Nr. 19 Erster Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 2Z.Zanuar 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat Im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kronkfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfilats-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 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Seit den ersten , Vormittagsstunden kamen die Gratulanten mit Sträußen, Blumenkörben und Geschenken. Gauleiter Staatsrat K u b e überbrachte dem Vertreter der Kurmark im Reichstag persönlich seine Geburtstagsgrüße. Im Namen der vom Sieger von Brzeziny geführten 3. Garde-Infanteriedivision und aller Mitkämpfer der Durchbruchsschlacht sprachen Generalleutnant von Roeder als letzter Kriegskommandeur der Division und Hauptmann Krukenberg als alter Ordonnanzoffizier des Generals Litzmann dem Jubilar unter Überreichung einer Ehrengabe Glückwünsche aus. Die Kapelle der Reichsschule des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes brachte ein Ständchen, ebenso die Kapelle des Jnf.-Regts. 9. ’ Währenddessen marschierte ein Ehrensturm der SA. vnd eine Ehrenabteilung der PO. auf, dahinter die Hitlerjugend. Wenige Minuten später erschien der Gefeierte vor der Gartentür und drückte seine Freude in einer kurzen Ansprache aus, die in ein Sieg-Heil auf den Führer ausklang. Gegen mittag erschienen als weitere Gratulanten u. a. die Reichsminister Dr. Frick und K e r r l und ,tn Vertretung des preußischen Ministerpräsidenten General Göring, Staatssekretär Körner. Um 13.45 Uhr erschien der Führer und Reichskanzler selbst, um seinem treuen Mitkämpfer, der als erster General der alten Armee den Weg zur nationalsozialistischen Bewegung gefunden .hatte, persönlich seine Glückwünsche auszusprechen. Eine gewaltige Menschenmenge umsäumte die Villa. Brausende Heilrufe kündeten schon von fern seine Ankunft. Mit dem Führer erschien auch sein Stellvertreter Reichsminister R u d o l f H e ß. Unter den brausenden Heilrufen der Menge betraten der Führer und sein Stellvertreter das Haus, in dem wenige Minuten vorher auch Stabschef Lutze ein- ' getroffen war. Kurz danach erschien, gleichfalls von »erten Heilrufen empfangen, Reichsminister o e b b e l s. Der Führer wurde im hause von General Lih- mann und dessen Sohn, SA.-Obergruppenführer Llhmann, sowie den übrigen Familienmitgliedern empfangen. 3n einer kurzen, überaus herzlichen Ansprache, beglückwünschte der Führer den General im Namen des ganzen deutschen Volkes zu seinem 85.Geburtstag. Er dankte ihm für seine bewunderungswürdigen unvergänglichen soldatischen Leistun- genlmDienst desVaterlandes und ebenso auch für seine so mutige und tapfere Haltung, die er im Kampfe für die nationalsozia- Ikstlsche Bewegung in so hervorragender Weise gezeigt habe. Als Ausdruck dieses Dankes übergab er ihm heute persönlich und im Namen der Partei als Geburtstagsgeschenk einen Kraftwagen und stellte den dazu gehörigen Fahrer. Der Führer fügte den Wunsch hinzu, bah General Litzmann den wagen noch viele, viele Jahre in bester Gesundheit benutzen möge. General Litzmann dankte dem Führer in tiefster Ergriffenheit für die große Ehre, die ihm durch das persönliche Erscheinen des Führers zuteil werde und für die Auszeichnung, die er gar nicht verdiene. Als Soldat habe er seine Pflicht erfüllt für sein Volk, und die Arbeit, die er für die nationalsozialistische Bewegung habe leisten dürfen, sei die Krönung seines Lebens gewesen. Es sei für ihn ein unendliches Glück, daß er in seinen alten Tagen den Sieg der Bewegung und die nationale Erhebung des Volkes noch habe miterleben können. Den herrlichen Sieg an der Saar verdanke das deutsche Volk feinem Führer. Der heutige Tag sei für ihn einer der allerschönsten Tage, die er habe miterleben dürfen. Als nach 10 Minuten General Litzmann vor dem Hause erschien und der Führer ihn am Arm geleitete, glich der Jubel einem wahren Orkan. Der Führer zeigte dem Geburtstagskind das Geschenk, ein 11/16-Mercedes-Kabrio- lett, das General Litzmann tief gerührt besichtigte. General Litzmann nahm probeweise in feinem Wagen Platz, in angeregtem Gespräch mit dem Führer. Noch einmal wünschte beim Abschied der Führer seinem treuen Mithelfer im Kampf um die Macht das Beste. General Litzmann und Reichs- Minister Dr. Goebbels wechselten dann noch einige herzliche Worte. Nachdem auch Dr. Goebbels abgefahren war, ging der General, von feinem Sohne geleitet, in den Vorgarten zurück, nicht ohne erneut dem Kreuzfeuer der Filmoperateure und Photographen ausgesetzt zu sein. In das Mikrophon des Rundfunks sprach er folgende markige Worte: „Ich bin hochbeglückt, in meinem hohen Alter noch zu erleben, daß Deutschland seine Ehre wiedergewonnen hat und wieder zur wacht zurückkehrt, durch das alleinige verdienst seines Führers Adolf Hitler. Ich bin beglückt, an meinem 85. Geburtstag diesen herrlichen wann unter meinen *• Gratulanten Zu haben. Deutschland muß das M ^x-;. . . - W g IM r W M M I' 1 I Der Führer und Reichskanzler sprach dem General Litzmann zu seinem 85. Geburtstag persönlich seine Glückwünsche aus. Die Aufnahme zeigt den greisen Jubilar, gestützt auf den Arm Adolf Hitlers, dahinter die Enkelin des Generals, Frau Draeger mit feiner Urenkelin Sigrun, dann feinen Sohn Staatsrat SA.-Obergruppenführer Litzmann und (im Hintergrund) Reichsminifter Dr. Goebbels. Vorn links der persönliche Adjutant des Führers SA.-Obergruppenführer Brückner. alte Ansehen in der Well wiedergewinnen, und das alles wird erreicht werden durch unseren Führer Adolf Hitler!“ Rufe von der Menge draußen: „Wir gratulieren!" erwiderte der General freundlich grüßend mit den Worten: „Ich danke euch!" — Einige Zeit vor dem Eintreffen des Führers waren als Gratulanten auch General der Landespolizei D a l u e g e, der Befehlshaber der deutschen Polizeihund der Kommandeur der Landespolizei, Inspektion Brandenburg, General der Landespölizei Wecke, erschienen. Der Bundesführer des deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst a. D. Reinhard, besuchte ebenfalls General Litzmann, um ihm die Glückwünsche der im Kyffhäuserbund zusammengeschlossenen Kamerahen und Mitkämpfer aus dem Weltkriege zu überbringen. Ferner sandte der Bundesführer des NSDFB. (Stahlhelm), Reichsarbeitsminifter Franz Seldte, dem General Litzmann folgendes Telegramm: „Herzlichste Glückwünsche zum 85, Geburtstage dem verdienten Heerführer im Weltkrieg auch im Namen der alten Frontsoldaten, des NS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm). Der Führer empfängt das diplomatische Korps. Berlin, 22.Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heule abend i m „Haufe des Reichspräsidenten" — wie alljährlich üblich — das bei ihm beglaubigte diplomatische Korps. An dem Empfang nahmen sämtliche in Berlin anwesenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger mit ihren Damen teil. Llmorgamsatton der GA. Der Chef des Stabes Lutze spricht zu den Gruppenführern. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Die Nationalsozialistische Korrespondenz meldet: In Berlin fand am Dienstag in den Räumen des Propaganda- Ministeriums in Anwesenheit des Chefs des Stabes Lutze eine Tagung der Gruppenführer der SA. statt. Hauptzweck dieser kurzen Arbeitstagung war die Behandlung der Frage der Umorganisation der SA., die durch die neue Zielsetzung bedingt ist. Im Anschluß daran berichteten die einzelnen SA.- Gruppenführer über di e Arbeit der SA. in den vergangenen Monaten und über die Lage in den SA.-Gruppen. Abschließend faßte der Chef des Stabes noch einmal feine grundsätzliche Auffassung über die Aufgaben und Zukunft der SA. in einer Ansprache zusammen. Der Nachmittag stand den SA.-Gruppenführern zu E i n z e l b e s p r e ch u n g e n mit dem Chef des Stabes zur Verfügung. M/ M Eine besondere Freude bereitete es dem Jubilar, als der Führer persönlich erschien, um ihm seine und des deutschen Volkes Wünsche zu übermitteln. Dieses wohlgelungene Bild zeigt den herzlichen Hande- druck zwischen dem Führer und General Litzmann bei ber Besichtigung des Kraftwagens, den ihm der Führer als Ehrengeschenk überbracht hatte. Ein Jahr litauischer Gewaltpolitik. In kurzen Zwischenräumen haben sich der litauische Außenminister und nach ihm der Staatspräsident Smetona in öffentlichen Reden rechtfertigend über die Vergewaltigungspolitik geäußert, die Litauen seit einem Jahr im Memelgebiet zu betreiben beliebt. Man kann daraus schließen, daß das internationale Aufsehen, das diese Politik zu erregen beginnt, obwohl die Welt dauernd von größeren und wichtigeren Sorgen in Anspruch genommen wird, doch allmählich auf den Nägeln brennt, und daß man in Kowno selbst das Gefühl hat, sich demnächst vor einer internationalen Instanz, sei es nun der Völkerbund oder seien es die Garantiemächte des Memelstatuts, verantworten zu müssen. Beide litauische Staatsmänner suchen das, was im Memelland vorgegangen ist, teils als gerechtfertigte litauische Abwehr rechtswidriger Bestrebungen der deutschen Bevölkerung hinzu- stellen, teils zu bagatellisieren, soweit es sich auch nach der einstweiligen Entscheidung des Juristen-Ausschusses der Signatarmächte im Haag absolut nicht mehr rechtfertigen läßt. Smetona hat die Feststellung des Haager Tribunals, daß Litauen in mehreren Fällen zweifellos das Memel- ftatut verletzt habe, lediglich als die Beanstandung „einiger Kleinigkeiten" bezeichnet und glaubt im übrigen feftfteUen zu können, daß die Beschwerde der deutschen Regierung an die Signatarmächte vom 9. Juli in ihrer Begründung keine Anerkennung gefunden habe. Diese Auffassung ist zwar durchaus unrichtig. Man braucht sich nur die Maßnahmen der litauischen Regierung des letzten Jahres im Memelgebiet ins Gedächtnis zurückzurufen, um zu erkennen, daß sie eine fortgesetzte Reihe in sich zusammenhängender und aus demselben Geiste entstandener Rechtsverletzungen gewesen sind, die als Ganzes zu verwerfen find, wenn das Memelftatut und das Aufsichtsrecht und die Aufsichtspflicht der Garantiemächte überhaupt einen Sinn haben und das internationale Ansehen des Völkerbundes aufrechterhalten sollen, als dessen Organ die Signatarmächte eingesetzt sind. Es gibt also hier keine Kleinigkeiten, sondern die Frage ist einfach die, ob Litauen es wagen darf, dem Recht mit Gewalt auf die Dauer zu trotzen. Es wird jetzt bald ein Jahr, daß die litauische Regierung in einer Zeit, in der ihr die internatonale Lage günstig genug erschien, ihre Gewaltpolitik im Memelland einleitete. Am 22. Februar letzten Jahres erfolgte das Verbot der beiden deutschen Parteien, auf deren Grundlage sich der memelländische Landtag aus einer überwältigenden deutschen Mehrheit — die litauische Minderheit vermochte nur fünf Abgeordnete in den ßanbtag zu entsenden — gebildet hatte. Der zweite Schlag erfolgte am 5. Mai gegen dieses mißliebige Parlament selbst, das einfach geschlossen wurde, um ihm das Recht zu nehmen, gegen die Maßnahmen zu protestieren und der litauischen Memelregierung das Vertrauen zu entziehen, an das sie nach dem Statut gebunden ist. Nachdem man so den verfassungsmäßigen Schutz gewaltsam beseitigt hatte, schritt man zu Maßnahmen gegen die deutsche Bevölkerung und Verwaltung selbst. Am 28. Juni wurde der Landespräsident Dr. Schreiber abgesetzt, am 24. September wurden zehn Geistliche deutschen Stammes und deutscher Sprache ihres Amtes enthoben, am 27. September die völlige Litaui» fierung des Schulwesens durchgeführt -und zu Beginn dieses Jahres der neu zusammengetretene Landtag erneut durch polizeiliche Gewalt an der Ausübung seiner verfassungsmäßigen Funktion gehindert. Ein zur Zeit noch schwebender Riesenprozeß gegen eine große Anzahl deutscher Memelländer, der mit allen staatsanwaltlichen Kniffen und mit verdächtigen Individuen als Kronzeugen geführt wird, soll vor der Oeffentlichkeit den Nachweis erbringen, daß die litauische Regierung sich im Memelland im Zustande der Not- w e h r gegen staatsfeindliche deutsche Umtriebe befindet. Die Verhältnisse sind so zu einer endgültigen Entscheidung und Lösung reif geworden. Der Schritt der deutschen Regierung vom 9. Juli, durch den sie die Signatarmächte zur Wahrung ihrer Schutzpflicht für die Rechte des Deutschtums im Memelgebiet aufforberte, hat zwar zur Feststellung und Anerkennung der begangenen Rechtswidrigkeiten geführt, die litauische Regierung jedoch nicht zu einer Aenderung des Kurses veranlassen können. Die Aeußerungen des Staatspräsidenten Smetona lassen auch keinen Willen zum Einlenken erkennen. Er stellte das deutsche Memelgebiet gän,y lich unberechtigt in eine Reihe mit den andern Minderheiten, die in Litauen leben, mit Russen, Polen, Letten und Juden, ohne die Tatsache zu berücksichtigen, daß das Deutschtum im Memellande eben keine Minderheit darstellt, sondern das bei weitem vorwiegende und herrschende Element ist. Aus diesem Grunde hat selbst die Versailler Friedenskonferenz, der man übertriebene Sorge für Erhaltung des Deutschtums gewiß nicht nachsagen kann, die gewaltsame Entfernung des Memellandes aus dem deutschen Dolkskörper durch die Errichtung des M e m e I ft a t u t s und feine internationale Garantie zu mildern sich gezwungen gesehen. Dieses Statut hat mit dem Minderheitenschutz im allgemeinen Sinne der Pariser Vorortverträge nicht das geringste zu tun, sondern stellt eine ganz spezielle Wahrung des deutschen Charakters des Memellandes nach Sprache, Kultur, Verwaltung und Politik dar. Es ist deswegen vollkommen abwegig, wenn der litauische Staatspräsident den allerdings sehr mangelhaften Schutz der Minderheiten in andern europäi- scheu Ländern zur Rechtfertigung der Vorkommnisse im Memelland heranzieht. Wir haben von der internationalen Situation gesprochen, die der litauischen Regierung für ihr Vorgehen günstig erschien. Vor einem Jahr war es, daß Frankreich sich von seinen Abrüstungsoerpflichtungen förmlich lossagte, eine Politik einleitete, die zu einer völligen Isolierung Deutschlands führen sollte und die die Spannungen erzeugte, die monatelang das Gespenst eines neuen europäischen Krieges umgehen ließen. Die Lage Deutschlands erschien in dieser Zeit vielen oder den meisten Beurteilern düster und hoffnungslos, düsterer, als ihm selbst, weil man draußen die innere Erstarkung Deutschlands und ihre positive Bedeutung für die Erhaltung des Friedens nicht kannte oder nicht kennen wollte. Es ist kein Zweifel, daß auch die litauischen Staatsmänner in Bezug auf Deutschland ä la Baisse spekulierten und in der Vorstellung lebten, auf ein ohnehin verlorenes Deutschland keine Rücksicht nehmen zu müssen. So war das, was in dem kleinen tzsteuropäifchen Winkel vor sich ging, lediglich ein Ausdruck falsch gesehener und auf irrigen Geleisen geführter europäischer Politik, für die andere verantwortlich sind, als die Lenker des kleinen litauischen Staates. Wenn diese Politik nun, was allgemein versichert, aber noch nicht bewiesen wird, eine andere Wendung nehmen soll, so werden sich ihr zwangsläufig auch die kleinen Gewaltherrscher in Kowno anpassen müssen. Drei Verhaftungen im Memelländer- prozeß. Kowno, 22. Ian. (DNB.) Im Prozeß gegen die Memelländer wurden die bisher auf freiem Fuß befindlichen Angeklagten Dr. Herbert Boettcher, Gronenberg und Ey'cke in Haft genommen. Der Angeklagte K u b b u t a t, der neben dem litauischen Spitzel Molinnus einer der sog. „G e - st ä n d i g e n" ist, hatte ausgesagt, er sei beauftragt gewesen, unter der Jugend eine sog. „Schwere Gruppe" bzw. Sturmabteilungen in der Neumann-Partei zu bilden. Heute erklärte Kubbutat, daß er wegen dieser Aussagen von drei Angeklagten bedroht worden sei. Diese unbewiesenen Behauptungen gaben Anlaß zu einem lebhaften Wortgefecht. Das Gericht beschloß gegen den Widerspruch der Verteidiger die Inhaftnahme der von Kubbutat Beschuldigten. Der Angeklagte B r o k o p h gab eine Erklärung ab, wonach Kubbutat einem gewissen Saukeit in Heydekrug erklärt habe, daß er von dem Beamten der litauischen Geheimpolizei, Andrischunas, unter verschiedenen Versprechungen für Spitzeldienste in der Geheimpolizei angeworben worden sei und nicht recht wisse, was er da zu leisten habe. Boykott schädigt bas eigene Land Richtigstellungenderdeutsch-amerikanischen Handelskammer. Neuyork, 22. Jan. (DNB.) Die deutschamerikanische Handelskammer weist in einer scharfen Richtigstellung eine groß aufgemachte Veröffentlichung der „Antinationalistischen Liga" zurück, die in ihrer Eigenschaft als deutschfeindliche Weltzentrale an Hand von Handelsstatistiken der Jahre 1932, 1933 und 1934 den Erfolg des Boykotts Deutschlands und den hieraus sich ergebenden katastrophalen Niedergang zahlreicher deutscher Exportindustrien nachzuweisen versucht. Die Handelskammer unterstreicht demgegenüber die vom Bundeshandelsamt bekanntgegebenen Handelsziffern für das zweite Halbjahr 1934 und hebt besonders die Novemberziffern hervor, die zum ersten Male seit vielen Jahren eine passive Handelsbilanz der Vereinigten Staaten Deutschland gegenüber ausweisen. Nach den Nooemberzahlen betrugen die amerikanische Einfuhr aus Deutschland 5 544 457 gegenüber 6 603 772 im vorigen Jahre und die Ausfuhr nach Deutschland 5 063 043 gegenüber 16 873 201 im Vorjahre. Die Handelskammer führt dazu ergänzend aus: Der Boykott richtet im Exportgeschäft der Vereinigten Staaten langsam Verheerungen an, insbesondere unter den Baumwollpflanzern, Fleischexporteuren, Fruchtpflanzern usw. und bedeutet eine unmittelbare Schädigung der amerikanischen Arbeiter. Der Boykott arbeitet daher nicht gegen Deutschland, sondern gegen das eigene Land. Der Plan Schachts vom 24. September 1934 beschränke keineswegs, sondern reguliere lediglich Deutschlands Einfuhr und begünstige Einkäufe in solchen Ländern, die ihrerseits deutsche Waren kaufen und gegenseitigen Handelsbeziehungen keine Hindernisse in den Weg legen. Die Handelskammer erklärt zum Schluß erneut, daß die Boykottbewegung den amerikanischen Geschäftsinteressen entschieden abträglich und geeignet sei, die freundlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu trüben. Englands Ostafrika-Mandat. In ein „Amt für ostafrikanische Verkehrs- Politik" einbezogen. London, 23. Jan. (DNB.) Die Gouverneure von Kenya, Uganda, Nyassa-Land, Nord-Rhodesien und Tanganjika (dem früheren Deutsch-Ost- asrika und jetzigen Völkerbundsmandat untfcr englischer Verwaltung) hielten in Entebbe in Uganda am Viktoria-See eine Konferenz ab. Es »wurde beschlossen, sofort ein „Amt für ostafrikanische Verkehrspolitik" ins Leben zu rufen. Die Konferenz ist für die britische Politik in Ostafrika insofern besonders bedeutsam, als dadurch zum ersten Male das frühere Deutsch-Ostafrika in einen politischen Plan der britischen Besitzungen in Ostafrika einbezogen worden ist. Das „Amt für ostafrikanische Derkehrs- politik" wird die Aufgabe haben, das englische Kolonialministerium in allen Fragen des Straßen-, Eisenbahn-, Luft- und Wasserverkehrs zu beraten. Dadurch soll die Leistungsfähigkeit, Zusammenarbeit und Wirtschaftlichkeit Ostafrikas gefördert werden. In Nairobi (Kenya) wird noch im Laufe dieser Woche eine Konferenz zwischen dem Eisenbahndirektor der Kolonie Kenya und dem Leiter der Eisenbahn des MandatsgebietesTan- g a n j i k a stattfinden. Die Konferenz der Gouverneure in Entebbe behandelte auch die Frage der Verteidigung Ostafrikas und die Entwicklung des Luftverkehrs. Regierungswechsel in Bulgarien. Ltnter -er Last der Auslandsverschuldung. — Verstärkter Einfluß der Wehrmacht. — Fortführung des autoritären Kurses. Das Kabinett Slaieff. Sofia, 22. Jan. (DNB.) Ministerpräsident G e o r g i e f f hat nach einer kurzen Sitzung des Ministerrates dem König den Rücktritt des gesamten Kabinetts überreicht, der angenommen wurde. Der Rücktritt ist auf Bestrebungen militärischer Kreise zurückzuführen, die schon seit einiger Zeit auf eine Umbildung des Kabinetts drängten. Der unmittelbare Anlaß, der schließlich zum Sturz des Kimon Georgieff. Kabinetts geführt hat, ist in grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten zu suchen, die zwischen den Mitgliedern der Regierung hinsichtlich der Auslandsschulden frage bestanden haben. Der bisherige Kriegsminister General Slate ff hat die neue Regierung gebildet, die sich wie folgt zusammensetzt: iNlnisterpräsidium und kriegsmlnlsterium: General Slate ff. Inneres: der bisherige Kommandant der Sofioter Kriegsschule K o l e f f, Aeuheres: der bisherige Außenminister Va- toloff, Wirtschaft: der bisherige Kultusminister 2Rol- loff, Kultus: General Ra de ff, bisheriger Garnisonkommandant von Philippopel, Justiz: der frühere radikaldemokratische Abgeordnete Kalonderoff, • Verkehr: der bisherige Verkehrsminister Za- sharieff, Finanzen, der Präsident der Philippopeler Industrie- und Handelskammer O b r e i k o f f. Das neue Kabinett weist durchweg Offiziere und Politiker auf, die, wie betont wird, das volle Vertrauen des Königs genießen. Vier Minister des neuen Kabinetts, Ministerpräsident General Slateff, Außenminister Batoloff, Wirtschaftsminister Molloff und Verkehrsminister Zasha- riefs gehörten bereits dem zurückgetretenen Kabinett Georgieff an. Der neue Ministerpräsident wurde 1881 in Elena geboren und besuchte die Militärakademie in Petrograd. Er hatte im Heer bedeutende Stellungen inne. Am 19. Mai 1934 trat er als Kriegsminister in das Kabinett Georgieff ein. Der neue Ministerpräsident empfing am Dienstag in den späten Abendstunden die Press e. Er erklärte, innenpolitisch werde die Durchführung des von der bisherigen Regierung Georgieff erfolgreich begonnenen Erneuerungswerkes fortgesetzt. Die Re-gierung werde vor allem bestrebt sein, die volle Autorität des Staates in jeder Hinsicht aufrechtzuerhalten und zu verankern, wobei sie der Unterstützung aller nationalen Kräfte des Landes sicher sei. Die außenpolitischen Richtlinien des neuen Kabinetts, nämlich Frieden und Freundschaft mit allen Staaten und vor allem mit den Nachbarländern unterschieden sich in nichts von denen seines Vorgängers. * Daß die Völkerbundsbureaukratie oft eine recht einseitige Auffassung von der kulturellen und wirtschaftlichen Notlage fremder Staaten hat, zumal wenn diese nicht im nächsten Blickfeld der Genfer Friedensorganisation liegen, das hat jetzt auch wieder Bulgarien erfahren. Die Sofioter Regierung hatte vor längerer Zeit den Wunsch auf Konversion verschiedener Auslandanleihen ausgesprochen, da das durch das Friedensdiktat wirtschaftlich geschwächte Land die Verzinsung und Amortisation der Anleihen trotz Anspannung aller Kräfte nicht mehr durchhalten konnte. Daraufhin hatte der Finanzausschuß des Völkerbundsrates eine Unter- sucyungskommission nach Bulgarien geschickt, um die Wirtschafts- und Finanzlage des Schuldners zu prüfen. In feiner letzten Sitzung hat nun der Rat den auf ©runb der Untersuchungen hergestellten Bericht des Finanzausschusses gebilligt und angenommen, aber der bub aarische Ministerpräsident Georgieff hat seinerseits sofort erklärt, daß seine Regierung s i ch weder mit dem Bericht noch mit dem Ratsbeschluß einverstanden erklären könne. Die nach Bulgarien entsandte Kommission hat die dortiae Wirtschaftslage trotz ihres trostlosen Zustandes offenbar so günstig dargestellt, daß man in Sofia mit Recht befürchtet, der Völkerbund werde das Konversionsbegehren der Regierung in Bausch und Bogen a b l e h n e n. Der Beschluß des Völkerbundsrats hat innerpolitische Folgen gehabt. Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung der Auslandschulden haben das Kabinett Georgieff zur Demission veranlaßt. Die neue Regierung scheint unter dem wachsenden Einfluß der Wehrmacht einen noch schärferen Kurs der Selbsthilfe ansteuern zu wollen. Diese Vorgänge werfen ein Helles Licht auf den Leidensweg des bulgarischen Volkes und auf die Zwangslage, unter der sich infolge des Diktatfriedens von Neuilly die bulgarische Politik seit dem Weltkriege bewegen muß. Einst vor dem großen Weltenbrande war Bulgarien die Seele des Befreiungskampfes der Balkanvölker gegen das zerfallende osmanische Reich. Im -Balkankrieg von 1912 errang das bulgarische Volk Sieg auf Sieg. Der Lohn blieb nicht aus. Im Londoner Frieden vom 30. Mai 1913 gewann e s Mazedonien und Ostthrazien mit Adria- nopel, aber schon wenige Monate später mußte es einen Teil seiner Siegesfrüchte an die ehemaligen Bundesgenossen wieder abgeben. Im Bukarester Vertrag vom 10. August 1913 gab es Mazedonien und die Dobrudscha an die Verbün- beten und wenig später Adrianopel an die Türken zurück. Dann kam der Weltkrieg. An der Seite der Zentralmächte glaubte Bulgarien noch einmal den Traum eines mächtigen großen Zarenreiches verwirklichten zu können. Das kleine heroische Bauernvolk erfocht Sieg auf Sieg, bis dann der Zusammenbruch auch den tapferen Bundesgenossen der Mittelmächte in den Strudel hinabriß. Es kam der W a f f e n st i l l st a n d von P r i l e p, die Räumung der besetzten Gebiete, die vollständige Entwaffnung, die Besetzung des Landes durch französische Truppen und schließlich das Diktat von Neuilly, das ein an sich kraftvolles Land in jenem verstümmelten Zustande zurückließ, der den tonangebenden Mächten im Völkerbund vielleicht angemessen erscheint, der aber der nationalen Sehnsucht und den Lebensbedürfnissen des bulgarischen Volkes niemals genügen kann. Bulgarien ist ein armes Land geworden, aber es wurde auch klug. Es verblutet sich nicht mehr in nutzlosen Kriegen, sondern sucht mit friedlichen Mitteln aber mit großer Festigkeit eine friedliche Revision des ihm auferlegten Diktates zu erreichen. Im Völkerbund wird man sich hüten müssen, die Geduld und die Leistungsfähigkeit des bulgarischen Volkes auf eine allzu harte Probe zu stellen. Bulgariens Weg, der schon zur Versöhnung mit dem südslawischen Brudervolk führte, hat der friedlichen Neuordnung der Verhältnisse im Donauraum große Dienste geleistet Amerika bleibt mißtrauisch Das Echo der japanischen Friedensbeteurungen. Was wird aus den Südseemandaten? Washington, 22. Jan. (DNB.) Die Rede Hirotas vor dem japanischen Parlament wird in Washington begrüßt, soweit sie der Zuversicht über eine Vermeidung des Wettrüstens zwischen den Seemächten Ausdruck gibt. Im übrigen aber werden die Aeuherungen Hirotas nicht als geeignet angesehen, die Befürchtungen Washingtons über Unruhen im Fernen Osten zu zerstören. Japans „väterliche Fürsorge" für Mandschukuo und Hirotas Forderung, daß die Sowjetunion ihre Grenze gegen den japanischen Vasallenstatt nicht befestige, deute auf weitgehende Pläne Japans hin, die in der Einbeziehung auch der Mongolei in die japanische Interessensphäre gipfeln dürften. Ein Konflikt mit den sowjetrussischen Interessen in Ostasien erscheine daher unvermeidlich, besonders da Japan sich berufen fühle, bald diese, bald jene chinesischen Bezirke gegen „Banditenüberfälle" zu schützen, aber nach Vertreibung dieser angeblichen Banditen meistens vergesse, seine Truppen wieder zurückzuziehen. Im Repräsentantenhaus hielt der Vertreter der Philippinen, Guevara, eine scharfe Rede gegen eine gewisse ostasiatische Macht, die entgegen feierlichen Versprechungen in der Mandschurei und in Schanghai Truppen gelandet habe und auch die Philippinen besetzen werde, sobald die Vereinigten Staaten ihre schützende Hand wegnehmen. Die Philippinen seien, da Japan d i 6 Deutschland fortgenommenen Kolonien einfach behalte, „der letzte Deich" gegen die ostasiatische Flutwelle. Was aus den deutschen Kolonien im Stillen Ozean wird, wenn Japan im März endgültig den Völkerbund verläßt und damit das Mandatsverhältnis erlischt, ist hier Gegenstand eifriger Erörterungen. Unter ihrem früheren Präsidenten hat die amerikanische Regierung wiederholt betont, daß sie bei einer endgültigen Verfügung über diese Mandatsgebiete vorher befragt fein wolle. Bei der Einstellung Roosevelts, außenpolitische Verwicklungen nach Möglichkeit zu vermeiden, dürfte die amerikanische Regierung keinen Einspruch dagegen erheben, daß Japan die Mandatsinseln behält, vorausgesetzt, daß es sie nicht befestigt. Sowohl Japan wie die Vereinigten Staaten scheinen jedoch alle irgendwie dafür geeigneten Besitzungen im Stillen Ozean allmählich zu Stützpunkten für Wasserflugzeuge und Unterseeboote auszubauen, wenn auch von beiden Seiten behauptet wird, dies geschehe im Interesse der Verkehrslustfahrt. Oie finanzielle Rückgliederung. Besprechungen bei der Bank für internationale Zahlungen. Basel, 22. Januar. (DNB.) Bereits in seiner Dezembertagung hatte der Verwaltungsrat der BIZ. die Leitung der Bank ermächtigt, aI s Mittlerin bei der Liquidierung der Saarfinanzfragen tätig zu fein. Besprechungen wurden zwischen dem Vertreter der Bank von Frankreich, Lacourd-Gayet, und dem Vertreter der Reichsbank, Dr. Bocke, durchgeführt. Weitere Besprechungen über die technischen Einzelheiten der Ueberleitung der saarländischen Finanzverwaltung auf das Reich haben zwischen Ministerialdirektor Berger (Berlin) und dem Vertreter der Regierungskommission, Reliefs, stattgefunden. Im ganzen Saargebiet sollen sämtliche ausländischen Zahlungsmittel, vor allem natürlich das französische Notengeld, e i n g e s a m - melt und gegen Reichsmark umgetauscht werden. Es ist vorgesehen, an die 350 Umtausch st ellen, und zwar bei den Banken, Sparkassen, Postbüros usw. einzurichten. Das ausgetauschte Geld wird in einer großen Saarbrücker Bank zur Verfügung der BIZ. gehalten. Es ist au erwähnen, daß bereits erhebliche Mengen französische Noten vor der Abstimmung nach Frankreich a b g e f l o s s e n sind. Der zum Austausch gelangende Betrag ist als erste Teilsumme für die 900 Millionen französische Franken, die das Reich an Frankreich für die Ueberlassung der Domanialgruben zu zahlen hat,zu betrachten. Wie das DNB. ergänzend hierzu von zuständiger Seite erfährt, beginnt nach den getroffenen Vereinbarungen die U m t a u s ch f r i st der Zahlungsmittel acht Tage vor dem Rückgliede- rungstermin,d. h. acht Tage vor dem 1. März 1935. A m 2 4. d. M. beginnen in Basel internationale Besprechungen, in denen vor allem die finanziellen, mit der Ausführung des Abkommens von Rom vom 3. Dez. 1934 zusammenhängenden Fragen zur Erörterung gelangen. Hierzu gehört auch der Umtausch der Zahlungsmittel im Saarland. Vereinbarungen können daher erst auf Grund dieser Besprechungen getroffen werden. In her Notwehr erschossen. Bei bewaffnetem Widerstand gegen richter- licheFestnahme. >4erBeamte festgenommen Saarbrücken, 22. Jan. (DNB.) Der Schrott- Händler Meyer gegen den in Schaffhausen gestern ein Haftbefehl wegen Unterschlagungen bei einer Holzfirma von etwa 360 000 Franken durchgeführt werden sollte, widersetzte sich der Verhaftung mit der Pi st ole in der Hand, die er auf den Polizeiinspektor T i l k von der Saarbrücker Kriminalpolizei richtete. Der Polizeiinspektor kam ihm zuvor und schoß ihn in der Notwehr nieder. Meyer, übrigens ein ehemaliger Rheinland- separatist und separatistischer Landrat, war nach dem Zusammenbruch der Rheinischen Separatistenherrschaft ins Saargebiet gekommen und von der Grubenverwaltung mit Holzgeschäften beauftragt. Dabei kam er in Verbindung mit einer Holzfirma A. & B., der gegenüber er sich der Unterschlagung und Urkundenfälschung schuldig machte. Auf Grund richterlichen Haftbefehls sollte er festgenommen werden. Meyer hatte sich im Keller seiner Wohnung verbarrikadiert. Die Beamten gaben nach vorherigen Warnrufen Schreckschüsse auf die Kellertür ab. Darauf erschien der Gesuchte in der Tür. Als der Polizeiinspektor Tilk im Schein der Taschenlampe den Lauf einer von Meyer gezogenen Armeepistole auf sich gerichtet sah, legte er an und traf Meyer tödlich. Auf Veranlassung des Inspekteurs der saarländischen Pollizeitruppen, Hennessy, ist die F e st - nähme des Polizeiinspektors erfolgt, der, da sich Meyer früher auch im Saargebiet politisch betätigt hatte, jetzt vor das Oberste Abstimmungsgericht kommen soll. Das „Saarbrücker Abendblatt" nimmt an, daß die Festnahme des Polizeiinspektors auf Anweisung des Präsidenten Knox oder des Herrn Heimburger erfolgt ist. Meyer habe sich der besonderen Freundschaft des Herrn Heimburger erfreut, der ihm sogar die Erziehung und Dressur seiner Hunde anvertraut hatte. Der Dreier-Ausschuß wird in Neapel taaen. Gens, 22. Jan. (DNB.) Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht folgende Verlautbarung: Der Völkerbundsrat hatte durch feinen Beschluß vom 17. Januar seinen Dreier-Ausschuß beauftragt, z u - sammen mit der deutschen und französischen Regierung, sowie der Regierungskommission des Saargebiets, die im Hinblick auf die Rückgliederung der Saar zu treffenden Maßnahmen und die Aus- führungsbestimmungen der durch Deutsch- land und Frankreich in bezug auf die Volksabstimmung eingegangenen Verpflichtungen festzusetzen. Der Dreier-Ausschuß ist gestern nachmittag nochmals zusammengetreten, um seinen Arbeitsplan in diesem Sinne festzusetzen und hat dabei beschlossen, daß seine näch st e Tagung in Neapel abgehalten wird. Saarländische Kriegsbeschädigte in Berlin. Berlin, 23. Jan. (DNB. Funkspruch). Auf dem Anhalter Bahnhof trafen etwa 500 saarländische Kriegsbeschädigte und Kriegerwitwen ein. Sie wurden vom Reichskriegsopferführer Oberlindober sowie vom stellv. Gauleiter, Staatsrat G ö r l i tz e r, und vom Geschäftsführer der NSKOV., Liebel, begrüßt. Von Heilrufen begleitet marschierten die saarländischen Kameraden an dem langkn Ehrenspalier der Ehrenformationen vorüber zu einer in der Nähe liegenden großen Gaststätte, wo die Saarländer nach ihrer langen Fahrt ein Frühstück erwartete. Mittags fand ein Besuch der Kriegsbilderausstellung von Professor Dettmann im Zeughaus statt. Bürckel und Nietman lehnen Ehren« bürgerschaff ab. Saarbrücken, 22. Jan. (DNB.) Gauleiter Bürckel und der Stellvertretende Landesleiter der Deutschen Front, Nietmann, erlassen folgende Mitteilung: „Verschiedene Städte und Gemeinden tragen sich mit der Absicht, führenden Männern von der Deutschen Front und mir die Ehrenbürgerschaft zu verleihen bzw. ist dies in einzelnen Fällen schon geschehen. Ich bringe in voller Uebereinstimmung mit dem Führer der Deutschen Front zur Kenntnis, daß wir die Annahme des Ehrenbürgerrechts g e - meinsam mit dem Hi nweis ab leh ne n^ Aus aller Welt birge gekommen. Wahrscheinlich sei er dort an dem- elben Orte ermordet worden rote vorher Pater Morschheuser. Nähere Einzelheiten sind noch mcht bekannt. Der Verlust ist für die Steyler Miss on tief beklagenswert. Bei den Opfern handelt es sich um junge Missionare, die nach menschlichem Ermessen noch lange hätten wirken können. Pater Morschheuser war 30, Bruder Eugenius 34 Jahre. Die Bejahung des in Brand geratenen Tankschiffes „Balverda" in Sicherheit. Der Hapagdampfer „Saarland" hat vom Kapitän des in Brand geratenen englischen Motortankschiffes „Balverda" Nachricht erhalten, daß er die Hilfe der „Saarland" nicht mehr benötige, da die Besatzung der „Balverda" von anderen in der Nähe befindlichen Schiffen übernommen wurde. Die „Saarland" hat hierauf die Heimreise fortgesetzt. Der englische Kreuzer „Froblsher und der französische Dampfer „Petit Terre" sind bei der „Balverda" eingetroffen. Das Schiff befindet sich in keiner unmittelbaren Gefahr mehr, nachdem das Feuer auf den Brandherd beschränkt werden konnte. Der englische Kreuzer teilt in einem Funkspruch mit daß er die „Balverda" voraussichtlich nach Portorico abschleppen werde. Der Maschinenraum des Dampfers ist völlig ausgebrannt; ein Teil der Deckbauten sowie mehrere Rettungsboote wurden zerstört. Zwanzig Kinder auf dem Life eingebrochen — alle gerettet. Als der Arbeitslose Mann aus Egglenischken im ostpreußischen Kreise Stallupönen von einem Gang nach dem Markt heimkehrte, begegnete ihm unter- ' l ____... Sa/! STX< vx VT \< nur tnt Auf dem sog. Tabakweiher in St. Arnual (Saar) vergnügten sich Kinder mit Eisläufen. Drei englische Soldaten spornten sie durch Geldgeschenke zum Wettlaufen an. Auf diese Weise sammelten sich etwa 20 Kinder auf dem Weiher. Plötzlich gab das Els infolge der starken Belastung nach und die Kinder fielen an der glücklicherweise flachen Stelle m das eiskalte Wasser. Ein englischer Soldat bemühte sich, die Kinder an Land zu ziehen. Dies gelang jedoch nur zum Teil. Ein Unglück wäre nicht zu vermeiden gewesen, wenn nicht noch von anderer Sette Hilfe gekommen wäre. Der Straßenbahnschaffner Heidt, dessen Sohn ebenfalls eingebrochen war, schob sich an die Bruchstelle heran, wo es ihm gelang, eine Reihe von Kindern herauszuziehen. Auch ein löjähriger Schüler beteiligte sich an dem Rettungswerk, so daß sämtliche Kinder wieder an Land gebracht werden konnten. Sieben südslawische Soldaten im Schneesturm umgekommen. maliger 70er. Oie Saarstimmzettel eingestampst. Genf, 22. Jan. (DNB.) Wie die Genfer Presse am Dienstagabend meldet, sind die 539 300 Wahlzettel aus dem Saargebiet in der Papierfabrik Bristlen in Versoux bei Geyf e i n g e st a m p s t worden. Bei diesem Akt waren Beamte des Völkerbundes und mehrere Gendarmen anwesend. Die 27Urnen mit den Wahlzetteln wurden in einen großen Eisenbottich geschüttet, der m i t h e i ß e m W a s s e r gefüllt war. Die Einstampfung erfolgte dann durch Rotation. Aus der Papiermasse soll Packpapier gemacht werden. Oie saarländischen Emigranten. platten von 25 Millimeter Durchmesser zu durchschlagen vermögen. Die 6. Infanterie-Brigade wird ein Brigade-Hauptquartier mit einer größeren Anzahl Kraftwagen, ein Maschinengewehr-Bataillon mit 36 Maschinengewehren und 16 Tank-Abwehrgeschützen, sowie drei Jnfanteriebataillone mit je vier Mörsern von 7,5 Zentimetern und 52 leichten Maschinengewehren umfassen. Keine diplomatischen Folgen der Bluttat in Französisch-Somali. Paris, 22.Jan. (DNB.) Das Kolonialministerium veröffentlicht eine Mitteilung über den blutigen Zwischenfall in Französisch-Somaliland. Danach ist die Zahl der Toten erheblich hoher. Es sind 97 Personen ums Leben gekommen, aut! V/Ucntllt-I -v.-y-..---- - .. f. CYX gerade zu Bett gegangen, als er plötzlich em Rumoren im Kleiderschrank vernahm. Die Tür des Schrankes ging auf, eine Gestalt kam auf ihn zu, und noch ehe er Licht machen konnte g a b i e einige Schüsse auf ihn ab, durch die er v e r w u n d e t wurde. Der Angegriffene riß darauf einen an der Wand hängenden P arad. e - ä b e l an sich und hieb und stach auf die Gestalt ein, als die er bald s e i n e e h e m a l i g e F r e u n- b in, ein 60 Jahre altes Fräulein L e r m l n i au x erkannte, die ihm schon bei ihrer Trennung im Jahre 1930 Vitriol ins Gesicht gespritzt hatte. Die beiden ehemaligen Geliebten trugen nun mit der Waffe ihren Liebesstrett aus, wobei der Mo n die Oberhand gewann und zum Schluß des „Turniers" nach längerem Nahkampf die F r a u z u m Fenster hinauswarf. Dann waren auch die Kräfte des Mannes, der einen Schulterschuß erhol- ten hatte, zu Ende, und er sank im Zimmer ohn- mächtia zusammen. Die beiden leidenschaftlichen alten Leute wurden in besorgniserregendem Zustand in ein Krankenhaus gebracht. Zwei Missionare von Eingeborenen auf Reu-Guinea ermordet. Selbstmörder gefährdet ein ganzes Haus. In Dresden hatte ein Mann in seiner Wohnung in selbstmörderischer Absicht den Gashahn geöffnet. Als eine Mutter mit brennendem Licht das Zimmer betrat, erfolgte eine Explosion, durch die die Decken und Wände eingedrückt wurden. Drei Personen, der Selbstmörder, seine Mutter und sein Sohn, trugen erhebliche Verletzungen und Verbrennungen davon und mußten dem Rudolf-Heß-Krankenhaus zugeführt werden. Durch die Explosion wurde ferner der Dachboden des Hauses in Brand gesteckt und das ganze Haus gefährdet. Mauern, Fenster und Decken wurden zertrümmert. Die Feuerwehr war lange Zeit mit der Bekämpfung des Brandes beschäftigt. Der Deutsche und Oester reichifche Alpenverein unterstützt notleidende Gebirgsbauern. Die österreichische Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins hat für notleidende Gebirgsbauern eine namhafte Summe zur Verfügung gestellt. Von der Weltreise der „Karlsruhe". Kreuzer „Karlsruhe" hat am Montag Valparaiso nach neuntägigem Aufenthalt verlassen. Am 25 Januar ist das Schiff in Tallao zu erwarten, von wo aus Teile der Besatzung bekanntlich an der 400-Jahrfeier der Stadt Lima teilnehmen werden. Heber 100 000 Pesos für die Winterhilfe aus Argentinien. Der „Ausschuß für die Deutsche Winterhilfe" in Buenos Aires gibt bekannt, daß aus Argentinien für die „Deutsche Winterhilfe 1934/35" bis zum 12. Januar 1935 insgesamt 103175,87 Pesos eingegangen sind. Arbeitsloser gewinnt 5000 wart — Los des WHW. Kunst und Wissenschaft. Musikdirektor Karl Kern f. In Frankfurt a. M. verschied plötzlich an einem Hirnschlag der besonders in Suddeutschland bekannte Komponist und Musikdirektor Karl K e r n im 68. Lebensjahr. In Erbach i. O. geboren, studierte er am Hochschen Konservatorium in Frankfurt, wo er später über 30 Jahre als Lehrer tätig war. Als Dirigent größerer Vereine und als Preisrichter, u. a. auch mehrmals im Ausland, ist er besonders hervorgetreten. Auch war er Mitbegründer des Vaterländischen Gesangvereins Ehrenseld. Auf dem Deutschen Sängerfest in Wien 1928 sang der Neuyorker Gesangverein „Arion" einen seiner Kunstchöre. Der Archäologe Professor Christian Hülsen f. Der bekannte Archäologe Professor Christian H ü l s e n , vor dem Kriege lange Jahre Vorsitzender des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, ist im Alter von 77 Jahren in Florenz v e r st ö r - b e n. Professor Hülsen hat sich durch seine fahr- zehntelange Tätigkeit in Italien, von der eine Reche von Veröffentlichungen über Rom und besonders sein großes Werk über die Typographie des antiken Rom zu erwähnen sind, einen wissenschaftlichen Namen von Weltruf erworben. Bei der Beerdigung legte Konsul Hellwig im Namen des deutschen Botschafters von Hassell einen Kranz nieder. Neue Tibet-Expedition Wilhelm Milchners. Die Verhandlungen des Afienforschers Wilhelm F i l ch n e r mit der Nanking-Regierung sind soweit gediehen, daß der Antritt seiner Expedition nach Tibet vorläufig auf Mai oder Ium festgesetzt worden ist. Filchner will dort magnetische Messungen vornehmen, durch die das Bild magnetischer Abweichungslinien vervollständigt werden soll. dige Arbeitsamt voraus. Otfterreidrifcber Besuch in London. London, 23.Jan. (DNB. Funkspruch) Bundeskanzler Schuschnigg und Außenmimster B e r. ger - Wa 1 denegg werden etwa am 20. Februar ?inen amtlichen Besuch in ßonhn ab. statten, um mit den britischen Ministern die letzte internationale Anleihe für Oesterreich und die all- gemeine, finanzielle, wirtschaftliche und pol sch Sage Oesterreichs im Lichte der letzten Ereignisse zu erörtern. Die wichtigste Frage ist die Vereinbarung von Nom über Oesterreichs Unabhängigkeit. Sie • zelhetten des geplanten Paktes sind noch keines eg England stellt eine vollmechanisierte Brigade auf. London, 23. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Sn der neuen mechanisierten 6. Jnsant-riebngad-, deren Bildung demnächst erfolgen wird, wird es u v e r - Haupt keine Pferde mehr geben. Dies is der erste derartige Fall in einem größeren brttijcy Truppenkörper. Die Zugpferde werden d u r cy leichte Traktoren, gewöhnliche Kraft- uno Lastkraftwagen ersetzt werden. Die Rettpsero durch zweisitzige leichte Kraftwagen. Zur Abwehr von Tanks wird die Brigade S e l b ft l a d e g e s ch u tz e von zwei-Zentimeter-Kaliber erhalten, deren Geschosse in einer Entfernung von 500 Metern Panzerplatten von 14 Millimeter Durchmesser und in einer (Entfernung von 150 bis 200 Meter Panzer- außer dem jungen Kolonialbeamten Bernard, der feit 1932 die Kolonialschule verlassen hatte, und seinen 16 Milizsoldaten noch 80 Eingeborene des auf französischem Gebiet zeltenden Is s «-Stamme s. Der Ueberfall wurde in der Gegend von Dikil-Lac Abbe vom kriegerischen Stamm der Assaimara ausgeführt. Der Gouverneur hat eine Polizeiexpedition entsandt. Am Quai d'Orsay wird erklärt, daß der Zwischenfall eine rein örtliche Bedeutung habe und deshalb keine diplomatischen Folgen nach sich ziehen dürfte. Bernard, der im Kampfe mit den räuberischen Nomaden sein Leben gelassen hat, ist nachträglich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und wegen Tapferkeit vor dem Feinde im Staatsanzeiger rühmend erwähnt worden. Von der Leitung des Steyler Missions-Seminars in Ingolstadt wird mitgeteilt: ,-Dieser Tage traf aus Neu-Guinea über Rom die Nachricht em: Pater Karl Morschheuser von Eingeborenen durch Pfeilschüsse ermordet." Wenig später telegraphierte Bischof Wolf, der apostolische Vikar des dortigen Steyler-Missionsgebietes, daß auch Bruder Euqenius Frank laut Nachricht der Salamana- Regierungsstation am 8. Januar ermoroet worden fei. Bruder Eugenius sei im Hagengebirge sta- tioniert gewesen. Ohne von dem Tode des Puters Morschheuser zu wissen, habe er vermutlich Alexis Hafen besuchen wollen. Auf diesem Wege! sei er nach ungefähr sechs Tagesmärschen in die Bismarckge- daß der bestandene Saarkampf das Verdienst nicht »uleüt auch jener ist, die in aller Stille ihre Pflicht erfüllt haben. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts stellt somit eine nicht angebrachte Ausnahme dar. Ehrung des Gründers des Bundes der Saarvereine. Berlin, 22. Jan. (DNB.) Der K y f fh ä u s e r- Landesverband Saargebiet hat den Leiter der Geschäftsstelle „Saar-Verein", Verwaltungsdirektor T h. V o g e l (Berlin), in Würdigung feiner hohen Verdienste durch 15jahriae Aufklärungsarbeit im deutschen Saarfreiheitskamps unter B e r u f u n g in den Führerstab zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Verwaltungsdirektor Th. Vogel hat sich auch um das Kriegervereinswesen an der Saar bis zu seiner Ausweisung durch die Franzosen große Verdienste erworben und ist Ehrenmitglied des Saarbrücker Kriegervereins und des Vereins ehe- Obwohl bereits Schiedsverhandlungen im Gange find, nimmt der mexikanische Oelstreik immer schärfere Formen an. Die Benzinknappheit wird immer größer, obwohl die Regierung zollfreie Einfuhr aus dem Auslande gestattet hat und bereits rund 350 000 Liter eingeführt worden sind, die unter Kontrolle der Regierung verkauft wurden. Zahlreiche Kraftwagen sind wegen des Benzinmangels außer Betr i e b g e s e tz t worden, vor den noch arbeitenden Zapfstellen stehen lange Wagenschlangen. Auch inTampico beginnt am' Mittwoch der Generalstreik, an dem voraussichtlich 20 000 Personen aus allen Berufen tett- nehmen werden. Da auch die Elektrizität^ arbeitet streiken, wird Tampico am Mittwoch völlig stromlos fein. Akademische Korporation in Hannover suspendiert. Der Rektor der Technischen Hochschule in Hannover hat der akademischen Turnverbindung „B r u- noni a", veranlaßt durch Klagen seitens zahlreicher Volksgenossen über a n st4> ß l g e s V er ha l t e n ihrer Mitglieder im Anschluß an die Wechnachts- kneipe, nach sorgfältiger Prüfung die Anerkennung als akademische Korporation entzogen. Gleichzeitig wurde sie von dem zuständigen Führer der Studentenschaft suspendiert. In der Begründung heißt es: „Lärmende und besoffene Studenten sind in den Augen schwer arbeitender Volksgenossen Schädlinge in der Volksgemeinschaft". Er will nach Cayenne zurück. ihr eines Tages die geforderten Geheimplane auslieferte, mit denen sie aus Frankreich verschwand. Bald darauf erhielt das Marineministerium Nachricht, daß wichtige Pläne aus den Stahlschränken verschwunden seien. Der Verdacht fiel auf Uüno. Der Prozeß gegen Ulmo wirbelte damals viel Staub auf. Als er vom Gericht zu 15 Jahren Verbannung nach Cayenne verurteilt wurde, nahm die Oeffentlichkeit gegen das Urteil Stellung, da der Indizienbeweis keineswegs lückenfrei war. Man sprach von einer zweiten Dreyfus-Affäre. Leutnant Ulmo büßte seine 15 Jahre als Sträfling m Cayenne ab und mußte dann noch eine Anzahl Jahre als Verbannter auf der Teufelsinsel bleiben. Da er sich während der ganzen Zeit gut geführt hatte, wurde er vom Präsidenten der Republik begnadigt und kehrte nach Frankreich zuruck. Aber Ulmo, durch das mörderische Klima Cayennes em alter und gebrochener Mann, findet sich in seiner Heimat nicht mehr zurecht. „Was soll ein Mann , erklärte er Pressevertretern, „der ein Vierteljahr- Hundert jenseits eurer Zivilisation gelebt Hat, m der unermeßlichen Stumpfheit eures Daseins anfangen r Er kann einfach mit dieser Menschheit nicht mehr leben, die sich für so unendlich überlegen hält, einen ewigen Mißbrauch mit dem Fortschritt treibt und Menge und Güte und Niedrigkeit und Größe fortwährend miteinander verwechselt." Ulmo hat em Gesuch eingereicht, wieder nach Cayenne zurückkehren zu dürfen. In der Nähe von Podgoritza (Montenegro) wurden die L e i ch e n von sieben südslawischen Soldaten aufgefunden, die auf einer Uebung non einem Schneefturm überrascht worden sind. Drei weitere Soldaten werden noch vermißt. Man be- ürchtet, daß sie ebenfalls erfroren sind. Die Kältewelle in USA. Die Kältewelle in USA. hat nunmehr auch auf die Südstaaten übergegriffen. Schneestürme und Ueberschwemmungen verursachten große Schäden, die man auf mehrere Millioen Dollar beziffert. Die Kälte hat auch bereits mehrere Menschenopfer gefordert. Ganze Viehherden sind der Kälte zum Opfer gefallen, und viele Schiffe sind vom Sturm von ihren Ankerplätzen losgerissen worden. Verschärfung im mexikanischen Oelstreik. Wie ein Hintertreppenroman mutet das Leben des Leutnants Benjamin Ulmo an, dessen Schicksal gegenwärtig die Pariser Presse beschäftigt. Vor 25 Jahren wurde Leutnant Ulmo des Verrats militärischer Geheimnisse bezichtigt. Er war dem Marineministerium zugeteilt und hatte daher auch die Möglichkeit, von geheim zu haltenden militärischen Plänen Kenntnis zu erhalten. Es gab damals Staaten, die sich für die neuesten Unterseebootpläne der französischen Marine interessierten, und es war wieder einmal eine Frau, die im Dienste mehrerer Staaten bemüht war, die Neugier ihrer Auftraggeber zu stillen. Sie unterhielt Be- ziehung-n zu Offizieren des Marinem,n'st-riums und hielt es für zweckmäßig, auch den Leutnant Ulmo in ihre Netze zu ziehen. Allerdings stieß die betörend schöne Frau bei ihm auf ungewohnten Widerstand, er war nicht zu bewegen, auch nur das qeringste Geheimnis auszuplaudern. Aber auch da- aeqen wußte sie ein Mittet, das ihn schließlich mürbe machte — Rauschgift. So geschah es, daß er . Wettervoraussage. Ueber Nordeuropa ist ein mächtiger Sturmwirbel entstanden, der zunächst die Zufuhr frischer Ozean- lüft nach Deutschland begünstigen wird. Unter ihrem Einfluß kann auch bei uns mit weiter ansteigenden Temperaturen und einzelnen Regenfallen gerechnet werden. Von der Rückseite des Wirbels her haben sich zwar unter heftigem Druckanstieg Kaltluftmafsen in Bewegung gesetzt, die im wesentlichen aber nur in Osteuropa zur Auswirkung kommen werden. Aussichten für Donnerstag: Bei lebhaften westlichen Winden überwiegend bewölktes Wetter mit einzelnen Regenfällen, weitere Milde- rUä9ü 5 f i d) t e n für Freitag: Bei lebhaften westlichen Winden mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen kurzen Niederschlägen, etwas f Lufttemperaturen am 22. Januar: mittags 3,5 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 23. Januar: morgens 1,7 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum 0 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22 Januar: abends 0,5 Grad; am 23. Januar: morgens 0,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, 0 Grad, 36 cm Gesamtschneehöhe, vereist, Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 2 Grad, 27 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, an den Hangen mäßig, im Walde gut. Sauerland. Winterberg: Regen, 0 Grad. 28 cm Gesamtschneehöhe, Firnschnee, Ski und Rodel Sch w a r z w a l d. Feldberg: bewölkt, —^4 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: beiter, —13 Grad, 38 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.___— Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich WilhelmLange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thynot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts Buch und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Psi ' Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., , mit der Illustrierten 5 Pf. mehr . Zur Zett ist Preislilte Nr. 2 vom L2utt 1934 gültig. fß a r i 5, 22. Jan. (DNB.) Außenminister L a v a l berichtete im Ministerrat über die Genfer Verhandlungen. Anschließend erstatteten Innenminister Reg- ut;m ...... , nier und Staatsminister Herriot Bericht über den ro 5 &er graue Glücksmann des WHW., der ihn Stand der nach der Saarabstimmung begonnenen QUf|orherte, doch auch einmal sein Glück zu ver- Einwanderung von Emigranten nach Frankreich. rU(c.en, Mann nahm sich ein Los und gewann Seit der Abstimmung sind 85 Saarfranzosen, 1973 > .^ marf Durch diesen Erfolg ermutigt, zog er Saarländer und 442 Personen fremder Na- . einen Losbrief und damit einen Hauptti o n a l i t ä t.aus dem Saargebiet nach Frank- ff er üb er 5000 RM. Glückstrahlend ging reich eingewandert. Davon wurden unter- einer Bank in stallupönen, wo ihm der Be- gebracht 612 in Toulouse, 442 in Straßburg, 21«r ausgehändigt wurde. in Montauban, 197 in Carcassonne, 102 m 2lriegc. Eriche des Grubenunglücks bei Sajetschar. __ , . , s. Ueber die Ursache des Grub enunglücks bei (Student und Arveuer. Sajetschar in Serbien liegt noch kern amtlicher Be- , I richt vor Die geretteten Bergleute erklären, daß die Eine Münchener Kundgebung. Explosion auf schadhafte Grubenlampen München, 22. Jan. (DNB.) Auf einer von zurückzuführen fei, von denen sich viele auch letzt der Studentenbundesführung des Tradttlonsgaues nod) in verwahrlostem Zustand befanden. Außerdem München-Oberbayern in der Technischen Hochschule hotte am Tage vorher, infolge des Feiertages der veranstalteten Kundgebung „Deutsches Ar- Betrieb irn Bergwerk gericht, so daß die Stollen beit er turn" verbreitete sich der Amtsleiter m gelüftet waren. Bei Beginn der Arbeit war der obersten Leitung der PO., Derichsweiler, eine Fuftanalyse nicht vorgenommen worden. Das über die Notwendigkeit der Neugestaltung des stu- angesammelte Mentangas hatte sich sodann an emer dentischen Lebens und stellte in Aussicht, daß m schäften Grubenlampe_ entzündet und das Un- kürzester Zeit eine Entscheidung zugu n st en ^lick herbeigeführt. Die Zahl der To t en betragt, einer eindeutigen studentischen Fuh - wie endgültig festgestellt wurde, Zwolsi Die^Leichen runq der Studentenschaft fallen werde. smd zum größten Teil vollständig verkoM Vor Staatsrat Wilhelm Boerger MdR. wies an Grubeneingang und m der Kapelle, wo die den gewaltigen Ereignissen der Vergangenheit, an Toten aufgebahrt sind, spielten sich er sch u t. dem Heldenepos des deutschen Widerstandes im ternde Szenen ab, da die Angehörigen e- Weltkriege und der Tragik des deutschen Zusam- gebtid) versuchten, die Toten zu erkennen. Die Ex- menbruchs im November 1918 die Notwendig- plosion mar o gewaltig, daß sie in dem 13 Hiio TeUbet politisch-en Erziehung nach. Er ^ejer entfernten Sajetschar vernommen werden richtete an *die studentische Jugend die Aussorde- fonnic. Der Transport der Verletzten ms Kranken- rung ihre Freiheit, ihr Können für die Gesamtheit Hans durch den höhen Schnee gestaltete sich sehr zu entfalten. Das Leben und unsere Arbeit gilt nur schmierig. Deutschland. Vom Reichsführer bis zum Hand- 3tvdfe Iote auf bet Oheim-Grube geborgen, arbeitet der niedersten Kategorie find wir al le Rettunaskolonne auf der OheimGrube bei Arbeiter. Unter diesem Gesichtspunkt darf me- zweite Todesopfer mals mehr die Kluft zwischen dem gecsttg Schaff schweren Einsturzunglücks bergen. Die Auf- den und dem Manne der Faust aufgetan werden. . Bruch gegangenen Strecke wird Wir haben alle nur - in - Ehr- Trag-deut- —g 9 ßpfer Ichen Namens und deutschen Blutes zu m I, ^Katastrophe nunmehr frei zu legen. d°en sein in der"Ehre aber sind wir ^Ile Drei Seiltänzer während der Vorstellung abgestürzt. al eich Führer kann nur der werden, in dem Tivoli-VarietS in Hannover ereignete sich em der Nationalsozialismus lebendig wird. Darum ist schwerer Unfall. Beim Auftreten der,Wallendas- die politische Schulung notwendig, damit man poli- Gruppe, die als Turmseilkünstler Wettruf besitzt, tisch sehen lernt. stürzten von den vier Mitgliedern der Truppe während der Arbeit auf dem hoch oben im Saal LeMiungeauegiCiuy npfnannten Drahtseil drei ab und fielen m das auch bei zusätzlicher Einstellung von tzchutznetz, das glücklicherweise standhielt. Alle drei Anaestellten über 40 Jahren. Die Äw Berlin, 22. Jan. (DNB.) Betrieben (23erroal= murbe jofort abgebrochen. langen) kann unter bestimmten Voraussetzungen em ein dreizehnjähriger Lebensretter. beitslofen männlichen Angestellten Fahrt an einer tiefen Stelle m ben Main Der im Alter von Über 40 Jahren einstellen. Der dreizehniahnge Rudi Fische rJprarig aciftesgeflen Rrälident der Reichsanstatt für Arbeitsvermittlung wärtig tn die kalten Fluten und r e eJie ?at bestimmt, daß dieser Leistungsausgleich auch! eigener Lebensgefahr die beiden Jungen vom sicheren in den Fällen gewährt werden kann, in denen 1 Tode des Ertrinkens. männliche Angestellte über 40 Jahre zusätzlich Seltsames Duell. neu eingestelt werden. Es müssen Arbeitslose, g. reItfame9 Duell fand in der letzten Nacht fachlich vorgebildete männliche Angestellte über 40 . französischen Dorf statt. Der 65 Jahre Jahren fein, die in den letzten drei Jahren vor der ft Chemiker und Ingenieur B r o c q u e t war fiFinfteUuna länger als zwei Jahre Ar-1 ni« or nlnhlirh em Ru- beitslosenunterstüßung aus öffentlichen Mitteln erhalten haben. Ebenso finden die Bcstim- munaen der Anordnung oom 28^ August 1931 über die chöhe und Dauer des Auschusies Anwendung. Die Gewährung des Leistungsllusgle'ches setzt die Vermittlung des Neueingestellten durch das zustan- Oberheffen. Landkreis Gießen. X W i e s e ck, 21. Jan. Am Sonntagabend hielt die Feierabendorganisation „Kraftdurch Freude" im Saale von Gastwirt $). Braun einen tzut besuchten, großen Bunten Abend ab. Der Kreisamtswalter der „KdF.",Pg. Christ (Gießen), zitierte nach herzlichen Begrüßungsworten ein Wort des Führers: „Ich werde am Ende meiner Tage keinen größeren Stolz kennen, als den, sagen zu können: Ich habe dem deutschen Reich den deutschen Arbeiter zurückgewonnen." Weiter wies er auf die Erfolge des Führers in dieser Richtung hin und ging näher auf die Organisation und ihre Unterabteilungen ein, von denen besonders das Amt „Reisen und Wandern" viel Freude schon schaffen durfte. Dann folgten die Darbietungen einiger Mitglieder des Stadttheaters Gießen, die durchweg ihr Bestes zum Gelingen des Abends gaben. Paul Nieren zoa mit seiner humorvollen Ansagerrolle sofort die Besucher in seinen Bann und leitete mit viel Geschick den Abend. Gert Geiger begann mit einer ernsten Rezitation „gegen Versailles" die Reihe der Darbietungen, Elisabeth Wielander trug in humorvoller Weise die „Wiener Eiergeschichten" u. a. m. vor. Kurt Richter gab mit geschulter Stimme einige Operettenschlager und die militärische „Jnstruktionsstunde". Großen Beifall sand die Tänzerin Maja von Rabenau, die in reizenden Kostümen und anmutiger Weise den Fledermauswalzer und einen Mazurka gut geschult tanzte. Noch viele andere Darbietungen wechselten in bunter Reihe. Zum Schluß boten noch einmal die Gäste vom Theater einen flotten Sketsch vom Rundfunk, der ausgelassene Heiterkeit hinterließ und einen guten Abschluß zu diesem erfolgreichen „Kraft- durch-Freude"-Abend bildete. I Heuchelheim, 22.Jan. Am Samstag hielt der Turnverein sein Winterfest in der Turnhalle ab. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. In seiner Begrüßungsansprache gedachte der stellvertretende Vereinsführer und Dietmar! Albert Rinn besonders der Bedeutung der Saarabstimmung. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, daß gerade die Turner im Saargebiet vieles in den vergangenen 15 Jahren der Fremdherrschaft zu leiden hatten. Eine im Lause des Abends veranstaltete Sammlung zugunsten notleidender Turnvereine im Saargebiet ergab den ansehnlichen Betrag von 50 Mark, der den Turnbrüdern an der Saar zugeführt werden wird. Das Programm des Abends war sehr reichhaltig. Die turnerischen Darbietungen zeigten, daß die Arbeit in den einzelnen Riegen recht rege ist..Von Turnern und Turnerinnen wurde eine Anzahl schöner Vorführungen gezeigt, die die Dielfeitigkeit im Turnbetrieb erkennen ließen. Eine schöne Abwechslung war eine unter der Spielleitung von Willi F l a ck von Turnern und Turnerinnen aufgeführte humoristische Bauernkomödie. Alle Darsteller spielten ihre Rolle gut. Die Stimmung wurde sehr gehoben. Die Aufführung fand starken Beifall. Eine Kapelle füllte die Pausen mit guter Musik. Bei Gesang und Tanz blieb man noch lange beisammen. § Staufenberg, 22. Januar. Der hiesige. Turnverein hielt am Samstagabend sein Winterfest ab. Der Bereinsführer Ernst Karber eröffnete den Abend mit einer kurzen Ansprache und hieß die Gäste willkommen. Einem einleitenden Musikstück folgte ein Vorspruch, von Karl K l i n k e l vorgetragen. Sodann sah man eine Reihe turnerischer Vorführungen am Pferd und am Barren; 12 Turner zeigten ferner eine tadellose Reifenübung. Den Höhepunkt des Abends bildete das Reckturnen, bei dem man ganz ausgezeichnete Leistungen sah. Die Zuschauer dankten mit lebhaftem Beifall. Humoristische Darbietungen, Musik und Tanz hielten die Teilnehmer des Abends in ausgezeichneter Stimmung noch geraume Zeit beisammen. § Mainzlar, 22. Jan. Die Fischerei in der Lumda, von der Mündung in die Lahn bis nach Treis a. d. Lda., ging von dem seitherigen Pächter in die Hände von Bruchmeister Heinrich ©paar IV. und Dreschmaschinenbesitzer Ludwig Wagner dahier über. f Treis a. d. Lda., 22. Jan. Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" hielt am Sonntag im vollbesetzten Saale seines Mitgliedes Will seinen diesjährigen Konzert - und Theaterabend ab. Die unter. Leitung des Chormeisters Nikolai (Alten-Buseck) gesungenen Chöre zeugten von guter musikalischer Durchbildung der Sänger und ihrer feinen Auffassung des vorzutragenden Stoffes. Nach dem musikalischen Teil, in dem Vortragsstücke des hiesigen Posaunenchores eingestreut wurden, wurde ein von Vereinsmitgliedern unter Leitung von Karl Lemp sehr gut gespieltes Theaterstück „Das große Heimweh", Drama aus dem Befreiungskrieg 1813, aufgeführt, das großen Beifall fand. Darnach wurde getanzt. < O d e n h a u f e n a. d. Lda., 23. Jan. Die diesjährige erste Holzverfteigeruna im Gemeindewald brachte ein günstiges Ergebnis. Es kam hauptsächlich Brennholz zum Verkauf. Die Preise lagen bedeutend höher als im vorigen Jahre. Es kosteten: Buchen-Scheitholz 13,50 bis 14 Mk., Buchen-Knüppel 10 bis 12 Mk., Fichten-Knüppel 7 bis 8 Mk. und Buchen-Stöcke 8 bis 10 Mk. je zwei Raummeter. Buchenreiser wurden mit 1,50 bis 2 Mark bezahlt. Das Stammholz ist bereits an die Firma Heinrich W i ß n e r in Londorf verkauft. Ende des Monats Januar wird die letzte Gemeinde- Holzversteigerung stattfinden. * Beltershain, 22. Jan. Der hiesige G e - sang verein „Heiterkeit" hielt dieser Tage sein Wintervergnügen im Saale von Gastwirt Erb ab. Ein ernstes und zwei heitere Theaterstücke fanden lebhaften Beifall. Der Chor des Gesangvereins brachte sodann einige Lieder zu Gehör. Im Verlaufe des Abends wurde dem Vereinsführer Dietz durch den Bezirksleiter Gengnagel (Grünberg) für 25jährige Mitgliedschaft im Verein und für seine Tätigkeit als Vereinsführer eine Ehrennadel überreicht. Die Kapelle Dietz unterhielt mit guten Musik- Die Veranstaltung war stark besucht. = Steinbach, 22. Jan. Arn Montagabend ereignete sich auf der Straße nach Gießen kurz vor dem Walde ein Autounglück, das glücklicherweise ohne Menschenleben zu kosten ablief. Beim Aneinandervorüberfahren gerieten ein Personen- und ein Lastauto, beide aus Lich, auf der mit Glatteis bedeckten Straße ins Gleiten und gerieten in den Straßengraben. Das Lastauto konnte nur schwer wieder auf die Straße geschafft werden, während das Personenauto leicht herauskam. Ein Obstbaum wurde dabei umgefahren. Das Lastauto gehörte Metzger Dietz, das Personenauto dem Bürgermeister von Lich. — Bei der Holzversteigerung der Gemeinde Steinbach, die am heutigen Dienstag stattfand, wurden bei starker Beteiligung von Steigliebhabern, auch aus den Nachbarorten, hohe Preise erzielt. Zwei Meter Buchenscheit kosteten durchschnittlich 22 Mark. * Garbenteich, 22. Jan. In Anwesenheit von 97 Mitgliedern hielt der Gesangverein „Frohsinn" am Samstagabend seinen Jahresschluß ab. Nachdem der Vereinsführer Heinrich Lang die Mitglieder herzlich begrüßt hatte, brachten die Sänger als würdigen Auftakt den Chor „Flamme empor" zu Gehör. Die Tagesordnung fand, da sich Widersprüche erwartungsgemäß nicht ergaben, schnell ihr Ende. Außer der satzungsgemäßen, alljährlich vorzunehmenden Neuernennung eines Kassenprüfers blieb der Gesamtvorstand in seinen Aemtern. Der Kassenbestand für das Jahr 1935 ergab zwar nur ein kleines Plus, das aber trotzdem den Verein berechtigt, dem kommenden Jahre hoffnungsvoll entgegenzusehen. Zwischen den einzelnen Punkten der Tagesordnung erfreuten die Sänger die Zuhörer mit Chören ernsterer, sowie heiterer Art, die immer in der Form, wie sie zum Ausdruck gebracht wurden, auf Pflege, Liede und große Sorgfalt seitens des Chormeisters Georg Harnisch schließen ließen. In seinem Schluß- wort an die Versammlung ging der Vereinsführer davon aus, daß es Pflicht und Aufgabe jedes einzelnen Sängers sei, die Gesangsstunden regelmäßig zu besuchen, damit das deutsche Lied, ein Stück Kulturgut, nicht verschleudert werde, sondern dem Staate erhalten bleibe und mit zu dessen Aufbau Spenden für daSWinierhilsswerk Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen» die das Dinterhilfswerk 1 9 3 4/35 betreffen (Spenden, Straßensammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte usw.), find nur auf Konto der Vezlrkssparkasse Gießen, 3tr. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. UL Ur. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen. beitrage. Mit einem dreifachen, mit Freuden aufgenommenen Sieg-Heil auf die Gesangskunst, das deutsche Volk und unseren herrlichen Führer schloß der Vorsitzende die in allen Teilen harmonisch verlaufene Generalversammlung. (D Grüningen, 22. Jan. Gestern abend veranstaltete die Ortsgruppe Holzheim des Reichsluftschutzbundes in der Gastwirtschaft von Fay einen Werbeabend. Zu der Versammlung waren sämtliche Formationen erschienen. Ortsgruppenleiter M a r st e l l e r begrüßte die Besucher, besonders den Schulunqsleiter Baumeister und den Luftschutzwerbeleiter Pg. G a n d ende r g e r - Holzheim. In etwa einftünbigem Vortrage erläuterten beide Redner eingehend die modernen Luftwaffen, besonders die Bombenflugzeuge und ihre verheerenden Wirkungen. Die Zuhörer wurden überzeugt von der Notwendigkeit des Luftschutzes auch auf dem Lande. CXD Eberstadt, 21. Jan. Dieser Tage oeran- [faltete die Gaufilm st eile der NSDAP, im Saale Wedemann einen Filmabend. Gezeigt wurde ein Film unter dem Titel: „Der Wilderer". Die zahlreichen Gäste folgten sehr aufmerksam. Mit einem lustigen Beiprogramm fand die Veranstaltung ihr Ende. — Bei der letzten Eintopfgerichtsammlung wurde in unserer Gemeinde ein Betrag von 30,40 Mark gespendet. Die Saarplaketten konnten restlos verkauft werden. Die Einwohner bewiesen hier erneut ihre Opferwilligkeit. (Z Obbornhofen, 21. Jan. Unter Leitung seines Führers, Lehrer Krämer- Bellersheim, gab das vereinigte Jungvolk von Bellersheim und Obbornhofen am Sonntagabend im Saale des Erich Henzel einen Kultur- und Werbeabend. Das Kampflied der Jugend: „Bor» wärts, vorwärts" eröffnete den Abend. Hierauf hielt Lehrer Krämer einen Vortrag über Ziele und Aufgaben des Jungvolks. Er begrüßte zuerst die Volksgenossen und gab seiner Freude über den stattlichen Besuch der Veranstaltung Ausdruck. U. a. führte er dann aus, daß eine gedeihliche Mitarbeit des Jungvolks an unserem Volksganzen voraussetze, daß die , bestandenen und zum Teil noch bestehenden Unstimmigkeiten zwischen Jungvolk und Elternhaus, zwischen Jungvolk und Kirche und Jungvolk und Schule weageräumt würden. Dies werde geschehen, wenn jeder dieser Kultureinrichtungen das Aufgabengebiet genau abgegrenzt feü Das Jungvolk sei keine Sondereinrichtung, sondern ein Teil unseres Volkes, welches bereit sei, an der Gestaltung unseres Volkes nach den Ideen unseres Führers Adolf Hitler mitzuarbeiten. Sprech- chöre und Lieder des Jungvolks folgten abwechselnd. Das von Walter Flex geschriebene und hier von Mitgliedern des Jungvolks Bellersheim gefpielte Stück „Die Bauernführer", das von Bauernnot und Bauernschicksal im 16. Jahrhundert „ handelt, aber auch dem Bauernführer Thomas Münzer ein unrühmliches Zeugnis ausstellt, weckte großes Interesse. Die Jungen spielten sehr gut und fanden rel- dien Beifall. Ein dreifaches Sieg-Heil dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beschloß den Abend. 3 Obbornhofen, 22. Jan. Der vom Bürgermeister vorgelegte Gemeindevoranschlaa für das Jahr 1935 wurde vom Gemeinderat nach Prüfung der in den einzelnen Rubriken vorgesehenen Einnahme- und Ausgabeposten mit einer Gesamtsumme von 42 579,04 Mark ohne Abänderung angenommen. Für das Jahr 1935 besteht ein Umlagebedarf von 11 959 Mark. Die in der letzten Gemeinderatssitzung vorgenommene Prüfung der Gemeinderechnung von 1933 ergab keinerlei Anstände. Der im Vergleich zum Vorjahre noch günstigere Rechnungsabschluß ist nicht nur ein Zeichen der gesunden Finanzgebarung unserer Gemeinde, sondern auch ein Beweis dafür, daß sich unsere gesamte Finanz- und Volkswirtschaft seit der Regierung Adolf Hitlers auf einer stetig ansteigenden Kurve der Besserung befindet. Die liquidierten Ausstände unserer Gemeinde belaufen sich auf 291,22 Mark. A . cv> Ettingshausen, 22. Jan. Im Saale von Paul Walter fand eine Versammlung statt, an der sämtliche Gliederungen der NSDAP, teil- nahmen. Kreisschulrat Pg. N e b e l i n g hielt einen geschichtlichen Vortrag, schilderte die schweren Jahre von 1806 und 1807, den Freiheitskrieg im Jahre 1813 und gedachte dabei der großen Deutschen Scharnhorst, Gneisenau, Blücher und des Freiherrn vom Stein. Er sprach ferner über die Gründung des Zweiten Reiches durch Bismarck, den Zusammenbruch im Jahre 1918 und über die Jahre nach dem Kriege. Schließlich beschäftigte sich der Redner mit der nationalsozialistischen Revolution und wür- digte das Verdienst des Führers Adolf Hitler um die Einigung Deutschlands. Auch des Saarlandes wurde gedacht. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel- Liedes sand die Versammlung ihren Abschluß. ch Lauter, 22. Jan. Am Samstagabend hielt der hiesige Gesangverein seine Generalversammlung ab. Es wurde die Anschaffung einer Der- einsfahne beschlossen, deren-Weihe im Jahre 1936 erfolgen soll. Der Verein zählt zur Zeit 5 Ehren-, 18 passive und 38 aktive Mitglieder. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. — Am Montagabend zeigte die Gaufilmstelle hier den Film „Der Wilderer". — Die Grippeerkrankun- gen haben hier so stark zugenommen, daß die Schule geschlossen werden mußte. Es ist bestimmt in Gottes Rat, xu scheiden. zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Gießen, 22. Januar 1935. Die Stud. Reformverb. i VDB. Staufenberg, den 22. Januar 1935. 23X0 LV.: Willi 389 D 395 D Klein-Linden, den 23. Januar 1935. 0297 388 D zu verlauf 402D Für den Inventur-Verkauf tüchtige Aushilfe Vornehm! GeschmackvollI PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 |Stellenangebote »äSm finden gute Existenz d. Verkauf eines leicht verkäuflichen Artikels. Barkapital von 100-400 M. 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Es laq wie Festesstimmung über dem ausverkauften Haufe, als Professor Dr. Stefan T e m e s v a r y mit dem entwicklungsgespannten Adagio der E s - Dur-Symphonie von W. A. Mozart das Symphoniekonzert verheißungsvoll einleitete. Lebensfrisch entfaltete sich das folgende Allegro mit seinem glänzenden Schwung der Coda. Im Andante kammermusikalische Freiheit in dezentester Abge- woqenheit kontrastierenden Gruppen der Streicher und der ungemein weichen und nachgiebigen Holzbläser. Ursprünglichkeit durchwehte das Menuett, und im Trio ließen sich Klarinette und Flöte bewundern. Das Finale zeigte des Thema rm Wechsel der Abwandlungen in immer neuem Lichte, sprühend, zuckend, trefflich artikuliert. Mozart m lichter Klarheit und Schöne, gedeutet von ausdrucks- liehen bewundernd aufhorchen. _ Was hier in der Zwiesprache zwischen dem Solisten und dem Orchester schon fo hell ins Licht trat, das fand die sichere Bestätigung mit Delhovens E-Moll-Symphonie: ein -Klangkörper mit immer mehr sich bewährenden Qualitäten hat sich hier herangebildet, der unter einer so gewandten und mit allen Fähigkeiten ausgerüsteten Führung wie unter Professor Temesvary Großes zu geben vermag. Monumental stellte er die Symphonie in ihrem Aufbau dar und doch wieder so klar gegliedert, in die kleinste Wendung hinein- leuchtend und dem Ganzen einordnend; mit impulsivem Aufwallen der Steigerungen und doch beherrscht von sicherer Führung der Akzente. Klangmassen voll höchster Strahlkraft und wiederum Weichheit und abgeklärte Nachgiebigkeit; nur die Irische Jische durch das WHW. Die NSV. - Kreisamtsleitung Gießen brachte gestern eine großzügige Aktion zugunsten unserer hilfsbedürftigen Brüder und Schwestern der Stadt Gießen zur Abwicklung. Wie schon so oft unsere bedürftigen Volksgenossen den Segen des Winter- hilfswerks verspüren konnten, sei es durch die Ausgabe von Gutscheinen oder durch Kartofselspenden usw., so brachte auch der gestrige Tag mancher minderbemittelten Familie viel Freude und Linde» rung ihrer Not. Zur Ausgabe gelangte ein Waggon Fische, die in Portionen zu etwa je 1 Kilogramm verpackt aus Bremerhaven auf dem Eilgüterbahnhof Gießen eingetroffen waren. Bereits gestern vormittag wurde mit der Ausgabe begonnen, die am Nachmittag ihre Fortsetzung fand. Recht zahlreich hatten sich Frauen und Männer der hilfsbedürftigen Familien auf dem Eilgüterbahnhof emgesun- den, um hier freudestrahlend ihre Fischportton entgegenzunehmen. Jede Familie mit mehr als vier Köpfen erhielt zwei Portionen. Die Verteilung ging rasch vonstatten, da die Empfangsberechtigten von den Vertretern der NSV.-Kreisamtsleitung straßenweise in Listen geführt und namentlich aufgerufen wurden. Daß die Ausgabe dennoch bis zum späten Nachmittag andauerte, beweist, daß zahlreiche bedürftige Familien mit dieser Spende bedacht wurden. Wie schon immer, hat sich auch diesmal wieder Der Vater pflanzte einen Lebensbaum auf ihr Grab. Ich war dabei. Unser Garten lag unterhalb des. Gottesackers. Aus. einer, eigens angebauten ich sie seitdem. Und so sehr hat mir's Mutter mit den erzählten Märchen angetan, daß ich der Dichtung verschriebener Mann mich für unwert halte, Märchen zu schreiben, in ihre Luft zu treten. Noch sitze ich auf der Siechen Bett, werde dort von ihr mit Geflügel gefüttert, da sie nur dies Fleisch noch ertrug, und sehe mich vor dem Bett in einem schottischen Röcklein prachtieren. Sie mußte siebenmal ins Wildbad und ins Jordansbad, ihres Heimkunft war jeweils eine wunderbare Aufregung. Einmal lag mein neunjähriger Bruder Valentin im Sarg und wartete zwischen brennenden Kerzen. Sie schrie nicht, sondern kniete an dem Sarg hin, betete und streichelte von unten her den wächsernen, wie die Kerzen scheinenden Knaben. Die Kerzen hatte der Vater gemacht. Gern kamen Frauen, holten Rat, wurden getröstet von der mit Leiden Geschlagenen. Sie galt für etwas wie eine Heilige. Ich habe noch von ihr erdachte und geschriebene Gebete seltsam eigener Art. Die gingen um die Seele eines ihrer zwei Brüder-, der war in großen Städten gefeierter Musiker geworden und hatte sich eines Weibes wegen getötet. Straminstickereien liegen dabei, auch zwei Seidenschuhe, worein man kaum mit einer Hand schlüpfen kann, und eine Photographie, drei Monate vor meiner Geburt ausgenommen. Meine Mutter war eine Heldin der Geduld. Sie trug nicht nur ihr Leiden, sondern nahm es als Auferlegung hin. Ihre großen braunen Augen klagten so wenig wie ihr Mund. Bei einer letzten dimeren Operation verweigerte die dem Jenseits Geweihte die Narkose. Sie wollte den Kelch nicht an sich vorübergehen lassen. Unser heimatlicher Hausarzt, der Erstaunte, hat dämals Aufzelchnun- gen gemacht. _ Die Tote, die man sehen durfte, füllte das Haus ungeheuer an, und nachts kam sie, hoch aufwachsend über mich. Die zwei Nächte müssen etwas an meinem Wesen getan, mich zum erstenmal verändert haben. Ich hörte zwischendurch die Totenwache haltenden Frauen beten. Das Gebälk krachte im finsteren Haus. r., r Vielleicht trage ich eine später stch bildende Empfindung zurück, aber mir ist, als hätte ich damals vor dem Haus beim Anheben des Begängnisses gedacht: Warum wird der Sarg fortgetragen und warum bleibt das Haus? Warum geht es nicht mit? Die Ordnung der Welt war unterbrochen. Das Büblein stand abgeschnitten im Land dunkler Aus der provinzialhauptftadt. Oie Reise nach der Heimat. Will man seine alte Heimat einmal wiedersehen, dann wählt man gewöhnlich die schöne Sommerzeit Wir können die Spielplätze am Bach, im Wald, in den Dorfgassen aufsuchen, und längst vergessene Erinnerungen werden auftauchen. Wir erleben unsere Jugendzeit nod) einmal und werden vielleicht feststellen, daß dock) in Wirklichkeit vieles anders aussieht als in unserm Geiste. Da ist der Lattenzaun noch, an dem wir uns einst die neuen Hosen zerrissen da stehen die paar alten Bäume noch, auf die man so bequem klettern konnte, wenn der Nachbar nicht zu Hause war. Im Walde erkennen wir freilich nicht mehr den Platz, an dem einst unser Jndianerzelt stand. Die Bäume sind in die Hohe geschossen. Aber wir bleiben doch stehen und denken zurück. Die Heimatlandschaft, Flur und Wald, wir grüßen sie und freuen uns des Wiedersehens. Ganz anders jetzt im Winter. Wir haben wenig Lust bürd) Felder und Fluren zu streifen. Höchstens, daß wir am Dorfteich oder auch bei der Mühle am Bache stehenbleiben und uns der früheren Winter erinnern, in denen wir, die Schlittschuhe an den Füßen über das glatte Eis fegten oder vom Ber- aesabhang herab mit dem hölzernen Schlitten sausten. . . . m .. Aber all das ist es nicht, warum wir die Reise jetzt im Winter in die Heimat empfehlen. Weder die Landschaft, noch der Eislauf laden uns em, sondern die Menschen. Deine früheren Jugend- qenossen, deine Spielkameraden, Nachbarn und Bekannten, die sollst du in dieser Zeit aufsuchen. Jetzt im Winter haben unsere alten Bekannten Zeit. Jetzt sind wir willkommene Gäste. Alle freuen sich auf einige Plauderstunden, denn die Abende sind Gaugruppe der Zuugjuristeu im BUGOI. Wichtige Mitteilung. Die ausgegebenen Fragebogen, die die wirtschaftliche Not der Referendare betreffen, find, soweit noch nicht geschehen, über die zuständigen Obmänner an mid) weiterzuleiten, damit sie rechtzeitig nach Berlin weitergehen können. Heil Hitler! Gez.: Denzer, Gaugruppenleiter. Ausstellung von WHW -Schülerarbeiten in Hessen. Das Bild der Mutter. . Von Dans Heinrich Ehrler An meine früh gestorbene Mutter zu denken, ist mein Leben lang keine süßliche Gefühlslabe gewesen, sondern eine Ergreifung und Erschütterung der Seele. Mit zunehmendem Alter mächtiger, gleichnishafter, mein Dasein unter die Augen der toten Frau stellend, welche mich aus sich in die Welt gegeben hat. . Sie war auf dem herrlich erhabenen, umzinkten, blauen Turm in Wimpfen, über dem Neckartal, dem Turmwächter, Stadtrat und Stadtmustkus Heuerling geboren und hatte das Zeichen ihrer Her- abkunft mit ins Taubertal ins Haus meines Vaters genommen, des Wachsziehers, der aus dem Jagst- tal des Götz von Berlichingen, aus einem 450jah- rigen Bauerngefchlecht gekommen war, in die einstige Deutschordensresidenz Bad Mergentheim. Ländlich gemalter Hausrat und polierte Biedermeier- möbel samt je dazu gehörigem Wandschmuck füllten in seltsamer Mischung und Abwechslung die Stuben. Gretchen wurde meine Mutter genannt und ist nur in der ersten Dämmerung meines Lebens noch dagewesen, zart, reinlich, fromm und gut, em Geisteswesen, das still strahlte. Lang krank und von der Schwäche in den Stuhl, gesetzt, machte sie viel- berounberte Handarbeiten mit ihren Händen, die so schlank wurden, daß der Ehering am Zeigefinger stak. Auf der Brust, über der dunklen Tuchjacke, hing immer ein kleines goldenes Kreuz. Sie ging auch im Haus an einem mit Elfenbeinkrücke versehenen Stock. . Ich war wenig über vier Jahre alt bet ihrem Hingang. Aber ich sitze noch neben ihr im Sofa und höre die Geschichte von den sieben Geißlern. Das ist ein großes, unausdenkbares Ding, nach 57 Jahren noch etwas hören, wirklich hören aus einem gewesenen und verwesten Mund. Und ich sehe den gläsernen Sarg auf dem Berg stehen und das tote Schneewittchen darin liegen, uno immer einen der sieben Zwerge als Wache dabei. Und die Tiere kamen auch und beweinten Schneewittchen, erst eine Eule, dann ein Rabe, zuletzt em Täubchen ... Durchsichtig sehe ich es in einer Luft, welche sonst nicht ist in der Welt der Dinge von der sonderbar doch alles seinen Schein entlehnt. Die Stelle . in den Brüdern Grimm ist abgegriffen. So oft las sportabzeichen dem Reichsreferenten gemeldet werden können. Verspätet eintreffende Meldungen erfahren keine Berücksichtigung mehr. Meldungen bis zum obengenannten Termin an W Mohr, Gießen, Wilsonstraße 8 2. Die Zusammenkunft der Geländesportarbeitsgemeinschaft findet nicht am 26. Januar, sondern am 2. Februar statt. Deutsche Arbeitsfront. Berufshauptgruppen. Hörner, die übrigens ausgezeichnet bliesen, mußten sich vor einem zu grellen Forte hüten. Da war der unendliche Jubel sowohl nach den einzelnen Werken, zumal aber am Schluß des Konzertes selbstverständlich. Or. H. stellung zusammengestellt, die von Kreis zu Kreis durch ganz Hessen gehen wird. In einem Runderlaß der Ministerialabteilung für das Bildungswesen wird dazu gesagt: Die Ausstellung ist bei den demnächst anzuberaumenden Kreislehrerkonferenzen, die im Rahmen des NSLB. abgehalten werden, den Schulklassen, Eltern, Behörden und Parteigllede- rungen zugänglich zu machen. Die Kosten trägt die Kreiskasse des NSLB. Die Stadt- bzw. Kreisschul- ämter wollen in Zusammenarbeit mit den Kreis- obleuten des NSLB. und unter Hinzuziehung der Zeichenlehrer für die Ausgestaltung der Ausstellung Sorge tragen. Benachbarte Kreise können sich zu- sammenschließen. Ein Vertreter der Ministerialabteilung hält einen einleitenden Vortrag. Es sind bereits festgelegt die Ausstellungen für Darmstadt von Mittwoch, 23. Januar, bis Sonntag, 27. Januar, für Groß-Gerau von Mittwoch, 30. Januar, bis Sonntag, 3 Februar, für Bensheim und Heppenheim von Mittwoch, 6. Februar, bis Sonntag, 10. Februar. Rechnungsrat Schiffnie 80 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag, 24. Januar, kann der langjährige frühere Bürodirektor des Kreisamts Gießen, Rechnungsrat Eduard Schiffnie, Kaifer- allee 3 wohnhaft, in Frische und Gesundheit seinen 80. Geburtstag begehen. Der Jubilar hat sich in den langen Jahren seines Wirkens am Kreisamt um die Allgemeinheit von Stadt und Kreis Gießen in hohem Maße verdient gemacht. Seine Vorgesetzten und Mitarbeiter brachten ihm wegen seiner beruflichen Tüchtigkeit und seiner vortrefflichen menschlichen Eigenschaften allezeit größte Wertschätzung entgegen. Darüber hinaus kann sich Der alte Herr von jeher auch in weiten Bevolkerungs- kreisen in Stadt und Land warmer Sympathie erfreuen. Neben feinem beruflichen Wirken kam die Arbeitskraft und Schaffensfreude des Jubilars insbesondere dem Kriegervereinswesen und der ehrenamtlichen Mitarbeit in der sozialen Fürsorge viele Jahre lang zugute. Rechnungsrat Schiffnie gehört seit etwa 30 Jahren dem Kriegerverein Gießen an. Seit dem Jahre 1908 ist er in der Führerschaft des Vereins tätig gewesen. Schon vor dem Kriege wirkte er als zweiter Vereinsführer. Während des Krieges, als Landgerichtsrat Trümpert, der Führer des Vereins, im Heere stand, führte er me Vereinsgeschäfte. Seit zwei Jahren ..''y“)3 nungsrat Schiffnie Ehrenmitglied in der Fsihrer- chaft des Vereins. Ferner ist er eifriges Mitglied des Vereins ehemaliger Leibgardisten. Weiterhin hat die Evangelische Kirche seit vielen Jahren in Herrn Schiffnie immer einen vorbildlichen Berater und kirchentreuen Mitarbeiter für die Aufwärtsentwicklung unserer evangelischen Kirche. Zelle des Bienenstandes, von einem Lehnstuhl aus, sah man durch ein aufklappbares Fensterlein zu dem Grab empor. Da drinnen saß der Vater viel und sah Jahr um Jahr dem wachsenden Baum zu. Dann begruben wir ihn darunter, wie man wohl auch mich, den Sohn, dort ein- und heimbetten wird. Unter dem Mutterbaum. * Daß man eine Mutter hatte, ein Geschöpf Gottes, welches uns neun Monate in feinem Leib bewahrte und von feinen Säften nährte und wachsen ließ, das ist eine unsagbar verehrungswürdige Mitgift. Wir find dadurch dem Geheimnis des Lebens und der Gemeinschaft der Menschen verändert. Das Geheimnis wäre sonst unheimlich. Die Mütter geben uns in die Heimat, ins Vaterland. Schon in den Schoß hinein sprechen sie zu UNS noch Eingeschlossenen die Laute der Muttersprache. Darum ist diese das Erbwunder des Geistes der Nation. Nachher, als Geborene, außen Hörende, haben wir nur noch dazu hinzugehört. Wir glauben, weil es Mütter gibt. Denn, weil Mütter sind, ist Liebe in der Welt. Durch sie hindurch fließt die unversiegbare aus dem Quell der Liebe. Das Gasthaus zum Grauen ßfet. In einer Stadt in Polen waren zwei Gasthöfe. Der eine hieß der „Graue Esel", der andere die „Goldene Henne". Der „Graue Esel" war der berühmteste. In ihm kehrten alle vornehmen Herrschaften ein; und was auch der Gastwirt in der „Goldenen Henne" tun mochte, seine Gäste zu befriedigen, immer nahm ihm der Wirt im „Grauen Esel" die besten Kunden weg. Der General Suwa r o w kam einst mit großem Gefolge in dis Stadt, und wohnte mehrere Tage lang im „Grauen Esel". Statt eine Zeche zu machen, bat sich der Eselswirt die Gnade aus, seinen splendiden Gasthof künftig „Zum General Suwarow" nennen zu dürfen. Die Gnade ward ihm gewährt, und der graue Esel machte dem General Suwarow Platz. Was tat nun der Henne-Wirt? Er ließ sid) einen grauen Esel machen, zog seine Henne ein, welche ihm nur wenig goldene Eier gelegt hatte, und hing das Eselein mit der Umschrift auf: Zum grauen Esel. Weit und breit war der graue Esel als der beste Gasthof der Stadt bekannt. Alles zog jetzt in den neuen grauen Esel, und der General Suwarow stand so verlassen Da, wie einst auf seinem Zuae in der Schweiz gegen die Franzosen. Aber der Wirt wollte seinen General und sich selbst nicht fallen lassen. Er machte unter das Schild nod) eine Anmerkung! , ..Dieses ist der eigentliche alte graue Gjeir °°L^Lhl"kEN besseren SekiUbrief für 3eiaer als Beethovens Violinkonzert, läßt doch schon die Wahl dieses Werkes den sichersten Schluß auf die Wesensart des Solisten zu. Hermann K r a u s (Frankfurt a. Wt) ist der Musiker, der nach souveräner Beherrschung technischen Schwierigkeiten sich für deren musikalischen Wertanteil einsetzen kann. Schmiegsam, ausgeglichen ist sein Ton, von eminenter Leuchtkras und kristallener Klarheit in den höchsten tagen; Bogen- und Fingerfertigkeit vermögen dem Instrument das letzte in Selbstverständlichkeit abzu- geroinnen. Da wuchsen die klanglichen Arabesken im Eigenleben heraus, da perlten die Passagen im Eingangssatz. Von warmem Pulsschlag erfühlt war das Larghetto mit seiner schwebenden Kanttlene. prickelnder Humor im Rondo. Die drei Kadenzen Die am Samstag, 19. Januar, ausgefallene Veranstaltung des Reichsbundes Volkstum und Heimat findet nunmehr am Mittwoch, 23. Januar, abends 8.15 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut statt. Es spricht Prof. Rauch über „Die alten Fach- roerfbauten Gießens". Unkostenbeitrag 10 Pfennig.! einer ausgewahlten Schau zu einer Wanderaus-^ lang. In diesen Tagen erfahren wir fast alles, was wir wissen wollen. Der Zauber der Jugendzeit steigt herauf. Wir sind in seinem Bann. Schon nach fun Minuten, nachdem wir uns begrüßt haben, kommt die Frage: „Weißt du noch?" Das ist der Schlussel für die nun folgenden Erzählungen. Die Kinder stehen dabei und lauschen. Sie wundern sich, daß ihre sonst so ernst scheinenden Eltern auch einmal mühe Buben und Mädels waren. Sie lachen und wollen immer noch mehr hören. Vieles, was die Eltern noch nie in ihrem Leben sagten, erzählt nun der Freund aus der Stadt wenn er so beginnt: „Weißt du noch, als wir die Aex»fei in Mullers Garten strenzten?" Das werden Abende sein, die wir nie vergessen. Die neue Zeit hat es uns offenbart, was wir schon immer fühlten und unausgesprochen m unserm Herzen trugen, daß unsere tiefsten und geheimsten Sehnsüchte der alten Heimat ^galten. Der Ilagqenerlaß zum 30. Januar. (DNB.) Aus Anlaß der zweiten Wiederkehr des Tages der nationalen Erhebung flaggen auf Anordnung der Reichsregierung am Mittwoch 30. Januar, die Gebäude des Reiches, der Lander der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hmzufugen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt. NS.-Lehrerbund, Gau Hessen-Nassau Ministerialrat Ringshausen veröffentlicht folgende Mitteilung an die Mitglieder des NS.- Lehrerbundes, Gau Hessen-Nassau: Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland veranstaltet am 26. Januar und 9. März zwei Sammeltage für die Winterhilfe des Deutschen Volkes Ich empfehle den Mitgliedern, sich dem VDA. für die Haussammlungstätigkeit zur Verfügung zu stellen. _ NSLB., Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung". 1. Bis zum 28. Januar melden alle Turnlehrer und Turnlehrerinnen im NSLB. ihre Personalien, damit sie als Prüfungsberechtigte für das Reichs- Der platz der SA Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht über die Umgestaltung von Oswaldsgarten zu einem großen Aufmarsch- und Kundgebungsplatz der Gießener SA. mit der Bezeichnung „Platz der SA." bringen wir hier zwei Bilder, die den Platz der SA. nach dem Entwurf des Stadtbauamtes zeigen. Das nebenstehende Bild stellt auf der erhöhten Plattform die 18 Meter hohe Säule mit dem 1,60 Meter im Durchmesser großen Hoheitszeichen der SA. als Krönung dar. Dieser Teil der neuen Platzanlage wird sich, wie gestern berichtet, an der Quer- feite des Platzes der SA. vor dem Grundstück der Feuerwache befinden. Das untenstehende Bild zeigt die' neue Baumallee an den drei Seiten des Platzes mit der Säule, vor der der Standartenführer bei den Aufmärschen stehen wird, und die beiden großen Fahnenmasten an der gegenüberliegenden Seite parallel der Neustadt. Dazu kommen die großen Terrassenstufen für Die Aufstellung Der Zuschauer entlang des Werner- walls, die im Bilde links durch Schraffierung kennt' lich gemacht sind. ■ die volksverbindende und segenspendende Einrichtung des WHW. bestens bewährt. Tagung -er oberhessischen Kaninchenzüchter. Um Sonntag fand im CafS Ebel eine Versammlung der Kreisfachgruppe Oberhessen der Kaninchenzüchter statt. Eine Führerbesprechung unter Leitung des Landesfachgruppenvorsitzenden Krauß (Darmstadt) ging der Versammlung voraus. In dieser wurde der Vorstand für die Kreisfachgruppe wie- folgt bestimmt: Kreisfachgruppenvorsitzender: L. Kreiling (Gießen), Stellvertreter: Kopp (Bü- dingen), Beisitzer und Kasse: Wilh. Ullrich (Gießen), Fachberater für Gruppe 1 und 2: H. D i e t - r i ch (Klein-Karben), Fachberater für Gruppe 3: Wilh. Schmidt (Lauterbach). Die Versammlung wurde vom Kreisgruppenvorsitzenden Kreiling eröffnet. In üblicher Weise begrüßte er die Zuchtfreunde und besonders den Landesfachgruppenvorsitzenden Krauß. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab Zuchtfreund Krauß genauen Aufschluß über die Organisation der Kaninchenzüchter. Wenn einige kleinere Kreise heute zu einem großen Kreis zusammengelegt worden sind, so hat das seine Begründung in der Organisation des Reichsnährstandes, dem die Kaninchenzüchter als Gruppe 6 angehören. Die Einteilung der Kreise richtet sich nach dem Vorhandensein der Tierzuchtämter, von denen in Hessen drei zu verzeichnen sind. Haute liegt die Kraft der Organisation in der Vereinsführung Wer ein Amt übernimmt, übernimmt ein Stück Arbeit, das er fertig» stellen muß. Der Vereinsvorsitzende muß seine Geschäfte so führen, daß daran nichts zu rütteln ist, er muß das Interesse der Züchter vertreten, damit die Kreisgruppe vorwärts schreitet. Kreisgruppenvorsitzender Kreiling gab bekannt, daß jeder Verein bis zum 1. März melden muß, wann er eine Ausstellung abhalten will, weil die Veranstaltung einer Ausstellung von der Genehmigung des Stabsamtes in Berlin abhängig ist. Alle Schauen müssen bis 1. Dezember stattgefunden hoben, weil im Dezember die Kreis-, im Januar die Gau- und im Februar die Deutschland-Schau stattfinden. Die Kreisfachgruppenschau wurde auf 13. bis 15. Dezember 1935 festgelegt und dem Kaninchenzuchtverein Lauterbach übertragen. Den Schluß der Versammlung bildete eine rege züchterische Aussprache. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. NSLB. Fachschaft Körperliche Erziehung": 15.30 Uhr Arbeitsgemeinschaft in der Turnhalle der neuen Pesta- lozzischule. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Ein Volksfeind". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Da sttmmt was nicht". — VDA.: 20 Uhr Vortrag über das Thema „Kampf des Deutschtums im Sudeten- lande" von Sacher (Prag). Reichsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen, DA. und NSVDT.: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Vortrag „Alt-Gießen" von Professor Dr. Rauch. — Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot G. m. b. H.: 20.15 Uhr im Hotel „Prinz Carl", Vortrag von Direktor Frantz (Saarbrücken). — Stadttheater Gießen: Heute Abend Erstaufführung des Schauspiels „Ein Volksfeind" von Heinrik Ibsen. Die Spielleitung hat Wolfgang Kühne. * ** Ausfallende Sprechstunden. Am kommenden Samstag, 26. Januar, fallen die Sprechstunden der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum aus. *♦ Ernennung bei der Landesuniversität. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen ernannte den planmäßigen außerordentlichen Professor Dr. Dietrich K ü st an der Landesuniversität Gießen zum ordentlichen Professor für Geburtshilfe und Poliklinik in der Veterinärmedizinischen Fakultät der Landesunioersität mit Wirkung vom 1. April 1934 an. ** Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Schulamtsanwärter Georg Schmitt aus Klein-Steinheim, Kreis Offenbach a. M., zum Lehrer an der Volksschule zu Gau-Bickelheim, Kreis Oppenheim, mit Wirkung vom Tage der Diensteinweisung an; der Schulamtsanwärter Heinrich Hofmann aus Allertshofen, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der Volksschule zu Fränkisch-Crumbach, Kreis Dieburg, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; der Schulamtsanwärter Georg S ch e m- ber aus Ortenberg, Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Eichelsdorf, Kreis Schotten, mit Wirkung vom Tage der Diensteinweisung an. — Uebertragen wurde: dem Lehrer Wilhelm Kumpf zu Groß-Rohrheim, Kreis Bensheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Framersheim, Kreis Alzey, mit Wirkung vom 16. Januar 1935 an; dem Lehrer Wilhelm Schneider zu Lindenfels, Kreis Bensheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Wald-Michelbach, Kreis Heppenheim; dem Lehrer Philipp Schanz zu Wald-Michelbach, Kreis Heppenheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Mühlheim, Kreis Offenbach a. M., beide mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; dem Lehrer Adam R a i tz zu Groß-Umstadt die Leitung der Volksschule dortselbst unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit mit sofortiger Wirkung; dem Lehrer Wilhelm Mayer zu Michelstadt, Kreis Erbach i. £)., eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Nidda, Kreis Büdingen, mit Wirkung vom 16. Januar 1935 und dem Lehrer Otto Weitz zu Nidda, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Assen- heim, Kreis Friedberg, beiden mit Wirkung vom 16. Januar 1935; dem Lehrer Heinrich N o r w i q au Freienseen, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Höchst i.O., Kreis Erbach, und dem Lehrer Adam Raitz zu Höchst i. O., Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Groß-Umstadt, Kreis Dieburg, beiden mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. — In den Ruhestand versetzt wurde ausNach- suchen: der Lehrer an der Volksschule zu Framersheim im Kreise Alzey Martin Bennighof unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 16. Januar 1935 an. ** Die Reichspost unterstützt das Winterhilfswerk. Bekanntlich vertreibt die Deutsche Reichspost auch in diesem Winter wieder 'Wohlfahrtswertzeichen zugunsten der Deutschen Nothilse und befördert die Sendungen des Winterhilfswerks unter erleichterten Bedingungen als Postgut. Außerdem sammeln die Führer der Kraftposten an Sonn- und Feiertagen bis Ende März für das Winterhilfswerk Geldspenden von den Fahrgästen. Nunmehr hat der Reichspostminister angeordnet, daß auch die Reichs-Winterhilfe-Lotte- rie unterstützt werden soll. Um ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Lose auch auf dem flachen Lande abzusetzen, können die Losverkäuser die Krastposten tuü) Landkrastposteu unentgeltlich benutzen. *♦ Lebensrettungsprüfungen der Deutschen Lebensrettungs-Gesell» schäft, Bezirk Oberhessen. Die Prüfung für den Leistungsschein bestand Walter Brunning, Gießen, Röntgenstraße 6. Es wurde chm die silberne Nadel mit Urkunde ausgehändigt. Die Prüfung für den Grundschein bestanden: Otto Dapper, Wieseck, Philosophenstraße; Wilma Schleenbecker, Kinzenbach; Karl Graf, Gro- ßen-Buseck; Lieselotte Kauer, Wetzlar; Willy Müller, Worms, zur Zeit Gießen; Margrit Lenz, Gießen, Frankfurter Straße 126. Für die bestandene Grundscheinprüfung wurde diesen die bronzene Nadel mit Urkunde ausgehändigt. ** Bunter Gas-Abend im Caf 6 Leib. Vorn städtischen Gaswerk wird uns geschrieben: Die zum ersten Male als bunter Gas-Abend aufgezogene Veranstaltung der Gießener Gas-Gemeinschaft erweckt überall großes Interesse; werden doch hier erstmalig die einhundert Gewinne aus dem Weihnachtspreisausschreiben des Gaswerks „Die vertauschten Wunschzettel" öffentlich ausgelost. Ferner wird die praktische Hausfrau an diesem Abend manche preiswerte und schmackhafte Eintopfgerichte kosten können. Hausbesitzer und Mieter erfahren Vergünstigungen, die die Mitglieder der Gas-Gemeinschaft Gießen bis zum 31. März 1935 — dem Gedenket der hungernden Vögel! Schuht die Tiere vor der Kälte! Ablauf der Winter-Arbeitsschlacht — gewähren. Die Unterhaltung bestreiten Mitglieder Des Gießener Stadttheaters. In bunter Folge werden Paul Nieren als Ansager, Hansi Salz mann und Gert Geiger als Gesangs- und Vortragskünstler mitwirken. Als Tanzpaar werden Frl. Haase uni> Herr Belloff Grotesk- und Kunsttänze bieten. Und die Kapelle Einbrodt spielt dazu. Kurz gesagt: Es gibt einen bunten Gas-Abend. ** Kleiderlehrschau des Verbandes Deutsche Frauenkultur. Die Ortsgruppe Gießen des Verbandes Deutsche Frauenkultur, die sich schon seit Jahren für eine sinn- und geschmack- volle Ausgestaltung des Heimes, als auch für die Hebung der persönlichen Kultur der Frau einsetzt, trat am vergangenen Montag mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit, die alle Beachtung wert war. Es wurde eine Kleiderlehrschau durchgeführt, die viel Sehenswertes und viel Wissenswertes brachte. Bei dieser Schau handelte es sich nicht darum, irgendwelche Modeschöpfungen in der sonst üblichen Form zu zeigen, sondern darum, die Frauen und Mädchen auf eine ebenso schöne, als zweckmäßige Art der Kleidung hinzuweisen. Interessant war es vor allem, von der geschichtlichen Seite her an die Kleidung der Frau herangeführt zu werden. Es bedarf kaum der besonderen Erwähnung, daß man in diesem Kreise Kleider zu sehen bekam, die durch ihre schlichte und klare Linienführung, durch geschmackvolle Verwendung von Farbe, durch ihre materialgerechte Verarbeitung und ihre Zweckmäßigkeit jeder Frau gefallen mußten. Frau Roese erläuterte die einzelnen Kleider und gab mancherlei Anregungen für die persönliche Gestaltung der Kleider. Ihren Ausführungen folgten die Zuhörerinnen mit großem Interesse. Vor den Vorführungen hatte man Gelegenheit, die einzelnen Kleidschöpfungen eingehend zu betrachten. Die Vorführung gestaltete sich sehr abwechslungsreich, denn verschiedene unterhaltende Aufführungen füllten die Pausen. So hörte man musikalische und gesangliche Darbietungen der Damen Kühn und H. Kellner. Frau Erna Schumann tanzte einen ausdrucksvollen Walzer, und schließlich warteten zwei Schülerinnen von Frau S chu m a n n mit einem einen Menuett auf. Die Führerin der Ortsgruppe chloß' den anregenden Abend mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Gemeinsam wurde sodann der zweite Vers des Deutschlandliedes gesungen. ** Ausbildung von Baumwärtern in Baumwärterkursen. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau veranstaltet im Jahre 1935 an den Lehranstalten in Geisenheim und Oppenheim, sowie in Friedberg je einen achtwöchigen Baumwärterkursus. In diesen Kursen ist Personen, die sich dem Baumwärterberuf widmen wollen, Gelegenheit gegeben, sich die erforderlichen Kenntnisse anzueignen. Der Kursus dauert acht Wochen und beginnt Mitte Februar mit folgender Aufteilung: fünf Wochen im Frühjahr, eine Woche im Sommer und zwei Wochen im Herbst. Umgehende Anmeldung ist erforderlich und hat bei dem zuständigen Kreisobstbaubeamten zu erfolgen. Zu den Kurse« werden nur Personen zugelassen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und Gewähr dafür bieten, daß sie eine ordentliche Tätigkeit als Baumwärter gegen Entgelt entfalten. Bevorzugt zugelassen werden Personen dieser Art, die von einer oder mehreren Gemeinden, dem zuständigen LOF. und dem zu- tändigen Obstbaubeamten emvfohlen werden und von Gemeinden, Vereinen usw. die vorgesehene Mindestbeihilfe erhalten. Der Anmeldung sind Lebenslauf und gegebenenfalls vorgenannte Empfehlungsschreiben beizufügen. Die Teilnehmergebühr beträgt 15 Mark. Amtsgericht Gießen. Ein 56jähriger Bettler aus Krombach, der wegen des gleichen Deliktes schon mehrfach vor Gericht Land, wurde gestern zu sechs Wochen Haft verurteilt und seine Unterbringung in ein Arbeitshaus angeordnet. Ein Autofahrer aus Leihgestern erhielt wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl. Während der gestrigen Hauptverhandlung nahm der Angeklagte feinen gegen den Strafbefehl eingelegten Einspruch zurück. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. B.. Gießen. Zu Frage 1: Nach § 11 der Bei- tragsordnung des Reichsnährstandes vom 13. September 1934 ist der Eigentümer des Grundstückes Schuldner des Beitrages. Eine gesetzliche Handhabe zur Schadloshaltung des Verpächters besteht nicht; diese Frage richtet sich nach dem gegebenen Vertrag und ist eine private Angelegenheit zwischen Eigentümer und Pächter. — Zu Frage 2: Von den erhaltenen Provisionen und den Zuschüssen sind ledig- lich die tatsächlichen Betriebsausgaben abzugsfähig. Soweit also die Zuschüsse die Betriebsausgaben über» teigen, stellen sie ebenso wie die Provisionen steuer- pflichtige Einkünfte dar. Da die Prüfung, was steuer, pflichtig ist, dem Finanzamt nach gesetzlicher Dor- chrift vorbehalten ist, müssen Sie sämtliche erhaltenen Beträge angeben und die Betriebsausgaben geltend machen. Kyffhäuser-Bezirkstag in Gießen. Im großen Saale des Katholischen Vereinshauses fand dieser Tage der Bezirkstag des Kyffhäuser- Bezirksverbandes Gießen statt. Dem Bezirkstag voraus ging eine Vorbesprechung der 23er» einsschießwarte unter Leitung des Bezirks- schießwartes Kam. Albin Klein (Gießen). Er gab genaue Richtlinien für das Schießen im Jahre 1935 bekannt. Nach den eingegangenen Meldungen sind bis jetzt rund 1000 Schützen zu zählen. Er sprach über Schießstandbau, über geldliche Beihilfen, über Patronen und Leihgewehre, die vom Bund gegeben werden. Er schloß nach reger sachlicher Aussprache mit dem Appell an alle, mit Eifer an die Arbeit zu gehen, damit auch, wie früher, im neuen Jahre der Bezirk Gießen mit an erster Stelle im Bunde stehe. Sodann eröffnete der Bezirksverbandsführer und Sturmbannführer der SAR. II, Kam. Otto Bon- Hard (Gießen) die große Bezirksversammlung. Zum ersten Male nach der Umorganisation mit den früheren Bezirken Grünberg, Lich und Hungen, die jetzt zum Bezirksverband Gießen gehören, kamen die Vereinsführer und von der SAR. II die Sturm-, Trupp- und Scharführer zusammen. Kamerad Bonhard hob die Leistungen des Kyff- häuserbundes in sozialer Hinsicht hervor. Im letzten Monat wurden über 220 000 Mark an Unterstützungen an bedürftige Kameraden verteilt; er wies auf noch leere Betten in den Kyffhäuserwaisen- heimen hin, und erinnerte daran, daß der Kyff- häuserbund in allen Gegenden Deutschlands 16 Erholungsheime habe. Im letzten Jahre seien 20 000 Mk. für Notstandsgebiete gestiftet worden u. a. m. Der Kyffhäuserbund mit seinen 32 500 Vereinen sei der größte Soldatenbund der Welt. Er begrüßte dann das Ehrenmitglied des früheren Bezirks, Kamerad Professor Dr. Krämer (Gießen), ferner Herrn Major von Reckow (Frankfurt a. M.), den Adjutanten des Landesverbandsführers, als dessen Vertreter, und den Unterverbandsführer des Kyff- häuferbundes und der SA.-Ref. II, Oberst Kö tt- schau (Bad-Nauheim). Kamerad Bonhard ernannte den Kameraden Prof. Dr. Krämer zum Ehrenmitglied der Führerschaft des neuen Bezirksverbandes. Am Schluß feiner Ansprache gedachte er des Führers und Volkskanzlers mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" Hierauf wurde in die Verhandlungen eingetretem Die Feststellung der Anwesenheit ergab, daß von 70 Vereinen drei unentschuldigt und ein Verein entschuldigt fehlten. Der Bezirk hat rund 4000 Mitglieder. Es wurden dann dem Kriegerverein Gießen für gute Schießleistungen im Wettkampf Diploms des Kyffhäuserbundes, und an verschiedene Einzelschützen Siegermedaillen und Kysfhäusernadeln überreicht. Nach kurzer Aussprache über das Schießen folgte eine Referat über Versicherungen und Bonifikationen von dem Vertreter der Allianz, Kamerad Inspektor Schimpf. Er machte besonders auf dis Vereinssterbegeldversicherung aufmerksam. Sodann dankte Kamerad Bonhard dem seit 1905 tätig gewesenen Bezirksschriftführer Kamerad Keil- Klein-Linden für feine treuen Dienste, da er durch Ueberfieblung nach Bad-Nauheim aus der Führerschaft ausscheiden muß. Zur Beitragsfrage sprach der Unterverbandsrechner Kamerad Switlik - Bad-Nauheim. Nach einer kurzen Pause begrüßte der Unter« verbandsführer Kamerad Oberst Köttfchau die Kameraden, dankte für die Einladung und betonte, daß er gerne in seine alte Garnisonstadt gekommen sei. Er preue sich über die Erfolge im Schießen des hiesigen Bezirks, sprach über SAR. II und beendete feine Ausführungen mit dem Worte: „Alles für Deutschland". Sodann wurden das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Bezirksoerbandsführer 2) o n h a r d dankte dem Kameraden Oberst Köttfchau für feine Ansprache. Sodann gab er noch verschiedene organisatorische Mitteilungen bekannt und forderte von jedem Verein innige Verbundenheit mit der Volksgemeinschaft. Das müsse auch äußerlich zum Ausdruck gebracht werden, indem sich die Vereine bei allen Veranstaltungen geschlossen zeigten. Im Schlußwort ermahnte er die Kameraden fest und treu zusammenzustehen zu „Gott, Ehre, Vaterland und unserem Führer und Volkskanzler zum Aufbau und zur Wiedererstarkung unseres geliebten Vaterlandes". Schulungskursus für Leiterinnen von Landkindergärten im Fröbelseminar. Das Fröbelseminar in Gießen veranstaltete eine Schulungswoche für Landkindergartenleiterinnen, unterstützt von der Gauleitung der NS.-Frauenschaft und der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Daran nahmen 16 Kirchergärtnerinnen, Hortnerinnen und Kinderpflegerinnen teil. Einige davon haben Dauerkindergärten auf dem Lande, die anderen waren im vergangenen Sommer als Sommer- oder Erntekindergärtnerinnen tätig. 3m Gegensatz zur Seminar-Ausbildungszeit, in der man vor allem die Arbeit in städtischen Kindergärten kennenlernte, stand in dieser Woche der ländliche Kindergarten im Mittelpunkt. Die Leiterin des Fröbelseminars, Fräulein Dr. V o e ck e r s, hatte dafür gesorgt, daß die Teilnehmerinnen durch viele interessante Vorträge und durch manche lebhafte Aussprache ihr Wissen vertiefen und bereichern konnten und viele neue Anregungen erhielten. Gesprochen wurde über die Aufgaben, die der Landkindergarten in der heutigen Zeit hat und wie sie die Landkindergärtnerin am besten erfüllen kann. Sie leistet ihre Arbeit bann richtig, wenn sie bemüht ist, „als Erzieherin des Dritten Reiches die Kinder im Rationalfozialismus zu erziehen für das deutsche Volk", und wenn sie bemüht ist, „Heimat zu geben, um wieder Heimat zu bekommen". In diesem Sinne sprachen die Gaufrauenschafts- leiterin Frau B r i n k h o f f (Frankfurt) und der Chefarzt der Kinderklinik Gießen, Prof. Dr. Duken. Fräulein Schwarz aus Frankfurt gab in ihren Ausführungen einen Vergleich der Grundgedanken Friedrich Fröbels mit den pädagogischen Auffassungen unserer Zeit. Sie zeigte, wie die Gedanken Fröbels wiederkehren in der Weltanschauung unseres Führers Adolf Hitler und der Pädagogik Prof. K r i e ck s. „Dolkserziehung ist die vornehmste Aufgabe des Staates" (Adolf Hitler), „Der Nationalreichtum der Deutschen ist die Volkserziehung" (Fr. F r ö b e l). ' Die übrigen Vorträge führten tiefer ein in das Wesen des Dorfmenschen und des Dorflebens (Sitte, Brauchtum, Tracht, Mundart und mundartliche Dichtung), des Landkindes und oer Landschule („Wir können die Jugend nicht von dem Boden lösen, auf dem sie geboren wurde"), in die Arbeit der Landfrau und des Landkindes, in Garten-, Tier- und Blumenpflege. Weiter wurden Wege gezeigt für die religiöse.Erziehung des Kindes („Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen") und für die hygienischen und krankenpflegerischen Aufgaben, die die Teilnehmerinnen zu erfüllen haben. Viel neue Anregungen erhielten die kursiftin- neu auf technischem Gebiet. Sie lernten Finger- und Bewegungsspiele und tanzten Volkstänze, sprachen über Beschäftigungen des Landkindes, über Anfertigung von Spielzeug, das schnell und billig hergestellt werden kann unter mög- lichster Verwendung von wertlosem Material, das die Kinder selbst sammeln, über Verschönerungsarbeiten in den Kindergärten. Sie bekamen Anleitung im Schriftverkehr mit Behörden und in der richtigen Pflege der Stimme. Am letzten Nachmittag der Woche sahen sie auf einer Spielzeugschau viel schönes und gutes Spielzeug, das zum Teil von Schülerinnen des Fröbelseminars angefertigt worden war. In einer daran anschließenden gemütlichen Teestunde mit einigen Lehrkräften und der Oberstufe des Seminars erzählte eine Jugendleiterin über ihre Arbeit mit Dorfkindern in der Mark. Mit großem Dank schauen die Teilnehmerinnen auf diese Schulungswoche zurück, und mit neuer Freude gehen sie in ihre Landkindergartenarbeit. Für diejenigen, die nicht durch einen Dauerkinder« garferj gebunden sind, schließt sich noch ein Praktikum an. Einige Bauernfamilien aus umliegenden Dörfern Gießens haben sich bereiterklärt, Teilnehmerinnen für zwei Wochen in ihr Haus aufzunehmen, damit sie das Leben und die Arbeit der bäuerlichen Familie durch eigene Mithilfe kennen- lernen. Der „Fliegende Frankfurter" kommt. Ab 15. Mai Schnellverkehr Frankfurt—Berlin. LPD. Frankfurt a. M., 22. Jan. Der 15. M a i wird für Frankfurt und das gesamte Rhein- Mainische Wirtschaftsgebiet von besonderer Bedeutung sein, soll sich doch an diesem Tage, mit der Einführung des Sommerfahrplans, der langgehegte Wunsch auf eine Schnelltriebwagenverbindung mit der Reichshaupt st adt verwirklichen. Die Probefahrt des „Fliegenden Frankfurters" am 30. September 1934 war der Auftakt zur Verwirklichung des Schnellverkehrs zwischen Frankfurt und Berlin. Sie brachte der Reichsbahn die notwendigen Unterlagen für den etzt bevorstehenden regelmäßigen Schnelltriebwagenverkehr. Zunächst kann nur ein Schnelltriebwagen überwiesen werden. Es ist deshalb geplant, den Triebwagen in den Frühmorgenstunden von Frankfurt nach Berlin und abends nach Frankfurt zurückfahren zu lassen. Bei Bewährung und weiterer Anlieferung von Schnelltriebwagen werden die Fahrten vermehrt. Nach dem von der Hauptverwaltung der Reichsbahn jetzt genehmigten Fahrplan soll der Triebwagen um 6.40 Uhr in Frankfurt a. M. abfahren, nachdem er die Anschlüsse aus Richtung Heidelberg- Darmstadt (6.28), aus Mainz - Kastel - Wiesbaden (6.28) und Mannheim-Ludwigshafen-Worms (6.17 Uhr) ausgenommen hat. In Erfurt (Ankunft 9.11) ist ein Aufenthalt von 2 Minuten und in Leipzig (Ankunft 10.26) ein Aufenthalt von 4 Minuten vor- gesehen. Ankunft in Berlin Anhalter Bahnhof 11.46 Uhr. Der Schnelltriebwagen wird also die 550 Kilometer lange Strecke in 5 Stunden 6 Minuten zurücklegen und somit eine Reisegeschwindigkeit von 108 Kilometern in der Stunde erreichen. Die Rückfahrt in Berlin Anhalter Bahnhof ist ür 18.24 Uhr vorgesehen. Den um 6.40 Uhr mit dem Triebwagen nach Berlin gefahrenen Reifende^ bi$ noch am gleichen Tage nach Frankfurt zurück wollen, stehen alfo für die Erledigung ihrer Geschäfte in Berlin 6V- Stunden zur Verfügung. Auf der Rückfahrt hält der Triebwagen in Leipzig (19.41 bis 19,45 Uhr), in Weißenfels — um den Anschluß eines Schnellzuges (D 8) aus Halle aufzunehmen, was für den Geschäftsverkehr der IG. Farben von Bedeutung fein dürfte — (2042 bis 20.13) und in Erfurt (21.58 bis 22 Uhr) und kommt in Frankfurt Hauptpersonenbahnhof um 23.29 Uhr an. Hier haben die Reisenden nach allen größeren Städten des Rhein-Maingebietes Eisenbahnanschluß. Als Fahrpreis wird der gewöhnliche Schnellzugfahrpreis 2. Klasse mit Zuschlag für fO-Züge erhoben. Die Fahrt mit dem „Fliegenden Frankfurter" von Frankfurt nach Berlin kostet somit 39,40 Mark. Der Anschluß aus Oberhessen. Diese neue Schnellverbindung von Frankfurt nach Berlin wird auch in Oberhessen, soweit die Strecke der Main-Weser-Bahn von Gießen nach Frankfurt in Bettacht kommt, mit Freuden begrüßt werden. Die Stadt Gießen und die Orte der Main-Weser-Bahn in Richtung Frankfurt erhalten dadurch ebenfalls eine außerordentlich günstige Schnelloerbindung nach der Reichshauptstadt. Wer mit dem Zuge 4,21 Uhr in Gießen abfährt, der auf allen Unterwegsstationen bis Frankfurt hält, trifft in Frankfurt Hauptbahnhof um 6.24 Uhr ein und hat somit 16 Minuten Zeit für den 11 ebergang auf' den Schnelltriebwagen nach Berlin. Für die Rückkehr nach Gießen käme der v°Zug ab Frankfurt 0.05 Uhr in Betracht, der in Gießen um L07 Uhr an» komM» - - v v Junge deutsche Nation. 15 Preisträger unserer W-chn-chtepr-teausg-b- „Schöne deutsche $»«»< und Kinderlieder" -rzähl-n S«sch>cht-». er . Doch als sie dann grüßt- der deutsch- Rhein, st-ißig- Bauer denkt schan^an °-n^na-M-n £=g KN. lana- Brücke betritt ihr Fuß, nach, Vielleicht ein Dieb? Er springt aus dem Bett, 7/ !•? N? Hals. Hans Schmandt, Gießen, 14 Jahre. Und Der Wir Des Der Eine lange Brücke betritt ihr Fuß, Dem anderen Ufer gilt jetzt ihr Gruß. Doch, was werden dort für Menschen sein? Gibt's auch noch Deutsche jenseits am Rhein? Mücken und Spinnen singen dazu: Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm. Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein mit dem purpurroten Mäntelein! Liselotte Seybold, Gießen, 13 Jahre. Erste spricht: „Unser Ziel ist klar, dreie wandern zur deutschen Saar, Vaters Rheines Töchterlein,^ schönen Mosel Schwesterlein." einschlafen und von den lieben Sternlem, Mucklein und Fischlein träumen. Annemarie sagte ihr Gebet. „Gute Nacht", rief ihr die Mutter noch zu. Dann schloß sie leise die Tür. Annemarie schlief. Da drang plötzlich heller Lichtschein in's dunkle Zimmer. Viele kleine Sternenkinder, Mücklein und Fischchen hüpften hinein. Neu- aierio betrachteten sie das schlummernde Kind. Ueberall brummte und summte es. Alle waren froh, tanzten und lachten. Mitten in dieser bunten Gesellschaft stand ein alter Fisch mit einer Brille. Da ummten die Mücklein und lispelten die Sternlem und riefen die Fischlein: „Zähle uns doch! . J^nne« marie sagte: „Oh, ich weiß es schon, daß ich euch nicht zählen kann. Nur der liebe Gott kann euch zählen. Da huschten all die Sternlein, Mucklem und Fischlein hinaus. Nur der alte, graue Fisch, nut der Brille auf der Nase, drehte sich um, machte Annemarie eine lange Nase, dann huschte auch er davon. * Annemarie wachte auf, als die Sonne durchs Fensterlein schien. rennt in der Eile den Nachttopf um, schlüpft m die Pantoffeln und teilt seiner Frau alles mit. Schon ist er zur Tür hinaus. Draußen ergreift er den Besen. Ha! Diesem Kerl will er es zeigen. Er geht bis zum Gänsestall, von dem er immer noch Wir sind auf einem Gute. Schon lange ist die Nacht hereingebrochen und alles liegt im Bett. Der fleißige Bauer denkt schon an den nächsten Tag 1 Dr. ;r+ Sag? Wrin hnrf Kaum war die letzte Strophe beendet, als 2Inne= marie sagte: „Das war schön, nun werde ich gleich Aber der 'ist sehr froh darüber und fängt sofort ein lustiges Gespräch mit dem Käferlein an. Die Tannennadeln und Gräser sind furchtbar erstaunt, daß sich ein Lebewesen in die Nähe ihres Feindes wagt. Als es aufhört zu regnen, geht das Kaferchen wieder fort. Aber nach einer Stunde ungefähr kommt es wieder mit vielen Mücken, Käfern und Spinnen. Sie wollen alle unseren Pilz besuchen und sehen, ob das Kaferchen recht hat. „Herr Pilz , sagen sie, „wir haben gehört, daß dieses Kaferchen hier bei Ihnen Unterkunft gefunden bat, und daß es ihm gut gefallen hat. Da haben wir beschlossen, Ihnen einen Besuch abzustatten. Wenn Sie wirklich so nett sind, dann kommen wir öfters zu Ihnen! Freudig erwidert der Pilz: „Ich werde mir Muhe geben, euch gut zu unterhalten. Eigentlich hattet ihr gar keinen Grund, meine Gesellschaft zu meiden. Früher, wie die anderen Pilze noch bei mir standen, und wie die immer Besuch bekamen, haben sie mich auch eingeladen. Aber wie sie geholt wurden von fremden Leuten, wurde die Gesellschaft immer seltener und schließlich war ich ganz allein. Und sie plaudern und schwatzen noch bis zum Nachmittag. . . . Als der Besuch gehen will, kommt gerade eine Grille ^daherspaziert. Die muß der lustigen Gesell- • schäft ein Liedchen vorspielen. Sie spielt eine ganz : neue Melodie auf ihrer feinen Geige, und die Käfer, klinat es von einem bleibe an einem L- Der zweite sagt: „Das ist em Spaß, Doch ach, uns fehlt der Reisepaß, Die Saar regiert der Völkerbund, Das ist für mich zu rund." Da sagt der Dritte: „Das läßt mich kalt, Die Grenze durch Deutschland verschwindet bald, Deutschland den Deutschen, so soll es sein, Da misch' sich kein Fremder hinein. Dann ziehen wir durchs deutsche Land Von den Alpen bis zum Meeresstrand, Dann singen wir ein deutsches Lied, Das zu dem Himmel zieht." Minna Sommerlad, Gießen, 14 Jahre. Doch deutsch gibt man ihnen auch Deutsch sind die Menschen auch hier,^b^ieder und Deutsch denken sie, fühlen sie, wollen sie sein, Deutsch bis in ewige Zeiten hinein. Sie eilen weiter über Täler und Höhn, Können an der Schönheit des Landes nicht satt sich sehn. Und endlich kommen die Drei sogar Ins reiche Land an der deutschen Saar. Hier wehen tausend deutsche Fahnen im Wind, Und alle wissen es: Greis, Jüngling und Kind, Daß die schweren Tage dieses Landes bald vorbei, Daß nach fünfzehn Jahren sie nun werden frei. So spät am Abend war Annemarie noch nicht wach gewesen. Wenn nicht heute mittag ihr Onkel gekommen wäre, läge sie jetzt schon längst in ihrem weichen Bettchen. Oh, wie dunkel war es doch! Annemarie stand am Fenster und schaute m die tille Nacht hinaus. Wie viele Sterne gab es doch. Leise zählte sie. Eins, zwei, drei ..., vier ..sechs Fuchs, du hättest die Gans gestohlen, . .. wäre der Bauer nicht gewesen. * Außerdem habe ich mir noch erlaubt über em Bild ein Gedicht zu machen: Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, das sieht man auf diesem Bilde sehr fein. Was führen die drei wohl in ihrem Sinn, Wo führt ihre Wanderung hin? ..., zwölf ..., sechzehn. Annemarie hörte auf zu zählen. Es waren viel zu viele. „Vielleicht waren es gar keine Sterne, sondern nur Löcher im Himmel, durch die der liebe Gott und die Enqlein zu ihm herabschauten", dachte Annemarie. „Gute Nacht, all ihr Sternlein!" rief sie dann und winkte zu den Sternen hinauf. Und die glitzerten und funkelten so hell, als wollten sie ihm auch winken. * 10 Minuten später trat die Mutter in die Kam-, mer. „Du schläfst ja noch nicht, Annemarie, sagte sie. „Singe mir doch bitte mal das Lied von den Sternen und dem lieben Gott, Mutti , bat Annemarie und schlang ihre Hände um der Mutter Sie ziehen den schönen Rhein entlang, Sie ruhen an manchem Rebenhang, Sie kosten manchen guten Wein scherzen mit Mägdelein. Fuchs, du hast die Gans gestohlen. In einem herrlich gelegenen, lieblichen Tälchen, nahe am Waldrande, lag ein einzelnes Gehöft. Darin wohnte ein wohlhabender Bauersmann. Viele Tiere nannte er sein eigen. Dazu gehörte auch eine blütenweiße Gans, die Tag für Tag in den saftigen Wiesen auf die Weide ging. Diese Gans sollte unserem Bauersmann einen knusprigen, duftenden Weihnachtsbraten liefern. So ost der Bauer die fette Gans sah, dachte er an den wunderbaren Braten, und das Wasser lief ihm im Munde zusammen. Doch er hatte die Rechnung ohne Reinecke den ded)5 gemacht, der seinem Vetter, dem Meister Grimbart, in dem nahen Walde eine großartige Erdburg abgenommen hatte. Dieser rothaarige Räuber hatte schon lange die schneeweiße Gans beobachtet und sich ebenfalls auf den schönen Braten gefreut. Immer aber war ihm jemand im Wege. Einmal war es der Hofhund des Bauern, ein andermal waren es die Knechte und Mägde, die auf dem Felde arbeiteten, wieder ein andermal war es gar der Jäger. An einem Herbstabend nun, hier und da glimmten noch einige Kartoffelfeuer, Da wollte Witschel Watsche! ihrem Stalle zu wackeln. Nicht weit vom Hoftor schnappte der freche Raubet die friedliche Gans und schleppte sie m seinen Bau. Wütend und mit groben Schimpfworten sah der Bauer den rothaarigen Raubgesellen im nahen Wald verschwinden. Reinecke verzehrte den schonen Weihnachtsbraten auch vor dem 25. Dezember. Uni ser Bauersmann aber machte nun den Jager, der aus der nahen Stadt hierher auf die Jagd kam, auf den frechen Räuber aufmerksam. Als das Fell des Fuchses nun im Herbst schön dicht geworden war. setzte sich der Jäger auf den Anstand. Re necke schnürte wieder gemächlich am Waldrande auf unS ab und schaute nach Beute aus. Auf einmal Piff- paff! Der freche Burgbewohner walzte sich m ' feinem Blut. So erhielt er eine gerechte Strafe fut seine Räubereien. , Werner Emmel, Staufenberg, X2 wann gehen wir denn mal zum Kurtel? , tonn sagte Hänschen ganz verächtlich: „Pah, meine Sachen sind doch viel schöner". Bärbel Plank, Gießen, 12 Jahre. es von einem entfernteren Baume Kuckuck, Kuckuck. Müde begebe ich mich nach Hause, erfreut, zum ersten Male den scheuesten Vogel unseres Waldes aus nächster Nähe gesehen zu haben. Immer und immer wieder aber klang es mir auf meinem Heimwege in den Ohren: Kuckuck, Kuckuck. Albrecht Schäfer, Wieseck, 11 Jahre. Stille Nacht, heilige Nacht! An der Krippe des Jesuskindleins halten Maria und Joseph einsame Wacht. Das Kindlein liegt in einer Holzkrippe auf Heu und auf Stroh, lieber dem Häuschen steht der Stern, der den Hirten auf dem Felde den Ort zeigt, wo sie das Jesuskindlein finden können. Dieses Bild haben wir auch in unserer Kirche und gehen wir auch an Weihnachten hin, um Maria und Joseph mit dem Kindlein zu sehen Am Weihnachtsabend läuten die Glocken vom Kirchturme und laden zur Christfeier ein. Groß und klein schreitet dem Gotteshause zu. Die Kirchture ist weit geöffnet Der Weihnachtsbaum strahlt allen entgegen Wie prangt die Tanne im Lickterschmuck. Orgelklange durchbrausen den Raum. Andächtig singt die^ Gemeinde Weihnachtslieder. Nach dem Gottesdienst ziehen alle heim. Alt und Jung ist gespannt, was ihnen das Christkind bescheret hat. Hans-OttoGlöckner, Lich, 8 Jahre. Das Märchen vom Männlein Wenn wir marschieren ... So, wie auf dem Bild- „Wenn wir marschi-r-n' zoaeu auch wir, das Gi-ßener Jungvolk, im Herbst 1933 in das Herbstmanöver in das Busecker 4xu. Schöne unvergeßliche Tage waren es und die freundlichen Bauern sorgten für unseren Magen Mancher von uns Buben wird noch heute an den herrlichen „Quetschekuche" benten und die fetten Würste die vertilgt wurden, bleiben ebenfalls in guter Erinnerung. Tagsüber wurde im Gelände gespielt und Abends im Quartier gesungen; um neun Uhr ging's in die „Falle". Und nun, liebe Kameraden, eine gutgemeinte Mahnung: Bist auf einer Jungvolkreise , Hei, wie ist das eine Lust Wähle immer deine Speise Und bezähme deinen Durst. Unser „Fritz" hat's nicht kapiert, Trank zu „Quetschekuche" Wasser drein Was da alles ist passiert??? Glücklich kamen wir doch heim. Heinz-Werner Fehl, Gießen, 11 Jahre. Oie Mutter an der Wiege. Ach, wie müde ist das kleine Bübchen, und es kann immer noch nicht einschlafen. Die Mutter sitzt ber ihm und wiegt die Wege sanft hin und her. Das arme kleine Bübchen kann aber den Schlaf nicht finden. Auf dem Fenster und der Kommode stehen Blumen; diese haben schon lange die Aeuglein geschlossen. An der Wand hängen zwei Bildchen Sie hängen still und ruhig da; denn der Schlaf hat ihnen die Augen geschlossen. Es ist schon dunkel Draußen, „Wer will unter die Soldaten"... Hänschen hatte viel zu Weihnachten bekommen. Er hatte sich auch sehr darüber gefreut. Am meisten freute ihn aber doch das Dorf mit den niedlichen Soldaten. Er spielte den ganzen Hl. Abend damit und all- Feiertage. Es war am Neuiahrsmorgen, als Hänschen wieder einmal fein „Dorflein , wie er es nannte, aufstellte. Gerade stellte er den letzten Soldat vor das Schilderhäufel, da wurde er van Mutti gerufen. Schnell lief er hm, denn er war mal besucht hat. Zornig greift der Bauer nach der Mistgabel und rennt dem Fuchs nach. „Du Mi^ gebaut, du vefluchtes, du Honnd. Ich flie der ach 0 mei Gaisl" so härt ihn ,-IN- Frau fllrchen Doch der Fuchs war fort und hat sich nie wieder 3m schönsten Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus... In einem schönen Wiesengrunde stand ein ^öus« dien, das Geburtshaus eines jungen Mannes. Cr liebte seine Heimat über alles. Gerne machte er Ausflüge und freute sich immer, wenn er von Der Ferne sein Heimathaus sah. Einmal ging er aus Wanderschaft in die weite Welt. Wie fiel ihm der Abschied da so schwer von seinem geliebten Vaterhaus. Aber wo er auch in der Welt war, nirgends konnte er es vergessen. Als er nun älter war und sein Leben bald zu Ende ging, hatte er nur noch den einen Wunsch, daß er in seinem Wiesengrund zur ewigen Ruhe gebettet sein wollte. Dabei mochte man ihm noch ein deutsches Heimatlied singen. „6s zogen drei Burschen ..." Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein." Schon lange mögen marschiert sie (ein. Der erste war Bayer, der zweite ein Schwab, Der dritte ein Preuße von der Angerap. Sie trafen zusammen und kannten sich nicht, Nie sahn sie vordem sich von Angesicht. Sie zogen gemeinsam fortan ihre Bahn, Es zog sie hinab zur herrlichen Lahn. Dort freuten sie sich an der Berge Grün, Sahn die blaue Lahn hin zum Rheine ziehn, Und folgten ihr fröhlich mit Hellem Gesang . Immer an alten Schlössern und Burgen entlang. ,. Die Mutter sang: Weißt du wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt, weißt du wieviel Wolken gehen weit hin über alle Welt, Gott der Herr hat sie gezählet, daß ihm auch nicht eines fehlet an der ganzen großen Zahl an der ganzen großen Zahl. immer folg,am. Jetzt war Tante Mayer da die > lud ihn für heut' nachmittag zum Geburtstagskaffee ihres Kurtchen ein. „Und dann", fügte sie hinzu, „sollst du jetzt auch mal gleich rüberkommen unD sehen was Kurtchen bekommen hat." „Au fern , agte Hänschen, schnell Mantel und Mütze und vergessen waren die Soldaten. — Kurtchens Eltern • waren sehr reich, und Kurtchen hatte viel zu Weihnachten und zum Geburtstag bekommen, viel mehr als Hänschen. Nun spielte Hänschen fein bei feinem Freunde — Als er nach Haufe kam, gefielen ihm eine Sachen nicht mehr. Er erzählte nur noch von Kurtchens Sachen. Nicht einmal fein „Dorflein mochte er, und Mutti mußte ihn dazu zwingen, daß er es überhaupt aufräumte. Nun faß er den ganzen Tag und träumte, aber spielen wollte er nicht. So oft er konnte, ging er zu Kurtchen — Eines Tages sagte Mutti nur kurz: „Heut' gehst du mit mir. Und Hänschen ging mit Mutti. Sie gingen weit weit, in die hintersten und schmutzigsten Winkel der Stadt, und auf einmal — ging Mutti m eines dieser Häuser hinein. Pfui, wie schmutzia, dachte Hänschen. Da waren lauter Kinder, und Mutti sprach zu Hänschen: „Frag' doch mal d le Kmber was sie zu Weihnachten bekommen haben! Und Hänschen fragte sie. Da brachte ein Madel eine Puppe herbei, die war aus dem Warenhaus, so sah sie aus. Entsetzlich. Das Mädel war noch stolz auf ihre Puppe! Dann brachte em Junge sein „Buch" heran. „Zugabeheftchen" dachte Hans. nein. Was habt ihr denn noch mehr bekommen? -.Mehr nickt" war die Antwort. Was, nein, Hänschen fand das furchtbar. „Oh", sagte der Junge, „man kann fein damit spielen, auch mit einem Stuhl und einem Seil, guck so!" Und er drehte einen Stuhl um setzte sich darauf wie auf ein Pferd und nahm einen Strick als Zügel zur Hand. — JRnn ging Hänschens Mutti in lauter solche Haustr, und Hänschen sah überall, mit was für Sachen diese Kinder spielen. — Als er nach Hause kam, setzte er sich an den Tisch und - spielte. 3uerft mit feinem Dorf. Die Soldaten verwunderten sich sehr. „Nanu , dachten sie „nun wird es nichts aus unserem Streik" Sie hatten nämlich beschlossen zu streiken und zu fliehen, daß sich Hänschen ordentlich argem sollte, und nun wurde nichts daraus! Hänschen spielte nun wirklich immer mit seinen Sachen, und wenn Vati mal scherzend jagte: „Na Hänschen, Die Augen leuchten in freudiger Glut, Denn deutsch redet die Zunge, rollt das Blut. Und ist erst der dreizehnte Januar da „ Dann stimmen sie alle freudig mit „Ja . Das hatten die Drei hier so recht erfahren, Daß selbst nach fünfzehn schweren Jahren ein guter Deutscher nicht vergißt. Daß sein wahres Vaterland Deutschland ist. Drum dürfen wir alle voll Zuversicht glauben, Daß kein Feind uns wird diese Brüder rauben. Müssen stets nur mit frohem Mut bekennen Daß wir allezeit und mit Stolz uns Deutsche nennen! Annemarie Meyer, Rodheim (Bieber). 12 Jahre. ,ei,en Iai! alter Meuter, Wieseck, 12 Jahre. „Wer will unter die Soldaten?" Wohl keines von diesen 17 Liedern hat heute so große Bedeutung wie das Lied: „Wer will unter die Soldaten". Jeder gesunde junge Mann mochte gerne zum Militär. Zu Weihnachten habe ich schon viele Soldaten gesehen, die den ersten Urlaub zu Hause verlebten. Die Militärzeit soll ja auch Die schönste Zeit des Lebens sein, wie mir mein Vater sagte. Ich möchte auch einmal Soldat werden, unD freue mich jetzt schon wenn wir dann mit Musik durch die Straßen marschieren werden. Vielleicht melde ich mich auch später zu der Marine um mit einem großen Schiff den Ozean zu befahren und auch gleichzeitig einmal ins Ausland zu kommen. y Walter Ley, Gießen, 14 Jahre. em nahen Baume Kuckuck. Ich Kratztäne härt. Da! Etwas, Ei-h°-'chl°icht vorbei Baume stehen und lausche, da Er zuckt zusammen, besinnt sich kurz und wirft mt flieaf in schnellem Fluge ein mittelgroßer Vogel dem Besen danach. Em lammerlicher Schr i durch das Grün der Baume und bald darauf ruft zurück. Aha! Das ist der ^stchs, der ihn schon n uulu; uu3 uiu _____ hofurht hnt ^ornia areift Der Bauer naa) oei Der Kuckuck. Eines Sonntagsmorgens ging ich in den Wald. Cs war im schönen Monat Mai. Ueberall junges Grün aus dem Waldboden hervor. Wa d- meifter bedeckte wie ein grüner Teppich den Wald- boben. Hier und da blüht ein Maiglöckchen, die ich tum Sträußchen für meine Mutter pflücke. Da bord), in der Ferne höre ich Kuckuck, Kuckuck rufen. Da ich noch nie einen Kuckuck gesehen hatte, trieb mich die Neugier, diesen Vogel kennenzulernen. Ich -olqte dem Klang des Rufes. Näher und naher 1 am ich dem Rufer. Schon glaubte ich den Rufer l-u sehen, da tönte das Kuckuck wieder von einer weiter entfernten Stelle. In meinem Eifer vergaß ch alles und folgte nur dem Ruf des Kuckucks. Kreuz und quer durchstreifte ich den Wald, immer wenn ich glaubte den Rufer in nächster Nähe zu gaben, tönte es wieder von einer ganz anderen Stelle. Schon beginnt die Sonne sich im Westen zu senken und noch immer folgte ich dem Rufe des Kuckucks. Schon beginne ich müde zu werden, da im Walde. In einem großen, finstren Walde IW unter einer riesigen Fichte ein einsames Pilzchen. Früher halt es noch eine ganze Menge Pilznachbarn geyav - aber es tarnen Leute und haben sie geb0“- waren eßbar, und unser verlassenes Pilzlein is e. Mit dem will niemand etwas zu tun haben. i es mit den heruntergefallenen XannennaDein oder mit den umherstehenden Gräsern plaudern wiu, dann sagen sie gleich: „Was willst du denn mit uns, du alte Plapperliese, du bist ja giftig. ISSir wollen dich nicht; behalte deine Weisheit für Did)! So wird unser armes Pilzchen immer verspottet und ausgelacht. Die kleinen Käferchen, Muckchen und Spinnchen bekümmern sich auch nicht um Da» Traurige. Eines Morgens ist schreckliches Regenwetter. Da kommt ein kleines Marientäferchen vorbei. Es sieht, daß es unter der großen Haube des Pilzes noch ganz trocken ist, und da fragt es ganz schüchtern, ob es sich bei dem giftigen Pilz unterstellen dürfe. Es hatte Augst vor ihm, weil feine Eltern und Freunde es immer vor diesem Pilz gewarnt hatten. I Weißt du, wieviel Sternlem stehen..." aber immer noch wacht das Büblein. Da singt die Mutter das altbekannte Lied: Schlaf, Kindlein, schlaf, Da draußen stehn zwei Schaf', Ein schwarzes und ein weißes. Und wenn das Kindlein nicht schlafen will, Dann kommt das schwarze und beißt es. Schlaf, Kindlein, schlaf. Schlaf, Kindlein, schlaf, Der Vater hüt't die Schaf, Die Mutter schüttelt's Bäumelein, Da fällt herab ein Träumelein. Schlaf, Kindlein, schlaf. Darauf ist das Bübchen eingeschlafen. GretelBuch acker, Atzbach (Kreis Wetzlar). 10 Jahre. Blick empor! Zum Bild 3Xt. 5. „Mutter, eh' wir schlafen gehen möcht ich noch die Sterne sehen!" „Komm zum Fenster, o wie gerne zeig ich meinem Kind die Sterne! Blick empor!" „Werden sie dort oben schweben, Mutter, sag', solang wir leben?" „Sie verlöschen nun und nimmer, doch oft decken ihren Schimmer Wolken zu." „Aber glaub', sie scheinen wieder, schau'n zu dir wie heute nieder. Möchtest du auch nie verlernen aufzublicken zu den Sternen froh wie heut!" * Zum Bild Nr. 14. In der Heimat ist es schön, auf der Berge lichten Höhn, auf den schroffen Felsenpfaden, auf der Fluren grünen Saaten, wo die Herden weidend gehn. In der Heimat ist es schön. Heinrich Brück, Steinbach, 9 Jahre. Kuckuck rüst aus Sem WalS. Einst ging das kleine Peterle in den Wald und wollte Maikäfer sangen. Es war aber so heiß, und der kleine Junge wurde müde. Er setzte sich am Waldrand hin und wollte sich ausruhen. Da schlief das Peterle ein. Da träumte ihm, er läge in seinem Bettchen. Plötzlich hüpfte der Kuckuck aus der Schwarzwälder Uhr und rief Kuckuck, Kuckuck... siebenmal. Schnell spranger auf, zog sich an und eilte zur Schule. Aber wie er in den Schulhof kam, da lachten ihn alle Kinder aus. Er hatte einen Stiefel und einen Pantoffel an. Schnell drehte er sich um und wollte heimlaufen. Da stieß er mit dem Kopfe an das Hoftor. Dabei erwachte er. Er war im Schlafe umgepurzelt und hatte sich an einen Baum gestoßen. Oben auf einem Ast aber rief es schon wieder: Kuckuck, Kuckuck... Da merkte das Peterle, daß es der Kuckuck gewesen war, der ihn geneckt hatte. Wolfram Jrnfried Häuser, Gießen, 9 Jahre. Guter Mond, Su gehst so stille... Miau, miau, miau, Der Himmel ist so grau. Ich sitz' auf meinem Dach Und seh' den Wolken nach. Da kommt der alte Mond, Der dort am Himmel wohnt. Er sagt: „Du dummer Kater Mach' nicht so viel Gehader. Was sind das all' für Dinge? Du störst im Schlaf d-ie Inge. Die Schwester und den Bruder. Geh' heim mein Lieber, Guter." Krummbucklig nach dem Monde schaut Der Kater und dann laut miaut: „Ins Zimmer zu den Kinderlein Guckst du mit deinem hellen Schein. Gib doch an andern Orten acht, Ob dort wird alles recht gemacht. Lösch' bald dein Himmelslicht nun aus, Dann gehe ich auch schnell nach Haus. Sie wollen alle schlafen fein, Im Bettchen die Geschwisterlein, Die drei hab'n schon im Schlaf gelacht, Nun, lieber Mond, wird's Zeit. Gut' Nacht!" Inge Thiemer, Gießen, 10 Jahre. Oberhessen. Kreis Friedberg. '+ Kirch-Göns, 21. Jan. Unter lebhafter Teilnahme der Gemeinde wurde am gestrigen Sonntag unser neuernannter Ortsgeistlicher, Pfarrer S ch a a d , seither in Klein-Karben, in sein Amt eingeführt. Der Gottesdienst wurde verschönt durch zwei Chöre, die Schwester Hanna S o l d a n mit der Schuljugend eingeübt hatte. Den Altardienst an dem schöngeschmückten Altar hielt Dekan Sattler (Wiescck). Seinen Worten an den neuen Pfarrer und die Gemeinde legte er das Pauluswort zugrunde (1. Kor. 3, 9a): „Wir sind Gottes Mitarbeiter". Die Einführungsfrage an den neuen Pfarrer beantwortete dieser unter Handschlag: „Ja, mit Gottes Hilfe". Als Predigttext hatte Pfarrer S ch a a d gewählt 1. Kor. 3, 11, und er zeigte, wie der' Gnadengrund der Christenheit Jesus Christus auch der Grund sei, auf dem er seine Arbeit tun wolle. Seit Anfang Oktober wurde der Dienst in Kirch-G^ns und Pohl-Göns von Pfarrer Wahl (Lang-ksons) versehen, dem für die Zeit der Erledigung der Pfarrstelle das Spezialvikariat für beide Gemeinden übertragen worden war. — Pfarrer Otto Schaad wurde am 9. März 1872 zu Kaulstoß geboren. Seine erste Verwendung im Kirchendienst erhielt er am 9. Juli 1899 als Pfarrassistent zu Vilbel; am 2. Februar 1902 wurde er Pfarrer in Kaichen und am 30. August 1911 Pfarrer in Klein-Karben. + Pohl-Göns, 21. Jan. Im dichtbesetzten Gotteshaus hielt gestern unser neuer Pfarrer S ch a a d seine Antrittspredigt. Der ihn auf seinem ersten Dienstgang begleitende und mit ihm und — wie auch schon in Kirch-Göns — an der Spitze des Kirchenvorstandes in die Kirche einziehende zuständige Dekan Sattler (Wieseck) richtete am Altar ein Grußwort über Matth. 6, 10a: „Dein Reich komme" an die Gemeinde. Möge die Tätigkeit des neuen Pfarrers, den seine frühere Gemeinde, zu der er auch Rendel versah, ungern verlor, recht gesegnet sein! # Steinfurth, 22.Jan. Der hiesige Kriegerverein hielt bei Kamerad Gastwirt Stein- a ck e r am Samstagabend seine Generalversammlung. Nach herzlichen Begrüßungsworten des ersten Vorsitzenden Huppert erstattete der Rechner A r n o l d i den Kassenbericht. Da die Beiträge der Mitglieder restlos an den Bund abgeführt werden müssen, wurde eine Erhöhung des Beitrags um monatlich 10 Pfennig zur Bestreitung der Dereins- unkosten einstimmig beschlossen. Eine längere Aussprache entspann sich um die Mitgliedschaft bei der SA.-R. II. Nachdem die Kameraden Propagandawart Bopp und S ch m a n d t Sinn und Zweck der SA.-R. II dargelegt hatten, traten fast alle anwesenden Kameraden, etwa 40 an der Zahl, bei. Der Vorstand wurde ermächtigt, in den nächsten Wochen einen Vortragsabend und im Lause des Frühlings ein Preisschießen zu veranstalten. Die anregend verlaufene Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. — Ein großer musikalischer Genuß wurde der Einwohnerschaft unseres Dorfes am Sonntag geboten. Das Musikkorps der Reichswehr gab »ein Militärkonzert im großen Saalbau Heng st. Während sich die Kapelle im ersten Teil des Programms als Meister der Streichmusik offenbarte, brachte der Schluß Blasmusik. Das sehr geschickt ausgewählte Programm fand ein dankbares, begeistertes Publikum, das mit wahren Beifallsstürmen jede einzelne Konzertnummer quittierte. Besonders die Fanfarenmärsche lösten stärksten Beifall aus. Das Konzert fand mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied, die von allen begeistert mitgesungen wurden, einen erhebenden Abschluß. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 21. Jan. Gestern abend veranstaltete die Kreisamtsleitung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in der Turnhalle einen schönen Unterhaltungsabend, der von etwa 800 Volksgenossen besucht war. Zur Einleitung wies der Kreisamtsleiter, Pg. Jakob, auf den Um- schwung über die Auffassung des Begriffes „Kunst" hin. In ununterbrochener Folge vermochte Harry Nobler, der als ulkiger Ansager und schlagfertiger Humorist fungierte, mit seiner lustigen Kölner Bühne die Besucher dauernd zu stürmischen Lachsalven hinzureißen. Zur Aufführung kamen Sologesänge, Duette, Gesänge der „fröhlichen Fünf", Kunsttänze und verblüffende Zauberkünste. * Bad Salzhausen, 21. Jan. Der 33 Jahre alte Jagdaufseher Walter S e d i a von hier, der mit einem Schlitten unterwegs war, erlitt einen komplizierten Unterschenkelbruch und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne Nidda in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. <5 Babenhausen I, 21. Jan. Hier fand in der Gastwirtschaft von A. Schneider eine gutbesuchte Bauernversammlung statt, an der auch die Bauern der Nachbargemeinde Bellmuth teilnahmen. Ortsbauernführer A. A l b r a n d eröffnete die Versammlung. Dr. Ott von der bäuerlichen Werkschule und Beratungsstelle Nidda sprach sodann eingehend über die Erzeugungsschlacht des deutschen Bauern. In seinen Ausführungen sagte er u. a., daß die Erzeugungsschlacht eine Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes sei. Jeder deutsche Bauer müsse heute wieder mehr erzeugen, jedoch unter Vermeidung jeder einseitigen .Produktionssteigerung. Der Redner sprach noch über Bodenbearbeitung, über die Anwendung von künstlichen Düngern und über das Beizen des Saatgutes. Es folgte dann eine allgemeine Aussprache. Ortsbauernführer A. A l b r a n d dankte dem Redner und schloß die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unseren Führer und Reichskanzler. Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 21. Jan. Samstag abend wurde hier bei Gastwirt F a u st der Tonfilm „Der Traum vom Rhein" vorgeführt. Die Veranstaltung erfreute sich eines guten Besuches. — Sonntag mittag hielt Obstbauinspektor Metter - n i ch (Büdingen) im Faustschen Saale einen Vortrag mit dem Thema „Zeitgemäße Tages- fragen i m Ob ft bau im Rahmen der E r- zeugungsschtach t". Er ging davon aus, daß auch im mittleren Teile des Vogelsbergs sich der Anbau von Obst durchaus lohnt. Deutschland muß sehen, daß soviel wie nur möglich der Obstbedarf im Jnlande erzeugt wird. Vor allen Dingen ist es da nötig, daß wir wirklich auch Qualitatsobst erzeugen, das die Konkurrenz des Auslandes auch aushält. Wir müssen Obst erzeugen, das gut, haltbar und gesund ist. Ein großer Fehler ist das allzufrühe Ernten des Obstes. Je länger das Obst auf den Bäumen hängt, desto ausgereifter und haltbarer ist es auch. Weiter ist es nötig, die richtigen Sorten in unserem Bezirk zu pflanzen. Bewährt haben sich in unserer Gegend hauptsächlich Goldrenette von Blenheim, Kaiser Wilhelm, Gelder Edelapfel und Schöner von Boskop. Viel Schaden bringt auch das unsachgemäße Ernten des Obstes. Das Pflücken in den Sack muß aufhören, da dadurch die Früchte beschädigt werden und infolgedessen nicht haltbar sind. Zu empfehlen sind vielmehr kleine, etwas gepolsterte Körbe. Der Erzeuger darf auch nicht sein gesamtes Obst gleich nach der Ernte absetzen, sondern muß es in geeigneter Weise lagern und dann nach und nach verkaufen. Dadurch werden einmal bessere Preise erzielt und dann auch der Gesamtheit am besten gedient. Besondere Pflege muß auch auf die Bäume verwandt werden. Dor allem müssen die Baumkronen genügend ausgelichtet werden, damit die Sonne an die Früchte kann. Auch muß der Baum von Zeit zu Zeit verjüngt werden, um einen Ausgleich der Ernten zu erzielen. Besonders wichtig aber ist die Schädlingsbekämpfung, ohne die kein Qualitätsobst erzielt werden kann. Der Redner wies dann auf die Wichtigkeit der Obstbauvereine hin und forderte hier zu eifriger Mitarbeit auf. „Der würdigste Diener seines Staates ist der, der alle seine Arbeitskraft auch einsetzt für den Staat." Der Vortagende erntete mit seinen Ausführungen reichen Beifall. Es schloß sich dann noch eine Aussprache an, in der manche Fragen des Obstbaues noch besprochen wurden. Kreis Alsfeld. □ Alsfeld, 21. Jan. Das Frankfurter Künstl.er-Theater Rhein - Main führte sich am Samstagabend hier in ausgezeichneter Weise in einem von der NS.-Kulturgemeinde veranstalteten Theaterabend mit der „Komödie der Irrungen" von William Shakespeare in neuer Bearbeitung von Hans Rothe und mit dem altflämischen Spiel von „Lanzelot und Sanderein" ein. Dor Beginn der Vorstellung sprach Intendant Werkhäuser, von Bürgermeister Dr. V ö l - fing eingeführt, einleitende Worte, in denen er auf die kulturelle Bedeutung des Theaters in seiner guten Form hinwies. Das Frankfurter Künstler-Theater bot vorbildliche Kunst. Seime Leistungen standen voll und ganz auf der Höhe; sie standen den guten Leistungen, die man hier von dem Gießener Stadttheater gewöhnt ist, in keiner Weise nach. Der wohlverdiente starke Beifall bewies, daß der Kontakt zwischen Bühne und Publikum hergestellt war. Es war ein vollbefriedigender Theaterabend, der einen noch besseren Besuch verdient hätte. Man wird dem Wiederkommen der Frankfurter Künstler gerne entgegensehen. <£ Nieder-Ohmen, 21. Jan. Bei der vom 18. bis 20. Januar in Homberg abgehaltenen B e • zirksgeflügelschau der Kreise Lauterbach und Alsfeld, konnten die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Nieder-Ohmen folgende Preise erzielen: Ludwig Eifert auf weiße Reichshühner (Hahn) sehr gut (Södler-Erinnerungspreis), ferner zweimal sehr gut 1 und Zuschlagspreis. Karl Fiß - I c r auf Rhodeländer: sehr gut (Bauernkammer- Ehrenpreis), sehr gut 1, sehr gut 2, sehr gut und zweimal gut, sowie einen Leistungspreis. Heinrich Ziegenhain auf rebhuhnfarbige Italiener sehr gut 1 und gut. Heinrich Alexander auf schwarze Italiener sehr aut 1 (Ehrenpreis), sehr gut 2 und zweimal gut. Ludwig Kraus auf schwarze Italiener zweimal gut, auf Schönheitsbrieftauben sehr gut 1 und zweimal gut. Zuchtstämme: Karl Fiß - I e r auf Rhodeländer sehr gut (Bauernkammer- Ehrenpreis) und auf Peking-Enten sehr gut (Ehrenpreis). Heinrich Alexander auf schwarze Italiener sehr gut 1 und Ludwig Kraus auf schwarze Italiener sehr gut. Preußen. Kreis Wehlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 22. Jan. Infolge der hier immer stärker sich ausbreitenden Grippe- Epidemie mußte die hiesige Volksschule auf Anweisung des Kreismedizinalamtes in Wetzlar auf acht Tage geschlossen worden. — Am Sonntag fand hier, vom Kriegerverein Rodheim veranstaltet, im Benderschen Saale ein Konzert der R e i ch s w e h r k a p e l l e von Gießen statt. Das musikliebende Rodheimer Publikum hatte einen wirklichen Genuß, denn Obermusikmeister K r a u ß e zeigte mit seiner Kapelle hervorragendes Können. Reicher Beifall dankte nach jeder einzelnen Nummer des fein zusammengestellten Programms den Künstlern in Feldgrau, denen noch besonders gedankt sein muß, da sie entgegenkommend die Bemühungen des Vereinsführers, Kamerad Oskar M ü s f e n e r, auch beizutragen zur großen Tat des Winterhilfswerkes 1934/35 unterstützten. 0 Groß-Rechtenbach, 21. Jan. Die erste Holzversteigerung unserer Gemeinde war gut besucht. Es wurden folgende Preise bezahlt: Buchenrollen 27 bis 30 RM., Buchenscheitholz 25 bis 27, Buchenknüppel 18 bis 20, Buchenstockholz 6 bis 7 RM. je 2 Raumeter, Buchenwellen 50 Stück 10 bis 12, Eichenscheitholz 13 bis 16, Eichenknüppel 11 bis 12, Eichenstockholz 6 bis 7,50 RM. je 2 Raum- meter, Eichenwellen 50 Stück 6 bis 7, Nadelbrenn- knüppel 5 bis 7 RM. je 2 Raummeter. Nutzholz: Eichennutzscheit (2,20 m lang, Gartenpfosten) 12 RM. je 2 Raummeter. Nadelnutzscheit (3 m lang) 5 RM. je Raummeter, Fichtenstangen 1. Klasse 1,20 RM., Fichtenstangen 2. Klasse 0,80 RM., Fichtenstangen 3. Klasse 0,65 RM. je Stück, Buchenstammholz 18 RM. je Festmeter. Kreis Warburg. LPD. Marburg, 22. Jan. Bei einbrechender Dunkelheit wurden abends zwei Spaziergängerinnen in der Nähe des am Nordhang des Schloßberges am Hainweg gelegenen Alemannen- Hauses von einem jungen Mann angefallen, der einer Frau öie Handtasche entriß und flüchtete. In der Handtasche befand sich glücklicherweise nur ein kleiner Geldbetrag. TRUMPF-JUNIOR > Generalvertretung: H. Wagener, Gießen, Frankfurter Straße 45, Ruf 4120 Mir kannst du was du willst erzählen, Zum Kochen werd' ich Gas stets wählen, Bunter Gas-Abend Donnerstag, 24. Jan., 20 Uhr, im Caf6 Leib Gaswerk lost aus die 100 Gewinne des Weihnachts-Preisausschreibensl Kochvorführung mit Kostproben Eintopfgerichte auf Gas Im bunten Teil wirken mit: Paul Nieren, Hansi Salzmann und Gerd Geiger vom Stadttheater Tanzpaar Haase-Belloff,Kapelle Einbrod Tombola zu Gunsten der Winterhilfe Einlaßkarten: Vorverkauf 20 Pf. bei Rödiger, Walltorstraße 35, Städtische Betriebe, Gartenstraße 3, Abendkasse 30 Pf. Gas-Gemeinschaft Gießen 398 Reslaoranl M Mainz Donnerstag, 24. Januar Bockbierfest Bis 4 Uhr nachts geöffnet! 3370 Nachlässe von 3 b/s 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! Donnerstag, den 24.Fanuar, nachmittags 2Uhr, versteigere trti tut „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweile gegen Barzahlung: 1 Schreibmaschine, 1 Diwan, einen Glasschrank- ferner an Ort und Stelle,Bekanntgabe erfolgt imVer- steigerungslokal: 1 Kassenschrank, 4 Schreibmaschinen, 4 Schreibtische 1 Opelpersonenmagen, 2 Sofas, 1 Vertiko, 1 Diwan, 1 Blumenkrippe, 1 Chaiselongue, 1 Tisch, 2 elekt. Kühlschränke, 1 Registratur-, 3 Waren-, 1 Kleiderschrank, 1 Registrierkasse, 2 Ladentheken, 1 Klavier, 2 Büfetts, 1 Kredenz, 1 Radioanlage, 1 elektr. Bohner, 1 Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eiskonservator, 3 Grammophone, 6 Kar- toffelauetschen, 30 Wärmflaschen, 10 Paar Zugketten, 6 Schoßkaffeemühlen. 399D Moll, Gerichtsvollzieher in Gießen Luüwigstraße 331. - Telefon 3239. brauch! jeder 3.25 3.50 3.70 usw. Einzelne Hosen in allen Größen wieder vorrätig GIESSEN*MÄUMUR GIG 404 A billigst 392D P A bei der Skiwerkstätte Wilh.Grandhomme,Schotten Kinderski von 6 RM. an Verlangen Sie kostenlose Offerte. MWfls-veiWWW. Die Gastwirtschaft Marbacher Weg 32 inMarburg ist zum l.April 1935 wegen Krankheit der Pächterin anderweitig zu verpachten. Letzter Jahresumsatz 137,89 hl. Brauerei EarlBopp,Marburg wer will im Frühjahr ein Zahrraö kaufen k? Schreiben Sie oni, wir machen Ihnen einen Vorschlag, der Sie begersfert E. U. P. Stricker, Fahrradfabrik Bredcwede—Bielefeld 824 KrischeEeefische Filet Marke „Fifi" Pfd.von 40 4 an Alle anderen Sorten, sowie Fluß- Hechte, Heilbutt, lebende Karpfen und Schleien billigst bei 397D A.M0M Aarhfolgerr Mäusburg 15. Telefon 3612. 390 d Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen / Herborn U Einjähr. Höh. Handelsschule für Schüler mit Obersek.- u. Prima-Reife, Mk. 19.—, keine Nebengebühren Zweijährige Handelsschule f. Schulentlassene m.Sjähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früh. Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und NähenMk.17.—.keine Nebengebühren. Ein- und halbjährige Handelsfachschule Mk. 19.—, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige In Maschinenschr., Stenographie und allen Handelsfachern. Anmeldungen für das neueSchuljahr u. Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestraße 82, in Herborn von 8-13 Uhr Im Schulgebäude Schla- geterstraße 11. (391 A Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Nr io Drittes Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Mittwoch, 23. Zanuar 1955 TMe di°s°7hrtg7 große FachLartetagung । gleichwertig. Die erste Viertelstunde sah sogar die Nachdruck oerboten! 15 j^ortteRuny „Dein Vater!" , ... Das alles wühlte noch letzt Frau Steinbrucks krankes Herz auf und quälte sie. Sie wollte sprechen, wollte Gerlinde mitteilen — aber ihre Lippen schlossen sich wieder. Sie brachte nicht die Kraft auf, Gerlindes ahnungsloses Seelchen zu beunruhigen. Und doch — heute hatte Frau Steinbrück zum ersten Male das untrügerische Gefühl gehabt, daß ihre Tage gezählt seien. Was wurde dann mit Gerlinde? Sollte sie ihr doch die Augen offnen, ihr alles erzählen? t „ ... _.. s Nein, ich muß schweigen — das kann nicht Sunde sein! marterte sich die geprüfte Frau. Ich kann Gerlindes reinem Herzen nicht den Glauben an die Menschen zerstören. Ich kann sie nur Gott anoer- Bäume, Fichte, Buche und Esche, sind sehr empfindlich gegen Sauerstoffentzug, sie vertragen keine Erdanschuttung an ihren Stämmen und gedeihen nicht auf Böden mit stauender Nässe. In unmittelbarem Zusammenhang mit der Atmung oder Dissimilation, steht jener Teil der Ernährungsweise eines Baumes, den wir als Assimilation bezeichnen. Unsere Bäume haben die Fähigkeit mit Hilfe der grünen Blätter unter Mitwirkung der Energie des Sonnenlichtes die Kohlensäure, die zu 0,03 v. H. in der Luft enthalten ist, aufzunehmen und zu Kohlenhydraten, d. h. zu Zucker Stärke, Zellulose und Holz zu verarbeiten. Aus Licht und Luft entsteht so die grundlegende Masse eines Baumes, die 50 v. H. der Trockensubstanz ausmacht: der K o h l e n st o f f. Wir haben hier einen bedeutenden Unterschied in der Lebensweise zwischen Tier und Pflanze vor uns, der für das ganze Leben auf der Erde von ungeheurer Bedeutung ist. Kein tierisches Wesen ist imstande, längere Zeit nur von Wasser, Licht und Luft zu leben, Bäume und Sträucher aber vermögen dies, ohne dabei zu verhungern. Dennoch bedürfen sie zu ihrem gesunden Gedeihen noch einer Menge anderer Stoffe. Diese entziehen sie mit Hilfe der Wurzel in Form von gelösten N ä h r s a l z e n dem Boden. Auch die Beschaffung des Stickstoffes zum Aufbau der Eiweißstoffe ist Aufgabe der Wurzeln und geschieht an vielen Stellen in Gemeinschaft mit Bakterien und kleinsten Pilzen. 1900 - Kastrier Sportclub 03. Am kommenden Sonntag wird Gelegenheit gegeben sein, wieder einmal eine der nordhessischen Gauligamannschaften im Kampf gegen die Mannschaft der Spieloereinigung 1900 zu sehen. Die Kasseler werden im stärkster Formation erscheinen, und zwar mit Ziehe; Engelhardt, Bellmöte; Methe, Roßbach, Israel; Markert, Kellner, Süß, Peter, Klein. Die Spielvereinigung 1900 wird dem Gegner in bewährter Aufstellung gegenübertreten. Ein Handballtreffen steigt bereits am Vormittag. Die Handball-Liga der Spielvereinigung er- wartet die Mannschaft des Turnvereins Wetzlar, den vorjährigen Gaumeister. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II — Großen-Vuseck I 2:3 (2:1). Die Großen-Bufecker mußten bei dieser Begegnung auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe erfahren, daß die Blauweißen keinesfalls gewillt waren, den Sieg zu verschenken. Obwohl 1900 durch zahlreichen Spielerausfall nur eine Verlegenheitself auf den Plan brachte, war das Treffen jederzeit ausgeglichen und ein Sieg im umgekehrten Verhältnis wäre auch nicht unverdient gewesen. Die Gäste zeigten jedenfalls als angehender Meisterschaftsanwärter keine dementsprechenden Leistungen. Die Gäste gingen in Führung, da Letsch im 1900er-Tor wieder einmal versagte. Jäckel riß dann durch zwei Treffer die Führung an die Blauweißen, und so blieb der Stand bis zehn Minuten vor Spielschluß. Dann erst kam Großen-Buseck zum Ausgleich und dann noch vor Torschluß durch einen Schnitzer von K. Schneider zum knappen Sieg. 1900 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend. Nachdem der durch das Los bestimmte Gegner Heuchelheim infolge Erkrankung einiger Spieler zum Meifterfchaftsentfcheidungsfpiel nicht antrat, erklärte sich die Spielvereinigung bereit, gegen Leihgesterns erste Jugend auf dem Waldfportplatz des VfB.-Reichsbahn anzutreten (Leihgestern hatte Freilos gezogen). Doch wider Erwarten trat nun auch Leihgestern nicht an. Den Bestimmungen der Wie die Führung der Deutschen Turnerschaft mitteilt, findet in den Tagen vom 28. Februar bis - Wer einmal zur Winterzeit durch unsere Walder gewandert ist, der wird empfunden haben, wie unendlich still und feierlich es im winterlichen Walde ist Kaum einen Laut hört man ringsum. Verstummt sind die fröhlichen Sänger, ganz leise und . fern nur wispert das immer emsige und geschäftige Meisenvolk bei der Nahrungssuche in den Kronen und Stämmen der Bäume, selten nur unterbricht das harte Hämmern des Spechtes die feierliche Stille und nur, wenn der Mensch ihn beunruhigt, warnt Markwari, der Häher, alles Getier im schwei- qerrden Walde. Erstarrt ist alles Pflanzenleben. Kahl strecken die Laubhölzer ihre dürren Aeste und. Zweige in die Luft. Bäume und Sträucher bedürfen wie Mensch und Tier ebenfalls des Ausruhens. Tief unten im warmen Schoß der Mutter Erde schläft das Leben. Wenn des Winters Herrschaft vorüber ist, werden die Säfte wieder steigen, wird der große Kreislauf von den Wurzeln bis zu den höchsten Spitzen wieder machtvoll beginnen. Das Wunder des werdenden Lebens wird uns in jedem Jahre von neuem zum inneren Erlebnis. Was das Leben ist, vermag kein Mensch zu sagen und zu erklären. Erforschen aber und schauen können wir, wie sich die einzelnen Lebensvvr- g ä n g e in den Pflanzen vollziehen und an ihnen voll Ehrfurcht und Bewunderung die geheimnisvolle Kraft ahnen,, die solches alles erschaffen und trauen, der ein Vater der Witwen und Waisen ist! dachte sie endlich ruhiger. Gerlinde saß noch immer am Bett der Mutter, ohne ein Wort zu sprechen. „Laß mich jetzt allein, Lindekind! Es ist nur besser, wie du siehst. Ich möchte jetzt schlafen!" sagte Gauwintertreffen des Turngaues Nordheffen auf dem Hoherodskopf. Das Gauwintertreffen des Turn- qaues Nordheffen findet am 26. und 27. Januar auf dem Hoherodskopf statt. Den Wettkämpfen am Sonntag geht am Samstagabend eine Sitzung der Kreisschneelaufwarte voraus, die der Vorbereitung der Wettkämpfe gilt und auch Aufklärung bringt über die Gestaltung der Fachschaft Schneelauf in dem Fachamt Schneelauf des Reichsbundes für Leibesübungen. Als Wettkämpfe find ausgeschrieben Langläufe in allen Klaffen, Hindernis- A b f a h r t s l a u f in allen Klaffen. Dazu kommen Scherzwettkämpfe und Spiele auf Schneeschuhen. Außerdem findet während des ganzen Tages ein Lehrgang für Anfänger statt, den Lehr- wart Hoffmann (Friedberg) leitet. Die Oberleitung hat der DT.-Gaufchneelaufwart D e u t e r (Fulda). Obmann für Langlauf ist Kreisschneelauf- wart Dr. Wilhelm Loh (Gießen), Obmann für Hindernis-Abfahrtslauf H. Schilling (Hanau). Große Fachwarteiagunq der DT. der DT. in Hamburg statt. Es nehmen daran teil die Fachwarte der DT. und die Gauoberturnwarte und Fachwarte der 16 deutschen Turngaue. Handball im Kreis VIII (Lahn-Dill). Schiedsrichleransehungen für den 27. Januar. Atzbach — Krofdorf (Zörb, Großen-Linden); Launsbach — Dorlar (Schäfer, Dutenhofen); Wißmar — Lollar (Wallenfels, Allendorf a. d. Lda.). Gauklasse: To. 47 Wetzlar — Tb. Kirchbauna 10:9 (7:4): Wetzlar nahm in diesem Spiel knapp Revanche für die im Vorspiel erlittene Niederlage und hat damit seine Position weiter verbessert. Den Leistungen entsprechend mußte das Resultat höher ausfallen. Kreisklasse: Io. Pohl-Göns I — VfB.-Reichsbahn Ib 9:4 (5:2). Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTH E M ETZN ER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Betrachtungen im schlasendenWinterwald Von den Lebensvorgängen in unseren Bäumen. Von Erhard Fischer. die oben in den Blättern entstehen, nach den tiefer» ! liegenden Wurzeln vorzustellen, unerklärlich aber i erscheint die Leitung der Nährstoffe und des Was- i fers von den Wurzeln zu den Blättern, : vor allem, wenn wir bedenken, daß diese Leitung i im Sommer bei starker Verdunstung mit ansehnlicher Geschwindigkeit erfolgen muß und bei unseren Waldbäumen oft bedeutende Strecken zu überwinden hat. Noch ist es unserer Wissenschaft nicht eindeutig gelungen, die Kräfte zu erklären, die als Druck- und Zugwirkungen für diesen Wassertransport in Tätigkeit treten. Das Herz der Bäume ist noch unentdeckt. Nicht minder wunderbar und verwickelt als all diese Vorgänge sind die allgemeinen Wachstumserscheinungen. Das Längenwachstum beruht auf der Tätigkeit eines Teilungsgewebes an den Vegetationsfpitzen, das Wachsen in die Dicke geht zurück auf die Teilungsfähigkeit des Bastge- webes, das zwischen Holz und Rinde eingeschaltet ist. Die Arbeit dieses Gewebes erfolgt in unseren Breiten periodisch. Nach der winterlichen Ruhe beginnt es im Frühjahr, wenn die Säfte steigen, zu arbeiten, bildet große, weite Gefäße, die zum Herbst hin immer kleiner und enger werden. Auf diese Weise entsteht eine scharfe Grenze zwischen dem weiten lockeren Frühholz und dem dichten, festen S p ä t h o l z. Die Grenzlinien nennen wir Jahresringe und können an ihnen das Alter unserer Bäume bestimmen. Die Bedeutung all dieser Lebensvorgange für Mensch und Tier'ist ungeheuer groß. Unsere Bäume Sträucher und Pflanzen liefern durch ihre Fähigkeit, die Kohlensäure der Luft zu verarbeiten, die für unseren Organismus lebenswichtigen Kohlehydrate. Sie wirken gleichzeitig durch diese Tätigkeit als Luftfilter, indem sie das für unsere Atmungsorgane schädliche Kohlendioxyd dem Lust' gemenge entziehen. Durch die Regelung ihres Wasserhaushaltes bringen sie Ordnung und Gleichmäßigkeit in die Wasserverhältnisse der Ackerboden und sorgen für ein gemäßigtes und gesundes Klima. : Wenn wir nun mit diesen Erkenntnissen wieder durch den schlafenden Winterwald wandern, rotffen wir, welch geweihtes Heiligtum unserer Erde wir Als sie endlich oben eintrat, blieb in der Wohnung alles still. f. . Ein heftiger Schreck durchzuckte Gerlinde. Gisela war in die Verdi-Diele gegangen, vermutete sie richtig. Aber die Mutter? Wo war die Mutter, die ihr sonst immer so freudig entgegeneilte? . .. o-, Gerlindes Augen schwammen in Tranen. Ihr Herz klopfte wie wahnsinnig. Auch, während sie bei Gersheim alles vergeßen hatte, war hier viel- leicht etwas geschehen, etwas Schreckliches ... Gerlindes Phantasie arbeitete nun fieberhaft. Bebend drückte sie die Klinke der Tür nieder, die in das kleine Schlafzimmer der Mutter führte. Da' Gerlinde schrie auf und stürzte an das Bett der geliebten Mutter. ~ ri „ __ Mütterchen, Mütterchen! Du liegst zu Bett? Was ist' dir? Bist du kränker geworden?" Stoßweise kamen die Worte von ihren Lippen. Nichts — nichts, mein Kleines. Ich habe mich nur ein bißchen hingelegt. Es wurde mir plötzlich so schwarz vor den Augen. Ich dachte, ich wurde hinschlagen. Habe mich aber noch schnell bis hierher geschleppt. Es ist schon besser. Sei ruhig, Lmd- chen! Mein dummes Herz, es vertragt nicht mehr so recht Erregungen!" kam eslleise von Frau Steinbrücks Lippen. r ... Die kleine Nachttischlampe warf ihren matten Schein über das Gesicht der Mutter, und Gerlinde konnte ganz deutlich sehen, - wie die Augen der Kranken von Tränen getrübt waren. , Aber was ist denn, Mütterchen? Ich glaubte, nun sei bei uns endlich — endlich alles gut. Ich verkaufe den Wagen. Wir haben Geld. Du fährst in die Berge und machst dein krankes Herz wieder ganz, ganz gesund'" v. Gerlinde zwang sich mit aller Gewalt zu diesem zuversichtlichen Ton. . „Ach, meine Linde", kam es wie ein Seufzer über Frau Steinbrücks Lippen. „Du bist ja gut. Das weiß ich doch. Aber — Gifa!" Mutti! Was ist mit Gisa? Was soll denn mit Gisa fein? Du machst dir gewiß unnötige Kopfschmerzen. Ich weiß ja, unser Mütterchen neigt immer ein bissel zum Grübeln. Gisa ist doch glücklich über ihr Engagement. Sie hat doch einen schönen Anfang ihrer Künstlerlaufbahn... „Oh, mein Kind — du siehst ja nicht Ich — ich habe ja solche Angst um Gisela!" schrie Frau Steinbrück gequält auf... spät in der Nacht aus der Verdi-Diele heimkam, schlief Gerlinde schon lange tief und fest. Gerlinde sah nicht den müden Zug im Gesicht der Schwester, sie sah nicht die Schatten unter Giselas eigentümlich brennenden Augen. Nichts sah sie von alledem, was die Mutteraugen sahen — und sich deuteten. Sie wußte auch nicht, daß Gisela em kostbares Armband nach Hause gebracht hatte, das beträchtlichen Wert besaß. „Von einem Stammgast!" hatte sie der Mutter lächelnd erklärt. _ r Heute aber hatte Gisela eine Aeußerung getan, die der Mutter tief ins Herz schnitt. Es hatte wieder, wie so oft mit Gisela in den letzten Monaten kleine Spannungen aus nichtigem Anlaß gegeben. Plötzlich war Gisela herausgeplatzt: „Daß du es nur weißt, Mutter. Kann sein, daß ich'bald hier weggehe. Ich habe glänzende Beziehungen bekommen. Man will mir ein Engagement nach Paris vermitteln. Es ist selbstverständlich, daß ich das nicht abschlage." „Nach Paris?" hatte die Mutter mit bangem Herzen zurückgefragt. „Ja, Mutti! Was ist dabei? Der Weg zum Ruhm! Der Prophet gilt bekanntlich nichts in feinem Lande. Denk' mal, wenn ich dann aus Paris zurück- komme, dann hab' ich erst Chancen — vorher nicht! Um mich braudjt ihr euch nicht zu kümmern. Hast ja deine Linde, Mutter, das weiße Schäfchen, den Engel. Ich war doch immer nur das schwarze ^^Gisela!" hatte Frau Steinbrück bestürzt erwidert „Halt' ein! Bedenk' doch, was du redest! Geh nach Paris — geh, meinetwegen — metm das Gottes Wille ist. Aber — schon einer ist nicht wiedergekommen aus diesem Sündenbabel — schon einer ist dort untergegangen!" hatte die Mutter schluchzend hervorgestoßen. „Wer?" hatte Gisa gefragt. Sekunden war beklemmendes, angstvolles Schweigen im Zimmer gewesen. Dann hatte Frau Steinbrück tonlos gesagt: erdacht hat. r, . ( Bäume und Sträucher sind wie Menschen und ( .. Tiere lebendige Wesen mit einer bestimmten Orga- , nifation. Sie' bestehen aus vielen tausend kleinen und kleinsten Zellen, die alle ihnen genau zuge- , teilte Aufgaben zu. erfüllen haben. Diese Zellen ; enthalten das Protoplasma, das der Träger ; des Lebens und der Schauplatz aller Lebensvor- , Länge ist. Unsere Bäume atmen, indem sie Sauer- . hoff aufnehmen und Kohlensäure, ausscheiden, sie ernähren sich in wunderbarer Weise, sie wachsen und entwickeln sich, sie besitzen eine große Empfindlichkeit gegen . Reize aller Art und können sich den äußeren Lebensbedingungen bis zu gewissen Grenzen anpassen. Untersuchen wir die stoffliche Zusammensetzung eines Baumes, so stellen wir fest, daß viele Elemente — Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Kalium. Calcium, Magnesium, Eisen — an seinem Aufbau beteiligt und für sein Gedeihen unbedingt notwendig sind. Wie nehmen unsere Bäume alle diese Stoffe auf, wie ernähren sie sich überhaupt, da sie doch weder Mund noch Zähne noch Magen : besitzen, wie erfolgt die Ausnahme und der Transport der riesigen zu ihrem Leben nötigen Wasser^ mengen, und wie können sie atmen, ohne doch in dem Besitz von Lungen zu sein? Die notwendigste ßebensbebmgung aller Organismen ist die Atmung. Sie . erwirkt die Erzeugung von Lebensenergie, der Wärme,, und findet bei allen Bäumen Tag und Nacht, Sommer und Winter statt Bäume und Sträucher atmen nicht nur mit Hilfe der Blätter, sondern durch fast alle.lebenden ' . Zellen ihres. Körpers. Der zur Atmung benötigte ? Sauerstoff wird den Zellen durch feinste ^Spa tost- nungen zugeführt. In den blättern erfolgt gleichzeitig mit der Atmung am Tage die Aufnahme und Verarbeitung der in der Luft enthaltenen Kohlensäure^ während des Nachts solche ungenutzt ausqeschieden wird. Wird die Atmung eines Bay- mes durch Entfernung all seiner Blatte^ den lebhaftesten Atmungsorganen, oder durch Erdanschut- hingen oder Ueberflutung unterdrückt, so fangt er an zu kümmern und muß schließlich aus Säuerst o f f m a ngel zugrunde gehen. Manche Ger/inde schwieg. Sie wußte nicht, was sie hier erwidern sollte. Leise streichelte sie der Mutter Ach, die kleine dumme Muz, sie sah wieder ein- m@erlinbe ahnte nicht, daß die Mutter mit ihren Befürchtungen recht hatte - denn wenn Gisela Beide Mannschaften traten komplett an. Pohl- Göns führte durch schöne Kombination in den ersten Minuten mit 2:0. Gießen hatte anschließend etwas mehr vom Spiel und holte durch seinen Linksaußen Stein bis 3:2 auf. Die VfB.-R.-Sturmreihe hatte Pech. Eine Anzahl Strafstöße ging vorbei. Anders bei Pohl-Göns! Bei Halbzeit stand das Spiel 5:2. Nach Wiederantritt waren sich beide Mannschaften I nlpidimertia. Die erste Viertelstunde sah sogar, die die Kranke. , t m „ Gehorsam erhob sich Gerlinde, stellte der Mutter für die Nacht noch alles zurecht, küßte sie herzlich auf die Wangen und wünschte ihr baldige Genesung und eine recht gute Nacht. Drüben in dem kleinen Wohnzimmer saß sie noch eine Zeitlang. Ach, sie war so müde, daß sie kaum noch Lust hatte, sich auszukleiden. Wieder kam Gerlinde Baron von Gersheim in den Sinn. Das Blut strömte ihr mächtig zu Her» zen. Sie hörte seine Worte: „Ich meine es treu mit Ihnen und gut. Nein, nein! Es ist nicht möglich!, sagte ihr der Verstand immer wieder. Du bist ein armes, bettelarmes Ding und er ein reicher Aristokrat. Das paßt nicht zusammen! Schlage dir das aus dem Kopf, Linde! Aber Gerlindes Herz widersprach und sagte: Nein! Es ist so, wie du glaubst. Er ist gut und treu! Glaube nur — glaube nur, dann wird alles, alles gut. v r, , ... Doch die kleine, junge Gerlinde wußte noch nicht die vielen auf sie einstürmenden Gedanken zu unterscheiden. Sie dachte, daß es ihre Pflicht sei, jetzt das kleine Herz durch den Verstand zum Schweigen zu bringen, und so kam sie zu dem Entschluß, Gersheim niemals wiederzusehen. Hastig kramte sie im Wohnzimmer m dem kleinen Schreibtisch und fand eine Briefmarke. Das ist ein Zeichen dafür, daß ich recht handle'., dachte das junge Mädchen kindlich, während es sich anschickte, einen kurzen Brief an Gersheim zu schreiben, in dem es ihm mitteilte, daß sie von der Vereinbarung mit dem Auto zurückträte, weil sie die Absicht habe, es anderweitig zu verkaufen. Fertig. Schluß. . v ,. . , Auf Zehenspitzen schlich Gerlinde hinauf auf den Flur, klinkte leise die Korridortür auf und eilte hinunter zum Postkasten, der nur einige Hauser von dem ihren entfernt angebracht war. Plumps!, fiel der Bries in den Kasten. Emer zu hundert anderen. , Gerlinde aber gab es einen Stich durchs Herz, und sie hatte das Gefühl, als ob ein Sor zuschlage ~ ein Tor zu einer lichten, schönen Welt, von der sie durch Günter von Gersheim eine Ahnung empfangen hatte, die aber nun für sie für immer verschlossen m(nn dieser Nacht fand Gerlinde Steinbrück keinen Schlaf. Wohl an die fünfmal stand sie leise aus ■ ihrem Bett auf und horchte an der Tur zum Schlast , »immer der Mutter. Wenn alles ruhig war, schlich ■ sie wieder in ihr Bett zurück und weinte von neuem - Das Kissen naß. (Fortsetzung folgt!) -^Gerlinde aber hatte ihm ihre Hand entsagen. Sie nickte noch einmal kurz zurück, dann eilte 1 ein gehetztes Reh davon. ,So einer — so einer ist er! schluchzte sie f f in' sich hinein. „Ich habe ihm vertraut, habe geglaubt, er wollte mir helfen — und am toä)iuß , zur Freundin will er mich! Oh! Oh! Wie mein . . Her-z mir weh tut'." sagte sie fast unter Tranen. . . Minutenlang stand Gerlinde im dunklen Treppen- ... haus, um sich zu beruhigen. So erregt konnte sie den forschenden Mutteraugen nicht gegenubertreren. Gerlinde zitterte- wie in innerem Frost. Der Schein der Straßenlaterne..fiel in ihr. Gesicht, das in diesem Augenblick ganz bleich war und mieber jenen Schmerzenszug hatte, während ihr Mund kro.mpfhaft lächelte. In der Luft glitzerten kleine Kristalle und blieben in Gerlindes Haar hängen — wie Tränen. - ... ... In Günter von Gersheim tobte em übermächtiges Gefühl. Jetzt wußte er, es war mehr als Sym- ' pat-hie mehr als Mitleid von Mensch zu Mensch, das ihn zu diesem Mädchen zog — es war Sehnsucht ..nach einem bißchen Glück, Sehnsuch — nach wahrhafter Liebe. . - Wer konnte ihm wehren? Wenn Gerlinde ... ' Da streckte ihm das junge Mädchen die Hand hin. „Noch einmal besten Dank, Herr Baron. Aber jetzt muß ich wirklich gehen , sagte es {chiieU. ' ' 1 Doch Gersheim hielt das schmale Kmderhandchen -sest. beugte- fid) nieder und berührte es fast an- . dächtig mit-den Lippen. nut-rinbe? __ „Wenn ich Sie wiedersehen durste, Gerlinde. Es würde mich -sehr glücklich chu^n.^ Ha en <5t„ keine Angst, ich meine es treu mit Ihnen und gut Günter von Gersheims Augen bitten die Blicke Gerlindes fest, die ihm scheu ausweichen wollten. „Herr Baron" — alle süße Seligkeit Alen aus Gerlindes Gesicht wie ausgeloscht —, „oas lann nicht sein. Niemals! Ich bin em junges armes Mädel — Sie wissen das. Ich - - - hab* "lchts — als meinen guten Ruf, als meine E) halte ich mir rein", hauchte sie. ■ „Aber; Fräulein Steinbruck wie denkeni Sie> oon mit? Doch ich begreife |a ■■ Das alles bat mir o e dumme Geschichte mit dem Mantel emgebrach. haben kein Vertrauen mehr zu mir. „ Schmerzlich erregt fielen die letzten Worte Gers- VfB.er in Front. Gegen Schluß des Spieles machten die Gäste aber schwere Deckungsfehler und muhten Tor um Tor hinnehmen. Die Ib-Mannschaft kann dieses Spiel gegen den Meister der Bezirksklasse als eine besondere Leistung buchen. Tv. Wißmar I — Tv. Launsbach I 4:0. Beide Mannschaften trafen sich in Wißmar, um das fällige Verbandsfpiel auszutragen. Da der Schiedsrichter ausblieb, einigte man sich auf em Gesellschaftsspiel, das von dem Turner Klar gut geleitet wurde. Gleich zu Beginn des Spieles legten beide Mannschaften mächtig los. Wißmar konnte auch bald das erste Tor erzielen. Bis zur Pause war aber keiner Mannschaft mehr ein Erfolg be- schieden. Nach der Pause hatte Wißmar etwas mehr vom Spiel und konnte noch dreimal erfolgreich sein, während den Gästen selbst das verdiente Ehrentor versagt blieb. Das Spiel wurde sehr fair durchgeführt und hinterließ einen guten Eindruck. Wißmars Torhüter hatte einen guten Tag und verhalf seiner Mannschaft zum Sieg. Tv. Kirch-Göns — Kurhessen M a r b u r g 9:9 (6:5): Die Marburger Solbatenmannschaft holte sich in Kirch-Göns ihren vierten Verlustpunkt und hatte einen schweren Kampf zu bestehen, um das Spiel mit diesem Resultat unter Dach und Fach zu bekommen. In der ersten Hälfte sah man bei ziemlich verteiltem Spiel die Mannschaft der Gastgeber etwas mehr im Angriff. Nach abwechselnden Erfolgen auf beiden Seiten stand bas Spiel bis zur Pause 6:5 für Kirch-Göns. Die zweite Hälfte ließ die Gäste- mannschaft mehr aufkommen urrtJ auch bis zum Schluß den verdienten Ausgleich erringen. Das Spiel wurde stets fair geführt. Mit der Nahrungsbeschaffung allein ist es jedoch nicht getan. Die Stoffe müssen nun allen Tellen des Baumes zugeleitet werden. Dies geschieht durch kunstvoll angelegte Leitungsbahnen, langen Z e 1l- strängen. In ihnen findet der Transport des Wassers und der im Wasser gelösten Nährsalze statt. Leigcht ist es, sich den Transport der Kohlenhydrate, betreten. Satzung entsprechend dürfte damit die Kreisjugendmeisterschaft der ersten Jugend der Spielvereinigung 1900 Gießen zuzusprechen sein. 1900 2.3gb. — Teutonia Steinberg 1.3gb. 1:3. Durch abermals unvollständiges Antreten verscherzten sich die Gießener von vornherein alle Chancen zum Erfolg. Trotzdem hielten sich die Platzbesitzer gegen diesen Gegner sehr wacker. Die Partie stand beim Seitenwechsel noch unentschieden 1:1. 1900 Schüler — Krofdorf Schüler 1:0. Die Kleinsten siegten über den eifrigen Gegner mit dem knappsten aller Ergebnisse. Das Spiel der Gießener war diesesmal nicht so einheitlich, denn man hatte, um allen Spielern einmal Rechnung zu tragen, eine ganze Anzahl gute Kräfte der etatsmäßigen Elf pausieren lassen. VfB. Krofdorf-Gleiberg. VfR. Lich I — Krofdorf-Gleiberg I 3:2 (1:1). Ein sehr unglückliches Treffen lieferte die 1. Elf des VfB. Kro'fdorf-Gleiberg am letzten Sonntag gegen Lich. Nachdem die Mannschaft das Spiel dauernd überlegen durchführte und auch bis fünf Minuten vor Schluß mit 2:1 in Führung lag, mußte sie sich doch am Spielende 3:2 geschlagen bekennen. Schon in der ersten Halbzeit konnte Lich durch ein Verschulden des Krofdorser Torhüters, der einen leicht geschossenen Ball infolge der Glätte durch die Hände rutschen ließ, in Führung gehen. Krofdorf zeigte aber trotzdem ein überlegenes Spiel, so daß Lich meistens verteidigen und sich nur auf einige schnelle Durchbrüche beschränken mußte. Allerdings gelang bis zur Halbzeit nur der Ausgleich. Nach Wiederanstoß zeigte sich dasselbe Bild. Krofdorf' spielte überlegen, führte bald 2:1, aber nachdem nun Lich kurz vor Schluß durch die Zuschauer dauernd angefeuert wurde, gelang durch einen Eckball der Ausgleich, und fast mit dem Schlußpfiff lenkte der Verteidiger noch einen Ball ins eigene Netz. * Rodheim — Vetzberg 1:3 (0:3). In Rodheim rechnete man njit einem sicheren Sieg der Platzbesitzer. Es kam anders. Durch einen verwandelten Elfmeterball gingen die Vetzberger zuerst in Führung. Bis zur Halbzeit konnten sie auf 0:3 erhöhen. Die Platzmannschaft nahm in der zweiten Spielhälfte alle Kraft zusammen, um wenigstens zum Ehrentor zu kommen. Kurz vor Schluß fiel aus einem Gedränge heraus der einzige Erfolg für die Rodheimer. Gegen die Spielweise der Gäste konnten die Platzbesitzer aber nicht aufkommen. Hohe Auszeichnung Fieselers. Der Aeroklub von Deutschland hat Gerhart F i e s e l e r für feine großen Verdienste im Jahre 1934, insbesondere für feinen überragenden Sieg im Kampf um die Weltmeisterschaft im Kunstflug, den „von-Tschudi-Becher" verliehen. Bei der nächsten Austragung dieses schärfsten aller Flugwettbewerbe, die bekanntlich auf das Jahr 1936 verlegt worden ist, wird Fieseler seinen Welt- meistertitel zur Verfügung stellen, da er an öffentlichen Kunstflugveranstaltungen nicht mehr teil- nimmt Um die Eishockey-Weltmeisterschaft. Die Kämpfe um die Eishockey-Weltmeisterschaft in Davos wurden am Dienstag nach einem neuen Spielplan fortgesetzt. Die Mannschaften, die sich für die Zwischenrunde qualifiziert hattten, spielen in folgenden zwei Gruppen: Abteilung A: Kanada, Schweden, Italien, Tschechoslowakei; Abteilung B: Schweiz, England, Frankreich und Oesterreich. Auch in der Trostrunde wurden zwei Abteilungen geschaffen. In der einen Gruppe spielen Deutschland, Holland, Rumänien und Ungarn, die andere Gruppe umfaßt Polen, Belgien und Ungarn. Deutschland traf in seinem ersten Spiel auf Holland und konnte, obwohl die Ersatzleute Römer, Lang, Schenk und Korff aufgestellt waren, einen sicheren 5:0 (0:0, 5:0, 0:0) Sieg landen. Lang (3), Schenk und Orbanowski waren unsere Torschützen. In der anderen Trostrunden-Gruppe schlug Polen die Belgier klar 12:2 (5:1, 4:1, 3:0). In der Abteilung A der Zwischenrunde hatte Kanada es nicht leicht, die Schweden mit 5:0 (3:2, 2:1, 0:1) zu besiegen. Die Tschechoslowakei war erst nach Verlängerung 5:1 (0:0, 1:0, 0:1) über Italien erfolgreich. Ebenfalls eine Spielverlängerung machte das Treffen der Abteilung B zwischen der Schweiz und Oesterreich notwendig, das aber doch einen unentschiedenen Ausgang von 1:1 (1:0, 0:0, 0:1) nahm Im zweiten Spiel dieser Abteilung trug England einen knappen 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) Sieg über Frankreich davon. Deutsche Hallen -Tennismeisterschaften in Bremen. Die internationalen deutschen Hallen - Tennismeisterschaften nahmen am Montagnachmittag in der Bremer Tennishalle ihren Anfang. Die ersten ae brachten durchweg Favoritensiege. Die Er- e: Herren-Einzel: Gentien (Frankreich) — Dr. Meyer (Bremen) 6:1, 6:4; Palmieri (Italien) — Kulenkamps (Bremen) 6:4, 6:2; Pethoe (Ungarn) — Kuhlmann (Berlin) 6:4, 6:8, 6:2; Ellmer (Schweiz) — Dr. von Guendell (Bremen) 6:1, 6:2; Gottschewsky (Berlin) — Quintavalle (Italien) 5:7, 6:4, 6:1; Bernard (Frankreich) —- Dr. Schuber (Bremen) 6:0, 13:11; Lesueur (Frankreich) — Göp- fert (Berlin) 12:10, 6:2. Damen-Einzel: Frl. Payot (Schweiz) — Frl. Bornemann (Bremen) 6:3, 6:1; Hilde Sperling (Dänemark) — Frl. Buchting (Bremen) 6:2, 6:2; Marieluise Horn (Wiesbaden) — Frl. Buß (Bremen) 6:1, 6:0; Frau Fehlmann (Schweiz) — Frau Karstedt (Bremen) 6:0, 7:5. Damen-Doppel: Payot/Fehlmann (Schweiz) — Wedekind/Hein (Berlin) 6:4, 6:1; Sperling/Horn — Huchtung/Lohse (Bremen) 6:2, 6:0. * Die Meisterschaften wurden am Dienstag schon am frühen Morgen fortgesetzt. Von den wichtigsten Spielen ist der Sieg des Dänen Sperling über W. Menzel (Berlin) im Herren-Einzel mit 6:2, 3:6, 6:3 zu erwähnen. Henkel II. schlug Dürung (Bremen) klar 6:4, 6:2. Der Schwede Schröder siegte über Bjurstedt (Norwegen) 7:9, 6:4, 6:0, und Dr. Klein- schroth unterlag dem Tschechen Caska glatt 2:6, 0:6. Weitere Ergebnisse: Herren-Einzel: Dr. Dessart (Hamburg) — Gleerup (Dänemark) 6:3, 7:9, 6:2. Damen-Einzel: Frau Schneider-Peitz — Frl. Herbst (Bremen) 6:2, 9:7. Gemischtes Doppel: Frl. Manzutto/Quin- tavalle (Italien) — Frl. gerber/$)enfel I. (Berlin) 6:3, 13:11. Wirtschaft. * Einheitsgebühren für d i e Benutzung der S ch l a ch t v i e h m ä r k t e und Schlachthäuser. Im Reichsanzeiger Nr. 18 vom 22. Januar werden die Einheitsgebühren für die Benutzung der Schlachtviehmärkte und Schlachthäuser von 42 Diehgroßmärkten ab 1. Oktober 1934 veröffentlicht. Soweit nichts anderes angegeben, umfaßt die Einheitsgebühr folgende Leistungen: a) beim Schlachtviehmarkt: die Viehmarktgebühr einschließlich Untersuchungsgebühr, die Gebühr für einmaliges Wiegen und Stallgeld für das am Tage vor dem Markt eintreffende Vieh, b) beim Schlachthof: die Schlachtgebühr, die Fleischbeschaugebühr, bei Schweinen auch die Trichinenschaugebühr und die Gebühr für einmaliges Wiegen nach dem Schlachten. * Der rheinhessische Weinertrag 1934. In Rheinhessen einschließlich Bergstraße wurden auf insgesamt 14 849,7 ha Anbaufläche 947 452,7 hl Wein eingebracht, und zwar 786 614,8 hl Weiß- und 159 837,9 hl Rotwein, das sind durchschnittlich 63,8 hl je ha. Die Anbaufläche an der Bergstraße allein betrug 320,3 ha, der Gesamtertrag 8331,8 hl ober 26,0 hl je ha. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Ruhig, knapp behauptet. Frankfurt a. M., 22. Jan. Die Börse lag auf der ganzen Linie außerordentlich ruhig und wies bei Eröffnung zumeist nur knapp behauptete Kurse auf. Die schwache Beteiligung der Kundschaft führte auch bei der Kulisse zur Zurückhaltung, die jedoch nach dem lebhaften Geschäft während des ersten Drittels des Monats Januar weiter nicht verwundert. Trotzdem blieb die Grundstimmung zuversichtlich und freundlich. Die außerordentliche Flüssigkeit am Geldmarkt, die in der gestrigen Senkung des Privatdiskontsatzes ihren Ausdruck fand, ver- vermochte dennoch nicht, auf das Geschäft einen belebenden Einfluß zu nehmen. Selbst der Rentenmarkt lag außergewöhnlich still, zeigte indes besser behauptete Kurse als der Aktionenmarkt. Hier ergaben sich zu Beginn meist leichte Abschwächungen. Die Außenhandelsbilanz, die bekanntlich mit einem Einfuhrüberschuß abschließt, blieb auch heute auf das Gesamtbild ohne fühlbaren Einfluß. IG. Farben eröffnete mit 142,25 (142) zwar etwas höher, gaben aber nach dem ersten Kurs gleich wieder auf 142 v. H. nach. Dagegen waren Scheideanstalt nach behauptetem Beginn (107) später 0,50 v. H. höher gefragt. Deutsche Erdöl ließen 1 v. H. auf Pari nach. Der Elektromarkt hatte sehr kleines Geschäft. AEG. gaben 0,25 v. H. Siemens 1 v. H. nach, wogegen Lahmeyer 0,25 v. H. und Thüringer Lieferung 0,50 v. H. anzogen, Schuckert hielten sich mit 98,50 v. H. behauptet. Der gestern lebhafte Montanmarkt brachte bei meist schwächeren Kursen ebenfalls nur geringste Umsatztätigkeit. Buderus mit minus 1,75 v. H. und Ilse Genuß mit minus 1,50 v. H. waren gedrückt, während sonst die Rückgänge innerhalb eines Prozentes blieben. Von Zellstoffaktien büßten Aschaffenburg erneut 1,25 v. H. ein, dagegen konnten sich Waldhof mit 50,90 bis 51 um 0,50 v. H. erhöhen. Von Einzelwerten setzten u. a. ein: Reichsbank 0,25 v. H., Daimler 0,65 v. H., Moenus Maschinen 0,90 v. H., Gebr. Junghans 1 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. und Kunstseide AKU. ca. 1,25 v. H. schwächer, auch AG. für Verkehrswesen lagen 0,65 v. H. niedriger, andererseits Hapag 0,13 v. H. freundlicher und Ce- ment Heidelberg und Hanfwerke Füssen blieben unverändert. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr still. Altbesitz waren leicht erhöht, während im übrigen die Kurse gut behauptet blieben, so u. a. späte Schuldbücher mit 100, Zinsoergütungsscheine mit 89,90 und Stahlverein-Bonds mit 96. Kommunal-Umschuldung gaben 0,13 v. H. nach Im Verlaufe bröckelten die Kurse infolge kleiner Realisationen bei der herrschenden Geschäftsstille nochmals um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, so bei einigen Montanwerten, IG. Farben, Kunstseide AKU. Deutsche Linoleum und Schiffahrtswerten. Fester lagen andererseits Eßlingen Maschinen mit 71,75 (71,50) und Lechwerke Augsburg mit 95,50 (95). Am Kassamarkt kamen Dürrwerke Ratingen mit 49 (1. K 42), Haid & Neu mit 27 (gestern 24) und Verein. Kasseler Faß mit 5,50 (1. K 4,25) zur Notiz. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz von 110,75 auf 110,25 zurück, auch sonst bröckelten die Kurse meist leicht ab. Fest waren aber Dekosama I mit 111,75 (111), ferner Oberhessen Provinzanleihe mit ca. 112 (1. K. 108). Pfandbriefe lagen ruhig, aber freundlich und meist gut behauptet. Auch Stadtanleihen waren teilweise etwas gefragt und freundlicher. Staatsanleihen lagen still. Von fremden Werten gaben Schweizer Bahnanleihen weitere 1 bis 2 v. H. nach, Anatolier blieben mit 34 v. H. kaum behauptet. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse: knapp behauptet. Lag schon die Mittagsbörse nahezu geschäftslos, so entwickelte sich im Rhein-Mainischen Abendbörsenverkehr kaum Geschäft, da die Kulisse in ihrer Zurückhaltung verharrte. Die Kundschaft stellte z. T. in kleinem Umfange Gewinne sicher, so daß die Berliner Schlußkurse bei kleinen Rückgängen nur knapp behauptet blieben. Montanaktien waren relativ gut gehalten, nur Gelsenkirchen 0,65 v. H. schwächer. Von Elektroaktien büßten Bekula 0,75 v. H. ein, im übrigen hielten sich die Abweichungen nach beiden Seiten in engen Grenzen. Farbenindustrie gaben auf 141,65 (142) nach. Von Bankaktien gingen Commerzbank und Deutsche Bank um je 0,50 v. H. auf 78 bzw. 79 v. H. zurück, von Versicherungswerten tarnen Allianz-Verein mit 244 (gestern 241) wieder zur Notiz. Angeboten waren Hanfwerke Füssen mit 72 Brief (73 — geftr. Brief). Renten lagen bei kaum veränderten Kursen geschäftslos, späte Schuldbücher blieben zu 100,25 bis 100,50 etwas gefragt, ferner lagen 6 v. H. Mainz mit 94,25 um 0,25 v. H. und 5,50 v. H. Frankfurter-Pfandbrief-Bank-Liquidation mit 98,75 um 0,40 v. H. freundlicher. Von fremden Werten waren 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 161 behauptet. U. a. notierten: Altbesitz 110,13, 6 v. H. Stahlverein 95,75, 4,5 v. H. Ungarische Staatsrente von 1913 8,35, 4 v. H. Rumänen 4 40, Adca. 70,75, Bayrische Hypothek 90,25, Dresdner Bank 80,50, Buderus 90, Gelsenkirchen 68, Harpener 100, Klöckner 80,65, Mannesmann 77,65, Mansfeld 91, Phönix 53,90, Rheinstahl 91, Stahlverein 45, AKU. 51, AEG. 30, Bekula 138, Scheideanstalt 207, IG. Farben 141,65, Gesfürel 112,75, Metallgesellschaft 89,50, Schuckert 98, Siemens 141, Süddeutscher Zucker 162. Rindermarkt in Gießen. Der gestrige Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen war mit 709 Stück Großvieh, 127 Fressern uni> 173 Kälbern beschickt. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 330 bis 450 Mk., 2. Qualität 210 bis 270 Mk., 3. Qualität 100 bis 150 Mk.; b) Schlachtkühe 1. Qualität 100 bis 270 Mark, 2. Qualität 60 bis 120 Mark; c) Rinder, */-- bis Xjährig 50 bis 80 Mk., 3/4= bis 2jährig 85 bis 170 Mark, tragend 180 bis 320 Mark; d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pfennig. Marktverlauf: Im Anfang lebhaft, später abflauend. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 22. Jan. Die Gemüse- zusuhren blieben gut, während der Verkauf wieder einen schleppenden Verlauf nahm. In Feldsalat, Karotten, Rosenkohl und Wirsing verblieben lieber» stände. Die Preise erfuhren keine Veränderung gegen den letzten Markt vom 18. Januar. 11. a. notierten: Blumenkohl, Steige 18 Stück 500 bis 525 (ital.); Eskarol 3 bis 7, Steige 12 bis 24 Stück 150 bis 200 (ital.); Gewürzel, gr. Bdl. 25 bis 35; Feldsalat (gr.) 20 bis 25, (kl.) 50; Marotten 3'/s bis 5; Unterkohlrabi 3 bis 4; Kopfsalat, Steige 24 Stück 300 bis 350 (span.); Meerrettich je nach Güte 10 bis 28; Rosenkohl 14 bis 16; Rote Rüben 3 bis 4; Rotkraut 9 bis 10, 8 bis 10 (holl.); Sellerie je nach Größe 5 bis 30; Spinat 10 bis 15, 10 bis 14 (ital.); Schwarzwurzeln 12 bis 18; Tomaten, - Kistchen etwa 15 Pfund 300 (tan.); Weißkraut 4 bis 5; Wirsing 4 bis 6; Weiße Rüben 3 bis 4; Winterkohl 4 bis 6; Zwiebeln 6V2 bis 7, 7 bis 7V-. Obst und Südfrüchte: Das Aepfelangebot war bei befriedigender Nachfrage gut. Die Preise waren kaum verändert, für la Auslese wurden 20 bis 25 v. H. über Notierung erzielt. In Birnen blieb das Angebot gering. Starkes Angebot bestand weiterhin in span. Apfelsinen, in Mandarinen war es gut. U. a. notierten: Aepfel I 18 bis 20, II 14 bis 18, Kochäpfel 10 bis 14, Boskop I 18 bis 20, Baumann-Renette I 16 bis 18, Schafsnasen 11 bis 14, Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, 1350 bis 1400 (amerik.); Apfelsinen, blond, 9 bis 15 (span.), ker.n- los 13 bis 18 (span.), Ravel 18 bis 21, (ital.) blond 10 bis 11, Blut 14 bis 19; Bananen, Kiste 25 Pfund 750 bis 800 (Jam.); Birnen, Pastoren I 16 bis 18, II 12 bis 14, Kochbirnen 7 bis 12; Mandarinen 14 bis 18 (span.); Feigen (lose), 12,50 Kilogramm 450; Zitronen, 300 Stück 700 bis 800. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 22. Jan. Auftrieb: Ochsen 50 (zum Schlachthof direkt 17), Bullen 36 (2), Kühe 316 (9), Färsen 217, Kälber 319 (9), Schafe 3, Schweine 713 (21). Es notierten in Mark pro 50 Kilo: Ochsen a) 31 bis 34, b) 27 bis 30, c) 21 bis 26; Bullen b) 27 bis 30, c) 22 bis 26: Kühe a) 29 bis 32, b) 24 bis 28, c) 18 bis 23, d) 12 bis 17; Färsen a) 34 bis 37, b) 29 bis 33, c) 20 bis 28. Kälber b) 33 bis 40, c) 26 bis 32, d) 19 bis 25. Schafe nicht notiert. Schweine a) 51 bis 53, b) 50 bis 52, c) 49 bis 52, d) 47 bis 51. Marktverlauf: Rinder mittel, ausverkauft; Kälber schleppend, langsam geräumt; Schweine normal, geringer Ueberstand. Das Urteil im Frankfurter Hochverratsprozeß. Frankfurt a. M., 20. Jan. (LPD.) Die Ver- Handlung gegen die 21 Angeklagten in dem Hochverratsprozeß, der in Frankfurt vor dem Zweiten Strafsenat des Oberlandesgerichts Kassel stattfand, ging am Samstag zu Ende. Die Mehrzahl der Angeklagten wurde freigesprochen. Die übrigen Angeklagten haben sich gegen § 83 des StrGB. vergangen und wurden wie folgt verurteilt: Der 22jährige Paul Grünewald, der 20jährige Günter Jörg und der 21jährige Karl Jelinek zu je 3% Jahren Gefängnis, der 36jährige Arnold L e e tz zu drei Jahren Zuchthaus, der 35jährige Rudolf Schmidt zu drei Jahren Gefängnis, der 19jährige Hans Riffel aus Darmstadt zu drei Jahren zwei Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust, die 41jährige Frau Marie Weingärtner aus Darmstadt zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust und die 21jährige Rosa Herrmann wegen Beihilfe zu einem Jahr Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde den feit Mitte Oktober in Haft weilenden Angeklagten voll angerechnet. Der Haftbefehl gegen die freigesprochenen Angeklagten wurde aufgehoben. Das Gericht habe, so wird in der Urteilsbegründung u. a. ausgeführt, weitestgehend Milde walten lasten, soweit es sich um jugendliche und unreife Angeklagte handelte. Der Senat habe sie als verführt angesehen. Rundfunkprogramm Donnerstag, 24. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. Es spielt das Münchner Symphonieorchester. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.15: Kleine Stücke großer Meister für Klavier und Violine. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I der Dresdner Philharmonie. 13: Saardienst, anschließend Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus demSendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderstunde. 16: ' Nachmittagskonzert des Kleinen Funkorchesters. 18: Was bringen die Zeitschriften des Monats? 18.15: „Zur Geschichte des Nationalsozialismus". 18.30: Katechismus für Sprachsünder. 18.50 bis 19.25: Zur Dämmerstunde. 19.30: Reichssendung Jungbann- Fahnenweihe in der Marienburg. 20: Nachrichten. 20.10: „Der unsterbliche Falstaff". Ein heiteres Funkspiel. 21.40: Volksmusik. Zither-Musikverein Konz- Karthaus. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Aus Washington: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Kammermusik. 23: Nachtkonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Spree» r > von 5er Nevnktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstagnarfj- miltag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.201. Berlin Schlußkurs Schlug. Abend- börsc Schlußkurs Schlußl. Mittag- hörte Datum 21.L | 22.1 21-1- 22-1- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 98.9 98.75 98-9 98-9 6% efjem.7% Dt. Reichsanl.v. 1929 — — — 6 ¥2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ........ 100-13 100-25 100-25 100-25 110.5 110-13 110-5 110-13 Desgl. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rüdjabjb. 102%)..... 99.5 99-5 99-25 99-5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12........... 96-75 96-75 96-5 5%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltoui...... 97-1 96.75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ......... 111-75 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 111 111-75 111,13 112 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 97 97 6‘/2% ehem. 4'/r% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Psandoriese...... 97-5 97-65 6¥z% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. .. 98-75 98-5 99 98.75 6% ehem. 8% Pr. Lanbespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 98 98-25 98.25 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 98 98.25 98-25 Steuergutich. Verrechnungskurs 104-5 104-5 104-4 104-5 4% Oeilerretchlsche Goldrenle. 28 28.25 28-25 _ 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 1-35 —— 1-35 1.35 4% Ungarische Goldrente ...... 8.5 8.5 8-65 8.4 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 8-25 8.35 8-55 8.5 4*4% desgl. von 1913......... 8.4 8.35 8-55 8.45 5% abgest Goldmerikaner von 99 11 10.75 10-65 10-5 1% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... 8 L 8.25 __ Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluck. Alben d- börs Schlug kvrs Schluß». Mittagbörse Saturn 21 1- 22-1 21-1 22-1 4% desgl. Serie ll ....... .. 8 8 _ —— 5% Rumän. vereinh. Rente v. 19C3 4-75 4-9 4.8 4.7 4*/,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7-35 7-3 7-2 7-2 4% Rumänische vereinh. Rente 4-45 4-4 4-4 4-4 2Vi% Anatolier ............. 34 14.13 34.13 Hamburg-Amerika-Pakel .... 0 28-25 28 28.4 28.25 Hamburg-Südam. Dampfschiff O -- — 24-75 23 Hansa-Dampfschiff......... 0 — — — —- Norddeutscher Lloyd ......... 0 30-75 30 30-75 30 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 81-65 81 81 80-25 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 — — 103 106 Commerz, und Privat-Bank ... 0 78-5 78 78-5 78 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 80 79 80 79-5 Dresdner Bank.............. 0 81 80-5 81 80.5 Reichsbank ................ 12 157 157 157 156-25 A.E.G...................... 0 30-5 30 30 29-9 Bekula..................... 0 138-65 138 138-65 138-75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 105 104-75 105-25 104-5 Licht und Kraft .......... 6 115-5 115 5 115-4 115-25 Felten L Guilleaume......... 0 84 83 83-75 82-5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 5 112-5 112,75 112-9 112.9 Rheinische Elektrizität ........ 6 111 110-5 111 110 Schuckert« Co. ............. 6 98-5 98 98-5 98 SiemensL Halske............ 7 142 141 141-75 141-5 Lahmeyer L Co............. 10 118-5 118 118-25 118-25 Buderus ........... ...... 91-5 90 91 90 Deutsche Erdöl .............. 101 100-5 101 101-5 Gelsenkirchener.............. O 69 68 69-13 68-65 Harpener................... 0 100-75 100 101 100 Hoesch Eisen-Köln-Neuessen . 0 83-75 82-9 Ilse Bergbau ............. 6 — — — 3Ue Bergbau Genüsse........ 6 121 119-5 120-75 120 Kloclnerwerke ............... 0 81 80.65 81.5 80-65 Mannesmaml-Nöhreu........ 0 78.25 77-65 78 77-5 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußl. Ahend- hörse Schlußkurs Schlußt. Miltag- börfe Datum 21.1- 22-1 21-L 22-1. Mansselder Bergbau....... .. 0 91 91 90-65 90-65 Kokswerke ............... .. 0 — — 98-65 99 Phönix Bergbau........... .. 0 54.4 53.9 54-25 53-9 Rheinische Braunkohlen .... . 10 215 215 215-4 215-75 Rheinstahl ................ .. 0 91-5 91 91 90.9 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 45-5 45 45-5 45-25 Olavi Minen ............. .. o 12.13 12-25 12-13 12-25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 109-13 106-75 109-5 106-5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 110 109 109-25 109 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 1¥t 150 — 150-9 — I. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 142 141-65 142-25 142 Scheideanstalt............. .. y 207 207 —— — Goldschmidt .............. .. 0 93-13 91-65 92-75 92 Rülgerswerke ............. .. 0 97-5 97-25 97-5 97-5 Metällgesellschaft........... .. 0 90 89-5 89-75 89-75 Pb'üipv Holzmann......... .. 0 82-5 81-25 82-75 81-5 Zementwerk Heidelberg .... Lementwerk Karlstadt....... .. 0 .. 0 110 124 110 124 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 0 — — 101-4 101 Aku (Allgemeine Kunstseide) ..,0 52-25 H5 52-13 51-13 Bemberg................. .. 0 — 115-5 115-25 Zellstoff Waldhos .......... .. 0 50.5 51 50-25 50-75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 72 70-75 71-5 70-5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 125.13 126-9 Daimler Motoren.......... .. 0 50-9 50.4 50.75 50-5 Deutsche Linoleum........ .. 0 65-5 65 65.5 65 Orenstein & Koppel........ .. 0 —— — 90.65 91 Leonhard Tietz ............ .. 0 37.5 37.4 37-75 37-4 Chade.................... ..10 195 194 195 194-5 Aeeumulatoren-FabrU...... .. 0 —— — 159 158 Conti-Gummi............. .. 0 147-5 147 147.5 147 Grttzner.................. .. 0 28-25 29-13 29-4 29-5 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 89-25 88-5 Süddeutsche». Zucker....... ..8 163 1 162 Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 21.3anuar 22-Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aire: 0-628 0-632 0-628 0-632 Brüssel..... 58-17 58-29 58-17 58-29 Rio de Jan. 0-194 0-196 0-194 0-196 3.047 54-40 3-053 3-047 3-053 54.52 Kopenhagen. 54-50 54-42 Danzig..... 81-26 81-42 81-26 81.42 London ..... 12-18 12-21 12-185 15-215 HelsingforS.. Paris ...... 5-38 16-42 5-39 16-46 5-38 16-42 5.39 16-46 Holland .... 168-23 168-57 168-19 168.53 -Italien..... 21-30 21-34 21-30 21-34 Favan ...... 0-709 0-711 0.709 0.711 Jugoslawien 5-649 5-661 5-649 5.661 Oslo.....: 61-20 61-32 61.23 48.95 11-06 61.35 49-05 11-08 48-95 11-055 49.05 Lissabon.... 11-075 Stockholm... 62-81 62-93 62-84 62-96 Schweiz .... 80-72 80-88 80-72 80-88 Spanten.... 34-02 34-08 34-02 34-08 10-40 10-42 10-40 10-42 Budapest ... Neuyork... 2-496 2-500 2-498 2-502 Le'rlin,22-Zonuar Geld »rief Amenkanyche Roten.............. 2-45 2-47 Belgische Noten.................. 57-96 Dänische Noten ................. 54-21 54-43 Englische Noten ................. 12-15 12-19 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16-38 167-77 16-44 Italienische Noten................ 21-11 21-19 Norwegische Noten .............. 61-07 61 -31 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — ___. Schwedische Noten............... 62-62 62-88 Schweizer Noten................. 80-44 80-76 Spanische Noten................. 33-92 Ungarische Rote» ................ —