185. Jahrgang Gießener Anzeiger S' I m t 4 ■ SCHLÜTE^ im im rERSWEGt i hen iGesdxenY itx^'otV.an 4ank Selterswet* Wl Allerdings ist im ganzen Volke auch n o ch v i e l Not und Sorge übrig geblieben. Wir, die wir die Ehre haben, dem Führer bei der Gestaltung unseres deutschen Schicksals in seiner nächsten Nähe helfen und dienen zu dürfen, wissen das sehr wohl und vergessen es in keiner Stunde des ganzen Jahres. All unsere Mühe und Arbeit zielt ja darauf hin, Not und Elend, soweit das überhaupt in Menschenkraft gelegen ist, zu lindern und nach und nach ganz zu überwinden. Bis dahin aber müssen wir alle bestrebt sein, das Unglück, das noch so viele unserer deutschen Volksgenossen quält und bedrückt, gemeinsam zu tragen und es damit auch leichter zu machen. In dieser Gesinnung haben wir die vielen Millionen deutscher Kinder am heutigen Abend zusammengerufen. Sie sollen nicht beim Weihnachtsfest, wo alle anderen sich freuen, einsam sein und dabei vielleicht das bittere Gefühl haben, daß sie innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft zwar teilnehmen dürfen an der gemeinsamen Sorge und Entbehrung, daß sie aber alleine stehen, wenn die anderen ihre Feste feiern. Weihnachten 1933 haben wir a u f den Straßen der deutschen A r b e i t e r v i e r t e l Gabentische aufgebaut: wir haben alle armen Kinder beschert ohne Rücksicht auf ehemalige Parteizugehörigkeit und politische Ueberzeugung ihrer Eltern. Zu diesen eindrucksvollen und hocherfreulichen Ereignissen traten freilich auch Ereignisse, die den Lebensweg deutschen Volkstums jenseits der Grenzen schwer überschatten. Wir wollen so wenig klagen und jammern, wie es die verbannten und in Gefängnissen sitzenden auslandsdeutschen Volksgenossen tun. Mit dem gleichen Stolz, mit dem unsere Volksgenossen im Ausland die Festigung des Reiches und seinen volkstumsgebundenen Aufbau miterleben, haben wir im Innern des Reiches auf die Deutschen im Auslande, ihre Kämpfe und ihre Siege zu erblicken. Alle ihre Taten, ihre Opfer und ihre Bewährung sind Zeugnisse unseres gesamtdeutschen Willens zur völkischen Gemeinschaft der Deutschen. Wenn wir auf der Brücke zwischen dem Kernstaat und dem deutschen Außenvolkstum einer Gesinnung dienen, wie sie uns der Führer in Wort und Wirken darstellt, so tun wir es in der höchsten Verantwortung für unsere Art, unsere Ehre und unsere Kulturgüter. Wir sind uns bewußt, daß wir in dieser Liebe zu unserem Volke und in der Achtung auch vor fremdem Volkstum im höchsten Sinne einer friedlichen Neuordnung der Döl» k e r den Weg bereiten. Es ist einer der ergreifendsten Augenblicke meines Lebens gewesen, als damals in Berlin- Moabit eben durch die Weihnachtsamnestie aus den Konzentrationslagern entlassene Kommuni st en zu mir kamen und mit Tränen in den Augen ihre innere Einkehr zur nationalsozialistischen Volksgemeinschaft vollzogen. Zehntausende von Menschen, die uns damals vielleicht noch ablehnend oder mit innerem Vorbehalt gegenüberstanden, haben in dieser Stunde gelernt, wie wunderbar es ist, sich aus vollstem Herzen und tiefster Seele einem Volke und feinem Schicksal im Guten und im Bösen zu verpflichten, wieviele Wunden sind seitdem vernarbt! Aus einem schon in seine Bestandteile aufgelösten Volkskörper ist seitdem eine wirkliche Schicksalsgemeinschaft, eine Kation im besten Sinne des Wortes geworden. Wir haben es alle gewollt, und darum wurde es Wirklichkeit: Der Frieden unseres Landes, der auf der Einigkeit des ganzen Volkes beruht, kann seht durch «niemanden und nichts mehr gestört werden. nisch-Ostafrika ausgeführten Petroleums ist von 120 000 Dollar im November 1934 auf 451000 Dollar im November 1935 gestiegen. Bei Kraftwagen ist der Ausfuhrwert von 7000 Dollar im November 1934 auf 71 000 im November 1935 gestiegen. Demgegenüber sticht der Gesamtwert der Novemberausfuhr nach Abessinien außerordent- Abessinien meldet die Wiedererobemng von Makalle. lich ab. Der Bericht weist gegenüber 670 Dollar November 1934 die Summe von 1000 Dollar Mchsmimster Goebbels führte in seiner Ansprache u. a. folgendes aus: Meine lieben deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Wir haben am heutigen Abend in ganz Deutschland 5200000 Kinder mit ihren Eltern zu 30 000 Weihnachtsfeiern zusammenberufen, um ihnen eine Festesfreude zum Heiligenabend zu bereiten. Alle diese Feiern sind in diesem Augenblick durch die Aetherwellen miteinander verbunden, und ich habe jetzt das glückliche Gefühl, zu einer ungezählten Millionenschar von deutschen Kindern zu sprechen. Diese Feier, ihr deutschen Jungen und Mädel, will euch d a s d e u t sch e W i n t e r h i l f s- w e r k bereiten. Die Nationalsozialistische Frauen- chaft, der Bund Deutscher Mädel und die Hitler- Jugend haben sich im Verein mit den Helfern der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt seit Wochen mit innerster Anteilnahme an den Vorbereitungen zu dieser festlichen Stunde beteiligt, mit einem Wort: Das ganze deutsche Volk hat euch zu Gast geladen. Für uns seid ihr, meine deutschen Kinder, und eure Eltern die Menschen, die uns mn nächsten stehen und denen zu helfen und die zu betreuen uns nicht nur ein Gebot des Herzens, sondern auch eine liebe und freudig erfüllte Pflicht des Gewissens ist. Es ist nicht an dem, wie unsere übelwollenden Gegner außerhalb unserer Grenzen das gerne wahr haben möchten, daß um diese Stunde die Barbaren des Nordens ihre Urwälder verlassen, um sich um den heidnischen Weihnachtsbaum zu versammeln. Gewiß, wir feiern ein deutsches Fest mit der ganzen Innerlichkeit, deren unsere große Volksseele fähig ist. Wir bescheiden uns nicht mit billigen Redensarten und sentimentalen Gefühlsanwandlungen. Wir legen Hand an, lindern Kof und helfen Sorgen überwinden im Sinne eines praktischen Christentums, das mit dem von uns geprägten Begriff eines Sozialismus der Tal vollkommen übereinsiimmt. Das könnt auch ihr Kinder in euren jungen und kleinen Herzen schon empfinden und fühlen: denn was in diese jungen und kleinen herzen heute hineingelegt wird, das soll ja, wenn ihr einmal erwachsene deutsche Männer und Frauen seid, für unser ganzes Volk wunderbarste Wirklichkeit werden. Von tiefem Dank sind wir alle in dieser Stunde an das Schicksal erfüllt. Es hat uns mit Glück und Erfolgen im vergangenen Jahr reich bedacht. Wir wollen uns Glück und Erfolge nicht selbst vergrämen und verbittern, sondern uns ihrer ehrlich und aus vollstem herzen freuen. November 1935 aus. Die Unterstützung der Mittelmeer-Mächte. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Am Goldenen Sonntag konnten in den in Stadt und Land von der Bewegung veranstalteten 30 0 0 0 Weihnachtseiern annähernd zehn Millionen Volksgenossen als Zeichen sürsorgenden Gedenkens große oder kleine Päckchen in Empfang nehmen. Weihnachtsfroher Glanz ist in die Augen von Kindern gekommen, die sonst nicht viel Freude in ihrem ungen Leben haben. Noch einmal stellte sich am Schlüsse ihrer mehrtägigen Sammelaktion die gesamte Hitlerjugend im Reich in den Dienst des Winterhilfswerks. In Berlin brachte der E i n s a tz von 25 000 Jungvolkpimpfen und hitler- jung e n und von 18 0 0 0 Angehörigen der Jungmädelschaft und des BDM. den Höhepunkt der Sammeltätigkeit. Ein Massenkonzert von 300 HJ.-Musikern vor dem Zeughaus bildete den Abschluß dieses letzten großen Sammeltages. Damit aber hatte die Berliner HI. noch längst nicht alles getan, was sie sich vorgenommen hatte. Jetzt kam noch die Hauptsache: Die Ausgestaltung der 3300 gemeinschaftlichen Weihnachtsfeiern der Kreispropagandaleitung der NSDAP. Es waren nicht weniger als 760 000 Pakete allein in Berlin fertigzumachen, darunter 160 000 für Kinder. Ehe aber die Feiern begannen, ertönten auf 180 Plätzen Berlins die alten lieben Weihnachtslieder, gespielt von den Musikkapellen, die die sämtlichen Gliederungen der Partei gestellt hatten. Im Mittelpunkt der vielen Feiern stand eine vom Gaupropagandaamt veranstaltete Feier im Saal- bau Friedrichshain. Ihr besonderes Gepräge erhielt sie durch die Anwesenheit des Gauleiters Reichsministers Dr. G o e b b e l s , dessen Weihnachtsansprache an die deutschen Kinder und ihre Eltern von hier aus über alle Sender ins Land hinausgetragen wurde. Prächtige Ausschmük- kung hatte der Saal erhalten. Große Scheinwerfer strahlten von der Galerie aus die Christbäume an, die auf der Bühne eine wirkungsvolle Umrahmung der Hakenkreuzfahne boten. In der vorderen Hälfte des breiten Raumes hatten an langen Tischen mehr als 1200 Volksgenossen Platz genommen, und mit erwartungsfrohen Augen harrten besonders die Kinder des Beginns der Bescherung. Nachdem ein Weihnachtskonzert die Stunde vor der Feier ausgefüllt hatte, betrat der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels, mit herzlichen Heil!-Rufen empfangen, die Stätte der Feier. Ein Fanfarenmarsch leitete die Feierstunde ein. Nachdem dann Orchester und Chor gemeinsam das Lied vom Tannenbaum zum Vortrag gebracht hatten, nahm Dr. Goebbels das Wort zu feiner Ansprache, die selbst von den Kindern in lautloser Stille angehört wurde. terung durch Einigung unter Konrad hen- lein. Zu Beginn des herbstes verzeichnen wir den glänzenden Erfolg deutscher Selb st b e - hauptung im Memelgebiet, der vor allem deswegen so gewichtig ist, weil die Volksabstimmung unter den allerhärtesten Umständen stattfand. Und aus den letzten Wochen haben wir die tapfere Abstimmung über den deutschen Sprachunterricht in Südtirol zu verzeichnen: für 88 o. h. der Schulkinder in Südtirol forderten die Eltern deutschen Sprachunterricht und gaben damit nach 15jährigem Ringen ein Zeugnis unauslöschlichen deutschen Volkstums ab. Das Volksiumsjahr 1935. Vorwärts auf dem Wege einer friedlichen Neuordnung der Völker. Von Or. Hans Steinacher, Äundesleiter des VOA. ™ breit, in 0. 2.95, 2.76 eueste Ge- 0.6.50,4,61 ;a- 130 cm oU-Cloquti, «. 5.80,6.61 odeeewebe «. 3.60,2.96 it. neueste Lessins sow, M, 3.90,2.96 ... jene, die von dir gegangen sind, draußen liegen in Regen und Wind,^ doch brennt die Tanne im Kerzenschein, dann treten sie alle leise herein und reden zu dir mildfröhlichen Blicks mit Stimmen der Jugend, mit Stimmen des Glucks und leben die heilige Stunde lang im Schimmer der Kerzen, im Glockenklang ... So holt Weihnacht sie schließlich doch ein, auch S»ie, die ihr entfliehen zu müssen glauben. Und auch mancher andere, der die „Sentimentali- ttät" nicht liebt und auch zur Weihnacht um keinen -Preis „weich" erscheinen will, muß es erleben, daß «es anders kommt, als er denkt. Wir haben einen gekannt, der sonst im Leben innb Verkehr mit seinen Mitmenschen als hartherzig lunb geizig galt und sich diesen Vorwurf fast zur «Ehre anrechnete. Aber zur Weihnachtszeit ging eine !Wandlung mit ihm vor. Da ging er heimlich und imöglichst unerkannt zu den Aermsten der Armen tunb legte ihnen mit kurzen, unbeholfenen Worten «eine reichliche Gabe auf den leeren Tisch und ver- sschwand wieder, ehe sie noch ein Wort des Dankes ssagen konnten. Den hatte Weihnacht mit seiner !Liebe doch eingeholt, wenn er es auch nicht wollte. Es ist eine seltsame Sache um Weihnachten. Der !Dichter hat recht, wenn er sagt: ... Menschenfeele, nimm dich in acht, es kommen seltsame Tage! heut' naht sich ein Abend, da bricht es heraus, da kannst du nicht mehr entrinnen. Da ist ein Jauchzen von Haus zu Haus, ein Leuchten draußen und drinnen Und der Schrei der schluchzenden Sehnsucht bricht dir heiß von zuckender Lippe: Zünde auch mir dein himmelslicht, heiliges Kind in der Krippe! So wollen auch mir uns einholen lassen von 'Weihnacht und der Liebe, von der dieses Fest redet. :Denn mir können ihr doch nicht entfliehen. Auch «nicht, wenn wir es möchten. So wollen wir es erst war nicht versuchen, sondern uns mit ganzer Seele «und mit ganzer Liebe hingeben an die große Goties- Iliebe, die uns alle umfängt und trägt. Dann wird .es Weihnacht auch in unserer Seele. Fröhliche, I selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Dann hat «uns Weihnacht eingeholt! Vielleicht noch in dieser -Stunde! Addis Abeba, 21. Dez. (DNB.) Nach abessinischen Meldungen von der Nordfront sollen Teile der Heeresgruppe Ras Seyoums mit größeren Truppenabteilungen d i e Stadt Makalle und die umliegenden Gebiete zurückerobert haben. Die Abessinier berichten, daß es ihnen gelungen fei, die italienischen Stellungen bei Degaschah zu nehmen. Sodann hätten sie zu einen zweiten Angriff gegen die stark befestigten und von den Italienern erbittert verteidigten Stellungen b e i Endasilasi (50 Kilometer westlich von Aksum) angesetzt. Auf italienischer Seite sollen ungefähr 150 Mann und einige zwanzig Offiziere von den weißen Truppen und über 200 eingeborene Askans gefallen fein. Die Abessinier behaupten, 27 Tanks und 78 Maschinengewehre sowie eine große Anzahl von Gewehren und einige tausend Schuß Munition erbeutet zu haben. Die Verlustziffer der abessinischen Truppen soll erheblich unter der Zahl der auf italienischer Seite Gefallenen liegen. Dies sei darauf zurückzuführen., daß die Abessinier ihre Kamvftätigkeit meistens im Nachtangriff entwickeln. Starke Delebung des amerikanischen Handels mit Italien. Washington, 21. Dez. (DNB.) Der neueste Bericht des Handelsamtes über die Ausfuhr im November weist eine erhebliche Zunahme des amerikanischen Handels mit Italien und Jtalienisch-Ostafrika auf. Der Gesamtwert der November-Ausfuhr nach Italien selbst ist mit 9 055 000 Dollar gegenüber 8 519 000 Dollar im November des Vorjahres ausgewiesen. Don einzelnen Posten sind besonders interessant: Petroleum 1 252 000 Dollar gegenüber 447 000 Dollar im November 1934; Kupfer 1 054 000 gegenüber 457 000; Eisenstahlschrott 323 000 gegenüber 250 000; Traktoren 192000 gegenüber 79000 Dollar Ihn November 1934. Die Ausfuhr des nach Jtalie- London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily herald" will wissen, daß die in Frage kommenden Völkerbundsstaaten befriedigende Erklärungen hinsichtlich eines etwa erforderlichen Beistandes zu Wasser und zu Lande im Mittel« m e e r abgegeben hätten. Griechenland sei er« Ucht worden, im Notfälle nicht nur Kriegsschiffe zu lenden, sondern auch der britischen Flotte die Benutzung des Hafens Navarino und des Hafens von Kreta zu ermöglichen. Der grie» chische Ministerpräsident habe erklärt, er fei entschlossen, sich genau an die Völkerbundsverpflichtungen zu halten. Die Türkei und Jugoslawien seien bereit, ihre Versprechungen durch Entsendung von Kriegsschiffen und Soldaten zu erfüllen. Die Tschechoslowa- k e i habe zugesagt, sich bereit zu halten, ebenso R u- mänien. Die Türkei habe die Frage der entmilitarisierten Zone an den Dardanellen aufgeworfen, aber keine Vorbehalte hinsichtlich ihrer Hilfeleistung gemacht. Zwischen dem britischen und dem französischen Admiralstab seien bereits Besprechungen über französische Hilfe im Mittelmeer und Benutzung französischer Flottenstützpunkte durch britische Kriegsschiffe geführt worden. .man*«",! rnitn ® • t rm«"wl „i j QaldßW irken «• bK 5cha|8j5gnd*”!i *i***x*kO^ Ä „Weihnachten holt dich ein!" Von B. Marquardt. „Ostern ist traurig, wenn du dich ihm versagst, Pfingsten wundert sich, wenn es dich nicht zu Ge- 1 sicht bekommt. Aber Weihnachten sieht nicht so ge- laffen zu, es eilt dir nach, es holt dich ein!" So ssagt Hermann Oeser, der Dichter. Und bann srzählt er, wie einmal Weihnacht einen eingeholt i hat, der ihm entfliehen wollte. Da war einer, der die „Sentimentalität" nicht liebte. Er fuhr deshalb am Heiligabend noch von ■ jhaufe, wo eine liebe Schwester manche kleine J Areude für ihn vorbereitet hatte, mit dem ersten , Ebeften Zuge fort, um „dem allen aus dem Wege ! gu gehend Aber der Heiligabend hatte Schnee gebracht, und so kam es, daß der Zug in einer Schienenkurve in einer starken Schneeverwehung hoffnungslos stecken blieb. Der Schnee fiel immer Lichter und deckte den Zug wie ein Kinderfpielzeug «mit weicher Watte immer mehr zu, und die Hoffnung auf ein Weiterkommen oder gar Zurzeit- lommen wurde unter den Passagieren immer geringer. Unserem „Flüchtling" vor Weihnachten konnte es so gerade recht sein, er hatte ja nichts zu versäumen. Aber er hatte nicht mit Weihnacht gerechnet. Unter den Eingeschneiten war auch ein junges Ehepaar mit einem kleinen, etwa sechsjährigen Töchterchen. Dies nahm das kleine Unglück unendlich schwer. Und mie es so geht, allmählich wurde das Herzeleid Eber Kleinen zu einer allgemeinen Trauer. Alle fühlten mit einem Male mit dem Kind so lebhaft mit, als wäre es ihr eigener Schmerz um eine verlorene Weihnacht. Und merkwürdig, unseren „Flüchtling" ergriff es gerade am stärksten. Und plötzlich öffnete er die Wagentür, stürzte aus dem Zuge, seilte die Böschung hinab und wieder hinauf in den fftillen, tiefverschneiten Wald. Und während sich die aanberen noch bie Köpfe zerbrachen, was bies wohl Ibebeuten sollte, kam er wieber aus bem Walde Iheraus, schwang schon von weitem triumphierend «inen kleinen, wohlgewachsenen Tannenbaum, das schönste Weihnachtsbäumchen, das man je gesehen Ihatte. Er trug es den ganzen Zug entlang und gab «es schließlich der Kleinen, die leuchtenden Auges Shre Aermchen danach ausstreckte. So hatte Weihmacht sie doch alle eingeholt trotz der Schneever- mehungen. Und auch den Mann, der die Sentimentalität nicht liebte und der Weihnacht hatte entfliehen wollen. Und hermenn Oeser fügt dieser Erzählung noch die Worte hinzu: „Das Feinste daran öst, daß das Christkind den Menschen Stunde gibt hn bem, was sie am schwersten lernen, in b e r Lieb e." Ob biefe kleine Geschichte, wenn auch In anberer Weise, nicht jebe Weihnacht — auch biesmal — müeber passiert? Ob es nicht auch biesmal solche Menschen gibt, bie vor Weihnachten flüchten möch- tten, aus irgendeinem Grunde? Sie fürchten sich roor dem Fest, auf das sich alle anderen freuen, weil |fie wissen, daß ihnen diesmal die Freude schwer «oder gar unmöglich wird. Vielleicht, weil ihnen das Liebste fehlt, weil das frohe Kinderlachen ver- fftummt ist und ihre Gedanken zur Weihnacht nach seinem kleinen, verschneiten Grab da draußen hinsaus wandern... Aber Weihnacht nimmt sie linde iund liebevoll an die Hand, gibt ihnen auch die Toten im Weihnachtsglanz wieder. Holt sie herein ... St ien KL 8 7 Deutsche Volksweihnacht im ganzen Reich. Ein festes Band der Liebe schlingt sich um alle Kinder des nationalsozialistischen Deutschland Das Jahr großer Entscheidungen und gewichtiger Aufstiegserfolge im Reich, das scheidende Jahr, das vor allem im Zeichen der Wiedergewinnung deutscher Wehrfreiheit stand, ist auch für unsere deutschen Volksgenossen jenseits der Reichsgrenzen voll schwerer Kämpfe und standhafter Behauptung gewesen. Am Eingang des Jahres steht der ewig denkwürdige deutsche Sieg an der Saar, der alles deutsche Volkstum der Welt sieghaft überstrahlt hat. Im Frühjahr erfolgte in der größten deutschen Außenvolksgruppe, in Sudetendeutfchla n d, die Ueberroinbung ber Generationen alten Zerfplit- :ch Einigung unter Äonrab H e n- Beginn bes Herbstes verzeichnen wir ben Nr. 299 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 25. Dezember 1935 _ A Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer • W für bie Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▼ - . . ▲ ▲ ▲ ▲ ▲ A A bis 8'/,Uhr bes Vormittags ZW- QnCnCnCi 4WlflCi Zm von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- ZGZA General-Anzeiger für Oberhesfen richten: Anzeiger Gießen V behördliche Anzeigen 6Rpf. 8ranW?Sinii686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-nabschlüff- Staffel b 'N« Oer „Soldatenbund" -es neuen Heeres. Kameradschaftliche Vereinigung aller seit 1921 ausgeschiedenen und künftig ausfcheidenden Soldaten. - Oer Reichstreubund im neuen Soldatenbund aufgegangen. ftorrrm frrt Ott Stvnve. Me tah fetzt festlich begehen, gar nichts mehr mit Almosengesinnung und Wohltätigkeit zu tun. Sie ist für die Regierung und die Partei, die das Volk führt, nur die Abstattung einer selbstverständlichen Dankespflicht. Die Kinder all der vielen Millionen Eltern, denen es die Gunst des Schicksals gestattet, ihnen ein persönliches und manchmal auch reiches Weihnachtsfest im Kreise einer glücklichen Familie zu bescheren, mögen niemals vergessen, daß es in Deutschland fast ebenso viele Millionen Kinder gibt, für die diese Weihnachtsstunde hier die einzige Festesfreude ist, daß diese Kinder darum nicht weniger wert sind, sondern daß sie wie wir alle unserem deutschen Volke a n gehör e n und wir sie deshalb mit um so größerer Liebe und Fürsorge umgeben müssen, weil das Schicksal es nicht übermäßig gut mit ihnen gemeint hat. Denn auch diese Kinder werden einmal er» wachsen sein und an den schweren und verantwortungsvollen Pflichten der Nation teilnehmen müssen, und sie werden das um so williger und freudiger tun, je mehr sie das Gefühl haben dürfen, daß sie auch bei den Festen des Volkes nicht unbedacht bleiben, sondern wie wir alle gastlich daran teilnehmen können. Dann wird sich schon in jungen Jahren um alle deutschen Kinder, ob reich oder arm, ob hoch oder niedrig, ein festes Band der Liebe und Zusammengehörigkeit schlingen. Sie werden schon in frühester Jugend lernen, daß es im Leben niemals darauf ankommt, was einer besitzt, sondern darauf, was einer leistet und bedeutet. Dann wird auch einmal in nicht allzu ferner Zukunft für immer, wie um diese Stunde, in ganz Deutschland der innere Streit haß, Neid und Mißgunst des einen gegen den anderen verstummen und alle sich zu edlem Wettstreit im Dienste an unserem ganzen Volke vereinigen. Das soll der tiefste Sinn und die innerste Aufforderung dieser schönen und festlichen Stunde sein. In dem Dankgefühl, das uns alle erfüllt, schwingt mit unsere inniAte Bitte an das Schicksal, daß es Führer, Volk und Reich weiterhin in seine gnädige Obhut nehme; daß es dem deutschen Volke aber vor allem das köstlichste Gut bewahren möge, das den Menschen schon in der Weihnachtsbotschaft verkündet wurde: den Frieden auf Erden! Das Siegheil auf den Führer, vom stellvertretenden Gauleiter Görlitzer ausgebracht, und die Nationalhymne schlossen den ersten Teil der Feier ab. Die Veranstaltung, zu der auch die Gattin des Ministers mit der kleinen Helga erschienen war, brachte im weiteren Verlauf ein lustiges Weihnachtsspiel. Anschließend erfolgte die Bescherung, die der Minister, unterstützt von seiner Gattin und den Helfern, zum größten Teil eigenhändig vornahm, nicht ohne manches ernste oder scherzende Wort mit den Betreuten zu wechseln und seine eigenen besten Wünsche für das Fest auszusprechen. Frühere Gegner bei Streicher zu Gast. Nürnberg, 21. Dez. (DNB.) (Sauleiter Julius Streicher hatte fünfzehn auf seinen Wunsch aus dem Konzentrationslager in Dachau entlassene ehemalige politische Gegner mit ihren Angehörigen als seine Gäste zu einem bescheidenen Mittagessen gebeten. In eindringlichen Worten sprach der Frankenführer zu den Entlassenen und legte ihnen dar, warum er gewünscht habe, in dieser Weise mit ihnen zusammenzukommen. Er wisse genau äu unterscheiden zwischen solchen Gegnern, die ehrliche Kämpfer waren und zwischen solchen, die um des materiellen Vorteils willen sich politisch betätigten. Der Gauleiter ermahnte die Entlassenen, sich jeder Betätigung gegen den heutigen Staat, der für alle Volksgenossen das Beste wolle, zu enthalten. Wer von den Entlqssenen in Zukunft hilfesuchend zu ihm komme, dem werde er stets, sofern der Betreffende anständig geblieben, seine Unterstützung angedeihen lassen. Wer aber absolut nach Rußland wolle, dem werde er gern die Fahrt bis zur Grenze bezahlen, damit er in das erträumte Paradies kommen könne. Wer dies wolle, solle sich binnen zehn Tagen melden. Der Frankenführer ließ sich von jedem der Entlassenen über die persönlichen Verhältnisse unterrichten. Sodann wurde das gemeinsame Mittagessen eingenommen. Nach dem Essen erhielt jeder von der NSV., die die Entlassenen auch vorerst betreuen wird, ein Weihnachtspaket und ein kleines Handgeld. Eigene Eindrücke. Der Präsident des spanischen Olympia-Ausschusses berichtet über das neue Deutschland. Madrid, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident des spanischen Olympia-Ausschusses, Graf V a l l e l l a n o , hielt vor zahlreichen Zuhörern einen Vortrag über das neue Deutschland. Der Redner betonte, daß der Nationalsozialismus keine Ausfuhrware, sondern rein deutsch sei. Wenn er über den Nationalsozialismus spreche, bann tue er es, um der Wahrheit z u ihrem Recht zu verhelfen gegen die Verleumdungen der Feinde von Autorität und Ordnung, der Juden, Marxisten und Freimaurer. Der Vortragende berichtet dann von dem großen Eindruck, den auf ihn die Organisation der deutschen Handelsluftfahrt gemacht habe, von Fabrikbesuchen, beie denen er die Z u - friedenheit der Arbeiterschaft und die Erlogenheit von Hungerlöhnen habe feststellen können: es folgten Schilderungen über den Partei- ta g, über München und Stuttgart, über die Auto st raßen und die großartige Arbeit, die in Garmisch für die Winterolympiade geleistet werde. Zur Judenfrage erklärte der Redner, die neuen deutschen Gesetze wollten nicht die Vernichtung der Juden, sondern ihre Einmischung in das öffentliche Leben unmöglich machen. Der Dorttagende schloß mit dem Hinweis darauf, daß das Riesenwerk Hitlers durch dessen Selbstverleugnung und Opfer geschaffen worden sei, daß Hitlers Arbeit aber auch durch das ganze deutsche Volk unterstützt würde. Daß das auch einmal in Spanien so sein möge, wenn ein wahrer Führer kommt, sei sein heißer Wunsch. Sowjelzvg in die Cuff gesprengt? — Die Charbiner weißrussische Presse meldet, daß die Weißrussen Ende November auf der Strecke der Amurbahn in der Nähe von Semenowskaya einen Sowjetzug in die Lust sprengten. An- geblich wurden dabei 200 Personen getötet ober oermunbet Der Anschlag sei gegen mehrere sehr hohe Beamte ber Sowjeträte, die nach Chabarowsk unterwegs waren, gerichtet gewesen. Berlin, 21.Dez. (DNB.) Mit Einverständnis des Führers und Reichskanzlers hat ber Reichskriegsminister ben Oberbefehlshaber bes Heeres beauftragt, einen „©olbatenbunb" des neuen Heeres zu bilden. In diesem Bunde sollen alle seit dem 1. Januar 1921 aus dem Reichsheer oder neuen Heer ausgeschiedenen und die in Zukunft ausscheidenden Soldaten, die sich ihm freiwillig anschließen wollen, zusammengefaßt werden. Damit ist neben den N S. Deutschen Marinebund, in dessen Kameradschaften die aus der Kriegsmarine entlassenen Soldaten auch weiterhin ihren Zusammenschluß finden, und neben die Luftwaffen-Reserve, in die die aus der Luftwaffe ausfcheidenden Soldaten überführt werden, die entsprechende, bisher noch fehlende Organisation für das Heer getreten. Zugleich ist durch Schließung dieser Lücke auch die im Interesse reibungsloser Zusammenarbeit liegende klare Abgrenzung der Arbeitsgebiete festgelegt worden: Im neuen „S o l d a t e n b u n d" werden in Zukunft die Belange ber Reservisten des neuen Heeres ihre Vertretung finben, im „Kyffhäuser- b u n b" und den übrigen Soldatenbünden diejenigen der ehemaligen Angehörigen der alten Wehrmacht. Zum Bundesführer hat der Reichskriegsminister den General der Infanterie a. D. Freiherrn Seutter von Lotzen, zu dessen Stellvertreter den Gauleiter, Oberpräsidenten und Staatsrat Schwede- Koburg, Bundespräsidenten des „Reichstreubundes", ernannt. Zweck des „Sokdatenbundes" ist es, an den entlaßenen Soldaten die Aufgabe fortzuführen, die der Führer im Herbst d. I. in Nürnberg der aktiven Wehrmacht gestellt hat: „Ihre Angehörigen z u z u- verlässigen und anständigen Volksgenossen zu erziehen, die sich in der Stunde der Not und Gefahr in Treue mit ber Nation verbunden fühlen, und die, wenn je das Schicksal sie vor die härteste Probe stellen sollte, tapfer die Freiheit ihres Volkes verteidigen". Daneben will der „Soldatenbund" feine Mitglieder in lebendiger Kameradschaft mit ber aktiven Truppe halten unb unter ihnen Kameradschaft und die Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Dienstzeit pflegen. Er will auch in die jungen Soldaten den Stolz auf die großen Traditionen unseres Heeres einpflanzen und in ihnen die Erinnerung an die Taten ihrer Väter wach halten. Er will ferner feinen Mitgliedern praktische Hilfe angedeihen lassen, indem er die nach ehrenvoller Dienstzeit ausscheidenden Soldaten, insbesondere die Versorgungsanwärter, beim Uebergang in einen bürgerlichen Beruf mit Rat und Tat unter- Erfurt. 22. Dez. (DNB.) Die im Waffenzentrum Deutschlands gelegenen „Berlin - Suh - ter Waffen - und Fahrzeugwerke-, bisher Simfon & Lo.» Suhl L Th., eines der wichtigsten und größten Unternehmungen dieser Art, find bis zur endgültigen Durchführung der geplanten Maßnahmen durch notariellen Vertrag von dem Gauleiter und Reichsstatthalter in Thüringen, Sauckel, übernommen worden. Es ist vorgesehen, daß die Werke im Rahmen einer gemeinnützigen Stiftung fortgeführt werden. Diese Stiftung wird der Reichsstatthalter gemeinsam mit dem Reichskriegsminifter dem Führer und Reichskanzler zur Verfügung stellen. Der Führer hat diesen Plan bereits grundsätzlich genehmigt und den Gauleiter und Reichsstatthalter mit dessen Ausarbeitung beauftragt * Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt dazu weiter mit: Damit ist nach langwierigen Ermittlungen ber beauftragten Stellen ber Schlußstrich unter einen Fall unerhörter Bereicherung von Juben an öffentlichen Gelbern gezogen worben, wie er nur in ber Novemberrepublik möglich gewesen ist. Inhaber ber früheren Firma Sim- son Co. war die ber internationalen Hochfinanz angehörige jüdische Familie S i m s o n. Sie konnte in ber Systemzeit in gerabezu unfaßbarer Weise Riesengewinne auf Kosten ber Steuerzahler mühelos erzielen, nachdem sie von ber Entente auf Grunb bes Versailler Vertrages einen Monopolvertrag für gewisse Reichsaufträge in ber Novemberrepublik erhalten hatte. Sie hat bieses Monopol in rücksichtsloser Weise ausgenutzt. Erst nach ber Machtergreifung ist es gelungen, biese Mißstände aufzubecken. Staatliche Prüfungsstellen und insbesondere die vom wirlfchaflsbeaufttaglen des Führers, Keppler, eingesetzte Deutsche Revisions- und Treuhand -A. -G. Haden vertragswidrige lledergewinne von vielen Millionen feslgestelll, obwohl man versucht halte, diese durch eine undurchsichtige Buchführung unb durch die Vernichtung von Kalkulationsunterlagen zu verschleiern. Obwohl auf der einen Seite unzulässige llebergewinne erzielt waren, wurden auf der anderen Seite bei der früheren Firma Simfon & Lo. die nie- drigften Löhne gezahlt. Auch war für die primitivsten sanitären Einrichtungen und für eigentlich selbstverständliche soziale Zwecke nie Geld vorhanden. Bereits Anfang 1934 hatte die Familie Simfon in Erkenntnis ber Unmöglichkeit, ben Betrieb in ber bisherigen Weife fortzufuhren, sich entschlossen, b i e Werksleitung einem nationalsozialistischen Treuhänber, Dr. Herbert Hoffmann, durch notariellen Vertrag zu übertragen. Durch biese Maßnahme würbe im Einvernehmen mit ben staatlichen unb politischen Stellen ber nichtarische Einfluß auf bie Gejchäftsleituug dieses stützt. Zu biesem Zweck wirb d e r „R e i ch s tr e u - bunb" in ben „6 o I b a t e n b u n b" einge- g I i e b e r t. Wie bas Heer unb bie übrigen Wehrmachtsteile, so steht auch ber „Soldatenbunb" auf bem B o - ben nationalsoziali ft i scher Weltanschauung, Treue zum Führer, bem Schöpfer und Obersten Befehlshaber der neuen Wehrmacht, und soldatischer Gehorsam bestimmen seine Grundhaltung. Seinem Wesen unb Zweck entsprechend unb dem Willen bes Führers folgend, ist ber „Solbaten- bund" eine unpolitische Vereinigung. Daher gilt für bie Betätigung ber Mitglieder im Bunde der gleiche Grundsatz wie im Heer: daß der Soldat seinem Vaterland zu dienen, aber keine Politik z u treiben hat. Außerhalb des Bundes ist jedes Mitglied in feiner staatsbürgerlichen Betätigung frei. Mitglieder des Bundes, die sich aktiv politisch oder weltanschaulich betätigen wollen, können und sollen daher außerdem den Gliederungen der Partei, z. B. SA. oder SS., beitreten. Doppelmitgliedschaft zu ihnen und dem „Soldatenbund" ist also zulässig. Mitglied des Bundes kann jeder Soldat (Offi- zier, Unteroffizier oder Mann) werden, der seit dem 1. Januar 1921 im Reichsheer ober neuen Heer gedient ober geübt hat und in Ehren ausgeschieden ist. Die Mitglieder des „Soldatenbundes" werden in „Kameradschaften" zusammen gefaßt, deren Bildung im Laufe bes Monats Januar erfolgen wirb. Gleichzeitig werden durch die örtliche Presse bie Anschriften der Kameradschaftsführer bekanntgegeben werden, an die der Aufnahmeantrag schriftlich zu richten ist. Mitglieder des Bundes, bie der alten Wehrmacht angehört haben oder vor Gründung des „Soldatenbundes" bereits einem ber Bünde der alten Wehrmacht beigetreten waren, können neben ber Bundesmitgliedschaft ihre bisherige Zugehörigkeit zu ben alten Soldaten- Vereinigungen unb - Bünben beibehalten. Die Mitglieder des „Soldatenbundes" erhalten ein besonderes Abzeichen, das ihre enge Zugehörigkeit zur neuen Wehrmacht kennzeichnet. Der monatliche Mitgliedsbei- t r a g beträgt 0,50 Mark. In diesem Betrag sind alle Beiträge für Bund und Kameradschaft sowie das Bezugsgeld für die zweimal im Monat erscheinende Bundeszeitung enthalten. Diejenigen Mitglieder, die als Versoraungsanwärter die Hilfe bes „R e i ch s t r e u b u nd e s" in Anspruch nehmen wollen, haben für die Mitgliedschaft bei diesem einen Sonderzuschlag von 0,50 Mark zu entrichten. Mitglieder, die sich in wirtschaftlicher Notlage befinden ober durch Beitragszahlungen an SA. oder SS. besonders belastet sind, werden auf Antrag Beitragserleichterungen gewährt werden. reichswichtigen ^Betriebes völlig ausgeschaltet, während der Familie die kapitalmäßige Nutzung des Betriebserttages weiter verblieb. Spätere Versuche der Familie Simson, diesen verloren gegangenen Einfluß auf bie Werksleitung mit allen möglichen Mitteln wiederzuerlangen, scheiterten an ber Wachsamkeit ber Thüringer Stellen. Nachbem bie erzielten llebergewinne der Familie in bem jetzt abgeschlossenen Vertrag durch die Abtretung des Werkes und bie Rückzahlung eines ansehnlichen Millionenbetrages abgegolten würben, sind nunmehr die Juden Simson auch kapitalmäßig aus bem Unternehmen restlos ausgeschieden. Nach ber Uebernahme ber Werke durch den Reichsstatthalter Sauckel hat dieser den Geschäftsführern Dr. h o f f m a n n und Beckurts, bie burch bie jüdischen Bestrebungen in ihrer Tätigkeit schwer bebrängt worben waren, fein vollstes Vertrauen ausgesprochen unb sie ersucht, bas Unternehmen in bem bisherigen Suhl i. Th., 22. Dez. (DNB.) Aus Anlaß der Uebernahme der Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke, der früheren Simson - Werke, durch Reichsstatthalter Sauckel besuchte dieser das Werk. Feiertagsstimmuna herrschte im ganzen Betrieb. Der glänzende Lichtbaum inmitten des weiten Hofes leuchtete hell. Der Gauleiter sprach zunächst zu den leitenden Beamten und Werkmeistern, dann zum Vertrauensrat und bei Besichtigung der vorbildlichen Lehrlingsabteilung spontan auch zum jungen Nachwuchs der Belegschaft über die hohe Aufgabe, bie allen Mitarbeitern biefes Werkes aus ber Tatsache erwächst, baß hier ber erste nationalsoziali st ische Volksgemeinschaftsbetrieb entstanden ist. Am gemeinsamen Mittagessen im neuen Gemein- schaftshaus nahm der (Bauleiter unb Reichsstatthalter mitten unter ber Belegschaft teil. Nach der Mittagspause versammelte sich die Belegschaft im großen Saal. Als Ehrengäste waren die Formationsführer und führenden Persönlichkeiten ber Partei und des Staates erschienen, die bie feierliche Inbesitznahme bes Werkes miterleben wollten. Mit ungeheurem Jubel nahm bie Belegschaft bie Kunbe von Gauleiter Sauckel auf, baß ber ehemals jüdische Betrieb dem profitkapitalistischen Ueber- geminnftreben einer jüdischen Familie entzogen unb der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft dienstbar gemacht wurde. Atemlos lauschten sie den auf- klärenden Worten bes (Bauleiters, der schonungslos den Hergang dieser Angelegenheit offenlegte und die jüdische Lüge zerriß, daß das Werk ein Geschenk der Juden an die Arbeiter bedeute. Er hob dabei hervor, wie schwer der Kampf gewesen sei, bis das Die Zamilien-Anlerstützung der Wehr- u. Arbeiisdienstpftichligen Berlin, 21. Dezember. (DNB. Amtlich.) Die Unterstützung der Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberufenen Ar» beitsdien ft pflichtigen hat nicht den Charakter der öffentlichen Fürsorge unb ist daher nicht zurückzu er statten. Sie wird von den Stadt- unb Landkreisen auf Kosten des Reiches als Staatsaufgabe durchgeführt Unterstützungsberechtigt sind die nach bürgerlichem Recht unter h a l t u n g s b e r e ch t i g t e n Angehörigen des Einberufenen: Ehefrau, eheliche und für ehelich erklärte Kinder, Verwandte der aufsteigenden Linie, Stief- und Pflegekinder, wenn der Einberufene bis zur Einberufung ganz- ober überwiegend der Ernährer gewesen ist, ferner uneheliche Kinder, wenn der Einberufene seine Vaterschaft anerkannt hat, obr wenn feine Unterhaltspflicht gerichtlich festgestellt ist. Die Unterstützung wirb burch ben Stabt- unb Landkreis gezahlt, in dessen Gebiet bxer unterstützungsberechtigte Angehörige wohnt oder sich nicht nur vorübergehend aufhält. Der Antrag kann bei diesem Stadt- oder Landkreis oder bei dem Bürgermeister der Aufenthaltsgemeinde gestellt werden. Beizufügen ist eine Bescheinigung bes Truppen- (Marine-) Teils, ober oer Arbeitsbienstabteilung über die erfolgte Einstellung, der Mietvertrag und ein Nachweis, daß ber Antragsteller zu ben genannten Angehörigen des Einberufenen gehört. Die Unterstützung ist so bemessen, daß sie zur Sicherung des notwendiger! Lebende- barfs ausreicht. Dabei wird auf die bisherigen Lebensverhältnisse Rücksicht genommen. Neben Der Unterstützung werden, soweit erforderlich, Miets- b e i h i l f e n gewährt. Eigenes Einkommen des Unterstützungsberechtigten wird grundsätzlich angerechnet. Außer Ansatz bleiben jedoch ein Teil des Arbeitsverdienstes, bestimmte Bezüge der Kriegsbeschädigten, Ehrensvlde und Ehrenunterstützungen der NSDAP., Leistungen der Wochenhilfe und andere. Die Unterhaltspflicht ber Ver- roanbten geht der Familienunterstützung vor. Don Mitgliedern einer Familiengemeinschaft (Haushältsgemeinschaft) wird darüber hinaus erwartet, daß sie das Aufbauwerk des Führers an ber Wehrmacht unb dem Arbeitsdienst auch ihrerseits dadurch fördern, daß sie im Rahmen des ihnen Zumutbaren unb nach Maßgabe der verfügbaren Mittel und Kräfte bie in ihrer Haushaltsgemeinschaft lebenben Angehörigen ber Einberufenen unterstützen. Geiste, wie es einem ehrbaren Kaufmann im nationalfozialistischen Staate geziemt, weiter- z u f ü h r e n. Die Erzeugung von Waffen. Fahrrädern, Kinderwagen und Maschinenteilen wird in der bisherigen Weise fortgesetzt und ausgebaut werden. Die Firma führt fortab den Namen „Berlin-Suhler Waffen - und Fahrzeugwerke" (B. S. HL). Jrn Zuge dieser Umbenennung wird auch ber Bahnhof bes Werkes in Heinrichs bei Suhl, ber bisher den Namen „Simson-Werk" trug, geändert werden. Dieser Bahnhof wird ben Namen „Suhl- Heinrichswerk" erhalten. Nach Abschluß ber außerorbentlich schweren Kämpfe und erfolgreichen Arbeiten in dieser Angelegenheit sind dem Reichsstatthalter Sauckel unb seinen Mitarbeitern von den verschiedensten Seiten die herzlich st en Glückwünsche übermittelt worden, so von dem Stellvertreter des Führers, dem Chef des Heereswaffenamtes unb von der Gefolgschaft der BSW.-Werke. Ziel erreicht wurde, bie widerrechtlich aus ben Steuergroschen bes deutschen Volkes erzielten lieber- gewinne wieder zurückzuerobern. In seiner Rede, die durch die Beifallszurufe der Belegschaft oft unterbrochen wurde, legte der Gauleiter der Belegschaft dar, baß es mit ber Inbesitznahme des Werkes allein nicht getan sei. Er wolle überdies von ben ganzen Menschen, von ihrem Fleiß unb dem guten Willen im Namen bes Führers Besitz ergreifen. So werde dieser Besitz vorbildlich für alle werden; denn hier solle in Zukunft bas Leistungsprinzip entscheiden. Als Nationalsozialist wolle er keine leeren Versprechungen machen. Aber eines verspreche er: Im Werk solle sich jeder wohlfühlen und solle jeder erkennen, daß auch die Betriebsleiter unb er selbst nichts anderes seien als A r - beiter am Dritten Reich. Sie alle sollten erkennen, daß der Nationalsozialismus es gut mit ihnen meine. Der Reichsstatthalter schloß seinen großen Appell an die Belegschaft mit der Feststellung, daß der Jude und der jübische Geist aus ben Mauern bes Werkes verschwunben sind und in Zukunft einzig und allein ber Geist Adolf Hitlers, des Führers ber deutschen Arbeiter aus Schmach und Schande zu neuer Arbeit, zu wehrhaftem Gut und zur Freiheit, herrscht. Aus der Belegschaft heraus wurden dem Gauletter und Reichsstatthalter, nachdem bie Ehrung bes Führers verklungen war, spontan Hei!!' Rufe ausgebracht, die am beutlichsten zeig' ten, welche Freude die Arbeiterschaft über ben Wechsel empfindet. Aus Anlaß ber Uebernahme des Betriebes durch den Reichsstatthalter stiftets Die Simson-Waffenwerke in Guhl werden eine gemeinnützige Stiftung. Ltebernahme durch den thüringischen Reichsstatthalter Sauckel im Namen des Führers. Der erste nationalsozialiMcheDolksgememschasts- betrieb in Thüringen entstanden. Gauleiter Sauckel spricht zu den Arbeitern der Berlin-Suhler-Waffenwerse. zubereiten. «tbtti Lden als Aachfolger Hoares zum britischen Außenminister ernannt Ser Eindruck in Paris ne MrS. Aus aller Welt ifmann im weiter- i Waffen, chinenteileu gesetzt und fortab den fen- und irb auch dtl Zuhl, der bi-- ug. geandm nen „Suhl' Anthony Eden wurde 1897 geboren, ist also !8 Jahre alt. Er studierte in Eton und Oxford, wo nr seine Schlußprüfung in orientalischen Sprachen mit Auszeichnung ablegte. Seine Studienzeit wurde (liird) den Weltkrieg unterbrochen. Mit 18 Jahren pg er ins Feld und kämpfte in Flandern und im der französischen Front mit Auszeichnung. 1923 mürbe Eden als konservativer Abgeordneter i n llas Unterhaus gewählt. Von 1926 bis 1929 mar er parlamentarischer Unterstaatssekretär des lumaligen Außenministers Sir Austen Chamber- jain. Der ersten nationalen Konzentrationsregie- rimg im August 1931 gehörte er als Unterstaats- i^kretär im Äußenamt an, als solcher vertrat er den ioamaligen Außenminister Sir John Simon rnehr- ach i n G e n f beim Völkerbund. Um ihm die Mög- chkeit zu geben, seine gesamte Tätigkeit auf Völ- ^rbunbsfragen zu konzentrieren, wurde er 1934 ^orbsiegelbewahrer. Im Juni 1935 erhielt er Ka- liinettsrang und den Titel eines Völkerbunds- Tiinifters. Eden beschäftigte sich besonders mit Ab- Lstungsfragen und unternahm im Auftrag der englischen Regierung mehrfach Reisen nach den nichtigsten europäischen Hauptstädten. Im März 1935 besuchte er gemeinsam mit Simon Berlin. In leer letzten Zeit trat Eden besonders bei den Verhandlungen über den italienisch-abessinischen Kon- 'ikt hervor und vertrat in Genf die britische Völker- j hunbspolitif. lich schwer-" n dieser 2"' Sauckel M icnften Büt" sche über Ivertreter senamtes M ke. Lorbfiegelbewahrer unb als Völkerbunbsminister sei Eben ein unermüdlicher Anhänger des Völkerbundes gewesen. Jetzt, wo er Außenminister geworden fei, dürfe man erwarten, daß er sich ebenso um bas Interesse Großbritanniens kümmern werbe. Das Arbeiterblatt „Daily Heralb" hofft, baß die britische Politik jetzt nach Edens Ernennung auf ein einziges Ziel hinarbeiten werde, Mussolini durch gemeinsame Schritte zu zwingen, seinen Angriff einzustellen und einen Frieden zu schließen, der die durch die Völkerbunbssatzung gewährleistete territoriale Unverletzlichkeit Abessiniens wahre. — Das liberale „News Chronicle" ist der Ansicht, daß Baldwin den einzigen Schritt getan, der im Jn- unb Auslände die Uebergeugung schaffen werde, daß Großbritannien wieder zur Politik der vollen Unterstützung des Völkerbundes und der Sühnemaßnahmen' zurückgekehrt sei. — Der rechtskonservative „Daily Expreß" erklärt, die Ernennung wäre schlimm, da Eden an einer fixen Idee, der London, 22. Dez. (DJIB.) Amtlich wird be- kmntgegeben, daß der bisherige Völkerbunbs- minifter Anthony Eden als Nachfolger Sir Samuel Hoares zum Außenminister et« rannt worben ist. Der Poften eines Völker- tundsministers wird nicht neu beseht ererben. Kunst und Wissenschaft. Generalintendant Everth in Darmstadt neu verpflichtet. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregie, rung — hat bem Leiter der Hessischen Landes- theaters in Darmstadt, Generalintendanten Franz Everth, auf weitere drei Jahre, bis Ende der Spielzeit 1938/39, verpflichtet. Der Reichspropa, ganöaminifter hat diese Verpflichtung bestätigt. Oe« neraüntenbant Everth wurde zu Beginn der Spiel- zeit 1934/35 an die Spitze des Hessischen Landestheaters berufen; er war zuvor Oberspielleiter und Schauspielleiter der Städtischen Bühnen in Köln gewesen. Darmstadt verdankt seinem bisherigen Wirken einen merklichen, auch im Reich stark beachteten künstlerischen Aufschwung seiner traditions. reichen Bühnen. 25 Menschen zum OpfergefaHcn. Unter den Verbrannten befinden sich fünf Frauen und vier Kinder. Außerdem haben neun Personen schwere Brandwunden erlitten, während 17 Einwohner mit leichten Verletzungen davongekommen sind. — Eine Untersuchung hat ergeben, daß überhaupt feint Feuerschutzmaßnahmen ergriffen worden waren, und auch die Feuerwehr nichts unternommen hatte, um die Menschen aus den Flammen zu retten. Schießerei in einer französischen Kaserne. Aus einem Fenster einer Kaserne in Toul wurde dieser Tage plötzlich ein wildes Feuer auf zahlreiche im Kasernenhof versammelte Offiziere und Mannfchaften eröffnet. Ein Hauptmann unb ein Soldat würben schwer getroffen unb starben wenige Minuten später im Lazarett. Die Soldaten- auf dem Kasernenhof nahmen sofort Deckung. Nachdem die erste Verblüffung überwunden war, stürmten ein Leutnant und zwei Unteroffiziere in die Kaserne, um den Schützen zu suchen. Zu ihrem Schutz hielten sie sich dicke Matratzen vor den Leib. In einem Korridor lag ein Soldat, der von einem Schuß durch eine verbarrikadierte Tür verwundet worden war. Von einem benachbarten Zimmer aus wurde daraufhin ein Loch durch die Wand geflogen, durch das man nunmehr unter einem Bett einen Soldaten sah, der das Gewehr anschlagsbereit hielt. Der Leutnant und der Unteroffizier schos- fen sofort. Von sieben Schüssen durchbohrt, wurde der Mörder getötet. Es handelt sich um einen marokkanischen Schützen. Ob er in einem Anfall geistiger Umnachtung ober aus Rache geschossen hat, weiß man noch nicht. Verheerendes Erdbeben in Nordchina. sie zuk "benbe- e bisherigen Neben her h, Miet;, 'kommen grundsätzlich > jedoch ein Bezüge der Ehrenunter, der Wochen- ht der Der- ; vor. Don einschas, hinaus er- Führers an : auch ihrer- hmen der liahgabe du ihrer fjaus- n der Ein- Wetterbericht des Reichswellerdienfles. Ausgabeorl Frankfurt. Von England erstreckt sich über Westdeutschland nach der Schweiz hin ein Hochdruckrücken, der in einer ganzen Ausdehnung heiteres Wetter unb kräftige nächtliche Strahlungsfröste brachte. In unserem Gebiet wurden dabei Tiefgräben zwischen 5 und 12 Grad Celsius beobachtet. Im nördlichen Deutschland hielt zu gleicher Zeit bedecktes Wetter und eine Westströmung die Temperaturen dicht bei 0 Grad, während eine milde Südströmung in Süd- unb Mittelfrankreich heute früh verbreitete Regenfälle verursachte. Voraussichtlich bleibt bei uns ber Einfluß des Hochdruckrückens bestimmend. Aussichten für Dienstag: Vielfach dun- ftig, sonst bedeckt, bei Aufheiterung und im wesent- licken trocken, Fortdauer der Froste, überwiegend östliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Weitere Ent- wicklung schwer absehbar, doch voraussichtlich noch Fortdauer der Froste. Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 1,6 Grad Celsius, abends —0,2 Grad; am 23. Dezember: morgens —6,8 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum — 7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends 0,2 Grad; am 23. Dezember: morgens 0,1 Grad Celsius. Winlersport-Wetternachrichlen. Vogelsberg, Hoherodskopf, heiter, — 11 Grad, 65 Zentimeter Gesamschneehöhe, kein Neu- f nee, Pulverschnee, Ski und Nobel sehr gut. — Herchenhainer Höhe: heiter, —7 Grad, 50 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: bewölkt, — 7 Grab, 50 Zentimeter Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski unb Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Felbberg: heiter, —6 Grab, 26 cm Gesamtschneehohe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski unb Nobel gut. — Großer Felbberg: heiter, —5 Grab, 29 em Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, Ski unb Nobel gut. Schwarzwal b. Felbberg: bewölkt, — 5 Grab, 145 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski unb Nobel sehr gut. Die vier ausgewiesenen Heimattreuen in Deutschland. Aachen, 21. Dez. (DNB.) Die vier am Donnerstag aus Belgien ausgewiesenen Heimattreuen aus Eupen-Malmeby Josef Dehottay, Peter De- hottay, Heinrich Dehottay unb Paul Foxius hatten ben Wunsch geäußert, zusammen bei ber Grenzübergangsstelle Koepfchen bei Aachen über bie Grenze gebracht zu werben. Diesem Wunsche würbe aber von ber belgischen ©enbarmerie nicht entsprochen, weil man Kunbgebungen ber deutschen Grenzbevölkerung befürchtete, und so mußten die Ausgewiesenen bei vier räumlich weit auseinander liegenden Punkten die Grenze überschreiten. Nach dem Grenzübertritt wurden die Ausgewiesenen mit Kraftwagen nach Aachen geholt. Am Freitagvormittag wurden die Aus- gewiesenen von der Regierung empfangen. Dem Empfang wohnten als Vertreter des in Berlin weilenden Regierungspräsidenten Reeder, Geheimrat von Einern, bei. Die Beamten begrüßten die Ausgewiesenen auf deutschem Boden unb nahmen Die Rhönstrahe ist fertig. Die Rhön st raße von Geisa über Tann, Hil- bers unb Wüstensachsen nach ber Wasserkuppe ist nunmehr fertig ausgebaut worden. Die Arbeiten, die im Sommer begonnen hatten, sind bis auf Kleinigkeiten, bie erst nach der Schneeschmelze im Frühjahr erledigt werden können, beendet. Die Wasserkuppe hat einen großen Parkplatz erhalten, der besonders anläßlich der im nächsten Jahre durchzuführenden Olympia-Segelflüge von ben zahlreich zu erroartenben Besuchern stark benutzt werden dürfte. Vom Luftschiff „LZ 129“. Mährend der letzten Tage war man in ber Wasserstoffgasfabrik auf bem Zeppelingelande m Friebrichshafen mit ber Fabrikation bes Wasserstoffgases als Traggas für bas neue Luftsch i f f LZ 12 9" tätig. Der große Gaskessel mit 20000 Kubikmeter Inhalt ist gefüllt, und auch in ber Speicheranlage sind 20 000 Kubikmeter Wasser- ftoffqas für LZ. 129" aufgespeichert also insgesamt 40 000 Kubikmeter Wasserstoffgas. Diese betragen aber nur ein Fünftel ber Gasmenge die das neue Luftschiff benötigt. Mit der ftüttuna der Gaszellen kann erst in einigen Wochen begonnen werden. Im Luftschiff „Graf Zeppelin" wird als Betriebsstoff für die Maybach-Motoren an Stelle von Benzin Blaugas verwendet. „LZ 129 erhält keine Blaugaszellen mehr, weil dieses Schiff keine Benzin-Motoren, sondern Rohölmotoren er- ersahren. Betreuung deutscher und britischer Kriegergrcbrr. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Amt ist von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes dem britischen Botschafter, bem französischen Botschafter unb bem Gesandten ber Sübasrikani- schen Union ein Abkommen unterzeichnet worben, in dem bie Einsetzung eines gemischten Ausschusses für bie Betreuung ber beutschen Kriegergräber auf britischem Gebiet unb auf britischen Friedhöfen in Frankreich sowie der britischen Kriegergräber in Deutschland vorgesehen ist. Damit wird eine Einrichtung geschaffen, wie sie zwischen Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien schon seit dem Ende des Weltkrieges besteht. Die Vereinbarungen werden dazu dienen, die Zusammenarbeit ber Regierungen auf bem Gebiete ber Ehrung ber Toten bes Weltkrieges zu fördern. Mkk AW» ■n> Di. i*“ 'nen Schule vorgelesen werden. Besetzung von Tangku widersetzt ich darauf, den Rumpf China wenigstens intakt zu )alten, also die reichen Provinzen Pünnan, Szet- chuan, Sikiang, Ninghsi, Schensi, Hunan und etliche andere. Man will lieber ein kleineres China, das mindestens 35 Millionen Menschen von China aber- mals los, wovon die fruchtbarere Provinz H o p e i mit Peking, das über 800 000 Einwohner zählt, allein 145 335 Quadratkilometer mit rund 30 Millionen Einwohnern umfaßt. Mit einer Einwohnerzahl von rund 206 auf den Kilometer ist es ungefähr so stark bevölkert wie Westfalen. Hopei (Tschili) ist stark industrialisiert. Trotz des sehr strengen Winters, der jetzt bereits einsetzte, ist neben dem Ackerbau, der auf Zwergparzellen des fruchtbaren Löß- Bodens betrieben wird, der K o h l e n - und Eisen- bergbau in dieser Provinz maßgebend. Daneben finden sich, vor allem in Tientsin, gewaltige Tex- ti l w e r k e , die zum Teil die Baumwolle Schan- tungs, zum anderen aber die Wolle aus der Mandschurei verarbeiten. Nachdem englisches und amerikanisches, teilweise auch deutsches Kapital diese Gebiete industriell erschlossen hatte, sind in den letzten Jahren die Japaner eingedrungen und die Hopei Mining Company, deren Sitz sich vorläufig noch in Schanghai befindet, arbeitet zu 8 0 v. H. mit japanischem Kapital. Die Provinz Tschachar ist dünn bevölkert, aber auch sie enthält große Kohlen- und Eisenvorkommen, die kaum erschlossen sind. Mit dem Besitz der Provinz Hopei erlangt Ja- pan wertvolle Rohstoffe und Jndu- st r i e n , die der Mutterinfel Nippon fehlen. Zudem arbeitet der Chinese noch billiger als der Japaner. In den großen Spinnereien und Webereien Hopeis, den Eisen- und Stahlwerken, den Kohlengruben, ist die chinesische Bevölkerung nicht nur in ihrem männlichen Teil beschäftigt, sondern die Frauen- und Kinderarbeit ist dort gang und gäbe, und die Löhne sind bei einer Arbeitszeit, die vierzehn bis sechzehn Stunden auch für Knder umfaßt, durchschnittlich noch um 5 0 v. H. n i e d r i- g e r als die japanischen. Wenn auch diese billige Arbeit für Japans Industrie einen gewissen Wettbewerb bedeutet, ist doch nicht zu übersehen, daß dem kapitalistischen Imperialismus der Japaner es hauptsächlich darauf ankommt, die R o h st o f f e und deren Verarbeitung, die es jetzt erworben hat, möglichst billig zu gewinnen. Die Beherrschung Nordchinas durch Japan wird durch diese nur notdürftig verschleierte Annektion vollständig. Daß Japan schrittweise vorgehend, nachher die anliegenden Provinzen Schantung mit Kiautschau und Tsingtau, die Provinz Schansi und Suijan in seine Gewalt bringen wird, dürfte wohl nicht zweifelhaft sein. Die Lostrennung zweier wichtiger Provinzen und den Abfall vor allem Pekings, Tiensins und Tangkus von der chinesischen Zentralregierung bringt bte japanische Regierung mit dem Boxer-Protokoll, das schon 35 Jahre alt ist. in Verbindung und ferner mit dem Waffenstillstand von Tangku aus dem Jahre 1933. Früh wurde die Zone längs der Bahn Peiping— Tangku durch zerstreut liegende japanische Truppenteile besetzt. Die fast täglichen Beschwerden der Japaner über angebliches Nichteinhalten des Waffenstillstandes von Tangku bei der Nanking-Regie- aber leichter zu verteidigen ist, und der Diktator von Nanking, Chiang k a i s h e k, hat sich vor allem der wirtschaftlichen Hebungder Südprovinzen angenommen, u. a. Pün - nans, das allein an Bodenschätzen Kohle, Kupfer, Zinn, Gold, Silber, Blei, Eisen, Arsenik, Zink, Antimon, Mangan usw. birgt. Für die Aufschließung dieser Schätze ist englisches Kapital interessiert worden. Die Japaner haben in Wirklichkeit China nur einige Nordprovinzen genommen, während der Süden von Chiang kai-shek wirtschaftlich entwickelt wird und gleichzeitig eine Neubelebung des politischen und kulturellen Lebens in Rumpf- China einsetzte. So ist es wohl zu erklären, daß die Nanking-Regierung vorläufig dem Verlust der nordchinesischen Provinzen ruhig zuschaut und mittlerweile alle Kräfte, auch die militärischen, des übriggebliebenen Teiles von China entwickelt, ohne daß die Japaner bis jetzt mit ihren Forderungen auf Beherrschung auch dieses Teiles von China politisch und wirtschaftlich weitergekommen wären. Am Montag ist Japan gegenüber der Nanking- Regierung in Nordchina offiziell zur Offensive über- gegangen. Ein sogenannter Politischer Rat hat sich in den beiden Provinzen T s ch a,ch a r und H o - p e i gebildet und der SeparatistengSneral Yinju - keng besetzte die Hafenstadt am Peiho im Golf von Tschili, Tangku. Damit hat er den Schlüssel zu den Millionenstädten Tientsin und Peiping (Peking) in der Hand. Die Japaner haben ferner mit der nur scheinbaren Autonomie dieser beiden Provinzen, die in Wirklichkeit unter japanischem Regiment stehen, ihre Eroberungen abgerundet, denn nachdem sie die nordchinesische Provinz T s ch e h o l besetzten, ist die Provinz Hopei mit Peking und die halbmongolische Provinz Tschachar ein strategisches Vorfeld gegen China. Japan reißt rund 115 000 Quadratmeilen mit Weihnachtsgeschichte. Eine Legende unter deutschen Bauern. Diese Geschichte wurde erzählt von einem Dorf kurze Zeit nach dem dreißigjährigen Kriege. Wohl war das Dorf, zwischen den großen Sümpfen gelegen, von der Brandfackel und den Plünderungen verschont geblieben, aber das Herz der Bauern war hart geworden in der harten Zeit. Es waren zu viele gewesen, die der Krieg um Haus und Hof gebracht hatte und die durch das Land zogen, bettelnd und wohl auch stehlend, und die auch in das Dorf zwischen den Sümpfen gekommen waren. Zuerst hatten die Bauern gern gegeben, aber bann wurde es ihnen zu arg, sie verschlossen ihre Höfe und zerstörten die Wege durch das Moor. Sie gingen ihrer Arbeit nach und lebten, wie sie gewohnt waren. Von der Welt hörten sie nichts. Als wieder einmal Weihnachten geworden war, zogen auch die Dorfkinder über die Felder wie in jedem Jahre um diese Zeit. Drei von ihnen waren als Heilige Drei Könige vermummt und ein Stern wurde ihnen vorangetragen, ein Stern auf einer Stange, und es war ein Licht darin und er konnte sich drehen. So wollten sie nach altem Brauch durch das Dorf ziehen, den kindlichen Sternsingerspruch auffagen und dafür ihre Gaben einsammeln: Roggenbrot mit Speckscheiben oder Aepfel oder eine Handvoll Nüsse. Jetzt aber gingen sie über die Aecker, tuteten aus Hirtenhörnern weithin, auf daß das Land im kommenden Jahre gute Frucht trage. Und sie hoben die Hörner und bliesen durch die kalte Nacht zu den Sternen empor, als fei der Stern darunter, zu dem einst die Könige aufgebrochen waren. Es war ein alter Schäfer bei den Kindern, der sah auf einmal, wie in der klirrenden Kälte die Tiere aus dem Wald und dem Moor kamen und wie sie olle auf eine Feldscheune liefen, als triebe sie dort der eisige Wind zusammen. Die Kinder liefen zu der einsamen Scheune und fürchteten sich, einzutreten, denn darin waren Stimmen und leiser Gesang. Ein Beherzter schob eine Latte beiseite und sah eine fremde Frau mit einem Kinde, das war kaum zwei Wochen alt und es stand dabei ein fremder Knecht. Und einer nach dem andern schob ein Auge vor den Spalt und sah in die Scheune hinein und sah, wie die Tiere aus Wald und Feld dicht beieinander lagen und die Menschen mit ihren Leibern wärmten. Da traten die Kinder zaghaft ein, und weil sie nichts Besseres wußten, sagten sie ihren Spruch auf, daß sie die Heiligen Drei Könige wären und den Stern suchten. Aber sie tarnen nicht weit im Text und fingen zu stottern an, da sagte der fremde Knecht, sie möchten um Gottes Barmherzigkeit Willen zum Dorf gehen und Windeln und warme Tücher holen und etwas zu essen, denn sie kämen von weit und hätten rein gar nichts. Da liefen die Kinder durch Schnee und Wind ins Dorf, wo man längst auf sie wartete, daß sie die Sternlieder fingen und die Gaben abholen würden. Als aber die Bauern hörten, worum die Kinder diesmal bäten, und daß sie gar die Schlitten an- fpannen sollten, um landfahrendem Volk zu helfen, da schlug einer nach dem andern die Tür zu. Bei manchen war es nicht einmal böser Wille; sie hatten nur keine Zeit so kurz vor der Christmette, die Weihnachtsgans war im Ofen oder sie hatten schon den Festrock angelegt. Kurzum, es paßte ihnen nicht. Die Kinder standen eine Weile auf der Dorfstraße, verzweifelt, daß sie keine Hilfe für das frierende Kind aufgebracht hätten. Da hatte eines von ihnen die Eingebung, daß die Kinder selber dem Kinde helfen müßten. Und sie teilten sich in die Aufgabe, gingen in die Scheunen, holten heimlich die Schlitten hervor, wollten dann zum Stall, um die Pferde anzufchirren. Was aber den kleinen Händen nie gelungen war, das gelang in dieser Nacht. Die Tiere selber stellten sich unter Strang und Siel und halfen den Kindern zu ihrem Teil. Doch ein Schimmel war nicht zu bändigen; er lief aus dem Hofe hinaus, schnurstracks die lange Dorfstraße bis zum Kirchturm, zerschlug mit den Hufen die Tür, faßte mit den Zähnen das Glockenseil und begann zu läuten. Die Leute in den Häusern wunderten sich, daß die Glocke schon zur Kirche rief, und meinten, sie hätten die rechte Zeit verpaßt. Als sie aber vor die Tür traten, stand ein Schlitten vor jedem Hause und die Kinder riefen ihnen zu, zum Opferbringen sei immer noch die rechte Zeit. Die Bauern zauderten freilich, da gelabten die Kinder, daß sie nie wieder Geschenke haben wollten zur Weihnachtszeit, wenn die Leute mit ihnen aufs Feld zögen zu Mutter und Kind. Und schon hatten die Kinder ihre besten Sachen geholt, um sie dem Kinde da draußen zu geben. Da überkam auch die Leute das Mitleid; nicht länger wollen sie sich beschämen lassen von Kindern und unvernünftigem Getter. Sie gingen ins Haus und packten zusammen das Nötige und das Unnötige und das, was ihnen am liebsten war. Als die Schlitten vollgepackt waren, setzten sich die Pferde von selbst in Fahrt; schnell sprangen die Kinder auf. Die Leute zogen zu Fuß hinterdrein und es begann einer zu fingen, andere fielen ein und ein schön« Gesang ging über die Felder. Die Glocke im Dorf läutete nicht mehr, aber von weiter Ferne, hinter den Sümpfen, kam Glockenton, den die Bauern von dort nie vernommen hatten. Ja, es war als läuteten oll Glocken im Land. Da wußten die Bauern, daß wieder Frieden auf Erden fei. Da zerriß vor ihren gläubigen Augen die Nacht. Ein neues Licht strömte über die weißen Felder, davon erblühten alle Bäume zu Rosen und die Luft war voll herrlichem Getön. Die Bayern schritten durch eine Fülle der wunderbarsten Erscheinungen den Weg über das Moor zur Feldscheune und es war ihnen, als feien sie Heimkehrer nach einer langen Fahrt, Heimkehrer in den Frieden. Und sie fangen fo laut, damit man es hören sollte in der ganzen Gegend: das Dorf zwischen den Sümpfen sei wieder da für die Nachbardörfer zur Rechten und zur Linken und auch für den geringsten Sohn dieser kargen, leidgeprüften Erde. Frank Leberecht. Ein Bootsgrab aus der Wikingerzeit. Im Norden von Upsala in Schweden ist kürzlich ein Bootsgrab aus der Wikinger-Zeit entdeckt worden, das den berühmten Gräbern von Wendel in Uppland ähnelt. Während aber die früheren Funde zumeist schlecht erhalten waren, befindet sich dieses Boot in einem außerordentlich guten Zustand. Es ist, wie Dr. Holger A r b m a n in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" ausführt, das einzige kleine Fahrzeug aus jener Zeit, das noch vollständig erhalten ist. Es gibt uns ein anschauliches Bild von einer Trauerfeier der Wikinger vor ungefähr taufend Jahren. Damals starb jemand auf der Uppland-Ebene. Man bettete ihn im Achterschiff seines Kahns und gab ihm eine Reihe von Gegenständen mit, die man für die lange Reife ins Jenseits für unentbehrlich hielt, darunter befanden sich: ein Napf für das Essen, ein Wegschwert, ein Besen zum Fegen, zwei aus dünnem Holz geschnittenen Drachenknöpfe, ein einfaches Spielbrett, anscheinend als Reisezeitoertreib, und noch einige andere Gegenstände, deren Bestimmung bis jetzt noch nicht ermittelt werden konnte. Auf vier Stämmen, die sich noch an der Fundstelle befinden, ist der Kahn zum Bestattungsplatz getragen und dort in eine ein Meter tiefe Grude gesenkt worden. Vorher hatte man einen Hengst erschlagen und dem Tier den Hals abgehauen; außerdem war mit einem Hieb über den Rücken ein Windhund getötet worden. Beide Tiere wurden hintereinander an der Steuerbordseite des Kahns außen niedergelegt, während auf der anderen Seite einige sehr schön gearbeitete Holzschalen und Schöpfkellen dargebracht wurden. Daraufhin ist das Boot mit Stämmen, Stöcken und Brettchen bedeckt und schließlich mit Ton üerbaut worden, so daß eine Art Totenkammer entstand. Offensichtlich hat der Tote aber nicht lange Ruhe gehabt, denn ungefähr ein Jahrhundert später ist fein Grab geplündert worden. Die Räuber haben am Achterschiff gegraben und dabei den hinteren Teil des Kahns zerbrochen. Alle Schmucksachen und Gegenstände von größerem Wert haben sie mitgenommen, mit Ausnahme eines kleinen Goldringes. „Es ist eine alt- nordische Sitte, den Toten in feinem Schiff oder Kahn zu begraben. Manchmal wurde das Fahrzeug verbrannt, seltener wurde es von reichen Familien mit der ganzen Ausrüstung beigesetzt. Ein Araber, der im zehnten Jahrhundert eine Reise nach Rußland unternahm und dabei schwedische Kaufleute traf, gibt uns einen Bericht von einem Totenfest bei der Bestattung eines Wikingerhäuptlings, dem er beigewohnt hatte. Hier wurde der Tote unter geheimnisvollen und grausamen Zeremonien, in denen auch Menschenopfer vorkamen, in feinem Schiffe verbrannt. Einige altnordische Sagas erzählen uns von einem schon damals nicht mehr geübten Brauch, wonach der Tote in fein Fahrzeug gelegt, das dann brennend den Wellen übergeben wurde. Was dachten wohl die Leute, wenn sie die Toten im Schiff begruben? Vielleicht sollte es zur Reife in eine andere Welt dienen; vielleicht auch gaben sie dem Toten das Boot mit, weil er es ähnlich wie Schwert, Lanze, Essen ujw. in einem Leben, das dem irdischen ganz ähnlich war, brauchen könnte. Für den Prähistoriker war es ein spannendes Erlebnis, als der zierliche Kahn langsam wieder ans Licht kam und das kleine Fahrzeug eines Abends auf zehn Paar Armen aus dem Grab, in welches es vor einem Jahrtausend gesenkt ward, wieder emporgehoben wurde. Der schweigsame Engländer. Die Wortkargheit her Söhne Albions ist bekannt, und besonders die Amerikaner sollen darüber immer wieder in Erstaunen geraten. Darüber ist drüben folgende Geschichte verbreitet. Auf der „Mau- retania" teilte bei der Ueberfahrt ein Engländer eine Luxuskabine mit einem Amerikaner. Dieser beschloß abzuwarten, bis der Brite zuerst das Wort an ihn richten würde. So wartete er fünf volle Tage. Der Engländer war sehr höflich, aber schweigsam wie ein Grab. Erst am letzten Abend vor der Ankunft schien er einen großen Entschluß fassen zu wollen. Jedenfalls raffte er sich mit einmal zusammen, dann räusperte er sich bedächtig und sagtg schließlich in langsam gesetzten Worten: „Fahren wohl auch rüber?" 12.0 22SÄB 8.5 17,51 \ 1€>o 19.5 Vele Z# 20.5 m M MOV. DEZ./Inov.Idez- Oberheffen Wirtschaft Oer Weihnachtsmann belebt das Geschäft jungen Sammler ihres Amtes. wg. Großen-Bufeck, 22. Dez. Die Gefolgschaft des hiesigen Filialbetriebes der Zigarrenfabrik Rinn & Cloß (Heuchelheim) veranstaltete gestern abend im Saale der Gastwirtschaft Wagner einen Kameradschaftsabend, an dem auch die Angehörigen der Gefolgschaftsmilglieder teilnahmen. Kamerad W e h r u m, der Werkführer des Betriebes, hielt einleitend, nach einem Musikstück der Kapelle Nicolai, eine Ansprache, in der er über den Sinn des Abends sprach und dann das Aufbauwerk des Führers im Interesse des ganzen deutschen Volkes schilderte. Besonders wies er auf den Geist der Einheit in den Betrieben hin, der über alle Gegensätzlichkeiten früher Jahrzehnte hinweg, geschaffen worden ist. Mit einer Ehrung des Führers schloß der Redner seine Ansprache. Der weitere Verlauf des Abends brachte dann in bunter Reihenfolge Gedichtvorträge, Theaterstücke und auch ein Singspiel. Musikalische Darbietungen füllten die Pausen. Inzwischen war der stellvertretende Betriebsführer Albert R i n n erschienen, der in kurzer Ansprache seine Freude über den herrschenden Kameradschaftsgeist Ausdruck gab und dann die Grüße des Betriebsführers Ludwig Rinn übermittelte. Er betonte, daß sich die Firma bemühen werde, auch in Zukunft die Gefolgschaft trotz mancherlei Schwierigkeiten auch weiterhin voll zu beschäftigen. Im weiteren unterhaltenden Teil des Abends ernteten verschiedene gesangliche und musikalische Solodarbietungcn, starken und verdienten Beifall. Mit großer Freude wurde ausgenommen, daß die Firma neben Getränken und Rauchmate- Bruder gemeinsam gegen die Umzäunung des hie- gen Jungviehtummelplatzes. Dabei erlitt er einen Tnterfchenkelbruch am rechten Bein und mußte m die Klinik nach Gießen eingeliefert werden. < Dorf = (3m, 22. Dez. Die Ortsgruppe Lich des Reichsluftschutzbundes veranstaltete m unserer Gemeinde einen Schulungslehrgang, der an fünf Abenden im Schulfaal stattfand. Etwa 50 Personen unseres Ortes — 20 Männer und 30 Frauen — wurden mit allen Fragen des Luftschutzes vertraut gemacht. Behandelt wurden u. a. chemische Kampfstoffe, die verschiedenen Arten der Bomben, Gasschutzgeräte, Sanitätsschutz, ländlicher Luftschutz und die Aufgabe der Frau im Luft- chutz. Gestern abend wurde der Kursus mit kleinen Ansprachen des Gemeindegruppenfuhrers Lehrer Jung und des Sattlermöisters S a m e s ge- chlossen. — DieRheinischeMission zeigte in der letzten Woche in unserer Kirche einen sehr beifällig aufgenommenen 5ihn „3n Jesu Dienst von Bethel nach Afrika", lieber 75 Reichsmark, ein» chließlich der Kollekte, konnten der Mission überwiesen werden. Kreis Scholten. Rudingshain, 19. Dez. Am vorigen Sonntag vollendete der einzige hier noch lebende Altveteran Johann Gottfried Z i n n e I in voller Frische sein 85. Lebensjahr. Der alte Mann hilft noch wacker in der Landwirtschaft mit. — Gestern konnte Frau Margarethe Jochim Witwe ihr 8 6. Lebensjahr vollenden. — Die hiesige Frauenschaft veranstaltete am vorigen Sonntag eine A d v e n t s f e i e r, zu der die über siebzig Jahre alten Frauen eingeladen und fast vollzählig erschienen waren. Bei Gesangs- und Gedichtvorträgen, sowie bei Kaffee und Kuchen verlebte man einige schöne Stunden. Im Verlaufe des Beisammenseins wurde in Dankbarkeit auch des Führers gedacht. Die Frauenschaft hat in neuester Zeit einen starken Zuwachs an Mitgliedern aufzuweisen. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 20. Dez. Die ortspolizeiliche Anordnung, nach der umherziehenden Zigeunern nichts mehr verabreicht werden darf, hat sich in günstigem Sinne ausgewirkt. | Die Zigeunerbettelei hat aufgehört. Feier beschlossen. * Lang-Göns, 22. Dez. Zu dem Unfall eines hiesigen Jungen beim Rodeln wird berichtend ergänzt, daß es sich um den Schüler Erich Müller, Sohn des Ant. Conr. Müller, Kohlenhand- lung, handelt. Er fuhr am Freitagabend mit feinem Wieder ist das hauptsächliche Weihnachtsgeschäft eines Jahres vorüber, und nach den bisherigen Berichten haben die Geschäftshäuser auch diesmal gut abgeschnitten. Wie einschneidend die Einkäufe des „Weihnachtsmannes" für den gesamten Warenverkehr sind, ersieht man daraus, daß z. B. der Spielwareneinzelhandel im Dezember allein fast 50 v. 5). seines gesamten Jahresumsatzes zu tätigen pflegt. Die anderen Geschäfte verzeichnen in den letzten beiden Kolendermonaten ebenfalls rund 20 bis 40 v. $). ihres gesamten Jahresumsatzes. — Unser Schaubild gibt einen guten Ueberblick über die Umsatzverteilung in den verschiedenen Zweigen des Einzelhandelsgeschäfts. Die Zeichnungen erläutern die Art der Geschäfte, für die die Angaben der Umsätze in v. H. des Jahresabsatzes gemacht sind. — (Zeichnungen: v. Zglinicki. — Scherl-M.) rial jedem Arbeiter und jeder Arbeiterin ein Weihnachtsgeschenk übermitteln liefe. Mit einem Gedicht- vortrag und der Schlußansprache des Werkführers, der dem Dank der Belegschaft für die Spenden Ausdruck gab, fand der Abend fein Ende. ch Staufenberg, 22. Dez. Die jüngste Pfundsammlung im Lebensmittelopferring ergab hier 30 Pfund Mehl, 18 Pfund Reis, 7 Pfund Bohnen, 5 Pfund Erbsen, 3 Pfund Zucker, 1 Pfund Griefe und 1 Pfund Lmsen, zusammen ca. 65 Pfund Lebensrnittel. 3 Großen-Linden, 23. Dez. Gestern hielt die K l e i n k i n d e r s ch u l e unter Leitung der Schwester S. K r e h ihre diesjährige Weihnachtsfeier mit Bescherung in der Kirche ab. Pfarrer Schultheis als Vorsitzender der Klem- kinderschule hielt eine Ansprache. Von den Kindern wurden schöne Darbietungen und Weihnachtslieder gebracht. Etwa 60 Kinder konnten beschert werden. * Leihgestern, 23. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag können die Eheleute Heinrich S ch ä - f e r und Fran Elisabethe, geb. Eckhardt, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Watzenborn-Steinberg, 23. Dez. Die für den Neubau der Turnhalle ernannte Baukommission unserer Gemeinde hielt unter Leitung von Bürgermeister Schäfer ihre erste Sitzung ab. Baumeister Löffler vom Hochbauamt Gießen legte den Bauplan vor. Damit im Frühjahr rechtzeitig mit dem Bau begonnen werden kann, wird Bürgermeister Schäfer im Einvernehmen mit dem Hochbauamt alle erforderlichen Vorbereitungen treffen. * Allendorf a. d. Lahn, 22. Dez. Am vergangenen Freitag konnten der Scheinermeister Johannes Volk II. und Frau Margarete ihren 7 5. bzw. 68. Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische feiern. Der Gießener Anzeiger wird im Hause des Jubilars bereits seit 52 Jahren gelesen. I G a r b e n t e i ch , 23. Dez. Im Saale „Zum weißen Roß" hatte am gestrigen Sonntagabend die hiesige Zellenleitung der NSDAP, zur Weihnachtsfeier eingelaüen. Zellenleiter K u l l b a ch begrüßte die aus allen Gliederungen der Partei erschienenen Volksgenossen und betonte den Wert dieser im ganzen Reich veranstalteten Feiern. Weihnachtsgeschichten und -märchen, vor- getragen von der NS.-Frauenschast und dem BDM., sowie gemeinsam gesungene Weihnachtslieder ließen rasch Festesstimmung aufkommen. Musikstücke bestritten den weiteren Teil der Unterhaltung. Vom Weihnachtsmann wurde die Schuljugend reichlich beschenkt. Die Kinder bau n mit drei Weihnachtsliedern. Aus einer Seile rjammlung konnte dem WHW. ein beachtlicher Betrag überwiesen werden. Zellenleiter K u l l b a ch dankte allen Mitwirkenden und bat aüte Volksgenossen, stets der immer noch teilweise herrschenden Not zu gedenken und nie mit Opfern und Spenden müde zu werden. Außer den bis jetzt geleisteten Geldsammlungen sind für das WHW. bis jetzt 87 Zentner Kartoffeln, 17 Zentner Frucht, 240 Pfundpäckchen, 19 große Weihnachtspakete und 40 Büchsen Fleisch und Wurstwaren bei Hausschlachtungen gespendet worden. Mit Dank unb Gruß an den Führer und mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied wurde die eindrucksvolle Canbfrefa Gießen. * Heuchelheim, 23. Dez. Die hiesige Kleinkinderschule veranstaltete am gestrigen Nachmittag ihre diesjährige Weihnachtsbescherung. Bei der großen Anzahl der Kinder war es unmöglich, die Feier in der Kirche abzuhalten. Deshalb hatte der Verein „K i n d e r f r e u n d" die Turnhalle für die Bescherung gewählt. Schon um 15 Uhr war die Halle voll besetzt von den Eltern der Kinder und sonstigen Freunden der Klein- kinderschllle. Die Kinder, 120 an der Zahl, hatten auf der geräumigen Bühne Platz genommen. Pfarrer Weisel eröffnete die Veranstaltung beim brennenden Weihnachtsbaum mit einer Ansprache. Unter Leitung von Frl. Else Germer, welche die hiesige Kleinkinderschule betreut, zeigten die Kleinen dann auf der Bühne allerlei Vorführungen. Neben gemeinsamen Weihnachtsliedern wurden von einzelnen Kindern kleine Gedichte vorgetragen und sogar ein nettes Volkstänzchen aufgeführt. Von der aufopfernden Tätigkeit der Kindergärtnerin zeugte ein von allen Kindern aufgeführtes Weihnachtsspiel vom Tannenbaum, das von den Kleinen mit grofeer Sorgfalt gespielt wurde. Die Begeisterung unter den Kindern erreichte ihren Höhepunkt, als der Weihnachtsmann erschien und viele Körbe mit Paketen brachte. Nachdem die Kleinen im Chor dem Christkind für die Gaben gedankt hatten, sprach Psarrer Weisel das Schlußwort, dankte besonders Frl. Germer für ihre unermüdliche Arbeit an der großen Anzahl Kinder und forderte alle zur eifrigen Unterstützung des Vereins .Kinderfreund" auf. △ Annerod, 21. Dez. Gestern abend hielt ein Missionar der Baseler Mission in der hiesigen Kirche einen Vortrag über die Arbeit der Baseler Mission in China. Auf Grund 8jähriger Tätigkeit in diesem Lande konnte er über Selbsterlebtes und -geschautes berichten. Zuerst sprach er über die Missionspflicht der Christen auf Grund des Missionsbefehls, dann über die Notwendigkeit, den von Geister- und Dämonenfurcht gequälten Menschen die frohe Botschaft von Gottes Liede in Jesu Christo zu bringen. An Hand von schönen Lichtbildern erzählte der Missionar von dem Leden der Chinesen als Arbeiter, Bauern und Beamte. Besonders lobte er ihren starken Familiensinn und ihre Verehrung der Eltern und Ahnen. Der Besuch war befriedigend. An den Gaben war zu sehen, daß noch Interesse für die Mission vorhanden ist. tz Alten-Bufeck, 22.Dez. Eine weihnachtliche Vorfreude wurde unseren Schulkindern dadurch bereitet, daß sie mit ihren Lehrern gestern nachmittag die Weihnachtsvorstellung des Gießener Stadttheaters besuchten. Durch das Entgegenkommen der Theaterleitung wurde den Kindern für den Besuch dieser Vorstellung ein niedriger Einheitspreis gewährt. Für die Hin- und Rückfahrt wurde ein Postomnibus benützt. In anerkennenswerter Weife waren die Fahrpreise für die Kinder bedeutend ermäßigt worden. Der Theaterbesuch war für die Kinder ein Erlebnis, um so mehr, als die Mehrzahl von ihnen das Theater bisher noch nicht besucht hatte. — Bei der letzten Sammlung für das W i n t e r h i l f s w e r k, die durch die Hitler-Jugend durchgeführt wurde, konnten in unserem Dorfe 130 Abzeichen verkauft werden. Mit großer Begeisterung walteten die und Gesfürel blieben behauptet, während Siemens 1 v. H. und RWE. 0,13 v. H. nachgaben. Im einzelnen eröffneten Kunstseide AKU. mit 50,50 (50,40), Moenus Maschinen mit 78,40 (78), Feinmechanik Setter mit 77 (76,25), Metallgesellschaft nut 110 (110), Reichsbank mit 177 (177), Bank für Brauindustrie mit 114 (114) und Norddeutscher Lloyd mit 16,13. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls sehr klein, die Kurse lagen aber behauptet. Altbesitz unverändert 109,50, Kommunal-Umschul- dung unverändert 87,40, späte Reichsschuldbuchforde- rungen unverändert 96,75 und Zinsvergütungsscheine mit etwa 91,55 (91,60). Fremde Werte waren vorerst ohne Geschäft. Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktien- markt freundlich und die Kurse waren vielfach weiter erhöht. Am Montanmarkt ergaben sich weitere Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. IG. Farben erhöhten sich unter Schwankungen auf 148, ferner lagen BMW. mit 118 bis 118,50 (117,40), Zellstoff Waldhof mit 116,25 (115,25) und Conti Gummi mit 160 (159) etwas fester. ScheideanstalL 213,50 nach 213. Elektroaktien lagen ziemlich ruhig, etwas niedriger waren Kunstseide AKU. mit 50,25 nach 50,50. Der Rentenmarkt blieb still und unverändert. Auch Pfandbriefe und Stadtanleihen notierten gegen gestern behauptet, Liquidations-Pfandbriefe zogen überwiegend 0,13 v. H. an. Don Industrie-Obligationen 6 v. H. Krupp 104,75 (104,50), 6 v. H. Stahlverein unverändert 102,65. Der Auslandsrentenmarkt war vernachlässigt. Im Freiverkehr galten Genußrechte der Eisenbahn-Bank etwa 1 bis 2 v. H., Eisenbahn-Rentenbank etwa 7 bis 8 v. H. — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Dez. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Markttage: Vorauf trieb: 463 Rinder (106 Ochsen, 32 Bullen, 229 Kühe, 96 Für- sen), 641 Kälber, 12 Schafe, 2779 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 43 Mark, Bullen 38 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 43, Kälber 50 bis 78, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder, gute Qualitäten lebhaft, Kälber lebhaft, Hümmel und Schafe ruhig, Schweine wurden zugeteilt. Die Lage am Frankfurter Schlachtviehmarkt. LPD. F r a n k f u r t a. M., 21. Dez. Wie der Pressedienst der Landesbauernschaft Hessen-Nassau mitteilt, hat die Re'chsstelle für den Bedarf der kommenden Woche durch reichliche Anlieferung Sorge getragen. Es wird für jeden Metzger zweckmäßig fein, sich entsprechend der Zufuhren ein- zudecken, da noch nicht abzusehen ist, welche Zuweisungen die Reichsstelle zu Beginn des Monats Januar machen wird. Oie Jndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1374: Wir bitten die Firmen, denen „Wirtschafts- Informationen" der „Auslandsfachschaft des Deutschen Handels und Gewerbes" zugegangen sind, um umgehende Mitteilung. E 1375: Einzelheiten zum deutsch-südafrikanischen Abkommen. E 1376: Bekanntmachung KP 79 der Ueberwa- chungsstelle für unedle Metalle betr. Kurs- preise. Rhein-Mainische Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 21. Dez. Den Erwartungen entsprechend lag die Wochenschlußbörse sehr ruhig. Die Nähe der Feiertage veranlaßt zur Zurück- hattung, zumal da Aufträge der Kundschaft nur in wenigen Spezialpapieren Vorlagen. Von wirtschaftlichen Momenten fand die erneute Steigerung der Reichseinnahmen Beachtung. Die Grundstimmung war sowohl am Aktien-, wie am Rentenmarkt freundlich. Den notierten Werten lagen indes meist nur Mindestsätze zugrunde. Am Aktienmarkt zeigte sich etwas Kaufinteresse für Montanwerte. Harpener Bergbau standen im Vordergrund und erhöhten sich auf 108 (106), die übrigen Werte erfuhren Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Chemische Aktten lagen ziemlich still, IG. Farben unverändert 147,25, aber Scheideanstalt um weitere 1,50 v. H. erholt auf 213. Für Elektroaktien war die Kursentwicklung etwas ungleichmäßig. Fest lagen Lahmeyer mit 121,50 (119). Licht & Kraft gewannen 0,75 v. H., AEG. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lornbardzinsfufe 5 v. H. Aranliuri a. JJL 25emn Frankfurt a.M. Acrlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Echlußk. Mittag- börsc Schluß« kurs SchluKl. Abend- börse (Schlußkurs (Schlußk. Mniag- bklrle Datum 20.12 21 12 20.12 21 12 Votum 20 12 21-12 20-12- 21 12- 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 100,4 100.4 100,5 100,5 4% desgi. Serie tl ............ 9,5 9,5 — — 4% Deutsche RetchSanl. von 1934 97 97 97 97 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,8 5,8 5,8 —— 6’/i% Doung-Anleihe von 1930 .. 101,75 — 103,5 102,65 4^%Rumän.vereinh.9ientev.l913 8.5 8,5 8,6 8,7 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,75 4,75 4,75. 4,75 38,9 38,75 39 39 4‘/i% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% ehern.8% Hess. öoHßftaat 1929 100 100 100 100 Hamburg-Rmerika-Paket .....0 14,75 14,75 14,9 14,9 (riickzahlb. 102%)............ 96,75 96,75 A?amburfl-2übain. Dampfschiff . 0 — ■ — 4)Z%^hem. 8% Hessische Landes' Norddeutscher Lloyd .........0 16,13 16,13 16,13 16,13 bank Darmstadt Gold 81.12.... 96,25 96,25 96 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 — 84,4 84,4 84,75 6%% ehern. 4y,% Hess. Landes- Berliner Handelsgesellschaft ... 6 114,25 114 114,5 114 Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,65 100,75 - — Commerz- und Privat-Bank ... 0 83,5 83,75 83,5 83,75 4%% ehem. 8% Darm st. Komm. Deutsche Bank und Disconto- LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 92 92 _ Gesellschaft................0 82,5 82,5 82,5 82,5 Dresdner Bank..............0 83,5 83.25 83,5 83,25 Reichsbank ................12 177 177 177 177 Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 112 112 112,25 112,25 4%% ehem.8% Franks. Hhp.-Bank A.kk.G......................V 34,4 34,5 34,75 34,65 96,4 96,4 Beknla.................... 10 133 134 133.5 134,25 6H% ehem. 4Vr°/° Franks. Hyp.> Slektr. LieferungSgelellichaft... 5 109,5 110,5 109,4 111 Licht und Kraft ........... 6% 125,75 126,5 126 127,5 t>yx% ehem. 4*4% Rheinische Felten & Guilleaume......... 4 107,65 108 107,5 108,75 Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 100,75 100,65 100,9 100,65 Geselisch.f.Elcktr.Unternehmung. 6 123 123 123,4 123,9 4%% ehem. 8% Pr.Landeüpfand- Rheinische Elektrizität ........ 6 —— — ——- — briesansialt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Rhein. Wests. Glettc..........6 129,75 129,65 130 130 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- Schustert S Co...............4 118 119 118,65 119 briesanst., Gold Komm. Cbl.Vl 97 97 97 97 Siemens L Halske............7 164,75 163,75 164,25 164,9 Steuergutsch.verrechnungök. 34-38 107,9 107,9 107,9 107,9 Lahmeyer L Co........... 7 119 121,5 120 121,5 4% Oesterreichische Goldrente.... 28 _ 28,25 28,65 Buderus .............. 4 92,75 92,75 92,25 93 4,20% Ocsterreichische Silberrente 1,2 1,2 1,3 ■— Deutsche Erdöl ..............< 103,75 103,75 103,5 104,5 9 9 9,05 9,05 Harpener...................l 106 109 106,5 109,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,8 9 9 8,9 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 81,5 82,5 81 83,65 4V,% desgi. von 191.3.......... 9 9 9,1 9 Ilse Bergbau ...............6 I _ 152 - — b% abgest" Goldmexikaner von 99 12,25 . 12,24 12,13 12,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 126 ! 125,5 125,25 125,65 4% Türkische Bagdaobohn-Anleihe M WI 1 — ülöcknenverke ................ ,Sltflwnettniflnil«lRÖlHflT ~t__-tT~ ( 77,75 i au 77,25 1 79.13 lZri5 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 2012. 21-12. 20-12- 21.12- ManSfeider Bergbau .. ....... 5 I 116,5 — 117 117,75 Kvkswerke........... ....... k —— 113 114 Rheinijcl)« Braunkohlen .....12 209 210 208,25 208,25 102 102.75 10? 103 Bereinigte Stahlwerke. .......0 I 72 72,75 71,75 73 .......c 17 75 17 65 17 65 17,9 Kaliwerke Aschersleben. .......5 120,25 120,5 Kaliwerke Westeregeln. ....... 5 114,75 — 115,4 118 Kaliwerke Salzdetfurth .....7y. — 176 175,25 3- G. Karben-Industrie .......7 1 147,25 148,13 147,13 148,13 Scheideanstalt........ .......< 211,5 213,5 — —— Goldschmidt ......... ....... 5 1 104,75 105,5 104,65 105,75 Riitgerswcrke........ ....... 6 i 111,75 111,5 111,25 112,75 Metallgesellschast...... .......4 110 110 109,65 110 Philipp Holzmonn...........4| Zementwerk Heidelberg ......7| Eemeutwerk Karlstadt......... 6] Schultheis Patzenhofer .......4 81 tu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellsiofs Waldhof ............5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Oren stein & Lovpel ..........0 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Chade....................71/, Bccumulaiiren-Fabrtk.......12 Conti-Gummi............ 8 85 85,5 85 85,13 116 116,25 128 128 — _ 99,75 100,13 50,4 50,4 50,65 50,5 100,5 101 100 101 115,25 116,5 115,25 116 77,9 79,9 77,5 79,5 — 117,75 117 86,75 87 86,5 87 136,25 136,25 135,75 135.75 — — 73,25 73,5 24,75 24,75 24,9 24,9 281 281,5 281,5 281 166 167 166 166 159 159,5 159 160 Gritzner....................o| 24,51 24.5 I 24,25 i 22,75 Marnkrastwerke Höchst 0.M.— 4 87 I 87,25 I -i — SMxulfchetzLtvI« «w* toi 8» 1200,254 80»! M Devisenmarkt Berlin — - Frankfurt a. BL 20.Dezember 21 .Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Dries Geld Brief . Buenos Ätce. 0,677 0,681 0,677 0,681 Brüssel..... 41,86 41,94 41,87 41,95 Rio de Jan. . 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,68 54,78 54,72 54,82 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,245 12,275 12,255 12,285 Helsingfors.. Paris ...... 5,395 5,405 5,395 5,405 16,40 16,44 16,385 16,425 Holland .... 168,28 168,62 168,53 168,87 Italien..... 19,93 20,02 19,98 20,02 Japan...... 0,714 0.716 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,49 61,6 61,53 61,65 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,11 11,13 11,115 11,135 Stockholm.. 63,14 63,2! 63,18 63,30 Schweiz ... 80,66 80,82 80,64 80,80 Spanien... 33,99 34,05 33,97 34,03 Prag...... 10,29 10,31 10,285 10,305 Budapest .. —- — Neuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten > Z)erim,21 .Z)cxembcr (»CIO »rie, Amerikanische Roten....... 2,438 2,458 Belgische Roten........... 41.72 41,88 Dänische Noten .......... 54,53 54,75 Englische Noten .......... 12,22 12,26 Französische Noten........ 16,335 16,395 Holländische Noten........ 168,11 168,79 Italienische Noten......... — Norwegische Noten ....... 61,37 61,61 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling — Rumänische Noten........ —— — Schwedische Noten........ 63,01 63,27 Schweizer Noten.......... 80,46 80,78 Spanische «ölenw i Wji v MS' V; MM Mi d cuDl. .Lyanbtt dann fühlte er wie sich der Arm des Christkindes um ihn legte und ihn an sich drückte, so, daß er seinen Kopf an seine Schulter legen mußte. Wieder wehte ihn jener seltsame Duft an. Wie schön war das. Von fern klang die Musik des Karussells, hier, beim Christkind, klang sie viel angenehmer, ja, und hier hatte er gar keinen Wunsch mehr: der wichtigste war ja erfüllt. Alles andere war gleichgültig. Traumhaft lief eine Eisenbahn vor seinem Blick vorüber. Er ließ sie verschwinden, ins Nebelhafte. Immer beim Christkind sein, dachte er ... Plötzlich öffnete er die Augen. Hatte jemand gerufen, seinen Namen? Er sah auf — da unten, vor der Treppe, stand der Vater, und Julius sah seinem Gesicht an, daß er nicht heiter war. Im selben Augenblick fiel ihm ein, daß er seine Hand losgelassen hatte, damals, vor unendlich langer Zeit. Er mochte ihn gesucht und Angst ausgestanden haben um ihn, während er selber so glücklich war. Der Vater tat ihm leid, aber er legte den Finger an den Mund, so daß kein böses Wort fiel. Das Christkind hatte seinen Arm von ihm gelöst; seine Blicke wanderten zwischen dem großen Mann und dem kleinen Jungen. Julius erhob sich. Und mit einem Blick auf den Rest der Zuckerstange, die das Christkind in der Hand hielt, sagte er: „Behalt' sie." Er hatte aber das Gefühl, daß damit noch nicht alles getan wäre. Manche Frage konnte ihm vielleicht beantwortet werden, zum Beispiel die nach dem lieben Gott, der womöglich auch, wer weiß es, doch zu sehen ist, wenigstens für das Christkind! Aber es hatte gewiß noch viel zu tun für Weihnachten, so daß er es nicht mit Fragen aufhalten durfte, und ihm hatte es ja schon jetzt mehr geschenkt, als er zu wünschen gewagt hätte. Als er die Treppe herunterqeklettert war, sah er hinauf zu dem rotwangigen Gesicht mit den dunklen, sterngekrönten Locken und sagte: „Ich will immer brav sein." Und während ihn der Vater in den Arm hob, um ihn Heimzutragen, hörte er, gleichsam als Abschied, abermals jenes klimpernde Lachen, und er flüsterte, während sie sich entfernten, dem Vater, die Arme zärtlich um seinen Hals schlingend, ins Ohr: „Das war das Christkind." Und indem er den süßen Duft, den er da droben auf der Treppe eingeatmet hatte, noch einmal zu empfinden suchte, umfingen ihn schon die weichen Wolken des Schlafes. Mittlerweile aber hatte es wieder angefangen, ganz facht zu schneien, und auf den Wimpern des schlafenden Kindes schimmerte es wie ganz kleine Sterne. diesmal gut der Spiel' in letzte» erblick übel )ie Angabe» 1 £iS z.H «'S Ä m ij-J 5,6g 6bg 49. 11-1* 63,30 *'S 10,30$ wie ein heimliches Lachen lautete, „wir wollen zum Weihnachtsmarkt". Und ehe sich's der Junge versah, hatte ihn der Vater in den Mantel gesteckt und auch ihm eine Fellmütze über die Ohren gezogen, so daß er ganz ähnlich aussah wie er selbst. Und nachdem er ihm auch die Hände sorgsam in wollenen Handschuhen versorgt hatte, traten sie aus dem Haus und stapften im Schnee die Straße entlang. Dem kleinen Julius war zumute, als könne er, an der Hand des Vaters, bis ans Ende der Welt marschieren. Sie hörten ihre Schritte nicht, als sie dahingingen, aber nach einer Weile vernahm der kleine Julius Musik. Er dachte zuerst, das hätte irgend etwas mit Engeln zu tun, aber der Vater erzählte ihm, es gäbe auf dem Weihnachtsmarkt auch ein Karussell, auf dem er mit Musik herumfahren könne, und es werde von einem Pferd gezogen, und dann gäbe es auch eine Art von Zirkus, auf dem die Leute auf einem Seil spazieren gingen, ohne sich festhalten zu müssen. Alles das kam dem kleinen Julius, der so etwas noch nicht gesehen hatte, höchst sonderbar vor, er hörte dem Vater zu wie der Tante Anna, wenn sie ihm Märchen erzählte und glaubte nicht, das Gehörte mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Das war so, wie mit dem Christkind, ging es ihm durch den Kopf. Aber dann stand er staunend vor einer ganzen Stadt von Zelten, unter deren überschneiten Dächern bei Lampenlicht Dinge zu betrachten waren, wie er sie in solcher Fülle und Mannigfaltigkeit wirklich noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Türme von Schokoladenherzen gab es da, Mauern von Honigkuchen und richtige Berge von Pfeffernüssen, und Leute standen dahinter, die diese schönen Sachen anboten, es war nichts nötig, als die Hand danach auszustrecken? Kein Wunder, daß so viele Menschen hier versammelt waren, daß der kleine Julius gar keine rechte Ruhe zum Sehen bekam und bald hier, bald dort gedrückt und gestoßen wurde und die Hand des Vaters um so fester zu fassen suchte. Dabei hörte sich die Musik des nahen Karussells an, als wolle sie alles andere, das menschliche Wort zumal, völlig verzehren. Der Vater hatte dem kleinen Julius eine bunte Zuckerstange gegeben und, während er von einem Bekannten in ein Gespräch gezogen wurde, nicht bemerkt, daß der Junge seine Hand losgelassen hatte. Der ließ sich, die Zuckerstange im Mund, von Zelt zu Zelt schieben und fühlte sich, schauend und staunend, um so wohler, je weiter er von dem Lärm der Musik und dem Drängen der Menschen sich ent- , fernte. Auf einmal stand er in einer Zeltgasse, die. wie er sah, ein Ende hatte. An den Vater dachte er gar nicht mehr; die Buden ringsum im Blick und die Zuckerstange im Mund bot seinen Sinnen angenehme Beschäftigung genug, und obwohl der Boden vom getauten Schnee feucht und schmutzig war, schlenderte er unverdrossen weiter dem Ende der Zeltgasse entgegen. Auf einmal blieb er stehen und nahm die Zuckerstange aus dem Mund. Am Ende der Zeltgasse stand ein Wagen, wie ein kleines Haus, denn er hatte ein Dach und Fenster. An der Schmalseite war eine Tür, an der eine Laterne hing, und von der Tür ging eine kleine Treppe zur Erde. Und auf dieser Treppe saß — das Christkind. Wenigstens konnte das niemand anders sein, was den kleinen Jungen lächelnd ansah. Denn das Wesen auf der Treppe hatte Locken, freilich dunkle Locken, und einen zackigen Stern um den Kopf, genau so, wie er sich das Christkind gedacht hatte, und rosige Wangen und einen leuchtend roten Mund. Freilich hatte es einen etwas verschlissenen Mantel an, einen kurzen Mantel, aus dem aber der Saum eines glitzernden Gewandes heraussah. In diesem glitzernden Gewände staken, deutlich sichtbar, schlanke, übereinandergeschlagene Beine in Strümpfen, die wie Gold schimmerten. Das Wesen lächelte noch immer, deshalb hatte der kleine Julius auch keine Angst. Er näherte sich der Treppe, blieb davor stehen und fragte: „Bist du das Christkind?" Er hörte ein Lachen, das klang, wie wenn die Mutter am Klavier die letzten Tasten spielen ließ. Er bat sie zuweilen um diesen hellen Spaß, und sie konnte es sehr schön. So klang auch das Lachen des Christkindes, ganz hell. Nun war er gewiß, sich nicht geirrt zu haben. „Darf ich hinaufkommen?", fragte er nun. Das Christkind winkte, rückte ein wenig, und schon saß der kleine Julius an seiner Seite. Es war also doch zu sehen! Und noch mehr: es war auch zu fühlen und zu hören! Er war so zufrieden, wie er es sonst nur von Träumen kannte. Er würde nicht unglücklich werden für sein ganzes Leben, weil er es gesehen hatte; er hatte ja auch nicht durch das Schlüsselloch gespäht. Er hat es ganz von selbst gesehen, das liebe, liebe Christkind! Er sah es von der Seite an, und es überlief ihn mit einer fremdartigen Seligkeit, daß er dem Blick des Christkindes begegnete. Ein ungekannter Duft wehte ihn an. Er wußte nicht, was er sagen sollte. Da hielt er ihm seine Zuckerstange hin; es war erst wenig davon verbraucht. Wieder hörte er das Lachen wie vom Klavier, und Die Begegnung mit dem Christkind. Sine Weidnachisgeschichie von Will Scheller. Lange, endlos lange, so schien es ihm, hatte der Hüne Julius mit den Knien auf dem Sessel, den er mühevoll ans Fenster gerückt hatte, und mit den Ellenbogen auf der Fensterbank gelegen und dem ebneten zugesehen. Das war sehr schön gewesen, 6i. [es schwebende, tanzende Niedersinken ungezähl- ie,, weißer Sterne aus einem, wie es ihm vorkam, zcmz nahen, grauen Himmel, und diese langsame 8:rroanblung der Bäume und Büsche da draußen, dlö ganzen Gartens und der Straße dahinter und |o;iar der Häuser auf der anderen Seite wenigstens 0(~ Dächer, deren rote und dunkle Ziegeln mehr und r chr in diesem weichen Weiß verschwunden waren. Aa, das war schön und beruhigte ein Herz, das v.irher einen so heftigen Stoß bekommen hatte, als - wann war es doch gewesen? — die Mutter sehr emst gesagt hatte, sein Weihnachtswunsch könne nicht erfüllt werden. Nein, das gehe nicht, das müsse ei sich aus dem Kopf schlagen. Dabei hatte sie ihm Innen blonden Schopf gestreichelt. Das Christkind [wen, — das dürfe er gar nicht einmal wünschen! käme doch vom lieben Gott, der auch nicht zu [wen sei, und Kinder, die nicht brav, sondern neu- g ?rig wären und vor der Bescherung heimlich durch bes Schlüsselloch zum Weihnachtszimmer spähen sollten, würden am Ende gar nichts bekommen und vielleicht unglücklich davon werden für ihr ganzes ßlben ... Daran hatte der kleine Julius denken müssen, als ei vor dem Fenster gekniet und in das Schneien hmeingeblickt hatte. Es ist wahr, einige Augenblicke kmg war ihm auch die Vorstellung einer Eisenbahn ichfgetaucht, die ihm die Mutter als Weihnachts- nunfch vorgeschlagen hatte, weil er schon immer einmal gewünscht hatte, so etwas zu haben; aber sie [rwohl wie das Bild des Christkindes, das er sich ir.it einem zackigen Stern um den lichten Lockenkopf virstellte, war verblaßt wie der Tag selber, wenn btnr Schlaf kommt. Das Hineinstarren in den laut’ ; [ren und schier unaufhaltsamen Schneefall, der nun lc-ngsam aufzuhören schien, hatte ihn in ein Gefühl „irsetzt, in dem alles sich verwandelt wie im Traum. Hatte jemand gerufen? Der kleine Julius rutschte c»im Sessel herunter und sah sich um. Da stand sein toter vor ihm, lächelnd, mit der Fuchsfellmütze auf bim Kopf, in der er immer so stattlich aussah. „ iomm", sagte er mit einer Stimme, deren Klang ber Eisen- Menien- nDerätfbert ni) rnroer« hen notier« ans-Pfand' Don 3nbu« 5 (104,50), Der Lus- tt leridjt.) Um vftrieb: 463 he, 96 Fär> hweine. Es Bullen 38 43, Kälber Marktver- älbn Ved- ne YDUibc >°ft eben, behauptet, l-Umschul. 'buHsorde- ergAntzs- waren Aktien, in vielfach loben sich vh. X n aus 148, 0 (117,40), und Conti )eideanstalt ilich ruhig, mit 50,25 Jemens yN ein. *Wo), M Dran. >er Lloyb °lizeiliche -n 3i. "U wer. ibyewirkt. )brt >rS’ -t sieben Wrers |eit einen len. Montag, 23. Dezember sM Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gberhessen) Ur.299 Dritter Mait Weihnachten in der Kaserne lüeihnachtsfeier bei der 7. Kompanie Inf.-Regts. 36. — Ein stimmungsvolles Bild aus einem Stall in der Artilleriekaserne.— (Aufnahmen [2J: Photo-Pfaff.) Wer-Ägend und VDK feiern Sonnenwende Gedenket der hungernden Vögel! deutschen Jungen und jedem Mäd- ein Alltägliches bedeuten. Und so Zu heilige HI. am brennenden Holzstoß. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Zarte, Lieder rechte »mß das jedem chin mehr als if es auch? ist ein Ros' entsprungen" und auch das wurderbare „Stille Nacht", diese beiden wecken bei allen deutschen Menschen die Weihnachtsstimmung. Wenn wir bei dem Liede „Stille Nacht, Nacht" auch Verfasser und Komponisten kennen, so macht uns das gar nichts aus. Dieses schönste deutsche Jugend um die HJ.-Fahne zu scharen, in sich immer disziplinierter zu werden und dem Führer neue Anerkennung abzuringen. Mit einem Gedenken der Toten'der HI., die in den Kampfjahren fielen und mit dem Bekenntnis der Liebe zur deutschen Nation schloß Unterbannführer Günther seine Ansprache am Sonnwendfeuer. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer Adolf H i t - l e r und den Reichsjugendführer sowie mit dem gemeinsam gesungenen Liede „Vorwärts, vorwärts" klang die Sonnwendfeier der Hitler-Jugend aus. BOM. vor dem Bismarckturm. Der Schnee leuchtete seltsam im bläulichen Widerschein des sternenübersäten Nachthimmels, als die Mädchen des Gießener BDM. am Sonntagabend im Scheine der Fackeln über den unteren Hardthof hinaufmarschierten zur windumwehten Höhe des Bismarckturmes. Vor dem wuchtigen Turm war ein hoher Holzstoß errichtet worden. Im Kreise scharten sich die Mädchen darum, sangen gemeinsam zwei Verse des Liedes „Heilig Vaterland!", in dem, wie kaum in einem anderen Liede, der.Stimmung der Stunde Es ist eine schöne und dankbare Aufgabe der knutschen Jugend, die uralte Sitte der Sonnwend- ftzr und der Sonnwendfeuer zu pflegen, zu vertiefen und in ihrem Sinne immer neu zu erfassen. A?hr und mehr wird dabei der Jugend bewußt, sehr wir Menschen der Gegenwart und eines xi! inten Volkes in einer Kette als Glied stehen, die t>n den Ahnen her in ferne Zukunft führt. Dar- Ül2r hinaus aber gewinnt der junge Mensch die Drbindung seines eigenen Seins mit dem gewal- iiicen Geschehen in der Natur, mit ihren Erscheinun- 6tn, mit ihren Kräften. Wenn unter dem blinkende Sternenhimmel im felsumschlossenen Bruch v!»r auf windumwehter Höhe Feuer auflohen, dann Bild der Heimat taucht auf, und bald summen rauhe Seemannskehlen das Liedlein mit. So ist's um das deutsche Herz bestellt. Ein Lied kann auch das härteste Gemüt erweichen. Wir wissen, daß auch so das Weihnachtsfest überall auf der Welt mit einem Lied gefeiert wird. Wenn die Gaben ausgeteilt sind, wenn alle mit leuchtenden Augen sich anschauen und an ihre fröhlichen Jugendtage zurückdenken, beginnt wohl manch einer ganz zaghaft: O Tannenbaum, o Tannenbaum ... zu fingen. Es ist ja oft fein Weihnachtsbaum da, auch die Kerzen fehlen manchmal, und trotzdem fingen sie das alte bekannte Lied, und die Augen werden ihnen feucht. Oder sollen wir uns erzählen lassen von Stunden, die unsere Soldaten erlebten, wenn sie am Heiligenabend das kleine Päckchen aus der Heimat öffneten und darin ein Tannenzweiglein oder ein kleines künstliches Weihnachtsbäumchen vorfanden? Ja, es waren schöne, aber auch wehmütige Stunden: Weihnachten in fremden Landen? Die Gedanken waren zu Hause bei Weib und Kind, im Geiste sah man die brennenden Kerzen am Tannenbaum, die jubelnden Kinder und die besorgte Mutter ... Und dann fing da in der Ecke ein alter bärtiger Krieger an zu fingen: Stille Nacht, heilige Nacht! Da war es dann mit der Fassung der andern aus. Da war auch nicht einer, der sich seiner Tränen schämte... Klingende, singende Weihnachten! Es ist merkwürdig: Wir kennen so viele schöne, zarte Weih- nachtslieder, aber wir können uns nicht entsinnen, daß wir sie irgend einmal „gelernt" haben, daß wir sie „aufgehabt" haben. Sie sind uns einfach zugeflogen. Schon die Mutter fang sie uns vor. Und dabei werden sie doch eigentlich nur an einem Tag im ganzen Jahre gesungen. Aber sie sind mit uns verwachsen. Sie sitzen in unferm Herzen. Schon die kleinsten Kinder haben ihre Lieder, die auch wir gern mitfingen. „Morgen kommt der Weihnachtsmann", „Alle Jahre wieder", „Vom Himmel hoch", „Am Weihnachtsbaum die Kerzen brennen" u. v.a. Das uralte Volkslied aber „Es Hitler-Jugend im Steinbruch an der Hardt. Am Samstagabend zog die Hitler-Jugend Ausdruck gegeben werden konnte. Nach Sprechchor und klar vorgetragenen Sinnsprüchen hielt die Untergauführerin Pfeffer in ihrer bestimmten, ernsten, ruhigen Art eine kurze Ansprache, in der sie an unsere Vorfahren erinnerte, von all dem sprach, was uns mit ihnen verbindet, aber auch von dem, was unsere Aufgabe für die Zukunft bedeutet. Die Stunde der Sonnwendfeier soll eine Stunde der Besinnung sein auf uns selbst und unser Sein. Wir müssen uns dessen bewußt sein, so sagte die Sprecherin u. a., daß es noch viel zu tun gibt, daß es noch weiter zu kämpfen gilt. Aber Arbeit und Kampf werden die Kameradschaft erhärten und die Kameradschaft beides leichter werden lassen. Wir wollen Taten zeigen und nicht davon reden! Die Kameradschaft soll unwandelbar sein! Wer Kameradschaft recht erlebt hat, wird nicht mehr von ihr lassen! Im Glauben an die Ewigkeit unseres Volkes, im Wissen darum, Glied in der Kette und im Blutstrom zu fein, müssen wir unsere Missionen erfüllen. Nach einem schönen Feuerspruch, im Sprechchor wiedergegeben, gedachte die Untergauführerin der Toten der Bewegung der deutschen Jugend im Dritten Reich, und dann des Führers Adolf Hitler mit einem dreifachen „Sieg-Heil!". Mit lo- ■ bernben Fackeln gingen bann einige Hitlerjungen Aus öer Proviuzialhaupistadt. Klingende Weihnachten. Wir können uns eigentlich keine Volksfeste und keine Familienfeiern vorstellen, bei denen nicht auch gesungen wird. Mit einem Liede wird die Feier eingeleitet, und mit einem Liede schließen wir. In unfern Liedern steckt ein Stück unserer Seele. Wenn die Stimmung den Höhepunkt erreicht hat, wenn die Freude am größten ist, dann fingen wir unsere alten bekannten Volkslieder. In unseren Volksliedern steckt eine urgewaltige Krafts „Alles, was ein Menschenherz, aber auch alles, was ein Volk bewegt, enthält das Vokslied." Und es geht mit uns Deutschen bis in die fernsten Erdteile. Deutsche Lieder erklingen am Rande der Wüste, in den Steppen Afrikas, im Urwald Süd- amerikas, im fernen Japan und in den Regionen des ewigen Eises. Ueberall auf der Welt, wo Deut- che wohnen, ist auch das Volkslied zu Haufe. Und wenn weit draußen, auf stürmischem Meer, ein Schiffsjunge feine Mundharmonika hervorzieht und ein deutsches Lied spielt, dann ruhen für Augenblicke alle fleißigen Hände und die Augen bekommen auf einmal einen hellen Glanz. Das iher Sonnwendfeier hinaus. Aus Oswaldsgarten lanmelten sich die Gefolgschaften des Unterbannes 1:16 und marschierten bann geschlossen mit ihren Ahnen bie Krofborfer Straße unb bann ben Glei- Irger Weg hinaus zur Harbt. Schweigenb zog bie 5»genb ihre Straße. Draußen im Steinbruch traten bie Gefolgschaften ir Kreise um ben Holzstoß an, unb halb loberten d Flammen empor, nachbem ein Flammenspruch b Feier eröffnet hatte. Ein gemeinsam gesungenes 2"b „Ein junges Volk steht auf" unb ein Sprecher gingen ber Ansprache bes Unterbannführers Mnther voraus. Er sprach von ber Jugenb, bie hlUte überall in ben (Bauen bas Fest ber Winter- [oinenroenbe erlebt, unb von ber Naturbeobachtung, bi: unsere Vorfahren pflegten, bie mit bem Wech- ■ fei ber Jahreszeiten Stunben der Einkehr verban- td. Er erinnerte daran, daß ein Volk, das die reite Flamme verehrt, immer rein und stark blei» bin wird. Die Jugend der Gegenwart soll stolz darauf fein, it unsere Zeit hineingeboren zu fein, bestimmt, mit’ ^wirken an der Gestaltung der Zukunft. Kompro- irftzlos wird die Hitler-Jugend auch im neuen Jahre fyen Weg gehen, auf jenem Weg, den der Führer ais dem Dunkel in das Licht wies. Noch gilt es, |k jagte der Redner u. a. weiter, Kampf gegen Tamtelmänner zu führen. Der Kampf wird siegreich ! b-'tanben, unb aus reinem Feuerbranb wirb bie ! fygenb bie Kraft bazu gewinnen. Die Jugenb will bme Gemeinschaft mit bem Welken unb Morschen. i ftir bie Jugenb war ber 30. Januar 1933 ber An- fmg einer neuen lOOOjährigen beutschen Geschichte. Dis Ziel für bas fommenbe Jahr ist, bie ganze Ian ben Holzstoß, unb nachbem noch einige Gedichtworte zum Vortraa gebracht worden waren, fand die Feier mit dem Liede der Jugend ihren Abschluß. Im Scheine der Fackeln machten sich die Mädchen dann wieder auf den Weg in die Stadt zurück. (0*41 PEZ Welhnachtslled ist gencm so etn Volkslied geworden, wie etwa „Es waren zwei Königskinder". Don ihm gilt dos, was Marie Cbner-Elchendach in dem kleinen Gedichtchen ausspricht: Ein kleines Lied, wie geht's nur an, daß man so lieb es haben kann, was liegt darin? Erzähle! Es liegt darin ein wenig Klang, ein wenig Wohllaut und Gesang und eine ganze Seele. Aber auch alle andern Wechnachtslieder sind ein Stück von dem Feste selber und wir wollen auch Heuer dafür sorgen, daß beim Fest der Liebe die alten bekannten Weihnachtslieder nicht vergessen werden. Am Weihnachtstage soll Freude herrschen und Fröhlichkeit in den Augen glänzen, aber auch unsere Stimmen wollen wir vereinigen zu gemeinsamem Gesang der vertrauten Weisen. Dann erst gaben wir richtige Weihnachten gefeiert. B. Dornotizen. Tageskalender für INonlag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mazurka". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarze Rosen". — Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausstellung oberhessischer Künstler. Der neue Oberstaatsanwalt in Gießen. Der Führer und Reichskanzler hat — wie wir am Samstag bereits kurz berichteten — den Landgerichtsrat beim Landgericht Gießen G u st a v Knauß an Stelle des vor einiger Zeit verstorbenen Oberstaatsanwalts Dr. Wodaege durch Urkunde vom 11. Dezember 1935 zum Oberstaatsanwalt beim Landgericht Gießen ernannt. Oberstaatsanwalt Knauß wurde am 21. Februar 1888 als Sohn des Rektors Heinrich Knauß in Gießen geboren. Vater und Mutter des neuen Oberstaatsanwalts stammen aus Stangenrod im Kreise Gießen, wo auch deren Vorfahren als Landwirte ansässig waren. Oberstaatsanwalt Knauß bestand im November 1903 bei der Universität Gießen das Fakultätsexamen und im März 1907 in Darmstadt das Staatsexamen für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst. Vom Jahre 1907 bis zum Jahre 1919 war er als Amtsanwalt und in richterlicher Verwendung in Groß-Umstadt, Bingen, Gießen, Darmstadt, Bad-Nauheim und Alsfeld tätig. Laut Urkunde vom 27. Mai 1919 wurde er mit Wirkung vorn 1. April 1919 zum Staatsanwalt ernannt, und zwar mit Wirkung von 10. Mai 1920 am Landgericht der Provinz Oberhessen. Vom 22. Juli 1927 ab war Oberstaatsanwalt Knauß Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen, seit dem 20. Juni 1928 Landgerichtsrat beim Landgericht in Gießen. Der neue Oberstaatsanwalt wird fein Amt am 1. Januar 1936 antreten. Deutsche Arbeitsfront. Bekanntmachung. Die Dienststunden der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen, sind vom 23. Dezember bis einschließlich 28. Dezember für jeglichen Publikums- oerkehr geschlossen. Kreiswaltung Gießen. * Während der Weihnachtswoche bleiben unsere Diensträume für jeglichen Verkehr geschlossen. Nächste Sprechstunde Montag, 30. Dezember 1935. DAF., Ortsgruppe Gießen-Mitte. Der Goldene Sonntag. Am gestrigen Goldenen Sonntag, dem letzten Geschäftssonntag vor Weihnachten, herrschte im Ge- schäftsviertel unserer Stadt wiederum starker Verkehr. Das Ausmaß des Käuferbesuchs von auswärts blieb jedoch erheblich hinter dem Besuch vom Silbernen Sonntag zurück, und auch die Gießener Bevölkerung war nicht so zahlreich in den Geschäftsstraßen zu bemerken, als am Sonntag vorher. Das Weihnachtsgeschäft der Käufer ist wohl in der Hauptsache am Silbernen Sonntag, aber auch im Verlaufe der Werktage der verflossenen Woche abverwickelt worden, so daß sich der Andrang der Bevölkerung über eine Reihe von Tagen verteilt hat. Immerhin war auch gestern noch in den Geschäften erfreulicherweise flott zu tun. Der Reiseverkehr auf der Bahn nahm, insbesondere durch die Urlauber, am Samstagnachmittag bereits sehr großen Umfang an, bei dem zeitweise die Grenze der höchsten Leistungsfähigkeit unserer Bahnhofshalle und der Bahnsteige erreicht wurde. Auch am gestrigen Sonntag war der Reiseverkehr noch recht rege. Im Zugverkehr gab es unter den Auswirkungen von Schnee und Eis teilweise recht erhebliche Verspätungen. Der Bahnbetrieb wurde jedoch, dank der hingebenden und umsichtigen Leistungen des Bahnpersonals, reibungslos und ohne Unfall abgewickelt. Geschenksendungen nicht mißbrauchen? Durch Verordnung vom 3. Dezember 1935 find Erleichterungen hinsichtlich der Einfuhr von Butter, Käse, Speck, Schmalz und Eiern von je 1 kg im Reisefernverkehr und bei Geschenksendungen aus dem politischen Auslande insofern zugelassen, als ein Uebernahmeschein der zuständigen Reichsstelle für diese Waren nicht erforderlich ist. Neben Zoll- unb Umsatzausgleichssteuern wird lediglich von der abfertigenden Zollstelle ein in der Verordnung festgesetzter Unterschiedsbetrag erhoben. Die Regelung sollte insbesondere dazu dienen, die Einfuhr von Geschenksendungen in der Weihnachtszeit zu erleichtern. Es hat sich jedoch inzwischen ergeben, daß ausländische Firmen versuchen, diese Erleichterungen geschäftlich auszunutzen, indem sie auf die Möglichkeit verweisen, die genannten Waren bei ihnen zu bestellen und innerhalb der Freigrenze zu bezahlen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Ausnutzung der Erleichterung zum käuflichen Erwerb dieser Waren im Auslande strafbar ist, und zwar mit Gefängnis- oder Geldstrafe und daß diese eingeführte Ware der Beschlagnahme unterliegt. Das gleiche gilt auch in den Fällen, in denen die Ware einem anderen als dem inländischen Käufer übersandt wird. Die Zollstellen sind gehalten, strenge Anforderungen an den Nachweis der Geschenksendungen zu stellen. Weihnachtsfeier der Betriebsgemein- schast der Universitäts-Kliniken. Am Samstagabend fand in den Räumen des Studentenwerks die überaus stark besuchte Weihnachtsfeier der Betriebsgemeinschaft der Universitäts-Kliniken statt. Die Kapelle Einbrodt eröffnete mit dem Marsch „Frohe Weihnachtszeit" die Reche der Darbietungen. Professor Dr. Rein wein von der Medizinischen Klinik begrüßte die vielen Besucher und sprach vom Sinn der wahren Kameradschaft, die von dem Gedanken getragen sein müsse, in Treue und Pflichterfüllung zusammenzustehen, die aber auch den Willen haben müsse, einmal gemeinsam Freude zu empfinden. Nach Jahren tiefsten Elends in unserm Volke sei es jetzt endlich, dank der Wendung des deutschen Schicksals durch unfern Führer, wieder möglich, ein frohes Fest zu feiern. Nachdem der Redner noch der Gefallenen des Weltkrieges, der nationalsozialistischen Bewegung und der Verstorbenen der Arbeitskameradschaft der Kliniken gedacht hatte, schloß er mit dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer. Für den am Erscheinen verhinderter Kreiswalter der DAF. Wagner sprach dessen Stellvertreter Jung. Er sprach über den Sinn dieser Feier und sagte u. a.: Bei dem brennenden Lichterbaum heute abend wollen wir geloben, unfern notleidenden Volksgenossen helfend unter die Arme zu greifen und wirkliche Nächstenliebe mit der Tat zu üben. Jeder müsse innerlich dazu getrieben werden, irgendeinem in Not befindlichen Volksgenossen mit Gaben zu erfreuen. Wer so Weihnachten feiere, könne frisch gestärkt und mit innerer Befriedigung nach dem Fest wieder an die Arbeit gehen. Das Fronterlebnis der Kameradschaft aus dem Weltkrieg müsse uns als Vorbild immer in Erinnerung bleiben. Deutschland sei unsere ewige, heilige Verpflichtung. Für die Universität überbrachte der Rektor Professor Dr. Pfähler herzliche Grüße. Er dankte allen Arbeitskameraden für oie treue Pflichterfüllung im Beruf und sprach den Wunsch und die Hoffnung aus, daß die gute Kameradschaft, die in den Arbeitsgemeinschaften der Kliniken allenthalben zu spüren sei, auch weiterhin bestehen möge. Aus der reichen Vortragsfolge verdienen besondere Erwähnung die Violinsolis von Fräulein Waltraud Schüttler, die hervorragend dargeboten wurden. Die Begleitung am Flügel hatte der Vater der Künstlerin, Musiklehrer Schüttler, übernommen. Reicher Beifall lohnte den hohen Kunstgenuß. Frl. Emma Jost und Frl. Anna A u t h warteten mit fein vorgetragenen Gedichten auf, erstere mit einem Prolog, den die Oberschwester Hedwig M a r t i n u s von der Ohrenklinik verfaßt hatte. Für gehobene Stimmung Sorge zu tragen, hatte Herr Sielasf (Franksurt a. M.) übernommen. Er verstand es bestens, die Gäste mit köstlichen heiteren Vorträgen in rechte Stimmung zu versetzen. Seinem Auftreten wurde starker Beifall gezollt. Ms Künstle? am Klavier zeigte sich Herr Schmitz von der Kliniksverwaltung mit dem Vortrag der Polonaise in A-dur von Chopin, die dankbare Aufnahme fand. Recht große Freude bereitete auch die Aufführung eines Theaterstückes. Die Aufführenden, vier Arbeitskameradinnen der Hautklinik, Fräulein Regina Rapp, Anna Koch, Hilda Fuhr und Frieda Geller, wurden ihrer Aufgabe vollauf gerecht. Die Feier war weiter verschönt durch erstklassige Musikvorträge der Kapelle Einbrodt. Die traditionelle Wechnachtsverlosung und Tanz beschlossen die Veranstaltung. „Christ-Wiegenlied" von G. (Ebeling (1637 61s 1676). Organist N e b e l i n g, der die ganze Vortragsfolge zusammengestellt hat, wird das Adagio aus dem Konzert in d-moll von G. Torelli (t 1708) und den Orgelchoral „Nun finget und seid froh" von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) spielen. ♦* D i e Vergebung von Pflasterstein. Lieferungen betrifft eine Bekanntmachung der Tiefbauverwaltung der Provinzialdirektion Ober- Hessen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** D i e Verlegung von Leseholz, tagen betrifft eine Bekanntmachung der Bür. germeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders Hinweisen. ** Altersvereinigung 1886/1 936. Man berichtet uns: Am Freitag trafen sich 29 Altersgenossen des Jahrgangs 1886 bei Alterskamerad 23 epi er, Bahnhofstraße, zwecks Gründung der Altersvereinigung 1886/1936. Die Gründung wurde beschlossen: es wird für Samstag, 4. Januar 1936, eine Vollversammlung einberufen, zu der auch die noch nicht erschienenen 1886er durch schriftliche Em ladunaen zur Teilnahme aufgefordert werden. ** Luftpost zur Weihnachts- und Neujahr s z e i t. Am 25. und 26. Dezember und am 1. Januar wird der Lustpoftverkehr im allgemeinen nur auf den Linien ausgeführt, die auch Sonntags beflogen werden, und zwar nach den für Sonntagsflüge festgesetzten besonderen Flugplünen, soweit solche vorhanden sind. Die Reichspostslüge auf der Linie Berlin — Hannover — Köln — London werden nachts vom 25. zum 26. Dezember und vom 1. zum 2. Januar ausgeführt. Außerdem fim den alle Flüge nach außereuropäischen Ländern an den planmäßig vorgesehenen Tagen statt. Weitere Auskunft bei den Postanstalten. ** Helft Brände an Weihnachten Der« hüten! Ohne Tannenbaum mit seinen brennenden Kerzen ist's kein richtiges deutsches Weihnachts- fest. So schön und stimmungsvoll er ist, ein Christ- bäum birgt aber auch Feuersgefahren in sich und macht daher Vorsicht nötig. Er soll in einem krüf- tigen Fuß eingesetzt werden. Teppiche, Tücher und sonstige leicht brennbare Unterlagen gehören nicht unter den Baum, ebenso die Gardinen und Portieren von ihm ferngehalten werden sollen. Papier- schmuck und Sprühkörper sind zwar sehr hübsch, eichöhen aber die Feuersgefahr. Beim Anzünden der Kerzen fange man von oben am Baume an, da sonst leicht die Kleidung in Gefahr gerät. Kinder sollte man nie mit dem brennenden Baum allein lassen und ihnen auch keine feuergefährlichen Spielzeuge oder gar Feuerwerkskörper schenken. Auch für den Weihnachtsbaum gilt das Sprichwort: „Aus einem Funken wird ein großes Feuer/ ** Ein Achtzigjähriger. Arn heutigen Montag, 23. Dezember, kann der Rentner und Ortsgerichtsmann Chr. H a u b a ch, Asterweg 31 wohnhaft, in seltener geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag begehen. Der alte Herr gehört seit über 30 Jahren dem Ortsgericht an und ist seit 50 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Eine 84jährige. Heute, Montag, feiert Frau Louise Adam, geb. Söhngen zu Braunfels, wohnhaft in Gießen, Sonnenstraße 1, in körperlicher und aeiftiger Frische ihren 84. Geburtstag. Sie liest den Gießener Anzeiger seit 50 Jahren. ** Der Dien st beim Landgericht in der Weihnachtswoche. Die Justizpresseftelle teilt mit: Am Landgericht Gießen ist in der Weihnachtswoche folgender Eildienst eingerichtet worden: Dienstag, 24. Dez., von 15 bis 17 Uhr; Freitag, 27. Dez., von 10 bis 13 Uhr und Samstag, 28. Dez., von 10 bis 13 Uhr. Zum Zwecke der Einsparung von Kohlen für Heizung und Beleuchtung und zur Ermöglichung einer gründlichen Reinigung der Heizungsanlage und Bürorüume ist für den 27. und 28. Dezember nur Eildienst eingerichtet. ** Die Dienststunden der Kreishand - werkerschaften in Oberhessen. Wie die Kreishandwerkerschaften in Oberhessen mitteilen, sind die Bürorüume ab Montag, 23. Dezember, bis einschließlich 1. Januar 1936 für den Publikumsverkehr geschlossen. ** D i e Militärversorgungsgebühr- nisse für Januar werden beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) am 28. Dezember, die Sozial- renfen am 30. Dezember ansgezahlt. ** Die musikalische Feier am Weihnachtsabend in der Johanneskirche ist ganz auf die Art abgestimmt, wie das deutsche Gemüt den heiligen Abend auffaßt und empfindet. Vornehmlich soll Hirtenmusik zur Geltung kommen, so durch Darbietung der Triosonate in E-dur für Flöte, Violine und Violincello von G. PH. Telemann (1681 bis 1767). Alle Chore werden durch Geigen und Flöten begleitet werden, darunter das Oie Weihnachtsfeiern -er Partei. Ortsgruppe Gießen-Ost. Im festlich geschmückten Großen Hörsaal der Universität hatten sich schon lange vor Beginn der Feier eine Menge Kinder mit ihren Eltern zur Bescherung eingefunden. In strahlender Erwartung saßen die Kleinen da und freuten sich auf den Weihnachtsmann, der nun ja bald kommen sollte. Ein Rundfunkgerät übertrug die Feierlichkeiten des Gaues Berlin der NSDAP. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels sprach auf dieser Kundgebung zu Millionen von Kindern und ihren Eltern von der deutschen Weihnacht. Nach der Uebertragung spielte als Auftakt der Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Ost eine Kapelle „Stille Nacht, heilige Nacht , das begeistert von groß und klein mitgefungen wurde. Herr Paul W r e d e vom Stadttheater erfreute bann die Kinder durch das Vorlesen zweier Märchen und erzählte von der „Prinzessin auf der Erbse" und von dem „goldenen Schlüssel". Es war ein netter Einfall, kurz nachdem der Christbaum angezündet war und ehe der Nikolaus kam, diese nette Märchen- erzühlung einzuschalten. Nachdem das gemeinsam gesungene Lied „O du fröhliche" verklungen war, trug Herr Hille von unserer Oper sehr klangrein und der Stimmung angepaßt ein Wiegenlied vor. Das Lied „Unter der Fahne schreiten wir...", gesungen von einigen Hitlerjungens, leitete zur Ansprache des Propagandaleiters Baß über. Er sagte u. a., Weihnachten sei nicht ein Fest der neueren Zeit, schon unsere Vorfahren, die Germanen, hätten ebenfalls Ende Dezember ihre Feuer angezündet, die ganze Familie und das ganze Gesinde darum versammelt. Man hätte Rückschau gehalten auf das vergangene Jahr, der Ahnen gedacht, den Gottern geopfert und den Blick in die Zukunft gewendet, die künftige Arbeit sich überlegt. Das Christentum habe in diese Zeit die Geburt des Heielandes gelegt und diesen Tag als Fest der Nächstenliebe und der Freude gefeiert. Aber nicht immer sei Weihnachten ein Fest der Volksgemeinschaft und des Jubels gewesen, denn noch vor kurzer Zeit, als noch über acht Millionen unserer Volksgenossen ohne Arbeit gewesen seien, habe es anders ausgesehen. Einige, die es sich hätten leisten können, hätten abgeschlossen zu Hause für sich gefeiert und sich nicht um die Not ihrer Brüder und Schwestern gekümmert. Daß es nun anders in Deutschland sei und wir nun roieb/r unser altes deutsches Weihnachtsfest feiern könnten in wahrer Kameradschaft und Volksgemeinschaft, das verdankten wir unserem Führer Adolf Hitler. Ihm galt fein dreifaches „Sieg-Heil!" Die erste Strophe des Horst-Wessel-Liedes schloß sich an. Nach einer kleinen Pause ging die Türe auf und herein kam der langersehnte Nikolaus, im großen purpurnen Mantel mit langem weißen Bart und großer Zipfelmütze. Einige Kleinen trugen ihre fleißig gelernten Gedichte und Berschen vor. Hierauf verteilte der Weihnachtsmann seine Gaben; über 240 Kinder wurden mit einem schonen Weihnachts« patet bedacht. Noch lange wird diese Weihnachtsfeier den Kindern in Erinnerung bleiben. Ortsgruppe Gießen-Nord. Die Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Nord vereinigte am geftriaen Sonntagabend im überfüllten Saale des Cafe Leib mehrere hundert Kinder mit ihren Angehörigen und vielen anderen Besuchern. Die Feier wurde mit weihnachtlichen Weisen Nicht müde werden, Annelies? Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Und Sie glauben, daß auch ein Mann wie Günter sich von Ihnen knechten lassen wird?" „(Eben nicht. Denn sonst würde ich ihn nicht lieben und um ihn kämpfen. Er wird von selbst zu mir zurückkehren, und er wird eine Frau finden, die ihm den Himmel auf Erden schenkt." Sie stand auf. „Und damit wären wir am Ende unserer Unterredung. Ich habe nichts dagegen, wenn Sie nun zu gehen wünschen. Aber das eine möchte ich Ihnen noch sagen: Es wird mir eine unbeschreibliche Genugtuung sein, über Sie triumphieren zu können!" Annelies hatte sich gleichfalls erhoben. Sie war blaß bis in die Lippen. Stumm griff sie nach dem Besuchstüschchen. Da klopfte es, und fast im gleichen Moment wurde die Tür geöffnet. Günter trat über die Schwelle. Er war leicht erregt, und bas war wohl der Grund, daß er die Situation nicht sofort übersah, obgleich sie sehr eindeutig und aufschlußreich war. „Habe ich euch warten lassen? Ihr müßt schon entschuldigen, ich konnte wirklich nicht eher abkommen — im Geschäft ist das eben manchmal so. Aber nun habe ich auch wirklich Appetit auf eine Tasse Tee. Oder bekomme ich zur Strafe keinen?" Mia zeigte ein bestrickendes Lächeln. „Eigentlich hättest du es verdient, daß man dich trocken sitzen läßt. Aber wir wollen Gnade für Recht ergehen lassen. Du wärest übrigens beinahe zu spät gekommen — Fräulein Fahrenkamp fühlt sich nicht wohl und wollte zu meinem Bedauern eben auf» brechen. Aber" — sie wandte sich mit liebenswürdiger Miene Annelies zu — „nun bleiben Sie hoffentlich doch noch ein Weilchen, liebes Fräulein — nicht wahr?" Jetzt erst wurde Günter aufmerksam und trat zu Annelies heran. „Tatsächlich, du bist ja ganz blaß. Was ist dir denn? Möchtest du wirklich lieber nach Hause? Dann müssen wir natürlich gehen, aber schade wäre es — ich hatte mich so auf eine Tasse Tee und einen gemütlichen Plausch gefreut ..." „Da sehen Sie es nun gleich mal, Fräulein Fahrenkamp", lächelte Mia. „Die Männer denken nur an sich selbst. Egoistisch und grausam bis auf die Knochen sind sie. Da soll noch einer sagen, die Frau wäre das grausamste Geschöpf, das es gibt!" Günter sah sie mit einem merkwürdigen Blick an. „Sagt man bas?" Sie hielt seinem Blick stand. Wie ein dunkles Rätsel lag es in ihren unergründlichen Augen. „Es kommt vor, daß jemand diese Behauptung aufstellt. Natürlich ist es glatte Verleumdung. Wir haben uns eben über dies interessante Thema unterhalten, und ihr Männer seid nicht gerade gut dabei weggekommen. Aber wie ist es, Fräulein Fahrenkamp — wollen Sie nicht doch noch ein Weilchen bleiben? Ich würde mich wirklich freuen ..." Annelies war starr über die Verstellungskunst dieser Frau, über die raffinierte und bedenkenlose Geschmeidigkeit und Sicherheit in der Beherrschung jeder Situation. Bei einer solchen Gegnerin war ein schwerer Kampf zu erwarten. Er war von vornherein aussichtslos, wenn man davor zurückscheute, die gleichen Waffen zu gebrauchen. Sie überwand sich also, obgleich sich alles in ihr dagegen sträubte. „Es wird mir wohl nichts anderes übrigbleiben — man kann es doch schließlich nicht verantworten, diesen im großen und ganzen hoffnungsvollen jungen Mann verdursten zu lassen", scherzte sie. „So ist es recht", lobte Mia. „Und nun setzt euch, Herrschaften! Der Tee ist allerdings inzwischen kalt geworden, ich werde ..." „Danke — nein!" unterbrach Günter sie. „Es ist mir gerade lieb so. Bei der Hitze heute!" Mia goß ihm ein. »Und Sie, Fräulein Fahrenkamp? Aber Ihre Tasse ist ja noch ganz voll? Sie haben ja kaum einen Schluck getrunken!" „Vielleicht war das schon zuviel .. Mias Augen schillerten seltsam. „Meinen Sie?" Annelies gab ihr den Blick zurück. Ihre Augen sagten ganz deullich: Wenn eine solche Frau Die Gastgeberin ist, bann ist schon ein einziger Schluck zuviel! „Ihr habt euch also gut unterhalten?" fragte Günter, bem ber eigentliche Sinn bieses Wortspiels ganz entgangen war. „Ganz ausgezeichnet!" bestätigte Mia. „Nicht wahr, Fräulein Fahrenkamp?" „Ganz ausgezeichnet!" wieberholte Annelies. In ihrer Stimme schwang ungewollt ein Ton mit, ber Günter aufhorchen ließ. Er streifte sie mit einem kurzen, forschenden Blick. Dann neigte er sich roieber über seine Tasse. „lieber die Grausamkeit der Frau also — nicht wahr?" „lieber die angebliche Grausamkeit und Brutalität der Frau, bitte!" berichtigte Mia. „Ich sagte ja schon, wer uns diese Eigenschaften andichtet, der kennt uns eben nicht." „Wer kennt euch denn!" erwiderte Günter mit einem dunklen Blick. „Das ist ja gerade unsere Stärke. Es reizt den Mann, immer neue Rätsel zu finden und sich mit ihrer Lösung zu beschäftigen. Die Natur hat eben dafür gesorgt, daß wir euch nicht langweilig werden. Womit selbstverständlich nicht gesagt sein soll, daß es nicht auch unter der Gattung Weib ganz entsetzlich langweilige Exemplare gibt. Ich denke es mir furchtbar für einen Mann, wenn er sich fein ganzes Leben hindurch von so einem Geschöpf anöden lassen muß. Leben muß man in sich haben, Blut in den Adern und ein Herz im Leibe, das den Mann nicht zur Ruhe kommen läßt." Günter umfaßte ihr Gesicht mit einem Blick, der Annelies das Blut in die Schläfen jagte und ihr Herz zu angstvollen Schlägen antrieb. „Allzuviel Leben verzehrt", sagte sie mit leise schwingender Stimme, während sich ein Schleier vor ihre Augen legte. „Und schließlich wird ein Mann ja wohl auch nicht dauernd in Atem gehalten werden wollen. Er muß auch mal eine Stunde haben, die ihm allein gehört, und in ber er sich auf sich selbst besinnen kann. Er will wohl auch mal eine stille, kühle und beruhigende Hand spüren, die nichts verlangt, sondern gibt Ich glaube, daß die egoistische Frau noch viel schwerer zu ertragen ist als der egoistische Mann." „Da haben Sie natürlich recht", lenkte Mia ein. ,Zch wollte ja nur das Gegenteil von der ausgesprochen langweiligen Frau deutlich machen. Die kluge Frau wird selbstverständlich wissen, was dem Manne in jedem Augenblick gut ist, und wird ihm von allem die richtige Dosis zu geben verstehen." „Es ist höchst aufschlußreich, bei diesem interessanten Kapitel den Zuhörer zu spielen", warf Günter mit einem Lächeln ein. „Da sieht man doch mal staunend, welche Ansprüche man an die Ehe stellen darf." „Es ist gut, das vorher zu wissen!" entgegnete Mia mit einem Klang in der Stimme, der Warnung und Lockung zugleich war, und mit einem Blick, der- ihm das Herz zu verbrennen drohte. Annelies biß die Zähne aufeinander. Mit einer Selbstbeherrschung, die sie selber in Erstaunen versetzte, lenkte sie das Gespräch in andere Bahnen. Aber immer wieder einmal kam ein Moment, in dem ein Wort oder ein Blick wie ein zündender Funke zwischen Mia und Günter hin und her sprangen. Die dunkle Schwüle der Spannung war kaum erträglich, und nach Verlauf einer halben Stunde drängte Annelies endgültig zum Aufbruch. Günter gab nur zögernd nach. Das Bedauern, das Mia zum Ausdruck brachte, war von einem tiefem Atemzug begleitet. Sie ging mit hinunter. Der leichte Plauderton, den sie anschlug, während man die breite, läuferbelegte Treppe hinabstieg, wirkte fast kühl im Vergleich zu der schwelenden,, knisternden Spannung der vergangenen halbem Stunde. Als sie die Halle betraten, sprang ein überele» gant gekleideter Herr aus einem der dort herum- stehenden Klubsessel auf. Es war Schulenburg. Wie gebannt hing fein Blick an Mias Gestalt. Dann trat er zögernd und wie unentschlossen zu Günter heran» nachdem er vor den Damen eine tiefe, aber etwas zerfahrene Verbeugung gemacht hatte. „Das ist nett, Sartorius. Ich sah Sie vorhin zu» fällig hier hereingehen und habe Sie schon in allem Winkeln dieses gasllichen Hauses gesucht. Ich dachte» wir könnten zusammen ein paar Stunden tpie schlagen — aber Sie sind in Gesellschaft, da störe ich gewiß ..." (Fortsetzung folgt-- ft iumpta I ftdl OllHitpU- ruft 'S Der Kapelle Krengel und einem Trompetensignal ein- SJL-tfpoit In einem Hause des Berliner Zentrums befindet Fußball der heimischen Mannschaften Gau Südwest: Union Niederrad — Wor° furt 3:2. den Bann dieser Dingen gänzlich ■ Hersfeld wieder an der Spitze Meisterschaftsspiele im Gau Nordhessen. Irtans sich des Inhalts seines Sackes entledigte. Die tKleinen traten hervor, gaben artig auf die Fragen Les Nikolaus Antwort und mußten sogar zusammen sein Liedchen singen. Jedes Kind kehrte stolz mit seiner Weihnachtstüte und mit glühenden Bäckchen jauf seinen Platz zurück. Ortsgruppenleiter Schwarz wandte sich zum -Schluß nochmals an die Versammelten und betonte m. a., daß der Führer der Bewegung dafür sorgen Werde, daß die Not im deutschen Vaterland verschwinde, damit jeder in < ^Mit Äm"H^rst-Wessel- und dem Deutschlandlied I Bayreuth 4:0; Spvgg.. Fürth — FC. 05 Schwein- Wurde die Weihnachtsfeier beendet. 'furt 3:2. 24 000 Lehrscheininhaber und 2300 Prüfer sind zur Zeit zur Verfügung, um die Prüfungen für die Abzeichen in Bronze, Silber und Gold abzunehmen. So groß sich diese Zahlen vielleicht ausnehmen, bei dem sich ständig steigernden Andrang zum Erwerb dieses Leistungsabzeichens genügen die Lehrkräfte schon jetzt nicht mehr, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Die statistische Auswertung der Abzeichenträger ist wohl die interessanteste Abteilung der Dienststelle. Da gibt es sinnvoll konstruierte Maschinen, die imstande sind, in einer Stunde nicht weniger als 24 000 Kartothek-Karten so zu registrieren, wie man es gerade haben will, nach Alter, Punktwertung, Kreis- l einteilung usw., eine Arbeit, die uns zum Beispiel beweisen kann, daß — im Durchschnitt gemessen — die besten Schützen von den Jahrgängen 1892/93 gestellt werden, daß die besten 100-Meter-Läufer die 21- bis 24jährigen, die besten Weitspringer, Kugel- Am „Goldenen Sonntag" standen im Gau Nordhessen nur zwei Fußball - Gauliga - Meisterschaftsspiele auf der Karte, von denen dem Treffen Germania Fulda gegen Hessen Bad Hersfeld die größere Bedeutung zukam. Hessen Bad Hersfeld, das am letzten Sonntag feine erste Niederlage durch Hanau 93 hinnehmen mußte und die Tabellenführung an den Gaumeister verlor, konnte sich diesen Platz durch einen nicht ganz verdienten Sieg in Fulda gegen Germania wieder erobern. Im -weiten Spiel des Sonntags, dem Lokaltreffen Kurhessen gegen Spielverein Kassel, kam die Gästeelf zu einem überraschend glatten 3:0-Erfolg. Durch diesen doppelten Punktgewinn ist Spielverein noch nicht ganz dem Abstieg verfallen, obwohl er nach wie vor an zweitletzter Stelle in der Tabelle steht. Leser, die den Veröffentlichungen über die Olympischen Winterspiele mit Verständnis folgen wollen, darauf aufmerksam, daß die vom Propaganda- Ausschuß für die Olympischen Spiele Berlin 1936 herausgegebenen 26 Olympiahefte allen Interessenten die gewünschte Einführung bieten. Man findet im ersten Heft dieser Reihe „Olympia 1936 — eine nationale Aufgabe" u. a. einen Ueberblick über die bisherigen Olympischen Winterspiele sowie über die organisatorischen Vorbereitungen, den Ausbau der Kampfstätten und das Programm der Wettkämpfe in Garmisch-Partenkirchen. In den Heften „Skilauf", „Eishockey und Bobfahren" und „Eislauf" (Hefte Nr. 2, 3 und 4) werden Technik und Taktik der betreffenden Sportarten, die Spielgesetze, die deutschen und olympischen Höchstleistungen und die deutschen olympischen Aussichten behandelt. Jeder einzelne hat Anspruch darauf, die Olympiahefte für 10 Rps. zu erhalten, und zwar durch die Deutsche Arbeitsfront an feiner Arbeitsstätte, durch feine NS.« ftoßer, Keulenwerfer die 25jährigen, die bestem 3000-Meter-Läufer die 21- und 22jährigen sind und daß schließlich in der Gesamtwertung die 20- bis 23jährigen am besten abschneiden. Lin viel begehrter Weihnachtswunsch. Gerade in den letzten Wochen haben sich die Prüfungsbescheinigungen zur Ausgabe des Abzeichens zu Bergen gehäuft. Der Weihnachtsmann hat stark zu tun, um alle die vielen Wünsche auf Erlangung des SA.-Sportabzeichens berücksichtigen zu können. Einer täglichen Arbeitsleistung der Erledigung und Versendung von etwa 1200 Abzeichen stand am 19. Dezember die zehnfache Nachfrage gegenüber. Eine Tagesleistung von 12 301 Abzeichen war das Ergebnis des großen Andranges. Aber selbst dieser ungeheuren Beanspruchung hielt der bis ins kleinste eingespielte und wohlorganisierte Apparat stand. Sämtliche anderen Abteilungen wurden angespannt, um diese mehr als 12 000 Abzeichen ihren Besitzern noch an diesem Tage zu- Kuhball-Ergebnisse der Bezirksklasse. Vfv.-Reichsbahn Gießen — Naunheim 2:1. SV. 05 Wehlar — Watzenborn-Steinberg 2:1. Die Gießener schlugen die Naunheimer bei guten Leistungen verdient. Wetzlar konnte die tapfer kämpfenden Watzenbor- ner schlagen. BfB.-Heichsbahn Gießen Ein eindrucksvoller Sieg über Naunheim. Was viele im Gießener Lager erhofft hatten, wurde Wirklichkeit. Die Naunheimer wurden knapp, aber verdient geschlagen Leider beeinträchtigten die Bodenverhältnisse etwas die Leistungen beider Mannschaften. Als der Schiedsrichter Winter (Groß-Auheim) zum Anstoß pfiff, formierten sich beide Mannschaften mit: Naunheim: Dokter: H. Schäfer, Neeb; Hertert, Bernhard, Rieger: Keusch, Küster, Ulm, Hartert, Hartert. VfB. Gießen: Helcher; Lehrmund, Leutheuser I; Hauptfeld, Knauß, Mund: Szponick, Heß, Schorge, L. Schmidt, Antes. Bei den Naunheimern fehlte der linke Läufer. Der Ersatzmann konnte befriedigen. Glänzend schlug Eishockeyspiel Norddeutschland — Polen, das die Deutschen knapp 2:1 (0:0, 1:0, 1:1) gewannen. 2er | Sieg der norddeutschen Mannschaft ist infolge des besseren Zusammenspiels verdient. Die Kunstlauf-Darbietungen mit Prawitz-Weiß im Paarlaufen, Frl. Lmdpaintner und Lydia Beicht und Franz Loichinger fanden stärksten Beifall. — Die Mitglieder der beiden Eishocky-Mannschaften waren am Vormittag vom Hamburger Senat empfangen und von Bürgermeister Krogmann herzlich begrüßt worden. Eishockeyspiele überall. Interessante Eishockeyspiele gab es am Wochenende überall. In Garmisch unterlag der SC. Rießer- see der englischen Universität Cambridge mit 2:4, im Düsseldorfer Kunsteisstadion wurde eine Berliner Auswahl von der Brüsseler Stadtmannschaft 3:2 geschlagen. Um die Bayerische Eishockey- Meisterschaft gab es einige Spiele mit folgenden Ergebnissen: Münchener RC. gegen EV. Füssen 0:4, SC Rießersee gegen EV. München 5:0 und I EC. Oberstdorf gegen ETC. Mißbach 3:1. 'M' Don , en. ggabe in Empfang. Zum Schluß dankte Propagandawart Weber Allen Mithelfern an dem schönen Werk und ge- Lachte des Führers, der die Schenkenden und die Beschenkten um eine selten schöne Freude bereichert imb aus dem Weihnachtsfest das Fest opferfreudi- gger Volksgemeinschaft geschaffen habe. Ihm galt Las dreifache Sieg-Heil, an das anschließend das jHorst-Wessel-Lied gesungen wurde. Ortsgruppe Giehen-Süd. Am gestrigen Abend fand im Kerzenglanz des Itannenbaumes im Saale des Studentenyeims die Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Süd statt. Viele 2ltern hatten sich mit ihren Kindern eingefunden. Die mit erwartungsvollen Blicken um sich schauten. Zur Eröffnung sprach Propagandaleiter Blinzig einige Worte, Dann folgte die Rundfunkübertragung Der'Weihnachtsfeier des Gaues Berlin der NSDAP. Kaum war diese beendet, da ertönte das schöne Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" und andachtsvoll fielen die Stimmen von groß und klein mit ein. Drtsgruppenleiter Schwarz begrüßte die Besucher, sprach von dem Weihnachtsfest, dem Feste Der Kinder, und daß jetzt im ganzen deutschen | Waterlande die Kleinen einen brennenden Weihmachtsbaum vor sich hätten. Tausende und aber Tausende Hände hätten dafür gesammelt, um diese ^eier zu ermöglichen und allen eine Freude zu befreiten. So wie es dieses Jahr sei, soll es alle Jahre iibleiben, dies sei auch im Sinne des Führers. Der Bauersche Gesangverein half mit, die Feier ßu verschönern: er trug zwei Lieder vor, „Hymne 3an die Nacht" von L. v. Beethoven und „Sanktus" roon Schubert. Darauf folgte ein entzückendes Weihmachtsspiel der NS.-Frauenschaft. Nun ließ auch Sher Nikolaus nicht mehr auf sich warten, er kam ocuf die Bühne und trug das Gedicht „Es weih- machtet sehr..." vor, das Christkind mit zwei ^Engeln folgte. Der Weihnachtsmann wurde von Len Kindern mit riesigem Jubel empfangen, das LLied „O du fröhliche" erklang, während der Niko- fhon V't i W W SjM nmrb Januar IP N auch d ?r,Md)e (Fi, werden. .UndNe» und ® “gemeine, H Sonntae- ? Sonntags W ber l x?nöern.- Nt Weir, ?>hten öj ln«n brennet, fDeihnachk ft ein Christ, ■n m sich Un> >n einem hoi Tücher um gehören niL nen und $0I, sollen. Papie/ r. sehr tyity um Anzünk m Baume c: hr gerät. £i» nenben Sair ^"gefährlich 'rper schenk t das Sprit großes Feuei zustrom nach Deutschland einsetzen. Presse und Rundfunk werden auch die Kreise unseres Volkes in Ereignisse ziehen, die sportlichen fernstehen. Wir machen unsere Visher 600000 SA.-Sportal>zeichen verliehen Rundgang durch die SA.-Gportabzeichen-Hauptstelle. Gaues zu fürchten brauchen. Es stand gestern folgende Elf im Feld: Enders; Cremers, Funke; Neift, Knop, Hofmann; Schott L, Going, Hammann, Krüger, Schüler. Das Spiel fand auf dem stark verschneiten Platz des Tuspo. 86/09 in Kassel-Kirchditmold statt. Es kann vorweg gesagt werden, daß sich die 1900er mit den veränderten Verhältnissen weit besser abfanden, In dem gestern stattgehabten Gauliga-Verbands- spiel gegen Turn- und Sportverein 86/09 Kassel setzte die erste Handballmannschaft der Spielvereini- gung 1900 ihre Erfolgsserie fort. Daß der Sieg so eindeutig ausfallen würde, hatten wohl die kühnsten Optimisten nicht gehofft. In Kasseler Kreisen wurde den Gießenern sogar eine Niederlage prophezeit. Die Blau-Weißen erbrachten jedoch den Beweis, daß sie sich zu einer Form gefunden haben, in der sie keine andere Mannschaft des -uuiciiuiiu uci- i . n , Zukunft frohen Herzens matra Worms 0:4. I Gau Bayern: 1. FC. Nürnberg — FC. sich die Verteidigung einschließlich des Tormanns. Die Läuferreihe der Gäste verriet im Aufbau oft Schwächen. Im Sturm hatte Keusch einen sehr guten Tag. Bei den Gießenern war Helcher wieder sehr sicher. Lehrmund und Leutheuser waren gleich gut. Die Gießener Läuferreihe entlastete durch weite Schläge die Hintermannschaft. Der Sturm in dieser Besetzung konnte gefallen. Die zahlreichen Zuschauer nahmen lebhaften Anteil. Die Gießener hatten Anstoß und leiteten sofort einen gefährlichen Angriff ein, der aber im Aus endete. Auf der Gegenseite brach der linke Flügel durch und Mund konnte dem zögernden Keusch den Ball vom Fuß schlagen. Dann spielte Heß sich gut durch, wurde aber ebenfalls in aussichtsreicher Stellung vom Ball gedrängt. Als erneut der Linksaußen der Naunheimer einen Schrägschuß auf das ! Gießener Tor schoß, hielt Helcher glänzend. Das Spiel war jetzt sehr schnell. Die Gießener spielten leicht feldüberlegen. Ein plötzlicher Vorstoß der Gäste: Helcher hatte Mühe, den Flachschuß des Mittelstürmers unschädlich zu machen. Knauß gab eine weite Vorlage zu Szponick. Dieser flankte halbhoch bis zum Gießener Halbrechten. Dieser schoß sofort und der linke 'Läufer der Naunheimer lenkte den Ball an dem liegenden Torhüter vorbei ins zustellen. Alles aus eigenen Mitteln. Trotz ihrer umfassenden und überaus angespannten Tätigkeit arbeitet die SA.-Sportabzeichen- Hauptstelle jedoch völlig ohne staatlichen Zuschuß.^ Lediglich von den geringen Gebühren, die jeder, Träger zu entrichten hat, werden die Unkosten Der Organisation bestritten. Darüber hinaus werden aus diesen Eingängen noch Unkostenbeiträge — die natürlich die tatsächlichen Aufwendungen an Fahrgeldern usw. besonders bei Lehrgängen und Prüfungsabnahmen auf dem Lande nicht erreichen — geleistet. So ist die SA.-Sportabzeichen-Hauptstelle zu einer segensreichen Einrichtung geworden, die, in vorbildlichem Geiste geführt, das Wort des Führers, daß der neue Staat ein widerstandsfähiges, hartes Geschlecht verlangt, daß neben der weltanschaulichen Schulung des Geistes eine kämpferische Schulung des Leibes durch einfache, nützliche und natürliche Körperübungen gefordert werden muß, in die Tat umfetzen hilft. der Vorrunde führt der Gaumeister Kasseler Turn- gemeinde mit 15:1 Punkten vor Kurhessen Kassel (14:2), Gießen 1900 (11:5), Kirchbauna (10:6), 86/09 Kassel und Spielv. Kassel (je 8:8), Bettenhausen (4:12), Kurhesjen Marburg (2:14) und dem TD. Eschwege mit 0:16 Punkten. HandballimKreisLahn-Ditt(GauXH) Bezirksklasse: Tv. Hochelheim — Tv. Münchholzhausen 6:6 (3:4); Tv. Wetzlar — Tv. Heuchelheim 9:1 (2:1); Tv. Lützellinden — Tv. Roth 11:4 (4:3). 1. Kreisklasse: Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Niedergirmes 6:3 (4:1); Tv. Dorlar — Tv. Atzbach 5:11 (1:4); Tv. Hörnsheim — Tv. Garbenheim 18:5 (3:4). 2. Kreisklasse: Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Wetzlar II 6:1 (3:0). Die Olympiaheste zur Winter-Olympiade 1936 in Garmisch-Partenkirchen. Nur wenige Wochen noch trennen uns von den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen, die den Auftakt zum Olympiajahr 1936 bilden. Aus allen Teilen der Welt wird der Fremdendas Slmdslos des DeutfdumüoUms HUI-16OO OOOÖcwtnne machen. In solchem Sinne der Volksgemeinschaft soll Weihnachten das größte Fest der Familie bleiben, Dessen Sinn durch Die Idee eines Mannes praktische Verwirklichung in einem ganzen Volke findet. Nun drängten Hunderte von Kindern auf die Bühne, um freudestrahlend einen Beutel voller chöner Sachen vom Weihnachtsmann in Empfang gu nehmen. Von zwei Tanzstudien eingeführt und beschlossen, wurde dann ein flottgespieltes Lustspiel ausgeführt. Wetterauer Mundartvorträge und „Moritaten zur Laute" beschlossen den von der Spielschar der NSG. „Kraft durch Freude" bestens bestrittenen frohen Abend. Tor. Die Gießener führten mit 1:0. Auf beiden Seiten verliefen zwei Ecken erfolglos. Bei der dritten Ecke für die Hiesigen konnte wohl der Mittelstürmer einköpfen, aber der Schiedsrichter gab das Tor wegen Handspiels nicht. Weiter waren die Gießener im Angriff. Szponick lief die Linie entlang, überlief feinen Läufer und den rechten Verteidiger. Seine Schrägflanke senkte sich in die , äußerste rechte Torecke der Naunheimer. Die Hiesi- setzen. Die Einheimischen hatten inzwischen auf I gerl führten mit 2:0! Dann war Halbzeit. 5:2 verkürzt, mußten sich aber bald darauf noch Waren vor der Pause die Leute vom Waldsport- zwei weitere Gegentore gefallen lassen. Kurz vor I p[a£ leicht feldüberlegen gewesen, so wurden es dem Halbzeitpfiff wurde ein drittes Kasseler Tor je^f jm gleichen Maße die Gäste. Bald nach Wie- mit dem achten Erfolg der ©pielDereinigungsIeute berbeginn gab es heftigen Kamps im Strafraum quittiert. . der DfBer. Lehrmund machte dabei „Hand" und Nach dem Wechsel mußte sich die Tuspomann- foer fällige Elfmeterball wurde von den Naunhei- schaft noch eine stärkere Distanzierung gefallen mern unhaltbar verwandelt. Sofort vom Mittel- lassen. Es dauerte allerdings eine Weile, bis die anstoß weg waren die Naunheimer wieder im Gießener Kombinationsmaschine wieder lief. Dann Strafraum, aber Helcher klärte durch energisches zogen die 1900er jedoch unwiderstehlich davon, und Fausten. Dann versuchte Hartert einen Fernschuß, bald hieß es durch prachtvolle Würfe durch Krüger, der ins Aus ging. Ein flacher Schuß des gleichen Hammann und Going 12:3. Daß der Gießener Spielers holte Helcher aus der Torecke. Dann Sturm sich so gut entfalten konnte, war auch ein rourbe Heß verletzt und konnte nur noch als Statist großes Verdienst der 1900er Hintermannschaft, -die mitwirken. Auf Seiten Naunheims wurde kurze in Aufbau und Abwehr gleich gute Arbeit leistete. Zeit- später ein Spieler des Spielfelds verwiesen. Der Torwart Enders war dadurch nicht sonderlich hierdurch konnten die Gießener wieder gefährlicher stark beschäftigt, hatte aber Gelegenheit, verschie- werden und hatten auch zweimal Torgelegenheiten, deutlich Proben feines Könnens abzulegen. (Sinen foie aber verschossen wurden. Der Schlußpfiff sah vierten Erfolg der Platzbesitzer, aus einem Straf- die Hiesigen als jubelnde Sieger. rourf resultierend, mußte er noch zulassen. Nachdem DsV.-R. II — Grünberg I 6:1 (4:0). ÄÄ ÄÄÄn Ä madien ten durch ein vierzehntes T°r den Reigen zu be= fie bt ^BerCüberlegene Steg berafesC®^relnt^or'?efuIt^e^te au^Vinetn'cifmeter^ roar burdjaus Derbie^^ Die zweite Schülerelf Überfuhr in Klein - Linden Mittelläufer und rechte Sturmseite. Beziehung überlegen. Handball-Halbzeit in Aordhessen. Im Gau Nordheffen kamen zwei Spiele zum Austrag, mit denen die Vorrunde beendet wurde. Gießen 1900 verteidigte den dritten Platz mit einem überlegenen Sieg in Kassel. Im zweiten Spiel des Tages konnte der TV. Eschwege nicht verhindern, daß er die Vorrunde ohne jeden Punktgewinn beenden muß. Die Eschweger unterlagen zu Hause dem TV. Kirchbauna mit 6:12 (4:10). Am Schluß Ortsgruppe Gießeu-Mitte. den veränderten Verhältnissen weit besser abfanden, Xjnegruppe Tillie. al5 bie Platzbesitzer. Es wurde, ähnlich wie beim Die Ortsgruppe Gießen-Mitte beging^chre Weih- Hallenhandball, ein kurzes Abspiel gepflegt, das sich madjtsfeier in der Turnhalle am Oswaldsgarten, zu äußerst vorteilhaft auswirkte. Trotzdem wurde das Jber mehr als 300 Kinder geladen waren. Propa- Führungstor von Tuspo erzielt, nachdem Schüler Zandawart W e b e r entbot den zahlreichen Volks- vorher einen Ball an die Latte geworfen hatte. Der genoffen herzlichen Willkommgruß. Er lprach^an" Ausgleich, für den Going verantwortlich zeichnete, Don den tiefen Gemutswerten der deutschen Weih- ließ jedoch nicht lange auf sich warten. In der macht, dieses einzigartlaen Familienfestes unter dem Folgezeit dominierten die 1900er immer mehr. Durch Tannenbaum. In diesem Jahre konnten auch Ute je ejn Xor DOn Krüger, Schott I, Hammann und Ausländsdeutschen mit um so größerem Stolz und Schüler ging man den Kasselanern auf 5:1 davon. Kroßer Freude dieses Fest feiern da nach der L^n wurde die Gießener Angriffswelle etwas ab- iWiederaufrichtung der deutschen Wehrmacht und gestoppt.Die Kasseler Verteidigung ging dabei reichten großen Taten der Reichsreglerung das wieder- robust vor. So mußte Krüger einige Zeit aus- serwachte deutsche Volk in aller Welt neue Achtung • ssich erringen konnte. Auch sie fühlten das starke Wand der Volksgemeinschaft, das sich um sie alle [fern ber Heimat immer fester schlinge. In bie Meube klinge neue Hoffnung auch für ben letzten mach Arbeitslosen unb für bie alten unb gebrechlichen Volksgenossen, benen burch bas WHW. unb !Die NSV. bie größten Sorgen abgenommen wür-, ------ - - - . „ Den unF bie sich mitfreuen bürsten mit bem ganzen sich seit bem l. April bev Wahres eine S2I.=2ienft- Deuttoen Volks. So könne bas deutsche Volk als stelle, deren Tatigkett für die Pflege und Ausbrei- einzige große Familie bieses Weihnachtsfest begehen, tung ber Leibesübungen unb weltanschaulichen Die Uebertraqung ber Weihnachtsfeier aus Ber-1 Schulung bes beutfchen Volkes m \etner Hin mit der Ansprache des Reichsministers Dr. von außerordentlicher Bedeutung ist Es handelt sich Woebbels verfehlte auch hier ihre Wirkung um die SA. -Sp>o r t a b 3 e 1 d) e n = S) a u p t = mjäft stelle, jene Dienststelle also, die Zentrale und Der Frauenchor der Ortsgruppe bereicherte di- Kontrollorgan für alle mit dem SA.-Sportabzeichen schöne Feier mit ansprechenden Darbietungen. Di- zusammenhangenden Fragen ist. Zungmadel führten ein schlichtes, schönes Weih- Unter der Fichrung des Leiters dieser Dienststelle, machtsmärchen aus. Volkstänze, ein Schargesang Brigadefuhrer Dippel, war Gelegenheitgegeben, »es Jungvolkes, ein Kernspruch eines Hitlerjungen -in umfassendes Bild von der gewaltigen Arbeit zu wnb gemeinsam gesungene Weihnachtslieber berei- gewinnen, bie em kleiner Stab von Mitarbeitern iteten die Stimmung vor für das Kommen des für die Allgemeinheit leistet. Wenn man bedenkt, Weihnachtsmannes, der durch die Turnhalle schrei- daß feit Marz 1934 nicht weniger als rund 600 000 itenD die Freude der Kinder zu steigern verstand. Abzeichen vergeben werden konnten und daß von Mit blanken Augen nahmen bie Kleinen ihre Fest- Diesen 600 000 allem zwei Drittel seit bem 1. April - • - - ” ‘bes Jahres von ber SA.-Sportabzeichen-Hauptstelle vergeben würben, so legen biese Zahlen berebtes Zeugnis ab von bem emsigen Fleiß unb ber aufopferungsvollen Arbeit. Diese Zahlen beweisen aber auch gleichzeitig, wie ungeheuer populär bas vom Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler geschaffene SA.-Sportabzeichen geworben ist. geleitet. . Ortsgruppenleiter Thomas lenkte in seiner Ansprache bie Gebauten in bie Vergangenheit zu- aück unb sprach von ber Freube, bie nun zum brit« den Male im Dritten Reich ein solches Weihnacht-1 ßtolOllf L7zNsn"Ä 5 auf dem Teich an der Schiageierstraße. xStunben volksgemeinschaftlichen Frohgefühls, bie Zur allgemeinen freubigen Ueberraschung konnte S>ie Verbunbenheit bes Volkes offenbaren. Neben ber am gestrigen Sonntag bie neue Gießener Eisbahn, Wieberaufrichtung ber Wehrmacht sind diese Stun- t)er Teich neben der Schlageterstraße, für den Eis- cden freiwilligen Beschenkens der Volksgenossen un= [au| freigegeben werden. Zwar war das Eis in iereinanber die größten Taten, die uns dis jetzt Anbetracht ber verhältnismäßig milben Witterung Bein anberes Volk nachgemacht hat. Cr wünschte ben etroas weich, es ließ sich aber boch sehr gut laufen. Kinbern unb ihren Eltern recht viele Freube Wie ein Lauffeuer hatte sich bie Tatsache ber Eis- Die hierauf übertragene Feier aus per Reichs- bahn-Eröffnung in der Stadt herumgefprochen, unb Hauptstadt und die Rede des Reichsminlsters Dr. äie eislauffreubige Jugend fand sich in Hellen -Goebbels hinterließen einen starken Eindruck. I Scharen ein. Schade, daß schon zu früher Stunde Ein Dorspruch von Baldur von Schirach und em uiieder geschlossen wurde! Wenn bas Wetter bleibt, fflott gespielter Zweiakter „Deutfaje Weihnachtshoff- können auch die neuen Schlittschuhe, bie bas Christ- mung,y erhöhten bie feierliche Stimmung. Gemein- finb da unb bort sicherlich bringen wird, gleich ein- ssam wurde das Lied „O du fröhliche ... gesungen, aerveiht werden. Dann sprach Propagandaleiter Kurgeleit über Iben Sinn unserer Weihnachtsfeiern. Am Weih- RUnfiCl0Döi)tt ©öttlPUffl CrojjttCt. inachtsfest, dessen Glanz in jede Hütte dringen soll, Am Samstagabend wurde in Anwesenheit von wollen die politischen Soldaten Adolf Hitlers m 6()00 (!) Zuschauern bie neue Kunsteisbahn in jebe Familie Festesfreube hineintragen, damit alle Hamburg ihrer Bestimmung übergeben. Jm Die große Familienverbundenheit, die deutsche Volks- Mittelpunkt der sportlichen Ereignisse stand ein | Gemeinschaft erleben. Alle sollen opfern und schen-I vs» lyoos Handball-Triumph in Kaffel Tuspo 86/09 14:4 (8:3) geschlagen. en ©ölten? gt- geweckt, bii iriften/um hak ibes gelegt un! unb der Freut! nachten ein W llbels gemejtr. über acht M Arbeit gewe|K Einige, bie« bgefchlossen zi t um bie No Tiert. Daß e r nun w Vet Vönr Elnschastl. llbvls hitll! il!" Die er )loß sich ar. e Ture aus d aus, im gro?< eifeen Bart r n trugen, ih hen vor. hier. ie Gaben: & nert Weihnch efe Wechnch »leiben. ^ord. appe Norb dk ) im über»; hunbert Mve 1 anberen &"• ichtlichen lenkte Mia s il von ber ot Ilich machens wissen, was ?t unb wirb v ben verstehen >ei di-I-m “ u spi-l-n, » man an b« 1 unb nut •«* nnen brobii- ander. 9»* -5S» « hin < r -gangen-" ’ Ä-S fei' S>e '7 Organisation, in seinem Sportverein oder bei dem örtlichen Sachbearbeiter des Amtes für Sportwerbung, der bei jeder Gemeindeverwaltung in Orten über 500 Einwohner bestellt ist. Olympiakandidaten auf der Sprungschanze. Bei vier Grad Kälte und mächtigem Schneetreiben, das auf die Leistungen drückte, fand auf der Oberhofer Hindenburg - Schanze das erste Skispringen statt. Zwei Thüringer Olympiakandidaten belegten die ersten Plätze. Sieger wurde Hans Marr (Oberhof) mit Note 143,6 und Sprüngen von 40 und 44 Meter. Oskar Weisheit (Oberschönau hatte mit 49 Meter den bestgestandenen Sprung erzielt, er stürzte ober bei 54 Meter und wurde mit Note 118 nur Zweiter. Mit zwei Sprüngen von 31 und 37 Meter ging Gehrina mit Note 115,8 als Sieger bei den Jungmannen hervor. Kurze Sportnotizen. K i l i a n - V o p e l, die Dortmunder Berufsradrennfahrer, die in Amerika vier Sechstagerennen und zwar in Montreal, Pittsburg, Chicago und Neuyork gewannen, sind zum Weihnachtsfest in die Heimat zurückgekehrt. Zwölf österreichische Skispringer werden am Neujahrstage an dem anläßlich der Inbetriebnahme der großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen stattfindenden internationalen Springen teilnehmen. _______________________ Deutsche Eisschnelläufer nehmen zur Zeit an einem Olympia-Trainingskursus in Hamar teil. Bei einem Wettlauf über 500 Meter, den Engenestangen in 44,4 gewann, lief Sandtner- München 46,7 und S a m e s - Berlin 47 Sekunden. Die Rennmannschaft der Auto- Union wird auch im kommenden Jahr über fünf Fahrer verfügen. Neben den „Assen" Stuck, Rose m e y e r und D a r z i werden noch von D e - l i u s und Hasse im Bedarfsfälle Wagen der Auto-Union steuern. Mißbrauch des Winterhilfswerks. LPD. Wetzlar, 22. Dez. Ein junger Mann aus Dorschlag bei Köln kam eines Tages nach Wetzlar und brachte an etwa 60 Schaufenstern Wetzlarer Geschäftshäuser kleine Reklameverse an. Nach vollzogener Arbeit legte er einen Ausweis vor, wonach der Erlös dieser Malarbeiten dem W H W. zugute komme. Für die Anbringung eines Verses, was nur wenige Minuten in Anspruch nahm, ließ er sich durchschnittlich 2 Mark auszahlen und ließ die Geschäftsinhaber auch in dem guten Glauben, daß er Beauftragter des WHW. sei. Das Schöffengericht Wetzlar verurteilte den Betrüger zu drei Monaten Gefängnis. 10 Millionen Narzissen kommen aus dem Odenwald. LPD. Erbach i. O., 22. Dez. Den E l f e n b e i n- schnitzern im Odenwald ist auch in diesem Winter wieder ein WHW.-Auftrag zuteil geworden. Fünf Millionen Narzissen werden aus den Werkstätten in Erbach und Umgebung kommen, weitere fünf Millionen entfallen auf die Werkstätten der Kammindustrie in Ober-Ramstadt. Eine Million Narzissen wurden nach Geislingen (Württemberg) vergeben. Das Material zu den Narzissen ist deutsches Kunstharz. Mit der Ausführung der Arbeit sind sowohl die großen Werkstätten, wie auch die Heimarbeiter bereits beschäftigt. Die Narzissen werden als W H W. - A b z e i ch e n im März kommenen Jahres ausgegeben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Dienstag, 24. Dezember. Gießen. Sladtkirche. 17 Uhr: Propst Knodt: zu- gleich Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Mat- thäusgemeinde. — 3ohanneskirche. 17: Musikalische Abendfeier, Psr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 15: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Luthergemeinde, Pfr. Anthes. — Petrus- kapelle. 17: Pfr. Trapp. — Rödgen. 19: Chrift- feier, Kollekte. — Albach. 17.15: Christvesper. — Steinbach. 18.45: Christvesper. — Lollar. 18: Lit. Abendgottesdienst, Kollekte. — Mainzlar. 18: Llt. Abendgottesdienst, Kollekte. — Garbenteich. 17.30: Christvesper, Kinderchor. — Hausen. 19: Christ- oesper, Kinderchor. — Kloster Arnsburg. 16: Stifts- dechant Kahn. — Langsdorf. 19: Christfeier, Kollekte. — Trais - Münzenberg. 19.15: Christvesper, Kollekte; 14: Trauungsgottesdienst mit Kollekte. — Langd. 18.30: Gottesdienst. — Beltershain. 16: Christvesper. — wirberg. 18.30: Christvesper. — Kirtorf. 19: Christvesper. — Ober-Gleen. 18: Christ- vesper — Heuchelheim. 17: Krippenspiel der Kon. firmanden; Kollekte. — Mahenborn-Steinberg. 19: Christmette. katholische Gemeinden. Dienstag, den 24. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Rundfunkprogramm Mittwoch, 25. Dezember: 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Deutsche Weihnachts. musik 8.45: Neue Weihnachtsmusik. 9: Katholische Morgenfeier. 10: Feierliche Musik von Hanns Zieg. ler und Heinrich Spitta. 10.30: Chorgesang. 11.10: Uebertragung nach Stuttgart: Julfest und Weihe, nacht. Eine Betrachtung von Rich. Schilding. 11.25; Ein Weihnachtskranz aus deutscher Innerlichkeit. Feiertägliche Gedanken und Klänge. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderstunde. 14.45: Unterhaltungs- konzert. 15.40 Weihnachtsparade der Zinnsoldaten. Funkfolge. 16: Nachmittagskonzert. 18: Die große Wende. Eine weihnachtliche Hörfolge. 18.25: Unterhaltungskonzert. 19: Bäuerliche Legende. Hörspiel von Josef Martin Bauer. 20: Großes Opern-Fest- konzert. 22.30 von Köln: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. _________________________ 3 Stoffspezialhaus Berna rd&Sohn naidisl Heiligabend »P Jung und Alt freuen sich schon auf die Bescherung — darum wählen Sie alles was fehlt, noch schnell bei Ein flottes PHisch|äckchen ganz auf Steppfutter 12.75 19.75 Ozelot-Imitationen CARLNoWACK Und dazu den passenden Bock aus reinwollen. Rockstoff, 9.75, 7.50, 6.75, 5.95 7222A Ein Krimmerjäckchen, grau, braun und schwarz, auf Steppfutter, 26.50, 19.75 Ein Jäckchen, aus den neuartigen j 2 I Ein flottes PHtschjäckchen I .INHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER||| GIESSEN SEUERSWEG 81J Geschmackvoll Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Vornehm Persönlich Brühl'sche Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- fUhrungearten schnell und zu mMBIgen Preisen Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don K. O. 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Was an köstlichen Speisen alles bereit gehalten wird, wird hier noch nicht verraten, aber Sie werden bestimmt sagen : Wir konnten es nicht besser treffen als in den WWs-GllWlleu Wen 7481 D Sehenswert, billig und gut!! Die Gaststätte zum empfiehlt an den Feiertagen seinen reichhaltigen Mittags- und Abendtisch zu den bekannt soliden Preisen. LmbA Ferner die beliebten Auerhahn- Biere hell, dunkel, Malz, Yi 1 35 Pf. Angenehme muslkal. Unterhaltung. Damenlaschen GroßeAuswahl in Stadttaschen mit Reißverschluß, Volleder, schon von RM. 2.65 an. Hermann Röhrig Liederhandlnng Gießen, Neustadt 43 7217 A VWMWM Koch fische und Filets Heilbutt, Seehecht Siimoatts iMMN Marktstr. 23 Teles. 2417 7486 A Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Erika Lotz Willy Martin, Malermeister Wehlar Gießen Kalsmuntstr. 21 Glaubrechtstr. 12 24. Dezember 1935 05466 Haben Sie gute Schlittschuhe? 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Ritter, Oberbürgermeister. von Sport-Zerndi Gießen, Marktstraße 25 7490D Ski Rodel Roller Rollschuhe Schlittschuhe Skiroller Dreiräder Faltboote Tischtennis Trainings- anzüge Skianzüge Lederjacken Lederwesten Kletterwesten Motorradhosen Lederhauben Windblusen Fußbälle Fußballstiefel HandbaU- stiefel Skistiefel Turnschuhe Rennschuhe Tennisschuhe Eislaufstiefel Tournister Kochgeschirre Brotbeutel Brustbeutel Rucksäcke Zelte Zeltbahnen Kasten tasch® Kompasse sind sehr beliebte Weihnachtsgeschenke Unsere Geschäftsräume bleiben am Dienstag, 24. Dezember 1935, nachmittags geschlossen Bezirkssparkasse Giefeen 7484 D. "vw. Den guten erhalten Sie in Gaststätten. Kolonialwarenhandlungen und anderen einschlägigen Geschäften. Vertretungen in: GIESSEN: Carl Barhenne, Gnauthstr.5 Telephon 3169; BUTZBACH: Otto Langbein, Amtsgasse; GRÜN BERG: Walter Horst, Londorf.Str.58 Telephon fläb wV