185. Jahrgang »t.168 Elfter Blatt 185. Jahrgang Montag, 22. Inti ,455 Sonntags unb'gcie'rtag* d A Annahm, von ttnjelgen «EFÄSfiS /31* A4#A44 >1 44<äI <4 Heimatm. Bild Di. Scholl. ■ IW ■ 7 IW ■ ■ Al" ■■ || y A ■ A HT Sninöprtile I mm ®°"“,’:,B'3b9SP«I»: ■ ■ ■ ■ 1/ 14 Iz W ■ Iz ■ W ■ Hl A |y WM W Ix W von 22 mm v11vnie11te■ xjlpiil,iuli rs.'LKLäs jrcftfcws v-v 11VI t’V H- V> 11-1V »HV 4- s»; von einzelnen Nummern 11 ■ MWU infolge höherer Gewalt fcrmäfttgte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen ZWZ grottffurt am Main 11688 vruL und Verlag: vrühl'sche UntverfitStr Such- und Stcinöruderd R. Lange tn Stehen. Schristlettung und GeschSstsftelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsfe Staffel B Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Abessinien braucht Gelb und Waffen. Der neue abessinische Gesandte in London will eine Anleihe aufnehmen und die Waffenausfuhr durchsetzen. London. 22.Juli (DNB. Funkspruch). „Daily Opreß meldet, der neue abessinische Gesandte in London habe in einer Unterredung erklärt: Ich bin nach London gekommen, um ene Anleihe von zwei Millionen P und Sterling für Abessinien aufzunehmen. Dr haben Geld bitter nötig, nicht nur ftr einen Krieg, sondern auch um die ausgedehnten Bodenschätze unseres Landes zu ermitteln. Der Gesandte erklärte, wenn die Ber- hcrdlungen mit britischen Finanzleuten fehlschlagen llrrden, so hoffe er, mit dem amerikanischen Ban- k-r Morgan zusammenzutreffen, der gegen- mrtig in England sei, um über eine Anleihe zu o handeln. Ferner habe er den Auftrag, die britische Regierung zu veranlassen, Abessiniens Sache zu urerstützen, und seinen Einfluß zu gebrauchen, d nit der Völkerbund Sanktionen zur An- Endung bringe, rote z. B. die Schließung des Suez-Kanals. Ferner wolle er sich dafür Petzen, daß die britische Regierung das Ausfuhrverbot für Waffen aufhebe. Huf die Frage, ob Abessinien für einen baldigen D-g vorbereitet fei, habe der Gesandte gesagt, L^ssinien habe bereits große Mengen tzen Munition in den Befestigungen von A!2is Abeba, ferner Maschinengewehre, Lewis- Mchütze und Luftabroehrgeschütze. Die Truppen hfe Kaisers feien mit modernen Gewehren aus- Uustet. aber auch die irreguläre Armee habe zu- M ästige Feuerwaffen. Die Abessinier legten mehr Mrt auf ihre Gewehre als auf andere moderne 35V ff en. Die einzige Gefahr drohe aus der Luft. Sfetr dem Feinde werde es an Zielen fehlen. Den Soraud) von Luftgas betrachteten die Abessinier als niedrigste Form der Barbarei. Ler Korrespondent der „Times" berichtet aus Ws Abeba, in allen patriotischen Reden werde Inner größeres Gewicht auf die Einigkeit der ch istlichen und der mohammedani- chsen Abessinier gelegt. Die Einigkeit der Regionen für die vaterländische Sache sei tat- oMich hergestellt. Zum ersten Male habe man >ei den Kundgebungen am Sonntag Aeuherungen übr gemeinsamen Widerstand der LlHwarzen Rasse -gegen den Angriff |)e" weißen Rasse gehört. Z. B. sei erklärt poiben, „Unsere Hautfarbe i st unsere ßt hne" oder „Wir Schwarzen müssen zusarnrnen- hialKn", uyd auffallenderweise hytte sich dabei b e- | Dib e r s d i e Mohammedaner hervör- gd:m. l.em Reuterberichterstatter erklärte der Kaiser ka- legrisch, daß er jede Art eines Protekto- ra: 5 oder Mandats über Abessinien »blehnen müsse. Italien suche nur einen Norm' d, um Abessinien zu überfallen. Er habe in eir=r letzten Rede lediglich sein Volk über die Ge- vedrigfeit der abessinischen Sache unterrichtet, die । :r verfechte. Abessinien sei entschlossen, seine Frei- .teil gegen ein Volk zu verteidigen, das seine interzonalen Verpflichtungen verletze. Die Völker- : rriQssatzung sehe Sanktionen gegen solche Völker vor, aber nicht gegen Abessinien, das feine ' 8apfüd)tungen erfülle. Abessinien sei entschlossen, ?in* Unversehrtheit und Unabhängigkeit zu vertei- ijfldtn, die von allen Völkerbundsrnit- , A.e b e r n garantiert sei. Es sehe daher dem II, Juli und dem 25. August mit Zuversicht ent- ।n. Die britische Gesandtschaft in 'Ms Abeba hat 1 Million S a n d s ä ck e erhalten. Sn Zeichen, daß man den Krieg im Augenblick ür unvermeidlich hält. England vor ernsten Entscheidungen. Meinte wieder Sondersitzung des britischen Kabinetts. ßio n b o n , 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das . Iitmett wird sich heute in einer Sondersitzung i Oöe erum mit der abessinischen Frage befassen. Es :M!' berichtet, daß die Minister sich über die Not- : nrDigteit einer möglichst baldigen deutlichen • in.'t unmißoer st ändlichen Erklärung ite die britische Haltung klar seien. In politischen .freien soll die Ansicht vorherrschen, dqß eine Lcusttagung des Völkerbundsrates nur dazu füh- r 'Erhaltung des Friedens verfügbar bleibt, zu jirpeuben. Wie ernst die diplomatische Spannung i«!,er italienisch-abessinischen Krise beurteilt wird, jdr auch aus der Nachricht hervor, daß die Be« imien des Foreign Office zum Teil a u f ii|ne Auguftferien verzichtet haben, und jMi Teil Vorkehrungen treffen, um jeder Zeit in i tir^fter Frist auf ihre Posten zurückkehren zu llönnen. „Daily Telegraph" schreibt, die Entschei- die die britische Regierung treffen müsse, sei i Mcrscheinlich d i e ernsteste seit dem Som - ine” 1914. Sie berühre die Interessen des gan- M Empire. Britische Gebiete hätten mit Abessinien itimeinsame Grenzen von 3000 Kilometer : iinge, während die italienisch-abbessinischen Gren- lien weniger als die Hälfte dieser Länge hätten, live müsse die Frage der Ausfuhr von egs material nach Abessinien sofort ent- jjchcoen werden. Verschiedene Länder, darunter jifnifreid), hätten es abgelehnt, die erforderlichen iSiicnzen zu erteilen. Großbritannien habe bisher .) lickhaltung geübt. Wenn die Regierung überzeugt fei, daß Abessinien Waffen zur Selbstverteidigung brauche, so würden bestehende Dertragspflichten die Erteilung von Ausfuhrlizenzen notwendig machen. Kein Kompromiß. Der Fehler von Versailles mutz wieder gut gemacht werden. p a r i s, 22. Juli. (DRV. Funkspr.) Dem römischen Korrespondenten des „Jour" hat ein früherer, namentlich nicht genannter italienischer Kolonialminister, erklärt: „Ls ist Italien im Grunde genommen gleichgültig, auf welchem Wege man zu einer Lösung kommt. Aber diese Lösung muh auf jeden Fall Italien in zweierlei Hinsicht Sicherheit verschaffen: erstens, die Sicherheit nicht nur seiner Grenzen, sondern auch eine uneingeschränkte Kontrolle der militärischen Streitkräfte Abessiniens durch Italien, zweitens, die Expansion, d. h. die Möglichkeit, Abessinien zu kolonisieren und zivilisieren, wie Frankreich dies in Marokko und England in Mesopotamien getan hat. Italien würde eine friedliche Regelung annehmen, aber ein Krieg erschreckt es nicht und es will auch keine Kompromißlösung. Italien ist durch den Friedensvertrag von Versailles enttäuscht worden, heute sucht es diesen Fehler wieder gut zu machen." Ehemalige türkische Offiziere als Freiwillige für Abessinien. Jerusalem, 21. Juli. (DNB.) Nach Blättermeldungen haben sich viele ehemalige Offiziere des türkischen Heeres aus Palästina nachTrans- j o r d a n i e n freiwillig dem abessinischen Heer zur Verfügung gestellt. Die Offiziere sind sogar bereit, die Reisekosten nach Abessinien selbst zu tragen. Warum hat das Kabinett Baldwin den Resormplan Lloyd Georges abgelehnt? London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Gründe für die Verwerfung des Planes wirtschaftlicher und sinanzieller Reformen, den Lloyd George der Regierung unterbreitet hatte, wurden am Montag bekanntgegeben. Die Regierung erklärt in ihrer Begründung u. a., die Vorschläge hätten einen zu allgemeinen Charakter und würden in mancher Beziehung die bereits gemachten Fortschritte schäbigen. Die vorgeschlagene W o h l s a h r t s anleihe von 250 Millionen Pfund Sterling würde die englischen Finanzen in Unordnung bringen und eine inflationistische Wirkung haben. Die Berechnungen über die Möglichkeit einer Verminderung der Arbeitslosigkeit beruhten größten Teils auf Mutmaßungen. Es sei ein Irrtum, zu glauben, daß viele bisher noch nicht entdeckten Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung beständen. Der 23orfchlag, 500000 Arbeiter auf dem Lande anzusiedeln, könne nur verwirklicht werden, um den Parlamentswahlen in Polen. Die Sicherung llm das autoritäre Regime. Die Opposition arbeitet mit der Parole: Wahlenthaltung. Zu den Staaten, die nach dem Weltkriege neu entstanden und mit einer Muster-Demokratie ä la Franchise beglückt wurden, gehört auch Polen. Aber das parlamentarische System führte hier wie in anderen Ländern zu einer völligen Verantwortungslosigkeit und Ko r r u p t i o n in der staatlichen Verwaltung. Marschall P i l s u d s k i hat Kübel von Spott und Hohn über die Parteienwirtschast ausgegossen, solange er noch abseits stand. Als er bann im Jahre 1926 mit einem revolutionären Akt sich und seine Legionäre in die Regierung einsetzte, hielt er es für seine höchste und schwierigste Aufgabe, diese, parlamentarischen Sümpfe auszutrocknen und an ihrer Stelle das feste Gebäude eines autoritären Regiments aufzurichten. Pilsudski hat dieses Vorhaben bewußt nicht mit einer Gewaltaktion durchgeführt, obwohl er die Macht dazu gehabt hätte. Er war mit dem Staatsneubau noch an dem Tage beschäftigt, an dem er die Augen für immer fchloß. Es ist oft gefragt worden, warum der Marschall nicht schneller und energischer mit den Widerständen des Parteiismus aufgeräumt habe. Don offizieller Seite ist eine Antwort darauf nie gegeben worden, aber wenn man die innere Situation des polnischen Volkes und den Charakter Pilfudfkis studiert, bann versteht man, daß alle äußere Gleichschaltung solange vergeblich fein mußte, als nicht das polnische Volk f e l b ft und seine Vertreter im Parlament z u einer Staatsidee erzogen waren. Wie ein guter Familienvater seine Kinder zum Guten ermahnt, so hat der Marschall immer wieder versucht, die Opposition durch Vernunftgründe, durch gütliches Zureden, und wo es not tat, durch drakonische Strenge von der Notwendigkeit einer autoritären Regierung zu überzeugen. Er wollte nicht mit der Peitsche regieren. Wie weit diese Politik Erfolg gehabt hat, konnte man solange nicht ermessen, als Pilsudski am Leben war. Denn wenn auch Pilsudski in allen Volksschichten als Führer der Nation anerkannt wurde, so war es doch keineswegs sicher, ob sich die Liebe und Verehrung, die seiner großen Persönlichkeit überall bezeugt wurde, auch mit der Anerkennung seiner staatspolitischen Idee gleichsetzen ließ. Erst jetzt, da seine Nachfolger das von ihm vorbereitete Reformprogramm verwirklichen müssen, kann es sich zeigen, ob die politische Ernenernngskrast des Marschalls im Volke so ti'fe Wurzeln geschlagen Hal, daß die des Erbes pilfudfkis. 1926 begonnene Entwicklung zu ihrem Ab- s ch l u ß^ebracht werden kann. Die Warschauer Regierung hat den Sejm, das polnische Parlament, a u f g e l ö st und Neuwahlen gemäß den neuen Derfassungsgesetzen ausgeschrieben. Eine Wiederkehr der Parteien ist damit so gut wie ausgeschlossen. Denn die Wahlkandidaten werden nicht mehr durch die Parteien, sondern durch Berussverbände aufge- st e 111, wobei der Wähler nur die Möglichkeit hat unter vier Kandidaten zwei auszuwählen. Die Senatswahlen vollends sind ein Vorrecht für diejenigen geworden, die sich um den Aufbau des neuen Polen besonders verdient gemacht haben. Es besteht somit kaum eine Möglichkeit, auf legalem Wege das gegenwärtige System zu stürzen. Die Opposition, deren hauptsächliche Stützen die Nationaldemokraten, die Bäuerliche Volkspartei und die Sozialdemokraten sind, ist sich der für sie gefahrvollen Lage durchaus bewußt. Sie hält für das einzige Mittel, das ihren völligen Untergang verhindern könnte, einen möglichst umfangreichen Wahlboykvtt. Da die große bäuerliche Bevölkerung, die in Not ist und zudem von Politik nicht viel versteht, nicht mehr den leuchtenden Namen Pilfudfkis vor sich steht, glaubt die Opposition, einen beachtlichen Teil des Volkes zur Wahlenthaltung überreden zu können. Dagegen zeigen die Gewerkschaften eine sehr unsichere Haltung. Es hängt von den Bauern und Arbeitern ab, ob sich die jetzige Regierung als Testamentsvollstreckerin des großen Marschalls bestätigen lassen kann. Oer zweitgrößte GewerkschastSverband beschließt Wahlbeteiligung. Warschau, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die dem Regierungslager angehörende Gewerkschaft „Verband der Berufsverbände", deren Stellungnahme zu den Wahlen mit allgemeiner Spannung erwartet wurde, da der Führer dieser Gewerkschaft, M o r a c z e w s k i, ein alter Mitkämpfer Pilsudskis, sich energisch gegen dieBete i l i g u n g der Gewerkschaften an den Wahlen ausgesprochen hatte, hat mit einer geringen Mehrheit die Teilnahme an den Parlamentswahlen beschlossen. Der Beschluß dieses nächst der sozialistischen Gewerkschaft zweitgrößten polnischen Gewerkschaftsoerbandes, der 155 000 eingeschriebene Mitglieder zählt, ist von wesentlicher Bedeutung für die Wahlbeteiligung der Arbeiterschaft. Preis einer weitgehenden künstlichen Erhöhung der Lebensmittelpreise, einer Schädigung der Handelsbeziehungen mit den anderen Teilen des britischen Reiches, einer Verschlechterung des Ausfuhrhandels und einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit in der Industrie. Die Vorschläge über Häuserbau würden die augenblickliche lebhafte Bautätigkeit in England nur beeinträchtigen. Die Vorschläge für die Neuordnung der I n d u st r i e enthielten nichts Neues oder praktisch Durchführbares. Der P e n s i o n s p l a n , der be- ftimrtit fei, alte Arbeiter aus dem industriellen Leben zu entfernen, würde eine, jährliche Steuererhöhung. von 100 Millionen Pfund Sterling erfordern. Lloyd George, dem die Antwort der Regierung schon seit mehreren Tagen Vorgelegen hat, soll beabsichtigen, am Montag eine Antwort darauf zu geben. Krontsoldatenium. Don Or. Paul Harms Der Krieg ist ein großer Erzieher zur Sachlichkeit. Mit einem Gegner, der herüberschießt, muß ich mich sachlich auseinandersetzen, indem ich hinüber- schieße. Mit vorgefaßten Meinungen, mehr oder minder schönen Redensarten und verwandten Künsten ist da nichts zu machen. Weil sie aus der Schule dieses Erziehers zur Sachlichkeit kommen — verstehen deshalb Frontsoldaten einander so viel besser als sie sich mit den „Federfuchsern" verstehen, die, während sie im Feuer lagen, daheim die Staatsgeschäfte — und andere Geschäfte — besorgten? Frontsoldaten, die aus langem Kriege heimkehren, kommen in eine Welt, die ihnen fremd geworden ist, die sie nicht verstehen und in der sie sich unbehaglich fühlen. Das war nicht nur nach dem Weltkriege so, und wenn wir nach den Bismarckschen Einigungskriegen nicht viel davon bemerk! haben, so nur deshalb, weil diese Kriege, von Meisterhand vorbereitet und von Meisterhand geführt, ungewöhnlich kurz waren. Um so stärker hat sich der Gegensatz zwischen Front- soldatentum und überalterten Zuständen der Heimat geltend gemacht nach den Freiheitskriegen, die die napoleonische Aera abschlosfen. Nur daß die Nutznießer des alten, des Metternich- schen Systems, nicht von Frontsoldaten sprachen, sondern von — Demagogen. Und der Demagogie beschuldigten diese verstaubten Perücken nicht nur die heimkehrende Jugend, die ungestüm ein einiges Deutschland als Preis unsäglicher Mühen forderte, sondern auch die Blücher, Stein und Gneisenau,. die ja gleichfalls in vorderster Front des Kampfes gegen Napoleon gestanden hatten. Die Demagogen-Verfolgung — das war der Kampf des fterbensreifen Metternichfchen Systems gegen das Frontgeschlecht und feine Forderungen — sie erstreckte sich bann auch auf ben Nachwuchs, ber unter bem Einfluß bes Frontfolbaten- tums groß geworben war. Wohl bas bekannteste Opfer ber Derfolgungswut ist aus bieser Schicht ber gottgesegnete Dichter nieberbeutschen Humors, Fritz Reuter, geworben, ber zum Tobe verurteilt würbe, „weil er auf einer beutschen Universität am hellichten Tage die deutschen Farben getragen hatte". Und das Ergebnis? Das Sturmjahr 18 4 8 mit seinen Irrungen und Wirrungen, seinen vergeblichen Anstrengungen und der nachfolgenden Reaktion, die der Metternich-Zeit eine Nachblüte zu bringen schien! Ein halbes Jahrhundert hatte seit der Beendigung der Freiheitskriege verfließen müssen, ehe es wieder Licht wurde in Deutschland und Bismarcks überlegene Führung die Wege wies, auf denen wenigstens ein Teil dessen verwirklicht werden konnte, wofür die deutsche Jugend auf den Schlachtfeldern von 1813 geblutet hatte. Und für uns Deutsche war das Völkerringen von damals doch siegreich beendet worden, während wir uns nach dem seelischen Niederbruch von 1918 dem Größenwahn von Kriegsgewinnern ausgeliefert sahen, die nicht an der Front gestanden, die nicht ihre Erziehung zur Sachlichkeit genossen hatten, und die den Krieg glaubten abschließen zu können mit dem unsachlichsten Friedenswerk, das die Weltgeschichte kennt. Am 28. ?hmi jährte sich zum 17. Male der Tag, an dem Vertreter deutscher Parteien, die vom Geiste des Frontsoldatentums keinen Hauch verspürt hatten, die deutsche Unterschrift setzten unter den Zwangsfrieden, der uns Deutsche erniedrigte zu Menschen minderer Ordnung, zu Tributsklaven des Siegerkapitalismus. Die aus Kleinmut das falsche Ja zu diesem Frieden der Selbstentmannung gesprochen hatten, dachten unsachlich genug, um zu glauben, sie könnten im Staate der deutschen Ohnmacht ihre Herrschaft für immer aufrichten und befestigen. Gegen diese unsachliche Denkweise, die eine neue staatliche Ordnung aufbauen wollte auf dem Willen, das Unerfüllbare zu erfüllen, lehnte sich von Anfang an das seiner selbst bewußte Frontsoldatentum auf. Es stand in Opposition zur Weimarer Republik, nicht weil das eine Republik war, sondern weil sie belastet war mit der Preisgabe von Freiheit und Selbstbestimmung eines Volkes, das im ehrenwerten Widerstand von vier Kriegsjahren Uebermenschliches geleistet und erduldet hatte. Keiner von den deutschen Frontsoldaten hat die Opposition gegen den unmöglichen Staat von Weimar und feine Politik so sachlich und so folgerichtig geführt wie Adolf Hitler. Ihm ist daher mit Recht d i e Führung des neuen Deutschland anvertraut worden, dessen Aufgabe es war, das Weimarer System und seine auf einem falschen Ja aufgebaute Politik zu überwinden. Und diese Tatsache, daß der Mann, der den Typus des deutschen Frontsoldaten in seiner vollendetsten Form vertritt, zur Staatsführung in Deutschland berufen war, scheint befreiend und erlösend über hie deutschen Grenzen hinaus wirken zu sollen. Es ist die Erlösung von der Unsachlichkeit und Unnatur des Versailler Systems, die sich hier nach weltgeschichtlichen Gesetzen vollzieht. Angelpunkt bes ganzen Systems war die Kriegsscbuldlüge, die Behauptung, Deutschland allein sei Schuld am Ausbruch des Weltkrieges mit all feinen Greueln, es habe ihn gewollt und bewußt herbeigeführt. Diese größte Lüge der Geschichte hatte kein Frontsoldat ausgetiftelt, sie war eine Ausgeburt des Denkens von haßerfüllten Hinterfrontpolitikern, Gesellen, die man seit den Friedensschlüssen von 1814 und 15 unter den Begriff ber „Feberfuchser" zusammenzufassen sich genr-hn» bat. „Von ber Kriegsschulb einzelner 3?. n ist ein blanker Unsinn unb beweist nur b*» garznck"'- Mangel an Erfahrung, an biflorif.i-em T—-k» 1 jr Generalleutnant Daluege vor der Presse. nur brecher auch dem Gauner un ger )T'.Tto?C Lebens ist unser Ziel! -e Gegen den politischen Katholizismus verschafft. Der Sache des Friedens kann damit gedient sein. Htm R tichrrhe Mau oor n nb di weniger Wahrer u laber fui mkkehr 3 5ch h. Ä)on im »erbe ti 5000 Bauern Dorgöres eine Sympathie- Kundgebung bereitet und ihn im Triumph durch die Strafen des Ortes getragen. Die Gerichtskosten und die Geldstrafen wollen ie durch eine freiwillige Umlage ausbringen. Wie es heißt, bereitet die Regierung eine neu • Reihe von Notverordnungen zur Ankurbelung der Wirtschaft vor. So soll die völlige Neuordnung des Fremdenverkehrswesens geplant fein. Ferner spricht man von der Schaffung eines Alkohol- Monopols, durch das die ^gierung ncnmnll'ch den Weinbauer vor dem Ruin retten wolle. Auflösung staatsfeindlicher Arti tenverbände. Berlin, 20. Juli. (DNB.) Die Geheime Staatspolizei teilt mit: Im Einvernehmen mit der Reichskulturkammer und mit Staatskommissar Hinkel sind die nachstehend aufgeführten drei Ar- tistenverbände wegen der in ihnen tätigen staatsfeindlichen Elemente von der Geheimen Staatspolizei aufgelöst worden: Die Internationale Artistenloge Berlin, der Internationale Zirkusdirektoren - Verband Der- Nochforschen die Feststellung machen, daß ein beträchtlicher Teil, wenn nicht der größte, dieser betrügerischen Manipulationen immer noch durch Juden getätigt wird. In 22 sogenannten „Stoß - irmen", mit denen sich das Betrugsdezernat des Berliner Polizeipräsidiums eingehend beschäftigte, ind 20 Juden — teils durch ihr eigenes Bekenntnis, teils aus ihren Geburtspapieren — als betei- igt festgestellt. Weiter gelang es der Staatsanwaltschaft in Köln erst kürzlich in zwei Fällen, einem ganz groß angelegten Versicherungsbetrug aus die Spur zu kommen, an dem eine ganze Clique ausschließlich jüdischer Gauner beteiligt war. In dem einen Fall handelte es sich um eine 23 er« brechergemeinschaft von 70 galizi- s chenBetrügern mit ihrem ganzen'Anhang von Söhnen und Töchtern, Schwägern und Vettern, die mit einem in Brüssel wohnenden ebenfalls jüdischen Drahtzieher zusammenarbeitete. Die Art dieser Zusammenarbeit ist für dieses ganze Betrüger- rubrum typisch. Der Jude aus Brüssel erschien jedesmal in Aachen, dem Hauptsitz der Clique, wenn gerade ein .Fall" abgewickelt wurde, nahm die erschwindelte Versicherungssumme in Empfang und verschwand damit über die Grenze. In einzelnen Fällen gelang es den Galiziern, sich Summen in Höhe bis zu etwa 10 000 Mark von den Versiche- rungsgesellchaften zu erschwindeln. Urkundenfälschungen und Meineide sorgten dafür, daß dieser Riesenschwindel eine Weile unentdeckt blieb. Je mehr man sich mit dem Fragenkomplex der sogenannten Berufsbetrüger beschäftigt, desto öfter die Feststellunq, daß das kriminelle Element beim Ju- den besonders stark vertreten ist. Natürlich sucht er sich mit Vorliebe Betätigungsarten, bei denen er sich- ohne viel zu riskieren, im Hintergründe halten und dabei verdienen kann. wickelt, d. |. 24 o. H., im Jahre 1931 9 v. H., 1932 12 o. H., 1933 14 v. H., 1934 17 v. H. und 1935 11 v. H. Wenn man den jüdischen Anteil an der deutschen Gesamtbevölkerung mit 0,76 v. H., wie er nach den neuesten Erhebungen des Statistischen Reichsamtes feststeht, diesen Zahlen gegenüberstellt, o sind die Schädigungen der deutschen Bolksge- unbheit durch die Juden in dieser Beziehung ungeheuer. Aehnlich verhält es sich mit den tn Rauschgiftfälle verwickelten A e r z t e n. Im Jahre 1931 waren hier die jüdischen Aerzte mit 16 v. H beteiligt, im Jahre 1932 waren es 27 o. $)., im Jahre 1933 29 o. H., im Jahre 1934 24 v. H. und bisher 1935 29 o. H. An dem jüdischen Anteil an der deutschen Gesamtbevölkerung gemessen zeigen gerade diese Zahlen, wie berechtigt der deutsche Standpunkt in der Judenfrage ist, die eine Frage der Selbstverteidigung wird. Wenn man beobachtet, daß der jüdische Arzt seine Befuanisse dazu gebraucht, um sich durch verbotenen Rauschgifthandel zu bereichern und sich an der deutschen Volksgesundheit zu vergehen, so bedarf es eigentlich keiner weiteren Beweise für die Richtigkeit unseres lin und der Berufsverband deutscher A r t i st i k Berlin. Gleichzeitig ist das Organ dieser drei Verbände, die Zeitschrift „Das Pro» gramm" verboten worden. Er • 3 u n ' V Qr u Svem w ! Der hiigkeit dtzenera hbr-Io nenbu Wdet küobah Meter s totiflen wenn t mege; Ken um Kunöech pacht' $ imnb 5 Aas neralob mittag, jier Kai tiesiW. vreifts iwm / -Dch (ul w W* üjiitUtn »iie E ls,erll Wrichtti Her von Mer da tr Sch' ftififenl W Die Säuberung der Reichshauptstadt Polizeipräsident Graf Helldorf über seine Aufgabe. tauen, q 1i. Mü beim M I«nbs n W- ui 3m Rauschgiftschmuggel. Die jüdische Hauptdomäne in krimineller Beziehung ist und bleibt der Rauschgiftschmug- ge l. Wir haben festgestellt, daß im Jahre 1931 von 272 internationalen Rauschgifthändlern 69, also 25 v. H., Juden waren, im Jahre 1932 war das Verhältnis 294: 73, ebenfalls 25 v. H., im Jahre 1933 stieg die Zahl der in internationale Rauschgiftfälle verwickelten Juden auf 30 v. H., um in den Jahren 1934 und 1935 wieder etwas abzu- sinken. 1934 waren von den gefamten internationalen Raufchgifthändlern 24 v. H. Juden, im Jahre 1935 13 v. H. Besonders interessieren in diesem Zusammenhang d i e Zahlen der inländischen R a u s ch g i f t v e r g e h e n , und dabei ist '»u beobachten, daß im Verhältnis zu der )eutf.ben Gesamtbevölkerungszahl der Jude e i n verblüffend hohes Kontingent von o a n u e n yuiiucu. cexi. hin das Feld! Im Jahre 1932 wurden ,n 163 gal- len das Auftreten von internationalen Taschen- dieben beobachtet; davon waren 134, also BZ o. sy. Juden. Im Jahre 1933 waren es 65 v. H., 'M Jahre 1934 42 v. H. und bis zum 1.31111 1935 65 v. H. Infolge der durchgreifenden nationalsoziali tischen Maßnahmen wurde diesen internationalen jüdischen Taschendieben, die ihr schmutziges Handwerk sozusagen von Berufs wegen ausuben, m Deutschland der Boden zu heiß. Wie die deutschen Polizeibehörden feststellen konnten, »st der größte Teil wie Ungezieferschwärme in die Nachbarländer abgewandert, nach Polen, der Tschechoslowakei, Frankreich, Belgien und Holland, und diese bedauernswerten Staaten haben sich nun mit dieser Landplage abzumühen. Die Ausgabe bee Keimmalpolizei Wrb*fl 'IT fl 6 N i erfo uütffcmf D.Deuhl 91 t* i et) s l 1:36 a Berlin, 21. Juli. (DNB.) Der neue Polizeipräsident der Reichshauptstadt, Graf H e l l - dorf, erklärte einem Mitarbeiter des „Völkischen Beobachters" über die Iudenbekärnpfung in Berlin. „Es ist klar zu erkennen, daß gewisse jüdische Kreise wieder Morgenluft wittern, daß sie in der Oeffentlichkeit durch herausforderndes Auftreten und anmaßendes Benehmen auffallen und in vieler Beziehung das ihnen in unserem Lande ^mährte Gastrecht mißbrauchen. — Aber meine Berufung zum Polizeipräsidenten der Reichshauptstadt stellt mir neben der Bekämpfung gewisser jüdisch-intellektueller Kreise auch die Aufgabe, g e y e n kommuni st ische und reaktionäre Kreise einzuschreiten und auch dem Treiben eines politischen Katholizismus in man- cherlei Beziehung gegem'berzutreten. Die Grundlage meiner Arbeit auf allen Gebieten ist in der Hauptsache darauf gerichtet, zwischen dem Polizeipräsidium, der Gauleitung und der Verwaltung der Stadt Berlin eine einwandfreie und klare Zusammenarbeit herbeizuführen. Es ist nicht möglich, in der Reichshauptstadt, die der Nationalsozialismus erobert hat, in der der Führer der Nation arbeitet, wo sämtliche Ministerien ihren Sitz haben, anders zu arbeiten als in engster Fühlung mit den zuständigen Partei- d i e n st st e l l e n, also besonders mit der Berliner Gauleitung". Zur Frage der öffentlichen Sicherheit führte Graf Helldorf u. a. aus, es sei ja allgemein bekannt, daß das Verbrechertum in Berlin seit der Machtübernahme durch einschneidende und scharfe Maßnahmen sehr stark zurückgegan- gen ist, und große Teile der berufsmäßigen Verbrecherwelt Unter Schloß und Riegel gebracht werden konnten. Wenn auch die Reichshauptstadt und ihre Vororte Ruhe hätten vor allem Unterweltgesindel, und wann die Einwohnerschaft auch mit Fug und Recht das energische Durchgreifen der Polizei in den vergangenen zweieinhalb Jahren dankbar und freudig anerkenne, so mache sich, wenn auch nicht in allzu größerem Maße, in der Verbrecherwelt immerhin wieder ein gewisses A n s ch w e l l e n dunkler Tätigkeit bemerkbar. Graf Helldorf hat auch hier die Absicht, oh n e jede Rücksicht durchzugreifen. Er wird mit größter Strenge und schärfsten Mitteln gegen die letzten Reste von Unterroelttum und Ringoereinen vorgehen, um sie schließlich vollkommen auszurotten. Standpunktes. Beim Falfchspiel. Ein Haupttätigkeitsgebiet der jüdischen Kriminalität ist das Falfchspiel und das verbotene Glücksspiel überhaupt, wobei die Grenze zwischen falschem und ehrlichem Spiel bekanntlich nie feststeht. Ich brauche nur den Namen eines Polizeigewaltigen von einst zu nennen, Herrn Isidor Weiß, um daran zu erinnern, welcher Förderung sich das verbotene Glücksspiel durch die jüdische Rasse erfreut. Begreiflicherweise liegen hierüber bei der Zentralstelle zur Bekämpfung des Glücksspiels nur Zahlen seit 1933 vor. Aber auch sie besagen genug! 1933 waren in 94 Falsch- und Glücksspiel- affären 57 Juden, also 60,6 v. H. fest genommen worden. Infolge des Durchgreifens der nationalsozialistischen Regierung sanken die Zahlen etwas ab, sie sind aber immer noch in ihrer Beweiskraft deutlich genug. Im Jahre 1934 waren 42,6 v. H. der in Glücks- und Falschfpielaffären Festgenommenen Juden, im Jahre 1935 59 v. H. Als Taschendieb. Noch aufschlußreicher sind die Zahlen der T a - ch e n d i e b st a h l s z e n t r a l e. Dor Inkrafttreten der harten nationalsozialistischen Maßnahmen gegen das Gewohnheitsverbrechertum lag der Tafchenbieb- tahl, wenn man so sagen darf, fast ausschließlich in jüdischen Händen. Jrn Jahre 1932 wurden in 411 Diebstahlsfällen 193 Juden, d. s. 47 v. H., festgenommen. Dabei sind viele Fälle noch nicht erfaßt und konnten auch nicht erfaßt werden, weil man damals in der Handhabung der Gesetze gegenüber Juden auf höhere Weisung hin recht lax oorgehen mußte. In den folgenden Jahren gingen diese Ziffern etwas zurück, was durch das allgemeine Sinken der Kriminalität nach Der nationalsozialistischen Revolution zu erklären ist. Immerhin sind im Jahre 1935 bis zum 1. Juli in 76 Taschen- diebstahlsfällen 24 Juden, also noch 36 v. H., festgestellt werden. Besonders auffallend ist die jüdische Geschichisklitierunq. Lebrun in den Spuren Poincarss. Paris, 21. Juli (DNB.) Der Präsident der Republik begab sich am Sonntag nach Soissons, um das Dort errichtete Denkmal für die zwischen dem 15. Juli und 4. August dort gefallenen Soldaten einzuweihen. Das Denkmal trägt Die Inschrift: „Zur Erinnerung an Die Ent- scheibungsschlacht, Die Die Befreiung, Den Sieg unD Den FrieDen anfünDigte." Das Mittelstück zeigt acht SolDatengestalten Der Dort angeseht gewesenen Truppenteile. Das Denkmal wirD von einer Frankreich verkörpernDen Frauengestalt überragt. Bei Dem Mittagessen, Das Die StaDt zu Ehren Des Staatsoberhauptes veranstaltete, hielt Präfi - D e n t Lebrun eine ReDe, in Der er Den völligen SBieDeraufbau Der Stadt begrüßte, Die DerDienste Soissons als „Märtyrer-StaDt" rühmte, auf Die alte Vergangenheit Der StaDt als gallische Hauptstadt einging und ihre Geschichte umriß. Dabei erklärte er u. a., daß d i e Kathedrale von Soissons ebenso rote Die von Reims Den Schlägen von Gegnern entgangen sei, „Die für Den Kult Der Schönheit unD Der Erinnerung kein Gefühl hätten". An einer anDeren Stelle seines geschichtlichen Rückblicks bemerkte PräsiDent Lebrun, Daß schon König Lothar im Jahre 978 in Dieser GegenD Den „Deutschen EinDringling" zurück gewiesen habe. Bei Der Erwähnung Des Wieoeraufbauwerkes teilte PräsiDent Lebrun mit, Daß man Die SöieDeraufbauausgaben auf an» nähernD 100 MilliarDen Franken beziffern könne. Diese überroältigenDe Last habe Frankreich zu mehr als Zweibrittel auf seine Schultern nehmen müssen, Da Die Mächte, Die zu Anfang als Die Schulbner Dieser Reparationen genannt waren, teilweise versagten. Frankreich hab<> nffn r;rht nur Das Unglück gehabt, Das größte Schlacht- selb zu sein, Das Die Welt jemals gefannt yaoe, es habe auch noch zum größten Teil Die Reparationen tragen müssen, geraDe als ob nicht alle ßänber einstimmig verkünDet hätten, Daß Diese Last Den Völkern zufallen müsse, Die Die „Urheber Des Angriffs" gewesen feien, unD gerade als ob die Annahme dieses Grundsatzes durch Diese Völker nicht eine der wesentlichen Bedingungen der Einstellung der Feinseligkeiten gewesen sei. Das sei eine Ungerechtigkeit, die die Geschichte verzeichnen werde und die ihre ganze Ausdrucksfähigkeit angesichts der finanziellen Schwierigkeiten annehme, Denen Frankreich heute begegnen müsse unD Die zum großen Teile Die Folge Davon seien. Es sei Wen r i. Soni J..L Sam Mr9et Want), 'feiner Allier W9l ymntt Wan iänN M !<■ '! d- Ä t«niul W1 J ■ s (tr b M Ach aber zwecklos, Gegenbeschulbigungen zu erheben; ebenso wie Frankreich in Der Vergangenheit gesiegt habe, habe es seine Ruinen roieber aufbauen können unD ebenso roerbe es ihm auch gelingen, bie erschütterte wirtschaftliche Lage wieberhcrzustellen. Französischer Bauernführer wegen Aufforderung zum Gteuerstreil perurfetlf. Paris, 22. Juli (DNB. Funkspruch). Der Bauernführer Dorgöres und einige seiner engeren Mitarbeiter sind zu größeren Freiheit s- unb Geld st rasen verurteilt worben, weil sie ihre Anhänger aufgeforbert hatten, zum Zeichen bes Protestes gegen bie Landwirtschaftspolitik ber Regierung bie Zahlung der Steuern zu verweigern. Am Sonntag haben in Douziers und Anweisungen für Die B e h a nd l unz ber in Frage kommenben Strafverfahren gegeben. In der Verfügung macht bet Reichsjustizminister ben Strafoerfolgungsbeyörbeii zur Pflicht, in engster Zusammenarbeit' mit Den zustänbigen Staatspolizeistellen und Verwaltung» behörden allen auf Zersetzung Des Staa« tes und Aufspaltung Der Volksgemeinschaft gerichteten Bestrebungen des politischen Katholizismus, wo immer sie sich zeigen, ohne Rücksicht auf Die Person uni Stellung Des Täters mit ruhiger, jeden Fehlgriff aus schließender Besonnenheit, aber auch mit allem durch Die Gefährlichkeil dieser Bestrebungen geforderten Nachdruck erd1 gegenzutreten. Hierbei werden insbesondere dir Straftestimmungen der §§ 130a, 131, 134a, 134b des Reichsstrafgesetzbuches, ferner Die §§ 1 und 2 des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf (Staat und Partei unD zum Schutze der Parteiuniformen vom 20. Dezember 1934, ber Verordnung der Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933, des Gesetzes gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933, des Sammlungsgesetzes vom 5. Januar 1934 u. a. eine wirksame Handhabe geben. Durch größte Be> s ch l e u n i g u n g der Sachaufklärung muß erreicht werden, daß die Strafe der Tat möglichst auf dem Fuße folgt. In ben Hauptverhand- lungsterminen sind Strafen zu beantragen, die nachdem Rechtsempfinden bes Volkes ber Gefährlichkeit dieser staats- und volksfeindlichen Umtriebe und ber Gewissenlosigkeit der Täter ent* sprechen. Reichsminister Dr. Goebbels auf M Panzerschiff „Deutschland". Berlin, 20. Juli. emterSnmmeiM s Ber 1 in, 20. Juli. (DNB.) Dor Der Presse sprach Generalleutnant Daluege, ber Befehlshaber der Deutschen Polizei, über bas Jbema ber angeblichen Jubenoersolgung m Deutschlanb. ®»efes, führte er aus, ist zur Ze»t in ben lubenhorigen Teilen ber sogenannten ,Weltpresse" wieber einmal bie große Sensation, mit ber man bie Gemüter aufputscht. Niemanb dieser Herren jedoch gebe sich Die Mühe, ernstlich nach ben ©rünben zu s o r - sch en, bie bas beutsche Volk zu seinem Abwehrkampf gegen jüdische Anmaßung unb gegen juDi|d)es Verbrechertum zwingen. Wir finb in ber Lage, so sagte Generalleutnant Daluege weiter, allen Denen, >ie Draußen in Der Welt um Das angeblich gefährdete Schicksal Der Deutschen Juden so besorgt tun, Material in Die HanD zu geben, bas sie nach- benklicher stimmen soll. Die Arbeit ber staatlichen Polizeiexekutive stellt ich in Dem Maße um, in Dem Die Kriminalität zurückgeht. Mehr unD entschieDener als bisher soll burch einfache, wenig Kosten oerursachenbe Maßnahmen Das Verhütungsprinzip, Der Grundsatz, Straftaten von vornherein zu verhindern, in Den Vordergrund gerückt werden. Verfolgung und Strafvollzug sind notwendige und unvermeidliche Begleiterscheinungen der polizeilichen Arbeit. Hauptzweck jedoch sind sie nicht! Die neue Polizei sieht in Gegensatz zu Der früheren Aufastung vielmehr ihre Aufgabe Darin, jede Störung )es RechtsfrieDens Durch asoziale Elemente vor- be u g e n D ^unmöglich zu machen. Am deutlichsten wirkt sich Dies bei Der Kriminalpolizei aus, bie in Zukunft mehr als bisher schlagartig zu über» raschenben Aktionen, befonbers zu Nachtstreifen, eingesetzt werben kann. Eine allmähliche U m st e 1 - u n g eines Teiles dieser Kräfte vonderTages- tatigkeit aus die Tätigkeit bei Nacht, in ber immer noch bie meisten Straftaten begangen werben, wirb uns unserem Ziele näher ühren. Wenn bas Verbrechertum erst merkt, baß Die Polizei immer wieder energisch in ihre nächtlichen Schlupfwinkel vorftößt und gerade des Nachts es besonders sorgfältig beobachtet, wirb unb muß bie Kriminalität auf ein natürliches Mindestmaß herabsinken. Der Verufsbetrüger. Nachdem bas Berufsverbrechertum, so führte Generalleutnant Daluege weiter aus, burch bie nationalsozialistischen Methoben als zerschlagen bezeichnet werben kann, roenbet sich unsere Aufmerksamkeit nunmehr bem gemeingefährlichen Berufsbetrüger zu, einem Kreise von asozialen Elementen, bie mehr in ber Stille unter ber Oberfläche arbeitet, ber aber minbeftens bie gleichen Schäbigungen ber Volkswirtschaft verursacht wie ber erstere, ich denke babei nicht an große Betrugsaffären, Die im heutigen DeutschanD nicht mehr möglich sinD. Ich Denke dabei an jene unzähligen „kleineren Fälle", in Denen ein raffinierter Betrüger Die Vertrauensseligkeit unerfahrener Volksgenossen ausnutzt, um ihnen ihre letzten Spargroschen zu nehmen unb sie zur Verzweiflung zu treiben. Ich benfe Dabei vor allem auch an u n - saubere G e s ch ä f t s m e t h o b e n im kaufmännischen Leben, mit benen die Berufsbe- träger bie Volkswirtschaft um Millionen schäbigen unb babei leiber sehr oft mit großem Geschick durch bie ßürten bes Strafrechtes hindurchzuschlupfen vermögen. Hierher gehören bie sogenannten „Stoßgeschäfte", Kautions-, Darlehens- unb Versicherungs- schwinbel unb ähnliches. Wenn es auch gelungen ist, bie Zahl ber Betrugsfälle im Jahre 1934 in ber Reichshauptstadt gegenüber 1933 von 31 000 auf 18 000 herabzu- Drücken, so beläuft sich Die Höhe Des angerichteten SchaDens immer noch auf 112,5 Millionen Mark, unb herbei konnten wir bei näherem UN der tim ß.0 £ rbeiterfugend Deutschlands ist, zum über- Griechenland lorls, sowie Reichsstatthalter Hildebrandt ni Landesstellenleiter Sondermann folgten srEinladung des Ministers. chlschaft be §9 *. § mr Samstagabend in London eingetroffenen risst.B ^i- e rm e i st e r non Athen Kotzias iarteiukui" tvl>chh:ld. Die Besprechung dauerte sechs Stunden. erordMwv-)n«M»er Presseunterredung vor der Besprechung Volk unv "mE^mig Georg erklärte Kotzias: „Ich bin le- igilih gekommen, um den früheren König zu Juli Ich habe keine Ermächtigung von 1934 u- jii d ins r Regierung, irgendwelche bestimmten glöß^'Zotlshüge zu machen. Ich werde lediglich die ig muß e üjc i ro ä r t i g e politische Lage in G r i e- at mH eüjln n ö darlegen mit besonderer Berücksichti- haup^uttg!ser Volksabstimmung über die Frage )eaitfal| erSc'tauration. Gegenwärtig ist in Griechenland d k * a nehmende Begeisterung für die oalkss^ r ch i st i s ch e Sache vorhanden. Wenn ich her iacp T then zurückkehre, werde ich eine offizielle k^.ikcrung über meine Zusammenkunft mit , i/ehfli ijfjeren König an das Volk abgeben." ........ '........... •r.SI imsters. ehonn damit beschäftigt, die Aufgaben st el- « für die Beteiligung der Deutschen Studen- be7prliT^ ft herauszuarbetten. Hierbei wird erwogen, 1Di2samte bisherige Preisaufgabewesen 'UI !m Abend leistete das gesamte Offizierskorps des O 1 zerschiffes einer Einladung von Dr. Goebbels i Jas Kurhaus Heiligendamm Folge. Auch der ?U)0n )bi befehlshaber der Reichskriegsmarine, Admiral )r b. c. Raeder, und der Konteradmiral ' ............ ........... hfsführt werden und muß, genau wie letzterer Strasvi.^ sjMinFweifendes Beispiel des Leistungswillens Ng flle» tg»... üb... zungsbeyor^ :r^en Ausdruck der Leistungslraft und Ar- rbeil eit der geisttgen Jugend Deutschlands Derwaml-^eMeu. i des Sta Dolksf i^folgreichen Durchführung des Reichsberufs- _ "jpfes der Deutschen Fachschulschaft auch für kpH 4« Deutsche Studentenschaft einen allgemeinen i/kü ri!ic,sberufswettkampf für das Jahr . £:3' ausgeschrieben. Zur Zeit sind die maß- .■«'iioen.' en Stellen der Studentenschaft und der Pro- '<0(8. Oer Relchsknegsmimster °,.'i in «nffel. laffel, 20. 3uli. (LPD) Der Reichskriegs- i'9 QlWi': iir jter und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Ge- . noMeH; loderst v. Blomberg, traf am Freitaavor- süh Qn^^a9 auf dem Flugplatz in Waldau ein, um Teile Ä 'n Her Kasseler Standorttruppen und Einrichtungen zu '^iiejirjtigcn. Der Kommandierende General des Wehr- Generalleutnant Dollmann, erstattete [^bar.jierr Oberbefehlshaber der Wehrmacht Meldung. htSlkit kurzer Begrüßung begab sich der Reichskriegs- „ p°‘1Qnb,iHinter mit seiner Begleitung im Kraftwagen nach n R nunÜaiH» wo zunächst der Betrieb der Firma I.ieif d) e 1 & Sohn besichtigt wurde. Mittags dem Reichskriegsminister im Offiziersheim Tvlijvitiie Offiziere des Standortes Kassel vorgestellt. Am jrtCn ^üo^imittaa schloß sich sodann die Besichtigung b!ei hiesigen Truppenteile und einzelner Liimchtungen an. Den Abschluß des Kasseler Auf- DeutliABai^Ues des Reichskriegsministers bildete am Abend iichen DOn den Standorttruppen ihrem Oberbefehls- es sich ^|ibr dargebrachte Große Zapfenstreich auf um jebetjkr schönen Aussicht vor dem Hause des Ober- 11 sss j^äfbcnten, in dem der Reichskriegsminister Woh- ' ' mtii genommen hatte. Die überaus starke Teil- , j rQn,liiil)rje der Bevölkerung an diesem eindrucksvollen f mÄeJxetlI*iiinrtfd)en Akt bewies erneut die große Ver- mit?^M'-nheit der Kasseler Bevölkerung mit der Wehr- amLSW-- Am Samstagvormittag verließ der Reichs- ^tie;sminister Kassel, um sich in das Fulda- Wesertal zu begeben. ttS Baut Radfahrwege! Auden nih Vmeralmspektor Dr. Todt über die Not- eflJV Wendigkeit des Radfahrwegebaus. 9 n eii 93 r 11 n, 20. Juli. (DNB.) Heber die Notwen- ; tnrf i ge n Verbände, ebenso wie sie Wan- ) .irrt*ege anlegen oder Spiel- und Sportplätze iciuiet auch f ü r Radfahrwege zu sorgen. Die L&j Millionen radsahrenden Volksgenossen sollen )eih Wegebau des nationalsozialistischen Deutsch- oikäs nicht zu kurz kommen." schrot m schärfster Form gegen die Regierung Tsaldans. Die übrige Regierungspresse begrüßt die neue Regierung als die b e st e Lösung und bringt den Wunsch zum Ausdruck, daß nunmehr die Volksab st immun g über die Staatsform Su einem möglichst frühen Zeitpunkt durchgeführt werde. Öer Religionskrieg in Nord-)rlond. Auch im irischen Freistaat entstehen Unruhen. London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Belfast kam es auch am Sonntag wieder zu Schießereien, bet denen ein Protestant so schwer verletzt wurde, daß er auf dem Wege zum Krankenhaus verstarb. Ein Katyolik wurde bei Nacht von einigen Männern in seiner Wohnung überfallen und durch Schüsse schwer verletzt. Bei der Beerdigung eines der Opfer der Orangistenpartei entwickelte sich ein Straßenkampf, in dem mehrere Personen verletzt wurden. TruppenmitPanzer- wagen mußten eingesetzt werden, um die Ordnung vorübergehend herzustellen. Belfast gleicht einem bewaffneten Lager. Diele Straßen sind mit Stacheldraht abgesperrt, Panzerwagen patrouillieren dauernd durch die Straßen. Der Sachschaden wird auf etwa 1 000 000 Mark geschätzt. Die Unruhen haben sich auch auf den irischen Freistaat ausgedehnt. In Clones (Grafschaft Monaghan) unweit der Grenze von Nordirland wurden drei protestantische Versammlungs- bzw. Gebetshallenin Brand ge st eckt und eingeäschert. Die Fenster der Häuser von Protestanten wurden durch Steinwürfe zertrümmert. In Limerick wurden von eine großen Menschenmenge 6 Geschäftshäuser, die mit Protestanten engere Beziehungen unterhalten, und die Häuser von zwei protestantischen Geistlichen mit Steinen beworfen. Eowjetrussische Truppenmassierungen im Fernen Osten. Tokio, 21. Juli. (DNB.) An der mandschu- risch-sowjetrussischen Grenze haben sich neue Grenzzwischenfalle ereignet, die der Mandschukuo-Regie- rung Anlaß zu einer Protestnote gaben. Es handelt sich um Hebergriffe der Sowjettruppen, die u. a. ein Motorboot mit japanischer Flagge auf d e m Amur beschossen haben. In Hsingking, der Hauptstadt Mandschukuons, hegt man deshalb starke Zweifel über den Wert einer Grenzkommission, die wahrscheinlich doch nicht in der Lage wäre, die gefährliche Grenzlage zu beseitigen. Die an der Grenze untergebrachten Sowjettruppen werden auf 12 Divisionen zu je 20 000 und 5 Kavalleriedivisionen mit je 5000 Mann sowie 5750 Flugzeuge und 400 Tanks beziffert. Die Verteilung der Sowjetkräfte erstreckt sich auf die Gegend füdlich und westlich von Chabarowsk bis Blagoweschensk und nördlich von Mandschuli bis zur Umgegenb von Tschita. Außerdem befinden sich Einheiten der Außenmongolei westlich von Mandschuli ebenfalls unter fowjet russischer Führung, die noch über technische Hilfstruppen verfügt. Mandschukuo glaubt in Anbetracht dieser Verhältnisse einen Nichtangriffspakt ab» lehnen zu müssen. erstes Revisionsgeschenk der Hofburg in Wien dar gebracht sehen möchte. Der Wechsel der Belgrader Politik sorgsam von langer Hand vorbereitet, machte die r stillen Propaganda zunächst einen Strich durch öie Rechnung. Es ist nicht zweifelhaft daß in der Zu sammenkunft Matschek-General Ziskovic, die noch vor den Wahlen stattfand, auch diese Frage besprochen wurde, ebenso, wie sie in den Hnterhallungen zwischen Zifkovic und dem Slowenenführer Koro- schetz eine Rolle spielte. Beide Oppositionsführer wiesen den Gedanken einer Separation zugunsten aer habsburgischen Herrschaft weit von sich. Sie wissen, daß Habsburg Italien bedeutet, und sie sind zu gute kroatische und slowenische Patrioten, als daß sie ihr Land einmal als Aufmarschgelände fremder Interessen sehen möchten. Solange Frankreich gegen die habsburgische Schilderhebung sich sträubte, blieb die jugoslawische Politik bei der Politik Frankreichs und damit auch bei der Politik der Kleinen Entente. In dem Augenblick, da infolge der allgemeinen Entwicklungen in Europa, der geänderten englisch-französischen und englisch-italienischen Stellung, Frankreich an Jta* lien, Tschechoslowakei an Rußland, heranrückte, mußte sich zwangsläufig die gesamte Politik Jugoslawiens u m f o r m e n. Mit einem Schlage war Frankreich nicht mehr der Schützer der Integrität der jugoslawischen Nation. Im Gegenteil, es gab Bourbon-Habsburg den Weg frei, feine erste Begehrlichkeit, obgleich es noch nicht einmal in Wien festen Fuß gefaßt, auf das kroatische Land zu richten, es schwieg zu Italiens Duldung der Propaganda. Hnd von der Tschechoslowakei erfolgte eben» falls fein unaufhebbarer Einspruch. In biejer Lage entschloß sich Jugoslawiens Regent kurzerhand, mit Rumänien Fühlung zu nehmen. Die Risse in der Kleinen Entente klaffen auf, der eben erst geschlossene Balkanpakt scheint sinnlos geworden, — ein Schutz- und Trutzbündnis zwischen Jugoslawien und Rumänien zeichnet sich am Hori^ zonte ab, antihabsburgisch, antirevisionistisch. Es sind ein paar billige, schlechte Oeldrucke, und sie hängen sorgsam versteckt hinter dem Marienbild oder in der Küche, da wo es am dunkelsten ist. Sie kosten ein paar Pfennige in der Herstellung, mb sie werben heimlich, nach bem Gottesbienst ober ;ur Nachtzeit, ben alten k. u. k. Solbaten zugesteckt. Aber sie finb burch bie Tatsache, baß auf biefen Silbern ein Bourbon-Parma-Habsburg namens Otto zu sehen ist, unb baß sie in kroatischen Hütten hängen, zur Zeit bas ernsteste Politikum Europas. „Habsburg ist ber Krieg", bie führenben Männer aus ben Nachfolgestaaten ber Monarchie haben dieses Wort sicherlich nicht als Phrase ausgesprochen. Hier trennt sich ihre Politik von der Politik Frankreichs. Die Propaganda beschwört alte militärische Erinnerungen, die jedem Soldaten teuer sind. Sie benutzt sogar noch die Abneigung jedes Kroaten gegen Italien in der Vorspiegelung, als sichere allem die Restauration das Land vor faschistischer Begehrlichkeit. Sie stellt schließlich die gescheit ersonnene Alternative: Willst du, kroatischer Mann, nicht Knecht Italiens, aber auch nicht Kneckst Serbiens sein, siehe, so gibt es ein Drittes: Gefolgsmann Habsburgs zu fein. So ist Jugoslawien unversehens in einen Existenzkampf gestürzt worden, der weitaus ernster ist, als die bisherigen Auseinandersetzungen, die sich auf innerpolitifcher Ebene abfpieüen. Kroatische Sympathiekundgebungen für Mischel. Belgrad, 20. Juli. (DNB.) In Agram ist es zu umfangreichen Sympathiekundgebungen für den Oppositionsführer Matschet gekommen, der seinen 56. Geburtstag feiert Dor dem Hause des Senatspräsidenten T o m ätsch i t s ch verlangten Demonstranten, daß auf dem Hause die südslawische Fahne gesetzt werde. Als dieser Forderung nicht entsprochen wurde, versuchten die Demonstranten, die Haustür einzudrücken. Der Polizeibeamte, der das Haus' des Senatspräsidenten zu bewachen hatte, gab einen Schuß ab, durch den ein Mann verletzt wurde. Am Abend ließ Matschet Auftufe verteilen, in denen er die Bevölkerung bittet, keine weiteren Demonstrationen zu veranstalten, da es in Agram zahlreiche Elemente gebe, die gern gutgemeinte Kundgebungen in ihr Gegenteil verkehren wollten. Er wolle nicht das Blut Hnschuldiger vergießen. Die Kundgebungen für Matschet wiederhol- ten sich indessen auch am Sonntag. Die Redaktion des Regierungsblattes Novosti wurde gezwungen, eine acht Meter lange Fahne 3U hissen. Schließlich mußte auch die Hniversität flaggen. Am Nachmittag kam es, als sich etwa 30 000 Menschen versammelt hatten, zu neuen stürmischen Szenen. Die Menge drang ins Offizierskasino ein und zerstörte die Einrichtung, weil das Gebäude nicht beflaggt war. Ebenso wurden die Wohnung des serbischen Patriarchen und die serbische Volksschule verwüstet. Auch mehrere andere Amtsgebäude wurden hart mitgenommen. Die Polizei, die sich zuerst passiv verhalten hatte, schritt schließlich ein und zerstreute die Menge. Wetterbericht de» Relchswetkerdienste». Ausgabeort Frankfurt. Mit Einbruch der kühleren Luft am Samstagabend ist die Wetterlage in lebhafte Bewegung geraten. Heber der Ostsee hat sich ein schweres Sturmtief entwickelt, das im ganzen Küstengebiet und in Ostdeutschland ergiebige Niederschläge und kräftige Böen verurfackt. Demgegenüber hat sich über Frankreich ein Hochdruckgebiet aufgebaut, das neuerdings Aufheiterung und Erwärmung bringt. Unfer Gebiet liegt am Vorderrand des Schönwettergebietes und wird voraussichtlich wieder trockenes und zunächst noch wolkiges und kühleres Wetter behalten. Aussichten für Dienstag: Heiter bis wolkig, aber immer noch lebhaft, veränderliche Winde. Temperaturen am 21. Juli, mittags 20,3 Grad Celsius, am 21. Juli, abends 14,7 Grad, am 22. Juli, morgens 13,8 Grad, Maximum 20,7 Grad, Minimum 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Juli, abends 19,6 Grad, am 22. Juli, mögens 16,6 Grad; Sonnenfcheindauer 10,4 StundM. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik- Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.D.: Dr.F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel DA. VI. 35: 10 150. Druck und Verlag: Brühl'fche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprels RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 19Q4 gülö* Die britischen Frontkämpfer in Berchtesgaden und München. Berchtesgaden, 20. Juli. (DNB.) Ministerpräsident General Göring und Frau Göring empfingen in Beisein der Staatssekretäre Milch und Körner die englische Frontkämpserdelegation in dem Berghaus General Görings auf dem Ober- falzberg. In der IV-st'' '»n angeregten Unter» Haltung, die die engf Herren mit Ministerpräsident Göring füh urben vor allem die gemeinsamen Interessen^ Je der Alpinistik und des Weidwerks berührt, und es ergab sich ein reger Austausch über besondere Erlebnisse bei Jagden und schweren Bergtouren. Anschließend fand eine Fahrt a u f dem Königsee mit einer Kaffeepause in St. Bartholomä statt. Danach flogen die englischen Herren in einer von Ministerpräsident Göring zur Verfügung gestellten Maschine nach München. Die Abordnung begab sich am Sonntagmittag zum Kriegerdenkmal vor dem Armee- museum, um den im großen Krieg gefallenen Söhnen der Stadt München ein ehrendes Gedenken zu bereiten. Rings um das Kriegerdenkmal hatten größere Abordnungen des Drb?ns der bayerischen Tapferkeitsmedaille, ber NSKOV., des Kyffhäuferbundes, des Nationalsozialistischen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) unb bes Reichstreu- bundes ehemaliger Berufssoldaten mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Die britischen Frontkämpfer wurden u. a. von Gauleiter Staatsminister Wagner und Stadtkommandant Oberst Friedrichs begrüßt. Der Präsident des Ordens der bayerischen Tapferkeitsmedaille, Stadtrat Z ö b e r 1 e i n , hielt eine Ansprache, nach der sich Die britische Abordnung in die Krypta begab, wo ein Doppelposten des Reichsheeres aufgezogen war. Der Führer der Abordnung legte unter Den Klängen des Liedes vom guten Kameraden in tiefer Ergriffenheit einen Kranz aus flandrischen Mohnblumen an dem Grabmal nieder. Anschließend begaben sich die brittschen Front- kämfer auf Einladung des Stellvertreters des Führers indas Braune Haus. Reichskriegsopferführer Oberlindober legte im Beisein des Gauleiters Staatsminister Wagner einen Kranz am Mahnmal nieder. Im Braunen Haus wurden ben Gästen die Geschichte unb bie Erinnerungsdaten der Partei erklärt. Von hier fuhren die brittschen Frontkämpfer in das Rathaus, wo Oberbürgermeister Fiehler die Gäste herzlich willkommen hieß. Fetyerstone-Godley gab der Versicherung Ausdruck, daß die brittschen Teilnehmer den Eindruck, den die Gedenkstunde für die Gefallenen Münchens vor dem Armeemuseum auf sie gemacht hat, nie vergessen werden. Die britischen Frontkämpfer werden sich bemühen, zwischen den beiden Völkern eine solche Freundschaft herzustellen, daß die Wiederholung eines Krieges in Zukunft unmöglich ist. — Nach dem Empfang nahm die englische Abordnung mit den geladenen Gästen das gemeinfame Mittagsmahl in der Ratstrinkstube ein. Nachmittags teilten fidj die Engländer, die einen zu einer Fahrt nach Tegernsee, die anderen auf Wunsch zum Besuch des Lagers Dachau und der Rennen in Daglfing. Am Montagfrüh erfolgte die Weiterfahrt über Frankfurt a. M. nach Köln. „Das deuffche Volk will keinen Krieg." Die britischen Frontkämpfer von der Ehrlichkeit des deutschen Friedenwillens überzeugt. London, 21. Juli. (DNB.) Der frühere Bundesführer der Brittfh Legion, Oberst Grosfield, ber Mitglieb der zur Zeit in Deutschland weilenden englischen Frontkämpferabordnung ist, erklärt im „Observer": Der Wert unseres Besuches hat bie Erwartungen weit übertroffen. Es ist ganz unmöglich, irgendeinen wahren Eindruck bes heutigen Deutschlanbs zu erhalten, ohne es selbst zu besuchen, die Fühlung mit dem Volk aufzunehmen unb mit den verschiedenen führenden Persönlichkeiten bie Schwierigkeiten zu erörtern, denen sie gegenüberftanben und noch gegenüberstehen. Eines ist klar: Das deutsche Volk will keinen Krieg, am wenigsten die Männer, die den Krieg mitgemacht haben. Der Besuch beim Führer überzeugte uns von seiner absoluten Ehrlichkeit und von seinem brennenden Wunsch, einen neuen Weltkrieg zu vermeiden. Er vertritt von ganzem Herzen die Ansicht, daß Männer, die den letzten Krieg mitgemacht haben, eine große Rolle spielen sollten, indem sie zur Förderung einer besseren internationalen Verständigung Zusammenarbeiten. Endlich waren wir überwälttgt von ber Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit ber wir überall, wo wir waren, empfangen worden sind. Habsburg in der Politik des Güdosteus. Don unserem W.B.-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) Agram, Juli 1935. Die Habsburgergesetze in Oesterreich haben mit einem Schlage bie Hoffnungen auf eine Separation Kroatiens wieder wachgerufen. In Beigrab sowohl, wie in Steenockerzeel, wie auch in Rom erinnert man sich sehr gut, bah es 1918 gerabe bie tapferen kroatischen Regimenter waren, bie bis zuletzt der schwarzgelben Fahne der Habsburger die Treue hielten, jenen Habsburgern, die ihnen einmal in einem trialistischen Reich die Selbständigkeit und den Schutz vor den Unter» drückungsversuchen und Magyarisierungsgelüsten Budapests versprochen hatten. Solange der erste .unb größte Jugoslawe, König Alexander, lebte, war er hoffnungslos, gegen bie Einheit bes neuen Staates Attentate zu unternehmen. So blieb nur ein Mittel: — bas Attentat gegen ben König selbst. In Marseille wurde die Einheit Jugoslawiens zu vernichten versucht. In Belgrad wußte man sehr genau, daß Ante Pavelic, der geistige Initiator des Mordes, Gelder aus dem Büro ber legitimi- stischen Bewegung in Wien bezogen hat unb wenn nicht im Auftrage, so dock im Sinne des Habs- burgifchen Legitimismus handelte. In Italien fand Pavelic Zuflucht. Wenn Italien einer künftigen Auseinandersetzung um die Herrschaft in der Adria gewachsen sein will, so muß es alles tun, um das mächtige Gebiet des Karstes in den Rücken seines Aufmarsches zu bringen und ben Kampf mit Belgrab wenn möglich aus der Drina-Linie, zumindest aber auf der Linie Fiume— Agram—Plattensee, aufzunehmen, anstatt an dem schmalen Tor Triest—Triglav-Massiv, bas aufzusprengen bereits der Weltkrieg als unmöglich erwiesen hatte. Aus dieser Heberlegung entsprang der Putsch d 'An nunzios, der mit ber Besetzung Fiumes endete; aus derselben Ueberlegung entsteht die gesamte OesterreichpolitikJta. H e ns, einschließlich einer Hnterstutzung der Habsburgischen Restauration, ebenso wie die sorgsame Pflege der guten Beziehungen zu Ungarn. Zu- bem treffen sich in Kroatien die Interessen Italiens und des Vatikans auf derselben Linie. Belgrad ist orthodox, Agram katholisch. So werden die vielfältig verschlungenen Linien deutlich, die bei der Wahl nach der Ermordung König Alexanders bie Regierung Jeftitsch veranlaßten, nervös unb voreilig bie kroatische Oppositionspartei Matscheks als Separatisten und Hochverräter zu beschimpfen, die unat nicht mehr, wie gewisse kroatische Politiker früherer Jahre, einen Anschluß an die italienische direkte Einflußzone befürworteten, aber dafür den österreichischen Gendarmen wieder ins Land riefen. Unb es klingt wie eine Vorahnung jetzt eintretender Propaganda, daß ein Wahlplakat der Regierung Jeftitsch den Kroatenführer zeigte, wie er einen österreichischen Polizisten Hiner sich her ins Land zieht. Unrichtig war, daß Matschek auf diesem Plakat verantwortlich gemacht wurde. Richtig war, daß tatsächlich Habsburg zu dieser Zeit mit der Propaganda gegen Belgrad begann, unter stillschweigender Assistenz Italiens und der Kurie, denn sowohl die kirchlich-polittschen als auch irie italienisch- politischen Interessen sind bei Habsburg bestens aufgehoben. Ein fchwarzgelbes Kroatien würde automatisch das Irieftiner Tor öffnen und die Agramer Linie freigeben. So beginnen denn feit einiger Zeit heimlich österreichische Kaiserbiloer m die kroatt- scken Bauernstuben zu wandern. Mit Bildern des alten guten Kaisers Franz Joseph begann es, dann tarnen Bilder Kaiser Karls, um schließlich bei der Popularisierung „Kaiser" Ottos zu enden, als des recytgläubigen Erlösers von Belgrader Willkür unb Schützers vor — Italiens Aspirationen! Wie sollte auch ein Herrscher nicht für Kroatien Glück bedeuten, der aus einem Geschlechte zu fein vorgab, dem die Alten im Dorfe noch treu und mit freudigem Herzen gedient hatten! Die jugoslawische Polizei ist scharf hinter dieser habsburgischen Propaganda her, aber sie hat es schwer, gegen die organisierte Macht der katholischen Kirche sich durchzusetzen, die sich für die Losreißung Kroatiens einsetzt, und dies unglückliche Land als Aus aller Well. Oer neue Bischof von Mainz. LPD. Mainz, 21. Juli. Der bisherige Professor der Dogmatik am Bischöflichen Seminar zu Mainz, Dr. Albert Stohr, ist vom Papst Pius Xl. zumBischofderDiözese Mainz ernannt worden. Der neue Bischof steht im 45. Lebensjahre. Er wurde in Friedberg am 13. November 1890 geboren. Nach seiner Priesterweihe am 19. Oktober 1913 in Mainz war er als Subrettor am Bischöflichen Konvikt zu Mainz und als Kaplan in St. Emmeran tätig. In den Jahren 1915 bis 1919 wirkte er als Subrektor am Konvikt in Bensheim, als Kaplan in Viernheim und am Lehrerseminar zu Bensheim. Nach weiteren Studien, die ihn auch nach Munster und Rom führten, promovierte er in Freiburg zum Dr. theol. Dr. Stohr war sodann als Pfarrver- walter in Dietersheim und Oberhilbers- - e i m bis zum Jahre 1922 tätig. Nach seiner Habilitation in München wurde er am 21. Oktober 1924 Dozent am Priesterseminar in Mainz. Am 1. Mai 1925 wurde Dr. Stohr zum Professor der Theologie ernannt. Schweres Flugzeugunglück in der Schweiz. — Auch ein deutscher Passagier umgekommen. Einige Kilometer nördlich von Misox (Graubünden) stürzte ein Flugzeug holländischer Herkunft, das sich auf dem Wege von Mailand nach Frankfurt a. M.—Amsterdam befand ab. Es handelt sich um das holländische Flugzeug „Kraai", eine Groß- verkehrsmaschine vom amerikanischen Douglas-Typ. Vermutlich ist das Flugzeug gegen einen Berg geflogen, die Besatzung sowie neun Flug- g ä st e, darunter ein Deutscher, Direktor Flohr von den Enzinger-Union-Werken aus Worms, sind getötet worden. Das Flugzeug hatte Mailand um 11.30 Uhr verlassen. Das Unglück ereignete sich bei der vorgeschriebenen. Einflugstelle bei San Bernardino an der italienisch-schweizerischen Grenze auf schweizerischem Boden. Außer Direktor Flohr befanden sich keine deutschen Fluggäste an Bord. Drei lote bei Brunnenarbeiten. In Breslau ereignete sich in der Spinnerei Schwerin & Söhne ein schweres Unglück, das drei Todesopfer forderte. Bei Brunnenschachtarbeiten wurde ein Arbeiter, der in die Schachtanlage hin- unterstieg, durch Abgase betäubt und fiel in das Grundwasfer. Ein anderer Arbeiter, der seinen Kameraden retten wollte und ebenfalls hinunterstieg, wurde gleichfalls betäubt. Die Feuerwehr wurde daraufhin sofort alarmiert und ließ einen vorschriftsmäßigen ausgerüsteten Feuerwehrmann in den Brunnen hinab. Durch einen unglücklichen Zufall blieb er an einem Hebe- Hacken hängen und stürzte in die Tiefe. Mit einem besonderen Gerät gelang es dann, die drei Verunglückten aus dem Schacht herauszuholen, jedoch konnte der Arzt bei allen dreien nur noch den Tod feststellen. Drei Todesopfer eines Vootsunglücks auf dem Inn. Am Freitag wollten an der Schweizer Grenze bei Martinsbruck ein Schweizer Ingenieur und zwei Arbeiter bei Dermessungsarbeiten den Inn mit einem Boot überqueren, das durch ein Seil am Flußufer befestigt war. Infolge des Hochwassers f enterte das Boot. Die Insassen fielen in den Fluß und ertranken. iklf Todesopfer eines Vootsunglücks in Ostpreußen. Am Samstagabend ereignete sich a u f dem Darethener See bei Allenstein ein furchtbares Unglück. Ein Ruderboot, das notdürftig als Perkehrsboot hergerichtet war und den Verkehr zwischen Darethen und dem Ausflugsort Hertha- Insel im Darethener See vermittelte, kehrte stark überladen mit 21 Personen von der Insel nach Darethen zurück. Auf der Mitte des Sees schlug das Boot um und kenterte. Die Reisegesellschaft, Sonntagsausflügler aus Allenstein, stürzten ins Wasser. Von den 21 Personen sind 11 Menschen ertrunken, 10 konnten gerettet werben. Zwei Leichen konnten bisher geborgen werden. Bisher 17 Todesopfer des Grubenunglücks auf der Zeche „Adolf von Hansemann". Die Zahl der Todesopfer des Grubenunglücks auf Zeche „Adolf von Hansemann" hat sich am Sonntag auf 17 erhöht. Im Brüderkrankenhaus ist der Hauer Karler seinen schweren Verletzungen erlegen. Schwere Unweller in polen. In den letzten 48 Stunden tobten in Polen außerordentlich schwere Gewitter und Hagelunwetter. In Warschau schlugen Blitze mehrmals in Straßenbahnen. In einem Wohnhaus wurde durch Blitzschlag eine Reihe von Bewohner verwundet. In den Vororten entstanden an verschiedenen Stellen schwere U e b e r s ch w e m m u n- gen. Im Gebiet von Suwalki und in der Gegend von Lemberg vernichteten Hagelschläge den größten Teil der Ernte. 75 Grad Hitze in Turkestan. In ganz Turkmenien herrscht in den letzten Tagen eine selbst für die zentralasiatischen Gebiete a u - ßerordentlich große Hitze. In Ascha- bad, der Hauptstadt der Sowjetrepublik Turkmenien, sind 70 bis 75Grad Celsius gemessen worden. Dabei wehen heiße Winde, die das ganze Gebiet der zentralasiattschen Sowjetrepublik erfassen und der Ernte außergewöhnlich hohen Schaden zugesügt haben. Man furchtet, daß die Ernte auf den Feldern völlig verdorrt. 5 000 000 Flüchtlinge im chinesischen Ueberschwemmungsgebiet. Die Ueberschwemmungen im Gebiete des Gelben Flusses (des Hoang-ho) nehmen bei anhaltend schweren Regenfällen immer drohendere Formen an. Die Wasser erfassen täglich neue Städte und Dörfer. Die Verluste an Menschenleben und Eigentum sind unabschätzbar. Der Gouverneur von Schantung gibt die Zahl der Flüchtlinge mit fünf Millionen an. Unter ihnen sollen Hungers- n o t und Seuchen herrschen. Die Behörden entsandten Hunderte von Booten mit Nahrungsmitteln und Medizin. Die Lage im Gebiet des D an gtse- Flusses ist bei langsam zurück- gehendem Wasserstand etwas g ü n ft i g e r. Die Behörden von Hupeh haben mit Hilfe von Flugzeugen Erkundigungen über das Ausmaß der vom Hochwasser des Pangtse und des Han-Flusses verheerten Gebiete angestellt und dabei feftgefteüt, daß die Überschwemmung der des Jahres 1931 gleichkommt. Allein in H a n f a u sind bisher 130 000 Flüchtlinge eingetroffen. Aschenregen über einer argentinischen Stadt. Heber der Stadt Catamarca im argentinischen Andengebiet, geht feit den frühen Morgenstunden des Samstags ein ununterbrochener Regen von Vulkan-Asche nieder. Die Stta- ßen sind bereits mit einer dichten Aschen schicht bedeckt. — Man nimmt an, daß der Aschenregen von einem verstärkten Ausbruch des in ununterbrochener Tätigkeit befindlichen, südlich vom Aconcagua liegenden Vulkan Decapitado stammt, der vor einigen Jahren große Teile Argentiniens und sogar die Bundeshauptstadt Buenos Aires mit einem Aschenregen überschüttete. „Mb Dolli" vertragt keine Höhenluft. Der amerikanische Schriftsteller H a l i b o u r t o n, der, wie Hannibaldie Alpen auf e i M m Elefanten überqueren will, traf am Sonntag auf dem Hospiz des Großen St. Bernhard ein. Die letzten Kilometer des Weges gestalteten sich besonders schwierig, und von der „Combe des Morts" genannten Stelle an wollte der Elefant Miß Dolli nicht mehr w e i t e r g e h e n , da er an die Luftverhältniffe in dieser Höhe nicht gewohnt war. Nach mehrerem Halten und mit zwei Stunden Verspätung kam Halibourton schließlich am Hospiz an. Da der Elefant den Aufenthalt in so großer Höhe nicht verträgt, wird der amerikanische Schriftsteller noch am Abend den 21 b ft i e g auf der italienischen Seite beginnen. Falschmünzerwerkstatt im Westen Berlins ausgehoben. Der Zentralstelle zur Bekämpfung von Geldfäl- fchungen bei dem Landeskriminalamt ist es gelungen, eine der gefährlichsten Falschmünzerbanden der Reichshauptstadt unschädlich zu machen. Die Täter stellten im Westen Berlins nach einem schwierigen Verfahren falsche Fünfmark stücke her, die den echten Stücken täuschend ähnlich sahen, so daß im letzten halben Jahre eine größere Menge davon in Verkehr gebracht werden konnte. Zwei der Täter, die an der Herstellung und dem Vertrieb beteiligt waren, konnten feftgenominen werden, der dritte Täter, der 30 Jahre alte Bruno Frohnecke, der als Haupttäter anzusehen ist, konnte slüchten. Er wird vielleicht versuchen, da er ohne Paß und größere Barmittel ist, die Grenze zu Fuß zu erreichen, wie er dies früher bereits einmal getan hat, äls er wegen anderer Straftaten gesucht wurde. Acht Jahre Zuchthaus für Sasse. Im Mordprozeß Sasse verkündete das Siegener Schwurgericht folgendes Urteil: Der Angeklagte Peter Sasse wird wegen Totschlags zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß nach Ansicht des Gerichts die Tat vorsätzlich begangen worden sei. Dagegen habe sich nicht mit hinreichender Sicherheit fest- st eilen lassen, ob der Angeklagte auch mit Ueberlegung gehandelt habe. Infolgedessen mußte im Zweifelsfalle zugunsten des Angeklagten entschieden werden. Das Gericht ist den Gutachten der Sachverständigen gefolgt und hat die Schutzbestimmungen des § 51 in Anwendung gebracht. Von Notwehr könne keine Rede sein, auch nicht von Putativnotwehr. Nach § 127 der Strafprozeßordnung sei die Festnahme des Angeklagten durch die Streife nicht rechtswidrig, sie fei b e - rechtigt und notwendig gewesen. Wie die Justizprefsestelle des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm mitteilt, wird der Oeneralftaatsanroalt gegen das Urteil Revision einlegen. Don der Stieftochter ermordet. In Pillkallen (Ostpreußen) wurde die 52jährige Frau Rost, deren Mann sich feit einiger Zeit auswärts befindet, von ihrer Stieftochter Elsa ermordet. Die Kinder der Ermordeten waren vor einiger Zeit bei Nachbarsleuten untergebracht worden. Als die Nachbarn sich später bei Frau Rost erkundigen wollten, wie lange sie die Kinder noch in ihrem Hause behalten sollten, entdeckten sie die bereits vollständig verweste Leiche der Ermordeten. Die 19 Jahre alte Stieftochter Elsa Rost, die als Täterin ermittelt wurde, hat ein Geständnis abgelegt. Danach hat sie ihre Stiefmutter nach sorgfältiger Vorbereitung vorsätzlich ermordet, weil diese über den unmoralischen Lebenswandel der Tochter an den Vater Bericht erstattet hatte. Ein Word nach sieben Jahren aufgeklärt. 1928 wurde in Putbus auf Rügen der Arzt Dr. Karl Brande nburgvon einem E i n- br e d) er, den er bei der Tat überraschte, nach einem Handgemenge erschossen. Die Ermitt- lungstättgkeit der Polizei blieb zunächst ohne Erfolg. Im Juni dieses Jahres wurde nun i n D r e s- d e n ein Mann wegen einer großen Zahl von Schulhauseinbrüchen fest genommen. Der Vergleich der Arbeitsmethode dieses Verbrechers zeigte Aehnlichkeit mit dem Einbruch in Putbus. Der Einbrecher wurde nach «Stettin übergeführt und gestand nach hartnäckigem Leugnen schließlich den Mord an dem Arzt in Putbus ein. Jude wegen Rasienfchändung verhaftet. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro aus Hannover meldet, wurde der Jude Julius Cohn, wohnhaft' in einer Villa in der Walderseeftraße an der Eilenriede, Inhaber einer Woll- und Getreide- matterfirma, wegen fortgesetzter Rassenschändung, begangen an deutschen Frauen, in bisher 13 nachgewiesenen und zugegebenen Fällen und wegen betrügerischen Geschäftsgebarens verhaftet und d^m Konzentrattonslager Esterwegen im Kreise Huemmling zugeführt. Cohn hat die wirtschaftliche Not der Frauen und Mädchen ausgenutzt und ihnen ansehnliche Darlehen gegeben, um sie gefügig zu machen. Cohn bewegte sich in seiner Geschäftspraxis stets hart an den Grenzen des gesetzlich Erlaubten, so daß sogar jüdische Bankhäuser den Geschäftsverkehr mit ihm ablehnten. Ungedeckte Wechsel, Schecks und. überzogene Bankkredite waren bei ihm an der Tagesordnung. Forderungen an ihn berücksichtigte er grundsätzlich nicht. So wurden gegen ihn in ganz kurzer Zeit 53 Privatklagen, 87 Pfändungsprozesse und 10 Ladungen zum Offenbarungseid festgestellt. Das der Frau und Tochter. Cohns zugeschobene Vermögen ist vor allem in Grundstückes und Hypotheken angelegt. So besitzt er außer dem Grundstück und feiner Villa in der Walderseeftraße noch drei Grundstücke. Er. ist ferner Besitzer umfangreicher Ländereien in der Umgebung von Hannover sowie des Gutes Nettlingen. Während er für sich und feine Familie großen Aufwand trieb, blieb er nicht nur feinen Angestellten die Gehälter schuldig, sondern unterließ auch die Bezahlung der Versicherungsmarken seiner Angestellten. Zwei Stettiner Bader für Juden verboten. Die Stadtverwaltung Stettin hat den Juden mit sofortiger Wirkung die Benutzung der städtischen Schwimmbäder „Glambeck,'->e" une „Martinsee" verboten. Die Erholungsjtunden der badenden Volksgenossen wurden in letzte.' Zeit durch das provozierende Auftreten von Juden gc- stört. Insbesondere wurden blonde deutsche Frauen und Mädchen durch aufdringliches Benehmen uni> Ansprechen derart belästigt, daß der Schwimm, meister mehrfach eingreifen mußte. Auswärtigen Besuchern, so auch den schwedischen Kinde r n, die kürzlich in Stettin weilten, war es auf. gefallen, daß diese Stettiner Bäder ungewöhnlich stark von Juden besucht wurden. Religiöse Unruhen in Indien. Nachdem es bereits am Freitag in Lahore zu Ausschreitungen der von religiösen Hetzrednern aufgewiegelten Moslem- Menge kam, trat am Samstag eine ernste Verschärfung der Lage ein, die den Ausbruch des Religionskrieges befürchten läßt. Ein auf 10 bis 15 000 Mann geschätzter Demonstrationszug weigerte sich, der Aufforderung der Polizei, sich zu zerstreuen, Folge zu leisten. Die Polizei eröffnete daraufhin d a s Feuer, was die Menge mit Steinwürfen er« widerte. Fünf Moslems wurden erschossen, zahl- reiche verletzt. Die Polizei verhaftete 550 Personen. Alle Tore der Stadt wurden militärisch besetzt. Panzerwagen patrouillieren durch die Stadt. Dir Lage ist äußerst zugespitzt. Lin neues kysshäuserheim eröffnet. In Schierke im Harz wurde am Sonntag das von der Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschast geschaffene neueste und größte Kyfshäuserheim feiner Zweckbestimmung übergeben. Zu der Heben gäbe waren erschienen der Präsident des Kyss. Häuserbundes und der Deutschen Krieger-Wohl, fahrtsgemeinschaft Oberst Reinhard, der stell« vertretende Bundespräsident General von Enke- Dort sowie General von Fabeck als stellvertretender Präsident der Krieger-Wohlfahrtsgemein« schäft, ferner General von Kuhlwein als zweiter stellvertretender Präsident des Kyffhäusen bunbes. Oberst Reinhard begrüßte die Heiminsassen und Gäste. An die Begrüßung schloß sich ein Rund, i gang durch das Heim, das im Jahre 1895 als i Gründung des Geheimen Sanitätsrates Dr. Haug! entstanden ist und im Frühjahr vom Kyffhäusen bunt) erworben wurde. Das Thingfpiel „Der Weg ins Reich" im Rahmen der Reichsfestfpiele in Heidelberg. Arn Samstagabend fand die erste Aufführung des Thingspiels „Der Weg ins Reich" von Kuli Heynicke auf der Thingstätte des Heiligen- Berges statt. Das Werk, von Lothar Müthel eingerichtet, behandelt als Beispiel für das grofr Geschehen im Reich den Beginn neuen Wirkens im kleinen Kreis einer Gemeinde durch festes unh freudiges Zugreifen nach langem Bangen in hüben Zeiten. Ein Kämpfer, ein Abtrünniger und ein Schwankender ringen um das Volk, und roeni es auch dem Abtrünnigen zeitweise gelingt, ernt Anzahl Anhänger um sich zu versammeln, die mü ihm alles kritisieren und verneinen wollen, so tM er doch am Schluß sehen, wie auch sie ihm entlaufen und sich freudig dem Kämpfer zur Arbeit am großen Werk anschließen. Das Volk selbst wirkt mit in Gestalt der verschiedenen Chore der Mit« läufer, der Kämpfer und der großen Volksmasse. Der Schluß, der während eines Flammenspruch- die Entzündung von Feuerfäulen bringt, und in einem Hymnus auf Deutschland mit den beiden Nationalliedern der Deutschen ausklingt, war bt- sonders eindrucksvoll. Neben dem Dichter und Komponisten Georg Brunnensaat haben Lothar Müthel als Gesamtleiter und Paul Wagner, Rudolf Rith, Max Ne- metz und Hans Heßling in den Hauptgestalten das Verdienst um die ausgezeichnete Wiedergabe. Die weißen Zauberer. Schwarz und Weiß war versammelt aum Emp> fang eines englischen Prinzen in Britisch-Somali- land, einer noch sehr ursprünglichen und für Weiß« im allgemeinen gesperrten Kolonie. Nach der Am spräche setzte die Musik ein, und dann fuhr bei Himmel dazwischen — ein violetter Blitz leuchtet! auf, und gleich darauf krachte der Donner. Da wendet sich ein Neger zu feinem Freund un- fagt mit der pfiffigen Miene eines Menschen, be: die Zusammenhänge sofort erfaßt: „Es sind doch Mordskerle, diese Weißen... wii sie das jetzt wieder fertiggekriegt haben!" £ofty Ein Ufa-Großprogramm Die Arnsburg bei Tich (z.Z. Krankenhaus Laubach), den 21.3«ti 1935 4217 V Schmunzeln sieht .Völk. Beobachter". Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. 4238 A ßartotie &feöcn "nter SU verkauf, o». 42421) an den Zu erfr. i.d.Gk Meßen. Anzeig, schäftsft. d. G.9 schäftsst. d. G.A. Die glückliche Geburi einer gesunden Tochter zeigen in dankbarer Freude an Ernst Wilhelm Körniger und Frau Mary, geb. Roodhuyzen de Dries Gelegenheit 6/25 PS Cytroen-Lim.. .RM.150.- 10 45PS Adl.-Lim •steuerfr. RM.600.- 14 PS Viktoria m. Beiw. RM.600.- 1,3Lit.0pel, neuwertig RM.1925,- Sarnmlung zu verkaufen. Sehr. Einfach möbl. Simmet m. voll. Pension nel PreiSany. u. 03098 a.d.G.A. Stadttheater (Stehen Sommersvielzeit 1935. 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ItrfW S$ 4,ä0 stemM slch^A Br. 168 zweiter Blatt Eiebener Anzeiger tSeneral-Anzetger fär Gberheffenl sitz aller Schwung lind Rhythmus des Baus und ütrriefelt weich niedcrgleitend an den sanften Linien Das Statistische Reichsamt hat kürzlich in einer Untersuchung der Entwicklung des Welthandels im ersten Vierteljahr 1935 darauf aufmerksam gemacht, daß sich der Außenhandel der Ueber- deutschen Interessen sind in diesem Falle mit denen der südamerikanischen Länder völlig weitlaufend. darf, es i um den gegenseitigen letzten halben Jahre so günstig entwickelt hat, auszubauen und weiter zu steigern. Auf deutscher Seite wird sicherlich nichts versäumt werden, um den deutsch-südamerikanischen Handelsaustausch zu sör- dern und zu erleichtern. Denn in Deutschland knüpft man an die wirtschaftliche Erholung Südamerikas mit Recht große Hoffnungen sowohl im Hinblick auf eine Steigerung des deutschen Exports wie auf die Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung. Die ihr Rampe, die in ihrem Schweben kaum den Soben zu berühren scheint. Südamerika überwindet die Krise Bessere Aussichten für das deutsche Südamerikageschäst. Bei Herrn Laval zuhause. Frankreichs neue Minister Präsidentschaft im ehemaligen Palais Talleyrands Ärief unseres pariser Mitarbeii r'. sehr aufeinander angewiesen, daß man annehmen werde der richtige Weg gefunden werden, gegenseitigen Warenaustausch, der sich im Rymphenburg. Von Zlse Schmi t-W sfettdorff, Gießen. Wie die Sonne brennt! Einer Welle gleich flutet liie Hitze über den weiten Platz vor dem Schloß, läßt die weißen Mauern der Gebäude in südlicher feile aufstrahlen und legt einen bleiernen Glanz Über die vielen Wasseradern, Kanäle und Becken, l e das weite Rund durchschneiden. Aber seltsam, ias tiefe Strahlen von Sonne und Himmel trägt I in Leben in dieses Bild. Es ist mir, als ob in h efcm goldnen Licht die Stille stiller würde, als c5 ein großer Schlaf über das wirkliche Leben von Schloß und Park niedergegangen sei, von der Etunde an, da diejenigen Menschen dahingingen, für die dieser Rahmen geschaffen wurde. Was müssen das für Menschen gewesen, fein! Hub wie stark der Ausdruck ihres Lebens, denn über dem Schlaf chrer Räume liegt noch immer bis Lächeln ihrer spielerischen Heiterkeit, der Glanz ii rer selbstverständlichen Grazie und die dunkle Träumerei ihrer heimlichen Schwermut. Wie sie waren, ahnt man schon hier auf diesem Watz vor dem Schloß, der so viel zu erzählen weiß, tnb doch ist er nur eine Einleitung, ein Auftakt, b r wie in einem einzigen Akkord die Vielheit der stimmen gesammelt hält, die sich später zur Melodie verbreitern. Alles ist hier von einem südlichen Lächeln über« giänzt, ist weit, licht und frei. Die weißen Marmor- g.ittinnen, die ihr Bild im ruhigen Wasser spiegeln, sind Kinder eines selig blauen Himmels. Ihr Ant« liZ ist ganz unbeschwert, in den Winkeln der unpigen Münder liegt Locken und Heiterkeit. Sie Hissen von keiner Sunde. Das eigentliche Schloß, eine Schöpfung Barel« lis, Viscardis und Effners aus den Iah« nn 1663—1728 :ft nichts als ein Würfel, doch wie •er wichtigsten Produkte Brasiliens ist. Außerdem jst auch die brasilianische Baumwollernte ttwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Irotz dieser Hemmungen wird es der brasilianischen Regierung allem Anschein nach gelingen, die F i - a n 3 e n des Landes zu ordnen, den staatlichen haushalt ins Gleichgewicht zu bringen und dadurch 7uch die Währung zu stützen die durch die Verminde- nmg der Deviseneingänge aus der Kaffeeausfuhr ebroht ist. Im großen und ganzen geht auch die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens aufwärts, und s fehlt nicht an Zeichen fortschreitender Erholung lies Landes. Auch in einer Reihe anderer südamerikanischer Länder hat sich die wirtschaftliche Lage offensichtlich «bessert. So konnte z. B. Chile seine Außenhan« !«lsbilanz aus einem höheren Niveau aktivieren. Bute Aussichten bietet insbesondere die Kupfer- t uSfuhr Chiles, die erheblich zugenommen hat imd infolge der Besserung der Weltmarktpreise l«s Kupfers steigende Erlöse zu bringen verspricht. Ebenso hat sich die S a l p e t e r a u s f u h r Chiles auf Grund der abgeschlossenen Vereinbarungen etwas belebt. Aus Peru wird berichtet, daß die Kilberhausse anregend auf die Bergwerks- mbustrie eingewirkt habe, und daß auch eine bessere Baumwollernte in Aussicht stehe. B o l i« i i e n hat seine Zinnausfuhr trotz des lang« lauernden Krieges mit Paraguay im letzten Jahre p verdoppeln vermocht. Auch für dieses Land wird Ille Wiedererhöhung der internationalen Metall- greise große Bedeutung gewinnen, da die Zinn- msfuhr mit 80 Prozent an der Gesamtausfuhr Boliviens beteiligt ist. schwung, den der deutsch-brasilianische Handel im letzten Jahr genommen hat, zu einem Dauerzustand zu machen. Aehnliche Schwierigkeiten wie in Brasilien hat der deutsche Export auch in Argentinien zu überwinden. Sie sind im Verkehr mit diesem Lande dadurch hervorgerufen worden, daß die argentinische Ausfuhr nach Deutschland stärker als die deutsche Ausfuhr nach Argentinien gestiegen ist, und daß Deutschland nicht in der Lage war, den Einfuhrüberschuß mit Devisen zu bezahlen. Ein Ausweg aus dieser Schwierigkeit sollte aber nicht in einer Einschränkung der argentinischen Ausfuhr nach Deutschland, sondern vielmehr in einer Steigerung der argentinischen Bezüge deutscher industrieller Fertigwaren gefunden werden. Das allein entspricht den Interessen beider Länder. Deutschland und Südamerika sind so Der französische Ministerpräsident ober, um ihn mit feinem richtigen Titel zu nennen, der President du Conseil, hat vor einigen Wochen fein Amtshaus, bas Hotel Matignon, bezogen. Für bie Ar- beitsmethobe ber französischen Regierung ist das ein Ereignis von nicht geringer Bedeutung, denn bisher hatte der Ministerpräsident der französischen Republik weder einen Beamten st ad, noch eine Amts- und Arbeitswohnung gehabt, wenn er nicht zufällig neben der Präsidentschaft noch irgendein Portefeuille innehatte. Er „hospitierte" in den anderen Ministerien, die ihm auch Beamte zur Verfügung stellten, wenn er welche brauchte. Aus dieser Arbeitsweise ergaben sich naturgemäß nicht nur erhebliche äußere Schwierigkeiten, sondern der Ministerpräsident war auch mehr ober weniger von seinen Ministern abhängig. Diese Schwäche in der Stellung des Präsidenten hatte bereits Doumergue zu denken gegeben, und daher stand auch in dessen „Autoritätsprogramm" an einer ber ersten Stellen die Schaffung einer richtigen Ministerpräsidentschaft mit eigenem Haus und eigenem Beamtenstab. Dieser Programmpunkt war der einzige, den Doumergue durchsetzen konnte. Er selbst kam allerdings nicht mehr in den Genuß der größeren persönlichen Autorität, denn während im Hotel Matignon noch die Maler und Tischler und Architekten wirtschafteten, mußte er von der politischen Bühne abtreten. Flandin war also der er sie französische Premier, der ein eigenes Ärbeitszentrum hatte, wie es etwa der Wilhelmstraße in Berlin oder ber Doroningftreet in London entspricht. Das Hotel Matignon, in dem immer noch der Geruch von frischer Farbe und neuen Tapeten zu spüren ist, hat eine interessante Vorgeschichte. Sein letzter Besitzer war Oesterreich, das hier seine Botschaft untergebracht hatte, bis bei Ausbruch des Krieges bie französische Regierung das Haus in Besitz nahm. Im vorigen Jahrhundert residierten hier der Graf von Paris und vor ihm die Herzogin von Orleans, deren Vorgänger aher wohl der interessanteste Bewohner tn Filigran wir*t die Faliade und löst die (Erben- (drroere des Vierecks in em wundersames Leicht- |e n. Fenster reiht sich hier an Fenster Klein und Iiisstig w»e blinzelnde Lugen sind sie in der obersten N-jhe, vergrößern sich mit jedem tieferen Stockwerk, fingen reicheren Schmuck, wölben sich in den drei D ittcl;eiib(rn ber betben untersten Etagen zu eb- Icm Rundbogen, ber wie eine geschwungene Braue iit er den verträumten Blicken liegt. Hier sammelt Wie weit ausholende Arme strecken sich nun rechts und links die von Torbogen durchbrochenen Flügel. Immer weiter ziehen sie sich hin, verzweigen sich zu einem Komplex von Kavalierhäusern, Pavillons und Stallungen, umschließen eine ganze Welt, bie sich zu Füßen bes Schlosses schmiegt. Welch ein Leben war in diesen Räumen beschlossen, wie viele Lichtlein brannten hier, die Wärme und Atem empfingen von der einen Sonne. Schloß und Park aber bildeten wiederum eine Welt für sich, die sich jeden Augenblick von der übrigen Welt abschliehen konnte. Die Torbogen, die sich nach dem Park öffneten, konnten durch niederzulassende Gitter verschlossen werden. Der Park wurde nun zum Raum, und über feine vielverschlungenen Wege huscht und geistert ein buntes, reiches Leden. Es gab Damenkarussells, bei denen die schönen Amazonen hoch zu Roß erschienen und ihre Künste vorführten, Jagdturniere, in denen ein verfolgter Hirsch zu erlegen war, ganze Bauernhochzeiten, bei denen der Kurfürst den Wirt in Kostüm und Maske gab, Illuminationen, wo sich glühende Girlanden gleich funkelnden Edelsteinen von Zweig zu Zweig schlangen und ihr Sprühen in den ruhigen Wassern widerspiegelten. Venedig wurde hervorgezaubert, und in geschmückten Gondeln glitten die karnevalsfrohen Menschen über die Kanäle... Ich möchte wohl wissen, wie dieser Park ausgesehen haben mag, ehe er zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in englischem Geschmack umgestaltet wurde. Ursprünglich war er nach den Plänen des Schloßekbauers Effner angelegt und muß ein großes Wunder gewesen sein. Uns ist nämlich ein zeitgenössischer Bericht des Herrn von Roten- st e i n erhalten geblieben. Was er uns erzählt, klingt märchenhaft genug: „Der Garten hat 19 Springbrunnen, welche 285 Wasserstrahlen geben. Das große Blumenparterre ist 138 Klafter lang und hat viele kleine und eine sechsfache Fontäne. Das Parterre ist mit Vasen uith Duchsbaum angelegt und auf Beeten da- zwifchen stehen Blumen, welche alle Monat ge- wechselt werden. Gleich vorn stehen sechs hohe ver- gofbete Urnen, bazwischen Drachenfontänen. In den Parterren stehen 28 vergolbete Statuen, Vasen unb Urnen, an ben Spalieren 17 Statuen von weißem Marmor. Nach den Drachenfontänen folgen zwei Äinberfontänen. In der Mitte die große Florafontäne, sie ist achteckig, in weißem Marmor gefaßt. In der Mitte ist ein großer Kord mit Blumen, woraus ein mannshoher Strahl springt. Auf dem Berge stehen ein Löwe, ein zottiger Hund, des „Hotels" gewesen ist — der Herzog von Bene- vent, Talleyranb. In einem ber Schlafzimmer, ein Stockwerk über ben Wohnzimmern Lavals, hielt ber große Intrigant feine „petit levers“ ab. Höflinge, Abenteurer, Bittsteller pflegten zuzu- fchauen, wie die Diener Talleyrands Füße wuschen, der Friseur sein Haar kräuselte, der Page ihm das Hemd reichte ... Heute macht das Hotel Matignon einen nüchterneren Eindruck als zu den Zeiten Talleyrands. Die meisten Zimmer sind in Arbeitsräume für den Stab des Ministerpräsidenten umgeroanbelt worden, ber große Speisesaal ist heute Beratungszimmer für Kabinettssitzungen, und nur vier Räume haben noch die gemalten Decken und Holztäfelungen mit dem schönen goldenen Maßwerk aus der Zeit, in der das Palais erbaut wurde (um 1720). Talleyrand ließ sich bei seinem „Lever" die neuesten Tagesnachrichten und den letzten Gesellschaftsklatsch (ber vor hundert Jahren in Paris noch ein wichtiges Mittel der Politik war) erzählen. L a - oals Lever ist, in die Zeit von 1935 übersetzt, nicht viel anders; wenn er sich anzieht und rasiert, stellt er den Radioapparat an, der um 7.15 Uhr Tagesnachrichten und Auszüge aus ben wichtigsten Zeitungsartikeln roiebergibt. Diese Mor- genftunbe ist übrigens der einzige feste Punkt im Tagesprogramm eines französischen Premiers, wenigstens solange die Kammer tagt. Oft beginnen die Parlamentssitzungen nämlich schon um 9 Uhr und dauern, namentlich in „kritischen" Zeiten, bis tief in die Nacht. Der Premier kann dann noch froh sein, wenn er seine ersten Radioinformationen durch Zeitungsausschnitte ergänzen kann, die ihm in einer grünen Mappe jeden Morgen auf ben Arbeitstisch gelegt werben. Nicht selten kommt es jedoch vor, daß sich der Ministerpräsident erst in den Wandelgängen ber Kammer genauer über die politische Situation unterrichten kann ober sogar ziemlich ahnungslos im Sitzungssaal erscheint. Der größte Teil ber Arbeitszeit geht dann, wie Laval selbst einmal zugegeben hat, daDie allgemeine wirtschaftliche Erholung Südamerikas wirb in D eutschland aus guten Grünben sehr beachtet. Die sübamerikanischen Länber exportieren neben Lebenmitteln vor allem inbu- ftrielle Rohstoffe, für die in Deutschland ein großer Bedarf vorhanden ist, wenn sie i m Austausch gegen deutsche industrielle Fertigwaren, also ohne Aufwendung von Devisen erworben werben können. Wenn sich aber Sübamerika wirtschaftlich erholt, so erhöht sich damit auch feine Aufnahmefähigkeit für deutsche Jndustriewaren, bie bisher nur durch bie ungenügenbe, infolge ber Weltmarktkrise geschwächte Kaufkraft der Bevölkerung Südamerikas beschränkt wurde. Ein Austausch sübamerika- nischer Rohstoffe geaen deutsche industrielle Fertigerzeugnisse bietet also beiden Teilen die größten Vorteile. Er könnte mit der wachsenden Kaufkraft Südamerikas bedeutend ausgedehnt werden, da ber Warenbedarf unb bie Erzeugungsüberfchüffe Deutschlands unb ber sübamerikanischen Länber ein« anber ausgezeichnet ergänzen. Leiber haben bie Devisenschwierigkeiten einger amerikanischer Länder neuerdings bie Steigerung bes gegenseitigen Handelsverkehrs behindert und Stockungen im deutsch - südamerikanischen Warenaustausch verursacht. Das war insbesondere in Brasilien der Fall. Doch scheint es, daß die Hemmungen jetzt beseitigt sind und daß es gelingen wird, den Auf- drei große Schwäne, zwei Störche und viel Seeblumenkraut. Dann sind acht kleine vergoldete Berge, auf vieren davon sitzen Liebesgötter, auf den vier anderen Tritonen, welche Korallen, Perlen und dergleichen in den Händen halten. Sie sitzen auf Walfischen. Auf dem Rand des Bassins sind in der Rundung herum acht vergoldete Frösche, welche das Wasser im Bogen ausfpeien. Zu dieser prächtigen Fontäne waren 52 Zentner Blei erforderlich. Sodann kommt man wieder zu einem großen Baffin, welches sechs schuhhohe Wassersprünge in einer Reihe hat/ Bewegter und bunter war dieses Bild jedenfalls als das fjeuhae, voll schillernder Lebendigkeit, wie jene ganze Zeit mit ihrem weltseligen lieber« schäumen. Jetzt geht der Atem einer großen träumerischen Ruhe über das langgestreckte Parterre. Auch hier wieder Wasserarme, aber gerade geführt, tief in die Landschaft hineinweifend bis dorthin, wo die Grenzen dieser Welt liegen. Derschnittene Taxushecken säumen die schnurgeraden Wege. Im strengen Rund der Strahl des Springbrunnens ist fast zu lebendig für die tiefe Stille. Wohl leuchten Blumen in verschwenderischer Fülle die Rasenflächen umsäumend, bilden Teppiche zu Füßen der zahlreichen Skulpturen und reichgezierten Vasen, wohl gaukeln Falter über diesen Blüten, aber alles scheint noch wie vom Schlaf umfangen, gerade aus gewacht für eines Augenblickes Länge, bereit, wieder in tiefen Traum zurückzusinken ... Mein Schritt verliert sich dorthin, wo im Dämmern herrlicher alter Bäume kühler Schatten winkt. Im grünen Dickicht am Rande eines Seitenweges spielt der große Pan auf seiner Flöte. Ein silberquellendes Wasser sprudelt aus ben Felsen, die das Bildwerk tragen, rinnt eilig dahin, verschwindet unter den tiefhängenden Zweigen der Bäume. Versponnen in Zauber scheint ber Winkel von dem ewig alten Lied. Weiter schlängelt sich der Weg. Ueberall plätscherfs und murmelt's von Quellen, huschen Eichhörnchen durchs Geäst, äugen neugierig und zutraulich. Wieder blinkt ein Wasserspiegel durch die Bäume ... ein kleiner See. Verloren schwimmen einige Blätter auf feinem Dunkel, gleiten stille Schwäne dahin, schmiegt sich das herrliche Ebenmaß eines Monopteros in ben Blättersamt. Nun aber ist es wieder wie leises Lachen. Bezaubernb zärtlich bietet sich bie kleine Pagodenburg dem Blick, auch eine Schöpfung Effners. Dargereicht mit einer grazilen Handbewegung, in der bie Kultur von Jahrhunderten liegt. Ein kleiner Teeraum barm. f e e l ä n b e r im allgemeinen stärker erholt hat als ber Europas. An ber Spitze biefes Aufstiegs marschieren u. a. bie beiden großen fübamerita« Nischen Länber Argentinien und Brasilien. Auch die Dcutsch-Uebersoeische Bank, die sich die Pflege des deutsch - sübamerikanischen Wirtschasts- mustaufd)es zur Ausgabe gemacht hat, hat in ihrer Hetzten Generalversammlung auf die günstige Wendung in der Konjunkturgestattung ber sübamerika- Nischen Länder hngcwjesen. Am deutlichsten ist diese in Argentinien zu erkennen. Sie nahm hier (ebenfo wie in Brasilien) von einer Stärkung des Binnenmarktes ihren Ausgang. Die schwächere Getreideernte des Jahres 1934 hotte zur «Folge, daß Argentinien für feine Agrarerzeugnisse bessere Preise erhielt und feinen großen Ueberschuh an diesen Produkten glatt abzusetzen vermochte. Namentlich bie argentinischen Verschiffungen von Weizen, Hafer unb Leinsaat nahmen bebeutenb zu. Da auf diese Weise bie Kaufkraft bes ßanbes erheblich gestärkt würbe, konnte Argentinien auch mehr Waren einführen. Außerbem konnten bie in der Krifenzeit in Unordnung geratenen staatlichen Finanzen bes Landes durch Aufnahme neuer Anleihen, insbesondere auch durch eine langfristige englische Anleihe, wesentlich verbessert werden. Das Ergebnis war, 2aß Währung unb Wirtschaft schnell gesundeten. Die Umsätze auf dem argentinischen Binnenmarkt haben sich um etwa 25 Prozent erhöht. Die Aus- uhr argentinischer Waren war in ben ersten vier Monaten des Jahres 1935 um 11 Prozent höher als in dem gleichen Zeitabschnitt bes Vorjahres. Nicht so schnell unb grablinig vollzog sich der wirtschaftliche Aufschwung in Brasilien. Auch hier ist zwar eine starke Belebung des Binnenmarktes eingetreten, unb die Kaufkraft der Bevölkerung hat sich offensichtlich erhöht. Aber die Ausfuhr brasilianischer Agrar- d r o b u 11 e konnte nicht in gleichem Maße wie in Argentinien gesteigert werden. Das liegt vor allem im ber geringen Aufnahmefähigkeit • es Weltmarktes für Kaffee, ber eines Montag, 22. Juli 1935 mit hin, den Steinen auszuweichen, die die Kam- mer bei ben nichtigsten Anlassen einem Ministerpräsidenten in den Weg zu werfen pflegt. Der Segen ber Demokratie . . . Bemerkenswert unb ebenfalls neu in ber Arbeitsweise bes französischen Kabinetts ist ein riesiges Telephon mit vielen Knöpfen, das auf bem Schreibtisch des Premiers steht. Früher begnügte sich ber Ministerpräsident wie auch jedes Ministerium mit bem gewöhnlichen Amtsanschluß. 21ber fein Minister war sicher, daß seine Gespräche von seinen Beamten ober von Angestellten ber Telephonämter abgehört wurden. In ber Affäre Staviski wurden zum Beispiel systematisch Minifter- gespräche von einem Telephonfräulein belauscht, bas deren Inhalt dann gegen klingende Münze an dunkle Elemente weitergab. In aller (Erinnerung ist auch noch die Befreiung Leon Daudets, des Royalistenhäuptlings, aus dem Gefängnis, bie nur durch ein fingiertes Ministergefpräch ermöglicht wurde. Jetzt hat man endlich für direkte Leitungen zwischen den einzelnen Ministerien und zwischen den Ministerien und dem „President du Conseil“ gesorgt, so daß man vor unberufenen Lauscher»- sicher ist. Hunbfunfproflramm. Dienstag, 23. Juli. 6 Uhr: Choral — Moraenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Zeitangabe, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Prak- tische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozial- dienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus bem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtfchaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Wie sind unsere Gebirge entstanden? Eine geologische Betrachtung. 16.45: Menschen, die nicht bis drei zählen können. Ein interessantes Kapitel aus der Psychologie. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jst Europa zum Aus- sterben verurteilt? Die wahren Ursachen des Geburtenrückganges. Eine bevölkerungspolitische Untersuchung von Dr. V. Siebrecht, Darmstadt. 18.45: Zeitgenossen gibt's ... 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Ferien zu Haus. Plauderei von Anni Na- dolni. 19.50: Der Tagesspiegel bes Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Schloßkonzert in Wilhelmshöhe. 21: Orchesterkonzert des Rundfunkorchesters. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: OHL.: Berichte und Gespräche aus der Arbeit des Großen Hauptquartiers. 23: Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Mittwoch, 24. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtfchaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Der Hohentwiel. Hörfolge aus dem Hegau. Don Prof. Dr. Johannes Künzig. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit und Leben. Vom deutschen Wein. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht. 18.45: Saardienst. Auf Stellensuche ... Neue Wege der Arbeitsvermittlung. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Ewiges Volk". 20.45: Bunte Stunde. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Der große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. 22.30: „Nachtmusik und Tanz". 24 bis 2: Nachtmusik. Daten für den 23. Juli. 1532: Religionsfriede zu Nürnberg. —1562: Ritter Götz von Berlichingen in Homberg geft. (geb. 1480). — 1824: Der Philosophiehistoriker Kuno Fischer in Sandewalde geb. (geft. 1907). 1914: Ultimatum Oesterreich-Ungarns an Serbien. — 1933: Der Admiral Ludwig v. Schroeder, „Der Löwe von Flandern" in Berlin geft (geb. 1854). Sanftes Blau von Delfter Kacheln, mattes Gold am Mobiliar, gleiches Blau an Stoffen unb Vorhängen. Und darüber ein anderer Raum. Japanische Kunst schmückte die WärDe. Jst Idee ber Blüte selbst, ist tieffte, gefangene Wahrheit im Leuchten eines Lotoskelches. Wie ein Blütentraum überzieht es die Wände. Sonnenflecken liegen warm auf dem Boden... Bilder kommen und gehen... leises Läuten feinsten Porzellans, Funkeln getriebenen Silbers, Lilienduft und Rosenglut. Eine kleine ringgeschmückte Hand reicht die Tasse mit duftendem Getränk und über dem Lächeln blüht die Verheißung werbender Augen... Auf ber anderen Seite des Parkes spiegelt C u v i l l i 6 in ber von ihm erbauten Amalienburg bie ganze Welt des Rokoko... Prunk unb Verschwendung. Hier herrscht Frankreich. Gespreizt unb unerhört geschmückt funkelt der kleine Spiegelsaal. Hier klappern hohe Stöckelschuhe, schlagen Fächer- schwingen, nicken Sttaußenfedern auf turmhohen Frisuren. Die Klänge eines Menuetts erklingen. Langsam, fast ernsthaft bewegen sich die Tänzer. Kerzen knistern unb verlöschen... noch ein letztes Golbgeftmkel. Draußen wartet die Nacht. Ein dritter zierlicher Bau. Spielerische Laune müßiger Stunden. Die Badenburg. Hier ist das Bad zum Luxus eines heiteren Genießens geworben. Tändelnd verspritzen Wassertropfen, wölbt sich der Raum über träumerisch im Nacken verschlungenen Armen und dem Lächeln süßer (Erinnerung ober ahnender Hoffnung. Denn alle diese Räume wissen um die Liede. Nur für sie scheinen sie ge- schäften, von ihr sprechen sie noch heute. Die Welt ber Politik, des höfischen Sichgebens war in die Räume des großen Schlosses verbannt. Hier weht andere Luft. Hier herrscht bas Boudoir, hier wurde das Leben zur Miniatur, zur entzückenden kleinen Intimität. Nicht die Zeit unb ihr Geschehen konnte diesen Hauch zerstören. Ein Rosenschleier breitet sich für immer darüber hin. Der Traum ist so stark, daß er zur Wirklichkeit wird. Rur leise und be- hutsam waaon sich die Füße über bas Parkett. Don Jugend unb Schönheit geht ber tiefe Traum ... Und draußen die Bäume! Sie sind die gleichen geblieben. Nichts konnte ihr Leben wandeln. Herrlich und groß stehen sie da unb breiten sich schirmend über eiliges kleines Menschvnbasein. Die Wurzeln in verborgener Tiefe, die Kr^one in Blau unb Licht, burchströmt vom Leben quellender Säfte. Keine Sprache ber Wett gleicht bem Rauschen der Bäume. Unb über ihnen zittert bie Glut eines Sommertages... die! Wirtschaft 985: 986: 987: Neuerungen in der Getreidewirtschaft Pl Srantfurt Äerfln Jranffurt a. M. «Öerftn Deoi enmarfl Berlin - Frankfurt a BL 19 Juli 20 Juli Amtliche Notierung Geld | Lrief Amtliche Notierung Geld | Zrief Datum 116 A.E.«. 92,5 | 92 135 I 64 104,75 4% - 381 94 193 l »93 I Die hinter den Dresdner Bank Neidiebanl ... 0 o 12 0 0 0 0 5 9,85 5,75 39,8 38 193 0 10 5 0 0 0 17,75 18,25 87 116,5 90 92,5 92,5 189 18 28,13 18,65 87 116 90,75 92,5 92,5 188,5 119 88,75 136,25 94,25 166 88,5 34,4 294,5 176,5 155,25 153,9 110,5 118,75 114 115,75 120,5 218,75 110,25 85,9 17,75 126,5 126,5 195 ' 111 104,75 160 128,5 99,5 89,9 43,13 141,13 115,25 133,25 108,25 126 138,25 132,65 126,25 180,75 132,5 ?! S 0 86.5 18 127 126 198 64,5 115,5 118,75 87,75 94 166 33,25 294 156 116,25 121,75 219 111.5 86,5 18,13 127 126,5 198 153,65 109 117,75 114,5 218,65 110,75 85,65 18 126,4 126 195 115 118,25 88,75 136,13 94,13 166 89 32,4 175,5 157 41 140,5 115,75 132,5 108 126,5 138,25 132 125,25 179,5 133,5 104,5 111,75 110,75 102,75 131,5 98,5 89.4 65 116,5 118,5 88 94 167 33,75 294,5 176,5 155,5 0,662 41,965 0,141 3,053 54,87 47,02 12,295 5,42 16.455 168,93 20,45 0,723 5,696 61,77 49,05 11,14 63,36 81,28 34,09 10,32 2,479 18,5 29,25 20 116,25 90,5 92,5 92,5 188,4 .Fea! Wien H8 bi Buderu» 5)i*uiid)f l£rbfll ........... > iy „ Br Vc.it Ortpfflnb. 11 £ ll 6 m 111 bt; ö)i ^ulcrnttf .in' fdimibt ......... Rütgerawerke MeraligeieUichatt summe im ersten Halbjahre 1933. Die Zahl der ->°u.,ch°g Märchen b-sisillsttg. sich auch mlt^sim! K"^BeLru7gk. d. I. als Eigentum eines Verarbeitungsbetriebe» auf Lager gehalten wurden oder sonst in dessen Besitz waren. Auch Roggen Und Weizen, der von der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und fon* ffige landwirtschaftliche Erzeugnisse geliefert wird, fällt nicht unter diese Bestimmung. Auch für auslän» bischen Roggen und Weizen hat diese Anordnung keine Gültigkeit, da alle Betriebe, die ausländischen Roggen und Weizen für Zwecke der menschlichen Ernährung oder für technische verarbeiten, ver- pflichtet sind, die gleichen Mengen derselben Getreideart inländischer Herkunft von der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirt- schaftliche Erzeugnisse zu beziehen. In der Anord- nung Nr. 7, die im wesentlichen Vorschriften über den Kauf und Weiterverkauf von inländischem Getreide enthält sind die Begriffsbestimmungen festgelegt, die sich auf Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Futtergerste und Futteryaser beziehen. Es wurde Anordnung gegeben über den Weiker- verkauf und Ankauf von Fuktergelreide, weiter. hin über den Verkauf und die Veräußerung von inländischer Gerste, die grundsätzlich nur zum Zwecke der Verfütterung verkauft werden darf. Diese Vorschriften schließen mit der Bestimmung, daß der Sauf von Jnduslriegerste nur mit Erlaubnis des für den Verkäufer zuständigen Ge- treldewlrtschaftsverbandes zulässig ist. Da sämtliche Anordnungen Begriffsbestimmungen, die bis ins einzelne gehen, enthalten, ist es für die Interessenten dringend notwendig, sich Einsicht in den Wortlaut dieser Anordnungen zu verschaffen. Manskelder Bergbau .. ftofSroetfe .......... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinsiahi Bereinigte Stahlwerke. Otaoi Minen ....... Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Sdlzdetfurth FWD. Am 16. Juli 1935 wurden durch die Anordnungen Nr. 5, 6 und 7 auf dem Gebiete der Mehlgroßhandelspreise und der Kleie- preise, wie auch der Verarbeitung und Verwertung von inländischem Roggen und inländi - schein Weizen durch Mühlen und andere Verarbeitungsbetriebe von feiten der Hauptvereinigung weitere wesentliche Punkte im Rahmen der Neuordnung der Getreidewirtschaft festgelegt. In Anordnung 7 wurden Vorschriften über den Kauf und Weiterverkauf von inländischem Getreide erlassen. Die Mehlgroßhandelspreise werden für Roggenmehl mit Wirkung von 15. August 1935 und für Weizenmehl mit Wirkung vom 15. September 1935 ab neu festgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben die z. Zt. gültigen Preise unverändert. Das gleiche gilt entsprechend für die Kleiepreise. Die Anordnung Nr. 6 enthält die Bestimmungen, daß Mühlen und andere Verarbeitungsbetriebe für Zwecke der menschlichen Ernährung oder für ted)= nische Zwecke nur solchen inländischen Weizen erwerben und verarbeiten dürfen, der in Verbindung mit der entsprechenden Art und Menge von Kontingentsmarken geliefert worden ist. Jedoch gilt diese Vorschrift nicht für das in Lohn- und Umtauschmüllerei für Erzeuger und Deputatsempfänger für deren eigenen Bedarf verarbeitete und getauschte Brotgetreide, weiterhin nicht für die Mengen Roggen und Roggenmenggetreide, die bis zum 31. Juli 1935 als Eigentum eines Verarbeitungsbetriebes auf Lager gehalten wurden oder sonst in dessen Besitz waren, auch nicht für die Mengen Weizen oder Weizenmenggetrerde, die bis zum 15. August obe Sm aud pell wer mal W oro 9,8 5,6 40,5 bnriünft., o!o Komm Cbl.VI Slrucrautf-t Frir-tnunnor. 3ä 30 gibt Auskunft: Der Wortlaut der neuen Danziger Verordnung über den Zahlungsverkehr mit dem Auslande. Barauszahlung von Warenlieferungen nach Anordnung W 16 der Ueberwachunasftelle für Wolle und andere Tierhaare (Staffelung der Mengenprämie für Ausfuhraufträge). * Antragszugang bei den öffentlichen Lebensoersicherungsan st alten. Im ersten Halbjahr 1935 wurden bei den im Der- band öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen 18 Anstalten 140 689 Anträge mit 139,9 Millionen Mark Versicherungssumme gestellt, gegenüber 80 796 Anträgen mit 121,3 Millionen Mark Versicherungs- summe im ersten Halbjahr 1934 und 65 560 An- trägen mit 92,7 Millionen Mark Versicherungs- O| 104.75 *! 112 Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen ta fli ti! oi de ' Cbave ’jiccumuiatoren-Rabrtf Conti-Gummi . .. Oer Mann im Mond und seine Genossen Deutungen des Mondgesichtes in aller Welt. 23cm Dr. Jürgen Schäfer. der Hal irq fäd un Kii roi ich Hu keil öii irni der um 4 desgl. vtm r.'i 1 5% nl';V',l 0011 99 4% I ürfiidie 'M'goavbann Anleihe .. • 116 .5 - . O - 12 219 B’/i 111,25 0,662 41,965 0,141 3,053 54,87 47,01 12,295 5,42 16,45 169,07 20,45 0,723 5,696 61,77 49,05 11,14 63,37 81,28 34,08 10,33 , 2,481 Banknoten. s "Dür 153,9 I 153,65 235 ! 234 110,5) 109,5 119 117,75 114,5 1 114 Hamburg.Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff Norddeutscher Lloyd A-G für Verkehrswesen Akt. . Berliner Handel rgelellfchast .. Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft. den Mond erhöht wurde, immer einsam sein? So werden dem Mondmann dort oben denn auch die verschiedensten Gefährten gegeben. Zunächst erhält der Mann vom Mond eine brave Frau, und wer genauer hinblickt, der kann sogar deutlich erkennen, daß auch schon ein kleiner Knabe dort oben herumtollt. In der linken Gesichtshälfte des Mondes, vom Standpunkt des Betrachters also auf der rechten Halbfläche, erblickt man einen schönen Frauenkopf im Profil. „Man sieht diesem Frauenkopf", so berichtet ein Alleswisser, „auf die linke Wange, sodaß die feingeschwungene Nase, die infolge der schönen Kopfhaltung etwas nach oben gerichtet ist, etwa in der Mitte der Mondscheibe liegt ... Nun ist diese Frau aber auch eine zärtlich liebende Mutter, denn auf der rechten Seite des Gesichts des Mannes im Mond, von ihrem Standpunkte aus gesehen auf der linken Mondscheibe, zeigt sich, sobald man den Frauenkopf gefunden hat, der Kopf eines pausbäckigen Knaben mit vollem krausem Haarwuchs, der sich an den Frauenkopf anschmiegt." Aber was bedeutet diese kleine Mondfamilie gegenüber einer Deutung des Mondgesichts als der Dar- 91,5 93 I 119 118,75 - 1351 - summe nicht so stark gestiegen ist. Irn Monat Juni 1935 allein sind 19 289 neue Anträge mit 20,3 Mil- lionen Mark Versicherungssumme eingelaufen, gegenüber 12 585 Anträgen mit 20,4 Millionen Mark Versicherungssumme im Juni 1934 und 9332 Anträgen mit 14,6 Millionen Mark Dersicherungs- fumme im Juni 1933. Die durchschnittliche Versicherungssumme beträgt in der Großlebensoerfiche- rung 3605 Mark und in der Sterbegeldoersicherung 246 Mark. Rhein-Mainische Börse. Tendenz schwächer. brankfurt a. llll., 20. Juli. Auch die Wochenschlußbörse wurde von den Vorgängen am Markte der Sckiffahrtsaktien beherrscht und verkehrte auf fast allen Gebieten des Aktienmarktes in weiterhin schwacher Tendenz. Das Angebot war allgemeiner, teilweise waren die Beträge größer | (rxfrlufjf Mittag» bSrse 20 7 Schlußs. Mittag» bdrfe 20 7 ' Dies 'Wag PHUlvv Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cemenrwerk ftadftabt.. Betula Gleftt Liesen,ngdgeleUschaft ' Virtu und Kran gv Stellen ä Guilleaume o eselUch.s.Elekrr.Uniernehmuna. 5 Siheiniidie Elektnziiai ...... 5 dibefn ÄeUs Sleftr......$ Sclmcken & (£u a * 4 Lieiucns L Halske...........' 7 LahmeuerLCo 7 Schluß» kurs 19 7 Schluß» für«' 19 7 Schluß» fürs 19 7 als an den Vortagen, während anderseits kaum Aufnahmeneigung bestand. Im Durchschnitt stellten sich Rückgänge von 0,5—1 v. H, ein. In Schifffahrtswerten war das Geschäft lebhaft: zunächst wurde das herauskommende Angebot zu ziemlich behaupteten Kursen weggenommen, nach den ersten Kursen wurde der Verkaufsdruck stärker, insbesondere bei Nordd, Lloyd, aber auch Hapag waren annähernd so stark angeboten wie gestern. Hapag setzten mit 18,5 unv. ein, Nordd, Lloyd notierten mit 19—18,5—18,75 (19,60). Schwach lagen auch andere, niedrig stehende Werte, bei denen noch eine Sanierung zu erwarten ist. So gingen AEG. auf 41 (42,60), Laurahütte auf 21,50 (22,50) und Westdeutsche Kaufhof auf 33 (33,75) zurück. Schwächer lagen ferner Chemiewerte bei Rückgängen bis zu 1 v. H. Elektroaktien bröckelten zumeist bis 0,50 o. H. ab, etwas fester lagen Lahmeyer mit 132,50—133 (132). Montagaktien lagen uneinheitlich, aber überwiegend von 0,5—1 v. H. leichter. Ilse Genuß zogen jedoch 2,5 v. H. an. Kunstseideaktien verloren bis 1 v. H., ferner Moenus Maschinen 0,75 o. H., Zellstoff Aschaffenburg 0,5 v. H. Der Rentenmarkt lag sehr still und meist nur knapp behauptet. Altbesitz verloren 0,36 v. H. auf 112, späte Reichslchuldbuchforderungen 0,13 v. H. auf 97. Zinsvergütungsscheine und Kommunal- Umschuldungsanleihe blieben etwa behauptet. Industrie-Obligationen bröckelten bis 0,25 v. H. ab. Im Verlause schrumpfte das an und für sich geringe Geschäft auf ein Minimum zusammen, und die Aktienkurse bröckelten zumeist weiter ab, so AEG. auf 40,50 nach 41, Stahlverein auf 85,25 nach 85,65, Scheideanstalt auf 234 nach 234,50, Metallgesellschaft auf 114 nach 114,50, Deutsche Erdöl auf 111 nach 112 usw. Dagegen blieben Reichsbank gefragt und zogen auf 189,25 (188,90) an, auch IG. Farben lagen mit 153,65 verhältnismäßig behauptet. In Schiffahrtswerten blieb die Umfafctäfigfeit bei schwankenden Kursen lebhaft, doch überwog ziemlich starkes Angebot, so daß Hapag auf —17,25 bis 17,7.5 Brief (18,50) und Norddeutscher Lloyd auf 18,25 Brief (18,75) nachließen. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Juli. (Vorbericht.) Auftrieb: 723 Rinder, darunter 53 Ochsen, 67 Bullen, 362 Kühe, 241 Färsen, 484 Kälber, 27 Schafe, 3486 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 42, Bullen 38 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen 32 bis 42, Kälber 30 bis 60, Lämmer und Härnmel 37 bis 38, Schweine 40 bis 54 Mark. — Marktbericht: Rinder sehr lebhaft, Kälber, Hammel und Schafe ruhig, Schweine lebhaft. Schwelnemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 22. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 452 Stück aufgetrieben, darunter 320 Händlerschweine. Es wurden bezahlt für sechs bis acht Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark, acht bis zehn Wochen alte Ferkel kosteten 26 bis 30 Mark, für Läufer wurden 35 Mark erzielt. Der Handel war schleppend, es verblieb ein Ueberftanb von 180 Ferkeln. Dalum 4% desgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 4V,9i>Rumän.vereinh.Renlev.lSiS 4% Rumanillbe vercinh. Rente . 214% Anatolier ............... Schlull» lur» 19 7 Schluß!. Abend» bSrle 20 7 112,9 I 111,75 64,9 P Schluß. Adend- börf. 20 7 „A Hein? ,,(E Sie Hieben k FH H öa t-Äei M I $err" 4(1 Hfolinb 4, p ; ..Ci „ile NrZ : „Jß ; „3d | ,Un „Slcl „Äei f.Siti LGie •Sillas n Weber Mondgehoimnis. „Früher leuchtete der Mond ganz so wie die Sonne", berichtet es. „Do kam ein kleiner Vogel, den das Helle Licht ärgerte. Er nahm aus einer Pfütze Schlamm in feinen Schnabel, flog damit gegen den Mond und warf ihm den Schlamm ins Gesicht. Und diese Flecken sind bis auf den heutigen Tag sichtbar geblieben." Aber warum fall denn jenes geheimnisvolle Ge- !ch°pL_im Eut-n ober Bosen für alle Z-iten^n ; fa^e verdunkelten Mond symbolisierte. Auch eine ; Kröte wird dort oben oft im Nachthimmel gesehen, i wobei geheimnisvolle Zusammenhänge zwischen I Wasser und Mond hergestellt werden. Alle dreibeinigen Tiere sind Mondwesen, und ein breibeiniger 1 Hase oder eine breibeinige Kröte sind geradezu I ideale Mondtiere. Schließlich fehlt es auch nicht an i Pflanzen, die dort oben wachsen sollen. Wiederum i ist es die geheimnisvolle Anziehungskraft des Mondes, die nach einem Märchen aus Hawaii einen Baurn zum Himmel emporhob, dessen Zweige noch ! heute deutlich in der Mondscheibe zu erblicken sind. Die Bewohner von Sumatra sehen in den Mondflecken deutlich die Umrisse eines Feigenbaums, und die Chinesen glauben einen Zimtbaum erkennen zu können, den sie in vielen Liedern und Gedichten wundersam besingen. Sind wir um vieles klüger, die wir von Mondgebirgen wissen und mit unseren Teleskopen immer näher an bas geheimnisvolle Gestirn heranrücken? Der Monb müßte seinen geheimnisvollen Glanz verlieren unb für immer aus unseren Nächten verschwinden, wenn die Märchen über den Mann im Mond verstummen sollten. Oatun 6% Teut|ff»e Reichsanleihe v. 1927 *% Tcutrdif ReichimU oon 1934 bi-2% D^ing-Anleihe »vv >930 . Teuijche Aul.-Adlvi.-Schuld mit Aurich. Rechten 4*/t°o Teil?»die Relch»l'oslichatzan. weil«»g«» mm 1931. I..... 6% ehem.ch%. -.SiHbftaal 1929 (Türf^.iblb l'^’o) 4%% fhvm. Hcßlfche Paflbc*banl Tarnistum (Aijle R i > iVt“.. ehe ui i'eii ».'aiiües-Hnpo. lbe(enbdnj T-hc Nc»:n:n eammclflbl. An leibe 3*'Ut )11vuv.- 5hu<» -'b-.ii r."n Rbeinifche Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deschlosjenen Dividende an. - Reichsdankdiskont 4 vH.. Lombardzinsfuß 5 v H. 8erIIn, 20 )ull ämerUaniiche Note«.............. Belqilche Noten Dünifche Noten Engliiche Noien Franzöfjjche Note« ..... Hollandljche Noten Ilalienifche Noien * Nvrniegijche Noten .............. Deuifch cesterreich, * 1OO SchMkg Numünifche Noien ............ , Schwedifche Norea ..1... Schweizer Noten......... Svanilche Noten................. Ungariicde Korea .......... ^ranffar# a.M 8erl»n Schluß» lurd Schluß,. Abend. dörs Schluß» turs d)lu6r. Mittag- börik 19 7 20 7 19 7 20-7 100,25 100,25 100,4 100,5 97,75 98,5 98,13 98,65 103,9 103,9 — 112.4 112 112,65 112,4 100,3 100,2 100,1 100,65 97,25 97,25 97,25 97,25 96,4 96,4 96,4 — 100,9 100 8 — — 93 93 — — 128,5 128,5 - — 116 116 116 116 96,5 96,5 — — 101,4 101,13 — — 101,9 101,9 101,75 101,5 37 97 97 — 97 97 97 _ 107,3 107,3 107,3 107,3 32 32 32 — 1,7 ',7 - 10,5 10,6 10,6 10,75 10,5 10,7 - 10,7 10.6 10,5 - 12,6 12,3 12,5 12,25 — - Selb 8rW ' 2,427 41,72 2;447 54,71 54'S? 12,23 12'” 16,37 16'” 168,17 168'" 19,86 19'85 61,44 61 '94 63,02 63 "Z. 80,89 81 33,67 -V. V — Ur. 168 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (Srn«al-Amelq« für GderheHen) Montag. 22.3nlt 1055 Aus der Provinzialhauptstadt bc» 1 l v X. „wmic jui jicituie uun v^vecmager ,tur ziur= 1. Bei der Neuaufnahme der Studierenden wird I führung kommen. Statt dessen hat die Intendanz die Noch 3X24 Stunden 2. bic Wände der Kapelle werden mit einem neuen > Verputz versehen, auf den nach genügendem Trock- ich bin ja Ihr Gast/ Veiler- Weiterung von ur jun en darf, mmung, mit Legen töe- Die deutsche Rrbcirofront N.9.-0cmeinftttaftKraft durch frcuöc' dauert die Mtglieder-Werbeaktion 1935 der NLV. Deutscher Volksgenosse, deutsche Firma! Euer Dank für die Leistungen des Nationalsozialismus ist die pflichtbewußte Mitarbeit am Aufbau unseres Vaterlandes. Und diese Mitarbeit erfordert auch eure Mitgliedfchaft in der „Bitte — ich bin ja Ihr Gast." Sie schwieg, schien ein wenig verstimmt. Matthias wußte ebenfalls nicht, den verlorenen Faden lliever aufzunehmen. Sie fuhren eine halbe Stunde, ein Irrtum, den Sie sofort einsehen werden. Ich wollte mir einen Wagen kaufen. Ich ging darum jeden Tag auf die Landstraße, die an unserem Gut vorüberführt, und hielt jeden Wagen an, der mir gefiel, um darin Probe zu fahren. Finden Sie nicht auch, daß man so den wirklichen Wert eines Autos viel besser kennenlernt, als wenn ihn die Fabrik vorfährt? Und wenn ich Ihnen jetzt gestehe, daß ich mir den gleichen Wagen wie den Ihren gekauft habe, so werden Sie vielleicht die kleine Genugtuung für Ihre Liebenswürdigkeit empfinden, die ich Ihnen damals nicht geben konnte. Denn Probefahrten sind doch umsonst, lieber Freund Matthias, nicht wahr? Und wie ich Ihre Adresse durch Ihre Autonummer erfuhr, so können auch Sie mich durch meine neue Autonummer, IIB 11530, leicht finden, vorausgesetzt, daß Ihnen ein Wiedersehen ebensoviel Freude machen würde wie Ihrem kleinen Autogast Christa." am Mittwoch, 24. Juli, nicht das vorgesehene Lustspiel „Sonne für Renate" von Cbermayer zur Auf- i)t) Aus- ' Bullen, iafe, 348ß Men 38 Kälber Schweine sehr leb- Schweine betrieb 1 n tefteo btt von utfo |oih tert wirt, ir auslän- inortmunj ^ländischen endlichen iten, oei- Hben Gn 8eichsstelle landwirt- ?r Anort- iften über schem (Sengen fest' ite, ßaser. Kätzen am Schützenh-aus; 21 bis 22 Uhr, Reiten, Elschule Schombs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die törichte Jungfrau". Oer Ahnennachweis an Fachschulen. Wegen des Ersatzes dieser Bilder ergeht noch sondere Verfügung. Naturschutz während des Schullandheim-Aufenthalts. heutigen aufgctric urden bc- ■e 22 big l kosteten Mark erblich ein ,11 nb wie alt bist du, Christa?" „Achtzehn. Sie dürfen also ruhig Sie sagen/ „Verzeihung." von der Schulleitung der Neuaufzunehmende veranlaßt, den Ahnennachweis der Reichsschaft der Studierenden an den Deutschen Hoch- und Fachschulen auszufüllen und die urkundlichen Belege für seine Angaben vorzulegen. Die urkundlichen Belege sind ihm hierauf wieder zurückzugeben. Der Schulleiter bestätigt die ordnungsgemäße Prüfung derselben und die Richtigkeit der Angaben im Ahnennachweis im Feld „Anmerkungen" in der linken unteren Ecke des Formblattes. Bei Semesterbeginn übergibt der Schulleiter dem Fachschulschaftsführer die gesamten Ahnennachweise der Neueingetretenen zur Verwahrung und zum Verbleib. Ich verpflichte jedoch die örtlichen Fachschulschaftsführer, dem Schulleiter jederzeit Einsicht in die Ahnennachweise zu gewähren. Eine Prüfung der ordnungsgemäßen Aufbewahrung durch die Fachschul- schaften behalte ich mir vor. Bilder in der Schule. jl.83 F ’S-’5 94 mmungen, es für d'i Ansicht >» chassen. Sie sagte mit tiefem Ernst: „Ein Fahrer soll während der Fahrt auf seinen Wagen aufpassen und sich nicht mit jungen Damen unterhalten."' „Auch dann nicht, wenn die junge Dame sehr schön ist?" „Dann erst recht nicht. Denn die junge Dame legt Wert darauf, schön zu bleiben und nicht mit zerschnittenem Gesicht oder einer Beule in ihrem hübschen Kopf den Weg fortzusetzen." „Aber wenn er ein sehr guter Fahrer ist und die Dame ihm sehr gut gefällt?" „Es geschieht schnell ein Unglück." Matthias verlangsamte die Fahrt. „Fahren wir noch immer zu schnell dazu?" „Ja." „Und wenn ich halte?" „Dann dürfen Sie mir sagen, was Sie wollen." Er brachte den Wagen sofort zum Stehen. „Jetzt darf ich Ihnen sagen, was ich will, Christa?" „Ja. Jetzt dürfen Sie alles sagen, was man so einem kleinen Mädel sagt, das man ein Stück in seinem Wagen mitnimmt. Denn jetzt steige ich aus." Ehe Matthias noch recht verstand, hatte sie die Tür geöffnet und lief davon. Er sah ihr lange nach. „Schade", dachte er, „wirklich schade!" Und man wußte nicht, ob er damit ihr oder sein Benehmen meinte. ♦ Eines Tages sah Matthias seinen kleinen Autogast wieder. Christa saß in einem weißen Kabriolett neben dem Fahrer. Und wieder trug sie ihr zerdrücktes rotes Kleid und wieder hatte sie einen Strauß Wiesenblumen im Arm, und wieder sah man auf dem Gesicht des Fahrers eine kleine Hoffnung. Matthias winkte beim Dorbeifahren hinüber und verspürte wenig von der Kollegialität der Männer. Aber als hätte es nur der zweiten Begegnung bedurft, um an Christa erinnert zu werden, wie ein hartnäckiger Gläubiger kreuzte Matthias jeden Tag die Straße um jene Stelle, wo er vor Wochen Christa, das arme Mädel in dem roten Kleid, in seinem Wagen aufnahm. Er sah sie nicht wieder. ' ab, |o "I 85,25 । 234.50, Md), blieben (188,90) Wni$« »lieb die Irdhch, jo doh A und <5) nach. ojn__ iull___ — 1—Ä 41985 0,141 3,0g 54,67 47,02 12,r»5 5,« 16455 168,93 20,45 ,723 5,696 61 ,J 49, 1>." 63,g 81'S 34,03 10,32 und ,^en ich bisher noch nicht auf Hen Schutthaufen »abe werfen können, weil er doch „vielleicht" irgendwie einmal „noch zu gebrauchen" ist! Tat- !achlich ist er überhaupt nicht mehr zu gebrauchen «nd der Grund, weswegen ich ihn behalte, ist die Lmderzeit, an die mich dieser Kasten knüpft. Und wie man seine Kinderzeit nicht wegwirft, so werfe ch auch diesen Kasten nicht weg. Oder da liegt ein iJundehalsband. Ach, wie lange schon haben wir leinen Hund mehr! Aber vielleicht werden wir mal lieber einen haben! In Wirklichkeit ist es die Er- nnerung an den possierlichen „Buschibu" (so hieß !-r Liebling der Familie!), die mich hindert, das mmoberne, halb zerrissene Halsband fortzuwerfen. Und so geht's in der Werkstatt, so geht's auch in der Ecke beim Kaninchenstall zu! Zum richtigen Ordnen, zum wahrhaftigen Sichten all der vielen 1 rimsframereien kommt es nie. Immer fällt uns ttroas anderes ein oder auf, das uns vom Ordnen ibjäü. Wenn wir ganz ehrlich fein wollen, dann nüffen wir zugeben, daß es nach dem Ordnen meist roch unordentlicher in unserer Rumpelkammer aus= seht als vorher! Inzwischen aber ist der Urlaub, sind die Ferien, snd die freien Tage abgelaufen. Mit der Ruhe eines Philosophen packen wir alsdann alle unsere Siebensachen wieder in die Schieblade oder stellen sie ? in: die Ecke bei dem Kaninchenstall. Mit dem festen fernen Vorsatz allerdings, im nächsten Urlaub, d»nn aber wirklich — in unserer Rumpelkammer oufzuräumen ... Dr. By. vornokizen. — Tageskalender für Montag: NSG. Fräst durch Freude": 18 bis 19.15 Uhr: Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbadevereins; U bis 20 Uhr Tennis auf den städtischen Tennis- Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung, Abteilung II — hat den unterstellten Behör- )en den nachstehenden Erlaß des Reichs- und Preu- zischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zur Kenntnisnahme und Beachtung mitgeteilt: 3n vielen Schulen werden heute noch Bilder unserer germanischen Vorfahren als Wandschmuck verwendet, die dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaft und unserer Erkenntnis über das Wesen des Germanentums in keiner Weise mehr entsprechen. Auch das das Germanentum betreffende Anschauungsmaterial ist größtenteils so veraltet, daß es nicht geeignet ist, den Kindern ein wahrheitsgetreues Bild von der germanischen Kultur zu übermitteln. Es wird daher angeordnet, daß un- geeignete Bilder aus den Schulen entfernt werden. Bitte—nehmen Sie mich mit! Don 3o Hanns Rös er. Plötzlich stand em Mädchen mitten auf der Land- (t aße. Sie stand da wie ein kleiner zerzauster fogel im Wind. Ihr rotes Kleid war zerdrückt, die Füße steckten in niederen Sandalen und ein Strauß Sriefenblumen hing ihr am Gürtel. Als der schwere Lagen näher kam, hob sie die Hand. „Bitte — nehmen Sie mich mit!" „Wohin wollen Sie denn fahren, kleines Fräulein?" .Ein wenig geradeaus, wenn ich darf." ^Gern. Steigen Sie ein." sie kletterte in den Wagen und nahm vorn nejen dem Fahrer Platz. I »Christa heiße ich", sagte sie, „ich bin sehr froh, iog Sie endlich gekommen sind. Ich bin todmüde, ich warte schon drei volle Stunden." »Kein Wagen hat Sie mitgenommen?" »Ich habe keinen darum gebeten." 1 »Warum nicht?" i »Es waren lauter kleine und schäbige Wagen, Jjttrr." $r lachte amüsiert. . -Ach, Sie fahren also lieber in einem Acht- Mnder?" _Wnrum nicht? Wenn man die Auswahl hat!" Sie räkelte sich behaglich zurecht, besann sich auf il)i2 Blumen und sah sich suchend im Wagen um. /Eine Blumenvase hat der Wagen wohl nicht?" .Leider nein, kleines Fräulein." /Schade. Aber sagen Sie nicht immer kleines friulein zu mir." .Wie soll ich denn sagen?" ,Jch heiße Christa." ohre ein Mort zu wechseln. Ruhig lag der Wagen ■uf der Straße, seine neunzig Kilometer waren ■Id)* zu spüren. .Sie fahren wohl sehr gern Auto?", begann Matthias. Qljrijta schwieg nach immer. Sie starrte geradeaus auf die Fahrbahn. .Haben Sie mich nicht verstanden, Christa?" „Doch." „Warum antworten Sie mir nicht?" darum ersuchen, daß der Frau die Erstattung des Fahrgeldes erlassen werde. Zunächst sollte sie sich bei ihren Verwandten von dem ausgestandenen Schreck erholen, um dann wieder die Rückreise anzutreten, deren Kosten er einstweilen vorstrecken werde. Die Direktion ließ verlauten, man wolle auf die Erhebung des Reisegeldes für Hin- und Rück- fahrt unter diesen besonderen Umständen verzichten. So machte die Frau schließlich eine Serienreife von über zwölshundert Kilometer — mit einer Bahnsteigkarte. Oie fatale Aehnlickkeit. Der 1925 verstorbene, berühmte Maler Lovis Corinth war unbestechlich in seiner Kunst und ließ sich durch nichts zu Beschönigungen und anderen Zugeständnissen bewegen. Einst, als er schon auf der Höhe seines Ruhmes stand, erhielt er von einem reichen Kaufmann einen Porträtauftrag. Dieser Mann war nicht gerade eine griechische Schönheit, Corinth aber brachte ihn auf die Leinwand, ohne auch nur etwas an dem Aussehen schmeichlerisch zu ändern. Nach der Ablieferung des Bildes wurde der Meister gefragt, was denn die Familie des Porträtierten zu dem Bilde gesagt habe. Corinth sagte schmunzelnd: gemeint haben sie alle." „Geweint? Man sollte doch meinen, sie hätten sich gefreut?" — „Nee", antwortete Corinth, „jeweint haben sie und jefagt, daß sie ja nich jewußt hätten, daß ihr Vater so aussieht." Zeitschriften. — „Handarbeiten aller A r t" (Sticke- reienund Spitzen), Heft 7, 35. Jahrgang, Verlagsanstalt Alexander Koch GmbH., Stuttgart. Einzelheft 1,80 Mark. Jahresbezug 8 Hefte bei vierteljährigem Bezugspreis 3 Mark. In dem Heft wird alte und neue Handarbeitskunst nebeneinandergestellt. Aus dem Wunsche heraus. Wertvolles der Vergangenheit befruchtend auf unsere handwerklich neu erblühende Zeit wirken zu lassen, führt man eine Reihe schönster alter Motive in Kreuzstich- und Gobelinstickerei vor, die dem Schatze deutscher Museen entnommen sind und zum Teil bis ins vierzehnte Jahrhundert zurückreichen. Die Verwertung verschiedenster Wollarten ist dabei ebenso interessant wie Form und Technik. Geschmackvolle neuzeitliche Leistungen In Kreuzstichtechnik werden neben Hand- weberei. Filet- und feinster Häkelarbeit vom Staat lichen Handarbeitsseminar Darmstadt (Eleonoren- schule) gezeigt. Don ganz besonderem Reiz sind die reich gesteppten und bestickten Decken von Ina von Ä«rWrff‘Berlitfc nen ein dem Zweck des Gebäudes entsprechender neuer Farbanstrich aufgebracht werden wird. Die Erneuerungsarbeiten, die noch etwa drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen, werden von der Firma Gebr. Nicolaus ausgeführt. Die Kosten der Neu- Herrichtung belaufen sich auf rund 2500 Mark. Die Trauerfeiern finden während der Jnstandsetzungs- zeit im Vorhof der Friedhofstapelle statt. ♦ ** E i n Sechsundsiebzigjähriger. Am vergangenen Samstag konnte Herr Martin Fischer, Bahnhofstraße 69, seinen 76. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist seit 45 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Geschäftsjubiläum. Am Dienstag, dem 23. Juli, kann der Friseurmeister Otto G a t h, Bahnhofstraße 62, sein 25jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Herr Gath ist an diesem Tage auch seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Straßensperre. Auf der Reichsstraße Alsfeld—Lauterbach wird die Strecke Brauer- fchwend — Reuters wegen Ausführung von Kleinpflasterarbeiten von heute ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Hergers- dorf—Wallenrod. ** Weihnachtsfeiern und Elternabende der Schulen nicht genehmigungspflichtig. Don zuständiger Stelle wird darauf hingewiesen, daß die Schulen für die Veranstaltung der üblichen Weihnachtsfeiern, Elternabende und dgl. nicht der Genehmigung der Reichsmusikkammer, Reichstheaterkammer usw. bedürfen. ** Fahrbahn - Verbreiterung in der FrankfurterStraße. Inder äußeren Frankfurter Straße wird gegenwärtig, von der Schubert- straße ab in Richtung nach Klein-Linden zu, die Fahrbahn auf der östlichen Seite um etwa 2 Meter Breite erweitert. Bei dem starken Fährverkehr, der sich über diese Hauptdurchgangsstraße abwickelt, ist diese Erweiterung der Fahrbahn zu begrüßen. Für i den Fußgängerverkehr kommt dabei keinerlei Nach- ! teil in Betracht, da der für die Fußgänger verblei- bende Geländeteil immer noch breit genug ist, ferner die Fußgänger in der Hauptsache die westliche Seite der Straße benutzen. ** Auffälliges Verschwinden von Katzen. In der jüngsten Zeit sind aus Häusern im Seltersweg, in der Löwengasse und in Teufelslustgärtchen kurz hintereinander verschiedene, zum Teil sehr wertvolle Katzen verschwunden. In der Hauptsache scheint man es auf besonders schön gezeichnete und gut gepflegte Tiere abgesehen zu haben. Die Besitzer bedauern den Verlust ihrer Tiere sehr. Wer sich der Tiere bemächtigt, konnte bisher nicht festgestellt werden, es wird aber vermutet, daß hier ein Rohling sein Unwesen treibt. ♦* Kein Wasser unmittelbar nach Gurken! Gegenwärtig ist wieder die Zeit des Gurkensalats. Es ist eine erquickende Speise, die uns dieses Gemüse bietet. Vielfach wird aber noch die Unvorsichtigkeit begangen, unmittelbar auf Gurkensalat Wasser zu trinken. Davor sollte man sich hüten, denn unmittelbares Trinken von Wasser auf Gurken kann die schwersten gesundheitlichen Störungen nach sich ziehen. Ebenso wie bei dem Genuß von Kirschen sollte man auch nach dem Genuß von Gurken wenigstens 2 bis 3 Stunden vergehen lassen, bevor man Wasser trinkt. ** Freie Lehrer st ellen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ober-Rosbach, Kreis Friedberg. Die Dienstwohnung ist am 1. Oktober beziehbar; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Unter-Sensbach, Kreis Erbach. Schöne Dienstwohnung ist vorhanden und sofort beziehbar. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. Oie SA. im Reichswettkampf. LPD. Die Presseabteilung der SA.» Gruppe Hessen schreibt uns: In allen Einheiten der SA. herrscht ein emsiges Treiben. Mit doppeltem Eifer werfen sich die SA.» Männer nach des Tages Arbeit in den Dienstanzug, um zum Dienst zu eilen. Häufiger als sonst kann man sie nachher zusammen stehen oder sitzen sehen, in eifriger Unterhaltung. Geschäftig sind Sonder- trupps bei geheimnisvollen Vorbereitungen, und wenn man mit ihnen hinaus geht und ihnen zusieht, da werden im Gelände Hindernisse gebaut, Sperren angelegt, Reiserberge geschichtet und Wassergräben mit schlanken Baumstämmen überbrückt. Und die anderen trifft man, wie sie zwischen der Arbeit oder in der Freizeit Sonntags, im Strandbad oder im Walde eifrig in mitgebrachten Büchern studieren. Es geht um den Reichswettkampf der SA. Der Führer hat diesen Wettkampf befohlen, in dem die charakterliche Haltung wie der körperliche und geistige Leistungsstand eines jeden Sturmes einer Prüfung unterworfen wird. Immer bessere Stürme werden sich vorarbeiten aus den Bereichen der Sturmbanne, der Standarten, Brigaden und zuletzt der Gruppe. Die besten Stürme des Reiches treten vor dem Führer in Nürnberg auf. Man versteht, wie ein solcher Reichswettkampf der SA. der letzten Anstrengung eines jeden Einzelnen wert ist, und daß jeder versucht, aus sich herauszuholen, was nur möglich ist. Das ist es nämlich: Stürme werden geprüft, aber jeder Einzelne ist für den Erfolg verantwortlich. Jeder Einzelne nämlich wird nach seinen Leistungen auf allen Gebieten gewertet und wird mit der Höhe aller seiner gewonnenen Punkte mitentscheidend sein für die Gesamtpunktzahl seines Sturmes., Da verlangt das eiserne Band der Kameradschaft von jedem das Letzte, denn wer möchte daran schuld sein, wenn sein Sturm schlecht abschneidet. Die erste Prüfung liegt auf dem Gebiet der weltanschaulichen Schulung. Diese ist nicht umsonst an den Anfang gestellt worden. Das fanatische und bedingungslose Einsetzen der SA. für die Person und die Ziele des Führers steht und fällt mit der weltanschaulichen und charakterlichen Festigung. Nicht nur das ist das Ziel, daß auch der letzte SA.-Mann jeden Befehl des Führers blind ausführt, sondern daß er auch mit seinem Fühlen und Wissen, mit seinem Herzen und seinem Verstände ganz der Idee und dem Führer gehört. So legt die weltanschauliche Prüfung des Führers Buch „Mein Kampf" zu Grunde und verlangt von jedem den Nachweis, daß er aus den Lebenserfahrungen und Entscheidungen des Führers nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch mit klarer Erkenntnis das Geschehen unserer Zeit zu beurteilen und den Kampf für Deutschland zu führen vermag. Der zweite Punkt des Wettkampfes verlangt eine Prüfung in den Leibesübungen. Auch hier wird, wie bei allen Uebungen des Reichswettkampfes, der Leistungsdurchschnitt des gesamten Sturmes gewertet. Das heißt, daß der jüngere SA.-Mann zusammen mit dem älteren, der Abgearbeitete, zusammen mit dem Frischen und Unverbrauchten kämpfen muß, um gemeinsam einen möglichst hohen Wertungsdurchschnitt zu erzielen. Die Mindestbedingungen sind nach den Bestimmungen zur Erlangung des SA.-Sportabzeichens gegeben, und das ist für manche immerhin eine beachtliche Leistung, wie z. B. der 3000-Meter-Laus. Als dritter Punkt wird ein Querfeldeinlaus gewertet. Die Kameradschaft hat auch hier ihre erzieherische Wirkung zu beweisen. Die Schnellsten und Gewandtesten im Sturm werden hier einem beistehen müssen, der im Graben gelandet ist, Wir sanden zneinanoer. Vornan von Klothilde v. (Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) 8. Fortsetzung. Nachdruck verbotenl 6. Kapitel. Doch dieser Zeitpunkt kam eher, als Marlen und Karla gedacht. Er kam aus einem sehr traurigen Anlaß. Das Sanatorium Doktor Langgissers geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Der kaufmännische Leiter des Unternehmens hatte ohne Wissen Langgissers leichtsinnige Spekulationen unternommen und das ganze Kapital des Sanatoriums verloren. Er schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Doktor Langgisser stand plötzlich da und mußte zusehen, wie die Stätte seiner Arbeit zu- sammenbrach. Versuche, mit den Gläubigern zu einer Verständigung zu kommen, mißlangen. Das Sanatorium sollte versteigert werden. Alle Angestellten verloren ihren Arbeitsplatz. Die letzten Gäste verließen vorzeitig das Sanatorium: denn der allgemeine Druck, der auf Doktor Langgisser und den Angestellten lag, teilte sich auch ihnen mit. Vollkommen verzweifelt war Doktor Langgisser, Alles, was er in Mühe und Arbeit geschaffen', war durch den verbrecherischen Leichtsinn seines verstorbenen Teilhabers vernichtet. Und auch Marlen wußte nicht wohin. Sie überlegte gerade, ob sie Karla bitten sollte, sie für eine Zeit aufzunehmen, bis sie eine neue Stelle gefunden hatte. Da kam ein Eilbrief von Karla. Karla hatte von dem Zusammenbruch des Sanatoriums gelesen. In Höch- ster Eile schrieb sie an Marlen: „Liebe Marlen! Heute beim Frühstück lasen wir die Hiobspost über das Sanatorium Doktor Langgissers. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie traurig ich bin. Der schöne Besitz unter dem Hammer? Es will mir gar nicht in den Kopf. Und der arme Langgisser! Er war so stolz auf das, was er ge» schaffen hatte. Seine Patienten hingen so an ihm. Er war der beste Arzt, den man sich denken kann. Daß er nun solche Sorgen hat, drück/ auch mich schwer. Und Du, mein Liebes, was wird aus Dir? Du weißt, daß Du uns immer von Herzen willkommen bist. Wir erwarten Dich sobald als möglich — und solange wie möglich. Vater läßt Dich grüßen und freut sich mit mir aus Dich. Könntest Du nicht Doktor Canggifler bestimmen, ein Weilchen mitzukommen? Vielleicht würden ihm ein paar Tage der Ruhe gut tun. Er brauchte sich um nichts zu kümmern und könnte ganz leben, wie es ihm gefällt. Frag' ihn doch einmal, liebe Marlen! Aber bitte recht zart! Ich weiß schon, Du mit Deinem Taktgefühl wirst es recht mochep " Marlen war sofort entschlossen, Karlas Einla- düng zu folgen. Sie hätte ja auch nicht gewußt, wohin sie sollte. Der Bruder saß immer noch arbeitslos in Dresden. Wahrscheinlich hungerte er auch. Daß sie ihm nun nicht mehr helfen konnte, war wohl das Bitterste an dem ganzen Zusammenbruch jetzt. Und Doktor Langgisser? Was würde aus ihm werden? Sie wollte ihm jedenfalls so schnell wie möglich von Karlas Brief Mitteilung machen. Aber erst am Abend konnte sie Doktor Langgisser sprechen. Er saß den ganzen Tag in Konferenzen mit den Gläubigern. Alle diese Besprechungen hatten nur immer das eine Resultat: Alles war verloren! „Nichts mehr zu machen, Fräulein Korda!" sagte er, als er sie auf einem einsamen Spaziergänge des Abends im Park traf. Er sah so gramvoll und elend aus, daß es Marlen ins Herz schnitt. „Und was würden Sie beginnen, Herr Doktor?" hatte sie gefragt Und dann hatte sie, so zart sie konnte, die Einladung Karlas und ihres Vaters übermittelt. Sie hatte so heiß gehofft, daß er an» nehmen würde. Um so größer aber war ihre Enttäuschung, als Langgisser freundlich, aber bestimmt ablehnte. ..Es geht nicht, Fräulein Marlen — ich kann nicht!" „Warum nickt, Herr Doktor? Können Sie sich von Ihren Geschäften nicht ein paar Tage frei machen? Es bekäme Ihnen so gut." „Freilich, das wohl. Aber es geht wirklich nicht." Dana hatte Langgisser Marlen seltsam angesehen: „Sehen Sie, Fräulein Korda, wenn ich noch em Mann wäre, der eine Position hätte, der etwas schaffen könnte, bann vielleicht würde ich die Einladung Fräulein von Weckenroths annehmen. So aber? Nein! Es ist besser, ist mache Schluß hier mit allem. Ich habe bereits an einen Freund ge» schoben, der in der Schweiz ein Sanatorium hat. Gr wird mich für einige Zet aufnehmen. Vielleicht kann ich mir dort ein Arbeitsgebiet schaffen, wcn'n lch die Arbeitserlaubnis bekomme. Grüßen Sie bitte Fräulein von Weckenroth und sagen Sie ihr wie dankbar ich ihr bin, daß sie in diesen Zeiten an mich gedacht. Und Ihnen alles Gute, Fräulein werde oft an Sie denken — an Sie und Ihre Freundin." ™tnn?alVie $8ork mit erstickter Stimme gesagt. Dann hatte er ihr kurz und heftia die Hand geschüttelt. Ehe sie noch etwas sagen, etwas fragen konnte, war er im Dunkel des Parkes verschwunden. Das alles hatte Marlen Karla erzählt, als sie nach dem Zusammenbruch des Sanatoriums bei ihr angekommen war An all das dachte Karla jetzt wieder, wahrend sie nun Mion behaglich in ihrem Zimmer lag und auf Marlen wartete. dort einem anderen über ein Hindernis weghelfen. Da muh der persönliche Ehrgeiz zurückstehen, und mancher, der leicht beweisen könnte, daß er zu den Besten im Sturm gehört, muh sich bescheiden und dem weniger leistungsfähigen Kameraden beiftehen, um die Wertung für den Sturm ficherzustellen. Ein 10-Kilometer-Marsch mit allerlei Schwierigkeiten — schnellstes Ausziehen und Wechseln von Kleidungsstücken unterwegs — stellt neue Aufgaben. Die schönste Prüfung wird dann die Propagandafahrt sein. Stundenlang muß beraten werden, wie die Wagen ausgeschmückt wer- den sollen, um am wirkungsvollsten für die Bewegung zu werden. Je besser die Wirkung, umso größer die Aussicht auf Punktgewinn. Auf- und Absitzen wird geübt, bis es auf die Sekunde klappt. Es muß ein prachtvolles Bild von Disziplin ergeben, wenn die Lastwagen mit unserer SA. durch die Straßen fahren. Ein Pfiff und alles springt ab: der Weg ist durch ein künstliches Hindernis gesperrt; blitzschnell ist die Sperre geräumt, schon sitzen die Männer wieder auf ihrem Platz und schon geht die Fahrt weiter. Das ist eine Aufgabe nach dem Herzen der SA., wo die Erinnerungen an alte Kampfzeiten wieder wach werden. Als eine der wichtigsten Aufgaben wird dann eine Einsatzübung bie Eignung unb ben Ausbilbungsstanb b e r Stürme in biesem Aufgabenkreis ber SA. prüfen und bewerten. Ein Blick in die Zeitungen beweist ja, wie notwendig bie SA. für derartige Aufgaben gebraucht wird, seien es Absperrma^nahmen bei Riesenoeranstal« tungen, sei es ber Katastrophcnbienst bei Unglücks« fällen, lleberall hat die SA. ihren Mann zu stehen, gleichgültig ob sie bei strömendem Regen eine Absperrung ober Sicherung durchzujühren hat, ober ob sie unter Einsatz ihres Lebens bei Bränden, Explosionen ober Wassernot deutschen Arbeitskameraden unb Volksgenossen Helsen muß. Den Abschluß bilbet ein Kleinkaliberschießen. Hier wirb ein sicheres Auge unb eine ruhige Hanb verlangt unb durch bie Prüfung bewiesen, baß ber SA.-Mann im Umgang mit ber Waffe unb in ber Wehrbereitschaft unb Wehrfähigkeit feine höchste Ehrenpflicht sieht. Sv wirb der Reichswettkampf für bie SA. Wochen größter Anspannung bringen, um bem Führer unsere Treue und unser Können zu beweisen unb ihm bamit für seine Trdue zu seiner alten SA. zu banken. Ansporn unb Lohn werben für uns bes Führers eigene Worte fein: „So lange Deutschlanb lebt wirb bie SA. marschieren; so lange bie SA. marschiert wirb Deutschlanb leben!" Oberheffen. Oer neue Bürgermeister von Bad-Nauheim Bab-Nauheirn, 21. Juli. (LPD,) Der bisherige Beigeorbnete unb kommissarische Bürgermeister von Bab-Nauheim, Ortsgruppenleiter Heinrich Götz, ist zum hauptamtlichen Bürger- meiste r ber Stabt Bab-Nauheim ernannt worben. Arbeüsbeieoung in der ooeihessiichen Basaltindustrie. Fwd. Alsfeld, 20. Juli. In ben großen Basaltwerken ber Mittelbeutschen Hartstein- Jndustrie bei bem Kreisort Nieber-Ofleiden, die einen der größten oberhessiscken Basaltbrüche darstellen, herrscht infolge ber umfangreichen Stra- ßenbautätigkeit seit einiger Zeit Hochbetrieb. Es wird mit vollem Einsatz aller Arbeitskräfte Tag und Nacht gearbeitet, um bie umfangreichen Steinlieferungsaufträge fristgerecht zu erledigen. Diele bisher erwerbslose Volksgenossen haben durch diesen Aufschwung der oberhessischen Basaltindustrie wieder Derdienstmöglichkeiten erhalten. Bemebsseier des Oampfsägewerkes Nuhn in Lollar. L o klar, 22. Juli. Am gestrigen Sonntag fand hier im Garten der Gastwirtschaft „Zur Traube" ein Sommerfest statt, das die Belegschaft des Dampf- sägewerkes Lollar (Nuhn-AG.) kameradschaftlich vereinigte. Fast die gesamte Belegschaft, bie 115 Personen bträgt, nahm mit Angehörigen baran teil. Das Fest nahm einen sehr anregenben Verlauf. Musik ber SA.-Kapelle sorgte für gute Unterhaltung. Im Laufe des Nachmittags hielt ber Betriebsführer, Herr H. Schelm, eine kurze Ansprache. Gleichzeitig ehrte er zwei Gefolgschaftsmitglieber, bie feit 40 Jahren treu im Dienste des Unternehmens stehen. Es handelt sich um den Vorarbeiter Ludwig Henkel und um ben Schneidmüller Balthasar Klein, bie beide mit je inem Diplom ber Jnbustrie- und Handelskammer Gießen ausgezeichnet würben. Ferner wurde beiden je ein Geldgeschenk überreicht. Eine weitere Ansprache hielt ber Geschäftsführer ber Arbeitsfront im Kreise Gießen, Jung- Gießen, ber in längeren Ausführungen über bas Verhältnis bes einzelnen zu feiner Arbeit im Dienste an ber Volksgemeinschaft sprach unb sich auch mit ber Judenfrage beschäftigte. Mit einem Gedenken an den Führer fand seine Ansprache ihren Abschluß. Im weiteren Verlauf des Nachmittags widmete man sich der kameradschaftlichen Unterhaltung. Gute Musik trug dazu bei, bie Stimmung zu erhöhen. Für bas leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Erst in ben Abenbstunden trennte man sich. Alle entstehenben Unkosten ber Veranstaltung trug die Firma. Das Sommerfest ber Betriebsgemeinschaft bes Sägewerkes nahm einen sehr harmo- nischen Verlauf. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linben, 21.Juli. In der Nacht zum Samstag ereignete sich in ber Wetzlarer Straße ein Verkehrs Unfall, ber glücklicherweise ohne schwere Folgen'blieb. Ein aus ber Richtung Gießen kommendes Personenauto, ein Wan« bererroagen neueren Typs, konnte bie hinter bem alten Friebhof besinbliche Kurve nicht nehmen unb fuhr in voller Fahrt in eine Hofeinfahrt, babei eine Hausecke mitnehmenb unb bie Einfahrt schwer be- schäbigenb. Der Fahrer kam mit bem Schrecken davon. Das Auto mußte in schwer beschädigtem Zustand in eine Werkstatt nach Gießen abgeschleppL werden. $ Alten-Buseck, 22. Juli. In der hiesigen Försterei, Gemeindewald Alten-Buseck, wird durch den freiwilligen Arbeitsdienst Gießen eine größere Weg st recke chauffiert. Es wird dadurch einem allseitig gehegten Wunsche entsprochen, da diese Verbesserung eine große Erleichterung für bie Holzabfuhr bedeutet. Die Arbeiten dürften in etwa drei Wochen beendet sein. * Daubringen, 21. Juli. Der Schlosser Heinrich K l e i n h e i rn erlitt bei einem Unglücksfall eine schwere Verletzung der rechten Hand, bie seine Ueberführung nach ber Gießener Klinik er- forberlich machte. * Duecfborn, 20. Juli. Das Ehepaar Peter Röder und Frau Katharine, geb. Oppertshäuser, konnte gestern das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bargebracht. Bürgermeister H o r st übermittelte bie Glückwünsche ber ©emeinbe, Pfarrer Grünewald beglückwünschte im Rahmen einer kleinen Feier namens ber Kirchengemeinde, ber Gesangverein brachte ein Stäubchen bar, in besten Verlauf ber Vereinsvorsitzenbe Bück bem Jubilar als Mitgründer bes Vereins eine Ehrenurkunbe aushänbigte. Schriftliche Glückwünsche Liebe Marlen! An sie konnte sie etwas von ber Ueberfütte ber Liebe abgeben, bie f*e in ihrem Herzen trug. Der anbere, bem sie hätte einen Teil biefer Liede schenken mögen, er war weit fort. Er hatte nie wieber etwas von sich hören lassen. Unb vielleicht war bas gut so. Denn nur so konnte sie bie Entsagung leichter tragen, zu ber sie stch burch- gerungen hatte. Liebe kleine Marlen — hoffentlich würbe sie einmal ein reiches Glück an ber Seite eines geliebten Mannes finben! Wer Marlen zur Frau bekam, ber konnte glücklich sein. Sie wäre bie rechte Frau für... Ein Gebanke schoß burch Karla. Ihr Herz klopfte plötzlich ganz heiß unb ungestüm. Sie mußte sich im Bett aufsetzen. So tief erregte sie Plötzlich ber Gebanke, ber ihr ba gekommen war. Wenn Dietrich unb Marlen zusammenko n en könnten? Siebte er wirklich biefe Jutta immer noch? Akcr es mußte boch möglich sein, bieses Jrroick in feinem Herzen zum Erlöschen zu bringen! Dietrich unb Marlen? Nichts Schöneres vermochte sie zu denken. Sie faltete bie Hänbe. Lieber Gott!, bachte sie — unb es war wie ein Gebet, wenn Dietrich einen Menschen wie Marlen zum Lebenskameraben bekäme? Wenn Marlen geborgen wäre bei einem Mann wie Dietrich? Es wäre ber glücklichste Tag meines Ledens. Lieder Gott, kann es nicht fein, baß biefe decken Menschen sich finden? — Sie schloß bie Augen. Wie eine zarte unb fckone Vision ftanb vor ihr bas Bilb Marlens unb Dietrichs. Die beiden standen nebeneinander: groß und schlank, mit diesen hellen, klaren Gesichtern. Ihre Hände ruhten ineinander in Liebe unb Vertrauen. So beutlich ftanb biefes Bilb vor ihrem geistigen Auge, baß sie fast erschrak, als Marlen jetzt herein- kam. Sie strich sich über bie Stirn. - Ach bu bist's, Marlen?" Sie sah noch ganz verwirrt aus. „Natürlich. Wer falls benn fein, Karlakind? Hast bu geschlafen? Du siehst ja ganz geistesabwesend aus." „Geschlafen nicht — vielleicht geträumt", meinte Karla lächelnd. Aber als Marlen wissen wollte, wovon sie geträumt hatte, wehrte sie heftig ab. „Nein, nein, schöne Traume darf man nicht er» Zahlen. Sonst gehen sie nicht in Erfüllung." Sie lehnte sich behaglich in die Kissen zurück und ließ sich von Marlen umsorgen. Marlen stellte die zierlich angerichtete Abendbrotplatte auf ben niebri- gen Tisch neben Karlas Bett. "Ich habe bem Diener gesagt, daß wir uns selbst bebienen. Ich finbe es viel gemütlicher, mein Siebes. „Herrlich finbe ick es." Karlas Gesicht hatte Plötzlich etwas Kmblich-Fröhliches. Behaglick faßen bie decken jungen Mädchen beinanber unb vergaßen für eine Weile alles Schwere, was ihre Herzen bewegte. 7. Kapitel. Ungefähr zur gleichen Zeit kehrte Dietrich von seiner langen Wanberung zurück. Er hatte ben Weg boch unterschätzt. Die Entfernungen hier rings um Veltheim herum waren ihm nicht mehr so recht in Erinnerung geblieben. Das Wetter war immer abscheulicher geworben. Selbst sein wetterfester Mantel hatte ihn nicht mehr schützen können. Er fühlte, wie sein Körper mehr unb mehr von Kälte unb Nässe ergriffen würbe, wie bie scharfe Luft schneibenb burch feine Lungen ging! Da entschloß er sich, im nächsten Dorfe im Wirtshaus einzukehren. Niemanb kannte ihn bort. Erft als er nach Veltheim telephonierte unb fein Auto be» stellte, merkte ber Wirt, wer ber einsame Wanbe- rer war. „Nein, aber Herr Graf, bei so einem Wetter unterwegs", jammerte er, „bas ist boch wirklich schrecklich! Wollen ber Herr Graf nicht einen orbentlichen Grog trinken?" „Ja, bringen Sie mir einen. Aber recht stark und heiß. Ich bin bas Wetter hier boch nicht mehr so gewöhnt." Er schauerte zusammen. Der Wirt rückt einen Stuhl an ben grünen Kachelofen, von bem behagliche Wärme ausging. „Wenn Herr Graf hier Platz nehmen wollen? Es kann ja nicht lange bauern, bis ber Wagen von Schloß Veltheim hier ist." Beledenb rann das heiße Getränk durch Dietrichs Körper. Er fühlte sich plötzlich sehr ermüdet und versank beinahe in eine Art Halbschlaf, aus dem ihm bas Hupen feines Wagens riß. Als er in ben Wagen stieg, fühlte er plötzlich einen heftigen Schüttelfrost. Er schien sich ernstlich erkältet zu haben. Der Kopf brannte ihm, obwohl Hande unb Fuße eiskalt waren. Beim Atmen fühlte er ein heftiges Stechen. Der Weg zurück schien ihm enblos zu bauern, obwohl ber Chauffeur, ber besorgt auf bas bleiche Gesicht bes Herrn geschaut hatte, so schnell wie möglich fuhr. Zu Hause angekommen, hatte Dietrich gerabe noch bie Kraft, sich zu entschlecken und ins Bett zu sinken. Dann verlor er bas Bewußtsein. Ein heftiges Fieber hatte ihn ergriffen. Erschreckt eilte Justizrat Niemann herbei, ber mit dem Abenbbrot auf Dietrich gewartet hatte. Er telephonierte sofort mit bem Kreisarzt, ber auch nach einer halben Stunbe erschien. Dietrich lag bewußtlos in roilben Fieberphantasien. Der Arzt stellte eine boppelfeitige Lungenentzünbung fest. Jutta von Bergfelde verließ bas Haus am nächsten Morgen, ohne Dietrich gesehen zu haben. Der schwebte zwischen Tod und Leben. (Fortsetzung folgt!) “'S droben le CA. m bem du be. 1 seiner werden übermittelten u. a. Der Gauleiter und Neicysstatt- halter in Hessen, Sprenger, der Kreisdirektor des Kreises Gießen und der komm. Propst von Oberhessen, Trommershausen, Frankfurt a.M. kre's Büdif gen. Nidda, 21. Juli. (LPD.) Bei Ausschachtungsarbeiten für ein Wohnhaus in der Bahnhofstraße stieß man auf eine Reihe menschlicher Skelette. Man fand auch Grabsteine mit den Jahres- zahlen 1630 und 1635. Es handelt sich vermutlich um Pestgräber aus dem Dreißigjährigen Krieg. In diesen Jahren wütete in Nidda die Pest, der 3000 Menschen zum Opfer fielen. * Berstadt, 20. Juli. Bei der Arbeit trug der Schmied Wilhelm Kaiser von hier eine schwere Verlegung der rechten Hand durch Stahlsplitter davon. Der Verunglückte mußte sich nach Gießen in ärztliche Behandlung begeben. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 21. Juli. Am Freitag, 2. A u - gust, findet hier im Sitzungssaale des Kreisamtes eine koftenlofe Beratungsftunde der K r ü p p e l f ü r s o r g e statt. Der Leiter der Orthopädischen Universitätsklinik in Gießen, Prof. Dr. Pißen, wird an diesem Tage in der Zeit von 10 bis 12 Uhr die kostenlose Sprechstunde für Krüppel abhalten. Kreis Lauterbach. * 21 U 5 bem Vogelsberg, 21. Juli. In dem Dorfe Ober-Moos mußte in den letzten Tagen eine Kriegerwitwe die betrübliche Entdeckung machen, daß während ihrer Abwesenheit ein Betrag von 17 0 Mark aus einem Kasten des Tisches g e st o h l e n worden war. Einem Bauer in dem Orte Nösberts wurde, ebenfalls in den letzten Tagen, ein kurz vorher erst eingenommener Betrag von rund 2 0 0 Mark g e st o h l e n. Aus verschiedenen Anzeichen glaubt man schließen zu können, daß es sich bei den Tätern um Angehörige einer Einbrecherbande handelt, die in ganz crrin-mer Weise zu Werte geht. Die Ermittlungen sind im Gange. Ärteg mugemacht, war in Gesangenfcyaft geraten und hatte dort einen Kameraden kennengelernt mit dem er feste Freundschaft schloß. Vier Jahre lang blieb Datz mit seinem Freund, der aus Biebern' stammte, in Gefangenschaft. Nach dem Kriege trennten sie sich und jeder zog in seine Heimat. Zum Abschied gelobten sie sich, im Todesfälle des einen oder des anderen sich durch die Angehörigen benachrichtigen zu lassen, damit der Ueberlebenfoe dem Kameraden das letzte Geleit geben könne. Die Angehörigen des Datz wollten nun den letzten Willen des Toten erfüllen und dem Kameraden in Biebern die Hiobsbotschaft übermitteln. An dem Tage, an btm der Brief fortging, kam auch ein Brief von den Angehörigen des Kameraden an, in dem mitgeteilt wurde, daß der Freund tödlich verunglückt fei und Datz kommen möge. Beide Kameraden waren gleich- Zeing piuyiicn ums XJeoen a<.luiuuivu. ^,.ilunie5 Schicksal! Kt*mc Geschäfte imh fein Del lehr mit Juden. LPD. Schornsheim (Nheinh.), 20. Juli. Der ® e m e i n b e r a t von Schornsheim faßte folgende Entschließung: Bei bet Veraebuna von GeMLinde- arbeiten an Hanbwerker uno Fuhrleute unb bei Lieferungsauflrägen an Geschäftsleute sollen nur noch biejenigen berücksichtigt werben, die einschließlich ihrer im Haushalt lebenden Angehörigen keine Geschäfte mit Juden tätigen unb keinen Verkehr mit Iuben pflegen. Sie haben hierfür ber Bürgermeisterei eine eidesstattliche Erklärung abzugeben. Die Mitgliedskarte der Deutschen Arbeitsfront ist jeweils vorzulcgen. Höchstpreise für Schweine. ‘te man I zu er- ttUs a?. m sich. lnfl trug sflemcin. harmo. er Nacht Dehlarer üblicher« ber Rich, in 2ßan< iter dem men und ubei eine hwer be« schrecken Ziem Zu« ^schleppt hiesigen irb durch ie grö« wird da« isprochen. irung für ürsten in sei Hein« ssall eim Hand, tfini! er« r Däuser, . hoch« as diesem Bürger« insche der ckwünschli r Kirchen« Ständchen ibe Süd eins eine ickwünscht mber und was ihre etrich von latle den gen hier ächt mehr Zetter war in wettet« •n können, mehr von die scharfe Da ent« Wirtshaus Erst als Auto be« ie Wände« n Wetter j, wirkli-h icht einen recht start doch nicht rürft einen iem * n wollen' Sagen von h Dietrich' aus des -s J W«' • her^ rtl* Aus den preußischen Aachbargebieten. Ginweihung des neuen Gchw.mm- bades in Lützellinden. * L ü tz e l l i n b e n , 22. Juli Am gestrigen Sonntag würbe hier bas neue, ibyllisch im Linbbachtal gelegene Sch wimmb ab eingeweiht unb seiner Bestimmung übergeben. Vor vielen Teilnehmern aus bem Orte unb ber näheren Umgebung, auch vor zahlreichen Gästen aus Gießen, hielt Lehrer (Boubeaub, ber Dorsitzenbe ber Lützel- lindener Babegemeinschaft, eine kurze Ansprache, in der er zunächst die zahlreichen Mitglieber unb Gäste begrüßte. Dann gab er einen Rückblick auf bie Entstehungsgeschichte des Babes. Er schilberte ein- gehenb bie Arbeit, bie mit ber Erstellung bes Babes ! verbunden war, und sagte allen denen herzlichen Dank, die sich in uneigennütziger Weise für den «Bau des Bades einfetzten. Insbesondere hob er u. a. ibie aufopferungsvolle Arbeit von Herrn Ernst Ihervor. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf Volk und Bührer klang bie Ansprache aus. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liebes gesungen. Sodann sprach im Auftrag ber Fachschaft Schwimmen im Gau XII (Hessen) Gauschwimmwart Sauer- Gießen. Er gab seiner großen Freube über bie Schaffung bes Babes Ausbruck unb sprach tdann in grunbsätzlichen Ausführungen über bie Hohe Bedeutung des Schwimmens für die Gefund- «rhaltung der Jugend und unseres Volkes. Seine Ansprache klang in einem dreifachen „Sieg-Heil" nuf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler aus. Im weiteren Verlaufe ber Veranstaltung wartete die Schwimmabteilung bes Turnver- sins 18 4 6 Gießen mit sehr interessanten Vor- ührungen auf. Die Schwimmer zeigten im Stil- ichwimmen die verschiedenen Schwimmarten und Erzielten damit zweifellos eine gute Werbewirkung. Staffelwettkämpfe wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Einige humorvolle Einlagen fehlten richt unb bereiteten den Zuschauern große Freude. Den Abschluß ber Darbietungen bilbete ein flottes Wasserballspiel, bas ben Zuschauern bie großen Möglichkeiten der Körperbeherrschung im Wasser Rar vor Augen führte. Schließung der Metzgereien im Kreise Wetzlar aufgehoben. LPD. Wetzlar, 21. Juli. Das Landratsamt silt mit, daß die bei den zuständigen Dienststellen in Berlin geführten Verhandlungen zu bem Ergebnis «führt haben, daß vorbehaltlich einer anberroeitigen ilndgültigen Regelung, die sich der Minister aus- !irücklich Vorbehalten hat, im Kreise Wetzlar ein Breis von 80 P f. für bas Pfund Rind- Heisch vorläufig zugelassen worden ist. Im Ein- isrnehmen mit bem Regierungspräsidenten konnte isshalb die vor einigen Tagen erfolgte Schlie - | u n g verschiedener Metzgereibetriebei im Kreise Wetzlar rückgängig gemacht werden. : $ ie Geschäftsinhaber, die der Preisfestsetzung des Regierungspräsibenten zuwidergehandelt Haden, r erden jedoch mit einer Ordnungsstrafe belegt. Ein pimpf als Lebensretter. LPD. Wetzlar, 21. Juli. Beim Baben in ber iiabn in der Nähe des Kreisortes Naunheim geriet ein siebenjähriger Junge an eine tiefe Stelle und versank. Kurz entschlossen sprang ber 13 Jahre alte Jungvolkpimpf Erich Seifert aus Naunheim hinzu unb konnte ben Jungen im letzten Augenblick vom sicheren Tobe bes Ertrinkens retten. Zweimal mußte sich ber Retter von bem Ertrinkenben losreißen, ba ihn biefer am Hals umklammerte unb schließlich beibe ertrunken wären. Auf her SeirnreHe ertrunken Wetzlar, 21. Juli. (LPD.) Am Donnerstag traf in Wetzlar eine 26 Personen zählend« Reisegesellschaft aus Schlesien mit einem Omnibus ein unb übernachtete in verschiebenen Gaststätten. Der 38 Jahre alte Erich Schefczyk besuchte abenbs noch bas Stranbbab an der Lahn. Dor der Weiterfahrt feiner Gesellschaft am Freitag, bie auf 7 Uhr festgesetzt mar, wollte er nochmals ein Bab nehmen. Die Babeanstalt war allerdings noch geschlossen. Schefczyk verschaffte sich auf Umwegen Eingang. Das Bab würbe ihm zum Verhängnis, benn er ertrank an einer tiefen Stelle. Gegen 10 Uhr entberfte man feine Kleiber, unb gegen Mittag konnte die Leiche geborgen werden. Jn eine Hitlerjugend-Kolonne gefahren Frankfurt a. M., 21. Juli. (LPD.) In den frühen Tlorgenftunben des Sonntag fuhr ein M o - torrad mit Beiwagen auf ber Straße Frankfurt — Neu-Jfenburg in eine marfdjierenbe HI. - Kolonne. Dabei erlitten zwei Hitlerjungen schwere Verletzungen, bie ihre Ueberfuh- rung in ein Frankfurter Krankenhaus notroenbig machten. Der Motorrabfahrer blieb unverletzt, wäh- renb der Beifahrer leichtere Verletzungen davontrug. Öotelbiebe im Launus Lpd. Frankfurt a. M., 20. Juli. Ein angeblich aus Berlin stammendes Ehepaar macht gegenwärtig in einem alten Mercedes-Wagen ben nörblichen Taunus burch feine Diebereien in Hotels unsicher. Das Paar schreibt in die Fremdenbücher feinen Namen so unleserlich ein, daß er nicht zu entziffern ist. Aus einem Hotel in Berg- nassau mar am Tage der Abreise bes Paares eine größere Geldsumme verschwunden. Jetzt mürbe nach ber Abreise des Paares von ber Schaumburg in dem Hotel mieber ein Geldbiebstahl entdeckt. Das Paar steht in bem bringenden Verdacht, auch noch in anderen Orten HotelÄebstähle ausgeführt zu haben. Jüdischer Viehhandel ausgeschlossen. LPD. Altenkirchen, 21.Juli. Die Metzger- meister des Kreises Altenkirchen haben beschlossen, in Zukunft bas Vieh für ihren Bebarf nicht mehr bei den Juden zu kaufen. Da auch die Märkte in Altenkirchen und Hamm judenfrei sind, dürfte praktisch der jüdische Zwi- jchenhandel mit Vieh ausgeschaltet sein. Kreis Dehlar. 0 Wetzlar, 21. Juli. Da an vielen Stellen des Kreises die Ob ft bäume bas Auftreten der Blutlaus zeigen, hat ber ßanbrat in einer Verfügung an bie Bürgermeister zur energischen Bekämpfung der Blutlausgefahr aufgeforbert. Starkenburg und Rheinhessen. Die hessischen Sparkassen im Dienste des Winterhilfswerks. LPD. Darm stabt, 21. Juli. Auch bet der Durchführung des W i n t e r h i l f s m e r k s 159 3 4/35 haben sich die hessischen o f f e n t - l chen Sparkassen unb ihre Bankanstalt, bie Lunbeskommunalbank-Girozentrale Darmstabt, in uneigennütziger Weise in ben Dienst ber Sache gestellt unb insgesamt ben stattlichen Betrag von 43 3 847 Mark aufgebracht. Im wesentlichen entfällt biefer Betrag auf Spenben, bie im er. geren Kunbenkreis unb sonst bei ber Bevölkerung g sammelt würben. Aber auch das Aufkommen an ebenen Spenden ist höchst befriedigend, wird doch b:r vorgesehen gewesene Richtsatz um nahezu das Ireisache überschritten. Jubiläums -Gartenschau! und Deutsche Dahlienschau 1935 Darmstadt. !LPD. Darmstadt, 21. Juli. Im Orangerie- I)::u5 mürbe am Samstag in einem feierlichen F stakt bie Jubiläums-Gartenschau 1935 eröffnet. Der Gartenbauverin Darmstadt, dessen hunbertjahr-Jubiläum den Anlaß zu der Ausftel- 1mg gab, mit ber noch bie Deutsche Dahlien- (qjau oerbunben ist, hat bamit einen bebeutfamen Uwrtftein feiner an Erfolgen reichen Geschichte ein- arügt. Etwa 200 gelabene Gäste wohnten dem ssftakt bei. Kurz nach 11 Uhr erschien Gauleiter ichsstatthalter Sprenger mit seinem Stabe urlb wurde von der Festoersammlung mit dem D utschen Gruß begrüßt. Die Begrüßungsan- Ip ache hielt ber Dorsitzenbe bes Gartenbauvereins ükrmftabt, Dr. Hans Heil. Der Präsibent ber Rutschen Gesellschaft für Gartenkultur, Pg. Jo- . onncs BÖttner, war wegen bienstlicher Jnan- I» uchnahme am Erscheinen verhinbert unb hatte eine Vertretung bem Beauftragten ber Gesellschaft Jemens Mü11erklein übertragen, ber bie ir spräche bes Präsibenten zur Verlesung brachte, ilnbesbauernführer Dr. Wagner eröffnete bann i Ausstellung mit bem Wunsche, daß sie ben be- u-enen Stäuben neue Anregung geben unb bie Uckische Bevölkerung erkennen möge, baß, wenn es gelungen sei, durch biese Ausstellung Boden unb Blut bem deutschen Volke nahe zu bringen, sie ihren Zweck vollauf erfüllt habe. Nach einer weiteren Ansprache bes Oberbürgermeisters Wambo 1 bt erfolgte ein Runbgang burch bie Ausstellung unter fachmännischer Führung. Nach 11 Jahren noch Granatsplitter im Körper. LPD. Groß-Gerau, 20. Juli. Der Schutzmann Sturm in Waller st äbten würbe mit einigen anberen Kameraben 1918 von einem Volltreffer überrascht und mußte damals mit einer schweren Verwundung ins Lazarett gebracht werden, wo ihm 17 Granatsplitter aus dem Oberschenkel entfernt wurden. Nach 14monatigem Krankenlager wurde er entlassen. Nunmehr haben sich in der letzten Zeit bei Sturm wieder Schmerzen im Oberschenkel eingestellt. Eine Röntgenaufnahme im hiesigen Krankenhaus hat ergeben, daß noch 18 Granatsplitter im Oberschenkel fitzen. Zwei Motorradfahrer beim Auffahren auf einen Lastzug getötet. SPD. Ma i n z, 20. Juli. Jn der vergangenen Nacht ereignete sich in Mainz-Gustavsburg in der Darmstädter Landstraße ein schwerer Der- kehrsunfall. Ein Motorradfahrer fuhr mit seinem Sozius in sehr rascher Fahrt von Mainz nach Mainz-Bischofsheim. Jedenfalls durch Unachtsamkeit fuhren sie auf den Anhänger eines in der Darmstädter Landstraße haltenden Lastzuges mit solcher Gewalt, daß beide Fahrer sofort t o t waren. Bei den Toten handelt es sich um die Autoschlosser Franz Orth aus Mainz-Bischofsheim unb Alois Orth aus Nieberolm. Kriegskameraden «m Tode vereint. Ein seltsames Zusammentreffen. LPD. Bingen, 20. Juli. Welch seltsames Spiel das Leben treibt, zeigt folgender Vorfall: In Wallhausen an ber Nahe war vor ein paar Tagen ber 46jährige ßanbroirt A. Datz tödlich beim Heueinsahren verunglückt. Dav bam b** Die am 1. August 1934 eingeführte Marktordnung auf dem Gebiete bes Schlacktviehverkehrs hat es möglich gemacht, bie Preise für Schweine auf einen Stand zu heben und hier zu halten, ber ben deutschen Bauern in die ßage setzt, bie ausreichende Versorgung bes beutschen Volkes mit Schweinefleisch zu sichern. Ebenso notwendig wie die im Vorjahr erfolgreich in Angriff genommene Besserung ber Schweinepreise ist es aber jetzt, eine übermäßige Preissteigerung zu nermeiben, zumal sie nach ben Erfahrungen früherer Jahre nur zu einer über ben Bedarf hinausgehenden Ausdehnung ber Schweineerzeugung führen würde. Außerdem ist eine Erhöhung der Schweinepreise über den augenblicklichen Stand hinaus nicht erträglich, weil damit die Maßnahmen der Reichsregierung zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit durchkreuzt würden. Die fyaupfoereinigung der Deutschen Diehwirt- schäft hat sich daher entschlossen, mit Zustimmung des Herrn Reichs- und preußischen Mini- sters für Ernährung und Landwirtschaft Höchstpreise für Schweine festzusehen, die nicht überschritten werden dürfen. Je nach ßage ber einzelnen Märkte zum Er- zeuaungsgebiet sind diese Höchstpreise für Schweine zwischen 50 bis 54 Mark je 50 Kilogramm ßebcnb» gewicht abgestuft, um eine gleichmäßige Versorgung aller Märkte zu sichern. Es sei darauf hingewiesen, daß dies Marktpreise sind, die alle Unkosten ab Stall bis zum Verkauf auf ben Märkten einschließen. Daher müssen bie Preise, die ben Erzeugern ab Stall gezahlt werden, ent- sprechenb niedriger liegen als diese Marktpreise. Die Hauptoereinigung der Deutschen Viehwirtschaft hat Vorsorge getroffen, daß diese Preise eingehalten werden. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, werden die Höchstpreife der Schlachtschweine in Mark je 50 Kilogramm u. a. auf folgenden Schlachtvieh- Märkten betragen: Aachen 54, Berlin 51, Dortmund 53, Darmstadt 54, Frankfurt a. M. 54, Hannover 50, Kassel 52, Koblenz 54, Köln 54, Mainz 54, Mannheim 54, Wiesbaden 54 Mark. Zuwiderhandlungen werden nach § 8 Abs. 3 Nr. 3 der Satzung der Hauptvereinigung mit Ordnungsstrafen bis zu 10 000 Mark im Einzelfalle bestraft. S.jl-tfportf Der Auftakt zum 16. Mönsegelflug -Wettbewerb. Beachtliche Fernflüge. Auf der Wasserkuppe und ihren benachbarten Hängen nahm am Sonntag der vom Deutschen ßuftsportverband oeranftaltete und unter der Schirmherrschaft des Reichsministers der ßuftfahrt, General der Fliger, Göring, stehende 16. Rhön- Segelflugwettbewerb feinen Anfang. Die feierliche Hiffun-g ber Flaggen bes neuen unb alten Reiches sowie ber Farben des DßD. in Anwesenheit der angetretenen Fliegermannschaften in ihren schmucken graublauen Uniformen fand wegen der zunächst herrschenden „Waschküchenstimmung" erst im ßaufe des Vomittag statt. Fliegerkapitän R o e h r e , Wettbewerbsleiter der 16. Rhön, richtete im Beisein ber Mitglieder ber Wettbewerbsleitung Worte über Zweck unb Ziel der diesjährigen Veranstaltung an die ßagerinsassen unb brachte ein dreifaches Siegheil aus den Führer aus. Die ßuftsport-ßandesgruppen Halberstadt, Dres- au, Hannover, sowie die ßandesgruppe „Deutsche Lufthansa" entsandten je zwei Maschinen, bie Luftsport-Landesgruppen Königsberg, Stettin, Weimar, München, je drei und bie ßanbesgruppen Hamburg, Berlin, Dortmunb und Nürnberg je vier Segelflugzeuge. Die ßuftsport-ßandesgruppen Dresden und Essen sind mit je fünf Maschinen vertreten, während Darmstabt unb Stuttgart mit sechs bzw. sieben Seglern zu Stelle sinb. Typenmäßig lassen sich diese 59 Segelflugzeuge in bie nachstehenden Baumuster einteilen: Anzahl der „Rhon- abler" 21, ber „Rhonbussarbe" und „Rhönsperber" je 9, die „Conbore" 12 unb „Condor II" 1. Hinzu kommen noch 7 Sonberkonstruktionen (u. a. Hellas^ Askania, Moazagotl und Mayer II). Die Mitglieber ber unter Führung bes Segelflugkapitäns Plath stehenden technischen ßeitung vollbrachten inzwischen ganze Arbeit. Bis zum Abend des ersten Wettbewerbstages konnten einige dreißig Wettbewerbsflugzeuge abgenommen und zugelassen werden. Und nun wieder erstmals das altgewohnte Bild. In flottem Tempo brachten bie Fliegermannschaften ihre ßeistungssegler hinauf zum Kuppenhang die bald von kräftigen Händen in ihr Element geschleudert wurden. Westliche Winde, die mitunter bis zu zwölf Sekundenmeter auffrischten, ließen die ersten Streckenflüge zu. Den Reigen eröffn nete der aussichtsreiche Mannheimer Hofmann auf „Rhönsperber", von dem im Augenblick noch keine ßanbemelbung vorliegt. Ihm folgten die Hannoveraner, die Berliner, bie Aachener, bie Westfalen, und der Forschungsflieger W i e gm e y e r, ebenfalls auf „Rhönsperber". Spilaer, Akademische Kameradschaft „M. v. Richthofen , Darmstadt, schaffte auf „Rhonbussard" einen 125-Kilometer-Fernflug bis zur tschechischen Grenze, während der <5üth deutsche Hakenjos auf tschechischem Gebiet in der Nähe des Radiumbades Brambach, l§0 Kilometer weit, feinen „Rhönadler" landete. Andere Segelflieger blieben über dem Gelände der Wasser-, kuppe und sammelten in Dauerflügen Zeit. Insgesamt wurden etwa 30 Wettbewerbsflüge ausgeführt. Die Zahl der das Fliegerlager am ersten Wettbewerbssonntag besuchenden Zuschauer betrug gegen 5000. Das 82. Feldbergsest. tkeber 2000 Wettkämpfer auf dem Feldberg. (Sonderbericht des „Gießener Anzeigers".) Das älteste deutsche Bergfest wurde Samstag und Sonntag xum 82. Male durchgeführt. Neben den rund 1600 Turnern unb Turnerinnen aus etwa 250 Vereinen ber DT. ftanben die Kameraben aus ben Sportvereinen. Der Aufruf an bie Wehr- oerbänbe zu dem Mannschaftswehrkampf, wie er in biefer Art erstmals beim Felbbergfest burchgeführt tiurbe, würbe überall so freudig ausgenommen, daß über 500 Kameraden aus ben Wehrverbänden (SA., SS., NSKK., Arbeitsdienst unb Polizei) in 85 Sechser-Mannschaften an dem Kampf teilnahmen. Einfachheit, Naturverbundenheit unb Volkstümlichkeit, bie bem beliebten Bergfest immer schon eigen waren, zeichneten auch bas diesjährige Felbbergfest mieber aus. Das Fest nahm wieder feinen Anfang mit dem traditionellen Mannfchaflskampf um das historische Völsungenhorn. Fünf Vereine traten Samstag mittag auf bem Marktplatz in Cronberg mit ihren Sechser-Mannschaften an. Es folgte bann der voraesckriebene Gepäckmarsch auf den Berg. Den aus Hochsprung, Kugelstoßen, Keulenwerfen unb Hindernislauf be- tehenven eigentlichen Kampf entschied nach spannendem Verlaus der Verteidiger des wertvollen Wanderpreises, Stadtsportverein Frank- urt a. M., mit 351 Punkten für sich. Der Samstagabend vereinigte eine stattliche und frohgesttmmte Berggemeinde im Feldberghof zum Deutschen Bergabenb, ben ber Vorsitzende des Felbbergfest-Ausschusses, Hugo Pfaff (Frankfurt a. M.), mit einem Herz- lichen Willkomm eröffnete. Sein Gruß galt be- sonders auch ben in größerer Zahl erschienenen Ehrengästen. ßanbrat Dr. Janke grüßte namens ber Regie- rung bie Gäste auf bem Felbberge, babei anknüp- enb an die unvergeßlichen Jubiläumstage der Turnerschaft in Koburg. die er als ßandsmannschafter miterlebt habe. Stellvertretender Gebietsführer R ö d d i n g überbrachte bie Grüße bes Gebiets- ührers Oberbürgermeister Dr. Krebs- Frankfurt am Main unb bezeichnete es als eine geschichtliche Stunbe, baß von nun ab Wanberer unb Turner- fref»run(i. Zu Beginn nahm Hugo Pfaff nochmals Gelegenheit, die Turner, Sportler und Kameraden aus den Wehrverbänden unter Hinweis auf den tieferen Sinn dieses 82. Feldbergfestes willkommen zu heißen. Anschließend überbrachte Bezirksbeauftragter Topp die Grüße des Gaubeauftragten B e ck e r l, 44 Sek. 42:25 (25:13) Turner I, Gruppe 2: Sieger: Turngemeinde 32:33 (17:19) riedberg. Turnerinnen: 53:34 (23:17) (20:16) Pause vom Spiel, nicht von der Arbeit! 39:29 41:29 26:40 49:29 51:26 21:43 35:29 45:21 35:29 27:40 (14:16) 25:33 (11:15) 25:53 (11:27) Tv. 1860 10*/2: 5*/2. Beim Reitturnier der Kavallerie-Schule Hannover gewann Calrnota unter Rittmeister & Hasse ein Jagdspringen der Klasse M vor Alchimist (Oberleutnant Brandt), Bianka (Rittmeister Momm), Fridolin (Rittmeister v. Salviati) und Olaf (Oberleutnant K. Hasse). Bemerkenswert war, daß die neun ersten Pferde fehlerlos über den Kurs gingen. Tv. Treysa —. To. 1861 Eschwege - Tgde. Friedberg 1. SA. 87 3. Mannschaft 156 Punkte; 2. Arbeitsdienst 2/55 Bensheim 151,7 P.; 3. Hilfswerklager Höchst 2. Mannschaft 151,6 P.; 4. SA. 63 2. Mannschaft 146,5 P. 2. Stadtsportverein Frankfurt a. M. 3. Tgm. Hanau a. M. 47 Sek. Degen-Mannschaftskampf: Frankfurt a. M. — Tgm. Höchst a. M. Mannfchafls-Wehrwettkampf. MG vegkückwüschte die Sieger zü ihren Erfolgen. Redner wünschte dem herrlichen Feldbergfest eine weitere Entwicklung im Sinne der Begründer dieses alten Berg- und Heimatfestes. Nachdem Hugo Pfaff im Auftrage der DT. an Franz Friede, ein langjähriges und verdientes Mitglied im Fekdberg-Festaus- schuß, den Ehrenbrief der DT. überreicht hatte, nahm der Oberturnwart K r 0 m b die Siegerehrung vor, die ausklang in ein begeistert aufgenommenes ».Sieg Heil!" auf Führer, Völk und Vaterland. Tv. Lollar siegt im Kampf um den Emanuet- Schmuckschild. Sehr schöne und beachtenswerte Erfolge erzielte der Turnverein Lollar erstmals beim Feldbergfest in der Konkurrenz großer städtischer Vereine. Die Jugendturner des Vereins errangen in der 5 mal 100-Meter-Staffel den Emanuel Schmuck- fchild, dessen Verteidiger MTV. Gießen war. Das ist ein beachtlicher Mannschastserfolg. Dazu kommt noch eine Anzahl schöner Einzelsiege. Oie heimischen Erfolge beim Feldbergfest. Nach altem Brauch war auch der Gau XII wieder sehr gut mit Wettkämpfern am Feldbergfest beteiligt. Er errang auch in größerer Zahl Siege, $um Teil auf guten Plätzen. In nachfolgendem Ueberblick über die Wettkampfergebnisse Nennen wir jeweils den ersten Sieger und dann von den Preisträgern des Gaues Hessen die Sieger, die im Verbreitungsgebiet des „Gießener Anzeigers" beheimatet sind. Die volkstümlichen Vierkämpfe. Männer, Klaffe I (601 Bewerber, 323 Sie- 1 her): 1. Sieg (Feldbergfestfieger 1935): O. Junker, i Endspiel: Tv. 1846 Gießen — Kasseler Turngemeinde 29:28 (15:13). Sieger: Tv. 1846 Gieße n. Turner II: Der vermeintliche Wilddieb. Der erste deutsche Reichspostminister von Stephan verbrachte seinen Sommerurlaub einmal in Ostpreußen, Da er ein leidenschaftlicher Jäger ?t?r' t.qUrarVe^er. cr sich ’n einem Forsthaus im Jbenhorst bei Insterburg ein, von wo aus er auf die Rehbockjagd ging. Eines Morgens erlegte der Minister einen ka- pitalen Bock. Das Tier stürzte jedoch in den nahe gelegenen Fluß und verendete dort. Zufällig kam ein Fischer mit seinem Kahn vorbei. Stephan hielt ihn an und bat ihn, den Rehbock ans Land zu bringen. Der Mann zögerte erst ein wenig, dann ruderte er hin und brachte den Bock ans Ufer. Stephan gab ihm einen Taler Trinkgeld. Da verklärte sich das Gesicht des Fischers und verständnisinnig grinsend sprach er: „Mensch, auf mich kannst du dich verlassen. Ich bin der Kadereit, und wenn's zum Schwören kommt — i ch hab’ nischt gesehn!" (21:19) (22:14) (14:21) (27:10) (27:10) (10:23) (17:14) (20:12) Sieger: „Jahn" Eschwege. Tv.1846 Gießen abermals Gaumeister im Faustball Oie Gommerspielmeisterschasten im Gau XII Hessen. Das Aachener Schachturnier um die Meisterschaft von Deutschland. Am Freitagvormittag wunden einige Hängepartien ausgespielt. Während Reinhardt gegen Blue- mich gewann, endeten die Partien Rellstab-Richter, Ahues—Ernst und Schönmann—Dr. Lachmann remis. Am Nachmittag kam dann die siebente Runde Mim Austrag. Reinhardt siegte über Schönmann im Angriff. Koch gegen Elstner durch Figurenopfer und Michel gewann gegen Weißgerber. Punktteilung brachten die Partien Richter—Ahues und Schlage— Engels. Zum Abbruch kamen zwei Partien. Brinck- mann gab seine Hängestellung gegen Rellstab schon früh auf. Turnierstand nach der 7. Runde: Michel 4=1/2 (aus 6 Partien), Richter 4=y2, Ahues 4 (aus 6), Elstner 4, Engels und Reinhardt je 3^/2, Schoenmann und Schlage je 3 (aus 6), Brinckmann, Rellstab und Weißgerber je 3, Ernst 2=% und Hängepartie, Bluemich 2 und Hängepartie, (aus 6) Koch 2 (aus 6). Sonntag nachmittag kam die 8. Runde Zum Austrag. Der Berlner Meister Richter setzte ich durk einen sicheren Sieg über Bluemich an die Spitze. Ahues gewann gegen Brinckmann leicht. Weiter siegten Schlage über Elstner, Ernst gegen Schoenmann und Dr. Bachmann über Reinhardt. Abgebrochen wurden die Parteien Engels—Michel und Rellstab—Koch, Engels und Rellstab stehen auf Gewinn. Spielfrei war Weißgerber. Stand noch der 8. Runde: Richter 5=%, Ahues 5 (aus 7 Partin), M'chel 4=% und Hängepartie (aus 7), Schlage 4 (aus 7), Elstner 4, Engels und Ernst je 4, 3=% und Hänge Schoenmann und Weißgerber 3 (aus 7), Brinckmann 3, Bluemich und Koch'je 2 und Hängepartie (aus 7). Zwei Wochen ruhen nun schon, von einigen Ausnahmen abgesehen, Fußball, Handball, Hockey und Rugby, vier weitere Wochen dauert die Spielpause an, für alle eine hoffentlich recht segenbringende Zeit der Erholung. Es hat lange genug gedauert, bis sich die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer solchen Pause überall durchgesetzt hat. Der schärfste Widerstand kam von dort, wo selbstsüchtige Verein sinter essen sich absolut nicht fügen wollten, unter Berufung auf die — nur leider mißverstandene — Freiheit, daß jeder Sport treiben könne, wann und wie er wolle. Mit solchen Anschauungen hat die neue Zeit gründlich aufgeräumt, und endlich hat eine autoritäre Führung durchsetzen können, was sie längst als wichtig und notwendig erkannt hatte. Fraglich nur noch, ob eine Pause von sechs Wochen ausreichend ist, um zu erreichen, was man erreichen will, oder ob sie nicht noch verlängert werden soll, um durch rechtzeitige und ausreichende Erholung den Leistungsstandard unserer Spieler zu halten und zu erhöhen. Aber der wäre im Irrtum, der da glauben wollte, nun herrsche vollkommene Ruhe im Lager unserer Rasensportler. Das trifft weder für die Spieler noch für die Vereine noch für die Verbände, also die Führer der Bewegung, zu. Alle sind nach wie vor fleißig bei der Arbeit, trotz der ihnen eingeräumten Erholungspause. Lin Spieler würde vollkommen falsch handeln, wenn er sich nun sechs Wochen lang auf die faule haut legt. Nur vom kmnpffpiele, von der Beanspruchung von Nerven und Körper im Kampf um Punkte und Sieg soll er sich erholen, sich aber elastisch und frisch erhalten. Er soll schwimmen oder Leichtathletik treiben, ins Paddelboot steigen oder durch Feld und Wiesen, Wald und Gebirge wandern und einmal an alles midere denken, nur nicht an Fußball, Hockey, Rugby, Handball. Das ist die Spielpause für den Spieler, den aktiven Kämpfer, so soll er sie zu seiner Erholung benutzen. Fleißiger müssen der Vereinsführer und seine Mitarbeiter, insbesondere der Sportwart, sein, penn für sie gilt es, gerade die Spielpause dafür zu benutzen, das neue Spieljahr aufzubauen. Für die Verwaltungsbeamten geht die Arbeit ohne Unterbrechung weiter. Wie von ihnen die Wochen der Spielpause ausgenutzt werden, ist oft entscheidend sur den Erfolg der neuen Saison. Da heißt es zunächst noch einmal sorgfältig die Ereignisse der abge aufenen Spielzeit in die Erinnerung zurück- zurufen und nachzuprüsen, wo sich dort oder da m der Verwaltung des Vereins, in der Behandlung oder dem Verhalten der Mannschaften oder einzelner Spieler Mängel oder Fehler gezeigt haben, da müssen die Finanzen durchgerechnet und ein neuer Haushaltplan für die neue Spielzeit auf Grund der zur Verfügung stehenden oder erwarte- ten Mittel oder Einnahmen ausgestellt werden usw Zunächst muß sich die Vereinsführunq darüber klar werden, welche neuen Aufgaben der Verein in der kommenden Spielzeit zu erfüllen hat und wieder seinen Pflichten gerecht werden kann. Ter- nnnsragen gibt es zu klären, Freundschaftsspiele zu planen die Anforderungen des Fachamts unfeiner Untergliederungen einzuzeichnen und danach N beurteilen, was über den Kampf um Meister- schast. Pokal und andere Wettbewerbe hinaus übria bleibt zur Ermöglichung besonderer Wünsche. Da heißt es die Leistungsstärke der Mann- schäften überprüfen, damit man weih, welche Ziele gestellt und erreicht werden sollen, da senhausen, 64; 3. Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 63; 9. Frieda Peter, Tgm. Laubach, 54'; 11. A. Schwan, To. Dillenburg, 52; 14. Margarete Woihel, Mtv. Gießen, 49; 15. Toni Klier, Tv. Wetzlar, 48; 16. Hedwig Nickel, Tv. Herborn, 47; 17. Käthe Luh, Hede Langlouis, beide Tspv. Butzbach, 46; 18. Anneliese Ruppel, Tspv. Butzbach, Marie Weller Tsch t. Lauterbach, Else Lang, Tv. Dillenburg, 45; 19. El e Ludwig, Mtv. Gießen, 44; 20. Christian Schmitt, Mtv. Gießen, Emma Möller, Tschft. Lauterbach, 43; 21. Ilse Schäfer Tspv. Butzbach, Herta Schramm, To. Herborn, 42; 22. Erika Schneider, To. Wetzlar, 41; 23. Marie Köhler, Tschft. Lauterbach, 40 P. Die Mannschaftskämpfe. Der Kampf um das D ö ls u n g e n h 0 r n : 1. Stadtsportverein Frankfurt a. M. 351 Punkte; 2. To) Bieber 341 P.; 3. T. u. Sp. Allianz Frankfurt a. M. 336 P. I a h n s ch i l d (5 mal 100 - Meter - Pendelstaffel): 1. Stadtsportverrin Frankfurt a. M. 61,4 Sek.; 2. Tgs. Offenbach a. M. 63 Sek. Emanuel-Schmuckschild (5mal 100-Meter- Staffel): 1. Tv. Lollar 63,6 Sek.; 2. Jahnge- meinschaft Oberursel 67,6 Sek.; 3. Jahnoolk Ffm.- Eckenheim 67,8 Sek. ' B r u n h i l d e n s ch i l d (4 mal 75-Meter-Pendel- stafsel): 1. Tv. Vorwärts Frankfurt a. M. 43,4 Sek.; ■ Während des ganzen gestrigen Sonntags wurde auf dem Universitätssportplatz Faustball gespielt. Es Hing um die Sommerspielmeisterschaften des Gaues XII (Hessen). Der Tag brachte spannende Kämpfe, denen aber leider nicht das Interesse von Seiten des Sportpublikums entgegengebracht wurde, das sie verdienten. Gekämpft wurde in drei Klaffen: Turner I, Turner II und Turnerinnen. In der Altersklasse III fand sich nur eine Mannschaft ein, und zwar die der Turngemeinde Kassel, die kampflos zum Gaumeister wurde. In der Klasse der Turnerinnen wurde leider die Titelverteidigerin, die Fünf des Männerturnvereins Gießen sehr vermißt, die durch ihre Teilnahme am Feldbergfest verhindert war. Die Mannschaften in den übrigen Klassen waren vollzählig anwesend. Die gesamte Veranstaltung, die sehr sorgfältig vorbereitet war und unter der Leitung des DT.-Gauspielwartes Denn (Kassel) stand, »ahm einen reibungslosen Verlauf. In der Turn er kl ässe I traten 10 Kreisbest- vrannschaften an. Die Kämpfe in dieser Klasse wurden in zwei Gruppen durchgeführt. Es nahmen folgende Mannschaften teil: Tv. 1846 Gießen (Titelverteidiger), Polizei Hanau, Tv. 1861 Eschwege, Tv. Wölfershausen, Tgd. Friedberg, MTV. Gießen, CT. Kassel, Tv. Scheidt, Tv. Frankenau und Tv. Homberg. In den Kämpfen konnten sich die Mannschaften der Kasseler Turngemeinde und des Turnvereins 1846 Gießen als Gruppensieger durchsetzen. Die Ergebnisse lauteten jeweils sehr eindeutig für die Gruppensieger. Auch die Mannschaft der Turngemeinde Friedberg wurde verschiedentlich hoch geschlagen. Mit größter Spannung sah man dem Schlußspiel der Turnerklasse I entgegen, das den Abschluß der Kämpfe überhaupt bildete. Das Entscheidungsspiel Tv.l 846 Gießen - Tgde. Kaffel 2 y: 28 Die Mannschaft des Turnvereins 1846 (Dr. Pf esse r, Rixinger, Dr. Wilh. Loh, Walter Loh und Trapp) konnte gegen die Kasseler Turnge- memde mit 29:28 Punkten den Sieger stellen In der Halbzeit lautete das Ergebnis 15:13 für Gießen. Die Mannschaft des Turnvereins 1846 hat sich mit diesem Sieg für die Teilnahme an den Vorrundenspielen um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und hat am 11. August, voraussichtlich in yneöberg, gegen den Sieger aus dem Gau Südwest tm Gruppenspiel anzutreten. Sollten die Gießener auch hier den Sieger stellen können, so würden sie in die Kämpfe um die Deutsche Meisterschaft unmittelbar eingreifen. Der entscheidende Kampf des gestrigen Sonntags ^h zwei völlig gleichwertige Gegner im Spielfeld Der Kampfverlauf hielt das Interesse von Anfang vis Ende wach. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Sekunden. In der ersten Halbzeit behaupteten zunächst die Kasseler mit meist einem Punkt yorfprung die Führung. Erst als das Ergebnis 8:8 stand, übernahmen die Hiesigen die Führung die sie bis zum Schluß der ersten Halbzeit auch behaupten konnten. Mit 15:13 hatten die Kasseler zunächst das Nachsehen. Die zweite Spielhälfte gestaltete sich sehr dramatisch. Der Turnverein 1846 mußte auch hier die Führung für geraume Zeit den Kasselern überlassen, es kam aber immer wieder auch zum Ausgleich. Die höchste Punktdifferenz betrug einmal vier Punkte (9:13 für Kassel), die aber bann in einem Spurt die Gießener ausglichen, ohne dem Gegner eine Chance 3U geben. In den Schlußminuten ging der Kamps hart auf hart. 13:13, 14:13 für Gießen, 14:14 und 14:15 (nun für Kassel) lauteten die Punktwertungen Die Kasseler entschieden also die zweite Spielhälfte mit einem Punkt Unterschied für sich. Im Gesamtergebnis hatten aber die Gießener einen Punkt Vorsprung und damit den Sieg. Beim Gaumeister fiel die große Ruhe auf, mit der gekämpft wurde. Die Kasseler, die in ihren Leistungen auch sehr sicher waren, hinterließen rein spiele- risch einen sehr guten Eindruck. In der T u r n e r k l a s s e II standen sich Tv. Treysa, Tv. 1861 Eschwege, Tgd. Friedberg und Polizei Hanau gegenüber. Hier konnte sich die Turngemeinde Friedberg mit Spielgewinnen gegen alle ihre Gegner an die Spitze setzen. In der Turner- klasse III kam die Mannschaft der Kasseler Turnge- meinde — wie schon ermähnt — kampflos zum Sieg. In der Klasse der T u r n e r i n n e n , öie durchweg mit ausgezeichneten Leistungen auswarteten, konnten sich die Turnerinnen von „Jahn" Eschwege den Sieg sichern. Die Damen von „Jahn" Eschwege, Tv. Treysa und Hcnschelwerke Kassel lagen im Wettbewerb. Oie Einzclergebniffe: Tomer I. Gruppe 1: Tv. 1846 Gießen — Tschft. Homberg 40:20 (22:12) Pvwei Hvnau — Tv. 1861 Eschwege 31:33 (14:19) MD Ze BK S i 0 cu 2 -C DE Z c"Z es 23 g e? Jahn Eschwege — Tv. Treysa 5----- Tv. Treysa — Henschelwerke Kassel 43:50 (17:31) Henschelwerke — Jahn Eschwege 31:47 (16:20) Tv. Treysa — Jahn Eschwege 38:48 (18:21) Henschelwerke Kassel — Tv. Treysa 37:34 (15:21) Jahn Eschwege — Henschelwerke 44:26 (23:11) 3 J shi« »Öl lh\i c e' JlLgfc i * »6« 5. »2 u-e-. trc o ! To. Wölfershausen — Tv. Gießen 25:54 (12:25) Tschft. Homberg — Polizei Hanau 33:44 (16:23) To. Eschwege — Tv. Wölfershausen 30:37 (18:16) Tv. 1846 Gießen — Polizei Hanau 45:30 (20:14) Tv. Wölfershausen — Tschft. Homberg 30:34 (14:21) Tv. 1861 Eschwege — Tv. Gießen 31:36 (14:20) Polizei Hanau — Tv. Wölfershausen 30:35 (15:19) Tschft. Homberg — To. 1861 Eschwege 36:30 (21:15) Gruppensieger: Tv. 1846 Gießen. . Stadtspv. Frankfurt a. M., 94 Punkte; 2. O. Wer- ; ner, Tv. Weilmünster, Fritz Peter, Tschft. Lauter- ' bad), 92; 6. Ernst Stengel, Tv. Großen-Linden, 79; 10. Otto Lindenstruth, Mtv. Gießen, 75; 16, R. Stock, Tschft. Lauterbach, 69; 18. Kurt Strack, Mtv., Gießen, 67; 20. R. Schleifer, Tv. Braunfels, Wilh. Moos, To. Lollar, 65; 21. Adolf Klinkel, Turnverein Lollar, 64; 22. H. Steuder, Turnverein Dillenburg, 63; L. Paufch, To. Wetzlar, 22; 24. Helmut Viehl, To. Lollar, Willi Wagner, Mtv. Gießen, 61; 25. Helmut Buhl, Tv. Pohl-Göns, 60; 28. H. Pfeifftr, To. Dillenburg, 57; 30. Franz Leichter, To. Dillenburg, Albert Seipp, To. Lollar, 55; 31. Erich Gilbert, Tv. Lollar, 54. Männer, Klasse II: 1. A. Portune, Tv. Haßloch, 65 Punkte; 11. Willi Sinnwell, Tgm. Bad- Nauheim, August Best, To. Wetzlar, 52; 14. Karl Ludewig, Tv. Wetzlar, 48; 19. Fritz Adam, Tv. Braunfels, 43. J Männer, Klasse III: 1. Hrch. Will, Tv. Schwanheim, 66; 6. Karl Heß, Tv. Braunfels, 58; 8. Hermann Möller, Tschft. Lauterbach, 55; 11. Hermann Fink, Tschft. Lauterbach, 52; 21. Otto Meier, Tgm. Bad-Nauheim, 42. Männer, Klasse IV: 1. F. Koster,, Tgm. Bad Homburg, 69; 3. Hrch. Koch, Tv. Herborn, 65; 6. Adam Topp, Tgm. Friedberg, 59; 20. W. Rieke, Tv. Braunfels, 45. Turner - Jugend (296 Bewerber, 164 Sieger): 1. Th. Künstler, To. 1861 Kaiserslautern, 94 Punkte; 2. Fritz Waldschmidt, To. Wetzlar, 90; 10. Willi Gußke, Mtv. Gießen, 77; 27. Willi Rieke, Tv. Braunfels, 59; 28. Fritz Gräser, Tv. Braunfels 58; 32. Karl Reitz, T.- u. Spv. Butzbach, 54 Punkte. Turnerinnen (270 Bewerberinnen 164 Siegerinnen): 1. Frau Else Schumann, Mtv. Lambsheim (Pfalz), 65 P.; 2. Luise Schäfer, D. Tbd. Sach- Davis-Pokalkampf Deutschland — Amerika. Der Kampf am Samsfag. Nur einen Kampf gab es am Samstag in Wimbledon beim Davis - Jnterzonen - Finale zwischen Deutschland und Amerika. Henner Henkel und Donald Budge lieferten sich ein großartiges Gefecht, bas der deutsche Spieler erst nach härtestem Widerstand mit 5:7, 9:11, 6:8, 1:6 verloren geben mußte. Amerika ging also mit 1:0 in Führung. Lnirüsiungssturm in Wimbledon. — 2Ran will v. Lramm sehen! Nach dieser Bekanntgabe brach unter den Zuschauern ein Sturm der Entrüstung aus. Sie be- roarfcn unter großem Geheul die Schiedsrichter mit Tgde. Friedberg — Tv. Wasenberg Kasseler Tgde. — Tv. Scheidt Tv. Frankenau — Tgde. Friedberg Tv. Wasenberg — Kasseler Tgde. Tv. Scheidt — Tv. Frankenau Kasseler Tgde. — Tgde. Friedberg Tv. Frankenau — To. Wasenberg Tv. Scheidt — Tgde. Friedberg Kasseler Tgde. — Tv. Frankenau Tv. Wasenberg — Tv. Scheidt _____x„ Gruppensieger: Kasseler Turngemeinde. muh man sich einmal sorgfältig vor allem die jüngeren Jahrgänge, also den Nachwuchs des Vereins, Mann für Mann ansehen. Gerade hierauf ist besondere Aufmerksamkeit zu verwenden. Wie ist in der neuen Spielzeit diese ober jene Mannschaft zusammenzustellen, ist alles Material in Ordnung, was muß neu angeschafft werden usw.? Der Kassenwart wird durchrechnen, was auf Grund der Neuordnung des deutschen Sports vom Verein an finanziellen Verpflichtungen zu leisten und wieviel Geld ihm dann noch für andere Aufgaben übrig bleibt. Allerhand Verwaltungsausgaben sind zu erledigen, Paßfragen, Mitgliedskarten, die Beschaffung von Unterlagen für Fahrpreis-Ermäßigungen, alle möglichen Dinge, die mit dem Besitz oder der Pacht des Spielplatzes usw. Zusammenhängen, und vieles andere mehr. Auch der Archivbeamte — leider legen viele Vereine wenig Wert auf die Einrichtung eines Archivs — hat jetzt einmal Ruhe, allerhand aufzuarbeiten, was in der Zeit des fortwährenden Spielgeschehens liegen blieb. Ganz besonderen Wert gilt es aber auf die seelische Vorbereitung der Mitglieder zu legen, wenn sie in der neuen Spielzeit ihren Mann stehen sollen. Nicht Technik und Taktik, nicht d>e Vallartisten gewinnen ein Spiel, sondern die Mannschaft, die am besten durch Kameradschaft zufammen- steht, wo jeder sich nur als gleichwichtiges Glied des Ganzen fühlt. Das läßt sich nur erreichen durch Erziehung, und gerade für solche Arbeit ist die Spielpause sehr nützlich, von ihrem Ergebnis hängt oft der Verlauf der neuen Spielzeit ab. Nicht minder fleißig wie die Vereinsführer und ihre Mitarbeiter müssen die Führung des Fachamts bzw. des Verbandes sein. Hier fdjlägt ja bas Herz der ganzen Organisation, wenn hier nicht alles bis ins kleinste hinein oorberettet wird und ist, zeigen sich in der Maschinerie bald Störungen, es klappt dort ober da nicht. Durch den RfL. sind vielfach neue Aufgaben gestellt worden, die nun in die Tat umaefetzt werden müssen. Diesmal ist es besonders wichtig, daß alle Vorbereitungen mit äußerster Sorgfältigkeit getroffen werden, darf man doch nicht vergessen, daß wir im olympischen Vorjahr stehen und daß alles, was heute geschieht ober unterbleibt, sich günstig ober ungünstig auf die gesamte Bewegung und damit indirekt auch auf den Erfolg der Olympischen Spiele auswirkt. Nütze also jeder die Spielpause so, wie sie für ihn gedacht und nützlich ist, der Spieler, der Verein, der Verband! Rn. 0 Sr ° f=lD4 • fs 5 ö 2 B Ms ipM O e, ■ ‘tJ XD-C-' ikssi ; ihren Sitzkissen. Einige warfen sogar mit leeren , Flaschen usw. Nach kurzer Zeit war die Grasfläche . des berühmten „Court Nr. 1" völlig mit den Wurst . geschossen bedeckt. Vorher hatte das Publikum minutenlang im Chor gerufen: „Wir wollen Gramm, 1 wir wollen Cramm!" Schließlich entfernten sich die . Zuschauer ohne weitere Kundgebungen, nachdem bekanntgegeben worden war, daß die Eintrittskarten für nächsten Mittwoch, dem Tag, an dem die letz- , ten beiden Einzel gespielt worden, gelten würden. Als nach dem Einzelspiel Henkel — Budae andauernder Regen einsetze, harrten die Zuschauer geduldig über IV2 Stunden aus, bis fick das Wetter wieder aufklärte. Ihre Hoffnung, Den zweiten Match zwischen von Cramm und dem amerikanischen Spitzenspieler Allison noch sehen zu können, wurde jedoch enttäuscht, denn der Schiedsrichter teilte mit, daß dieses Spiel infolge der vorgerückten Stunde verschoben worden sei. Aordheffens neue Boxmeister. Am Freitagabend wurden in Kassel die Boxmeisterschaften des Gaues Nordhessen entschieden, die nur neue Meister im Feder-, Leicht-, Welterund Mittelgewicht brachten, da in den anderen Gewichtsklassen die Gegner fehlten. Die neuen Meister: Feder: Gl 0 ger - Wehrmacht Kassel Punktsieger über Studenroth BSK. 26; Mittel: Bauer BSK. 26 Punktsieger über Seibert-Kirchhain; Leicht: Brehm- BSK. 26 Punktsieger über Brinkmann- Niederzwehren; Welter: Badzi 0 ng - BSK. 26 Punktsieger über Thormann-BSK. 26. DKW-Rekord im Großen Preis von Belgien. Der große Preis von Belgien brachte nach dem eindrucksvollen Sieg von Mercedes bei den Waaen auch für die Krafträder den Beweis, daß Deutschland in feiner Viertelliter-DKW. eine Maschine gebaut hat, die alle anderen Fabrikate ihrer Klasse überragt. Arthur Geiß belegte in der 250-ccm- Klasse mit einem Stundenmittel von 125,734 Kilometern in neuer Rekordzeit den ersten Platz vor seinem Stallgenossen F. Kluge. Thierbach auf der längsten Etappe der Tour Dritter. Die 15. (Etappe der Tour de France, zugleich die längste und eine der schwierigsten führte von Perpignan nach Luchon über 325 Kilometer und brachte chon die ersten Berge der Pyrenäen, so den Col de Puymaurens, den Col de Port und den Col de Portet. Bei dem nebeligen und regnerischen Wetter hatten die Fahrer auf den schlechten Straßen, die zum Teil auch noch mit Geröll bedeckt waren, große Schwierigkeiten zu überwinden. Ausgezeichnet hielt sich diesmal der Deutsche Thierbach, der hinter dem im Spurt nach einer Fahrzeit von 11:39:23 Stunden vor feinem Landsmann Verwaecke siegenden Belgier S. Maes den dritten Platz nach 11:52:58 Stunden belegte. Auch Umben- hauer fuhr hervorragend, er kam mit der ersten größeren, von Dietto geführten Gruppe an und wurde Neunter. Kurze Sportnotizen. Einen neuen Weltrekord stellte der Münchener Gewichtheber Wölpert in der Leicht- gewichtsklasse auf. Er erreichte anläßlich eines Kur- es im Berliner Sportforum im beidarmigen Drücken 208 und überbot damit die bisherige Weltbestleistung des Oesterreichers Fein. Im Scywer- gewicht brachte Manger-Freising beim beidarmiyen Stoßen 318 Pfund zur Hochstrecke, eine Leistung, die einen neuen deutschen Rekord bedeutet. 3 2.2 ös L' .U19 s" Ml; Tv. 1861 Eschwege — Tgde. Frie Tv. Treysa — Tgde. Friedberg Tv. 1861 Eschwege — Pplizei Hanau _____x„v_w Tgde. Friedberg — Polizei Hanau 49:26 (24: 9) Polizei Hanau — Tv. Treysa 41:34 (17:19) ": J S