Nr. 2« Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 2§.Iamiar 1935 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat lm Bild - Die Scholle Monatr-vezugsMis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen poftscheSlonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche llniversttätrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. 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Der Großvater und die Mehrheit der Familie war auf österreichischer Seite, der Vater mit der kleineren Fa- milienhälfte neigte zu Preußen. „Und so war ich denn auch preußisch oder, um richtiger zu reden, f ritzt sch gesinnt: denn was ging uns Preußen an? Es war die Persönlichkeit des großen Königs, die auf alle Gemüter wirkte." Der rein persönliche Ausgangspunkt der historischen Sendung Friedrichs des Großen wird in dieser Kindheitserinnerung des andern großen Deutschen klar gekennzeichnet: Das Ziel und die Triebkraft seiner Taten, die Vermehrung und Festigung des preußischen Staates, die Bildung einer neuen norddeutschen Großmacht, die dazu bestimmt und fähig sein sollte, der deutschen und europäischen Politik eine andere Wendung zu geben, wurden im damallgen Reiche, und in der Welt erst recht, entweder nicht verstanden, oder mit Unbehagen und Mißtrauen betrachtet, denn „was ging uns Preußen an?" Aber „dem einzigen, offenbar über alle, seine Zeitgenossen erhabenen Manne, der täglich bewies und dartat, was er vermöge," flog die Sympthie und Bewunderung aller zu, deren „Gemüt von Natur zur Ehrerbietung geneigt war." Das „widerspruchsvolle Genie eines Friedrich II.", wie sich C l e m e n c e a u , der Verächter alles Deutschen, in unwilliger Anerkennung ausdrückte, die geheimnisvolle Macht, die eine einmalige geniale Erscheiung ausübt, das war es, was das Wirken und das Werk Friedrichs des Großen unvergänglich machte, auch wenn sie durch einen Rücklauf der Geschichte zerstört schienen. Die Siege der ftiderizianischen Fahnen wurden durch Niederlagen in Frage gestellt, sein Staatsideal des aufgeklärten Absolutismus unterlag den Wandlungen der Zeiten und Menschen, viele seiner wirtschaftlichen Schöpfungen und Gedanken sind untergegangen, seine französischen Verse vergessen, und die deutsche Sprache und Dichtung, die er schlecht kannte, haben trotz ihm ihren Adlerflug genommen; aber der König, der ein großer Feldherr war, in dessen Geist sich alle philosophischen Erkenntnisse feiner Zeit fruchtbar ausdrückten, der seinen Untertanen ein Leben der Pflichterfüllung und der harten persönlichen Entsagung zu Gunsten der überpersönlichen Idee des Staates vorlebte, und der doch dabei ein Mensch mit allen seinen Widersprüchen war, jene einmalige Konstellation des Schicksals, die den Größten einer Generation zum König machte, nur dies alles zusammen konnte es bewirken, daß wir heute, nach fast zweihundert Jahren, seine Gestalt in unsettrm deutschen Schicksal lebendiger erfühlen, als je. Die „fritzische Gesinnung" Goethes mit ihren Vorbehalten, ja Abneigungen gegen Preußen blieb lange eine Tatsache der deutschen geschichtlichen Entwicklung.. Die deutsche Sendung Preußens erfüllte sich nur langsam und schrittweise, gehemmt durch die Unzulänglichkeit der preußischen Staatsführung und die dynastischen Gegenkräfte des alten Reiches. Aber immer gründete und erneuerte sie sich a u f der Erbschaft des großen Königs, auf der legendären Nachwirkung feiner Persönlichkeit, auf der von ihm geschaffenen preußischen Armee und Beamtenschaft, auf dem Geiste der Aufopferung des einzelnen für das Ganze, für den Staat. Auch die Bismarcksche Lösung der deutschen Frage trug noch das Gesicht der Goetheschen Formulierung: die preußische Führung wurde hingenommen und anerkannt, weil Preußen die stärkste und tüchtigste Bürgschaft des deutschen nationalen Schicksals bot. Aber die Frage, was geht uns Preußen an, war in den deutschen Fürstenhäusern und in weiten Volkskreisen, namentlich des Südens, lebendig bis in unsere Tage. Das bewegte Bild des Streits der Gefühle und Meinungen in dem Frankfurter Bürgerhause, das uns Goethe hinterlassen hat, wiederholte sich in der Zeit Bismarcks, und noch vor drei Jahren hätte sich etwa in einem, sagen wir, bayrischen Milieu dasselbe abspielen können. Hat nicht ein prähistorischer bayrischer Politiker, der seine Bayern noch schlechter kannte als die Preußen, gedroht, er werde einen etwa vom Reich nach Bayern entsandten Kommissar an der Grenze verhaften lassen? — Aber merkwürdig: als nach dem Zusammenbruch Deutschlands die nationale Auflehnung gegen die willenlose und schwächliche Hinnahme des Unglücks einsetzte, war es zuerst die Erinnerung an F r i e d r i ch d e n G r o ß e n, mit der die Republik zu kämpfen hatte, weil sie es nicht verstand, daß Deutschland ohne seine Gestalt nicht leben kann. Das moderne Aufrütterungsmittel des Films weckte mit feinem „Fridericus Rex" Millionen aus der nationalen Betäubung, und die Märsche seiner Siege, der Dessauer, Torgauer, Hohenfriedberger und der Choral von Leuthen wurden zu schmetternden Fanfaren des Kampfes um die Wiederaufrichtung feines Werkes in einer größeren gesamtdeutschen Bedeutung. Wohl nie ist die ergreifende und schmucklose Gruft des Königs in der Potsdamer Garnisonkirche von so vielen Deutschen aus allen Gauen und Ländern des Reiches in bewußter Andacht aufgesucht worden, als in den Jahren, in denen die historische Gültigkeit seines Werkes am meisten umstritten und gefährdet war. Der Tag von Potsdam, der den ersten unter nationalsozialistischer Führung gewählten Reichstag vor seinem Sarkophag versammelte, war der Japanische Truppen im Angriff gegen die chinesische Große Mauer Japan will den Kampf fortfetzen, „solange es notwendig ist". Peking, 23. Jan. (DNB.) Die chinesischen Abendzeitungen melden aus K a l g a n, daß hier japanische Flugzeuge am heutigen Mittwochvormittag sieben Bomben über den alten Pallsadenwall im Tschachar-Gebiet abgeworfen haben. Um 11 Uhr setzte ein Artilleriebombardement ein und um 12 Uhr begann der Angriff der japanischen Infanterie aus Tuschiku und die Große Mauer. * Die Londoner Morgenpresse berichtet ausführlich über das Wiederaufleben der Feindseligkeiten zwischen japanischen und chinesischen Truppen in Osttschachar. Nach Darstellungen der englischen Berichterstatter in Peking eröffnete am Dienstagabend eine mit vielen Kraftfahrzeugen, 20 Feldgeschützen, 20 Panzerwagen und vier Bombenflugzeugen ausgestattete Streitmacht von 2000 Mann, japanischen und mandschurischen Soldaten, den Angriff auf die mongolische Provinz Tschachar. Der Angriff richtet sich gegen Kuyuan, Tungschatze und Tuschiku. Die letztere Stadt liegt an einer wichtigen Durchgangsstraße durch die Große Mauer. Die Flügelgruppen der Angreifer waren etwa 40 Kilometer voneinander entfernt. Am Mittwoch bei Tagesanbruch warfen Flugzeuge Bomben aus die chinesischen Stellungen. Mittags folgte eine heftige Beschießung, in deren Verlauf 70 Granaten in» nerhdlb der Großen Mauer nieder- gingen, worauf d i e Infanterie vorging. Mit Anbruch der Dunkelheit machten die Angreifer Halt. Der Militärattache der japanischen Botschaft in Peking, Oberst T a k a h a s ch i, erklärte auf Befragen, der Feldzug werde fortgesetzt werden, „solange es notwendig sei". Die chinesischen Streitkräfte, deren Verluste unbekannt sind, stehen unter dem Befehl des Gouverneurs der Provinz Tschachar, Sungtschenyuang. — In Peking fand eine schleunigst einberufene Konferenz zwischen General Sungtschenyuang und dem Kriegsminister statt, über deren Ergebnis noch nichts bekannt ist. Am hie Anerkennung Mandschukuos. Tokio, 23. Jan. (DNB.) Die japanische Presse läßt durchblicken, daß die Unterzeichnung des Vertrages über den Verkauf der Ostchinefifchen Bahn tatsächlich eine Anerkennung Mandschu - kuos durch die Sowjetunion bedeuten würde. Die japanische Außenpolitik habe nunmehr vor allem die Aufgabe, in China besseres Verständnis für Mandschukuo zu erwecken. In diesem Sinne ist auch eine Anfrage im japanischen Unterhaus gehalten, aus der deutlich zu erkennen ist, daß in Japan stärkstes Interesse an einer Besserung der Beziehungen zu China vorhanden ist. In diesem Zusammenhang werden auch die Ausführungen H i r o t a s über China stark beachtet. In ausländischen Kreisen hat eine angebliche Erklärung des japanischen Generalkonsuls in Nanking, Suma, Aufsehen erregt, wonach Japan als Voraussetzung für engere Beziehungen mit China an* geregt haben soll, China möge f i ch von der Vorherrschaft der fremden Mächte befreien und endlich feine volle Unabhängigkeit Herstellen. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums erwiderte auf Anfragen, daß die amtliche Politik Japans gegenüber China in der Rede Hirotas deutlich zum Ausdruck gekommen fei und daß er diesen Ausführungen nichts hin - ^uzufügen habe. Außer der mittelamerikanischen Republik Salvador habe nur Estland der durch die Gründung Mandschukuos geschaffenen Lage Rechnung getragen. Ob der Vatikan Mandschukuo tatsächlich anerkannt habe, fei zweifelhaft, obwohl er in einem amtlichen Schreiben an die mandschurische Regierung die Einsetzung eines Vertreters in Mandscyukuo angekündigt habe. Zu dem Vorvertrag über den Bahnverkauf wird noch mitgeteilt, daß die vertraglich vorgesehenen Warenlieferungen von Japan geleistet würden, bis auf die Sojabohnen, die von Mandschukuo geliefert werden. Bei dem zur Entlassung gelangenden Bahnpersonal handele es sich um 6000 sowjetrussische Beamte und Angestellte. Moskaus Antwort an Hirota. Moskau, 24. Jan. (DNB. Funkspr.). „Prawda" und „Jswestija" beschäftigen sich ausführlich mit der Rede Hirotas. Die „Prawda" hebt hervor, daß die Erklärungen über eine günstige Entwicklung der Verhandlungen über den Verkauf der Ostchinabahn der Wirklichkeit entsprächen und daß sich diese Verhandlungen anscheinend einem erfolgreichen Abschluß näherten. Das Blatt begrüßt die Absichten der japanischen Regierung um eine „friedliche Entwicklung der sowjetrussisch- japanifchen Beziehungen durch Verdoppelung der Anstrengungen zur Lösung der übrigen ungelösten Fragen". Die „Prawda" drückt bann Erstaunen und Bedauern darüber aus, daß Hirota es für möglich und angebracht gehalten habe, in feiner Rede die Losung aufzustellen, daß die Sowjetunion die Verteidigung ihrer Grenzen im Fernen Osten lockern solle. Die Zeitung betont dann, es sei lügenhaft ifnb unsinnig, zu behaupten, daß die Maßnahmen der Sowjetregierung nicht für eine Verteidigung der sowjet- rufsifchen Fernostarenzen, sondern für einen Angriff auf Japan bestimmt feien. Die ,^Jswestija" erklärt u. a., die Behauptung Hirotas über eine „Sowjetisierung Chinesisch-Turkestans" sei unverständlich. Die Sowjetunion sei immer Seaner einer Eroberung fremd en Bodens gewesen. Die Sowjetunion trete für die Wahrung der Unabhängigkeit und Einheit des chinesischen Reiches ein. Studentische Jugend im neuen Staat. Heidelberg, 23. Jan. (DNB.) In einer Kundgebung Heidelberger Studenten sprachen der Reichsamtsleiter des NS.-Studentenbundes Derichsweiler und Pg. Wippermann, der frühere Leiter der Reichsführerschule der PO. in Bernau. — Pg. Derichsweiler erinnerte an die Erlebnisse der Jugend, die sie zur Bewegung des neuen Reiches stoßen ließ. Mit der Machtübernahme erhielten die nationalsozialistischen Studenten den Auftrag einer politischen Erziehung der gesamten studentischen Jugend. Dieser Jugend mußte der Gedanke der Volksgemeinschaft eingehämmert werden, damit die Dinge des November 1918 für immer der Vergangenheit angehörten. Wenn der NS.-Studentenbund sich zuerst mit organisatorischen Aufgaben überlastete und seine Tore den Massen der Studenten öffnete, mußte er wieder auf d i e kleine Kampfgemeinschaft zurückgeführt werden, die ihm den Charakter der Bewegung wieder aufs neue erkämpfen wird. Die Jugend müsse sich bewähren in der Synthese von Wissenschaft, Politik und körperlicher Arbeit. Sie wird die Kollegs wieder füllen und ihre politische Erziehung in die Ferien verlegen. In Lagern werden in kürzester Zeit Kräfte herangebildet, die für die allgemeine Schulung ausreichen. Revolutionierung der Wissenschaft muß in Verbindung mit Professoren und nationalsozialistischen Berufsverbänden geschehen, lieber den D u - alismus zwischen NS.- Studentenbund und Studentenschaft werde in kürzester Frist eine Entscheidung getroffen, die den Fragenkomplex der studentischen Selb st Verwaltung losen werde. Eingehend ging der Redner auf die Korporationsfrage ein. Im Augenblick könne nichts Besseres anderen Stelle gesetzt werden, erst wenn ihre Gemeinschaft aus eigenen Kräften nicht mehr begeisternd wirken und sich erhalten könne, habe sie ihre Berechtigung verloren. Die kommende Jugend werde selbst entscheiden, ob sie Mütze und Band tragen wolle. Da die gestellte Aufgabe nur aus dem Leben heraus gelöst werden kann, erwartet Pg. Derichsweiler, daß sich alle alten Kämpfer mit der Hochschule noch einmal mit aller Kraft in den Dienst der Sache stellen und mithelfen, die politische Gemeinschaft aller Studierenden zu bilden, aus der heraus sich alle weiteren Aufgaben lösen lassen. Die Einheit der studentischen Organisation sei das Nahziel, der dann das Hochziel der inneren Erfassung der gesamten studentischen Jugend folgen werde. In dieser Gemeinschaft von Führung und allen Kameraden im Kampf um die Einheit von Wissenschaft und Politik werden, so schloß der Redner, wir die Erwartung des Führers recht- fertigen. Pg. Wippermann sprach dann über die allgemeine weltanschauliche Lage des Nationalsozialismus. Fast alle heute geistig Schaffenden wären noch in liberaler Zeit aufgewachsen und hätten sich dort ihre Weltbildung entworfen. Schon darum könne es nicht allein Aufgabe fein, diese noch so nahe Vergangenheit lediglich zu verdammen, sondern das zu erhalten, was gut gewesen fei, und z u zeigen, was anders und besser werden müsse. Viele Begriffe feien als Wort schon vorhanden gewesen, hätten aber jetzt wieder Inhalt bekommen. Die Ehre, früher als Privileg einzelner Stände, ja sogar einzelner Vereine, getrübt, fei erst heute wieder zur Volksehre geworden. Treue und Freiheit, ziel- beutige, in ihrer Form spezifisch deutsche Begriffe, hätten erst im deutschen Führerstaat, dem der Redner den römischen Caesarenstaat entgegenstellte, politische Bedeutung erringen können. Auf allen dreien baue die nationalsozialistische Erziehung auf, in deren Mitte Schulung durch Lager, sinnvolle Auswertung der Geschichte und Bevorzugung aktivistischer Haltung vor fruchtloser Beschauerrolle seien. Nicht Dogma, sondern Leben und Bewegung! Diese Forderung, die Pg. Wippermanns Ausführungen beherrschte, bildete auch den Ausklang der Kundgebung. im ganzen deutschen Volke empfundene Ausdruck dafür, daß die nationale Entwicklung Deutschlands in seiner neueren Geschichte in i h m ihren Ursprung hat und auf ihn zurückführt. Es scheint ein seltsames Gesetz zu fein, daß sich auch die dunkelsten und verschlungensten Wege der Geschichte in Symbolen ausdrücken. Die Durchdringung Deutschlands mit fritzischer Gesinnung und die letzte Vollendung seines Werkes in der volksmäßigen Einheit erfolgte nicht von Preußen aus, sondern aus der südlichen Periphe - rie des Reiches und durch einen Solda - ten bayrischen Stammes. Von diesen, den Bayern, auf die eine von der Vergangenheit hypnotisierte französische Politik unaufhörlich ihre Erwartungen deutscher Zerrissenheit gründete, sagt Clern e n c e a u, daß sie am unerbittlichsten gegen „ihre keltischen Brüder in Frankreich"! gekämpft hätten. „Sie haben ihre eigene Unabhängigkeit schlecht verteidigt, die bei Königgrätz durch den Frieden Bismarcks dahinfank, sie haben alles getan, um Knechte zu werden. Heutzutage besteht ihr Ehrgeiz darin, preußische Gewohnheiten anzunehmen". Wenn man aus dieser Verzerrung des Hasses und aus der Schiefheit der geschichtlichen Einstellung das Richtige herausnimmt, so hat der Franzose die deutsche Entwicklung ganz gut gesehen. Er fühlte die „Ver- preußung" Deutschlands, wie ein politisch kleinbürgerlicher ober separatistischer Geist lange auch bei uns jenen Prozeß der fortschreitenden politischen, geistigen, bis in die „Gewohnheiten" reichenden deutschen Universalität nannte, die nur von dem Preußen Fredrichs des Großen ausgehen konnte. Das abschließende Urteil aber in diesem Prozeß wurde erst gesprochen durch die jüngste deutsche Entwicklung, die die Herrschaft der sritzi- schen Gesinnung etablierte und die Frage Goethes: Was ging uns Preußen an? damit beantwortete: Preußen ist Deutschland und Deutschland ist Preußen! Tagung der Ritter des Ordens pour-le-Msrite. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Aus Anlaß des G e - burtstages Friedrichs des Großen hielt die Ritterschaft des Ordens pour le merite am Mittwochabend im Landwehrkasino ihre diesjährige Tagung ab. Fast 100 Ritter des Ordens waren an diesem Abend zusammengekommen, unter ihnen Generalfeldmarschall von Mackensen als Ordensältester. Fliegerkommodore Christiansen hielt einen Vortrag über die deutsche Luftfahrt. Er erläuterte die Entwickelung des Verkehrs über weite Strecken und ferne Länder und zeigte, wie ein Verkehrsmittel, wenn es einen gewissen Höhepunkt erreicht hätte, von einem neuen abgelöft wird. Heute stünden wir im Entwicklungsabschnitt der Transozean- flüge. Die bereits vor einigen Jahren vorgenommenen Flugversuche über den Mittelatlantik unter Verwendung von Kapapultflügen hätten ihre Durchführbarkeit erwiesen und hatten gezeigt, daß der Ueberquerung mit Stützpunkten im Meer, wie sie das deutsche Schiff „Westfalen" darstellt, der Vorzug zu geben sei. — Jrn Anschluß wurden drei Filme vorgeführt, die die Versuchsfahrten des Ka- tapultschiffes Westfalen zeigten Oer neue Verwaltungsrat der Reichsbahn. Staatssekretär Koenigs zum Präsidenten gewählt. B e r l i n, 23. Jan. (DNB.) Am 22. und 23. Ja- nuar 1935 trat der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn zu einer ordentlichen Tagung zusammen. An den Sitzungen nahmen erstmalig teil die von der Reichsregierung neu» ernannten Mitglieder Gustav Koenigs, Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium, Rudolf L a h s , Konteradmiral a. D., Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrt-Industrie, Dr. Wilhelm Ohne sorge, Staatssekretär im Reichspoftministerium, Otto Steinbrinck, Kapitänleutnant a. D., Herbert Stenger, Stabsleiter des Verbindungsstabs der NSDAP., Eduard Vogel, Ministerialdirektor im Reichsverkehrsministerium. Ferner der als Vertreter der Vorzugsaktionäre wiedergewählte Staatssekretär a. D. Bergmann. Zum Präsidenten des Verwaltungsrates wurde einstimmig Staatssekretär Koenigs gewühlt. Zum Vizepräsidenten wurde Freiherr von Schroder (Köln) einstimmig wiedergewählt. Der Verwaltungsrat beschäftigte sich zunächst mit der Finanzlage. Die Gesamteinnahmen des Jahres 1934 belaufen sich auf rund 3,3 Milliarden Mark gegen 2,9 Milliarden Mark im Jahre 1933, davon sind 916 Millionen Mark (846 Millionen Mark in 1933) durch den Persone nver- kehr, 2140 Millionen Mark (1815 Millionen Mark in 1933) durch den Güterverkehr und 268 Millionen Mark (259 Millionen Mark in 1933) durch sonstige Einnahmen aufgebracht. Die E i n- gliederung der Eisenbahnen des Saarlandes in die Reichsbahn wurde eingehend erörtert. * Der an Stelle des auf seinen Wunsch ausgeschiedenen Geh. Rat von Siemens gewählte Präsident Koenigs wurde 1882 zu Düsseldorf geboren als Sohn des späteren Vortragenden Rats im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe Dr. Koenigs. Er erhielt seine Ausbildung im höheren Verwaltungsdienst in den Jahren 1904 bis 1909. Von 1909 bis 1917 war Koenigs als Regierungsassessor bei den Landratsämtern Blumenthal «(Hannover) und Düsseldorf, von 1917 bis 1920 als Regierungsrat bei der Regierung in Düsseldorf und als kommissarischer Landrat des Kreises Osthavelland tätig. Als Geheimer Regierungsrat 1920 in das Preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten berufen, wirkte er dort als Referent in den Wasserstraßenabteilungen und seit der Verreichlichung der Wasserstraßen im Reichsverkehrsministerium. 1921 erhielt er seine Ernennung zum Ministerialdirigenten im Reichsoerkehrsministerium und Leiter der Verkehrsabteilung für Binnenschiffahrt und Seeschifffahrt. Seit hem 30. Dezember 1931 ist Koenigs Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium. Oie Berliner Schutzpolizei ehrt Or. Krick. DRB. Berlin, 23. Jan. Aus Anlaß der fünfjährigen Wiederkehr seiner Wahl zum thüringischen Innen- und Dolksbil- dungsminister brachte am Mittwochnachmittag die Kapelle der Schutzpolizei Berlins dem Reichs- und preußischen Minister des Innern, Dr. Wilhelm Frick, im Garten seiner Wohnung ein Ständchen. Minister Dr. Frick zeigte sich über diese spontane Ehrung sehr erfreut und dankte in einer kurzen und herzlichen Ansprache seinen Kameraden von der Schutzpolizei. Der Minister betonte hierbei, daß es vor 5 Jahren e i n schwerer Entschluß gewesen sei, unter mißlichen parlamentarischen Verhältnissen in die Regierung eines Landes hineinzugehen und daß in der Partei selbst hierüber die Meinungen geteilt gewesen seien. Der Führer habe jedoch mit seinem Entschluß, in die Regierung zu gehen, wie stets bei seinen Entscheidungen, das Richtige getroffen, denn dadurch, daß die NSDAP, damals gezeigt habe, daß sie nicht nur Opposition treiben, sondern auch tatkräftig regieren könne, sei der große Wahlerfolg des 14. September 19 3 0 zu erklären. Der Minister verwies auf die Tätigkeit der Regierung Adolf Hitler, die durch den überwältigenden Saarsieg am 13. Januar d. I. eine vorläufige Krönung erfahren habe. Dr. Frick schloß seine Ansprache mit einem Treuegelöbnis an den Führer, in das die Polizeikameraden und die Gäste des Ministers, seine Staatssekretäre und Ministerialdirektoren, freudig einstimmten. Hauptversammlung des VOA. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Im Hause der Deutschen Presse hielt am Mittwoch der Dolksbund für das Deutschtum im Auslande in Anwesenheit des Reichsministers Heß als Vertreter des Führers die diesjährige Hauptversammlung ab. An der Tagung nahmen ferner teil: Vertreter der Partei, der Reichs- und Staatsbehörden, der Reichswehr und Reichsmarine und befreundeter Verbände und Vereine. Nach der Begrüßungsansprache des Bundesleiters des VDA. Dr. Steinacher und der Eröffnungsrede Prof. Dr. Haushofers nahm Reichsminister Heß das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er der Bundesleitung und den Mitarbeitern des VDA. seinen Dank für die geleistete mühevolle und an Kämpfen reiche Arbeit aussprach. Sein besonderer Dank, fuhr der Minister fort, gelte jenen, die außerhalb der Grenzen des Reiches den Kampf führen. Er selber wisie, daß dieser Kampf zum Teil s e h r h a r t ist und daß unsere Volksgenossen draußen S ch w e r e s a u f sich n e h m e n um der Zukunft unseres Auslanddeutschtums willen. Mit einem kräftigen Heil Hitler schloß Reichsminister Heß seine Ansprache. Zusammenarbeit zwischen Hitler-Jugend und IlS.-Lehrerbund. Der Reichs-Jugend-Pressedienst teilt mit: Anläßlich der Begründung des HJ.-Gebietes „Bayerische Ostmark" fand eine sehr fruchtbare Besprechung zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichsamtsleiter des NSLB. in der Gauschule „H. St. Ehamberlain" statt. Die Besprechung ergab völlige Uebereinstimmung hinsichtlich der Tätigkeit und der A u f g a b e n a b g r e n z u n a der Hitler- Jugend und des NSLB.. Die einzelnen Aufgabengebiete wie Jugendherbergen, Schullandheime, soziale Arbeit, Staatsjugendtag wurden besprochen. Führende Männer der Bewegung, wie Baldur von S ch i r a ch und Staatsminister S ch e m m kamen in all diesen Fragen zu einer Einigung, Klärung und fruchtbaren Zusammenarbeit. Mit großem Beifall wurden die Pläne der Schulreform ausgenommen, die den sozialen Gedanken des Aufstieges befähigter Kinder aus den armen Schichten des Volkes betonen. Oer Vorsitzende des phiiologenverbandes aus dem JK5£23. ausgeschlossen. Bayreuth, 23. Jan. (DNB.) Das Pr e s s e a m t der Hauptamtsleitung des NSLB. teilt mit: Der Vorsitzende des Philologenverbandes, Oberstudiendirektor Schwendtke (Berlin), wurde wegen seines Aufsatzes „Besinnung" in Nummer 1 des „Deutschen Philologenblattes" mit sofortiger Wirkung aus dem NSLB. ausgeschlossen. Ferner ist Nr. 1 des Philologenblattes, Jahrgang 35, am 9. d. M. polizeilich beschlagnahmt und eingezogen worden. Diese Maßnahme erstreckt sich auch auf sämtliche außerpreußischen Länder. Leistungsprinzip im Handwerk. Rur ein Meister darf einen selbständigen Handwerksbetrieb führen. Handwert hat goldenen Voden. Das deutsche Handwerk hat mit der Errichtung der Handwerksrolle sowie mit der Einrichtung der Handwerkskarte endlich das erreicht, wofür das Handwerk feit 65 Jahren vergeblich gekämpft hat: den großen Befähigungsnachweis. Um das richtig zu verstehen, muß auf die sozial- und wirtschaftlich-politische Entwicklung seit Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgegriffen werden, eine Entwicklung, die in Deutschland zunächst einmal in der G e - werbeordnung gipfelte. Wesen und Geist dieser Gewerbeordnung waren von der sog. liberalen Auffassung erfüllt, daß alle Schranken und Hemmungen einer veralteten und überwundenen Wirtschaftsverfassung beseitigt werden müßten, um der Persönlichkeit, um dem freien Spiel der Kräfte freien Raum zu geben Zu den veralteten Formen wurde auch alles das gerechnet, was in der Vergangenheit dem Handwerk einen gewissen Schutz und eine gewisse Sicherheit gegen Gleichmacherei und Unfähigkeit gewährt hatte. Für das Handwerk gab es auf Grund der Gewerbeordnung z u n ä ch ft überhaupt keinen Schutz, was in der Hauptsache dadurch veranlaßt war, daß das Handwerk selbst für wirtschaftstechnisch überholt galt. Die Entwicklung zum Großbetrieb oder zur Fabrik wurde als unvermeidlich angesehen, so daß jeder Schutz für das eigentliche Handwerk im Sinne dieser Auffassung nichts anders war als wie ein Hemmschuh. Alle Warnungen, die nicht nur aus dem Handwerk selbst heroorgingen, wurden mißachtet, wurden zur Seite geschoben, wurden vielfach sogar als rückständiges Zünstlertum verhöhnt. Die unbeschränkte Gewerbesreiheit machte möglich, daß auch Leute einen Handwerksbetrieb eröffnen und führen konnten, die überhaupt keine handwerkliche Ausbildung, weder als Lehrling, weder als Geselle noch als Meister, erhalten hatten. Trotz der liberalen Gesetzgebung in Wirtschaft und Politik verlief die wirtschaftliche Entwicklung wesentlich anders, vor allem soweit es sich um das Handwerk, sowie um den gewerblichen Mittelstand handelte. Daß das Handwerk, das einmal in Zünften und Innungen zufammen- gefaßt war, einen goldenen Boden hatte, war nicht nur eine schöne Redensart, es war auch Tatsache. Nun war und ist gewiß richtig, daß sich die Wirtschaftsoerfassung, in der das Handwerk in Zünften und Innungen blühte, nicht ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Entwicklung aufrechterhalten ließ. Allein was das deutsche Handwerk trotz oder gerade wegen der „freiheitlichen" Gewerbeordnung forderte, war nicht der veraltete Zunftgeist oder der starre Rahmen einer Innung, sondern Können und Leistung. ßu dieser Forderung hatte das Handwerk schon in Hinsicht auf seine großen Leistungen in der Vergangenheit ein Recht. Wer das nachprüfen und verstehen will, der halte sich einmal vor, daß die Schöpfungen des Handwerks bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein heute zu den vielumworbenen Kostbarkeiten gehören. Die Erzeugnisse des Dischlerhand- werks, der Gold- und Silberschmiede, des Schlosser- Handwerks, der Drucker und Buchbinder, soweit sie aus früheren Jahrhunderten stammen, sind technisch und künstlerisch gewertet bis heute vielfach noch nicht erreicht, sicher aber noch nicht überholt worden. Wenn sich das Handwerk gegen die Gleichmacherei zur Wehr setzte, so tat es dies nicht nur für sich als Berufsstand, sondern auch in der Erkenntnis, daß es ohne ein gesundes Handwerk keinen blühenden Mittelstand geben kann. Es bedurfte hartnäckiger Kämpfe, um erst 1881 ein Zugeständnis in der Form zu erhallen, daß es den Innungen gestattet wurde, Gesellen- und 9)1 e i ft e r Prüfungen vorzunehmen. Die Lehrlingszüchterei sowie das zweifelhafte Recht, Handwerksbetriebe aufzumachen, wurden damals noch nicht beschränkt. Das alles wurde erst schrittweise erreicht, wobei aber jeder Erfolg unzulänglich war, denn die verantwortlichen Behörden, die die großen und kleinen Novellen zur Gewerbeordnung ausarbeiteten, waren, wenn nicht vom liberalen, so doch vom kathedersozialistischen Geist erfüllt. Die Zusammensetzung des Reichstags bot erst recht keine Möglichkeit, für das Handwerk etwas zu erreichen, weil Liberale und Sozialisten alle Versuche vereitelten, die Gewerbeordnung von ihren Schäden und ihren Nachteilen zu befreien. Erst 1908 wurde der kleine Befähigungsnachweis ein^eführt, der darin bestand, daß es nur geprüften Meistern erlaubt war, Lehrlinge zu halten und anzulernen. Das war nicht viel, weil ja die Meisterprüfung selbst noch im Argen lag, weil es noch immer möglich war, daß auch Leute einen Handwerksbetrieb führen konnten, die nichts davon verstanden. Was die freiheitliche Gewerbeordnung in dieser Hinsicht verschuldet hat, das beweist allein schon die Tatsache, daß es diese Gewerbeordnung war, die dem berüchtigten Bausch w i n de l in der Vorkriegszeit den Weg geebnet hatte. Im Novemberstaat war es für das Handwerk erst recht schwer, seine sozialpolitischen Forderungen durchzusetzen, denn der einflußreiche Marxismus war ja davon überzeugt, daß das Handwerk dazu verurteilt war, zugrunde zu gehen. Aber das deutsche Handwerk war nicht bereit, abzudanken, zumal es noch über eine Lebenskraft verfügte, wie sie anderen Betriebsformen der kapitalistischen Wirtschaft nicht eigen gewesen ist. Es mußte erst der nationalsozialistische Staat kommen, um endlich dem Handwerk zu gewähren, was dem Handwerk gebührt, wie er auch dem Arbeiter und Angestellten gewährt hat, um sie zu lebenswilligen und lebensfähigen Trägern des neuen Staates zu machen. Wenn der neue Staat nunmehr verordnet, daß Handwerksmeister nur sein kann, wer unter bestimmten Voraussetzungen in die Handwerksrolle eingetragen, sowie über die Handswerkskarte verfügt, so sind das nicht nur formale Bestimmungen. Wer die Handwerkskarte erhält, muß zuvor nachgewiesen haben, daß er seinen Beruf gründlich erlernt hat, so daß Außenseiter sich nicht mehr hineindrängen können. Wer ein Handwerk lernen und ausüben will, muß künftig schon als Lehrling und Geselle beginnen, etwas Tüchtiges zu lernen und zu leisten; denn die Abschlußprüfungen werden sich nicht mit formalen Kenntnissen begnügen, sondern eine wirkliche Leistung fordern. Mit dieser Steigerung der Leistungen, mit diesem edlen Wettbewerb, was sich alles in der Meisterprüfung wiederholt, werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, um das Handwerk wieder zu einem gesunden und blühenden Stand zu machen. Eine Wiche Kundgebung in Berlin. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Die Errungenschaften der nationalsozialistischen Handwerksgesetzgebung, die jetzt durch die Einführung des großen Befähigungsnachweises und der Han d- werkskarte einen gewissen vorläufigen Abschluß gesunden haben, gaben den Anlaß zu einer Kundgebung der Führerschaft des Reichsstandes des deutschen Handwerks im Sitzungssaal des Preußenhauses. Neben den Hakenkreuzfahnen schmückten die alten Jnnungsfahnen des Berliner Handwerks den Sitzungssaal. Der Veranstaltung wohnten der stellvertretende Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsarbeitsminister Dr. S e l d t e, die Staatssekretäre Krohn und Posse, der Stabsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. v. Renteln sowie zahlreiche andere Vertreter der Regierung, der Verwaltung und der Parteigliederungen bei. Besonders freudig wurde der Präsident der Handwerkskammer Saarbrücken, Schmelzer, von der Versammlung begrüßt. Der Präsident der Handwerkskammer zu Berlin, Lohmann, eröffnete die Veranstaltung. Er erinnerte daran, daß die vergangenen Regierungen niemals die Wünsche und Forderungen des Handwerks beachtet hätten und stellte demgegenüber mit großer Freude fest, daß es dem Nationalsozialismus in der kurzen Zeit seit der Machtübernahme gelungen sei, auch dem Handwerk wieder den gebührenden Lebensraum zu geben. Das Handwerk habe vom ersten Tage an dem Nationalsozialismus und dem Führer treueste Gefolgschaft zugesagt und werde diese immer halten und bewahren. Es werde dem Führer zeigen, daß es feines Vertrauens wert sei. Reichsbankprasidenl Dr Schacht führte dann u. a. folgendes aus: Meine sehr geehrten Herren Handwerksmeister! Durch die heute erlassene Verordnung der Reichsregierung wird der vom Handwerk feit langem gehegte Wunsch nach dem sogenannten großen Befähigungsnachweis endlich erfüllt. Damit wird die selbständige Ausübung des Handwerksberufes nunmehr an die Ablegung der Meisterprüfung geknüpft. Der Entschluß gründet sich auf die nationalsozialistische Auffassung vom Handwerk. Diese Auffassung ist eben so weit entfernt von der liberalistischen Idee völliger Gewerbefreiheit wie von der reaktionären Idee einer überlebten Zunftverfassung. Solange die gewerbliche Technik an das Handwerkszeug gebunden war und die Maschine noch nicht ihren Siegeslauf angetreten hatte, hat die strenge mittelalterliche Zunftoerfassung ihre Berechtigung gehabt und ist Hauptträgerin hervorragender handwerklicher Lei st ungen gewesen. Mit dem Hochkommen der maschinellen Fabrikation und Massenerzeugungen mußte das Handwerk notgedrungen eine Einengung erfahren. Aber es war sicherlich eine der wirtschaftspolitischen Uebertrei- b u n g e n des liberalistischen 19. Jahrhunderts, wenn man mit der unvermeidlichen Einengung des Handwerks auch seine berufliche Organi- satiom verfallen ließ und durch Einführung schrankenloser Gewerbefreiheit das handwerkliche Können herabminderte. Wenn es auch selbstverständlich war, daß man Lokomotiven, Flugzeuge, Automobile usw. nicht handwerksmäßig herstellen kann, so hätte man doch nicht vergessen dürfen, daß alle moderne Industrie aus dem Handwerk und seinem fachlichen können ihren Ursprung genommen hat. Man durfte nicht hoffen, die gewerbliche Leistung auf ihrer höhe halten zu können durch Pfuschertum und maschinellen Massenschund. Gerade im Interesse einer hochqualifizierten Industrie muh es liegen, das handwerkliche kann en zu erhalten und weiter zu bilden. Erst der nationalsozialistischen Regierung ist es vorbehalten geblieben, die gesetzgeberischen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis zu ziehen. Wohl hatte das Jahr 1908 den sogenannten kleinen Befähigungsnachweis gebracht, der vorsah, daß nur der geprüfte Meister Lehrlinge a u 5 b i I b e n durfte; wohl war 1929 die Handwerksrolle eingeführt worden, in die alle selbständigen Handwerker eingetragen werden müssen, aber erst die jetzige Verordnung bringt die eigentliche Sicherung des Leistungsprin- zips im Handwerk. Nachdem durch das Gesetz über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom November 1933 das Fundament gelegt worden war, führte die Verordnung vom Juli 1934 die allgemeine Pflichtinnung und die Ehrengerichtsbarkeit ein. Nun endlich bringt die heute veröffentlichte Verordnung den sog. großen Befähigungsnachweis, wonach nur derjenige in d ie H a n d w e r k sr o ll e eingetragen wird, der die M e i ft e r p r ü f u n g abgelegt hat oder die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen besitzt und nur, wer in die Handwerksrolle eingetragen ist, ein Handwerk als stehendes Gewerbe ausüben darf. Diese Verordnung soll ein Ansporn sein zur Erreichung einer hohen Leistung, ohne daß jedoch irgendjemandem der Weg hierzu versperrt wird. Die heutige Verordnung bringt keinen numerus clausus. Alle Handwerker, die vor dem 1. Januar 1932 in die Handwerksrolle eingetragen waren, bleiben von der Verordnung unberührt. Diejenigen, die später eingetragen wurden und noch nicht 35 Jahre alt sind» müssen die Meisterprüfung bis 1939 nach- holen, aber unter erleichterten Bedingungen. Auch dem Handwerker, der seine Ausbildung in der Industrie erhalten hat, steht der Weg zur Meisterprüfung und damit zur Selbständigkeit offen, wenn hier also gewisse Vorrechte für das Handwerk ausgesprochen werden, so steht die Erringung dieser Vorrechte doch in dem Willen eines jeden, der sich dem Handwerksberuf zuwenden will. Die Meisterprüfung wird der Maßstab für die Auslese der wirklichTüch- tigen im Handwerk sein. Sie muß hohe Leistungen fordern, darf aber nicht dazu benutzt werden, den Zugang zum Handwerk unbillig zu erschweren. Meine Herren, das weitere Schicksal der Der« orbnung ist in Ihre Hänbe gelegt. Das hohe Vertrauen, bas Ihnen bamit entgegengebracht wird, werben Sie baburch rechtfertigen, baß Sie im Geist unseres Führers Abolf Hitler ben wirtschaftlichen unb nationalen Aufbau Deutschland auch im Hand- werk durch zähe, opferwillige Mitarbeit vollenben helfen. MchshandVerkSmeisier W. G. Schmidt gab einen geschichtlichen Rückblick über ben Kampf des Hanbwerks unb fuhr bann fort: (9erabe in ber Wirtschaftskrise finb Ungelernte ohne bie nötige Sachkenntnis unb bas erforberliche Verantwortungsgefühl ins Hanbwerk geströmt unb haben neue selbstänbige Hanbwerksbetriebe eröffnet; noch heute ist bas Hanbwerk zu 20 v. H. übersetzt. Die nicht oorgebilbeten „Hanbwerker" reißen durch unlauteres Verhalten in großem Umfange bie Aufträge an sich, unb zwar befonbers burch Heber« vorteilung ber Kunben ober burch Schmutzkonkurrenz; solche Schüblinge ermöglichen Schleuberpreise, inbem sie ihre Mitarbeiter unter Tarif entlohnen, ober Steuern, Sozial- beiträge, Miet- unb Gefchäftsschulben nicht bezahlen. Damit haben sie einen Wettbewerb mit ungleichen Waffen eröffnet, bem ber anftänbig unb ehrbar arbeitenbe Hanbwerker nicht gewachsen sein konnte. Auch bie Schwarzarbeiter unb Gelegenheitsarbeiter untergraben bas wirtschaftliche Dasein bes geschulten Hanbwerks- meifters, zumal ber Kunbe selten minberroertige von guten, bauerhaften Leistungen unterscheiben kann. Entscheibenb war schließlich, bah ungelernte Hanbwerker, Gelegenheitshanbwerker unb Schwarzarbeiter mit ihren schlechten Leistungen bas Vertrauen zur Hanbwerksarbeit erschütterten. Hätte jetzt nicht ber Gesetzgeber eingegriffen, bann hätte bem ehrbaren Hanbwerk bas immer weitere Absinken unb schließliche Verschwinben ge- broht. Diese Gefahr ist burch bie neue Verorbnung gebannt. Der gesunbe Wettbewerb soll durch die neue Verordnung nicht ausgeschaltet werden. Das Handwerk soll auch keine bevorzugte Stellung vor den anderen Berufsständen erhalten. Allein bi e Leistung wirb in Zukunft bestimmen, ob das Hanbwerk eine neue Blütezeit erlebt. Zunächst aber muß das Faule unb Minderwertige im Handwerk abgestoßen, die Schwarzarbeit unb bie Preisschleuberei verhindert unb ber Verbraucher nach Möglichkeit vor Pfuscharbeit gesichert werden. Der nationalsozialistische Staat muß bestrebt sein, bie Leistungshöhe in den einzelnen Berufen zu heben. Hierzu ist eine berufs- ständische Auslese nötig, unb sie läßt sich ohne eine Prüfung vor einer mit ben nötigen Befugnissen ausgestatteten Stelle nicht burchführen. Auch aus biesem Grunde war der Große Befähigungsnachweis nötig. Es soll niemand verwehrt werden, den Beruf eines ehrsamen Handwerkers auszuüben ober zu ergreifen. Wer ihn aber erwählt, der soll auch die nötigen Voraussetzungen mitöringen und ausweifen, denn das liegt in feinem eigensten Interesse und dient der Erhaltung einer wirtschaftlich gesunden Existenz. Es dient aber auch bem guten Namen deutschen Handwerkskönnens und damit deutscher Gütearbeit, unb es wirb gebieterisch vom Wohl bes Volksganzen gefordert, dem unsere Arbeit unb unser Können zu dienen hat. Zum Schluß brachte Landeshandwerksmeister i. V. Kammerpräsident Lohmann den Dank des Groß- Berliner und Märkischen Handwerks an den Reichsstand dafür zum Ausdruck, daß dieser sich für bie Einführung des Großen Befähigungsnachweises und der Handwerkskarte eingesetzt hat. Das neue Grundgesetz. Durch bas Gesetz vom 20. November 1933 war bekanntlich ber vorläufige Aufbau bes beutschen Hanbwerks auf berufsstänbischer Grunblage entscheibenb festgelegt worben. Die erste Verorbnung zur Durchführung bieses Gesetzes brachte vor allem ben Mitgliebszwang ber Hanbwerker in ihren Innungen unb bereu Zusammenfassung in Kreise, Lanbesverdänbe, Fachverbänbe und schließlich im Reichsstanb. Weitere Einzelfragen blieben ber späteren Durchführung vorbehalten, bie jetzt burch eine zweite unb britte Verorbnung, beibe batiert vom 18. Januar 1935, erfolgt ist. In Zukunft gilt, baß auch bie Hanbwerks- fammern nach dem F ü h r e r g r u n b s a tz geleitet werben. Ihre Zusammensetzung burch Wahlen gelangt also in Fortfall. Der Vorsitzenbe unb ber Stellvertreter jeber bieser Kammern wird vom Reichswirtschaftsminister nach Anhörung bes Deutschen Hanbwerks- unb Gewerbekammertages ernannt unb abberufen. Die Hanbwerkskammern unterstehen ber Aufsicht bes Reichswirtschaftsministers. Ihr V o r ft a n b besteht neben bem Vorsitzenben unb seinem Stellvertreter aus höchstens sieben Mitgliebern, bie ber Vorsitzenbe beruft, sowie einem Obmann ber Gesellen, ber auf gleiche Weise berufen wirb. Zur Beratung unb Unterstützung bes Vorsitzenben und bes Vorstanbes wirb ein Beirat gebildet, dessen Mitglieder von dem Vorsitzenden auf bie Dauer von brei Jahren ernannt werben. In ben Beirat kann nur berufen werben, wer Reichsangehöriger, in bie Hanbwerksrolle eingetragen unb zur Anleitung von Lehrlingen berechtigt ist. Der Vorsitzenbe ist ferner berechtigt, aus bem Kreise ber Beiratsmitglieber unb sonstigen in bie Hanbwerksrolle eingetragenen Personen unb ber Gesellen Ausschüsse zu bilben unb sie mit befonberen Aufgaben zu betrauen. Zu ben Sitzungen bes Vorstanbes, bes Beirats unb ber Ausschüsse können sachverstänbige Personen zugezogen werben. Der Vorsitzenbe führt bie Hanbwerkskammer unb vertritt sie gerichtlich unb außergerichtlich. Nach einer Verorbnung ber Reichsregierung vom KÄWÄ ffl® A ft ftl Es» Bis, UUUHS'W VMS rrts* )üt. egrif. nrner i ge- nung irch er. rbei. zial- Jlen. un« mbig chsen iter oben erks» von ann. lanb« irbei» i die wer- jor« Be. Lei. Handkuß hand- unb der ho/- W den rufs- eine Hen । aus -mch- ' eines -i^rei. die 'gen einem einer r auch 15 UNb -terisch unsere r i.D. Groß« Reichs« ür die es und 3 war Men Mei« nfl ff /?i 6en r rn -ssung und ragen n, dw , beide sitzende ich«»' W0 »rtreW i.3' (n und d-II-" •5 ff ff ff 3«! dralle dralle Ist eine Wohltat für die 50 Pf. noch Weiß und Gold nur 4>talle 4>rallß n u dralle dralle «bcalle dralle 4>ralle 4>rallß 4>ralle dralle Wer in der Handwerksrolle eingetragen ist, erhält von der Handwerkskammer eine Handwerkskarte. Wer einen selbständigen Handwerksbetrieb eröffnet, hat der zuständigen Behörde die Handwerkskarte vorzulegen. Die Ueberschreitung dieser Vorschriften wird mit Geldstrafe oder mit Haft bestraft. Die Befestigung von Gotland. Stock hosm, 23.Jan. (DNB.) Die drei büP| gerlichen Parteien im Schwedischen Reichstag, die Rechte, die Volkspartei und der Bauernbund, haben einen gemeinsamen Antrag auf Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft der Insel Gotland und in diesem Zusammenhang auf teil» weise Erhöhung des Heeresetats eingebracht. In dem Antrag wird auf die große strategische Bedeutung der Insel hingewiesen, die durch ihr« vorgeschobene Lage in der Ostsee einen be- »Menta-. Antiseptisch und doch wohlschmeckend. Schon ab 50 Pf. Für jeden Gebrauchszweck, in verschiedenartigster Parfümierung. In allen Preislagen künstlerisch vollendet. Interessante Geschenke. HAUPTBETRIEBE in Hamburg und Altona Macht die Zähne blendend weiß. Feinste Beschaffenheit. 50 Pf. Naturgetreue Blütentropfen. Die Originalmarke Im Leuchtturm. Das beliebte Haaröl in der bewährten Qualität. 30 und 50 Pf. Nachlaß- Versteigerung. Freitag, d.25.d.M. versteigere Ich im Auftrage d. Nach- laßverwalt.melst- bietend geg. 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Die Verurteilten haben deshalb keine härteren Strafen erhalten, weil sie große Verdien st e umdie bolschewistische Revolution und mehrfache Auszeichnungen aufzuweisen haben. Sie sind alle alte Mitglieder der Kommunistischen Partei. Kriegerverein Dietzen DerGoetbebund gewährt z. Vortrag desKommo- dore Madlung, am 25. Januar (Neue Aula) ermäßigt. Eintritt zu 60 Pf. gegen Borzeigen der Mitgliedskarte. Karlen zur Sonder- Borstellmig „Der König“ am30.Januarzu stark ermäßigten Preisen für Kameraden, Familien und Ange- Schon für 0.1.25 bjto.1.50 monatlich - bei Abnahme einer Lie- ferung zu RM.2.50 bzw. RM.3.- aller zwei Monate - erwerben Sie das bekannte Pracht- und ornitho- log sche Standardwerk: Or. O. und Krau M. Heinroth Ar Bügel MllelmWS in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch ausgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet. 4 Bde., in Ganzleinen, in Halbleber oder in 100 Lieferungen erhältlich. Lieber 4000 Abbildungen auf mehr als 500 bunten und einfarb. 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Die Verhaftung des Polizeiinspektors Tilk, durch dessen Kugel am Montag ein Verbrecher, der seiner Festnahme mit der Waffe in der Hand Widerstand entgegensetzte, den Tod fand, hat im Saargebiet allenthalben Aufsehen und Befremden erregt. Die Regierungskommission scheint infolgedessen em- zusehen,' daß sie diese Verhaftung irgendwie begründen muß und so gibt sie folgende „amtliche Feststellung", wie sie es nennt, bekannt. „Die Verhaftung des Polizeiinspektors Tilk wurde seitens des Vertreters der Staatsanwaltschaft beim Obersten Abstimmungsgerichtshof, der an Ort und Stelle Erhebungen tätigte, angeordnet. Die vorläufige Festnahme erfolgte, weil Tilk der vorsätzlichen Tötung des Kaufmanns Paul hjLeger dringend verdächtigt erschien. Am 22 Januar wurde gegen Tilk vom Untersuchungsrichter beim Obersten Abstimmungsgerichtshof Haftbefehl erlassen, weil Tilk eines Verbrechens nach § 212 STGB, dringend verdächtig erscheint und Fluchtverdacht wegen der Nahe der Landesgrenze und der Höhe der zu erwartenden Strafe begründet ist. Außerdem besteht Verdunkelungsgefahr." * Macht das Rasieren Große, langreichende Tube 50 Pf. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Das Geheime S t a a t s p 0 l i z e i a m t hat die „Weißenberg- Sekte", (auch „Evangelifch-Johannifche Kirche nach der Offenbarung St. Johannes genannt), einschließlich ihrer Untergliederungen und des Kriegervereins „Ewiges Leben" für das Gebiet des Freistaates Preußen aufgelöst und verboten. Das Vermögen wird vorbehaltlich einer späteren Einziehung Polizeilichbeschlag nahmt und sichergestellt. Das Verbot ist erfolgt, weil die Weißenbergsekte unter dem Deckmantel religiöser Betätigung s p i r i - tistische Sitzungen abhält, in denen unter Verwendung von Medien die Geister großer Männer und Nationalhelden zitiert werden, um so für die Sekte und den „Meister Josef Weißenberg" Propaganda zu machen und darüber hinaus versucht, die Verdienste der heutigen Regierung für sich in Anspruch zu nehmen.! Derartige Veranstaltungen können infolge des spin- tistischen Unfugs nur als Entweihung des Gottesdienstes angesehen werden, ganz abgesehen davon, daß die aufpeitschenden und religiös-fanatischen Geister-Reden auf die seelische Verfassung der Versammlungsteilnehmer, zu denen auch schulpflichtige Kinder gehören, einen u n - heilv 0 llen Einfluß ausüben. Durch den Einfluß Weißenbergs sind bereits einzelne Personen dem religiösen Wahnsinn verfallen. Die Gemeingefährlichkeit dieser Umtriebe der Weißenberg-Sekte wird dadurch gesteigert, daß diese ihre Veranstaltungen seit der nationalsozialistischen Erhebung mit dem Ideengut der national- sozialiftischenRevolutionzuverbrah- men versucht und damit das nationalsozialt- stische Gedankengut schamlos h e r a b w ü r d i g.t. Solche Personen, die schon vor dem 1. Januar 1932 in die Handwerksrolle eingetragen sind, bleiben dort eingetragen, auch wenn sie die Meisterprüfung nicht gemacht haben. »Dasselbe gilt von solchen Personen, die nach dem 31. Dezember 1931 eingetragen waren und vor dem 1. Januar 1900 geboren, aber nicht die Meisterprüfung abgelegt haben. Sind diese Handwerker ohne Meistertitel nach dem Jahre 1899 geboren, so haben sie die Möglichkeit, die Meister-1 Prüfung bis Ende 1939 n a ch z u h 0 l e n, um in der Handwerksrolle zu bleiben. Personen, die ein selbständiges Handwerk als stehendes Gewerbe betreiben und ordnungsmäßig angezeigt haben, ohne bisher in die Handwerksrolle eingetragen zu sein, sind von Amts wegen in die Handwerksrolle einzutragen, auch wenn sie die Meisterprüfung nicht abgelegt haben. Die Eintragung ist zu löschen, wenn der Gewerbetreibende nach dem 31. Dezember 1899 geboren ist und nicht bis zum 31. Dezember 1939 d i e M e i- sterprüfung nachgeholt hat. In dem letztgenannten Falle bedarf die Ablegung der Meisterprüfung nicht des Nachweises einer Lehrzeit oder der Ablegung einer Gesellenprüfung. REME zum Genuß. sonderen Anziehungspunkt für feindliche Angriffe im Kriegsfälle darstellen wurde. Eine Festsetzung feindlicher Streitkräfte auf der Insel wurde Schwedens Ostküste in schwerste Bedrängnis bringen. Die schwere Artillerie soll beweglich ausgestellt werden. Man denkt an mindestens zwei Batterien zu je zwei schweren Geschützen. Dazu kommen für Fliegerabwehr l rwei neue Batterien mit mindestens je drei Geschützen. Ein neue« ZremdenlegionSr-Negiment für Saar-Emigranien. Paris, 24. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Wie „Le Jour" berichtet, soll die Aufstellung eines 6. Fremdenlegionär-Regiments beschlossen worden sein, um Flüchtlingen aus dem Saargebiet die Möglichkeit zu geben, sich bei der Legion anwerben zu lassen. Aus den Nachrichten des Blattes ergibt sich, daß an der Grenze ein Vertrauensoffizier Bewerber aus Emigrantenkrrifen, ! die in die Fremdenlegion eintreten wollen, a u f ihren „moralischen Wert" hin prüft. OiefinnischenStudenten streiken weiter H e l s i n g f 0 r s, 23. Jan. (DNB.) Die finnische Studentenschaft beschloß, den Streik, der ursprünglich nur bis zum 1. Februar geplant war, a u f unbestimmte Zeit --uszudehn-n Gleich- zeitig gab die Studentenschaft ihre Absicht be-1 könnt, eine allgemeine Mitbürgern e r s a m m- lung von je zwei Vertretern aus jeder Stadt und jedem Dors in die Hauptstadt einzuberufen. Zum Abschluß brachten etwa 2000 Studenten dem Um« versitätskanzler Prof. Su 0 lahti einen Fackelzug dar, da er Anhänger einer völligen Finnisterung der Universität ist. Im Reichstage dauerte die Debatte über die Universitätsgesetze den ganzen Tag über an. Die Redner der Regierunysopposition verzögern nach Möglichkeit ihre Ausführungen. Güner von ihnen sprach so langsam, daß er nicht mehr als zehn Worte in der Minute oorbrachte. Man ist nachgerade bei der Regierungskommission gewöhnt, daß sie in ihren Auslassungen Unterstellungen bereits als Tatsachen hin st elltl und in solchem Fall U r t e i l s s p r ü ch e oor- wegnimmt, wenn es sich um Belastungen der deutschgesinnten Bevölkerungstelle handelt. Wir denken hierbei nur an den auch in Genf groß angekündigten „Verleumdungsprozeß" Heimburger und seiner Emigrantenkommissare gegen die Führer der Deutschen Front, von dessen Durchführung aller- ! dings jetzt nicht mehr ernstlich die Rede zu fein scheint. Andererseits hört man ebensowenig von der Durchführung des längst fälligen Disziplinarverfahrens wegen des im Keim erstickten Polizeiputschs in der Nacht der Stimmenzählung. Ebenso wie seinerzeit die Mißhandlung zweier Polizisten in Saarbrücken bei einer marxistischen I Demonstration einer Sühne nicht für wert gehalten wurde, ebenso gilt offenbar für die Regterungs- I korymission auch nicht die Bedrohungeines Polizeibeamten durch einen mit Revolver bewaffneten Verbrecher als I Grund zur Notwehr, falls es f i ch um einen Separatisten handelt. Es darf erwartet werden, daß, solange pflichtbewußte Polizeibeamte an der Saar noch nicht den ihnen gebührenden Schutz des deutschen Staates erhalten, das zuständige Gericht in voller Unbefangenheit und Neutralität schlecht verhüllten Bestrebungen ein Ende machen wird, die ein Eingreifen gegen gewisse Verbrecherkategorien praktisch I u n m ö g l i ch machen könnten. Washington, 23. Jan. (DNB.) Dor dem Heeresausschuß des Repräsentantenhauses erklärte Frank Belgrano, ein Führer der American Legion von den in den Vereinigten Staaten aus- geqebenen 19 Milliarden Dollar für Rüstungszwecke feien 14 Milliarden in die Hände der Kriegsgewinnler gekommen. Er fordere daher die Wegsteuerung der | Krisgsqewinne. Die Kriegs Veteranen würden nichts die sofortige Auszahlung ihrer Pension fordern, wenn schon im Jahre 1917 ein Gesetz bestanden hätte, das Kriegsgewinne unmöglich gemacht hatte. Die American Legion müsse die Schande, die dem Weltkrieg gefolgt sei, zurückweisen, als d i e Z a h l der Kriegsmillionäre in den Vereinigten Staaten die Zahl der weißen Kreuze in Flandern übertroffen habe. — Im Senatsausschuß wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die im letzten Jahr erfolgte Steigerung der Baukosten für Kriegsschiffe von acht Millionen Dollar auf 16 Millionen Dollar ein abgekartetes Spiel zwischen den Rüstungssirmen sei. Schöne 5-Zim- merwohnung in tadellos. Zustand z.T.vorh. Schr. Ang. m. Preis u. 0305 a. d. G. A. |Stellenangeböte] Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Be- werbungchchreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müfien zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Na- | men und Anschrift des I Bewerbers tragen! Suche z.l.Febr. ordentl., ehrlich. Mädchen dasschoninStell. war. Zu erfrag, in der Geschäfts- stelled.Gieß.Anz. | Vermietungen"} 1-2 frdl. warme , mövl. 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Auch handwerkliche Nebenbetriebe, die von sonsti- oen Gruppen der Wirtschaft geführt sind, sind hier ÄT®X MtaÄen“b WasamKriegeverdientwurde die Befugnis zur Anleitung von Lehr- -- * "" ljngen in seinem Handwerk besitzt (sog. „großer Befähigungsnachweis"). Die höhere Verwaltungsbehörde kann aber in besonderen Fällen nach Anhörung der Handwerkskammer hiervon Ausnahmen zulassen, insbesondere zugunsten solcher Personen, die in einem Jndustriebe- triebe eine Ausbildung als Facharbei-! t e r erhalten haben und fünf Jahre als solche tätig gewesen sind. Eine juristischePerson darf in die Handwerksrolle nur eingetragen werden, wenn der Betriebsleiter die Meisterprüfung bestanden hat. Nach dem Tode eines selbständigen Handwerkers darf die Witwe oder dürfen die minderjährigen Erben den Betrieb fort- führen, jedoch muß nach Ablauf eines Jahres die Leitung durch einen Handwerker übernommen werden, der die Meisterprüfung bestanden hat. hörige find sofort, bis spätestens am 26.Jan.bei Kam. 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Januar, um 18 Uhr, pünktlich im Forstinstitut, Braugasse 7 Herr Professor Henneberg: Über Mimese: Term inologieu. Versuche Herr Professor Dingler: Zur Biologie und Bekämpfung des großen braunen Rüsselkäfers 407D Henneberg und Dingler,Vorsitzende 3.Vortrag: Das deutsche Trafalgar 1914: Der Durchbruch der (Soeben und Breslau Mitglieder des G.-B. und K.V. freien Eintritt, Nichtmitglieder l>r. Militär, Studenten und Schüler 40 Pf. stattet. Kunst und Wissenschaft Opern-Uraufführung in Darmstadt. Lichtspielhaus «Gießen Ab heute Donnerstag beginnen wir mit den Aufführungen der Meister-Operette Franz Lehärs: Das Hessische Landestheater Darmstadt bringt den nächsten Tagen die Oper „Der Tod des Johannes 21 Pro" von Wolfgang Riedel zur alleinigen deutschen Uraufführung, nachdem das Werk bereits in der vergangenen Spiel- Die Abteilung 1 der Reichsjugendführung teilt mit: Das Tragen des Dienstanzuges bzw. der Bundestracht zur Konfirmation, Kommunion und Firmung ist den Mitgliedern der HI., des BdM. und der IM. von der Reichsjugendführung aus wirtschaftlichen Gründen Eine erlesene Künstlerschar: Jarmila Novotna Hans Heinz Bollmann beide begeistern mit ihrem vorzüglichen Stimmenmaterial. Heinz Rühmann zieht alle Register seiner köstlichen, erheiternden Darstellungskunst. Hans Moser— Max Gülstorff Am Dirigentenpult: Franz Lehär. Unter Mitwirkung des Chors der Wiener Staatsoper und der Wiener SAngerknaben. Oer Memelprozeß. Kowno, 23. Jan. (DNB.) Im Memelländer Prozeß erklärte der frühere Oberbürgermeister der Stadt Memel, Brindlinger, auf die Frage, ob er irgend etwas davon wisse, daß Reumanns Partei einen bewaffneten Aufstand geplant habe: Ich kann nur sagen, daß ich mit einer großen Zahl der hier Angeklagten stets in e n g st er Fühlungnahme gestanden habe. Ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß keiner von diesen Herren mit dem Gedanken auch nur ge» pielt haben kann, im Memelgebiet einen bewaffneten Aufstand zu entfachen. Neumann und Saß haben immer wieder betont, daß man neue, unbelastete Männer heranziehen müsse, weil man die Hoffnung nicht aufgeben wolle, zu einem guten Einvernehmen mit dem Zen- tralstaat zu kommen. Wir waren der Auffassung, daß das Haupthindernis für eine Verständigung in dem Verhalten gewisser Memelländer lag, die aus Eigennutz kein Interesse an einer Befriedung hatten. Wenn Namen verlangt werden, kann ich Namen nennen. Weder das Gericht, noch die Staatsanwaltschaft ging aber auf dieses Angebot ein. Wettervoraussage. Durch den nordischen Sturmwirbel war zunächst die Zufuhr milder Ozeanluft nach Deutschland verstärkt worden, doch drangen gleichzeitig von seiner Rückseite her kältere polare Luftmassen über Skandinavien vor. Sie werden in voller Auswirkung aber nur Osteuropa treffen, zumal bei Island bereits ein neuer Wirbel in Entwicklung ist: durch ihn werden rasch wieder mildere Ozeanluftmassen nach Deutschland gelangen. Aussichten für Freitag: Anfangs zeitweilig aufheiternd, nachts wieder kälter, dann bei auffrischenden westlichen Winden wieder rasche Bewölkungszunahme und später auch Regenfälle, sowie neuer Temperaturanstieg. Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus Westen wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Niederschlägen, wieder etwas frischer. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —2, 36 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 2, 28 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel im Walde gut. Sauerland. Winterberg: Nebel, 0, 28 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verharscht, Ski mäßig, Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 5, 60 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. > Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, — 4, 34 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Schlafzimmer zog er einen Revolver und schoß vor den Augen seiner entsetzten Schwägerinnen auf seine Frau, um sich dann selbst zu erschießen. Die Kriminalpolizei fand in der Küche auf einem blumengeschmückten Tisch sämtliche Papiere, die Winkel dort niedergelegt hatte. Der Grund zur Tat dürfte nach einem hinterlassenen Brief in Drohungen der Eltern eines Mädchens zu suchen sein, mit dem Winkel in Beziehungen gestanden hat. Kraftwagen fährt in eine HJ.-Kolonne. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte. In Berlin fuhr an der Ecke der Gneisenau- und Nostiz-Straße aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache ein Personenkraftwagen in eine mar- chi e r e n d e Kolonne her Hitlerjugend hinein. Dabei wurden drei Hitlerjungen schwer und sechs weitere leicht verletzt und mußten in das Urban-Krankenhaus eingeliefert werden. Einer der Schwerverletzten, der 15jährige Horst M a r - schinski, ist inzwischen verstorben. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß die Schuld den Führer des Personenkraftwagens, den 38jähri- gen Richard Malitz, trifft. Malitz war infolge Genusses von Alkohol übermüdet und hat nicht so auf die Straße Acht gegeben, wie es zur Verhütung von Unfällen verlangt werden.muß. Er wurde sofort fe st genommen und 'wird sich vor dem Schnellrichter zu verantworten haben. Das Tragen des Dienstanzugs zur Konfirmation. zeit von dem damaligen Generalintendanten Dr. Prasch angenommen war. Wolfgang Riedel hat das Textbuch feiner neuen Oper in zwei Akten nach einer Novelle von Ernst Zahn selbst bearbeitet. In ihrem Mittelpunkt steht eine Renaissancegestalt, der Schweizer Feldhauptmann Johannes 21. Pro, dessen Lebensgeschichte historisch überliefert ist. „Der Tod des Johannes 21 Pro" wird am Hessischen Landestheater von Generalmusikdirektor Karl Fritz e r i ch musikalisch geleitet und durch Oberspielleiter Dr. Bruno Heyn und Max Fritzsche in Szene gesetzt. Ausstellung der Berliner Sezession. Die Berliner Sezession tritt nach ihrer im Jahre 1934 vollzogenen Neubildung jetzt zum ersten Male mit einer Schau von Gemälden und Plastiken ihrer Mitglieder und einer Reihe sonstiger Künstler an die Öffentlichkeit. Der die Ausstellung beherrschende Grundgedanke ist die Sammlung der lebendigen, vorwärtsstrebenden, wertvollen künstlerischen Kräfte der Gegenwart, ohne Rücksicht auf.die Art ihres künstlerischen Ausdruckes. In einem besonderen Raum ist eine Auslese von Gemälden bekannter verstorbener Mitglieder ausgestellt. Es handelt sich hier um Werke, die meist aus Privatbesitz stammen und wenig bekannt sind. Vas deutsche Seerettungswerk 1934. 89 Menschenleben der See entrissen! Wieviel ( Todesnot und Gefahr, wieviel Mannesmut und Opfersinn liegen in dieser schlichten Feststellung des Jahresergebnisses 1934 der Deutschen Ges e l l- schäft zur Rettung Schiffbrüchiger. Aus zehn Rettungswerke, davon fünf in der Nordsee und fünf in der Ostsee, verteilen sich die Schiffbrüchigen, von denen allein 51 Personen durch das Borkumer Motorrettungsboot „August Nebelthau auf zwei Rettungsfahrten geborgen wurden. Rettungsmittel und Mannschaften zeigten sich den schwersten Anforderungen gewachsen, führten Die Rettungen mit vollem Erfolg durch. Dank und Anerkennung des Reichsverkehrsministers für die bewiesene seemännische Geschicklichkeit und Entschlossenheit der Rettungsmannschaft waren wohl verdient. Die Zunahme des Küstenverkehrs und der Fischerei erweitert die Unfallmöglichkeiten. Nebel, schweres Wetter, Feuer im Schiff, Havarien an Schraube, Ruder oder an der Maschine wirken sich in der Nähe der Küste leicht verhängnisvoll aus. Deshalb muß der deutsche Küstenrettungsdienst unter Einsatz aller neuzeitlicher Hilfsmittel, schneller und starker Motorrettungsboote mit großem Aktionskreis an allen gefährlichen Küstenpunkten weiter wachen. 5489 Menschenleben der See entrissen! Eine stolze Bilanz der bisherigen 70jahrigen Tätigkeit der Gesellschaft und ihrer Helfer. Dreimal könn e im vergangenen Jahre die Große Goldene Medaille der Laeisz-Stiftung der Gesellschaft verliehen werden, und zwar an den Kapitan Schroder, den Kapitän Quitzau und den Kommodore Kruse des Hapag-Dampfers „New York". Deutscher Smaragd als Sonderpreis des Berliner Preffeballs. Der am 2. Februar in Berlin stattfindende traditionelle Prefseball erhält dadurch eine besondere Note, daß in der Tombola der erste auf synthetischem Wege gewonnene Smaragd verlost wird. Zum ersten Male in der Welt ist es zwei deutschen Chemikern, Dr. Iäger und Dr. E s p i g , m den Laboratorien der IG. Farbenindustrie in Bitterfeld gelungen, derartige Steine herzustellen. Professor Karl Berthold, der Leiter der Kölner Kunstgewerbeschule, hat einige dieser neuen deutschen Smaragde zusammen mit edelsten Natursteinen zu einem Ring zusammengefaßt, der auf dem Presse- ball zur Verlosung gelangt. Die Herstellung des neuen Steines wird auch in Zukunft nur in wenigen Exemplaren erfolgen, so daß der Stein ideell wie materiell großen Seltenheitswert hat. Eine eigentliche geschäftliche Verwertung dieses repräsentativen Erzeugnisses nationaler Forschung ist nicht beabsichtigt. Der deutsche Smaragd „Jgmerald wird dem Gewinner mit einer auf Pergament gezeichneten Urkunde ausgehändigt werden. Skiläufer in den Straßen von Neuyork. 45 Grad unter Null in Kanada. Ein Schneesturm, wie er seit Jahren. nicht mehr beobachtet worden ist, wütete an der gesamten Atlantikküste bis nach Nordflorida. Gleichzeitig sind zahlreiche tödliche Unfälle zu verzeichnen. In der Stadt Neuyork waren etwa 35 Zentimeter Schnee gefallen, zu dessen Beseitigung 40 000 Arbeitslose eingestellt wurden. In Nordmississippi trat der Goldwater-River über die Ufer und verursachte ausgedehnte Überschwemmungen. Etwa 1000 Familien mußten auf die Dächer flüchten. Der Schneesturm an der Atlantik-Küste hält unvermindert an. Seit dem Blizzard des Jahres 1888 hat im Heizen. Sie hat alle Kohlen schon einmal versucht--seit langem aber heizt sie die mitteldeutschen Braunkohlenbriketts. Heizkräftig wie die Sonne, sparsam im Verbrauch. Ihr gehl nichts über „Sonne’-Briketts. man eine derartige Erscheinung nicht mehr beobachtet. In den Straßen Neuyorks kann man bereits Skiläufer bemerken. Auch mehrer Eisenbahnunfälle, bei denen zahlreiche Todesopfer und Verletzte zu beklagen sind, sind auf das Konto dieses Schneesturmes zu fetzen. Wahrend aus den nördlichen, mittleren und westlichen Staaten der USA. eine Temperatur von 30 bis 42 Grad unter Null gemeldet wird, wird aus Kanada, hauptsächlich aus den Gebieten von Ontario, eine Temperatur von etwa 45 Grad unter Null berichtet. Die Zahl der Menschen, die bisher in den Vereinigten Staaten den Schneestürmen und der Kälte zum Opfer gefallen find, wird auf 80 geschätzt. Ginsterblüte im Januar! Bei Neuerburg an der luxemburgisch-deutschen Grenze steht an einem Waldrand in 350 Meter Höhe infolge des milden Wetters der G i n ft e r in voller Blüte. Die ältesten Bewohner des Ortes können sich an ein so seltenes Ereignis der Ginsterblüte im Januar nicht erinnern. Es handelt, sich bei dem blühenden Ginster nicht um den gewöhnlichen Besenginster, der in der ganzen Eifel zu finden ist, sondern um eine seltenere Abart, den sog. Stachelginster. Jrn allgemeinen stellt sich die Blüte erst um die Pfingstzeit ein. Sein Gold auf den Altar des Vaterlandes gelegt. Auf der Geschäftsstelle der Trierer NS.-Volks- wohlfahrt erschien ein Volksgenosse, der verschiedentlich schon als ehrenamtlicher Mitarbeiter für das WHW. tätig war und überreichte dem Leiter der NSV. einige Goldstücke aus der Vorkriegszeit im Nennwert von 100 RM. Die Spende soll an die Gauleitung weitergeleitet werden und ist, wie der Spender erklärte, als sein Anteil an der für den Rückkauf der Saargrübe n erforderlichen Summe zu betrachten. Der Leiter der NS.-Volkswohlfahrt nahm die Goldstücke mit herzlichem Dank entgegen und wird sie der Bestimmung der Spende gemäß weitergeben. Grausiger Fund in einer brennenden Scheune. In der Scheune eines Landwirts in Osterode (Ostpreußen) brach Feuer aus, dem das Gebäude zum Opfer fiel. Bei Beginn der Löscharbeiten wurde eine grausige Entdeckung gemacht. Am Eingang der brennenden Scheune sah man die verkohlte Leiche eines Mannes, bei dem man eine leere Branntweinflasche und eine Tabakspfeife fand. Es handelt sich bei dem Toten um einen früheren russischen Kriegsgefangenen, der in Deutschland blieb und sich in Osterode als Schuhmacher niedergelassen hatte. Im Rausch hatte er sich mit brennender Pfeife in die Scheune gelegt und so das Unglück verursacht. Ein dreifacher Mörder festgenommen. In Waldsassen (Oberpfalz) wurde der 34jährige Karl Schuebl wegen eines Paßvergehens ver- haftet. Dabei wurde festgestellt, daß Schuebl der Täter ist, der in der vorigen Woche in St. Katharina bei Tachau in Der Tschechoslowakei den Besitzer Landwirt Josef Stelzner erschossen und dessen Frau und Tochter erschlagen hat. Zwei Todesopfer eines Familiendramas in Berlin. Der 43jährige Herbert Winkel erschoß in i seiner Wohnung in Berlin-Treptow seine 28jähnge • Ehefrau und verübte dann Selbstrn 0 rd. Bei : Dem Ehepaar waren zwei Schwestern Der Frau zu t Besuch. Morgens ftanD Winkel wie immer auf, im laSpeise- Kartoffeln bandverlesene Industrie billigst 224D H. Trechsler Steinstr.73, Tel. 3581 111111111111111111111111111111 IweasDekdmpwngoar Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Ttamevsnen- nung n. unter Vorlage desSewerbeoachweüeS au genommen werden. Verlag ^esGtebeoerAnzetger iiiiiiiiiiiiiliillllliiiililli +Warzen a.läft.Haare, Leberfleck., Muttermal Narben, Pickel, Sommer- spross, ufro.entt. u. Gar. L Immer Frau B. Gulden Süiedift.A-reitag Gießen, Hindenburg wall 15. 9—7 Uhr durchgehend. sSiieiiei Gießen. 342d Freit., 25. Jan., 20 b. 22.30 Uhr 16.Freit.-Abonn. Gewöhn!. Preise Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Akten v Henrik Ibsen. Nachweis der Bezugsquellen durch. Brikett-Verkauf „Sonne" GmbH ■ Leipzig C1 • HordplakH-12 E 26. JANUAR 1935 Nr. 20 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 24.)anuarM5 Aus der Provinzialhauptstadl.Mchnhaus-Aeubauten an der KrosdorierStraße xrüchtekuren im Winter ,u jeder Wohnung wird außerdem angenehm ab. * Medizin Zu Beginn des Februar fährt ein Wintersportzug nach dem A l l g ä u (Pfronten). Die Abfahrt erfolgt am 2. Februar abends. Während des Aufenthalts im Allgäu ist den Teilnehmern Gelegenheit geboten zum Wintersport (Skilauf, Rodel usw.). Außer- <_ * r. < . - <___• • e.: _ an v. iinhr nrra- In den vergangenen Wochen entstanden an der Krofdorfer Straße, von Gießen aus gesehen zur rechten Hand, sechs Wohnhausneubauten, die in etwa vier Wochen ihrer Vollendung entgegengehen werden. Die Häuser sind im Rohbau fertlggestellt und wurden auf Anregung des Wohlfahrtsamtes der Stadt Gießen gebaut. Sie dienen dem besonderen Zweck, Einwohnern unserer Stadt Wohnungen in Neubauten zu verschaffen und in der Folge dann Altwohnungen frei zu bekommen, die dann, da sie im allgemeinen billiger sind als Neubauwohnungen, minderbemittelten Volksgenossen zugute kommen sollen. Bei den Neubauten handelt es sich um Hauser, die in ihren wesentlichen Bauteilen aus Holzverschalung bestehen, deren Zwischenräume mit Hochofenschlacke als Jsolierungsmaterial ausgefullt roerben. Diese neuen Wohnhäuser sind entsprechend ihrer Größe sehr wirtschaftlich aufgeteilt. Jedes Herr Löser gab den Stadtvogt immerhin sympathischer, als er im Buche steht: sehr zurückhaltend, voll kalter und überlegener Ruhe, stets seiner Sache gewiß, stets auf angemessene Haltung und amtliche Korrektheit bedacht, mit einem Wort das Gegenbild und gefährlichste Gegenspiel seines idealistischen Bruders. Herr L ü p k e traf mit sicherer Einfühlung die fatale Erscheinung des halb betriebsamen, halb verschlagenen, geschmeidig lavierenden „Volksboten Hovstad, Herr D o l ck spielte mit breiter Behäbigkeit und kleinbürgerlichen Biedermannsgebarden den Aslaksen, allerdings für unser Gefühl, ebenso wie der im übrigen gut gesehene Kiil des Herrn H u b in seiner ersten Szene, schon um einen Grad zu sehr an die Lustspielsphäre heranreichend. Mizzr Rauschenberg a. G. war die besorgte und tapfere Hausfrau und Kameradin des Doktors. Frl. W i e l a n d e r und die Herren Schorn und D i e- t e n rundeten in kleineren Aufgaben das Ensemble matabend usw. vorgesehen. Eine besondere lieber- raschunq für die Urlauber ist das Abbrennen von Höhenfeuern. Fahrtkosten 32 RM. Sofortige Anmeldung. Urlaubszug Nürnberg (Stadtbesuch) vom 15. bis 19. Februar. Als nächstes Reiseziel ist der Besuch von N ü r n- b e r q in der Zeit vom 15. bis 19. Februar vorgesehen. Die Fahrt beginnt am 15. Februar vormittags. Die Unterbringung erfolgt in Einzelquartieren. Für den Aufenthalt in Nürnberg sind Stadtfuhrun- gen mit der Besichtigung des Innern des Rathauses und der Burg, sowie des Tiergartens vorgesehen. Weiter sind vorgesehen ein Begrüßungsabend mit Tanz und die Teilnahme an dem großen Funkball, wobei' Eintrittsgelder nicht mehr erhoben werben. Für den 18. Februar ist ein Omnibusausflug nach Rothenburg o. d. T. eingesetzt. Die Rückfahrt erfolgt am 19. Februar. Die Fahrtkosten betragen 28'50 RM. Endtermin für die Anmeldung ist Dienstag, 5. Februar. Wintersportzug nach dem Erzgebirge vom 23. Februar bis 3. März. spendete hth. Haus enthält zwei Wohnungen. Jede Wohnung besteht aus Wohnzimmer und Küche im Erdgeschoß und aus zwei Schlafzimmern im (nur wenig abgeschrägten) Dachgeschoß. Jeder der Familien steht ferner je ein geräumiger Keller und eine gemeinsame Waschküche zur Verfügung. Die neuen Wohnhäuser sind mit Gas, Elektrizität und Wasser installiert und bieten von dieser Seite her alle Annehmlichkeiten. Zu jeder Wohnung wird außerdem auch ein Stück Land gehören. Die Wohnhäuser sind in O-Form angeordnet. Vier der Häuser stehen parallel zur Krofdorfer Straße, je ein Haus im rechten Winkel dazu, so daß sich ein gutes und geschlossenes Bild ergibt, das durch gärtnerische Ausgestaltung noch gehoben werden wird. Unser Bild vermittelt einen Eindruck von den neuen Wohnhäusern, die in nicht allzu ferner Zeit schlüsselfertig jein werden. Das Publikum folgte aufmerksam und lebhaften Beifall. Hochschulnachrichten. Stockmann wird seiner Stellung enthoben, die Scheiben werden ihm eingeworfen, die Wohnung wird ihm gekündigt, seine Kinder aus der Schule gewiesen. Wir haben es kommen sehen. Und er begreift zuletzt: „Die Sache ist die seht mal: der ist der stärkste Mann auf der Welt, der allem steht . Der Leser aber oder der Zuschauer erkennt auch in diesem Stück, wie schon so oft, Men nichtt nur als Meister und Vorbild der naturalistischen Schule, sondern auch als den großen Symbolisten: das vermeintlich „prächtige" Bad ist in Wahrheit „eine Pesthöhle", ein „übertünchtes, vergiftetes Grab , das find Stockmanns eigene Worte, und es ist nicht schwer, in diesem Motiv, in seinem Kampf gegen den schillernden, brodelnden Sumpf, dem man kaum beikommen kann, das Sinnbild zu begreifen, welches das Schauspiel über seine Zeit unb über den gleichgültigen Bereich einer verschollenen Lokalchronik hinaushebt. — * Gießen, 24. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1 55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf-, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, frische 11 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, ausländische 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Ruben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unter- Meerrettich 20 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,*0 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, junge Hähne 0,90 bis 1,— Mark, Gänse 80 bis 90 Pf., Enten 80 bis 90, Blumenkohl das Stück 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf NSBDT. (früher KOAL). facher und minder kompliziert erscheint, als sie ist. Man hat schon früher, mit gutem Grund, daraus aufmerksam gemacht, daß hier in Charakter und Handlungsweise die Grenze, wo das Erhabene m das Lächerliche übergeht, nicht scharf gezogen sei; jeder Darsteller sollte diese gefährliche Klippe — denn das Stück steht und fällt mit der Gestaltung des Helden — erkennen und danach handeln. Neuhaus spielte seinen Stockmann mit dem Ueberschug an Temperament, der die Figur auszeichnet; er spannte den Charakter zwischen die äußersten Pole: Härte eines immer wieder sich aufrichtenden, fanatischen Willens zur Wahrheit, Weltfremdheit^ gut- gläubige Ahnungslosigkeit, fast kindliche Selbstsicherheit, ein wenig Selbstgefälligkeit, und auch das, was Ibsen wirrköpfig nannte, war m der Mischung enthalten. Erzgebirge. Das Schwartenberg-Gebiet bietet die Vorzüge verschiedenster Art, z. B. Gelegenheit zum Wintersport, zu Ausflügen usw. Unvergeßlich werden die Heimatabende bleiben. Die Fahrt beginnt am 23. Februar abends. Auf der Rückfahrt wird den Teilnehmern Gelegenheit zu einem Besuch von Chemnitz geboten, von wo aus nach dem Abendbrot die Heimfahrt angetreten wird. Die Rückkehr in Frankfurt a. M. ist für Sonntagvor- mittaq vorgesehen. Der Fahrpreis betragt 35 » Endtermin der Anmeldung ist Samstag, 9. Februar. Die Anmeldungen erfolgen nur durch die Dienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude Kreis Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 10/11. Gießener Wochenmarktpreise. seines Lebens ein Wahrheitsfanatiker gewesen, und der Kampf gegen die große Lüge — die „Lebens- lüqe", die Ehelüge, die Elternlüge, die gesellschaftliche und die soziale Lüge — ist das Generalthema seines gesamten dichterischen Werkes. Genau so ein Wahrheitsfanatiker, untadeliger Charakter idealistischer und freilich auch ideologischer Mensch ist nun dieser Dr. Stockmann, der Held seines Stuckes, mit dem Ibsen so vortrefflich ausgekommen war: ein aufrichtiger Freund des Staates und des Volkes der von der blöden, eigennützigen und gemeinen Menge mit allen Mitteln bekämpft, niedergeschrien, mundtot und brotlos gemacht wird. Die „kompakte Majorität" — das ist der eigentliche Gegenspieler Stockmanns, die gleiche kompakte Majorität der sogenannten Liberalen und der „Stagnationsmänner", die sich Ibsen selber zu seiner Erbitterung so entschieden entgegengestellt hatten. Der verzweifelte und aussichtslose Kamps eines uneigennützigen Idealismus gegen die engstirnige, charakterlose und geschäftstüchtige Masse )es Pöbels und des Spießertums ist ein Thema, das an keine Zeit, keine Landschaft, keinen irgendwie gearteten besonderen Anlaß gebunden ist, das uns heute noch und immer wieder angeht. * Die Aufführung ist von Herrn Kühne inszeniert worden; er hat im Programmheft emige Worte über bas Stück gesagt und semerseits auf den gegenwärtigen Gehalt der fünf Akte hlngewie- sen. Daß er trotzdem die Handlung (ohne ^riformg- lichkeit) im Gewände der Zeit spielen ließ, scheint uns richtig zu sein: eine Modernisierung mit äußeren Mitteln würde nichts beweisen und ein bedenkliches Experiment bleiben; man kann öie Fabel nicht von gewissen zeitlichen Bindungen und Voraussetzungen lösen, ohne ihr unnötig Gewalt an- ^Es"'ist in dem Geleitwort ferner von den lüft- spielhasten Elementen in diesem Drama die Rede die Zweifellos vorhanden sind, aber unseres Erachtens recht unauffällig gebracht werden sollten, weil die daraus gewonnenen Wirkungen auf Kosten de» Gesamteindrucks zu gehen pflegen, und die Einsicht, daß es sich hier doch um recht ernsthafte und ernstgemeinte Dinge handelt, sollte nach Möglichkeit nicht getrübt oder abgeschwächt werden. Im übrigen hat die Aufführung nicht nur tue Lebenskraft und noch immer unverbrauchte Frische der we entliehen Meinungen und Tatbestände recht unmittelbar erwiesen, sondern auch die dramatischen und theatralischen Qualitäten Ibsens ms gebührende Licht gerückt. Besonders der Zweite und dritte, nicht ganz so intensiv der vierte Akt, können dafür' als Beispiel gelten. Den äußeren Rahmen hatte Herr ß o f f I e r im Stil der Zeit geschaffen; zumal das Redaktwns- zimmer im Mittelakt schien uns sehr gelungen; interessant die Raumlösung für die anschließende Volksversammlung, obwohl hier (aus naheliegenden Gründen) der Schwerpunkt der Szene auf die Hinterbühne verlegt war. Den Dr. Stockmann spielte Herr Neuhaus. Eine große und schwierige Rolle, die zunächst ein- Darauf kommt es an, und dies erscheint wesentlicher als die Einzelheiten der Handlung, die sich auf anderer Ebene und unter anderen Voraussetzungen jederzeit und überall beliebig wiederholen kann. Dr Stockmann ist Gründer und Lester eines Heilbades', das seiner Vaterstadt zum wirtscha tlichen Aufstieg verhelfen könnte. Aber ehe diese Blütezeit anbricht, entdeckt Stockmann einen verhängnisvollen Irrtum: das vermeintlich heilkräftige Wasser ist verseucht und also äußerst gesundheitsschädlich^ Aber jeder Versuch Stockmanns, die Bürgerschaft über diese Zustände aufzuklären, wird vereitelt: die Presse, die Bürgerschaft, sem eigener Bruder als Stadtoberhaupt, mit einem Wort jene Majorität, die das Geschäft bedroht und ihre Interessen gefährdet sieht, ist gegen ihn und läßt ihn nicht zu Wort kommen. Als es endlich doch gelingt, da handelt es sich für Stockmann schon nicht mehr um das Bad als den eigentlichen Anlaß der Fehde, sondern er hält eine leidenschaftliche Anklagerede gegen die kompakte Masse, die den Fortschritt hindert, gegen den Liberalismus, die Stagnation und die „Volkslüge". Gerade in der großen Versammlungsszene des vierten Aktes wird, wie uns scheint, die Aktualität der Fabel besonders deutlich. * Man sieht schon hier, daß es sich nicht darum handelt, einen kleinen norwegischen Kommunalskandal aus den achtziger Jahren aufzuwarmen und der erstaunten Nachwelt vor Augen A fuhren, sondern um die grundsätzliche und beispielhafte Ab- arenuina zweier ewig feindlichen Fronten. Belang- Ws ist am Ende sogar, wie der Kampf ausgeht. Die Antwort Ibsens auf diese Ablehnung war der „Volksfeind"; sie war nicht minder aggressiv^als das „Gespenster"-Schauspiel und die für den D ch bezeichnende Objektivität auch des neuen Dramas immer durch den angedeuteten persönlichen dmp » gefährdet. Ibsen selbst freilich nannte es em „friedfertiges" Stück, welches sogar ,,von St - röten und Großhändlern und ihren Damen 9e^j werden kann", und er hat es, ein wenig 1 Pater'f ? 7 abgelehnt, etwa persönlich mit dem Helden stl Stückes vollkommen identifiziert zu werden: Beschäftigung mit dieser Arbeit hat mir Spaß g - macht.. Der Doktor Stockmann und ich kamen jo vortrefflich miteinander aus. Wir harmonieren in so mancher Beziehung, aber der Doktor ist größerer Wirrkopf als ich und hat außerdem ve ' schiedene andere Eigentümlichkeiten, denen m verschiedene Aeußerungen ... zugute halten wiro, die man am Ende nicht ganz so ruhig hmgenom- men hätte, wenn ich sie vorgebracht hatte. Das Schauspiel ist aber charakteristisch und ein echter Ibsen nach aus einem anderen Grunde: um seiner kämpferischen Haltung willen; Ibsen ist Hest wählt worden. Der ordentliche Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität K1 H Dr med. Fritz K u lZ ist in gleicher Eigenschaft mst Wirkung vom 1. April 1935 an die Universität Frankfurt berufen worden unter Verleihung der planmäßigen Professur für Pharmakologie und unter Ernennung zum Direktor des Pharmakologischen Unwerfitats- Instituts. Der ordentliche Professor der Inneren und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik m Frankfurt, Dr. Franz Volhard, ist von der Societä Lombarda di Medicina, Sektion derMedi- zwischen Akademie der Lombardei m Mailand, zum ausländischen korrespondierenden Mitglied ge- Zn den Wintermonaten muß die Hausfrau besonders darauf achten, daß in ihrem Küchenzettel Obst eine große Rolle spielt. Der Körper, der m den sonnenlosen Tagen besonders angestrengt wird, braucht Frisck)obst und Gemüse, wenn er nicht schlapp und arbeitsunfähig werden will. Deshalb sind Früchtekuren im Winter besonders nützlich.! Schlug man in früheren Jahren entsetzt die Hände j über dem Kopf zusammen, wenn man hörte, daß ein Kinde bei verdorbenem Magen und Darmerkrankungen frisches Obst aß, so ist man heute mit Erfolg dazu übergegangen, gerade bei Durchfall rohes Obst — und zwar geriebene Aepfel — zu geben. Führt man diese Apfelkur konsequent zwei bis drei Tage durch, so ist der Durchfall verschwunden. Selbst'Säuglingen kann man heute schon bei Darmstörungen geriebene Aepfel reichen, allerdings immer unter ärztlicher Anleitung. Früchtediät tut im Winter Wunder, und man braucht im Frühling bestimmt nicht mit der üblichen „Frühlingsmüdigkeit" zu rechnen, die ja nur daher kommt, daß dem Körper nicht genügend Vitamine zugeführt wurden. Wenn man sich zu einer Fruchtdiät entschließt, so entscheide man sich immer für eine bestimmte Obtart, denn das Durcheinanderessen verschiedener Früchte hat nicht dieselbe Wirkung! Es empfiehlt sich, die ersten Tage ausschließlich rohe Früchte zu geben und nichts dazu. Zwei bis drei Tage kann man das gut durchführen. Der Erfolg ist dann verblüffend! Jede Darmstörung wird behoben, die Därme werden zu intensiver Tätigkeit angeregt. Da die Früchte salzarm sind, wird überflüssiges Wasser aus dem Körper ausgeschieden, das krankhaft gesteigerte Gewicht fällt. Wo keine Abnahme beabsichtigt ist (bei Kindern!), kann man am zweiten Tag etwas Zusatznahrung geben: ungezuckerten Zwieback unb Buttermilch. Die strenge Frück)tediät braucht nur ein paar Tage durchgehalten zu werden, bann geht man allmählich roieber auf bie normale Ernährung über! Vor allen Dingen muß man aber ben ganzen Winter hinburch frische Früchte verzehren. Am Morgen ein Glas Apfelsinensaft auf nüchternen Magen getrunken, ist besonbers gesunb! Salate in jeher Form müssen auch in ben Wintermonaten auf dem Tisch stehen. . Selbstverständlich belasten bie Ausgaben für frisches Obst unb grüne Salate ben Gelbbeutel der Hausfrau! Lieber lasse man aber zweimal in der Woche die Fleischmahlzeit wegfallen und gebe dafür Frischgemüse. Blumenkohlsalat und Mohrrübensalat aus rohen Mohrrüben schmeckt ganz ausgezeichnet unb ist sehr bekömmlich Man braucht nicht immer Treibhaussalat zu kaufen! Der Körper braucht Vitamine, im Winter mehr als im Sommer, weil die heilenbe Kraft ber Sonne wegfällt. Früchteluren halten uns gesunb! Jebe Hausfrau kann Obst auf ben Tisch bringen! Dr. B. Deutsche Arbeitsfront. Verufshauptgruppen. — Fachgruppe Banken. Am Donnerstag, 24. Januar, abenbs 8 Uhr, spricht im Ortsgruppenheim, Lonystraße 18, Dipl- Hanbelslehrer Dr. Heun über „Hypotheken und Grundbuch im Arbeitsbereich der Bank" 3X5(5. „Kraft durch Freude". Urlauberzüge im Februar. Wintersportzug nach dem Allgäu vom 2. bis 10. Februar. Gietzener Gtadiiheaier. Ibsen: „Ein Volksfeind". Wir haben hier schon lange,, nichts mehr von Ibsen gehabt. Der Mann aus Skien ist uns als geistige Erscheinung und als Dramatiker im Besonderen auch heute noch so bedeutungsvoll und interessant, daß wir die Aufnahme eines seiner Stücke in den Spielplan selbst bann begrüßt haben würben, wenn nicht, wie in biesem Fall, eine gewisse Aktualität ber Fabel (von ber noch bie Rede sein wirb) erkennbar gewesen wäre. * Der „Volksseinb" erschien 1882, also vor mehr als einem halben Jahrhundert, und muß in einem doppelten Sinne ungemein charakteristisch für Ibsen genannt werden. Zunächst um des persönlichen Anlasses willen, aus dem die Arbeit an dem Drama hervorging: die „Gespenster" nämlich, unmittelbar vor dem „Volksfeind" geschrieben und aufgefuhrt — ein Stück, nebenbei bemerkt, das heute nicht minder aktuell wäre — hatte nicht nur nicht den von Ibsen erhofften Erfolg, sondern rief sogar heftige Ablehnung, ja Entrüstung hervor .. . selbst in Kreisen, auf deren Zustimmung Ibsen durchaus gerechnet hatte. Mehrere seiner Briefe aus jener Zeit bezeugen das unmißverständlich: Daß mein neues Schauspiel ein Wutgeheul im bager der Stagnationsmänner Hervorrufen wurde, darauf war ich natürlich vorbereitet, und es ficht nii(9 nur ge» rade so viel an, als ob e-in Rudel Kettenhunde mir nachkläffte. Aber die Hasenherzigkett, bie ich auf feiten ber sogenannten Liberalen wahrgenomme habe, hat mir so manches zu denken gegeben. Die Mitglieder und Freunde des NSBDT. werden auf den Vortrag von Pg. Prof. Dr. Hummel, Kanzler der Universität Gießen, über „Die Phosphorfäure-Verforgung Deutschlands" nochmals besonders aufmerksam gemacht. Ort: Hörsaal des Geologischen Instituts der Universität, Braugasse 7d, Zeit: Montag, 28.Januar, 18.15 Uhr abends, pünktlich. Der Kreisamtsleiter des NSBDT. gez. Kurz. Es wird zu viel organisiert sagen da manche Besserwisser. Wie wäre es aber mit dem Winterhilfswerk, wenn die NSDAP, das Organisieren nicht so glänzend verstände? Wie viele Menschen haben heute das beruhigende Gefühl, daß sie in ihrer Not von ihren Mitmenschen nicht vergessen werden. Gab es vor dem Umbruch nicht Millionen Deutsche, die sich in ihrer Verzweif- lunq in die Arme von Volksverrätern warfen? , Helft euren unverschuldet in Not geratenen Brudern im Geiste echter Volksverbundenheit. Unterstützt das Winterhilfswerk! Daten für den 24. Januar. 1712: König Friedrich II., der Große, in Berlin geboren (gestorben 1786); — 1776: der Dichter E. T. A. Hoffmann in Königsberg geboren (gestorben 1832); — 1867: Schleswig-Holstein wird preußisch; — 1915: deutsch-englisches Schlachtkreuzer- gefecht auf der Doggerbank in der Nordsee. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag; Stadttheater: NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude, 20 Uhr, „Harry-Cobler-Abend . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasquita". — Astona- Lichtspiele, Seltersweg: „Heldentum und Todeskampf unserer Emden". — Gas-Gemeinschaft Gießen, 20 Uhr, im Cafe Leib: „Bunter Gasabend> . — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr in der Universitäts-Aula Vortrag mit Lichtbildern: „Reisen und Forschungen in Ostasien" von Professor Dr. Panzer. . ,, — Die Vortrags-Vereinigung (Goethe- Bund und Kaufmännischer Verein) teilt uns nut: 2lm morgigen Freitag hält Kommodore, Kapitan zur See a. D. Rudolf Madlung einen Licht- bilder-Vortrag „Der Durchbruch der .Goeben und .Breslau' Das deutsche Trafalgar 1914. (Siehe heutige Anzeige.) , — Heldentum und Todeskampf unserer Emden." Unter diesem Titel gelangt vom heutigen Donnerstag ab in den Astoria-Lichtspielen ein Kriegs-Marine-Film zur Vorführung, der die Heldentaten des ruhmreichen deutschen Kreuzers „Emden" der Nachwelt überliefert. Der Film ist ein Ehrenmal der deutschen Kriegsmarine. Aus die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. — Oberhessische Gesellschaft f u r Natur- und Heilkunde. Die Abteilung für Naturkunde und die Entomologenvereinigung Gie- ßen-Wetzlar laden im heutigen Anzeigenteil zu einer gemeinsamen Sitzung am morgigen Freitag 1 ein. Näheres in der Anzeige. ** Die Markenheftchenbogen d e r : neuen deutschen Wohlfahrtsbriefmar- s k e n bringen in zwei Bogen senkrechte Zusammen- , .brücke ber Werte zu 4 unb 6 Pf sowie zu 8 und y e D r u a r uis u. u l 0. jculc jiuutu u x«, '-'r — q>nfonFnhl 90 bilder über unsere Heimatstadt. Der VDA. sammelt für das MMechilsswerk Kornblumen-Verkauf am 26. Januar. sich, wie das DieGießenerViehmärkteimIahre^934 Land des Fachwerkbaues. Hessen könne für sich Der wirtschaftliche Aufschwung in den beiden Das Jahr 1934 hat gegenüber dem -Vorjahre, in Anspruch nehmen, eine Reihe der ältesten letzten Jahren, der sich auf allen Gebieten des deut- nach unseren fortlaufenden ^ufznchnungerii an deutschen Fachwerkbauten zu haben, schen Lebens in vielfältiger Weise zeigt und ms- Hand der Marktberichte, auf den Gießener Rind- — , *, s. besonder- auch die Konsumkraft breiter Bevölke- vieh- und Echweinemarkten eine bemerkenswerte Eine besondere Rolle spiele beim Fachwerkbau di- runasfchichten gesteigert hat, ist im letzten Jahre der Steigerung der Austriebszifsern gebracht Die 21u = bunte Bemalung In Celle sei em Versuch gemacht Entwicklung unserer Viehmiirkte zugute gekommen, wartsentwicklung zeigt die nachstehende Ueberfid)l: '“rT" rlindviehmürkte. reicht worden sei, fei einzigartig, Uebrigens seien Rindviehmärkte. 1933: 1934: Gießener Bürgerhäusern und erläuterte in einzelnen i zwei Liedern des Ouartettverems ,Fr ihre baulichen Eigenheiten. Das älteste Fachwerk-1 der gehaltvolle Abend feinen Abschluß. Pferde markte. 1933: 1934: Insgesamt. 1933: 24 379 Tiere. 1934: 26 508 Tiere. men noch nicht getroffen werden, die in den letzten ziellen Möglichkeiten der Stadt und eine weitere deutsche Geschäftsleute werden nicht berücksichtigt. Jahren wiederholt erwogen wurden. Wenn auch wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung der Märkte da-l Der Tscheche versucht rein deutsche Dolkstumsinseln die Errichtung eines D i e h h o f e s in der früher für gegeben sind. und rein deutsche Orte zu sprengen und zu tschechi» Handwerk, die vom Monat Januar Februar März April' Juni Juli August September' Oktober November Dezember Insgesamt eine geistreiche Technik, ein edles ein kunfihandwerk, eine Kunst, „können" komme. über „Alt-Gießen" bzw. über die Gießener Fachwerkbauten. Nach einigen allgemein gehaltenen Ausführungen über die Aufgaben der Kunstwissenschaft im Dienste der Heimatpflege und nach kurzer Erwähnung der Bedeutung der deutschen Volkskunst, sprach der Redner an Hand zahlreicher Licht- Unsere Stadt Gießen sei, so führte er u. a. aus, in ihren wefentlichen dominierenden Bauten von vier verschiedenen Verwaltungsmächten beeinflußt worden. Und zwar von den Landesfürsten, von der Universität, von der Kirche und Mit Worten des herzlichen Dankes an den Redner, mit der Bekanntgabe der nächsten Veranstaltungen des RVH. durch den Ortsringleiter und mit zwei Liedern des Quartettvereins „Frohsinn" fand am bedeutsamsten vom Bürgertum. Die Kirche, die künstlerische Großmacht, habe in unserer Stadt allerdings nur weniges geschaffen. Noch weniger sei erhalten. Von der ehemaligen im jetzigen „Alten Friedhof" existiere nur noch der untere Bauteil. Das jetzige Fachwerk dieser Kapelle sei schlechte Nachahmung guten Fachwerks. Von den Fürstenbauten verdiene in erster Linie schon aus dem frühesten Mittelalter Holzbauten mit farbiger Bemalung bekannt. In der Folge zeigte der Redner eine Reihe von haus . in Gießen sei das Leibsche Haus in der, Nähe der Stadtkirche. Das Haus sei besonders durch die starke Vorkragung und die hängenden Zapfen interessant und daran auch als ältestes Gießener Fachwerkhaus erkannt worden. (Die in der Gestaltung des Gefüges allein schon in unserer Stadt auftretenden Verschiedenheiten erläuterte der Redner an ganz besonders charakteristischen Bauten.) Das Gießener Rathaus sei eines der bedeutendsten Bauwerke seiner Art. Besonders reizvoll erscheine immer wieder der hoch aufragende Giebel. Als ein klastischer Vertreter des deutschen Fachwerkstiles fei die leider abgebrochene Ebelsche Scheuer anzusehen gewesen. Die für die Ebelsche Scheuer charakteristisch gewesene Eckverstrebung sei heute noch an dem ehemaligen Pädagogium der Universität (Ecke Sonnen- straße — Neuen Säue) zu sehen. Am Ullischschen Haus in der Neuen Bäue seien die künstlerischen Flachreliefs bewundernswert. Das Weifelfche Haus in der Sonnenstraße zeichne sich durch eine prächtige Gestaltung des Hofes aus. Interessante handwerkliche Entwicklung zeige sich in der Gestaltung der Brüstungsgefache des Hauses Sonnenstraße 5. (Einer der schönsten Gießener Fachwerkbauten fei das haus der ehemaligen hirfchapolheke, (Ecke Markt und Mäusburg) aus dem Jahre 1619, an dem, reichgeschmückt mit Ornamenten, zum ersten Male die Form des Erkers erscheine. Alle urtümliche Form des Fachwerkbaues fei in dem verhältnismäßig spät erstandenen Hause gewahrt. Zur weiteren Veranschaulichung schöner Fachwerkbauten, zog der Redner Lichtbilder von Häu- fern in Marburg, Michelstadt, Alsfeld, Butzbach und Oberkleen heran und förderte damit das Verständnis für eine einzigartige handwerkliche Entwicklung. Als Beispiel des verunstalteten Fachwerkhauses sei das Haus Mettenheimer am Kreuzplatz an- zusehen, ein Haus, das sehr schön sein könnte, wenn der Verputz (der eine Steinfassade vortäuschen solle) entfernt werden würde. In krasser Gegenüberstellung zeigte der Redner ein Bild aus dem malert» schen Miltenberg und ließ dadurch im ganzen Ausmaß erkennen, was an diesem Hause am Kreuzplatz verfehlt worden war. Zum Abschluß seines Vortrages gab der Redner noch einige Erklärungen über das rein Handwerkliche des Fachwerkbaues. Die großartigen Fachwerkbauten unserer Stadt, wie unserer engeren und weiteren Heimat, feien nur durch eine vollendet ausgebildete, eine geradezu raffinierte Gefügetechnik zu erreichen gewesen, die in der Heberlieferung von Handwerksmeistern zum Nachwuchs mehr und mehr ausgebildet worden fei. Der Fachwerkbau fei i Im Mai 3 Märkte. — 2 Im September 1 Markt, in allen übrigen Monaten 2 Märkte. — 3 Im April und Dezember je 1 Markt, t- * Im Oktober 3 Märkte, in allen übrigen Monaten je 2 Märkte. „Alt Gießen". Heimatabend beim Reichsbund Volkstum und Heimat. Kampf des Deutschtums im Sudetenlande. Vortragsabend in der Krauengruppe des VOA. und der RG.-Frauenschast. Gelegentlich dieser Betrachtung taucht natürlich auch der Gedanke an die schon seit Jahren erstrebte Verbesserung der Betriebsoerhältnisse auf unseren Rindviehmärkten auf. Unter dem Zwang der Verhältnisse konnten bisher die Verbesserungsmaßnahmen nock nickt getroffen werden, die in den letzten Gerade an den Fachwerkbauten zeige Handwerk zur Kunst führen könne und wie die Kunst handwerklich fundiert sei müsse, wenn sie bleibende Werte schaffen wolle. Nicht der Nachweis der Absolvierung einer Schule, einer akademischen Anstalt, entscheide über das Künstlertum, sondern einzig und allein das Können, das im Handwerklichen seine Grundlage haben müsse. Kunst solle und müsse wieder aus dem Handwerk entwickelt werden. Mit einigen weiteren Bildern, in denen das Ende der künstlerischen Entwicklung des Fachwerkbaues feinen Ausdruck fand, und mit dem Worte: „Im Vaterlande sind die starken Wur- zeln deiner Kraf t", das den Sinn des Abends in vollkommener Weise abrundete, schloß der Redner seinen Vortrag, der mit anhaltendem Beifall ausgenommen wurde. Schon immer haben deutsche Menschen jenseits unserer Grenzen um die Erhaltung ihres Volkstums gekämpft. Das Sinnbild ihres Kampfes war die blaue Kornblume, die sie stolz als Zeichen trugen. Unter den gleichgesinnten Schülern und Jungarbeitern, die damals im Zeichen der Kornblume gegen die Entdeutschungspolitik eines volksfremden Systems auftraten, stand auch Adolf Hitler. Am 26.Januar wird diefes älteste Kampfzeichen unseres Führers wieder, wie im Vorjahre, das Sinnbild der Einheit des hundert-INillionen-Volkes fein. An diesem Tage sammelt der Dolksbund für das Deutschtum im Ausland durch den Verkauf von Kornblumen für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Durch diese Sammlung soll auch nach außen hin bekundet werden, daß die Bluts gemeinfahrens. Der Knecht Martin Zelonek und der Ge- fpannführer Kasimir Zelonek, die beide auf Hof-Güll beschäftigt waren, standen wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vor den Schranken des Gerichts. Beide hatten von einem Fahrraddieb eine größere Anzahl Fahrräder gekauft und diese wieder weiterveräußert. Der Vater Martin Zelonek erhielt drei Monate Gefängnis, die mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Kasimir Zelonek wurde wegen Verbrechen nach § 260 RStGB. zu einemJahrZuchthaus verurteilt unter Anrechnung von drei Monaten und drei Wochen Untersuchungshaft. Beide Angeklagten find unbestraft. Letzterem wurde empfohlen, in Anbetracht der gesetzlich hohen Strafe ein Gnadengesuch emzurei- ... ________ —_____________ chen. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben. Pankratiuskapelle sei nur noch der Turm vorhanden. Von der im Jahre 1615 geschaffenen Kapelle geplanten Form wohl nicht so rasch zur Tat wer- aber nicht einmal der zehnte Teil der Regierungs- den kann, so wäre aber doch wohl, auch zum Schutze I stellen und Aemter ist mit deutschen Beamten be- der aufgetriebenen Tiere gegen die Unbilden der fetzt. Die Deutschen werden systematisch aus den Witterung, an eine Bereitstellung überdachter Behörden, den kleinen Beamtenstellen, verdrängt, Verkaufs hallen zu denken, falls die finan- deutsche Unternehmer bekommen keine Aufträge, rr W. und auch waagrechte Kehrdruckpaare. Bei den Bogen mit den letzteren Werten sind an den Seitenrandern rechts und links je fünf Felder nicht mit Marken bedruckt, diese Füllfelder tragen den Werbetext: „Kauft auch Wohlfahrtspostkarten". Weiter sind bei den von diesen Hestchenbogen stammenden Marken Zähnungsabarten gegenüber den in normalen 50er-Bogen ausgegebenen Marken zu verzeichnen. Für jeden Postwertzeichensammler bringen beide Bogen somit eine Fülle von Kombinationen, die von besonderem Interesse sind. Nachdem alle früheren Heftchenbogen der Wohlfahrtsbriefmarken hohen Sammlerwert erhalten haben, wird bestimmt auch die diesmalige Ausgabe bald vergriffen fein. Der Verkaufspreis für beide Bogen beträgt 20 Mark. Dem Amt für Volkswohlfahrt, Gau Hessen-Nassau, in dessen Händen der Vertrieb der Wohlfahrtsbriefmarken auch in diesem Jahre wieder liegt, ist eine beschränkte Anzahl dieser Heftchenbogen zugeteilt worden. An die Kreisamtsleitungen der NS.-Dolkswohlfahrt wende man sich, wenn Interesse dafür besteht. *♦ Don der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und R e g i m e n t s v e r e i n e wird uns geschrieben: Zum Gedächtnis an die Reichsgründung und zur Feier der völkischen Wiederaufrichtung durch unseren Führer, den Frontsoldaten Adolf Hitler, findet am Mittwoch, 30. Januar, 19.30 Uhr, im Stadttheater für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine Gießen eine Sondervorstellung „Der Könia" statt. Die Preise der Plätze sind fp bemessen, daß alle alten Soldaten mit ihren Familien an dieser Feier teil» nehmen können. Da mit einem starken Besuch zu rechnen ist, liegt es im Interesse eines jeden Kameraden, die gewünschten Karten sofort bei den Dienststellen seines Vereins zu bestellen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Verkehrsunfall in der Frankfurter Straße. Gestern gegen 15 Uhr ereignete sich in der Frankfurter Straße vor der Tankstelle an der Ecke Wetzlarer Weg und Frankfurter Straße ein Verkehrsunfall, der glücklicherweise keine schlimmen Folgen hatte. Ein aus der Stadt kommender Motorradfahrer von Leihgestern fuhr mit seiner neuen Maschine gegen ein aus der Tankstelle rückwärts ausfahrendes Personenauta aus, Llch, das von dem Besitzer selbst gelenkt wurde. Nur dem Umstand, daß der Motorradfahrer verhältnismäßig langsam fuhr, ist es zuzuschreiben, daß ein größeres Unglück vermieden wurde und beide Fahrer mit dem Schrecken davonkamen. Das neue Motorrad wurde beschädigt und mußte in eine Reparaturwerkstätte gebracht werden. Schöffengericht Gießen. Der Philipp Flammuth aus Haßloch, z.Zt. auf Wanderschaft, kam bettelnd nach Ortenberg. In | einer dortigen Wirtschaft beleidigte er in angetrunkenem Zustande die Reichsregierung. Als er festgenommen wurde, erging er sich noch dem Beamten gegenüber ebenfalls in Beleidigungen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von vier Monaten und drei Wochen unter Anrechnung von zwei Wochen erlittener Untersuchungshaft. Dem beleidigten Beamten wurde die Publikationsbefugnis zugesprochen. Die Eheleute L. aus Oberrosbach wurden wegen. Zuwiderhandlung gegen die Devisenbestimmungen der Ehemann zu acht Monaten Gefängnis und 10000 Mark Geldstrafe, die Ehefrau zu vier Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurde die Einziehung beider Pässe, sowie 800 Registermark verfügt. Die Angeklagten tragen schließlich die Kosten des Ver- DerOrtsringGießen desReichsbun- des Volkstum und Heimat vereinigte gestern zahlreiche Volksgenossen im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts zu einem Heimatabend, der einen außerordentlich anregenden Verlauf nahm. Ein sinniger Dorspruch und zwei ausgezeichnete gesangliche Darbietungen des Quartett-Vereins „Frohsinn" leiteten den Abend ein. Der Ortsringführer Lehrer Dr. Michel sprach zur Einleitung kurz über den Sinn der Arbeit des Ortsringes Gießen im RVH., gab seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck und sprach schließlich von der schönen Form der Volksgemeinschaft, die sich im RVH. herausbilde, indem alle im Geiste der uns gemeinsamen Heimat untereinander verbunden würden. Die Arbeit des gegenwärtigen Winterhalbjahres diene insbesondere unserer engsten Heimat, der Stadt Gießen. Der Gedichtvortrag „Das alte Haus" (Hebbel), von Frl. Hanke sehr verständnisvoll wiedergegeben, fügte sich prächtig in den Rahmen des Abends. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Prof. Or. Rauch fieren. Sehr eindringlich verstand es die Vortragende, den Müttern von der Sorge jener deutschen Frauen um die Zukunft ihrer Kinder zu erzählen und von der Tapferkeit und dem zähen Festhalten an deutscher Sprache, Sitte und Kultur zu berichten. Die Tschechen nehmen deutschen Schulkindern die Fahrtausweise für die Straßenbahn ab, oder zwingen sie, zu Fuß zu gehen. So ist die Mutter stets in Sorge um ihre Kinder, denn sie weiß nie, wann und ob sie nach Hause kommen. Tschechischs Studenten versuchten in den Besitz der 600 Jahrs alten deutschen Kulturgüter, der Insignien der deutschen Universität in Prag, zu gelangen. Die deutschen Studenten haben sich dabei ntcht nur gegen tschechische Studenten, sondern auch gegen den Straßenpöbel tapfer gewehrt. Als dann die Uebergabs erfolgt war, wurden die Insignien dem Mob gezeigt, der in Siegestaumel geriet, die tschechische Nationalhymne und Spottlieder auf Deutschland sang. Durch die Straßen trug der Pöbel einen Gal« gen aus Holz des Universitätsportals mit einer den deutschen Rektor darstellenden Puppe und mit Nieder- und Schmährufen auf Deutschland. Der Kampf gegen deutschen Besitz begann mit der Aufteilung des Großgrundbesitzes an Legionäre und kleine Beamte. Die Folge davon ist, daß heute große Strecken brachliegen. Groß ist die Not im Erzgebirge, in dem die Menschen von Heimarbeit (Holzschnitzerei, Stickerei) leben und von früh bis abends schwer arbeiten müssen. Hier sind hunderte Kinder verhungert und 75 v. H. der Einwohner unterernährt. Es besteht keine Hoffnung, daß es besser wird und die Menschen zur Arbeit kommen. Die Erwerbslosen müssen von den Deutschen unterstützt werden: denn sie bekommen nur eine Mark wöchentlich. Die Tschechen versuchen aber, die Deutschen zu verdrängen. Sie wollen, daß die 3,5 Millionen Sudetendeutschen zu Grunde gehen und haben dieses Gebiet, in dem nur Arbeitslose wohnen, amtlich als wirtschaftlich zusammengebrochen erklärt. Oft haben die Kinder nicht einmal genügend Kleidung oder Schuhwerk, um in die Schule zu gehen. Obwohl die Kinder vielfach viele Kilometer weit zur Schule laufen müssen, tun sie es gern, weil sie ein paar Stunden einen warmen Raum haben. Deutsch zu sein, wenn man in Deutschland das von Landgraf Philipp dem Großmütigen erbaute neue Schloß, ein Bau von einzigartiger . , ,, ft <«,, x r „ fci.-r.;!- 1ltlh :.ni künstlerischer Gestaltung, alle Beachtung. Leider schäft aller Deuts chcUCVßrhü? HHAtmws hwe 1585 sei als eine weitere Schöpfung eines Haben doch gerade die Pwmere des Deutschtums das Zeughaus erstanden, ein Bau deut- im Grenzland und m den deutschen Rand,geb.e en Renaissance, mit großen Toren, an derStirn- pji "eben dem ungeheuren Dasenw- und' Wirt- fejte doppelt angeordnet, Tore, durch die die Artil- schaftskampf den täglichen Kampf um deutsche , [erje ^jn- und ausfuhr, die unter Landgraf Philipp Sprache und Sitte durchzufuhren. I Großmütigen große Bedeutung und Berühmt- Die blaue Kornblume bekundet die Verbunden- heit erlangt hatte. Der Redner wies im Zufam- «Wo« menhang damit auf verschiedene besonders charak- h-i« aller Deutschen mit allen. jeristische bauliche Einzelheiten hin. Am ersten großen Opfertag des neuen Jahres — Das von der Universität im Jahre I6ll am Samstag, 26. Januar — werden die Sammler und Brand gebaute Collegium bestehe heute nicht mehr. Sammlerinnen des VdA. die blaue Kornblume, das Der ursprüngliche Bau, von nicht gerade künslle- alte Zeichen des volksdeutschen Kampfes, verkaufen, rischen, aber doch guten Massen, sei uns nur in Wer dieses Sinnbild der Treue verkauft, bekennt wenigen schlechten Abbildungen überliefert, sich zur unzerreißbaren Schicksalsverbundenheit des In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich deutschen Hundert-Millionen-Dolkes! der Vortragende mit den Fachwerkbauten, den | Bauten der Bürger. Der Fachwerkbau sei, so betonte er besonders, die eigentliche nationale Bauweise der Deutschen in allen Gauen. Deutschland sei das klassische Im Cafe Leid fand gestern ein Vortragsabend der Frauengruppe des VDA. und der NS.-Frauen- fchaft Gießen statt. Der Vorsitzende des VDA. Kreisschulrat N e b e l i n g sprach den Willkommensgruß, der in erster Linie der Rednerin des Abends, Frl. Sacher aus Prag, galt. Schülerinnen des Lyzeums unter Leitung von Musiklehrer N e b e - l i n a brachten einige Volkslieder zu Gehör. Hierauf sprach Kreisschulrat Rebeling über die großen Aufgaben des VDA., die nur erfüllt werden können, wenn das ganze Volk daran Anteil nimmt und mithilft. Wir stehen, so sagte er u. a., unter dem starken Eindruck des Sieges des deutschen Volkstums an der Saar. Er war die Ernte einer jahrelangen Saat der Treue drüben im I Saargebiet. Die Saardeutschen haben Frankreich, das das Angebot des Führers, das Saargebiet ohne Abstimmung an Deutschland zurückzugeben, ablehnte, vor aller Welt eine eindeutige und klare Antwort gegeben. Mit dem Bekenntnis zu Deutschland legten die Saardeutschen ihr Bekenntnis zum neuen Reich, zum Nationalsozialismus und zu dessen Führer Adolf Hitler ab. Gerade in dem Augenblick, da das Deutschtum der Welt einen so überzeugenden Beweis seines Zusammengehörigkeitsgefühls gibt, beginnen im Nordosten Deutschlands 20 neue Prozesse gegen Menschen, die sich zu ihrem Deutschtum bekannt ! haben. Ueberall, im Osten, Südosten und wo immer I Deutsche wohnen, müssen diese um ihr Deutschtum I kämpfen. Frl. Sacher-prag sprach dann von dem Kampf der Sudetendeutschen. In der Tschechoslowakei leben 3,5 Millionen Deutsche, davon 180 000 in Karpatho-Rußland. Der vierte Teil Tschechiens ist mit Deutschen bevölkert, Großvieh 1197 Fresser 244 Kälber Insgesamt Monat Januar Großvieh 1469 Fresser 279 Kälber l 372 Insgesamt 2120 302 1743 1334 253 283 1870 Februar 1268 182 303 1753 1496 282 351 2129 Marz 1525 267 336 2128 1098 202 293 1593 April3 615 91 137 843 2024 435 545 3004 Mai 1581 311 396 2288 , 1087 192 329 1608 Juni 1650 385 433 2468 958 233 264 1455 Juli 1395 313 401 2109 1437 426 387 2250 August 1162 217 349 1728 781 212 194 1187 September 1284 276 385 1945 1519 417 381 2317 Oktober« 1373 323 381 2077 1763 496 402 2661 November 1128 291 304 1723 1464 277 376 2117 Dezember3 504 159 109 772 16158 3669 4107 23934 Insgesamt 14954 3094 3906 21954 Schwein emärkle. 1934: 1933: Monat Einleger Läufer Ferkel Insgesamt Monat Einleger Läufer Ferkel I nsgesar Januar — — 234 234 Januar — — 6 6 Februar _ _ 195 195 Februar — — 112 112 März _ —— 247 247 März — — 358 358 April __ 4 211 215 April —• — 177 177 Mai - - -____ 231 231 Mai 2 —- 221 223 Juni __ 2 142 144 Juni 2 4 184 190 Juli _ -— 138 138 Juli — — 170 170 August __ __ 255 255 August — — 133 133 September — __ 162 162 September —— — 190 190 Oktober _ e—- 157 157 Oktober — —— 132 132 November — • 4 69 73 November — — 203 203 Dezember — 2 222 224 Dezember — — 117 117 Insgesamt — 12 2263 2275 Insgesamt 4 4 2003 2011 Monat Pferde Fohlen Insgesamt Monat Pferde Fohlen Insgesamt März 126 34 160 März 217 34 251 Oktober 105 34 139 September 131 32 163 Insgesamt 231 68 299 Insgesamt 348 66 414 Zach« hau. und künd» wick» 'bau. I an» wenn solle) -rstel« aleri» Aus» Zplatz ie das ie die tn sie fyotte mjd)en indem wert» e und wer- das hMrk« Worte: Wur- Abends r Red- Beifall ebner werk» odl, den ge- ge- nd- lehr sei iert, Dom n Red» ranstal- mb mit i" fand '' A"’ nr deut« ie deut' r gegen >n Stra' ebergabe l»-b L ichechlsch' SÄ „mit S daß 7 %5 i aenu" 1U Oberyeffen Nachdruck verboten! 16 Fortsetzung. hoch im kajerne wohnte. ersten Versen de? Liede? „Volk an? Gewehr' wurde terefsanten Au?führungen und "ie- dann auf bi, die Versammlung eröffnet. Ortsgruppenleiter Mar. NS-Gemein,chaft Kras durch F d d^^ näher. Und als er ganz nahe herangekommen war, sah Gerlinde, daß er Günter von Gersheims Zuge trug. Die Mutter aber lächelte und sagte: „Endlich ist er gekommen — er meint es ja so gut mit dir und so treu. Gott segne euch!" Und die Mutter legte ihre beiden Hände ineinander. glücklich sah. , Zum ersten Male seit langen, langen Jahren fühlte Baron Gersheim, wie der schwere Druck, der immer auf seiner Seele gelastet hatte, wich, und wie in seinem Herzen ein leises Glücksgefühl em- porkeimte. ,, Unwillkürlich faltete er die Hande rote zu einem stillen Dankgebet. Hatte er endlich seine Schuld gebüßt — seine unbewußte Schuld an Maria von Gersheim- Schmieddorf? War ihm Vergebung geworden? Kam nun der Friede auch endlich in sein Herz?" Oh, wenn es so war! Günter von Gersheim atmete tief auf. Dann könne er auch wieder zurück — in die Heimat, die nie vergessene, schmerz- Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). -+- Ober-Schmitten, 22.Jan. Der von der hiesigen Ortsgruppe der Hauptberufsgruppe in der DAF. im Kirchhofschen Saale veranstaltete Heimatabend war aufs sorgfältigste vorbereitet und von nachhaltiger Wirkung auf die in großer Zahl erschienenen Besucher. Schon das äußere Bild bot einen freundlichen Willkommengruß: Von weiß- gedeckten Tischen grüßten Grün und Blumen, wahrend ringsum Hakenkreuz - Fahnen die Wände deckten. Der Vorsitzer der Ortsgruppe, Werkfuhrer Schwerdtfeger, eröffnete mit Grußworten den Abend und wies in seinen Ausführungen darauf hin, daß zum Aufbau echter Volksgemeinschaft die Vertiefung des Heimatgedankens unerläßlich sei Im weiteren Verlaufe des Abends kam der Heimatschriftsteller und -dichter Lehrer Re in- Hard (Offenbach a. M.) wiederholt zu Wort Als Sohn unserer engeren Heimat verstand er es, durch die Anschaulichkeit und Eindruckskrast der Bilder, die er von dem Vogelsberg entwarf, zu fesseln und zu packen. Köstlicher Humor sprudelte aus seinen Mundartgedichten, die er mit echter Vogelsberger Zunge wiederzugeben wußte. Seine kleinen Erzählungen, wie auch Ausschnitte aus seinem Ro- man „Im Jrrbühl" hinterließen bei den Hörern den Eindruck, daß dem Verfasser die Gabe verliehen ist, die Seelen der Menschen zu deuten. Mit dankbarem Beifall wurde der Vortragende immer wieder bedacht. Wie stets an National- und Her- matfeiern wirkte auch an diesem Abend der M a n • nergesangverein mit und erfreute die Zuhörerschaft durch seinen schönen Gesang. Die Ackermannsche Kapelle (Nidda) machte wieder beste Musik und begleitete auch die Gemeinschaftsgesänge, die die Feierstunde umrankten. Mit dem Treuegelöbnis zu Heimat, Volk und Fuh- 1 rer klang der denkwürdige Abend aus, der für den ■ Veranstalter ein schöner Erfolg war. Das Mäusenest im Lautsprecher. q Steinfurth, 23. Jan. Es klingt wie ein Fastnachtsscherz, ist aber Tatsache. Ein hiesiger Einwohner kam gestern zum Elektromvnteur W. und bat ihn, seinen Radioapparat zu reparieren, weil er defekt sei. Zum größten Erstaunen aller fand der Monteur in dem Lautsprecher, als Ursache der Störung, ein regelrechtes M ä u s e n e st. Der Apparat stand in eine Ecke direkt an der hölzernen Täfelung auf einem Brett. Diesen Umstand hatte die musikbegeisterte Maus sich zunutze gemacht, die Hintere Stoffwand durchgefressen und sich häuslich in dem. Lautsprecher niedergelassen. Die Jungen waren bereits ausgelaufen. Ob die wohl auch pfeifen, wie ihre übrigen Schwestern? Landkreis Gießen. kreis Alsfeld. * Alsfeld, 23. Jan. Die vor Weihnachten in ihre Heimat beurlaubten Saar-Arbeitsdienftmanner des hiesigen Arbeitsdienstlagers kehrten gestern abend nach Alsfeld zurück. Der Empfang war überaus herzlich und gestaltete sich zu einer erhebenden Treue-Kundgebung für unser Saargebtet. Vollzah- lich und mit Fackeln war das hiesige Arbeitsdienst- lager mit dem Musikzug zum Empfang der Saar- kameraden am Bahnhof angetreten; außerdem hatte die SA. eine Abteilung mit Spielmannszug zur Begrüßung entsandt. Gegen 7 Uhr trafen dte Saarländer ein. Es folgte eine herzliche Begrüßung, Graben fuhr. cvd Staufenberg, 23. Jan. Aus dem ausführlichen Jahresberichte, der kürzlich in per Kirche Kirchberg über das Jahr 1934 erstattet wurde, ist folgendes zu bemerken: Es wurden 102 Kinder getauft; davon entfallen auf Staufenberg 19, Lollar 35, Mainzlar 17, Saubringen 19, Ruttershausen 12; 58 Personen wurden kirchlich beerdigt: Staufenberg 8, Lollar 32, Mainzlar 8, Daubringen 14, Ruttershausen 5; 77 Ehepaare wurden kirchlich eingesegnet; davon: Staufenberg 18, Lollar 32, Mainzlar 8, Daubringen 14, Rutters- Hausen 5. Letztere zeigen gegen die Vorjahre eine erfreuliche Steigerung. — Die Liebesgaben sind, trotz der erhöhten Aufwendungen für das WHW., sich gleichgeblieben, was ebenfalls dankbar anzuerkennen ist. , . (D Grüningen, 23. Jan. Im Saale der Gast- wirtschaft von Fay fand eine öffentliche Kundge- bung der NSDAP., Ortsgruppe Grunln- q e n statt, die sehr gut besucht war. Mit den beiden Plötzlich blieb Baron Gersheim mitten auf der Straße stehen und kniff sich in die Wange, wie er das als kleiner Junge immer gemacht hatte, um zu sehen, ob er wache oder träume. „Ja, ich bin tatsächlich wach", sagte er leise, aber durchaus ernsthaft vor sich hin. War er wirklich schon so verliebt? Nicht möglich, daß er bei all seinen Luftschlössern die Haupt- ache vergessen hatte: das Mädchen, auf das alles ankam — Gerlinde selbst. Wenn er an diesen Abschied vorhin dachte, so mußte er sich gestehen, daß er wohl noch einen dimeren Stand haben würde. Sie war so ängstlich und scheu. Doch bann fühlte er eine wunderbare Wärme im Herzen aufsteigen. Er erinnerte ich ihrer süßen Befangenheit und der leuchtenden Blicke, mit denen sie ihn ein paarmal angeschaut hatte. Und nun machte er sich keine Sorgen weiter. Das andere würde sich schon finden. Endlich war er an dem Parkplatz angelangt, an dem noch immer sein Wagen stand. Alter, guter Geselle, hast lange warten müssen auf deinen Herrn. Na, so Gott will, werden mir bald nicht mehr immer allein fahren. Es ist doch auch langweilig für dich, immer bloß mit mir allein zu sein während deine Kameraden meistens em hübsches, kleines Frauchen spazierenfahren", redete Gersheim in beinah übermütiger Laune auf fernen Wagen ein, während er den Gang einschaltete und Gas gab. ~ Daheim in der Diele trat dem jungen Baron jein alter Diener Friedrich mit tiefer Verbeugung 21mt „Reifen und Wandern" hin, die vielen Volksgenossen schon viel Freude schaffen konnten. Der Abend wurde durch gut vorgetragene Ehore des hiesigen Frauenchors unter Leitung von Frl. M Jäger, sowie durch gemeinsam gesungene Lie- CO Klein-Linden, 23.Jan. Am Dienstag- ' abend veranstaltete die NSDAP, und die D e u t- sche Arbeitsfront im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" einen Schulungsabend. Nach flotter Marschmusik zweier DAF.-Kameraden eröffnete Amtswalter Steuer von der DAF. die Versammlung und begrüßte die Besucher, besonders den Redner des Abends, den stellvertretenden Kreis- amtsleiter der DAF. Hahn (Gießen) In fernen Ausführungen schilderte Pg. Hahn Zweck, Ziele und Aufbau der DAF. Er führte u. a aus die DAF. handele als Beauftragte des deutschen Volkes und habe die Pflicht, deutsche Volksgenossen zu wahren Nationalsozialisten zu erziehen. Echter Nationalsozialist sei der, der als Mensch an dem Platz, an den er gestellt sei, ferne Pflicht fernem Volk gegenüber voll und ganz erfülle. Auf diese Pflichten aufmerksam zu machen, deutsche Menschen zu charakterfesten Volksgenossen zu erziehen, die ihrem Volke in Treue dienen, sei etne der vornehmsten Aufgaben der DÄF. Nur wenn wir diese Bedingungen erfüllten, wären wir in der Sage, Werte in unserem Volke zu schaffen, die unfern Kindern und Kindeskindern zugute kommen. Em Beispiel von Treue hätten uns die Saarländer gegeben. Gleiches zu tun, fei für uns Selbstverständlichkeit. Der Redner schilderte dann eingehend tue Entwicklung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat, die Entwicklung der Arbeitervereine und der früheren Gewerkschaften bis zum Jahre 1933 und die Uebernahme der letzteren durch die NSDAP. Die DAF., in der 26 Millionen deutscher schaffender Menschen vereinigt seien, fei die Organisation der deutschen Menschen, die alle zu Mitarbeitern am großen Werk unseres Führers erzogen werden müßten. Der Redner gab dann Einblick in den Zweck und Aufbau der Betriebs- gemeinschaften, der Reichsberufskammer, der Rechtsberatungsstelle der DAF. und der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Mit einem Appell an alle, das Wohl des gesamten Volkes über das Wohl des Einzelnen zu stellen, schloß der Redner SW 9e9en spröde Haut u die Absicht hätte, in den Stand der Ehe einzutreten Gersheim hielt ihm seine ringlosen Finger dicht unter die Augen und lachte wieder. „Ich habe keine Braut, mein alter Fritze und — jetzt wurde sein Ton unwillkürlich ernster — „möchte auch nicht, daß du eine meiner Bekannten mit diesem mir selber heiligen Wort bezeichmst. „Verzeihung, gnädiger Herr ... Ich dachte ich wußte — weil doch ..Friedrich stotterte und vollendete endlich: „Das gnädige Fräulein sagte doch kürzlich bei ihrem Besuch: Ich bin mit dem Herrn Baron verlobt." Gersheims Gesicht nahm einen unwilligen Aus- Staatsgrenzen zu wohnen, im Kampfe um ihr Deutschtum stehen und Schützer der deutschen Grenzen sind. Ihnen beizustehen heißt, dem Reiche den Frieden zu erhalten. Ihre Treue mit gleicher Treue zu vergelten bedeutet, diesen Millionen den Glauben an das deutsche Volk zu erhalten. Wenn am Samstag gesammelt wird, dann helfe jeder nach Kräften mit. Reicher Beifall dankte der Rednerin für ihre Ausführungen. Kreisschulrat Nebeling sagte in seinem Schlußwort u. a., daß der VdA. als Verband, nicht als Verein Wegbereiter jenes starken Glaubens, den uns der Führer gegeben hat, fein muß. Im Sinne der Versammlung sprach er das erneute Gelöbnis der Treue zum Führer aus, in das die Besucher mit einem dreifachen Heil Hitler einstimmten und es mit dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied bekräftigten. ruhig. „Das mußt du tun?" ,. , „Sei jetzt ruhig, Küken, schlaf! Ich bin todmüde Du kannst mehr zusammenfragen, als dir zehn W s beantworten können." Gisela wurde unwillig. - ich habe mit Freunden Sekt getrunken beharrte sie. Gerlinde flüsterte leise: „Gute Nacht! Sie hatte ein „Pfui!" auf der Zunge gehabt, doch das schluckte sie schnell hinunter. Aber so sehr sie sicy auch mühte, Schlaf fand sie in dieser Nacht nicht. Cs war da so vieles, das sie nicht begreifen konnte. Gegen Morgen erst fiel sie in einen kurzen Halbschlaf und hatte einen schönen Traum. Sommer roar’s. Die Mutter war ganz gesund uno fröhlich. Ein schöner Park war da, in dem unzählige Rosen blühten. Sie schritt mit der Mutter über die lich ersehnte Heimat. ,, Er sah im Geiste Gerlinde als Schloßhernn auf Gersheim. Oh, feine alten Ahnen brauchten sich ihrer nicht zu schämen, auch wenn sie nicht aus adligem Geschlecht war. Gershe,m fühlte, Die e Mädchenseele war so rein und lauter wie der herrlichste Kristall. Ihr Stolz und ihr ausgesprochenes Ehrgefühl, das waren echt aristokratische Zuge. Ja, das ganze Mädchen sah aus wie em Grafentoch- terletn und nicht wie ein sm"nn‘,nmn Siebentes Kapitel. Wie benommen ging Günter von Gersheim den Weg zurück, den er an Gerlinde Steinbrucks Seite hierhergegangen war. Fast Minuten lang hatte er noch verdutzt dagestanden, als er sie so jah davon- ^©erlinbe!" In scheuer Sehnsucht formten seine Lippen zum erstenmal den Namen des Mädchens, das ein seltsames Schicksal ihm in den Weg geführt hatte — und Gersheim lächelte. . ,Ein rührendes Gefchöpfchen, diese Gerlmde Steinbrück! So ein tapferes Kerlchen!" Wieder lächelte der sonst so ernste Mann. , £ f Machte nichts, daß sie ihm heute davongelaufen war' Jetzt wußte er, er würde Gerlinde Wiedersehen, würde ihr ehrlich sagen, welch hohe Meinung er von ihr hatte, und daß er keinen sehnlicheren Wunsch habe, als sie heimzuführen als seine Frau. Wie ein großer Junge war Gersheim plötzlich. Seine Phantasie begann sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Er würde Gerlindes Leben froh und sonnig machen; er würde mit ihr reisen, ihr die schöne Welt zeigen und sich freuen, wenn er sie entaeaen Das gnädige Fräulein — das Fräulein Braut haben Herrn Baron angerufen. Der Herr Baron waren aber leider nicht zu Hause. Das Fräulein Braut lassen bitten, daß der Herr Baron doch gleich bei ihr anrufen möchten", berichtete per Die* ner eifrig, während er seinem Herrn' beim Ablegen des Mantels behilflich war Meine ... Was? Meine Braut?" Baron Gersheim schlug dem Alten ziemlich derb auf die Schulter „Na, sag mal, Friedrich, alter Freund, du bist doch noch normal?" Er griff den alten Graubart an beiden Schultern und drehte ihn herum: Guck mal Alterchen, das dort ist eine Lampe, dort ist ein Spiegel, dort ist ein Stuhl ... Nicht wahr, das siehst du doch?" v ... , Der Diener nickte ratlos, und er wußte nicht, ob er in diesem Augenblick nicht seinen jungen Herrn für ein bißchen geistesgestört halten sollte. Aber er war zu sehr gewohnt, seine eigenen Regungen zu beherrschen. Ein richtiger Diener erlaubt sich keine eigene Meinung, und Friedrich war em richtiger Diener, er war noch aus der alten Schule. Gersheim aber lachte plötzlich schallend auf. sfta, siehst du, mein Alter, ich sehe doch, daß Die Turmuhr schlug zwei Uhr. Gerlinde zitterte in ihrem Bett vorAngst. Kam Dte Schwester Denn immer so spät heim? Doch noch eine halbe Stunde verging — Dann kam ^GerlinDe saß aufrecht im Bett, als Die Schwester eingetreten war. Mutter ist gar nicht wohl, Gisa. Ich habe solche Angst. Gut, Daß Du enDlich Da bist." Endlich? Aber ich bitte dich, Dienst ist Dienst. UnD — Mutter? Ach, Das kennen wir Doch schon. Ihre alte Hsrzgeschichte. Wirst sehen, LinDe wenn Du dein Geld kriegst, fährt Mutter em paar Wochen ins BaD und kommt gefunD wie em Fisch zuruck. Ist Doch kein Wunder — die Sorgen jahraus, jahrein und die schlechte Ernährung dazu. Aber — jetzt ist das ja alles besser geworden." „Du bist so zuversichtlich, Gisa. Da werd ich। richtig ruhig", sagte Gerlinde und schaute die Schwester be- ^^,Zuversichtlich? Wie man es nimmt! Ich nehme das Leben nur anders als ihr — das ist das ganze Geheimnis", erwiderte die andere. „Aber, was ist das? Du bist so seltsam aufgelegt, Gisa? Deine Augen haben auch einen ganz merkwürdigen Glanz?" frage Gerlinde und sah m Der TOi? * »»i.i vielleicht ein bißchen viel Sekt getrunken. Ach, K , du ahnst ja nicht: So ein kleiner Akt rausch ist das Schönste, was es gibt", trällerte Gisela e Schlagermelodie. „Getrunken? Sekt?" Gerlinde atmete tief und un- druck an. . . ., » „Dazu gehören zwei — nicht wahr, Friedrich? Ich sage dir, daß das nicht wahr ist." Der alte Diener wußte selber nicht, warum er mit einem Male aufatmete. Göttchen, er hatte doch seinen Herrn schon betreut, als er noch em ganz kleiner blonder Bub war, mit kurzen Rmgellockchen und runden Pausbäckchen. Er hatte doch nichts wei- ter auf der weiten Welt, der alte Fritze, als diesen Herrn, für den er durchs Feuer gegangen wäre. Merkte Gersheim, was in dem Alten vorging? Einer jähen Eingebung folgend, streichelte er ihm die rauhe Wange. „Aber du sollst es zuerst wissen, mein alter Getreuer! Vielleicht werde ich mich bald verloben — vielleicht bald Hochzeit machen." „Mit dieser ...?* Friedrich schlug sich mit per Hand auf den Mund. Daß er sich so vergessen konnte! , , .,, ... , Doch Baron Gersheim nahm heute nicht? übel. Keinem Menschen. Er war in strahlender Saune. „Nein, nicht mit diesem Fräulein Velten, Alter, die du doch sicher meinst." „Nein? Ach, Gott sei Dank!" entschlüpfte es Dem Alten noch einmal. „Haft recht! Nein, keine vom Film oder Theater — auch keine Baronesse oder Komtesse, Alter, wird deine künftige Herrin fein, sondern nur ein liebes, junges, gutes Mädchen. Aber schön nüe die Sonne und ich glaube, gut wie ein Engel!" „Oh, Herr Baron!" Dem alten Manne traten Dte Tränen in Die Augen. Nie mehr, nie mehr hatte er feit langem feinen geliebten jungen Herrn so glückstrahlenD gesehen. , „ r . , . Der aber wandte sich jetzt brüsk ab, als habe er schon zu viel gesagt. Bevor er aber in sein Ztm- ging, drehte er sich noch einmal um und sagte mit leuchtenden Augen zu seinem Diener bmuber: „Wenn alles wird, wie ich denke, dann gebt s vielleicht auch endlich einmal wieder heim — heim, alter Fritze!" . . Der alte Diener konnte es nicht verhindern, daß seine Füße zitterten, als er in feine Stube hin. aufging. Oben öffnete er ferne alte, wurmstichige Kommode und nahm ein Bündel Papiere heraus, , unter denen sich ein Bild befand । (Fortsetzung folgt!) steiler gedachte in erster Linie der deutschen Brüder an der Saar. Anschließend umriß der Redner in längeren Ausführungen die Leistungen unseres Führers im vergangenen Jahre und betonte u. a., unser Volk werde auch im neuen Jahre geschlossen hinter dem Führer stehen und keine Mühe und Arbeit scheuen, wenn es heißt: „Der Führer will es!" Er dankte sämtlichen Formationen, die sich un vergangenen Jahre für Volk und Vaterland eingesetzt haben. Um den Parteigenossen einen Ueberbluf über das Kassenwesen zu geben, verlas Ortsgruppenkassenwart Leidich den Runderlaß des Reichspartei-Schatzmeisters Schwarz, ferner konnte er den Mitgliedern die Mitteilung machen, daß die Kaffe einen Ueberfchuß zu verzeichnen hat. Ortsgruppenamtsleiter Weiß von der NS.-Hago richtete anschließend noch einen Appell an die Mitglieder. Mit den beiden letzten Versen des Liedes „Volk ans Gewehr" wurde die Versammlung in üblicher ist keine Kunst; aber deutsch zu bleiben und um sein Deutschtum zu kämpfen, bas erfordert viel Kraft Glauben und Treue! Die Sudetendeutschen versuchen, sich immer wieder durchzusetzen. In Prag halten die Studenten das Deutschtum hoch. Im Jglauer Gebiet sehen die Mütter streng darauf, z. B. ihren Töchtern deutsche Männer zu beschaffen, da- mit das alte deutsche Bauernerbe immer in deutschem Besitz bleibt. Es gibt dort wenig Mischehen; denn der deutsche Teil unterliegt dabei immer. Den Deutschen jenseits der Grenzen in ihrem Kampfe beizustehen ist die vornehmste Aufgabe des VdA. Groß und vielfältig ist diese Arbeit, und sie bedarf großer Mittel, um deutsche Schulen erhalten, Lehrer unterstützen, Bücher und Lehrmittel spenden zu können und die größte Not einigermaßen lindern zu helfen. Dazu bedarf es der Unterstützung und Mithilfe aller Deutschen. Jeder Deutsche soll wissen, daß 35 Millionen deutscher Schwester und Brüder, Die vom Schicksal bestimmt sind, außerhalb der der verschönt. . Kreis Bübingen. V Vobenhausen I, 23. Jan. Nachdem erst vor einigen Wochen in der Försterei Fmkenloch Wildschweine von dem Jagdaufseher eines Frankfurter Jagdpächters beobachtet worden waren, wurde jetzt wiederum Schwarzwild von einem hiesigen Einwohner in unserer Gemarkung gesehen. In dem frischgefallenen Schnee konnte man Deutlich die Spuren des Schwarzkittels verfolgen. Da Schwarzwild in unserer Gegend eine Seltenheit ist, darf man wohl annehmen, daß es sich um einzelne versprengte Tiere handelt. Kreis Scholten. Weise geschlossen. , v .. * Lich, 23. Jan. Am Samstagabend hielt Dte Sängervereinigung „Cäcilia" - L ich bei i ihrem aktiven MitglieD, Gastwrt Hermann Uhr- ; han, ihre diesjährige Generalversammlung ab. i Der erste Vereinsvorsitzende Karl Lotz gedachte zu- , nächst der verstorbenen Sangesbrüder des verflos- , senen Jahres, deren Andenken in üblicher Weise । geehrt wurde. Das Jahr 1934 war für Die Sänger insofern von großer Bedeutung, als die beiden früheren Vereine zusammengelegt worden sind. Der Mitgliederstand ist z. Zt. 26 Ehrenmitglieder, 64 aktive und 132 passive Mitglieder. Die Singstunden hatten einen durchschnittlichen Besuch von 73 v H. aufzuweisen. Der Bericht des Vereinschrom- ften, Sangesbruder L. W a ck e r, wurde gutgeheißen und ihm für seine Arbeit Dank ausgesprochen. Nach Prüfung der von dem Vereinsrechner, Otto Wahl, ausgestellten Rechnung fand diese die Genehmigung der Generalversammlung. Der Vereinsvorsitzende Lotz gab dann verschiedene Neuerungen Des Hessischen und Deutschen Sängerbundes bekannt. Auch in diesem Jahre soll das Chor- und Orchesterkonzert in dem Umfange wie seither veranstaltet werden. Nach Erlediung der Tagesordnung verbrachte man noch einige frohe Stunden. Die Generalversammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. 3) Cid), 23. Jan. Der Ortsring Lich des Reichsbundes Volkstum und Heimat veranstaltete gestern abend im Hotel „Holländischer Hof" einen m allen Teilen wohlgelungenen Heimatabend, der • außer gutem Besuch der Mitglieder zahlreich aus ■ den Kreisen des VHC., des Volksbildungsverems, ' der NS.-Hago usw. besucht war. Nach den Be- ' grüßungsworten des hiesigen Ortsringführers, Pg. - Rektor Erb, sprach der weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannte und verdienstvolle Heimatforscher Lehrer i. R. Schneider (Lich) über das Thema „Wanderleben vor 100 Jahren . Zu Beginn seines Vortrags gab Lehrer Schneider einen kurzen Rückblick auf die 650jährige, urkundlich belegte Geschichte Der Familie Heller in Lich, Deren Vorfahr im 13. Jahrhundert aus Hall (Schwaben) auswanderte und ein Nachkomme desselben sich 1649 in Lich niederließ. Der Vortragende ging dann auf das eigentliche Thema ein und schilderte auf Grund der Aufzeichnungen in einem Wanderbuch des Bäckers Johann Philipp Heller (ein Nachkomme des im 17. Jahrhundert in Lich ansässig gewordenen Heller) dessen Wanderschaft zu Anfang des vorigen Jahrhunderts nach Süddeutschland, der Schweiz und zurück und wußte seinen Zuhörern in anschaulicher Weise, in „Dichtung und Wahrheit", oftmals mit köstlichem Humor gewürzt, Die mannigfachen Erlebnisse einer solchen Wanderschaft vor Augen zu führen. Seine Ausführungen, die ungeteilte Aufmerksamkeit und reichen Beifall fanden, (langen aus in dem Wunsche, daß die ehrbare Wanderschaft, d. h. insbesondere die zur weiteren Ausbildung im Beruf dienende, im jetzigen Reiche wieder mehr zur Gepflogenheit werde und in einem Gelöbnis zu unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Der Ortsringfuhrer, Rektor Erb, dankte dem Vortragenden für seine m- sonnembeschienenen Wege, und in ihrem Herzen brannte die Erwartung eines Glücks. Da kam von weither ein Mann gegangen. Kam näher immer - - ganz nahe herangekommen war, er Günter von Gersheims Züge seine Ausführungen. Das „Sieg-Heil!" auf Den < Führer, Das gemeinsam gesungene Horst-Wessel- , Lied unD Dankesworte Des Amtswalters Der DAF. । Neuser schlossen Die Versammlung. , Großen-LinDen, 23. Jan. Im Saale ; Der Gastwirtschaft Schaum rourDen heüte vor Den Schulklassen von Großen-LinDen und Leihgestern VDA. - Puppenspiele aufgeführt. Das Spiel and großen Anklang und zeigte Den KinDern auch auf Diese Drollige Art, wie überall in der Welt Deutsche zu finDen sind und wie sie leben. Es konnte ein Reinertrag von über 20 Mark an den VDA. abgeführt werden. )( G r o ß e n - L i n d e n, 24. Jan. Schaffner i. R. Ludwig Hofmann feiert am morgigen Freitag einen 7 8. Geburtstag. )( Leihgestern, 24. Jan. Freitag, 25. d. Mts., wird Balthasar Schäfer 78 Jahre alt. * Steinbach, 24. Jan. Zu dem gestrigen Bericht über einen V e r k e h r s u n f a l l in der Nähe unseres Ortes ist berichtigend mitzuteilen, daß das ragliche Personenauto nicht mit dem Lastkraftwagen in Berührung gekommen und dadurch in den Graben gefahren ist, sondern der Personenwagen schon etwa 10 Minuten vor Dem Heran- nahen Des Lastautos beim Ausweichen vor einer Gruppe von Radfahrern infolge Glatteis, das der Autofahrer nicht wahrnehmen konnte, von der Straße abkam und in den Graben rutschte, da der Wagen infolge des Glatteises ins Schleudern geriet. Das Personenauto erlitt dabei an einem Kotflügel nur ganz geringfügigen Schaden, es konnte mit eigener Motorkraft wieder aus dem Graben herauskommen und feine Fahrt fortsetzen. Das etwa 10 Minuten später kommende Lastauto kam an der gleichen Stelle, ebenfalls beim Ausweichen vor Radfahrern, infolge Glatteisbildung auch ins Schleudern, so daß es einen Baum umriß und in Den ... . taÄ n.3 biTw 'wirst, du auch Nd N'chi wie ein kl-mer Mannequin, «r hcin .Herr keinen Verlobungsrmg tragt Berliner Norden in einer häßlichen Miet doch das erfte Zeichen fein müßte, wenn ich Lippert (1900) abermals in der Gaumannsckast Aordhefsen. Fuhballkampf Bayern—Tlordhessen. Die Fußballgaue Bayern und Nordhessen, die in der Vorrunde zum DFB.-Pokal gegen Baden bzw. Berlin auf der Strecke geblieben sind, haben für den 3. Februar, den Dag, an dem die Sieger der Vorrunde die Zwischenrundenspiele austragen, einen Freundschaftskampf nach Würzburg abgeschlossen. N o r d h e s s e n s Mannschaft hat dazu eine Els gestellt, die sich nicht allzusehr von der Pokalmannschaft gegen Berlin unterscheidet. Der erkrankte Hanauer Tormann Sonnrein wird durch den Friedberger Wittmann oder den Marburger Weyandt er- Im einzelnen wird die Mannschaft Nordhessens wie folgt antreten: Tor: Wittmann (Friedberg) oder Weyandt (Marburg); Verteidiger: Eufin- ger (Hanau 93), Lippert (Gießen 1900); Läufer: Bach (Hanau 93), Maintz (Bor. Fulda), Israel (Kassel 03); Stürmer: Markert (Kassel 03), Kammer!, Leugers, Koziol (alle Borussia Fulda), Kleim (Kassel 03). Ersatz: Philippi (Hanau 93). Nie deutsche KunstLurn-National- mannschast turnt in Bad-Aauheim. Aus Anlaß der Jahrhundertfeier des hessischen Staatsbades fand außer hochwertigen künstlerischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen auch eine Reihe sportlicher Großveranstaltungen vorgesehen, u a. ein Tennisturnier und ein Golfturnier. Nun ist durch Vermittlung von Gauoberturywart Paul (Gießen) auch ein Gastturnen der deutschen Nationalmannschaft von der DT. zugesagt worden. Diese große und einzige turnerische Veranstaltung in unserem Heimatgebiet wird am 24. August 1935 im großen Bühnensaal des Kurhauses zur Durchführung kommen. In der Nationalmannschaft stehen bekanntlich Deutschlands beste Kunst- und Geräteturner, die vergangenes Jahr bei den Weltmeisterschaften in Budapest die deutschen Farben ehrenvoll vertreten haben, und die alle auch beim Olympia 1936 für Deutschland kämpfen werden. Die Deutschlandriege wird geführt vom Männerturnwart der Deutschen Turnerschaft, Direktor Martin Sch nei- d e r vom Hochschulamt für Leibesübungen in Leipzig. Deutsche Hochschul-Meisterschaften im Boxen,FechtenundTumeninMarburg. In der alten Universitätsstadt Marburg werden am Wochenende die Deutschen Hochschul-Meisterschaften im Boxen, Fechten und Turnen ausgetragen. Im Boxen wird in allen 8 Gewichtsklassen vom Fliegen- bis Schwergewicht der Hochschulmeister ermittelt. Die Vorkämpfe beginnen am Samstag, die Schlußkämpfe werden am Sonntagabend ab 20.15 Uhr abgewickelt. Das Wiegen der Kämpfer und die Auslosung der Paarungen erfolgt am Samstagnachmittag. Im F e ch t e n wird in allen drei üblichen Waffen — Florett, Säbel und Degen — gekämpft. Hier beginnen die Vorkämpfe am Samstagnachmittag, die Endkämpfe am Sonntagmorgen. Die Studentinnen bewerben sich um die Hochschulmeisterschaft im Florettfechten. Im Geräteturnen gibt es für die Studenten einen Zehn- und einen Sechskampf, für die Studentinnen einen Sechskampf. Hier werden die Vorkämpfe gleichfalls am Samstag ausgetragen, die Endkämpfe beginnen am Sonntagnachmittag. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung liegen in Händen von Professor Dr. Peter I a e ck, des Direktors für Leibesübungen an der Universität Marburg, und von cand. phil. Kurt Krüger, des Leiters des Amtes für Leibesübungen der Marburger Studentenschaft. Um die Eishockey-Weltmeisterschaft. Die Kämpfe um die Eishockey-Weltmeisterschaft wurden am Mittwoch in Daoos mit den Spielen der Zwischenrunde und den Trostrunden - Treffen fortgesetzt. In der Gruppe A lieferten sich Schweden und die Tschechoslowakei einen äußerst packenden Kampf, den die Tschechen erst in der Verlängerung 2:1 gewinnen konnten. Einen überlegenen Sieg erfocht Kanada mit 9:0 (3:0, 4:0, 2:0) über Italien. In der Gruppe B schlugen die Engländer Oesterreich sicher 4:1 (0:0, 2:1, 2:0), und die Schweiz gewann klar 5:1 (3:0, 0:1, 2:0) über Frankreich. Die deutsche Mannschaft, die in der Trostrunde spielt, war am Mittwoch spielfrei. Vor der Entscheidung der Deutschen Hallen -Tennismeisterschaft. Henner Henkel steht in Bremen bei den Hallen- Tennismeisterschaften im Herren-Einzel als erster der letzten Acht fest, nachdem er den Schweizer Meister Ellmer überraschend sicher 9:7, 6:3 geschlagen hatte. Gottfried von Cramm griff erstmals ein und siegte über Graßhoff (Bremen), ohne sich anzustrengen, 6:4, 6:4. Im Damen-Einzel erreichte Frau Sperling mit 6:1, 6:1 die Vorschlußrunde über Frl. Z e h d e n, im Gemischten Doppel erhielt die Deutsch-Dänin den Franzosen Marcel B e r n a r d als Partner, womit das voraussichtliche Meisterpaar gegeben ist. Kreismannschafiskanips im (Geräteturnen. Große Veranstaltung unserer heimischen Turner in Wehlar. die in Hurra- und Heil-Rufen auf Führer und Volk ausklang. Begeistert stimmte man das Saar-, Deutschland- und Horst-Wessel-Lied an, das von der vielköpfigen Menge mitgesungen wurde. Ober - Ohmen , 23. Jan. Gestern fand hrer die erste Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Freiherrn von Riedesel statt. Die Taxe für Buchenscheiter 1. Klasse betrug 6,50, 2. Klasse 5 Mark, Buchenknüppel 4 Mark, Buchen- rciser 80 Pf., während der Versteigerung ermäßigt auf 60 Pf., Eichenscheiter und Eichennutzknuppel 3 Mark, Eichenknüppel 2,50 Mark, Elchenstocke 3,50 Mark, je Raummeter. Es wurden geboten: Eichenholzarten ziemlich nahe der Taxe. Buchen- reiser hielten sich ebenfalls in Höhe der Taxe. Buchenscheiter 1. Klasse lag etwas höher als die Taxe und notierte zeitweilig bis 8 Mark und darüber je Raummeter. Buchenknüppel brachten es bisweilen auf 5 Mark pro Raummeter. — Wie anderwärts macht sich auch hier die Grippe recht unliebsam bemerkbar. Außer zahlreichen Erkrankungen unter der Einwohnerschaft ist über die Hälfte der Schulkinder von der Krankheit befallen. Der Schulbetrieb läßt sich jedoch aufrechterhalten. Burg-Gemünden, 22. Jan. Ein herzlicher Empfang wurde den 4 2 saardeutschen Arbeitskameraden der Arbeitsdienst- abteilung 3/223, die in Burg-Gemünden stationiert ist, bei ihrer heutigen Rückkehr von der Abstimmung im Saargebiet hier zuteil. Ortsgruppenleiter Oppertshäuser begrüßte die Ankommenden in Gegenwart einer großen Menschenmenge am Bahnhof. Danach gruppierte sich ein Fackelzug nach dem Arbeitslager; SA.-Reiter, SA., NSDFB. (Stahlhelm), HI., Jungvolk, BdM., Schüler, die Arbeitsdienstabteilung, sowie die Einwohnerschaft Burg-Gemündens mit dem Musikverein nahmen daran teil. Auf dem Schlüßhof hieß der Arbeitsdienst-Abteilungsführer Mauermann die zurückgekehrten Dienstkameraden willkommen. Er sprach ihnen den Dank aus für ihr treues Verhalten dem deutschen Vaterland gegenüber und dankte auch allen Volksgenossen, die durch ihre Gegenwart wiederum ihre Verbundenheit mit der Arbeitsdienstabteilung zum Ausdruck brachten. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beschlossen den Abend. Homberg, 23. Jan. Die hiesige Holz- versteigerung brachte ansehnliche Preise. Es wurden bezahlt für vier Raummeter Buchenscheiter 1. Klasse RM. 24 bis 28, Knüppel RM. 14 bis 18. Weniger gute Holzarten sowie Holz 2. Klasse wurde entsprechend bezahlt. ss. Grebenau, 23. Jan. Auf der hiesigen Bürgermeisterei wurde durch das Amtsgericht Alsfeld die Villa der Georg Morgenthaler Eheleute mit zirka 400 Quadratmeter Gartenland und zirka 200 Quadratmeter Rasen und Ziergarten zwangsweise versteigert. Die Villa war vom hiesigen Ortsgericht mit einem Wert von 15 000 Mark abgeschätzt. Obwohl viele Versteigerungsteilnehmer erschienen waren, wurde nur von einem Interessenten ein Gebot abgegeben. Den Zuschlag erhielt die Hess. Landesbank Darmstadt mit einem Höchstgebot von 12 000 Mark. — In der außerordentlichen Generalversammlung des Tur n- Vereins „Frohsinn" wurde Pg. Adam S ch u ch a r d t für den ausgeschiedenen früheren Vereinsführer Kalbfleisch zum neuen Vereinsführer ernannt. Oer Diebstahl in der Stationskaffe zu Weilburg. Zu dem vom Landes-Pressedienst aus Weilburg, 19. Januar, verbreiteten Bericht (vergl. „Gießener Anzeiger" Nr. 17 vom 21. Januar) über eine „glänzende Leistung eines Polizeihundes" bei der Festnahme eines Einbrechers in der Weilburger Fahrkartenausgabe wird uns von der Reichsbahn- Fahndungsstelle Gießen hinsichtlich der Entdeckung des Täters folgende Richtigstellung mitgeteilt: Zur Aufklärung des Diebstahls wurden die Reichsbahn- Fahndungsstelle Gießen und die Streifwache Limburg angerufen, die mit einem Polizeihund erschien. Das Tier nahm eine Spur auf. und führte die Beamten auf die Landstraße nach Löhnberg. Nach etwa 300 Meter hielt der Hund an einer Zigarettenschachtel an, in der die gestohlenen 6 Mark Wechselgeld aufbewahrt worden waren. Der Hund verließ dann die Spur und nahm keine neue mehr auf. Die Beamten fuhren mit dem Auto ohne Polizeihund nach Löhnberg weiter, nachdem sie festgestellt hatten, daß ein Reichsbahnbetriebsassistent und ein anderer Eisenbahner, der in der gleichen Nacht nach Weilburg zum Dienst gegangen war, einen Mann gesehen hatten, dessen Name und Wohnort festgestellt wurde, und der als Täter in Frage kommen konnte. Die weiteren Ermittlungen in Biskirchen führten in der geschilderten Weise dann zur Verhaftung des Diebes. Je eine Mannschaft von 8 Turnern aus den 3 westlichen Kreisen des Gaues Nordhessen (Kreis 7 Lahn-Ohm, Kreis 8 Lahn-Dill und Kreis 9 Lahn- Westerwald) standen sich am Sonntag in Wetzlar zum Wettkampf im Geräteturnen gegenüber. Der Kampf wurde unter Leitung von Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) durchgeführt. Jeder Turner hatte eine Kürübung am Barren, Pferd lang, Pferd quer, am Reck und eine Freiübung auszuführen. Da die Hebung am Längspferd auf der Bühne nicht gut durchführbar ist, wurde sie am Vormittag in der Turnhalle ausgetragen. Ebenso turnten von jeder Riege 5 Mann die Freiübungen bereits am Vormittag. Der Wettkampf hätte sich sonst am Nachmittag zu sehr in die Länge gezogen. Der Dormittagskampf brachte den Kreis 8 mit 204 Punkten in Führung; Kreis 9 erreichte 197, Kreis 7 kam auf 178 Punkte. Das Geräteturnen am Nachmittag, das im großen Saale des Schühengartens ftattfand, gestaltete sich zu einem Kunstturnen, und es bedeutet einen großen Erfolg für die Arbeit der deutschen Turnerschaft. Auch hohe Erwartungen wurden erfüllt. Die Hebungen der Wettkämpfer standen auf guter höhe. Sie wurden harmonisch ergänzt und umrahmt von Vorführungen der Turnerinnen und Fechter des Turnvereins Wetzlar. Der Vereinsführer des Turnvereins Wetzlar, Arthur Pfeiffer, begrüßte die Gäste. Sein besonderer Gruß galt dem Ehren-Gauoberturnwart Will (Gießen), der Leitung des Gaues und der am Wettkampf beteiligten Kreise sowie den Ehrengästen. Er hob hervor, daß man in solchen Wettkämpfen nur Leute Herausstellen könne, die in langjähriger, fleißigster Arbeit zu hohem turnerischen Können gekommen seien und denen es durch ihre Arbeit gelänge, ihren Körper vollständig in die Gewalt des Willens zu zwingen. Sein „Gut-Heil!" galt den auf der Bühne angetretenen Wetturnern. Turnkreisführer D a u p e r t (Wieseck) dankte Pfeiffer für die Begrüßung. In seinen weiteren Ausführungen wies er auf die 1936 in Berlin durchzuführende Olympiade hin und betonte, daß diese wie jede echte Turnerarbeit Dienst am Vaterlande sei. In sein „Gut-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler stimmte die Menge begeistert ein. Das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied beschlossen die eindrucksvolle Einleitung der Veranstaltung. Die nun folgende Vorführung der Turnerinnen des Turnvereins Wetzlar: „Wir spielen mit der Keule" fand viel Beifall und leitete zum Geräteturnen über. In den Hebungen am Barren zeige sich schon, daß die Turner vom Kreis 8 und 9 ziemlich gleichwertig turnten. Als Bester am Barren ging hervor S ch ö f f m a n n, Wieseck, dessen Hebung mit 28V2 Punkten gewertet wurde. Es waren bei diesem Gerät einige recht schwierige, aber tadellos durchgeführte Teilübungen zu beobachten. So zeigte Schick, Gießen, als Abgang ein recht gutes Abgrätschen aus dem einarmigen Handstand und F l u ck, Limburg, verließ mit einer tadellosen Kreisgrätsche mit einer Vierteldrehung den Barren. Nach Erledigung der Barrenübung stand der Kampf mit Einrechnung der Hebungen am Längspferd vom Vormittag: Kreis 7 = 34972, Kreis 8 — 397 und Kreis 9 — 396 Punkte. Nach einer kurzen Vorführung der Fechter des Turnvereins Wetzlar ging der Wettkampf am Querpferd weiter. Nach den Pferdübungen stand der Kampf: Kreis 7 — 517V2, Kreis 8 =•• 59472, Kreis 9 = 587 Punkte. Nach einer guten Vorführung der Turnerinnen kamen die restlichen Freiübungen — je 3 aus jeder Riege — zur Ausführung. Die Körperbeherrschung der guten Freiübungsturner war kaum noch zu überbieten. Es war darum auch nicht zu verwundern, daß die Leistungen der meisten Freiübungensturner zu großem Beifall hinrissen. So zeigte Herbert, Gießen, in seiner Hebung in Bezug auf Aufbau, Schwierigkeit und Ausführung eine hohe Vollendung. Es war die beste Hebung, die ausgeführt wurde. Nach Einrichtung aller Freiübungen stand der Kampf Kreis 7 = 703, Kreis 8 = 803, Kreis 9 — 790 Punkte. Wieder füllten die Turnerinnen mit Ballgymna- stik die Zwischenpause aus, Turnerinnen und ihr Leiter, Kreisfrauenturnwart Schneider, ernteten reichen Beifall. Der Wettkampf tritt nun mit dem Reckturnen m das letzte Stadium. Der Lahn-Dill-Kreis hat nur 13 Punkte Vorsprung vor Kreis Lahn-Westerwald. Die Spannung steigt aufs höchste. Nach jedem Turner wird verglichen. Ein Versager bei Kreis 8 kann der Mannschaft den Sieg entreißen. Doch es geht alles gut bis zum letzten Mann. S ch ö f f m a n n, Wieseck, legt eine glänzende Hebung hin. Leider wurde sie nur mit 29 Punkten gewertet. Auch Seth, Großen-Linden, steht nicht nach. Endlich ist der Kampf entschieden. Kreis 8, Lahn-Dill, bleibt Sieger. Das Endergebnis. 1. Sieger: Kreis 8 Lahn-Dill 101472 P. 2. Sieger: Kreis 9 Lahn-Westerwald 1002 P. 3. Sieger: Kreis 7 Lahn-Ohm 88372$. Die besten Einzelturner find: 1. Schöffmann, Wieseck 138 Punkte 2. Eberpächer, Marburg 13572 Punkte 3. Seht, Großen-Linden 133 Punkte 4. Herbert, Gießen 13272 Punkte Die Siegerehrung nahm Gauoberturnwart Paul (Gießen) vor. Er dankte allen, die bei der Durchführung des Kampfes tätig waren. Sein besonderer Dank galt den Wetturnern, auf die er ein „Gut Heil!" ausbrachte. Er gestaltete darauf die Heberreichung der Eichenkränze an die siegende Mannschaft zu einem feierlichen Vorgang. Er stellte alle turnerische Arbeit in den Dienst der Volksgemeinschaft und brachte noch ein „Gut Heil!" aus auf Führer und Vaterland. Mit dem Liede: „O Deutschland hoch in Ehren" wurde die Veranstaltung würdig geschloßen. Kurze Sportnotizen. Winterturnfahrt des Turnvereins von 1846 zum Hoherodskopf. Am fom- menden Sonntag finden bekanntlich die Schneelaufwettkämpfe des Gaues auf dem Hoherodskopf statt. Diese Gelegenheit benutzt die Wanderabteilung des alten Turnvereins, um ihre.erste Wanderung im neuen Jahre in die Winterpracht des Oberwaldes zu führen. Die Abteilung fährt daher zusammen mit den Schneeläufern nach Breungeshain, um von da auf verschneiten Wegen zu wandern. Das Ziel wird der Schauplatz der Wettkämpfe auf dem Hoherodskopf fein. (Man beachte die heutige Anzeige!) Neunzehn Norweger wurden jetzt zu den Deutschen Ski-Meisterschaften gemeldet. Insgesamt werden die norwegischen Teilnehmer neunundzwanzig Meldungen erfüllen. Deutschland — Kanada werden sich am 5. Februar in München einen Eishockey-Länder» kampf liefern. Zum ersten Male gewonnen ror-be von Deutschland der Hallentennis-Länderkamps gegen Schweden, der zum sechsten Male in Stockholm beide Länder zusammenführte. Nach fünf Niederlagen holten sich die deutschen Vertreter mit 3:2 ihren ersten Sieg. Einen neuen Schwimmweltr e kord schwamm die Holländerin Rita Mastenbroek mit 2:49,6 im 200-Meter-Rückenschwimmen. Einen neuen deutschen Rekord erzielten die Charlottenburger „Nixen" in der 3X100-Meter-Lagenstaffel mit 4:01,8. Sietas-Hamburg traf im Rahmen der Olympia-Prüfungsschwimmen des Gebietes Süd in Stuttgart auf seinen alten Rivalen Paul Schwarz- Göppingen, den er im 200-Meter-Brustschwimmen sicher in 2:47,9 Min. schlug. Schwarz erreichte 2:53,4 Min. Herr Glasermeister Heinrich Arnold im 71. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Gießen (Grabenstraße 8), den 23. Januar 1935. Wieseck, den 24. Januar 1935. 0306 0311 0309 Meiner verehrten Kundschaft von Gießen z. gefälligen Kenntnisnahme, daß ich ab Samstag, dem 26. Januar 1935, wieder auf dem Markte bin im Namen der Hinterbliebenen: Katharina Arnold, geb. Welker. 51 lerne Anzeigen im Gießener Anzeiger werden von Lausenden beachtet und gelesen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, meine stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante im 70. Lebensjahre nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Heute morgen verschied nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Schwiegervater Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme, für die tiefempfundenen Worte der Vertreter der Reichsbahn, der Vereine und des früheren Bürgermeisters, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Koch und die zahlreichen Kranzspenden, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. In tiefer Trauer: Marie Gümbel und Kinder. Lützellinden, am 24. Januar 1935. Die trauernden Hinterbliebenen: Jakob Hofmann Familie Karl Hofmann Die Beerdigung findet am Samstag, dem 26. Januar, vormittags 117, Ohr, auf dem Neuen Friedhof statt Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Januar, nachmittags 27, Uhr vom Trauer- hause, Gießener Straße 118 aus statt. Ätta Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen - Schulstraße 7 Frau Luise Hofmann geb. Weller Hermann Schmidt IV. Metzgerei / Lieh __420 D Ihre Geschäfts» Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Post* karten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert! Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Verkäufe MCI Al- großer u. kleiner grün em. Ofen zu verkauf. 03os Walltorstr. 4 vt. 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Tur. kann geht nn. .'der tluch ) ist leibt reins n tom« leelauf. ?s statt, ing des mg im Waldes ammen m vvn as Ziel ni)o> 'Zeige'.) zu den gesamt dzwan- „Hanterlatant Ging über das Land, Keiner mehr Füße als fianterlatant , ein Regen-Rätsel: manchen Tänzen kommt es zu Rätselwettkämpfen, indem die Jungfern scherzhafte Fragen beantworten Jeden freuet die seltne, der zierlichen Bilder Verknüpfung, aber noch fehlet das Wort, das die Bedeutung verwahrt. Ist es endlich gefunden, da heitert sich jedes Gemüt auf und erblickt im Gedicht doppelt erfreulichen Sinn. „Ich bin eine dürre Königin, Trag' auf dem S)aupt eine zierliche Kron': Und die mir dienen mit treuem Sinn, Die haben großen Lohn. „Ein weißes Täubchen federlos l Flog auf ein Bäumchen blätterlos. Da kam der Sperber schnabellos Und fraß das Täubchen ^chnabellos." Aus dem Mittelalter find uns nur wenige deutsche Volksrätsel erhalten. Die große Zahl angelsächsischer Rätsel aus dem 8. Jahrhundert zeigt in ihrer Nachbildung lateinischer Formen reine Kunstdichtung. Die ersten Sammlungen deutscher Volksrätsel stammen aus der Zeit nach 1500; sie stehen in den sog. Rockenbüchlein, die die Scherze und Unterhaltungen der Spinnstuben widerspiegeln. Die germanische Freude am Rätsel hat sich besonders ausgeprägt bei dem niederdeutschen Volk erhalten, während auf mitteldeutschem Boden das Rätsel viel schwächere Blüten entfaltete und auch in Süddeutschland an die norddeutsche Fülle nicht heranreicht. Kein anderes deutsches Land kann einen I solchen Reichtum prachtvoller Volksphantasie im Rätsel aufweisen, wie es von dem genialen Volkskundler Wossidlo in seiner klassischen Sammlung mecklenburgischer Rätsel zusammengebracht worden ist. Kühner Humor verbindet sich mit tief- sinniaem Märcbengeist und dazu kommt em Element des Spiels, das das Rätsel besonders im Kindermund fortleben ließ. Da finden sich drollige Benennungen und Umschreibungen, k omisch-p Hanta st ischeWortbildungen, die einen Hauptreiz des deutschen Volksrätsels ausmachen. So lautet etwa ein Rätsel über die Egge: Der „Storch" wird beschrieben: „Policker, polacker, Günq öwer den Acker, Half will, half swart, het rode Veen, „ So'n Ding heff'k min Lewdag nich sehn. Vom „Wind" heißt es" Da kümmt wat in de Welt tau bullern, Hett nich Knaken odder Schullern, Hett nich Hut noch Hör Un brüllt doch as en Bor. Manchmal tritt eine scharfe Naturbeobachtung im deutschen Rätsel hervor, wie etwa bei dem vom „Grünkohl", der bei Zunahme der kalten Winde immer krauser wird: „Krickel, Krackel, Kruse! Hinder usen Huse, Steit 'n Krickel-Krackel-Kruse. He mehr bat de Wind weiht. Je mehr seck use Krickel-Krackel-Kruse deiht. „Vier gehen. Vier hängen, Den Weg zwei zeigen, Und den Hunden wehren sie. Einer hängt hinten Und ist meist schmutzig." Das märchenhafte Bild, zu dem hier Beine, Euter, Hörner und Schwanz der Kuh vereinigt sind, kehrt im deutschen Volksrätsel vielfach wieder, so z. B. in der niederdeutschen Fassung: „Vier Gingelaangel, vier Bimmelbammel, twee Wechwiser un'n Nadriewer." ______ Das Meer der Entscheidungen Zur Vertagung der Londoner Flottenverhandlungen. Von Kontreadmiral a. O. Gadow. Geburtstagsfeier bei der Lindenwirtin von Godesberg angestellt. r, .. m England sieht sich enttäuscht, da es die Verkleinerung der Großlinienschiffe wünschte, um zu sparen und eine höhere Schiffszahl zu erlangen, nachdem es heute auf zwei mäßig große Schlachtgeschwader reduziert ist. Es hat mit seinen Mano- vern von Singapore angedeutet, was seine Fachzeitschriften aussprechen: Bis hierher und nicht weiter! Amerika baut zur vollen Flottenstärke auf, es verlegt seine Flotte wieder m den Pazifik und wird Manöver bei den Aleuten- Jnseln abhalten und Stützpunkte dort und in Alaska anleqen, aus halbem Wege nach den japanischen Inseln. Japan vollendet ohne Hast seine Flottenbauten, noch weiß es sich sicher. Alle Seemächte halten sich einstweilen noch an die bis Ende 19öö gültigen Verträge. Darin und in dem zwingenden Wunsch mindestens auf englischer und amerikanischer Seite keinen vertragslosen Zu st and zuzulassen, sowie in der ungeheuren Anspannung aller amerikanischen Energien und Mittel für die innere Wirtschaftsordnung liegen die Ansätze zu der bescheidenen Hoffnung, daß das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. „Hackelgefackel Wohl über dem Acker, Wohl über die See, Kann schneller laufen als Hirsch und Reh." „Entepetente" bezeichnet drollig das Hin- und Herwackeln des Eies und steht mit seinem Schicksal engem Zusammenhang: „Entepetente leech up de Bank, Entepetente feel von de Bänk: Dor keemen die Herren von Hickenhacken, „ Künnten Entepetente nich wedder heil macken. 'de von 1 gegen lockholm beringen :2 ihren :ekord oek mit >n neuen enburget tit 4:01,8. nen ber ; Süd in Schwarz« iwimmen erreicht eschäfts* cksachen eV.rbin^ f,eff«nheV, en 80 vor. Srletbogen« hiag«.po'' ichnungen. Kertenh«; eurtell'-K eehalbWert egte 0rA MÄ »nUmzug «-yt sK ÄS Das negative Ergebnis der Londoner Besprechungen war zwar mit ziemlicher Gewißheit vorauszusehen, kommt im ganzen aber doch als verschärfte Warnung und Anzeichen einer stark labilen Welt- und Machtlage. Die Beschränkung der Verhandlungen auf 'die rein technische Seite einer rationellen Fl 0 ttenbegrenzung , und der Ausschluß p 0 l i t i s ch e r und st r a t e g i scher Fragen, den Japan gefordert und England für nützlich gehalten hatte, hat sich als u n f r u ch t b a r erwiesen. Die Erfahrungen der Genfer Konferenz hätten beweisen sollen, daß man nicht eine Verständigung über Rüstungen, also Organe der großen Politik, erwarten kann, ohne zuvor diese Politik in Uebereinstimmung zu bringen ober eine Abgrenzung ihrer Ziele zu versuchen. Das ist nun nicht geschehen, vielmehr ist sowohl von amerikanischer wie von japanischer Seite bas F e st - halten an b e n nationalen Richtlinien mit Nachdruck verkünbet worben. Diese Richtlinien, bie ber Flottenfrage bas Gepräge geben, finb kein Wort „lesen" mit ber altgermanischen Run' v □ung zusammenhängt, bie Tacitus gern, -ert qat unb bei ber mit Zeichen versehene Stäbchen auf ein weißes Tuch gestreut, aufgelesen unb dann gedeutet wurden. Die Germanen waren besondere Freunde des Rätsels: sie erblickten in dem richtigen Raten schwieriger Fragen die beste Hebung des Verstandes. In den Sagen spielen Rätselwettkämpfe der Götter und Helden eine Rolle, wie sie Richard Wagner in dem großen Wettstreit zwischen dem Wanderer und Mime geschildert hat. Wichtige Botschaft wurde gern in bedeutungsvolles Dunkel gehüllt. In der Darstellung der Nibelungenlage in der Edda gibt die Gattin des Hunnenkömgs dem Boten, der ihren Brüdern die Einladung an den Hunnenhof überbringen soll, einen goldenen Reif mit um den Wolfshaar geflochten ist und der Huge Högni, der Hagen der normen Sage erkennt aus biefer Verbinbung von Gold und Wolf sofort die Gefährlichkeit der Reise da der König nach ihrem Schatz begehre. Die ältesten germanischen Rätsel, die in der nordischen Hervarar-Saga erhalten sind, stehen mit einer „S) a 1 sl of p g, m Verbindung, indem ein Angeklagter dadurch seinen Hals retten kann, daß er Rätsel aufgibt ober lost Der König Heibrek errät zwar bie sechsundbreitzig Rätsel, bie ihm ber weise Gest aufgibt, aber als biefer bann ben König fragt, was Odm dem toten Balbur ins Ohr gesagt habe, als er auf Den Scheiterhaufen getragen warb, ba ist es mit Dem Scharfsinn des Herrschers zu Enbe, unb Gest hat gesiegt. Der tiefe Ernst, ber hier noch hinter Dem Rätsel steht, verwanbelt sich allmählich in h e 11 re s Spiel. Die Freube am Messen ber Verstandes- fräfte, die die germanische Unterhaltung belebt, führte zu einer besonderen Vorliebe für Rätsel, Die man sich in der Halle und an der Metbank aufgab. Die ältesten germanischen Rätsel, die man aus den verschütteten Quellen rekonstruiert hat, besitzen einen mythischen Urgrund, so das von der Kuh, das m der H'ervarar-Saga überliefert wird: Geheimnis. . ( Man tut Japan kein Unrecht, wenn man bei « ihm das Bewußtsein einer führenden Rolle in der I Befreiung Asiens von abendländischer , Bevormundung" und abendländischem Wirtschaftseinfluß feststellt. Die Weltgeschichte von mehr als 1000 Jahren erscheint dem historisch gebildeten Asiaten als eine unablässige Einkreisung seiiies Erdteils durch die kolonisierenden weißen Mächte und Rußland, die mit dem Boxerfeldzug und dem Einzug in Peking im Sommer 1900 ihren Höhepunkt erreichte und' mit dem japanisch-russischen Kriege ihren ersten Rückschlag erlebte. Von diesem Zeitpunkt an darf man die japanische O f f e n - sive rechnen: den Aufschwung zur Großmacht, die Einnahme des deutschen Pachtgebiets 1914, bie 21 Forberunqen an China 1915, bie auf ein lückenloses Protektorat hinausliefen, bann ber Rückschlag von 1922, roo bie weißen Mächte im Flottenvertrage unb in ben Chinaverträgen noch einmal ihre Macht burchsetzten, Japan aus China zu vertreiben, seine Flotte verkrüppelten unb Die Nock berühmter ist ein anberes Rätsel, bas man „offene Tür" wieberherstellten Dann nach ber Er- >».!, s.»* |T form schlossen hat. Mandschurei und Äata, der (vergebliche) Anschlag „Flog Vogel federlos, . Shanghai, bas Eingraben in ben neuen Stel- Saß auf Baum blattlos, lungern die Abriegelung Chinas von Rußlanb in Kam Frau fußlos, ber Mongolei unb Oftturkeftan, ber Versuch einer Fing lhn hanblos, japanischen Monroeboktrin für China, 1933. Heute Briet ihn feuerlos, Kündigung ber laftenben Flottenvertrage, ber Fraß ihn munblos. Anspruch auf Parität, b. h. Seeherrschaft im west- Der Schnee, ber von ber Sonne verzehrt wird, ist lichen Pazi ik. hier in eine urtümlich symbolische Stimmung ge- ^ie Geopolitik billigt bei allebem Japan bas hüllt. Einfacher unb lebensnäher finb volkstum- ^^^e Motiv feines mangelnben Lebensraumes, ljche Formen besselben Rätsels, wie etwa die I |ejner Ueberbevölkerung unb Nahrungssorgen zu, mecklenburgische: 6antedafanl,Mpdente und Täubchen federlos Aus der Wett des alten deutschen VottsrätselS. Dinge, bie bem nationalen Programm bie letzte, unwiberstehliche Wucht verleihen müßten. Auf ber anberen Seite: alte unb verbürgte Hanbelsrechte unb -Interessen ber weißen Mächte im Osten, für bie Amerika bie Wortführung übernommen hat, Gefährbung biefer Rechte unb unübersehbarer Möglichkeiten für bie Wirtschaft ber weißen Welt in ber Konsumerregung unb -Versorgung ber vielen Hunbert asiatischer Millionen, eine schicksalhafte Verflechtung mit biefem Zukunftsgebiet, vielleicht eine Lebenfrage über bie Verteilung ber Welt. Alles bas spitzt sich'zu in ber „technischen" Frage ber Flot- tenftärfen, bie barüber entscheiben werben, ob ber Osten seine Seeflanke verschließen, ober gezwungen sein wirb, sie offenzuhalten unb bie freie Konkurrenz ber Weltinbuftrien auf feinem Boben zu- zulassen. Das „Meer ber Entscheibungen" wirb aus einer Weissagung zur Wirklichkeit. Die eigentlich fachtechnischen Beratungen gingen wenig in bie Tiefe. Japan versuchte, „Offensiv"- unb „Defensiv "-Waffen zu charakterisieren unb zu scheiben, es rechnete zu ben ersteren — entsprechen!) seiner Lage — bie Grotz- linienschiffe, bie Flugzeugträger unb schweren Kreuzer, zu ben letzteren alle geringeren Waffen, Darunter bie U-Boote. Amerika bestritt brese Charakterisierung, ber Fachwelt muß jebe Diskussion darüber als müßig erscheinen, da nach einem wahren Wort für die Beurteilung von „Angriffs - und „Verteidigungs"-Waffen alles lediglich dapon abhängt, „ob man davor ober dahinter steht", Aehnliche Versuche wurden seit 1926 m Genf genügend und ohne jedes Ergebnis Diese Verse Goethes umschreiben den Reiz des Rätsels, das nach künstlerischer Form ringt. Über bevor das Rätsel zur heute so beliebten Unter- daltungsspiel und zum Kunstgebilde wurde, war es bereits eine altehrwürdige Betätigung des Menfchen- sseistes, die aus den tiefsten Wurzeln des Glaubens und Forschens hervorwuchs. Mit Recht hat man betont, daß im Rätsel „der uralte Schauder des Mn chen vor jedem Unbekannten nachwirkt. Denn ^as Schaudern ist nach Goethe „des Menschen bester Teil", und wenn die ewigen Fragen nach Den Geheimnissen des Daseins in ein buntes Spiel auf- lelöft werden, gewinnt die Seele jene Heiterkeit, die kn Sinn von aller Erdenschwere befreit. Das Rätfel ist in seinen Anfängen mit dem DraEe verwandt, das dunkle Auskunft über die Zukunft «ab, und es ist zuerst von Priestern und Zauberern gepflegt worden, die ihre Weisheit in fchwerver- -ländliche Formen kleideten. Auch mit der von den Priestern gehüteten und entwickelten Kunst Des Lesens und Schreibens hängt das Rätsel zusammen, knn als bie Bilberschrist zu jenen Zeichen verkürzt würbe, bie bas älteste Alphabet bildeten, da ward die Deutung und Verknüpfung dieser ^Zeichen ein Rätselraten, und deshalb heißt „lest" >m Englischen „read" = raten, während das t >e müssen. Das Kunsträtsel knüpft an volkstümliche Formen an, ist aber viel weniger mythisch und phantastisch, beschränkt sich mehr auf Buchstaben- unb Wortfpielereien. Der klassische beutsche Ratsel- bichter ist Schiller geworben, ber bei seiner Bearbeitung bes Gozzischen Märchenstückes "Turan- bot" auf biese Dichtungsgattung stieß, ber er burch seine bramatische Wortkunst einen ganz neuen Reiz verlieh. Goethe berounberte an ihnen bie „ent= zückenbe Anschauung bes Gegenstandes, worauf man fast eine neue Dichtungsart grunben konnte . Neben Schiller haben besonbers zwei Philosophen, Friebrich Schleiermacher unb Gustav Theodor Fechner, anmutige Rätseldichtungen qefd)affen; aber auch sonst hat sich mancher bedeutende Dichter auf diesem Nebengebiet versucht. Zum Schluß sei eine wenig bekannte Schöpfung M ör i ke s angeführt, ein Rätsel, das eine humorvolle Hmschrei- des Spinnrades bietet: Doggerbank,im?^ie^deutschelr A^Mrunghttei^^^ ^I°ch Ä^st^ Ka^f"btVtz"t snqlischen Geschwader unter Admiral Beatty gegenuberstanden, nach tapferstem Kampf, bis zuletz feuernd, mit wehender Flagge gesunken. Meine Frauen müssen mich schön frisier'n, Erzählen mir Märlein ohne Zahl, Sie lassen kein einzig Haar an mir. Doch siehst du mich nimmer kahl. Spazieren fahr' ich frank und frei, Das geht so rasch, das geht so fein. Nur komm ich nicht vom Platz dabei — Sagt, Leute, was mag das fein?" WiederKokainschmuggler in Darmstadt festgenommen. LPD. Darmstadt. 23.3an. Var acht Tagen erst stand ein Ausländer vor dem Strafrichter, um sich wegen Kokainschmuggels zu verant- warten. Am Montag versuchten wieder zwei m Darmstadt zugereiste Persönlichkeiten sich auf dem gleichen Schleichwege Kokain bei der Firma M e r ck zu verschaffen. Im Gegensatz zu den anderen Schmugglern gingen sie dreist auf ihr Ziel los und verlangten Kokain, das sie sofort bezahlen wollten. Zu diesem Zweck hatten sie sich mit Geldmittel genügend eingedeckt. Die sie die erforderliche Geneh- migunq nicht aufweisen konnten, wurden sie vom Platz weg verhaftet. Nack) Angaben des einen Ausländers ist das Mercksche Kokain auf dem Welt- martt sehr begehrt. Der 75 Geburtstag der „Lindenwirtin" von Godesberg wurde in Anwesenheit des Godesberger Bürger- meiffprq unb von Ädorbnungen ber Bonner Stubentenverbinbungen festlich begangen Auf unferm Bild sieht^nui^bie^Jubilarin"Äennchen Schumacher im Kreise der fröhlichen Jugenb, die zur Gratulation 1 ’ erschienen war. Reben Neckereien sind besonders Sch^Z^ugen beliebt, wie z. B. die niederdeutsche: „Wer hett de sworste Kopparbeit?" Antwort: ,^Der Ochse. Das Rätsel taucht überall in deutscher Volksdichtung und im Volksbrauch auf; es spielt tm Märchen und un Lied eine Nolle; Rätsel werden bei Hochzeiten aus- gegeben, sie sind in der Adoentszett üblich, und bsi» Ser letzte Kamps des Panzerkreuzers „Wer" DWWWWWWA Wirtschaft wird Die Verusserziehung im Ahem-Min-Gebiet Sondermaschinen. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Grenzen. „ ... Am Rentenmarkt zeigte sich kleines Interesse für Altbesitz zu 110,75 (110,65), auch einige Liqmda- tionspfandbrief und Stadtanleihen zogen etwas an. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 100,13 und Zinsoergütungsscheine mit 89,80 unverändert. Von fremden Werten notierten Schweizer Nebenwerte fester, o 3,50 v. H. Gotthard mit 148,50 (147), 3 v. H. Schweiz. Eisenb. Rente v. 1890 mit 130,25 (128), 4 d. $). Bundesbahn v. 1912 blieben mit 164 behauptet. Am Kassamarkt lagen von Bankaktien Adca schwach (69,50 nach 71,25), sonst ergaben sich keine Aenderungen, Bad. Assekuranz Mannheim Aus diesem Grundgedanken ergeben sich Art und Methoden des jetzigen Prüfungsverfahrens. Dem Staat fei viel mehr damit gedient, wenn alle Lehrlinge die unentbehrlichen grundlegenden praktischen und theoretischen Fähigkeiten besitzen, als wenn es nur einzelne wenige mit höchstem individuellem Persönlichkeitswert gäbe. Keine Preisanwarter, keine Auslese wie früher schon im Anfangsstadium, sondern die Feststellung einer Mindestleistung sei die Aufgabe in unserer heutigen Zeit. Das sei Sache der Berufsschule, mit der der Hauptausschuß für Berufserziehung eine Zusammenarbeit anstrebe, und die die elementaren Kenntnisse in Deutsch, Rechtschreibung, guter Briefstiel, Rechnen usw. zu lehren und zu vertiefen habe. Es sollten darum nach dem neuen Verfahren auch alle Fächer vermieden werden, die in der Berufsschule schon Gegenstand der Prüfung waren. Schulzeugnis, Lehrzeugms, Berufsschulzeugnis und die schriftliche und mündliche Prüfung gäben abgerundet erst ein getreues Bild über die wirklichen Leistungen des Lehrlings, wie sich ein Berufsschuldirektor über den Wert des neuen Prüfungsverfahrens äußerte. Schule und Leben, Berufsschule und Praxis zogen auf 46 (45) an. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 110,75, 6 v. H. Stahlverein 95,50, 6 v. H. Mainz v. 1926 93,75, knapp gehalten. Frankfurt a. M., 23. Jan. Bei freundlicher j Grundtendenz setzte die amtliche Börse, den Erwartungen des Dorbörsenverkehrs entsprechend, in sehr stiller Haltung ein. Der Ordereingang aus dem Publikum war wieder nur minimal, so daß die Kulisse eher zu einem weiteren Abbau ihrer Januar- Positionen geneigt war. Auch von der Kundschaft lagen z. T. Verkäufe kleinen Umfanges vor, die aber ziemlich hoch limitiert waren und daher meist nicht zur Ausführung gelangten. Da auch irgendwelche Anregungen von Format aus der Wirtschaft fehlten, nahm das Geschäft auf allen Marktgebieten nur sehr geringen Umfang an. Die ersten Kurse am Aktienmarkt bröckelten zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, wenngleich die Kursentwicklung etwas ungleichmäßig ausfiel, da anderseits einige Spezialwerte mittleren Kurscharakters, insbesondere am Einheitsmarkt, gefragt blieben. IG. Farben eröffnete mit 141 (141,65), Scheideanstalt mit 206,50 (207), dagegen Deutsche Erdöl mit 100,75 (100,50) und Metallgesellschaft auf die günstigen Bilanzziffern mit 90 (89,50). Am Elektromarkt schwächten sich die Kurse zumeist ab, so AEG. und Schuckert um je 0,25 v. H., Lahmeyer um etwa 1 v. H. und Gesfürel um 0,50 v. H., während Thür. Lieferung gesucht blieben und den Parikurs (99,50) erreichten. Montanpapiere setzten etwas ungleichmäßig ein; ausgehend von Stahlvereinswerten ergaben sich nach den ersten Kursen meist leichte Erholungen. Die Veränderungen nach beiden Seiten betrugen jedoch nicht mehr als 0,50 v. H. Don Derkehrswerten verloren AG. für Verkehr 0,65 d. H., Hapag und Nordd. Lloyd lagen unverändert. Relativ schwach waren Bank für Brauindustrie (— 1,50 v. H.) und Südd. Zucker (ca. — 2 v. H.), ferner gingen Reichsbankanteile 0,50 v. H., Daimler 0,40 v. H., Cement Heidelberg 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,25 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H. zurück, gut behauptet lagen Kunstseide AKU. mit 51,13 (51). Schwach blieben Hanfwerke Füssen mit 67 (73), nachdem bereits nach dem gestrigen Mittagskurs die Taxe bei etwa 70 bis 72 v. H. lag; ein Motiv für die Schwäche war nicht zu hören, andererseits auch nicht, warum sie in den letzten Tagen so stark gestiegen waren. Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr still, konnte sich aber etwas besser behaupten. Altbesitz eröffneten mit 110,25 (plus 0,25 v. H ), Stahlverein- Bonds mit 95,75 (unv.), während späte Reichsschuldbuchforderungen auf 100,13 (100,25), Zinsvergü- Vorbild von früher her fehlte. Die eingegangenen Berichte zeigten jedoch, daß man nicht überall die Richtlinien richtig verstanden habe. Die Kaufmannsgehilfenprüfung müsse in größeren Zusammenhängen gesehen werden, sie solle den Anfang zu einer großen Erneuerung der gesamten beruflichen Schulung und Erziehung schlechthin sein, und zwar von unten herauf, um so erst die Möglichkeit zur Auslese und die Voraussetzungen für die spätere Füh- rerschule zu schaffen. (Sine Tagung der x Frankfurt a. M., 22. Januar. (LPD.) Der Hauptausschuß für B e r u f s e r z i e h u n g beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag hatte am Montag die Vorsitzenden der örtlichen Prüfungsausschüsse und die Industrie- und Handelskammern im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet zu einer Sitzung im Plenarsaal der Industrie- und Handelskammer eingeladen, um die Erfahrungen durchzusprechen, die bei der Kaufmannsgehilfenprüfung im vergangenen Jahr auf Grund der neuen Richtlinien gemacht wurden, und um die Zusammenarbeit mit dem Prüfungssenat enger und segensreicher zu gestalten, wie der Leiter der Verhandlungen, Pg. S t a b e l, in seiner Begrüßungsansprache ausführte. Anwesend waren die Leiter des Berufsgruppenamtes, Pg. Stein, Gaujugendwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Sauer, Gauwalter der Berufshauptgruppen der Angestellten, Pg. Bernat, sowie 60 Vorsitzende bzw. Vertreter der Prüfungsausschüsse, Bezirksstellen und Handelskammern aus Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, Ufingen, St. Goarshausen, Limburg, Hanau, Groß-Auheim, Friedberg, Gießen, Fulda, Wetzlar, Bingen, Worms und Alzey. Der Geschäftsführer des Hauptausschusses für Berufserziehung, pg. öeffmer Preußens Erdölgewinnung im Jahre 1934. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im Dezember 1934 nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 31 681 Tonnen, gegen 30 355 Tonnen im Vormonat und 19 391 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1933. Die Zahl der angelegten Arbeiter betrug Ende des Monats 2289 gegen 2269 am Ende des Vormonates. Im ganzen Jahre 1934 stellte sich die Erdölgewinnung Preußens nach den vorläufigen Ergebnissen auf 312 852 Tonnen, gegen 232 689 To. im Jahre 1933. Gute Beschäftigungslose der Maschineninkustne. 5,50 v. H. Franks. Hyp. Liquid. 97,90, 5,50 v. H. Franks. Pfandbriesbank Liquid. 99, Gelsenkirchen 68,75, Mannesmann 77,25, Rheinstahl 91, Stahlverein 45, Betula 137,50, Ehern. Albert 84, Eon i Gummi 145,50, Scheideanstalt 206, Licht & Kraft 116, IG. Farben 141,90, Gesfürel 112,50, Holzmann 80,50, Lahmeyer 117, Rheag 109,75, Siemens 141 50, Westdeutsche Kaufhof 38,50 bis 38,13, Hapag 28,13. . „ Schweinemarkt m Gießen. Der gestrige Schweinemarkt in Gießen war mit 274 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen 15 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen 18 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen 22 bis 26 Mark. Tendenz: mittelmäßig, verbleibt Ueberftanb. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Jan. Im Getreidegroßverkehr hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an. Für Futtermittel aller Art bestand weiterhin starke Nachfrage, doch fehlte es fast an jeglichem Angebot. Selbst im Tausch gegen andere Artikel der Getreidebranche kamen Umsätze kaum zustande. Von Brotgetreide war Weizen stärker angeboten, doch zeigte sich auch für Roggen nur wenig Interesse. Das Mehlgeschäft stockte nahezu vollkommen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W IX 205, W XIII 209, W XVI 213, Roggen R IX 165, R XIII 169, R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 167. G XI 170, G XII 132; Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15 plus 0,50 Frachtausgleich; Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich: Weizennachmehl 16,75, Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10 66, W XVI 10,87, Roggenkleie R XIII 9,90, R XV 10,40, alles Mühlenfestproife ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschast Hefi sen-Nassau fallen. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13 Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 1450 alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90, Heu, südd., 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht oder gebündelt, 5 bis 5,40. Tendenz: ruhig, Futtermittel stark gefragt, aber ohne Angebot. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 24. Januar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 53 Rinder (27 Ochsen, 18 Kühe, 8 Färsen), 954 Kalber, 135 Schafe, 350 Schweine. Es kosteten: Kalber 18 bis 50 Mark, Hümmel 28 bis 36, Schafe 15 bis 30, Schweine 44 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine schleppend. Von der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau u. a. geschrieben: Die Maschinenindustrie hatte auch im Dezember starken Eingang von Anfragen aus dem Inland zu verzeichnen. Im Auftragseingang wurde das Ergebnis der beiden vorhergehenden Monate zum Teil noch überschritten. Erfreulicherweise erfuhren auch im Auslandgeschäft Anfragen und Aufträge eine leichte Zunahme. Der Beschäftigungsgrad der Maschinenindustrie stieg im Dezember auf 65 v. H. der Normalbeschäftigung. Zur Erledigung des hohen Auftragsbestandes und besonders auch durch die kurzen Lieferzeiten wurden von den Betrieben im Dezember wiederum Arbeiter, sowie technische und kaufmännische Angestellte in erheblicher Zahl neu eingestellt. Der Zugang belief sich, unter Berücksichtigung des gleichzeitigen Abganges, auf mehrere 1000 Köpfe und verteilte sich auf fast alle Maschinengruppen. Die Neueinstellungen waren am stärksten in der Werkzeugmaschinenindustrie und im Kran- und Fördermittelbau. Eine Steigerung der Jnlandaufträge ergab sich ferner bei Dieselmotoren, Dampfmaschinen, Lokomotiven, Kältemaschinen, Textilmaschinen, Waagen, Bergwerksmaschinen, Zerkleinerungs- und Aufbereitungsmaschinen und Armaturen. Im Auslandgeschäft wurden, wenn auch meist vereinzelt, Auftragssteigerungen gemeldet in Kraftmaschinen, Lokomotiven, Materialprüfmaschinen, Waagen, Aufbereitungsmaschinen, Landmaschinen und gewissen Jiunbfunfyrogramm Freitag, 25. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen- spruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittags- konzert. 18: Jugendfunk. 18.15: Das Pfälzer Land, Volk bei der Arbeit. Ein Bericht von Gauwirk- schaftsberater Böfing, Neustadt - Haardt. 18.30: Australien — ein kommender Kontinent? Zwiegespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.35: Weltpolitischer Monatsbericht. Don Univ.-Prof. Dr. Karl Haushofer. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Liebesszene aus der Oper „Warpune". Don Hans Bullerian. 21: Kolonial-Deutschland I. Afrikanische Schicksalsfahrt. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: „Wintersportecho aus Garmisch-Partenkirchen". Kurzberichte und Ergebnisse von den deutschen Hochschulmeisterschaften. 22.35: Zeitgenössische Kammermusik. 23: Kapitäne der Landstraße. 23.30: Die dunklen und die heiteren Lose. Bericht aus den Schicksalsstatto- nen einer Großstadt. 24 bis 2: Nachtmusik. praktische Berufsausbildung des LehrNngs In der gründlichsten Weife sicherzustellen. Der Redner nahm dann Stellung zu den zahlreichen Fragen, wie sie sich aus den Berichten der einzelnen Ortsausschüsse ergeben: Die Lehrlingsausbildung dürfe sich nicht nur auf Teilfunktionen erstrecken, auch nicht zuerst der Aneignung von Spezialaufgaben dienen. Der Junge müsse vielmehr zunächst den Betrieb in seiner Gesamtheit und seinen Zusammenhängen grundsätzlich kennenlernen. Es könnten deshalb auch nicht enizelne Kategorien, rote Verkäuferinnen und Kontoristinnen, wie es gewünscht worden sei, eine Klasse für sich bilden, zumal dadurch der Begriff des Kaufmanns verwirrt werde. Keine Lehrlingshaltung über den Bedarf, wie es überhaupt nicht richtig sei, daß in der einen Gruppe zu viel, in anderen Gruppen zu wenig oder gar keine Lehrlinge eingestellt würden. Auch daß Lehrlinge - lediglich als billiger Ersatz für Verkäufer dienen, sei ein Mißstand, der beseitigt werden müsse. Eine verschiedenartige Beurteilung wie in der früheren Zeit, je nach dem Besuch einer höheren, mittleren oder Volksschule dürfe es nicht mehr geben. 3m übrigen könne das Vorbild des Chefs für die Lehrlingsjugend ein größerer Ansporn sein als alle theoretische Behandlung, weshalb die Hauptverantwortung für eine gute Ausbildung in die Hände der erfahrenen Prak- ttker gelegt fei. Ganz allgemein müsse darauf geachtet werden, daß alle Lehrlinge unterschiedslos in die Prüfung em« bezogen werden, auch solche ohne Lehrvertrag. Die Lehrlingshaltuna in den Warenhäusern werde einer strengen Kontrolle unterliegen. Die Tätigkeit der Prüfungsausschüsse müsse in erster Lime von der Ehrlichkeit und dem Mut zur Wahrheit getragen fein. Die richtigen Methoden zur Durtz fübrung der neuen Prüfungsordnung werden sich dann von selbst aus der Praxis entwickeln. Die Prüfung der Lehrlinge solle am besten in Laden oder Betrieben zu zwei oder drei vor sich gehen. Auch solle dem Prüfling Veranlassung gegeben werden, sich vor dem Ausschuß über etwaige Be- russsorgen frei äußern zu können. Line Benotung, wie es einzelne Ausschüsse wünschten, wird grundsätzlich abgelehnt, der Prüfungsentscheid lautet künftig nur auf „Bestanden" oder „Vicht bestanden". lieber die Weiterbeschäftigung des Lehrlings als Gehilfen werde in diesem Jahre eine strenge Kontrolle durchgeführt. Als Termin der diesjährigen Prüfung wurde der Monat Marz be« timmt, mit alleiniger Ausnahme des 18., an dem im ganzen Reich die Jugend-Berufswettkampfe stattfinden. Zum Schluß betonte der Redner, daß es sich um eine Pflichtprüfung handele, der sich sämtliche männlichen und weiblichen Lehrlinge in kaufmännischen Betrieben zu unterziehen haben. Um alle restlos zu erfassen, wird das Prufungs- amt durch die Deutsche Arbeitsfront, die Berufs» Hauptgruppe der Kaufmannsgehilfen, die Diplom- Handelslehrer und die Berufsschulen eine Liste aller abgehenden Schüler erhalten. Im weiteren Verlaufe sprach dann noch Ge- i schäftssührer Dettmer über die einzelnen Maß- : nahmen zur Durchführung des großen Erneuerungswerkes, wie den neuen Lehrvertrag, Die Lehr- lingsüberwachung, die Lehrlingsrollen, den Einsatz der Lehrlingswarte, und was durch ihre Mitarbeit im Interesse eines geeigneten Nachwuchses noch gestaltet und geschaffen werden soll. tungsscheine auf 89,80 (89,90) und Kommunal-Um- schuldung um 0,13 v. H. nachgaben. In der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatztatig- keit im allgemeinen gering und die Kurse lagen im Vergleich zum Anfang nur wenig verändert, meist aber gut behauptet. Befestigt waren jedoch einige Montanaktien, wie Phönix bis 54,50 (53,90), Stahlverein bis 45,25 (44,75), Buderus bis 90 (89,50) und Mannesmann bis 77,25 (77). Fester lager außerdem AG. für Verkehrswesen bis 81,50 (80,40), Hapag bis 28,25 (28) und Nordd. Lloyd bis 30,75 (30), ferner Zellstoff Waldhof mit 51,13 bis 52,25 (51) und AKU. 50,90 bis 51. Am Kaffamarkt kamen Seil Wolff mit 56 (54,50) zur Notiz, Verein. Faß Kassel lagen bei ca. 6,50 bis 7 (5,50). Auch am Rentenmarkt ergaben sich leichte Erholungen, für Altbesitz auf 110,65 (110,25) und Kom- munal-Umschuldung um 0,10 v. H., sonst bltefym die ersten Kurse behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag still und meist gut behauptet. Stadtanleihen tendierten unregelmäßig bei Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Staatstitel lagen ruhig, ebenso fremde Werte. Schweiz. Bundesbahnen lagen bis 3 v. H. fester. Tagesgeld weiter leicht und unverändert 3 v. H. Abendbörje luftlos. Mutmaßungen in der Presse, daß wichtige wirtschaftliche und politische Entscheidungen bevorstun- den, haben die an sich schon weitgehende Zurückhaltung an der Abendbörse noch verstärkt, zumal die Kundschaft wieder völlig fehlte. Trotzdem hielt die freundliche und auch zuversichtliche Tendenz an. Die Kurse lagen auf dem etwas erholten Niveau des Mittagsschlußverkehrs behauptet. Hanfwerke Füssen konnten sich weiter, und zwar um 0,50 v. H. auf 68,50 (67 bis 68) erholen, während Westdeutsche Kaufhof nach behauptetem Beginn später 0,40 v. H. verloren (38,50 bis 38,13). Sonst hielten sich die Abweichungen nach beiden Seiten in engsten hielt zunächst einen Vortrag über „Die Neugestaltung und Einheitlichkeit der beruflichen Erziehung im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet". In wenigen Wochen habe man über ein großes Wirtschaftsgebiet ein vollkommen neuartiges, praktisches Prüfungsverfahren geschaffen, das eine beachtliche organisatorische Leistung aller örtlichen Prüfungsaus- W ff."XKÄ i SR ssssssrar^ Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Berlin Sranffurt a. M. $ranffurt a-2)L Berlin Schluß!. börse bSrse 22.b 22-1 | 23.1 23.1. 23.1. üatum 22.1- | 23-1 91.13 91 98-9 98.8 98.75 100.25 100-25 100.25 110.65 110-75 110.13 110-13 28-25 28.13 28 99-5 99-5 99-5 99.5 150 96-75 96-75 96.5 96.75 142 142 96.75 96-75 78 111.75 111-5 111.75 111-75 112 112 81.25 81-5 97 97-25 97 97 A.E.G. 97-5 Bekula Banknoten. 97-65 97-9 51-25 'Bries Berlin, rZ.Januar (Selb 98-5 98.5 98.75 98.75 98-25 98-25 104.5 28.25 o 147 145-5 10.5 sei 1611 29.75 29.5 164.5 en Dividende an. Die hinter den Papieren 98.25 104-5 785 79-5 156.5 98.25 104-5 98.25 104-5 28-25 1.35 8-35 0 0 30 81 90 101 68.75 100-25 52.25 71.25 80-5 110 125 92 97-5 89-75 91 97.5 90-25 101-5 51.75 b 6 7 10 0 0 o € 6 0 0 119.5 80.65 77-65 79 80-5 157 30.75 81.5 106 77 79.5 80-5 156.25 78-5 79-5 156-5 9 0 0 0 :l 81.25 110 124 37.4 194 38.13 199 101 51.13 115-25 50-75 70.5 126.9 50-5 65 91 37.4 194-5 158 147 Schluß» kurS 30.5 81-25 106 77 Schluß« fürs 90 100-5 68 100 29-9 138.75 104-5 115.25 82.5 112.9 110 98 141-5 118-25 30 80-25 106 78 51 115 51 70-75 90-65 99 53-9 215-75 90-9 45.25 12-25 106-5 109 Schluß!. Mittag« börse 90.65 99.13 54.25 215 91 45-4 12 107 108.25 150.5 120-9 81 77-25 141-9 206 91 97-25 90 50.25 65 28.25 23 90 101.5 68-65 100 82-9 89-5 101.25 68-9 100-5 83 53-9 215 91 45 12-25 106-75 109 141-65 207 91-65 97.25 89.5 30 138 104-75 115 5 83 112,75 110-5 98 141 118 29-75 137-5 103-25 116 825 112-5 109-75 98 141-5 117 Rheinische Elektrizität Schuckert & Co...... Sie mens L Halske... Lahmeyer &do..... 29-75 137-5 103.13 115-75 83 112-75 110 98 141-25 117-4 52.13 71 125-75 50 64.75 90.75 38-5 199 157 145-9 8.5 8-35 8.35 10.75 54.4 214.5 91 45 12.13 107-25 50.4 65 Elektr. LieferungSgekellschaft... 6 Licht und Kraft ............ 6 Fellen & Guilleaume 0 Geselljch.f.EIektr. Unternehmung. ö 29.13 88-5 162 120 80.65 77.5 121 81 77-4 28.25 1.2 8.25 8.13 8.25 10-25 I. ®. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 1.35 8.4 8-5 8.45 10-5 *% Oetterretchische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 iVi% beSfll. oon 1913 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleibe Serie I Schlußk. Mittag« börle Pbillpp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2N. Mansselder Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth schätz- W, Datum .......ö 0 .......0 10 0 0 .......0 5 .......5 .....?y2 Grttzner 01 Matnkrastwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ..... 8| Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschisf..........0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Discouto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank . .... . .. 0 Reichsbank ....... 12 Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deuftch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten ............... Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Estoff Waldhof 0 stoff Aschaffenburg 0 lauer Gas .......... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum ......0 Orenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................1° Attumulatoren-Fabrtk ....... 0 ...............0 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 L% ehe m.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü Auslos.-Rechten Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaai 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 614% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Lioui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ......... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mitAuslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar vis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6*/2% ehem. 4/2% Franks. Hyp ■ Bank-Liqu.-Pfandbriefe 6Yi% ehem. 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Lanbespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse ..... Klöcknerwerke...... Mannesmcmn-Röhreu 22-1- 98.9 angeführten Ziffern geoei 1 oie ä)vye oe Frankfurt a. M. r guLKyi ue|u.jiu Berlin Schluß« kurS Schlugt. Abend- börsc Schluß» turs Schluß!. Mittag- börse Votum 22 1- 23-1 22.1 23-1 4% oesgl. Sene 11 ............ 8 8 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4-9 4-8 4-7 4*85 414%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7-3 7.25 7-2 6-95 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4-4 44 4-4 4-4 2 V*% Anatolier ............... 34 34 34-13 34-25 22-Januar 23-Januar Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brief Geld Brief Buenos Atre. e 0-628 0-632 0-628 0-632 Brüssel..... 58-17 58-29 58-17 58.29 Rio de Jan. 0-194 0-196 0-194 0-196 Sofia...... 3-047 3-053 3-047 3-053 Kopenhagen. 54-42 54-52 54-46 54-56 Danzig..... 81-26 81-42 81.26 81-42 London ..... 12-185 15-215 12-195 12-225 HelsingforS.. Paris ...... 5-38 5-39 5.38 5,39 16-42 16.46 16.42 16-46 Holland .... 168-19 168-53 168-19 168.53 Italien..... 21-30 21-34 21.30 21-34 Japan ...... 0.709 0-711 0-710 0-712 Jugoslawien 5-649 5-661 5.649 5-661 Oslo.....: 61-23 61-35 61-27 61-39 Wien....... 48-95 49-05 48-95 49-05 Lissabon.... 11-06 11-08 11.07 11-09 Stockholm... 62-84 62-96 62-88 63,00 Schweiz .... 80-72 80-88 80.72 80-88 Spanien.... 34-02 34-08 34.04 34-10 Prag....... 10-40 10.42 10-40 1042 Budapest ... — — —— Reuyork... 2-498 2-502 2-498 2-502 2-45 2.47 57-96 58-20 54-25 54.47 12-16 12-20 16-38 16-44 167-77 168-45 21-11 21-19 61-11 61-35 — •— — —- 62.66 62.92 80.44 80-76 33-80 33.94