185. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen nt. 222 Giftes Blatt 185- Zahlgang Montag, 25. September 1455 Erscheint täglich, nutzer JWf —rf- A Annahme von Anzeige« Sonntags und F-,°rt°g- jOW ▼ W V für di- Mittagsnumme. Ä’SÄ" !<▲* A*4 A44 AA| MW Heimat im Bild Die Scholle ffl MW B M W / M HM M M MHM Wr gl BH MM jr M TM 1$ 1 W M HK VÄ V Grundpreise für 1 mm hohe Monatr-Vezugspreir: M H M B Ä/r B M ® WWW M M W ßj für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 19 W H BT IIBf B B Bf B / B B B WM Hl I 8HT W Breite 7 'M, für Text» Ohne Illustrierte „ 1.80 Bf M HB H BBlk/ B B H B Bä MB Bk, U M W WL, M anzeigen von 70 mm Brette erß***a ■ t-lv-««-«LS ~.iT$e«”‘ stämmigen Mitbürger ehrten. „Aarecchio." Das Wort, das als Ueberschrift über dieser Betrachtung steht, ist ein ganz gewöhnliches italienisches Wort; es ist so bescheiden, daß es dies selbst in seiner Bedeutung ausdrückt, denn es heißt so viel wie „einiges, manches", etwas". Mehr an Bescheidenheit und Selbsterkenntnis kann man von einem Wort, das noch etwas auf sich hält, schließlich nicht verlangen. Und doch ist es einmal in der italienischen Politik zu einer großen Berühmtheit gekommen und der wilde Schlachtruf zweier Parteien gewesen, von denen es die eine im Sinne diplomatischer Besonnenheit gebrauchte, während es die andere in höhnische Anführungszeichen setzte und ihm das BrandmalnationalerSchmach aufdrückte. Es war im Frühjahr v o r z w a n z i y I a h r e n, als sich in Italien die Entscheidung darüber näherte, ob man im Kriege neutral bleiben oder an die Seite der Entente gegen die früheren Bundesgenossen treten solle. Die nach beiden Seiten geführten Verhandlungen hatten feste Formulierungen des Kaufpreises ergeben. Die Entente bot viel, was sie selbst nicht besaß und was sich Italien durch das Blut seiner Söhne selbst erobern sollte. Die Mittelmächte boten weniger, das in österreichischem Besitz befindliche „Treu- tino", den unzweifelhaft volksmäßig zu Italien gehörenden südlichen Teil von Südtirol mit Trient, und die Jsonzog^renze, an der Italien dann in zwölf blutigen Schlachten die Blüte seiner Jugend opferte. Die Italiener sind an sich sehr nüchterne und geschäftlich kühl rechnende Menschen, und es gab viele, die es vorgezogen hätten, ohne Opfer etwas Sicheres zu bekommen, wenn es auch weniger war, als mit dem Risiko eines Krieges Größeres, aber Unsicheres zu erkaufen. Damals entstand, von (Biolitti, dem Führer der Neutralitätspartei in die parlamentarische Kampfarena geworfen, das Wort „P a r e c ch i o" und wurde, kaum daß es ausgesprochen war, zum Kennwort einer historischen Entscheidung zwischen einer real- politischen Auffassung von den Zielen und Wegen Italiens und dem in imperialistische Weiten greifenden jungen Nationalismus. Das Ende kennt man: ©iolitti wurde als Strohpuppe mit dem „Parecchio" um den Hals auf den Plätzen der Städte verbrannt, und Italien, in dem der Stern M u s s o l i n i s zu leuchten begann, marschierte an den Jsonzo! Wir werden heute an das Wort und die in ihm liegende historische Bedeutung wieder erinnert und durch Ausführungen, die der Pariser „T e m p s" den Verhandlungen-in Genf und der gegenwärtigen Lage Italiens widmet. Es heißt dort: „Italien steht auf dem Punkte, wo es durch den Völkerbund „quelque chose", etwas, angeboten bekommt, was sich mit der Zeit den Zielen sehr wohl nähern könnte, die sich Mussolini gesetzt zu haben scheint. Man kann nicht glauben, daß er, der so viele Beweise seines Wirklichkeitssinns gegeben hat, um des eitlen Ruhmes willen die Kanonen sprechen lassen und die schwierige und verdienstvolle Vermittlung Frankreichs zunichte machen wird. Würde er damit seinem Lande einen Dienst erweisen? Glaubt man, daß ein im Anfang vielleicht erfolgreicher, aber im weiteren Verlauf sicher schwieriger und harter Feldzug Italien Ergebnisse bringen wird, die wesentlich über das hinausgehen, was es mit einiger Geduld ohne Schwertstreich haben kann?" Man sieht, das alte Wort vom „Parecchio" ist in der französischen Form von „quelque chose“ wieder zu Ehren gekommen. Wenn man in den Ausgaben des „Temps", die vor zwanzigJah- r e n erschienen sind, nachblättern wollte, so würde man sicherlich finden, daß das, was jetzt als höchste Staatsweisheit gepriesen und empfohlen wird, damals als feiges Schachern mit den heiligsten nationalen Zielen Italiens verdammt wurde. Wir verstehen die veränderte Sprache des französischen Blattes und rechnen es ihm nicht an, daß es von anderen französischen Interessen aus die italienische Lage anders sieht, als im Jahre 1915. Aber das Fatale ist, daß es seine Mahnung heute an dieselbe politische Geistesrichtung in Italien, ja a n denselben Mann richtet, deren Entscheidung es vor zwanzig Jahren gepriesen hat und von denen es jetzt das Gegenteil verlangt und erwartet. Ist dies möglich, selbst wenn man die Politik als die voraussetzungsloseste und veränderlichste Kunst ansieht? In der Tat ist die Lage Italiens der vor zwanzig Jahren Überraschend ähnlich. Jetzt wie damals hat es Europa durch feine Rüstungen und die hinter ihr stehenden Forderungen unter einen Dru,ck gesetzt, dem sich dieses durch das Angebot von „Parecchio" zu entziehen sucht. Auch jetzt können für die italienische Entscheidung zwei Auffassungen ober, wenn man will, Weltanschauungen geltend gemacht werden, die einer nüchternen rechnenden Realpolitik, die Gewinn und Verlust abwiegt, und die einer romantisch-heroischen Gestaltung des nationalen Schicksals zu großen imperialistischen Fernzielen, für die fein Opfer an Blut zählt. Das faschistische Italien hat sich dieser letzteren Anschauung voll und ohne Vorbehalt verschrieben, und wenn darüber noch ein Zweifel bestand, so ist er gerade durch die Methoden der Vorbereitung des abessinischen Krieges behoben. Wenn Mussolini und das von ihm geführte Italien die Tugenden und Eigenschaften hätten, die der „Temps" 'jetzt von ihnen erwartet, und nicht ganz andere, entgegengesetzte, so hätten sie schon im Jahre 1915 einen andern Weg eingeschlagen, als den, der zum Kriegsbündnis uno im Januar dieses Jahres zu neuer intimer Freundschaft mit Frankreich führte. Man darf von seinen Freunden nicht erwarten, daß sie sich immer nacft den Bedürfnissen des andern richten, sondern mutz firt nehmen, wie sie sind. Wie kann man in Frank- "" 'ch hoffen, bah 'Tp-,lHlini das „Parecchio" ©io- i- als ©te ilst it verkündet, das er einst I an den Pranger gquut hat? Q« AL England und das Mllelmeer en, in Hal worden sei. f. d. von d i e Ein deutscher Afrikaforscher. In den politischen Erörterungen, die sich um den abessinischen Streitfall und um die Möglichkeit einer Befriedigung der italienischen Wünsche bewegen, ist auch, und zwar interessanterweise, zuerst Presse in den letzten Wochen durchgefuhrten Feldzuges gegen dasenglische Königreich geschaffen'worden sei. S u v i ch machte eine entsprechende Mitteilung und sagte, er sei berechtigt, dem Botschafter zu erklären, daß die militärischen Vorbereitungen Italiens im Mittelmeerbecken von rein d o r beugender Natur seien und keine aggressiven Ziele verfolgten." Der Beschluß des Aiinislerrals. Die italienische Presse kündigt weitere Verhandlungsbereitschaft an. Rom. 21. Sept (DNB.) Der italienische Minister- rat hat die Vorschläge des Fünfecausschusses zum italienisch-abessinischen Streitfall abgelehnt. Der Beschluß hat folgenden Wortlaut: Der INinisterrat hat von den in dem Bericht des Aünferausschusses enthaltenen Vorschlägen Kenntnis genommen. Er hat sie zum Gegenstand einer aufmerksamen Prüfung gemacht. Bei aller Achtung des von dem Fünferausschuh unternommenen Versuches ist der INinisterrat zu dem Entschluß gekommen, diese Vorschläge als unannehmbar zu betrachten, da sie keine ausreichende INindestgrundlage für etwaige Abmachungen bieten, mit denen endlich und in wirksamer Weise den lebenswichtigen Rechten und Interessen Italiens Rechnung getragen würde. * Italien lehnt ab, scheint aber zu weiteren Verhandlungen mit dem Mnfer-Ausschuß geneigt. unden. Jahre nach dem Aufstieg der „Latham" anden Fischer eine zertrümmerte Trag- l ä ch e, die wahrscheinlich zur Maschine Amundsens gehörte. Im Frühjahr 1933 wurde ein Benzintank angeschwemmt. Der Tank trug die Aufschrift „Latham" ... Auf welche Weise Amundsen zugrunde ging, ist auch heute noch in Dunkel gehüllt. Man nahm an, daß er sich im Nebel verflogen habe, und daß seine überlastete Maschine bei der Notlandung durch den ungeheuren Aufprall auf das Eis zertrümmert Genf, 22. Sept (DRV.) Baron Aloisi Sonntag nachmittag dem Vorsitzenden des Fünfer- Ausschusses de Wadariaga im Auftrage seiner Regierung gewisse kritische Bemerkungen zu dem Bericht des Ausschusses übermittelt. Die Unterredung zwischen de INadariaga und Aloisi hat keine Klärung der Lage erbracht. Der und die Mannschafts- und Ma t e r i a l - Verstärkungen der britischen Gar nij o- nen im Mittelmeer mitzuteilen. Er fugte hinzu, daß sie nicht bezweckten, t r g e n bei ne aggressive Absicht von selten der englischen Regierung anzudeuten. Er erklärte, daß solche Maßnahmen als eine natürliche Folge des Eindrucks ergriffen worden feien, der d u r ch dleHes- tigkeit des von der italienischen Heue Kangflufenleiier für hie Role Armee „Marschall der Sowjetunion". Ostafrika sei. Der Fünfer-Ausschuß will sich heute entscheiden. In Paris sieht man die Niöglichkeit zu weiteren Verhandlungen. Die Flaschenpost aus her Intel Slarikodamski Ein letztes Lebenszeichen von Roald Amundsen. Ein Nachruf des Stabschefs Luhe. Nürnberg, 21. Sept. (DNB.) Der Chef des Stabes Lutze veröffentlicht folgenden Nachruf: Am Donnerstag, 19. September 1935, wurden die am 15. September bei Kirchheim in Württemberg in treuer Pflichterfüllung jäh aus dem Leben gerissenen fünf SA.-Männer aus Göppin - gen zu Grabe getragen. — Es sind: Rottenführer Julius Falk, SA.-Mann Karl B u l l i n g, SA.- Mann August Musch, SA.-Mann Georg Hauser und SA.-Mann Otto Widmann. — Auf der Heimfahrt vom SA.-Dienst ereilte sie das Schicksal des Soldaten. Sie gaben ihr Leben als politische Soldaten Adolf Hitlers für Deutschland. — Auch sie werden mit uns weiter marschieren, denn ihr Geist lebt in uns. Gez.: Lutze. London, 23. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Nachricht aus Genf, daß der italienische Vertreter, Baron Aloisi, dem Vorsitzenden des Funfer-Aus- fchulles, Madariaga, die italienischen Emwendun- gen~roegen dem neuesten Vermittlungsplan ausem- andergesetzt habe, wird von der Londoner Mor- aenpresse als ein nicht ungünstiges Zeichen angesehen, weil Mussolini jetzt zum erstenmal nicht sein ewiges Nein wiederhole, sondern Neigung zu Verhandlungen zeige. Indessen wird gemeldet, daß die italienischen Forderungen soweit gingen, daß der Fünfer-Ausschuß sie schwerlich als Verhandlungsgrundlage annehmen könne. Abessinien soll nach den neuesten italienischen Forderungen künftig nur noch aus Öen „beiden amharischen B e- zirken" bestehen. Alle Gebiete mit nicht am« harischer Bevölkerung sollen italienischer Kontrolle unter st eilt werden. „Times" bemerkt dazu, in Genf sei man der Ansicht, daß die italienischen Gegenvorschläge weit über alles hinausgingen, was der Negus freiwillig annehmen würde, und was sich mit den Grundsätzen der Völkerbundssatzungen und den Rechten Abessiniens als Bundesmitglied vereinbaren lasse. Es handelt sich um die ursprünglichen Forderungen Italiens und es sei nicht anzunehmen, daß der Völkerbundsrat bei der starken Stellung, die er in letzter Zeit erhalten habe, jetzt mehr Neigung zu Entgegenkommen zeigen werde als früher. England habe volles Verständnis für Italiens Verlangen nach Ausdehnung und nach einem Anteil an dem Rohstoff Afrikas. Es handle sich dabei um die Ungleichheit zwischen den „Besitzenden" und den „Besitzlosen", die auch andere Länder als Italien betreffe. Indessen sei Italien ebenso wie Großbritannien Unterzeichner der Völkerbundssatzung, die eine Neuordnung der internationalen Beziehungen bedeute. In britischen Augen seien Völkerbund und Völkerbundssatzung ReichSverbandstag der deutschen Eisenbahnervereine. Der Reichsverband der deutschen Eisenbahnerver» eine hält seine diesjährige Tagung in Saarbrücken ab. Arn Freitag legte Generaldirektor Kleinmann am Saarbrücker Ehrenmal und am Grabe des von den Franzosen erschossenen Eisenbahners Jakob Johannes Kränze nieder. Dann nahm die Tagung ihren Anfang. Pg. Kleinmann begrüßte den Ehrenpräsidenten des Reichsoerbandes Martin- Kassel, die Vertreter aus dem Danziger Gebiet, ferner den Regierungspräsidenten Jung und erstattete dann einen umfassenden Geschäftsbericht. Die Zukunft der Eisenbahnervereine ei für absehbare Zeit gesichert. Allerdings müßten ie sich auf die Fürsorgearbeit und die P lege der Kameradschaft beschränken. Die weltanschauliche Erziehung sei Aufgabe der politischen Organisationen. Die Mitgliederzahl des Verbandes sei von 455 000 (1933) auf 498 000 (1934) gestiegen. Der Redner kündigte an, daß er demnächst d i e Frauenabteilung auflösen werde, da diese ein heute nicht mehr in Frage kommendes Eigenleben führten. An Hand eindrucksvoller Zahlen konnte Pg. Kleinmann bartun, welche beachtlichen Leistungen bie Eisenbahnervereine auf bem Gebiete ber Fürsorge gebracht haben. Reichsbahnbirektor Nebelung- Berlin sprach über bie Kameradschaft in den Eifenbahnvereinen als Ausdruck der Betriebsgemeinschaft. Er wies darauf hin, baß erst die neue Zeit die Voraussetzungen für eine wahr« Betriebsgemeinschast geschaffen habe. Die Eisem bahner besichtigten die Burbacher und Dölklingek Hütte und unternahmen noch eine Rundfahrt durch den Warndt. Moskau, 23. Sept. (DNB.) Die sowjetamtliche Telegraphenagentur verbreitet drei Verordnungen des Rates ber Volkskommissare, die eine Neuordnung ber militärischen Rangbezeichnungen in ber „Roten Arbeiter- und Bauernarmee", die Schaffung eines „G eneralstabes der Roten Armee" und schließlich das Verbot des Tragens militärischer Uniformen für alle Organisationen und onstigen Sowjeteinrichtungen bringen. Zur Begründung wird ausgeführt, ber technische Umbau, die Motorisierung und die Ausbildung der Roten Armee zu einer erstklassigen militärischen Macht seien soweit fortgeschritten, daß auch die Rolle der Kommandeure der einzelnen Verbände eine Bedeutung gewinne. Bei ber Mannigfaltigkeit des Wissens, über das sie verfügten, und der Aufgaben, die sie 3U lösen hätten, seien Vorschriften, nach denen ihre Macht und ihre Autorität, ihr Dienstalter und ihr Aufgabenbereich geregelt würden, nicht mehr zu umgehen. Die neuen Bezeichnungen lehnen sich an die Armeen der westeuropäischen Länder, insbesondere Frankreichs, an. Während es bisher in der Roten Armee im Dienstwesen nur den „Genos - verbunden ist, die in der englisch-italiemschen Rivalität in Ostafrika eine große Rolle spielten. Schweinfurth ist es gewesen, der mb en Jahren 1868 bis 1871, ber großen Zeit ber Afrikaforschung, das Innere des Landes z w i s ch e n d e m N i l u n b dem Kongo bereiste, die damals fast noch unbekannten Quellgebiete des Weißen Nils erforsch^ und als erster Europäer aus dem Nilraum nach Westen in das Quellgebiet des Kongo vordrang« Auf feinen Spuren ist es später Stanley gelungen, den oberen Lauf des Kongo zu finden und zu erschließen, auf dessen nördlichsten Zufluß Schweinfurth gestoßen war. England hat bet seiner späteren Erschließung des Sudans und ber Quellengebiete bes Nils burch seine Kampfe mit bem Mahbi unb ben dieses Gebiet beherrschenden großen arabischen Sklavenhändlern aus den Forschungsberichten Schwemfurths den größten Nutzen gezogen und kann sich der Pflicht nicht entziehen, diesen deutschen Forscher mit in bie Ehrenreihe der Männer zu stelken, die ihm das große afrikanische Kolonialreich mitschaffen halfen. Der englische Außenminister Hoare hat m seiner letzten Genfer Rede auch bie koloniale Seite des gegenwärtigen internationalen Reinigungsproblems berührt, sich aber auf den Standpunkt gestellt, daß dies weniger eine politische und territoriale als eine wirtschaftliche Frage sei. Wir glauben demgegenüber, daß die Kolonialfrage diese Seiten gleicher Weise hat und daß noch eine Dritte, nicht zu übersehende, dazu kommt, nämlich die der großen deutschen Verdienste um die Ausschließung der Gebiete, zu deren Nutznießern sich ausschließlich andere gemacht haben. Für diesen deutschen Anspruch ist der Name Georg Schwein- f u r t h s neben vielen anderen ein Beleg, an ben zu erinnern wir uns erlauben. Vereidigung des Bischofs von Mainz. LPD. Darmstadt, 21. Sept. Am Samstag- morgen erschien der neuernannte Bischof von Mainz, Professor Dr. Stohr, im Amtsgebaude des Reichsstatthalters in Hessen zu Darmstadt, um dort in dessen Hand den vorgeschriebenen Treueid zu leisten. Der Bischof befand sich in Begleitung der Herren Generalvikar Prälat Mayer unb Domdekan May, währenddem auf feiten des Reichsstatthalters die Herren Regierungsrat Pg. Reiner, Ministerialrat Pg. R i n g s h a u s e n, Adjutant Pg. I a n t h u r und der Pressereferent des Reichsstatthalters Pg. Krug-Jahnke teilnahmen. Der R e i ch s st a t t h a l t e r ergriff das Wort zu folgenden Ausführungen: „Herr Bischof! Seine Heiligkeit ber Papst Pius XI hat Sie zum Bischof der Diözese Mainz ernannt. Nach Artikel 16 des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich vom 12. September 1933 haben Sie ben Treueid in bie Hand bes Reichs st atthalters in Hessen zu leisten. Ich banke Ihnen, daß Sie zu diesem Zweck hierhergekommen sind, bitte Sie, die Hand zum Schwur zu erheben und mir den Treueid, dessen Form durch das Konkordat festgelegt ist, nachzusprechen. Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, sowie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und bem Lande Hessen Treue. Ich schwöre und verspreche, die ver- fassungsmäßig gebildete Regierung zu achten unb von meinem Klerus achten zu lassen. In ber pflichtmäßigen Sorge um bas Wohl unb bas Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Sch^- den zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte!" Der Bischof bekräftigte seinen Eid darüber hinaus noch mit den Worten: „So wahr mir Gott helfe!" Darauf erklärte der Reichsstatthalter: „Ich danke Ihnen, Herr Bischof, und versichere Ihnen meiner- seits, daß, was an mir liegt, alles getan wird, um bas Verhältnis zwischen Staat unb Kirche, wie es vertraglich festgelegt ist, unb wie insbesondere ber Führer und Reichskanzler zu wiederholten Malen die Richtlinien öffentlich gegeben hat, gut z u erhalten. — Nach der Vereidigung erfolgte eine zwanglose Unterhaltung ber Herren, in deren Verlauf der Bischof seinem Wunsche nicht nur auf ein gedeihliches, sondern auf ein herzliches Zusammenarbeiten zwischen Kirche und Staat zum Ausdruck gab. ftets ein Werkzeug friedlicher Regeln n g von Ungleichheit gewesen und nicht die starre Verewigung Des augenblicklichen Standes Der Dinge. . Die „Times" geht dann weiter auf die Flöt- tenoerftärfungen im Mitte l m e er ein und bemerkt dazu, die Schlachtschiffe seien nicht Da, um jeden Augenblick auf Neapel oder Venedig Granaten abzuschießen. Die phantastische Vorstellung eines europäischen Krieges als eine einem abessinischen Krieg vorzuziehende Möglichkeit habe niemals auch nur einen Augenblick im Kopfe eines nüchternen Engländers geherrscht. Die Schiffe seien da, um ben Frieben zwischen ben Nationen zu erhalten, für den der Völkerbund vorhanden sei, um die Sicherheit der Seewege und Verbindungen im Mittelmeer zu gewährleisten, von denen Englands Schutz abhänge, und sofort und wirksam jeden Zwischenfall zu behandeln, der andernfalls Europa in Brand setzen könnte. Die rechts-konseroative „Morning Post" betont die Notwendigkeit, einen Krieg in Afrika abzuschwächen und nicht zuzulassen, daß er sich auf Europa ausdehnt. Kein Freund des Friedens könne wünschen, daß der Völkerbund eine Lage, die er nicht verhindern könne, noch schlimmer mache. Im übrigen habe die Krise die eine wahre Lehre gezeigt, daß eine Nation, die selbst entwaffnet habe, nicht einmal auf Frieden hin arbeiten könne, ohne Gefahr zu laufen, in einen Krieg verwickelt zu werden. Die „Daily Mai l" hofft, daß ein neuer Versuch gemacht wird, Mussolinis Forderungen zu entsprechen, fügt indessen hinzu, bas einzig vaterländische Verhalten sei gegenwärtig, für jeden Engländer, seiner Regierung zu folgen. Auch dieses Blatt weist auf die Unzulänglichkeit der englischen Rüstungen hin, von der Schatzkanzler Neville Chamberlain in seiner Rede am Samstag gesprochen hat. Deutschland feiner Kolonien beraubten und auch die beiden anderen, aus ihrer inneren Entwicklung heraus nach kolonialer Ausdehnung strebenden Großmächte Japan und Italien nicht genügend berücksichtigten. Es hat sich in dieser internationalen Debatte erfreulicherweise gezeigt, daß der unsinnige Vorwand, unter dem Deutschland seiner Kolonien beraubt wurde, nämlich seine Unwürdigkeit zu kolonisatorischer Betätigung, nirgends mehr ernst genommen wird, ja daß man sich heute schämt, ihn auch nur zu wiederholen. Dies darf uns jedoch nicht daran hindern, auf einer formellen Beseitigung jener Schmähung zu bestehen und das Ausland immer wieder daran zu erinnern, nicht nur in welch blühendem und geordnetem Zustand die deutschen Kolonien in fremden Besitz übergingen, sondern auch daran, welche Verdienste sich Deutschland um die wissenschaftliche und geographische Erforschung fremder Erdteile, besonders Afrikas erworben hat. Einen solchen Anlaß bietet der sich jetzt zum zehntenmal jährende Todestag des großen Afrikaforschers Georg Schweinfurth, dessen Name gerade mit der Erschließung der Gebiete auf das engste Die Stellungnahme des Ministerrats wird in ber italienischen Öffentlichkeit mit der größten Ruhe ausgenommen. Uebereinstimmend wird in der Preße betont, daß der Fünfer-Ausschuß im ©runbe genommen in seinen Vorschlägen bas Unvermögen Abessiniens, selbst georbnete Verhältnisse zu schaffen, zugegeben unb Damit im wesentlichen ben italienischen Stanbpunkt angenommen, sich aber gescheut habe, bie von Italien gezogene Schlußfolgerung zu ziehen. Dementsprechend versucht dle Presse nachzuweisen, baß sich ber Fünfer-Ausschuß auf ben Stanbpunkt bes italienif ch e n Memoranbums vom 4. September stellen müsse. Auf tiefer Grunblage sei eine Aussprache möglich unb vielleicht sogar nützlich. Italien sei auf feinen Fall aus vorsätzlicher Meinung gegen Erörterungen unb gegen Verhandlungen. Dabei rückt bie Verleihung eines Mandates an Italien immer mehr in ben Dorder- grunb. Eine geschmeidigere Anwendung dieses Grundsatzes hätte, so führt „Massagero" aus, das Problem einer Lösung erheblich näherbnngen können. Leider habe der Fünfer-Ausschuß eine Losung vorgezogen, die nur einen internationalen Beistand bei dem inneren Aufbau Abessiniens vorsehe. Der Fünfer-Ausschuß hätte die Italien im Dreier-Vertrag von 1906 zuerkannten territorialen Rechte, die insbesondere auch eine Verbindung zwischen Eritrea und Somaliland vorsehen, berücksichtigen müssen. „Voce d'Jtalia" behandelt besonders das Si ch e r- cherheitsproblem, das für die Stellung Italiens in Ostafrika ausschlaggebend sei. Einen sehr bedeutsamen Fehler sieht das Blatt darin, daß das abessinische Heer in keiner Weise unter fremde Kon- trolle kommen solle, während nur die Abrü- ftung Abessiniens den Frieden und die Sicherheit der Nachbarkolonien gewährleisten könne. So wie die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses heute aussähen, habe Abessinien mit dem Zugang zum Meer sogar die Möglichkeit einer unkontrollierbaren Waffeneinfuhr. Das Sicherheitsproblem sei für Italien von lebenswichtigem Interesse, da Abessinien unter den heutigen Verhältnissen eine dauernde Bedrohung der italienischen Kolonien — Auf der Insel Starikodamski, 60 Kilometer vom Kap Tscheljuskin entfernt, wurden, wie schon kurz gemeldet, in Gestalt einer Flaschenpost Aufzeichnungen von Amundsen und von Mitgliedern seiner Expedition aus dem Jahre 1918/19 gesunden. Durch diese sensationelle Entdeckung wird die Welt an das tragische Ende des nordischen Polarfahrers erinnert, der von feiner Rettungsexpedition nicht mehr zurückkehrte und in der Welt des ewigen Eises den Tod fand. Lebt Roald Amundsen noch? Das war die bange Frage, die lange Zeit die Gemüter der Welt bewegte, nachdem Amun^en als verschollen gemeldet wurde. Dieser ewige Jüngling, Dem die Wissenschaft so viel zu verdanken hat, war am 18. Juni 1928 mit seinem zweimotorigen Wasserflugzeug „Latham" aufgestiegen, um die Expedition des italienischen Generals Nobile zu retten, die mit ihrem Luftschiff „Italia" im Polargebiet Schiffbruch erlitten hatte. Acht Stunden nach dem Start vernahmen die Küstenstationen die Rufzeichen der „Latham". Amundsen, der Held aus vielen Nordpolschlachten, der unvergleichliche Bezwinger des ewigen Eises, war unterwegs, um seinen verunglückten Kameraden Hilfe zu bringen. Die Rufzeichen der „Latham" bedeuteten, daß alles in bester Ordnung war. Amundsen hatte schon schwierigere Expeditionen unternommen. Niemand hielt es für möglich, daß er gerade diesmal scheitern würde. Aber plötzlich geschah das Unfaßbare, das Grauenvolle: die „Latham" rührte sich nicht mehr, die Rufzeichen verstummten. Und sie kamen nicht wieder. Die Welt konnte zunächst den Gedanken nicht fassen, sie war überzeugt, daß sich Amundsen wieder melden würde. Aber es blieb still um ihn. Woche um Woche verging, in qualvoller Ungewißheit warteten seine Freunde, aber von Amundsen kam keine Kunde. Er, der ausgezogen war, um (Bene» ralNobile aus der grausigen Umklammerung des Eises zu retten, war selbst in der endlosen Einsamkeit einen rätselhaften Tod gestorben. Wie auf die Erfüllung einer Legende wartete man auf seine Wie- Verkehr, bis es schließlich zur harten Gewißheit wurde: Amundsen hatte dort, wohin es ihn Zeit seines ruhmreichen Lebens, mit dämonischer Macht hingezogen hatte, ein tragisches Ende ge- FünferAusschuß wird am lUontagoormittag eine Sitzung abhatten, um zu prüfen, ob die von Ihm eingeleifeten Vermiltlungsverhand- lungen als gescheitert anzusehen sind und er demgemäß seinen Auftrag dem Völkerbundsrat zurückgeben muh. * Die Pariser Presse weist auf die Spanne hin, die zwischen den italienischen Forderungen und den Angeboten des Fünfer-Ausschusses liegt. Sie sei z u g r o ß, als daß sie überbrückt werden könnte. Immerhin sei der Besuch Aloisis beim Vorsitzenden des Fünfer-Ausschusses ein Zeichen der italienischen Verhandlungsbereitschaft. Man glaube in Völkerbundskreisen zwar nicht daran, daß England den italienischen Forderungen ftattgeben werde; immerhin werde der Schritt Aloisis eine Antwort des Fünfer-Ausschusses nach sich ziehen, so daß die Verhandlungen praktisch fortgesetzt würden. Nur in dieser Tatsache sehe man einen, wenn auch nur geringen Hoffnungsschimmer. „Echo de Paris" erklärt, es handele sich praktisch um italienische Gegenvorschläge, wenn dieses Wort auch von keiner Seite ausgesprochen worden sei. Das Blatt rechnet damit, daß die Verhandlungen fortgesetzt werden, glaubt aber nicht daran, daß die italienischen Forderungen vom Fünfer-Ausschuß und vom Völkerbundsrat angenommen werden. Es sei vielmehr wahrscheinlich, daß man der italienischen Regierung G e g e n v v r - schlüge unterbreiten werde, die sich aber von den italienischen Forderungen weit entfernen würden. * Das „Journal" warnt davon, die Bedeutung der neuen Lage zu überschätzen. Man müsse sich mit der Feststellung zufriedengeben, daß heute eine Aussprache mit Italien möglich sei, während man bisher selbst an dieser Möglichkeit gezweifelt habe. Gegenseitige Fnedensversjcherungen. Der britische Botschafter bei Suvich. London, 22. Sept. (DNB.) Das Foreign Office gab am Sonntagabend folgende Verlautbarung heraus: „Der britische Botschafter in Rom besuchte am 20. September den Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Suvich, um im Namen der Königlichen Regierung die Bewegungen der britischen Flotte sen Kommandeur" gab, wird das künftige Rote Offizierskorps nach einer Rangleiter eingeteilt, die zehn Sprossen hat. Bei der Landarmee und den Luftstreitkräften ist der erste Offiziersrang der Leutnant. Es folgen sodann Oberleutnant, Kapitänleutnant, Major, Oberst, Brigadekommandeur, Divisionskommandeur, Korpskommandeur und Armeekommandeure I. und II. Ranges. Auch für die anderen Truppenteile sowie für Die politischen Kommissare in der Armee ist eine entsprechende Rangordnung geschaffen worden. Ebenso wurde eine Rangliste für das Unterosfizierskorps geschaffen. Der einfache Soldat heißt „Rotarmist". Die Anlehnung an das französische Beispiel tritt besonders stark in der Schaffung der Würde eines „Marschalls der Sowjetunion" zutage, die an besonders verdienstvolle Personen des ehemaligen Kommandeurstandes verliehen wird. Die Verordnungen bedeuten eine endgültige Absage an das kommunistische Gleichmachertum und eine Rangerhöhung der Angehörigen der Roten Armee gegenüber der großen Masst der „Sowjetproletarier". von englischer Seite die Forderung erhoben worden, - i e kolonialen Besti mm ungen des Versailler Vertrags zu revidieren, die ai in S ni 3 s 8 2 n n) a“ da gc de Ui ft S) D I 1 1 f l 2 d 2 n n r 1 1 t t i I I i t t i i i a ti k i i l i t i i । i i ( 'n e b fi ir u: ti j I c l b ei Q ti * Aus -er Schule -es Arbeitsdienstes entlasten. Vom Sinn des Arbeitsdienstes. Ein halbes Jahr Arbeitsdienst istHe - endet. Secks Monate nur, aber doch eine Zeitspanne, bei Deren Ablauf sich ganz von selbst die Frage nach ihrer Wertung stellt. Ein halbes Jahr aus Beruf und gewohnten Lebensformen geriffen, in eine völlig andere Umgebung gestellt — hat das Sinn und Zweck gehabt, oder war dieses halbe Jahr nicht doch mehr oder weniger verloren, vertane Zeit? Diese Frage stellt sich nicht erst jetzt bei Beendigung des Arbeitsdienst-Halbjahres. Wie oft haben wir auf unseren Truppstuben ober auf den Baustellen während einer kurzen Pause oder beim morgendlichen Marsch zur Arbeit darüber gesprochen. Immer wieder wurde übereinstimmend sestgestellt — am schwersten war für uns alle die fast völlige Aufgabe jeden Einzellebens zu ertragen. Gewiß, war hatten fast alle irgendeiner Formation der Bewegung angehört, kamen aus HI., SA., SS., waren zum Teil durch die frühere Jugendbewegung gegangen, waren also in dieser oder jener Form an das Lagerleben, an das Leben in der Gemeinschaft gewöhnt — aber auf ein volles halbes Jahr, da sah die Sache doch schon etwas anders an. Don dieser Frage wurden wir alle berührt, ohne Unterschied der Herkunft, ganz gleich, ob Hand- oder Kopfarbeiter, ob Kaufmann, Student, Arbeiter ober Hanbwerker. Jeber von uns sah sich vor bie Not- wenbigkeit gestellt, einen ihm wesentlichen Teil seiner Lebensgewohnheiten plötzlich aufzugeben. Unb auch ba war es gleichgültig, ob ber eine nun den gewohnten allabendlichen Kino- ober Tanzsaalbummel vermißte, ber anbere seine Bücher, feine Studien, jener sein gewohntes sportliches Training. All biese Dinge waren plötzlich nicht mehr vorhanden, sielen weg, wurden ersetzt durch völlig andere Beschäftigungen. Wer etwa in den Abendstunden nach Dienstschluß Lust auf ein gutes Buch verspürte, mußte sich statt dessen zum Kartoffelschälen bequemen, hatte gerade Stubendienst ober Wache — kurz, er konnte sich einfach nicht mehr auf sich selbst zurückziehen, immer roieber trat bie Trupp-, b i e Lagergemeinschaft mit ihren Forberungen bes täglichen kleinen Dienstes an ihn heran. So mußte benn auch unter benen, bie zunächst die Arbeitsdienst als ein zwangsmäßiges Muß aufgefaßt hatten, die Frage nach dem Sinn dieser Arbeit-, dieses Zusammenlebens laut werden. Am leichtesten wurde uns ihre Beantwortung nach dem Zweck unserer täglichen Arbeit. Gerade die, die noch nie richtig körperlich gearbeitet chatten, denen sie daher auch um so schwerer fiel, gerade diese bekannten sich zuerst zu der Ethik ihrer Arbeit. Ihnen ging ein neues Bewußtsein auf, sie ssahen, was es heißt, körperlich zu arbeiten, welcher Kraft- und Zeitaufwand, welche Mühe verwandt werden mußte auf jeden Meter Graben, jeden Fußbreit gerodeten Bodens. Ein Blick über die weiten nassen Wiesen, über die trockenen Heiden genügte Zur Erkenntnis: Hier können keine bezahlten Arbeitskräfte eingesetzt werden, hier hilft nur freiwilliger, selbstloser Einsatz. Biel schwerer aber wurde die Beantwortung ber oanberen Frage — warum diese völlige Aufgabe tbes individuellen Lebens, warum dieses Ueber- roiegen des Gemeinschaftslebens, feine reftlofe Ueberorbnung über all unser Tun unb Handeln. Das Thema des ftaatspvlitifchen Unterrichts lautete einmal „Samerab ober Kolleg e". Noch wochenlang wurde darüber debattiert. Wir waren uns alle einig, daß der Sinn unseres Zusammenlebens in dieser Fragestellung auf das "tärffte berührt wurde. Waren wir nur Kollegen, nur zusammengefaßt durch die gemeinsame Arbeit unb bas tägliche Zusammenleben, ober einte uns Darüber hinaus noch etwas anberes, Größeres? Wir alle sprachen viel von unserer Kameradschaft, über waren wir tatsächlich Kameraden? Daß jeder von uns sich bemühte, die kleinen Pflichten der Stuben- und Lagerordnung einzuhalten. Streit und Zank nach Möglichkeit zu vermeiden, das alles ge- chah doch schon aus eigenem Interesse. Denn wer Hierin versagte, konnte auch auf keinen Gegendienst rechnen. Nein, dadurch, daß wir unsere Zigaretten untereinander teilten, unsere Feldflasche, unser Frühstück von Hand zu Hand gehen ließen, dadurch waren wir noch keine Kameraden geworden. Der Sinn unserer Kameradschaft mußte tiefer liegen. Und aus all den Fragen und Auseinandersetzungen kam uns zum Bewußtsein, daß wir innerlich alle zusammen gehört en, daß in uns ■ üen etwas Gemeinsames, Unzertrennbares schwang, ! as mit Worten nicht auszudrücken war, das wir i.ber doch alle verspürten und empfanden. Manch- , mal gewann es äußeren Ausdruck, wenn wir :;benbs zusammensaßen und sangen, bei Aufmärchen, wenn der Rhythmus des Gleichschrittes uns jlies vergessen ließ, was an Müdigkeit und Stra- ;ia^en vorhanden war, auf der Baustelle, wenn für länen kurzen Augenblick der Blick sich von der Ar- beü hob und über bie weite, ewig in ihren Wirkungen wechselnde Landschaft schweifte. Dann genügte ein Wort, oft nur ein Blick zum NMbarn unb wir empfanden in uns, was es heißt, Kame- raben zu sein. „ , r . Sa kamen wir zum Bewußtsein der Kameradschaft und mit ihr zu dem der G e - weinschaft. Und aus ihr erwuchs nun bas Erlebnis unserer Arbeitsbienstzeit. Dieses Erlebnis gehörte nicht zu ben großen, plötzlich alles mit» wißenden. Es entstand langsam, aber wurde des- ioalb auch um so stärker und aus ihm heraus tarnen wir zur Bejahung unserer 21 r = i e i t s b i e nft 3 e i t. Der Reichsarbettsführer an die Meidenden Arbeilsdienstmanner Berlin, 22. Sept. (DNB.) Anläßlich ber in ten einzelnen Abteilungen bes Arbeitsbienstes bie» sir Tage ftattfinbenben Entlassungsappelle hielt Reichsarbeitsführer Hier! über ben Deutsck- l inbfenber eine Ansprache. In wenigen Tagen, so führte er aus, werben 180 000 Arbeitsmänner nach cvgeleisteter Dienstzeit aus bem Arbeitsdienst entlassen. Ich sage euch, meine ausscheidenben Ar- kitsfameraben, Lebewohl unb wünsche euch für ‘ euren weiteren Lebensweg viel Gutes. Ihr könnt . cus eurer Dienstzeit bas stolze Bewußtsein mit» j nchmen, daß ihr für euer Volk wertvolle Arbeit geleistet habt. Jnbem ihr im Ehrendienst eures Boltes gearbeitet habt, habt ihr euch selbst ben größten Dienst erwiesen. Es war doch auch eine sorglos fröhliche Zeit, an bie ihr später, wenn ber scharfe Wind des Lebens euch um die Ohren pfeift, gern zurückdenken werdet. Die meisten von euch haben im Arbeitsdienst zum ersten Male erfahren, was Gemeinschaft und Kameradschaft ist. Ihr seid im Arbeitsdienst für eure Arbeit nicht bezahlt worden. Euer Lohn war die Freude an der Arbeit und der Stolz auf eure Leistung. Bleibt euer ganze Leben lang dessen eingedenk, daß die innere Befriedigung doch der Höch st e Lohn ist, ben eine Arbeit gewähren kann. Laßt euch nie wieber von ber Mischen Auffassung vergiften, baß bie Arbeit nur ein notmenbiges Uebel sei. Die meisten von euch treten jetzt in bie Wehrmacht über, um bort ben Waffenbienst äu erlernen unb nach biefer letzten Ausbildung bes deutschen Mannes zum vollwertigen Reichsbürger zu werden. Ich erwarte von euch, daß ihr als Soldaten ber Schule bes Arbeitsbienstes Ehre macht. Soldaten unb Arbeitsmänner müssen gute Kame- raben fein. Sie stehen beibe im Ehrendienst ihres Volkes. SasneiieSeimderMchslehrMeüllngdesArbM-ienstes. '' ' ?- x Die erweiterte Aufgabe bes Arbeitsbienstes burch die Einfühlung der Arbeitsdienstpflicht machte auch eine räumliche Ausdehnung ber Reichsführerschule notroenbig. So würbe jetzt in Golm bei P o t s b a m ein Gelänbe mit 22 Wohn- unb Lehrbaracken unb einer großen Sporthalle für bie Zwecke ber Reichslehrabteilung hergerichtet. Am Freitag fanb in Anwesenheit zahlreicher Führer bes Arbeitsbienstes unb Vertreter ber Bewegung, ber Wehrmacht unb ber Behörben burch Reichsarbeitsführer Staatssekretär H i e r l bie Weihe statt. Nach Begrüßungsworten bes Oberarbeitsführers Scharf, bes Inspekteurs ber Abteilung, sprach Gauarbeitsführer Dr. Decker über Ziele unb Aufgaben bes Deutschen Arbeitsbienstes Reichsarbeitsführer Staatssekretär H i e r I verwies auf bie Tatsache, baß bie Reichslehrabteilung in wenigen Tagen in ber Felbmeisterfchule eine neue Form erhalten werbe. Die Reichslehrabteilung habe erst auf bem Reichsparteitag eine Probe ihrer Leistungen abgelegt unb beim Vorbeimarsch unb bei ber kultischen Gestaltung eine befonbere Anerkennung bes Führers erhalten. „Ich übergebe", so schloß ber Reichsarbeitsführer, „bie neue Schule ihrer Bestimmung in ber Zuversicht, baß sie eine Pflege- ftätte Der Arbeitsbien st ibeale sein wirb. Alle, bie burch biese Schule gehen, sollen bas Gepräge bekommen, um wirkliche Führer unserer Arbeitssolbaten zu werden." Aus aller Welt. Iührertagung der Deutschen Studentenschaft Berlin, 21. Sept. (DNB.) Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft teilt mit: Im Anschluß an den Reichsparteitag fand in Bayreuth eine Führertagung der Deutschen Studentenschaft statt, die im Hinblick auf die gegenwärtige hochschul- politische Lage einberufen worden war. In einmütiger Geschlossenheit wurde die durch den Parteitag geschaffene Entspannung auf den Hochschulen begrüßt, die es endlich ermöglicht, nationalsozialistische Erziehungsarbeit zu leisten. Anschließend wurden die Richtlinien und bie organisatorischen Maßnahmen bes Leistungswettkampfes besprochen, der ein revolutionärer Akt allergrößten Ausmaßes ist und wesentlich zu der Einigung an den Hochschulen und Vertiefung des nationalsozialistischen Gedankengutes beitragen kann. 44. Deutscher Wanderlac i Freiburg. In Freiburg i. B. begann bie öffentliche Hauptversammlung bes 4 4. Deutschen Wanber- t a g e s. Beim vorausgegangenen Begrüßungsabenb verlas ber beutsche Wanberführer Professor Dr. Werner, Butzbach, ein Telegramm bes Führers, bas folgenben Wortlaut hatte: „Für Ihre mir übersandten Grüße, die ich freundlichst erwidere, sage ich Ihnen herzlichen Dank. Adolf Hitler." Jahresbericht und Kassenbericht wurden einstimmig genehmigt und ber Verwaltung Entlastung erteilt. Nach Ergänzung bes Führerrates durch den stellvertretenden Führer des Taunusbundes Röt- t i n g - Frankfurt a. M. wurden vier Mitglieder für ihre Tätigkeit in der deutschen Wanderbewegung mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Nach Schluß der Tagung formierten sich die Teilnehmer zu einem Zug auf den Münsterplatz, wo eine öffentliche Wanderkundgebung stattfand. Der Reichswanderführer Professor Werner sprach über die hohe Sendung des deutschen Wanderers. Auch die deutsche Wanderbewegung empfinde dankbar die Erfolge der nattonalsozialisti- schen Bewegung, bie den Schutz des deutschen. Bodens gewährleisten. Unter ben nun geschaffenen Gesetzen habe bas Naturschutzgesetz für ben Wanberer hohe Bebeutung. Die deutsche Wanber- beroegung baue auf ber beutschen Volksgemeinschaft auf unb fei in biefem Sinne mit Wegbereiter bes Dritten Reiches gewesen. Der Reichswan- berführer weihte bann bie Fahnen unb Wimpel unb schloß mit einem Sieg-Heil auf Führer, Volk unb Vaterlanb. Dann hieß Ministerpräsibent Köhler bie Wanberer im Namen ber babischen Regierung willkommen unb gebuchte mit anerfennenben Worten ber hervorragenben Erziehungsarbeit, bie burch bie Wanberbewegung an ber Jugenb geleistet worben ist unb bie bewirkt habe, baß ber beutsche Mensch sich ber Natur mit Besinnlichkeit nähert. Zu biefer Arbeit wünschte ber Ministerpräsibent weiter guten Erfolg. ________________________________________ Profeffor Poetzsch-Heffter und Gattin tödlich verunglückt. Der bekannte Staatsrechtler ber Universität Kiel, Professor Dr. P o e tz s ch - H e f f t e r ist mit seiner Gattin auf ber Chaussee zwischen Preetz unb Plön (Holstein) verunglückt. Beibe wurden schwerverletzt in die Chirurgische Klinik in Kiel eingeliefert, wo sie bald darauf st a r b e n. Poetzsch-Heffter war mit feinem Wagen, in dem sich auch noch drei Kinder befanden, auf der Fahrt nach Leipzig. Der Wagen fuhr aus bisher noch ungeklärter Ursache gegen einen Baum. Bei den Kindern, die ebenfalls verletzt wurden, besteht keine Gefahr. — Friedrich Poetzsch wurde 1881 in Skäßchen bei Großenhain geboren, studierte in Leipzig und Berlin. 1910 bestand er das Assessorexamen und war dann bei verschiedenen Amtshauptmannschaften tätig. 1914 heiratete er die Tochter des Berliner Universitätsprofessors Heffter. Am Kriege nahm er als Vatterieführer teil. Nach seiner Verwundung vor Ppern wurde er im Sächsischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten beschäftigt. 1917 wurde er als Legationsrat an die Sächsische Gesandtschaft in Berlin berufen. Nach Annahme der Reichsverfassung wurde er Bevollmächtigter zum Reichsrat. Seit 1921 war er Ministerialdirektor der sächsischen Gesandtschaft in Berlin. Poetzsch-Heffter, der besonders auf dem Gebiete der Reichsreform einen bekannten Namen besitzt, nahm 1932 eine Berufung als ordentlicher Professor für Staatsrechte an der Universität Kiel an und war kurz vor seinem Tode nach Leipzig berufen worden. Ottoverfestbegmn u München Bei herrlichem, sonnigem und warmem Wetter wurde das 12 5. Oktoberfest in München am Samstag feierlich eröffnet. Schon in der Mittagsstunde waren Zehntausende zu Füßen der Bavaria versammelt. Bei der festlichen Auffahrt des Stadtrates sah man in blumengeschmückten Kraftwagen den Oberbürgermeister, die Stadträte und die ehrenamtlichen Mitglieder des Gemeinderates im Schmuck ihrer Amtsketten. Darauf fuhren Reichsstatthalter Ritter v. E p p und Ministerpräsident Siebert vor. Auch der Kommandierende General des VH. Armeekorps, General Adam hatte sich eingefunden. Unübersehbare Menschenmassen besetzten das weite Rund um den Rennplatz unb bie Anhöhen zu Seiten ber Bavaria. Der Festzug bot ein färben» freubiges symbolisches Bilb bes ehrbaren Münchener Gewerbefleißes. Dem Reichsstatthalter unb den anderen Ehrengästen wurde ein Trunk aus dem Ehrenfaß gereicht. Nun konnten bie ersten Wiesenrennen folgen. Nach ber Preisverteilung begab sich ber Reichsstatthalter in bie große Halle der Schützen, wo lebhafter Betrieb auf allen Ständen herrschte. Auf den General wurde ein begeistertes Siegheil von den Schützen ausgebracht. Er beteiligte sich bann auch an bem neueingeführten Wehrmannsgewehrschießen unb weilte längere Zeit im Schützenkreise. Den weiten Festplan ber Theresienwiese erfüllte inzwischen bie braufenbe Melobie ber OktoberfestGemütlichkeit, unb beim Einbruch ber Dunkelheit erstrahlte bie ganze Festwiese in einem Lichtermeer. Gleichzeitig mit bem Oktoberfest würbe auch eine Münchener Hanbwerksschau eröffnet, bei deren Eröffnung auch der Reichshandwerksmeister Schmidt das Wort nahm. Tanks und Maschinengewehre gegen die polnische Minderheit in der Tschechoslowakei. Warschau, 23. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Presse berichtet voller Empörung über neue Schikanen der tschechischen Behörden gegen die polnische Minderheit in Tschechisch-Schlesien. Am Todestag der beiden polnischen Flieger und Sieger im Europarundflug, Zwirko und W i g u r a , sollte an dem Ort ihres tödlichen Absturzes, auf tschechoslowakischem Gebiet, eine polnische Gedenkfeier stattfinden. Diese Feier ist von den Behörden v e r b o t en worden. Trotzdem zogen etwa tausend polnische Pilger zu dem Ort der Katastrophe, um in aller Stille der beiden Flieger zu gedenken. Sie fanden bie Gegenb burch eine bichte Kette von mehreren tausend Gendarmen gesperrt, gleichzeitig waren Truppen zusammengezogen unb Tanks aufgefahren worben. Alle Wege waren burch Stahltaue unb Ketten gesperrt. Als ein größerer polnischer Pilgerzug nahte, brachten Solbaten unb Genbarmen gegen sie Maschinengewehre in Stellung. An ben Ort ber Fliegerkatastrophe wurde lediglich ber polnische Konsul aus Mährisch-Ostrau zugelassen. Drei Todesopfer bei dem Zugunglück in Dresden-Neustadt. Bei bem bereits kurz gemelbeten Zugunglück auf bem Bahnhof Dresben-Neustabt, wo ein mit Schulkinbern besetzter Sonderzug von einer Rangierabteilung in Der Flanke angefahren wurde, stürzten vier Wagen um. Es sind drei Tote, eine Schwer- und 22 Leichtverletzte zu beklagen. Es handelt sich durchweg um Dresdner Schulkinder. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Die Feuerwehr und der Gerätezug der Reichsbahn waren schnellstens zur Stelle. Die Schulkinder befanden sich anläßlich des allgemeinen Schulwandertages auf einer Fahrt nach Bautzen. Ein Kind wurde t o t aus dem Wagen geborgen, ein zweites Klklb, ein Mädchen, ist auf dem Transport nach dem Krankenhaus gestorben. Im Krankenhaus ist auch ber schwerverletzt eingelieferte Lehrer Johannes Preisler gestorben. Das Urteil tm Aschaffenburger Vilderdiebstahlsprozeß. Im Aschaffenburger Bilderbiedstahlsprozeß wurde das Urteil verkündet. Der Angeklagte Paul Falck wurde mangels hinreichenden Beweises von der Anklage des schweren Diebstahls im Rückfall unter Ueberbürbung ber auf ihn entfallenben Kosten bes Verfahrens auf die Staatskasse freigesprochen. Der Angeklagte Franke wurde wegen fortgesetzten Verbrechens ber Hehlerei zu einer Zuchthaus st rase von 8 Jahren verurteilt. Ferner wurden ihm auf bie Dauer von 5 Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt: 1 Jahr 10 Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet. Außerdem ordnete das Gericht gegen den Verurteilten Franke Sicherungsverwahrung an. Die oberstaatsanwaltschaft- lichen Anträge lauteten im Sinne ber gefällten Urteile. Franke wurde sofort in Haft genommen. Trauergottesdienst für Generalkonsul Dr. von Hahn. JnAmsterdam fand in ber evangelischen Kirche am Spui ein feierlicher Irauergottesbienft für ben verstorbenen beutschen Generalkonsul in Amsterbam Dr. von Hahn statt. Neben ber Gattin unb ben Kinbern bes Entschlafenen nahmen ber beutsche Ge- fanbte im Haag Graf Zech, der Gouverneur ber Provinz Nordhollanb Ihr. Roell, der Bürgermeister von Amsterdam befugt, zahlreiche Mit- güeber bes Amsterbamer Konsularkorps unb ber Deutschen Kolonie an bem (Sottesbienfteteil. Die irbischen lleberrefte Dr. von Hahns wurden in aller Stille nach seiner Heimatstadt D a r m st a d t übergeführt, wo am Montagnachmittag bie Beisetzung erfolgen wirb. Schwere Ulassenvergiflung durch Pilzgenuß. In Valence (Frankreich) mußten 16 Gäste zweier Restaurants nach bem Genuß von Pilzen mit schweren Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert werben. Zwei von ihnen find bereits kurz nach ihrer Einlieferung gestorben, bei 10 anberen besteht Lebensgefahr. Vier Tote bei einem Schiffszusammensioh auf dem Parana. Ein schwerer Schiffszusammenstoß ereignete sich auf bem Paranä-Strom etwa 800 Kilometer norblich von Buenos Aires. Der große Schnelldampfer „Ciudad Momentes" fuhr gegen den Viehdampfer „Duke of Athol", der mit schweren Beschädigungen auf Grund gesetzt werden mußte. Vier Mann der Besatzung des „Duke of Anthol", die im Logis im Vorschiff geschlafen hatten, wurden getötet. Der Passagierdampfer konnte ohne größere Beschädigungen feine. Fahrt fortsetzen. „3m Scherz" erschossen. Der 25jährige Tagelöhner Hammer st ein aus Roxheim bei Bad Kreuznach wurde am 16. November 1931 am Nonnenbusch erschossen aufgefunden. Damals nahm man Selbstmord an. Eine neue Untersuchung hat jedoch ergeben, daß ein gewisser Kaiser aus Kreuznach den Tagelöhner erschossen hat. Kaiser gab jetzt an, der Schuß sei versehentlich losgegangen, als er im Scherz auf Hammerstein angelegt habe. Reiche Beule amerikanischer Banditen. In einem großen Juweliergeschäft in der Hauptverkehrsgegend von Neuyork wurden der Besitzer und bie beiben Angestellten von drei Banditen überfallen und gefesselt. Die Räuber entkamen in einem Auto mit einer Beute von zahlreichen Edelsteinen, deren Wert auf etwa 20 000 Dollar geschätzt wird. — Fast zur gleichen Zeit wurde die Neuyorker Effektenbörse von einer Maklerfirma in Chikago davon benachrichtigt, daß aus der Woh- nung eines gewissen George formet in Beoer- lyhills in Kalifornien Wertpapiere bekannter amerikanischer Konzerne im Wert von über 500 000 Dollar gestohlen worden sind, lieber die Einzel- beiten des Diebstahls liegen noch keine Mitteilungen vor. Auch Deine Zähne brauchen jeden Abend Chlorodont / Äurorte und Srankenkofl. Das Reichs- und Preußische Innenministerium beabsichtigt, nach Anhörung des Reichsgesundheitsamtes, der Reichsarbeitsgemeinschaft für Volks- ernährung und der Deutschen Gesellschaft für Bäder- und Klimakunde, Bestimmungen darüber zu treffen, welche Anstalten künftig berechtigt sein sollen, sich als „D i ä t p e n s i o n", „Diätkurheim" usw. zu bezeichnen. Zukünftig darf man daher erwarten, in den „Diätpensionen", „Diätanstalten" usw. der Kurorte eine den ärztlichen Notwendigkeiten und den persönlichen Bedürfnissen des einzelnen entsprechende Krankenkost zu erhalten. Selbstverständlich ist eine solche besondere Krankenkost nur für diejenigen Genesungssuchenden notwendig, für die sie ärztlich an- geordnet wurde. Die gewöhnliche „Diät" der Badeorte, die sich nur den betreffenden natürlichen Heilfaktoren (Quellen usw.) anpaßt. soll den übrigen Fremdenheimen des Kurortes überlassen bleiben. Die deutschen Tanzmeisterschaften 1935. Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Wiesbadener Kurhaus wurden die deutschen Tanzmeisterschaften 19 3 5 entschieden. Sieger blieb unter den zwölf Paaren der Sonderklasse das zur Zeit beste deutsche Tanzpaar Frl. B ö h l - Herr Doltesberger vom Gold-Schwarz-Kasino München vor ihren Klubkameraden Frl. Mut- finger- Herr Meyer. Line neue Zollschiebung in Frankreich. Eine neue große Zollschiebung, durch die der französische Staat im Laufe der letzten beiden Monate um etwa 500 000 Francs geschädigt worden ist, wurde durch Zufall von den Pariser Zollbehörden aufgedeckt. Es handelt sich bei den Schiebungen um die unerlaubte Einfuhr von mehreren tausend Doppelzentnern kalifornische Apfelsinen. Der Vertreter einer belgischen Firma in Paris, der die Erlaubnis erhalten hatte, einen Doppelzentner Zwiebeln aus Belgien nach Frankreich einzuführen, hatte es verstanden, die staatliche Einfuhrlizenz in eine Einfuhrerlaubnis für 1000 Doppelzentner kalifornische Apfelsinen zu fälschen. Erst die große Menge der in Paris zum Verkauf gelangten ausländischen Apfelsinen erregte die Aufmerksamkeit der Pariser Fruchthändler Auf eine Anzeige von ihnen hin ging die Zollbehörde der Angelegenheit nach und konnte diese neue Schiebung ans Licht bringen. Neuer Vandilenüberfall auf einen Lisenbahnzug in der Mandschurei. Nachdem erst vor wenigen Tagen ein Banditenüberfall auf einen Eisenbahnzug in der Mandschurei zahlreiche Todesopfer gefordert hatte, wird nunmehr ein neues schweres Eisenbahnunglück gemeldet, das durch Banditen verursacht wurde. Auf der Strecke Tschang- tschun—Kirin—Tunhua wurde ein Zug von Ban- diten zur Entgleisung gebracht, und völlig ausgeplündert. Dabei wurden 11 Personen getötet, und 9 verletzt. Ein von Kirin entsandter Hilfszug entgleiste ebenfalls, wobei 19 Personen verunglückten. Das Auto in der Gastwirtschaft. In Hersfeld stießen abends zwei Autos zusammen. Durch den heftigen Zusammenprall verlor der Führer des angefahrenen Wagens die Gewalt über das Steuer, so daß der Wagen in dem arohen Fenster des Gasthauses „Zur Post" landete, hinter dem gerade ein Gast saß. Das Fenster und die Mauer wurden zertrümmert, der Gast sowie die Insassen der beiden Wagen kamen mit dem Schrecken davon. Führerlagung des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen. Auf der Iugendburg Stahleck bei Bacharach am Rhein findet eine Tagung aller Gauführer des Reichsverbandes für deutscheJugend- herbergen statt, die im Rittersaal eingeleitet wurde. Die Gauführer und Gauführerinnen des Iugendherbergsverbandes aus allen deutschen Gauen waren anwesend. Oberbannführer Conrad (Düsseldorf) begrüßte die Erschienenen. Der Leiter de» Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen, Gebietsführer R o d a tz (Berlin) teilte mit, daß die Uebernachtungsziffern in den Jugendherbergen im letzten Jahre in die Millionen gestiegen seien, und daß zur Zeit sich 23 neue Häuser im Bau befänden. Es folgte ein Spiel mit Sprechchören, das einen Rückblick auf die Geschichte der Burg Stahleck bot und von den jugendlichen Sprechern wirkungsvoll zum Dortrag gebracht wurde. Theakerörand tn Präg. Wenige Minuten nach Beginn einer Abendvorstellung im Prager Ständetheater brach auf der Bühne ein Brand aus, der von den Prager Feuerwehren zusammen mit den Bühnenangestellten im Laufe von 20 Minuten gelöscht werden konnte. Die Kulissen und der Schnürboden des Theaters wurden durch den Brand vernichtet. Durch die Geistesgegenwart der Schauspieler, die das Publikum dadurch beruhigten, daß sieden Buhnen- brand als zur Handlung des aufgeführten Werkes gehörend bezeichneten, wurde eine Panik verhindert. Nachdem der eiserne Vorhang medergegangen wär, würbe bas Theater vom Publikum ht voller Ruhe geräumt. Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks. Auf der Straße zwischen Altenkirchen (Westerwald) und Puderbach wollte ein Motorradfahrer zwei Radfahrer überholen, als im gleichen Augenblick aus einer Seitenstraße ein Kraftwagen herankam und den Motorradfahrer sowie die beiden Radfahrer erfaßte. Die Angefahrenen, zwei Männer und ein Mädchen, wurden so schwer verletzt, daß sie bald darauf st a r b e n. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. Gautagung des Iachamts Skilauf (Gau III/MD) in Gießen. Zum Wochenende tagte in unserer Stadt der Deutsche Skiverband im Gau XII/XIII. Die Tagung galt gleichzeitig für das Fachamt Skilauf im Gau XII/XIII des Reichsbundes für Leibesubungen. Zahlreiche Sportkameraden waren aus weitem Umkreis erschienen. Am Samstagnachmittag fand bereits im Hotel Prinz Carl eine die Gautagung vorbereitende Sitzung statt, in denen den Vertretern der Bezirke und der Vereine u. a. bereits der Jahresbericht ausgehändigt wurde. Am Abend fand man sich in den Räumen des Gesellschaftsoereins zu einem Begrüßungsabend. ein, der in der Form einer „Oberhessischen Kirmes" abgehalten wurde und in prächtiger Weife die enge Verbundenheit des Skiläufers mit der Landbevölkerung herausstellte. Der Führer des Gießener Skiklubs, Baurat Mangold, begrüßte die zahlreichen Gäste im Namen des Vereins, Kamerad A l t h a u s sprach herzliche Worte der Begrüßung im Auftrag des heimischen Bezirkes und wußte seinerseits auf die herzliche Verbindung zwischen der Landbevölkerung und dem Skisportler in einem schönen Beispiel hinzuweisen. In Harmonie mit diesem Gedankengang erwies es sich als sehr glücklich, daß einen großen Teil des Programms des Abends eine Trachtengruppe aus der Rhön bestritt, die unter der Führung des Kreisringleiters des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, unseres Heimatdichters Georg Heß auftrat. Nachdem Georg Heß mit einem unterhaltsamen Gedichtvortrag zunächst rasch die Verbindung zwischen „Land und Stadt" im Saale hergestellt hatte, und nachdem einige heimatliche Lieder gesungen worden waren, zeigte die Trachtengruppe einige schöne ländliche Tänze, die starken Beifall fanden. Mit großer Freude wurden auch die Gesangsdarbietungen der Gruppe aufgenommen. Jrn Laufe des Abends wurden noch verschiedene zünftige Skilieder gesungen. Eine Tombola, für die von der einschlägigen Industrie und dem Handel wertvolle praktische Preise (Skiausrüstungsstücke) gestiftet worden waren, fand lebhaften Zuspruch. Bei kameradschaftlicher Unterhaltung, bei Gesang und Tanz vergingen die Stunden wie im Fluge. In angeregter Stimmung trennte man sich. Der Sonntagvormittag brachte die Gautagung. Die Vertreter der Bezirke und Vereine, iysbesondere aber der Vertreter des Gruppenführers Beckerle, Gruppenadjutant Topp, der gleichzeitig als Vertreter des Reichssportführers anwesend war, wurden von dem DSD.-Gauführer und Gaufachamtsleiter im Gau XII/XIII des Reichsbundes für Leibesübungen, Kurt I e n i f ch , herzlich willkommen geheißen. Herzlich begrüßte er auch die Vertreter der Deutschen Turnerschaft. In ehrender Weise wurde dann der beiden verstorbenen Kameraden Dr. W o d a e g e und Otto Holmboe gedacht, zu deren Gedenken sich die Anwesenden von den Plätzen erhoben. Dem Jahresbericht des Gauführers, der den Versammelten gedruckt vorlag, sei folgendes entnommen: Der Jahresbericht erfasse nicht nur die Arbeitsleistung des DSV., sondern auch die Arbeit im Rahmen des Fachamtes Skilauf im RfL. Die Zusammenarbeit des DSV. und des Fachamtes mit der DT. und dem Deuttch- Oefterreichischen Alpenverein sei sehr gut gewesen. Der Gau XII/XIII könne, so hieß es in dem Bericht weiter, die freudige Feststellung machen, daß die ANtgliederzahl von 3346 Vollmitgliedern und 772 Jugendmitgliedern auf 4267 Vollmitglieder und 1085 Jugendmitglieder gestiegen sei. Aus 69 Vereinen war durch den Abgang von 10 Vereinen und Zugang von 6 Vereinen ein Vereinsbestand von 65 geworden. Die erzielten Erfolge in der Mitgliederzahl feien der starken Werbearbeit zuzuschreiben. Die Wintersport-Werbewoche Hape reiche Früchte getragen. Die sportliche Tätigkeit der vergangenen Saison sei durch den langen und guten Winter sehr begünstigt gewesen. Gaumei st er- schäften und SA. - Patrouillenlauf stellten Höhepunkte dar. Beide Veranstaltungen seien in Gersfeld mustergültig durchgeführt worden. Im Jahresbericht wurde weiter an das Leiftungsab- zeichen erinnert, ferner der beiden erfolgreichen Veranstaltungen, des Gaujugendtages in Schmitten und der Jugendfahrt in das W a l f e r t a l gedacht. Das Tourenwesen habe weiter ausybaut werden können. Die Herstellung zweier Schmalfilme habe sich als sehr glücklich und für die Werbung als sehr wertvoll erwiesen. Die Einheitssatzungen des RfL. seien von allen Vereinen des DSD. angenommen worden. Mit Worten des Dankes an alle Mitarbeiter schloß der Gauführer den Bericht. Im weiteren Verlauf der Tagung wurde der Kassenbericht zur Kenntnis genommen und gutgeheißen. Dem Rechner Theo Bär wurde Entlastung zuteil und ihm für seine sorgfältige Arbeit Dank gesagt. Anschließend wurden die Berichte der Fachausschüsse entgegengenommen. Lehrwart Neubert sprach zunächst über die abgehaltenen Lehrwartprüfungen, bei denen von zwölf Anwärtern sechs als DSV.- Lehrwarte bestätigt werden konnten. Die Lehrtätigkeit sei sehr lebhaft gewesen. Die Hessen-Skikurse feien glatt abgewickelt worden, in Zukunft würden sie aber in eigener Regie durchgeführt. Vorgesehen sei ein Kursus für erste Hilfe bei Unglücksfällen. Das Leistungsabzeichen konnten 14 Mitglieder erhalten. Nach kurzen Ausführungen über die Zusammenarbeit mit Partei, mit ihren Gliederungen, mit der Wehrmacht usw. gab der Referent das Programm der Lehrwarte für den Winter bekannt. Lehrwarttagungen finden am 12. Oktober in Frankfurt a. M., am 16. Oktober in Kassel und am 26. Oktober in Gießen statt. Gelegenheit zur Ablegung der Prüfung für das Leistungsabzeichen werde im Taunus und in der Rhön gegeben fein. Ein Lehr- wartkurfus fei im Walfertal vorgesehen. Die ziel- bewußte Breitenarbeit werde weitergetrieben. Die Gaujugendführer im DSV. Althaus (Gießen), berichtete über die Erfolge der Jugendarbeit. Er stellte heraus, daß es dank der eifrigen Werbearbeit in verschiedenen Städten und in den Schulen gelungen sei, 313 Jugendmitglieder zu gewinnen. Viele Jugendliche seien in Kursen und bei Trocken- übungen erfaßt worden. Der Kursus im Walfertal habe bei den 45 Beteiligten große Begeisterung ausgelöst. Der Gaujugendtag in Schmitten habe den denkbar besten Verlauf genommen. Das Leistungsniveau der Jugend fei beachtlich. Nachdem der Jugendführer noch die Termine für die Veranstaltungen der Sportsaison 1935/36 bekanntgegeben hatte, schloß er feine Ausführungen mit herzlichem Dank für die rege Betätigung und Unterstützung der Arbeit an der Jugend. Der (Bauführer betonte, daß es bald so weit kommen müsse, daß kein Verein mehr ohne Jugendabteilung sei. Der Bezlrksbeaufkragfe des Relchssportfuhrer« Topp überbrachte, nachdem der Pressewart des Gaues, Herr Braun, noch kurz über die m feinem Fachausschuß geleistete Arbeit berichtet hatte, die herzlichsten Grüße des Reichssportfuhrers und des Gruppenführers Beckerle. In feinen grundsätzlichen Ausführungen nahm er zum Skilauf Stellung. Der Skilauf, so führte er u. a aus, entspreche in seiner Art völlig dem deutschen Wesen. Die stille Erhabenheit, die der wahrhaft deutsche Mensch immer sehr schätze, offenbare sich am stärksten in der winterlichen Landschaft. In der winterlichen Landschaft herrsche die Lichtfülle. Das nordische Wesen dränge zum Licht. Der Skilauf sei ein Bekenntnis zum Licht und zu unserer Art. Im Kreise der Skiläufer sei der Gedanke des Reichsbundes sofort aufgegriffen und voll erfaßt worden. Besondere Freude herrsche über die Bereitschaft der Mitarbeit der Turner. Für den Skilauf gelte es in Zukunft nicht nur die Breitenarbeit zu pflegen, sondern auch den Wettkampf zu fördern. Leben in den Vereinen werde erst dann herrschen, wenn die Jugend zum Wettkampf geführt werde. Es bedürfe hier unter Umständen einer Erweiterung des Programms. Weiter sollten auch in Zukunft die Skipatrouillenläufe der Wehrorganisationen fortgeführt werden. Er seinerseits werde sich dafür einsetzen, daß der Skilauf innerhalb der SA. auf eine breitere Basis komme. Wichtig sei ferner, der Arbeiterschaft den Skilauf näher zu bringen. Das reiche Erlebnis des Skilaufs, das Erlebnis der Kameradschaft solle recht vielen Volksgenossen teilhaftig werden. Nachdem Herr Schneider (Frankfurt a. M.) noch über die Kurstätigkeit und die Art der Durchführung der Hessenkurse in eigener Regie gesprochen hatte,^nachdem noch über die Teilnahme an einer gemeinsamen Fahrt und Unterbringung zur Winterolympiade gesprochen, und nachdem als Ort der nächsten Gautagung Wiesbaden festgesetzt war, fand die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, auf das Vaterland und den Deutschen Ski-Verband ihren Abschluß. Die Tagung wurde durch ein kameradschaftliches Beisammensein auf dem Schiffenberg beschlossen. Im Laufe des Tages wurde am Grabe des verstorbenen Bezirksführers Dr. W o d a e g e in Fried» berg ein Kranz niedergelegt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der mit der raschen und starken Wärmezunahme am Machende verbundene heftige Luftdruckfall löste einen Einbruch kühler Meeresluft aus. Bei ihrem Eindringen in die vorgelagerte feucht-warme subtropische Luft kam es am Sonntagnachmittag und -abend auch in unserem Gebiet zu gewittrigen Re- aenfällen, die aber nur in der Nähe von Gebirgen stärkere Ausmaße erreichten. Mit dieser Entwicklung hat die Wetterlage ein überwiegend unbeständiges Gepräge erhalten, doch wird der Witterungscharakter wieder freundlicher fein. Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen meist kurzen Niederschlägen, bei abflauenden westlichen Winden, Mittagstemperaturen um 15 Grad. Aussichten für Mittwoch: Voraussichtliche Unbeständigkeit, vorübergehend wieder zuneh» menb. Lufttemperaturen am 22. September: mittags 230 Grad Celsius, abends 14,9 Grad: am 23. September: morgens 12,8 Grad. Maximum 24,5 Grad, Minimum 11,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. September: abends 16,9 Grad; am 23. September: morgens 15,1 Grad. — Sonnenfcheindauer 3,5 Stunden. — Niederschläge 2,7 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein» druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vorn 1. Juni 1935 gültig. Prof. Th. Schaumann. Gießen, im September 1935. 5401 D Mietgesuche [ 5405 A Meres Mädchen v. Lande, 35 I., sucht Stellung bei älter. Leuten oder bei alleinstehender Dame oder Herrn. Schr.Angeb.unt. 04045 a. d. G.A. Danksagung. Für die innige Anteilnahme an meinem herben Geschick danke ich allen, die meiner so treu gedacht haben, aufs herzlichste. 1-Mim.Wii. von jg. 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Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom liebsten, was man hat, muß scheiden. Todes-Anzeige. Am Samstag, dem 21. September, wurde meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine Schmidt, geb. Wagner im Alter von 50 Jahren nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in ein besseres Jenseits abgerufen. In tiefem Schmerz» Familie Wilhelm Schmidt, Schuhmacher Familie Willy Schmidt nebst allen Angehörigen. Fellingshausen, Gießen, den 23. September 1935. Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr statt ___________________________________________________________________________________________5404 D Junger [54o8D sofort gesucht. Bäckerei Wen; Licher Straße 29 Tüchtiges 04053 Hausmädchen gegen hoh. Lohn z.l. Okt. gesucht. Seltersweg 40. Ordentliches Mdchen nicht unter 189., für tagsüber in Haushalt gegen guten Lohn ges. Zu erfrag, omo Thalysia-Reloniihaii» Seltersweg 52. 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Auf den Spuren eines im brasilianischen Urwald Verschollenen. „Er kehrt zurück!" So lautet die sensationelle Meldung, die vor kurzem der katholische Missionar Pater Molloy, aus Brasilien kommend, nach Neuyork gebracht hat. Aus seinen Nachrichten scheint hervorzugehen, daß der verschollene Forscher Oberst Fawcett nicht nur am Leben, sondern sogar im Begriff ist, wieder zur Zivilisation zurückzukehren. Der Pater will diese Kunde von einem einflußreichen indianischen Häuptling mit dem poetischen Namen „M eißer Sohn der Sonne" erhalten haben. Fawcett, von dem auch der Pater nicht in Erfahrung zu bringen vermochte, was er denn nun eigentlich ein Jahrzehnt im Urwald getrieben, wünsche jetzt, nach Europa heimzukehren — er müsse sich jetzt schon nördlich der Kordilleren, auf der Wasserscheide Zwischen dem Amazonas und dem Parana-Fluß be- finden ... Dies die Nachricht, welche die ganze Welt aufhorchen macht und noch einmal Hoffnung gibt auf Fawcetts Rückkehr — eine Hoffnung, die aller- dings schon oftmals zunichte wurde im Verlaufe des letztvergangenen Jahrzehnts. In diesem Jahre nämlich jährte sich zum zehnten- mal Oberst Fawcetts Auszug. Man schrieb den 10. Januar 1925. Aus dem Neuyorker Hafen fuhr ein Segelschiff, breitete seine weißen leuchtenden Schwingen aus und nahm den Weg die Küste entlang nach Rio de Janeiro. Drei Männer waren an Bord außer der Schiffsbesatzung: Oberst P. K. Fawcett, sein Sohn und Raleigh R i m m e l, des jungen Fawcett Schulfreund. Diese Drei zogen aus, um noch den verschollenen, nur aus Legenden der südamerikanischen Indianer bekannten alten Kulturstätten der sagenhaften weißen Indianer Brasiliens zu forschen. Märchenhafte Gerüchte sind seit Jahrhunderten über diese Stätten im Umlauf. Eine Legende erzählt: Gott setzte zwei Brüder auf die Erde, deren einer westwärts zog und das Reich der Inkas begründete. Der andere blieb am Ort, in der Gegend Der heutigen brasilianischen Provinz Matto Grosso, und baute, dem Gebot Gottes folgend, eine Stadt mit mächtiger Ausdehnung. Die Häuser waren aus lauterem Gold, die Dächer übersät mit Diamanten. Bekannt ist die Ueberlieferung südamerikanischer Indianer über ungeheure Schätze, die beim Vordringen der Spanier und Portugiesen auf den Grund von Seen versenkt wurden. Obwohl diese Schätze bis heute nicht gefunden werden konnten, spricht doch die Eifersucht der indianischen Bevölkerung, mit der sie jeden Weißen von diesem See fernzuhalten versucht, für die Wahrscheinlichkeit, daß an dieser lieber- lieferung etwas Wahres ist. Diesen sagenhaften Kulturen nachzuspüren machte sich Oberst Fawcett auf den Weg. Er schätzte das umfangreiche Gebiet Brasiliens auf zwei Millionen Quadratmeilen und hoffte, der Archäologie unerhörtes Material verschaffen zu können. 8665 Kilometer I dehnen sich zwischen Rio be Janeiro und Bolivien. Berge, Pampas, mächtige Flußläufe, Urwalddickicht im ununterbrochenem Wechsel. Jeder Schritt vor- i märte bedeutet ein mühseliges Ankampfen gegen ibie Natur, die sich ihre Geheimnisse nur widerwil- Uig entreißen läßt; jeder Schritt einen Kampf gegen »den Tod, der vielgestaltig auf allen Pfaden lauert: in Klapperschlangen im Unterholz der Wälder, in reißenden Stromschnellen, in den Stichen von Mos- lkitos und Skorpionen und in den Fieberdünsten wersumpfter Gebiete. Schritt um Schritt bahnen sich ibie drei Menschen den Weg tief ins Innere des !Landes. Bis C u y a b a, im Bezirk Matto Grosso, siind sie Zufälligkeiten noch wemger ausgesetzt, da Riefe Stadt, fast schon an der Grenze des von Wei- sßen noch bewohnten brasilianischen Gebiets, mit Mio de Janeiro durch eine Art Straße, wenn auch micht Straße im europäischen Sinn, verbunden ist. iJn Cuyaba nimmt dann ihre eigentliche Forschungs- »reise ihren Anfang. Langsamer noch als bisher geht es weiter. Axthieb um Axthieb muh jeder Zentimeter Boden erobert werden. Nur ab und zu, meist in der Nähe eines Flusses, Siedlungen von Indianern, mitten im Urwald. Schon das ist ein großer Gewinn, daß sie den weißen Eindringlingen nicht feindlich gegenüberstehen. Oberst Fawcett schlagt die Richtung gegen den Rio Linau ein. Nordwestlich von Diamantino hofft er die sagenhafte goldene Stadt der sagenhafen weißen Indianer zu finden. In einem vom 22. April 1925 datierten Bericht spricht der Forscher von den Spuren einer alten weißen Kultur und Zivilisation, die er gefunden zu haben glaubt und deren tatsächliches Vorhandensein er beweisen will. Die unwegsame Wildnis, das unwirtliche Klima, ungewohnte Anstrengung und Fieber aber fordern ihr Opfer. Raleigh R i m m e l und der junge Fawcett erkranken am Rio Lingu — und zurück geht es auf Cuyaba zu, um dort Heilung zu suchen. Ein zweiter Bericht, Datiert vom 30. Mai 1925, bringt an Stelle neuer Forschungsergebnisse Nachrichten über die Leiden, Denen die Forscher durch Jnsektenbisse Ausgesetzt sind —: Rimmel sei durch einen solchen fast gelähmt —: dies war das letzte Lebenszeichen des Obersten Fawcett ... Dann geriet die Expedition in Vergessenheit; die Wenigsten in Europa wußten sich noch des Namens Fawcett zu erinnern — nur in England bangte und zerbrach ein Gattinnen- und Mutterherz ... Erste Kunde von dem Verschollenen hörte man erst wieder im Jahre 1927. Damals befand sich Roger C o u r t v i l l e, ein französischer Ingenieur in brasilianischen Diensten, nur von seiner Frau und einem Mechaniker begleitet, auf einer Autoreise quer durch Brasilien. Zweck: die Erkundung einer Möglichkeit, Rio de Janeiro auf dem Landweg, nämlich durch eine Autostraße mit Lima zu verbinden. Er erhält - L i ch, 22. Sept. Der Rote-Kreuz-Gedanke hat in unserer Stadt schon feflr früh Eingang gefunden. Bereits im Jahre 1868 wurde auf Anregung des Prinzen Ferdinand zu Solms-Hohensolms-Lich ein Alice-Frauenverein gegründet. Das Fürstliche Haus hat seit diesem Jahre den Roten-Kreuz-Gedanken weiter gefördert und gepflegt. So war es denn selbstverständlich, daß das heute in dem freundlich zur Verfügung gestellten Schloßpark abgehaltene Gartenfest zum Besten des Roten Kreuzes und seiner Arbeit unter der freudigsten Anteilnahme der Bevölkerung unserer Stadt und ihrer Umgegend wieder zu einem vollen Erfolg wurde. Heber zweitausend Menschen waren der Einladung gefolgt. Don dem Hessischen Alice-Frauenverein war die Landesvorsitzende, die ehemalige Großherzogin Eleonore, erschienen und griff sofort helfend in der Tombolabude ein. Der Kreisverband und Ortsverein Gießen war durch eine größere Anzahl von Vorstandsmitgliedern vertreten, ebenso hatten die Vertreter der Stadt Lich und der Ortsgruppe der NSDAP, der an sie ergangenen Einladung zahlreich Folge geleistet. Unter den Klängen der Feuerwehrkapelle (Leitung Rudolf Jung) entwickelte sich bald auf dem mit den Fahnen des Dritten Reiches geschmückten Festplatz und in den von der Brauerei Jhring- Melchior und dem Fürstlichen Haus in dankenswerter Weise erstellten großen Zelten ein richtiges Volksfest, das aufs neue die Verbundenheit des hiesigen Alice-Frauen-Ortsvereins mit der Bevölkerung zeigte. Die Tombolabude und die Schießbude, die durch die Gebefreudigkeit der Mitglieder, der Geschäftsleute sowie der Gönner des Vereins mit etwa 700 Gewinnen (darunter ein Schwein, eine Saategge, verschiedene Faß Bier, ein Stallhase) ausge» stattet war, konnte den Massenbetrieb kaum bewäl- durch Indianer geheimnisvolle Nachricht von weihen Männern, die von Norden her in diese Gegend gelangten — bahnt sich weiter feinen Weg in Richtung Rio Costa — und trifft dabei angeblich einen grauhaarigen Weihen, sehr verwahrlost und nieder- gebrochen. Der Fremde antwortet kaum auf feine Fragen, flieht zurück in den Urwald. Als Courtville in Cuyaba einem Regierungsbeamten von diesem Zusammentreffen erzählt, meint dieser, es könne sich um niemanden anders gehandelt haben als um den Obersten Fawcett. Zu Beginn des Jahres 1928 machte sich eine Expedition der Londoner Geographischen Gesellschaft unter Leitung des Obersten D y o 11 auf, um den brasilianischen Urwald zu durchdringen. Indianer, und zwar Anauquas, haben Dyott berichtet, daß Fawcett mit seinen Begleitern schon 1925 von einem indianischen Stamm überfallen und er- mordet worden sei; Dyott hat sogar Gegenstände gesehen, welche die Indianer von dem „weihen Gott" erhalten haben wollen ... Abermals vier Jahre Schweigen. Da kehrt der süd- amerikanische Waldläufer Ratti, ein geborener Schweizer, aus dem Herzen des brasilianischen Urwaldes, roo' er sich als Orchideenjäger aufgehalten, nach Rio de Janeiro zurück und berichtet, daß er in der Nähe eines größeren Indianerdorfes einen Weihen getroffen habe, der habe sich ihm als Oberst Fawcett zu erkennen gegeben und um Befreiung aus den Händen der Ureinwohner gebeten ... Ratti selbst führte eine Expedition, die von dem britischen Konsul in Rio de Janeiro ausgerüstet und finanziert wurde, in den Urwald — die Suche ist ergebnislos ... Neues Gerücht im vergangenen Jahr — neue Hoffnung — neue Enttäuschung. Bis zu diesen gegenwärtigen Sommertagen, da der Pater Molloy mit verheißungsvoller Botschaft aus Brasilien nach Neuyork gekommen ist —: darf die Welt noch einmal hoffen?! O. H. tigen. Ebenso groß war der Andrang im Kaffee- und Kuchenzelt, für das allein 88 Torten und Kuchen gestiftet worden waren. Eine eigens für das Fest eingerichtete und elekritfch betriebene Waffelbäckerei der Fürstin Karl konnte die vielbegehrten leckeren Herzen gar nicht schnell genug Herstellen. Im Bierzelt herrschte bald fröhlichste Stimmung. Als gar um 16 Uhr das Theaterzelt mit feinen 250 Sitzplätzen feine Pforten zur Uraufführung von „Katrinche von Goarwedäch Verlobungsfest" öffnete, wurde der Andrang so groß, daß die Vorführung dreimal wiederholt werden muhte. Am Schluß der zweiten Vorstellung wurde der Verfasserin dieses von echtem Humor durchwehten Dolksstücks, der Prinzessin Elisabeth zu Solms-Hohensolms-Lich, als 2)ant und Anerkennung ein Strauß herrlicher Gladiolen überreicht. Zwischen den einzelnen Darbietungen spielte die Musik unermüdlich zum Tanz auf, der Turnverein (Leitung Schuhmachermeister Volz) führte mit seinen Turnerinnen drei hervor- ragend gelungene Reigen auf, die Sängervereinigung „Cacilia" fang unter der Stabführung von Chormeister Jlge mit bekannter Meisterschaft „Köln am Rhein, du schönes Städtchen" und „Morgen marschieren wir". Die Kinder vergnügten sich an drei mächtigen Krabbelsäcken, die die schönsten Sachen bargen und im Nu geleert waren. Eine amerikanische Versteigerung eines zu diesem Zweck von einem hiesigen Schreinermeister gespendeten Blumenständers erheiterte die Gemüter. Ein Zigarren- und Zigarettenstand versorgte die Festgäste mit den nötigen Rauchwaren. Gegen Abend erstrahlte der Festplatz im Glanz der von der Firma Walz kostenlos gelegten Festbeleuchtung. Verschiedene niedergehende Regengüsse taten der Feststimmung keinen Abbruch, bis dann um 19.30 Uhr mit einem schneidigen Musikstück der Festkapelle Das in allen Teilen wohlgelungene und unter der Leitung der Fürstin Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich, unter Der Mitwirkung Der Sanitätskolonne (Leitung Halbzugführer L o tz), der Samariterinnen (Leiterin Frau Regina Giese» 1 e r) und vieler Helfer und Helferinnen durchge- führte Fest feinen Abschluß sand. Entsprechend der glänzenden Vorbereitung und Durchführung war natürlich auch das finanzielle Ergebnis (Reinertrag über 1000 Mark), das Dem Ortsverein Lich wieDer für längere Zeit Die Möglichkeit gibt, Die alte und immer wieder bewährte Rote-Kreuz-Lofung in die Tat umzusetzen: „Helft helfen!" Kampf den Volkskrankheiten! Wanderausstellung der Landesversicherungsanstalt Hessen. LPD. Darmstadt, 22. Sept. Die Landes» Versicherungsan st alt Hessen eröffnete am Sonntag im Haus Der Kunsthalle am Rheintor eine ÜBanDerausftellung „VolksgesunD- heitspflege — Kampf Den Dolkskrank- feiten!" Nach Den einleitenDen Worten Des Prä- fibenten Der LanDesversicherungsanstalt Hessen, E m • m e r I i n g, Der u. a. Den Vertreter Des Reichsstatthalters in Hessen, Regierungsrat Reiner, den Vertreter der Landesregierung, Ministerialrat Ringshausen, Kreisleiter und Oberbürgermeister W a m b o l d t, sowie zahlreiche Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen und die Vertreter der hessischen Aerzteschaft begrüßte, nahm Oberregie- rungsrat Dr. Heinemann, der sich um den Aufbau der Ausstellung sehr verdient gemacht hat, das Wort. Er ging zunächst auf die Lage der Sozialversicherung vor Der Machtübernahme durch die NSDAP, ein und konnte an Hand von Zahlenmaterial feststellen, daß in Hessen eine Leistungssteigerung auf allen Gebieten der Sozialversicherung erfolgt sei. Weiter sprachen noch Pg. Finger als Vertreter des Leiters des Rassepolitstchen Amts der NSDAP, in Gießen Dr. Kranz und der Chefarzt der Heilstätte Winterkasten Dr. Starke. Die Ausstellung wird von Darmstadt aus ihren Weg durch bas ganze Hessenland nehmen und auch in dem kleinsten Dorf die hygienische Volksbelehrung weiter ausbreiten. Ein Gang durch die Ausstellung zeigt u. a. Räume für Säuglingspflege, eine Blldabtei- lung der NSV., die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, der Tuberkulose und des Krebses, ferner der Zahnkrankheiten. Eine besonders reichhaltige Schau ist der Rassenkunde und der Erbgesund- heitepflege gewidmet. Daneben werden auch die für die Dolksgesundheitspflege zuständigen Stellen in Hessen auf großen Tafeln aufgezeigt. Es ist beabsichtigt, SA-, SS., HI. und die Schulen möglichst geschlossen durch die Ausstellung zu führen. Eröffnung der „1. Frankfutter Gaflwittemeffe" Frankfurt a. TI., 21. Sept. (LPD.) In einer eindrucksvollen Kundgebung der Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbe wurde am Samstag die „1. Frankfurter Gastwirts- messe" auf dem Festhallengelände eröffnet. Neben den zahlreichen Angehörigen dieses Gewerbes waren viele Vertreter der Partei, der Verwaltung und der Wirtschaft und ein Vertreter des Werberates der deutsche^ Wirtschaft erschienen, u. a. der Reichsführer des Handels, Professor Dr. Lüer, Polizeipräsident SA.-Gruppenführer B e ck e r l e, Bürgermeister Linder, der Treuhänder der Arbeit Schwarz. Namens der Ausstellungsleitung begrüßte Direktor Dr. Schnorr die Versammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die „Frankfurter Herbst- rnefje" und die „1. Frankfurter Gastwirtsmesse" einen weiteren Baustein zum Aufbau unserer WirtRotes-Kreuz-Fest im Schloßpark zu Lich Mund mochte noch was versuchen, öffnet sich halb, schnappt wieder zu und weiß, er bringt nichts mehr zustande. ' Auch das Fräulein selbst, das bisher hin und wieder einen kleinen Tip gab, hat anscheinend ausverkauft. Wenigstens in der leichten, umgänglichen Ware, die hier in der siebenjährigen Welt gehandelt wird. Ein wenig macht sie bte Augen schmal, ein paar Augenblicke scheint sie sich noch zu besinnen, dann läßt sie es genug fein. Gut und Schluß für heute! Aber wie sie sich eben wenden und nach der Kreide langen will, gewahrt sie da hinten noch einen Finger. Ein allereinziger Finger ist es, und zag wie ein letztes Kerzlein aus einem erlöschenden Lichtfest schimmert es über der Klasse. Uno was das Merkwürdige ist: dieser Finger gehört einem Jungen, der sich die ganie Stunde hindurch noch mit keinem Wort geregt hat. Was konnte er jetzt noch wollen? Er stört eigentlich, dieser Finger, denn die Sache ist doch nun abgeschlossen. Die Lektion ist nun zu Ende. Das Fräulein will schon abwinken. Aber im letzten Augenblick bedenkt sie sich noch, kommt es ihr, daß dieser Finger, dieser nachzügelnde Finger doch schließlich ein Finger war, so gut wie jeder andere. Unb so fragt sie: „Nun was wolltest bu noch sagen?" „Verantwortung!" sagt Da hinten der kleine Junge. Es ist ein Dünnes Sttmmchen. Einem Mäd- chen konnte es gehören. Aber es paßt zu diesem blaßen, schmalen Gesichtchen, paßt zu dieser fein- gliedrigen, fast kümmerlichen Gestalt, die kaum über die Köpfe Der anderen hinwegblicken kann. Das Fräulein steht ein paar Sekunden da in einem Erstaunen. Ihr ist, wie wenn sie sich verhört hätte. Verantwortung! Kam das wirklich dort von diesem blassen Jungen? Sie hat ihn noch kaum bemerkt in Der kurzen Zeit, da sie in der Klasse steht. Aber nun muß sie sich ihn doch wohl etwas genauer ansehen. Unb sie fragt: „Verantwortung, hast Du gesagt, nicht wahr? — Heißt du übrigens nicht —V „Fritz TieinoID!" sagte rasch Der Junge. „Jawohl, Fritz MeinoÜ) also. — Ick wollte aller- Dings sagen — Nun ja, ich will mir s merken für bas nächste Mal. — Aber nun sag' mir, wo hast Du bloß dies schwere Wort her?" Statt einer Antwort nestelt der Junge an seinem verwehten Ioppchen herum. Einen Schlüssel bringt er hervor, Der ihm an einer Schnur um Den Hals hängt, und Den hebt er nun Dem Fräulein vor die Augen. „Das ist der Schlüssel von unserem Korridor", Verantwortung. Von Karl Burkert. Sie ist die jüngste Lehrerin an der Schule, noch »nicht einundzwanzig. Sie darf noch keine eigene Masse führen, muh nur immer zuhören unb sehen, nvie man’s macht. Iebe Woche einmal barf sie sselbst eine Stunbe halten. Aber babei kommt sie stich boch mehr wie eine Schülerin vor. Sie ist ja »nicht allein mit ben Kinbern. Hinter ihrem Rücken stitzt ber „Chef, notiert hin unb roieber ein paar Worte auf ein Blatt: Die Anhaltspunkte für die machfolgende Kritik. Aber heute ist das nun anders. Eine Lehrkraft nft als erkrankt gemeldet, sie hat die Vertretung zu ^übernehmen, und nun steht sie zum allererstenmal iin ihrem Leben mit voller Verantwortung vor einer Klasse. Ein seltsames Gefühl diese volle Verantwortung, troenn man noch jung ift! Fünfzig Kinder sind einem □noertraut. Man soll sie hüten, zügeln, beschäftigen. Mein, das ist keine Kleinigkeit! Man spürt es bis in die Fingerspitzen, dah es etwas Wichtiges ist. ZZast mochte man sagen, etwas Großes. Ganz anders als gestern und vorgestern und alle Zett her Kommt man sich plötzlich vor. Es schwingt etwas iin einem, was man bisher noch nicht getannl hat. iSelbstbewußstein? Oder vielleicht gar Stolz? Es macht ben Schritt sicherer. Es spricht aus bem Blick, lohne baß man es weiß. Es klingt aus ber Sprache, !Die auf einmal gar nicht mehr so schüchtern ist unb •nun fast eine metallische Tonfarbe angenommen ihat. Wer „bas Fräulein" heute sieht, erkennt sie Kaum roieber. Für bis erste Stunbe war Rechnen angesetzt unb Jbas wäre jetzt glücklich vorüber. Nun käme Deutsch nm bie Reihe. Wörter auf „ung" finb zu bilben, mnb bie kleinen siebenjährigen Jungen gehen babei mächtig ins Zeug. Kaum zu glauben, was sie alles nufbringen. Schätze, bie man bei ihnen wahrhaftig micht vermutet hätte. In allen Winkeln burchstöbern isie ben grünen Garten ber Muttersprache. Hei, was Oa nicht alles wächst! Wo man hintippt, schießt wie- Der solch ein Wort empor. So ein rares feines Wort! Don allen Seiten platzt es bem Fräulein -entgegen. Mitunter natürlich em Doppelschuh. Aber Das tut nichts. Zwischenhinein auch mal ein Blinb- weiter nichts zu bebeuten. Immer frisch brauflos- gänger. Kommt in ber schönsten Schlacht vor, hat gesucht! Allmählich versiegt ber muntere Quell, will nichts mehr von sich geben. Die sich melbenben Finger, Die vorhin zu keck in bie Luft stachen, ermatten mehr unb mehr, bleiben zuletzt weg. Die Jungens .. wissen sich keinen Rat mehr. Da unb bort ein I sagt er. „Jawohl, euer Schlüssel!" sagt bas Fräulein. „Aber ich hab' dich boch nach Dem Wort gefragt!" Der Junge läßt sich nicht beirren. „Meine Mutter ist 'den ganzen Tag im Geschäft", fährt er fort. „Immer erst abends kommt sie heim. Da muh ich den Schlüssel immer bei mir tragen." „Freilich, Der Schlüssel — Das kann man verstehen!" sagt bas Fräulein. „Unb Da muß ich immer gut adsperren, daß nichts vorkommt, sagt die Mutter!" Auch bas scheint bas Fräulein zu begreifen, Denn sie nickt. „Und Dann muß ich meine Inge alle Tage von Der Kinberschule abholen — urto muß gut acht geben, baß ihr nichts passiert. — Meine Mutter sagt immer, ich hau für alles bie Verantwortung." Das war nun endlich bas Wort. Nun wußte man, wo es herkam bei diesem Jungen. Und nun hatte alles seinen Sinn. Das Fräulein schaut verlegen drein. Sie bemerkt einen scharfen, fast wehtuenben Zug auf diesem jungen Gelickt. Und sie bemerkt eine unkindliche Runzel auf Dieser Kindersttrne, unb sie sagt sich, baß bie noch nicht hierher gehört. Aber sie weiß auch, wie bas alles zusammenhängt und worin Das seinen Grund hat. Die Verantwortung! Jawohl: bie Verantwortung? Unb sie kommt sich auf einmal so unwichtig vor, so gar nicht mehr als Mittelpunkt dieser Wett. Sie denkt nicht mehr Daran, daß sie heute zum erstenmal eine Klasse selbständig in der Hand hat, denkt nicht mehr, daß das etwas Großes wäre. All ihr Stolz ist vor diesem ernsten Kinderantlitz verflogen. Sie hat nur noch bas Ges ich! in sich, als müßte sie sich schämen vor diesem Meinen, schwachen Jungen. Das geht entschieden zu weit! Die englische Postverwaltung trägt sich mit einem Plan, ber zunächst sehr hübsch unb nett ist, aber bei näherer Betrachtung boch zu einigen Einwän- ben Veranlassung gibt. Also ber Plan, kurz unb bünbig: sie will bie öffentlichen Telephonzellen etwas gemütlicher unb bequemer gestalten. Unter allen Umftänben soll ein Spiegel in ben Fernsprechzellen angebracht werben. Soll man sich etwa währenb bes Sprechens selbst beobachten können? Nein, aber für bie Damen unb eitlen Herren ist ber Spiegel gebacht. Englänber finb immer vernünftig, unb so protestierten sie benn auch lebhaft gegen biefe Plane ber Postverwaltung. In ben Tageszeitungen konnte man jeben Tag mehr ober weniger lebhafte Briefe in ben bafür bestimmten Spalten lesen, bie gegen bie Anbringung von Spiegeln in ben Telephonzellen wüteten. Wenn — so argumentierte man richtig — Spiegel angebracht werben, bann verlängert sich ber Aufenthalt in ber Telephonzelle gewaltig, unb bie Wartenben müssen mit ansehen, wie in ber Zelle bie Dame erst mal nach beenbetem Gespräch sich roieber zurechtmacht mit Lippenstift unb allen anberen Requisiten. Da konnte man sogar ein Protestschreiben lesen, in bem genau ausgerechnet war, baß jeher Aufenthalt in ber Fernsprechzelle sich um 12 Minuten verlängert — burch ben Spiegel. Der Schreiber jener Zeilen hat ausgerechnet, baß bavon vier Minuten ber Betrachtung im Spiegel geroibmet finb, bie übrige Zeit ist ausgefüllt mit Wieberherftellung ber Schönheit burch Lippenstift, Puberquaste ufro. Die Postverwattung mußte Stellung nehmen zu ber «roßen Zahl ber Proteste. Sie erklärte also: ber Spiegel barf zur Verschönerung nur zwei Sekunden in Anspruch genommen werden. Ja, das wäre die Vorschrift. Aber wer würde sich darum kümmern? Hochschulnachnchten. In Hamburg starb im Alter von 84 Jahren ber emeritierte orbentliche Professor ber Augenheilkunbe an ber Hamburger Unioerfität, Dr. meb. Her- mann WilbranD. Sein mehrbändiges Werk über die Neurologie des Auges hat eine außerordentliche Verbreitung gefunden. Professor Milbrand war geborener Gießener, wo bereits sein Vater und sein Großvater als Professoren der Medizin wirkten: Franz Joseph Julius Milbrand, geboren 1811 in Gießen, war hier von 1843 bis 1888 ordentlicher Professor ber Mebizin unb ist 1894 ebenfalls in Gießen gestorben. Johann Bernhard Milbrand, 1779 in Klarholz (Wesst.) geboren, war ordentlicher Professor ber Anatomie uno Physiologie (1808—1844) sowie ber Naturgeschichte, außerbem Direktor bes Botanischen Gartens unb bes Zoologischen Kabinetts in Gießen, wo er 1846 starb. Geh. Rat Professor Dr. Paul Clemen, der seit über drei Jahrzehnten den Kunstgeschichtlichen Lehrstuhl der Unioerfität Bonn innehatte, tritt in den Ruhestand. Geh. Rat Clemen hot in Bonn, wo er 1902 Nachfolger von Professor Justi wurde, eine überaus fruchtbare Lehrtätigkeit entfaltet; aus seiner Schule sind eine Reihe ber besten Denkmalpfleger hervorgegangen; als Vorsitzender bes Denkmalrates ber Rheinprovinz war sein Einfluß auf bie beutsche Denkmalpflege außerorbentlich groß. Seine Theorien hat er in zwei Schriften, bie 1933 erschienen sind, niedergelegt: „Der Denkmalbegriff unb seine Symbolik" unb „Die beutsche Kunst unb Die Denkmalpflege". Als Nachfolger Clemens wurde Professor Dr. Alfred Stange, Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität Erlangen, nach Bonn berufen. Obecheffen Wirtschaft Kirchturm herunter, r den Lagern herausgearbei- :g und etwa ro weiterhin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL $r. 0 51,25 106,25 77 93 142 24,65 275 153 28 206,5 Schlacht- Auf Grund 4% Oeftenetdnid)t (Balbrente.. - 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische StMterente v. 1910 4/r% desgl. von 1VI3 5% abgeft. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... 2741 - 207 I 208,25 soll alsbald ausgebessert werden. Landkreis Gießen. 215 107,75 78,75 19,25 130,5 125 ch Dors-Güll, 21. Sept. Ein lang gehegter Wunsch unserer Gemeinde geht nun seiner Erfüllung entgegen: die Erricktung eines Saales. Seither mußten alle Veranstaltungen und Feiern in dem kleinen Rathaus- und in dem Schulsaal abgehalten werden. Bei solchen Anlässen waren diese Räume größtenteils überfüllt, so daß infolge des Platzmangels und des ungemütlichen Gedränges eine wirkliche feierliche Stimmung kaum aufkam. Allen unbedingt notwendigen Anforderungen wird der neue Saal (18 Meter lang und etwa 11 Meter breit) gerecht werden. Er wird weiterhin b& Schule, der Hitlerjugend und dem BDM. als Sporthalle zur Verfügung stehen. — Mit der In- nenausschmilckung ist begonnen worden. Voraussichtlich wird die feierliche Einweihung, verbunden mit einer politischen Kundgebung, am 20. Oktober statt- . •' 114,5 :: 5- - 12 214,25 8/,' 104,75 0 Beltershain (Kreis Gießen), 21. Sept. Gestern fiel beim Läuten anläßlich einer Beerdi- sich aber die günstige deutsche Wirtschaftsentwick- hing zu größeren Meinungskäufen aus. Auch der Kulissenhandel war reger. IG. Farben zunächst um 2 o. H. bis auf 150,25 erholt, dann allerdings wieder 149,25. Metallgesellschaft gewannen 3,25, Erdöl 2, Scheideanstalt 2,50 d. H. zurück. Beachtlich fester lagen Montanwerte, wo Buderus 4,50, Rheinstahl und Mannesmann je 3, Mansfeld 1,75, Stahlverein 2,13, Klöckner 1,25 o. H. anzogen. Auch Elektrowerte zum Teil heftiger erholt, wo Siemens um 4,13, Schlickert 3,75, Gesfürel 2,50, Licht & Kraft 2, AEG. 1,50, RWE. 1,50 v. H. Maschinen-, Motoren- und Bauwerte fester. Holzmann 2, Daimler 2, Moenus 1, Zement Heidelberg 0,25 v. H. fester. Don Zellstoffwerten Waldhof um 3, Aschaffenburger 1,25 v. H. erholt. Am Kunstseidemarkt gewannen Aku 1,75 v. H. gu- rück. Im einzelnen sind erwähnenswert die Kurssteigerung von Hoesch um 4, Conti Gummi 3,25, Deutsche Linoleum 2,90, südd. Zucker 1,50, Reichs- bank-Anteile 4 v. H., AG. Verkehrswesen 1,25, Ahein-Mainische Börse Aktien erholt. 27 1,4 8,9 8,8 8,65 10,6 Mainkraftwerke Höchst O.VÜ... 4 Süddeutscher Lucka t\ 148,25 235 103,5 104 89,5 I 100 97 97 107,3 26,25 1,45 8,55 8,4 10,2 Mansfeld« Bergbau ... Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth I. <1. Farben-Industrie ScheideanstaU........ gung die Glocke im Kirchturm herunter. Die Glocke hatte sich aus den Lagern herausgearbei- tet, flog an die Kirchturmswand und löste dort ein Brett, so daß außen die Schiefersteine sich lockerten und zum Teil herunterfielen. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. Die Glocke blieb auf dem Gebälk hegen. Der Schaden * Rechtsnachfolge bet den viehverwertungsverbänden. der zweiten Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 4. Juli 1935 bestimmt der Reichsminister für Ernähruna und Landwirtschaft über die Rechtsnachfolgeschaft derjenigen Schlachtviehverwertungsverbände, deren Namen sich nicht mit denen der zuständigen Landesbauernschaften decken, u. a. folgendes: Es ist der Schlachtviehverwertungsverband Hessen-Nassau Rechtsnachfolger des Schlachtviehverwertungsverbandes Hessen. richten. 8.10: Gymnastik. 10: Sendepause 10.15: Schulfunk. Ein Auswanderer-Schicksal. 10.50. Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.35: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten, Wetterbericht der Reichswetterdienststellen Frankfurt a.M. und Aachen. 14.15: Mitten im Werktag Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15.15: Für die Frau; Gang durchs Mvvr.Hövspiel. 16: Kleines Konzert. 16.30: Ein Besuch m Raoelle. Auf den Spuren nordischer Eroberer. 16.45: Die Wirtschaft im Dienst des Staates (II). Fichtes geschlossener Handelsstaat. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: De Natur macht keine Sprünge Stimmt das heute noch? Eine biologische Betrachtung. 18.45. Zeitgenossen gibt's ... 19: Olympische Kampfproben auf allen Fronten. Funkbildfolae. 19.30: lNusikfzenen aus der Oper „Mona ßifa . Don Max von Schil- linqs. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Na- tion. Das schnellere Schiff. Ein Hörspiel. 21: Orchesterkonzert. Neue deutsche Musik. 22.15: Nach- Werkdiebe vor Gericht. schuft fiefetn werden. Nach den Degrüßunasworten des Kreisgruppenleiters Schultheiß nahm Bürgermeister Linder die Ausstellung in die Obhut Der Stadt Frankfurt a. M. Bezirksgruppenleiter Döring (Darmstadt) sprach über die wirtschaftliche Bedeutung der Gastwirtsmesse, die nicht einem reinen Organisationsbestreben entspringe. Der technische Fortschritt im Gastwirtsgewerbe sei so lebhaft, daß eine lieber» sicht in Abständen von vier bis fünf Jahren nicht mehr genüge. Die hohe wirtschaftliche Bedeutung des Gastwirtsgewerbes zwinge aber dazu, immer den neuesten Stand zu verfolgen. Dabei habe die Gastwirtsmesse die Aufgabe, die Leistungssteigerung eines Gewerbes zu heben, an welchem das Volk wie an kaum einem anderen interessiert sei. Aber auch über die Grenzen Deutschlands hinaus habe das Gastwirtsgewerbe eine hohe Verantwortung, denn die Gastwirte müßten dafür sorgen, daß die ausländischen Gäste, die unser Vaterland verlassen, immer wieder gerne hierher zurückkehrten. Dazu müßten die Betriebe auf einer hohen Stufe gehalten werden, die einen Wettbewerb mit den ausländischen Gaststuben erlaube. Aber nicht nur die rein technische Höhe fei entscheidend, sondern auch die Ordnung und Sauberkeit, die in Deutschland nach dem Urteil der ausländischen Gäste immer so besonders gepflegt werde. Der Redner forderte zum Schluß die Kollegen auf, auch ihrerseits an einer Befestigung der deutschen Wtrtschaftsverhaltmsse mitzuwirken. » .» 3um Schluß überbrachte Gauamtswalter F e 1t • k er t die Wünsche der Deutschen Arbeitsfront und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Führer und Ge- folgschaftsleute ebenso wie sie im Betrieb zusam- menstehen, auch die Leistungssckau des Gewerbes gemeinsam besuchen würden. An die Eröffnungsfeier schloß sich ein Rundgang durch die Messe. 20-9 100,65 97,2 102 110 100,25 97 96,5 100,4 Schiffahrtsaktien bis 0,50 v. H. Die Bewegung am Rentenmarkt war wesentlich ruhiger und an sich nicht fester. Altbesitz und Kom- munal-Umschuldung 0,13—0,25 v. H. noch abge- schwächt, auch Stadtanleihen ohne Erholung. Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,50 v. H. niedriger. Don Auslandsrenten, die an sich besser gehalten waren, Ungarn Gold um 0,2 v. H. befestigt. Pfandbriefe und Liquidationsbriefe ohne Veränderung. Im weiteren Verlaufe blieben die Märkte durch weitere Publikumsnachfrage für Aktien zu dem erholten Kursstand recht gut gehalten. Nur der Farbenmarkt zeigte verschiedentlich Schwankungen. Kassawerte ruhiger aber ebenfalls überwiegend befestigt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 23. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1019 Rinder (224 Ochsen, 109 Bullen, 405 Kühe, 281 Färsen), 334 Kälber, 27 Schafe, 496 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 42 Mark, Bullen 38 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 38 bis 42, Kälber 42 bis 70, Hammel 40 bis 42, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber ruhig, Schweine wurden zugeteilt. 21 9 100,4 97,25 101,75 109,65 100,13 97,25 96,5 100,25 20 9 100,65 97,2 21.9 100,65 97,13 finden. -- Steinh eim, 20. Sept. Die hiesige Frauenschaft ist auch in diesem Jahre wieder eifrig für das Winterhilfswerk tätig. Unter Leitung der Führerin Meline Hofmann wurden über 130 Gläser Gelee, in der Hauptsache von Aepfeln, ge- kocht. Dazu wurden von der Kreisamtsleitung der NSV. zu Gießen 62 Pfund Zucker und die Gefäße geliefert. In nächster Zeit soll die unentgeltliche Obstverwertung durch Aufbereitung von Dörrobst gefördert werden. Mit der Frauenschaft Rodheim wurden insgesamt 240 Gläser Gelee gefüllt. Da die zur Verfügung gestellten Gläser nicht reichten, wurden noch andere Gefäße verwandt, so daß zusammen 27 5 Pfund Apfelgelee auf Ab- ruf durch die Kreisamtsleitung der NSV. für den Kreis Gießen zu Gunsten des Winterhilfswerks warten. Gefährten in einiger Entfernung auch Aepf el plünderten. Die Grundstückseigentümer, hiervon rasch verständigt, kamen mit einem Auto noch rechtzeitig an, um die mittlerweile aufgeladene Beute, die von den Dieben als Säcke mit Sand bezeichnet wurden, den Uebeüätern unter harten Auseinandersetzungen abzunehmen. Die Diebe sehen nun einer Bestrafung wegen Feldfrevel entgegen. Kreis Lauterbach. * Angers b ach, 22. Sept. Im Bahnhof Lauterbach ereignete sich am Samstag ein schwerer U ng l.ü ck s s a l l. Der in mittleren Jahren stehende Bahnarbeiter Wilhelm Diehl geriet zwischen zwei Puffer und erlitt schwere Verletzungen am rechten Arm. Nach der ersten Hilfeleistung wurde der oedauernswerte Mann in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Leider konnte der Arm nicht erhalten, sondern mußte sofort amputiert werden. Appelle der HZ.-Führerschast Hessen-Nassau. SPD. Frankfurt a. M., 22. Sept. Einer be- sonderen Aktion galten zwölf Führertagungen der HI. innerhalb des Gebietes Hessen-Nassau, die etwa 2000 Führer der HI. und des Jungvolks zusammenriefen. In den einzelnen Bannorten sprachen Gebietsfuhrer P o 11 h o f, sowie Iungvolk- führer Wagner, der Stabsleiter des Gebiets und der Abteilungsleiter Presse-Propaganda zur Führerschaft. Sie umrissen die Arbeit des Winters, die vor allem die in den Zeltlagern des Sommers gelebte Kameradschaft in Schule, Werkstatt und Betrieb hineinzupflanzen habe, um der Gemeinschaft der jungen Nation willen. Insbesondere aber stehen die kommenden Wochen im Vordergrund des Interesses. Eine besondere Aktion, beginnend am 28. und 29. September mit dem großen Gebietssportfest in Mainz, wird der Öffentlichkeit das Marschieren, das Arbeiten und das Kulturformen der Hitlerjugend vor Augen führen. Bis zum letzten Pimpf wird alles eingespannt und in Front sein. Der Geist, der die Führerschaft bei diesen Tagungen beseelte, ist auch in den Einheiten zu spüren und wird das Kommende beftuchten. HI. kämpft weiter! Noch mehr: Jetzt stürmt sie! Vreußen. Tagung der Bürgermeister und Orteibauernführer des Kreises Wehlar. 0 Wetzlar, 20. Sept. Im alten Kreishaus fand heute eine Taguna der Bürgermei- fterdes Kreises statt. Die von Landrat Gril - l o geleitet wurde. Bürodirektor Martin verlas einen Sparerlaß des Ministers des Innern, der Richtlinien aufstellt für die Finanzwirtschaft der Gemeinden und Gemeindeverbände. Landrat G r i l l o wies darauf hin, daß der Erlaß mit feinen Richtlinien unbedingt von allen Gemeinden befolgt werden müsse. Bürodirektor Wieser behandelte dann eine neue Bestimmung des Jagdgesetzes, nach der in Zukunft die Bürgermeister, die gleichzeitig Ortspolizeibehörde find, nicht mehr Iagovorfteher fein können. Es sollen in Zukunft die gesetzlichen Vertreter der Bürgermeister zu Jagdvorsteyern ernannt werden. Kreisinspektor K i e h l referierte über die Handhabung der Bestimmungen für den Arbeits- und Wehrdienst. Anschließend wurde in der Schauburg-Hofstatt ein Film über das Tuber- kulose-Tilgungsverfahren gezeigt. Die hierauf folgende Versammlung im Saale Ackermann, an der auch Kreisleiter Haus teilnahm, wurde von Landrat G r i l l o eröffnet. Er verlas bann Richtlinien zur Bekämpfung ver- schiedener Tierseuchen. Bürgermeister G e r l a ch - Dutenhofen hielt einen Vortrag über seine Erfahrungen bei der Bekämpfung der Trichinimonaden- seuche in seiner Gemeinde, die sich als äußerst^ erfolgreich erwiesen habe. Professor Dr. Ä ü ft» 21 9 116 Für 70 000 ZUarf Gold gestohlen. LPD. H a n a u, 21. Sept. Im Juli wurden durch die Hanauer Kriminalpolizei umfangreiche Werk- d i e b st ä h l e in einem Hanauer Wirtschaftsunte^ nehmen aufgedeckt, wobei man feststellte, daß Goldreste im Werte von rund 70 0 0U Mark entwendet worden waren. Nunmehr hatten sich die Täter, der 66 Jahre alte Gottgetreu Weiß und sein Arbeitskollege Wilhelm Jordan vor der Großen Strafkammer Hanau wegen dieses Vergehens zu verantworten. Weiß, der von 1925 bis 1931 bei dem Unternehmen tätig war, hatte während dieser Zeit schon erhebliche Goldmengen gestohlen und veranlaßte seinen Arbeitskameraden Jordan, nach seinem Austritt in gleicher Weise tätig zu sein. Das gestohlene Gold lieferte Jordan dann jeweils an Weiß ab. Die Ehefrau Weiß hatte sich außerdem der Hehlerei schuldig gemacht. Das Gericht verurteilte Weiß zu 3 Jahren Zuchthaus, seine Ehefrau zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus und Jordan zu Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 113 96,5 110 100,13 97 97 107,3 l 26,4 8,9 8,65 8,75 10,5 20-9 115,25 111 214,75 105,25 75,4 18,65 130,5 124,5 180,13 148,9 103,25 111,5 104 Wiedersehensfeier der „Zrideririaner" in Laubach. Laubach, 22. Sept. Die Vereinigung ehemaliger Lehrer und Schüler des Gymnasiums „Fridericianum" zu Laubach veranstaltet am 28. und 29. September eine Wieder sehensfeler ihrer Mitglieder. Diese Lehranstalt, die vor 60 Iah- ren von dem Grafen Friedrich zu Solms-Laubach in Gemeinschaft mit dem damaligen Stadtvorstand gegründet wurde und am Ende des Weltkrieges unter den schweren Zeitverhältnissen au leiden hatte, wurde im Jahre 1922 zu einem Realprogymnasium und bald darauf zu einer Realschule umaewandelt. Die treue Anhänglichkeit der alten Schüler und Lehrer, zugleich aber auch der befte Beweis für die hohen Leistungen des Gymnasiums, läßt sich aus der starken Beteiligung an den Zusammenkünften der Pennäler des „Fridericianums" ersehen, die sich alle fünf Jahre wiederholen. Die Einwoh- nerschaft der Stadt Laubach freut sich, diese gern gesehenen Gäste für einige Tage aufnehmen zu dürfen. Ein Slockensturz. am Aktienmärkte ein. Die bisher unbegründete Nervosität hat einer ruhigeren Beurteilung der Mittelmeerfrage Platz gemacht, vor allem wirkte günstige deutsche Wirtschaftsentwick- eren Meinungskäufen aus. Auch Kreis Büdingen. 0 Nidda, 21. Sept. Ein frecher Obstdieb - stahl wurde am Hellen Tage an der Straße von Nidda nach Ramftadt ausgeführt. Trotzdem Leute auf dem Felde in nicht zu großer Entfernung arbeiteten, brach ein Autolenker, der fein Fahrzeug auf der Straße stehen ließ, auf einem nahen Baumstück etliche Säcke Aepfel, hauptsächlich bessere Sorten, während seine beiden * Die deutsche Erdölgewinnung im 21 u g u ft Wie der Amtliche Pressedienst mitteilt, betrug die deutsche Erdölgewinnung im August nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 33 791 Tonnen gegen 38 894 Tonnen im Vormonat und 26 218 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1934. * Interessengemeinschaftsvertrag Magirus-Humboldt-Deutz. In den letzten Tagen ist laut DHD. zwischen der C. D. Magi- rus AG., Ulm, und der Humboldt Deutz-Motoren AG., Köln, ein Interessengemeinschaftsvertrag zu- standegekommen. bei dem die Selbständigkeit der beiden Gesellschaften völlig gewahrt bleibt. Der Magirus AG., die im Bau von Spezialwagen, besonders auch in Feuerlöschgeräten, eine führende Stellung einnimmt, steht durch diesen Vertrag die große Ausfuhrorganisation der Humboldt-Deutz-Motoren AG. zur Verfügung. Beide Firmen beabsichtigen, durch verständnisvolle Zusammenarbeit den Bau und die Entwicklung von Fahrzeugen mit Dieselmotoren und mit Motoren für die Verwertung inländischer Brennstoffe technisch zu fördern. 113,75 96,5 100,13 100,13 97 971 107,3I Sctiulttiet« Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................0 Zellstoff Waldbof .......... 0 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer ®a8 ...............7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum........... g Orenstem & Kovvel ...... 0 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Lhade............... 0 Arcumulatoren-FabrS.......11 Eontt-Gummi .............. e Brief 2,459 41,96 54,63 12,225 16,38 168,49 H:Ü Gießen hielt dann einen Dortrag über die Entstehung und das Wefen der Geschlechtskrankheiten beim Rindvieh und ihre Bekämpfung. Veterinär- rat S ö h n t g e n - Frankfurt a. M. sprach über die Abschätzung der Tiere im Tuberkulose-Tilgungsoer- fahren. Kreishauptabteilungsleiter F i f ch b ach von Der Kreisbauernschaft Wetzlar wünschte die Abnahme sämtlicher Tier e aus einem verseuchten Stalle, um zu einer gründlichen Ausmerzung zu kommen. Bürgermeister D e s ch - Oberwetz machte den mit Beifall aufgenommenen Vorschlag, daß der Landrat (durch die Bürgermeister und Gemeinderäte) den Beitritt der Gemeinden zum Tuberkulose-Tilgungsverfahren anordnen möge. Dies soll auch in Kürze durchgeführt werden. Tierzuchtdirektor Dr. T 0 r n e d e teilte mit, daß die Herdbuchoer- bände sich geschlossen dem Tuberkulose-Tilgungsoer- fahren angeschlossen hätten. Bürgermeister Zörb- Hochelheim berichtete über die günstigen Erfahrungen bei der Bekämpfung der Trichinimonadenseuche durch die D e t e r i n ä r k l i n i k in Gießern. Stabsleiter Fifcher von der Kreisbauernschaft sprach sich für die obligatorische Durchführung der Bekämpfung der Trichinimonadenseuche aus, und gab für die Ortsbauernführer noch einige Anordnungen bekannt, die die Sammlungen für das Winterhilfswerk betrafen. Mit einem Gruß an den Führer schloß Landrat G r i l l 0 die reichhaltige Arbeitstagung. Kreis Dehlar. * Hörnsheim, 22. Sept/ Der hiesige Land- wirt Johannes Mandler wurde auf einem Spaziergang von einer wild gewordenen Kuh überfallen und zu Boden geworfen. Das Tier bearbeitete den Mann mit den Hörnern, so daß er verschiedene Verletzungen an Armen, Beinen und an der Brust erlitt. Eift als es ihm gelang, dem Tier in die Nase zu greifen, konnte er sich den Angriffen der Kuh erwehren. Die Verletzungen er- roiefen sich glücklicherweise als nicht sehr schwerer Natur. ORunhfunfprogramm Dienstag, 24. September. Schluß?, mittag» börse 21 9 117 113,5 215 108,25 78,75 19 130,75 125 182 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: l ---------- v . Frühkonzert. In der Pause, 7: Zeitangabe, Nach- 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Goldschmidt .......... Rüigerswerle ........ Metallgesellschatt...... Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Erlaubnis zur Verteilung von Kleie. Fwd. Der Getreidewirtschaftsverband Hessen und Nassau teilt mit: Nach Ziffer III/3 der Anordnung Nr. 17 der HV. der Deutschen Getreidewirtschaft vom 11. September 1935 dürfen in Zukunft Handels- und Derarbeitungsbettiebe nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Getreidewirtschaftsverbandes Kleie zum Zwecke des Weiterverkaufes beziehen. Die Anträge auf Genehmigung zur Verteilung von Kleie sind spätestens bis zum 21. September 1935 bei dem Getreidewirtschaftsverband einzureichen. Betriebe, die bisher bereits Kleie verteilt haben, tonnen bei rechtzeitiger Einreichung eines Antrages vorläufig bis zur endgültigen Entscheidung über den Antrag weiterhin Kleie zum Zwecke des Weiterverkaufs beziehen. Alle anderen betriebe dürfen eine Verteilung von Kleie, bevor ihnen nicht aus- drücklick die Erlaubnis hierzu erteilt wird, nicht übernehmen. n 101,75 51 105,25 107 76,75 127,5 93,25 142 78,25 24,75 272 165,4 153 ■Datum 1 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 *% Deutsch« Reichsanl. von 1984 6/i% Doung-Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Sluslos.-Rechten ............. 4XI*% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 8% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ leihe Serie 1 mit AuSloj.»Rechten 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1935 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hyp.» Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6/i% ehem. 4/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4/,% ehem. 8% Pr. Landespsand- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/«% ehem. 7% Pr.LandeSpsand briesanst., Gold Komm. Obl.VI Steuerguttch BerreckmungSk. 35-89 Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20.9 21.9 20 9- 21-9 4% desgl. Serie II ............. _ _ — — 6% Rumän. oereinh. Rente v. 1903 6,25 6,25 6,25 — 4/i%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9 — 9 9,13 4% Rumänische vercinh. Rente 4,9 5,13 4,9 5,25 2 V.°/_ OlnntoHcr ............ 39 39 39,65 39,25 H rmburg-Amerika-Paket .... 0 t 15 15,25 15,25 15,5 V imburg-Südam. Dampfschiff 0 — — 27,13 — Norddeutscher Lloyd ........ 0 16,75 17,25 16,9 17,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 75 76,25 75,5 77,5 Berliner Handelsgesellschaft .. 6 111,75 111,13 112,25 111,5 Commerz- und Privat-Bank .. . 0 87 87,25 87 87,25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft............... . 0 87 87 87 86,5 Dresdner Bank............. . o 87,5 87,5 86,5 87,5 Reichsbank ................ 12 170,5 174 171’5 174 «E.G..................... . 0 36,25 38,5 36,4 38,9 Betula.................... 10 142,65 143 143,13 143,5 Elektr. Lieferungsgesellschast .. . 6 107 109 107,75 110 Licht und Kraft ........... 6/i 129 131 129,5 131 F eiten & Guilleaume........ . O 98 100,5 97,5 102,65 G esellsch.s.Elektr.Unteraehmuua. 6 121 123,5 121,75 123,13 Rheinische Elektrizität ....... . 5 138 137,25 138,5 Rhein. Wests. Elektr......... . 6 123 — 123,75 125,4 Schuckert & Co........ . 4 116,5 119,5 117 119,75 Siemens & Halske........... . 7 165,9 170 166 170,5 Lahmeuer & Co............. . 7 12615 128 127 127,75 Buderus ................. . 0 96,5 101 97,4 101,25 Deutsche Erdbl ............ 103 4 105 4 104 106 Gelsenkirchener............ . 0 4 arpener................. . Ö 110 111,5 110,5 112 oesch Eisen—Köln-Neuess« . 0 89,25 93,25 89 93 4 Ise Bergbau ............ . ( — — — 154 Ise Bergbau Genüsse...... . 1 123 123,75 123 124,25 löcknerwerke ............. 87,75 90,25 87,5 90,25 Mannesmann-Röhrea....M ,/fl 81,75 85,25 82,4 85,5 20. September 21 September Amtliche Notierung Amtliche Geld Dotierung I Dries . Geld Brief Buenos Lire- 0,688 0,692 0,699 0,703 Brüssel..... 41,91 41,99 41,95 42,03 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,59 54,69 54,57 54,67 Danzig..... 46.81 46,91 46,81 46,91 London ..... 12,225 12,255 12,22 12,25 Helsingsort.. Paris ...... 5,39 16,37 5,40 16,41 5,385 16,37 5,395 16,41 Holland .... 168,33 168,67 168,23 168,57 Italien..... 20,30 20,34 20,30 30,34 Japan ...... 0,718 0,720 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,39 61,51 61,36 61,48 Wien....... 48 95 49 05 Lissabon.... 11,09 1L11 11,08 11,10 Stockholm... 63,03 63,15 63,01 63,13 Scstweiz .... 80,73 80,89 80,76 80,92 Spanien.... 33,91 33,97 33,95 34,01 Prag....... 10,265 10,285 10,265 10,285 Budapest ... — Neupork... 2,487 2,491 2,487 2,491 Lerlin,21 September Geld Amerikanische Not«.............. 2,439 Belgische Noten....... ... . ... 41,80 Dänische Noten ................. 54'41 Englische Noten ................. 12.185 Französische Noten ............... 16,32 Holländische Noten ............... 167,81 Italienische Noten................ 19,46 Norwegische Noten .............. 6b 20 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten ............... 62,84 Schweizer Noten................. 80,58 Spanische Noten................. 33,59 Ungarische Not« >••••••«••••••«• N. 11.35. lbe3>rl ?-tter. ?D3ia{. ^ür Äeineg 5, ben Aast Weiter Die 'heute Äeitge. ?en Quf 'kszenen l, Schil. Henbets Jr üio, 21: Or. - Nach, durch Werk. Witter« ,e, daß '0 000 ^nmehr ^getreu orban n dieses on 1925 lr, hatte Omengen meraben r Weise 1 Jordan eh hatte gemacht, wahren Jahr 00n j« egründete (ung dec m wirkte ftsentwilk- 15. Auch ruf 150,25 etallgesell- 'statt 2H itanmerte, ’smann je ckner 1,25 Teil kräs« ckert 3,75, 50, RWL. Bauwerlr , Zement iffwer/en >. erhott 0. K? toe mm 01 50, Reit' lesen 1ä weseM und noch fliy Erholm? iriger. $oi len roartr Pfanbbriesr ng- ärkte buch n zu b® Nur du mantunger- viegend bt- »ericht.) A ftrieb: B Kühe, N! chweine. B । Julien s nen) 38 b« 2 Schwei« )erfel)t» geteilt 42.« 0,1 3,lßj 54.J <6, irL IS. i 168-g 30-1 5'S 61,J 45,05 M 10,2» !> I O.2IL kptnvba **g ttr.222 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Montag, 25. September 1955 Das,/Kest der Deutschen Schule" in Gießen. §ür die Gache des Auslandsdeuischiums. — Die Gießener Schuljugend wirbt. — Kundgebung auf dem Brandplatz. In aller Stille, unbemerkt von der Oeffentlichkeit, oft nur der Elternschaft in fragmentarischen Umrissen bekannt, wurden in den vergangenen Tagen in allen hiesigen Schulen mehr oder weniger umfangreiche Vorbereitungen für den Tag des Auslandsdeutschtums, für das „Fest der Deutschen Schule" betrieben. Die Jugend beteiligte sich mit großem Eifer und besten Kräften am Werke. Es galt, Schilder zu malen, Transparentbändtzf anzufertigen, bildliche und graphische Darstellungen zu zeichnen, um der Bevölkerung auch in unserer Stadt die ungeheure Bedeutung des Auslandsdeutschtums für die Gesamtheit des ganzen deutschen Volkes erkennen zu lassen. Der verfolgte Zweck wurde sicherlich erreicht. Die Lehrkörper der Schulen trugen meist )ie Initiative, Schülerinnen und Schüler ordneten iid) gerne und freudig dem Werk unter in dem Bewußtsein dessen, daß der deutschen Volksgemein- ichaft ein Dienst geleistet wird. Alle Vorbereitungen mußten, das liegt in der Natur der Sache, so gesoffen werden, daß möglichst überhaupt Seine UnEoften entstanden. Das gelang denn auch. Da eine Sammlung an diesem Tage des Auslandsdeutschtums im Zuge der gegebenen Richtlinien nicht durchgeführt werden durfte, mußte alles ms eigener Kraft geschaffen werden. Es galt, in rinem eindrucksvollen Werbeumzug für die aus- landsdeutfche Sache zu werben. Oer grohe Iestzug. Das Fest der Deutschen Schule brachte am gestrigen Sonntag den großen Umzug, an dem sich nahezu 4000 Gießener Schulkinder beteiligten. Die Aufstellung geschah in den Straßen der Umgebung der Universitätsbibliothek. In Hellen Haufen narschierten die Jungens und Mädels nach dem Sammelplatz. Rasch war der Festzug geordnet, so !>aß er sich pünktlich in Bewegung setzen konnte. Die bundes für das Deutschtum im Auslande mitgeführt, zahlreiche VDA.-Wimpel, zum Teil mit vielen Bändern von Fahrten und Tagungen des VDA. geschmückt, belebten das Bild Selbstverständlich brachten auch die Hitler-Jugend und das Jungvolk Fahnen und Wimpel mit. Während die Jungens der verschiedenen Schulen in immer wieder anderer Form der auslandsdeutschen Idee Ausdruck verliehen, wurde gleichzeitig auch ein sehr aufschlußreiches Zahlenmaterial vorgetragen. Auf vielen Tafeln wurde gezeigt, in welchen Länder sich deutsche Menschen und wieviele Deutsche sich in ihnen aufhalten. Diese Tafeln und Schilder gaben folgenden hochinteressanten Ueberblick: Danzig 360 000 Deutsche, Litauen und Memelland 130 OOO, Polen 1 350 OOO, Elsaß-Lothringen 1600 000, Estland 300 000, Lettland 75 000, Schweiz 2 800 000, Ungarn 600 000, Luxemburg 250 OOO, Rußland 1000 000, Rumänien 800 000, Belgien 60 000, Dänemark 60 000, Italien 300 000, Deutsch-Oesterreich 6 300 000, Australien 160 000, Afrika 125 000, Nordamerika 12 000 000, Süd- und Mittelamerika 800 000 Deutsche usw. Die Mädchen trugen ihrer Art entsprechend zur Verschönerung des Werbeumzuges bei. Aus vielen schönen Herbstblumen und frischem Grün waren lange Girlanden gewunden worden, viele Kränze mit bunten Bändern wurden auf Stangen mitge- tragen. Die Kornblume des VDA. hatte eine viel- fettige und immer geschmackvolle Verwendung gefunden, viele der Mädchen trugen kleine Blumenkränzchen im Haar, so daß sich den zahlreichen Zuschauern ein überaus freundliches Bild bot. Mit viel Freude hörte man die feine Musik der Mädchen des Lyzeums, die mit Schifferklavier und Blockflöten Rhythmus in die Reihen brachten. Selbstverständlich wurden unterwegs viele Lieder gesungen. Ausnehmend gut gefiel eine Trachtengruppe. -Mi *>< »» Mit großer Begeisterung und Freude waren die Mädchen bei der Sache. Bevölkerung unserer Stadt brachte dem Werbe- imzug alle Aufmerksamkeit entgegen. Die Strahn waren zum Teil dicht umsäumt. Der vorgesehene lange Marsch führte durch fol- j-nde Straßen: Bismarckstraße, Ludwigstraße, lioetheftraße, Hindenburgwall, Seltersweg, Neuen- Irseg, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Aollkestraße, Hitlerwall, Wernerwall, Horst- Uessel-Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzpaß, Sonnenstraße, Kanzleiberg zum Brandsatz. Der Festzug selbst bot ein abwechslungs- riiches Bild. Die Hitler-Jugend und das Jungvolk marschierten mit ihrem Spielmanns- z g voraus, die Politischen Leiter folgten, der Ar- biitsdienst nahm mit einer starken Abordnung teil, 2DM. und Jungmädels marschierten in schöner Disziplin mit, die Lehrkörper der Schulen traten geschlossen auf, soweit nicht Lehrkräfte die Klassen unmittelbar begleiteten. Dann folgten Schülerinnen u-id Schüler der sämtlichen Gießener Volksschulen, da Höheren Schulen, der Privat- und der Berufs- inulen mit Ausnahme der Grundschulklassen, die a dem über einstündigem Marsche noch nicht teil- nlhmen sollten. Neben der großen Fahne des Drittln Reichs wurde die dunkelblaue Fahne des VolksD i e Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen begleitete den Festzug mit nicht weniger denn 60 Helfern und 16 Helferinnen. Glücklicherweise brauchten die Mannschaften nur in einigen unbedeutenden Fällen einzugreifen. Volksdeutsche Kundgebung Pünktlich zur vorgesehenen Zeit kam der große Festzug auf dem Brandplatz an, auf dem sich bereits viele Volksgenossen eingesunden hatten. Die Kundgebung wurde mit einem gesungenen Gruß an die Ausländsdeutschen eröffnet. Der Chor der Goethe- schule sang sodann das Lied: „Deutschland, heil'ger Name", das der Stunde die rechte Weihe gab. Dann hielt Kreisschulrat Nebeling eine Ansprache, der wir folgendes entnehmen: Volk ist die Gemeinschaft von Menschen, die zusammengekettet sind durch die gemeinsame Geschichte, durch gemeinsame Aufgaben und Nöte, gleiches Schicksal und gleiche Sprache, durch das gleiche Blut. Volk ist lebendiges Leben, das sich aus eigenem Schoße immer wieder erneuert, immer neues Die oberhessische Trachtengruppe im Festzug zum „Fest der deutschen Schule' W Viele Blumenkränze, mit bunten Bändern geschmückt, beleben das freundliche Bild des Werbeumzuges. 'X, e 11 M Leben schafft und seinen Lebensraum erfüllt. Der Lebensraum hat seine Grenzen in denen des Staates und des Reiches, die von Menschen gezogen worden sind, vielleicht diktiert sind. Der Staat stellt eine Form dar, die vom Volke mit Leben erfüllt werden muß. Die Grenzen eines Staates können Gebirge, Flüsse, Ströme, Meere sein. Grenzen können aber auch gezogen sein von Diplomaten ober von Siegern, die die Besiegten zwangen. Meist sind die Grenzen entsprechend dem Volke gezogen. Deutschlands Leben aber flieh immer hart an feine Grenzen und deutsches Volkstum flutete immer hinaus in die benachbarten Länder und Kontinente. Immer stieß dabei das deutsche Volkstum auf fremdes Volkstum, auf fremde Sprachen und auf fremdes Blut Ueberall entbrannte dann der Kampf um die Erhaltung des deutschen Volkstums. Der Kampf tobte und tobt im Süden, im Osten, im Westen und im Norden. Man braucht nur an die Brüder in Deutsch-Oesterreich und im Memelland zu denken, die einem harten Terror überantwortet sind. Immer sei auch in den anderen Ländern der Versuch gemacht worden, aus den Deutschen Franzosen, Italiener, Tschechen usw. zu machen. Deutsche Kinder sollen fremde Sprachen lernen, sollten kein deutsches Buch mehr lesen dürfen, sich nicht zu ihrem Deutschtum bekennen dürfen, sollten ihre Muttersprache nicht mehr reden dürfen. Ja, sie sollten die Gedanken jener fremden Völker denken. Aber alle diese Versuche scheiterten und werden auch weiterhin scheitern, wenn wir im Reich in fester und starker Front hinter den Ausländsdeutschen stehen, denn wir wollen nicht, daß sie jemals ihr deutsches Volkstum preisgeben. So wie eine Mutter, so kann auch ein Volk feine Kinder nie vergessen. Niemals dürfen wir den deutschen Bruder, die deutsche Schwester im Ausland vergessen. Es müssen ihnen Schulen gebaut werden, und es muß ihnen Gelegenheit geschaffen werden, die deutsche Geschichte, die deutsche Literatur und Kunst kennenzulernen und in sich aufzunehmen. Sitte und Brauch sollen ihnen erhalten werden. Den jungen deutschen Menschen im Ausland soll auch die Möglichkeit gegeben sein, einmal heimzukehren in das Vaterland, daß sie ihre deutsche Heimat kennenlernen und Fühlung nehmen mit ihren Stammesgenofsen, die an sie denken, wie sie an uns. Sie sollen auch ein rechtes Bild bekommen vom neuen Deutschland, das ihnen die jüdische Lügenpresse vorenthält. Wir vom Volksbund, so fuhr der Redner fort, müssen in diesem Werk stehen, seitdem uns der Führer in das Deutschbewußtsein geführt hat und in die Weite unseres Blutes. Noch hat der Führer nicht die Möglichkeit zu helfen, wo er gerne helfen möchte. Der sehnlichste Wunsch der Ausländsdeutschen, heimzukehren in das Reich, kann noch nicht erfüllt werden. Sie leiden alle unter brutalem I Druck. Aber in ihnen ist ein fanatischer Freiheitswille I wach geworden. Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hat man den unbändigen Willen zum Deutschtum neu erkannt. Auch die Partei kann noch nicht über die Grenzen helfen, denn sie muß den Staat sichern. Aber dafür ist nun der Volksbund da, der sich für die Ausländsdeutschen einsetzen muß. Er muß dafür sorgen, daß alle Deutschen jenseits der Grenze Deutsche bleiben. Deshalb wird die Schulgemeinschaft und das Opfer gefordert, daß die Ausländsdeutschen deutsch bleiben können. Du deutsche Iugend, so rief der Redner aus, du vollendest das Werk, das wir begonnen Kreisschulrat Nebeling während seiner Ansprache. (Aufnahmen [5j: Photo-Pfaff.) haben. Es darf nicht geruht und nicht gerastet werden, bis das Reich aller Deutschen gebaut ist. Du deutsche Jugend sollst den kommenden Generationen melden, was wir geschaffen haben, sollst melden, daß wir einig sind, hier im Reich mit denen im Grenzland! Die deutsche Jugend soll, so schloß Kreisschulrat Nebeling, rufen: Nie wieder Knechtschaft, nie wieder Fronen, Frei bleibt das Volk der hundert Millionen. Nachdem der Chor des Lyzeums noch das Lied: „Heilig Vaterland" gesungen hatte, nachdem Kreisschulrat Nebeling noch ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte (die Jugend s immte begeistert ein) und gemeinsam der erste Vers Des Horst-Wessel-Liedes gesungen worden war, fand die Kundgebung ihren Abschluß. Das Orchester des Lyzeums im Zuge unterwegs. i, K W ■ 1 R * >1 Aus -er Provinzialhauptsta-t Gang durch die Herbstblumenschau des Gießener Obst- und Garlenbauverelns. Die Herbstblumenschau des Gießener Obst- und Gartenbauvereins, die am Samstag und Sonntag in der Turnhalle an der Steinstraße gezeigt wurde und die mit viel Liebe und Sorgfalt und unter Opfern mannigfacher Art aufgebaut worden war, aeftaltete sich für den Verein zu einem schönen Er- folg. Zahlreiche Einwohner unserer Stadt, die sich der schönen Blume verbunden fühlen, statteten der Schau einen Besuch ab und wanden ihr alle Aufmerksamkeit zu. Zahlreiche Fragen, die an die anwesenden Fachleute gestellt wurden, ließen erkennen, daß sich viele Volksgenossen nicht nur obenhin für die Blume interessieren, sondern bemüht sind, mehr zu wissen, als das Auge allein in Erfahrung bringen kann. Das, was in 6er Schau zusammengetragen ist, ließ erneut die Unerschöpflichkeit und Erfindungskraft der Natur bewundern.. Hunderte von Blumenarten gaben sich hier ein Stelldichein und forderten die Aufmerksamkeit aller Besucher heraus. Unübertrefflich erscheint die Farbenpracht der Dahlien und der Gladiolen, die in allen Schattierungen vom zartesten vornehmen Gelb bis zum dunkelsten feurigen Rot vertreten waren. In geschmackvollen Anordnungen hatten die Aussteller ihr Wirken im Dienste der Natur dargestellt. In glücklicher Verbindung wurde die Blume mit den Dingen unserer unmittelbaren Umgebung, auf dem Eßtisch, dem Kaffeetisch, der Festtafel, in Vasen usw. gezeigt und ihre freundliche belebende Wirkung bewiesen. Dem aufmerksamen Besucher bot sich manches feine und ästhetische Bild. Besondere Aufmerksamkeit galt auch dek"Vlume in der Verbindung mit edlem Porzellan, edlen Keramiken und Metallen. Waldungen zu decken und können daher keine Kohlenscheine erhalten. Ä „ Lesescheine werden auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, Freitags von 20 bis 22 Uhr aus- g^ietbücher, Quittungskarten und alle fonftiaen Unterlagen über die Einkommensverhaltnstfe sind vorzulegen. Der Ortsgruppenamtslelter. RSLS., Kreis Gießen. Fachschaft: körperliche Erziehung. Betr.: Ehrengabe des NSLB. im Schwimmen. , _ Von einigen Schulen fehlen noch die zum 20. September angeforderten Aufstellungen über diesen Wettkampf. Dieselben sind umgehend an den Kreis- sachbearbeiter W. Mohr, Gießen, Wilsonstraße 8, einzusenden. . Betr.: Arbeitsgemeinschaft im Bezirk Gießen. Nachdem der Schwimmwettkampf und die Wettspiele durchgeführt sind, beginnen in nächster Zeit wieder die Arbeitsgemeinschaften, die von jetzt ab für Lehrer und Lehrerinnen getrennt durchgeführt werden. Die Bekanntgabe der Termine erfolgt baldigst. Einführung der Gießener Ratsherren. Am Donnerstag, 26. September, 9 Uhr, findet in Anwesenheit des Gaupersonalamtsleiters Bürgermeister Lindner, Frankfurt a. M. die feierliche Einführung und Verpflichtung der Ratsherren der Stadt Gießen im Sitzungssaale des Stadthauses Bergstraße statt. Erntedankfeier der Ortsgruppe Gießen-Süd. 18. Oktober. Bei allen Anfragen ist Rückporto bei- zufügen. arnung an Unterstützungsjäger! die des Glaubens sind, die Volksgemeinschaft aus-1 beuten zu können. Gegen Asoziale und! 'XV (LPD.) Die Gauführung des Dinterhilfs- werks des Deutschen Volkes 1935/36 gibt bekannt: In diesen Tagen wird in den Kreisen und Ortsgruppen des Gaugebietes Hefsen-Rasiau die Zahl der vom WHD. zu Unterstützenden festgelegt: Unterstützt wird, wer unverschuldet in Rot ist und nicht das nötige Einkommen hat, um für sich selbst zu sorgen. Die Kreise und Ortsgruppen haben entsprechende Anweisungen. Sie haben indessen auch weiterhin die Verpflichtung und das Recht, diejenigen vom Unterstühungsbezug fernzuhatten, Unterstühungsschwindler wird rücksichtslos mit den verschärften Strafen des Winterhilfswerkes vorgegangen werden. Es wird deshalb eindringlich davor gewarnt, f a l f ch e A n g a b en zu machen. Die Spenden für das Winterhilfswerk müssen pfennigweise zusam- mengetragen werden. Die Spender haben das Recht, zu verlangen, daß neben ordnungsgemäßer Verwaltung die Unterstützungen in die Hand derjenigen gelangen, die ihrer würdig sind. I Die notwendigen Prüfungen sind auf diese Er- I fordernisse abgeslellt. Abwicklungsstelle Gießen Hammstraße 4. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19 Uhr Tennis auf den Städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich liebe alle Frauen . — Damenschneider-Innung des Kreises Gießen: 20 Uhr im Cafö Leib: Große Modell-Schau. * ** Gewitter über Stadt und Land. Nachdem fast während des ganzen gestrigen Sonntags eine ziemliche Schwüle über dem Lande lag, kam es gegen abend zu einem Gewitter, das einige heftige Entladungen brachte. Zu Schäden ernsterer Art ist es innerhalb der Stadt glücklicherweise nicht gekommen. Durch Blitzschläge wurden lediglich einige Licht- und Kraftstromleitungen gestört, so daß einzelne Stadtteile vorübergehend ohne Licht waren. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Bürgersteig Erdkauterweg. In dankenswerter Weise hat das Tiefbauamt die Straße E r d k a u t e r w e g an der Bahn entlang wunderbar Herrichten und gleichzeitig den Burger- steig verbreitern und erhöhen lassen. Konnte man aber bei dieser Gelegenheit den Bürgersteig, anstatt ihn mit grobem Splitt und hohem weihen Sand zu beschütten, in dem sich nur waten läßt und der in die niedrigen Schuhe einströmt, nicht auch walzen oder sonst befestigen, so daß er tatsächlich beaanaen werden könnte? Fuhren die Radfahrer, infolge des chlechten Zustandes der Straße, früher metft aus i)em etwas besseren schmalen und niedrigen Burgerteig, so gehen jetzt die Fußgänger auf der Straße. Der Bürgersteig läuft nur nebenher, und sie sind denselben Kollisionen mit den Radfahrern ausgesetzt wie zuvor, nur umgekehrt. Für Abhilfe wäre man außerordentlich dankbar. r- Eine Vertiefung nach der wissenschaftlichen Seite erhielt die Schau durch die Ausstellung der Haupt stelle für Pflanzenschutz, die in unmißverständlicher Weise die Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung und ihre Erfolge vor Augen führte. Aus der sorgfältigen Auswahl der Präparate konnte der Fachmann, wie auch der Laie sehr vieles lernen. Die volkswirtschaftlich so überaus wichtige O b st- Verwertung war in anschaulicher Art vor Augen geführt, zum Teil konnte man sich sogar von den Vorzügen und Werten des vergorenen oder unvergorenen Obstsaftes durch Kostproben überzeugen, lieber die Einzelheiten der Ausstellung haben wir bereits ausführlich berichtet. Winterhilfswerk 1935/36. Ortsgruppe Gietzen-Mitte. Unter st ützungsanträge für das WHW. 1935/36 der Volksgenossen aus den Straßen: 1. Neuenweg, Weidengasse, Kaplansgasse, Maigasse, Ludwigstraße können nur am 17.9., von 15 bis 18 und von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werden. 2. Erlengasse, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolken- ?lasse, Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleich- traße am 18.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 3. Seltersweg, Plockstraße, Hindenburgwall, Bahnhofstraße, Grabenstrahe, Hinter der Westanlage, Löberstraße am 19.9„ von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 4. Neustadt, Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße, Bruchstraße, Goethestraße am 20.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 5. Die Entgegennahme von Anträgen aus den Straßen Schanzenstraße, Tiefenweg, Sandgasse, Rittergasse, In Löbers Hof, Marktstrahe, Marktplatz, Mäusbura, Wagengasse, Kleine Mühlgasse, Alicenstraße, Bismarckstrahe erfolgt nicht am 21.9., sondern am 23.9„ von 15 bis 18 und von 20 bis 22 Uhr. Kohlenscheine werden im kommenden Winterhilfswerk nur an kranke und alte bedürftige Volksgenossen abgegeben. Alle anderen bedürftigen Volksgenossen haben Gelegenheit, ihren Winterbedarf an Brennholz durch Lesen in den Gießener Während in den beiden verflossenen Jahren die Ortsgruppe Gießen-Süd den Erntedanktag gemeinsam mit der Ortsgruppe Leihgestern feierte, wird der diesjährige Erntedanktag am 6. Oktober von der Ortsgruppe Süd gemeinsam mit der Ortsgruppe Lana-Göns begangen. Es ist geplant, in einem Sonoerzug hin- und zurückzufahren; Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt etwa 40 Pfennig gegenüber 80 Pfennig bei der Benutzung anderer $üge. Die Abfahrt soll gegen 14 Uhr erfolgen, die Rückkehr gegen 22 Uhr. Alle Volksgenossen der Ortsgruppe Süd, die an dieser Fahrt teilnehmen wollen, müssen sich umgehend bei dem Ortsgruppen-Propaganda- leiter Ewald, Liebigstraße 86, anmelden. Einheitliche Kleidung der Sportvereine wird strengstens geahndet. (LPD.) Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit: Der Politische Polizeikommandeur der Länder hat am 12. September 1935 auf Grund des § 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 den außerhalb der Organisationen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen stehenden Turn- und Sportvereinen und Verbänden das Tragen von einheitlicher Uniform ober Kleidung ober von Teilen einer solchen verboten. Hierzu gehören auch einheitliche Fahrtenhemben, Koppelschlösser u. ä. Das Verbot gilt insbefonbere für bie früher für bie Turn- unb Sportvereine eingeführte Kleibung. Ausgenommen ist lebiglich bas Tragen von Sport- unb Trainingskleibung unb sog. Klubmützen. Bei Verstößen gegen bas Verbot haben bie in Frage kommenben Verbänbe unb Vereine neben ber Bestrafung ber Verantwortlichen auch mit einem Betätigungsoerbot zu rechnen. Daltikum-Ireikorpskämpfer! Achtung! Um Irrtümer zu vermeiben, gibt bie Abwicklungsstelle Gießen solgenbes bekannt: Alle Anträge auf bie Bescheinigung „Einsatz für Deutschland)" finb von ber unterzeichneten Abwicklungsstelle anzuforbern, nicht bei ber Reichs-Abwick- lungsstelle Berlin. Sämtliche zugegangenen Anträge finb ebenfalls an bie Abwicklungsstelle Gießen ein» Zureichen. Letzter Termin ber Einreichung ist ber SJlxfpoiit 1900’d Leichtathleten im Versuch um die Deutsche Vereinsmeisterschast. Am Samstagnachmittag unb am Sonntagvormittag würbe von ber Leichtathletik-Abteilung ber Spielvereinigung 1900 ein Versuch um die deutsche Vereinsmeisterschaft in der ^.-Klasse unternommen. Die erreichte Punktzahl von 7235,04 muß als ein großer Erfolg angesehen werben, rangieren doch bie 1900er damit in ber Reichsliste nach dem Stand von voriger Woche an der siebenten Stelle. Die Ergebnisse folgen morgen. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900*5 Gauligamannschaft unterliegt dem Gaumeister Kasseler Tgmde. ehrenvoll mit 9:6. Im ersten Spiel ber Verbanbsrunbe 1935/36 hatten bie 1900er sogleich ben Gaumeister CT. zum Gegner. Die Gießener zogen sich, obwohl sie mit Ersatz für die Gebrüder Schott, Knop und Funks antreten mußten, ausgezeichnet aus der Affäre. Das 9:6-Ergebnis ist ehrenvoll und unglücklich zugleich zu nennen. 4:2 in Führung liegend, verloren die 1900er schon kurz vor Halbzeit ihren Mittelstürmer durch Verletzung und muhten mit zehn Mann bis zum Schluß weiterspielen. Beide Mannschaften begannen zunächst zerfahren. Man merkte ihnen die Sommerpause an. Nach etwa 7 Minuten Spielzeit erzielten die Kasseler im Anschluß an einen schnell vorgetragenen Angriff ihr erstes Tor. 1900 kam dann etwas auf und zog durch den Mittelstürmer gleich. Bald darauf machte sich der ET.-Halbrechte ein zu weites Aufrücken der Gießener Verteidigung zunutze und brachte feine Mannschaft erneut in Führung. Doch ber Gießener Ausgleich (burch ben Mittelläufer) ließ nicht lange auf sich warten. Das gab ben Blauweißen starken Rückhalt. Durch ein geschicktes Täuschungsmanöver kam ber Mittelstürmer frei an ben Kreis. 1900 führte 3:2! Kurz barauf mußte ber Gießener Spieler ausscheiben, boch kämpfte bie Mannschaft unverbrossen weiter, und ber Halblinke erzielte kurz vor bem Seitenwechsel noch ein weiteres Tor. Nach bem Wechsel trat bie entschei- benbe Wenbung ein. Innerhalb fünf Minuten hatte bie Gaumeistermannschaft ausgeglichen. Drei weitere Tore folgten bann in regelmäßigen Ab- stäuben. Die Gießener machten sich nun roieber mehr frei, nachbem sie eine Mannschaftsumstellung Dorgenommen hatten. Es konnte auf 7:5 verkürzt werben. Weitere Torchancen waren noch burch Strafwürfe gegeben, jeboch wollte bem 1900er Halblinken in biefer Hinsicht nichts gelingen. Allerbings war ber Kasseler Hüter sehr gut auf dem Posten. Sein Gegenüber mußte noch zwei Bälle passieren lassen, hielt aber im übrigen recht brav. Kurz vor Schluß war es bem Gießener Linksaußen noch vergönnt, ein wunderbares sechstes Tor für seine Farben zu erzielen. 1900 II — TV. Cid) 3:7 (1:6). Die zweite Mannschaft, ersatzgeschwächt, mußte den eifrigen Licher Turnern die Punkte überlassen« Mannschastskampf der Volksturner in Heuchelheim. Tv. Lollar — Tv. Kinzenbach — Tv. Heuchelheim. Arn gestrigen Sonntag traten in Heuchelheim drei Mannschaften der genannten Vereine zur 3. Austragung des Mannschaftskampfes an. Der Wettkampf nahm einen spannenden Verlauf. Es wurden sehr gute Leistungen gezeigt. Nachdem die Turner auf bem Sportplatz angetreten waren, begrüßte ber Dereinsführer bes gaftgebenben Vereins, Otto Rinn, bie Mannschaften ber beiben Vereine von Lollar unb Kinzenbach, sowie ben als Obmann ber Wettkämpfe erschienenen Kreisvolksturnwart Dr. Loh (Gießen). Er sprach bie Hoffnung aus, baß bie heutigen Dereinswettkämpfe einen roürbigen Verlauf nehmen möchten. Nach einem Sieg-Heil auf unser beutsches Vaterlanb unb seinen Führer, sowie auf bie Deutsche Turnerschaft im RfL., begannen sofort bie Wettkämpfe. Carl Gpihweg. 3um 50. Todestage des Malers am 23. September. Siebermeier. Aus vergilbten Tasten, in zarter Schwermut schwingenben Saiten, rieselt Musik von Chopin. Flöten, Gitarren unb ein nachbenklicher Baß vereinigen sich unter bem weinlaubumsponnenen Altan zu einer kleinen Nachtmusik. Die Hellebarbe über ber Schulter, trottet ber Wächter durch bas schlafenbe Dorf. Durch die winklige Gasse, die gespenstisch im romantischen Mond träumt, klirrt bie Scharwache: eine versunkene Welt, unwirklich, märchenhaft ... In ber Zeit ber historischen Kolossalgemälde Kaulbachs unb seiner Schule hat Spitz- w e g in Hunderten von Spiegelchen bas Deutsch, land von damals aufgefangen, mit seinen spitzgieb- ligen Häusern, moosbewachsenen Brunnentrögen, holprigen Gassen, mit Violinen, Bratenröcken, grünen Pantoffeln und Schnupftabaksdosen. Der kleine Mann, von seinen Freunden „der Schneider" genannt, ber erst als Dreißigjähriger Stößel unb Mörser, Tiegel unb Pillenbüchsen ber Alten Residenzapotheke in München verließ unb in der Langeweile eines kleines Babes seine Berufung zum Maler entdeckte, hat niemals bie Akabemie besucht Seine Meister waren bie Niederländer ber Pinakothek. Auf einer Reise, bie ihn nach Venedig, Paris, London, Brügge unb Köln führte, lernte er bie jungen Maler ber französischen Romantik kennen. In zahlreichen Bildern — ber „Terrasse", bem „Großinquisitor", ben „Italienischen Straßenfängern" — finbet man bie Farbeffekte Delacroix'; in ben feenhaft golbgrünen Waldlanbschaften mit den badenden und tanzenden Nymphen die Einwirkung des Diaz de la Pena; und steht man in der Berliner Nationalgalerie vor dem „Frauenbad in Dieppe" mit den hellen, flüchtig angedeuteten Gestalten vor der steilen Felswand, dem durchsich- tigen Blau des Himmels und dem Meer, über dem die Silbertöne Corots flimmern, so ist man überrascht, den Namen Spitzwegs daran zu finden. Denn was sich mit dem Klang seines Namens gefühlsmäßig verknüpft, ist die Darstellung des philiströsen und doch so liebenswerten Deutschlands jener Tage, mit seinen Landstreichern, Handwerksburschen, sah- renben Schauspielern, dicken Gendarmen, dürren Schulmeistern und nachtmützigen Spießbürgern. Sein Atelier am Heumarkt sah aus wie die Staffage zu seinen Bildern von schrulligen Einsiedlern: „Drei steile Treppen hoch, mit erträglichem Nordlicht und der Aussicht auf endlose Dächer, Giebel, Türme und dem herrlichsten Horizont mit Luft- und Wolkenspielen, während sein, von Urväterhausrat strotzendes und deshalb ob drohender Feuersgefahr unheizbares Schlafgemach gegen Süden den Ausguck bis an die ferne Alpenkette gewährte. Ein gichtbrüchiges Sofa bot kaum behaglichen Sitz. An einem nicht meterlangen Tischchen genoß der Insasse sein Mittagessen und Abendbrot, wozu ihm eine kleine, grüne Blechlampe die Beleuchtung konzentrierte." Hier hauste er: ein unscheinbares, schmalbrüstiges Männchen mit blauroter Knollennase, auf der bie schwere, silberne Brille mit ben scharfen Gläsern sah, mit luftigen, kurzsichtig oorquellenben Augen, unter benen bie von taufend Fältchen zerrissenen Tränensäcke hingen, schmökerte Gottfried Keller, dessen „Leute von Selbwyla" wie aus Spitzwegs Zeichnungen herausgeschnitten scheinen, übersetzte John Burnets „Practical hints on oil painting“, kritzelte mundartliche Reimereien oder pinselte seine Biedermeieridyllen auf Holzbrettchen — zuweilen sind es nur Zigarrenkistendeckel gewesen —, die er bann wie Bücher nebeneinanber aufschichtet. An bie taufenb Silber mag er geschaffen haben. Er verschenkte sie an Freunbe, gab sie für wenig ©elb an Kunstvereine, Jnbustrielle unb wohlhabenbe „Privatiers". Professor ist er nie geworben. In ben Ausstellungen hat bie Jury seine Silber abgelehnt, später „tot gehängt". Keines seiner berühmten Ge- mälbe wie ber „Slbliothekar", bie Scharwache" ober „Serenissimi Auffahrt", bie heute Kostbarkeiten bar- stellen, hat chm mehr als 600 bis 800 Mark gebracht. Ohne bie Verbitterung bes „Verkannten" hat er bie Rückkehr in bie Welt bes kleinbürgerlichen Berufs erwogen, bie er fo spät verlassen hatte: wenn s nicht mehr langte, wollte er zusehen, eine Schreiberstelle bei einer Branbversicherung ober etwas Aehnliches zu bekommen. Aber es hat gelangt. Mit ber Gewissenhaftigkeit d^s ehemaligen Provisors, bie sich auch bei bem Maler nicht verleugnete, wenn er im „Stäubchen" eine Flöte scharf unb minutiös bis in bie Einzelbetten zeichnet, wenn er bie Farbwerte sorgsam abwagt wie wichtige Mebikamente — hat er ein Verkaufsverzeichnis seiner Silber geführt. Als letzte Eintragung lieft man: „No. 480. Wirtshaus, Reiter hinten Dorf unb Srücke. Privatier Sötter. Mün- ^14. (September 1885." - „Es pressiert nicht so , schrieb ber Achtunbsiebzigjährige in biefen Ta- gen an einen Freunb, „ich mag nicht fo schnell schon ein Enger! werben." Am Morgen bes 23. fanb man ibn auf dem alten Sofa des kleinen Schlafkabinetts Der Tod hatte ihm die Gunst erwiesen, um die er einst in dem kleinen Vierzeiler „Epilog" gebeten hatte: „Ganz sanft im Schlafe möckst' ich sterben—" _u. .. LWalter SohwerdUegeft 0er Mond bringt es an den Tag. Abraham Lincoln, der Rechtsanwalt war, ehe er der volkstümliche Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde, bewies einmal in einer Gerichtsverhandlung, in der ein Mann des Mordes bezichtigt war, die Haltlosigkeit der Anklage, indem er feststellen konnte, daß in der Nacht, in der das Verbrechen geschehen war, Vollmond bei wolkenlosem Himmel geherrscht habe und daß die Zeugen den ängeblichen Täter genau hätten sehen müssen, während sie aber nur angeben konnten, ihn ungefähr erkannt zu haben. Auf diesen Einwand erfolgte der Freispruch. Die Wetterkunde ist vor Gericht schon häufig ein wichtiger Zeuge gewesen, unb nicht nur bie Sonne, wie es im Gehickst heißt, fonbern auch ber Monb hat bie Wahrheit schon mehr als einmal an ben Tag gebracht. In einem vor einiger Zeit verhanbelten Prozeß würben sowohl englische wie russische Meteorologen als Sachverstänbige vernommen. Es hanbelte sich um einen Angeklagten, ber in Rußlanb einen Mord begangen haben sollte unb bann nach Englanb geflohen war. Sein Anwalt brachte bie Gutachten russischer unb englischer Wetterstationen bei, bie barin übereinstimmten, baß in ber fraglichen Nacht Vollmonb gewesen sei, bie Zeugen hätten also auch in biefem Fall ben Verbrecher genau erkennen müssen, was jeboch nicht zutraf. Auch biefer Angeklagte würbe in Freiheit gesetzt. In einer anberen Ge- rickstsverhanblung war bie genaue Angabe, zu welcher Zeit bie Sonne an einem bestimmten Tag aufgegangen ist, von entscheibenber Wichtigkeit. Die roetterfunbigen Sachverstänbigen haben feftgefteüt, baß ein Mensch mit durchschnittlicher Sehschärfe in hellstem Tageslicht eine ihm wohlbekannte Person noch auf eine Entfernung von runb hunbert Metern sehen kann. Die Augen bes anberen können gewöhnlich noch bei ungefähr 70 Metern unterschieben werben, währenb Semegungen ber Gliebmaßen auf eine Entfernung bis zu 130 Meter zu beobachten finb. Auf 500 Meter ist von einem Menschen nur ein ganz ungefährer Einbruck zu erhalten, unb bei Entfernungen von über 600 Metern sind genauere Aussagen fast unmöglich. Diese Einzelheiten finb für bie Seurteilung von Zeugenangaben natür» lich sehr wichtig. In einem Fall würbe ein Einbrecher, ber währenb eines schweren Gewitters nachts ein Haus verließ, von zwei Vewohnern gesehen, bie behaupteten, sie hätten ben Angeklagten bei bem Schein eines grellen Slitzes ganz genau erkannt. Die Verteibigung berief sich barauf, baß ber Schein bes Blitzes nicht stark genug gewesen lein könne, um eine so genaue Beobachtung zu machen. Aber dar Sachoerftündiga war i# bat Lag- nachzuweisen, baß gerabe biefes Gewitter burch besonders Helle unb lange Blitze ausgezeichnet gewesen sei, unb baß ein auffaüenb starker Blitz um bie Zeit nieberzuckte, bie von bem Zeugen angegeben würbe. Darauf erfolgte bie Verurteilung. Zeitschriften — „Die Kun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. 36. Jahrgang Heft 12, September 1935. (Verlag F. Bruckmann, München.) Reiches Bikbmaterial unb eine Reihe hervorragender Veröffentlichungen vereinigt auch biesmal wieder die Septemberausgabe. Eine Beigabe von befon- berem Wert ist bas buntfarbig wiedergegebene Gemälde „Auf dem Pfänder" von Felix Bürgers un- viele andere Reproduktionen von Werken diefes Malers, über dessen künstlerische Eigenart Wilhelm Rüdiger interessante Ausführungen macht. In gleicher Weise wird das Schaffen anderer moderner Künstler, z. B. des Bildhauers Werner F. Kunz unb bes Malers unb Bilbhauers Tone Kralj behan- bett. Der zweite Teil über Wohnkultur enthält u. a.: „Das Eigenwohnhaus eines Architekten" von Arch. Albert Hauschildt, Hamburg, „Was einem beim Bauen passieren kann, wenn man nicht „Neue Arbeiten ber „Heimgestalter", Berlin" von Otto Riebrich, „Ein Garten im Rheintal" von Gartengestalter Friedrich Heiler, Kempten, eine Fülle praktischer Beispiele und Anregungen für jeden. — Die „Berliner Monatshefte" bringen eine Fülle von Aussätzen, bie sich mit der Vorgeschichte und Geschichte des Weltkrieges beschäftigen. Das Septemberhest bringt einen umfassenden Auf« satz über Italiens Eingreifen in ben Weltkrieg aus ber Feber bes italienischen Historikers Mario Tos- cano. Wenn sich ber italienische Professor auch wohl bemüht, bie Dinge objektiv barzustellen, so über- geht er boch vieles, was auf bie mangelnbe Zuverlässigkeit bes ehemaligen Bunbesgenossen einen Schatten wirst. Professor Hashagen (Hamburg) entwirft einige Gedanken, nach welchen Gesichtspunkten bie biplomatische Geschichte bes Weltkrieges zu schreiben ist. Was an Schrifttum zum Weltkrieg vorhanben unb auf welche Weise es bem Forscher zugänglich gemacht worben ist, erfahren wir burch einen Aufsatz von Dr. Max Gunzenhäuser, der in der Weltkriegsbücherei Stuttgart als Wissenschaft licher Mitarbeiter tätig ist. Sehr aufschlußreich auch für den Politiker von heute sind zwei Berichte Paul Cambons an Delcassö vom Dezember 1898, die die englisch-französischen Beziehungen jener Zeit vortrefflich charakterisieren. Das Septemberhest bringt auch ben Wortlaut bes Vertrages zwischen Frankreich, Großbritannien unb Italien über Abes- finieu vom 1& September 1906» Bürge;! vtratze. sind °usge. e wäre ^-r. >nt die nüang ^rger. ^an °nstch °ndzu der in walzen rüi. Str a- arge. arnl. »den jüt ]u|am. rs Recht. I« Der. Wenigen liefe 6t- Her -alb. noch ein i entschej. Minuten hen. Drei igen Ab. :n wieder imftellung 7:5 oer- iren noch em 1900er len. Mer« auf dem wei Bälle echt brao. inksaußen Tor für )t, mufete iberlassen. irner xchelh. elheimd ir 3. 8b Der M Ts ffiurtß die Iuim »ms, M iereine B bmann da nroart $r. j aus, dich würdigre Sieg-Heil en Dh'nc i M, h- >r durch bt* net gemein litz um 6« angegeben 'S- ir Malern 18 " [t München -oorrageck mal töW nnn bfl® Eine große Zuschauermenge hatte sich inzwischen 11380,90 P.; Heuchelheim 1095,95 P. Bestleistung: tldpflinhpri hin mit rtrn&pm SXnfprpffp hip piniplnen 91iphf Pnffnr fi 31 Wotpr Fuß-all der heimischen Mannschaften ^strebenden Frohnhäuser Stürmer noch zu t en und einen Erfolg zu verhindern. B> iu errei- ei dem Nachdruck verboten! F Fortsetzung. doch Fall auf. Spielvereinigung 1900 Gießen. Der gestrige Sonntag brachte drei Fußballspiele, die sämtlich im Ergebnis unentschieden waren. 'Das Haupttreffen gegen Dranien Frohnhau- '! e n (Liga) endete 2:2 (2:2). Diehl, Lollar, 6,31 Meter. Keulenweitwurf: Kinzenbach 1477,40 P.; Lollar 1524,20 P.; Heuchelheim 1530,70 P. Bestleistung: Frank, Lollar, 58,30 Meter. .„Monika..." lUnd noch einmal, voll Herzensqual, und auch voll tiefer, erlöster Sehnsucht: .„Monika..." iDann sank sie mit einem leisen, dumpfen zusammen. in Naunheim geschlagen. Raunheim — VfV. R. 3:1 (1:0). Die Gießener mußten in Naunheim eine Niederlage hinnehmen. Sie trafen in dem Gastgeber auf eine Mannschaft, die ihnen sowohl in der Ausgeglichenheit der einzelnen Spieler, als auch in Schnelligkeit und im Stehvermögen überlegen war. Während die Gießener Hintermannschaft auf der Höhe war, konnte der Sturm sich während der ganzen Spieldauer nie zu einer Einheit zusammenfinden, und war auch bei Einzelaktionen zu unentschlossen, um erfolgreich zu sein. Der Schiedsrichter hatte einen schweren Stand. Zu Beginn stellten sich die Gießener mit Haas; Leutheuser II, Leutheuser I, Heß, Knauß, Hauptfeld, Szponick, Erben; Wlodareck, Fehling, Ranft. Die Gießener hatten Anstoß und erzwangen- in der ersten Spielminute eine Ecke, die von dem Tormann ins Feld zurückgefaustet wurde. Einen Strafstoß für Gießen jagte Knauß weit übers Tor. Dann waren die Naunheimer gut durchgekommen, aber der Mittelstürmer setzte ebenfalls den Ball neben den Pfosten. Mit einer Vorlage von Knauß jagte Szponick die Linie entlang, überlief die Verteidigung, wurde aber im Torraum unfair zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter schoß Erben direkt auf den Mann und vergab damit eine Gelegenheit, die in psychischer Hinsicht nicht ohne Rückwirkung auf die Gießener bleiben konnte. Einen scharfen Schuß des Halblinken hielt Haas ausgezeichnet. Die Kampfbilder wechselten bei gleichen Feldleistungen dauernd. Erben hatte sich durchgespielt und war nach Halbrechts gekommen, sein Schuß, zu schwach, wurde gehalten. Auf der Gegenseite verfehlte Haas eine Flanke, aber Leutheuser I, der ein glänzendes Spiel lieferte, wehrte zur Ecke. Ein Zusammenspiel des Jnnensturms: Wlodareck zog den Ball neben das Tor. Ein Strafstoß von links für Naunheim folgte. Haas stand verkehrt. Den von Keusch scharfgeschossenen Ball drückte der Halbrechte zur 1:0- Führung für Naunheim ein. Der Gegenangriff wurde durch den Halbzeitpfiff unterbrochen. Nach Wiederbeginn zeigte die Gießener Mannschaft Ermüdungserscheinungen und Naunheim wurde überlegen. Trotzdem konnte die Hintermannschaft vorerst alle Angriffe des Gastgebers abschlagen. Bei einem plötzlichen Vorstoß der Gießener schoß Erben aufs Tor. Der Naunheimer Hüter berechnete den Ball verkehrt und ließ ihn durch die Beine ins Tor rollen. Die Gießener hatten aus- ßingefunben, die mit großem Interesse die einzelnen „fämpjc verfolgte. Trotz des drohenden Regens tonnte die Veranstaltung gut durchgeführt werden und als der Regen einsetzte, waren die Kämpfe be- Wie weniger Besucher sprangen erschrocken Brau Müller kreischte: „Jesus Maria...", und ^;lt die Ohnmächtige fest. Auch der Klavierspieler brach die letzten Takte ab. Meglos stand nur Monika. Hatte da nicht jemand ty-en Namen gerufen? „Ja, Monika. Es ist aber auch ein wunderschönes Lied..." „Ja, bas ist es ..." Er zog sie näher an sich heran. „Jetzt mußt du mir noch eines sagen, Monika: Nicht wahr, du hast dieses Lied für mich gesungen?" Und Monika flüsterte leise, wie ein Hauch: „Für dich, Johnie ..." Da hielt es ihn nicht länger. Er, der sonst so zurückhaltend war, vergaß, daß sie beide auf einem Podium standen. Er riß sie in die Arme und verschloß ihre Lippen mit einem langen Kuß. Aber nur der Klavierspieler sah ihnen lächelnd zu, und erst, als es ihm nun lange genug schien, schlug er plötzlich einen vollen Akkord an, so daß sie erschreckt auseinanderfuhren. Man hatte unterdessen Frau von Tanner in einen kleinen Raum gebracht und auf einen Diwan gebettet. Sie war bereits zu sich gekommen und sah sich unruhig um. Monika und Johnie wollten zusammen das Kabarett verlassen. Da erinnerte sich Johnie an seine beiden Begleiterinnen. Er konnte sie doch aus Höflichkeit nicht ohne einige Worte der Entschuldigung verlassen. Aber sie waren längst nicht mehr da. Maud war klug genug gewesen, die aufgeregte Shirley fortzuziehen, bevor sie einen hysterischen Anfall bekam. Und draußen setzte sie sie resolut in eine Auto und nahm sie mit in ihre Künstlerwohnung. Da gab es bestimmt noch späte Gäste, und ein bißchen Unterhaltung würde Sh'.ley am schnellsten über die erlittene Enttäuschung und das endgültige Zu-Was- ser-Werden aller ihrer Pläne trösten. Sie hatte ja schon darin ihre Erfahrungen mit Shirley, die gute Maud! — Gerade als Monika ihren Mantel holte, kam ihr die kleine Kollegin nachgelaufen. „Bitte, kommen Sie doch! Die Dame, die ohnmächtig geworden ist, fragt andauernd nach Ihnen." „Wer?" Monika hatte die Szene schon ganz ver- geHen. „Ich glaube, es ist die Mutter Evi von Tanners." Jetzt erschrak Monika. Wenn wirklich gerade am heutigen Abend Evis Mutter im Kabarett gewesen war, so mußte sie ja erschrecken, als sie statt ihrer Tochter eine Fremde singen hörte. Aber daß sie gleich ohnmächttge wurde? Was sollte sie nur sagen, wenn sie nach Evi fragte? Sie wußte ja selbst nicht, mit wem Evi zusammen war, seitdem Johnie hier war. Zwei brennende Augen starrten Monika entgegen, als sie das Zimmer betrat. Augen, die verzehrend in ihren Zügen forschten. Nur noch Frau Müller war anwesend, die mit unverhohlener Neugierde das schöne blonde Mädchen betrachtete, das statt des Fräuleins Evchen gesungen hatte. Langsam kam Monika näher. Was sollte sie nur sagen, wenn Frau von Tanner nach Eoi fragte? Und dabei fühlte sie sich so seltsam zu dieser bleichen, früh gealterten Frau hingezogen. Schlußpfiff war an dem Halbzeitstand (2:2) keine tenterung eingetreten. Der Kampf wurde sehr anständig durchgeführt. 3ne Frohnhäuser Mannschaft war in allen Teilen pt besetzt. Besonders zu erwähnen wäre hier ur der Tormann, der mehrere scharfe Schüsse sehr pt abwehrte. Von den Gießenern soll niemand c wähnt werden. Sie versuchten alle das Beste zu lüften, wenn es auch einigen nicht gelang. Schiedsrichter Zutt, Wetzlar, leitete gut. 1900 III — ©rüningen I 3:3. 1900 1. Jgd. — lsihgestern 1. Jgd. 1:1. Monika schöpfte Atem. Da fühlte sie plötzlich, täe eine magische Welle sie zwang, die Augen zu hi den, den Aps langsam nach einer , bestimmten 9üd)tuftg zu wenden. Und da erblickte sie Johnie... Sie sah nicht seine beiden Begleiterinnen, sie sah nur ihn — ihn, der sie schon so lange anstarrte, tune sich abwenden zu können... Sie hatte keine Zeit, nachzudenken, wieso er ber war. Sie wollte es auch nicht. Sie wußte nur das eine — er war da! «Ein strahlendes Leuchten glitt über ihr Gesicht. Sie mußte einen Augenblick die Hand aufs Herz pressen... Dann aber hob sich, ihr selbst unbewußt, ihre stimme zu einem so seligen, strahlenden Jubel, b:'fj die Besucher erstaunt aufhorchten und ihre Gespräche verstummten: „Zu jedem kommt einmal das Glück, Vielleicht kommt es heute zu dir..., Vielleicht geht es leise Schon jetzt auf die Reise ..." iJa, es war gekommen, sie wußte es. !Aber auch Frau von Tanner wußte nun Dieses Ii'.ädchen da oben — das konnte nur ein Mensch aif der Welt sein! iJhren Lippen entrang sich ein halberstickter Aufschrei: 1900 trat mit den Spielern Rahn; Zeiler, Lippert; Langsdorf, Jäger, Mank, Wilhelmi, Koch L, Schmelz, Birkenbihl und Hotz an. Es fehlten Hammer, Heilmann und Schmidt. Die beiden letzteren hätten, wenn ihnen die Teilnahme möglich cewefen wäre, bestimmt das Ergebnis des Spieles iiigunften ihrer Mannschaft verbessert. Das Spiel war von Anfang an sehr schnell. 1900 pab, der Mahnung eingedenk, alles aus sich heraus hnb brachte es fertig, trotz Gegenwindes immer . lieber vor dem Tore Frohnhausens zu erscheinen. Der Erfolg blieb aber vorerst aus, lediglich drei Eckbälle wurden erzielt, die unverwertet blieben. 5in der 25. Minute gelang es Wilhelmi durch einen Brachtschuß für feinen Verein die Führung zu er» jielen. Aber schon eine Minute später lautete das Ergebnis 1:1. Frohnhausen war überraschend !irrchgekornrnen und hatte den Ausgleich erzielt. In Iser 30. Minute stand das Spiel 2:1 für Frohn- ioaufen, denn bei einem Gedränge vor dem Giehe- *r Tor lenkte ein Spieler von 1900 den Ball ins - iiigene Tor. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang s Schmelz, den Stand 2:2 herzustellen. Ohne Pause (ing es weiter. Auch in der zweiten Halbzeit war 1900 zeitweise . s hr überlegen und warf alle Mann in des Gegners ^pielhälfte. Die Stürmer hatten jedoch oftmals s.ech, auch waren sie reichlich unentschlossen und es 1 f)ite ihnen am letzten Einsatz. Das weite Auf- rLirfen der 1900er Verteidigung brachte ihr Tor oft» mafe sehr in Gefahr, und nur mit viel Glück geling es, meistens durch Lippert, die frei dem Tore Hochsprung: Kinzenbach 796 P.; Lollar 936 P.; Heuchelheim 656 P. Bestleistung: Schmidt, Kinzenbach 1,55 Meter. Schleuder ball: Kinzenbach 874,20 P.; Lollar 874,20 P.; Heuchelheim 1034,10 P. Bestleistung: Franz Müller, Heuchelheim, 48,65 Meter. S t a b h o ch : Kinzenbach 974 P.; Lollar 704 P.; Heuchelheim 217 P. Bestteistung: Wilhelm Bepler, Kinzenbach, 3,10 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel: Kinzenbach 225 P.; Lollar 545 P.; Heuchelheim 400 P. Bestleistung: Lollar 50,1 Sek. Speerwurf: Kinzenbach 556,25 P.; Lollar 726,75 P.; Heuchelheim 666,25 P. Bestleistung: Otto Dietz, Lollar, 44,50 Meter. Kugelstoßen: Kinzenbach 863 P.; Lollar 1016 P.; Heuchelheim 925 P. Bestleistung: Dietz, Lollar, 10,62 Meter. 800-Meter-Lauf: Kinzenbach 765,50 P.; Lollar 1062,50 P.; Heuchelheim 1364,50 Punkte. Bestleistung: Franz Neidet, Heuchelheim, 2:13 Min. Zu jedem kommt einmal das Glück Vornan von Ellen Kulm llrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Während alle Anwesenden nach rückwärts liefen iijd sich um die Gruppe um die ohnmächtige Frau hängten, lief einer nach vorn. Das war Johnie, i'!b mit einem Satz sprang er auf das Podium und steckte Monika seine beiden Hände entgegen, in liit sie die ihren legte. So standen sie einen Augen- hock lang, und nur ihre Augen sprachen. Dann sagte Johnie leise und aus Herzensgrund: „Du hast wunderschön gesungen, Monika..." „Wirklich, Johnie?" -ndet. Der To. Lollar konnte seine erste Stelle behaup- ren mit 10 753,23 Punkten, Heuchelheim kam an die zweite Stelle mit 9379,48 und Kinzenbach an die dritte mit 8892,49 Punkten. Nach Beendigung des Wettkampfes zogen die Teilnehmer und Interessenten in die Turnhalle, wo der Kreisvolksturnwart Dr. Loh (Gießen) zu dem ausgetragenen Wettkampfe sprach. Er richtete besonders die Mahnung an die anwesenden Volksturner, im Winter, wenn ss nicht möglich fei, im Freien zu üben, sich in der Turnhalle zu betätigen. Die Ergebnisse der Wettkämpfe: 100-Meter-Lauf: Kinzenbach 967,60 P.; Lollar 1286 P.; Heuchelheim 881,40 P. Bestleistung: Albert Seipp und Adolf Klinke!, Lollar, je 12,1 Sek. Diskus: Kinzenbach 511,54 P.; Lollar 759,68 p.; Heuchelheim 609,58 P. Bestleistung: Otto Hen- lelmann, Heuchelheim, 31,27 Meter. Weitsprung: Kinzenbach 873 P.; Lollar geglichen. Aber die Fe.ude währte nicht lange. Ein Zusammenspiel des linken Flügels der Gastgeber sah Leutheuser II nicht auf dem Posten und der Halblinke jagte denBall für Haas unhaltbar in die linke untere Ecke. Der Druck der Naunheimer wurde stärker. Knauß wurde im Strafraum angeschossen. Der Schiedsrichter entschied Elfmeter, den Haas hielt. Eben hatte Leutheuser I einen Strafstoß auf der Torlinie stehend, durch Kopfstoß noch zur Ecke abgelenkt, als bei einem neuen Strafstoß der Halbrechte das dritte Tor für Naunheim erzielte. Damit waren die Gäste endgültig geschlagen. Kurz vor Schluß hatten sie noch einmal Gelegenheit, das Resultat zu verbessern, aber der Schuß von Fehling und zwei Nachschüsse prallten an den Gegnern ab. Die dritte Mannschaft siegte wider Erwarten mit 6:2 Toren in Lich. Fußball der Sauliga-Mannschasten. ©au Nordhessen: Germania Fulda — Borussia Fulda 0:0; SV. Bad Nauheim — Kurhessen Kassel 2:3; Kassel 03 — Kurhessen Marburg 1:1. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — FK. Pirmasens 3:1; Union Niederrad — Opel Rüsselsheim 3:2; Phönix Ludwigshafen — FD. Saarbrücken 2:.2; Borussia Neunkirchen — Kickers Offenbach 2:1. Gau Bayern: 1. FC. Bayreuth — Wacker München 1:2; Bayern München — FC. München 4:0. Begegnung der Schwerathleten. Offenbach-Bürgel — Gießen 93 15:3. Der I. Kraft- und Sportklub 1893 trat am vergangenen Samstag mit einer gut gelungenen Veranstaltung an die Öffentlichkeit. Der Besuch war ansprechend. Leider konnte Friedberg nicht antreten; denn die Mannschaft hatte am Sonntag früh einen Verbandskampf in Sprendlingen zu bestreiten. Aber trotzdem dürften die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen sein, denn die gezeigten Leistungen waren sehr gut und werden der Schwerathletik sicher neue Anhänger geworben haben. Die Niederlage der Gießener Ringer ist nicht so schlimm wie das Ergebnis besagt, gingen doch drei Kämpfe über die Zeit. In diesen Kämpfen hätten genau so gut die einheimischen Ringer gewinnen können. Es Aiuß hier gesagt werden, daß den Gießenern die Kampferfahrung fehlt. Bürgel hat in jedem Jahr 22 Verbandskämpfe zu bestreiten. Zur Zeit steht diese Mannschaft an der Spitze der Tabelle im Kreis Frankfurt. Zunächst das Gewichtheben: Hier starteten von Bürgel der Federgewichtler Strauch, die Leichtgewichtler S ch m i t t n e r und G e r ft n e r, sowie der Halbschwergewichtler Sattler. Von Gießen gingen die Federgewichtler Westbrock, Funk und Götz sowie der Mittelgewichtler B e l- I o f f an die Hantel. Die gezeigten Leistungen waren sehr gut. Besonders gefallen haben die Offenbacher Sattler, Schmittner und Gerstner. Sattler erreichte im beidarmigen Drücken 160 Pfund, im beidarmigen Reißen 170 Pfund und im Stoßen 220 Pfund. Die Leichtgewichtler Schmittner und Gerstner erzielten im Drücken je 155 Dsund, im Reißen 160 Pfund und im Stoßen 210 Pfund. Mit unfreiem Umsetzen brachte Gerstner noch 220 Pfund zur Hochstrecke. Auch die Leistungen der Gießener Heber waren ansprechend, jedoch machten sich noch technische Mängel bemerkbar. Anschließend trat eine Musterriege von Bürgel auf. Die verschiedenen Hebungen wurden sehr gut ausgeführt und fanden beim Publikum großen Beifall. Zum Schluß wurde der Mannschaftskampf im Ringen durchgeführt. Die Kämpfe waren sehr interessant und blieben immer im sportlichen Rahmen. Kampfleiter Strauch, Offenbach, war seiner Aufgabe jederzeit gewachsen und die Zwischenrufe, die es bei den knappen Punktentscheidungen gab, waren bestimmt nicht berechtigt. Offenbach-Bürgel gewann den Kampf mit 15:3 Punkten, lieber den Verlauf der einzelnen Kämpfe berichten wir noch. Als Monika ganz nahe war, machte Frau von Tanner eine Handbewegung, Monika möchte sich setzen; und da Monika am Rande des Diwans niederglitt, streckte Frau von Tanner die Hand aus und strich mit einer sanften, unendlich liebevollen Bewegung über das goldige Haar des Mädchens und über ihre Wangen. Und dann fragte sie mit leiser, vor Erregung zitternder (Stimme: „Sag mir das eine — bist du Monika von Jnne- mann?" Und in diesem selben Augenblick veränderte sich vor Monikas Augen das Bild der Frau vor ihr und verwandelte sich in die lieblichen Züge der jungen Frau, deren Bild Monika stets begleitet hatte. Ihr Kopf sank an die Brust dieser Frau, während sie antwortete: „Ja, Mutter..." 19. Kapitel. 3u gleicher Zeit, als ein Auto Frau von Tanner, Monika und Johnie zu der Wohnung der Tanners brachte, kam aus der anderen Richtung Gerling mit Eoi. Fast zu gleicher Zeit hielten sie an. Und als Eoi plötzlich die Mutter, auf Monikas Arm gestützt, dem Hause zuschreiten sah, lief sie ihnen mit einem Schrei entgegen. „Evi", sagte die Mutter und lächelte, „da bist du ja. Nun hatte ich fast meine kleine Tochter vergessen." „Komm nur, Eoi". sagte Monika. „Du wirst alles oben hören. Und Sie auch, Herr von Gerling. Sie waren also der Entführer von Evi?" Erschrocken sah Evi auf. Was hatte sie angestellt? Nun würde Monika doch erfahren, daß sie mit Gerling zusammen gewesen war. Sie starrte Monika angstvoll an. Aber die strahlte ja geradezu. Und die Mutter auch. Und erst Johnie Klinke ... „Was ist..." Dann waren sie alle oben, und weder Gerling noch Evi konnten zuerst begreifen, was ihnen drei aufgeregte Menschen und auch noch Frau Müller, die dazukam, erzählten. Aber als sie endlich begriff, fiel sie mit einem Schluchzen Monika um den Hals. „Mein liebes, liebes Schwesterlein..." Und die beiden Mädchen, die sich vom ersten Augenblick an schon geliebt hatten, konnten sich gar nicht voneinander trennen. Dann brachte Frau Müller Tee und deckte den Tisch, und als alle darumsaßen, kam doch ein bißchen Ruhe in ihre glückselig-aufgeregte Stimmung. „Muttchen", sagte Evi, „warum hast du mir nie gesagt, daß ich noch eine Schwester hatte? Aber Monika ist doch wohl nur meine Halbschwester? Ich heiße doch Tanner und sie Jnnemann. Du warst also schon einmal früher verheiratet, Muttchen?" „Ja, mein Liebling", sagte Frau von Tanner, „bevor ich Konrad von Tanner heiratete, war ich mit Major von Jnnemann verheiratet. Aber ihr Laramolas Sieg in Spanien. Wercedes-Benz mit drei Wagen in Front. Einen großen Mercedes-Benz-Ersolg gab es beim Großen Autopreis von Spanien, der am Sonntag auf der Lafarte-Rundstrecke bei San Sebastian ausgefahren wurde. Caracciola blieb vor seinen Stallgefährten Fagioli und von Brauchitsch in 3:09:59,4 Stunden auf der rund 520 Kilometer langen Strecke siegreich. Caracciola hat damit in diesem Jahre seinen sechsten, die Mercedes-Benz- Werke ihren neunten „Grand Prix" gewonnen. An vierter Stelle endete der Franzose Wimille auf Bugatti vor dem einzigen im Rennen gebliebenen Wagen der Auto-Union mit Rosemeyer am Steuer. Stuck, Varzi, Nuvolari und'Chiron schieden vorzeitig aus. v. Opel erringt den Holland-Becher. Schöne Erfolge der deutschen Ruderer. Die Holland-Becher-Regatta auf dem Slotenkanal bei Amsterdam brachte den Deutschen schöne Erfolge. Von Opel gewann den Hollandbecher-Einer in 8:10 vor dem Holländer Moltzer. Müller (Saar Saarbrücken) holte sich den Junior-Einer in 8:57 vor K. Schultz (Hamburg), F Ü t h (Rüsselsheim) den Junior-6-Einer ebenfalls vor dem Hamburger. Im Doppelzweier siegten Opel-Füth vor Pieterfe- Cox (Holland), im Vierer ohne Steuermann der RC. Saar Saarbrücken vor Nereus Amsterdam. Der Mainzer RV. gewann schließlich den Achter glatt vor Amsterdamer RV. Ueberraschung in Hoppegarten. Mit einer großen Ueberraschung endete das am Sonntag in Hoppegarten gelaufene Deutsche St. Leger. Nachdem Derbysieger Sturmvogel nicht am Start war, rechnete man allgemein mit dem Siege von Contessina. Diese wurde aber zur allgemeinen Ueberraschung hinter dem Blumenfeld und Samson- schen Ricardo unter K. Visek und Glaukos nur Dritter. Der Toto zahlte für das Rennen sechsfaches Geld. Oie Medenspiele in Bad-Nauheim. Bei den Vorschlußspielen um den Medenpokcrl siegten in Bad-Nauheim am Samstag Brandenburg 9:0 über Schlesien und Nordmark 5:4 über Baden. Brandenburgs Spieler gaben gegen Schlesien nur zwei Sätze ab; der Kampf Nordmark — Baden war völlig ausgeglichen. Ueberraschend verlor Henkel II gegen Eichner (Schlesien) mit 12:14 den ersten Satz seines Einzelspieles; doch gewann der Berliner schließlich noch sicher. Die anderen lieber» raschungen sind der Dreisatzsieg von Hildebrand II über Frentz und die Niederlage Kaj Lunds gegen den Badener Walch. Die Medenspiele wurden am Sonntag in Bad- Nauheim beendet. Im Endkampf siegte erwartungsgemäß Brandenburg mit 7:2 Punkten über Nordmark. Den dritten Platz sicherte sich Schlesien durch einen 5:4-Sieg über Baden. * Deutscher Tennismeister der Berufsspieler wurde bei den am Sonntag in Berlin beendeten Meisterschaften der Nürnberger Hans N ü h l e i n, der im Endkampf über den Hamburger Goritschnig überlegen 6:0, 6:0, 6:4 gewann. Das Doppel gewann Hans Nüßlein zusammen mit Altmeister Roman Najuch über Bartelt- Dickhoff 6:1, 6:3, 6:1. Oer Alpenflug 1935. 65 Flugzeuge im Kampf. Bei prächttgern Flugwetter erfolgte am Sonntagvormittag auf dem Flugplatz Durach bei Kempten der Start zum Alpenflug 1935. Wohl über 10 000 Zuschauer wohnten dem sportlichen Ereignis bei. Die Nennungsliste wies 75 Teilnehmer auf. Um 9.20 Uhr gab der Leiter der Ortsgruppe beiden seid trotzdem richtige Schwestern. Denn auch du, meine Kleine, trotzdem du in meinem zweiten Gatten immer deinen richtigen Vater gesehen hast, bist die Tochter des Majors von Jnnemann." „Aber das verstehe ich nicht...", sagte Evi hilflos. Und auch Monika sagte leise: „Man hat mir immer gesagt, daß meine Mutter gestorben ist". Frau von Tanner sah sttll vor sich nieder, dann sagte sie: „Ich muß euch mein Schicksal erzählen. Denn ich habe es dir nie gesagt, Evchen, weil ich dein Herz nicht belasten wollte, und auch weil du deinen Pflegevater so von Herzen lieb hattest. — Ich war noch sehr jung, als ich euren Vater und bald darauf auch Konrad von Tanner kennenlernte. Die beiden jungen Männer waren gute Freunde. Wir waren fast immer zu dritt. Konrad war der erste, der um mich freite. Ich war sehr überrascht, denn ich hatte von feiner Liebe nichts geahnt. Ich empfand herzliche Freundschaft und Wertschätzung für ihn, aber ich konnte ihn niemals lieben. Das sagte ich ihm auch offen, und so sehr es ihn auch schmerzte, er dankte mir für meine Aufrichtigkeit. Schon damals wußte ich, daß ich mein Herz Herbert von Jnnemann geschenkt hatte, und als er mich bald darauf fragte, ob ich seine Frau werden wolle, war ich der glücklichste Mensch. Unser Glück hielt an; bald kamst du, Monika. Wir lebten auf Schloß Freienfelde einige Jahre in der harmonischsten Ehe. Oft kam die Schwester meines Mannes, Frau von Rieders, zu Besuch. Ich bemühte mich immer, obwohl wir sehr verfchieden waren, mit ihr gut auszukommen, doch sie brachte mir eine unerklärliche Abneigung entgegen. Erst viel später sollte ich den Grund erfahren. Damals glaubte ich nur, daß sie, die sehr ernst war, meine heitere Art nicht ertrug. Eines Tages — euer Vater war gerade auf kurze Zeit verreist — kam uns Konrad von Tanner besuchen. Ich merkte, wie verstört er war, und ich beschwor ihn, sich mir anzuvertrauen. Endlich tat er es. Er hatte für einen Freund Bürgschaft geleistet und sah sich nun außerstande, den Betrag aufzubringen. Ich selbst verfügte über kein Geld, aber ich wußte sofort, daß ich ihm helfen wollte. Meine Teilnahme tat ihm wohl; er griff erschüttert nach meiner Hand und küßte sie, als Irma von Rieders das Zimmer betrat. Sie warf mir einen Blick zu, den ich mir nicht zu deuten wußte. Als Konrad von Tanner fort war, sprach sie sehr barsch mit mir und erklärte mir, daß er in Abwesenheit Herberts das Haus nicht mehr betreten dürfe. Ich hatte jedoch versprochen, ihm zu helfen. Und in der Nacht fiel mir ein, daß ich ja so viel kostbaren Schmuck von meiner Mutter besaß, den ich niemals trug. Ich schrieb ihm am nächsten Tage. Da ich mich aber nicht traute, ihn ins Haus kommen zu lassen, bestellte ich ihn für den nächsten Abend in ein kleines Garterchaus am Ende unseres Parkes. (Fortsetzung folgt!) Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwie- senen Aufmerksamkeiten danken wir auf diesem Dege recht herzlich. Dito Hof und Frau. Dieseck, den 23. September 1935. 54Q7d Bekanntmachung. Am Donnerstag, dem 26. September 1935. vormittags 9 Uhr. findet im Stadthaus, Bergstraße, eine öffentliche Sitzung der Ratsherren mit folgender Tagesordnung statt: 5402C Einführung und Verpflichtung der Ratsherren der Stadt Gießen. Gießen, den 21. September 1935. Der Oberbürgermeister: Ritter. Ihre Oeschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, BrlefumechlÄge,Postkarten, Rechnungen, BeechÄftskarten Ihres Hauses bsunsllt. Le- gen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druck- eechen I Wir bieten sie Ihnen preiswert 1 Brflhrsohe Druckerei I Sch ilstr 7. Ruf 2251 Tdnfilm ZcksliMm ' Rundfunk NEUER NAME: U. Ä "*4 ■■ w- Danziger Mauber mit -er NSV. durch Oberheffen Ihre Verlobung geben bekannt ervenbild. Energeticum 5n)etföen.Wfelii.gfltloffeln u. nervenbild. Das klassische Fachbuch für Pilzfreunde und -kenner 5400 A Marie Römheld Otto Schäfer Hierzu ab heute auf der Bühne Die Fahrtteilnehmer vor dem altehrwürdigen Rathaus in Alsfeld. — In der Mitte, rechts von dem SS -Mann im Vordergrund, Kreisamtsleiter Klöß, dahinter in Amtswalterunlform fein Mitarbeiter Frank. — (Aufnahme: Photo-Haus Grün, Alsfeld.) Tanzen lehrt in Einzel- stund, u. Kursen Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Ruf 3835. seisD Die Berliner Presse schreibt: .... unbedingt gleichwertig mit den bekannten eomsriisn Nsrmonists Im Beiprogramm: Herrl. Kulturfilm und die neueste Ufa-Ton-Woche Täglich 4. 6 u. 8.30 Uhr bis Mittwoch einschließlich verhilft schnell zu neuen Kräften. Verkauf Dienstag auf dem Markt, Kräuterhaus Jung EingangzumBotanischmrGart^. neuzeitl. Naturheilmittel. MB7d 01048 R0Mev-Sv0sty. al5 bleibendes Andenken bildete den Abschluß des 3©Ueqen 16 Uhr wurde die Weiterfahrt nach Lau» terbach angetreten. Im Hinblick au die vor- aerückte 3eit und die im voraus estgelegten An- ordnungen wurde in Lauterbach kein Ausenthalt aenommen, dafür aber einige Minuten Bermel- lens auf der Straße Lauterbach—Herbstem in der Nähe des Schlaffes Eifenbach zur geruh amen Betrachtung der Landschaft eingelegt. lieber Herbstein und Grebenhain, sodann durch den prächtigen, bereits in der Abenddämmerung Mark bewölkter Himmel) liegenden Oberwald UN- seres Dogelsberges ging es hinauf zum Höhere ds köpf, wo die Reisegesellschaft gegen 18 Uhr ankam, als gerade drunten im Lahntal und von dort weiterziehend in Richtung Grunberg Homberg starke Gewitter mit grellen Blitzen nieder- gingen, die vom Hoherodskopf aus ein wunderbares Panorama boten. Starke Ergriffenheit horte man von den Danziger Brüdern in ihren begeisterten Worten über die Schönheiten unserer großen Wälder und der vielfachen Hügel, ein Land- chaftscharakter, den man in dieser Geschlossenheit und in dieser Fülle der Abwechslung in der Heimat der Gäste nicht besitzt. Im Klubhaus auf dem Hoherodskopf vereinigten sich die Fahrtgenossen zu einer Erholungspause, bei der, wie auch während der ganzen bisherigen Fahrt, die beste Kameradschaft und herrlichste Fröhlichkeit die Leitmotive der Stunde waren. Gegen 19.30 Uhr ging es dann, jetzt leider in starkem Regen als Ausläufer des Gewitters, über Breungeshain hinab nach Schotten, das die letzte Station auf der Fahrt war. In Schotten wurde gemeinsam Abendbrot eingenommen. Zur großen Freude der Fahrtgemeinschaft erschien schon kurz nach ihrem Eintreffen der Schottener Kreisleiter K r o m m, um den Besuchern selbst den Gruß seines Kreises zu überbringen. Am Abendbrottisch, der — wie auf allen Verpflegung^ stationen — gute Hausmannskost bot, gab ein Gießener Volksgenosse der großen Freude unserer Stadt über den Danziger Besuch Ausdruck, ebenso der Freude über den Besuch des Schottener Kreis- leiters. Kreisleiter Kromm brachte sodann den freudigen Willkommengruß des Kreises Schotten dar und betonte insbesondere die starke und unlösliche Verbundenheit des gesamten deutschen Volkes mit den deutschen Volksgenossen jenseits unserer Reichsgrenzen, die gerade an diesem Sonntag durch den Tag der deutschen Schule zur Förderung der Arbeit des VDA. besonders hervorgehoben wurde. Er gab den Danziger Brüdern die Versicherung mit, daß ihr Besuch in Schotten mit großer Freude ver- merkt werde, und er bat sie, diese Stunden des deutschen Gemeinschaftserlebens im Vogelsberg und in Schotten stets in guter Erinnerung zu behalten. Der Kreisamtsleiter der NSV. des Kreises Gie- ihr,Neuau,bau 5t. WmWllkll mit c — Tagesbefehl an das ASKK. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Korpführer Hühn- lein erläßt laut NSK. den nachstehenden Tagesbefehl an das NSKK.: . „NSKK.-Männer! Der Reichsparteitag der Freiheit ist verklungen, doch was er ausgestrahlt, diese Urkraft des Glaubens und der Zuversicht d e r „G e i st v o n R ü r n b e r g", ist e i n e r h e l l i g e n Offenbarung gleich über uns gekommen und pflanzt sich fort von Herz zu Herz- unerschütterlicher denn je stehen Schulter an Schütter die Gliederungen der Bewegung, und stolz weht über unseren Häuptern als des Deutschen Reiches Flagge unser Banner — das Hakenkreuzbanner! Opfer, Arbeit und Mühe, wo fanden sie stolzeren Lohn! Erfüllt von diesem Geschehen und m dem beglückenden Bewußtsein, des Führers Blick auf uns gefühlt zu haben, sind wir nach Hause zuruckgekehrt. Wieder nimmt der Alltag seinen Lauf und w e t - ter geht unsere rastlose Arbeit. Neue große Aufgaben harren unser. Der R e i ch s w e t t - kampf des NSKK. beginnt. Hat das Korps in Nürnberg seinen Mann gestanden und aus des Führers Mund hohe Anerkennung gefunden, so wird es auch beim Reichswettkampf seine Disziplin, seine Pflichttreue und sein Können unter Beweis stellen. Es lebe Deutschland, es lebe der Führer!" Zerrüttete Nerven ÄlrhiUNg! !Ze,erl,che Vereidigung der ersten 500 71S-Schwestern. Dresden, 21. Sept. (DNB.) Die ersten 500 braunen NS.-Schwestern aus dem ganzen Reich wurden am Samstag in Dresden durch den Gauleiter Reichsstatthalter Mutsch mann tn Anwesenheit von Vertretern der Reichsleitung der NSV., der Reichsärzteschaft und anderer Ehrengäste feierlich vereidigt. Gauamtsleiter Büttner hob hervor, daß es in tatkräftiger Zusammenarbeit der NSV. mit dem Amt für Volksgesundheitspflege gelungen sei, in verhältnismäßig kurzer Zeit im Rudolf-Heß-Krankenhaus in Dresden, als dem Reichsmutterhaus der NS.-Schwestern- schaft, die nötige weltanschauliche fachliche Ausbildung zu erteilen. Reichsstatthalter M u t s ch m a n n betonte, daß das Rudolf-Heß-Krankenhaus als biologisch-medizinische Forschungsanstalt und führende Anstalt auf dem Gebiet der Rassen- und Gesundheitspflege im nationalsozialistischen Geist auf vorgeschobenem Posten stehe. Die NS.-Schwestern, die aus der Schule dieses Hauses hervorgingen, hatten nicht nur die Pflichten der Krankenpflege zu erful- i len, sondern seien auch Helferinnen im Kampf um die Seele des kranken Volksgenossen. Der Reichs- statthalter nahm hierauf die Vereidigung der NS.- | Schwesternschaft auf den Führer vor. zusehends verstärkte sich der Eindruck, daß man noch einen schönen Spätsommertag zu erwarten haben würde. In Bad-Nauheim wurde ein interessanter Rundgang unternommen, bei dem der Sprudel im Sprudelhof, die schönen Parkanlagen, die herrlichen Räume des Kurhauses und die benachbarten Hauptstraßen der Stadt besichtigt wurden. Auf diesem Rundgang wurde in der Trinkhalle auch das Wasser des Sprudels probiert, um den Gästen auch nach dieser Richtung hin die nötige Lokalkenntnis zu verschaffen. Schon in diesem kurzen Anfangsstück der Fahrt offenbarten die Danziger Volksgenossen eine große und herzliche Freude über das schöne Unternehmen der NSV., durch das ihnen Dinge und Schönheiten erschlossen wurden, an die sie früher vielleicht manchmal gedacht hatten, ohne aber je auf eine Verwirklichung zu hoffen. Von Nauheim aus wurde die Fahrtrichtung quer durch die W e t t e r a u genommen. Unmittelbar hinter Bad-Nauheim kam nun auch die Sonne durch das immer mehr verschwindende Nebelmeer zum Durchbruch, so daß von da ab die Landschaft in strahlendem Sonnenschein vor den Augen der Besucher lag. Mit tiefer Freude schauten sich die Gäste das kaleidoskopartig wechselnde Landschaftsbild an, und immer wieder konnte man sie begeistert über die Schönheit dieser Felder und Walder sprechen hören. Es waren in der Tat vielerlei reizvolle Bilder, die man von *»er Autokolonne aus weithin rechts und Unks des Weges betrachten konnte. An dem Schwelkraftw-rk Wölfersheim Kempten der Luftsport-Landesgruppe, Peter Meier, den Start frei. Nur wenige Ausfälle waren zu verzeichnen, konnten doch — im Abstand von je einer Minute — 65 Teilnehmer auf die 390 Kilo- Meter lange Strecke entlassen werden. Die schnelleren Maschinen machten sich zuerst auf die Reise, dann folgten die langsameren. Der Start vollzog sich glatt, schon um 10.40 Uhr rollte die letzte Maschine über den Startplatz. Bei den Zwischen- und Schlußlandungen in Prien herrschte ein ununterbrochenes Kommen und Gehen. Dank einer geradezu vorbildlichen Organisation wickelte sich alles reibungslos ab. Der Flugplatz in Prien war das Ziel vieler Schaulustiger. Außerdem hatten sich auch der Reichsluftsportführer Oberst L ö r z e r sowie Vertreter der Bewegung und ihrer Gliederungen eingefunden. vorbei ging es durch die gesegnete Wetterau über Bad Salzhausen nach Nidda, wo eine etwa halbstündige Frühstücksprause eingelegt wurde. Dann ging es im strahlenden Sonnenschein von Nidda aus das Niddatal aufwärts nach Schotten, wobei das Entzücken der Gäste über die herrliche Landschaft immer größer wurde. Ohne Halt ging es durch Schotten hindurch hinauf auf die hohe Straße nach Lauterbach zu, wo nunmehr die Wagenkolonne einen Teil der neuen Rennstrecke bis zur Poppestruth befuhr und die Insassen der Wagen, die Gäste sowohl als die Gießener, sich in herzlicher Weise an den prächtigen Bildern unseres Vogelsbergs erfreuten. lieber U l r i ch st e i n fuhr man weiter die Ohmstraße hinab bis nach Ober-Ohmen, von dort wurde abgeschwenkt und die Richjung Alsfeld genommen. Gegen 14 Uhr kam die Autokolonne in Alsfeld an. Der Alsfelder Kreisleiter Kirchner und der Ortsgruppenleiter Kimmel versäumten nicht, bei dem Besuch zugegen zu sein und dadurch zum Ausdruck zu bringen, welche hohe Bedeutung sie diesem Aufenthalt der Danziger in Alsfeld beimaßen. In Alsfeld wurde zunächst das Mittagessen eingenommen, sodann folgten Besuche im Alsfelder Museum und im Rathaus. Dabei offenbarten sich den Augen der Besucher wiederum viele fesselnde Bilder unseres oberhessischen Volkstums, sowohl aus der reichen Geschichte unserer engeren Heimat heraus, als auch hinsichtlich des prächtigen Menschenschlages, der hier seßhaft ist. Eine photographische Aufnahme vor dem Alsfelder Rathaus Um 9.30 Uhr war in Kempten als erster Graf Arco Zinnegger auf eine Klemm KL 32 gestartet. Als erster erreichte er Prien um 10.35 Ühr zur Zwischenlandung und dann um 11.30 Uhr zur Ziellandung. Die Übrigen Flugzeuge nahmen in der Zeit bis 13.15 Uhr die Zwischenlandung vor. Ein spannungsreiches Erlebnis bildete für Flieger und Zuschauer der Abwurf auf das Floß. Dabei konnte man feststellen, daß sich unter den Fliegern ausgezeichnete „Schützen" befanden. Die. genauen Ergebnisse werden noch errechnet und können erst spater bekanntgegeben werden. in neuem Gewände und zu stark ermäßigtem Preise Prof. Dr.W. Migula Die ehbaren und giitigeii Pilze Bestimmungsbuch der wichtigsten Pilzarten zum Gebrauch für jedermann. — Mit 80 farbigen Pilzbildern in natürlicher Größe. Der Verfasser, jedem Pflanzen- und Pilzfreund als der bedeutende Fachgelehrte bekannt, beschreibt in leichtverständlicher Weise mehr als 200 verschiedene Pilzarten. 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Klöß unter begeisterter Zustimmung aller Fahrtteilnehmer und der zahl- reichen Schottener Gäste in dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler zum Ausdruck. Man verblieb dann noch eine Stunde lang in guter kameradschaftlicher Unterhaltung beisammen. Hier- auf kehrte die Autokolonne über Laubach unb Lich nach Gießen zurück. In den Unterhaltungen mit den Danziger Volksgenossen hörte man immer wieder die tiefe Freude über dieses einzigartige schöne Erlebnis des Sonntags herausklingen. Diese Männer der Arbeit sind erfreut darüber, daß ihnen durch das Wirken des Nationalsozialismus und seiner Träger derartige Tage und Stunden der Erholung und der Freude bereitet werden, die ihnen unter den früheren Verhältnissen trotz aller Sehnsucht nie beschieden waren. Um so beglückter fühlen sie sich heute, da ihnen nunmehr ebenfalls die Tore und die Wege zu den Herrlichkeiten unseres schönen deutschen Vaterlan- des osfenstehen. Ein kleiner, aber für die Teilnehmer für immer unvergeßlicher Ausschnitt aus diesem großen Werk des Nationalsozialismus war diese von Der Kreisamtsleitung Gießen der NSV. organisierte und in der besten Weise durchgeführte Fahrt. Es gebührt sich, zu vermerken, daß sowohl bei der Vorbereitung, wie auch bei der Durchführung dieser Fahrt der Kreisamtsleiter der NSV. Pg. Klöß und sein Mitarbeiter Pg. Frank sich auch in diesem Teile des Urlauberbesuchs aus Danzig um diese Kameraden der deutschen Arbeit in bester Weise verdient gemacht haben. Mit diesen Stunden der starken volksbrüderlichen Verbundenheit wird Gießen mit seiner oberhessischen Landschaft den Brüdern aus Danzig eines ihrer schönsten Erlebnisse in den Alltag der Arbeit mitgege- ben haben. GleBen Wleseck 21. September 1935 Lichtspielhaus Gießen Ein beispielloser Erfolg! Ganz Gießen spricht von Jan Kiepura die größte Tenorstimme der Welt, in „Ich Hebe alle Frauen“ mit Lien Deyers, Theo Lingen, Adele Sandrock Gegenwärtig weilen Urlauber aus im | deutschen Mutterlands, davon ein Teil in Gießen । und in verschiedenen anderen Orten der Provinz Oberhessen. Es sind Arbeiter der Stirn und der Faust, die im alten und ewig mit ihnen verbum denen deutschen Vaterlande Erholung finden und! die deutsche Volksgemeinschaft im Dritten Reichs Adolf Hitlers erleben sollen. Die in Gießen weilen-! den deutschen Brüder aus Danzig haben in gemein- schaftlicher Fahrt über das deutsche Meer, die Ostsee ihre Reise angetreten, in Swinemunde den Boden des deutschen Mutterlandes wieder betreten und von dort aus ihre Fahrt gemeinsam bis hierher durchgeführt. In der Schar der lieben Gaste stehen neben alten Kameraden, den Opas, Männer in den besten Jahren der Schaffenskraft und junge Volksgenossen, denen mit ihren etwa 20 Jahren das ganze Leben noch in voller Hoffnungsfreude winkt. Die Jungen, das mittlere Atter und die Alten, sie alle bilden eine Gemeinschaft blutsverbundener deutscher schaffender Menschen, die erfüllt sind von tiefer Liebe und berechtigtem Stolze auf ihre Heimatstadt am Strande der Ostfee, aber ebenso sehr auch die Liebe zum gemeinsamen deutschen Vaterland und die unlösliche Verbundenheit mit ihm im Herzen tragen. Es ist ein kerniger Menschenschlag, der in dieser Urlaubsgemeinschaft aus dem deutschen Osten zu uns gekommen ist und der hier überall mit offenen Armen in herzlicher Gastfreundschaft Ausnahme gesunden hat. Im Verlause ■ des bisherigen Urlaubsbesuchs hat sich denn auch die innige Gemeinschaft zwischen den Danziger und den Gießener Volksgenossen schon bei vielerlei Gelegenheiten in schönster Weise gezeigt, da alle miteinander sich erfüllt und getragen wissen von dem Geiste der Gemeinschaft der Menschen deutschen Blutes und deutscher Art, der durch den Führer Adolf Hitler geschaffen und bei allen deutschen Volksgenossen zum Durchbruch gebracht wurde. Um den in Gießen weilenden Danziger Brüdern neben unserer Stadt auch unsere schöne Provinz Oberhessen zu zeigen, hatte die Kreis am ts- lei tun g Gießen der NSV. für den gestrigen Sonntag eine besondere und gute Tat angesetzt, deren Planung in allen Teilen schönste Derwirkli- chung fand. Es handelte sich um eine Autofahrt der Danziger Urlauber in Gemeinschaft mit Gießener Kameraden von Gießen aus durch die schönsten Teile unserer Provinz. Da der Kreisamtsleitung der NSV. für ein derartiges besonderes Unterneh- men der Kameradschaft und der Gastfreundschaft etatmäßig Geldmittel nicht zur Verfügung standen, hatten verschiedene Firmen als Ausdruck ihrer arbeitskameradschaftlichen Gesinnung Geldmittel und Personenautos von sich aus zur Verfügung gestellt, so daß damit der schöne Plan der Kreis- amtsleitung der NSV. zur Freude der Danziger Urlauber verwirklicht werden konnte. Und so ging es denn gestern früh von Gießen aus auf die Fahrt. Gegen 8.30 Uhr fuhren die Personenautos mit den Danziger Brüdern und den Gießener Karne- roden vom Hause der Kreisamtsleitung Gießen der NSV. in der Löberstraße los. Die Fahrt ging zu- nächst nach Butzbach, wo ein kurzer Halt auf dem Marktplatz Gelegenheit gab, den Danziger Brüdern die schönen Fachwerkbauten des Butz- bacher Marktplatzes zu zeigen. Dann ging es weiter nach Bad-Nauheim. Nebel lag zunächst über der Landschaft und behinderte die Fernsicht. Aber