Nr 247 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 22. Oktober 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siegener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätsvuch- und Steindruckerei «.Lauge in Stehen. Schriftleitung und ScschSslsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrift nach norh.Vereinbg.25°/g mehr. 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Eine späte, aber deutliche Rache Englands für den 7. Januar, die römischen Abmachungen. Eine Hoffnung bleibt Laval: die Hoffnung auf Beilegung des Konfliktes zwischen Italien und dem Völkerbund, d. h. praktisch zwischen Italien und England. Keine Krage, daß er sich alle Mühe geben wird, keine Frage aber auch, daß diese Hoffnung sehr schwach ist. Zurückziehung englischer Schiffs- einheiten aus dem Mittelmeer mag eine fteundlich wirkende Geste sein. Welchen Wert aber hat sie für den Duce, wenn sie um den Preis der Bestätigung der englisch-französischen Zusammenarbeit erkauft ist? Wird die Lage für den Duce etwa besser, wenn r a n z ö s i s ch e 'K r i e g s s ch i f f e als „Ersatz" auftauchen? Außerdem: England beharrt auf dem Genfer Verfahren, seine Absage an die individuelle Aktion unterstreicht nur seinen kollektiven Eifer Rom, 21. Okt. (DNB.) Die in Rom ingang befindlichen diplomatischen Besprechungen nahmen am Montaa mit einer Unterredung zwischen dem englischen Botschafter Drummond und dem Staatssekretär des Aeußern Suvich ihren Fortgang. An zuständiger Stelle wird erklärt, daß es verfehlt erscheine, von regelrechten Verhandlungen zu sprechen, denen ein von italienischer oder anderer Seite vorgebrachter Plan zugrunde liege. Die Fühlungnahme bezwecke lediglich eine allgemeine Klärung der Lage, ohne daß hierbei nach einem bestimmten Schema verfahren würde. Alle Türen stünden offen. Gegenstand der Verhandlungen sei nicht nur die Beseitigung der Mißverständnisse im Mittelmeer, sondern die Erörterung der internationa- Genf aber kann keiner.Lösung zustimmen, die auf die Aufteilung Abessiniens hinausläuft. Die Zustimmung des Negus zu jedem Vergleich ist eine scharfe Waffe der englischen Politik. Kann Mussolini heute, da seine Truppen in Abessinien stehen, leichter auf die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses eingehen als vor Beginn der Feindseligkeiten? Dom völkerrechtlich gebrandmarkten Krieg führt fo leicht keine Brücke zur kolonialen Polizeiaktion. Eine Frage: Was geschieht, wenn England mit dem Völkerbund nicht zum Ziele kommt? Baldwin, in seiner Rede in Worcester, hat sie berührt: „Wenn dieser erste Versuch, den Frieden zu sichern, fehl- schlägt, so laßt uns sehen, ob nicht unser Werkzeug oder unsere Arbeit fehlerhaft war." Also die Perspektive auf einen neuen, „besseren" Völkerbund. Wer aber „sichert den Frieden" bis dahin? Daß Herr Baldwin als kluger Mann sich darüber ausschweiqt, bedeutet schwerlich, daß er, als kluger Mann, ihn nicht auch bedacht hat. Englands Sieg. Don Or. Hans von Malottki. Während in Genf die Sanktionskonferenz den Wirtschaftsboykott gegen Italien beschloß und seine Anwendung vertagte, erreichte die diplomatische Aktivität im Dreieck Paris-Rom- London wieder einmal einen Höhepunkt. Unterredungen Lavals mit den Botschaftern Italiens und Englands, Aussprache zwischen Mussolini und dem englischen Botschafter, über die eine sorgfältig formulierte Erklärung in Rom und London veröffentlicht wurde, Sir Samuel Hoare empfängt Grandi, zwischendurch Lavals Antwort an England, — in der Tat ein beträchtlicher Aufwand. Was aber ist das Ergebnis? Die Entspannung inden englis ch-f r a n- Italienischer Vorstoß an der Sndsront. Trotz wolkenbruchartigen legens melden die Italiener Erfolge ihrer Eingeborenen-Truppen an der Somali-Front. nicht entschieden sei, wie viele Schiffe England aus dem Mittelmeer zurückziehe und wie weit dementsprechend Italien zu einer Verringerung seiner Truppenbestände in Libyen schreite. Es seien lediglich derartige Maßnahmen grundsätzlich festgelegt worden. Bei den italienischen Truppenzurückziehungen in Libyen müsse jedoch unbedingt die für die Sicherheit erforderliche Mindeststärke aufrechterhalten bleiben. Entgegen verschiedentlich aufgetauchten Gerüchten, daß die gegenwärtigen Verhandlungen zwischen Rom und London durch Vermittlung des hiesigen französischen Botschafters Charn- brun zustandegekommcn seien, wird erklärt, daß bei den normalen diplomatischen Beziehungen beider Länder kein derartiger Dermittlungs- schritt von dritter Seite notwendig gewesen sei. Italienische Anregungen iir einVerhandlumsvrogramm? Regens durchgeführt. Gleichzeitig wurde das kleine abessinische Städtchen B u r d o d i am Sche- beli-Fluß angegriffen, nachdem es ebenfalls vorher mit Fliegerbomben belegt worden war. Die Besatzung ergriff die Flucht' Die Eroberung dieser beiden befestigten Stellungen ermöglichte sodann die Besetzung der Ortschaft S ch e l a w i e. Von den Italienern wird die strategische Bedeutung von Dagnerei heroorgehoben, da dieser 2000 Meter hoch liegende militärisch wichtige Punkt die ganze Gegend beherrsche. Die italienischen Verluste bei dieser Kampfhandlung sollen nur geringfügig gewesen sein. Hingegen haben die abessinischen Truppen angeblich bedeutende Verluste zu verzeichnen. Nach dem italienischen Heeresbericht ließen sie 50 Tote, sehr viele Verwundete und mehrere Dutzend Gefangene zurück. Die Verluste der italienischen Eingebornentruppen betrugen 14 Tote und 40 Verwundete. In der befestigten Stellung hatte der Feind zwei Geschütze, zwei Maschinengewehre, Hunderte von Gewehren und viele Kisten mit Munition zurückgelassen. An dem Vorstoß nahmen auch die BewaffnetendesSultansOlel-Dinle, des Häuptlings der Gegend der Scheveli teil. Dieser war früher von der abessinischen Regierung abhängig und ist jetzt auf italienische Seite übergegangen. Um seine Loyalität zu beweisen, bat er um Teilnahme an dem Gefecht. • Keine Veränderung der Lage an der Aordfront. Von der N o r d f r o n t wird lediglich weitere Au§- klärungstätigkeit der Luftwaffe und der Ausbau der bezogenen Stellungen gemeldet. Der auf italienische Seite übergegangene Ras Se- lasiie G u g s a erneuerte sein Treuebekenntnis. Er soll wertvolle Nachrichten über die abessinischen Operationen und die Verhältnisse unter der Bevölkerung- gegeben haben. Das italienische Truppenkommando hat zwei abessinische Gefangene standrechtlich erschießen lassen, weil sie im Besitze verschiedener Gegenstände des als einem der ersten bei Adua gefallenen Leutnants M o r g a n t i n i waren. Die Verluste der Italiener werden vom italienischen Hauptquartier mit 87 Toten und Verwundeten beziffert. Der in Aussicht genommene Vormarsch aus Makala dürfte angesichts der Nachschubschwierigkeiten e r ft in einigen Wochen zu erwarten sein. Südlich von Makala sollen etwa 50 000 Mann abessinischer Truppen zusammengezogen sein. Der Negus soll den seit 1916 bei Harrar gefangen gehaltenen früheren Kaiser Lidj Passu angesichts des italienischen Vormarsches auf Harrar in die Gegend von Galla haben bringen lassen. Mit beispielloser Zähigkeit hat die englische Politik aus den Punkt hingesteuert, wo Laval sich stellen unb — so ober so — entscheiden mußte. Der Pakt oder nicht! Indem England klarstellte, daß es selbst nichts anderes als die Geltendmachung der Paktqrundsätze will, konnte Laval auch seinerseits nickst mehr ausweichen, es sei denn, er hätte die traditionelle „Dölkerbundstreue" Frankreichs vreis- acaeben und damit seinen Sturz selbst herausbeschwo- ren Laval hat optiert, genauer, er hat optieren müssen für die Macht, die klug genug war, die unangreifbare Position der absoluten Völkerbundstreue einzunehmen. (Wobei die englischen Motwe gar nicht zur Debatte stehen sollen.) Scheitern bte Surbobi am Schebeli sowie bie Ortschaft Sche- lawie norböstlich von Dagnerei. Zahlreiche Gefangene würben gemacht unb auch einige Kraftwagen erbeutet. Es verstärkt sich ber Einbruch baß die Jaliener das Schwergewicht ihres militärischen Vorgehens auf bie Somalifront verlegen, wo General Graziani nach erprobten Kolonialmethoben vorgeht. Es hat ben Anschein, baß bieDerbinbungzwi- schen Eritrea unb Jtalienisch-Soma- lilanb so schnell wie möglich hergestellt werben soll. Der Angriff auf bie stark befestigte Ortschaft Dagnerei am Schebeli-Fluß würbe b u r cf) zehn Flugzeuge eingeleitet, bie bie abessinischen Befestigungen aus geringer Höhe bombardierten. Zahlreiche Brände und Explosionen waren die Folge. Sodann wurden eingeborene A s - kari- Truppen zum Sturmangriff eingesetzt. Trotz heftiger Gegenwehr der Abessinier gelang es den Askaris, sie aus ihren Stellungen zu werfen und weit zurückzutreiben. Die ganze Aktion wurde während eines wolkenbruch a r tigen Ausgleichsversuche Lavals, nimmt der Konflikt Völkerbund-Italien feinen Fortgang, fo ist Frankreich unweigerlich an die Seite Englands gedrängt, zur Mithilfe an jener kollektiven Aktion verpflichtet, von der niemand weiß, wo sie einmal endet. Laval hat aber auch mit Rücksicht auf Italien der gegenseitigen Beistandsverpflichtung eine Auslegung geben müssen die einen Verzicht auf jenen berühmten Automatismus bedeutet, auf den er England, (im Hinblick auf Deutschland) so gern festgelegt hatte. Diese Rücksicht auf Italien zwang ben französischen Regierungschef, bie „englisch-französische Solibarität" nicht automatisch, fanbern nur bann als gegeben zu erachten, wenn Sanktionen kollektivbeschlos- ? Wir "glauben, baß Herrn Laval biese Selbstbe- scheibung nicht leicht gefallen ist, ben Englänbern dafür um fo willkommener gewesen ist. Eine wei- terqehenbe Verpflichtung Lavals, weil sie einen Pr'äzebcnzfall geschaffen hätte, an ben bei passender Gelegenheit zu erinnern Herr Laval nicht verabsäumt hätte. Laval ist einer überlegenen politi- Häfen ber britischen Kolonien ober bes englisch-ägyptischen Subans anlaufen, nicht länger als 24 Stunden im Hafen bleiben können. Sie sind ferner Einschränkungen bei der Einnahme von Brennstoffen in diesen Häfen ausgesetzt. Diese Beschränkungen beziehen sich nicht auf andere italienische Fahrzeuge. Einen ähnlichen Schritt hat die ägyptische Regierung in Rom unternommen. London findet Lavals Za ausreichend. London, 21. Oktober. (DNB.) Während bes Wochenenbes haben bie Sachoerstänbigen ber rnaß- gebenben englischen Stellen sorgfältig ben Wortlaut der französischen Antwort auf bie britische chafter in Rom Sir Eric Drummonb ist angewiesen worben, ber italienischen Regierung rnitzu- teiten, daß die britische Regierung sich entschlossen hat, bie in ber Haager Konvention enthaltenen Neutralitätsbestimmungen anzuwenben. Das bebeutet, baß italienische mit Kriegsmaterial b e I a b e n e Fahrzeuge, bie zösischen Beziehungen unb bie Milbe- ' rung bes englisch-italienischen Gegensatzes ist in bie{en Tagen sehr stark in ben Dor- ‘ bergrunb gerückt worben. Don Versöhnung unb , Ausgleich ist bie Rebe, unb burch ben Pariser Blät- . terwalb ging ein erleichtertes Aufatmen. Auch ohne ben Warnruf bes offiziösen „Temps", es fei noch längst nicht so weit, erscheint biese Lesart höchst un- glaubmürbig. Denn schließlich bleibt, sieht man von allem äußerlichen Drum unb Dran unb ber Unzahl mehr ober weniger geschickter Beeinflussungsversuche ab, nur zweierlei: Frankreichs „I a" an Englanb unb bie Versicherung Eng- lanbs, keinerlei Prioatkrieg mit Jta- l i e n führen zu wollen. An biese allein greifbaren latbeftänbe wirb man sich halten müssen. Die Erklärung Balbwins, baß Englanb keinerlei persönlichen Streit mit Italien habe, daß es keine kriegerischen Absichten hege, roeber an Blockabe noch an Schließung bes Suezkanals benke, sonbern l e - biglich als Völkerbundsmacht, im Rahmen ber Genfer Aktion, zu hanbeln verpflichtet sei, ist ein Dokument von entscheidenber Bebeutung. Unb bies, obwohl es inhaltlich nichts Neues besagt! Zur Erklärung ist zunächst auf bie innerpolitische Situation Englanbs zu verweisen. Die Wahlen stehen vor ber Tür, unb es hat sich bie merkwürbige Tatsache ergeben, baß bie Nationalregierung, als Vorkämpferin der Friedenssicherung durch den Völkerbund, mit jener jetzt in England sehr zugkräftigen Parole in ben Wahlkampf gehen kann, bie bie Opposition als ihr geistiges Eigentum betrachtet. Schon aus biefem Grunbe mußte bie Regierung Balbwin peinlich auf bie Ver- meibung alles besten bebacht sein, was einer sich geprellt fehenben Opposition Anlaß zur Derbachti- gung ber Völkerbunbspoliftk ber Konservativen hätte geben können. Die Gefahr beftanb in ber Tat baß bie Labour-Party ben Ebenschen Tatendrang in Genf absichtlich falsch verstand unb bie Kon ervativen als Kriegsfreunbe unb Kriegshetzer im Lanbe in Mißkrebit brachte. Grunb genug für Balbwin, biefem Wahlmanöver vorzubeugen unb jede Absicht einer „isolierten Aktion" ber englischen Politik scharf zu bementieren. Dieses Dementi allerbings muß genau gelesen werben, benn es wirb nicht jedes Vorgehen gegen ben Paktbrecher Italien dementiert, sondern nur eine bestimmte Form des Vorgehens, — das selbständige Handeln. Aber wer sagt, daß mcht in kollektivem Rahmen das erzielt werden kann, was die Regierung Baldwin allein nicht übernehmen will? Die Zurückweisung jedes Gedankens an eine besondere Aggressivität gegenüber Italien schränkt die kollektive Friedenssicherung, rote 6ng= land sie auffaßt, nicht im geringsten em, und auch von ber Blockabe ist nur gesagt worben, baß England sie nicht allein vornehmen will. Die Möglichkeit, über Genf zu operieren, ist mcht ge- schmälert, unb Englanb wirb von ihr um so mehr Gebrauch zu machen versuchen, als m bem Abessinien-Konflikt bie Genfer Grunbsätze zugunsten ber machtpolitischen Interessen Englanbs spielen. Inbem die englische Politik sich vollstänbig auf bte Genfer Plattform stellte, zwang sie Laval, Farbe zu bekennen. Gerabe bas aber wollte Laval um leben Preis vermeiben, benn einträglicher als bie sonst m Paris so überlaut betonte Treuepflicht gegenüber Genf erschien bie Rolle bes „Vermittlers . Sie gestattete ber zwischen Rom unb ßonbon pen- delnben französischen Politik ein Ausweichen vor der Frage: wie hälft bu es mit ben ®enfer Verpfluf)- tungen? — unb bot die Gelegenheit auf Kosten anderer Geschäfte zu machen. So ergab sich ber bezeichnend Umstanb, baß Laval sich nicht etwa von der fraktionellen Parole: „ber Pakt, ber ganze Pakt, nichts als ber Pakt" leiten ließ, sonbern entweder weniger wollte als ben Pakt ober mehr, — je nachbem ... Er wollte weniger als bie An- roenbung bes Paktes, um ben italienischen Freunb z u s ch o n e n, er war aber auch bereit, noch über ben Pakt hinauszugehen unb den italienischen Freund seinem Schicksal zu überlasten, wenn er in Englanb Ersatz g e f un - den hätte. In beiden Fällen konnte von Völker- bunbstreue keine Rebe sein; benn entroeber blieben bie Genfer Grunbsätze unwirksam ober sie würben zweiseitigen Separatabkommen benutzt unb miß- Britisch-italienische Fühlungnahme. Diplomatische Verhandlungen in 3Rom ohne die Vermittlung Frankreichs Ual-Ual Gerlogubie Gora Kai • p n <* / Sdielawie / abhängigkeit sicher. Wir bebrohen niemanben unb wollen auch niemanb bedrohen. Wir leben in Frieben und wollen in Frieden leben. Der Mann auf der Straße will keine Mobilmachung, so große Sympathien er auch für den fernen Negus und seine Sklavenbevölkerung haben mag, und so große Achtung ihm auch die Charakterstärke des Völkerbundes einzuflößen vermag. Wir werden keinen Krieg haben, weil wir ihn als Herr unserer Entschlüsse nicht wollen. Die Zeichnung der italienischen Rüstungsanleihe. Mailand, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Von den Konsortialbanken ber neuen 5prozentigen italienischen Rüstungsanleihe, würben bis zum letzten Samstag insgesamt 422 Millionen Lire gezeichnet. Am Montag wurde die Zeichnungsfrist für das Publikum eröffnet. Als erste Eintragung verzeichnet die Liste des „Credito Jtaliano" Benito Mussolini für den Popolo d'Jtalia" 50 000 Lire. Paris, 2?. Okt. (DNB. Funkspruch.) „NewYork Heralb" will wissen, baß bem französischen Minister- präfibenten von italienischer Seite Anregungen zu ^Beilegung bes abessinischen Strei- t e 5 zugegangen seien, bie er nunmehr ber briti- chen Regierung unterbreite. Italien stelle als Höchstforberungen ein Manbatüber bie Bezirke Tigre, Aussa, Harrar unb Oga - ben unb verlange ferner bie Reorganisierung bes abessinischen Reiches burch italienische, englische unb französische Beamte, bje mit ben abessinischen Behörben unter Z u - grunbelegung bes Berichts bes Fün- er-Ausfch.uffes Zusammenarbeiten sollten. Denn ßonbon zu Entgegenkommen bereit sei, würbe Nussolini möglicherweise auch von biefen Höchst- orberungen Abstriche machen. England sperrt seine afrikanischen Häfen für italienische Kriegstransportschiffe. London, 21. Okt. (DNB.) Der britische Bot- 1 e n Lage im allgemeinen mürbe im offenen Meinungsaustausch einer gegenseitigen Prüfung unterzogen werben. Jrgenbwelche avschließenben Ergebnisse seien noch nicht erzielt worben. So wird besonders heroorgehoben, daß noch Frage geprüft, ob Englanb für den Fall eines italienischen Angriffes auf bie britische Mittelmeerflotte mit ber Unterstützung Frankreichs entsprechen!) bem Artikel 16 ber Genfer Satzungen rechnen könne. Nach biefer Prüfung finb maßgebenbe englische Kreise der Ansicht, baß bie Antwort d e - bingungslos bejahenb laute unb eine klare unb freimütige Auslegung bes Vorgehens unb ber Haltung Frankreichs feit bem Beginn bes italienisch-abessinischen Streitfalles barstelle. Die französische Antwort wirb nicht veröffentlicht, weil ber biplomatische Meinungsaustausch, auf ben sich bie Antwort grünbet, teils schriftlich unb teils m ü n b l i d) vor sich gegangen ist. Lastelnau glaubt nicht an Krieg. Paris, 22. Oft. (DNB. Funkspruch.) Im „Echo be Paris" beschäftigt sich General C a ft e l n a u mit ber Frage „Werben wir in ben Krieg ziehen?" Der General beantwortet biese Frage mit Dl e i n. Die Sichrheit und ber Bestaub bes Vaterlanbes, so schreibt er, finb nicht in Gefahr. Andrerseits sinb wir unserer selbst unb unserer unveräußerlichen Un- Römischer Kriegsbrief. Don unterem römischen E.-Korrespondenien. Rom Frascati, im Oktober. In ganz Rom kein Pfund Kohle mehr aufzutreiben! So schreit das über den Frühstückstisch hin, aus ausländischen Zeitungen heraus, sogar aus österreichischen. Blockschrift. Fettdruck. Und wie ich erschrecken genauer hinsehe, ist es noch dazu ein römischer Kollege, der die Katastrophe aus Rom meldet. Ra, da haben wir ja die Bescherung. Rom ohne Kohle, das will etwas ganz anderes heißen als das „Ostern ohne Kuchen!", das die Klemgeister des zweiten Kriegsjahres damals im belagerten Deutschland piepten. Das bedeutet einen Siebenmonatdauerschnupfen, denn bekanntlich friert man nirgends so arg wie im schönen Süden, wo sich zu dem Mangel an Oefen der prächtige Steinfuß' boden gesellt, der um kein Haar anders beschauen ist als der Gehsteig der Straßen. Also nichts wie ran ans Steuer und zu meinem Kohlenhändler gerast. Ob er denn nicht doch — öie verstehen, es gibt ja sicher Hintertürchen — doppelten Preis natürlich, gern bereit — lieber, Heber Signor Hannibal, Sie werden mich doch nicht im Stich lassen, was könnte ich also haben? So viel Sie wollen. Was soll es denn sein? Anthrazit, Eierbriketts, Perlkoks? Hier wandte sich der Gast mit Grausen. Wenn man sogar in Rom selber einer aus Rom stammenden Kollegenschauermeldung aufsitzt, warum sollen dann die Zeitungsleser nördlich der Alpen nicht an die Einschließung und Zerschmetterung des italienischen Heeres bei Adua glauben? Bis zum Tage der italienischen Kriegserklärung rollten vor zwanzig Jahren die Kohlenzüge durch die Alpen, verstopften den Gotthard, schürten die Kriegsessen des „Bundesgenossen". Man erinnert sich daran, denn heute sieht es auf den italienischen Eisenbahnen ganz ähnlich aus. Es heißt zwar, daß kein Mensch mehr an den Duce liefern will, weil er kein Geld zum Bezahlen hat oder weil es Gens verbietet oder weil die Kohlenarbeiter m Frankreich streiken, aber jeder Reisende, Der zum Zug hinausschaut, sieht die Eukalyptusbäume bis zum Bauch in Kohlen stehen, jeder Bahnhofsmulde ent- wächst ein schwarzes Gebirge im Dal d'Aosta, vor dem Gotthard, im Kanaltal stauen sich die Kohlen- züqe. Vielleicht dürfen nach einer Geheimklausel die Sanktionen erst dann in Kraft treten, wenn sie nicht mehr schaden können. Auch wollen die Russen und Rumänen den Benzinhahn nicht zudrehen, die Nachbarn ihren Restexport nicht auch noch freiwillig abschnüren, und kein Geschäftsmann möchte, unerhört, auf Geschäfte mit Italien verzichten. Vielleicht übertreiben da nun aber wieder die italienischen Zeitungen. . ... Einmal unterwegs, in der Kriegshauprstadt, machte ich mich natürlich daran, Den Krieg zu suchen. Auf den öffentlichen Straßen, in den An- näyerungsgräben, auf Schleichwegen und in Sappen, wozu ist man denn seinerzeit Kriegsberichterstatter gewesen? Aber es läßt sich mit bestem Willen nur melden: NichtsNeues imSüden. Der Maueranschläge sind weit weniger als in Wahlzeiten oder vor großen Faschistenparaden. Einer freilich, der nicht durch die Farbe des Krie- ges auffällt, sondern grün ist wie der jetzt aufgehende zweite Frühling, lautet knapp und bestimmt (denn er stammt von Mussolini): „Wir stehen in einem Entscheidungskampf und sind unerschütterlich entschlossen, ihn bis zum Ende durchzufechten!" Giä, maulen die Zweifler, aber wie wird dieses Ende aussehen? Es wird der Sieg des Lichts über die Finsternis sein, antwortet der Rundfunk, lieber- Haupt, wer Pathos und Rhetorik liebt oder lernen will, tut gut, nach Rom zu fahren. Er wird dann auch den Flaggenrausch erleben, das Heulen der Sirenen und den Geschützdonner. Nur, um Verwechslungen zu vermeiden, bitte zu beachten: Die Fahnen werden auch bei Hoffeierlichkeiten, Geburtstagen und dergleichen, nicht zu vergessen den Tag der Entdeckung Amerikas, herausgehängt. Die Kanone, die beim schönsten Sonnenschein lospum- pert, zeigt nur die Mittagsstunde an, wobei ihr die Sirenen helfen. Die Stimmung in Rom, wie sie in Wirklichkeit ist? Auf die kürzeste Formel gebracht: Wer dem Faschismus nicht grün ist und den Nationalsozialismus zusammenbrechen sehen möchte, hofft auf die Wirksamkeit der Sanktionen Denn diese erstaunliche Kalkulation, daß eine italienische Niederlage das Ende des autoritären Regime in ganz Europa bedeuten würde, findet man merkwürdigerweise diesseits wie jenseits 'der Alpen verbreitet. Es wird dabei vergessen, daß hinter der Schöpfung Mussolinis, wie dem Staate Hitlers, etwas weit Zäheres . steht, als eine zufällige Machtverschiebung: nämlich eine Idee. Für den Römer, dem der Dater- landsbegriff keine bloße Etikette ist, gibt es selbstverständlich nur eines: mit dem Duce durch dick und dünn! Dabei braucht nicht verschwiegen zu werden, daß ganz allgemein die Sorge umgeht, was der nächste Tag bringen werde. Leute, die über eine etwaige englische Blockade lächeln würden, mühte man mit der Laterne suchen. Noch ist es n i ch t s o w e i t, warum also darüber reden? Die Stunde gehört den Dttobrate, den Traubenkuren und bacchusfröhlichen Ausflügen in die Castelli Romani, wo der Oktober der schönste aller Sommermonate ist. Tag für Tag diese auf Mimosengelb heraufschwimmende, in Indigo untertauchende Sonne, ein Blau dazwischen, wie es olympischer Heiterkeit geziemt, und bernsteingelbe und rotgoldene Trauben ringsum. Wenn am Svätnach- mittag die Glut nachläßt und die mollige Pergola die richtige Weinemperatur hat, wer möchte da an den schwarzen Erdteil denken? Dem Fremden freilich werden nicht selten die schönsten Stunden durch eine Knallerei vergällt, die hier als Sport gilt: die Singvogeljagb. Kaum wagt sich, vor der Morgenröte, im ersten verheißungsvollen Dämmer ein schüchternes Piepsen hervor, da legen die Schrotspritzen schon los. Keine Amsel kommt über den Anfang ihres Preisliedes hinaus, sie wird mit Lockpfeifen herangeholt und er- barmungslos abgeknallt. Wie die Gipspfeifen in den Schießbuden. Wozu, denkt man oft verzweifelt, wozu hüten und hegen wir unsere gefieberten Sänger, wenn sie dann doch in den Suppentopf wandern? Das mit der Befreiung Capris ist leider ein schöner Anfang geblieben, die Waffenindustrie hat über die Tierfreunde gesiegt. Ja, das Schießpatent wurde ausdrücklich „zwecks Unterstützung der Waffenindustrie" erheblich im Preise herabgesetzt, unter Begünstigung der Jugendlichen, und so kann jetzt jeder für ein paar Lire im ganzen Land herumziehen, in fremde Gärten steigen, sofern sie nicht mindestens 180 Zentimeter hoch eingefriedigt sind, und wegputzen, was da kreucht und fleucht. Industrie gegen Singvögel — es scheint ein noch ungleicherer Kampf als der in Abessinien. Der Weinbau als Aahrungsquelle Schon seit den Römerzeiten ist der Anbau der Weinrebe ein wichtiger Teil der deutschen Agrarwirtschaft. Es ist bekannt, daß vor noch gar nid) langer Zeit auch in Nord- und Ostdeutschland viel Wem angebaut wurde. Im Laufe der wirtschaftlichen Entwicklung wurden aber die Weinkulturen im wesentlichen auf diejenigen Teile Deutschlands beschränkt, die v 0 n derNatur zuWeinbau- gebieten bestimmt sind. Dort aber wurde der Weinbau zu einer Hauptnahrungsquelle der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Er erfordert eine besonders intensive Bewirtschaftung des Bodens, bringt bann aber der kleinbäuerlichen Bevölkerung eine höhere Rente als die meisten anderen Zweige der Landwirtschaft auf ihrem verhältnismäßig sehr kleinem Bodenbesitz. In den letzten Jahrzehnten haben freilich die deutschen Winzer unter der zu- nehmenden Konkurrenz ausländischer Weine, aber auch unter der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten des Weins schwer gelitten. Aber ein starker Wille zu wirtschaftlicher Behauptung hat es ihnen ermöglicht, auch über die schwersten Zeiten Hinwegzukommen. Freilich ge- währt ihm auch heute nur schwerste Arbeit eine mühevolle und meist sehr bescheidene Existenz. Darum erfordert es eine wahre Volksgemeinschaft, daß die Gesamtbevölkerung dem hart um das Dasein ringenden bodenständigen Winzerstandes nach Möglichkeit zu Hilfe kommt. Wirksame und dauernde Hilfe kann ihm jedoch nur eine Ausweitung des Weinabsatzes bringen. Hier kann daher auch nur die Masse der Verbraucher durch entsprechende Einstellung ihrer Konsumgewohnheiten Wanoel schaffen. Don dkm Wein, der gelegentlich bei Festen ober besonderen Anlässen verbraucht wirb, kann der deutsche Winzer nicht leben, denn dieser Konsum sichert ihm keinen genügenden Absatz. Das agrarwirtschaftliche Pro- blem, das gelöst werden muß, besteht darin, Deutschlands Weinerzeugung mit dem deutschen Weinverbrauch auf die gleiche Linie zu bringen. Das be- deutet, daß entweder der Weinbau in Deutschland noch weiter eingeschränkt wird, — das würde für große Teile der bäuerlichen Bevölkerung in den Weinbaugebieten wirtschaftliche Der- e I e n b u n g bedeuten, da ihnen andere landwirtschaftliche Kulturen auf ihrem zu kleinen und wenig fruchtbaren Boden in der Regel keine ausreichende Existenz gewährleisten könnten — oder aber, daß der deutsche Weinverbrauch vergrößert werden muß. Voraussetzung hierfür ist, da für beträchtliche Steigerung des Exports deutscher Weine kaum Aussichten vorhanden sind, eine Anpassung des inländischen Weinkonsums an das heutige Erzeugungsvolumen. Dazu ist ober eine Umstellung der Verbrauchergewohnheiten erforderlich. Namentlich auch eine Abkehr von der Bevor- R ausländischer, alkoholreicherer Weine und Kenntnis, daß Wein ein Dolksgetränk ist, daß sich auch der Minderbemittelte in seinen Einkommensverhältnissen entsprechenden Güten regelmäßig gestatten kann. Um diese Konsequenz des Dolksgemeinschaftsge- dankens der Gesamtheit der Verbraucher vor Augen zu führen, wird ja das „Fest der deutschen Traube und des Weins" begangen. Der Gedanke, der diesem Feste zugrunde liegt, ist eine einfache volkswirtschaftliche Wahrheit, einem gefährdeten deut- schen Stande, dem Winzer, seine Nahrungsquelle zu erhalten. Wenn heute der eine Stand um sein Dasein ringt, so kann es morgen vielleicht irgendeinem anderen ähnlich gehen. Immer wird bann bie einzige Rettung in einem Appell an bas Gemeinschaftsgefühl der Nation bestehen. Die deutschen Städte haben durch die Weinpatenschaften diesem Gedanken der gegenseitigen Hilfe sichtbaren Ausdruck gegeben. Das Ziel dieser Werbeaktion ist eine Ausweitung des deutschen Weinverbrauchs bis zu den Grenzen, bie bem Win- zerstäube roieber eine auskömmliche Existenz gewährleisten. Davon aber, baß bieses Zlel erreicht wirb, hängt noch weit mehr ab als nur bas künftige Ergehen des Winzerstandes. Denn mit diesem ist das Schicksal der deutschen W e ft m a r f e n untrennbar verbunden. Hier ist der Weinbau einer der wichtigsten Quellen der Ernährung für die landwirtschaftliche Bevölkerung. Der Tag der deutschen Traube soll nicht dazu dienen, eine Steigerung der Weinerzeugung durch Werbung für den Weinverbrauch einzuleiten. Er soll den deutschen Wein zum Gemeingut des deutschen Volkes machen, damit der naturgegebenen Erntemenge ein genügend breites Absatzfeld entspricht. Gleichgewicht zwischen Ernte und Verbrauch ist herzustellen. Dies allein hilft dem Winzer. Das Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines wird nicht nur dem Wein, also dem vergorenen Traubenerzeugnis dienen. Es ist als Fest der deutschen Traube auch das Fest des alkohollosen Traubensaftes. Die Herstellung reinen Traubensaftes ist jetzt so ver- vollkommnet, daß der alkoholfreie Traubensaft alle Nährwerte und Geschmackswerte der frischen, reifen Taube ohne jede Einbuße bewahrt. Er ist dadurch zu einem Nahrungs- und Genuhmittel ersten Ranges geworden, bas gerabe im Kampf gegen Alko- holmißbrauch hervorragenbe Dienste leistet. Es ist ein Verdienst der nationalsozialistischen Reichsregierung, daß sie schon kurze Zeit, nachdem sie zur Macht gelangt war, durch Aufhebung der Schaumweinsteuer und durch andere Hilfsmaßnahmen dem Weinbau Rettung vor dem ihm damals drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch gebracht hat. Aber eine grundlegende Wendung des wirtschaftlichen Schicksals der weinbauenden Teils Deutschlands hängt in erster Linie von der Gesamtheit der Verbraucher ab. Darum muß der Appell an das Gemeinschaftsgefühl der Konsumenten mit eindringlichen und handgreiflichen Werbemitteln an die Massen herangetragen werden. Der deutsche Winzer braucht nichts anderes und will nichts anderes, als daß die Frucht seiner mühereichen Arbeit künftig ausreicht, um ihm feine bescheidene Nahrung zu sichern. Das ganze deusche Volk soll und wird, nach- dem es einmal in wirksamer Weise aufgerufen worden ist, nicht nur in dieser einen Woche, sondern dauernd dazu mithelfen, daß die aus nationalwirt- schaftlichen Gründen so bedeutungsvolle und unentbehrliche Nahrungsquelle, die der Weinbau für große Teile Deutschlands bildet, wieder in ausrei- cheiÄem Maße zum Fließen gebracht wird. Schutz der Erbgesundheit. Der Ministerialdirektor im Reichsministerium des Innern Dr. Gütt hat der Presse das neue vom Reichskabinett beschlossene Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volke 5 eingehend erläutert. Das Gesetz stellt die folgerichtige Ergänzung des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses dar. Die Eheverbote sind in weiser Beschränkung scharf umgrenzt und treffen nur solche Fälle, in denen ein verantwortungsbewußter Mensch schon von sich aus eine Ehe nicht ein« gehen würde. Wir wissen heute, welche Gefahren z. B. die Geschlechtskrankheiten mit sich bringen, und zwar nicht nur für die Gesundheit der einzelnen Ehepartner, sondern auch für die Nachkommenschaft. Auch die anfteefungs- ähige Tuberkulose ist eine ungeheure Ge- ahr für die junge Ehe, da sie durch ihren chroni- chen Verlauf im günstigsten Falle zu langer Ar- beitslosigkeit, oft aber zu frühzeitigem Tob und Elend fuhrt. Auch wenn die Eheleute selbst baran nicht zugrundegehen, so müssen sie bann vielfach erleben, wie ein Kind nach bem anderen von dieser Krankheit dahingerafft wird. Das bisherige Recht ließ es zu, daß Personen, die wegen Geistesschwäche, Verschwendung oder Trunksucht entmündigt sind, mit Einwilligung ihres gesetzlichen Vertreters heiraten. Eine Eheschließung solcher Personen liegt aber nicht im Interesse der Volksgemeinschaft. Es gibt nun ferner Personen, die an geistigen Störungen leiden, bei denen es aber bisher aus irgendwelchen Gründen nicht zur Entmündigung gekommen ist ober bie infolge krankhafter Erbanlage z u 23 erbte ch e r n geworden sind. Es ist selbstver- ständlich, daß der Staat auch ihnen die Verantwortung für die Gründung einer Familie nicht überlassen kann. Schließlich enthält bas vorliegende Gesetz die aus den Bestimmungen zur Verhütung erbkranken Nach- Wuchses sich ergebende Folgerung. Da ja der Sinn der Ehe in der Erzeugung gesunder Kinder liegt, erscheint es sittlich gerechtfertigt, eine gesunde fortpflanzungsfähige Person nicht an einen unfruchtbar gemachten Partner zu binden. Andererseits ist es unbedenklich, wenn zwei unfruchtbare Personen eine Lebensgemeinschaft eingehen. Die Tatsache, ob ein Ehehindernis der genannten Art vorliegt, soll von einem vom Reichsminister des Innern noch näher zu bestimmenden Zeitpunkt ab durch einZeugnis des Gesundheitsamts (Ehetauglichkeitszeugnis) nachgewiesen »erben. Diese Aufgaben ber Eheberatung werben im Rahmen bes Gesundheitsamtes Beratungsstellen für Erb - u n b Rassenpflege über- nehmen. Bis zum Inkrafttreten dieser Bestimmung sollen die Standesbeamten einen Nachweis jedoch nur in Zweifelsfällen verlangen, wenn ein begründeter Verdacht eines Ehe Hindernisses im Sinne des § 1 vorliegt. Im übrigen werden die Standesbeamten durch einen besonderen Erlaß verpflichtet werden, wohl- wollend zu verfahren und die ordnungsgemäße Eheschließung in keiner Weise zu verzögern. In den Ausführungsbestimmungen wird ferner fest- gelegt werden, daß im Falle der Versagung eines Ehetauglichkeitszeugnisses die Beschwerde bei dem zuständigen Erbgesundheitsgericht bzw. Erb- gesundheitsobergericht zulässig sein soll. In allen diesen Fällen muß fiir eine beschleunigte und wohlwollende Prüfung Sorae getragen werden, wie überhaupt bei der Durchführung des Gesetzes der Hauptwert nicht auf ein etwaiges Verbot, sondern auf die ärztliche Beratung der zur Ehe entschlossenen Personen zu legen ist. Die Vorschriften dieses Gesetzes finden keine Anwendung, wenn beide Verlobten ober der männliche Verlobte eine fremde Staatsangehörigkeit besitzen, auch kann ber Reichsminifter des Innern Härten ausaleichen. So wird ein Verbot ja nur in verhältnismäßig wenigen Fällen notwendig fein, in denen jeder vernünftige und verantwortungsbewußte Mensch von einer Ehe- ckließung ab seh en würde. Die Freiheit des Ent- chlusses gesunder Menschen wird nicht angetastet, andern bie Eheberatung soll im Laufe der Zeit zu einer Erziehungsmaßnahme des ganzen Volkes werden. Ferner ist es selbstverständlich, daß die Beratung nur von Aerzten ausgeübt werden darf, bie über eine ausreichende ärztliche Erfahrung verfügen und fest auf dem Boden der nationalsozialistischen Bewegung stehen. ♦ Mit dem Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes hat der nationalsozialistische Staat einen weiteren Schritt auf bem Wege einer aktiven Bevölkerungspolitik getan. Er hat bie Familie als die Keimzelle des Volkes unter einen besonderen Schutz gestellt, indem er es verhindert, daß Ehen geschlossen werden, die einen erbkranken Nachwuchs erwarten lassen. Man hat sich dabei aber auf besonders krasse Fälle beschränkt, so daß auf den Schultern des einzelnen auch weiterhin die schicksalsschwere Frage lastet, ob er es vor sich und der Allgemeinheit verantworten kann, einen Ehebund zu schließen. Auch dieses Gesetz bedeutet einen weiteren Ausbau des Schutzes, der dem Volke und seiner Gesundheit gegeben wird. Denn die Stärke des Volkstums beruht in der Zahl seiner Kinder und zwar seiner gesunden Kinder. Ueberraschenb schnell ist es gelungen, die Geburtenzahl und auch bie Zahl ber Eheschließungen zu steigern. Im Jahre 1933 hatten wir eine Geburtenziffer von 14,7. 1934 gelang es, biefe Zahl auf 18 zu steigern. Im Laufe eines Jahres hat also tatsächlich bie Geburtenziffer um 25 v. H. zugenommen. Das will um so mehr bedeuten, als Deutschland damit beinahe das einzige Land ist, das den Geburtenrückgang von 1933 auszugleichen vermochte. Diesen Erfolg darf man, trotz aller Würdigung, aber nicht überschätzen. Auf 1000 Einwohner hat Deutschland 18 Geburten. Berücksichtigt man, daß Italien 23,2 hat, Spanien 26,2, Rumänien sogar 32,4, so erhellt daraus, daß Deutschland auf dem Gebiete aktiver Bevölkerungs- Politik noch viel zu tun hat, um zu einer wirk- lieh ausgeglichenen Bevölkerungsbilanz zu kommen. Die Tatsache, daß die Sterbeziffer in ständigem Abnehmen begriffen ist, darf nicht Darüber hinweg- täuschen, daß für die Lebenskraft eines Volkes Die Geburtenziffer das ausschlaggebende ist. Um so mehr, als Deutschland an ber Grenze Westeuropas liegt, wo geburtenfreudige Völker von Osten nach Westen vorzurücken drohen, wenn es Deutschland nicht gelingt, dem einen Wall von Menschen ent- gegenzustellen. Aber der Mensch allein ist es nickt, sondern er muß gesund fein, in ihm müssen sich alle guten Kräfte des Volkstums regen. Und Darum ist jetzt ber weitere Ausbau durch das Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes vollzogen, um einen gesundheitsmäßig vollwertigen Nachwuchs zu erzielen. Wenn durch Ehestandsdarlehen, also mit staatlicher Hilfe die Eheschließung unterstützt und gefördert wird, bann muß der Staat auch das Recht haben, die Eheschließung so zu lenken, wie es den Erfordernissen des Volksaanzen entspricht. Die Familie ist nicht um ihrer selbst willen da, sondern ie ist die Keimzelle des Volkes. Sie kann infolge, leffen einen Schutz des Staates verlangen, sie muß ich auf der anderen Seite aber auch Den Pflichten )em Volk gegenüber unterwerfen. Oie Wiuterhilfsfpende der deutschen Laqerschast. .Berlin, 19. Okt. (DNB.) Wie im vergangenen Jahr wird die deutsche Jägerschaft auch in diesem Jahre durch namhafte Spenden zum Gelingen Des Winterhilfswerkes beitragen. In der Zeit v o m 1 November bks 20. Dezember wird nach ber Anorbnung des Reichsiägermeisters a u s jedem Revier eine Wildmenge an Das Winterhilfswerk abgegeben, die mindestens fünf vom Hundert der Nutzwildjahresstrecke des betreffenden Reviers beträgt. Die Abgabe hat nach Möglichkeit in folgenden Wildarten zu erfolgen: Schalenwild, Hafen, Kaninchen und Fasanen. Als Hauptablieferungstage sind bestimmt: der 13. No» oember, der 27. November und der 18. Dezember. Es sollen möglichst große Mengen von Wild so an die Kreis beauftragten des Winter- hilfswerkes abgeliefert werden, daß sie von Den angegebenen Tagen ab zur Verteilung Durch biefe zur Verfügung stehen. (Eine Ablösung durch Geld- spenden darf nicht erfolgen. Wegen der Ablieferung Des Wildes setzen sich bte K r e r s j ä g e r m e i st e r mit den zuständigen Kreisbeauftragten Des Winterhilfswerkes in Verbindung, lieber den Erfolg des Winterhilfswerkes haben die Kreisjägermeister unter möglichst genauer Zahlenangabe, welche Mengen von Wild dem Winterhilfswerk zur Verfügung ge- stellt worden sind, dem Reichsjägermeister bis zum 1 Februar 1936 zu berichten. Diese Anordnung gilt auch für bie Staatsforsten. Lehrerbedarf in Preußen. Zweimalige Aufnahme an den Hochschule« i für Lehrerbildung. Berlin, 21. Okt. (DNB.) Vorn Jahre 1936 an werden bie preußischen Hochschulen für \ Lehrerbildung eine größere Anzahl von Lehrern und Lehrerinnen für Den VolksschulDienst ausbilden als in Den vergangenen Jahren. Schon im «Sommerfemefter 1935 konnten etwa 2000 Studenten und Studentinnen an den bestehenden Hochschulen ausgenommen werben. In Den nächsten Jahren ist mit einem noch größeren Bedarf an Lehrern und Lehrerinnen zu rechnen..Es wird daher bald der Zustand erreicht sein, daß alle geeigneten Sckul- omtsbemerber (innen) kurz nach Abschluß ihres Studiums im Schuldienst beschäftitzt werden können. Die zweijährige Ausbildung für den Volksschuldienst gehört somit zu den aussichtsreichsten Studiengängen unserer Abiturienten. Das gilt vom nächsten Jahre ab auch für den katholischen Studenten und die evangelischen Studentinnen der Hochschulen für Lehrerbildung, von Denen 1935 nur eine verhältnismäßig geringe Zahl aufgenommen werden konnte. Aus diesem Grunde erfolgt im Jahre 1936 eine zweimalige Aufnahme: Zu Beginn des Sommer- und des Wintersemesters. Die Auh nahmegesuche für Das Sommersemester sind von jetzt an bis spätestens zum 15. Dezember 19 3 5 bei den Direktoren der Hochschulen für Lehrerbildung in Beuthen (OS.), Bonn, Kottbus, Dortmund, Elbing, Frankfurt a. b. O., Hannover, Hirschberg i. R., Kiel, Lauenburg in Pommern oder Weilburg einzureichen. In Hannover werden evangelische Bewerberinnen, in Beuthen katholische männliche und weibliche Bewerber, in Bonn katholische männliche Bewerber, an allen übrigen Hochschulen männliche Bewerber ausgenommen. Jeder Bewerber Darf sich nur an einer Hochschule für Lehrerbildung anmelden. Bei der Aufnahme werden in erster ßinie Bewerber und Bewerberinnen berücksichtigt, bie Den | Gliederungen ber nationasozialisti- schen Bewegung angeboren. Der Nachwuchs bes deutschen Lehrerstandes soll sich vor allem aus Studenten und Studentinnen ergänzen, bie sich schon während ihrer Schulzeit in ber H i t- lerjugenb oder im BDM. bewährt haben. Ferner sollen bie Bewerber nach Möglichkeit vor Beginn ihres Studiums ihrer Arbeitsdienst- pflicht genügt haben. Eine Unterbrechung bes Studiums durch Arbeitsdienst oder Dienst in ber Wehrmacht ist möglichst zu vermeiden. Daher ist ber Aufnahmetermin zu Beginn bes Sommersemesters zunäch st für Abiturienten ältefter Jahrgänge bestimmt, die bereits im Ar- beitsbienft, in ber Wehrmacht ober in beiden gedient haben. Zum Wintersemester 1936/37 werden bann in erster Linie bie Bewerber ausgenommen, bie bis dahin aus bem Arbeitsdienst oder ber Wehrmacht entlassen worden sind. Ferner werden zum Herbst 1936 zum ersten Male Abiturienten ausgenommen, bie beabsichtigen, bas Studium für bas Lehramt an höheren Schulen in Preußen zu beginnen. Vom Sommer- femefter 1936 ab kann sich fein Abiturient mehr an einer Universität ober Technischen Hochschule in ber Absicht einschreiben lassen, später eine Prüfung für das höhere Lehramt abzulegen, ber nicht vorher zwei Semester an einer Hochschule für Lehrerbildung studiert hat. In Zukunst haben die preußischen höheren Lehrer und Lehrerinnen bie beiden ersten Semester ihres mindestens sichssemestrigen Studiums an einer Hochschule für Lehrerbildung zu oerbrinaen. Anträgen sind ausschließlich an bie Geschäftsstellen der Hochschulen für Lehrerbildung zu richten. Die Bewerber werden nach Bedarf von den Hochschuldirektoren zur Vorstellung und zur Aufnahmeprüfung geladen und auf Grund der vorgelegten Zeugnisse, ihrer musikalischen und technischen Vorbildung sowie ihrer Eignung für den Lehrerberuf aus- gewählt. Die Bewerber haben i h r sportliches und musikalisches Können nachzuweisen. Die Bewerberinnen müssen sich über Fertigkeiten in der Nabelarbeit sowie über einfaches gewerblich- technisches, hauswirtschaftliches, sportliches unb musi- kalifches Können ausweisen. Der Miltenberger Ning aufgelöst. Berlin, 21. Okt. (DNB.) Der stellvertretends Führer des Miltenberger Ringes, Dr. Helmuth Grimm (Hamburg), hat am 19. Oktober 1935 im einstimmigen Einvernehmen mit allen Führern bet Verbindungen des Miltenberger Ringes diesen unb bie in ihm vereinigt gewesene« Verbinbungen aufgelöst. tii br bti S- vi v d d o ti n rc t>i 61 I1 1! lo e. i t l ( h b b Q [ u t i Oie Genatswahlen in Frankreich in eine politische Körper- s bewahren wußte. Sonst ist bemerkenswert, daß Ansehen im französischen wm erstenmal ein waschechter K o m m u m st, der politischen Bedeutung, als bei Moskau in hoher Gunst stehende Cachin, m . Kampf der polinschen eine Körperschaft gewählt wurde, die sehr wenig 44 Probleme des Handels Straße b) Zukunft unentbehrlich, aber über Handelsvertreters und über feine m c) egriff des ) b) Mädchen Spenden für das Winterhilfswerk möhl. Zimmer mit flut. Zeugn. Neu-Ausgabe zu 44 Reichsmark Femsprecher 2251 Schulstraße 7 Wir bitten, diesen Abschnitt eusgefüllt als Drucksache einzusenden. (Porto 3 Plg.) Name — Wohnort ßen. 'chschule« liegt in der Pflege eines edlen Gewächses, das die Natur dem Menschen zur Verschönerung seines Lebens geschenkt hat Hierüber stellen wir allen Interessenten ein Büchlein zur Verfügung. für sofort oder später ges. Schr. Angeb. u. 04533 andenGieß.Anz. für zirka 15 Mk. Schr. Ang. unt. 04530 a. d.G.A. jwed»2tclompTun6oei Schwarzarbeit können Arbeite Angebote von Handwerkern nur mit Aamensnen- nvng u. unter Vorlage desGewerbenachweiie« au genommen werben Verlag »eaSteben erAn zeiger. An die Firma H.F.&Ph.F. Reemtsma, Altona-Bahrenfeld Postfach 21 Senden Sie mir kostenlos und portofrei ein Exemplar der ausführlichen Darstellung des Fermentationsprozesses. der Koppelhut. Hieran anschließend: 8 Gartenstücke Flur XXXVIII „Am Hamm hinter dem Elektrizitätswerk. 2 Grabstücke Flur II ,Zn der Schwarzlach an der Ederstraße". 14% Uhr Zusammenkunft an der Sandgrube bei der Nebigshöhe: 34 Grabstücke Flur XX vor der ehemaligen Wirtschaft „Zum Philosophenwald" (Arbeitsdienstlager). 9 Grabstücke Flur XVIII „In der Sandgrube bei der Liebigshöhe" Gießen, den 18. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr. Hamm. dem Aulweg. Freitag, den 25. Oktober 1935: a) 9 Uhr Zusammenkunft In der Rodheimer Straße bei dem Schlachthaus: 1 Grabgarten Flur XXXVIII „An der Lei25 Grabstücke Flur XXXVIII „Auf der Hohl- eiche hinter dem Schlachthaus". 1 Acker Flur XXXVIII daselbst. 2 Gräben Flur XXXIV auf der Hardt an Fräulein sucht sofort einfach Ließ. 1 Gartenstück bei der früheren Oberhessischen Werkstätte. . 9% Uhr Zusammenkunft bei der heyligenstaot- scheu Fabrik: 26 Grabstücke Flur XII, rechts am Ohlebergs- 7 Grabstücke Flur XII, links am Aulweg bei der Schönen Aussicht. 2 Grabstücke Flur V, neben der Schönen Aus- 14 ^Uhr Zusammenkunft Ecke Aulweg und Schubertstrahe: v w , .. . „ 49 Grabstücke Flur VII auf dem Aulweg hinter dem Weiher. 9 Grabstücke Flur IX am Schlangenzahl auf Hn, u. SÄ SS & ff* J>6 fiiW'Q n TO« für los. ob.1.11. gesucht. eossD Wolkengasse 26. | Vermietungen’! Einlamilienhaus 17 Zimmer, Heiz., Bad,Balk.,Gar., freie, sonn. Lage, per 1. Dezember zu vermiet. eoosD Näh. A. Becker, Kevlerstrane 9, Telephon 3804. wahrgenommen werden kann. . Diel schwieriger liegen m dieser Hinsicht Die D-rhältni«- beim Groß- und Heber fee- .5) anbei. 5)ier treten die Funk tonen die die er bedeutungooolle Zweig de, Hanb-ls nn Wir«chaft-. leben der Nation zu erfüllen hat, nicht so übersichtlich nach außen hin in Erscheinung. Ja, der Einzel. Händler selbst hatte in den letzten Jahren häufig das richtige Verständnis für die Aufgaben des Großhandels verloren und deshalb, mit dazu betgetragen, daß die Gegensätze sich hier und da verschärften und der Großhandel in den Hintergrund gedrängt wurde. Hier hat nun die innere Arbeit in der Front des deutschen Handels emgesetztz um die wahren Zusamm nhänge zwischen Groß- und Einzelhandel für alle Beteiligten in das rechte Licht zu rücken, damit eine Gemeinschaftsarbeit sich herausbilden kann, die auch wieder dem Großhandel das gibt, was er mit Recht seiner Leistungen wegen beanspruchen kann. Ts ist sicherlich etne erfreuliche Erscheinung, wenn heute Einzelhandels, und Swtz- handelsfiihrer sich über diese Dmge aus und allmählich in eine Gemeinschastsarhett geraten wie sie vorbildlicher nicht (ein kann. Der Textil handel 3.58. hat sich hier ein besonderes Derdienst erworben, wenn er vor kurzem durch das Sprach rohr der Textilzeitung einen besonderen Dorstoh in die vessentlichkeit unternommen hat. Der deutsche Großhandel hat sich in den Wohlfahrtseinrichtungen Deutschland e. G. m. b. H„ Berlin-Dorsigwalde, 1200: Deutsche Ton- und Steinzeug - Werke 21(5., Krauschwitz bei Muskau, 2 650; „Pennsylvania" Mineralöl- und Kraftstoff- Vertrieb G. m. b-H-, Mannheim, 2 000; Osnabrücker Zentral-Saatstelle L. Stahn & Finke G. m. b H., Osnabrück 2 000; C. H. Goeters Spinnerei, Viersen, 2 000; DÜrbach-Kaliwerke Aktiengesellschaft Werk Krüaershall 2 000; Ei en- und Stahlgesellschaft Saar-Luxemburg m.b.H., Stuttgart, 1500; Kraft- werk und Straßenbahn Gera Aktiengesellschaft Gera 1500' Böhme Fettchemie-Gesellschaft m.b.H., Ehern- nit, 1 500- Hüser & Co., Berlin-Lichterfelde, 1 250; Hermann ' Vogt G. m. b. H-, Federn- und Textil- utensilien-Fobrik, Reutlingen-Süd, 1200; Vereinigte Deu sche Metallwerke AG^Zweign.ederlassung Hed- dernbe mer Kupferwerke, Mainz-Gustavsburg, 1100; Debaa Konzern, Deutsche Baumwoll AG., Langen- bielau wettere 75 000; Kali Chemie AG., Berlin, 50 000' Beiersdorf 6r Co. AG-, Hamburg, 50 000. Hockof'en-Werk Lübeck AG-, Lübeck, 30 000; Ebano Asphalt-Werke, Hamburg, 30 000; „Uvag" Curt 5»amelsche Druckerei & Derlagsanstalt Berlin, Bernhard Meyer G. m. b. H., l^ipzig, M. Dobach 8c Co., Berlin-Leipzig, 25 000; Heinrich August Schulte, Eisen AG-, Dortmund, 25 000. Adreßbuch Stadt und Kreis Gießen Großstädtisch ausgestattetes Nachschlagewerk von 556 Seiten Umfang, mit sieben Städten und 74 Landgemeinden von etwa 100000 Einwobnern Stadtplan von Gießen, ergänzt bis in die letzte Zeit Sorgfältig bearbeitete Anschriften-, Straßen- und Geschästsverzeichnisse, Abschmft über alle Sehvrden, Vereine, Standes- und öffentlichen Einrichtungen Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen be ta’"1 bfi ’ei von, , «Hs ° «n bQi =iten; ‘Mm -Wie hq 1 "iolqtn ?"=;■ rii, ‘. U 51o. ,®*i=mber, fr “ ?e von ben durch bitfe USelb, ^Ileserun» Reiftet es, Winter, k °l«de, uster unt« * Mengen fuffunß ge- 1 b» jum *nunfl gilt Berlin, 18.Oft Dem Winter h ilfswerk gingen weiter u. a. folgende Spenden zu: Deutsch-Amerikanische Pettoleum-Gesellschatt Der- kaufsabteilung (Stammhaus Hamburg) Magdeburg, Adelheidring 21, 60 000 RM.; Deutsche Dunlop- Gummi - Compagnie AG-, Hanau a. M-, 30 000, Deutsche Edelstahlwerke Aktiengesellschaft, Krefeld, 20 000; I. P. Bemberg AG., Wuppertal-Oberbarmen, 10 000- Deutsche Vereinigte Schuhmaschinen Gesellschaft m.b.H-, Frankfurt a. M., 10 000; Vereinigte Deutsche Metallwerke AG., Zweign. Heddernhelmer ÖÄSÄSÄ Zentrale, Bonn a. Rh., 6 000; Heinrich Thams, Hamburg, 5 000; G. M. Eisenlohr, G. m. b. H., Reutlingen, 5 000; Anneliese, Portland-Cement und Wa- s-i-kalkwerke AG., Ennigerloh I. W-, 4 000; Ralf!' enhaus Landwirstchaftl. Zanptgem e. S. m. b. H.. Koblenz 4 000; Gebrüder Bernard AG-, Schnupf-, Kautabak- und Zigarrenfabriken, Regensburg und Ofi-nbach a M 3 800; Rhenama, Zwirnerei und Näb?adenfabrik AG-, Dülken (Rhld.), 3 000; A. HrST & Co., Bocholt i.W., 3 000; Deut' ^)e Gold- und Sllber-Scheideanstalt Berlin, 3000; Dilloia-Werk — Di8aja — Gebr. Becker G. m. b. H., Hag^n dB, 3 000; Wirtschastsbund Gemeinnütziger Die Erkentnis, daß ein blühender Einzel- ! handel einen gesunden Großhandel zur i Voraussetzung hat, und daß in vielen Stellungen । des wirtschaftlichen Lebens auch die Reben- । gruppen des Handels, wenn man sich einmal so ausdrücken soll, wie etwa die Handelsvertre» l:er, gewisse Zweige des ambulanten Gewerbes und andere unentbehrliche Helfer sind, um das schwingende Pendel des Wirtschaftslebens durch den Handel in richtigem Gleichmaß zu halten, hat sich durchgesetzt. In allen Zweigen dieses deut- sichen Handels wird heute fieberhaft und freudig □n dem Neubau des neuen großen Hauses der Wirtschaft gearbeitet. Gerade weil hier die Schwierigkeiten so unendlich viel größer sind als in manchen anderen Berufsgruppen der Wirtschaft, und aerobe weil hier in den Nachkriegsjahren viel mehr iverdorben worden ist als wo anders, sind auch die eingelegten Strafte mit um so größerem Schneid aans Werk gegangen, um allett Schwierigkeiten zum Trotz auch hier das Ziel zu erreichen, das der Führer dem deutschen Volke gesetzt hat. Wenn man vom Handel spricht, steht für die fcreite Masse der Einzelhandel durchaus »m Nordergrund. Das ist diejenige Stelle innerhalb der Handelswirtschaft, die mit jedem Einzelnen aus Dem Volke in ständiger Berührung steht und deren Wedeutung deshalb auch am ersten gewürdigt wer- 6en kann. Die innere Gesundung des Einzelhandels aeigt sich denn auch recht deutlich durch die stärkere »Spezialisierung der einzelnen Branchen, durch die -verschärften Zulassungsbestimmungen zum Ettizel- handel, durch das Einzelhandelsschutzgesetz, durch die .geordneten neuen Wettbewerbsmethoden und durch vieles andere, was nach außen hin von jedem Bekannimachuna. Grundsiücksverpachlung der Stabt Gießen. Donnerstag, den 24. Oktober, und Freitag, den 25. Oktober 1935, sollen die leihfällig gewordenen Grundstücke der Stadt Gießen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf wettere sechs Jahre: ver- pachtet werden, und Zwar: bü41u Donnerstag, den 24. Oktober 1935: a) 9 Uhr Zusammenkunft in der Straße ..Am Nahrungsberg" bei der Gärtnerei Lieh: 4 Gartenstücke Flur IV bei der Gärtnerei den Begriff des Handelsvertreters und über feine rechtliche Stellung herrscht noch immer starke Un- klarheit. Es sind deshalb gerade jetzt Bestrebungen im Gange, eine Neufassun 9 des Handelsvertreterbegriffes im Handelsgesetz (§ 84) zu erreichen. Heute haben vielfach die sog. Provi- sionsvertreter, eine Zwischenstufe zwischen ordentlichen Handelsvertretern und Handelsangestellten weder die Entfaltungsmöglichkeit des einen noch den Gesetzesschutz des andern. Der Handels- Vertreter hat einen sehr großen Einfluß auf das Wirtschaftsleben, weil er in ständigem Verkehr steht sowohl mit der Produktion als auch Mit dem Verkäufer und indirekt auch mit dem letzten Verbraucher. Deshalb sind im Zusammenhang mit den angebeuteten Bestrebungen bie Bemühungen der Fachgruppe Handelsvertreter und Handelsmakler in der Wirtschaftsgruppe Vermittlerge- werbe um eine Bereinigung der Fachgruppe und eine gesetzliche Klarstellung des Begriffs besonders zu begrüßen. Alle in dieser Weise im Handel Tätigen arbeiten an einem stolzen Dau der em unersetzlicher Bestandteil der deutschen Volkswirtschaft der Zukunft sein wird D- Jahren des Niederganges stark im Hintergrund gehalten; er hat wirtschaftlich darunter gelitten, aber es ist dennoch kein schlechtes Zeichen für ihn, daß er cs getan hat. Heute werden auch hier wieder die großen Traditionen lebendig, die der Großhandel! aufzuweisen hat, der mit Recht in der Vergangen-1 hett als der erste Pionier für die deutsche Welt- geltung angesprochen werden kann. Durch die Ta-1 tigkeit des Ueberfeehandels ist in vergan- genen Jahrzehnten eine unermeßliche Welle des Wohlstandes in die deutsche Volkswirtschaft getragen worden. Auch heute wieder kann gerade der Groß- und Ueberseehandel dazu beitragen, einen Devisenüberschuß zu erwirtschaften. Dann ist der Großhandel nicht nur der treue Berater des kleineren und mittleren Geschäftsmannes gewesen, sondern auch der große Kreditgeber, der aus sich selbst heraus ganz überwiegend ohne Inanspruchnahme der Danken einen beträchtlichen Teil I der Waren an den Einzelhandel kreditiert hat. Auch heute ich das noch der Fall, und man behauptet wohl nicht zuviel, wenn man feststellt, daß am Jahresschluß in den einzelnen Branchen verschieden hoch, aber meistens wohl 15 bis 30 v. H. der gelieferten Waren kreditiert worden sind. Die neue Wirtschaftsorganisation und die nationalso- zialistische Zielrichtung der Wirtschaftspolitik hat gerade dem Großhandel neue Möglichkeiten er- schloffen. Er kann bei der Spezialisierung im Einzelhandel jetzt viel eher und erfolgversprechender der Betreuer und Berater des Einzelhändlers wer- , den, und er kann nach der Ordnung des Werbe- - wesens nunmehr auch mehr als bisher ohne Der- » letzung seiner Traditionen von dem Mittel der i Werbung auf allen Gebieten Gebrauch machen. Eine sehr wichtige Frage, die innerhalb des Handels einer Lösung entgegengefuhrt werben muß, ist die der Handelsvertreter. Dieser wichtige Berufsstand ist innerhalb des Handels na- eine Körperschaft gewählt wurde, die sehr roi für die enge politische Verbindung der bürgerlicher Republik mit dem weltrevolutionären Bolschewis mus übrig haben dürfte. Eine leichte Derschiebunc des Manbatsbestanbes nack links durfte selbst im Hinblick auf bie im nächsten Jahre fälligen all- gemeinen Wahlen zur Abgeordnetenkammer kaum von Bedeutung jein. , . Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch das Wahlergebnis in den beiden elsässischen De- partements, weil sich in ihm der Stand und die Kraft der elsässischen H e im a t b e m c g u n gab- zeichnet. In einer Vorschau, der Pariser Temps" vor einigen Tagen den Wahlaussichten im Elsaß widmete, war die Zuversicht ausgesprochen, baß sie einen Sieg ber zentralfranzosisch gesinnten Parteien unb eine Niederlage der in Dans als Der- dächtig angesehenen Heimatbewegung bringen werde. Diese Voraussage hat sich nicht erfüllt, was be- weist, daß Straßburg noch immer sehr weit von Paris entfernt liegt und dort so etwas wie ein un- bekanntes Land ist. Don den neuen im Unter- und Oderelfah zu vergebenden Senatssitzen konnte! die Elsässische Volkspartei, in der die Heimatbewegung ihren Boden hat, fünf Mandate an sich bringen, unb nur eines fiel an die chauvi- niftifche Gruppe der N a t i o n a l k a t h o l i k e n , die sich vor einiger Zeit aus der breiten katholischen Front und damit augenscheinlich aus dem wahren Fühlen des Landes gelöst hat. Als besonderer Erfolg der Heimatbewegung wird es im Elsaß an- aesehen werden, daß es ihrem Kandidaten Professor Eugen Müller gelungen ist, den demokratischen Bürgermeister von Straßburg und Abgeordneten von Straßburg-Land Charles Frey zu schlagen, der sich seit dem Uebergang seiner Heimat in fron- - zösische Herrschaft als besonders beflissenes Werk- i zeug der Pariser Politik gezeigt hat. Halbtags- Mädchen fürs Haus zum l.Nov.ges. 6O8oD Mark. Str. 791. Kleine Anzeigen richten sich an bie Bevölkerung der engeren Heimat! 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Er besteht aus 314 Mitgliedern, hie mindestens 40 Jahre alt sein müssen, was nach Irr sozialen Sttuktur Frankreichs schon ein ge- vnsses mtt Wohlhabenheit verbundenes konferva- ftves Ansehen des Senators verbürgt. Er wird nicht in direkter Wahl, sondern durch Die General- äte der Departements und Arrondissements, durch läe Abgeordneten und hinzu ernannte Wahlmänner tuf neun Jahre gewählt, die alle drei Jahre ।ii einem Drittel erneuert werden. Obsohl ihm in der Gesetzgebung die Rolle eines Oberlaufes zusteht, ist es in Frankreich nie zu großen Nachtkampfen zwischen Senat und Kammer ge- bmmen, wie man sie aus der Derfassungsgeschichte Englands kennt. Deswegen können Erneue- lungswahlen zum Senat, wie sie am ver- inngenen Sonntag in Frankreich stattfanden, ein prößeres politisches Interesse nicht beanspruchen, ilbwohl einzelne Symptome für die innere Stirn- nung und Die wahrscheinliche Entwicklung der Poli- v.k immerhin bezeichnend sind. So wurde es mit Spannung erwartet, ob der Ddinisterpräsident Laval, der neben der Derteidi- .ung seines Pariser Senatssitzes noch in seiner Heimat Puy de Dome kandidierte, einmal oder iroeitnal gewählt werden würde. Daraus, daß er : eibe Ätze gewonnen hat, kann man auf das unverminderte Ansehen schließen, das seine Staats- ßchrung in einer krittschen Stunde Frani.reichs zu Suche eine zuverlässige gut empfohlene mm* Kindergärtnerin zu meinem 1 */»- ährig. Jungen. Eintritt nach Ue- bereinkunft. LZ imm ermann Seltersweg 2 II Mädchen gesucht,basinall. Hausarbeiten bewandert ist. 04538 91 a hrungsbg.51 5-Zim.Wohno. mit Bad u.Heiz., Seltersweg 54 1/ sofort zu verm. Näh. A. Becker, Keplerstraße 9, Tel, 3804. JCaden Sonnensttaße 5 zu vermieten. Näh. A. Becker, Kevlerstrahe 9, Tel. 3804. svorv USQ,R-TE- Aus aller Welt Kreuzer „Karlsruhe" zur Weltreise ausgelaufen. Am Montag verließ Kreuzer „Karlsruhe" mit etwa 600 Mann Besatzung, darunter 120 Kadetten, unter dem Kommando von Fregattenkapitän S i e- m e n s den Reichskriegshafen Kiel zu einer Weltreise, die am 13. Juni 1936 in Kiel ihren Abschluß finden wird. Schon Stunden vor Ausfahrt des Kreuzers hatten sich Hunderte von Angehörigen der Besatzungsmitglieder eingefunden. Kurz vor 10 Uhr erschienen der Kommandierende Admiral der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, und der stellvertretende Flottenchef, Konteradmiral Boehm, an Bord. Auf der Schanze hielt der Vizeadmiral Albrecht eine Ansprache an die Mannschaft, in der er sagte: Der Kreuzer hat die Aufgabe, unseren deutschen Volksgenossen im Auslande einen Gruß der Heimat zu bringen. Von der Besatzung wird erwartet, daß sie in allen Häfen durch Haltung, Disziplin und kameradschaftliche Verbundenheit beweist, daß alter Soldatengeist und wahre Volksgemeinschaft GemeinZut unseres nationalsozialistischen Deutschlands geworden sind. Rach den Nationalhymnen verließ der Kommandierende Admiral mit seiner Begleitung das Schiff. Langsam entschwand das schmucke Schiff, vom Segelschulschiff „Gorch Fock" und dem Artillerieschulboot „Bremse" begleitet, den Blicken. Am Himmel gaben zwei Jagdflugzeuge als Zeichen der Verbundenheit mit der Kriegsmarine das Geleit. Die Fahrt geht zunächst nach Teneriffa. Auflösung der Danziger Landespolizei. Danzig, 21. Okt. (DNB.) Die Pressestelle des Senats teilt mit: Im Zuge der Sparsamkeitsaktion und der Vereinfachung der Vermal t u n g hat der Senat sich zu einer weiteren einschneidenden Maßnahme entschlossen. Die Danziger Landespolizei wird am 30. November 1935 auf- gelöst. Ein Teil der hierdurch freiwerdenden Kräfte wird in die Schutzpolizei eingegliedert werden. Dem anderen Teil wird nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen das Dien st Verhältnis aufgekilndigt werden. Abschluß desLutherischenWelttonventS Der dritte Lutherische Weltkonvent in Paris wurde am Sonntag beendet. In der deutschen evangelisch-lutherischen Christus-Kirche fand am Vormittag ein Festgottesdienst statt. Der Weltkonvent hat eine Botschaft beschlossen, die am Reformationstage von den Kanzeln der lutherischen Kirchen verlesen werden soll und in der es u. a. heißt: Die lutherische Kirche geht in allen Teilen der Welt durch entscheidungsvolle Zeiten hindurch. Wir gedenken insbesondere der schwer leidenden lutherischen Kirche in Rußland, die durch das Todestal geführt wird. Aber auch die anderen lutherischen Kirchen in der Welt, die um die Ausrichtung des Evangeliums von der Rechtfertigung des Sünders durch den Glauben schwer ringen müssen, versichern wir unseres brüderlichen und fürbittenden Gedenkens. Wir sind aber der Ueberzeugung, daß unsere Generation nicht nur mancherlei Krisen zu durchkämpfen hat, sondern auch auf den verschiedensten Wegen den Frieden sucht, den die Welt nicht geben kann. Dieser Generation, die von einem Hunger nach Frieden erfüllt ist, gilt die Botschaft von der rechtfertigenden Gnade Gottes mit Jesus Christus, mit der die lutherische Kirche betraut ist. So rufen wir unsere Gemeinden auf, in Treue am Bekenntnis der Väter zu halten und diese Bekenntnis an einem geheiligten Wandel zu bewahren. Wir ermahnen unsere Gemeinden: Haltet an am Gebet! Wir, die wir auf diesem Weltkonvent wieder an die Einheit glauben und in der Liebe der Christen erfahren haben, bitten unseren himmlischen Pater, daß er alle lutherischen Kirchen in der Welt aufs neue ♦ mit seinem heiligen Geist erfülle und zu rechten Werkzeugen seiner vergebenden und aufrichtenden Gnade mache. Der Weltkonvent hat für die nächsten fünf Jahre zu Mitgliedern des Vollzugsausschusses des Lutherischen Weltkonvents gewählt: D. Mor - head (Neuyork), Landesbischof Abt D. Mahra - rens (Hannover), Landesbischof D. TO eifer (München), D. Jörgensen (Kopenhagen), D. Pehrsson (Göteborg), D. Knub el (Amerika) und D. Long (Amerika). Die Sturmschäden an der Wasserkante. Der Orkan, der in den letzten Tagen über der Nord- und Ostsee wütete, ist inzwischen a b geflaut. Wie aus Westerland gemeldet wird, liegt der am Weststrand gestrandete französische Dampfer „Adrar" hoch auf Land. Der Beraungsdampfer „Titan" von der Hamburger Bugsier-Reederei- und Bergungs-AG. weilt an der Unfallstelle. Das Panzerschiff „Admiral Scheer", das zur Hilfeleistung bei Sylt eingetroffen war, konnte wegen der geringen Wassertiefe an der Unfallstelle nicht eingreifen. — Am Sylter Weststrand ist durch den schweren Sturm großer Schaden angepchtet worden. Die Westerlander Steinpromenade, die bisher allen Sturmfluten getrotzt hatte, wurde am Nordende schwer beschädigt. Die starken eisernen Träger, auf denen im Sommer der Musikpavillon steht, wurden wie Streichhölzer geknickt. Der ganze Mittelteil der Kurpromenade ist mit Rundhölzern, Brettern und Treibholz und Dünengras übersät. In den Dünen hat die riesige Brandung Steilabhänge und große Löcher geschlagen. Auch das Westerlander Bad ist beschädigt worden. Die unaeschützen Wattenwiesen im Süden und Osten der Insel sind weithin überflutet, so daß mit erheblichen Viehverlusten zu rechnen ist. Der starke Sturm, der sich in der Nacht zum Sonntag zum Orkan entwickelte, brachte mit jeder Flut gewaltige Wassermassen in die Eider. Der ganze Außendeichskoog gleicht einem einzigen See. An zahlreichen Stellen stand das Vieh im Wasser, doch konnte es rechtzeitig geborgen werden. Viele Bewohner mußten ihre Wohnungen räumen, da das Wasser in die Stuben und Ställe drang. Schneefall in den Allgäuer Bergen. Seit Sonntag sind im Allgäu die Temperaturen stark gefallen. Die Niederschläge gingen in den Bergen bis über die Waldgrenze herab in Schnee über. Am Montag fiel auch im Tal Regen, der mit Schneeflocken vermischt war. Schneestürme über den britischen Inseln. Der gestrige Montag, an dem in ganz England st arte Kälte herrschte, brachte in Nordwales sowie in Teilen von Schottland und Irland die erften Schnee st ürme. Viele Hügel in Nordwales sind mit einer weißen Decke überzogen. Die Wettervoraussage für heute lautet, daß die Temperaturen sich etwas mildern werden. Zwei Ausflugsdampfer im Rendsburger Hafen ausgebrannt. Im Rendsburger Ober-Eider-Hafen geriet der Ausflugshafen „Kehr wieder" in Brand. In kurzer Zeit stand das ganze Achterdeck in hellen Flammen. Als das Feuer sich bis zur Kommandobrücke durchgefressen hatte, sackte der Dampfer mit dem Achterteil ab, so daß nur noch das Vordeck aus dem Wasser ragt. Das Feuer griff auch auf den daneben liegenden Ausflugsdampfer „Smits" über, der stark beschädigt wurde und infolge eines entstandenen Lecks in kurzer Zeit völlig absackte. Arbeitstagung des haus- und Grundbesitzes. Vom 17. bis 19. Oktober 1935 tagten in Gos - l a r der Führerrat, der Reichsausschuß und die Ausschüsse für Steuer-, Rechts- und Neuhausbesitzfragen des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine e. V., Berlin. Im Vordergrund der Beratungen stand die weitere einheitliche Ausrichtung auf das große nationalsozialistische Ziel in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Der Präsident des Zentralverbandes, Pg. T r i b i u s, teilte mit, daß der Reichs- und Preußische Arbeitsminister auf Grund des Gesetzes über Anerkennung und Beaufsichtigung von Vereinigungen von Hausbesitzern und Mietern den Reichsoerband Deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer mit Wirkung vom 16. Oktober 1935 aufgelöst hat. Geh. Kommerzienrat Pschorr f. In München verschied der Generaldirektor der Pschorrbräu AG. München, Geh. Kommerzienrat August Pschorr, im Alter von 73 Jahren. 53 Jahre stand August Pschorr in den Diensten des von den Vätern übernommenen bekannten Münchener Brauunternehmens. Seit dem Jahre 1894 leitete der Verstorbene den Betrieb. 1898 bis 1922 war er Vorsitzender des Vereins Münchener Brauereien, von 1922 bis 1931 stellvertretender Präsident des Bayerischen Brauerbundes und von 1919 bis 1920 auch stellvertretender Präsident des Deutschen Brauerbundes. 1933 wurde Geh. Kommerzienrat Pschorr zum Ehrenmitglied des Deutschen Brauerbundes ernannt. Friedrich Derlien f. Der frühere Ehrenmeister für das g e - famte deutsche Handwerk, ehemalige Vorsitzende des Reichsoerbandes des deutschen Handwerks und Gründer und Vorsitzende des Fachoerbandes der Installateure und Klempner Friedrich Derlien ist in Hannover drei Tage nach feinem 68/ Geburtstag verstorben. Er hatte seine sämtlichen Aemter nach Erreichung feines 65. Geburtstages niedergelegt. Während des Krieges wa^ Derlien der Leiter des Reichsamtes für die Metallbeschlagnahme. Corps Guestphalia löst sich auf. Der Führer oeS Corps Guestphalia zu Heidelberg teilt folgendes mit: Das Corps Guestphalia zu Heidelberg ist am 20. Oktober aufgelöst worden. Schweres Strahenbahuunglück im Saargebiel. In einer der vergangenen Nächte hat sich in Spiesen bei Neunkirchen (Saar) ein folgenschweres Strahenbahnunglück ereignet, das drei Todesopfer forderte. Ein von Saarbrücken kommender Straßenbahnwagen geriet auf der abschüssigen Straße zwischen Elversberg und Spiesen ins Rutschen. Der Führer muß dabei völlig die Herrschaft über den Wagen, der mit etwa 15 bis 20 Fahrgästen besetzt war, verloren haben. In rasender Geschwindigkeit überfuhr der Wagen die Endhaltestelle und prallte mit voller Wucht gegen die Mauern einer Wirtschaft. Unter der Wucht des Anpralls brachen' die Träger und das Mauerwerk zusammen. Der Vorderteil des Wagens, der etwa drei Viertel Meter in das Mauerwerk eindrang, wurde vollständig zertrümmert. Der Führer des Wagens, Christian Kraus aus Spiesen, war sofort t o t. Aus den Trümmern konnten zwei weitere Personen nur noch als Leichen geborgen werden: der Straßenbahnführer Friedrich Meyer aus Spiesen, der sich auf der Heimfahrt befand, sowie der 15jährige Emil B l a s k o w i tz aus Spiesen. Außerdem wurden drei Personen mit schweren und sechs weitere Personen mit leichteren Verletzungen in die Krankenhäuser von St. Ingbert und Neunkirchen eingeliefert. Da der verantwortliche Straßenbahnführer tot ist, konnten bisher noch keine näheren Feststellungen über die Ursache des Unglücks getroffen werden. Die Untersuchung ist bereits in vollem Gange. Cuwe gewinnt die 8. Partie im Dellmeisterschaftskampf. Im Kampf um die Weltmeisterschaft im Schach wurde die 8. Partie gespielt. E u w e hatte die weißen Steine und eröffnete mit dem Damen» aambit. Schon in der Eröffnung kam der holländische Meister in Positionsvorte)! und später gewann er einen Bauern. Es ergab sich dann ein langwieriges Endspiel, da sich Alfechin sehr zah verteU digte. Schließlich, nach achtstündigem Kampfe, ge. wann Euwe. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 4, Euwe 2, remis 2 Kunst und Wissenschaft. Der Führer zur Eröffnung des Reichsinsiituts fü, Geschichte des neuen Deutschland. Der Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands,Pro« fesior Dr. Walter Frank, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Mein Führer! Aus Anlaß der Eröffnung des „Reichs- inftituts für Geschichte des neuen Deutschlands" gilt meine erste Meldung Ihnen, der Sie durch die gewaltige politische Neuschöpfung unseres Volkes auch dem Schaffen des Künstlers und des Forschers wieder einen neuen großen, einen deutschen Inhalt gegeben haben. Es soll mein Streben sein, die lebendige und fruchtbare Verbindung mitzuschaffen und zu bewahren zwischen der großen Tradition der deutschen Geschichtswissenschaft und den großen bewegenden Kräften der nationalsozialisti- sch en Revolution. In alter Treue und tiefer Verehrung. Walter Frank. Der Führer und Reichskanzler hat Prof. Walter Frank mit folgendem Telegramm geantwortet: Für die Meldung von der Eröffnung des „Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands" danke ich herzlich. Möge das neue Institut eingedenk der stolzen Tradition deutscher Geschichtsschreibung und erfüllt von dem bewährten Geist unserer nationalsozialisttschen Weltanschauung das ihm übertragene verantwortungsvolle Werk zuversichtlich in Angriff nehmen und möge seiner Arbeit reicher Erfolg beschießen fein! Adolf Hitler. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche' artttfcher Kaltluft und unterstützt durch kräfttge Ausstrahlung kam es in der Nacht zum Dienstag in großen Teilen Deutschland zu Frost, besonders aber im Südwesten (bis zu —5 Grad Celsius)'. Der Osten des Reiches, ebenso wis das Alpenvorland stehen jedoch unter dem Einfluß eines stärkeren Mittelmeerwirbels, der Bewölkung und auch Niederschläge bringt. Zu außerordentlich ergiebigen Niederschlägen ist es in den Süd- und Ostalpen und auch noch in Schlesien gekommen. Bei Irland macht sich bereits der Einfluß eines neuen kräftigen Atlanttkwirbels bemerkbar, auch liegt im Kanalgebiet noch eine Störung, so daß die zur Zeit bei uns beobachtete Aufheiterung keinen längeren Bestand haben wird. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich, doch überwiegend bewölktes Wetter, Niederschläge, bei teilweise westlichen Winden im ganzen etwas milder, doch für die Jahreszeit immer noch etwas zu kalt. Lufttemperaturen am 21. Oktober: mittags 9 Grad Celsius, abends 1,1 Grad; am 22. Oktober: morgens —1,8 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum —2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Oktober: abends 7,2 Grad; am 22. Oktober: morgens 5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; füY den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Bruhl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. JTiS. Anläßlich des Einzuges der Artillerie-Abteilung in die neue Garnison Gießen findet am Freitag, dem 25. Oktober 1935, in der Volkshalle Giehen ein großes M0 Jfraft dimfi Freude Beginn: 20.15 Uhr! Preis auf allen Plätzen 50 Pfennig Vorverkauf: Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg; Musikhaus Challier, Neuen weg; Kreisdienststelle N SG. „Kraft durch Freude“, Schanzenstraße 18. JRililär-ffe/iftonxeri statt, ausgeführt vom Trompeterkorps des Artillerie-Regts. Fulda, unter Leitung von Musikmeister Lorenz Rohde. - Uebergabe einer Standartentrompetenflagge der Stadt Gießen an die Abteilung. Uraufführung eines der Stadt Gießen gewidmeten Fanfaren-Marsches; Ueberreichung der Partitur an die Stadt Gießen. Jetzt warme Marie Hinkler Wwe, geb. Sommer im Alter von 75 Jahren. billig 6181 d g»l> Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 Bretter Sperrholz Latten Möbelhaus Gießen,Wiesenstr.6 Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten Pelzwaren Pelzrevaraturen sind stets äußerst billig bei 5119D Malmr (gel.Autoschlosi.) mit 200 RM. in bar als Teilhab. ges.Schr.Ang.u. 04534 a.d.G.A. Dachpappe Karbolineum HappcIS Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 stflöiraeotei (tzieken ««so Mittw., 23.Cft, 19.30-21.45 Uhr. 4.Mittw.-Abonn» Preise von 0,50bis2,50RM. ibolzavvel. Lustiges Volksstück v.H.A.WebSk Jung., schwarzes Kätzchen zugelaufen. 6084D Seltersweg.77, Laden Alle Arten in größter Auswahl sehr preiswert! M.G. 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M. verschied unerwartet an einer tückischen Krankheit unser lieber, guter unvergeßlicher Kamerad,der Polizeiverwaltungsgehilfe Hermann Kröcker Mit ihm verliert die Polizeidirektion Gießen einer ihrer Besten. Höchste Pflichttreue, großer Fleiß und stete Hilfsbereitschaft zeichneten den so jäh aus unserer Mitte gerissenen und noch so jungen Beamten aus. Wir werden ihm über das Grab hinaus ein getreues Gedenken bewahren Gießen, den 21. Oktober 1935. Der Polizeidirektor und die gesamte Beamtenschaft der Polizeidirektion Gießen. 5080 D Lang-Göns, den 21. Oktober 1935. 6082 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Artz, geb. Görlach, und Kind. DANKSAGUNG. Für die beim Heimgang meines lieben Gatten und meines lieben Vaters erwiesene pberaus grobe Teilnahme, sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigsten Dank. Kr.247 Sweites blatt Gtegener Anzeiger (General-Anzeiger sur Gberyegen/ uienstag, 22. Gttober (955 Sie Abdankungsurkunde Kaiser Karls. Von Alfred Strobel. Die verstärkte Tätigkeit der österreichischen Legi- timisten und die überraschende Aufhebung der sogenannten „Habsburger • Gesetze" durch die Wiener Regierung haben in den letzten Wochen im Donauraum, ja in ganz Mitteleuropa eine Unruhe heroorgerufen, die deutlich zeigt, wie stark und vielgestaltig die Wider st ände gegen jeden habsburgischen Restaurationsversuch sind. Die Gesichtspunkte, von denen auch diese Ereignisse betrachtet werden können, sind dabei recht verschiedenartig, So hat zum Beispiel die von der Regierung Schuschnigg durchgeführte Aufhebung der „Habsburger-Gesetze", die die Landesverweisung und die Vermögensbeschlagnahme betrafen, über ihren zweifellosen politischen und propagandistischen Sinn hinaus auch eine unabstreitbare staatsrechtliche Seite. Der Beginn der Aufrollung der ganzen mit den Vorgängen im November 1919 zusammenhängenden Rechtsfragen ist gemacht, und es dürfte nicht wundernehmen, wenn in absehbarer Zeit auch die Verfassungsmäßigkeit des Ueberganges von der Monarchie zur Republik in Oesterreich von legitimistisch- klerikaler Seite bestritten werden sollte. Zumal ja, wie wir sehen werden, die heute noch für ihre Familieninteressen so aktiv tätige Exkaiserin Zita schon in den entscheidenden Stunden im Jahre 1919 den Standpunkt vertreten hat, daß „ein Herrscher niemals abdanken kann". Nun will es das Schicksal, daß gerade das wichtigste Dokument: die vom letzten Kaiser von Oesterreich am 11. November 1919 im Schloß Schönbrunn unterzeichnete Verzichtsurkunde, heute nicht mehr vorhanden ist! Ihre Geschichte von der Entstehung bis zur Vernichtung ist so eigenartig, daß es eigentlich gar nicht ihrer weltpolitischen Bedeutung bedürfte, um ihr Schicksal interessanter zu machen, als das vieler anderer Urkunden, die neue Kapitel in der Geschichte der Staaten und Völker ein.leiten. Schon die Geschichte ihres Zustandekommens ist von ebenso großem historischpolitischen Interesse, wie ihre heute wieder so aktuell gewordene rechtliche Bedeutung. Der letzte Versuch Kaiser Karls, sich nach dem beginnenden Zerfall der großen alten Monarchie wenigstens im kleinen, neu entstehenden Staate Deutsch-Oe st erreich noch als Herrscher zu halten, war bald zum Scheitern verurteilt, trotzdem auf Ersuchen Karls der Fürsterzbischof von Wien, Kardinal Piffl, alles versuchte, um die ch r i st l i ch s o z i a l e Partei für die Beibehaltung des monarchistischen Systems zu gewinnen und damit für die Lösung der Frage der künftigen Staatsform im Sinne der Habsburger eine Mehrheit in der eben gebildeten „Deutsch- österreichischen Nationalversammlung" zu schaffen. Die Zeit des Habsburgerreiches war abgelaufen, und so konnten in jenen entscheidenden Tagen auch die Christlichsozialen nichts anderes mehr ttfa, als die Vermittlungsaktion des Kardinals mit dem Ersuchen zu beantworten, der Monarch möge freiwillig seine Rechte zurückstellen und die Entscheidung Über die künftige Staatsform dem Volke Überla f f e n. Da der Kaiser hierzu aber zunächst nicht bereit war, mußte bald ein stärkerer Druck auf ihn ausgeübt werden, zumal die neugebildete deutsch- österreichische Regierung, an deren Spitze Staatskanzler Dr. Renner stand, sich auf den Boden der Legalität stellte und vor der geplanten Ausrufung der Republik, die, wie es in der ersten provisorischen Verfassung hieß, als „Bestandteil des Deutschen Reiches" gedacht war, unbedingt vorher die formelle Abdankung des bisheriges Herrschers haben wollte. Nun hatte Oesterreich damals eigentlich zwei Regierungen: das letzte kaiserliche großösterreichische Kabinett mit Dr Lammasch als Ministerpräsidenten und die erwähnte neue Regierung Deutsch- Oesterreichs unter Dr. Renner Die erste war zwar legal, hatte aber praktisch gar keine Macht mehr, die zweite dagegen repräsentierte einen Staat, der verfassungsrechtlich noch gar nicht gebildet war. Um nun diese unmögliche Lage möglichst rasch zu klären, entwarf Dr Renner den Wortlaut eines Abdankungsmanifestes Karls und übergab den Entwurf dem kaiserlichen Ministerpräsidenten Dr Lammasch, damit dieser den Kaiser bewege, ihn anzunehmen und zu unterzeichnen. Lammasch und seine Berater waren verzweifelt; sie wußten, daß Karl sich bisher gesträubt hatte, freiwillig abzudanken, daß aber auch der Lauf der Dinge von niemanden mehr aufgehalten werden könne. Da trat Dr Seipel, der in der Regierung Lammasch Minister für soziale Fürsorge war aber auch in der Christlichsozialen Partei schon starken Einfluß hatte, mit einem V e r m i 11 l u n g s v o r - schlag hervor: der Kaiser solle keine Ab- dankungsllrkunde unterschreiben, sondern nur den „Verzicht auf jeden Anteil an den Regierungsgeschäften" erklären. Lam- rnasch entwarf den Wortlaut einer solchen Erklärung und in Begleitung seines Innenministers von Gayer meldete er sich am Vormittag des 11 November in Schönbrunn zur Audienz. Erregt, so daß er kaum einen Satz zu Ende sprechen konnte, legte der schon bejahrte Ministerpräsident dem Kaiser den Wortlaut der Verzichterklärung zur Unterschrift vor Der Monarch sträubte sich und blieb auch unschlüssig, als Lammasch ihm mitteilte, daß keine Zeit verloren werden dürfe, weil das Manuskript des Manifestes noch vor Mittag in der Staatsdruckerei fein müsse. Karl zog sich zurück, um sich in dieser entscheidenden Stunde mit sein er Frau zu beraten. Und nun folgte jene bedeutsame Aussprache zwischen dem Herrscherpaar, die der einzige Zeuge, Hauptmann Karl Frhr. von Werkmänn, der Sekretär des Kaisers, außerordentlich plastisch geschildert hat: Glühend vor Erregung, so schreibt Werkmann, wehrte Zita die Zumutung einer Verzichterklärung ab. „Niemals fann ein Herrscher abdanken", wiederholte sie immer wieder. „Er kann abgesetzt werden, gut, das ist Gewalt. Sie verpflichtet ihn nicht zur Anerkennung, daß er seine Rechte verloren habe. Er kann sie verfolgen, je nach Zeit und Umständen — aber abdanken — nie, nie! Lieber falle ich mit dir hier, dann wird Otto kommen. Und wenn wir alle fallen sollten — noch gibt es andere Habsburger ’" Etliche Male störte der Flügeladjutant des Kaisers, Graf Ledochowjki, die Unterredung des Kaiservaares mit dem dringlichen Hinweis, daß die Minister auf die sofortige Antwort warteten. Auch Innenminister non Gayer erschien im Zimmer, ohne daß fein Anklopfen gehört worden wäre, und verlangte dringend die Entscheidung. Obgleich auch Werkmänn für die Unterzeichnung eintrat, widersetzte s i ch Zita immer noch in der leidenschaftlichen Form dem geforderten Schritte — allerdings u m s o n st: denn schließlich nahm der Kaiser doch einen Bleistift und unterzeichnete mit ihm den in Maschinenschrift nieberqelegten Entwurf. Er hatte aber nicht mehr die Kraft, ihn selbst seinem letzten Ministervräsidenten zu übergeben, sondern schickte ihn durch seinen Sekretär in das Vorzimmer mit der Weisung, daß das Manifest nun veröffentlicht werden könne. Und kurz darauf las man in den Straßen Wiens schon große Anschläge, die non der entscheidenden Wendung im Schicksale Oesterreichs Mitteilung machten Das so heiß umkämpfte Dokument sollte aber ein recht seltsames Schicksal erfahren Im Verzeichnis der Akten des Ministerrates wurde es unter der Zahl 11010 und mit dem Datum vom 11. November 1919 einaetraaen Der Vermerk lautet- ..Abdankung Sr. Majestät des Kaisers Karls I. A. h. Manifest betreffend den a. h Verzicht auf den Anteil an den Staatsgefchäften Erledigung a a. 12 November " Dieses „a. a* heißt, daß die Urkunde „ad acta”, also z u den Akten gelegt werden solle. Seltsamerweise wurde sie aber nicht bei den Minister- ratsaften im Archiv hinterlegt, sondern in einer eisernen Kasse aufbewahrt. Dort lag sie vergessen und unbeachtet, bis sie nach einigen Jahren durch einen Zufall aufgefunden wurde Man entDie Georgine Von Heinrich von Gydow Starken Kaffee mit Stückenzucker und dicker Sahne, dazu einen Teller voll fetttriefender Kuchen schickt mir meine Hammerfester Wirtin als Gruß aufs Zimmer, als ich am Sonntagmorgen noch im Bett liege; ich bin wieder einmal gerührt über die Freundlichkeit der kleinen Familie, bei der ich hause, und denke auch an die bunte Bevölkerung von Hammerfest. Was leben für Leute in der nördlichsten Stadt der Welt! Man denkt: wa.s soll man unter 3000 Einwohnern wohl erleben? Aber allmählich merkt man, daß eine Stadt, die in einer Wüste von Fels und Meer liegt, zwölf Stunden Schiffsreise von der nächsten Stadt entfernt, und die in einer zwei Monate langen Winternacht voll Sturm und Schnee ungestört weiter lebt, eben doch der Mittelpunkt ihrer Umwelt ist, der Brennpunkt des Lebens in der Wüste; eine Stadt, in der sich, mag sie auch noch so klein sein, dach ein gut Teil nordischer Geschichte abspiegelt und in der der Wechsel der Zeiten die verschiedensten Bevölkerungsschichten aneim anderlegt und übereinanderbaut Ursprünglich waren es Eismeerfischer, die in Hammerfest hausten, Walfisch- und Seehundfänger, gesundes und ehrliches Volk. Um Kvalä, die „Walfischinsel", auf der Hammerfest liegt, und um die große Insel Seilland betrieben sie ihren gefährlichen Fang Aber die Fangmethoden waren schonungslos, dke Tiere wurden ausgerottet, der Rest zog sich nordwärts zurück, Hammerfeft war bald nicht mehr Mittelpunkt, sondern nur noch Stützpunkt der Eismeerfischerei, und als solcher wurde es von dem südlicher gelegenen, aber älteren und größeren Tromsö überflügelt. Nun durchschreiten die Männer des Eises die Stadt nur, wenn sie sich zur Nordfahrt hier sammeln ober wenn sie zurückkommen, Beute absetzen und wieder die bewohnte Welt grüßen. Dann wurden die Spitzbergener Kohlengruben entdeckt, man begann sie auszuwerten, und Hammerfeft wurde neben Tromsö erster Umschlagsplatz des Steinkohlenhandels. Leute aus aller Herren Ländern traten auf Spitzbergen in Wettbewerb miteinander, bis die ferne Insel endgültig dem norwegischen Staate zugesprochen wurde und ihren nordischen Namen Svalbard wieder erhielt. Hammerfeft wurde nun Handelsstadt. Allerlei Kleinbürger aus dem ganzen Lande, auch aus fremden Ländern, auch aus Deutschland, kamen, vom Kampfe ums Dasein bis an ha? Ende hnr W»ll getrieben, herauf: kleine Handwerker, Schankwirte und Geschäftsleute; Aerzte des Leibes und der Seele kamen, Lehrer, und Beamte wurden von Oslo geschickt. Hammerfest wurde im Ernste eine Stadt. Nun war auch der Boden für „feine" Leute bereitet. Schiffsreedereien und Handelshäuser machten Geschäfte. Der oben Großartigkeit ber Natur trotzte man in Pariser Toiletten, Lautsprecher lärmten burch bie Stille, Schminke unb Parfüm träufelten auch ins Kleinbürgertum hinab. — Das Unternehmertum lockte eine Schar ftäbtifdjer Arbeiter herbei. Als bie Arbeiter ba waren, baute man ihnen einen elektrischen Kohlenkran vor bie Nase. Hammerfeft sollte sich als Umschlagsplatz im Wettbewerb mit Tromsö besser durchsetzen können, hieß es In Wirklichkeit sollte eine Firma reicher werden. Hammerfest wurde mit dem Problem der Arbeitslosigkeit bekannt und erlebte im Winter 1934/35 feinen ersten Hafenarbeiterstreik.. Nun soll es auch einen Flugplatz bekommen.. Aber vom Festland weht em frischer Wind herein. Die Lappen kommen. Sie wohnen hier nicht, denn bie öbe Insel Kvalö bietet nicht einmal dem Renntier Schutz unb Nahrung. Aber sie müssen boch ihre Felle unb ihr Fleisch verkaufen, unb bafür fmben sie in Hammerfest allerhanb Waren, bie sie begehrenswert finben: Apfelsinen, Schokolabe, Grammophone, Büchsenkonserven. — Noch laufen sie in ihren Mokkasins unb ihren bunten Trachten herum, bie fv praktisch finb, baß selbst norwegische Beamte in Lapplanb sie anlegen. Ader bald werben sie sich angesichts ber Zivilisation von Hammerfest biefer alten Tracht schämen. * Ich habe mit ben „feinen Leuten" von Hammer- fest nichts zu tun, ich lasse bie Hanbelsreisenben in Jansons unb Anbersens Hotel nach Möglichkeit vergessen, baß sie sich notgebrungen in ber nörblichsten Stabt ber Welt befinben Ich sitze im Cafö „Volksküche", einem dunklen und schmutzigen Kellerraum am Hafen, zwischen wetterharten Eismeerfischern, jungen Hafenarbeitern und frischen Lappländern. Das Cafe gehört der Kleinbürgerfamilie, bei ber ich wohne Einen steifen Hamburger Grog sollte man trinken Aber ber Alkohol ist in Hammerfest verboten; nur bie „feinen Leute" lassen ihn sich für teures Gelb aus Tromsö schicken. Stattbessen trinkt man Kaffee, literweise, auch bie Lappen tun es Die geben viel zu denken, während ich da mit ihnen in der „Volksküche" sitze. Das Rätselhafteste an ihrer Tracht s'nh hie nierzivfliaen Müßen Niemand weiß was schied nun, baß das geschichtlich so wichtige Dokument dem H.a us-, Hof - und Staatsarchiv einoerleibt werden solle Doch auch dort blieb es nur wenige Jahre, denn eines Tages wurden alle auf die Verfassung und die innere Politik bezugnehmenden Akten dem Archiv des Mim st e - riums des Innern überwiesen, das sie aber wegen Platzmangels im eigenen Gebäude in ben riesigen Kellerräumen bes Wiener Justiz- palastes beponierte. Dann kam ber tragische 15. Juli 1927, an bem ber schreckliche rote Aufruhr burch die Straßen Wiens brauste unb unmittelbar neben bem Parlament ber große Bau bes Justizpalastes in Flammen aufging. Unter ben Tau- fenben unb Zehntausenben von Akten, die dabei verbrannten und verkohlten, befand sich auch das Schriftstück 11070 aus dem Ministerratspräsidium — die Thronverzichterklärung des letzten Kaisers der Habsburgermonarchie, die Geburtsurkunde des neuerrichteten deutschen Staates Oesterreich? Aber in Der an Zufällen so reichen und trotzdem so kurzen Geschichte dieses Schriftstückes gibt es noch einen Zufall: Irgendwo in einem Prager Regierungsarchiv befindet sich seine Photographie! Als nämlich die Tschechen auf Grund der Bestimmungen des Vertrages von Saint Germain von allen für ihren Staat wichtigen Akten Abschriften herstellen ließen, kam ihnen im Haus-, Hof- und Staatsarchiv auch diese Verzichtsurkunde des Kaisers Karl zu Gesicht Sie ließen im Jahre 1924 für ihr Staatsarchiv eine Lichtbildaufnahme anfertigen. So ist wenigstens das Bild der Blei- stiftunterzeichnung des Kaisers unter dem denkwürdigen Manifest erhalten, und wenn nun Rechtsund Staatswissenschaftler sich wieder einmal mit den Vorgängen des Herbstes 1919 zu beschäftigen haben, so wird ihnen die Kopie in Prag den gleichen Urkundendienst erweisen können, wie es das Original tun würde, wenn es nicht am 15. Juli 1927 in Rauch und Asche aufgegangen wäre. jf .AMH i ■ ' - * In Hannover weihte Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Paul-von-Hinbenburg« Jugendherberge. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Oper und Konzerte in Berlin. Musikbrief aus der Reichshauptstadt. Berlin, im Oktober. Die Berliner Theaterspielzeit begann im Oktober mit einem Furioso. Mit siebzehn Premieren der Schauspiel- und Musikbühnen erreichte sie schon in der ersten Woche einen mengenmäßigen Höchststand. Die Staatsoper stellte zunächst Webers „O b e r o n" in der wenig veränderten Inszenierung des verstorbenen Franz Ludwig Hürth mit dem Nachdruck einer Neueinstudierung heraus Der musikalische Reichtum dieser Märchenzauberschau erwies sich wiederum als so groß, daß bie strukturellen Umgestaltungsversuche späterer Bearbeiter burchaus entbehrlich erscheinen, sofern bie Musik in mustergültiger Aufführung für sich selbst spricht. Unter Robert Hegers feinfühliger Leitung leuchtete bie Partitur im vollen Glanze eines Genie- werks auf Mit ber Neuinszenierung von Mozarts Buffo- Oper „C o s i fan t u 11 e" legte Clemens Krauß ben ©runbftein zu ber notmenbigen Erneuerung bes gesamten Mozart im Spielplan ber Staatsoper. Das sträflich mißachtete Meisterwerk bes Dreiund» breißigjährigen stellt gleich hohe Anforberungen an Musiker, Regie und Bühnenbild Diesmal klangen alle drei vollendet zusammen. Die stilistische Mischung von ironischem Marionettenspiel und menschlicher Gefühlstiefe wurde beglückende Wirklichkeit. In den licht- und farbenfunkelnden Rokokoszenerien Ludwig Sieverts führte der Oberspielleiter Z2O NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack diese Mützen zu bedeuten haben. Wahrscheinlich sind sie kultischen Ursprungs. Die vier Zipfel sehen aus wie Felshörner, und auf solchen sah der Lappe alljährlich im Frühjahr den ersten Wiederschein ber neu erstanbenen Sonne. Darum verehrte er biese Felshörner, bie man an Lapplanbs wüster Küste vereinzelt anfragen sieht, als Götter. Vielleicht finb auch seine Mützenzipfel Götterbilber! Aber nun muß ich wohl enblich von ber Georgine erzählen! Sie ist bie Inhaberin ber Volksküche unb meine Wirtin. Sie heißt wirklich Georgine unb sieht genau so aus: altmobisch unb bick, behaglich unb mütterlich, unb sie ist so still unb freunblid) wie eine Blume. Ihr Mann heißt „Herr Larsen" unb schläft meist Sie hat ein kleines, bün- nes unb blonbes Cafö-Mäbchen, Dagny, unb ein großes, bickes unb schwarzes Hausmäbchen, Katarina; sie hat zwei erwachsene unb zwei schulpflichtige Kinder, je ein Mäbchen unb einen Jungen, unb außerbem einen „Hotelbiener" Halbor. Weil sie nämlich bas Dachstübchen zu vermieten hat, in bem ich wohne, nennt sie ihr Haus „Hotel", unb infolge« besten ich Halbor unentbehrlich. Es ist ein leichtgebautes, wetterbraunes Holzhaus. Wenn bie Winterftürme herzhaft baran rütteln, kracht es in allen Fugen, unb manchmal hat man bas Gefühl, als werbe bas Haus von einer Sturmwoge in bie Höhe geworfen unb rnieber aufgelan- gen. Aber biese Holzhäuser finb erstaunlich warm, unb ba ich in meinem Dachstübchen einen prachtvollen eisernen Steinkohlenherb habe, habe ich selten so viel über Hitze geklagt wie im Winter in Hammerfeft Leiber finb bie Holzhäuser auch sehr burch- hörig. Von einem Lautsprecher erzittern sie wie Geigenkästen. Aber bas ist ben Norwegern gleichgültig. Sie finb nicht nervös, unb unter einem „ruhigen Zimmer" verstehen sie ein Zimmer, burch bas niemanb burchläuft! Wir haben glücklicherweise keinen Runbfunk im Hause. Larsens finb stille, friebliche Kleinbürgersleute. Das laute Wesen ber Walfischsänger haben sie überrounben, unb gegen ben schrillen Lärm wehren sie sich ftanbhaft Ich versuche oft, mich mit ber Georgine zu unterhalten, aber meist kommt nicht viel babei heraus, benn sie ist so wenig rebselig wie ich Aber sie ist von einer so mütterlichen Güte unb von einem so echten Herzenstakt, baf^ manche in Hammerfest sie deneiben müßten, wenn sie bafür Verstänbnis hätten; ich habe sie so lieb gewonnen, baß ich unbebingt etwas über sie schreiben muß unb über ihr Haus bas eine Stätte ber Ruhe unb bes Friebens ist Das merfroürbigfte an biefem Haufe ist bie Tages- emteihma Wo im Winter bie Tage bunte! unb im Sommer bie Nächte kalt finb, nimmt man es mit ber Tagesorbnung nicht so genau. Es stört nieman- ben, baß in Hammerfeft zufällig alle fahrplanmäßigen Schiffe nachts ankommen. Daher ist auch bie „Volksküche" bie ganze Nacht geöffnet. Immer ist jemanb am Gange, aber auch bie, bie wach finb, auch bie Kinber, möglichst auch die Cafe-Gäste, müssen leise, ganz leise sein, weil gleichzeitig immer jemand schläft. Man weiß nie recht, ob Morgen ober Abenb ist. Oft werbe ich mich nach diesem stillen Hause zurücksehnen, nach den dunklen Nächten, in denen draußen der Schneesturm heulte unb brinnen nur einmal bie Treppe krachte, wenn Halbor in der „Volksküche" abgelöst wurde und herauskam, um nebenan zu Bette zu gehen, — und nach den ebenso dunklen Tagen, an denen mir der freundliche Blick der Georgine begegnete und mich mit allem aussöhnte, was mir in Hammerfeft nicht gefiel. Zeitschriften. — Mit dem Oktoberheft der „Deutschen Rundschau" beginnt ber 62. Jahrgang biefer großen kulturpolitischen Monatsschrift. Herausgeber unb Verlag haben ben Beginn eines neuen Jahrganges zum Anlaß genommen, um eine umfaffenbe Neugestaltung vorzunehmen. So wirb künftighin bie „Deutsche Runbschau", wie es ihrer Trabition entspricht (in früheren Jahrgängen finben wir Namen wie Keller, Meyer, Fontane, Marie von Ebner-Eschenbach), roieber ffänbig einen großen ungebrurften Roman in Fortsetzungen bringen. Der Beginn ist einer so verpflichtenben Vergangenheit roürbig. Der neue Roman von Hans Grimm heißt „Kaffernlanb". Er ist als erstes Werk nach Hans Grimms Rückkehr aus Afrika entstauben unb vereinigt in sich bie ganze Frische ckfrikanischer Einbrücke. Eine weitere Neuerung bebeutet bie „Runbschau" in ber zu ber oermirrenben Fülle der Ereignisse politischer unb kultureller Art Stellung genommen wirb. — Aus ben zahlreichen anberen Beiträgen oerbient besondere Erwähnung ber sehr interessant illustrierte Aufsatz von Karl Kling- harbt „Vom ewigen Nil", weil er eines ber brennenbften Probleme ber britischen Kolonialpoli- tik, bie Bewässerung bes Suban, berührt, bas gegenwärtig in engem Zusammenhang mit bem ost- afrikanischen Felbzug Italiens höchst aktuell ist. Ferner seien genannt: „Schopenhauers Armer Heinrich" (Eugen Diesel), „Die Pflicht zum Denken" (Joachim Günther), „Webekinbs romantisches Erbteil" (Martin Kessel), Oxforb unb Cambribge und ihre Universitätsbruckereien" (Leonharb Abam). Nudolf Hartmann das feinstgeschliffene En- semble ganz im Geiste der Musik Deren prickelnde Schalkhaftigkeit und warm strömende Innerlichkeit fand in Krauß einen Dirigenten, der die drama- ttsche Spannung bis zum äußersten treibt, ohne dem empfindlichen Filigranwerk der Partitur Gewalt anzutun. Auf der Bühne setzte er ausnahmslos die Sängerschar ein, die ihm von Wien nach Berlin gefolgt ist: Diorica U r f u l e a c (vormals an der Frankfurter Oper) und Gertrud 9t ü n g er als die Schwestern, Karl Hammes für einen Liebbaber, Adele Kern als Kammermädchen und Josef von Manowarda für den Drahtzieher Alfonso: eine ideale Mozartgemeinschaft unter der Führung der unübertrefflichen Ursuleac. Nur für den anderen Liebhaber muhte zunächst Julius P a tz a k (an Stelle Völkers) aus München einspringen: ein trefflicher Stilkünstler mit etwas hartem Stimmaterial. Es wurde ein rauschender Erfolg. * In beträchtlichem Abstand zu diesen Leistungen von Weltrang bewegen sich die qualitativen Möglichkeiten der neugegründeten Volksoper im Theater des Westens. Sie soll der Gattung Oper völlig neue Besucherschichten werben. Das Hauptgewicht liegt hier auf dem Spielplan, das Ziel in guten Durchschnittsleistungen. „Fidelio", „Freischütz^ und „Tosca^ folgten kurz aufeinander und zeigten die Arbeitsrichtung. Das Orchester ist für den Anfang recht befriedigend, die Regie (Mar H o f m ü l l e r und Kammersänger Carl Braun) sehr sachverständig, und der Bühnenbildner Paul Haferung weiß, daß die szenische Illusion ein wichtiges Werbemittel für neue Besucher ist. Intendant Erich Orthmann bewies als Dirigent des „Fidelio" seine musikalische Autorität: mit der Wahl dieses Werkes hatte er grundsätzlich recht, griff aber über die Leistungsfähigkeit seiner Sänger hinaus. Als geglückt waren dagegen der „Freischütz" unter Fritz V o l k m a n n und „Tose a" unter Hans Udo Müller zu bezeichnen. Die Deutsche Musikbühne, die als Reichswanderoper der NS.-Kulturgemeinde jetzt ihre Fahrt durch opernlose Städte im Reich antritt, hat ähnliche Aufgaben wie die Dolksoper in Berlin und arbeitet finanziell unter keineswegs günstigeren, szenisch aber weit beschränkteren Verhältnissen. Um so bewunderungswürdiger sind chre diesjährigen Leistungen, die sie im Charlottenburger Schiller- theater zeigte. Neben leichteren Werken, wie der „Fledermaus", Suppäs „Schöner Galathee" und Puccinis „Gianni Schichi", die überaus spritzig her- auskamen, stehen schwierige, ja ehrgeizige Unternehmungen: Die zu Unrecht vernachlässigte Lustspieloper „Der Widerspenstigen Zäh- m u n a" von Hermann Goetz wird musikalisch elastisch und darstellerisch temperamentvoll vorge- stellt: mit Wagners „Walküre" hat man einen Schritt in problematische Bezirke gewagt. Ein Orchester von achtunddreißig Mann kann das symphonische Gewebe natürlich nicht werkgerecht heraus- bringen. Aber mit seltsam kammermusikalischen Akzenten bietet der ausgezeichnete Dirigent Max H ü s g e n eine diskutable Aufführung. Auffallend gute Stimmen, die sich in den heiteren Werken auch als begabte Bühnentalente erweisen, bilden die solide Grundlage des verdienstvollen Instituts. Für das eigenständige Konzertleben Berlins bildete das erste Philharmonische Konzert den Auftakt. Es zeigt Wilhelm Furtwängler wieder an der Spitze „seines" Orchesters. Das bedeutet äußerlich ausoerkaufte Säle und einzigartige Feststimmung, innerlich ein Musizieren von wert- setzendem Höhenflug. Musikpolitisch war sein Programm ein Vorbild. Der vollendeten Wiedergabe klassischer Musik ging die Uraufführung eines wert- vollen Werkes heutiger Prägung voraus. Max Trapps „Konzert für Orchester op. 32" war ein Volltreffer. Frei von experimentellen Spielereien strebt der formsichere Komponist nach einer neuen Klassizität. Der ewigen Romantik deutschen Wesens ist das dreisätzige Konzert durch keusche Inner- lichkeit verbunden. Die Kraftgestalt eines leidenschaftlichen Kämpfers erscheint im reißenden Schwung des Bewegungsablaufs. Die Klanggestaltung durch die herrlichen Philharmoniker erbrachte eine geschliffene Einheit von überwältigender Ausdrucksstarke. Die Sonderkonzerte des Philharmonischen Orchesters führen eine Reihe namhafter deutscher Dirigenten nach Berlin. Leopold Reichwein (Bochum) erwies sich am ersten seiner vier Abende als ruhiger, überlegener Stabführer ohne Pose. Bei Schuberts „Unvollendeter" milderte er die herben, tragischen Akzente zugunsten der Sangseligkeit des Werkes, und Bruckners erste Symphonie, eine köstliche ungebundene, noch ganz unbayreuthi- sche Schöpfung, gestaltete er aus innerster Vertrautheit mit der Musik. Aline Sanden bemühte sich nach Kräften um Orchesterlieder des Deutschamerikaners C. Flick-Steger — es blieben Gebilde einer naiv illustrierenden, ziemlich gestaltlosen Romantik. Der Hamburger Generalmusikdirektor Eugen I o - ch u m widmete das erste seiner vier Konzerte mit den Philharmonikern vor allem Brahms. An der Zweiten Symphonie und dem Klavierkonzert op. 15 (Winfried Wolf) zeigte sich der junge Dirigent wesentlich gereifter als früher. Sein leidenschaftlicher Ernst und die überlegene Orchesterführung drangen tief in die Struktur der Werke ein. Die letzte Verschmelzung mit der brahmsischen Geisteswelt steht noch aus. Ein guter Anwalt war Jochum für die symphonischen Variationen op. 25. „Musik mit Mozart", in denen Philipp Ja mach eine eigene, exklusive Symphonie auf einem Mozart- therna aufbaut. Die Bindung der geistvollen Musik an fremde Substanz läßt aber die Eigenart Iarnachs weniger zur Entfaltung kommen als in mancher feiner reiferen Schöpfungen. Johannes Jacobi. Wirtschaft. * Diskontherabsetzung der Bank von Danzig. Mit Wirkung ab gestern hat die Bank von Danzig ihren Diskontsatz von 6 auf 5 v. H. und ihren Lombardsatz von 7 auf 6 v. H. herabgesetzt. * Die Niederländische Bank setzt ihren Diskontsatz herab.. Die Niederländische Bank hat beschlossen, ihren Diskontsatz weiter um 0,5 v. H. von 5 v. H. auf 4,5 v. H. herabzu- setzen, nachdem bereits am 16. d. M. eine Ermäßigung um 1 v. H. erfolgt war. ♦ Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Still, aber fest. Frankfurt a. M., 21. Okt. Zum Wochenbe- Sinn zeigte die Börse eine weiter feste Tendenz, och vermochte sich das Geschäft nicht zu beleben. Trotz der Entspannung in der Außenpolitik verhielt man sich in dieser Hinsicht abwartend, während für die feste Haltung die weiterhin günstigen Nachrichten aus der deutschen Industrie maßgebend waren. Am Aktienmarkt überwogen bei überaus kleinen Umsätzen Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Fest lagen Bemberg mit 106 bis 106,50 (104), wobei die Erzeugnissteigerung der deutschen Kunstseidenindustrie um 42 v. H. anregte. AKU. lagen mit 57 (56,75) ruhig. Merklich höher lagen ferner Metallgesellschaft mit ca. 107 (104). Von chemischen Werten stiegen IG. Farben auf 149,50 dis 149,75 (149), dagegen gaben Scheideanstalt 1 v. H. ab. Elektroaktien lagen sehr ruhig und nicht ganz behauptet, fest jedoch Felten mit plus 1,40 v. H. Montanpapiere zogen zumeist von 0,25 bis 0,75 v. H. an, nur Harpener bröckelten leicht ab. Westdeutsche Kaufhof blieben trotz des Verwaltungs-Dementis gegenüber den letzttägigen Gerüchten mit 25,40 (25,75) behauptet. Im einzelnen eröffneten u. a. AG. für Verkehr 0,90 v. H., Daimler 0,50 o. H., Nordd. Lloyd 0,25 v. H. und Reichsbank zunächst 0,13 v. H., später weitere 0,65 o. H. höher, etwas niedriger lagen Deutsche Linoleum. Nach den ersten Notierungen hielt die Geschäftsstille bei allerdings fester Grundtendenz an. Der Rentenmarkt lag ebenfalls fest, aber ruhig. Etwas Anregung bot die leichte Geldmarktlage. Altbefitz zogen auf 112,70 (112,50) an, späte Schuldbuckforderungen (96,65), Zinsvergütungsscheine (90,45) und Kommunal-Umschuldung lagen behauptet. Bei nach wie vor kleinsten Umsätzen zeigten die Aktienkurse auch in der zweiten Börsenstunde meist weiter leichte Befestigungen. Bemberg stiegen auf 107,50, gewannen also insgesamt 3,50 v. H. Fest lagen außerdem Muag mit 71,50 (70,25) und Deutscher Eisenhandel mit 104,75 (103,25). Dagegen schwächten sich Scheideanstalt weiter ab auf 235,50 (237). Arn Rentenmarkt waren späte Schuldbuchforderungen zu 96,75 bis 96,90 nach 96,65 gefragt, ferner erhöhten sich Wiederaufbauzuschläge auf 66,25 (65,75). Sehr fest lagen zertif. Gulden-Obligationen mit plus 1 bis 2 v. H., so u. a. Pounganleihe 81, Eschweiler 83, Phönix 81, außerdem zogen 6proz. Dollar-Preußen auf 58,50 (57,75) an. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen meist unverändert, Liquidc^tionspfandbriefe erhöhten sich teilweise bis 0,25 v. H.: fest notierten Pfälz. Hyp. Liquid.-Anteilsscheine mit 9,10 (8,95). Auslandanleihen lagen still, cskas höher Rumänen und Anatolier. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse nahm wohl auf allen Gebieten einen sehr ruhigen Verlauf, trotzdem blieb die Grundtendenz fest. Die Kurse vermochten sich in den meisten Fällen auf dem erhöhten Stand der Berliner Mittagsschlußbörse voll zu behaupten. Von Kunstseideaktien zogen Aku auf 57 bis 57,25 (56,75) an, dagegen liehen Bemberg etwas nach auf 107,25 (107,75). Soweit sich im übrigen Abweichungen ergaben, betrugen sie nur Bruchteile v. H. Am Rentenmarkt hielt die feste Tendenz ebenfalls an. Höher waren erneut späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97 (96,90), Zinsvergütungsscheine mit 90,50 (90,40), auch Kommunal-Umschuldung wurden 5 Pfennig über Berliner Notiz bezahlt. Altbesitz lagen dagegen ruhig und mit 112,50 unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Okt. Der Getreidegroßmarkt lag weiter still. Brotgetreide wird von den Mühlen kaum ausgenommen. Futtergetreide ist weiter gesucht, doch war nur Hafer in sehr kleinen Mengen zu haben, während Futtergerste weiterhin fehlt. Am Futtermittelmarkt erfolgten die' Oktober- Zuteilungen in ölhaltigen Artikeln, ferner waren Trockenschnitzel in kleinem Umfange angeboten. Kleie bleibt sehr gesucht, steht aber nicht zur freien Verfügung. Der Mehlmarkt verzeichnet weiterhin laufendes Bedarfsaeschäft. Roqgenmehr Type 815 und Weizenbrotmehle I bis III werden bevorzugt. Don Rauhfutter zog Heu auf 8 (7,50 bis 8) an. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R 12 164r R 15 167, R18 171, R19 175, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 210; Weizenmehl W13 27,85, W 16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Roggenmehl R 12 22,65, R15 23, R18 23,45, R19 23,70 plus 50 Pf. Frachtausgleich: Weizennachmehl 17,10 bis 17,25; Weizenfuttermehl 13,50; Weizen» tleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11, W 20 11,101 Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40 R iS 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation: Soya, schrot m. M. 16,20; Palmkuchen m. M. 16,80; Erdnußkuchen m. M. 18,30; Heu 8, Weizen- und Rog- genstroh drahtgepreßt 3,20 bis 3,40, do. gebündelt 2,60 bis 2,80. Kartoffeln: gelbsleischige hiesiger Gegend 2,85 bis 2,90, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlacktviebmarkt. Frankfurt a. M., 21. Okt. Auftrieb: Rinder 993 (gegen 716 am letzten Montagsmarkt), darunter 222 Ochsen, 101 Bullen, 475 Kühe, 195 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Bulle. Kälber 356 (261), Schafe 88 (78), Schweine 788 (280). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 14. Oktober 1935 42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 38 bis 41 (37 bis 41). Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 38 bis 42 (40 bis 42). Kühe a) 42 (42), b) 39 bis 42 (41 bis 42), c) 33 bis 38 (34 bis 40), d) 26 bis 32 (25 bis 33). Färsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (41 bis 42), d) 37 bis 41 (39 bis 40). Kälber a) 70 bis 75 (70 bis 72), b) 61 bis 68 (63 bis 69), c) 56. bis 60 (56 bis 62), d) 50 bis 55 (48 bis 55). Lämmer und Hämmel b2) 46 (45), c) 45 (43 dis 44), d) 42 bis 44 (40 bis 42). Schafe nicht notiert. Schweins a2) 57 (54), b) 55 (54), c) 53 (54), d) 51 (54), e) 51 (50), Sauen gl) 57 (—). Marktverlauf: Rin- der rege, ausverkauft (4 Kühe Ueberstand). Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausoerkauft. Schweine wurden zugeteilt. Bezirkssparkasse Laubach. Laub ach, 20. Okt. Am Samstagvormittag hatte die Bezirkssparkasse Laubach zu ihrer 102. ordentlichen Hauptversammluna in den Saal des „Schützenhofes" eingeladen. Nachdem der stellvertretercke Direktor der Kaffe, Bürgermeister H ö g y, den Vertreter der Aufsichtsbehörde, Regie- rungs-Assessor Denker vom Kreisamt Schotten, sowie den Vorsitzenden des Sparkassen- und Giroverbandes, Oberbürgermeister i. R. Rahn (Darmstadt), und die Vertreter der Garantiegemeinden begrüßt hatte, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Bürgermeister Högy gab zunächst die an der Kasse im abgelaufenen Geschäftsjahre erfolgten Personalveränderungen bekannt. An Stelle des langjährigen Direktors Oberamtsrichter i. R. Zimmermann wurde Sparkassenrechner Linden- mayer zum Direktor und für den ausgeschiedenen Kontrolleur Pitz der Kassengehilfe Roll zum Kontrolleur bestimmt. Mit der Führung der Rechnergeschäfte wurde Kassenbeamter Naumann beauftragt. Den ausgeschiedenen Beamten wurde von dem stellvertretenden Direktor besonderer Dank für ihre treue und gewissenhafte Tätigkeit an der Sparkasse ausgesprochen. Die Entwicklung der Bezirkssparkasse Laubach war, wie aus dem vorgetragenen Geschäftsbe- richt zu ersehen ist, im letzten Geschäftsjahr besonders günstig. Die Zunahme der Spareinlagen hat auch im Jahre 1934 weiter angehalten. Der Einlagebestand ist gegenüber dem Jahre 1933 einschließlich der übernommenen Aufwertungsspareinlagen und gutgeschriebenen Zinsen um 225 000 Mark gestiegen. Innerhalb des Sparkassenbezirkes entfallen auf den Kops der Bevölkerung an Einlagen 221 Mark. Somit kommt auf jeden dritten Einwohner unseres Bezirkes (im Vorjahre noch auf je vier) ein Sparbuchder Kaffe. Damit ist die achte Stelle der gesamten 36 hessischen Sparkassen erreicht. Diese Zahlen beweisen den Sparsinn und vor allem das Vertrauen der hiesigen Bevölkerung. Die Kosse war im vergangenen Jahre in der Lage, 55 000 Mark Landwirten, Handwerkern und Privaten als Darlehen zur Verfügung zu stellen, und sie hat auch hiermit ihren Beitrag zur Belebung der Wirtschaft gegeben, da diese Kredite durchweg zur Arbeitsbeschaffung Verwendung sanden. Die vvrgefchriebenen Liquiditätsvorschriften wurden von dem Kreditinstitut erfüllt. Die Sollzinsen wurden im Rechnungsjahr 1934 zweimal ermäßigt, so daß der Zinsfuß für Hypotheken und Gemeindedarlehen heute 5 v. H. beträgt. Damit konnte die Kasse dem Wunsche der Reichsregierung, die Sollzinsen soweit als möglich zu senken, voll und ganz gerecht werden. Der gesamte Geschäftsverkehr stand auch im verflossenen Jahre unter der günstigen Auswirkung der von der Reichsregierung zur Wirtschaftsbelebung ergriffenen Maßnahmen. Der Gesamtumsatz hat sich im letzten Jahre um rund 50 v. H., h. h. um mehr als 2 Millionen Mark gegenüber dem Geschäftsjahr 1933 erhöht. Damit dürfte unsere Kasse als eine der kleinsten in Hessen prozentual wohl die erste Stelle unter den hessischen Sparkassen einnehmen. Die Gesamteinnahmen und -ausgaben betrugen je 3T290 273 Mark, die Bilanzsumme 2 008 537 Mark, letztere hat sich somit gegenüber dem Vorjahre um 335198 Mark erhöht. Der Reingewinn, der der Rücklage zugeführt wird, beträgt trotz der zweimaligen Ermäßigung der Sollzinsen immer noch 3500 Mk. Hiermit ist aufs neue der Beweis erbracht, daß die öffentlichen Sparkassen nicht des Gewinnes wegen, sondern ausschließlich nur für das Allgemeinwohl arbeiten. Auch die Schulsparkassen nahmen eine günstige Entwicklung, die allerdings sehr auf die tatkräftige Mitwirkung der Lehrer angewiesen sind, da deren Einstellung zur Schulsparkasse maßgebend für den Erfolg ist. Hierbei ist noch zu bemerken, daß gerade die Anregung zum Spargedanken in den Schulen für die Dolkserziehung sehr wertvoll ist. lieber den Zweck des Schulsparens sowie über die Beleihung der Erbhöfe und die Revisionen der Sparkassen sprach dann eingehend Oberbürgermeister i. R. R a h n. Gegen die vorgelegte Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung wurden keine Einwendungen gemacht. Die seither gewährten Prämien an Dienstboten und Neugeborene sollen auch im laufenden Geschäftsjahre zur Auszahlung kommen. Zum Schluß sprach der Vertreter des Kreisamts Schotten, Regierungs-Assessor Denzer, zu dem Geschäftsbericht und bemerkte, daß die Versammlung mit der Entwicklung der Bezirkssparkasse Laubach sehr zufrieden fein könne. Er übermittelte der Kaffenverwaltung sowie den ausgeschiedenen Beamten den Dank der Aufsichtsbehörde, womit er den Wunsch für eine weitere gedeihliche Entwicklung der Kasse verband. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein gemeinsames Mittagessen an. Gießener Dochenmarktpreise. ♦ Gießen, 22. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (Holländer Kühlhauseier) 11, inländische frische Handelsklasse C 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 30 Mark, Birnen, das Pfund 10 bis 20 Pf., Nüsse 30 bis 45, Zwetschenhonig 40, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 12, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 8 bif 12 Pf. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Oatum 6% Deutsche RetchSanleihe t>. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 &Vi% Doung.Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4‘/t% Deutsche ReichSpostscha-an- Weisungen von 1934, I «% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4K% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6yf% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liout ... 4Yt% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.tSoldschuldverlchr. R.6 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSios.-Rechten A.-E>port Obecheffen Zu dieser Eröffnungsveranstaltung sind alle Volksgenossen herzlichst eingeladen. Im November wir- der Kanzler der Universität, Prof. Dr. Hummel, in einem Lichtbildervortrag zeigen, „wie unsere Heimatlandschaft entstanden ist", und Frau Pfarrer Steiner (Hausen) wird einige Lieder singen. Für Dezember ist eine Besichtigung der Veterinärkliniken vorgesehen. Unser Singkreis unter Leitung von Otto Siegler wird im Dezember zu einem Musik- und Singabend einladen. Im Januar wird Sudienrat Holzel einen jagdge- schichtlichen Vortrag mit Lichtbildern halten. Anfang Februar werden wir einen Heimatabend veranstalten, bei dem verschiedene Mundartdichter unseres Gaues persönlich zu Wort kommen. Volkslieder und Volkstänze sollen die mundartlichen Darbietungen umrahmen. Im März spricht Dr. Heidt über „die geschützten Pflanzen der hessischen Heimat" (mit Lichtbildern), anschließend machen wir an einem Sonntagmorgen einen Gang zu den Frühlingsboten unter Führung von Dr. Heidt. Zu diesen Veranstaltungen sind alle Volksgenossen aus Gießen und Umgebung eingeladen. Die Mit- glieder des Landschafsbundes und ihre Angehörigen haben in der Regel freien Eintritt, oder sie zahlen nur eine kleine Unkostenentschädigung, von Nichtmit- gliedern wird ein geringes Eintrittsgeld bis zu 30 Pf. erhoben. Dieses finanzielle Entgegenkommen wird nur dadurch ermöglicht, daß sich die Vortragenden und Mitwirkenden in anerkennenswerter Weise unentgeltlich in den Dienst unserer Volkstumsarbeit stellen und daß die gesamte Verwaltung un- seres Bundes durchweg ehrenamtlich erfolgt. Nur so ist es möglich, daß wir mit einem Mitgliedsbeitrag von nur 25 Pfennig monatlich auskommen, worin der Bezugspreis für die 32seitige Monatsschrift „Volk und Scholle" noch einbegriffen ist. Dadurch wird jedem Volksgenossen, wes Standes er auch sei, die Teilnahme an unserer Arbeit ermöglicht. Annähernd 800 Mitglieder aus allen Schichten der Bevölkerung zählt der Heimatbund allein schon in der Stadt Gießen. Wer bisher dem Bunde noch fern stand und nun an den gebotenen Vergünstigungen teilzunehmen wünscht, wende sich an die Ortsringleitung Gießen, Weserstraße 4. von dem Grundsatz, daß die Schaffung eines Eigenheimes eine Lebensaufgabe bedeutet, erläuterte der Redner die Erleichterungen auf dem Wege zu me- em Ziel durch die DBS.-Bausparkasse. lieber tue Spareinlage gewährt die Bausparkasse das erforderliche Darlehen, dessen Tilgung durch die Gemein- nützigkeit der Anstalt jedem erschwinglich ist. Die DBS.-Bausparkasse ermöglicht nicht nur dem Beamten, sondern jedem ernsthaften Volksgenossen, der ich ein Eigenheim gründen will, auf bequeme Art ** Straßensperrungen. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten wird der Hindenburg w a l l zwischen Bismarckstraße und Gartenstraße in der Zeit von Donnerstag, 24. Oktober, bis einschließlich Samstag, 26. Oktober, die Ludwig- straße zwischen Goethestraße und Gartenstraße von Montag, 28. Oktober, bis einschließlich Donnerstag; 31. Oktober, für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr» und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** D i e ersten Schneegänse. Aus dem südlichen Kreise Gießen wird uns berichtet: Soweit wir beobachten konnten, zogen am gestrigen Montagnachmittag bis zum späten Abend die ersten Scharen der Schneegänse in diesem Herbste nach dem Süden. Sie bildeten die bekannte Einerform und flogen verhältnismäßig niedrig. Ihr Geschrei war weithin zu hören. Auffallend war, daß zu gleicher Zeit mehrere Scharen in breiter Front dahinzogen, während sie sonst hintereinander fliegen. ** Unfall. Der 44jährige Fuhrunternehmer Stephan Herold von hier erlitt, als er mit seinem Gespann unterwegs war, einen Unfall. Mit Quetschungen am Fuß und einem Bruch des linken Mittelfußes wurde der Verunglückte von Passanten in die Klinik getragen. ** Die Bausparkasse Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft (DBS.) Darmstadt hielt gestern im „Hotel Viktoria" einen Aufklärungsabend ab, bei dem Herr Wilhelm Lang aus Darmstadt über das Thema „Wie kann jede Familie ein schuldenfreies Eigenheim bei geringer Sparleistung erwerben?" sprach. Ausgehend „Am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr spielte sich unterhalb des Wehres an der Bleiche eine aufregende Szene ab. Die Hausangestellte Paula Linde, die zuvor mit der 13jährigen Hildegard Ullisch auf dem Bleichplatz beschäftigt war, machte sich an der Lahn zu schaffen, ging auch einige Schritte in das Wasser, verlor aber plötzlich den Boden unter den Füßen und versank. Hildegard Ullisch, die den Vorgang beobachtet hatte, sprang sofort nach und versuchte die Verunglückte zu retten. Das gelang dem Mädchen jedoch nicht gleich, denn die Strömung war sehr stark, da die Lahn gegenwärtig sehr viel Wasser führt. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen und nach heftigem Kampf mit der Ertrinkenden, die sich verzweifelt an die Helferin klammerte, gelang es dem tapferen Mädchen, das Rettungswerk zu vollenden." Einzug in die Artillenekaferne Die I. Abteilung Artillerie-Regiments 9 wird am kommenden Freitag, 25. Oktober, 11 Uhr, die Artilleriekaserne an der Grünberger Straße beziehen. Die Stadtverwaltung plant, wie wir hören, eine feierliche Begrüßung der Truppe. Oer Komponist des Gießener Fanfareri-Marsches. Der Landschasisbund Volkstum und Heimat geht an die Arbeit. verein Sternvacy patte am «onniag jein u. u - turnen. Morgens riefen die Spielleute zum Wecken. Gegen 15 Uhr veranstaltete die Turnerschar mit den Zöglingen und Kindern einen Werbeumzug durch das Dorf. Im Anschluß fand das Schauturnen statt, wozu sich eine stattliche Schar von Turnfreunden und -freundinnen eingefunden hatte. Im Saale Görlach fand nachher noch Tanzmusik statt. # Steinbach, 21. Okt. Der Landwirt Ludwig Haas VI. wurde heute von einem schweren Unfall betroffen. Bei der Feldarbeit ging ihm das Pferd durch. Er lief nebenher, dabei kam er zu Fall und brach den U n t e r s ch e n k e l Er wurde durch das Sanitätsauto in die Chirurgische Zwei Merkmale sind es, die kennzeichnend sind für den typischen S2L-5port nämlich Massenarbeit auf breitester Grundlage und Höch st mögliche technische Einfachheit. So sehen wir in dem Filmstreifen der Wochenschau, der auf dem Gelände der Reichsführerschule der SA. in München aufgenommen wurde, als Gerate Hindernisse, wie sie überall beim Einsatz der SA. überwunden werden müssen: Mauern, Gräben, Zäune, Pallisaden, Schwebebäume usw. Außerhalb des Meinungsstreites der Sportwissenschaftler haben sich in der SA. aus den gegebenen Verhältnissen des Einsatzdienstes und des Mangels finanzieller Mittel Uebungsformen enttvickelt, ine man allgemein nur begrüßen kann, da sie eine ausgezeichnete Körper-, Charakter- und Nervenschulung unserer Jungmannschaften darstellen und durch die Natürlichkeit ihrer Anwendung alle jungen Deutschen zu Kerlen erziehen, wie sie der Führer haben will: Muk wie Windhunde, zäh wie Büfselleder, hart wie Kruppstahl! stung steht. Daß nicht das vorgesehene, aber verhinderte Stadttheaterorchester den musikalischen Part bestritt, war unseres Erachtens kein Mangel, sondern ein Vorzug, denn dadurch kam die Stimme der Künstlerin und namentlich das piano und noch mehr das pianissimo zur besonderen Geltung. Die Begleitung am Flügel hatte die Gießener Pianistin Frau S ch n e i d e r übernommen. Sie spielte sehr dezent und nahm an dem Ruhme von Sängerin und Sänger Anteil. Als der Hauptsaal sich entleert hatte, fand in dem Nebensaal noch eine Nachfeier statt, die mehr familiären Charakter trug. Der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, Pfarrer Weisel, dessen Anregung der Liederabend zu danken war, sprach den beiden Künstlern den Dank der tausend aus, während Bürgermeister Rinn ihnen im Namen der Gesamtgemeinde herzlich dankte. Wer von den vielen Hörern glaubte, daß der Liederabend ein einmaliges und nicht mehr wiederkehrendes Ereignis im Kunstleben unserer Gemeinde war, mußte sich durch die Sängerin selber eines Besseren belehren lassen. „Ich komme wieder, um wieder in der Turnhalle vor den Heuchelheimern zu singen", war die Antwort der Sängerin. Bis diese Zeilen den Leser erreichen, sang die Sängerin vor Tausenden schon wieder in Dortmund und Mannheim. Landkreis Gießen 00 Klein-Linden, 21. Okt. Der Übliche Herb st turngang führte die Mitglieder des Turnvereins Klein-Linden 1889 am gestrigen Sonntag über Lollar nach Staufenberg. Hier wurde die Burgruine eingehend besichtigt. Prachtvolle Fernsicht nach allen Seiten lohnte den Aufstieg. Jrn Burgwirtshaus wurde längere Zeit Raft gemacht. Der Besuch galt im besonderen Liederabend von Erna Gack und Herbert Ernst Groh * Heuchelheim, 21. Okt. Unser Ort hatte am Sonntag einen ganz großen Abend. Die Veranstaltung fiel völlig aus dem Rahmen dessen heraus, was wir jemals hier gehört und gesehen haben. Ein Konzert wurde uns gegeben, das auf der Höhe einer grandiosen gesanglichen Kunst stand. Die Ausführenden waren zwei Kapazitäten ihres Faches, Frau Erna Sack von der Staatsoper in Dresden und Herbert Ern st Groh von der Staatsoper in Berlin. Daß wir diesen Liederabend haben konnten, wo Groß- und Millionenstädte sich reißen um das Auftreten der Sängerin, hat seinen einzigen Grund darin, daß Heuchelheim die Heimat ihres Mannes ist und daß sie hier schon oft geweilt hat, ehe ihr Stern aufgegangen war. Der Riesenraum, unsere Turnhalle mit der guten Akustik, eine der größten und schönsten Hallen im Kreise Gießen und in Oberhessen überhaupt, war ausoerkauft. 1000 Menschen füllten den stimmungsvoll abgetönten Raum. Das Publikum folgte den Darbietungen mit der allergrößten Spannung. Unter ihnen waren zahlreiche Auswärtige und vor allem von Gießen. Immer und immer wieder wurden die beiden Künstler vor die Rampe gerufen und zu Zugaben genötigt. Die große Sangeskunst Erna Sacks ist weit über unser Vaterland begannt. Es ist geradezu fabelhaft, wie lange die Künstlerin in der Lage ist, einen Ton anzuhalten. Es ist ebenso fabelhaft, bis zu welcher Hohe — dem viergestrichenen C — ihre Stimme hinauf- klettert. Ein Wiener Zeichner hat diese fabelhafte Kunst auf folgende Weise anschaulich gemacht. Erna Sack schwebt gleich einer Trapezkünstlerin hoch in der Luft, während die Menge im Banne der Leidem früheren, länger als ein Jahrzehnt eifng tätigen Vorstandsmitglied und Frauenturnwart Karl Klinke l, der nach Lollar verzogen ist, und der auch von Lollar aus die Führung übernommen hatte. — Das Heim des Turnvereins ging durch Verkauf in den Besitz des Seitherigen Inhabers der Wirtschaft „Zum Rangierkopf , Robert 3 o l - [ e r über Laut Vertrag mit dem neuen Inhaber kann die seitherige Turnhalle wie früher zu den Turnübungen des Vereins, benutzt werden. Die Wirtschaft bleibt Vereinslokal des Turnvereins. Der Wirtschaftsbetrieb unter dem neuen Eigentümer wurde inzwischen eröffnet. 00 Klein-Linden, 21. Okt. Das am Sams- tag und Sonntag in der Gastwirtschaft „3ur öcut- schen Eiche" abgehaltene W i n z e r f e st d e r N S. - Gemeinschaf ,Krast durch Freude er- freute sich eines außerordentlich starken Besuches. Herr Kurt Richter-Gießen erfreute Mr mit humoristischen Darbietungen und guten Vorträgen einiger Lieder, die starken Beifall fanden. Als heiterer Ansager trat Herr Herber- Gießen in seiner Dorfpolizistenuniform auf, eine unermüdlich spielende Musikkapelle wartete mit guten Konzertvor- trägen und flotten Tanzweisen auf. = Steinbach, 21. Okt. Die hiesige Orts- gruppe der NSDAP. veranstaltete am Samstag im Saale des „Ritter" eine Öffentliche Kundgebung. Als Redner war der Reichsstvh- truppredner Hvlzkämper (Wiesbaden) erschienen. Nach dem Einmarsch der Politischen Leiter, Formationen und Fahnen unter den Marschklangen der Musikkapelle eröffnete der Ortsgruppenleiter Bürgermeister Rink die Kundgebung und erteilte dem Redner des Abends das Wort zu seiner etwa eineinhalbstündigen Rede gegen die Dunkelmänner. In üblicher Weise schloß der Ortsgruppenleiter die sehr gut besuchte Versammlung. Es schloß sich noch ein geselliges Beisammensein an. (0 Steinbach, 21. Okt. Die hiesigen Jung- mädel sammelten am Sonntag Kinderkleider und Wäsche und stellten sich so in den Dienst des W i n - terhilfswerkes. Das Ergebnis der Sammlung war ebenso wie das der gleichzeitig vorgenommenen Sammlung der HI. befriedigend. — Der Turn- verein Steinbach hatte am Sonntag fern A b - den Grundstock zu bilden. Indem sie den einzelnen auf das Sparen verweist, bewahrt sie ihn vor unerträglicher Zinsenlast und vor Ueberbürbung mit Lasten, deren er nie Herr werden könnte. Die alljährlichen Zuteilungen von Baudarlehen sind bekannt, da auch in Gießen schon zahlreiche Eigenheime dieser Bausparkasse stehen. An Hand von Rechenaufgaben machte der Redner den Vorteil des Bauspargedankens klar. Eine lebhafte Aussprache schloß sich dem Vortrag an. Von dem Pressereferenten der SA.-Standarte 116 wird uns geschrieben: Im laufenden Monat wird an der Reichsführer- chule in München im Rahmen der Fox-Wochen- chau ein Filmstreifen über die SA.-Korper- chulung und den SA.-Sport voraefuhrt. Wegen der Wichtigkeit dieses Filmstreifens für den gesamten SA.-Sport lassen wir nachstehend eine Besprechung über dessen Wert folgen: Im Rahmen der vom Führer der SA. zugewlese- nen und auf dem SA.-Appell anläßlich des letzten Parteitages erneut bestätigten Erziehungsaufgabe nimmt die körperliche Erziehung einen breiten Raum ein, denn sie ist eines der wirksamsten Mittel der C h a r a k t e r s ch u l u n g und der Vorbereitung und Erhaltung der A r b e i t s - u n d Wehrkraft des Volkes. Aus den besonderen Erziehungsaufgaben und Uebungsverhältniffen der SA. sind im Laufe der vergangenen Jahre an der Reichsführerschule der SA. besondere Methoden der SA.-Körperschulung und des Sportes entwickelt worden, die sich wesentlich von dem unterscheiden, was man allgemein unter Körperschulung und Sport versteht. Klinik verbracht. _ ... § Alten-Buseck, 21. Okt. Den Auftakt für das Winterhilfswerk bildete die Sammlung für das Eintopfgericht. Im Ganzen wurde in der Ortsgruppe Alten-Buseck 72,10 RM. gespendet. Dieser Betrag übersteigt die im Vorjahre im gleichen Monat gesammelte Spende. Die Klei d e r- sammlung am Sonntag, die durch Jungmädel des BDM. durchgeführt wurde, hatte vollen Erfolg. Es wurden eine Anzahl wertvolle Klei- dungsftücke, sowie noch gut erhaltene Kinderwäsche für das WHW. gespendet. Durch die NS. Frauenschaft wurde eine H o n i g f a m m l u n g durchge- führt, bei der etwa 150 Pfund Honig der Kreis- führung des WHW. zur Verfügung gestellt werden konnten. Großen - Buseck, 21. Okt. Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde war in diesem Jahre sehr rege. Ein Wohnhaus in der Wilhelmstraße, je eine Scheune in der Alten-Busecker Straße, Adolf-Hitter-Straße und Beuerner Weg wurden im Laufe des Sommers erbaut. In diesen Tagen wurde mit den Erdarbeiten für den Rohbau eines Hauses in der Wilhelmstraße und eine Scheune in der Grünberger Straße begonnen. Ferner wurden verschiedentlich Erweiterungsbauten an Wohnhäusern und Erneuerungsarbeiten an landwirtschaftlichen Gebäuden vorgenommen. Auch die Weißbinder hatten gute Beschäftigung. , * Reiskirchen, 22. Okt. Der etwa 19 Jahre alte Lackierer Philipp Damm von hier erlitt gestern abend einen Unfall. Er wurde von einem Kraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Mit inneren Verletzungen und einer G e - Hirnerschütterung mußte er durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Sein Zustand ist nicht unbedenklich. + Treis a. d. L d a., 21. Okt. Der Turn- verein „Gut Heil" feierte am Samstagabend fein 30jähriges Bestehen mit einem Bei- sammensein der Mitglieder in Mills Saal, wobei der Gründer ehrend gedacht wurde, sowohl der lebenden wie der bereits gestorbenen und der im Weltkrieg gefallenen. Auch die wechselnde Geschichte des Vereins, der allezeit seiner vaterländischen Ge- finnung Ehre gemacht hat, wurde den heutigen jungen Mitgliedern vor Augen geführt. Am Sonn- tagnachmittag fand das Ab turnen statt, dem eine Preisverteilung folgte. Abends fand sich die Jugend zum Tanz zusammen. 4- Grünberg, 22. Okt. Am Sonntag begingen die Fünfzigjährigen (Geburtsjahr 1885) eine Wiedersehensfeier. An der Feier beteiligten sich 24 Alterskameraden, 8 Männer und 16 Frauen. Gestorben sind schon zwei Männer und zwei Frauen, nicht erschienen waren ein Mann und zwei Frauen, davon eine, die in Amerika weilt. Der Weltkrieg, an dem die Männer alle teilnahmen, hat in ihre Reihen keine Lücken gerisien. Am Morgen sand gemeinsamer Kirchgang statt, später beaab man sich zum Friedhof, wo an den Gräbern Der vier Der- sthrbenen Alterskameraden, sowie der ftüheren Lehrer und Geistlichen Kränze niedergelegt wurden. Nach gemeinsamem Kaffee in der Wirtschaft des Alterskameraden Karl Siegfried fand am Abend noch eine gesellige Zusammenkunft im „Taunus" statt Ansprachen hielten hierbei Oberveterinär- i rat Dr. Karl Stein (Friedberg), Gravelius (Offenbach) und Frau Heutzenröder, sowie i Lehrer Roth, der zu seinen einstigen Schülern . sprach. Der Austausch von Jugenderinnerungen, Musikvorträge, Lieder u. a. gaben der Feier einen i guten Verlauf. Eine photographische Ausnahme soll t die Erinnerung an die schöne Veranstaltung bei den i Alterskameraden festhalten. Vom Ortsring Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat wird uns geschrieben: Der Nationalsozialismus sieht sich seit der Machtübernahme vor eine wichtige erziehliche Aufgabe gestellt: die Gestaltung des deutschen Menschen. Unser Volk, das fremd in seiner Heimat, fremd im eignen Haus geworden war, es mußte sich zurückfinden zu sich selbst, zu seiner Geschichte und zu seiner arteigenen Kultur, es mußte seine eigene Volksseele wieder entdecken. An der Lösung dieser staatspolitisch wichtiaen Ausgaben arbeitet seit nunmehr zwei Jahren Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat unter der Führung seines Landschaftsleiters Ministerialrat Ringshausen. Dem wieder erstandenen deutschen Volk die köstlichen Schätze seiner Heimat und Vergangenheit zu zeigen, seine Fluren und Wälder, seine Dörfer und Städte, die herrlichen Bauten der Heimat, das Glauben und Wirken und Streben seiner Vorfahren, sein Tanzen und sein Singen: das ist der Sinn unserer Volkstums- und Heimatarbeit, und damit wollen wir an unserem Teil mithelfen, daß unser Volk in seinem Handeln das Leben der Vergangenheit lebendig erhält. Diesem Zweck dient unsere Monatsschrift „Volk und Scholl e", die in ihrem Namen ausdrückt, daß sie unser Volk am lebenspendenden Boden unserer Heimat verankern will. Diesem Zweck dienen auch die Veranstaltungen des Ortsrings Gießen, die im vergangenen Winter durchweg rege besucht waren und ein »lebhaftes Echo in der Bevölkerung fanden. Für den kommenden Winter hat der hiesige Ortsring einen Arbeitsplan aufgestellt, dessen Leitge- danke der Boden der Heimat ist. Am Dienstag, 29. Okt., eröffnet der Landschaftsleiter persönlich die Winterarbeit unseres Ortsrinas in einer Veranstaltung im Katholischen Vereinshaus. Dabei wird unser oberhessischer Heimatdichter Georg Heß aus eigner Dichtung vortragen, der Bauer- sche Gesangverein unter Leitung von Professor Temesvary und eine Singgruppe der Goethe- schule unter Leitung von Lehrer Dietrich werden Volks- und vaterländische Lieder singen, eine Klasse der Pestalozzischule unter Leitung von Lehrer Roth wird Sprechchöre und Turnerinnen des Turnvereins 1846 werden Volkstänze darbieten. Musikmeister Rhode, der Leiter des Trompeterkorps des Artillerie-Regiments Fulda, hat der Stadt Gießen einen Fanfaren - Marsch gewidmet, dessen Partitur er am Freitagabend bei dem Militär-Festkonzert in der Volkshalle an Oberbürgermeister Ritter als Vertreter der Stabt überreichen wird. Zu dem Festkonzert lädt die NSG. „Kraft durch Freude" im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes ein. Gefährlicher Mißbrauch der Münzfernsprecher. Die Pressestelle der Reichspostdirektion Frankfurt am Main teilt mit: Noch immer gibt es Volksgenossen, die unter Außerachtlassung des nationalsozialistischen Leitsatzes „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" die Deutsche Reichspost und damit den Staat dadurch schädigen, daß sie bei der Benutzung der für die Allgemeinheit bestimmten Münzfernsprecher versuchen, ihre Groschen aus der Kriegs- und Vorkriegszeit an den Mann zu bringen. Abgesehen davon, daß derartige Volksgenossen sich mit solcher Tat selbst außerhalb der Volksgemeinschaft stellen, ist das Unterfangen auch gefährlich. Seit einiger Zeit läßt nämlich die Deutsche Reichspost die Münzfernsprecher zur Ermittlung solcher Betrüger mit einem besonderen Gerat überwachen. Zahlreiche Volksschädlinge sind auf diese Weise schon betroffen und den Strafgerichten übergeben worden. Nachdem letzthin durch die Aende- rung der Strafgesetze der Automatenbetrug unter Strafe gestellt ist, verhängen die Gerichte für solche Vergehen empfindliche Freiheitsstrafen. Hiernach mag sich jeder, der es bisher noch nicht fertiggebracht hat, auch in Kleinigkeiten ehrlich zu fein, ausmalen, welche Folgen sich für ihn ergeben, und er mag erwägen, ob hier „Einsatz" und „Gewinn" in einem richtigen Verhältnis stehen. In allen besseren Lebens-! /nittelgeschäften zu haben/ Einfach mit kochendem Wasser übergießen und man hat sofort kräftige Fleischbrühe von reinem natürlichen Geschmack. 1 Eßlöffel voll für I Liter kochendes Wasser, 1 Ott ä Htn . Die ^Det ‘Unter ^nts. beut. 916. f er. !uchts. I .mit ?ra9en s, hei- Kiner ) spie, erfoor. )rts. Same, fii^e hsstoh. erschie. Leiter, langen mleiter erteilte r etwa rönnet. Üer die ch noch )ung. 'er und Win. nmlung nmentn turn, in Ab. k zum nerschar leumjug uturnen Turn- te. 3m statt. Ludwig weren ing ihm tarn er el Er rmgische stakt für ung für jurbe in efpenbet im gleite i b e r« ingmäbet den Er. le Klei> lermäfdje Frauen« bur^e« Rreis» tnaUA Ä autä« em 3ahn -Imstrafe Strafe würben en Tagen bau ein» icheune in r wurden Dohnhäu« wirtschaft' Weißbin- 19 Lahre erlitt ge* jon einem .schleudert. :iner ®e * die Frei' uz Gießen ien. Sein Ü r Turn« tstagabero inem ®ei; aal, wobei owohl der nb der'M . Geschichte Aschen Ze- t heutigen Am Sonn' statt, dem id stch d'e m begingen ’1885) eme - beteiligte" 16 Fraue"- -ei Frau-"' 'S? hat in 'hre b in°n ^. >r vier /er ; ftüheren -ot wurden- te ur l°wi< 1 Kchuler" en ^:aen, rS usn°p en tung be' ' 11 ftreis Schotte«. □ L-aubach, 21. Okt. Die erste Eintopf, sammlung hatte in unserer Ortsgruppe einen guten Erfolg zu verzeichnen. Es wurden insgesamt 195 RM. aufgebracht, während bei der gleichen Sammlung im Vorjahre 165 RM. erzielt wurden. —Laubach, 21. Okt. Das deutfcke Winzerfest wurde hier In schöner Weise begangen. Die hiesige Ortsgruppe der NS.°Gemeinschaft ,L r a f t d u r ch F r e u d e" hatte für gestern abend zu Theater und Tanz in den beiden Sälen des „Schützenhofs" und der „Traube" eingeladen, der als voller Erfolg bezeichnet werden darf. Von der Laubacher Laienspielschar wurde „Das Dorfgericht" von Alexander Drenker aufgeführt, em lustiges Stück aus dem Leben des Bauern. Die Darsteller entledigten sich ihrer Aufgaben mit viel Geschick und ernteten den reichen Beifall der zahlreich erschienenen Zuschauer. Bis zu vorgerückter Stunde vergnügte sich die Äugend alsdann bei Tanz und Gesang in froher Stimmung. Die flott und schneidig gespielte Musik, der Kapellen Schreiner (Gießen) und Ackermann (Nidda) trug bei zu dem Gelingen der Veranstaltung. 0 Laubach, 21. Okt. Eine Werbeveranstaltung des Reichsluftschutzbundes in Form eines Puppenspiels fand im Hotel zum „Solmser Hof" dahier statt. Durch alle Liebenswürdigkeit und allen Humor hindurch klang mit großem Ernst die Mahnung „Luftschutz tut not!" Die Schulkinder Laubachs und eines Teils der Um- gegend lauschten mit großem Änteresse dem Spiel. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, ausgebracht von dem Leiter der Ortsgruppe Laubach des Reichsluftschutzbundes, Pg. Wolter, schloß der Nachmittag. Leider muhte die für den Abend geplante Veranstaltung ausfallen, da sich nicht genügend Besucher eingefunden hatten. Der Grund hierzu lag vielleicht in dem nicht genügenden Be- kanntsein der Veranstaltung, da diese sonst sicherlich größerem Änteresse begegnet wäre. Kreis Alsfeld. I Alsfeld, 21. Oktober. Eine wesentliche Der- schönerung des Stadtbildes wurde in diesen Tagen erreicht durch die äußere Wiederherstellung des sog. Neurath-Hauses in der Rittergasse. Das im Jahre 1688 erbaute prächtige Fachwerkhaus ist das Stammhaus der Vorfahren der Familie des Reichsaußenmini st ers Freiherrn von Neurath. Das in privatem Besitz befindliche Haus war in den letzten Jahren in feiner äußeren Fassade stark verfallen. Auf Anregung der Stadtverwaltung wurde unter Mitwirkung des hessischen Denkmalpslegers das Gebäude einer gründlichen Erneuerung im Fachwerk unterzogen, wobei auch Kunstmaler Kienzle (Eber- stadt) mitwirkte. Das Haus bildet jetzt eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zu der Renovierung hatte Reichsaußenminister Freiherr von Neurath einen Betrag zur Verfügung gestellt. < Alsfeld, 21. Ott. Ein interessanter Fund wurde bei der Errichtung der Fundamentmauer eines Neubaues an der Ecke des Burg- mauerwegs, dem ältesten Stadtteile, an dem die frühere Wasserburg der Stadt stand, gemacht. In der Tiefe von etwa 2 Meter fanden Arbeiter einen großen Tiegel aus Messingbronze, der auf drei eisernen Füßen stand. Das Fundstück, dessen Zweckbestimmung noch nicht einwandfrei festgestellt werden konnte, wurde dem Museum des hiesigen Geschichts- und Altertumsvereins überwiesen. co Deckenbach, 22. Okt. Am morgigen Mitt- woch, 23. Oktober, können der Gastwirt Heinrich Müller I. und Ehefrau Elisabeths, geb. Weber, das Fest der Silbernen Hochzeit begehen. Preusen. Ein ganzes Warenlager zusammenaesioblen LPD. Wetzlar, 21. Okt. Ein Wetzlarer Geschäftsmann mußte in letzter Zeit wiederholt die Feststellung machen, daß Waren aus seinem Lager verschwanden. Nach längeren Ermittlungen gelang es jetzt, die Diebstähle aufzu- klären. Bei der Durchsuchung der Wohnungen von zwei jungen Angestellten konnte man Waren im Werte von rund 3300 Mark sicherstellen. krels Dehlar. <£ Rodheim a. Bieber, 21. Okt. Gestern ver- anstaltete die Gaufilmstelle Hessen-Nassau der NSDAP, hier im Benderschen Saale einen Film- abend, der sich einer außergewöhnlich guten Besucherzahl erfreute. Gezeigt wurden zunächst einige Kulturbildstreifen, die Natur und Volksleben im Thüringerland mit seinen geschichtlichen Denkwürdig- teilen und der Glasindustrie, dann das Alpenvolk bei Werktagsarbeit und Sonntagstanz brachte. Im zweiten Teil wurden Bilder vom Dauerntag 1934 auf dem Bückeberg gezeigt, mit Ausschnitten aus den Reden des Reichsbauernführers und des Führers Adolf Hitler. Den dritten Teil des Abends füllte die Wiedergabe des Filmwerkes „Der schwarze Jäger Johanna" nach dem gleichnamigen Roman von Georg v. d. Wring. Ortsgruppenleiter Karl Keller führte in kurzen Worten die Zuhörer zu- rück in die Zeit von Deutschlands tiefster Schmach und zog eine Parallele zu der Zeit tiefster Zerrissenheit unseres Volkes, die kurz hinter uns liegt, und der der Führer ein für allemal ein Ende bereitete, indem er den Parteienstaat zerschlug und den Einheitsstaat unter nationalsozialistischer Führung aufrichtete. Der Film nahm die Zuhörer vom ersten bis zum letzten Augenblick gefangen und hinterließ einen tiefen Eindruck. Ein Heilgruß an den Führer bildete den Ausklang des Abends, der als durchaus gelungen bezeichnet werden muß. Der Abendveranstaltung voraus ging am Sonntagnachmittag ejne Vorführung für die Jugend, zu der Jungvolk und Jungmädel in großer Zahl angetreten und sehr begeistert von der Vorführung waren. Als nächste Veranstaltung findet am 3. November am selben Orte ein humoristischer Abend von der NS.-Gernein- schaft „Kraft durch Freude" statt. Dramatischer Iußball-Kampf in Watzenborn-Steinberg. Der Tabellenführer Naunheim wird von den Teutonen klar geschlagen. Dor einer sehr großen Zuschauermenge traten sich in Watzenborn-Steinberg der Tabellenführer Naunheim und der derzeitige Tabellenletzte zum fünften Verbandsspiel gegenüber. Wohl der überwiegend größte Teil dieser Zuschauer wollten Naunheim als sicheren Sieger sehen, zumal bid* Teutonen bis bah in noch zu keinem Punkt gelangen konnten. Im Lager ber Einheimischen setzte man eine letzte Hoffnung auf bie für biefes Spiel etwas umgruppierte Mannschaft, bie sich benn auch vollauf bewährte. Naunheim hatte Platzwahl unb wählte ben starken Wind als Bundesgenossen. Schon der Anstoß der einheimischen Elf war für die Gäste gefährlich, doch konnte im letzten Moment noch geklärt werben. Der zweite Angriff der Einheimischen rollte des Gegners Tor zu unb wurde von Lang mit dem ersten Erfolg abgeschlossen. Zweite Spielminute! Bereits in der vierten Minute zog Naunheim gleich. Der Kampf wurde spannender und die Teutonen erkämpften sich durch ihren ungeheuren Einsatz eine leichte Feldüberlegenheit. Beiderseits gab es einige Eckbälle, die nichts einbrachten, bis bann ber Linksaußen Fett der Platzmannschaft in der 32. Minute eine günstige Situation blitzschnell erfaßte unb das Leber an dem sich ihm entgegenstürzenden Torhüter der Naunheimer zum zweiten vielbejubelten Tor ein» sandte. Halbzeit! Nach Wiederanstoß zeigte sich das gleiche Bild. Die Teutonen waren durch ihren ungeheuren Siegeswillen stets leicht überlegen. Doch wurde vorerst außer einigen Eckbällen nichts zählbares erreicht, bis bann in der 74 Minute eine Kombination durch Fett zum dritten Tor verwandelt wurde. Als der gleiche Spieler, der heute vorschriftsmäßig freigespielt und stets richtig eingesetzt wurde, in der 85. Minute gar einen vierten Treffer erzielte, wollte der Beifall der Anhänger der Platzmannschaft nicht enden. Bei der Elf der Teutonen war die Umgruppierung von wesentlichem Vorteil. Es war kein schwa- Ärde Biebenfopf. § Gladenbach, 21. Okt. In ber jüngsten Sitzung bes Gemeinberats wurde die Bürgersteuer, die im vergangenen Jahre 500 v. H. betrug, auch für 1936 bei diesem Prozentsatz belassen. Man beschloß ferner, die andere Hälfte der Bornsbachregulierung, die von ber Gemeinde finanziert wird, auszuführen, um dadurch auch wieder vielen Arbeitern auf Wochen Beschäftigung zu geben. — Dieser Tage wurde die durch das Umlegungsver- fahren notwendig gewordene Neuverpachtung der Ländereien der Domänenverwaltung, Forftverwaltung und Pfarrei vorgenommen. Bei der großen Nachfrage nach Ackerland wurden gute Preise erzielt. So wurden für Ackerland je Ar 0,75 bis 1 Mark, für Gartenland je Ar 1,20, 1,50 unb 2 Mark, für Wiesen mit Grasnutzung je Ar 2,50 bis 4,50 Mark Jahrespacht geboten. m. Gladenbach, 21. Okt. Die Firma Gustav Zimmermann, Gladenbach, lieferte aus ihrem Steinbruch bei Wommelshausen die Diabas st eins für den Bau bes Hinden - burgturms im Tannenberg-National- benfmal. Es wurden Blöcke im Gewicht von 400 bis 500 Zentner mit ber Bahn nach bort verschickt. Dillkreis. LPD. Herborn, 21. Okt. Zwei junge Mädchen aus Mudersbach wurden zu später Abendstunde auf der Landstraße nach Nieder- w e i d b a ch von jungen Burschen aus Niederweib- dach ange fallen. Während es dem einen Mädchen gelang, zu entfliehen, wurde das andere in ben Straßengraben geworfen unb vergewaltigt. Die Täter konnten ermittelt • unb verhaftet werben. eher Punkt in ber Mannschaft. Jeder kämpfte mit letztem Einsatz bis zum Schlußpfiff. So konnten (Erfolge nicht versagt bleiben. Naunheim hatte ebenfalls eine sehr gute Mannschaft zur Stelle. Dor einer sicheren Hintermannschaft ftanb eine minder gute Läuferreihe. Die Mannschaft kämpfte ebenfalls bis zum Aeußersten unb überbies ruhig unb fair, aber sie mußte sich einem besseren Gegner — wenn auch zur Zeit bem Tabellenletzten — beugen. Beiden Mannschaften gebührt ihrer fairen Spielweife wegen, ein Lob. Schiedsrichter H. R ü f p e I e r, Gießen, leitete überaus sicher. Ctpieloereinigung 1900 Gießen. 1900 II — Leihgestern I 3:1. Der erste Sieg ber Ligareserve. Enders war ber Schütze ber drei Tore. 1900 III — Steinbach I 0:2. Mit nur acht Mann läßt sich gegen einen so starken Gegner wie Steinbach kein Spiel gewinnen. 1900 Schüler — fUein-Cinben Schüler 2:0. Die Kleinsten ber Blauweißen kehrten mit dem erwarteten Sieg aus Klein-Linden zurück. Fuhballabteilung des Tv.4846 Gießen. Die Turner verloren am Sonntag (mit 10 Mann antretend) gegen Launsbach mit 5:2 Toren. Zwar führten sie bereits nach 5 Minuten mit 1:0, mußten sich aber anschließend den Ausgleich gefallen lassen. In der 15. Minute fiel durch einen Fehler bes Launsbacher Tormanns bas 2. Tor für die Turner, die Gäste schossen aber anschließend mit einem Elfmeterball wiederum den Ausgleich, ja, sie erhöhten bis zur Pause sogar auf 4:2. In ber Mitte ber zweiten Hälfte fiel noch ein 5. Tor für bie Gäste. Alle Anstrengungen bes Tv. 1846 nützten nichts mehr. Durch bas Fehlen bes 11. Mannes unb burch zu eigennützige Arbeit einzelner Spieler konnten bie Turner nichts mehr erreichen. Die Gäste haben oerbient gewonnen. Der Schiebsrichter Keller leitete sehr gut. Fußball der Gauligamannschasteu. Gau Norbhessen: 1. FC. Hanau 93 — SD. Bab-Nauheim 4:0; Borussia Fulba — Kur- Hessen Marburg 6:2; Kurhessen Kassel — Hessen Hersselb 1:1; VfB. Friebberg — Kassel 03 1:1. Gau Sübwest: Wormatia Worms — FSV. Frankfurt 4:0; Borussia Neunkirchen — FD. Saar» brücken 4:0; FK. 03 Pirmasens — Phönix Lud» wigshafen 1:0; Kickers Offenbach — Opel Rüsselsheim 1:1. Gau Bayern: Spvgg. Fürth — FC. München 3:0; FC. Bayreuth — ASD. Nürnberg 2:0; FC. 05 Schweinfurt — 1. FC. Nürnberg 1:2; BC. Augsburg — 1860 München 5:2. Watzenborn-Steinberg gelang die Senfatton des Sonntages, sie schlugen den Tabellenersten verdient mit 4:1 Toren. — Die Bissenberger errangen einen zahlenmäßig sehr hohen Sieg gegen die enttäuschenden Frohnhäuser. — 05 Wetzlar mußte alles aufbieten. um gegen Sinn knapp zu gewinnen. — Dillenburg siegte erwartungsgemäß zu Hause über Niedergirmes. Ueberraschenb ist nur bie Höhe bes Resultates, ba man nicht angenommen hatte, baß bie als Kampfmannschaft bekannten NieberHrmeser so einbeutig verlieren würben. Norohessens Handballer geschlagen. Gau Niedersachsen siegt 12:6 (5:3). In Hannover kam am Sonntag vor etwa 2000 Zuschauern ein Handballkampf ber Gaumannschaften von Niebersachsen unb Norbhessen zum Austrag, den beibe Gaue als Vorprobe für bie am nächsten Sonntag ftattfinbenbe Pokalvorrunde benutzten. Die fast durchweg aus Hannoveraner Spielern bestehende Elf von Niedersachsen war von Anfang an stark überlegen, nur im Sturm wollte es nicht klappen und auch bas Zusammenspiel ließ zu wünschen übrig. Die Hesien spielten recht eifrig und waren auch sehr schnell, jedoch spielte ber Angriff viel zu eng, so baß bie Abwehr ber Norbbeutschen immer roieber dazwischenfahren konnte. Dagegen wußte die nordhessische Hintermannschaft nicht viel mit den Angriffen ber Gastgeber anzufangen. Der Gesamteindruck der aus Kasseler Spielern gebildeten Gauelf war nicht ganz befriedigend. Handball der 6>p.-Dg. 4900. Jugend — Tv. Lang-Göns Jugend 2:7 (0:4). Die seit Jahren eingespielte Gastmannschaft fand in ben eifrigen Platzbesitzern einen zähen Gegner. Mit bem Winbe spielte jebe Mannschaft eine Halbzeit überlegen, wobei bie Turner bie erste Hälfte mit vier Toren gut ausnutzten. Gute Kombinationen mürben mit entschlossenen Torwürfen beendet. Demgegenüber wirkte bas Spiel ber Hiesigen noch sehr zerfahren. Der Aufbau aus ber Läuferreihe fehlte ganz, unb bie Stürmer warfen selten. Bei mehr Spielerfahrung kann bie Mannschaft aber einen guten Gegner abgeben. Olympia-Lichtbildwerbeabend in Gießen. Wie uns mitgeteilt wird, findet der Olympia-Licht* bilberroerbeabenb am 2. November im Saale des Caf6 Leib statt. Das nächste Jahr 1936 wird im Zeichen ber Olympischen Spiele stehen, aus 40 Nationen kommt beste Jugend voll Festesfreude und Erwartung zu uns, Deutschland ist Gastgeber der Welt! Das ist eine einzigartige Gelegenheit, ber Welt ben Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft zu zeigen, die in harter Notzeit geboren wurde und zeugen wird von deutschem Arbeits- und Friedenswillen. Deutscher Geist und deutsches Wesen werden sich der Welt offenbaren. Deutschland hat sich eine hohe, herrliche Aufgabe gestellt, Deutschland will den Olympischen Gedanken in feiner reinsten Form zur Gestaltung bringen. Tagung des Deutschen Radfahrer- Verbandes. Vorbereitung für Olympia 1936. Der Deutsche Radfahrer-Derband hiett am Samstag in Berlin eine Tagung ab, auf der bie Aus- Treiben Sie Sport? —Dann: ..auf Kaffee Hag umstellenI ZUiWMMl. Roman von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 24 Fortsetzung Nachdruck oerboren! Unglaublich war das, was ihm Bettina mitge- teilt. Nicht auszudenken, wie jetzt alles für Gerhard Dienborf stände, wenn Bettina nicht so geistesgegenwärtig gewesen, und die Tat vereitelt hätte. Er schüttelte sich und dachte: Einen Mord hatte Bettina vereitelt. Nichts weniger als einen Mord. Er reichte Bettina über bas kleine Tischchen hinweg, bas zwischen ihnen ftanb, bie Hanb. „Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn Sie sich nicht so besonnen eingemischt hätten. Herrgott, meine arme Kusine! — Die hängt ja mit allen Fasern an ihrem Jungen." Er unterbrach sich. „Das ist natürlich nichts Be- fonberes, Mütter lieben ihre Kinber — aber —." «Er schluckte. „Was kann man weiter barüber sagen, «als bah Sie ein Prachtmäbel sind" Konrab Wilberling fiel plötzlich bie alte Sage Äer Hochwalds ein unb bas Gedicht, bas er bar» über gemacht und vertont. Er sann, die alte Sage hatte sich wirklich schon zum Teil erfüllt, denn daß Bettina den Grafen liebte, stand wohl außer Frage unb nun hatte sie „einen Herzmann vor Tob bewahrt". Damit sollte ber Fluch ber unschulbig zu schimpflichem Henkerstob Verurteilten ja auslöschen. Unb löschte er aus, wäre Bettina nach langer Zeit bie 8>rfte junge Hochwalbtochter, bie über zwanzig Jahre alt werben bürste. Er hatte niemals an bie Erfüllung bes Fluches geglaubt, hatte nur ein seltsames Spiel bes Zufalls darin gesehen, baß bie Töchter ber Hochwalbs alle schon vor bem zwanzigsten Geburtstag ins Lanb der Ewigkeit hinüber gemußt, aber jetzt bachte er mit einem Male etwas anbers. Die Sage schien ihm doch ber Beachtung wert unb er grübelte, wie feit- am es war, baß sie sich teilweise so eigen erfüllt hatte. Im Frühling hatte Bettina Geburtstag — Konrab Wilberling lenkte feine Gebauten ab, sagte, als beantworte er eine Frage: „Natürlich müssen Sie noch hier in Berlin bleiben, um zu machen, baß alles im Dienborfschen Hause gut geht. Äch werbe morgen abreisen, es warten ja Schüler Daheim auf mich. Vin jetzt zwar rasch ein leidlich k erwägender Mann geworden — aber ich möchte mein altes Leben trotzdem nicht besonders ändern. Und bann habe ich rasende Sehnsucht nach daheim. Ich muh den Rhein wieder sehen. Daheim ist doch daheim." Bettina nickte: „Ich wäre auch gern heimgefahren, aber ich habe solche Angst wegen Gretel unb Dr. Dienborf unb —" Sie brach ab unb lächelte erzwungen. Konrab Wilberling wußte, sie hatte es auf ber Zunge gehabt, zu sagen: Ich habe solche Angst wegen Gretel unb Dr Dienborf unb Hans Syben! Ja, ja, baran gab es nichts herumzurätseln. ^Bettina Hochwalb liebte ben Grafen Syben, ber Ger- Harb Dienborf dicht vor der Hochzeit die Vraut weggenommen hatte Am nächsten Morgen reifte der alte Musiker ab, nachdem er sich nur telephonisch von seiner Kusine Diendorf verabschiedet hatte. Er entschuldigte sich, weil er es nicht persönlich getan, aber mit Rücksicht auf die kranke Komtesse unterließe er den Besuch lieber. Aber Bettina machte Besuch, heute und morgen und übermorgen, fragte jeden Tag nach bem Ve- finben ber Freunbin unb freute sich, als es bann hieß, es ginge besser unb sie bürste Gretel begrüßen. Bettina erschrak vor ber Blässe Gretels, aber bas Fieber hatte sie sehr mitgenommen. Die Freunbinnen befanben sich allein unb Gretel lobte: „Dr. Dienborf ist herzensgut. Jetzt weiß ich erst richtig, wie abscheulich sich Frau von Voßharbt gcg'en Großchen benommen hat. Doppelt anftänbig unb menschenfreundlich hat dagegen Dr. Dienborf gehanbelt. Seine Mutter natürlich auch. Unb er hat sich solche Mühe mit mir gegeben! Großchen sagt, eine ganze Nacht hätte er mit ber Schwester bei mir gewacht, es war eine böse Fiebernacht. Unb benf nur, feine Mutter hat mir erzählt, in bem hübschen Zimmer, bas ich bewohne, hat ihre Pflegetochter gewohnt, bie wäre mit ihrem Sohn verlobt gewesen unb mußte bicht vor ber Hochzeit sterben. Sie ist durch einen Autounfall getötet worden." Sie seufzte. „Er tut mir schrecklich leid, sie soll wunderschön gewesen sein." Ach, wenn du wüßtest! dachte Bettina und strich zärtlich über das goldene Haargespinst der Freundin. Drei Tage danach durfte Gretel zum erstenmal wieder aufstehen und an Dr. Diendorfs Arm erschien sie am Mittagstisch. Wie ein Elfenprinzeßchen so zart und unirdisch sah sie aus nach der Krank- beit, aber sie war sehr vergnügt unb aß mit gutem Appetit. Sie strahlte Dr. Dienborf an. „Das Dasein erscheint mir jetzt hunbertmal schöner als früher. Wie spukhaft bumpf war mir zumute, als ich krank war. Mir ift’s, als wenn von jetzt an bas Leben erst richtig anfängt. Ich freue mich ganz unbänbig, roieber gesund zu sein." Die Gräfin war zufrieben, bie Enkelin so vergnügt zu sehen. Sie fragte: „Wann werben wir reifen können, Herr Doktor?" Er gab zurück: ,Hn ungefähr acht Tagen, aber bis bahin soll sich bie Rekonvaleszentin gut pflegen. Don morgen an auch kurze Spaziergänge machen." Gretel nickte eifrig. „Großchen unb Bettina werben mich begleiten, bann bin ich in guter Hut." Sie lächelte ben Arzt an. „Wenn es Frühling wirb, besuchen Sie uns boch, bitte, einmal. Wir wohnen so wunderhübsch im Waldschlößchen." Die Gräfin, bie von Frau Dienborf wußte, daß sie kein Gelb für ben Aufenthalt ber Enkelin unb ben ihren annehmen würbe, bat lebhaft: „Es wäre sehr lieb von Ihnen, Herr Doktor, wenn Ihre Frau Mutter unb Sie uns im Frühling besuchen würben. Wir würden uns sehr freuen." Frau Diendorf gefiel der Vorschlag und sie nickte dem Sohn zu. „Die Einladung könnten wir annehmen, Gerhard, nicht wahr? Sie lockt mich ungemein." Und sie nahmen beide an. Vettina aber kam Tag für Tag unb war glücklich, baß alles fo zu gehen schien, wie sie es wünschte, benn noch hatte Dr. Dienborf keine Ahnung, wen er beherbergte. Es paßte so gut, baß Hans Syben jetzt für seinen Chef in Hollanb zu tun hatte, wie ihr bie Gräfin erzählt. Sie hatte hinzugefügt: ,Lch erwähnte Gretels Krankheit gar nicht in meinem letzten Brief an Hans, um ihm Angst zu ersparen unb bie Reise hierher, -benn wenn er von Gretels Krankheit gewußt hätte, wäre er sofort gekommen. Ich werbe ihm erst beim nächsten Wieberfehen alles erzählen. Ich habe ihm nicht einmal unsere ver- änberte Berliner Abresse angegeben, bie Post schickt hierher, was für uns unter ber Anschrift ber Pension Voßharbt eingeht." Bettina bankte bem Himmel, baß wenigstens zunächst alles glatt gegangen unb hoffentlich weiter glatt gehen würbe, bis Gretel bas Haus hier verlassen. lieber alles weitere brauchte sie jetzt noch nicht nachzubenken. 25. Kapitel. Ty r a s! Es war am Tage vor ber Abreise ber Syben- schen Damen. Die Gräfin unb Frau Dienborf, bie sich sehr angefreunbet, waren zusammen mit Bettina ausgegangen, weil bie Gräfin noch allerlei einkaufen wollte zum Mitnehmen. Die Sprechstunbe war schon lange zu Enbe und Gretel saß in dem hübschen behaglichen Wohnzimmer und wartete auf Gerhard Dienborf. Er schien ausgegangen zu sein. Schabe, baß er sich gerabe heute am letzten Tage so rar machte — aber er war vielleicht zu einem Kranken gerufen worben. Schabe, gerabe heute! flüsterte sie unb ber Gebaute, ihn vorläufig lange Zeit nicht mehr zu sehen, tat ihr leib. Sie war so gern in seiner Gesellschaft und empfand immer ein starkes Freudegefühl, wenn er zur Tür hereintrat. Sie grübelte: Wie mochte die andere ausgesehen haben, bie Pflegeschwester, bie er geliebt? Sie hätte es gern gewußt, aber sie wagte es nicht, Frau Dienborf nach einem Bild zu fragen. Eben öffnete sich leise die Tür, und als sie aufschaute, stand Dr. Dienborf auf ber Zimmerschwelle unb neben ihm ein beutscher Schäferhunb, ber nur barauf zu warten schien, baß sie ihn rief. Tyras?! sagte sie halblaut wie fragenb. Er war ja ihrem toten Tyras fo verblüffend ähnlich, der schone starke Hund, der sie ansah und langsam auf sie zugeschritten kam. Sie war aufgestanden unb ber Hunb machte vor ihr halt, hob bie rechte Pfote wie zur Begrüßung. Das hatte Tyras auch gekonnt und bie zierliche Gretel Syben kniete nieder und drückte ihren Kopf gegen den des Hundes, schluchzte leise. „Tyras, liebster Kamerad, du lebst ja!" Ein paar Tränen fielen in das glänzende, gepflegte Fell des Tieres, als sie sich aufrichtete und verlegen sagte: „Lachen Sie mich, bitte, nur aus, Herr Doktor, aber ber frembe Hunb sieht Tyras sehr ähnlich. — Wem gehört er? Hat ihn ein Patient mitgebracht?" Er sah ihre tränenschimmemden Augen unb dachte: „Kleines, weichherziges Mädel!, antwortete lächelnd: „Der Hund heißt Tyras und gehört- der Komtesse Gretel von Syben." Sie fuhr sich ganz einfach mit dem Handrücken über bie noch tränenben Augen unb bann ben Kopf bes Hunbes streichelnb, stieß sie leise hervor: „Ich verstehe Sie nicht, Herr Doktor." Er lächelte noch immer. „Wisien Sie, Komtesie, es gibt Länber, ba ist es Sitte, baß man feinen Gästen, bevor sie fortgehen, ein Gastgeschenk macht. Tyras ist bas Gastgeschenk, bas ich Ihnen mitgeben mochte. Allerbings wollte ich ihn heute nur mit Ihnen bekannt machen. Uebermorgen wird er Ihnen gut und sicher nachgereist kommen. Der Hundezwinger, aus dem er stammt, besorgt bas alles fachgemäß." (Fortsetzung folgt 1) qestaltung des Sportjahres 1936 festgelegt wurde. Die Nationalmannschaften der Bahn und der Straße werden vor allen Dingen auf die olyrnpi- schen Wettbewerbe vorbereitet. Für die Strahen- fahrer wurde als Reichstrainer der bekannte Rad- fportmann Martin Schmidt gewonnen. Das Programm der Berufsstraßenfahrer enthält wieder 12 Rennen, die aber schon bis zum 21. Juni erledigt sein werden. Von den in diesem Jahre ausgetragenen Straßenrennen fehlen der Große Saarland-Preis und „Rund um Oberschlesien" im nächsten Jahre, dagegen wird das Rennen „Rund um die Hainleite" wieder mit Berufsfahrern gestartet. Derbandsführer Franz Eggert wurde mit dem Deutschen Radsportabzeichen in Gold ausgezeichnet. Schreiber-Blersch nicht zu schlagen. Die deutschen Radballweltmeister Schreiber-Blersch waren am Wochenende in der Schweiz beim SC. St. Gallen zu Gast und wurden, wie erwartet, überlegene Sieger des Turniers mit 6 Punkten vor St. Gallen 4 P., Winterthur 2 P. und Denden- heim 0 P. Die Frankfurter schossen in jedem Spiel nicht weniger als 8 Tore und siegten nacheinander über Winterthur mit 8:3, über den RV. Venden- heim mit 8:5 und schließlich über ihre bisher größten Rivalen Osterwalder-Gabler St. Gallen mit 8:6 Toren. Oie Nachfeier zur Herbstgeländefahrt im Vogelsberg. Zum Abschluß der diesjährigen motorsportlichen Veranstaltungen fand, wie wir gestern bereits eingehend berichteten, die von der Motorgruppe Hessen des NSKK. durchgeführte große Vogelsberg- Geländefahrt statt. Viele Teilnehmer Kraftwagen aller Fabrikate, Motorräder mit und ohne Beiwagen, waren am Samstagmittag schon eingetros- fen und auf dem Bockzahl, aufgefahrem Die Teilnehmer waren in den Gasthäusern, Burgerquartieren und zirka 150 Mann in Massenquartieren nntergebracht. Die Verpflegung hatte die Frauenschaft übernommen. ' Am Sonntagnachmittag versammelten sich zur Preisverteilung die Teilnehmer und em großer Teil der Bürgerschaft in der Turnhalle. Die Kapelle der Motorgruppe Hessen, die schon am Samstag bei der Fahrerbesprechung im Singsaal der Turnhalle konzertiert hatte, spielte auch wieder tn der bis auf den letzten Platz gefüllten Turnhalle lustige Weisen. Bürgermeister Menge! entbot den Tei - nehmern und Gästen in launigen Worten den Will- kommgruß und Dank der Stadt. Bald entwickelte sich, da die Preisverkündigung sich etwas verzögerte, bei Vorträgen, Liedern und Musik eine frohe Nachfeier nach Art eines rheinischen Winzerfestes. Die Sportleitung erschien alsdann und gab, nachdem Sportleiter Kißling den Dank für die glückliche Durchführung der Geländefahrt allen Stellen ausgesprochen und ein Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte, die Ergebnisse der Bewertung bekannt. Die beiden besten und schnellsten Fahrer im Kraftwagen und Motorrad Klein (Frankfurt) und Ickes (Wiesbaden) erhielten Ehrenpreise, eine Standuhr, vom Gauleiter gestiftet, und ein Lanb- schaftsbild aus dem Vogelsberg. Abturnen im Turnverein Schotten. Der Turnverein Schotten hielt in seiner Turnhalle sein Abturnen vor einer großen Zuschauermenge ab. Eine flotte Blaskapelle spielte einleitende Stücke. Dann marschierten die in den Stadtfarben (blau-weiß) gekleideten Turnerinnen und Turner ein. An den verschiedenen Geräten wurde eifrig geturnt und schöne turnerische Durchbildung gezeigt. Die kleinsten Zöglinge ernteten den meisten Beifall. Exakte Freiübungen, Ballspiele lösten viel Beifall aus. Ein kleines flott gespieltes Theaterstück, ein Lobstückchen auf die edle Turnerei, wurde ausgezeichnet wiedergegeben. An dem Tanz beteiligten sich besonders die vielen auswärtigen Gaste, Reichswehr, Schupo, SA., SS., die zu der Geländefahrt der Motorgruppe Hessen eingetroffen waren. Kurze Sportnotizen. Deutschlands K u n st t u r n - M a n n s ch a f t für den am 10. November in Helsingfors statt- finbenben Länberkampf würbe nach einem Aus- cheibunqsturnen in München wie folgt zusammen- gestellt Schwarzmann (Furth), Winter förantfurt), Stessens «Bremen,. F r e y sKreuz- nach). Müller (Fottenstem), Becker t (Neustadt), Stangl (München) unb Sanbrock (Immigrath). Um Amerikas Teilnahme an b en Olympischen Spielen in Berlin ging es wieder einmal in einer Sitzung des Neuyorker Der» bandes in der Amerikanischen Athletic-Union. Gegenüber der Meinung des AAU.-Präsidenten M a - Honey, der sich gegen die Beteiligung Amerikas an den Olympischen Spielen richtete, vertraten die Verantwortlichen des Neuyorker Verbandes enschie- ben bie Forberung auf Beteiligung. Der Deutsch- amerikanische Sportverbanb hat sogar eine Sammlung aufgelegt, unb bie Landsleute auf gefordert, zahlreiche Spenden zu geben, damit eine möglichst starke Streitmacht aus USA. nach Berlin fahren kann, da von der Gegenseite keine Unterstützung zu erwarten fei. Um bie Olympischen Spiele 1940 wirb sich wahrscheinlich Finnland bewerben. Es würbe jetzt ein Lanbesausschuß eingesetzt, ber prüfen soll, ob bie technischen und finanziellen Voraussetzungen für die würdige Durchführung dieses großen Ereignisses vorliegen. Sport unb Wintrchilsswerk! Ein Aufruf des IieichssportführerS. Im Einvernehmen mit dem Reichsbeauftraaten des Winterhilfswerkes erläßt der Reichssportführer folgenden Aufruf an die Vereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen zur Unterstützung des Winterhilfswerkes: „Wieder hat unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in einer gewaltigen, die Herzen auf- rüttelnden Kundgebung das Volk zum Winterhilfswerk 1935/36 aufgerufen. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen als Abbild der Volksgemeinschaft sieht eine seiner vornehmsten Aufgaben in der Unterstützung dieses Hilfswerkes mit seinen ganzen Kräften. 1934/35 hat der deutsche Sport durch seine Opfertage und weiteren großen sportlichen Veranstaltungen dem Winterhilfswerk insgesamt eine Summe von 783 584,50 Mark zur Verfügung stellen können. Auch in diesem Winter wieder rüsten sich alle Sportverbände zu neuen großen Anstrengungen. Am 3. November werden beim „Ta g des Handballs" unb am 20. November beim „T a g des Fußballs" alle Spiele in ben Dienst ber nationalsozialistischen Hilfe für bie Aermsten ber Armen gestellt. Am 24. November ist. der „Opfertag ber Hokeyspieler" unb am 1. Dezember werben bie Kegler bei ihren Veranstaltungen für bas Winterhilfswerk eintreten. Alle übrigen Sportarten werben folgen, entschlossen, bas Ergebnis bes Vorjahres noch wesentlicy zu übertreffen. Jedes einzelne Mitglieb bes Reichsbundes für Leibesübungen aber sieht es barüber hinaus als seine Pflicht an, persönlich unb burch Werbung mit allen Mitteln bafür zu sorgen, daß auch in biefem Winter ber Kampf gegen Hunger unb Kälte siegreich bestauben wirb. Bereits in ben Vorjahren hat bie deutsche Turn- und Sportbewegung auch ihre festlichen Veranstaltungen dem Winterhilfswerk gewidmet, in der klaren Erkenntnis, daß Feste unb Feiern in biefer Zei nur bann eine Berechtigung haben, wenn sie sich unter ben Gebauten des Opferns bes ganzen Volkes für bie noUeibenben Volksgenossen unter» orbnen. Das hat auch in diesem Jahre zu geschehen. Des Einsatzes ber ganzen Turn- unb Sportgemeinde für ben Nationalsozialismus ber Tat bin ich gewiß." Handball im Kreis VIII (Lahn-Dill). Durch den Aufmarsch der Gruppe Hessen in Limburg war bas spielerische Programm nicht allzu umfangreich. Eine Anzahl von Spielen mußte verlegt werben. Trotz allebem fanben aber noch einige recht interessante unb vor allem für die Zukunft aufschlußreiche Spiele statt, bie vielleicht jetzt etwas klarer sehen lassen. Vezirksklasse. Tv. Lützellinden — Tuspo. Marburg 12:10 (6:3). Beide Mannschaften lieferten sich ein technisch ausgezeichnetes Spiel. Man sah Leistungen, die man nicht alle Tage sieht und kein Wunder, daß auch ber Beifall ber recht objektiven Zuschauer nicht ausblieb. Nachbem bie Platzbesitzer zu Beginn stark im Vorteil lagen, kamen bie Gäste gegen Schluß mächtig auf unb Lützellinben hatte alle Mühe' bas Ergebnis zu halten. VfB.-Reichsbahn Gießen — Tv. Hochelheim 3:12 (1:6). Die Gäste gewannen wie sie wollten, zumal bie Platzbesitzer roieber einmal mit einer ganz unzulänglichen Mannschaft antraten. 1. Kreisklasse. Tv. Atzbach — Tv. Dorlar 12:3 (4:3). Bis zur Halbzeit konnte Dorlar ben ungestümen Angriffen ber Patzbesitzer noch einigermaßen Wiberstanb entgegensetzen unb bas Spiel offenhalten. Nach ber Pause war es allerbings um bie Gäste geschehen. Sie fielen immer mehr ab unb mußten sich vielleicht etwas zu hoch, bafür aber verdient, geschlagen bekennen. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Garden- heim 9:5 (5:3). Die Gäste traten ersatzgeschwächt an unb so versteht sich auch bie Nieberlage, zumal, wenn man auch noch bebenft, baß Groß-Rechtenbach zur Zeit wieber'sehr gut in Form ist. Tv. Hörnsheim — Tv. Holzheim 8:7 (3:3). Das Ergebnis besagt nichts. Denn mit bem gleichen Ergebnis hätte auch Holzheim gewinnen können. Beide Mannschaften waren sich vollkommen gleich unb lieferten sich von ber ersten bis zur letzten Minute einen fpannenben unb vor allem äußerst erbitterten Kampf. Schabe, daß der kleine Platz technische Feinheiten selten aufkommen sah. Holz- Einzahlungen für das Wmier- hilfswerk 1935/36 sind auf das konlo 2938 bei der Deutschen Bank und Diskonts-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, oder auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. Hl. 16114 zu tätigen. Kreisamtsteituug Gießen der NSv. heim hat erneut gezeigt, daß es augenblicklich keinen Gegner zu fürchten braucht, unb daß noch manche Mannschaft Federn lassen muß. 2. Kreisklasse. Tv. Homberg — Tv. Alsfeld 8:4 (3:2). Mit diesem Ergebnis hatte wohl niemand gerechnet. Homberg, das lange Zeit als „Anfänger" galt, schlug bie spielstarken Gäste knapp aber vollkommen verbient. Das Spiel an sich war hart, ohne allerdings die Grenzen des-Erlaubten zu überschreiten. Tv. Heuchelheim II — To. H o ch e l d e i m II 8:4 (3:2). Heuchelheim konnte die im Vorspiel erlittene Niederlage wettmachen. Die Gäste wurden in einem zwar harten aber schönen Spiel sicher nieder- gerungen. Jugend: Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar 5:11; To. Dutenhofen — Tv. W.-Niedergirmes 11:7 (6:6); Spv. 05 Wetzlar — Tv. Münchholzhausen 4:8 (3:3); Tv. Lützellinden —Tv. Garbenteich 9:4 (3:1); Tv. 1846 Gießen — Mtv. Gießen 4:2 (2:2); Tv. Ruttershausen — Tv. Londorf 12:1 (5:1). Die Jugendmannschaft von Wetzlar wird von Spiel zu Spiel besser. Das hat sie am Sonntag erneut bewiesen. —Das ist nun schon die zweite Niederlage, die sich Niedergirmes geholt hat. Unter diesen Umständen dürfte es in diesem Jahre noch nicht einmal zur Staffelmeisterschaft reichen. — Nach diesem neuen Sieg hält Münchholzhausen zur Zeit klar die Spitze. — 'Garbenteich war den an sich kräftigeren und vor allen. Dingen auch technisch besseren Gästen natürlich nicht gewachsen. Das kleine Lokaltreffen entschieden wider Erwarten die Jungens des Tv. 1846 in einem schönen und ruhigen Spiel für sich. — Auch Ruttershausen bewies am Sonntag erneut seine Stärke, in bem es feinen schärfsten Wibersacher sicher nieberrang. Uundfunkprogramm. Mittwoch, 23. Oktober. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bauernfunk. 9.15: Musik am Mor- gen. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialbienst. 12: Mit- tagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei unb Drei. 15.30: Vier Jahre Weltkrieg in Dichtung unb Lieb. 16: Heitere Musik am Nachmittag. 17: Der Frankfurter Nachmittag in großer Abendbesetzung. 18.30: Geschichte unb Landschaft am Wege: Der Münsterplatz zu Freiburg im Breisgau. 19: Heimat im Westen. Bunte Grenzlandstunde bes Reichssenbers Saarbrücken. 19.50: Der Tagesspiegel bes Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde ber jungen Nation. 20.45: „Lachenber Funk". 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus bem Sendebezirk. 22.15: Olympia-Dienst. Nachrichten unb Berichte. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. FÜR ALLE z m . Für R Küche z Bad § Büro § Laden q _____ m Trctnahcus Bequem! Sauber! Verkäufe Wegen Aufgabe d. Landw. stebt 1 7jähr., 16 Ztr. scknv. Errneländ. Fuchsstitte z.Berkaus, ms?» Karl Häuser X., Watzenb.-Steinb., Zur Wilhelmsh. 1 frischmelkende u.2hochtragende MMe Billig Z CD q 20 m ? BEREIT! 6as-Heiz-Tarif 8 Pf. für alle Räume Fachm. Beratung: 0090A Gas-Gemeinschaft Gießen zu verkaufen. Wieseck eooiD Kirchstratze 24. Ihre Geschäfts- Drucksachen •teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Bese häftekarten Ihres Hauses beurteilt. 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Der patenwem ist schon vor einiger Zeit in unserer Stadt emgetroffen und ist in allen besonders kenntlich gemachten Gaststätten zum Preise von Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Von Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunter- fkhriften, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Dildfol- gen aus dem reichen Leben der zahllosen Klei» tieren Lebewesen. Aus der Freu c am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Hart. 3,90, geb. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Wenn das Atter nahl stellen sich gern Gicht. 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