu Ostern etwas recht Unangenehmes passiert: sie sind durch die Regierungen in London, Paris und Rom aufgefordert worden, die Selb st Verwaltung des Memelae- bietes wieder herzustellen. Wir müssen gestehen, auch uns hat dieses Osterei einigermaßen überrascht, nachdem die Garantiemächte durch ihre ewige Unschlüssigkeit alle Voraussetzungen für bie serienweisen litauischen Rechtsbrüche schufen. Noch peinlicher für die Litauer war es jedoch, daß die Tatsache der Ueberreichung einer Note nicht mit Stillschweigen behandelt wurde. So entstand der Eindruck, daß Litauen tüchtig eins auf den Hut bekommen hat. Diesen Eindruck zu j verwischen, hat sich Kowno nun beeilt, wobei ihm allerdings zugute kommt, daß der Wortlaut der Note bisher der Oeffentlichkeit d o r enthalten worden ist. In einer amtlichen Mitteilung I wird von den Litauern zwar zugegeben, daß ein Die schweizerischen Stillhaltegläubiger haben ine Zinsen für ihre Stillhalteforderungen auf die auch für die anderen Stillhaltegläubiger geltenden Sätze um durchschnittlich 0,50 v. H. ermäßigt. Weiter werden die schweizerischen Stillhaltegläubiger vorläufig auch auf Den Transfer eines Teiles der gesenkten Zinsen verzichten. Die wesentlichen Ergebnisse des Abkommens sind also: Verhinderung einer weiteren Der König von Bulgarien beauftragte den ehemaligen Gesandten Andrej T o s ch e f f mit der Bildung eines neuen Kabinetts. Aus aller Wett. Rokokofchloh durch Großfeuer zerstört. — Ein Todesopfer. Das im Jahre 1756 im Rokokostil erbaute Schloß Schwarzengraben bei Lippstadt (Westfalen), gegenwärtig bewohnt von der Familie des Barons Siegfried Winfried von Kettler, wurde von einem Großfeuer zerstört. Das Mobiliar konnte zum größten Teil gerettet werden. Der Brand soll durch ein Bügeleisen entstanden sein. Die Feuerwehren aus Lippstadt, Geseke, Erwite und Paderborn gingen mit vereinten Kräften der Feuersbrunst zu Leibe. Die Bekämpfung des Brandes konnte nur von außen erfolgen, da im Innern unaufhörlich Einstürze erfolgten. Der Brand forderte auch ein Todesopfer. Der Revierförster Mertens aus Eringerfeld war mit vier Feuerwehrleuten mit der Bergung der wertvollen Kronleuchter aus dem Kuppelsaal des Erdgeschosses beschäftigt. Plötzlich stürzte ein Schornstein ein, Balken und Gemäuer mit sich reißend. Die vier Feuerwehrleute konnten sich noch früh genug in Sicherheit bringen, während Mertens von einem herabstürzenden Balken getroffen und tödlich verletzt wurde. Sechs Alpinisten wahrend der Osterlage tödlich verunglückt. Der Hörer der Technischen Hochschule in München Rüdiger Horn aus Danzig hatte mit zwei Kameraden während eines Osterausfluges tm Kleinen Waljertal eine Skitour auf das Gottesackerplateau unternommen. Während der Abfahrt waren anfänglich alle drei Touristen noch beisammen, bald aber kam Horn voraus. Seine Kameraden folgten der Spur und fanden, daß diese über die 60 Meter hohe Jfenwand hinausführte. Sie fuhren sofort zur Schwarzwasserhütte ab und erstatteten Meldung. Unter Führung des Skilehrers Janak ging eine Rettungsabteilung nach der Unfallstelle ab, der es gelang, den Verunglückten tot noch am gleichen Abend zu bergen. Die Leiche wurde in die Heimat übergefuhrt. Während der Dfterfeiertage haben sich zahlreiche Unfälle in den österreichischen Bergen zugetragen. Auf der Scheibealm in den Hohentauern wurde ein Militärakademiker von einer Lawine verschüttet und getötet. Auf dem Hochschwab in Steiermark stürzte ein Skiläufer zu Tode. Beim Klettern an den Wänden des Helenentales in der Nähe von Wien stürzte ein Gymnasiast tödlich ab, und auf dem Peilstein im Wiener Ausflugs- gebiet verunglückten zwei Touristen tödlich. Bergrutsch in den Bayerischen Alpen. Das Gelände am Aggeralp oberhalb des bekannten Gasthauses Tatzelwurm bei Oberaufdorf am Inn ist seit Ostermontag in unaufhaltsamer Bewegung begriffen.. Am Morgen wurde bemerkt, daß sich am Aggeralp zwischen Den dort liegenden Hütten ein Erdrutsch bildete. Kurze Zeit darauf begannen größere Strecken Land in einen Bach abzurutschen und sich dort zu stauen. Bis zum Abend hatten die Geländebewegungen schon einen derartigen um» Moskau, 24. April. (DNB.) Von dem Moskauer Sondergericht wurden wiederum zwei Räuberbanden abgeurteilt, die die Umgebung der Stadt in Schrecken versetzt hatten. Die i Georqiess als Schildhalter einer bestimmten eine Bande, die von dem berüchtigten Banditen ^:ntä;ifd)en ©Juppe hat am 19. Mai 1934 nicht So r o bu I i n angeführt wurde, hatte m einem den alten Parlamentarismus überrannt, son- Moskauer Vorort einen Arbeiterkind über | bern QU^ öie königlichen Vorrechte erheblich eingeschränkt. Es ergab sich daraus eine natürliche Tendenz, daß der "König die moralische Unterstützung des Landes, das zu vierfünftel agrarisch ist, suchte, wobei es ganz selbstverständlich war, daß diese Verbindung zwischen Krone und breiten Volksmassen nicht in den Formen des alten Parlamentarismus erfolgen durfte, der in Bulgarien ebenso abgewirtschaftet hat, wie in den meisten anderen Ländern. Ein solcher Versuch konnte auch die Armee als solche nicht ausschließen; die Armee ist in dem neuen Kabinett Toscheff durch zwei aktive Generäle in den bedeutungsvollen Ministerien des Inneren und des Krieges vertreten. Wohl aber scheint der Versuch geglückt zu sein, eine Art Militärkamarilla von jüngeren Offizieren unter Führung des Obersten Weltcheffzur ü ck- zubrängen, die einem gewissen politischen In- Oie neue polnische Verfassung. Warschau, 24. April (DNB. Funkspruch). Zum Inkrafttreten der neuen polnischen Verfassung schreibt „Gazeta P o l s k a ", in den Jahren 1919 bis 1921 habe Polen ein angeblich parlamentarisches System erhalten, das tn Wirklichkeit eine Kliquen- und P a r t e i e n w i r t s ch a f t errichtet habe. Die neue Verfassung stürze nicht nur die aus der französischen Revolution vererbte Phrase von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, sondern beseitige auch die alte Tradition, nach der politische Rechte aus der Geburt und nicht aus den Verdiensten des einzelnen Bürgers abgeleitet worden seien. „K u r j e r P o r a n n y" sagt: Die Erfahrungen Polens hätten das gleiche gelehrt wie die Erfahrungen aller europäischen Völker mit parlamentarischem System, daß nämlich nach dem Weltkriege der Parlamentarismus des 19. Jahrhunderts e i n e schlechte Regierungsform fei. Das Schicksal der Völker hänge heute von der Elastizität und dem Mute der Führung ab. Aus diesem Gedanken heraus seien einige Länder zur Diktatur übergegangen. In Polen habe Marschall Pilsudski ein Äusgleichsgesetz ohne Vernichtung des Grundsatzes der Verantwortlichkeit des Volkes für den Staat gefunden. Unter feiner Führung habe sich Polen zur selbständigen Großmacht entwickelt. Vor den Wahlen in Südslawien. Bier Parteien zugelassen. Belgrad, 23. April. (DNB.) Der Aufmarsch der Parteien für die am 5. Mai stattfindenden Parlamentswahlen ist nunmehr beendet. Dem Kassationsgerichtshof in Belgrad wurden bis zu den Dfterfeiertagen sechs Listen vorgelegt, von denen vier bestätigt und zwei aus formalen Gründen verworfen wurden. Zu den abge- lehnten Listen gehört die der f o z i a l i st i f ch e n Partei. Man nimmt an, daß sie beabsichtigte Formfehler enthält, um bei den Wahlen Die Schwäche der Partei nicht offenkundig werden zu lassen. Die zweite abgelehnte Liste betrifft die sogenannte südslawische D o l k s v a r t e i, der aus Versehen einige schwere Formfehler unterlaufen waren. Bestätigt sind dagegen die Regierungsliste des Ministerpräsidenten Je f titsch und die Liste der vereinigten Oppositionsparteien mit bent Kroaten Dr. Matschek an der Spitze. Zwischen diesen beiden Listen wird sich zweifellos der Hauptkampf bei den Wahlen abspielen. Auf der oppositionellen Liste haben sich die ehemaligen parlamentarischen Parteien der serbischen Demokraten, der serbischen Landwirte, der bosnischen Muselmanen und der kroatischen Volkspy-r- t e i zusammengeschlossen. Bestätigt wurde ferner die Liste der Lio titsch-Gruppe, deren Pro- i gramm die Forderung nach dem Ständestaat aufgestellt werden. Ä ,, , , FürdenReiseverkehrvonDeutschland nach der Schweiz sowie für das Versiehe- rungs gern erbe sind die Bestimmungen der bisherigen Abkommen in das neue Abkommen im wesentlichen übernommen worden. Der Reis^ verkehr Deutschlands nach der Schweiz soll durch schweizerische Kohlenbezüge aus Deutschland ausgeglichen werden. tellektualismus huldigte und der republikanische Tendenzen nicht ganz fremd waren. Der Regierungsumschwung in Bulgarien ist ein ausgesprochen innerpolitisches Ereignis. Vielleicht, daß einige innerbalkanische Rücksichten auch eine gewisse Rolle gespielt haben, aber sie treten weit hinter der rein innenpolitischen Notwendigkeit zurück, dem Staate, der durch den Friedensvertrag von Neuilly ebenso schwer getroffen ist wie durch die Landwirtschaftskrise, eine möglichst bestän - bige Regierung auf breitester Grunblage zu geben. Die Stellung bes Königs erscheint wesentlich gehoben. Der neue Ministerpräsibent Toscheff ist 68 Jahre alt, hat schon unter König Ferbinanb bie biplomatische Laufbahn eingeschlagen unb gilt als grünblicher Kenner ber befonberen Balkanfragen. Es ist nicht ohne Interesse, daß die Militärgruppe unter Führung des Obersten W e l t s ch e f f sich durch die Einführung einer Art von Sprit- monopol unpopulär gemacht hat. Wie die badischen, schweizerischen und elsässischen Bauern ihren selbstgebrauten „Kirsch" lieben, so sind die Südslawien aller sprachlichen Schattierungen große Vererhrer des „Pflanzengeistes", der bei uns unter dem Stichwort „Slivoviz" bekannt ist. Das Kabinett Georgieff vom 19. Mai 1934 monopolisierte also die Herstellung des „Pflaumengeistes". Zum großen Verdruß der ländlichen Bevölkerung wurden die ziemlich reichlichen Vorräte von Staats wegen vergällt. Diese Mißstimmung wurde verschärft, als es der landwirtjchaftlichen Bevölkerung gelang, die ziemlich primitive Art der „Vergällung' unwirksam zu machen, ihren reinen unb lauteren Pflaumenschnaps zurückzuerobern unb so nicht nur dem Spritmonopol, fonbern auch ber Autorität ber Regierung eine erhebliche Schlappe zu bereiten. Die Unzufriebenheit würbe noch burch den Plan einer recht mechanischen V e r f a s s u n g s r e - form gemehrt. In dem fast ausschließlich landwirtschaftlichen Bulgarien sollten sieben Stände mit gleichen Rechten gebildet werden. Die Bauern, die damit nur ein Stand unter insgesamt sieben Ständen wurden; die Beamten und Angestellten und schließlich die Angehörigen der freien Berufe. Jeder dieser Stände sollte zum Parlament bie gleiche Anzahl von Mitglie- bern ernennen. Ein weiterer Teil bes Parlamentes sollte aus allgemeinen Wahlen hervorgehen. Ebenso sollten bie sieben Stäube bie Mitglieder eines Senates ober Staatsrates bestimmen, bem ein Teil der Vorrechte zu übertragen gewesen wäre, bie bisher ber König für sich hatte. Zwischen ber Krone unb ber laub- wirtschaftlichen Bevölkerung, bie vier Fünftel der Gesamteiuwvhuerzahl darstellt, durch diese 23er» fafjungsreform aber fast zu einem Anhängsel der sechs anderen Stände gemacht worden wäre, wird jetzt eine gemeinsame tragfähige Grundlage für eine den tatsächlichen Verhältnissen angemessene Verfassungsreform gesucht werden. ff, und den srühe- o f f, einen der her- len Mitteln zur Rechenschaft gezogen roerDen i je^ verbotenen parla- noch übleren 3uftanbe als die Haupt- unb mentarj|(^en Parteien alten Stils, auf eine kleine Nebenbahnen bes Verkehrskommissariats befmben ™ verbanut. Der Schlag sich, wie Kaganowitsch hervorhob; bie Anschluß- 2.U Sch^ S 3n)eier Bewegun- bahnen ber Jnbustriebezirke. Aus biesen I .. enmeaenaelehte 'Riele verfolgten. Zankoff bem Dolkskommissariat für Schweriubustrie unter- ^n b ^rtrete? der parlamentarischen Partei- stehenben Jnbustnebahueu würbe eine unbeschreib- w t liche Mißwirtschaft festgestellt unb der Dolkskommis-1 sar Ordschonikidse aufgefordert, hier endlich Ord-1 A&T nung zu schaffen. I ■' Täglich, so sagt Kaganowitsch zum Schluß seiner ||f Ä Ausführungen, erhalte das Verkehrskommissariat I unzählige Meldungen vom Ueb erfahren b e r I M j Haltesignale. Jedem Lokomotivführer müsse I eine unbedingte Achtung vor den Signalen ein- H geprägt werden. Unter keinen Umständen sei esI 1 zulässig, daß der Maschinist zu diskutie-I Wi reu beginne und dann eigenmächtig beschließe,! s > das Haltesignal zu überfahren, weil er viel- p . fyß ' 1 leicht von der vor einigen Stationen geübten Un-1 W fitte Kenntnis habe,, das Haltesignal zu fetzen, damit I 1 das Bahnhof's personal geruhsamer! & L A Paris, 24. April. (DNB.-Funkspruch.) Nach einer Meldung des „Matin" aus Nancy dauern. Mummens find also: BerhinDerung eurer meueren die Truppenbewegungen an der Ostgrenze an. Zwei Warenver chuldung und die Ermöglichung Kompanien des 91. 3nfariterieregiment5 aus den gesteigerten deutschen Warenausfuhr, lang- ©arnijonen Sten ay (südwestlich von Montmödy) frifHge9 ^nbierung derjenigen Vermögenserträg- und Mszieres sind an Die franzosi sch- tzje hei dem gegenwärtigen Stand des Waren- b e l gt sche G r en ze aerlegt worden. Em DC'r'f . Deu«Ich-n Im Ausland, zahl- äs wi» K'i“-«? ;.v ”u n-s-, r« Sn . .Tä. ’ “4 Jahresklasse 1934 zu den Regimentern ein» b i e f e m Wege allen, die seiner in Treue unb gezogen worden, bei denen 18 Monate Dienst Anhänglichkeit gedacht haben, seinen Herz- geleistet werden muß. Auf sämtlichen Pariser Bahn- U(f. en Dank übermitteln. Döfen herrschte aus diesem Anlaß reges Tre.ben. MyffhäuserbUNdeS. vertritt, sowie die Liste des ehemaligen Ministers M a x i m o w i t s ch, der auf sich die Stimmen des unzufriedenen Uzunowitsch-Flügels ber Regierungspartei vereinigen dürfte. Maximowitsch uno Ljotitsch sind als Konkurrenten ber Regierungsnste zu betrachten, ber mieberum ber Staatsapparat und die Presse zur Verfügung steht. Der Wahl, bei der die Stimmabgabe öffentlich und mündlich durchgeführt werden muß, sieht man mit außerordentlicher Spannung entgegen. Abessinien. Eine Rede des Negus verursacht in Italien große Erregung. Rom, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Der Kaiser von Abessinien hat in einer Rede vor dem abessinischen Parlament alle Schichten bes Landes zur Verteidigung der Unabhängigkeit Abessiniens aufgerufen, die allmähliche Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Schaffung eines Frauen- Heeres angekündigt. Im Zusammenhang mit dem Zwischenfall von Ual-Ual, bei dem die Italiener angegriffen hätten, hat der Kaiser seine Friedensliebe zu allen Nachbarstaaten und seinen Wunsch, durch unmittelbare Verhandlungen mit Italien den Zwischenfall beizulegen, beteuert. „Giornale d'Jtalia" sagt, ber Kaiser habe jetzt seine wahren Absichten enthüllt, bie Italien bewußt angriffen. Mehr als je seien die militärischen Maßnahmen Italiens zur Verteidigung seiner Kolonien in Ostafrika und sein wachsendes Mißtrauen gegen Abessinien gerechtfertigt. — „Corriera della Sera spricht von einem wichtigen Dokument für die verdächtige Mentalität der abessinischen Regierung. Reden, wie die des Negus, könnten Italien nicht zur Einstellung seiner Maßnahmen überreden. — „Gazetta del Popolo" hebt die Bildung des Frauen- Heeres in Abessinien hervor, woran bisher in Westeuropa keine Nation gedacht habe. In Abessinien werde die Frau zu einer neuen Amazone ausgebildet, während im Kriegsfälle in Westeuropa ihr humanitäre Aufgaben zufielen. Die Türkei sordett die Wieder- besestigung der Dardanellen. Istanbul, 23. April (DNB.) Die Zeitung „Milliyet" greift die türkische Forderung auf Revi- fion der militärischen Klauseln des Vertrages von Lausanne auf. Nachdem man schon dabei sei, die einseitigen Rüstungsbeschränkungen abzustellen, müsse man auch der Türkei das- gleiche Recht zugestehen. Man wisse nicht, ob es in der Meerengenfrage au einem Mittelmeer-Locarno kommen werde. Es sei aber sicher, daß der gegenwärtige anormale Zustand von der Türkei nicht mehr länger ertragen werden könne. Die Türkei sei sich dessen bewußt, daß die F r e i h e i t d e r Durchfahrt durch die Meerengen erhalten bleiben müsse, jedoch dürften die Großmächte nicht vergessen, daß diese Meerengen die Türkei in zwei Teile trennten und daher eine lebenswichtige An- gelegenheit für die Türkei barstellten. Die Türkei verlange bas Recht, bie Meerengen wieder b e • f e ft i g e n zu dürfen im Namen der eigenen Sicherheit, und sie sei davon überzeugt, daß niemand ihr dieses höchste Recht, das der Selbstverteidigung, das jeder Nation heilig sei, bestreiten könne. — Die übrigen Zeitungen drücken sich ähnlich aus und lasten erkennen, daß die Türkei fest entschlossen ist, ihr Recht auf unbeschränkte Verteidigung durchzusetzen, wobei offensichtlich aus taktischen außenpolitischen Gründen das Wort „Revision" vermieden wird. Zeugenberichten zu begnügen. Auch muß jeder der I Nationale Konzentration in Bulgarien höheren Eisenbahnbeamten selbst imstande fein, einen Hilfszug an die Unglücks- £06jneff KönigS. — SpntNwN0p0l UNt> VerfaffUNgSrefoNN. yt C 11 C ^11 [Uytcn. I :?,t“.uKm, S«. ei.I.. H,"‘1,»"«"•,[£" !""£ Sehen werden als Betrug an ^artd «nö Staat Ministerpräsidenten des ersten autoritären Kabinetts angesehen werden und tue Schuldigen ohne 2In= iUK ' ni.f{ uns } sehen ber Person und ihrer früheren Verdienste mit TO?nmerpräHben®n Z?nko f allen Mitteln zur Rechenschaft gezogen werden. Ircn Mimsterpr^ o Oie Brücke über -en Pazifik. Mit dem amerikanischen Echnellflugzeug von Kalifornien nach Honolulu und zurück. fang angenommen, daß die zahlreichen freiwilligen Helfer dem Vordringen der Erdmassen machtlos gegenüberftanden. Der Bach wurde bis zu einer Tiefe von 5 Meter mit Gestein, Felsblöcken und Bäumen angefüllt. Brücken sowie die oberen Teile der Straße sind spurlos verschwunden. Der Bergrutsch ist auch am Dienstag nicht zum Stillstand gekommen. Die Erdmassen bewegten sich vielmehr mit einer Geschwindigkeit von etwa vier Meter in der Stunde abwärts. Schätzungsweise sind etwa eine Million cbm Erdmassen in Bewegung geraten. Schwere Erdbeben im Iran. In der Provinz Mazanderan in Iran (Persien) sind in den letzten Tagen mehrere Bezirke durch Erdstöße verwüstet worden. Zahlreiche Häuser stürzten ein und begruben die Bewohner unter sich. Bisher sind über 2 8 0 Leichen geborgen worden. Die Nachforschungen werden unter den Ruinen der zusammengestürzten und vielfach in Brand geratenen Häuser fortgesetzt. Der Direktor des Gesundheitsamtes in Teheran hat eine Reise durch die am schlimmsten heimgesuchten Bezirke angetreten. Zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung ist ein nationaler Hilfsausschuß gebildet worden. „Graf Zeppelin^ in pernambuco. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Dienstag um 18.35 Uhr MEZ. in Pernambuco angekommen. Stark zur Marokko-Fahrt. Am 23. April 1935 8.34 früh starteten an der Nordschleife der Berliner Avus die an der Race International Maroc teilnehmenden Adler-Fahrer, und zwar: Paul von Guilleaume und Frau Lotte Bahr auf Diplomat, Hasse mit Beifahrer Hoffmann auf 1,7 Liter Trumpf, Schwedermit seiner Gattin auf 1-Liter- Trumpf-Junior. Ferner nimmt Sauerwein- Mainz als Einzelfahrer auf 1,7-Liter-Trumpf an dieser Fahrt teil. Schweres Autounglück. — Zwei Tote, fünf verletzte. In Hermsdorf (Kreis Waldenburg, Schlesien) geriet ein Personenkraftwagen infolge Reifenschadens ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig. Hierbei wurden eine Frau und ihr Kind sowie fünf Schulknaben überfahren und zum Teil schwer verletzt. Das kleine Kind starb bereits während des Transportes ins Krankenhaus. Auch die Frau erlag bald darauf ihren schweren Verletzungen. Für die übrigen Verletzten besteht keine Lebensgefahr. Drei Motorradfahrer tödlich verunglückt. Am Kümmelbacher Hof zwischen Heidelberg und Neckargemünd fuhren zwei Motorradfahrer aus Heddesheim bei Mannheim auf einen von Heidelberg kommenden Straßenbahnzug auf. Der Stra- ßenbahnführer hatte noch gebremst, doch war der Anprall so stark, daß beide Motorradfahrer auf der Stelle getötet wurden. Sie hatten entweder den Straßenbahnzug überhaupt nicht bemerkt oder infolge außerordentlich schneller Fahrt die Herrschaft über das Motorrad verloren. • Ein schwerer Unglücksfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer siel, ereignete sich in der Nähe von Hemfurth (Waldeck). Der 24 Jahre alte Schmied Friedrich H u t w e l k e r aus Edersee wollte nachts mit seinem Motorrad nach Bad Wildungen fahren. Auf der Ederbrücke verlor er die Gewalt über die Maschine und rannte mit großer Wucht gegen das Brückengeländer. Durch den Anprall entstand eine Explosion, und im Nu standen Fahrer und Maschine in hellen Flammen. Als Einwohner aus Hemfurth an der Unglücksstelle eintrafen, war jegliche Hilfe vergebens. Der Unglückliche war bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet und hatte feinen Geist bereits aufgegeben. Ein Lehrling vom Zuge überfahren und getötet. Der erst feit einigen Tagen in der kaufmännischen Leb re stehende Werner Stein hatte in der Güterabfertigungsstelle des Bahnhofs in Siegen zu tun. Plötzlich riß ihm ein Windstoß die Frachtbriefe aus der Hand und wehte sie auf die Gleise. Bei dem Versuch, diese wieder einzusammeln, wurde der junge Mann von einem Rangierzug erfaßt, überfahren und auf der Stelle getötet. Der Verunglückte war der einzige Sohn seiner Eltern. vootsunglück auf der Elbe. — Zwei Paddler ertrunken. Am Ostersonntag ereianete sich auf der Elbe in der Nähe der Pillnitz-Klein-Zschachwitzer Dampffähre ein Bootsunglück, bei dem zwei Paddler den Tod fanden. Das Boot war durch die starke Strömung an den Bug des Fährbootes und sodann an einen eisernen Brückenponton gedrängt worden. Das Paddelboot kenterte und die beiden Insassen stürzten ins Wasser, wo sie in der Strömung ertranken. Furchtbare Bluttat eines Geisteskranken. In Harburg-Wilhelmsburg geriet der 54jährige Jakob Pankau, der als Geisteskranker vor etwa acht Tagen aus einer Heil- und Pflegeanstalt auf Osterurlaub zurückgekehrt war, mit seiner Ehefrau in einen Streit. Als auf die Hilferufe der Frau die Tochter und deren Mann herbeieilten, griff Pankau zu einem Dolch und verletzte den Schwiegersohn tödlich. Frau Pankau und ihre Tochter wurden lebensgefährlich verletzt. Der Täter brachte sich selbst mehrere Stiche in den Bauch bei und stürzte sich aus dem Fenster auf den Hof, wo er tot liegen blieb. Der Zustand der beiden Frauen ist hoffnungslos. Streik amerikanischer Industriearbeiter. Die Zweigstelle der „Chevrolet Motor Co." in Toledo (Ohio) entließ sämtliche 2340 Arbeiter und Angestellte und drohte, die Fabrik endgültig zu schließen. Den Anlaß zu dieser Maßnahme bildete der A u s st a n d von 600 organisierten Arbeitern wegen der Ablehnung ihrer Forderung nach Anerkennung der Gewerkschaften. Der Vorsitzende des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, William Green, befürchtet, daß sich der Ausstand auf andere Kraftwagenfabriken ausdehnen wird. In Brooklyn (Neuyork) find 7000 Färber und Arbeiter chemischer Reinigungsanstalten sowie Lastwagenfahrer in den Ausstand getreten. Es kam zu Zu- Das neue amerikanische Schnellflug- 3eug, das vor etwa einer Woche von Alameda bei San Franzisko in Kalifornien nach Honolulu geflogen war, hat jetzt in Honolulu den Rückflug nach Alameda angetreten. Das Flugzeug l a n o e t e um 17.58 Uhr Neuyorker Zeit auf dem Flugplatz in Alameda. Das Flugzeug hatte unterwegs mit starken Gegenpnnden zu kämpfen. Es wurde bei feiner Landung von 6000 Zuschauern begeistert begrüßt. Still und fleißig bauen die Amerikaner an ihrem Flugverkehr von der westlichen Küste ihres Kontinents nach der ostchinesischen Küste. Versuchsflüge aller Art wurden in den letzten Monaten durchgeführt, jedoch immer nur auf den einzelnen Etappen dieser riesigen Strecke. Von Wissenschaftlern sind die Witterungsverhältnisse eingehend studiert worden. Kostenooranschläge für die Errichtung von Flughäfen wurden ausgearbeitet, Piloten gesucht und Flugzeuge geprüft. Langsam sind die Pläne soweit herangereift, daß sie jetzt in die Wirklichkeit um gesetzt werden können. Der erste große Flug mit dem „Panamerican Clip- p e r", einer tüchtigen und schnellen Maschine, ist geglückt. Er hat zwar noch nicht über die ganze mehr als achttausend Seemeilen lange Strecke geführt, aber 3800 Kilometer von San Franzisko bis Honolulu genügten auch schon. Der Flug war insofern bemerkenswert, als er in weniger als achtzehn Stunden durchgeführt wurde. lieber das furchtbare Erdbeben auf der Insel Formosa liegt inzwischen ein neuer Bericht vor. Danach fanden 3152 Menschen den Tod, während die Zahl der Verwundeten rund 10600 beträgt. Rund 36 000 Häuser sind ganz oder teilweise zerstört worden. Der Kaiser von Japan hat einen besonderen Vertreter nach Formosa entsandt, der die Hilfs- und Wiederausbaumaßnahmen wieder in die Wege leiten soll. Nach Blättermeldungen aus Tokio ist außer dem Vulkan Asama auch der Hakusan wieder in Tätigkeit getreten. Da letzterer bereits feit 350 Jahren ruhte, nahm man an, daß er erloschen sei. Aus dem Krater des Hakusan, der etwa 40 Kilometer östlich von Fukui liegt, steigen dichte Rauchwolken auf. Aus dem Inneren hört man starkes Grollen. Der Bevölkerung in den umliegenden Dörfern hat sich steigende Unruhe bemächtigt. * Als die portugiesischen Seefahrer vor mehr als 300 Jahren die große Insel vor der Südküste Chinas entdeckten, da nannten sie sie Formosa, d. h. die Schöne. Die manigfaltige geographische Gestaltung der Insel, der Wechsel von höchausragenden Gebirgszügen und weiten fruchtbaren Ebenen, die damals noch mit einer reichen tropischen Vegetation bestanden waren, mögen den Anlaß zu dieser Bezeichnung gegeben haben. Aber unter der prangenden Schönheit dieser von der Natur so verschwenderisch ausgestatteten Insel lauerten G e - fahren, die nun in den Dftertagen dieses Jahres so überraschend und schrecklich zum Ausbruch gekommen sind. Heiße Quellen deuteten schon vorher darauf hin, daß hier die Erde noch nicht zur Ruhe gekommen war. Die Insel hat eine wechselvolle politische Vergangenheit hinter sich. Im 17. Jahrhundert gehörte sie nacheinander den Niederländern und Spaniern, aber schon seit 1683 war sie im ununterbrochenen Besih der Chinesen, bis sie 1895 nach dem chinesisch-japanischen Kriege Im Frieden von Schimonoseki endgültig von den Japanern annektiert wurde. Der politischen Eroberung durch das Reich des Mikado war die wirtschaftliche Erschließung durch den aufblühenden japanischen Handel vorangegangen. Vor allem der sammenstößen mit der Polizei; dabei wurde eine Person durch einen Schuß verwundet. Drei Ausständische wurden verhaftet. Deutsch-griechifche Ehrentage in Missolunghi. In der in der Landschaft Aetolien gelegenen Hafenstadt Miffolunghi fanden zu Ostern zum Gedenken an den heldenhaften „Ausfall von Misso- lunghi" im Jahre 1826 große Feierlichkeiten statt, die alljährlich wiederholt werden. In diesem Jahre erhielt die Feier ein besonderes Gepräge. Sie stand ganz im Zeichen der deutsch-griechischen Freundschaft und Waffenbrüderschaft, die bekanntlich während des griechischen Befreiungskampfes vor mehr als einem Jahrhundert ihren höchsten Ausdruck fand. Zum ewigen Gedenken an die deutschen Blutopfer für die Befreiung Griechenlands hat die griechische Regierung in Missolunghi für die bei dem „Ausfall von Missolunghi" gefallenen deutschen Mitkämpfer sowie für die während des Freiheitskrieges 1821/1826 dort verstorbenen deutschen Philhellenen, darunter General Norman-Ehrenfels, ein würdiges Ehrenmal setzen lassen, das am Ostersonntag enthüllt wurde. Bei strahlendem Wetter feierte das geschichtlich denkwürdige Städtchen Missolunghi den 109. Jahrestag des heldenhaften Ausfalles von Missolunghi während des griechischen Unabhängigkeitskrieges. Die Feier begann mit der Einweihung des Denkmals für die bei der Verteidigung von Missolunghi gefallenen deutschen Philhellenen. Der deutsche Gesandte in Athen, Dr. Eisenlohr, der zum Ehrenbürger von Miffolunghi ernannt wurde, nahm die Taufe der neuen Deutschland- Straße vor. Der Direktor des Deutschen Ar- Ganz Amerika hat dieser Leistung begeisterten Beifall gespendet. Aber an den Passagierdienst denken die Amerikaner im Augenblick doch noch nicht. Sie wollen zunächst einen Schnellverkehr schaffen, der die amerikanische Post in kürzester Zeit quer über den Stillen Ozean hinweg nach Asien bringt. Auf chinesischem Boden roitb eine Zusammenarbeit mit den Engländern und den Chinesen wegen der Landehäsen und der Besliegung bestimmter Strecken nötig sein. Auf eine Einschaltung der Japaner in irgendeiner Form haben die Amerikaner verzichtet, obwohl die japanische Mitwirkung äußerst wertvoll wäre. Aber die Pazifik-Strecke soll eine rein amerikanische Angelegenheit bleiben das verlangt der Nationalstolz der Pankees. Schon in diesem Sommer sollen die ersten planmäßigen Flüge einsetzen. Das würde bedeuten, daß bis dahin namentlich auf den kleinen Inseln im Stillen Ozean alle technischen Vorbereitungen getroffen sind. Soweit man jedoch Hört, ist das technische Personal noch nicht restlos beisammen und vor allem noch gar nicht dort, wo es hingehört. Außerdem fehlen die Anlagen auf der Insel Wilkes, und auf den anderen schon mit Landeplätzen ausgerüsteten Inseln sind Unterkunftsmöglichkeiten für die neuen Flugplatzbedienungen nötig. Es dürften wohl noch einige Monate vergehen, bis die Bodenorganisation soweit ist, daß der amerikanische Postflugbetrieb regelrecht einsetzen kann. bekannte Jndustriekönig Mitsui hatte die in dem formosanischen Boden schlummernden Wirtschaftsmöglichkeiten erkannt und als erster eine großzügige Steigerung der Tee- und Zuckerproduktion begonnen. Der Anbau von weiteren Rohprodukten, die für die Ernährung des japanischen Volkes wichtig sind, wurde in die Wege geleitet, und heute bedecken riesige Reisfelder, Bananen- und Ananaspflanzungen, Tabak- und Kaffeeplan- tagen das Land. Erwähnenswert ist ferner die im großen Maßstabe betriebene Kampfergewinnung, die unter dem Monopol des japanischen Staates steht, und eine geringe Goldausbeute. Die Erzeugnisse Formosas dienen vor allem zur Deckung des Bedarfs in den japanischen Ländern selbst, in Korea und in Mandschukuo. Die Ausfuhr nach nichtjapanischen Gebieten ist geringer. Auf dem Weltmarkt aber bildet besonders der formosanische Zucker eine ernste Konkurrenz für die holländischen Plantagenbesitzer auf Java. Gingen so die wirtschaftlichen Hoffnungen, die Japan an die Besetzung Formosas vor vierzig Iah- ren knüpfte, in Erfüllung, so wurde anderseits die Erwartung, daß die 36 000 Quadratkilometer große Insel zu einem wesentlichen Teil den japanischen Auswanderungsstrom auffangen könnte, schwer enttäuscht. Formosa hat sich nicht als geeignetes Siedlungsland für die Japaner erwiesen. So ist es auch zu erklären, daß Formosa trotz 40jähriger japanischer Herrschaft bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 4,9 Millionen Einwohnern nur etwa 200000 Japaner zählt, die als Polizisten und Zivilbeamte das Land verwalten und in Ordnung halten, aber keinerlei produktive wirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Der Rest der Bevölkerung besteht, abgesehen von den 140 000 wilden Eingeborenen, aus Chinesen. Es ist anzunehmen, daß von der Erdbebenkatastrophe vor allem auch die chinesischen Bauern betroffen worden sind, denn die Berichte der Augenzeugen melden, daß gerade im Innern des Landes ganze Wohn- fieolungen dem Erdboden gleichgemacht wurden. Die Japaner halten sich aber hauptsächlich in der Hauptstadt T a i h o k u und in den Hafenstädten auf, während auf dem Lande nur die Polizeistationen mit Japanern besetzt sind. chäologischen Institutes legte nach der Enthüllungsfeier an dem Denkmal einen Lorbeerkranz nieder. Ein weiterer Kranz wurde von dem Vertreter der NSDAP, gestiftet. Kriegsminister Rodopulos legte im Namen der griechischen Regierung als Zeichen der Dankbarkeit gegen die tapferen deutschen Freiwilligen ebenfalls einen Kranz nieder. Die Staatsangehörigkeit der Fran. — Eine Entschließung des Internationalen Frauenkongreffes. Auf dem Internationalen Frauen- Kongreß in Istanbul wurde nach lebhafter Aussprache mit dreizehn gegen elf Stimmen eine Entschließung angenommen, die die Staatsangehörigkeit der verheirateten Frauen betrifft. Danach wird durch Vermittlung des Völkerbundes ein internationales Abkommen verlangt, das jeder Frau das Recht gibt, ihre Staatsangehörigkeit zu wählen ober zu ändern, ohne Rücksicht auf den Ehegatten, und daß sie auch bei Verheiratung mit einem Ausländer ihre Staatsangehörigkeit beibehalten darf. Die Vertreterinnen Syriens und Aegyptens enthielten sich der Stimme mit der Begründung, daß es im Interesse des häuslichen Friedens richtiger fei, den alten Brauch beizubehalten, wonach die Staatsangehörigkeit des Familienoberhauptes für die Familie maßgebend sei. Eine politische Note versuchte die rumänische Vertreterin, Prinzessin Cantacuzinu, dadurch in den Kongreß zu bringen, daß sie vorschlug, den Staatsmännern, die sich zuletzt in Strefa und Gens für die Erhaltung des europäischen Friedens eingesetzt hätten, Begrüßungstelegramme zu senden, um sie in der Fortführung ihres Friedenswerkes zu ermutigen. Dieser Antrag wurde vom Vorstand jedoch abgelehnt, weil er eine politische Kundgebung darstelle und dadurch gegen die Aufgaben der internationalen Union verstoßen würde. Französischer Rennwagen raff in die Zuschauer- menge. — Fünf Tote, zahlreiche verletzte. Ein bei CHLfeau Thierry ausgetragenes Auto- mobilbergrennen nahm einen unglücklichen Verlauf. Der von dem Fahrer C a 11 a n e o gesteuerte Wagen kam infolge zu starken Bremsens kurz vor dem Zielbande ins Schleudern und fuhr in die dichte Z u s ch a u e r m e n g e. Fünf Personen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Der Fahrer blieb unversehrt. Das Rennen wurde zeitweilig unterbrochen. Ums Leben gekommen sind eine Frau, ihr zweijähriges Töchterchen und drei junge Leute im Alter von 14 bis 17 Jahren. Der verkannte Ornithologe. Der japanische Senator Marquis Hatschisuka, der ein bekannter Gelehrter auf dem Gebiete der Ornithologie ist, verweilte auf seiner Reise nach Japan für 24 Stunden in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. An diesen kurzen Aufenthalt des japanischen Senators knüpften sich die verschiedensten Gerüchte, die namentlich in der ungarischen Presse Verbreitung fanden. Diese Gerüchte werden nun- mehr von zuständiger bulgarischer Stelle mit dem Hinweis darauf dementiert, daß Marquis Hatschi- suka in Sofia nur ausgeftiegen sei, um die reichen ornithologischen Sammlungen hier zu besichtigen. Auch ein anderes Gerücht, daß im Zusammenhang mit dem Senatorbesuch aus Japan aufgetaucht ist und wonach Kriegsmaterial im bulgarischen Hafen Burgas im Schwarzen Meer ausgeladen worden fei, wird als ebenso tendenziös wie haltlos bezeichnet. Schwere Bluttat in Oberschlesien. — Zwei Tote, zwei verletzte. In Wiegschietz im Kreise Ko sei (Oberschlesien) drang der 35 Jahre alte Franz Nognik in die Wohnung des Gasthauspächters Alfons Malercznk ein und tötete diesen durch zwei Bauchschüsse. Dann richtete Nognik die Waffe gegen die Frau des Malerczyk, die ebenfalls mit einem Bauchschuß schwer o e rletzt zusammenbrach. Der Mörder lief dann in die in unmittelbarer Nähe gelegene Gastwirtschaft des Urban Malerczyk. Nognik gab auf diesen ebenfalls zwei Schüsse ab, von denen einer den Ueberfallenen in den Oberschenkel traf. Schließlich richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch einen Schläfenschuß. Die Ermittlungen über das Motiv sind noch nicht abgeschlossen. Man vermutet jedoch, daß es sich um einen Racheakt handelt. Kunst und Wissenschaft. Stratford und Weimar im Zeichen Shakespeares. Am 23. April, dem Todestage Shakespeares, wurden in Stratford on Avon die diesjährigen Shakespeare-Festspiele unter großer internationaler Beteiligung eröffnet. In Anwesenheit der diplomatischen Vertreter fast aller Staaten wurden die Flaggen von 81 Nationen aufgezogen. Nach den Eröffnungsfeierlichkeiten, an denen zum ersten Male auch em Vertreter Islands teilnahm, folgte ein Umzug zur Kirche, wo am Grabe Shakespeares zahlreiche Kränze niedergelegt wurden. ♦ In Weimar fand die Jahreshauptversammlung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft statt. Nach einer Begrüßungsansprache des Präsidenten Prof. Dr. Deetjen- Weimar hielt Professor Dr. Walter Schirmer- Berlin einen Festvortrag über „Shakespeare und die Rhetorik". Am Vorabend war von Prof. Max Deutsch- b e i n - Marburg ein Vortrag über „Macbeth als Barock-Drama" gehalten worden, der als eine hervorragende Einführung zu der als Festvorstellung vom Deutschen Nationaltheater herausgebrachten „Macbeth"-Aufführung gewertet werden konnte. Präsident Prof. Dr. Deetjen und der Gesamt« oorstand wurden für 1935 wiedergewählt. Zum 80. Geburtstag des früheren langjährigen Präsidenten Geheimrat Prof. Aloys Brandl- Berlin wird eine dem Jubilar gewidmete Festschrift Don der Gesellschaft herausgegeben werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ansgabeort Frankfurt. Im Bereiche flacher und gleichförmiger Luft» druckoerteilung kam es am Dienstag auch in unserem Gebiet Dieierorts zu gewittrigen Niederschlägen. Inzwischen hat sich bei Luftdruckfall über Mitteleuropa und Derbreitetem Luftdruckanstieg im übrigen Europa ein zentrales Tiefdruckgebiet ent- wickelt, das zunächst auch für uns eine Witterungs- oerfchlechterung bedingt. Anschließend wird sich jedoch rasch wieder fteundlicher Witterungscharakter durchsetzen und voraussichtlich auch längere Zeit anhalten. Aussichten für Donnerstag: Nach anfänglichen und teilweise noch gewitterhaften Niederschlägen neue Witterungsbesserung und wieder höher ansteigende Tagestemperaturen in Richtung veränderlicher Winde. Aussichten für Freitag: Vielfach heiter, tagsüber ziemlich warmes Wetter. Lufttemperaturen am 23. April: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 11,9 Grad; am 24. April: morgens 10,6 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum 6,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. April: abends 14,3 Grad; am 24. April: morgens 11,8 Grad Celsius. — Niederschläge 1,2 mm.— Sonnenscheindauer 10,1 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Jm fernsten Land - auf weiten steifen, hört man die DUNLOP«„ preisen. Lieber dreitausend Todesopfer der Erdbebenkatastrophe auf Formosa. Ein weiterer Vulkan nach 350 Jahren Ruhe in Tätigkeit getreten. Neues für -en Büchertisch. — Das „Handbuch der Kulturgeschichte" (Akademische Berlagsgesellschaft Athe- naion m. b. $)., Potsdam) ist bereits bis zum Abschluß der ersten großen Arbeit gediehen. In Gustav Neckels ,Kultur der alten Germanen" liegt jetzt ein grundlegendes Werk über die Germanenkunde vor. Als Niederschlag langer, sorgfältig ausgewogener und ausgewerteter Forschungsergebnisse gibt es eine die bisherigen Erkenntnisse sichernde und das in den letzten Jahren gewonnene wissenschaftliche Neuland restlos erschließende Darstellung des altgermanischen Kulturkreises. In klarer, konzentrierter und bei aller wissenschaftlichen Genauigkeit ungemein lebendiger Schilderung ersteht die Welt des Germanentums, die für uns vielfach zur neuen Offenbarung geworden ist. Die Anschaulichkeit des geschriebenen Wortes wird durch eine ungewöhnlich schöne, reichhaltige und wissenschaftlich wertvolle Bebilderung erhöht. Dem Bildmaterial kommt gerade in diesem Werk eine entscheidende Bedeutung au, weil unsere Kenntnisse von germanischer Kultur zum großen Teile auf den Grabungsergebnissen beruhen. Die geschickte Einbeziehung der Bilder in den Text, die sorgfältige Reproduktion der Tafeln, machen Neckels Werk zu einer hervorragenden Bucherscheinung. — Handbuch der Deutschen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. Wilhelm Peßler, Direktor des Vaterländischen Museums, Hannover, lieber 800 Textbilder, Bilderbeilagen sowie zahlreiche Einschalttafeln. Preis pro Lieferung 1,80 Mk. Das „Handbuch der Deutschen Volkskunde" zeigt auch in seinen neuen Lieferungen 3 und 4, aus welchen und aus wie reichen Quellen das mannigfach zusammenströmende deutsche Volkstum gespeist wird, es zeigt die Vielheit unseres Volkes in der Einheit und umgekehrt. Die Form konzentrierter, mit sorgsam ausgewähltem Abbildungsmaterial durchsetzter Beiträge gewährleistet Uebersichtlichkeit und Handlichkeit. In den „Methoden der deutschen Volkskunde" behandelt der Herausgeber in erster Linie die geographische Methode, die ja in seinem berühmten „Atlas der deutschen Volkskunde" ihren wichtigsten Niederschlag gefunden hat. Dr. Martha Bringemeier (Dortmund) schildert die soziologische Methode und stellt die bäuerliche Gemeinschaftsform mit ihrer Idee des Hofes in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die Grundlagen der „Geschichte der deutschen Volkskunde" zeichnet Dr. Wilhelm Schmitz mit sicheren Strichen. Justus Möser, der Osnabrücker Sozialpolitiker, und W. H. Riehl, der Volkssoziologe, sind die großen Träger der wissenschaftlichen Volkskunde-Tradition. Prof. Dr. Walter Behrmann, der Frankfurter Geograph, steckt den deutschen Boden als Grundlage deutschen Volkstums ab. Der geographische Raum Deutschland wird weit über die politischen Grenzen hinaus in seinen Ausführungen zum lebendigen Begriff,' zum deutschen Kulturboden. Mit dem Beginn des zweiten Bandes führt uns Prof. Dr. W. Seedorf (Göttingen) in die volkskundliche Praxis ein. Die Arbeitsbräuche in der Landwirtschaft: bei der Bodenbearbeitung, der Getreide- und Heuernte, dem Kartoffel- und Rübenbau und der Viehpflege schildert er in ihren landschaftlichen Besonderheiten. — Reinhold Pregel: Die litauische Willkürherrschaft im Memelgebiet. Mit zwei Kartenskizzen, kart. 0,30 Mark. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30. — (657) — Diese Schrift hat im Hinblick auf den Memelprozeß in Kowno außerordentliche Aktualität. Sie enthält alles, was über die Entwicklung des Memelproblems, über die tatsächlichen Nationalitätenverhältnisse, über die Kette der Willkürmaßnahmen gegen die Autonomie des Memelgebietes jeder Deutsche wissen soll, der an den Schicksalen einer deutschen Volksgruppe jenseits der Reichsgrenzen Anteil nimmt. — Prof. Paul Ritterbusch: „Idee und Aufgabe der Reichsuniversitä t". Kart. 1 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (23) — Die Frage nach der Reichsuniversität muß als Frage nach der geistigen Erneuerung überhaupt beantwortet werden. Der Nationalsozialismus hat das hohe Ziel, die Welt unseres Daseins in all ihren Zügen aus der Einheit unseres Seins, aus Rasse und Art als eine Ganzheit von Leib, Seele und Geist zu gestalten. Diese Ganzheit ist es, die auch die Wissenschaft durchdringen muß. Die Gestaltung und Schaffung der Einheit und Gemeinschaft unseres Geistes macht allein die Universität wieder zur hohen Schule des Volkes. — SS. Ein Roman von A. Tiefenbach. Gerhard Stalling, Verlag, Oldenburg i. O./Berlin. Ganzleinen 4,80 Mark. — (178) — Das mit Spannung und Lebenskraft erfüllte Buch erzählt von den Schicksalen einer SS.-Kameradschaft, deren Männer einander die Treue bewahren, über alle inneren und äußeren Widerstände siegend. Die Kameradschaft ist zur Bewachung eines Gefangenenhauses bestellt, und mit einer Meisterschaft im Aufbau und Ablauf der Handlung, die untermauert ist von lebendigstem nationalsozialistischem Gefühl, läßt der Verfasser die Einzelerlebnisse dieser Kameradschaft immer im Zusammenhang mit den Gefangenen abrollen und verknüpfen. Hochbedeutsam sind die Kapitel, die sich mit den Gefangenen selbst und dem Entstehen eines neuen deutschen Rechts befassen und erst recht inne werden lassen, warum die liberale Welt im Kampf gegen die deutsche Revolution unterliegen mußte. Zum ersten Male wird auch hier die Frage nach der Stellung der Frau und die Verknüpfung zwischen Mann und Frau im neuen Reich zutiefst behandelt und geklärt. Der Roman enthält eine bunte Fülle vieler neuartiger Gestalten und Gedanken, und aus jeder Zeile spricht das, was wir alle selbst irgendwie miterleben. Das Buch ist in Form und Stil vollkommene Neuheit in der bisherigen nationalsozialistischen und revolutionären Literatur. — E ugen Schmahl: Ohne Gewehr. Erzählung. Ganzleinen 2,50 RM. Keil Verlag, Berlin SW 68. — (43) — Ohne Gewehr — aber zwischen Gewehren, so stand Eugen Schmahl jahrelang in Sibirien hinter den Stacheldrahtzäunen der Gefangenenlager, mit dem Blick nach dem Westen, verzehrt von der Sehnsucht nach der Heimat — er und seine Kameraden. Endlich kam die Zeit der Freiheit, der weiten Heimwanderung durch das ungeheure Land. Schmahls Erlebnisse hatten Zeit, zur Reife zu kommen. Jetzt enthüllt er in der knappen Sprache mehr als die Geschichte einer abenteuerlichen Heimkehr aus der Gefangenschaft. Das aufwühlende Geschehen einer Zeitwende formt sich in den Erlebnissen seiner einfachen Gestalten. Einzelerfahrungen verdichtet er zu typischen Schicksalen. „Ohne Gewehr" ist er auf eine weite Fahrt gegangen, die in Wahrheit erst mit diesem Buche ihr Ende gefunden hat. — „Der Alte vom Steinernen Meer." Gamsg'schichten von W. Schmidtmann. Mit 46 Schattenrissen von W. von Freyschlag. Gebunden 4,50 Mark, broschiert 4 Mark. F. C. Mayer Verlag, München 2 C. — (1) — Der Verfasser hat fast 50 Jahre in der Bergwelt gelebt und das edle Gamswild mit dem scharfen Auge des Naturfreundes, Forschers und Jägers geschaut. In einfachen, höchst anregenden Worten des Gebirgsjägers weiß er immer wieder den Leser zu fesseln, ihn in das Dasein eines Gamsbockes, in alle Pha- en seines bewegten Lebens einzuführen. Schon bei tüchtigem Durchblättern des hüoschen, flüssig ge- chriebenen Buches wird das Interesse geweckt. Die Kapitel: Alpenwelt — Bergfrühling — Sommermorgen — Herbst und Winter zeigen des Verfassers lebendige Gestaltungskraft. Eine große Reihe ansprechender Schattenrisse von W. von Freyschlag beleben die Schilderungen, die insbesondere jedem Jäger und Bergsteiger gut gefallen werden. — Prof. Emanuel Hirsch: „Christliche Freiheit und politische Bindung". 2,50 Mark. Hanesatische Verlagsanstalt Hamburg. — (46) — Der bekannte Göttinger Theologe begründet ausführlich das volksverbundene Geschichtsdenken neuer deutscher Geistigkeit und wendet sich scharf gegen jene freischwebende kritische Prophetie, die den christlich-religiös vertieften Marxismus während feines Bestehens in Deutschland begleitete. Im zweiten Abschnitt zerstört Prof. Hirsch das Vorurteil jener christlichen Gruppen innerhalb der nördlichen und westlichen Völker, wonach christlicher Glaube nur im Element liberalistischer Diskussion gedeihen könne. Im dritten Teil endlich klärt der Verfasser in drei Thesenreihen die Fragen der Gottesoffenbarung, des Bekenntnisses und des Verhältnisses von Kirche und Staat. — Almanach d e Gotha 1935. Verlag Justus Perthes, Gotha. Preis 28,00 RM. —(7) — 172 Jahre ist dieses berühmte Nachschlagewerk nun alt geworden; sein Verleger, Justus Perthes, feiert in diesem Jahre sein 150. Jubiläum. Wenn beide, das Werk und der Verlag, heute noch in Saft und Kraft stehen wie nur je zuvor, so liegt darin ein deutlicher Beweis für folgerichtige Arbeit und Ausgestaltung. Der Almanach ist ein politisches Buch und darum sind seine Erlebnisse mannigfaltig gewesen wie die von Reich und Volk. Ein lebensvolles Spiegelbild des Weltgeschehens, so steht der Almanach auch in seinem 172. Jahre vor uns: ein Handbuch über die regierenden und ehemals regierenden Häuser, ebenso aber auch ein Nachschlagewerk über Verfassungen, Regierungen, Volk, Raum und Wirtschaft in allen Erdteilen, ein Handbuch für den Politiker und Diplomaten, ebenso wie für den Mann der Presse und der Wirtschaft. Ein Wort noch über den Bilderschmuck, der gerade bei diesem Bande sehr schön ausgewählt ist und den Charakter des umfassenden Werkes gut umschreibt. Der Almanach zeigt den Führer und Reichskanzler, Polens Heros, den Marschall Pilsudski und das junge belgische Königspaar. — Moritz Müller-Zoll st ock: Im ge = Heimen Auftrag. Enthüllungen aus der Zeit der Besetzung an Rhein und Ruhr. Broschiert 2,80 RM. Verlag Bernard & Graefe, Berlin SW 68. — (36)— Es war eine der heute nicht mehr zu verstehenden Erscheinungen, daß von den unsagbaren Leiden, die das besetzte Gebiet an Rhein und Ruhr zu ertragen hatte, nur ganz selten einmal etwas in das übrige Deutschland drang. Das vorliegende Buch verbreitet hierüber ein Helles Licht. Von ihm erfahren wir, wie ein weit verbreitetes Netz der Spionage vom Rheinland aus ganz Deutschland umspannte, wie Hunderte von französischen Beamten in diesem „Geheimdienst" arbeiteten, aber leider auch Deutsche, die um schnöden Judaslohns willen aufrechte, vaterlandsliebende Volksgenossen den feindlichen Schergen in die Hand spielten. Wie es ihnen dort erging, wie sie nach furchtbaren Martern irgendeines angeblichen Vergehens gegen die Anordnungen der Befatzungsdehörden „überführt", in französische Kerker geworfen, gleich gemeinen Verbrechern jahrelang in Sträflingskolonien verschickt wurden oder gar den Tod fanden, das wird in erschütternder Weise nach aktenmäßigen Belegen in dem Buch geschildert. — Dr. med. Hans Balzli: Bowlen und Pünsche, Cocktails, Cups. (Fest- und Stimmungsgetränke. Mit und ohne Alkohol.) Mit einer Anleitung zum Mixen. Mit Bildern. Preis 1,10 Mark. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H. Stuttgart, Birkenwaldstraße 44. jum Aufwasch cn,öpülcn und Reinigen für Geschirr und alles Hausgerät! des Handwerks aus dem Kreise Gießen Die Teilnahme sämtlicher selbständigen Handwerker des Kreises Gießen ist Pflicht. — Die Handwerker der Kreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lauterbach und Schotten sowie die Bevölkerung von Gießen und Umgegend sind zu dieser Kundgebung herzlichst etngeladen. Die Obermeister des Kreises Gießen geben vor Beginn der Kundgebung ihre Stärkemeldung auf der Bühne ab. Das Handwerk im dritten Jahre des Wiederaufbaues! Aut Anordnung des Reichshandwerksmeisters Pg. Schmidt stndet am Freitage dem 26. April, abends 8 Uhr, in der „Liebigshöhe" zu Gießen eine öffentliche Kundgebung statt. — Es spricht der Reichsinnungsmeister Pg. Renz, Berlin üb« Am Ostersamstag entschlief mein lieber Mann, unser treuer Vater, Sohn, Bruder und Schwager Dr. Wilhelm Wodaege Oberstaatsanwalt Mietgesuche Pünktl. Mietzahl. 3Pers.,sof.o.svät. kl.Wohn.gesuchl. 2 Zimmer u. Küche Mietpr.M.20-30. Schr.Angeb.unt. 01748 and.G.A. Für sofort ein gut möbliertes Wohn-u. klein. Schlafzimmer f. berufst. Herrn Nähe Marburg. Straße gesucht Schr.Angeb.unt. 2450V and.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll Schön. Raum für Büro im Zentrum sofort gesucht. Schriftliche Angebote u. 2446V an den Gießener Anzeiger erbet. Statt Karten. Gießen, Friedberg (Hessen), Reinheim (Hessen), den 20. April 1935. Altersvereinigungl870/1920 Tüditiß.Tandwerker 40er,d.eineExist. gründen will, w. kernges., wirtsch. tüchtige, ehrliche Ehekameradin, mittelst., 28-33 Jahre, m. etwas Barvermög. zw. bald.Ehe kenn, zu lernenLuschr.m. Darleg. d. Verh. u.Bild u.01759a. d. Gieß. Anzeig. Geschäftsdrocksachen auch Primanerin d. Lyzeums, zur Beaufsichtigung der Schularbeit, für Untertertia- nerin gesucht. Schr.Angeb.unt. 01749 and.G.A. Suche 220-Volt- Wechsstr.-Volks- empfang, g.220- Volt-Gleichstr. z. tausch.Schr.Ang. u.01757a.d.G.A. Kreishandwerkerschaft Gietzen Schimmel. S t ü h l e r. 2437D Staufenberg und Lollar, den 21. April 1935. 2444D Welcher ist bereit für Vers.-Anstalt mit niedr. Tari- Margarete Braun, geb. Geibier Familien Schlapp u. Weinrich Für die zahlreichen wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unsres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir unsren innigsten Dank. fen und neuzeitlichen, zugkräftigen Einrichtungen. Neben Provision auch Fixum bei guten Erfolgsnachweisen öder nach kurzer Probezeit. Wut ernstgemeinte ausführliche schriftliche Angebote unter 2436V an den Gießener Anzeiger. Aelteres, i.Haushalt erfahrenes Mädel mitgutenZeugn. sucht Stellung z. 1. oder 15. Mar. Schr.Angeb.unt. 01746 and.G.A. Mädchen in Küche u. Haus verf., sucht Stell, zum 1. oder 15. Mai 1935. Schr. Angebote unter 01745 an den Gießen. Anzeig. Gavten zu pachten gesucht. Offerte an Postlaeh 817, Stadtpost. oiTflo für sofort gesucht. Schriftliche Angebote mit Lebenslaus unt. 2439V an den Gießener Anzeiger erbeten. Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Lebens-Fachmann ("phrmflhrfwn zur Übernahme einer Xvlfl IIIUVU) Vll NeM-Vettrelmg ea, L«..«.»ti.« Für sofort feWtling gesucht. Schriftk. Angebote unter 2447V an den Gieß. Anzeiger. Fleißig., tüchtig. Mädchen f. Küche u. Haus gesucht. 01754 Konditorei Bettler Zürn 1. Juli zu nnderlos. Offiz.- Ehepaar gut empfohlenes HleiMMo in Küche u.Haus- arbeit erfahren, gesucht. Vorstellung bis 2. Mai zwischen 3 u. 4 Uhr nachrn. 01753 3.3. Steinstr. 111 3dm Geschlrraoswascheo genügt ein Kaffeelöffel voll iMi für eine normale Aufwaschschüssel - so ergiebig ist es. Brlefbl&tter Briefumschlag® Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schulstr. 7 SWeotei Gießen. tM7D Dann., 25. Ävr. 20 bis 22.30 Uhr (Geschl.Vorstell.) NS.-Kulturgem. Ring Deutsche Bühne. Kein Kartenverk Die armseligen Besenbinder. Altes Märchen in 5 Akten von Carl Hauptmann. Im Namen der Hinterbliebenent Erna Wodaege. Die Einäscherung fand in der Stille statt bitten wir abzusehen. — Von Beileidsbesuchen 01741 Die Beerdigung unseres /Mk lieben Kameraden August Fourier findet am Donnerstag, dem 25. April, nachrn. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Um zahlreiche Beteiligung bittet der Kameradschaftsführer. ________________________________________2438V JBL, Kriegep-Kameradschaft Gießen. Unser lieber Altersbruder August Fourier ist am 22. April gestorben. Er war ein treuer Kamerad, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren. Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 25. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Der Vorstand. __01752 M Kurzschrift und Maschinenschreiben! Wir eröffnen am montan, 86.4., in der alten Peatalouiacnnle um 19 Uhr einen Moger-LehrlM in Deutscher Kurzschrift Unterrichtsgeld RM. 8.-, Erwerbslose die Hälfte. Am gleichen Abend beginnen unsere sämtl. Fortbildungs-Kurse: 19 Uhr: Fortb.i. (LVerkehrsschr. 19 Uhr Diktat,60-100S.,m.Ueb. 20 Uhr Redeschrift f. Anfänger 20 Uhr: Redeschrift, Fortbild 20 Uhr Starke Kürzungen 21 Uhr: Diktat, 100-140 Silben 21 Uhr Diktat, 160—200 Silben 21 Uhr: Diktat, 220—300 Silben Am Dienstag, 30.4., beginnen in der ÖHL = ÖHentl. Handels-Lehranstalt, Liebigstraße 16, unsere Maschinensclireihlehrgänge 19.15 Uhr: Erlernung d.lO-Fing.- Blindschreibmethode. 20.15Uhr: Fortbildung bis zur Erreichung von Sicherheit und Schnelligkeit.__ Deuisd» Slenograiensdiail ]&> Auskunft u. Anmel- [S. düng zu Beginn des VVbnd///Unterrichts, b. Le- Hl\'/ der-Haas, Selters- rs/ weg 3, od. b. Herrn j H. Graf, Friedens- 1 Straße 30. 24350 Verschiedenes hergesteNt in den Pcrsil-Wcrlcn Nr. 95 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 24. April (955 Aus dem Reiche der Krau. einanderstellung von sogenannten Komplementärfarben. Gewisse Farbenkompositionen können geradezu dem Auge wehtun. Aehnliche Gesetze gelten für die Akustik: Disharmonien und Lärm sind immer unschön. Nie wird daher eine Wohnung für schön gelten können, die nicht mindestens in einem Teil ihrer Räume die Möglichkeit gibt, sich dem Lärm der Stadt zu entziehen und völlige Ruhe zu genießen. Nie wird eine Wohnung schön genannt werden können, in der nicht Stühle, Sofas, Betten bequem genug find, um sich darin von des Tages Arbeit wirklich zu erholen. In einer schönen Wohnung müssen Wände, Fußböden, Möbel leicht zu reinigen sein. Eine schöne Wohnung muß sich leicht und ausgiebig lüften lassen, denn auch Nase und Lunge haben ein Anrecht auf Erfüllung ihrer Wünsche nach Erholung und Beglückung. Besonders wichtig ist es, daß im Speiferaum Auge, Ohr und vor allen Dingen die Nase in keiner Weise belästigt werden, denn das in angenehmer Umgebung und daher in behaglicher Stimmung verzehrte Essen schmeckt doppelt so gut. Eine 'schöne Wohnung darf auch von der Hausfrau kein Uebermaß an Arbeit verlangen, denn ab- aearbeitet und abgehetzt wird sie für Schönheit kein Empfinden haben. Daher fort mit allen Nippsachen. Ist es dir möglich, dich mit ein paar schönen Bildern und hübschen Vasen zu umgeben, so betrachte eine solche Anschaffung nie als Luxus! Ein Blick auf ein Bild, das man liebt, kann ablenken von Sorgen, wohltun, beglücken. Kannst du dir nichts dergleichen leisten, so tun es auch ein paar Feldblumen in einer einfachen Schale. „Laßt die Sorgen vor der Tür!" Das ist das beste Mittel, um sich in seinem Heim wohl zu fühlen. Dann wird jedem feine Wohnung, möge sie reich oder einfach ausgestattet sein, sicherlich schön erscheinen. Frau mit dem Frontkampserkreuz Vom stillen Heldentum Ruhe, und Frieden liegen über den Räumen des Krankenhauses. Die Harmonie selbstverständlicher Pflichterfüllung und unermüdlicher Schaffensfreude spiegelt sich auf den Gesichtern der Pflegerinnen wieder. Auch Schwester Anna gehörte zu ihnen. Ihr Dasein heißt Hilfe spenden, Schmerzen lindern und immer wieder helfen. Silbergraues Haar schmückt chr feines, abgeklärtes Gesicht. Sie spricht nicht gern über ihr Leben, über all die schweren Jahre, in denen sie an der Flandernfront ihren anstrengenden Dienst versah. „Ich tat doch nichts als meine Pflicht", erklärte sie. „Denken Sie doch an die vielen jungen Menschen, die draußen ihr Leben beschließen mußten. Sie haben mehr für ihr Vaterland geopfert als unsereins .. Mitte dreißig war Schwester Anna, als es hinausging. Gleich bei Ausbruch des Krieges verließ sie mit 14 Kameradinnen ihr Mutterhaus und fuhr nach Belgien, um dort den deutschen Soldaten, die schwer verwundet in die Feldlazarette getragen wurden, zu helfen. „Ach, es war grauenvoll, was man da manchmal zu sehen bekam. Verstümmelungen, die von Granaten herrührten, wechselten mit lebensgefährlichen Verwundungen durch Minen ab. Mit Kopf- und Brustschüssen lieferte man die tapferen Männer in unser Feldlazarett ein. Die leichten Fälle wurden sofort in die Heimat oder in das Kriegslazarett geschickt, so daß wir unsere ganze Hilfe auf diejenigen konzentrieren konnten, die jede Minute zwischen Leben und Tod schwebten. Glauben Sie mir, es war erschütternd mitanzusehen, wie alte Familienväter in ihrer letzten Stunde ihre ganze Kraft noch ein einziges Mal aufrafften, um an Frau und Kind ein paar Abschiedsgrüße zu schreiben. Wir haben viel Schweres in diesen Jahren miterleben müssen und waren glücklich, wenn wir helfen konnten ..." Große Kriegstage hat Schwester Anna miterlebt. Die Schlacht um den Kemmel, die Stellungskämpfe um Ppern, die Schlachten in Flandern, überall war sie dabei, um zu heilen. Zuletzt war sie in Antwerpen und pflegte dort die verletzten Amerikaner, Engländer und Belgier. Am Kriegsende kam Schwester Anna wieder an die Grenze ihres Vaterlandes und versah in Münster ihren.aufopfernden Dienst. Ihre Augen glänzen, wenn sie von der Freude erzählt, die sie empfand, wenn ihr ein Kriegsverwundeter, den sie gepflegt hatte und der inzwischen genesen war, ein paar Zeilen des Dankes sandte. Oft befanden sich die Insassen der Feldlazarette in größter Gefahr. Schwester Anna berichtet, wie eines Tages eine Fliegerbombe in das vor dem Lazarett zur Mahnung für feindliche Flieger ausgezeichnete große rote Kreuz schlug und das ganze Gebäude gefährdete. Einige Erlebnisse kann sie nie vergessen. Sie sind für sie unauslöschliche Eindrücke geworden. So erinnert sie sich eines Luftangriffes, den sie 1917 in Flandern miterlebte. Es war ein sonniger Frühlingstag. Draußen im Lazarettgarten lagen ein paar Patienten, die sich aus dem Wege zur Gesundung befanden. Sie waren glücklich, die Strahlen der ersten Märzsonne zu empfangen. Schwester Anna ging mit ein paar Pflegerinnen auf das Feld, um noch etwas für den Mittagstisch zu holen. Da plötzlich hörte man ein unheimliches Surren in der Luft. Immer stärker und kräftiger kam der metallene Riefenoogel heran. Die Kranken schleppten sich — so gut es ging — in das Lazarett. Der Bombenflieger kreiste über dem Gebäude. Eine gewaltige Explosion! — Später entdeckte man am Wegrand einen jungen Soldaten. In der Hand hielt er einen Brief an seine Mutter, der er gern ein paar Zeilen aus dem Feld senden wollte. Bei dem Wort Mutter hatte ihn ein Splitter ins Herz getroffen. Die Ereignisse jagten sich, berichtet Schwester Anna. Und das war vielleicht ganz gut, denn wenn man Zeit zum Nachdenken gehabt hätte, wäre vielleicht manches noch schwerer zu ertragen gewesen." Vor kurzem erhielt Schwester Anna nun das bronzene Ehrenkreuz für Frontkämpfer und die Bescheinigung, daß sie vom 1. Dezember 1914 bis zum Ende des Weltkrieges ihre Pflicht an der Flandernfront erfüllt hat. Ihr wurde der schönste Orden verliehen, den eine deutsche Frau schmücken kann. Ein Symbol des Mutes und der äußersten Pflichterfüllung. M. Kleine Liebe zum Haushalt. Von Senta Neckel. Die kleinen Lieben, die machen das Glück des Lebens aus, nicht die großen, gewaltigen, die zwar alles überrennen, aber die auch viel Leid mit sich bringen! Aber diele kleinen, zärtlichen stillen Lieben, an denen soll man es nicht fehlen lassen! Kleine Liebe zum Haushalt? Ja, das darf man schon sagen, wenn man eine richtige Frau sein will. Es gibt natürlich auch Tage, wo man seufzen muß: ach,'dieser Haushalt, und es gibt auch Tage, an denen man sagt: alles — nur nicht Haushalt! Aber all die vielen anderen Tage im Jahr, da lächelt man und freut man sich über die „kleine Liebe"! Morgens fängt es bann schon an. Man freut sich, daß man alles so wiederfindet, wie man es am Abend verließ. Jeden Morgen fröhliche Begrüßung und das Gefühl: Es ist doch eigentlich furchtbar nett und gemütlich bei uns! Allerdings, es fehlt noch so einiges in der Wohnung — aber das ist ja gerade das Schöne, man weiß dann wenigstens, was man sich wünschen soll. Wohnungen, die so gänzlich komplett sind, die machen gar nicht so einen Spaß. Morgens beim Kaffeetrinken wird dann überlegt, was alles am Tag zu tun ist. Minderwertigkeitskomplexe wegen „Hausfrauenarbeit" kommen dabei gar nicht auf, denn seitdem man weiß, daß drei Viertel des Volksvermögens durch die Hand der Hausfrau geht, ist man von der Wichtigkeit des Haushalts mit Recht überzeugt. Kleine Liebe zum Kochtopf! Fragen Sie einmal ganz ehrlich, welche Frau die nicht hat! Kochen, das ist beinah so ein bißchen Zauberei, und dafür hat die Frau ja schon seit dem finstersten Mittel- alter etwas übrig! Was kann man alles aus einem E' machen? Wer ahnt, wieviele Teile ein Huhn hat, und was man alles daraus machen kann! Kein I Mann kann auf eine gelungene Börsentransaktion stolzer sein, als eine Frau auf ein Hühnerfrikaffee mit einer ganz neuen, von ihr erfundenen Tunke! Am Kochherd wachsen der Frau Kräfte, von denen sie nichts ahnte! Daß sie nicht bis in die Sterne wachsen, dafür sorgt dann schon der — A b w a s ch. Für den kann niemand eine Liebe aufbringen, nein, beim besten Willen nicht, denn Abwaschwasser entbehrt jeden Reizes, da wird auch die kleine Liebe so klein, daß sie nicht mehr zu entdecken ist! Kleine Liebe zum W i r t s ch a f Hs g e l d! Ja, da wird aus der kleinen Liebe sehr oft eine große Liebe! Besonders in der ersten Zeit einer jungen Ehe! Sehr oft ist ja das Wirtschaftsgeld das erste „selbständige" Geld der jungen Frau! Ein herrliches Gefühl! Man macht sich lauter Kästchen und Täschchen und teilt zunächst alles ein. Diese Kästchenwirtschaft har ihren ganz besonderen Reiz, den nie ein Mann begreifen kann! Es soll hier gar nicht die Rede sein von dem Kästchen mit dem „Schmupfennig", denn dieser Reiz hat meistens einen so bitteren Nachgeschmack, daß man ihn sich schnell abgewöhnt! Ader das Wirtschaftsgeld, dieses Kapital, das man kraft der häuslichen Vollmacht verwalten darf, das ist doch eine herrliche Sache — solange es reicht! Und es muß reichen, dafür muß man halt sorgen, und diese Sorge ist eben ein ganz wichtiger Teil der kleinen Liebe! Man ist so glücklich, wenn der Letzte des Monats herankommt und es wieder Geld gibt; ganz Schlaue machen sich ja zwei Ultimos, am 30. und am 15., dann haben sie doppelten Genuß' Kleine Liebe zum Kinderzimmer! Welche Mutter kennt das nicht! Wenn man so in das Zimmer kommt, wo es immer ein klein bißchen unordentlich ist, wo immer etwas herumliegt — und wo man deshalb nie schimpft! Kinderzimmer brauchen nicht immer geleckt auszusehen, sie sollen es gar nicht. Wenn man da als Frau mitten drin steht, umweht, von der Atmosphäre der Kinder, dann schlägt das Herz ganz laut und fest, und die kleine Liebe wächst und wächst, und dann weiß man, daß die kleine Liebe eigentlich eine ganz große Liebe ist! Die schönste Stunde am Tage? Wenn der Haushalt ruht, wenn man abends schlafen geht? Ach nein, die schönsten Stunden sind die, wo man sich an den Kopf faßt und fragt: wie soll ich bloß fertig werden? Aber man wird ja fertig — und das ist das Wunder! Kleine Liebe zum Haushalt! In diesen Worten liegt der Lebensinhalt der Frau! Nicht etwa sich als Haushaltssklavin fühlen und sich und anderen das Leben schwer machen! Jeden Tag einmal richtig lachen, das gehört unbedingt dazu. Aber wer sich das Leben vergällen läßt, weil einmal ein Teller kaputt ging, ober weil das Gemüse um zwei Pfennig teurer wurde, der hat das noch nicht erfaßt, was es heißt, eine kleine Liebe zu haben! Der Haushalt will umworben werden, von selbst fällt einem nichts in den Schoß! Haushalt als Beruf — heißt: berufen fein zum Haushalt! Liebe gehört dazu, viel Liebe und Verständnis. -Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS PÖR SONNEN TAGE REGEN MÄNTEL fek * W H und KUHLE Unsere heutigen Skizzen zeigen drei Sommer- mäntel für die verschiedenen Witterungsarten. Für die schönen Tage ist der dreiviertellange Seidenmantel gedacht, der am elegantesten, in Schwarz wirkt, und so auch am häufigsten zu verwenden ist zu buntgemusterten wie einfarbigen Kleidern jeder Stoffart, einerlei ob zu den hellsten oder dunkelsten Farbtönungen. Der Rücken ist sehr weit gehalten, die beiden Schleifenteile sind dem gezogenen Schulterstück angeschnitten. Der hochzuschließende Regenmantel ist aus beige Gabardine. Den Aermeln sind schmale Schulterstücke angeschnitten, die großen, aufgesetzten Taschen sind durch Klappen und Knöpfe zu schließen. Für kühlere Tage, ist der warme Mantel in leichtglockiger Form. Sein Material ist heller W 0 l l st 0 f f, für sportliche Zwecke weißer Flausch. Das Modell zeigt zu dem großen Aufschlagkragen und den Stulpen breite Steppnähte, eingeschnittene Taschen und einen Gürtel aus einem neuartigen Kordelgewebe. H. Wann lst eine Wohnung schön? praktische Anregungen für Zedermann Bon Zrma Lohse. Kein Heim, in dem man sich nicht wohlfühlt, wird — wenigstens auf die Dauer — schön erscheinen. Die „neue Sachlichkeit" in der Architektur des Hauses und des Hausrats stellt als wichtigste die Forderung auf, das Haus im ganzen, jede Wohnung, jeder Raum und jeder Gegenstand müsse zweckentsprechend gebaut sein. Das bedeutet aber keineswegs, daß künstlerische Gesichtspunkte nicht mehr berücksichtigt werden müssen, daß es auf Schönheit nicht meyr ankomme. Im Gegenteil, gesunde Ueberlegung wird stets zeigen, daß die eine Forderung der anderen nicht nur nicht widerspricht, sondern mit ihr geradezu übereinstimmt. Was ist schön? Es ist eine alte Weisheit, daß sich über Geschmack nicht streiten lasse; aber es ist nicht unbedingt richtig. Schön kann nur sein, was unseren Sinnen wohltut, und so individuell unsere Augen, Ohren und Nasen auch beschaffen fein mögen, in den Grundlagen ihrer Arbeitsweise stimmen sie natürlich überein und werden von bestimmten Gesetzen beherrscht. Bekanntlich tut es unserem Auge wohl, wenn sich Linien in einem b e ft i m m t e n Verhältnis schneiden oder anstoßende Linien in bestimmtem Verhältnis zuein- anderstehen. Schon die Künstler des Altertums kannten die Lehre vom „goldenen Schnitt" und verwerteten häufia diese Kenntnis. In der Tat empfindet unser Auge es als angenehm, wenn die anstoßenden Seiten eines Rechtecks (z. B. eines Bildes oder eines Möbels) im „goldenen Verhältnis" zueinander stehen, das heißt, daß die eine L'nie sich zur anderen verhält, wie die andere zur Summe beider. Bestimmte Farbenzusammenstellun- gen sind unserem Auge sympathisch, z. B. Neben- Toni will nicht essen. Von Zlse Mahl. Der Toni ist kein verzogenes Kind. Er hat nur eine grenzenlose Abneigung gegen manche Speisen. Er mag keinen Wirsing, keine Tomaten und keine Roten Rüben, er ißt auch manchmal kein Fleisch, und wenn er Milch trinken soll, streckt er den Hals. Da hilft keine Strafandrohung von feiten des Vaters, der in seinem Hause keine Leckermäuler duldet, da hilft auch kein Zuspruch der Mutter, die den Toni gelegentlich schon auf den Schoß genommen hat und durch Erzählen eines Märchens aus dem garstigen Essen eine Wunderspeise machen wollte. Toni merkte den Schwindel und wurde erst recht widerspenstig. Ja, als er sah, daß er da zum Mittelpunkt einer hochwichtigen Angelegenheit wurde, wuchs seine Apathie zusehends, und er machte sich ein teuflisches Vergnügen daraus, die besorgten Eltern noch mehr zu ängstigen. Erst als Tonis Mutter eine neue Behandlungsweise einschlug, wurde es besser. Sie hat sich nämlich erinnert, daß es in ihrer Kindheit ebenfalls Dinge gab, die sie um alles in der Welt nicht essen konnte, und die heute zu ihren Lieblingsspeisen gehören. Es gibt eben manche Speisen, namentlich Gemüse, die aus irgendwelchen Gründen von vielen Kindern abgelehnt werden, ohne daß man diesen Kindern nachsagen könnte, daß sie Leckermäuler sind. Dagegen wird alles, was süß ist, Obst, Pudding, Brei, Mehlspeisen, mit wahrem Heißhunger verschlungen. Toni wird nicht mehr gezwungen, Dinge zu essen, die er nicht mag, die er nur mit Widerwillen essen und daher schlecht verdauen würde. Sondern seine Mutter wartet ruhig auf den Tag, an dem er nach all den Sachen verlangen wird, die er jetzt verschmäht. Kinder wollen ja bekanntlich immer von dem, was die Eltern essen und was sie selbst nicht bekommen sollen. Seitdem wird manche peinliche Familienszene, bei der es nur Aerger, Tränen und böse Worte gab, vermieden. Nicht alle Fälle liegen natürlich so einfach wie der Tonis. Es gibt wirklich Kinder, die in ihrem Eigensinn gefährliche Anlagen zu einem Leckermaul zeigen. Aber auch hier wird durch Schimpfen und Schläge gewöhnlich nur das Gegenteil von dem erreicht, was man bezwecken will. Am besten ist es auch in diesem Fall, nicht viel Aufhebens von der Sache zu machen. Im übrigen nicht alle Wünsche bedingungslos erfüllen und sich nicht gleich zu Tode ängstigen, wenn das Kind dann einmal gar nichts ißt. Eine ausgelassene Mahlzeit verursacht noch keinen Hungertod. Es wird dann das nächste und übernächste Mal um so herzhafter zugreifen. Ein gesundes Kind, das sich viel in freier Luft aufhält und genügend Bewegung hat, wird sich in diesen Dingen auch ohne gewaltsames Zutun der Eltern richtig verhalten, vorausgesetzt, daß die Mahlzeiten pünktlich eingehalten werden und das Kind zwischendurch ober gar nichts bekommt Plötzliche Appetitlosigkeit bei sonst gut essenden Kindern ist immer ein bedenkliches Zeichen für ihre Gesundheit. Oft ist eine Fieberkrankheit im Anzug, und es wäre gerade in diesem Falle von der Mutter besonders töricht, das Kind zu quälen und es unbedingt zum Essen zwingen zu wollen. Mal was anderes! Eine Handvoll erprobter Rezepte. Schwarzwurzeln in Pfannkuchenteig. Die Wurzeln werden gut geschabt, in fingerlange Stucke geschnitten, sofort in Wasser mit etwas Zitronensaft gelegt und bann gar gekocht. Wenn fie gar finb, werben sie in bickem Pfannkuchenteig gewälzt und in schwimmendem, kochenden Fett gebacken, bis fie hellbraun sind. Mit Tomatentunke zu Tisch geben. Braunes Rindfleisch mit Gelb e rü b e n und Kartoffeln. Zutaten: 1 bis IV2 Pfund Rindfleisch, 40 g Butter, 50 g Mehl, eine halbe Zwiebel, 3A bis 1 Liter Wasser, IV2 Teelöffel Salz, 1 Eßlöffel Essig, V» Lorbeerblatt, 1 Prise Pfeffer, 4 bis 5 Gelberüben, 2 große Kartoffeln, 1 Teelöffel Maggis Würze. Zubereitung: Das Fleisch, am heften vorn Schlegel, schneidet man m Portionsstücke, bratet diese im heißen Fett gut an, streut das Mehl darüber und röstet es schön braun. Nun läßt man noch die geschnittene Zwiebel mitdämpfen, bis sie weich ist, und löscht mit Wasser ab, gibt die angegebenen Gewürze hinzu und dämpft das Fleisch in gut verschlossenem Topf. Wenn es etwa halb weich ist, mengt man die gewaschenen, geschabten, in Stifte geschnittenen Gelberüben und etwas später die rohen Kartoffelwürfel unter. Beim Anrichten verbessert man das Gericht noch mit Maggis Würze. F l e i sch p u d d i n g. Die Fleischreste werden recht fein gewiegt. Man bräunt IV2 Teelöffel Zwiebel in ein wenig Butter. Hierauf bereitet man aus 80 g Butter und 100 g Mehl eine Mehlschwitze, der man die Zwiebeln und 1% Liter kochende Milch zusetzt. Man nimmt die Soße vorn Feuer und tut, sobald sie etwas abgekühlt ist, unter kräftigem Rüh- ren 3 Eier hinein. Nun gibt man das gewiegte Fleisch hinzu, schmeckt die Masse mit Salz, weißem Pfeffer und ein wenig Zucker gut ab und mischt das zu festem Schaum geschlagene Weiß der drei Eier darunter. Die Masse wird in eine gut mit Fett ausgestrichene und mit Semmelmehl ausgestreute Puddingform getan, mit dem Deckel gut verschlossen und im Wasserbade etwa IV2 Stunden gekocht. Die Form wird gestürzt und der Pudding mit zerlassener Butter und Tomatensoße zu Tisch gegeben. Gebratene Lammschulter mit Füllung. Aus der Lammschulter entfernt man den Knochen bis auf den äußeren Beinknochen. Dann nimmt man 60 g feingestoßene Semmel, 50 g gehackten rohen Schinken, zwei Teelöffel voll Steinpilze und je einen Teelöffel voll Zwiebeln, Petersilie und andere Küchenkräuter, wiegt das letztere alles ganz fein und bindet hierauf die Mischung durch ein geschlagenes Ei. Die leere Stelle, die der fortgenommene Knochen hinterlassen hat, roirö mit diesem Füllsel gefüllt und sorgfältig zugenäht. Gleich- zeitig umwickelt man das Fleischstück mit Garn, (egt den Boden der Bratpfanne dicht mit dem Fett aus, das man von dem Lamm gewonnen hat, und dar- über die Knochen, Petersilie,'Würzkräuter und Zwte- beln. Die Lammschulter wird angebraten, mit einem halben Liter Fleischbrühe übergossen und langsam gar gebraten. Begießen nicht vergessen. ändernde Sonnen. Sternbilder verändern sich. — Reisegesellschaften im Wettenraum. Von Or. Erwin Kosstnna. Seit uralten Zeiten hat die Pracht des gestirnten Himmels die Menschen beschäftigt. Sie faßten die helleren Sterne zu Gruppen oder Sternbilder zusammen und gaben ihnen den Namen von Göttern und Heroen. Bei fast allen Kulturvölkern des Altertums finden wir dieselbe Gruppierung der Sterne zu Sternbildern, wie sie heute nach Jahrtausenden noch üblich ist. Für das freie Auge scheinen die Sterne ihre Lage zu einander im Laufe eines Menschenalters nicht zu ändern. Alte Leute sahen den Sternhimmel genau so, wie sie ihn als Kind gesehen hatten. Man glaubte, die F i x st e r n e seien unbeweglich — bis die mit äußerst genauen Instrumenten messende Astronomie den Beweis führte, daß im Weltenraum alles in Bewegung ist. Auch die Fixsterne verändern ihre Stellung am Himmel, allerdings so langsam, daß erst nach vielen Jahrtausenden ausfällige Verschiebungen dem freien Auge erkennbar werden Die auf zahllosen, durch Jahrzehnte fortgesetzten Beobachtungen beruhende Untersuchung der Sternbewegungen führte bald au dem bemerkenswerten Ergebnis, daß gewisse Sterngruppen eine gemeinsame Bewegung besitzen. Aber diese Sterngruppen decken sich nicht immer mit unseren Sternbildern, die oft nichts miteinander zu tun haben. Ein Beispiel dafür das wohlbekannte Sternbild des Großen Bären oder Wagen am Nordhimmel, in dem sieben helle Sterne die Figur eines Wagens mit Deichsel darstellen. Von diesen sieben Sternen zeigen nur fünf durch ihre gleichgerichtete und parallele Bewegung im Raum an, daß sie zusammengehören und gewissermaßen eine Familie bilden. Für diese konnte Professor Ludendorff in Potsdam aus der gemeinsamen Bewegung den mittleren Abstand zu 90 Lichtjahren bestimmen. Benetnasch, der äußere Deichselstern, und der Stern rechts oben im Viereck des Wagens, laufen aber gerade entgegengesetzt durch den Raum. Sie sind auch viel weiter von uns entfernt und durch ungeheure Räume von den übrigen fünf Sternen des Wagens getrennt. Die anders gerichtete Bewegung aber führt dazu, daß nach Jahrtausenden das Sternbild sich so verändert haben wird, daß es kaum noch wieder zu erkennen ist, ebenso wie es vor 10 000 Jahren wesentlich anders ausgesehen haben muß. Eine chinesische Darstellung des Himmelswagens aus dem 2. Jahrhundert vor Christus läßt bereits geringe Veränderungen dieses Sternbildes erkennen. Merkwürdigerweise nehmen an der gemeinsamen Bewegung der fünf Sterne des Wagens auch noch einige andere helle Sterne teil, die, von der Erde aus betrachtet, in ganz anderer Richtung liegen. Dazu gehören vor allem Sirius, Beta im F u h r m a n n und der Hauptstern Alpha in der nördlichen Krone. Alle diese Sterne sind von dem gleichen Spektraltypus wie Sirius. Außer der Bewegung deutet also auch die gleichartige physikalische Beschaffenheit auf den gemeinsamen Ursprung hin. Ebenso auffällig ist, daß unsere Sonne in völlig anderer Richtung zwischen Sirius und den Bärensternen hindurchlauft. Sie wandert auf das Sternbild des Herkules zu und entfernt sich vom Orion. Wie die Bäume auf der Landstraße scheinbar auseinanderstreben, hinter uns sich zusammenschließen, so zeigen die Herkules- und Orionsterne die gleiche perspektivische Erscheinung am Himmel, hervorgerufen durch die Bewegung unseres Sonnensystems im Raum. Die Bärensterne mit ihrer gleichartigen Bewegung sind nur ein Beispiel von vielen. Da gibt es große Sterngesellschaften, deren Mitglieder scheinbar alle einem Punkt des Himmels zustreben, was aber in Wirklichkeit nur die perspektivische Folge ihrer gemeinsamen parallelen Bewegung durch den Raum ist. Der Astronom nennt sie kurz „S t e r n st r ö m e". Die bekanntesten Beispiele dafür sind die Hyaden und die Plejaden im Stier. Diese beiden prächtigen Sternhaufen finden wir jetzt im Frühjahr zu Beginn der Dunkelheit hoch am Südhimmel, und das Feldglas zeigt uns interesiante Einzelheiten in der Gruppierung der Sterne. Als ein lockerer Schwarm von weit über hundert Sonnen umgeben die weißglitzernden Hyaden scheinbar den rötlichgelben Aldebaran, der uns aber viel näher steht und physisch nicht zu dem Sternhaufen gehört. Aldebaran ist „nur" 55 Lichtjahre, die Hyaden aber rund 130 Lichtjahre entfernt. Bei der Betrachtung durch das Opernglas fallen besonders die beiden Doppelsterne Theta und Sigma Tauri auf. Die Mitglieder dieser Stern- gesellschast wandern alle parallel durch den Raum und streben scheinbar einem Punkte zu, der etwas östlich von Beteigeuze im Orion gelegen ist. Aus der Lage des Zielpunktes, der jährlichen Eigenbewegung am Himmel und der Geschwindigkeit in der Sehlinie, lassen sich die räumlichen Verhältnisse des Sternhaufens recht genau festlegen. Danach sind seine nächsten Sterne 109, die fernsten 163 Lichtjahre von uns entfernt. Der Durchmesser des ganzen Sternhaufens beträgt also 54 Lichtjahre. Der Hyadenschwarm entfernt sich von uns mit einer Geschwindigkeit von 45 Kilometer in der Sekunde oder 1400 Millionen Kilometer im Jahr. Das erscheint uns außerordentlich schnell, ist aber im Vergleich 3iix den enormen Entfernungen im Weltall ein wahres Schneckentempo. Denn erst in 9000 Jahren vergrößert sich der Abstand des Sternhaufens um ein Prozent. Zu Beginn des Eiszeitalters in Europa waren die Hyaden der Erde am nächsten-, in 15 Millionen Jahren werden sie so klein erscheinen wie gegenwärtig die Plejaden. Die Plejaden, im Volksmund auch Siebengestirn oder Henne mit Küchlein genannt, bilden einen ähnlichen offenen Sternhaufen wie die Hyaden. Sie schweben aber in 500 Lichtjahren Entfernung, sind also viermal so weit und drängen sich daher auf einer wesentlich kleineren Himmelsstriche zusammen als die Hyaden. Ohne Fernglas erkennt man gewöhnlich nur sechs helle Sterne, ein besonders scharfes Auge vielleicht sieben bis zehn. In Wirklichkeit sind in den Plejaden über 200 Sonnen zu gemeinsamer Reise durch das Weltall vereinigt. Die helleren Sterne, von denen uns ein Prismenfernglas etwa 30 bis 40 zeigt, sind ausnahmslos Lichtriesen im Vergleich zu unserer Sonne. Dies gilt namentlich von den sechs mit freiem Auge erkennbaren Plejaoensternen, die wahre Giganten sind. A l k y o n e, der hellste von ihnen, übertrifft die Sonne 600mal an Leuchtkraft. Der ganze Schwarm erstreckt sich über einen Raum von 30 bis 40 Lichtjahren. Der zentrale Teil mit den Giganten hat etwa 12 Lichtjahre Durchmesser. Die Mitglieder des Plejadenstroms sind also durch riesige Entfernungen von einander getrennt, so daß die Anziehungskräfte der mächtigen Sonnen auf die Bewegung keinen störenden Einfluß ausüben, sondern lediglich genügen, um den Schwarm zusammenzuhalten. Im Sternbild des Perseus finden wir einen Strom von 16 Heliumsternen, zu welchen außerdem noch mehrere helle Sterne der Cassiopeia und einer im Fuhrmann gehören. Dieser Schwarm ist im Gegensatz zu den Plejaden merkwürdig auseinandergezogen, wahrscheinlich infolge der Bewegung und Durchdringung von andern Sternwolken, wobei sich einzelne Sterne verhältnismäßig nahe kamen und in ihrer Bewegung störten. Em ähnlicher Fall liegt in dem langgestreckten Sternbild Haar der Berenice vor. Die Fähigkeit, Sternströme zu bilden, scheint auf Sonnen mit großen Massen beschränkt zu sein, wobei die frühen Spektraltypen auffällig bevorzugt werden. Hauptsächlich handelt es sich also um Sonnen vom Typus des Sirius und der Orionsterne, die sich durch große Leuchtkraft auszeichnen. So hat Algenib, der Hauptstern im Perseusstram, bei 400 Lichtjahren Abstand 2000fache Sonnenhelligkeit. Die in dem offenen Sternhaufen beobachteten Sternströme liegen durchweg in oder nahe der Milchstraße, und auch die Bewegungen vollziehen sich hauptsächlich in der Ebene der Milchstraße. Zwischen den Sternströmen aber ziehen unzäh- liche Einzel- und Doppelsterne ihre vorgeschriebene Bahn durch den weiten Raum, darunter manche Schnelläufer, die mehrere hundert Kilometer in der Sekunde zurücklegen. Alle folgen dem einen großen Gesetz der allgemeinen Massenanziehung, Das jede Bewegung im unendlichen Raum regelt und sie zwingt, das Zentrum des Milchstraßensystems zu umkreisen. Hunderte von Millionen Jahren müssen vergehen, ehe sie bei ihrer Wanderung einen Umlauf vollendet haben. Könnten wir das Weltall durch einen Zeitraffer betrachten, der Jahrtausende zu Minuten und Sekunden zusammenschrumpfen läßt, so würden wir die Sterne durcheinanderwirbeln sehen wie die Flocken eines Schneegestöbers. Und doch ist dieser Vergleich sehr unvollkommen. Denn während Schneeflocken sich beim Herabschweben bis zur gegenseitigen Berührung nähern können, bleiben die Sterne durch Räume von einander getrennt, die millionenmal größer sind als ihr eigener Durchmesser. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung vergehen Milliarden Jahre, ehe zwei Sterne zufällig auf Jupitersweite — das sind immer noch 800 Millionen Kilometer — einander nahe kommen. Die Befürchtung des Zusammenstoßes zweier Sonnen ist daher unbegründet. Das übertünchte Grab. Erinnerungen eines evangelischen Pfarrers aus der Sowjet-Union. „Das übertünchte Grab" hat der Herausgeber Carlo v. Kügelaen die „Erinnerungen eines evangelischen Pfarrers aus der Sowjetunion" genannt. Der Titel dieses Büchleins des Nibelungen-Verlages wird erst verständlich, wenn man das Motto liest: „Ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen schön aussehen, im Innern aber voll von Totengebeinen und lauter Verwesung sind". Denn wie viel Abstoßendes und Schreckliches man vom Wirken des Kommunismus hört, — sein Werk erscheint von außen gesehen, selbst wenn man die Poternkinschen Dörfer durchschaut, noch geradezu schön im Vergleich zu seinem dunklen Innern. „Wer kennt, wer ahnt auch nur die Größe und Grausamkeit der C h r i st e n Verfolgung dieses Landes?" fragt der evangelische Pfarrer Kern. „Selbst wir Christen Rußlands hatten bei allem Haß, der uns umgab, trotz Hohn und Raub und Verfolgung noch keinen vollen Einblick in den schwarzen Abgrund kommunistischer Vernichtungsgier der christlichen Kirche gegenüber." Und nun schildert der schlichte deutsche Kolonistenpfarrer, was er persönlich erlebt hat. Erschütternd wirkt die Schilderung grausamster Leiden ganzer großer Schichten der Bevölkerung, die das Los des Pfarrers teilen. Pfarrer Kern wird, nachdem die Behörden ihm den Dienst an seinen Gemeinden immer schwerer gemacht, ihn wie ein Tier gehetzt und mit Steuern zu erdrücken versucht haben, ohne Angabe jeden Grundes verhaftet. Zuerst sitzt er mit Hunderten deutscher Bauern im Dorfgefängnis unter Verhältnissen, die man in Deutschland nicht Hunden zumuten würde. Dennoch erscheint ihm diese Gefangenschaft später als „selige Zeit", als er in den Fängen der GPU. schmachtet. Seine Erlebnisse im Gefängnis der GPU. bilden wohl den Höhepunkt dieser ergreifenden Erinnerungen. Pfarrer Kern wird hier, wie alle seine Mitgefangenen, durch furchtbare Qualen an den Rand der Selbstauflösung getrieben. 2 2 Tage und 22 Nächte dauert bas Verhör, das den alleinigen Zweck hat, den Pfarrer zur Aufdeckung einer Verschwörung unter den deutschen Bauern oder den evangelischen Pfarrern au bringen. 22 Tage und 22 Nächte wird er verhindert, e i n z u s ch l a f e n. Man gibt ihm kaum etwas zu esien, läßt ihn stundenlang stehen, zum Schluß immer 4Vz Stunden, um dann eine halbe Stunde sitzen zu dürfen, läßt ihn sich nicht waschen, seine Wäsche nicht wechseln, — alles, um den aufrechten, an seinem Glauben und seiner Ehrlichkeit standhaft festhaltenden Mann zu zermürben. Tagtäglich und nachtnächtlich wird er von seinem jüdischen Untersuchungsrichter Finkel bearbeitet. In Gutem und in Bösem, mit Verlockungen und widerlichen Drohungen gegen seine Frau und seine Kinder sucht man ihn kleinzukriegen. Stets liegt das weiße Blatt vor ihm, wenn er mit seinen Wächtern in der Zelle sitzt, auf dem er ein Geständnis niederschreiben und damit sich von der Fortsetzung der Verhörsfolter befreien soll. Er bleibt standhaft als Christ, auch, als man ihn, den schon halb Wahnsinnigen, in den Gefängnishof führt, um ihn zu erschießen. Es ist eine Scheinerschießung. Der körperlich gebrochene, mit nervösem Ausschlag bedeckte Mann erhält wieder die Erlaubnis zu schlafen, weil die GPU. ihre Gefangenen weder körperlich noch geistig gänzlich zugrunderichten will, da sie der Staat als Zwangsarbeiter benötigt. Als auch alle anderen Versuche, Kniffe, Uebertölpelungen und Ueberredungskünste sich als vergeblich erweisen und aus Kern kein Geständnis herauszupressen ist, wird er kurzerhand, natürlich in seiner Abwesenheit, zur Zwangsarbeit verurteilt. Seine Erlebnisse als Sklavenarbeiter auf Land- gütern der GPU., in einer Waldkonzession Nordrußlands, in Sibirien, am Weißmeerkanal und in den verschiedensten Gefängnissen füllen die letzten Kapitel des Buches. Sie geben ein anschaulich lebendiges Bild von einer Hölle, in der Zehntausende unschuldiger Menschen völlig schütz- und rechtlos unter teuflicher Willkür leiden und großenteils zugrundegehen. Fast unvorstellbar ist es, daß die Sklavenhalter in den Arbeitszwangslagern und Gefängnissen großenteils selber Verbrecher sind und stets gemeine Sache mit den gefangenen Kriminellen gegen die Politischen und insbesondere auch gegen die um ihres christlichen Glaubens willen Verurteilten machen. Die Erzählungen des Pfarrers von den sogenannten „Banditen" oder „Indianern" oder „Urkachany" sind geradezu phantastisch. Diese Verbrecherzunft gebärdet sich in den Gefängnissen und Lagern überall als der Herr, beraubt die übrigen Gefangenen und quält sie bis aufs Blut. Im ganzen Buch kommt das Wort „Nationalsozialismus" nicht vor. Dennoch ist es der denkbar stärkste Beweis für die Größe und Richtigkeit der nationalsozialistischen Tat in Deutschland. Das Schicksal des echt deutschen Bauernpfarrers und wahren Christen muß jedem Zweifler die Binde von den Augen reißen, denn es offenbart den Abgrund, in den das deutsche Volk bei einem Siege des Kommunismus versunken wäre. Dieser Abgrund, dieses Grab, voll von Totengebeinen und lauter Verwesung, hätte nicht nur das deutsche Volk, sondern leicht auch die andern Völker Europas verschlungen, wenn Die Vormacht des Kommunismus nicht in Deutschland vernichtet worden wäre. Darum verdient das Buch von C. v. Kügelgen die größte Verbreitung nicht nur im deutschen Volk, in dem manche Kreise leicht geneigt sind, über Tagesfragen und Nöten das Wesentliche zu vergessen, sondern auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Denn der Kommunismus hat feinen Ansturm auf Europa auch nach der Niederlage in Deutschland nicht aufgegeben. Er kämpft um jedes Land, um jedes Volk, um jede Position und ist, wie die Ereignisse an der Saar bewiesen haben, sogar bereit, als Beschützer der Kirche aufzutreten, nur um sie und mit ihr alle nationale Kultur nach feinem Siege um so rücksichtsloser zu vernichten. Brandstifter Kahn beqeht Selbstmord. LPD. Frankfurt a. M., 22. April. Wie die Justizpressestelle Frankfurt a. M. mitteilt, hat der Brandstifter Julius Kahn, der Mitinhaber des im Februar durch Brandstiftung eingeäscherten Textilwarengeschäfts Veit Wohlfahrt, am Samstagmorgen im Strafgefängnis Preungesheim S e l b lt- mord durch Erhängen verübt. Der Generalstaatsanwalt, der Vertreter des Oberstaatsanwalts und der Untersuchungsrichter haben sich alsbald in das Strafgefängnis begeoen. Nach den von ihnen getroffenen Feststellungen kommt irgendein Verschulden oder Fahrlässigkeit eines Dritten, insbesondere eines Beamten der Strafanstaltsverwaltung, nicht in Frage. Bachs Ahnen und Söhne. Von Or. Herbert Just. Hier siehst du geigen Hansen Bachen. Wenn du es hörst, so mußtu lachen. Er geigt gleichwohl nach feiner Art, und trägt ein'n hibschen Hans-Bachen-Bart. So heißt die Inschrift auf einem alten Kupferstich, dem Bildnis eines Fiedlers, feiner Tracht nach aus der Reformationszeit. Dieser lustige Geiger Hans Bach ist der Ahnherr Johann Sebastian Bachs, des größten musikalischen Genies, das Deutschland, ja vielleicht die Welt, je besessen hat. Johann Sebastian stammt also aus einer alten Familie von Fiedlern, Stadtpjeifern, Kantoren und Organisten, die in seiner Heimat Thüringen so bekannt und geschätzt war, daß man lange Zeit unter einem Bach nichts anderes als einen Musiker verstand. So ist Johann Sebastian Bach der Größte einer Ahnen- folge von zwei Jahrhunderten; nicht wie Händel, dessen musikalisches Genie in seiner Familie ganz allein dasteht, ohne Vorgänger und Nachfolger, ähnlich einem Felskegel, der unvermittelt aus flachem Lande steilragend emporschießt, sondern Bach gleicht eher dem höchsten Gipfel eines Gebirgsmassivs, der auf viele Spitzen in weitem Umkreis wie auf eine Schar von Gefolgsleuten hinabblickt. In dem bürgerlich - behaglichen Haufe, in dem Johannes Ambrosius Bach, der Stadt- und Hof- mufikus von Eisenach, wohnte, muß ein munteres Leben geherrscht haben. Zwölf Kinder wurden dort geboren, und von diesen Zwölf war Johann Sebastian das Jüngste. (Händel war das achte Kind.) Den Namen Johannes hatten übrigens alle Söhne, und alle wurden sie Mufici. Die Kinder des Hauses, dazu die Lehrknaben und Gesellen, die ebenfalls im Haufe lebten — sie machten zusammen das Orchester des Ambrosius Bach aus. Sie spielten nicht nur zum eigenen Vergnügen, sondern mit dieser Truppe mußte Vater Bach sauer genug das tägliche Brot verdienen, indem er bei Hochzeiten und Begräbnissen den musikalischen Teil lieferte. Als ein Gesetz herauskam, das den üppigen Aufwand bei Hochzeiten verbot, da bedeutete diese im Interesse der guten Sitte gewiß begrüßenswerte Maßnahme für die Familie Bach selbst einen empfindlichen Verlust an Einkommen, so daß Ambrosius Bach sich schließlich bereitfinden muhte, auf eine Weise Geld zu verdienen, die eigentlich unter seiner Würde lag. Er mußte im Wirtshaus zu Tanz und allerlei Lustbarkeit den Bierfiedler machen. So mag in feinem Haufe manchmal Schmalhans Küchenmeister gewesen sein. Als Johann Sebastian heiratete — und zwar seine Base Maria Barbara Bach — und sich in Arnstadt, wo er Organist war, einen eigenen Hausstand gründete, da hatte er immerhin schon ein für einen 22jährigen jungen Mann ein gan^ hübsches Einkommen, das außer in 86 Gulden in Naturalien — drei Malter Korn, zwei Klafter Holz, sechs Schock Reisig und drei Pfund Fischen — bestand. In Weimar ging es ihm geldlich noch wesentlich besser. Nun wurden ihm seine Kinder geboren: Katharina Dorothea, Wilhelm Friedemann, Philipp Emmanuel, Johann Bernhard, Leopold Augustin, dazwischen auch einmal Zwillinge, die aber noch am Tage der Geburt starben. Freudig würden wir es begrüßen, wenn uns irgendwo geschildert wäre, wie die Geschwister Bach miteinander lebten, wie es im Hause zuging und wie Vater und Mutter die Erziehung handhabten. Aber man machte damals von der Kindheit weniger Aufhebens als heute; so können wir froh sein, wenn wir auf Umwegen ein wenig Nahrung für unsere Phantasie und Neugierde finden. Wir haben eine Aufzeichnung aus der Familie eines Weimarer Freundes von Bach, des Konrektors G e ß n e r , wo uns erzählt wird, wie Vater Geßner, während er an einem großen Werk schrieb, mit der linken Hand die Wiege seines Jüngstgeborenen schaukelte. Daneben sitzt seine Frau Elisabeth, „bessert fleißig an den Kleidern der Kinder und verhandelt launig mit den Kleinen, die sich gegen die aufgesetzten Flecken sträuben, bis ihnen die Mutter vorschlägt, die neuen Stücke als Sonne, Mond und Sterne auszuschneiden und in dieser prachtvollen Gestalt auf^unähen ..." Eine so herzhafte Bereitwilligkeit und einen so guten Humor, sich mit den Sorgen des Alltags herumzuschlagen und daneben an Großem zu wirken, dürfen wir gewiß auch im Hause Bach suchen. Johann Sebastian Bachs Frau starb nach dreizehnjähriger Ehe. Anderthalb Jahre später heiratete er Anna Magdalena Wülken, die jüngste Tochter eines Hof- und Feldtrompeters. In 28jähriger Ehe schenkte sie ihm weitere 13 Kinder. Wenn wir hören, daß der größte Teil im geräumigen Haus des Thomaskantors Bach in Leipzig aus Schlafstuben bestand, so nimmt uns das nicht weiter wunder. Groß und Klein in dieser zahlreichen Familie stand bereits um 6 Uhr morgens um das Clavecin versammelt und stimmte ein frommes Morgenlied an. Nicht ohne Stolz schreibt Johann Sebastian einmal an einen Freund: „Meine Kinder sind geborene Musici und kann versichern, daß ich schon ein Konzert oocaliter und inftrumentaliter mit Gesangsund Jnstrumentenstimmen mit meiner Familie formieren kann, zumal da meine itzige Frau gar einen sauberen soprano finget und auch meine älteste Tochter nicht schlimm einschläget." Die Söhne Bachs setzten also die Ueberlieferung der Familie fort und wurden ebenfalls Musiker. Freilich nur vier von ihnen haben Bedeutung in ihrem Beruf erlangt und mit ihnen ist bann der Ruhm des Mufikergeschlechts zu Ende gegangen, gerade als habe sich die musikalische Kraft der Familie in Johann Sebastian Bach und feinen berühmten Söhnen erschöpft. Don ihnen entfernte sich der Jüngste — Johann Christian Bach — am weitesten vom Vater, in seiner Musik wie in seiner ganzen Lebensart. Komponierte Johann Sebastian Bach seine Chöre, Kantaten, Klavierstücke und Lieder nach seiner eigenen Aussage „allein zum Lobe Gottes und zur Ergötzung des Gemütes", so schrieb Johann Christian Bach seine Opern, Konzerte und Arien, um zu leben. Und wie zu leben! Schon in jungen Jahren ist er Hofkomponist der Königin von England — also gewissermaßen Händels Nachfolger — und führt das Leben eines eleganten Kavaliers. Seine Opern werden bejubelt. Die vornehmen Familien Londons reißen sich darum, ihren Töchtern von Bach Klavierunterricht geben zu lassen. Zwanzig Mark zahlen sie ihm für die Stunde. 30 000 Mark Jahreseinkommen soll er gehabt haben, eine für die damalige Zeit mit ihrem viel höheren Geldwert ungeheure Summe. Aber als er stirbt, da hinterläßt er seiner Witwe nicht etwa ein Vermögen, sondern nur Schulden, nichts als Schulden. Denn sein üppiges Leben hatte trotz seines riesigen Einkommens weit mehr verschlungen als er verdiente. In einer ganz anderen Welt lebte der nur weniger ältere Bruder des Londoner Bach, Johann Christoph Friedrich Bach. Er war es zufrieden, seinem Herrn, dem Grafen von Schaum- burg-Lippe, in dem Residenzstädtchen Bückeburg als Konzertmeister und Kammermusikus zu dienen und für die Hofkapelle die nötigen Kompositionen zu liefern. Natürlich hatte er auch eine zahlreiche Kinderschar, und es ging in seinem Hause darum oft laut und luftig zu. Das war ihm an sich wohl recht. Aber der Lärm der Kinder störte chn doch oft beim Komponieren, besonders im Winter, wenn im ganzen Haus nur ein Zimmer geheizt werden durfte, um bas teure Holz zu sparen. Darum richtete er an ben Grafen im Jahre 1771 folgenbes Gesuch: „Durchlauchtigster Herr, gnädigster regierender Landesherr, Ew. Durchlaucht werden sich noch gnädigst erinnern geruhen, daß vor einigen Jahren das mir huldreichst zugeteilte Holz bis auf 12 klafter eingeschränkt worden ist. Ich habe dabei die Unbequemlichkeit, daß ich nur einen Ofen Hitzen kann und meine Arbeiten in dem nämlichen Zimmer, wo meine ganze Familie versammelt ist, verrichten muß. Ew. Durchlaucht werden aber selbst gnädigst zu beurteilen geruhen, daß die Komposition der Musik bei dem Geräusch der verschiedenen Gegenstände nicht den gewünschten Erfolg haben kann, und daher ergeht an Ew. Durchlaucht meine untertänigste Bitte, Höchstdieselben wollen mir die 3 abgekürzten Klafter Holz wieder zuzulegen die hohe Gnade haben. Ich ersterbe in tiefster Ehrfurcht, Ew. Durchlaucht, meines gnädigst regierenden Landesherrn treu untertänigster Knecht Johann Christoph Friedrich Bach." Nun, der Graf hat wohl eingesehen, daß Bach zum Komponieren ein eigenes Zimmer brauchte, wenn er von ihm gute Musik verlangen wollte, und hat an den Rand Des Gesuches geschrieben: „Es sind unserem Konzertmeister Bach jährlich drei Klafter Brennholz zu desselben jetzigen Holzdeputat zugelegt." Dem jüngeren Brüderpaar aus Bachs zweiter Ehe stehen die beiden älteren Brüder Wilhelm Friedemann und Karl Philipp Emanuel gegenüber, beide genial begabt. Aber Friedemann hat nicht das gehalten, was fein Vater und feine Brüder sich von ihm versprachen. Philipp Emanuel sagte z. B. von ihm: „Er konnte unfern Vater eher ersetzen als wir alle zufammengenom- men". So bescheiden hätte dabei Philipp Emanuel nicht zu fein brauchen; denn er selbst war auch ein Komponist höchsten Ranges, vor allem ein meisterhafter Klavierspieler, dessen Ruhm den seines Vaters zu feinen Lebzeiten weit überstrahlte. Musiker und Musikfreunde aus aller Welt rechneten es sich zur Ehre an, wenn sie ihn in Hamburg besuchen dursten. Dort wirkte er zwei Jahrzehnte lang, nachdem er vorher 25 Jahre lang Hofcembalist Friedrichs des Großen gewesen war. Mit diesem Namen verbindet sich der größte Augenblick in der Geschichte der Familie Bach. Am 7. Mai besuchte Johann Sebastian Bach mit feinem Sohn Friedemann im Stadtfchloß zu Potsdam Friedrich den Großen, an dessen Hof Philipp Emanuel Bach Cembalist war. Ein Augenblick von seltener geschichtlicher Größe: Der größte Herrscher und der größte Musiker des Jahrhunderts, der junge König und der greife Kantor, stehen Äug' in Äug' gegenüber, um nach einer kurzen Spanne von Stunden jeder nach eigenen Gesetzen feinen Lebensweg fortzusetzen. Ur. 95 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 24. April (935 Jubiläums- und Arbeitstagung der oberheUchen Imker. Unter dem Vorsitz des Leiters der Fachgruppe Oberhessen der Reichsfachgruppe Imker, Lehrer Braun, Rodheim v. d. Höhe, fand gestern in der Turnhalle am Oswaldsgarten zu Gießen die Feier des 75jährigen Bestehens der Fachgruppe Oberhessen, des früheren ober hessischen Bienenzüchtervereins, bei sehr starker Beteiligung von Imkern aus allen Teilen der Provinz Oberhessen und darüber hinaus statt. Die Jubiläumstagung war zugleich r I O A I ' D M as 3 a I In der unteren Reihe von links nach rechts: der Leiter der Imker-Fachgruppe Oberhessen Lehrer Braun (Rodheim v. d. H.); in der Mitte der stellvertretende oberhessische Fachgruppenleiter Verwaltungsbeamter Bodenbender (Gießen); rechts der Fachgruppenrechner S t a u b a ch (Staden bei Friedberg). In der oberen Reihe von links nach rechts: der Landesfachgruppenleiter Hessen-Nassau S e y d e l (Treisa bei Darmstadt); der Schriftleiter der „Biene" Lehrer i. R. R un k (Nidda); der juristische Beirat Oberamtsrichter i. R. Klietsch (Büdingen). (Aufnahme: Photo-Pfaff.) eine fruchtbare Arbeitstagung, die den Teilnehmern reiche Anregungen für die Praxis der Bienenzucht gebracht hat. Der Führer der Landesfachgruppe Hessen der Reichsfachgruppe Imker LandwirkGeydel,Traisa bei Darmstadt, überreichte zu Beginn der Jubiläumssitzung namens der Landesfachgruppe der Fachgruppe Oberhessen eine aus deutschem Saareisen hergestellte Plakette mit dem Bilde unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler mit dem Geleitwort: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte." Darum habe er uns diesen Mann als Führer gegeben, dem wir allezeit in Treue nacheifern müßten. Wenn alle Volksgenossen sich bemühen würden, gute Nationalsozialisten zu werden, dann stehe es um Deutschlands Sache gut. Der Führer der Fachgruppe Oberhessen der Imker, des früheren Oberhessischen Bienenzüchtervereins, Lehrer Braun, Rodheim, dankte dem Landesfachgruppenleiter für dieses wertvolle Jubiläumsgeschenk mit herzlichen Worten und sagte dann u. a.: Wir Oberhessen wissen dieses Geschenk voll zu würdigen und werden immer bemüht sein, auch aus unserem Arbeitsgebiet der Bienenzucht allezeit im Geiste unseres Führers Adolf Hitler zu arbeiten. Mit unserer Jmkertätig- keit und der Befruchtung des heimischen Obstbaues durch unsere Bienen stehen auch wir im Dienste von Volkstum und Heimat. Wir werden bei dem Bestreben, das deutsche Volk zur Nahrungsfreiheit zu bringen, fest hinter dem Reichsnährstand stehen, dessen Vertreter heute zum erstenmal in unserer Mitte erschienen ist. Wir Bienenzüchter sind fest verbunden mit Blut und Boden, wir dienen, wie alle anderen Berufsstände, gerne und mit ganzer Hingabe unserem deutschen Volke und sehen uns dafür ein, daß es auf dem Gebiete, auf dem wir arbeiten, nach besten Kräften wieder aufwärts geht mit unserem Volke. Wir hoffen, daß nunmehr die Kurve der Entwicklung auch in der Bienenzucht wieder steiler aufwärts gehen wird als früher, und ich hoffe, daß alle Imker eifrige Mitarbeiter fein werden bei dem Streben nach dem Ziele, die Honigverforgung unseres Volkes durch eigene deutsche Produktion zu gewährleisten. Wenn wir uns allezeit eifrig und hingebungsvoll für dieses Ziel einsetzen, so ist zu hoffen, daß auch die oberhessische Bienenzucht weitere Fortschritte machen wird Mit dreimaligen, von der Versammlung freudig aufgenommenen Heilrufen auf die oberhessische Bienenzucht schloß der Redner seine eindrucksvollen Worte. Der Geschäftsführer des Deutschen Jmker- verbandes, Kickhöffel, Berlin, betonte in seiner längeren Ansprache zunächst die große Bedeutung der Bienenzucht für den deutschen Obstbau. Er erinnerte dann an die Schwierigkeiten, die in den letzten beiden Jahren bei dem Neuaufbau der Organisation im Rahmen des Reichsnährstandes zu überwinden waren und erklärte, daß die Organisation nunmehr im großen und ganzen vollzogen sei. Es sei in diesen beiden Jahren aber nicht nur an dem Aufbau der Organisation gearbeitet, sondern auch sachliche Aufbauarbeit geleistet worden. In diesem Zusammenhänge wies der Redner auf die Ausarbeitung einheitlicher Richtlinien für die K ö n i g i n n e n z u ch t hin, durch die ein wesentlicher Schritt nach vorwärts in der deutschen Erzeugungsschlacht geschehen sei. Der Erfolg der Bienenzucht und der Erzeugungsschlacht hänge aber nicht allein von diesen Richtlinien ab, sondern in hohem Maße auch von der Leistung des einzelnen Imkers am Bienenstand und von der Leistung der Ortsfachgruppe. Ferner seien zwei Bild st reifen über Königinnenzucht geschaffen worden, die in den Ortsfachgruppen zur Belehrung der Imker vorgeführt werden sollten. Die Richtlinien und die Bildstreifen seien ein vorbildliches, geschlossenes Werk für die fiö- niginnenzuchl, das den Imkern reiche Hilfe bei ihrer Arbeit bielen werde. Wenn die Erträge an Bienenhonig in Deutschland steigen sollten, um unser Volk aus der eigenen Scholle zu versorgen, dann sei auch die Ausnutzung aller Trachtquellen dringend erforderlich. Dieses Ziel könne in weitem Ausmaß durch die Wanderung der Bienenvölker nach guten Trachtgebieten erreicht werden. Zur Förderung dieser Bestrebungen seien die Richtlinien für Wander-Bienenzucht ausgearbeitet worden. Wenn auch die Königinnenzucht und die Wanderbienenzucht schwere Aufgaben für den Imker seien, so müsse doch mit aller Kraft an der Verwirklichung dieser beiden großen Gedanken gearbeitet werdens um auf diesem Wege zu einer allgemeinen Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Bienen und der einzelnen Imker zu kommen. In der Frage des Honigabsatzes und der Marktregelung seien die Erwartungen bisher nicht ganz erreicht worden. Erfreulicherweise sei es aber möglich gewesen, die in früheren Jahren 3um Schaden der Imker immer wieder eingetretene Ueberschwemmung des deutschen Marktes mit ausländischem Honig zu verhindern und auch für die Zukunft unmöglich zu machen. Die Sicherheit für den deutschen Imker gegen die Schädigung durch die Honigschwemme aus dem Auslande sei in der strikten Anwendung Die Gruppe der Jubilare. — (Ausnahme: Photo-Pfaff.) des Grundsatzes der Bedarfsdeckung zu erblicken. Niemals werde bei dieser Bedarfsdeckung in Zukunft wieder eine Entscheidung gegen die deutschen Imker getroffen werden können. Während noch im Jahre 1929 fast 100 000 Doppelzentner Honig aus dem Ausland den deutschen Markt überschwemmt hätten, sei es bis jetzt gelungen, diese Einfuhr auf rund 45 000 Doppelzentner zu vermindern. In Zukunft werde nur noch so viel ausländischer Honig hereinkommen, als zur Bedarfsdeckung unbedingt erforderlich sei. An Stelle der bis jetzt noch nicht erreichten Marktregelung von oben her, sei es durchaus möglich, eine Marktregelung von unten her durch die immer stärkere Einführung des Einheitsglases zu erreichen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien erfreulicherweise bereits 60 Prozent mehr Einheitsgläser als in der gleichen Zeit des Vorjahres zur Verwendung gekommen. Das Einheitsglas müsse seinen Siegeszug überall weiter fortsetzen. Die Imker müßten mit dafür sorgen, daß immer mehr Hausfrauen den Honig nur im Einheitsglas zu kaufen wünschten, und in der gleichen Richtung müßten auch die Kaufleute im wohlverstandenen Interesse der deutschen Gesamtwirtschaft mithelfen. Wenn in dieser Weise die Imker, die Hausfrauen und die Kaufleute Zusammenarbeiten würden, dann sei eines Tages die Marktregelung aus der Praxis des täglichen Lebens von selbst entstanden. Zur Erreichung dieses Zieles müsse jede Ortsfach- aruppe der Imker durch Einwirkung auf die Hausfrauen und die Kaufleute mithelfen. Der Reichsbauernführer wolle, daß unser Volk aus der eigenen deutschen Erzeugung ernährt werden könne. Die Imker seien mit ihrer jetzigen Organisation auf dem besten Wege zur Erreichung dieses Zieles und damit auch in wirksamster Weise zum Nutzen der deutschen Bienenzucht tätig. Die Versammlung dankte dem Redner mit lebhaftem Beifall, den der Vorsitzende Braun in warmen Dankesworten an den Redner bekräftigte. Dr. Wagner, Frankfurt a. M., als Vertreter des Landesbauernführers überbrachte dessen und der Landesfachgruppe der deutschen Kleintierzüchter herzlichste Wünsche zu dem 75. Jubiläum. Im Gebiete der Landesbauernschaft Hessen-Nassau werde man immer bestrebt sein, gemeinsam und fruchtbar auch mit den Bienenzüchtern zusammenzuarbeiten. Für die hessischen Imker sei es bereits von großem Nutzen gewesen, daß sie das Seuchen- geseh erhallen hätten, mit dem sie auf gesetzlicher Grundlage die Bekämpfung der Bienen- feuchen durchführen könnten. Ferner sei es für die Bienenzucht in Hessen von großem Vorteil, daß nunmehr durch eine Polizeiverordnung das Spritzen mit arsenhaltigen Mitteln in die offene Obstbaumblüle verboten sei. Zu wünschen sei für die Zukunft, daß sich das Verhältnis zwischen den Obstbauern und den Imkern zum Nutzen beider Teile weiter verbessere. Weiter betonte der-Redner, daß die Ortsbauernfüh- r e r von der Landesbauernschaft angewiesen worden seien, den Imkern größtes Entgegenkommen zu bekunden, auch bei der Wanderbienenzucht. Die Imker müßten sich mit den örtlichen Stellen des Reichsnährstandes in Verbindung setzen. Mit der Hoffnung auf ein weiteres gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen den Imkern und dem Reichsnährstand zum Nutzen des einzelnen und zum Wohle des ganzen Volkes schloß der Redner seine Ansprache. ÄermeffungSrat Karle, Gießen, als Vertreter des am Erscheinen verhinderten Oberbürgermeisters der Stadt Gießen — der seine Glückwünsche in einem Schreiben an den Leiter der Fachgruppe Oberhessen zum Ausdruck gebracht Gießener Gtadttheaier. Hans Sturm und Moritz Färber: „So ein Mädel!" Dieses Stück, bekannter unter dem Namen „Das Extemporale", ist schon viele Jahre alt, aber, wie man gestern merken konnte, völlig unverwüstlich. Der erste Akt strotzt von jenen Unwahrscheinlichkeiten, die seit undenklichen Zeiten den Schwank auf der Büyne kennzeichnen. Daß ein Gymnasialprofessor sich wieder zu verheiraten wünscht, aber wegen der Ehefeindlichkeit seines Direktors sich nicht recht getraut, bis seine hoffnungsvolle Tochter, ein Backfisch frisch aus dem Pensionat heimgekehrt, dem alten Herrn auf die Schulter klopft und die Sache „in die Hand nimmt". Daß ferner diese Tochter sich als Nichte ausgeben muß, weil Papa sich bisher nicht entschließen konnte, seiner zukünftigen Gemahlin von seinem Kinde erster Ehe Kenntnis zu geben. Daß die Dame ihrerseits einen Sohn hat, hat sie auch schamhaft verschwiegen, und es ist bloß ein freundlicher Zufall, daß dieser junge Mann in die Klasse des Herrn Professors geht und sich ausgerechnet zu gleicher Zeit in dessen Wohnung einfindet, um sich nach dem Ergebnis seines Extemporales zu erkundigen, als seine Mutter, von der kurz entschlossenen Tochter (Nichte) eingeladen, zum Verlobungsabendessen beim Professor erscheint. Daß natürlich der Professor von der nahen Verwandtschaft nichts ahnt, daß endlich die Nichte (Tochter), eine Tanzstundenbekanntschaft des Dri- maners, aus Mitleid die von Fehlern wimmelnde Arbeit aus dem Extemporaleheft reißt und vom Konzept ihres Vaters abschreibt: fast fehlerlos, aber leider um einen Absatz zuviel, der wegen Zeitmangels tags zuvor nicht mehr mitdiktiert worden war. * Uff! Das ist ein bißchen viel auf einmal, aber es lohnt sich. Die Häufung der Zufälle im ersten Akt trägt in den folgenden beiden glänzende Früchte, und es erweist sich, daß die beiden Autoren auf eine nahezu raffinierte Weise das Grundprinzip aller Schwankdramaturgie ausgeschlachtet haben, welches darauf beruht, daß die handelnden Personen auf der Bühne von dem, was der Zuschauer dank der erwähnten hanebüchenen Exposition im ersten Akt längst weiß, keine oder nur eine schwache Aynung haben. Die Folge davon ist hier, daß sich das am andern Morgen folgende Verhör im Konferenzzimmer des Gymnasiums zu einer Angelegenheit mit wahrhaft kriminalistischen Spannungsund Ueberraschungsmomenten steigert, da die Affäre mit dem abaefchriebenen Extemporale gleichzeitig die privaten Vorgänge in der Wohnung des Professors zur peinlichen Bestürzung der Hauptbeteiligten und zum Gaudium des schadenfrohen Publikums Stück für Stück ans Licht bringt. Das ist den beiden Verfassern mit einer erstaunlichen Lückenlosigkeit und Folgerichtigkeit gelungen; und obwohl der Zuschauer längst im Bilde ist, wird er dennoch immer aufs neue überrascht von der Fülle der aus den persönlichen Verwicklungen dieses Falles sich ergebenden Pointen, und es kann ihn nicht wundern, daß nach und nach statt des schuldigen Backfisches sich der Professor, seine Verlobte und zuletzt der ausnahmsweise unschuldige Primaner selbst des Deliktes bezichtigen, das sie nicht begangen haben. — Die von Herrn 93 o I cf inszenierte Aufführung ließ alle Minen springen, ließ sich auch keinen der dankbaren Effekte entgehen und führte zu einem überaus heiteren Erfolg schon um deswillen, weil allen Darstellern der komplizierte Ulk offensichtlich selber Spaß machte und jedermann mit Hingabe bei der Sache war. Herr Löffler hatte die passenden Dekorationen entworfen; insbesondere das Konferenzzimmer im zweiten und dritten Akt schien uns der beklemmenden Atmosphäre des Kriminalfalles in hohem Maße zu entsprechen. * Fräulein Pflug war die hoffnungsvolle und bezwingend jugendliche Dame aus dem Pensionat, die mit ihrem stürmischen Temperament die ganze Geschichte anstiftet: sie hüpfte wie ein Wirbelwind durch die privaten und amtlichen Gemächer und erwies sich als ein enfant terrible von erstaunlicher Vollendung. Herr L ü p k e machte den Oberlehrer auf Freiersfüßen, schrecklich schwankend zwischen väterlich - pädagogischem Autoritätsbedürfnis und peinlicher Verlegenheit. Herr 23 o I cf erschien in der Paraderolle des Professors Jeremias, der an den Direktor Heinzerling bei Eckstein lebhaft erinnert, ein Schulgewaltiger mit herrlichem Rauschebart und dem Brustton des scharfsinnigen Untersuchungsrichters. Fräulein W i e l a n d e r hatte sich als die Aufwärterin Frau Hultzfch betörend ausstaffiert und brachte ihre trefflichen sächsischen Pointen anerkennenswerterweise ohne störenden Wiener Beigeschmack. Herr Göbel spielte den Primaner mit Begeisterung: teils furchtbar verlegen, teils voll gekränkter Unschuld, zuletzt mit stürmischen Freudenausbrüchen. Frau S t i r l als besorgte Mama und verschämte Braut, Herr Nieren als biereifriger Kastellan Krumbiegel und auch der kleine Heinz Vogel als Untertertianer machten ihre Sache recht wacker. * Die Heiterkeit war allgemein, der Beifall, besonders zum Schluß, sehr herzlich. hth. Kleines Märchen im Alltag. Bon Hans Franke, Heilbronn. Ein Briefträger in Stellingen bei Hamburg wurde eines Tages von dem Befehl überrascht, sich um die und die Stunde bei seiner vorgesetzten Behörde einzufinden. Der gute Mann ging auf dem Wege dahin alle seine vermeintlichen Fehler und Vergehen sorgfältig durch, konnte sich aber nicht entsinnen, vom schmalen Wege der Pflicht jemals abgewichen zu sein. Als er vor den Vorgesetzten stand, die ziemlich zahlreich das Bürozimmer füllten, sagte ihm ein Blick, daß nur eine freudige Ueberraschung seiner harren konnte, und in der Tat wurde er von den Herren sehr liebenswürdig in einen Sessel komplimentiert, man bot ihn eine Zigarre an, und es schien dem Briefträger fast, als werde vor ihm eine Art Märchen gespielt. Märchenhaft war auch, was ihm nach diesem Einleitungszeremoniell eröffnet wurde: daß er nämlich zum Erben von dreitausend Mark und einer wenn auch ältlichen und abgegriffenen Wohnungseinrichtung eingesetzt worden sei. Mit Willen ließen die Herren, auf deren Gesicht ein fröhliches Lachen stand und die nun schon in einem Nebel von Zigarrenrauch beinahe verschwanden, unseren überraschten Freund im Unklaren, so daß er zunächst die Reihe seiner Verwandten überschlug, aber keinen dem Lebensabend Nahen fand und sich nur wunderte, was eine Erbschaft denn mit seinem Amte zu tun haben könne. Ihm sollte bald Aufklärung werden. Es wurde jetzt nämlich mit konkreteren Bescheiden gearbeitet und er erfuhr, daß die Witfrau Else K., eine Frau von siebenundachtzig Jahren, wohnhaft in der Kieler Straße, ihn als Universalerben eingesetzt habe, rechtskräftig und in einem hier vorliegenden Testament. Jetzt entsann sich der Briefträger dieser Alten und daß er ihr immer am Monatsende ein paar Mark Rente gebracht hatte und dann und wann auch wohl einen Brief. Stets hatte er einige Minyten bei ihr verbracht, sich mit ihr über die Zeitläufe unterhalten, ihr auch einmal mit schnellen Griffen den Lautsprecher repariert, ja als es auf Weihnachten ging und er der Alten gedachte, hatte er in feinem guten Herzen ihr einen Kanarienvogel gekauft und auf den Tisch gesetzt, der nun — wie er in der nächsten Minute hörte — auch mit an ihn gefallen war. Die alte einsame Frau nämlich hatte mit einer rührenden Zärtlichkeit an dem aufmerksamen und guten Manne gehangen, sie hatte ihn in ihrer zitternden Greisenschrift als 2)en „besten Menschen" bezeichnet, den es gäbe, er fei in den fünfzehn Jahren ihrer Einsamkeit der netteste und freundlichste Mann gewesen, mit dem sie zu tun gehabt hätte. So vermache sie ihm denn ihr kleines Vermögen und ihre Wohnungseinrichtung, die er vielleicht gebrauchen könne, wenn seine kleine Gertrud, von der er ihr so oft erzählt hatte, groß geworden sei. Dies alles wurde dem überraschten Beamten vor- gelesen, es folgte noch eine offizielle Belobigung, dann konnte der also Bedachte mit einem leichten und frohgemuten Herzen den Heimweg antreten. Gesundheitsdienst unter den Eskimos. Die Eskimos gelten als ein außerordentlich zähes und widerstandsfähiges Volk. Dennoch ist immer wieder feftgestellt worden, daß sie den Leiden und Beschwerden gesundheitlicher Natur, die ihnen von den Weißen in ihr Land gebracht worden sind, stärker ausgeliefert sind als die Fremden selber. Krankheiten wie Erkältungen und Influenza sind erst mit den Walfischfängern zu ihnen gekommen, und es ist deshalb eine der wichtigsten Fragen des Gesundheitsdienstes im hohen Norden, wie der Ausbreitung der importierten Krankheiten Einhalt geboten werden kann. Die kanadische Regierung beschäftigt in den Siedlungsgebieten der Eskimos augenblicklich acht Aerzte, die ihre Aufgabe unter Zuhilfenahme aller nur erdenklichen Verkehrsmittel, dem Flugzeug, Dampfer, Motorboot, Kanu und Hundeschlitten erfüllen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß der Gesundheitszustand der Eskimos um so schlechter wird, je mehr sie sich von ihren alten Lebensgewohnheiten entfernen. Aus diesem Grunde wird großer Wert darauf gelegt, daß sie ihre überlieferten Jagdgewohnheiten beibehalten und vor allem in ihrer Ernährungsweise keine Aenderung eintreten lassen. Von den Krankheitsfällen, die in den Krankenhäusern am Mackenziefluß in den letzten Jahren behandelt worden sind, waren allein rund 90 v. H. auf eine den Eskimos nicht angemessene Ernährung zurückzuführeN. Die AerztO verordnen deshalb eine Diät, die möglichst den alten natürlichen Bedingungen entspricht und in der die von den Weißen eingeführten Nahrungsmittel eine geringe Rolle spielen. hatte — gab diesen Wünschen unserer Stadt in herzlichen Worten Ausdruck, rühmte die bisherige Arbeit der oberhessischen Bienenzüchter unter besonderem Hinweis auf deren Vorkämpfer Buß (Leihgestern) und Hensel (Hirzenhain) und betonte, daß die Bestrebungen der Bienenzüchter auch für die Zukunft alle Anerkennung und Förderung verdienen. Weitere Ansprachen. Als Vertreter des Rektors der Universität und als neuer Leiter des Universitäts-Tierzuchtinstitutes brachte Privatdozent Dr. V o g e l in kurzen Worten die herzlichen Wünsche der Universität und des Tier- zuchtinstitutes zum Ausdruck. Für die Landesfachgruppe Baden sprach in gleicher Weise deren Vertreter Schußler (Weinheim), für die Fachgruppe Rheinpfalz deren Vertreter M e n tz e (Bad Dürkheim). Der Inhaber der Brühl'schen Druckerei in Gießen, in deren Betrieb die Zeitschrift der Fachgruppe Oberhessen „Die Biene^ hergestellt wird, Buchdruckereibesitzer R. Lange, beglückwünschte die oberhessischen Bienenzüchter zu ihrem 75. Jubiläum, erinnerte an das seit mehr als 50 Jahre zwischen der oberhessischen Jmkerorganisation und der Druk- kerei der „Biene" bestehende gute und vertrauensvolle Zusammenarbeiten, gedachte in dankbarer Erinnerung der durch den Tod abberufenen verdienstvollen Wegbereiter und Vorkämpfer der oberhessischen Jmkersache und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es mit der Imkerei in Oberhessen immer mehr aufwärts gegangen sei und seit dem engen Zusammenschluß aller deutschen Imker auf dem Gebiete der Bienenzucht in verstärktem Maße vorwärts gehe. Als äußeres Zeichen der engen und vertrauensvollen Verbundenheit zwischen der Fachgruppe Oberhessen der Bienenzüchter und der Druk- kerei der „Biene" überreichte der Redner dem Fach- aruppenführer Braun eine in künstlerischem Buchdruck hergestellte Glückwunschadresse der Druk- kerei. Fachgruppenleiter Braun nahm dieses Jubiläumsgeschenk mit herzlichen Worten des Dankes im Namen der oberhessischen Imker entgegen und hob auch seinerseits das herzliche Vertrauensverhältnis zwischen der Druckerei der „Biene" und den Bienenzüchtern hervor. Durch dieses vorbildliche Zusammenarbeiten zwischen der oberhessischen Jmkerorganisation und der Druckerei der „Biene" habe dieses Fachblatt der Imker eine sehr geachtete Stellung errungen; in Deutschland sei „Die Biene" das drittälteste, in der ganzen Welt das fünftälteste Fachblatt der Imker. Seit dem Zusammenarbeiten der oberhessischen Imker mit der Druckerei der „Biene" sei dieses Jmkerfachblatt immer mehr gewachsen. „Die Biene" könne sich unter den deutschen Bienenzeitungen sehr wohl sehen lassen. Diese Stellung der „Biene" sei auch ein Verdienst der Brühl'schen Druckerei, der er im Namen der oberhessischen Bienenzüchter herzlichen Dank sage für alles, was sie an der „Biene" im Dienste der deutschen Bienenzucht, insbesondere der oberhessischen Imker, geleistet habe. Namens der niederhessischen Imker sprach Amtsanwaltsschaftsrat Wenkebach (Kassel) herzliche Worte des Glückwunsches und der großen Befriedigung über die bisherige freundschaftliche und enge Zusammenarbeit zwischen der oberhessischen und der niederhessischen Jmkerorganisation, durch die beide Teile für die Imkerei wertvolle Früchte erreicht hätten. Landwirt H u p f e l d , Altenritte, hob nach herzlichen Glückwunschworten die enge Verbundenheit zwischen den kurhessischen und den oberhessischen Imkern hervor und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese schönen Beziehungen auch weiterhin zum Nutzen des einzelnen und der Gesamtheit bestehen bleiben möchten. Als Vertreter der nassauischen Imker sprach Herr Wenig, Oberseelbach, gleichfalls herzliche Glückwunschworte, für die Jmkerfach- gruppe Starkenburg brachte Herr Pfeiffer, Auerbach, die besten Wünsche der Starkenburger Imker zum Ausdruck. Der Leiter der Fachgruppe Oberhessen, Lehrer Braun, Rodheim, antwortete sedem Redner mit herzlichen Worten des Dankes und mit der Zusicherung, daß die oberhessischen Imker stets alles tun würden, um an ihrem Teil die oisherigen guten Beziehungen und das allseits zufriedenstellende Zusammenarbeiten zu gewährleisten. Ehrung der Lubilare. Den nachstehend verzeichneten langjährigen und verdienstvollen Mitgliedern der oberyessischen Bienenzüchter-Organisation wurde in dankbarer Anerkennung ihrer Verdienste um die oberhessische Bienenzucht je ein Ehrendiplom überreicht: Oberamtsrichter i. R. Franz K l i e t s ch (Büdingen); Gutsbesitzer Wilhelm Ditze l (Hof Herrnhag bei Büdingen); Pfarrer Heinrich Büchner (Treis an der Lumda); Versicherungsagent Heinrich Greiff (Alsfeld); Johannes S ch ö n h a l s (Lindheim); Joh. Neeb (Naunheim); Kaspar Langsdorf IV. (Leihgestern); Lehrer i. R. Ludwig R u n k (Nidda); Obervermessungssekretär Eduard Schäfer (Darmstadt); Postmeister Karl Erb (Mücke); Postsekretär i. R. August Stahl (Vilbel); Lehrer Heinrich Bernhardt (Heimertshausen); Heinr. Langsdorf VI. (Bad-Nauheim); Rektor Petri (Wetzlar); Amtsanwaltschaftsrat Karl Wenckebach (Kassel); Reichsbahn-Oberinspektor Vogelsang (Berlin). Fachgruppenleiter Braun betonte bei der Ueber- reichung der Ehrenurkunden, daß jeder dieser alten Bienenzüchter immer in vollem Maße seine Kraft für die Aufwärtsentwicklung der oberhessischen Bienenzucht eingesetzt habe, und er wünschte den Jubi- laren, daß es ihnen vergönnt sein möchte, sich noch lange in Gesundheit und Frische dieser Ehrung und der schönen Bienenzucht zu erfreuen. Namens der Jubilare brachte Pfarrer B ö ch n e r (Treis a. d. Lda.) deren herzlichen Dank für die Ehrung zum Ausdruck mit der Zusicherung, daß die alten Bienenzüchter auch weiterhin ihre ganze Kraft und ihre reichen Erfahrungen für die Förderung der oberhessischen Bienenzucht zur Verfügung stellen würden. Nunmehr folgte ein etwa zweistündiger, außerordentlich fesselnder Vortrag von Prof. Dr. Koch (Celle) über das Thema: Bienenwirtschastliche Zeitfragen. Der Vortragende berichtete dabei in umfassender Weise von den Arbeiten und Erfahrungen der Bienenzüchter in der Lüneburger Heide und von den mancherlei bedeutsamen Schlußfolgerungen, die die einschlägige Fachwissenschaft und Forschung aus den jahrelangen Beobachtungen der berufsmäßigen Heideimker-Tätigkeit zieht. Die reiche Fülle von fachlichen Belehrungen und Aufklärungen, auf die im Rahmen dieses Berichts naturgemäß nicht näher eingegangen werden kann, wurde von den mit gespannter Aufmerksamkeit lauschenden Bienenzuchtfachmännern mit großer Dankbarkeit entgegengenommen, die sich sowohl in dem starken Beifall am Schlüsse des Vortrags, wie auch in den Dankes- worten des Vorsitzenden Braun äußerte. Hierauf wurde die Vormittagstagung von dem Fachgruppenleiter Braun mit dankbarer Huldigung für den Führer und Reichskanzler Adolf H i fr l e r und mit dreimaligem, von der Versammlung freudig aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen begann gegen 15 Uhr die Nachmittags-Versammlung, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Pfarrer i. R. A i s ch (Bad-Nauheim) über das Thema: 25 Jahre Bienenzucht in Oberhessen mit gleichzeitiger Vorführung eines von dem Vor- tragenden zusammengestellten Bilderstreifens über die oberhessische Bienenzucht stand. In seinem Vortrag erinnerte Pfarrer Ai sch zunächst an die Gründung der oberhessischen Bienenzüchter - Organisation vor 75 Jahren tm Pfarrhaus zu Grüningen bei Gießen, weiter an die Männer, die die Organisation der Imker aufbauten, sowie an die Männer, die der Bienenzüchter-Arbeit in unserer engeren Heimat starken Auftrieb und nachhaltige Förderung gaben. Weiterhin schilderte er die verschiedenen Stufen der Entwicklung der heimischen Bienenzucht und wies dabei nicht nur auf die segenbringende Arbeit der verschiedenen Führer der oberhesstschen Imker durch Vorträge und Lehrkurse am Stand hin, sondern hob auch die große Bedeutung der Fachzeitschrift „Die Biene" hervor, die sowohl durch ihre redaktionellen Leiter, wie auch durch ihre hervorragende drucktechnische Gestaltung in der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei zu Gießen seit Jahrzehnten zu einem starken Faktor der Belehrung und Aufklärung der Imker geworden sei. Im weiteren Verlaufe seines Vorttages kam der Redner auf die verschiedensten Arbeitsaufgaben der Imkerei zu sprechen (u. a. Trachtenausnutzung durch Wände- rung, Königinnenzucht, Seuchenbekämpfung usw.), er würdigte dabei mit dankbaren Worten auch die Förderung der Imker durch die bienenwissenschaftliche Forschung und Lehrtätigkeit in den Forschungsinstituten und an den Bienenständen und wies zum Schluß auf die neuzeitliche Umgestaltung der Bienenzüchter-Organisation und auf Die Bestrebungen zur weiteren Aufwärtsentwicklung der Bienenzucht hin. Im Rahmen des Vortrags wurden die Verdienste einiger besonders hervorragender Jmkerführer, die zum Teil bereits verstorben sind, zum Teil aber noch im Kreise der Imker wirken, durch besondere kurze Reden mit dankbaren Worten gewürdigt. Zu dem Vortrag wurde eine Fülle von interessanten Lichtbildern gezeigt, durch die manche schöne Erinnerung bei den Imkern wachgerufen wurde, bie aber auch reichen Aufschluß und vielfälttge Belehr rung boten. U. a. wurde auch dem in der Versammlung weilenden Nestor der oberhessischen Imker, Lehrer i. R. S p i tz in Gießen, eine besonders herzliche Begrüßung zuteil. Dem Vortragenden wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall gedankt. Der Rest des Tages war der geselligen Unterhaltung gewidmet. Nach einem Musikstück brachten die Töchter der Imker Bodenbender und Hö- bei er einen finnigen Vorspruch, ferner erfreute Lehrer R u n k - Nidda mit köstlichen Erzählungen und mit eigenen Dichtungen voll prächtigen Humors. Dazu kam frohgestimmte Unterhaltung der in großer Zahl versammelten Jmkerfamilien, so daß die Jumläumstagung nach der reichen fruchtbaren Arbeit einen schönen geselligen Abschluß fand. Aus der Provinzialhauptstadt. Oberstaatsanwalt ör. Wodaege f. Wie wir bereits gestern kurz berichteten, erlag Oberstaatsanwalt Dr. Wodaege am Samstag, dem 20. April, in der Universitätsklinik zu Gießen in der Blüte seiner Jahre einem tragischen Geschick. Eine tückische Krankheit setzte in nur wenigen Tagen seinem wertvollen Leben ein rasches Ziel. Wilhelm Wodaege, ein Sohn des ehemaligen Direktors an der Taubstummenanstalt in Friedberg, wurde am 10. Dezember 1885 geboren. Nach dem Besuch des dortigen Gnmnakiums studierte er in Jena und Gießen Rechtswissenschaft, erwarb im Jahre 1912 den Doktorgrad magna cum laude und fand nach dem gleichfalls wohlbestandenen Großen Staatsexamen zunächst staatliche Verwendung bei den Amtsgerichten Groß-Umstadt, Grünberg und Darmstadt. Im Jahre 1920 wurde er Amtsgerichts- rat in Offenbach, im Juni 1927 Amtsgerichtsrat in Gießen, im Jahre 1928 Landgerichtsrat Hierselbst und am 1. Oktober 1933 nach dem nationalen Umschwung Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen. Wilhelm Wodaege, der der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller in Jena angehörte, trat alsbald nach Beginn des Weltkrieges als Freiwilliger bei dem 24. Dragonerregiment, den „weißen" Dragonern, in Darmstadt ein, erwarb das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille, machte die Kämpfe in Ost und West mit, wurde Offizier und blieb auch nach Friedensschluß, als er das feldgraue Ehrenkleid wieder mit dem schlichten Bürgerrock vertauscht hatte, allzeit ein treuer Freund seines alten Regiments und der deutschen Wehr- macht. Was Wilhelm Wodaege als Richter, Staatsanwalt und Menschen besonders auszeichnete, war seine reine, echte Menschlichkeit, sein Fleiß,, sein ziel- b^wußtes Wollen und sein klares Urteil. Eigenliebe war ihm fremd, er gehörte nicht sich, sondern seiner Familie, seinem Amte und seinem Volke. Er war ein eifriger Wanderer, der schon in der Morgenfrühe den deutschen Wald aufsuchte und am freien Samstagnachmittaa den geliebten Schiffenberg. Er lebte mit den Jahreszeiten: Im Winter auf den Skiern oder Schlittschuhen auf Schnee und Eis, im Frühling und Herbst im Paddelboot, und im Sommer ober wenn sonst bie Jahreszeit es erlaubte, war er ein eifriger Schwimmer, wie er einst ein tüchtiger Fechter in seiner Stubentenzeit war. Dabei litten seine amtlichen Pflichten niemals Not. Im Sport suchte unb fanb er bie gewünschte männliche Stählung, bie eble Harmonie zwischen Körper unb Geist, bie seinem Amte zu gut kamen. Wilhelm Wobaege war es, ber den Gießener Eisverein nach bem Weltkriege zu neuem Leben erweckte, ber ihm an einer ber schönsten Eisflächen Deutschlands ein eigenes Heim gründen half, er war es, ber bem Mittelbeutschen Skiverbanbe Vorstand und seine Bestrebungen besonders im heimatlichen hohen Vogelsberg fördern half, er war es, der auf der Lahn ober bem Ebersee ober auf schnellen Gewässern bem Pabbelsport hulbigte. Dieser Freunb ber Heimat, bie er einst hatte ver- teibigen helfen, war ganz selbstverstänblich auch als guter Deutscher ein eifriger Verfechter ber Ideen des Führers und des Dritten Reiches. In feinem eigenen Leben zeigte er auf, was es heißt, Volks- genösse zu sein. Als einfacher SA.-Mann marschierte er in Reih unb Glieb, in Schulungskursen sprach er über bas nationalsozialistische Gebankenaut unb setzte es in Amt unb Leben in bie Wirklichkeit um. Er war kein Raffer, kein Nörgler, kein Besserwisser, nur ein schlichter beutscher Mensch — auf seine eigene Art, ber an sich selbst jeben Anspruch stellte unb opferte, wo bas Vaterland, die Allgemeinheit unb ber Nächste bas Opfer offen ober ganz in ber Stille heischten. Wilhelm Wobaege ist in ben Sielen gestorben. Diel zu frühe. Wer ihn, ben körperlich unb geistig so außerorbentlich Tüchtigen kannte, vermag sein jähes Scheiben kaum zu fassen. Plötzlich, wenn auch ganz in ber Stille, ist er von seinen Berufskamera- ben, von seinen Sportfreunben, von seinen Parteigenossen unb seinen SA.-Kameraben gegangen, viel zu früh würbe er seiner Familie entrissen. Seine Freunde werden immerdar seiner gedenken. R. I. P. NSÄ.-Abzeichen geschützt durch das Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat unb Partei. Zu dem Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei unb zum Schutz ber Parteiuniformen vom 20. 12. 1934 ist am 16. 3. 1935 bie 3. Durchführungsverorbnung ergangen. Gemäß § 5 bes Gesetzes wirb mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft, wer parteiamtliche Uniformen, Uniformteile usw. ober Abzeichen ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, ihrer Glieberungen ober ber ihr angeschlossenen Verbänbe ohne Erlaubnis bes Reichsschatzmeisters gewerbsmäßig herstellt, vorrätig hält, feilhält ober sonst in Verkehr bringt. Nach § 3 ber Durchführungsverorbnung in 23er- binbung mit ber Anlage II gilt auch bas Abzeichen ber NSV. als parteiamtliches Abzeichen, so baß Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 5. Fortsetzung. Nachbruck verboten! Ein zitternber Seufzer entrang sich Franz Scholz' Lippen. Ihm würbe erst jetzt klar, wie schwer ihm ber Entschluß geworben war. Nun aber, ba es geschehen, sprach er schnell, ohne zu stocken, weiter: „Meinem Geschäft fehlt eine junge Kraft. Ich sehe es kleiner werben, veralten. Ich fühle mich ben Anforberungen ber neuen Zeit nicht mehr gewachsen; aber ich hänge an meinem Geschäft, möchte es erhalten. Ich habe schon lange nach einem Menschen gesucht, ber es weiterführt unb mieber zur alten Höhe bringen wirb. Ich weiß nur einen, zu bem ich bas Vertrauen hätte, ben ich bitten könnte, in meine Verhältnisse Einblick zu nehmen — Sie!" Freb antwortete nicht sofort. Vor seinen Augen stand bas alte, stattliche Geschäftsgebäube, an bem er des öfteren schon mit stummer Bewunberung Dorbeigegangen war; ihm war, als ob biefes Haus ihm jetzt zuwinkte, als ob sich seine Türen weit öffneten bei feinem Eintritt. „Ihr Vertrauen ehrt mich sehr, Herr Scholz", antwortete er endlich mit merkwürdig schwerer Zunge, „unb bas Anerbieten hat sehr viel Ver° lockenbes für mich!" „Wirklich?" fragte ber alte Herr, und über fein Antlitz huschte ein freudiges Lächeln. „Ich habe lange geschwankt, glaubte, mit meinem Anerbieten zu spät zu kommen. Heute ist Ihre Firma eine ber genanntesten. Heute können Sie sie zu einer ber führenben in der Branche machen!" „Was nicht ausschließt, daß sie an ber Seite ber Firma Scholz zur Führenben wirb. Ja, Herr Scholz, bas wäre eine Aufgabe für mich, bie sich zu losen lohnte." „Ich habe gewußt, baß Sie bie Aufgabe locken mürbe, nur bürfen Sie nicht übersehen, baß mein Geschäft nicht mehr auf ber gleichen Hohe steht wie früher." Freb lächelte. Was ber alte Mann ba sagte, war ihm bekannt. Gewiß, es würbe immer gesprochen, gemutmaßt, etwas Wahres aber war immer an bem Gerebe. Jeber wußte, baß bie Leistungsfähigkeit ber alten Firma fett Jahren zurückgegangen war. „Ich kann Ihnen selbstverstänblich heute noch nicht fest zufagen. Erst muß ich bie Schöben kennenlernen, bie bas Geschäft untergraben; aber ich traue mir zu, sie zu beseitigen, wenn sie nicht zu tief in ben Lebensnerv bes Geschäfts eingeschnitten haben." Scholz gab ihm die Hand. „Ich danke Ihnen für ben guten Willen, Herr Morlanb. Ich weiß, baß ich keinen besseren Nachfolger finben kann als Sie." Freb legte seine Hanb in bie ihm gebotene unb erroiberte ben Druck. „Was in meinen Kräften steht, werbe ich tun, unb wenn es Ihnen recht ist, kann ich mich morgen früh bereits einige Stunben von hier frei machen." „Ich werbe Sie, sagen wir um neun Uhr, mit meinem Auto abholen lassen. Paßt es Ihnen so?" „Gewiß!" Scholz erhob sich. „Wie wäre es, Herr Morlanb, wenn Sie an diesem Abenb mein Gast wären? Meine Tochter wirb sich sehr freuen, unb Ihr Büro hat längst Feierabenb gemacht." „Da Sie sich vorhin beklagten, bleibt mir nichts anberes übrig, als mitzugehen. Bitte, entschulbi- gen Sie mich noch einige Minuten." „Selbstverstänblich! Vielleicht kann ich einstweilen meine Tochter telephonisch oerftänbigen." Liane horchte auf, als ihr Vater ben Gast melbete. Sie legte ben Hörer auf bie Gabel zurück unb kam mit leichten Schritten in bas Musikzimmer gelaufen, wo Irene am Flügel faß. „Denke btr, wir werben heute abenb noch einen Gast haben. Mein Vater bringt Herrn Morlanb mit!" erklärte sie, unb ihr Gesicht strahlte noch immer in hellster Freude. Irene griff einen vollen Akkord. „Ach was — dein Lebensretter? Lebt der auch noch?^ Sie wandte sich nachlässig nach der Freundin um. „Da will ich nur schnell gehen unb Frau Keppler Bescheib sagen." Nichts kam Irene erwünschter als biefes Alleinsein. Nun konnte sie bie Maske ber Gleichgültigkeit fallen lasten unb beibe Hänbe auf bas heftig klopfenbe Herz brücken. Freb Morland! Endlich, endlich sollte sie ihn wiedersehen! Schon hatte die Stimme der Vernunft begonnen, die Oberhand in ihr zu gewinnen, nun war alles Wohlüberlegte vergessen, nun waren alle Pläne um die Zukunft nichtig. Heute würde sie ihn wiedersehen, würde mit ihm sprechen, würde es einrichten können, mit ihm allein zu sein, würde fragen können... Schritte schreckten sie auf. Sie mußte sich fasten. Die kleine Liane durfte nicht sehen, welchen Eindruck die Mitteilung, daß Fred Morland kommen würde, gemacht hatte. Sie griff wieder in die Tasten und wandte sich langsam nach Liane um, als diese die Tür öffnete. „Store ich auch nicht, Liane? Dein Vater weiß nicht, daß du mich hierbebalten willst!" sagte sie. „Ich mochte lieber Heimgeyen. Vielleicht haben bie Herren eine geschäftliche Auseinanbersetzung." *3 wo! Unb wenn — bann ist ja Papas Zimmer für sie ba. Wir können dann immer noch tun, was wir wollen." Irene schloß ben Deckel des Flügels. „Sag mal, Kleinchen", warf sie hin, „du freust dich wohl recht, daß er kommt?" „Natürlich freue ich mich. Wir sind ihm sehr zu Dank verpflichtet." „Unb bu bist kein bißchen verliebt in ihn?" Liane lachte hellauf; aber in ihre Wangen schoß jähe Rote. „Wie kommst bu barauf?" „Nun, es konnte immerhin sein. Herr Morlanb macht eine gute Figur, unb wo er noch bazu bein Lebensretter ist..." „Ich habe ihn seit meinem Geburtstag nicht gesehen." „Darum konntest bu boch verliebt sein. Interesse von seiner Seite scheint allerbings nicht vorzuliegen." Liane kam langsam an den Flügel. Sie sagte, ohne die Freundin anzusehen: „Glaubst bu überhaupt, baß er jemals heiraten wirb?" „Aber warum benn nicht?!" lachte Irene auf. „Ob er allerbings ein fo kleines Mädchen, wie bich, zur Frau nehmen mürbe — bas bezweifle ich sehr." Urplötzlich sah Liane Freb Morlanb burch ben nächtlichen Garten kommen unb ben hellen Schein eines Kleibes eilia burch bas Gebüsch verschwinben. Sie fragte boshaft: „Wie müßte bie Frau benn beschaffen sein, um bie er freien müßte? Meinst bu vielleicht, so wie bu?" Nun schoß jähe Rote in bas Gesicht ber anderen. „Liane, bas ist ein übler Scherzi Wie kommst bu gerabe auf mich? Ich habe ihn zweimal in meinem Leben gesehene „Ich auch nicht öfter!" lachte Liane unb lenkte schnell ein: „Da aller guten Dinge brei finb, werben mir also heute bas Vergnügen haben — unb bann vielleicht nie mieber!" — Eine Viertelstunde später tönte die Klingel durch das Haus. Liane lief ihrem Vater entgegen; sie sprang graziös die Treppe hinab, unb bes Vaters Augen strahlten ihr freudig entgegen. Sie sah reizend aus. Irene folgte ber Freundin nicht sofort; sie marf einen prüfenden Blick in den Spiegel, strich sich die Haare glatt und nickte ihrem Spiegelbild zu. Sie konnte sich sehen lassen. Das dunkle Haar lag in rnunderschönen Wellen auf ihrem Kopfe, bas strenge Schwarz ihrer Klerbung hob ihre vollkommen ebenmäßige Erscheinung hervor, ließ ihr Gesicht schmaler unb feiner erscheinen, als es in Wirklichkeit mar. „Guten Abenb, Fräulein Scholz! Verzeihen Sie, daß ich ohne vorhe^ge Ansage Ihrem Herrn Vater gefolgt bin!" hörte Irene von unten her seine Stimme. Sie beugte sich über das Geländer. Nein in seinem Gesicht stand nur formelle Höflichkeit. Liane aber strahlte ihn an. Sie murmelte etwas Unverständliches und wurde sehr rot. Nein, sich die kleine Liane als Frau dieses Mannes zu denken, unmöglich ... Sehr natürlich und ungeziert begrüßt Irene die Herren — um wieviel gewandter war sie doch als die Tochter bes Häuf es, unb wie sicher unb ohne Scheu leitete sie bas Gespräch ein! Sie speisten im Beisein Frau Kepplers, unb wieder gab sich Irene Mühe, ein anregendes Gespräch zu- standezubringen; aber es fiel schwer. Franz Scholz mar merfroürbig still. Seine blasse Hautfarbe fiel Fred auf, dessen Aufmerksamkeit sich zwischen Scholz und Irene teilte. Was war mit dem Manne? Schien es nicht, als ab er sich mit jedem Bissen abquälte? Merkwürdig, daß der Tochter nichts aufsiel; aber Liane neckte sich mit ber Freundin, richtete auch an den Vater das Wort, der sich bemühte, fröhlich und heiter zu antworten. Plötzlich, als das Mädchen eben Obst gebracht hatte, kam ein röchelnder Schrei aus Scholz' Mund, feine Hände griffen nach vorn ins Leere, der Körper sank jählings zurück. Fred sprang auf und eilte an seine Seite. Frau Keppler schrie auf, Irene saß starr vor Schreck, Liane wurde kreideweiß im Gesicht. „Papa, Papak" stammelte sie, sprang auf und eilte zu ihm. Endlos schlichen die Minuten, bis ber Arzt kam. Schlaganfall, stellte er fest, unb bas begleitende Achselzucken sagte Freb mehr als Worte. Der Tochter gegenüber gab ber langjährige Hausarzt sich zuversichtlicher; er tröstete, flößte Hoffnung ein. Liane klammerte sich an ebes zuversichtliche Wort. Sie wollte alles, alles ür ben Vater tun. Sie weigerte sich auch, eine P legerin zu nehmen. Keiner würbe den Vater bes er pflegen können als sie. Der Arzt lächelte ein wenig, während fein Blick schnell musternd ihre zierliche Gestalt überflog. „Damit der Vater, wenn er sich wieder erholt hat, die Tochter dann pflegen kann", sagte er, sich verabschiedend. Fred verließ mit Irene bas Haus. Ach, welche Hoffnungen hatte Irene an biefen Heimweg geknüpft! Nun stand sie ganz unter dem Eindruck des eben Erlebten, konnte reinen klaren Gedanken fassen, sah immer noch den bewußtlosen Mann vor sich, den sie für einen Toten gehalten hatte. Auch Fred schwieg, den eigenen Gedanken nachhängend. Wenn Franz Scholz starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, dann erlosch jähe das schöne Zukunftsbild das seit wenigen Stunden vor seinen Augen stand. War es verwesten, vom Schicksal eine so jähe Erhöhung zu erwarten? Schon fast an ber Untermainbrücke, raffte Irene sich zusammen. „Mir ist der Schreck in die Glieder gefahren. Wenn Liane den Vater verliert — es ist nicht auszudenken." „Es ist Bestimmung, daß die Eltern vor den Kindern gehen müssen." „Ja, gewiß, aber ich kenne kein ähnliches inniges Verhältnis zwischen Vater unb Tochter wie hier. (Fortsetzung folgt!) der unbefugte Gebrauch dieses Abzeichens strafbar ist. Keine postzustellvng am I.Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, dem 1. Mai, wird die Deutsche Reichspost — ab- een von Eilsendungen — keine Post zustellen. . fänger können jedoch an diesem Tage Briefsendungen und Zeitungen während zwei Stunden, die in den einzelnen Orten noch näher bezeichnet werden, von den Zustellpostämtern abholen. Um auch dem Personal in möglichst weitem Umfange die Teilnahme an den Veranstaltungen zu ermöglichen, bittet die Reichspost, von der außergewöhnlichen Abholung nur in dringenden Fällen Gebrauch zu machen. Um ein längeres Warten bei der Nachfrage nach Sendungen zu vermeiden, empfiehlt es fick, die Absicht, außergewöhnlich abholen Äu wollen, dem zuständigen Postamt bis zum vorhergehenden Tage schriftlich mitzuteilen. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „firafl durch Jreube“. Am Donnerstag, 25. April, findet in der Uni- versität der zweite Vortrag in der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk" statt. Es spricht Prof. Höenchen über das Thema: „Der Glaube der Ahnen in unserer Zeit". Herr Prof. Haenchen schreibt dazu: „Der Glaube der Ahnen in unserer Zeit — darin liegen Bestellung von Fichtengrün für den 1. Mai. Am 1. Mal sollen Fenster, Türen und alle öffentlichen Lokale und Gasthäuser mit frischem Grün geschmückt werden. Es werden geliefert Fichtenreifer in Dellen und Bäume in beschränkter Anzahl. Die Bestellungen dazu sind bis Samstag, 2 7. April, 12 Uhr, bei der Stadtverwaltung abzugeben, damit diese ordnungsgemäß erledigt werden können. Die Stadtverwaltung sorgt dafür, daß das bestellte Grün auch an die Besteller ausgehändigt wird. Schmelz, Sreispropagandaleiter. zwei Fragen: einmal: Was bat die Wissenschaft heute vom Glauben unserer Ahnen zu sagen? und zum anderen: Was bedeutet dieser Glaube für unsere Zeit? Auf beide Fragen will der Vortrag Antwort geben: Während man ftüher vielfach meinte, die Religion der alten Germanen sei nur ein Glaube an die Mächte des Naturlebens gewesen, wie er sich bei allen primitiven Völkern zeigt, hat die moderne Religionsforschung erkannt, welche Tiefe der Lebensauffassung und welche Größe der Weltanschauung in den Gestalten der alten Götterwelt lebendig war. Die sittlichen Forderungen aber, die der alte germanische Glaube unseren Ahnen stellte, sind heute nicht belanglos geworden, sondern haben in den .rnnthischen Gestalten^ des Kämpfers, des Bauern und des Arbeiters einen neuen Ausdruck gefunden". Arbeitskameraden aus allen Betrieben! Besucht die Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk", die von den Professoren unserer Universität unentgeltlich für alle Volksgenossen gehalten werden. Diejenigen, die den ersten Vortrag von Prof. D u k e n gehört haben, werden bestimmt auch die weiteren Vorträge besuchen, dessen sind wir sicher. Wir bitten aber auch, im Kreise der Kameraden für den Besuch der Vortragsreihe zu werben. Voranzeige! Am Vorabend zum 1. Mai, am 30. April, 20 Uhr, in der Volkshalle „Die 9. Symphonie" von L. v. Beethoven. Leitung: Professor Temesvary. Mitwirkende: Das Gießener Stadttheaterorchester, die Wehrmachtkapelle, verstärkt durch Mitglieder des Orchestervereins Gießen und der SA.-Kapelle Gießen, sowie sämtliche Gießener Gesangvereine und andere Gemeinschaften. Die Solopartien liegen in den Händen folgender berühmter Solisten: Ria Ginster, Frankfurt a. M. (Sopran), Henny Schmitt, Frankfurt a. M. (Alt), Willi Lorscheider, Frankfurt a. M. (Tenor), Wilhelm Strienz, Berlin (Baß). Der Eintrittspreis beträgt für alle Plätze, da man überall gleich gut hört, im Vorverkauf 70 Pfennig, an der Abendkasse 1 Mark. Für Zuganschlüsse nach den umliegenden Orten und Kreisen wird gesorgt. Karten sind ab heute im Vorverkauf zu haben bei den Ortsgruppen der DAF., in den Betrieben, auf der Geschäftsstelle „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Zimmer 8, bei der Frauenschaft, im Musikhaus Challier, bei Frau Huntemann, Seltersweg. * Nächste Chorprobe für die „9. Symphonie" Mittwoch, 24. April, 20.15 Uhr, für den ganzen Chor, großer Hörsaal. An unsere Kameraden in allen Betrieben. Am Freitag, 26. April, abends 8 Uhr, hält Prof. Temesvary im großen Hörsaal der Universität einen Einführungsvortrag für die „9. Symphonie" von Beethoven. Der Eintritt ist für jedermann frei. Die „9. Symphonie" ist wohl das volkstümlichste Werk Beethovens. Wenn Herr Prof. Temes- v a r y trotzdem einen Einfüyrungsvortrag hält, so nur deshalb, um auf besondere Feinheiten des Werkes aufmerksam zu machen. Wir verweisen schon jetzt auf diesen Vortrag, damit unsere KdF.-Warte alle Volksgenossen auf die einzigartige Aufführung aufmerksam machen können. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch : Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr, „Der Graf von Luxemburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Barcarole". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr, Zweite Aus- ftellung aus Gießener Privatbesitz. — Stadttheater Gießen. Heute, 19.30 Uhr, Erstaufführung der Meisteroperette Lehärs „Der Graf von Luxemburg". Leitung Wrede, Cuj6, von Rabenau; Mitwirkende: Damen: Ellen Haack-Bittler (Frankfurt a. M.) als Gast, Perry, Schubert-Jüngling; Herren: Geiger, Goebel, Hub, Kley, Lindt, Seitz, Tank, Valckenberg, Weiser. Ende 22.15 Uhr. Oarlehnsgewährung zur Förderung des Kleinwohnungsbaues. Die Landesversicherungsanstalt in Darmstadt wird zur Förderung des Kleinwohnungsbaues und damit zugunsten der Arbeitsbeschaffung Wohnungsbaudarlehen an ihre Versicherten geben. Den hessischen Bürgermeistereien gehen Richtlinien für die Gewährung dieser Darlehen zu. Baulustige können die Merkblätter bei den Bürgermeistereien unentgeltlich erhalten. Die Landesversicherungsanstalt gibt Darlehen bis zu 40 v. H. des Boden- und Bau- wertes. Darüber hinaus können von der Landeskommunalbank (Girozentrale für Hessen in Darmstadt) vorbehaltlich der Prüfung des Einzelfalles die Darlehen bis zu 75 v. H. des Boden- und Bauwertes erhöht werden, wenn die zuständige Gemeinde für den 40 v. H. des Boden- und Bauwertes über- teigenden Betrag Bürgschaft leistet. Diese Bürg- chaftsleistung ist durch den Herrn Reichsfinanz. Minister grundsätzlich genehmigt worden. Darlehensgesuche sind über die zuständigen Bürgermeistereien an die Landesversicherungsanstalt Hessen in Darmstadt, Wilhelminenstraße 34, zu richten. Dort können auch die Bedingungen und sonstigen Auskünfte eingeholt werden. Große Handwerker-Kundgebung in Gießen. Die Kreishandwerkerschaft Gießen kündigt in unserem heuttaen Anzeigenteil eine große öffentliche Kundgebung des Handwerks des Kreises Gießen am kommenden Freitagabend in der „Liebigshöhe" zu Gießen an. Es spricht der Reichsinnungsmeister Pg. Renz (Berlin) über das Thema „Das Hand- werk im dritten Jahre des Wiederaufbaues". Auch die Handwerker aus den Kreisen Alsfeld, Büdin- gen, Friedberg, Lauterbach und Schotten, sowie die gesamte übrige Bevölkerung ist zu der Kundgebung eingeladen. Man beachte die heutige Anzeige. Neuorganisation der Kulturbauümter. Auf Grund der Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen über die Umorganisation der Kulturbau- ämter ist ab 1. April 1935 an Stelle des seitherigen Kulturbauamtes Gießen mit der Nebenstelle Lau- terbach und des Kulturbauamts Friedberg das K u (• turbauamt Oberhessen mit dem Hauptamt in Gießen und den Außendienststellen Alsfeld, Friedberg und Lauterbach getreten. Amtsvorstand des KulturbauamtesOber- Hessen: Reg.-Baurat Lorenz; Stellvertteter: Regierungsbaurat Mangold. Dienststellenleiter der Dienststelle Alsfeld: Regierungsbaurat Krause. Dienststellenleiter der Dienststelle Lauterbach: Kulturbaubürodirektor Jockel. Dienststellenleiter der Dienststelle Friedberg: Kulturbauoberinspektor A l t. Die einzelnen Dienstbezirke umfassen folgende Kreise bzw. Orte: a 1. Das Kulturbauamt Oberhessen in Gießen (Frankfurter Sttaße 29, Nebenhaus, Telephon 3311): Die Orte des Kreises Gießen mit Ausnahme von Grünberg, Lauter, Stangenrod, Stockhausen, Villingen, Weickartshain und folgende Orte des Kreises Schotten: Stornfels, Ulfa, Eichelsdorf, Rainrod, Ober-Schmitten, Ober-Lais, Glashütten, Eichelsachfen, Wingershausen, Steinberg. 2. Dienststelle Alsfeld: sämtliche Orte und Gemarkungen des Kreises Alsfeld und hierzu von dem Kreis Gießen die Orte und Gemarkungen Grünberg, Lauter, Stangenrod, Stockhausen, Villingen und Weickartshain. Von dem Kreis Schotten die Orte und Gemarkungen: Altenhain, Babenhausen II, Freienseen, Gonterskirchen, Groß-Eichen, Höckers- darf, Klein-Eichen, Köddingen, Lardenbach, Laubach, Ober-Seibertenrod, Ruppertsburg, Schmitten, Sellnrod, Solms-Ilsdorf, Stumpertenrod, Unter- Seibertenrod, Wetterfeld, Wohnfeld. 3. Dienststelle Friedberg: sämtliche Orte und Gemarkungen des Kreises Friedberg und Büdingen. 4. Dienststelle Lauterbach: sämtliche Orte und Gemarkungen des Kreises Lauterbach und hierzu vom Kreise Schotten die Orte und Gemarkungen Betzenrod, Breungeshain, Burkhards. Busenborn, Einartshausen, Eschenrod, Felokrücken, Gedern, Götzen, Hartmannshain, Helpershain, Herchenhain, Kaulstoß, Kölzenhain, Meiches, Michelbach, Ober- Seemen, Revgeshain, Rudingshain, Schotten, Sichenhausen, Ulrichstein und Volkartshain. * ** Ernennung und Anstellung. Der in weiten Kreisen als alter Kämpfer der SA. bekannte jetzige SS.-Sturmführer Heinz Hermann Horn in Gießen wurde durch Anstellungsverfügung des Oberbürgermeisters unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum planmäßigen Verwaltungs- Dberaffiftent der Gießener Stadtverwaltung mit Wirkung vom 1. April 1935 ab ernannt. Oberbürgermeister Ritter hat in der Ernennungs- und Änstellungsurkunde der besonderen Verdienste des Herrn Horn im Kampfe für die nationale Erhebung als Gefolgsmann des Führers Adolf Hitler gedacht. ** Freisprechungsfeier der Kaufmann s l e h r l i n g e. Der örtliche Prüfungsausschuß für die Durchführung der Kaufmannsgehilfen- prüfung veranstaltet am kommenden Sonntag, 28. April, im Caf6 Leib eine Freisprechungsfeier der auslernenden Kaufmannslehrlinge. Die Feier wird durch musikalische und gesangliche Vorträge verschönt. ** Silbernes, SA. -Sportabzeichen verloren. Ein Alter Kämpfer der Gießener SA. hat dieser Tage fein silbernes SA.-Sportabzeichen verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, das Abzeichen beim Fundbüro der Polizei abzugeben. ** Zusammenstoß zwischen Radfah - rer und Motorradler. An der Ecke Frieorich- straße und Wetzlarer Weg stieß gestern der auf seinem Fahrrad aus der Friedrichstraße nach dem Wetzlarer Weg einbiegende Heinrich Franz, An der Kläranlage wohnhaft, mit einem unversehens daherkommenoen Motorradfahrer zusammen. Franz kam dabei zu Fall und trug eine Gehirnerschütterung davon, die seine Ueberführung in die Klinik erforderlich machte. ** Braucht man Kurzschrift und Maschinenschreiben? Ab und zu, wenn auch schon bedeutend seltener als früher, findet man die Ansicht, daß gründliche Fertigkeiten in der Kurzschrift und im Maschinenschreiben nicht notwendig seien. Die Beründung ist bann meistens: „Ich habe für beides eben keine Verwendung". Dieselben, die von Kurzschrift und Maschinenschreiben nichts wissen wollen, klagen dann aber, daß sie keine Stellung finden, oder in ihrem Beruf nicht recht vorwärtskommen. Wer in feinen Beruf etwas erreichen, wer vorwärtskommen will, der braucht unbedingt Kurzschrift und Maschinenschreiben. Aber es genügt nicht, daß er nur eine oberflächliche Kenntnis hat. Nur bei einer entsprechenden Fertigkeit macht sich die Mühe der Erlernung tausendfach bezahlt, hat man wirklichen Nutzen von der Erlernung. Es genügt nicht, Kurzschrift und Maschinenschreiben einmal zu lernen. Stetige Hebung und Erweiterung der Kenntnisse ist unbedingt notwendig. Zweckmäßige Mittel dazu sind: Das Lesen stenographischer Zeitschriften, die regelmäßige Teilnahme an den Leiftungsschreiben der Deutschen Stenographenschaft, die Verwendung der Kurz- schriftt bei allen Aufzeichnungen, wohl überlegtes Training im Maschinenschreiben. Man beachte die heutige Anzeige der Deutschen Stenographenschaft. Oberheffen. Oer Führer als pale. * Ettingshausen (Kreis Gießen), 24. April. Bei dem 10. lebenden Kinde, dem 7. Sohne des hiesigen Arbeiters Konrad Görnert hat der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Ehrenpatenschaft übernommen. Der Führer ließ den Eltern ein Glückwunschschreiben und ein Ehrengeschenk zugehen. Oer Voranschlag des Kreises Friedberg. LPD. Friedberg, 23. Avril. Unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Straub fand eine ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Friedberg zur Beschlußfassung über den Kreisvoranschlag 1935 statt. Der Kreiskassenvoranschlag ist in Einnahmen und Ausgaben mit 1007 000 RM. ausgeglichen. Die Kreisumlage wurde auf rund 357 000 RM. festgesetzt. Der Schwerpunkt des Ausgabenetats liegt, wie immer, bei der Wohlfahrtspflege. Dieses Kapitel schließt in Einnahme mit 192 065 RM., in Ausgaoe mit 520 913 RM. ab. Sonach verbleibt ein Fehlbetrag von 334 848 RM. Neue Schulden des Kreises wurden nicht eingegangen; der Kreis ist auch weiterhin schuldenfrei. Kreisleiter Seipel stellte den Antrag, den Gefamtvoranschlag en bloc anzunehmen. Diesem Antrag stimmte die Versammlung einmütig zu. Autounfall bei Langsdorf. * Nidda, 24. April. Der hiesige Zahnarzt Dr. R ü s e w a l d, der am gestrigen Dienstag seine Frau und ein neugeborenes Kind aus der Klinik in Gießen abholte und sich zu diesem Zweck einen Kraftwagen und den Chauffeur von einer hiesigen Firma bestellt hatte, erlitt auf der Fahrt von Gießen nach Nidda und zwar auf der Strecke zwischen Langsdorf und Hungen einen Autounfall, der leicht schlimmste Folgen nach sich ziehen konnte. Anscheinend infolge eines Achsenbruches verlor der Kraftwagenführer die Herrschaft über den fast neuen Wagen und fuhr gegen einen Baum. Bei dem heftigen Anprall erlitt die Frau des Zahnarztes verschiedene Verletzungen am Kopf und am Rücken und mußte in das Krankenhaus nach Hungen eingeliefert werden. Glücklicherweise stellten sich die Verletzungen als nicht sehr erheblich heraus, so daß die Verunglückte voraussichtlich am heutigen Nachmittag wieder entlassen werden kann. Der zehn Tage alte Säugling blieb, obwohl er durch die große Wucht durch die Windschutzscheibe hindurch auf die Straße geschleudert wurde, unverletzt. Auch Dr. Rüsewald und der Chauffeur kamen mit dem Schrecken davon. Die Gendarmerie nahm sofort die (Ermittlungen über die Ursache des Unglücks auf. Am Hochzeitstage seines Sohnes schwer verunglückt. * Deckenbach (Kreis Alsfeld), 24. April. Am zweiten Dfterfeiertag fand in der Familie des hiesigen Landwirts Grob die Hochzeit des Sohnes statt, bei der u. a. auch die schönen alten Trachten aus dem Ebsdorfer Grund in Erscheinung traten. Bedauerlicherweise wurde die Hochzeitsfeier dadurch getrübt, daß der Vater des jungen Mannes, der Landwirt Grob, im Stalle von einem Pferd, das er mit Futter versorgen wollte, durch einen heftigen Hufschlag gegen den Unterleib schwer verletzt wurde. Der bedauernswerte Mann mußte schleunigst nach Gießen in die Klinik gebracht werden, wo er in sehr ernstem Zustand mit schweren inneren Verletzungen barnleberüegt. Landkreis Gießen. $ Alten-Buseck, 23. April. Am zweiten Dfterfeiertag veranstaltete ble hiesige Sängervereinigung im Saale von Ph. E i n h ä u s e r einen Unterhaltungsabenb. Die musikalische Leitung lag in ben Händen des Dirigenten Ludwig Schreiner, Alten-Buseck. Die Musikstücke und Gesangchöre wurden mit großem Beifall aufgenommen. Einen besonderen Genuß bot Herr Schwarzlose, Gießen, mit dem Trompetensolo „Es blies ein Jäger wohl in fein Horn". Als Dreiakter wurde der Schwank „Die spanische Fliege" vorzüglich gegeben und loste bei dem beifallsft'eu- btgen Publikum große Heiterkeit aus. Tanz und geselliges Beisammensein bildete den Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung. t £ r e i s a. d. Lda., 23. April. Die Haus- sammlung für die Innere Mission, die auch in diesem Jahre wieder von den Kirchenvorstehern vorgenommen worden war, ergab 57 Mark gegen 67 Mark im vorigen Jahr. Die Kirchenkollekte an Palmarum betrug 15 Mark. Eine Straßensammlung und ein Verkauf von Abzeichen fand nicht statt. — Der Abendgottesdienst am Gründonnerstag mußte ausfallen, da unser Dorf von 19,45 bis 21,30 Uhr infolge einer Störung des Ortsnetzes im Dunkeln lag. Am Karfreitagnachmittag wurde in der Kirche eine liturgische Karfrei- tagsfeier abgehalten, bei der die 1. Schule zwei mehrstimmige Choräle vortrug. Der Posaunenchor begleitete die Gemeindegesänge und spielte zwei Karfreitagssätze. Y Watzenborn-Steinberg, 23. April. Heute nachmittag ereignete sich an der Sttaßenkreu- zung Hausen—Schiffenberg—Watzenborn ein Verkehrsunfall. Der von der Arbeit kommende Pächter des Schisfenberger Steinbruchs Wilhelm Dörr von hier wurde mit seinem Motorrad von einem von Hausen kommenden Auto angefahren und erheblich verletzt. Sie Sohn, der auf dem Sozius saß, mußte sich auch in ärztliche Behandlung geben. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. ^'Leihgestern, 23. April. Die Ortsgruppe Leihgestern des NSDFB. (Stahl- Helm) beging am Samstagabend bei Kamerad Schröder die Feier des Geburtstages des Führers und Reichskanzlers. Der Ortsgruppenführer zeichnete, nachdem er die Kameraden begrüßt hatte, ein Bild des Führers und Kanzlers, erinnerte daran, daß er dem deutschen Volke am Vortage des Heldengedenktages die Wehrhoheit zurückgegeben und damit einen Tag von größter historischer Bedeutung geschaffen habe, der ihm alle alten Sol- datenherzen höher entgegenschlagen ließ. Von ben Stahlhelmfahnen sind die Trauerflore gefallen, von der deutschen Volksseele der Trauervoryang weg- gezogen. Mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil dem Führer au seinem Geburtstage, dem alle Anwesenden freudig zustimmten, beendete er seine Ausführungen. Der Austausch von Fronterlebnissen hielt die Kameraden nych längere Zeit beisammen. — In unterem schönen, mit Kränzen festlich geschmückten Gotteshause fand am gestrigen zweiten Dfterfeiertag unter starker Beteiligung der Gemeinde die diesjährige Konfirmation von 20 Knaben und 15 Mädchen statt. Die Eingänge zur Kirche waren nach alter Sitte mit Tannenbäumchen und Girlanden, der Eingang zum Pfarrhaus mit Tannenbäumchen geschmückt. * Lang-Göns, 23. April. Bei der Geld- sammlung für bie Innere Mission, die von Mitgliedern des Kirchenvorstandes und des Evangelischen Frauenvereins vorgenommen wurde, ging Die stattliche Summe von 326 Mark ein. Diese Summ wird sich, weil noch einige Nachzeichnungen hinzukommen, auf rund 360 Mark erhöhen. — Am Karsreitagabend wurde in der überfüllten Kirche eine Passionsandacht gehalten, die einen tiefen Eindruck hinterließ. Mitwirkende waren ein Streichtrio, der Posaunenchor und her gemischte Chor. Nach einer Einleitung des Posaunenchors und gemeinsamem Gesang der Gemeinde wurde eine Sonate von Händel gespielt (Orgel und Violine). Es folgte die Ansprache des Drtsgeistlichen, darauf das Largo von Handel, fobann bie Passionsbetrach- hing aus bem Matthäusevangelium, teils gesprochen, teils gesungen vom gemischten Chor unter Leitung von Weitzbinbermeister Boller unb vom Mädchenchor unter Leitung von Richard Boller. Auch am ersten Feiertag wurde der Gottesdienst durch musikalische Darbietungen des Stteichttios bereichert. Am zweiten Feiertag wurden die Konfirmanden in der hiesigen Kirche vorgesteklt unb geprüft. Die Konfirmation finbet — wie seither schon immer — am Sonntag nach Dstern statt. s Lang-Göns, 23.April. In ber Turnhalle würbe am Samstag in mürbtger unb einbrucksvoller Form bes Geburtstages unseres Führers gebacht. Nach dem Einzug ber Fahnen unb einem Marsch der SA.-Kapelle, sowie unter den Fanfarenklängen des Jungvolkes, die hier zum ersten Male in ber Öffentlichkeit auftraten, sprach der Hitlerjunge Albert M ü l l e r ein kurzes Gedicht. Darauf hielt Ortsgruppenlelter Wenzel eine kurze Ansprache, in der er von dem Gedanken ausging, daß man an dem Geburtstag eines großen Mannes zurückblicken müsse auf die Vergangenheit. Er schilderte sodann die Kriegs- und Kampfjahre unseres Reichskanzlers und zeigte, wie sich Adolf Hitler langsam, aber zielsicher zum Führer des gesamten deutschen Volkes aufschwang. Der Redner erneuerte den Schwur, dem Führer zu jeder Zeit zu folgen. Das Sieg-Heil auf den Führer fand begeifterten Widerhall. Es folgten darauf Sprechchöre und Lieder des BdM. Die Gesangvereine „Frohsinn" unb „Germania" fangen gemeinsam unter Leitung von Karl Faber „Das ist ber Tag des Herrn!", sodann unter Leitung von Wilhelm D e r n „0 Deutschland!" Darauf schilderte der Sturmführer unserer SA., N a p o r a, die Jugendzeit des Reichskanzlers und erinnerte an die Gabe ber SA. an den Führer. Die Führerin der NS.-Frauenschaft, Frl. Schwinn, trug noch einige Gedichte vor. Unter Musik und dem Abmarsch der Formationen fand die Feier ihr Ende. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 23. April. Nachdem die Regenperiode, die die Arbeiten im Felde stark behinderte, jetzt anscheinend zu Ende ist, läßt sich der Stand des Getrei - Des übersehen. Beide Arten, Winter- wie Som- merftucht, stehen ausgezeichnet und haben keineswegs gelitten, wie fast in jebem ber letzten Jahre. Auch ber Klee läßt überall fast nichts zu wünschen übrig; die Bauern hoffen, daß das warme Wetter nun bald dafür sorgen wird, daß er rasch wächst, denn die Futternot ist ziemlich groß. Die Dorratsräume und Scheuern sind leer. Jedermann wartet auf das Grünfutter. Das Futterkorn wurde zum Teil fchvn geschnitten. Mit dem Einsetzen des trockenen Wetters beginnen auch die Arbeiten an den Hackfrüchten. Die Dickwurzkörner find zum Teil schon gelegt. Man bedient sich hier fast überall ber Setzmaschine, bie leicht unb schnell bedient werden kann. In dieser Woche beginnt nun mit aller Macht das Setzen der Kartoffeln. Da sich das Land gut bearbeiten läßt, wird auch diese Arbeit — wenn das Wetter gut bleibt — bald getan fein. ch Dorf-Gill, 23. April. Arn gestrigen Ostermontag wurden sechs Knaben unb sechs Mäbchen unserer Gemeinbe konfirmiert. In bie Schule wurden zwei Knaben und zwei Mädchen neu auf« genommen. — Die Haussammlung für bie Innere Mission, die in unserer Gemeinde vom 8. bis 14. April von den Kirchenvorstehem vorgenommen wurde, erbrachte den stattlichen Bettag von 137 Mark. Die Kirchenkollekte betrug 17 Mark. Kreis Friedberg. + Ober-Mörlen, 23. April. Am Ostersonntag gegen Abend ereignete sich auf der Provinzial- straße nach Ufingen, unweit bes Ausflugsortes Ziegenberg, ein schwerer Autounfall. Ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen fuhr mit für Hände, die im Haushalt schaffen: Leokrem / voller Wucht geaen einen Telephonmast, der dabei umgedrückt wurde. Der Führer des Kraftwagens erlitt innere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden; einer der Beifahrer erlitt eine Knöchelverletzung, der andere Schnittwunden am Kopf und an den Händen. Der Kraftwagen mußte abgeschleppt werden. Kreis Büdingen. * Unter-Widdersheim, 24. April. Die 67 Jahre alte Frau Emilie R u p p e l von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des rechten Oberschenkels und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. * Lißberg, 23. April. Als er auf seinem Fahrrad unterwegs war und einem entgegenkommenden Gefährt ausweichen wollte, ft ü r z t e der 41 Fahre alte Steinbrucharbeiter Wilhelm Seipel von hier mit seinem Fahrrad. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und einen Schlüsselbeinbruch, die seine Üeber- führung nach der Gießener Klinik erforderlich machten Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 19. April. Wie bereits berichtet, feiern heute die Eheleute Johannes Rühl II. und Katharine, geborene Müller, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Ortsgeistliche überreichte dem Jubelpaar ein Gedenkblatt des kommissarischen Propstes von Oberhessen Trom- mershausen aus Frankfurt a. M. und im Namen der Kirchengemeinde einen gerahmten Gedenkspruch. Der Jubilar gehörte seit 1928 der Kirchengemeindevertretung an. Des weiteren überreichte Bürgermeister Faust ein Glückwunschschreiben des Gauleiters Sprenger. — Für die Innere Mission gingen in Der vergangenen Woche 73,25 Mark in unserem Kirchspiel ein. ch Groß-Eichen, 23 April. Gestern wurden in feierlichem Gottesdienst die Konfirmanden eingesegnet Es waren 18 Konfirmanden, 12 Knaben und 6 Mädchen, darunter zwei Knaben aus Klein-Eichen. Am heutigen dritten Oftertag fand der traditionelle Konfirmandenausflug statt, der diesmal nach Amöneburg. Neu-Ulrichstein, Homberg (Ohm) führte Preußen. Kreis Wehlar. * Launsbach, 23. April. Im Rahmen des großen Werbefeldzuges des Reichsluftschutzbundes wurde auch in unserem Dorfe eine rege Hauswerbung durchgeführt. Es wurden 23 neue Mitglieder gewonnen, so daß der RLB. in unserer Gemeinde nunmehr 277 Mitglieder zählt, das sind rund 31 v. H. der Gesamtbevölkerung. Der RLB. ist die stärkste Organisation in unserem Orte Kreis Warburg. * Nordeck, 23. April. Am 2. Osterfeiertag kam der 11 Jahre alte Sohn des Schlossermeisters Schönewand von hier so unglücklich zu Fall, daß er einen U n t e r s ch e n k e l b r u ch erlitt. Der bedauernswerte Junge mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Eröffnung des 3. Kynologischen Weltkongresses in Frankfurt. LPD. Frankfurt a.M., 23. April. Am Oster- montag fand hier im Römer die feierliche Eröffnung des 3. Kynologischen Weltkongresses statt, zu dem sich zahlreiche Vertreter aus allen Ländern eingefunden hatten. Im Anschluß an diesen Kongreß beginnt die große Internationale Hundeausstellung auf dem Ausstellungsgelände. In Vertretung des leider erkrankten Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger eröffnete Oberbürgermeister und preußischer Staatsrat Dr. Krebs den Kongreß mit einer Ansprache, in der er u. a. darauf hinwies, daß ein Kongreß von wahrhaft internationalem Ausmaß und von internationaler Bedeutung seinen Anfang nehme. Nicht weniger als 32 Nationen hätten ihre Vertreter zu diesem Kongreß entsandt und nicht weniger als 3325 unserer treuen vierbeinigen Freunde, die 124 verschiedenen Rassen angehörten, ständen vom 26. bis 28. d. M. zur Schau. Der Redner hieß dann im Namen des erkrankten Reichsstatthalters von Hessen als des Vertreters des Schirmherrn des 3. Kynologischen Weltkongresses, des Herren Reichs- und preußischen Ministers des Innern Dr. Frick, als auch selbst als Leiter der Stadt Frankfurt, die Gäste herzlich willkommen und wünschte ihren Verhandlungen den besten Erfolg. Er dankte allen maßgebenden Personen der Federation Cynoligique Internationale dafür, daß sie Frankfurt a. M. als Kongreßstadt auserwählt haben und meinte, daß dies kein bloßer Zufall fei, denn Frankfurt habe auf kynologifchem Gebiete eine beachtliche Tradition, u. a. fei Frankfurt auch die Geburtsstätte des deutschen Kartells für das Hundewesen. Im Anschluß an die Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters dankte der "derzeitige Vorsitzende der Federation Cynologique Internationale, Hans Glöckner- Deisenhofen bei München, dem Schirmherrn des Kongresses Reichsminister Dr. Frick und dem Ehrenführer des Kongresses Reichssportführer von Tschammer und Osten, ferner dem Reichsstatthalter von Hessen und dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. für all das, was sie zum Gelingen der Ausstellung und des Kongresses beigetragen haben. Mr. Baron H o u t a r d - Belgien, der frühere Vorsitzende der Föderation, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die so erfolgreich auf den beiden ersten Kongressen von Florenz und Monaco aufgenommenen Arbeiten in Frankfurt ebenso erfolgreich fortgesetzt werden können. Herr Larsen-Genf gab dann einen Ueberblick über die Arbeiten des Kongresses und die Arbeitseinteilung. /^Wer wollte da nicht mitmachen V Jeder kann teilnehmen an den Zeltlagern der Hitlerjugend, die nun bald wieder an den landschaftlich schönsten Plätzen des Gaues, im Taunus, im Vogelsberg, im Spessart, in der Rhön, im Odenwald, in der Rhein-Main-Ebene, im Westerwald, errichtet werden, um allen Jungen, gleich welchen Berufs, gleich welcher Konfession, Wochen der Erholung und der Kameradschaft zu geben. Rundfunkprogramm Freitag, 26. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gyrnastik. 6.55: Morgenspruch. — Choral. 7: Frühkonzert. 9: Werbekonzert und Nachrichten. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 1145: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I der Kapelle Willi Wende. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschafts- bcricht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 15.25: „Fremde Gäste". Ein Hörbild von Lily Biermer. 15.45: „Drei Ringe." Von Richard Dehmel. Gesprochen von Rudolf Rieth. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aland — germanisches Jnselreich im Baltischen Meer. Ein Reisebericht mit schwedischen Schallplatten. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Ernstes und Heiteres rund um den 1. Mai. 19.40: Funk-nagel- neu. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. „Der Mensch zwischen Himmel und Erde." Ein Funkspiel. 21: „Dichtung" und Wahrheit. Historische Persönlichkeiten als Operettengestalten. 22S Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Im Tal zu Dagestan. Gedichte von Lermontow und Puschkin. 22.30: Die Sportschau der Woche. 23: Der Reichssender Frankfurt fährt über Land: Ausschnitte aus Bunten Abenden im Sendebezirk. 24 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. B. in B. Unseres Erachtens haben Sie mit dem Mieter des Stalles Miteigentum an der Jauche. Sie können infolgedessen Ihren Anteil verlangen. Gruß von derTragflciche des Flugzeugs. Bei dem Flugtag in Berlin-Tempelhof am Ostersonntag erregte besondere Aufmerksamkeit der Luftakrobat Oskar 2) impfet, Der Die waghalsigsten Kunststücke auf Den Tragflächen unD an einem Trapez unterhalb Des Flugzeugs vollführte. Hier sieht man Dimpfel, wie er, auf Der Tragfläche stehenD, zu Den Zuschauern hinübergrüßt. Wäsche- «na Betienaussteuem C. Röhr & c<>. ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________2449 A Statt Karten' Ihre Vermählung geben bekannt Or. Franz Julius Köhl, Zahnarzt Dr. Gertrud Köhl, geb. Will München (Böcklinstraße 62), April 1935 2441 D PrtuOjsch-Süddeilscbe Klassenlollerie Die Ziehung der 1. Klasse 45. (271.) Lotterie beginnt am 26. April. - Wir machen besonders auf die wesentliche Vermehrung der Diittelgewinne aufmerksam. Lose zu haben bei Flimm Legler Walltorstraße63 Hindenburgwall 5 Fernruf 3186 Fernruf 3882 Buchacker Neuen Bäue 11 Fernruf 3182 1992 D Die Praxis des Herrn Dr Petsch habe ich übernommen Dr. Wilhelm Holzapfel Zahnarzt Zu allen Kassen zugelassen Gießen — Seltersweg Nr. 70 I — Fernsprech-Nummer 3451 ___________________________________________________________________________'371 D ................................................................................................... WAMLOWEIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude, jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Ganz- leinenband, Größe: 20 x26cm, nur RM. 4.80. — Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag ■ Bln.-Lichterfelde !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!>!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!>!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!>!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!>!!!!!!!!! empfehlen wir: ytnabenanzüge in flotten Sportformen Sepp'b lacken und 'Hosen Kniehosen und Knickerbocker Waschblusen und Sporthemden Stleidcustoffe in kariert und einfarbig, sowie bedruckte Dirndlstoffe für praktische Schulkleidchen -Codenmdntel und Lederolmäntel für Mädchen und Knaben UKaessVlaM- Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 2442 A Staat!. Fischereiverpachtung. Der Preuß. Forstmeister, Aorslaml Krofdorf, verpachtet am 9. Mai d. 3., 14 Uhr, in Der Gastwirtschaft Bender in Krofdorf auf die Dauer von sieben Jahren bis zum 31. März 1942 die fisk. Fischerei in der Lahn, und zwar: 2443D Los 1. Von Der hessischen LanDesgrenze bis zum Kilometerstein 2,0 am rechten Ufer Der Lahn im Atzbacher Durchstich. Länge 2 km. Los 2. Von Kilometerstein 2,0 bis Kilometerstein 4,0 am linken Ufer Der Lahn, gegenüber Dem Atzbach-Dorlarer Grenzgraben. Länge 2 km. Nächste Bahnstationen Atzbach, Dorlar. Die Pacht- beDingungen können werktäglich 9 bis 12 Uhr beim Forstamt Krofdorf eingesehen werben. Bieter müssen ihre Zahlungsfähigkeit nachweisen. Gut erhaltenes Personenauto zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01761 an d.G.A. Kaufgesuche I iiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Junge Iriscbmelk. Ziege zu kaufen gesucht. Marburger Straße 40 v.01747 llllllllllllllllllllllllllllll iiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiimi Drehbank Bohrmaschine Schraubstöcke geg.Kassez.kauf. ges.Schr.Ang.u. 2445V a. d.G.A. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin | Verkäufe Verkaufe ein Oldenburger Pferd mit all.Garantie, von zweien die Wahl, 10 und 11 xVabre alt. oivse W. Loth, Harbach (Gießen - Land). (BeiegenheUstmif! Herrenzimmer (massiv Eiche), Schlafzimmer (mah.pol.),2Led.- Klnbsessel u. a. preiswert z.verk. Zu erfragen im Gieß. Anz. V1758 Eichener, gut er- halt.Äuszugtisch u. Chaiselongue billig zu verkauf. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 0,755 Guterh. Küchen- schrank, m. Aufsatz, Tische und Stühle umzugshalber zu verkaufen. 01751 Wühelmstr. 54II Mündlich können Sie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen 5n dem Konkursverfahren über das Bermö- nen des Wilhelm Walz in Gießen soll nunmehr die Schlußverteilung erfolgen. 244sD Es llehen zur Verteilung RM. 561.64 zur Verfügung. Hiervon erhalten a) Die nach § 61 Ziffer 1 Der Konkursord- nung bevorrechtigten Gläubiger mitftorDerungen in Höhe von RM. 342.07 100% = RM. 342.07; b) Die nach § 61 Ziffer 2 D. Konkursordnung bevorrechtigten Gläubiger mit Forderungen im Gesamtbetrag von RM.2400.60eine Quotevon9,3%. Das Schlußverzeichnis liegt auf 0. Geschäftsstelle DesAmtsgerichts i.GießenzurEm- sichtnahme auf. Gießen, 24.4.35. Der Konkursverwalter: H. Kirchner. miltclmccrfahrt D. »GENERAL v.STEUBEN« 1 1690 Brutto-Register-Tonnen Genua - Messina - Catania - Athen Istanbul - Santorin - Neapel - Genua ab Rm. 305.- 18. Mai-1. Juni m oft eira-f ohrl D. »COLUMBUS« 32565 Br.-R.-T. Bremen-Ponta DelgadafA zoren )Madei. ra - Tanger - Lissabon - Villagarcia Bremen________ab Rm. 280 - Genießen Sie die Schönheiten dieser herrlichen Seereisen in die Wunderwelt des Mittelmeers u.d. Glücklichen Inseln Auskunft und Prospekte durch unsere Vertretungen und NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN In Gießen: HL Kretzschmar, Seltersweg 24 In Bad-Nauheim: Reisebüro Robert Capelle, Adolf-Hitler-Straße In Wetzlar: Wilhelm Fischer, Inh. Christ. Heberlins, Lahnstraße 20. 2434v TORPEDO nur RM. 188.— schon für 48tiA 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausens Co. Bahnhofstraße 6e6enäb.Hotel Schütz llllllllllllllllllllllllllllll Tanz- unterricht in Kursen u. Einzelstunden erteilt zu ied. Tageszeit I1991D Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Telephon 3835. llllllllllllllllllllllllllllll la Malles L.Rübsamen^L | Tannen- d AavMW atzzugeb Bestell, erb. wir v Postk Oamplsägewerk Lollar B.NuhnA.G,, Lollar. ZrvecksBelümpstmgoer Schwarzarbeit können Arbeite Ange, bote von Handwertem nur mit Hamensnen» mmg 0. unter Vorlage desGcwerbcnachwcijeS ausgenommen werden. Verlag vesGiebenerAnteigeri' Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVogMCo., Gießen Seltersweg 44 4766A Donnerstag, den 25. Avril 1935, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Lrt und »teile (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal im „Löwen", Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 5Schreibmaschin.,3Schreibtische, 1 Sessel, 3 Chaiselongues, 4 2ter- Ms, 2 Opel°Personenw., iechs Diwans, 2Kühlschränke, 2Stand- uhren, 2 Bücherschränke, 1 Tru- meauspiea., 2 Klarst ere, 1 Kopier- masch., 1 Küchenbüfett, 2 Grammophone, 1 Ausziehtisch, 1 Dlu- menkrippe, 2 Büfetts, 1 Kleider- schrank, 1 Warenschrank, 1 Registraturschrank, versch. Flaschen Autopolitur, iLadentheke, 20 Ko- kosbe^en, 8 Kochtöpfe, 25 Tber- mosflasch., 5 Paar Schlittschuhe, 11 Kilo Leim, 6 Kartoffelauetsch., 30 Wärmflaschen, 10 Paar Zugketten, 6 Schoßkaffeemühlen. Gerichtsvollzieh.,Gießen, Ludwigstraße 33, Tel. 3239. 24510 Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Nr..ä 'M. Tb r***1WvW nicht so Vordem Spie!VsV-R.Gießen-Tv.Herrnsheim der Aufstiegsrunde ist heute folgender: Bilder vom Gießener Bahn-Radrennen Um einen weiteren Länderkampf wurde jetzt das internationale Spielprogramm des Deutschen Fußball-Bundes erweitert. Für den 26. Mai, an dem in Dresden der Kampf gegen die Tschechoslowakei stattfindet, wurde jetzt eine Einladung Bulgariens nach Sofia angenommen hatte, siegte unter 44 Teilnehmern der belgische Unterleutnant van Strydonck auf Ramona. Don den Bewerbern blieben auf dem schweren Kurs nur elf fehlerfrei, darunter als einziger Deutscher Oblt. S ch l i ck u m , der auf „Wange" den zehnten Platz belegte. Kurze Sportnotizen. Erwin C a f m i r nahm an den Ostertagen an einem internationalen Fechtturnier in Budapest teil. Er belegte beim Säbelfechten, das der Ungar Rajosanyr gewann, den sechsten Platz. To. Lützellinden 1. — To. Pohlgöns 1. 8:5 (5:1). In diesem Soiel haben die Einheimischen erneut ihre derzeitige Form unter Beweis gestellt. Trotzdem sie Ersatz in ihren Reihen hatten, aewan- nen sie den Kampf sicherer als das Ergebnis besagt B^ide Mannschaften spielten sehr' anständig. Jtcu-3fenburg — Holzheim 16:10 ?Jrn 1. Feiertage unternahm die 1 Elf von Holzheim eine Reise nach Neu-Isenburg und löste damit eine Rückspieloerpflichtung ein Die Mannschaft wurde dort sehr gastfreundschaftlich ausgenommen. Die Spieler waren durch die Reise etwas ermüdet, auch mußten sie stark ersatzgeschwächt antreten. Der Sandboden war aber wohl hauptsächlich daran schuld, daß die Niederlage so hoch ausfiel. Es wurde ein sehr schönes, faires Spiel gezeigt. Die deutsche Fußball-Mannschaft geändert Für den 6. Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Belgien am 28. April in Brüssel ist die bereits am letzten Sonntag gemeldete deutsche Fußball-Elf nochmals geändert worden. Die endgültige Aufstellung lautet nunmehr: Tor Jakob (Jahn Regensburg): Verte i di- Der Betrieb auf den Handballfeldern war während der Feiertage recht stark. Es wurde durchweg sehr guter Sport geboten. Außer einem Pflicht- lpiel fanden nur Freundschaftsspiele statt. Die meisten Spiele wiesen auch einen guten Besuch auf. Aufstiegspiel der 2. Kreisklasse. SjtXfpOTt Der Handball an den Feierlagen Ehrenvolle Ergebnisse der heimischen Mannschaften. Freundschaftsspiele bc* Feiertages - ? y?; c Gießen _ M t v. Gießen H 7:6 (2:3). Dieses Tressen, das keinesfalls den Charakter eines Lokalkampfes trug, wurde von beiden Seiten äußerst anständig durchgeführt. Man sah einen jederzeit ausgeglichenen Kampf. Tv D u t e n h o f e n — To. Ä tz b a ch 7:6 (2:3). Gegensatz zu dem vor einiger Zeit ausgetrage- nen Spiel lieferten sich beide Mannschaften einen vollkommen gleichwertigen Kamps, in dem die Gäste ,?er. erft.en U"d die Platzbesitzer in der zweiten Halbzeit leicht überlegen waren. Tv. Dutenhofen Igd. — Tv. W l ß m a r Igd. 14.4 (5:1). Das Spiel Dutenhofen gegen Wißmar Zeigte, wie zwei Mannschaften, die erst ganz kurze Zeit spielen durch intensives Training herangebildet werden können Tv Lich I — To. Wetzlar komb. 8:10 (2:5). Die Einheimischen haben sich gegen den zweifellos starken Gegner ausgezeichnet gehalten Was ihnen an Technik fehlte, das ersetzten sie durch Eifer. — Tv. Lich Igd. — Tv. Wetzlar Igd. 3:10 (2:6). -Die Gäste hatten das Spiel jederzeit m der Hand. Tv Lollar I — Tv. Heuchelheim I 11:4 (4:3). Die beiden Mannschaften lieferten sich ein anständiges Spiel, das die Gäste dank ihrer größeren Spielerfahrung sicherer als erwartet gewinnen konnten. Zu bewundern ist der Eifer der Einheimischen Tv. Alsfeld I - Tv. Vilbel 1 8:8 (6:3). Trotzdem Alsfeld bis zur Pause bereits drei Tore vorgelegt hatte, gelang den Gästen in einem wirklich schönen Spiel, das übrigens auch gut geleitet wurde, kurz vor Schluß noch der Ausgleich' Der 2 Feiertag To. Münchholzhausen I — Tuspo. herrns- h e > m 1 1:15 (0:7). Es mögen 800 Zuschauer gewesen sein, die sich dieses Treffen ansahen, und die befriedigt von der Leistung der Gäste, aber unbefriedigt von der Spielweise der Einheimischen den Platz verließen. Was Herrnsheim in bezug auf Technik zeigte, riß die Zuschauer oft zu Beifall hin. Daß die Gastgeber gegen diese Mannschaft nichts zu bestellen hatten, war von vorneherein klar. Die Niederlage hätte aber nicht so hoch auszufallen To. Garbenheim I — Tv. Dorlar 1 8 6 (4:3). Das Ergebnis kommt unerwartet. Man hatte mit einem klaren Sieg der Gäste gerechnet Daß er nicht eintrat, ist wohl darin zu suchen, daß sich Dorlar kurz nach Anfang bereits überrumpeln ließ Nach zwölf Minuten stand das Spiel bereits 4:0. Der Tabellenstand der Aufstieqsrunde ist heute KreiskLaffenspiele des Sonntags. Karfreitag: Steinberg — Heuchelheim 2:2: Garbenteich - Butzbach 2. 5:1; Daubrinqen — Altenbuseck 0:4; Gr.-Lmden — 1900 2. 0 3- Wißmar - Launsbach 3:2; Rodheim — Vetzberg 3:1. m1 Cinfs oben: Fahrer am Start zum Fliegerrennen um den „Kleinen Osterpreis". — Rechts oben: Die Sieger im „Kleinen Osterpreis": I. Schorn (rechts, aus Köln) starten zu ihrer Ehrenrunde. — Links unten: Aus dem 50-lcm-Mannfchafts-Rennen 125mal mußten die Fahrer um die Aschenbahn. — Rechts unten: Die Sieger im Mannschafts-Rennen um den „Großen Osterpreis" Die Mannschaft Schorn-Ke rp (mit den Blumen skräußen) stellte auch hier den ersten Sieger. Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger) 2. Feiertag: Spvgg. Leihgestern II —SB. Dillenburg II 14 (11). Spogg. Leihgestern I gegen SV. Dillenburg Liga 3:0 (1:0). 21m 1. Osterfeiertag empfing die 1. Mannschaft der Spielvereinigung die 1. Elf des FC. Teutonia Watzenborn-wteinberg zum Gesellschaftsspiel. Den Teutonen ist es gelungen, den Kampf für sich zu entscheiden. Die Spielvereinigung Leihgestern mußte Ersatz für Ä. Arnold einstellen Durch die notroen» big gewordene Umstellung war narürlich die Mann- Aast, vor allem der Sturm, sehr geschwächt Die Z.'.aU'Welßen traten mit folgender Mannschaft an: realer. Peucker, K. Laux; Väth, Brunotte, Tertor; Schneider. Funk, Faber, G Laux, Reitz. Fischer im Tor war der beste Mann auf dem Platze Durch seine Entschlossenheit verhütete er manches' Tor Die Verteidigung schlug sich ebenfalls überragend Die Läuferreihe zeigte ihr gewohntes gutes Spiel. Der Sturm war etwas schwächer. Bei'besserem Schuß- i vermögen und Entschlossenheit hätten Tore fallen müssen Allerdings darf nicht vergessen werden daß auch die Hintermannschaft der Teutonen sehr gut war Schiedsrichter R ü s p e l e r - Gießen leitete das Spiel zur beiderseitigen Zufriedenheit. Vor diesem Spiel trafen sich die Iugendmann. schäften beider Vereine und trennten sich mit unentschieden 2:2. Ein sehr hartes Spiel' Für den zweiten Feiertag hatten die Leihaesterner ebenfalls eine Ligamannschaft verpflichtet Der SV Dillenburg erschien und wurde mit 3:0 glatt ge- einem Durchbruch Wirtschaft 524 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. ZIL Berlin Jranffurt a. M 18 4 91,5 I 92,25 I 91,75 I 122 122,75 - 92,75 115,5 I 37 I 37,75 I 93,5 - - 168 1 38 Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt t Berlin, 23-; 38,75 135,13 107 125,9 61,65 122,25 124 106 150,25 122,5 7| 9 0 149,25 105,25 111,5 97,9 148,75 106,25 112,65 98,5 100,13 97,6 102,3 113 100 98 96,25 100,3 92,5 96 105,9 100,4 97,75 103 112,9 100 98 101 96 96 105.9 100,9 96,25 96,25 105,9 5 6 4 7 7 34,75 36,65 81,5 109,5 93,25 96 96 161,5 4,13 33 148,4 214,9 106 112,5 98,75 62,15 80,56 33,62 115 96,25 100,5 10125 100,4 97,4 102,75 112,5 100,1 o 10 34 36,75 81,5 108 89,75 92,5 92,5 160,5 97,5 107,25 105 145 121 91,9 77,25 35 27,5 37 81,75 108,75 89,5 92,25 92,25 160-5 34,65 28,75 36,5 81,13 109,75 91,75 96 96 160,5 98,25 107,75 104,75 95,65 145 121 91,75 77,4 nur sehr 149 214,5 105 111 97,75 53,9 115 112,5 80,75 94 152 36,4 249,5 148 38 94 169 109,25 54,13 115 112,75 80,5 124,5 93,75 151,5 88 36,25 250 161,75 147 108,25 53,65 116,5 114,25 81 123,75 93,5 153 88,9 36 251 161,75 146,5 24, 150 100,4 97,5 103,13 112,75 100,1 98 96,25 100,5 92 115,75 115,4 96,25 100,75 101 96,25 96,25 105,9 115,5 115,65 96 Schlußkurs 53,65 117 113,65 81,25 93,25 152,75 36 250 161,5 146,5 38 136 107,75 125,5 89,5 123 125,25 107 150,4 122,9 A.E.G. Bekula 38 135,75 107,75 125,5 89,9 122,5 125 106,5 150,25 122 Fußball im Tv. Launsbach Launsbach I — Wißmar I 2:3. 26 7,55 6,75 7 12,9 8.5 38,5 134,75 106,65 125,9 92,5 121,75 123,5 106 149,5 122 96,5 106,9 106,75 95.5 150 121,65 92 77,75 6,7 4,2 33,65 Elektr. Lteferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6ft Selten & Guilleaume 0 GcseUsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Sonderklasse nicht notiert. Andere Kälber a) 60 (60), b) 53 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 52 (44 bis 53), d) 36 bis 44 (34 bis 43). Hammel und Schafe wurden wegen des geringen Auftriebes nicht notiert. Schweine al) 49 bis 52 (50 bis 52), a2) 49 bis 52 (50 bis 52), b) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 47 bis 52 (47 bis 51), d) 45 bis 50 (45 bis 49), e) und f) nicht notiert, gl) 44 bis 48 (44 bis 47), g2) 40 bis 43 (40 bis 43). Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft; Kälber mittelmäßig, ausverkauft; Hümmel und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine rege, ausverkauft. Schweinemarkt in Alsfeld. = Alsfeld, 23. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 288 Ferkel aufgetrieben, darunter 62 Händlerschweine. Es wurden bezahlt: für sechs bis acht Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mark, acht bis zehn Wochen alte Tiere 30 bis 35 Mark. Der Handel ging flott, Ueberstand war nicht vorhanden. 8,5 4,3 6,75 4,13 4% Cefterretd)t|d)e Goldrente.... 4,20% Ceitertetdj 11d)e Silberrente 4% llnflarijdje Goldrente 4% Ungiirijdie Staaisrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 8,5 4,4 6,5 4,15 33.4 26,25 1,13 7,55 6,5 6,9 12,9 Brief _ "2,457 41,98 53,60 12,05 16,38 167,94 20.84 60,57 17—24 span., Blut 18—26 span., ital. blond Blut 28—32, Jaffa-Apfelsinen, Kiste 100, 120, Stück 14—16 RM. Frankfurter Schlachtviehmarkt. I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 4 0 0 0 0 7 0 6 0 0 0 12 8 frage. Am Rentenmarkt gingen die Kurse ebenfalls bis etwa 0,13 v. H. für die variablen Papiere zurück. Der Pfandbriefmarkt zeigte bei sehr kleinen Umsätzen zumeist unveränderliche Kurse. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, aber ohne größere Abweichungen. Auch Jndustrieobligationen hatten sehr kleines Geschäft. Auslandsrenten lagen still. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. 26,25 1,13 7,5 6,65 6,85 13,25 8x6* 25,75 | 1,13 | 7,55 I — I u,8 13,25 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co....... SiemensL Halske... Lahmetier L Co..... 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b'/r% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablbs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6yz% ehem. Hess. Landes-Hypo« thekenbank Darmstadt Ltaut ... 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm. Lanvesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 5yz% ehem. 4y2% Franks. Hhp.° Bank-Liqu.-Pfandbrtefe....... 5%% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse 4H% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4)4% ehem. 7% Pr. Landespfand- vriesanst., Gold Komm. Obi.VI Eteuergutsch.VerrechnungSk. 85-39 Buderus ......••••••••••« Deutsche Erdbk Gelsenkirchener........ Harpenet ................. Hoejch Eisen—Köln-Reuesse« Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse...... ftlödnettoerle ......... Mannesmann-Röhre» ...... Hamburg-Amerika-Paket u Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» GeseNschaft................0 Dresdner Bank .......0 Reichsbank ................ 12 Rundfunkprogramm. Donnerstag, 25. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gau- leitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Neue deutsche Dichtung. 16.40: Kunstbericht der Woche. 16.45: „Kamerad Hund". Gedanken von Tierfreunden. 17: Nachmittagskonzert des Leipziger Sinfonie-Orchesters. 18.30: Zum 25. Todestag des großen Humoristen Mark Twain: „Wie man den Schnupfen kuriert" (Verlag Reclam jun., Leipzig). 18.45: Einmaleins für Gartenfreunde. Nützliche Betrachtungen eines Dichters. Don Otto Nebel- thau. 19: Reichssendung: Wir suchen die besten Rundfunksprecher. Dr. Berendt spricht im Auftrage des Reichssendeleiters Hadamowsky. 19.15: Unterhaltungskonzert. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Sinfonie-Konzert. Neuere Orchester-Musik. 21.15: „Gut — Genügend — Mangelhaft!" Drei heitere Charakterbilder von Paul Schaaf 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: „Zeitgenössische Musik". 24 bis 2: Nachtmusik. sechsprozentiae Stahlvereinbonds 101,65, Commerzbank 93,25, Ov-Bank 96, Dresdner Bank 96, Har- pener 105, Kali Aschersleben 113,25, Mannesmann 77,25, Rheinstahl 107,50, Stahlverein 79,25, AEG. 38,50, Bekula 134,75, Deutsche Linoleum 152,75, Licht und Kraft 125,90, Eßlingen-Maschinen 82,50, IG. Farben 148,40, Goldschmidt 106, Holzmann 92,25, Rheinische Elektro Mannheim 123,50, Schuk- kert 106, Siemens 149,25, AG. für Verkehr 81,50, Hapag 34,75. Frankfurter Obst- und GemüsemarkL Frankfurt, 23. April. Am Gemüse- markt bestand weiter gutes Angebot von Kopfsalat, Spinat und Rettich. Für Spinat zogen die Preise etwas an bei befriedigender Nachfrage. Im übrigen traten keine Veränderungen ein. Spargel wurde erstmals in ganz geringen Mengen zum Verkauf gestellt, die Preise waren dementsprechend, und 3war für das Pfund 0,70—1,00 RM. Ausländischer Blumenkohl und Salat waren stark angeboten, das Geschäft war aber recht lebhaft. Für Blumenkohl gingen die Preise etwas zurück, für holländischen Salat haben sie sich leicht erhöht. Zwiebeln fehlen auf dem Markt vollständig. U. a. notierten Blumenkohl Steige 9—18 Stück 300—400 ital., Feldsalat 40—45, Salatgurken, Treibhaus, Stück 30—50, Karotten 6—8, Kopfsalat, Mistbeet, Stück 15—22, Lattich 50—60, holländischer Kopfsalat, Steige, 30 Stück 600—675, Radieschen, Bündel, 7—8, Rotkraut holländ. 25, Spinat 12—15, Weißkraut 5—6 holländ., Wirsing 6,5—8, holländ. Am Obstmarkt war das Angebot in deutschen Aepfeln außerordentlich gering, in ausländischen aber ausreichend. Apfelsinen noch gut angeboten. Bei schleppendem Geschäft blieben die Preise unverändert. U. a. notierten: Aepfel I 32—40, dto. II 26—30, amerikanische Aepfel ca. 40 Pfund rot 16—17,50, dto. gold 18—20 RM., Apfelsinen, blond schlagen. Der erste Treffer fiel in der Mitte der ersten Halbzeit durch den Linksaußen Nebeling. Mit diesem Ergebnis wurden auch die Seiten gewechselt. Rach der Halbzeit blieben die Blau-Weißen weiterhin überlegen, ja, die Gäste aus Dillenburg mußten sich sogar nur auf die Verteidigung beschränken. Der Leiygesterner Sturm war sehr schuhfreudig, es wurde aber nichts Zählbares erreicht, denn der Dillenburger Torwart war sehr gut. Endlich umspielte Funk den gegnerischen linken Läufer und den Verteidiger und fand freies Schußfeld. Sein Schuh war auch für den gut aufgelegten Gästetorwart nicht au halten. Fünf Minuten später gab es das dritte Tor. Der Sieg darf nicht als ein Ueberraschungssieg angesehen werden. Die Leihgesterner waren stark überlegen. Der Sieg war verdient. Die Blau-Weihen lieferten das beste Spiel des Jahres. Vorher trafen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine. Leihgestern verlor erwartungsgemäß mit 4:1 Toren. Sportverein 1920 Heuchelheim. Spv. 1920 I — Germania Enkheim I 3:2. Endlich zeigten die Heuchelheimer dem hiesigen Publikum wieder, daß sie etwas können. In Steinberg erwies sich's schon, daß der Spielausschuß bei der Aufstellung der Mannschaft eine glückliche Hand hatte. Diesmal wurde der Erfolg noch offensichtlicher. Der Sturm, insbesondere das Jnnentrio (seither das Schmerzenskind) bot hervorragende Leistungen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß die Elf gegenüber der Aufstellung vom Karfreitag durch Hereinnahme einiger junger Spieler noch wesentlich verstärkt wurde. Die Gäste, die am ersten Feiertag in Naunheim ein 3:3 erzielten, zeigten großes Können. Auffallend war die hervorragende Kopfballtechnik. Das Spiel begann sehr lebhaft. Auf beiden Seiten wurden die Flügelstürmer vorwiegend in Bewegung gesetzt. Die Gäste gingen bald durch einen Ueber- raschungstreffer in Führung. Der Ausgleich lieh jedoch nicht lange auf sich warten. Einige Zeit dar- auf kam Enkheim zu einem weiteren Erfolg. In der zweiten Spielhälfte waren die Hiesigen tonangebend und konnten noch zwei weitere Treffer erzielen. Für sämtliche drei Tore zeichnete der Halblinke verantwortlich. Diese Erfolge waren jedoch nur möglich durch die vorbildliche Zusammenarbeit der gesamten Elf. Die 1. Jugendmannschaft fertigte am ersten Feiertag die gleiche von Waldgirmes mit 6:2 Toren ab. Auch bei diesem Treffen gefiel die selbstlose Zusammenarbeit der gesamten Mannschaft. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck I — Ruppertsburg I 5:5. Das Spiel wurde am 1. Feiertag ausgetragen. Die Gäste waren den einheimischen körperlich sehr überlegen, so daß man schon beim Auftreten der Ruppertsburger mit einer Niederlage der Großen- Busecker rechnete. Das Spiel wurde schnell und wuchtig ausgetragen. Die Gäste gingen bereits in der 10. Minute in Führung. 15 Minuten später fiel aber durch einen Prachtschuß des Busecker Linksaußen der Ausgleich. Kurze Zeit darauf fiel auch ein zweites Tor für Großen-Buseck. Kurz vor Halbzeit konnten die Gäste den Ausgleich erzielen. Mit 2:2 wurden die Seiten gewechselt. Nach^ der Pause, und obwohl die Einheimischen eine Schwächeperiode zu überstehen hatten, vermochten sie noch zwei weitere Tore zu erzielen. Die Gäste jedoch legten daraufhin los und erhöhten das Ergebnis auf 5:4 für sich. Erst kurz vor Schluß vermochten die Einheimischen ihr fünftes Tor zu erzielen und damit den Kampf unentschieden zu gestalten. Im Anschluß daran trat die Jugendmannschaft gegen die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 an. Auch hier rechnete man mit einem Sieg der Gäste. Die Jungens zeigten ein ausgezeichnetes Spiel. Auf beiden Seiten wurde ruhig aber hart gekämpft. Großen-Buseck ging nur durch einen Eckball in Führung. Zur Halbzeit stand der Kampf 2:2. Nach der Pause vermochten die Einheimischen noch zweimal erfolgreich zu sein und damit den Sieg sicherzustellen. Schiedsrichter Kreiling leitete sehr gut. Kußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Daubdngen I — Alten-Buseck I 0:4 (0:1). Beide Mannschaften lieferten sich am Karfreitag in Daubringen ein Gesellschaftsspiel. Die Gastgeber erhielten nach 10 Minuten einen Elfmeter zuge- sprachen, der aber vom Gästehüter glänzend gehalten wurde. Alten-Buseck kam dann mehr und mehr auf und legte ein Tor vor. Daubringen spielte in der Folge härter, konnte aber die gegnerische Hintermannschaft nicht überwinden. Mit 0:1 für Alten-Buseck ging es in die Halbzeit. Nach der Pause fielen die Daubringer mehr und mehr ab, während die Gäste das Ergebnis auf 0:4 erhöhen konnten. Vorher spielten die Jugendmannschaften beider Vereine. Die Daubringer sicherten sich mit 5:4 Toren den Sieg. Schluck. Mittag» börse I 23-4 Schultheis Patzenhoser '21 tu (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer Gas ............... Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade...................... Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi Das Urteil imMainzerGprengftoffprozeß LPD. Mainz. 23. April. Samstag morgen verkündete der seit Donnerstag vergangener Woche im Schwurgerichtssaal des Mainzer Landgerichtsgebäudes tagende erste Senat des Volksgerichtshofs das Urteil in dem großen Hochverrats- und Sprengstoffprozeß gegen die 24 Mainzer und Finthener Kommunisten. Die schwerste Strafe von je acht Jahren Zuchthaus erhielten der 32jährige Karl Silz aus Finthen und der 31jährige August Barth aus Mainz. Silz wurden außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte auf acht und Barth auf fünf Jahre abgesprochen und beide Angeklagten unter Polizeiaufsicht gestellt. Silz ist mitbeteiligt an dem in der Nacht zum 1. März 1933 in den Budenheimer Steinbrüchen durchgeführten Sprengstoffdiebstahl, bei dem 2*/2 Zentner hochbrisanter Sprengstoff, fast 4000 Sprengkapseln, große Mengen Zündschnur und Zünder entwendet wurden. Barth hat in seiner Eigenschaft als Organisations- und Agitprop-Leiter der KPD. in feiner Wohnung zusammen mit einigen der Mitangeklagten vier Sprengkörper aus Stahlrohren und fünf Bomben hergestellt und außerdem auch Schießbaumwolle aufbewahrt. Die beiden Leiter des illegalen Roten Frontkämpferbundes in Mainz/ der 41jährige Josef Pfeiffer und der 36jährige Eduard Gaffer, wurden zu je fünf Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht verurteilt. Bei acht weiteren Angeklagten, Die sich mit der Beschaffung, Aufbewahrung oder Verarbeitung von Sprengstoffen befaßt haben, wurden die Strafen zwischen drei Jahren sechs Monaten und einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus abgestuft. Drei Angeklagte, die Waffen und Munition aufbewahrt und sich am Waffenunterricht des illegalen Roten Massenselbstschutzes, der getarnten Nachfolgeorganisation des verbotenen RFB., beteiligt haben, kamen mit Gefängnisstrafen von zwei Jahren sechs Monaten bis zu einem Jahr sieben Monaten davon. Gegen die restlichen neun Angeklagten wurde das Verfahren auf Grund der Amnestie eingestellt. Die Untersuchungshaft wird im allgemeinen voll auf die Strafe angerechnet, so daß im einzelnen Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr sieben Monaten als verbüßt erklärt wurden. Wie der Vorsitzende in der Urteilsbegründung betonte, hat die jetzt abgeschlossene Verhandlung wieder mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt, mit welch' furchtbaren und verbrecherischen Mitteln die KPD. ihr politisches Ziel, die Errichtung der Diktatur des Proletariats nach sowjetrussischem Muster, verfolgte. Sie schreckte nicht davor zurück, ihre Anhänger planmäßig zu bewaffnen und in der Handhabung der Waffen auszubilden. Darüber hinaus förderte sie vor allem auch die Beschaffung von Sprengstoffen, deren Einsatz im Kampf um die Macht ungezählte Opfer an Menschenleben gefordert hätte. Bei der Strafzumessung sei, so wurde weiter ausgeführt, ein Unterschied insofern gemacht worden, als die Betätigung für die KPD. noch nach dem 30. Januar 1933 fortgesetzt worden sei. Es müsse als eine Staatsnotwendigkeit angesprochen werden, diejenigen Angeklagten, die sich noch nach der nationalen Erhebung der staatsfeindlichen Umsturzpartei zur Verfügung gestellt haben, mit fühlbaren und abschreckend wirkenden Strafen zu belegen. Frankfurt, 23.April. Auftrieb: Rinder (am 15. April 1266), darunter Ochsen 148, Bullen 36, Kühe 234, Färsen 106, Kälber 458 (am 15. April 1204), Schafe 6 (101, Schweine 2585 (4792). Es notierten: Ochsen a) 42 (42), b) 40 bis 41 (39 bis 41), c) 38 bis 39 (36 bis 38), d) 34 bis 36 (31 bis 35). Bullen a) 42 (39 bis 40), b) 39 bis 41 (36 bis 38), c) 37 bis 38 (33 bis 35), d) 35 bis 36. Kühe a) 40 bis 42 (37 bis 40), b) 35 bis 39 (31 bis 36), c) 29 bis 34 (26 bis 30), d) 20 bis 28 (18 bis 24). Färsen a) 42 (42), b) 40 bis 41 (39 bis 41), c) 37 bis 39 (34 bis 38), d) 35 bis 36 (30 bis 33). Kälber Schlugt. Abend- börfc 23-4 Schluß« kurs 18-4 Philipp Holzmann .... 0 Zementwerk Heidelberg 6 Cementwerk Karlstadt 4 Rhein-Mainische Mittagsbörse. Sehr ruhig. Frankfurt a. M., 23. April. Die Börse eröffnete nach der Osterpause in sehr ruhiger Haltung, die Kurse waren im großen und ganzen nur wenig verändert. Seitens der Kundschaft lagen Auftrage kaum vor, auch die Kulisse hielt sich mit Eigengeschäften sehr zurück. Einige günstige Abschlüsse aus der Industrie, sowie die sehr leichte Lage am Geldmarkt vermochten das Geschäft nicht zu beleben. An den Aktienmärkten war die Kursentwicklung etwas ungleichmäßig, größere Veränderungen nach beiden Seiten traten aber nicht ein. Am Chemiemarkt gingen JG.-Farben um 0,50 v. H. auf 148,50 zurück, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl konnten sich gut behaupten. Von Elektroaktien hatten AEG. einigen Umsatz mit 38,65 bis 38,50 (38,25). Schächer waren andererseits Bekula mit minus 1,30 v. H., Elektrische Lieferungen mit minus 0,90 v. H., Geffürel mit minus 0,75 v. H. und Schuckert mit minus 0,25 v. H. Montanwerte lagen bei kleiner Umsatztätigkeit uneinheitlich, leicht gebessert waren Buderus (plus 0,50 v. H.) und Rheinstahl (plus 0,25 v. H.), dagegen gingen Harpener um 0,65 v. H. und Mannesmann um 0,75 v. H. zurück, Klöckner und Stahlverein konnten sich gut behaupten. Sonst setzten zum ersten Kurs u. a. ein: Reichsbank 161,50 (161), Hapag 35,13 (35), Aku 53,75 (uno.), Conti Gummi 147 (147,50), Zellstoff Waldhof 113,65 (114) und Daimler 94,25 (94,50). Chade 250 (249,50). An den Rentenmärkten herrschte weitestgehende Geschäftssttlle bei nur unwesentlich veränderten Kursen, Altbesitzanleihe allerdings 0,13 o. H. leichter. Von fremden Werten eröffneten Anatolier mit 33,25 v. H. unverändert. Unter dem Druck der außerordentlichen Geschäftsstille bröckelten die Kurse in der zweiten Börsenstunde überwiegend leicht ab, so u. a. IG. Farben auf 147,90 nach 148,50, Schuckert auf 106 nach 106,40, Geffürel auf 121,75 nach 122 und Klöckner- werke auf 91,90 nach 92,25. Im übrigen waren die Kurse gegen den Anfang bis 0,25 v. H. leichter. Etwas befestigt waren Nordd. Lloyd, Bank für Brauindustrie und Cement Heidelberg, letztere plus 1 v. H. Etwas mehr rückläufig waren Daimler Motoren mit 93 nach 94,25. Am Kassamarkt zeigte sich für einige Jndustriepapiere etwas Publikumsnach- . 01 96 4 106,75 . 0 - . o' 106 . 0 - . s, 149,75 .. 6 121 ’ 8K 92,4 .. O| 77,75 Abendbörfe: sehr still. Die Abendbörse nahm auf der ganzen Linie einen sehr stillen Verlaus. Kursmäßig ergaben sich im Vergleich zum Berliner Schluß zwar nur minimale Veränderungen, es überwogeft aber noch leichte Rückgänge. Die Kulisse hielt sich mit Rücksicht auf die Erörterungen über die Ausfuhrförderung stark zurück, und auch die Kundschaft war mit Aufträgen kaum am Markt. Don Bankaktien waren Commerzbank noch über den Nachbörsenkurs von 93, nämlich auf 93,25 (92) befestigt. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage für Altbesitzanleihe, sonst herrschte auch hier bei unveränderten Kursen starke Geschäftsstille. Von ftemden Werten gaben vierprozentige Goldmexikaner auf 8,50 (8,75) nach. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,65 bis 112,75, mußte, stellte sich den Gastgebern die Gästemannschaft bis auf zwei Leute der 1. Elf, die komplette Jugendmannschaft. Auch der Gegner hatte vier Spieler seiner Juniorenelf eingestellt, die aber vor allem körperlich und auch spielerisch gut in den Rahmen paßten. Der Spielverlauf war in der ersten Hälfte, bei leichter Ueberlegenheit der Gastgeber, recht wechselvoll. Die Mannschaft des Gastgebers fand sich zuerst, während sich bei den Gästen Mißverständnisse in der Hintermannschaft ergaben, die im weiteren Verlauf aber einen Ausgleich fanden. Waldgirmes ging Mitte der ersten Hälfte in Führung und behielt diese bis zum Wechsel. Die zweite Hälfte sah die Gästemannschaft in einer sehr guten Form. Vor allem klappte das Zusammenspiel weit besser und auch die hinteren Reihen stellten ihren Mann. Trotzdem erhöhte Waldgirmes mit einem weiteren Tor auf 2:0, ehe es den Gästen gelang, das Ehrentor zu erzielen. Bei weiterer Ueberlegenheit der Gäste verlief der Kampf bis zum Schluß noch recht spannend, ohne daß sie an dem Resultat etwas zu ändern vermochten. Die unterlegene Mannschaft bot nach dem Wechsel eine gute Gesamtleistung. Zußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Tv. Waldgirmes — Tv. Kinzenbach 2:1 (1:0). Zu einem Freundschaftsrückspiel weilte die Mannschaft der Einheimischen am 2. Dfterfeiertag in Waldgirmes. Während das Jugendspiel ausfallen Datum 4% deSgi. Serie 11 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4*/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. 2Vt% Anatolier .............. IGrttzner....................01 Matnkraftwerle Höchst O.2JL... 4 Süddeutscher Zucker..... 9| Am ^Karfreitag trat die erste Mannschaft von Launsbach der ersten Elf von Wißmar in Wißmar gegenüber. Die Gäste mußten leider zwei Ersatzleute einstellen. Wißmar ging sofort in Führung, Launsbach glich jedoch bald aus. Beim 1:1 blieb es bis zur Halbzeit. Nach der Pause übernahm Launsbach die Führung. Durch einen Elfmeterball kam Wißmar zum Ausgleich. Bei einem Durchbruch eines Wißmarer Stürmers, der den Ball mit der Hand aufgenommen hatte (die Gästeverteidigung griff deshalb nicht ein), tarnen die Gastgeber zu einem billigen Sieg. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Die Gäste gefielen durch ihre ruhige Spielweise. Die Hintermannschaft war der beste Mannschaftsteil. 23. April Amtliche Dotierung Geld | Brief Banknoten. l I Geld $ranffurt a. M. Berlin Schluß, kurs Gchlußt. Abend« börse Schluß« kurs Gchlußt. Mittag« börse Datum 18 4 23 4 18-4 23.4 Mansselder Bergbau .. .......8 101,4 102 101,13 102 Kokswerke........... .......6 — — 109,9 112 Phönix Bergbau...... .......O — — — — Rheinische Braunkohlen .....12 217 218 218,25 218,75 Rheinstahl ........... . .. 8'/r 107,5 107,5 107,4 107,4 Bereinigte Stahlwerke. .......0 80,4 79,25 80,4 79,4 Otavi Minen ........ .......0 15,2 15,75 15,4 15,65 Kaliwerke Aschersleben. .......5 112,9 113,25 113,25 113,5 Kaliwerke Westeregeln .......5 114 114 113,75 113 Kaliwerke Salzdetfurth .....7yt| 159 159,5 159 159,75 Frankfurt 0.271. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß- turs Schluß!. Mittag» börse Datum 18 4. 23.4- 18 4 23 4 18.April Amtliche Notierung Geld 1 Brief Buenos Air 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel ... 41.98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,85 53,95 53,79 53,89 Danzig ... 81,10 81,26 81,10 81,26 London... 12,06 12,09 12,045 12,075 Helsingsors 5,32 5,33 5,32 5,33 Paris .... 16,38 16,42 16,38 16,42 Hostand .. 167,58 167,92 167,68 168,02 Italien... 20,68 20,72 20,68 20,72 Japan.... 0,709 0,711 0,708 0,710 Jugoslawien 5,649 5,661 5.649 5,661 Oslo..... 60,62 60,74 60,54 60,66 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .. 10,94 10,96 10,93 10,95 Stockholm. 62,19 62,31 62,12 62,24 Schweiz .. 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.. 33-95 34,01 33,95 34,01 Prag..... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest . —— — — —— Reuyork .. 2,484 2,488 2,485 2,489 Amerikanische Roten.............. 2,437 Belgische Roten.................. 41,82 Dänische Noten ................ 53,58 Englische Noten ................. 12,01 Französische Noten............... 16,32 Holländische Noten............... 167,26 Italienische Noten................ 20,76 Norwegische Noten .............. 60,33 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 61,91 Schweizer Noten................. 80,24 Spanische Noten................. 33,48 Ungarische Noten ................