185. Jahrgang Eichener Anzeiger Nr. 169 Erster Via« 185. Jahrgang Dienstag, 25. M1955 Sonntags* Inb*g.iertag» JHF f A < G Annahme °on Anzeigen /3L*a**A**am ibl^AA-X^^** H-imattm Bild Dt° Scholl, ■ WMt ■ 41 ■ K Wv Vi y 41 | 4T 41 IT «rundvreneiürlmmtzöhe Ä& UiIIl fti llv I ZR lllr lllr I Ä :'S ICzlVllVIlVl vlllivmvi ÄSX“ Auch bei Nichterscheinen W M W W ~ V V M W H W ▼ schwieriger Satz 25°/„ mehr von einzelnen Nummern H > ÄgF „ infolge höherer Gewalt ErmShtgle Grundpreise: MZM General-Anzeiger für Oberhesfen WZ grantfurt am Main 11686 Druck unv Verlag: vrühl'sche UniverfttatrSuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schnlftrahe 7 mengcn^btofü^sta^B Frankreich und England über die Einberufung des Völkerbundsrats einig. In Paris rechnet man mit dem Nichtzustandekommen eines einstimmigen Beschlusses, worauf Italien freie Hand gegen Abessinien haben würde. Europäische Pflicht. Von Dr. Hans von Ma ottti. Geradezu zwangsläufig kreist die europäische Debatte immer wieder um das Problem, von dessen positiver oder negativer Gestaltung der Fortschritt Europas zum nicht geringsten Teil abhängt: um das Verhältnis Deutschland — Frankreich. Alle Bemühungen um eine bessere zwischenstaatliche Ordnung der Völker, um einen befreienden Weg aus der unheilvollen Welt der Diktate, so notwendig und nützlich sie sind, — am Ende verstärken sie nur die Frage, welche Rolle inmitten dieses Prozesses der Selbstbesinnung der Völker die Macht zu übernehmen gedenkt, die an den verwirrten und gefährlichen Zuständen der Nachkriegszeit die Hauptverantwortung trägt. Wird das Gewicht ihrer geistigen und materiellen Kräfte in die Waagschale gerechten Friedens und ehrlichen Ausgleichs fallen, in Erkenntnis ihrer wahren Aufgabe und europäischen Pflicht? Oder wird sie weiter eine Konsequenz im Negativen beweisen, die allmählich auch im Urteil ihrer Freunde als verhängnisvoll erscheint? Kein Zweifel: der jahrelang jenseits des Rheins zur Schau getragene Glaube, daß die europäischen Probleme mit den Mitteln einseitiger Diktat- und Machtansprüche für alle Zeit bestens gelöst seien, gilt nicht mehr unbedingt. Man ist immerhin schon bereit, eine Lösung mit Deutschland zu erörtern, nachdem die Lösung gegen Deutschland sich als verhängnisvoller Wahn erwiesen hat. Und wenn der französische Regierungschef im Hinblick auf die deutsche Verständigungsbereitschaft das deutsch-französische Verhältnis auf die Formel gebracht hat, daß die „Aussprache noch offen geblieben sei", so ist diese Kennzeichnung des Standes der gegenseitigen Beziehungen jedenfalls zutreffender und nützlicher als der Versuch, jedes deutsche Verständigungsangebot als Zeichen einer beunruhigenden deutschen „Aktivität" zu deuten, der gegenüber Mißtrauen und Ablehnung die einzig gebotene Pflicht Frankreichs fei. Für seinen Teil wenigstens scheint Laval einen fühlbaren Zwang zur Auseinandersetzung zu spüren, eine Art Gegenverpflichtung in einer Frage, die sich immer mehr als europäische Belastung erwiesen hat. Tatsächlich hat sich seit der Rede Lavals vor den Senatsausschüssen ein deutsch-französisches Gespräch entwickelt, das zu verfolgen nicht uninteressant und auch nicht unwichtig ist. Die deutsche Position in diesem Gespräch ist vom Führer und Reichskanzler mehr als einmal klar und eindeutig umrissen worden. Nach der Bereinigung der Saarfrage ist nach deutscher Auffassung jede Reibungssläche zwischen Frankreich und Deutschland aus der Welt geschafft, und es ist nicht einzusehen, was nun einer Derständigungsmöglichkeit noch im Wege steht, deren Wichtigkeit innerhalb der allgemeinen Bemühungen.um Frieden und Sicherheit auch nach französischer Auffassung nicht mehr gut übersehen werden kann. Von den Hemmungen, die einer klaren Stellungnahme Frankreichs aus der labilen und zu Ueberraschungen neigenden Lage der französischen Innenpolitik erwachsen, soll hier nicht die Rede sein, wenngleich dieser Umstand immer in Rechnung gestellt werden muß. (In dies Gebiet scheinen uns auch die letzten Aeußerungen des französischen Präsidenten Lebrun zu gehören.) Dagegen ist es geboten, zu einer Anzahl von Auslassungen namhafter französischer Politiker und Publizisten Stellung zu nehmen, die sich in der letzten Zeit bemühten, sowohl die französische Position wie auch Charakter und Bedeutung eines deutsch-französischen Gesprächs näher festzulegen. Der Gesamteindruck ist alles andere als ermuti- ?,end und zeugt nur wieder einmal mehr für die ranzösifche Fähigkeit, Tatbestände zu komplizieren und zu verwirren, die ihrer wirklichen Natur nach wesentlich einfacher sind. Was ist natürlicher als der Gedanke, auf dem Wege des schrittweisen Vorgehens und durch Inangriffnahme begrenzter, klar übersehbarer Probleme das Endziel der allgemeinen Verständigung und Sicherheit Europas zu erreichen? Was naheliegender als der Wille, um dieses Zieles willen nun endlich auch das deutsch-französische Problem in Angriff zu nehmen, Verständigung und Verstehen walten zu lassen zwischen den zwei großen Nachbarvölkern? Erwächst nicht gerade benachbarten Völkern in besonderem Maße die Pflicht, durch den Ausgleich ihrer Interessen Europa einen Dienst zu erweisen, und gibt ks nicht ermutigend und anspornend wirkende Vorbilder, wie der heutige Stand des in Versailles mit einer ungeheuren Negativität bedachten deutschpolnischen Verhältnisses? Warum also kein direktes Gespräch? Hören wir die seltsame Antwort Wladimir d'Ormessons im Temps: „Es gibt für Frankreich kein direktes Gespräch, keinen zweiseitigen Ausgleich, denn zwischen Frankreich und Deutschland liegt Europa!" Der Senator de Iouvenel hat diesen Gedanken wenig später im „Excelsior" aufgegriffen und in weniger pointierter, dafür umso deutlicherer Form so fortgeführt: „Frankreich ist durch ein Netz von Pakten gebunden. Frankreich kann nur als Bevollmächtigter verhandeln. Wenn sie auch dem Anschein nach zweiseitig bleiben würde, würde jede Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich sich in Wirklichkeit zwischen Deutschland und Europa abspielen. Darin liegt die Schwierigkeit, aber gleichzeitig auch die Tragweite." Aehnliche Argumentationen ließen sich noch mehr aufführen, so, wenn z. B. in der „Revue de Paris" Jacques C h a st e n e t die Rolle Frankreichs als die des „Wächters der europäischen Ordnung" bezeichnet; aber es genügt auch so. Man erkennt: England seht seine Vermittlung fort. Noch keine Entscheidung in der Waffenausfuhr? London, 22. Juli. (DNB.) Das britische Kabinett befaßte sich am Montag mit der abessinischen Frage. Es verlautet, daß Großbritannien seine Bemühungen, auf diplomatischem Wege eine Lösung zu erzielen, fortsetzen werde, und zwar über die Botschaften in Rom und Paris. Man scheint sich entschlossen zu haben, zunächst einmal die beiden streitenden Parteien zu bewegen, ihren Standpunkt vor dem Völkerbund a u s e i n a n d e r z u - setzen, um dann weiter zu sehen, was geschehen könne. Mehrere Blätter melden, daß das Kabinett beschlossen habe, die Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Abessinien nicht zu behindern. Demgegenüber berichtet „Times", die Minister hätten entdeckt, daß die Frage der Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Abessinien und Italien von technischen Schwierigkeiten wimmele. Voraussichtlich würden er st andere Mächte zu Rate gezogen werden, bevor eine endgültige Entscheidung falle. Es handele sich nicht nur um die Frage der Ausfuhrgenehmigungen, sondern auch um die Frage der Durchfuhr von Waffen durch britisches Gebiet. „Morning Post" meint, in allgemeiner Beziehung seien gestern keine neuen Beschlüsse gefaßt worden. Es werde darauf hingewiesen, daß der Augenblick dazu noch nicht gekommen sei. Die diplomatischen Erörterungen zwischen London, Paris und Rom seien noch immer im Gange, hätten allerdings noch keine Ergebnisse gezeitigt. „Times" schreibt, die Minister erwarteten jetzt mit mehr Zuversicht, daß Frankreich beim Zusammentritt des Völkerbundsrates bereit sei, England bei seinen Bemühungen um eine friedliche Regelung des italienisch-abessinischen Streitfalles an die Seite zu treten. Die Minister nähmen an, daß Laval sich ebenso wie sie selbst klar darüber sein werde, daß keine Verträge mehr als sicher betrachtet werden könnten, wenn zugelassen werde, daß sich die jetzige Lage zu einem Krieg entwickele. Sie hofften nach wie vor, daß der Krieg durch kollektives Vorgehen vermieden werden könne. Die Minister seien überzeugt, daß beim Zusammentritt des Völkerbundsrates der ganze Streitfall behandelt werden müsse, und daß kein Versuch gemacht werden dürfe, die Frage auf den Zwischenfall von Ual-Ual zu beschränken. Ein englischer General will Abessinien eine Brigade zur Aerfügung steilen. Durban, 23. Juli (DNB. Funkspruch.) Brigadegeneral R o y st o n hat in einem Brief an den Natal Mercury bekannt gegeben, daß er beabsichtige, dem Kaiser von Abessinien seine Frankreich setzt dem Appell zur Verständigung seine „europäische Pflicht" entgegen! Welcher Art ist diese Pflicht und warum schließt sie ein zweiseitiges Gespräch für eine Seite aus, die doch s o n st für Separatabkommen durchaus zu haben ist? Die Beweisführung d'Ormefsons und de Jouvenels in diesen Punkten hält weder der Kritik stand, noch gereicht sie Politikern zur Ehre, die Anspruch auf Ernsthaftigkeit erheben. Beide können sich auch heute noch nichts anderes Dorftellen, als daß Deutschland einen Ausgleich mit Frankreich sucht, um desto leichter über andere Völker herfallen zu können! Von dieser angesichts der klar erwiesenen deutschen Friedenspolitik ebenso beleidigenden wie willkürlichen Unterstellung aus ist es dann natürlich bequem, die Ablehnung des deutschen Derständigungswillens als verdienstliches Werk, ja als europäische Pflicht zu proklamieren. Das ist aber nicht mehr Politik, sondern einfach Unwahrheit! Was ist die angeblich gebotene Rücksichtnahme auf die durch einen deutsch-französischen Ausgleich bedrohten Interessen anderer Länder anderes als die zeitgemäß abgewandelte Form der alten französischen Hegemonie- und Dormachtpolitik? Die These, daß zwischen Deutschland und Frankreich ein des französischen Schutzes bedürftiges Europa liegt, ist ein Wortspiel, viel mehr allerdings eine A n - m a ß u n g , die heute doppelt erstaunlich wirkt, zumal sie andererseits den Gedanken nahelegt, daß hier aus Mangel an Courage Europa gewaltsam als Deckung für die Schwäche der eigenen Position vorgeschoben wird. Von Herrn d'Ormesson sollte man wahrlich mehr erwarten dürfen als Wortspiele, die mit den natürlichen Gegebenheiten nicht in Einklang zu bringen sind. Welches sind denn die Ergebnisse dieser französischen Vormachtspolitik? Unsicherheit und Unruhe gerade in den Ländern, die das bevorzugte Objekt des französischen „Schutzes" abgeben, ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die kaum noch zu tragenden Rüstungslasten, die Hineinzwängung Dienste zur Verfügung zu stellen. Er wolle eine Brigade a u f ft e 11 e n und „in diesem ungerechten Kriege am Kampfe teilnehmen". Der General ist 7 5 Jahre alt. Er hat an den südafrikanischen Kriegen von 1878 bis 79 und 1899 bis 1902 teilgenommen. Die rettende Formel. Wird Italien sich der Prozedur in Genf unterziehen? Paris, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die gestrige Unterredung des englischen Botschafters Sir George Clerk mit dem Ministerpräsidenten Laval hat insofern eine Entscheidung herbeige- führt, als Frankreich der englischen Forderung nach baldmöglichster Einberufung des Völkerbundrates zur Regelung des italienisch- abessinifchen Streitfalles z u st i m m t und beide Mächte angesichts der geringen Aussichten zu einer friedlichen Lösung die Anwendung von Artikel 15 des Völkerbundspaktes anregen, der Italien nach dreimonatiger Frist die Möglichkeit geben würde, rechtmäßig mit Abessinien Krieg zu führen, ohne den Bestand des Völkerbundes zu gefährden. Diese Verlegenheitslösung ist gewählt worden, um schwere internationale Verwicklungen zu vermeiden, die man vor allem in Paris von einem etwaigen Austritt Italiens und möglicherweise auch Englands aus dem Völkerbund befürchtet. Man erwartet den Zusammentritt des Völkerbundsrates für Ende dieses oder spätestens Anfang nächsten Monats. Ob Italien sich auf ein solches Verfahren, das fein militärisches Vorgehen in Abessinien verzögern müßte, e i n l a s s e n wird, ist die große Sorge der französischen Öffentlichkeit. In gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß die fran- Ma iland, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Laut „Stampa" beschäftigen sich alle arabischen Blätter ausführlich mit dem angeblich von England mit größter Eile in Angriff genommenen Versuch, die ganze arabische Welt im abessinischen Streitfall auf seine Seite zu ziehen. Es wird gemeldet, daß die Engländer in fernen und hedschas, in Palästina, in Irans- jordanien, im Irak und natürlich auch in Aegypten in dieser Richtung eifrig tätig seien. Die Zeitung „Aram" habe eine auch von anderen ägyptischen Blättern wiedergegebene Notiz in gefährliche Bindungen und widernatürliche Bündnisse mit der bolschewistischen Macht, die Abschnürung ihrer natürlichen Ausgleichstendenzen, das alles sind nicht Symptome einer Politik der Rücksichtnahme und des Schutzes, vielmehr die zwangsläufigen Auswirkungen einer selbstsüchtigen Machtpolitik, die die Lebensnotwendigkeiten anderer unter die eigenen Zielsetzungen unterordnet, ja — wie im Falle der Beistandspakte mit der Sowjetunion — die Sicherheit der Schutzbefohlenen mit kalter Ueberlegung der Gefährdung aussetzt. Nicht der subjektive Anspruch, sondern das objektive Ergebnis entscheidet über den Wert jeder politischen Methodik. Das Ergebnis der französischen Kollektivitätspolitik zeichnet sich immer deutlicher ab in dem Aufbegehren der Mitglieder und Freunde des französischen Staatenblocks gegen eine Politik, die unter der Maske der europäischen Verantwortung in Wahrheit nur den Unfrieden verewigen will, unfähig oder nicht gewillt, ein neues europäisches Gemeingefühl zu entwickeln. Paradoxe Situation! Die französische Politik, angeblich allein beseelt von dem hohen Ideal der Kollektivität, endet bei der Verschärfung der Gegensätze, bei gefährlichen, Unfrieden stiftenden Fronten- und Blockbildungen. Die deutsche Politik, ausaehend von der vorurteilslosen Berücksichtigung Der Lebensnotwendigkeiten aller Staaten schafft die Bausteine herbei für eine echte, durch keine exklusiven Blockbildungen beengte und begrenzte Gemeinschaft der Völker. Was folgt daraus? Die Erkenntnis, daß wirkliche Entspannung und Befriedung Europas im Sinne einer wahren Kollektivität immer nur das Endziel fein kann. Die bittere Erfahrung der friedlosen Nachkriegspolitik lehrt, daß das Kriterium wirklich kollektiver Gesinnung nicht borf gesucht werden kann, wo die französische Politik es jucht und behauptet. Ein weitgespannter Rahmen, der alle Probleme auf einmal einbezieht, ist noch lange keine von gesamteuropäischer Verant- zöfische Regierung in Rom mit allem Nachdruck dafür eintreten werde. Doch dürfte man erst in einigen Tagen klarer sehen. „Oeuvre" weist darauf hin, daß Italien in der letzten Zeit mit neuen Forderungen auf- trete. Nicht genug mit Zugeständnissen, die Frankreich bisher bewegt habe, verlange Italien jetzt sogar eine materielle und finanzielle Unter st ützung, die schwer durchführbar sei, zumal immer noch die Antwort auf Frankreichs Gegenforderung, d. h. einer Einladung an den südslawischen Ministerpräsidenten nach Rom ausstehe. Das Blatt macht ferner darauf aufmerksam, daß die italienische Eigenliebe im Verlaufe der langjährigen Völkerbundsratsverhandlungen zur Anwendung von Artikel 15 mehr als einmal a u f eine harte Probe gestellt werden könnte, weil in jedem Augenblick d i e ö f - fentliche Meinung der Welt gegen Italien aufbegehren könnte, denn es fei klar, daß Italiens Sache, welche politische Gründe man auch für seine Expansion in Abessinien anführen möchte, vom Standpunkt der internationalen Moral sehr zweifelhaft dastehe. Daß man nicht etwa d i e gleiche Ueberraschung erleben werde w i e beim Austritt Japans wegen der mandschurischen Angelegenheit, dafür würden, so meint das „Oeuvre" d i e Großmächte schon sorgen, d. h. sie würden sich so einigen, daß keine Einstimmigkeit zustande komme, so daß Italien und Abessinien rechtlich ihre Handlungsfreiheit wiedererlangen könnten. Frankreich und England hätten die Hoffnung aufgegeben, die italienischen Pläne zu verhindern. Der etwaige Austritt Italiens aus dem Völkerbund würde Frankreich in eine sehr gefährliche Lage bringen. Sir Georg Clerk und Laval hätten nach einem Mittel gesucht, d i e ä u - ßerst gefährlichen Rückwirkungen des italienisch-abessinischen Konfliktes möglichst zu mildern. Auch „Echo de Paris" begrüßt die Anwendung des Völkerbundpaktes als einzigen Ausweg aus der Sackgasse und erwartet, daß Italien sich diesem Verfahren anschließe. veröffentlicht, wonach zwischen London und I b - Saud, dem wahabitenkönig, ein Abkommen über die Lösung der Eisenbahnfrage hedschas—Medina und über Grenzregelungen abgeschlossen worden sein soll. England habe auch mit dem Emir A b - dulla von Transjordanien Fühlung aufgenommen, womit die scharfen, gegen Italien gerichteten Erklärungen des Emir nach Meinung des italienischen Blattes im Zusammenhang stehen. Abdulla habe erklärt, daß Abessinien der Beschützer des Islam in seiner Enlstehungszeil gewesen sei, er wundere sich, daß Rom, die Mutter roortung getragene Position, die von Frankreich immer wieder befürwortete Allgemeinheit des Ausgangspunktes hat im Gegenteil nur Verwirrung und neue Gegensätze geschaffen und eher Sie Kulisse für die Verfolgung von Sonder- interessen begrenzter Gruppenbiloungen auf Kosten dritter abgegeben. Entscheidend für wirklich kollektive Gesinnung und Verantwortung ist vielmehr die durch entsprechende Taten bewiesene Entschlossenheit, unter allen Umständen eine Haltung einzunehmen, die mit dem Endziel des allgemeinen Friedens jederzeit in Einklang zu bringen ist. Nicht Formeln und Programme find der Ausweis für europäische Verantwortung, sondern der G e i st und die Tat. D'Ormessons These: zwischen Frankreich und Deutschland liegt Europa, ist ein typisches Produkt des auch heute noch die Schicht der französischen Politiker und Publizisten beherrschenden Geistes. In ihrem Kern bedeutet sie nichts anderes als eine Verkennung der wirklichen Pflichten der Zeit, zugleich aber auch eine Flucht aus der Verantwortung. Hier wird nichts weniger als eine nochmalige freiwillige Anerkennung des durch die Diktate geschaffenen Status verlangt. Nach dieser Anerkennung, so meint Herr d'Ör- messon, steht einer Verständigung nichts im Wege. Uebersieht er wirklich, daß Frankreichs Mandat, das zu fordern, längst erloschen ist? Glaubt er gestorbene Grundsätze noch einmal lebendig machen zu können, den Wahn einseitiger Diktatansprüche als eine europäische Pflicht in eine neue Zeit retten zu können? Europa zwischen Frankreich und Deutschland? — Die Aussprache ist in der Tat offen geblieben. Ihre Fortführung wird aus den Bezirken derer kommen müssen, die wissen, daß nicht Europa, sondern „nur" ei n e künstliche Welt des Hasses und Mißtrauens zwei friedensuchende Nachbarvölker auseinanderhält. Italienische Blätter melden Fühlungnahme Englands. Devisenschiebung katholischer Missionare sondern um e und des Geschäf- nimmt ständig zu. Es melden sich Angehörige aller in Abessinien lebenden Nassen- und Religionsbekenntnisse. Italienische Meldungen über Gegensätze zwischen den beiden Hauptreligionen Abessiniens, dem Christentum und dem Islam scheinen widerlegt zu sein. Der Kaiser feiert am 23. Juli seinen 42. Geburtstag. In Anbetracht der politischen Lage wurden in diesem Jahre die üblichen großen Festlichkeiten abgesagt. Es findet nur em Empfang d e r ausländischen Diplomaten und eine Abendveranstaltung statt. Die Parlamentsrede des Kaisers hat im ganzen Lande lebhaftesten Widerhall heroorgerufen. Ständig treffen Glückwunschtelegramme ein. Das amerikanische Rote Kreuz hat der abessinischen Re- gierung für den Kriegsfall seine Unter- stützung zugesagt, da Abessinien nunmehr Mitglied der Genfer Konvention ist. Hohe Zuchthausstrafen. Berlin, 22.3uli. Vom Berliner Schnellfchöf. fengerlcht wurden zwei leitende Geistliche des Ordens der „Missionare vom heiligsten herzen 3efuw wegen Devisenverbrechens zu Zuchthausstrafen verurteilt. Der 52jährige Prokurator Martin Utsch wurde zu vier 3ahren Zuchthaus und 75 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der 47jährige provinzial- obere Rudolf IÖ Hm f en erhielt drei 3ahreZuchthaus und 20 000 Mark Geldstrafe. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf 3ahre abgesprochen. Die unter Umgehung der Devisenbestimmungen im Auslande angekauften 33 000 Dollarbonds wurden elngezogen und ferner die Einziehung eines Derkerfahbetrages von 38 5 0 0 Mark unter Mithaftung der „Missionsgesellschaft vom heiligsten Herzen 3esu" angeordnet. Das Holz als Rohstoff. Einheitliche Forst- und Holzbewirtschafiung durch das Reichsforstamt. KriegsbegeisterunainAordiialien Mailand, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die entschiedenen Erklärungen Mussolinis haben in den Städten Norditaliens große Begeisterung unter der Bevölkerung ausgelöst. In allen Straßen Mailands, auf den Straßenbahnen, in den Kaffeehäusern, überall wurde die Lage lebhaft erörtert. In Mailand kam es zu Demonstrationszügen, die sich durch die Straßen zum D o m • Platz bewegten. Dort hatte sich abends eine große Menschenmenge angesammelt, die in Hoch-Rufen auf den Duce und in Italienisch-japanische Spannung. Eine erneute Erklärung Botschafter Sugimuras vermag den EntrüstungS- liurm der italienischen presse nicht zu beschwichtigen. Rom, 22. Juli. (DJIB.) Agenzia Stefani meldet: Der japanische Botschafter 5 u g i m u r a hat einem Vertreter der „Tribuna" erklärt: „3ch bestätige in allen Punkten die Erklärungen, die ich dem Staatschef Mussolini gegenüber gemacht habe. Das, was ich vorgetragen habe, deckt sich mit den Gedankengängen der kaiserlich japanischen Regierung. Dafür verpfände ich 3hnen mein Dort als Botschafter." Der Botschafter fügte hinzu, daß 3apan in Abessinien gewisse wirtschaftliche 3nteressen zu schützen habe und daß es im kommenden Dezember in Addis Abeba eine Gesandtschaft einrichten werde. Schließlich versicherte er erneut, daß 3apan in Abessinien keine politischen Interessen habe. * Die italienische Presse hält sich ungeachtet dieser Erklärung an Die ganz anders lautenden Meldungen aus Tokio über die japanische Haltung und geht mit den schärfsten Angriffen gegen Japan ins Gefecht. Die plötzliche „Verbrüderung Japans und Abessiniens" wird als „Bündnis der farbigen Rassen gegen die weiße Kultur" dargestellt. Diese Auffassung kommt bildlich in einer Karikatur des „Lavoro F a s c i st a" zum Ausdruck, auf der ein japanischer vollbewaffneter Soldat zu sehen ist, der mit offenen Armen auf einen abessinischen Krieger mit Schild und Speer zueilt. Das halbamtliche „G i o r n a l e d ' I t a l i a" schreibt, daß „angesichts einer kriegerischen Kundgebung der Gelben", wie sie die neue Haltung Tokios darstelle, alle weißen verpflichtet seien, dieser Tatsache alle Aufmerksamkeit zu schenken. Japan sei das letzte Land, das berechtigt sei, von Frieden, von der Gerechtigkeit und von der Verteidigung der Völkerrechte zu sprechen. Japan versuchte jetzt, auf billige Weise sich ein billiges P r e st i g e unter ollen farbigen Rassen Asiens und Afrikas zu erkennen. Nach Anbruch der Nacht wurde der Himmel klar, und der „Krieg" nahm feinen Fortgang. lieber die Ergebnisse der ersten Nacht der Luftübungen wird erst näheres bekannt werden, wenn die Unparteiischen ihre Berichte erstattet und verglichen haben. Lloyd Georges Antwort an die Regierung. London, 22. Juli. (DNB.) Die Stellungnahme der Regierung auf die Vorschläge Lloyd Georges hat diesen zu einer Gegenantwort veranlaßt, die einer Kriegserklärung an die Regierung gleichkommt. Lloyd George erklärt, daß er sein Programm zur Grundlage des nächsten Wahlkampfes machen werde. Er würde Kandidaten auffteilen, die für sein Programm kämpfen werden. Weiter habe er die Absicht, sich mit der Gruppe „Freiheit und Demokratie" zusammenzuschließen, zu der Lord Allen of Hurtwood, Mr. Harold M a c M i H a n und andere Persönlichkeiten gehören. Die Antwort der Regierung bezeichnet Lloyd George als gänzlich unzureichend. Es sei genügend Geld vorhanden, um seine Arbeitsbe- schaffungspläne durchzuführen. Die Regierung wage es auch nicht, zu behaupten, daß feine Pläne grundsätzlich falsch seien, sondern bezeichne sie nur als z u r o ß z ü g i g oder behaupte, daß sie schon durchführe, was er vorschlage. Mit besonderer Schärfe wendet sich Lloyd George sodann gegen die Ablehnung seiner Landpiirtschaftspläne, die höheren Zollschutz und höhere Preise für die Landwirtschaft vorsehen. Die Regierung habe sich hier auf die schlimmsten Freihandelsgrundsätze festgelegt. Schmährufen gegen den Negus von Abessinien ihren Gefühlen Ausdruck gab. Die Musikkapellen der Gast- und Kaffeehäuser spielten R e - volutions- und Kriegslieder. In den Theatern kam es verschiedentlich zu Kundgebungen unter Absingen der Giooinezza. Auch die Marseillaise war verschiedentlich zu hören, womit man anscheinend d i e italienisch - französische Verbundenheit besonders zum Ausdruck bringen wollte. Aus Genua werden ebenfalls Volks- anfammlungen gemeldet, sowie Umzüge durch die mit Fahnen und bunten Lampen geschmückten Straßen. Eine Mellierunasoperaiion. Der italienische Landwirtschaftsminister über Italiens Recht auf koloniale Ausdehnung. Paris, 23. Juli (DNB. Funkspruch). „Die italienische Arbeiterklasse steht begeistert hinter Mussolinis Abessinien-Plänen", so erklärte Landwirtschaftsminister R o s s o n i dem Sonderberichterstatter des „Echo de Paris". Rom und ganz Italien werde von der Angliederung Abessiniens Vorteil haben, in erster Linie aber die Arbeiterklasse. Von einer abessinischen Arbeiterklasse könne keine Rede sein. In Abessinien gebe es nur ein rückständiges Volk, das nicht den zehnten Teil seines Gebietes besetzt halte, während die Italiener in ihren Grenzen erstickten. Eine neue Verteilung sei also logisch, gerecht, menschlich und notwendig. Eine koloniale Ausdehnung sei im übrigen kein Krieg, sondern eine „Nivellierungs-Operation". Solange die Welt bestehe, habe sich ähnliches abgespielt. „Echo de Paris" setzt sich warm für Italiens Kolonialpolitik ein, weil Frankreich auf diese Weise Gelegenheit geboten werde, seine Freundschaft mit Italien dauerhaft zu gestalten. Italien setzt die Lira-Golddeckung herab. R ° m, 22. Juli. (DNB.) „Gazzetta Ufficiale" ver- öffentlich! ein Dekret, in dem die Bestimmungen des Artikels 4 Absatz 1 des Währungsgesetzes von 1927 vorübergehend außer Kraft gefetzt werden. Der angeführte Absatz setzt die Golddeckung der Lira auf 40 v. H. fest. Es handelt sich also um eine außergewöhnliche Senkung dieser gesetzlich festgelegten Golddeckung, über deren Ausmaß in dem Dekret nichts gesagt wird. Begründet wird diese Maßnahme mit der Notwendigkeit und Dringlichkeit, Zahlungsmittel „außergewöhnlichen Charakters" nach dem Auslande bereitzustellen. Berlin, 22. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat in einem Erlaß an- geordnet, daß die Angelegenheiten der Hol z- wirtschaft sowie des Wildbrethandels einschließlich der Ein- und Ausfuhr von lebendem Wild aus dem Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf das Reichsforst amt übergehen. Nach dem Gesetz über die preußische Landesforstverwaltung und der Gründung des Reichsforstamtes ist diese Maßnahme ein weiterer Schritt auf dem Wege zur Einheit und Eigenständigkeit der deutschen Forst- und Holzwirtfchaft. In Zukunft soll nun das Rohstoffgebiet der Holz- und Forstwirtschaft nach einheitlichen Grundsätzen in handelspolitischer und marktregelnder Beziehung behandelt werden. lieber die Bedeutung dieser neuen Regelung machte Generalforstmeister von Keudell der Presse nähere Ausführungen. Die Bedeutung der deutschen Holzwirtschaft, so sagte er u. a., sei in letzter Zeit außerordentlich gestiegen durch den Fortschritt unserer technischen Entwicklung und den erhöhten Bedarf unserer Wirtschaft, wie auch durch unsere Handels- und deoisenpolitische Lage. Es müsse unser Ziel sein, die Holzeinfuhr auf das allernotwendig st e Maß z u beschränken. Dazu gehöre die reftiofe und zweckmäßigste Verteilung der Holzerzeugung unserer deutschen Forsten. Nur die Hälfte unserer Holzerzeugung bestehe aus Nutzholz, während über 25 Millionen Festmeter als Brennholz für die Zwecke des Haus- und Jndustriebrandes benutzt würden. Der Rohstoff Holz sei jedoch in seiner stofflichen Zusammensetzung viel zu wertvoll, als daß er über ein bestimmtes > Auch der Mitangeklagte Provinzial W i l m s e n, i der Nachfolaer Jansens, will an die Gesetzmäßig- j feit der Geschäfte geglaubt haben. Er besitze keine [ finanztechnische Vorbildung und habe auch keinerlei ! Interesse für derartige Dinge. Der Anklagevertreter erklärte dazu, wenn i der Angeklagte Utsch tatsächlich, wie er behauptet, i an die Legalität des Geschäftes geglaubt hätte, so i brauchte er sich später nicht wie ein unredlicher : Kaufmann zu verhalten. Er hätte dann die einzel- i nen Beträge ordnungsgemäß verbuchen können, und er brauchte Dann nicht seine Hand da- . zu zu geben, daß ein Teil der Belege vernichtet wurde. Ein Vertreter der Hofius-Bank hat von Utsch Quittungen über die nach Holland gegangenen Beträge verlangt, diese Quittungen aber nicht erhalten. Stattdessen wurden z u r ü ck d a - tierte Schecks ausgestellt, und zu feiner persönlichen Sicherung hat sich Utsch in einer Gegen- qmttung bescheinigen lassen, daß diese Schecks nur zuBeleg zwecken gegeben wurden. Das alles weise anscheinend darauf hin, daß es dem Angeklagten darauf angekommen sei, Geschäfte zu tätigen, die verborgen bleiben mußten. Damit et erwiesen, daß Utsch gemeinschaftlich mit Pater Jansen und Dr. Hofius an der Verschiebung der 52 000 Mark nach Holland und an dem unzulässigen Erwerb der Dollarbonds in Holland in ool- ler Kenntnis des strafbaren Charakters feiner Handlungen mitgewirkt habe. Es erscheine keineswegs glaubhaft, wenn W i l m f e n erkläre, die Geschäfte nicht durchschaut zu haben, vielmehr müsse er auch im Sinne der Anklage als ü b e r f ü h r t gelten. Die den Angeklagten zur Last fallenden Handlungen ständen auf einer Stufe mit Landesverrat. Bei Erlaß des ersten Devisengesetzes 1931 wurde der Ernst der Lag» dadurch zum Ausdruck Verzinsung des Holland-Darlehens des Ordens verwendet. Der Pater Utsch, der als Prokurator für die finanzielle Verwaltung der norddeutschen Provinz des Ordens „Missionare vom heiligsten Herzen Jesu" verantwortlich war, erklärte, die Missionsgesellschaft habe zwei große Missionsgebiete zu betreuen. Das eine liege in den ehemaligen deutschen Südseekolonien Neu-Pommern und Neu« Mecklenburg mit dem Hauptstützpunkt in Rabaul, ein zweites Missionsgebiet liege in China. Der Gesellschaft flössen Mittel aus der Arbeit der Missionare, aus Geschenken und Meßspenden zu. Durch die Devisensperre hätten sich allmählich erhebliche Summen angesammelt und dem damaligen Provinzial Jansen, der inzwischen nach Rom berufen worden ist, habe viel daran gelegen, diese Gelder zu sichern. Pater Jansen sei dann mit Dr. Hofius in Berührung gekommen, der 3 um Ankauf von Dollar bonds in Holland geraten habe. Im Orden habe man gegen diese Geschäfte keine Bedenken gehabt, weil Dr. Hofius auf alle Fragen stets erklärt habe, es geschehe alles gesetzmäßig und es werde in Deutschland kein Sperrkonto errichtet. Der Hauptpunkt der Anklage bezog sich auf das 1932 über 200 000 französische Franken abgeschlossene Darlehensge.schäft mit der französischen Nachbarprovinz des Ordens. 165 000 Franken von diesem Darlehen flössen unmittelbar an die Missionsniederlassung der norddeutschen Ordensprovinz in Rabaul (Südsee) und weitere 25000 Franken an d ie Generalverwaltung in Rom; nur der Rest von 10 000 Franken kam der norddeutschen Ordensprovinz zugute, die als Darlehensnehmerin jedoch für den ganzen Betrag von 200000 Franken zu haften hatte. Die Anklage sieht den Verstoß gegen die Devisenbestimmungen in dem Verbringen der Teilbeträge nach Rabaul und Rom. Es blieb aber nicht bei dieser Kapitalverschiebung, sondern Utsch erschlich sich nach der Anklage auch noch die Genehmigung zur Zinszahlung in Höhe von 8220 Franken, wobei er wohlweislich verschwieg, daß nur ein gerin« fler Teil des zu verzinsenden Darlehens nach Deutschland geflossen war. Auch in diesem Verfahren spielt der bekannte „Wirtschaftdbera- ter" der Orden, Dr. H o f i u s , eine peinliche Rolle. Er kaufte für den Orden nominal 28 000 Dollarbonds in Holland auf. Der Gegenwert in Höhe von 52 661,15 Mark wurde dem Guthaben des Ordens bei der Universum-Bank in Berlin entnommen und über d i e holländische Grenze geschafft. Weiter geht es um die Beteiligung an der neu zu gründenden Universum- Bank in Amsterdam. Als Wilmsen Ende 1932 in Öen Aufsichtsrat der Universum-Bank eintrat, erklärte er sich bereit, 5000 Gulden Aktien zu über- nehmen und der Mitangeklagte Utsch überwies den Gegenwert in Höhe von 8500 Mark an die Ber- jincr Niederlassung der Bank. Der in Holland be- stndliche B e sitz des Ordens wurde der Reichsbank überhaupt nicht angezeigt und ots daraus fließenden Zinsen widerrechtlich zur des Christentums. sich gegen ein christliches Land gemeinsam bis zum letzten Bluts- Land wende. Die arabische Presse betone, daß sich tropfen verteidigen würden. Der -Zustrom die Araber England anvertrauen könnten. — D?n 5 r_eJ ro H1 i g e n für das abessinische ^Heer zu schaffen. Es nehme, nicht ohne sich dabei schwer zu täuschen, an, daß der italienischen Politik in Ostafrika durch eine englische Intervention oder durch die des Völkerbundes Einhalt geboten oder daß sie auf ein anderes Gleis gebracht werden könnte. Es halte offenbar den Augenblick für gekommen, sich mit Lärm hervorzutun, um b e n Verdienst dieses angenommenen italienischen Stellungswechsels einzustecken und sich dadurch eine moralische Stellung zu schaffen, die morgen dazu benützt würde, ehrgeizige Pläne gegen d i e gleichen englischen Interessen und die gleichen Prinzipien des Völkerbundes durchzusetzen, über die sich Japan schon seit drei Jahren hinwegsetze. — „L a o o r o Fascista" schildert ebenso leidenschaftlich erregt das Programm der augenblicklichen japanischen Politik: „Unterjochung der weißen Rassen unter die gelben, Unterwerfung der westlichen Kultur unter eine japanische Vorherrschaft". Einen Keil des Mißtrauens in den englisch-französisch-italienischen Block zu treiben, sei heute das Ziel Japans, um das europäische Zusammengehen zu schwächen. — „Gazzetta del Popolo" schreibt u. a., ausgerechnet Japan ergreife die Partei Abessinien gegen Italien, Japan, das seine Hand gegen die Chinesen, ein Volk von unstreitig hoher Zivilisation, ausstrecke. Bei diesen antiitalienischen Ergüssen Japans handele es sich nicht um eine sentimentale Angelegenheit, ' ' Eifersucht der Rasse _ _ ^fc|uyvt|. t e s. Italien lasse sich durch das Geschrei und die Drohungen weder entwaffnen noch aushalten. — „Stampa" sagt, es gebe keinen Vergleich zwischen der japanischen Handlungsweise in China und der ttalienischen Aktion in Abessinien. Dort handele es sich um die vielleicht älteste menschliche Kultur, hier um einen Hausen barbarischer und sklavenhändlerischer Stämme. Glaube England vielleicht, auch in Japan einen nützlichen Verbündeten für Sanktionen des Völkerbundes finden zu können? Durch und mit Italien könne das alte Europa feine Vorrangstellung bewahren und die weiße Rasse ihre Errungenschaften vertiefen. — „Cor- riere della Sera" schreibt, auch das „japanische Toben" lasse das italienische Volk vollkommen ruhig und furchtlos. Die Angelegenheit habe für Italien lediglich ben Wert einer Epi - f o b e, soweit sie sich auf bie inneren Beziehungen zwischen ber Regierung von Tokio und ihren biplo- matischen Vertretern im Auslanbe beziehe. Aber sie eröffne neue Ausblicke, inbem sie einen sehr ernften Präzebenzfall bafür schaffe, baß von nun an jebe Regierung bie Pflicht habe, ben Erklärungen, bie von japanischen Diplomaten gemacht werben, zu mißtrauen. Der japanische Imperialismus gehe zu einem groß angelegten A n griff nicht nur gegen Italien, fonbern gegen bie ganze w ei ß e Zivilisation über. Der gelben Gefahr müsse eine Einheitsfront ber weißen Zivilisation entgegengestellt werden. notwendiges Maß hinaus der Verwertung im Ofen preisgegeben werden dürfe. Diese Erkenntnis habe unsere Chemie und Technik veranlaßt, gerade den minderwertigen Holzmengen besondere Beachtung zu schenken. Es werden in Zukunft große Mengen Brennholz unserer Treib st offwirtschaft Angeführt werden. Auch die Versorgung unserer Nutzfahrzeuge mit geeignetem Tankholz spielt eine große Rolle. Noch bedeutungsvoller aber ist die Versorgung unserer Zellstoff- und Papierfabriken in erweitertem Umfange aus ben seitherigen Brennholzposten. Dabei wirb bie Faserstoffchemie für bie Fabrikation von Gespin st fasern in fteigenbem Maße auf ben Rohstoff Holz zurückgreifen können. Auch bie chemische Verwanblung bes Holzes über bie Holzverzuckerung in Alkohol unb Futterhefe wirb einen neuen Faktor in ber Versorgung unserer Wirtschaft barstellen. Alle biefe Entwicklungsmöglichkeiten müssen bereits jetzt bei Handels« politischen Entscheidungen beachtet werden. Die Holzerzeugung der gesamten deutschen Forstwirtschaft erreicht im Jahre einen Wert von 900 Millionen Mark, der aber durch die Veredelung eine Wertsteigerung auf 4 bis 5 Milliarden Mark erführt. Der deutsche Wald könnte bereits heute ben größten Teil bes Holzbedarfes selbst erzeugen, wenn ber nicht» staatliche Walb in ben letzten hunbert Jahren auf ber gleichen wirtschaftlichen unb for st wirtschaftlichen Höhe gehalten worben wäre wie ber Staatswalb. Ein Reichs» f o r st g e f e tz soll auch alle nichtstaatlichen Wälber im Sinne ihrer volkswirtschaftlichen Aufgaben erfassen. Jeder Mann, den man auf dem Lande beschäftige, bedeute für einen Mann mehr Arbeit in der Industrie. Nie Glaubenskampfe in Irland. London, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Belfast herrschte am Montag verhältnismäßige Ruhe Das Begräbnis eines weiteren Opfers ber von unsichtbaren Schützen abgefeuerten Schüsse verlief ohne Zwischenfälle. Am späten Abend würbe aber ein 19jähriges Mädchen von einer Kugel ins Bein getrof- f e n. Seit bem 12. Juli sinb 121 Verhaftungen vorgenommen worben, bavon in 8 Fällen wegen unbefugten Gebrauches von Schußwaffen. Die zahlreichen Branbstiftungen unb sonstigen währenb ber Unruhen angerichteten Schüben haben bazu geführt, baß bisher nicht weniger als 4 5 0 Schabensersatzforderungen bei ber Oe- meinbeverwaltung von Belfast angemelbet worben sinb. Inzwischen bauern bie „Vergeltungsmaßnahmen" im irischen F r e i ft a a t für bie „Terrorisierung ber katholischen Minberheit" durch bie Protestanten in Belfast an. In Kilmallocki in ber Grafschaft Limerick würbe eine protest a n ti sch e Gemeinbekirche n i e b e r gebrannt. Außerbem werben „leichtere" Fälle ge- melbet, wie ein Revolveranschlag auf eine Bank, beren Leiter ein Protestant ist, unb bas Beschmieren von Häusern unb Türen mit drohen» ben Aufschriften. Nie Arbeitsteilung im Soreign Office. Beschwerden int Oberhaus. London, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im Oberhaus ersuchte am Montag Lord Rennell (konservativ) um Auskunft über die Verteilung der Arbeiten unb die Verantwortlichkeiten zwischen bem Außenminister Sir Samuel Hoare unb bem Dölker- bundsminister Eben. Unter Hinweis auf ben Feh l- schlag bes Besuches Edens in Rom meinte er, daß bie Zusammenarbeit wohl z u wünschen übrig lasse, ba bas Foreign Office schon seit langem Kenntnis von ben wahren Absichten ber italienischen Regierung gehabt haben müsse. Lorb Rennell äußerte ebenso wie andere konservattve Rebner, barunter Lorb Churchill, Bedenken gegen die „neue Politik ber Rundreisen von Ministern". Der Führer ber Arbeiteropposition, ßorb Ponsonby, warf bem Staatssekretär bes Aeußeren mangelnbe Sachkenntnis oor„ führte ben Fehlschlag bes Vermittlungsangebots in Rom auf mangelnde Zusammenarbeit ber beteiligten Ministerien zurück und bezeichnete ben britischen biplo« matischen Dienst als untüchtig. Der Unterstaatssekretär bes Aeußeren, ßorb Steinl) ope, erklärte, bie Außenpolitik werbe vom Kabinett unb von niemanb anberem geleitet. Ebens Reise nach Paris unb Rom habe bezweckt, Mißverstänbnisse zu beseitigen. In Paris sei bies auch gelungen. Eben werbe als Regierungsvertreter nach Genf gehen, wenn feine Anwesenheit Dort notroenbig sei. Hoare werbe voraussichtlich im September bort sein. Eben werbe mit Hoare über aUe Fragen Rat pflegen. Hoare leite bie Außen- politiE unb werbe, falls bies notroenbig fei, ben 'Betftanb Ebens haben. Binnen kurzem werbe sich der Völkerbund mit höchst schwierigen Fragen be* fallen müssen, was die Anwesenheit britischer Minister notwendig mache. Eine Abwesenheit bes Außenministers von ßonbon sei bedauerlich. Die einzige andere Möglichkeit sei, einen zweiten Kabi« nettsrnmifter in Gens zu haben. Lustmanöver über London. ßonbon, 23. Juli (DNB. Funkspruch). Die ßuftmanooer über ßonbon unb Umgebung sinb bereits in vollem Gange. Nach Ablauf bes „Ultimatums" von „Süblanb" am Montag um 18 Uhr erfolgten binnen einer einzigen Stunbe 12 verschiebens Angriffe non kleinen Gruppen von Bombenflugzeugen. Gewölk bas in 900 bis 1500 Meter Höhe ben Himmel' bebeefte, erschwerte bie Beobachtung ber Angreifer von ber Erbe aus. Andrerseits hatten diese aber auch Schwierigketten, chre Ziele „Stampa“ knüpft hieran bie Bemerkung, bah Lng- tanb alles nur in feinem eigenen 3nter- e s s e tue. bie Araber würben wie gewöhnlich nichts bavon haben. Abessinien ist einig im Abivehrwillen. Addis Abeba, 22. Juli. (DNB.) Die ange- fünbigten Volksversammlungen ber „Bereinigung der Jugend Äthiopiens" haben allenthalben unter starker Beteiligung der gesamten Bevölkerung stattgefunden. Abwechselnd sprachen christliche und mohammedanische Priester, Staatsbeamte und Soldaten. In ihren Reden kam immer wieder zum Ausdruck, büß Abessinien 2 0 0 0 Jahre lang unabhängig gewesen sei und daß koptische Christen und Mohammedaner das1 gebracht, daß für schwere Fälle Zucht- Haus st rasen festgesetzt wurden. Gerade als Geistliche und kraft ihrer besonderen Bildung hätten sie sich von derartigen Geschäften zurückhalten müssen. Sie können sich auch nicht darauf berufen, im Auftrage anderer gehandelt zu haben, denn es gibt keinen Befehl, der einen Menschen veranlassen könnte, gegen sein Vaterland zu handeln. Der Verteidiger kam zu dem Ergebnis, daß man aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen zur Verneinung einer Schuld gelangen müsse. Die Angeklagten haben das Gelübde der Armut abgelegt; sie können daher nach dem Kirchenrecht kein Eigentum haben und damit entfällt auch jedes gewinnsüchtige, verbrecherische Motiv. Ebenfalls nach dem kanonischen Recht müssen sie den Anweisungen ihrer Oberen folgen, selbst dann, wenn sie innerlich von diesen abweichen. Der Ordensmann ist zum Gehorsam verpflichtet, weil eine unbeschränkte Vermutung für die Lauterkeit der von seinen Oberen erteilten Anordnungen besteht. Der Verteidiger bat um Freisprechung seiner beiden Mandaten. ttmsormverbot für konfessionelleFuaendverbände Berlin, 22. 3uli. (DRV.) 3n der letzten Zeil Hai in steigendem Maße beobachtet werden müssen, daß die konsessionelten Verbände, insbesondere die katholische 3ugendver- bände, die Grenzen, die ihrer Betätigung durch die politische Entwicklung gezogen worden sind, überschreiten und auf Gebieten eine rege Tätigkeit entfalten, die heute allein der Hitler- 3 u g e n d als der vom Staat anerkannten 3ugend- organifation Vorbehalten find. Die Staatsführung kann diesem Treiben, welches nachgerade eine allgemeine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung herbeigeführt hat, nicht länger zusehen. Der Reichs- und preußische Minister des 3nnern hat deshalb mit Erlaß vom 20. 3u(i die Landesregierungen angewiesen, den konfessionellen 3ugendverbänden das Tragen von Uniformen oder uniformähnlicher Kleidung sowie das geschlossene, öffentliche Auftreten mit Wimpeln und Fahnen, ferner das Tragen von Abzeichen und das Tragen einer einheitlichen Kluft als Erfaß der Uniformierung sowie jede geländesportliche Betätigung zu verbieten. Beflaggung der Kirchen und kirchlichen Gebäude. Osnabrück, 22. Juli. (DNB.) Der Regie- gierungspräsident von Osnabrück gibt bekannt: „Der selbstverständlichen Pflicht der Beflaggung der Kirchen und kirchlichen Gebäude an den Feier- und Gedenktagen des national- sozialistischen Staates glaubt sich immer noch ein Teil der Geistlichen entziehen zu können. Sogar die Aufforderung der Regierung zum Hissen der Trauerfahnen am Tage der Beisetzung der Opfer des Reinsdorfer Unglücks ist von zahlreichen Pfarrern nicht befolgt worden. Sie haben sich damit offenkundig außerhalb der Volksgemeinschaft gestellt. Ihr Verhalten ist außerdem geeignet, Ruhe und Ordnung zu gefährden. Nachdem ich wiederholt auf die maßgeblichen kirchlichen Stellen dahin gewirkt habe, für eine ordnungsmäßige Beflaggung der Kirchen und kirchlichen Gebäude zu sorgen, diese Stellen sich aber zur Durchführung des Flaggengebotes außerstande gezeigt haben, werde ich nunmehr in Zukunft gegen jeden einzelnen Pfarrer, der den entsprechenden Anordnungen zuwiderhandelt, die Machtmittel des Staates zur Anwendung bringen." Das Verkehrsgewerbe tritt der Leipziger Vereinbarung bei. Ein Abkommen zwischen dem Reichs- verkehrsminister und dem Reichsorganisationsleiter Dr. Leh. Berlin, 22. Juli (DNB.) Zwischen dem Reichs- werkehrsminister von Eltz-Rübenach und dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ist folgende Der- »einbarung getroffen worden: 1. Der Reichs- und Preußische Verkehrsminister ttritt für die ihm unter st ehenden Organisationen des D e r k e h r s g e w e r ° Kes der zwischen dem Reichs- und Preußischen Wirtschaftsminister, dem Reichs- und Preußischen Arbeitsminister und dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront unter dem 21. März 1935 getroffenen Vereinbarung (Leipziger Verein- öarung) bei. 2. Zu Den Sitzungen des R e i ch s a r b e i t s- und Reichswirtschaftsrates sind der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister, der Reichs- und Preußische Arbeitsminister und der Reichs- und Preußische DerkehrsminPer einzuladen. 3. Die G e s ch ö f t s st e l l e d e r R e i ch s w i r t - ichaftskammer ist auch in Angelegenheiten »es Verkehrsgewerbes zugleich das Wirt- I jchaftsamt für die Deutsche Arbeits- r o n t und insoweit dem Reichs- und Preußischen Lerkehrsminister unterstellt. Dem Führer und Reichskanzler gab Dr. Ley tele- zraphisch von diesem Beitrag zur Gemeinschafts- irbeit Kenntnis. Ebenso hat Reichsorganisations- «iter Dr. Ley dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht telegraphisch seine Freude über die zustande- :iefommene Vereinbarung zum Ausdruck gebracht. Damit ist wiederum ein Teil der vom Führer in i er Verordnung vom 24. Oktober 1934 Dr. Ley und ; i amit der Deutschen Arbeitsfront gesetzten Aufgabe n Erfüllung gegangen. Klarheit in der Landjugendarbeit. Berlin, 23. Juli. Von der Reichshauptabtei- Lmg I des Reichsnährstandes und vom Sozialen Amt der Hitlerjugend ist eine An- trdnung vereinbart worden, die für die Hitlerjugend int) für den Reichsnährstand eine klare Scheidung der beiderseitigen Aufgabengebiete bringt. Die Auslösung der früher selbständigen Landjugendorganisationen ist beendet. Die Einglie- terung der Söhne und Töchter der Mitglieder des Reichsnährstandes in die HI. ist weitgehend erfolgt, inb die organisatorische Verbindung zwischen Hitler- jiagenb und Reichsnährstand kann im wesentlichen als abgeschlossen gelten. Die Jugendwarte des Reichsnähr- st a n d e s sollen grundsätzlich geeignete HI.- Führer ober Parteigenossen fein. Aufgaben der Jugendwarte (Abteilung ID) des Reichsnährstandes: Zusätzliche bäuerliche Erziehung und Schulung der Landjugend, insbesondere Berufsförderung der Landjugend, Schulung der jungen Dorfgemeinschaft über die Ziele der Agrarpolitik und über das Odal, Unterricht der zukünftigen Bauern in den Fragen des Erbhofrechts, der Landjugendaustausch innerhalb der Reichsgrenzen, der zwischenvölkische Landjugendaustausch, Auswahl der Landjugend für wirtschaftliche, kulturelle, politische oder körperliche Sonderausbildung im Reichsnährstand. In Gemeinschaft mit der HI. durch- zuführende Aufgaben der Jugendwarte des Reichsnährstandes: Die Gemeinschaftsgestaltung im dörflichen Leben, insbesondere Fest- und Feiergestaltung der Jugend im Jahreslauf und im Lebenslauf, Errichtung und Einrichtung von Gemeinschaftsräumen, Sporthallen, Heimen, Dorfbüchereien usw., Durchführung des Feierabends des jungen Dorfes. Die nationalsozialistische Erziehung der Jugendwarte und Jugendwartinnen des Reichsnährstandes. Die Werbung für die Leibesübungen in der Landjugend. Die Werbung für die nationalsozialistischen Formationen, insbesondere für die HI. Durchführung des Reichsberufswettkampfes bleibt im einzelnen einer besonderen Regelung vorbehalten. Aufgaben b e-r Hitlerjugend: Der Landdienst der HI. Die Umschulung. Betreuung der Landhelfer in der HI. Verbindung mit dem Landjahr. ©er Tag der deutschen Kolonisten in Brasilien. Lange Jahre war es der Wunsch der deutschbewußten Kreise in Brasilien, die teils zerstreut, teils — wie in Rio Grande do Sul — in Hunsrücker-, Westfalen- und Pommern-Siedlungen zusammenwohnen, die große innere Zerstreuung des bodenständigen Deutschtums in Südbrasilien zu überwinden und durch die Einheit in Volks- und Kulturfragen stark zu werden. Die Anregung hierzu ging innerlich von der großen völkischen Einheitsbewegung im deutschen Mutterlande aus, bann in Brasilien selbst von Rio Granbe b o Sul, aus betn alten deutschen Koloniegebiet um Sao Leopolbo. Dort hat sich eine „Kommission pro 25. Juli" gebilbet, bereu Anregung und Bemühung es zu banken ist, baß b e r 25. Juli, ber Ankunftstag ber ersten deutschen Einwanderer im Staate Rio Grande bo Sul, seit einigen Jahren gefeiert würbe unb im Vorjahre sogar durch einen großherzigen Entschluß ber Staatsregierung zum Staats- f e i e r t a g erklärt würbe. Die Kommission wirbt nun bafür, baß auch anbere Staaten Brasiliens folgen unb bas bte Bunbesregierung biefen 25. Juli zum Nationalfeiertag für ganz Brasilien erkläre. Jahr für Jahr ist ber 25. Juli ber Tag ber Besinnung ber Deutschbrasilianer auf ihr beutsches Volkstum, bes Bewußtseins, baß bie Wurzeln ber Kraft, aber auch bes Erfolges ber Kolonisten im Volkstum bearünbet liegen, baß auch ber Staatsbürger nur sein Bestes leisten kann aus seiner burck bas Blut bestimmten Wesensart. Unb beshalb wird in Kirchen, Schulen unb Vereinen mit Zustimmung bes Staates bas Volkstum als heiligstes Out gepflegt unb gerabe ber Kolonistentag be- sonbers begangen. Das Erlebnis biefes Tages wirb vor allem in ben Herzen ber Jugenb in ben beutsch- brasilianischen Schulen vorbereitet. Wir im Mutterlanbe aber gebenden an biefem Tage unserer Brüber jenseits bes Ozeans mit besonderem Stolze, eingebenk ihrer täglichen Leistungen, eingebenk ihrer historischen Tätigkeit, burch bie Sieblungen, Dörfer unb Stäbte, Straßen unb Brücken, Schulen, Kirchen unb Jnbustrien entstauben, bie unseren Stammesbrübern Heimatrecht im fernen Laube sicherten. Wir freuen uns zugleich mit herzlicher Anteilnahme über ihre völkische Zusam- menschlußbeweguug, als bereu leuchtenbster Aus- bruck ber 25. Juli auch von uns als Ehrentag mit» begangen wirb. Mögen biefe Stammesgeuosseu aus unserem Bewußtsein, aus bem Gefühl unserer Anteilnahme weitere Stärkung für ihr Wollen empfangen! Gummiknüppel gegen Gudetendeutfche. Prag, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Gegenüber anders lautenben Nachrichten, bie im Zusammenhang mit ber Auflösung einer fubeten» deutschen Kundgebung in Brüx durch tschechoslowakische Polizei von mehreren Todesopfern sprechen, sieht das tschechoslowakische Pressebüro folgende Darstellung dieser Vorfälle. „Die Ortsgruppe des Bundes ber Deutschen in Brüx ersuchte gemeinsam mit bem beutschen Turnverein in Brüx um bie Bewilligung eines Umzuges zu bem neu eröffneten Arbeitslager. Der Umzug wurde für ben 23. biefes Monats bewilligt, wurde jedoch um einen Tag früher, das ist am 22. biefes Monats veranstaltet. Die Polizei machte bie Teilnehmer auf biefen Umstand aufmerksam und forderte sie zum Ausein- andergehen auf. Als sie nicht Folge leisteten, mürben sie yiit Einsatz von Gummiknüppeln zerstreut. Bei ber Polizei melbete sich nur ein Veranstalter, Dr. Otto Füssel, ber ein Zeugnis eines Privatarztes barüber ovrlegte, baß er verletzt wurde. Sonst meldete sich niemand." polnischer Vorstoß gegen die Danziger Zollverwaltung. Danzig, 22. Juli. (DNB.) Die Polnische Tele- graphenagentur hatte die beabsichtigte Aus sch al- tu n g ber Danziger Zollverwaltung für bie polnische Einfuhr angekündigt. Die Meldung ist burch eine Verorbnung bes polnischen Finanzministeriums bestätig worben. Der Inhalt ber Verorbnung, bie bereits in Kraft getreten ist, ist kurz folgender: Die Zollämter auf bem Gebiete ber Freien Stadt Danzig bürfen bie enbgültige Zollabfertigung ober auch bie bebingte Zollabfertigung nur für solche Waren vornehmen, bie für ben Bebarf bes Gebietes ber Freien Stabt Danzig bestimmt finb. Waren, bie ben Danziger Zollämtern vorgelegt werden, aber für bas Gebiet ber RepublikPolen bestimmt finb, müssen zur enbgüüigen Abfertigung, ober auch zur bebingten Einfuhrabfertigung an Zollämter verwie- s e n werben, bie auf bem Gebiet ber Republik Polen liegen. Auch bie Waren, bie b e - reite geprüft wurden, aber deren Gebühren am Tage bes Jnkrastretens der Verordnung nicht bezahlt waren, müssen an Zollämter auf bem Gebiete ber Republik Polen Überwiesen werben. Bei Abfertigung von Zollwaren in Danzig hat berjenige, ber bie Waren zu verzollen hat, eine Erklärung ab- Augeben, daß bie Waren nur für ben örtlichen Konsum bestimmt finb. Ausgenommen von biefen Bestimmungen finb Waren im Reiseverkehr. Gleichzeitig hat bie Warschauer Jnbustrie- unb Hanbelskammer bie polnische Kaufmannschaft in einem Runbschreiben barauf hingewiesen, baß Verstöße gegen biefe Verordnung bie Beschlagnahme ber betreffenden Waren, Geldstrafen oder hohe Stand- und Lagerkosten nach sich ziehen können. Die zuständigen Stellen in Danzig sind noch mit ber Prüfung ber polnischen Verordnung beschäftigt. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister K e r r I hat einen breiwöchigen Urlaub angetreten. Dieser Urlaub bient bem Reichsminister bazu, sich auf bte Bewältigung ber ihm vom Führer gestellten neuen Aufgabe vorzubereiten. * Reichskriegsmini st er Generaloberst von Blomberg kam auf feiner Fahrt burch bas Wefer-Berglanb nach Horn bei Detmold unb fuhr mit Reichsstatthalter Dr. Meyer zu ben Externste i n e n. Anschließenb würben bie germanischen Heiligtümer in ber Osningmark besichtigt. Präsibent Roosevelt hat die Vorlage unterzeichnet, auf Grund deren die Zahl der Marineoffiziere in Verbindung mit bem Ausbau ber Flotte bis zur vertraglich vorgesehenen Stärke um 10 3 2 erhöht wirb. Die amerikanische Marine zählt gegenwärtig 4467 Offiziere. Kunst und Wistenschast. Preisträger des Hausmusikwettbewerbs der Akademie der Künste. Die Abteilung für Musik ber Preußischen Aka- bemie ber Künste hat über ben von ihr ausgeschriebenen Wettbewerb zur Gewinnung von Werken ber Hausmusik (Kammermusikwerke für Streichinstrumente ober Blasinstrumente mit ober ohne Klavier), für ben über 200 Einsenbungen eingegangen finb, beschlossen, aus ber zur Verfügung stehen- ben Preissumme von 2000 Mark vier Preise (800, 600, 300, 300 Mark) zu verleihen. Verliehen würbe ber Preis von 800 Mark an Hans Oskar Hiege, Gonsenheim bei Mainz für ein Bläser-Divertimento; ber Preis von 600 Mark an Lothar Witzke, Berlin-Charlottenburg, für eine Sonate für Violine unb Klavier; ein Preis von 300 Mark an Albert Barkhausen, Bremen, für eine „Nachtmusik" für Flöte, Bratsche unb Horn; ein weiterer Preis von 300 Mark an Paul Hoffmann, Köln, für eine „Kleine Deutsche Hausmusik" für Streich- ober Blasinstrumente. — Noch sechs weitere Preise zu je 100 Mark würben vergeben Aus aller Welt. Fanfarenbläser des 3ungvolks auf einer Briefmarke. Am 25. Juli beginnen bie Pvstanstalten mit bem Verkauf eines neuen Postwertzeichens, bas bie Reichspost aus Anlaß bes Welttreffens ber Hitler-Jugenb herausgibt. Das Mar- kenbilb ber beiben Werte zu 6 unb 15 Reichspfennig stellt einen Fanfarenbläser bes Jungvolks bar, dessen Entwurf von bem Münchener Maler Diebitsch stammt, ber kürzlich bie vier Gebenkmarken zur Hunbertjahrfeier ber Reichsbahn schuf. Die Freimarken, bie in Rastertiefbruck auf Papier mit Wasserzeichen „Hakenkreuze" hergestellt finb, können auch im Verkehr mit bem Auslanb benutzt werben. Südwestafrikanifche 3ugend in Deutschland. In Goslar war vom 20. bis 22. Juli zum erstenmal bie in Deutschland weilende junge Generation Südwestafrikas zu einer Tagung versammelt. Das Treffen war außervrbentlich gut besucht. Von ben ungefähr 250 jungen Südwestern waren etwa 100 erschienen, die sich zu einer Landsmannschaft zusammenschlossen, getragen von der Idee, fern von aller Politik die tarne» rodschaftlichen Beziehungen aus einer gemeinsam verlebten Jugend in Südwestafrika und im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu festigen. Die Jugend freute sich besonders, alte Südwester in ihrer Mitte begrüßen zu können, deren Lebensarbeit unb frühere Tätigkeit in Sübwest zu einem Stück Geschichte für bas Land geworden sind und mit denen sie sich daher kameradschaftlich verbunden fühlt. Die Rordwand des Matterhorns zum zweiten Mal durchstiegen. Die beiden Münchener Bergsteiger Josef Schrnid- bauer unb Lubwig Leiß haben in schwerer Felskletterei die Nordwand des 4482 Meter hohen Matterhorns zum zweiten Mal durchstiegen. Diese Leistung reiht sich würdig an die damals aussehen- erregende erste Durchkletterung der Wand, die im Jahre 1931 den beiden Münchener Brüdern Franz und Toni Schmid gelungen ist. In der Zwi- M wurde die Durchkletterung der Nordwand itterhorns wiederholt versucht. Das Gletschereis an ber Wanb ist in biefem Jahre stark abgetaut, boch ist die Wand mit Neuschnee bedeckt. Die Hauptgefahr besteht darin, daß fortwährend S t e i n s ch l a g droht. Tödlicher Absturz am Deut du Midi. Eine Gruppe von vier jungen Leuten aus St. Maurice (Unterwallis) war zu einer Besteigung bes 3180 Meter hohen Ostgipfels bes Dent bu Mibi auf- gebrochen. 200 Meter unterhalb bes Gipfels glitt einer ber Bergsteiger aus unb stürzte 400 Bieter tief auf ben Gletscher ab. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werben. 10 Stunden im Schneesturm auf Rettung gewartet. Beim Abstieg von ber Braunarlspitze (Vorarlberg) gerieten am Sonntag ein Mann unb eine Frau aus Bieberach (Württemberg) in einen Schnee sturm unb stürzten ab. Während ber Mann mit leichten Verletzungen bavonkam, erlitt bie Frau schwere Rippenbrüche unb einen komplizierten Armbruch unb mußte zehn ©tunben im Schnee liegenbleiben, bis ihr ber Mann Hilfe geholt hatte. Zwei llnglücksfälle in der englischen Fliegerei. Der Montag war ein Unglückstag für bas britische Flugwesen. Bei zwei Unfällen fanben 5Personen denTob. Bei bem Absturz eines Militärflugzeuges an ber schottischen Dftfüfte kamen ein Offizier unb ein Solbat ums Leben. Ferner stürzte ein englisches Zivilflugzeug mit bem Führer unb zwei Fluggästen auf eine Sanbbank im Bristolkanal zwischen Wales unb Cornwall. Zwei Fischerboote eilten herbei, konnten aber bie brei Verunglückten nur noch als Leichen bergen. Das Unglück des holländischen Verkehrsflugzeuges in der Schweiz. Die folgenschweren Flugzeugunfälle, von denen die holländische Verkehrluftfahrt in der vergangenen Woche betroffen wurde, hat bie hollänbische Luftverkehrsgesellschaft (K.L.M.) veranlaßt, sich bis auf weiteres von ber feit Anfang Mai b. I. von ihr gemeinsam mit ber Deutschen Lufthansa betriebenen Strecke Amsterbam—Frankfurt a. M.—Mailanb zurückzuziehen. Die in ben Alpen in ber Nähe von San Bernarbino zerstörte Großverkehrsmaschine „Gaai" (Geier) nicht Kraai, wie ursprünglich gemelbet würbe, ist nicht gegen eine Bergwanb geflogen, fonbern bei einem N o t l a n b u n g s v e r s u ch verunglückt. Die Maschine flog in bem engen Bergtal etwa 20 Minuten lang hin unb her. Wegen bes bichten Nebels unb bes Gewitterregens konnte ber Flieger den aus bem Tal hinausführenben nörblichen Paß nicht finben, währenb in ber Zwischen- zeit auch ber sübliche Paß, burch ben ber Flugzeugführer bas Tal erreicht hatte, burch G e - witterwolken abgeschlossen war. Da- burch befanb sich bas Flugzeug in einer Falle. Die darauf versuchte Notlandung muß bem Flugzeugführer als ber einzig mögliche Ausweg erschienen sein. Der Pilot hatte alle Vorbereitungen zu dieser Notlanbung getroffen. Die Lanbung scheiterte jeboch an ben äußerst ungünstigen Gelänbeverhält- nissen. Das Flugzeug hatte nur eine Höhe von etwa 230 Meter erreicht, währenb es bis zu 4- bis 5000 Metter hätte steigen müssen. Man vermutet baher, baß bie Steigungsfähigkeit ber Maschine, eines Großflugzeuges vom amerikanischen Douglas» Typ, aus bisher unerklärlicher Ursache stark beeinträchtigt würbe. Daß ber Führer ber Maschine mit ben Schwierigkeiten ber Alpenflüge vertraut war, ergibt sich baraus, baß er biefe Strecke bereits zum zehnten Mal beflog. Wahrscheinlich hat baher eine technische Störung bie Katastrophe verursacht. Das Voolsunglück auf dem Darelhener See. Die bei bem furchtbaren Bvvtsunglück auf bem Darethener See bei Allenstein ums Leben gekommenen finb meist Insassen bes Marta-Heims in Allenstein, eines Erziehungshauses für erziehungsbebürf- tige unb körperlich behinberte junge Mäbchen. Auch bie Leiterin der Anstalt ist ertrunken. Die Ausflügler, bie in großen Scharen die Hertha- Insel zu besuchen pflegten, wollten mit einem Ruderboot, bas mit einem Hilfsmotor ausgerüstet war, nach Darethen zurückfahren. Das Boot faßt nur 14 Personen. Trotzbem nahm es 21 an Borb. Auf bem See herrschte bei starkem Winbe erheblicher Wellengang. Das Boot hatte eine Strecke von 800 Meter zu überroinben. Aber schon halb nach ber Abfahrt nahm es Wasser über unb sank ziemlich schnell. Das Unglück wurde von der Insel aus beobachtet, unb man kam sofort ben Ertrinkenben mit bort liegenben kleinen Booten au Hilfe. So gelang es, wenigstens zehn Menschen vom Tobe zu retten. Die in Darethen eingetroffene Staatsanwaltschaft unter- banb bie immer noch trotz völliger Dunkelheit und starkem Wellengang fortgesetzten Rettungsversuche, die zu keinem Erfolge mehr führen konnten und nur bas Leben ber Retter auf bas Schwerste ge- fährbeten. Fest steht, baß minbeftens zwölf Menschen ums Leben gekommen finb, darunter auch zwei Allensteiner, die bei ihren mit selbstloser Hingabe durchgesührten Rettungsversuchen ben Tob fanben. 90 Todesopfer des Wochenendes in USA. Am Wochenende haben zahlreiche Verkehrsunfälle sowie die große Hitze etwa 90 Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert. Neun Tote werden aus Neuyork gemeldet. Jleun Tote bei einem Vootsunglück in Riederländifch-3ndien. Bei ber Insel Baly kenterte ein mit 24 Personen besetztes Eingeborenenfahrzeug. Don ben Insassen finb neun Personen ertrunken. Schweres Verkehrsunglück auf der Landstraße Köln—Bonn. Am Sonntag ereignete sich auf der Landstraße zwischen Köln unb Bonn an einer Kurve ein folgenschweres Derkehrsunglück. Als ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen einem entgegentommen« ben Lastwagenzug ausweichen mußte, fuhr er gegen einen Baum. Von ben Insassen wurden zwei Männer auf ber Stelle getötet, während ber Fahrer unb eine Frau mit schweren Verletzungen einem Bonner Krankenhaus zugeführt werben mußten. Schwere Brände in Ungarn. Die anbauernbe Hitze unb ber Wassermangel verursachten in Ungarn oerschiebene katastrophale Brände. Die Ortschaft Mezö Lak würbe in zwei aufeinanberfolgenben Nächten von Großseuern heimgesucht, benen fast die gesamte Ortschaft 3um Opfer fiel. Im Matra-Gebirge vernichtete ein schwerer Waldbranb trotz sofortiger militärischer Hilfe 40 Joch Waldungen. Auf einem aroßen Gut in ber Nähe von Baja sielen bem Element fünf Bauernhöfe mit Wohnhäusern, Scheunen und Ställen zum Opfer. Motorrad fährt gegen einen fahrenden Zug. Ein Motorrad mit Beiwagen ist auf bem schrankenlosen schienengleichen Heber- gang ber Staatsstraße Oberlenningen—Kirchheim über bie Bahn Kirchheim—Weilheim in Württemberg von ber Lokomotive eines nach Weilheim fahrenden Sonderzuges erfaßt und zur Seite geschleudert worden. Der Beifahrer war sofort tot, ber Führer bes Motorrades ist bald daraus im Krankenhaus in Kirchheim g e ft o r b e n. Das Unglück ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß ber Führer bes mit etwa 80 Kilometer Stunden- gefchwindigkeit fahrenden Motorrades bie orb- nungsmäßig gegebenen Läute- und Pfeifsignale nicht beachtet hat. Raubmord an einem Viehhändler. Aus ber fianbftrafje Leschnitz—Deschowitz bei Oppeln wurde eine große Blutlache entdeckt. Man sand im Kornfeld ben Viehhändler Theodor Ringel aus Leschnitz tot auf. Die Untersuchung ergab, daß Ringel durch einen Schuß in den Kopf tödlich verletzt, in bas Kornfeld geschleppt unb hier seiner Barschaft in Höhe von 3000 Mart beraubt worden fein muß. Ferner h, • V Iiekchsminister Or. Goebbels auf dem Panzerschiff »Deutschland". Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte das Panzerschiff „Deutschland", das vor Heiligendamm an der Mecklenburgischen Küste vor Anker lag. Auf dem Bilde sieht man Dr. Goebbels im Gespräch mit Konteradmiral Carls. (Scherl-M.) fehlte auch das Fahrrad, das Ringel mit sich geführt hatte. Ringel befand sich auf einer Fahrt züm Aufkauf von Vieh. Grausige Bluttat in einem polnischen Dorf. In einem Wutanfall ermordete ein Einwohner des Dorfes Jozeiow im Kreise Wielun seine gesamte Familie, Vater, Stiefmutter, Schwester und deren Kind. Der wahnsinnige Verbrecher hatte zunächst im Verlaufe eines Streites seine Stiefmutter mit einer Stange erschlagen und dann den Vater, der zu flüchten versuchte, erschossen. Inzwischen war die Schwester des Verbrechers mit ihrem vierjährigen Sohn zu Nachbarn geflüchtet. Aber der Mörder folgte ihr. Er erschoß sie und feuerte ebenfalls auf das Kind, oas durch vier Schüsse verletzt wurde und bald darauf starb. Nach der Bluttat verschanzte sich der Mörder in seinem Hause und empfing die Polizei mit einem Hagel von Schüssen aus zryei Revolvern. Erst nachdem er alle Munition verschossen und mit der letzten Kugel sich selbst zu töten versucht hatte, konnte der Verbrecher überwältigt werden. 78sährlger jüdischer TNädchenschänder fefigenommen. Die Staatspolizei st elle Breslau meldet: Von der Staatspolizei Oppeln wurde am 21. d. M. der 78jährige Altwarenhändler und Jude Max Blumenthal in Kreuzburg (Oberschles.) wegen Kuppelei fe st genommen und dem Richter vorgeführt. Blumenthal beherbergte in seiner Wohnung fünf Mädchen, von denen vier minderjährig sind, verkuppelte diese und verging sich selbst in unglaublicher Weise an ihnen. Drei von den Mädchen sind geschlechtskrank. Die Mädchen werden einem Konzentrationslager zugeführt. Acht Schlächterläden wegen Preistreiberei polizeilich geschlossen. In Kaiserslautern (Pfalz) wurden auf Anordnung der Kreisleitung und des Bürgermeisteramtes durch die Städtische Polizei acht Schlächterläden geschlossen, deren Inhaber unberechtigte Preissteigerungen auf Wurst- und Fleisckwaren vorgenommen hatten. Der Obermeister der Metzgerinnung wurde in Schutzhaft genommen, weil er der Anweisung des Bürgermeisteramtes, den Aufschlag zurückzunehmen und die Metzger davon zu .verständigen, nicht Folge geleistet hat. Neues für den Büchertisch ganz genau und nur die bekann- genehmer Geruch oder Geschmack, bung usw.) gibt es nicht. 3. Iß nur solche Pilze, die du als unschädlich kennst! 4. Der Anfänger sammle zuerst testen Arten, wie Pfifferlinge und Steinpilze, die bei genauem Zusehen gar mcht verwechselt werden können. Erst nach und nach mache dich mit anderen 1. Wer glaubt, allein nach diesen Merkregeln rasch ein guter Pilzkenner werden zu können, lasse seine Hände besser weg von den Pilzen. 2. Allgemeine Merkregeln über die Eßbarkeit oder Giftigkeit der Pilze (Märchen von der Zwiebel und dem silbernen Löffel, Verfärbung, unan- ~ * auffallende Fär- — Werner Jansen: Verratene Heimat. Roman. Leinen 4,80 Mark, Halbleder 6,— Mark. Verlag Georg Westermann, Braunschweig, Berlin und Hamburg. —(22)— Jansen, der sich durch seine Romane aus der großen Heldensage („Das Buch Treue", „Das Buch Liebe", „Das Buch Leidenschaft") einen guten Namen gemacht hat, steht heute in einer Reihe mit Robert Hohlbaum, Micko Ielusich und Hans Heyck als einer der charakteristischen modernen Vertreter des historischen Romans. Sein Roman „Verratene Heimat", der bereits im 21. bis 25. Tausend vorliegt, behandelt den Kampf der Sachsen unter Widukind gegen Karl den Großen und wird als ein Spiegelbild deutschen Schicksals gerade heute eine große Zahl interessierter Leser finden. — Krach um Payta. Eine Geschichte aus Dschungel und Sumpf von Fritz Reck-Mal- l e c z e w e n. (Verlag Ullstein, Berlin.) Gebunden 4,— Mark. — 212 — Reck-Malleczewen, früherer Offizier und Freikorpskämpfer, Weltenbummler und Romanschriftsteller, ist unbekannt durch seine abenteuerlichen, spannenden und amüsanten Romane. In „Krach um Payta" greift er das Problem „Schwarz und Weiß" auf. ter, Röhrchen usw.) schneide man nicht weg, wenn dieselbe keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen. 12. Das Brühwasser schütte man nicht weg, weil es die am leichtesten löslichen Nährstoffe enthält. Pilze, die nur nach dem Fortgießen des Brühwassers „genießbar" werden (z. B. die gefährliche Frühjahrs-Lorchel u. a.), sind nicht empfehlenswert. 13. Pilze sind schwer verdaulich. Sie müssen deshalb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Abends sind größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nichtbeobachtung dieser Vorschriften kann Verdauungsbeschwerden verursachen, die mit Vergiftungen nichts zu tun haben. Vorsicht auch beim Genuß roher Pilze (Pilz-Salat u. dgl.). 14. Die meisten Pilzvergiftungen werden durch den grünen Knollenblätterpilz hervorgerufen, der leichtsinnigerweise als Champignon, als Grünling oder als grüner Täubling eingetragen wird. Eine Gabelspitze von ihm kann den Tod herbeiführen. In manchen Jahren hat er in Deutschland bis zu 100 Todesfälle verursacht. Genaue Auskunft über diesen Giftpilz bekommst du durch das Knollenblätterpilz-Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, und durch die reichsbehördlich empfohlene Wandtafel dieses gefährlichsten Giftpilzes, die in einer großen Anzahl von Bahnhöfen als Warnungsmittel ausgehängt ist. 15. Zum Schutze vor dem gefährlichen Knollenblätterpilz sorge man dafür, daß der charakteristische Knollen, der oft tief im Boden steckt, beim Aufnehmen nicht in der Erde zurückbleibt und übersehen wird. 16. lieber alle vorkommenden Pilzvergiftungen berichte man sofort an die medizinische Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm/Westfalen), da alle diese Fälle dort mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsamt gesammelt und Wissenschaft!'■* verarbeitet werden. Bei jeder Vergiftung fordere man sofort bei der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt einen Fragebogen an, damit die ausführlichen Einzelheiten jeweils sorgfältig festgestellt werden können. 17. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sorge man für sofortige und gründliche Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel, wie für rascheste ärztliche Hilfe. 18. Das beste Bekämpfungsmittel der furchtbaren Pilzvergiftungen ist auf jeden Fall die weitgehendste Aufklärung in der Schule (praktischer Naturkunde-Unterricht) und in der Öffentlichkeit durch die Presse, den Rundfunk, Aushang von Merkblättern und Bildern auf den Pilzmärkten, in den Rathäusern, in den Wartezimmer der Aerzte, in Apotheken, in den Schulhäusern, besonders in den Kochschulen usw.). 19. Vor dem Ankauf von Pilzbüchern erbitte man Beratung durch die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt. 20. Rege in deiner Heimat die amtliche Pilzmarkt-Kontrolle, die Einrichtung von Beratungsstellen, von belehrenden Führungen, Pilzausstellungen usw. an, wobei wir gerne helfen. häufigen und unschädlichen Pilzarten genau vertraut. Beim Sammeln von Steinpilzen hüte dich vor Verwechslung mit dem bitteren Gallen- Röhrling. Dessen Röhren werden im Alter rosa, beim Steinpilz dagegen grünlich. Es gibt noch andere ungenießbare Röhrlinge mit bitterem Geschmack. Deren Fleisch verfärbt sich beim Anschnitt jedoch bläulich, während es beim Steinpilz weißlich bleibt. Was du nicht kennst, lasse ruhig im Walde stehen; nur Rohlinge treten alle Pilze um ober schlagen sie kurz und klein. 5. In Zweifelsfällen wende dich an einen wirklich guten Pilzkenner, an die nächste Pilz-Beratungsstelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratuna). 6. Der Pilzreichtum und die Artenzahl unserer Wälder find viel größer, als meist angenommen wird. Nur leichtsinnige Prahlhänse kennen „alle Pilze". Vergiftungen find dann unausbleiblich. Der Steinpilz (Röhrenpilze mit Röhrchen auf der Hutunterseite) hat ungefähr 50 ähnlich aussehende Verwandte; Blätterpilze (Verwandte des Champignons und des grünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Hutes) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten, deren Genußwert und sonstige Merkmale großenteils überhaupt noch nicht wissenschaftlich erforscht sind. 7. Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, zu alte, angefaulte und stark zerfressene Schwämme lasse im Walde zurück. 8. Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Boden heraus, damit du das Pilzgeflecht (die eigentliche Pilzpflanze?) und junge Fruchtkörperanlagen nicht herausreißt und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub und Erde, damit die Putzarbeit zu Haufe einfacher wird. Bedenke aber, daß geputzte und zerschnittene Pilze selbst für den besten Kenner sehr schwer kenntlich werden. Deshalb nur tatsächlich eßbare und einwandfreie Schwämme in den Sammelbehälter! 9. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder einen offenen Kasten im Rucksack, damit die Pilze nicht zermatscht werden und sich nicht erhitzen. 10. Die gesammelten Pilze werden am besten sofort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andernfalls lagere man sie an einem kühlen und luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Masse aufeinander liegen dürfen. Pilze enthalten ungefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich. 11. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite (Blät- — Der Narr und die Mandelblüte. Roman von Ernst F. Löhndorff. (Verlag Carl Schünemann, Bremen) —206—. Schauplatz dieses Romans ist eine entlegene Kraterinsel der Südsee. Ihre Schönheit und ihren Schrecken vermag Löhndorff farbig zu gestalten. Zauberhafte Nächte, strahlende Morgen, furchtbare Gewitter und endlich Kraterausbrüche mit Steinregen und Lavaströmen wechseln ab. So bewegt wie Die Natur ist auch die Menschenwelt, denn diese Insel wird außer von Eingeborenen von einem wahren Durcheinander, Weißen, Chinesen, Mischlingen, bewohnt. Die Gestalten dieses Buches haben durchweg etwas Seltsames, oft Spukhaftes; ihre Beziehungen untereinander sind derb, brutal, auch wieder romantisch, immer phantastisch, Löhndorff hat seine immer sehr spannenden Romane nicht am Schreibtisch ersonnen. Er hat sich den Wind auf allen Breitengraden um die Nase wehen lassen, und so wirkt auch in diesem Buch das Phantastische glaubhaft, weil man überall das eigene Erlebnis spürt. Und in der Liebesgeschichte des Europäers, der auf der Insel „Der Narr" genannt wird, glaubt man eine zarte traumhafte Begegnung zu empfinden, die Löhndorff selbst mit dem Mädchen eines fremden Volkes gehabt hat. | Verkäufe jjLGo/c/ene Medaille der ß eweis. dass auch Ihre 4253 D und zum Bauen ZOll-' ÄnX Mentet ZUuU MK. 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Der spannend geschriebene Roman dürfte besonders in der Reise- und Ferienzeit ein unterhaltsamer Begleiter sein. — W i e ich meine Hunde dressierte. Von Franz H e d e r, Dresseur von „Hektor-Peters- walde" und anderen Gebrauchssuchensiegern. Mit 25 Abbildungen. Preis 1,50 Mark. Verlag von I. Neumann-Neudamm. — (236) — Die Tatsache, daß das Büchlein bereits die 6. Auflage erlebt, spricht für seinen Wert hinreichend, um es jedem Hundeführer als Begleiter wertvoll erscheinen zu lassen. Der Verfasser hat es auch nicht unterlassen, auf die neuen Bedingtheiten, welche durch das Reichsjagdgesetz gegeben sind, Rücksicht zu nehmen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeorf Frankfurt. Der Vorstoß hohen Drucks ist durch die Zufuhr kühlerer Luftmassen nach Norden weiter verstärkt worben und hat neuerdings zur Ausbildung eines Hochdruckgebietes geführt. Mit dem jetzt einsetzen- den allmählichen Abbau des Hochs wird wieder heiteres oder wolkenloses Wetter mit zunehmender Erwärmung eintreten. Aussichten für Mittwoch: Heiter und trocken, mittags schon wieder Erwärmung, westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer des trockenen sehr warmen Wetters. Lufttemperaturen am 22. Juli: mittags 20,9 Grad Celsius, abends 14,9 Grad; am 23. Juli: morgens 11,5 Grad. Maximum 21,7 Grad, Minimum 6,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Juli: abends 20,8 Grad; am 23. Juli: morgens 16,5 Grad. — Sonnenscheindauer 10,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10 150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. b i-. 1 j 1 Preise, der Fahrgestelle ’von 3300 RM an ab Werk V'j & I daß Ihr Lastwagen die vier Grund bedingungen für lohnenden Trans portverdienst erfüllt, d. h. • für Ihren Betrieb geeignet • im Lieferdienst zuverlässig • in Tragkraft und Tempo leistungs fähig und • wirklich wirtschaftlich ist. Diese Grundbedingungen erfüllen Sofort lieferbar durch: 4259A Motorwagen-VerkaufsOefellfdiaftin.b.H. Gießen, Frankfurter Straße 52-56. Ruf 2847/8. j i Di § bi w di rt kc d d f t L h i i i i o 8 tr t l ! kc n fr e* 1 I) d C Y $ es eii be b ti sch, Wc fwi t)eb, mit fom der, den bur bat lich N blo D e. 6 - 6 IVi 31,5 1,7 10,4 10,4 10,5 12,4 und im Schwarzen Meer nicht weniger als 168 Tage im Navigationsjahr. Hamburg-Amertka-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff' Norddeutscher Lloyd ......... M.©. für AekkehrSwefen Akt. ..' Berlin" Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ..... Reichsbant ............. bisher in Ober-Seemen, statt. Unter den Klängen der Orgel zogen die Geistlichen, gefolgt von dem Kirchenvorstand, der den Geistlichen vorher durch Rektor Erb im Pfarrhaus begrüßt hatte, in die schön geschmückte und dicht besetzte Kirche ein. Nach dem von der Chorschule (Leiter: Lehrer i. R. Stein) wundervoll vorgetragenen Lied „Morgenglanz der Ewigkeit", einem Eingangslied der Gemeinde und dem Altardienst, gehalten von Stiftsdechant Kahn, sang der Kirchenchor unter der Stabführung von Lehrer i. R. Stein mit großer Reinheit ^und Innigkeit das alte „Komm heiliger Geist, erfülle mich", in der Vertonung von Johann Wolfgang Frank (f 1690). Probst Trommers- häufen« Frankfurt a. M. nahm dann nach einer Ansprache über 1. Korinther 16, Vers 13 „Wachet steht in Glauben, seid männlich und seid stark" vor dem Patron der Kirche, Fürst Reinhard zu Solms-Hohensolms-Li ch, und dem Kirchenvorstand, die im Halbkreis den Altar umstanden, und vor der Gemeinde, die sich erhoben hatte, die Verpflichtung des neuen Geistlichen vor. Pfarrer Naumann begrüßte hierauf, während die Gemeinde den Choral „Ach bleib mit deiner Gnade" anstimmte, durch Handschlag den Patron der Kirche und den Kirchenvorstand und hielt dann, nach einem weiteren Chor der Chorschule und nach dem Hauptlied „Ich weiß, an wen ich glaube", seine Antrittspredigt über das Wort aus dem Hebräerbrief Kap. 13, Vers 8 „Jesus Christus gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit". Die eindrucksvolle Feierstunde wurde durch Lied, Gebet und Segen geschlossen. Am Nachmittag fand die Einführung in der Filialgemeinde Nieder-Bessingen statt. Der Gottesdienst wurde durch zwei Chöre der Schulkinder, die unter der Leitung von Lehrer Hinkel sehr klangrein zum Vortrag kamen, und ! ----- - tete diese Frage mit der Antwort: „Wir treiben Mission auf Christi Befehl und durch Christi Wort". Als zweiter Redner verbreitete sich Dolksmissionar Bender über den Tauf- und Missionsbefehl aus dem Schluß des Matthäus-Evangeliums. Der Redner bezeichnete die Mission als ein herrliches und großartiges Werk und ging dann auf die Geschichte der Hermannsburger Missionsgesellschaft besonders ein. Die überzeugenden Worte des Redners hinterließen nachhaltigen Eindruck bei ollen Zuhörern. Der Ortspfarrer dankte allen Teilnehmern und Mitarbeitern am Fest und forderte zum starken Einsatz am Werk der Mission auf. Der Posaunen- chor hatte, wie am Vormittag, mit seinen Vorträgen die Zuhörer erfreut. Für weitere Ausschmückung der Feier hatte der Kirchenchor mit seinen Liedern Sorge getragen. Die Kollekte der Gottesdienste mit etwa 70 Mark und der Erlös aus dem Verkauf der Missionsschriften kommen der Hermannsburger Mis- Einführung des neuen zweiten Pfarrers in Lich. )( L i ch, 21. Juli. Heute fand im Vormittags- Gottesdienst die feierliche Einführung des neuen Geistlichen, Pfarrer Naumann, Daimler Motoren......... Deutsche Linoleum .... Orenstcin « kovpel Westdeutsche Kaufhof......^ Chode ölccumulatorew-fisaLrik (tonti-ffiummi Grttznei Mainkraftwerke Höchst Süddeutscher Zucker .. R 15 10,44 . Mühlenfestpreise ab Mühlenstation: Soyaschrot m. M. 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, Fabrikpreise ab fübb. Fabrik- station: Treber 17,25 bis 17,50, Trockenschnitzel 10,25, Heu, neuer Ernte, 5,50. Kartoffeln: Erstlinge hiesiger Gegenb 6, runde aelbe hiesiger Gegend 5,60, weiß-, rot- und blau» schalige hiesiger Gegend 5,20 je 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz lebhaft. $ranffurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Juli. Auftrieb: Rinder 723 (gegen 616 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 53 Ochsen, 67 Bullen, 362 Kühe und 241 Färsen, ferner zum Schlachthof direkt: 1 Ochse, 5 Bullen, 5 Kühe und 1 Färse. Außerdem stellte die Reichsstelle 108 Rinder zum Verkauf. Kälber 451 (437), Schafe 27 (30), Schweine 3486 (3718). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 15. Juli 42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 37 bis 40 (41), d) — (36 bis 40). Bullen a) 42 (42), b) 40 bis 41 (42), c) 38 bis 39 (41), d) 35 bis 37 (39 bis 40). Kühe a) 40 bis 42 (42), b) 35 bis 39 (37 bis 41), c) 28 bis 34 (30 bis 36), d) 20 bis 29 (22 bis 29), Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 36 bis 40 (38 bis 40), d) 28 bis 35 (30 bis 37). Kälber a) 60 bis 62 (59 bis 63), b) 53 bis 59 (54 bis 58), c) 44 bis 52 M4 bis 53), d) 32 bis 43 (32 bis 43). Hammel b2) Weidemast 37 bis 38 (37 bis 38). Schafe nicht no- tiert. Schweine al) 54 (52 bis 53), a2) 53 bis 54 52 bis 53), b) 53 bis 54 (52 bis 53), c) 52 bis 54 50 bis 53), d) 50 bis 53 (48 bis 53), e) 45 bis' 50 (47 bis 50), Sauen gl) 50 bis 52 (47 bis 50), M 44 bis 49 (40 bis 46). Marktverlauf: Ochsen, Bullen und Färsen lebhaft, Kühe stark vernachlässigt, Ueberstand. Kälber, Hammel und Schafe ruhig, ousverkauft. Schweine lebhaft, ausverkauft. Ueberstand- 46 Rinder, darunter 1 Ochse, 10 Bullen und 35 Kühe. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmorktes: 919 Viertel Rindfleisch, 73 ganze Kälber, 6 Hämmel, 135 halbe Schweine, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo- qramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Bullenfleisch b) 70 bis 78. Kuhfleisch b) 60 bis 68, c) 50 brs 60. Färsenfleisch b) 76 bis 80 e) 66 bis 74). Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 72 bis 77 Fettwaren. Speck hiesiger Schlachtung, roh unter 7 cm 63 bis 68, Flomen 75 bis 80. Marktverlauf: ruhig. s.E.G....................... Bekula io ffileftr. Lieferungsgesellschaft... 5 Lich» und Kraft .......... 6% Felten L Guilleaume o tellL*,‘^1le,.ll,Unlerne6muna- 5 Rheinische Elektrizität ...... 5 Rhein. Wests. Elektr. 5 Schuckerr & (£0............ ’ 4 Siemens L Halske........***', 7 LahmeperLCo.............. 7 105,25 112 111,25 103,5 160 131,5 98,5 90,4 fl 153,65 8 234 0 109,5 4 117,75 4. 114 •| 91,5 I 6 118,75 *\ 135 I Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dwidende I- ...............-...... — -uus -ueningtuuer ;oiu stitut Millionen kostet ... — gen geben zu, daß die Bahnen in einer geradezu verzweifelten Lage sind. Hinzu kommt sodann noch dies: Um die hohe Ladezahl zu erreichen, hat Kaganowitsch auf ein Mittel zurückgegriffen, das in Kriegszeiten angebracht fein mag, das sich aber in normalen Zeiten auf die Dauer nicht aufrechterhalten läßt. — Er hat nämlich den Paffagierverkehr gedrosselt, um mehr Spielraum für den Warenverkehr zu erhalten. Heute müssen die Reisenden im Sowjetreich wieder die Notwendigkeit der Eisenbahnfahrt beweisen — wohlgemerkt die Notwendigkeit im staatlichen Interesse! — Sonst erhalten sie nur schwer eine Fahrkarte. Und ein besonderer Beweis für den erschreckenden Zustand der Sowjetbahnen sind die Unfälle, die kleinen und großen Unglücke, die täglich, auf allen Strecken verzeichnet werden und in diesem Ausmaß sonst in keinem Lande der Welt festzustellen sein dürften. Nicht besser ist es bei „dem Bruder des Eisenbahnverkehrs", bei der Schiffahrt, bestellt. Erst in diesen Taaen hat sich der Volkskommissaren-Rat in einer Sondersitzung mit der Fluß- und Seeschiffahrt beschäftigt. Es kamen dabei Tatsachen zur Kenntnis, die in ihrer ganzen Ungeschminktheit geradezu grotesk wirken. In der Schiffahrt wurden im vergangenen Jahre nicht weniger als 5966 Havarien gezählt, — wobei die Betonung auf das Wort „g e - zählt" zu legen ist, da, wie das Blatt des Jn- dustriekommisfars zugibt, die große Mehrzahl der Unfälle gar nicht regiftriert wurde. Der Staat hat dabei einen Verlust von über 30 Millionen Rubel erlitten und zwar nur an Schiffsreparaturen, Ersatz usw. Also nicht gerechnet die Verluste an Gütern, die Pensionen der umgekommenen Besatzungen usw. Don der „Fixigkeit" des sowjetrussischen Dampferverkehrs erhält man einen Begriff, wenn man die amtliche Berechnung der durchschnittlichen Stun- denkilometerzahl anführt. Danach fuhr ein Sowjetschiff im Vorjahr mit einer Stundengeschmindigkeit von % bis 2 Kilometer in der Stunde. Weiterhin wird amtlicherseits ausgerechnet, daß im vergangenen Jahr sämtliche Sowjetdampfer die größte Zeit der Navigationsperiode überhaupt st i l l g e l e g e n haben. Bei der Wolgaschiffahrt über 50 v. H., bei der nordwestlichen Schiffahrt sogar 71 bis 80 v. H. • Neue Anordnung der Ueberwa- chungs.stelle für Bastfasern. Der Reichs- beauftragte für Bastfasern erläßt im Deutschen Reichsanzeiger eine Anordnung 9 über Ankauf und Verarbeitung von Flachs -und Hanffasern, die am 23. Juli 1935 in Kraft tritt. Sie gilt sowohl für inländische, als auch für ausländische Flachs- und Hanffafern. Ausgearbeitete Flachs- und Hanffafern dürfen nur mit Genehmigung der Ueberwachungs- stelle für Bastfasern. Berlin NW 7, eingekauft oder zur Verarbeitung übernommen werden. Für jeden Verarbeitungsbetrieb wird eine monatliche Höchst- menge festgesetzt, bfs zu der er ausgearbeifete Flachs- und Hanffafern verarbeiten darf. Die Genehmigung wird auf Antrag erteilt. Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung sind ftrafbar. Uhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe: Still und uneinheitlich. F r a n f f u r t a. M., 22. Juli. Mangels besonderer Anregungen lag die Börse zum Wochenanfang sehr ruhig. Die Haltung war nicht ganz einheitlich und etwas unsicher, die Umsätze bewegten sich in denkbar engsten Grenzen. Seit dem Kurssturz der Schiffahrtsaktien bemächtigt sich der Kundschaft eine sehr starke Zurückhaltung; infolgedessen blieb auch für heute die Auftragserteilung sehr klein. Auch die Börse selbst zeigte nur wenig Unternehmungslust. Am Aktienmarkt gingen die Veränderungen gegenüber der Wochenschlußbörse nach beiden Seiten bis zu 1 v. H. Größeres Angebot bestand am Elektromarkt in der AEG.-Aktie, die mit 39,25 (41) eröffnete, bis 38,25 absank, um später wieder auf 39,25 anzusteigen: die Umsätze waren ziemlich lebhaft. Die übrigen Elektrowerte veränderten sich nur um Bruchteile v. H. Stork gesucht blieben wie '/"her Thur. Lieferung, Taxe 120 (letzter Kurs 114). Schiffahrtsaktien fetzten zunächst bei kleiner gewordenem Geschäft gut behauptet ein; Nordd. Lloyd zogen sogar auf 19 (18.25) an; später trat erneut Anaebot auf, so daß Hapag auf 17 nach 17,75 und Lloyd auf 18,25 nachließen. Für chemische Werte erhielt sich etwas Interesse; JG.-Farben blieben behauptet, Scheid^mstalt gewannen 1 v. H. ?eu^c Erdöl 0.50 v. H. Von Montanwerten setzten Buderus und Rheinstahl je 0.50 v. H. höher, Harpener und Mannesmann unverändert, dagegen Klöckner 0,25 v. H., Stahlverein 0,40 v. H. und Hoefch 1,25 v. H. schwächer ein. Mait lagen Kunstseide Aku mit 63 bis 62,50 (64,50), außerdem verloren Gebr. Junghans 1,25 v. H., Daimler 0,90 v. H., Deutscher Eisenhandel 0,50 o. H. Reichsbankanteile lagen mit 189 unverändert, etwas fester notierten Gement Heidelberg mit 119,50 (118,75). Der Rentenmarkt stagnierte bei meist unveränderten Kursen fast vollkommen. Altbesitzanleihe erhöhten sich auf 112,25 (112), Reichsbahn-VA., späte Schuldbuchforderungen und Zinsvergütung lagen unverändert. Don fremden Werten gingen Anatolier I und II auf 39,20 (40) zurück. 3m Verlaufe blieb die Geschäftstätigkeit sehr klein und auch die Kursbewegung war geringfügig. Lediglich AEG h>atten unter Schwankungen zwischen 38 bis 39 größeres Geschäft, ferner gingen Schifffahrtswerte unter Schwankungen etwas lebhafter um. Hapag erholten sich auf 18 bis 17,75 nach 17,25 und Nordd. Lloyd auf 18,75 nach 18,25. Weiter nach- gebenb waren Hoefch auf 101,50 nach 102. Etwas schwächer lagen ferner Westdeutsche Kaufhof mit 32,50 (33,25), Mansfelder, Otavi Minen, Schuckert bei Rückgängen bis 0,50 v. H. Höher notierten Metallgesellschaft mit 114,75 (114). JG.-Farben hielten sich bei 153,75 gut behauptet. Am Rentenmarkt lagen späte Schuldbuchforde- rungen mit 97,25 etwas fester, dagegen gaben einige Umtausch- und Industrie-Obligationen 0,25 bis 0 50 d. H. nach. Ferner wurden zertifizierte Gulden- Obligationen niedriger genannt. Der Pfandbriefmarkt lag still und meist unverändert, auch Stadt- anleihen wiesen keine Abweichungen von Belang auf. Von fremden Werten notierten Rumänen schwächer. .Im Freiverkehr waren Adlerwerke Kleyer zu 102 bis 102,50 (101) gesucht. Tagesgeld blieb mit 3 v. H. unverändert. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse nahm im allgemeinen einen ruhigen, aber tm Anschluß an den Mittagsschlußver- kehr einen überwiegend freundlichen Verlauf. Auf die Verwaltungsmitteilung über den Geschäftsver- laus m 1934/35 und zur Fraae der Bilanzbereini- gimg entwickelte sich in der AEG.-Aktie lebhafteres Geschäft zu 41,75 bis 41,25 bis 41,50 (4013) Ferner waren einige Montanaktien beachtet und höher so Stahlverein mit 86.75 bis 87 (86,25), Mannes- wonn mit 90 btfj 90,40 (90) und Hoesch Eisen mit 103,50 (102,75). Von chemischen Werten zogen Scheideanstalt um 1 v. H. auf 236 an, während IG. Farben mit 154, 65 bis 154,75 (155) nur knapp behauptet blieben, Rütgerswerke erhöhten sich auf 118,50 (118). Auf den übrigen Marktgebieten konnten sich die Mittagsschlußkurse voll behaupten. Nur Schiffahrtsaktien waren wieder leicht angeboten, Hapag gaben auf 17,90 (18,25) und Nordd. Lloyd auf 18,75 (19,25) nach. — Am Kasfamarkt kamen IG. Chemie Basel volleinbez. Stücke mit 181 (l. K. am 19. Juli 175) wieder zur Notiz, do. 50 v. H. ein- bez. Stücke notierten mit 155 (154). Von Bankaktien erhöhten sich Commerzbank auf 90,25 (90). Der Rentenmarkt lag geschäftslos. Etwas Nachfrage erhielt sich für späte Reichsschuldbuchforderun- gen zu 97,40 (97,25), dagegen gaben Altbesitz auf 112 (112,13) nach. Von fremden Werten ermäßigten sich 4 v. H. Ungarn Gold auf 10,40 (10,50). U. a. notierten: Altbesitz 112, IG. Farben-Bonds 127,25, 4 v. H. Ungarn Gold 10,40, 4v. H. Rumänen 5,30, Adca 82, Commerzbank 90,25. DD-Bank 92,75 Reichsbank 189, Harpener 111,25, Kali Aschersleben 127, Mannesmann 90 bis 90,40, Mansfeld 116, Hoefch 103,50, Rheinstahl 112, Stahlverein 86,75 bis 87, AEG. 41,75 bis 41,25 bis 41.50, IG. Chemie volle 181, do. leere 155, Daimler 94, Deutsche Eisenhandel 103, Deutsche Erdöl 112, Scheibeanstalt 236, Eßlingen Maschinen 84.50, IG. Farben 154,65 bis 154,75, Feldmühle 123, Goldschmidt 110,25, Holzmann 91, Junghans 90,75, Mainkraft 94,25, RWE. 132 Rütgerswerke 118,50, Schuckert 126, Südd. Zucker 193, Hapag 17,90, Nordd. Lloyd 18,75. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 22. Juli. Am Brotgetreide- markt lagen heute erstmals Muster in neuem betreibe vor; Angebote auf Lieferung wurden in 10 bis 14 Tagen gemacht. Da die Mühlen bisher nur wenig Neigung für neues Mahlgut zeigten, wurden Abschlüsse nicht bekannt. Der Futtermittelmarkt lag im allgemeinen still und vernachlässigt, lediglich nach ölhaltigen Artikeln und nach Kleie, sowie nach Misch- futter mit hohem prozentualem Gehalt an eiweiß- haltigen Futtermitteln bestand Nachfrage. Das Mehlgeschäft blieb schleppend. . Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 210, W 13 214 W 16 218, Rogge,. R 9 170, R .3 174, R 15 178 Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets; Hafer H13 170, H14 172 Großhandelspreise ab Station; Weizenmehl W 13 27,70 W 16 28,15, Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 R13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R 15 24,l? PJcUnC0,5^^arF£ Frachtausgleich; Weizennach- wehl 16,75, Weizenfuttermehl 13,25; Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R13 10,20, ten der Kirchenvorstand und Lehrer den Pfarrer vor dem Gottesdienst im Schulhaus herzlich begrüßt. Die Gemeinde freut sich, nach "/«jähriger Vakanz wieder einen eigenen Pfarrer erhalten zu haben. Missionsfest in Klein-Linden. CO Klein-Linden, 22. Juli. Das am gestrigen Sonntag hier abgehaltene Missionsfest wurde mit einem gut besuchten Festgottes- d i e n st am Vormittag eingeleitet. Der Posaunenchor Klein-Linden eröffnete mit dem Lied „Komm, heilger Geist, Herre Gott", dem Bachschen Satz einer vorreformatorischen Melodie, die Feier. Die Festpredigt über Matthäus 6, Vers 10, „Sein Reich komme" hielt Volksmissionar Bender von der Hermannsburger Missionsgesellschaft. Die Gemeindegesänge wurden von dem Posaunenchor und der urgel gemeinsam begleitet. In der Feier am Nachmittag sprach zunächst Pfarrer Lenz (Wohnbach) an Hand der biblischen Geschichte von Petri Fischzug (Lukas 5, Vers 1 bis 11) über die Fragen „Warum und auf welche Weise treiben wir Mission?" und beantroor» Schluß« hi r«i 20 7 teifefretär Schdanow, hat es in einer Versammlung der „Arbeiter des Wassertransports" offen gesagt: „Eure Unbildung und eure Unwissenheit, euer Ignorantentum und euer Mangel an Organisation, eure Faulheit und eure Verantwortungslosigkeit sind schuld daran, daß wir auf diesem Gebiet nicht weiterkommen". Das war deutlich genug. Jedoch Jjat Schdanow eine Kleinigkeit nicht erwähnt: daß nämlich ein Musterbetrieb aud) in der Wasserverkehrs- wirtschaft sich nicht aus dem Boden st a m p f e n läßt, daß es auch hier auf das organische Wachstum ankommt. Und schließlich der Wegebau. Dieser Tage brachte die „Jswestija" auf der vierten Seite eine bescheidene Notiz, die besagt, daß im laufenden Jahr im Moskauer Gebiet 156 Kilometer neue Straßen gebaut werden sollen. Das ist gegenüber den ursprünglich vorgesehenen Planziffern so herzlich wenig, daß man nur den einen Schluß ziehen kann: Man beginnt auch hier den praktischen Möglichkeiten Rechnung zu tragen. Wie beschränkt diese praktischen Möglichkeiten aber sind, geht aus einer vortrefflichen Schilderung der Leningrader „Prawda" hervor, der nichts mehr hinzugefügt zu werden braucht. Es gibt in Sowjetrußland ein „Zentrales wissenschaftliches Institut für den Wegebau" (mit umfangreichen Laboratorien und einem großen Stab von wissenschaftlichen Arbeitern), das „studieren, erforschen und den Wegebau wissenschaftlich leiten soll". Was tut es? Da besitzt es u. a. eine Filiale in Zentralasien. Deren Direktor hat die Untätigkeit satt; da er genügend „erforscht und studiert" hat, treibt er Arbeitsbeschaffung auf eigene Faust und veranstaltet in seinem Laboratorium — Harnuntersuchungen. — Das Institut hatte kürzlich eine wissenschaftliche Expedition zum Studium der Wegeverhältnisse nach Sibirien entsandt. Die „Arbeiten" dauernten Monate hindurch, ihr Extrakt füllt einen Band von 129 Seiten — der von der Jnstitutslei- tung den Vermerk erhielt: „Eignet sich als Material für weitere Untersuchungen". Die Expedition hat 380 000 Rubel gekostet. — Eine weitere Kommission begab sich zu Untersuchungen und Studien nach Südrußland. Abermals mehrere Monate lang. Sie kostete über eine halbe Million. Ihr Rechenschaftsbericht erhielt den Vermerk: „Zu lang! Kürzen! Sodann ins Archiv weiterleiten!" Schlüße Mittag- bgrfe 22.7 Schluß». Abend» börie 22 7 Datum 4% (Serie"II ...........“ 6% Rumän. Bereinb. Rente b. 1903 ^°HRumän.vereinb.Renter>.isi3 4% Rumänische vercinh. Rente . S%% Anatolier ....... . Mansfelder Bergbau .. Kokswerke ........... Pbönir Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinsrahl .......... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 3- Farden.Inbustrte Scheideanstalt......... Goldschmidt . Rütgerswerke . Merallgeselllcbaft ___________Seriln722 Juli ~ Amerikanische Not......... Belgische Noten........ Dänische Noten .. ... Englische Noten Französische Roten Holländische Noten............ ’ Italienische Noten * Norwegische Noten ............** Deutsch Oesterreich, * wo Schlllina Rumänische Noten............. Schwedische Noten * * Schweizer Noten...., " Spanische Noten................ Ungarisch- Ästei an. - Retchsbankdlskom 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v H. SchuUbets Patzenhofer 4 Aku (Allgemein? Kunstseide) .. 0 Bemberg....... Zellstoff Waldhof .... BeMtoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 btzA» Doung.Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............ **/•% Deutsche RetchSpostschatzan. Weisungen von 1934, I....... «% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 trückzahlb. 102%) .......... ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6Vi% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Lioui ... iVi% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .......... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten ebem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 19.35 »H% ehem. 4>/,% Franks. Hyp.. Vank-Liau.-Pfanbbrtese....... 6K% ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. ... 4U% ehem. 8% Pr. Landespfand, briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4H% ehem. 7% Pr. LandeSpsand« briefanst., Gold Komm. Obl.Vl Vleuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterretchtsche Golbrenke.... 4,20% Oesterreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Unflrtrifdje Staatsrente b. 1910 4H% deSgl. bon 1913 ........ 5% abgest. Goldmexikaner bon 99 lütliftbe Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................. Buderus ......... 0 Deutsche Erdöl ...... * 4 Gelsenkirchener..... 0 Harpener * 0 Hvesch Eisen—Köln-Neueste« .. 0 3lse Bergbau ............ • Ilse Bergbau Genüsse e Klöcknerwerke ........... |ii Mannesmann-Röhr« ....... o| Frankfurt a.M. | Berlin Schluß« furt Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Miltag- börle 20 7 22 7 20 7 22-7 100,25 100,25 100,5 — 98,5 98,5 98,65 98,25 103,9 — — 112 112 112,4 112,13 100,2 100,7 100,65 100,65 97,25 97,25 97,25 97,25 96,4 96,4 — — 100 8 100,8 — — 93 93 — — 128,5 — — — 116 115,75 116 115,75 96,5 96,5 — — 101,13 101,4 — — 101,9 101,5 101,5 101,9 97 97 — 97 97 97 _ 97 107,3 107,3 107,3 107,3 Frankfurt a. M «er,in Schluß« turs Schluß«. Abendbörse Schluß- «urs Schluß!. Mittag, börse 20 7 22 7 20-7 22 7 — — _ 7,4 7,3 — 9,7 10,25 9,8 9,7 5,75 5,3 5,6 5,3 40 39,2 40,5 39,4 17,75 17,9 18 18,25 — — 28,13 28 18,25 18,75 18,65 19,25 87 86,5 87 87 116,5 116,5 116 115,5 90 90,25 90,75 90 92,5 92,75 92,5 92,75 92,5 92,75 92,5 92,75 189 189 188,5 188,9 20 Zuli 22. Juli Amtliche Geld | stotierung Lries Amtliche Geld Notierung 1 Srief Buenos Airev Brüssel..... Rio de Ian. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingfors.. Parts ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... 0,658 41,885 0,139 3,047 54,77 46,92 12,265 5,41 16,415 168,59 20,41 0,721 5,684 61,65 48,95 11,12 63,24 81,12 34,03 10,30 0,662 41,965 0,141 3,053 54,87 47,02 12,295 5,42 16.455 168,93 20,45 0,723 5,696 61,77 49,05 11,14 63,36 81,28 34,09 10,32 0,663 41,885 0,139 3,047 54,88 46,93 12,29 5,42 16,42 167,93 20,41 0,721 5,684 61,77 0,667 41,965 0,141 3,053 54,98 47,03 12,32 5,43 16,46 168,27 20,45 0,723 5,696 61,89 Liiiabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... 48,95 11,14 63,37 81,16 34,06 49,05 11,16 63,49 81,32 34,12 Budapest ... 10,30 10,32 Neu yoek ... 2,475 2,479 2,477 2,481 116 115,75 116 — 120,5 121 — — - — 219,65 218,75 219,75 112 110,25 112,4 87 85,9 86,25 17,5 17,75 17,4 127 126,5 127 126 126,5 126 197 195 197 154,75 153,65 155 236 -V- — 110,25 109 110,5 118,5 117,75 118 114,75 114,5 115,5 91 92 91 119,5 - 135 . - _ 111,75 112,9 62,4 64 62,75 — 115 115,5 — 118,25 118,5 88,5 88,75 88,5 — 136,13 136,5 94 94,13 94,13 165 166 165 — 89 88 32,5 32,4 33 294 — 294,25 —— 175,5 173 156 157 156 -I 381 38 94,25 1931 1931 193,25 Gelb ■ Srlel - 2,429 2,449 41,72 41,88 54,82 55,04 12,255 12,295 16,37 16,43 167,51 168,19 19,86 19,94 61,56 61,80 — —• —— 63,15 63,41 80,93 81,25 33,70 33,84 § bi b 24. 26 Na dü 00 Ire dic W fO' .,5 Te fin wk tiei GU( aus lige I fotti 6nt § al 24 ur di« hi sie Ml Uf Nl r Plat Uh,- Non fällt Ta Platz fe?ts in ffr 21 fr Ko .Di 22 ü ttr.W Drittes Blatt Lt«kenn Anzeiger lGeneral-Attzelg« ttlr Plcnsfqg. rr.M 1955 Die Gießener Garnison im Manöver. Besprechung der Offiziere an der Lahn. Aus derprovinzialhaupistadi. pikantes Idyll. Die Ueberfchrift mag auf den ersten Blick als Widerspruch in sich selbst erscheinen Aber es war tatsächlich ein Idyll, und pikant kann man seinen Gegenstand auch nennen, wenn auch nicht im landläufigen Sinne ... doch ich will lieber erzählen. Es war um die Geisterstunde. Wir wanderten unter Lindenduft und Sternenhimmel heimwärts, als wir auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig ein regloses junges Paar bemerkten. Das wäre nun gerade nichts besonderes in einer liebesseligen Sommernacht gewesen, und wir hätten es taktvoll übersehen, wenn es üblicherweise im Schatten und eng umschlungen gestanden hätte. Aber es stand im Gegenteil nebeneinander, und im hellsten Laternenlicht, und starrte intensiv auf die Erde. Und als wir neugierig und gesellig mitzustarren anfingen, sahen wir ein merkwürdiges Etwas auf dem Boden, das wir, neugierig näher- gchend, als einen ausgewachsenen Igel erkannten. Er verhielt sich so reglos, daß wir den zierlichen Kopf, die schlauen Aeugelchen und jede einzelne gesträubte Stachel deutlich beobachten konnten. Auch heranklingende kräftige Schritte störten ihn nicht. Es waren drei junge Männer, die mit einem erstaunten „Nanu?" bei unserer Gruppe Halt machten, um dann ebenso interessiert wie wir den Igel zu betrachten. Inzwischen nahte ein richtiggehendes Pärchen, das aber seine Umschlingung diskret angesichts der mitternächtlichen Massenansammlung löste und nach deren Ursache forschte. Das Mädchen stellte sie mit einem entzückenden: „Ach sieh doch nur, Fritz, ein Igel, nein, wie reizend!" fest und kauerte sich sofort neben das Tierchen, um es zu streicheln. „Du, paß auf, es piekt", warnte der Begleiter, doch sie ließ es sich nicht nehmen, vorsichtig über das originelle Stachelkleid hinundherzustreicheln, und danach probierten auch die anderen weiblichen Zuschauer emsig das seltsame, wenn auch fühlbar „pikante" Bergnijgen, bis es dem Igel von derart viel Frauenzärtlichkeit wohl beklommen wurde. Er enthüllte plötzlich vier allerliebste Füßchen und trabte von hinnen, womit er die Versammlung überraschend auflöste. Wir folgten jedoch dem kleinen Gesellen, der eilig am Mauerwerk der Vorgärten dahinkugelte, vor jedem schwarzen Baumschatten über dem Weg aber ängstlich, oft minutenlang, stockte, bis er doch das Hindernis mutig nahm. Und so wanderten wir hinter ihm her, bis er unvermutet unter einem Gartentor auf Nimmerwiedersehen verschwand. Ob er, mit soviel Verspätung und trotzdem leeren Maule heimkehrend, es wohl wagte, der Jgelfrau von seinem zärtlichen und aufregenden Abenteuer zu berichten? Oder ob er es wohlweislich verschwieg? Wir können da nur mit allzu menschlichen Maßstäben vermuten und wollen ihm lieber auf alle Fälle wünschen, daß er noch im letzten Augenblick im Garten oder Keller eine leckere Maus erwischte, als Mitbringsel. Frauen sind so empfänglich dafür. E. v. M. Die Hundstage beginnen. Am 23. Juli beginnen mit dem Eintritt der Sonne in das Zeichen des Löwen die Hundstage, die bis 24. August dauern. Der Hitze nach befinden wir uns aber schon längst mitten drinnen. Es ist keine Seltenheit, daß während der sogenannten Hundstage das Wetter sehr schlecht wird und während dieser Zeit starke Regengüsse, nicht selten in Begleitung von Hagel, niedergehen. „Hundstage hell und klar zeigen an ein gutes Jahr; werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten" heißt eine der vielen Bauernregeln um die Hundstage. Eine andere lautet: „Wie die Hundstage beginnen, so endigen sie", oder: „Was die Hundstage gießen, muß der Winzer büßen". Ihren etwas sonderbaren Namen haben die Hundstage von dem Stern Sirius, dem hellsten aller Fixsterne, der in der Zeit vom 24. Juli bis 24. August gleichzeitig mit der Sonne auf- und untergeht. Schon bei den alten Griechen galten die Hundstage als der Höhepunkt sommerlicher Hitze. Die Äegypter verehrten den „Großen Hundsstern" als Segenspender, denn er war gewissermaßen das Zeichen, daß sich der Nil über die Ufer erhob und das Land mit dem fruchtbaren Naß überschüttete. Mit den Hundstagen untrennbar verbunden ist die Vorstellung vom Versiegen der Hungerbrunnen, vom Vertrocknen der Wasserläufe und vom Hervortreten der in Flußbetten liegenden Hungersteine, die, wenn sie die Gluthitze bedeckt, aus den spärlichen Wasserinseln ihr Haupt herausstrecken und so kommende Dürre anzeigen. Die bekanntesten „Hungersteine" sind die in der Elbe bei Bodenbach- Tetschen, die seit 1790 den Spruch tragen: „Wir sind die Hungersteine, wenn Du uns siehst, so weine!" Die ältesten bekannten Hungersteine datieren angeblich von 1115. Neben diesen gab es auch zu Zeiten großer Teuerung Hungermünzen aus Zinn mit Hungersteinbildnissen und den damaligen Lebensmittelpreisen. Mit Beginn der Hundstage ist auch die Zeit gekommen, in der die sogenannten hellen Nächte ihr Ende erreicht haben. Sportkurse des Sportamts ließen Achtung! Verlegung von Sportkursen! Schwimmen im Volksbad. Wegen baulicher Veränderung des Volksbades fallen die beiden Schwimmstunden am Mittwoch, 24. Juli, aus. Die Stunden werden am Freitag, 26. Juli, von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Uhr nachgeholt. Lehrstätte: Volksbad. Während der Schulferien werden folgende Kurse in die Turnhalle der S ch i l l e r s ch u l e, Schiller- straße, verlegt: Donnerstags von 20 bis 21 und 21 bis 22r Uhr, Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen; Freitags von 20 bis 21.15 Uhr, Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Allgemeine Körperschule. Dienstags von 19 bis 21 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg; Freitags von 20 bis 21.15 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße, fällt diese Woche aus! Fröhliche Gymnastik und Spiele. Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, „Zur Linde"; Donnerstags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße. Leichtathletik. Samstags von 17 bis 19 Uhr, Universitätssport- platz am Kugelberg. Reichssportabzeichen. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg Seit gestern abend befinden sich die Truppen unserer Gießener Garnison unterwegs in einem mehrtägigen Manöver. Das 2. Bataillon rückte gestern abend in die Gegend von Launsbach, Wißmar, Badenburg ab und wird in den nächsten Tagen durch das Lumdatal und beiderseits davon in Richtung Grünberg weitere Manöver abhalten. Das 1 Bataillon ist heute in früher Morgenstunde in Richtung Lich, Hungen, Rodheim a. d. H., Schotten abgerückt, um in diesem Raume seine Manöver durchzuführen. Das 2. Bataillon führte seine erste Hebung tm Laufe der letzten Nacht in der Gegend von Launsbach— Wißmar beiderseits der Lahn durch. Es handelte sich dabei um einen nächtlichen Ueber- gang über die Lahn unter Verwendung von behelfsmäßigem Material. Bei dieser Uebung wurden auch Floßsäcke, Pontons usw. zur Ueberquerung des Flusses eingesetzt. Gestern etwa von 20.30 Uhr ab pamen die ersten Bewegungen der Truppe in Gang, wobei auf dem westlichen Lahnufer in Richtung Launsbach Widerstandsnester der Infanterie den vom östlichen Lahnufer aus zum Flußübergang ansetzenden Feind behindern sollten. Der Brückenbau über die Lahn begann gegen 1 Uhr. Gegen 3.30 Uhr erfolgte der Uebergang der 6. Kompanie in der guten Zeit von 6 Minuten; dabei passierten Tennis. Montags von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr, Städt. Tennisplätze am Schützenhaus; Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr, Städt. Tennisplätze am Schützenhaus. Reiten. Montags von 21 bis 22 Uhr, Dienstags von 21 bis 22 Uhr, Mittwochs von 20 bis 21 Uhr, Freitags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, jeweils in der Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für den Reitkurs Mittwochs sind noch 6 Plätze frei. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 8 Sportmarken je 1 Mark = 8 Mark, für Nichtmitglieder 8 Sportmarken je 1,50 Mk. = 12 Mark. Interessenten wollen sich umgehend schriftlich oder telephonisch (2919) an das Sportamt, Schanzenstraße 18, wenden. Schwimmen. Montags von 18 bis 19.15 Uhr, Badeanstalt des Männerbadevereins; Mittwochs von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Volksbad. (In dieser Woche Freitags.) Samstags von 16 bis 17.15 Uhr, Lollar, Lahnbad. Alle Schwimmkurse sind für Anfänger und Fortgeschrittene eingerichtet vornokizen. — Tageskalender für Dienstag: NSG. „Kraft durch Freude": 19 bis 21 Uhr Allgemeine Körperschule auf dem Unioersitätssportplatz am Kugelberg; 18.15 bis 19.15 Tennis auf den städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schönibs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die törichte Jungfrau". — „Hilde und 4 PS" statt „Sonne für Renat e". Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Der Spielplan für Mittwoch, 24. Juli, mußte infolge plötzlicher Erkrankung von Frl. W i e- lander geändert werden. Statt des Lustspiels: „Sonne für Renate" von Ebermayer kommt Kurt Sellnicks Lustspiel: „Hilde und 4 PS" unter Wolfgang Kühnes Spielleitung zur Aufführung. Viele Theaterbesucher werden Kurt Sellnick als Autor und Verfasser von „Himmelsstürmer" und „Thespiskarren" bereits kennen. „Hilde und 4 PS" bringt das neue deutsche Volksauto in heitere Schicksalsverknüpfung mit den Trägern der Handlung. Die nicht nur die Mannschaften, sondern auch die Maschinengewehre der Kompanie auf den bekannten kleinen Handwagen die Pontonbrücke, während Minenwerfer aus einer Fähre über die Lahn gesetzt wurden. Dem Uebergang über den Fluß folgte noch ein kurzer Angriff in der Richtung der Bahnstrecke zwischen Wißmar und Launsbach, dann wurde die Uebung heute gegen 4.30 Uhr abgebrochen. Die Kompanien versammelten sich sodann auf den Wiesen beiderseits der Lahnbrücke in der Nähe der Badenburg, wo heute gegen 6 Uhr von den Feldküchen warme Verpflegung ausgegeben wurde. Einige Stunden der Ruhe im Frühsonnenschein auf den Wiesen gaben unseren Soldaten die Möglichkeit, noch „ein Auge voll Schlaf" (teilweise wurde kräftig gepennt und „gesägt") zu nehmen. Gegen 8.15 Uhr kam dann das Kommando „Fertigmachen!", die Kompanien traten an, und dann ging es weiter in Richtung Mainzlar, wobei unterwegs natürlich allerlei Uebungen durchgeführt werden. Am morgigen Mittwoch wird diese Abteilung unserer Garnison in der Gegend von Treis a. d. Lumda, Nordeck-Winnen manövrieren. Das 1. Bataillon befindet sich heute auf dem Marsch nach Hungen, wo es heute abend Quartier beziehen wird. Natürlich werden auch bei dieser Abteilung unterwegs mancherlei Uebungen durchge- führt. Titelrolle ift eine hübsche Aufgabe für den heutigen Jungmädeltyp. Da das Lustspiel ganz in unserer Zeit steht, ist es selbstverständlich, daß „Hilde und 4 PS" im Spielplan 1935/36 vieler Bühnen steht. Dieses Lustspiel berührt ein zeitgemäßes Thema im lustigen Spiel und wird daher in jedem Akt zu einer das Publikum bestens unterhaltenden Angelegenheit. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. Sienographieauchin fremden Sprachen Nicht nur in feiner Muttersprache kann der deutsche Kurzschriftler stenographieren, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Sprachen. Das Leistungsschreiben anläßlich des Deutschen Stenographentages, der vom 2. bis 5. August in Frankfurt a. M. stattfindet, wird deshalb nicht nur in deutscher Sprache veranstaltet. Es sind Teilnehmer gemeldet für eine englische, französische, holländische, spanische, italienische, portugiesische, ja sogar für eine griechische und eine lateinische Prüfung. Ein ganz besonders sprachkundiger Stenograph aus Pöh- lau in Sachsen hat sich für Leistungsschreiben in deutscher, holländischer und portugiesischer Sprache gemeldet. Die Prüfungen in fremdsprachiger Kurzschrift sind nicht für Ausländer, sondern für deutsche Kurzschriftler bestimmt. Au«ozusamnienNoh Gestern nachmittag stießen an der Ecke Marburger Straße/Wiesecker Weg zwei Personenkraftwagen zusammen. Das eine Auto kam aus Richtung Wieseck und wollte in die Marburger Straße einbiegen, während der andere Kraftwagen die Marburger Straße auswärts in Richtung Lollar fuhr. Bei dem Zusammenstoß erlitt der eine Kraftwagenführer namens Eugen P letsch von hier Kopfverletzungen, die Insassin des anderen Autos, Käthe Schmidt, trug eine Gehirnerschütterung und Verletzungen am Kopfe, die weitere Mitfahrerin Erna N i e ß von hier einen Nervenschock und leichtere Prellungen davon. Die Verletzten wurden der Chirurgischen Klinik zugeführt. Die Untersuchung über die Ursache des Unglücksfalles ist im Gange. Daten für den 24. Juli 1783: Simon Bolivar, der Befreier Südamerikas, in Caracas geb. (geft. 1830). — 1908: Der Maler Walter Leistikow in Berlin geft. (geb. 1865), — 1920: Der Schriftsteller Ludwig Ganghofer in Tegernsee geft. (geb. 1855). Gießener Dochenmarktprelse. * Gießen, 23. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkte kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte, 20 bis 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, Bohnen (gelb) 25, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 50, Kartoffeln (neue) 7 bis 10, der Zentner 6,20 Mark, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 50, Birnen 30 bis 50, Kirschen 40 bis 50, Heidelbeeren 40, Stachelbeeren 20 bis 30, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 60, junge Hahnen 0,90 bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken VA bis 4, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das Bd. 8 bis 10 Pf. Serienaufgaben für Mutier und Kind. In den schönen Ferienwochen, am Feierabend zur Sommerzeit und des Sonntags zieht es den deutschen Menschen immer gewaltig zur stillen Natur unseres herrlichen Vaterlandes hinaus. Was gibt es dort auch für Wunder zu schauen, aus denen dem Erwachsenen seelische Erquickung erwächst, und das Kind seinen Schönheitssinn formen und seine Lernbegier befriedigen kann. Tief wirkt die Natur auf uns ein, wie sie uns in Feld und Wiese, in Forst und Anlage entgegentritt! Der Bauer teilt sein Ackerland so abwechsungsreich ein, daß die Dichter mit Recht von einem Teppich reden, den die bäuerliche Hand über die deutsche Landschaft breitet Und der Gärtner, der in das graue Stadtbild so schöne, frische Anlagen hineinzaubert, tut dem Auge, den Nerven und auch den Lungen des Stadtmenschen eine rechte Wohltat an. Staat und Gemeinde sorgen dafür, daß der städtische Wohnplatz geschmückt ist. Leider haben diese liebevollen und fürsorglichen Bestrebungen einen bitterbösen Feind — das ist die Gedankenlosigkeit. Statt ruhig und friedlich das heimatliche Bild zu genießen, zerstört es mancher. Gewiß zerpflückt dieser hier nur ein Zipfelchen und zerrauft jener dort nur ein Eckchen, aber alles in allem fällt doch jährlich ein gut Stück Kulturarbeit der Gedankenlosigkeit zum Opfer. Gehen wir einmal an diesem Felde am Stadtrande vorbei! Weich' Glück bedeutet es für einen Stadtmenschen, ein wogendes Kornfeld vor seinen Fenstern zu haben, welche Freude hat der Ausflügler, der in bunter Folge an wohlbestelltem Getreideacker, dann wieder an Kartoffelfeldern und Wiesen, wo es nach Heu duftet, entlang wandern kann! Aber seht — dort ist eine tiefe Trittspur. Sie führt weit ins Korn hinein. Ein Kind wollte .,nur einmal" eine Kornblume pflücken. Es ist gar nicht schade um die Kornblume, um so mehr aber um den Gottessegen, der zertreten am Boden liegt. Dort haben Spaziergänger zu ihrer „Bequemlichkeit" einen langen und breiten Weg über eine Wiesenecke gebahnt, um den Weg abzukürzen, wahrscheinlich. Wozu diese Hast beim Wandern? Dor allem aber: wozu diese Eile auf Kosten des Bauern? Vielleicht ist es aus Gedankenlosigkeit geschehen, aber das ist unserer nicht würdig. Wir wollen unsere Freude mit Besinnlichkeit suchen und mit Rücksicht auf andere genießen! Das muß vor allem das Kind lernen. Die Eltern dürfen kein schlechtes Beispiel geben, sondern sollen liebevoll das Kind auf die Unarten solchen Treibens aufmerksam machen. Wozu muß jedes Stücklein Rasen betreten werden? Zumal wenn er jung und empfindlich ist. Schaut: dort die junge Birke. Kürzlich ragte sie mit ihrem lichtgrünen Haupte noch in den Himmel. Dann erkletterten einige Buben das kaum zwei Meter hohe Stämmlein. Da brach die Krone. Weshalb erlaubt die Mutter ihren Kindern, dort aus dem Gebüsch am Waldrande Zweige zu reißen? Nun schwirrt die Meise gramvoll über ihrem achtlos zerstörten Nest. Die junge Brut liegt am Boden! Wie bedauerlich ist es, wenn man sieht, daß Blumen — vor einer Stunde erst gepflückt — als Ballast schon wieder auf die Landstraße geworfen werden! Dazu mußte also die schöne, grüne Wiese zertreten wer- den. Schaut dort die Kinder; sie schlendern etwas gelangweilt am Garten entlang und jetzt auch an der schöngeschnittenen Hecke des Stadtparkes. Sie lassen die Hände über die grüne Blätterpracht gleiten, packen hier zu, rupfen dort ein Blatt und eini Zweiglein und werfen es hinter sich! — Deutsche Eltern führt euren Kindern das Unrecht solcher Gedankenlosigkeit vor Augen! Lehrt sie, die Natur zu ehren und zu schonen! Sie werden euch gern folgen, denn der deutschen Kinder Herz ist tier- und blumenlieb. * ** Schulpersonalie. Ernannt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Gießen Dr. Wilhelm B e l z , z. Z. kommissarisch an der Augustinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) zu Friedberg, zum Zeichenlehrer an dieser Schule mit Wirkung vom 1. Juli 1935 an. ** Abschieds-Vorstellung von Frl. Pflug. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Lorle Pflug, die mit Abschluß dieser Sommerspielzeit Gießen verläßt, um nach Osnabrück zu gehen, verabschiedet sich in Kurt Sellnicks Lustspiel „Hilde und 4 PS" von den Gießener Theaterbesuchern. ** A u f der Straße gestorben. Ein tragischer Todesfall ereignete sich heute vormittag in der Hammstraße / Ecke Gabelsb"rgerstraße. Dort war der 78 Jahre alte Landwirt Adam Koch III. aus Endbach (Kreis Biedenkopf) mit einem Auto angekommen und aus dem Kraftwagen gestiegen. Gleich darauf brach der alte Mann bewußtlos zusammen, und wenige Minuten später war er bereits verstorben. Anscheinend hat ein Herzschlag seinem Leben ein jähes Ende bereitet. ** Wohnhausneubau in der oberen Ebelstraße. Mit der Errichtung eines dreigeschossigen Mietwohnhauses, das in jedem Geschoß vier Wohnräume mit Zubehör erhalten soll, ist seit einigen Tagen in der oberen Ebelstraße begonnen worden. Da das Gebäude noch in diesem Herbst bezogen werden soll, werden die Bauarbeiten beschleunigt durchgeführt. Die zur Zeit ausgeführten Erd-, Maurer- und Betonarbeiten kommen durch die hiesige Baufirma Freitag zur Ausführung. Nach der Fertigstellung dieses Gebäudes bleibt nur noch ein Grundstück in diesem Straßenteil als unbebaut liegen. ** Köln-Düsseldorfer Sonderveran- ft a 11 u n g e n , also Fahrten, die über den regelmäßigen Fahrplan hinaus und zu besonders verbilligten Preisen ab Mainz ausgeführt werden, fin« Kurze Rast an einem mit Luft gefüllten und gegen Fliegersicht getarnten Flvßsack an der Lahn. (Aufnahmen |2] Photo-Pfaff, Gießen.) ,x. ■ W eure Anmeldung gerne weiter gibt an die Kreisamtsleitung der NSV. der Heuernte keine gung stand. In 61 Vereine Geheimnisse gesunkener Gchahschiffe Was im Verlauf von zwei Jahrhunderten immer wieder fehlschlug, soll jetzt von einer schwedischen Dergungsgesellschaft zum Erfolg geführt werden. Ein russisches Kriegsschiff, das vor der schwedischen Festung Sveaborg bei Helsingfors im Jahre 1721 gesunken ist. konnte nach den Angaben eines allen Aavigationsbuches jetzt so genau ermittelt werden, dah man den fünfmal vergeblich unternommenen Versuch, die Kriegskaffe des Schiffes ans Tageslicht zu fördern, mit modernen Tauchapparaten wiederholen will. Solche „Schahschiffe* liegen noch heute an vielen Stellen unter den großen Verkehrsstrahen der Weltmeere, und es hat nie an Abenteurern gefehlt, die alles daran setzten, sich durch die Hebung der in ihnen geborgenen Schätze mit einem Schlag einen märchenhaften Reichtum zu verschaffen. Die meisten Schiffe, von deren Schätzen man immer wieder vernimmt, gehörten den Spaniern, die seit der ersten Besetzung Westindiens und Südamerikas mit Gold, Silber und anderen wertvollen Metallen beladene Schiffe in die Heimat schickten. Manche der Schiffe gingen in Stürmen unter, andere versanken beim Kampf mit Kaperschiffen. Sine berühmte erfolgreiche Schaherpeditlvn unternahm William Phipps. Er ging 1684 nach England, um sich die Mittel zur Hebung eines spanischen Schiffes zu beschaffen, das bei den Bahama-Jnseln gescheitert war. Es gelang rhm, den Herzog von Albemarle für seinen Plan zu gewinnen. Der Herzog streckte Veld vor und be- wog auch einige seiner Freunde dazu. Phipps kon- strurerte einen Tauchapparat und brachte tatsächlich Schatze im Wert von mehr als sieben Millionen ^sund nach England zurück, in den sich der Schatzniedergelassen haben. s. Lang-Göns, 22. Juli. Der Schnitt des Kornes und der G e r st e hat begonnen. Die Maschinen können fast überall in Tätigkeit treten, da die Frucht einen schönen Stand hat. Der E r - trag wird aller Voraussicht nach ein sehr guter. Auch der Hafer ist bereits soweit gereift, daß er im Laufe dieser Woche geschnitten werden kann. Den Schluß bildet — wie immer — der Weizen. Wenn das trockene Wetter anhält, wird die Ernte in diesem Sommer zu einer Zeit beendet sein, in der man in früheren Jahren erst begann. Für die Hackfrüchte und den Klee wäre allerdings ein guter Landregen sehr vonnöten. Der Erdboden ist stellenweise voller Risse. In den Gärten wirkt sich die Trockenheit am ungünstigsten aus. Der starke Wind dieser Tage hat hier mehr geschadet, als die große Sonnenhitze. — Am Freitag und Samstag wurden hier die Anbaufelder der Kartoffelzüchter von einer Kommission besichtigt. Zur Zeit sind etwa 25 Bauern in der hiesigen Gemeinde, die S a a t k a r t o f f e l n — unter Mr noch 48 Stunden bleibt jedem anständ gen Deutschen, jeder mitschaffenden deutschen Nma - die A-beit und Verdienst haben - Zeit, sich einzugliedern in Die breite Iront der Mitglieder der 7!SV , die mith Isen, den ärmsten D.'Ik-genoffen zu seinem Vaterlande zurückzuführen, daß unser Vock wahrhaft gesund wird und bleibt Darum - soweit ihr noch fehlt - meldet euch beim nächsten 7lGV -Mitglied, das Menzel und sein Hauswirt. 3y°W> “ “ n ®«'n 3 e 1 - d-e »Kleine Ex- >>ch °u?eS ff?*** Puhlmann. An der Ruckwand des Hofes stand eine große offne stei- nerne Halle, gewöhnlich „Das Schauer" genannt' eines Tages bat nun Menzel den Besitzer, die rohe Steinwand mit frischem Mörtel zu beziehen, da er und ein Freund Lust hätten, sie mit einem großen Fresko-Gemalde zu schmücken. Das Werk wurde auch glücklich vollendet, und zwar zeigte das Bild »einumranfte Pergola, mit einer niedrigen Balustrade versehen. Ueber die Balustrade blickte man in eine liebliche Feld- und Hügellandschaft durch deren Himmel in der Ferne ein Schwalben-' schwärm dahmzog. Im Vordergrund aber stand je eine Gruppe von Hausbewohnern und unter ihnen mein Vater, Arnold, Puhlmann unb Menzri selbst Etliche Gestalten blickten in die Landschaft hinaus und waren daher im Profil ober Halbprofil dar- keine Zeit zum Training zur Verfü» „ „ . Von Gießen führte die Fahrt über den hohen Vogelsberg roieber zurück nach Gießen. Unterwegs mußten allerlei Bebingungen ber Wettfahrtleitung erfüllt werden. Die hiesige Mannschaft lief mit einem Vorsprung von l3/< Stunden ein. — Am vergangenen Samstag fand hier ein Kameradschaftsabend des SS. - Stur» durch. Es ist dies bei Nachtigallen äußerst merkwürdig, denn im allgemeinen hören sie schon Ende Juni mit ihrem Gesänge auf. Nach unserer Kenntnis sind es übrigens die ersten Nachtigallen, die sich in unserer Gemarkung in den letzten 50 Jahren Vogelwiese im Zoo. Don Peter Bauer. Der Pfau. Majestätisch wie ein indischer Prinz schreitet er einher. Das tiefe Blau morgenländischer Tropennächte unb bas helle Grün ihrer Sterne leuchtet aus den schillernden und sprühenden Augen seiner fürstlichen Schleppe, die er feierlich entfaltet trägt. Eine kleine Krone aus zartesten Federn zittern auf seinem Scheitel. Vielleicht erwartet er seine Braut. Aber sein Ruf nach ihr ist ein häßlicher Schrei, in dem eher etwas Klägliches klingt als stürmische Sehnsucht. In ber zauberischen Dschungelwelt voll schleichender Tiger und Leoparden, gleitender Schlangen und huschender Echsen, gemmenhaft glitzernder Vogel- und Falterfluge war die Stimme des Stolzen anders: ein charakteristischer Ton in der elementaren Ur- fymphonie. Gern fliegt er auf feinen Schlaf- und Traumbaum. Aber diesmal hat er wohl nur Ausschau gehalten. Denn er schwingt sich wieder herab, stößt noch einmal seinen Schrei aus und fächert noch gespreizter feine hochzeitliche Farbenpracht auf. Der Kranich. Er erinnert an unfern Storch. Aber feine Haltung »st vornehmer und edler. Das aschgraue Gefieder endet in einen Busch schwarzer Schwungfedern der dem Schweif eines Rassepferdes ähnelt. Der schwarze Hals, der weiße Nacken und die rote Kopfkappe leuchten, als hätte er sich eben neue Farben aufgetragen. Jede Bewegung des Hochbeinigen hat trotz aller Wurde etwas spielerisch Leichtes unb Anmutiges. Mit febernben Sprüngen setzt er zum Wasser hin, um zu trinken. Ober er schminkt sich, indem er unter grotesker Verdrehung des Halses mit dem Schnabel in die Bürzeltube am Körperende greift. Oder er jongliert mit Holzstückchen und Steinchen, die er elegant in die Luft wirbelt und wieder auffängt. Manchmal wandelt ihn sogar die Lust zum Tanzen an: Mit Verbeugen, Springen und Flattern beginnt er den Boden zu treten, als habe sein scharfes Auge eine Schöne erspäht, deren Anblick ihn zu dieser tollen Ekstase entzündet. Der Flamingo. Sein zarter Leib schwebt wie ein luftiges, schwereloses Gebilde, das einem Glasbläser köstlich gelang, auf blumenstengelhaft schlankem Ständer, während das zweite Stelzbein hochgeklappt unterm Flügel liegt. Das Gefieder schimmert wie frischge- l^ener Schnee, den Morgensonne sanft erglühen laßt. Der Hals ist wie eine geschmeidige Schlange Zu einer Acht verschlungen. So träumt der reglose Vogel mit rückwärtsgebogenem Schnabel und Blick ms Wasser, als ob er in sein eigenes Spiegelbild verliebt sei. Diese Ruhestellung gibt ihm etwas märchenhaft Unwirkliches. Die Phantasie eines Malers könnte ihn staatlicher Aufsicht — züchten. Der Stand der Felder ist im allgemeinen zufriedenstellend, doch sind auch bei manchen Sorten, besonders bei der bekannten Speisekartoffel „Industrie", Mängel fest- gestellt worden. Die Kartoffelernte wird wohl, in- folge der kalten Maitage, nicht so gut ausfallen wie 1934. * Rodheim bei Hungen, 23. Juli. Der hiesige Einwohner Richard Bley erlitt in der oergange- nen Nacht einen Unfall. Er zog sich eine Kopfverletzung zu und wurde bewußtlos vorgefunden. Da der Verdacht bestand, es könnte sich um einen Schädelbruch handeln, wurde der Verunglückte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht. Kreis Bübingen (f. Nidda, 22. Juli. Am gestrigen Sonntag unternahm der hiesige Zweigverein des Vogels- berger Höhenclubs bei einer Beteiligung von 26 Mitgliedern einen Autobusausflug. Die Fahrt führte über Gießen, Marburg und Bad Wildungen an den Edersee. Nach einer Besichtigung ber Sperrmauer und einiger technischer Anlagen stattete man auch der Burg Waldeck einen Besuch ab und genoß den herrlichen Ausblick auf den See unb die schöne Landschaft. Der Tag brachte eine reiche Fülle der schönsten Eindrücke und wird allen Tellnehmern lange in Erinnerung bleiben. Kreis Schotten. □ Laubach , 22. Juli. Dieser Tage war die Ortsbauernschaft zu einer Versammlung im Rathaussaale zusammengerufen worden, die zur Auf- klärung über die Getreidewirtschaft, insbesondere über die Brotgetreidekontingentierung diente. Nacherfreuen. Der Deutsche Liedertaa darf als völlig gelungen abgesehen werden. Hoffentlich wurden dem deut- schen Lied dabei recht viele neue Freunde gewonnen. Landkreis Gießen. oo Klein-Linden, 22. Juli. In ber vorigen Woche nahm hie Hitlerjugend unseres Dorfes an dem Zeltlager des Bannes 116 „Wilhelm Belloff" Finsterloh bei Wetzlar teil. Alle Teilnehmer sind des Lobes voll über ihren Aufenthalt in dem Lager. Das Jungvolk weilte eine Woche im Zeltlager bei Grünberg. Viele Eltern ließen es sich nicht nehmen, ihre Kinder dort einmal zu besuchen, um sich das Lagerleben anzusehen. Lager, sinder und die Geldgeber teilten. Auch beim Untergang der spanischen Armada sollen unermeßliche Schätze in die Tiefe gesunken fein. — Piratenschähe von ungeheurem Wert befinden sich nach alten Überlieferungen auch auf dem Black River Berg auf der Insel Mauritius, die ein Hauptquartier der Seeräuber war. Da man bisher vergeblich nach den Schätzen suchte, vermutet man, dah auch sie in gescheiterten Seeräuberschiffen auf dem Meeresgrund ruhen. Außer Gold, Silber und Edelsteinen bilden auch andere Wertgegenstände eine Verlockung für öle Schatzsucher. So ging 1846 ein Schoner mit über hundert Tonnen Whisky an Bord in der Mitte des Huron Sees auf Grund. Wahrscheinlich ist der Whisky gut erhalten und die Ladung würde einen recht beträchtlichen Werl haben, wenn man sie and Tageslicht schaffen könnte. 1850 scheiterte im Erie- See der .Anthony Wayne" mit dreihundert Fatz Wein und Whisky an Bord. Da der teuerste Sherry, der jemals in England verkauft wurde, von einem Schiff stammte, das hundert Jahre auf dem Grund der Rordfee gelegen hatte, lohnt sich die Jagd auch auf diesen Schah. öer Mann o^ne Bett. Nirgends gibt es so viele Sonderlinge und Käuze wie in England. Mit William Frederick Fleming ist wieder eines jener alten Originale dahingegangen, über dessen Launen seine Nachbarn schon oft den Kopf geschüttelt haben. Der fast siebzigjährige Mann ^olte nur eine einzige Leidenschaft: bas Sammeln von Büchern. Sein Haus war bis unters Dach mit Vuchern angefüllt, bafür fehlte es aber am Nötig- ften. Es gab nicht einmal ein Bett, in dem er schlafen konnte. Wenn der Sonderling vom Herum- kramen in seiner Bibliothek müde war, setzte er sich in seinen Lehnstuhl, unb hier hat er auch während vieler Jahrzehnte seines Lebens geschlafen. Es störte ihn nicht, daß sich ber Staub in allen Ecken sarn- melte, daß von der Decke Mörtel niederfiel unb daß Die Raume schließlich nicht anders aussahen, als in einem zerfallenen Haus, das von den Menschen oer- lassen worden ist. Als die Nachbarn die Gesundheits- Polizei auf das ungewöhnliche Tun und Treiben des alten Fleming aufmerksam machten, wurde das H°us ini Auftrag der Behörde gründlich gereinigt, wobei Wagenladungen voll Dreck fortgefahren wurden. Aber trotz aller Vorstellungen ließ sich der Mann nicht dazu bewegen, in ein anderes Haus uberzusiedeln, er behauptete, solange er selber lebe, werde bas Haus wohl noch stehen. So beschaffte ihm, bie Gesunbheitsbehörde wenigstens ein Bett, in das er sich nur mit größtem Mißtrauen legte, unb in bem er halb darauf gestorben ist. Als die Nachbarn merkten, daß der alte Mann in dem zerfallenen Haus nicht mehr auftauchte, drang die Polizei ein 3roeites Mal in feine Klause ein unb stellte fest, daß Fleming vor etwa zehn Tagen den letzten Atem- zug getan habe. Im ganzen Haus fanden sich außer Büchern nur ein paar alte Kupfermünzen, da» letzte Hab unb Gut des alten Kauzes. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Herrichtung der Friedhofskapelle. Die Notiz in ber gestrigen Nummer des Gießener Anzeigers über die Erneuerung des inneren Verputzes und Anstrichs der Friedhofskapelle gibt mir Veranlassung, bas städtische Hochbauamt wiederholt darum zu bitten, doch auch an die Aenderung der Fenster, wenigstens derjenigen im Altarraum, zu denken. Der schönste sonstige Anstrich kann nichts an der Tatsacke ändern, daß infolge der bisherigen hellen Verglasung keine feierliche Stimmung in dieser Kapelle aufkommen kann. Ferner möchte Chorliteratur dar, u. a. Kompositionen von Baumann, Nelius, Geyer, Riez, Winkelhake, Stilz und Silcher. Sämtliche Darbietungen standen auf hoher Stufe unb gereichten den Sängern unb bem unermüdlich arbeitenden Chorleiter zur Ehre und erbrachten immer wieder den Beweis, welch ein unerschöpflich reiches Kulturgut unserem deutschen Volke in seinen Liedern geschenkt ist. ~ achter Sängerbrüderschast verbrachten die ........ den Nachmittag, bis sie gegen Abend, befriedigt von den Eindrücken des Tages, ihre Heimfahrt antraten. Die Jugend hatte Gelegenheit, zu den Klängen ber Kapelle Bender sich am Tanz zu den während der Ferienzeit nahezu täglich statt. Am Mittwoch z. B. bietet eine ganz billige Ferien- fahrt Ausflugsmöglichkeiten nach den beliebtesten Rheinftationen bis St. Goar. Am Donnerstag findet wieder eine „Blaufahrt" statt, bei der ein Aufenthalt in einem bekannten Weinort vorgesehen ist, unb mit der Abendsahrt nach Bingen sinb am Samstag dieser Woche besondere Ueberraschungen verbunden, z. B. kostenloser Besuch des Vergnügungsparkes der Ausstellung „Scholle und Heim" usw. Die fahrplanmäßigen Dampfer 8.30 und 15.30 Uhr ab Mainz haben während der Ferienzeit wochentags verbilligte Preise. Man beachte die heutige Anzeige! Oberhessen. Liedertag in Klein-Linder.. r Klein-Linden, 22. Juli. Am Sonntag hielten die unter Leitung von Chormeister Harnisch (Watzenborn-Steinberg) stehenden Männer- aesangvereine in unserm Dorfe einen W e r b e t a g für dasdeutsche Lied ab. Die Vorbereitungen zu dem Liebertag hatten in Händen der hiesigen Nationalen Sängeroereinigung „Eintracht-Harmonie" gelegen. Am Nordausgang des Dorfes stellten sich gegen 14 Uhr die Sänger zu einem Werbeumzug durch das Dorf auf. Unter den Klängen der Musikkapelle Bender (Watzenborn-Steinberg) wurde durch die Frankfurter Straße zum neuen Kriegerdenkmal marschiert, wo die Sänger mit den beiden Massenchören „Mahnung" von Heinrichs und „Deutschland! Heil'ger Name" von Baußnern ein Bekenntnis zum neuen Deutschland ablegten. Der Werbemarsch wurde dann zum Festplatz, dem herrlich gelegenen Garten der Wirtschaft „Zur Burg", fortgesetzt, wo sich unter den jahrhundertealten Linden bald ein fröhliches Treiben entwickelte. In seiner Festansprache hieß der Dereinsführer der Nationalen Sängervereinigung Klein-Linden, Kaufmann Fritz Jung VIII., die vielen Sänger und sonstigen Festbesucher herzlich willkommen und würdigte die Verdienste des ewig-jungen Streiters auf dem Gebiete des deutschen Männergesangs, des Chormeisters Harnisch. Der Redner sprach dann über die Bedeutung eines solchen Liedertages, der einmal den noch nicht singenden Volksgenossen Zeugnis ablegen solle über die Tätigkeit der deutschen Männergesangpereine, dann aber auch beweisen solle, welch gute Pflegestätten deutschen Volkstums die Männerchöre seien. Er forderte im besonderen zur Pflege des deutschen Volksliedes auf und richtete herzliche Worte an die anwesende Jugend, in die Reihen der Sänger einzutreten. Er zeigte die weitere Ausgabe der Mannerchöre auf, die darin besteht, echte Volksgemeinschaft zu hegen und zu pflegen, wie dies der Wunsch unseres Führers und Kanzlers sei. Die Sänger sollten nicht nur Schulter an Schulter stehen, um in harmonischen Klängen Chöre vorzutragen, sondern sie sollten auch von Herzen untereinander verbunden fein, wie dies die einzig richtige Bezeichnung „Sangesbruder" treffend darstelle. Zum Schluß gedachte Herr Jung noch der Gründung des ersten Gesangvereins in unserer Gemeinde im Jahre 1865, des früheren Männergesangvereins „Eintracht", der sich nach der nationalsozialistischen Revolution mit Dem Gesangverein „Harmonie" zur heute bestehenden Nationalen Sängervereinigung zusammenge- schlossen hat. Die Ansprache klang in einem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf unseren Führer und Volkskanzler und auf das deutsche Volk aus, worauf die beiden nationalen Lieder gesungen wurden. Dann traten die einzelnen Vereine zum Singen an. Es beteiligten sich daran die Mannergesangvereine „Frohsinn" Garbenteich, „Germania" Stein- bad), „Eintracht" Steinberg, „Germania" Watzenborn und die hiesige Nationale Sängervereinigung. Sämtliche Chöre leitete Herr Harnisch. Er bot mit seinen Sängern beste Perlen aus ber deutschen leitende Worte sprach Ortsgruppenleiter Pg. Henze. Der Besuch beider Veranstaltungen war gut. Der Film hinterließ einen tiefen Eindruck. (5 Ruppertsburg, 21. Juli. Unsere Freiwillige Feuerwehr feierte gestern den Tag ihres lOjährigen Bestehens. Am 26. Juni 1925 gegründet, hat sie sich unter der Leitung ihrer Kommandanten Wilhelm Port II. und Wilhelm Lein recht gut entwickelt. Heute zählt sie 70 Mitglieder. Nach einem Marsch unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle Wetterfeld verlebte man bei Gesang und Musik in der Gastwirtschaft „Zum Bahnhof" einige schöne Stunden in bester Kameradschaft. (D Ruppertsburg, 22. Juli. Frdr. Högy II. und seine Ehefrau Margarete, geb. Habermehl, konnten das Fest der Silberhochzeit feiern. Da der Jubilar im 70. Lebensjahre steht und Mitbegründer des hiesigen Männergefangvereins ist, ehrte ihn der Verein durch ein Ständchen, wobei man die Lieb- lingslieder des alten treuen Sängers zu Gehör brachte. Der Chorleiter sprach dem Jubilar, der schon 46 Jahre aktives Mitglied ist, bie herzlichsten Glückwünsche aus. Im vorigen Jahre wurde ihm von dem Hessischen Sängerbund die Ehrennadel für mehr als 4Ojährige Mitgliedschaft verliehen. Kreis Alsfeld. £ Groß-Felda, 21. Juli. Einen schweren Unfall erlitt unsere Bürgermeister Schneider. Als er am Ortsausgang auf feinem Rad fuhr, kam ihm sehr dickt ein Auto entgegen, so daß er ausweichen mutzte. Dabei kam er dem Straßenrand $u nahe, so daß er eine fast 3 Meter hohe Mauer in einen Bach hinab stürzte. Mit schweren Verletzungen blieb er dort liegen. Zum Glück war der Vorfall bemerkt worden, unb man zog den Schwerverletzten aus dem Bach, in dem er beinahe ertrunken wäre. Eine Wunde am Kopf mußte vom Arzt genäht werden, auch sonst erlitt er am ganzen Körper Verletzungen. — Unserem Motorsturm 23/147 gelang es am vergangenen Sonntag, anläßlich einer Geländefahrt der Motorstandarte, unter schwerster Konkurrenz den 1. Platz zu belegen. Die Leistung ist um so höher zu achten, da den Teilnehmern menen gestellt, andere wandten sich um und schauten in den Garten zurück, alle von vollendeter Porträtähnlichkeit." Die Bildnisse waren das Werk Menzels, das übrige stammte von Arnold. Leider ist von dem interessanten Gemälde nichts erhalten geblieben, bei einem Umbau verschwand die Halle und damit das Bild. Nicht einmal irgendwelche Skizzen und Entwürfe Menzels scheinen auf uns gekommen zu sein. Menzels damaliger Hauswirt Paetow hat übrigens auch sonst für seinen damals noch gar nicht sehr berühmten Mieter alles Erdenkliche getan. Als das Riesenbild „Hochkirch" fertig war, so erzählte Theodor Fontane, „ergab sich die Unmöglichkeit, das Gemälde bie Treppen herunterzusckaffen. Am sperrendsten und gefährlichsten erwiesen sich bie Treppenknäufe, Kugeln mit einer Spitze darauf, die der Hauswirt für das eben fertig gewordene Haus hatte Herstellen lassen. Da geschah das Unerhörte: Menzels Hauswirt, nachdem er den Wirt in sich besiegt, erschien mit einer Handsäge, sägte persönlich die Treppenknäufe ab und machte dadurch das Defilee frei. Wenn über Berliner Hauswirte gesprochen wird — was man so sprechen nennt —, so ermangle ich nie hinzuzusetzen: „Alles richtig. Aber da war mal einer.. m e s statt. Die Gäste, die von einer Hebung kamen, wurden reichlich bewirtet. Anschließend gab es in der „Traube" ein Tänzchen. Ordnung und Verpflegung machten auf die Besucher den allerbesten Eindruck. Die Kinder fühlten sich sehr wohl, und viele von ihnen sprachen den Wunsch aus, noch längere Zeit in diesem schönen Waldlager zu verweilen. * Alten - Buseck, 23. Juli. In der vergangenen Nacht kam der hiesige, etwa 27 Jahre alte und bei der Firma Heiligenstädt in Gießen beschäftigte Schlosser Wilhelm Weiner mit seinem Motorrad zu Fall und erlitt im Sturz einen Unterschenke l b r u ch. Der Verunglückte wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinik nach Gießen gebracht. Lich, 22. Juli. Gestern abend ereignete sich in der 8-Kurve der Gießener Straße unweit des A l • bacher Teiches ein Derkehrsunfall. Ein mit vier Personen besetzter Personenkraft- w a g e n rannte in der durch mancherlei Verkehrsunfälle bekannten, ziemlich unübersichtlichen 8-Kurve gegen einen Baum. Bei dem Anprall wurde der Wagen so schwer beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Von den Insassen wurde ein junges Mädchen aus Lich durch Glassplitter derart schwer verletzt, daß es in die Gießener Klinik eingeliefert werden mußte. Die übrigen Insassen kamen mit unbedeutenden Verletzungen bzw. mit dem Schrecken davon. tn. Lang-Göns, 22. Juli. Die beiden Nach- t i g a 11 e n , die seit einigen Monaten in unserer Gemarkung ihren schönen Gesang ertönen lassen,, haben noch keineswegs aufgehört zu fingen. Sie find von ihrem ersten Standort, dem sogenannten „Wingert", verzogen, vielleicht auch vertrieben worden. Zur Zeit fingen sie auf den Dbftbäumen links von ber Holzheimer Straße, ganz dicht am Aus- gang des Dorfes. Sie beginnen fast jeden Abend als Zauberwesen zu einer Wasserfabel erfunden haben. Verblüffend wie fein Träumen ist jede feiner Bewegungen. Sie haben etwas von den weichen Wel- lenlinien der Wasser und verbinden höchste Schön- heit mit unnachahmlicher Gelenkigkeit. Fch möchte ihn einmal fliegen sehen. Brehm nennt ihn begeistert: „Eine Feuerlilie am Himmel." Der Pelikan. Er wirkt in seiner Größe und Kurzbeinigkeit wie eme Mißgestalt, besonders dann, wenn' er den Hols einfrümmt, daß der überlange Schnabel zur Hälfte auf der Brust liegt. Das Unförmige wird nod) durch einen am Unterkiefer hängenden Haut- sack, der als Fischnetz dient, gesteigert. Hot er eine Beute geschnappt, reckt er den Hals hoch, daß ber Schnabel wie eine Trompete mit Wimpel schräg in die Luft stößt, damit das Wasser aus der Fischfalle abrinnt. Jede Geste des Pelikans verrät, solange er nicht schwimmt ober fliegt, eine gewisse Schwerfälligkeit, die mit viel Anstrengung überwunden zu werden scheint. Wenn er sich mit Dem Schnabel im Gefieder krault, verschraubt er Den Hals kvrkzieherhaft und die Federn des Stoßes spreizen sich vor Kraftaufwand. Daß ber Pelikan sich feine Brust aufreißt, um mit feinem Blute bie Jungen zu nähren, ist eine P.. die sich aber in der mittelalterlichen Kunst häufig bargeftellt findet als symbolische Deutung auf den Kreuzestod Christi. 9 genau um elf Uhr und fingen »die ganze Nacht I Dem Ortsbauernsührer Pg. Röder einen Ueberblick ' ~ n —- über die neuen Bestimmungen gegeben hatte, wurden von den anwesenden Landwirten die Mengen an Mahlroggen und -weizen angegeben, die sie nach ber Ernte abzusetzen beabsichtigen. — Am Samstag und Sonntag wurde aoends im „Solmser Hof" der hervorragende Film vom letztjährigen Parteitag „Der Triumph des Willens" gezeigt. Ein- man doch auch gerne den Geistlichen wahrend seiner Amtshandlung sehen, was aber bei Hellem Wetter infolge der durch die Hellen Scheiben hervorgerufenen Blendung, ohne daß man mit der Hand die Augen bedeckt, nicht möglich ist. Die Kosten der meiner Ansicht nach vollkommen genügenden lieber» malung des Glases mit etwas dunkleren Farben können im Vergleich zum Gesamtaufwand für die im Gang befindliche Herrichtung nur geringfügig sein, aber dann wäre einem seit Bestehen der Kapelle herrschenden unmöglichen Zustand abgeholfen und einem dringenden Wunsch der Bevölkerung entsprochen. Ich möchte behaupten, daß die Regelung der Fensterfrage im vorstehenden Sinne bei- nahe wichtiger ist, wie die Erneuerung des sonstigen inneren Anstriches. Bei fast jeder Feier in diesem Gotteshaus kann man dahingehende Klagen aus dem Publikum hören, die auch wirklich durchaus berechtigt sind. — Jetzt ginge es in einem hin. B. GRG -Siege in Koblenz. 3m 1. Achter und im 1. Einer. Nach dem hervorragenden Abschneiden der Achtermannschaft, die in dieser Saison durch Ausfall mehrerer Ruderer des öfteren umgesetzt werden mußte, m den beiden großen Achterrennen in Frankfurt am Main, wo dieselbe knapp gegen Cambridge und Berlin unterlag, war man in Rudererkreisen auf das Zusammentreffen unsrer heimischen Mannschaft mit den vorzüglichen Achtern von Köln 77 und Godesberg, stark interessiert. Köln 77 hatte leider seine Meldung zurückgezogen um seine Mannschaften für die am kommenden Sonntag in Essen stattfindenden Deutschen Rudermeisterschaften zu schonen. Godesberg hatte seine Mannschaft, die in diesem Jahre schon gegen erstklassige Konkurrenz siegreich behaupten konnte, durch zwei Ruderer der Bonner Rudergesellschaft verstärkt und hat die Koblenzer Regatta zum letzten Probegalopp ausersehen. Pünktlich um 18-45 Uhr am Samstag senkte sich die Startflagge und die Boote gingen in überaus flottem Tempo auf die Reise, bald hatte Gießen einen kleinen Vorsprung herausgerudert als in verbissenem Spurt Godesberg wieder aufholt und mit Luftkastenlänge zur Führung kam. In dieser Reihenfolge wurde die 500-Meter-Marke passiert. Mit hoher Schlagzahl (Godesberg 40, Gießen 38 in der Minute) schossen die Boote den 1000 Meter entgegen. Hier stieß die Gießener Mannschaft entscheidend vor und es gelang ihr wieder mit Luftkastenlänge die Führung zu übernehmen. Alle Versuche von Godesberg, an Gießen vorbeizukommen, wurden abegewehrt, denn die Mannschaft ruderte jetzt wie aus einem Guß. Mehr und mehr löste sich das Gießener Boot von Godesberg ab um kurz vor den Tribünen mit Vz Länge zu führen, da setzte die Mannschaft nochmals zu einem glänzenden Endspurt ein. Die Mannschaft: 5öbt, Meister, Wirth, Lonkwitz, Glier, Hartmann, Euteneuer, Timpe (Wehrmacht), St.: Loh ging mit ß/4 Länge Vorsprung in 5:41,0 Min. durchs Ziel. Godesberg, bei dem das Meisterpaar Gebrüder A r e n z mitruderte, folgte in 5:46,1 Min. Lebhafter ^Beifall belohnte beide Mannschaften. Es gab nur eine Meinung: Zwei Meistermannschaften lieferten sich einen Meisterkampf. 5m Großen Einer am Samstag wurde Iodt durch den Schiedsrichter, angeblich wegen Behinderung, ausgeschlossen, doch am Sonntag stellte er im Ersten Einer seine hervorragende Form unter Beweis, indem er feine Gegner vom Vortage in überlegener Weise ab fertigte und seinen mehrmaligen Bezwinger Rolf Schneider vom Kölner Klub für Wassersport mit 10 bis 12 Längen schlagen -tonnte. 5m Großen Achter des zweiten Tages er» Ichien wiederum Gießen und Godesberg am Start «außerdem der Sieger des 2. Achters, Ruderverein Müsselsheim, der in dieser Saison alle 2. Achter- rrennen siegreich beenden konnte. Leider klappte der Start der Gießener Mannschaft nicht so wie am Vortage und Godesberg konnte sofort einen Vorsprung von Vs Länge yerausrudern; alle Vorstöße auf der Strecke wurden abgewiesen und bei 1500 Meter lag Godesberg mit einer Länge klar in Führung. Doch brachte ein guter Endspurt das Gießener Boot auf 8/< Länge an Godesberg heran. 5n diesem Abstand gingen die Boote durch das Ziel. Rüsselsheim folgt mit 7 bis 8 Längen Abstand. Rach diesem hervorragenden Abschneiden des Gießener Achters gegen erste deutsche Klasse, wurde allgemein lebhaft bedauert, daß dieser Achter nicht auf der Meisterschaft vertreten sein wird. Gießener Leichtathleten bei den Oeutschen-Iunioren-Meister- schosten in Kaffe». Die an den 1. Deutschen Leichtathletik-5unioren- meisterschaften beteiligten Gießener Athleten zeigten — wenn auch keine Meisterschaft errungen wurde — ganz ausgezeichnetes Können. Insbesondere ist der 2. Sieg von Luh, VfB.-Reichsbahn, im Kugel- stoßen mit der guten Leistung von 14,73 Meter zu nennen. Luh gelang in der Entscheidung nachmittags sogar der weiteste Stoß mit 14,66 Meter, leider war damit jedoch das im Vorkampf festgestellte Eraebnis nicht mehr au ändern. Einen besonders schönen Erfolg für fleißige und sachgemäße Trainingsarbeit konnte Franz Reidel, Tv. Heuchelheim, ernten. 5n einem 32 Mann starken Feld mit den besten Nachwuchsläufern aus allen deutschen Gauen war er stets der Lage gewachsen. 5n der zweiten Runde ging Franz Reidel an die vierte Stelle und lief von der dritten Runde an, hinter dem stets führenden Favoriten Schinge aus Kassel, an zweiter Stelle etwa 20 Meter vor dem übrigen Feld. Bei den sich auf der Zielgeraden ergebenden Positionskämpfen um die Hinteren Plätze tauchte plötzlich König, Freiburg, auf und überspurtete den überraschten Reidel um einen halben Meter. Die von Franz Reidel erzielte Zeit von 8:56,6 Minuten ist erstklassig. Bei etwas mehr Rennerfahrung wäre also der Heuchelheimer klarer zweiter Sieger geworden. Hans Reidel landete im Mittelfeld. Von feiner besten Seite zeigte sich auch Unteroffizier O. Hill (7. Komp.) vom Männerturnverein. Rach einem Siege im Vorlauf erreichte Hill im Zwischenlauf die sehr gute Zeit von 22,1 Sekunden. Der Gießener wäre damit in den Endlauf gekommen, wenn die Bahn mit 6 Läufern hätte besetzt werden können. So mußte Hill im sog. B-Endlauf starten. Auf der Außenbahn lag der Mtv.er zunächst in Führung, hatte jedoch dann einen Schwächeanfall, der ihn rasch bis auf den vierten Platz zurückfallen ließ. Die vier Gießener Leichtathleten haben sich sehr gut geschlagen. Für die Zukunft sind noch bessere Erfolge zu erhoffen. Die Veranstaltung hat in allen Hebungen junge Talente hervortreten lassen, deren Namen man sehr bald auch bei den Seniorenmeisterschaften in der Siegerliste finden wird. * BsB.-Relchsbahn-Iugend in Arheilgen. 5n Arheilgen konnten ine startenden 5ugenb» lichen und Aktiven sehr schöne Erfolge erzielen. Bei stärkster Konkurrenz aus Mainz, Frankfurt, Darmstadt usw. wurden 1 Erster, 5 Zweite und 1 Dritter errungen. Die Ergebnisse: Speerwerfen, Klasse I: 1. Erwin 5 akob, VfB.-Reichsbahn, 51,75 Meter. 2. Braun, Sp.-Dg. Arheilgen 50,60 Meter; Horst, Groß-Gerau, 46,20 Meter. Anton Sobezak wurde im 1500-Meter-Lauf Fünfter mit der sehr guten Leistung von 4:29 Min. Fügend A, 10 0 Meter: 1. Rompel, S. C. 1880 Frankfurt, 11,8 Sek.; 2. Ritzel, BSC. Offenbach, 12 Sek.; 3. Heinz Huppert, VfB.-Reichsbahn, 12.2 Sek. Huppert gewann seinen Dor» und Zwischenlauf glatt. 5m Endlauf stand er nicht ganz durch. Hochsprung, 5ugend Kl. B: 1. Böringer, Griesheim, 1,55 Meter; 2. Egon Kley, VfB.- Reichsbahn, 1,50 Meter; 3. Thierolf, To. 46 Darm» stadt, 1,48 Meter. Weitsvrung, Jugend Kl. B: 1. Seibert, Arheilgen 5,81 Meter. 2. Egon Kley, VfB.-Reiche bahn 5,67 Meter; 3. Braun, Darmstadt, 5,59 Meter. Weitsprung, Kl. C: 1. Bellofs, Offenbach, 5,03 Meter; 2. H. M o o tz, VfB.-Reichsbahn, 4,90 Meter; 3. Roth, Darmstadt 4,55 Meter. Für Jugendklasse C hervorragende Resultate. 1 0 0 Meter. Kl. C: 1. Belloff, Offenbach, 13,2 Sek.; 2. H. M o o tz, VfB.-Reichsbahn, 13,4 Sek.; 3. Dietz, Eintracht Frankfurt, 14 Sek. Mootz, der seinen Vorlauf und Zwischenlauf glatt gewann, hatte im Endlauf durch schlechten Start ca. zwei Meter verloren, die er nicht mehr ganz gut machen konnte. Zu bemerken ist, daß Mootz in Turnschuhen lief, während seine Mitbewerber in Rennschuhen starteten. Dreikampf, Männer 32 bis 36 Jahre: 1. Weingärtner, Polizei Frankfurt. 2. R. Fischer, VfB.-Reichsbahn. 3. Buse, SC. 1880, Frankfurt. Elfriede Schmidt lief über 50 Meter im Endlauf 6,9 Sek. ihre beste Leistung bis jetzt. Konnte sich jedoch bei dieser starken Konkurrenz noch nicht placieren. Im Hochsprung erreichte sie 1,25 Meter. Reinhold Krämer lief in der B-Klasse die 1500 Meter in der beachtlichen Zeit von 4:49.8 Min. Er wurde damit Vierter. phantastischer Weltrekord im Gegelflng. Hofmann fliegt 500 Kilometer weit.—Große Erfolge der ^16. Rhön. Noch nie wurden auf der Wasserkuppe am ersten Wettbewerbstag solche Leistungen vollbracht, wie am gestrigen Sonntag. Von den bei günstigen Wind- und Thermik-Verhältnissen ausgeführten 41 Starts wurden im Laufe der Nacht am Montag vormittag 20 Flüge, darunter ein Strecken-Weltrekord, vorläufig ausgewertet. 2 Segelflugzeuge landeten im Vorgelände der Wasserkuppe, 7 gelangten bis zum Thüringer Wald und 5 erreichten den Frankenwald. Den Vogel schossen aber folgende Piloten ab: Hakenjos auf Rhönadler „Klippeneck" landete in der Nähe des tschechischen Radiumbades Brambach (174 Kilometer Entfernung vom Start); Kraft gelangte auf Rhönsperber „Albsperber" bis nach Karlsbad in der Tschechoslowakei (174 Kilometer); Otto Bräutigam landete nach ausgezeichnetem Flug mit seiner Sonderkonstruktion „Bau 10" bei Paaden in der Tschechoslowakei und hat damit 238 Kilometer zurückgelegt, v. M i a k i ch kam auf Rhönsperber „Kiebitz" ebenso wie Oeltschner auf Condor „Leuna" bis weit in die Tschechoslowakei. Beide landeten südöstlich von Prag, was (Entfernungen von rund 360 Kilometer entspricht. Die Spitzenleistung war aber der Weltrekord, den Ludwig Hofmann, der Segel- fluglefyrer Ernst Ubets, mit feinem Rhönsperber erzielte. Der junge Mannheimer, der schon im vergangenen 3ahr eine Reihe ausgezeichneter Flüge durchgeführt hat, ging diesmal in dem tschechischen Bezirk Voskovice nieder. Das ist eine Entfernung von nicht ganz 500 Kilometer! Hofmanns Flug bedeutet einen neuen Weltrekord; den seitherigen Rekord hielt seit dem vergangenen Jahre Heini Ditfmar mit 375 Kilometer. Während am ersten Wettbewerbstage frische westliche Winde und gute Wärme u. a. neun Streckenflüge bis zu 100 km Entfernung, sieben bis zu einer solchen von 200 km und drei zwischen einer Entfernung von 200 bis 400 km sowie mit dem ersten Wettbewerbsstart überhaupt den neuen Hof» mannschen Strecken-Weltrekord von etwa 500 km Länge „auf Anhieb" ermöglichten, ließ das Fehlen jeglicher Thermik am Montag nur das Ausführen von Dauerflügen zu. Dicht geschlossen, in mustergültiger Ordnung, zogen mitunter bis zu 26 motorlose Maschinen über dem Kuppen- und Westhang, dem „Pferdskopf", der „Eube" und dem Rordhang vom frühen Morgen bis abends lautlos ihre Kreise, den günstigen west bis nordwest drehenden Wind ausnutzend und Punkte für die Zeitbewertung sammelnd. Gewertet werden nach der Ausschreibung alle ununterbrochenen Flüae von mehr als fünf Stunden Dauer. Peters (Luftsport - Landesgruppe Essens auf Rhönsperber „Aachen" blieb etwa neun Stunden in der Luft. Pennel (Luftsport - Landesgruppe Hannover) schaffte sogar auf Rhönadler ,Lth^ nahezu zehneinhalb Stunden. Krenz (Luftsport - Landesgruppe Halberstadt) auf Rhönadler „Zuckerbäcker" landete westlich Rodach, 57 Kilometer von der Wasserkuppe entfernt. Mit den am gestrigen Sonntag ausgeführten 41 Starts erreichte die Gesamtzahl der bisher unternommenen Wettbewerbsflüge gegen 100. Die genaue Auswertung der Fern- und Dauerflüge kann erst erfolgen, wenn die amtliche Bestätigung der Landungsorte bzw. die Barogramme der einzelnen Segelflieger vorliegen. Nach Ansicht unserer „Wetter- macher" ist vielleicht mit einer Verschlechterung der Witterung in den nächsten Tagen zu rechnen. Wie dem auch sei, so kann heute bereits, am zweiten Wettbewerbstage, die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß bisher noch in keinem Rhönsegelflugwettbewerb gleich zu Beginn solche hervorragende Leistungen vollbracht wurden. Die diesjährige 16. Rhön ist ein Leistungswettbewerb der „neuen Männer", die zweifelsohne ihren Leuten nicht alles selbst Überlassen. Tante Albertas Oberinspektor ist mir nicht zuverlässig genug." „Und doch werden Sie das tun müssen, Herr Graf, oder sich nach zuverlässigen Leuten umsehen. Gar nicht daran zu denken, daß Sie jetzt hier herumwirtschaften, als wären Sie ein Gesunder. Dann kriegen wir den schönsten Rückfall, und ich stehe für nichts." Dietrichs blasses Gesicht nahm einen Ausdruck äußerster Gereiztheit an. „Lassen Sie mich bloß mit diesen Schreckbildern in Frieden, lieber Doktor! Bange machen lass' ich mir nicht. Ich bin vollkommen gesund. Ich will wieder arbeiten, ich ..." Er konnte nicht weitersprechen. Ein heftiger Hustenstoß erschütterte ihn. Immer stärker wurde der Anfall. Dietrich rang nach Luft. Schweiß traf ihm auf die Stirn. Sein ganzer abgemagerter Körper wurhe von dem heftigen Husten förmlich hin und her geschüttelt. Es dauerte minutenlang, bis Dietrich endlich wieder zur Ruhe kam. Nun lehnte er erschöpft im Sessel, die Augen geschlossen. Er atmete mühsam und konnte eine ganze Weile kein Wort herausbringen. „Sehen Sie nun, daß ich recht habe?" fragte der Arzt. „Wenn Sie mit solch einem Husten jetzt in unferm unbeständigen Klima herumlaufen — nun, Herr Graf, Sie sind ja ein Mann, ich brauche Ihnen nicht weiter zu sagen, was Ihnen droht." „Daß heißt also, daß ich nicht mehr gesund werde, daß ich einen Knacks für immer habe?" „Durchaus nicht. Ich verspreche Ihnen sogar, daß Sie wieder vollkommen gesund werden, wenn Sie sich völlig meinen Anordnungen fügen." „Und wie lauten die?" „Daß Sie mindestens auf vier Monate in den Süden gehen, bis wir richtigen Sommer haben. Sie müssen den Lungenknacks vollkommen auskurieren." Als Dietrich mit einer gequälten Bewegung abwehren wollte, redete der Arzt zu: „Seien Sie doch vernünftig, Herr Graf, und seien Sie dem Schicksal dankbar, daß Sie sich eine vollkommene Genesungskur leisten können. Wie viele arme Teufel gibt es, die einfach zugrunde gehen müssen, weil sie die Mittel zu solcher Erholung nicht haben? Wer es aber hat, der begeht ein schweres Unrecht, wenn er sich durch Hartnäckigkeit selber zugrunde richtet." „Aber hier wartet die Arbeit auf mich, Herr Doktor. Ein solcher Besitz verpflichtet doch." „Verpflichtet zunächst, sich für ihn gesund zu erhalten, Herr Graf! Ueberlegen Sie doch selbst: Was nützt es, wenn Sie jetzt mit halben Kräften hier anfangen zu arbeiten, um garantiert in vier Wochen für immer kaputt zu fein? Ist es da nicht viel richtiger, für ein paar Monate die Arbeit in andere Hände zu legen und dann als gesunder Mann wiederzukommen? Ist weiß, das Besitztum hier braucht das Auge des Herrn. Um so mehr müssen Sie an die Zukunft denken, Herr Graf." Dietrich versuchte noch einen schwachen Einwand. Jetzt sollte er fort, wo der Frühling ja nicht mehr weit sein konnte? Er schaute hinaus durch das geschloffene Fenster. Wie zart und rein zeichneten sich die Linien der Bäume im Park ab! Nur hier und da lag noch ein wenig Schnee. Aber dort an der Südseite waren schon die ersten Knospenansätze an den Bäumen zu sehen. Wie lange würde es dauern, und alles würde in Frühlingsblühen stehen. Und da sollte er fort? „Was wollen Sie eigentlich, Doktor? Alles sieht doch draußen schon so hoffnungsvoll aus. Und wie warm die Sonne scheint..." Er hielt feine ab» gemagerten Hände gegen die Scheibe, durch die der grelle Schein der Vorfrühlingssonne brach. „Das sieht alles schöner aus, als es draußen ist", klang eine weiche Stimme von der Tür her. Dietrich wandte sich erstaunt um. Ein Freudenschimmer glitt ftber fein mageres Gesicht. „Äarla — du? Welche Ueberraschung!" „Ja, welche Ueberraschung!" wiederholte der alte Kreisarzt. Dabei zuckte es um feine Mundwinkel. Hinter feinen Brillengläsern sandte er einen verschmitzten Blick zu Karla. — Dieses Komplott war also gelungen! Der Besuch Karlas hier war gar kein Zufall, sondern eine verabredete Kriegslist. Gestern wähend eines Besuches bei Karlas Vater hatte der Kreisarzt erklärt: „Sie sollen sozusagen das schwere Geschütz sein, mein gnädiges Fräulein, mit dem ich den letzten Widerstand Veltheims gegen eine Reise breche." Lachend hatte Hauptmann Weckenroth gemeint, daß Karla ja nun wirklich nicht wie ein schweres Geschütz aussehe. Aber er wüßte schon, wie es gemeint wäre, und Karla würde sicher gern mit» helfen." Karla hatte den Wunsch des alten Kreisarztes nur zu gern erfüllt. Sie selbst war in ständiger Sorge um Dietrich und glücklich, ihn nun zum ersten Male wiedersehen zu können. — Dietrich wollte sich erheben und Karla entgegen» gehen. Aber sie war schon beim ihm und drückte ihn sanft auf den Sessel nieder. „Sitzengeblieben!" befahl sie lächelnd. „Die ta» dellose Kavaliersoerbeugung sparen wir uns jetzt, bis zu gesund und frisch wiederkommst." „Du meinst also auch, daß ich unbedingt verreisen soll?" fragte Dietrich. „Na, das ist ja eine schöne Geschichte — zwei gegen einen!" Lächelnd sah er von Klara zu dem Sanitätsrat. Seine schlechte Laune war durch Karlas Erscheinen gewichen. „Damit Sie sich nicht beklagen können, daß wir zwei gegen Sie sind, werde ich jetzt das Feld räumen", lächelte der Kreisarzt und erhob sich. „Ich nehme an, Fräulein von Weckenroth wird es viel besser verstehen, Ihnen die Leviten zu lesen als ich. Außerdem können Sie gegen eine junge Dame nicht grob werden." „Aber das wird Dietrich doch auch sonst nicht, Herr Doktor?" Karla meinte es mit einem lächelnden Blick auf den Jugendfreund. Sie setzte sich neben Dietrich und nahm feine Hand. Dietrich fah ein wenig beschämt aus. Jetzt erst wurde ihm bewußt, was für ein ungeduldiger Patient er oft gewesen, und wie schlecht er seine Ungeduld bezähmt hatte. „Sie haben es wirklich oft nicht leicht mit mir gehabt, Herr Doktor — verzeihen Sie!" „Nun, Selbsterkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung." Der Arzt schüttelte die bargebotene Hand. „Also auf Wiedersehen, Herr Graf — ich schaue morgen nach Ihnen. Auf Wiedersehen, mein gnädiges Fräulein. Geben Sie unferm Patienten etwas von Ihrer Milde und Fügsamkeit!" „3ft es wirklich so schlimm, mal für eine Weils feiner Gesundheit leben zu müssen, Dietrich?" fragte Karla, als sie allein waren. „Sehr schwer, Karla", war Dietrichs Antwort. „Bedenke doch, ich bin gar nicht gewöhnt, krank zu sein. Ich bin gewöhnt, immer über mich zu bestimmen. Und ich habe mich so unendlich auf die Arbeit hier gefreut. Die Frühjahrsbestellung, die Instandsetzung der Gebäude, die Auffüllung des Viehbestandes, Aufforstungen im Beltheimer Walde — ach, die Arbeit häuft sich bergehoch! Und ich soll nicht dabei sein? Ich kann das einfach nicht ertragen." Sein blasses Gesicht sah vergrämt und gequält aus. Karla schwieg einen Augenblick. Dann fragte sic sanft: „Machst du es dir durch deine Ungeduld nur nicht noch schwerer? Sieh mal, Dietrich, ich habe auch Monate liegen müssen, durfte mich nicht rühren, hatte Schmerzen. Und auch jetzt bin ich ja niemals ein richtig gesunder Mensch — und es muß auch gehen. Du aber? Ist es denn so schlimm, ein paar Monate von hier sortzugehen? Denke, daß du Gut Veltheim eben ein paar Monate später in die Hände bekommen hättest, bann wäre es auch gegangen. Wenn bu zurückkehrst, ist alles in. Drbnung. Du bist gesund, im Vollbesitz deiner Kräfte, kannst so viel arbeiten, wie es dir Spaß macht." Dietrich schwieg. Eine tiefe Beschämung war bei den sanften Worten Karlas über ihn gekommen. Wie recht hatte fiel Und wieviel tapferer war fie mit ihrer stillen Geduld als er! Wie, wenn er nun wirklich ein paar Monate später der Erbe von Schloß und Gut Veltheim geworden wäre? Aber war er es beim wirklich schon? Da war doch diese seltsame Testamentsbestimmung! Sie hatte ihn bis in seine Fieberträume während der Krankheit verfolgt, lag auch jetzt wie ein schwerer Alpdruck auf ihm. Justizrat Niemann hatte bei seinem letzten Besuch offenbar davon anfangen wollen, als er sah, daß ihn diese Dinge noch zu sehr aufregten. (Forttetzuna folgt!) Wir sanden zneinanver. Vornan von Klothilde v. Gtegmann Urheberrechtschutz:' Fünf-Türme Verlag Halle (S.) v Fortsetzung. Nachdruck verboten! Karla erschrak aufs tiefste, als fie bei einem Anruf auf Schloß Veltheim von der schweren Erkrankung ihres Jugendfreundes Dietrich hörte. Nicht einmal besuchen durfte sie ihn. Der Arzt hatte Jeden Besuch streng untersagt. Auch als es Dietrich Hangfam besser ging und er aus seiner Bewußt- Uosigkeit erwachte, schwebte er noch wochenlang in Lebensgefahr. Jede Unterredung war ihm verboten. Das Telephon an feinem Bett war abge« stellt. Auskünfte konnten Karla und chr Vater mur durch den Kreisarzt oder durch die Diener» Schaft von Schloß Veltheim bekommen. „Eine außerordentlich schwere Lungenentzündung", äußerte sich der Kreisarzt beim Stammtisch Weckenroth gegenüber. „Wäre das Herz Veltheims nicht so bombengesund, wir hätten ihn nicht durch- Zekriegt. Ist ja auch ein Wahnsinn, was der Mann gemacht hat. Geradenwegs aus den Tro- Zen solche nächtlichen Spaziergänge in Sturm und Hegen, bas hält ja der Gesündeste nicht aus. Nun bat er einen ordentlichen Knacks weg! Ich muß mur sehen, daß er ihn sich gründlich auskuriert, fta, erst einmal muß ich ihn soweit haben, daß ich hm das Aufstehen erlauben darf. Dann können Sie ihn auch besuchen, Herr Hauptmann, und ihm cuch einmal den Kopf zurechtfetzen." Seit diesem Gespräch zwischen dem Kreisarzt ■ t nb Hauptmann Weckenroth waren wiederum meh- uere Wochen vergangen. — — Der letzte Schnee taute auf den Bäumen des Jarkes. In der Sonne war es schon warm, über im Schatten war die Lust eisig von dem Harfen Vorfrühlingswind. Dietrich von Veltheim saß auf dem Lehnstuhl am irenfter, warm eingepackt. Sein Gesicht sah elend imd abgezehrt aus. Es trug die Spuren eben i&erftanbener Krankheit. Dor ihm saß der Haus- irzt, prüfte aufmerksam den Puls des Kranken. „Nun, das Herz scheint sich ganz wieder erholt zu haben, lieber Graf. Wollen nun mal sehen, E'05 die Lunge macht. Darf ich einmal abhorchen?" Er half Dietrich, den Rock abzulegen, schob das Hemd zurück und horchte mit dem Hörrohr auf» trerffam. Dann klopfte er Brust und Rücken des Patienten ab. An einer Stelle verharrte er, klopfte nochmals, horchte wieder, schüttelte den i Ropf. „Na, Doktor, alles endlich in Ordnung?" fragte Zietrid) ungeduldig. „Ich habe das Krankspielen lrsiß Gott satt! Ich möchte nun endlich heraus. ZEe Frühjahrsbestellung beginnt. Ich kann den ' ■ ■ : ■ MM s r> - ww® , -< ■., .. '• - /?• . unserem Auge vorüber, die Bilder deutschen Erwachens, all die Menschen und Berufsgruppen, denen Adolf Hitler neuen Lebensmut und Aufbaufreude ins Herz senkte. Sinnvoll eingebaute gymnastische Hebungen und Reigen reden von Freude, Schönheit und Kraft. Malerische Trachtengruppen aus Schwalm, Rhön, Odenwald, Hüttenberg, Schlitzerland usw. künden von Brauchtum und Ahnentreue auf hessischer Heimatscholle. Ein auslandsdeutscher Turner erlebt die neue Größe seiner unvergeßlichen Heimat. Wirkungsvolle Bühnenbilder verstärken den Eindruck des Stückes und stark im Glauben und Wollen klingt die Handlung aus in dem Erkennen: O, herrliches Deutschland — kannst nie untergehen! Schauturnen des Turnvereins Kinzenbach. Der vergangene Sonntag brachte mit dieser Veranstaltung die jährliche Leistungsschau der aktiven Abteilungen von Turnerinnen und Turnern, die der Verein in der Hauptsache seinen eigenen Mitgliedern aus seinem Wirkungskreis und jährlichen Arbeitsfeld zu zeigen hat. Das Wetter war trotz eines leichten Windes für diesen Tag recht geeignet und trug zu einem vollen Erfolg der Sache bei. Die Veranstaltung bot eine Fülle turnerischer Darbietungen. Für die Unterhaltung in den Pausen sorgten fleißige Musikanten. Die Reihenfolge der turnerischen Vorführungen brachte zuerst die Turnerinnen mit exakt aufgeführten Keulenübungen auf den Plan. Im weiteren Verlaus zeigten die aktiven und Jugendturner am Barren und dem Pferd geschickt aufgebaute Hebungen, denen die Turnerinnen wieder einige flotte Freiübungen folgen ließen. Mit dem Reckturnen der Turner und einem viel beachteten Ballspiel der Mädchen, wurde das turnerische Programm beschlossen. In der Zwischenzeit waren die Schützen schon geraume Zeit mit großer Begeisterung beim Preisschießen. Das Interesse für diesen Sport war allenthalben sehr stark. Der Abend vereinte die Besucher alle zum Tanz und in echter Turnerkameradschaft. Aus dem Turnkreis Lahn-Dill. Volksturnwettkämpfe in den Unlerkreisen. Die Volksturnwettkämpfe des Turnkreises Lahn- Dill werden nicht für das gesamte Kreisgebiet zusammen ausgetragen, es werden vielmehr je zwei Untertreife zufammengefaßt, die an zwei verschiedenen Sonntagen ihre Wettkämpfe austragen. Unter Leitung oes Kreisvolksturnwartes Dr. Loh- Gießen werden volkstümliche Mehrkämpfe von Schülern, Schülerinnen, von Turnern und Turnerinnen sowie Altersturnern ausgetragen. Die Unterfreife Gießen und Alsfeld entsenden ihre Wettkämpfer am 18. 8. nach Großen-Buseck, die Votlksturner der Hnterkreise Wetzlar und Dillenburg treffen sich am 25. 8. in Straßebersbach. 1:1m Wimbledon. G. v. (Stamm — Allison 8:6, 6:3, 6:4. Das Jnterzonen-Schlußspiel des Davispokal-Wett- bewerbs wurde am Montag mit dem am Samstag dem Regen zum Opfer gefallenen zweiten Einzel Cramm — Allison fortgesetzt. Der Deutsche Meister zeigte sich seinem amerikanischen Gegner überlegen. Er siegte dank seines famosen Dorhandspiels, seiner guten Ausgabe und der sicheren Rückhand, die mit mathematischer Genauigkeit des Gegners schwache Seite traf, sicherer als das Ergebnis besagt. Rur im ersten Satz vermochte Allison das Spiel gleichwertig zu gestalten, aber schon hier gab die größere Genauigkeit im Placieren der Bälle nach dreimertelstündigem Kampf den Ausschlag für Cramm. Leichter hatte es der Deutsche dann im zweiten der nur 15 Minuten dauerte. Im dritten Satz gab Allison noch einmal sein ganzes Können her, e'ne 3:2°Führung und den späteren 4:4-Gleichstand nicht au einer Wendung des Spieles auswerten. Schon den ersten Matchball nutzte Cramm bei 5:4 zum Endsieg aus. Knapper Fußball-Giea in Reykjavik. Das vierte Island-Spiel wurde von der deutschen Nachwuchself in Reykjavik knapp mit 2:1 (0:1) ge- roonmnlr?°r 5500 Zuschauern waren die Isländer im Nachschuß an einen Elfmeter in Führung gegangen; Pickartz und Langenbein hatten nach der Pause die Deutschen aber doch noch in Front gebracht. Weidner-Stuttgart Federgewichts- ' meister. Bei den Deutschen Ringerrneister- schäften in München fiel in der Nacht zum Montag auch die Entscheidung im Fe- (Neuaubing), der Weidner ((Stuttgart) nach Punkten geschlagen hatte, vergab seine Titelausstchten, da er in seinem letzten Kampf gegen Pullheim nur nach Punkten siegen kannte. ®° kam der Stuttgarter Weidner, der außer der Niederlage gegen Hering und einem Punktsieg nur Schultersiege errungen hatte, infolge des geringeren Fehlerpunktstandes zum Meistertitel vor Hermg (Neuaubing), Pullheirn (Köln) und Von- düng (Ludwigshafen). aktiv land ade tnW noch lung tnar das Dei nach flU! alle« habe. Mi i tliglo । rung . den i roürt Loi Äi ÖHe ify. Mund ifflerbe, - Midi fce9 3&Qr $ 0«9enü “?nbe ^Utze L^ddi fe U; Anmc . Italic Feui schwer Gtetlui ■ i.6tam ü daran, eta and s talier tultui flibt Beleii i in i; I Nicht Iti Montag mit ihren schönen Erj Mann ebenfalls wie ihre Vorbilder stehen. Diese Erkenntnis haben der Sonntag und der heutige Montag mit ihren schönen Erfolgen überzeugend §ebracht; auch dann, wenn nicht jeder zurückgelegte ilugkilometer und jede Flugstunde im Augenblick einwandfrei feststehen. Irauen-Olympia-prüfungen. Vor 4000 Zuschauern wurden in Elberfeld die Olympia-Prüfunaskämpfe der besten deutschen Leichtathletinnen durchgeführt. Trotz ungünstiger Verhältnisse gab es einen neuen deutschen Rekord. Im Hochsprung übersprang Frl. Kaun-Kiel 1,60 Meter und übertraf damit den alten Rekord (Rotte- Düsseldorf 1,59 Meter) um einen Zentimeter. Im 100-Meter-Laufen siegte Frl. Krauß-Dresden trotz starken Gegenwindes in 12,0 Sek.; Frl. Mauer- meyer-München holte sich mit 8 Meter Vorsprung vor der Nächsten das Diskuswerfen mit 44,73 Meter. 42,83 Meter warf Frl. Fleischer-Frankfurt den Speer und war damit die Beste dieser Disziplin, während in Abwesenheit von Frau Engelhardt-Berlin Frl. Elger-Magdeburg den 80-Meter-Hürden- lauf in 12,2 Sek. gewann. Oer hessische Fußball-Gauführer rüst zum Saufest des 3Rf£. in Gießen auf. Der Fußball-Führer im Gau XII, Oberstudienrat Riemann, Kassel, ein eifriger Förderer des Reichsbundgedankens, fordert mit folgendem beachtenswerten Aufruf zur Teilnahme am 1. Reichs- bund-Gaufest in Gießen auf. „Die Teilnahme des Fachamtes 2 (Fußball) des Gaues XII an dem Reichsbund-Gaufest in Gießen ist vom Reichssportführer und unserem Bundesführer befohlen worden. Wir Fußballer des Gaues XII führen diesen Befehl gern aus, da wir dadurch zeigen können, daß wir die geschlossene Gemeinschaft aller Turner und Sportler im Reichsbund für Leibesübungen als oberstes Ziel unserer Arbeit anerkennen. Daher ergeht mein Rus an alle Vereinsführer, für regste und stärkste Beteiligung an. diesem Gemeinschaftsfeste zu sorgen. Es ist für uns Fußballer, die wir in der langen Spielzeit allsonntäglich auf Fahrt sind, nicht leicht, die Mittel zu größeren Reisen aufzubringen; um so mehr erwarte ich, daß die zahlreichen Vereine des Kreises Gießen und des angrenzenden Gebietes geschlossen antreten, um unser Fachamt würdig zu vertreten. Von den anderen größeren Vereinen des Gaues erwarte ich, daß sie wenigstens mit Vertretungen, besonders der Jugend, zur Stelle sind. Unfere sportliche Teilnahme erstreckt sich auf ein großes Spiel am Sonntagnachmittag zwischen Bezirk Kassel und Bezirk Gießen. Ferner fordere ich alle Spieler auf, sich an den volkstümlichen Wettkämpfen im Lauf, Sprung und Wurf —- die Ausschreibungen sind den Vereinen zugegangen -- lebhaft zu beteiligen. (Meldeschluß: 25. Juli 1935!) Nach einer Verfügung des Reichssportführers muß zu jeder Karte ein Sportgroschen zum Preise von 10 Pf. verkauft werden. Die Festkarte für alle drei Tage (Freitag, Samstag, Sonntag) beträgt 2,50 Mk. und 10 Pf. Sportgroschen, Jugendliche 1,50 Mark und 10 Pf. Sportgroschen. Daneben wird am Sonntag eine Tageskarte ausgegeben zu 1 Mark und ?0Pf- Sportgroschen und eine Eintrittskarte für den Festplatz von 0,50 Mark und 10 Pf. Sport- groschen. Durch die beiden letzteren Karten ist gerade den Mitgliedern des Fachamtes 2 die Möglichkeit gegeben, an den Veranstaltungen des Sonntags (Fest- zug, Fußballspiel) geschlossen teilzunehmen. Alle die Organisation wiferer Teilnahme betreffenden Sonderanordnungen ergehen durch meine Verbindungsleute und Beauftragte: Bezirksführer E n g e l t e r, Marburg, und Kreisführer Henkel. Gießen. Ich spreche die bestimmte Erwartung aus, daß die Festtage in Gießen uns alle ein gutes Stück vorwärts bringen auf dem Marsche zur Einheit der deutschen Leibesübungen des Dritten Reiches. Heil Hitler! Riemann, Fußball-Gauführer und Gaufachamtsleiter des Fachamtes 2." Das Sefffpiel beim Gaufest. „Deutsches Wollen — Deutsche Kraft." Im Rahmen des Gaufestes des RfL. im Gau Hessen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen zur Durchführung gelangt, wird am Sams- tag in der Volkshalle das von dem bekannten Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, verfaßte Fest- spiel: „Deutsches Wollen — Deutsche Kraft" an geführt. Etwa 400 Mitwirkende (SS., SA., HI., BdM., NSG. „Ärafi durch Freude", Turner, Turnerinnen, Sportler, Werkleute aus allen Berufen, Trachtengruppen aus dem ganzen Gaugebiet, Sänger usw.), dazu die Gießener Wehrmachtkapelle unter ßeitung von Obermusikmeister Krauße werden diese Abendveranstaltung zu einem großen Erlebnis gestalten. „Nacht über Deutschland" — so kann man den ersten Teil des Festspiels überschreiben, der zum Aufbruch der Nation überleitet. Dann ziehen sie an Aus den preußischen Nachbargebieten anfrefen mußten, wurden mit 14 : 26 Punkten geschlagen. Die in bester Besetzung fahrenden Deutschen gewannen alle Rennen, wobei Merkens und Jhbe die stärksten Stützen der Deutschen waren. Lediglich im Zeitfahren siegte der Holländer Ooms, doch war hi»r Merkens nicht am Start. Beginn der Kanu-Neichsjugendfahrt. Zum ersten Mal nach der Neuordnung der Jugendarbeit im Deutschen Kanu-Verband ist die gesamte Jugend aufgefordert worden, an einer gemeinsamen Reichsjugendfahrt teilzunehmen. 500 Jungens und Mädels aus allen Gauen Deutschlands mit mehr als 30 Zehner-Kanadiern kamen in Kassel als dem Ausgangspunkt der Fahrt zusammen. Die Fahrt geht fulba- und weserabwärts bis Hameln, wo sie mit einer Jugend-Regatta abschließen wird. In Hameln wird sich eine Gesamttagung der Gau-, Bezirks- und Vereins-Jugend- führer des Deutschen Kanuverbandes anschließen, auf der die wertvollen Ergebnisse dieser Fahrt verarbeitet werden sollen. Oie 16. Etappe der „Tour". Die 16. Etappe der „Tour de France" brachte am Montag die schwierige Bergetappe Luchon—Paux. Vier der schwierigsten Pyrenäen-Gipfel waren von den Fahrern zu bezwingen. Es gab eine Riesenüberraschung, denn der Italiener M o r e l l i siegte mit fünf Minuten Vorsprung in 7:12.22 Stunden vor seinem Landsmann Teani, dem erst auf den nächsten Plätzen die Belgier Verwaecke, R. Maes und Corot e folgten. Der Deutsche Hmbenhauer mußte leider wegen einer schweren Sturzverletzung ausscheiden; Thierbach war als 23. noch der beste Deutsche. Autobahnlinie Köln-Siegen-Kassel LPD. Dillenburg, 22. Juli. Zum ersten Male seit der Bildung der Industrie- und Handelskammer Siegen-Olpe-Dillenburg trat der ständige Beirat der Kammer in Dillenburg zu einer Sitzung zusammen. Den Verhandlungen lag ein Bericht der Geschäftsführung zugrunde, dem u. a. zu entnehmen war, daß die Autobahnlinie Köln- Sieg e n—Ka s se l nach einer Mitteilung des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenbauwesen in die amtlichen Ausbaupläne ausgenommen worden sei, während die Linie Köln—Gießen entfallen solle. SOOOMark bei derArbeitsbeschaffungs- lotterie gewonnen. Frankfurt a. M., 22. Juli. (LPD.) Fortuna ist bekanntlich unberechenbar und verteilt ihre Glücks- guter auf oft recht seltsame Weise. Ging da am Montagmittag ein Vertreter auf der Kaiserstraße in Frankfurt und wollte in die Elbestrahe einbiegen. Dabei stieß er mit einem Losverkäufer der Arbeits- beschaffungslotterie zusammen. Der Losverkäufer entschuldigte sich sofort, worauf der Vertreter meinte, bei dieser Gelegenheit könne er schließlich ja auch wieder einmal ein Los nehmen. Man kann sich die Freude des Käufers vorstellen, als er ein 5000- Mar k-Los zog, das ihm auf diese Weise in den Schoß fiel. Ein Sprung in den Main. Der erste Frankfurter „Vogelmensch". LPD. F r a n k f u r t a. M., 22. Juli. Am Sonntagmorgen konnte man auf der Deutschherrnbrücke ein seltsames Schauspiel beobachten. Stand da ein Mann mit einem selbstkonstruierten Vogelflug- apparat am Körper und sprang von der Brücke aus i n d e n M ai n. Hnd er landete auch tatsächlich wohlbehalten auf dem Wasser, wo ihn sofort ein Motorboot aufnahm. Es handelt sich bei diesem Ikarus um einen Frankfurter namens Hans Bohr, der sich bereits seit Jahren mit dem Problem des „fliegenden Menschen" beschäftigt. Wie er versicherte, brachte ihm dieser erste „Flug" wertvolle Erfahrungen, die er bei seinen weiteren Experimenten verwerten will. Niederträchtiger Verbrecher. Ein Mädchen zum Diebstahl verleitet. LPD. F r a n k f u r t a. M., 22. Juli. Die Krimi- nalpolizei hat einen wegen einfachen und schweren Diebstahls, wegen Hehlerei und Zuhälterei wiederholtvorbestraften Verbrecher fest- genommen. Der Festgenommene mar mit einem Mädchen befreundet, das, wie er wußte, sehr an 'Hw hing. Nach einem Zerwürfnis erklärte er dem Mädchen, daß ihre Freundschaft nur dann weiterbestehen könne, wenn es ihm die 400 Mark brächte, hie der Vater des Mädchens als Ersparnis in einem Schrank aufbewahrte. Er erklärte dem Mädchen genau, wie es einen Einbruch in die elterliche Wohnung fmaieren solle. Da der Verbrecher einen, außerordentlichen Einfluß auf das Mädchen befaß, ließ dieses sich zu der Tat verleiten. Er hat nicht nur das gesamte Geld an sich genommen, sondern darüber hinaus durch Drohung mit späterer Rache und mit der weiteren Drohung, daß dem Mädchen ein Jahr Zuchthaus sicher sei, erpressen wollen, daß die Verführte keine Aussagen vor der Polizei machte. Hüter dem Einfluß dieser Drohungen hat das Mädchen erst nach langwierigen Vernehmungen ein Geständnis abgelegt. Bei einem Zusammenstoß zwischen Motorrad und Auto getötet. LPD Limburg, 22. Juli. Am Samstag- nachnnttag ereignete sich auf her Straße sangen—Wallmerod ein schwerer Verkehrsun- $e.r ?3jösirige E. Dinspel aus Neustadt- Wied befand sich mit feinem Motorrad auf her SnM “nr" ‘ dem Sozius saß hie 21jährige Aosel Auer aus Limburg. In einer Straßen- biegung vor Wallmerod kam es zu einem Z u - jammen stoß mit einem holländischen Personenwagen, der aus Richtung Wallmerod gefahren kam. Der Zusammenprall war so heftig, daß die Sozius- fahrenn mit großer Wucht auf die Straße geschleudert wurde. Sie erlitt zahlreiche schwere Verletzun- gen am Kopf, die ihren Tod zur Folge hatten. Der gestürzte Motorradfahrer trug eine Gehirnerschütterung davon und mußte in das St. Vinzenskran- kenhaus nach Limburg eingeliefert werden. Kreis Wetzlar. O Wetzlar, 22. Juli. Im evangelischen Gemeindehaus fand dieser Tage eine Zusammenkunft der Leiter und Leiterinnen der Jungmädchenvereine des Kreisverbandes Wetzlar statt. Pfarrer Fricke, Bonn, der Provinzialverbandsvorsitzende, hielt ein ausgezeichnetes Referat über hie Lage hes Verbandes unb hie letzten Quellen unb Hoffnungen seiner Arbeit. Nach lebhaftem Gebankenaustausch über die aufgeworfenen Fragen kam man im zweiten Teil her Veranstaltung zu praktischen Fragen. Im Herbst soll eine Rüstwoche für Mitglieher unb Leiterinnen in Dorlar stattsinben. Als Abschluß hieser Rüstzeit soll voraussichtlich am Buß- unb Bettag in Wetzlar eine große Zusammenkunft hes ganzen Kreisverbanhes stattfinhen. Als Gesamtthema für biefe Zusammenkunft würbe bas „Evangelische Lieb" vorgeschlagen. O Dutenhofen, 22» Juli. Der hiesige K i n - bergarten beging sein Sommerfest. Schwester Babette hatte sich wieher alle Mühe gegeben, um her Kinberschar Spiele, Lieder und Gedichte einzuüben. Die Eltern her Kleinen waren in großer Zahl erschienen unb sahen dem Treiben der Kinder erfreut zu. In Vertretung von Pfarrer Müller hielt Vikar Hack (Dorlar) eine kurze Ansprache, in her er von her Verantwortung her Eltern ihren Kinbern gegenüber sprach. Die Ansprache schloß mit Gebet unb Seaen unb mit einem gemeinsam gelungenen Lieb. Lehrer Gaß, als 1. Vorsitzender, bankte ben Mitwirkenben unb Helfern, u. a. auch ben Posaunenbläsern, hie von auswärts erschienen waren. = Hochelheim, 22. Juli. Gestern beging der hiesige Turnverein sein 30. Stiftungsfest, mit dem gleichzeitig eine Fahnenweihe oerbunben war. An ben turnerischen Vorführungen auf hem schön gelegenen Sportplatz beteiligten sich auch Turner unb Turnerinnen von Großen-Linben unb Lang- Göns sowie einige Turner her Kreisriege. Die Fahnenweihe würbe eingeleitet burch Gesangsvorträge bes Gesangvereins Hochelheim. Dann sprachen her Vereinsführer Jung, ein Vertreter bes Turnkreises Lahn-Dill (Jockel, Braunfels) unb oon her PO. Pg. Mehl, Hochelheim. Die neue Fahne ist sehr geschmackvoll hergestellt unb trägt die Inschrift „Deutsche Kraft alles schafft". Nach her Enthüllung her neuen Fahne formierte sich ein stattlicher Fe stzug zum Hmzug burch die Dorf- straßen. Außer ben Turnern hatten sich auch her Kriegerverein, Gesangverein, Freiwillige Feuer- wehr usw. angeschlossen. Am Kriegerbenkmal legte her Vereinsführer bes Turnvereins zu Ehren her Gefallenen einen Kranz nieber. Die Fahnen senkten sich unb hie Musik spielte bas Lieb vom guten Kameraben. Nach bem Hmzug fanb man sich bei Gesang und Tanz zu einem gemütlichen Beisammensein. Kurze Sportnotizen. Einen Schwimm-Weltrekord stellte bei ben amerikanischen Frauen - Meisterschaften in Neuyork bie bekannte Schwimmerin Leonore Knight auf, indem sie bie 800-Pards-Freistil in 11:34 Minuten zurücklegte. Den seitherigen Rekorb hielt ihre Lanbsmännin Helen Mabison mit 11:42,2 Minuten. Schon der erste Tag des Rhön- Segelflug - Wettbewerbs, der zwei Wochen andauert, brachte einen neuen Weltrekord des Mannheimer Fliegers Ludwig Hofmann, der als Erster gestartet war und bis in die Tschechoslowakei bei Dlesnice in der Nähe von Boskovice flog. Die Entfernung vom Startplatz bis zum Landungsort beträgt rund 500 Kilometer. Damit ist der Weltrekord, den Heini Ditmar im vergangenen Jahre mit 375 Kilometer aufstellte, weit überboten worden. Unfer Bild zeigt einen der beiden Rhönsperber, die an dem Wettbewerb teilnehmen, während der letzten Vorbereitungsarbeiten. Es ist ein ganz neuer Typ, dessen Führerkabine besonders gut ausgestattet ist. (Scherl-M.) Nadländerkampf Deutschland—Holland 26:14. 3000 Zuschauer erlebten auf der Radrennbahn im Haag einen glatten Sieg her deutschen Amateur- Bahnfahrer - Ländermannschaft über Holland. Die Holländer, die ohne van Miet und van den Vyoer Personenauto rast gegen einen Baum. Zwei Personen lebensgefährlich verletzt. O f f e n b a ch, 22.Juli (LPD.) Sonntag vormittag ereignete sich auf der Straße Hanau—Aschaffenburg em schwerer Autounfall. Der 40jährige Wilh. B i ntz aus Offenbach fuhr mit seinem Personenauto auf der Landstraße eine längere Strecke in schnellem Tempo auf der linken Seite, riß bann plötzlich die Steuerung nach rechts und raste gegen einen dicken Baum. Die Speichen des Steuerrades drangen dem Autofahrer in den Hals. Mit schweren Verletzungen, Gehirnerschütterung, Arm- und Beinverletzungen kam er in das Landeskrankenhaus Hanau. Die 34jährige Ria S t e g m a n n aus Offenbach, die an her Fahrt teilnahm, wurde ebenfalls mit einem Schädelbruch und sonstigen Brüchen ins Hanauer Landeskrankenhaus eingeliefert. Die Verletzungen her beiden sind so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Sinkende Gurkenpreise im Ried. ßph. Biblis, 22. Juli. Infolge der großen Trockenheit hat der Fruchtansatz der Gurken nachgelassen, so daß die Anfuhren beim letzten Markt nicht größer waren, als am vorletzten Montag. Obwohl die Nachfrage nicht befriedigt werden konnte, trat ein starker Preissturz ein. Bezahlt wurden für gute Einmachgurken pro Zentner nur noch 4 Mk. (am Montag noch 7 Mk.), für Salatgurken 2 Mk. (3^M r und für Krüppelgurken 1 Mark wo D-RhönsPeröer ■