Nr. 273 Erstes Blatt Keltag, 22. November 1935 185. Jahrgang Giehener Anzeiger n Zeitpunkt, n gen es 1. 2. im en bilden. Die Einbeziehung von Petro-ldes S ch l a ch ts chi f f g e s ch w a d e r s auf eine /jUpftg* Eises HvÄ Stahl ist schont (Ättferrnmg von 11 Meile» jalvenweijs aus ihre» leum Paris, 22. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die er - eute Erhöhung des Diskontsatzes der r :e e o 1 3 8 4 4 7 weiter- und sich )0 71 » m is o» blutige Kampf der Armeen werden auch hin nebeneinander hergehen weitgehend beeinflussen. Betrachtet man an diesem kritischen 5, le >5 8, ?n ir« 14 >is rft Laval und die Kammer. Die finanziellen Verhandlungen mit der Linken gescheitert. meint, daß die Autonomiebewegung in Nordchina ein japanisches Unternehmen sei. Der Fehlschlag der Pläne der japanischen Militaristen sei nur vorübergehender Art. Auf die Dauer lasse sich die Verwirklichung des Zieles des japanischen Heeres, eine Art militarisierten Staates zwischen Mandschukuo und der chinesischen Republik zu schaffen, nicht verhindern. Die Gründe, die im Falle der Mandschurei gegen ein Eingreifen des Völkerbundes gesprochen hätten, paßten London, 21. Nov. (DNB.) Während in Kairo die Polizei alle Hände voll zu tun hatte, um den unruhigen Elementen der Wafdpartei Schach zu bieten, veranstaltete die britische Flotte auf der Höhe von Alexandrien das größte Manöver, das je im östlichen Mittelmeer stattgefunden hat. Als Prinz Mahomed Ali in Begleitung des Ministerpräsidenten und anderen Mitgliedern des Kabinetts sowie des britischen Ober- k o m m i s s a r s Miles Lampson an Bord des Kreuzers „Berwick" ging, würbe ein Salut von 21 Schuß abgefeuert. Den Zuschauern, unter denen sich auch noch zahlreiche andere hervorragende ägyptische und britische Persönlichkeiten befanden, bot sich ein eindrucksvolles Schauspiel, als die brittfche Flotte vorüberzog und die fünf Einheiten Dies sei besonders wichtig, da in Mandschukuo der Grundsatz der offnen Tür zwar anerkannt sei. Aber die Türe stehe anscheinend offen, um den britischen Handel zum Verlassen des Landes aufzufordern und nicht um zum Eintritt Bank von Frankreich um 1 auf 5 v. H. und die Wochenbilanz, die einen Goldabzug von ast einer Milliarde Franken aufweist, inden in der Presse starke Beachtung. „Echo de Saris" schreibt u. a., seit vierzehn Tagen befinde ch der Dollar im Steigen. Der kritische Goldpunkt liege augenblicklich so, daß es viel vorteilhafter sei, von Paris Gold nach Neuyork zu verfrachten, als Dollar mit Franken zu kaufen. In den Banken der Wallstreet mache sich ein starkes Steigen fast sämtlicher Werte bemerkbar, die Kapitalbesitzer, die nach dem großen Bankkrach von 1930/31 ihre Werte in Europa und besonders in Paris angelegt hatten, Genf 21. Nov. (DNB.) Der Vorsitzende der Sanktionskonferenz, de Dasconcellos, hat den Arbeitsausschuß der Konferenz auf den 29. November einberufen. Hauptberatungsgegenstand wird die Inkraftsetzung der - r w - i t - r t e n V ° r- botsliste für R ° h st ° f f l i e f e r u n g e n nach Italien bilden. Die Einbeziehung von Petro- Sobald es aber klar geworden sei, daß von einer solchen Unterstützung nicht die Rede sei, habe sich die Lage verschlechtert und die Flucht des Kapitals habe begonnen. Es sei kaum anzunehmen, daß eine Erhöhung des Bankdiskonts eine weitere Abwanderung von Gold verhindern könne. Möglicherweise werde sie gerade diese Bewegung verstärken, da sie die allgemeine Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen und geldlichen Nöte lenke. Auch die Möglichkett einer Abwertung des Franken, wird erörtert. „Financial Times" bemerkt dazu, falls Frankreich einen solchen Schritt täte, würden die kleineren Mächte nicht mehr beim Goldstandard bleiben können. Die schwankenden französischen Parteien hätten nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Verantwortung. „Financial News" hält aber die Aussichten für eine Ueberwindung dieser Krise für günstig, da die französischen Linksparteien in einer steten Angst vor einem faschistischen Staatsstreich lebten und daher bereit feien, alles zu tun, um eine Kabinettskrise z u vermeiden, die dem Obersten de la Roque einen Vorwand zum Losschlagen geben würde. Jede Provinz, die sich von der Zentralregierung lossage, müsse einen angemessenen T eil der chinesischen Auslandsschulden übernehmen; b i e wirtschaftliche Gleichberechtigung Englands in Nordchina müsse anerkannt bleiben. Garung unter den Arabern Palästinas. Kampf mit einer politischen Terrorgruppe. Jerusalem, 22. Nov. (DNB.) Bei der Verfolgung einer arabischen Räuberbande im Gebiet von Nablus wurden fünf Banditen erschossen, ein englischer Polizist getötet, ein anderer schwer verletzt, fünf Banditen gefangengenommen. Unter den Toten befindet sich auch der Vorsitzende des mohamedanischen Jugendverbandes Scheikh Amed el Said. Die arabische Presse behauptet, daß es sich um eine politische Terror! st engruppe handele. Die arabischen Blätter feiern die Toten als Opfer des Man- datssysterns, das die Araber zwinge, als Räuber politisch zu kämpfen. Ein Schwerverwundetec erklärte, daß die Gruppe nur Moslem als Mitglieder ausgenommen und die Absicht gehabt habe, planmäßig führende Juden und Engländer im Interesse des Vaterlandes zu • ermorden. Die Beisetzung der Opfer des Kampfes gestaltete sich in Haifa zu einer großen na- HonaUtt Lrgbrjchsn KunLgsbung. Diö grundsätzlich beschlossen worden und dürfte nach der Haltung der Vereinigten Staaten keine Schwierigkeiten mehr bieten. Die amerikanische OelauSsuhr nach Italien gestiegen. Washington, 22. Nov. (DNB.) Innenminister Ickes richtete an die amerikanische Oelindustrie die Mahnung, freiwillig die Oelsendungen nach Italien einzustellen und sich damit hinter die Bemühungen der Regierung zu stellen, weder Italien noch Abessinien mit Kriegsmaterial zu beliefern. Aus einem Bericht des Bergwerksbüros geht her- roirfun-ßen fürchteten. Daß diese finanziellen Rückwirkungen sich bereits heute zeigen, wird von manchen Blättern mit Besorgnis hervor- gehoben. Das „Journal" rechnet aus, daß die Bank von Frankreich in den letzten vier Wochen 2,5 Milliarden Franken Gold verloren habe. Die einzige Gefahr für eine finanzielle und wirtschaftliche Gesundung läge in den politischen Machenschaften. Die Gefahr einer Regierungskrise und deren Folgen lähme alles. Sie zerstöre das Gleichgewicht der Währung und verhindere damit das finanzielle Gleichgewicht. Die Auffassung in London. London, 22. Nov. (DNB. Funspruch.) Die heikle Lage der französischen Währung wird auch in der englischen Presse eifrig erörtert. Man ist der Ansicht,' daß die Hauptursachen der französischen Schwierigkeiten weniger geldlicher Art, sondern vielmehr eine Folge des Parteienhaders sei. Der Pariser „Times"-Vertreter sagt, die zahlreichen Verordnungen Lavals hätten dem Vertrauen einen harten Stoß versetzt. Die Erschütterung hätte bei einer vollen Unterstützung durch eine starke Mehrheit des Landes überstanden werden können. Im 75 ?r, 52 3, r, i* vor, daß der Oelversand im September den August überstiegen hatte. Britische Flotten-Mnöver vor Alexandrien. Frankreichs Kampf um die Stabilität des Kranken Starke Goldabflüffe bei der Bank von Frankreich.—Diskonterhöhung auf 5 Prozent. Oie innerpolitische Lage beunruhigt hen Geldmarkt. 80 07 41 53 70 )0 iS 0 il )2 10 11 .66 51 05 11 14 .92 .99 ,29 190 hätten ihr Auge wieder nach der anderen Seite des Atlantik gewandt. Die Bank von Frankreich habe dies gehörig zu fühlen bekommen. Trotzdem fei der Ausgleich des französischen Handels nicht irgendwie der französischen auch auf die neueste Entwicklung. Sowjetrußland, das dem Völkerbund doch angehöre, handele ebenso wie Japan. Es schlucke Chinesisch- Turkestan, zwar mit weniger Aufsehen, aber mit gleicher Geschicklichkeit. Amerika werde schwerlich über die Verteidigung der Handelsbelange seiner Staatsangehörigen in den nordchinesischen Provinzen hinausgehen. Jn- olgedessen bleibe England nichts weiter übrig als ich auf zwei wesentliche Forderungen zu be« chränken: gestört. Die Golddeckung Währung bleibe auch mit 73,82 v. H. eine der am Roß, nach Nanking sei ein schwerer Fehler gewesen. Seine Sendung sei von dem japanischen Militär vielleicht absichtlich falsch ausgelegt worden. Diese falsche Auslegung aber habe man voraussehen können. Der neue Kurs Japans. Zusammenarbeit mit Dschiangkaischeck? Tokio, 22. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenministeriums bezeichnete die in Nordchina eingetretene Entwickln als Erfolg der politischen Maßnahmen der Nanking-Regierung. Dschiangkaischeck sei es gelungen, die Führergruppe der A>u t o n o m i ft e n zeitweilig zu spalten. Der Sprecher erklärte, daß er von den Einzelheiten der Pläne Nankings zur Bereinigung der Lage in Nordchina keine Kenntnis habe. Er erwarte die Ernennung hervorragender chinesischer Persönlichkeiten für die in Aussicht genommenen Verhandlungen zwischen Japan und der Nanking-Regierung. Japanische Blätter warnen Nanking. Sie erklären den Plan Dschiangkaischecks, in Nordchina unter der Kontrolle der Nanking-Regierung autonome Ausschüsse zu bilden, für ein gefährliches Ma- növer und erblicken darin die Gefahr neuer Verwicklungen. Die Zeitung Kokumin Schim- bun wendet sich in scharfer Sprache gegen England und bezichtigt es, in China die antijapanische Stimmung zu fördern. Das Blatt warnt die englische Diplomatie vor der Störung des Friedens in Oftasien. Wie findet sich England mit der neuen Entwicklung in Ehina ab? London fordert Schuldenzahlung und wirtschaftliche Gleichberechtigung. lözölligen Geschützen die Zielscheiben beschossen. Ebenso eindrucksvoll war ein unter Nebelschutz durchgeführter Zer st örerangriff. Anschließend kamen 6 0 Flugzeuge im Sturzflug aus großer Höhe hernieder und ließen ihre Bomben fallen. Außer den Schlachtschiffen nahmen an der Hebung 6 Kreuzer, 18 Zerstörer und zwei Flugzeugmutterschiffe teil. In einem englischen Bericht aus Alexandrien wird auf den großen Eindruck hingewiesen, den das Manöver besonders auf d i e hohen ägyptischen Beamten gemacht habe. ^2^ vorderste italienische Front in Tigre stand zuletzt auf der Linie Dessa—Dolo—Makalle wurde dann unterbrochen durch das noch von Abessiniern besetzte Hochplateau von Tembien und fand west lich dieses Bergmassivs ihre.Fortsetzung durch den Takazzesluß, bis zu dessen Ufern das am rechten Flügel operierende zweite Armeekorps Maravlgms vorgedrungen ist. Wollte man die weiteren Aus^ sichten dieses schrittweisen Vorgehens im $)od)IanD von Tigre beurteilen und wollte man als Ziel des italienischen Vormarsches die Eroberung von M g- dala oder Dessye oder sogar von Addis Abeba an nehmen, so müßte man in der Tat nut einer jähre langen Dauer des Krieges rechnen. Denn ie wett die italienischen Armeen ins 3nne« «into fl würden, desto geringer müßte der Bestand kämpfenden Fronttruppe, desto großer die Zahl im ermüdenden Etappendienst beschäftigten Sol- taten werten. Die 200 000 Mann. t>e bisher nach Abessinien gesandt wurden, wurden aber and) nicht im entferntesten für tiefe Aufgabe auEchem Ueberblirft man alle liefe Schwierigkeiten ter italienischen Kriegführung, J2!”nml[,noffoor= Betracht, laß lie triegsno menligen Rahstoffvar rate Italiens nach Inkrafttreten vielleicht nahmen nur für eine begrenzte Seit non meue^r bis 1 Jahr ansreichen konnten, fo wirt verstaut. besten gedeckten in der Welt. Der „Petit Parisien" ist der Meinung, daß die tarken Goldabzüge lediglich auf die politischen Unstimmigkeiten und besonders auf die Haltung des Finanzausschusses der Kammer in der Frage der Aufrechterhaltung des Haushaltsausgleiches zurückzuführen feien. — „Le Jour" fagt, der Goldabzug von fast einer Milliarde fei lediglich auf die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Finanzausschuß und der Regierung zurückzuführen. Wenn ich in den ersten Tagen der neuen Woche dieser Abzug verlangsamt habe, so sei die Haltung der kommunistischen Front nicht gerade geeignet, das Vertrauen des Kapitals zu erwecken. Aus diesem Grunde habe sich die Bank von Frankreich genötigt gesehen, durch eine neue Heraufsetzung des Dis- jontsatzes eine vorbeugende Maßnahme zu treffen, sicherlich nicht leichten Herzens; aber die Verteidigung des Frankens stelle heute alle Übri- Fragen in die zweite Linie. lich, wenn Generalstabschef Badoglio eine ganz neue Form des Ueberseekrieges in Abessinien finden wird. Niemand kennt den strategischen Plan, der im Kopfe des neuen Oberkommandierenden gereift ist. Aber es läßt sich wohl vermuten, daß dieser Plan darauf hinzielt, noch vor Beginnder jeweils im Frühjahr wiederkehrenden Regenzeit einen entscheidenden militärischen Erfolg zu erringen, der es der römischen Regierung auch in einer kritischen wirtschaftlichen Lage gestatten würde, den Genfer Sanktionsmächten gegenüber die Trumpfkarte eines Kolonialsieges auszuspielen, und den bis dahm erkämpften Gewinn in Abessinien auch sicherzustellen, wie es etwa eine Verbindung der beiden italienischen Kolonien Eritrea und Somaliland ein würde. Es ist also leicht möglich, daß die beiden nördlichen Armeekorps nicht weiter in das unwegsame und gefährliche Hochgebirge m Richtung auf Gondar und Magdala eindringen werden sondern vielmehr a m R a n d e der abessinischen Berg- fettuna durch die Danakilwüste marschieren, um ckttieklich in gemeinsamer Operation mit der verstärkten dritten Front am Mussa Ali eine Ver- ainimma mit der von Süden kommenden Armee Omianis zu erzwingen. Die geographische Beschaffenheit des östlichen Abessiniens würde einen solchen Plan begünstigen. Oie Ausdehnung der Aohstoffsperre. Paris, 22. Nov. (DNB. Funkspr.) Hatte am Mittwoch den Anschein, als sei bei den starken innerpolitischen Spannungen und bei den Gegenätzen zwischen der Regierung und der Linken wenigstens auf finanziellem Gebiet eine Einigung zu erreichen, so haben die Verhandlungen am Donnerstag diese Erwartung getäuscht. Zwar hat sich der Finanzausschuß auf Drängen der Regierung hin und unter dem Einfluß Herriots bereit gefunden, von seinen Forderungen auf Linderung der Notverordnungen beträchtliche Abstriche zu machen. Der Gegensatz in der Frage der Sank- tionsbebatte besteht unverändert fort. Ein großer Teil der Ausschußmitglieder hält sogar an den ursprünglichen Mildernngsforderungen des Ausschusses fest. Das rechtsstehende „L'Ordre" gibt folgende bezeichnende Erklärung eines radikalsozialifttschen Abgeordneten wieder: „Wir wollen gegen d i e R e - gi e r u n g stimmen, si e aber nicht stürzen und das ist schwer". Das Blatt fügt hinzu, daß die Kommunisten und die Marxisten die gleiche Einstellung hätten. Sie wollten, „daß irgend etwas geschähe", aber sie wollten nicht an die Regierung, da sie nicht nur die politischen, sondern auch die finanziellen Aus- Sie Kriegslage in sstasrika. Es ist kein Zufall, daß mit dem Beginn der Wirtschaftssanktionen gegen Italien die Ernennung B a- v o g11 i o s zum Oberkommandierenden in Ostafrika zeitlich zusammenfällt. Etwa anderthalb Monate gebrauchten die Völkerbundsstaaten, um ihren politischen und wirtschaftlichen Aufmarsch gegen Italien einigermaßen zum Abschluß zu bringen, und ebenso lange dauerte es, bis de Bono die erste Phase des italienischen Feldzuges vollenden konnte. Mit dem 18. November begann ein neuer Kriegsabschnitt, sowohl in militärischer Hinsicht als auch in dem Verhältnis der europäischen Großmächte zu einander. Der Papierkrieg der Di- vlomaten, der Handelskrieg der Wirtschaftsführer, oer Meinungsstreit der Weltanschauung und der L o n d o n , 22. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Times" I einzuladen. Die Entsendung des Sachverständigen mdes britischen Schatzamtes, Sir Frederic Le ith» da der Völkerbund mit seinem großen Experiment der finanziellen, wirtschaftlichen und moralischen Abschnürung Italiens beginnt, die militärische Lage in Ostafrika, so wird schon nach einem kurzen Blick auf die Karte von Abessinien klar, wie winzig das bisher von den italienischen Truppen eroberte Gebiet im Vergleich zu der Riesengroße des schwarzen Kaiserreiches ist. Selbst wenn man die Lage nur unter dem Gesichtswinkel einer möglichen Verbindung der in Tigre operierenden Nord armes mit der in Ogaden vorrückenden Südarmee ansieht, muß man feststellen, wie ungeheuer weit die italienische Kriegführung auch von der Erreichung dieses Zieles noch entfernt ist. Sowohl die Somali- Grenze als auch die Erythräa-Grenze haben gewissermaßen nur kleine Ausbuchtungen nach der abessinischen Seite hin erfahren, die Orte, von denen die Frontberichte bei den italienischen Vorstößen sprachen, liegen einsam und verlassen in der Unendlichkeit des abessinischen Raumes. Nur i m Norden, wo der Geländegewinn am geringsten ist (120 Kilometer in sechs Wochen!) hat de Bono versucht, so etwas wie eine geschlossene Front herzustellen. General Graziani dagegen mußte von vornherein eine andere Methode einschlagen, wenn er überhaupt die wüstenweite Landschaft des Ogaden in absehbarer Zeit durchdringen wollte. Dementsprechend sind denn auch die Divisionen Grazianis am weitesten vorgedrungen. Sie stehen mit ihrem rechten Flügel im Tale des Fafd-Flusses, etwa auf dem halben Wege zwischen Gorrahai und Sassa- baneh. Die Truppen des linken Flügels halten in getrennten Abteilungen die Flankendeckung am Webi- Dschebeli und bei Dolo an der westlichen Dreiländer- Ecke Die Taktik der italienischen Südarmee geht unzweifelhaft in der Richtung, unter notdürftigster Sicherung der Etappenstraßen in möglichst schnellem Vorstoß die befestigten Städte Dschidschiga und Harrar zu erreichen, um von dort aus den Abessiniern ihre wichtigste Lebensader, die Dschibuti-Bahn, abzuschnei- be<3m Gegensatz zu dieser Taktik, die mit schnellen, entscheidenden Schlägen und mit dem Einsatz überlegener technischer Kriegsmittel den Feind zu erschüttern versucht, stand die Kriegführung der beiden nördlichen Armeen unter General Santini und General M a r ao i g n i. Da der bisherige Oberkommandierende de Bono es von vornherein bar au angelegt hatte, auf den alten Karawanenwegen durch das unübersichtliche Berggelande auf das Kernland des amharischen Reiches vorzustoßen, mußte er au schnelle Entscheidungen notgedrungen verzichten und vielmehr alle Kräfte darauf verwenden sich im Rücken und in den Flanken gegen Umfaffungsner» suche verborgen gebliebener abessinischer ©treittrafte \u sichern. Das geschah durch den Bau von Autostraßen, durch die Einrichtung von zahlreichen Etappenstationen, durch Entsendung von Spezialabteilungen zur Säuberung des erobertenl Gela^ durch Herstellung von neuen Flugplätzen, Munttions depots, Waffenlagern, Lazaretten und ® offer- reftrvoiren. Trotz aller dieser Vorsichtsmaßnahmen geschah es, daß im Rücken der ltattemschen Limen tarte Eingeborenentrupps auftauchten, die Zwar chnell vertrieben werden konnten und den ttallem chen Aufmarschplan daher auch nicht ernstlich 9 ährdeten, die aber doch Kampfkraft genug besaßen um die talienische Nachschublinie zu beunruhig und eine Zersplitterung der italienischen Streitkraft Erscheint täglich, außer ahw ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ™ für die Mittagsnummer 13k * A ** A** A ** ■ I ** AA* A A*♦ MS Q)lCnCnCr AMMz WS infolge höherer Gewalt < Stellen-, Vereins-, gemein- SM- General-Anzeiger für Nberheffen poftscheckkonto: , behördliche Anzeigen 6Rpf. Srmtffifrt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Sktnbrudcrd R. Lauge in Gießen. Schrlftlettrmg und Geschäftsstelle: §chulstratze 7 Mengenabschlüsfe staffel ö 4 Särge waren mit der arabischen Nationalflagge bedeckt und wurden von einem großen Traueren, in dem sich auch die arabischen Iugendverbändc mit ihren Fahnen befanden, begleitet. Durch Stein- würfe wurden alle Fensterscheiben des Polizeivräsi- diurnv eingeworfen. Trotzdem lies, die Polizei den Leichenzug ruhig weiterziehen. Die Iudenfrage an den polnischen Hochschulen. Marschau, 22 Rav. (DNB. Funkspr.) (Eine Befprechuna der Präsektore,, der vier Mar- schauer Hochschule n mit einem Vertreter des Kultuoministerlutno führte zu dem Beschluß, die In- folge der sudenfeindlitfjcn Kundgebungen eingestellten Vorlesungen bis auf weiteres nicht wieder auszunehmen. Der Vertreter des Ministeriums kündigte an, baß im Falle einer Wiederholuna der Kundgebungen die Hochschulen geschlossen würden, so das, sich alle Studenten neu immatrikulieren lassen müssen. Die Studierenden an der Warschauer Technischen Hochschule stellen fol- aende Forderungen aus: I. Verringerung der Unterstützungen und Stivendien für jüdische Studenten auf einen Hundertsatz, der dem Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zur polnischen entspricht. Bisher wurde dieser Hundertsatz errechnet aus dem 'Verhältnis der jüdischen Studenten der technischen Hochschulen zu den polnischen Studenten. 2. Anweisung von gesonderten Plot» zen für die jüdischen Studenten bei den Vorlesungen. 3. Einrichtung besonderer Zeichenpläne und gesonderter Uebungstruppen für die jüdischen Studenten. Die Reichsarbeitsdienstpflicht und Wehrpflicht der nächsten Jahrgänge. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Die Jahrgänge, die v o m Herb ft 1 9 3 ß a n ihrer Neichoarbeitsdienft- pflicht und Wehrpflicht, oder letzterer allein, zu genügen haben, find: Zahrgang 1916. Er bat den halbjährigen Neichsar- bei ts dien ft Im Winter 1936/37 oder im Sommer 1937 zu leisten. Der aktive W e h r d i e n st ist von den tauglich 1 und 2 Befundenen in einjähriger Dienstzeit z. T. In dem im Herbst 1937, z. T. In dem im Herbst 1938 beginnenden Ausbildungsjahr zu leisten. Die Verteilung auf die beiden Auobildungo- iahre wird im allgemeinen nach dem Äeburto- datum vorgenommen, so das, also die in den ersten Monaten des Jahres 1916 (Geborenen im ersten, die übrigen Im zweiten Anobildungsjahr eingezogen werden. Die bedingt Tauglichen werden im allgemeinen vom Herbst 1937 an i n z w e i m o notig e n U e b u n g c n bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet. Jahrgang 1913. Er wird vom Sommer 1936 an im Verlaufe der nächsten drei Jahre in zweimonatigen Hebungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet, unterliegt aber nicht der Reichs- a r b c i t o d i e n st p , l i ch t. In Ostpreußen wird auch der Jahrgang 19 11 vom Herbst 1936 an noch zum aktiven 'Wehrdienst herangezogen. Er unterliegt aber ebenfalls nicht mehr der Reichs- arbeitsdienstpflicht. Die vorsteyend genannten Jayr- gänge werden im F r ü h s n h r 19 3 6 g e m u st e r t und hierzu im Winter 1935/36 von den polizeilichen Meldebehärden ersaht und In die Wehrstannnrolle ausgenommen. Die Angehörigen dieser Jahrgänge werden durch öffentliche Bekannt,nachung auf- gefordert, sich zu diesem Zweck persönlich bei den genannten Behörden anzuinelden. (Siehe gestrige Bekanntmachung der Polizeidirektion (Kletzen.) Für die im Ausland lebenden Angehörigen dieser Jahrgänge wird das Heranziehen zum Reichs- arbeitodlenst und aktiven Wehrdienst noch g e - sondert geregelt. * Für die Jahrgänge 1914 und 1916 (in Ostpreußen auch 1910), die im Sommer 1935 ge- Mustert worden sind, ist die Ableistung der Reicys- arbeltsdienstpflicht und der Wehrpflicht, oder letzterer allein, erst z. T. festgelegt. Soweit dies noch nicht geschehen, gilt folgende Regelung: Jahrgang 1914. Die wehrfähigen Angehörigen dieses Jahrganges, die im Noven,der d. I. noch n I ch t e I n g e st e l l t, andern der E r s a tz r e s e r v e I zugeteilt worden ind, werden, soweit sie tauglich l oder 2 be- unden sind, im Herbst 1936 zum einjährigen aktiven Wehrdienst ausgeboben werden. Soweit sie bedingt tauglich sind, werden sie im Jahre 1936 In zweimonatigen Hebungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet werden. Jahrgang 1915. Die wehrfähigen Angehörigen dieses Jahrganges leisten zurzeit oder Im Sammer 1936 den halbjährigen Neichsarbeitodienst. Bon den tauglich 1 und 2 Befundenen wird voraussichtlich nur ein kleiner Teil im H e r b st 1 9 3 6, der größere Teil erst vom H e r b st 1 937 an zum einjährigen aktiven M e h r d i e n st einge- zogen werden. Die Verteilung auf die beiden (Ein- stellungsjahre wird wie beim Jahrgang 191 ß vorgenommen werden. Die bedingt Tauglichen werden in dem im Herbst 1 936 beginnenden Ausblldungojabr in zweimonatige n Ueb u n- gen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet. In Ostpreußen wird auch der Jahrgang 19 10 ebenso wie der Jahrgang 1914 zum aktiven Wehrdienst herangezogen. Die Berufung der Großen Senate des Reichsgerichts. Leipzig, 21. Nov. (DNB.) Die beim Reichsgericht zu bildenden b e i d e n (9 rotzen Senate wurden bunt, den Neichsjustizminister Dr. Gärtner, der mit den Stcmtvsekretären Dr. Freister und Dr. S ch 1 e g e l b e r g e r nach Leipzig gekommen war, feierlich berufen. In der großen Wandelhalle des Reichsgerichts hatten die Mitglieder des Reichsgerichts und der Reichsanmaltschaft sowie die 'Rechtsanwälte beim Reichsgericht in Ihren roten Roben Platz genoinmen. Ais Ehrengäste wohnten der Feier neben den Spitzen der Behörden u. n. 30 alte Mitkämvser des Führers bei, die damit_ die enge Verbundenheit der Rechtspflege mit Staat und Wirtei zun, Ausdruck brachten. Brethooensche Klänge gaben der Feier den wär- digen Auftakt. Reichsgerichtspräsident Dr. Bumte führte dann u. a. aus: Zun, ersten Male empfängt das Reichsgericht den Besuch eines Reichsintnifters der Justiz, den, alle d e u t i ch e n 01 e richte, alle deutschen Staatsanwaltschaften, alle Strafvollzugsbehörden in Deutschland unterstehen. Die Vereinigung der gesamten deutschen Rechtspflege in der Hand des Reiches ist eine Tat, die wir nächst dem Genius des Führers Ihnen, Herr M i n i st e r , verdanken. Wir grüßen in Ihnen, Herr Minister, zugleich den Mann, den der Führer mit der gewaltigen Aufgabe betraut hat, den, Dritten R e l ch c I n n euer R e ch 1 zu schasse n. In unserer Tagesarbeit können mir vielleicht mehr als andere erkennen, welche gewaltigen Leistungen die Gesetzgebung bereits in den ersten Jahren vollbracht hat. um alte Schäden zu heilen und ein Recht zu schaffen, das den Bedürfnissen der Gegenwart und ureigensten, deutschen Wesen entspricht. Das Reichsgericht ist geschaffen worden, um die deutsche Recht- sprechung nach langer Zersplitterung All einer Ein» in'lt zusammenzuschließen, einzelnen Senaten nach Möglichkeit vorgebeugt und dort, wo sie entstehen, schnell und sicher einer einheitlichen Auffassung Geltung verschafft wird. Die Mängel des bisherigen Rechts waren längst erkannt. In Zukunft werden die Großen Senate des Reichsgerichts berufen sein, Rechtsfragen von g r u n d f ä tz l I ch e r Bedeut» n g zu e n t- cheIden, wenn ihr Spruch zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Recht- sprechung geboten erscheint. Damit ist letzt gesichert, daß die Verschiedenheiten der Auffassungen durch einen mit höchster Autorität ausgestatteten Richterspruch ausgeglichen werden. Der Reichominister der Justiz Dr. Gürtner antwortete in längerer Rebe, in der er u. a. aus- führte: Heute hat jeder Richter die Anwendung des Rechtes nach den Grundanschauungen aufzn- richten, die das deutsche Volk seit seiner Einigung neu gewonnen hat und nm deivn Festigung und 'Vertiefung wir uns täglich bemühen. Das R"ichs- G'richt ist wie bisher der Hüter der Einheit des Rechtes in allen deutschen Gauen und innerhalb seiner eigenen rechifprechenden KoNegien, seiner Senate. Die innere Einrichtung des Reichsgerichtes iit durch die Errichtung der Großen Senate b e w e g I i ch e r g e st a 11 o t wmchen. Die Großen Senate Stehen aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten als ständigen Mitgliedern und sieben Mitgliedern des Gerichtes, von denen alljährlich jeweils die Hälfte ausscheidet. Durch diese persönliche Zusammensetzung glaubt der Gesetzgeber eine Gewähr f ü r di e Stetigkeit der o b e r st e n Rechtsprechung gegeben und die Gefahr irgendeiner Erstarrung gebannt zu haben. Die Großen Senate treten In Tätigkeit, wenn innerhalb des Reichsgerichtes selbst über eine Rechtsfrage verschiedene Auffassungen bestehen, und haben die Aufgabe, in diesem Falle in kurzer Zeit und autoritär zu entscheiden. Im künftigen Straf- gesetzbuch roiro die Fassung der Tatbe - st ä n d e in sehr vielen Fällen derart sein, daß sic dem Richter eine grüß e r e Freiheit und damit freilich auch eine größere Verantwortung bei der unmittelbaren Anwendung des Gesetzes gewährt. Wenn künftig eine Handlung nach dem Gewissen des Volkes als unerlaubt, rechtswidrig, strafbar empfunden wird, und es findet sich kein (besetz, das auf diese Handlung unmittelbar zutrifft, so hat der Richter zu prüfen, ob der Rechtogedanke, der die Bestrafung dieser Handlung fordert, im Strafgese z einen sichtbaren Ans- druck gesunden bat. Trift das zu, und nur bann, wenn diese Voraussetzung gegeben ist, dann soll er das Gesetz anwenden, dessen Grundgedanke auf die Tat am besten zutrifft. Die Methode der Rechtsfindung, wie sie dem Gesetzgeber vorschwebt, ist etwas grundsätzlich anderes als die Auslegung im bisherigen Sinne. Das deutsche Volk und die deutsche Reichsregierung haben zu ihrem obersten Gerichtshof das 'Vertrauen, daß er auch auf dem Wege der Rechtsfindung der ihm zugedachten Aufgabe gerecht werden wird. Reichsjustizminister Dr. Gürtner berief dann die Mitglieder der beiden Großen Senate und über- reichte jedem mit Handschlag die Berufmigsm künde. Mitglieder des 61 r o ß e n Senates f ü r Zivil- fache ii find die Senatspräsidenten Dr. h. c. Oegg, Dr. Fl ad und Freiherr von Richthosen, die Reichs- aerichtvi äte Dr. Günther, Dr. Lindemaier, Kolb und Rusch. Mitglieder des Großen Senats für Strafsachen sind Senatspräsident Dr. Witt, die Reichsgerichtsräte Niethammer, Vogt, Dr. Schultze, Schmitz, Dr. Titte! und ©elltner. Oberst Reinhard an den ehem. NSDHB. (Giahlhelm). Berlin, 21. Nov. (DNB.) Der Bundes- f ü I) r e r des Deutschen N e i ch s k r i e g e r - b u n d e s K i) f f h ä u s e r, Oberst a. D. und SS.- Oberführer R e i n h a r b , gibt folgendes bekannt: Die Auflösung des NS. - Frontkämp - ferbundes Stahlhelm ist auf Grund des Schreibens des Führers und Reichskanzlers an den Bundesführer Franz Seldte durch diesen vollzogen worden. Der Führer hat In diesem Schreiben ben bisherigen Stahlhelmern, die ihre soldatischen Er- innerungen weiter pflegen wollen, den Eintritt in den R e i ch s k r i e a e r b u n d K n f f h ä u s e r empföhle n. Ich heiße diejenigen Kameraden des ehemaligen Stahlhelm, die dieser Anregung des Führers entsprechen wollen, im Reichskriegerbund w l l l k o m m e n. Ich reiche jedem die Kameradenhand, der als Bekenner der nationalsozialistischen Idee und als trauer Gelolgommin des Führers io -ieue Fühlungnahme derAbesfinien-Gachverfländigeninparis Oie Aussichten für eine bessere Derhandlungsgrundlage sind gering. Paris, 22. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Besprechungen des englischen Sachverständigen für abessinische Fragen, Peterson, mit dem französischen Sachverständigen St. Quentin beginnen erst am Freitagabend. Die englische Regierung soll die bisher ausgearbeiteten Sachoerständigen-Vor- schlage nicht für geeignet gehalten haben, weil sie keine Aussicht hätten, vom Völkerbund und vom Negus gebilligt zu werden. Die Vorschläge sollen daher nun einer nochmaligen Prüfung durch die beiden Sachverständigen unter- zvgen werden mit dem Ziel, gemeinsam ausgearbeitete Richtlinien zu finden, die allen Teilen gerecht werden können. Man erklärt, Laval sei entschlossen, die Besprechungen fortzusetzen. Die in Kraft getretenen Sühnemaßnahmen hätten einen außerordentlich drückenden Ausnahme zu st and geschaffen. Daher liege es im allgemeinen Interesse, diesem Zustand ein Ende zu bereiten. „Petit Journal" warnt davor, die Wiederaufnahme der Sachverftändigen-Besprechungen allzu optimistisch auszulegen. Augenblicklich seien die Aussichten für eine friedliche Beilegung des afrikanischen Streitfalles recht schwach. Denn die diplomatische Lage sei in jeder Beziehung ungünstig. Die Weigerung Abessiniens, Oiebiete an ben Angreifer abzutreten, ber Abbruch der.englisch-italienischen Besprechungen über die Mittelmeer- Frage, die verstärken Truppenzusammenziehungen in Aegypten und Tripolis und schließlich die bevor- stehenden Genfer Beratungen über eine Petroleumsperre gegen Italien ließen wenig Hoffnung auf greifbare Ergebnisse. Aehnlich urteilt „Figaro': Die «nnahme, daß man eine Losung auf Grund des outen Willens Englands und Frankreichs finden könne, fei ein Irrtum. Die Fragen lägen leider nicht so einfach. ♦ Der Pariser „Times"-Korrespondent stellt angesichts der Behauptung, daß auch italienische Sachoer st ändlge nach Paris kommen würden, um an den Besprechungen teilzunehmen, fest, daß keine dreiseitige Erörterung beabsichtigt sei. Das Ziel sei, womöglich eine vernünftige Grundlage für Verhandlungen zu schaffen. Erst dann werde es möglich sein, an die drei Parteien heranzutreten, deren Zustimmung notwendig sei, nämlich an den Völkerbund, an Italien und an Abessinien. Die enge Fühlungnahme mit Rom, die Laval immer noch aufrechterhalte, werde es zweifellos verhindern, daß eine etwaige französisch-englische Vereinbarung eine Ueberraschung für Mussolini mit sich bringe. Die Strafanträge im Devisenprozeß gegen den Bischof von Meißen. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Im Devisenprozeß gegen den Bischof von Meißen führte der Staatsanwalt in seinem Plaidoyer u. a. aus: Der Angeklagte Legge behaupte, daß Dr. Hofiuo ihm einen legalen W e g gezeigt hätte. Der wirkliche Weg habe aber darin oestanden, das Geld durch Ordensgei ft liche über bie Grenze schmuggeln zu lassen. Daß Dr. Legge nicht an diesen angeblich legalen Weg geglaubt, foiibcrn b l e wirklichen Zusammen- hänge gekannt habe, ergebe sich aus einigen Indizien. Der Staatsanwalt erwähnte einen Brief des Angeklagten Dr. Legge an Dr. Hofius, worin er diesem mltteUt, daß er seinem Bruder die notwendigen Mitteilungen gemacht habe, soweit sie möglich waren. Auch daß der Bischof an die Legalität des Weges nicht geglaubt habe, könne angenommen werden, denn durch den vorgeschlagenen Weg sei ja eine Entlastung von den Zinsen gar nicht denkbar gewesen, im Gegenteil es wäre sogar eine Belastung eingetreten. Anfang 1934 hätten dem Angeklagten S o p p a ebenfalls Bedenken gekommen fein müßen. (Er habe nicht den Mut gefunden, selbst in der damaligen Ordinariatssitzung den Vorschlag zu unterbreiten, sondern habe den Bischof darum gebeten. Soppa sei in den Händen des Bischofs ein williges Werkzeug gewesen. Die Beweisaufnahme habe einwandfrei ergeben, daß der Bischof über bie Devisenschiebungen unterrichtet gewesen sei unb sie gebilligt habe. Dr. Theodor Legge, Der Binder beo Bischofs, bestreite nicht ernstlich, von den Schiebungen gewußt zu haben. Auch er müsse als im Sinne ber Anklage überführt gelten. Bei ber Frage ber Strafzumessung wies der Staatsanwalt darauf hin, daß ber Prozeß in ber Reihe ber Strafverfahren gegen katholische Ordens- angehörige unb Geistliche eine besonbere Rolle ein- nehme. Die hohe Stellung ber Angeklagten, ihr Bilbnngsarad, bie Höhe ber verschobenen Summen und die Höhe des angerichteten Schabens zwängen zur Annahme eines bcfonbers schweren Falls. Durch ihre Hanblungsweise hätten ber Bischof unb sein Bruder sich außerhalb der Volksgemeinschaft gestellt, und es müßten ihnen daher auch die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt werden. — Wesentlich milder sei der Fall des Generalvikars Dr. Soppa zu beurteilen, ber wenigstens ben Mut gehabt habe, ein Gestänbnis abzulegen. (Er habe sich in einem schweren Gewissensstreit gegenüber dem Bischof befunbcn unb sei an diesem Gegensatz gescheitert. Der Slaateanroalf beantragte gegen den Bischof von Meißen, Peter Legge und feinen Bruder Dr. Theodor Legge je fünf Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und je 140 000 RM. Geldstrafe bzw. weitere 140 Tage Zuchthaus. Gegen den Ge- neratvikar Domherr Prof. Dr. NUlh. Soppa zwei Jahre Gefängnis und 50 000 B7N. Geldstrafe bzw. 50 Tage Gefängnis. Allen drei Angeklagten soll die Untersuchungshaft angerechnet werden. Außerdem beantragte ber Staatsanwalt bie Einziehung der beschlagnahmten 95 000 Gulden Obligationen unb bie Mithaftung bes Bistums Meißen, sowie bes Bonifatiusvereins für bie Gelbstrafen und Kosten der Angeklagten. Die Verteibiger beleuchteten noch einmal bas Ergebnis ber Beweisaufnahme vom Stanbvunkt der Verteidigung unb setzten sich mit ben Strafanträgen ber Staatsanwaltschaft auseinander. Der Verteidiger des Bischofs erklärte, er sei zwar persönlich davon überzeugt, daß bie Voraussetzungen für eine Amnestie bei feinem Klienten vorlägen, bennoch fehe er bavon ab, biefe Voraussetzungen geltenb zu machen in der Hoffnung, daß ber Bischof frelgefpro- chen werbe. Der Bischof kämpfe nicht für fein persönliches Schicksal, sonbern für bie In ihm verkörperte ehrwiirbige Einrichtung. Er fühle sich dabei nicht nur als treuer Diener seiner Kirche, sondern auch als deutscher Volksgenosse, als erbgeborener Sohn Westfalens, ber sich bewußt sei, welche Pflichten ihm sein hohes Amt ber Volksgemeinschaft gegenüber auferlege. — Das Urteil soll am Samstag oerfünbet werben. unsere Reihen treten will. Der Geist, ber in dem von mir geführten Reichskrlcgerbunb herrscht, ist der Gei st ber Front unb bes ewigen S o l b a t e n t u m s. Die Arbeit, bie von uns geleistet werden muß, ist treue Mitarbeit nm groß e n A ufba u w er k des Führer «. Wer sich dazu aus Innerer Ueberzeugimg bedingungslos bekennt, soll unser Kamerad sein. Waffenmeister der Lustwaffe Das Waffenmeisierpersonal ber Luftwaffe setzt sich zusammen aus Soldaten in einer besonderen Unterofsizierloufbahn und 2vehrmachtsbeamten des einfachen mittleren und gehobenen mittleren Dienstes, die aus dieser Unteroffizierlaufbahn hervorgehen. Den Angehörigen beider Laufbahnen obliegt die Instandsetzung und Instandhaltung ber in ber Luftwaffe vorhandenen Streitmittel. Voraussetzung für bie Einstellung ist, baß ber Bewerber n) bas 18. Lebensjahr uollcnbct unb bas 25. Lebensjahr noch nicht Überschritten hat; b) bie deutsche Staats- (Reichs-) Angehörigkeit besitzt; c) die Gewähr bietet, baß er jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt; d) unbescholten; e) unverheiratet; f) arischer Abstammung; ß) nach dem Gutachten eines Sanitätsoffiziers ober eines von ber Wehrmacht beauftragten Arztes tauglich für ben Wehrdienst unb farbentüchtig ist. Ist ber Be- werber noch nicht 18 Jahre alt. wirb festgestellt, ob er mit Eintritt bes wehrpflichtigen Alters voraussichtlich tauglich sein wirb. Der erfolgreiche Besuch einer höheren Bilbmigsanstalt ist nicht imbcbingt erforderlich. Besitz des Zeugnisses über bie abgeschlossene praktische Lehrzeit als Büchsenmacher, Mechaniker, Maschinenschlosser, Maschinenbauer, Werkzeugmacher, Gesellenprüfungszeugnio von einer Handwerks- ober Gewerbekammer. Einstellung erfolgt am allgemeinen Einstellungstag im Hervst jeben Jahres. Währenb des ersten Dienstjahrcs bei ber Luftwaffe werben bie Anwärter sechs Monate im F r o n t d i e n st ausge- hübet, anschließcnb leisten sie D l e n ft in ben Trup p e n Waffenmeistereien als Waffen- mdftcrgehiffen. Geeignete Mastenmeiftergehilfen werden mit Beginn des zweiten Dienstjahres z u (Befreiten befördert unb nach mlnbestens 1 '«jähriger Gesamtdienstzeit drei Monate zur Heeres • M a f f e n m e i st e r s ch u l e kom - »i andiert, sie legen dort die Aufnahmeprüfung für die Heeres-Wasfenmelfterschule ab. Soldaten, bie bie Aufnahmeprüfung bestauben haben, werben schule versetzt unb nut Beginn be» dritten Dienst- für weitere 2S Jahre zur Hecres-Waffenmeister- sichres affigieren btfärberi Die (beamteten) Waffenmeister ergänzen sich aus den Waffenfeldwebeln unb Oberfelbwebeln, die währenb bes Besuches ber Waffenmeisterschule hervorragende Leistungen erzielt und sich während ber weiteren Dienstzeit befonbers bewährt haben. Sie werben im zwölften Dlenstjahr zu einem halbjährigen oberen Lehrgang ber Waffenmeisterschule kommandiert unb nach bestanbener Abschlußprüfung zum Waffenmeisteranwärter ernannt. Die Aussichten in ber Waffenmeisterlaufbahn sind infolge bes großen Bebarfs als gut zu bezeichnen. Es bietet sich jungen, strebsamen Leuten eine gute Fortkommensmöglich kett. Amsterdamer Kommunisten stehlen deutsche Flagge. In A m st e r b a tn würbe von bem beutschen Koh- lendampser „Adele Traber" von Kommunisten, die sich in einem Boot dem Dampfer genähert hatten, öle deutsche Flagge gestohlen. Die Hafenpolizei hat vier Verdächtige verhaftet. Sie werden sich wegen Diebstahls und Sachbeschädigung zu verantworten haben. Das niederländische Strafgesetz kennt keinen Paragraphen, der hie Beleidigung der Flagge einer befreundeten Nation unter Strafe stellt. Der deutsche Konsul hat beim Po- lizeipräsidium Auskunft erbeten unb auf bas Be- deutliche einer Wiederholung derartiger Vorfälle hingewiesen. Der Polizeipräsident, ber ben Vorfall fehr bebnuert, wird Maßnahmen erwägen, bie eine Mleberholung solcher Vorfälle unmöglich machen sollen. Oevisenprozeß gegen Paderborner Ordensschwestern. Berlin, 21. Nov. (DNB.» In dem Devi(en. Prozeß gegen bie Schwestern des Orbens ber Christlichen Liebe in Paderborn fällte bas Berliner Sondergericht bas Urteil Nach dem Verlauf der Be- weisaufnahme ließ sich die Anklage in verschiedenen Punkten nicht aufrechterhalten. Das Sonberacricht verhängte baher.auch nur Gefängnisstrafen, soweit Acht Freisprechung erfolgte. Im einzelnen erhielten bie Erste Generalassistentin des Ordens Ida Baur 1 Jahr 3 Monate Gefängnis und 7000 Mark Geldstrafe, die Provinzialverwalterin Elisabeth S t a r f e 1 Jahr Gefängnis unb 6000 Mark Gelbstrafe sowie bie Generalverwalterin Klara Schreiber 9 Monate Gefängnis unb 2000 Mark Gelbstrafe. Die Mitangeklagten Agnes Koch und Josef Körner wurden f r e i g e | p r o d) e n. a ch England von Jahre 1934 auf nicht Wie sieht es in der Wirtschaft aus? lebt in einem Teil des unruhigen Volkes weiter. Zweifellos haben die trüben Erfahrungen, die Griechenland in den letzten zehn Jahren unter der Republik sammeln konnte, die Hoffnungen stark gesteigert, die man in die Monarchie und in die Person des neuen Königs setzte. Dieser steht heute in seinem 45. Lebensjahr und hat sicherlich durch sein eigenes Schicksal und das seiner Vorgänger viel gelernt. Er bringt nach Griechenland mit sich den Nimbus eines in Würde ertragenen Exils, seine wertvollen verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem mächtigen englischen Königshause und die volle Unterstützung der englischen Politik. Aber er betritt den heißen Boden eines Landes, das schon im Altertum bei höchsten kulturellen Leistungen durch Parteiungen staatlich zerfiel und das diese Erbsünde auch in seine neueste Geschichte mit über» nommen hat. Der letzte Monatsbericht des Völkerbundes stellt für das dritte Vierteljahr 1935 eine Steigerung der Welthandelsumsätze um 2,7 Prozent gegenüber dem entsprechenden Zeitabschnitt des Vorjahres fest. Diese nicht allzu bedeutende Belebung des Welthandels ist zu einem erheblichen Teile auf eine Zunahme des Verbrauchs zurückzuführen. Hand in Hand mit dieser ging natürlich auch eine entsprechende Steigerung der Erzeugung. Nach einer in dem Völkerbundsbericht enthaltenen Zusammenstellung hat z. B. die Weltstahlerzeugunq in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 15 Prozent zu- Sprechskunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. ___________________________ Aussöhnung zwischen Veniselos und König Georg? Athen, 21. Nov. (DNB.) In politischen Kreisen erhalten sich, obwohl es amtlich in Abrede gestellt wird, Gerüchte über eine Aussöhnung zwischen dem König und Veniselos. Der Amnestieerlaß des Königs werde auch die Amnestierung von Veniselos einschließen. Verhandlungen zwischen dem König und Veniselos hätten eine Einigung herbeigeführt. Man rechnet sogar mit einer Rück» kehr von Veniselos in das politische Leben. Veniselos habe, entgegen allen anderslautenden Versicherungen, die Monarchie an» erkannt. Die Gerüchte gehen sogar soweit, daß sie Veniselos als Ministerpräsidenten der geplanten nationalen Regierung sehen. Der Weg zu einem gesunden Volk. VeichSinnenminister Or. Krick spricht vor der preffe über die Bevölkerung» Politik des nationalsozialistischen Veiches. 6 Sl>!t"lS24 lebte Griechenland unter der Republik, aber es hatte in die,er Zeil 25 ReMerunqen und 2 Diktaturen, ein wildes Durcheinander von Sieg und Niederlage von Parteien und Parteiführern. Dieser Zustand ist durch das diktatorische Eingreifen des jetzigen Ministerpräsidenten Generals K o n ° y - l i s beseitigt worden. Die repubMam^^^en sind aufgelöst, aber die republikanische Gesinnung In England steht der Plan einer englischen Anleihe an Sowjetrußland im Vorder» gründ des Interesses. Die Anleihe soll sich auf rund 10 Millionen Pfund, nach anderen Mitteilungen sogar auf 16 Millionen Pfund belaufen. Die Sowjets hatten in den letzten Jahren ihre kurzfristigen Kredite prompt zurückgezahlt. England befindet sich nun gegenüber den Sowjets in einer merkwürdigen Lage. Vom 1. Januar bis 1. Oktober 1935, also in neun Monaten, stiegdie svwjet - russische Ausfuhr nach England von 12,7 Millionen Pfund im Jahre 1934 auf nicht weniger als 13,8 Millionen. Dagegen fiel der britische Handel nach Rußland von 2,8 auf 2,7 Millionen Pfund. Die Briten glauben, durch eine Anleihe an Rußland die Ausfuhrtätigkeit nach dorthin beleben zu können, aber eine Voraus- fetzung dieser Anleihe bleibt die Regelung der rusfischenVorkriegsschulden, man denkt sich diese Regelung so, daß Rußland für die Anleihe einen hohen Prozentsatz zahlt, etwa 7 v. H., während sich die Anleihe nur mit etwa 3 v. H. verzinsen würde. Die Zinsspanne würde zur Deckung der alten Schulden dienen, aber ob das Unterhaus damit einverstanden ist, ist noch fraglich. genommen, die Gußeisenerzeugung um 13 Prozent, die Z i n k e r z e u g u n g um 16 Pro» zent, dagegen die B e n z i n e r z e u g u n g nur um 5 Prozent, die B r a u n k o h l e n e r z e u g u n g um 6 Prozent und die S t e i n k o h l e n e r z e u g u n g sogar nur um 1 Prozent. Das Tempo dieser Er» Höhung der Welterzeugung ist im dritten Vierteljahr 1935 noch wesentlich gestiegen. Allerdings ist nicht zu verkennen, daß zu der Belebung der Weltproduktion und des Welthandels die durch den italienisch-abessinischen Krieg hervor- gerufene Rüstungs - und Eindeckungskom junktur sehr wesentlich beigetragen hat. Durch die Sanktionen des Völkerbundes, die am 18. November in Kraft getreten sind, wird nun aber die Versorgung Italiens mit Rohstoffen, die einen bedeutenden Einfluß auf die Weltkonjunktur gehabt hat, stark behindert. Allerdings hat das Netz der Sanktionen große Lücken. Oesterreich, Ungarn, Brasilien und andere Länder nehmen an ihnen nicht teil. Italien macht seinerseits die größten Anstrengungen, seine Wirtschaft von der Versorgung nut ausländischen Rohstoffen möglichst unabhängig zu machen. Das zeigt sich z. B. auf dem Gebiete der Metallwirtfchaft. Italien, das über bedeutende nium- und Bauxitausfuhr ab, um feinen Bedarf an anderen Metallen auf diese Weise zu verringern. Noch bemerkenswerter sind die Anstrengungen, die Italien macht, um feinen Verbrauch an Wolle und Baumwoll e durch Erzeugung von Spinnfasern im eigenen Lande zu senken. Natürlich steckt die Erfindung der Kasein-Spinnfaser zunächst in den Kinderschuhen. Aber die Not wird auch in diesem Falle den technischen Fortschritt und die praktische Auswertung dieses Fortschrittes beschleunigen. Die weltwirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionspolitik find heute noch unübersehbar, sie rechtfertigen eine gewisse Zurückhaltung gegenüber den Aufstiegstendenzen an den internationalen Warenmärkten. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Frick eröffnete am Donnerstag im Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität Berlin den 7. Zeitungsfachlichen Fortbildungskursus mit einem Vortrag über „Die Aufgabe der Zeitung in der deutschen Bevölkerungspolitik". Er führte hierbei u. a. folgendes aus: Der Nationalsozialismus hat gelehrt und unserem Volk immer wieder klar gemacht, es nicht so sehr auf das Wohl des einzelnen wie darauf ankomme, daß das Volk in feiner Gesamtheit frei, gesund und glücklich werden müsse. Dazu gehört aber, daß der einzelne eine Familie gründet und nicht nur an sich selbst, sondern a n seine Kinder und damit an die Zukunft feines Volkes denkt. Wir haben die Bekämpfung des Geburtenrückganges mit den Gesetzen zur Förderung der Eheschließungen und mit einer bevölkerungspolitisch eingestellten Steuerpolitik begonnen und werden diesen Weg fortsetzen wüsten, um die Nahrungsgrundlage für die Familie zu sichern. Wir haben unsere Sorge der Verminderung der Säuglings- und Kleinkinder st erblich- feit, dem Schutze der werdenden und gewordenen Mutter zugewandt, wir versuchen die Auflockerung der Großstädte und bringen den Menschen wieder seiner Heimat und seinem Volke näher. Aber wir haben auch bei keiner dieser Maßnahmen die qualitative Bevölkerungspolitik, die Wege zur Aufartung dabei vernachlässigt. Der zu starken Vermehrung erbkranker Anlagen wurde gesteuert. Gegen gefährliche Gewohnheits- und Sittlichkeitsverbrecher wurde nicht nur die Bevölkerung, insonderheit die deutsche Frau und das deutsche Mädchen, besser als bisher geschützt, sondern es wurde auch die Möglichkeit gegeben, die Fortpflanzung verbrecherischer Anlagen zu verhindern. Durch die Errichtung von Beratungsstellen für Erb- und Raffenpflege ist die Möglichkeit geschaffen worden, auf dem Wege der Eheberatung nicht nur erbkranken Nachwuchs zu verhüten, sondern auch hochwertigen Nachwuchs zu fördern. Das Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes stellt Bauritläger verfügt, baut feine Aluminium- schaftlich durchdrungen"^ Es hat ein Riefenge» i n b u ft r i e aus und drosselt zugleich seine Alumi- biet von mehr^ls^iner^Millivn^uadratkilometer^ Der Weg des Königs. König Georg II. von Griechenland, den sein Volk durch die Kundgebung einer Volksabstimmung auf den Thron zurückberufen hat, ist auf dem Wege in fein Vaterland, das er vor zwölf Jahren unter dem Druck der republikanischen Bewegung hatte verlassen müssen. Die Reise führte ihn von London, wo er sich in den letzten Jahren als Privatmann aufgehalten, als naher Verwandter des englischen Königshauses — er ist ein Ur-Urenkel der Königin Viktoria — und durch sein einfaches zurückhaltendes Wesen Sympathien erworben hat, nach Paris, wo ihn die französische Republik mit hohen Ehrungen auszeichnete. Von Florenz begab sich der König nach Rom, wo feierliche Empfänge durch den König und den Regierungschef Mussolini vorgesehen sind und am Freitag wird er sich in Brindisi zur Fahrt nach Griechenland einschiffen. Der Weg hat ihn also durch die Hauptstädte Europas geführt, deren Politik für Griechenland und feinen Thron die größte Bedeutung hat. Die monarchische Bewegung in Griechenland, die von dem mißglückten Veniselos-Putsch im Frühjahr ihren Ausgang nahm, hat die deutlichste Sympathie in England gefunden, was persönliche und politische Gründe hatte. Die Heirat des englischen Prinzen Georg mit Marina, der Schwester des Königs Georg, hatte die verwandtschaftlichen Beziehungen und Rücksichten noch verstärkt, was auch heute in der internationalen Politik nicht zu unterschätzen ist. Die innere Umstellung in Griechenland fiel außerdem zusammen mit der Entwicklung des abessinischen Konflikts, der Englands Interesse an einem stabilen zuverlässig im Fahrwasser der englischen Diplomatie sich haltenden Regime in Griechenland wesentlich verstärkte. Ohne die geheimen, aber zweifellos vorhandenen Fäden zu kennen, die in den letzten Monaten zwischen London und den Königsmachern in Athen gesponnen wurden, kann man wohl mit einiger Zuspitzung sagen, daß die Wiederherstellung der Monarchie in Griechenland ein Stück der weit angelegten englischen Politik der Gegenwart bedeutet. Durch Dekret vom 14. November ist der Gold- rubel, der Tscherwonez, im Sowjetstaat deval- viert worden. Ein Sowjetrubel hat künfttg den Wert von 3 Franken, mit anderen Worten: die Abwertung beträgt in Wirklichkeit gegenüber dem Goldstandard fast 76 v. H.! Er würde also nach unserem (Selbe nur 49 Pfennig statt bisher 216 Pfennig wert fein. Für ben Untertan bes Sowjetstaates werden also alle eingesührten Waren erheblich im Preise steigen, dagegen wird die Aus- fuyr aus Sowjetrußland zunächst erleichtert werden, bis sich die Preisschere geschlossen hat. Daß aber sofort eine erhebliche Steigerung der ßebensmittelpreife im Sowjetparadies erfolgen wird, liegt auf der Hand. Der Sowjet- arbeitet hat bisher die Kosten der Industrialisierung Rußlands durch eine ungeheuerliche Entwertung feines Reallohnes bezahlen muffen. Alle Lohnzulagen ufw. haben diese Entwertung nicht wett» aemacht. Unter der neuen Währung wird also der Sowjetarbeiter noch weniger verdienen. Unser Handel mit den Sowjets ist noch immer verhältnismäßig stark. Die Bilanz ergibt, daß Sowjetrußland, auch wenn es sich mit England über eine Anleihe verständigen würde, das deutsche Absatzgebiet nicht durch andere ersetzen kann. Das ist besonders wichtig im Hinblick auf manche Be- fürd) hingen, wir könnten im Handel mit ben Sowjets ins Hintertreffen kommen, benn es ist klar, baß wir nach dem Prinzip bes neuen Planes auf einen Ausgleich bringen müssen, baß wir also für bie Aufnahme russischer Agrarprobukte Maschinen und anbere Fabrikate liefern werden. So betrachtet, brauchen wir uns um das Schicksal unseres Außenhandels nach Sowjettußland nicht zu sorgen. Weniger klar und günstig sowohl für die Person des Königs, als für feine Sache war bie H a l- tung Frankreichs. Der große kretensische Gegenspieler der Monarchie, der alte Verschwörer Veniselos, erfreut sich dort lebhafter Sym- vathien. Mit Dankbarkeit erinnert sich Frankreich der Dienste, die er ihm während des Weltkrieges durch Vertreibung des deutsch freundlichen Königs Konstantin geleistet hatte. Der griechische Re» publikanismus kann schlechthin als Helfershelfer der französischen Polittk betrachtet werden. Wenn Frankreich heute den zurückkehrenden König, den einst die Entente zugunsten feines jüngeren Bruders in der Thronfolge überging, weil er im Jahre 1909 als junger Offizier im 1. Garderegiment seines Onkels Kaiser Wilhelms II. Dienst getan hatte, mit dem Großkreuz der Ehrenlegion auszeichnete und so seinem Weg in Zukunft den Segen der französischen Polittk erteilt, so ist dies sicherlich nur dem Umstande zuzuschreiben, daß zur Zeit in Paris die Rücksichten auf englische Wünsche und Empfindungen stark im Vordergrund stehen. Aehnlich verhält es sich mit Italien. Die Beziehungen des Deneselisttschen Griechenlands zu Italien waren zeitweise sehr eng. Die Pläne der faschisttschen Diplomatie im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten verfolgen die Konstruktion eines griechisch-türkischen Bündnisses unter italieni- nischer Führung und mit allmählicher Loslösung der vorderasiatischen Staaten und Völker von dem bestimmenden Einfluß Englands. Dieses Ziel hat Italien nie ganz erreicht, aber endgültig versperrt wird es erst durch die Wiederher st ellung der griechischen Monarch i e. Dies ist deutlich geworden, als Griechenland sich ohne Vorbehalt den Sankttonen anschloß und sich weigerte, seine Häfen zu einer Etappe der italienischen Kriegführung in Afrika zu machen Die Aussichten und die Zukunft des griechischen Königtums zu beurteilen und vorauszusagen, ist sehr schwer. Die Dynastie Schleswig-Holst ein-Sonderburg-Glücksburg regiert in Griechenland feit dem Jahr 1862, wo die erste von ben Großmächten eingesetzte Dynastie Wittels- bach vertrieben würbe. Das Schicksal, bas bie brei Könige bes dänischen Hauses in dem fremden Lande erfahren haben, ist eine Kette tragischer Leiden. Georg I. wurde nach 50jähriger Regierungszett ein Jahr vor dem Weltkrieg ermorde t, Jem Sohn Konstantin im Jahre 1917 von den Alliierten gestürzt, weil er sich weigerte, gegen Deutschland zu marschieren. Der jüngere Bruder Georgs II. König Alexander, den tue Entente auf den Thron fetzte, starb nach drei Jahren an Blutvergiftung. Der im Jahre 1920 zuruckberufene König Konstantin mußte nach zwei Jahren aufs neue verzichten und starb i m E x 11. Georg II. selbst konnte sich bei seinem ersten Königtum nur 14 Monate auf dem Throne halten, bis er von der republikanischen Bewegung vertrie- oie Provinz Schantung Mittelpunkt der ^eroaltigen chinesischen Baumwollind u ft r l e. Die dort erzeugte Baumwolle ist an Qualität mindestens der amerikanischen ebenbürtig, und es ist verständlich, daß Japan diese Provinz an sich bringt, um sich von der nordamerikanischen Baumwolle und der Aegyptens usw. unabhängig zu machen. Dabei ist bemerkenswert, daß das Prinzip der offenen Tür, auf das sich die Vereinigten Staaten von Nordamerika und England versteifen, von den Japanern außer acht gelassen wird. Die ausländischen Kapitalisten wurden durch einen Federstrich aus der Mandschurei vertrieben. Die Amerikaner und Engländer werden in den fünf nordchinesischen Provinzen durch Japaner ersetzt. Schon verkündet bie englische Presse, ber britische Kaufmann werbe sich künftighin nur auf bas Gebiet bes Jangtse» kiangs beschränken. Aber Nanking und Schanghai, diese Hauptpunkte des britischen Handels, sind bereits von Japan, das planmäßig ein Stück Chinas nach dem anderen nimmt, in den Bereich seiner imperialistischen Pläne einbezogen, bah biefe sich gegen bie Ausbeutung Asiens burch ben weißen Mann roenben, bebarf keiner Erläuterung. eine Reihe von Ehehinbernissen auf, bei bereu Vorliegen aüerbings ein vernünftiger Mensch schon von sich aus eine Ehe nicht eingehen würbe. Durch bie Einführung bes Ehetauglichkeitszeugnisses ist gleichzeitig erreicht, baß alle Verlobten von einem noch zu beftimmenben Zeitpunkt ab ber Ehebe r a - tung zugeführt werben. Es ist selbstverftänblich, baß wir babei mit bem größten Wohlwol - len unb ber größtmöglichen Rücksichtnahme unter Ausnutzung aller vorhandenen Unterlagen vorgehen werben. Die Standesämter finb angewiesen, Ehetauglichkeitszeugnisse zn nächst nur in Zweifelsfällen zu verlangen, unb die Aerzte haben bie Pflicht, ben Hauptwert auf bie Bewertung ber Heiratswilligen zu legen. Es ist so Aufgabe ber Gesundheitsämter und ber Beratungsstellen für Erb- unb Rassenpflege geworben, bas beutsche Volk zu Erbgesundheit unb Rassereinheit zu erziehen. Das gleiche Ziel verfolgen bie Gesetze zur Wiederherstellung bes Berufsbeamtentums unb zum Schutze bes deutschen Blutes unb ber deut- (eben Ehre. Auf bem Internationalen Kongreß für Bevölke- rungspolitif konnten wir mit Befriedigung feststellen, baß wir mit unserer Bevölkerungspolitik auf bem richtigen Wege finb unb baß in allen ßänbern, befonbers aber in ben norbeuropäischen Staaten, bas 23er» ftänbnis für unsere Maßnahmen im Wachsen begriffen ist. Die Erziehung burch bie Presse muß zum Ziele haben: sittliche Verantwortung gegenüber ber eigenen Familie unb ber Volksgemeinschaft, Stärkung bes Familiensinns unb ber Fr eube an Kindern. Darüber hinaus muß es ber Presse gelingen, bas Rasse- bewußtsein zu wecken unb die Volks- unb Familien- funbe zu pflegen. Es muß gelingen, ber beut- f cf) e n Frau roieber eine anbere Stellung als bisher in unserem Volkstum zu erkämpfen unb bas Verstänbnis für bie Maßnahmen ber Reichsregierung auf biefen Gebieten zu förbern. Denn unser gemeinsames Ziel muß es sein, bas deutsche Volk einer besseren Zukunft entgegenzu- führen. Währenb Europas Völkerbundsstaaten ben Sanktionskrieg gegen Italien führen unb dadurch bie Wirtschaften ber weißen Mächte noch mehr in Jin- orbnung bringen, geht Japan baran, bie fünf nordchinesischen Provinzen wirtschaftlich auszubeuten. Japan kann nicht lange warten. Es hat mit feiner Entwertung bes Pen, also burch eine Inflation, ben ungeheuren Apparat feines militärischen unb wirtschaftlichen Imperialismus bezahlt. Das Staatsbubget weift ungeheure Fehlbeträge auf, bie nur burch ben Druck ber Notenpresse scheinbar ausgefüllt werben, aber in Wirklichkeit finb bie Staatsfchulben Japans um bas Vierfache gegenüber ber Vorkriegszeit gestiegen unb bie Milltärausgaben verschlingen fast bie gesamten orbentlichen Einnahmen bes Staates, wobei bie ßage ber arbeitenben Bevölkerung immer schlechter wird. Die Manbschu- rei hat Japan nicht bie erhofften finanziellen unb wirtschaftlichen Ausbeutungsquellen gebracht. So ist es erklärlich, baß, burch bie Not getrieben, Japan weiter in China einbringt. Ganz abgesehen von ber politischen Seite ber Angelegenheit, hat aber Japan bereits Norbchina „wirt- ( C L t ; «am" (Vcl hnl »in WtotcmaOe mit 80 bis 100 Millionen Nicht-Japaner unter fein« Vormundschaft gebracht, wobei es gleichgültig ist, ob bie fünf Provinzen Tfchachar, Hopei, wie jetzt bie frühere chinesische Provinz Tschili genannt wird. Schantung, Schansi und Suijan auch politisch von China getrennt werden. Wirtsckaftlich herrschen die Japaner dort bereits unumschränkt. Während die 1,5 Milliarden Pen, die Japan nach Mandschukuo warf, für Japans Volkswirtschaft noch keinerlei Zinsen tragen, hofft man, aus Nordchina sofort mehr herauszuziehen. Denn die größten Kohlen», Eisen- und Qelvorkommen finden sich gerade in diesen nordchinesischen Provinzen. Die gesamten chinesischen Kohlenvorkommen werden auf 40 bis 50 Milliarden Tonnen geschätzt, sie würden also bei dem gegenwärtigen Stand der Ausbeutung für mindestens 2000 Jahre reichen. In den Provinzen Schansi, Hopei und Schantung sind gewaltige Anthrazitgruben bereits in Betrieb. Diese wertvollste Kohle findet sich häufig mit Eisenerzen vermischt. Weiter ist Caloderma RasierWasser Erfrischt und belebt die Haut. Desinfiziert und entspannt: Eine Wohltat nach dem Rasieren. Flasche RM 1.50. »•WOLF» & SOHN• KARL&RUMfi Aus aller Welt. Hausmusik bei den Ministern Or. Krick und Geldte. Aus Anlaß des „Tages der Hausmusik" hatte der Reichs- und Preußische Innenminister Dr. Frick zu einem musikalischen Abend in seine Wohnung in der Wilhelmstraße geladen. Das Hauskonzert wurde ausgezeichnet durch die Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers. Außerdem waren u. a. erschienen: Reichskriegsminister von Blomberg und Reichsfinanzminister Graf S ch w e r i n-K r o s i g k, vom Diplomatischen Korps: der französische Botschafter Francois-Poncet, der italienische Botschafter A t t o l i c o , der polnische Botschafter L i p s k i und der schweizerische Gesandte D i n i ch e r t. Die Mitglieder der Staatsoper Erna Berger und Kammersänger Marcel Wittrisch sangen Lieder von Schumann, Wolf, Richard Strauß und Mozart. Das Kniestaedt-Quartett spielte das Quartett op. 44 von Schumann. Herzlicher Beifall dankte den Künstlern, die sich nach ihren Darbietungen mit den Gästen zu zwanglosem Beisammensein vereinigten. — Auch Reichsarbeitsminister Seldte veranstaltete emen Musikabend. Das Steiner-Quartett spielte Werke von Schubert und Mozart, und die Pianistin Gertrud D i r r i g l trug Werke von Beethoven und Haydn vor. Ferner gelangte eine viersätziae Hausmusik-Suite von Hermann Blum, dem Musikbeauftragten des Reichsarbeitsministers, zur Urauführung. Das Drama auf Galapagos. Ein rätselhafter Ekelettfund. Der Forschungsreisende Dr. von Hagen, der an Bord des Dampfers „Santa Margarita" in Neu- york angekommen ist, hat, wie er berichtet, auf der zu der Galapagosgruppe gehörenden Insel Santa Cruz (Jndefatigable) ein männliches Skelett gefunden. Das gut erhaltene Skelett lag in der Tortugabucht in der Nähe des Strandes, und man nimmt an, daß es sich um die Ueberreste des auf rätselhafte Weise verschwundenen Robert P Hili p s o n, eines Gefährten der verschollenen Baronin Wagner handelt. Eingeborene der benachbarten Chatham-Insel behaupten, daß Philipson entweder ermordet wurde, wobei man leine Leiche in die Tortugabucht warf, oder man ihn in einem kleinen Boot ausgesetzt und dem Meere preisgegeben habe. Für die zweite Möglichkeit würde die Tatsache sprechen, daß der Fundort des Skeletts in der direkten Strömungsrichtung von der Charles-Insel liegt, auf der die Baronin und ihre Begleiter seinerzeit das verhängnisvolle Südseeparadies gründeten. Der rasche Verfall der Leiche ist durch die Anwesenheit von Millionen von Vögeln und von Fliegen zu erklären, die sich von den Abfällen des auf der Inselgruppe betriebenen Schildkrötenfangs nähren. Eine andere Vermutung geht dahin, daß das aufgefundene Skelett von dem verschollenen deutschen Naturforscher Camillo Ihle aus Dresden stamme. Er besuchte die Galapagos-Inseln im Dezember 1931 und kehrte von einer Bergbesteigung nicht mehr zurück. Erdbeben tn hawal. Die Hawai-Inseln wurden von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, dem eine riesige Flutwelle folgte. Der am Strand angerichtete Schaden ist sehr beträchtlich. Zahlreiche Fischerboote und Jachten wurden an das Ufer geworfen, ferner Eisenbahngleise aufgerissen. Der Leiter der Erdbebenwarte hatte die Flutwelle vorausgesagt; er kündigte außerdem bevorstehende schwere Ausbrüche der Vulkane Kilaue und Mannaloa an, deren regelmäßig eintretende kleine Ausbrüche bereits seit Wochen überfällig sind. Schwere Stürme an der nordportugiesischen Küste. An der nordportugiesischen Küste wüten schwere Stürme und Regengüsse. Weite Gebiete sind überschwemmt. In den reißenden Flüssen treiben entwurzelte Bäume usw. Fast alle Brücken sind zerstört. In Oporto stürzte ein Haus ein. Im Hafen ereigneten sich einige Schiffszusammenstöße ohne ernsthafte Folgen. Ein- und Ausfahrt von Schiffen ist völlig unmöglich. In der Nähe von Aveiro wurde ein Militärflugzeug, das im Begriff war, aufs Wasser niederzugehen, vom Sturm erfaßt. Es versank -sofort. Der Führer wurde gerettet, aber er starb bald darauf. Der Kampf um den Südpol. Der amerikanische Flieger Ellsworth stieg von der Dundes-Jnsel im Südpolargebiet zu einer neuen Polüberfliegung auf. Nach 10'/2stün- digem Flug mußte er jedoch sein Unternehmen a b- brechen, da ihm außerordentlich starke Seitenwinde sehr weit von seinem Kurs abgetrieben hatten. Ellsworth legte mit seinem Flugzeug „Polarstern" ein Drittel der Entfernung bis zum Roß- Meer zurück. Er entdeckte dabei jenseits der Ste- fansson-Meerenge südlich von Kap Eielson eine in nordwest-südöstlicher Richtung verlaufende Bergkette, deren Höhe er auf 700 bis 1100 Fuß schätzt. Es scheint sich demnach die Annahme, daß das Südpolgebiet von einem großen zusammenhängenden Fe st land eingenommen werde, zu bestätigen. Tödliche Vergiftungen durch Backpulver in San Franzisko. Die Polizei in San Franzisko untersucht 2 0 Vergiftungsfälle, die sich innerhalb der letzten zwei Wochen nach dem Genuß eines Backpulvers ereignet haben. Drei Todesfälle und 13 Erkrankungen konnten bisher einwandfrei auf diese Ursache zurückgeführt werden. Es handelt sich um ein Backpulver, das zu Schleuderpreisen abgesetzt wurde. Die Polizei verhaftete zwei jüdische Verkäufer und erließ eine allgemeine Warnung an die Hausfrauen. Tausend Mark für einen Lebensretter. Eine 17jährige Kölnerin, die im September in Dorfprozelten am Main zur Erholung weilte, fiel bei einem Spaziergang in den Main. Das Mädchen wäre zweifellos ertrunken, wenn nicht der zufällig in der Nähe weilende Schiffer Markus Fuchs herbeigeeilt und sie unter Einsatz seines Lebens gerettet hätte. Die Eltern des Mädchens ließen dieser Tage dem Lebensretter ihres einzigen Kindes den Betrag von 1000 Mark als Belohnung zugehen. vier Kinder ertrunken. Im Ueberfchwemmungsgebiet der Dendee ereignete sich ein schweres Unglück, das vier Todesopfer forderte. Ein Bauer aus der Nähe von Fontenay-le-Comte wollte mit seiner Frau und seinen vier Kindern im Alter von 11 bis 22 Jahren mit einem Boot sein vom Hochwasser eingeschlossenes Haus verlassen unö sich zu höher gelegenen Nachbarn begeben. Aus bisher unbekannter Ursache schlug das kleine Boot plötzlich um und die sechs- köpfige Familie versank mit ihrem Hab und Gut in den Fluten. Der Bauer selbst konnte sich über Wasser halten, und es gelang ihm auch, seine Frau auf eine seichtere Stelle zu retten. Seine vier Kinder jedoch ertranken. Lederfabrik bei Köln niedergebrannl. Die Lederfabrik Stark & Büdermann in Rösrath bei Köln wurde durch ein Groß feuer völlig vernichtet. Das Feuer entstand in einer Entlüftungsanlage. Es fand an den umfangreichen, leicht brennbaren Ledervorräten und Deien so reiche Nahrung, daß es in wenigen Minuten einen riesigen Umfang annahm. Zahlreiche Feuerwehren bekämpften den Brand. Glücklicherweise kamen Menschenleben nicht zu Schaden. Eine Stunde lang raste das Feuer, dann war von der schönen Fabrik nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übrig. Lediglich ein Kesselhaus blieb unversehrt. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Ueberschwemmungen in England. Weite Teile Mittel- ^md Südenglands leiden unter den Ueberschwemmungen, die durch die außergewöhnlich starken Regenfälle verursacht worden sind. Bei Windsor hat die Themse einen Teil des Schloßparkes und die berühmten Spielfelder von Eton überflutet. In London selbst ist man über das Ansteigen der Themse beunruhigt. In Roberts- bridge bei Hastings sind viele Schafe in den Fluten ertrunken. Die Bewohner mußten sich in die oberen Geschosse ihrer Häuser flüchten. In dem bekannten Badeort Bath stehen hundert Häuser unter Wasser. Der Verkehr wird mit Ruderbooten durchgeführt. Auch in vielen anderen Orten stehen die Straßen teilweise 50 Zentimeter bis 1,50 Meter unter Wasser. Kleine politische Nachrichten. Bis zum Jahresende wird, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, eine größere Zufuhr von Schweinen auf dem Austauschwege ohne Aufwendung von Bardevisen erfolgen, und zwar werden 1 7 0 0 0 0 Schweine den Großviehmärkten geschlachtet zuge- führt werden. Der Führer und Reichskanzler hat in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen den französischen Botschafter empfangen. Die Unterhaltung, die die allgemeine politische Lage zum Gegenstand hatte, war von einem freundlichen Geist getragen und bot Gelegenheit, den guten Willen beider Regierungen festzustellen. Der Führer und Reichskanzler empfing im Hause des Reichspräsidenten den neuernannten Königlich Siamesischen Gesandten Phya Rajawangsan zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Daran schloß sich der Empfang des neuernannten Königlich A f - ghanischen Gesandten Allah Nawaz Khan, der ebenfalls sein Beglaubigungsschreiben überreichte. An dem Empfang nahmen ferner teil Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath und die Herren der Umgebung des Führers. Der Führer und Reichskanzler hat dem Generalmajor a. D. Graf von der Schulenburg zum 70. Geburtstag telegraphisch herzlichst« Glückwünsche übermittelt. e Die deutsch-lettländischen Wirtschafts» Verhandlungen sind zu einem vorläufigen Ab» schluß gelangt. Die beiden Abordnungen haben sich grundsätzliche über den Inhalt des abzuschließenden Abkommens geeinigt. Der Leiter der deutschen Ab» ordnung, Botschaftsrat Dr. Hemmen, ist wieder nach Berlin abgereist, während sich die Übrigen Ab» ordnungsmitglieder zu wirtschaftlichen Verhandlungen nach Reval begeben haben. Die italienische Regierung hat die Ein» ladung Englands zu der bevorstehenden Flottenkonferenz in London angenommen. Damit Die Tlo\- und Vrolgemeinschafl des deutschen Volkes überwindet im Winlerhilfswerk alle Hindernisse! werden sämtliche Unterzeichnerstaaten des Londoner und Washingtoner Flottenvertrages auf der Konferenz vertreten fein. Die italienischen Vertreter werden voraussichtlich Konteradmiral Rainer! B i s c i a und Kapitän M a r g o t t i n i sein. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Wirbeltätigkeit hat ihren Schwerpunkt von Südwesteuropa ins Mittelmeergebiet verlagert. Dadurch wird das Vordringen feuchter Luftmassen über den Balkan nach Deutschland begünstigt. Eins wesentliche Aenderung des bestehenden Witterungs» charakters ist damit nicht zu erwarten. Doch wird sich voraussichtlich die Niederschlagsneigung wieder verstärken. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig oder nebelig und meist bewölkt, zeitweiliger Niederschlag (im Gebirge teilweste Schnee), bei überwiegend östlichen Winden Temperaturen wenig verändert. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der überwiegend unfreundlichen und für die Jahreszeit zu kalten Witterung, zeitweilige Niederschläge. Lufttemperaturen am 21. November: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 22. November: morgens 2 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. November: abends 4,3 Grad; am 22. November: morgens 3,4 Grad Celsius. — Niederschlag 2,5 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 3utn Totensonntag! Geschmackvolle Blumengebinde Amen-Weber jetzt Settersweg 54, Ruf 2636 Eigene Gärtnerei: Am Nahrungsberg 65 Blumenspenden-Vermittlung nach allen Orten des In- und Auslandes 67ood Edgar 6705 a BorrmannS: Surechdie ‘Richtigen preiswert Gießen Neustadt 5 Refiauvant67,1 D Keine Ursprungs* eengnisse, sondern nur Zeugnis- abjchrlften dem Be werbungs>chreiben beilegen I - LichtbUder un dB ew erbun göun ter- lagen müssen zur Ver- meidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen l W ' " '— Znverl. Person t.dortBezirksfil. a Generalvertet. ges. Hob Dauer verd.Berufgleich (Kostenfr. Einf.) Gehring ACo. I 6. m.b. H. I Unkel/Rhein 410 | ■ 6714D M SleÄiTe sofort gesucht. Schr. Angebote unt.04996 an den Gießen. Anzeig. Stütze zuml.Dezember gesucht. Kochen erwünscht. Mäd- chen vorh. «?osl) Zängler, Wald- kaserne, Wirt- schqftsgebäude 1 stzonzevtt Rr GG (f W* W* W > sofort gesucht. . 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Die Versteigerung erfolgt auf Antrag des Verwalters im Konkurse über das Vermögen des Kauf- manns Emil Weißenberg, früher in Gießen, jetzt in Faisa (Palastma) und gleichzeitig zum Zwecke der Zwangsvollstreckung. 6415D Gießen, den 12. Oktober 1935. 2m Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karts. Ortsgerichtsvorsteher. Suche für sofort oder 1. Dez. ein fleißig., ehrliches Mädchen f. Geschäftshaushalt, nicht unter 18 Aahren. 67ioD Bäckermeister Dietrich,Beuern bei Gießen. Tüchtiges Mags-lÄhen öeLHorst-West.- Wall 39 *1. 04995 [Stellengesuche] MMM v.Lande,d.schon int Haush. tätig war, sucht sofort Stellung. Näh. Lonuftr.4H.°^ fleißige Mädchen im Alter von 19 und 21 Jahren suchen z. l.Dez. Dauerstell. Gute Zeugnisse vorh. Schriftl. Ang. u. Q5O04 a.d.G.A. Verkäufe I 2 Vogelsberger MW verkauft 04993 Lounsvoch Br.132. ElMNlMS mit freiw.Wohn. 3x3 Zimm., Hof und Garten, i.N. Bahnhof, preiswert zu verkauf. Schr.Angeb.unt. 04988 an d.G.A. Sehr gut erhalt. DamJinlermanlel billig zu verkauf. 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Asuncion, November 1935. „Der Krieg zwischen Bolivien und Paraguay ist z u E n d e!" Das hat die seit Monaten in Buenos Aires tagende Friedenskonferenz soeben feierlich verkündet, und diese Formel entbehrt auch keineswegs des tatsächlichen Hintergrundes. Der Kneg ist faktisch zu Ende. Die Truppen sind der Kampfzone zurückgezogen, bis auf die im Waffenstlllstandsvertrag zugestandenen 5000 Mann demobilisiert und in ihre Heimat entlassen worden. Paraguay das zwar nicht als offiziell anerkannter, aber doch tatsächlicher Sieger aus dem blutigen Nmgen hervorgegangen ist, erlebte noch einmal einen großen Tag beim feierlichen Einzug der Truppen mit dem Oberbefehlshaber General Esti- garribla an der Spitze in der Hauptstadt Asuncion, zu zeigengann bas ßcben wieder sein Alltagsgesicht Aber dieses Alltagsgesicht weist doch gegen früher veränderte Zuge auf. Zunächst macht sich eine ge- wlsse Überheblichkeit den Ausländern gegenüber bemerkbar die nahezu peinlich wirkt. Es geht eine -welle durch das Land, die voraussichtlich in einer -veschrankung der dem Ausländer bisher gewähr- ten Freiheiten ihren Niederschlag finden wird. Das wird sich vor allem in der Einwanderungsund Siedlungsgesetzgebung auswirken. Soweit dadurch neue Einwanderer aus Deutschland ferngehalten werden, sich in Paraguay niederzulassen, wären solche Maßnahmen SL begrüßen, denn zur Zeit dürfte aus wirtschaft- llchen Gründen kaum ein Land in Südamerika für eine deutsche Einwanderung weniger zu empfehlen sein als gerade Paraguay. Anderseits steht und fällt die Zukunft dieses an mancherlei Schätzen reichen Landes mit der Einwanderung und planmäßigen Besiedlung. Eine Beschränkung oder Erschwerung der Einwanderung würde sehr kurzsichtig sein und die wirtschaftlichem Schwierigkeiten nicht unerheblich erhöhen. Die wirts ch a f t l i ch e Lage Paraguays war zu keiner Zeit besonders glücklich. Durch Krieg und Weltkrise hat sie indessen eine Verschärfung erfahren, die bedenklich stimmen muß. Gewiß: der Reichtum des Bodens läßt es nicht zu, daß jemand in Paraguay Hungers sterben wird, aber der allgemeine Lebensstandard ist auf einem Punkt angelangt, der sich auf der Skala nicht nur europäischer, sondern auch amerikanischer Länder wohl nicht mehr finden wird. Als ausgleichendes Moment ist allerdings — glücklicherweise — die große, fast sprichwörtliche Bedürfnislosigkeit des Paraguayers zu bewerten, die ihn ja auch neben seinem persönlichen Mut zu den hervorragenden Leistungen im Chaco-Kriege befähigte. Die entwertete Währung hat gerade in der letzten Zeit noch einen argen Stoß erhalten. Um eine ruhige Abwicklung der Demobilmachung zu ermöglichen, mußte den Truppen der seit Jahren rückständige Sold ausbezahlt werden. Da die Kassen dazu nicht ausreichten, druckte man einfach Millionen über Millionen. Wieviel? Genaue Zahlen erfährt man nicht, aber es müssen sehr viele Millionen gewesen sein. Die wirtschaftliche Depression trägt natürlich dazu bei, gewisse innerpolitische Spannungen zu verschärfen. Diese sind akut geworden infolge des schleppenden Ganges der Verhandlungen der Konferenz in Buenos Aires, wo hinter verschlossenen Türen um den Frieden gefeilscht wird wie in einem orientalischen Bazar. Man fürchtet in Paraguay um den Siegespreis betröge n zu werden, man glaubt, daß die Feder der Diplomaten wieder entreißen wird, was man mit dem Schwert gewann, und diese nervöse Stimmung findet ihren Ausdruck in einer starken Opposition gegen den Staatspräsidenten D r. A y a l a. Man macht ihn für den Waffenstillstand verantwortlich. Tatsächlich ist der Waffenstillstand wohl in erster Linie darauf zurückzuführen, daß Präsident Ayala an einem Endsieg zu zweifeln anfing. Vielleicht hatte er recht. Wer will das entscheiden? Nach übereinstimmenden Berichten war jedenfalls bereits Anfang dieses Jahres der Mangel an Mannschaftsersatz außerordentlich 'fühlbar, zumal die infolge des paraguayschen Vorrückens sich dauernd vergrößernde Etappe wegen der sich ständig vermehrenden Nachschubschwierigkeiten eine unverhältnismäßig große Zahl von Offizieren und Mannschaften beanspruchte. Dazu kam, daß die Wirtschaftslage immer drückender wurde. Aber jetzt fragt man angesichts der unbefriedigenden Verhandlungen der Friedenskonferenz, ob der Waffenstillstand nötig war. Und ein großer Teil der Völker beantwortet diese Frage — ob mit Recht oder nicht, soll hier nicht untersucht werden — mit einem vernehmlichen Nein! Man macht Dr. Ayala zum Vorwurf, daß er sich au einem Kompromiß habe drängen lassen, der Der tatsächlichen Lage nicht entspreche. Ein paar Monate weiteren Durchhaltens hätten dem Lande, so meint man, den endgültigen Sieg über Bolivien geschenkt. So aber feien die unglaublichen Blutopfer drei Jahre lang umsonst gebracht. Die Opposition hat manchen Zulauf im Lande. Anderseits hgt auch Dr. Ayala viele Freunde, die ihm nicht vergessen, daß er in den schweren Kriegsjahren mit sicherer und starker Hand die Geschicke des Landes geführt hat. Die Spannungen würden auch fraglos nicht so .stark sein, wenn nicht die Wahl des Staatspräsidenten gewissermaßen vor der Tür stände. Wahlen pflegen ja die leicht erregbaren Gemüter aller Südamerikaner oftmals bis zur Siedehitze aufzupeitschen und die Leidenschaften in einer für uns Deutsche vollkommen unfaßbaren Form anzu- stacheln. Die Amtsperiode Dr. Ayalas läuft am Der sprichwörtliche Reichtum Schwabens an Geisteshelden läßt vermuten, daß sie gemeinsame Ahnen haben, und so hat sich die Forschung denn eingehend mit den Ahnentafeln der berühmten Schwaben beschäftigt. Die Ergebnisse waren in der Tat überraschend, auch wenn man es als zu weitgehend bezeichnet, daß eine einzige Frau, Regina SorbiM, die Vermittlerin dieses Erbgutes war. Wohl stammen Uhland, Hölderlin, Schelling und G e r o k von ihr ab, aber darum kann sie doch nicht den Anspruch darauf erheben, die einzige schwäbische Geistesmutter zu sein, sondern nur eine unter vielen. „Der Ausdruck „Geistesmutter" verführt allzuleicht zu der Annahme, daß die großen Nachkommen gerade von dieser Ahnfrau besonders viel geerbt hätten. Dies ist aber ganz unwahrscheinlich. Uhland, Schelling und Hölderlin stammen erst in sechster Geschlechterfolge von Regina ab. In dieser Generation hat jeder noch 63 weitere Ahnen, von denen er der Wahrscheinlichkeit nach gleichviel geerbt haben kann." Mit dieser Einschränkung leitet Dr. F. B r e t s ch n e i d e r seine in der Zeitschrift „Volk und Rasse" veröffentlichte Ueber- sicht über die neuesten Forschungsergebnisse ein. Es wurden nämlich neuerdings vier Stammväter großer Schwaben ermittelt. An erster Stelle ist der Reutlinger Reformator Matthäus Alber zu nennen, der von 1495 bis 1570 lebte. Unter den 11. August 1936 ab. Nach alter Tradition pflegt die Wahl des neuen Präsidenten zu erfolgen. Demnach müßte die Präsidentenwahl um den 10. Februar 1936 herum erfolgen, so daß nur wenig mehr als drei Monate Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung stehen. Nach der Verfassung ist die Wiederwahl eines Präsidenten aber unzulässig. Trotzdem ist man an Dr. Ayala herangetreten und hat ihn gebeten, sich als Kandidaten zu stellen. Eine Verfassungsänderung, die dann allerdings notwendig wäre, ließe sich bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Parlaments wahrscheinlich durchdrücken. Dr. Ayala hat das Ansuchen zwar abgelehnt, immerhin nimmt man diese Ablehnung offenbar nicht sehr ernst, denn andernfalls wäre die heftige Opposition gegen ihn nicht zu verstehen. Unter anderem wirft man Dr. Ayala seine jüdische Abstammung vor; die starke jüdische Einwanderung der letzten Zeit und ihre Begleiterscheinungen haben den Antisemitismus geweckt und ihm dauernd Anhänger zugeführt. Leider ist auch die Person des Generals Esti- garribia in den Streit der Tagesmeinungen hineingezogen worden. Er steht zu Ayala und wird deshalb schwer angegriffen, obwohl Paraguay keinem Mann größeren Dank schuldet als diesem bewährten Soldaten. Die innerpolitische Lage ist jedenfalls gespannt. Die bevorstehende Wahl erhitzt die Köpfe, und es wird manches Wort geredet, was man nicht auf die Goldwage legen soll. Es wird auch manches getan, was man später gern wieder ungeschehen machen möchte. Aber es herrscht in Paraguay eine Schwüle, wie sie in südamerikanischen Ländern oftmals Dem Ausbruch von Revolutionen voranzugehen pflegt. Man darf nicht vergessen, daß sich heute überall im Lande Waffen und Munition genug befinden, die von dem heimkehrenden Soldaten einfach mitgenommen worden sind. Bräche heute in Paraguay eine Revolution aus, dann würde sie sehr blutig und opferreich sein. Andererseits soll der Teufel keineswegs an die Wand gemalt werden. Vorläufig haben die besonnenen Elemente wohl noch soviel Einfluß, einem allzu stürmischen Drängen der Opposition Halt zu gebieten. Nachkommen dieses geistesstarken und unerschrockenen Mannes, der ein „schwäbischer Luther" genannt wird, finden wir Schiller, Uhland, Fr. Th. Vischer, Hegel und andere. Zum Ahnherrn Schillers roirt) Alber, dessen Vorfahren wohl vom Süden her nach Reutlingen kamen, durch die Ehe seiner Tochter Klara mit dem aus Wemding in bayrisch Schwaben stammenden Pfarrer Schrot- l i n. Der Sohn Schrötlins wurde Generalsuperin* tenbent und seine Gattin, die Schwiegertochter Schrötlins, stammt ebenfalls aus einem Pfarrhaus, so daß das protestantische Pfarrhaus also in Schillers Ahnentafel eine bedeutsame Rolle spielt. Auch der württembergische Reformator Brenz hatte viele berühmte Nachfahren, da er sich in den Stammtafeln Uhlands, Hegels, Hauffs und G e r o k s findet. Als ein dritter schwäbischer Ahnherr größten Stils ist auch Johannes Baut anzusprechen, der im 15. Jahrhundert Schultheiß von Zuffenhausen war, das jetzt ein Vorort Stuttgarts ist. Er war mit Elisabeth von Plieningen vermählt, die einem altwürttembergischen Adelsgeschlecht entstammte, das erstmals 1142 erwähnt wird. Von diesen Ahnen leiten Schiller, U h - land und M ö r i k e, Hölderlin, Hauff, Fr. Th. Vischer, G e r o k, Wilhelm Waiblinger, Hegel, Schelling, der Nationalökonom Planck und Gustav von S ch m o l l e r ihre Herkunft ab. Unter den Nachfahren befinden sich einige, Oie Ahnen der berühmten Schwaben. Aus den Stammtafeln großer deutscher Männer. W I Der Führer der englischen Flotte in der Seeschlacht am Skagerrak, Großadmiral Iellicoe, ist im 76. Lebensjahre in London gestorben. (Weltbild-M.) die mehrfach von Baut abstammen, wie Uhland und Gerat. Schließlich sei als vierter Ahnherr der berühmten Schwaben noch der Tübinger Stiftsverwalter Ludwig R i e p p angeführt, der in den Ahnentafeln von Mörike, Hauff, Gerak, Hegel, Planck und Vischer varkammt. Wenn man nun bedenkt, daß auch der große Mann ein Mosaik aus den Erbwerten seiner Ahnen ist, so kann man abschätzen, in welcher Verdichtung hier wertvolles Erbgut an die Nachfahren weitergegeben wurde. Von besonderer Bedeutung waren dabei jeweils auch die richtige Gattenwahl der Vorfahren und ihr Kinderreichtum. Es genügt darum nicht, darauf hinzuweisen, daß viele berühmte Männer nicht geboren wären, wenn ihre Eltern Kinderreichtum gescheut hätten, sondern wichtig ist auch, daß ihre Ahnen über eine große Kinderzahl verfügten und so einen genügend breiten Nährboden für die Nachfahren geschaffen haben. Wenn man die vier genannten Ahnherren der großen Schwaben und ihre Nachfahren im Hinblick auf ihre Berufstätigkeit wertet, so fällt auf, daß überraschend viele von ihnen protestantische G e i st l i ch e waren. „In vorbildlicher Weise wurde das kinderreiche protestanttsche Pfarrhaus, zumal das schwäbische, zum Sammler, Vermehrer und Ueberträger wertvoller Erbwerte. Es erscheint in den Ahnentafeln von Schiller und Goethe, Uhland und Mörike, Hauff und Hölderlin, Vischer und Gerok, Schelling und Hegel und vieler anderer Geistesgrößen. Mit dem kinderreichen Pfarrhaus half die Reformation den biologischen Grund legen, auf dem im Austausch mit anderen gehobenen Schichten und unter Nachschub frischen Blutes aus dem Volke die Blüte des deutschen Geisteslebens erwuchs." Am Montag, 25. November, beginnen wir in den Zamtltenblättern mit der Deröftentltchung eines neuen Werkes: Der norddeutsche Dichter Wilhelm S ch a rr e l m a n n schreibt in seinem Roman Lars der Gerechte die Geschichte eines Mannes und seiner kleinen Kamille, die Geschichte einer Sehnsucht nach eigener Scholle, die alte Geschichte von Schuld und Schicksal, von Sühne und neuem Lebensbeginn. Lin ernsthafter, menschlich und dichterisch wertvoller. dabei ungewöhnlich spannender Roman. Der gute Wille. Von Joses Friedrich perkonig. Wir haben einen Muttertag, einen Volkstrauer- tag, einen Tag der Musikpflege und auch noch den einen und anderen Tag, dessen Name mir augenblicklich nicht geläufig ist. Einen Tag des guten Willens aber Haven wir, glaube ich, nach nicht. Und wenn er auch wirklich schon gefeiert werden sollte dann ist er zu unbekannt geblieben, denn ich erinnere mich seiner wahrlich nicht. Ich bin weit davon entfernt zu meinen, daß em solcher Tag des guten Willens uns von heute auf morgen bessern wird, daß er böse Dinge ungeschehen machen, dunkle Absicht und beklagenswerte Veranlaaung aufheben wird. Aber er wird melleicht Empfindsame nachdenklich, Lane wärmer, Gleichgültige unsicher werden lassen, und mit dieser kleinen Steigerung in einen nächst höheren Grad, mag sie auch nur vorübergehend sein, ist schon manches getam Genau so wie eine Mutter vielleicht an dem einen Ehrentag nur wegen des sanften Zwanges den eine sinnige Einrichtung verursacht, geringe Vorrechte gemeßt und froh schon ist über das Geringe, das immerhin mehr ist als ein Nichts, würde auch em Tag des Tuten Willens, der guten Meinung für Stunden wenigstens versuchen, sich für vergangene-drechun- berbtokunM Morgen schon wieder vergessen sein, sie sind mehr ale5niHt5nämIid) ein Irrtum zu glauben, daß so • 1,1 Vorsatz sich wieder m Leere nuflöftna3ft9er nur einmal gefaxt worden, dann ist f„nrh?n6en ift ein Geschöpf und unterworfen den "geheimnisvollen Gesetzen des Lebens. Irgendwo ist e? dann dem Geschehen um uns und in uns Cimanri,mu6 also den Menschen immer wieder Gelegenheit geben gute Vorsätze zu fassen, man muß haar ö efe Bereitschaft in e.ne gewisse Ordnung Ken unb es geschieht am besten, indem man b.rl"gg"if in diesem Falle einen Tag, tn eine em- ^"111*, SHbftot einkleidet. An einem solchen Tage !°der e was Gutes tun und etwas Gutes mu6t‘ >Das Tun durfte keinen Aufschub erleiden, brauchte nur ein Vorsatz zu bleiben, das Wollen ) reiM,are5 Ergebnis, ist es um Wesentliche scheint mir: daß an so f? lch°ner. Da' W J @üte in bic Welt käme, einem Tag ein Menschen nur immerzu em- 7 ^"darauf. Man predigt ihnen von red°n. I ^ Seid immer gut! Und sie überhören es es wird ihnen, raschlebig, wie sie nun einmal sind, bald ian?we'lig. einen Tag lang! Aber saget ihn-n. --- “$ten e5 entlastet ein „S »US Also feiern wir einen Tag des guten Willens und beginnen wir ihn damit, jeder und jede, daß wir jemandes Hand erfassen, dessen Namen wir noch gestern nicht in den Mund nehmen wollten. Für unser nachträgerisches Herz brauchen wir den guten Willen am meisten. Oie Versöhnung Eine Anekdote von Korfiz &oim Zwischen dem kürzlich in sein achtes Lebensjahrzehnt getretenen Max Halbe und Frank Wedekind hat es besonders häufig den in München-Schwabing landesüblichen Schriftstellerkrakeel gegeben, und es scheint mir wohl der Mühe wert, es hier an ein paar Beispielen zu zeigen, in welch barocker Form sich dann der Grimm Frank Wedekinds zu äußern pflegte. Es ist ein schöner Zug von Halbe, daß er, der damals um die Jahrhundertwende schon eine Weltberühmtheit war, auch seine noch so gut wie unbekannten Kunstgenossen — darunter, wie ich dankbar sagen darf, auch mich — niemals gnädig herablassend behandelt hat, sondern von vornherein als gleichgestellte Kameraden. Er zog uns Junggesellen, die wir seine noble Gastfreundschaft doch nie erwidern konnten, so oft es ging, zu sich ins Haus und ließ uns reiche Anregung in dem Verkehr mit all den Größen der Literatur, der Kunst und des Theaters finden. Denen wir Dort begegneten. Denn wer, Der in Der Hinsicht etwas beDeutete, verkehrte nicht bei Halbe, war nicht auf Du unD Du mit ihm unD feiner schönen Frau, Die außer Dem Reiz ihrer Erscheinung auch einen hellen Kopf und urgesunden Mutterwitz für sich ins Feld zu führen hatte! Vor allem aber darf, wer ihrer huldigend gedenkt, nicht unterlassen zu erwähnen, wie sie kochte. Bei Halbes gab es kein Stadtküchenessen, das meistens mehr das Auge als Den Gaumen reizt, fonDern gepflegte Hausmannskost aus ganz erlesenen Grundstoffen in noch erlesenerer Zubereitung. Luise Halbes Meisterschaft auf dem Gebiete war so groß, daß sich Frank Wedekind, als es einst wieder einmal zwischen ihm und Halbe Streit gegeben hatte und er es einfach nicht begriff, wie man in dessen Haus verkehren könnte, zu der Behauptung aufschwang, die anderen, die nicht seiner Meinung waren, gingen nur gleichsam bestochen durch dies fabelhafte Essen hin. Um Halbe zu „erschrecken" — Denn Bürger zu erschrecken war von je sein Lieblingssport — ließ er Damals Die Nachricht in Die Zeitung setzen, er ftänDe vor dem Abschluß einer satirischen Komödie „Männerstolz vor Schweinebraten". Halbe begriff sofort, daß das auf ihn und seine Gäste zielte, hat aber nur dazu gelacht. So schreckhaft, wie ihn Wedekind sich wünschte, war er nicht, und auch gar nicht so bürgerlich, obgleich er ein gut bürgerliches Esten schätzte. Als kurz darauf Frank Wedekind so schwer erkrankte, daß man für sein Leben Sorge trug, ging Halbe, der trotz manchem Krach mit Freunden ein vorbildlich treuer Freund war, zu ihm hin, und sie begruben ihren Zwist. — Wedekind wurde wieder gesund und fing allmählich, malerisch auf einen Stock gestützt (um feine noch immer große Schwäche zu betonen), durch Schwabings Straßen zu lustwandeln an. So kam er eines Tages Halbe in den Weg. Der streckte ihm die Hand entgegen. „Nun, glücklich wieder auf den Beinen, lieber Frank?" Wedekind schob feine Rechte in die Tasche und sagte wohlartikuliert: „Herr Doktor, nimmt mich wunder, was Sie von mir wollen." „Ja aber, Frank, weißt du nicht mehr: wir haben uns doch versöhnt?" „N u r für den Todesfall, Herr Doktor", klang es eisig zurück. Der große Dämoniker hatte sich diese Antwort sicherlich vorher zurecht gelegt, und wenn er so etwas auf der Pfanne hatte, schoß er auch los und opferte weit lieber einen Freund als einen Witz. — Daß dies Histörchen wahr fei, kann ich freilich nicht beschwören, denn nicht Max Halbe hat es mir erzählt, sondern Frank Wedekind. Eine menschliche Rechenmaschine. Der Engländer Alfred Phillips aus Bognor Regis, der jetzt das ansehnliche Alter von 92 Jahren erreicht hat, ift ein wahres Weltwunder, denn noch heute zählt er zu den schnellsten und zuverlässigsten Rechenkünstlern der Welt. Mit Recht nennt man ihn eine menschliche Rechenmaschine. Die schwersten Aufgaben, die für den gewöhnlichen Sterblichen eine regelrechte Plage sind, erscheinen ihm als reines Vergnügen. Der fröhlich wie ein Jüngling in die Welt blickende alte Herr erzählt gern, daß man in seiner Schulzeit auch nicht die geringsten Anzeichen für feine außergewöhnliche Begabung entdeckt habe. Im Gegenteil: die Lehrerin schalt den kleinen Alfred einen Dummkopf und konnte es sich nicht ver- kneifen, hinzuzufügen: „Niemals wirst du ein guter Rechner werden." Der Greis freut sich noch heute »wenn diese Jugenderinnerung in ihm wach (frei) Phillips kam dann als Lehrling in den Tuchhandel und fiel bald durch feine verblüffende Fähigkeit fo auf, daß er schnell in eine wichtige Stellung aufrückte. „Ich sehe die Zahlen vor mir", erklärte das Rechenwunder kürzlich einem Besucher; „ich multipliziere, addiere, subtrahiere und dividiere wie andere Leute auch, aber ich habe deutlich das Bild der Ziffern vor meinen Augen. Wenn ich abends nicht einschlafen kann, multipliziere ich Zahlenreihen mit einer Million. Das ist mein Schlafmittel." Hauptmanns „Hamlet in Wittenberg". Die Uraufführung von Gerhart Hauptmanns neuem Schauspiel „Hamlet in Wittenberg" am Altonaer Stadttheater endete mit einem großen Erfolg, der wesentlich durch die vorzügliche Inszenierung und die starken Leistungen Der Darsteller errungen rourDe. Hauptmann hat Den Versuch unternommen, shakespearische HelDen auf einer früheren Lebens» stufe zu schildern unD Damit Die Voraussetzungen für Hamlets Charakter zu klären. Die bei Shakespeare im Dunkel liegen. Es hat Hauptmann, nach seinem Bekenntnis, gelockt, sich Die Gestalt Des Dänenprinzen unD feine Sturm- und Drangzeit in der Stadt Luthers vorzustellen. Hauptmann knüpft also an Shakespeare an. Im Gegensatz zu der von Goethe im „Wilhelm Meister" vertretenen Auffassung läßt er seinen Hamlet schon in Wittenberg von Schwermut und Lebensmüdigkeit überschattet sein. Die Welt ist dem jungen Prinzen schal geworden; im Kreise seiner Freunde und Mitstudenten sucht er die Nachtseiten des Lebens kennenzulernen und verbringt seine Tage in den niedersten Schank- Häusern. In einer dieser Spelunken trifft er die Zigeunerin Hamida, die ihn um Hilfe gegen ihre Peiniger anfleht. Ihre fremde Schönheit bezaubert ihn. Er glaubt, ein Ziel gefunden zu haben, wenn er die schöne Bettlerin aus ihrem Sumpfe empor» hebt, er umgibt sie mit dem Glanz seiner Welt und träumt davon, sie zu seiner Königin zu machen. Er sieht nicht, was sie wirklich ist, sondern behängt die Wirklichkeit mit dem Märchenmantel feiner Einbildung. Während Hamida, das Kind der Landstraße, aus dem goldenen Käfig fliehen will, erwacht Hamlet aus feinen Träumen. Aber nicht die Erkenntnis der Wirklichkeit erweckt ihn, sondern Der Ruf Des Schicksals, Das sich ihm Durch Die Erscheinung seines gemorDeten Vaters ankündigt. So lenkt Hauptmann fein Schauspiel dorthin, wo die Shakespare- Tragödie beginnt. Hauptmanns Hamlet ift ein verträumter Dichter, der feine Phantasie für Wirklichkeit hält, aber unter dem Zugriff des Schicksals erkennen muß, daß ihm Pflichten auferlegt wurden, die nur durch Taten zu erfüllen sind. Die Gefahr des Schauspiels liegt darin, daß die innere Handlung durch ein üppiges Beiwerk der äußeren stellenweise ganz verdeckt wird. Diese Schwäche des Werkes wurde in Altona durch die straffe und ungemein blutvolle Inszenierung Paul Legbands so weit verdeckt, daß eine starke und wirkungsvolle Aufführung zustande kam. In der Darstellung war Gerhart I u ft s Hamlet die stärkste Gestalt. Inge Schmidt gab der Hamida natürliche Leidenschaft. Die Uraufführung wurde mit sehr starkem Beifall aufgenommen, der immer wieder die Darsteller und den Spielleiter vor die Rampe -rtsf» Dr. S i d o w. Aus den preußischen Nachbargebieten = Bieber, 18. Noo. Am Sonntagnachmittag wurden hier in der neuen Schule die vom verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hin- Aufklärung des Raubüberfalls in Frankfurt. Ein guter Fang der Polizei. Frankfurt a. M., 21. Noo. (LPD.) Am Donnerstag vergangener Woche ereignete sich, wie berichtet, in einem Hause in der Wöhlerstraße ein Raubüberfall, bei dem der Diener einer dort wohnenden Familie überfallen, gefesselt und beraubt worden war. Den Bemühungen der Frankfurter Kriminalpolizei ist es nunmehr gelungen, den Raubüberfall restlos zu klären und den Täter, einen schweren Jungen, hinter Schloß und Riegel zu fetzen. Kriminalbeamte nahmen am Dienstag in einer Frankfurter Herberge einen Mann fest, der mehrere Ausweispapiere mit sich führte, die jedoch auf verschiedene Namen lauteten. Wie sich bei der Vernehmung herausstellte, stammten diese Papiere aus Autoberaubungen her, die der Dieb, der aus Nürnberg gebürtige 24jäbrige Friedrich Botsch, angeblich in Westdeutschland, und zwar in Koblenz und Bingen, ausgeführt bat. Er war dann über Mainz nach Frankfurt a. M. gekommen, wo er sich unter dem Namen eines gewissen Löffler aujhielt, mit dem er auf der Wanderschaft die Papiere vertauscht hatte. Bei der Vernehmung fiel dem Beamten die Aehnlichkeit auf, die der Autodieb nach den gegebenen Beschreibungen mit dem Räuber aus der Wöhlerstraße hatte. Man konnte ihn auch schließlich dieser Tat überführen, zumal er gestohlene Kleidungsstücke trug und von dem beraubten Diener wiedererkannt wurde. Der Räuber, der schon wiederholt wegen Diebstahl, Betrug und Körperverletzung vorbestraft ist, lernte sein Opfer am Montag auf der Straße kennen und erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß er einen Diener vor sich hatte. Bei einem zweiten Zusammentreffen auf der Mansarde des Dieners verübte Botsch dann den Raubüberfall, wobei er sein Opfer fesselte und mit einer Schreckschuß- Pistole bedrohte. Da der Diener annahm, es handle sich bei dieser Waffe um einen richtigen Revolver, leistete er keinen Widerstand und rief auch nicht um Hilfe. Auf die Frage des Räubers, ob jemand von den Herrschaften anwesend sei, erklärte der Diener, der Sohn befände sich in der Wohnung. Der Bandit muß nun wohl seine Absicht, der Wohnung einen Besuch abzustatten, aufgegeben haben und raubte dafür die Mansarde aus, um sein Diebesgut in zwei Koffern fortzuschleppen und bei einem „Bekannten" unterzustellen, der inzwischen ebenfalls verhaftet werden konnte. Uebri- aens führte der Räuber vor dieser Tat in Frankfurt noch zwei Autoberaubungen und einen Taschendieb st ahl aus. Ein Todesopfer der KohlenoxydgaS- Dergistung in Hörnsheim. Zu unserem gestrigen Bericht über den bedauerlichen Unfall des Ehepaares D e r n in Hörnsheim (Kreis Wetzlar), das man am Bußtagmittag durch Einatmen von Kohlenoxydgas schwer erkrankt int Schlafzimmer auffand und zur Hilfeleistung nach Gießen in die Medizinische Klinik verbrachte, ist heute weiter mitzuteilen, daß der im Alter von etwa 40 Jahren stehende Ehemann Dem in der letzten Nacht leider an der schweren Vergiftung gestorben ist. Seine Ehefrau, die bereits am gestrigen Donnerstagmorgen das Bewußtsein wieder erlangt hatte, befindet sich weiterhin auf dem Wege der Besserung. Seflirgelausstellung in Krofdorf. 0 Krofdorf-Gleiberg, 18. Nov. Seit fast drei Jahrzehnten in der Zeit seines Bestehens hat der Geflügelzuchtverein Krofdorf und Umgegend eine stete Aufwärtsentwicklung auf dem Gebiet der heimischen Geflügelzucht zu verzeichnen. Das bewies erneut die lokale Geflügelschau am 16. und 17. November im Saalbau der Gastwirtschaft Bender. Zu der Eröffnung der Veranstaltung am Samstagabend batten sich Interessenten in großer Zahl eingefunden. Der Vorsitzende des Vereins, Christian Steiß- Gleiberg, begrüßte die Versammelten, insonderheit den landwirtschaftlichen Ortsfachberater Karl Bender, an den er auch den Dank für einen von der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg gestifteten Wanderpreis, der für die besten Leistungen anerkannter Geflügel-Wirtschaftsrassen zur Verleihung kommen soll, abstattete. In arundsätzlichen Ausführungen wies der landwirtschaftliche Ortsfachberater Bender auf die hohe Bedeutung der deutschen Geflügelzucht hin, wie sie zur allmählichen Unabhänglarnachung vom Ausland gesteigert werden müsse, und wie zu diesem Zweck gerade der Landwirt eine größere Produktivität seiner Geflügelhaltung erreichen müsse. Deshalb sei eine engere Zusammenarbeit der Bauernschaft mit dem Geflügelzuchtoerein sehr wünschenswert. Dann hielt Fräulein Paulus von der bäuerlichen Werkschule in Wetzlar einen aufschlußreichen Vortrag über „Die Steigerung der Legeleistung im Winter". Zahlreiche Lichtbilder ergänzten in bester Weise das gesprochene Wort. Nach diesem vereinspraktischen Teil des Abends blieben die Mitglieder mit ihren Angehörigen in gemeinschafts- gestaltender Weise weiter zusammen. Am Sonntag erfreute sich die Ausstellung des Besuches weiter Kreise der Einwohnerschaft. Das Resultat der Prämiierung, die Geflügelzuchthalter Philipp, Watzenborn-Steinberg vorgenommen hatte, läßt den hohen Stand der heimischen Geflügelzucht erkennen. Den von der Gemeinde gestifteten Wanderpreis, einen silbernen Pokal, erhielt Eduard Weber für eine Gefamtbestleiftung mit weißen Leahornhüh- nern. Auch wurde diesem Züchter der Zuschlagspreis der Geflüaelbörse zugesprochen. Der Zuschlagspreis der Landesfachgruppe fiel auf Hermann Pfaff für schwarze Italiener. Die Ergebnisse: (fg — sehr gut, g = gut, b — befriedigend, ZE = Zuschlagsehrenpreis, Z = Zuschlagspreis.) Adolf Valentin, Wyandottes schwarz, 1 sg, 1 ZE, 2 fgl, 1 sg, 2 g. Christian Steiß-Gleiberg, Lachshühner, 2 fgl, 1 sg2, 1 g. Karl Weber, Sussex hell, 1 sg, 1 ZE, 4 g. Albert Wagner-Gleiberg, Wyandottes blaugold, 4 g, 1 b. Karl Stork, Wyandottes blaugold, 1 sg, 1 ZE, 1 fgl, 2 sg2. Wilhelm Hasselbach, Rhodeländer, 1 fgl, zweimal g. Hermann Pfaff, Italiener schwarz, 1 sg, 1Z der Landesfachgruppe, 1 fgl, 2 sg2, 1 sg3, 3 g. Ernst Bender, Italiener schwarz, 1 sg, 2 g', 1 b. Dr. Seipp, Leghorn, 1 sg. Eduard Weber, Leghorn weiß, 1 sg, 1Z der Geflügelbörse, 3 fgl, 2 sg2, 1 fg, 1 g. August Dapper- Gleiberg, Leghorn, 1 g. Wilhelm Pfaff, Rheinländer schwarz^ 1 sg, 1 Z, 2 fgl, 1 fg2, 1 fg3, 2 sg, 2 g. Karl Schmidt (Sattler), Rheinländer schwarz, 1 sg. Ernst Valentin, Hamburger schwarz, 1 fgl, 1 fg2, 2 g. Hermann Schmidt, Zwerg-Rhodeländer, 3 b. Karl Bittendorf, Schönheitsbrieftauben, 1 sg2, 1 sg3, 1 fg, 2 g. Lukas Bender-Gleiberg, Schönheitsbrieftauben, 2 g. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 22. Nov. Das goldene Ehejubiläum können am heutigen Freitag die Eheleute Konrad Wagner und Frau Katherina, geb. Schleenbecker, Hintergasse begehen. Die Ehegatten, die im 76. bzw. 71. Lebensjahr stehen, erfreuen sich aller Rüstigkeit. Ihre Ehe war mit fünf Kindern gesegnet, von denen drei noch am Leben sind. Ein Sohn fiel auf dem Felde der Ehre, eine Tochter verstarb. Neun Enkel und ein Urenkel werden den Jubiläumstag mitfeiern. — Zur Verwaltung einer vakanten Lehrer stelle wurde Fräulein K o t h e von Aßlar b. Wetzlar nach Krofdorf versetzt. benburg gestifteten Ehrenkreuze für Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer verteitt. Nach einer Ansprache des Vereinsführers des Kriegervereins Johannes Brück überreichte er 44 Ehrenkreuze den Frontkämpfern und Kriegsteilnehmern. Dann sprach er über den Kyffhäuserbund und seinen Zweck und legte jedem ans Herz, sich dem Bunde anzuschließen. Mit Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde die Feier beschlossen. I Hörnsheim, 18.Noo. Die im vergangenen Jahre für die Gemeinden Hörnsheim, Hochelheim und Dornholzhausen errichtete Mädchenfortbildungsschule hat ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Während sich der Unterricht im vorigen Jahre nur auf Nähen und Stricken erstreckte, wird in diesem Jahre auch Kochunterricht erteilt. Die Leitung der Fortbildungsschule hat Fräulein Koch (Lützellinden) übernommen. Iührertagung des Kyffhäuser-Landesverbandes. LPD. Marburg, 21. Nov. Unter Leitung des Führers des Landesverbandes Hessen im Reichs- kriegerbund „Kyffhäufer", Generalleutnant a. D. Fett (Frankfurt a. M.), fand in Marburg eine Tagung der Kreis- und Bezirksführer sowie der Propagandaobleute statt. Als Ehrengäste waren Generalleutnant von Kuhlwein von der Berliner Bundesleitung und Standartenführer Wilms (Kassel) erschienen. Den Mittelpunkt der Versammlung bildete eine längere Rede des Bundesführers, in welcher ein Rückblick auf das Bundesleben in den letzten Monaten gegeben und nach den jetzt geschaffenen klaren Verhältnissen der Weg des Bundes in die Zukunft aufgezeigt wurde. Einer ganzen Reihe von verdienten Führern wurden Ehrungen zuteil. Unfall eines Güterzuges. Die kuppelsiange der Lokomotive abgerissen. — Fernfprechleitung nach Frankfurt gestört. LPD. Frankfurt a. M., 21. Nov. Heute kurz nach Mittag rissen zwischen den Bahnhöhen Vilbel-Süd und Frankfurt a. M. - Berkersheim an der Lokomotive eines Güter- 3 u g e s die rechte Kuppelstange und der Zylinder aus bisher noch nicht bekannter Ursache ab. Die Kuppelstange riß eine Telegraphenstange um, die ihrerseits wieder neun weiter Telegraphenstangen mit umriß. Die Fernsprechleitung in Richtung Frankfurt wurde dadurch gestört. Da der Güterzug auf der Strecke stehen bleiben mußte, bis eine Ersatzlokomotive den Zug abfahren konnte, wurde in der Zwischenzeit zwischen Vilbel-Nord und Frankfurt a. M.-Bonames der Betrieb eingleisig durchgeführt. Eisenbahnbetriebsstörungen tarnen nicht vor. Wirtschaft. Keine jüdischen Börsenmakler mehr. DNB. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht hat angeordnet, daß die amtlich bestellten jüdischen Kursmakler und Kursmakler-Stellvertreter an allen deutschen Börsen mit Wirkung vom 22. d. M. aus ihrem Amt ausscheiden, da öffentliche Aemter nach der ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 nur noch von Reichsbürgern bekleidet werden dürfen. Die Tätigkeit der jüdischen Besucher bleibt im übrigen unberührt. Verstärkung der Schweineeinfuhr. Fwd. Bis zum Jahresende wird, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, eine größere Zufuhr von Schweinen auf dem Austauschwege ohne Aufwendung von Bardevisen erfolgen, und zwar werden 170 000 Schweine den Großviehmärkten geschlachtet zugeführt werden. ♦ ♦ Weiter ansteigende deutsche Erdölförderung. Die deutsche Erdölförderung hat im Oktober 33 227 Tonnen betragen gegenüber 32 091 Tonnen im September. Die Gesamtförderung in den ersten zehn Monaten 1935 beläuft sich somit auf 357 163 Tonnen gegen nur 312 850 Tonnen im ganzen Jahre 1934. Nhein-Mainische Börse. rNittagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 21. Nov. Die Börse verhielt sich mangels nennenswerter Aufträge aus der Kundschaft sehr abwartend. Das Geschäft kam nach der Feiertagsunterbrechung nur zögernd in Gang. Die Grundstimmung war angesichts der Vielzahl günstiger Wirtschaftsnachrichten nicht unfreund- lich^ Trotzdem erfuhren die Kurse am 21 f t i en m a r f t überwiegend Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H., da verschiedentlich etwas Angebot vorlag. Schwächer lagen besonders Montanaktien, Buderus verloren 2,5, Mannesmann 1,13, Stahlverein 0,90 und Hoesch 0,50 o. H. Auch chemische Werte lagen durchweg niedriger, Rütgerswerke und Scheideanstalt gaben je 1 v. H., Deutsche Erdöl 0,50 und IG.-Farben zunächst 0,25 v. H. nach. Elektroaktien lagen eher freundlicher, Siemens gewannen 0,90, AEG. und RWE. je 0,25, Elektr. Lieferungen 0,50 v. H., die übrigen Papiere lagen unverändert, nur Felten ließen 0,65 v. H. nach. Schwächer lagen sonst noch: Kunstseide Aku mit 50,15 bis 50,25 (51,50), Westdeutsche Kaufhof 24,75 (25), Zellstoff Waldhof 108,75 (109,25), Feinmechanik Setter 75,75 (76,50). Etwas höher lagen Nordd. Lloyd mit 16,65 (16,40). Nach den ersten Notierungen ergaben sich überwiegend leichte Rückgänge, wobei der Rückgang der Reichsbankanteile von 185 auf 182,50 (185,50) etwas verstimmte. Das Renten gefchäft hielt sich ebenfalls in engen Bahnen, die Kurse lagen nicht immer voll behauptet. Altbesitz gaben 0,13 v. H., Kommunal- Umschuldung und Zinsvergütungsscheine je 5 Pf. nach. Späte Reichsschuldbuchforderungen und 6vro- zentige Stahlverein notierten unverändert. Von fremden Werten gingen die in den letzten Tagen bevorzugten Mexikaner bis 0,50 v. H. zurück. Im Verlaufe unterlagen die Kurse kleinen Schwankungen, bas Geschäft blieb dabei aber klein. IG.-Farben ermäßigten sich bis auf 147,75 nach 148,50, zogen aber dann wieder auf 148,25 an. Aku notierten bei größeren Umsätzen mit 50 bis 50,50 nach 50,13 bis 50,25. Reichsbank konnten sich auf dem ermäßigten Stand von 182,50 behaupten. Im übrigen war die Kursentwicklung, insbesondere für die erst später notierten Papiere, unregelmäßig, wobei sich aber nur kleine Abweichungen ergaben. AG. für Verkehr 81 (80,50). Am Rentenmarkt erfuhren die variablen Werte keine Veränderung. Auch am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse bei kleinen Umsätzen meist unverändert. Stadtanleihen notierten uneinheitlich, die Veränderungen hatten nur kleines Ausmaß. Industrie-Obligationen lagen still. Tagesgeld blieb zu 2,5 v. H. unverändert. Abendbörse abbrc'ckelnd. Die Abendbörse hatte nur sehr kleines Geschäft und verkehrte am Aktienmarkt überwiegend in etwas schwächerer Haltung. Es lag wieder einiges Angebot vor, dem angesichts der herrschenden Zurückhaltung nur geringe Aufnahmeneigung gegen- überstand. Die Kurse unterschritten um durchscknitt- lich 0,25 bis 0,50 v. H. den Berliner Schlußstand, darüber hinaus gaben IG. Farben um 1 v. H. auf 148 bis 147,75 nach. Scheideanstalt ermäßigten sich auf 212 (212,50), ferner bröckelten Montan- und Elektrowerte ab. Am Kafsamarkt gingen DD.-Bank auf 83,75 (84) und Ludwigshafener Walzmühle auf 144 (145) zurück, Eichbaum-Weraer Bräu notierten unverändert 95, ebenso Schöfferhos mit 160. Deutsche Renten lagen sehr ruhig und ohne Veränderung. Der im Dinlerhilfswerk opfert, beweist fein Deutschtum! Im Freiverkehr entwickelte sich einiges Geschäft in Gulden-Obligationen bei leicht befestigten Kursen; Poung-Anleihe 87, Eschweiler 87,50 bis 88, Ruhr- verband 89. Von Stadtanleihen ließen 4,50 v. H. Mainz von 1926 auf 91,65 (92,25) nach. U. a. notierten: Altbesitz 112,65, 4,75 Stahlverein 1947er 93,65, 4,50 v. H. Mainz von 1926 91,65, 4,50 v. H. Frankfurter Hypotheken-Bank Gold R. 1 bis 4 96,25, 5,50 v. H. Rheinische Hypotheken- Bank Liquid. 100,75, 4 v. H. Rumänen 4,80, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 181, Commerzbank 84, DD.-Bank 83,75, Dresdner Bank 84,50, Harpener 106,50, Rheinstahl 102,13, Stahlverein 75,50, AKU. 50,65, Bekula 141, Bemberg 102,50, IG. Chemie volle 162,25, Conti Gummi 155,25, Deutsche Erdöl 102,75, Scheideanstalt 212, Deutsche Linoleum 136,50, Licht & Kraft 127,50, IG. Warben 148 bis 147,75, Gesfürel 121,25, Holzmann 87,75, Ludwigshafener Walzmühle 144, Eichbaum- Werger 95, Schuckert 116,65, Süddeutsche Zucker 200, Schöfferhos 160, Reichsbahn-Dorzugsaktien 122,65, Hapag 15. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Nov. Auftrieb: 75 Rinder (gegen 55 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 13 Ochsen, 60 Kühe, 2 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh, 531 (768) Kälber, 239 (253) Schafe, 206 (396) Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 76 bis 78 (am 14. November 73 bis 76), b) 71 bis 75 (66 bis 72), c) 65 bis 70 (60 bis 65), d) 58 bis 64 (48 bis 59); Lämmer und Hämmel b2) 48 (48), c) 46 bis 47 (46 bis 47), d) 44 bis 45 (42 bis 45); Schafe e) 41 bis 43, f) 35 bis 40 (34 bis 38); Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). — Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft; Hämmel und Schafe mittelmäßig, geringer Ueberftanb; Schweine wurden zugeteilt. Ueberftanb: 49 Rinber, barunter 4 Ochsen, 45 Kühe, ferner 7 Schafe. Grvßhanbelspreise für Fleisch unb für Dettmaren. Beschickung bes Fleischgroßmarktes: 976 Viertel Rinbfleisch, 106 ganze Kälber, 33 ganze Schafe, 169 halbe Schweine, 10 Kleinvieh. Notiert würben pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76; Bullenfleisch b) 74 bis 78; Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76; Kalbfleisch 84 bis 94, c) 74 bis 84; Hammelfleisch b) 90 bis 95; Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Speck hiesiger Schlachtung, roh unter 7 cm 77 bis 80. — Marktverlauf ruhig. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1271: Ueberwachungsstelle für uneble Metalle. Umstellung auf Lötzinn bis 10 v. H. Sn (XX C). Anordnung mit sofortiger Wirkung aufgehoben. 1272: Ueberwachungsstelle für unedle Metalle. Derbrauchsregelung für Druckereien. 1273: Antragsvordrucke für Ausnahmen von ben Ausfuhrverboten. 1274: „Betitiebsstruktur und Besteuerung im Einzelhandel unb im Handwerk". Die Veröffentlichung ist in zwei Teilen erfolgt, und zwar beschäftigt sich Teil 1 mit dem Nnzelhandel und Teil 2 mit dem Handwerk. Der Preis des Teils 1 ist 2,80 Mk., bes Teils 2 1,80 Mk. Die Teile können einzeln durch den Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik G.m.b.H., Berlin SW 68, Wilhelm- straße 42, bezogen werden. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frantsuri a. JJi. Bern,. Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Dalum 19.11- 21.11. 19.11. 21.11. 6% Deutsche ReichSanIethe v. 1927 100,25 100,4 100,5 100,5 4% Deutsche ReichSanl. von 1984 97,5 97,5 97,5 97,5 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102,25 102,65 Deutsche Anl.-Ablös^Schulo mü AuSlos.-Rechten ............. 113 112,65 112,9 112,65 <*/»% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% eljem.8% Hess. VoWstaat 1929 100,25 100,2 100,2 100,2 (rückzahlb. 102%)............ 97,4 97,4 97,25 97 47i% ehem.8% Hessische Landes- baut Darmstadt Gold 91.12.... 96,25 96,25 96,25 _ 67i% ehern. 4^,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLigui 47i% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R. 6 —- _ 92,25 92,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Am — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113 112,9 113 113 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 67i% ehem. 47i% Franks. Hyp.- Äank-Ltqu.-Psandbriese....... 6%% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe 9t. 19 100,65 100,75 100,65 100,75 100,9 100,75 97 97 97 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand. brtesanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 107,7 97 107,65 97 107,7 Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 107,65 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente 27,75 1,25 28,25 27,5 1,25 28,4 1,25 4% Ungarische Goldrente....... 9,2 9,15 9,3 9,15 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,85 9 9 8,95 4/i% deögl. von 1913.......... 9,13 8,9 9,3 9,15 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische BagdadbahwAuleihe 11,5 11,25 11,25 11,3 ■— ;VranHur a.JJI. «Derrn. Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börle Datum 91.11. 21-11. 19-11. 21-11. 4% desgl. Serie ll ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^i%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier ............... 5,9 8,25 4,75 38,75 15 16,4 80,5 110 84,25 83,75 84.5 185,5 35,5 141 110,4 128,25 103,25 121,75 123,75 116,75 163,75 122 98,5 103 107 84 152,5 125 81,5 6OrÖ 6,13 8,25 4,8 39 15 16,5 81 109,5 84 83,75 84,5 183 35,75 141 110,4 127,5 102,65 121,25 128 124 116,65 164,65 121 96 102,75 106,5 83 153 125,25 81 70-65- 5,8 8,5 4,8 38,9 15 16,5 80,25 109,75 84,25 83,5 84,5 186 36,13 141,13 110,75 128 103,5 121,75 129,5 123,25 116,75 163,5 121,5 99,25 102,75 107 83,75 154,5 125,25 81,25 8M 10,25 6,25 8,5 4,85 39 15,5 17 80,65 109,5 84 84 84,5 182,13 36 141 111,25 128 102,75 121,4 128,5 124 116,75 164 121 96,5 103,13 106,75 82,9 125,75 81,13 7M Ham burg-A m erika-P aket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... g Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank .............. 12 A.C.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. LteferungSgeselljchast... b Licht und Kraft ........... 6 7a Felten & Guilleaume......... 4 Gescllsch.f.Elektr. Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens S Halske............7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus .................... Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke .......... 8 Mannes manu-Rohrea mmn 0 Franttur. u. JJI. «Öerim Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 19-11. 21-11. 19.11. 21.11. ManSfelder Bergbau....... .. 6 1 116 116,5 116,5 116,75 Kokswerke................ .. 6 — 113,5 113 Rheinische Braunkohlen .... . 12 208,5 209 208,5 209,5 Rheinstahl ................ .. 4 103,5 102,13 103,25 102,65 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 77,25 75,5 77 75,65 Otavt Minen ............. .. 0 18,5 18,5 18,5 18,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 126,5 — 126,75 126,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 122 122 122 122,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... I7i 185 186 185,5 186 3- G. Farben-Jndustrte..... .. 7 148,75 147,75 148,75 148,75 Scheideanstalt............. .. 9 213,5 212 Goldschmidt .............. .. 5 103,25 103 102 103 RütgerSwerke ............. .. 6 112,5 111,5 111,75 112 Metallgesellschast........... .. 4 105,5 105,5 105,25 105,25 Philipp Holzmann......... .. 4 88,5 87,75 87,75 87,75 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 7 114,75 114 - - .. 6 129 129 - - Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 4 .. 0 51,5 50,65 102,5 50,75 102,25 50,75 Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... .. 6 .. 5 109,25 102,5 108,75 101,75 109 101,25 108,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 75,25 74,5 75,25 75,13 Dessauer GaS ............. .. 7 — — 124,25 124 Daimler Motoren.......... .. 0 90 89,75 90,25 89,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 136,5 136,5 136,25 136,65 Oren stein & K oppel ........ .. 0 — 76,75 76 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 25 24,75 24,9 24,75 Chade.................... 71/, 294,5 290,5 294 290,5 Accu mulatoren-Fabrik...... 12 — 167,25 Conti-Gummi............. . 8 156,25 155,25 156,25 155,5 Gritzner.............. .. 0 - 27,13 27,5 Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutsche, Zuck« 200 200- - 200 MO Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Banknoten. 1g.November 21 .November Amtliche Geld | Dotierung Brief Amtliche Geld Notierung I »rief Buenos atrex 0,676 0,680 0,676 0,680 Brüssel..... 41,99 42,07 42,00 42,08 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 3,047 3.053 3 047 Kopenhagen. 54,60 54,70 54,62 54,72 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,225 12,255 12,23 12,26 HelsingforS.. 5,39 5,40 5,39 5,40 Paris ...... 16,37 16,41 16,365 16,405 Holland .... 168,68 169,02 168,63 168,97 Italien..... 20,16 20,20 20,16 20,20 Japan ...... 0,709 0,711 0,710 0,712 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo.....: 61,39 61,51 61,41 61,53 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,09 11,11 11,09 11,11 Stockholm... 63,02 63,14 63,04 63,16 Schweiz .... 80,76 80,92 80,72 80,88 Spanten.... 33,93 33,99 33,92 33,98 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest ... — — Neuyork... 2,486 2,490 2,486 2,490 gerHn,21 .November Gelb Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. 2,438 41,84 Dänische Noten ................. 54,41 Englische Noten ................. 12,195 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,315 168,21 Ztalienische Noten................ 19,46 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling 61,25 •— Rumänische Noten......... ..... — Schwedische Noten............... Scbweizer Noten................. 62,87 8M4 Ungarische Sloteo mniwwinwi »ries 2,458 42,00 54,63 12,235 16,375 168,89 19,54 61,49 63,13 80,86 33jj0 M •H 'U O V ..i >5 T« - > ' ! ■ Zx ■> w ■ - z, J M ; .'MliÄ; «V : J: .r> i Hr.273 Drittes Blatt Freitag, 22. NovembeN9Z5 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Schulkinder sammeln Vncheckern für das WHW Weitere Geldspenden für das WHW 56,85 112,65 Am 18593,79 um und uns die 18,45 9,20 11,85 5,93 106,40 75,25 25,41 7,85 782,88 15,95 14,60 8,31 13,30 167,20 31,55 Die mit: 5,— 28,45 12,20 10,70 31,60 10,29 36,65 37,22 470,41 113,50 170,50 46,85 RM. 13690,68 Hallentennis am kommenden Samstag Sonntag ausfallen. Kapitän Gchmehls Dank. Lin Vortrag in Gießen in Sicht. Pressestelle der Stadtverwaltung teilt Znnungsversammlung der Baugewerken-Innung. Freisprechung der Lehrlinge. Dienstagnachmittag hielt die Baugewerkew 810,03 16,05 21,— 105,60 22,25 11,95 22,20 24,30 12,90 38,60 300,— 5 — 55,— 10,— 18,15 5,20 16,40 20,— 5,— 25,— 10,— 200,— 20,— 150,— 15,— 100,— 191,48 8,40 14,90 6,80 9,70 28,70 60,65 23,15 12,— 19,13 20,67 30,90 Die Kreisführung Gießen des Winterhilfswerks 1935/36 teilt uns mit: Am 31. Oktober 1935 spendete die Gefolgschaft der Firma I. B. Noll (Gießen) anstatt 8,65 Mark 171,75 Mark. Die Gefolgschaft der Firma Maler spendete 8,65 Mark. Bei jener Angabe war leider ein Irrtum unterlaufen. Textilhaus Graf, Gießen Univ.-Bersuchsgut, Gießen Stadtkasse, Gießen Bänninger, Gießen Höhere Privatschule, Gießen Harries & Co., Wieseck Wilhelm Möser, Gießen Schunk & Elle Finanzkasse, Gießen Verwaltung der Universitätskliniken, Gießen Kasse der Landesuniversität, Gießen Heilstätte Seltersberg, Gießen Rinn & Cloos, Alten-Buseck Poppe & Co., Gießen Gg. Phil. Gail, AG-, Gießen Eduard Klinke! & Söhne, Gießen Arbeitsamt, Gießen DAF., Gießen Albin Klein, Gießen I. B. Häuser, Gießen Lehrerinnen der Firma Henkel, Düsseldorf Sägewerk Abendstern 12.11.: Hch. Deibel, Lollar Faber, Schnepp & Weimer Alice-Schulverein Winterhoff, Gießen Gail, Rodheim/Krofdorf Baugeschäft Freitag Buderus'sche Eisenwerke, Lollar Didier-Werke, Mainzlar I. B. Noll, Gießen Wilh. Gail, Tonwerke, Gießen Gesamtsumme Richtigstellung. Deutsche Arbeitsfront. Am Samstag, 23. November, findet abends 8.30 Uhr in der Volkshatte Gießen Kapitän und Oberregierungsrat a. D. S ch m e h l, dem Anfang November die Ehrenplakette der Stadt Gießen verliehen wurde, hat in einem Schreiben an den Oberbürgermeister seinen Dank für die erwiesene Ehrung' ausgedrückt und sich gleichzeitig bereit erklärt, in diesem Winter wieder einen Vortrag in seiner Vaterstadt zu halten, auf den jetzt schon hingewiesen wird. Jahrgänge 1913 und 1916 zum Wehrstammblatt anmelden! Die in unserem gestrigen Blatte von der Polizei- direktion Gießen veröffentliche Bekanntmachung über die Anmeldung zum Wehrstammblatt der Jahrgänge 1913 und 1916 ist nunmehr vom Kreisamt Gießen auch für den Bereich des Kreises Gießen ergangen. Die Männer der Jahrgänge 1913 und 1916 in den Orten des Kreises Gießen sind also zur Anmeldung zum Wehrstammblatt verpflichtet. Durch die Bürgermeistereien ihres Wohnortes werden die Dienstpflichtigen auf ortsübliche Art zur Anmeldung aufgefordert, und sie haben zu dem festgesetzten Zeitpunkt pünktlich zu erscheinen, Schulkinder beim Sammeln von Bucheckern für das Winterhilfswerk. (DNB.-Heimatbilderdienft, Photo: Nispel.) Handwerker und Beamte helfen dem WHW! Der 1. Dezember wird die zweite Reichs« Straßensammlung des WHW. bringen. Bei dieser Sammlung werden Handwerker und Beamte als Sammler in den Straßen erscheinen und zwar in ihrer Berufstracht oder in Dienstuniform. Die Musik des Reichsheeres, des Arbeitsdienstes, der Beamtenfachschaften, der Polizei usw. wird sich bemühen, durch gute musikalische Darbietungen den Straßenpassanten eine besondere Freude zu bereiten und dadurch die Gebefreudigkeit zu steigern. Der Sammeltag wird in gemeinschaftlichen Veranstaltungen der Beamten und Handwerker ausklingen. Bei der bekannten und schon oft bewährten Opferfreudigkeit unserer Gießener Handwerker- und Beamtenschaft ist mit Gewißheit zu erwarten, daß dem Sammelwerk für das WHW. auch in unserer Aus der Provinzialhauptstadt. ( Oie alte Bank. Zwischen ein paar Fliederbüschen, nicht gerade versteckt, aber doch zurückgezogen, steht die Bank in oen Anlagen mitten in der Stadt. Vor ihr breitet sich ein Rasenstreifen, auf dem im Sommer Stiefmütterchen blühen oder Goldlack. Die Bank selbst behauptet nicht, idyllisch zu sein. Dazu ist ihr der lärmende Verkehr zu dicht benachbart. Aber es sitzt sich dort sehr fein, wenn die Sonne scheint, wenn die Blüten ihren schüchternen Duft verbreiten und eine Amsel in den Fliederzweigen flötet. Oft habe ich auf der Bank gesessen und ein Viertelstündchen vor dem grünen Gras und den bunten Blumen ausgeruht. Doch seit vielen Wochen gehe ich nur noch eilig an ihr vorüber und blicke nicht einmal mehr zu ihr hin. Denn der Rasen ist struppig geworden, die Stiefmütterchen sind verschwunden, und von dem Flieder sind nur noch die kahlen Aeste da, die fröstelnd im Novemberwind rascheln. Kein Mensch will noch etwas von der Anlagenbank wissen, sie steht verlassen und einsam, während ihre sommerlichen Freunde an Kohlen und Federbetten denken, statt an Goldlack und flötende Amseln. Aber neulich habe ich doch auf der alten Bank gesessen, und zwar eine gute halbe Stunde, obschon es reichlich kalt war. Das kam so: Der alte Gärtner, dem dieser Anlagenbereich anvertraut ist, und mit dem ich gern im Vorübergehen ein Schwätzchen halte, sagte mir: „Die Bank, auf der Sie oft im Sommer sitzen, kommt weg. Sie ist zu alt, das Holz ist morsch geworden. Eine neue wird im Frühjahr aufgestellt. Die soll auch bequemer fein und hübscher aussehen. Ja, ja, die alte Bank kommt weg .. Und dann trennten wir uns. Als ich dann am Abend nach getaner Arbeit durch die Anlagen ging, suchte ich die alte Bank auf und nahm auf ihr Platz. Ich wollte Abschied von ihr nehmen: das war ich ihr wohl schuldig. Hatte sie mir nicht oft Ruhe geschenkt und stille Freude an Blumen, an der Sonne und redseligen Nachbarn? Also — dieser letzte Besuch war sozusagen Ehrenpflicht. .Alle Achtung, daß Sie mich noch einmal beehren!" sagte die alte Bank, als ich mich auf ihr niederließ. „Dankbarkeit ist etwas schönes, wennschon sehr seltenes. Denn Sie wissen doch, daß ich jetzt hier fortkomme?" „Deswegen bin ich hier!" erwiderte ich und schlug den Mantelkragen hoch, denn die Luft wurde zusehends kühler. „Das ist nett, wirklich lieb von Ihnen. Es macht mir das Scheiden von diesem Platz und von den Menschen versöhnlicher. Ich werde Ihnen zum Dank ein bißchen von den langen Jahren erzählen, in denen ich hier schon stehe. Das heißt, wenn es Ihnen recht ist." „Sehr", sagte ich, „sehr recht sogar. Wenn Sie mir auch erlauben, dies Gespräch gegebenenfalls zu veröffentlichen," „Ich habe nichts dagegen", antwortete die Bank, „wie sollte ich auch? Ich bin ja die Öffentlichkeit gewöhnt und habe ihr seit je gedient. Also hören Sie..." Und dann begann die Bank zu erzählen, und ich muß schon sagen, daß sie hinreißend zu plaudern verstand. Aber was hatte sie nicht auch alles gesehen, gehört, erfahren! Aus der Vergangenheit herauf beschwörte sie zuerst all die Menschen, die auf ihr gesessen, sprach von den weißbärtigen Herren und den jungen Müttern, sprach von den Kleinen im Kinderwagen und den Müden und Verzagten, die auf ihr Ruhe fanden. Sie erzählte von den Liebespärchen, die sich bei den Händen hielten und die Bank für eine einsame Insel nahmen, sie erzählte von den Hausfrauen, die hier ihren Schwatz hielten, von gemütlichen Kartenspielen und guten und bösen Gesprächen, von Klatsch und Schwüren, von Liebe und Feindschaft. Hundert kleine Erlebnisse holte sie hervor, die hier ihren Schauplatz hatten, manche komisch bis zur Groteske und manche traurig bis zum Weinen. Dann schwieg die Bank, und ich wußte, sie war voller Kummer, daß dies nun alles für sie vorüber und verloren war. Erft wollte ich sie trösten, aber wo ist Trost für den, der die bunte Bewegtheit des Lebens verlassen soll, dem er so lange treu gedient? „Auf Wiedersehen" sagte ich deshalb nur leise und ging. Doch die Bank antwortete nicht mehr. Sie stand stumm im Dunkel, und nur der Wind raschelte verstohlen in den kahlen Büschen. H. B. v. M. • Dornotüen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr Allgemeine Körperschule im Lyzeum: 20 bis 21 Uhr Reiten und 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reitschule Schömbs: 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr, nur für Frauen, Schwimmen im Volksbad. — NSLB., Abt. Höhere Schule: 16 Uhr in der Oberrealschule Sitzung der Deutschkundlichen Fachschaft. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der Waffenschmied". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Liselotte von der Pfalz". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Mädchen vom Moorhof . —^Ober- hessischer Geschichtsverein: 20.15 Uhr im Horsaal 44 der Universität Vortrag von Professor Dr. 21. Götze „Eoban Hesse, ein hessischer Dichter . Darüber hinaus bitten wir alle DAF.-Milglieder und Volksgenossen, die Versammlung zu besuchen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Betrag von 10 Pf. erhoben. Die Volkshalle ist geheizt, außerdem spielt Kapelle der NSBO.-Bereilschafl Gießen. Frauen und Männer: von 21.30 bis 22.15 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Ski-Trocken. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Neuanmeldungen werden dort entgegengenommen. Skier und Stöcke werden gestellt. Ausfallende Kurse. Wegen einer Veranstaltung müssen die Kurse für Auch die deutsche Jugend setzt sich mit großer Begeisterung für das Winterhilfswerk ein und trägt so au einem guten Teil zu dessen Gelingen bei. Während die Mädchen vor einigen Wochen von Haus zu Haus zogen, um warme Wäsche für die Kleinsten unserer Kleinen zu sammeln, sprach das Jungvolk überall vor und konnte durch seine Brotsammlung vielen hilfsbedürftigen Volksgenossen in den Städten eine Freude bereiten. Aber auch noch auf andere Weise bezeugen die Buben und Mädels ihren Gemeinschaftssinn. Sie ziehen hinaus in die Wälder, um dort eine Ernte zu bergen, die sonst nur wenig beachtet wurde: die heil Hiller! Die Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen. ©porfamf „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Allqem. Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhl. Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus. Schwimmen. Don 20.30 bis 21.30 Uhr, für Gesamtsumme der bisher eingegangenen Geldspenden Wettere Geldspenden in der Zeit vom 4. bis 15. November 1935. 5.11.: Ludwig Rühl, Gießen Dr. Gail, Gießen Jakob Kuch, Gießen Verein Union Professor Dr. Messer, Gießen Dr. Vogt Wwe. August Schunk, Gießen 6.11.: Luise Reuning, Gießen Hch. Winn, Gießen 7.11.: Dr. Messer, Gießen Hermann Will, Gießen E. R. Niederhausen, Gießen 12.11.: Dr. Pauly, Gießen 13.11.: Wilhelm Graf, i. Fa. Textilhaus Graf, Gießen Josef Meves, Gießen 15.11.: Stempel-Kreuter, Gießen Lohnspenden von Arbeitnehmern vom 4. bis 15. November 1935. 5.11.: D. A. F., Gießen-Nord Betriebsgemeinschaft Bänninger, Gießen Biebertalbahn, Gießen Adolf Geisse, Gießen I. Barnaß, Gießen Pelikan-Apotheke, Gießen Franz Vogt & Co., Gießen 6.11.: Verbrauchergenossenschaft, Gießen Frischdienst, Gießen Walkmühle Tribus & Sundheim, Gießen Lupusheilstätte Gustav Geisse, Gießen Benner, Krumm & Sauer, Gießen Kulturbauamt, Gießen Glaskontor, Gießen Emil Pistor, Gießen Brühl'sche Druckerei, Gießen Didier-Werke, Mainzlar Buchecker. Eine Schulklasse im hohen Vogelsberg mag es wohl gewesen sein, die hier den Anfang machte und mit den Lehrern in die großen heimatlichen Waldungen ging, um dort die Bucheckern zu sammeln und Den Ertrag dem Winterhilfswerk zur Verfügung zu stellen, das daraus wertvolles Oel für yilfsbeoürftige Volksgenossen Herstellen läßt. Und dieses schöne Beispiel der Schulkinder fand bald lebhafte Nachahmung, denn heute kann man fast täglich hören, daß ganze Schulen mit ihren Lehrern hinaus in die Wälder unserer oberhessischen Heimat ziehen, um diesem Beispiel wahrer Volksgemeinschaft zu folgen. Innung für den Kreis Gießen im Saale des „Aquarium" eine gutbesuchte Jnnungsversammlung ab. Vor Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten fand die feierliche Lossprechung der Lehrlinge statt. Obermeister Balser (Bettenhausen) begrüßte die Erschienenen und wies auf die hohe Bedeutung und den Sinn der Feier hin. Nach dem Gelöbnis der Prüflinge, daß sie bereit seien, ihrem Berufsstand allezeit Ehre zu machen, erfolgte dir Freisprechung. Gesellenwart M ö b u s (Bersrod) nahm hierauf die Junggesellen in Obhut und ermahnte sie, auch für die Folge treu zum Maurer- bandwerk zu stehen. Unter Überreichung der Gesellenbriefe betonte Obermeister Balser, daß im Dritten Reiche nur der Tüchtige Aussicht habe, durchzukommen und Meister zu werden. Kreishandwerksmeister Stühler übermittelte die Glückwünsche der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft. Er führte dann u. a. folgendes aus: In früheren Jahrzehnten habe es derartige Feiern nicht gegeben. Erfreulicherweise sei in dieser Hinsicht ein Umschwung eingetreten. Diese Feiern seien für den jungen Mann von besonderer Bedeutung. Die Volksgemeinschaft beginne mit dem ersten Tag der Lehrzeit. Die Meister hätten die Pflicht, sich noch weit mehr als seither um die Lehrlinge zu kümmern. Die Junggesellen müßten sich bewußt sein, daß das Handwerk zukünftig große Aufgaben zu erfüllen habe. Sie müßten, wenn sie ins Leben hinaustreten, zeigen, daß sie ganze Männer seien. Nach Beendigung der Feier wurde der geschäftliche Teil erledigt. Zunächst erstattete Geschäftsführer Kirchner (Gießen) den Tätigkeitsbericht der Innung. Daraus ging hervor, daß die Innung zur Zeit 116 Mitglieder zählt. Außer dem Maurergewerbe (Hoch- und Tiefbau) gehören der Innung noch die folgenden Fachgruppen an: Landeskulturbau, Backofenbauer, Feuerungstechniker, Mosaik- leger, Beton- (Eisenbeton-) bauer, Beton- und Kunststeinhersteller, Brunnenbauer, Platten-Stein- holz-Fliesenleger, Schornsteinbauer, Wärme-, Kälte- und Schallschutzhersteller (Isolierer), sowie Terrazzo- macher. Die Innung hat in der Berichtszeit eins umfangreiche Tätigkeit entfaltet. Weiter ist dis Durchführung von zwei Schulungskursen geplant. Bei der Rechnungsablage kam zum Ausdruck, daß die finanziellen Verhältnisse der Innung gut sind. Der Voranschlag wurde ebenso, wie die Rechnung für das erste Halbjahr des Bestehens der Innung genehmigt. Ebenso wurde verschiedenen Satzungsänderungen zugestimmt. Hierauf hielt Berufsberater Leucht vom Arbeitsamt Gießen einen kurzen Vortrag über dis Berufsberatung und ihre Aufgaben. Es werde oft nicht erkannt, daß zur Ausübung eines Handwerks auch geistige Fähigkeiten notwendig feien. Außerdem bestünde besonderes Interesse für bestimmte Berufe. Wenn man die Bauwerke der alten Mei« eine Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft I Nahrung und Genuß, statt. Es sprechen der Reichs- betriebsgem.-Letter Pg. Wolkersdörfer, 21L b. Berlin, und der Reichsfachgruppenwalter für die Fachschaft „Tabak". Pg. A l t v a t e r, Berlin. Die Mitglieder der DAF.» die von der Reichsbetriebsgemeinschaft I „Nahrung und Genuß" betreut werden, müssen an der Kundgebung teilnehmen. Stadttheater Gießen. Heute 20 bis gegen 23 Uhr Erstaufführung der romantischen Oper: „Der Wassenschrmed" von Lortzinq. Musikalische Leitung Paul Walter: Spielleitung Heinz Weiser. Achte Vorstellung un Freitaq-Abonnernent. Mitwirkende: Samen: For- nallaz, Hagemann: Herren: Bley, Greif, Hille, Hub. Alte Akten und Urkunden nicht ohne Prüfung vernichten! Seit dem Jahre 1933 stehen alle nicht von staat- kjchen oder städtischen Archiven erfaßten Urkunden, Akten usw., die sich noch in den Händen von Ver- oinen Innungen usw. befinden, unter Schutz- und Aufbewahrungspflicht, soweit sie geschichtlich irgendwie von Wichtigkeit sind. Ihre Inhaber können also nickt nach Belieben darüber verfugen. Bei unge- 3fertiater Vernichtung von Bestanden, die unter ^? SckuKvorschrift fallen, besteht für die Verant- w^rtllcken die Gefahr, zur Rechenschaft gezogen zu ö ^«»reinen Verbänden, Innungen und ähn- Stilen mirb daher dringend empfohlen, hdjcn Sie ^Mde von Akten nicht mehr auf- Sen ober sich über die Notwendigkeit bemabren wo ' fIar bas Stadtarchiv der Aufbewahr 9 ^ Begutachtung heranzu- Vorkommen, wie es kürzlich z,ehen Sonst kann Schriftstücke ohne Pru- geschehen Andler übergeben werden und j7d'er'Ge,chichÄchung °- die Dauer verloren gehen. Stadt in diesen Sammlern eifrige Helfer erstehen werden. Möchte diesem Eifer der Helfer die Spendebereitschaft aller übrigen Volksgenossen in gleicher Weise gerecht werden! Taschenfahrplan des Gießener Anzeigers. Es wird darauf hingewiesen, daß der Schnellzug 23.45 Uhr ab Hamburg auf Seite 6 des Taschenfahrplans einen Kurswagen Berlin — Frankfurt führt, der ebenfalls 23.45 Uhr den Potsdamer Bahnhof in Berlin verläßt. Rote und weiße Kastanien an der Schlageter-Straße. Die neue Gießener Grünanlage in den Eichgärten gewinnt mehr und mehr an Gestalt. Nachdem bereits vor einiger Zeit der Teich auf feinen vorgesehenen Wasserstand gebracht worden ist, und sich jetzt als ein stattlicher See präsentiert, haben auch die Arbeiten an der Schlageterstraße selbst Fortschritte gemacht. Die Straße, die sich in einen Spazierweg, in einen Radfahrweg, einen Reitweg und in eine Fahrbahn für Kraftfahrzeuge unterteilt, wird gegenroärtig ausgebaut und läßt bereits klar ihre zukünftige Form erkennen. Die Fahrbahn ist zum größten Teil in ihrem Unterbau hergestellt und mit Randsteinen gefaßt. Der Reitweg bedarf lediglich noch der Sandaufschüt- hing, der Radfahrweg erfährt gegenwärtig seine Einfassung. Den schönsten Teil feiner Entwicklung erfuhr nun aber der Spazierweg. Dort wurden Kastanien angepflanzt, und zwar in der Weise, daß abwechselnd rote und weiße Kastanien 3U stehen kamen. Noch sind die Bäumchen klein und die wenigen Aeste ragen starr in den herbstlich-grauen Himmel. Man kann sich aber gut vorstellen, wie diese Bäumcken dereinst in einigen Jahren aussehen und welchen prächtigen Anblick sie zur Zeit ihrer Blüte im Frühling bieten werden. Insgesamt säumen den Spazierweg auf der Strecke von der Wolfstraße aus bis zum Wiesenweg, der vom Amtsgericht zum Philosophenwald führt, 147 solcher Kastanienbäume. Die Bäumchen stammen aus dem Städtischen Pflanzgarten. Eine Bereicherung hat die gesamte Anlage durch । die Rollschuhbahn unmittelbar am Eishäuschen ge« । funden, die demnächst durch eine entsprechende Feier । ihrer Bestimmung übergeben wird. Den Spazier- i gängern wird Gelegenheit gegeben sein, den schönen । Rollschuhsport, gewissermaßen im Vorübergehen, kennenzulernen. Schon heute läßt sich sagen, daß sich die gesamte Anlage bereits im kommenden Frühjahr recht freundlich ausnehmen wird. Das Dinkerhilfswerk hak dem hunger und der Kälte den Krieg erklärt! Deutscher, marschiere mit! i'ts-r betrachte, müsse man erkennen, daß hier fähige köpfe gewirkt hätten. Nur die Besten der Besten feien für das Handwerk gut genug. Pg. Stein, als Vertreter der DAF., erläuterte kurz die Aufgaben der letzteren. Nach dem Aus- Övon Dr. Ley.dürfe es für die Zukunft im hen Reich keine ungelernten Arbeiter mehr geben. In der Industrie herrsche oft Mangel an Facharbeitern. Nur die tüchtigsten Handwerker könnten zu Meistern geschlagen werden. Zum Schluß forderte der Redner noch weitgehende Beteiligung der Jugend am Reichsberufswettkampf und Teilnahme an der vorausgehenden Schulung auf. Nach einer kurzen Pause hielt Diplom-Ingenieur Kaiser (Frankfurt a. M.) einen Vortrag über den neuesten Stand des Beton» und Eisenbetonbaues. Als Folge dieses Vortrags ist ein Schulungskursus über Beton- und Eisenbetonbau geplant. In seiner Schlußansprache führte Obermeister Balser noch aus, der Kampf gelte allem, was dem Gemeinschaftsgeist und der Standesehre zuwiderlaufe. Dem Handwerkerstand müsse wieder Ansehen und Achtung verschafft werden. Die Arbeit des Führers gelte dem Aufstieg des deutschen Volkes. An dieser Arbeit teilzunehmen, bedeute für jeden höchste Ehre und Stolz. Das Schicksal sei unerbittlich, das Rad der Zeit werde über den hinweggehen, der sich der Mitarbeit entziehe. Er schloß die Versammlung mit Sieg-Heil auf den Führer. Oer Skatabend meines Mannes ... Er spielt in jeder Woche nur einmal. Ich selber habe keinen Sinn für Karten. Zwei Männer, die im Leben sonst normal, erscheinen dann. Er kann es kaum erwarten. Sie setzen sich an einen runden Tisch; sie freuen sich wie kaum erwachsene Knaben, und Redensarten fallen, kraftvoll, frisch, als spielten sie in einem Schützengraben. Die Rätselworte, die ich nie versteh, die wiederholen sich jetzt schon seit Jahren. Ich kenne schon das ganze ABC; viel Neues ist jetzt kaum noch zu erfahren. „Wer gibt?", so fragt ein jeder jedesmal. „Wer dumm ist, gibt." — „Bei Karo blüht der Weizen." Der Waldspecht Pikus ward mir längst zur Qual, und ihre Wut dann bei dem blöden Reizen! Und jedesmal wird mir dann aufgetischt: „hei! Wie sie fallen! Seht nur, wie sie stürzen!" „Ein Förster hat sich mal zu Tod gemischt!" „hei, wie sie sich die Beinerchen verkürzen!" „Wer nicht weiß wo, der spielt hier nur Karo!" Die „Langen Wege" und die „Kurzen Farben". „Wer Vorhand hat, ist seines Lebens froh", — und „Aesser" kenn' ich, die den Null verdarben. Sie spielen „Kucki". — Selten „aus der Hand". Auf einmal wird ein „Kontra" dann geschmettert. Jetzt aber wackelt nahezu die Wand, wenn einer „Rä", der andre „Sub" dann wettert. Mit Rätselworten fällt mein Mann dann ein, die halb französisch, halb chinesisch klingen, und manchmal platzt noch unvermittelt drein der oft zitierte Herr von Berlichingen. Die „Javamischung" und „Wer hat, der hat" ... „Nun ziehn Sie mal Ihr Hemde aus — mein Lieber." „Der kommt in'n Skat, und dieser wird Soldat." So reden sie und spielen wie im Fieber. Ein großer Aufwand nutzlos wird vertan. Dann schließen sie, mit Wangen, rot wie Mennig, und nach sechs Stunden kriegt dann jeder Mann nach langem Rechnen dreiundzwanzig Pfennig! Puck. * ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. November: 1. Helene Walter, geb. Wagner, 48 Jahre alt, hamm- ftvaße 17; 1. Karl Laucht, Schneidermeister, 57 Jahre, Marburger Straße 32; 1. Karl Bien, Installateur, 29 Jahre, Walltorstraße 22; 2. Heinrich Haas, Anstreicher, 27 Jahre, Löwengasse 20; 3. Curt von Münchow, Rentner, 85 Jahre, Bleichstraße 22; 4. Maritsch Zeidler, ohne Beruf, 28 Jahre, Ludwig- straße 7; 7. Marie Sann, geb. Schwarz, 74 Jahre, Frankfurter Straße 129; 8. Walter Müller, Oberrentmeister i. R., 62 Jahre, Leihgesterner Weg 127c; 8. Elisabeth Wilke, geb. Gehrke, 60 Jahre, Wiesecker Weg 26; 8. Heinrich Muth, Obermaschinenmeister, 52 Jahre, Klinikstraße 32e; 9. August Mohr, Zugführer i. 9t., 60 Jahre, Steinstraße 71; 10. Christine Möckel, geb. Heß, 51 Jahre, Gnauthstraße 22; 12. Gustav Schneider, Oberforstmeister i. 9t., 73 Jahre, Steinstraße 45; 14. Luise Krenzburg, geb. Feuring, 75 Jahre, Frankfurter Straße 140. ** Arbeitsvergebung. Das städtische hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil das Liefern und Versetzen von Betonpfosten zur Anbringung eines Schutzgeländers am Bootsteich aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Stadttheater-Stammabonnement. Die Bürgermeisterei veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Einlösung der 3. Rate des Stadttheater-Stammabonnements. Die Theater-Abonnenten mögen diese Bekanntmachung beachten. ** Lebensmittel-Verdingung. Das I. Bataillon Infanterie-Regiment 36 veröffentlicht heute in unserem Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Vergebung von Lebensmittel-Lieferungen. Die in Betracht kommenden Geschäftsleute seien besonders darauf hingewiesen. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen Duldens verbotenen Glückspiels wurde der K. h. aus Gießen vom hiesigen Amtsgericht zu 20 RM. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte duldete es, daß ein verbotener Glücksspielapparat, der zum Abholen in seiner Wirtschaft stand, von den Gästen noch benutzt wurde. Die gegen dos Urteil eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig zurückgewiesen. In einer weiteren Sache erschien der wegen Tierquälerei in erster Instanz zu Gefängnis verurteilte Angeklagte nicht. Seine Berufung wurde daher verworfen. Weihnachtsrersen wieder billig! Festtagsrückfahrkarten zu Weihnachten. - Barverkauf ab 10. Dezember. LPD. Auch in diesem Jahre werden zu Weihnachten wieder Festtagsrückfahrkarten mit 33V1 v. h. Ermäßigung ausgegeben, die zur hin- und Rückfahrt an allen Tagen vom 20. Dezember, 0 Uhr, bis jum 3. Januar, 24 Uhr, (spätester Abschluß der Rückreise) gelten. Sie sind für alle Verbindungen erhältlich, für die Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs zu haben sind. In kleineren Bahnhöfen, die nicht über fertiggedruckte Sonntagsrückfahrkarten verfügen, find die Festtagsrückfahrkarten spätestens zwei Tage vor Beginn der Reise zu lösen, oder zu bestellen. Der Vorverkauf der Festtagsrückfahrkarten beginnt wiederum zehn Tage vor dem ersten Geltungstage, frühestens also am 10. Dezember. Für die vom 20. Dezember bis 3. Januar verkehrenden v-, FFD= und L=3üge werden die Platzkarten ebenfalls bis zu zehn Tagen vor Reisebeginn ausgegeben. Die Fahrpreisermäßigung für kinderreiche Familien wird auch bei den Festtagsrückfahrkarten gewährt, da diese tariflich als Sonntagsrückfahrkarten gelten. Die Geltungsdauer der Arbeiter rückfahr- karten wird auf 15 Tage verlängert. In der Wejhnachts- und in der Neujahrswoche können je zwei Arbeiterrückfahrkarten ausgegeben werden. Kurzarbeiterwochenkarten und Kurzarbeiterwochenkarten für Angestellte werden zu Weihnachten und Neujahr auch auf den Antrag für Arbeiter- und für Angestelltenwochenkarten ausgegeben. Die Bestimmung, wonach für Wochen, in die Festtage fallen, Kurzarbeiterwochenkarten und solche für Angestellte nur ausgegeben werden dürfen, wenn sie schon vorher benutzt worden sind, wird für Weihnachten aufbehoben. Auch die üblichen Fahrpreisermäßigungen für Schul-, G e s e l l sch a f t s - und Jugendpflegefahrten werden zu Weihnachten für alle Züge gewährt, falls nicht besondere Umstände eine andere Regelung notwendig machen. Die Ausführung -es Angestelllenversicherungsgefehes. Laßt die Anwartschast nicht verfallen! Wer den Anspruch auf spätere Leistungen der Angestelltenoersicherung nicht gefährden oder verlieren will, muß die Anwartschaftsbestimmungen beachten. Alle in der Angestelltenoersicherung erworbenen Anwartschaften gelten als bis zum 31. Dezember 1925 erhalten, und zwar auch dann, wenn bis dahin für einzelne Jahre fein Beitrag oder nur wenige ^Beiträge entrichtet worden sind. Vom 1. Januar 1926 vis 31. Dezember 1933 ist die Anwartschaft erhalten, wenn der Versicherte für das 2.—11. Kalenderjahr seiner Versicherung mindestens je 8 und vom 12. Kalenderjahr an mindestens 4 Beitragsmonate jährlich nachweist. Für die Zeit vom 1. Januar 1934 an ist die Anwartschaft erhalten, wenn nach dem Schlüsse des Kalenderjahres, in dem der erste Beitrag entrichtet worden ist, bis zum Beginn des Kalenderjahres, in dem der Dersiche- rungsfall eintritt, jährlich mindestens 6 Beitragsmonate zurückgelegt worden sind. Als Beitragsmonate für die Erhaltung der Anwartschaft gelten auch sog. Ersatzzeiten. Solche sind z. B. Zeiten seit dem 1. April 1933, für die der Versicherte als Arbeitsloser versicherungsmäßige Arbeitslosenunterstützung oder Krisenunterstützung erhalten hat, oder aus der öffentlichen Fürsorge unterstützt worden ist, oder Zeiten seit dem 1. April 1933, für die für den arbeitslosen Versicherten, der selbst keine Unterstützung erhält, ein Zuschlag zur Unterstützung eines anderen Arbeitslosen oder Hilfsbedürftigen gewährt worden ist. Der Versicherte tut gut daran, wenn er bis zum Schlüsse jeden Jahres dafür sorgt, daß den Anwartschaftsbestimmungen Rechnung getragen ist, denn die Anwartschaft erlischt zunächst, wenn die erforderlichen Anwartschaftsmonate nicht vorhanden sind. Die erloschene Anwartschaft lebt allerdings wieder auf, wenn der Versicherte die zur Erhaltung der Anwartschaft noch erforderlichen freiwilligen Beiträge innerhalb der zwei Kalenderjahre nachentrichtet, die dem Kalenderjahr der Fälligkeit der Beiträge folgen. Für ein Jahr zurück können freiwillige Beiträge für jeden Monat entrichtet werden. Der Versicherte kann also bis zum 31. Dezember 1935 a) für jeden Monat des Jahres 1935 freiwillige Beiträge entrichten; b) etwa noch fehlende Anwartschaftsbeiträge für 1933 nachentrichten. Die Nachentrichtung fehlender Anwartschaftsbeiträge für 1934 ist noch bis zum 31. Dezember 1936 zulässig. Es ist indes nicht ratsam, die Entrichtung freiwilliger Beiträge bis zum letzten zulässigen Zeitpunkt hinauszuschieben, da nach Eintritt des Versicherungsfalles freiwillige Beiträge nicht mehr entrichtet werden dürfen. Freiwillige Beiträge zur Angestelltenversicherung sind in der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Gehaltsklasse zu entrichten. Wer kein Einkommen hat oder derjenige, dessen Monatseinkommen 50.— Mark nicht übersteigt, muß die freiwilligen Beiträge mindestens in der Gehaltsklasse B (4 Mk.) zahlen. Unter Einkommen ist das tatsächliche Gesamteinkommen zu verstehen. Weitere Auskünfte hierüber können, wie bisher, bei dem in Sachen der Angestelltenversicherung für Hessen zuständigen Versicherungsamt beim Kreisamt Darmstadt eingeholt werden. Beitragserstattung bei Heirat. Heiratet eine weibliche Versicherte nach Erfüllung der Wartezeit und scheidet sie binnen drei Jahren nach der Heirat aus der Angestelltenversicherung aus, so ist ihr nach § 47 des Angestelltenversicherungsgesetzes ein Teil der Beiträge zu erstatten, wenn bis zur Heirat die Anwartschaft erhalten ist. Es werden erstattet: a) aus den für die Zeit vom 1. Januar 1924 bis zum Ausscheiden aus der Versicherung geleisteten Pflicht- und freiwilligen Beiträgen zur Angestelltenversicherung die Hälfte; b) ohne rechtliche Verpflichtung, wenn mindestens 30 Beitragsmonate vor dem 1. Januar 1924 zurückgelegt sind, für diese Beiträge als Abgeltung einheitlich 30.— Mark. Die Wartezeit beträgt 60 Beittagsmonaie, wenn diese sämtlich auf Grund der Versicherungspflicht zurückgelegt sind, hingegen 120 Beitragsmonate, wenn weniger als 60 Beitragsmonate auf Grund der Versicherungspflicht nachgewiesen sind. Der Anspruch auf Beitragserstattung verfällt, wenn er nicht binnen 3 Jahren nach der Heirat bei der Reichsversicherungsanstalt geltend gemacht wird. Die Beitragserstattung ist ausgeschlossen, wenn die Versicherte von der Entrichtung der eigenen Beitragshälfte auf Grund einer privaten Lebensversicherung befreit gewesen ist. Wenn die Erstattung erfolgt ist, so bestehen keine weiteren Ansprüche aus den bisher geleisteten Beiträgen. Die neuerdings wieder auftauchenden Gerüchte, es bestehe die Absicht, die Vorschriften über die Bei- tragserstattuna in der Angestelltenoersicherung an weibliche Versicherte bei Heirat aufzuheben, entbehren jeder Grundlage. Weitere Auskünfte hierüber können, wie bisher, bei dem in Sachen der Angestelltenversicherung für Hessen zuständigen Versicherungsamt beim Kreisamt Darmstadt eingeholt werden. Obecheffen. J Zuchthausstrafen wegen kommunistischer Umtriebe. * W i e s e ck, 22. Nov. Die vor einiger Zeit hier wegen kommunistischer Machenschaften verhafteten neun Einwohner wurden nunmehr von dem Strafsenat des Oberlandesgerichts zu folgenden Strafen verurteilt: Je vier Jahre Zuchthaus erhielten der 32jährige Wilhelm Laudon und der 33jährige Karl B e ck e r, je drei Jahre Zuchthaus der 38jährige Wilhelm Lenz und der 39jährige Wilhelm Peter. Je 2% Jahre Zuchthaus erhielten der 30jährige Otto Kreiling, der 30jährige Wilhelm Hof sowie der 32jährige Otto Weller. Zu 2% Jahren Zuchthaus wurde der 31jährige Karl Rohm verurteilt. Eine Gefängnisstrafe von 15 Monaten erhielt der 28jährige Gustav Schnabel. Für die au Zuchthausstrafen verurteilten Angeklagten wurde ferner auf fünfjährigen Ehrverlust und Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Oer Konkurs des Bankiers Lappe in Butzbach. Vor dem Amtsgericht Butzbach hat am gestrigen Donnerstag in dem Konkurs über das Vermögen des Bankiers Arnold Lappe in Butz- back eine Gläubigerversammlung stattge- funoen, in der zuerst der Konkursverwalter Rechtsanwalt Brücher (Butzbach) einen Bericht über die Lage des komplizierten Konkursverfahrens erstattete. Vor fünf Jahren eröffnet, ist jetzt in diesem Verfahren das Ende nahegekommen. Alsbald nach Eröffnung des Konkurses ergab sich, daß umfangreiche D e p o t u n 1 e r sch l a g u n g e n vorgekommen waren, die zur Verurteilung des Bankiers zu einer längeren Freiheitsstrafe geführt haben. Da zahlreiche geschäftliche Bindungen Vorlagen, der Zusammenbruch des Bankiers auch anoere Firmen mit in den Strudel zog, ergaben sich mehrfach Prozesse, die dazu beitrugen, das Verfahren auszudehnen. Die gestrige Gläubiger- Versammlung beschloß, wegen der Hauptforderungen weitere Verhandlungen mit den betreffenden Gläubigern zu führen und nach der Erledigung dieser Sache das Konkursverfahren zum Abschluß zu brintzen. Als Schlußquote haben die nichtbevor- rechtigten Gläubiger etwa 1 bis 1,5 v. H. au erwarten. Durch zwei Abschlagszahlungen sind den nichtbevorrechttgten Gläubigern, die rund 220 000 Mark Forderungen geltend zu machen hatten, bereits 5 v. H. (je 2,5 v. H.) zugeflossen. Insgesamt wird also die Gesamtquote 6 bis 6,5 v. H. be- trnaen. Die bevorrechtigten Gläubiger sind befriedigt. Zum Abschluß des Termins wurden noch nachträglich angemeldete Forderungen geprüft. Ratssitzung in Grünberg. + Grünberg, 21. Nov. In der nichtöffentlichen Sitzung der Ratsherr en wurde der seither probeweise als städtischer Bausachverständiger anbestellte Architekt Balser durch Privatvertrag mit vierteljährlicher Kündigung angestellt. Gegen eine monatliche Pauschalvergütung obliegt ihm die Ueberwachung sämtlicher kleineren städtischen Bauarbeiten, die Ausführung größerer Bauten soll in Hundertteilen von der Bausumme bezahlt werden. Eine Nachforderung des Bauunternehmers Bock in Höhe von 550 Mark aus Anlaß der Erbauung des Schwimmbades wurde nach dem Gutachten des Bausachverständigen und der Prüfung einiger Ratsherren als nicht zu Recht bestehend abgelehnt, dagegen soll aus Billigkeitsgründen ein Betrag von 100 Mark bewilligt werden. Wahrscheinlich werden die Kosten für die Obe r= realschule durch das zuungunsten der Stadt sich ändernde Verhältnis der Grünberger zu den auswärtigen Schülern im nächsten Jahre voraussichtlich eine Erhöhung erfahren. Um die Stadt nicht noch weiter zu belasten, wird der Bürgermeister in Unterhandlungen mit der Regierung treten. Landkreis Gießen 00 Klein-Linden, 21. Nov. Am kommenden Sonntag feiert Frau Elisabeth Reuschling. geborene Seibert, dahier in geistiger und körperlicher Frische ihren 9 0. Geburtstag. Sie stammt aus Ruppertenrod. Ihr Mann, Philipp Reuschling, war einer der ersten Ortsbürger und Gemeindemänner in Klein - Linden, der an der Eisenbahn, und zwar zuletzt als Bremser, seine Arbeit fand. Der Name Reuschling tritt im Jahre 1802 zum ersten Male in der Chronik der Gemeinde Klein-Linden auf. * Klein-Linden, 21. Nov. Dieser Tage hielt der Schützenklub Roland in seinem Vereins- lokal, dem Turnerheim, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Da der seitherige Vereinsführer, Lokomotivführer Friedrich Stein, der sich um den Schützenklub Roland und die Hebung des Ein Schnappschuß des Chefs des General« stabs des Heeres, des Generals der Artil« l e r i e Beck, beim Verlassen seines Hauses. Der General entstammt einer alten hessen-darmstädtischen Soldatenfamilie. Er wurde am 29. Juni 1880 in Biebrich a. Rh. geboren. Er nahm am Krieg in verschiedenen Generalstäben teil und war nach dem Weltkrieg zunächst im Reichswehrministerium. Im Jahre 1932 wurde er Artillerieführer IV in Dresden und im Herbst desselben Jahres Kommandeur der 1. Kavallerie-Division unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant. Am 1. Oktober 1933 erfolgte feine Ernennung zum Chef des Truppenamtes als Nachfolger von Generalleutnant Adam. (Scherl-Bilderdienst-M.) Schießsportes außerordentlich verdient gemacht hat, fein Amt als Vereinsführer zur Verfügung gestellt hatte, wählte die Versammlung einstimmig Lokomottvführer Wilhelm Erle zum neuen Vereinsführer. Herr Erle nahm das Amt an und widmete dem seitherigen Vereinsführer herzliche Dantes« worte für fein treues Wirken um den Schützenklub. Die Generalversammlung genehmigte noch den Betrag von 20 Mark für das Winterhilfswerk. Ferner wurde noch beschlossen, demnächst ein Saalpreisschießen durchzuführen und im kommenden Winter einen Familienabend abzuhalten. ch Leihgestern, 22. Nov. Am heutigen Freitag begehen Zimmermeister i. R. Johannes Weller und Frau Susanne, geb. Faber, in bester Gesundheit die Feier der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaar, beide im 74. Lebensjahre, steht die verheiratete Tochter im Haushalt zur Seite, ein Sohn ist im Weltkrieg gefallen. Das Zimmergeschäft, das jetzt der zweite Sohn führt, hat der Jubilar schon von seinem Vater übernommen und aus kleinsten Anfängen heraus durch Fleiß und Tüchtigkeit zu beachtlicher Höhe entwickelt. Der Jubilar, eine hochgeachteter Mann in unserer Gemeinde, war lange Jahre Rechner der hiesigen Sparkasse, ein Amt, das vor ihm sein Vater über 50 Jahre in Treue geführt hat. Der Jubilar ist schon seit über 30 Jahre Bezieher des Gießener Anzeigers. I Garbenteich, 19. Nov. Im festlich geschmückten Rathaussaale fand die Verpflichtung und Einführung des ersten Beigeordneten Hermann Stoll statt. Bürgermeister Burk verwaltet nun mit den Ratsherren Zellenleiter Karl Ku11bach, SA.-Obertruppführer Ludwig Panzer, Pflaster- meister Wilhelm Mohr, Former Heinrich Lang, Landwirt Otto Lotz und Ziegeleiarbeiter Johannes Göbel, sowie den Beigeordneten Hermann Stoll und Wilhelm Kissel II. unseren Ort. LJ Daubringen, 21. Nov. Die Ortsgruppen- waltung der D A F. Mainzlar hatte sämtliche DAF.-Walter und KdF.-Warte von Mainzlar, Staufenberg und Daubringen in das Lokal des Gastwirts S ch ä f e r - Daubringen zu einem Sippen zufammengerufen. Ortsgruppenwalter Vogel begrüßte die Kameraden und gab den Arbeitsplan für die nächsten Wochen bekannt. Alsdann machte Kamerad Adam von der Verwaltungsstelle Gießen lehrreiche Ausführungen über wichtige Unter- stützungs- und Beitragsfragen, an die sich eine Aussprache anschloß. Nach dem Vortrag schloß Ortsgruppenwalter Vogel den Appell mit dreifachem Sieg-Heil auf den. Führer. Die Kameraden blieben dann noch kurze Zeit bei Gesang, Mundart- oorträgen und Volksspielen kameradschaftlich beisammen. 3) Reiskirchen, 22. Nov. Gestern abend fand unter starker Beteiligung der Ortsbauern- schäft im Saale „Zur Krone" eine Versammlung der Obst- und Gartenbauer statt. Es sprach Obstbauinspektor R e n t s ch , Friedberg. Der Redner sprach von den Obstpflanzungen in Deuschland, von guten und schlechten Obsternten, Krankheiten des Obstes und der Bäume. An Hand von praktischen Beispielen zeigte er den Zuhörern die Bekämpfung der verschiedenen Schädlinge. Als einziges erprobtes Mittel nannte er das Spritzen der Bäume mit den verschiedenen Spritzmitteln. Für Aepfel von einem gespritzten Baum wurden im Jahre 1932 18 RM geboten, für ungespritzte dagegen nur 4,50 RM. Sodann wies er auf die Neupflanzung von Obstbäumen hin. Der Vortragende schloß mit dem Auftuf an die Zuhörer, in unserer Gemeinde auch einen Obstbauverein au arünben. Am Schluß folgte noch allgemeine Aussprache. £ Harbach, 21. Nov. Dor kurzem fand hier unter Führung des Obstbauinspektors R ent sch ein Gang durch das Dbftbaumgelänbe statt. Schon wochenlang vorher hatten Sachverständige die abständigen Obstbäume gezeichnet und ihre Besitzer zum Fällen aufgeforbert. Der Slufforberung mar man überall bereitwilligst nachgekommen. In anschaulicher Weise erläuterte Pg. Rentsch die Maßnahmen zur Forderung des heimischen Obstbaues. Es gelte zunächst einmal, die vorhandenen gesunden Bäume sorgsamer zu pflegen, um dadurch den Ertrag zu steigern. Sodann seien umfangreiche Neupflanzungen notwendig. Bei der Auswahl der jungen Bäume müsse man Rücksicht auf < kreis Schotten. 1 0 Laubach, 19. Nov. Ein Liederabend ' rniit Gemeinschaftssingen wurde am Sonntag im -großen Saal des „Schützenhofs" von den 23er» geinigten Gesangvereinen Laubachs und der NS.-Ge- «neinschast „Kraft durch Freude" veranstaltet. Der $ Nidda, 18. Nov. Dieser Tage fand dahier ein fünftägiger Luftschutzlehrgang durch einen Lehrtrupp der Inspektion für das Ausbil- dungswesen statt, an dem sich 128 Personen aus 24 Gemeinden beteiligten. Die Teilnehmer wurden durch Vorträge und praktische Hebungen mit allen im Ernstfälle erforderlichen Maßnahmen des Lust» schutzes aufgeklärt. Mit der Bearbeitung eines Pflicht- und Wahlthemas wurde der Lehrgang beendet, dem sich ein Kameradschaftsabend anschloß. — Gestern nachmittag fand die Schlußübung der gesamten pflichtmäßigen Hilfsmannschaft einschließlich Ordnungsmannschaft und die der gesamten Freiwilligen Feuerwehr unter Lei- tung des Kommandanten Hermann S e u m statt. Die Feuerwehr konnte die ihr gestellten Aufgaben in vorzüglicher Weise lösen. Kreis Alsfeld. II. Merlau, 18. Nov. In der Zeit vom 10. bis 17. November fand hier eine kirchliche Woche statt, die nunmehr mit einem Nachmittags-Gottesdienst ihren Abschluß fand. Redner der Vortragswoche waren Pfarrer Axt (Romrod), Pfarrer Stiehl (Nieder-Ohmen), Pfarrer Alt (Nieder- Ohmen), Pfarrer Bühler (Londorf), Pfarrer Geis (Ober-Ofleiden), Pfarrer H e m m e s (Lehr- 1 war bereits lange vor dem Anfang.bis zum - letzttn Platz gefüllt. Im offiziellen Teil des Abends . wechselten — nach der Begrüßung der Gäste durch - -üereinsleiter Hch. Silß und einigen kurzen Wor- 1 ten von Ortsgruppenleiter Henze über den Wert 1 oer Gesangvereine für die Pflege der deutschen 1 Volksgemeinschaft — Lieder der Vereinigten Ge- 1 langvereine Laubachs, alle mit tiefem Verständnis und reichem Können vorgetragen, und ein lustiges Spiel von Siegfried Philippi, äußerst flott und temperamentvoll aufgeführt von der Laubacher Spielschar. Die Zuschauer lohnten den Künstlern ihre Mühe mit lebhaftem Beifall. Im zweiten Teile des Abends folgte das eigentliche Gemeinschafts, singen, das im Wechsel mit dem Tanz stattfand und der Jugend und allen, die sich dazu rechneten, ein paar frohe Stunden brachte. □ Laubach, 21. Nov. Seit einigen Tagen sind die Holzhauer in den städtischen Waldungen tätig, wodurch viele Arbeiter und Kleinbauern während der Wintermonate lohnbringende Beschäfti- gung gefunden haben. — Die hiesigen Jungvolk- pimvfe sammelten über 250 Laib Brot, die der Kreisführung des WHW. in Hanau zugeleitet wurden. # Groß-Eichen, 20. Nov. Auf Veranlassung des Ortsbauernführers Ernst Greif fand in der alten Schule eine Zusammenkunft der Siedler der dritten und letzten Abteilung der Siedlung Buchholz statt. Der Preis von 450 Mark pro Morgen sollte den Qualitäten des neugewonnenen Landes derart angepaßt werden, daß diejeni- gen, die besseres Land bekommen haben, freiwillig einen kleinen Aufschlag zahlen zugunsten derer, denen durch das Los steinige Stücke zugefallen waren. Leider scheiterte dieser soziale Vorschlag des Ortsbauernführers an der Unnachgiebigkeit der Glücklicheren. — Das hiesige Jungvolk sammelte im Auftrage des Winterhilsswerkes Brot für die Stadt Hanau. In der Zelle Groß-Eichen wurden 80 Laib Brot gespendet, in Sellnrod mit Schmitten 44 Laib, in Zelle Solms-Ilsdorf 11 Laib. Insgesamt ergab die Sammlung der Ortsgruppe Sellnrod 135 Laib. Weiter wurden 80 Pfund Bucheckern von der Schule Groß-Eichen an das Win- terhilfswerk abgeführt. * Wohnfeld, 21. Nov. Dieser Tage verlor ein hiesiger Landwirt eine wertvolle Kuh. Das Tier war auf der Weide von einer arideren ge- stoßen worden, es erlitt dabei anscheinend innere Verletzungen, kränkelte und mußte notge- f d) I ad) t e t werden. — Dieser Tage wurde das Anfahren von Steinen, das Kleinschlagen und das Eindecken der Gemeindewege vergeben. Die Arbeit wurde dem Wenigstnehmenden übertragen. Je Kubikmeter wurden (alle Arbeit zusammen) 5 Mark bezahlt. kreis Böbingen. + Nidd a , 18. Nov. Auf Grund einer Polizei- oerorbnuna über Schädlingsbekämpfung im Obstbau wurde von der Bürgermeisterei an- Seorbnet, baß alle bürren und abgängigen • b ft b ä u tn e , bie mit einem weit sichtbaren Kreuz versehen sind, bis spätestens 28. Februar 1936 e n t- fernt sein müssen. Außerbem werben die übrigen Obstbaumbesißer aufgefordert, bis zu diesem Zeitpunkt alle Obstbäume abzukratzen und zu reinigen, die Baumkronen zu lichten und von bürten Aesten zu befreien. bas Klima und bie Bodenverhältnisse nehm™ -ff Anschluß an den Rundung "wurde d°? G r ü " " ■V 1V 5 2bstbauoer-ins beschlossen le6‘ haben sich 21 Mitglieder gemelW M° ßeitung liegt m den Händen des Landwirts Georg Umkreis als Fachmann be= Montag hat in den hiesigen 2S3aI» ?ün?e!)rMa5 Holz machen begonnen. Es werden • . Abteilungen unter Leitung der Rottenführer Philipp H a u s e r und Wilhelm Engel beschäftigt A?"e^tsl°s"n.° ®emeinbe roieiler ^ei aon * Orünb er g, 22. Nov. Am morgigen «Sams» m?be9l"nenb,Jinbet bier im Gasthaus „Zum wilden Mann eine Tagung der Arbeits - k6™?1 N ich °f «„Volks, d>"u kV d -SNSLB. 3' Odenhausen, 20. Nov. Unsere Gemeinde hat eine neue Motorspritze angeschafft. Hierdurch hat das Feuerlöschwesen eine wesentliche Ber- befferung erfahren. <> Aus dem Kleebachtal, 20. Nov. Die vom Jungvolk durchgesührte Brotsammlung hatte in folgenden Gemeinden das dabei angegebene Ergebnis: Groß-Rechtenbach 112, Dornholzhausen 61, Ebersgöns 48, Niederkleen 76, Oberkleen 44, Hochelheim 80 unb Lützellinden 144 Brote. Rundfunkprogramm. Samstag, 23. November: 6 Uhr: Choral. Gymnastik. 6.30: „Fröhlich klingts zur Morgenstunde". In der Pause 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: „Buntes Wochenende". 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: „Gasparone". Ein Melo- bieenreigen aus Millöckers Operette. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei unb Drei. 15: Wirtschaftsbericht: 15.15: HI.-Funk. 16: Sonntags- rückfahrkarte bitte ... Alle Hörer fahren mit. 18: „Entlaubet ist der Walde ..." Heidelberg als Auf- erstehungsstätte des deutschen Volksliedes. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10 Festkonzert. Anläßlich des unter der Schirmherrschaft des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels stehenden zweiten deutschen Komponistentages. 22: Tages- und Sportnachrichten. 22.25: Tanz- unb Unterhaltungsmusik. Gerätewettkampf in Bieber. Der Turnverein „Gut Heil" Bieber veranstaltete dieser Tage im Vereinslokal L. Gerlach einen Gerätemannschaftskampf der Vereine (Erba, Blasbach unb Bieber. Dieser Kampf wurde bereits einmal in Erda und einmal in Blasbach durchgeführt unb staub jedesmal unter der Leitung des Kreis- oberturnroartes P. Schüler (Wetzlar). Bei allen drei Wettkämpfen errang die Mannschaft des Turnvereins Bieber den 1. Sieg. Bei dem am Sonntag ftattgefunbenen Kampf erreichte die Mannschaft des Tv. Bieber 240 Punkte, Erda 204 Punkte und Blasbach 192 Punkte. Gegenüber den ersten Wettkämpfen wurden bie Leistungen vom Sonntag weit überboten. Am Vormittag des gleichen Sonntags wurde noch ein Geräteturnen innerhalb des Vereins von den Jugend- und Schülerturnern durchgeführt. Auch hier wurden gute Leistungen erzielt. Erste Sieger der Iugendturner wurden Heinrich Bernhardt und Ewald Steinmüller mit je 83 Punkten. Erster Sieger der Schülerturner wurde Artur Veite mit 83 Punkten. D. f. 3t Lich. Lich I — Sleinbach-Garbenleich tomb. 3:0 (2:0). Am Mittwoch (Buß- unb Bettag) standen sich auf dem Sportplatz in Lich obige Mannschaften hn Ge- sellschasts spiel zugunsten des Winterhilfswerkes gegenüber. An einen Sieg ber Licher Vertretung hätte bei Beginn des Spieles niemand gedacht, zumal die kombinierte Elf mit starker Besetzung an« trat. Lich zeigte wieder einmal ein Spiel, wie man es Jahre nicht mehr gesehen hat. Der Sieg ist Lich um so höher anzurechnen, als der rechte Verteidiger bereits nach fünf Minuten vom Platze gehen mußte. Nach Anstoß zog Lich mächtig los unb die Gästeelf mußte sich bereits nach zehn Minuten mit 1:0 geschlagen bekennen. Lich war weiterhin im Angriff und konnte bis zur Halbzeit ein weiteres Tor erzielen. Kurz vor Halbzeit wurde den Gästen ein Handelfmeter zugesprochen, der aber vom Tormann in glänzender Parade gehalten wurde. In der zweiten Hälfte ergab sich das gleiche Bild. Lich ging noch mehr aus sich heraus und konnte ein weiteres Tor erzielen. Den Gästen blieb das Ehrentor versagt. Schiedsrichter Holzapsel hatte einen schweren Stand, leitete jedoch einroanbfrei. Lich I. Jgd. unb Garbenteich I. 3gb kvmb. — Steinbach I. Jugend 2:0 (1:0). Bei diesem Spiel standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, bei dem der Glücklichere Sieger wurde. Daubringen I — Lollar I unb II komb. 3:2. Daubringen 3ugenb — Lollar 3ugenb 3:1. Die am Bußtag in Daubringen ausgetragenen Fußballwettkämpfe zugunsten der Winterhilfe brach- ten den beiden einheimischen Mannschaften schöne Erfolge. Die erste Mannschaft gewann gegen Lollar I. u. II komb. mit 3:2 Toren und die Jugend konnte die Gäste aus Lollar mit 3:1 schlagen. Tufpo Rodheim 3gb. — Tv. Kinzenbach/Tv. Fellingshausen komb. 0:2 (0:0). Auf dem Rodheimer Platz standen sich eine komplette Iugendmannschast des Gastgebers und eine Kombination der Jugendlichen von Kinzenbach unb Fellingshausen gegenüber. Durch eine Fehldispo- fition mußte bie komb. Mannschaft das Spiel mit Zehn Mann bestreiten. Der ©ieg über die starke Rodheimer Mannschaft ist hoch einzuschätzen unb war verdient. Während in der ersten Hälfte das Verständnis bei ben Gästen noch nicht immer bas beste war, änberte sich bas Bilb nach ber Pause sehr zu ihren Gunsten. Die Tore fielen als Früchte guter Zusammenarbeit und wurden unhaltbar durch ben Mittelstürmer erzielt. Taruffi übertraf Henne. Zwei neue Motorrad-Weltrekorde. Der italienische Motorradmeister Pietro Taruffi gina am Dienstag auf ber Autostraße von Florenz nach Lucca, bie schon seinerzeit von Stuck und Nuvolari für Rekordversuche im Rennwagen benutzt wurde, an seine schon wiederholt mißlungenen Motorrad-Weltrekordversuche. Mit der inzwischen nochmals überholten Halbliter - Maschine „Rondine" gelang es Taruffi, über den Kilometer unb bie englische Meile mit fliegendem Start dem Deutschen Henne zwei Weltrekorde abzujagen. Ueber ben Kilometer schaffte Taruffi 244,316 km/st, über bie Meile 244,869 km/st. Henne hatte im Vorjahre auf ber Gyon-Renn- ftrede bei Budapest die entsprechenden Rekordmarken der Klasse bis 500 ccm auf 227,560 bzw. 223,089 km/st geschraubt. Der Münchener hält gegenwärtig auch immer noch den absoluten Motorrad- Weltrekord mit 256,040 km/st, den er erst kürzlich auf der neuen Reichsautobahnstrecke bei Frankfurt mit einer 750-ccm-BMW. aufstellte. Kurze Gpottnotizen. Für bie Deutschen Geräte-Meister« schäften in Frankfurt a. M. stehen jetzt alle Teil- nehrner fest. 38 Turner werden in ber Olympia- Mit Arbeit überlastet? . • auf Kaffee Hag umstellen 1 SMNWWIWU Vornan von Frank I. Braun. 17. Fortsetzung. Nachbruck verboten! 8. Kapitel. Ilia Filimon lief burch bie Straßen biefer be- tiriebfamen Stabt. Sie hatte in ben großen Wafsen- Aeschäften ber Jnnenstabt gefragt und versucht, einen Revolver zu bekommen; aber man verkaufte Ihr solche Waffe nicht. . Wäre sie im Besitze eines Waffenscheines ge» i wesen, hätte jeder Ladeninhaber gern bas Geschäft । gemacht. Ilia Filimon besaß keinen solchen Schein. I Man bebauerte unb schickte sie fort ober stellte gar | icugierige Fragen. „Wozu wollen Sie bie Waffe benutzen, meine Dame?" „Zum Schießen!" Mit solch ärgerlicher Antwort >erschafste sie sich Luft; aber einen Revolver bekam fie nicht. Sie bachte: bie Leute haben ganz recht. Wenn i rrgenbeiner Person die Schußwaffe mit Grund ver- aeigert werden muß, dann mir. Ich spüre es selber, s kann sein, daß ich sie benutzen würde, wenn mir liefet Mann einmal gegenübersteht, höhnisch wie -7üher immer, gesichert, alle Trümpfe auf seiner beite wissend. Und doch muß ich die Waffe bekommen. Er soll j Mich fürchten. Ich will das Geständnis von ihm 3 erpressen, von ihm selber ober seinen Kumpanen, (iiner wird feige sein und wird gestehen, wenn er i i die runde dunkle Laufmündung blickt und meinen kmtschluß erkennt. Sie kannte Hamburg nicht, aber sie fuhr nach GIL Pauli hinunter. Dort, ahnte fie, würde sich eine Waffe beschaffen lassen. Sie hatte Glück. Sie geriet nicht geradezu in das richtige Geschäft, aber der eine fünbler wies sie augenzwinkernd zum nächsten, und h einer kleinen Querstraße der Reeperbahn, die zur Ebe hinunter führte, fand sie einen Altwarenhänd- (t~, der ihr in seinem Hinterzimmer einen neuen (Lünen Revolver mit Patronen verkaufte. «Sie zahlte den geforderten Preis, für den sie Totere solcher Waffen in ber Stabt bekommen )dtte unb verließ sofort das Viertel. Die Waffe in ber Hanbtasche gab ihr eine gewisse Sicherheit. 3Iia war entschlossen, ben Kampf aufzunehmen; sie war sich nur nicht klar über das Wie. Sollte sie sich doch mit Robert Nydegger in Verbindung setzen? Sie hatte ihn aus dem Haus, dem Neubau, kommen sehen; ihn, ferner den Mann, der ihn am Bahnhof in Empfang genommen hatte, dann Basilius und schließlich den letzten, der sie fast erwischt hätte. Aber sie hatte auch Nydeggers Gesicht gesehen; es war trübe und bedrückt gewesen. Vielleicht war ihr Freund selber in Not, und auch ihm mutzte geholfen werden? Sie war ärgerlich über feine Heimlichkeiten. Weshalb vertraute er sich ihr nicht schon in München an? Verbarg er etwas, das auch sie nicht erfahren durfte? Wer mit Basilius zu tun hat, ist auf Abwegen! Sie ahnte nicht, wie nahe sie der Lösung war, sie fühlte nur, daß sie Nydegger liebte und ihm eine wirkliche Schlechtigkeit nicht zutrauen konnte. Da sie dies Empfinden ganz klar erkannte, war sie ein wenig ratlos. Immerhin wußte sie, sie mußte Nydegaer überwachen. Don Nydegger führte die Spur stets zu Basilius. Vielleicht kam sie dahinter, was die Männer verband. Sie fuhr zur Stadt zurück. Sie hatte bei der Ankunft in Hamburg sofort Jabusch unb Nydegger verfolgt und wußte, daß Jabusch ben Freund in ein kleines Hotel hinter dem Hauptbahnhof geführt hatte. Es war ihr gelungen, ganz in der Nähe, schräg gegenüber, Quartier zu bekommen. Natürlich war es langweilig und umständlich, Nydegger zu überwachen, um an Basilius und dessen Geheimnisse heranzukommen. Aber Ilia meinte, ihr bliebe kein anderer Weg. Sie saß in ihrem Zimmer und sah auf die Straße, beobachtete den Ausgang des kleinen Hotels gegenüber, in dem Nydegger wohnte. Einmal mußte er ja dort heute herauskommen oder hineingehen. Sie saß im Mantel, wie sie heraufgekommen war, am offenen Fenster hinter der Gardine; nur den Hut hatte sie abgetan, ihr Kopf schmerzte. Sowie Nydegger auftauchte, würde sie seine Spur aufnehmen, wohin er dann auch gehen mochte. Sie war sich klar:, er mochte nicht allein kommen ober davongehsn. Womöglich war Basilius bei ihm ober einer feiner Freunde. Sie dachte: umso besser, desto eher erfahre ich alles. Herrn Alwin Jabusch kannte sie bereits. Ein engagementsloser Artist. Das hatte sie herausbekommen; auch Jabuschs Logis. Man würde weiter sehen, wer diese Leute um Basilius herum waren. Und wehe, wenn man etwas erfuhr, das sie strafbar machte. Ilia Filimon würde keine Sekunde zögern, sie alle der Polizei anzugeben. Sie saß, rauchte nervös und ohne Genuß viele Zigaretten und wartete. Sie wartete einer schmerzhaften Enttäuschung entgegen. Denn Robert Nydegger würde bald kommen. Aber nicht allein. — Nydegger hatte ohne Schwierigkeit die Kommilitonin Ines Reussing fennenaelernt. Es fand sich ein gemeinsamer Bekannter, Den Nydegger in ber Universität entdeckte und ber die Vorstellung besorgte. Alles Weitere ergab sich zwanglos. Er hatte ihr nicht von Liebe gesprochen. Was glaubte ber verrückte Basilius eigentlich! Erstens hätte Nydegger bas aus sich heraus nicht vermocht und bann roar auch diese offene scheulose Kameradschaftlichkeit, mit ber sie ihn angenommen hatte, durchaus nicht dazu angetan, solche Worte zuzulassen. Er war froh Darüber. Er liebte Ilia. Es hätte ihm sehr weh getan, Worte verraten zu müssen, die er Ilia gegenüber echt empfunden gebraucht hatte. An seine Neigung rührte das Zusammensein mit Ines Reussing nicht. Doppelt war er sich solcherart der Zwangslage bewußt, in bie er geraten war. Basilius drohte. Er hatte ihm vor einiger Zeit Nachricht zukommen lassen, baß es sich um biefen heutigen Abend handele. Das hieß, Basilius hatte seinen unmöglichen Plan nicht aufgegeben unb rechnete auf Nydegger. Nydegger sollte heute Ines Reussing entführen. Schon bas Wort war grotesk! Der Versuch zur Tat würde ein Gelächter und Lächerlichkeit auslösen unb bannt enden. Ihm konnte das recht fein. Aber was würde Basilius gegen ihn unternehmen, wenn er — versagte? Er schritt neben Ines Reussing her. Sie interessierte sich für München, er hatte erzählen müssen. St« dachte au ewe Ueberstedlung nach dort für einige Semester. Als sie in der Nähe des Hauptbahnhofs angelangt waren, sagte er: „Wollen Sie mich nun nicht ganz nach Hause bringen, Fräulein Reussiny, und mich vor meinem Hotel abliefern? Das wäre wenigstens einmal etwas anderes, eine Art umgekehrte Welt." Sie lachten. Immerhin vergaß er für kurze Zeit Den verfluchten Auftrag. Ines Reussing blieb neben ihm. „Sie sind aus der Provinz, nicht wahr? Ich werde Sie erst vor Ihrer Haustür verlassen, daß Sie nicht noch unter ein Auto kommen." Als sie vor dem bescheidenen Hotel standen — "hier wohne ich" — fiel ihm wieder ein, daß er dies Mädchen heute abend wenigstens noch einmal treffen müsse. Vielleicht genügte es Basilius, wenn er Ines Reussing aus der Wohnung fernhielt? Schmerzvoll, schandbar, so etwas gegen ihre Arglosigkeit! Er biß die Zähne zusammen. Aber es war eine Lösung. Morgen reifte er bann ab, ganz gleich, was Basilius unternahm. Er zog ben Hut. Sie gaben sich bie Hände. Sicherlich waren sie einander sympathisch. Er brauchte keine plumpe Einladung vom Stapel zu lassen. Sie nickte gern auf seine Frage. Er möge sie um 8 Uhr am Rathausmarkt erwarten. Wenn er morgen schon wieder reife, wolle fie natürlich diesen Abend in Hamburg mit ihm zusammen sein. „Denken Sie sich etwas Hübsches aus unb" — sie brohte mit bem Zeigefinger — „eine Bedingung habe ich!" „Welche? Bewilligt im voraus." „Getrennte Kassen!" „Das wird sich alles finden." Sie schüttelte ben Kopf. „Sie haben schon Ja gesagt." Er blieb stehen und sah ihr nach. Sie schaute sich nicht um. Da stieg er die drei Stufen in sein Hotel hinauf. Gegenüber im ersten Stock des Hauses flatterte eine Gardine. Dann schlug hart ein Fenster zu. Eine Weile stand Ilia Filimon regungslos. Mles Blut stieg ihr zu Kopf. Kaum, daß sie hatte das Fenster schließen können. Ihr war zumute gewesen, als sollte sie hinunterschreien auf bie Straße, wo bie beiden gestanden hatten: „Verräter!" (Fortsetzung folgt!) Stand der Handballspiele im kreis 8 (Lahn-Dill) 1. Kreisklasse. Aus aller Wett. eine Spitzengruppe und sollte Staffel 5. zwar chuna der deutschen Luftschiffpläne ermöglichen. Flugzeug hat T Nach Fertigstellung dieses Luftschiffes wird sofort gen anzustellen. Frauen-Mäntel Heuchelheim, Neuß am Rhein, Lauterbach, den 21. November 1935. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 23. November, nachmittags 3 Uhr, von Gießener Straße 23 aus statt 6713D Lebensmittelverdingung Die 6679 A Edgar Borrmann KG. Ruf 41# Neustadt 5 Gießen es an der Spitze, dürfte Katzenfurt sicher über Tore 31:28 14:10 31:35 21:24 32:32 Punkte 9:3 10:4 7:3 7:5 5:7 3:11 1:9 Los Los Los Los Los 7 7 5 6 54:35 48:47 28:43 34:76 Tore 49:17 44:32 36:21 43:26 13:62 4:31 CORA BRIKETT- DAUERBRAND-ÖFEN Tore 48:41 62:46 52:35 53:50 38:35 34:60 27:47 7:7 6:8 4:6 0:12 Punkte 12:2 9:5 6:4 7:7 0:12 0:4 auch von Hausen Garbenteich 1900 Gießen II Straßebersbach Katzenfurt Mandeln Ehringshausen Spiele 5 4 6 4 7 Allendorf (Lumda) Londorf Wißmar Treis Beuern Spiele 6 7 5 6 6 7 5 7 7 5 7 6 2 klar Hörnsheim Atzbach W.-Niedergirmes Groß-Rechtenbach Holzheim Dorlar Für die trauernd Hinterbliebenen: Theodor Kreiling, Schmiedemeister. Grüningen Lich Alsfeld Burg-Gemünden Homberg Romrod Nieder-Ohmen 2. Kreisklasse. Staffelt 30,— RM. 12- „ 8,— „ Familien-Drucksachen v*riobun0sanzeigen Vermählung sanzeige" bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Ala AnzeigenMiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Beiticbnften Gießen / Gchulstraße 7 Nach Ueberweisung auf Postscheckkonto Frankfurt a.M. 37210 Kasse des Stadttheaters erfolgt Zusendung der Abonnementskarten. Gießen, den 21. November 1935. Die Bürgermeisterei: Ritter. SlMltzeM-SlWM-MMMUl. Die Einlösung der III. Rate der Abonnements erfolgt am: 6712C Montag, dem 25. November, von 10 bis 13 Uhr für die Dienstag-Abonnenten, Dienstag, dem 26. November, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Miflwoch-Abon- nenten, Mittwoch, dem 27. November, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Ireitag-Abon- nenten. sind hervorragend in Qualität und Leistung Treffen Sie Ihre Wahl nicht eher, bevorSie meinreichhaltigeslager besichtigt haben Emil Pistor Nacht Marktstraße 10, Fernsprecher 2261 6568 A Tv. Niedergirmes — Tv. Hörns hei m 9 6 (5:4). Niedergirmes ist auf dem besten Weg, die Meisterschaft in der 1. Kreisklasse zu machen. Denn nach dem gestrigen Sieg fehlt daran nicht mehr viel, zumal die Mannschaft die wenigsten Verlustpunkte aufweist. — Das obige Spiel war ein dramatischer Kampf, der vielleicht einen anderen Ausgang genommen hätte, wenn nicht Hörnsheim nach einer angeblichen- Fehlentscheidung des Schiedsrichters vollkommen auseinandergefallen wäre. Der Endspurt kam zu spät. Tv Niedergirmes — Tv. Dutenhofen Jugend 10:7 (5:4). Obwohl sich die Gäste mächtig anftrenqten, konnten sie den Sieg im Vorspiel nicht wiederholen. Niedergirmes setzte alles auf eine Karte und gewann denn auch dank fernes besseren Stehvermögens. Freundschaftsspiele. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Pohl- Göns 3:8 (2:5). Die Platzbesitzer hatten nut der Verpflichtung der Bezirksklassenmannschaft von Pohl-Göns keinen schlechten Griff getan. Sie haben das Spiel zwar verloren, haben aber sicher viel wertiger Mannschaften trat ein. Burg-Gemünden wußte die kleine Überlegenheit und den Vorteil des eigenen Platzes nicht auszunutzen und muhte sich deshalb mit einem mageren Unentschieden zufriedengeben. — Der Neuling Bernsfeld konnte natürlich gegen den Tabellenführer nichts ausrichten und verlor deshalb auch verhältnismäßig hoch. Tv. Londorf Jgd. — Tv. Staufenberg Jgd. 8:2 (6:0). Die Gäste haben es nicht verstanden, trotzdem sie körperlich überlegen waren, sich durchzusetzen. Sie mußten sich sogar recht deutlich geschlagen bekennen. ~ . , . Tv. Garbenteich Jgd. — Tv. L i ch Jgd- 2-4 (0:3). Die Jungens aus Garbenteich haben noch nicht die Reife der anderen Mannschaften. Sie mußten sich deshalb auch in diesem Spiel wieder Staffel 4. Spiele Weitere Ergebnisse. Tv. Nieder-Ohmen — Tv. Homberg 0:11 (0:4). Tv. Burg-Gemünden — Tv. Romrod 5:5 (3:1). Tv. Bernsfeld — Tv. Alsfeld 1:18 (0:8). Man hatte wohl mit einem klaren Sieg der Gäste gerechnet. Daß er gleich so deutlich ausfallen würde, kommt überraschend. Die Platzbesitzer fanden sich während des ganzen Spieles nie richtig. — Der erwartete ausgeglichene Kampf zweier gleich- Donnerstag vormittag 11 Uhr entschlief sanft und unerwartet nach kurzem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Herr Philipp Kreiling VII. Schmiedemeister i. R. im 76. Lebensjahre. auch, bei einigermaßen Glück, behaupten schärfste Rivale ist hier Dutenhofen. S t a f s e l 2. ßsgt oft, nur an dec gut gewählten JCteidung. Unter unferer großen AusunM fchtenkmacßender Ufoddb finden die ficfredich das Richtige furJhce 'LOunfcfte undUnfprücnal III: Frischgemüse. IV: Obst- und Gemüsekonserven. wieder ausgetragen. Sie finden am 2. und 3. Febr. in Nesselwang im Allaäu statt. Zur Durchführung kommen ein Mannschafts-Orientierungslauf und em Sprunglauf. Der Auto-Rekord, den der Münchener Möritz bei der Ungarischen Motorsportwoche in Gyon mit einem DKW.-Spezialwagen über eine Meile mit stehendem Start mit 34,245 Sekunden (105,125 Stundenkilometer) aufstellte, ist als internationaler Klassenrekord anerkannt worden. In die Olympia-Kernmannschaft der Schwimmer ist jetzt der bekannte westfalische Brustschwimmer Balke (Dortmund) ausgenommen worden. Bernsfeld Alsfeld führt bereits .... keiner der übrigen Mannschaften eingeholt werden. Interessant ist, daß sich Homberg sehr schön nach vorn gearbeitet hat und vielleicht sogar noch em Wort um den zweiten Platz mitsprechen wird. Die 500. Fahrt des »Graf Zeppelin--. In seinen 7 Betriebsjahren hat das Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" der Deutschen Zeppelin-Reederei viele Rekorde aufgestellt. Nachdem das gluck- haste Schiff erst vor zwei Monaten das im Welt- luftoerkehr einzigartige Jubiläum seiner 10 0. Ozeanüberquerung feiern konnte, taucht jetzt eine noch stolzere Zahl auf: die 5 0 0. Fahrt. Am Freitagfrüh steigt der „Graf Zeppelin in ^r- nambuco zu seiner 500. Fahrt auf. Welche Bedeutung die Luftschiffahrt seit der Indienststellung des „Graf Zeppelin" 1928 erlangt hat, beweisen am besten die B e f ö r d e r u n g s z a h l e n dieses ersten Transozean-Derkehrslustschiffes. Auf seinen 500 Fahrten legte das Luftschiff rund lVs Millionen Kilometer zurück, mit anderen Worten, es fuhr 33 mal um die Welt! Ungefähr 12 000 Passagiere, Millionen von Postsendungen und viele Tausend Kilo Fracht wurden ohne den geringsten Zwischenfall befördert. Wenn man rückblickend die bisherigen Leistungen des „Graf Zeppelin" überschaut, dann kann man nur feststellen, daß das Schiff und seine bewährte Besatzung unter der hervorragenden Führung Dr. Eckeners Pionierarbeit im wahrsten Sinne des Wortes geleistet haben. Planmäßig überquerte das Luftschiff mit Sicherheit eines Dampfers die Ozeane, umkreiste die Erde und wurde in den wenigen Jahren zum Begriff der Sicherheit und Zuverlässigkeit. Das neue große Der- kehrsluftschiff LZ 12 9, das in Friedrichshafen seiner Vollendung entgegengeht, wird die Verwirkli- Klasse antreten, 68 Turner in der Meisterklasse. Die Angehörigen der Meisterklasse wurden bei den Gau- Ausscheidungen ermittelt, die während der letzten Sonntage in allen Gauen durchgeführt worden sind. Die künftige Olympia-Kernmannschaft der Turner wird von den 30 besten Mitgliedern der in Frankfurt turnenden Olympia-Klasse gebildet. Die Olympia-Kernmannschaft der Turner wird ab Dezember nur noch nach den Weisungen der DT. eingesetzt, ihre Mitglieder sind also für jede wettkampfmäßige Tätigkeit gesperrt. Die DT. kann Ausnahmen bewilligen. Die „Reichs-Skiwettkämpfe der Hitler-Jugend" werden auch in diesem Winter __ V: Küchenabfalle. Bedingungen liegen bei der Küchenverwaltung des Bataillons, Kaserne I, Zimmer 156, aus. Sie sind daselbst gegen Zahlung einer Gebühr von RM. —,50 erhältlich. Angebote mit der Aufschrift: „Angebot auf Lebensrnittel oder Küchenabfälle für 1. Januar bis 30. Juni 1936" find bis zum 27. November 1935, 10 Uhr, der Küchenverwaltung nur durch die Post einzusenden. Angebote mittels Bietungsscheins, den die Küchenverwaltung unentgeltlich verabfolgt, können nur auf ganze Lose gemacht werden. Bieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnung j)er Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 3.12.1935 nicht benachrichtigt worden sind, mußte das Angebot unberück- Am 27. November 1935, 10 Uhr, werden die Küchenbedürfnisse und Küchenabfälle des I. Batins. Infanterie-Regiment 36 für die Zeit vorn 1. Januar bis 30. Juni 1936 einschließlich zu festen Preisen verdungen. 67080 I: Kolonialwaren. II. Bohnenkaffee. ein weitererNeubau von gleicher Größe von der Deutschen Zeppelin-Reederei in Auftrag gegeben. Neben den planmäßigen Reisen nach Sud- amerika gemeinsam mit dem „Graf Zeppelin' wird der LZ 129 auch Probefahrten von Europa nach Nordamerika unternehmen und hierfür nur 2V2 bis 3 Tage benötigen. Aussichtsreich erscheint auch em Luftschiffdienst über den Indischen Ozean hinweg nach dem Fernen Osten. Mißglückter Uederfall auf ein Rheinschiff. An den Unrechten gekommen sind zwei Männer, die sich mit Masken vor dem Gesicht in der Dun. kelheit auf ein bei Engers a. Rh. vor Anker liegendes Rheinschiff schlichen und die Familie des Schiffers in der Schiffsküche überfielen. Als der eine der Räuber mit vorgehaltenem Revolver den Ruf „Hände hoch!" ausstieß, erhielt er von dem Schiffer einen derart wuchtigen Stoß, daß er zur Türe hinausflog und ü b e r B 0 r d ins Wasser stürzte. Der zweite Räuber zog es darauf vor, schleunigst die Flucht zu ergreifen. Ob der ms Wasser gestürzte Mann ertrunken ist ober ob er sich schwimmend retten konnte, steht noch nicht fest. Auf der Suche nach dem verschollenen Flieger Kingsford Smith. Bekanntmachung. Das Liefern und Versetzen von Betonpfosten zur Anbringung eines Schutzgeländers am Bootsteich soll öffentlich auf Grund der RVO. vergeben werden. 67040 Angebotsvordrucke sind ab Freitag, den 22. November 1935, bei uns erhältlich. Die Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, dem 26. November 1935, vorm. 10 Uhr, beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt Gießen, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote erfolgt. — Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 21. November 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a d e r t. Garbenheim In der 1. Kreisklasse hat sich Ebersgöns - ----- Grüningen führt bereits klar die Tabelle an und sollte auch kaum noch von seiner Spitzenstellung verdrängt werden. Ueberraschend ist, daß sich Lich so gut behauptet hat. Hausen und Garbentelch haben durch Spielerabgänge viel guten Boden verloren. Die III. Rate beträgt: Familienlogen mit 4 Plätzen Sperrsitz Reihe 1 bis 7, 1. Rang Reihe 1 und 2 und Logenvorderplätze Sperrsitz Reihe 8 bis 11,1. Rang Reihe 3 bis 6 und Logenrückplätze Sperrsitz Reihe 12 bis 15, 2. Rang Reihe 1 Sperrsitz Reihe 16 bis 18, 2. Rang Reihe 2 und 3 2. Rang Reihe 4 und 5 und vordere Seitenreihe Der Kapitän des Dampfers „Pafha" hat durch Funkspruch berichtet, er Habs auf der Sayer-Insel an der Westküste von Siam in der Bucht von Ben- galen am Donnerstag Feuerzeichen beobachtet. Man hält es für möglich, daß diese Zeichen..von Dem vermißten Flieger Kingsford Sl^ty und seinem Gefährten abgegeben werden. Em Flugzeug hat Befehl erhalten, sofort Nachforschun- Oraucttaarc Wlederheiiteila^MirTa Drogerie Winterhof!, Krenxplatx 10 H. Plank, Seltersweg 8. [NUv Ofen Unser Lager umfaßt vom einfachen Blechmantelofen F angefangen bis zu den modernsten Stücken alle Konstruktionen für Kohle, Briketts und Holzbrand gebildet, die noch recht interessante Kämpfe verspricht. Wer den Sieg davontragen wird, kann heute noch niemand mit Bestimmtheit sagen. Hörnsheim steht zwar relativ am besten, hat dafür aber noch sehr schwere Spiele, so daß also schon allerlei dazu gehört, sich zu behaupten. geschlagen bekennen. Handballspiele am Buhlag. Tv. Heuchelheim — Tv. Hochelheim 3:3 (1:2). Die Einheimischen, die innerhalb weniger Tage zum zweitenmal antraten, schlugen fid) über Erwarten gut. Sie hätten sogar gewinnen müssen, wenn nicht ihr Sturm so schlecht geschossen hatte. Hochelheim enttäuschte auf der ganzen Lime. Es kann von Glück sprechen, daß es überhaupt noch dabei gelernt, einen Punkt errungen hat. Gebr. Imheusei am Mark Herbornseelbach Straßebersbach steht „ sie aber kaum behaupten, da . die größeren Reserven verfügen wird. Mit Pelzbesatz: Marengo-Boucl6,m.gut.Lammkragei 32.— 36.— 39.— 43.— 52.- Mit echten Pelzbesätzen, Silben Skunksopossum, Persianerklaue use- 48.— 59.— 64— 68 — u.höhr sichtigt bleiben. Küchenverwaltung I. Batins. 3nf.-Regl. 36. ai 1 1^ von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- Nacmasse holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Ohne Pelzbesatz: Marengo-Bouclä, beste Verarbeitung 26.- 29.— 32.— 37.- j Allerbeste Paßform, vorzügl. Qualität 42.— 48— 52— 59.- Punkte 6:4 4:4 6:6 2:6 6:8 Wer hier den Staffelsieger stellen wird, kann noch nicht gesagt werden. Es ist sogar möglich, daß sich noch eine der am Schluß stehenden Mannschaften nach vorn arbeitet. Staffelt Spiele Tore Punkte 6 62:34 11:1 7 46:31 10:4 Spie le Tore Punkte Allendorf (Lahn) 3 29:15 6:0 Dutenhofen 3 27:20 4:2 Nauborn 3 16:23 2:4 Wetzlar II 3 14:28 0:6 In dieser Staffel hat sich Allendorf wider ( warten bereits klar an die Spitze gesetzt, Die Spiele Tore Punkte 5 35:15 9:1 5 46:19 8:2 6 30:20 7:5 6 18:43 4:8 6 10:42 0:12