Nr.,Yb Erstes Blatt 185. Jahrgang Zrettag, 23. August,935 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerirfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranifurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Steinöruderei «.Lange in Stehen. 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Die offensichtliche Verschärfung der Lage Vorerst bleibt alles unverändert die Hand geliehen hätten. Erleichterung in Paris Sie sehen an die sie denen sie betrifft — gewachsen sind, lungert gestellt, haben, sondern und Frankreich sich heute vor Entwick- nicht nur nicht gedacht auch — was England wohl nie ohne weiteres- Die Frage ist nur, ob e n :on= daß es sich nicht um einen polit Zwischenfall handele. Der Zustand d suls ist vorläufig nicht besorgniserregend. In Rom werden entschieden die im Auslande umlaufenden Gerüchte dementiert, wonach die diplomatischen Beziehungen zwischen Abessinien und Italien infolge dieses Zwischenfalles abgebrochen worden sein sollen. Man betont ausdrücklich, daß ein politischer Zwischenfall nicht o o r l i e g e, sondern das Falconi einen Jagdunfall erlitten hat. Daß man irgendeine politische Schlußfolgerung aus diesem Unglücksfall ziehen werde, wird entschieden in Abrede gestellt. Paris, 23. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse ist in ihren Betrachtungen über die Beschlüsse des englischen Kabinetts recht zu» rückhaltend. Man zeigt zwar eine gewisse = leichterung darüber, daß das W a s f e n a u s - fuhrverbot nach Abessinien noch nicht aufgehoben worden ist und daher die Brücken zwischen London und Rom noch nicht abgebrochen sind, aber man befürchtet, daß Londons unbedingtes Bestehen auf den Völkerbundspakt z u Sanktionen führen werde, die den europäischen Frieden beeinträchtigen könnten. Wie sehr Frankreich gegenwärtig zwischen London und Rom schwankt, kommt am deutlichsten im Leitartikel des „Echo de Paris" zum Ausdruck. Das Blatt ist mit Rom und London gleichermaßen unzufrieden. England habe sich ein für allemal auf den Völker- bundspakt zurückgezogen, der ihm gestatte, im Namen des Weltsriedens seine eigenen Interessen in Ostafrika zu schützen. Niemand glaube mehr an die Möglichkeit einer friedlichen Lösung des italienisch-abessinischen Streitfalles; in London aber gäbe man vor, eine solche gemeinsam mit der französischen Re- gi et-ung zu suchen. Man wolle nämlich nach einem Mißlingen sagen können, daß die Schuld bei Paris liege. Die Politik Italiens hingegen fei seit Beginn des Streitfalles so impulsiv und nervös, wie man es von einer Großmacht nicht gewohnt sei: Der italienische Standpunkt, daß die Sicherheit Italiens durch das „rückständige" Abessinien bedroht sei, finde heute keinen Glauben mehr, Mussolini hätte lieber erklären sollen, daß Abessinien „unorganisiert" sei; dann hätte sein Abenteuer den Charakter eines Strafunter nehme ns gegen „barbarische" Feinde dargestellt und nicht einen Angriff gegen ein Dölkerbundsmitglied. Dann hätte Mussolini Frankreich auch die Doktrin vom Ausdehnungsbedürfnis der Völker mit hoher Bevölkerungsziffer erspart, die Frankreich nicht zulassen könne, wenn es nicht eines Tages Europa b e n Deutschen überlassen wolle. (!) Würden noch einige Artikel ähnlichen Inhalts, wie der letzte des „Giornale d'Jtalia" erscheinen', so sähe Mussolini sich nicht mehr einem Großbritannien gegenüber, bas sich auf Rechts- reqeln stütze, fonbern einem stolzen macht- bewußten Englanb. Im Interesse ber italie- Nischen Sache selbst sei es baher notwendig, baß biefes Spiel in Nom aushöre. Der italienifch-adef- Die Kabinettssihung. London, 22. Aug. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Premierministers 23 atbroln begann am Donnerstag um 10 Uhr die Sondersitzung des britischen Kabinetts zur Erörterung des ttalienischabejsini- scheu Streitfalles. Alle 22 Minister nahmen fett. Die Sitzung wurde um 16.30 Uhr nach fast fünfstündiger Dauer beendet. Der Minister für Völkerbundsangelegenheiten Eden erstattete zunächst ausführlich Bericht über die Besprechungen der drei Mächte in Paris. Das Kabinett erörterte hierauf die mit dem italienisch-abessinischen Streitfall zusammenhängenden Fragen. Ls herrschte die einmütige Auffassung, daß in engster Zu- fammenarbeit mit Frankreich die diplomatischen Bemühungen zur Erzielung einer friedlichen Regelung in den nächsten 14 Tagen, also bis zum Beginn der Ratstagung fortgesetzt werden sollen. Angesichts der zur Zeit noch mit der italienischen Regierung im Gange befindlichen diplomatischen Verhandlungen wurde die Entscheidung über die Aufhebung des 2v a f f e n a u s f u h r v e r- bots aufgeschoben. Außenminister Sir Samuel Hoare erhielt den Auftrag, diese Frage im Benehmen mit anderen zuständigen Ministern weiter zu beobachten. Eine Notwendigkeit für eine Aenderung der englischen Völkerbundspolitik besteht nicht. Es wird an die Erklärung des Außenministers am 31. Juli im Unterhaus erinnert. „Ich glaube, es besieht kein Zweifel darüber, daß wir uns unserer Verpflichtungen unter den Verträgen und unter der Völkerbundssahung voll bewußt sind, und daß wir bestimmt beabsichtigen, sie einzuhalten." Weitere Sitzungen sind vor der Genfer Ratstagung am 4. September nicht vorgesehen, die meisten Minister begeben sich in die so jäh unterbrochenen Ferien. Rach der Kabinettssihung sagte Mac- d o n a l d zu einem Pressevertreter: „Wir sind uns in aller Ruhe und mit kühler Ueberlegung schlstssig geworden. Wir sind uns sehr klar über das, was getan werden soll."'Der Führer der Arbeiterpartei, Lansbnrry, erklärte zum Ergebnis des Ka- binettsrales, daß das Kabinett bisher einig zu fein scheine. Der Kampf werde kommen, wenn es notwendig fein werde, daß Großbritannien feine Haltung gegenüber der Völkerbundssahung ohne Rücksicht auf Frankreich erkläre. Die Sankttonsfrage verschoben. Englische Pressestimmen zum Kabinettsbeschlutz. in London und Paris finden. Aber England fei nicht in der Stimmung, eine grobe Verletzung des Kellogg pattes zu dulden, und einen „R a u b z u g" eines führenden Völkerbundsmit- gliedes mit anzufehen. Das System von Sanktionen, das bei der öffentlichen Meinung Englands immer stärkeren Anklang finde, fei die Zurückhaltung von Lieferungen aller Art an den Friedensbrecher. Es würde befriedigend gewesen sein, wenn die Kritische Regierung in der Lage gewesen wäre, eine Erklärung in dieser Richtung abzugeben. Aber ihre Abneigung, dies zu tun, würde mißverstanden werden, wenn sie als unbedingte Abneigung gegen die Anwendung von Sanktionen überhaupt ausgelegt werden würde. Auch „M o r n i n g P o st" hofft, daß Mussolini die versöhnliche Absicht der britischen Regierung nicht als Schwäche auslegen werde und nennt die Störung des englisch-italienischen Freundschaftsverhältnisses tief bedauerlich. „Daily Telegraph" erklärt, falls der Apparat des Völkerbundes versage, werde jede Nation ihre eigene Entscheidung zu treffen haben. Aber dieser Augenblick sei noch nicht gekommen. Das Blatt hofft, daß der vorsähe. Dann, aber bestimmt nicht früher, könnte der Sanktionsartikel 16 zur Anwendung gebracht werden. Aus diesen Gründen hätten die Minister die Entscheidung über den künftigen Kurs Englands nicht vorweg genommen. Die britische Regierung sei entschlossen, nichts zu tun, was Italien zu einer übereilten Handlung herausfordern könnte. — „Morning Poft" sagt, die britische Regierung werde zur Verhinderung des Ausbruches von Feindseligkeiten nichts anderes als eine kollektive Aktion ins Auge fassen. Inzwischen werde jede Anstrengung unternommen werden, um mit der französischen Regierung eine gemeinsame Front auf der Völkerbundsratstagung $u vereinbaren. Die Verhandlungen würden unverzüglich auf diplomatischem Wege eröffnet werden. Es fei als wünschenswert angefeyen worden, nichts geschehen zu lassen, was in der Zwischenzeit die Möglichkeit eines gemeinsamen englisch-französischen Auftretens im Völkerbundsrat gefährden könnte. Deshalb fei beschlossen worden, die britische Politik unverändert zu lassen. Völkerbundsgeist wenigstens so viel leisten werde, daß Italien keine Kredite mehr bekomme. Gelinge es ihm dann nicht, Abessinien binnen weniger Monate zu unterwerfen, dann werde Italien in finanzieller Beziehung ausgehungert und sein Volk werde große Entbehrungen erleiden. In politischer Hinsicht müsse die Autorität Italiens in Europa leiden. Der evtl. Gewinn in Afrika stehe in keinem Verhältnis zu dem Einsatz. Englische Minister sehen ihren Urlaub fort. London, 23. Aug. (DNB. Funkspr). Ministerpräsident Baldwin hat am Donnerstagabend die Rückreise nach Aix-les-Bains angetreten. Der Lordkanzler Lord hailsham ist nach Frankreich abgereift. Der Schatzkanzler Neville Chamberlain kehrt nicht nach der Schweiz zurück, und der Landwirtschaftsminister E l l i o t, der aus Südfrankreich zurückberufen worden war, bleibt ebenfalls in England. Auch die meisten anderen Minister werden nicht ins Ausland gehen, sondern ihre Ferien auf dem Lande verbringen. L o n b o n , 23. Aug. (DNB. Funkspr.) „Time s" sagt, es sei anzunehmen, daß der britische Außenminister jetzt genau wisse, w i e weit Großbritannien nach Ansicht des Kabinetts in ber Sanktionsfrage gehen könne. Es fei aber nicht für ratsam gehalten worden, eine endgültige Erklärung über einen Fall abzugeben, der noch nicht genügend geklärt sei. Viele Leute hätten geglaubt, daß England dem Völkerbund den Weg weisen werde. Sie würden enttäuscht fein. Die Regierung habe beschlossen, sich nicht fest zulegen. „Times" gibt zu, daß es kaum als ehrliches Spiel erscheine, dem schwach ausgerüsteten Abessinien Waffen zu verweigern, während Italien in seinen beiden ostafrikanischen Kolonien an der abessinischen Grenze Kriegsmaterial anhäufe. Aber möglicherweise könne Abessinien Waffenlieferungen gar nicht bezahlen. Abessiniens Widerstand habe nicht in einer offenen Feldschlacht, sondern nur in einem Kleinkrieg Aussicht auf Erfolg. Somit fei der Unterschied wahrscheinlich gar nicht so groß. Der französische Standpunkt, einen Krieg a u f Afrika zu beschränken, habe viel für sich. Gin Argument, und zwar keineswegs das schwächste, sei, daß Mussolini später möglicherweise mehr Bereitwilligkeit zeigen werde, auf Friedensvorschläge zu Horen, als gegenwärtig. Wenn er gleich zu Beginn einen Sieg erringe und die Genugtuung habe, behaupten zu können, daß Rache für A d u a genommen sei — dann werde vielleicht der italienischen Ehre Genüge getan sein. Die sehr beträchtlichen wirtschaftlichen Zugeständnisse, die ihm bereits angeboten worden seien, könnten dann vielleicht die Grundlage einer Regelung bilden. Die britische Regierung habe oft gezeigt, daß sie dem italienischen Wunsch nach Ausdehnung nicht übelwollend gegenüber stehe und daß sie sich über die Stimmung der Länder klar sei, die sich einem halben Monopol einiger roenger Mächte, vor allem Englands und Amerikas, über Die Rohstoffe und die strategischen Punkte an den Handelswegen der Welt gegenüber sehen. In England bestehe die Ueberzeugung, daß etwas geschehen sollte, um einige3 ber wirtschaftlichen Ursachen zu beseiti- g e n , die der jetzigen Unruhe in Europa zugrunde ^Wenn Italien noch verhandeln wolle, dann werde es vielleicht großes Verständnis für feine Ansprüche London, 23. Aug. (DNB. Funkspr.) Aus der Morgenpresse geht hervor, daß der gestrige Kabinettsrat die Lage völlig unverändert gelassen habe. Das Verbot der Ausfuhr von Kriegsmaterial aus England nach Abessinien dzw. Italien bleibt bestehen, und zwar, wie in konservativen Blättern betont wird, mit Rücksicht auf d i e italienische Reizbarkeit. England wird nach wie vor seine Dolkerbundspolitik befolgen, eine Erklärung über die Frage von Sanktionen wird b i s auf weiteres nicht abgegeben werden. „Daily Telegraph" meint, Mussolini werde auf der Genfer Ratssitzung seine Anklage gegen Abessinien vorbringen. Sie würde es dem Völkerbund ermöglichen, die ganze Lage zu erwägen und ein Versöhnungsverfahren oder eine Untersuchung einzuleiten. Von Italien werde erwartet, daß es nicht eher als drei Monate nach erfolgter Berichterstattung den Krieg beginne. Sollte Italien dem entgegenhandeln, dann würde der Dölkerbundsrat genötigt sein, die Lage auf Grund des Artikels 15 der Völkerbundsfatzung zu erwägen, die Untersuchung und Berichterstattung der Stein, einmal ins Rallen gekommen, jetzt noch aufzuhalten ist. An der Entschlossenheit Italiens, sich auch auf kriegerischem Weg das zu holen, was ihm zugestanden wurde, ist nicht zu zweifeln. Offensichtlich will der Duce aber noch mehr. England ist in der vorteilhaften Lage, den Kampf für seine eigenen Interessen auf der Plattform der internationalen Moral zu führen, weil der Genfer Mechanismus in diesem Falle zugunsten Englands spielen würde, — ein Umstand, der in Italien besonders verschnupft. Am übelsten hat die neue Entwicklung aber Frankreich mitgespielt. Der Vermittler von gestern, der das Hauptgeschäft zu machen suchte, sieht sich plötzlich in einer mehr als unbehaglichen Situation, in der es wahrscheinlich nichts zu gewinnen, sondern nur z u verlieren gibt. Daß England im Falle einer Unterstützung der italienischen Position durch Frankreich mit der Rückkehr zur „splendid iso- 1 a t i o n“, mit der Zurückziehung von der europäischen Kontinentalpolitik droht, hat in Paris bereits Angstzustände ausgelöst. Daß andererseits ein von Frankreich enttäuschtes und im Stich gelassenes Italien, wie die „Information" argwöhnt, s i ch den r e v i f i o n s f r e u n d l i ch e n Staaten a n s ch l i e ß e n , den Donaupakt aufgeben und den Völkerbund verlassen könnte, wiegt kaum weniger schwer für die französische Politik. Nun ist es zweifellos Frankreichs eigenste Angelegenheit, einen befreienden Ausweg aus einer Situation zu suchen, für die es in hohem Maße mitverantwortlich ist. In welcher Richtung aber auch die französische Politik vorgehen wird, — eines wird sie nicht mehr verhindern können: die wachsende Erkenntnis der Völker, daß der gesamte Apparat, der seit 1919 unter dem Stichwort des Friedens und der Sicherheit von den Westmächten geschaffen wurde, sich in einem höchst kritischen Zustand befindet. Denn die Logik, man müsse die Prinzipien der kollektiven Sicherheit und die Grundsätze des Völkerbundes in einem Falle mißachten, um sie im Hinblick auf „andere Fälle" zu retten, ist allzu halsbrecherisch. Sie wird für das gesunde Urteil der politischen Welt nicht ohne Folgen bleiben, welche taktischen Manöver und Winkelzüge eine spitzfindige Diplomatie auch noch finden mag. Unter größeren und grundsätzlichen Gesichtspunkten gesehen handelt es sich um nichts anderes als die zwangsläufige Demaskierung jener Politik, die von S i ch e r h e i t sprach und die Einkreisung Deutschlands meinte. Weil diese Politik innerlich unwahr fein mußte, mußte sie einmal an den Punkt kommen, wo die Diskrepanz zwischen dem Anspruch, mit dem sie auftrat, und der Wirkung, die sie auslöste, offenbar wurde. Daß die Entwicklung der abessinischen Frage ebenfalls dazu beigetragen hat, ist bemerkenswert, weil hier ehemalige Siegermächte unter sich sind. Der Prozeß der Selbstentlarvung der französischen Kontinentalpolitik erfährt damit nur eine Beschleunigung: an seinem Beginn standen andere Dinge, die besonders aktuell sind in einem Augenblick, wo in der französischen Publizistik wieder viel von gesamteuropäischer Verantwortung die Rede ist. Welch leidenschaftlichen Widerfprucy lösten in Frankreich die Bedenken aus, die gegen seine Bündnispolitik mit Moskau geäußert werden mußten! Weder wollte man die ausschließlich gegen Deutschland gerichtete Tendenz dieser Instrumente zugeben, noch die Gefahr erkennen, di« sinische Streitfall müsse auf Afrika begrenzt bleiben. Italien bedürfe der englischen Nachsicht, um seine Operationen mit den geringsten Kosten durchzuführen, und um zu vermeiden, daß der gewaltige Apparat der internationalen Sanktionen sein Vorgehen beeinträchtige, oder gar verhindere. Da die englische Regierung zu vermitteln wünsche, biete sich für die französische Regierung eine neue und letzte Gelegenheit. Sollte die Uneinigkeit zwischen den drei Mächten fortbestehen, würde sich über das übrige Europa eine Beunruhigung verbreiten und „Deutschland würde a u der Lauer liegen." (!!) Der „Matin" sieht in den Beschlüssen des britischen Kabinetts ein gewisses Zurückweichen. Man habe nicht beschlossen, in Genf Sanktionen gegen Italien zu fordern. Das wolle zwar nicht heißen, daß diese Forderung nicht später erhoben werde. Immerhin fei diese Zurückhaltung festzustellen. Es sei d o ch vielleicht noch möglich, bis zum 4. September eine Einigungsgrundlage zu finden. Iagdunfall ernes italienischen Konsuls in Abessinien. A d d i s - A b e b a , 22. August. Der italienische Konsul in Godjam (Südabessinien), Muzzi Falconi, reifte in Begleitung italienischer Diener von der hiesigen Gesandtschaft mit einer Karawane nach Godjam. Am Mittwochabend wurde der Konsul mit einem Schulterschuß in das italienische Krankenhaus in Addis Abeba zurückgebracht. Die italienische Gesandtschaft erklärt, daß der Konsul Baron Muzzi Falconi sich beim Waffenreinigen einen Schuß in d i e linke Lunge beigebracht habe. Seine Frau, die ihn auf der Reife begleitete, fand ihn in feinem Blute liegend abseits vom Lager, das er allein verlassen hatte. Die Italiener betonen, beruht aber keineswegs nur auf der immer größer werdenden Verwicklung des Streitfalles selbst. Was die Teilnehmer der Dreierkonferenz noch viel mehr beunruhigte, war die Schärfe, mit der sich nun zwischen ihnen s e l b st Gegensätze ernster und weittragender Natur abzeichneten. Die Beunruhigung darüber ist nur zu verständlich, denn keine )er drei Mächte hatte ernsthaft auch nur mit der Möglichkeit einer Veruneinigung gerechnet. Im Gegenteil, — alle drei hofften auf ihre Kosten zu kommen. Italien, indem -es seine Kolonialforderungen leicht zu verwirklichen gedachte, England, indem es diese unbequemen Forderungen auf abessinisches Gebiet ableitete, Frankreich, indem es für feine Zustimmung Italien in die Ringpolitik gegen Deutschland einschalten wollte. Diese Berechnung war geschickt, aber abhängig von zrpei Voraussetzungen: von der Bereitschaft Abessiniens, dem Arrangement der drei zu entsprechen, und von der Bereitwilligkeit Italiens, nicht über den Rahmen der ihm zugedachten kolonialen Konzessionen hinauszugehen. Daß Italien schließlich doch weitergehende Ziele entwickelte, ist noch nicht direkt zu beweisen, liegt aber angesichts der Umstände, unter denen die Dreierbesprechungen aufflogen, sehr nahe. Denn es ist nicht anzunehmen, daß die englische Politik Italien in einem Maße entgegengekommen war, das eine Gefährdung seiner eigenen kolonialen Interessen bedeutet hätte. Sicher ist jedenfalls, daß England nur eine friedliche Verwirklichung der italienischen Forderungen in Rechnung stellte und sie allein gebilligt hat. An einen Widerstand Abessiniens hatte merkwürdigerweise niemand gedacht! Man muh sich dieser hintergründigen Vorgeschichte erinnern, um zu ermessen, in welchem Umfang allen drei Mächten die Dinge über den Kopf sie für die gesamteuropäische Situation darstellen mußten. Der russisch-französische und der russischtschechische Pakt, so hieß es in Paris, würden ein zusätzliches Element der europäischen Sicherheit darstellen. Wer wußte, daß er der französischen Politik nur darum zu tun war, das schwankende Gebäude des Versailler Unfriedens um jeden Prets zu stützen, konnte sich darüber nicht wundern. Umsomehr allerdings mußte die Zustimmung Englands zu einem Experiment Verwunderung erregen, das darauf hinauslief, mit dem Bolschewismus außenpolitisch zu paktieren und ihn innenpolitisch zu bekämpfen. Inzwischen hat die Komintern dafür gesorgt, daß die Dinge auch für Außenstehende ins richtige Licht gerückt wurden. Es mußte in Paris zweifellos schon peinlich wirken, daß die Komintern ausgerechnet in Frankreich und in der Tschechoslowakei die „revolutionäre Situation" als besonders günstig bezeichnete, so günstig, daß bereits von der Möglichkeit der Machtübernahme des Kommunismus bzw. von seiner Beteiligung an der Macht die Rede war. Das ganze Ausmaß des verhängnisvollen Irrtums der französischen Politik wurde aber klar, als die Bündnispakte auf der Kominterntribüne zur Debatte kamen. Sicherheit Europas? Keineswegs! Dagegen erfuhr die Welt, daß der Bolschewismus die Pakte als eine ausdrückliche Rückversicherung gegen die Gefahr (!) einer deutsch-französischen Verständigung feierte. Wenn der italienische Kommunist. Er coli mit Befriedigung feststellen konnte, daß die heutige Politik der französischen Bourgeoisie den Druck der vom Kommunismus geführten Dolksmassen widerspiegelt, die nicht gewillt seien, irgendwelche sowiet- feindlichen Abmachungen mit dem Nationalsozialismus zuzulassen (!), so heißt das doch nichts anderes, als daß der französisch-russische Pakt geradezu die Garantie für die Verewigung eines deutsch-französischen Unfriedens darstellen soll. Zugleich ergibt sich daraus, daß Frankreich, das die Entwicklung zu beherrschen und zu lenken wähnte, in Wahrheit nur das Werkzeug abgeben soll, das die Geschäfte der Komintern besorgt. Herr d ' O r m e s s o n, der sich erst kürzlich wieder in der Rolle des um die europäische Zukunft Besorgten gefiel, schweigt sich über diese Dinge leider aus. Ober meint er gar, es gehöre zu europäischer Verantwortung, dem Bolschewismus eine Chance zu geben, die er aus eigener Kraft nicht mehr gehabt hätte? Und was ist aus den vielgerühmten Garantien geworden, die Herr Laval aus Moskau mitgebracht haben sollte? Schon die Tatsache als solche war erstaunlich genug. Indem die französische Regierung sich das Wohlverhalten der französischen Kommunistischen Partei „garantieren" ließ, gab sie die bindende Autorität Moskaus für einen Teil der eigenen Bevölkerung zu, erkannte sie geradezu an, daß die Haltung Der französischen Filiale der Komintern von Moskau b e - st i m m t wird. Man wird das weder erhebend noch besonders beruhigend finden können. In der Tat erwies sich auch diese Rechnung als falsch. Der Moskauer Kominternkongreß beeilte sich, die letzten Besorgnisse der französischen Kommunisten zu zerstreuen, indem er die Garantien Stalins in entsprechender Weise „auslegte". Was bedeutet das? Nichts anderes, als daß die Komintern die letzt- entscheidende Instanz darstellt! Diese Konsequenzen sind geradezu ungeheuerlich. Die Pakte, die angeblich Europa erhöhte Sicherheit neben sollen, beruhen bekanntlich auf einem Beistandsverfahren, dessen Automatismus die Freiheit der Entscheidung der Paktpartner eingehend beschränkt. Ueberbies bietet bie Fassung ber Vertragstexte an sich schon genügenb Raum für gefährliche Jnterpretationskünste. Wenn erst einmal b e r Wunsch vorhanben ist, den „Kurzschluß" herbeizuführen, dann ist es leicht, gewisse Sicherungen durchbrennen zu lassen. Ein solcher Wunsch ist im Falle eines Bündnispartners, dessen letzte Ziele in der Zerstörung jeder nationalen und zwischenstaatlichen Ordnung bestehen, jeden Augenblick gegeben, und man wird nicht daran zu zweifeln brauchen, daß die Komintern ein ähnliches Maß von Jnterpretationskunst aufbringen wirb, wenn es sich barum hanbelt, unter Ausnutzung zweibeutiger Vertragstexte für sich selbst und für die eigenen aktivistischen Weltmissionspläne genehme Situationen skrupellos zu konstruieren. Mehr als einmal ist die Politik der ehemaligen Siegermächte zu ihrem eigenen Schaden kurzsichtig gewesen. Unter allen merkwürdigen Erscheinungen dieser an Irrtümern so reichen Zeit ist aber dies die seltsamste und erschütterndste: daß die für die europäische Entwicklung in erster Linie verantwortliche Kontinentalmacht die „Sicherheit" Europas schließlich dem Bolschewismus überantwortet. Eine schlechthin nicht mehr zu überbietende Konsequenz in jener Negativität, die stets das Kennzeichen der Vormachtspolitik Frankreichs war. Weil diese Politik nicht der wohlverstandenen nationalen Sicherheit der europäischen Staaten galt, nicht den natürlichen Ausgleichstendenzen Raum geben wollte, weil ein Zerrbild einer eingebildeten Sicherheit andere Staaten bedrohte, deshalb konnte diese Politik kein positives und nützliches Element bar» stellen. Es ist der Fluch dieser Negativität, daß am Ende zwangsläufig die Selbstzerstörung ihrer eigenen, als Grundelemente des Friedens proklamierten Grundsätze steht: der kollektiven- Zusammenarbeit und Sicherheit. Innerpolitisch: verstärkte bolschewistische Aktivität, die sich anschickt, die Hand nach der Regierungsgewalt auszustrecken, außenpolitisch: der Bolschewismus in unmittelbarer militärischer Nachbarschaft Mitteleuropas, — das sind die Ergebnisse einer Politik, die schwerlich Anspruch auf positive Bewertung erheben kann. Zum Schutze des Friedens und (!) der Sowjetunion trete die Komintern einen Kreuzzug an, hieß es in Moskau ... Es wird nicht Frankreichs Verdienst sein, daß dieses Programm europäischer Vernichtung eine Illusion bleibt. Die großen Manöver in Südtirol. Mussolini übernimmt persönlich den Oberbefehl. Rom, 22. Aug. (DNB.) Die italienischen Manöver haben am Donnerstag in den nördlichen Grenzgebieten ihren Anfang genommen. Sie werden sich hauptsächlich in der Gegend von B o- z e n abspielen. Die Manöver haben folgendes Ziel: Angriffsverwendung der großen Einheit en mit Schnelldivisionen, um die gegnerische Stellung zu nehmen und das bereits durch das wirksame Eingreifen der Flugzeuge verzögerte Zusammengehen des Feindes zu verhindern. Beide Parteien haben folgendes gemeinsame Thema: Die Mobilisierung wurde unversehens an» aeorbnet und unverzüglich haben die Feindselig- reiten begonnen; große Einheiten erreichten die Grenze. Die Bombenflugzeuge haben beträchtliche Schäden auf den Etappenstraßen angerichtet, hauptsächlich auf denen der blauen Partei, deren Aufgabe der Angriff ist. Aufgabe der roten Partei ist es, die Grenzstellung bis zum äußersten zu verteidigen. Die den beiden Parteien anvertrauten Aufgaben, der Umfang und die Art der zu verwendenden Kräfte und die morphologische Beschaffenheit der Grenze werden die Befehlshaber und die Generalstäbe vor Operationsprobleme von größtem Interesse stellen. Eine mit Kavallerieregimentern neuesten Typs gebildete Schnellblvision wird gleichfalls an den Manövern teilnehmen. Mussolini hat das Oberkommando über die Manöver übernommen, um die Hebungen nod) besonders zu unterstreichen, bei den bisherigen Mano- oern hat er nur als Ministerpräsident und Kriegsminister teilgenommen, jedoch nicht selbst das Oberkommando gehabt. Heber die Dauer der Manöver steht noch nichts Genaues fest; ebenso weiß man noch nicht, wann Mussolini sich selbst nach dem Norden begeben wird. Man rechnet jedoch damit, daß das Manöver etwa zehn Tage in Anspruch nehmen dürfte. Deutscher Kriegsschiffbesuch in Gdingen. Warschau, 22. Aug. (DNB.) Der deutsche Kreuzer „Königsberg" ist in Gdingen eingetrofsen, um den polnischen Flottenbesuch vom Juni zu erwidern. Eine Abordnung der Besatzung wird sich mit dem Flugzeug nach Warschau begeben. Das Organ der polnischen Militärkreise „Polska Z b r o j n a" stellt fest, daß dieser Besuch zweifellos ein weiterer Beweis der erwünschten Normalisierung der nachbarlichen Beziehungen sei. „Wir sind überzeugt", schreibt das Blatt, „daß ebenso wie unsere Marine bei ihrem Besuch in Kiel heute die deutschen Gäste von ihrem Aufenthalt im polnischen ©binnen den besten Eindruck gewinnen uno sich von unserer nachbarlichen Loyalität überzeugen werden. Sie haben Gelegenheit, nicht nur unsere Gastlichkeit kenpenzulernen, sondern sich auch von unserer Arbeit zu überzeugen, die es verstanden hat, aus einer Sandwüste ein sichtbares Zeichen des polnischen Mitbesitzes an der Ostsee zu schaffen, das für unseren Staatsorganismus ein unerläßliches Ausgangstor bar- stellt, mit dessen Hilfe die freie und von fremden Fesseln des Verkehrs unabhängige Beteiligung Polens am internationalen Güteraustausch auf allen Seewegen der Welt möglich geworden ist. Am Tage ber Ankunft der deutschen Gäste begrüßen wir den Nachbarn mit der Würde und Ruhe des Gastgebers, dem es angenehm ist, sich der eigenen, in friedlicher und ehrlicher Arbeit erzielten Errungenschaften zu rühmen. Der Kreuzer „Königsberg" ist unserer Marine bekannt. Es ist dasselbe Schiff, an dessen Seite in Kiel unsere Zerstörer festmachten und auf dem die Vertreter der polnischen Kriegsmarine am 27. Juni empfangen wurden." „3m Zeichen des Friedens." Ungarn warnt vor der Gefahr der tschechisch-russischen Verbrüderung. B u d a p e st, 22. Aug. (DNB ) Zu dem Prager Besuch sowjetrussischer Generalstabsoffiziere nimmt der nationale Hy Magyarszag, das Blatt der un- garifchen Militärkreise, in auffallend scharfer Tonart Stellung. Die tschechisch-russische Waffenbrüderschaft, schreibt das Blatt, eile mit Siebenmeilenstiefeln der Verwirklichung einer panslawistischen Verbrüderung entgegen. Europa werde voraussichtlich erst am Tage des hereinbrechenden allgemeinen Orkans diese neue Gefahr wahrnehmen,, die jetzt dank der französischen Hute rstützung die westliche Kultur bedrohe. Ungarn sei jedoch gezwungen, schneller als die übrigen Mächte bie Gefahr eines neuen Tarta- renfelbzuges aus b e m Osten zu erkennen unb die Bewegungen ber waffenstarreyben Feinbe genau zu beobachten. Im Zeichen des ^Hebens sei bas jüngste tschechisch-russische Militärbünbnis geschlossen worben. „Im Zeichen bes Frieben" würden jetzt fieberhaft neue tschechische Flugplätze für Sowjetrußland geschaffen und „im Zeichen des Friedens" würden eines Tages fowjetruffifche Kosaken mitten im Herzen Europas auftauchen. Offenbar aus rein pazifistischen Gründen fänden jetzt tschechische Manöver statt, bei denen sowjetrussische Generäle eifrig den tschechischen Kanonenrohren die Richtung zum „ewigen Frieden" wiesen. Ohne Zweifel werde Herr Benesch versuchen, in Genf die begreifliche Nervosität Polens, Ungarns und Deutschlands ob dieser „friedlichen Ziele" zu zerstreuen. Liebevoll blicke Frankreich auf diese von ihm geschaffene tschechisch-russische Umarmung. Diese Entwicklung erlange ihre wahre Bedeutung durch den von der Dritten Internationale begeistert gefeierten Arbeiteraufstand von Brest, wo französische Bürger von Zulukaffern niedergeknallt worden seien. ie sieht es in der Wirtschaft aus? c < Der kühne Wurf ber nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, bie Arbeitslosigkeit zu meistern, Ausfuhr unb Einfuhr möglichst auszugleichen, die innere Produktion zu heben und dabei eine neue soziale Ordnung auf dem Boden ber Gemeinschaft zu schaffen, ist von Erfolgen begleitet, bie offenbar sind und alle Kritikaster, bie nur bie Minusseite ber beutschen Volkswirtschaft, nämlich die ungeheure Blutentziehung durch den Krieg, die Inflation und die Tribute sahen — die sich gewiß auswirten! — können doch das Positive, wenn sie ehrlich sein wollen, nicht bestreiten Daß es vorwärts geht, ist eine Tatsache, die uns Mut gibt, auch noch die unleugbar vorhandenen Schwierigkeiten mit dem erforderlichen Optimismus anzugreifen und zu beseitigen. Dabei sind wir insofern im Vorteil gegenüber anderen Nationen, als der Wirtschaftswille durchaus einheitlich ist und die Störungsver- fuche durch Einzelaktionen vom Staate, der Partei und ber Wirtschaftsführung energisch a b - gelehnt werben. Dr. Schacht hat in Königsberg bei Eröffnung ber Dftmeffe solchen Saboteuren energisch Fehde angesagt. Er hat darauf verwiesen, daß wir uns alle in einem Boot befinden, aus dem niemand während ber Heberfahrt ausfteigen kann. So sind wir wirtschaftlich zu einer Bluts- und Erfolgsgemeinschaft zufammengeschweißt, in der nur das eine Ziel gilt: Erringun g ber wirtschaftlichen Freiheit unb Wohlfahrt für jeben einzelnen im Rahmen bes Ganzen. Was über ben Neuen Plan, über den Schutz ber Fe st Währung und des Sparers zu sagen war, daß beide Teile ein unverrückbarer Eckstein unseres Wirtschaftsprogramms find, ist dem Ausland mit jenem Temperament unb jener Nachbrück» lichkeit gesagt worben, bie Dr. Schacht auszeichnen. Gegen die Vernunft in ber Wirtschaftspolitik helfen weber Auslanbslügen noch Sabotageakte einzelner. Gerade bie beutschen Messen zeigen, was Deutschland zu leisten vermag. Die Königsberger Ostmesse mit ihrer wachsenden Bedeutung für die nahen Länder des Ostens und für die ostpreußische Wirtschaft ist ein durchschlagender Erfolg gewesen. Am Sonntag folgt ihr die Leipziger H e r b ft m e f f e, die viel stärker als bisher das Ausfuhrstreben Deutschlands auch auf dieser Messe zum Ausdruck bringen wird. Wenn bisher die Früh- jahrsmesse benutzt wurde, um die Auslandsaufträge hereinzuholen, so wird künftighin auch die Herbstmesse in diesem Zeichen stehen, und je häufiger Deutschland seine gute Ware dem Käufer anbietet, aud) außerhalb der Frühjahrsmesse, um so besser isi es, da eine Vernachlässigung des Käufers zu den Kardinalfehlern zu gehören pflegt, die jeder Kaufmann vermeiden muß. ♦ Das Reick hat bisher zur Förderung des Kleinwohnungsbaues Bürgschaften im Gesamtbeträge von 100 Millionen Mark Übernom» men. Der Bau von mehr als 40 000 Wohnungen ift hierdurch ermöglicht oder gefördert worden. Der Bauwert der geförderten Wohnungen wird aut insgesamt 300 Millionen Mark veranschlagt. Durch die Gewährung der Reichsbürgschaften sind also auch bedeutende private Kapitalien für den Kleinwohnungsbau mobilisiert worden. Nach Möglichkeit sollen Dauerheime für Volksge» Hoffen geschaffen werden, die sich ohne diese Hilfe kein Herrn bauen könnten. Die Bestimmungen des Reichsarbeitsministers über die Förberungsbedin- gungen sind so gehalten, daß sie auf eine bescheidene, aber zweckmäßige Ausgestaltung der Woh- nungsbauten hinwirken. Die vom Reiche verbürg» ten Hypotheken sind sämtlich unkündbar, müssen aber nach und nach getilgt werden. An der Aufbringung der Hypotheken haben sich die öffentlichen Sparkassen in hervorragendem Maße beteiligt. Die lebhafte Spartätigkeit ermöglicht es ihnen, größere Kredite für alle Arbeitsbeschaffungszwecke Zur Verfügung zu stellen. Sie haben im ersten Vierteljahr 1935 nicht weniger als 253 000 Einzel- (rebite im Gesamtbeträge von 59 Millionen Mark bewilligt. Ein großer Teil dieser Kredite dient unmittelbar der Arbeitsbeschaffung unb insbesondere auch dem Wohnungsbau, der ja zu den wichtigsten Instrumenten der Arbeitsbeschaffung gehört. Aber auch die Privatwirtschaft betätigt sich in steigendem Umfange auf dem Gebiete des Klein» Wohnungsbaues. So stellt die Firma Krupp mit Hilfe ihrer gemeinnützigen Bauvereinigungen noch in diesem Jahre 700 neue Mahnungen für ihre Gefolgschaften in Essen und Rheinhausen fertig. Sie hat zu diesem Zweck einen Betrag von 2,6 Millionen Mark zur Verfügung gestellt und gewährt außerdem ihren Werksangehörigen, die sich aus eigenen Mitteln ein Eigenheim schaffen wollen, Baudarlehen zu günftigen Beengungen. ♦ Wir haben augenblicklich und sicherlich auf längere Zeit hinaus wieder eine Heberfüllung des Geldmarktes zu verzeichnen, genau wie in den ersten Monaten dieses Jahres, und infolgedessen übertrifft der Abgang der Reichswechsel, der Reichsschatzanweisungen unb ber Sola-Wechsel, sowie ber Schatzanweisunaen ber Reichsbahn alle gehegten Erwartungen. Auch bie Lebensversicherungen haben im ersten Halbjahr 1935 eine erhebliche Zunahme ihrer (Einnahmen zu verzeichnen. Die Versicherungssummen sind um 766,4 Millionen Reichsmark, also über 100 Millionen Reichsmark mehr als im ersten Halbjahr bes Vorjahres, gestiegen unb in ber Kapitalsanlage machen sich bie erhöhten Prämieneinnahmen stark fühlbar. Infolgedessen haben die Lebensversicherungen auch ihre Wertpapieranlagen verstärkt, unb zwar hauptsächlich durch verzinsliche Reichsschatzanweisungen, mit welchen bekanntlich bie öffentliche Arbeitsbeschaffung finanziert wirb. Auch die Sparkassen weifen für bas erste Vierteljahr 1934 jetzt eine erhebliche Neukrebitwährung aus zurückfließenden Krebitmitteln auf. Dabei sind bie Arbeitsbeschaf- fungstrebite ber Sparkassen erheblich größer als bie übrigen neubewilligten Kredite. Das ist bas beste Zeichen bafür, baß mit der Konjunkturbesserung immer größere Objekte in Angriff genommen werden. ♦ Heber erfreuliche A u s f u h r e r s o l g e konnte die Büfsing-NAG., Vereinigte N u tz k r a st w a g e n AG. in Braunschweig, in ihrer letzten Generaiver- sammlung berichten. Im ersten Halbjahr 1935 war die Ausfuhr der Erzeugnisse der Gesellschaft bereits ebenso groß wie im ganzen Jahre 1934. Der zweite Internationale Kongreß für Straßenreinigung, der am vergangenen Montag in Frankfurt a. M. eröffnet wurde, bot den deutschen Nutzkraftwagenfabrikanten eine besonders günstige Gelegenheit, den zahlreichen ausländischen Vertretern der Gemeindeverwaltungen ihre hochwertigen Qualitätserzeugnisse und technischen Errungenschaften vor Augen zr; führen. Gerade auf diesem Gebiete können dem Export deutscher Wertarbeit noch neue Absatzwege erschlossen werden. ♦ In Deutschland ist es in den beiden letzten Jahren gelungen, den Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung, der im Jahre 1932 nur noch 8,7 Milliarden Mark betragen hatte, auf 11,1 Milliarden Mark, also um 27 v. H. zu steigern. Dieser Leistung hat das Ausland nichts Gleichwertiges an die Seite zu stellen. Die Weitgetreidemärkte haben die Schwierigkeiten, die ihnen der Erzeugungsüberfluß brachte, noch immer nicht zu überwinden vermocht. Schon stehen neue Rekordernten vor der Tür, ohne daß Mittel und Wege gefunden worden find, den Konsum für erhöhte Mengen von Getreide aufnahmefähig zu machen, obwohl doch in großen Teilen der Erde Hunger und Nahrungsknappheit herrscht. Aber die große weltwirtschaftliche Aufgabe, Erzeugung und Verbrauch miteinander in Einklang zu bringen, also den Heberfluß der Erzeugung den Hungernden und Darbenden zugänglich zu machen, ist ungelöst geblieben. Das einzige Mittel, mit dem die Wirtschaftspolitik bisher der Heberzeugung zuleibe zu gehen versucht hat, sind Anbau- und Produk- t i o n s e t n f d) r ä n t u n g e n. Die Erfolge, die hierdurch erzielt werden, sind entmutigend. Die mei- !^nrJB"rfud?e' tüe internationalen Märkte durch etrtfdjränfung der Erzeugung zu stützen, sind fehl» । geschlagen, entweder weil die Zwangsmaßnahmen neue Außenseiterproduktionen ent- I stehen ließen, oder weil die künsllichen Preissteigerungen zu einem Rückgang des Verbrauchs führten. In beiden Fällen kam es dann zu neuen Preisrückgängen. So sind auch in den letzten Wochen die Weltmarktpreise wichtiger Erzeugnisse, so z. B. die von Weizen, Baumwolle, Zinn und Kaffee, erneut gesunken. In der- selben Zeit aber, in der die Wettmärkte der Aufgabe, die Verbraucher mit Waren zu versorgen und den Erzeugern auch auskömmliche Preise zu sichern, völlig ohnmächtig gegenüberstehen, ist in Deutschland die Marktregelung auf allen Gebieten erfolgreich verwirklicht worden. Die deutsche Wirtschaftspolitik erstrebt freilich keine Einschränkung, sondern im Gegenteil eine Steigerung der Erzeugung, ganz besonders natürlich auf denjenigen Gebieten, auf denen die Versorgung bisher von der ausländischen Einfuhr abhängig war. So ist z. B. die deutsche Flachsanbaufläche, die im vorigen Jahre nur 9000 Hektar betragen hatte, in diesem Jahre auf 21 000 Hektar erweitert worben. Voraussichtlich wirb im laufenben Jahre schon etwa bie Hälfte bes beutschen Flachsbebarfs aus ber inlänbischen Erzeugung gebecft werben können. Um bie lanb- wirtschaftliche Versorgungsanlage möglichst genau zu ermitteln, hat ber Reichsnährstand am 1. August Erhebungen über die vorhandenen Getreidevorräte Dorgenommen. Es zeigte sich, daß die Bestände von Weizen und Hafer zwar etwas geringer als vor einem Jahre sind, aber völlig ausreichen, um die Versorgung bis zur neuen Ernte sicherzustellen. Die Bestände an Gerste und namentlich an Roggen sind größer als im Vorjahre, ebenso die Kartoffelvorräte. Die Versorgung mit Futtermitteln hat sich also verbessert, was für die Einfuhr ausländischer Futtermittel von Bedeutung ist. * Die vor einigen Tagen von Staatssekretär Dr. Schlegelberger vom Reichsjustizministerium gegebenen Erklärungen über das kommende deutsche Aktienrecht haben ber Öffentlichkeit bie (Brunb- züge ber neuen Regelung angebeutet. Zunächst wird bie Zahl ber beutschen Aktiengesellschaften burch die Heraufsetzung der Mindestkapitalgrenze von 50 000 auf 500 000 RM. gana erheblich kleiner werden. Sodann wird grundsätzlich an die Stelle des bisher im Aktienrecht geltenden demokratisch- parlamentarischen Prinzips der Führergrund- s a tz treten. Der Einfluß der Hauptversammlung, des Akttenparlaments, wird auch formal beseitigt, nachdem er tatsächlich durch die Praxis seit langem illusorisch gemacht worden war. Der außenstehende Aktionär wird künftig vor unangenehmen Heber« raschungen infolge eines Mehrheitsbesitzwechfels geschützt fein. Heberhaupt wird der Aktie im Zeichen des Führerprinzips ein erheblicher Teil ihres spekulativen Charakters genommen werden. Der Aktionär wird auch durch die Haftpflichtvorschriften gegen Fehler und Verschulden besser geschützt sein als bisher. Der innere Wert der deutschen Aktien wird sich durch das neue Aktienrecht bestimmt erhöhen. Die Aktienrechtsreform, die die Aktie als solche in ihrem wirtschaftlichen Nutzen bejaht, wird eine neue Aera des Aktienwesens einleiten, in der es wenig Opposition und Proteste geben wird und in der eine Verwaltung, bie sich ihrer Pflichten gegen Aktionäre unb Allgemeinheit bewußt ist, ruhig unb fortschrittlich Weiterarbeiten kann. Ausländische Fachleute besichtigen deutsche Strafanstalten. Am Donnerstagvormittag hatten bie Teilnehmer des Internationalen Strafrechts - und Gefängniskongresses Gelegenheit, mehrere Berliner Strafanstalten, nämlich das Untersuchungsgefängnis in Attmoabit, das Frauengefängnis in der Barnim-Straße, die Straf» gefängniffe Tegel und Plötzensee sowie die Strafanstalt Brandenburg-Görden zu besichtigen. Die ausländischen Gäste machten zahlreich von dieser Möglichkeit, den Strafvollzug im neuen Deutschland durch eigenes Erleben kennenzulernen, Gebrauch. Es wurde ihnen dabei jede Möglichkeit geboten, die Einrichtungen der Strafanstalten zu studieren. Auch wurde ihnen jede gewünschte Auskunft über die Methoden des Strafvollzugs erteilt, und Gelegenheit gegeben, sich mit den Gefangenen selbst ztt unterhalten. Am Nachmittag unternahmen die Kongreßteilnehmer einen Ausflug nach Potsdam. Die nächste Vollsitzung findet Freitagvormittag in der Kroll-Oper statt. In ihrem Verlaufe wird Reichsminister Dr. Goebbels den ausländischen Gästen einen Heberblick über die Aufbauarbeit Des nationalsozialistischen Staates geben. Jungvolk vom Konfirmandenunterricht ausgeschlossen. Stettin, 22. Aug. (Reichsjugendpressedienst^ Am Abend des 20. August wurde durch die Polizei in Swinemünde der dort ansässige evangelische Pfarrer Poetter in Schutzhaft genommen. Poetter war schon mehrfach durch feine staatsjugendfeindliche Einstellung aufgefallen und hatte es auch gemeinsam mit den übrigen Swinemünder Pastoren geduldet, daß sich die dortige evangelische Jugendgruppe in einer Weise betätigte, die der Abmachung zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichsbischof widersprach. Pastor Poetter hatte am Montag 23 Angehörige des Jungvolks, die am Sonntag am Jungbannsportfest teilgenommen unb infolgedessen nicht den Gottesdienst besucht hatten, aus der Konfirmandenstunde ausgeschlossen. An die Ettern der Pimpfe hatte Pastor Poetter ein Schreiben gerüstet, indem eine unwahre Darstellung des Vorfalls enthalten war. Dienstagabend erschienen daraufhin die Swinemünder HI., das Jungvolk unb auch die Eltern der ausgeschlossenen Jungen vor dem Haus des Pastors und protestierten gegen bie staatsjugenbfeinbliche Einstellung. Die Polizei nahm ben Pastor baraufhin in Schutzhaft. Dr. Singer Leiter des HeichsverbandeS jüdischer Kulturbünde. Berlin, 22. Aug. (DNB.) Im Einvernehmen mit der Geheimen Staatspolizei hat bie zuständige Stelle im Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganba als verantwortlichen Leiter bes Reicksverbandes jübitoer Kulturbünde ben früheren Intendanten 2)r. Kurt Singer unb als Generalsekretär biefef jüdischen Organisation ben ehemaligen Handel» journaliften Dr. Werner Levy genehmigt. Unter dieser verantwortlichen Leitung haben sich, foroett dies noch nicht geschehen ist, bis 15. September einschließlich sämtliche künstlerisch unb kulturell tätigen jübischen Derbänbe bem Reichsverbanb einzm gliebern. Ausgenommen hiervon sind lebiglich bU religiösen jübischen Schul- und Kulturgemeinden. Aus aller Welt er- in in reichem Flaggenschmuck. Die der Kämpers, Betty B i r d , Gina Falkenberg, Rudolf Platte und Paul Westermeier. — Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus noch ein Lustspiel und eine interessante Reportage „Die lebendige Stadt" (Mannheim). — r— General Göring stiftet 10 000 Hill, zum Helchswettkampf der SIL 257 169, die in Achtel« in Berlin und Schleswig-Holstein gespielt wird. Schweres Einsturz Unglück in einer rumänischen Flugzeugfabrik. In der rumänischen Flugzeugfabrik I. A. R. Vier Todesopfer eines Badeunglücks in der Bretagne. In der Nähe von Lannion an der Nordküste der Bretagne ereignete sich am Strande vor den Augen der zahlreichen Badegäste ein Unglück, das vier Todesopfer forderte. Ein 23jähriger Angestellter hatte den Plan gefaßt, mit seiner 14jährigen Schwester und seinen beiden 12- und 14-jährigen Nichten ein Felsenriff aufzusuchen, das sich unweit des Strandes aus dem Meer erhebt. Plötzlich verloren sie aber den Grund unter den Füßen, und da alle vier des Schwimmens unkundig waren, ertranken sie, obgleich sofort verschiedene Rettungsboote zur Hilfeleistung herbeigeeilt waren. Dampferlaufsieg mit fünf Personen ins Wasser gestürzt. Bei der Landung des Vergnügungsdampfers „Vorwärts" in Bremerhaven ereignete sich ein schwerer Unfall, der auch ein Menschenleben forderte. Durch das auflaufende Wasser hatten sich die Haltetrossen des Dampfers gelockert und dem Schiff einen derartig weiten Spielraum gegeben, daß sich der Laufsteg löste und i ns Wasser st ü r z t e. behandeln. Die Konferenz steht unter der Leitung von Prof. Dr. L a u f f e r, dem Vertreter des Rektors der Hamburgischen Universität. Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium und Präsident des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Koenigs (Berlin), hielt den Eröffnungsvortrag über „Das Problem der Subventionen im Verkehrswesen", während Dr. Moormann über „Reichsbahn und Außenhandel unter besonderer Berücksichtigung des Seehafenverkehrs" sprach. Weitere Vorträge hielten Dr. Schlenker (Berlin) über „Bankproblem des Verkehrs", und der Rektor der Handelshochschule Berlin. Dr. Thiessen, Nicki fährt mit dem Mlchwagen zur Stadt. Don Hedwig Forstrevier. Die Gutskinder sind vom frühen Morgen an auf den Beinen, sie haben überall zu tun, im Garten, Stall und Hof. Bloßfühig, braungebrannt laufen sie umher, helfen beim Füttern und fahren mit aufs Feld. Sie pumpen Wasser zum Tranken, sie holen Stroh aus der Scheune und streuen Korner für die Tauben. Wer gut Freund mit den Kindern ist, darf mit ihnen die halsbrecherischen Treppen zum Taubenturm emporklettern, der wie ein barockes freundliches Teehäuschen in der Mitte des Hofes steht Unten im Turm haben die Enten und Puten ihre Ställe, und es gibt am Tage öfters mausende Hühner und Spatzen zu verjagen, tue aus Den Futternäpfen die Reste des guten Grün- und Schrotfutters holen. Eine Treppe über den Puten sind die Hühnerstände, und noch weiter hinaus ube eine gefährliche steile Leiter und durch eine Falltür kommt man zu den Tauben Es ist leer und einsam dort oben; nur einige halb flügge oder eben ausgekrochene Junge hocken in den kahlen Nester . Die Kleinsten sind noch so dünn beflaumt, daß die rosa Haut überall durchschimmert und sie auf diese Art hilflos nackt wirken. Die großen Augen über dem langen ein wenig gebuckelten Schnabel wirken erschrocken, und das ganze kleine Geschöpf arttert heftig und sträubt sich, wenn eins der Kinder es in ine Hand nehmen will. Die halb flügger^Tauben aber sind in ihrem jungen Federkleid schon von einer sanften Schönheit. Sie lassen sich an den Flügeln nehmen und betrachten: das runde Kopf- cken den geschwungenen Hals nut dein vollen Kropf und das in der Angst aufgestellte Rad des Schwanzes. Im Kälbergatter stößt und drängt sich das Jungvolk schwarz mit weißen Flecken steifbeinig, rosa- schnäuAg, mit großen feuchten Augen und immer !viel-nden Ohren, die innen mit einem feinen stl- besetzt sind. Die Kinder kennen jedes Stück ,k° wtts°n w ° alt das Kalb mit d-r Bl-si- Ht unb Iad)en über das schwarze Stierkalb, das feine «einen dunklen Hornsturnpfe schon so unge- bärdig und "tatendurstig am Holz der Pfahle reibt. Von besonderer Wichtigkeit ist der.Tag, an dem zum erstenmal die neue DreschmaWne geht. N ck^ der Neunjährige, steht an diesem Tage um vier Uhr auf, seine Morgentoilette ist schnell beendet das Nachthemd weggeschleudert, Hemd und Hose über zupackenden Griffe der Maschine, sieht aus drei Röhren den gelben Strom der Körner rinnen, von Säcken aufgefangen. Und zuletzt, welch geschickte Maschine!, schiebt sich das ausgedroschene Stroh festgepreßt und gebündek heraus, um gleich wieder auf Wagen geladen zu werden ... Ging ein ganz heißer Tag zu Ende, so kommt abends das Pferdebad, von den Kindern jubelnd begrüßt. Die Ackergäule werden ins Fließ getrieben und angebunden, das flache Wasser reicht ihnen kaum über die Fessel. Der Wasserschlauch wird an den Hahn geschraubt und der Hahn halb aufgedreht. Der Knecht führt den Schlauch auf und ab über das Pferd, strichweise läuft der sanfte Wasserstrahl über Hals, Brust, Bauch, Rücken und Beine, dazwischen tut der Striegel feine Arbeit. Und zum Schluß, wenn die Bürste über den ganzen blinkenden Körper gefahren ist, kommt noch einmal das sanfte, stetige Abbrausen. Zuweilen zuckt ein Pferd auf, wenn Nicki neckend das Wasser etwas heftiger laufen ließ, aber im ganzen lassen sich die Braunen die kühle Reinigung mit sichtlichem Wohlbehagen gefallen. Ledig vom Staub und Arbeitsschweiß traben sie dann in Den Stall, feuchtglänzend wie dunkle Seide. Die Kinder rufen noch hin und her mit dem Kutscher und den Kindern des Schweizers und trollen sich dann müde und befriedigt ins Haus, wenn die Mutter ruft. Als sie in ihren Fußwannen stehen und mit Lappen und Seife an den braunen Gliedern arbeiten, spielen sie dazwischen noch „Pferd", stampfen, schnauben und schütteln die Köpfe ... „Oer Herr Senator." Unter diesem Titel ist ein älteres Lustspiel von Franz von Schönthan, das wir vor einiger Zeit hier auch im Theater sahen, ziemlich bekannt. Das Neue Deutsche Lichtspiel-Syndikat hat sich des Stoffes bemächtigt und einen Film daraus gemacht, wiewohl die Vorlage in dem Drehbuch von Franz Rauch nur noch in Umrissen zu erkennen ist. Das Ganze ist eine etwas umständliche und langatmige Angelegenheit geworden, bei der es sich im wesentlichen um die Fusion zweier konkurrierenden Zigarettenfirmen handelt; mit Hilfe eines gewitzten Anwalts und der „fliegenden Ahnfrau" Adele S a n d r o ck endet die Geschichte zwar unvermutet aber lustspielhaft mit der obligaten Verlobung. Unter der Regie von Fred Sauer sieht man den bekannten Komiker Paul Henckels, der sich verblüffend vom angeborenen rheinischen Einschlag auf den berühmten hamburgischen Senatorsakzent umgestellt hat und übrigens mit diskretem Humor spielt, in der Titelroller neben ihm in erster Linie gestreift. Was braucht man sich noch zu waschen, wo man sich abends vorher warm abgeschrubbt hat? Die Treppe heruntergestürzt, daß die Stufen krachen. Auf dem Hof schirrt der Knecht schon die Milchpferde an, und der Nicki schwingt sich auf den Bock. Die Peitsche schwippt über den Rücken der beiden Ponys, und nun geht es in sanftem Schritt den Weg zur Station durch das Dorf, in dem sich eben das erste erwachende Leben zeigt, vorbei an Feldern, Friedhof, Wäldchen, Wiesen. Auf dem Gerstenacker des Vorwerks sind sie noch dabei, die Lokomotive der Dreschmaschine zu heizen, Nicki sieht es von seinem hohen Sitz aus, und weil er hier noch warten müßte, bis alles in Gang kommt, reizt es ihn auf einmal mehr, mit zur Station zu fahren und die Milch abzuliefern. Denkt nicht, daß ein alter Knecht und ein kleiner Junge sich nicht viel zu erzählen hätten, sie reden über die Pferde, über die neuangekommenen Kälber auf dem Gute, über die Wagen, die ihnen ent- aegenkommen, die Autos, die sie überholen. Auf der Station müssen sie etwas warten, es sind einige Milchwagen vor ihnen. Don manchen wird die Hälfte der Milchkannen als sauer ausgeschrieben. Nicki sieht fast ängstlich zu, als nun ihre Kannen geprüft werden. Nur zwei werden als fauer notiert. Das ging noch gut ab! Die dickgewordene Milch wird für weniger Geld abgenommen, und der Junge weiß daß heute jede Summe zu Hause nötig ist. Aus dem Rückwege wird eingekauft. In der kleinen Stadt rollen gerade die ersten Fenstergitter vor den Kaufläden in die Höhe. Nicki fängt an zu (Düren daß er heute noch nicht gefrühstückt hat, und uckt in den Tiefen feiner Hosentaschen. Außer Bindfaden, Knöpfen, verknitterten Abziehbildern und einem mitgenommen aussehenden Taschen- tuch kommen auch zwei Groschen zum Vorschein, Taschengeld für den halben Monat, das er bis dahin sorglich aufsparte. Nun ist die große Gelegenbeit da Als der Wagen beim Kolomalwarenhand- ler hält springt Nicki auf die Straße und ersteht in weißer Einteilung zwei amerikanische Zwiebäcke, herrlich braun, mit Zuckerguß auf der flachen Seite und eine Eiswaffel, eine spitz zulaufende Tüte aus Waffelteig mit köstlichem rosa und gelbem Eis gefüllt Große Leute finden tue Waffeln zähe und das Eis zu süß. Nicki würde solche Kritik mit Entrüstung von sich weisen Er thront jetzt strahlend, sein Els leckend, neben dem Kutscher, und ferne etn- Äiae Sorge ist, daß der Genuß zu schnell zu Ende K Di- Zwieback- teilt er mit dem Alten. Arn Vorwerk steigt er aus und steht dann mit der Mutter vor dem Wunder der surrenden Dreschmaschine, sieht zu, wie das aufgesteckte Getreide von einem bewegten Brett hochgetragen wird vor Die Die Odyssee des Milliardärkindes. In einer Neuyorker Klinik hat soeben ein Baby das Licht der Welt erblickt, das dereinst den Namen John Jacob Astor IV. führen und die Dynastie der Dollarkönige glorreich fortsetzen soll. Wenn man aber hört, unter welchen Umständen sich die ersten Lebensjahre dieses anscheinend vom Glücke so begünstigten Kindes vollziehen werden, so wird man eher ein tiefes Mitleid mit ihm haben müssen. Schon bei seiner Geburt wurde offensichtlich, von welchen Gefahren man es bedroht glaubt; denn auf die Nachricht von dem glücklichen Ereignis^ eilte der Vater nicht, Mutter und Sohn zu begrüßen, sondern stürzte an den Fernsprecher, um den ganzen Sicherheitsdienst aufzubieten, der sorgfältig vorbereitet war. Die ganze Familie Astor lebt unter der Angst, daß ihrem Kinde dasselbe Schicksal widerfahren könnte, das dem Baby Lindbergh ein so frühes Ende bereitete; denn wenn auch der Mann, der den Tod dieses Kindes verschuldet haben soll, jetzt zum Tode verurteilt ist, so scheinen die „Kidnappers" im ganzen Lande keineswegs entmutigt und sich immer wieder zu neuen Untaten zu rüsten. Gegen diese drohende Gefahr hat die Familie Astor sich zu sehr weitgreifenden Schutz- maßnahmen entschlossen. Sobald das Kind acht Tage alt sein wird, soll es, natürlich unter Be- wachung durch eine große Schar von Detektiven, aus der Klinik weggebracht und sofort auf der Nacht eingeschifft werden, die sein Vater bereits für eine lange Kreuzfahrt ausgerüstet hat. Auch auf dem Schiff wird eine starke Schutzwache untergebracht fein, und sobald das Kind an Bord ist, wird es in See stechen. Um jede mögliche Gefahr zu vermeiden, soll es möglichst wenig Häfen berühren, nur so weit es nötig ist, um neue Lebensmittel und Kohlen für die Maschinen einzunehmen. Es wird behauptet, daß der junge John Jacob Astor bis zu seinem zwölften Lebensjahr feine Tage auf hoher See zubringen soll, und während andere Kinder fröhlich mit ihresgleichen spielen, wird dieses Milliardärskind bei feiner langen Odyssee auf dem weiten Meere nur die Matrosen und feine Wächter um sich haben und so vieles, was sonst das Kinderherz erfreut, entbehren müssen. Kronstadt ereignete sich ein schweres Unglück. Ein neu errichteter Flugzeuaschuppen stürzte ein und begrub 40 Arbeiter. Bisher konnten 16 Schwerverletzte und sechs Tote geborgen werden. Ueber das Schicksal der weiteren Opfer herrscht noch keine Klarheit. Mit den Aufräumungsarbeiten ist unverzüglich begonnen worden. Der Architekt, der den Schuppen errichtet hatte, wurde verhaftet. 85 Opfer der Schlafkrankheit in Westjapan. In Westjapan und in der weiteren Umgebung der Stadt Kobe erkrankten etwa 200 Personen an der Schlafkrankheit, die plötzlich ausbrach und sich sehr schnell ausbreitete. Bisher hat die Epidemie bereits 85 Todesopfer gefordert. Ein Liszeitwildgehege im Heanbertal. Im Neandertal, dem Fundort des weltbekannten Neanbertalmenschen, das schon seit 15 Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist, wurde in stiller Arbeit ein eiszeitliches Wildgehege errichtet. Das Gelände ist 100 Morgen groß und setzt sich aus Wiesen und Waldbestand verschiedenster Holzarten zusammen. Das Wildgehege wurde seiner Bestimmung übergeben, indem die ersten Tiere, ein kapitaler 28 Zentner schwerer Wisent- stier, eine Bisonkuh, ein Wisentbisonkalb und ein Elch von der Ausstellung „Mensch und Tier" in Essen in das Gehege eingelassen wurden. Im Spätherbst kommen dann einige Stücke Rot- und Damwild und im Frühjahr nächsten Jahres einige Wildpferde hinzu. Dann werden über die „Tundra" des Neandertals die Wildarten ziehen, die die Erinnerung an Die Jagden Der Eiszeitmenschen wieder wach werden lassen. Alles, was nicht lebend herbeigeschafft oder im eiszeitlichen WiLgehege nicht gehalten werden kann, wird den Zuschauern als Skelett in einem Heimatmuseum gezeigt werden, Kleine politische Nachrichten. Die Danzig-polnischen Verhandlun- g en haben eine Präzisierung und Klärung einiger Fragen erbracht Die Danziger Abordnung hat Warschau verlassen, um ihrer Regierung Bericht zu erstatten. Die weiteren Besprechungen werden in Kürze in Danzig fortgeführt. Drei Todesopfer des Brandes in der Hundfunk-Ausstellung. Am Morgen nach dem Brand auf dem Funkausstellungsgelände am Kaiserdamm ist unter den Trümmern eine Leiche gefunden worden, von der jetzt erst festaestellt werden konnte, daß es sich wahrscheinlich um Den Ingenieur Georg Schmidt von der AEG. handelt. Da ein Toter bereits am Tage nach dem Brand als der Ingenieur Keßler von Telefunken festgestellt werden konnte und ein Verletzter im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen ist, sind somit insgesamt drei Todesopfer zu beklagen. Kommunisten in Kalifornien geleert und gefedert In Santa Rosa (Kalifornien) führte ein( etwa 300köpfige maskierte Volksmenge in der Nacht zum Donnerstag ein großes Kesseltreiben gegen kommunistische Hetzer durch, die versucht hatten, unter den Hopfenpflückern Unruhe zu stiften. Im Verlaufe dieser Aktion, die mit Kraftwagen durchgesührt wurde, wurden zwei Kommunisten geteert und gefedert und drei weitere gründlich verprügelt. Einer der später geteerten Kommunisten wurde " durch Tränengas aus einem Farmhaus herausgetrieben, nachdem er der Volksmenge eine zeitlang durch Schüsse aus einer Schrotflinte Widerstand geleistet hatte. Die geteerten Kommunisten mußten an der Spitze eines Zuges von etwa 50 Kraftwagen unter dem Hobn- gelachter der Bevölkerung durch die Straßen ziehen und wurden gezwungen, die amerikanische Flagge zu küssen. Wie die Adjutantur des Stabschefs mitteilt, hat der Reichsluftfahrtminister General der Flieger und SA.-Obergruppenführer Hermann Göring der SA. zur Durchführung des Reichswettkampfes den Betrag von 1 0 0 0 0 M a r k zur Verfügung gestellt. Die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen der jungen Luftwaffe und der SA., die durch das Geburtstagsgeschenk der SA. an den Führer schon einmal so treffend zum Ausdruck gebracht wurde, ist mit dieser Stiftung des Reichsluftfahrtministers neut bewiesen worden. das Dort unter Mitwirkung namhafter deutscher Fachgelehrten im nächsten Jahre erstehen wird. Das Gehege Neandertal ist das erste Wisentgehege in Westdeutschland und das vierte deutsche Wijent- gehege neben dem in Springe, in der Schorfheide und in Boitzenbura. Im Neandertal soll, wie ut der Schorfheide, Kreuzungszucht oder Verdran- aungszucht „Wisent und Bison" betrieben werden. Im Gehege Springe bei Hannover werben rem* blütige Wisente gezüchtet. Laval führte seine Tochter zur Trauung. Der ungarische Reichsverweser von Horthy übermittelte dem Führer und Reichskanz- I e r feinen wärmsten Dank für das ihm zum ungarischen Nationalfeiertag übersandte herzliche Begrüßungstelegramm. Der ftühere griechische Staatspräsident Admiral Paul Konduriotis ist verstorben. Konduriotis hat in der Geschichte Griechenlands eine bedeutende Rolle gespielt. In den Jahren 1912 und 1913 besiegte er zweimal die türkische Flotte vor den Dardanellen. Später war er Mitglied der Regierung Veniselos in Saloniki und trat für den Eintritt Griechenlands auf Der Seite Der Entente in Den Krieg ein. Admiral Konduriotis war mehrmals Staatspräsident. Auf Grund Der Derorbnung Des Reichspräsiben- ten zum Schutze von Volk und Staat ist in Nieder- un D Oberlahn st eindie katholische Sturmschaar aufgelöst worben. Ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Kunst und Wissenschaft. Ehrungen zum 75. Geburtslage Des Fernfeherfinders Paul Nipkow. Aus Anlaß Des 75. Geburtstages Des greifen FernseherfinDers Paul N i p k o w fanD Donnerstagabend in der Rundfunkausstellung eine Feier statt. Reichssendeleiter Hadamovsky begrüßte den Erfinder mit herzlichen Worten. Dann betrat Professor Dr. M. Seddig von der Universität Frankfurt das Podium, um Paul Nipkow im Auftrage der Hochschule und ihres Rektors Prof. Dr. Platz ho ff Glückwünsche zu überbringen und gleichzeitig bekanntzugeben, daß die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt Paul Nipkow zum Ehrendoktor ernannt habe. Nach kurzen Dankesworten des Gefeierten nahm Reichs- fenbeleiter Hadamovsky das Wort. Er wies Darauf hin, daß es der genialen Erfindung Paul Nipkows zu verdanken sei, daß Deutschland mit einem vollendeten Fernsehen heute vor allen Völkern stehe. Mit Stolz vlicke die Jugend des Dritten Reiches auf Den Mann, der zäh seine Pflicht getan habe. Das neue Deutschland werde alles tun, damit eine spätere Generation nicht einmal sagen könne, einer der Großen des Reiches habe nicht den ihm gebührenden Dank gefunden. Vor ihm, als einem Manne ganz großen Formats verneige sich das deutsche Volk. In sichtbarer Rührung nahm Paul Nipkow Die zahlreichen Ehrungen entgegen. 3n den Huhesland verfehl. Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Dr. Georg R e i s m ü l l e r, ist durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 23. Juli 1935 mit Wirkung vom 1. Juli 1935 in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Aeberraschend günstige Bilanz Der Heidelberger Festspiele. Dieser Tage schlossen die R e i ch s f e st s p i e l e in Heidelberg mit einer Aufführung des „Götz von Berlichingem ab. Sie können in diesem Jahre unter Der Leitung von Intendant Kurt Erlich einen überraschenden Erfolg für sich buchen. Die künstlerische Leitung hat im Inland wie im Ausland höchstes Lob und begeisterte Zustimmuna gesunden. Heidelberg h«t sich als das Bayreuth des Schauspiels durchgesetzt. Das ausgezeichnete Wetter kam einem äußerst starken Besuch zugute. So schlossen die Reichsfestspiele Heidelberg mit Einnahmen ab, die die Erwartungen bei weitem übertrafen. 6. SfuDknfonferenj Der Heichsbahn in Hamburg. Im Hamburger Rathaus trat die 6. Stu di e n - konferenz der Reichsbahn zu einer Tagung zusammen, um Fragen des Außenhandels im Seeverkehr in Verbindung mit Der Reichsbahn zu über „Naturgeographische Bindungen des Verkehrs Als letzter Redner sprach Dr.-Jna. e. h. Arnhold über „Grundlagen der Arbeitsführung und Berufserziehung". Der Heichsinnenminisler beglückwünschl den Hassenhygieniker Dr. Plöh. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat dem Altmeister der Rassenhygiene Dr. Alfred Plötz in Herrsching am Ammersee, der am 22. August seinen 7 5. Geburtstag feierte, tele- graphisch feine herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Asuncion, 23.2Iug. (DNB. Funkspruch). Hauptstadt Paraguays steht im Zeichen Feier des Sieges über Bolivien. Mit dem triumphalen Einzug des oberstkommandierenden Generals E st i g a r r i b i a an der Spitze der aus dem Chaco-Kriea heimkehrenden Fronttruppen erlebte die Landeshauptstadt trotz regnerischen Wetters ein nie gesehenes militärisches Schauspiel. Der Vorbeimarsch der Truppen vor der Tribüne Des Präsidenten Ayala und der Regierung dauerte mehrere Stunden. Riesige Menschenmassen, darunter tausende mit Dampfern und Extrazügen gekommene Argentinier und Brasilianer, umsäumten die Straßen. Die begeisterte Menge überschüttete die Truppen mit Blumen. Die Stadt prangt in Die Tochter Des französischen Ministerpräsidenten, Fräulein Jos6 Laval, heiratete Den Grafen De Chnrnb run, einen Sohn Des bekannten General» gleichen Namens. An Der Trauung nahm die gesamte Regierung und das Diplomatische Korps unter Führung des päpstlichen Nunttus teil. — Man sieht auf unserem Bilde Ministerpräsident Laval, Der feine Tochter selbst zur Trauung führte. — (Weltbild-M.) Schweres Vauunglück in Spanien. In Der Ortschaft Villafranca Del Cid mürbe eine Gruppe von Bauarbeitern von einer einstürzenDen HäuferwanD begraben. Zwei Arbeiter würben getötet. Außerdem würben Drei Arbeiter schwer unb mehrere leicht verletzt. Sechs Schwerverlehle bei einem Grubenunglück in Oberfchlefien. Auf ber Steinkohlengrube „Breßsze" bei Biala (OS.) ereignete sich ein schweres Unglück. In ben Mittagsstunben fuhr ein Ausschuß ber Gruben- Verwaltung I ein, um bie Strecke zu befahren. Als ber Forberkorb, ber mit bem fünfköpfigen Ausschuß unb einem Maschinisten besetzt war, noch etwa 50 Meter von ber 400-Meter-Sohle entfernt war, riß plötzlich bas Förberseil unb ber Korb stürzte in bie Tiefe. Da auch bie Sicherheitsvorrichtungen versagten, schlug ber Förberkorb im Schachtsumpf auf. Die sechs Insassen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Sie konnten erst nach etwa einer Stunbe geborgen werben. Siegesfeier in Asuncion. Mit bem Steg fielen fünf Fahrgäste, Die gerabe an BarD gehen wollten, in Die Weser. Obgleich Die Besatzung Den Abgestürzten sofort Rettungsgürte! zuwarf unD sich auch VorübergehenDe an Der Rettungsaktion beteiligten, gelang es nur, vier Personen zu retten. Der 61jährige Lehrer Mertens, Der in Blumenthal bei Verwandten zu Besuch weilte, wirb noch vermißt. Es ist anzunehmen, Daß er ben Tob burch Ertrinken gefunben hat. Die Polizei hat sofort mit einem Motorboot Bergungs- versuche eingeleitet konnte jeboch bie Leiche Des Verunglückten noch nicht finDen. Der Führer begnadigt. Der Führer unD Reichskanzler hat Den wegen MorDes an Der unverehelichten Frieda Schilling vom Schwurgericht in Ellwangen zum Tob« verurteilten Wilhelm Keim aus Herrentierbach (Kreis Gerabronn) zu lebenslänglichem Zuchthaus begnabigt. Der GnaDenerweis ist ergangen, weil ber Verurteilte ben Entschluß zur Tat in verzweifelter Stimmuna faßte, zur Zeit ber Tat auch erst 20 Jahre alt uno bisher unbestraft war. Zwei Haupttreffer in Der Staatslotterie. In ber Staatslotterie wurde ber 100 000- Mark-Gewinn auf bas Los Nr. 333 173 Sezogen. Das Los wirb in ber ersten Aoteilung in Mellosen in Mecklenburg unb in ber zweites Abteilung in Achtellosen in Bayern gespielt. Ein Gewinn von 3 0 0 000 Mark fiel auf bie Nummer Noch immer keine Spur von -en verschütteten Arbeitern in Berlin. Oie Aussagen -er Verletzten.-Drei Schachte werden vorgetrieben. Die Lage an der Llnglüüsstelle. Berlin, 22. Aug. (DNB.) lieber die Lage im Augenblick des E i n st u r z u n g l ü ck s in der Hermann-Göring-Straße wird nach den eindeutigen Aussag en von Verletzten, soweit ihnen der Vorgang in der Erinnerung haften geblieben ist, folgendes bekannt: An der Nordecke der Einbruchsstelle arbeiteten Zimmermanntrupps. In der Mitte standen zwei Loren mit Bedienungsmannschaften. Am anderen Ende weilte der Schachtmeister. Nach diesen Angaben ist das Vorgehen der Bergleute bei ihrer Rettungsarbeit eingerichtet worden. Mit bewunderungswertem Schneid sind sie an den bezeichneten Stellen in den Schacht hinab- aegangen und haben dort fast die gesamte Sohlenlange, soweit sie hohl lag, durchsuchen können. Ihre Nachforschungen sind allerdings, wie bekannt, e r ° g e b n i s l o s geblieben. Die Rammarbeiten an der zur Sicherung gegen nach stürzende Erdmassen bestimmten Spundwand mußten am Mittwoch vorübergehend eingestellt werden, um Erschütterungen zu vermeiden und so zu verhindern, daß weitere Sandmassen nachstürzten. An beiden Enden der Einbruchsstellen sind die einzelnen Bauteile so zusammengekettet, daß sie erst gesichert werden mußten, um, wie z. B. bei der Hebung des Krans, weitere Nachstürze des Erdreiches zu verhindern. Die Sicherungen sind inzwischen durchgeführt worden, so daß mit dem planmäßigen Ausschachten begonnen werden konnte, das offenbar das einzige Mittel ist, um an die Verunglückten heranzukommen. Es werden drei Schächte in die Tiefe getrieben. Vom nördlichen Schacht aus will man dann einen Querschacht gleichlaufend zur Bahnstrecke anlegen, da man annimmt, daß auch hier einige Arbeiter auf bei Flucht vor den her - ein stürzenden Sandmassen begraben wurden. Von dem etwa 10 Meter südlich gelegenen senkrechten Schacht wird man, wenn der Kran ab= ywntiert ist, eine zweite Strecke nach Süden vortreiben, da die Aussagen der in der Charite liegenden Verletzten die Ansicht bestärken, daß sich auch in diesem Teil in der Nähe des eingestürzten Krans fünf Arbeiter aufhielten. Im Laufe des Vormittags find zwei Loren herausgezogen worden. Die Annahme, daß sich in ihrer Nähe ein Teil der Verschütteten aufgehalten habe und nun dort zu finden sei, hat sich jedoch nicht bestätigt. Man stellte aber an der Fundstelle der Loren fest, daß sich hier verschiedene Hohlräume in dem Gewirr der eingebrochenen Träger und Balken befinden. Man hat deshalb sofort einen dritten Schacht in Angriff genommen. Zur Zeit sind dauernd je eine Kompanie der Küstriner Pioniere und des Wachregiments Berlin an der Unglücksstelle tätig, daneben die Spezialrettungsarbeiter, die vielen Arbeiter der Berliner Privatfirmen, sowie zahlreiche Feuerwehrmänner. Langsame Fortschritte der Bergungsarbeiten. Der dritte Abend ist über die Unglücksstätte hereingebrochen. Die eingesetzten Bergleute haben unter fortdauernden Schwierigkeiten in Zusammenarbeit mit den Pionieren ihre Schächte um 2—3 Meter vertiefen können; das seitliche Vortreiben eines Stollens war jedoch durch die mächtigeneisernen Trümmer, die in unendlich mühseliger Arbeit beseitigt werden müssen, nur in geringem Maße möglich. Es wird damit gerechnet, daß noch im Laufe der Nacht mit Hilfe eines Kranes die ungeheuer schweren Eisenteile des herabgestürzten Greifbaggers geborgen und nach der Entfernung des Greifbaggers die Hohlräume erreicht werden, die von einem Sachverständigen der Technischen Hochschule hier vermutet werden. Die Stiftung „Opfer der Arbeit" spendet 30000 NM. Die Stiftung „Opfer der Arbeit" hat einen B e - trag oon 30 000 Mark für die Angehörigen der Vermißten beim Bauunglück in der fiermamv Goring-Straße zur Verfügung gestellt. Die Stiftung < k I - im Ö HW «... ' 1" UM Auf Veranlassung des Reichsministers Dr. Goebbels waren aus dem Ruhrgebiet Spezialbergleute zu den Rettungsarbeiten nach Berlin berufen worden. Jetzt arbeiten die Ruhrkumpels Hand in Hand mit Pionieren und Rettungsmannschaften an der Bergung der Opfer in der Hermann-Göring-Straße. Man sieht sie hier beim Bau eines Stollens, der bergmännisch angelegt wird.— (Scherl-Bilderdienst-M.) „Opfer der Arbeit" wird außerdem in dem Ausschuß vertreten sein, der die Betreuung der Angehörigen der Opfer dieses Unglücks übernommen hat. ♦ Am Donnerstagmorgen erhielt Reichsminister Dr. Goebbels folgendes Telegramm: „KdF.-Urlauber Gau Pfalz-Saar und Badeoerwaltung des Ostseebades Heiligenhafen übersenden Ihnen 200 Mark für die Hinterbliebenen der verunglückten Berliner Arbeitskameraden beim Bau der Nord-Süd-Bahn. Heil Hitler! „KdF.-Urlauber im Ostseebad Heiligenhafen." Dr. Goebbels übermittelte den Angehörigen der Arbeitsfront telegraphisch seinen Dank für ihre Opferbereitschaft, die ein beredtes Zeugnis für den nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist des deutschen Arbeitertums ablegt. OeneralleutnantOaluege mit derOber- leitung an der ttngiücksstelle betraut. Am späten Abend des Donnerstags suchte Reichsminister Dr. Goebbels nochmals die Unglücksstelle auf und ließ sich über den Stand der Arbeiten eingehend berichten, ebenso der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant D a l u e g e, sowie der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft Dr. Dorpmüller. Der Reichsmini- fter des Innern Dr. Frick hat den Generalleutnant D a l u e g e mit der Oberleitung und der Aufrechterhaltung der Ordnung an der Unglücksstelle der Nord-Süd-Bahn in der Hermann-Göring- Straße beauftragt. Um den Fortschritt der Bergungsarbeiten mit allen technischen Mitteln unter vollster Wahrung der Sicherheit der an die Unglücksstelle anschließenden Bauabschnitte sicherzustellen, hat der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr.-Jng. Dorpmüller, im Einvernehmen mit Generalleutnant Daluege zu seinem Sonderbeauftragten für die technische Leitung der Bergungsarbeiten und für die Sicherung der anschließenden Bauabschnitte den Reichsbahndirektor Geheimen Baurat Dr.-Jng. h. c. Dr. techn. h. c. Schaper bestellt. Solange die Verschütteten nicht geborgen sind, werden nach wie vor alle anderen Arbeiten zurückgestellt. Büchertisch. 80 Jahre Westermanns Monatshefte! Als der Braunschweiger Verlagsbuchhändler George Westermann 1856 „Westermanns Illustrierte Deutsche Monatshefte" ins Leben rief, stellte er sich und der Zeitschrift die Ausgabe, „Öen Mangel eines größeren Zentralorgans für die nach Volkstümlichkeit ringende Bildung" zu beseitigen, „die Wissenschaft lebendig zu machen und sie ins Leben zu tragen" und „den Gegensatz zwischen künstlicher und volkstümlicher Bildung auszugleichen". Diese Idee, die George Westermann unter der Parole „mit meiner Zeit, aber zugleich über meine Zeit hinaus und empor" zu verwirklichen begann, gab den „Monatsheften" einen starken Auftrieb. Die Zeitschrift, die George Westermann nach dem Vorbilde der amerikanischen Monatsschrift „Harpers Monthly" gegründet hatte, verband sich mit den wertvollsten Geistern ihrer Zeit. Friedrich Hebbel lieferte ihr zwei Reihen oon Epigrammen und das Fragment „Die Werbung" aus seinen „Nibelungen". Von Wilhelm Raabe, der zeit seines Lebens einer der eifrigsten Mitarbeiter von Westermanns Monatsheften war, erschienen insgesamt 31 Werke. Im Oktoberheft 1857 ist bereits Joseph Victor Scheffel mit seiner Novelle „Hugideo^ vertreten. Theodor Storm verdankten die Monatshefte 15 Novellen, darunter „Von jenseits des Meeres" und „Zur Chronik von Grieshuus". Paul Heyse, dessen Mitarbeit 1861 begann, steuerte 21 Romane und Novellen bei. Mit und nach ihnen erscheinen Raabes Freund Wilhelm Jensen, der Märchendichter H. C. Andersen, Hoffmann oon Fallersleben, Theodor Fontane, Emmanuel Geibel, Peter Rosegger, Richard Voß, Ernst oon Wildenbruch, Klaus Groth und viele andere. Von den Männern der Wissenschaft glänzen vor allem die Gelehrten, die König Maximilian oon Bayern in München versammelt hatte. Neben der Belletristik, der Naturwissenschaft, der Kunst und Literatur werden sogenannte „Korre- spondenzen" gepflegt, die nicht nur aus deutschen Städten, sondern auch aus Wien, Bozen, Pest, Bern, Paris, Neuyork, ja sogar aus Hongkong Wissenswertes und „Bildendes" berichten. Ständig haben die Monatshefte sich verjüngt aus der Zeit, deren Ausdruck und zugleich Zukunftswille sie oaren. Das Bekenntnis zum Deutschtum als Idee und Verpflichtung war ihnen immer ein neues Gebot, die Kräfte der Gegenwart in sich zu sammeln, zu gestalten und der Zukunft entgegenzuführen. — Richard Benz: Bachs Passion, die nordische Tragödie. Reclams Universal- Bibliothek Nr. 7310. Geheftet 35 Pf., geb. 75 Pf., Ganzleinen 1 Mark. — (168) — Richard Benz unternimmt in diesem Buch eine Deutung der Bach- schen Passionen, die zu den Wesensgründen der germanischen Seele führt. Er erkennt in ihnen die nordische Tragödie verwirklicht als das einzig vollkommene Gegenstück zu der großen griechischen Tragödie, wie sie Nietzsche in seinem genialen Erstlingswerk gedeutet, er schöpft ihren unendlichen Ge- halt als religiöses Mysterium aus und stellt sie als Mittel- und Höhepunkt in den gewaltigen geistigen Raum zwischen deutscher Gotik und einer neuen Göttlichkeit. Heber eine bloße „Erläuterung" hinaus wächst damit das Werk zu einer tiefdringenden Schau über die höchsten Kräfte der deutschen Seele, die in Bachs Passionen ihren Gipfelpunkt erreicht haben. — Io van Ammers-Küller. Maske« r a d e. Roman. Buchausstattung Hans Meid, Berlin. 312 Seiten. Wohlfeile Ausgabe. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (146) — In der Vaterstadt der Dichterin, im alten bezaubernden Delft, spielt dieser Roman. Jo van Ammers-Küller wird viele eigene Erlebnisse in ihm ausgedrückt haben. Denn das intelligente kleine Mädchen, das mit allen Sehnsüchten dem Leben entgegenreift und doch zwischen sich und dem Leben soviel Schranken der Konvention aufgerichtet sieht, muß sich auf vielen Wegen und Irrwegen zur inneren Freiheit durchkämpfen. Man spürt den Herzschlag der Dichterin in den Liebeserlebnissen, jener ersten, rein geistigen Begegnung, mit dem reiferen Mann, in’ der sinnendurchglühten Beziehung mit dem ewigen Studenten und der gedämpften, von leiser Resignation überschatteten Ehe. Aber auch die Umwelt, die holländische Kleinstadt, das Leben der Studenten mit Mummenschanz und Festen ist erlebt. Wetterbericht des Reichsweiterdienskes. Ansgabeort Frankfurt Von Westen her haben Tiefdruckstörungen ihren Einfluß von Südengland vorgetrieben und in diesen Gebieten nach der starken Erwärmung der letzten Tage allgemein, und zwar vielfach gewittrige Re- gentätigfeit ausgelöst. In Deutschland ist zur Zeit die noch trockene Festlandluft bestimmend. Die Tiefdruckstörungen werden sich voraussichtlich langsam von Frankreich her weiter ost- und nordostwärts entwickeln und auch bei uns Einfluß gewinnen. Aussichten für Samstag: Aufkommende stärkere Bewölkung mit Neigung zu gewittrigen Niederschlägen, warm und schwül. Aussichten für Sonntag: Vielfach bewölkt und bei westlichen Winden leichte Abkühlung, Neigung zu einzelnen Schauern. Hauptschristleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R Lange. K-G, sämtlich in Gießen Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr. Einzelverkausspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Ps mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1 Juni 1935 gültig. sn* * I P^Ei’ne Leistung- « Q ft i 1 Hervortagd. Qualdat^^ I || Malzkaffee.....„abNL— 1 H Vollreis....... „<,er\: I i Bsomme.’>°nbonsToesehm. ©roß-&lu£ta£ tn am 24. und 25. August 1®35 Flugplatz rechts der Straße nach dem Winterstein. Samstag, den 24. August, von 15 bis 17 Uhr: Personen-Rundfluge mit der Ju 52. 478?D S.°nnn ta g. den 25. August l 4 e Fnr: Modell- und Ballon wettfliegen ab 15 Uhr: Segelflüge / Segelkunstflüge / Motorflüge 1? 1 Motorkunstflüge / Fallschirm-Absprung Heißluitballonaufstieg. Eintrittspreise: Sitzplatz RM. 1.— Stehplatz 25 Pf., Kinder 10 Pf Auf der v. Tschammer- u. Osten-Kampfbahn, 13.30 Uhr- Fußball wettspiel 1. F.S.05 Mainz geg. Sportverein 06 Bad-Nauheim" In allen Haus- haltsarb eiten erfahrenes Mädchen für Alleinhaus nabe Gießen gesucht. Schriftliche Angebote m.An- sprüch., Referenz, u. Lichtbild unt. 03535 a.d.G.A. 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Die Fülle ber geistigen der wissenschaftlichen Arbeit, bie gerabe an biefen Stanben I Geist bes beutschen Menschen vor Augen, wie auch nicht minber das sorgfältige Wirken bes Hanb- arbeiters, ber roeitgreifenben Plänen und Gedanken zur Wirklichkeit verhilft. Aus allen Teilen der Ausstellung leuchtet uns das Ethos unserer Zeit —* erfüllte Pflicht für bie Gesamtheit unb erfüllte Forberung ber höchsten Leistung — entgegen. Sich in bas Geschaffene zu vertiefen, forbert bie Ausstellung gebieterisch von jebem einzelnen Besucher. Wer es tut, erlebt nicht nur bas rhein- mainische Wirtschaftsgebiet in seiner granbiofen Leistungsfähigkeit, fonbern er verläßt bie Ausstellung auch bereichert, angeregt unb erhoben. Die Schau in ihrer Gesamtheit beweist, nicht nur uns selbst, fonbern auch bem Auslanb, bas hören unb sehen will, baß bas Dritte Reich im Zeichen bes Aufbaues steht. Sie zeigt aber außerbem, baß das beutsche Volk wie kein anberes Volk ber Erbe, ganz auf seine eigene Kraft unb auf seine Fähigkeit vertrauen barf. So gesehen ist bie Ausstellung „Die Rhein-Mainische Wirtschaft" eine Offenbarung ber im großen roirfenben Kraft unseres lebenstüchtigen "jungen Volkes. Die Ausstellung, bie kurz vor ihrer Vollendung steht, wurde am gestrigen Donnerstag in einer Vorbesichtigung ber Presse gezeigt. In ben Hallen herrschte ein intensives Leben UeberaU würbe letzte Hanb angelegt. Ein Rundung. vereinigt ist, läßt sich kaum auch nur annähernb ermessen. Die gezeigten Wunber ber Präzisionstechnik fordern alle Aufmerksamkeit. Die großen Verlagsbruckereien unb ara- phischen Äun ft an ft alten zeigen eine Fülle technisch unb künstlerisch hochwertiger Erzeugnisse. In Verbinbung bamit interessieren auch bie Druckmaschinen, bie zum Teil in Betrieb gezeigt werben. Auch einige historische Schnellpressen finb aufgestellt. Die 2000 Bankbetriebe bes Wirtschaftsgebietes Rhein-Main zeigen ihr Wirken in einer symbolischen, graphisch bargestellten Schau: hierbei besonders ihre Bedeutung für die Wirtschaft durch ihre Mitwirkung bei ben Finanzierungen von Ar- beitsbeschasjungsmaßnahmen Die Be r siche- rungsgeseUschnften treten ihrerseits auch in zweckmäßiger Weise hervor. Eine sehr aufschlußreiche Ueberschau gibt bie Organisation bes Groß-Ei n- und Ausfuhrhandels, die die produktive Bedeutung ihrss Willens sinnfällig herausstellt. Eine Bereicherung der Ausstellung bedeutet auch bie Versinnbildlichung des großen Aufgabenkreises und des Wollens der Deutschen Arbeitsfront durch sieben große Bilder Fah - (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Die große Wirtschaftsausstellung in Frankfurt am Main, bie nach monatelanger sorgfältiger Vorbereitung am morgigen Samstaa eröffnet wirb, lenkt bie Aufmerksamkeit vieler Volksgenossen auf die ungeheure Intensität unb Vielseitigkeit industriellen unb hanbwerklichen Schaffens in ber Landschaft Rhein-Main. Die Ausstellung ist ein getreues Spiegelbild des wirtschaftlichen Lebens des Gebietes. Gleichzeitig zeigt sie die vielen Verzweigungen und Querverbindungen auf, die gerade das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet als ein zusammengehöriges großes Ganzes erkennen lassen. Die Schau läßt erkennen, wie stündlich, täglich, monate- und jahrelang immer wieder Hunderttausende schaffender Menschen in zielsicherer und verantwortungsbewußt geleiteter Arbeit Werte schaffen, die nicht nur uns selbst dienen, sondern der ganzen Welt. Die Arbeit jener Hunderttausende wurde in dieser Ausstellung in unübertrefflicher Klarheit und in aufschlußreicher Herausstellung der wichtigsten Entwicklungsgänge zu einem Mosaik gefügt, in bem ber beutsche Mensch sein eigenes Antlitz in seinem reinsten unb charakteristischsten Ausdruck erkennen kann. Die Schau führt gleichermaßen den schöpferischen, stets schürfenden aufbauenden Sin Besuch im Döberiher Iliegerlager Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Frankfurt a. M. Berlin Schluß«. Datum 0 96,25 115,5 Banknoten. 134 0 1,5 11,7 .. 01 35,75 I .. 4 102,75 befchlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Die hinter den Papieren ai die Höhe der 3,00 Reichsmark, 2,20 Reichsmark, 2,60 Reichsmark. 108,13 113,25 116,5 126,5 115,5 o 10 0 6 6 41,5 143,25 117,75 137,65 110,5 129,75 148,25 134,5 130 183 108,5 113,75 115,75 100,25 132,5 99,5 92,75 13,5 16 86,75 119 94,5 95 95 188 107 112,75 115,5 99,25 130 95,75 91 41,4 143,5 117,25 137,5 110 129,75 148,5 13,9 28,5 16 86,65 119,5 95 95 95 187,5 41.25 143,25 116 136,5 108,4 129,5 147,75 99,25 130,5 96,13 91,13 63,13 118,5 119 89 103,5 163,5 30,25 286 190 160 220 116,5 86,25 19,9 138 134 198 62,65 117 117,5 87,9 102,5 162 30 284 159 116 120 223,25 117,75 87,25 19,5 138,75 134,5 198,13 158,9 112 121,5 115,25 63,41 80,77 33,66 13,5 16 86,5 118,5 93,9 94 94 186,5 156,75 239 110,5 119,9 113,25 101,25 97,75 103,25 111,75 100,5 97,75 96,75 100,75 93 101,75 97 97 107,4 41 142,9 116,25 136 108 129 148 133,5 129 179,5 134 14 28,5 16 86,75 119 93,75 94 94 186,25 111 63,4 118,5 118,25 89 137,75 103,5 163,75 89,75 30 286,75 189,25 160 101,75 97 97 107,4 vuderu» Deutsche Srdül Geilenkirchener A.E.«. Betula 8 bis 13 lebhaftem Gritzner................... Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ....... 63,67 81,09 33,80 a) für gelbe Sorten mindestens jedoch nicht mehr als b) für blaue, rote und weihe Sorten mindestens * Butzbach, 22. Aug. Bei dem gestrigen Schweinemarkt waren 413 Ferkel aufgetrieben. Für Ferkel bis zu 6 Wochen wurden bis 22 Mark gezahlt, 6 bis 8 Wochen alte Tiere kosteten 22 bis 28 Mark, für ältere Tiere wurden bis zu 33 Mark bezahlt. Der Handel war sehr gut, es verblieb nur geringer Ueberstand. 29,5 1,55 9,8 9,5 9,75 11,9 . 6 .. 0 12 81/, 0 . 0 . 5 5 IV» 115,5 96,75 101,15 101,65 97 97 107,4 29 1,55 9,7 9,5 9,65 11,75 110,9 62,9 117,5 116,75 87,75 137 102,65 162,5 89 29,65 284 185,25 159 35 204 4% Oesterretchhche Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Golorente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *¥»% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagvadbahn-Anlethc Serie i..................... 9,8 9,8 12 12 erzielt: bis 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 27 Mark, Wochen alte 27 bis 35 Mark. Bei sehr Marktverlauf wurde ausverkauft. Schwelnemarkl in Vuhbach. Schwarzes Kreuz auf weißem Grund!" Mansfelder Bergbau .. Kokswerke ........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 9- ®- Farben.Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt RütgerSmerke Metallgesellschaft jedoch nicht mehr als Für die Sorten „Königsberger Blanke" und „Eifeler Platte" find keine Erzeugerhöchstpreise festgesetzt. Die Preise verstehen sich je Zentner waggon- srei Verladestation oder frei Uebergabestelle am Erzeugungsort. Diese Anordnung tritt mit dem 22. August 1935 in Kraft. 4- Grünberg, 22. August. Der heute stattgefundene Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 379 Ferkeln. Folgende Preise wurden ------- '• ------ 23 Mark, 100,75 , 1 170,5 132,25 | 99 92,75 ; Fwd. Durch Anordnung Nr. 24 der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft betragen die Erzeugerpreise für Speisckartoffeln je Zentner ab 22. August 1935 bis auf weiteres: ~ 2,70 Reichsmark, 96,25 I 97,65 I 123 I - 132,5 | - I deutsche Kaufhof. Niedriger lagen noch, «schaffen, buraer Zellstoff (— 0,65 v. Hö. Metallgesellfchast (-8^0 v Goldschmidt und Rütgerswreke mit ^EReVt^n markt lag bei zumeist behaup- teten Kursen sehr ruhig. Etwas fester lagen Alt- besitzanleihe und Reichsbahnoorzugsak i°n owt« 6proz. Stahloerein. Späte Schu dbuchford-rungen lagen mit 97,25, Zinsvergutungsscheine mit WO unverändert. Von fremden Werten lagen Anatolier 0,50 v. H. fester. ... . Jrn Verlaufe war die Haltung unsicher, das Ge- schäft blieb ziemlich klein. Die nach den ersten Kur- en eingetretenen leichten Erholungen flliyen ™te" der verloren, darüber hinaus ergaben sich weiter^ Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Klöckner 96 nach 97, die übrigen Montanwerte minus 0,50 bis 0,75 v. H., Buderus 107 (109,50), Rhein. Braunkohlen 220 (222,75). IG. Farben gingen auf 157 zuruck, ferner lagen Rütgerswerke weitere 1 v. H, Siemens erneut 1 v. H. und AEG. 0,75 v. H. gedruckt. Die später notierten Werte lagen durchweg nern angewandt — weiter die „Reihe rechts und Reihe links", sternförmiges Auseinandergehen und Wiedersammeln, geht die Staffel gefechtsmäßig gen Hebung über: zum Angriff auf das angenom mene Ziel auf dem Flugfeldrasenden Steil^ flug stoßen die Maschinen „im Gänsemarsch zur Erde nieder, fangen sich nur wenige zehn Meter über dem Erdboden zum Geradeausflug, um nun den Gegner oder seine Stellung mit den Maschinengewehren anzugreifen und mit Bomben zu belegen, und wieder geht es im Steilflug hochauf in die Luft. Das alles spielt sich in wenigen Minuten ab. -Di» fiuft erzittert von dem dröhnenden Rauschen der Propellet die mit vielfacher V-Zug-Geschwindig- keit die Maschinen vorwärts reißen. Und fast wie ein Spuk sind nach wenigen Augenblicken alle Ma- etwa auf Dorjahreshöhe (54 bzw. 50,7 v. H). 5n 1 der Ledererzeugung ist die Produktion seit März wieder gestiegen, gemessen an der Arbeiterstunden- : kapazität wurde im Mai bereits wieder der Pro- 1 duktionsumfang von Ende 1934 erreicht. Der ent- । sprechende Vorjahresstand wurde damit um rd. 2 v.H. überschritten. Im gewissen Umfang dürfte gegenwärtig bereits die übliche jahreszeitliche Belebung der Geschäftstätigkeit eingesetzt haben, soweit die Häuteversorgung dies gestattet. Die Häuteversorgung hat sich, soweit sie von der Einfuhr abhängig ist, im Mai und Juni wieder gebessert. Die verarbeitete Häutemenge war im ersten Halbjahr 1935 rund 3 v. H. größer als im Vorjahre. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1060: Bekanntmachung KP 12 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1061: Einzahlung von Verbindlichkeiten aus der Wareneinfuhr auf Sperrkonto. 1062: Bekanntmachung KP 13 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1063: Nachnahmeverbot für den Güter- und Expreßgutverkehr bei Sendungen aus dem Auslande. 1064: Französische Zolländerung für Pappe. ♦ * Nationaler Spartag 19 35. Der diesjährige nationale Spartag findet am 30. Oktober statt. * Von der Frankfurter Börse. Mit Ablauf des 31. August 1935 wird die Notiz für 6 v. H. Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1923, 10 bis 1000 Dollar, fällig 2. Sept. 1935; f. Z. Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1923 bis 5 Dollar, fällig 2. Sept. 1935; 6 v. H. Deutsche Reichsbahn - Schatzanweisungen, Reihe 1, fällig 1. Sept. 1935 an der Frankfurter Börse ein- gestellt. Rhein-Maimsche Börse. Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 22. Aug. An der heutigen Börse setzten sich die Abschwächungen am Aktienmarkt fort. Insbesondere am Montanmarkt lag größeres Angebot der Kundschaft vor, da die gestern bekanntgewordenen Dividendenschätzungen im Klöckner-Konzern weiterhin verstimmten, nachdem man bisher mit höheren Erwartungen gerechnet hatte. Besonders Klöckner lagen schwach mit 97 (99,50), außerdem büßten Mannesmann unter Schwankungen mit 91,75 bis 92,13 bis 92 (92,75) 1 v. H. ein, auch Stahloerein und Rheinstahl gingen bis 1 v. H. zurück. Harpener blieben mit 115,75 behauptet, Hoesch lagen mit 100 (100,25) nur noch mäßig niedriger, Otavi Minen erhöhten sich auf 19,90 (19,75). Auf den übrigen Gebieten des Aktienmarktes ergaben sich bei relativ kleinen Umsätzen Rückgänge von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Die Erörterungen um die neue Reichsanleihe traten heute etwas zurück. Lebhaftes Geschäft hatten IG. Farben mit 157,65 bis 158,13 bis 157,50 (158). Soweit gestern abend keine Notierung vorlag, waren etwas deutlichere Abschwächungen zu verzeichnen, ganz besonders am Elektromarkt. So gingen Licht und Kraft auf 136 (137,65), Elektrische Lieferungen auf 116,25 (117,75), Siemens auf 182 (185) und Thür. Lieferung aus 121 (122) zurück. Gesfürel - verloren abermals 1 v. H. auf 128,90, ferner bröckel- : ten AEG. 0,40 v. H., Betula 0,50 v. H. ab. Matt , lagen außerdem Muag mit 76,50 (77,65), Deutscher ' Eisenhandel mit 108,25 (110), Daimler mit 103,25 - (104) und Reichsbank mit 187,13 (188). Schiffahrts- ■ werte konnten sich behaupten, ebenso AG. für Der- t kehrswesen, Cement Heidelberg, AKU. und West- schinen der Staffel am Horizont in der Luft ver- schwunden... Die zweite gefechtsmäßige Hebung ist der Rückzug der Kette wie auch der größeren Formationen. Spiralenförmig schraubt sich die Formation durch die Lust zurück, gleichsam wie ein Igel dem Gegner immer einen Stachel entgegenstreckend, um eine Maschine im Schußfeld zu haben. Eine solche Gruppe von Maschinen ist praktisch unangreifbar. Hnd diese Methode wird auch bei dem direkten Angriff einer Maschine auf den Gegner angewandt, wobei die Kameraden der Formation jeweils „igel- förmig" den Angriff zu decken haben. Die Manöver erinnern wahrhaft an kunstflugmäßige Vorführungen, sie zeigen aber auch den ganzen Ernst und die Bedeutung, die der Luftwaffe in einem modernen Krieg zukommt. Aber unsere Maschinen mit dem „Schwarzen Kreuz auf weißem Grund", dem neuen Hoheitszeichen der deutschen Kampfflieger, werden auf der Hut sein! Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerrverte ....... Mannesmann-Röhre» Bestandsaufnahme für Wein. Die bereits für 1. August 1935 vorgesehene, dann aber verschobene Bestandsaufnahme der lagernden Weine findet im Gebiete der Landesbauernschaft Hessen-Nassau nunmehr zum 1. September als Stichtag statt. Die Formulare hierzu werden den Winzern und Weinhändlern rechtzeitig durch die Ortsbauernführer zugestellt. Es ist wichtig, daß diese Formulare von jedem Winzer und Weinhändler gewissenhaft ausgefüllt werden, um einen genauen Heberblick über die lagernden Weinoorräte und die Hnterbringungsmöglichkeiten der neuen Ernte zu gewinnen. Die Einzelangaben werden streng vertraulich behandelt und keinesfalls zu steuerlichen Zwecken verwendet. Steigende Ledererzeugung und -Verarbeitung. Der Geschäftsgang der Lederindustrie (Ledererzeugung und -Verarbeitung, ohne Schuhindustrie) verlief während der letzten Monate in erster Linie aus jahreszeitlichen Gründen verhältnismäßig ruhig, bis zur Jahresmitte hat die Beschäftigung nur wenig zugenommen. Im ganzen hielt sich die Kapazitätsausnutzung im Juni mit 54,2 v. H. der Arbeiterplätze bzw. 50,3 v. H. der Arbeiterstunden ät 21.8 101,25 97,75 103,4 111,65 100,5 97,65 96,65 100,75 93 128,5 115,75 96,65 101,15 101,75 97 97 107,4 bSrse 22.8 Zinszahlung im Schuldenregelungsverfahren Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft und der Reichsminister der Justiz weisen in einer gemeinschaftlichen Richtlinie für die Entschuldungsstellen und Entschuldungsämter darauf hin, daß Bauern und Landwirte, die sich im Schuldenregelungsverfahren befinden, verpflichtet sind, die währeng des Verfahrens fällig werdenden Zinsen an die Gläubiger zu entrichten. Die Entschuldungsftelle hat regelmäßig eine Anordnung zu erlassen, in der die Höhe der zu zahlenden Zinsen unter Berücksichtigung der bei Durchführung des Verfahrens zu erwartenden Kürzungen und Zinssenkungen zu bestimmen ist. Entschuldungsstelle und Entschuldungsamt haben streng darüber zu wachen, daß diese Zinsen vom Betriebsinhaber vollständig und pünktlich entrichtet werden. Kommt der Betriebsinhaber trotz vorhandener Mittel der Zinszahlungspflicht nicht nach, so ist zu prüfen, ob das Verfahren wegen Entschuldungsunwürdigkeit ausgehoben werden muß. Keinesfalls kann ein solcher Schuldner damit rechnen, daß die von ihm nicht bezahlten Zinsen nachträglich ganz oder teilweise erlassen werden. Er hat sie vielmehr nach näherer Bestimmung des Entschudungsplanes nachzuzahlen und regelmäßig vom Zeitpunkt ihrer Fälligkeit an zu verzinsen. Dieser für Betriebsinhaber und Gläubiger wichtige Erlaß (Gr. Nr. 47 vom 31. Juli 1935) ist in Heft 146 der amtlichen Mitteilungen in Entschuldungssachen veröffentlicht. Oie Erzeugerpreise für Speisekartoffeln Seid 9,429 41,72 54,90 12,305 16,375 167,34 19,46 61,82 Scblußk. Mittag- bSrse 22 8. 114,5 119,75 221 117,13 86,25 19,75 138,5 134 198,5 157,75 110,5 119,75 114 Schlugt. Abend» börse 22.8- 114,5 Schlußkurs 21.8 101,5 97 103,5 111,8 100,5 97,65 96,5 Mittag» börfe 22 8. 101,5 97,75 103,25 111.75 100,5 2,449 41,88 55,12 12,345 16,435 168,02 19,54 62,06 Döberitz-Elsgrund! Der Name hat wieder Klang und Bedeutung bekommen,' seit der alte Flugplatz aus [einem Dornröschenschlaf erweckt wurde und nun Standort und Horst der „F l i e g e r g r u p p e Döberitz im Jagdgeschwader Richthofen" ist. Es ist historischer Boden. Denn vor rund zwei Jahrzehnten erhielten auf diesem alten Militärflugplatz unsere besten Kampfflie- aer aus dem Weltkrieg, wie Jmmelmann und Boelcke und nicht zuletzt Richthofen selbst, i h re kämpf fliegerische Ausbildung. Noch stehen am Ostrand des Flugfeldes die alten roten Backsteinhäuser und Hallen aus jener Zeit. Sonst hat sich aber der Flugplatz sehr verändert, und die ehemaligen Flieger von Döberitz dürften ihren alten Horst kaum wiedererkennen. Zunächst ist das Flugfeld selbst um ein Vielfaches vergrößert. Es zieht sich südlich der Berlin-Hamburger Chaussee in mehreren Kilometer Länge hin. Die eigentlichen Anlagen des Flugplatzes, die Hallen für die Maschinen, die anlagen und Kraftwagenhallen sind von den Unter- kunftshäusern der Mannschaften durch die Chau |ee getrennt. Eine Beton-Autostraße, die m einer Unterführung unter der Chaussee hindurchgeleitet ist, verbindet das Lager mit dem Fluaplatz Vom frühen Morgen bis in die dunklen Abendstunden ; wickelt sich ein reger Verkehr ab. Eine eigene Fahrbahn war also sehr nötig. Im normalen Verlauf des täglichen Dienstes bläst der Hornist in der Frühe um 5.30 Uhr das Wecksignal. Um 6.45 Uhr beginnt der Dienst. Frühsport, Kaffeetassen und Bettenbauen find bann schon erledigt. Mit der üblichen i n f a n • teristischen Ausbildung geht es los. Denn auch die Fliegersoldaten müssen erst richtig mar- ! schieren lernen und „Griffe floppen', ehe sie an die eigentliche fliegerische Ausbildung herankommen. Militärische Zucht und Ordnung, und nicht zuletzt die Erziehung zu einer bedingungslosen Kameradschaft und Selbstaufgabe in Erfüllung des schweren und verantwortungsvollen Dien- stes sind gerade für die Fliegersoldaten unerläßliche Baraussetzung. Und schließlich gehört eine sehr eingehende und genaue Kenntnis der Maschine und aller ihrer kleinen und kleinsten Einzelteile dazu, um ein einsatzbereiter Militärflieger zu werden. Wo die Sportfliegerei aufhört und die Militär- fliegerei anfängt, da gibt es auch einen wesentlichen Trennungsstrich zwischen „sportlichen Kenntnissen und der „dienstlichen Verantwortung". Hauptsache bleibt naturgemäß die Fliegerei selbst. Aber auch hier gibt es den „Gamaschen- dienst, der dem „bodenständigen Laien" zunächst etwas unklar und vielleicht sogar überflüssig erscheint. Dieses sogenannte Form-Exerzieren mit den Maschinenin der Luft mit seinen immer wiederkehrenden Wendungen und Drehungen, mit den ewigen Loopings und Steilflügen, in-n, steten Auseinanderziehen der Kette und dem Wieoersammeln hat seine ungemein wichtige Be- beutung für die Militärfliegerei schlechthin. Die Entwicklung der Schießtechnik und der militärischen Bodenabwehr wie auch die Erfahrungen aus der letzten Zeit des Weltkrieges haben gezeigt, daß im modernen Luftkampf der Einsatz des einzeln fliegenden Kampfpiloten nicht mehr die ausschlaggebende Rolle spielen würde. Hier kommt es heute vor allem auf den Einsatz der Formation an, von der Kette bis hinaus zur Staffel und der Gruppe. Die Zeit der „Husarenritte" in der Luft ist vorbei. G e s ck l o s s e n muß die Flieger-Formation in den Kampf, und geschlossen muß sie auch aus dem Kampf zurück zu ihrem Standort. Daß es dabei auf die peinlich- exakte Ausbildung des fliegenden Personals an« kommt, um die ungeheuren Schwierigkeiten des Gruppenfliegens zu bewältigen und diesen Einsatz der Formation von der fliegerischen Seite her wirklich zu beherrschen, wenn er im Ernstfall wirk- sam werden soll, wird auch den „blutigsten Laien" überzeugen. Wie sehr hier „Ausbildung" und „Ausgebildetsein" sich schon berühren, bewies das gefecht- mäßige Exerzieren einer Staffel. Im gleichen Moment rollen sämtliche Maschinen an. Auch die „Kehre in den Wind", die wir von den Flugplätzen kennen, wird gemeinsam ausgeführt. Ein wunderbares Bild schon die Schwenkung der in Linie aufmarschierten Maschinen. In der Startbahn formieren sich dann die Ketten in der Keilform, und nun sind es nur noch wenige Minuten, bis sich sämtliche Maschinen der Staffel im Steilflug fast gleichzeitig vom Erdboden gelöst haben. Die Staffel fliegt in der gleichen Keilform wie jede einzelne Kette, die bewährte „aerodynamische" Formierung für jedes Gruppenfliegen. Nach einigen Manövern, wie Auflösen der Keilform, Hebergehen in die lange Linie — besonders von den Amerika- chwächer. Am Rentenmarkt ergaben sich kaum Veränderung gen, höher waren Zinsvergütungsscheine, dagegen röckeltenKommunal-Hmschuldung etwas ab. Pfandbriefe lagen gut behauptet, vereinzelt auch um 0,13 v. H. höher. Stadtanleihen notierten uneinheitlicher, schwächer lagen Darmstädter, Frankfurter eher etwas höher. Am Auslandsrentenmarkt waren Schweiz. Bundesbahnen erneut 2 bis 3 v. H. höher gesucht. Tagesgeld war sehr leicht und wurde auf 2,50 (2,75) v. H. ermäßigt. Abendbörse: Aktien weiter schwächer. An der Abendbörse herrschte nach dem schwachen Verlauf der Mittagsbörse stärkste Zurückhaltung. Die Haltung war am Aktienmarkt erneut schwächer, so daß im Mittagsschlußverkehr teilweise eingetretene Erholungen restlos verloren gingen. Don der Kundschaft erfolgten weitere Verkäufe wenn auck nur kleinen Umfanges, auch die Kulisse trat noch als Abgeber auf. JG.-Farben gingen auf 157,25 bis 156,75 (157,75) zurück, außerdem bröckelten Montanwerte bis 0,50 v. H. ab, auch Elektroaktien erfuhren durchschnittliche Abschwächungen um 0,50 bis 0,75 v. H. Im übrigen lagen die Kurse gegen den Berliner Schluß ebenfalls um 0,25 bis 0,50 o. H. niedriger, behauptet blieben lediglich Südd. Zucker mit 204, Holzmann mit 96,25, Eßlingen Maschinen mit 84, Nordd. Lloyd mit 16 und Kassamarkt Großbankaktien, Commerzbank 93,90, DD.- Bank 94, Dresdener Bank 94. Der Rentenmarkt tag bei behaupteten Kursen nahezu geschäftslos. $ranffurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. August. Auftrieb: Rinder 13 (gegen 86 am letzten Donnerstagsmarkt), Darunter 3 Ochsen, 1 Bulle, 4 Kühe, 5 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Ochsen, 4 Bullen, 18 Kühe, 11 Färsen. Kälber 654 (840), Schafe 76 (82), Schweine 496 (551). Notiert wurden pro 1 Ztr. Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 65—68 (am 15. 8. 65—66), b) 59—64 (57—64), c) 54—58 (49—56), d) 44—53 (40—48). Lämmer und Hämmel b2) Weidemast- hämmel 40—41 (39—41), c) mittlere Mastlämmer und ältere Masthämmel 38—39 (37—38). Schafe e) beste 36—38 (35—37), f) mittlere 32—35 (31 bis 34), g) geringe 28—31 (25—28). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54) d) 54 (54), e) 54 (54), f) 54 (—), gl) Sauen 54 (54), g2) — (—). Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe rege, ausverkauft. Schweine sehr flott, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroh- marktes: 809 Viertel Rindfleisch, 123 ganze Kälber, 32 ganze Hämmel, 622 halbe Schweine, 3 Kleinvieh. Preise für 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76—80 (am 19.8. 74—78), c) 66—74 (64—72). Bullenfleisch b) 72—78 (70—76). Kuh- fleisch b) 58—66, c) 48—58. Färsenfleisch b) 76 bis 80 (74—78), c) 66—74 (64—72). Kalbfleisch b) 74—84, c) 68—72. Hammelfleisch b) 78—80. Schweinefleisch b) 75—80. Fettwaren. Speck hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 77—80, Flomen 76—80. Marktverlauf: rege. Schweinemarkt in Grünberg. 134,75 134 130,4 129,75 183 180,75 135,25 | 134,25 107,25 113,4 115,75 Gchluß- kurs 21-8- Eleltr. Lieferung-gesellschaft ... 5 Licht und Kraft ........... «ft Selten & Guilleaume ... O Gesellsch.f.Elettr. Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 5 Rhein. Wests, dielte. 6 Schuckert LCo. 4 Siemenfl & Halske 7 Lahmeoer L Co 7 Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampsschifs. O Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Berkehröwesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... B Sommer,, und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank ........... 0 Reichsbank ...... n- Frankfurt 0.271 J Berlin 222,75 117,5 87,4 19,75 139,65 134,5 198 158 240 112,5 114,5 97,75 I 123,5 133 I Belgische Noten Dänische Noten ............... Englische Noten ................ Französische Noten............. Holländische Noten .............. Italienische Noten................ Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, A 1OO SchUIto- Rumämsche Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten..... ..... Spanische Noten................. Ungarische Rot« ................ Philipp Holz mann O] Zementwerk Heidelberg ..... ft1 Eementwerk Karlstadt.........*] Schultheis Payenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aichasfenburg 0 Dessauer Gas .......... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum .......... 6 Lrenstein & Koppel ........0 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Chade.....................0 Accumulatoren-Fabri! ...... 12 Eontt-Gummt Äerlln, 22-August Amerikanische Not« -----1 34,75 1 35 I 4 102,75 102,25 — •I 203 . 204 1 203 I Oalum O% Deutsche Reichsanleihe v. 1227 4% Deutsche Neichsanl. von 1034 bV»% Doung'Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4*/,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I 6% etem.8% Hess. Bolksstaal 1922 (rüchahlb. 102%) 4y«% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6Vi% ehern. Hess. LandeS-Hhpo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4V4% ehem. 8% Darmsl. Komm. LandeSb.Goldschuldverlchr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mü AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelobl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4*4% ehem.S% Franks. Hyv.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1985 iyL% ehem. 4*4% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psandbriese....... bk% ehem. 4K% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4*4% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 4H% ehern. 7% Pr. LandeSpfanb- briesanst., Gold Komm. Cbl.VI Eteuergnttch.BerrechnungSk. 35-89 Schlußkurs 21-8- 9,75 Harpener................. — Hoesch Eisen—Köln-Neuefs« Frankfurt a. M Serlln Schlußkurs Schlugt. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 21 8 22-8. 21-8. 22.8. 4% deflgl. Serie 11 ............ 11,75 11,75 _ 5% RumSN. vereinh. Rente v. 1903 6,3 6,25 6,35 — 4H%Rumän.vereinh.Rentev.i913 8,5 8,5 8,65 8,65 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,2 5,2 5,25 5,2 3 %% Anatolier ............... 40,5 41,25 40,65 41 21. August 22. August Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brief Selb I Srief Buenos Ätre-. 0,666 0,670 0,668 0,672 Brüssel..... 41,86 41,94 41,84 41,92 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,12 55,24 55,10 55,22 Danztg..... 46,965 47,065 46,96 47,06 London ..... 12,345 12,375 12,34 12,37 HelsingforS.. Paris ...... 5,44 16,43 5,45 16,47 5,435 16,425 5,445 16,465 Holland .... 167,76 168,10 167,76 168,10 Italien..... 20,36 20,40 20,36 20,40 Japan ...... 0,729 0,731 0,729 0.731 Jugoslawien 5,634 5,696 5,684 5,696 OSlo..... : 62,05 62,17 62,03 62,15 Men....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,19 11,21 11,19 11,21 Stockholm... 63,65 63,77 63,63 73,75 Schweiz .... 81,05 81,21 81,00 81,16 Spanien.... 34,03 34,09 34,02 34,08 Prag....... 10,31 10,33 10,30 10,32 Budapest ... — Neuyori... 2,478 2,482 2,477 2,481 Ur. 196 Drittes Blatt Gletzener Anzelgei (Seneral-Lnzelgel flir Gberheyeiv zrettag, 23. August 1935 Aus der Provinzialhauptstadl. Opfer des Verkehrs. Unruhig geht die Mutter in der Wohnung auf und ab. Immer wieder tritt sie ans Fenster, um nach ihrem Jungen Ausschau zu halten. „Ob ihm etwas zugestoßen ist?" Nur leise spricht die Mutter es aus. „Was soll ihm zugestoßen sein?" Lächelnd wehrt der Vater die Sorge ab. Aber auch ihm ist nicht leicht ums Herz. Wenn auch der Junge groß und verständig ist, der starke Verkehr der Stadt holt sich auch aus den Reihen der Verständigen und Vorsichtigen seine Opfer. Da klingelt's an der Wohnungstür. Velde, Mann und Frau, eilen, um zu öffnen. Vor ihnen steht unversehrt und gesund der Junge. Weder Vater noch Mutter lassen sich etwas von ihrer Sorge, von ihrer Unruhe anmerken. Vater brummelt etwas von „Zu-spät-kommen" und „Bummelei" vor sich hin; Mutter streichelt ganz leise und insgeheim über das Haar des Jungen. Dann geht alles wieder seinen Alltag. Waren die Eltern überängstlich? Waren ihre düsteren Ahnungen nicht nur der Ausfluß allzugroßer Elternliebe? Wer die letzte Statistik des Kraftverkehrsamtes der Berliner Schutzpolizei liest, wird nicht mehr über die Besorgnisse der Eltern lächeln. Die Zahl der Verkehrsunfälle im letzten Halbjahr beträgt über 1500! Gibt das nicht genug zu denken? An Opfern forderten diese Unfälle 228 Tote und 6408 Verletzte. Unter den Toten waren 29, unter den Verletzten 595 Kinder! Diese Zahlen sind erschütternd. Sie erzählen von Trauer, Kummer und Leid. Sie sind um so erschütternder, als sich viele, viele Unglücksfälle sicher hätten vermeiden lassen. Denn welche Ursachen lagen ihnen zugrunde? Durch Außerachtlassen des Vorfahrtsrechtes entstanden 1169 Zusammenstöße; durch zu schnelles Fahren 914; durch vorschriftswidriges Einbieqen 849; Trunkenheit der Fahrer verursachte 347 Unglücksfälle! Don Monat zu Monat nimmt die Zahl der Unfälle zu. Es ist vorläufig keine Senkung abzusehen. Es giht Leute, die beim Lesen solcher Unfallstatistiken mit lauten Worten nach einer Drosselung des Verkehrs rufen. Niemand wird ernstlich diese Forderung stellen wollen. Wir können uns nicht rückärts entwickeln. Wir haben auch keinen Grund, der Verkehrspolizei irgendwelche Vorwürfe zu machen. Die Außenbeamten der Verkehrspolizei arbeiten vorbildlich. Erst vor einigen Tagen verunglückte ein Berliner Hauptwachtmeister, der den Verkehr auf dem Potsdamer Platz regelte und starb den Heldentod treuer Pflichterfüllung. Es wäre auch müßig, einerseits alle Schuld nur auf die Autofahrer und Radfahrer zu schieben, oder anderseits nur auf die Fußgänger! Was wir tun können ist, daß wir uns erinnern und bewußt sind, daß auch im Alltagsleben, auch im Derkehrsleben auf der Straße der Satz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" Geltung hat, Geltung haben muß! Auch im Verkehr der Stadt und der Landstraße find wir alle Glieder einer Kette! Wollen wir selbst vor den Gefahren des Verkehrs geschützt werden, so müssen wir selbst zum Schutz dieses Verkehrs beitragen, einerlei zu welcher Gattung von Straßenbenützern wir gehören. Wir alle müssen gemeinsam daran arbeiten, daß diese grausigen Unfallstatistiken endlich abschwellen. B. Litfaßsäulen. Manchmal kommt ein Mann mit einem Rad die Straße entlang gefahren, unter dem Arm hat er eine Rolle Papier und an der Lenkstange hängt ein Kleistertopp. Wenn er an eine dicke Litfaßsäule kommt, steigt er ab. Litfaßsäulen sehen immer so gemütlich aus, auch wenn Plakate in leuchtendem Rot und schreiendem Gelb an ihr kleben. Vielleicht kommt das, weil sie da so ruhig und rund und fest und beleibt mitten im ärgsten Derkehrsgewühl ‘ wie auf einer Insel steht. Und dann nimmt der Mann den großen Pinsel aus dem Kleistertopp, streicht langsam und mit Bedacht der Litfaßsäule über den Bauch, daß sie schön an einer Stelle mit Kleister bedeckt ist, und wenn irgendwo in der Nähe Kinder sind, stehen sie schon mit sachverständigen Blicken und neugierigem Hin- und Herwackeln recht dicht neben ihm, schielen durch die Papierrolle und stecken die Nase in den Kleistertopp. Und dann kommt der Hauptteil der Handlung: von der Rolle löst sich eine Haut, der Mann hat schon den Pinsel wieder in den Kleisterpott getan, der leise baumelnd am Rade hängt, nun breitet er mit beiden Armen das Plaket aus und klebt es auf die bekleisterte Stelle der Litfaßsäule. Ganz fest wird das Papier gegen den Bauch der Litfaßsäule gedrückt, kein Fältchen darf die neue Haut werfen; so, nun nochmal sacht gestreichelt, und dann auckt der Mann sein Werk, das nun in Form eines bunten Papiers hängt, an; nickt den Kindern, die schon gar nicht mehr ackt haben auf ihn, zu; nimmt die Rolle unter den Arm, der Kleisterpott wackelt zum Abschied von der Litfaßsäule etwas heftiger und mit Klingling fährt der Mann auf seinem Rad weiter zur nächsten Litfaßsäule. Um die neubekleidete oder behäutete Litfaßsäule aber stehen die Kinder und auch schon einige Erwachsene und studieren und wenn das Plakat besonders wichtig ist, dann Einzeleintrittspreis von 1 Mark zur Verfügung gestellt. Die Karten werden bei der Ortsringleitung, Weferstraße 4, und beim Kassenwart, Friedrichstraße 16a, ausgegeben an Mitglieder und Freunde unseres Bundes und der angeschlossenen Vereine. Die Reichsbahn gibt für die Dauer der Ausstellung vom 24. August bis 8. September auch an Wochentagen Sonntags karten mit dreitägiger Gültigkeitsdauer an Besucher der Ausstellung aus. Namensverleihuna an die HI. Gefolgschaft 6/116 „Wilhelm Velloff". Der Führer des Gebietes 13, Hessen-Nassau, hat dieser Tage der Gefolgschaft 6/116, Grotz e n - B u s e ck, zum Gedächtnis an den im Dienst tödlich verunglückten Kameraden Wilhelm B e l - loff den Ehrennamen: Gefolgschaft 6/116 „Wilhelm Belloff" verliehen. Etwas über ein Jahr ist seitdem vergangen, als die traurige Kunde des Unfalls die Einheiten der HI. wie ein Blitz durchzuckte. Jeder, Braune weiter aus Gießen reiten noch Saarbrücken. Zu einem großen Befreiungs-Turnier in Saarbrücken findet gegenwärtig ein Sternritt von SA.- Reitern aus allen Gegenden des Reiches nach Saarbrücken statt. Aus dem Osten und dem Norden unseres Vaterlandes lind die braunen Reiter schon seit längerer Zeit unterwegs, zum Teil passieren sie in diesen Tagen auch unsere Heimatprovinz. Wie die SA.-Reiterstandarte 14 7 Gießen uns mitteilt, beteiligen sich auch aus ihren Formationen fünf SA.-Reiter an dem großen Sternritt nach Saarbrücken. Am kommenden Sonntag, dem 25. August, 6.30 Uhr, werden diese Reiter Gießen verlassen, um von hier aus die etwa 250 Kilometer lange Strecke in fünf Tagen (ohne Ruhetag) zurückzulegen. Sämtliche Sternreiter müssen in den letzten drei Tagen 150 Kilometer zurücklegen, hiervon am letzten Tage mindestens 50 Kilometer. Am Donnerstag, dem 29. August, zwischen 15 und 18 Uhr müssen sie auf dem Hauptfestplatz in Saarbrücken eintreffen. polizeibericht Von der Hess. Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Der geschlossene wehgerladen. Zu dem amtlichen Bericht vom 16. August 1935 über die Verarbeitung tierärztlich zur Vernichtung bestimmter Fleischteile durch einen hiesigen Metzger wird ergänzend mitgeteilt, daß es sich um die Metzgerei des Hermann Christmann, Steinstr. 21, handelt, die, wie bereits gemeldet, polizeilich sofort geschlossen wurde. Diebstahl. In der Nacht zum 21. August wurden aus einem Schaufenster eines hiesigen Geschäfts mittels Einbruchs folgende Sachen gestohlen: Ein Görz-Feld» ftecher (Prismenglas), 6X30, eine Kamera 6X9, Jhages Ultrix mit doppeltem Auszug, Optik 4,5 Kompurverschluß; eine Kamera Jnkonta 5X8 mit 4,5; eine Agfa Billi O Pronto 5,6. Format 4^X6; eine Nagel Vollends 3X4, Optik 3,5. Der Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände beträgt etwa 400 Mark. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, wollen der Kriminalpolizeistelle Mitteilung machen. Vor Ankauf wird gewarnt. Hilfsgewerbe des Verkehrs. Der Reichs- und Preußische Verkehrsminister hat unter dem 21. Juni 1935 verfügt: „Durch Verfügung vom 17. April 1935 — E.S. 2p 1370/35 — (abgedruckt in Nr. 92 des Deutschen Reichsanzeigers vom 18. April 1935) habe ich zur Wahrnehmung der Belange von Unternehmern und Unternehmungen das Hilfsgewerbe des Verkehr" errichtet. Die Spitzenvertretung ist die alleinige anerkannte Vertretung der nachstehend auf- geführten Gewerbezweige im Sinne des § 1 Ziffer 1 des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom 27. Februar 1934. Ihr und ihren Untergliederungen haben alle Unternehmer und Unternehmungen ^natürliche und juristische Personen) anzugehören, die 1. Schlafwagen- und Speisewagenbetriebe unterhalten, oder 2. Reisevermittlungen betreiben, sei es, daß sie a) mit der Ausgabe oder Vermittlung von Beförderungsausweisen oder Nebenausweisen für nicht eigene, dem Personenverkehr dienende Beförderungsmittel, oder b) mit der Veranstaltung oder Vermittlung von Gesell- schafts- oder Gemeinschaftsreisen, die sich nicht auf die Beförderung mit eigenen Fahrzeugen beschränken, oder c) mit der Vermittlung von vorübergehender Unterkunft oder Verpflegung befassen. Ich fordere alle Unternehmer (natürliche und juristische Personen) der vorstehend unter 1 und 2 aufgeführten Hilfsgewerbe des Verkehrs auf, sich spätestens zum 1. August 1935 zum Zwecke ihrer Eingliederung in die Spitzenvertretung bei dieser An Alle! Am 2 4. und 2 5. August findet aus dem Universitätssportplah in Gießen das Sportfest des Bannes undIungbannes 116 statt. Wir erwarten, daß recht viele Volksgenossen das Sportfest der HZ. besuchen, damit alle in die aus dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung von der HZ. zielbewußt betriebene Arbeit einen Einblick bekommen. Die Sonderveranstaltungen, an der sich auch Warine-HZ. und Ilieger-HZ. beteiligen, beginnt am Sonntagnachmittag um 15 Uhr. Wer unsere Zungens beim friedlichen Wettkampf sehen will, der besuche schon vormittags unsere Sportwettkämpfe. Aus den h i n d e r - nisgepäckmarsch weisen wir besonders hin. Als Abschluß des Vannsportfestes findet am Sonntag um 19.30 Uhr auf dem Vrandplah vor dem Alten Schloß ein großes Gingen der HI. und des IV. stakt, an dem 650 hitlerjungen und Pimpfe teilnehmen. Außerdem wirkt der Landsknechts-Trommel- und -Ianfarenzug des Zungvolks mit. Anschließend Schloß- beleuchkung. heil Hitler! Oer Führer des Bannes 116. 2N. d. F. b.: gez.: Schreiber, Gefolgschaflsführer. ist es meist sehr groß und dann kann es auch geschehen, daß sich ein Mann oder eine Mutter mit dem Marktkorb am Arm einen Zettel nimmt und etwas von dem Plakat abschreibt und dann murmelt, „muß man hin, muß man doch rnitrnachen." Und wißt Ihr, was in der nächsten Woche auf so einem Zettel stehen wird? BDM - Sporttag am 1. September auf dem Sportplatz — und der Vater und die Mutter mit dem Einholekorb hatten recht, wenn sie sagten: „Muß man hin, muß man sehen, muß man auch hin und muß man auch sehen, wenn die Mädel in so langen Reihen turnen wie die Mädel da auf dem großen blauen Plakat, das der Mann mit dem Kleisterpott auf dem Rade und der Rolle unter dem Arm eben aufgehängt hat." Landschastsbund Volkstum und Heimat. Orlsrlng Gießen. Die Leitung der Ausstellung „Rhein- M a i n i f ch e Wirtschaft" in Frankfurt a. M. hat uns Vorzugseintrittskarten zum Preis von nur 30 Pfennig gegenüber einem der Wilhelm Belloff kannte, wußte, daß wir in ihm einen Kameraden und Kämpfer zugleich verloren hatten. Er war im Dienst für sein Vaterland, in der Aufbauarbeit am Dritten Reich in seinem braunen Kämpferkleid ehrenvoll gefallen. Dies zeigte seine letzte Fahrt. Kein Hitlerjunge aus dem Unterbann 11/116 hatte bei dieser Feier gefehlt, um von seinem Kameraden Abschied zu nehmen und aufs neue auf die Fahne der Jugend zu schwören, daß wir nun alles einsetzen werden, um die Ehre unseres Toten rein zu halten. Wir nahmen die Verpflichtung auf uns, als Gefolgschaft „Wilhelm Belloff" nun noch fester als seither zu marschieren, den Namen unserer Einheit mit allem zu verteidigen und wenn es sein muß auch das Höchste eines Menschen dafür herzugeben. Ein auf sämtliche Befehlstafeln der HI. im Bereich der Gefolgschaft aufgehängter Aufruf des Führers der Gefolgschaft, Scharführer Heintz, zeigt in jedem der zu der Gef. 6/116 gehörenden 13 Standorte den Jgg., welche hohe Verpflichtung diese Namensverleihung uns auferfegt in Beziehung auf Reinhaltung dieses Ehrennamens, sowie unserer Fahne, die unser Heiligstes ist. Gelber Neid und rote Liebe. Von Bruno H. Bürgel. Der alte Goethe liebte zwei Farben besonders: Grün und Hellrot; er sorgte dafür, daß in Räumen, die er oft betrat oder in denen er arbeiten muhte, die Tapeten in diesen Farben gehalten waren. Eine kleine Marotte eines großen Mannes, wird man meinen, vergleichbar etwa der Vorliebe W a g n e r s für dunklen Samt, oder der merkwürdigen Gewohnheit Schillers, in der Schublade seines Arbeitstisches Überreife, stark duftende Aepfel aufzubewahren. Aber ganz so einfach ist die Sache keineswegs. Ja, die Frage, ob die Farben einen bestimmten und bestimmenden Einfluß auf uns ausüben, ist sogar sehr modern geworden, insofern, als man neuerdings Versuche unternommen hat, festzustellen, ob die menschliche Arbeitsleistung irgendwie mit der Farbe des Lichts zusammenhängt. Auch zu diesen Experimenten wurde man erst angeregt durch die Wahrnehmung, daß viele Leute (namentlich Kranke und Nervöse) gegen manche Farben eine Abneigung haben, die zuweilen hohe Graoe annehmen kann. . . Wem fällt da nicht der Stier und das rote Tuch ein! In der Arena der Stierkämpfer spielt das eine Rolle, und auch anderswo. Ich erinnere mich noch heute jener verzweifelten Dame, die bereits eine gute Stunde vor dem (Satter einer Wiese in Oberbayern stand, über die der Weg hm- wegführte und auf der Kühe weideten Die Dame trug einen roten Rock und war besorgt, datz Sie Kühe ihr das Übelnehmen könnten. Auch mir testet der rote Rock nicht, aber als Ritter ohne Furcht und Tadel leitete ich sie über das Feld ihrer K®SirkbÄn9'aber doch auf, wenn wir erfahren, i>a6 in einer Fabrik chemischer Präparate, m der die Arbeiter den ganzen Tag bet tiefrotem Lid)t werkeln müssen, erstaunlich viele Gemutserkrankun- gen, ja nicht selten Tobsuchtsanfalle auftreten. Sprechen wir mit einem Mediziner darüber, so hören wir, daß ihm das nicht neu sei, datz bereits »or einem halben Jahrhundert die aufreizende Wir^ kung roten, die beruhigende Wirkung blauen Lichtes ' konstatiert wurde und der deutsche Arzt Zelle schon vor Jahrzehnten bei Geifteskrankheiten eine entsprechende Lichtbehandlung versuchte Er l brachte schwermütige Leute m "nem Raum unter in dem alles, vom Boden bis zur Decke non den Möbeln, Tapeten und Teppichen angefangen bis zu den Fenstern, die mit Glas von angenehmer hellroter Farbe versehen waren, jene Strahlen des Spektrums zeigte, die den Stier in Erregung und in wilde Wut versetzten. Tatsächlich soll er überraschende Erfolge erzielt haben, und sollen Schwermütige hier ihre Munterkeit wiedergefunden haben. In Amerika soll es bereits große Heilanstalten geben, die ganz auf die hier vorgetragenen lieber« Legungen gegründet sind. Tobsüchtige sollen hier bei blauem Licht fast immer in kurzer Zeit geheilt werden. Wir sehen also, daß sich die medizinische Wissenschaft der Frage längst ernsthaft bemächtigt hat. Ich lese soeben, daß in England bedeutende Aerzte sich zu einer Gesellschaft zusammenschlossen, die in ganz großem Stil die Farbenbestrahlung einfrchren will. Im Grunde haben wir längst in irgendeiner Form empfunden, daß die Farben auf unfer Gemüt einwirken. Wer sähe nicht die Dame seines Herzens in dieser oder jener Farbe besonders gern gekleidet, und welche Frau wüßte nicht, daß dieser oder jener Farbton ihr besonders gut „steht". Hängen nicht unzählige Bräuche, Sitten, Empfindungen, damit zusammen? Lieben wir die rote Rose, das oiolette Veilchen, die blaue Kornblume nicht aus diesem oder jenem Grunde? Schenken wir nicht Blumen bestimmter Farbe zu bestimmten Anlassen aus einem gewissen Gefühl heraus, daß eben diese hier am Platze seien? Warum haben wir gerne qrüne Glocken bei Schreibtischlampen, warum lieben wir in Fefträumen das pompejamsche Rot, und warum ist vielen das Gelb eine unangenehme ftarbe? Die Mode, die Architektur, die Blumen- Aüchter die Likörfabrikanten und viele andere Qroeiae des Erwerbslebens nehmen Rücksicht auf. Sympathien und Antipathien, die wir den Farben entaeaenbringen, und ob die Blonden ober die Braunen hübsch r find, darüber streiten die Männer stit Adams Zeiten. Selbst die Militärbehörde hat rüber in kluger Berechnung dem Farbenwert der ilniformen g?oße Beachtung geschenkt Auch die Liebe zum „zweierlei Tuch (die Liebe m feder cKnrmf muhte zu ihrem Recht kommen! — 5 Weshalb nun die Farben fo aerfchi e d - n auf uns wirken, wie da die Hebel und Rader unsres Empfindungsapparates gesteuert werden, das ist nach heute recht unklar. Ganz uberrafchende Entde-kung-n in di-f-r H'nstcht machte man vor einiger Zeit in der Psychiatrischen Umversttats- kkinik zu Wien- sie beroei en, daß mir nicht nur mit den Augen sehen, sondern daß auch unsere Haut stark beteiligt ist bei der lieber* tragung der Lichteindrücke auf den Zentralapparat unseres Empfindungslebens, das Gehirn. In einen völlig dunklen Raum brachte man Leute, denen die Augen fest verschlossen waren (auch Blinde dienten bei den Experimenten). Die Versuchspersonen mußten die Arme horizontal nach vorn ausstrecken und so möglichst unbeweglich verharren. Ohne daß sie eine Ahnung davon hatten (Wärmestrahlung war durch Eiswasserbehälter, die vor die Lampen gesetzt wurden, völlig beseitigt) beleuchtete man die Versuchspersonen seitlich bald mit weißem, bald mit rotem, bald mit blauem Licht. Und nun trat etwas lieber« raschendes ein: Auf weißes Licht reagierten die Bestrahlten überhaupt nicht, die Arme blieben unbeweglich; schaltete man aber das rote Licht ein, so bewegten sich die Arme ohne zutun, ja oft ohne Wissen der Person, der roten Lampe zu, während bei blauem Licht das genau Umgekehrte sich ereignete, die Arme wanderten seitlich fort von der Lichtquelle. „Rot zieht an, blau stößt ab!", das war das Ergebnis dieser Untersuchungen. Zugleich war unoerfeennbar, daß also d i e Haut „sieht", auf die Lichteindrücke reagiert, so stark, daß ein Teil des Körpers in Bewegung gesetzt wurde, sich zuneigte und abwandte. „Zuneigung" und „Abneigung" gewinnen hier plötzlich einen interessanten Nebensinn. Vergessen wir übrigens bei diesen Experimenten nicht, daß ja eigentlich auch die Pflanzen so „sehen", und auch niedere Tiere, die keine Augenanlage haben! Ueberdenken wir all diese Erscheinungen, dann verstehen wir auch, daß die Arbeitsleistung des Menschen unter Umständen vom Farbton des Lichtes abhängen kann, und darüber angestellte Versuche haben ergeben, daß Gelb und Grün die Leistung steigern, Rot und weißes Tageslicht einen Mittelwert bringen, Blau die Leistung verringert. Sehschärfe, Sicherheit der Hand, Arbeits« forgfalt find nach Dr. Ruffer, der diese Experimente in Berlin anstellte, demnach vom Farbton des Lichtes abhängig, und wenn auch dabei da und dort Abneigung gegen gewisse Farben eine Rolle spielt, im allgemeinen hat sich ergeben, daß das gelbe Licht für die Arbeitsleistung am zweckmäßigsten ist. lieber all solche Einzelheiten hinaus interessiert den Tieferblickenden hier die Erkenntnis, daß all unser Empfinden, unser Tun und Handeln, unsere Zuneigungen, Abneigungen, unsere Lust- und Unlustgefühle aus unglaublich komplizierten Umwelteinwirkungen entstehen. Wir hören die Glocken klingen, aber wir wissen nicht, wo sie hängen! Mozart gewinnt eine Wette. Eine luftige Wette bot einmal Mozart Haydn an. Er sagte bei einer fröhlichen Gesellschaft zu ihm: „Ich wette um sechs Flaschen Champagner, daß ich ein Stück komponieren will, das Sie nicht vom Blatt spielen können." Haydn nahm die Wette an, und Mozart warf nun einige Noten dufs Papier. Zunächst war Haydn überrascht von der Leichtigkeit der Komposition, plötzlich aber hielt er an und fragte: „Wie soll man das bloß spielen? Meine beiden Hände sind an den äußersten Enden des Klaviers, und zu gleicher Zeit soll ich in der Mitte eine Taste anschlagen. Das geht nicht!" — „Es geht doch!" ries Mozart, setzte sich ans Klavier, und an der betreffenden Stelle schlug er die Taste in der Mitte an, indem er sie mit der Nasenspitze berührte. Haydn mutzte das allerdings schwer fallen, denn er hatte eine Stumpfnase, Mozart aber eine sehr lange, und so zahlte denn Haydn die sechs Flaschen Champagner. Hochschulnacbnchten Die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt hat Herrn Paul N i p k o w in Berlin die Würde eines Ehrendoktors (Doc- tor philosophiae naturalis) verliehen. P. Nipkow, der am 22. August feinen 75. Geburtstag beging, hat bereits vor mehr als 50 Jahren, in einem Patent von 1884, die grundlegenden Gedanken für die heute üblichen Fern seh - Verfahren bekannt- gegeben. Nipkows Name war bis vor wenigen Jahren nur den Fachleuten bekannt. Die „Nipkow- Scheibe", diese genial einfache Vorrichtung für das punktweise Abtasten des Bildes, hat seinen Namen jetzt weltbekannt gemacht. Bemerkenswert ist noch, datz Nipkow bereits 1884 die Idee für ein trägheitsloses Lichtrelais hatte und beschrieb. Die Gedanken von Paul Nipkow eilten dem Stande der damaligen Technik weit voraus. Professor Dr. Heinrich W i e n h a u s , Extraordinarius für anorganische Chemie an der Universität Leipzig, ist zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Dresden ernannt worden. Professor Dr. Richard Fröner, Ordinarius für Philosophie an der Universität Kiel, ist auf feinen eigenen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. zu melden. (Anschrift: Berlin W 9, Saarlandstr. 121, Fernsprecher Bl, Kurfürst 0258). Wer sich bis auf diesen Zeitpunkt nicht gemeldet hat, wird auf Grund des § 1 Ziffer 5 des Gesetzes vom 27. Februar 1934 mit Wirkung oom 1. August 1935 zwangsweise der Spitzenoertretung angeschlossen. Auf Die Strafbestimungen des §3 dieses Gesetzes, wonach vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhand- tunaen gegen die Getroffenen Anordnungen mit Gelostrafen oder Gefänanis bis zu 1 Jahr bestraft werden, wird hingewiesen." Auf Grund dieser Verfügung des Reichs- und Preußischen Verkehrsministers sind alle als Hotelvortiers in deutschen Hotels beschäftigte Personen verpflichtet, dieser Aufforderung Folge zu leisten, sofern sie irgendwelche Reisevermittlungen betreiben. Hierzu gehört der Verkauf oder Die Besorgung von Beförderungsausweisen jeglicher Art (Eisenbahn, Flugzeug, Rundfahrten, Kraftwagen, Schiff, Gesellschafts- outobusse o. ä.). Auch ist die Meldepflicht bereits gegeben, wenn z. B. Fahrkarten nur in einzelnen Fällen besorgt, oder vermittelt werden. Alle Hotel- portiers, auf welche obige Voraussetzung zutreffen, werden hiermit aufgefordert, ihre Anschrift der Spitzenvertretung „Hilfsgewerbe des Verkehrs , Berlin W9, Saarlandstraße 121, bekanntzugeben. Weitere Bekanntmachungen geben wir ihnen alsdann von dort aus zu. Neuorganisation des Gießener Einzelhandels. Der Verein der Einzelhändler zu Gießen hatte feine Mitglieder auf den gestrigen Donnerstagabend zu einer außerordentlichen Generalversammlung in das Kaufmännische Vereinshaus einberufen. Rach einleitenden Ausführungen des Dereinsvorsitzenden, Kaufmann Karl H o r ft, wurde der Geschäftsbericht erstattet und anschließend der Kassenbericht be- farmt gegeben. Nach diesen Berichten wurde dem Dorftand Entlastung erteilt. Sodann wurden über den Stand der Neuorganisation im Einzelhandel berichtet, durch die u. a. auch die Auflösung des Vereins der Einzelhändler zu Gießen erforderlich geworben ist. Die Auflösung des Vereins wurde einstimmig beschlossen. Für den Kreis Gießen ist die neue maßgebende Vertretung des Einzelhandels die Geschäftsstelle Gießen der Wirtfchaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, die bereits mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ihre Tätigkeit ausgenommen hat. Die Geschäftsstelle steht in engster Der- binbung mit ber Industrie- und Handelskammer Gießen. Leiter der Geschäftsstelle ist der letzte Vor- sitzende des seitherigen Vereins der Einzelhändler, Kaufmann Karl Horst, Geschäftsführer ist Dr. Kirchner von der Industrie- und Handelskammer Gießen. Die enge Zusammenarbeit mit der Kammer wurde im Auftrage des Kammerpräsidenten von dem Syndikus Dr. Keim besonders hervor- gehoben. Im weiteren Verlause der Versammlung gab der Geschäftsführer einen Ueberblirf über die seit der Machtübernahme Adolf Hitlers erlassenen Gesetze und Anordnungen, die insbesondere für den Einzelhandel in Betracht kommen. Die Unterhaltung mit dem Zugmaschinenführer untersagt! Begleiter von Zuamaschinenanhänger verlassen häufig -ihren Sitz auf dem Anhänger, um sich — auf dem hinteren Teil oder Trittbrett der Zugmaschine ober auf dem 23erbinbungsgeftänge zwischen Zugmaschine unb Anhänger stehend — mit dem Führer der Zugmaschine zu unterhalten. Ganz abgesehen davon, baß durch ein solches Verhalten die Aufmerksamkeit des Führers abgelentt wirb, bringt triefe Unsitte für die Begleiter selbst ernste Unfallgefahren. Der Reichs- unb Preußische Innenminister hat deshalb in einem Runderlaß die Verkehrspolizei und insbesondere die Streifen der motorisierten Straßenpoli^ei ersucht, bei lieber« wachung des Verkehrs auf triefe Unsitte zu achten und aur Verhütung von Unfällen gegebenenfalls sinzuschreiten. Zu jedem kommt einmal das Glölk. ZRomdn von Glien Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Als Lotte Hartenberg den Gartenweg herunter ging, kam ihr Monika entgegen. „Ach — du warst hier? Warum kamst du nicht -u mir ins Gartenhaus?" „Ich wollte deiner Tante ein bißchen Gesellschaft leisten. Sie ist so einsam, die alte Frau." Ein leiser Tadel klang in ihrer Stimme. Mit einem Ruck riß Monika ihren Arm aus dem der Freundin. „Ich will nichts davon hören, Lotte! Du kannst pickt verlangen, daß ich bei ihr bleibe, wenn ich {»icyt muß. Sie hat mich nicht gern. Sie hat mmer an mir zu tadeln, und immer, auch wenn sie mich bloß ansieht, ist so ein Vorwurf in ihren Augen." Das kurze Stück bis zum Doktorhause legten sie schweigend zurück. Kaum klingten sie die altmodische Pforte auf, kam ihnen die kleine Annemarie entgegengelaufen. Sie war in ber Obhut bes alten Mädchens gewesen, die bas Kind so zärtlich liebte, daß Lotte es ihr sorglos anvertrauen konnte. Monika beugte sich zu dem Kind nieder und hob is so stürmisch auf, daß die Kleine erschrak. Wie heftig sie ist!, dachte Lotte bekümmert. Nein es ist etwas mit ihr nicht in Ordnung. Doch auch jetzt fragte sie noch nicht. Der Doktor war noch immer nicht von Schneioer Sporke zurückgekehrt. Es dämmerte bereits. Am blaßblauen Himmel irfcbien ber erste Stern. „Du mußt noch bei mir bleiben, Monika! Frau von Riebers weiß, baß ich bich rnitnehrnen wollte." So faßen bie beiben Freunbinnen auf ber Gartenbank neben ber Flieberhecke, zuerst noch mit bem Kinde beschäftigt, bas Mutter unb Tante Monika eifrig von dem kleinen weißen Kaninchen erzählte, das es so liebte, aber auch schon sorgfältig betreute. Dann wurde Annemariechen ins Bett gebracht. Und tte blieben allein. Und nun rückte Lotte näher heran. „Was ist mit dir, Liebling? Ich merke schon die ganze letzten Zeit, daß du verstört bist. — Hat man dich vielleicht wieder einmal verheiraten wollen?" Oie Deutsche Arbeitsfront. NS-Semeinschast »Kraft durch Freude". Achtung! Abfahrt der Omnibusse an die Ldertalsperre (Walbeck) am Sonntag, 25. August. Die Abfahrt geht vorn Hauptbahnhofplatz Gie- ßen Sonntag, 25. August, morgens 7 Uhr. Als Fahrkarte gilt bie von ber Geschäftsstelle erhaltene Quittung. Rordseefahrt mit Dampfer „Der Deutsche" vom 31. August bis 8. September. Nachbern bei ben letzten beiben Seefahrten wegen zu starker Anrnelbung nicht alle Interessenten berücksichtigt werben konnten, würbe jetzt noch eine Urlaubsfahrt nach ber Norbsee mit Dampfer „Der Deutsche ''eingelegt. Die Fahrt geht über Bremer- Hafen. Die Kosten betragen, wie bisher, 59.50 Mk. Bunter Abend mit Willy Reichert am 24. August in der Volkshalle in Gießen. Für ben Bunten Abend mit Willy Reichert sind Karten im Vorverkauf zu haben bei Oberhessische Tageszeitung, Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg; Musikhaus Challier; Ortsgruppe der NSDAP. Gießen-Nord, Walltorstraße; Kreisdienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Sckanzenstraße 18II, Zimmer 8; allen Geschäftsstellen der DAF.-Ortsgruppen. * Für die Ausstellung Rhein-Mainische Wirtschaft in Frankfurt am Main vom 24. August bis 8. September sind uns 100 Stück verbilligte Eintrittskarten zur Verfügung gestellt worden, die statt 1,— Mark 0,30 Mk. kosten. Auf Grund dieser Kar- ten gibt die Reichsbahn Sonntags karten auch an Wochentagen, die 3tägige Gültigkeit haben. Die Karten können auf ber Geschäftsstelle abgeholt werben. Sportkurse »Kraft durch Freude". Achtung! Schwimmen für das Reichsfportabzeichea! Am kommenden Samstag, 24. August, wird um 17 Uhr in der Müllerschen Badeanstalt bas Schwimmen für bas Reichssportabzeichen abgenommen. Treffpunkt am Sprungturm. Alle Inhaber ber KbF.-Jahressportkarte können baran teilnehmen. heule folgende KdF.-Sportkurse: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Reiten von 20 bis 21 unb 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Reue KdF.-Schwimmkurse! Am Mittwoch, 28. August, beginnen um 20 Uhr unb um 21 Uhr neue Schwimmkurse im Volksbab. Die Kosten betragen für Mitglieber ber DAF. 6 Sportmarken zu 30 Pfennig = 1,80 Mark, für Nichtmitglieber 6 Sportmarken zu 60 Pfennig = 3,60 Mark. Anmelbungen nimmt bas Sportamt, Schanzenstraße 18, entgegen. Desgleichen können am Mittwoch vor Beginn der Kurse Anmeldungen im Volksbad abgegeben werden. Treibt Leibesübung mit..Kraft durch Freude". Oie Oeutschlandfahrt -er HL. LPD. Frankfurt a. M., 22. August. 50 Wagen — tausend Jungen: bas ist bie Deutsch- lanbfahrt ber HI., bei ber bie Hitlerjugend ber auslandsbeutschen Jugenb ihr Daterlanb zeigt. Ueberall find bie Jungen mit großer Herzlichkeit unb Begrüßung empfangen worden. Die Durch- sahrtsstrahen prangen im Fahnenschmuck, die Be- oölterung stand auf den Straßen. Fahnen und Transparente grüßten die Kolonne. 4000 Kilometer weit geht die Fahrt durch das deutsche Vaterland zu allem Schönen, zu allem Großen und Denkwürdigen zu allem, was sehenswert und erlebenswert ist in Deutschland. Niemals vorher ist eine derartige Fahrt unternommen worden, und jedem Teilnehmer wird sie in Erinnerung bleiben für sein ganzes Leben. Diese Erinnerung muß bleiben, weil ja viele dieser Jungen Deutschland vielleicht niemals mehr sehen werden, unb barum muß biefe Erinnerung groß unb schön sein. Wir wollen alle dazu beitragen unb helfen, bah sie so wird. Run trifft die auslandsdeutsche Jugend an der Grenze des Gebietes Hessen-Rassau ein. Dann geht die Fahrt den Rhein entlang über Mainz und Wiesbaden in unsere herrlichen Jugendherbergen und Burgen. Zum erstenmal werden die Jungen den Rhein sehen, die sagenumwobenen Burgen, die Reben an den Flanken der Berge. Sie werden morgens auf ben Höhen stehen und bas wunderbare Schauspiel genießen, .wenn bie Morgensonne ihr Licht burch die Frühnebel schickt unb alles in diesem wunderbar silbernen, nur der Rheinlandschaft eigenen Leuchten steht. Keine großen Feiern und Reden sollen an diesen zwei Ruhetagen — denn Ruhetage sollen es sein — den Jungen vorgesetzt werden. Alle Veranstaltungen sind so gelegt, daß die Jungen Gelegenheit haben, sich von den Anstrengungen der Fahrt zu erholen. Aber die Orte werden sie sehen, die ihnen aus Geschichten und Sagen bekannt sind. Das Niederwald-Denkmal werben sie besichtigen als bas Mahnmal beutscher Reichseinheit, unb staunend werden sie auf bem Thingplatz ber Loreley stehen unb ben großartigen Blick in Das Tal hinunter genießen. Auf ben gemeinsamen Kamerabschaftsabenben werden sie die Hitlerjugend vom Rhein kennenlernen. Es muh unser Ziel sein, unseren deutschen Jungen aus bem Ausland den Aufenthalt so zu gestalten, daß sie von uns die Erinnerung an einen der schönsten deutschen Gaue und an zwei wunderbare Tage am deutschen Rhein mitnehmen, wenn sie am Sonntagmorgen rhein- wärts fahren, um noch einige andere deutsche Gaue zu besuchen. Volksgenossen! Grüßt bie beutsche Jugend aus allen Ländern der Welt bei ihrem Besuch. Grüßt sie mit den Fahnen der Bewegung! Vornotizea. — Tage skatender für Freitag: NSG. „Kraft burch Freude": 20 bis 21.15 Uhr Allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstraße; 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr Senator". — VHC., Ortsgruppe Gießen: 20 Uhr Monatsversammlung. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in ber Zeit vom 1. bis 20. August: 3. Wilhelm Lubwig Karl Heinz Jost, 6 Jahre alt, Welckerstraße 5; 3. Anna Seusert, ohne Beruf, 61 Aber als sie sah, wie es in Monikas blassem Gesicht zuckte, streckte sie zärtlich ben Arm aus unb legte ihn um Monikas Schulter. „Sprich bich'aus, Monika...!" „Ach, Lotte, Lotte...!" Unb Monikas tränen» überströmtes Gesicht sank plötzlich nach vorn. „Ich habe sie nie gern gehabt, aber jetzt — jetzt hasse ich sie..." „Monika, ja — von wem sprichst bu denn?" Statt aller Antwort sprang Monika auf und lief ein Stück tiefer in ben Garten hinein. Lotte ließ sie gewähren. Sie kannte Monika. Sie würbe halb zurückkommen, unb wenn ihr Kummer sie übermannte, so mußte sie allein sein. So war sie schon als kleines Mädchen gewesen, in ben ersten Jahren, wenn die Erinnerung an den einzigen Menschen, zu dem sie gehört unb ben sie geliebt hatte, an ihren Vater, sie jäh überfallen hatte. So blieb Lotte geduldig auf ihrem Platz unb wartete. Unb sie sagte auch nichts, als Monika zurückkam. Monika selbst war es, bie bas Schweigen brach. „3a, Lotte, bu sollst es wissen, denn ich weiß, du hast mich lieb! Du wirst es auch verstehen, daß ick — daß ich... Sieh mal, Lotte, du weißt doch, ich habe meine Mutter nicht gekannt. Aber du kennst dock ihr Bild. Alle Leute sagen, daß meine Mutter schön war. Aber für mich ist dieses liebe Antlitz das schönste auf der Welt. Es steht neben Vaters Bild, und immer bringe ich beiden zu- 0 frische Blumen. Und am letzten Mai war ers Geburtstag. Da schmückte ich immer ihr Bild. Ach weiß nun nicht, ob — ob meine Tante früher nie etwas davon gemerkt hat. Sie kommt ja nicht so oft in mein kleines Manfardenstübchen. Viel- leicht hat sie sich auch bloß nicht darum geküm- mert. Aber diesmal kam sie. Sie stellte sich vor das bekränzte Bild und sagte plötzlich: ,Was soll denn das heißen?' — Glaube mir, Lotte, wenn sie etwas Freundliches gesagt hätte, ich wäre fo froh aeroefen; aber als ich ihre harte, kalte Stimme hörte, sagte ich bloß: ,Es ist ber Geburtstag meiner Mutter.' — Unb ba fagte sie, unb bu hättest bloß hören sollen, wie sie Das sagte: ,Ach, beine Mutter — du, hab' dich man bloß nicht so...' Und dabei nahm sie eine große Schale mit Maiglöckchen, die aerobe vor dem Bild stand, und stellte sie auf die Kommode. — ,Rühr' meine Blumen nicht an!', schrie ich, und bann stellte ich mich vor sie hin unb sah ihr ins Gesicht unb fragte: ,Was ift mit meiner Mutter: Warum sprichst du so von meiner Mutter...?' Und da drehte sie verlegen den Kopf weg und brummte: ,Du hast sie ja gar nicht gekannt. Und dann ging sie aus dem Zimmer. Und ba habe ich wohl gemerkt, es tat ihr leib, baß sie so gesprochen hatte; unb ich hätte auch kein Wort mehr herausgekriegt. Ab« ich weiß Jahre, Bleichsttaße 7; 5. Helene Klinkersuß, geb. Weißmüller, Wwe., 81 Jahre, Löwengasse 25; 5. Anna Maria Gerbig, ohne Beruf, 23 Jahre, Am Riegelpfab 46; 6. Rosemarie Ursula Martha Peiser, 5 Monate, Licher Straße 77; 7. Henriette Letzing, geb. König, Wwe., 67 Jahre, Lubwigstraße 56; 9. Karl Jakob Küchel, Kaufmann, 71 Jahre, Kaiserallee 1; 9. Marie Schmibt, geb. Schmibt, 62 Jahre, Robheimer Straße 40; 9. Anbreas Weber, Jnva- libe, 68 Jahre, Robheimer Straße 56; 12. Wilhelmine Pasbach, geb. König, Wwe., 61 Jahre, ßinbengaffe 4; 12. Friebrich Bo eck, Obergewanb- meifter i. R., 63 Jahre, Liebigstraße 66; 16. Kon- rab Wenzel, Hausbiener i. R., 75 Jahre, Kirch- es jetzt, baß Tante von Rieders meine Mutter haßt. Ich habe das gefühlt, und mit hunderttausend Worten könnte sie es nie mehr gutmachen. — Ach, Lotte, wenn du wüßtest, was das für eine Nacht war! Ich habe die ganze Zeit wach gelegen und habe an meine Eltern gedacht und habe mir gewünscht, ich müßte nicht mehr leben. Aber einen Vater und die Liebe eines Vaters, die habe ich doch wenigstens einmal besessen. Aber was eine Mutter ist, Lotte, bas, siehst bu, Lotte, kann ich nur an ben Schmerzen ermessen, bie mir in dieser Nacht bas Herz zerrissen." Mit tiefster Erschütterung hatte Lotte dieser Beichte zugehört. Aber trotz allen Mitgefühls dachte sie auch über die Auswirkung dieses Erlebens auf Monika nach. Und sie begriff, daß dies Monika auf immer Frau von Rieders entfremden mußte. Wie oft hatte sie schon Monika beruhigt, und Frau von Nieders' Zorn über Monika besänftigt! Aber die Kluft, die sich hier auftat, die war wohl nicht mehr zu überbrücken. Stumm streichelte sie Monikas Hand. Monika aber warf jetzt das schöne weiche, blonde Haar mit einem jähen Ruck aus der Stirn. „Nächsten Monat werde ich einundzwanzig Jahre, Lotte! Und es ist mein fester Entschluß, daß ich keinen Tag länger hier bleibe. Sie haben mich ernährt und erzogen. Ich bin ihnen zu Dank verpflichtet. Aber sie haben ja doch keine Freude von mir. Tante wird aufatmen, wenn sie mich nicht mehr sehen muß. Ick weiß es jetzt. An meinem einundzwanzigsten ©eourtstage bin ick mündig, und an demselben Tage verlasse ich bas Haus." Unabänberliche Entschlossenheit lag in der hellen, starken Stimme. Lotte fühlte es wohl. . Trotzdem sagte sie kopfschüttelnd: „Liebling, ich verstehe wohl, baß man dir sehr weh getan hat, baß bu in beinen heiligsten Gefühlen verletzt bist. Ich will bich auch nicht überzeugen, bah bu Frau von Riebers vielleicht unreckt getan hast. Glaube mir, sie ist nicht schlecht. Sie ist so verbittert; ich benke mir oft, es muß manches Traurige in ihrem Leben geben, wovon wir nichts wissen. Vielleicht ist sie auch von bir enttäuscht. Denn bestimmt wollte sie gut für bich sorgen. Du sagst ja selbst, baß sie beinen Vater, ihren einzigen Bruber, heiß liebte. Nein, Monika, ich will bavon jetzt nicht reden! Ich sehe wohl, baß ihr einanber nicht verstehen könnt. Aber, Monika, du hast dir nicht überlegt, was du ba sprichst! Wo willst bu benn hin?" „Das weiß ich nicht! Aber ich gehe fort." „Ja — aber bu hast doch niemanben, zu dem bu Scheu kannst. Unb bu hast eigentlich auch nichts sttaße 13; 16. Hugo Meininger, Bahnarbeiter, 38 Jahre, Bubbestraße 5; 19. Heinrich Reining, Post« assistent i. 3t., 75 Jahre, Wilhelmstr. 51; 20. Elise Noll, geb. Junker, Wwe., 58 Jahre, Bahnhofstr. 50. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten wird die Landstraße Schlitz- Willofs vom fommenben Montag ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Salz- schlirf—Lanbenhausen. ** Aufgehobene Straßensperre. Dom morgigen Samstag ab ist die Straßensperre auf der Reichsstraßenstrecke Alsfeld—Lauterbach, Abteilung Brauersfchwenb—Reuters, wieder airfge- hoben. ** Grummetgras-Der st eigerungen ber Stabt Gießen finben am Montag und Dienstag nächster Woche statt. Interessenten finben Näheres in ber heutigen Bekanntmachung ber Bürgermeisterei. Rundfunkprogramm. Samstag, 24. August. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause (7): Zeitangabe, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.45: „Auf Goethes Spuren". Von Hanns Reitz. 11.30: Sozialbienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittags- konzert: Klingenbes Ostpreußen. 13: Nachrichten (auch aus bem Senbebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Lieb unb Arbeit: Sachfenlanb. Heimat unb Volk. 16: Der frohe Samstagnachmittag bes Reichssenbers Köln. 18: Das Bärvele von Straßburg. Funkspiel um eine Frankfurter Plastik. 18.20: Stegreifsenbung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saardienft: Braune Messe in Neunkirchen. 19: „Glück ab". Lieber ber Flieger unb ihre Märsche. 19.45: Eröffnung ber Ausstellung: Die Rhein-Mai- niscke Wirtschaft. 20: Nachrichten. 20.10: Ruf der Jugend! 20.15: Großer Bunter Abend im Kurhaus Bad Kreuznach. 22.30: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk. 22.50: Bericht vom großen Befreiungs-Gau- sportfest. 23: Tanzmusik zum Wochenende. Verurteilte Zigarettenpapier- Schmuggler. LPD. Mainz, 22. August. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde vor ber Großen Strafkammer gegen 13 Angeklagte wegen Steuerhinterziehung, Hehlerei unb teilweise wegen Devisenvergehens verhanbelt. Es hanbelte sich um einen Ausschnitt aus einem großen Schmuggelprozeß, bessen Haupttäter bereits bestraft sind. Gegen zwei Angeklagte wurde das Verfahren ab- getrennt, weitere vier wurden wegen Geringfügigkeit ihrer Vergehen amnestiert, bie übrigen sieben verurteilt, unb zwar ber 32jährige Leitwein aus Bingen wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung unb Hehlerei sowie Devisenvergehens zu einem Jahr Gefängnis unb 35276 Mark Gelbstrafe, evtl. 9 Monaten Gefängnis; die 27jährige Ehefrau Maria Walter aus Bingen wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung unb Devisenvergehens zu neun Monaten Gefängnis und 36 665 Mark Geldstrafe, evtl, sechs Monaten Gefängnis; die 30jährige Anna Walter aus Bingen-Büdesheim wegen Steuerhinterziehung zu drei Monaten Gefängnis und 14 7 6 0 Mark Geldftrafe, evtl, einem Monat und einer Woche Gefängnis; der 33jährige Albert Hill aus Bad Kreuznach wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung zu sechs Monaten Gefängnis und 14 4 5 0 Mark Geldstrafe, evtl, zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis; der 40jäh- rige Willy Anspach aus Mainz wegen fortgesetzter Steuerhehlerei im Rückfall zu zehn Monaten Gefängnis, der 27jährige N. in Dietersheim wegen Hehlerei zu 240 Mark Geldstrafe, evtl, einer Woche und zwei Tagen Gefängnis, und der 30jährige H. in Dietersheim wegen Hehlerei zu 36 Mark, evtl, zwei Tagen Gefängnis. Die Angeklagten haben große Mengen, im einzelnen bis 30 000 Heftchen, unversteuertes Zigarettenpapier teils selbst geschmuggelt, teils von den Schmugglern als Hehler bezogen und abgesetzt. Gegen die drei Haupttäter, Leitwein, Maria Walter und Anspach, erging erneut Haftbefehl. gelernt. Mein Mann sagte oft, daß du begabt bist; aber Frau von Rieders sagte immer zu meiner Mutter, sie wolle das einzige Kind ihres Bruders einem braven Manne zur Frau geben, unb wollte doch von einer praktischen Ausbildung für einen Beruf nichts wissen." „Sie kann sich darauf verlassen, daß ich niemals den Mann nehmen würde, den sie für mich aussucht. Ich werde überhaupt niemals heiraten, wenn ich nicht einen Mann finde, den ich fo lieb habe, daß ich ihm überall folgen muß, in die Wüste ober an ben Norbpol, in jede Armut unb Sorge unb Entbehrung." „Ja, Monika, wenn du einen Mann fändest, der dein Ideal ist, wäre es natürlich das beste!" „Ich will ihn finden, Lotte! Er soll so tapfer und stolz sein wie mein Vater, keine Gefahr fürchten; er soll arbeiten und etwas Großes erreichen, und bei allem muß er ehrlich sein und wahrhaft wie pures Gold." Wie erregt die arme Monika war! Lotte fühlte, wie Monikas schmale Schultern von Krämpfen ae- schüttelt wurden. „Ja, Monika, ja, ja, mein Herz, wir wollen ein anderes Mal darüber sprechen! Und auch über deinen Wunsch, von hier fort zu kommen. Vielleicht findet sich doch etwas für dich." Die Ankunft des Doktors schreckte die beiden Freundinnen auf. Er kam mit großen, kräftigen Schritten, seine massige Gestalt warf einen schweren Schatten über den Weg. Er war erschöpft und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Lotte lief ihm entgegen. „Ist es nun ein Junge?" „Stimmt auffallend! Erraten, Lotte! Und ein ganz ordentlicher dazu. Und Schneider Sporke ist so froh, daß er mir unbedingt einen neuen Wintermantel machen will. Ich mein aber, ber alte ist nod) ganz gut. Was sagt meine Ehegattin dazu?" „Ma, die sagt, daß, wenn es auf dich anfärntj bu bir überhaupt niemals einen neuen Mantel machen läßt. Du trägst boch überhaupt nur bie ältesten Sachen gern. Jedenfalls krame ich morgen den Wintermantel heraus und werde ihn mir gründlich anfehen." Sie hatte sich in feinen Arm gehängt und strich ihm zärttich über bie Stirn. Dann erinnerte sie sich wieder an Monika. Aber bie war verschwunben. Unb Lotte verstand, baß Monika jetzt allein sein wollte. Und so suchte sie sie nicht. Aber sie nahm sich vor, mit ihrem Manne einmal ernsthaft über die Freundin zu sprechen. v * (Fortsetzung folgt!- Oberheffen Lustschutz ist Heimatschutz. 9JL-$pont Aus den preußischen Nachbargebieten Aus dem Mein-Main-Gebiet gibt laufend ab I* ftL|Xp«Q von3 bis 20v.H. erhalten Sie bef wieder- Nacmasse holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Schmutzige Wäsche? Euter Rat: Tun Sie abends Burnus ins Eimveichwasser. Über Nacht lost sich fast aller Schmutz in der Wäsche auf. Man spart Seife, Waschmittel und Feuerung. Große Dose Burnus 49 Pfennig, überall zu haben. Dersuchspackung Kostenlos von Äug. Faeobi Ä.-G., Darmstadt. ) niemals Mich aus« heiraten, ch so lieb die Wüste nb Sorge u begabt iu meiner Bruders nb wollte für einen möglich ist. Der Kohlenhandel hat sich bereit erklärt, solche Lieferungen zu den verbilligten Sätzen zu tätigen, die er auch für Lieferungen an das Winterhilfswerk berechnet hat. 3. Betrieben, die nicht unter die beiden vorstehenden Arten fallen, wird empfohlen, soweit sie nicht von der Einführung von Belegschaftslieferungen überhaupt absehen wollen, sich zuvor mit dem Leiter der örtlichen Kohlenhändlervereinigung ins Benehmen zu setzen und mit diesem über die Lieferpreise und die Verteilung des Auftrages auf den Platzhandel zu verhandeln. Kommt hierbei eine Einigung nicht zustande, so wird der Regierungspräsident auf Anruf eines Teils Ausgleichsverhandlunge em- leiten. Mubüverfall eines ISjäbriflen. Frankfurt a. M., 22. Aug. (LPD.) Am Mitt- wochnachmittag wurde auf zwei Damen die sich auf einem Spaziergang im Sachfenhauser Wald niift, M le!" so tapfer hr furch' erreichen, wahrhaft Wa AnzeigeN'Miengeseüschast Annahme von Anzeigen für alle Leitungen u. Meitidirnten Gießen/Schulstraße 7 it, W ir. 56. Er Ist aber auch stabil gebaut. Außer Handleiterwagen gibt es auch solche mit Kasten sehr billig bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 4en a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 • 6.30: Nach, ' Köm ■ttagg, '(auch t 14: k. 16: nders 'kspiel rvung. ^arfchr. n-Mai. der 3u- us Bad Sende. [s=®au- Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 22. Aug. Beim Spielen kam die drei Jahre alte Tochter des Küfers P a u s ch von hier so unglücklich zu Fall, daß sie den Oberarm brach und nach Gießen in die Klinik überge- luß der kammer rhinter« Deoifen- i einen ggel. st sind, ren ab. ngfügifl- i sieben twein 'Ziehung einem Mark iis; die Dingen Devisen« ngnis itl. sechs Salier Ziehung 14 760 lat und hinter' ignis L M : 40sah' in fort- zehn ie N. in rt Geld« Gesang- n wegen efängnis. im ein- uertes ;muggelt, ogen und üeitwein, mt hast' öraucttaare MH Wiederhersteilel^lirTa Drog.WinterhoH, Krensplatx 10[M71v H. Plank Lamparter, Seltersweg o. Reh im Ausschnitt Gg.Zörb Häusburg 9 TeL 2613. V3L4Ü Men * auf • Ab! °ufge. n9en 0 und i'Nden 9 der tte fühlte, mpfen 0«* vollen ein ie beiden kräftige" rs Ui»eS Sporke 'P iA stand, «j IV Schuß und traf den gerade vorbeigehenden Lagerverwalter Karl Fievig in die Brust. Die Verletzung war so schwer, daß Fiebig bald darauf verstarb. Der Junge ergriff, als er fah, was er angerichtet hatte, sofort auf seinem Fahrrad die Flucht, konnte aber bald darauf gefaßt werden. Bei der polizeilichen Vernehmung gewann man den Eindruck, daß der jugendliche Schütze nicht ganz zurechnungsfähig ist. Radfahrerin von einemAuto totgefahren LPD. Frankfurt a. M., 22. Aug. Auf der Frankfurter Landstraße unweit von Fulda ereignete sich heute früh ein Verkehrsunfall, der ein Menschenleben forderte. Eine Radfahrerin, die sich auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte befand, mußte wegen eines vorausfahrenden Radfahrers plötzlich stark bremsen und stürzte dabei vom Rad. wwioß ( Ankeuerbolz ) »eiaD Oie Belieferung mit Kohlen durch die Betriebe. Frankfurt a. W., 22. Aug. (LPD.) Bei der Belieferung mit Kohlen, die manche Betriebe für ihre Belegschaften vorzunehmen pflegen, haben sich gewisse Mißhelligkeiten h.-raus- gestellt, zu deren Behebung der Regierungspräsident in Wiesbaden im Einverständnis mit dem Treuhänder der Arbeit, der Deutschen Arbeitsfront und den Kohlenhandelsverbänden folgendes Verfahren empfohlen hat: 1. Betriebe, die seit dem 1. April 1933 keme Belegschaftslieferungen mehr vorgenommen haben, sollen diese nicht wieder einführen. 2. Betriebe, die bereits seit mindestens 5 Jahren ununterbrochen Belegschaftslieferungen getätigt haben, können diese beibehalten. Sie ollen aber hierbei den Kohlenplatzhandel beteiligen, soweit dies ohne Erhöhung der Kohlenprerse für die minderbemittelten Werksangehörigen Landkreis Gießen. <5 Staufenberg, 23.August. Die älteste Frau des Kirchspiels Kirchberg, Anna Marie Schmitt, kann am kommenden Sonntag, 25. August, in guter Gesundheit ihren 91. G e - burtstag begehen. Frau Schmitt wurde in Geilshausen geboren, zog aber schon im Alter von sechs Jahren mit ihren Eltern nach Lollar. Die Jubilarin erzählt heute noch gerne aus ihren Erinnerungen an die Mitte des vorigen Jahrhunderts und besonders an das Erlebnis des ersten Eisendahnzuges auf der Main-Weser-Bahn in der Nähe des Dorfes Ruttershausen, wo ihr Vater nach der Fertigstellung des Bahnbaues als Bahnwärter an- gestellt war. D Lollar, 22. Aug. Im Saal „Zur Linde" hielt am Mittwoch die Ortsgruppe Lollar der NSDAP, einen weiteren Schulungsabend ab, der einen starken Besuch, besonders seitens der Gliederungen, zu verzeichnen hatte. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung des Films „Die Heimat marfchiert". Zu Beginn er- teilte Ortsgruppenleiter Pg. P e t r a s ch dem Kreis- filmwart Pg. Heß das Wort zur Begrüßung der Besucher und zu einer kurzen Einführung in den Film. Die anschließende Vorführung mit ihren eindrucksvollen Aufnahmen verfehlte nicht ihre Wirkung auf die Zuschauer. Die beiden Filme „Frohe Fahrt in den deutschen Winter" und „Aus der Tiefe empor" — dieser letztere gibt einen interessanten Ueberblicf über die nationalsozialistische Aufbauarbeit — bildeten eine würdige Vervollständigung des Programms. In der üblichen Weise fand der Schulungsabend feinen Abschluß. Am Nachmittag hatte bereits eine Vorführung des Filmstreifens für die Schuljugend {tätigefunben. t Treis a. d. L d a., 21. Aug. Bürgermeister Kaspar Euler dahier konnte heute mit seiner Ehefrau Margarete, geborene Schaaf, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, ließ es sich nicht nehmen, dem Jubelpaar ein Ständchen zu bringen und ihm durch Örtsbauernführer Berghöfer die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen, wobei die hiesige Orts- kapelle einige Musikstücke zu Gehör brachte. * Kesselbach, 21. August. Am vorigen Sonntag wurde hier unter sportlicher Mitwirkung der Schwimmabteilung des Turnvereins 1846 Gießen Fall war. , v , > Hörnsheim, 22. Aug. Unsere Gemeinde beabsichtigt den Bau einer Badeanstalt im Kleebach. Die Gemeinde Hochelheim hat zugestimmt, die Kanalausmündung am Wehr der Uni« versttätsmühle 50 Meter abwärts zu verlegen, weil an dieser Stelle die Badeanstalt errichtet werden soll. Der Turnverein wird die Durchführung der Arbeiten in die Hand nehmen, aber auch die Gemeinde wird sich an den Arbeiten beteiligen. Es ist erfreulich, daß nunmehr auch hier diese notwendige Einrichtung geschaffen wird. Hörnsheim stellt für die jetzt erforderlichen Arbeiten der Erweiterung das Gelände unentgeltlich zur Verfügung. Die Gemeinde Hochelheim verzichtet darauf, daß auch in Hörnsheim die Wassermesser, die Hochelheim bereits hat, ebenfalls eingebaut werden. Die Gemeinden Hörnsheim und Hochelheim tragen die Kosten der neuen Quelle gemeinsam gemäß ihres Vertrages. I H o ch e l h e i m, 22. Aug. Dieser Tage fand die Verpachtung der Gemeindeländereien statt. Es wurden über 80 Grundstücke verpachtet. Die Nachfrage war recht gut, doch wurden die Preise der vorhergehenden Pachtperiode bedeutend unterboten. Der Durchschnittserlös pro Morgen betrug rund 29 RM. /der Durchschnittserlös der vorigen Pachtperiode nach der Pachtpreisermäßigung war rund 40 RM.). Obwohl die Gemeinde einen Pachtausfall von annähernd 600 RM. hat, wird es begrüßt, daß sich die Pachtpreise allmählich auf einer gesunden Basis zu den Richtpreisen des Reichsnährstandes hin bewegen. Diese gesunde Entwicklung ermöglicht es den Pächtern, daß die gepachteten Grundstücke eine Rente abwerfen, was bisher nicht der Sie wurde von einem in diesem Augenblick die Straße passierenden Auto erfaßt, überfahren und auf der Stelle getötet. $euer in Gau-Odernheim. Kein Wasser, da das Wasserrohr gesperrt war. LPD. Gau-Odernheim, 22. Aug. Die Scheunen des Landwirts Peter Körner und der Witwe Helene Scherer fielen einem Brand zum Opfer. Vieh und landwirtschaftliche Geräte konnten rechtzeitig gerettet werden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht festgestellt. Während des Drusches stand vlötzlich der Strohstock neben dem Bulldogg im Scyererschen Hofe in hellen Flammen, die rasch über den Stall auf die aus Holz gebaute Scheune von Landwirt Körner Übergriffen und innerhalb weniger Minuten auch die massive Scherersche Scheune einhüllten, so daß der rasch anrückenden heimischen Wehr, der alsbald die Nach- barwehren von Bechtolsheim, Gau-Köngernheim und die Alzeyer Motorspritze zu Hilfe eilten, nicht mehr viel zu retten übrig blieb. Dem unglücklichen Umstand, daß im Augenblick des Brandausbruchs kein Wasser vorhanden war — das Wasserrohr war wegen Reparaturen gesperrt ist es zuzuschreiben, daß das Feuer sich ungehindert ausbreiten konnte. Drei Wilddiebe festgenommen. LPD. Bürstadt, 22. Aug. Ein Einwohner aus Bürstadt, der erst am Samstag aus dem Zuchthaus entlassen worden war, begab sich mit zwei weiteren Bürstädter Einwohnern zur Frei- j agb. Da bereits in letzter Zeit mehrfach Wilderer Schüben in den Walbungen von Bürstadt verursacht hatten, war der Jagdschutz verschärft wor- den. So gelang es denn den Forst- und Polizeibeamten, morgens, als die drei Wilderer mit Stutzen, die sie mit Schalldämpfern versehen hatten, aus dem Wald traten, das Kleeblatt festzu- nehmen. Es handelt sich bei den Wilderern um dis drei Bürstädter Einwohner F. Held, K. Gotha und A. Wöhr. Sie wurden fest genommen, nach Darmstadt transportiert und dort in Unter» i suchungshaft genommen. Oie Hessen beim OT.-Tennisturnier. Bei dem vom 23. bis 25. August in Swinemünde tattfinbenben 8. DT.-Tennistumier, oerbunben mit Länoer-Turnier (vergangenes Jahr fand biefe turnerische Großveranstaltung in Bad-Nauheim statt), ist unser Gau XII (Hessen) durch die folgenden DT.-Tennisspieler vertreten: Frau E y e r und Turner Pfad von der Turngemeinde Bad-Nau- heim, und Frl. Weidemener und die Turner Neugebauer und T ü s ch e r (Kassel). Bei den Vorspielen zum DT.-Ländertennisturnier, die für die Gruppe West (Gaue: IX Westfalen, X Niederrhein, XI Mittelrhein, XII Hessen) am letzten Wochenende in Marburg zum Austrag kamen, hielt sich die obengenannte Hessen-Mannschaft ganz vorzüglich; sie schlug in der Vorrunde Niederrhein 4:3 und mußte sich in der Schlußrunde gegen Westfalen, das zuvor gleichfalls einen 4:3 - Sieg über Mittelrhein erzielt hatte, mit knapp 3:4 geschlagen bekennen. Besonders tapfer schlug sich Frau Eyer (Tgm. Bad-Nauheim), die sich als beste Frau des Marburger Turniers erwies und ihre sämtlichen Spiele gewann. Das schönste Spiel der Endrunde war das Männer-Doppel, das unsere hessischen Turner Neugebauer-Tüscher (Kassel) als Sieger sah. Auftakt zum Gaufest in Saarbrücken. Beim Saarbrücker Gaufest des Gaues Südwest im Reichsbund für Leibesübungen begannen am Donnerstag die sportlichen Wettbewerbe. Den Fünfkampf (volkstümlich) der Turner gewann mit 107 Punkten Wi11mann - Mtv. Ludwigshafen von Braun- Friedelsheim (89) und Frey- Mainz (88). Den Dreikampf der Unterstufe holte sich P. Bund- Tsv. IG. Ludwigshafen mit 53 Punkten vor Brochner - Eppstein und Kranz- Jahn Oggersheim mit je 52 Punkten. Gaufestsieger im Männerfloreti wurde überraschend Klöckner- Fechtklub Wiesbaden, nach Stichkampf über den Favoriten Schäfer (Offenbach.) Bei den Schwimmern gab es die ersten Entscheidungen. Minnich- Frankfurt gewann erwar- tungsgemäß die 200 Meter Brust der Männer, ebenso sein Klubkamered Witthauer die 400 Meter Kraul. Der 1. Frankfurter SE. holte sich die 4-mal-2OO-Meter-Staffel der Klasse I in 10:38 Min. sicher vor Jungdeutschland Darmstat (10:54,2 Minuten). Acht deutsche Rennwagen in Monza. Die deutsche Industrie bereitet eine groß angelegte Revanche für den Großen Preis von Deutschland vor. Am 8. September steht auf der Bahn voy Monza bei Mailand das Rennen um den Großen Preis von Italien zur Entscheidung an. In breitester Front greift Deutschland ein. Die Liste der Fabrikmeldungen für dieses Rennen ist geschlossen. Von den 18 eingeschriebenen Rennwagen stellt die deutsche Industrie nahezu die Hälfte, nämlich acht. Auto-Union und Mercedes-Benz sind je vierfach vertreten mit Stuck, Darzi, Rosemeyer, Pietsch, bzw. Earacciola, von Brauchitsch, Fagioli und Lang. Ein gleich starkes Aufgebot vertritt Jta- unser neues Schwimmbad eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Das im Tale neben dem Dorf geschaffene Bad besteht aus einem Schwimmerbecken in der Größe von 26X12 Meter und in einer Abteilung für Nichtschwimmer in der Größe von 6X12 Meter. Bei der Einweihungsfeier wies der Bürgermeister in einer Ansprache Darauf bin, daß diese neue schöne Einrichtung unseres Ortes nur möglich geworden fei durch die Machtübernahme Adolf Hitlers und den Geist des aufbauenden Nationalsozialismus. Begeisterte Sieg- Heil-Rufe auf den Führer und Reichskanzler waren Ausdruck des Dankes und Treugelöbnis zugleich. Sodann sprach der Gaureferent für das Schwimmen, Franz Sauer (Gießen), kurz über die Bedeutung des Schwimmens. Hierauf folgten die sportlichen Darbietungen der Gießener Schwimmer. * Lumda, 22. August. Das drei Jahre alte Töchterchen des Bergmanns Theiß erlitt bei einem unglücklichen Sturz einen Unterschenkel- bruch, der die Ueberfügrung des bedauernswerten Kindes nach Gießen in die Klinik erforderlich machte. OQ Ederstadt, 22. Aug. Gegenwärtig ist in unserer Gemarkung eine Bodenschätzungs- Kommission d e s Reiches tätig, um die Bonitierung unserer Gemarkung zum Zwecke der neuen Steuerbewertung vorzunehmen. In der Kommission wirkt auch unser Örtsbauernführer mit. — Die Grummeternte geht hier bei dem gegen« roärtig schönen Wetter rasch voran. Infolge der langen Trockenheit sind die Erträge der Wiesen leider gering, auf trockenen Wiesen lohnt sich kaum das Mähen. Unter diesen Umständen ist die Futterknappheit nach wie vor erheblich. ♦ Villingen, 22. August. Der 54 Jahre alte Aufseher Otto Steeg von hier verunglückte bei einem Sturz so erheblich, daß er mit einem Unterschenkelbruch nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 23. Aug. Am morgigen Samstag und am kommenden Sonntag findet hier ein Großflugtag statt. In Verbindung damit wird am Sonntag auf der „v. Tschammer-und-Osten- Kampfbahn" ein Fußballwettspiel ausgetragen. (Siehe heutige Anzeige.) befanden, ein RaubüberfaH verübt. Ein noch jugendlicher Radfahrer kam den beiden Damen auf dem Weg zwijchen Maunzenweiher und Goetheruhe entgegen, stellte fein Fahrrad plötzlich zwischen die Frauen und versuchte der einen die Handtasche zu entreißen. Da sich die Ueberfallene jedoch heftig wehrte, gelang es dem Täter nur, den Bügel der Tasche abzureißen, mit dem er dann auf feinem Fahrrad durch den Wald in Richtung Offenbach die Flucht ergriff. Der Offenbacher Kriminalpolizei gelang es inzwischen, den Täter, einen 15jährigen Jungen aus Offenbach, der bereits vor einiger Zeit Bekanntschaft mit der Polizei machte, zu fassen. Folgenschweres Spiel mit dem Flober. LPD. Frankfurt a. M., 22. Aug. In einem Lagerhaus am Westhafen spielte am Mittwochnachmittag ein 15 Jahre alter Junge mit einer Flobertbüchse. Plötzlich löste sich ein I Zur 4639D Herbstbestellung! Sämtlich. Sorten Kunstdünger billigst B. Trechsler StelflStr.73.Tel.3581 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Siebener Anzeiger •inzlgartige ■ IV| Hausmittel gegen ■ 1 Kopfschmerzen,Migräne d Nervenschmerzen, Unbe- hegen und Schmerzzusländo. Seit Jahrzehnten behauptet sich Girovanille dank seiner anerkannt rasdten und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich* für Herz und Magen. 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Die L-Mannschast, in der Tischler das Tor hütete, und in der u. a. M. und W. Hömke, Tege, Hammler, Spengler und Brasselmann mitwirkten, siegte mit 12:8 (6:5) über die X-Elf, in der u. a. Klingler, Berthold und Laqua stürmten, während der Aachener Kreuzberg das Tor hütete. Unentschieden 7:7 trennte sich eine weitere Kursisten-Mannschaft mit dem Nachwuchs des Gaues Brandenburg. Gute Nennungen zum WiesbadenerNeit- und Fahrtvrnier Das vorn 6. bis 8. September in Wiesbaden auf dem Turnierplatz „Unter den Eichen" veranstaltete Reit- und Fahrturnier hat für feine 26 Wettbewerbe zahlreiche Nennungen zu verzeichnen. Gemeldet haben u. a. die Kavallerieschule in Hannover, die Reit- und Fahrschule der Landespolizei Potsdam, die SA., die SS., die HI. und viele bekannte Privatställe Von ausländischen Reitern nehmen fünf Ofiziere der König!, holländischen Mi- litärreitschul- in Amersfort an den Dressurprüfungen und den Jagdspringen teil. Seit 1931 werden bei diesem Turnier erstmalig in Wiesbaden wieder Fahrprüfungen der verschiedensten Art abgehalten. 3um ersten Male Schlepp - Gternflug. Mit dem Segelflugzeug nach München. Auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld bei München findet am 25. August im Rahmen des „Münchener Festsommers" ein Großflugtag statt, der zum ersten Male einen Schlepp-Sternflug von Segelflugzeugen bringen wird. Von den verschiedensten Flughäfen Deutschlands werden die Segelflieger nach München kommen. Neben Schauflügen des deutschen Kunstflugmeisters Willi S t ö h r und der Europa-Kunstflugmeisterin Liesel Bach werden die Zuschauer auch Vorführungen der Luftwaffe sehen, und zwar eine Luftparade, Luftexerzieren, Luftkämpfe und Angrifte auf Erdsignale. Eine Fuchsjagd auf vier Freiballons sowie Geschwaderflüge von Großflugzeugen der Deutschen Lufthansa ergänzen das Programm. Kurze Gportnotizen. Zu einem Fünflanderkampf ftt der am 31. August und 1. September in Berlin vorgesehene Leichtachletik-Dierländerkampf durch das Dazukommen Japans geworden. Den Kampf bestreiten also jetzt Deutschland, Ungarn, Schweden, Italien und Japan. Die Japaner werden in der Hauptsache führt werden mußte. oo Hochelheim, 22. Aug. Bekanntlich be- 1 zieht unsere Gemeinde, ebenso wie Hörnsheim, ihr I Wasser von der Nachbargemeinde Niederkleen gegen eine jährliche Vergütung von 1100 ■ Mark. Es hat sich nun in den letzten Jahren, ins- 1 besondere auch in diesem Jahre, herausgestellt, daß ■ das Wasser nicht ausreicht, wodurch allerlei Unzu- < träalichkeiten zwischen den beteiligten Gemeinden 1 entstanden. Dieser Tage hat nun unter dem Vorsitz ; von Handrat Grillo in Hochelheim eine Sitzung stattgesunden, an der Bürgermeister Ohly und Stützpunktleiter Mack (Niederkleen), Bürgermeister D o l k und stellv. Stützpunktleiter Schwarz (Hörnsheim), Bürgermeister Z ö r b und Stützpunktleiter Mehl (Hochelheim) sowie Baumeister F l e n- ber (Wetzlar) teilnahmen. Die Beratung hatte das Ergebnis, daß eine für alle beteiligten Gemeinden befriedigende Lösung gefunden wurde. Die Zuteilung einer neuen Quelle zur Sicherstellung der Wasserversorgung der Gemeinden wurde für notwendig erachtet. Die Vorarbeiten hierzu sollen ofort ausgenommen werden. Die won Niederkleen gelieferte Wassermenge soll in Zukunft durch einen Wassermesser laufen, der im Hochbehälter zu Hochelheim eingebaut wird. Der mit der Gemeinde Niederkleen getroffene Vertrag soll geändert werden. Die an Niederkleen zu zahlende Vergütung soll ermäßigt werden, 1 Pfennig je Kubikmeter wurde für angemessen gehalten. Die Gemeinde Herren- Sporthemden in allen erdenklichen Farben mit festen Stäb chen kragen — aus farbigem Kretonne, Ou sehr strapazierfähig ... M» aus Mako-Pope- QQfl flQfi line oder Krepp- stoff...... y i» aus Charmeuse- flQR flfifl Seide, allerbeste höü KÜU Verarbeitung.. V V M.G.GRODE Gießen, Frankfurter Straße 4795A | Maßanfertigung v. Oberhemden Io. Sporthemden besonders billig durch ihre bei den Studenten-Weltspielen in Budapest so erfolgreichen Athleten vertreten. Da auch alle anderen Nationen mit erster Besetzung kommen, wird dieser Kampf in der Geschichte der internationalen Leichtathletik einen besonderen Platz einnehmen. Die japanischen Leichtathleten trugen in Prag einen inofsiziellen Leichtathletikkampf gegen die Tschechei ans. Bor 8000 Zuschauern siegten die Japaner knapp mit 64:62 Punkten. Die Leistungen blieben wegen schlechter Bahnverhältnisse durchweg in mäßigen Grenzen. . Zum GroßenPreis der Schweiz wurde am Donnerstag im Bremgartenwalt bei Bern erstmals offiziell trainiert. Mercedes wartete mit ausgezeichneten Leistungen auf. Faaioli fuhr in 2:47,6 Minuten eine der schnellsten Runden; er erzielte einen Stundendurchschnitt von 146,4 Kilometer- Stunden. Ueberraschend war, daß die Mercedes- Wagen eine neue, tiefere Karosserie hatten, die eine bessere Straßenlage gewährleistet. Fagiolis Zeit ist übrigens ein neuer Bahnrekord. Lovelocks Meilenrekord von 4:12 Min. wurde jetzt von dem erst 20 Jahre alten Engländer Robert Graham eingestellt. Der Engländer durchlief in Glasgow diese Strecke in der gleichen Zeit, wie der als Olympia-Favorit geltende Neuseeländer. Die 90-Stundenfahrt Lüttich-Rom- Lüttich wurde in der Nacht zum Donnerstag in Lüttich gestartet. Unter den rund 30 Automobilisten, die sich auf den 4500 Kilometer langen Weg machten, befinden sich auch fünf deutsche Fahrer. Die Rangliste der deutschen Schwimmvereine zeigt nach den deutschen Meisterschaften bei den Männern Magdeburg 96 vor Bremischer SB. und Waspo Stettin, bei den Frauen „Nixe" Charlottenburg vor Düsfeldorf 98 und Spandau 04 an der Spitze. Mit einem japanischen Siege von 36:27 Punkten ging in Tokio der Schwimm-Länd erkämpf Japan — USA. zu Ende. Neben dem 400- Meter-Kraul-Weltrekord im toten Rennen zwischen Medica und Negami gab es noch einen Weltrekord der Japaner in der 4X200-Meter-Kraulstaffel in 8:52,2 Minuten und einen Landesrekord im 100- Meter-Brustschwimmen durch Koike in 1:13,6 Min. Einen neuen Europarekord schwamm km Budapester Kaiserbad der bekannte ungarische Kraulschwimmer Csik mit 57,8 Sekunden für 100 Weter. Er verbesserte damit den von dem Deutschen Fischer (Bremen) am 17. März 1935 in Düsseldorf aufgestellten Rekord von 58,2 Sekunden. Große Strafkammer Gießen. Die Große Strafkammer Gießen begab sich am gestrigen Donnerstag, 22. August, nach Bad-Nauheim, um dort unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Walter Müller, den Hauptangeklagten, aus Bad-Nauheim, sowie gegen 18 weitere junge Männer, zum Teil noch in jugendlichem Alter, wegen widernatürlicher Unzucht zu verhandeln. Angeklagt waren außer Müller noch sechs Leute im Alter von 19 bis 40 Jahren, die sämtlich aus Bad-Nauheim stammen, sieben junge Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren, sämtlich aus Friedberg, je ein junger Mann in den zwanziger Jahren aus Langenhain, aus Rödgen bei Bad-Nauheim, aus Wickstadt und zwei Leute aus Nieder-Weisel. Nach der Verhandlung, die den ganzen Tag über andauerte, fällte das Gericht gegen 23 Uhr folgendes Urteil: Der Hauptangeklagte Müller erhielt 4 Jahre Gefängnis, zwei Angeklagte erhielten je 1 Jahr Gefängnis, ein Angeklagter 10 Monate, ein anderer 9 Monate, ein weiterer 7 Monate, zwei Angeklagte je 6 Monate, drei Angeklagte je 5 Monate Gefängnis und drei Angeklagte je 4 Monate Gefängnis. Den Verurteilten wurde ein Teil der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Gegen fünf Angeklagte wurde das Verfahren auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 eingestellt, da sie zur Zeit der Tat noch jugendlich waren und daher eine höhere Strafe als 6 Monate Gefängnis nicht zu erwarten hatten. Bei dem Hauptangeklagten Müller handelt es sich um einen Transveftiden, der zu feinen strafbaren Handlungen Frauenkleider benutzte; diese Kleidungsstücke wurden eingezogen. _________ „... bloß nicht am Detektor wackeln!" Ans des Rundfunks Kindertagen. — Merkwürdigkeiten zwischen Sender, Antenne und Lautsprecher. Berichtet von Hermann Oembeck. Copyright by Verlag Presse-Tagesdienst, Berlin W 35. VI. Das Krokodilgebiß im Fernseher Auf der Funkausstellung sehen wir wieder fern — und diesmal schon mit Hilfe von Empfangsgeräten, die bald in manchem Hause stehen werden, in welchem die Ausgabe von ein paar tausend Mark für die großen und etwas weniger für die kleineren Geräte auch heute keine so wesentliche Rolle spielt. Tag für 1 Tag oder richtiger: Abend für Abend spricht die Schauspielerin Ursel P. aus der Abtast- kabine im Reichspostzentralamt die Worte von Vorträgen in den Aether, der auf ultrakurzen Wellen gleichzeitig ihr Bild und ihre Stimme hinausträgt. Und den Fernsehübertragungen der verschiedenen Filme kommt bereits erhebliche Bedeutung zu, das „Fernkino" ist in gewissen Grenzen bereits da. Aber noch vor knapp 15 Jahren gab es Männer der Technik und Wissenschaft, die „von der neuen Spielerei" nichts gehalten haben, während die „Väter des Fernsehens", Nipkow, Braun, Karolus, Schroeter und deren Helfer bereits auf Verwirklichung kommender Bildübertragungen unbeirrt hinarbeiteten. Die weitestblickenden Tech- nicker allerdings glaubten nicht daran, daß der Fernseher so bald schon Wirklichkeit werden würde. So sagte ein bekannter Wissenschaftler noch im Jahre 1921 anläßlich eines Vortrages zu seinen Hörern: „Aus Amerika hört man von Zeit zy Zeit, daß es dem Professor Soundso gelungen sei, das Erlebnis des Augenblicks drahtlos zu übertragen. Daß man Apparate erfinden kann, die die sich auf der Straße abspielenden Vorgänge in einer entfernten Stadt sichtbar machen, scheint mir eine Utopie zu sein, um deutlicher zu werden, eine glatte Unmöglichkeit. Das Verfahren der Fernphotographie allerdings wird vielleicht mit der Zeit zu weitgehender Anwendung kommen. Man wird sich zum Geburtstag ober aus Anlaß großer Feste statt wie bisher Ansichtskarten Photographien telegraphisch einander zusenden. Steckbriefe mit den Bildern von Verbrechern werden dann über d' rght übermittelt werden, und aus der An- sic irte von heute wird das Ansichtstelegramm der Zukunft werden!" Stürmisch ging die Entwicklung mit der Nip- kowschen Scheibe und dem Braunschen Rohr zum Fernseher von heute vor sich, die letzten fünf Jahre brachten schlagartig immer neue Verbesserungen. Fing man damals mit Bildchen an, die aus 24 Zeilen mit insgesamt 600 Bildpunkten bestanden und nur wenig größer an Umfang waren als eine Spielkarte, überträgt man heute in 300 Zeilen eine Million Bildpunkte. Die heute ferngesehenen Bilder sind im Raster feiner als ein in allerkleinste Punkte aufgelöstes Bild in einer illustrierten Zeitung. Photographisch festhalten kann man allerdings die einzelnen Phasen der so übertragenen Fernbilder nicht mit aller Schärfe, denn keine Kamera vermag so kleine Belichtungsmomente der photographischen Platte ausreichend wahrnehmbar zu machen, dagegen nimmt das menschliche Auge das Jneinanderfließen der Bilder als eine fortlaufende Bewegung wahr. Sonderbare Dinge. Sonderbare Dinge geschahen in den Anfangslagen des drahtlosen Fernsehens. Zunächst machte man bei Telefunken Versuche derart, daß Sender und Empfänger auf einer mechanischen Welle ober Achse gekuppelt waren, um so die genaue Synchronisierung bes Laufs zu erreichen. Die Funktechniker, bie sich mit ber „Spielerei bes Fernsehens" nicht näher befaßten, sprachen boshafterweise von einem „Gleichwellen-Fernseher", womit sie auf ben bamals auffommenben Gleichwellen-Funk anspielten. Merkwürbige Effekte erlebten bie Professoren Karolus und Schroeter bei den Versuchen mit den ersten getrennten Sende- und Empfangsanlagen. Karolus hatte bie Gewohnheit, kurzer- hanb bas Bilb einer von ihm in ber Hanb gehaltenen Kneifzange vor bas „Auge" des Senders zu bringen. Im Empfängerbild erschienen die geraden Linien ber Zangenschenkel jeboch zunächst meist zickzackartig verzerrt, das Ganze hatte roemger mit einer einfachen Kneifzanae als mit einem drohenb aufgesperrten Krokodilrachen Aehnlichkeit. Deshalb bezeichneten die Fernseh-Techniker derartige Uebertragungen als „Krokodil- Effekt". Wenn die Zange auf- und zugeklappt wurde, sah es so aus, wie wenn ein KrokKnlgebiß feine furchtbaren Zähne zeigt... Ein anderer heute mit Lächeln betrachteter Vorgang war das „Lachkabinett" im Fernseher- bilb. Erschien ein Mädchenkopf zunächst einigermaßen einwandfrei, so teilte sich das Bild plötzlich in vier bis acht durcheinanderwirbelnde Madchen- gesichter, dann wieder war der eine Kopf allein da, und so ging es in lustigem Spiel fort. Die Ursache des „Zerrspiegels" war ein plötzliches Ungenauwerden des Gleichlaufes zwischen Sender und Empfänger. Später hatten die Fernsehtechniker wiederholt Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen, schreibt uns: Die Deutsche Kurzschrift und das Maschinenschreiben sind zwei Gebiete, die untrennbar zusammengehören; ohne Kurzschrift kein Maschinenschreiben und ohne Maschinenschreiben keine Kurzschrift. Wäre dem Handlungsgehilfen damit gedient, wenn er nur die Kurzschrift beherrschen würde, aber nicht in der Lage wäre, ein Stenogramm auf der Schreibmaschine zu übersetzen, ober wäre ihm vielleicht damit gebient, daß er die Schreibmaschine zu meistern vermag, während er anderseits noch nicht einmal ein Stenogramm aufnehmen kann? Den hohen Werl, den die Deutsche Kurzschrift und das Maschinenschreiben in unserer Zett besitzt, sehen wir am besten in der Praxis. Wie sollten Presse, Behörden, Industrie, Handel und Gewerbe und bie vielen Privatleute ohne Kurzschrift und Maschinenschreiben ihre Arbeit bewältigen? Die Deutsche Kurzschrift unb das Maschinenschreiben sind zwei Faktoren, ohne die unser Wirtschaftsleben nicht denkbar sind. Es sei hierbei besonders erwähnt, daß die Deutsche Kurzschrift, als die allein zuständige Kurzschrift für das ganze Deutsche Reichsgebiet, dem Nationalsozialismus zu verdanken ist. Nach Schaffung der Einheits-Kurzschrist wurde immer und immer wieder versucht, andere Systeme einzuführen und damit wieder die Zersplitterung herbeizuführen. Es ist als ein großes Verdienst des Reichsministers des Innern Dr. Frick anzuerkennen, daß er im Jahre 933 der Deutschen Kurzschrift die Einheit gab. Die Deutsche Kurzschrift. Es würde zu weit führen, alle die Berufe anzuführen, bie sich heute ber Kurzschrift bebienen. Wir möchten uns lebiglich darauf beschränken, einige Berufe zu nennen, in denen die Kenntnis der Kurzschrift vorausgesetzt wird. Die Beamten des Reiches, der Städte und ber Gemeinden haben eine gewisse schnellschriftliche Fertigkeit nachzuweisen, der Student muß bei dem Examen seine Kenntnisse in der Kurzschrift nachweisen, auch der Kaufmannslehrling hat sich bei der Kaufmanns-Gehilfenprü- fung einer Prüfung in ber Deutschen Kurzschrift zu unterziehen. Gerabe für den Handlungsgehilfen ist bie Kenntnis ber Deutschen Kurzschrift so wichtig wie bas tägliche Brot. Leiber stehen viele Arbeits- fameraben noch auf bem Sttnbpunkt, daß sie die Kurzschrift immer noch lernen können, wenn sie einmal dafür Verwendung hätten. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß die Kurzschrift keine Kleinigkeit im Erlernen darstellt unb daß man sie auch keineswegs von heute auf morgen lernen kann. Kurzschrift kennen ist nicht schwer, aber Kurzschrift können, sie so anzuwenden, wie sie im Wirtschaftsleben gebraucht wird, 180, 200, 240 Silben in der Minute, das sind Leistungen, die Zeit, Ausdauer unb Willenskraft erforbern. Der Stellenvermittler sagt: „Kurzschrift unb Maschinenschreiben muß jeder junge Berufskamerad beherrschen, sonst Gelegenheit, einem anderen unerwünschten Effekt während der Uebertragungen nachzuspüren: Mit. ten im Bilde erschienen Fäden unb Knäuel, bie sich regelrecht „aufzuwickeln" begannen. Es dauerte aber nicht sehr lange, da hatten die Techniker auch die Ursache dieses uns heute lächerlich erscheinenden, die Physiker und Techniker damals aber lange är. gernben Vorganges herausgefunden und zu be. fettigen gewußt. „Ihr Bruch wird immer größer!" Die deutschen Bildfunk-Techniker hatten für Te. lefunfen eine Empfangsstation auf der kleinen, dein Hafen von Rio de Janeiro vorgelagerten Insel ein. gerichtet. Eine halbe Woche lang klappte es mit den Uebertragungen nicht besonders, und bie draht, los von Rio nach Nauen gefunkten Empfangs« beftätigungen fielen dementsprechend „kühl" aus, obgleich da unten von Schatten überhaupt nicht zu reden war. Die den Sender in Nauen bedienen« den Ingenieure glaubten jeboch, die Empfangs« Techniker feien daran schuld und übertrugen kurzerhand boshaft einen Teil eines in einer mebi« zwischen Zeitschrift erschienenen Inserat-Textes, in dem besonders bie Worte heroorstachen: „Ihr Bruch wird immer größer!" Prompt lief daraufhin in Nauen der Funkspruch aus Rio ein: „Empfang war diesmal ausgezeichnet, Sie scheinen gegen den Bruch ein Heilmittel gefunden zu haben!" kann ich ihn nicht vermitteln!" Alle Volksgenossen, die mit dem Schreibgerät zu tun haben, unb auch alle Schüler unb Schülerinnen, die einmal in biejen Beruf eintreten wollen, sollten es als ihre Pflicht betrachten, diesen unentbehrlichen Helfer der Schreibarbeit, die Deutsche Kurzschrift, so schnell als möglich zu erlernen, sich darin zu vervollkommnen, daß sie wirklich als Fachkräfte angesprochen werden können. Mit einer Durchschnittsleistung von 100 bis 120 Silben ist es nicht getan. Höchstleistungen wer« den verlangt und müssen geschafft werden. Maschinenschreiben. Im allgemeinen herrscht das Vorurteil, daß man das Maschinenschreiben nicht zu erlernen braucht. Diese Meinung ist jedoch vollkommen falsch. Jede Arbeit erfordert Lehrzeit, auch die kleinste Arbeit, die zu verrichten ist, erfordert eine Anleitung. So« bald irgend eine Arbeit von einem ungelernten Ar. beiter verrichtet wird, sagt man mit Recht, daß die Arbeit unsachgemäß ausgeführt worden sei, daß hier wieder ein Laie am Werk war. Genau so verhält es sich bei dem Maschinenschreiber. Es ist nicht damit getan, daß man sich an eine Schreibmaschine setzt und nun Zeichen um Zeichen erst sucht, um es auf das Papier zu bringen. Es ist schließlich sonderbar, wenn man 10 Finger besitzt unb nur mit zwei Fingern bie Arbeit bewältigen will. Für einen Schalterbeamten ist es boch beschä- menb, wenn er auf der Schreibmaschine irgend eine Bescheinigung auszustellen hat unb nun verzweifelt auf ber Schreibmaschine herumsucht, wo bie betreff fenben Zeichen liegen, währenb anbere Arbeits- fameraben ihre Zeit nutzlos burch langes Warten verbringen müssen. Jebe Arbeit erforbert ihren Meister, unb darum sollten auch alle Arbeitskameraden danach streben, ihrer Arbeit als Meister vorzustehen, ihre Arbeit zu meistern. Der Tipper ist sich wohl nicht klar, daß er sich durch sein ungelerntes Arbeiten selbst schädigt. Für einen Maschinenschreiber, der Tag für Tag bie Maschinen zu bebienen hat, bebeutet es eine unverhältnismäßig hohe Belastung ber Nervenkraft, bauernb ben Wech- sei zwischen Manuskript unb Maschine vornehmen zu müssen. Auch sind solche Schreiber durch Heber» spannung ber Augen in vielen Fällen gezwungen, eine Brille zu tragen. Jeder Arbeiter soll seine Ar- beit aber so verrichten können, daß es nicht auf Kosten seiner Gesundheit unb auch nicht auf Kosten seiner Leistungsfähigkeit geht. Unb wie steht es mit bem wirklichen Können des Maschinenschreibers? Der Schreiber hat seine Maschine zu bedienen gelernt, jeder Hebei unb jebe Taste sinb ihm vertraut. Er arbeitet mit zehn Fingern, legt beibe Hänbe in bie bafür bezeichnete Lage unb nun beginnt er, bie Augen aus bie Vorlage gerichtet, die Maschine vollkommen blind zu meistern. Mühelos verrichtet er seine Arbeit und - unermüdlich ist er in ber Ausdauer, da ja die gesamte Arbeit auf zehn Finger verteilt ist. Das Ablesen des Stenogramms ist Aufgabe der Augen. So nennen wir dieses Schreiben mit Recht eine Kunst: die Kunst des Zehn-Finger- Blindschreibens. Deutsche Kurzschrist unb Maschinenschreiben. Grummetgras - Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 26., und Dienstag, den 27. August 1935, soll das Grummetgras von ben städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: Montag, den 26. August 1935, 9.00 Uhr (Restauration „Zur Stadt Lich", Licher Straße 59) von den Wiesen im Neustädter Feld, bem Schlachthof, Hohleiche unb auf ber Insel, von ben Wiesen in ber Schwarzlach in 7 Abteilungen, von ben Wiesen an ber Throm- schen Fabrik, von einer Wiese hinter ber Kläranlage, von ben Wiesen am Weiher, am Ohle- berg, im Heegstrauch, unb am Allen Steinbacher Weg. 14.00 Uhr (Zusammenkunft in ber Restauration „Liebigshöhe") von ben Wiesen im Wiesecktal unb an ber Eselswiese. Dienstag, den 27. August 1935. 8.30 Uhr (Zusammenkunft an Ort unb Stelle) an ber Anneröber Straße, von ben Wiesen am Altentisch unb Utersbrunnen, anschliehenb an ber Rödgener Straße von ben Ochsenwiesen unb ben Wiesen im Stolzenmorgen. 11.00 Uhr (Zusammenkunft an Ort unb Stelle) von ben Wiesen bes Gas- unb Wasserwerks in den Gemarkungen Rödgen unb Großen- Buseck. 4786C Steigliebhaber, welche bie Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an ben stäbtischen Wiesenmeister Klos, Vückingstraste 4, roenben. Gießen, ben 20. August 1935. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Ata Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen/Schulstraße 7 Gewinnauszug 5. Klasse 45. Preußisch-Süddeutsche (27L Preuh.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr ____________Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 13. Ziehungstag 22. August 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu lOOOOO M. 333173 4 Gewinne zu 5000 M. 326334 334113 6 Gewinpe zu 3000 M. 20055 122106 128619 18 Gewinne zu 2000 M. 51828 67968 104857 120841 221553 241550 258543 276844 382148 86 Gewinne zu 856 151937 196695 237588 282360 339641 135529 176596 227186 263468 306304 377165 187152 231012 266290 318511 384329 1000 M. 160473 224306 296008 20419 35371 45029 70326 82006 89644 10316 15701 26389 40548 59925 77219 86956 99002 10592 17585 28681 41608 64817 81346 87931 100423 111530 118650 132867 137333 156065 169487 175019 215146 233917 246375 262570 276938 286289 292912 306650 324423 342589 351860 360584 380992 393906 19417 34946 42588 69177 81488 88584 101118 112192 118992 133146 140578 156227 169683 179064 215433 235778 247288 263997 280641 286510 296714 306783 330237 343239 352052 366500 381199 394992 103743 113724 122175 136284 141550 160934 171761 185478 215652 240753 252134 267342 282732 290413 301798 312041 341013 348415 353296 369759 390572 13887 22089 38129 51710 74655 84350 92181 104813 114038 126524 136606 148584 165591 173813 188650 218465 243100 252228 271848 283037 291002 302050 315869 341945 348844 353371 376234 391798 7352 14481 24622 38955 57549 74736 85687 93960 158901 213536 250330 302752 352470 107291 114214 127159 136706 150330 168437 174529 194342 218880 245231 253260 274339 285517 292009 305519 316774 342010 349964 359510 377448 393404 151919 195599 235510 272007 324598 389484 103189 113408 119744 135533 140670 160195 170693 182831 215527 238744 251323 266326 282587 288109 299886 311059 337253 348236 352177 367205 383791 399291 13758 21785 36262 51463 74445 83379 90571 156775 205144 238396 291750 343215 19436 20208 30124 77432 172912 179755 197855 249401 270100 270430 320877 326797 336968 48 Gewinne zu 138452 157817 214791 214888 291157 294837 375624 398529 86 Gewinne zu 500 M. 1673 7106 18556 32625 42455 50319 86496 92040 125625 133343 iuO118 362 Gewinne zu 300 M 12546 13369 ----- ' 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 144256 216547 244079 314590 382312 117936 172164 224229 283289 327303 143577 208785 243678 305645 376258 121281 180765 240460 284761 328809 134143 203618 241712 302682 364174 162563 220236 257943 321660 352618 358464 52 Gewinne zu 95697 99323 182511 216141 297631 317299 357108 373201 2 Gewinne zu 300000 M. 257169 4 Gewinne zu 5000 M. 52750 108399 28 Gewinne zu 2000 M. 71786 73692 90143 138429 183774 191841 191846 288757 303217 348571 370793 389890 1000 M. 32163 59415 64085 90368 100832 124444 125559 181010 238838 244725 258195. 278939 319785 330438 333126 335569 387487 396766 84 Gewinne zu 500 M. 11207 12446 34737 37249 38809 50163 50782 54056 68037 83668 91001 109390 113068 ------ ------ ---- " ------ 334 Gewinne zu 300 M. 2227 3200 3441 7877 8095 8448 11526 15290 16300 16570 16833 18805 19487 23467 27277 28141 28874 31458 32592 34332 35386 40481 44895 46483 48222 49346 51977 57008 57491 58691 59054 62221 65677 68885 69421 72744 73111 80626 82191 82501 85818 89533 92312 95834 97699 98501 98667 102198 107100 109382 110476 110702 111789 112957 113699 115472 116909 118380 119307 119653 120586 120604 124197 127896 130313 131225 132127 133677 134225 139540 142312 146137 149473 149561 156627 163206 165200 165249 165440 166839 170006 176801 177222 177751 180071 186324 187134 190422 192751 197399 199472 203561 204373 207086 209593 209777 212579 215156 216463 219791 226863 228455 229012 230030 235294 238489 240564 244531 247217 247744 250250 252768 254566 258542 263799 271114 271735 272399 275333 280172 283180 284187 287410 295377 296073 299881 304240 308945 310021 315146 315496 315856 320862 322098 329975 333641 337600 341906 342227 342740 342861 345378 345896 345990 349868 352589 353289 355125 355879 358240 359114 359701 364965 367545 373175 373975 383644 383838 387280 387922 389366 390500 390614 394263 394738 396704 398543 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Gewinne zu fe 1000000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 4 zu je 30000, 10 zu je 20000, 56 zu se 10000, 86 zu je 5000, 244 -u je 3000, 536 zu je 2000, 1656 zu ie 1000, 2688 zu |e 500, 10716 zu se 300 Mk. Geschmackvoll Vornehm Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache Persönlich bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten schnell und zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Für die Ferien an der See! Norüeroog Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer. Von P.F. Weckmann-Wittenburg. Einführender Tert von Professor Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunst drucdtafeln. „Der Deutsche Bengt Berg" wird Weckmann-Wittenburg genannt. Hier hat er seine intimsten Erlebnisse mit den vielfältigen gefiederten Bewohnern der einsamen Bogel« hallig in unübertrefflichen Bildfolgen mit der Kamera festgehallen. — Preis gebunden Reichsmark 4,-. Kerlentage auf Sylt Don Margarete Bote. Mit 20 Abbildungen nach Zeich» nungen von Helene Barges. Ein frohes Ferienbüchlein für alle, die auf der wunder- reichen Dnsel Sylt Erholung und Freude suchen. 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