?5e5 n 5 CCD D 'S5 >3 3 j-cre O'® »= = - äBeo.2r c»=§5 5*3^ a C§s* 5 °HsS Ufas1 = D 0 * 5 y5 l6 2.o J-C 0:2-Ä J 3 tip r^tooA ;t>d>5- ‘ CD C r. K J Samstag, 25. gebnior 1955 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf-, für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Bpf.,Platzvorschrift oder schwieriger 3 atz 25°/0 mehr Ermähigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamiüenblStter Heimat tm Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Nps-, Familienanzei- gen. Bäder-. Unterrichts- il - - behördliche Anzeigen 6Rpf. „»»rWW U.I-.rlMts.»»» -n» «.«.<».1I. »■> «.WIMM.: SCiWt. - Nr. 46 Erft« Blatt 185. Zahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Amerika bezieht Stellung der Zeit derrt 5 e»ton rtöd) unterer potttWen Leziehüngen die Kuiturstadt «°. ÄÄ ßaSfber^WWn W- 0 « Jo Skaalssekrekär Funk erwiderte auf die beiden Reden u. a.: Der Besuch des Herrn Oberbürgermeisters Zörner in Warschau und unser jetziger Gegenbesuch in Dresden sind der Ausdruck des ehrlichen Willens, die kulturellen Beziehungen zu erneuern, die vor zwei Jahrhunderten unsere Hauptstädte verbunden haben. Ein einigendes Band umschlang uns in der Zeit gemeinsamer Herrscher und die daraus entstandene Freundschaft Ein Stück gemeinsamer Geschichte verbindet uns. Dresden, dessen Name unserem Lande als Symbol des Schönen und Hohen gilt, ist auch nach Abbruch nisse es schon so gewollt hat, daß Sie hier in Dresden den größten Teil der Andenken an unsere Vorfahren auf dem Friedhof bewahren, wir dagegen das Andenken der Ihrigen in Gestalt von chönen Bauten inmitten der Hauptstadt besitzen, o haben wir doch, falls es um geistige Werte geht, eines gemeinsam: Sowohl in Ihrem wie auch in unserem Herzen wurzelt tief d i e Liebe und Verehrung zu Chopin. Sowohl m Ihrem wie auch in unserem Herzen leben noch heute Gefühle der Verehrung für einen der edelsten Meuchen jener Zeit, für Friedrich A u g u st, den Herzog von Warschau. Das Andenken an zusammen genannt werden, innerlich lebendig werden: Bach und Händel. Der eine,der still und oer. sonnen im kleinsten Umkreise des äußeren Lebens durch feine Töne ein neues Universum erschloß, und der andere, der weit in die ganze Welt hinausgreifend in leidenschaftlicher Pathetik sich diese äußere Welt formte und von innen heraus über- wand. Und weil diese beiden Großen einsam waren, d h. weil ihr Wirken keinen elementaren Widerhall finden konnte, mußten über dem Grabe Bachs mehr als 100 Jahre vergehen, ehe ein neues Deutschland ihn zu begreifen begann; und auch über Händels Grab in der Westminster-Abtei zu London mußten mehrere Menschenalter verrauschen, ehe die ganze Größe dieses einzigartigen Mannes begann, wirklich Allgemeingut des Volkes zu werden. Die ganze Mächtigkeit des Mannes, den wir heute feiern, ist es gewesen, die auf Beethoven, den brüderlich-verwandten, Eindruck gemacht hat. Darum erleben wir handel heute in einer großen kämpferischen Zeit auch ganz anders als eine pietistische oder süßlich-romantische Epoche. Der erste große Erfolg war Händel in Florenz mit seiner Oper „R o d r i g o" beschieden, und dann mit der in wenigen Wochen komponierten „A g r i p p i n a", die das italienische Publikum in einen fortdauernden Rausch der Begeisterung ver- setzte und den Blutjungen mit an die Spitze des europäischen Musiklebens stellte. Die Ruhmesbahn des jungen Meisters setzte sich zunächst fort, als er in London mit seiner Oper „R i n a l d o", die er in knapp 14 Tagen komponiert hatte, einen Erfolg Halle, 23. Febr. (DNB.) Die Feierlichkeiten, mit denen die Stadt Halle den 2 5 0. Geburtstag ihres größten Sohnes Georg Friedrich H a n- d e l festlich begeht, begannen am Freitagabend mit einem Konzert im Stadtschützenhaus. Das doppel- chörige Orchesterkonzert Nr. 29 von Handel unter Leitung von Generalmusikdirektor Bruno Von- d en h o ff eröffnete die Veranstaltung. Sodann begrüßte der Oberbürgermeister der Stadt Halle Dr. Dr. W e i d e m a n die Gäste, unter denen man neben Vertretern der Wehrmacht, der Partei, der Behörden und der Wissenschaft Reichsleiter Alfred Rosenberg, Prof. Dr. Edward Dent von der Universität Cambridge und Professor T o r re- fr a n c a als Vertreter der italienischen Regierung sah. Oberbürgermeister Dr. Weidemann feierte die engen Beziehungen, die zwischen dem Lande Shakespeares und der Stadt Halle durch ihren großen Sohn geschaffen seien. Der Redner gab dann bekannt, daß die Festlichkeiten im Sommer durch volkstümliche Händelfeiern erweitert werden sollen. Im Namen des Gaues Halle-Merfe- burg der NSDAP, begrüßte Staatsrat Jordan die'Festgemeinde. Der Beauftragte des Führers zur Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung der nationalfozia- Der AullaN zu den Reichs-Händel-Feiern in Halle Handel als der heroischer Künder ewigen deutschen SestattungSwillens. Deutschland huldigt den Manen Händels und Chopins polnische Gäste in Dresden. Eine Gedächtnistafel am Ehovinhaus. überbrachte die Grüße der Reichsregierung und der Reichskulturkammer und führte dabei u a. aus: Zwischen Deutschland und Polen hat ein lahr- hunderte alter inniger Kulturaustau ch stattgefunden. Die Stadt Dresden ist m besonderem Maße dazu berufen, diese kulturelle Gemeinschaft zu pflegen, da sie ihren Weltruf als Kunststädten jener Zeit begründen konnte, als die P e r s o- nalunion zwischen Polen undSachsen unter August dem Starken bestand und Kunst und Künstler eine glanzvolle Epoche Huben wie drüben erlebten. Die Reichsregierung hat sett dem Abschluß des deutsch-polnischen Vertrages auch in kultureller Hinfi d).t alles getan, um die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten zu vertiefen. Aus dem Gebiete der Pressepolitik des Rundfunks, des Films. Theater- und Konzertwefens ist bereits eine erfreuliche Zusammenarbeit zu verzeichnen. In dem Rahmen dieser gemeinsamen Kulturarbeit liegt auch die heutige deutsch-polnische Chopin-Feier zur „P a x anglo-americana“ zum angloamerikanischen Frieden. . Diese „pax" besteht m der britisch-amerikanischen Zusammenarbeit auf allen großen weltpolitischen Gebieten, vornehmlich tm Fernen Osten und in der Flottenrustung. Sie hat sich auch bei den Vorverhandlungen zur Flottenkonferenz von 1935 wieder bewährt. Stillschweigende Voraussetzung war dabei der Ausgleich der britisch-amerikanischen Gegensätze in Lateinamerika, der doch wohl in der Form erfolgte daß Argentinien vornehmlich dem englischen, Brasilien dem nordamerlkanischen Handel überlassen wurden. Und sicherlich hat Staatssekretär Hüll nicht ohne Vorbedacht am Schluß einer Rede von einer pax romana gesprochen, die er ablehnt, und an ihrer Stelle einen Frieden gefordert, den er folgendermaßen formuliert: „einen folgte froren die den lateinamerikanischen Staaten und Firmen von den Neuyorker Großbanken gewährten Kredite völlig ein. Ueberall wurden Moratorien verkündet, Devisensperren erlas en usw., von denen die USA. am schwersten betroffen rour= den. Ein Auftauen der Kredite wäre nur möglich gewesen durch neue Kredite, zu.denen sich jedoch keine amerikanische Bank bereit fand. Welcher Amerikaner hätte sich auch bereit gefunden, neue südamerikanische Anleihen zu zeichnen? Die Londoner City hat die ihr hier gebotene Chance schnell gewittert. Der Prinz von Wales fuhr als komg- Ncher commis voyageur nach Buenos Aires und eröffnete dort eine britische Industrieausstellung. Gleichzeitig begann auch der Apparat des Foreign Office zu spielen. Macdonald traf sich mit Hoover und schuf in der präsidentiellen Blockhütte am Ufer des forellenreichen Rapidan River die Grundlage Frieden zwischen Freunden, die ihre Unabhängigkeit nicht gewaltig und doch nicht unbedingt sicheren Rüstungen verdanken, einen Frieden friedlichen Gebens und Nehmens in politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit". Besser läßt sich die „pax anglo-amen- cana" nicht umschreiben. Daß diese eine „Realität ist, um mit Staatssekretär Hüll zu sprechen, beweist die erst kürzlich erfolgte Gleichschaltung der amen- konischen und britischen Politik gegenüber der Sowjetunion. Mit der ostentativen Verringerung des amerikanischen Gesandtschaftspersonals ,N Moskau, mit der Drohung der Auflösung der russisch- amerikanischen Bank für Aus- und Einfuhr uv- mit der Aufhebung der 50prozentigen Zollerleichterung für russische Manganerze wurde die „pax anglo-americana" von der Belastung befreit, die sie allein gefährden tonnte. Im Dresdener Rathaus fand am Abend em feierlicher Empfang und ein C h o P in - Ged a ch t- nistonaert statt, an dem zahlreiche Ehrengast- teilnahmen. Oberbürgermeister Zörner begrüßte die Gäste: Der heutige Gedenktag, so führte er u. a. aus, und die Teilnahme prominenter Vertreter des polnischen Staates an seinem festlichen Begehen in unserer Stadt sind ebenso wie die herzliche Ausnahme, die ich bei meinen Besuchen m Warschau und Krakau gefunden habe, der beste Beweis dafür, wie stark und lebendig Verbindungen kultureller Art fortwirken und wie sie geeignet sind, die friedliche Zusammenarbeit der Volker zu fördern. Der aufrichtige Glaube unserer beiden Führer an das Gelingen dieses Friedenswerkes und ihr starker Wille, es zu vollenden, verpflichten uns zu freudigster Mitarbeit. Lassen Sie uns deshalb zum Beginn dieser Feierstunde unserer F u h - r e r gedenken und stimmen Sie mit uns ein in den Ruf: Dem Führer des polnischen Staates Marschall P i l s u d s k i und dem Führer des deutschen Vol- kes Reichskanzler Adolf Hitler em drei- faches Sieg-Heil! Die Versammelten stimmten in bie Heilrufe brausend ein. Sodann intonierte die Kapelle zunächst die polnische Nationalhymne und dann das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, das die Versammelten stehend anhörten. Der Außenminister der USA., Staatssekretär Cor- dell Hüll, ist ein nüchterner Mann; fein Jüngling mehr, aber auch kein Greis — er wurde am 2. Okt. 1871 in Overland (Tennessee) geboren, — er liebt in der Politik und im Leben, was man „Realitäten" nennt. Seine republikanischen Gegner behaupten etwas boshaft, daß „Realität" geradezu fein Lieblingswort fei. Cordell Hüll alfo, der sich gern captain nennen hört, führte er doch im spanisch-amerikanischen Kriege eine Kompanie, hat eit langer Zeit zum ersten Male wieder seine i Stimme erhoben und von dem Kanadischen Klub । in Neuyork die Grundlinien der amerikanischen ; Außenpolitik entwickelt. Der Zeitpunkt war sicher- , lich mit Vorbedacht gewählt. Die USA. , konnten nicht anders, als ebenfalls zu dem großen ; diplomatischen Gespräch zwischen den europäischen Mächten das Wort ergreifen. Das geschah mit der „Realität" und Nüchternheit, mit der Staatssekretär Hüll große politische Fragen zu behandeln pflegt und mit jenem Sinn für klare Gliederung, die den ehemaligen Rechtsanwalt und Richter erkennen laßt. Die Rede Hulls hat etwas geradezu Klarendes und Reinigendes, weil sie sich deutlich von dem aufgeregten Gebaren abhebt, das beispielsweise die Sowjets zur Schau tragen. In Moskau will man unbedingt mit von der Partie fein; in Washington und Neuyork dagegen erklärt man: Selbstverständlich sind auch wir zur Mitarbeit bereit; selbstverständlich erbringen auch wir unseren Beitrag für die Stabilisierung des europäischen Friedens; aber bitte, ihr guten Europäer, zuerst muht ihr das allgemeine Wettrüsten abstoppen oder, wie sich Staatssekretär Hüll ausdruckte: Das Wettrüsten muß ausgeschaltet werden, diese Ausschaltung ist die wesentliche Vorbedingung für unsere Mitarbeit an allen politischen Maßnahmen. Es werden noch Monate ins Land gehen muffen, ehe sich die amerikanische Politik in Europa aktivieren wird. Dann ist es immer noch an der Zeit, Betrachtungen darüber anzustellen, welche Formen diese Aktivierung annehmen wird. Denn die von Hüll aufgezählten vier Punkte, von ihm selbst als die „Säulen der Teilnahme" bezeichnet, und zwar der Kellogg-Pakt, die Bereitschaft zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes die Bereitwilligkeit zur Konsultation bei drohender Kriegsgefahr und der Verzicht auf die Vorrechte der Neutralität gegenüber einem, von Amerika allerdings aus eigenem Erm-ff-n als solchen ^gestellten..Angreiferstaat — das alles ist selbstverständlich politisch höchst bedeutungsvoll, praktisch indessen vorläufig nur der Rahmen, zu dessen Ausfüllung auch die europäischen Mächte beitragen müssen. Bereits heute hingegen sind die Ausführungen zu unterstreichen, die Hüll über das Verhältnis der USA. zum britischen Weltreich und zu Lateinamerika gemacht hat. Das klingt auf den ersten Blick paradox! denn in bezug auf L a t e l n a m e - r i k a sagte Hüll nichts weiter, als daß die USA und Lateinamerika gute Nachbaxn bleiben und freundschaftlich Zusammenarbeiten wollen. Mit der guten Nachbarschaft hatte es freilich — und damit löst sich das Paradoxe von selbst — in früheren Seiten feine eigene Bewandtnis. Die gute Nachbarschaft mit Lateinamerika hieß vor hundert Jahren Monroe-Doktrin und nennt sich heute Panamerikanismu s". In der Sache ist ste die gleiche geblieben. Ob nun Präsident James Monroe im Jahre 1820 seine berühmte Doktrin verkündete, um englische Jnterventionsgelüste bet Den Freiheitskämpfen der jungen lateinamerikanischen Revubliken zu Unterbinden, oder ob der Außenminister Teddy Roosevelts, Elihu Root, erklärte ,Die Sicherheit der Vereinigten Staaten Den langt,' daß amerikanisches Gebiet amerikanisch bleiben soll", ändert nichts an der Tatsache, daß beide Staatsmänner nichts als das nackte Inte r e f f e b e r U S A. im Auge hatten und daß es beide Mal um nichts anderes ging als um die Vorherrschaft über den größten und zu unftsreichsten W eit markt. Selbstverständlich wollen die Nordamerikaner aus den ..Wemamentand^ fen keine „dependencies , wie ste die ^HÜppinen, Hawai Kuba usw. nennen, geschweige denn Kolonien machen. Aber eins wollen ^ ^z bestimmt: die erste und ausschlaggebende Macht in Mittel - und Südamerika bleiben. Wer wollte sie auch daran hindern? Die Engländer hatten es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts versucht, als sie aus Texas ein«LJ^ene Baumwollkolonie zu machen versuchten, riesige K pitaüen in Mexiko investierten und mit Derr -öe|i B- ergreifung Kubas liebäugelten. Der Versuch Im - terte ebenso wie die Einmischung in die venezolanischen Wirren von 1895. Seitdem erkennt Das britische Weltreich die amerikanische Doktrin unpe= schränkt an. 1895 konnte deshalb der damalige Außenminister der USA. mit herausfordernder Sicherheit erklären: „Gegenwärtig ist keine Union praktisch souverän über diesen Kontinent, über Nord-, Mittel- und Südamerika, und ihr „Fiat GA--5 geschehe also") ist Gesetz für die Sachen, auf Die sie ihre Vermittlung beschränkt." Erst eigentlich seit dem Einsetzen der großen Wirtschaftskrise hat die nordamerikanstche Uebermacht in Lateinamerika eine gewisse Einschränkung erfahren. Vor 1929 wäre es völlig ausgeschlossen gewesen, daß der englische $ans del, der noch um die Jahrhundertwende den größten Teil des südamerikanischen Marktes beherrscht hatte, mitdem Neuyorker Finanzkapital, das Milliarden auf Milliarden in Brasilien, Chile, Peru, Bolivien und Mittelamerika anlegte, konkurrieren konnte. Mit Mühe und Not vermochte er seine alte Stellung in Argentinien zu behaupten. Als bann aber bem großen Konjunkturjahr 1929 ber vernichtenbe Umschlag In Bresben fanb auf bem Neumarkt bie feierliche Enthüllung einer Chopin-Gedächtnis- täfel statt. Im „Türkischen Zelt" im Historien Museum hatten sich zahlreiche Ehrengäste zur Teilnahme an ber Feier versammelt, die sich mit dem polnischenBotschafterin Berlin L l p s k i, bem Warschauer Stadtpräsidenten Starzynski und den übrigen polnischen Gästen durch ein dichtes Spalier der Bevölkerung zum Hause N e u m a r k t 1 begaben, in dem der große polnische Musiker zweimal Wohnung genommen hat. Von dem mit Fahnen und Girlanden reich geschmückten Hause grüßte außer den Farben des Deutschen Reiches und der Stadt Dresden eine große polnische Flagge. Die Weiherede hielt Dresdens Oberbürgermeister Zor- ner, worauf der Warschauer Stadtprasident Die Enthüllung vornahm. Die Kundgebung schloß mit einer von den ehemaligen Hoftrompetern geblasenen alten polnischen Fanfare. Nach der Kundgebung begaben sich die polnischen Gäste zur katholischen Hofkirche, wo sie die Fürstengruft besichtigten. Dann fand in der Wohnung des Dresdener Oberbürgermeisters ein Frühstück zu Ehren der Gaste statt. Empfang und Festkonzert im Rathaus. Sohn feines Volkes gewesen. Chopms Musik wurzelt im Volkstum; in seinen Mazurkas, Polonaisen, Nocturnos klingen die alten polnischen Volksweisen und er hat es verstanden die einfachen volkstümlichen Formen der Musik zu einer besonderen Kunstgattung zu erheben der er auf den höchsten Höhen der Kunst einen festen Platz sicherte und deshalb ist seine Kunst uns heute auch so zeitnahe, weil die nationalsozialistische Kulturpolitik die Verwurzelung mit dem Volksempfinden von jeder echten Kunst- schöpfung verlangt. Die Kunst soll im Volke leben, und der Künstler soll aus dem Volk, mit dem Volk und für das Volk schaffen. Gegenseitige Anerkennung der nationalen Kulturwerte, das ist Der Ausgangspunkt und Die Grundlage ber deutsch- polnischen Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet. Das Ziel ist uns dabei die H e r st e l l u n g e l n e r dauerhaften Freundschaft zwifchen den beiden Nachbarstaaten. Hiermit wollen wir der Welt ein Beispiel geben, wie man am besten Öen Frieden sichert und die Wohlfahrt der Völker fördert. Der Warschauer Sladtprasident Minister Starzynski ..ische Chopin-Feier Friedrich Chopin ist für bas deutsche Volk nicht nur ein großer Komponist und feinsinniger Menschs onbern auch d e r echte N a t i o n a l' st u n d ritterliche Pole Bezeichnend in dem Leben Chopins ist jener Abschied aus Warschau, als feine Freunde ihm beim Abschiedstrunk einen Becher mit polnischer Erde gefüllt mit den Worten überreichten: „Mögest du, wo du immer wanderst und weilest, nie deines Vaterlandes Polen vergessen", und er ist st e t s ein treuer listischen Bewegung, UddWer Alfred Rosenberg hielt anschließend die Festrede, in der er u. a. Folgendes ausführte: Vergegenwärtigt man sich den verzweifelten Zustand Deutschlands im Dreißigjährigen Krieg, Dann erst wird die einsame Größe jener beiden, die stets Zu ihnen gehören auch manche, deren Namen als nationale Helden in unsere Geschichte eingegangen sind. Dank dem weiten politischen Blick der beiden großen Staatsmänner, von denen die Geschicke ber beiben Nationen bestimmt werben, hat unser Land einen Weg friedlichen Zusammenarbeit e n s beschritten, ber ber Gesamtheit ber Völker zum Segen gereichen wirb. In bem anschließenben F e st k o n z e r t war ber Hauptteil bes Programms Werken Friebrich Cho- pins gemibmet. Kurz nach 11 Uhr traf bann noch Reichsleiter Rosenberg, von Oberbürgermeister Zörner herzlich begrüßt, im Dresbener Rathaus em. bieten gerechten menschlichen Fürsten hüten noch heute bie Herzen ber Warschauer. Wenn wir heute bie gelockerten Binbungen roteber e nger g e t a i • t e n wollen, so wirken wir nur in bemfelben Sinne. Botschafter Äpstl K-TäMÄ 'S Si» laß gewählt werben, um alte Traditionen zwischen Polen unb Sachsen roieber lebenbig werben zu lassen, als biefe einem ber größten Sohne Polens geleistete Ehrenbezeugung, Friebrich Chopin, den Schumann mit den historisch gewordenen Wor. ten Hut ab, meine Herren, ein Gerne! begrüßte, unb 'von besten Wirken burch bie Verkörperung ber nationalen Seele in ber Musik einer unserer Groß- ten sagte, er hätte ein wahres Heldengedicht' bes polnischen Lebens geschaffen, inbem er in seinem Lobgesang auf bas National- künstlerische bas Volksempfinben zu einer Macht erhob, bie bie gesamte Menschheit durchdringt und einanber näher bringt Chopins romantische Seele durchglüht von hohem Patriotismus, versinnbildlicht das gewaltige Freiheitsringen der polnischen Nation zur damaligen Zeit. „Auf der Menschheit Hohe wohnende Geister" müssen sich verstehen. Durch seine Verbindungen mit Liszt, Schumann und anderen Ihrer Großen schlug Chopin die Drucke zur deutschen Geiste sw eit, und Die Gedenktafel, an seiner ehemaligen Wohnstätte m , Dresden, wird ein weiteres Bindeglied zwischen uns darstellen. Der österreichische Besuch in Paris Paris, Garantie für ihre Sicherheit finden könne. losen Weißen durch armen Weißen wurde, daß es also weißen Arbeitslosen feit zu geben, daß 1936 einen Vortrag zu halten und nut führenden schwedischen Sportlern und Sportjournalisten Fühlung zu nehmen. 9f,;,r , < ■ 23;.^eb£ (DNB. Funkspruch.) Nach tente gewonnen. Es würde überraschen wenn die Abschluß des ersten Tages der sranzoslsch-osterre.chl- französisch-österreichischen Besprechungen einen Fort- dien Be vreckunoen erklärte der frnnirif frhp AnkiPn- ex'l/- J 8 “ ' 1 schen Besprechungen erklärte der französische Außenminister Laval: Ministerpräsident Flandin und ich stellen mit Genugtuung fest, daß wir mit den österreichischen Ministern über alle Oesterreich besonders interessierenden mitteleuropäischen Fragen überein st immen. Zur Konsolidierung des Friedens sind wir zusammengekommen, für ihn haben wir gearbeitet. Ein Teil der Presse meint, daß auch die Habsburger Frage schon angeschnitten worden sei. „Journal" erklärt, die französischen Minister dürften daran erinnert haben, daß die französische Regierung keine andere Haltung einnehmen könnte, als die Kleine E n t e n t e. Die Frage sei heikel, weil ja ein souveräner Staat in der Lage sein müsse, die ihm genehme Regierungsform zu wählen. Aber ein souveräner Staat sei auch verpflichtet, Das amerikanische Repräsentantenhaus nahm den H e e r e s h a u s h a l t an, der gegen den letzten Heereshaushalt eine Erhöhung um über 48 Millionen Dollar auf über 318 Millionen Dollar vorsieht. Die Vorlage geht nun an den Senat weiter. einen neuen Zugang an zum Teil wieder ausgeglichen zwar gelang, einem Teil der Der ehemalige südslawische Forstminister N i ■ kitsch wurde im Zusammenhang mit einer Bestechungs-Angelegenheit der Holzindustriegesellschaft „Naschitzka", bei der der Staat um hohe Beträge geschädigt worden war, verhaftet. Außer ihm sollen auch drei ehemalige Abgeordnete ins Gefängnis ge- bracht worden sein. Die gesundheitliche Betreuung der HI. ^euycyiand zu einer inneren Abwehrhaltung führte, konnte dieses gleiche Deutschland Gehalt und Form Shakespeares ohne weiteres übemeh- wen weil hier aus einer tiefinnerlichen Verwandt- Iqjaft Wege eingeschlagen wurden, die in ihrer dynamischen Kraft und in ihrer stürmenden und durch die Natur hindurchgreifenden Dramatik Leben von deutschem Leben selber war. Der Reichssportführer von Tschammer und O st e n ist in Stockholm eingetroffen, um im Deutschen Sportklub über die Olympischen Spiele sondergleichen errang. Aber nach kurzem Erfolg erwuchs ihm in der englischen Gesellschaft eine Gegnerschaft, die ihn nach aufreibendem Kampfe schließlich sein Vermögen kostete und ihn gesundheitlich und seelisch zermürbte. Trotzdem aber war die Zeit feines, Ruhmes damit nicht zu Ende. Sein „M e s - fias" errang schließlich einen durchschlagenden Erfolg, brachte ihm aber noch nicht den künsllerischen (Sieg, der sich erst mit seinem „Judas Makka - b ä u s" einstellte. Dieser „Judas Makkabäus", komponiert aus dem Anlaß der gewonnenen großen Schlacht der Engländer über die Schotten, war ein einziger Lobgesang des Sieges. Das war die Höhe der Künstlerlaufbahn Georg Friedrich Händels. Dann kam die Zeit, da Nacht seine Augen umfing, wo er nach achtjähriger Blindheit fein Leben beendete, um geehrt wie nur wenige feiner Zeit in der Westminster-Abtei zu London beerdigt zu werden. Georg Friedrich handel halte also einen schicksalsreichen Weg aus seiner Heimat weit über die Staaten Europas genommen. Er hat die künstlerische Seele der Völker schlagen gefühlt, sich mit ihr und ihren Kunstformen gemessen, um sie selbstherrlich auf allen Gebieten feinem wesen gemäß zu gestalten. Und dieses sein Wesen, das können wir heute wohl sagen, war nicht süßlich-fromme Hingebung, sondern ein immer wieder hervortretender starker dramatischer Anschlag, ein heroisches Ringen aller Elemente eines (türmenden Menschentums, demgegenüber Titel und Texle feiner Werke nur wenig bedeuten. Italienische Truppenverschiffungen nach Afrika. behrungsreiches und eintöniges Leben. Sie erkennen zwar, daß die Meldungen über den Rrickünm des Goldbergbaues und der verwandten Industriezweige stimmen, sie lesen zudem in den Tageszeitungen die Berichte über den außergewöhnlich günstigen Stand der Staatsfinanzen. Sie erfahren schließlich auch, daß es kaum ein anderes Land gibt, das derartige Ueberschüsse im Staatshaushalt auf weisen kann wie die Union, daß sich schwerlich eine Industrie finden läßt, die derartige Gewinne ausschüttet wie der Goldbergbau am Rand. Aber sie erkennen dann sehr bald, daß in diesem Lande selbst nur diejenigen, die über genügendes Kapital verfügen, Aussicht haben, es durch harte und ausdauernde Arbeit zu Besitz und Wohlstand zu bringen! 3n den Slums der Unionsstädte sehen sie, wie Nachkommen der alten Vortrekker, die das Land eroberten, in den dürftig st en Verhältnissen ihr Leben fristen. Auf dem platt-m Lande, auf den Farmen im abgelegenen Buschveld erleben sie, wie Dürre, Heuschreckenplage unö Viehkrankheiten die Farmer um den Ertrag ihrer ganzen Lebensarbeit bringen. Sie erfennni plötzlich, daß hinter der goldenen Fassade des Witwatersrandes sich viel Elend und Not verbirgt. Sie erfahren, daß in diesem Lande mehrere hunderttausend „Arme Blanken", so heißen die weißen Arbeitslosen in Südafrika, leben, über die aber nur in den seltensten Fällen gesprochen roirb, weil es den vom Schicksal Begünstigten unangenehm ist, an sie erinnert zu werden. Nur bei besonderen Anlässen hört man in der breiteren Oefsentlichkeit davon, nur dann, wenn eine neue Kommission ein« gefetzt ist, die sich mit dem Arbeitslosenproblem in wochenlangen Konferenzen beschäftigt. Nur dann, wenn die Unionspresse während der „Saurengurken- zeit" in der "südafrikanischen Politik in Ermangelung eines zugkräftigeren Themas sich befleißigt, ihre Sympathien für die unfreiwilligen Objekte dieser immer wiederkehrenden Konferenzen zu befunden. Die Berichte über diese Tagungen lassen erkennen, daß die Unionsregierung sich seit Jahren um die Lösung des Arbeitslosenproblems bemüht, daß es ihr auch gelungen ist, einen Teil der armen Weißen durch Arbeiten an den Landstraßen, an den Eisenbahnlinien und an den Dammbauten wieder in den Arbeitsprozeß einzuschalten. Nicht gering war auch die Zahl derjenigen, die bei der Bekämpfung der Heuschreckenplage Arbeit und Verdienst fanden, und nicht unwesentlich waren die Aufwendungen der Regierung für die Ansetzung neuer Siedler. Nach dem vor kurzem veröffentlichten Bericht des Landwirtschaftsministeriums wurden seit der Errichtung der Union bis Ende März 1933 für den Ankauf von Siedlungsländereien, für Siedroirb erneut betont, baß diese Truppenverschiffungen großen Stiles nur« den Charakter einer Vorbeugungsmaßnahme tragen, daß An- griffsaftionen nicht vorgesehen sind und daß sie lediglich zur Verteidigung der heute in italienischen Händen befindlichen Stellung im So- malUanb bienen. kleine politische Nachrichten Der Führer und Reichskanzler empfing am Freitag den zum Gesandten in Santiago (Chile) ernannten bisherigen Gesandten in Addis Abeba Freiherrn von Schön vor seiner Ausreise nach Südamerika. ®eorg Friedrich Händel bedeutet zusammen mit Hans Holbein den Dank Deutschlands an das England Shakespeares, und wenn wir heute hier in Halle hervorragende Vertreter des englischen Kulturlebens begrüßen können, so grüßen wir mit ihnen gemeinsam ein Schaffen, das trotz verschiedener politischer Schicksale der Völker, trotz anderer Auslesegesehe doch für jeden liefer- blickenden aus einer Wurzel sproßt. Rom, 22. Febr. (DNB.) Die Truppenverschiffungen großen Stiles nach Jtalienisch-Ostafrika beginnen am Samstag von Messina aus. Es handelt sich um die Verschiffung der in Sizilien stehenden Divisionen, für welche u. a. der große Personendampfer „V u l k a n i a" (2* Tonnen) eingesetzt wird. Dieser Dampfer ist VUn «i. K Ui । Neapel, wo Sanitätstruppen, Pioniere und Artille. Tun h a t ri» __m - - s. ._ klärte auf einer Kundgebung der Nationalregierung in Bradford u. a.: Deutschland hat den Geist, in dem die Londoner Vorschläge vorgebracht wurden, begrüßt, ohne Zweifel werden sofort weitere Verhandlungen mit Deutschland stattfinden, die, wie wir hoffen, letzten Endes zur Rückkehr Deutschlands in Öen Völkerbund füh - r e n werden. Unsere Politik geht nicht dahin, in ein Bündnissystem einzutreten, in dem versucht wird, die Kräfte der einen Bündnispartei gegen die Kräfte einer anderen Bündnispartei auszuwägen, vielmehr ist es unsere Politik, zu versuchen, den Geist des guten Willens und der gegenseitigen Garantie unter den Nationen zu fördern. Das ist die aussichtsreichste Methode und diejenige, die am wahrscheinlichsten zu einer allgemeinen A b - r ü ft ung führt. Die Nationen rüsten heute nicht, weil sie Vergnügen daran haben, sondern weil sie sich Dor Angriffen fürchten. Wenn man einmal diese Furcht zerstören könnte, dann zerstörte man auch die hauptsächlichsten Gründe für die Rüstungen. Das ist die Politik, die England in seinen Beziehungen zu den anderen Mächten verfolgt, und meiner Ansicht nach können wir an-1 London, 23. Febr. (DNB. Funkspruch). Der Schatzkanzler Neville Chamberlain er- nehmen, daß wir gute Fortschritte machen. Unsere Hauptsorge liegt in der Aufrechterhaltung des Friedens. England ist heute durch die Entwicklung der Luftfahrt viel verwundbarer als früher. Es ist der Angelpunkt der Politik der englischen Regierung, den Völkerbund mit allen in ihren Kräften stehenden Mitteln z u st ä r k e n und z u entwickeln, da er das einzige Mittel ist, um den Frieden und die internationale Zusammenarbeit zu erzielen. Unmittelbare deutsch-englische Besprechungen. London, 23. Jebr. (B21B.) Die deulsche Regierung Hal, wie Reuter berichtet, der britischen Regierung in bestimmter Form mitge 1 eilt, sie fei damit einverst a n d e n, daß die in Aussicht genommenen deutsch-englischen Besprechungen sich auf das ganze Gebiet der in dem eng- lisch.französischen (Kommunique vom 3. Februar erwähnten Punkte erstreckten. U n - mittelbare deutsch-englische Besprechungen find danach jetzt fo gut wie sicher. .......... «. u.: Es sei kein Geheimnis, daß Oesterreich sich mit der Stellung eines untergeordneten Schützlings der Nachfolgestaaten nicht abfinden könnte. Es lasse keine formellen B e schränkungen seiner Souveränitätsrechte zu. Ferner verlange es, daß die Garantiepakte logischerweise durch wirtschaftliche Übereinkünfte ergänzt werden, die ihm eine Lebensmöglichkeit geben. Frankreich vertritt den Standpunkt, daß diese Wünsche durchaus berechtigt sind, jedoch müßte es eine Sicherheit dafür haben, daß die volle von Oesterreich geforderte Freiheit nicht zum Recht werde, sich einen Herren zu wählen, an dem a n - d e re Völker Anstoß nehmen könnten, die auf ihre wiedererrungene Unabhängigkeit ebenfalls eifersüchtig seien. „Echo de Paris" rechnet damit, daß der Donau- Pakt noch lange nicht zum Abschluß kommen wird. . ______v ., -. Vorläufig sei nur das Versprechen, sich gegenseitig zur Verfügung gestellt werden. Diese <3U befragen, falls die Unabhängigkeit Oesterreichs HJ.-Aerzte sind für die ordnungsgemäße gesund- gefährdet werde, vorhanden. Für dieses Versprechen heitliche Betreuung der Hitler-Jugend verantwort- le‘cn bisher Frankreich, Italien und die Kleine En- lich. Sie haben das Recht und die Pflicht, gegen solche Veranstaltungen der HI. bei den vorgesetzten Dienststellen Einspruch zu erheben, von denen sie glauben, daß sie vom g e - H sundheitlichen Standpunkte aus nicht verantwortet werden können. Ich habe allen Dienststellen der HI. Befehl erteilt, diesem E i n- s p r u ch injedemFalleFolgezuleisten. Insbesondere weise ich darauf hin, daß an Veranstaltungen während der kalten Monate nur diejenigen Mitglieder der HI. (bzw. DJ.) teil- nehmen dürfen, die vorschriftsmäßige Winterkleidung besitzen (warmes Unterzeug, lange Jungvolkhose usw.). Im Einverständnis mit dem Hauptamtsleiter für Volksgesundheit teile ich mit, daß dieser die sämtlichen Aerzte des Hauptamtes (etwa 20 000) angewiesen hat, etwaige von ihnen beobachtete M i ß st ä n b e in der gesundheitlichen Betreuung in der HI. sofort den zuständigen HI.-Führern zwecks Abstellung zu melden. Eine neue Zeit ist angebrochen und wir werden sie meistern." Reichsminister Or. Goebbels spricht in Aachen. wieder eine Verdienstmöglich- aber die Voraussetzungen für das Entstehen einer neuen armen weißen' Bevölkerung trotz des natürlichen Reichtums des Landes noch nicht beseitigt wurde. Kampf gegen Furcht und Mißtrauen Neville Chamberlain über die britische Friedenspolitik. s,,™ 7 < V zn ” . ' l/uvul weiser «eio lrnamgunq oie oring- ?i7\ r!? fcau* ®xner£ ®r.°- -ichsten h-r°usgegriffen und mit z i an i der sich bei der Eroberung der Cyrenaika ferf er mut a n g e f a ft t und dadurch dem deut- durch die endgültige Niederschlagung der Senussi schen Volke fein ©elbftDertrauenroic^erqeqeben einen Namen «ejchasien hat. Bon italienitcher Sette Es ift kein Zchall, ^5 au» *™ |eren bfinbe. rb mii tFVrr'"' -----v“* nur, wer selbst mitarbeitet. Lbcf^nbren ®r-Orb flefommen ®a‘ Aus der Fülle der Probleme, die zu lösen waren, dem ? rGx3I?e?Jn See gegangen Auf haben wir in weiser Selbstrnäßigung d i e d r i n g- oem .uanwrer hptinhpt ft* nn* raenem ~ 1 : j. cl__u... u a ° ™ ° schritt bringen könnten. Die Bedingungen der Kleinen Entente feien: 1. Vorheriger Abschluß des Nordostpaktes; 2. Aufrechterhaltung des Vetorechts gegen die etwaige Wiedereinsetzung der Habsburger; 3. Ausschluß jeder Revisionspropaganda; 4. Abschluß der von Ungarn geforderten zweiseitigen Minderheitenverträge; 5. Zulassung der Türkei zum Donau- Pakt, wenn sie nicht in einem Mittelrneer-Pakt die stenGegnerntreueste Freunde geworden sind. Die Nation hat eben unseren ehrlichen Willen erkannt. Wir haben für unsere Arbeit vier Jahre verlangt und haben i n n o ch n i ch t zweieinhalb Jahren bereits drei Viertel unseres Arbeitsplanes erledigt. Wir haben die Finanzen des Reiches in Ordnung gebracht und haben dem weitaus größten Teil der arbeitslosen Volksgenossen wieder Arbeit und Brot gegeben und schließlich den Zinssatz von 6S auf 4 v. H. zurückgeschraubt. ' Der Minister kam bann auf die soziale Lage des deutschen Volkes zu sprechen und erklärte daß der Lebensstandard des deutschen Arbeiters noch vielfach zu wünschen übrig lasse. In dem Augenblick, da die Arbeitslosigkeit beseitigt sein werde, werde auch diele Frage in großzügiger Weise g e l o st werden. Die Hauptsache sei, daß das deutsche Volk wieder zu sich selbst zurück gefunden habe. Früher habe man sich um Hunderttausende von jungen Menschen nicht gekümmert. Heute zögen sie mit geschultertem Spaten durch die Straßen der Städte und Dörfer. Wenn man das sehe, wisse man: „Eine neue Zeit ist angebrochen, und wir werden sie meistern. Die letzten Worte des Ministers gingen in dem tosenden Beifallssturm fast unter. Mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes fand die erhebende Kundgebung ihr Ende. Den musikalischen Strömungen Italiens und Frankreichs war das Deutschland des Dreißigjährigen Krieges jahrzehntelang widerstandslos ausgeliefert, und erst ganz allmählich rang sich der ewige deutsche Gestaltungswille im geistigen Wettkampf gegen die anderen großen völkischen Kunstformen durch. Während aber das Schaffen des Italiener- und Franzvfentums, in feiner Art groß und mit Recht bewundert, in Deutschland zu einer inneren Abwehrh führte, konnte dieses gleiche Deutschland @i Der Relchsjugend-Pressedienst veröffentlicht folgenden Erlaß des Jugendführers des Deutschen Reiches Baldur von Schi- rach vorn 21. Februar: „Durch Vereinbarung zwischen der Reichsjugendführung der NSDAP, und dem Hauptamt für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP, erfolgt die gesundheitliche Betreuung der Hitler- Jugend (einschließlich Jungvolk, Jungmädel im VdM.) durch Aerzte, die der HI. vom Hauptamt für Volksgesundheit Sur Verfügung gestellt werden. 7 ' „Fetzt nicht die Zeit". BritischePressestirnmen zu den Forderungen Schuschniggs. London, 23. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Obwohl die österreichischen Besprechungen in Paris noch nicht abgeschlossen sind, beschäftigt der anschließende Besuch in London schon heute die englische Presse. Die „Time s" sagt, den Hauptpunkt der Unterhaltung werde die Erörterung des D o - naupaktp laues fein. Die Habsburger R e st a u r a t i o n , die von der Schuschnigg-Regierung befürwortet werde, scheine im Augenblick nicht in den Rahmen praktischer Politik zu gehören. ,^)aily Herald", das Blatt der Arbeiterpartei, jagt: Zweifellos habe man in Paris den Oesterreichern gesagt, oafj die Restauration der Habsburger warten müsse und daß Frankreich von Oesterreich erwarte, ohne unangenehme Zwischenfragen „feinen Platz" im franzö- fischen Bündnissystem einzunshmen. Auch in London werde man ihnen Mitteilen, daß jetzt nicht die Zeit für eine Erwägung der Restauration sei. „M o r n i n g P o st" hält die Verhandlungen für wenig aussichtsreich, denn Oesterreichs Stabilität sei keineswegs sichergestellt und seine Zukunft sei völlig ungewiß. „Daily Telegraph" sagte: Oesterreich fordere, die Großmächte sollten in Zukunft nicht mehr die Kleine Entente unterstützen, die eine Wiederherstellung der Monarchie in Oesterreich und Ungarn im Notfall mit Gewalt verhindern will. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde Laval den Wünschen der Oester- reicher nicht entsprechen, da er der Kleinen Entente gegenüber f e ft gelegt sei. Aus den Berichten geht hervor, daß dieser neue Zugang an weißen Arbeitslosen vom platten Lande kommt, daß es sich hier um Farmer handelt, die trotz aller Hilfsmaßnahmen der Regierung, trotz aller Kredite für Saatgut, für Vieh, für rückständige Schulden, für Zinsen usw. ihre Plätze nicht halten konnten. Die Viehzahl der Farmen, die im Verlauf der letzten Jahre drei- oder viermal die Besitzer oder die Bewirtschafter wechselten, beweist, daß es sich bei diesen Fällen nicht immer um ein Versagen des einzelnen Farmers selbst handeln kann. Die Ursachen dieser Landflucht wüsten auf anderen Gebieten liegen. Sie find oor allem in dem Mißverhältnis zwischen dem Leistungsvermögen der einzelnen Betriebe und der auf dem Farmbesitz Fuhenben Schuldenlast zu suchen, die im Durch- schnitt um das Drei- bis Vierfache zu ?"^ch U der Ertragsfähigkeit der Wirtschaften. In erster Lime sind die Ursachen aber in dem geltenden holländisch-römischen Erbrecht zu suchen, bas den einzelnen die freie, fast uneingeschränkte Verfügungsgewalt über feinen Aachen, 23. Februar. (DNB.) Die rheinische Grenzstadt Aachen, die in dem Reichsminister Dr. Goebbels einen Nachbarsohn sieht, hatte reichen Flaggenschmuck angelegt Rund um den Bahnhofsvorplatz stauten sich die Massen, während -auf dem Vorplatz die Ehrenformationen in einem großen Viereck mit Musik und Fahnen Aufstellung genommen hatten. Nachdem der Minister unter dem Jubel der Menge die Front abgeschritten hatte, begab er sich zu dem im festlichen Lichterglanz prangenden Rathaus, wo er von dem Oberbürgermeister empfangen wurde. Der Minister dankte und gab feiner engen Verbundenheit mit feiner rheinischen Heimat Ausdruck. In der Westparkhalle sprach dann Dr. Goebbels zu den Aachenern. Er setzte sich mit bcm vergangenen System auseinander und glossierte auch die Nörgeleien der heutigen Kritikaster. „Fehler zu machen, war unser Vorrecht, weil wir im Gegensatz zu unseren Vorgängern überhaupt etwas getan haben. Die anderen, die nichts (24 000 getan haben, begingen damit den schwersten Fehrn vvn ler. Recht zur Kritik an nationalsozialistischem Oberbürgermeister Dr. Weidemann überreichte Alfred Rosenberg zum Dank für feine Ausführungen die von der Stadt Halle gestiftete Händel-Gedenkmünze. Der zweite Teil des Vbends war ausgefüllt von der Aufführung der Cäcilien-Ode Händels unter der Stabführung des Universitäts-Musikdirektors Professor Dr. Alfred R a h l v e s (Solisten Ria Ginster, Frankfurt am Main, und Heinz Marten, Berlin). Als die Turmuhr der Marktkirche, in der Händel getauft wurde und auf deren Orgel er spielte, Mitternacht schlug, setzten die Glocken der Hausmannstürme zu einem Geläut von fünf Minuten —— uuu; vuF|uu/iu, Dauer ein. Jrn Scheinwerferlicht flammte das feinen internationalen Verpflichtun- Standbild Händels auf dem Marktplatz auf. In gen nachzukommen. Die Wiederherstellung der einer schlichten Feier legten am Denkmal Kränze Monarchie würde nur möglich fein durch die R e - nieder für die Stadt Halle Oberbürgermeister Dr. Vision des Vertrages von St. Germain, W e i d e m a n n , für die Wahlheimat Händels, und diese Revision würde die Zustimmung England, Vrof. Denk und für das Land der Stu- aller Signatare erfordern. bien Händels, Italien, Prof. Torre fr anca rc n« « rx • f e m < • Der deusich-englische Kulturaustausch, der sich um kein Geheimnis, die Vorbereitung der Hallenser Feiern große Ver- b 6 Defterre'* m,t hpr p:h’""r"’ ,mh,r- bienfte ermorden hat, schloß sich dem Akt an. lervorschüsse usw. allein 7,5 Millionen Pfund vom Staate bereitgestellt und unter dem fogenann^n „closer settlements scheine“ nicht weniger als 7000 Siedler angesetzt. Die Berichte zeigen aber auch, daß trotz aller Hilfsaktionen der Regierung gerade in letzter Zeit der Abgang aus dem Heer der arbeits- Arme Weiße. Don Or. Ludwig Beye, Johannesburg (Südafrika). Es ist schwer, eine Erklärung für die immer noch verbreiteten Anschauungen über außergewöhnlich günftige Lebens- und Wirtschaftsbe- hing ungen Südafrikas zu finden. Wahrscheinlich haben sie ihren Ursprung in den pHanta s i e v o l l e n Schilderungen aus der Feder besessener Reiseschriftsteller und Jouralisten, die sich wenige Wochen hier im Lande aufhalten, um einige hundert Meilen mit der Eisenbahn ober mit einem mehr ober weniger eleganten Auto im Innern herumzufahren. Die Schilderungen solcher Zeilenfabrikanten, die auf Grund eines derartig oberflächlichen Studiums zustande kommen, enthalten alles, was die Leser eleganter Zeitschriften suchen. Sie schildern den ewig blauen Himmel Südafrikas, die weiten Steppen mit dem endlosen Horizont, den sonnverbrannten Reiter mit dem wetterharten Gesicht und den weiten Lederhosen, der über die unendliche Grasebene fliegt, das einsame Farmhaus, aus dem zarter Rauch in den blauen Aether steigt, und nicht zuletzt sich, den Verfasser, selbst: im Tropenhelm, Ledergamaschen, Khaki, das Gewehr über die Schulter geworfen, umgeben von den Jagdtrophäen, die ihm der bescheiden im Hintergrund wartende gentleman-hunter umgelegt hat. Als moderne Tatmenschen, die es nicht lassen können, sich nach dem stillen Farmhaus in der großen Einsamkeit zu sehnen, erwähnen sie aber auch die unermeßlichen Schätze des Witwatersrandes, von denen sie gehört haben; die sprunghafte Aufwärtsentwicklung der jungen südafrikanischen Industrie und den hohen Lebensstandard der weißen Herrenmenschen auf der südlichen Halbkugel. Und jeder sagt sich: dort wohnt bas Glück, ba möcht ich auch leben. Daß bie Wirklichkeit anbers aussieht, erfahren bie jungen Einwanberer, bie durch diese Schönfärberei nach Afrika geführt würben, erst zu s p ä t! Schon nach kurzer Zeit müssen sie feststellen, daß ihre hohen Erwartungen hier nicht erfüllt werden können und baß ihre Anschauungen über Südafrika als das Land, in dem Milch ünb Honig fließ, auf falschen Darstellungen beruhen. Statt fröhlicher, wilder Abenteuer und interessanter Tätigkeit finden sie nur ein hartes, ein ent- ■ n0(f) hnlich s b e» Dohr, ban« Feder '«sich Wien, 1 ober Jö im folger -rartig - ent» ^üten Süd- n ho. toet. i, der hame 'lauen la^er, i, das n von n hin. gt hat. n tön- großen ich die . von wcirts- duftrie denen- > jeder möcht ussieht, e durch mürben, lssen |ie er nicht mungen ich und 'eruhen. eressan. NN ent' ? crten« torfihim ibuftrie- ages,^eich gun« röhren s Land haushalt chwerlich Zewinne fib. Aber i Lande endes ch harte ihlstand sie, wie » Land ltnis- ibe. auf erleben chkrank- ganzen cd. srandes ie ersah' rttausend veihen über die >cn wird, ngenehm rsonderen entlichkeit ssion ein- oblem in k dann, -n^rten- Lcmanye' befleiW- i Dbjelte >n M be- en erken- ihren um iuht, daß :r armen raßen, an den eitsprozev Zahl der' er ^u' n <•*. efi» SS 2^‘9 V niä)t im die chend>tcn. ^rüger in Berlin, Kopenhagener Straße 45, französische Iustizminister Renault “berf^ ihres w'rd s'ch vor dem Schwurgericht wegen Best ech^I TurU^ sgh Begnadigungsrecht ist Auf dem Schneeberg bei Wien wurde die Leiche eines Wiener Skiläufers gefunden, der im Schnee- sturm von seiner Gesellschaft abgekommen und er- froren war. Der Leichenfund ergab die erschütternde Tatsache, daß sich der Verirrte durch sechs Stiche m die Herzgegend zu töten versucht hat, um dem ein- (amen Todeskampf zu entgehen. Fünfzehn Skiläufer auf der Suche dach dem russischen Flieger Golubew vermißt. Vor mehreren Tagen war aus Archangelsk eine Skimannschaft in Stärke von 15 Mann zur Hilfe- leistung für den Flieger Golubew und seine Begleiter aufgebrochen. Diese Mannschaft wird immer noch vermißt. Inzwischen ist auch der letzte Begleiter Golubews namens Kusnezow, der als Wache beim Flugzeug zurückgelassen worden war, geborgen worden. Er wird nach Archangelsk tn ein Krankenhaus gebracht werden. Das Flugzeug Golubews wird nach seiner Instandsetzung in Archangelsk erwartet. An der Suche nach dem Flugzeug haben sich zehn Flieger, 200 Skiläufer und eine große Zahl Truppen beteiligt. Slurmverwüstungen an der französischen Westküste. Kaiser um Kritik unb Spott nicht zu sorgen. Kolo- ; niale Macht und Zukunft habe er für einen Hosenknopf hingegeben, hieß es. Dieser Hosenknopf, soll Em- »emernre unu ........ p.™,.« Satauf geantwortet M««) 6ä(t u*«n gangen ; da diese Geldquelle für «y°pft ist gezwun^n 2B i U?r i e g bedeutet hätte. n>£ ein MeÄÄÄ de^r'i^'den Städten na^S?rbei°sfuch'enden wärtig mit Malta, der Felsemnsel zwischen Si- fc SÄÄÄ s sSttte ÄÄÄ Ste bS hÄ» Erbe mehr -Uma zwischen Europa und Asrika geeigneten Dreß antreten konnten und d>° jungen Einwanderer fid) Engländer, Franzosen und Ita- denen es ebenfalls nicht möglichwar, mit bren nod) nirfjt recht einig. Vielleicht kommt die Geldmitteln ^e eigene Wirtschaft durch Kauf zu Antwort aus Feuerschlünden und Bombengeschwa- erwerben, und die sich darum auf dem Wege der Erörterungen über die afrikanische Pachtung zu Besitzern von Farmen emporarbei- ^uftpakt spricht sie jedenfalls bereits ten wollten, erlebten in v'elen Fallen das gleiche mjt 9menn 0U($ nichts darüber „verlautbart". Schicksal. Das holländisch-römische Recht bietet die- ' ^s M i 11 e 1 m ee r, so lange es friedlich ist, sen Bewirtschaftern keme Sicherheit daß ihnen die ^ur,oas bequem. Die Engländer tön- Früchte ihrer Kapital- und Arbeltsaufwendungen ^ort bunkern, die Kriegsschiffe ausruhen, die zugute kommen. Es ist deshalb verständlich, wenn £DUrirten Faldetta bewundern, die eigenartige ein gewisser Wirtschaftsegoismus sie nicht mehr in r(j.a>ar^c Nische, wie sie von den eingeborenen die Pachtwirtschaft hlnelnstecken laßt, als sie her- g r£e Bonus in der Muschel sozusagen, mit her- ausholen können, und daß dieses Eigeninteresse sie man nach Tripolis, so legt treibt, mit dem genngmoglichsten Kraftaufwande Dampfer in La Valetta an, und auch die so viel wie möglich aus den Farmen Herauszuwirt- machen gern einmal dort Halt. Es ist schäften. Die Grenzen der ordnungsmäßigen Be- die (teilen, engen Straßen zu den alten wirtschaftung werden hierbei leicht überschritten, -r^stungsmauern hinaufzukletttern, gemeinsam mit Raubbau tft die Folge. , Eine fachgemäße er-1 Ziegen, durch die „Seele" der Paradegeschütze tragsnachhaltige Vorratswirtschaft hinsichtlich be |ÜU;S 5)teer hinauszuäugen unb auf der von den ewi- Düngemittelbeschaffung und der Dungeranwenbung ' kahlgefegten Insel herumzukutschieren, unterbleibt Die bem Boben entzogenen Bestand- P, - mals Maltakartoffeln oder ein Malteserteile werden nicht ober nur ungenugenb ersetzt, die Hündchen zu Gesicht zu bekommen. Hingegen erblickt Bobenftatistik nicht gewahrt. man bas Malteserkreuz unb erinnert sich einer Schul- Aber auch die sparsamste Bewirtschaftung selbst .. mo munde, wie d i e I o h a n n i t e r wenn sie auf Kosten der Farmsubstanz ersolgt, nutzt V ^obos vertrieben wurden und nach Malta aus- dem zeitweiligen Bewirtschafter nichts. 6in e °e Lanberteni Daß dieses Rhodos einmal italienisch taleMißernte, die h er im Lande nicht selten mürde, ahnte der Lehrer damals noch nicht, ist, kann s ein gesamtes B e t r i e b s k a p i - ^an kann auch, über die merkwürdigen Klappen tat verschlingen, ihm die Zahlung der Pacht- : ber Straße staunend, warten, ob sie wohl ihren zinsen unmöglich machen ihn zur Aufgabe der I verraten würden, und in der Tat, es geht Pachtung zwingen Der Besitzer, der tn welen Fal-! . { kommt Fuhrwerk auf Fuhrwerk, eine len keine engere Beziehung zu Grund und Boden tianbern wird geöffnet und - rutsch, rutsch, hat und seinen Besitz lediglich als eine sichere! mie I)inunter mit ber Fracht. Malta ist nam- dauernde Renteneinnahme betrachtet, nimmt nurk., Dell ausgehöhlt, wie es Helgoland selten Rücksicht auf bte Lage seines Pachters. Erfüllt mährend des Krieges war,- und kann viel an Nah- dieser seine Verpflichtungen nicht, so muß er das ' für ben menschlichen wie für den Ka- Feld räumen. Die lebende und tote Hand des ver- „oneillchlund schuldeten Pächters aber wird von dem Besitzer ver- 'gewärtig aktuelle, die S p ra ch e n f r a g e, pfändet, bis sämtliche Schulden bezahlt sind. Dem ... ^rauf von selbst, da man natürlich von mittellos gewordenen Farmersohn ober bem jungen K Maltesern gerne Näheres hören, nicht aber bie Einwanberer ist bamit ber Weg zur Scholle gesperrt, Offiziere fragen möchte, die sich im Be- Das einzigste, bas ihm bleibt, ist die Hoffnung, m rg.< ber Festunqswälle putzige heimatliche Häus- den Städten eine Verdienstmöglichkeit ^u fmöen. r Lohn eines Farbigen die niedrigsten Arbeiten zu übernehmen, — er würde bei der hier herrschenden Einstellung zu ben Farbigen den Arbeitsplatz, der normalerweise von einem Schwarzen ausgefüllt Wir suchen einen LOtzM« mit guter Schulbildung, im Alter von 16—17 Jahren. Vorerst nur schriftl. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften usw. an Manfred Volz, Gießen, Bahnhofstrabe 2—4. __1104 d I Vermietungen tjörter eine c ausbri qaben' ersten bens Aber 9riff J zungeb den u1 9. 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Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. — Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, datz neben der Hauslifte eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adrehbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz ste diese Sonderliste sofort und vollständig ausfütten; fie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Vereins- und Kassen - Vorstände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste. Tüchtiger, redegewandter junger Man» TuhsUdbtj Auswahl. 1048 A Fachkundige Bedienung. H. 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Das erste Parteibüro im Münchner Sterneckerbräu, wo Adolf ^^tler sich mit den ersten Mitgliedern der Partei zu einem Bunde zusammenschloß, der ganz Deutschland erobern sollte. z fr £ >?. M <•:<<>. > M Des Führers Besuch in Frankfurt ad.O. Der Führer und Reichskanzler beim Abschreiten der Ehrenkompanie vor dem Bahnhof in Frankfurt a.d.D: — Links neben dem Führer Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg und der Vertreter des These der Heeresleitung, General der Infanterie von fRunbfUbi j i MM i £ ■ 7- i W X äußere Ehren oder heimtückische Intriguen, nicht durch Glücksfälle oder Schicksalsschläge des Lebens. Er ist geradewegs die Straße marschiert, die ihm sein Gewissen und sein Deutschtum vorschrieben. Dieser Weg führte ihn über den aktiven Militärdienst der Friedenszeit in den Großen Generalstab, in die verantwortungsvollsten Stellen während des Weltkrieges, er führte ihn über den Zusammenbruch und den Bürgerkrieg an die Seite Adolf Hitlers. Ist es nur ein Zufall, ist es ein Wink des Schicksals, daß der Geburtstag Konstantin Hierls mit dem Tag zusammenfällt, an dem vor fünfzehn Jahren auch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei geboren wurde? Schon im Jahre 1920, dem Gründungsjahr der Partei, schrieb Hier! in einem Zeitungsaufsatz: „Der Druck des feindlichen Auslandes aber wird, so hoffe ich, das deutsche Volk zu einem Stahlblock zujammenschweißen, er wird es tatsächlich möglich machen, die große Masse unseres Volkes zu innerer Geschlossenheit zu vereinigen im Zeichen .nationaler und sozialer Befreiung'." Adolf Hitler antwortete am 3. Juli 1920 dem damals im aktiven Heeresdienst stehenden Major in einem langen Brief und setzte ihm den Sinn seiner Massenversammlungen auseinander. So fanden sich beide Männer schon in den ersten Stunden des beginnenden Freiheitskampfes, der Offizier der Reichswehr und der Führer der politischen Bewegung. Aber erst nachdem Hier!, der inzwischen zum Oberst befördert worden war, am 30. September 1924 seinen Abschied genommen hatte, konnte die nationale Bewegung auf seine volle Arbeitskraft zählen. Alsbald nach der Entlassung Hitlers aus der Festungshaft und der Neugründung der Partei trat Hier! in die Reihen der braunen Kämpfer. 1929 ernannte ihn Adolf Hitler zum Organisationsleiter der Abteilung II in der Reichsleitung. Dort im Braunen Haus hat Hierl im Stillen eine ungeheure Arbeitsleistung vollbracht, und als im Jahre 1933 die Tore zur Macht aufgerissen waren, da stand der riesenhafte Plan des Nationalszia- listischen Arbeitsdienstes in seinen Grundgedanken und in allen seinen Einzelteilen fix und fertig da. Als Staatssekretär für den Arbeitsdienst und dann auch als selbständiger Reichsarbeitsführer hat Hierl in unwahrscheinlich kurzer Zeit seine große Idee in die Wirklichkeit umgesetzt. Einen neuen Menschen und diesem neuen Menschen einen neuen Lebensraum zu schaffen, das ist die unveränderliche Aufgabe dieses schönsten Ehrendienstes an der deutschen Nation. Die Arbeit ist hart, der Lohn ist nicht klingende Münze, sondern Freude am gelungenen Werk. Das erfordert selbstlose Hingabe und ewige Jugend, wie sie sich in dem sechzigjährigen Konstantin Hierl verkörpert. 3m emsländischen Mor. Reichsarbeitsführer Hierl besuchte am zweiten Tage seiner Fahrt durch die emsländischen Moore von Meppen aus die Unterkunft des A r - beitsdienstes im Darlumer Moor. Am Mittag fand in Meppen ein Appell aller emsländischen Arbeitsdienstabteilungen im Stadion statt, zu dem fast 1800 Mann aufmarschierten. Der Reichsarbeitsführer hielt eine Ansprache, in der er mit besonderem Nachdruck den ehrenvollen Charakter des NS.-Arbeitsdienstes gerade in diesem Gebiet unterstrich. Wenn man im Emsland einen Uebergangspunkt an der deutsch-holländischen Grenze aufsucht, dann zeigt sich dem Beobachter auf der deutschen Seite, soweit das Auge reicht, eine Moorlandschaft, eine Wüste ohne Baum und Strauch, während auf holländischer Seite mit dem Grenzstrich beginnend sich blühendes Kulturland vor uns ausbreitet. Dieser Zustand ist ein Schandfleck für die deutsche Kultur, der im Bilde des neuen Deutschland nicht geduldet werden kann. Deshalb ist der deutsche Arbeitsdienst hier eingerückt, um mit der F r i e d e n s w a f f e des Spatens unserem Volke eine neue Provinz zu erobern. Es ist das eine Aufgabe, die so ganz im Sinne des Arbeitsdienstes liegt. Deshalb ist es für unser Ehrempfinden unerträglich, daß für die gleiche Aufgabe auch Strafgefangene eingesetzt werden. Wir wollen den besserungsfähigen Strafgefangenen die Wohltat der Arbeit nicht aberkennen und ihnen die Möglichkeit nicht vorent- halten, wieder in die Volksgemeinschaft zurückzukehren. Die Eroberung von Neuland für unser Volk aber ist eine Arbeit, die als Vorrecht dem freien deutschen Mann und im besonderen der im Ehrendien st der Arbeit stehenden deutschen Jugend vorbehalten bleiben muß. Das Werk des Arbeitsdienstes verpflichtet auch die künftigen Siedler z u m D i e n st a m V o l k. Nachdem der Reichsarbeitsführer am Nachmittag noch dem Halbwegs zwischen Haselünne und Klo- penburg gelegenen Arbeitsdienstlager Löningen einen Besuch abgestattet hatte, folgte er am Abend einer Einladung des Reichsstatthalters auf dessen Landsitz bei Ahlhorn. Geschichten aus aller Welt. Winterliches Abenteuer in Minnesota. (th) Neuyork. Mister Browns, ein Fabrikbesitzer aus Fargo in Minnesota (USA.) befand sich mit seinem Automobil auf der Heimfahrt aus einem Städtchen im nahen Staate Dakota, wo er geschäftliche Besprechungen erledigt hatte, als mitten auf der Landstraße ein heftiger Schneesturm einsetzte. Mister Browns Hoffnung, noch rechtzeitig die schützenden Mauern seiner Heimatstadt zu erreichen, erwiesen sich dem Wüten des Elements gegenüber jedoch als trügerisch, der Schneesturm nahm von Minute zu Minute an Gewalt zu, sein Automobil blieb in dem mittlerweile schon über einen Meter hoch gefallenen Schnee stecken, und er mußte es verlassen. Nach fünfstündiger, mühseliger Wanderung, während der er wiederholt die Orientierung verlor und sich nur durch die äußerste Willensanspannung davor bewahren konnte, erschöpft in den Schnee zu sinken, erreichte er eine dicht vor Fargo liegende Farm, in der er ausgenommen wurde. Da Mister Browns in seiner Stadt eine große Rolle spielt, wußte er am nächsten Tage durch das glücklicherweise noch funktionierende Telephon die Feuerwehr Fargos zu bewegen, mit einem Motorschneepflug zu erscheinen und sein auf der Landstraße festliegendes Auto freizumachen. Er begleitete selbst die fünf Feuerwehrleute auf dem Schneepfluge zu feinem Automobil, das bis an das Verdeck eingeschneit war. Wer beschreibt den Schrecken Browns sowohl wie seiner Begleiter, als ihnen bei der Annäherung an das Automobil aus dessen Innern vier mächtige große — Wölfe entgegensprangen, die anscheinend unter dem Verdeck Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten? Die hungrigen Bestien stürzten sich ohne weitere auf die sechs Menschen, und es entspann sich mitten auf der verschneiten Landstraße Minnesotas — wo Wölfe eine große Seltenheit sind, wenn sie nicht wie diese hier in besonders harten Wintern Über die kanadische Grenze herüberwechseln — ein erbitterter Kampf, der schließlich durch einen der Feuerwehrleute geistesgegenwärtig dadurch entschieden wurde, daß er das Auspuffrohr des Motorpflugs in Tätigkeit setzte. Bei diesem erschreckenden Geräusch zogen es die Wölfe vor, in einer naben Pflanzung zu verschwinden, nachdem sie Mister Browns und einen der Feuerwehrleute erheblich verletzt hatten. Prompte Bedienung. D. London. Man sage nichts gegen die Menschenfreundlichkeit der englischen Justiz. Hat ein Gefängnisinsasse einmal einen Herzenswunsch, dann braucht er es nur zu melden, und die Gefängnisverwaltung wird sich überlegen, was sie tun kann. Saß da im Gefängnis von Oxford ein junger Mann, den man wegen Fälschung von Postan- weifungen einaesperrt hatte. Es geht ihm ganz gut da, dem Arrestanten, man hat sein Dach über dem Kopf und satt zu essen. Aber einsam ist es, mächtig einsam. Niemand besucht ihn. Denn das Mädchen, das er liebt, wohnt in London und hat nicht genug Geld, um nach Oxford zu fahren. Ehe der Einsame noch von Sehnsucht übermannt wird und der Schwermut in die Arme fällt, erinnert er sich rechtzeitig an die Möglichkeit einer Eingabe und läßt sich Tinte und Feder und Papier bringen. Höflich und bescheiden fragt er bei der Verwaltung an, ob man ihn nicht nach London transportieren würde, damit ihn seine Freundin besuchen kann, und er weiß der Verwaltung seinen Kummer recht ans Herz zu legen. Die Behörden waren gar nicht so. Die Behörden fühlten ein menschliches Rühren und gaben ihre Einwilligung zu der Ueberführung des sehnsüchtigen Gefangenen. Schon wenige Tage später wurde der junge Mann in ein Auto geschoben und in das Brixton-Gefängnis in London gebracht. Hoffentlich hat er sich in der Treue seiner Freundin nicht getäuscht. Der unheimliche Schreibtisch. (th) Paris. In einem versteckten Althändlergeschäft hat man einen berühmten Schreibtisch aufgetan, der im Jahre 1809 für Napoleon gebaut wurde. Er dürfte der einzige Schreibtisch seiner Art sein. Denn wenn ein „Unbefugter" die Tischplatte berührt, sausen zwei Metallhände hervor und greifen genau zu der Stelle hin, wo der „Unbefugte" die Platte berührte. In dem Schreibtisch aber läuten einige Glocken so eindringlich, daß der „Unbefugte" eiligst Hasenpanier ergreift. Napoleon ließ den kuriosen Schreibtisch eigens für sich bauen und in sein Schlafzimmer stellen. Angeregt wurde er zu der Idee durch eine der ersten Prothesen, also künstlichen Glieder, die je herge- stellt wurden. Es handelte sich um die Hand des Herzogs Christian von Braunschweig, die ihm in der Schlacht von Fleury verlorenging und die ein holländischer Uhrmacher dann ersetzte. Die Hand konnte greifen und sich strecken und auch sonst mancherlei Kunststücke vollführen. Als Napoleon die Zeichnung für diese Hand zu Gesicht bekam, hatte er sofort Gedanken, die Erfindung für sich verwerten zu lassen. So entstand der unheimlichste Schreibtisch Frankreichs, unheimlich natürlich nur, solange man sein Geheimnis nicht kannte. Denn nach rückwärts konnten z. B. die Hände nicht greifen ... Der Millionär an der Drehbank. R. D. Reims. Unter den vielen tausend Arbeitern in einer französischen Automobilfabrik steht ein gewisser Eugene Paris an der Drehbank, der sich in nichts von seinen Kollegen unterscheidet. Er ist der Arbeiter Nr. 192 206, tut seine Pflicht, und damit basta! Dann führt der Mann vielleicht ein interessantes Privatleben? Mitnichten. Sein Gehalt ließe das gar nicht zu. Er schlägt sich recht und schlecht durchs Leven, richtet sich so gut ein, wie er kann, und seine Frau verdient tapfer mit. Aber dennoch schwebt um ihn ein Hauch des Abenteuerlichen, denn der Arbeiter Nr. 192 206 ist ein — Multimillionär. Das Testament seines Onkels, der ihn zum Erben über riesige Ländereien zwischen San Franzisko und Hollywood, über etliche Oel- quellen, 50 000 Stück Vieh und über ein Bankkonto von 30 Millionen Dollar einsetzte, hat nur einen recht empfindlichen Haken: der Neffe soll bis zum Antritt der Erbschaft sein einfaches Leben weiterführen und vor allem sich keinen Sou borgen. So steht er weiter an der Drehbank, brüht sich in der Mittagspause seinen Kaffee auf, genau wie seine Kollegen, und hilft seiner Frau am Samstag beim Großreinemachen. Aber natürlich ist er mit seinen Gedanken schon in seinem künftigen Leben, und jeden Morgen erwartet er vom Briefträger die Nachricht, daß die laufenden Geschäfte und Angelegenheiten in Amerika erledigt sind und er nach drüben abdampfen kann. Wie sich der Millionär fein künftiges Leben einrichten will? Beileibe nicht so luxuriös, wie er es bei den Größen erlebt hat, die er einstmals als Schwimmlehrer in Biarritz an der Angel gehabt hat. Nur seinem geliebten Sport möchte er sich in Zukunft mehr hingeben, aber zwischendurch, wie er erzählte, ein einfaches Marmeladenbrot nicht verschmähen, womit sich Herr Eugene unsere Sympathien in weitestem Maße erworben hat. Der Mann, den niemand will . . . (st) Lissabon. Derartige unselige Menschen, die nirgendwo hingehören, die jeder grundsätzlich herauswirft und die nun eines Tages auf einem Schiff fitzen und nicht mehr herunterkommen von dem Schiff — weil kein Hafen sie aufnimmt — solche Menschen hat es schon des öfteren gegeben in unseren etwas verdrehten Zeiten. Aber selten kutschiert jemand solange auf den Meeren umher wie Alfred Torton, der Mann, den niemand will. Er sagt, er sei aus San Francisco. Aber er kann es nicht beweisen und die USA.-Behörden glauben es ihm nicht. Er wurde in England aufgegriffen und sollte .. aber da war er schon entflohen und wurde erst an Bord des Royal Mail Liners „Almanzora" entdeckt, als das Schiff bereits auf hoher See war. Die „Almanzora" hat nun die unmöglichsten Stücke versucht, um ihn wieder loszuwerden. Nichts zu machen. Cherbourg winkte stürmisch ab, Havre, alle Nordafrika-Häfen. Und auch Lissabon nahm ihn nur, bis die „Almanzore" auf der Rückreise wieder vorbeikommt und ihn wieder mitnimmt. Und wenn kein Wunder geschieht, wird er ewig auf den Meeren herumfahren müssen — an Bord der „Almanzore". Man sagt, der Kapitän liebe ihn sehr..- In der eigenen Falle gefangen. (z) Rom. Der seit über zwanzig Jahren im Dienst stehende und bei allen Vorgesetzten gut angeschriebene Polizist Vandetti meldete zuerst vor einem halben Jahr seiner vorgesetzten Behörde, daß er fortwährend anonyme Briefe mit blutigen Drohungen erhalte. Don unbekannter Hand werde ihm angedroht, wenn er nicht eine bestimmte Summe an genau bezeichneter Stelle niederlege, wolle man ihn bei der Polizeiverwaltung als Mitwisser und gar als Mithelfer der vielen Einbrüche anzeigen, von denen die Stadt feit einiger Zeit allnächtlich heimgesucht wurde! Bei der hohen Behörde hatte man für diese anonymen Drohungen nur ein lächelndes Achselzucken, klopfte dem bewährten Beamten aus die Schulter und bedeutete ihm, er solle sich daraus nichts machen. Bekanntlich müsse ja auf dieser Welt der Gerechte viel leiden ... Damit wurden die anonymen Briefe aber nicht aus der Welt geschafft. Im Gegenteil: Vandetti b - kam seitdem fast jeden Tag einen neuen. Jnzwisch n war in die Polizeiverwaltung ein neuer Inspektor versetzt worden, der sich, als Vandettis Klagen nicht aufhörten, alle bisherigen Schreiben noch einmal oorlegen und einen graphologischen Sachverständigen kommen ließ. Und der stellte in kürzester Zeit fest, daß Vandetti selbst der Schreiber dieser Briefe war! Sofort vernommen, gab Vandetti schließlich zu, er habe sich durch die Beförderung anderer Kameraden zurückgesetzt gefühlt und sich durch diese Briefe wichtig machen wollen. Selbstverständlich wurde er auf der Stelle seines Amtes enthoben und obendrein auch noch wegen Gießener Stadttheaier. Gastspiel der „Bier Nachrichter": „Die Nervensäge". Nach Goethe und Wieland — Edgar Wallace; nach der klassischen Parodie die Verulkung des modernen englischen Kriminalstücks. Diese Geschichte kann sich nirgends besser ereignen als auf dem schottischen Landadelsitz derer von O'Why und zwar am Freitaa, dem 13. Hier ist es nicht geheuer. Das macht sozusagen die kriminalistische Atmosphäre des Hauses. * Es treten neben denen von O'Why und etlichen minder wichtigen Personen auf: Edgar Wallace mit der überlebensgroßen Zigarettenspitze und mit dem famosen Antrittslied „Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu fein",' Sherlock Holmes, Chef der Abteilung für Spuk und Gespenster in Scotland Nord, Dr. Mabuse der Spieler, und Stuart Webbs. Aber das ist alles noch nichts. Der Hausarzt Dr. Mortimer hat seinen Doppelgänger mit falschem Dollbart gleich mitaebracht. Da ist ferner Miß Trown, die sich — trau, schau, wem? — als die Spionin „R 6" entpuppt. Auch Willi, das Hausgespenst, geht in seiner Ritterrüstung über die Bühne; es hat übrigens ein Verhältnis mit der Zofe Mary und kündigt gegen Morgen, als es ihm zu dumm wird. ♦ Die berühmten Leute sind als aparte Geburtstagsüberraschung vom guten Pappi O'Why eingeladen und sollen seinem Töchterchen Mabel bei der Abfassung eines Kriminalstückes mit Anregung und Erfahrung zur Seite stehen. Die kriminalistische Atmosphäre des Hauses tut ein Uebriges, und das Stück ist dann auch schon bald in großer Fahrt, kaum daß das Licht zum ersten Male ausge- gangen und Dr. Marbuse der Spieler spurlos aus dem verhängnisvollen Sessel verschwunden ist, in dem schon vor fünfhundert Jahren Tante Agathe selig aus der Ahnengalerie ... aber das führt zu weit. * Das unerschöpfliche Frage- und Antwortspiel jedes redlichen Kriminalstückes — wer ist der Täter, wer hat wen, wann, wo und warum? — wird andauernd durch die schauerlichsten Zwischenfälle unterbrochen. Die Nervensäge kreischt vor, auf und hinter der Bühne. Schatten erscheinen im gotischen Fensterrahmen; Tante Agathes Bild fällt mit Donnergepolter von der Wand: zwar hat es feinen erschlagen, aber immerhin guckt jetzt oben ein beachtlicher Totenkopf aus der ohnehin schadhaften Tapete derer von O'Why. * Immer noch nicht genug: die Hauswappen leuchten, genau wie im „Hexer", von Zeit zu Zeit gespenstisch auf und erlöschen wieder. Erst viel später erfährt der jäh ernüchterte Besucher, was es damit für eine Bewandtnis hat. (Es spart viele unnötige Wege.) Die riesige Standuhr geht ... quer durch die ganze Halle und wieder zurück; allerdings wird sie auf halbem Wege von den Herren Holmes und Wallace mit gezückten Revolvern verhaftet und geöffnet: heraus kommt der Kuckuck oder Bobby Todd oder Stuart Webbs... oder war es am Ende nur ein Generalvertreter für das Nervenberuhigungsmittel „Ekrafit"? Sobald einer den hier wirklich nahelieaenden Versuch macht, den ersten Schottenwitz abzuschießen, wird er mit Entrüstung zum Schweigen verdonnert. Aber was steht da im halbdunklen Hintergrund, vom ehrwürdigen Staub der Jahrhunderte bedeckt? Die Hausorgel derer von O'Why. Daß dies ein Schottenwitz von ganz besonderer Art ist, erfährt man erst viel später; die Pointe wird freilich auf eine handgreifliche Weise vorausgenommen: sobald jemand auf dieser Orgel das dreigestrichene blutrote Fis anschlägt, fällt der chinesische Koch Tau En Tsien (wo habe ich den Namen schon mal gehört?) tot aus dem Schrank. Das ist stark, obwohl er später wieder lebendig wird. Aber da sitzen schon um Mitternacht Heinrich der Achte, die auferstandene Tante Agathe O'Why und der bleiche Jonathan in der Halle, tauschen blutige Erinnerungen aus, singen, tanzen, trinken, fechten und spielen Skat ... Genug, genug: wir können hier unmöglich das ganze Kriminalstück in vier Akten mit Gesang und Tanz und sämtlichen Witzen und Pointen bis zum Finale nacherzählen. Dieses Stück mußte mal kommen, es lag auf dem Wege der Nachrichter von den schüchternen Anfängen im Münchener Seminar bis zum allabendlichen Erfolg auf der Rundreise durch ganz Deutschland. Ist es trotzdem erlaubt, zu bemerken, daß das erste, noch völlig improvisatorische Stück ihr bestes war? „Das sogenannte zweite Stück ist immer ’ne Gefahr", so fangen sie selber im „Esel". Das dritte erst recht. Routine ist gefährlich. Kollektiv ist gefährlich. Erfolg ist gefährlich. Ein paar Längen und tote Stellen sind schwer zu überbrücken * Ader die musikalische Einkleidung und Begleitung (Kurd E. Heyne, Bobby Todd, Frank Norbert) ist wiederum ausgezeichnet, einfallsreich, spritzig, zündend und witzig: bestes Kabarett. Neben Wallaces Antrittslied ist hier vor allem die „Ballade von Heinrich VIII." zu nennen und der „Song vom Aberglauben", der um ein Haar sogar hochaktuell wird. Aber auch der „Mabel-Tango" und „Wann kommt für mich der große Unbekannte?" haben es in sich, und herrlich komisch zuletzt der schottisch-oberbayerische „Hochländer". * Den Text schrieben wieder gemeinsam K. E. Heyne, Helmut Käutner und Bobby Todd. Käutner führt auch Regie (eine Leistung, die in diesem Fall kaum abzuschätzen ist) und entwarf ein sehr begabtes Bühnenbild, das den Schauplatz vollendet kennzeichnet. Technische Leistung: Beppo Schwaiger; Requisiten und Indizien: Walter Sesselberg. (Es wimmelt natürlich von Revolvern, Gi^t, Pillen und falschen Bärten.) Das Ensemble umfaßt dreizehn Personen. Von den vier Nachrichtern waren nur drei anwesend: Herr Heyne ist erkrankt und wurde von Rudolf Kalvius vom Landestheater Braunschweig vertreten, der den Wallace brillant spielte und sich dem Stil der Studenten feinfühlig anpaßte. Sherlock Holmes: Helmut Käutner; er ist darstellerisch wohl die stärkste und individuellste Begabung. Bobby Todd machte den Kuckuck; sehr trocken, komisch und etwas münchnerisch; doch bleibt seine „Ballade vom trojanischen Krieg" (aus dem „Esel") noch immer unerreicht. Don den Damen: Erica Balquö und Gundel Thormann, beide darstellerisch, musikalisch und tänzerisch individuell talentiert und sehr sicher. Don den übrigen neuen Mitgliedern des Ensembles: Fred Hansen (O'Why) und Walter S e s s e l b e r g (Mortimer). — * Ausverkaufes Haus. Es war ein großer Erfolg und einer der hübschesten Theaterabende dieser Spielzeit. hth. Oer reichste Mann Arabiens. Anläßlich des silbernen Regierungsjubiläums des Königs Georg von England, das im Mai dieses Jahres mit großem Pomp gefeiert werden wird, und zu dem die Großen des Weltreiches sich in London einfinden werden, um dem Jubilar ihre Huldigungen darzubringen, wird auch Abdullah Ben I a f i m, der Scheik von El Katar in Arabien, nach London reifen. Er ist der reichste Mann Arabiens und wird der „König der Perlen" genannt. Die „Daily Mail" behauptet jedenfalls, daß es auf der ganzen Welt keine Perle von Bedeutung gäbe, die er nicht in der Hand gehabt hätte, und unzählige Perlenfischer stünden in seinen Diensten. Er soll der größte Perlenkenner überhaupt fein, und wer passende Ergänzungsperlen sucht, was tm Juwelenhandel sehr häufig vorkommt, wird sie bet diesem Scheik eher erhalten als sonst irgendwo. Er lebt mit seinen 84 Frauen in einem palast- ähnlichen Bau und überall, wohin er in feinem Bereich kommt, steht ein Pferd und eine Frau für ihn bereit. In feinem Hofstaat betätigen sich Hunderte Menschen, und mit der Perlenflscherei geben sich 4000 Sklaven ab, die einen sehr kärglichen Lohn für ihre schwere und gefährliche Arbeit erhalten. Am Hof herrscht eine Pracht, wie sie nur von den Palästen indischer Nabobs übertroffen wird. Für seine und seiner Gäste und Freunde Unterhaltung hält er einen großen Stab von Tänzerinnen, Gauklern, Astrologen, Spaßmachern. Bei seinen Untertanen erfreut er sich größter Beliebtheit. Sein Thron ist mit den kostbarsten Perlen geschmückt, wie man sie so erlesen und zahlreich nicht wieder beieinander findet. Bisher hat er fein Reich nicht verlassen, da er aber zu dem Regierungsjubiläum des englischen Königs eine Einladung erhalten hat und England kennenlernen möchte, wird er ihr Folge leisten. Doch nicht nur mit einem stattlichen Hofstaat wird er die Reife antreten, er will auch 24 feiner Frauen mitnehmen, um bei den anderen hohen Gästen in London Eindruck zu machen. Da er ein sehr strenger Mohammedaner ist, der den Verkehr mit den Andersgläubigen nach Möglichkeit einschränkt, wird schon seitens der englischen Regierung außerhalb Londons ein großes Haus gesucht, das ihn mit seinem Harem und Hofstaat aufnehmen kann. Hochschulnachnckien. Bei der Wahl des Rektors der Berliner Universität erhielt der ordentliche Professor und Direktor des englischen Seminars Dr. Wilhelm Horn Stimmenmehrheit. Es ist zu erwarten, daß die Wahl vom Relchsministerium bestätigt wird. Professor Horn ist erst seit etwa zwei Jahren in Berlin tätig; vorher wirkte er in Breslau und in Gieße n, wo er im Jahre 1908 zum ordentlichen Professor ernannt wurde und seit 1923 die Gießener Beitrage zur Erforschung der Sprache und Kultur Englands und Amerikas herausgab. Geh. Medizinalrat Professor Dr. Karl Kitz- kalt, Ordinarius für Hygiene und Bakteriologie an der Universität München, hat einen Ruf als Direktor des Hygienischen Instituts der Universität Berlin erhalten. bringen. Kreis Wetzlar. bekam einen geglaubt, er würde ihr die Glieder brechen. Das Kind wurde über das Bett gelegt und dann ge- Auch Deine Zähne brauchen jeden Abend Chlorodont ! schlagen." Die angeklagte Tochter erklärte hierzu, daß sie sich des Vorfalls nicht mehr genau erinnere, aber sie möchte behaupten, daß sie auf den bloßen Körper geschlagen worden sei, und zwar mit einem schlagen Der Teller stieß aber gegen eine Lampe und zerbrach. Kam er aus dem Dienst und zog die Stiefel aus, so warf er die Stiefel nach mir Emma! wurde ich gegen den Leib getreten, so daß ich zusammenbrach. (Einmal warf er ein Messer nach mir. Durch einen Faustschlag verletzte er mich an der Schläfe. Die Zustände waren so trostlos, daß Snv Trx-M.ir (Ätfhr'rtnrh Hilf PinPT VllNk sich so geäußert hat dreimal Selbstmorb- eine Narbe. o- v- „ , . • bei den Schwiegereltern ergaben, bezog das Ehepaar Höfelb eine neue Wohnung. Schon nach einigen Tagen ging es hier in der gleichen W Ne zu Hofeld? Angeklagte: Ich kann es Ihnen ehrenwort- lich sagen. , v , .. Die Angeklagte bekundete bann, daß ihr Mann manchmal äußerte, er könne sie nicht mehr riechen. Mehrfach vertrieb er sie durch seine Mißhandlungen aus dem Haus. Einmal, mitten im Winter, war sie die ganze Nacht über im Klosett unb zitterte vor Kälte. Wenn sich nachts bis Kinber im Schlaf wälzten, wurden sie ebenfalls von dem Dater geschlagen. . Hofeld gab zu, daß er feine Frau manchmal aus dem Haufe trieb, die schlafenden Kinder habe er aber nicht geschlagen. Frau Höfeld: „Wenn er uns verhauen hat, gab es immer blaue Mäler. Wo er hingeschlagen hat, danach hat er nicht gefragt" Die Vernehmung der angeklagten Tochter. Das Gericht beschloß bann, die Tochter Minna in Abwesenheit ber Eltern zu vernehmen; bie Eltern mürben barauf abgeführt. Die angeklagte Tochter berichtete, baß sie einmal von dem Vater H ö s e I b bestreitet, daß er und wies darauf hin, daß er , versuche unternommen habe. Er habe seine Frau gebeten, ihm 350 Mark zu geben, dann wollte er aus dem Leben scheiden. Er sei durch ihre Duck- mäuserigkeit sein Leben satt geworden. Der Angeklagte behauptet, er habe seiner Frau die 2000 Mk. Sterbegeld zugute kommen lassen wollen. Als ber Angeklagte gefragt wurde, was er mit den 350 Mk. machen wollte, erklärte er, er habe 1912 ein Kind aus ber Taufe gehoben, und da hätte er noch etwas zu zahlen gehabt. Mit dem Rest habe er sich ein paar gute Tage machen wollen. Höfeld brachte nun 3um Ausdruck, daß er dm Verdacht habe, daß ihn Oer Kall Höfeld vor dem Schwurgericht. Eltern wollten ihr Kind in den Tod treiben, die Schwester als Mithelferin Preußen. Diebeslager durch Feuer entdeckt. LPD. Buchenau (Kreis Biedenkopf), 22. Febr. Im Anschluß an einen Brand im Anwesen des Gasthauses Nassauer fand wegen der Aufklärung der Brandursache bei dem benachbarten I. Imme! eine Haussuchung statt. Hierbei stieß man überraschenderweise auf ein großes Diebeslager; Anzugstoffe, Bettkoltern, Hemden, Autodecken, Rauchwaren, Schuhwaren, ferner Waffen und Munition sowie Sprengstoff wurden beschlagnahmt. Die aufgefundenen Sachen stammen zum größten Teil von Diebstählen aus parkenden Autos. Der Dieb wurde verhaftet. Grenzsteine schaffen Arbeit. LPD. L ix selb (Kreis Biedenkopf), 22. Febr. Der hiesigen Steinbruchindustrie ist ein Auftrag zur Lieferung von 10000 Grenzsteinen erteilt worden. Es handelt sich um einen Spezialstein, den sogenannten Grünstein. Durch diesen Auftrag ist es möglich, zahlreiche Volksgenossen neu in Arbeit zu § Gladenbach, 22. Febr. Unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Bünting wurde hier ein Verkehrsamt gegründet, daß sich für den Verlauf des Jahres verschiedene Aufgaben gestellt hat, deren Erfüllung der Stadt dienen soll. Es steht zu erwarten, daß das Amt auch von Seiten der Bürgerschaft bie gebührenbe Beachtung finbet. — Die NSV. führt zur Zeit in der hiesigen Volksschule eine Kinderspeisung mit Milch durch. Es werden täglich 45 Kinder damit bedacht. Die Speisung oll bis in den Frühling hinein durchgesuhrt werden. Die Aktion findet bei den Kindern großen S^^To lzhausen b. Gladenbach, 22. Febr. Dieser Tage wurde der Bau einer Verbin- dungsstraße zwischen Holzhausen und Dbereifenhaufen in einer Lange von zwei Kilometern zu Ende geführt. Der Straßenbau brachte für geraume Zeit den Erwerbslosen der Gemeinde gute Verdienstmoglichkeit. Es mußten 7000 Quadratmeter Erde bewegt.werden. Die Er- werbslosen können erfreulicherweise bet Rodungsarbeiten weiterbeschäftigt werden. $ Riederweidbach, 22. Febr. Im Saale von Fuß gelangte gestern das im ®e™tnbe”aIb geschlagene Brennholz zur ® 6 r ft e t g fl. Zu Beginn der Versteigerung wurden sehr hohe Preise geboten. Buchenscheite wurden mtt 8; bis 9 Mark je Raummeter bezahlt. Spater wurden nur noch 6 Mark geboten. Buchenknuppel kosteten 4 bis 4,50 Mark. .. ~ $ Bischoffen, 22. Febr. Im hiesigen Ge- meindesaal fand im Zusammenhang mit per u - zeugungsschlacht eine Versammlung statt, ti = zirksbauernsührer Klein und Direktor M o h l e r » Herborn hielten Vorträge über aktuelle landwirtschaftliche Fragen. Amtsgericht Gießen. Der 25jährige, schon vorbestrafte O. H. stieg um 30. November v. I. auf dem Lagerplatz .einer hiesigen Baufirma ein und versuchte eine Anzahl Rundhölzer zu entwenden. Dabei wurde er von zwei SA.-Männern ertappt. Das Gericht verurteilte ihn zu 3 Monaten Ge'fängnis. seine Frau vergiften wollte. Es kamen bann mehrere Fälle zur Sprache, die kleine Verfehlungen der Hildegard Höfeld betreffen. , Don Limburg aus war sie zu einem Onkel nach Forst im Hunsrück geschickt worden. Bald darmch telefonierte die Tkinte nach Limburg, man mochte die Hildegard zurückholen, sie sei ein nettes Früchtchen. Als die Hildegard zurückkam. äußerte sie sich abfällig über Onkel und Xante. Es wurden auch Vorgänge aus der Schulzeit der Hildegard erwähnt. Eine Lehrerin hatte einen Trauerfall und hatte sich ihr Kleid schwarz färben lassen. Sie gab der Hilde 12 Mark, um die Rechnung zu bezahlen. Hilde un- terschlug den Betrag und kaufte sich eine Armband- uhr und Kleinigkeiten. Die Mutter wußte von der Sache nichts, denn Hilde trug die Uhr nur in der Schule. Als die Sache herauskam, mußte die Mut- ter schweren Herzens von den 26 Mark Lohn, den fie von ihrem Mann erhielt, die 12 Mark ersetzen. Ein andermal brachte Hilde eine Basttasche nach Hause und sagte, sie hätte fie von einer ßehrerin gefcfrnft bekommen. Tatsächlich aber hatte Hilde die Tasche auf den Namen der Lehrerin auf Kredit gekauft. Es wurde bann der angeklagten Mutter vorgehalten, baß sie zu der Hilde einmal gesagt hätte: „Wenn etwas passiert, dann mußt du Selbstmord begehen." Das bestreitet die Angeklagte und erklärt, sie habe geäußert: „Wenn du ein schlechtes Kind wärest, würde ich dich lieber auf dem Friedhof sehen." Die Verhandlung wurde bann auf Samstag vertagt. Neues Bauerndorf im hessischen Nied. LPD. D a r m ft a b t, 22. Febr. In unmittelbarer Nähe von Bürstadt beabsichtigt das hessische Staatsministerium im Rahmen des Meliorationsund Siedlungsprogramms ein neues Bauerndorf mit einer Größe von durchschnittlich 30 Morgen Land (30 Bauernhöfe) anzulegen. Da die Ländereien bereits bestellt sind, soll die Uebernahme dieser Stellen schon im Spätsommer 1935 erfolgen. Der Kaufpreis für eine Siedlerstelle von 30 Morgen beträgt einschließlich der neuen Gebäude 24 000 Mark, wovon der Siedler mindestens 4000 Mark als Anzahlung aufzubringen hat. Als Höfeld 1899 in Königstein eine Engländerin kennenlernte, die in England eine große Pferdezucht besaß, gelang es ihm, von der Engländerin ange=: HCIl ...... --- - stellt zu werden und mit nach England zu gehen. ; wie früher. Die Minna bezog furchtbare schlage, 1903 stürzte er dort vom Pferde und kam bann zur weil sie nach der Schule nicht gleich nach Hause Genesung nach Königstein. Don dort aus besuchte: gekommen war. Frau Höfeld bekundete chörtlich: er seine Eltern.Der Vater nahm ihm seine Papiere | „Der Vater hat ihr die Füßchen gedreht, ich habe und bas Geld ab und ließ ihn nicht wieder nach ' ‘L ---- England. Höfeld wurde 1906 zum Militärdienst nad) Kolmar eingezogen. Dort wurde er von seiner früheren Dienstherrin besucht, die ihn aufforderte, wieder nach England zu kommen. Auf einmal waren aber die Beziehungen abgebrochen. Durch den Aufenthalt in England, wo der Angeklagte ein gutes Einkommen hatte, war er gewohnt, gut zu leben. Es fiel ihm daher schwer, mit seinem Einkommen in Deutschland auszukommen, zumal er monatlich 25 Mark Alimente bezahlen mußte. 1910 erlitt er einen Unfall und war sechs Wochen im Krankenhaus. Auch 1913 stieß ihm ein Unfall zu, der zeitweiligen Gedächtnisschwund zur Folge hatte. Am 10. Oktober 1912 heiratete er seine erste Frau, die 1916 starb. Als sich der Angeklagte über die Kriegsereignisse äußerte, erwähnte er auch einen Zusammenstoß mit einem Hauptmann. Er wurde verhaftet und sei dann in Gießen auf seinen Geisteszustand beobachtet worden. Auf Grund des Untersuchungsergebnisses sei er freigelassen Q Krofdorf, 22. Febr. Bei ber gestern im Moßschen Saale in Gegenwart zahlreicher Kauflustiger abgehaltenen staatlichen Holzver- stei'gerung mürben, wie bei der vorhergehenden Versteigerung, gute Preise erzielt. Es galten je Raummeter Buchen sch eit 8 bis 9,50 Mark, Buchenknüppel 5,50 bis 6,50 Mk., Eichenscheit 4,50 bis 5 Mark, Eichenknüppel 3 bis 3,50 Mark, Buchen- reifer 1,10 bis 1,30 Mark. Gut geboten wurde auch auf nichtaufgearbeitete Reifer; ber DiftriktsabfchniU (schätzungsweise je 50 Raummeter) kam bis 40 Mk. — Die Meisterprüfung für Schlosser und Mechaniker bestanden vor der Prüfungskommission in Diez a.d.Lahn Hermann Schmidt und Wilhelm Wagner von hier. . * Königsberg, 22. Febr. Der 36jahrige Bergmann Gottlieb Schlaudraff von hier erlitt einen schweren Unfall. Er mußte mit Brustquetschungen zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Biedenkopf. groben Unfugs und Irreführung der Behörde vor Gericht gestellt, das ihn, unter Würdigung seines merkwürdigen Beweggrundes, nur zu einem halben Jahre Gefängnis verurteilte. Der neue Inspektor — jetzt beginnt die Geschichte ungewöhnlich zu werden — gab sich damit jedoch noch nicht zufrieden. Er prüfte vielmehr bie einzelnen Angaben der Briese nach. Und so war er schließlich in der Lage, zur nicht geringen Überraschung aller Beteiligten und der Oeffentlichkeit einwandfrei nachzuweisen, daß die Angaben der Zuschriften über die Mitwisserschaft und Mithilfe Vandettis an den meisten Einbrüchen der letzten Zeit — durchaus der Wahrheit entsprachen! Das Vorgehen des Polizisten Vandetti, der seiner Behörde gegenüber den von anonymen Briefschreibern verfolgten biederen Beamten spielte und in diesen anonymen Briefen sogar die Wahrheit sagte, wird mit Recht als Gipfel der Raffiniertheit bezeichnet. Einer Raffiniertheit allerdings, die sich durch ihre Uebertriebenheit selbst entlarvt... Komplizierter Krankentransport. (n) Moskau. Die Nordmeer-Luftlinie hatte eine Kurzwellen- Nachricht aufgefangen, daß an der Laurent-Bucht in Emma (d. i. auf der Halbinsel Tschukotka in Ost- fibirien) eine Frau schwer erkrankt sei. Man schickte ein Flugzeug hin. Aber als die Maschine auf dem steinharten Eisschnee landete, brach eine der Schneekufen. Mit den Schwimmern war aber ein Start auf dem Eis nicht möglich. Was konnte man da also tun? Der Pilot machte in zwei Kilometer Entfernung einen See ausfindig, dessen Eisdecke infolge besonderer Wasserverhältnisse nicht sehr dick war. Nun machte man sich daran und schleppte das Flugzeug und die Kranke bis an den See. Hier wurde das Eis mit einem Dutzend Patronen aufgesprengt — und in der Fahrrinne gelang es der Maschine, mit der Kranken an Bord zu starten ... worden. , , , _, .... Im Dezember 1917 verheiratete er sich Mit seiner jetzigen Frau, die mit ihm verwandt ist, denn die Schwiegermutter ist eine Kusine von ihm. Am 8. September 1918 sei die Tochter Minna geboren. Die Ehe ohne Einmischung fremder Personen war sehr glücklich, sagte der Angeklagte, der weinend erzählte, daß ihm die Frau treu und brav zur Seite gestanden habe, daß aber durch Schicksalsschläge und Einwirkung frember Personen bas Verhältnis sich verschlechterte. Der Angeklagte berichtete bann, daß er während seiner zehnjährigen Berufstätigkeit drei Jahre sieden Monate arbeitsdienstuntauglich und krank gewesen sei. Von 1925 bis 1934 bekam er zwölf Unterstützungen, aber auch die feien nicht ausreichend gewesen, so daß man mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Am 2. Juli 1934 verzog die Familie nach Frankfurt a. M. Seine Frau suchte sich eine Stelle als Monatsfrau, die Hildegard war schon einige Zeit in einem Haushalt in Frankfurt untergebracht, und auch die Minna verdiente in einem Haushalt. Höfeld betonte, daß man oft hungerte. Der Angeklagte beschwerte sich dann, daß er seinen Willen me durchzufetzen vermochte. Alles sei immer so gegangen, wie seine Frau es gewollt habe. Vorsitzender: Haben Sie Ihren Willen auch nicht mit der Reitpeitsche durchgesetzt? Angeklagter: Das Beste habe ich gewollt, und immer wurde ich hintergangen. Der Angeklagte sagte weiter, daß feine Frau die Reitpeitsche zerhacken wollte; ein anderes Züchtigungsmittel habe ihm nicht zur Verfügung gestanden. Der Angeklagte erfuhr von Kollegen, daß mit der Reitpeitsche geschlagen wurde, als sie einmal Milch verschüttet hatte. Die Angeklagte erinnert sich, daß die Mutter mehrmals nachts nicht im Schlafzimmer war und sich in der Küche aufhalten mußte. Der Vater habe den Kindern verboten, mit anderen Kindern zu spielen, weil sonst die Schuhe kaputt gemacht würden. Sie hätten viel zu Hause bleiben müssen. Der Grund sei aber gewesen, daß der Vater befürchtet habe, andere Kinder würden sie ausfragen. Die Mutter sei häufig geschlagen und getreten worden. Ein Beisitzer fragte: Ist der Vater auch mal lieb gewesen? Angeklagte: Ja, er war auch mal gut zu uns. Der Vorsitzende fragte: Hast du sehr viel Angst vor den Eltern gehabt? Angeklagte: Nur vor dem Vater. Auf die Frage, ob der Vater beide Töchter gleichmäßig behandelt ober die eine der andern vorgezogen habe, erklärt Minna, das sei sehr verschieden gewesen. Als an die Angeklagte die Frage gerichtet 'wurde, ob der Vater sich einmal in unsittlicher Weise ihr genähert habe, wandte sich das Mädchen an seinen Rechtsanwalt, der nach Rücksprache Ausschluß der Oeffentlichkeit beantragte. Die Punkte, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit besprochen werden sollen, wurden vom Gericht vorerst noch zurückgestellt. Die Angeklagte schilderte dann die Züchti- gung, die der Hildegard am 19. August vorigen Jahres zuteil wurde und sagte: Wir waren sehr aufgeregt, als der Vater die Hildegard mißhandelte. Wir konnten nicht Hinsehen und haben geweint. Der Wütende schlug ziemlich lange auf die Hilde ein. Sie sollte dann in einer Kammer zwei Tage bei Wasser und Brot sitzen und nur jeden dritten Tag richtig Essen bekommen. Tatsächlich sei die Hilde dort acht bis neun Tage eingesperrt gewesen. Die Angeklagte mußte sich bann zu bem Verhältnis ber Geschwister zueinanber äußern und sagte, baß das Verhältnis gut war. Die Mutter habe bie Kinber immer vor bem Vater zu schützen gesucht und sei auch au* au ihn-m gewesen. Es wurden bann die (Eltern wieder in den Saal geführt und ihnen die Aussage der Minna mitgeteilt. Als über einen Mißhandlungsfall berichtet wurde, fragte der Angeklagte Höfeld nach dem Datum. Es wurde dann weiter vernommen. Sie erzählte, baß die Weihnachten 1933 geradezu furchtbar waren. Als die Kinder ein Stück essen wollten, wurde ihr der Vorwurf der Verschwendungssucht gemacht. Als einmal eines der Kinder nicht richtig gekaut harte, wollte er dem Kind einen Teller auf ben Kopf die Hilde mit einem jungen Mann spazieren ging. Er erfuhr ferner, daß fie sich von einem 24jährigen i Mann küssen lieh, und als das Mädchen aus der Schule nach Hause kam und er ihre Schulmappe durchsuchte, fand er Liebesbriefe von zwei Liebhabern. Daraus habe er das Mädchen gezüchtigt. Die Hilde sei immer dreist gewesen. Er sei von dem Arzt und der Lehrerin darauf aufmerksam gemacht worden, daß fie ein sehr sinnliches Wesen zur Schau trage. Das Mädchen sei durch diesen Umgang frühreif gemacht worden. Die Minna sei immer bas Aschenbröbel zu Hause gewesen. Seine Frau habe immer alles getan, bamit ja bie Hübe gut aussehe. Höselb hat bamals, als er bie Liebesbriefe fanb, das Mädchen mit einem Kochlöffel gezüchtigt, wobei der Löffel zerbrach. Die Hilde fei einmal zu Verwandten im Hunsrück gebracht worden. Dort habe sich irgend etwas zugetragen und das Mädchen mußte zurückkehren. Vorsitzender: Sie wissen ja, daß Ihre Angehörigen sagten, Sie hätten die Hilde sehr häufig mit der Reitpeitsche geschlagen. Angeklagter: Es kann möglich sein, aber die Beweggründe, die mich dazu brachten, waren die Aufregung und die Hänseleien meiner Kollegen. Der Angeklagte äußerte sich bann über einen be- fonberen Fall, der sich am 9. August 1934 zutrug. Da kam die Dienstherrin der Hilde zu den Eltern und beschwerte sich. Hierbei erfuhr der Angeklagte, daß die Dienstherrin schon früher Beschwerden oor- gebracht hatte, die ihm von seiner Frau verheimlicht worden waren. Als die Hilde entlassen war und nach Hause kam, fragte er sie, was geschehen sei. Das Mädchen antwortete: Nichts. Die Hilde mußte sich ausziehen, um ihre alten Sachen anzuziehen. Als sie mit den Schuhen den Boden zerkratzte, befahl er ihr bie Schuhe auszuziehen. Da fanb er in einem Schuh 3 Mark unb eine golbene Uhr. Das Gelb stammte von einem Manne in Limburg, bei bem Hübe geputzt hatte. Hierauf erhielt bas Kinb mehrere Schläge mit ber Reitpeitsche auf das Gefäß, „es können 10 bis 12 gewesen sein. Nach militärischem Muster habe ich ber Hübe bann Arrest gegeben." Der Angeklagte schilberte bann, wie sich bie Hübe bann in eine Kammer legen mußte, in ber sich nur zwei Kissen unb eine Chaiselonguebecke befanben. Das Kinb sollte nur jeben dritten Tag warmes Essen bekommen, sonst aber nur Wasser und Brot. Bei der Züchtiaung waren die Frau und die älteste Tochter des Angeklagten anwesend. Der Angeklagte will ausdrücklich gesagt haben, daß das Kind während der Einsverrung nicht beschäftigt werden dürfe, weil die Kost zu schmal wäre. Aber die Mutter habe ihr heimlich Zulagen gegeben. Hilde war 8 bis 9 Tage eingesperrt. Der Angeklagte sagte zu seiner Frau, daß, wenn die Hilde sich nicht bessere, sie in eine Erziehungsanstalt komme. „Aber mein vollster „Ernst war das nicht, sondern nur ein Schreckschuß." Die Vernehmung der Muster Klopfer. Der Vater erklärte, daß er bie Minna nie mit einer Reitpeitsche geschlagen habe, aber die Tochter sagt das Gegenteil. Frau Höfeld erwähnte dann weiter, daß auch ein Ochsenziemer zu den Tätlichkeiten benutzt wurde. Sie sei einmal mit diesem Ochsenziemer furchtbar geschlagen worden, sie habe acht Tage nicht ausgehen können. Bei der Geburt des dritten Kindes, das nach sechs Tagen gestorben ist, bat die Mitangeklagte Tochter als sechsjähriges Kind derartige Hiebe bekommen, daß heute noch eine Narbe vorhanden ist. Das Kind sollte, als es verletzt war, dem Arzt sagen, es sei gefallen. Höfeld bezeichnete diese Aussage seiner Frau als unwahr. Frau Höfeld erwähnte bann, daß auch Hilde oft aus nichtigen Gründen Schläge bekommen habe. Wenn das eine Kind etwas erhielt, ginge auch über das andere her. ,Abends, wenn ich von der Arbeit müde war, bekam ich erst meine Prügel. Dann durfte ich mich so lange im Bett aufhalten, wie es ihm gefallen hat. Ich mußte des Moments gewärtig sein, daß mich seine Faust ins Gesicht traf." ~ Vorsitzender: Ist das auch wirklich so, Frau LPD. Frankfurt a. M., 22. Febr. Unter i großem Andrang des Publikums begann heute vor < dem Schwurgericht bie Verhanblung gegen ' bie Eheleute Wilhelm unb Mma Höfeld und 1 deren 16jährige Tochter Minna. Es handelt sich hier i um einen Fall, wie er sich in ber Kriminalgeschichte ! noch nicht ereignet hat. Das (Eifernpaar wollte unter Beihilfe der älteren Tochter die jüngste, erst 14'/- Jahre alte Tochter durch seelische Beeinflussungen und physische Einwirkungen in den Tod treiben. Es ist ein Zufall geworden, daß nicht vollendeter Mord vorliegt, da sich bas unglückliche Mäbchen noch in letzter Minute retten konnte. Am 5. Dezember v. I. pochte bie Berufsschülerin Hilbegarb Höfelb, vor Kälte zitternb unb völlig burchnäßt, an bie Pforten eines Kinberheims, das in unmittelbarer Nähe der Deutfchherrnbrücke gelegen ist. Das Mädchen sagte dem Heimverwalter, es sei von seinem Vater auf die Brücke gebracht und veranlaßt worden, in den Main zu springen. Am Morgen des 6. Dezember wurden ber Vater, feine Frau unb bie älteste Tochter verhaftet. Die polizeilichen (Ermittlungen entrollten ein furchtbares Bilb menschlicher Brutalität. An jenem 5. Dezember hatten bie (Eltern erfahren, daß bie Hilbegarb tags- zuvor bie Berufsschule geschwänzt unb ein Kino besucht hatte. Als Hilbegarb verspätet nach Hause kam, fiel ber Vater mit ber Hunbepeitsche über sie her. Die Kleine war so eingeschüchtert, baß sie auf Drängen ber (Eltern einwilligte, mit bem Vater zum Main zu gehen. Man verlangte von ihr, sich ber guten Kleider zu entledigen und schlechtere anzuziehen. Dann wurde dem Kind der Abschiedsbrief in die Feder diktiert. Beim Abschiednehmen soll die Mutter bewegt gewesen sein, die Schwester aber zeigte sich falt. Der gefühlsrohe Vater begleitete das Kind bis zur Mitte der Brücke. Aus einiger Entfernung schaute er zu, wie sich sein Kind in die Fluten stürzte. Dann ging er heim unb äußerte zu seiner Frau: „So schlecht wie die Hilde im Leben war, so tapfer war sie im Tod." Zu Beginn der heutigen Verhandlung stellte der Verteidiger der angeklagten Tochter den Antrag, das Verfahren gegen fie abzutrennen und bezüglich ihrer Person die Sache einem Jugendgericht zu überweisen Der Staatsanwalt widersprach und das Gericht beschloß Ablehnung des Antrages. Es folgte dann die Vernehmung des Vaters KöfeW. Von den drei Angeklagten scheint er bie einzige Perspn zu fein, bie seelisch bebrütft ist. Er kann die Tränen nicht verbergen unb bricht wieberholt in Weinen aus. (Er ist einmal vorbestraft mit einem Monat Gefängnis wegen Körperverletzung. Diese Strafe hat er 1913 erhalten, burch ein ©nahem gesuch an ben Kaiser brauchte er bie Strafe nicht zu verbüßen. Höfelb ist ber Sohn eines Zuschneibers. Der Vater sei sehr streng gewesen. Der Angeklagte besuchte bie Volksschule unb hatte bann als großer Naturfreunb ben Wunsch, Förster zu werben. Dieser Wunsch würbe burch ben Vater unterbrückt. In ber Nachmittagssitzung schilberte Frau H ö - feld verschiedene Mih^ndlung-sSlle, die ^mit" d-rT-chter^ Hildegard auf einer Bank OZW-MW MZZM-M . Zufolge ber Unz'uträglichkeiten, bie sich mit mir zu Ende geht, dann mache ich euch alle orirnhon hPlOO das Ehe- orel l-Olt. .... ....... Obstbaumpflege in der Gemarkung Gießen. Kein Baumbesitzer darf glauben, daß sein Baum nicht ein lebendes Wesen sei. Was würde man aber wohl von einem Menschen sagen, der sich nicht wäscht und kämmt, von einem Tierhalter, der seine Trere nicht pflegt, sie nicht striegelt und bürstet? Nur die Garteninhaber und Baumbesitzer sollten bei der Baumpflege eine Ausnahme machen dürfen? Mit Nichten! Daß menschliche und tierische Seuchen — wer wollte sie alle aufzählen? — bekämpft werden müssen, daß der kluge Landwirt und der Winzer einen niemals ruhenden Kampf gegen pflanzliche und tierische Schädlinge führen, daß der Winzer geradezu mit der Spritze auf dem Rücken zur Welt kommt, das wissen wohl die meisten Obstbaumbesitzer. Aber was tun sie selbst, nicht nur, um sich vor Schaden zu bewahren, sondern um sich selbst und der Allgemeinheit zu nützen? Man wandere doch einmal durch die Gemarkung Gießen und werfe einen Blick in die Gärten. In manchen sind seit Jahren die Obstbäume kaum gepflegt worden. Da stehen Zwet- schenbäume, die wie Besenstiele gen Himmel ragen und mit Moos und Flechten bedeckt sind, dort stehen Apfel- oder Birnbäume, die in ihrer festen lederartigen Rinde die Schlupfwinkel für die verschiedensten Arten von Ungeziefer bilden. Die Rinde, die in der Jugend einmal glatt und geschmeidig war, ist zur rechten Zeit nicht gepflegt, nicht mit der Baumscharrc abgekratzt und mit der Drahtbürste gepflegt worden und ohne jede wohltätige Spritzung geblieben. Aber dennoch soll der Baum wohlausgebildete, schön aussehende, gesunde und zahlreiche Früchte bringen! Ja, verlangt man denn von dem Lebewesen, Obstbaum genannt, Wunder? Lieber Baumbesitzer, denke hierüber einmal nach. Warst du, lieber Baumbesiher, bisher ein Baumpfleger? hast du wirklich, wie es die Verwaltung vorschreibt, deine Obstbäume zum Zwecke der Bekämpfung von pflanzlichen und tierischen Schädlingen aller Art jetzt endlich abgekraht, gebürstet und gereinigt, hast du die Baumkrone, wenn du es verstehst, selbst ausgelichtet oder es von einem fachkundigen Wanne besorgen lassen, hast du die Bäume von büren Aeslen, den Brutstätten zahlreicher Sorten Ungeziefers, befreit? Nunmehr naht die Zeit, in der die Bäume wieder sachgemäß bespritzt werden müssen. Die Spritzung ist vorgeschrieben. Wenn es auch zulässig ist, daß sie von dem Baumbesitzer selbst vorgenommen werden darf, so kommt das doch für die Allgemeinheit nicht in Frage. Zunächst müßte sich jeder Baumbesitzer eine eigene Spritze anlegen. Leiht er sie sich, so kostet das vielleicht Geld. Kauft er sich eine Spritze, so wird er viel Geld anlegen müssen, um eine solche von dauerhaftem Wert zu erhalten. Die Frage der Zusammensetzung der Spritzbrühe ist eine solche der Erfahrung und der Wissenschaft. Der einzelne ist nicht Fachmann und versteht zumeist nichts von der Sache. So kann er sich selbst mehr schaden als nützen. Dazu beschmutzt er regelmäßig seine Kleider. Kommt ihm die Spritzbrühe in die Augen, so ist er nicht gegen diesen Unfall versichert! Dazu fehlt den meisten die Zeit, um alles ordnungsmäßig zu erledigen. Der Laie überläßt deshalb die Spritzung am besten wirklich geschultem Personal. Zu Anfang der kommenden Woche beginnt die allgemeine Obstbaumsprihung wieder in der Gemarkung Gießen, hierzu stehen wieder die der Stadt Gießen gehörenden Spritzen sowie die des Instituts für Pflanzenschutz unserer Universität zur Versügung, so daß in diesem Jahre zeitig der Generalangriff auf die Schädlinge aller Art erfolgen kann. In dankenswerter Weise hat der Herr Oberbürgermeister die Mithilfe des Feldschutzpersonals zur Bildung und Ueberwachung der Spritz- kolonnen zugesagt, ebenso das Institut für Pflanzenschutz bei der ordnungsmäßigen Herstellung und' Ueberwachung der Spritzbrühe. Wie im vergangenen Jahre die Stadt einen Kredit für die allgemeine Obstbaumsprihung eröffnet hat, so wird sie das auch wieder im laufenden Jahre tun. Die Kosten der Spritzung sind denkbar niedrig gehalten. Irgendwelche Einnahmen hat die Stadt nicht, im Gegenteil wird die von ihr geleistete Arbeit vollkommen frei zur Verfügung gestellt. Um so bedauerlicher wäre es, wenn einzelne Gartenbesitzer glaubten, die von ihnen geschuldeten Spritzungskosten unbezahlt lassen zu können. Sie hätten selbstverständlich ein solches unsoziales Verhalten nur mit den Kosten der Beitreibung zu büßen. Die Kosten der Spritzung werden, wie wir hören, in diesem Jahre voraussichtlich bestimmt noch niedriger sein, als im Jahre 1934. Bei den jetzt zu leistenden Arbeiten wird eine größere Anzahl bisher erwerbsloser Volksgenossen, insbesondere Gärtner, für etliche Wochen Arbeit und Brot finden. Die Gartenbesitzer werden gebeten, die Schlüssel, der Gartentüren mit einem Erkennungszeichen versehen, dem Feldschutzpersonal abzuliefern, auch die angelegten Leimringe zu entfernen und die Unterkulturen mit Matten oder Zeitungspapier abzudecken. Wer es einrichten kann, wohne selbst der Bespritzung seines Baumbestandes bei. Joh. Grün. Gießen, Neuen Baue 15. Heuchelheim, den 23. Februar 1935. 074^ 0739 Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Februar nachmittags 2% Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 0764" Allen denen, die unserer lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben, sowie für die Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Ihm. Wieseck, den 22. Februar 1935 Im Namen der Hinterbliebenen. Christian Lenz Gestern entschlief nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Lina Grün,geb. Ziegler im 67, Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 21. Februar meine liebe Frau, treusorgende Mutter, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Franziska Lehmann geb. Schmidt im Alter von 21 Jahren ganz plötzlich zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Erich Lehmann und Kind Familie Heinrich Schmidt Familie Max Lehmann Gießen (Steinstraße 48). Annerod, den 22 Februar 1935 Die Beerdigung findet am 25. Februar, nachmittags 13."° Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt __________________________________________________________________0732. Für Haus und Beruf Demen-Schürzen la Siamosen, 2.90 2.25 1.90 Damen-Schürzen extra weit .. 3.25 2.90 2.50 Damen-Schürzen beste Satin wäre... 3.50 2.90 Noppen-Schürzen.Worps- weder Art .. 2.50 1.95 1.75 Damen-Xhtel, '/, Arm, solide Qual, 4.50 3.90 3.25 Damen-Kittel, mit Arm, in gr. Ausw., 5.90 5.25 4.50 G/ESS EN'MÄUäß UR G1C> 1103 a Ihr BsSd für die Handwerkerkarte erhalten Sie schnellstens und preiswert Photo s Pfaff Löwengasse 6 Aufnahmezeit: Werktags von 8-19. Sonntags von 11-13 Uhr 973 A Vogtsche Privat-Handeisschulen Gießen /Herborn Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekunda- und Prima - Reife, Schulgeld RM 19.— keine Nebengebühren. Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch Kodiert und Nähen. Sdiul- geld RM 17.—, keine Nebengebühren. Ein- u. halbjährige Handelsfachschule Schulgeld RM19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i. Maschinenschrei ben.Steno- graphie und allen Handelsfächern. ___Anmeldungen für das neue rfj Schuljahr und Auskünfte in 1 T 1 Gießen jederzeit im Schul- U, Ä gebäude Goethestr. 32, in Herborn v. 8-13 Uhr im Schul- ESüäi gebäude Schlageterstr. 11. Karl Sch ad eck, Gast- und Landwirt im fast vollendeten 60. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Schadeck, geb Müller Salzböden, den 23 Februar 1935. Dje Beerdigung findet statt: Montag, 25 Februar, nachmittags 2 Uhr. '09L D im Alter von 73 Jahren. Rodheim, den 22. Februar 1935. Heute morgen 4 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein Heber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Pausch II. Otto Pausch Wilhelm Schlierbach nebst allen Angehörigen. Beerdigung am Sonntag, dem 24. Februar, nachmittags 2*/,1 Uhr. 0742 Todesanzeige. Heute morgen 31/, Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Herr Andreas Pausch II., Müller 1074 0 Nachruf. Wieder ist ein lieber Kämpfer aus unseren Reihen geschieden, KameradWilhelm Lenz Wir werden ihm ein treues Gedenken bewahren. Ortsgrunpe Gießen des NS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm). Gießen. 22. Februar 1935. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIII1I1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIH ÄUa Anzeigen-Aktiengesellschafl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen undZeltschrister GieSen / GchuMsatze 3 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllll!!llllllllllllllllll!IIIIIHIIIII "M der Industrie- und Handelskammer Gießen Lleblgstraße 16 (Alte Klinik) Fernruf 2480 Höhere Handelsschu.e: Schulgeld RM.19.-, Abschluß entspricht der „Prülung für praktische Kaufleute“. Zweijährige Handelsschule: Schulgeld RM.17.-, Abschluß mit „Mittlerer Reife“. Gründliche fachliche Schulung u. Erweiterung der Allgemeinbildung und nationalpolitischen Erziehung. Keine Neben gebühren. Keine Kurse. Eintritt nur an Ostern. Anmeldungen bis spätestens 15. April 1935. Verspäteter Eintritt nicht möglich. 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Ziehungstag 22. Februar 1935 270397 322928 2559 4269 102097 102909 103094 103218 326 Gewinne zu 300 M. 17816 103030 234223 345910 386202 22160 226777 386917 127358 295811 140954 182850 225687 230267 310435 12295 33716 40585 57669 72372 94529 266135 388301 13967 203147 383291 6521 22872 29664 45847 62308 70191 86989 89623 2 2 4 6 18 136856 158302 215230 270537 302537 382632 11178 23503 33101 47772 62802 74542 87567 90689 104963 114397 125740 136697 144996 153715 169299 194661 204426 208333 219102 230504 236942 243088 250907 262040 273546 282531 300225 308618 328051 344059 359771 378453 389004 11144 32071 40095 52853 68958 93054 101231 115875 135091 152989 166734 173032 191923 209489 223298 237546 259100 272880 288866 303542 323764 337683 355378 370630 378531 396699 6475 25674 37627 46947 64466 83825 98881 8257 30338 38389 52736 65748 90923 98914 115459 132912 151373 166713 172439 184240 207588 222563 231490 254823 272561 286903 302913 316632 335522 346719 368471 377984 396259 125277 142510 183482 239186 282467 320503 21384 29537 43903 60572 69030 86393 89106 4067 20410 35832 43777 62651 82770 98704 112008 129962 146540 166395 172404 183659 206115 219804 229909 253113 271266 280467 300403 312656 335454 345951 368281 375945 393452 132583 151101 210488 269316 297044 369310 24753 38216 55365 67350 79095 88349 98278 110318 118033 130763 139842 150320 160658 179516 197125 205886 209922 221636 231860 241863 245773 258016 268193 274422 290541 302328 315214 338085 344890 362638 382388 392529 101300 117253 139784 154638 167775 173510 195110 213817 224336 238435 268690 274146 291941 303543 327224 338020 360186 374375 381105 397025 15848 26556 39408 58483 68442 85722 88356 19353 34406 41549 58102 75666 94789 1362 20377 34545 43605 53664 80681 98523 131355 148147 204776 257939 296964 356078 113188 118401 130826 140929 150876 164336 182153 201955 206571 209946 224411 233143 242211 246114 258284 269251 277302 291430 303675 317947 339868 347666 363904 383589 393404 101668 119040 143264 163736 167790 174317 197280 219234 225237 241688 269344 275147 295953 304083 330436 342103 365602 374732 381281 397849 19660 26597 43046 60169 68810 86107 88716 113816 119607 134227 144053 151140 165187 182885 203074 207742 213327 226129 236042 242387 249318 261325 270347 281749 296030 308274 326676 340873 352429 370766 383839 399897 108392 122702 143458 164706 172319 182005 201592 219299 229201 242730 269880 275810 299280 310828 333255 345469 367435 375001 391915 114200 123995 136360 144771 152667 166508 190461 203129 207874 218895 230314 236126 242780 250154 261826 271593 282223 296468 308444 327963 341516 356416 374309 388503 129000 147154 202968 245392 292611 331817 300 M Gewinne zu 5000 M. Gewinne zu 3000 M. Gewinne zu 2000 M. Gewinne zu 75000 M. 131618 Gewinne zu 10000 M. 70 109065 150439 19e2^4 28 Gewinne zu 1000 M. 105101 114745 147092 190394 213787 250499 337408 361822 372516 377528 394461 62 Gewinne ,u 500 M. 836 7638 14310 17288 119146 255670 47764 167879 321276 7034 17200 84457 88466 266339 367125 30960 67841 98845 5. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. P reich.) Klassen-Lotterie 23912 45524 47277 78308 84353 96581 111778 139874 143390 167023 223780 249837 283940 297063 298519 314770 361009 362628 363871 364212 370688 391089 2 Gewinne zu 5000 M. 256058 12 Gewinne zu 3000 M 32166 143904 178996 184723 246565 372300 416 Gewinne zu 11670 15720 ' 94 Gewinne zu 500 M 9272 31771 33249 44810 60015 61472 61922 65609 68899 71348 99178 102545 ------ ------- ------ ------ ------ 28 Gewinne zu 2000 M. 31416 79036 87608 143057 162002 188899 190430 ------ ------ ------ 340119 359070 375215 28 Gewinne zu 1000 M. 134101 142751 182735 355005 358249 369663 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 23730 36732 52701 63615 77799 87875 95834 < 109240 114800 130392 137246 150084 153750 172200 194869 204944 208818 220867 231330 239760 245212 253955 263934 273958 283545 300819 309289 332010 344522 362312 378777 3SO318 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 20 Tagespramien. Auf sede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 9061 21210 33098 34534 73771 167899 212014 263199 301983 315513 2I2UI* Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und -war je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Im Gewinnrade verblieben: 340 Tagesprämien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 50ouu, 4 zu je 30000, 8 zu je 20000, 36 zu je 1C000, 110 zu je 5000, 236 zu e 3000, 488 zu je 2000, 1112 zu je 1000, 2752 zu e 500, 10648 zu je 300 Mark. 61 IMfe Drittes Blatt Gießener Anzeiger «General-Anzeiger für Gberhciieni Samstag, 25, gebniat 1955 Horst-Wesiel-Ge-enkfeier in Gießen Ausruf an die Bauern der Deut- vom allen ereigniffe, und Schicksalsschläge einfach machtlos Ist es nicht der Deut- die beruf« auch im Menschenleben spielen eine Rolle, denen gegenüber wir sind. ganz schön, daß wir soviel Ab- Es ist beabsichtigt, in Kürze die „Deutsche Dekorations-Kurse" nach hier zu verpflichten. Jedem Teilnehmer wird die Möglichkeit geboten, sich im Dekorieren, Preisschildschreiben und Plakatmalen auszubilden. Der Kursus erstreckt sich über drei Wochen, und zwar jeden Abend drei Stunden. Es werden in einem Saal 15 Schaufenster auf gestellt, in denen täglich praktisch gearbeitet wird. Die Gebühr beträgt für Mitglieder der DAF. 25 Mark plus 3 Mark für Lernmittel. Anmeldungen sind bis fpätestens 2. März unverbindlich das Landschaftsbild pietätvoller als die mit großen finanziellen Mitteln geschaffenen parkähnlichen Prunkfriedhöfe der ehemaligen Feindmächte. Die Kameraden Trümpert und Klein warben für die Mitgliedschaft im Volksbund Deutsche Kriegergräberfürisorge, und Kamerad Klein sprach dem ersten Vereinsführer den Dank der Versammlung für den lehrreichen Vortrag aus. Gleichzeitig wurden einige Reise an die Westfront zum Besuch der deutschen Kriegergräber erläutert: so kostet z. B. eine Reise an Ostern 1935 (21. und 22. April) gleich 2 Tage nach Verdun ab Heidelberg und zurück einschk Abendessen, Uebernachtung und Frühstück Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Hatte (S.). 14. Fortsetzung • Nachdruck verboten! Auf Horsts Gesicht erschien wieder das grübelnde Nachdenken: „Aber da war doch noch etwas, ganz bestimmt. Ich weiß nur nicht mehr, was. Aber was ist denn aus Helma geworden?" „Aus Helma?" fragte Kommissar Dundee erstaunt. „Wer ist Helma?" „Meine Adoptioschwester; sie war doch dabei. Was geschah mit ihr, nachdem ich besinnungslos wurde?" Besorgt griff der Stationsarzt nach dem Puls des Kranken. Dann fühlte er die Stirn, auf der kleine Schweißperlen entstanden. „Ich glaube, es ist für heute genug, Herr von Gernsheim: die Unterhaltung scheint Sie sehr an- guftrengen! Ich glaube, Sie haben schon wieder „Nein, nein", sagte Horst entschieden, „ich habe kein Fieber. Ich bin ganz klar. Was wurde denn mit meiner Adoptivschwester?" wiederholte er hartnäckig. „Er phantasiert!" sagte der Stationsarzt leise zu dem englischen Kriminalkommissar. Der warf einen scharfen Blick auf Horst: „Das glaube ich nicht", sagte er bestimmt, „da ist noch irgend etwas." „Aber ich kann für heute keine weitere Unterhaltung mehr gestatten." Der Arzt sprach es sehr entschieden. „Wir wollen froh sein, daß wir unseren Patienten ohne eine Gehirnentzündung aus dieser Geschichte herausbekommen haben. Ich möchte nichts riskieren." „Nur eine Frage noch!" bat Dundee. „Sagen Sie, Herr von Gernsheim, Sie wissen ganz genau, daß Ihre Adoptivschwester mit Ihnen gewesen ist?" „Aber ganz genau!" Horst wollte noch weiter sprechen. Aber Dundee machte eine abwehrende Handbewegung: „Was Sie uns heute gesagt haben, ist für die weiteren Ermittelungen außerordentlich wichtig. Jetzt müssen Sie sich ausruhen. Nichts weiter denken, als daß Sie möglichst schnell gesund werden, um hier herauszukommen." „Aber ich habe doch keine Ruhe, solange ich nicht weiß, was aus Helma geworden ist." „Wissen Sie vielleicht, wo Ihre Adoptivschwester gewohnt hat?" „In einer Pension in der Alstervorstadt. Aber ich weiß den Namen nicht. Wenn ich gesund wäre, würde ich das Haus ja finden, aber jo —" Er zuckte mutlos die Achseln. kn Verdun, Bedienung, Bestchttgungen und Führung nur 31 Mark. Musikalische Darbietungen und einige gesungene Soldatenlieder verschönten den Abend. Vornotizen. — Tageskalender f ü r Samstag: Stadttheater: (Deutsche Bühne) 20 bis 22.15 Uhr „Christa ich erwarte dich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hohe Schule". — Astoria-Lichtspielhaus, Seltersweg: „Rom-Expreß". — Turnverein von 1846 Gießen 20.01 Uhr in der Turnhalle, Stem- ftraße, Turner-Maskenball. — Sanitätsverein Gießen, 20 Uhr Vortrag von Dr. med. Kranz über „Volksgesundheitspflege im neuen Deutschland", Ehrung der Jubilars und Bunter Abend. — Stickerei- und Spitzen-Werkschau 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Der goldene Pierrot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hohe Schule". — Astoria-Lichtspielhaus, Seltersweg: „Rom-Expreß". — Familienabend der Lukasgemeinde: 20 Uhr Lukassaal. — Sanitätsverein Gießen: 9.30 Uhr Festgottesdienft in der Stadtkirche; 14.30 Uhr im Cafe Leib 51. ordentliche Mitgliederversammlung, humoristische Unterhaltung. — Stickerei- und Spitzen-Werkschau im Turmhaus am Brandplatz. — — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Sonntag, 24. Februar, 19 Uhr, die rheinische Karnevalsoperetten-Revue: „Der goldene Pierrot", 8 Bilder mit Musik, Gesang und Tanz von Walter W. Goetze; Leitung: W r e d e — Cuje — Rabenau — Plank. — Dienstag, 26. Februar, Erstausführung der heiteren Begebenheit „Frischer Wind aus Canada", ein Viertags- Spiel von Hans Müller-Nürnberg. Spielleitung hat Intendant Hanns König, musikalische Leitung Kapellmeister Fritz Cuje. — Mittwoch, 27. Februar, 19.30 Uhr, „Frischer Wind aus Canada". — Donnerstag, 28. Februar, geschlossene Borstel- lung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, ungerade Mitgliedsnummern, das Lustspiel „Christa, icy erwarte dich" von Möller und Lorenz; Spielleitung Kurt L ü p k e. — Freitag, 1. März, 20 Uhr, „Frischer Wind aus Canada". — Samstag, 2. März, außer Abonnement die Revue-Operette des rheinischen Karnevals „Der goldene Pierrot", acht Bilder mit Musik, Gesang und Tanz von Walter W. Goetze. — Reichsverband für deutsche I u - aendherbergen, Ortsgruppe Gießen. Kommenden Montag um 20 Uhr findet im Singsaal des Realgymnasiums die Hauptversammlung der Ortsgruppe Gießen im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen statt. Neben dem geschäftlichen Teil werden Berichte über den Stand der Jugendherbergen in Oberhessen gegeben. Die Versammlung wird von Liedern und Sprechchören der nationalsozialistischen Jugend umrahmt. Es sei auf die heutige Anzeige verwiesen, in der auch die Ausgabestellen für Ausweise angeführt sind. — Hausbesitzerverein Gießen. Kommenden Mittwoch abend im Gasthaus Hindenburg 28. Hauptversammlung mit Vortrag (näheres in der heutigen Anzeige). * ** Neuer Friedhofsverwalter in Gießen. Nach Erreichung der Altersgrenze ist der bisherige Friedhofsverwalter auf dem Neuen Friedhof Friedrich Siehr in den Ruhestand getreten. Herr Siehr, ein geborener Licher, stand feit Oktober 1902 im Dienste der Stadt Gießen. Als fein Nachfolger im Amte des Friedhofsverwalters wurde Herr Greif von hier bestimmt und nunmehr verpflichtet. ** Gefechtsschießen der Gießener Garnison. Im heutigen Anzeigenteil ist eine kreisamtliche Bekanntmachung enthalten, in der die Zeiten des Gefechtsschießens der Truppenteile des Standorts Gießen am kommenden Montag, Dienstag und Mittwoch und die Abgrenzung der gefährdeten Gebiete zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. ** Eine öffentliche Zahlungsmah» n ung erläßt hie Gießener Stadtkasse in unserem heutigen Anzeigenteil. Es handelt sich dabei um die Bezahlung von Gemeinde-, Kreis- und Prooinzial- umlagen einschließlich Sondergebäudesteuer 1934, Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren 1934, sowie um die erste Rate der Burgersteuer 1935. Die Zahlungspflichtigen seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiefen. ** Arb eits- und Lieferungsvergebungen. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil das Anfahren von Nutz- und Brennholz und das Einschneiden des Nutzholzes, ferner die Lieferung von Heckenpflanzen aus. Interessenten mögen die Bekanntmachungen beachten. ** Eine Schweine-ZwkschenzLhlung findet am 5. März statt. Damit verbunden ift hie Ermittlung der nichtbeschaupflichtigen Hausschlach- hingen in der Zeit vom 1. Dezember 1934 bis 28. Februar 1935 und die Ermittlung der Kalber» gebürten in den Monaten Dezember bis Februar. Die örtliche Durchführung der Zählung ist Aufgabe der Bürgermeistereien. . ** Gesellenprüfungen. Die Kreishand» werkerschaft Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Anmeldung von Lehrlingen zur Gesellenprüfung. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiefen. ** Die Museen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Abschlußfeier her Schulungskurse her DAI. Als Abschluß der für den Kreis Gießen durchgeführten Schulungskurse veranstaltete die Deutsche Arbeitsfront am gestrigen Freitag im Cafe Leib eine Kundgebung, zu der die Betriebsführer und Vertrauensmänner außerordentlich zahlreich erschienen waren. Mit einem schneidigen Marsch des Musikzuges der Standarte 116 wurde der Abend eingeleitet. Im Auftrage der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront Gießen eröffnete der Kreis- fchulungswalter Hahn die Kundgebung mit einer kurzen Ansprache, die ausklang in einem freudig aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Anschließend wurde gemeinsam das Lied „Brüder in Zechen und Gruben" gesungen. Nach verschiedenen von Herrn Geiger (Stadttheater Gießen) mit Schwung und Begeisterung vorgetragenen Gedichten erfolgte unter den Klängen des Badenweiler Marsches der Einzug der Fahnen, die auf der prächtig geschmückten Bühne Aufstellung sanden. Dann sprach Kreiswatter der DAI. Wagner, Gießen in großen Zügen über Zweck und Sinn der Schulung, und behandelte eingehend das Vertrauensverhältnis zwischen Betriebsführer, Verttauens- mann und Betriebsgefolgschaft im heuttgen Staat. Der Redner führte u. a. aus: Wenn wir heute abend die Schulungskurse der Deutschen Arbeitsfront beschließen, dann wollten wir uns vor allen Dingen vor Augen halten, daß diese Schulung nicht eine Angelegenheit sein solle, die sich nur auf die vergangenen Wochen allein beschränke, sondern diese Schulung solle nachklingen in den Herzen der Teilnehmer, solle Richtschnur und Leitstern für die Arbeit im Alltag, für die Arbeit im Betrieb, sie solle die neue Gestaltung des Vertrauens von Mensch zu Mensch sein. Es gebe heute noch Menschen, die in der Deutschen Arbeitsfront eine Fortsetzung der alten Gewerkschaften sehen, die nur eigene Interessen zu vertreten gedenke. Wir glaubten jedoch, mit dieser Schulung das letzte Mißtrauen gegen die Deutsche Arbeitsfront beseitigt zu haben. Die Deutsche Arbeitsfront sei niemals vom Führer ins Leben gerufen worden, um einseitigen Interessen zu dienen, sondern um der Treuhänder gemeinsamen Schaffens deutscher Volksgenossen zu sein. Es sei kein Wert darauf gelegt worden, die Paragraphen der Gesetze nur verstandesmäßig einzuhämmern; es sei vielmehr darum gegangen, klar zu machen, was dieses Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit bedeute und wie es entstanden sei. Es gebe Menschen, die jede Verordnung und Verfügung studierten, die von einer nationalsozialistischen Stelle erlassen werde, und wenn sie den Paragraphentext in sich aufgenommen und erkannt hätten, wie diese Dinge sich rein mechanisch abspielten, dann glaubten sie, Nationalsozialisten zu sein. Das fei aber zu wenig. Ls nütze alles nichts, wenn wir nicht innerlich das erlebten, was es heiße, Volksgemeinschaft zu halten, was es heiße, Vertrauen zwischen Volksgenossen und volkgenossen, ein Vertrauensverhältnis zwischen Wirtschaftsführer und Dirtschaftsgefolgschaft herzustellen. Wer das innerlich nicht verstehen könne, werde den Staat und den Nationalsozialismus niemals verstehen können. Es gebe kein Gesetz, das nur auf Grund feiner Gesetzeskraft in der Lage fei, die Dinge des Lebens zum Wohle der Allgemeinheit zu regeln. Es werde deshalb nicht geschult, um den Verstand zu schärfen, um alle Wechselfälle des Lebens zu zeigen, sondern um Menschen zu erziehen, um das Herz weit zu machen, um innerlich das zu erfassen, was den Nationalsozialismus ausmacht. Wenn es uns gelungen fei, einen kleinen Funken davon zu entflammen, dann werde einmal dieser kleine Funken zur lodernden Flamme werden, dann hätten wir die Gewißheit, daß die Menschen sich zusammenfanden auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens. » In feinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner eingehend die Aufgaben und Pflichten von wirtschaftsführer und Wirtschaftsgefolgschast und die Stellung des Vertrauensmannes als Mittler zwischen beiden. Vor der Machtergreifung habe kein Verhältnis zwischen Mensch und Mensch bestanden. Die Beziehungen zu einander seien rein schuldrechtlich gewesen. Die Dinge wurden so geregelt, weil es die Gesetze vorschrieben. Dieses schuldrechtliche Verhältnis solle heute ersetzt werden durch das persönliche Verhältnis zwischen Mensch und Mensch und dieses persönliche Verhältnis sei das Vertrauen, die Kameradschaft. Dieses Vertrauen könne man nicht befehlen, es müsse neu erarbeitet werden von Tag zu Tag. Die Gruppen von Menschen, die man einmal auseinandergerissen habe, weil es der Wunsch einer internationalen Klique gewesen sei, müßten wieder zusammengeführt werden, um die deutsche Volksgemeinschaft zu erleben. Der Vertrauensrat habe die Aufgabe, mitzuhelfen, daß die Entwicklung der Dinge sich so gestalte, wie es im nationalsozialistischen Sinne werden müsse. Der Betrieb müsse zu einer Stätte wahrer Volksgemeinschaft werden. Der Betriebsführer dürfe nicht mehr als Ausbeuter angesehen werden. Alle müßten das Gefühl haben, daß der Betrieb nur ein kleiner Teil her deutschen Volksgemeinschaft sei, zum gemeinsamen Nutzen von Volk und Staat. Wenn die Arbeit im Betrieb so aufgefaßt würde, bann sei die Aufgabe, zwischen den Menschen bas Vertrauen unb eine anftänbige Gesinnung herzustellen, gelöst. So müsse gearbeitet werden zum Segen und zum Nutzen unseres heiligen Deutschen Reiches. Die Ausführungen des Redners lösten bei den Zuhörern starken Beifall aus. Nach einem „Sieg- Heil" auf den Führer wurde gemeinschaftlich das Horst-Wefsel-Lied" gesungen. Mit dem Ausmarsch der Fahnen unb einem kurzen Schlußwort bes Kreisschulungswalters Hahn fanb bie offizielle Veranstaltung ihr Ende. „Gebulben Sie sich nur kurze Zeit!" bat Dunbee. „Ich werbe bas mit Hilfe bes Einwohnermelbeamts sehr halb heraushaben." Er verließ ben Raum unb führte ein Gespräch erst mit ber Hamburger Polizei unb bann mit einem Beamten von bem Einwohnermelbeamt. Schon nach kurzer Zeit kehrte er zu Horst voo Gernsheim zurück: „Sie brauchen sich um Ihre Aboptivschwester nicht zu sorgen, Herr von Gernsheim! Sie ist abgereift unb hat als Reiseziel Schloß Gernrobe angegeben. Sollen wir sie von Ihrem Ergehen benachrichtigen?" Horst schüttelte ben Kops. Seine blaß geworbenen Lippen zogen sich bitter zusammen. Wie war es möglich, baß Helma ihn einfach so verlassen hatte? Nachbem bie Polizei .unmittelbar nach bem Ueberfall bazugekommen unb schnell eingegriffen hatte, war doch für sie irgendwelche Gefahr nicht mehr zu befürchten. Wäre es nicht nur in ber Drbnung gewesen, baß Senhor Bastieni unb sie vor allem sich um ihn gekümmert hätten? Wie war Helma nur zu einer solchen Herzlosigkeit fähig? Da lag er nun schwer krank, hilflos hier im Hamburger Krankenhause. Unb sie hatte nicht einmal so viel Teilnahme für ihn, um seine Genesung abzuwarten. Dabei schien sie boch so auf feine Rückkehr gewartet zu haben. Sonst wäre sie ja nicht ihm nach Hamburg entgegengekommen. Immer unvereinbarer würbe für ihn alles, was sie getan unb gesagt. Zwischen ber Helma, bie ihn im Gesellschaftszimmer bes Hotels begrüßt, unb ber Helma, wie sie sich im weiteren Verlauf bes Abenbs gezeigt hatte, bis zu ihrer herzlosen Abreise nach Gernrobe, klaffte ein Abgrund. So sehr er sich auch mühte, er konnte biefen Abgrunb nicht überbrücken. Unb nun fühlte er auch, wie seine Gebauten sich verwirrten, durcheinander glitten. Eine tiefe Mübigkeit überkam ihn, trug ihn von seinen wirren Gebauten fort in bas Laub bes Schlummers. Leise gingen ber Stationsarzt unb ber Kommissar Dunbee hinaus. Dann verabschiebete sich Dundee, um zum Hamburger Polizeikommissariat zu fahren. Die Geschichte wird immer verwickelter!, dachte Dundee. Ich weiß zwar von meinem Freunde nicht alle Einzelheiten dieser interessanten Begebenheit, aber daß diese Adoptioschwester eine eigentümliche Rolle spielt, ist mir klar. Wenn da nur nicht irgendeine Erbschleicheraffäre mit hiueinspielt! Es sieht mir ganz so aus, als hätte die Adoptivtochter des alten Barons von Gernsheim Interesse daran, den Sohu und Erben zu beseitigen. Hoffentlich hat Hop- man seinen Verdacht auch nach dieser Richtung gelenkt. Das Auftauchen dieser Helma hier, der Ueberfall in dem Viertel von Sankt Pauli, dieser Senhor Bastieni, dessen Beschreibung mich an irgend jemand erinnert, mit bem ich in Loubon schon zusammengestoßen bin — bas alles stimmt mir nicht. Ich werbe boch Hopmau einmal auf meine Mutmaßungen aufmerksam machen müssen! Nachbem Dunbee im Polizeikommissariat mit bem Beamten, ber ben „Fall Gernsheim" bearbeitete, gesprochen, fuhr er in sein Hotel zurück. Dort verfaßte er einen langen Brief an Hopmau, ben er postlagernb an bie Gernrode benachbarte Kreisstadt für Martins adressierte. 17. Kapitel. Während sich dies alles begab, spielte sich in Berlin folgendes ab: Der angebliche Baron von Gernsheim hatte nur einen Tag im Hotel „Adlon" verbracht. Dann war er mit Koffern zum Anhalter Bahnhof gefahren, angeblich, um ben Zug nach Gerurobe zu nehmen. Die Hausbieuer vom Hotel „Ablon" waren ein wenig enttäuscht, als Baron von Gernsheim ihre Hilfe bei ber Belegung eines Platzes unb ber Verstauung bes Haubgepäcks ablehute, fonbern sich einen Gepäckträger nahm. Denn nach bem großen Triukgelb, bas er im Hotel gegeben, hatte man noch auf eine schone Einnahme gehofft. Zufällig würbe zum Zug nach Thüringen dies- mal kein Gast vom „Ablon" beförbert. Nur ein Hausbieuer, ber einen Expreßbrief zum Zug abzu- geben hatte, befanb sich auf bem Bahnsteig. Es fiel ihm auf, baß Baron von Gernsheim, kurz ehe ber Zug abfuhr, fein Gepäck roieber burch ben Dienst- manu vom Bahnhof heruuterholeu unb in ber Gepäckaufgabe aufbewahreu ließ. Als ber Hausbieuer bes „Ablon" aus bem Bahn- hofsausgaug herauskam, sah er, wie Gernsheim in einer Autobroschke davonfuhr. Er machte sich bar* über keine Gedanken, denn oft kam es vor, daß reiche Gäste, die nichts weiter auf der Welt zu sorgen hatten, ihre Reisedispositioueu im letzten Augenblick umänberten. Erst viel später, bei ber polizeilichen Vernehmung, fiel ihm bie ganze Angelegenheit wieber ein. ♦ Der angebliche Baron von Gernsheim fuhr inzwischen im Wagen burch bas Zentrum ber Stabt. Die Häuser würben immer höher. Arbeiterkaserne drängte sich an Kaserne, die Straßen wurden grau, bie grünen Flächen geringer. Eleub aussehenbe Kinber spielten lärmenb auf ber Straße. Verhärmte Frauen mit Umschlagetuch, ben Korb am Arm, kleine Kinber an ber Haub neben sich zieheub, gingen in bie Geschäfte, bie bicht gebrängt, Reihe an Reihe, bas Erbgefchoß ber Häuser einuahmeu. Nun würben bie Straßen roieber freier, unbebaute Plätze brängten sich bazwischen. Ein Vorort kam. Der Insasse bes Autos ließ ben Chauffeur an ber Ecke einer halb bebauten Straße halten unb ging durch ein paar Querstraßen bis auf eine einsam gelegene kleine Villa zu. Dort schellte er in einem bestimmten Rhythmus. Schon würbe bie Tür von einem Menschen geöffnet: einem fremdlänbisch aussehenben Mann mit etwas schräg gestellten, schwarzen Augen. Er grüßte unterwürfig, nach Art ber Orientalen, bie Hände über bie Brust gekreuzt, als er ben Einlaßbegehrenben erkannte. „Ist sie brin?" fragte ber Angekommene kurz auf portugiesisch. Der Diener nickte unb schloß sorgfältig die Tür hinter bem Fragenben. Der ging mit raschen Schritten burch ein kleines Vestibül eine schmale Treppe hinauf unb in ein Zimmer, bas unmittelbar an biefer Treppe gelegen war. Das blaffe, junge Mäbchen mit bem rührend lieblichen Gesicht, in bem zwei braune Augen erschreckt bem Eintretenben entgegensahen, wollte sich erheben. Aber bie zarte Gestalt schien keine Kraft zu haben. Zitternd saß sie roieber in bem Sessel, in bem sie geruht hatte. „Guten Morgen, Helma! Wie geht es bir?“ fragte ber Mann mit einer befehlenden Stimme. Das junge Mäbchen zitterte, versuchte bie Augen von bem scharfen Blick bes Mannes abzuwenben, „Ich kann nicht mehr", flüsterte sie vor sich hin, „ich will nicht, ich ..." Mit einem Schritt war ber Mann bei ihr. Er griff ihre willenlose Hänbe. In seine Augen kam ein eigentümlich starker Glanz. „Du willst", sagte er, „bu willst nichts anberes tun, als bu bis jetzt getan hast! Also: Wie geht es bir, Helma?" Er zwang ihre Augen in feinen Bann. Das Angstvolle in bem Blick bes Mäbchens verging. Mit einer eigentümlich starren Aufmerksamkeit schaute sie bem Fragenben ins Gesicht. „Danke, es geht mir gut", sagte sie mit einer Stimme, beren Helle merkwürbig abstach von bem verzweifelt klanglosen Ton vorher. Der Mann nickte befriebigt, ließ bas Mäbchen nicht aus ben Augen. Jetzt setzte er sich ihr gegenüber. Unb seine Haube immer noch fest um bie zarten Hanbgelenke legenb, sprach er einbringlich weiter: „Es roirb bir weiter gut gehen. Du wirst fröhlich sein, unbefangen unb gleichmütig. In wenigen lagen wirst bu abreifen unb in Schloß Gernrobe leben wie zuvor. Dein Aboptivbruber roirb halb auf Gernrobe eintreffen. Du wirst ihn bahin bekom» men,roo wir ihn haben wollen. Hast bu verstan- ben?" Sie sA immer noch mit biesem starren, aufmerksamen Blick ben Sprechenben an. „Ich habe verstauben", sagte sie roieber mit dieser hellen, etwas blechernen Stimme. (Forffetzung folgte SJl.-tfpOTt Oberheffen • A A Ac&)A A A . 120 100 450 500 •W ■N •»« •N H- M* fr fr fr fr fr fr •« Hi •N verwendet man heute das kombinierte Haarstärkungswasser ENTRUPAL, das den Haaren die ehemalige Farbe wiedergibt Fehlfarben ausgeschlossen. Stärkt den Haarwuchs. Beseitigt Kopfschuppen und Kopfjucken. Fl. Mk. 4.80. Prospekt kostenlos. Erhältlich in allen Apotheken, Drogerien n. Parfümerien. Bestimmt vorrätig: Drogerie Winterhoff, Kreuzpl. 10 [ Einspaltige werden zum ermäßigten , . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzelle veröffentlicht! Lieserungsvergebung. Die Lieferung nachstehender Heckenpflanzen: 1100 Stück Liguster Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 4. März 1935 einschließlich gemahnt: 5. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provinztalumlagen einschließlich Sondergebäudesteuer 1934, 4. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenroini- gungsgebühren 1934 und die Anteile an Mullabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren 1934, Bürgersteuer 1935, 1. Rate. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne wettere Mahnung Einzug der rückständigen Betrage aus Kosten der Schuldner. JU7Ut/ Für das 5. Ziel Steuer wird außerdem der ab 6. d. M. zu zahlende Säumniszuschlag erhoben. Gießen, den 23. Februar 1935. Stadtkasse Gießen. hier abzugeben. Oeffnung erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter. Gießen, den 22. Februar 1935. Städtisches Hoch- und Diefbauamt. G r a v e r t. erstklassigen Künstlern besetzt und von Willi Hart, mann vom Reichssender Frankfurt inszeniert. Den musikalischen Teil bestreitet das Landes-Sin-- fonie-Orchester unter Leitung von Paul Cornelius. Ueberall hat der Reichstheaterzug bisher große Erfolge erringen können. Auflösung des KriedbergerGtadirates. LPD. Friedberg, 22. Febr. Durch eine Der- fügung auf Grund des Artikels 123 der Hessischen Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 hat der hessische Staatsminister nach Anhörung des Provin- zialausschusses den Stadtrat der Stadt Friedberg a u f g e l ö st. Kreisdirektor Dr. Ribes alp. Hainbuche Thuja Buxus soll öffentlich vergeben werden. 1068V Angebote auf Vordruck sind, mit Preisen versehen, bis zum Verdingungstermin am Donnerstag, dem 28. Februar 1935 vormittags 11 Uhr leuchtungsprüfung, 20 Uhr: Beginn des Starts der Zuverläs igkeitsfahrt. Eintre fen der ersten Fahrer am Sonntag, den 2 4. Februar, voraussichtlich zwischen 5 und 6 Uhr am Ziel auf dem Frankfurter Festhallengelände. HandballimKreisLahn-Oill(GauXU) Die Pflichtspiele der Kreisklasse sind beendet. Die Sieger der einzelnen Staffeln der ersten und zweiten Kreisklasse müssen nun in Dor- und Rückspielen die Kreisbesten ermitteln, die dann in die nächst höhere Klasse aufsteigen. — Auch die Reihenspiele der Bezirksklasse nähern sich ihrem Ende. Am kom- menden Sonntag steht nur eine Begegnung auf dem Plan, die wohl als die wichtigste der ganzen Runde angesprochen werden kann. In Münchholzhausen stehen sich Io. Münchholzhausen und Kurhessen Marburg zum Rückspiel gegenüber. Die Soldaten aus Mar- bürg, die das Vorspiel ziemlich sicher gewinnen konnten, dürften in Münchholzhausen kaum zu einem Erfolg kommen. Wer die Platzmannschaft kennt, weiß, daß man schon über solides Können verfügen muß, um sie zu schlagen. Auf jeden Fall ist ein rassiger Kampf zu erwarten, bei dem wir Münchholzhausen die größten Chancen einräumen möchten. Vor diesem Treffen stehen die zweite und Jugendmannschaften den gleichen des Tv. Garbenheim gegenüber, die beide die Einheimischen für sich entscheiden dürften. Allmählich setzt nun auch der Freundschaftsspiel- betrieb wieder ein. Der kommende Sonntag weist bereits eine ganze Reihe interessanter Treffen auf. Tv. Dornholzhausen — Mannschaft der Garnison Gießen. Dornholzhausen hat am kommenden Sonntag eine Mannschaft der Garnison Gießen zu Gast. Die Gastgeber, die in der Tabelle der ersten Kreisklasse einen guten Mittelplatz innehaben, werden ihrem Gegner, der dort kein Unbekannter ist, einen spannenden Kampf liefern, dessen Ausgang allerdings nicht ungewiß fein wird. 73e4»v trgrauen Bekanntmachung. Betr.: Den Friedhofsverwalter Greif zu Gießen. Der Friedhofsverwalter Greif zu Gießen ist am 8.2.1935 durch Handschlag an Eidesstatt auf den Polizeischutz vom Hessischen Kreisamt verpflichtet worden. 1075C Gießen, den 20. Februar 1935. Bürgermeisterei Gießen. ______I. D.: Dr. Hamm, Bürgermeister.______ ^üdeitsvergebung. Das Anfahren des Nutz- und Brennholzes und das Einschneiden des Nutzholzes für Wirtschaftsjahr 1935 soll öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck sind, mit Preisen versehen^ bis zum Verdingungstermin am 1067D Donnerstag, dem 28. Februar 1935, vormittags 10 Uhr verschlossen hier abzugeben. Oeffnung erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter. Gießen, den 22. Februar 1935. Städtisches Hoch- und Diefbauamt. G r a v e r t. Holzverffeigerungen. I Donnerstag, den 28. Februar, 9 Uhr vormittags, in der Wirtschaft des Wilhelm Arnold VI. m Lech- aeitern aus den Forstorten Topferkaute, Schmders- kovi ^Rabenpfuhl, Rehhecke und Altgehegt der For- iterei Leihgestern: Scheiter rm: 3 Buche, 16 Eiche I und 4 II, 1 Rüster, 6 Ahorn, 2 Kirsche II, 24 Kiefer! 7 h ai ftidüc I und 47 II; Knüppel rm: ? I unh 05 II 4 Eiche I und 2 II, 11 Kiefer, 115 We I und 35 II; Seifig ' rm- 72 Kiefer 76 Fichte; Reisig H- « 88 Mcht- 2^ M. Wellen C.ch°; SeHiS III kl. iAstreisiqf 100 Wellen: 13 Duche, 25 ^lwe, 0 6 M 38 Sichte, Keififl| IVUli 100 Wellen: tax. 4 Kiefer, 40 Fichte, Stocke rm. 5 Nb^Ärstrich-n-n Nummern lommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Gasthaus „Zur deutschen Liche kleiN'Linden aus den Forstorten Stempelschlag, Tannacker, Xie fental, Hexenbusch, Fuchsbau, Rehloch und Wüstung der Försterei Großen-Linden (Franzenwald). Sliter rm: 0,8 Buche (rd.), 54 Elche, 0 4 Birke (rd ), 108 Kiefer I und 2 II, 20 Fichte I mrd 15 , Knüppel rm: 64 Eiche, 29 Kiefer, 26 Fichte, R^sig II. Kl. (Stammreisig) 100 Wellen: 20 Buche, 36 Kie fer 4 Weymouthskiefer; Reisig III. Kl. (Astreisig) 100 Wellen: 25 Eiche, 33 Kiefer, 22 Fichte; Stöcke ^Ferner^ Abgabe von 4,2 rm Eichen-Nutzschnter (2,5 m lg.) und 20,9 rm Eichen-Nutzknüppel (2,5 m g Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung oes Holzes wird empfohlen. Gießen, den 22. Februar 1935. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. _________ Oer Neichstheaierzug in Heuchelheim und Grünberg. Der NS. - Gemeinschaft ,Kraft durch Freude", Kreis Gießen, ist es gelungen, den T h e a t e r z u g des Reichspropaganda-Ministeriums zu gewinnen. Er wird am 7. März in Heuchelheim und am 8. März in G r ü n b e r g gastieren, und zwar wird er, im Gegensatz zum erstenmal, wo er als Varietezug kam, die erstklassige Operette „Der Vetter aus Dingsda" bringen. Diese Operette hat Eduard Künecke geschrieben, so daß die musikalische Leistung weit über dem Niveau einer Durchschnittsoperette steht. Die Operette ist mit Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900s Ligaelf im rNeisterschaftskampf in Vissenberg. Nach einem Ruhesonntag setzen die Blauweißen mit erster und zweiter Mannschaft die noch ausstehenden Verbandswettspiele fort und zwar gegen zwei Gegner, die zur Entfaltung allen Könnens und aller Kraft pingen. Die Ligamannschaft trifft in Bissenbera auf einen Gegner, der sich zu Hause wohl kaum schlagen lassen wird. Schon im Vorspiel in Gießen gaben sich die Leute von der Oberlahn erst nach einem großen Kampfe geschlagen (3:1) und die Gießener haben dabei erfahren müssen, daß der Gegner nicht von Pappe ist. Das Spiel in Bissenberg wird deshalb keineswegs zu einem Spaziergang, insbesondere da man dort recht kleine Platzverhältnisse antrifst. 1900 tritt in der bewährten Aufstellung wie gegen Wetzlar an, lediglich auf Halblinks wird für Günther Heilmann eingesetzt. Die Gießener Vertretung steht mit: Schlarb; Zeiler, Lippert; Mank, Jäger, Hein- bach; Wilhelm!, Hammer, Schmelz, Heilmann, Dörr. 1900 II — VfB.-Reichsbahn II. Das Me.isterschaftsrückspiel und Lokaltreffen der Reserven wird viele interessieren. Die Begegnungen dieser Mannschaften waren immer spannend, wenn auch in letzter Zeit hüben wie drüben die Leistun- oen Wünsche offen ließen. 1900 will dem Abhilfe schaffen und hat deshalb eine grundlegend geänderte Mannschaftsaufstellung getroffen. Man muß abwarten, ob sie sich bewährt. Eifer und Siegeswillen wird sie bestimmt aufbringen. — Das Spiel beginnt schon früh am Nachmittag, denn anschließend stehen sich noch die beiden Gruppenmeister der zweiten Kreisklasse Allendorf (Lahn) — Steinbach im Entscheidungsspiel auf dem 1900-Sportplatz gegenüber. Vor dem Spiel der beiden Ligamannschasten kreuzen die Jugendvertretungen in Bissenbera die Klingen. Einen Sieger hierbei vorauszusagen, dürfte verfehlt sein, wenn man den Gießenern auch die bessere Technik und vor allem mehr Routine zurechnet. BfA.-Reichsbahn Gießen. DfB.Reichsbahn Liga — Rad Vilbel Liga. Bei diesem Spiele wird man Gelegenheit haben, einen Vergleich zwischen der Spielstärke der Bezirksklasse Friedberg und unserer Bezirksklasse zu ziehen. Die Vilbeler haben sich in ihrer Klasse glänzend geschlagen und nehmen nach Beendigung der Spiel- serie den dritten Tabellenplatz ein. Die stärkste Waffe der Elf ist der Sturm. Die Hiesigen werden erneut in veränderter Aufstellung erscheinen und dürften dabei einen äußerst schweren Stand haben. Die zweite Mannschaft tritt in stärkster Aufstellung der gleichen der Spieloereinigung 1900 gegenüber. Die dritte Mannschaft spielt gegen die Erste von Garben- Tv. Höckelheim — Tv. Wetzlar II. Hochelheim steht im Endspiel um die Kreismeisterschaft der ersten Kreisklasse und will seine Mannschaft vor den schweren Spielen noch etwas schulen. Der sonntägliche Gegner dürfte das Zeug in sich haben, die Hochelheimer Turner zur Hergabe ihres ganzen Könnens zu zwingen. Es ist noch nicht ge- miß, wer Sieger blieben wird, denn die Wetzlarer Mannschaft tritt in verstärkter Aufstellung an. Tv. Lützellinden I — Heuchelheim I. Lützellinden hat Heuchelheim, das ebenfalls an den Endspielen beteiligt ist, zu Gast. In diesem Kampf kann Heuchelheim den Beweis erbringen, ob es bezirksklassenreif ist und wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß es ein schnelles Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften geben wird, das die größere Erfahrung Lützellindens entscheiden dürfte. Vorher treffen sich die beiden zweiten Mannschaften, die sich schon oft in den Reihenspielen gegenübergestanden haben. Hier dürfte Heuchelheim auf Grund seiner eingespielten Mannschaft kaum zu schlagen sein. Tv. Dorlar — Tv. kahenfuri. Auch Dorlar ist bemüht, seine Spieler „wach" zu halten, um für die Aufstiegspiele der zweiten Kreisklasse gerüstet zu sein. Katzenfurt, eine der besten Mannschaften des Dillkreises, wird der Dor- larer Mannschaft sicher schwer zusetzen. Aber trotz- dem möchte man Dorlar als sicheren Sieger bezeichnen. „ In Wetzlar trifft die la-Mannschaft des VfB.- Reichsbahn Gießen auf den vorjährigen Gaumeister Wetzlarer Turnverein. Trotzdem die Gießener in den letzten Spielen gut gefallen konnten, wird ihr Können hier zu einem Siege nicht reichen. Kurze Sportnotizen. Der Sportschrift st eller C. I. Luther, der in der Sportwelt des In- und Auslandes sehr gut bekannt ist, wurde, wie wir hören, von der Paddler-Gilde Gießen zu einem Vortrag gewonnen. Der genaue Termin der Vortragsveranstaltung steht noch nicht fest. teich. Obwohl die Gäste von ihrer früheren Spiel- : stärke sehr viel eingebüßt haben, ist es doch fraglich, ob sich die Gastgeber mit ihrer neu aufgestellten Mannschaft durchsetzen können. „FE. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Sinn I — FL. Teutonia Wahenborn-Steinberg I. Im letzten Verbandsspiel der Serie 1934/35 tritt am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn - Steinberg in Sinn der 1. Mannschaft des dortigen Sportvereins gegenüber. Beide Mannschaften stehen spielerisch auf gleicher Stufe, was ja auch der derzeitige Tabellenstand besagt. Der Ausgana dieses Punttekampfes dürfte völlig offen sein. Lediglich in Anbetracht des eigenen Platzes könnte man Sinn ein kleines Plus zusprechen. Erfreuliches Meldeergebnis zum Waldlaufstaffeltag des Kreises Gießen. Zu den morgen auf einer Rundstrecke des hiesigen Philosophenwaldes stattfindenden Waldlauf-Staffeln sind zahlreiche Meldungen abgegeben worden. Es wird in einer aktiven und einer Jugendklasse gestartet. Eine Mannschaft besteht aus Drei Läufern. Mit dem größten Aufgebot — mehrere Mannschaften in beiden Klassen — sind die Spielvereinigung 1900 und VfB -Reichsbahn vertreten. Dann folgen To. Heuchelheim, Tv. 1846 Gießen, To. Lollar, Tv. Lich und Tv. Dutenhofen. Die genannten Vereine bringen ihr bestes Mittel- und Langstrecklermaterial an den Start, und man wird bei erbitterten Kämpfen knappe Ergebnisse erwarten müssen. In Anbetracht der frühen Saison lassen sich irgendwelche Voraussagen nicht machen. Hilfsfonds für den Deutschen Sport. Der Kreisführer des Kreises Gießen-Wetzlar im DFB. Hugo Henkel und der Mitarbeiter des Hilfsfonds im Kreise Gießen A. P i tz machen darauf aufmerksam, baß am morgigen Sonntag, 24. Februar, um 9.30 Uhr im Cafe Ebel eine 23er- sarnrnlung der Werbewarte stattfindet, in der gleichzeitig die Verpflichtung vorgenommen werden soll. Den Vereinsführern wird der Besuch der Versammlung ebenfalls empfohlen. Oie Zuverlässigkeitsfahrt im Gau 3. Für die Gau-Zuverlässigkettsfahrt des DDAC., Gau 3 (Hessen), für die insgesamt 76 Teilnehmer gemeldet haben, ist folgende Zeiteinteilung getroffen worden: Samstag, 2 3. Februar: 14 Uhr: Beginn der Abnahme der Fahrzeuge auf dem Festhalten- gelände, 18.30: Fahrerbesprechung, 19 Uhr: Beginn der Startprüfung, daran anschließend Be- Schon fürRM.l.SO monatl. - bei Abnahme einer Lieferung zu NM. 3.- aller 2 Monate - erwerben Sie das bekannte botanische Pracht- und Standardwerk: Die Pflanzenwelt derdeutschenHeimat und der angrenzenden Gebiete 3n Naturaufnahmen dargestellt u. beschrieben von Dr. Kurt Hueck. Drei Lände in 90 Lieferungen mit etwa 1000 eigenen Naturaufnah. men auf mehr als 400 bunten und einfarbigen Tafeln. Der Bezog in Lieferungen ermöglicht Ihnen den Besitz dieses prachtwerfes ohne drückende wirtschaftliche Belastung. _OaS Werk bat in der pflanzenkundllchen Literatur nicht seinesgleichen und man möchte hoffen, daß ed dazu beiträgt,Verständnis und Liebe für die heimische Pflanzenwelt In immer weitere Kreise hineinzutragen/ (Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung.) Verlangen Sie da- bebilderte Werbeblatt Das Werk kann durch jede Luchhandlung bezogen werden. Hugo Vermühier Verlag BerlimLichterfelbe Arbeitsvergebung. Zur Herstellung der Einfriedigung für den Neubau der Pestalozzischule sollen die Erd- und Maurerarbeiten vergeben werden. 1080D Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Verdingungstermin am Freitag, dem 1. Alärz 1935, vormittags 10 Uhr bei uns einzureichen. Zeichnungen liegen bei uns offen. Gießen, den 22. Februar 1935. Städtisches Hoch- und Diefbauamt. Gravert. 1935 im Jahr der Seereisen bietet die HAMBURG-AMERIKA LINIE W befonderSpreiSwerteFahrten ins sonnige Mittelmeer ult M.8.„Milwaukee“, dem gröfiteu deutschen Motorschiff Große Orientfahrt vom 11. März bis 3. April von Venedig über Korfu.Port Said (Kairo, Pyramiden,LuxorLkamak.Tbeben.Assuan, Philae), Haifa (Tiberias, Jerusalem. Je- richo,ToteS Meer,Bethlehem.Nazareth,Tel Aviv), Beirut (Baalbek, Damaskus), Jstan- bul(Pera,Galata),Athen,Catania,Messina. Neapel (Pompeji) nach Genua ab RM450.- Zweite Orientfahrt vom 4. bis 22. Avril_______ vonGenua über Neapel (Pomveji).Messina (Taormina), Catania, Port Said (Kairo, Sphinx, Pyramiden), Jaffa, Haifa, Santo- rimAtben^iorfu nach Venedig ab RM 360. FahrtnachGriechenland.derTürkei und ins Schwarze Meer vom 23.April bis 12. Mat von Venedig über Korfu, Rhodos, Samos. Jalta (Sewastopol), Istanbul (Pera, Gala, ta), Athen, Tripolis, Messina (Taormina). Neapel (Pompeji) nach Genua ab RM375. Fahrt durchs westliche Mittelmeer vom 14- Mai bis 2- Juni von Genua über Barcelona, Palma de Mallorca, Algier, Malaga (Granada), Ceuta (Tetuan), Las Palmas, Santa Cruz de Teneriie(Orotavatal,Puerto de la Cruz). Madeira (Sao Vicente), Vigo (Santiago de Compostela) nach Hamburg ab RM 385. 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Die allgemeine Bekämpfung der Obstbaumschäd- linae beginnt, wenn es die Witterung bereits zuläßt, am rNontag. dem 4. März 1935. Die Obstbaumbesitzer werden ersucht, die Unterkulturen in geeigneter Weise abzudecken, die Schlüssel der Gartentüren genau zu beschildern und sie dem Feldschutzpersvnal auf Anfordern abzugeben. Da es sich hier um eine gemeinnützige und darum für jeden einzelnen Volksgenossen fördernde Maßnahme handelt, wolle jeder Gartenbesitzer in einsichtsvoller Weise die den deutschen Obstbau fördernden Maßnahmen des Herrn Staatsministers und des Herrn Oberbürgermeisters unterstützen. S. auch den heutigen Zeitungsartikel. Gießen, den 23. Februar 1935. 1102D Der örtliche Führer für den Obstbau. Abschluß zur Rechnung der Bezirkssparkasse Gießen für 1931. Die Einnahme beträgt 71022 028,21 RM. Die Ausgabe beträgt 70 855 588,06 RM. Verglichen, bleibt Rest 166 440,15 RM. Gießen, den 1. Oktober 1932. Gez.: Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für vorstehenden Ab- schluß eine Aenderung ergeben hat. 1056D Darmstadt, den 7. Februar 1935. Oberrechnungskammer. Gez.: Spanier. Schäfer II. Vorstehender Abschluß wird gemäß Art. 3 Abs.4 des Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, den 20. Februar 1935. Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen. Hopfenmüller. 1057 V Straub wurde beauftragt, auf Grund des Paragraphen 4 der Verordnung zur Sicherung der Staarsführung vom 7. Juli 1933 einen neuen S t a d t r a t zu berufen. Frühjahrs-pferoemarki in Friedberg. * Friedberg, 22. Febr. Die Bürgermeisterei Friedberg kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil den Friedberger Frühjahrspferdemarkt mit Prämiierung am 5. Mär z an. Anmeldungen werden bis zum Tage der Prämiierung angenommen. Weiteres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 22. Febr. Im Saale des Gasthauses „Zur Burg" wurde am gestrigen Donnerstagabend die Verpflichtung der Mitglieder der NS.-Frauenschaft vorgenommen. Die stellvertretende Frauenschaftsleiterin, Frl. Keil, eröffnete die Versammlung. Dann sprach derKreis- rvalter der Deutschen Arbeitsfront, Pa. Wagner (Gießen) über die Stellung und die Aufgaben der deutschen Frau im nationalsozialistischen Staat. Anschließend folgte die Verpflichtung. Die Versammlung wurde in der üblichen Weife geschlossen. * Großen-Linden, 22. Febr. Hier ereignete sich heute abend ein Verkehrsunfa I I. Ein Personenkraftwagen aus Schleswig-Holstein stieß mit einem Kraftwagen der Reichspost zusammen. Der Personenkraftwagen wurde schwer beschädigt. Der Postwagen wurde weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. # Oppenrod, 22. Febr. Dieser Tage trat der hiesige Gemeinde- und Kirchenrechner Wilhelm Gaub (Vornweg 16) in den wohlverdienten R u h e st a n d. Seit dem Jahre 1908 hat er ununterbrochen beide Aemter mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit geführt. Gesundheitshalber mußte er nun beide Aemter, mit denen er während seiner 27jährigen Tätigkeit eng verwachsen war, niederlegen. Auch der Kirchenvorstand verliert nur ungern seinen treuen und zuverlässigen Rechner, dem er auch an dieser Stelle für seine treuen Dienste herzlichen Dank aussprechen möchte. # Großen-Buseck, 22. Febr. Am Sonntag, 24. Februar, vollendet der Landwirt Christoph Wagner XX. (Wilhelmstraße 1) sein 8 8. Lebensjahr. Er ist der Zweitälteste Einwohner unserer Gemeinde. Nachdem er vor einiger Zeit das Bett hüten mußte, geht es ihm jetzt erfreulicherweise wieder besser. Es sei noch bemerkt, daß Herr Wagner auch am Kriege 1870/71 teilgenommen hat und heute der einzige überlebende Veteran unserer Gemeinde ist. — Die allwöchentlich stattfindenden Vereinsabende des Alice- Frauenvereins des Roten Kreuzes erfreuen sich eines sehr guten Besuches. Beim Singen der alten Volkslieder, beim Vorlefen eines guten Buches und fleißigem Handarbeiten vergehen die Stunden nur zu schnell. Der letzte Mittwoch brachte den Frauen eine Ueberraschung. Der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Müller, zeigte eine Reihe sehr klarer und schöner Lichtbilder, die in Freud und Leid der Kinderzeit hinein- führten und den Frauen und Müttern außerordentlich gut gefielen. Möge der Verein auch weiterhin treu zu Führer und Reich seine wichtigen und unentbehrlichen Pflichten und Aufgaben erfüllen! wg. Großen-Buseck, 22. Febr. Bei der jüngsten Eintopfgerichtsammlung wurden in der hiesigen Ortsgruppe 120,60 Mark aufgebracht. Auf Oppenrod fielen 12,35 Mark, auf Burkhardsfelden 29,20 Mark, auf Großen-Buseck 79,05 Mark. <5 Saubringen, 22. Febr. Am Mittwochabend fand im Saale der Gastwirtschaft Ludwig Schäfer ein Ortsgruppenappell der Ortsgruppe Daubringen des NSDFB. (Stahlhelm) statt, zu dem die Kameradschaft III der Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) mit einem Spielmannszug als Gäste erschienen war. Die Gießener Kameraden waren um 20 Uhr mit der Bahn nach Lollar gefahren und marschierten in ansehnlicher Stärke mit klingendem Spiel durch Lollar, wo sich zu dem Durchmarsch eine stattliche Zahl Lollarer Einwohner als Zuschauer eingefunden hatte. Ein Teil der Lollarer Stahlhelmkameraden schloß sich hier der Marschkolonne an. Nach dem Einrücken in den Saal in Daubringen begrüßte Kam. Opper (Daubringen) die Kameraden, besonders die Gäste von Gießen. Den Dank für den Empfang der Kameradschaft III sprach deren Führer, Kam. Mangold (Gießen), aus, wobei er besonders die Treue des alten Frontsoldaten zum Führer betonte. In Treue, so sagte er, übertreffe niemand den alten Frontkämpfer. Sein begeistert aufgenommenes Front-Heil! galt dem Führer und Kanzler des Deutschen Reiches. Ein Vortrag des Kam. Hilb er g (Daubringen) in der Reihe der laufenden Schulungsvorträge gehalten, behandelte den Vertrag von Versailles. Der Vortragende verstand es vortrefflich, den aufmerksamen Zuhörern in leichtverständlicher Form den Widersinn und die Ungerechtigkeiten dieses sog. Friedensvertrages klar zu machen. Für den ausgezeichneten Vortrag wurde dem Kam. H i I b e r g wärmster Dank zuteil. Nach einigen herzlichen Begrüßungsworten des Kreisführers Kam. Wolf entwickelte sich echte kameradschaftliche Unterhaltung, bei der der Gießener Spielmannszug Proben seines Könnens gab. —.— Li ch, 22. Febr. Bei der gestern im Licher Stadtwald durchgeführten letzten Holzoer st ei- gerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 8,50 bis 9,50 RM., Hainbuchenfcheiter 6 bis 7 RM., Eichenscheiter 3,50 bis 4 RM., Fichten 5,50 bis 6 RM., Buchenknüppel 6 bis 7 RM., Hainbuchenknüppel 5,50 bis 6,50 RM., Fichten- und Weymuthskiefernknüppel 5 RM. und 2 RM. je Raummeter. Buchen-Ast- und Forstwellen 3,50 bis 4 RM., Eichenwellen 2 RM. je 50 Stück. Außerdem gelangten geringe Mengen Nutzholz zum Verkauf. * Li ch, 22. Febr. Frau Anna Schmitt, die kürzlich durch einen unglücklichen Sturz einen Oberschenkelbruch erlitt, erlag heute in der Klinik zu Gießen den Folgen der schweren Verletzung. Die bedauernswerte Frau stand im Alter von 83 Jahren. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 22. Febr. Am Samstag, 2. März, findet in den Sälen des hiesigen Kurhauses der große Kurhaus-Maskenball statt. (Siehe heutige Anzeige.) Kreis Büdingen. CD Nidda, 22. Febr. Am gestrigen Donnerstagabend verstarb am hiesigen Bahnhof in dem Aufenthaltsraum für auswärtige Beamte der 50 Jahre alte Lokomotivführer Schmidt aus Schotten. Der Beamte hatte den Personenzug von Schotten, der um 6 Uhr an kommt, hierhergefahren und sich für die Ruhepause von zwei Stunden zur Erholung in den Aufenthaltsraum begeben. Nach einiger Zeit wollten ihn andere Beamte von dort abrufen, wobei sie den Kameraden auf dem Gesicht liegend regungslos vorfanden. Zwei schleunigst herbeigerufene Aerzte konnten nur noch den Tod des bedauernswerten Mannes feftfteüen, der schon auf der Fahrt von Schotten nach Nidda von einem Unwohlsein befallen worden war und offensichtlich einem Herzschlag erlegen ist. Der auf so tragische Weise aus dem Leben abberufene Beamte ist Vater von 14 Kindern, von denen 7 noch schulpflichtig sind. m < Babenhausen I, 22. Febr. Der G e ■ sangverein „Frohsinn" hielt im Schulsaal seine Generalversammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Vereinsführer Otto A l b r a n d t II. erstattete der Rechner Karl Nies III. den Kassenbericht. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Nachdem noch die Dirigentenfrage Erörterung gefunden hatte, wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. — Die hier herrschende Grippe hat in diesen Tagen ein drittes O p - f e r gefordert. Nach kurzer Krankheit starb Frau Lina A l b r a n d t im 62. Lebensjahr. Briefkasten der Redaktion. k. 5., Wieseck. Nach fünfjähriger Anstellung beim Staat kann die Anstellung nicht mehr widerrufen werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, im Wege eines Disziplinarverfahrens, oder nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums den Beamten zu entlassen. h. D., Gießen. Ihr Nachbar kann Ihnen nur solche Einwirkungen auf fein Eigentum verbieten, die dasselbe erheblich beeinträchtigen. Das zeil- roeiüge Krähen eines Hahnes dürfte aber als wesentliche Einwirkung auf das Nachbargrundstück nicht anzusehen sein. Weltkrieg. Im Entschuldungsverfahren angemel« bete rückständige Steuern brauchen Sie nicht zu bezahlen. Den laufenden Steuerverpflichtungen da- gegen müssen Sie nachkommen. Nach unserer Ansicht ist die Steuerbehörde nicht verpflichtet, Steuerschulden durch Arbeitsleistung tilgen zu lassen. Sie müssen deshalb die Zinsen bezahlen. k. 186. Auch der Verpächter muß Reichsnährstandsbeiträge bezahlen, wenn nicht durch den Pachtvertrag der Pächter zur Zahlung verpflichtet ist. Beitragspflichtig ist der Grundbesitz von 1300 Mark Landessteuerwert ab aufwärts. bringe ich für Knaben und Mädchen meine reichhaltige Auswahl in Bekleidung und Ausstattung in empfehlende Erinnerung / Sie finden bei mir: Für Konfirmandinnen t Für Konfirmanden: Verzehrkarte von Mk. 1.50 1069P Anfang abends 8 Uhr! 1062 D Bauerscher Gesangverein e.V Gießen, Markistraße 4—8 1007 A Zhre Vermählung geben bekannt Wir haben uns verlobt 1073 D Karl Schott 2 Musikkavellen! 2 Musikkapellen! Grünberg (Hessen), den 23. Februar 1935 1064 D Emmi Schmidt Hohen Eigenschaften Helmut Schneider 0767 Schweine versicberimgs verein Gießen 1060 D TEXTILHAUSj •5- ■ Vornehm/ GeschmackvollI Persönlich I Blaue Cheviot- u. reine Kammgarn-Anzüge Oberhemden, Kragen und Krawatten Strümpfe, Handschuhe, Unterwäsche Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brtihrsche Druckerei Schulstr. 7. 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März 1935, in sämtl.Räumen der »LleblsshShe" Jeden Nachmittag Tanztee________ Jeden Abend Rhein. Stimmungsbetrieb mit Tanz Samstag, den 2. März: Stimmung — Tanz — Humor______ Sonntag, den 3. März: Großer Jubel — Trubel Rosen-Montag, den 4. März: Riesenstimmung — Tanz Karneval-Dienstag, den 5. März: Hochstimmung in sämtl. dekorierten Räumen, 2 Tanzflächen___________ Dienstagabend Einlaß nur gegen Samstag, den 2. März, 20 Uhr, in sämtlichen Räumen des Geseli- schaftsvereins Maskenball Verlobte Mühlstraße 8 Bahnhofstraße 34 Gießen, den 24. Februar 1935 E>T Orden und Ehrenzeichen in Original und Miniatur uw ERLANG Verlangen FRANKFURT ä* ~ie. . 'RÖSSMARKT 1 Preisliste! ' an d.Kaiharincnkirchtl, HAUS DER GUTEN; ^QUALIT A*TEN Aus der Ä fett des Ulms. durch ihr sympathisches Spiel, was zu retten war. chen kennt und ihnen verzeiht. Der (Erfolg der vergißt, weil er die Fahne des Regiments „Maria „Petersburger Nächte" ist ehrlich verdient. E. W. I Jfavell" retten will. Doch auch diese seine Welt des R. E. P. schen Erlebens sein. zählen. „Man muß als Wochenschau-Kameramann zunächst einmal zwischen der vorbereiteten und der improvisierten Aufnahme unterscheiden", beginnt er zu berichten. „Bei der ersteren ist genügend Zeit vorhanden, den Aufnahmeplatz technisch entsprechend vorzubereiten. Bei einer großen Rede im Sport- Der österreichische Dragonerleutnant Lernet- H 0 1 enia schrieb seinerzeit einen Roman, der das Leben der österreichischen Armee zeigte, wie es einstmals war. Der Film Erich Waschnecks bringt einen Bildstreifen, der das Leben dieser Menschen, ihre Handlungen und ihre Taten, ihr Lieben, ihr Hoffen und Sterben verzerrt. Dinge, die nur unter Traumschleiern leben dürfen, werden hart an die Oberfläche gebracht und verlieren dabei Duft und Grazie. Ein Lob verdienen die oft sehr schönen Bilder. Man hat Viktor de K o w a zur Hauptfigur des Geschehens gemacht. Er ist ein junger Offizier, der eine schöne Hofdame liebt, der nächtelang reitet, um sie zu sehen, und der trotzdem heldischen Soldatentums zerbricht. Chaos zerbricht Zucht, Sitte und Ehre. Mit dem Wissen, daß alles vergebens war, übergibt er die Standarte der Flamme. De Kowa durfte diese Rolle nicht spielen. Wer Filme zu besetzen hat, muß als Voraussetzung soviel Menschenkenntnis haben, daß er nicht gerade das Gegenteil der darzustellenden Gestalt auswählt; de Kowa ist ein frischer, junger Mann, der nett aussieht, für manches sicher nicht unbegabt, aber keinesfalls irgendeiner Tragik oder seelischen Gestaltung gewachsen. Die übrigen Darsteller: Maria Andergast, Veit Harlan, Junkermann, Hardt, Karin Evans und Peter Voß retten Emo zeichnet für die Regte. Die mitreißende Musik ist von Franz Do eile. „Mein Leben für Maria Jsabell." Personal schon vorher genauestens unterrichtet. Da sitzen dann Aufnahmeleiter, Beleuchter, Hilfsmechaniker, Tonmeister und Operateure und versehen verantwortungsbewußt ihren Dienst. Anders ist es bei unvorhergesehenen, unvorbereiteten Aufnahmen. Da heißt es dann alle Kräfte anspannen, denn wegen einer mißglückten Aufnahme kommt kein prominenter Staatsmann noch einmal vor fein Palais, und ein Flugzeugrennen wird auch trotz häufigen Zuredens nicht ohne weiteres noch einmal wiederholt. In diesen Stunden wird der Kameramann zum Krieger. Er kämpft gegen die sich ihm in den Weg stellenden Menschenmassen, er kämpft gegen das schlechte Licht, gegen den unzulänglichen Platz und doch wird jedesmal das Wunder wahr, das Wunder einer bis in kleinste gelungenen Aufnahme. ..Manchmal vergißt man beinahe zu kurbeln", erzählt der Kameramann weiter, „wenn man zum Beispiel im Banne eines Ereignisses steht. Parteitag in Nürnberg oder irgend eine große Führertagung. Besonders schwierig waren die Aufnahmen zu einer Hochwafserkatastrophe im Erzgebirge. Bis über die Knie standen wir Kameraleute im Wasser und drehten diese erschütternden Bilder ..." In diesem Augenblick wird unser Gewährsmann am Telephon verlangt. Aufgeregt fragt jemand auf der anderen Seite: „Sind Sie frei? Dachstuhlbrand in X. Sehr eilig!" Der Wochenschaureporter notiert sich die Adresse, nimmt seinen Apparat, seine Ausweise und ein paar hundert Meter Film mit. „Wollen Sie mitkommen?" fragt er mich, und wenige Sekunden später sitzen wir in seinem Kleinwagen und saußen durch die Straßen. Vorbei an endlosen grauen Häuserreihen, an neuen Siedlungsbauten, an verlassen daliegenden Laubenkolonien führt der Weg. Eine Stunde ist vergangen, da macht sich der Feuerschein am Abendhimmel bemerkbar. Schon vernimmt man das Klingeln der Löschzüge und bald sind wir an der Brandstelle angelangt. Der Kameramann zeigt seine Ausweise und darf ungehindert die Kette der absperrenden Polizisten passieren. Sein Weg führt über glühende Balken und schwarze, verkohlte Bretter. Mit Leichtigkeit bahnt er sich seinen Weg durch das dichte, beizende Nebelmeer des Qualms. Plötzlich erkenne ich ihn oben am Brandherd zwischen Feuerwehrleuten, die mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt sind. Dann steht er auf dem Dach des Nebenhauses und kurbelt einige Bilder. Nach zehn Minuten sitzen wir wieder gemeinsam im Wagen und treten den Rückweg an ... Der Wochenschaumann, ein Mensch, der bereit ist, sein Leben einzusetzen für ein paar Meter Film. Nicht nur Länder und Völker haben uns diese Kameraleute näher gebracht, sondern haben uns lebendige Geschichte im Augenblick ihrer Entstehung eingefangen. Die Archive der Wochenschauen werden kommenden Generationen ein Quell kulturhistori- „Moment mal", sage ich, „wie heißt denn der Film?" „H. 1. 6512." „Wieso H. 1. 6512?" „Das ist meine Telephonnummer", sagt Boll, „uns fiel kein anderer Titel ein, klingt auch sehr gut, und nun schreibe doch schon los!" „Schön", sage ich, „ihr müßt mir nur noch etwas erklären: Wer hat denn die Dokumente gestohlen?" „Seid mal alle still", sagt Boll, „jetzt werde ich erklären: Also, während die Matrosen an Bord des Dreimasters kommen, stiehlt Andersen die Dokumente aus der Kajüte, das haben wir schon gedreht, ist fabelhaft geworden, nun wird Andersen..." „Moment mal", sage ich, „wieso sind die Dokumente an Bord des Dreimasters?" „Die sind irgendwie dahin gekommen, ist ja egal, danach fragt kein Mensch. Jetzt springt Andersen ins Meer und schwimmt ans Ufer, haben wir schon gedreht, ist fabelhaft geworden, und jetzt mußt du schreiben, wie es weiter geht. Wir haben schon alles ausgetiftelt, du mußt es nur zu Papier bringen. Also ein kleines Kind bringt jetzt die Dokumente zu Karin, und die hat..." „Moment mal", sage ich, „wieso ein klemes Kmd? Andersen hat doch die Dokumente!" ,Ja, gewiß, aber mit Andersen sind wir böse, er macht nicht mehr mit, daher darf er auch in den Innenaufnahmen nicht mehr Vorkommen. Wir haben das ganz einfach gemacht: Großaufnahme, man sieht, wie Andersens Hand die Dokumente eifern kleinen Kinde übergibt, und das kleine Kind bringt sie dann..." , „Das ist doch Unsinn , unterbreche ich, „man gibt doch gestohlene Festungsdokumente nicht einem kleinen Kinde!" . „Warum nicht?" sagt Boll, „es ift em sehr kluges kleines Kind. Das Publikum will immer ein kleines Kind im Film haben, außerdem ist diese Szene schon gedreht, sechzig Meter, ist fabelhaft geworden, sie muß unbedingt in die neue Fassung hinein!" „Schön", sage ich, „und nun? 3etjt bringt also das kleine Kind die Dokumente in "das Wirtshaus im Walde zu den Spionen, und jetzt mußt du weiter machen!" Gut", sage ich, „ich halte es zwar für falsch, daß das kleine Kind Wirtshäuser besucht, aber wir wollen uns damit nicht aufhalten." Augenblick", sagt Grams, „du darfst die Szene nicht vergessen, wo mein Schlager kommt. Holten sitzt am Flügel, Jngeborg steht ihm gegenüber, und Wir schreiben ein Drehbuch. Oder: das waren noch schöne Zeiten. Zion Walter Saw.hky Das war noch zu jener Zeit, als neben einigem anderen auch die Filmindustrie ein wenig durcheinander gekommen war, als man von einigen begonnenen Filmen nicht wußte, ob und wie man sie fertigstellen sollte, und als hier und da Kollektive sich anschickten, das auszuessen, was die Produzenten eingebrockt hatten... Da läutet mich eines Morgens um neun Uhr Grams an, obgleich ich mir derartige Bosheiten strikt verbeten hatte. Grams sagt also, ich sollte sofort hinkommen, es sei furchtbar eilig, da sei ein Drehbuch, ein Schmugglerfilm, und jetzt solle ein Spionagefilm daraus gemacht werden, unb fein Schlager „Warum hast du mich belogen? käme darin vor, das Kollektiv sei beisammen, ich wurde ausgenommen, das neue Konsortium, neunzig- tausend Mark, die Innenaufnahmen, der -Produktionsleiter, fünf Ateliertage, Baby fprele auch mit, die Tochter eines Generalkonsuls, der Regisseur habe gesagt, das fei aber gar nicht wahr, man müsse doch unbedingt, ich sei wohl jetzt im -öuöe, und ob ich in zehn Minuten da sein könne. „Wo ist das Geld?" frage ich. . Grams stellt sich dämlich. „Was für ein Geld/ „Na, das Geld für mich! Für meine Arbeit. Ich werde doch nicht bei nachtschlafender Zett... Ihr habt doch ein Konsortium! Wo ist das Geld vom Konsortium?" . „Lange Leitung", sagte Grams frech, »mit dem Konsortium sind wir doch böse, deshalb haben wir doch ein Kollektiv! Der Film ist ja fast fertig, nur noch ein paar Innenaufnahmen mit der Spionagesache, die sollst du machen, bann bist du doch drin, im Kollektiv, dann wird der Film verkauft, aus deinen Teil entfallen wahrscheinlich zweitausendsiebenhundertachtzig Mark!" Ich sage: „Schickt mir vorläufig die siebenhunderl- achtzig, dann komme ich." Dann lege ich den Hörer in bie Gabel unb mich auf die andere Seite. Nach zwei Minuten schrillt das Telephon wieder. Grams' Stimme überschlägt sich. Ich solle doch nur nicht so angeben, also die Taxe würden sie zahlen, unb zwanzig Zigaretten zu fünf. „Auch gut", sage ich, „ich bin gleich da!" iiie ich also bei Grams eintrudle (die Taxe haben sie natürlich nicht bezahlt), sitzen da einige Wie entfielt eine Tonfilm-Wochenschau? Auf der Jagd nach Sensationen - Mit dem Wochenschau reporter unterwegs. Oer deutsche Tierfilm ist fünfzehn Jahre alt. Kinernatographische Tierbilder sind, genau genommen, ebenso alt wie der Film selbst. Aber da sie eigentlich nur zufällig entstanden — man knipste in der ersten Zeit des Films alles, was einem vor die Linse kam — so kann man den Geburtstag des Tierfilms und überhaupt des Kulturfilms erst für die Zeit nach dem Weltkrieg annehmen, als sich die großen deutschen Filmgesellschaften diesem Gebiet richtig zuwandten. Noch gab es aber keine speziellen Aufnahmeapparate und keine eigenen Aufnahmeräume. Ein paar Eimer Sand, Grasbüschel unb Steine schufen bie Umgebung der „Stars", die zuerst von Insekten, Kriechtieren und Vögeln gestellt wurden. Das war aber noch nicht das Leben und Treiben der Tiere in ihrer eigenen Welt und in der freien Natur, für diese Aufnahmen fehlte noch das Teleobjektiv, das genau wie ein Fernglas das aufzunehmende Objekt vergrößert und an die Linse heranholt. Das erste Fernobjekt wurde 1923 verwandt. Das war der Anfang einer erstaunlich schnellen Entwicklung des Tierfilms. Konnte man zunächst nur aus dreißig Meter Entfernung an die Tiere heran, so gelang es bei verbesserter Optik bald, noch aus hundert Meter Entfernung einen Hirsch so groß heranzuholen, daß er das ganze Bildfeld ausfüllte. Zur gleichen Zeit wurden biologische Ateliers errichtet, in denen ein ganzer kleiner Filmzoo einquartiert wurde. Später begnügte man sich nicht mehr mit der Fauna, die man in Deutschland fand. Die Auslandsreisen des Tierfilmoperateurs begannen mit einer Fahrt nach dem romantischen Korsika, der Jahr für Jahr eine neue Expedition folgte. Bald ging es zu den menschenverlasfenen Stätten, wo man tatsächlich unberührte Natur aufnehmen konnte, und für die Operateure selbst war es zwar anstrengend, aber sicher wunderschön, in diese Gegenden einzudringen und dort wochenlang zu arbeiten. Mit dem Einzug des Tonfilms kam für den Tierfilm zunächst der erläuternde Begleitvortrag, der die oft langen Zwischentitel ersetzte und gerade dem Tierfilm einen ungewöhnlichen Gewinn an Anschaulichkeit und Inhalt sicherte. Noch ist die Tonfilmapparatur so beschwerlich zu transportieren, daß man auf richtige Tonfilmaufnahmen vorläufig noch verzichtete. Dennoch gehören gerade diese letzten Stummtierfilme heute noch zu den schönsten Kulturfilmen. 1933 reifte zum ersten Mal eine Tonfilmapparatur in fernes Land mit. Bild- und Tonurkunden der Vogelwelt, daneben das bunte und interessante Volksleben südlicher Länder werden festgehalten. Ein weiterer großer Fortschritt ist die neuartige Unterwasserapparatur, mit der die Filmleute auf den Grund der Adria gehen. Zu gleicher Zeit werden Gemsen und Steinböcke auf schwer zu besteigenden Gebirgshängen tonfilmisch ausgenommen. In diesem Jahr, 1935, soll zum erstenmal ein eigener Tonfilm vom deutschen Wild herauskommen, der in den vergangenen Monaten gedreht wurde. Alle Staatsforsten unb bie Jagdreviere der bekanntesten deutschen Weidleute standen den Operateuren zur Verfügung, und 16 000 Meter Bild und mehrere tausend Meter Ton konnten aufgenommen werden. Eine neue Großtat des deutschen Tierfilms. genden Thema ein Kammerspiel voll feinster Wirkungen. Die Handlung: der Meister Johann Strauß ist beleidigt, daß seine Ernennung zum K. und K. Hofballmusikmeister immer wieder hin- ----------- _ . ausgeschoben wird, und folgt aus dieser Stimmung palast, aus der Ausschnitte in einer Wochenschau heraus einem Angebot, das ihn nach Petersburg festgehalten werden sollen, ist ein umfangreiches dann singt Holten: ,Warum hast du mich belogen?* Das macht sich wunderbar!" „Ja, durchaus", sage ich, „sehr originell, sowas ist noch in keinem Tonfilm oorgefommen, doch sagt mir, Leute, wieso hat Jngeborg Holten belogen?" Die Kollektivisten sehen einander verlegen an, dann sagt Boll: „Gelogen ... Gott, ja ... eigentlich ... aber schließlich lügt jede Frau mal, das will das Publikum gar nicht so genau wissen, bie Hauptsache ift, ber Schlager kommt hinein, Grams hat ja schon fünfzig Mark Vorschuß drauf!" „Nu schön, wie habt ihr euch denn den Schluß gedacht?" „Den Schluß? Na, happy end, natürlich, Großaufnahme Holten-Jngeborg, Kuß — Schluß — aus! Ach so, was noch vorher kommt? Also Holten unb Molenius haben die Spur der Spione entdeckt, sie schleichen ihnen nach, wir haben herrliche Aufnahmen davon, zwei Troika-Schlitten jagen durch die winterliche Schneelandschaft, umgeben von fackel- tragenden Reitern, so kommen sie..." „Erlaubt mal, das ist doch wieder ein Blödsinn, so schleicht man doch nicht! Das sehen die Spione ja schon von weitem und kneifen aus!" „Das muß aber drin fein, wir haben das doch schon gedreht, ist fabelhaft geworden, zweihundert Meter, die können wir doch nicht weglassen! Die Spione bemerken es eben nicht, sagen wir, sie sind sehr kurzsichtig, nein, viel besser, sie sind betrunken, alle drei Spione sind total betrunken!" Boll sieht sich triumphierend um. „Also gut, gebt mir einen Bleistift, fangen wir an." Ich bin jetzt zu allem entschlossen. Ich mache mich bereit, zu schreiben, da läutet das Telephon. Grams hebt den Hörer. „Pst, die Baby!" sagt er. Alles schweigt, dann wird Grams' Gesicht immer länger, schließlich knallt er wütend den Hörer hin. „Kinder, der Mann aus Wien war ein Schwindler, den hat man eben im Caf6 verhaftet, die neunzigtaufend sind futsch! Hat jemand vielleicht einen Geldmann an der Hand?" Ich stehe auf. Aus dem Tisch liegt eine Ziga- rettenschachtel, acht Stück sind noch drin, die stecke ich ein. Dann gehe ich zur Tür, drehe mich um und sage: „Ich trete aus!" „Gleich rechts, die erste Tür', sagt Grams. „Ein Mißverständnis, Leute", sage ich, „ich trete aus — aus dem Kollektiv! Guten Morgen!" „Das ist ein Pessimist", höre ich Grams bannen sagen, „wer schreibt das Drehbuch weiter?" Bruchstücke vom Kollektiv. Nun wird mir das Drehbuch erklärt, unb zwar erklären alle zu gleicher Zeit. Der Dreimaster, bie Festungsbokumente, ein Flugzeug, Sonnenuntergang, zehn Kanonenboote von der Küstenbewachung, zweiundzwanzig Kanister Spiritus, ein Ball beim Generalkonsul, Baby hat ein phcttastisches Kleid an, Andersen hat die Festungs- bokumente, Leutnant Holton, vierzig Meter Eifersucht, bie Solbaten schießen auf bas Auto, Karin ift aber aus bem Wirtshaus herausgelaufen, weil sie nicht mit Jngeborg Zusammentreffen will. Sie stürzt in einen Abgrunb, ein Hund findet sie im Schnee, das sei ja alles ganz klar, und nun müsse bie Spionagesache kommen. Die Kollektivleute schweigen alle mit einemmal und sehen mich erwartungsvoll an. „Moment mal", sage ich, „ein bißchen langsamer! Was soll das vorstellen?" » Sie schnattern wieder alle zusammen los. Das feien doch die Außenaufnahmen, bie finb schon fertig, bie Spionagesache wird jetzt hineingebaut, das sei doch eine Kleinigkeit, ich solle jetzt ganz schnell sagen, wie ich mir das denke, am besten alles gleich aufschreiben. „Moment mal", sage ick, „wer hat denn bisher das Drehbuch geschrieben? . „Das hat Myndell geschrieben!" „Wer ist Myndell? Warum schreibt er nicht weiter?" „Der sitzt in Helsingfors, wir haben m Finnland gedreht", sagt Grams, „wir konnten doch die Hotelrechnung nicht bezahlen, da haben wir ihn als Pfand dagelaffen. Außerdem sind wir böse mit ihm, aber wenn der Film fertig unb verkauft ist, bann lösen wir ihn roieber ausr „Gut", sage ich, „und wer hat das Geld ge= 0CgSit mischt sich Boll ein, der die Hauptrolle hat. Das Geld hat ein Konsortium gegeben, das ist aber geplatzt, und daher sind wir böse mit ihm, aber bie Baby hat einen neuen Gelbgeber, einen Mann aus Wien, jetzt eben trifft sie sich im Cafe mit ihm, der gründet ein neues Konsortium, übermorgen ist das Geld da, wahrscheinlich neunzig- taj3d)b denke, Ihr habt jetzt ein Kollektiv!" Haben wir auch, auf alle Fälle, das ist doch ganz einfach, die neunzigtausend sind nur für Vorschüsse." Grams ereifert sich. „Was hast du denn so viel zu meckern, die Hauptsache ist doch jetzt das Drehbuch, nu mach doch schon, hier ist Papier! Irgendwo in der Welt ereignet sich in den frühen Morgenstunden ein folgenschweres Brandunglück. Mittags bringen die Tageszeitungen Berichte in großer Aufmachung unb ein paar Stunben später kann der Kinostammgast im bequemen Lehnstuhl bereits bie ersten Silber davon auf der Filmleinwand sehen. Kaum 20 Stunden sind vergangen ... Wie ist es möglich, innerhalb so kurzer Zeit ein Ereignis auf die Leinwand zu bannen? Mit welchen Mitteln arbeiten die modernen Kameraleute, die pflichttreu unermüdlich nach dem Zeiterlebnis jagen. Organisatorisch ähnelt der Betrieb der To n f i l m- Wochenschau in den wesentlichen Punkten einer großen Zeitungsredaktion. In der Reichshauptstadt ift die Zentrale, von ber aus ber Hauptschriftleiter seinen in ganz Deutschlanb unb in allen größeren Städten der Erde verteilten M i t a r b e i t e r ft a b dirigiert. Erhält nun die Zentralrebaktion bie Nachricht: „Explosion in X", so setzt sich sofort ein Dienst- habenber an das Telephon, jagt einen Kameramann aus dem Bett, bestellt eine besonderes schnell- fliegende Flugmaschine unb wenige Minuten später saust bereits der Wochenschaureporter im Auto zum Flugplatz, wo ein brummender Riesenvogel auf ihn wartet. — Ein paar Stunden später landet er am Ort der Katastrophe, saust zum Schauplatz des Unglücks, dreht ein paar Motive, sucht neue, fesselnde Einstellungen, wieder ins Auto, zurück zum Flugplatz! In rasender Fahrt geht es wieder in den Heimatort, sofort nach der Landung in die Kopieranstalt. Hier wird der gesamte Filmstreifen blitzschnell entwickelt und getrocknet. Es geht um Sekunden! Jetzt kommt der Film auf die Wochenschauredaktion, wo der Verantwortliche die 400 bis 600 aufgenommenen und entwickelten Filmmeter auf 50 bis 70 Meter zurechtschneidet. Im Tonatelier wartet inzwischen bereits der Sprecher, um die passenden Begleitworte ins Mikrophon zu sprechen. Mit Windeseile wird die erste fertige Kopie zur Zensur- Sonderstelle gebracht, bie ben Filmstreifen prüft unb zur Vorführung Zuläßt. Inzwischen sind in ben Kopieranstalten mehrere Kopien fertiggefteüt worben, unb einige Minuten später rattern Motorräder zu den verschiedenen Filmtheatern, wo die Vorführer schon auf die aktuellen Filmstreifen warten, die die ersten Bilder von der Katastrophe tragen. Lassen wir uns von einem alten Kameramann etwas von seiner anstrengenden Berufsarbeit erführt. Unterwegs trifft er eine junge Edeldame, deren Postkutsche zusammengebrochen ist. Sie müssen im gleichen Hotel übernachten. Strauß spielt, und aus seinem Spiel entwickelt sich eine Herzensangelegenheit. Sie endet damit, daß die junge Dame am nächsten Morgen verschwunden ist und dem Strauß ein sehnsüchtiges Herz zurückgelassen hat. Als er sie später nach langem Suchen findet, erfährt er, daß sie die Braut des Kriegsministers ist und für ihn ewig unerreichbar bleiben wird. — Na! Aber wie das alles gemacht ist, wie es sich ent- Berliner Filmbrief. „Der stählerne Strahl." „Der stählerne Strahl" ist ein Film, der das Lied der Technik in feiner berauschendsten Melodie singt. Er durchrast Wolken, Winde und Wetter, über glitschig-nasse Autorennstraßen, fliegt im Höllentempo, bricht Rekorde. Spannend, erregend, atembeklem- menb in allen Szenen, die sich um diese Technik und nicht um die Liebe und bas übrige alltägliche Drum unb Dran der ManuskriptHandlung ranken. Franz W e n z l e r hat das Drehbuch von Oberländer in Regie genommen. Er verdient das Lob, ein kritisches Publikum interessiert zu haben, das dafür am Schluß begeistert Beifall klatscht. Die Hauptdarsteller haben nicht alle das gleiche Format. Diehl ist von einer prächtigen, sympathischen Männlichkeit, natürlich unb gesund. Daß feine Persönlichkeit seelischen Konflikten möglichst aus dem Wege geht, entspricht seiner unbeschwerten Natur. Eine Enttäuschung ist diesmal Dorothea Wieck. Diese Frau, die in „Mädchen in Uniform" von vollendetem Ausdruck war, fand bisher noch keinen Regisseur und keinen Photographen wieder, der ihre Eigenart zur Entfaltung bringt. Sie kann in der Rolle des weiblichen Ingenieurs nicht überzeugen. Friedl H ä r l i n, Filmstar und Ehegattin des berühmten Rennfahrers, die den todkranken Gatten verläßt und einen Kontrakt nach Amerika annimmt, wird mit ihrer Aufgabe leidlich fertig. Ausgezeichnet ist Walter Frank als Regisseur. Sein filmbesessenes Wesen geht über Menschen und Ehen kalt lächelnd hinweg. Es gelingt ihm, die innere Notwendigkeit für diese Besessenheit zum Ausdruck zu bringen unb sie psychologisch zu vertiefen. Ihm ebenbürtig ist Galling als Freund des Rennfahrers, ber dessen Idee für ben neuen Explosionsmotor stiehlt unb auswertet. Da ihm bie Voraussetzungen für diese Arbeit fehlen, fliegt das ganze Werk in bie Luft, er selbst wirb das Opfer seines Betruges. Zur gleichen Zeit hat Diehl, der sich nach der Enttäuschung dem Flugzeugbau verschrieben hat, seinen „Stählernen Strahl" durch grandiose Unwetter über ben Ozean geführt. Er erscheint mit bem Schnelligkeits-Weltrekord über ben Dächern von Neuyork. Glückliches Enbe: ber Betrüger ist tot unb entlarvt, Diehl geschieben von seiner anspruchsvollen Diva, so daß er seinen Arbeits- und Ehekameraden, Fräulein Dr.-Jng., heimführen kann. „Frühjahrsparadc." Noch einmal Wien. Lachendes, glückliches Wien, in dem die Bäume blühen, die Mädels goldig, die Kipferl knusprig sind unb bie Musik die Hauptsache ist. Traurigkeit hat man vermieden, doch eine leise ans Herz greifende Sentimentalität ist geschickt in die Handlung ein geflochten. Es geht um die Entstehung des Deutschmeister-Marsches. Was ber Regisseur Geza von Bolvary aus diesem schon etwas reichlich ausgeleierten Stoff herausgeholt hat, verdient volle Anerkennung. Keine öde Minute. Ein witziger Einfall löst den anderen ab. Hörbiger ist der Kaiser Franz Joseph. Vornehm, ritterlich unb wundervoll echt in der Maske. Seine Partnerin ist das rassige Ungarmäbel Franziska Gaal. Munter -unb lieb wie je, ober schon ein klein wenig zu routiniert. Vorsicht, noch ist es Zeit! Lingen, Abele, Anni Rosar'als „mollerte" Wienerin, Moser und Hans Richter spielten mit soviel übermütiger Laune, daß das Publikum feinen Dank in endlosem Beifall zum Ausdruck brachte. „Petersburger Nächte." Ein Film voller Anmut und Heiterkeit, voll bezaubernder Straußscher Musik, voll erfüllter und unerfüllter Liebessehnsucht. Die Darsteller, Hörbiger, Lingen, Eliza Jlliard und Ernst Dumke, machen aus dem nicht gerade überwälti- wickelt unb amüsante und ernsthafte Charakter- züge aufrollt, das ist zwingend. Sehr hübsch, kultiviert in Spiel, Gesang, Gebärde und Ausdruck Eliza Jlliard. Dumke spielte den Kriegsminister mit überlegener Weisheit: er siegt über die eigene Eifersucht, weil er die menschlichen Schwä- Cardy i i Hier einige besonders preiswerte Angebote allen Kleiderfarben p. m L 2.45 Krepp Rialto, 95 cm breit,sehr elegantes kunstseidenes Gewebe p. m Krepp Faille, 95 cm br., elegante tiefschwarze p. m p. m Lindener Köpervelvet, 70cm br., sehr schöne E Ort Originalware...........................p. m. U.ÖU CARLISiowäck Zahntechniker und Schindler. 1061 D vielen Kleiderfarben .p. m GIESSEN SELTERSWEG 81 Friedberg, den 20. Februar 1935 1054D Bürgermeisterei: Vieih, Bürgermeister. 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Anschließend hieran findet ein Vortrag von Herrn Syndikus Dr. Schulz, Frankfurt am Main, statt über: Hypothekenmoratorium, Steuer- und Zineisenkung-Auswii kung aus den Hausbesih. Uni zahlreichen Besuch wird gebeten. 1050D Der Vereinsfülirer. ioiia lütmeibV OlnmadiOoh abzugeb Benell erb wir v Voftk. Damplsagewerk Lollar B.NuhnA.6., Lollar. Zur Erzeugungsschlacht nur das beste Saatgut! Verlangen Sie bitte kostenlos meine diesjährige Haupt-Preisliste über Gemüse- und Blumensamen, landwirtschaftliche Sämereien, Gartenbedarfsartikel aller Art usw. Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße / Ecke Wolkengasse Telephon 3403 1096 -x 97 5ic freut sich, denn- — sie hat s probiert: Kranker Mensch - halber Mensch’ Määä Blutarmut- Wechsebahrbeschwerden Schlaflosigkeit, Verdauungs- u Blut- zirkulationsstörungen, Zucker u.a.m Warum krank sein?! Tausende wurden von ihren Leiden beireit und sind wieder glückliche Menschen. lwsD Neue Wege zu Gesundheit und Kran! 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