Dienstag, 23. April 1935 185. Jahrgang llr.94 Erstes Blatt SB /TI A** A** M** A aX a a** B= Heimat im Bild - Die Scholle SH DW ■ M M W W M V ■ M W W M M V M M W M V W für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: B B B B ÄJF B^^ B B Br B B B B ^BBf II H Effi B Drette 7 Rpf., für Text- Mitch Beilagen RM. 1.95 BL Er B B Ä B Itt B B Bl B jCl JB W W BBk IKH ML B anzeigen von 70 mm Brette Ohne Illustrierte 1.80 V M ELBl^ ■ B W B B^B* B B W B^^B 60 Rpf.,Platzvorschrift oder Zustellgebühr.. „ -25 W B B ▼ ^F 'F B W B ^F ▼ ▼ B ^F schwieriger Satz 25«/. mehr •‘*.“«52::" VJ V *r SM Seneml-Anzeiger für Gberhetzen MZ n$te"' e^n behördliche Anzeigen 6Rpf. zranWam Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindnulerei R. Lange in Gietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der deutsche Protest gegen die neue Schuldtüge soll, ist der Oeffentlichkeit bisher nichts bekannt- gegeben worden. Man glaubt aber, daß die Manöver bei den Aleuten-Jnseln beginnen und sich dann nach Süden auf Hawai er- (treten werden. Ein Teil der Flotte ist bereits am Montag in nördlicher Richtung abgefahren. Die Manöver beginnen offiziell am 3. Mai. Am gleichen Tage wird in Yokohama der amerika- Am Sonnlagfrüh gegen 7 Uhr wurde die Insel Formosa von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Besonders stark litten die Provinzen Taitschu und Schintischiku, also der Westen und Rordwesten der Insel. Amtlich sind bisher 3000 Tote und 9500 Verletzte gemeldet worden. Viele Bewohner wurden vom ersten Erdstoß im Schlafe überrascht und getötet. Der Gesamtschaden wird auf 10 Millionen Pen geschäht. 10 000 Häuser wurden völlig z e r st ö r t und 11 000 trugen große Beschädigungen davon. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß es sich überwiegend um kleinere Holzbauten handelt. Die Eisenbahnlinie ist an mehreren Stellen unterbrochen. Etwa gleichzeitig mit dem Erdbeben auf Formosa trat der Vulkan A s a m a bei karuisawa, einem Gebirgsorl 140 fiilo- meler nordwestlich von Tokio, in Tätigkeit. Der Ausbruch, der der größte seit 40 Jahren ist, dauerte eine Stunde. Die Lavamassen verursachten viele Waldbrände. Der letzte Ausbruch dieses Vulkans erfolgte im Iahre 1932. Die japanische Regierung hat einen Zerstörer mit einem Hilfskorps an Bord nach Formosa beordert. Von feiten der Regierung und von privaten Hilfsorganisationen sind Hilfsaktionen eingeleitet worden. Militär- ableilungen mit Proviant und Decken sind unterwegs. Japan lehnt englische Hilfe ab. Die britische Regierung hatte den Japanern die Entsendung britischer Kriegsschiffe von Hongkong nach Formosa angeboten, um der von dem Erdbeben heimgesuchten Bevölkerung Nahrungsmittel, Arzneien und anderweitige Hilfe zu bringen, wie die britische Admiralität mUtellt, hat der japanische Marineminister das Angebot dankend abgelehnt, mit der Begründung, daß man völlig Herr der Lage sei und daß auswärtige Unterstützung nicht erforderlich sei. der französisch-sowjetrufsische Vertrag, von dem alle übrigen abhingen, sei jetzt gefährdet. Die Kleine Entente habe mehr als einmal betont, daß sie über einen Donaupakt nur verhandeln würde, wenn der französisch-sowjetrussische Vertrag unterzeichnet sei. Auf jeden Fall werde die Ausgestaltung des Donaupakles große Schwierigkeiten bereiten. Gerade jetzt müsse Laval als Vermittler zwischen Rom einerseits, Prag, Bukarest und Belgrad andererseits eingreifen. Durch fein Zögern und seine Unbeständigkeit habe er jedoch seine Autorität, die notwendig sei, gefährdet, wenn nicht völlig eingebüßt. Rur noch eine unmittelbare Aussprache zwischen Mussolini, Benefd), Titulescu und Teftitsch könnte die Donaukonferenz retten. nische Kreuzer „21 u g u ft a" zu einem Freundfchaftsbefuch eintreffen. Man nimmt an, daß die Manöver mit Rücksicht auf die Japaner nicht bis zu den westlichen Inseln der Aleuten und nicht bis zu den Inseln Wake und Guam ausgedehnt werden sollen, die bereits in der asiatischen Hälfte des Stillen Ozeans liegen. Die Unterbrechung der Paktverhandlungen zwischen Paris und Moskau. Frankreich besteht auf feinen Vorbehalten.-Verstimmung über fowjetruffische Pressionen Kritik an Laval in französischen Militärkreifen. Schweres Erdbeben auf Formosa Tausende von Toten und Verletzten. Paris, 23. April. (DRB. Funkspruch.) lieber die Aussetzung der französisch-sowjetrussischen Paktverhandlungen ist in Moskau eine amtliche Verlautbarung ausgegeben worden, in der die Gegner der Russenpolitik in Frankreich den Beweis erblicken wollen, daß es sich nicht etwa, wie man von amtlicher französischer Seite $u verstehen gegeben hat, um geringfügige Schwierigkeiten handele, sondern um tiefgreifende Meinungsver- ch i e d e n h e i t e n, bei denen die Sowjets sogar allerhand Druckmittel nicht verabscheuten. Sowjetrußland versucht, schreibt „Le Jour", aus Furcht vor einem Bruch eine Erpressung. Im letzten Augenblick Hal man in Frankreich festgestellt, daß die Sowjetunterhändler den Pakt nicht so auslegen wie wir. Laval, der sich nur gezwungenermaßen mit dem Grundsatz einer Verständigung abgefunden Hal, ist in zwei Vorbehalten fest geblieben: kein automatisches Inkrafttreten unserer Verpflichtungen gegenüber Moskau und festes Versprechen, daß die kommunistische Propaganda in Frankreich eingestellt und nicht mehr von den Sowjets unterstützt wird. Beide Einschränkungen haben den Sowjets mißfallen. Die Vertagung der Verhandlungen gibt uns jedenfalls willkommene Gelegenheit, etwas eingehender über die an uns gerichteten Forderungen nachzudenken. Wenn Laval gegenüber der These festbleibt, die Flandin, Herrivt und Marin verteidigen, dann hat er zweifellos Recht. Die französische Oeffentlichkeit weiß so gut wie nichts von dem, was in Moskau und anderwärts zusammengebraut wird. Wenn sie über das Abkommen be» ragt werden würde, würde sie glatt antworten: Rein. Untröstlich bleibt die „E r e Rouvelle" bei dem Gedanken, daß Herriots Lieblingsplan eines französisch-sowjetrussischen Bündnisses vielleicht dochnochs cheitern könnte. Wer wolle nun behaupten, daß das französisch-russische Abkommen gegen irgendeine Macht gerichtet sei und wer könne erklären, daß dieser dem Geist des Dölker- bundspaktes entsprechende Vertrag irgendeiner Macht die geringste Beunruhigung bereiten könnte? Rur die Regierungen, die durch die Organisation der Sicherheit ihre Wünsche behindert glaubten, könnten dagegen etwas einwenden. Man möge sich über die wahren Absichten Deutschlands nicht Berlin, 20. April. (DRB.) Die Reichsregierung hat den am Beschluß des Völkerbundsrates vom 17. d. M. beteiligten Regierungen heute einen Protest gegen diesen Beschluß notifizieren lassen. In der Protestnote wird den Regierungen erklärt, daß sie nicht das Recht haben, sich zum Richter über Deutschland aufzuwerfen, daß der Beschluß des Völkerbundsrates den Versuch einer erneuten Diskriminierung Deutschlands darstellt und daß er deshalb auf das Entschiedenste zurückgewiesen wird. Gleichzeitig hat die Reichsregierung den fremden Regierungen mitgeteilt, daß fie sich v o r b e h ä l t, ihre Stellungnahme zu den in dem Ralsbeschluh berührten Linzelfragen demnächst bekanntzugeben. * Gerade an seinem Geburtstag sah sich der Führer und Reichskanzler dazu genötigt, den deutschen Protest in den Hauptstädten derjenigen Rationen überbringen zu lassen, die im Völkerbundsrat sich dazu veranlassen ließen, jenes „Urteil" über Deutschland zu sprechen, das für ewige Zeiten ein Denkmal übelsten Pharisäertums bleiben wird. Wir wollen heute niemanden mehr im einzelnen nennen oder anklagen. In der Begründung des deutschen Schrittes vom 16. März ist unser Standpunkt eindeutig klar niebergekgt. Jeder, der Horen und sehen will, ist in der Lage, sich von unserem Rechtsstandpunkt zu überzeugen. Es bedarf nur ein wenig des guten Willens. Die heuchlerischen Argumente allerdings, die der Völkerbundsrat feiner Kritik an Deutschland mitgibt, zeugen nicht davon, daß die Genfer Diplomaten auch nur ein Fünkchen des Geistes einer neuen Zeit gespürt haben. Der deutsche Protestschritt läßt keinen Zweifel darüber, daß das Wasser zwischen heute und morgen eher hoher angestiegen ist. Genf hat uns den Weg zu weiteren Verhandlungen nicht erleichtert. Es lag im Sinne der bisher uns gegenüber geübten Politik, daß einerseits viel davon gesprochen wurde, man Bild zu setzen, da sonst der Verdacht aufkommen kann, die abaeschlossenen Verträge seien fingiert. Ist sich ein Vertragsschließender über die Richtigkeit und Tragweite seines Behaltens nicht 'm klaren, so wird es sich empfehlen, die Hilfe fachmännischer Rechtsberatung rechtzeitig in Anspruch zu nehmen, d. h. zu einem Rechtsanwalt oder Notar zu gehen. Sparsamkeit wäre hier schlecht am Platze, und mancher hat sie schwer bereut, wenn er später an Prozeßkosten ein Mehrfaches von dem hat zahlen müssen, was die vorherige Beratung durch einen Anwalt gekostet haben würde. Für minderbemittelte Volksgenossen stehen die NS.-Rechtsberatungsstellen und die von den Anwaltskammern eingerichteten kostenlosen Sprechstunden zur Verfügung! täuschen. Im „Echo de Paris", dem Blatt des Generalstabs und der Rüstungsindustrie, unterzieht Pertinax die ranzosifche Politik nach Stresa und Genf einer trengen Kritik. Stresa habe gelehrt, daß der englisch-französisch-italienifche Block kein wirksames Werkzeug sei. England träube- sich noch immer vor Verpflichtungen auf dem Festland. Ende Januar habe sich das englische Außenamt bemüht, die Entente cordiale der Vorkriegszeit wieder aufleben zu lassen. Es sei aber au den geschlossenen Widerstand der Domini ens, eines Teils der englischen Oeffent- l i ch k e i t und sogar des eigenen Leiters Sir John Simon sowie einiger anderer Minister gestoßen. Maedonald und Simon hätten sich wohl zu einer Bekräftigung der Lorcarnoverpflichtungen bereit lege Wert auf unsere Rückkehr in den Völkerbund; andererseits aber tat man alles, um uns moralisch wie praktisch Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Aber man organisiert den Frieden Europas nicht damit, daß man behauptet, eine einzelne Macht — nämlich Deutschland — sei im Unrecht, ohne daß man sich der Mühe unterzöge, seine Ansichten und Absichten ernsthaft und ehrlich zu prüfen. Wenn die Vertreter von 13 Ratsmächten meinen, ihre Stimme vorbehaltlos und uneingeschränkt zu Ungunften Deutschlands in die Wagschale werfen zu können, so können wir es nicht glauben, daß die Völker selbst der gleichen Ansicht sind. Denn nicht wir haben gegen das Versailler Diktat verstoßen, sondern die hochgerüsteten Staaten, die nicht daran gedacht haben, ihre Waffen niederzulegen, wie es Deutschland tat. Der Friedensvertrag von Versailles selbst ist kein zweiseitiges Rechtsgeschäft, sondern eine Erpressung. Kein Volk der Welt, das Ehre im Leibe hat, wird sich auf die Dauer der nackten Gewalt beugen, einer Gewalt, die, wenn sie auch in Paragraphen formuliert wurde — dennoch nicht aufhört, Gewalt zu fein. Deutschland hat seine Stimme zum feierlichen Protest erhoben. Wir haben bekanntgegeben, daß wir nicht daran denken, den Willkürspruch als bare Münze hinzunehmen. Wir wissen, wie dieses „Urteil" zustandegekommen ist; wir kennen die Methoden der „Befriedung und Beruhigung". Wir verwahren uns gegen die neuerliche Schuldlüge. Sie ist eine Ungeheuerlichkeit, die dadurch nicht glaubhafter wird, daß sie einstimmig vorgebracht wurde. Keine Lüae wird dadurch Wahrheit, daß man sie ständig wiederholt oder daß sie von vielen ausgesprochen wird. Die Geschichte wird einst ein gerechteres Urteil fällen. Der Eindruck in London London, 22 April. (DNB.) „Daily Mail" sagt in einem Leitartikel zu der deutschen Protestnote, überall frage man, ob die britische Teilnahme an dem Genfer Urteil nicht eine unerhörte Torheit darstelle. Die englische Regierung habe erklärt, aber der Locarnovertrag selbst sei durch die Ereignisse überholt. Der Völkerbund sei unfähig, dem geringsten Angriff Einhalt zu gebieten. Sir Austen Chamberlain habe im vergangenen Monat das vernichtende Urteil gefällt, daß der Völkerbund den Frieden nur erhalten könne, wenn keine Großmacht den Krieg wolle. Die Ratsverhandlungen über bie moralische Verurteilung Deutschlands könnten nicht darüber täuschen, daß von den in Aussicht genommenen finanziellen und wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen niemals die Rede fein werde. Somit bleibe nur noch die dritte Möglichkeit, der Abschluß zweiseitiger Beistandspakte zwischen Frankreich und Sowjet r u ß 1 a n d. Sowjetruhland und der T f ch e- choflowakei, Frankreich und Italien, Italien und der kleinen Entente, sowie Italien und der Balkan-Entente. Aber Große amerikanische Flottenmanöver im Pazifik. San Franzisko, 23. April. (DNB. Funkspruch.) An der amerikanischen Westküste sind eben rund 160 amerikanische Kriegsschiffe und 450 Flugzeuge mit 45 000 Offizieren und Mannschaften für die bevorstehenden Flottenmanöver versammelt. Don den Flugzeugen sind 271 auf vier Flugzeugmutterschiffen untergeoracht, außerdem für jedes Schlachtschiff und jeder Kreuzer Erkundungs- und Beobachtungsflugzeuge an Bord. Die übrigen Maschinen liegen auf großen und kleinen Inseln. Zu ihnen gehören beinahe 10 0 Riesenflugzeuge mit großem Aktionsradius. Diese See- und Luftstreitkräste werden in der üblichen Weise in zwei feindliche Gruppen geteilt werden, aber über die strategische Aufgabe, die ihnen gestellt werden Vorsicht ist auch geboten bei Geschäftskäu- i»e n. Nicht selten werden hierbei bei den Kauf- Verhandlungen vertragliche Zusicherungen über Umsätze gegeben, die nur allzu oft nicht stimmen. Wer empfiehlt es sich, sich Kassenstreifen, ©teuer» belege usw. des Verkäufers vorlegen zu lassen, die eine Übersicht über die Umsatzverhältnisse ermöglichen. Bei-m Abschluß von Mietverträgen jcrge man als Mieter dafür, daß der unter Mitwirkung des Reichsjustizrninisters zustandegekorn- mene „Deutsche Einheitsmietvertrag" (lugrunbegelegt wird. Manche Klauseln, wie sie f.ch in zahlreichen der bisher verwendeten Mietver- k-agsformulare vorfinden, sind durch diesen Ein- teitsmietvertrag »ausgemerzt worden, z. B. das !l?ündiqungsrecht des Vermieters bei geringfügiger Vertragsverletzung des Mieters ober bei geringfügigem Mietzinsrückstanb. Nicht selten stnb durch cLwissenlose Vermittler Geschäfte neu errichte t unb an Leute verkauft worben, Die über bas Gesetz zum Schutze bes Einzelhandels nicht im Bilde waren. Wollten bie Käufer nach Äertragsschluß bie Geschäfte eröffnen, bann würbe innen bie Genehmigung zur Hoffnung versa g t. Me hereingefallenen Käufer stnb hierdurch nicht nur um bie Kaufsumme betrogen, fonbern in em- jslnen Fällen auch in ihrer Existenz zugrunbe gerichtet worben. Da bie Sperre der Errichtung von Verkaufsstellen bis auf weiteres ohtte zeitliche Befristung unb ohne Einschränkung auch für jegliche Art ber Uebernahme gilt, wirb es sich empfeh- i?n, beim Kauf von Geschäften mittelstanbischer Betriebe sich bas Vorhanbensein ber behördlichen Ge- : nehrnigung zum Betrieb vorher nachweisen zu lassen. Mit ber zunehmenben Grünbung von E r d - i (Unternehmungen haben unlautere Clemente bie Leichtgläubigkeit unb Hoffnung mancher Volksgenossen auf mühelosen Gewinn ausgenutzt, ;umal solcher Volksgenossen, bie in Geldgeschäften wenig Erfahrung besitzen. Zweifelhaften Vermttt- 1 ?m ist es gelungen, Anteilscheine v o v A ohrbetrieben zu verkaufen, bie kaum em drittel bes Kaufpreises wert waren. Jeber em- ^lne Volksgenosse sollte sich vor Augen halten, laß bas Jnaussichtstellen berartiger müheloser Gewinne gerabe in unserer Zeit, bie nur ber harten unb ehrlichen Arbeit ihren Lohn gibt, zu Vor- i« ch t mahnt. Selbst geschäftlich geroanbten Volksgenossen Mlegt vielfach nicht bekannt zu fein, baß Urfunten über abgeschlossene Verträge, wie z B. Sicherungsübereignungsoerträge, Miet- i,ertrage usw. st e m p e l st e u e r p f l i ch t i g stnb. <-s wirb stets angebracht sein, sich hierüber ms Rechtsschutz de- Volkes! Wie bie Praxis ber Gerichte zeigt, kommt es vielfach nur beshald immer roieber zu Prozessen, □eil Verträge nicht mit ber genügenben Sorg- jalt, übereilt und flüchtig ohne schriftliche Form (lbgeschlossen werden. Wenn auch das BGB. im Interesse der Leichtigkeit des Verkehrs sich mit mündlichem Vertragsabschluß zufrieden gibt, so lann dennoch jedem Volksgenossen in seinem eigen» fen Interesse zur Vermeidung von Streitigkeiten rar empfohlen werden, wichtige Verträge !>ch r i s t l i ch a b z u s ch 1 i e ß e n. Daß dies nicht Jr die Bargeschäfte des täglichen Lebens (Einkauf liet Metzger, Bäcker usw.) notwendig ist, liegt auf ter Hand. Aber viele nicht gerade alltägliche Ge- Ichäfte, wie z. B. Verträge mit einem Spediteur megen eines Umzuges, Lieferung von Möbeln :nb bergt, werben zweckmäßig schriftlich unter Festlegung ber für beibe Teile wichtigen Punkte ädgefchlosfen. Der Inhalt eines Vertrages muß be- immt unb klar fein. Auch etwaige Nebenab- eben, z. B. bie Zusicherung gewisser Eigenlasten ber gekauften Ware, müssen in den Vertrag ausgenommen werben. Bei vorgebruck- !.en Verträgen wie z. B. Mietverträgen unb I tei ber Ausfüllung von Bestellzetteln !>chte man vor allem barauf, bah etwaige b e - wnbere Abmachungen, bie nicht vorgebruckt nb, hineingeschrieben werben unb baß Ilies bas, was aus bem vorgebruckten Text nicht eiten soll, gestrichen wirb. So nützen münblich gegebene Versprechen nichts, wenn in ten gebrückten Bebingungen ber Vermerk enthalten ist: „Münbliche 2Ibreoen sinb ungültig." Dietrich wirb in Vertragsformularen, z. B. bei Auto- läufen, beim Versicherungsvertrao, Zw^cksvar- unb Bausparvertrag auf befonbere Geschäftsbebingun- tien Bezug genommen. Da biefe damit Vertrags- (♦eftanbteU werben, muß jebe Partei bie Gefchäfts- (•ebingungen genau burchlefen. Nicht selten ist liarin auch von Eigentumsvorbehalten !ne Rebe. Dies bebeutet, baß bie Sache bem Käufer ■ior vollftänbiger Bezahlung bes Kaufpreises nicht iiehört. Auch hier wirb ber Käufer sich Aufklä- ruung beschaffen müssen. Häufig ist es auch üblich, !aaß Firmen, insbesondere Teilzahlungsge- I>ch ä f t e aller Art, in den Geschäftsbedingungen ten Sitz ihrer Firmen als Gerichtsstand und Erfüllungsort vereinbaren. Der Käufer ist sich selten ter Bedeutung einer solchen Klausel bewußt. An tem Erfüllungsort — das ist It. Geschäftsbedin- tningen ber Wohnsitz bes Verkäufers — ist ein etwaiger Prozeß mit ber Lieferfirma wegen ber gelausten Ware zu führen. Wohnt nun der Käufer weit weg, so ist es ihm vielfach erschwert, fein Vorbringen am Wohnsitz ber Lieferfirma geltend ui machen. Ein verlorener Prozeß und Geldver- Luft dazu sind dann das Ende derartiger Vertragsabschlüsse. Es kann nicht genug vor dem Unter» tijreiben unverstandener oder ungelesener Ge- lhäftsbedingungen gewarnt werden, denn geschickt ilbgefaßte Geschäftsbedingungen vermögen den Iberslächlichen Besteller erheblich zu schädigen. es immer wieder als ihr Hauptziel bezeichnet, Deutschland in den Völkerbund zurückzubringen. Dies könne schwer mit der Genfer Anklage in Einklang gebracht werden. Großbritannien habe keinen Streit mit Deutschland. Beide Nationen seien stammverwandt und in ihren Anschauungen ähnlich. In weiten Kreisen Englands glaube man, daß die einzige Grundlage, auf der der Frieden aufrechterhalten werden könne, darin bestehe, einer großen Nation wie Deutschland „die Möglichkeit einer Ausdehnung" zu geben. Die britische öffentliche Meinung könne die gegen Deutschland angewandte besondere Behandlung nicht begreifen, denn nicht nur Deutschland habe gegen den Versailler Vertrag verstoßen. Ein mächtiges Volk der Unehr- lichkeit anzuklagen, sei keine Kleinigkeit. Letzten En- des würde eine solche Haltung durch Waffengewalt unter st ützt werden müssen. Italien sei heute wahrscheinlich besser für einen Krieg ausgerüstet als 1914, aber seine militärischen Fähigkeiten werde es erst noch beweisen müssen. Von dem durch innere Uneinigkeit zerrissenen Frankreich glaubten Sachverständige, das es in vieler Hinsicht falsch ausgerüstet sei. Großbritannien sei nur halb bewaffnet. 1914/18 habe Deutschland beinahe die ganze Welt besiegt. Welche Aussichten würden die drei Mächte selbst mit russischer und tschechischer Hilfe gegen das deutsche Volke haben? Die einzige Macht, die aus der lebhaften politischen Tätigkeit der letzten 10 Tage Nutzen gezogen habe, sein Sowie t r u ß l a n d. Während sein Einfluß in Westeuropa größer geworden sei, habe sich die Lage aller anderen Länder verschlechtert. Ein bekannter Staatsmann habe in Stresa erklärt, ohne eine Verständigung mit Deutschland fei ein Friede in Europa unmöglich. Die Bolschewisten suchten die Uneinigkeit Europas zu fördern. Praktisch sei das Ergebnis der Verurteilung Deutschlands in Genf der Still- ftand aller Fortschritte gewesen, die au eine Annäherung hinausliefen. Jeder Deutsche'fasse den Tadel als Zeichen dafür auf, daß die Versailler Mächte eine Politik der Vorherrschaft und des Diktates gegenüber Deutschland wieder aufnehmen wol- len. „Observer" schreibt: Abstrakt gesprochen, war das Genfer Urteil des Völkerbundes richtig. Aber das Gewicht und der Ernst des gemeinsamen Protestes am Ende der Stresaer Konferenz waren an sicb genügend, und hierbei hätte man es belassen sollen. Die weiteren Anklagen in Genf mußten Ergebnisse zeitigen, die teils nutzlos, teils albern waren. Der abschließende Eindruck mußte der einer gewaltigen Komödie mit einem bitterem Beigeschmack sein. Zunächst mußte der Völkerbund, bevor die Völkerbundssatzung revidiert wird, wiederum ein Bund aller Nationen werden. Unter den gegenwärtigen Begrenzungen kann Genf niemals eine überwältigende Autorität gegenüber starken Nichtmitgliedern ausüben. Es ist ein großer Fehler, Deutschland im Namen des Völkerbundes zu bedrohen oder auszuzanken. Deutschland ist ebenso frei wie Amerika oder Japan, die dem Völkerbund nicht angehören. Ein so empfindlicher Rückschlag bei der Suche nach Sicherheit durch internationale Verträge und regionale Pakte müßte die Stellung der Leute stärken, die sichere Friedensgarantien durch einen Völkerbund suchten. Ruhige Aufnahme in Paris. Hitler-Freiplatzspen-e! Nehmt SA.-Kameraden aufs Land! Es ist das Verdienst Adolf Hitlers und seiner braunen Armee, daß wir heuer das dritte Osterfest feiern konnten, an dem kein Deutscher mehr ohne Freude zu leben braucht, an dem die Arbeitslosigkeit auf einen Stand gesunken ist, den damals niemand mehr auch nur zu hoffen wagte. Die von Adolf Hitler mit der Gesundheitspflege des Volkes betraute nationalsozialistische Volkswohlfahrt verschickt jährlich Hunderttausende in Luft und Sonne. Die NS.-Volkswohl- fahrt ist der Filter, der die Erholungsbedürftigen — ganz gleich ob Kinder, Männer oder Frauen — auffängt und ihnen für einige Wochen Erholung gewährt. Die NS.-Volkswohlfahrt ist es, die heute das deutsche Volk an die Großtaten Adolf Hitlers und seiner Kolonnen erinnert, die die Vermittlerin des Dankes aller Stände an den braunen Mann sein will. Denn, wenn wir heute in Freude Ostern feiern, dann verdanken wir das dem Führer und seinen Getreuen, und wenn sie uns vor den Schrecken kommunistischer Gewalttat behütet haben, dann schulden wir auch Dank für diesen Schutz. Es ist dabei gleichgültig, ob wir Bauern oder Handwerker oder Geistesarbeiter sind! Dank sind wir alle schuldig. Und dieser Dank ist leicht zu erweisen. Nicht durch ein Wort allerdings, aber doch leicht durch die Tat. Wenn heute die NS.-Volkswohlfahrt zur Hitler-Freiplatzfpende ruft, verstecken wir uns dann nicht hinter leere Ausflüchte. Den- ken wir an unsere Pflicht gegen den Führer und seine Mannen! Geben wir bereitwillig an, daß wir einem SA. - Mann aus der Groß, st a d t für einige Wochen gern unsere Tür öffnen und ihn als lieben Gast bei uns einkehren sehen. Das sind wir schuldig. Aber noch eins: Wir wol- len nicht zögern, ebensowenig wie die National- sozialisten im Kampf um das Reich gezögert ha- den. Wir wollen schnell hingehen und der näch. st en Dienststelle derNS. - Volkswohlfahrt unsere Bereitwilligkeit melden, einen alten Kämpfer aufzunehmen. Die NSV. ist uns ja allen vom Winterhilfswerk her und vom Hilfswerk „Mutter und Kind" bekannt. Grundsteinlegung für die „Adolf-Hitler-Jugendherberge in Berchtesgaden. Paris, 22. April. (DNB.) Die deutsche Protestnote wird in der Pariser Presse im allgemeinen verhältnismäßig ruhig ausgenommen. Man behauptet, befriedigt zu sein, daß Frankreich als Urheber der Genfer Meinungsäußerung keine besonders abgefaßte Antwort erhalten habe. Der T e m p s versucht den Nachweis zu erbringen, daß der Protest von falschen Voraussetzungen ausgehe. Nicht einzelne Regierungen hätten sich als Richter über Deutschland eingesetzt, sondern der Völkerbundsrat. — Figaro meint, „die maßvollen Wendungen der Hitler-Note" und die Ankündigung einer weiteren Erklärung des deutschen Standpunktes seien Anzeichen dafür, daß man die Brücken nicht abbrechen wolle. Ferner könne man erneut lesen, daß Deutschland an künftige Verhandlungen denke. Deutschland habe die Hoffnung nicht aufgegeben, den französisch-englisch-italienischen Block auseinanderzubringen. Wahrscheinlich werde es seine Anstrengungen nunmehr verdoppeln. R e - p u b l i q u e das den deutschen Protest als „Verlegenheitsgeste" hinzustellen versucht, behauptet, durch den seinerzeitigen Eintritt in den Völkerbund habe Deutschland dem Völkerbundsrat das Recht zuerkannt, über Deutschlands Handlungen ein Urteil zu fällen. — Echo d e Paris schreibt, die deutsche Note beweise, daß Hitler durch die „moralische Verurteilung", deren schwache Punkte er genau kenne, nicht übermäßig eingeschüchtert worden sei. Das Blatt empfiehlt als einzig wirksame französische Politik, gegen Deutschland alle die Völker zu sammeln, die das „Alldeutschtum" bedrohe. — E r e Nouvelle sagt, wenn Deutschland durch seine Note den Eindruck erwecken wolle, seine Verurteilung in Genf sei die Folge eines in Stresa geschmiedeten Komplottes, so wolle es nicht nur Mitleid für bas angriffslustige Germanien wecken, sondern vor allem neue Rüstungen und vielleicht neue Vertragsverletzungen xu rechtfertigen versuchen: die „unverschämte deutsche Note" müsse Frankreich zur Tat bestimmen. Henderson Über die Aufgabe des Völkerbundes London, 23. April (DNB. Funkspruch). Auf einer Persammlung des Völpkerbundsvereins in Scarborough hielt der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, eine Rede, in der er jagte, die jetzige Lage sei ernst, aber er glaube nicht, daß der Krieg unmittelbar bevorstehe oder unvermeidlich sei. Bedauerlicherweise zeigten Europa und andere Teile der Welt Merkmale eines Zurückgleitens in dieselben Arten von Politik, die zu der Weltkatastrophe von 1914 geführt hätten. Die Wahrung des Friedens fei in der Völkerbundssatzung medergelegt. Der erste grundlegende Gedanke der Satzung sei, daß irgendein Krieg oder eine Drohung mit Krieg den ganzenVölker- bund angehe. Der zweite Grundsatz fei, daß die Nationen unter allen Umständen ihre Streitig- ketten in irgendeiner Form einer friedlichen Schlichtung unterwerfen müßten. Der dritte sei, daß ein Zurückgreifen auf den Krieg ein Jo schweres Verbrechen gegen die internationale Gemeinschaft darftelle, daß sämtliche Nationen verpflichtet seien, oorzugehen und alle Beziehungen zu dem Angreifer abzu- brech e n. Der vierte Grundsatz sei die Verpflichtung, die Rüst ungen zu vermindern und auf den niedrigsten Stand zu begrenzen, der mit der nationalen Sicherheit und der Durchführung internationaler Verpflichtungen verträglich sei. Allerdings sei es nicht überraschend, daß Regierungen, bevor sie bei der jetzigen Lage Verminderungen zustimmten, Garantien forderten. Die Ereignisse im Fernen Osten seien ZUM großen Teil schuld an dem Beginn des neuen Wettrüstens. Es dürfe auch nicht vergessen werden, daß man versäumt habe, das in den Friedensverträgen eingeschlossene Versprechen gegenüber Deutschland zu allgemeiner Verminderung und Begrenzung der Rüstungen auf der Grundlage eines starken Kollektivsystems rechtzeitig einzu- löfen. heute gebe es zwei Sturmzentren, eines im Fernen Osten und eines in Europa. Der Frieden sei unteilbar und jeder Versuch, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Friedens zu teilen, fei eine Aufforderung, die Völkerbundsfahung zu verleugnen und die Tür für einen Krieg in Europa zu öffnen. 3n einen solchen Krieg würde England bestimmt Hinei ugezogen werden. Die Engländer hätten also ein gewaltiges Interesse an dem Erfolg des Versuches, die Gleichberechtigung Deutschlands innerhalb des Rahmens eines allgemeinen Sicherheitssystems zustande zu bringen. Aus dem gleichen Grunde werde Deutschlands RückkehrindenVölkerbund und seine volle Annahme aller Verpflichtungen der Satzung allenthalben als unentbehrlicher Teil der allgemeinen Regelung be- trachtet. Henderson begrüßte die in Stresa von der britischen und der italienischen Regierung abgegebene Locarno-Erklärung und sagte, die Abrüstungskonferenz müßte ihre große Arbeit fortsetzen und ein wirksames Abkommen zustande bringen. Kleine politische Nachrichten. Am Ostermorgen hat Papst Pius XL zum sechsten Male seit der Aussöhnung zwischen dem Vatikan und Italien in Anwesenheit von Zehntausenden in- und ausländischen Besuchern in feierlicher Form in St. Peter das Hochamt gehalten. Nach dem Pontifikalamt erschien der Papst in Begleitung der höchsten Geistlichkeit in der Loggia der Fassade der Peterskirche, wo er u r b i et orbi den Segen erteilte. Auch dieser feierlichen Handlung wohnten Zehntausende auf dem riesigen Petersplatz bei. * 3n Venedig besuchte Staatssekretär S u v i ch den polnischen Außenminister Beck, der sich einige Tage privat in Venedig aufhält. In einer längeren Aussprache wurden die Polen und Italien gemeinsam berührenden Fragen geprüft und die Ueber- einstimmung der Ansichten der beiden Länder festgestellt. * 3n einer Havasmeldung aus Kowno heißt es, daß die von den Gesandten Frankreichs, Italiens und Englands der litauischen Regierung überreichte Note, die in Stresa beschlossen worden war, in gemäßigtem Tone gehalten sei. Die Mächte haben darin die Hoffnung ausgesprochen, daß die litauische Regierung einen Beweis ihres guten Willens ablegen werde, indem sie sobald wie möglich die parlamentarische Tätigkeit des Memeler Landtags wiederherstelle. ch Die polnische Polizei hat im Verlaufe der Untersuchung der Ausschreitungen in Pommerellen in Kl e in k atz bisher vier Personen ver- haftet. In Neustadt sind durch die Ausschreitungen geschädigte Deutsche zur Feststellung des Schadens polizeilich vernommen worden. Außerdem befindet sich eine Kommission des polnischen Innenministeriums zur Untersuchung der Vorfälle in Pommerellen. Die maßgebenden polnischen Stellen sind bemüht, die bedauerlichen Vorfälle aufzuklaren und gegen die Urheber tatkräftig vorzugehen. . ‘ * In Stettin traf eine A b o rd n u n g f i n n i fch e r Landwirtschaftsführer unter Leitung des fmnländifchen Landwirtschaftsministers L i n n a ein, Oie auf einer Rundreise durch Pommern und Meck- lenburg deutsche Siedlungen kennenlernen will. Die finnnische Abordnung wurde von dem Stabsabteilungsleiter im Reichsnährstand, Hahner herzlich begrüßt. * Generalleutnant Sir Richard Butler ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Er war von 1916 bis 1918 stellvertretender Generalstabschef der britischen Armee in Frankreich und galt als die rechte Hand des Oberbefehlshabers Marschall Haig. Nach dem Kriege hat er eine zeitlang eine Division im Rheinland kommandiert. Das neue bulganscheKabinett Sofia, 22. April. (DNB.) In dem vom ehemaligen Gesandten Toscheff gebilbeten Kabinett ist Minister des Aeußeren: Kosseiwanoff (bisher Chef des Zivilkabinetts des Königs und ehemaliger Gesandter in Belgrad), Minister des Innern unb jür Volksgesunbheit: Athanassof f (bisher fteuoertretenber Chef des Generalstabes), Kriegsminister: General Z a n e f f (bisher Befehls- Haber der Garnison Sofia). Die neue Regierung wird als ein Kabinett des besonderen Vertrauens des Königs bezeichnet, das den Einfluß der Krone, An einem der schönsten Punkte Deutschlands, auf der Strub im Berchtesgadener Land ersteht die Adolf - Hitler - Jugendherberge. Den Grund dazu hat das Ehepaar von Porry der deutschen Jugend gestiftet. Die feierliche Grund- fteinlegung war auf den Geburtstag des Führers angefetzt worden. Unter dem prächtigen Frühlingshimmel hatte sich um den Grundstein eine stattliche Menge versammelt. Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch wurde unter Kanonenschlägen und mit begeisterten Heilrufen empfangen. Der Reichsjugendführer hob die große Bedeutung des deutschen Jugendherbergswesens hervor, das in feiner Art einzig dastehe. Andere Völker hätten danach ihre Jugendherbergsverbände eingerichtet. In Deutschland seien über 2000 Jugendherbergen in diesem gewaltigen Werk zusammengeschloffen, das zugleich auch eine außerordentliche wirtschaftliche Bedeutung habe. Der Reichsjugendführer betonte, wie sehr Adolf Hitler gegen Unverstand und Torheit zu kämpfen gehabt habe, wie er sie überwand und wie er nun an der Spitze der deutschen Jugend, des ganzen deutschen Volkes und des gewaltigen Reiches stehe, dessen jüngste Soldaten, so sagte er zu den versammelten Jungen, ihr seid. Er fuhr dann fort: Auch wir müssen heute im Dritten Reich im Jahre 1935 uns behaupten und uns durchsetzen gegenüber Schwierigkeiten, die uns feindlich gesinnte Persönlichkeiten und Einrichtungen bereiten. Während wir mit dem Führer nichts anderes wollen, als die sozialistische Einigkeit unb Kamerabschaft, gibt es Kräfte in unserem Volk, bie bie Zwietracht wollen, bie uns verleumben unb beschmutzen. Gegen biefe zerstörenden Elemente kämpfen wir mit ber leibenfchaftlichen Kraft unserer Jugenb, verbunben mit bem Führer. Entweber wir erkämpfen bie Einigkeit biefer Jugenb unb damit die Zukunft unseres Volkes ober es ist alles umsonst, was Abolf Hitler schuf unb schaffen wirb. Der Reichsjugenbführer Balbur von Schirach erklärte zum Schluß, biefe Jugenbherberge solle ein Heim ber jungen Pioniere ber sozialistischen Kamerabschaft fein. So werbe sie ein Symbol biefer klassenlosen Gemein- schäft, eine ragenbe Burg bes Glaubens ber beut- schen Jugenb an Abolf Hitler. Nach bem Fahnenlieb ber Hitlerjugend verlas der Führer des Reichsverbanbes für beutfche Jugendherbergen, Gebietsführer R o b a t h, bie Grunbstein- urfunbe, bie be\aatf baß am 46. Geburtstag Adolf Hitlers ber Grundstein gelegt worden fei, und die für alle Zeiten festhält bie hochherzige Spende des Ehepaares Georg und Sybill von Porry. Unter Trommelwirbel legte dann der Reichsjugendführer die Urkunde in den Grundstein. Sein Spruch lautete: „Im Zeitalter Adolf Hitlers gebaut, erstehe dieses Haus in feinem Geiste!" Der Badenweiler Marsch und ein Vorbeimarsch auf dem Franziskaner-Platz beschlossen die denkwürdige Grundsteinlegungsfeier an dem 46. Geburtstag des Führers in feiner Wahlheimat im Berchtesgadener Land. Der „Tag der Reichslustwaffe". Flieger stellen die Ehrenwachen in der Neichshaupistadt. - Ostervolfsflug^g in Berlin. Berlin, 22. April. (DNB.) Am ersten Ehrentag für die Reichsluftwaffe, zu dem der Reichsminister der Luftfahrt den 21. April, den Todes- tag des Rittmeisters Manfred Frei- Herrn v. Nichthofen bestimmt hat, wurden am Ostersonntag die Standortwachen von der Luftwaffe gestellt. Am Mittag zog die vom Jagdgeschwader „Richthofen" gestellte Wach- kompanie mit Musik und Spielmannszug ber Wachtruppe Berlin burch bas Branbenburger Tor zum Ehrenmal. Die Linden waren dicht mit Menschen umsäumt, die dem ersten Anmarsch der jungen Truppe in ihren schmucken Uniformen und blaugrauen Stahlhelmen beiwohnen wollten. Vor bem Ehrenmal hatte Staatssekretär Generalleutnant Milch mit ben Offizieren ber Luftstreit- fräfte Aufstellung genommen. Nach ber Vergatterung setzte bie Fliegerwachkompanie ihren Weiter- marsch zur Reichskanzlei unb zum Reichs- luf tf ahrtministerium fort, wo bas Jagb- gefchwader bie Wachen stellte. Außerbem hielt am Grabe Richthofens auf bem Jnvalibenfrieb- hof bis zur einbrechenben Dunkelheit ein Doppelposten bie Ehrenwache. Im Zeughaus hatte bie Generalverwaltung ber staatlichen Museen an bem in ber Vorhalle ausgestellten Flugzeug bes „roten Kampffliegers" einen Kranz niebergelegt. Das Ehrenmal wurde abends durch Scheinwerfer angestrahlt. Der erste Tag ber Reichsluftwaffe fiel mit bem bereits herkömmlich geworbenen Ostervolks - f l u g t a g auf bem Tempelhofer Felb zusammen, ber sich nach einer Ehrung für ben Fliegerhelben Mcmfreb von Richthofen burch Fliegerkommodore Oberstleutnant Übet unb ben fteüoertretenben Gauleiter Görlitzer zum Volksfest gestaltete. 250 000 Menschen füllten ben weiten Platz unb sahen ben hohen Leistungen beutscher Flieger zu. Übet überbrachte bie besten Grüße bes Reichsluftfahrtministers Goring. Als alter Geschwaberkamerab Manfred von Richthofens, so führte Übet aus, fei es ihm eine befonbere Ehre, bes Mannes zu gebenden, ber ben Nuf der deutschen Luftwaffe im Kriege weit über die Grenzen des Vaterlandes getragen habe. Richt- Hofen fei ein Name, der zürn Symbol für deutsches Soldatentum geworden ist. Dieser Richthofengeist sei der gleiche, der das Reich Adolf Hitlers aufgebaut habe, der keine kleinlichen Klauseln und Kompromisse, sondern nur die grabe grofje Linie, das rückhaltlose Eintreten für den Kameraden und die rücksichtslose Vernichtung des Gey- ners bedeute. Die seltene Tatkraft Richthofens fei ubergeftrömt auf feinen letzten Nachfolger im Geschwader Hermann Göring, dem es jetzt durch ben kühnen Entschluß des Führers ermöglicht worben sei, mit seinen Mitarbeitern eine neue stolze ßuftmaffe aus dem Boden zu stampfen. Den. Dank an Richthofen könnten die alten Flieger nicht besser zum Ausdruck bringen als im Gelöbnis an ben Führer, biefen Geist fortzusetzen inun» " ruchliche.r Treue zu Abolf Hitler Nachdem das Lied vom guten^ameraben verklungen war, sprach ber stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitzer In flotter Folge wickelte sich dann bas abwechselungsreiche Programm ab, bei dem Willy Stör unb Gerb Achtel is mitwirkten. Besonberen Beifall errang roieber Ernst Ubets Courtos-Akrobatik-Mafchine, auf ber er feine bekannten Fallstürze, Loopings unb Rollings aus- suhrte, bie immer wieder rauschenden Beifall aus» losten. Sodann zeigte Übet gleiche Kunststücke mit einem Segelflugzeug. Tosender Beifall dankte ben Fliegern. der burch die beiden vorigen Regierungen geschmälert worden war, in vollem Umfange miede r h e r st e l l e n wird. Die Regierung hat die Anweisung geaeben, den verbannten Führer der volkssozialen Bewegung, Professor Zankoff, zusammen mit bem ehemaligen Ministerpräsibenten 0 e o r g i e f f unb ben übrigen verbannten Politikern sofort freigulaffen. Einige Minister hatten bie Freilassung ber Verbannten zur Bebin- gung für ihre Teilnahme am Kabinett gemacht. Der Verkehrsminister Koschucharoff ist ein Anhänger ber Zankoff-Bewegung. Er leitet bie Leitung „Slooo". Die Tatsache, baß in bem neuen Kabinett nur brei Offiziere sitzen, von bencn lediglich der Innenminister General Athanassoff ein Vertreter der Offiziersliga ist, welche ben Staatsstreich vom 19. Mai 1934 organisiert hatte, läßt erkennen, baß ber Einfluß biefer politisch interessierten Offiziersgruppe stark im Schwin - b e n begriffen ist. Der neue Kriegsminister General 3 a n e f f gilt als ein bem König unbebingt ergebener Offizier, ber stets als Gegner bes Ein- Äber Offiziersliga in bas politische Leben ibes gegolten hat. Innenpolitisch wirb bie neue Regierung an bem autoritären Kurs festhalten. Auch außenpolitisch ist keinerlei Aenberung zu erwarten. Es wirb hervorgehoben, baß ber neue Außenminister ein aufrichtiger Freunb der Annäherung an Südslawien ist. Kunst und Wissenschaft. Aischylos-Festausführung in der Berliner Volksbühne, am Geburtstage des Führers. Aus Anlaß bes Geburtstags bes Führers unb Reichskanzlers veranstaltete bie Universität Berlin in ber Volksbühne am Horst-Wesfel- Platz eine Festaufführung ber Tragödie „Die Perser" von A i s ch y l o s. Zahlreiche Mii- glieber bes Lehrkörpers ber Universität sowie ber Stubentenschaft hatten in bem Foyer Aufstellung genommen. Unter ben Anwesenben bemerkte man ferner Reichserziehungsminister Rust, Vertreter bes biplomatifchen Korps unb zahlreiche Angehörige der Wehrmacht. Die Regie ber Aufführung lag in ben Händen von Prof. Dr. Ley hausen. Von ihm stammt auch die Übersetzung und die musikalische Umrahmung und Untermalung, bie ben Stimmungsgehalt der erhabenen Totenklage wirksam unterstrich. Von den Darstellern seien mit Auszeichnung genannt Annemarie Loose als Darstellerin der Atossa, Alexis Posse als Dareios, Albrecht Schönhals als Bote, Heinz Klin« g e n b e r g als Terxes, Bruno Karl als Chor« führer und nicht zuletzt der Sprechchor der Unive^ sität. Darsteller und Spielleitung konnten am Schluß herzlichen Beifall entgegennehmen. ®lQin ’ ' « der '" Sü®öi5, Ws: j»,1'«» bi, K* i „.Nön, nb9 Dt8t«k 8.1t ' °°"> Äkq W ^bl«sSrife ®°^n, bi, up, '"d'nlchaDj, rnübem 6m,9tnt bifig «J »oltes ob« ■),t!cr lchus m| rer Baldur * ?ugendherbe^ •onierebr ’Qff sein. L "losen Oemer übens der h iqenb verlas de rutsche 3u^ die Grunbii-- Geburtstag W )en fei, unb li ^e Spende i n Dorn). fe ;id)5jugenbfe ein Spruch b> gebaut, eO ier SabentDci’-i s dem Fra^iii diqe Orunbiftir, ag des Führen adener Land. Ih ■ zu. llbtiiibtt- lustsahrtmiMi! imerab 3bnt! >, sei es ihm w edenken, der!" kriege weil ifc igen habe. Symbol ii' geworden t ie, der das 3ti keine fieWty n nur die W eten für den ! Achtung her U k Nichthofen-, ichfolger im J es jetzt durchs möglich! f neue i stampfen. ten Flieger »o im Gelob« rtzusetzeni l.’]k Idols E mera6en/i? ■tenbe ®«* olge ®* ! oflramm/?<;; ■ lis mW11" r Ernst iN 5er er f«” * d RoW.S b'" ■ Sunlh** eijall tu** nschafi- AU« N* ibr«s’ ,=1 tilg ZO rotl" ” ,,» »7"< *“'W reiÄ' i3 nE»’ ,«,«!< y rtiw'y Ooll ll4 Oer Geburtstag des Führers. Der Geburtslagsmorgen. Berlin, 20. April. (DNB.) Die Reichshaupt- ftabt feiert den Geburtstag des Führers und Reichskanzlers, lieber Nacht find die Häuserfronten in ein Fahnenmeer verwandelt worden. Aus allen Wohnungen, allen Stockwerken und von den Kirchtürmen flattern in der Morgenfonne die Farben des Dritten Reiches, das Schwarzweißrot und das Hakenkreuzbanner. Besonders bunt wirken die Straßen der Innenstadt, in der die Geschäfte ebenfalls reichen Flaggenschmuck angelegt haben. Viele Schaufenster sind mit Bildern und Büsten des Führers, umrahmt von Hakenkreuz- und schwarzweißroten Wimpeln, ausgeschmückt. Zahlreiche Scherl-Bildmaterndienst M t r EU M M M x|| ä i ■Up Mit herzlicher Freude nahm der Führer am Tage seines Geburtstages den Glückwunsch dieses kleinen Mannes entgegen. Privatwohnungen, besonders in den unteren Etagen, haben im Laufe des Vormittags Vorkehrungen für eine Illuminierung getroffen. Vor der Reichskanzlei yerrschte in den frühen Morgenstunden schon reges Leben. Schutzpolizei zog schon um 7 Uhr an den Bürgersteigen entlang Taue, um ein Abdrängen auf die Fahrbahn zu verhindern. Die ersten Postbeamten brin- !gen Glückwunsch- und Ergebenheitsadress^n, Briefe, Telegramme, Karten und Pakete, die sich bereits seit gestern auf den Tischen der Reichskanzlei häufen. Die er st en Gratulanten erscheinen. .Hitlerjungen und BdM. stellen sich mit großen und ■Meinen Blumensträußen vor der Reichskanzlei auf, mm ihre Geburtstagsglückwünsche persönlich beim iFührer anbringen zu können. Der Führer selbst hatte am Morgen seines >Geburtstages die Kinder der Angehöri- igen feiner Umgebung zum Frühstück leingeladen und schenkte ihnen Ostereier. Es iwar ein niedliches Geplauder und Geplapper der iKleinften, die alle in mehr oder minder unbeholfe- inen Worten dem Führer gratulieren wollten. Im Laufe des Vormittag erschien eine ganze Reihe «von Gratulanten, morgens als Erste die Reichs- iminifter Dr. Goebbels, Darr 6 und Frick. Meichsminister, Reichsleiter und andere Persönlich- ! teilen des nationalsozialistschen Staates fuhren inacheinander vor, um dem Führer ihre Glück- iwünsche auszusprechen. Den Ehrensturm stellte an i diesem Tage d i e Leibstandarte Adolf :H i t l e r unter der Führung des SS-Obergruppen- sführers Josef Dietrich. Vor der Reichskanzlei nvar eine Ehrenkompanie der Wach- ttruppe Berlin aufmarschiert. Gegen 10 Uhr ttraf der Abgesandte der S A. - G r u p p e O st - Hand, SA.-Oberscharführer Max Wolf, aus Kö- migsberg ein, der nach einem 10 t ä g i g e n Dauermarsch von Königsberg nach Merlin dem Führer die Geburtstagsadresse der »SA.-Gruppe Ostland überbrachte. Der Führer «dankte dem Oberscharführer in herzlichen Worten Ifür den Glückwunsch und für seine meisterhafte Leistung und trug ihm Grüße an die ostpreußische cSA. auf. Von 10 Uhr ab konzertierte im ©arten 6er Reichskanzlei die Kapelle des Jnfanterieregi- iments München unter Obermusikmeister Fürst, dem bekannten Komponisten des Badenweiler Marsches, der nun nach 43jähriger Dienstzeit dem- mächst in den Ruhestand tritt. Der Führer erschien miit einem Teil der Gratulanten und dankte Ober- miusikmeister Fürst herzlich für die Darbietungen. ■9er®lütftt>unfdi derWchrmacht. Die Fahnen des Regiments Lift vor dem Führer. Gegen 11 Uhr fuhren Reichswehrminister General- »berst von Blomberg, Reichsluftfahrtmimster IGeneral Göring, der Chef der Heeresleitung, vGeneral von Fritsch, und der Chef der Marme- lleihmg, Admiral Raeder, im ©arten der Reichs- Kanzlei vor, um dem Führer die Glückwünsche Der Wehrmacht auszusprechen. Mit klingendem •Spiel zog dann die Ehrenkompanie der Wachtruppe Berlin auf mit drei Fahnen db e 9 Infanterieregiments List, des Regimentes, in dem der Führer im Weltkriege gekämpft ijatte. Die Spannung der nach Zehntausenden zahlenden Menge war immer mehr gestiegen. Unuber gehbar drängten sich Tausende und Abertausende au foem weiten Wilhelmplatz und in der Wilhelmstraße. Erhöhte Gesichtspunkte waren besonders begehrt. •So drängten sich Unzählige auf den Fenstersimsen Des Propagandaministeriums, auf den Einzäunungen ßinä Bäumen des Wilhelmplatzes sowie auf den Dächern der umliegenden Häuser. Wo sich ein freies Plätzchen mit guter Sichtmöglichkeit bot, wurde es «usgenutzt. Immer wieder gaben stürmische Sprechchöre und Heilrufe der Begeisterung des Volkes hinfälligen Ausdruck. Trommelwirbel kündigte bann um 11.30 Uhr das Erscheinen des Führers an, der in Begleitung des Reichswehrministers, des Reichsluft- ahrtministers, der Chefs der Heeres- und der Marine- leitung durch den Garten der Reichskanzlei in die Wilhelmstraße heraustrat. Unbeschreiblicher Jubel der Zehntausende empfing ihn, wie ein Mann reckten die Menschenmauern die Arme zum deutschen Gruß in die Höhe, und nichtendenwollende Heilrufe umbrandeten den Führer. In Sprechchören wurde immer wieder „Wir gratulieren" gerufen. Der Führer nahm dann die Meldung des Kommandeurs des Wachregimentes, Oberst Keifer, entgegen und unter den Klängen des Deutschland- unb Horst-Wessel-Liedes schritt e r d i e Front der Ehrenkompanie ab, schritt er vorüber an den Fahnen seines alteif Reaimentes. Vor der alten Reichskanzlei nahm der Führer bann ben Vorbeimarsch ber Ehrenkompanie ab, bie mit klingendem Spiel an ihm vorüberzog. Nach bem Vorbeimarsch durchbrachen immer roieber kleine Kinder bie Absperrungsmaßnahmen unb schlüpften unter ben Tauen hinburch, um bem Führer Blumen- träußchen zu überreichen. Der Geburtstagsgruß der Leibstaudarte Adolf Hitler. Um 12 Uhr marschierte im Garten ber Reichskanzlei ber Musikzug ber SS. - Leib- tanbarte Abolf Hitler auf unb veranstaltete unter Stabführung von Musikmeister Müller- I o h n ein Gartenkonzert, bas mit bem Lieblinas- marsch bes Führers, bem Babenweiler Marsch, chloß. Der Führer hielt sich währenb bes Konzertes n Begleitung bes Kommandeurs ber Leibstandarte, SS.-Obergruppenführer Josef Friedrich, im Garten auf. Die Ausdauer der harrenden Massen wurde sehr schnell belohnt, der Führer zeigte sich an einem Fenster des obersten Stockwerkes der Reichskanzlei. Unbeschreibliche Begeisterung der Zehntausende äußerte sich stets von neuem in brausenden und nichtendenwollenden Heilrufen. Aus der Mitte der Menge heraus wurden das Deutschland-Lied und das Horft-Wefsel-Lied anaeftimmt. Der Chor der Zehntausende trug die Lieder weiter über den Wilhelmplatz, die Wilhelmstraße und die umliegenden Straßen der Innenstadt. Die begeisterte Menge chwenkte Hüte, Tücher und Blumensträuße und mmer wieder von neuem brach sich ungeheure Begeisterung Bahn. Der Führer dankte sichtlich bewegt für diese Huldigungen. Dann schloß sich das Fenster wieder, an dem u. a. mit dem Führer auch der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg erschienen war. Wenige Minuten später überflogen mehrere Flugzeuge die Reichskanzlei und den Wilhelmplatz. Die Maschine des Führers, die „D 2600", geführt von Flugkapitän Baur, flog eine Ehrenschleife über Der Reichskanzlei und überbrachte damit auf diese originelle Weise dem Führer die Grüße ber deutschen Luftfahrt. Der Gabentisch des Führers Rührende Beweise der Anhänglichkeit nnd Dankbarkeit aus allen Volksschichten. In ber Empfangshalle ber Reichskanzlei waren auf einem riesigen Tisch Blumenspenden unb kleine Liebesgaben in ungeheuerlicher Fülle aufgebaut, bie ein berebtes Zeugnis ablegten von Liebe unb Verehrung, bie bas beutfche Dost seinem Führer entgegenbringt. Unter ben Geschenken fällt besonders eine riesige Torte mit einem einen Meter großen Osterhasen auf, die ein Bäcker aus Mariendorf dem Führer zum Geschenk gemacht hat. Als die Torte vor der Reichskanzlei ausgeladen wird, begrüßt die Menge sie mit vielstimmigen Ah- Rufen und einem Sprechchor „Dem Führer guten Appetit". Unter den Geschenken, die dem Führer zu seinem Geburtstag zugingen, befindet fick alles, was sich überhaupt nur denken läßt: Dom selbstgestrickten Strumpf bis zu herrlichsten, kostbarsten Gemälden ist alles vorhanden und vom einfachen Veilchensträußchen bis zum wundervollsten Arrangement sieht man eine verschwenderische Fülle von Blumen. Rührend sind oft die Begleitbriefe zu den Geschenken. Da haben alte Frauen dem Führer Strümpfe geschickt und schreiben dazu, daß er doch keine Mutter hätte, die für ihn sorgte, und sie möch- dern haben unbeholfene Briefchen geschrieben und im gläubigen Vertrauen dem Führer ihr Herz offenbart. Kleine selbstgemalte Bildchen haben sie beigefügt, Zeichnungen, kleine Handarbeiten, Basteleien, Taschentücher haben sie gestickt und sogar Ostereier bemalt. Unter den Geschenken bemerkt man weiter sehr schöne Bilder, ein Bild Friedrichs des Großen von Pesne, zahlreiche Büsten und Plastiken, darunter die Plastik eines Feuers aus Kohle, in Bronce getrieben das Wappen der Familie Hitler, das Geschenk des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels, ein prächtiges Gemälde des Kunstmalers Michailoff, des Helga Goebbels, die Tochter des Ministers, darstellt. von General L i tz m a n n einen wundervoll modellierten Adlerkopf, vom Reichs- ausfchuß für Volksgesundheitsdienst die Ahnentafel des Führers, vom Reichskriegsopferführer Oberlindober ein Bild der Reichsautobahnbrücke über den Inn an der Strecke München—Berchtesgaden—Salzburg, aemaü von Prof. Vollbehr, von der Deutschen Arbeitsfront das Modell einer Hamburger Kogge. Man sieht ferner Modelle deutsche Panzerschiffe, herrlich ausgeführte Ehrenbürgerurkunden von Städten, vom Arbeitsdienst einen Spaten der deutschen „Brotfreiheit" mit dem Wappen des Arbeitsdienstes, ten nun gerne für ihn sorgen. Hunderte von Kin- vom NS. Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) als Dank für die Wiederschaffung der Freiheit eine Nachbildung des Kopfes des Bamberger Reiters, kurzum: es ist unmöglich, auch nur einen Bruchteil dieser vielen persönlichen Aufmerksamkeiten aufzuführen. Sogar Stiefel sind dem Führer geschenkt worden. Da sieht man weiter Sammlungen sämtlicher W i n t e r h i l f s a b z e i - ch e n als Zeichen für des deutschen Volkes Opferwilligkeit. Der Sohn des Architekten Prof. Ruff (Nürnberg) hat ein Modellbild der von feinem Vater entworfenen Nürnberger Kongreßhalle gesandt, das so geschickt ausgenommen ist, daß man schon die fertige Halle vor sich zu sehen meint. Der größte Teil Der Geschenke wird wie immer vom Führer gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Und so machen ihm sicher besondere Freude auch jene Geschenke, die von vornherein zur Weitergabe bestimmt sind. Die Art dieser Geschenke fängt an mit Paketen von Kinderkleidern und anderen nützlichen Gegenständen, durch die nun wiederum Hunderten Freude gemacht werden kann. Dom schöpferischen Schaffen des Dritten Reiches künden weiter Modelle zahlreicher Bauten, Siedlungen, neuer Dörfer, Brücken, Straßen und dergleichen mehr. Wettere Glückwünsche an den Führer. Aus der unermeßlichen Zahl von Glückwünschen zum Geburtstag des Führers und Reichskanzlers werden folaende bekannt: Der König von England hat dem Führer und Reichskanzler zu seinem Geburtstag in einem Telegramm seine herzlichen Glückwünsche übermittelt. Der Führer hat ihm telegraphisch seinen aufrichtigen Dank ausgesprochen. Auch der König von Bulgarien hat dem Führer und Reichskanzler zum Geburtstage drahtlich [eine herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Der Führer hat dem König Boris in einem Telegramm seinen aufrichtigen Dank ausgesprochen. Dr. Ley sandte folgendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler: „Mein Führer! Im Namen der Männer unb Frauen der Deutschen Arbeitsfront wünsche ich Ihnen, mein Führer, viel Glück und Segen für Ihr weiteres Schaffen. Als Geburtstagsgeschenk bringe ich Ihnen das Ergebnis der Vertrauensrats- wählen. 85 o. H. der Jndustriearbeiterschaft bekannte sich hierbei erneut zu Ihnen und damit zur Volksgemeinschaft, eine Tatsache, die noch vor zwei Jahren als unmöglich erschien. Mag die Welt gegen Sie und gegen Deutschland sein. Das deutsche Volk und insonderheit der deutsche Arbeiter steht in Liebe und unerschütterlicher Treue zu Ihnen, komme was da wolle. Ihr Robert Ley." Ministerpräsident Siebert beglückwünschte den Führer namens der bayrischen Landesregierung und überreichte mit einem Blumengebinoe ein Teeservice aus der Münzenburger Porzellanmanufaktur. Der R e i ch s b i s ch o f hat an Den Führer namens der Deutschen Evangelischen Kirche ein Glückwunschtelegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: Gottes Segen, der im vergangenen Jahre so sichtbar auf Ihrer Arbeit geruht hat, wird auch weiterhin mit Ihnen sein! Wir beten für Sie in Die Gebmislagsgabe der SA. Ein Flugzeuggeschwader als Ueberraschung für den Führer. Zum 46. Geburtstage des Führer hatte die SA. eine besondere Gabe für den Führer vorbereitet: Ein GLschwader von Kampfmaschinen, das in mehreren Staffeln bereits am Samstagvormittag auf dem Flugplatz in Staaken a u f g e ft e 111 war und hier dem Führer feierlich übergeben wurde. Nach dem wochenlangen schlechten Wetter hatte sich strahlender Sonnenschein über dem Flugplatz gebreitet. Bevor der Führer auf das Flugfeld kam, hatten sich die Gruppenführer der SA. bereits eingefunden, denen von Generalleutnant Staatssekretär Milch die Maschinen gezeigt wurden. Eine Ehrenkompanie der Reichsluftwaffe stand angetreten und dahinter in Reih und Glied die Maschinen des neuen Geschwaders, ihnen gegenüber die Führer der 21 SA.-Gruppen und die Ämtschef der Obersten SA- Führung, ein herrliches Bild der Gemeinschaft des deutschen Volkes im soldatischen Geiste. Ein Hornsignal ertönte, und in langen Reihen fuhr bie Wagenkolonne bes Führers auf dem Flugfeld vor. Mit dem Führer kam der Stabschef Lutze. Ihm folgte Ministerpräsident General Göring und ber Stab bes Führers. Nach ber sol- batischen knappen Meldung des Stabschefs begrüßte der Führer jeden einzelnen Gruppenführer und drückte ihm die Hand. In feinen Zügen und in feinen Augen leuchtete die Freude über diese unerwartete Uederraschung. Sie konnte bis zum letzten Augenblick geheimgehalten werden. Nun standen die Maschinen vor dem Führer. Den Händedruck des Führers empfing jeder Gruppenführer für feine SA.-Männer. Dann begrüßte der Führer die Offiziere der Luftwaffe und schritt die Front der Ehrenkompanie ab. Staatssekretär Generalleutnant Milch führte den Führer vor die Maschinen. Jede Maschine wird auf der Außenseite, auf der linken und rechten, als äußeres Zeichen das SA.- Adzeichen tragen. Besondere Freude zeigte ber Führer, als ihm berichtet wurde, daß das ganze Geschwader aus Spenden und Opfern aus den Reihen der SA., SAR. und SAL. (Kyffhäuser) zu- standegekommen sei. Der heldische Opfersinn des unbekannten SA.-Mannes findet hier insinnfälliger Weise wieder einmal seinen Ausdruck. Aus kleinen und kleinsten Beträgen der Kameraden der SA. ist eine Summe zusammengetragen, die dieses herrliche Geschenk an den Führer ermöglichte. In tiefer Ergriffenheit bestimmte daher der Führer auf Vorschlag des Generals Göring, daß dieses Geschwader als Symbol den Namen unseres unsterblichen SA. - Sturmführers „Horst Wessel" und außerdem jedes weitere den Namen eines für bie Freiheit unseres Volkes gefallenen SA.-K ä m p - fers tragen soll. In diesem Namen werde dem Opfergeist, der die SA. seit ihrem Bestehen beseelte, ein ewiges Denkmal gesetzt. Dieses Symbol soll, wie General Göring sagte, dazu beitragen, daß der SA.-Geist der Kampfzeit in der Reichsluftwaffe lebe und die Jungen Mannschaften der Reichsluftwaffe zur Nacheiferung ansporne. Das künstlerisch ausgeführte Dokument, mit dem Stabschef Lutze dem Führer feine Wehrgabe übermittelte, zeigt auf der ersten Seite das Bild eines Frontsoldaten und eines S A. - M a n n e s mit der Unterschrift: „Dein Gei st gab mir bie Ehre wieder." Auf der zweiten Seite hat das Dokument folgenden Wortlaut: „Mein Führer! Die SA. bittet ihren Führer, als Glückwunsch zum Geburtstage am 20. Ostermond 1935 ihren Beitrag zur Wiederwehr- haftmachung des deutschen Volkes an- nehmen zu wollen: „Das Jagdgeschwader der SA." Berlin, 20.April 1935. Lutze.- , Scherl-Blldmaterndlenet M D / M r j V i ' XX'nrr.r . y- X W tj Die Fahnen des ehemaligen Regiments List (16. Bayrisches Infanterie-Regiment), dem der Führer wahrend des Weltkrieas angehort hatte im Vordergrund. Im Hintergrund der Führer beim Abschreiten der Front. — Von links nach rechts: Chef der Heeresleituntz General Freih. von pritsch, Reichs- 3 9 wehrminifter Generaloberst v o n B l o m b e r g, der F ü h r e r und der Reichsluftfahrtmimster General Goring. Zweite Südamerikafahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" ist am Oster- samstagabend um 20.16 Uhr unter Führung von Kapitän von Schiller zu seiner zweiten diesjährigen Südamerikafahrt mit zehn Passagieren an Bord gestartet. An Fracht werden bei dieser Fahrt 65 Kilo und an Post rund 120 Kilo befördert. Das Luftschiff hat am Montagabend die Insel Santiago der Kapverden-Gruppe erreicht. Seine Fahrt war den ganzen Tag hindurch durch den Passatwind begünstigt. Langstreckenflug des größten Sowjetluftschiffes. Das größte Luftschiff der Sowjetunion, das den Namen „Ossoaviachim" trägt, stieg am Sonntagabend in Moskau zu einem Flug M o s k a u—L eningra d—M oskau ohne Zwischenlandung auf. In den Nachmittagsstunden des Montags traf das Luftschiff wieder auf dem Moskauer Flugplatz ein. Das Luftschiff, dessen höchste Fahrgeschwindigkeit 122 Stundenkilometer betrug, war insgesamt 31 Stunden in der Luft. In Öen Nachtstunden kreuzte es über Leningrad. Der „Ossoaviachim", der 18600 Kubikmeter Rauminhalt hat, dessen Besatzung aus 18 Mann besteht, hatte unterwegs einen Unfall. Bor Leningrad wurde eine Stabilisierungsfläche zerfetzt und das Schiff war vorübergehend manövrierunfähig. Es gelang jedoch, den Schaden in der Luft zu beheben. Wüste Kampfszenen in einem Neuyorker Negerlokal. Anläßlich der Verhaftung einiger betrunkener Neger in einem Restaurant der Neuyorker Vorstadt Mountvernon kam es zwischen den Negern und der Polizei zu wilden Kampfszenen. Zwei Kriminalbeamte waren in das Lokal gerufen worden und sahen sich dort veranlaßt, einige sinnlos betrunkene Neger zu verhaften. Als die Kriminalbeamten eben zur Verhaftung schreiten wollten, nahm die Menge — über hundert Neger — eine drohende Haltung gegen die Beamten ein und ging gegen sie vor. Unter einem Hagel von Biergläsern brachen die Beamten zusammen. Als sie sich wieder aufrichten wollten, wurden sie mit Stühlen erneut niedergeschlagen und mit Fußtritten weiter mißhandelt. Bei Eintreffen eines starken Polizeiaufgebotes griff die Menge nach Rasiermessern. der bekannten Hieblingswaffe der Neger. Unter Johlen und Zurufen eines Negermädchens, das auf den Tisch gesprungen war und die Neger anfeuerte, die erst kürzlich in Haarlem stattgefundenen Kämpfe nicht zu vergessen, ging die Menge nunmehr auch gegen das Polizeikommando tätlich vor. Es kam zu wüsten Kampfszenen. Erst Frau Sonnemanns Abschied von der Bühne. Die Staatsschauspielerin Frau Emmy Sonne- mann, die Gemahlin des Ministerpräsidenten Göring, nahm in einer Festvorstellung des Staatlichen Schauspielhauses Berlin in der Rolle der Minna in Lessings „Minna von Barnhelm" ihren Abschied von der Bühne. Unter den Ehrengästen, die gemeinsam mit dem preußischen Ministerpräsidenten in der großen Mittelloge Platz genommen hatten, sah man Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg, Reichserziehungsminister R u st sowie zahlreiche Angehörige, Freunde und Bekannte der Künstlerin. Das Publikum begrüßte die Künstlerin mit lebhaftem Beifall und brachte ihr zahlreiche, prachtvolle Blumenspenden dar. Während der Aufführung der „Missa Solemnis“ vom herzfchlag getroffen. Die Aufführung von Beethovens „Missa Solemnis“ am Karfreitag in der großen Messehalle in Köln stand unter dem erschütternden Eindruck des tragischen Todes des langjährigen Kölner Konzertmeisters des Städtischen Orchesters H. A n -- d e r s. Anders, der das Geigensolo im Sanktussatz spielte, brach bei den Messetextworten „benedidus qui venit in nomine domini“ plötzlich zusammen. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Gärtnerische Neugestaltung der Stadt Wiesbaden. Die Wiesbadener Stadtverwaltung hat den Gartenarchitekten Hirsch, der auch mit der gärtnerischen Ausschmückung der Reichsautobahnen beauftragt ist, mit der Oberaufsicht über die gärtnerische Neugestaltung der Stadt Wiesbaden betraut. Als erste Arbeit unter der neuen Richtung wird auch die Umgestaltung des Hanges an der Stadthalle (Paulinenschlöchen) in Angriff genommen werden. Kunst und Wissenschaft. Dieder Slaalsthealer Kassel. Der preußische Ministerpräsident hat im Einvernehmen mit dem preußischen Finanzminister und nach Abschluß entsprechender Verträge mit der Stadt Kassel und dem Provinzialbezirksrat das bisher von der Stadt Kassel betriebene Staatstheater in Kassel wieder zum unmittelbaren Staatstheater unter staatlicher Führung gemacht und es dem Generalintendanten der preußischen Staatstheater unterstellt. Als Intendanten hat der preußische Ministerpräsident den Intendanten Dr. U l - brich berufen und den bisherigen Kasseler Intendanten v. Holthoff zur besonderen Verwendung vorgesehen. Aus aller Welt. dem felsenfesten Gokkverkrauen, daß Ihr Weg der richtige ist, unserem Volk den Platz in der Welt Zu erkämpfen, der uns nach göttlicher Ordnung gehört. Der Präsident des Deutschen Luft- sportverbandes übersandte in Dankbarkeit und Verehrung herzliche Glückwünsche mit dem erneuten Gelöbnis von Gehorsam und treuer Gefolgschaft. Der Reichsverbandsführer der Baltikumkämpfer Major a. D. Bischoff übermittelte dem Führer Geburtstagswünsche der 6000 im Reichsverband vereinigten Baltikum- und Freikorpskämpfer. Wir danken Ihnen, heißt es u. a., heute nochmals aus tief bewegtem Herzen, daß Sie das deutsche Volk in nationalem Wollen geeinigt und ihm die allgemeine Wehrpflicht wieder gegeben haben. Wir wissen, daß Sie mit fester Hand das Steuer auf dem Kurs der Ehre halten, und wir bitten Sie, darauf zu bauen, daß wir Mann für Mann auf das Kommando „Alle Mann an Bord" zum letzten Einsatz bereit sind. nach mehreren Verhaftungen konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Trauriges Ende eines Osterspazierganges. — Sieben Opfer eines Autounglücks. Auf der Landstraße bei Ruwer, einem kleinen Ausflugsort in der Nähe von Trier, ereignete sich am Ostersonntagabend ein schweres Verkehrsunglück. Eine Familie aus Pfalzel war mit drei Kindern und einem jüngeren Ehepaar auf her Straße unterwegs. Plötzlich tauchte ein schwerer Personenkraftwagen auf, dessen Lenker die Gewalt über die Steuerung verloren hatte. Der Kraftwagen fuhr in die Fußgängergruppe und prallte dann gegen einen Baum. Ein Mädchen von 13 Jahren war auf der Stelle tot, ein 12jähriger Junge wurde an einen Telegraphenmast geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Auch die Eltern und das dritte Kind wurden schwer verletzt, während das junge Ehepaar weniger schwere Verletzungen davvntrug. Die Insassen des Autos, dessen Besitzer aus Worms stammt, kamen mit dem Schrecken davon. Alle Verletzten wurden in Trierer Krankenhäuser geschafft. Der 12jährige Junge schwebt noch in Lebensgefahr. Zwei ausländische Studenten beim Paddeln in Mecklenburg ertrunken. Seit einigen Tagen wurden zwei ausländische Studenten, der 20jährige Schweizer Felix G u i l l o d aus Lausanne und der 24jährige Türke Mehmet Samin Sürreyya, die eine Paddelbootfahrt in die Havelgewässer unternommen hatten, vermißt. Das Boot war angetrieben worden. Am Ostermontag konnten ihre Leichen aus dem Woblitz-See (Mecklenburg) geborgen werden. Die Kanalwärter hatten die beiden Studenten vor dem Befahren des Woblitz-Sees gewarnt, da der Wind sehr stark war. Die Verunglückten waren erst am Tage des Antritts ihrer Fahrt Mitglieder des Neustrelitzer Kanuvereins geworden, sie werden also im Paddeln auch noch wenig erfahren gewesen sein. Vater mit seinen sieben Kindern in den Flammen umgekommen. In St. Emile de Lorettoville (Kanada) geriet das Wochenendhaus einer Familie infolge der Explosion einer Petroleumlampe in Brand. Der Familienvater und seine sieben Kinder fanden den Tod in den Flammen. Folgenschwerer Brand in einem mandschurischen Hafen. Im mandschurischen Hafen Hulutao (nördlich von Tschingwangtao) zerstörte ein Großfeuer 30 Häuser. Bei dem Brande kamen eine Engländerin und acht Chinesen ums Leben. 25 Personen wurden verletzt. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Mutter und Tochter gestehen zwei Morde und drei Brandstiftungen. Var einiger Zeit wurden in der oberösterreichischen Ortschaft Sierning zwei Frauen, die Bäuerin M ö s l i n g e r und deren Tochter, verhaftet. Die Untersuchung ergab, daß man es mit zwei wahren Weibsteufeln zu tun hat. Bisher haben die beiden gestanden, daß sie drei Bauerngehöfte an- gezündet und überdies einen Bauern, der Mitwisser ihrer Brandlegung war, sowie das kleine Kind der Tochter Möslingers ermordet haben. Man vermutet, daß die beiden noch weitere Verbrechen verübt haben. Jugendliche Eisenbahnräuber in Uniformen der OGPA. In dem Vorort Ramenskoje bei Moskau wurde eine Gruppe Jugendlicher verhaftet, die am 28. März einen Vorortzug angehalten und die Passagiere unter Bedrohung mit Revolvern und Hand, granaten zur Herausgabe ihrer Wertsachen zwangen. Die Plünderer hatten die Uniform der O G P U. angelegt. Die verhafteten Banditen — insgesamt neun — werden beschuldigt, im ganzen nicht weniger als zwanzig Züge ausge- plündert zu haben. Die Uebeltäter werden von Sondergerichten abaeurteilt und vermutlich zum Tode verurteilt werden. Hinrichtung eines Mädchenmörders. In Naumburg ist der 24jährige Herbert Späthe hingerichtet worden, der wegen Ermordung der Hausangestellten Magdalena Hanke in Mahlen bei Kayna vom Schwurgericht in Naumburg zum Tode verurteilt worden war. Die Hanke erwartete ein Kind von Spaethe. Um sich der Unterhaltspflicht zu entziehen, erwürgte er oie Hanke auf einem einsamen Weg mit einem Strick und hängte sie an einem Baume auf, um so einen Selbstmord vorzutäuschen. Der Führer und Reichskanzler hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil weder die heim, tückische Art und die ungewöhnliche Rohheit der Tat, noch der verwerfliche Beweggrund des Verurteilten, sich der Unterhaltspflicht zu entziehen, Anlaß zur Milde geben konnten. Wetterbericht des Reichswetlerdienskes Ausgabeort Frankfurt. lieber Nordost-Europa hat sich ein mächtiges Hochdruckgebiet ausgebaut. Unser Gebiet befindet sich dagegen am Ostrande einer ausgedehnten, aber ziemlich flachen Tiefdruckzone, in der einzelne Teil, törungen Regentätigkeit, teilweise gewittriger Natur, verursachen. Derartige Störungen werden sich auch zu uns hin entwickeln, ohne aber dem wieder eingetretenen freundlichen Witterungscharakter nachhaltig Abbruch zu tun. Aussichten für Mittwoch: Im ganzen reundlich und tagsüber ziemlich warm, doch Neigung zu einzelnen gewitterhaften Störungen, Der. änderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Vielfach aufgeheitertes, aber nicht störungsfreies Wetter. Lufttemperaturen am 22. April: mittags 15,8 Grad Celsius, abends 9,9 Grad; am 23. April: morgens 5,7 Grad. Maximum 16,2 Grad, Minimum 2,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April: abends 13,1 Grad; am 23. April: morgens 9,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lanas, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Statt Karten Würzburg Dresden 134? D 233 /> Verkaufe eine Gebrauchte geben ihre Vermählung bekannt Oarmstadt/Oessau Gießen (Bleiche) 24. April 1935 Pfg. 50 Verkäufe "] In guter Ausführung u. billig bei Festmester: 4a 4,41 4,94 — Salzböden Käiser-Nafron ZAHME Treis an der Lumda 24. 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Den größten Teil unserer Erde kennen wir noch immer nicht, — trotz vieltausendjähriger Mensch- yeitgeschichte, trotz der großen Entdeckungsfahrten eines Columbus, Nansen und A m u n d - sen, eines Cook, Livingstone und Sven Hedin. Der größte Teil der Erde liegt nämlich in der Tiefe der Ozeane. Bisher hat nur der Atlantik Geheimnisse seines Grundes preisgeben müssen, als deutsche Wissenschaftler mit dem Vermessungsschiff „M e t e o r" von 1925 bis 1927 zwischen Europa, Amerika und Afrika kreuzten und mit Messungen und Echo-Loten den Meeresboden systematisch erforschten. Sie brachten u. a. die sensationelle Nachricht mit, daß dort, wo nach der Sage der Erdteil „Atlantis" in der Tiefe des Ozeans seinen Todesschlaf hält, das größte Gebirge der Erde, die „Atlantische Schwelle" aus dem Grund emporragt. Von der Antarktis bis nahe an Island zieht sich dieser unterseeische Bergrücken: seine tiefste Stelle liegt 9000 Meter unter dem Meeresspiegel, seine höchsten Spitzen kennen wir als die „Azoren". Der „Meteor" hat dann sein Arbeitsfeld in den N o r d a t l a n t i k verlegt und die Gewässer zwischen Island und Ostgrönland nach allen Richtungen befahren, um auch dort von dem Profil des 'Meeresbodens eine „T i e f entarte" aufzunehmen, den namentlich für den Fischreichtum so wichtigen Gehalt an Salzen und anderen chemischen Bestandteilen des Meerwassers in seinen verschiedenen Schichten festzustellen. Soeben ist er von feiner letzten Reise zurückgekehrt, die die Erforschung der grönländischen Gewässer beendet. Sie führte die deutschen Forscher in Meeresteile, deren Bodenbeschaffenheit noch nie untersucht worden sind. Das Hauptergebnis dieser Fahrt ist überraschend für alle Geographen und wichtig für die Theorien über die Entstehung des heutigen Gesichtes der Erde: Die „Neufundland- sch welle" — ein unterseeischer Gebirgszug, der sich nach bisheriger Annahme der Wissenschaft von der nördlichen Spitze jenes Atlantikgebirges, westlich bis zur Halbinsel Neufundland hinziehen sollte —- existiert nicht OaS Problem »es „atlantischen Tiefenwaffers". „Die Jahreszeit unserer Reise", berichtete der 'Expeditionsleiter Prof. Defant, „war bedingt durch eine besondere Forschungsaufgabe: Fridtjof Nansen hat einst die Theorie aufgestellt, daß das „atlantische Tiefenwasser" — eine merkwürdige 'Schicht 2000 bis 3000 Meter unter dem Meeresspiegel des Ozeans mit auffallenden Temperaturen । einer eigenartigen chemischen Zusammensetzung —, i 'sich in der „Dänemarkstraße" zwischen Island und | । Grönland um diese Jahreszeit bilde und in den Atlantik absinke. Die Hinreise wie auch die Rückfahrt : war sehr stürmisch. Namentlich auf der Rückkehr von , „Neufundland nach Reykjavik hatte der kleine 1200= ' Tonnen-Dampfer schwer zu kämpfen. Fünf Tage • : lang tobte ein Orkan aus Nordost, also gerade unserem Kurs entgegen, der mit Windstärke 10 bis 12 die Brecher über das Schiff warf, so daß jedesmal die Brücke überflutet wurde. Zeitweilig konnte der „Meteor" überhaupt nicht dagegen aufkommen und kaum feine Position feststellen." Labrador- und Nordamerika-Becken hängen zusammen Aber wenigstens in dem eigentlichen Arbeitsgebiet war das Wetter günstig, so daß das Programm vollkommen bewältigt werden konnte. Während der ganzen Kreuzfahrt wurden Tag und Nacht alle fünf Minuten Lotungen vor- aenommen. Ein Teil der Besatzung machte abwechselnd „Lot-Wache", so daß keine Unterbrechung eintrat und der Meeresboden sozusagen meterweise abgetastet wurde. „Durch die Lotungen unserer vier Fahrten und die wenigen, schon vorher dort angestellten Messungen ist jenes Gebiet das bestdurch- lotete des ganzen Atlantischen Ozeans." Da ergab sich nun: Zwischen dem Reykjanes-Rücken — dem Nordausläufer der Atlantischen Schwelle —, und Neufundland find wohl eine ganze Reihe unterseeischer Bodenerhebungen vorhanden, aus denen man auf ein ganzes Gebirge schließen konnte. Solche Erhebungen finden sich aber häufig im Weltmeer. Daneben finkt jedoch der Meeresboden zum Teil sehr tief ab, so daß das Labrador-Becken mit den nordamerikanischen Becken in Tiefen von über 4000 Meter zusammenhängt. Von einer geschlossenen „Bank" oder „Schwelle" kann man also nicht sprechen. Wafferproben aus 4500 Meter Tiefe. Für die ozeanographischen Arbeiten wurde sozusagen ein „Schnitt" durch das Nordmeer gelegt, der ziemlich genau dem 45. Längenkreis westlich Greenwich folgte und vom Kap Tarvel, der Südspitze Grönlands, bis in das Gebiet des Golfstroms reichte. Auf dieser Linie wurden 12 „Stationen" gelegt. „Wir besprachen mit dem Kommandanten, Fregattenkapitän Kurze, jeweils den Standort für die nächste Untersuchung: An der betreffenden Stelle stoppte das Schiff dann so, daß es auch bei schärferem Seegang sich kaum vom Platze rührte. Für den Steuermann war das oft keine leichte Aufgabe, denn wir mußten z. T. noch bei Windstärke 8 unsere Untersuchungen durchführen." An einem Stahlseil wurden dann Serien von „Schöpfbechern" hinabgelassen, die mit Tiefenthermometern und anderen Aufnahmeinstrumenten verbunden waren. Die Abstände der Becher wurden so gewählt, daß die erste Serie Proben aus den Meeresschichten von der Oberfläche bis zu 1000 Meter Tiefe, die zweite etwa von 1000 bis 2500 uff. entnahmen. An Deck wurden die Inhalte der Behälter teils in Flaschen gefüllt, um in der Heimat ihren Salzgehalt erforschen zu können, z. T. wurden Proben zur sofortigen chemischen Untersuchung entnommen. Außerdem verzeichneten die Mannschaften die Temperaturen der einzelnen Proben. — Nach vier bis fünf Stunden ging die Meldung zur Brücke, daß die verschiedenen Serien bis zum Meeresgrund alle Schichten erforscht hatten, und der „Meteor" fuhr weiter. Dann hatten die Gelehrten 5 bis 6 Stunden Zeit bis zur nächsten Station, um die chemischen Untersuchungen des Wassers auf seinen Gehalt an Sauerstoff, an Phosphaten und Nitraten durchzuführen. Monographie des Nordmeers. „Ich glaube kaum", sagte Prof. Defant zum Abschied, „daß sobald wieder eine Expedition tn dies, von uns nun gründlich erforschte Gebiet fahren wird. Die Ergebnisse dieser letzten Fahrt, namentlich auch über die Frage des „Atlantischen Tiefenwassers", die wir jetzt an Hand des mitgebrachten Materials beantworten wollen, und das Material der früheren drei Fahrten werden wir in den kommenden Monaten zu einer „Monographie der isländisch-grönländischen Gewässer" auswerten. Sie wird wohl für lange Jahre der letzte Bericht aus jener Gegend werden, denn dort herrscht ein s c» unangenehmes Wetter, daß kein Schiff ohne Not dieses Gebiet aufsucht. — Wir haben viele Tage nur Himmel und Wasser gesehen. Nur einmal zeigte sich uns die zackige Küste Grönlands auf eine Entfernung von 300 Seemeilen in ihrer weißen verschneiten Pracht. Aus der Provinzialhauptstadt. „Es dringen Blüten aus jedem Zweigs Wir erleben jedes Jahr die Baumblüte und müssen immer wieder staunend vor der Pracht stehen. Noch vor wenigen Tagen sahen die Bäume leer und öde aus, streckten ihre Aeste und Zweige wie totes Reisig in die Luft, und nun erscheinen auf einmal die Blüten in großen Mengen. Wenn wir von der Höhe eines Berges nieder- schauen in die Täler, grüßen die blühenden Stra- tzenbäume wie weiße Perlenschnüre herauf. Jeder Baum tritt deutlich hervor und bildet einen Strauß für sich. Wie wundervoll fügt sich dieser Blütenstreifen in die Landschaft ein! Links und rechts Oie„Gartenstadt Gchgärten" in plan und Querschnitt. 3 MM I Oben: Die neue Straßen- und Teichanlage in den Eichgärten, wie sie geplant ist. Die Schlageterstraße wird als Parallelstraße zur Kaiserallee erscheinen. Die kräftig gezeichnete Schlageterstraße ist als Allee für Fußgänger gedacht, neben der sich Radfahrweg, Reitweg und Autofahrbahn hinziehen werden. Die Schlageterstraße, die fortgesetzte Wolfstraße und die sinngemäß verlängerte zukünftige Jahn- ftraße umschließen zusammen mit dem Wieseck-Damm den Bootsteich. In den Teich vorgeschoben sind die Halbinseln, die deutlich erkennbar sind. In der Zeichnung (links unten) ist das Sporthäuschen des Eisvereins mit dem anschließenden zukünftigen Bootsanlageplatz zu sehen. Rechts des Teichs ist die Spielwiese sichtbar. Unten: Die untere Darstellung zeigt die Straßen» und Teichanlage im Querschnitt. Das Gebiet an den Eichgärten wird — wir berichteten bereits am Samstag eingehend darüber — zur „Gartenstadt Eichgärten" ausgestaltet. Die beiden hier wiedergegebenen Pläne lassen das Projekt in großen Zügen erkennen. Die „Gartenstadt Eichgärten, insbesondere die Allee- und Teichanlage, dürfte nach ihrer Fertigstellung zu einem gern besuchten Erholungsplatz unserer einheimischen Bevölkerung werden. „Barcaroie." Lichtspielhaus. Die berühmteste Melodie aus „Hoffmanns Er- , zählungen" bildet das Leitmotiv zu diesem Film, den der Dramatiker Gerhard Menzel geschrieben hat und der offenbar von „Maskerade" beeinflußt wurde — ohne freilich die künstlerische Geschlossenheit dieses Filmes zu erreichen. Die heitere Welt des alten Venedig vor dem Kriege gibt hier den Schauplatz ab wie dort das kaiserliche Wien. Und es kann kein Zweifel fein, daß dieser Schauvlatz in Verbindung mit der graziösen, schwärmerischen und wahrhaft amourösen Musik einen bestechenden Rahmen für eine Liebesgeschichte schafft. Dabei ist, soviel uns bekannt ist, das ganze Venedig samt dem Rialto, samt seinem Karneval, seinen Gondeln und seinen Palästen im Atelier von Neubabelsberg auf- gebaut worden. Eine interessante und (auch architektonisch) geschickt gelöste Aufgabe für die Jnsze- mierung von Gerhard Lamprecht, dessen Starke uns hier in der Ausgestaltung gewisser Einzelheiten und Episoden zu liegen scheint^ Wir denken । etroa an die auf den Höhepunkt der Spannung ge- i triebene Szene mit der Glücksprobe im Palazzo : ßorcban; oder an die hübsche und natürlich durch- । aus symbolisch gemeinte Szene mit dem Schlff- «chen-Orakel: die Liebenden lassen eine Papiergondel i von der Rialto-Brücke ins Wasser fallen und roei5= sagen sich aus der mehr oder minder glückhaften Fahrt des Spielzeugs das Schicksal ihrer meist flüdp i tigen Neigung. Die Welt, in der die Handlung sich I begibt, läßt sich rein bildmäßig und filmisch üder- iaus vielseitig, malerisch und stimmungsvoll ausgeistalten. ist uns freilich innerlich, nicht nur landschaft- Ilich, zeitlich und im historisch wirkenden Kostüm von 1911, bereits sehr fern gerückt: in einer feudalen ^Herrengesellschaft werden die leichtfertigsten Spiele «gespielt und die frivolsten Wetten abgeschlossen; der jjunge Kavalier Colloredo, ein Günstling der Frauen lunb Liebling des Glücks, verpflichtet sich vor seinen 'Freunden, angestachelt von einem eifersüchtigen INebenbuhler und ohne auf wohlmeinende Wärmungen zu hören, im Laufe einer Nacht die Gunst «einer ihm bis dahin völlig fremden Frau zu ge- itmnnen und am andern Morgen ihren Lieblings- jschmuck zum Zeichen feines Sieges vor allen Zeu- ,gen der Wette vorzuweifen. Da der Gatte dieser :^rau, ein finsterer Mexikaner, im ungeeignetsten lAuaenblick in der Herrengesellschaft erscheint, ist der Ikavaliermäßig-blutige Abschluß des Abenteuers von ivornhereirt gesichert. Doch die Entscheidung fällt schon früher auf eine allen Beteiligten unerwartete Weife: Colloredo erlebt nach seinen zahllosen Liebeleien zum ersten Male in dieser Nacht unter den verwirrenden und betörenden Klängen der Bar- carole die erste und einzige große Liebe seines Lebens. Die gegebene Lösung, mit der hier auch gespielt wird, wäre die Flucht der beiden in ein neues Leben. Aber die Frau will ihr Kind nicht zum Opfer ihrer Leidenschaft werden lassen, und Colloredo ist natürlich gefühlsmäßig nicht in der Lage, feine Wette mit einem billigen Triumph zu gewinnen. Ihm genügt das reine und wunschlose Glück, die Verwandlung und Verzauberung dieser einen Nacht; er stellt sich am andern Morgen seinem Gegner und fällt im ersten Gang von der Hand feines roaffengeübten und in Ehrenhändeln erfahrenen Gegners. ♦ Gustav Fröhlich spielt den jungen Colloredo: welch eine Verwandlung vom Berliner Oberwachtmeister Schwenke zum venezianischen Kavalier. Dabei liegt iym diese Rolle ohne Zweifel, und er beherrscht sie von Anfang bis zuletzt mit einer überzeugenden Selbstverständlichkeit. Zwar fehlt ihm oer dämonische Zug, den Wohlbrück seinerzeit in der „Maskerade" aufbrachte. Aber das Leichte, Leichtsinnige und Spielerische dieser Rolle gelingt ihm ausgezeichnet, und man begreift auch die jähe Verwandlung unter dem Eindruck eines großen und einmaligen Erlebnisses. Minder glücklich ist für unser Gefühl die Besetzung der Partnerin Giacinta: diese Rolle spielt Lida B a a r o v a , ein neuer Star der Ufa, der hier zum ersten Male gerausgebracht wird. Man muß sich immerfort vorstellen, was wohl die Wessely aus solcher Aufgabe gemacht hätte, obwohl sie nicht einmal der Typ wäre, der hier gemeint war. Die Baarova ist kaum die große Liebhaberin, die man hier zu sehen erwartet; sie wirkt elegant, gepflegt, aber immer etwas kühl und ungelöst, ein Eindruck, der noch durch das spröde und etwas fremdländisch klingende Organ unterstrichen wird. Erft spät gelingt ihr die Lockerung und die Andeutung einer zarten und weichen Hingabe. Recht gut und scharf charakterisiert gibt Willy Birgel, ebenfalls ein neuer Mann der Ufa, den Zudaran; sehr geschickt und lebendig in kleineren Rollen Hubert von M e y e r i n ck , Will Dohm, Elsa Wagner und Hilde Hildebrand — * Der Film erschien gestern, am zweiten Dftertag, zum ersten Male im Lichtspielhaus; im Vor- progrartim sah man die neue Wochenschau und ein etwas langatmige» Lustspiel. —r— Kampf mit einem Tintenfi *. Einen ungewöhnlichen Kampf hatten kürzlich zwei Fischer zu bestehen, die in der Nähe des „Goldenen Tores" am Eingang der Bucht von San Franzisko an der Küste des Stillen Ozeans ihrem Handwerk nachgingen. Der eine der Fischer, Frank Coltrin, watete bis zum Gürtel in dem seichten Wasser, um seine Netze einzuholen, als er plötzlich von einem Tintenfisck angegriffen wurde. Das Tier umschlang ihn mit feinen Armen, so daß er sich kaum mehr bewegen konnte, und zog ihn langsam ins tiefere Wasser. Verzweifelt rief Frank Coltrin um Hilfe, und ein zufällig in der Nähe beschäftigter Fischer, Harry Simmons, lies herbei, um ihn aus den Armen des gefährlichen Tieres zu befreien. Als Waffe hatte er nur ein kurzes Messer zur Hand, mit dem er dem Tintenfisch zunächst einen Arm abhieb. Aber das Tier ließ sich dadurch nicht abwehren, die Umschlingungen wurden nur um so heftiger, und der bewußtlose Coltrin wäre beinahe unter die Wasseroberfläche gezogen worden. Da gelang es Simmons, dem Fisch einen tiefen Stich zwischen die Augen zu versetzen. Sofort ließ der Druck der Arme nach, das Tier löste sich von dem Fischer und schwamm langsam in die See hinaus. Simmons trug den völlig erschöpften Freund ans Ufer; die Befreiung war in allerletzter Minute erfolgt, denn länger hätte Coltrin dem Druck der Fänge nicht mehr widerstehen können. Nach einiger Zeit wurde der Tintenfisch tot an den Strand geschwemmt. Zeitschriften sind die Wege für eine künftige Eheberatung bereits klar gezeichnet. Die folgenden Kurznachrichten über raffenhygienische und bevölkerungspolitische Maßnahmen und Ereignisse machen auch den übrigen Teil des Heftes interessant und lesenswert. Hochschulnachnchten. Der Literarhistoriker Geheimrat Professor Dr. Ernst Elster an der Universität Marburg feiert am 26. April feinen 7 5. Geburtstag. Geheimrat Elster, ein geborener Frankfurter, wurde 1903 in Marburg zum Ordinarius ernannt und lebt jetzt im Ruhestand. Don seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir vor allem die „Prinzipien der Literaturwissenschaft" und „Deutschtum und Dichtung". Professor Dr. phil. Dr. rer. pol. h. c. Andreas Voigt, der entpflichtete Ordinarius der Volkswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt, beging dieser Tage feinen 75. Geburtstag. Professor D. Dr. Robert Winkler, Ordinarius für Religionsphilosophie und systematische Theologie an der Universität Heidelberg, hat einen Ruf an die Universität Breslau angenommen. Dr. Karl Friedrich Schmidhuber, Privatdozent für Zahnheilkunde an der Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden. Der Privatdozent Dr. Paul L. Strack an der Universität Bonn hat einen Rus auf den Lehrstuhl für alte Geschichte an der Universität Kiel erhalten. — Im Aprilheft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München, Einzelpreis 70 Pf.) weift u. a. Enno Folkerts in einem reich bebilderten Aufsatz „Die Bedeutung der Leibesübungen für den rassischen Bestand des deutschen Volkes" auf die auffallende Aehnlichkeit in Haltung und Ausdruck bei griechischen Statuen und jungen nordischen Sportsleuten hin. Wie weit die Wissenschaft in der Vorhersage erbkranker, erb« gesunder und erbbegabter Kinder, einer der wesentlichsten Grundlagen künftiger Eheberatung, vorgeschritten ist, zeigt Pros. Rüdin, der Reichsleiter der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene. — Das Sondergebiet „Nasse und bösartige Gewächse" untersucht an Hand gründlicher Versuche an Tieren Prof. Dr. Hans Auler, Berlin. Aus dem Gebiete der Vererbbarkeit der Psychopathie ist die Wissenschaft schon weiter fortgeschritten, wie Prof. H. F. Hoffmann, Gießen, in seinem Beitrag .PwGo- i natnie und 'Eheberatung" zeigt:' auch fver steht die I I Wissenschaft erst am Anfang ihrer Arbeit — doch | Professor Dr. Behrens, Extraordinarius für Pharmakologie an der Universität Berlin, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Kiel ernannt worden. Professor Dr. Georg Joos von der Unioersi- tat Jena erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl der theoretischen Physik an der Universität Göttingen. Geh. Rat Professor Dr. Karl M a r b e, Ordinarius für Philosophie und Psychologie an der Universität Würzburg, ist auf sein Ansuchen mit Ablauf des kommenden Sommersemesters von seinem Lehramt entbunden worden. Professor Dr. Wilhelm Blaschke, Ordinariu» für Mathematik an der Universität Hamburg, ist zu Gastvorlesungen an der Universität Sofia (Bulgarien) eingelaben worden. Professor Karl Ehrenberg an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln ist zum ordentlichen I Vrof-'ssor an der Staatlichen Akademie der Ton- I kunst in München ernannt worden Lüpke, Diens- werk tag-Abonnement. SA. Wirtschaft ii und den Sturm n mannszugs unb Ibas große Wiered mit 'Rom einer fließenden Quelle trinken darf, was vorher nicht ratsam war, weil sich an Sankt Georgs Ehren- Es beln, Denn tag und aus bitter Gsorg im Grünen. Dom Bauernbrauchtum am Georgstag 1933/34. Lebhafter Oster-Reiseverkehr auf der Reichsbahn. die Erde öffnet, worauf alle Schlangen, Molche Kröten hervorkommen, um aus der Erde und dem Wasser alles Gift an sich zu ziehen. (23. April). Von M. A. von Lütgendorff. grünt und blüht und alle Vogelstimmen ju- wenn Ritter Georg seinen Ehrentag feiert. flom U Urheberrechts^ öfanö Mhm MW di »gegen und hielt gprache: S' Der 16. Mr Wermächtnis de< chastigmachung \ i)einer Kaste Mei u und Gesetzespai ö mächtnis, das 1 Nahmen. Gleichze menge ein, die «er schlichten ein MMich um 20 ijta SA. mit d der Georgstag soll Licht und Sonne bringen und ein echter und rechter Frühlingstag sein. Daß 99,1 v. H. mit einem Betrage von 1,34 Milliarden Mark gleich 75 o. H. auf Kredite im Einzelfall bis zu 20 000 Mark entfallen. Hierzu kommen die von den Sparkassen überall der örtlichen Wirtschaft gewährten Hypotheken. Die Zahl der Hypothekendarlehen der deutschen Sparkassen beträgt — ebenfalls für Ende 1933 — 1 152 000 mit einem Betrage von 5,76 Milliarden Mark. Von diesen Hypothekenkrediten entfielen 1 112 000 mit einem Betrage von 3,83 Milliarden Mark auf Kredite von im Einzelfall bis zu 20 000 Mart, d. h. der Stückzahl nach 96,5 v. H., dem Betrage nach 66,4 v. H. Nimmt man die Hypotheken bis zu 50 000 Mark, kommt man auf 1 143 000 Stück mit einem Betrage von 4,73 Milliarden Mark oder 99,2 v. H. der Stückzahl und 82,1 v. H. dem Betrage nach. Die Gesamtleistungen der Sparkassen auf dem Gebiete des Mittelstandskredits belaufen sich demnach für Ende 1933 auf weit über 5 Milliarden Mark. Dies ist auch bei der Würdigung von Ziffern zu berücksichtigen, die vor einiger Zeit das Institut für Konjunkturforschung der Öffentlichkeit mitteilte und worin festgestellt wurde, daß von den gesamten kurzfristigen Ausleihungen auf mittelständische Kreditnehmer bei den Sparkassen rund 70 v. H., bei den Kreditgenossenschaften über 80 v. H. und bei den Privatbanken 13,3 v. H. entfielen. Die Ziffer für die Sparkassen erhöht sich, wie oben dargelegt, für die kurzfristigen Kredite auf 75 v. H., wozu ihre Leistungen auf dem Gebiete des Hypothekarkredits kommen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 524 Rinder (148 Ochsen, 36 Bullen, 234 Kühe und 106 Färsen), 458 Kälber, 6 Schafe, 2585 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 30 bis 42 Mark, Bullen 30 bis 40, Kühe 18 bis 40, Färsen 30 bis 42, Kälber 35 bis 60, Schweine 40 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, Kälber und Schweine mittelmäßig bis langsam, Schafe ruhig. Vornotizen. — Ta g e s k a le n d e r für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr: „So ein Mädel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Barcarole".— VfB.- Reichsbahn, 20.30 Uhr, im Vereinsheim (Waldsportplatz): Hauptversammlung. — Fachgruppe Ober- Hessen der Reichsfachgruppe Imker: Feier zum 75jährigen Bestehen in der Turnhalle am Oswalds- aarten. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr: II. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz. des Geburtstages des Führers als Beitrag zur Beschaffung des SA.-Kampfgeschwaders den Betrag von 100 Mark. Die Spende wurde der SA.-Stan- barte 116 zur Weiterleitung übermittelt. ** Justizpersonalien. Ernannt wurden: der Kanzlist beim Amtsgericht Gießen Karl Schwalb zum Justizsekretär bei diesem Gericht; der Gerichtsvollzieheraspirant beim Amtsgericht Grünberg, Kanzlist Peter Schubert zum Ge° Unebenheiten abgesehen) mit viel Verständnis fangen. Eine Trio-Sonate von Bach, von Rudolf Meyer (Flöte), August Rein (Violine) und Joh. N e b e l i n g (Orgel) klangschön und mit Wärme vorgetragen, kam der Idee des Tages durch ihre tiefreligiöse Grundstimmung nahe Es ist zu wünschen, daß diese Feiern in Zukunft im Sinne dieser Karfreitagsandacht noch weiter ausgebaut werden. Eine Vertiefung wäre dadurch zu erreichen, daß das gesungene Wort (vor allem in Form von Chormusik) noch mehr Aur Geltung käme, und daß es unmittelbar auf die Lesungen des Geistlichen abgestimmt ist. Das könnte alsdann ein wahrhaft lutherischer Gottesdienst werden, in dem die „Musica" und „Theologie" wetteifernd zum Lob des Höchsten zusammenwirkten. Das Winterhilfswerk der städtischen Arbeitskameradschast. Von den Arbeitern, Angestellten und Beamten der Stadt Gießen wurden im Winter 1934/35 für das Winterhilfswerk folgende Spenden gegeben: Oktober 68,70 Mark, November 1350,72 Mark, Dezember 684,96 Mark, Januar 1021,84 Mark, Februar 910,15 Mark, März 425,83 Mark, insgesamt 4462,20 Mark, gegenüber 3836,67 Mark beim Winterhilfs- Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 10 bis 15, Feldsalat 90 Ps. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50 Pf., Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 25, Rhabarber 25, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 35 bis 40 Pf., Honig 40, Blumenkohl, das Stück 35 bis 55 Pf., Salat 25 bis 30, Salatgurken 60 bis 70, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 45, Rettich, Bündel 20 bis 45, Radieschen 15 Pf. richtsvollzieher bei diesem Gericht; der Amtsgehilfe auf Probe beim Amtsgericht Grünberg Versorgungsanwärter Hans Sippe! unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Amtsgehilfen beim Amtsgericht Grünberg. ** Polizeipersonalien. Ernannt wurden: mit Wirkung vom 1. April 1935 der Meister der Schutzpolizei Karl Zimmer in Gießen zum Kommissar der Schutzpolizei; mit Wirkung vom 1. Februar 1935 der Hauptwachtmeister der Schutzpolizei Valentin L ü h r i n g in Gießen zum Kri- minalhauptwachtmeister. ** Schulpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Paul Merkel zu Langenhain (Kreis Friedberg) einen Lehrerstelle an der Volksschule zu Nieder-Weisel (Kreis Friedberg), dem Lehrer Wilhelm Alles zu Ober-Widdersheim (Kreis Tübingen) eine Lehrerstelle an ber Volksschule zu Echzell (Kreis Tübingen) mit Wirkung vom 29. April an. ♦♦ Unfälle. Die 66 Jahre alte Frau Auguste Zimmermann, Seltersweg 31 wohnhaft, tarn auf ber Treppe so unglücklich ju Fall, baß sie einen schweren Oberarmbruch erlitt und dem Kranken- Haus zugeführt werden mußte. — In der Nacht zum zweiten Feiertag kam der 20 Jahre alte Tabak- arbeiter Albert Stamm aus Waldgirmes auf der Rückfahrt von Krofdorf nach seinem Heimatorte an einer steilen Stelle der Straße nach Heuchelheim infolge Gabelbruchs an seinem Fahrrad zu Fall. Der junge Mann erlitt schwere Kopf- und Gesichts- Verletzungen und mußte nach Gießen in ärztliche Tehandlung gebracht werden. ♦* Zur Aussührungdes Reichs-Jagdgesetzes in Hessen. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat durch Verordnung vom 16. April 1935 auf Grund des § 53 Absatz 8 ber Verorbnung zur Ausführung bes Reicks- Jagdgesetzes vom 27. März 1935 angeorbnet: „untere Verwaltungsbehörden im Sinne des Reichs- Jagbgesetzes unb ber bazu erlassenen Ausführungsbestimmungen sind die Kreisämter." Oie (Sparkassen als Kreditgeber des Mittelstandes. Nicht zuletzt bienen bekanntlich bis umfassenden Arbeitsbeschaffungsmahnahmen ber Reichsregierung bem Ziel, ben Mittelstand in Stabt unb Lanb zu heben unb sei.e Stellung im beutschen Wirtschaftsleben zu festigen. Daß btes neben ber erfolgreichen Tekämpfung Der Arbeitslosigkeit bis jetzt schon zu einem guten Stück verwirklicht werben konnte, geht u. a. baraus hervor, baß bie ©parinftitute, bie mit bem Mittelstanb besonbers eng arbeiten, wie z. B. bie öffentlichen Sparkassen, gerabe seit bem Einsetzen ber Arbeitsbeschaffungsaktionen einen ftänblaen erheblichen Zuwachs an Spareinlagen verzeichnen konnten. Von be- fonberer Tebeutung ist hierbei natürlich eine aus- reichenbe Kreditversorgung bes Mittelstanbes. Aufschlußreich ist ber Anteil ber einzelnen Gruppen bes Krebitwesens an biefer wichtigen Aufgabe. Es ist selbstverständlich falsch, wenn man, wie es hier und da geschehen ist, lediglich eine Kreditform, also z. T. ben kurzfristigen Krebit, ber ein= {einen Gruppen von Kreditinstituten herausgreift. Die Tebeutung ber einzelnen Institute, b. h. ber Banken, Sparkassen unb Genossenschaften für ben Mittelstanb, wirb vielmehr erst zutressenb gekennzeichnet, wenn man sämtliche von ihnen gewährten Mittelstanbskrebite, also einlchl. bes langfristigen Krebits, berücksichtigt. Zn biefer Hinsicht finb einige Ziffern sehr aufschlußreich, bie für Das Gebiet ber öffentlichen Sparkassen auf Grunb einer neuen Erhebung bekannt werben. Hieraus ergibt sich, baß bie Sparkassen (einschl. bes sächsischen Gironetzes) Enbe 1933 bem Mittelstanb an kurzfristigen Krebiten rb. 1 230 000 Stück mit einem Betrag von 2,01 Milliarben Mark zur Terfüaung gestellt hatten. Bei biefer Aufglleberung ber Krebste ergibt sich, baß von allen kurzfristigen Krediten der Sparkassen allein (für die Kredite des sächsischen Gironetzes liegt eine Größenklassengliederung nicht vor) 1093 000 Stück gleich Stengeln. In üppigen Laubhügeln schäumen Phlox und Rittersporn hoch, aber ehe sie Fackeln und Flammenschäfte tragen, werden Pfingstrosen, Frau- enherz und Glockenblumen mit rascheren Blüten- schößstngen sie überflügelt haben. So mehren sich von Tag zu Tag die Gaststätten für Bienen und Hummeln. Ununterbrochen begegnen sich die kleinen und großen Summer auf heimlicken Duftstraßen durch Sonne und Himmelsblau. Auch Falter und Fliegen surren wie von Magneten angezogen herbei und taumeln als schwelgende Zecher von Blüte zu Blüte. Wer zum Honigfeste geladen ist, dem leisten die seidenzarten Zelte und Hallen in bewundernswerter Weise Landungshilfe, während unerwünschten Besuchern der Zutritt erschwert und verwehrt wird. Es bleibt indes niemand von der Blütenfeier ausgeschlossen. Es gibt nur vornehmere und geringere Gaststätten, deren Besuch die Natur in weiser Anordnung regelt. Den Vorzug haben fast überall bie Flieger. Es fehlen aber auch nirgenbsroo bie kleinen Räuber und Vampyre, bie sich ungelaben einschmuggeln und große Verheerungen anrichten, wenn sie nicht rechtzeitig von emsiger Polizei aufgespürt und kurzerhand am Tatort erledigt werden. Kaum hat sich das erste Rosengrün aufgeblättert, das in seinen Herzen schon die Knospentriebe trägt, wimmelt es auch schon von den winzigen Blutsaugern der Blattläuse, den „Milchkühen" der Ameisen, die in langen Prozessionen die Stämmchen hinauf- und hinabklettern. Es können gar nicht genug Marien- käferchen ankommen, die mit unermüdlichem Eifer unter den feisten Vampyren aufräumen, es mußten schon ganze Fluggeschwader landen, wenn die Säuberung eine vollständige werden sollte. Da sind auch kleine Räupchen, die Das zarte Laub zernagen und bei der geringsten Gefahr sich spinnenartig alt dünnen Fäden zur Erde lassen. Hier können sie dem Goldschmied und Puppenräuber nicht en^ wischen, wenn sie seinen Jagdpfad kreuzen. Daß aber auch er auf der Hut sein muß, bezeugt jein grünblau schillerndes Kleid, das ihn rasch unrer einem Blätter- oder Halmbusch unsichtbar i wenn er diese Zuflucht vor einem hungrigen AMse8 schnabel sucht. h Der Tisch ber gastlichen Gärten ist für ff^uno wie für Feinde, für Ritter wie für Räuber geoecr. Dielen wird er zur Todesfälle. Die Natur kennt keine Sentimentalitäten. Der Wilderer kann un nächsten Augenblicke das Wild fein, ber Derfoig das Opfer. Aber die Blüten prangen und ou ten und hüllen alle Grausamkeiten in ihren paraD 1 schen Zauber» scheu Roßkult hervorgegangen unb mürbe verchrist- licht wie alles Brauchtum aus biefer fernen Zelt. Denn es flnbet sich in ben Bräuchen bes großen „Pferbetages" manches, was noch sehr an bie gewaltige unb unerschütterliche Naturverehrung bes Germanentums mahnt. So etwa, wenn man, wie es im grenznahen bayerischen Jnntal üblich ist, bie Pferbe am Georgstag von Sonnenaufgang aufs Felb führte, baß sie vom Frühtau benäht werben, well an diesem Tag jeder Tautropfen dem Pferd Kraft spendet. Oder wenn man den Hafer, ehe man ihn an die Pferde verfüttert, von den ersten Strahlen der Sonne bescheinen läßt, weil am Georgstag auch bie Sonne mehr Lebenskraft aus- strahlt als sonst im Jahr. Die Pferbe-Umritte am Georgstag, bei benen bie Pferbe gesegnet, vor allem aber in schönstem Schmuck zur Schau gestellt werben, haben sich ebenfalls nur mehr in ©üddeutschland, unb zwar besonbers im bayerischen Chiemgau unb Salzachgau erhalten. In feierlichem Zug ziehen Hunderte der prächtigsten Bauernpferde, geritten von ihren Besitzern, zu einer Kirche oder „Roßkapelle", wo ihnen der „Georgssegen" erteilt wird. Dazwischen fahren auch bunte Zierwagen im Zug mit unb brängen sich Menschen, beim jeber will teilhaben an bem Segen. Die Georgi-Umritte haben auch ihre praktische Seite. Es gibt nämlich im ganzen Jahr keine so günstige Gelegenheit mehr, bie schönsten Pferbe ber ganzen Umgegenb zu sehen wie bei ben großen Umritten am Georgstag. Wer also ein Pferd kaufen will, schaut sich einen ©eorgiritt an, und auf biefe Weise kommt oft ein Kauf zustanbe. Auch bas Gebelhen ber Frucht hat ber alte Tauernglaube mit bem Georgstag in Verbindung gebracht. Wenn zu Sankt Georg das Korn schon so hoch ist, daß sich ein Rabe darin verstecken kann, soll eine gute Ernte zu erwarten sein. Soll es eine reiche Obsternte geben, so müssen die Obstbäume bis zum Georgstag schon viel Laub tragen. Zugleich sollen sie aber auch blühen, denn: „Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Täum’ in Blüte", sagt ber alte Volksspruch. Weil Sankt Georg aber auch die Erdfrucht segnet, so sollen an seinem Ehrentag auch die Kartoffeln gesteckt werden. Nur die Reden sollen um Georgi noch „blind" sein, denn ihnen könnte das zu zestige Aufschlagen ihrer „Augen" Gefahr bringen. Die Kinder erwarten den Georgstag mit besonderer Freude, beschert er ihnen doch endlich wieder die „grünen Schuh'"! Dor dem Georgstag darf man nämlich nicht barfuß gehen, erst Sankt Georg erlaubt es wieder, wie man jetzt auch wieder aus Ai «J j sie« *5*1 sich der alte germanische Lichtglaube gerade an die Gestalt des aus Kleinasien stammenden Heiligen geheftet hat, mutet freilich wunderlich an, aber es läßt fick erklären. Alles deutet darauf hin, daß Georg Der christliche Nachfolger des vorderasiatischen altariscyen Lichtgottes Mithras wurde und daß man deshalb die seltsamen Kultbräuche, die wohl durch die indogermanisch-arischen Völker erhalten und verbreitet wurden, schließlich auf Georg bezog. So wurde er zum Bauernpatron und zum Schützer des Viehes und der Pferde. Schon im Schwabenspiegel, dem alten deutschen Gesetzbuch, dessen Entstehung bis ins dreizehnte Jahrhundert zurückreicht, steht, daß der Bauer am Georgstag fein Vieh zum erstenmal nach der langen Winterruhe wieder auf Die Weide treibe, unb Daß bie Sommerarbeit beginne. Schon bamals galt es als Brauch, mit bem Georgstag ben Winter enbgültig abzuschließen. Freilich war gerabe an biefem Tag noch allerhanb Geistertreiben £u befürchten, vor bem man sich aber burch Peitschenknallen schützen konnte. Später begnügte man sich mit bem „Grasausläuten", zog über bie junggrünen Felber und schwang Kuhglocken, deren Lärm die Geister ebenso sicher vertrieb und gleichzeitig auch dem Wachstum der Saat Segen brachte. Außerdem verlangte in früherer Zeit Das Bauerngesetz, daß nach dem Georgstag alle Wiesen, die im Sommer Heu liefern sollten, nicht mehr begangen werden durften. Vor allem ist der Georgstag aber ber „Feiertag ber Pf erbe", benn Sankt Georg ist ihr besonderer Schützer. Auf den ältesten bildlichen Darstellungen sitzt der Heilige zu Pferd als „Schimmelreiter", wie ihn der Volksmund späterhin auch nannte. Don einem schneeweißen Pferd aus tötete er den Drachen unb ist bamit zum Sinnbilb bes Sieges über das Dunkle unb Böse unb zum tapferen Ritter geworden, zugleich aber auch zum Reiterheiligen, und deshalb ist ber Georgstag Denn auch ber Tag, an bem bie Pferbe gesegnet werben. Auch biefer Brauch ist zweifellos aus bem heibnisch-germani» Oie gastlichen Gärten. Von Peter Dauer. Emsig weben bie erwachten Stauden unb Sträucher an ihrem grünen Blätterkleib. Wenn bie Sonne ihnen bie leuchtenben Blütenkronen aufsetzt, müssen sie festlich dastehen. Mutter Erde hat alle ihre Kammern geöffnet und in liebevoller Fürsorge bie Kleinsten zuerst hinausgeschickt, bamit sie später unter bem wuchernden Gedränge der Großen nicht zu kurz kommen oder gar übersehen werden. Der tiefblau aufgebrochene Himmel neigt sich mit heiterem Behagen über das wetteifernde Gewimmel des Aufsprossens und Gestaltwerdens. Sein lächelndes Wohlgefallen macht selbst den Lattenzäunen und Mauersteinen warm. Aus Fugen und Spalten kriechen" die kleinen Siebenschläfer der überwinternden Jnsektenwelt und dehnen und recken im wohligen Sonnenbad die verstaubten und matten Glieder. Für bie hungrigen Rüssel und Kiefer gibt es auch schon zu schlecken und zu knabbern. Sie brauchen sich nur von den lockenden Düften gängeln zu lassen, die der Wind ihnen in zarten Brisen zuwirft. Da prangen handhoch über ber braunen Erbe bie bunten Kugelsträuße der Primeln. In Weiß, Weinrot, Karmin und Fliederblau brüsten sie sich als die vornehmeren Schwestern der schwefelgelben Wald- und Wiesenschlüsselblumen. Mit ihnen sind auch die bäuerlichen Aurikeln verwandt, die den Samt lieben und die gedämpften Farben Ocker und Rotbraun. Vieltonig wiegen sich die altklugen Gesichter der Stiefmütterchen einander zu, als tuschelten sie gesprächig in Erwartung und Neugier. Wie stolze Eoelbamen aus Zeiten mittelalterlicher Ritter- Herrlichkeit von Pagen unb Knappen umgeben, lassen sich bie hellblauen und dunkelvioletten Iris von Leibwachen langen- und schwertförmiger Blätter betreuen. Während die kleinen Veilchen in verschütteten Winkeln schon die müden Augen schließen, bauen die Maiblumen mit behendem Fleiß an ihren Glöckchenstäben, um sie bald in voller Besetzung zu leisem Freudengeläute schwingen zu tonnen. Vereinzelt schaukeln bereits schon gespornte Akeleiölüten wie schwebende Falter auf schwanken Der diesjährige Osterverkehr war, wie wir auf Anfrage bei der hiesigen Reichsbahn erfahren, weitaus stärker als im vergangenen Jahr. Es ist erfreu« lich, daß sich die allgemeine Wirtschaftsbelebung auch in einer lebhafteren Reiselust auswirkt. Der Fernverkehr setzte bereits am Donnerstag vor den Feiertagen sehr lebhaft ein, so daß zahlreiche Züge verstärkt gefahren werden mußten. Auch einige Vorzüge mußten zur Bewältigung des Verkehrs eingesetzt werden. Am Freitag und am Samstag ließ der Andrang der Reisenden über größere Strecken allmählich nach. Der Ostersonntag brachte dann einen regen Ausflugsverkehr, der am zweiten Dfterfeiertag eine wesentliche Steigerung erfuhr. Nach den Mittagsstunden des gestrigen Ostermontags setzte dann bereits ber Rückreiseverkehr roieber ein, ber in ber vergangenen Nacht sehr stark war unb auch noch währenb bes heutigen Tages lebhaft anhielt. Neben der Reichsbahn wurden von vielen Volksgenossen auch andere Verkehrsmittel in Anspruch genommen, um bei dem verhältnismäßig guten 'sterwetter nach langer Zeit wieder einmal aus der Stadt heraus der Natur näher zu kommen. Eine Auerhenne gefangen. Dieser Tage hatte sich eine Auerhenne nach Steinbach (Kreis Gießen) verflogen. Sie flog auf den Dächern herum und hielt sich auch gelegentlich in einigen Höfen auf, obwohl sie von ber Jugend gejagt wurde. Schließlich wurde sie nach zwei Tagen eingefangen unb in die Wohnung des Dortigen Försters gebracht, wo sie in gute Pflege genommen wurde. Wie wir hören, soll sich die Henne schon fast ein Jahr in den venachbarten Waldungen aufgehalten haben, zuletzt in der Nähe von Hattenrod. Das Auerwild, das sonst hier nicht vorkommt, steht zur Zeit in der Balz. Damit dürste sich auch das merkwürdige Verhalten dieser Henne erklären. Daß Auerwild in der Balzzeit jegliche Scheu vor den Menschen verliert, kommt immer wieder einmal vor. So erinnern wir uns, daß vor einigen Jahren ein Auerhahn auf den'Dächern von Hirschhorn balzte und dann leider von einem Dachfenster aus geschossen wurde. Das nächste Vorkommen von Auerwild ist in der Gegend von Alsfeld und Grebenau. Daher wurde die Henne, nachdem sie mit einem Ring der Vogelwarte Helgoland versehen worden war, auf Anordnung des Gaujägermeisters für die Provinz Oberhessen nach dem Forstamt Grebenau geschickt, wo sie auf einem dortigen Balzplatz wieder ausgesetzt wird. Gießener Dochenmarkkpreise. * Gießen, 23. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9V2, Wirsing, bas Pfunb 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote die saftig grünen Wiesen, dahinter der dunkle Wald, und über dem Ganzen der tiefblaue Himmel! Und wie schön sind erst die Dörfchen eingerahmt! Ringsum zieht sich der breite Gürtel der Obstbäume, die nun ihr Frühlingskleid angelegt haben. Gar freundlich unb hell erglänzen dahin- ter bie roten Dächer der Häuser und Scheuern. Es blüht das fernste, tiefste Tal! Am stärksten aber wirkt der Zauber der Baumblüte auf uns ein, wenn wir dicht bei der blühenden Krone stehen und ben süßen Duft einatmen. Aus bem jungen Grün, bas nun überall hervor- brängt, treten bie schneeweißen unb rosaroten Blüten lieblich hervor. Welche Freube, wenn wir in einem Vorgarten ober an einer geschützten Stelle plötzlich einen dlühenben Pfirsichbaum sehen! Unb weiter oben an den Abhängen leuchtet der duftige Schnee der Kirschblüten. Zwetschen unb Birnen folgen. Zuletzt, aber nicht minber schön, erscheinen bie rosafarbenen Blüten ber Apfelbäume. Wir stehen unter ben blühenben Bäumen unb schauen bie Wunder, die der Frühling jedes Jahr von neuem über die Erde ausstreut. Wir hören bas melobische Summen ber Bienchen unb sehen, wie sie sich behutsam auf bie Blüten setzen, ihre Köpfchen in bie Honigtöpchen stecken unb ben süßen Saft aussaugen. Im Vorbeigehen nehmen sie noch ben Blütenstaub mit ihren rauhen Hinterbeinchen mit. Schwer beloben fliegen sie nach bem Bienenstock, leeren ihre Vorräte in bie Zellen aus, streifen ben Blütenstaub ab, unb schon sind sie wieder droben auf dem blühenden Kirschbaum... Ueherwältigend schön ist solch ein Baum in seinem Blütenschnee. Und wenn es dem Frühling nicht gelang, mit seinen Veilchen und Weidenkätzchen die Menschen aus ihren Wohnungen zu locken, jetzt kann niemand widerstehen. Dem Zauber der Obstbaumblüte unter blauem Himmel unb strahlenber Sonne entgeht niemanb. Oberstaatsanwalt Or. Wodaege -f. Am Samstag ist ber Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen Dr. W o d a e g e nach kurzer Krankheit im Alter von 49 Jahren plötzlich verstorben. Der Verewigte, ber sich sowohl als Mensch, wie auch als Justizbeamter in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land größter Wertschätzung erfreute, war feit einer Reihe von Jahren im JusMdienst in Gießen tätig, als Amtsanwalt, Landgerichtsrat und seit etwa einem Jahre als Oberstaatsanwalt. Er war als warmherziger Freund des oberhessischen Volkstums ein eifriger Wanderer, der viel hinauszog, um sich dort an ben Schönheiten ber Heimat immer roieber zu erfreuen, er roar ferner Vorsitzender des Mitteldeutschen Skiverbandes, eifriger Paddler, Vorsitzender des hiesigen Eisvereins usro. Alle Bestrebungen, die auf die seelische und körperliche Wiedererstarkung unseres Volkes, sowie die Ausbreitung und Vertiefung des nationalen Gedankengutes abzielten, hatten in ihm allezeit einen unermüdlichen Förderer und Wegbereiter. Dem allzufrüh unb jäh aus bem Leben abberufenen Manne wirb überall ein ehrenbes Gedächtnis bewahrt werben. Musikalische Abendfeier. Zu einem schönen Brauch ist geworben, was in ber Stille unb ganz allmählich entstaub: bie musikalischen Abenbanbachten in ber Johanneskirche, bie sich einer stets wachsenben ©emeinbe erfreuen. Johannes Nebeling, bas geistige Haupt biefer musikalischen Feierstunden, hat auch biesmal roieber bei der Karfreitagsveranstaltung an der Orgel seines Amtes gewaltet und bie, aus solistischen Gesangs- unb Jnstrumentalvorträgen bestehende, burch Schriftlesungen bes Geistlichen unterbrochene Vortragsfolge burch zwei Orgelwerke großen Formats umrahmt. Am Anfang erklangen Samuel Scheidts Variationen über das alte Passionslied „Da Jesus an dem Kreuze stund", eine Komposition von einer wundervollen Klarheit der Linienführung und kirchlichen Schlichtheit in der Gesamtauffassung. Beides hat Nebeling durch die Art seiner Wiedergabe ebenso erstaunlich sicher getroffen, wie bie tiefe Glaubenszuversicht und das leidenschaftliche Bekenner- tum, die in I. S. Bachs zuletzt gespieltem L-Moll- Präludium und Fuge leben. Sinnvoll fügten sich in diesen Rahmen die Passionsgesänge von H. Schütz und Bach ein, die Maria Nebeling (Sopran) und Tilly W e r n e ck e (Alt) (von einigen Ne Feier der S Standartenführer spräche. - ** 19 0°Mark-Spende für das Kampfgeschwader. Eine Skatrunde, die ihr Stammlokal im ,Frokodil" hat, stiftete aus Anlaß — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, Erstaufführung des Lustspiels „So ein Mädel! (Das Extemporale)" von Sturm und Färber. Spielleitung Karl V o l ck ; Mitwirkende: Damen: Pflug, Stirl, Wielander; Herren: Göbel, Nieren, Volck, kl. Vogl. Die Aufführung ist nur im ' 4- Fortsetzung i 3rene stand >°on Glut übe K »Nein, Dtt* sich un ! ."Feschalten, d-r rüfjf ..Aber Herr sich doch : ä tonntet -yioerberl »*1Ald) bi! ™ hatte kein ött* llb* batte Vlner Mi* I "gerade sei, fe?" ISA er sich aus x ich W I »ft un te* "N i < 2 'm« ■ Dai Ofvte ifaaf NIVEA CREME . M M W K23 Dienstag, 23. ApriU435 Sietzen« Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Sberhetzen) Ion Die Sonderaktion der NSV.: Sonderspeisung hilfsbedürftiger Dolksgenosien. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) das der Nachdruck verboten! l.Zortsetzung. wt der SA. aus den verschiedensten Stadtgegenden zur Oswaldsgarten, wo die Stürme Aufstellung i6nb >inim Allein? Ha- qesehen?" Garten! Ich hatte doch Helles Kleid „Nein! Fräulein Gaber ist nicht im begegnete niemand." „Nicht?" wiederholte Liane. Sie Zweige knacken hören, hatte doch ein sich eilends entfernen gesehen Ihr Blick traf ihn aufleuchtend von der Seite ^Wirklich? Dann müßten Sie das erst beweisen." Er griff nach ihr. Sie wollte sich wehren, aber schon fühlte sie, wie sein Atem ihr näher kam. Ihr Widerstand erschlaffte. Sie lag ganz fest m seinen Armen, fühlte seinen Kuß auf ihren Lippen brennen. „Fred!" stammelte sie. Er ließ sie jäh los, lachte etwas gewaltsam. „3a, Fräulein Gaber, ungestraft bekommt man kein Pfand zurück." Eine weiße Bank schimmerte durch das Gebüsch. Irene eilte darauf zu. Sie fühlte eine Schwache in ihren Knien, daß sie sich setzen mußte. Er folgte langsam. „Irene, Irene!" tönte es durch den Garten. Irene zuckte zusammen. „Das ist Liane. Sie sucht mich. Gehen Sie ihr entgegen, ich schleiche mich ungesehen ins Haus. Ich mag ihr jetzt nicht begegnen." „Aber warum denn nicht, mein Fräulein? In dem schwachen Schein eines Lampions sah er ihren halb bittenden, halb vorwurfsvollen Blick. Sie erhob sich stumm, verschwand durch die Sträucher. Fred sah ihr kopfschüttelnd nach, schlenderte langsam den Weg zurück. Kaum zwanzig Schritte weiter tauchte Liane auf. „Oh, Sie sind es, Herr Morland?! den Sie meine Freundin Irene nicht Appell und Großen Zapfenstreich begangen. Die Feier der SA. 19.30 Uhr ab marschierten die Sturmkolon- mötoiooioiL... Roman von Charlotte prenzel. K»eberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Auch am Geburtstage unseres Führers wollen wir unsere Pflicht als SA.-Männer, so wie wir es stets taten, restlos erfüllen; denn wir wissen, indem wir zu Deutschlands Ehre, Freiheit und Frieden beitragen, bereiten wir unserem Führer die schönste Geburtstagsfreude. Und wenn dereinst dieses von der SA. dem Führer als Geburtstagsgeschenk dar- qebrachte Flugkampf-Geschwader über die deutschen Lande dahinbrausen wird, dann wird das Herz eines jeden SA.-Mannes höherschlagen und voller Stolz wird jeder von uns sagen können: „Auch ich habe mein Möglichstes dazu beigetragen, ich brachte als SA.-Mann, als Kampfgenosse des Führers, mein Opfer als Zeichen der innigen Verbundenheit und der tiefen Dankbarkeit für den Führer und für des deutschen Volkes Wohlergehen." Wie immer, so beseelt uns alle auch heute Wort unseres Dichters Heinrich Anacker: litäten nur um wenige Häuser, aber sie kam in weitere und hellere Räume, erhielt ein geräumiges, schönes Musterzimmer und richtete sich ein neues Privatbüro ein mit neuen breiten Diplomatenschreibtischen, Ledersesseln neben dem Rauchtisch und geschmackvollen Bildern an den Wänden. In dieses Büro trat als einer der ersten Franz Scholz. Fred Morland erschrak, als er dem älteren Manne gegenüber trat. Scholz sah schlecht aus, die Gesichtsfarbe war blaß, die Augen unstet, die hohe, schlanke, bisher so elastische Gestalt schien nur mit Anstrengung aufrecht gehalten. Franz Scholz kam hierher? Welche Gründe mochten ihn dazu bewegen? „Ich bin sehr überrascht, daß Sie sich hierher bemüht haben!" sagte Fred. „Sie hätten mich nur rufen zu lassen brauchen, ich wäre selbstverständlich sofort gekommen." Franz Scholz lehnte sich in den Ledersessel zurück, seine Augen blieben auf dem kühnen, energischen Gesicht des anderen ruhen. „Es interessierte mich, Sie einmal in Ihren eigenen Räumen zu sehen. Sie haben sich sehr vergrößert?" „Es war schon seit langem notwendig. Man scheute nur immer die erhöhten Spesen, die Arbeit. Seit dem letzten Jahre aber ging es nicht anders. „Ich habe Sie lange nicht mehr zu Gesicht bekommen, Herr Morland. Von Ihren Erfolgen im Herbst letzten Jahres wurde allgemein gesprochen. Sie selbst aber waren unauffindbar." „Ich muß Sie vielmals um Entschuldigung bitten. Ich hätte Ihre Worte besser beherzigen sollen, aber — ich hatte Arbeit, war stets bis abends spät im Geschäft. Ich habe mich schon zu sehr an meinen Arbeitsplatz gewöhnt, daß es wohl vergebene Liebesmühe ist, mich davon wegzulocken." „Es scheint so!" gab Scholz zu, ließ seine Augen unstet durch das Zimmer schweifen und fuhr langsam, wie mit jedem Wort kämpfend, fort: „Ich hatte damals wie heute den Wunsch, Ihnen meine Dankbarkeit zu beweisen. Ich hatte Sie auch gebeten, sich an mich zu wenden, wenn Sie einen Rat haben wollten. Ich habe längst eingeschen, daß ich Ihnen nichts zu geben habe, daß ich mich höchstens als Bittender Ihnen nahen kann." „Ich verstehe Sie nicht!" kam es erstaunt au, Freds Munde. „Lassen Sie mich aussprechen. Die Bekannt- schäft mit Ihnen hätte mir sofort ein Fingerzeig sein sollen. Vielleicht, daß mein Anerbieten damals noch etwas Verlockendes für Sie gehabt hätte. Trotzdem — ich wage es auch heute noch auszu« sprechen: „Ich möchte Sie bitten, mein Mitinhaber zu werden." (Fortsetzung folgt!) Oes Führers Geburtstag in Gießen Appell und Großer Zapfenstreich der SA. Oie GNV. speist rund 400 Volksgenossen. Mbedürftigen Volksgenossen und am Samstag- von der SA. des Standorts Gießen mit frene stand vor Fred, ihr Gesicht war plötzlich Bir Glut übergossen; sie hob die Augen zu lhm |i( „Nein, ich mag nicht!" sagte sie plötzlich, vcnidte sich um und lief ins Haus. I Festhalten, festhalten!" wurde Fred ermahnt; oi der rührte sich nicht. Aber Herr Morland, solche Gelegenheit laßt MllM sich doch nicht entgehen!" schalt Kurt Lechner. ,Wie konnten Sie nur!" .Spielverderber!" , Mer ich bitte Sie, meine Damen und Herren! 5$ hatte keine Ahnung, was mir bevorstehen vü'de!" verteidigte sich Fred. ,Irene hätte die Herren so lange küssen müssen, 6'9 einer ,süß!< gesagt hatte", wurde ihm erklärt. . Tie Pfänder waren bald emgelost von orm M ertönte wieder Musik. Fred trat zu Liane: ,Mf ich um diesen Tanz bitten? freudig überrascht süh sie auf. „Ich dachte, Sie fiiin Nichttänzer!" , .. .Gerade kein passionierter Tänzer; aber ich b:r$e, Sie werden mit mir zufrieden sein! — L>er Tanz war beendet. Irene lief zum Gram- ircvhon, bat das bedienende Mädchen um einen Saigo. Mit Herzklopfen wandte sie sich der Ge- sU-chaft wieder zu. Ob Fred jetzt sie auffordern n~be? _ ..... .Hr Blick suchte ihn, traf den seinen. Da loste anken 1ÜÜ. assen erhöht^ friftigen 8ttb® n auf bem n. Markt. Dorberichts lb Borauftrieb: 81 4 Kühe und i $ Schweim 2 Mark, A rfen 30 bin lis 52 Wart' ifl, Mer- Schafe ruk ^schäumerA' sie Fackel"/ mgftrofen> äscheren M die SaW Zerbrachen J -n Summe' £ ie und furren 7 j taumeln * Blüte. MA die feide,< erter Ml^ n Besuche^ rb Es bleib/ qen [norbnunrt die E kleinen R n i wenn,!» j •***■„' andern Agfir, e Laubn iuber N di klit w In r. ch 'N ht ie. nb 6n, 'en mit ids- ilen alle unb jege Wei. *un= aßt. Jen. den. lchen Auch t es 1 an Itung unb An. Der- tlickt elbft, icher. UjtD. welche n ble ungen ebliche esucher iuterte üanbs» : i. R. mjchast In den festgebundenen Stammbüchern erscheinen bald nach 1760 auch Silhouetten, nachdem solche zwischen 1750 und 1760 in Frankreich in Mode gekommen waren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts werden sie häufig fertig, lassen die Uniformen, Kokarden, Federbüsche, auch wohl Pfeifenquasten in Verbindungsfarben erkennen. Zur selben Zeit drängen sich massenhaft Kupferstiche ein; die von Berufsmalern hergestellten Bilder sind verschwunden. Diese zuerst in Göttingen aufgekommene Sitte, die von dem Verlag Windefeld im Großen ausgenutzt wurde, verbreitete sich schnell auf alle Universitäten und führte dazu, daß die Stammbücher nicht mehr gebunden wurden, sondern aus einzelnen, in Kästchen aufbewahrten Blättern be- standen. Ebenfalls gegen Ende des 18. Jahrhunderts bürgern sich die „Memorabilien" ein, in denen der Schreiber eines Blattes den Freund an gemeinschaftliche Erlebnisse erinnert und dabei oft eine Menge für die Studentengeschichte wichti- aer Dinge erwähnt. Farbige und nicht farbige Zeichnungen, jetzt von der Hand mehr oder weniger geschickter Studenten, bleiben daneben. Erst seit etwa 1790 traten Pfeifenköpfe, anfangs aus Holz, Ton oder Meerschaum, nach 1800 immer häufiger aus Porzellan auf. Ihre Schauseite trägt meist das Verbindungswappen oder, besonders anfänglich, das „Zeichen". Dieses Zeichen, das jetzt auch sehr häufig in den Stammbüchern erscheint, enthält als Kernstück den „Namenszug", das ist das frühere Symbol (heute Zirkel genannt), eingestellt in Beistücke aller Art: gekreuzte Schläger, Wahlspruch, Stiftungstag, Zahl der Stifter, der Chargierten, Name des Seniors, Farben u. dgl. Auf der Rückseite dieser Pfeifenköpfe sind Mitglieder- verzeichnisse der Verbindung, oft mehrere Generationen umfassend, nicht selten. Das verleiht ihnen natürlich, da uns solche Verzeichnisse sonst fast ganz fehlen, besonderen Wert. Aehnliches kommt auf Porzellantassen, selten auf Gläsern vor. In den 1820er Jahren verschwindet das Zeichen, der Zirkel bleibt übrig. Die Stammbücher waren zum Nachweise studentischer Verbindungen geeignet, und die Behörden fahndeten daher bei den Untersuchungen wegen verbotener Verbindungen nach solchen Beweisstücken. Das führte nach und nach dazu, daß ihr Inhalt, in eine Form gebracht wurde, die sie für uns weniger wertvoll macht, und daß sie, wohl unter dem Drucke der seit 1833 einsetzenden ausgebreiteten Untersuchungen, um das Jahr 1835 ganz außer Gebrauch kamen. An Stelle des Stammbuches tritt jetzt die Silhouette. Als Wandschmuck hatte sich diese, meist mit den Derbindungsfarben ausgemalt, nachdem sie um 1810—12 aus den Stammbüchern verschwunden war, erhalten. Jetzt wurde sie durch Druck vervielfältigt; die bunten Schattenrisse der jetzt beginnenden Zeit sind allgemein bekannt. Sie wurden aber noch vor 1860 Durch die Photographie abgelöst. Dasselbe geschah mit den fett etwa 1830 aufgekommenen lithographischen Porträts, die oft von wirklicher Künstlerhand angefertigt wurden. Silhouetten erscheinen übrigens auch auf Pfeifenköpfen, Tassen und dergleichen häufig. Nicht unwichtig sind endlich auch beschriebene Bänder. Aus allen solchen Gegenständen können wir den Mitgliederbestand mancher längst untergegangener Verbindungen, zuweilen auch Einzelheiten zu ihrer Geschichte entnehmen. Die Aufbewahrung solcher für die Studenten- geschichte wertvoller Gegenstände in den Familien bringt leicht die Gefahr ihres völligen Verlustes mit sich, macht sie für den Studentenhistoriker unbenutzbar. Wer sich nicht zur Hergabe an eine öffentlich zugängliche Stelle entschließen kann, etwa an eins Der Archive der studentischen Verbände, wird ein gutes Werk tun, wenn er das Stück wenigstens auf kurze Zeit einem solchen Archiv ober einem Kenner der älteren Studentengeschichte zugänglich macht. Der Familienforscher aber, Der etwa ein Stammbuch bearbeitet, wird gut tun, dabei auch die Belange der studentischen Geschichtsforschung zu beachten oder mit einem Kenner studentischer Geschichte Hand in Hand zu arbeiten. Der Vortrag war äußerst interessant und aufschlußreich und löste eine Reihe von Anfragen aus, Die von Geheimrat Heer und aus der Versammlung heraus beantwortet wurden. Zur Erläuterung seines Vortrages hatte Geheimrat Heer aus seiner reichen Privatsammlung eine Auswahl von Studenten st ammbuchblät- tern mitgebracht und ausgestellt, die aus lauter ganz hervorragend wertvollen und schönen Stücken bestand und die Bewunderung aller Betrachtenden erregte. Außerdem waren auch von der Burschenschaft Alemannia interessante Museumsstücke ausgestellt, die eingehend besichtigt wurden. Es war 12 Uhr vorbei, als man das Burschenhaus verließ. jener ferner Leiden, Innalen liehener 1 unter, •auöjarb znom« nus, der ;n Situ« igen find , können -r all« »ochjchulr ifen und größere jig, aber ießen da« > Nenom« ist nicht )entlid)en inberbeit mmW i BM« n; einen ijaupiung der Uni« noch rer« larin alles entM über bii , Orden einzelne" . Als ein öhrlich die (7), wo die der Orden , Prügeln, 'losgingen. unh Duell’ jchi immer i, ob er ner Straße §s kam recht un« W floh' irteit ©oe* 'r Gießenns beftahfl n unb de" 1719 J ne Äusß" beibP* (litten 5 t ooto* bei e# tert ;it etioa en-SV 60 ie SJ'S we vi' piP La 1^7 für €beiS Der Abschluß der Tagung. Gegen 15 Uhr stand ein Autobus am Oswalds- garten bereit zu einer Fahrt auf den Gleiberg zur Besichtigung der Burg und des Schulungs« lagers daselbst. Aus dem Gleiberg wurden zuerst die Räume des Schulunqslagers besichtigt. In dem Tagesraum des Lagers hielt Studienreferendar Gräf (Landsmannschaft Chattia) eine von mitreißender Begeisterung durchwehte Ansprache über das wichtige Thema: Der Student, insbesondere der Korporationsstudent, im Dritten Reich. Der Gleiberg ist geschichtliche Stätte, an der sich Vergangenheit und Gegenwart treffen. Das Scyu- lungslager der Gießener Studentenschaft ist kennzeichnend für die neue Haltung des deutschen Studenten, dem eine zuverlässige nationalsozialistische Schulung zuteil werden muß. Die Hochschule kann heute noch nicht Trägerin dieser Schulung sein. Berufen hierzu sind allein Nationalsozialisten, Studenten, die im Kampf erlebt haben, was Volksgemeinschaft heißt. Sie sind heute im NSDStB. zu- sammengefaht und haben die Aufgabe, die Hochschule immer mehr mit nationalsozialistischem Geiste !u durchsetzen. Ziel ist die organisch aufgebaute, tänbia von politischem Leben burchpulste national- ozialistische Hochschule. Auch ber heutige Stubent soll ben Nationalsozialismus im Kampf erleben. Arbeitsbienst unb Lager sollen ihm bas gemeinsame Kampferlebnis vermitteln. Auch bie stubentischen Korporationen finb nicht überflüssig, fonbern können sehr viel zur Erziehung bes beutschen Menschen unb zur Bil- bung bes Charakters beitragen. Denn sie finb ja aus einer Abkehr vom Liberalismus entstanden unb waren nie rein gesellschaftliche Vereinigungen ohne höhere Ziele. Was heute im Großen von unserem Volk an Pflichtbewußtsein, Ehrgefühl und Gefolgschaftstreue verlangt wirb, war im Kleinen schon in ben Bünben oorgebilbet. Sie waren es auch, bie ben Wehrwillen in einer Zeit tiefsten Nieberganges allzeit wach unb lebenbig erhielten. Die Korporationen haben heute bie vercmtwor- tungsreidje Aufgabe, jungen Menschen, bie burch nationalsozialistische Schulung gingen unb im Ar- beitsbienft ihr gemeinsames Kampferlebnis hatten, zu ganzen Kerlen unb tatbereiten Kämpfern Abolf Hitlers heranzubilben. Führer kann heute nur ber werben, der etwas Besonderes in der Volksgemeinschaft leistet, und der Weg zu einer Führerstelle -steht jedem Tüchtigen ohne Rücksicht auf Herkunft And Stand offen. Oberstes Ziel aller Korporationsstudenten ist es, durch ihre äußere Haltung und iihr Auftreten zu zeigen, daß sie die alle umfassende Gemeinschaft des deutschen Volkes aus innerstem Herzen bejahen und nicht daran denken, für sich irgendwelche Vorrechte in Anspruch zu nehmen. Zur Neugestaltung des studentischen Bundeslebens find schon viele Vorschläge gemacht worden, eine Langsame, organische Entwicklung wird hier die richtigen Formen bringen. Der Leiter der Tagung, Reg.-Rat S ch m i b g a 11 (AH. ber Burschenschaft Normannia Tübingen) dankte ihm mit herrlichen Worten unb betonte ba- bei bie unlösliche Verbunbenheit von jung unb alt m deutschen Korporationsstudententum. Die Führung durch die Burg übernahm der Dor- iipende des Ortsausschusses, Oberkriegsgerichtsrat R. Koch (AH. des Korps Hassia). Um 17 Uhr ging die Fahrt auf den Schiffen- »erg. Auch dort übernahm Oberkriegsgerichtsrat Koch die Führung bei der Besichtigung. Damit ' war der offizielle Teil des Tages erledigt und die I Teilnehmer verbrachten nun ben Abenb in gemütlichem Beisammensein im großen Saale. Hierbei Hielt Rechtsanwalt UUm er (AH. ber Burschenschaft Franconia Heibelberg) einen sehr interessanten Vertrag über das Wachstum deutscher Dichter aus der kneip- zeitung ihrer Verbindung. Cr wies mit einer Fülle von Beispielen nach, wie riele echten deutschen Dichter, von Theodor Körner tis Walter Flex, schon als Studenten in den Kneip- 3’itungen (nicht B i e r Zeitungen!) ihrer Verbin- tungen sich als Dichter erwiesen haben. Im An- fhluß daran trug er mit gewohnter Meisterschaft entge Proben von Scheffels fröhlicher Dichtung cor. Nun kam der Humor zu seinem Recht. Der 2 ltmeister ber Gießener Lokalbichter, Louis Frech, kam zu Wort unb erntete stürmischen Beifall, auch Oberkriegsgerichtsrat Koch trug burch Mitteilung einiger alten Zeitungsausschnitte aus seiner Sammlung viel zur fröhlichen Stimmung bei. Zum Schluß faßte ber Leiter der Tagung, Regierungsrat S ch m i d g a 11, noch einmal alle Eindrücke der Studenten-Historikertagung in Gießen zusammen, dankte dem Ortsausschuß für seine Mühewaltung bei der Vorbereitung der Tagung und warb mit eindringlichen Worten, namentlichbei den jüngeren Teilnehmern der Tafelrunde, um Mitarbeit an dem bedeutsamen Werk der Studenten- Historiker, das ja doch auch nur eine freie Mitarbeit am deutschen Volkstum sei. Am heutigen Tag fuhr noch eine Gruppe von Teilnehmern um 9 Uhr nach Frankfurt und besichtigte dort unter Führung des Archivrats Dr. Gerber (Burschenschaft Arminia a. d. C.) das Archiv der deutschen Burschenschaft im Stadtarchiv am Weckmarkt. Das war der offizielle Schluß der 12. Deutschen Studenten-Historiker-Tagung in Gießen vom 20. bis 23. April 1935. Als Ort für die nächste Tagung an Ostern 1936 ist Heidelberg bestimmt worden. Dke Teilnehmerliste an allen Veranstaltungen wies insgesamt 104 Namen auf. Rundfunkprogramm Mittwoch, 24. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Georg Friedrich Händel. Eine musikalische Gedenkstunde. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mitatgskonzert I. 13: Nachrichten; darauf Nachrich- ten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzol- lern. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 14.45: Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen. 15: Nachrichten. 15.15: 1. Kamermusik. 2. Die neue Saat ist aufgegangen. 16: Kleine Klaviermusik. 16.30: Aus Zeit und Leben. Geschichte und Landschaft am Wege. 17: Nachmittags - Doppel - Konzert. 18.30: Laufende Steuern. Was man wissen und sich merken muß. Besuch im Büro des Steuerberaters. 18.45: Das Leben spricht. 19: „Dauerwelle Rokoko*. Ein musikalisches Funkspiel. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt ben Tagesspiegel. 20.15: Stunbe ber jungen Nation. Anekdoten um Friebrich. 20.45: Heber bie Entstehung unb erste Aufführung ber „Aiba". Es spricht: Hans Rosbaub. 20.55: Uebertragung aus ber Mailänber Scala: „Aiba". Oper von Giuseppe Verbi. Orchesterbirigent: Gino Marinuzzi. In ber Pause zwischen 2. unb 3. Akt Nachrichten. 0.40: Funkstille. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Nach längerer Unterbrechung zeigte ber Futter- m i 11 e l m a r f t eine sichtbare Entlastung. Die Futtergetteibe-Versorgungslage hat sich nunmehr so günstig entwickelt, daß man bie kritische Zeit ber Futterversorgung als überrounben ansehen kann. Das brauchbare Wetter stärkt bas Futter bes Weide- ganges, was roieberum eine Entlastung bes Futter- bebarfs mit sich bringt. In ben geringeren Qualitäten ber Weizen- uno Roggenbestänbe stecken noch hohe Futterreserven, bie in gewissem Umfange burch bie Freigabe von Eosin-Roggen unb Weizen bem Markte zur Verfügung gestellt würben. Die Entlastung war bisher noch nicht so groß, daß die gesamte Nachfrage hinter dem Angebot zurücktrat. In Getreidefuttermitteln ist die bisherige allmähliche Auflockerung der Einlagerungspflicht, bekanntlich um die Mühlen für die neue Getreideernte aufnahmefähiger zu gestalten, nunmehr zur Freigabe (zur freien Verfügung) übergegangen, was das Angebot etwas verstärkt hat. Diejenigen Landwirte, die ihrer Ablieferungspflicht genügten, können also die Verwendung im eigenen Betrieb ober ben Verkauf ihrer restlichen Vorräte zu Futterzwecken jetzt freigestellt bekommen. Am Getreidegroßmarkt verlautete, baß lanbwirtfchaftliche Kreise bie Aufhebung bieser Freigabe bei anhaltenber Angebvtssteigerung erwarten. Das Mehlaeschäft blieb unbefriebtgenb, be- svnbers ber Absatz für bas sehr bunkle Roggenmehl Type 997, ba inzwischen für bie saarlänbischen Mühlen eine Roggenmehltype 815 mit einer Ausmahlung von etwa 72 v. H. vorgeschrieben würbe, rechnet man, daß diese Roggenmehltype, allerdings einstweilen heben der bisherigen Type, zur Vermahlung auch für das übrige Reich freigegeben wird. Am Getreidemarkt war Roggen in nicht besonders großem Umfange angeboten. Die Lagerbestände verzeichnen einen leichten Abbau. Für bie nächste Zeit wirb ein größerer Bebarf für bie menschliche Ernährung erwartet, auch soll bie Einführung einer neuen, niebrigeren ausgemahlenen Mehltype mit einem höheren Anfall hochwertigerer Kleie bevorstehen. Das Angebot in Weizen war mieber nur knapp, hier liegt der Frankfurter Markt durch die höhere Preisftellung des benachbarten Mannheimer Gebietes ungünstig. Aehnlich wie beim Roggen reichen die vorhandenen Weizenbestände bestimmt aus, um ben Weizenvermahlungsoebarf bis zum Enbe bes Wirtschaftsjahres reibungslos zu becken, baneben können bie geringeren Weizen- Qualitäten noch zur Derfütterung herangezogen werben. M.-R.Gießm-TvHerrliShejm 8:17 (4:6). Es war nicht zu erwarten, baß bie Hanbball- Mannschaft bes VfB.-Reichsbahn gegen bie Gau- liga-Elf bes Turnvereins Herrnsheim einen Sieg lanben würbe. Andrerseits hatte man aber auch keine so einbeutige Nieberlage erwartet, wie sie zustanbe- kam. Wenn man aUerbings berücksichtigt, baß bie Gäste bes ersten Dfterfeiertags auf bem Walbsportplatz ben biesjährtgen Deutschen Hanbballmeister „Polizei Darmftabt zu schlagen vermochten, so mußte man schon mit einer außerorbentlichen Leistung rechnen. Die Gießener traten ben Gästen in kompletter Aufstellung gegenüber. An Stelle bes ursprünglich vorgesehenen Schiebsrichters Bauernschub (Wetzlar) amtierte Schiebrichter D r o l s - bad). Er tat es sehr sicher unb gerecht. Die beiden Mannschaften spielten sehr fair unb machten ihm sein Amt leicht. Die Gäste zogen vom Anstoß vor das Tor der Gastgeber und erzielten gleich ihren ersten Erfolg. Das brachte die Hiesigen nicht aus dem Konzept, vielmehr wurden sie nur zu ebenso flottem Einsatz aufgerufen. Einer schönen Kombination antworteten sie mit einem schneidigen Angriff, der (in der 3. Minute) auch ben Ausgleich brachte. Im offenen Felbspiel sah man in ber Folge sehr gute Leistungen auf beiben Seiten. Zur freubtgen Ueberraschung ber zahlreichen Zuschauer gingen Vz Minute nach bem Erfolg ber Einheimischen bie VfBer mit einem Tor in Führung. Die Freube bauerte aber nicht lange. Die Hermsheimer glichen mit einem geschickt geworfenen Strafstoß zum 2:2 aus. Die Gießener vermochten bann nach einer schönen Vorlage von Glaß burch Langenohl erneut in Führung zu gehen. Die Freube darüber, daß sich vielleicht ein ausgeglichener Kampf entwickeln möchte, war allgemein groß. In der 14. Minute glichen die Gäste aber wiederum aus. Sie wurden in der Folge immer besser. Mit einer ungemein raschen Ballabgabe riffen die Läufer der Gäste ihren Sturm immer wieder nach vorne, die Stürmer gaben unter sich ebenso kurz und rasch ab, ftelüen sich geschickt frei, so daß die gegnerische Verteidigung ins Schwimmen geriet und nicht meyr ernsthaft eingreifen konnte. Der Tormann stand auf bem schwersten Posten und mußte zwangsläufig unb ohne feine Schulb zur unglücklichen Figur werben. So übernahmen Die Hermsheimer zunächst mit einem Strafstoß bie Führung, bie sie nicht mehr abzugeben brauchten. Mit tabellos plazierten Würfen würbe auf 3:5, bann auf 3:6 erhöht, unb wenn auch bie Gießener roleber auf 4:6 heranzukommen wußten, fo blieb bie lieber» legenheit ber Gäste boch nicht zu verbergen. Mit 4:6 Toren würben bie Seiten gewechselt. lieber bie zweite Spielhälfte ist nicht viel zu sagen. In kurzen regelmäßigen Abstänben fielen die Tore. Die Gaste liefen zu großer Form auf, und wenn sich auch die Hiesigen noch so sehr anstrengten, die weiteren Tore vermochten sie nicht zu verhindern. 4:7, 5:7, 5:8, 5:9, 5:10, 5:11, 6:11, 6:12, 6:13, 6:14, 6:15, 6:16, 6:17 — so wurde das Ergebnis immer höher geschraubt, und erst im Endspurt gelang es den Gastgebern unter der Zusammenfassung aller Kräfte, noch zwei weitere Tore zu erzielen unb bas Ergebnis auf 8:17 zu stellen. Für bie Mannschaft ber Hiesigen ist bas Ergebnis bitter, sie mag sich aber in bem Bewußtsein trösten, daß sie gegen einen Gegner allererster Klasse verlor. Dem VfB.-R. gebührt Dank dafür, daß er Gelegenheit gab, auch in unserer Stadt einmal Handball in solcher Vollendung zu sehen. Handball im Gau XII, Kreis VIII. Ergebnisse der Feiertagsspiele. VfB.- Gießen — MTV. Gießen II 8:7 (4:6); Lich I — Tv. Wetzlar fomb. 7:9; Lich I. Jugend — Wetzlar I. Jugend 3:10; Dutenhofen — Atzbach 7:6 (2:3); Dutenhofen Jugend — Wißmar Jugend 14:4 (5:1); Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Katzenfurt 7:5; Tv. Lützellinden — Tv. Pohl-Göns 8:5 (5:1); Tv. Ruttershausen — Tv. Hausen 11:9 (6:5); Tv. Lollar — Tv. Heuchelheim 11:4 (4:3); Tv. Münchholzhausen II — Tv. Dutenhofen I 10:6 (5:3); Tv. Münchholzhausen Jugend — Tv. Allendorf Jugend 6:5; Tv. Münchholzhausen I — Tv. Herrnsheim I 1:15 (0:7). Großes Gießener Vchn-Radrennen. Vor 3000 Zuschauern.—Spannende Wettkämpfe.—Hohe sportliche Leistungen. Der Gießener Radsport hatte gestern einen außerordentlichen Erfolg zu buchen. Das vom Gießener Radfahrverein 1885 mit aller möglichen Großzügigkeit veranstaltete Bahnradrennen zog nicht weniger denn etwa 3000 Zuschauer in seinen Bann, eine Zuschauerzahl, die in Gießen bei sportlichen Ereig- nissen nicht alltäglich ist. Hinsichtlrch bes Wetters staub die Veranstaltung außerdem unter einem gün- ftiaen Stern. Als mit dem ersten Rennen pünktlich um 15 Uhr begonnen wurde, war die Aschenbahn auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 bereits dicht gesäumt. Von den Fahnenmasten wehten die Flagaen bes Dritten Reiches und die Fahne des Deutschen Radfahr-Verbandes, dessen Bezirk 2 (Gießen) im Gau XII (Nordhessen) der veranstaltende Verein angehört. Für Musik und für die notwendigen Erläuterungen über den Verlauf bes Wettkampfes unb bie Bekanntgabe ber Sieger war eine Lautsprecheranlage geschaffen worben, bie gut funktionierte. Die Zuschauer blieben baburch über ben Stand der Rennen, wie auch über die Teilnehmer an den Wettkämpfen stets im Bilde. Der Gießener Radfahr-Verein 1885 hatte für die Rennen des gestrigen Ostermontags eine Reihe ausgezeichneter Fahrer gewonnen, die dem Gießener Publikum zum großen Teil von ftüheren Rennen her schon bekannt finb. Die Melbungen würben mit wenigen Ausnahmen erfüllt; es gab einige Aenberungen, bie aber nicht bazu anaetan waren, ben Wert ber Kämpfe herabzusetzen, fonbern vielmehr zu steigern. Für einen ursprünglich gemelbeten Gießener Fahrer war ber Frankfurter Rohrbach in ben Rennen, für bie Kölner Eube unb Klütsch [tanben Ritter unb Genßler von Frankfurt a. M. im Programm. Den Auftakt bilbete ein Fliegerrennen um den „kleinen Oslerpreis". Das Rennen mußte in Anbetracht der Beteiligung fast aller Fahrer in vier Vorläufen, zwei Zwischenläufen unb ben beiben Positionskämpfen ausgefahren werben. Schon in biefen Rennen, bie jeweils über 2V2 Runben (1000 Meter) führten, kam es zu fpannenben Begegnungen, in Denen bie Sieger schwer zu kämpfen hatten, wenn sie sich qualifizieren wollten. In großartiger Manier setzten sich bie beiben Kölner Schorn unb Kerp burch. Das vorgesehene Jugenbfahren fiel aus, bafür würbe aber ein Ausscheibungsrennen ber Fahrer im heimischen Bezirk bestritten. Die Fahrer, die im Fliegerrennen keinen Sieg erringen, oder keinen Platz belegen konnten, bestritten bas Punktefahren, für bas sich nach zwei Vorläufen 10 Mann qualifizierten, unb zwar Zacharias, Müller, Gelpke, Göbel, E. Muhl, Rohrbach, Preiß, Genßler, Hohbein unb Gassenmeyer. Den Sieger stellte hier in hartem Enbkampf ber Offenbacher Gassenmeyer mit 34 Punkten, vor Hohbein (26 Punkte) unb Göbel (22 Punkte). Das Rennen würbe befonbers burch bie Wertung einer jeben zweiten Runbe für bie Zuschauer interessant. Der erste bieser Runbewer- tung erhielt jeweils 5, ber zweite 3, ber britte 2 Punkte und der vierte 1 Punkt. Das Haupttennen des Tages bildete das 50-kilomeler-INannfchaftsrennen um den „Großen Oskerpreis". Zehn Mannschaften mit je zwei Mann beteiligten sich an diesem Wettbewerb, der in der Form der Sechs-Tage-Rennen ausgetragen wurde. Die Fahrer roarteten hier mit äußersten Leistungen und entließen die Zuschauer keinen Augenblick aus der Spannung. Die Sportler selbst waren mit großer Begeisterung dabei und liefen bei jedem planmäßigen und bei jedem Prämienspurt zu äußerster Leistung auf. Die Favoriten des Rennens waren bie Kölner Jean Schorn unb Kerp, bie sich als Mannschaft zusammengetan hatten unb bas Rennen in blenbenbem Stil als Sieger zu Enbe fuhren. Jnsbesonbere Kerp erwies sich als ein überragenber Spurter. Die Mannschaft konnte nicht weniger benn sieben von acht regulären Spurts mit jeweils fünf Punkten an sich bringen. Nur einmal würbe ihnen babei von ber Kombination Hohbein (Frankfurt) • Muhl K. (Gießen) ber Rang abgelaufen. Die Spurttabelle gibt einen interessanten Heber- Fahrer 2. 5 0 3 2 1. 5 2 3 1 Schorn-Kerp Hohbein-Muhl Zacharias-Müller Genßler-Rohrbach Spurts 3. 4. 5. 6. 7. 8. 5 5 5 3 5 5 2 3 2 5 3 2 3 2 3 0 0 3 0 112 0 0 Bei btefem Rennen ging es allerbtngs nicht ohne Zwischenfälle ab. Balb nach bem Start kam Göbel burch einen Vorberrabbruch zum Sturz. Einige anbere Fahrer würben in Mitleibenschaft gezogen. Später stürzten auch noch Preiß unb Genßler. Die Stürze verliefen aber glücklicherweise burchweg ohne ernstere Folgen, wenn man von ben schmerzhaften Hautaubschürfungen, die dabei unvermeidlich sind, absehen will. Den ersten Sieg errang, wie auch aus der Tabelle hervorgeht, die Mannschaft Schorn-Kerp mit 38 Punkten, ihnen folgten Hohbein - K. Muhl mit 19 Punkten, Zacharis-Müller mit 17 Punkten und Genßler-Rohrbach mit sieben Punkten. Erfreulicherweise konnte man bei diesem Kampf, der die Fahrer über 125 Runden führte, feststellen, daß unsere einheimischen Fahrer immer mehr an die guten westdeutschen unb sübwestbeutschen Klassefahrer heranwachsen unb bereits als ebenbürtige Gegner aufzutreten vermögen. Den Abschluß ber Veranstaltung bildete das Ausscheidungsfahren für Fahrer des heimischen Bezirks. Es beteiligten sich fünf Mann, von denen nach den ersten beiden Runden zwei Fahrer ausschieben. Die übrigen brei brachten noch brei Runben hinter sich, bei benen sich Faust (Germania Gießen) vor Emu Muhl unb Preiß als Bester erwies. Nachbem ber Rabsport in unserer Stabt einen solchen Aufschwung genommen hat, ist es bebauer« lich, baß ben Rabfahrern nicht die entsprechende Bahn zur Verfügung steht, auf der noch wesentlich höhere Leistungen erzielt werden könnten. Die Ergebnisse: Kleiner Osterpreis: 1. I.Scham, 2. Kerp (beide Köln), 3. Geyer (Offenbach), 4. Göbel (Wetzlar). Punktefahren: 1. Gassenmeyer (Offenbach) 34 Punkte, 2. Hohbein (Frankfurt a. M.) 26 Punkte, 3. Göbel (Wetzlar) 22 Punkte, 4. Rohrbach (Frankfurt a. M.) 21 Punkte. Großer Osterpreis: Schorn-Kerp (Köln) 38 Punkte, 2. Hohbein-K. Muhl (Frankfurt a. M. unb Gießen 1885) 19 Punkte, 3. Zacharias-Müller (Koblenz) 17 Punkte, 4. Genßler-Rohrbach (Frankfurt a. M.) 7 Punkte. Ausfcheibungsfahren: 1. Faust (Germania Gießen), 2. Muhl E. (1885 Gießen), 3. Preiß (Germania Gießen). Rabsport ■ Veranstaltungen gab es an Ostern in großer Anzahl. R e b r y gewann Paris- Roubaix, Erich Meier brachte bie Rabfernfahrt Berlin—Leipzig an sich, Albert Richter holte in Paris gegen Micharb unb Scherens einen Sieg her» aus, Lohmann gewann auf ber neuhergerichteten Berliner Olympiabahn einen Steherkampf. Osterfußball -er Gießener Mannschaften fit Ä der Herzogin von Aosta, ein im 64. Lebensjahre Gießen, den 22. April 1935 2425 Gießen, den 20. April 1935. im fast vollendeten 55. Lebensjahre In tieler Trauer: Otto Kirschbaum Gießen, den 23. April 1935 017401 sie sorgt für volles Haar Mündlich können Sie es nur völligen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen SieesllUell In tiefer Trauer: Heinrich Steih. Am 17. d. M. verschied plötzlich und unerwartet meine liebe treusorgende Gattin und Mutter Die tieftrauernden Hinterbliebenen : Frau Marie Fourier, geb. Göbel Familie Fritz loh Familie Heinrich Fourier ent An! rich Welt hält! weni Tat j< sassunl bei u wände eine 6 Ma in Le lichen ttl lkrs« Soi Sei! Vie Heb D Oil Oh' 3M 2IU' vor inh Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. April, nachm. 2.M Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. ______________0173b bisher stets italienische und französische Firmen siegreich geblieben waren, gelang heute Mercedes- Benz der große Wurf. Luigi Fagisli legte auf Jack Medica, Amerikas bester Freistilschwimmer, hat nun auch zwei seit Jahren bestehende Weltrekorde von Johnny W e i s m ü l l e r übertrumpft. 200 Meter schwamm er in 20:7,2 und für die 220 Yards benötigte er 2:07,9 Minuten. Der Amerikaner hält damit nun alle Freistilrekorde der Weltrangliste von 200 bis 1500 Meter. Heute, am 20. April, verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsre gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin Frau Marie Appel, geb. Schneider im Alter von 74 Jahren. In tiefem Leid im Namen der Hinterbliebenen: Philipp Appel, Schuhmacher, nebst allen Angehörigen. Gießen (Anneröder Weg 23), den 20. April 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 24. April, nachmittags 2 Uhr, statt. ome siebenten um den gestaltete Nachdem Am 4. Mai trägt jeder Arbeitskamerad die OAF.-Mütze.' Einwc timen schließ mit dl Widers weißel nicht d fönten 3m' ameriti nächst ren, hi Plat fierend die sic noch „ Innen reiben lichen. sten. 3. öenfd fen, un wertste der Ze Planta! „Si/avt kontra „(fyiefju des weiß Mexiki seit 3ch Echauplc nützlicher ten gezr ling ( lonialmi großem dem R borener »schwor, Kolonis, 'n fortn Organe, der vor auf Ers immer ,^oloni< Ae za Dienst b Mdustriei das ftür alter bra Die ve huschen ^.ungeh «onbon fa Die Beisetzung fand in aller Stille statt. — Von Beileidsbesuchen wolle man bitte absehen Wiesbaden wird an den Tagen vom 28. bis 30. Mai im Zeichen großer Motorsportoeranstaltungen stehen. Vorgesehen sind Zuoerlässigkeitsfahrten über 30, 24 und 15 Stunden und eine Hochleistungsprüfung durch die Straßen der Stadt. * Hilde Krahwinkel holte sich zusammen mit Roderich Menzel das Gemischte Doppel des Tennisturniers in Neapel mit einem 6:4-, 6:4-Sieg über Frl. Orlandini-Lesueur. Bei den Tennismeisterschaften von I t a l i e n in Rom errang Cilly Außem im Frauen- Einzel über Frl. Orlandini einen glatten 6:4-, 6:4-Sieg. rigen, 750 Meter langen Kurs, der mit 15 sehr schweren Hindernissen gespickt war, konnte Rittmeister M o m m mit „Bianka" fehlerlos bewältigen, dagegen zog er sich mit seinem zweiten Pferd, „Baccarat" vier Fehler zu. Das war jedoch die weitaus beste Leistung und Rittm. Momm wurde Sieger vor Oblt. Brandt, der mit „Baron" und „Nemo" je vier Fehler, insgesamt also acht, machte. An dritter Stelle folgte Capt. Ahern- Irland (Barney Castle und Jrelands Own) mit 8V2 Fehlern und den vierten Platz belegte wiederum ein Deutscher, Oblt. K. Hasse mit „Olaf" und „Tora", der 9V2 Fehler machte Hinter zwei französischen und einem rumänischen Offizier besetzte Oblt. Schlickum- Deutschland mit „Wange" und „Dedo" (12V< Fehler) noch einen achten Rang. Von den elf Nationen, die in Nizza beteiligt sind, hat danach Deutschland weitaus am erfolgreichsten bisher abgeschnitten. Einen weiteren deutschen Sieg landete Oblt. K. Kasse auf „Olaf" im Preis der Schweizer Kavallerie vor Lt. B u c e r t a auf „Alerta" und Oblt. S ch l i k u m auf „Dedo". Deutscher Autosieg in Monte Carlo ÄUa Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gletzen / GGrMvatze £ Nach Gottes Willen verschied am 19. April meine innigst- geliebte Frau und treusorgende Lebensgefährtin, die gute Mutter ihres Kindes, unsre liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Else Steih, geb. Schütz. Der 2. Feiertag. VfV.-R. I — „Phönix" Vilbel I 3:2 (3:0). Vor vielen Zuschauern konnten die Gießener in Vilbel ihren Vorspielsieg wiederholen. Die Gießener Mannschaft, die mit einer Ausnahme in der Aufstellung des Vortages spielte, konnte an ihre Vortagsleistungen anknüpfen und einen verdienten Sieg erringen. Besonders der Sturm bewies, daß er sich auch gegen eine gute Hintermannschaft durchsetzen kann. Läuferreihe und Verteidigung waren wie gewohnt auf dem Posten. Becker im Tor hielt, was zu halten war. Die Vilbeler Mannschaft besaß eine solide Hintermannschaft und einen Sturm von Einzelkönnern. Der Schiedsrichter war gerecht. Die Mannschaften machten ihm sein Amt leicht. Die Gießener haben zuerst den Wind im Rücken und können von Anstoß an eine leichte Feldüberlegenheit erarbeiten. Beide Hintermannschaften müssen öfter eingreifen. In der 25. Minute bleibt Knauß im Mittelfelde Sieger. Seine Steilvorlage kommt zu Wlodareck, der die Verteidigung umgeht und die Hiesigen in Führung bringt. Die Gegenangriffe des Gastgebers kommen nicht weit. Nach schönem Zusammenspiel des rechten Flügels flankt Fehling zur Mitte. Wlodareck placiert den Ball scharf in die untere Torecke. Unhaltbar! Einen Angriff der Vilbeler unterbindet Leutheuser durch Handspiel. Den scharf geschossenen Strafstoß hält Becker. Weiter drängen die Gießener. Knauß wirft den Sturm mit weiten Vorlagen immer wieder nach vorne. Kurz vor Halbzeit umgeht Ranft den rechten Verteidiger. Gegen seinen Schuß ist der Tormann Bei den Ringer ° Europameisterschaften in Kopenhagen verteidigte Kurt H o r n- f i s ch e r - Nürnberg seinen Titel im Schwergewicht erfolgreich. Er besiegte alle seine Gegner entscheidend und wurde damit zum zweiten Male Europameister. * Das FJFA-Exekutio-Komitee tagte in Zürich unter dem Vorsitz des Präsidenten Jules Rimet. Dr. B a u w e n s - Deutschland und L 0 tsy ° Ungarn wurden dabei beauftragt, die Spielregeln für das Olympische Fußball-Turnier auszuarbeiten. Schottischer Fußball-Pokalmeister wurden die Glasgow Rangers, die in Glasgow vor 90 000 Zuschauern die Hamilton Academicals mit 2:1 schlugen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 25. April, nachmittags um 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt in Rekordzeit. Das am gestrigen Ostermontag zum Male ausgetragene Automobilrennen „Großen Preis von Monaco" sich zu einem schönen deutschen Erfolg. machtlos. Mit 3:0 für die Hiesigen werden die Seiten gewechselt. Nach Wiederbeginn ist Vilbel in Front. In schönen Kombinationszügen rollen ihre Angriffe gegen das Gießener Tor. Ecken bringen nichts ein. Ein verhängter Strafstoß landet am Außennetz. Bei einem Gedränge wird Heß im Strafraum angeschossen, den verhängten Elfmeter verwandelt der Mittelstürmer unhaltbar. Die Hiesigen werden müde und Vilbel spielt nun drückend überlegen. Wieder aus einem Strafstoß fiel das zweite Tor für Vilbel.' Die Gießener ziehen nun ihre Halbstürmer zurück und können in zähem Kampf den Vorsprung halten. VfB.-Reichsbahn II — Tv. Londorf 4:2 (2:1). In diesem Spiele zeigte sich die Londorfer Mannschaft erheblich verbessert und zwang die Gäste zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Kurz nach Beginn gingen die Hiesigen in Führung. Ein Alleingang des Linksaußen stellte den Gleichstand her. Einen Eckball von rechts köpft der Linksaußen unhaltbar ein. Nach Seitenwechsel erzielt der Linksaußen das dritte Tor. Dann holt Londorf ein Tor auf. In der Folge lag der Ausgleich in der Luft. Den gut angelegten Angriffen der Gießener hält die gegnerische Hintermannschaft nicht mehr Stand. Feuster verwandelt durch Kopfstoß eine Ecke und stellt das Endergebnis her. Einen Handelfmeter verschenkten die Gießener. VfB.-Reichsbahn 1.Jugend — Reichsbahn Rot- Weiß 1. Jugend 0:0. VfB.-Reichsbahn 2. Jugend — Reichsbahn Dillenburg 2. Jugend 0:4 (0:2). Lramm-Henkel gewinnen den preis des Führers. Am Ostermontag wurde das Männerdoppelturnier um den Preis des Führers auf den Plätzen des Berliner LTC. Rotweiß beendet. Wie erwartet, gingen von Er a°)en ÄSnbie, ,.n'yn Kol °n •iS AL ^1111 etn ??.ndL Spielvereinrgung 1900 Gießen. 1900 I — „Union“ Niederrod I 1:3 (1:2). Die Gäste, die am Samstagabend in Wetzlar auch nur knapp 3:2 Sieger blieben, haben enttäuscht, denn sie sind in ihren Leistungen sehr zurückgegangen. Wohl waren die Niederräder in der unangenehmen Lage, den Mittelläufer Müller und die beiden Außenstürmer, die Brüder Berger, zu ersetzen, da diese in der letzten Woche zu ihren früheren Vereinen, den Offenbacher Kickers und der Eintracht Frankfurt a. M. zurückaekehrt sind, aber auch der beste Mann, Pflug, fehlte, da er am Samstag in Wetzlar verletzt wurde. Die Gäste hatten aber insofern mit ihrem Gastspiel Glück, da auch die Gießener nicht in bester Besetzung und zudem zu Beginn unvollständig antraten, sich außerdem in einer solch schlechten Verfassung präsentierten, so daß der Erfolg der Süddeutschen weiter kein Wunder nahm. Vor der Pause spielten die Platzbesitzer den besseren Fußball. Es fehlten aber wieder einmal, wie schon so oft, die sicheren und zuverlässigen Tor- schützen, sonst wäre die Union bis zum Seitenwechsel rettungslos geschlagen gewesen. Die Leute vom Südsnain legten sich fast ausschließlich auf Deckungsspiel. Die schwachen Außenstürmer waren auch fast kaum in der Lage, einen vernünftigen Angriff nach vorne zu tragen. Wenn dieses schwache Angriffsspiel der Gäste im Verlauf des Spieles trotzdem zu drei Treffern führte, so durch das ewige Zögern im rechtzeitigen Angreifen bei der Abwehr und auch durch eine wenig überzeugende Leistung Schlarbs im Tor der Gießener. Die Tore des Gegners waren zu verhindern und haltbar. Dem Gießener Hüter ist zu gute zu halten, daß er nach längerem Aussetzen erstmals wieder zwischen den Pfosten stand. Nach der Pause wurden die Leistungen der Einheimischen immer schlechter und schlechter. Die Elf fiel vollkommen auseinander. Die Stürmer hatten mit ihren Aktionen kein Glück. Es war aber auch ein Teil Unvermögen dabei. Der Gießener Angriff verspielte das Spiel. Er bedeutete für die gute Hintermannschaft kaum noch Entlastung. So schlecht und hilflos hat man die Blauweißen zu Hause noch nicht spielen sehen. Niederrad ging nach einem abgewehrten Eckball in Führung, da niemand den Schützen behinderte. Schlarb ließ den Ball unter dem Körper durch, aber auch seine Vorderleute hatten nicht achtgepaßt. Schmelz glich durch Strafstoß von 16-Meter-Linie unhaltbar aus. Auf Zuspiel von rechts ging Union erneut in Führung, da der Gießener Hüter bei versuchter Fußabwehr über den Ball trat. Nach dem Wechsel mühte man sich beiderseits vergeblich ab. Gegen Schluß sprang dem 1900-Tormann ein Freistoß aus den Händen ins Netz. Damit stand das Spiel 3:1 für Niederrad. Das Spiel bot wenig überzeugendes und war auch nicht immer fair. Schiedsrichter R ü s p e l e r (Gleiberg) leitete zufriedenstellend. DfB.-R. in Homburg und Vilbel erfolgreich. Am 1. Feiertag. VfV.-R. I — Reichsbahn Bad Homburg I 4:2 (2:0). Bei schönstem Fußballwetter lieferten die Gießener den Gastgebern eine ausgezeichnete Partie. Die Gastgeber hatten eine Mannschaft zur Stelle, die in körperlicher Beziehung den Gießenern überlegen war und die mit großem Ehrgeiz kämpfte. Aber das genügte in diesem Spiel nicht, um sich gegen die Technik und Taktik der Gießener durchzusetzen. Die Gießener standen: Becker; Schwarz, Lehrmund; Heß, Knauß, Hauptfeld; Fehling, Ranft, Wlodareck, Erben, Gräber. Becker arbeitete sehr aut. Schwarz machte einen überspielten Eindruck; Lehrmund war in gewohnter Form. In der Läuferreihe überragte Knaus seine Nebenleute. Der Sturm spielte wie aus einem Guß. Die Gastgeber beginnen und sind sofort im Gießener Strafraum; Lehrmund klärt. Langsam setzt ♦ Die Termine der Endspiele um die Deutsche Frauen-Handball-Meister- schäft wurden nunmehr bekanntgegeben. Die Vorrunde steigt am 28. April, die Zwischenrunde am 12. Mai, die Vorschlußrunde am 26. Mai und das Endspiel am 16. Juni. Von den süddeutschen Vereinen spielen in der Vorrunde Eintracht Frankfurt gegen Spvgg. Fürth in Frankfurt, Hessen-Preußen Kassel — Fortuna Leipzig in Kassel und Tv. Bad Cannstatt gegen VfR. Mannheim in Cannstatt. Der schnell st e Schwimmer der Welt, Peter Fick- USA., wird im Juni nach Deutschland kommen und in Berlin und Bremen gegen die beste deutsche Crawl-Klasse an den Start gehen. sich das planmäßigere Spiel der Gießener durch. Vorerst gelingt es ihnen aber nicht, die sich glänzend schlagende Hintermannschaft des Gegners zu überwinden. Drei Ecken für die Gießener bringen nichts ein. Eine Flügelvorlage von Knaus zu Fehling, dieser flankt zur Mitte. Der Mittelstürmer ist zur Stelle, die Gießener führen 1:0. Einen gefährlichen Angriff der Homburger stoppt Lehrmund in letzter Sekunde. Auf der Gegenseite erzwingen die Gießener die vierte Ecke, die auch ergebnislos verläuft. Gräber bleibt im Kampfe mit seinem Läufer siegreich, seine Vorlage verwandelt Wlodarek zur 2:0-Führung. Nach Wiederbeginn haben die Homburger eine große Chance, aber ihr Halbrechter schießt daneben. Die Hiesigen erzwingen die sechste Ecke. Die Mannschaften sind sich jetzt im Feldspiel gleichwertig. In der 15. Spielminute nach Halbzeit umgeht der Halblinke Schwarz und die Gastgeber kommen auf 2:1 heran. Im Gießener Sturm läuft jetzt Ranft zu großer Form auf. Nach schöner Kombination des Jnnentrios erhöht er auf 3:1. Durch einen Elfmeter fällt das zweite Tor für Homburg. Die Gießener diktieren jetzt das Spielgeschehen. Wlodareck schießt Nummer 4. Drei weitere Ecken können nicht verwertet werden, da die Gastgeber zahlreich verteidigen. Mit dem Schlußpfiff stellen die Gießener den verdienten Sieger. VfB.-Reichsbahn II — Herborn-Seelbach I 3:3 (0:1). Dieses Spiel hatte zwei grundverschiedene Halbzeiten. Waren die Gastgeber durch ihr wuchtiges und hohes Spiel in der ersten Halbzeit überlegen, so mußten sie sich in der zweiten Hälfte dem besseren Spiel der Hiesigen beugen. Kurz nach Spielbeginn gehen die Gastgeber in Führung. Gegenangriffe der Gäste werden leicht abgewehrt. In dieser Drangperiode schlug sich die Gießener Hintermannschaft glänzend. Nach der Halbzeit erhöhen die Gastgeber durch Selbsttor auf 2:0, müssen sich aber dann, da sie ihrem eigenen Tempo zum Opfer fallen, von den Hiesigen einschnüren lassen, die durch ihren Linksaußen (der 3 Tore erzielt) eine 3:2- Führung erreichen. Bei einem Gedränge im Straf- raum bringt die Hintermannschaft den Ball nicht fort und die Gastgeber gleichen aus. Das Ergebnis entspricht den Leistungen. VfB.-Reichsbahn 1. Jgd. — Vilbel 1. Jgd. 2:3 (2:3). mit fie terlich ,'ch lick ,lm dl , „ „ Zwei-Pferde-Springen, entschieden, in dem deutsche Offiziere ganz hervorragend abschnitten. Den äußerst schwie- fff- di. Ms »45h3; «[i bds" fa?c Bücher für den Vogelfreund Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr. Oskar und Frau Magdalena Heinroth. Mit 159 Färb- und 352 Schwarztafeln. 4 Bände in Halbleder gebunden RM. 270.—, in Ganzleinen gebunden RM. 235.—. — Bezug auch in 100 Lieferungen (davon 80 je RM. 2.50 und 20 je RM. 3. -) möglich.— Verlangen Sie Angebot und Probelieferung! Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg. Einführender Text von Prof. Dr.F.Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. Preis geb. RM.4.— Naturdenkmäler aus der Vogelwelt von Oberstleutnant von Lucanus. Broschiert RM.2.gebunden RM.3.— Die heimischen, geschützten Raubvögel. Von Dr. Martin Löpelmann. Mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flugtafeln u. 26 Abbildungen im Text. Preis geb. RM.4.- Die heimischen Singvögel. 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