Samstag, 22. ZuniMS Rr.UZ Erstes Blatt 185. Jahrgang auf dem Kontinent verbürgen könne, während England sich seinen überseeischen Interessen widme, diese Idee wird nun hoffentlich endgültig ad acta gelegt. Für sie ist heute kein Böden mehr. Wohl aber ist, worauf grade englische Blätter in diesen Tagen hingewiesen haben, durchaus die Möglichkeit gegeben die von England so sehr gewünschte Generalbereinigung auf dem -Kontinent möglich durch eine analog dem Londoner Flottenabkommen getroffene Verständigung über die Heeresstärken zwischen Frankreich und Deutschland. Der Führer hat auch hierzu in seinen 13 Punkten den Weg gewiesen und es ist nur eine Frage des persönlichen Muts und der Verantwortungsfreudigkeit, ob die leitenden französischen Staatsmänner dem Beispiel ihrer britischen Kollegen folgen wollen. Englands Völkerbundsminister Eden hat soeben in Paris seine Vorschläge unterbreitet, um auch Frankreich, Italien und Sowjetrußland in Verhandlungen über eine Begrenzung der Seerüstungen einzubeziehen und den sogenannten Luftlocarnopakt der Westmächte ohne die Bleigewichte der übrigen Garantteverträge für Osteuropa und Donauraum unverzüglich unter Dach und Fach zu bringen. An der Aufnahme, die Eden mit diesen Anregungen bei Laval finden wird, wird man den Grad innerer Bereitschaft ermessen können, der heute in Frankreich für eine großzügige Derständigungspolittk im Sinne unseres Führers vorhanden ist. , Werfen wir noch einen kurzen Blick aus die Auswirkungen des Londoner Abkommens auf die deutsche Flottenpolitik. Wenn Deutschland rückhaltlos anerkannt hat, daß die Aufrechterhaltung der englischen Seemacht das A und O für den Zusammenhalt des britischen Weltreichs bedeutet, eine Rolle, die mit der der beschränkten Aufgabe der deutschen Kriegsmarine nicht zu vergleichen ist, so hat doch England seinerseits mit Zubilligung der deutschen Quote in Höhe von 35 v. H. der britischen Gesamtflotte die großen Interessen anerkannt, die die deutsche Kriegsmarine vor allem in der Ostsee mit ihrer überall für jeden Feind offen daliegenden Küste und mit dem Schutz der Verbindungswege nach dem vom Reich abgetrennten Ostpreußen zu sichern hat. Die Anxvendung des vereinbarten Der- hältnisschlüssels auf die einzelnen Schiffsklassen erfolgt auf Grund der für die britische Flotte heute noch gültigen Zahlen des bereits gekündigten Der- trags von Washington. Im Einzelnen wurde darüber bereits gestern ausführlich berichtet. Wichtig erscheint, daß sich über die Zweckmäßigkeit der Größenbegrenzung einzelner Schiffsklassen bei den Londoner Verhandlungen tu allen wesentlichen Paris, 21. Juni. (DNB.) Die englisch-französischen Besprechungen, die um 11.30 Uhr am Quai d'Orsay begannen, dauerten bis um 13.15 Uhr und wurden nach dem Frühstück fortgesetzt. An den Besprechungen nahmen u. a. teil: Minister Eden, der englische Botschafter, Ministerpräsident Laval, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Leger, und der Gesandte M a s s i g l i. Zu dem Frühstück erschienen ferner Kriegsmarineminister P i s t r i und die Vorsitzenden der Auswärtigen Ausschüsse von Kammer und Senat, Bärenger und Bastide. Nach Beendigung der französisch-englischen Unterredung gab Ministerpräsident Laval den Pressevertretern gegenüber folgende Erklärung: „Wir haben uns in voller Offenheit über das kürzlich zwischen England und Deutschland abgeschlossene Flottenabkommen ausgesprochen. Eden hat mir die Gründe dargelegt, die seine Regierung zu diesem Beschluß veranlaßt haben. Ich habe nicht verfehlt, die Vorbehalte, die meine Regierung zu formulieren veranlaßt war, zu wiederholen. Meine persönlichen Beziehungen zu Eden genügen, um den freundschaftlichen Charakter unserer Unterredung zu bestätigen. Wir haben im übrigen die Gesamtheit der Fragen geprüft, die die gegenwärtige europäische Lage für unsere beiden Regierungen mit sich bringt und die Notw en- di'gkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern anerkannt. Wir werden unsere Unterredung morgen f o r t s e tz e n." Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70 mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25% mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen,Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B 5rantfllN am^Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr vuch- und Stetnömrferet R. Lange in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: rchulstrahe 7 Die Pariser Presse beurteilt die Verhandlungen Edens zurückhaltend. Der „Matin" bemerkt, die Verhandlungen über den Luftpakt würden sehr mühsam sein; denn er müßte nicht nur den Grundsatz des gegenseitigen Beistandes estlegen, sondern auch die automatische Auslösung der Aktion, die anzuwendenden Mittel und vor allem die Art und Weise der Kontrolle der Luftstreitkräfte bestimmen. Für Frankreich sei die W i e d e r h e r st e l - lung der Front der internationalen Zusammenarbeit von Stresa die Hauptfrage. Nach dem „Petit Parisien" erkennt Frankreich die Zweckmäßigkeit des Luftpaktes aroar an, weist aber immer auf die gegenseitige Abhängigkeit und Unteilbarkeit der einzelnen Rüstungen hin. Wenn der Luftpakt geregelt wäre, würden die Themen, die England und Deutschland angingen, erschöpft sein und Frankreich würde sich hinsichtlich der Begrenzung der Rüstungen zu Lande in einer unvorteilhaften Stellung befinden. Daher könne die französische Regierung den Abschluß eines Luftpaktes nur unter Einbe- Ziehung aller Punkte des Programms vom 3. Februar zulassen. fen, daß die weiteren Besprechungen am Samstag wirklich fruchtbar sein würden. „Daily Telegraph" glaubt eine merkliche Verbesserung der englisch-französischen Beziehungen als Ergebnis des ersten Verhandlungstages feststellen zu können. Eden habe sehr nachdrücklich erklärt, daß die englische Regierung an nichts weniger denke als daran, eine Politik auf eigene Faust in Europa zu spielen. Geeinigt habe man sich bisher nur über den Inhalt der A n t- w o r t auf die d e u t s ch e A n f r a g e bezüglich der Auswirkungen des französisch-russischen Paktes auf den L o c a r n o v e r t r a g. Die französische Regierung gelange im übrigen langsam zu der Erkenntnis, daß der ausdrückliche Wunsch Deutschlands, die europäische Lage zu sta- bilisieren, ernst gemeint ist. Pertinax sagt über den Verlauf der Verhandlungen, Eden habe zunächst die Tatsache betont, daß das deutsch-englische Flottenabkommen, nicht nur den.Interessen Englands, sondern denjenigen Frankreichs und dem Interesse des europäischen Friedens diene. Anscheinend wolle Frankreich eine Beteiligung an den Luftpaktsverhandlungen a b l e h n e n , wenn Deutschland nicht das von Simon in Stresa dargelegte nordöstliche Sicherheits- s y st e m annehme. Eden habe auch die Versicherung abgegeben, daß die englische Regierung kein zweiseitiges Luftabkommen mit Deutschland suchen werde. „Daily Expreß" berichtet demgegenüber, es sei eine Formel für die zukünftige englisch-französische Zusammenarbeit aufgezogen worden. Eden habe telephonisch in London angefragt, ob diese Formel für die englische Regierung annehmbar wäre. Reuter zufolge nimmt die französische Regierung den Standpunkt ein, daß eine Entsendung französischer Flottensachoer ständiger nach London zur Zeit nicht in Frage komme. Frankreich und der Flotienpakt. Edens Pariser Besprechungen. — Das Lustlocarno. — Wird Laval auf einer Behandlung des Gesamiprogramms der Sicherheitspakte bestehen? der jetzigen Verhandlungen überzeugt, so lange sich die englische Politik in ihren gegenwärtigen Bahnen bewege. Der Führer der französischen Marxisten, Leon Blum, erklärt im „Populaire", die englische Politik gehe in der Flottenfrage auf selbstsüchtige Erwägungen zurück. Aber auch Laval und Flandin hätten einen Fehler dadurch begangen, daß sie die Rede des Führers vom 21. Mai u nbeantwortet gelassen hätten. Damals hätte die Initiative bei der französischen Regierung gelegen. Mrd Eden Erfolg haben? Das Londoner Jlottenabkommen erleichtert eine allgemeine Regelung Die deutsch-englische Flottenver- , ständigung als zweites Ergebnis der gleichen Methode direkter Aussprache zwischen zwei gleichberechtigten Nationen ist eine nicht minder deutliche Abkehr von alten Dogmen und vorgefaß- f ten Meinungen, die von den Tatsachen überholt < worden sind und zum alten Eisen geworfen werden , können, nachdem der nüchterne Wirklichkeitssinn der । Nächstbeteiligten einen modus vivendi gefunden hat, • der dem Gang der geschichtlichen Entwicklung Rech- ' nung trägt und von den wahren, aus der durchaus verschiedenartigen geopolitischen Lage beider Nationen herrührenden Bedürfnisse die vermeintlichen von Prestige und falscher Machtpolitik diktierten entschlossen abzieht. Das Kapitel der deutschbritischen Flottenrivalität, das vor dem Kriege tten- nend zwischen den beiden großen stammverwandten Nationen stand, ist für alle Zeit beseitigt und da- mit auch jede Spekulation, aus einer über der Flottenfrage entstehenden Entfremdung zwischen Deutschland und England Kapital schlagen zu können. Wenn auch in der wilbelminischen Aera die großen Flottenvorlagen des Admirals von T i r - pitz im Reichstag erst eingebracht worden sind, nachdem die Bemühungen um das Zustandekommen eines deutsch-englischen Bündnisses gescheitert waren und England seine Stellung in der franzö- sisch-russischen Front bezogen hatte, so hatte doch das Scheitern der Mission des britischen Kriegs- Ministers Lord Haldane im Februar 1912, der bei seinem Besuch in Berlin eine deutsch-britische Verständigung über Tempo und Umfang der Schiffsbauten anstrebte, den Bruch zwischen Deutschland und England vollständig gemacht. Tirpitz hatte den Flottenbau unter den Gedanken gestellt, daß die deutsche Kriegsflotte so stark sein müsse, um England die Lust zu nehmen, bei einem kriegerischen Zusammenstoß der beiden großen europäischen Mächtegruppen das Risiko eines Verlusts der eigenen Flotte einzugehen. Der Tirpitzsche Risikogedanke hat getrogen. Auf das Scheitern der Haldane-Mis- sion und die deutsche Flottenvorlage im Jahre 1912 folgte noch im November des gleichen Jahres die Zusage 'gegenseitiger Waffenhilfe zwischen Frankreich und England in dem bekannten Briefwechsel zwischen Sir Edward Grey und dem französischen Botschafter Cambon, an die letzterer in den verhängnisvollen Augusttagen des Jahres 1914 den britischen Staatssekretär mit dem Erfolg erinnern konnte, daß England neben seine Verbündeten in den Krieg gegen Deutschland eintrat. Die oft kritisierte „Uferlosigkeit" der Flottenplane und der nicht minder beklagte Zickzackkurs der außenpolitischen Navigation wahrend der Aera Bülow-Bethmann, der mit dem nebeneinander betriebenen Flottenbau und dem Bagdadbahnprojert gleichzeitig England und Rußland brüskierte und in der Marokkoaffäre den Gegensatz zu Frankreich noch vertteste, sind heute einer Politik gewichen, die maßvolle Zurückhaltung gegenüber berechttgten Interessen fremder Nationen mit selbstbewußter ruhl- ger Festigkeit in der Durchsetzung der eigenen ausschließlich vom Bedürfnis der nationalen Sicherheit besttmmten Belange verbindet und damit wieder anknüpft an die beste Tradition p^eußstch'deu - schen Außenpolitik, die unter Bismarcks Führung, nachdem die deutsche Einheit geschmiedet und das Reich als Großmacht in den Sattel gehoben war, allein darauf hinauslief, diese kontinentale Groß- Machtstellung Deutschlands durch wettausschauenve Friedenssicherungen zu behaupten. Die 13 Buntte in der großen außenpolitischen Programmrede des Führers hatten aller Welt gezeigt, daß das nationalsozialistische Deutschland nicht gewillt ist, stG irgend etwas abhandeln zu lassen von dem, was es als unbedingte Notwendigkeit zur Verteidigung ferner nationalen Interessen erkannt hat, daß es aber jederzeit bereit ist, auch den andern Völkern zuzu- billigen, was sie zur Sicherung ihrer Lebensinter- 1 essen der besonderen Eigenart ihrer politischen Lage entsprechend zu bedürfen glauben. Die Verkündung der Wehrfreiheit und die unbeirrte Durchführung der deutschen Wiederaufrüstung in dem angekündigten Ausmaße hatte aller Welt den festen Willen des neuen Reichs gezeigt, zu seinem Wort zu stehen. . . .. . Als erste haben nun die Engländer Die große Chance erkannt, die ihnen der Führer in seinen 13 Punkten geboten hatte. Sie haben durch ihr Eingehen auf die Anregung des Führers erreicht, was zu einem späteren Zeitpunkt nur zu einem weit höheren Preis, vielleicht aber auch gar nicht mehr zu erreichen gewesen wäre. Das Londoner Flottenabkommen beseitigt mit seinem für die deutsche und brittsche Flotte festgelegten Verhältnis von 35 zu 100 wenigstens zwischen diesen beiden Nationen ein für alle Mal jenes beunruhigende Moment des Wettrüstens, das wie wir sahen das deutsch-englische Verhältnis vor dem Kriege so verhängnisvoll vergiftet hat und nach dem Kriege durch seine Kostspieligkeit nicht minder wie durch die ihm innewohnende stete Drohung für den Weltfrieden für die großen Seemächte zu einem Alpdruck geworden ist. Das Flottenabkommen schafft aber auch m der Art seiner Formulierungen wie in seinen technischen Einzelheiten den Ansatzpunkt für eine allgemeine Regelung auf die grade England mit besonderer Energie hinsteuert, weil nach dem Aufhören der Bindungen des von Japan bereits gekündigten Flottenvertrags von Washington ein neues Wettrüsten dem Bntt- schen Reich bei seinen über den ganzen Erdball verstreuten Interessen ungeheure materielle Opfer auf- erlegen müßte, ohne die Sicherheit, nun auch tatsächlich im Ernstfall an jedem Punk des Riesen- reichs gegen einen mit zusammengeballter Kraft^des Feindes geführten Angriff hinreichend geschützt zu sein. Die Lage in Ostasien und die ungeheuren wirtschaftlichen Interessen, die England dort zu vertei- bigen bat, wirb roobl in erster Linie die Manner des Kabinetts Baldwin bewogen haben, durch die vom Führer angebotene Flottenoerstandigung nut Deutschland den Versuch zu machen, nut einer Generalbereinigung der europäischen Din^e zu be- ainnen auf Grundlage der neuen Einsicht, daß ohne die gleichberechtigte Teilnahme eines in seiner na- ttonalen Sicherheit durch die Wehrkraft des eigenen , Volkes gefestigten Deutschen Reiches eine Befne- . düng Europas unmöglich ist. Die in einigen Kopfen . des ‘ britischen Foreign Office spukende Idee daß . Frankreich als Gendarm am besten den Frieden „Oeuvre" behauptet, daß die französischen Einwände auf Eden starken Eindruck gemacht hätten. Im Augenblick sei es nicht angebracht, die neue, aber noch etwas zerbrechliche französisch-italienische Freundschaft durch Anschneiden einer so heiklen Frage, wie der französisch-italienischen Flottenparität zu gefährden. „Echo de Paris" warnt vor der Gefahr, daß bei einer Verstärkung des Locarno - Vertrages Frankreich die Hände gebunden werden könnten, und ist im übrigen von der Zwecklosigkeit Englische preffestimmen. London, 22.Juni. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse berichtet ausführlich über den Verlaus der Pariser Besprechungen Edens mit Laval. Die Berichte gehen im allgemeinen dahin, daß es Eden zwar nicht gelungen sei, die französischen Einwände gegen das „einseitige Vorgehe n" Englands beim Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens zu erschüttern, jedoch habe Eden in der allgemeinen Frage der zukünftigen Zusammenarbeit Laval zufried en gestellt. Wie die „Time s" glaubt, habe Laval eine Zusicherung von England gefordert, daß es das im Zusammenhang mit dem deutsch-englischen Abkommen eingeschlagene Verfahren bei der Behandlung der anderen wichtigen politischen Probleme nicht wiederholen werde. Der französische Ministerpräsident habe dabei wahrscheinlich angeführt, daß sich die französischen Proteste gegen eine Wiederaufrüstung Deutschlands nicht auf ein blindes Festhalten an Vertragsbedingungen stützten, da in Stresa selbst der Gedanke von Abänderungen angenommen worden sei, allerdings unter der Voraussetzung, daß die in Stresa vertretenen Mächte Zusammenarbeiten würden. Eden habe seinerseits wohl kaum der Ansicht zugestimmt, daß irgendeine ernste Verletzung der englisch-französischen Zusammenarbeit stattgefunden hätte. Er habe Laval daran erinnert, daß das deutsch-englische Flottenabkommen in eine allgemeine Regelung eingefügt werden solle. Wenn Eden auch die französische Ueberzeugung, daß das britische Vorgehen weder dem Geist noch dem Buchstaben nach dem Grundsatz „einer Einheitsfront" entspreche, nicht habe erschüttern können, so habe er doch durch seinen Takt und durch sein Verständnis einen tiefen Eindruck gemacht. Man könne Hof- 3u neuen Ufern. Das Londoner Flottenabkommen zwischen Deutschland und England ist nicht minder ein Sieg des gesunden Menschenverstandes über doktrinäre Verbohrtheit, chauvinistische Antipathie und falsch verstandenen Ressortehrgeiz wie auch ein Erfolg der vom Führer und Reichskanzler in seiner gesamten Außenpolitik befolgten Methode einer rückhaltlos offenen Aussprache von Mann zu Mann. Der Führer hat immer wieder die Meinung vertreten, daß zwischen zwei Nationen, die ihre gleichberechtigte Stellung als Verhandlungspartner kennen und von denen jede die besonderen nationalen Bedürfnisse der andern im voraus zu achten gewillt ist, leicht über ein festumgrenztes Problem eine Verständigung zu erzielen ist, deren Erweiterung durch entsprechende Verhandlungen mit anderen Nationen schneller zum Ziel einer allgemeinen Regelung führen wird, als schlecht vorbereitete, im Gestrüpp diplomatischer Intrigen stecken bleibende oder im Papierschlamm der Sachverständigenausschüsse versandende internationale Konferenzen. Namentlich gilt das nach deutscher Auffassung für das Zentralproblem der europäischen Politik, das seit länger als einem Jahrzehnt um die Begriffe Sicherheit und Abrüstung oder richtiger gesagt, Rüstungsbegrenzung kreist, ohne daß dabei bislang für die Sicherung des Friedens etwas Positives herausgekommen wäre, was man als einen Fortschritt über den Locarnopakt hinaus hätte ansehen können. Der einzige großzügige und fruchtbringende Beitrag zur Entgiftung der Atmosphäre, die deutsch-polnische Verständigung, verdankt gerade der vom Führer angeregten und von Marschall Pilsudski verständnisvoll aufgegriffenen Methode der direkten Aussprache ihr Zustandekommen. Und es.ist bezeichnend für die Güte dieser Methode, daß sie ungeachtet der von keiner Seite verkannten und geleugneten Schwierigkeiten zwei Nationen zusammenführte, auf deren in Versailles sorgfältig konstruierten Gegensatz das System der Sicherung des Versailler Status quo zu einem guten Teil aufgebaut war. Punkten die gleiche Auffassung zwischen den deutschen und englischen Sachverständigen ergab. So war man sich z. B. darin einig, daß Schlachtschiffe von 25 000 Tonnen durchaus ausreichend feien für leistungsfähige Kampfeinheiten. Gegenüber den französischen und italienischen Bauplänen, die bekanntlich Schiffe von 35 000 Tonnen vorsehen, wird es allerdings schwer sein, auf einer internationalen Flottenkonferenz dem deutsch-englischen Standpunkt zur Anerkennung zu verhelfen. Nicht anders ist es mit den Flugzeugträgern, die England auf 22 000 Tonnen begrenzen möchte, während Amerika bereits zwei in dem Riesenausmaß von 33 000 Tonnen besitzt. Für Deutschland würden etwa zwei solcher Flugzeugträger in der Größe der englischen in Betracht kommen. Man könnte sich aber auch denken, die verfügbare Tonnenzahl zum Bau mehrerer kleinerer solcher Schiffe auszunutzen, wie sie z. B. Schweden mit seiner „Gotland" besitzt, die mittels eines Katapults sechs Wasserflugzeuge von Bord lassen kann. Auch in der U -Bootfrage gehen Deutschland und England durchaus einig in der Auffassung, daß, wennschon die vollständige Ab- schaffung der U-Bootwaffe wiederum am Wider- sprach Frankreichs scheitern sollte, eine möglichst starke Begrenzung der Größe wünschenswert ist. England ist bisher mit seinen größten Booten von etwa 1500 Tonnen sehr beträchtlich unter der vertraglich erlaubten Höchstgrenze von 2000 Tonnen im allgemeinen und 2800 Tonnen für je drei Spitzenboote jeder Kriegsflotte geblieben, die Frankreich voll ausgeschöpft hat, wie Frankreich ja auch mit einer Zahl von 96 U-Booten faßt die doppelte Zahl der englischen (51) und der italienischen (59) U-Boote besitzt. Diese Zahlen recht- fertigen auch, warum in der U-Bootfrage das Verhältnis von 35 zu 100 aufgehoben wurde zugunsten einer vollen Parität, wie sie übrigens auch in den früheren Flottenverträgen den kleineren Seemächten zugebilligt worden war. Deutschland wird sich indessen vorerst mit 45 v. H. der britischen U-Boot- stärke begnügen, um eine Einigung mit den anderen Flottenmächten nicht zu erschweren, obwohl dem U-Boot naturgemäß in den für die deutsche Kriegsmarine ausschließlich in Betracht kommenden europäischen Gewässern eine besondere Bedeutung zukommt. Dor einer lebensbedrohenden Unterlegenheil gegenüber andern Seemächten schützt Deutschland die Gewißheit, daß Großbritannien seine Seegeltung unter allen Umständen behaupten wird und damit durch das vereinbarte Stärkeyerhältm- der Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biegener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt »sernspkechanschlüffe mnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten- Anzeiger Gießen Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Llnlerhausdebatle über den Lustpakt. Roosevelts Steuerreform. Auftakt zum Wahlkampf in USA. Kurswechsel in Güdslawien? Oer Führer der Kroatischen Opposition vom Prinzregenten empfangen. Bemühungen zur Sicherung eines Abkommens über die Land- und Luftstreitkräfte nachlassen werde. Im Gegenteil sieht bie britische Regierung die Verhinderung eines internationalen Wettbewerbs in allen drei Rüstungsgruppen als eine Angelegenheit von höchst dringlicher Bedeutung an. Ein Abgeordneter fragte, ob die Regierung die Einberufung einer Konferenz der Unterzeichner des Washingtoner und Londoner Flottenabkommens beabsichtige und ob das Abkommen mit Deutschland nach Meinung der Regierung eine Uebertretung des Versailler Vertrages darstelle. Der Erste Lord der Admiralität erklärte, es lasse sich noch nicht sagen, wann eine Vollkonferenz stattfinden könne. Die zweite Frage schneide eine j u r i st i s ch e Angelegenheit an, und er glaube nicht, dah sie an das richtige Ministerium gerichtet worden sei. Auf die Frage, ob das Unterhaus eine baldige Gelegenheit zu einer Aussprache über das deutsch-englische Abkommen erhalten werde, erwiderte Ministerpräsident Baldwin: „Wie bei allen bisher mit anderen Ländern geführten zweiseitigen Unterhaltungen ist der wesentliche Inhalt dieser Unterhaltungen sehr vertraulicher Natur. Wenn alle Einzelheiten öffentlich erörtert würden, wäre die Erzielung jedes internationalen Abkommens ganz hoffnungslos." Der Führer der arbeiterparteilichen Opposition, Lansbury, widersprach. Es handele sich um Fragen von öffentlicher Bedeutung. Die Arbeiterpartei wolle der Regierung keinerlei Schwierigkeiten verursachen. Aber sie lege auf eine Aussprache Wert. Baldwin bat Lansbury, die Angelegenheit mit den Einpeitschern des Unterhauses zu besprechen. Die Regierung erhebe gegen eine Aussprache grundsätzlich keine Einwände. Sie müsse sich aber notfalls Einzelheiten vorbehalten. urrd den näch st jährigen großen Wahlkampf vorzubereiten, der über Sieg oder Niederlage Roosevelts und seiner demokratischen Partei entscheiden wird. Es war daher wesentlich, daß man noch vor dem Tagungsende den ihm feindlich gesinnten Agitatoren das Wasser abgrub. Die Entscheidung des Obersten Gerichtes in der N i r a - F r a g e und die beifällige, ja begeisterte Aufnahme, die die Entscheidung bei der Groß- industrie und den Bankiers fand, hat Roosevelt offenbar davon überzeugt, daß chm diese Kreise verloren sind und daß alle Konservativen und Individualisten sich im nächsten Jahr um das Banner der republikanischen Opposition scharen werden. Um daher die wankenden Reihen seiner eigenen Partei zu halten und die Zersplitterung in kleine Sonderparteien zu verhindern, machte er einen fühlbaren Ruck nach links durch sein Eintreten für die Arbeitslosenversicherung und die Altersrenten, für die Koalitionsfreiheit der Arbeitnehmer und für die W e g st e u e r u n g d e r g r o - ßen Vermögen und der großen Geschäftsgewinne. Hierdurch wird er zweifellos bei den großen Wählermassen einen großen Teil seiner früheren Beliebtheit zurückgewinnen, selbst wenn die Steuerreform sich in diesem Jahr noch nicht verwirklichen lassen sollte. beiden Flotten Deutschlands Kriegsmarine den Stand halten kann, den sie zur Sicherung der nationalen Interessen des Reichs haben muß. Im übrigen ist nun die Verantwortung für den künftigen Umfang der Seerüstungen den Mächten zugeschoben, zu denen England zur Sicherung seiner über den ganzen Weltkreis sich spannenden Interessen ein gewisses Stärkeverhältnis aufrechterhalten muß, in erster Linie Amerika und Japan, in zweiter Frankreich und Italien. Deutschland wird sich automatisch jeder Rüstungsbeschränkung zur See unterwerfen, die zwischen diesen Mächten vereinbart wird. So ist in dem schwierigen Zusammensetzspiel, von dem der Erste Lord der britischen Admiralität in seiner Rundfunkrede sprach, mit dem deutsch-britischen Flottenabkommen die Partie eröffnet, der erste Zug getan, die ersten beiden Stücke sind zusammengefügt, auf die Einsicht und den guten Willen, wie auf die Energie der Andern wird es nun ankommen, wenn das ganze Sviel gelingen und als Ganzes ein internationales Abkommen zustandegebracht werden soll, das ein hemmungsloses Wettrüsten zur See rechtzeitig verhindert und der Welt den Frieden bewahren hilft. JNoskau und der Flottenpatt. England lädt die Sowjetunion zu Besprechungen ein. Moskau, 21. Juni. (DNB.) Der englische Botschafter Lord C h i l st o n setzte den Außenkommissar Litwinow von dem Abschluß des F l o t t e n a b k o m m e n s mit Deutschland in Kenntnis und gab die Erklärung ab, daß England außer mit Frankreich und Italien, mit denen es bereits verhandle, auch mit Sowjetrußland in Verhandlungen über eine Begrenzung der Seerüstungen einzutreten wünsche. England habe sich nicht nur die quantitative, sondern auch die qualitative Abrüstung zum Ziel gesetzt. Sowjetrußland werde über den Verlaus der Verhandlungen mit den anderen Mächten auf dem laufenden gehalten werden. Litwinow versprach, dem Rat der Volkskommissare die Einladung Englands zu unterbreiten. Die Sowjetregierung hat die russischen Botschafter in Rom, London und Paris beauftragt, die Regierungen über den Standpunkt der Sowjetregierung in der Flottenfrage wie auch in der Frage des Luftpaktes zu unterrichten. Die Presse der Sowjetunion schenkt dem deutsch-englischen Flottenabkommen größte Beachtung. In der „Jsweftija" erscheint ein Artikel Radeks unter der ueberschrist „Deutsch-englisches Seeabkommen und Durchbruch englisch-französischer Front". Radeks Ausführungen enthalten zahlreiche Widersprüche. So behauptet er an der einen Stelle, daß Deutschland eine große Flotte brauche, um einen Schlag gegen England zu führen, falls es hierbei die Unterstützung Frankreichs finde, um an einer anderen Stelle zu erklären, dah Deutschland einen Durchbruch durch die im Entstehen begriffene englisch-französische Front erreicht habe. Radek schreibt weiter, daß die allgemeine Lage zunächst noch eine genauere Prüfung erfordere. Zunächst müsse man zugeben, daß auf der gegenwärtigen Etappe der „deutsche Imperialismus" einen Schlag bekommen habe. Uebereinftimmenb mit der gesamten übrigen Sowjetpresse vermeidet es Radek, im Zusammenhang mit dem Flottenabkommett auf die eigene Seestreitkräfte der Sowjetunion hinzuweisen, die gerade jetzt wieder eine ungeheure Verstärkung erfahren hat. Die aus zaristischer Zeit übernommenen Flotteneinheiten sind, wie den Erklärungen Tucharschewskis auf dem Rätekongreß im Januar d. I. zu entnehmen war, einschließlich der U-Bootbauten mehr als fünfmal vergrößert worden. Englische Ehrungen für die deutsche Frontkämpfer-Abordnung. London, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) In der StaSthalle von Hove bei Brighton fand am Freitagabend ein Empfang und Festessen für die Abordnung deutscher Kriegsteilnehmer statt. Preß Association berichtet darüber: Deutsche und Engländer, die sich im Weltkriege in den Schützengräben bekämpften, gelobten gestern abend, für den Weltfrieden zu streiten. Als die deutsche und die englische Nationalhymnen gespielt wurden, vermischten sich die Heil- und Hurra-Ruse, und Engländer und Deutsche gleicher Weise erhoben die Hand zum deutschen Gruß. Als Vertreter der beut» fchen Botschaft erklärte Freiherr von Put- litz: „Wir, die wir unsere Kameraden sterben sahen, wollen keinen neuen Krieg." Der englische Abgeordnete Rawson sagte: „Durch den Austausch freundschaftlichen Besuch von Frontkämpfern können wir mehr zu der Sache des Weltfriedens beitragen, als durch hunderte von Pakten, Verträgen und Konferenzen." Der englische General Lloyd führte aus: „Der Prinz von Wales hat uns den Weg gewiesen. Wir können der Welt zeigen, was Kameradschaft bedeutet. Wir können eine Brücke bauen, über die die Nationen in Freundschaft und Einmütigkeit marschieren." Kondylis für die Wiedereinführung der Monarchie 'n Griechenland Athen, 22. Juni. (DNB.) Der stellvertretende Ministerpräsident General Kondylis hat auf Anfrage von Pressevertretern den genauen Wortlaut seiner Erklärungen gegenüber der Belgrader Agentur Avala wie folgt festgelegt: Ich wünsche persönlich, daß die Volksabstimmung eine st a r k e Mehrheit zuaunsten der Monarchie ergibt, denn der Republik ist es nicht gelungen, dem Lande ein normales politisches Leben zu sichern. Wenn die Monarchie das sicherstellen kann, wird sie Griechenland retten. Kleine politische Nachrichten. „News Chronicle" glaubt zu wissen, daß die britische Regierung alle Vorbereitungen getroffen habe, um d i e in Abessinien lebenden Engländer im Falle von Schwierigkeiten i n Sicherheit zu bringen. In Aegypten ständen zu diesem Zweck bereits große militärische Transportflugzeuge bereit. ♦ Der bolivianische Kongreß hat das in Buenos Aires am 12. Juni abgeschlossene Abkommen über die Einstellung Der Feindseligkeiten im Gran Chaco angenommen. ♦ Aus Anordnung der Kanton-Regierung wurden 35 Kommunisten, die kürzlich bei Nanschan gefangen genommen wurden, in Swatau hin- gerichtet. Unter den Hingerichteten befanden sich mehrere junge Frauen. London, 21. Juni. (DNB.) Der Erste Lord der Admiralität Sir Bolton Eyres Monsell gab im Unterhaus eine längere Erklärung über die deutsch-englischen Flottenbesprechungen ab. Die Regierung sei der Ansicht gewesen, daß das Abkommen auch von entschiedenem Vorteil für die Flottenbelange anderer Mächte sein müsse. Nach jahrelangen Bemühungen liefere dieses Abkommen einen e fte n Ausgangspunkt für weitere Besprechungen mit anderen Mächten, deren Stellung durch die Verpflichtung Deutschlands, daß es an dieser Verhältnisziffer unabhängig von den Flottenbauten anderer Mächte festhalten werde, erleichtert werden würde. Wir sehen daher dieses Abkommen als einen wesentlichen Beitrag z um Weltfrieden und zur internationalen Befriedung an. Man hat gesagt, die britische Regierung hätte dieses Abkommen nicht abschließen sollen. Aber wir müssen den Tatsachen ins Gesicht eben. (Beifall.) Wir haben uns mit dem sehr praktischen Problem au befassen, daß Deutschland bereits eine Flotte baut, die außerhalb der im Versailler Vertrag festgelegten Grenzen ist. Wir haben die Wirkungen umgrenzt, die als Folge dieser einseitigen Entscheidung Deutschlands vielleicht eingetreten wären. Wir glauben, daß dies im Interesse a'ller Flottenmächte der Welt liegt. Wir sind überzeugt, England hätte einen schweren Fehler gemacht, wenn die britische Regierung den Vorschlag abgelehnt oder eine Annahme verzögert hätte. Wir wollen fort» ahren, uns mit dieser Angelegenheit in voller und reimütiger Aussprache und Zusammenarbeit mit den anderen Unterzeichnermächten des Washingtoner und Londoner Vertrages zu befassen. Dies bedeutet nicht, daß, falls künftig ein allgemeiner Flottenbegrenzungsvertrag abgeschlossen werden ollte, die britische Regierung irgendwie in ihren Washington, 20. Juni. (DNB.) Roosevelts Botschaft über die S t e u e r r e f o r m, die wir schon in unserem gestrigen Wirtschaftsbericht kurz erwähnten, rief lebhafte Erörterungen im Parlament und in der Presse hervor. Der Präsident schlägt eine bessere Verteilung des Privatvermögens und eine Einschränkung der großen Unternehmungen durch Erbschafts- und Schenkungssteuern sowie durch eine Staffelung der Firmensteuern vor, die bei großen Firmen bis über 16 v. H. betragen soll. Diese Vorschläge treffen naturgemäß den konservativen Teil Amerikas sehr hart und werden daher von reaktionären Blättern als „haut die R e i ch e n" - P l a n bezeichnet. Vorsichtigere republikanische Politiker erklären, die- er Plan werde die Erholung des Landes weiterhin aufhalten, da er die Großindustrie angreife. Die überwiegende Zahl der Parlamentarier stimmt jedoch Roosevelts Steuerplan zu und ist insbesondere froh Darüber, daß der Präsident dadurch Huey Lang und anderen Agitatoren, die ähnliche Pläne betreiben, Den WinD aus Den Segeln genommen hat. Diese Erwägung Dürfte Der HauptgrunD gewesen sein, weshalb Roosevelt Der schon stark überlasteten Parlamentstagung noch Diese schwierige Frage auf- bürDete. Die Tagung steht kurz vor Dem Abschluß unD Die Parlamentarier gehen Dann in ihre Wahlbezirke, um mit Den Wählern Fühlung zu nehmen Belgrad, 21. Juni. (DNB.) Die DerhanDlun- gen zur Beilegung der Regierungskrise haben begonnen. Um Die Mittagszeit rourDen vom Prinz- r e g e n t e n Die Vorsitzenden Des Senats und der Skupschtina tn Audienz empfangen. Nachmittags traf der Führer der Gesamtopposition Dr. Matschet in Belgrad ein. Er wurde am Bahnhof mit lebhaften Hochrufen begrüßt. Dr. Matschet begab sich vom Bahnhof aus unmittelbar in das Schloß Dedinje, wo er vom P r in z r e g e nt e n in Audienz empfangen wurde. Seine Anwesenheit in Belgrad ist sein erster offizieller und freiwilliger Aufenthalt in der südslawischen Hauptstadt seit sechs Jahren. Dr. Matschet hat die Reise nach Belgrad angetreten, nachdem ihm- der Banus von Kroatien eine Einladung des Prinzregen- t e n überreicht hatte. Dr. Matschet blieb rund IVt Stunden beim Prinzregenten. Nach der Audienz begab er sich in die Wohnung des ehemaligen Ministerpräsidenten Dawidowitsch, der sich mit Den Anhängern Der ehemaligen Kroatischen Partei zusammen mit Matschet in Der Opposition befindet. In der Wohnung Dawidowitschs trat eine Konferenz Der Führer aller oppositionellen Gruppen zusammen. Man glaubt aber nicht, Daß Dr. Matschet sich bereiterklären wirb, in Die Regierung einzutreten, erwartet jedoch, Daß er seine Wünsche freimütig Darlegen wirD, um eine einroanDfreie Klärung Der Lage zu ermöglichen. Der bisherige Finanzminister Stojadinowitsch hat Die besten Aussichten als zukünftiger Ministerpräsident. ♦ Am 5. Mai 1935 ging der serbische Ministerpräsident I e f t i t f ch in Die Wahlen, unD er erreichte auch eine absolute Mehrheit, immerhin hatte Der Kroate Dr. Matschek nicht weniger als 1,1 Millionen, also 4 0 v. H. aller Stimmen erhalten. Wenn Jeftitsch auch Die Parole für die Einheit des Staates ausgegeben hatte, so fuhr er doch gleichzeitig fort, die Opposition des Dr. Matschet als staatsgefährlich hinzustellen, obgleich Dr. Matschet sich ebenfalls für diese Parole eingesetzt hatte. Darüber ist Jeftitsch g e - stürzt. Die kroatischen Minister seines Kabinetts erklärten überraschend ihren Rücktritt und ihnen schlossen sich die Serben, also der Kriegsminister General Schifkowitsch und der Finanzminister Dr. Stojadinowitsch an. Der Rücktritt wurde zwar damit begründet, Jeftitsch habe die Pflicht gehabt, nach Dem Zusammentritt der Skuptschina seine Demission zu erklären, da damit seine Mission erfüllt gewesen wäre, aber in Wirklichkeit spielen andere Gründe eine Rolle. Jeftitsch hat aus seiner Parteiabneigung gegen den Kroatenführer Dr. Matschek keinen Hehl gemacht und diesen noch kürzlich als Mann bezeichnet, der mit den Emigranten und Attentätern auf König Alexander auf eine Stufe zu stellen sei. Ferner wurde Dr. Matschek durch den Serben Banitsch von der Parlamentstribüne in noch schrofferer Weise der indirekten Mittäterschaft an Der ErmorDung Des serbischen Königs beschuldigt, ohne Daß es Der MinisterpräsiDent für nötig hielt, Einspruch zu erheben. Das ist Der GrunD für Den Zerfall Des Kabinetts, Da Die gegen Jeftitsch Demon= ftrierenben Minister nicht wieDer eine Aufrollung Des alten serbisch-kroatischen Gegensatzes wollen, sonDern, wie anscheinend auch Der Regent, nach Dem Zeitalter Der Diktatur Des Säbels eine Politik Der Aussöhnung erstreben. Der Gegensatz Der Serben unD Kroaten und Slowenen sowie der bosnischen Mohamedaner ist an sich gegeben, da die Kroaten, die römisch-katholischer Konfession sind, einst Der alten Donaumonarchie unterftanDen, währenD Die Groß-Serben, griechisch-orthodox, felbftänDig waren. Dieser Gegensatz ist im alten Parlament mit seinen Parteigruppen durch Gewaltmittel ausgetragen worden. So wurde im Jahre 1928 in Der Skupschtina Der kroatische Bauernführer Stefan R a D i t s ch Durch einen serbischen Abgeordneten erschossen unD sein erklärter Nachfolger Dr. Matschek kam im Jahre 1933 wegen Hochverrats an Den Diktatorischen Gesetzen des Königs ins Zuchthaus. Der Gegensatz zwischen Serben und Kroaten, zwischen Belgrad und Agram, schien unüberbrückbar, bis die Ermordung des Königs in Marseille eine Wende bewirkte. Dr. Matschek ging nicht nur mit der serbischen Opposition ein Bündnis ein, sondern er erklärte sich bereit, mitzuhelfen, daß die kroatische Frage „innerhalb Der Grenzendes aemeinfamen Staates" eine Lösung fände. Damit war die Parole der Trennung Agrams von Belgrad aufgegeben worden. Aber Jeftitsch hat Dr. Matschek nie getraut, er suchte nach einem Ausweg für feine großserbische Politik und Darüber scheiterte er. Dr. Stojadinowitsch, der jetzt mit der Kabinettsbilduno beauttraat w^ben m»rD, versucht dagegen b i e Brücke der Versöhnung zu den Kroaten zu schlagen und Dr. Matschek ist seit 1928 zum ersten Mal wieder von Agram nach Belgrad gekommen, um mit dem Regentschaftsrat über die Möglichkeiten einer serbischkroatischen Aussöhnung zu verhandeln. Kleine politische Nachrichten. Der Führer der irischen Blauhemden General O'Dufsy hat eine neue irische Partei gebildet, und zwar die „Nationale Korpora- t i d p a r t e i". Als eines ihrer Hauptziele wird Die Ablösung Des gegenwärtigen Parteiensystems durch eine Ständeregierung genannt. Eine gesamtirische Republik und ein gesamtirischer Ständestaat sollen angestrebt werden. Andere Ziele Der Partei sollen sein: Die Bekämpfung des Kommunismus und des Kapitalismus und die Bekämpfung Des ausländischen Einflusses auf irische Angelegenheiten. Zurück zu Gens! Zur Noten-Kreuz-Woche. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: wir meinen nicht eine Rückkehr in den Genfer Völkerbund, mit Der es noch gute Weile haben wird, denn es scheint nicht, daß Die Deutschen Voraussetzungen durch eine gründliche Revision in absehbarer Zeit erfüllt werden würden. Es handelt sich vielmehr um die Genfer Konvention, die im Jahre 1863 zur Gründung des Roten Kreuzes, einer heute jedem zivilisierten Menschen bekannten Organisation und Tätigkeit geführt hat. Und um eine Rückkehr handelt es sich, weil der Führer und Reichskanzler in seiner Reichstagsrede vom 21. Mai die weitere Verfolgung der seinerzeit in der Genfer Konvention eingeschlagenen Methoden internationaler Abmachungen zur Milderung von Kriegsgreueln und Kriegsschäden als das realpolitische Mittel empfohlen hat, um dem anscheinend vorläufig unerfüllbaren Ideal eines dauernden Friedens wenigstens näher zu kommen. In dem Punkt 9 feiner Richtsätze erklärte er Die Deutsche Bereitschaft, jeDes Abkommen zu unterzeichnen, das zu einer schrittweisen Abschaffung und Verfemung von Kampfmitteln und Kampfmethoden führen würde, die ihrem innersten Wesen nach im Widerspruch zu den Grundsätzen der Genfer Konvention des Roten Kreuzes stehen. Wenn es möglich war, die Verwendung von Dum-Düm« Geschossen, Den Krieg gegen unbeteiligte Zivilbevölkerung, Die Tötung von VerwunDeten und Gefangenen und andere Kriegsgreuel im allgemeinen aus Dem moDernen Krieg zu entfernen, so müsse es auf Demselben Wege auch gelingen, Die neuen grausamen Kriegsmittel, wie Das Abwerfen von Gas-, BranD- unD Sprengb o m b e n zu verfemen unD Dann auszuschalten. Zweifellos wird Dieser Vorschlag Hitlers in Den nun von England angestrebten und mit Eile betriebenen Verhandlungen über einen ßuftpaft eine große Rolle spielen. Es ist eigentlich erstaunlich, Daß nach Den ungeheuren Leiden Des Weltkrieges bis jetzt niemand auf Den Gedanken gekommen ist, an die E nt - stehungsgefchichte des Roten Kreuzes anzuknüpfen unD diese segensreiche Einrichtung, Die eine wirkliche Internationale Des Herzens ist, Den furchtbarer gewordenen Kriegsmitteln gemäß fortzuentwickeln. Denn ein Kriegserlebnis war es, Das einem mitleidigen und hochherzigen Mann Den Mut und Die Hartnäckigkeit gab. Den Plan einer internationalen Konvention zur Vermenschlichung Des Krieges Durchzusetzen. Der Genfer Schriftsteller Henri Dunant hatte im Jahr 1859 Die italienischen Schlachtfelder ausgesucht und nach Der blutigen Schlacht von Solferino mit angesehen, wie viele Tausende von Soldaten durch das völlige Versagen Der Der- rounbetenpflege unter der sengenden Junisonne der lombardischen Ebene elend zugrunde gingen. Die Schrift „Erinnerung an Solferino", in Der er seine Erlebnisse schilderte, wurde zu einem gewaltigen Bucherfolg und ermutigte ihn zur praktischen Weiterarbeit. Auf dem Berliner Statistischen Kongreß von 1863 trug er seine Ideen Dem preußischen Kriegsminister von Roon vor und fand weitestes humanes Verständnis. Schon im folgenden Jahre hatte er durch eine Rundreise an den Höfen die Geister so aufgerüttelt, daß die Vertreter Der wichtigsten Länder in Genf Die Grundsätze Der Roten-Kreuz-Organisation vertraglich niederlegten. Dunant selbst erlitt das Los fast aller „Erfinder", er starb vergessen in einem kleinen Orte bei Rorschach am Bodensee, und als viel später Rudolf Virchow auf einem internationalen medizinischen Kongresse beantragte, Den Ehrenpreis „für die größten Verdienste in diesem Jahrhundert um Die Menschheit" an Dunant zu verleihen, entstand ein lebhaftes Gemurmel, Denn Die meisten hatten feinen Namen überhaupt noch nicht gehört. Anläßlich Der Werbe- unD Hilfsaktion, Die in Dieser Woche zugunsten Des Roten Kreuzes veranstaltet wirD, sollte sich jeDer Deutsche nicht nur Der großen D i e n st e bewußt sein, die ihm diese Einrichtung in Krieg und Frieden, vielleicht auf Dem Schlachtfeld selbst, vielleicht im Lazarett, vielleicht ihm persönlich, gewiß aber einem Angehörigen oder Nahestehenden geleistet hat. Man mag sich aber auch dabei erinnern, daß das Rote Kreuz diejenige internationale Organisation ist, mit der sich Der neue Deutsche Staat alsbalD nach seiner Machtübernahme unbeDingt solidarisch erklärt hat. Um allen Zweifeln über die Stellung des völkischen Staates zu begegnen, erklärte damals Der Reichsinnenminister Dr. Frick, Das Deutsche Rote Kreuz sei Der Träger Der völkerrechtlichen Verpflichtungen Des Deutschen Reiches auf GrunD Der Genfer Konvention unD Dürfe Deshalb wirksamer amtlicher Fö r D e r u n g sicher sein. Und der Führer selbst lehnte jeden Vergleich des Roten Kreuzes mit pazifistischen Organisationen ab, da seine Eigenart auf seiner völkerrechtlichen Stellung beruht. Die das Bestehen national gerichteter Gesellschaften vom Roten Kreuz in allen Ländern zur Voraussetzung hat. Wichtiger noch aber als diese Anerkennung, Die Pflege und Unterfta^ung der bestehenden Einrichtungen des Roten Kreuzes und Der heute geltenDen GrunDfätze Der Genfer Konvention ist Der von Adolf Hitler zum erstenmal ausgesprochene Gedanke, diese völkerrechtlichen Verpflichtungen mit den gegenwärtigen Nachkriegsproblemen zu verbinden, die man bis jetzt trotz Völkerbund und trotz unzähligen Abrüstungskonferenzen nicht hat lösen können. Wenn diese Anregung, wie zu hoffen ist, ebenso Gehör findet, wie einst die des Schweizer Menschenfreundes, weil sie die praktische Verwirklichung einer nach einer Tat verlangenden ratlosen Menschheit darstellt, so würde man wohl von einem zweiten glücklichen Gründungstag der Genfer Konvention sprechen können. D'e Aufgabe der OAF. Berlin, 21. Juni. (DNB.) Im Haus der PO. in München fand eine Tagung Der Leiter Der Hauptämter in Der Reichsorganisationsleitung statt. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley befaßte sich mit Der Führungsaufgabe, Die Die Partei in Der Deutschen Arbeitsfront zu erfüllen hat. Denn wenn aus Der Partei systematisch jede Art von Interessenvertretung grundsätzlich fern» aehalten werde, so sei die Deutsche Arbeitsfront die Organisation, in der die Jnteressenwah- rung in klare Bahnen und in den strengen Rahmen der Gemeinschaft gelenkt werde. Wie der Staatsapparat als gesetzgebende Körperschaft, als Exekutive, das Volk betreue, so sei Die Deutsche Arbeitsfront als nationalsozialistische Gemeinschaft gewissermaßen die Selbstverwaltung her arbeitenden Sportplätze für die deutsche den Start! Sportplätzen auf derung: „Schafft Spiel- und Jugend!" Deutsche Jugend an Zum dritten Male tritt die junge deutsche Nation am Tage der Sonnenwende zum Deutschen Jugendfest 19 35 an. Wiederum stellt sie sich am 22. und 23. Juni bei sportlichem Kampf und frohem Spiel unter die Gesetze der Zucht, Ritterlichkeit und Kameradschaft. Der Einzelmehrkampf als Leistungs- Prüfung und der Mannschaftsmehrkampf der Hitlerjugend stehen im Mittelpunkt der diesjährigen und zukünftigen Kämpfe und werden dazu beitragen, diese Tugenden in jedem Jugendgenossen stark werden zu lassen. Am Abend des 23. Juni wird das Deutsche Jugendfest 1935 in Sonnenwendfeiern ausklingen. Angesichts der lodernden Feuer wird sich die junge deutsche Mannschaft ihrem Führer und ihrem Volk erneut feierlich verpflichten. Der Jugendführer des Deutschen Reiches und der Reichssportführer haben die vorbereitenden Arbeiten ausgenommen. Das Jahr 1935 muß uns Aufschluß über den Stand der körperlichen Leistungsfä- h i g k e i t und damit eines wichtigen Bestandteiles der rassischen Tüchtigkeit eines jeden gesunden deut- Deutsche Jugend an den Start Aufruf zum Deutschen Lugendfest 1935. Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach. Der Reichssportführer, von Tschammer- O st e n. rufen wir gleichzeittg zur Schaffung von mit der eindringlichen For- Das 22. Deutsche Bach-Fest in Leipzig Stiftung einer Bach-Plakette. Oer Führer beim Orchester-Konzert im Gewandhaus. Deutschlands Dank an das Rote Kreuz Reichsminister Dr. Frick entbietet dem Roten Kreuz die Wünsche der Reichsregierung. noch den Profesioren Schulten- Erlangen und Hennig- Düsseldorf hohe griechische Orden verliehen worden. Die ersten Aernsehübertragnngen in Hamburg. Im Rahmen der in Hamburg gegenwärtig stattfindenden Tagung'des Verbandes deutscher Elektrotechniker e. V. sand eine Fernsehübertra- g u n g statt, die von dem auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg stehenden Fernsehsender-Zug der Deutschen Reichspost vorgenommen wurde. In der Musikhalle und an zwei anderen Stellen der Stadt waren Fernsehempfangsstellen eingerichtet, so daß Gelegenheit geboten war, diese ersten Fernsehversuche in Hamburg auch einer größeren Oeffentlich- keit zugänglich zu machen. schen Jungen und Mädels im Alter von 10 bis 18 Jahren bringen. Auch das letzte kleine Dorf darf sich nicht von dieser großen Leistungsprüfung 1935, die schon im Zeichen der Olympischen Spiele steht, ausschließen. Mehr denn je braucht deshalb unsere Jugend Stätten zu ihrer Ertüchtigung und Erholung. Daher Berlin, 21. Juni. (DRB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick hielt am Freitagabend über alle deutschen Sender folgende Ansprache zum Rotkreuztag: Das deutsche Rote Kreuz feiert in diesen Tagen der Sommersonnenwende wiederum den Rotkreuztag. Damit tritt es aus der Sttlle seiner alltäglichen Arbeit vor die Ratton, um Rech en - chaftüberseine Tätigkeit zu geben, aber auch um die Hilfe aller Deutschen aufzurufen, am Wirken des Roten Kreuzes teilzunehmen, wenn nicht mit der Tat und dem Opfer von Zeit und Kraft, dann mit einer Spende für die Sammlungen, deren Abzeichen jeder Deutsche in den nächsten Tagen erwerben wird. . Der Gedanke des Roten Kreuzes hat überall m der Welt seit 70 Jahren die Probe bestanden. Im völkerrechtlichen Akt der Genfer Konvention ist die Verpflichtung aller zivilisierten Staaten niedergelegt, die Verwundeten und Kranken im Kriege und alle, die zu ihrer Hilfe berufen sind, zu achten und zu schützen. Sie ist längst bewußtes Gemeingut der Völker geworden. Die Genfer Konvention und das Zeichen des Roten Kreuzes allen Opferndes Krieges dienstbar zu machen und auch den Schutz der Frauen und Kinder vor den Schrecken des Luftkrieges zu gewährleisten, ist ein heiliges Ziel, das wohl am tiefsten von den alten Frontsolda- t e n verstanden wird, die einst mit Einsatz ihres Lebens die Heimat vor dem Untergang bewahrten. Dem hat der Führer in seiner großen Relchs- tagsrede am 21. Mai mit folgenden Worten Ausdruck gegeben: _ , m . „Wenn es einst gelang, durch die Genfer Rote- Kreuz-Konvention die an sich mögliche Tötung des wehrlos gewordenen Verwundeten oder Gefangenen allmählich zu verhindern, dann muß es genauso möglich sein, durch eine analoge Konvention den Bomb e n krieg gegen die ebenfalls wehrlose Zivil b e- Dotierung zu verbieten und endlick) überhaupt zur Einstellung zu bringen. Darüber hinaus hat der Führer in dieser Rede er= klärt daß die deutsche Reichsregierung, bereit, sich an allen Bestrebungen aktiv zu beteiligen, die zu praktischen Begrenzungen uferloser Rü st ungen führen können, den einzig mog- lichen Weg hierzu in einer Rückkehr zu den Ge- darckengängen der Genfer Konvention des Roten Kreuzes sieht Das Deutsche Rote Kreuz hat die ihm gestellte Aufgabe stets mit allen Kräften zu erfüllen gesucht, und das deutsche Volk erkennt die fiel« Meister und ihre Werke in den musikalischen Kreisen des deutschen Volkes erweckt. Wir haben heute ein neues Äeal nicht nur der deutschen Musikerschaft, sondern auch dem deutschen Volke wieder aufgerichtet. Hier aber berühren mir zugleich die unermeßliche Bedeutung, die Vach, Händel und Schütz heute mehr denn je für uns alle besitzen. Hat sich doch in ihrem Schaffen die deutsche Volksseele in einer Weise ausgesprochen, wie das nur bei wenig anderen großen Meistern deutscher Musik in so umfassendem Maße der Fall gewesen ist, und haben sie uns doch deshalb bei aller selbstverständlichen stilistischen und sonsttgen Zeitgebundenheit Werte hinterlassen, die man schlechthin als allgemeingültig bezeichnen muß. Die Verwurzelung im Schaffen unserer großen Meister der Vergangenheit bedeutet zugleich Verwurzelung im deutschen Volkstum. , ..... . Der Redner ging dann auf die Geschichte des Lebens und des Wirkens Bachs ein und schloß: Der reine und erhabene Geist der Baltischen Musik soll ein Evangelium für unsere deutschen Musiker sein und bleiben. Es soll aber auch das deutsche Volk erkennen, welchen Einfluß der Geist einer Bachschen Kunst auf die Kultur aller Volker ge- nommen hat. Es soll erkennen wie dieser Geist ent- sprossen ist aus Blut und Boden, aus Volkstum und Heimat, und soll erkennen, daß alles, was von stungen des Roten Kreuzes dankbar an. Dem Deutschen Roten Kreuz genügt es nicht, mit dem bisher Geleisteten zufrieden zu fein. Die neue Wehrverfaffung, die unser Führer dem deutschen Volke gegeben hat, stellt Förde- r u n g e n an die ganze Nation, auch an das Rote Kreuz. Der Führer will, daß die wiedergewonnene Wehrhoheit des Reiches zur Wahrung eines echten Friedens, eines Friedens gleichen Rechtes und gleicher Achtung unter den Nationen dient. Die ständige Bereitschaft des Roten Kreuzes soll dem gleichen Ziel dienen. Die Wahrung des Friedens ist der einzig wirksame Schütz zum Besten und Gedeihen der Völker. Das Rote Kreuz ist dazu da, unbeirrt feine Pflicht zu tun, auch wenn .die Not letzter Entscheidung es for- bert. Und damit ist dem Roten Kreuz die ständige Friedensaufgabe gestellt, seine Männer und Frauen zu schulen, seine Sanitätsmänner auszubilden, feine Schwestern in den Dienst der Kranken und Leidenden zu stellen, feine Samariterinnen und Helferinnen zu Üben. In täglicher Kleinarbeit, die in stiller Verborgenheit geübt wird, leistet das Rote Kreuz überall Hilfe, auf der Straße, im Haufe, auf Bergen, Flüssen und Seen, in der Fabrik, im Bergwerk. Bei der schweren Explosionskatastrophe von Reinsdorf, die das ganze deutsche Volk in tiefe Trauer mit den Hinterbliebenen der Opfer der Arbeit versetzt hat, konnte die Sanitätskolonne Wittenberg eine Probe ihrer Einsatzbereitschaft, ihrer Tüchtigkeit und ihrer ruhigen Besonnenheit angesichts höchster Gefahr ablegen. Ihr ist die Erhaltung vieler Menschenleben zu danken. An dieser Stelle b e - sondere Anerkennung auszusprechen, die aber ebenso allen den Männern und Frauen vom Roten Kreuz gilt, die vielleictit an weniger sichtbarer Stelle Kraft und Leben für die Volksgenossen einsetzen, ist mir ein lebhaftes Bedürfnis. Das ganze Volk kennt das Zeichen des Roten Kreuzes. Es erwartet von ihm, daß es in der Stunde der Not fnfort zur Hand fei. Deshalb wird auch jeder Deutsche die Verpflichtung fühlen, an diesem einen Tag des Jahres die Sache des Roten Kreuzes zur eigenen zu machen. Ist doch das Deutsche Rote Kreuz mit allen, die ihm angehören, tief in der deutschen Volksgemeinschaft verwurzelt. Namens der Reichsregierung entbiete ich dem Roten Kreuz zu feinem Festtag meine Grüße. Ich verbinde sie mit dem aufrichtigen Wunsch für das glückliche Gedeihen des Rotkreuzwerkes und die Ausbreitung seines Gedankens im deutschen Volk. Dauer sein soll in Deutschland, aus diesem Geiste kommen wird. So hat Gott uns in der Bachschen Kunst nicht nur die Wurzeln alles Ewigen in der Musik gezeigt, sondern für alle Zukunft den Weg zum wahren Wesen der Musik gewiesen." Der Vorsitzende der Neuen Bach - Gesellschaft, Reichsgerichtspräsident i. R. D. Dr. W. Simons, dankte der Reichsregierung herzlichst. Er erläuterte die Ziele der Neuen Bach-Gesellschaft, die darin gipfelten, die Musik Bachs wieder zu dem zu machen, als was sie Bach geschaffen hat: zur reinen und erbauenden Kirchenmusik. Die Feier wurde geschlossen mit dem meisterhaften Vortrag Johann Sebastian Bachs „Toccata V-Moll" durch den Organisten zu St. Thomas, Professor Günter Ramin. In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers fand im Rahmen des Reichs-Bachfestes das zweite Orchesterkonzert im Gewandhaus statt, zu dem ebenfalls Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsftatthalter M u t s ch m a n n und Reichspressechef Dr. Dietrich erschienen waren. Dem Führer wurde bei dieser Gelegenheit die neugestiftete Bach- Plakette überreicht. Unter Leitung von Professor Dr. Abendrots) brachte das Gewandhaus- Orchester zum Vortrag: das erste Brandenburgische Konzert F=Dur für Orchester, das ^-Moll-Konzert für Cembalo, Violine, Flöte und Streichorchester. Fern"r das 8-Moll-Kanzert für zwei Violinen und Streichorchester und die Suite Nr. 4 D=Dur für Orchester. Das Konzert wurde mit großem Beifall ausgenommen. Aus aller Welt. 45 Jahre Zuchthaus für einen der Entführer des kleinen Weyerhäufer. Wegen der Entführung des kleinen Wey er« Häuser und wegen Erpressung hatten sich vor dem Bundesgericht in Washington der erheblich vorbestrafte 24jährige Herman Waley und seine 19jährige Ehefrau zu verantworten. Nachdem beide sich schuldig bekannt hatten, verurteilte das Gericht nach kurzer Verhandlung Herman Waley zu 45 Jahren Zuchthaus. Hinsichtlich feiner Ehest au lehnte das Gericht es auf Grund der Erklärungen des Ehemannes und des Verteidigers ab, ihr Geständnis anzunehmen. Waley und der Verteidiger hatten erklärt, daß Frau Waley erst einige Tage nach der Tat von der Entführung des Knaben durch ihren Mann unterrichtet worden fei. — Der von Waley der Mittäterschaft bezichtigte William M a h a n , der unter Zurücklassung von 15 000 Dollar aus dem Lösegeld vor bald zwei Wochen in Butte in Montana entfliehen konnte, hat bisher immer noch nicht verhaftet werden können. Die Geliebte im See ertränkt. Ein junger Mann, der mit seiner Freundin von einem Bootsverleiher am Wannsee bei Berlin ein Boot gemietet hatte, kam nach einer einstündigen Bootsfahrt allein und völlig durchnäßt mit dem Boot wieder zurück. Er gab an, er sei bei dem böigen Wetter gekentert und seine Freundin sei dabei ertrunken. Das seltsame Gebaren des jungen Mannes ließ jedoch bei den Kriminalbeamten, die mit dem Reichswasserschutz sofort die Unfallstelle abgesucht hatten, den Verdacht aufkommen, daß die Darstellung des angeblich Verunglückten nicht stimmen könne. Auf die wiederholten Vorhaltungen bequemte sich der junge Mann, der 22jährige Heinz M Ü Iler aus Zehlendorf, zu einem Geständnis. Nach diesem Geständnis erwartete die Freundin des Müller ein Kind. Um das ihm unbequeme Mädchen loszuwerden, stieß er es von dem Ruderboot ins Wasser. Die des Schwimmens Unkundige klammerte sich jedoch an das Boot fest. Hierbei fiel Müller ebenfalls in den Wannsee. Im Wasser kam es dann zu einem regelrechten Kampf zwischen den beiden, bei dem der Nichtschwimmerin bald die Kräfte ausgingen. Die Leiche der Ermordeten konnte noch nicht geborgen werden. Riefenfeuersbrunst in einer mazedonischen Stabt. In der Stadt Edessa in Mazedonien ist ein Großfeuer ausgebrochen, das sich infolge des starken Windes und des Mangels an Feuerwehrleuten immer weiter ausdehnt. Bisher sind an 400 Häuser mit 120 Läden im Innern der Stadt abgebrannt. Die Einwohnerschaft flieht nach außerhalb. Auch die Nationalbank, das Gebäude der Staatsanwaltschaft und das Gericht sowie die Volksschule sind bereits ein Raub der Flammen geworden. Das Telegraphenvmt ist von Flammen eingeschlossen. Nachts mit dem Auto gegen ein Haus gerast. Zwei Bekannte aus Jdar-Oberstein, der 34 Jahre alte Schreiner Otto Wild und der 31jährige Apotheker Reinhold M a 11 h a e i, fuhren nachts mit dem Kraftwagen durch den Ort Nahbollenbach. In einer Kurve fuhr der Wagen in voller Fahrt gegen eine Hauswand und wurde total zer« trümmert. Die beiden Insassen des Kraftwagens erlitten schwere Verletzungen. Wild erlitt einen doppelten Schädelbruch und starb bald nach ! seiner Einlieferung in das Krankenhaus zu Idar Die 1 Verletzungen Matthaeis find nicht lebensgefährlich. JMetierbencm des Heidjsroetterbienffes. Ausgabeort Frankfurt. neue Griechenland hätte nach einem vierhundert- jährigen geistigen Stillstand viel nachzuholen ge- habt und fei bei den deutschen Gelehrten in die Lehre gegangen, da niemand besser als sie sich den Sinn des klassischen Altertums erschlossen hätten. So sei es nicht zu verwundern, wenn sich in der ganzen Welt der deutschen Wissenschaft zuteil werdende Anerkennung in Griechenland mit dem Gefühl einer innigen Zusammengehörigkeit und tiefen Dankbarkeit verknüpfe. Als ein kleines Zeichen dieser Dankbarkeit seien die jetzt erfolgten Auszeichnungen der deutschen Gelehrten zu verstehen. Im Namen der ausgezeichneten Gelehrten sprach Rektor von Arnim dem Gesandten ihren tiefenwfunbenen Dank aus. — Außerdem sind Volksgenossen. Besondere Aufgaben erwüchsen der Deutschen Arbeitsfront durch die Tatsache, daß der Führer ihr allein die gesamte soziale Betreuung der schaffenden Deutschen, die Ordnung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer übertragen habe. Die Kraft zu diesen Aufgaben habe die Deutsche Arbeitsfront durch ihre bewußte Unterstellung unter die Aufsicht und die Führung der Partei erhalten. Günstige Entwicklung der Verkehrslustfahrt. Berlin, 21. Juni (DNB.) In der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG. wies der Aufsichtsratsoorsitzende, Staatsrat Dr. E. G. von S t a u h, auf den Südatlantikverkehr hin, der seit Juli v. I. allwöchentlich in regelmäßigem Verkehr betrieben werde. 42 Flüge seien inzwischen ausgeführt worden, ohne daß die planmäßige Flugzeit ein einziges Mal überschritten worden sei und ohne daß ein einziger Brief oerlorengegangen sei. Bis heute feien ungefähr zweieinhalb Millionen Briefe zwischen Europa und den süd- amerikanischen Staaten durch deutsche Flugzeuge gegenseitig ausgetauscht worden. Dieser Dienst sei der erste Flugdienst der Welt, der ausschließlich mit Flugzeugen den Ozean überquert. Einen weiteren Schritt vorwärts bedeute es, daß Chile die Genehmigung zur Eröffnung einer Linie von Buenos Aires nach Santiago de Chile erteilt habe. Der Verkehr werde im Oktober ausgenommen werden. Durch die Umstellung des Flugzeugparkes auf moderne Masichinen sei die für den Verkehr bereitgestellte Tonnage im Jahre 1934 um 4 7,2 v. H. g e ft i e g e n, trotzdem habe die Ausnutzung des Laderaumes dieses höhere Tonnageangebot noch überschritten. Wie groß das Vertrauen der Oeffentlichkeit zum Flugzeug geworden fei, gehe aus der Tatsache hervor, daß im Jahre 1934 über 20 000 Kinder bei der Luf th ansa geflogen sind. Die schnellen Flugzeuge Junkers Ju 52 machen jetzt 70 v. H. des modernisierten Flugzeugparkes der Deutschen Lufthansa aus, und weitere 18 v. H. nehmen die Blitzmaschinen He 70 und Ju 160 ein. Die Sicherheit sei erheblich gestiegen. Der Lufthansa wurde daraufhin eine billigere Kasloversicherungsprämie angeboten, als sie der Automobilverkehr genieße. Der Katapultflugdienst oder Schleuder- flugbienft, der von den Dampfern „Bremen" und „Europa" aus zur Beschleunigung der Post über den Nordatla.ntik betrieben werde, sei weiter ausgebaut worden. Er ist nur der Vorläufer eines norbatlantischen Flugpostverkehrs. Auch im fernen China feien Fortschritte zu verzeichnen. Es sei zu hoffen, daß in nicht allzu langer Zeit der Rohölmotor dem Benzinmotor mindestens gleichwertig an die Seite gestellt werden könne. Die Umstellung des Flugzeugparkes auf die neuen Muster ist nahezu beendet. Dadurch, daß die Lufthansa in Zukunft nur noch wenige Flugzeug- und Motorenmuster im Verkehr haben wird, werde die Wirtschaftlichkeit de? Unternehmens günstig beeinflußt werden. Kleine politische Nachrichten. Zum Höhepunkt des R e i ch s - B a ch - F e st e s gestalteten die Reichsmusittammer, die Stadt Leip- zia und die Neue Deutsche Bach-Gesellschaft die Hauptveranstaltung des Reichs-Bach-Festes im graften Saal des Leipziger Gewanbhaufes. Die Haupt, feier wurde eingeleitet durch einen Vortrag des Lhomaner-Chors unter Leitung des Thomaner- Kantors Professor D. Dr. Carl Straube „Kommt Seelen, dieser Tag muß heilig fern besungen" von Johann Sebastian B ach. Dann überbrachte Oberbürgermeister Dr Gor- d e l e r den Gruß der Stadt Leipzig. Er schilderte Leben und Wirken des Thomas-Kantors m Leipzig und gab bekannt, daß die Stadt Leipzig die stete Verbundenheit mit Bach und ihre Verpflichtung jassen. Diese Plakette alle fünf Jahre jeweils am Geburtstag des Thomas-Kantors besonders t^uen und verdienstvollen Hütern und icben Werke zu verleihen, fei der Stadt Wille. f0®: & allenthalben ein Besinnen auf dis unsterblichen Die Großwetterlage hat eine rasche, aber grundlegende Umgestaltung erfahren. Heber Europa hat sich ein mächtiges Hocydruckgebiet entwickelt, an dessen Südseite in Mitteleuropa im Bereich absteigender Lusbewegungen heiteres Wetter eingetreten ist. Die zu erwartende starke Erwärmung über dem Kontinent wird zwar neuen Druckfall und damit einen Aufbau des Hochdruckgebietes herbeiführen, doch bleibt zunächst das trockene und heitere Wetter erhalten. Aussichten für Sonntag: Ueberwiegend heiter und trocken, tagsüber sehr warm, westliche Winde. Aussichten für Montag: Fortdauer der heiteren und sehr warmen Witterung bei aufkommender Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 21. Juni: mittags 19,5 Grad Celsius, abends 17,2 Grad: am 22. Juni: morgens 15,9 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 13,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Juni: abends 18 Grad: am 22. Juni: morgens 14,9 Grad. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden. Hauptschrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thymol, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt d->r Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Prühl!che Universitäts-Buch- und Stemdruckeret R. Lange, K -G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 tuull 2. LM 1934 gültig. Reichsbischof Müller unternimmt vorn 3. bis 6. Juli eine Besuchsreise durch das Gebiet derEvangelischenLandeskircheinKur- Hessen und Waldeck. Er weilt Mittwoch, den 3. Juli, in Kassel, am 4. Juli in Corbach, am 5. Juli in Marburg und am 6. Juli in Hanau. Er wird in Feierstunden der Gemeinden, in Versammlungen der Kirchenvorstände und in öffentlichen Kundgebungen sprechen. * Der Deutschlandsender überträgt am heutigen Samstag von 18—18.45 Uhr die Rede des Reichsmini st ers Rust aus dem Stadion Oberweth bei Koblenz. Relchsmimster Rust spricht auf der Jugendkundgebung im Rahmen des Gauparteitages Koblenz-Trier. * Das Bundeskanzleramt hat die „F r o n t k ä m p - feroereinigung Deutsch-Oesterreich mit allen Untergliederungen a u f g e l ö st. Das Verbot kommt überraschend, da das christlich-soziale „NeuigLeitsweltblatt" darauf hinwies, daß die Frontkämpfervereinigung eine der ersten Organisationen war, die dem marxistischen Stra- henterror entgegentrat. Kunst und Wissenschaft. Die Verbandstagung der deutschen Elektrotechniker in Hamburg. Der Verband deutscher Elektrotechniker in Hamburg trat zu seiner 37. Mitgliederversammlung zusammen. Staatssekretär Dr.-Jng. e. h. Ohnesorge eröffnete die Versammlung und sprach über „Totalität des Nationalsozialismus auch in der Technik". Anschließend hielt Oberpostrat Banne itz den Festvortrag über die Entwicklung des Fernsehens. Nach einem Hinweis darauf, daß heute schon mehrere Firmen gutarbeb tende Fernsehempfänger herstellten, die jedoch noch sehr teuer seien und deshalb die Reichspost mehrere Fernsehstellen zur kostenlosen Vorführung des Fernsehempfanges eingerichtete habe, teilte er mit, daß in Hamburg zum erstenmal eine vollständige fahrbare Fernsehsendeanlage vorgefuhrt werde. Der fahrbare Sender, der die Wirkung von Fernsehsendern auf hohen Bergen erproben Me, werde nach dieser Tagung zum Brocken fahren und dort für grirtblegenbe Femsehversuche benutzt werben. Auf Grund der Ergebnisse biefer Versuche konnten bann die Entschlüsse über bie Versorgung m ganz Deutschlanb mit Fernsehrundfunk gefaßt werben. Der Zusammenarbeit ber Reichspost mit einigen Kabelfirmen sei es auch gelungen, em Fernsehkabel zu entwickeln, bas ermögliche, bas Fernsehen über beliebige Entfernungen zu übertragen. Griechische Auszeichnungen für deutsche Wissenschaftler. Im Verlauf eines Empfanges, den die griechische Gesandtschaft in Berlin veranstaltete, überreichte der griechische Gesandte, R a n g a b 6, dem Rektor der Berliner Technischen Hochschule Prof Dr. Achim von Arnim, dem ehemaligen Rektor ber Friebrich-Wilhelm-Universität, Prof. Dr. Eugen Fischer unb ben Professoren Spranger, Jäger, Lietzmann, Stuhlfauth, Neu g e b a u e r, von Massow , G o ch t unb R a b hohe Orben, bie ihnen ber Präsibent ber griechischen Republik verliehen hat. Der ©efanbte begleitete diese Auszeichnungen mit einer Ansprache, m Der er seine Anerkennung für bie beutle Wissenschaft zum Ausbruck brachte unb aut bie enge Verbundenheit zwischen ber deutschen Wissenschaft unb Griechenland yinwies, zu helfen nationaler Wiebergeburt ein Thiersch, ein Krug und ein Voß Pate gestanden hätten. 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Am 15. Juni jährte sich zum 50. Male der Todestag des „roten Prinzen". Unter den raoenden Soldatengestalten der Paladine Wilhelms I. ist die seines Neffen, des „roten Prinzen", als eine der populärsten in die Heber« lieferung der Geschichte eingegangen. Preußens Aufstieg zur Macht, die Gründung des deutschen Kaiserreichs ist undenkbar ohne jene Armee, die durch ihre Siege in den Einigungskriegen die Grundlage zum Werk des Staatsmannes Bismarck schuf. Prinz Friedrich Karl ist mit dieser Armee, der besten der Welt, so unauflöslich verbunden, daß sein Name zum heldischen Symbol geworden ist. Vergöttert von seinen Soldaten, geliebt von seinem Volke, mit reicher Anerkennung belohnt von seinem Oheim und Souverän, scheint es kaum ein glücklicheres und erfolgreicheres Menschenschicksal zu geben, als das des Reiterofsiziers, Truppenführers, Feldherrn und Feldmarschalls, der in fünf Feldzügen für Preußen kämpfte, blutete, siegte. Wir sehen de« 20jährigen Ordonnanzoffizier W r a n g e l s , der 1848 für seine Umsicht und Tapferkeit im Gefecht bei Schleswig den Pour le merite erhält; den Reiter-Major, der ein Jahr darauf im Feldzug gegen die Aufständischen Badens und der Pfalz im Gefecht bei Wiesenthal nach tollkühner Attacke an der Spitze einer Husarenschwadron verwundet wird; den siegreichen Heerführer von 18 6 4 und 1866, den ruhmgekrönten Führer der 2. Armee im Kriege 1 87 0/7 1 , bekannt vornehmlich als Sieger von Dionville und Belagerer von Metz. Diese Höhepunkte eines glänzenden Soldaten- und Feldherrnlebens machen es nur zu verständlich, daß Friedrich Karl als heldische Lichtgestalt im deutschen Volke fortlebt. Und doch wird diese Meinung der breiten Oef- fentlichkeit dem tiefsten Wesen und der Bedeutung dieser großen Persönlichkeit nur sehr oberflächlich gerecht. Schon die landläufige Auffassung von der erfolgreichen, reibungslosen Sicherheit eines durch Geburt und Leistung bedingten, glanzvollen militärischen Aufstiegs täuscht über die Tatsache hinweg, daß dieser so schwere und eigenwillige Charakter in Wahrheit es gar nicht so leicht hatte, mit dem Leben fertig zu werden, wie es den Anschein hat. Friedrich Karl, der Sohn des kunstsinnigen Prinzen Karl von Preußen und der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar, hat keine leichte Jugend gehabt. Der frühreife, ernste Knabe, der innerlich einsam bleibt und viel grübelt, leidet unter der harten, kalten und allzu militärischen Erziehung seiner Kindheit, die ihn dem Elternhaus entfremdet und den Grund legt zu einer Verschlossenheit des Wesens, von der er sich — zum Teil wenigstens — erst zu befreien vermag, als das Leben in der Truppe ihn aufnimmt und gänzlich ausfüllt. Aber auch dem längst zum General und Divisionskommandeur emporgeftiegenen, reifen Manne bleiben die Kämpfe gegen menschliche Kleinheit und irdische Unzulänglichkeit nicht erspart. Diese Widerstände, die sich seinem rücksichtslos und unerbittlich konsequenten Ringen um notwendige militärische Reformen entgegenstellten, führten beispielsweise dazu, daß der Prinz vorübergehend (1858/59) vom Dienst in der Armee beurlaubt wurde. Wichtiger aber als diese Ergänzung eines Menschen- und Charakterbildes ist die seiner Gesamt- leistung, seines Verdienstes für die Armee und damit für Preußen-Deutschland. Und dieses Verdienst lag — mehr noch als in seinem Feldherrntum — in seiner vorbildlichen Leistung als Erzieher der preußischen Armee. Erzieher sein kann nur, wer eine starke, anziehende Persönlichkeit ist. Soldaten erziehen kann nur, wer selbst mit Leib und Seele, aus innerster Ueberzeugung Soldat ist. Beide Eigenschaften vereint Friedrich Karl schon in jungen Jahren. Die erste Dienstzeit, die der 17jährige Prinz — alter Hohenzol- lerntradition entsprechend — beim 1. Garde-Regiment z. F. ableistet, erweist, daß der junge Offizier seiner kommenden soldatischen Aufgabe mit seiner ganzen, starken Leidenschaftlichkeit verfallen ist. „Wenn ich Übermorgen sterben sollte", schreibt er damals, „so müßte ich morgen noch einmal die Kompanie sehen und die frohen Gesichter. Dann würde ich mit Freuden in den Tod gehen. Die Kompanie elektrisiert mich. Es gibt ' doch auf Erden kein schöneres Gefühl, keins das mehr erhebt als das, sich von einer solchen Schar geliebt und geachtet zu sehen." In der Tat, kaum ein militärischer Führer ist so von feinen Soldaten geliebt, ja vergöttert worden wie der „rote Prinz . Er lebte für feine Mannschaften, fühlte mit ihnen und teilte ihre Sorgen. Stets hatte er ein offenes Ohr und eine freigebige Hand, wenn er wußte, daß hier eine Hilfe, dort eine Belohnung angebracht war. Damit aber waren die menschlichen Voraussetzungen für die erzieherische Aufgabe, die Friedrich Karl sich gestellt hatte, erfüllt. Diese Aufgabe aber hieß: Nicht einzelne Menschen, Nicht eine Kompanie oder ein Regiment, sondern eine Armee galt es zu erziehen und auf die höchste Form zu bringen. Diese Armee aber, das ist des Prinzen Wille und Wunsch, soll zu einer großen Schule der Nation werden. Sehr früh schon setzt sich der Prinz dieses Ziel. Erstaunlich reif und durchdacht sind bereits die Aufzeichnungen des Sechzehnjährigen, in denen es heißt: „Der Soldat soll nicht wie jetzt für die Parade dressiert und kostümiert werden, sondern die Parade soll als Mittel zur Ausbildung dienen ..." Aus diesen Worten und den anschließenden längeren Ausführungen, in denen er in militärtechnische Einzelheiten geht, spricht eine Erkenntnis des Notwendigem die den damaligen Anschauungen weit vorauseilt. Stuf dieser Erkenntnis des Knaben aber baut sich die ganze große militärische Gedankenarbeit des späteren Mannes und Führers auf. Die Reformen, die Vrinz Friedrich Karl mit Einsatz seines ganzen Wissens und Könnens erstrebt und schließlich erkämpft, gipfeln im Wesentlichen in feinem großen Leitsatz: „Der kriegerische Geist entscheidet, nicht die taktische Form". Das menschliche und soldatische, das körperliche und geistige „I n - F o r m - S e i n", das ist es, was dieser große soldatische Erzieher von einer schlagbereiten Armee in erster Linie fordert und allen exerziermäßigen ober taktischen Regeln voranstellt. Der Erfüllung dieser Aufgabe weiht Friedrich Karl sein ganzes Leben. Diesem Ziel strebt er schon als junger Eskadron-Chef nach; er verfolgt es in wechselndem Wirkungsbereich und mit ständig zunehmender Erfahrung als Regiments.- und Divisionskommandeur, bis er schließlich als Führ e r des III. Armeekorps (feit 1860) in lOjähriger, hingebender Arbeit diesen ihm anoertrauten Teil des Heeres zu einer Elitetruppe bildet, die ihr Können 1866 und 1870/71 unter Beweis stellt. In der Tat find wesentliche ausbildungstechnische und taktische Neuerungen, die Friedrich Karls Kopf ent- fprangen, in diesem „Muster"- Korps zur praktischen Anwendung gelangt, — viele Jahre, ehe ihre reglementmäßige Einführung in der gesamten Armee erfolgte. Unter zahllosen Beispielen sei hier nur an den — feiner Zeit weit vorauseilenden — taktischen Grundsatz erinnert, die das „Heranschießen an den Feind unter sprungweisem Vorgehen" fordert und der im wesentlichen noch heute für das Jnfanteriegefecht (wenn auch unter veränderten waffentechnischen Bedingungen) Gültigkeit hat. Seit seiner frühesten militärischen Jugend legte der Prinz in gewissenhaften Aufzeichnungen Rechenschaft über die von ihm gesammelten Erfahrungen ab und formte das jeweilige Ergebnis zu fest- umriffenen Plänen. Seine zahlreichen Erlasse an die ihm unterstellten Truppen-Verbände und vornehmlich auch an das Offizierkorps find bis ins Tiefste durchdacht und von schärfster Klarheit. Niemals aber erschöpft er sich in blasser Theorie, stets sind seine Forderungen aus unmittelbarem eigen ft em Erleben geschöpft. Oberster Grundsatz für seine große erzieherische Arbeit ist ihm die individuelle Ausbildung von Offizier und Mann. Der Führer und Kanzler hat durch die Wehrverkündung vom 16. März d. I. auch die Fesseln gesprengt, die uns die Bestimmungen des Versailler Diktates auferlegt hatten, wonach wir keinerlei militärische Abwehrmaßnahmen gegen Luftüberfälle unterhalten durften. Dem Deutschen Reiche war zwar nach heißen diplomatischen Kämpfen in dem Pariser Luftabkommen vom 21. Mai 1926 gestattet worden, einen zivilen Luftschutz gegen die Wirkung von Luftüberfällen einzurichten, und der Verein „Deutscher Luftschutz" hatte die Organisation dieses Schutzes in die Hand genommen, aber jetzt erst sehen wir mit Freuden in unseren illustrierten Zeitschriften die Abbildungen unserer jungen Luft« macht, deren Angehörige nicht nur für die Besatzung der Flugzeuge, sondern auch für die Abwehr feindlicher Flieger vom Erdboden aus vorgesehen sind. Die Luftmacht stellt die Leitung und Bedienung der Flugabwehrkano- nen(Flak)- Und Scheinwerferbatterien sowie der sonstigen Vernichtungs- und Sperreinrichtungen, und das deutsche Volk kann überzeugt sein, daß durch neuzeitlichstes Gerät und vorzügliche Ausbildung in kurzer Zeit eine Truppe geschaffen ist, von der wir mit Zuversicht eine erfolgreiche Abwehr angreifender Flugzeuge erwarten können. Wenn auch durch Motorisierung für die Beweglichkeit dieser Abwehrtruppen in ausgiebigstem Maße gesorgt ist, so kann doch niemals erreicht werden, daß jeder Angriff abzuwehren ist. Durch Flugwachkommandos, Warnzentralen und Warnstellen ist zwar ein zuverlässiger Meldedienst eingerichtet, aber die aktiven Abwehrmaßnahmen vom Erdboden aus werden sich in der Hauptsache auf solche Objekte beschränken müssen, die für die Kriegführung lebenswichtig sind. Große Teile unseres Vaterlandes werden ohne aktiven Abwehrschutz vom Erdboden aus bleiben. Dies muß die Bevölkerung wissen, die ihren Schutz durch die passiven Maßnahmen findet, wie ihn der zivile Soweit es praktisch überhaupt möglich ist, steht er in engster persönlicher Verbindung mit der Truppe. Alle Soldaten kennen den Prinzen; das Beispiel seiner eigenen kraftvollen Persönlichkeit, die sich nicht scheut, sich im Bajonettkampf mit seinen Untergebenen zu messen, feuert Offiziere und Mannschaften an, ihr Bestes herzugeben. Die ganze Besonderheit des Charakters und die seltene Tiefe psychologischen Urteilsvermögens gehen aus des Prinzen „Vertrauten Erinnerungen" hervor, die er 1866 schrieb und in denen er sich mit den Lehren des Krieges von 1864 und der Kriegs- Wissenschaft im allgemeinen auseinandersetzt. Das, was er in der Kriegsgeschichte suchte, so schreibt Friedrich Karl, fand er nicht, nämlich „die innersten Triebfedern, welche die Dinge gestalten, — die Geschichte des menschlichen Herzens, wie es wogt und zweifelt und endlich zum Entschluß erstarkt" .— „Das menschliche Herz aber und das bißchen praktischen und taktischen Verstandes und die Gabe, auf die Untergebenen zu wirken, — diese Dinge sind es, welches die Geheimnisse jedes Krieges und jedes Erfolges find." Luftschutz vorsieht. Auf keinen Fall darf sich der Glaube verbreiten, mit dem Erstehen der Luftmacht werden die Bewohner der Ortschaften von der Fliegergefahr und den hiergegen zu treffenden Luftschutzmaßnahmen befreit Die Gefahr ist nur gemindert und sie wird immer mehr schwinden, je machtvoller und leistungsfähiger unsere Luftmacht wird, und je verständnisvoller sich die Bevölkerung zum Kriegsgeschehen in und aus der Luft einstellt. In allen Staaten hat sich die Luftwaffe seit dem Kriege gewaltig entwickelt. Die Luftmacht steht gleichwertig neben Land- und Seemacht und wird besonders zu Beginn eines Krieges eine bedeutende Rolle spielen. Die Gegner werden bestrebt sein, die Luftüberlegenheit zu gewinnen. Sie wird erreicht werden, wenn die Kämpfe in der Luft, die sich zu Luftschlachten entwickeln können, zur Niederlage der einen Seite führen, und wenn durch Bombenangriffe auf die Flughäfen und Herstellungswerke die Bereitschaft und die Neubeschaffung von Fliegergerät zum mindesten erschwert wird. Der Unterlegene geht dann vielleicht in kurzer Zeit eines großen Teils seiner Kampfmittel für eine erfolgreiche Kriegführung verlustig und kommt in schwierigste Lage. Wir werden Feldherrn der Luft bekommen, die durch überlegene Führung auf Grund bester Meldeeinrichtungen mit Hilfe zweckmäßiger Verteilung der ßuftftreitEräfte und einer vorzüglich ausgebildeten tapferen Mannschaft auf hochwertigsten Flugzeugen den Gegner rechtzeitig fassen und vernichten. In den Gegenden, wo solche Luftkämpfe stattfinden, hat sich die Bevölkerung. zu hüten, den Zuschauer zu spielen. Alle in der Luft abgeschossene Munition und die Trümmer vernichteter Flugzeuge mit anhängenden Bomben fallen zur Erde und wirken auch dort in größerem Umkreise recht oft tödlich. Es wird ratsam sein, sichere Deckungen aufzusuchen. Kein Staat wird sich kampflos gefallen lassen, daß der Gegner ihm durch Abwehr von Fliegerangriffen und Schuh gegen Fliegerwirkung. Don Oberst a. O. Kleinhans. ird bald schweres Feuer auf dem eigenen liegen, oie^-ovai müffen dort warten, bis Langsam graut der Morgen, brandrot beginnen! aussen d ^ k^Miche Angriff kommt, der auf sich die Nebel zu färben. Zuckend schießen die der eriojenoe kommen. Er weiß, wenn die den ersten Graben raumen, wird bald schweres Feuer auf dem eigenen liegen ersten roten Strahlen des aufgehenden Lichtes aus dem Dunstkreis der angrenzenden Champagne. Uebernächtigt, lehmverkrustet, mit grauejn Gesicht schaut der Posten an der Sandsackmauer in das grandiose Schauspiel des heraufdämmernden neuen Tages, die Erhabenheit göttlicher Allmacht. Sie find nicht gut diese Stimmungen, sie verleiten zurückzudenken, sich einzuspinnen in den Gedanken, jetzt zu Hause zu sein, bei allem, was man nur noch aus der Erinnerung kennt. Da — mit wachen Augen fährt er aus feinen Träumereien —, zerrissen das lackende Spiel der Gedanken —, jäh ist er in die harte Wirklichkeit zurückversetzt. — — Ein dumpfer Abschuß, er kennt das schon dem Gehör nach. — Eine schwere Mine. — Da kommt sie schon — schaukelnd wie eine riesige Flasche, kurz vor dem Graben kippt sie um, — fast senkrecht kommt sie herunter. Dann — ein furchtbarer Schlag, merklich zittert die Grabenwand, stinkender, schwarzer Qualm, glühende Eisensplitter urren durch die Luft und Dreck und Brocken lassen das braune Wasser rings in den Trichtern aufspritzen. Fest drückt sich der Posten in die Grabenwand schutzsuchend wie an der Mutterbrust. Dann bricht die Hölle los. Längst ist der Abschnitt alarmiert, sie wissen, was jetzt kommt. Aus allen Kalibern trommelt der Franzmann auf Die Stellung, unaufhörlich rollen sie heran, die schweren Kohlenkasten mit einem Ton, der das Mark in den Knochen gefrieren läßt. Mine auf Mine fegt in die Stellung und Abschuß und Einschlag vermischen sich zu einem unentwirrbaren Dröhnen. Dicker, zäher, schwarzer Rauch liegt über dem Graben, nur unterbrochen durch die Stichflammen berstender Geschosse, legt sich schwer auf die Atmungsorgane und läßt die Mundhöhle vertrocknen. Dazwischen dröhnt der gräßliche Schrei--Sanitäaater — — Ganz vorn,' bei Posten neun ist eben der große Unterstand eingedrückt worden. Ungeachtet des wahnsinnigen Feuers setzt die Besatzung eines m der Nähe liegenden Unterstandes zum Ausgraben der verschütteten Kameraden ihr Leben ein. Schon ziehen sie die ersten raus, lehmüberzogen mit fahlen Gesichtern. Ein roter Faden läuft aus Mund und Ohren — es war umsonst. — Längst schon hat unsere Artillerie wirkungsvoll in den wahnsinnigen Rhythmus der Explosionen eingegriffen, aber immer und immer hämmert das rasende Feuer weiter und weiter. Immer neue Hun- d-rle oon Geschossen !°gen heran, reihen neue Trrch- tcr in bas ausqewühlte Erreich. Sie dunkle Wolke wirb immer bidjter. Es lagert über ber ganzen Gegend ein Gemisch von Erde und Rauch, der platzenden Geschosse, Und in diesem Höllenlärm dem undnrchbrinalichen Simft kieg-n zusammengebuckt die Beobachtungsvosten des Grabenabschnlttes, sie Argonnerwa d. Von Otto Mütter. Es geht gegen Morgen, matt blinken die Sterne am fturmoerhangenen Himmel, schwarze Wolkensetzen jbgen am nächtlichen Firmament. Einen günstigen Augenblick erhaschend, wirft der Mond fein kaltes Licht auf granatzerpflügten, minenzerrissenen Boden des Argonnerwaldes. Gespenstig ragen die schwarzen Silhouetten der geschändeten Bäume, wie drohend gereckte Fäuste zum Himmel und phantastisch formen sich im Vorgelände zerspellte Wurzel- stöcke zu dräuenden Spukgestalten. Auch der Franzmann, der feit dem letzten Angriff im Verhau hängt, scheint hohnvoll im wachsgelben Gesicht die Zähne zu blecken, als spotte er der menschlichen Armseligkeit. — Beklemmend ist diese unwirkliche Ruhe heute nacht, stumm ist die feindliche Artillerie und nur die französischen Grabenposten halten nervös das Dorgelände unter Feuer. Es ist wie em Vorahnen von etwas Furchtbarem, was da kommen wird. Wie zwei sprungbereite Raubtiere liegen sich die beiden Fronten in 80 Meter (Entfernung gegenüber, jeden Augenblick bereit, sich gegenseitig die stahlbewehrten Pranken in die Flanken ZU schlagen. Zitternd hängen die Leuchtkugeln in der Luft, minutenlang, mitleidslos das Niemandsland mit seinen verkrampften, stillen Schläfern beleuchtend. Mit brennenden Augen stehen die Posten, aufs höchste jeder Nerv gespannt. Ein jeder weiß es, fühlt es mit bem sicheren Instinkt des alten Front- solbaten, baß sich etwas ereignen wirb gegen bas bie Schrecken bes Inferno wie farblose Schemen Juttas' tastet sich ber Wz- vom Grabenbienst bie Grabenwanb entlang, von Posten zu Posten, hinunter bis zur Sappe, 60 Meter vom F-md ent- fernt. Halt, was ist bas? - Lest- bröckelt b,e Grabenwanb, bann - ein dumpfer Fall, -in großer Brocken stürzt hinunter auf die Grabenfohle, Lau- schend — fester umspannt die Hand den Pistolen- knauf — nein — nichts — hatten ^nd es, durch irgend etwas in ihrer schauerlichen Mahlzeit im Verhau gestört, der Grabenwand zu nahe ge- Leist' singt der Wind im Stacheldraht, Der- wesungsdünste herüber tragend. „Gleich 4 Uhr", sagt der Grabendienst zum Sap- penpoften — „was Neues da drüben? — ., flüstert der Kamerad. „Ich glaube, sie baden drüben den ersten Graben geräumt. — Verdammte Sch ..., denkt der Vize und verläßt eilig den Posten, um zum Unterstände des Kompanieführers zu Klassische MehrwiffenfKaft. Horsts der Freund und Gesinnungsgenosse Steins,, Mittelpunkt gerückt hat, auch jene allgemeine Be- Gneise'naus und Doyens, sah wie diese grade in der achtung finden, die es verdient. wie ihre Briefe und Denkwürdigkeiten den klassischen Prosawerken der deutschen Literatur einreihen. Clausewitzens Buch „Dom Kriege" steht in dieser Reihe an erster Stelle und wird in dieser neuen Ausgabe gerade in einer Zeit, die mit der 23er- künd'una der deutschen Mehrfreiheit auch die großen sir-aienjsch-n Probleme dos Krieges wieder in hon ten Heeresleitung ist, das beweist am besten die Persönlichkeit des großen Kriegstheoretikers Carl von Clausewitz, der im wahren Sinne des Wortes ein geistiger Mensch war und die Betrachtung des Krieges und der Kriegführung auf eine (Ebene gehoben hat, von der die Wehrwissenschaft eines ganzen Jahrhunderts ihre Befruchtung empfangen hat. Clausewitz, der Schüler Scham- Erweckung aller geistigen und sittlichen Kräfte in dem von Napoleon niebergetretenen preußischen Volke die erste Voraussetzung für seine politische und militärische Erhebung. Er hatte sich mit seinen Ge- sinnungs- und Kampfgenossen bemüht, aus dem preußischen Heer, dessen große friederizianische Tradition die geniale Strategie Napoleons und das junge französische Volksheer auf den Schlachtfeldern von Jena und Auerstedt zerbrochen hatte, die letzten Spuren von Landsknechtstum und Söldnerwesen, die ihm noch anhafteten, zu beseitigen und den preußischen Soldaten in das Volk zu stellen, dessen sittliche Kraft auch dem neuen preußischen Volks- Heer das starke Rückgrat für feine geistige und organisatorische Umwandlung sein sollte. Aus dieser hohen Auffassung des Soldatenberufs resultiert auch des Generals von Clausewitz größtes und wahrhaft großartiges strategisches Werk „Vom Kriege", von dem soeben' der Verlag H. Schaufuß K. G. in Leipzig, eine ungekürzte und preiswerte Volksausgabe herausgebracht hat (Preis in Seinen gebunden 6,50 RM. — [90] —), zu der der Reichsarbeitsführer Konstantin Hier!, selber ein in der stillen Erziehungsarbeit des Friedens wie in den Schlachten des Weltkrieges aufs höchste bewährter Offizier, ein Vorwort geschrieben hat, das die anziehende Persönlichkeit des großen Patrioten und Kriegstheoretikers Clausewitz in die gewaltigen Geschehnisse seiner Zeit stellt und aus ihnen die Tragik im Schicksal dieses echten Soldaten, dem höchster Felbherrn- ruhm stets versagt blieb, erkennen läßt. Die klare Aufstellung der Probleme, die bis zur letzten Frage erschöpft werden, die scharfe Logik bes Aufbaues ber Darstellung, ber kristallene Stil, durch seine Schlichtheit zur höchsten Form klassischer Prosa erhoben. ihre Meldung hin die tief unten in ihren Erdlöchern sitzenden Kameraden ans Tageslicht ruft, zum Kampfe Mann gegen Mann. Wie lange soll das nun noch so weiter dauern. Sechs Stunden trommelt jetzt der Franzmann schon. Plötzlich — wie abgeschnitten hört das Feuer auf. Angestrengt spähen bie Beobachtungsposten nach brüben zu ben französischen Stellungen. Die Augen schmerzen von bem bauernben Hinüberstar- ren, bem fruchtlosen Bemühen, ben Dunst zu durchbringen. Wie ein Erlösen kommt endlich der gellende Ruf — raus — sie kommen — sie kommen. — Ein einziger Schrei endlicher Erfüllung sechsstündigen Ausharrens. Und nun stürzen sie heraus aus ihren Erdhöhlen, aus ihren Löchern, aus ihren Unterständen, die längst keine mehr sind, die Männer im grauen Ehrenkleid. Soweit das Auge jetzt blicken kann, sieht man sie springen und im Schritt die hellblauen Gestalten französischer Infanteristen. Geduckt lauern die MG.-Schützen, fester umspannt bie Hanb ben Kolbenhals, griffrecht liegen Munition unb Handgranaten, aber noch ist es Zeit, — noch nicht, aber jetzt hacken sie los, die schweren MG.'s in die Reihen ber Stürmenben fegen sie, begierig fressen sich bie Geschosse in bas zuckende Fleisch und über die Stürzenden wälzt sich, angetrieben durch das gellende „en avant, en avant" der Offiziere, die nächste Welle. Bis an das hindernde Gewirr verbogener, halbverschütteter Eisenstangen und verschlungenen Stacheldrahtes kommen sie heran, bann sinken' sie im Knall ber Haubgrana- ten zusammen. Zusammengebrochen ist ber Angriff, unb nur ber Franzmann mit bem bleckenben Gebiß, ber einsam vorn schon lange im Stachelbrahte hing, er — freut sich über bie vielen neuen Kameraden, und die Zeitungen schrieben: „Im Westen nichts Neues!" das sind Merkmale dieses Buches, die in der deutschen Wehrwissenschaft Schule gemacht haben unb auch in ben uns alten Solbaten geläufigen Dienstvorschriften ihren Nieberschlag gefunben haben. Schlichtheit. Klarheit unb boch ber große Schwung _ . , . - . .. echten Helbentums, bie Clausewitz auszeichneten, Daß bas immer noch recht oft allzu oberflächlich ' gaben • auch ber Felbbienstordnung ihre gerabezu betrachtete unb dann verlästerte „Waffenhandwerk" klassischen Formulierungen. Von Clausewitz geht und mit ihm der Beruf des Soldaten eine eminent | eine gerade Linie über Moltke und Schlieffen zu geistige Grundlage hat, die vor ben Verschüttungen ; Hinbenburg, ßubenborff unb Seeckt, alles Männer, durch den Alltagsbetrieb zu bewahren unb in ber | bie bas Genie bes großen Strategen unb Drgamfa- Seele eines jeben Solbaten wachzuerhalten, bie I tors mit ber Begabung in sich vereinigten, ihren wichtigste Aufgabe einer einsichtigen unb zielbewuß- | Gebauten jene feinaeschlisfene klare Form zu geben, ten Heeresleitung ist, bas beweist am besten bie bie ihre militärwissenschaftlichen Schriften ebenso Bombenangriffe in seinen Landen schweren Schaden zufügt. Es wird deshalb zwangsläufig zu den vorher erwähnten Luftkämpfen von Geschwadergruppen gegeneinander kommen. Hierbei können selbstverständlich auch Bomber durchschlüpfen, die von den Jagdstaffeln nicht mehr erwischt werden. Gegen diese Bomber setzt dann die Erdbodenabwehr ein, die lebenswichtige Objekte unmittelbar schützen soll. Wir sehen also, daß zu Anfang eines Krieges die Fliegergefahr für die Bevölkerung in offenen Ortschaften nur gering sein wird. Die militärischen Kriegsbelange sind zu groß, um durch Einschüchterung der Bevölkerung durch Angriffe auf ungeschützte Ortschaften irgendeine Wirkung erzielen zu wollen. Erst im weiteren Verlauf der Kampfhandlungen muß mit Fliegerwirkung auf Ortschaften gerechnet werden. Das Vorhandensein von beweglichen Abwehrmitteln wird die Flugzeuge, bei der dauernden Möglichkeit in Abwehrfeuer oder andere Sperren zu geraten, auch nachts zwingen, i n großen Höhen zu fliegen, wodurch trotz verbesserter Zielapparate beim Bombenabwurf die Treffgenauigkeit nicht unerheblich abnimmt. Auch ein Vorteil des Vorhandenseins der aktiven Abwehr. Bei ihrem Fehlen könnten die -Flugzeuge bis dicht über die Ziele herabstoßen. In welcher Weise der zivile Schutz durchzuführen ist, darüber lehren die örtlichen Organisationen des Luftschutzverbandes. Es ist anzunehmen, daß über die Pflichten der Volksgenossen noch eine gesetzliche Regelung erfolgt. Mit Improvisationen darf man sich künftig nicht begnügen. Kosten, die nicht zu vermeiden sein werden, müssen im Interesse der ganzen Volksgemeinschaft in Kauf genommen werden. Um sie später zu vermeiden, empfiehlt es sich, schon jetzt bei Neubauten auf Fliegerschutz Rücksicht zu nehmen. Die Bevölkerung wird und kann verlangen, daß sie wenigstens gegen Bombenwirkung Schutz findet. Dies wird in der Hauptsache nur durch bombensichere Unter st ände, wozu sich eine Anzahl von Kellern gut eignen, zu erreichen sein. Wie selbst durch Improvisation ein Schutz für die Einwohner gegen Luftangriffe während des Krieges geschaffen wurde, zeigt uns das lehrreiche Beispiel von D ü n k i r ch e n. Dieser wichtige Hafenplatz der Alliierten mußte ein wichtiges Ziel unserer Angriffe werden. Die Stadt hatte seit Dezember 1914 bis zum Kriegsende dauernd mehr oder weniger unter Angriffen durch Flieger und schweres Feuer von Land und von See gelitten. In den Perioden vermehrter Bombenabwürfe setzte allerdings eine Massenflucht der Bevölkerung ein. Dünkirchen hatte 39 000 Einwohner. April, Mai 1915 waren es nur rund 5500, die Zahl stieg bis Juli 1916 wieder auf 12 000 bis 15 000, um September, Oktober 1917 auf etwa 7000 zurückzugehen. Die allmähliche Herausbildung des Schutzes bestand in: 1. der Errichtung eines Warn- und Alarmdienstes, 2. der Aufstellung von Scheinwerfern, 3. Ballonsperren, 4. Rauchvorhängen und Vernebelung sowie 5. der Einrichtung zahlreicher Untertrete- und Zufluchtsräume. Sirenen ließen den Nachteil erkennen, daß sie bei starkem Frost einfroren. Als sicherstes Signalmittel bewährten sich Raketen, die mit lautem Knall dicht über den Häusern zersprangen. Scheinwerfer, Ballonsperren und Vernebelung erwiesen sich als zweckdienlich. Ein schwerer Angriff Ende Januar 1915 gab den Anstoß zum Bau besonderer Schutzräume mit wohnlicher Ausstattung. Sand- sgcke wurden zum pflichtmäßigen Zubehör aller Keller, und die Befolgung des Gebotes peinlicher Abblendung aller Lichter von 8 Uhr abends an wurde durch besondere Kommandos und' die Einwohner selbst überwacht. Schutzkeller wurden nach der Straße zu kenntlich gemacht, so daß die Bürger, die vom Bombardement überrascht wurden, in diesen Zuflucht nehmen konnten. Im Juli 1915 waren schon 146 solcher Keller vorhanden. Von den bald danach auf 215 gestiegenen Zufluchtsstätten wurden nach einer Prüfung durch Jngenieuroffiziere 68 als ungenügend bezeichnet und von einer weiteren Verwendung ausgeschlossen, die übrigen kostenlos mittels Unterzügen, Beton und Sandsäcken verstärkt. Eine Unterstandspolizei wurde geschaffen. Industrielle Mobilmachung in Amerika. Während die Räume tagsüber mir bei Alarm benutzt werden durften, konnten Einwohner, die es wünschten, gegen Lösen von Karten auch nachts sich in einem der Schutzräume aufhalten, wo sie alles zum Schlafen nötige erhielten. Gruppen von Schutzräumen und benachbarte Häuser wurden sogar durch unterirdische Gänge verbunden. In allen Unterständen befanden sich Verbandpäckchen. In. den größten, der im Lause der Zeit geschaffenen Unterstände brachte man nach und nach das Staatsarchiv und die städtischen Kunstgegenstände, die Filiale der Banque de France, die englische Fernsprechzentrale, eine Apotheke, das Asyl für Kinderhilfe usw. unter. Im August 1918 hatte man Schutzräume für rund 8000 Personen, welche Zahl etwa der der Zivileinwohner entsprach. Als Endergebnis der passiven Schutzmaßnahmen in Dünkirchen kann man also feststellen: Schaffung schußsicherer Zufluchtsstätten für die Gesamtheit der in der Stadt verbliebenen Einwohner. Eine anerkennenswerte Leistung der verantwortlichen Stellen, Kommandantur und Bürgermeisteramt* *. Man nehme sich die tapfere französische Hafenstadt als Vorbild! Wie schon gesagt, werden selbst die stärksten Luftstreitkräfte und Erdabwehrwaffen keine vollkommene Sicherheit von Land und Volk gewährleisten. Demnach verliert der passive Luftschutz nicht seine Wichtigkeit. Wir wollen hoffen und wünschen, daß er nicht so bald in Tätigkeit zu treten braucht. Wir wollen den Frieden. Wir wollen aber auch für einen uns aufgezwungenen Waffengang zu Lande, zu Wasser und in der Luft auf das beste gerüstet sein. * Die Angaben über Dünkirchen sind der Schrift: „Luftgefahr und Luftschutzmöglichkeiten in Deutschland" von Minister a. D. Kröhne entnommen. U-Boote in aller Welt. Angesichts der Ankündigung der deutschen Regierung, eine kleine Anzahl von U-Booten zu bauen, verdient die nachstehende Uebersicht besonderes Interesse. Sie zeigt, daß nicht nur die Seestreitkräfte der Großmächte U-Boote besitzen, sondern, daß auch eine sehr große Anzahl der übrigen Länder in aller Welt über U-Boote verfügt. Von den vertraglich begrenzten Flotten hat England 52 U-Boote mit 51259 Tonnen, im Bau sind 12 U-Boote mit 12 830 Tonnen, zusammen 64 U-Boote mit 64089 Tonnen. Die Vereinigten Staaten verfügen über 83 U-Boote mit 69 260 Tonnen. Im Bau begriffen sind 10 U-Boote mit 13 020 Tonnen, insgesamt 93 U-Boote mit 82 280 Tonnen. Japan verfügt über 60 U-Boote mit 70 554 Tonnen, im Bau begriffen sind 10 U-Boote mit 12 800 Tonnen, zusammen 70 U-Boote mit 83 354 Tonnen. Außerdem sind nach dem zweiten Ergänzungsplan noch vorgesehen 4 U-Boote. Italien verfügt über 43 U-Boote mit 31 632 Tonnen, die italienische Bautätigkeit ist sehr stark. Im Bau begriffen find 22 U-Boote mit 17 679 Tonnen, insgesamt also 65 U-Boote mit 49 311 Tonnen. Dazu kommen noch 6 überaltete Küsten-U-Boote mit zusammen 1512 Tonnen. Die stärkste U-Boot-Macht ist Frankreich mit 96 U-Booten und 81801 Tonnen. Im Bau begriffen sind 15 U-Boote mit 16 645 Tonnen, insgesamt verfügt also Frankreich über 111 U-Boote mit einem Inhalt von 98 446 Tonnen. Von den vertraglich nicht begrenzten Marinen besitzt Argentinien 3 U-Boote, Brasilien 6 bis 8 U-Boote, die auch als Minenleger Verwendung finden. Chile verfügt über 9 U-Boote, davon auch 3 moderne U-Boote. Dänemark besitzt 8 U-Boote. Estland hat vor kurzem erst einer großen Rüstungsfirma in England einen Auftrag auf den Bau von 2 U-Booten gegeben. Griechenland besitzt 6 neuere U-Boote, Iu- g o s l a w i e n deren 4, auch Lettland hat 2 U-Boote. Die Niederlande verfügen über 30 U-Boote mit 14 077 Tonnen. Norwegen besitzt 9 U-Boote, Peru deren 4. Die polnische Flotte verfügt über 3 U-Boote. Sogar Portugal besitzt 2 U-Boote. Schweden verfügt über 15 U-Boote, davon find 5 überaltert, die aber inzwischen ersetzt werden. Auch Spanien besitzt 13 U-Boote. Die Türkei verfügt ebenfalls über „Armee und Marine sind nur die Speerspitze unserer Landesverteidigung. Die Kraft, die diese Spitze weitertreibt, so daß sie das Ziel durchstößt, ist die durch die industrielle Mobilmachung zur Geltung gebrachte wirtschaftliche Macht", so umreißt Hauptmann B u r d i ck in der amerikanischen Zeitschrift „The Military Engineer" die Aufgaben der Kriegsindustrie und gibt uns gleichzeitig ein Bild, wie man sie in seinem Heimatlande, den Vereinigten Staaten, für ihre Lösung im Frieden schon vorzubereiten gedenkt. Auf Kongreßbeschluß ist ein Kriegsmaterialamt geschaffen, das — unabhängig von den schon bestehenden Ministerien — sich in Abteilungen für Industrie, Handel, Propaganda, Verteilung der Dienstpflichten auf Heer und Rüstungsindustrie gliedert. Sein Leiter, der stellvertretende Kriegsfekretär, hat außerdem alle Gesetze vorzubereiten, die mit Kriegsbeginn zur E r- leichterung von Erzeugung und Beschaffung in Kraft treten sollen. Sie behandeln u. a.: Vorkehrungen gegen unlauteren Wettbewerb, Beseitigung des Acht-Stunden-Tages, Bereitstellung von Geldmitteln zum Ankauf von Rohstoffen, Schaffung einer Nahrungsmittelverwaltung, Richtlinien für Lohnbeschränkung und Preisfestsetzung, Regelung des Transportwesens. Das Land ist in 14 Bejchafsungsbezirke eingeteilt, an deren Spitze Industrielle aus den betreffenden Distrikten stehen, die sich hierzu freiwillig zur Verfügung gestellt haben. Unter ihnen arbeiten aktive Offiziere und Vertreter der Industrie. Sie erfassen die für die Kriegsarbeit in Frage 4 U-Boote und schließlich ist es immerhin nicht unwichtig, daß auch die Sowjet-Union über eine größere Anzahl U-Boote verfügt. Im Fernen Osten befinden sich 16 U-Boote, im Schwarzen Meer 8 U-Boote und in der Ostsee wiederum 16 U-Boote. Neuzeitliche Schußweiten. In den „Wehrtechnischen Monatsheften" macht Generalleutnant a. D. Freiherr von Botz- h e i m Mitteilungen über die Schußweiten der Geschähe der schwer st en Artillerie. Diese Geschütze umfafsen die Kaliber von 20 cm bis zum derzeitig größten von 52 cm (französische 520-mm-Haubitze). Ihre Aufgabe ist eine doppelte. Hauptaufgabe ist die Z e r st ö r u n g von Befestigungsanlagen aller Art, hierzu möglichste Steigerung des Kalibers bis 52 cm, um besonders wirkungsvolle Granaten verschießen zu können. Die verwertbare Schußweite diejer Geschütze ist dadurch nach oben begrenzt, daß d i e Treffähigkeit noch ausreichen muß, um die meist kleinen Ziele, wie Panzertürme, betonierte Unterstände, mit Aussicht auf Volltreffer beschießen zu können. Nachdem erfahrungsgemäß die Streuungen mit zunehmender Querschnittsbelastung der Geschosse immer günstiger werden, so verschiebt sich mit Zunahme des Kalibers die verwertbare Schußweitengrenze nach oben. Nach unten sind die Schußweiten dieser Geschütze dadurch begrenzt, daß sie vonder feindlichen Artillerie nicht mehr wirksam gefaßt werden sollen und daß sie als Eisenbahngeschütze noch mit der Eisenbahn genügend weit nach vorne gebracht werden können. Im Weltkriege besaßen die schweren und schwersten Mörser und Haubitzen im allgemeinen Schußweiten von 9000 bis 14 000 m (deutsche und österreichische 42-crn-Haubitzen). Bei neuzeitlichen Geschützen dieser Art sind' meist Schußweiten von 15 000 bis 18 000 m (französische 52-crn-Haubitze) vorgesehen. Die andere Hauptaufgabe der schwersten Artillerie besteht darin, mit besonders weittragenden großkalibrigen Kanonen wichtigere Ziele von größerer Ausdehnung weit hinter der feindlichen Front zu beschießen. Ihre Heranziehung zur Artilleriebekämpfung wird sich im Hinblick auf deren begrenzte Lebensdauer und geringe Feuer- geschwinmakeit meist darauf beschränken, einzelne weiter abstehende feuernde schwere Batterien mit kommenden Fabriken, bereiten sie durch Zuweisung der nötigen Zeichnungen und Abnahmevorschriften, hin und wieder auch durch Versuchsaufträge für ihre Aufgaben vor, entwerfen Lieferungsverträge sowie Pläne zur Verteilung von Rohstoffen. lieber 20 000 Firmen sind bereits in den Kreis der Vorbereitungen gezogen, mehr als 50 000 Männer beschäftigen sich mit Beschaffungsfragen. Man hat ein eigenes Rüstungsoffzierskorps geschaffen. Geeignete aktive Offiziere werden auf technischen und Handelshochschulen ausgebildet und zu längeren Dienstleistungen bei der Beschaffungsabteilung des Kriegsministeriums einberufen. Re- ferve-Offiziere aus Technik und Wirtschaft werden während ihrer militärischen Hebungen über Herstellung und Beschaffung von Kriegsmaterial unterliefen. Besonders bemüht man sich, die Studenten der technischen Hochschulen während ihres Studiums planmäßig auf ihre Tätigkeit als Beschaffungs-Offiziere vorzubereiten. So bricht sich der Gedanke der industriellen Mo- bilmachung in den Vereinigten Staaten immer mehr Bahn. Man ist überzeugt, daß der Grundsatz der Aushebung auf das Material, den Dollar ebenso angewandt werden muß, wie auf die Menschen. „Es genügt nicht", schreibt der Leiter des Rüstungsbezirkes San Franzisko, „daß unser Land über eine große Mensche nrejerve, eine große Summe von Intelligenz verfügt, wenn wir ihnen nicht d i e nötigen Waffen sichern. Unsere Aufgabe '.st es, unserem Verstände etwas Schießpulver hinzu- zufügen." By. Fliegerbeobachtung zu bekämpfen oder wenigstens niederzuhalten. Im Kriege wurden hierzu vorzugsweise die schweren Kaliber der Sch i f f s • artillerie auf Landlafetten oder als Eisenbahngeschütze verwendet mit Schußweiten von 20 bis 35 km, in einzelnen Fällen bis 60 km und beim deutschen Parisgefchütz sogar mit 130 km Schußweite. Nachdem die Streuungen mit zunehmender Entfernung außergewöhnlich groß werden, so dürste der Wert Derartiger Geschütze mehr auf der moralischen Seite liegen als Störungsfeuer. Im übrigen erreichen Bombenflugzeuge die gleiche Mr- Fung mit wesentlich größerer Treffsicherheit. Die weitere Entwicklung der Raketengefchosse weist unter Umständen neue Wege. Thorney, die neue englische Festung. Unter den neuen befestigten Plätzen, die England im Rahmen des Ausbaues seiner Landesverteidigung an feiner Südküste errichten wird, nimmt Thorney einen besonderen Platz ein. Die kleinen Festungen werden offiziell als Flughäfen aufgezogen, gleichen jedoch mehr oder minder großen S p e r r f or t s. Denn alle Flugplätze erhalten moderne Verteidigungseinrichtungen, die natürlich gegen jeden Gegner, gleichgültig ob er aus der Luft ober vom Lande her angreift, eingesetzt werden können. Der Hauptzweck dieser befestigten Stützpunkte besteht darin, zahlreichen Kampf- und Bombenflugzeugen eine sichere Unterkunft und Versorgungsba- fis zu geben, von der aus sie zur Verteidigung ebenso wie zum Angriff aufsteigen können. Der stärkste Punkt dieser Art wird jedoch d i e I n- fei Thorney bei Portsmouth. Aus der Insel wird ein Militärlager gemacht, das sich um einen geräumigen Flugplatz mit Großbombern gruppiert. Selbstverständlich fehlt es nicht an allen leichten und schweren Waffen, über befestigte Punkte verfügen müssen, besonders wenn es gilt, die Flug- zeuggeschwader, die sie beherbergen, fo zu schützen, daß sie stets aktionsfähig und einsatzbereit bleiben. Infolgedessen wird man auch bombensichere Flugzeugschuppen, die unter der Erdoberfläche liegen und gut getarnt sind, schaffen. Es ist auch bekannt, daß auf der Insel Thorney gewaltige Mengen Kriegs- und Ausrüstungsmaterial aufgehäuft werden sollen, ein Beweis dafür, daß Thorney in der britischen Landesverteidigung eine sehr wichtige Rolle zugewiefen erhalten hat. Pferde, die ich liebgewann. Von Wolf Aeurneister. „Ich habe manche Maid geküßt, im welschen, wie im deutschen Land, auf manches Pferdes Widerrist lag zügelhaltend meine Hand .. schreibt der Herr von Münchhausen in feinen „Ritterlichen Liedern". Wieviel „Maiden" ich geküßt habe, das gehört nicht hierher, ich spreche nicht über solche Sachen, — aber das kann ich wohl behaupten, daß ich eine Menge Gäule unter den Händen gehabt habe, — ober vielmehr zwischen den Schenkeln! * Der erste richtige „eigene" Gaul, den ich bekam, war „Delila", ein turmhohes Biest, dessen Widerrist meine Hand gerade eben noch erreichen konnte. Ich war damals 1,64 groß, 17 Jahre alt und erschien im Spätherbst 1914 in riesig langen Reiterstiefeln bei einer Feldbatterie, nachdem ich in der Garnison auf den unmöglichsten Kutsch-, Milchwagen, Zirkus- und Tscherkessenpferden meine Reitkünste vervollkommnet hatte. Das waren wilde Tiere gewesen, die dem Reiter nach dem Leben trachteten, — meine Delila tat das nicht, sie war nur kitzelig am Widerrist, und wenn ich mich beim Aufsitzen da festhielt, ging sie ab. Der Futtermeister lachte sich tot dabei, aber ich kam doch immer in den Sattel, und das gefiel ihm dann wieder. Von ihm habe ich richtig reiten gelernt, auf „Delila" und einer Menge anderer Pferde der Batterie. * Reiterlich für voll genommen wurde ich nach einem tollen Ritt auf der Remonte „Fafner", die als das hinterhältigste Vieh in der Batterie galt. Ich hatte mit ein paar Unteroffizieren gewettet, daß ich mit Fafner fertig würde, und die Bande hatte ihn irgendwie mit gestoßenem Pfeffer behandelt. Jedenfalls schoß er los, wie von der Tarantel gestochen, raste durch das Dorf, dann einen Bahndamm hinauf und die Strecke entlang, daß die Schottersteine flogen. Dann wurde es aber mulmig, denn die Strecke lief eingleisig auf einer achtzehn Meter hohen Behelfsbrücke über die Aisne. Zwischen den Schienen lag — für die Bahnpatrouil- len — nur ein schmales Laufbrett auf den Schwellen Fafner donnerte in voller Karriere über diese losen Bretter hinweg, daß mir Hören und Sehen verging. Aber drüben am anderen Ufer war er dann zufrieden, und ich ritt ihn mit arrogantem Grinsen zu den entsetzten Kameraden zurück. Trotzdem behielt ich gegen Fafner ein gewisses Mißtrauen. * Ein besonders freundliches Andenken bewahre ich dagegen einem dicken, gemütlichen Pferd, mit dem ich als Meldereiter einmal in einen tiefen Laufgraben krachte, den ich zu kurz übersprang. In diesem engen Graben saß der gute Kerl trotz schweren feindlichen Feuers anderthalb Stunden geduldig auf den Hinterbacken wie ein braver Hund, bis ich ihn mit Hilfe einiger Infanteristen herausgraben konnte. Er hieß „Daniel", wie denn überhaupt unter den Armeepferden eine unverhältnismäßig große Anzahl altteftamentlicher Namen vertreten war: Saul, Samuel, Äffer, Rebekka usw. Aber unsere Fahrer nannten ihre Gäule privatim ja doch wie zu Haus: Hans ober Liese. Einer rief feinen „Artaxerxes" meistens „Pflaumenmus" und feinen „Cyrill" — „Käseberg". Es war sehr komisch, wie diese dicken Burschen sofort bereitwillig herantrotteten, wenn die rauhe Stimme ihres Meisters melodisch lockte: „Komm, mei Pflaummus!" * Später lernte ich eine sehr kapriziöse junge Dame kennen, die auf den Namen „Salome" hörte, — oder vielmehr nicht hörte, denn sie war ein Mistvieh von reinstem Wasser. Ein schlankes, rassiges Halbblut mit kleinem Araberköpfchen, an dem ihre feinen Oehrchen fast immer bösartig anlagen, während sie aus ihren braungeäderten Augen schielte, wie sie wohl wieder jemandem eins auswischen könnte. Sie wurde mir zugeteilt, als ich als junger Leutnant zur ersten Batterie kam. Daß etwas mit ihr los war, sah ich an der grinsenden Korona, die Herumstand, als ich sie das erste Mal bestieg. Da habe ich dann mit diesem Herzchen eine geschlagene Stunde am Ortsausgang gestanden, — denn sie hatte die Marotte, nicht aus Ortschaften herauszugehen, seit sie dabei einmal ein feindlicher Granat- fplitter erwischt hatte. Eine Stunde haben wir dort gekämpft, wer der Stärkere fei; zweimal hat sie sich mit mir rückwärts überschlagen, mich mit den Knien gegen die Hausmauern gerammelt, — aber dann zwang ich sie doch, schweißgebadet, — und seitdem ging es. Ein Jahr später hat sie sich dann in Brest- Litowsk dafür gerächt, indem sie sich mitten zwischen dichten Marschkolonnen ganz plötzlich überschlug und mich unter sich begrub. Während ich auf dem Pflaster meine Knochen zusammensuchte, stand sie ganz unverhohlen grinsend dabei, und ihre Augen sagten: „Siehst du, mein Junge, das war für damals in Berrieux!" Ich habe sie zwei lange Kriegsjahre geritten, immer auf der Hut, und habe manchen Strauß mit ihr ausgefochten. Aber sie war ein wackeres, immer eifriges Tier, und dann hatte sie eine gute Eigenschaft, diese junge Dame: sie war keusch! Das heißt: sie ließ keinen anderen Reiter an sich heran, sie stieg und schmiß um sich, daß die Funken stoben, und wenn in meiner Abwesenheit doch wirklich einmal irgendein Meldereiter raufkam, da war er im nächsten Moment mit absoluter Sicherheit auf der anderen Seite wieder unten. * Doch gegen eine Kugel schützt weder Temperament noch Keuschheit; eines Tages haben mir die Russen meine schneidige kleine „Salome" weggeknallt und ich ritt von da an eine Stute, die „Prinzessin" hieß, — und sich auch so benahm. Es war ein bildfchones, zierliches Vollblut, tänzelte elegant nach der Musik, lief wie ein Hirsch, nahm jedes Hindernis, wenn es ihm gerade Spaß machte; — aber es war alles andere als ein Gebrauchspferd, wie es ein Ordonnanzoffizier im Bewegungskrieg braucht, war nervös, bodenscheu, und man konnte es keinen Augenblick allein stehen lassen. Und bann hatte es die neckische Eigenschaft, zu beißen; wenn man auf- sitzen wollte, da fuhr dieses Biest blitzschnell mit dem Kopf herum und schnappte dem Reiter nach dem — na sagen wir: nach dem „Reitbesatz". Ich hatte das ja bald heraus und nahm die Zügel kurz, aber mancher hat da fatale Quetschungen davongetragen. So eines Tages der Landwehrmann Griesbach, der für meinen erkrankten Burjchen eine zeitlang mich itftb meine Prinzeffin betreute. Der kam eines Tages empört zu mir und erklärte, er könne bas nicht mehr machen; er zeigte als Korpus belikti Die Kehrseite seines Lebens, aus der Prinzessin tatsächlich ben ganzen Hosenboden herausgerissen hatte. — Immer beim Putzen beiße sie ihn in diese Stelle, erklärte Vater Griesbach mit zitternder Stimme, er sei Familienvater, und dieses Vieh würbe ihm eines Tages... „Unb hinten, wo sie einem mit dem Maule nicht erreicht, da tritt sie einen!" sagte er ergrimmt. — Aber Prinzessin machte bas eigentlich sehr originell, sie feuerte nicht aus unb zerschmetterte einem die Knochen, sondern sie hob langsam ben Fuß, setzte ihn bem „Gegner" auf ben Schenkel ober ben Bauch und warf ihn in hohem Bogen auf die Stallgaffe hinaus. Aber fo feine Unterschiede ließ Kamerad Griesbach nicht gelten. Nun, dieses verwöhnte Tier fiel der Räude zum Opfer, die unseren Pferbebestand berartig lichtete, bah mir schließlich alle klein uno häßlich zu Fuß laufen muhten. — Zum Glück gelang es mir dann. bei einer ungarischen Kolonne ein nettes Panje- pfevbchen zu flauen — Krieg ist Krieg! —, und dieser fidele kleine Pfroppen hat mir nur eitel Freude gemacht (bis auf (einen kurzen, stoßenden Trab). Genügsam und zufrieden find diese Tierchen! Wenn fein Futter da war, gab man ihm eine alte Zeitung oder eine Handvoll Sägespäne, bas fraß es vergnügt und wurde dick und rund dabei; und wenn man es unangebunden irgendwo im Gelände stehenließ und sagte: „So, hier bleib stehen!" dann stand es noch nach 14 Tagen, wartete eisern, bis das Herrchen mieberfam und grinste noch wie ein Primelpott. — Ich nannte es „Marinko" und Marinka war beliebt in der ganzen Batterie, die ich damals führte. Als sie im Juli 1918 vor Soifsons von einer Granate getroffen wurde, habe ich um sie getrauert wie um einen guten Kameraden. — Meine Kanoniere rösteten sich Schnitten von Marinkas rundlichen Lenden am Holzfeuer unserer elenden Kalf- steinhöhle und brachten auch mir ein duftendes Brotenstück. Aber obwohl mir der Magen vor Hunger knurrte wie ein Steppenwolf — ich mochte davon nichts essen. Und der Gefreite Eilser nickte mir zu und sagte tieffinnig: „Das kann ich verstehen, Herr Leutnant! Ich glaube, die .Marinko' hätte von Ihnen voch nischt gefressen — und die fraß doch sonst alles!" Wie entsteht ein Sippenarchiv? Die Frage nach dem „Woher" hat mit einem Schlage das Interesse nach den Vorfahren geweckt. Zerlesene Kirchenbücher, alte Stammrollen und Familienandenfen werden lebendig unb tünben von vergangenen Geschlechtern, bie vor uns waren, und ohne bie wir nicht wären. Eine mächtige heimliche Stimme sogt uns, baß wir nur ein (Blieb in ber Kette ber Ahnen finb, ein Tröpflein im Blutstrom unseres Volles. Ein Bilbbericht in ber Zeitschrift „Neues Volf" über „Das erste Sippenarchio Deutfchlanbs", bas in Dithmarschen bereits vor vier Jahren entftanb, zeigt bie Wichtigfeit, zu wissen, woher ber einzelne Deutsche einst gefommen ist. „Neues Dolf" ist bie vom Rassenpolitischen Amt ber NSDAP, herausgegebene bevölferungs- unb raffen- politische Zeitschrift, bie ftänbig über alle Fragen biefes wichtigen Gebietes Ausfunft gibt. Im Juniheft finb außerbem bemerfensroert bie Aufsätze „Nationalsozialistische Ethif" von Georg Usabel unb eine Reihe anberer wertvoller Beiträge aus bem Leben unserer Zeit. „Neues Volf" ist zu beziehen vom gleichnamigen Verlag in Berlin SW 19, Linben- strahe 44. "x j H ;< 'S. W* V U <&£k ..' ■ , >; _J. OPEL 6 ZYL 2 LTR LIMOUSINEN ^g^^^^VTRCABRIOLET 2-FENSTRIG RM 4000.- AB WERK ADAM OPEL A. G. RÜSSELSHEIM A. M Liter t. Die gstens rzugs. nglanb erteidi' nimmt, kleinen ! n aufgroßen ien mo«» natürlich ler Luft ien tön« hpunkte denflug- ungsba- idigung ie3n> i5 her ch um i grup» n leid)- Punkte le Flug- schützen, bleiben. Mo. Mehr tz der -benfo lschcn. iungs. r eine umme ibflfjn« !0 bis 1 beim Schuß, nenber dürste mora. rbrigen' t Erd- d, schaf' Thorney igsmate- s dafür, eidigung ten hat. Ns ^än. ®hn • rp5 auf und ^ngs. Re. erden her. Mter. )en. hrend t als i Panje- —, und iur eitel toßenden ?|e Tier- ihm eine äne, das ü> dabei; ,im Se« stehen! te eifern, noch -Vie ntati und tterie, die hiv? nii ei5 n geweal- ?unb^ Ar ■ h in dec 'Wtstco.^ SeitfcJ 4g; lÄ'eiu* dekU ö0jn ton einer («trauert ne San;- !a- r* de» $?** in#*’ agen ”°r >» iV*; MarlNka ' und die —----—------------M^^tiraÖen^Verkäuisäeselischait m- d H, Frankfurter strabe 52 - Telephon Nr. 2347 Unverbindliche Probefahrten: FlOtOrWagCD ® Der OPEI>06 jetzt von RM 3250an» Ein Denkmal für die Kinderreichen» Geschichten aus aller Welt (Nachdruck, äus mit Quellenangabe, verboten!) ErstSteuern zahlen - dann aufs Standesamt! (ur) Kabul (Afghanistan). Welches europäische Land geht so hart gegen liebende Herzen vor wie Afghanistan? Dort ist nämlich bestimmt worden, daß die Schließung einer Ehe so lange verboten ist, bis Braut und Bräutigam sowie die gesamten Familienmitglieder beider Seiten ihre sämtlichen Steuerschulden beglichen haben. Nur gegen die Steuerquittungen wird die Ehe vollzogen. Da mitunter in fernen Gebieten die Steuerquittung eigentlich nur in einer mündlichen Aussage des Steuerbeamten besteht, entwickelt es sich zur Sitte, daß man diesen sonst wenig beliebten Herrn zum Trauzeugen auserwählt. Seine Schon daraus folgert, daß die wahre Kunst nicht international fein kann. Sie kann nur der plastische Ausdruck eines einzigen Volkstums fein, nimmermehr aber der Ausdruck zweier, einander wesensfremder Volkstümer zugleich. Versucht ein Volk, mit den Mitteln eines ihm wesensfremden Volkstums sich selbst darzustellen, so ist das Ergebnis ein Zwitterding, das der ersten Voraussetzung eines echten Kunstwerks entbehrt: der inneren Wahrheit. Das war eine Zeitlang der Zustand deutscher Kunst, die es mit der Anpassung an alle möglichen Kulturen versuchte und der das Wesentliche fehlte; Eigenart, Bodenständigkeit, Volkstümlichkeit, wodurch allein eine Kunst auch aus andere Völker überzeugend wirkt. Haben wir das nicht erlebt am größten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts, an Richard Wagner? So lang er versuchte, von der damaligen Hauptstadt des Kunstbetriebes, von Paris aus die Welt zu erobern und sich zu dem Zwecke, soweit ihm das überhaupt möglich war, dem Pariser Geschmack anzupassen, ist er gescheitert. Erst nachdem er seiner Kunst das deutsche Volk erobert hatte, hat sich diese seine Kunst auch die Welt erobert! Und die ihr einst am schärfsten widerstrebt hatten, sind ihr heute am gründlichsten verfallen. Kunst ist schöpferische Tätigkeit. Aus dem vollen Verständnis für dieses ihr Wesen heraus hat Dr. Goebbels das andere Wort geprägt: Die Kunst gehorcht keinem Kommando. Schöpferische Tätigkeit muß frei sein, sie darf nicht gehemmt werden durch Druck von außen, der ihrem Wesen widerstrebt. Solch ein Druck aber wird schon dann ausgeübt, wenn die Erzeugnisse der Kunst gemessen werden mit Maßstäben, die einem fremden Volkstum entnommen sind. Nur aus völkischem Empfinden heraus kann ein eigenwüchsiges und bodenständiges Kunstwerk kritisch beurteilt werden! Auch unter diesem Gesichtspunkt also, dem des Kunstgenusses, ist die Anschauung abzulehnen, als sei die Kunst international. Ein Kunstwerk kann nur geschaffen werden aus dem Wesen eines Volkes heraus, und ein Kunstwerk kann nur gewürdigt werden von der festen Grundlage eines Volkstums aus. Wenn also der totale Staat die Kunst dazu anhält, sich dessen bewußt zu bleiben, so übt er keinen Zwang auf das Kunstschaffen aus, sondern macht es im Gegenteil erst frei. Frei von Einflüssen die dem Wesen wahrer Kunst zuwider sind und das gen des noch nicht geeinten Spaniens, steht, ist der A l k a z a r Anziehungspunkt für alle Fremden. Außer der Alhambra ist der Alkazar höchster Beweis für den damaligen Stand maurisch-arabischer Kultur. Es erübrigt sich, und es ist auch gar nicht möglich, den Eindruck wiederzugeben, den ein gründlicher Besuch dieses maurischen Palastes vermittelt. Hier haben sich die „Asiaten", denen wir Europäer soviel an Kulturgut verdanken, ein bleibendes Denkmal gesetzt. Macht sich der Euro- per von heute noch Gedanken, daß er arabische Zahlen benutzt? Wer denkt daran, daß ein gut Teil der Berührung mit der Antike durch Asiaten Europa vermittelt wurde, daß Grundlagen der Naturwissenschaft von ihnen Europa gelehrt wurden? Wer weiß heute noch, daß ein Teil auch des deutschen Sprachschatzes auf die arabische Sprache zurückgeht? Tausendjährige asiatische Herrschaft haben im kulturellen Sektor unseres Lebens ihre unauslöschlichen Spuren hinterlassen. Und in Sevilla ist es nicht allein der Alkazar, der einem ein Bild von der Höhe damaliger KulUrr vermittelt. Ebenso wie in Portugal bereits, findet man auf Schritt und Tritt Zeugen dieser Vergangenheit, wie ja überhaupt die Stadt des „Barbiers von Sevilla" eine Fundgrube für Historiker und Geschichtsphilosophen ist. Einst eine weltumspannende Geltung, ein welt- Anwesenheit soll denselben Wert besitzen wie eknS Steuerquittung in papierner Form. Uebriaens eine tückische Möglichkeit: wenn jemand einem Verwandten die Braut nicht gönnt, dann zahlt er einfach keine Steuern, und der andere ist die Braut los ... Schauspielerin Kanada. -ZujchauerinULA. (ku) Quebec. Die Grenzlinien auf dieser Erde haben schon manche Groteske geschaffen. Es gibt Dörfer, die unter zwei Ländern aufgeteilt sind, ja, es gibt auch in Europa Häuser, durch die die Grenzlinie mitten hindurch führt. Allmählich versucht die Menschheit, derartige Unsinnigkeiten aus der Welt zu schaffen. So tritt auch in Kürze in Quebec eine Im Stuttgarter Stadtteil Ostheim ist ein Denkmal für kinderreiche Mütter errichtet worden. Das Bildwerk ist eine Arbeit des Stuttgarter Bildhauers C a l w e r_ und stellt eine sitzende Mutter inmitten ihrer fünf Kinder dar. Ostheim ist der kinderreichste Stadtteil Stutt« garts. — (Weltbild-M.) Bei drei Pionieren europäischer Kolonialgeltung Eine beschauliche Reise zu den glücklichen Inseln. Bon unserem H. Er.-Sonderberichterstatter*. Pflichten nimmt, die ihm hieraus erwachsen. Aber auch ihm sind Grenzen gesetzt durch die harte Notwendigkeit, zunächst einmal das nackte Leben sicherzustellen und dann erst darauf zu denken, wie dieses Leben immer lebenswerter zu gestalten sei. Wir kommen also nicht darum: wir müssen die lebensfähige Synthese von Kun st und Geschäft Herstellen. Die Kunst, die nach Brot geht, muß in den Stand gesetzt werden, auch ihr Brot zu finden. Das ist kaum einer Kunst so schwer gemacht, wie der B ü h n e n k u n st, denn gerade sie hat neuerdings einen mächtigen Konkurrenten bekommen im Film. Filmkunst und Bühnenkunst — das ist ein ganz großes Kapitel für sich. Aber so wenig das Auto die Eisenbahn und so wenig das Flugschiff das Auto überflüssig gemacht hat, [o wenig wird der Film das Theater überflüssig machen. Darum bleibt die Ertragsfähigkeit des Theaters ein Problem, das gelöst werden muß. Und man braucht an seiner Lösbarkeit durchaus noch nicht zu verzweifeln, weil die Mißwirtschaft vieler Jahre nicht von einer Spielzeit zur anderen restlos überwunden werden kann. Wo eine so klare Einsicht in den Zusammenhang der Dinge und ein so fester Willen zur Bewältigung der lebenswichtigen Probleme vorhanden ist, wie beides aus der Rede des Ministers Goebbels spricht, da bleibt der Erfolg nicht aus! Man muß ihn nur nicht herbeizaubern, man muß ihn, wie jeden echten und dauerhaften Erfolg, erarbeiten wollen. Und Arbeit braucht nicht nur Einsicht und Willen, jede Arbeit braucht auch die ihrer besonderen Natur angemessene Zeit. Kunstschaffen nur beengen und hemmen — oder zur Zügellosigkeit verführen. Ist es aber erst dazu gekommen, dann hört die Kunst auf, „leidenschaftliche und ernste Herzensangelegenheit" zu sein. Sie wird sehr bald reine Ge- schäftssache, Sache eines politischen Zweckgeschäfts. „Die Kassen werden voll, und die- Herzen werden leer", so hat Dr. Goebbels diese Unerquicklichkeit treffend gekennzeichnet. Ein Jdealzustand ist das wahrlich nicht, schon weil er nur zu flüchtig-vorübergehender Natur ist. Aber, so wird man hinzufügen müssen, ein Jdealzustand ist auch der umgekehrte Fall nicht, wenn die Herzen voll — und die Kassen leer sind. So wie sich die Dinge nun einmal entwickelt haben, hat alles Kunstschaffen auch eine geschäftliche Seite. ■ Die Zeiten eines Mäzenatentums, das seinen Ehrgeiz darin suchte, hochstrebende Künstler vor der Not des grauen Alltages zu bewahren, sind vorbei. Im Altertum, im Mittelalter, in der Zeit der Renaissance, des Barock und des Rokoko war ein freudiges Kunstschaffen gar nicht denkbar ohne dieses Mäzenatentum. Und vergessen wir nicht: niemand vermag zu sagen, was aus Richard Wagners Kunstschaffen geworden wäre, wenn nicht im Augenblick abgründigster Verzweiflung König Ludwig II. dem Künstler die rettende Hand geboten hätte. Dergleichen klingt heute, im Zeichen der Weltwirtschaftskrise, wie ein Märchen aus uralten Tagen. Wo ist heute die Einzelpersönlichkeit, die sich ein großzügiges Mäzenatentum noch leisten kann? Dazu ist nur noch d i e Staatspersönlichkeit imstande, und wir alle wissen, wie ernst der totale Staat die weiter Handel. Die noch stehenden Gebäude der Jbero ° amerikanischen Ausstellung von 1929 legen beredtes Zeugnis für die riefen« große Einflußsphäre Spaniens ab. Was ist davon geblieben? Ein Kolonialbesitz in Marokko, der mehr Sorgen macht, als daß er nutzt. Ein schönes, rassiges und in seinem Aeußeren stolzes Volk, das aber in Parteien zerrissen ohnmächtig ist. Seit Sturz der Monarchie Unruhen, Revolutionen und Parteiherrschaft, die Spanien den Rest an Auf« baumöglichkeit nimmt Potugal ist in dieser Hin« sicht einen Schritt weiter. Sein Präsident hat, gestützt auf das Volk, den inneren Hader bezwun« gen, während Spanien von einer Krise in die an« dere stolpert. Ob das neue Kabinett Lerroux, in dem die katholische Gruppe von Gil Nobles einen maßgebenden Einfluß hat, zu einer Konsolidierung und inneren Befriedung führt, wird man abwarten müssen. Was Sevilla seinen Reiz gibt, ist die Tatsache, daß es spanisch geblieben ist ohne jegliche Kon« zession. Hier kann man noch die kleinen Häuser sehen mit den winzigen Balkons, den überaus reizvollen mit Pflanzen bestandenen Höfen, die durch ein schönes schmiedeeisernes Gitter nach außen abgeschlossen sind. Und, besonders im älte« sten Stadtviertel, alles berankt mit Blumen, fo daß die Häuschen wirken wie die Gebilde eines wunderschönen Märchens. III. Lehren der Geschichte (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Sevilla, Anfang Juni 1935. Europa hat sich von jeher für den Kern- und Ausgangspunkt der Weltgeschichte gehalten. Das Abendland als Beherrscher der Welt — ein Begriff, der bis zum Kriege ganz geläufig war. Nach dem Kriege allerdings schrieb man schon vom „Untergang des Abendlandes". Daß aber in der geschichtlichen Vergangenheit Asien rund ein volles Jahrtausend europäische Geschichte diktiert hat, davon hört man heute nur ungern, obwohl Anlaß genug vorläge. Eine „gelbe Gefahr" belächeln zu mögen, verlernt man schnell, wenn man japanische Dampfer und Waren überall trifft. Darum ist es auch auf einer beschaulichen Reise gut, Tatsachen aus Vergangenheit und Gegenwart auf sich wirken zu lassen. Und das wäre geeigneter dazu als Sevilla? Langsam und lebmig-gelb, dick wie Erbsensuppe wälzt sich der Guadalquivir zur Mün- düng. Die Ufer find flach: auf Schlick entstanden Weiden. Erst später treten an ihre Stelle Apfelsinen- und weiter vom Ufer abgelegen ausgedehnte Olivenkulturen. Nach mehrstündiger Fahrt ist Sevilla erreicht, und von weitem grüßt die riesige gotische Kathedrale. Sie ist eigentlich ein Denk- und Mahnmal spanischer Vergangenheit. Ueber einem we st gotischen Tempel —- erhalten ist heute noch ein Brunnen — erstand hie maurische Moschee, die wiederum, nach Verdrängung der Araber, der wunderschönen, gar nicht zu schildernden gotischen Kathedrale mit ihren Schätzen weichen mußte. Dazu Ueberrefte aus der Römerzeit in der Stadt. Nur einige Kilometer von Sevilla liegt ja auch der Geburtsort dreier römischer Kaiser! Römer — Westgoten — Araber — Spanier! Völker sind gekommen und vergangen — und haben sie nur ihre Denkmäler hinterlassen? Anlaß genug für gefchichtsphilosophische Betrachtungen! Neben der Kathedrale, in der der Sarkophag von Columbus, getragen von den damaligen vier Köm- ♦) Vgl. Gießener Anzeiger Nr. 137 vom 15. Juni. Solksluin, Kunst und Brot Bon Or. Paul Harms Anläßlich der zweiten Reichstheaterwoche in Hamburg hat Reichsminister Dr. Goebbels ein ebenso schönes wie tiefes Wort geprägt. Kunst — fo sagte er gleich zu Beginn seiner großen Rede — ist nichts anderes als der plastische Ausdruck eines Volkstums. In der Umwelt harter Tatsachen, die wjr als „die Wirklichkeit" bezeichnen, stellt ein Volk sich selbst dar in seinem Staat. Jedes Volk lebt aber nicht nur in dieser Welt der harten Tatsachen. Es lebt auch in einer Welt der Wunsch- t r ä u und der Sehnsucht, die man, im Gegensatz zu jener andern Welt, als unwirklich bezeichnen könnte, die man aber zutreffender als eine Wirklichkeit von anderer Seite bezeichnen wird. Denn für den künstlerischen Menschen ist ja diese tmbere Welt gerade d i e eigentliche Wirklichkeit, während ihm für die Welt der harten Tatsachen nur zu oft das Verständnis fehlt. Jedenfalls vermag Fein Volk, wenn es eine gewisse Kulturstufe erreicht hat, diese Welt der anderen Wirklichkeit, die Welt der Wunschträume und Sehnsüchte, zu entbehren. Es baut sich über dieser Welt der harten Tatsachen, in der es sich im Völkerkampf ums Dasein durchzusetzen hat, die Welt der anderen Wirklichkeit auf, in der es Menschen, Dinge und Geschehnisse gestaltet, nicht wie sie sind, sondern wie es möchte daß sie wären. Und weil das Volk in dieser Darstellung offenbart, worauf das tiefinnerste Sehnen seiner Seele gerichtet ist, so kann man mit Recht sagen, daß es in der Kunst fein eigen ft es Wesen, sein Volkstum plastisch darstellt. Rücksichten, die in der Welt der harten Tatsachen maßgeblich sind, die zu Anpassungen, Ausbiegungen und Verschleierungen zwingen, fallen in der Welt der Kunst fort. Hier gibt es keine Anpassung an besondere, einmalige ober bauernbe Umstände, keinen Opportunismus, wozu die Staatstunft sich nur zu oft gezwungen sieht. Die Kunst ist wahr, ober sie ist nicht die wahre Kunst. PROGRAMM -ERWEI Opel erweitert das Programm seines 6 Zylinder-Typs um 3 neue Karosserie-Modelle: • eine zweitürige Limousine für RM 3250.- • eine Cabriolet - Limousine für RM 3350.- • ein vierfenstriges Cabriolet für RM 4300.- TERUNG — 3 NEUE 6 Z Dieses umfassende 6 Zylinder-Programm - insgesamt 8 verschiedeneWagenformen - ermöglicht Ihnen jetzt die Auswahl desModelles,das allen Ihren besonderen Wünschen entspricht, mit den unerreichten Vorzügen des Opel „6": YLIN DER * MODELLEI • „Opel Synchron-Federung" • Geräumigen, von innen und außen zugänglichen Kofferraum • Tiefe Schwerpunktlage • Stoßfreie Lenkung, unabhängig von der Federung e Ungewöhnliche Geräumigkeit »Unerreichte Leistung« Opel 6 Zylinder 2 Cabriolel-Li- 'Z'ZRA mousine RM D DUxJ AB werk Opel 6 Zylinder 2 Liter 4-fenstriges Cabriolet (mit zugfreier Ent- x T2r\r\ lüfiung) RM 4ÖUU AB WERK Kommission zusammen, um die Grenzlinie zu berichtigen, die auf dem sogenannten Rock Island von Quebec mitten durch das Opernhaus führt. Wenn man nämlich heute ins Theater geht, dann befindet sich die Bühne der Haskel-Oper einwandfrei in Kanada. Die Zuschauer aber sitzen in USA., weil die Grenzlinie mitten durch das Haus geht. Das ist ein Bienenhaus! (th) Neuyork. Wo hätte man je gehört, daß aus einem einzigen Bienenhaus vier Tonnen besten Honigs geerntet würden? In Oklahoma steht in dem kleinen Orte Tonkogawa ein Einfamilienhaus, einen Stock hoch, auch heute noch bewohnt von vier Personen — und dem größten Bienenschwarm der Erde. Im Jahre 1911 setzten sich hier nämlich zwei Bienenschwärme auf einmal fest und wählten als Zufluchtsort einen Hohlraum, der zwischen dem Erdgeschoß und dem ersten Stock lag. Die beiden Bienenvölker freundeten sich wider Erwarten gut miteinander an. Sie begannen eifrig zu bauen und bauten schließlich nicht nur den Hohlraum voll mit ihren Waben, sondern setzten von dort aus ihre Bautätigkeit durch einen Luftschacht bis zum Dachgeschoß fort. Dann bauten sie auch das Dachgeschoß in einer abgeteilten Kammer vollkommen zu und trugen ihren Honig hierhin zusammen. Uebrigens wurden von den Einwohnern des Hauses bisher niemals jemand von den Bienen gestochen. Nicht einmal, wenn die Familie sich ihren Honig als „Tribut" abholte. Als man aber in jüngster Zeit das Haus ein wenig umbauen wollte, mußte man wohl oder übel einen Teil der Waben in der Dachkammer abernten. Bei dieser Gelegenheit ergab sich die schier endlose Honigfülle, die ohnegleichen in der Imkerei sein dürfte. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 23. Juni. 1. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Professor D. Bertram; 11: Kinderkirche für die Marküsgemeinde, Pfr. Becker. — Johanneskirche. 8.10: Militärgottesdienst; im Anschluß Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kmderkirche für die Lukasgemeinde, Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Mädchen der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. — Wiefeck. 9.30: Hauptgottesdienst, Kollekte; 10.45: Christenlehre. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst. — Atten Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre; 13; Kindergottesdienst, 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche konfirmierte Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Katechismuslehre. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst, Pfr. Koch; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn - Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre für die Konfirmierten — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Lich. 9.45: Stiftsdechant Kahn; 13: Kindergottesdienst. — Nieder-Bessingen. 8.30: Stiftsdechant Kahn. — Dettenhausen. 10: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst, Pfr. Hotz (Bil- lingen). — Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst, Kandidat der Theologie Uhrhan (Lich). — Trais-Wün- zenberg. 8.45: Gottesdienst; Kandidat der Theologie Uhrhan (Lich). — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst. — Harbach 10.30: Gottesdienst. — Deitsberg. 10: Gottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. Dienstag, 25. Juni. Kirtorf. 20 Uhr: Saal Becker: Heimatabendveranstaltung von Kindern der Zöcklerschen Anstalt in Stanislau. Neuapostolische Gemeinden, Gießen, Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, 23. Juni. 9,30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 25. Juni. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Baptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, 23. Juni. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, 27. Juni. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Prediger Lotz. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, 26. Juni. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Die Heilsarmee (Grabenstraße 11). Sonntag, 23. Juni. 10 Uhr: Kindergottesdienst; 20.15: Heilsversammlung. Mittwoch, 26. Juni. , 15 Uhr: Liebesbund für Kinder; 20.15: Heiligungsversammlung. Freitag, 28. Juni. 20.15 Uhr: Heimbund für Frauen. katholische Gemeinden. Samstag, 22. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 23. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 20 Uhr Segensandacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, 24. Juni. Laubach. 7.30: Messe. Oeffenttlcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leit* fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzllicher Sonntagsdienst. Arzt: Dr. Mehl; Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Haubach. Apotheke: Engel-Apotheke. Für Reise und Sport Nach langem, schwerem Leiden entschlief gestern mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Dr. med. Alexander Büchner preiswert vom In tiefer Trauer: Anna Büchner und Familie Gießen, den 22. Juni 1935. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 24 Juni, um 31/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 3665 A 3714 D Am 21. Juni 1935 starb nach langem, schwerem Leiden unser all verehrter Kollege Herr Dr. med. Alexander Büchner Willy Lehrmund Erika Klein. Wir werden seiner stets gedenken. 2673 3715 D Der Vorstand. 371ßD Gießen, den 22. Juni 1935. Grüna i. S (Villa Charlotte), den 19. Juni 1935. 3683 D 3716 D 02679 371QD 3704 D 'TEXTILHAUS HAUS DER GUTEN JUALITA’TEN In langjähriger Arbeit als Vorsitzender des Wirtschaftlichen Verbands der Ärzte für die Provinz Oberhessen e.V. hatte er es verstanden, in vorbildlicher Weise die Belange der oberhessischen Ärzteschaft zu vertreten und sich die Hochachtung der Kollegenschaft zu erwerben. Unterfertigter CC bedauert tief das Ableben seines lieben alten Herrn Der CC der Hassia. Böhmig Bavariae-Würzburg, Hassiae (XXX) x. Vornehm I Geschmackvoll i Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Statt Karten! Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes sowie für die Kranzspenden sagt herzlichsten Dank Gießen (Kaiserallee 52), Berlin Neukölln, New Jersey (Amerika), Wie- seck, den 21. Juni 1935. Die Beerdigung findet Montag, den 24. Juni, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In stiller Trauer.- Wilhelm Spies und Familie Brugg (Schweiz) Else Engel, geb. Spies und Familie Chemnitz, Neefestraße 26 Fritz Spies Münster-Westfalen, A.L. Schlageterstr. 12. Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 21. Juni 1935. Das schöne Kleid Die fesche Bluse Den passenden Rock im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Semmler, geb. Schneider. Gießen, den 22. Juni 1935. Im Namen der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands und des Wirtsch. Verbands der Ärzte für die Provinz Oberhessen, e.V. Dr. Kranz. Die Einäscherung unserer lieben Entschlafenen findet in Chemnitz in aller Stille statt. Statt Karten Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie die vielen Kranzspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Marie Petri und Kinder Gießen, den 22. Juni 1935. ■emo f. Dieselmotors, sämtliche Typen am Caner [ sosoD E.Altboff, Horst-Wessel- Wall 31. Sägemehl mm Räuchern sowie Abfallholz abzugeben. 3639d WellhöJer Marburg. Str.24 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn Daniel Erb sagen wir auf diesem Wege allen unseren aufrichtigsten Dank. Dr. med. Alex Büchner Oberstabsarzt d. R. a. D. rez. 1889 (x X, XX) Rhenaniae-Bonn (XXX) Am Mittwochnachmittag ist unsere Hebe treusorgende Mutter, Großmutter und Schwester Amalie Spies, geb. Fortmüller in ihrer neuen Heimat, kurz vor ihrem 79. Geburtstag, infolge eines Schlaganfalles sanft entschlafen. Illlllllllllllllllllllllllllll WlSkNIW NM- NIMM in retchbebtlderten, leichtverstLndl. Werken und in verschiede, nen Preislagen bieten unsere Verlagserzeug» nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehen« und damit durch er. weitertes Wissen er. höhteFreudeanden vielfältigen Schön, heilen der Natur. Verlangen Sie Prospekte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher* fiugo Benn ü Wc Benag BeriiHiiNeileiöe Illlllllllllllllllllllllllllll 1869 Altersvereinignng 1919 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Heinrich Lehrmund geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung fin det am Montag, dem 24. Juni, statt. Wir bitten um zahl reiche Beteiligung. MW Gewichte aller 'Art, s 02674 fifltlSMt Nevaraturen Löberstrake 19. Todesanzeige Heute entschlief nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Lehrmund im Alter von 66 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Eva Lehrmund, geb. Hamm Adam Klein und Frau Anna, geb. Lehrmund Samstag, 22. Zuni 1955 M.M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) <1 und Am Nahrungsberg wird ein dreistöckiges Einzel- beginnt der Erstdruck eines Megerromans von ErnstGrau unter dem Titel tVottenwandevee ! J und i 1 / Neubeziehern des Gießener Anzeigers für den Monat Juli bietet sich die günstige Gelegenheit, diese gepflegte Heimatzeitung nebst ihren wertvollen Beilagen während der letzten Iuniwoche kostenlos zu erhalten. In der nächsten Ausgabe der wahlfreien Samstagsbeilage DieOMsivierte des Gießener Änretsevs ____ Schulgruppen-Obleute sowie der Kassenwarte statt. Die Meldungen zum nächsten Schulungslager in Mainz (7. bis 20. Juli) müssen sofort an die Geschäftsstelle des NSLB. in Gießen, Plockstr. 9, Amstausstellmg mSad-Aauheim Oberhessische und Frankfurter Künstler im Kurhaus. In einem Erdgeschoß-Saal des Bad-Nauheimer Kurhauses wurde gestern nachmittag eine Aus. stelluna von Werken oberhesnscher und Frankfurter Künstler eröffnet, die von der RS.-Kulturgerneinde Gau Hessen-Nassau, Abteilung Bildende Kunst, veranstaltet wird. Der Kreisobmann des Kreises Friedberg, Studien rat Weckerling, hieß vor allem die Vertreter der Partei, Finanzrat Dr. Diehl vom Hessischen Staatsbad und die Presse herzlich willkommen; er hoffe, daß von der Ausstellung reiche Anregungen ausgehen werden. Finanzrat Dr. Diehl übernahm hierauf die Ausstellung namens der Kurverwaltung und des Hessischen Staatsbades in seine Obhut. Der Gauobmann der NS.-Kulturgememde, Pg. Ramms, richtete Dankesworte an die Kurverwaltung und an die ausstellenden Künstler. Die bildende Kunst sei einer der Grundpfeiler des kulturellen Aufbaues. Für die NS.-Kulturgemeinde gebe es nur eine konzeffionslose Ablehnung der zersetzenden Kunst früherer Jahre. Das volkbildende Element der völkischen Kunst und ihre weltanschauliche Basis seien wichtiger als alle Stilfragen. Die Kuns müsse, in Blut und Boden wurzelnd, den Weg zum Volke wieder finden; gedenken wir dessen, Ar uns diesen Weg gewiesen hat. M.t einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die Ansprache beschlossen und die Ausstellung eröffnet. Kurz zuvor hatte bereits eine Presse-Besichtigung stattgefunden; der Gaupressereferent ber ^Äu ; turgemeinde, Schroder, hatte in fuweni Begru kiumsworten auf die grundsätzliche Bedeutung der Ausstellung hingewiesen; Kunstmaler E n gel- Hard und seine Mitarbeiter hatten eine erste Führung durch den Raum übernommen. ' Die Ausstellung umfaßt Arbeiten von Frankfurter und oberhessischen Mitgliedern der kammer der bildenden Künste, und zwar Maler«, Plastik und Graphik. Unter den Oberhessen fm den wir tast lauter gute Bekannte, eine ganze Reihe von Werken, die in früheren des Oberhessischen Kunstvereins zu sehen- warm Da ist z. B. Karl L e n z mit einem charaktervollen Bauernkopf und vor allem mit der drall in Der prallen Sonne auf ihrem Felde stehenden Bauer frau. Von Will finden wir eine Reihe markanter Porträtköpfe, die wir z. T. ebenfalls bereits aus Gießen kennen. Frau Lenz ist mit einigen anmutig erschlossenen Landschaften, der Gießener Hagenauer mit einem noblen Frauenportrat in hellem Gelb, Lotte Droese mit einer farbig sehr delikaten Gruppe von Aepfeln und Tomaten vertreten. H. E. K l e i n e s beschwingte und graziöse Linienführung lernten Mr hier bereits schätzen. Von Klip st ein ist eine schöne und charakteristische Sammlung graphischer Blätter zur Stelle: Architekturstücke, Tierbilder, zum Teil Mit guten Sprüchen verziert; das liebliche Farbenblatt vom Sankt Franziskus nicht zu vergessen. Neben den liebevoll ausgearbeiteten Blumenstücken von Margret Kranz finden wir die witzigen Genre-Szenen von G e i l f u s. Gute Bilder sahen wir ferner von Viehmann und Schneider, von Mager, Maus und Kutscher. Zwei ausgezeichnete Holzplastiken von B o u r c a r d e: die feine und beseelte Gruppe des sitzenden Paares und die im Ausdruck sehr konzentrierte Porträtbüste Frau K. ♦ Mit einem stattlichen Aufgebot sind auch die Frankfurter Künstler vertreten. Einen Ehrenplatz nimmt unter ihren Arbeiten die vom Reichshand- werksmeister angekaufte wuchtige Führer-Buste von Emil Hub ein. Wir nennen ferner, um bei der Plastik zu bleiben, die elegante Antilope von C. Wagner. Dann, bei den Malern, Emil Beith an mit seinen prachtvollen Hessenköpfen die man in ihrer Natürlichkeit und Bodenständigkeit gut neben die Bilder von Lenz rücken kann. Von R Werner, dem Senior der Frankfurter, sehen wir eine schöne schlichte Gruppe: Mutter und Kind. Starkfarbiqe, leuchtende Blumenstucke von Lipp- mann und (Elfe Suttjmer ein frisches, farbig und räumlich gelockertes Strandbild von Elfi arz. Einige gute Kinderbilder — stilistisch stark voneinander abgesetzt — von Lincke, Henke und F Simon fielen uns besonders auf. Wir nennen noch eine Rüdesheimer Landschaft von En- aelbard die „Weisen aus dem Morgenlande von Poppe, eine farbige Figurengruppe von Christiani, den „Regenbogen von A. Bode und ein apartes Stilleben von I. Happ. Die Ausstellung erfreute sich gleich am ersten Tage eines guten Besuches und durfte m diesen Jubiläumstagen des hundertjährigen Staatsbades seine Anziehungskraft bewahren. — r Abenteuerliche Weltreise vor dreihundert Jahren. Eine der interessantesten Reisebeschreibungen aus alter Zeit, die kulturgeschichtliche Bedeutung besitzt und durch die naive Erzahlungskunst des Verfassers sicb auszeichnet, ist „Der ausführliche Bericht Der eltsamen Abenteuer und peinvollen Wanderfahrten auf lanaen neunzehnjährigen Reisen von Schott land nach den berühmtesten Königreichen m Europa, 2Ifien und Afrika", die der Schotte William Lithgow geschrieben hat. Lithgow hat feine Reise im ^abre 1609 angetreten; er hatte zehn Monate i der Hauptstadt Heinrichs IV. gelebt war f h sortzukommen, denn sie war '?m N^t von Schm (en, ein aufrührerischer Ort, eine nächtliche Diebes mittelbar gegenüber, an der Ecke Gnauthstraße und Goethestratze, werden zwei dreistöckige Einzelwohnhäuser errichtet mit insgesamt sechs (Vier- bzw. Diereinhalb-Zimmer-) Wohnungen. Neben dem Bau dieser Wohnungen wird auch der Kleinwohnungsbau betrieben. Man denkt dabei an Zwei-, Zweieinhalb- und Drei-Zimmer-Woh- nungen. An der Ecke Schiffenberger Weg und Heegstrauchweg, auf der linken Straßenseite und unmittelbar hinter den schon bestehenden Wohnhäusern am Schiffenberger Weg, werden Häuser gebaut, die insgesamt etwa zwanzig kleinere Wohnungen bergen werden. Ferner ist beabsichtigt, am Schwarzlachweg, und zwar auf dem Gelände zwischen der Ederstraße und dem Asterwea, ein sog. Drillingshaus mit insgesamt neun Wohnungen und zwei dreistöckige Doppelwohnhäuser mit zwölf Wohnungen zu bauen. Mit der architektonischen Gestaltung sind bisher die Architekten Gustav Hamann, Conrad Schuhmacher und Ernst Schmidt betraut worden. Nach den bereits vorliegenden Plänen, die einen Eindruck von den zukünftigen Wohnhausneubauten geben, werden die Häuser in einfachen und zweckentsprechenden Formen von angenehmen Maßen gehalten fein. Mit der Inangriffnahme der Arbeiten wird voraussichtlich schon in den nächsten Tagen begonnen werden._____________ tm ersten Jahre vergessen. So kam es, daß dieses Bäumchen halb mit Heckenröschen und halb mit gefüllten blutroten Rosen geschmückt war. An einem Sonntagmorgen habe ich lange vor diesem Blütenwunder gestanden und den Duft der beiden Rosenarten eingeatmet. So haben die Menschen ihre Lieblinge, die Rosen, in ihren Schutz genommen. Mr leben mit den Blumen, wir stellen sie in die Sonne, wir geben ihnen Wärme im kalten Winter, wir decken sie mit Tannenreisig zu, daß sie uns im nächsten Jahre wieder erblühen. Wir hegen und pflegen sie, um immer schönere Farben und Formen neu zu erwecken und tun damit unbewußt unsere heilige Pflicht, recht viel Schönes auf dieser Erde zu schaffen. Denn die Blumen sind der Menschheit gemeinsames Gut. Sie sind uns geschenkt von der Natur, damit wir uns daran erfreuen und glücklich werden. Alle guten Menschen lieben die Rosen, weil sie besänftigen, versöhnen und trösten. M. C. Aus parteiamtlichenBekanutmachuugen Zehn Gebote für Polizeibeamte. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat zehn Grundsätze aufgestellt, die die wichtigsten Pflichten des Polizeiberufs Herausstellen: 1. Halte Deinen Eid in voller Treue und ganzes Hingabe an Führer, Volk und Vaterland. 2. Die außerordentlichen Vollmachten, Dir als dem sichtbarsten Träger der Staatsgewalt gegeben, sind keine Vorrechte, sondern Pflichten, erfülle sie vorbildlich als Diener Deines Volkes. 3. Sei aufmerksam und verschwiegen in dienstlichen Dingen, mutig und selbstbewußt, aber gerecht, rücksichtslos im Kampf gegen alle Feinde des Volkes und des Staates. 4. Handele so gegen andere, wie Du an ihrer Stelle behandelt zu werden wünschest. 5. Sei wahr, schlicht und genügsam. Lügen.sind gemein; Geschenke verpflichten; Genußsucht ist unwürdig. 6. Hilf dem, der Deiner Hilfe bedarf. 7. Vernachlässige nicht den äußeren Menschen. Er ist das Spiegelbild des inneren. 8. Sei gehorsam Deinen Vorgesetzten, ein Vorbild Deinen Untergebenen, halte Manneszucht und pflege Kameradschaft. 9. Du bist als Träger einer Waffe der größten Ehre des deutschen Mannes teilhaftig, fei dessen stets eingedenk. 10. Schule Dich und arbeite an Dir. Wer viel leistet, wird anerkannt. Anerkennung sei Dein höchster Stolz. Diese Grundsätze, die der Polizei ständig Richtschnur und Leitgedanke im und außer Dienst sein sollen, sollen immer wieder zum Gegenstand der Schulung sämtlicher Polizeiangehöriger gemacht werden. Der Minister hat die Erwartung ausgesprochen, daß jeder Angehörige der Polizei sie sich genau einprägt, mit ihrem Sinn vertraut macht und nach ihnen lebt und handelt. Umsahsteuerpflicht von Vereinen. Die nach dem alten Umsatzsteuergesetz steuerbefreiten gemeinnützigen und wohltätigen Vereine, Anstalten und Stiftungen find nach dem Umsatzsteuergesetz von 1934 nicht mehr steuerfrei. Die Um- satzsteuerpflicht der Vereine erstreckt sich auf die Entgelte für Lieferungen und sonstige Leistungen, die der Verein ausführt. Hierzu gehören vor allen Dingen die Einnahmen aus dem Betrieb von Erfrischungsräumen, aus Reparaturwerkstätten, aus Eintrittsgeldern bei Vereinsveranstaltungen, Programmverkauf, Inseraten in der Vereinszeitung, Verkäufen von Vereinsnadeln usw. Es ist hierbei ohne Belang, ob bei diesen Geschäften die Absicht der Gewinnermittelung vorliegt oder ob sogar die entsprechenden Vorgänge Verlustgeschäfte darstellen. Die Vereinsbeiträge sind grundsätzlich nicht steuerpflichtig. Anders ist es, wenn die Vereinsbeiträge aus dem Grunde gestaffelt find, weil einzelnen Mitgliedern besondere Leistungen gewährt werden. Steuerfrei sind ferner Schenkungen, Zuschüsse und Spenden, die der Verein von dritter Seit erhält. Sofern die Umsatzsteuer 20 Mark jährlich nicht übersteigt, wird sie nicht erhoben. Gastspiel Gustav Jakoby im Gtadttheater. Aus dem Stadttheaierbüro wird uns geschrieben: Als erstes Gastspiel der Sommerspielzeit startet am Dienstag, 25. Juni, Deutschlands großer Humorist Gustav I a k o b y im Stadttheater Gießen mit einem Vortragsprogramm, dessen Titel „Zwei Stunden Lachen mit Gustav Jakoby" lautet. Es sind nicht mehr viele Menschen, die nicht wissen, wer Jakoby ist. Gustav Jakoby ist der Freuden- bringer und Sorgenbrecher, der mit feiner heiteren, frohen Laune, mit feinem herrlichen Humor einen Abend herzlichster Fröhlichkeit schenken wird. Der weit ich meine Freiheit für seine Befreiung aufs Spiel setzen sollte. Dann ersuchte ich ihn, früh am nächsten Morgen an Land zu kommen. Inzwischen ging ich zu einer alten, befreundeten Griechin, einer Wäscherin, und als ich ihr den ganzen Handel erzählt hatte, gab sie mir bereitwillig ein altes Kleid und einen schwarzen Schleier zu seiner Verkleidung. Die Zeit kam, wir trafen uns. Nun war es schwer, den Wärter abzuschütteln, aber ich lud ihn zum Weine ein, und schließlich überfiel der Schlaf feine Sinne. Darauf leitete ich meinen Freund zu der verabredeten Stelle, entledigte ihn seiner Fesseln, kleidete ihn in ein Frauengewand und schickte ihn, von der Griechin geleitet, mir voraus. Als sie die Wachen und das Tor sicher hinter sich hatten, folgte ich mit seinen Kleidern. An einem Olioenfeld näherte ich mich ihnen, die andere kehrte zurück, wir kreuzten schnell das Sudatal, er wechselte wieder die Kleidung, und ich zeigte ihm den Weg über die Berge zu einem griechischen Kloster auf der Südseite des Landes, das allgemein das Kloster der Zuflucht genannt wurde." Die Offiziere der Galeere suchten nach dem Franzosen, und Lithgow mußte selbst in ein Asyl flüchten. Der junge Mann kam sicher nach Frank- reich, und drei Jahre später traf sein Vater Den Schotten bei Montpellier, und „voller Freude bet meinem Anblick bewirtete er mich acht Tage, und belohnte mich reichlich mit spanischen Pistolen . In Kreta war Lithgow wieder vom Dolch eines englischen Renegaten bedroht, der, weil sein älterer Bruder in Schottland getötet worden war. Den ersten Schotten, den er treffen würde, ermorden wollte. Aber überall entging der Reisende mit genauer Not Mördern und Räubern. Ein seltsames Rezept. Ein Rezept, wie es wohl kein anderer Arzt je wieder verschrieben hat, soll von dem Leibarzt Ludwigs XV., Michel Philippe Bouoard, ausgestellt worden sein, der den Ruf eines großen Menschenfreundes und Wohltäters genoß. Bouoard behan- beite einst einen rechtschaffenen Kaufmann, der durch Schicksalsschläge unverschuldet in schwierige Vermögensoerhältnisse geraten war. Der Arzt hatte bald entdeckt, daß der Kummer über diese Not- läge die wahre Ursache aller Leiden seines Patten- ten war und daß er nur wieder gesunden könne, wenn er dieser Sorgen enthoben werden würde. „Hier ist mein Rezept", sagte Bouvard zu dem Kranken, während er ihm einen verschlossenen Briefumschlag übergab. „Wenden Sie es Jo fort an ober ich werde niemals wiederkommen." Als der Arzt gegangen war, öffnete der Kaufmann den Umschlag und fand darin zu seiner freudigen Ueberraschung eine Anweisung von 30 000 Livres auf Bouvards Bankier. Er nahm das großmütige Geschenk an und war bald wieder ein kerngesunder Mensch. Aus der Provinzialhauptstadt. Rosen. Ich glaube, daß ich als Kind einmal in einem alten, zerlesenen Buche die Fabel vom Streit der Blumen gelesen habe. Es erschienen darin gar viele Gartenblumen, und jede pries ihre Vorzüge und ihre Reize, jede wollte die schönste sein. Als aber Dann Die Sonne Durch Die Morgenwolken brach imD an Dem kleinen Bäumchen Die erste Rosenknospe sich öffnete, Da waren alle still unD schwiegen beschämt. Sie fühlten unD wußten: Hier ist Die Königin Der Blumen. Hier sind Schönheit und Duft in solcher Vollendung, daß unser Streit und unsere Eifersucht hinfällig werden. Das war ungefähr Der Inhalt Dieser Fabel. Ich habe sie nicht vergessen, und jeDes Jahr, wenn die ersten Rosen in meinem Garten erblühen, denke ich Daran. UnD hat Diese einfache unD Doch so wahre Fabel nicht recht? Es ist so, als ob die Natur ihre ganze Liebe, ihren ganzen Duft für die Herrlichkeit der Rosen aufbewahrt hätte. Vom Tau benetzt, umflutet vom Sonnenglanz, strömt der herrliche Wohlgeruch der eben erblühten Rose in Die kühle Morgenluft. UnenDlich viele Arten unD Formen, in allen Farben unD Abtönungen hat Der Mensch die Rosen aus dem einfachen Heckenröschen gezüchtet. Er nahm sie in seine Hut und gab ihnen seine Liebe. Wir sehen Die Rosenliebhaber, wie sie in ihrem Garten, in ihrem Gewächshaus stehen, mit dem Pinsel sorgfältig Den Blütenstaub ausgesuchter Sorten übertragen und Dann Die Blüten mit weichen, Durchsichtigen Säckchen zubinden. Nun warten und hoffen sie. Und wieviele Hoffnungen gehen dabei zugrunde! • Aber eines Tages erscheint dann doch eine neue Farbe, eine neue schone Form. Das sind dann Freuden für Den Züchter, wie sie nur Der erleben kann. Der mit größter Liebe unD nie erlahmenDer Sorgfalt seine Lieblinge betreut. Und das ist des Züchters höchstes Glück: Vor Den Rosen zu stehen und ihren Duft einzuatmen, zu sehen, wie sie in ihren Farben glühen, leise den Kelch neigen und sich in voller Schönheit entfalten. Und wie leicht ist es, sich die schönsten Rosen im eigenen Garten heranzuziehen. Da wachsen im Walde, an Abhängen, an Rainen und auf Wüstungen die Heckenrosen. Unzählige Triebe schießen aus der Erde hervor. Wir brauchen sie nur auszuheben, in unseren Garten zu pflanzen, und bann können wir die schönsten Rosenbäumchen haben. Wir holen uns beim Nachbarn Die Knospen von seinen schönsten EDelrosen und setzen diese „Augen" unter die Rinde des Wildlings. Schon im nächsten Jahre haben wir auch veredelte Rosen. Wer's nicht kann, der wende sich an seinen Freund! Aber wenn wir es selber machen, Dann ist Die FreuDe doch um so größer. Jedesmal, wenn aus einer solchen Edelknospe ein Reis emporschießt und die schönsten Rosen bringt, muß man von neuem staunen. Es bleibt ein Wunder, ein Geheimnis der/ Natur! Da steht der Wildling, die Wurzeln bringen aus der Erde den Nährstoff für Blätter, Knospen und Blüten. Und siehe! An dem einen Ast entfalten sich schmale grüne Blättchen und einfach blühende — freilich nicht minder schöne — Heckenrosen, und daneben werden Die Blätter breiter, dunkler und glanzender, die Knospen aber viel, viel dicker, und beim Entfalten sehen wir eine herrliche, goldgelbe Rose, der der süßeste Duft entströmt. Ist das kein Wunder, kein Geheimnis? Vor einigen Jahren geschah Das in meinem ©arten. Der Sturm hatte bei einem Rosenbaum- chen Die eine Seite abgerissen und aus Dem wilden Stämmchen sproßten nun neue Aeste hervor Ich ließ sie stehen und wollte sie im Laufe Des Sommers veredeln. Im Drange der Arbeit wurde es gerichtet werden. Im NSLB. Kreis Schotten wird am kommenden Mittwoch anschließend an die amtliche Kreislehrerkonferenz eine Kreisversammlung mit der Wanderausstellung „Schülerarbeiten für Winterhilfswerk" im Singsaal der Turnhalle zu Schot- t e n stattfinden. NS.-Lehrerbund, Gießen. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Deutsch am Mittwoch, 26. Juni, 16 Uhr, pünktlich, im Lehrerzimmer der Schillerschule. („Ausgestaltung der Feier".) Der Rotkreuztag in Gießen. Anläßlich des Rotkreuztages findet heute in Gießen um 17 Uhr Kranzniederlegung an dem Gefallenendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz statt. Um 17.15 Uhr wird sich die feierliche Veranstaltung vor dem Depot der Freiwilligen Sam- tätskolonne am Kanzleiberg anschließen. Hierauf wird bis 18 Uhr ein Platzkonzert auf Dem Lcmdgraf- Philipp-Platz gegeben._______________________ höhle". In Italien begannen seine ersten Abenteuer. In Rom entging er der Inquisition nur durch das Eingreifen eines Landsmannes, der ihn Drei Tage lang in feines Herrn Palast verbarg. Als Lithgow an Den Stufen von San Marco in Venedig landete, bemerkte er auf der Piazza einen starken Rauch und sah viele Leute umherstehen; als er nach der Ursache fragte, antwortete ihm ein höflicher Venezianer, ein Mönch würde soeben wegen böser Taten lebendig verbrannt. Der Schotte findet das alles gräßlich und abstoßend; aber von Venedig selbst bemerkt er, daß diese „unvergleichliche Wohnstätte das einzigartige Vorbild aller Städte der Welt ist". Nicht lange danach wurde das Schiff von einer türkischen Galeere verfolgt, und das „störende und schreckliche Gespenst der Sklaverei" stand ihm vor Augen. Er ermutigte jedoch den furchtsamen Kapitän und Die Reisenden zum Kampfe, und mit Hilfe eines „unwiderstehlichen Sturmes" entgingen sie dem Verderben, Lithgow mit einer kleinen Schußwunde im rechten Arm. Sein nächstes Abenteuer hatte er auf Kreta, wo ihn an einem einsamen Orte drei griechische Renegados und ein italienischer Bandit bedrängten. Sie schlugen ihn nieder, beraubten ihn seiner Kleider und bedrohten sein Leben. „Endlich bemerkte der Italiener, daß ich ein Fremder war und nicht kretisch sprechen konnte und fragte mich daher in seiner Sprache nach Geld, worauf ich antwortete, ich hätte nicht mehr als er sähe, nämlich dreißig Bagantinen, Er aber glaubte diesen Worten nicht, durchsuchte alle meine Kleider und fand dabei Empfehlungsbriefe von verschiedenen Fürsten der Christenheit, u. a. vom Dogen von Venedig, dessen Untertanen sie waren. Das erregte sein Mitgefühl, er bat Die Drei anderen Diebe inständigst, mir das Leben zu schenken. Nach langen Beratungen gaben sie mir meine Pilgerkleider und Briefe wieder, behielten aber mein blaues Gewand und die Bagantinen. Zu meiner Sicherheit erhielt ich noch ein gestempeltes Stück Ton, das ich ihren Kameraden zeigen sollte, wenn ich fte treffen wurde; denn sie waren etwa zwanzig verbündete Schur- ken Die an diesem öden Wege im Hinterhalt lagen. Der schlaue Schotte mied aber die Schurken und lag bis zum Morgen in „einer schattigen Hohle am Meere". Vierzehn Tage später rettete er einen jungen französischen Edelmann, der bei seinem Besuch m Venedig einen adeligen jungen Venettaner getote hatte und lebenslänglich zu der Galeere verurteilt war Da die Galeeren hier sechs Tage lagen, erhielt er vom Kapitän die Erlaubnis, mit einem Wärter an Land zu kommen, mit einem eisernen Bolzen am Bein. Wir wurden bekannt; er beklagte sich schwer über sein Schicksal und erzählte, rote er, w/il er Protestant war, auf der Galeere mißhandelt würde. Ernsthaft dachte ich über seine Not nach und überlegte, wie er entfliehen tonne und wie Umfangreiche Wohnhaus-Neubauten in Gießen. Das Bild unserer Stadt wird in nächster Zeit insbesondere in einigen Randgebieten durch die Errichtung einer Reihe von Wohnhäusern wesentliche Veränderungen erfahren. Die Initiative zu diesen Wohnungsbauvorhaben, die der Wohnungsnot in unserer Stadt abhelfen sollen, wird von der Firma Abermann getragen, wobei für die Finanzierung auch öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Gebaut werden insgesamt 63 Wohnungen. Es handelt sich um Zwei-, Zweieinhalb-, Drei-, Vier- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen. Das Bauprogramm sieht im einzelnen folgende Wohnhausbauten vor: An der Ecke Schiffenberger Weg und Erdkauterweg, im Zuge des Schiffenberger Weges, werden zwei dreistöckige Doppelhäuser, ferner ein dreistöckiges Einzelwohnhaus gebaut, insgesamt an dieser Stelle 15 Wohnungen. Es handelt sich dabei um Vier- bzw. Viereinhalb- Zimmer-Wohnungen. An der Ecke Bismarckstraße Im NSLB. Kreis Gießen findet am und Am Nahrungsberg wird ein dreistöckiges Einzelkommenden Mittwoch um 15 Uhr in der Goethe- wohnhaus gebaut, das drei Wohnungen zu je chule zu Gießen eine Besprechung der Bezirks-' vier bis viereinhalb Zimmern enthalten wird. Un- Meister des Humors, der mit seinen Witzen, Satiren, Schnurren und Scherzen, mit seinen fröhlichen Liedern vom Rhein und Wein und seiner tollen Revue der Dialekte aus dem Alltag hinausführt und hinein in das Land heiterster Freude. Der glänzende Dortragsmeifter und kultivierte Sprecher! Er gastierte in fast 300 Städten des In- und Auslandes, ist der Erfolg der großen Staafc» und Stadttheater steter Gast der führenden deutschen Varietes und fast noch bekannter als Mitarbeiter aller deutscher Reichssender. Man beachte die heutige Anzeige. Aenderung der Arztschilder DRD. Auf Anordnung der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands tritt ab 1. Juli d. I. eine Aenderuna der Ärztschilder ein. In Zukunft werden auf den Arztschildern außer Name und Sprechzeiten in der Regel nur noch die Bezeichnungen „Praktischer Arzt" oder „Facharzt für ..." zu finden sein, wobei die Facharztbezeichnung sich lediglich auf eine's der 14 zugelassenen Sonderfächer beziehen darf. Diese Regelung ist getroffen worden, um die Vereinheitlichung der ärztlichen Ankündigung zu erreichen, wie sie den Belangen der Bevölkerung und des Aerztestandes entspricht. Mit ihr geht im all- aemeinen keine Einschränkung des bisherigen Tätigkeitsbereiches der betreffenden Aerzte einher, so daß die ärztliche Versorgung der Bevölkerung in der bisherigen Weise gewährleistet bleibt. Silber vom Handwerk Um gutes Anschauungsmaterial über das Handwerk zu bekommen, veranstaltet der Reichsstand des deutschen Handwerks zusammen mit der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk einen Lichtbilderwettbewerb, an dem sich alle Volksgenossen beteiligen können. Gefordert werden bisher unveröffentlichte Bilder des Handwerks an der Arbeit, die in lebendiger, packender Darstellung jeden Beschauer die Bedeutung und Notwendigkeit des Handwerks vor Augen führen. Bilder von der Romantik des Handwerks sind nicht ausgeschlossen, vor allem soll aber das moderne, technisch fortgeschrittene Handwerk gezeigt werden. Es sind 34 Preise von insgesamt 1200 Mark ausgesetzt. Gute Photos werden gesucht. Bauer und Leibesübungen. Wie die Landesbauernschaft Hessen mitteilt, hat Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister D a r r 6 verfügt, daß die dem Reichsnährstand von der braunschweigischen Regierung zur Verfügung gestellte Burg Neuhaus als Reichssportschule des Reichsnährstandes zur Ertüchtigung der bäuerlichen Jugend Deutschlands dienen soll. In sechs- bis achtwöchigen Kursen werden dort die Teilnehmer körperlich und geistig gestählt. Unter anderem werden zu diesem Zweck Photos zu dem Thema „Bauer und Leibesübungen" gesucht, die den Bauer bei der Arbeit, bei Spiel und Tanz, beim Sport oder traditionelle bäuerliche Fest, spiele zeigen. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau ruft daher alle Lichtbildner, Bildstellen und Photographen zur Mitarbeit auf. : Vie deutsche Arbeitsfront 7 t N.9.-0emeinschaft,Äfiraft durch freute; Rheinfahrt auf den 14. Juli verschoben. Wegen des in Koblenz stattfindenden Gauparteitages des Gaues Koblenz hat uns die Reichsbahn in letzter Stunde den von uns beabsichtigten Zug nach dem Rhein nicht genehmigt. Unsere Rheinfahrt wird deshalb verschoben auf Sonntag, den 14. Juli. Tanzgastspiel Hannah Spohr und Tanzgruppe Lotte Wüller. Der Beginn des Tanzfestspieles am Sonntag, 23. Juni, ist von 7 Uhr auf 8 Uhr verlegt worden. Alle Freunde dieser beschwingten, überall Freude bringenden Kunst sollten sich diesen Tanzabend ansehen. Hannah Spohr, längst in Gießen keine Unbekannte mehr, und die Tanzgruppe Lotte Müller, Frankfurt, bildeten den Kern der Tanz- estspiele, die im Januar d. I. von der NS.-Gemein- chaft „Kraft durch Freude" vor fast 4000 Zu- chauern im Hippodrom zu Frankfurt aufgeführt wurden. Preise der Plätze: 60 Pf. bis 1,50 Mark. Karten im Vorverkauf: Geschäftsstelle der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, bei sämtlichen KdF.-Warten, bei Ernst Challier und im Schokoladenhaus Huntemann. Am 14. Juli findet durch die Ortsgruppe Klein-Linden eine Fahrt in den Taunus statt. Die Fahrt kostet einschl. eines guten und reichlichen Mittagessens 4 Mark. Anmeldungen bis zum 26. Juni bei dem Ortswart und den Blockwaltern der DAF. Einweihung des Schwimmbades in Elimbach durch die RS.-Gemeinschaft „Staff durch Freude". Am kommenden Sonntag, 23. Juni, findet in Climbach die Einweihung des neuen Schwimmbades statt. Der Sportwart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Pg. K o e n i g e r, wird die Einweihung vornehmen. Anschließend hat es die Schwimmriege 1846 unter Leitung des Herrn Sauer übernommen, das neue Badebecken „einzuschwimmen". Nach einem Aufschwimmen sämtlicher Teilnehmer werden die einzelnen Schwimmarten gezeigt werden. Staffel- und Reigenschwimmen werden mit humoristischen Einlagen abwech- fein. Tauchen und Rettungsschwimmen, Wasser- fpiele werden die Climbacher und die Einwohner der umliegenden Ortschaften Allendorf, Alten-Bu- seck, Londorf, Treis, Mainzlar, Staufenberg mit dem Schwimmsport vertraut machen. Anschließend gibt es Volksfest mit Tanz, das die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ausgestaltet. Der Eintrittspreis beträgt 20 Pf. Das Tanzbändchen kostet 50 Pf. Bei Musik, Tanz und Volksbelusti- guna wird man noch bis spät in die Nacht zusam- menjein können. Liedertag des DGB. am 23. Juni. Am morgigen Sonntag findet der diesjährige Deutsche Liedertag statt, der seit Jahren vom Deutschen Sängerbund als eine machtvolle Werbung für das deutsche Lied mit wachsendem Erfolg eingeführt ist. An diesem Tage werden überall in Skadt und Land Vereine des DSB. auf Plätzen und in Parks singen und die schönsten Volkslieder äum Vortrag bringen. Da der Deutsche Liedertag ich die Losuna „Das Volkslied soll wieder unter fas Volk" auf seine Fahnen geschrieben hat, beschränken sich die Vereine nicht nur auf das Vorsingen, sondern es ist vielfach auch eine „Offene Singstunde" angeschlossen, in der Sänger und Zuhörer gemeinsam singen. Zu diesem Zweck hat Der DSB. ein besonderes Liedblatt herausgegeben, aus dem die Zuhörer zusammen mit den Sängern Lieder erarbeiten. Der Liedsonntag soll alle in sei- Oer Gießener Haushalt für 1935 (Schluß.)* Von den Betrieben werden nach dem städtischen Voranschlag für 1935 Einnahmen für die allgemeine Finanzoerwaltung in der Gesamthöhe von 802 665 Mark erwartet. Die städtische Straßenbahn ist, wie schon von jeher, wiederum Zuschußbetrieb, für den ein Betriebszuschuß von 49 219 Mark vorgesehen ist. Die Ueberschüsse aus dem Schlachthofbetrieb sind nach Anordnung des Ministeriums in einem Erneuerungsstock zu sammeln. Der Voranschlag des städtischen Dolksbades gleicht sich in Einnahme und Ausgabe mit 53 086 Mark aus. Bei den Märkten ist als Standgeldeinnahme von den Zucht- und Nutzvieh-, Schweine- und Pferdemärkten eine Summe von 11 500 Mark vorgesehen. Das Dlatzgeld von den Frühjahrs- und Herbstmärkten (Messen) ist mit 4100 Mark in Ansatz gebracht. Von den Wochenmärkten wird an Marktstandgeld und Wiegegebühren ein Betrag von 7000 Mark, als Miete von den Marktlauben eine Summe von 3 780 Mark erwartet. Diesen Einnahmen stehen natürlich auch erhebliche Ausgaben gegenüber, so daß der Titel Märkte bei insgesamt 27 230 Mark Einnahme und 32 409 Mark Ausgabe einen Zuschuß von 5179 Mark erfordert. Für die Friedhöfe ist aus allgemeinen Mitteln ein Zuschuß in Höhe von rund 13 000 Mark zu leisten. Die Einnahmen sind auf 40 895 Mark, die Ausgaben auf 53 902 Mark veranschlagt. In dankenswerter Weise hat die Stadtverwaltung für die Unterhaltung der Wege, Anlagen und Baumpflanzungen auf den beiden Friedhöfen für das neue Haushaltsjahr rund 3 000 Mark mehr vorgesehen, als im vorjährigen Voranschlag eingestellt waren. Die Feuerlöschan st alten erfordern bei rund 17 061 Mark Einnahme und rund 46 949 Mark Ausgabe einen Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von rund 29 888 Mark. Im Titel Schulen sind folgende Aufwendungen aus städtischen Mitteln für 1935 veranschlagt: Volksschulen bei 82 798,88 Mark Einnahmen und 216 373,29 Mark Ausgaben einen Zuschuß von 133 574,41 Mark; für Horte sind, ohne Einnahmen, 5 400 Mark wie im Vorjahre aufzubringen; die Berufsschulen erfordern bis 19024 Mark Einnahmen und 51 712,22 Mark Ausgaben einen Zuschuß von 32 688,22 Mark; beim Lyzeum — dessen Voranschlag in Einnahme und Ausgabe mit 203 202,16 Mark ausgeglichen ist — muß die Stadt zu den persönlichen und sachlichen Kosten einen Zuschuß von 54 633,98 Mark leisten; für das Gymnasium ist ein städtischer Beitrag in Höhe von 39 684,50 Mark erforderlich; beim Realgymnasium sind im städtischen Voranschlag auf der Ausgabenseite 73 536,40 Mark vermerkt, auf der Einnahmeseite 21170,40 Mark; für die Oberrealschule sind auf der Ausgabenseite 85103 Mark vorgesehen, auf der Gin« nahmefeite 22 590 Mark; insgesamt ist für die drei höheren Knabenschulen bei 43 760,40 Mark Einnahme und 198 323,90 Mark Ausgabe, ein städtischer Zuschuß von 154 563,50 Mark erforderlich; zu« den persönlichen und sachlichen Kosten der Gewerbe- und Maschinenbauschule muß die Stadt einen Zuschuß von 9 528,63 Mark leisten; für die Öffentliche Handelslehranstalt ist ein Betrag von 3 000 Mark vorgesehen, für die Aliceschule mit Fröbel- feminar ein Zuschuß von 4 000 Mark. Beim Stadttheater wird mit einer Einnahme von 194 400 Mark und einer Ausgabe von 304 900 Mark gerechnet, so daß zur Pflege der Kunst in unserem Theater ein Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 110 500 Mark erforderlich ist. Zu den Betriebskosten des städtischen Orchesters ist ein Zuschuß von 25 000 Mark vorgesehen. Das Oberhessische Museum mit den Gailschen Sammlungen ist mit einem städtischen Zuschuß von 9 514,60 Mark im Voranschlag verzeichnet. Für den Oberhessischen Kunst- verein wendet die Stadt 1840 Mark auf. Die Volks-Lesehalle wird mit einer städtischen Hilfe von 3 600 Mark bedacht, in der ein barer Beitrag von 2500 Mark enthalten ist. Für Zwecke der Landesuniversitat, Stipendien, sind in dem Voranschlag 3310,17 Mark aufgeführt. Als Anmerkung zu diesem Titel sind die Leistungen der Stadt für die Universität von den Jahren 1888/92 bis zum Jahre 1933 einschließlich mit einer Gesamtsumme von 1 350 234,42 Mark verzeichnet. Davon entfallen auf die Leistungen vor Beginn der Inflationszeit 557 624,02 Mark, auf Leistungen nach Stabilisierung der Mark 1. Bar- zuschüsse 370 981,70 Mark, 2. schenkungsweise Abgabe von Gelände usw. 356 224,02 Mark, 3. Bar- zuschüffe seitens der AG. Stadtgut Hardthöfe 65 404,68 Mark. Der städtische Wohlfahrtsetat macht bei 166,20 Mark Einnahme und 852132,40 Mark Ausgabe einen Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 851966,20 Mark erforderlich. Diese Zufchußleistung ist um einen sehr ansehnlichen Betrag geringer als im Vorjahre, wo ein städtischer * Vgl. den Artikel im „Gießener Anzeiger" Nr. 132 vom 8.19. Juni 1935. Zuschuß von 1100 000 Mark veranschlagt werden mußte. Zur Förderung des Sports und für besondere Aufwendungen im Hinblick auf die Olympiade 1936 ist in dem Voranschlag für 1935 eine städtische Geldhilfe von 5 000 Mark, gegen 1000 Mark im Vorjahre, vorgesehen. Jeder Freund und Förderer der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend wird dieser Mehraufwendung nur voll und ganz zustimmen können. Im Kapitel F i n a n z v e r w a l t u n g ist bei den Kapitalzinsen für Finanzzwecke mit einer Einnahme von 197 558,44 Mark und einer Ausgabe von 413 921,10 Mark, für Zwecke des Wohnungsbaues mit einer Einnahme von 338 232,30 Mark und einer Ausgabe von 388 956,84 Mark gerechnet, so daß sich aus beiden Positionen ein städtischer Zuschuß in Höhe von 276 087,20 Mark ergibt. Bei der Schuldentilgung sind auf der Einnahmeseite 52 796,16 Mark verzeichnet, auf der Ausgabeseite stehen 155 133,53 Mark, mithin ist ein Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 102 337,37 Mark erforderlich. In der vorstehenden Einnahmesumme ist als Anteil der städtischen Werke und Betriebe an den Aufwendungen für die Anleiheablösung ein Betrag von 52 196,26 Mark mitenthalten. Als Ergänzungsmittel zur Deckung unzureichender Kredite, sowie für unvorhergesehene Ausgaben sind vorsorglich 50 000 Mark in den Voranschlag eingestellt worden. Aus dem Steueraufkommen werden folgende Einnahmen (nach den Annahmen des Voranschlags) erwartet: Biersteuer 109 340 Mark, Anteil an der Reichs-Einkommen- und -Körperschaftssteuer 317 520 Mark, Anteil an der Reichsumsatzsteuer 95 220 Mark, Grunderwerbsteuer 24 600 Mark, Vergnügungssteuer 28 000 Mark, Wertzuwachssteuer 3 395 Mark, Hundesteuer 13 900 Mark, Bürgersteuer 243 000 Mark, Getränkesteuer 25 000 Mark, Filialsteuer 19 000 Mark, Warenhaussteuer 3 500 Mark, Grund-, Gewerbe- und städtische Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 1 025 060 Mark. Erfreulicherweise gleicht sich der städtische Voranschlag in Einnahme und Ausgabe aus. Oie Vermögensrechnung. In der Vermögensrechnung sind bei Grundbesitz- Land- und For st wirtschaft als Erlöß aus dem Verkauf von Gebäuden und Grundstücken 20 000 Mark veranschlagt, für den Ankauf von Gebäuden und Grundstücken sind vorsorglich 34 500 Mark eingestellt. Beim Forstbetriebsstock wird mit einer Einnahme von 148250 Mark gerechnet (darin enthalten als Erlös außerordentlicher Holzhiebe 135 800 Mark), auf der Ausgabenseite ist ein Betrag von 31 600 Mark vermerkt. Bei der Bauverwaltung sind im Titel Erbauung von Straßen, Wegen und Anlagen als Beiträge der Grundbesitzer zu den Kosten des Ausbaues von Straßen 3000 Mark in den Voranschlag eingestellt, auf der Ausgabenseite sind 213 200 Mark vorgesehen. Von der letztgenannten Summe entfallen 200 000 Mark auf Straßen- und Wegebauten, Anlagen, sowie Neubefestigung von Straßen; im Vorjahre wurden hierfür nur 100 000 Mark veranschlagt, so daß die jetzige Verdoppelung als ein begrüßenswerter städtischer Beitrag zur Arbeitsbeschaffung anzusehen ist. Bei Kanal- und Wasserbauten ist für die Ausführung der Kanalisation in zum Ausbau vorgesehenen Straßen eine Summe von 60 000 Mark eingestellt, die im Vorjahre nicht vorhanden war, also ebenfalls als Arbeitsbeschaffung angesehen werden kann. Daneben ist für die Herstellung von Hausanschlüssen ein Betrag von 8 000 Mark (im Vorjahre 5 000 Mark) angesetzt, so daß der Titel insgesamt mit 68 000 Mark gegen 5 000 Mark im Vorjahre abschließt. Bei der Lagerverwaltung sind 160 000 Mark auf der Einnahmeseite und 164 421,50 Mark auf der Ausgabeseite vorgesehen, wobei der Hauptbetrag von 160 000 Mark für Baumaterialien sich auf der Einnahme- und Ausgabeseite ausgleicht, aber gegenüber dem Vorjahre (100 000 Mark) um 60 000 Mark höher ist, also ebenfalls verstärkte Arbeitsbeschaffung enthält. Bei der Betriebsverwaltung ist eine Ausgabe von 10 500 Mark für die Fortführung der Bodenarbeiten bei der Erweiterung des neuen Friedhofs zu erwähnen. In der F i n a n z v e r w a l t u n g ist auf der Einnahmeseite eine Summe von rund 263 000 Mark vermerkt, in der als aufzunehmende Kapitalien ein Betrag von 191 255 Mark enthalten ist. Das Wohnungsbaukonto gleicht sich in Einnahme und Ausgabe mit 47 930 Mark aus. * Es ist außerordentlich erfreulich, daß es dem Leiter unserer Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, gelungen ist, den Haushaltsplan für 1935 in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Auf dieser guten Haushaltsgrundlage, die in vielfältiger Weife für die kommunale Arbeit gute Vorsorge und weitreichende Wirkungsmöglichkeiten geschaffen hat, wird sich unser Gemeinwesen auch im Haushaltsjahr 1935 in gedeihlicher Weise weiterentwickeln. nen Bann ziehen. Er soll hinausströmen über Großstadtmauern und Dörferfrieden, über Sänger und noch Abseitsstehende, über die deutschen Lande hinweg bis in die fernsten Erdteile. Auch jenseits des Meeres werden die auslanddeutschen Gesangvereine diesen Tag festlich begehen und sich beim Singen der Lieder ihrer alten Heimat erinnern, der sie die Treue halten. So ist der Liedertag ein Tag wahrer Volksgemeinschaft, der durch das Lied das einigende Band um alle Volksgenossen schlingt. * In Gießen bringt morgen um 11 Uhr vor dem Stadttheater der Bauersche Gesangverein unter Leitung seines Chorleiters Prof. Temesvary einige Volkslieder zu Gehör. Jugend aus dem abgeirennten Oberschlesien in Gießen. In unserer Stadt weilen gegenwärtig für einen Zeitraum von 6 Tagen vierzehn 15- bis 17jährige Oberschlesier, in Begleitung eines jungen Lehrers, aus dem abgetrennten Oberfchlesien zu Gast. Den Jugendlichen soll Gelegenheit gegeben werden, aus eigener Anschauung einen Teil des deutschen Vaterlandes, das Leben der Bewegung, insbesondere aber auch das Gemeinschaftsleben der deutschen Jugend kennenzulernen, um dadurch im Bewußtsein ifjrer Zugehörigkeit zum deutschen Vaterland gestärkt zu werden. Die Frauenortsgruppe Gießen des VDA. hot die Betreuung und Unterbringung der Jugendlichen übernommen und alles getan, um ihnen den Aufenthalt in unserer Stadt zu einem starken Erlebnis zu machen. In herzlicher Kameradschaft mit dem Jungvolk, mit der VDA.-Jugend usw. wurden die Stadt und ihre Schönheiten eingehend besichtigt, es wurden Ausflüge in die Umgebung gemacht und den Gästen auch die Schönheiten des oberheffifchen Landes nahegebracht. So wurde u. a. gestern in Gemeinschaft mit Mitgliedern des VDA., des Deutschen Ostbundes, mit HI., BdM. und Jungvolk, insgesamt 45 Personen, ein Ausflug nach dem Schiffenberg unternommen und dort bei allerlei Spielen, bei Kaffee und Kuchen einige unterhaltsame Stunden verbracht. Im Laufe des Aufenthaltes der jungen Ober- fchlefier in unserer Stadt war den Gästen auch Gelegenheit gegeben, in den verschiedenen Schulen für einige Stunden am Unterricht, insbesondere am Geschichtsunterricht teilzunehmen und auch hier Eindrücke zu gewinnen, die ihnen sicherlich lange im Gedächtnis bleiben werden. Am heutigen Samstagvormittag nehmen die Jugendlichen auch an den Wettkämpfen zum Deutschen Jugendfest 1935 teil. Wenn am morgigen Sonntagfrüh die jugendlichen Gäste unsere Stadt wieder verlassen, werden sie es zweifellos mit besten Eindrücken tun. Von hier aus führt die Reife für weitere sechs Tage nach Friedberg, dann nach Offenbach und schließlich nach D a r m st a d t. Die gesamte Reise wurde von der Landesleitung Hessen der Frauengruppe des VDA. ermöglicht. Versammlung der Ostdeutschen. Die Juni-Monatsversammlung des Bundes helmattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund), Ortsgruppe Gießen, im Vereinslokal Hotel Köhler war infolge des ersten Zusammentreffens mit den schlesischen Reitern außerordentlich gut besucht. Vereinsführer Pg. Kostorz hieß besonders Wachtmeister Finke mit seinen Unterosfizleren und Mannschaften willkommen, außerdem konnte er den Vereinsführer der Marburger Ortsgruppe, August Hein, begrüßen. In einer Ueberficht über die besonderen Ereignisse wies der Redner auf die große VDA.-Tagung in Königsberg hin. Nach dem gut verlaufenen Himmelfahrtsausflug nach Braunfels werden sich die Ostdeutschen zusammen mit den Reitern am Soldatentag auf der „Waldeslust" beteiligen, lieber einen Ferien- zug nach Schlesien und den Sonderzug nach Ostpreußen wurde nun endgültiger Bescheid erteilt. Den verunglückten Kameraden der Arbeit von Reinsdorf wurde ein stilles Gedenken gewidmet. Ein Gast aus Oberfchlesien sprach über die derzeitigen Verhältnisse im Grenzgebiet. Wohl sei durch das Abkommen zwischen den Regierungen Adolf Hitlers und des leider zu früh verstorbenen großen polnischen Führers, Marschall Pilsudski, der Weg für eine Verständigung bereitet worden, aber noch sei der Geist des friedlichen Zusammenarbeitens nicht bis in die letzten Kreise in Oberschlesien gedrungen. Von der Durchdringung der Nachbarstaaten mit dem friedlichen Geiste ihrer Regierungen erhoffen die Deutschen jenseits der (Ein Waldbrand zerstört in vier Stunden die Arbeit von 60 Jahren! helft Waldbrände verhüten! Grenze auch für sich eine Erleichterung des schweren Schicksals, das ihnen aufgebürdet wurde. Der Vereinsführer trug nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen dem Gaste die herzlichsten Grüße der Landsleute auf. Er erinnerte daran, wie in den schweren Jahren nach bem Zusammenbruch das deutsche Volk einen gleichen verzweifelten Kamps ohne jede Hoffnung und Aussicht auf eine bessere Zukunft bestehen mußte. Nachdem ihm nun in Adolf Hitler ein wahrer Führer erstanden ist, gilt alle Liebe, aller Glaube und alle Treue dem einen, der nicht nur Deutschland zu neuer Weltgeltung bringen wird, sondern dessen friedliches Wirken sich auch allen europäischen Staaten mitteilen muß, so daß auch die Deutschen jenseits der Grenzen, wo es auch fein mag, des Segens feiner Friedensarbeit teilhaftig werden. Vereinsführer Aug. Hein- Marburg überbrachte die Grüße feiner Ortsgruppe und verband damit den Wunsch nach engerer Zusammenarbeit. Der Vereinsführer sprach dann von der großen Tradition der deutschen Armee und den Heldentaten der Feldgrauen, die das beste und tüchtigste Heer aller Zeiten waren. Durch vorgelesene Kriegs- schilderungen wurde die Erinnerung an diese große Zeit wachgerufen und auch des großen Feldmar» schalls von Hindenburg, der auch ein Ostdeutscher war, gedacht. Das Zusammenklingen des kämpferischen Geistes des täglich für den Kampf um fein Volkstum einsatzbereiten Grenzland- deutschen mit dem soldatischen Geiste findet nun Widerhall in der Wehrpflicht. Den Dank bafür an ben Führer stattete bie Versammlung burch ein dreimaliges Sieg-Heil auf ben Führer ab unb sang aus Verbunbenheit mit ben Kämpfern um bas Dritte Reich Horst Wessels Kampflieb. Vornotizen. — Tageskalenber für Samstag : NSG. „Kraft burch Freube": 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf bem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der bunte Schleier". — Rotkreuztag 1935. — Tageskalenber für Sonntag : NSG. „Kraft burch Freube": 20 Uhr im Stabt- theater Tanzgastspiel Hannah Spohr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der bunte Schleier". — Gesellschaft Liebig-Museum: Hauptversammlung unb britter Familientag ber Nachkommen von Justus von Liebigs Eltern; 11.15 Uhr Vortrag im Liebig- Museum von Geh Rat Sommer; 14 Uhr Fahrt nach Bab Salzhausen. — Reichsfachgruppe Imker e. D.: 14 Uhr Versammlung im Hotel Hopfelb. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 22. Juni. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,50 bis 1,55 Mark, Lanbbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier (in- limbische) 9 bis 10, Wirsing, bas Pfunb 15 bis 20, Weißkraut (neues) 20, Gelbe Rüben, bas Bünbel 10 bis 15, Rote Rüben, bas Pfunb 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen (grün) 30 bis 35, Spargel 1. Klasse 40 bis 50, Suppenspargel 25 bis 30, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 60, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 50, Kartoffeln (neue) 18 bis 20, (alte) 4% Pf., ber Zentner 3,50 bis 4 Mark, Pfirsiche, bas Pfunb 70 bis 75, Aepfel 70, Kirschen 20, 30, 35, Stachelbeeren 15 bis 20, Erbbeeren 30 bis 50, junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 90, Tauben, bas Stück 50 bis 60, Nüsse, bas Pfunb 50, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 70, Salat 5 bis 10, 3 Stück 20, Salatgurken 30 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie (Suppengrün) 5, Rettich 10 bis 15, Rabieschen, bas Bünbel 8 bis 10. ♦ ** Das Museum im Alten unb im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet. ** Die Einlösung von Gewerbescheinen für 1 9 3 5 betrifft eine Bekanntmachung bes Finanzamtes Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien befonbers barauf hinaemiesen. ** Viehmärkte In Gießen. Am Dienstag fommenber Woche finbet hier Rinbvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Am Mittwoch wirb Schweinemarkt folgen. (Siehe heutige Bekanntmachung ber Bürgermeisterei.) Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten stnb ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Aller Abonnenk! Wenn Ihr Schuldner trotz Ihrer Mahnung nicht zahlt, bleibt Ihnen nichts anders übrig, als ihn auf Zahlung zu verklagen oder Zahlungsbefehl gegen ihn ergehen zu lassen. R. P. Lollar. Der Heirat zwischen Geschwisterkindern steht nichts im Wege. Ferien-Züge nach dem Osten einen Kurz 44,20 RM. Dortray und einiqe Ergänzungen w dem Arbeitstagung des -Lehrerbundes 3. Kl. RM. 38,— 33,50 34,50 34,50 30,— 31,00 darauf gab Kreisfchulrai Nebeling 2. Kl. RM. 55,00 49,— 50,50 50,50 43,50 45,- Die Fahrpreise Frankfurt—Königsberg i. Pr. Frankfurt—Marienburg Frankfurt—Elbing Fulda—Königsberg Fulda—Marienburg Fulda—Elbing Haltungslehrerin Frl. L ü d e ck e (Gießen) hatte mit den Fortbildungsschülerinnen für ein schmackhaftes Eintopfgericht gesorgt, das in der Kochschule mit größtem Appetit verzehrt wurde. Danach folgte die Besichtigung der alten Kirche. Hier übernahm Pfarrer Weisel (Heuchelheim) die Führung und zeigte in einer kurzen Uebersicht den Werdegang unserer schönen Kirche, die für unsere große Gemeinde wohl etwas klein ist, aber .......die Gemälde im von FrRnkfurt a. M. nach Liegnitz „ ' „ „ Breslau „ „ „ Oppeln „ „ „ Beuthen oder Gleiwitz oder Hindenburg Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ost- bund) teilt uns folgendes mit: Londerzüge nach Schlesien am 6. und 18. Juli. Am 6. Juli ab Frankfurt a. M. 22.16 Uhr über Breslau nach Beuthen; am 18. Juli ab Frankfurt am Ärain 22.16 Uhr bis nach Breslau. Eine Fahrkarte für den Feriensonderzug (Hinfahrt Sonderzüg, Rückfahrt binnen zwei Monaten in einem beliebigen fahrplanmäßigen Zug) kostet Sonderzug nach Ostpreußen. Abfahrt Frankfurt a. M. oder Fulda am 11. Juli nachts. Der Zug fährt bis Königsberg, Rückkehr ab Königsberg am 2. August abends — Ankunft in Frankfurt a. M. am 4. August morgens. 33,— RM. 36,- „ 40,— „ Auf der Hinfahrt ist in Berlin etwa drei bis vier Stunden Aufenthalt, auf der Rückfahrt zwölf Stunden ohne Uebernachtung. Die Rückfahrt muß geschloffen angetreten werden. Der Besuch des Tannenbergdenkmals ist in dem Fahrpreis nicht eingeschlossen, jedoch bieten sich in Ostpreußen billige Gelegenheiten, evtl. Sonntagsoder Rundreisekarten (letztere mit 25 v. H. Ermäßigung), die einen Besuch ermöglichen. Empfehlens- werte Aufenthalte vermitteln die MER.-Reisebüros. Für die An- und Rückfahrt nach Frankfurt a. M. oder nach Fulda wird eine Ermäßigung bis 60 v. H. gewährt. Nichtmitglieder des Bundes zahlen Unkostenaufschlag in Höhe von 1,50 Mk. nichts geschehen. Er mußte ihn bereit haben, falls es galt, Barbara zu transportieren. Schließlich stieg er ab und führte Greif am Zügel So hatte er ihn besser in der Gewalt. Ab und zu blieb er stehen. Immer näher tönte das Schreien aus dem Dunkel; immer wieder hob Greif seinen Kopf, schnupperte mit den Nüstern und drängte selbst vorwärts. Unendlich lang schien Eckehard dieser Weg durch den feuchten Wald, durch Moos, über Steine, über kleine Wasserläufe, die sich von dem Wolkenbruch her gebildet hatten. Da plötzlich kam em neuer Laut. Es war nicht mehr das Schreien des Pferdes. Es war eine Knabenstimme, die laut „Hilfe, Hilfs» hierher!" rief. Der Ruf kam aus der gleichen Richtung, von der vorhin das Schreien des Pferdes gekommen war. Eckehard legte die Hände wie einen Schalltrichter an den Mund: „Ich komme!" rief er, so laut er konnte — und noch einmal: „Ich komme!" Das Echo von der Berglehne lieh seine Stimme Nun lichtete sich der Wald. Ein kleiner, birken- umstandener Platz wurde sichtbar. Ein Bach schoß schäumend über moosige Steine. Eckehard konnte nur mühsam einen Laut des Entsetzens unterdrücken. Auf dem Waldboden lag, in die Knie gebrochen, Barbaras Reitpferd Arabella. Ein Stück davon entfernt kniete Emil. Neben ihm lag eine Frauengestalt, deren Kopf Emil auf feine Knie gebettet hatte. Eckehard ließ den Zügel Greifs los. Der blieb stehen und schaute mit glänzenden Augen auf das Bild. Jetzt schrak Greif zusammen. Denn Arabella hob im Liegen den Kopf und stieß wieder dieses markerschütternde Schreien hervor. Es hallte wie eine Totenklage grauenvoll durch den Wald. Mit zwei Riesenschritten war Eckehard bei„(3ott%i Dank, Herr, daß Sie kommen!" sagte der. „Ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Ich bin nachgeritten, weil ich so in Angst mar Seien Sie mir nicht böse, Herr Inspektor, daß ich es ohne Ihren Befehl gemacht habe!" Böse?" fragte Eckhard erschüttert. Wie konnte er "diesem Jungen böse sein? Hatte er doch Barbara gefunden. Aber wie hatte er sie gefunden! War sie tot? Oder was war mit ihr? Eckehard kniete nieder. Er legte seinen Kopf auf Barbaras Brust. Er horchte mit angehaltenem Atem Nein, gottlob, das Herz schlug schwach, aber ziemlich regelmäßig. Nun faßte er behutsam Barbaras Kopf. Sie hatte die Augen geschlossen und schien nichts zu fühlen. Eine tiefe Ohnmacht mußte sie umfangen halten. Da sah Eckehard^ unter dem rotgoldenen Gelock war eine tiefe Wunde am Hinterkopfe. Blut sickerte heraus, verklebte das zarte Goldgespinst des Haares „Ich hab' mich nicht getraut sie hinzulegen und Wasser zu holen, Herr Inspektor! meinte Emil ängstlich. „Ich wußte ja nicht, ob das richtig ist! nod) ।■ — ----- wies noch einmal darauf hin, daß diese neue Ar- beit in der Schule nicht überstürzt werden dürfe. „Nein, nein, Emil, war schon besser so, daß du die gnädige Frau mit der Wunde nicht hast länger auf dem Erdboden liegen lassen. Hier hast du mein Taschentuch. Lauf mal und mach' es im Bach naß! Mit diesen Worten nahm Eckehard unendlich be- hutsam Barbaras Kops von Emils Knien und bettete ihn in seinen Armen. Emil rannte hinunter zum Bach. Vorher aber band er Greif noch an einen Baum fest. Denn jedesmal, wenn Arabella dies klagende Schreien ausftieß, zuckte Greif zusammen und schien nicht übel Lust zu haben, auf und davon zu gehen. Eckehard glaubte, noch nie im Leben eine so furchtbare Situation erlebt zu haben. Das Schreien des Tieres war für ihn eine tiefe Qual. Wer wie er mit Tieren ausgewachsen war, konnte sie nicht leiden sehen. Hätte er doch nur seinen Revolver zur Hand gehabt, dem armen Tier durch einen Gnadenschuß Befreiung von feinen Qualen schenken zu können! Aber er war ja vollkommen ohnmächtig. Er konnte ja nicht einmal für ein viel kostbareres Leben — für Barbara etwas tun. Nichts hatte er da, ihr zu helfen, sie aus ihrer Ohnmacht zu erwecken. Er wußte nicht, ob die schwere Wunde am Hinterkopf das einzige war. Vielleicht war sie auch durch den offenbaren fdyroe- ren Sturz innerlich beschädigt. Und man saß hier ohnmächtig, ohne irgendeine Möglichkeit zum Eingreifen. .. . . . . Er fühlte, wie es ihm heiß und würgend in die Kehle stieg. Barbara wandte jetzt in ihrer Be- wußtlosigkeit leicht den Kopf. Ein Zug der Qual ging über ihr blasses Gesicht hin. Sie nummerte leise auf. Da war es auch mit feiner Fassung vorbei. , Er stöhnte. Wie gezogen von Angst, von Sehnsucht beugte er sich über die geliebte Frau, preßte verzweifelt feine Lippen auf ihre Stirn. Da hörte er Emil vom Bach her zurückkommen. Steine rollten unter feinem Schritt. Hastig richtete sich Eckehard auf. Er nahm Emil das kühle feuchte Tuch ab, legte es behutsam um die Wunde am Hinterkopf, aus der das Blut leicht riefelte. „Emil, nimmt das Pferd, reite auf der Chaussee den Leuten entgegen. Ich habe Träger mit einer Bahre beordert. Sie sollen sich beeilen. Wir müssen die gnädige Frau so schnell wie möglich nach Schloß Schedlowitz transportieren. Aber reite vorsichtig, daß deinem Gaul nichts passiert. Am besten, du nimmst einen zweiten Mann gleich mit aufs Pferd. Dann können wir die Herrin vielleicht schon den Leuten entgegentragen. Wie lange wirst du brauchen?" Emil überlegte: o , „Ich weiß ja den Abkurzungsweg, Herr Jnspek- tot! Wenn ich unsere Leute an der Schneise drei- undzwanzig noch kriege, sind wir gleich wieder zurück. Ueber die Chaussee ist es ein kleiner Umweg. Soll ich auch gleich einen Mann zurückschicken, den Tierarzt benachrichtigen. Wegen der Arabella? Die kann man doch hier nicht so liegen lassen. (Fortsetzung folgt!) von Kirchenmaler Seite wieder restauriert. Anschließend versammelten sich alle Teilnehmer der Tagung auf dem Heuchelheimer Mühl- ch e n. Hier hielt Dr. R e i d t, nach der Bekanntgabe einiger geschäftlicher Mitteilungen, einen sehr tief schürfenden und ausgezeichneten Vortrag über Familienkunde. In großen Linien zeigte der Vortragende noch einmal den. Sinn und Zweck aller Familienforschung. Er ging davon aus, daß kein Geschlecht so viel geschichtliche Aenderungen und Umwälzungen erlebt habe, wie das heutige. Die alten Nachkriegsregierungen hätten konsequent versucht, die Bindungen, die das ganze Volk umschlingen, zu zerschneiden. Man habe nicht mehr gefragt, woher der einzelne Mensch komme, man habe nur über Einzelwesen regieren wollen, nicht aber über ein zusammenhaltendes Volk. Das beweise u. a. die Anordnung, daß nach 1918 auf den Standesämtern nicht mehr eingetragen wurde, wer die Eltern des Brautpaares waren. Aber diese Gefahren der Zerreißung des deutschen Volkes seien vom Nationalsozialismus erkannt worden, außerdem von zahlreichen Familienforschern, die in stiller Arbeit schon vor Jahrzehnten begonnen hätten, deutsche Sippschaftstafeln aus- zuftellen und immer wieder darauf hingewiesen hätten, daß alle Glieder des deutschen Volkes nicht nebeneinander zu stehen hätten, sondern eng zusammengeschlossen als eine große Gemeinde. Wie sich der Körper aus den Zellen aufbaut, so tut das der Staat aus den einzelnen Familien. Es ist nicht so, daß eine Familie die andere einfach ablöft, wie seinerzeit die Truppen draußen im Schützengraben, sondern es ist so, daß jede Familie mit der vorübergehenden eng verbunden ist durch Blut und Heimat. Diese Naturgesetze aufzuzeigen, die Blutbahnen zu verfolgen, das Zurückschauen auf die Vergangenheit, aber auch die Vorschau auf die Zukunft, all dies fei nun auch Lehrziel in der Volksschule. Wohl habe es auch früher Ahnenforscher gegeben, auch im Mittelalter. Damals seien aber mit der Aufstellung der Ahnentafel zugleich die Besitzstände zu wahren gewesen. Es seien also lediglich materielle Gesichtspunkte maßgebend gewesen. Heute gehe es um ideelle Güter. Besonders eingehmd befaßte sich der Vortragende mit der Frage der unehelichen Kinder und betonte, daß hier größte Schonung und Vorsicht am Platze sein, wie überhaupt die ganze Arbeit sich auf mehrere Schuljahre verteilen und den Gesamtunterricht durchdringen müsse. den Heldentod. Es würde zu weit führen, hier alle Ergebnisse aufzählen zu wollen, die im Anschluß an die Tabellen und Tafeln von den Kindern erarbeitet wurden. Aber man sah das große Interesse und die große Liebe, mit der hier der Klassenlehrer und seine Schüler zusammen wirkten. Zum Schluß lasen einige Kinder noch ihren sogenannten „Familienaufsatz" vor, in dem sie all das erwähnten, was ihnen an Hand des Unterrichts und des Familienbuches gegeben worden war. Das soll dann für später eine Art Familienchronik ersetzen und wird ebenfalls in einer Mappe aufbewahrt. Mit einem mehrstimmigen Chor „Mein Heimatort" und einem Gesang mit Mundharmonikabegleitung schlossen die Lehrproben, die bei allen Teilnehmern den stärksten Eindruck hinterließen. Allgemein wurde betont, daß sich die Gemeinde Heuchelheim nur freuen könne, ein solches Familienbuch zu besitzen, außerdem, daß sie in der Person des Lehrers Dr. Reidt, der nun schon nahezu 16 Jahre in unserer Gemeinde wirkt, einen Ge- schichts- und Familienforscher besitzt, auf den wir alle stolz sein können. Für die Mittagspause war ein gemeinsames Mittagessen vorbereitet worden. Die Haus- sein wie sie wollte! Mochte sie ihn seelisch mißhan- dein — wenn sie nur lebte! Alles andere war nichts dagegen. Allmählich beruhigte sich das Wetter. Die Blitze gingen seltener hernieder. Der Zwischenraum zwischen ihnen und dem Donner würbe großer, das gurgelnde Grollen oben in den Wolken leiser. Auch der Regen begann nachzulassen. Es tropfte nur noch in dünnen Strahlen vom Himmel. Am Horizont wich das Schwefelgelb, die Wolken schoben sich nach Osten hinüber. Im Westen kam das erste klarere Licht auf. m fS Eckehard ritt kreuz und quer durch den Wald. Die Armbanduhr zeigte ihm, er war bereits zwei Stunden unterwegs — und noch immer keine Spur von Barbara von Stechow. Leise Hoffnung wollte in ihm aufsteigen. Vielleicht war Barbara doch irgendwo in einem der Dörfer gelandet. Aber sie hätte dann zweifellos schon eine Nachricht nach Schloß Schedlowitz gelangen lassen. Sie mußte sich ja sagen, wie sehr man sich dort um sie sorgte. Vielleicht aber war diese Nachricht inzwischen em- qetroffen. Es war ja auch denkbar, daß Barbara während des Gewitters keine telephonische Verbin- buna nach Schedlowitz bekommen hatte, und auch keinen Boten, der sich bei diesem Unwetter heraus- als Bauwerk und besonders dun Innern ein kleines Schmuckkästchen bildet. Lehrer Dr. Reidt ergänzte die Ausfüyrungen des Ortspfarrers. Berufsschullehrer Eberle (Lollar) zeigte in einem kurzen Orgelkonzert den schönen Klang unserer Orgel, die im Jahre 1926 vom Fabrikanten Ludwig Rinn gestiftet worden ist. Der älteste Teil der Kirche, der Turmunterbau, stammt aus dem 13. Jahrhundert, der schöne Chor aus dem 14. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind noch der schöne, gut erhaltene Altarschrank mit Heiliaen- bilbern sowie ein großes Wandgemälde aus dem vierzehnten Jahrhundert, das während der letzten Jahrhunderte mit einem Kalkbewurf überdeckt war. Es wurde 1926 bei der Neuherstellung der Kirche Noch kein Lehrergefchlecht fei vor solche großen Aufgaben oestellt morgen wie das qc"""iiväc- tige. Aber die ihm zugewiesene Arbeit müsse geleistet werden. Es gehe um unsere Zukunft und um unser Volk. Nicht jede Gemeinde habe ein solches Familienbuch wie Heuchelheim. Aber das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Familien im Dorfe, das Aufdecken ihrer Verwandtschaften, ihr gemeinsames Schicksal durch Jahrhunderte hindurch stärke und fördere den großen Gemeinschaftsgedanken, wie ihn der Nationalsozialismus verkünde. Aber auch eine nationalsozialistische Regierung sei nur für eine kurze Zeit lebensfähig, wenn nicht hinter ihr ein ft a r f e s Volk, das auch Verantwortungsbewußtfein für die Zukunft habe, stehe. Dieses Bewußtsein zu wecken und den Lebenswillen zu stählen, das sei Aufgabe der Familienkunde. Auch diese Ausführungen sanden reichen Beifall. Gegen 16 Uhr schloß der Vorsitzende Dr. Reidt die reichhaltige Tagung mit Sieg-Heil auf den Führer. _______ Eine Einbrecherbande vor Gericht. LPD Mainz, 21. Juni. Wegen einer Reihe schwerer, teils vollendeter, teils versuchter gemeinsamer Einbruchsdieb stähle, sowie Hehlerei hatten sich vier Gewohnheitsverbrecher vor der II. Großen Strafkammer zu verantworten. Der 27jährige Johann Josef S ch r e p f e r aus Kostheim und der 26jährige Otto R ü tz e 1 aus Mainz machten zu Ende des vergangenen bis Anfang dieses Jahres ganz Mainz und nähere Umgebung durch schwere Einbrüche unsicher, wobei ihnen der 30jährige Jakob Schollrneyer aus Gustavs- burg und der 35jährige Karl Georg Kech aus Kastel teils durch direkte Beteiligung, teils durch Hehlerei Hilfe leisteten. Sie brachen in Güterbahnhöfe ein, suchten städtische Anstalten heim, stahlen Lebensrnittel aller Art, Kleider und Schuhe, Kisten mit Sekt und Stoffballen aus den Lagerhallen am Rhein, Felle, Fahrräder, kurz alles, was ihnen irgendwie erreichbar war. Die Diebesbeute wurde jeweils geteilt und weiterverkauft, oder verhehlt. Die Einrede der Angeklagten, aus Not gehandelt zu haben, erwies sich nicht als stichhaltig. Das Gericht verurteilte Schrepfer zu 4Vz Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust, Nutze! zu 3V2 Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehr- vertust. Schollrneyer zu zwei Jahren Gefängnis und Kech zu 1 Jahr 1 Monat Gefängnis. Allen wurden je 4 Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Man soll also die Familienkunde In der Schule keineswegs überstürzt betreiben, sondern in langsamer Aufbauarbeit dafür wirken, daß bei den Kindern und Eltern regstes Interesse geweckt und gestärkt wird. Ebenso wurde darauf hingewiesen, wie alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung darauf hinzielten, die Familien zu schützen. (Arbeitsbeschaffung, Siedlerftellen, Ehestandsbeihilfen, Steuerbegünstigung kinderreicher Familien usw.) Die Familienkunde sehe nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Sie soll mithelfen, daß sich alle deutschen Volksgenossen als Glied eines großen Volkes fühlen und das Bewußtsein haben, daß sie in Leid und Freud zusammengehören und daß nichts auf der Welt sie auseinanderreißen kann. Der Vortrag fand sehr reichen Beifall. — $ Es ^blieb nichts anderes übrig, als zurückzureiten. Das Gewitter hatte sich nun vollständig beruhigt. Nur noch ein leises Wetterleuchten war am Horizont. Der Wald atmete Frische und Kuhle. Schon kam der erste Sonnenblitz und tauchte die regennassen Bäume in em auffunkelndes Licht. Eckehard ließ Greif nun langsamer gehen. Das Tier war erhitzt und durchnäßt. Man konnte es nicht in dem gleichen Galopp wie vorhin nach Hause gehen lassen. (Fr nahm den Weg durch den Wald. Da war eine Abkürzung, die einen Teil der Chaussee abschnitt Plötzlich stutzte er. Hastig riß er am Zu- gel, so daß Greis erschreckt stillstand und sich beinah vorwurfsvoll umfah. „Still, Greif", sagte Eckehard, „still! War da mcht etmas?" Er hielt den Atem an un£ lauschte. Wirklich, es klang aus der Tiefe des Waldes wie der Schrei eines Tieres. Im gleichen ^u^nbli richtete^ Greif den Kopf empor und wieherte hell. Und wieder der klagende Schrei aus der Tiefe des Waldes - wieder das Wiehern Grei s wie eine Antwort Er drängte nach rechts ab, offenbar nach der Richtung, aus der das Schreien gekommen war. Eckehards Herz erstarrte in einem furchtbaren Schreck. Er erkannte sofort, das war ein Pferd, das schrie - und mußte Barbaras Pferd fein. Ein Unglück war geschehen. , , pnW..End5^l.TelL18Alzenau.^v IBAXID S IE ILTIE R 8 (Oberhessen). 369rt. 18.30- n Mann? beitsfrom. rhaltungs« Anschiß gel 2045: allen. Der der-Abend. benW >3: Nacht« tenen Stadien erweist sich menschliche Hilfe als ungenügend Nur die rechtzeitige und dann aber auch richtige Behandlung verspricht sicheren und dauerhaften Erfolg. Es ist aber auch ärztliche Kunst bei den genannten fortgeschrittenen Stadien der Tuberkulose der oberen Luftwege, in denen Essen und Trinken Qualen bedeuten, erfolgreich lindern zu können. Auch darin hat sich das Bemühen der Heilstättenleitung und ihrer Mitarbeiter segensreich auswirken können. Die rechtzeitige Erkennung der besprochenen Erkrankung macht in manchen Fällen oft erhebliche Schwierigkeiten. Sie läßt sich oft erst nach genauer Beobachtung von anderen Erkrankungen, wie nicht- tuberkulöse Entzündungen oder von Geschwulstbildungen gutartiger oder bösartiger Natur, unterscheiden. Die Abgrenzung einer besonderen Beobachtungsabteilung ist deshalb notwendig gewesen. Erst wenn die Tuberkulose erkannt ist, wird der Patient auf die eigentliche Tuberkulosestation verlegt, im anderen Falle zur Verhütung der Möglichkeit einer Infektion in der abgetrennten Abteilung behandelt. Es werden auch einzelne Patienten eingewiesen, die nur eine Lungentuberkulose, aber keine Erkrankung der oberen Luftwege haben. Für diese ist eine besondere Station eingerichtet, die der Medizinischen Klinik untersteht. Um noch einen kurzen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Heilstätte zu geben, seien die Zahlen der verpflegten Patienten in den Jahren 1931/34 angegeben. Da die Heilstätte im April 1930 in Betrieb genommen wurde, kann dieses Jahr nicht als Dolljahr zählen. Die Zahl der verpflegten W Die Heilstätte Seltersberg tn Gießen dient dem besonderen Zwecke, Kranken mit Tuberkulose der -- ' oberen Luftwege Rat und Hilfe zukommen zu lassen. Sie ist seit nunmehr fünf Jahren in Betrieb. Unter den verschiedenen Tuberkulose-Heilanstalten, die es heute in allen Kulturländern gibt, ist die Heilstätte Seltersberg die einzige, die dem genannten Ziele dient. Seit der Frankfurter Laryngologe Professor Schmidt zum ersten Male in den 80er Jahren Patienten mit Kehlkopftuberkulose, die vorher als * unrettbar verloren galten, heilen konnte, ist das Bestreben, diesen Kranken zu helfen, immer mehr hervorgetreten. Es hat sich aber zunächst gezeigt, daß dieses Ziel nur schwer zu erreichen ist und daß die Hoffnungen, die sich an die Erfolge Schmidts knüpften, sich nur in sehr bescheidenem Maße ner- wirklichen ließen. So gilt auch heute noch die Tuberkulose des Kehlkopfs, des Rachens, des Mundes als sehr ernste Komplikation. Wenn diese Erkrankung erfolgreich bekämpft und geheilt werden soll, bedarf es der engsten Zusammenarbeit zwischen dem Lungenarzt und dem Hals-Nasen-Ohrenarzt. Die seitherigen Erfahrungen haben jedenfalls ge- lehrt, daß sich die verschiedenen Behandlungsmethoden ungenügend oder sogar nachteilig auswirken können, wenn sie ohne genügende Berücksichtigung aller erkrankten Organe zu einseitig angewandt werden. Um diesen Forderungen in bestmöglichster Weise nachzukommen, erwog schon in den Jahren vor dem Kriege der frühere Direktor der Gießener Hals-, Nasen- und Ohrenklinik, Professor Dr. von Eicken, den Plan, eine Abteilung zu gründen, in der Kranke mit Tuberkulose der oberen Luftwege Brüggemann) Direktor der Anstalt. Der Ober» grzt, der ein Lungenspezialist sein muß, ist mit der gleichzeitigen Beurteilung und modernen Behänd- »*ng der Lungentuberkulose betraut. Um das vor- sesteckte Ziel zu erreichen, ist die Anstalt neben der ärztlichen Versorgung auch mit all den zahlreichen Hilfsmitteln ausgestattet, die wir nach den heutigen Erfahrungen für den Kampf gegen die Tuberkulose ter oberen Luftwege und der Lunge besitzen. Da die Behandlung meist längere Zeit, zum min= testen einige Monate in Anspruch nimmt, ist das innere des Hauses und der Zimmer in freund- lidjen Farben gehalten, um einen möglichst wohn- 1' d)en Eindruck zu erzielen. Zur Durchführung der Äegekuren sind direkt mit den Krankenzimmern in Verbindung stehende Liegebalkons, ferner im Gar- ten Liegehallen vorhanden. In Operationsräumen tonn eine notwendig werdende chirurgische Lungen- tehandlung (Pneumothorax, Phrenicoexhairese usw.) durchgeführt werden. Zur Erkennung und genauen Untersuchung der Erkrankung stehen Untersuchungszimmer, Röntgenzimmer, Laboratorien zur Verfügung. Für die speziellen Erfordernisse der Untersuchung der oberen Luftwege sind besondere Untersuchungsräume mit zahlreichen, feineren technischen Einrichtungen vorhanden Zur Behandlung der Tuberkulose der oberen Luftwege gibt es fein bestimmtes Spezialmittel. Es braucht vielmehr jeder einzelne erkrankte Kehlkopf sowohl an Art wie an Zahl der Eingriffe seine besondere Behandlung, die durch regelmäßige, sorgfältige Untersuchungen jedesmal neu bestimmt werden müssen. Für jede Möglichkeit im Kehlkopf einzuwirken, sei es durch chirurgische ober chirur gisch-elektrische Verfahren, sei es durch Röntgenstrahlen oder Lichtstrahlen, lei es durch Jnhalatio nen oder Bäder, sind besondere Räume und Apparaturen erforderlich. Es ist Sorge getragen, daß auch Schwerkranken oder Bettlägerigen alle Behandlungsmöglichkeiten zugänglich gemacht werden können. Daneben soll durch besondere Aufenthaltsräume mit Büchereien, Radio usw den Kranken die Möglichkeit gegeben fein, sich zu zerstreuen, um sich nicht nur mit ihrer Krankheit zu beschäftigen. Die Einrichtung des Hauses ermöglicht es auch, neben der Beobachtung am Krankenbett die Erkrankung der oberen Luftwege auf experimentellem Wege zu erforschen und zu ergründen. Es ist auch Gelegenheit gegeben, daß Aerzte ober Studierenbe bie Eigenart bes oorliegenben Leibens erlernen können. Durch ben Anschluß an bie Universität ist bie Verwirklichung bieses Gebankens am besten gewährleistet Es haben auch schon Aerzte aus anberen Heilstätten bie Gelegenheit wahrgenommen, burch mehrwöchentliche Mitarbeit die Besonderheiten und die technischen Grundlagen der Behandlung der Tuberkulose der oberen Luftwege zu erlernen. Die Heilstätte hat auch weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus Beachtung und Würdigung gefunden. Sie wurde von Aerzten aus allen europäischen Staaten und aus allen Weltteilen besucht. Daß der vorgezeichnete Weg der richtige ist, beweisen die Erfahrungen, die man seit dem Bestehen der Heilstätte machen konnte. Von Jahr zu Jahr nahm die Zahl der hilfesuchenden Kranken zu, und seit den beiden letzten Jahren ist die Heilstätte voll belegt. Aus allen deutschen Gauen kommen die Patienten mit der genannten Krankheit nach Gießen. Vielen konnte geholfen werden, wo vorher der Er- folg ausbleiben wollte. Bei der Art der Erkrankung bleiben aber natürlich auch Mißerfolge nicht aus. In weit vorgeschrit- (Aufnahmen |6|: Photo-Pfaff, Gießen.) . imb der praktisch immer gleichzeitig bestehenden Tuberkulose der Lungen ausgenommen und behan- leit werden sollten. Eine solche Abteilung konnte rur den Charakter einer Heilstätte haben, in der t.eben den speziellen Behandlungsmethoden der i beren Luftwege auch alle anderen Heilfaktoren für Tuberkulose, nämlich Licht, Luft, Ruhe, geeignete Unterkunft usw. angewandt werden können. Erst nach dem Ueberstehen der Kriegs- und In- ’Hationsiahre konnten durch den jetzigen Direktor ifer Hals-Nasen-Ohrenklinik, Prof. Dr. Brugge- mann, diese Gedanken in die Tat umgesetzt wer- I den. Da der Tuberkulose der oberen Luftwege in I >iefer Heilstätte besondere Beachtung gewidmet j Qerben soll, ist im Gegensatz zu anberen Tuber- . i-ulofeheilftätten ein Hals-Nasen-Ohrenarzt (Prof. Oie Heilstätte Settersverg in Gießen Fünf Jahre Arbeit im Kampf gegen die Tuberknlofe der oberen Lustwege. ist n) §Jl.-'SpOTt 60-, Handball im Gau XU (Lahn-Dillkreis). enn [en )er Zahl- eines erzielten Resultate der tatsächlichen Spielstarke entsprechen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Entsprechende Nachweise (Geburtsschein, Zeugnisse, Bescheinigungen usw.) sind nach Möglichkeit bei der Meldung mitvorzulegen. Alles weitere «fährt der Student dann durch das Wehrbezirkskommando, bei dem er seine Meldung eingereicht hat. Durch dieses wird er auch zur An- nahmeuntersuchung beordert und, insoweit seine Ein- stellung möglich ist, im gerbst 1935 zum aktiven Wehrdienst einberufen. * Anmerkung: Als nichtarisch im Sinne des 815 des Wehrgesetzes gilt, wer von nichtarischen, insbesonders jüdischen Eltern, oder Großeltern abstammt. Es genügt, wenn ein Elternteil oder Großelternteil nichtarisch ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Elternteil oder Großelternteil der jüdischen Religion angehört. Oberleutnant Brandt auf „Dedo" gewann am zweiten Tage des Londoner Reitturniers ein Jagdspringen über acht Hindernisse vor dem schottischen Major Dudgeon auf „Goblet". Am Abend des ersten Tages holte sich Rittmeister M o m m auf „Baccarat ein Jagdspringen. Das Deutschs Jugendfest begann heute morgen unter einem glücklichen Stern. Die Jugend unserer Stadt marschierte, als sie den Sportplätzen (1900, VfB.-R., Mtv. und Universitätssportplatz) zustrebte, der hellen Morgensonne entgegen. Heber den Stätten eines friedlichen Wettkampfes lag herrlichster Sonnenschein, als die Knaben und Mädchen in Riegen eingeteilt wurden und zu den Wettkämpfen antraten. Ein zweites günstiges Omen ist die Tatsache, daß sich die diesjährigen Wettkämpfe zum Deut- chen Jugendfest als glänzend vorbereitet erweisen, o daß von vornherein die reibungslose Durchführung der zahlreichen Wettkämpfe gesichert erscheint. Die Listen lagen ausgefüllt vor, es fehlte kein Ball und kein Bandmaß, kein Zielband und keine Keule. Pünktlich begannen die Kämpfe, zu denen auf dem Sportplatz der Universität über 300 Jungvolkjungens, auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 über 200 Mädels, auf dem Waldsportplatz ebenfalls über 200 Jungmädels und auf dem Platz des Mtv. etwa 300 Schüler antraten. Aufstiegfpiele der II. Kreisklasse: Am vorletzten Sonntag vor der am l.Juli beginnenden Sommerspielpause ist das spielerische Programm eigentlich nicht sehr umfangreich. Bei vielen Mannschaften macht sich schon eine gewisse Müdigkeit bemerkbar. Von den in der II. Kreisklasse noch offenstehenden drei letzten Spielen werden zwei absolviert, die aber keinen Einfluß mehr auf den Stand der Tabelle ausüben werden Freundschaftsspiele: Tv. Münchholzhausen I — Mtv. Gie- ßen I. Die Gäste treten zum ersten Male seit langer Zeit wieder mit ihrer ersten Mannschaft auf den Plan. Ob sie unter diesen Umständen über Hohmann (Benrath) und Szepan (Schalke 0 4) können aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Nordlandreise des DFB. teilnehmen. Für sie gehen Lenz (Dortmund) und Bender (Düsseldorf) mit auf die Reise. Für den Eintritt von Studenten der Jahr- gän-ge 1910 bis 1913 als Freiwillige In die Wehrmacht wird folgendes Merkblatt veröffentlicht: Wann erfolgt die nächste Einstellung? Am 1. November 1935. Dienstzeit: 1. November 1935 bis 30. September 1936. Wer kann als Freiwilliger eingestellt werden? Als Freiwilliger kann eingestellt werden, wer a) die deutsche Reichsangehörigkeit besitzt. b) unbescholten ist, c) unverheiratet ist, d) arischer Abstammung ist, e) nach Urteil eines Sanitätsoffiziers tauglich ist. Mindestgröße möglichst nicht unter 1,60 Meter. Bewerber, die diesen Bedingungen nicht entsprechen, können nicht eingestellt werden. Wo ist Einstellung möglich? Soweit freie Stellen verfügbar sind, ist Einstellung möglich: a) im Heer bei einer Waffengattung eigener Wahl (Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Kraftfahrkampftruppe, Pioniere, Nachrichtentruppe, Kraftfahrtruppe, Sanitätstruppe), b) in der Luftwaffe bei der Fliegertruppe, Flakartillerie oder Luftnachrichtentruppe. Bestehende Wünsche können bei der Meldung angebracht werden. Zur Kriegsmarine (Marineartillerie) können wegen der Kürze der für die Annahme zur Verfügung stehenden Zeit nur Studenten der Hochschulen Hamburg und Kiel eingestellt werden. Wie wird der Student eingestellt? Der Student meldet sich bei dem für seinen derzeitigen Studienort, oder bei dem für den Heimat- ort (Wohnort der Eltern) zuständigen Wehrbezirkskommando. (Meldung für Kriegsmarine nur im Studienort Hamburg oder Kiel). Die Meldung bat spätestens bis zum 15. Juli 1935 zu erfolgen," und Zwar schriftlich oder mündlich unter genauer Angabe von: Kurze Sportnotizen. Die Olympia-Regatta-Strecke von Grünau wird so verbreitert werden, daß sie einen gleichzeitigen Start von sechs Booten gestattet. ♦ Einen neuen Weltrekord im 15-km- Bahn-Gehen stellte der Deutschschweizer Schwab in Oslo auf. Schwab erreichte 1:09:04,7 Stunden und unterbot damit die alte Bestleistung des Franzosen Courtois von 1:10:32,8. einigung dürfte für heute abend das Ziel reicher Sportfreunde sein, die gerne Zeugen rassigen Kampfes fein möchten. VfB.-Reichsbahn Gießen. a) Familien- und Vorname (Rufname unterstrichen), b) Anschrift des Bewerbers, c) Geburtstag, -monat, -fahr, -ort (Land, Kreis), d) deutscher Reichsangehörigkeit, e) Dor- und Familienname der Eltern — Bern des Vaters — Anschrift der Eltern, k) ledig oder verheiratet — Zahl der Kinder —, g) Religion, h) arischer Abstammung* i) Beruf — Fakultät — bereits im Studium verbrachte Semester — zur Zeit an welcher Hoch- schule — abgelegte Prüfungen, k) Vorstrafen, 1) Besondere Ausbildung: Sportausbildung (Reichs, oder SA. - Sportabzeichen, Freischwimmer), Kraftfahrausbildung (Führerscheine), Fliegerausbildung (Schein), Pferdepflege, Reiten, Fahren, sonstige Vorbildung (z. B. Morsen), m) Ausbildung: im Freiw. Arbeitsdienst von ... bis . . oder in der Geländefportausbildung von . . bis oder auf Motorfportfchule der NSKK. von ... bis . oder in der Für den morgigen Sonntag hat sich Heuchelheims erste Jugend die gleiche des VfR. Butzbach zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Da sich beide Mannschaften zum ersten Male treffen, der Ausgang des Spieles nicht vorauszusagen. 1900—W.OL Am heutigen Samstagabend gelangt — kurz vor der Sommerspielpause und nach verhältnismäßig langer Zeit — wieder einmal ein Lokalkampf zwischen den Ligamannschaften der beiden hiesigen Sportvereine zum Austrag. Beide Vereine bemühen sich, ihre stärksten Mannschaftsaufstellungen in das Feld zu führen. Wenn der Kampf auch nicht um Punkte geht, fo geht es doch um das Ansehen. Wer in dem bevorstehenden Kampf den Sieger stellen wird, ist nicht vorauszusagen. Die Mannschaft der Spielvereim- gung hat den Vorteil des eigenen Platzes. Die Grünweißen haben den moralischen Rückhalt eines sehr ehrenvollen Ergebnisses gegen den auch heute nicht zu unterschätzenden Sportverein Wetzlar vom vergangenen Sonntag. Der Platz der Spielver- Wehrmacht von . bis . . . Zugehörigkeit zur HI., SA., SS., NSKK., DLD. oder DMD. Gießener Jugend im Wettkamps Das Deutsche Zugendfeft 1935. Glänzende Organisation, reibungslose Durchführung. < Lubinc . w» erlit! . Bit einen er Ib während । I in (einem ' Der Student in der Wehrmacht. Merkblatt für den Eintritt von Studenten der Jahrgänge 1910/13 als Freiwillige in die Wehrmacht. 0ei tu L", Ks ^r-Lurmuhl KL- Wt,Dt§)9l nimmt meinbejtf. bisher Ministerpräsident General der Flieger H e r m a n n © ö r i n g, ein eifriger Bogenschütze, sucht Erboluna in der herrlichen bayrischen Bergwelt (Presse-Illustration Hossm^n-M.), $ L9 Mr R°Ichi VH leiZSni. ßn; Mi Leichtathletik - Meisterschaften des Kreises Gießen. Der Sportkreis Gießen, umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten, Wetzlar und den Dillkreis, bringt morgen nachmittag auf dem 1900= Sportplatz seine leichtathletischen Meisterschaften zum Austrag, und zwar für Männer und Frauen. Die Wettkämpfe sind Vorstufe und Pflichtteilnahme für die Gaumeisterschaften (am 6. und 7. Juli in Kassel), und es werden daher die Vereine ihre besten Kräfte aufbieten. Auf den Kurzstrecken wird man mit Siegen von Hill (MTÄ.) rechnen können allerdings ist L u h (VfB.-R.) über 100 Meter auch sehr stark. Die 400 Meter sind eine offene Sache. Die beiden Mittelstrecken dürften Peters und Baumstieger (1900) in Front sehen. Heber 5000 Meter sind die Gebrüder N e i d e l (Tv. Heuchelheim) nicht zu schlagen. Beim Hoch-, Weit- und Dreisprung sind die Kräfte- Verhältnisse wieder ausgeglichen. Den Stabhochsprung wird sich Jung (1900) nicht nehmen lassen. Im Kugelstoßen ist Luh (VfB.-R.) unbestrittener favorit. Beim Diskuswerfen erwartet man von ilo (1900) wieder eine gute Leistung. Im Speer- Festnahme eines Darlehens- und Kreditfchwindlers Lpd. F r a n k f u r t a. M., 21.Juni. Die Kriminal- wlizei hat den 6Ojährigen Johannes Mahl wegen Betrugs fest genommen. Mahl hat es verstan- den, sich an Kleinrentner und Kleinsparer heranzu- machen und diesen Darlehen in Höhe von 20 bis 400 RM. abzuschwindeln. Mahl gab vor, einen gutgehenden Kaffeehandel zu betreiben und ein größeres Lager in Kaffe zu unterhalten. Für die geforderten und auch erhaltenen Darlehen versprach Mahl einen ansehnlichen Gewinn. In Wirklichkeit hat Mahl überhaupt kein Lager unterhalten, vielmehr feinen Kaffee in Geschäften bezogen und zum Teil nicht bezahlt. Nicht selten gab Mahl vor, daß er gerade einen Ballens Kaffee auf dem Zollamt auszulösen habe und dazu für nur ganz kurze Zeit einen gewissen Betrag benötige. ----- - - 'V Y Watzel «U LS |**s IS » jUtlM Set Die Kampfgerichte setzen sich aus vielen bewähr- ten Kräften zusammen, die die ordnungsgemäße und gleichzeitig rasche Durchführung der bisherigen Kämpfe garantierten. So war es auch möglich, daß die Wettkämpfe heute morgen zum Teil schon wesentlich früher zu Enoe geführt wurden, als es ursprünglich vorgesehen war. Die Jugend, Knaben wie Mädchen, hatten durchweg einen Dreikampf zu bestreiten, der aus einem -- , bzw. lOO-Meter-Lauf, aus Weitsprung und einem Keulen- (für Knaben) bzw. Ballweitwurf (für Mädchen) bestand. Die Jugend, das konnte man von allen Gesichtern ablesen, hatte ihre Helle Freude an dem Wettkampfbetrieb und wetteiferte um die beste Leistung. In Anbetracht der günstigen Hmstände, unter denen die Wettkämpfe durchgeführt werden, dürfte auch mit erfreulichen Ergebnisse zu rechnen fein. 3m Laufe des heutigen Nachmittags, des morgigen Sonntagvormittags und des Sonntagnachmittags werden die Wettkämpfe für weitere Jugendgruppen fortgeführt. Mtv. Gießen II — Burg-Gemünden. Dieses Treffen, das schon einmal ausgetragc wurde, muß auf Grund einer Entscheidung o< Spielleitung nochmals wiederholt werden. Wc.... die Gäste auch bei dem morgigen Spiel wieder in der Form der Letztzeit spielen, sollten sie einen achtbaren Gegner abgeben, der sich nicht f» ohne weiteres die Punkte abnehmen läßt. Der Ausgang ist deshalb vollkommen offen. Tv. Garbenheim — Tv. Herborn. Dieses Spiel sollte den Einheimischen einen neuen Sieg einbringen und damit ihre günstige Position in der Tabelle noch verbessern. h iebens kam er mBeinei letzte, daß er r ' iechus zugesu § Nidda, Lerasernte Mbwohl nur Klaren, wurde \ euch jetzt miet große Morgen Mark. 8 Nidda, schwerer U I in Abwesenheil ■ heißen glitt dabei au Mädchen ergc Gesicht und 2 wunden e lauten Ruse di erste Hilfe geli gezogen. - Ji hen Landwirt I war wurden itzte Koh mm Acker ges Wen. ) Bittle seitherige una der Heuert dünnen Gras gen bei kühle wenig Nutzer frucht sowo slch gut enftr Regen in bei der Didtou D'e Hoffnung M bie Mai der Höhen! ernte gerechnet Wetschen, jnen erträgt Süßkirsche l't’eVbürff“ Pflaumen «froren. Währ größtenteils n( stärkeren lernte in Zlu« Jen bie Aoh , ?,a die Wüten überreif Ali ^eren oerfe * Sellnri s?ne Lutz v, VfV.-Reichsbahn II — Reichsbahn Dillenburg II. Die Gießener fahren zum Rückspiel nach Dillenburg und stehen damit vor einer Aufgabe, deren Lösung ihnen schwer fallen sollte. Im Vorspiel konnten die Gastgeber in Gießen einen knapven Sieg erringen. Bei diesem Spiele traten bei den Dillenburgern in technischer Beziehung erhebliche Mängel zutage, die aber durch ihre wuchtige Spielweise ausgeglichen wurden. Wenn unter diesen Umftänben die Gießener ehrenvoll abschneiden wollen, dann müssen sie dieses Spiel vor allem mit dem nötigen Einsatzwillen bestreiten. Die nachstehende Aufstellung der Mannschaft dürste die zurzeit stärkste sein: Haas; Leutheuser I, Lehrmund; Hauptfeld, Knauß, Heß; Ranft, Erb, Wlodareck, Erben, Szponick. — Man erwartet einen harten, aber doch fairen Kampf. VsV.-R. II Jgd. - VfR. Cid) I 3gb. Dieses Spiel wird schon am heutigen Samstag ausgetragen, und aus diesem Grunde müssen die Hiesigen eine kombinierte Mannschaft stellen, die in ihrer Spielstärke der etatmäßigen II Jgd. überlegen sein sollte. Aus diesem Grunde müßten die Hiesigen den Sieger dieser Begegnung stellen. e FE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Da es den Teutonen aus besonderen Gründen am kommenden Sonntag nicht möglich ist, eine Mannschaft zu stellen, sie auf der anderen Seite aber die kurze Zeit bis zur Sperre noch gerne ausnutzen wollen, haben sie sich für Samstag, 19 Hhr, auf eigenem Platze die erste Mannschaft vom VfR. Lich zum Gesellschaftsspiel eingeladen. Lich ist bekannt als eine äußerst schnelle und wuchtige Elf, die in letzter Zeit überraschend gute Resultate herausholte. Man denke hier nur an das Spiel zu Pfingsten, in dem die spielstarken Sportfreunde Wetzlar den Sieg in Lich lassen mußten. Der Ausgang des Spieles am kommenden Samstag in Watzenborn-Steinberg dürfte aber im wesentlichen von der Aufstellung der einheimischen Mannschaft abhängig sein. Fußball her Kreisklasteu. am Sonntag, 23. Juni. Aufstiegspiel: Albshausen — Langenaubach (Deibel, Gießen). Gesellschaftsspiele: Am Samstag: Steinberg —Lich (Rüspeler, Gießen), am Sonntag: Alten ° Buseck — Launsbach (Offenbacher, Gießen); Großen - Linden II — Großen - Buseck II (Schnabel, Wieseck), Vetzberg — Steinbach (Krei- ling, Gießen): Wieseck — Großen-Linden (Grote, Mainzlar); Wißmar — Krofdorf (Rüspeler, Gießen). Jugendspiele: Am Samstag: VfB. fomb. — Lich (Hofmann, Wieseck); am Sonntag: Heuchelheim — Butzbach (Hofmann, Wieseck); Wieseck — Großen-Linden (Seitz, Heuchelheim). Wißmar — Kroidori iEckhardt, Wlßmar> Im letzte«, Aufsttegsplei zur Lezirksklasse spielt Langenaubach in Albshausen. Las Vorspiel ging für Albshausen knapp verloren. Albshausen wird daher versuchen, das Ergebnis des Vorspiels zu korrigieren. Es hängt viel davon ab, wer hier Sieger wird, denn der zweite der Tabelle kann evtl mit zur Bezirksklasse aufsteigen, doch darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Man erwartet Albshausen auf Grund des eigenen Platzes als knappen Sieger. Alten-Bufeck erwartet Launsbach. Es ist für dis Gäste wenig Hoffnung vorhanden, dort ungerupft davonzukommen. Die Mannschaft der Platzherren ist als sehr spielstark bekannt. Launsbach muh kämpfen, damit der Sieg Alten-Busecks nicht zu hoch ausfällt. Großen-Bufeck II fährt nach Großen-Linden, um gegen die dortige zweite Mannschaft ein Freundschaftsspiel auszutragen. Wenn Großen-Buseck keine Spieler aus der ersten Mannschaft einstellt, dürfte für die Gäste wenig Aussicht auf Sieg bestehen. Vetzberg hat Besuch aus Steinbach. Hier treffen Zwei gleichwertige Gegner zusammen. Wer Sieger wird ist ungewiß, das Spiel ist offen. — Wieseck empfängt die erste Mannschaft aus Großen-Linden und dürfte auch in der Lage fein, den Sieg im Vorspiel zu wiederholen. — Krofdorf spielt gegen Wißmar. Die besten Aussichten hat zwar Krofdorf, jedoch ist der eigene Platz ein gewichtiger Faktor; ein Hnentschieden ist zu erwarten. Kußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am morgigen Sonntag hat die Fuhballabteilung des Turnvereins Wieseck auf eigenem Platze die 1. und Jugendmannschaft des Turnvereins Großen- Linden im Freundschaftsrückspiele zu Gast. In den Vorspielen konnten die Gäste in beiden Spielen Sieger werden. Die kommenden Spiele, zu denen Wieseck in feiner jetzigen kompletten Aufstellung an- treten wird, werden zeigen, ob die in den Vorspielen Schlußbericht. Im Anschluß an die Abendnachrichten gegen 22.20 Hhr sendet Berlin gemeinsam mit den Reichssendern Frankfurt, Leipzig und München einen zusammensasfenden Bericht vom Verlauf des Auto- mobilrennens. Der Rundfunk gibt auf diese Weise den Hörern Gelegenheit, das große autosportliche Ereignis in allen Einzelheiten zu verfolgen- das durch die Teilnahme der deutschen Wagen für uns Deutsche besondere Bedeutung gewinnt. und Hammerwerfen sind die Sieger nicht vorauszü. sagen. Bei den Frauen dürfte der Männer-Turnverein Gießen die beste Rolle spielen, doch haben Spieloereinigung 1900 und VfB.-Reichsbahn auch einige talentierte Kräfte. Mainzer Ruher-Äerein in Italien. An der am 29. und 30. Juni auf dem Lago Mag- giore stattfindenden Regatta von Pallanza wird sich auch der Mainzer Ruder-Verein mit einem Achter und einem Zweier ohne Steuermann beteiligen. Rundfunkübertragung vom Großen Preis von Frankreich. Der Deutsche Rundfunk überträgt am morgigen Sonntag, 23. Juni, von dem Autorennen um den Großen Preis von Frankreich auf der Mvntlhery- Bahn folgende Berichte: Der Reichsfender Berlin gibt von 13 bis 13.30 Hhr einen Funkbericht vom Start und von 15 bis 15.20 Hhr einen Bericht über den Verlauf des Rennens. Von 16 bis 17 Hhr bringen die Reichssender Berlin und Köln einen öic eingespielte Mannschaft der Einheimischen siegreich bleiben werden, steht dahin. Vor dem Haupt- spiel treffen sich die beiderseitigen Jugendmann- | schäften. Auf dieses Zusammentreffen kann man einigermaßen gespannt sein. Tv. Heuchelheim — VfB.-R. Gießen Ib. Obwohl Heuchelheim vor kurzer Zeit erst eine empfindliche Niederlage einstecken mußte, ist das erneute Zusammentreffen noch nicht entschieden. Die Ein- heimischen werden den Vorteil des eigenen Platzes auszunutzen wissen und alles daransetzen, die Scharte des Vorspiels einigermaßen auszuwetzen. Tv. A11 e n ö p r f (Lumda) — Tv Londorf. Das Vorspiel konnte Allendorf Dank der geschlosseneren Mannschaftsleistung knapp für sich entscheiden. 2lus diesem Grunde sollte auch das morgige Spiel bereits entschieden sein. Tv. A tz b a ch — Tv. Lützellinden II. Das Vorspiel konnte Lützellinden, allerdings verstärkt, hoch gewinnen. Am Sonntag tritt nun Atzbach komplett und die Gäste mit Ersatz bzw. mit der reinen zweiten Garnitur an. Unter diesen Umständen ist mit ziemlicher Sicherheit mit einem klaren Erfolg der Einheimischen zu rechnen. Tv. Hachenburg — Tv. Lützellinden. Lützellindens 1. Mannschaft tritt die weite Reise nach Hachenburg an und wird, gemessen an der Spielstärke der Einheimischen, kaum eine Gewinnchance haben. Die Hachenburger haben noch in der vorletzten Runde Gauklasse gespielt, und mancher Verein mußte seinerzeit die Spielstärke erfahren. Oberheffen «1 der Wirtschaft 1 i 1 'l 116 97,75 97,5 82,5 116 115,9 5 d. S). 174,75 153,13 100,75 96,75 96,75 106,5 113 100,13 98,5 96,5 100,75 96,75 96,75 106,5 97,75 102,9 113,25 100,4 98,25 96,25 [en )er 34 36 88,5 117 89,75 91,5 91,5 178,75 34,5 36,9 89,5 116 89,75 91 91 179,5 34 27,4 36 88 117 89,5 91,5 91,5 178,75 34,25 27 36,65 89 116 89,5 91 91 179,5 kschen ty ■m j)(?upv enbmann•I inn man 97,45 103,4 113,13 100,13 98,5 96,25 100,5 92,25 127 115,6 96 100,9 101,25 96,75 96,75 106,5 11,25 11,25 11,4 12,75 44,4 138,5 112,75 127 98,5 126,5 133 125,75 118 173 45 138,75 112 127,5 98,75 126,5 135 125,25 118,25 174 126 101,75 111,5 109 156 127 96 84,15 101 109 109,5 157 129 96,75 84 45,25 138,9 112 127,75 99,25 126,75 135 125,13 118,5 175,25 126,5 101,5 111 108,9 103,75 127,13 96,4 84,9 62,5 118,13 117 85 90,75 160,25 113 100,25 98,5 96,25 100,2 92,25 127 115,5 96 100,9 101,13 96,75 96,75 106,5 32 1,65 11,4 11,25 11,25 13 LI 1 43,9 138,5 112 126,4 98 126,65 125,5 118 173 128 101 110 109,5 104 127,65 96,75 83,65 1,7 11,5 11,3 11,5 12,9 1,7 11,4 11,25 11,25 12,8 < Büdingen, 21. Juni. In einer fyie1 Metzgerei erlitt ein Metzgerbursche bei Arbeit einen ernsten Unfall. Der junge Mensch trug während der Arbeit ein Schlachtmesfer in seinem Stiefelschaft mit sich. Unversehens kam er zu Fall, wobei ihm das Messer in Das Bein eindrang und ihn so erheblich verätzte, daß er nach starkem Blutverlust dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Hl Ni d d a, 21. Juni. Die städtische Heu - qras ernte von 75 Morgen wurde versteigert. Obwohl nur wenige Kaufinteressenten erschienen waren, wurde der vorjährige Versteigerungserlös auch jetzt wieder erzielt. Der 2500 Quadratmeter große Morgen kostete durchschnittlich 27 bis 28 so daß Hapag und Nordd. Lloyd |e 0,50 v. H. an« zogen. Etwas fester notierten außerdem Reichsbankanteile mit plus 0,50 v. 5)., Daimler Motoren auf die günstige Bilanz mit plus 0,75 v. S)., Westdeutsche Kaufhof, Kunstseide Bemberg sowie Feldmühle Papier lagen bis 0,40 v. H. freundlicher, wahrend Moenus Maschinen 0,65 v. S). Jul. Berger 0,50 v. $)., Metallgesellschaft 0,40 v. 5). und AG. für Verkehrswesen 0,25 v. S). nachgaben. Kunstseide Aku waren stärker angeboten und gingen auf 61,75 (62,50) zurück. Renten lagen bei allerdings sehr kleinen Umsätzen freundlich. Altbesitzanleihe und Reichsbahn- DA. gewannen je 0,13 v. H., Kommunal-Umschul- düng blieben zu 89,20 und Zinsvergütungsscheine zu 90,15 unverändert. Etwas schwächer waren dagegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,40 nach 96,65. Von fremden Werten gingen 4prozentige Rumänen auf 6 (6,13) v. H.) zurück. Nachdem nach den ersten Kursen zumeist leichte Rückgänge von etwa 0,25 v. H. eingetreten waren, ergaben sich in der zweiten Börsenstunde auf kleine Rückkäufe der Kulisse wieder leichte Erholungen. Das Geschäft war aber weiterhin klein und beschränkte sich lediglich auf IG.-Farben mit 148 bis 149,50 und auf AEG., die allerdings auf 44,25 nach 44,65 zurückgingen, um aber wieder mit 44,75 zu schließen. Schiffahrtswerte unterlagen geringfügigen Schwankungen. Im ganzen blieb die Entwicklung uneinheitlich, Südd. Zucker plus 1,50 v. Sy, AG. für Verkehr plus 0,50 v. Sy, Braubank plus 1 v. H., dagegen Rhein. Braunkohlen minus 1 v. Sy, Eßlingen Maschinen minus 0,65 v. Sy, Muag minus 0,25 v. H. Am Kassamarkt waren Dyckerhoff und Widmann mit zwei Plus-Zeichen angeschrieben. Renten blieben auch später still und lagen unverändert. Altbesitz bröckelten aber eher ab. Pfandbriefe und Stadtanleihen zeigten bei minimalem Umsatz kaum Veränderungen, im übrigen lagen Festverzinsliche nahezu geschäftslos. Von Ausländern gewan- nen Anatolier I und II 0,50 v. S)., 4,50 Goldrumänew 0,25 v. H., dagegen gingen Ungarn Gold 0,25 v. Sy und 5proz. Rumänen 0,40 v. Sy zurück. Tagesgeld blieb zu 2,50 v. Sy unverändert. Abendbärfe: gut behauptet. chen ®tlJ , Ben*1 'Utnoetein1 * w beeren versehen. Kreis Schotten. * Sellnrod, 21. Juni. Frau Witwe Wilhelmine Lutz von hier, die mit 8 9 Ja h re n die älteste Einwohnerin unseres Ortes ist, kann Datum ....... 8 ....... 6 .......0 0; ö KeMN'e e vor de« , $oin13 . 0 . 6 . 6 7y,l ,. 7 . V 0 IN bewahr, nysqemäßt bisherigen ^glich/daß eil schon lhrt wm> r. tten durch, aus einem irung und itrourf (für len Gesich dem Wett- e Leistung, unter; de> den, dürfte chnen sein, s morgigen aachmittag- ugenögrup Lpd. Frankfurt a. M., 21. Juni. Trotz wiederholten polizeilichen Warnungen in der Tagespresse gelingt es den „Schatzschwindlern aus Spanien" immer wieder, Leichtgläubige zu finden, die aus Geldgier auf diesen Betrug hereinfallen. Seit Jahrzehnten arbeiten diese Burschen nach dem gleichen Rezept und finden immer wieder ihre Opfer. Neuerdings macht sich der Schwindel insbesondere in Süddeutschland bemerkbar. Es wird deshalb noch einmal nachdrücklichst vor derartigen Schwindlern gewarnt. . 12: 231,5 sy,1 111,13 o: 82,5 24 Kommunisten vor dem Darmstädter Strafsenat. LPD. D a r rn st a d t, 21. Juni. Nach zweitägiger Verhandlung sprach heute der Strafsenat des Oberlandesgerichts in Darmstadt das Urteil in der Anklage gegen 2 4 Kommunisten aus der Gegend von Mörfelden und Groß-Gerau, die wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt waren. Die Angeklagten hatten versucht, die Kommunistische Partei zu reorganisieren, und die Funktionäre, der '35jährige Heinrich R u h l a n d 3. aus Groß- Gerau, der 30jährige Peter Schulmeyer 15. aus Mörfelden und der 37jährige Alwin Heizen- r ö d e r aus Rüsselsheim, hatten Mitglieder gewor, ben, Beiträge einkassiert und verbotenes Material verbreitet. Ruh land wurde zu Jahren Zuchthaus, Schulmeyer und Heizenröder zu je 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der 24jäh- rige Georg Ewald 4. aus Groß-Gerau erhielt Mark. . S Nidda, 21. Juni. Hier ereignete sich em schwerer Unfall. Ein Hausmädchen, das in Abwesenheit der Familie einen großen Tops heißen Wassers vom Herd nehmen wollte, glitt dabei aus und stürzte. Dem bedauernswerten Mädchen ergoß sich das heiße Wasser über Hände, Gesicht und Brust, so daß es schwere Brandwunden erlitt. Nachdem Nachbarn, durch die lauten Rufe der Verunglückten aufmerksam gemacht, s /erste Hilfe geleistet hatten, wurde der Arzt zu Rate sfgezogen. — In den letzten Tagen wurden bei einigen Landwirten Fel ddieb stähle verübt, und zwar wurden etliche hundert frisch gesetzte Kohl- und Dickwurzpflanzen vom Acker gestohlen. Man fahndet eifrig nach den rfio”’ Ä ZS SZ Gemeinderat in Nidda. m Nidda, 21. Juni. In der gestrigen Gemeinderatssitzung unter Leitung des Bürgermeisters Philippi wurde u. a. beschlossen: Der Semeinderat sttmmt dem Verkauf von 26 Quadratmeter Gelände an einen Privateigentums zu. — Die Fischerei-Pacht wird für das Jahre 1935 auf 300 Mark ermäßigt. — Die Reparatur der Johanniter-Turmuhr wird einem Uhrmacher zu seinem Angebotspreis von 295 Mark übertragen. — Die Pacht für das Steinbruchsgelände an den Goldäckern wird auf 100 Mark pro Jahr festgesetzt. — Der Flieger-Ortsgruppe Nidda wird für 1935 ein Beitrag von 20 Mark bewilligt. — Der Gemeinderat nimmt Kenntnis von der Verpachtung der Gemeindejagd auf 12 Jahre; die Pacht beträgt für die ersten zwei Jahre 600 Mark, für die übrigen 10 Jahre 700 Mark pro Jahr. — Das Wassergeld wird nach den bisherigen Grundsätzen erhoben. — Für die diesjährige Herbstmarkt-Verlosung sollen 5000 Lose vertrieben und sechs Stück Vieh verlost werden. Landkreis Gießen. ■y Watzenborn - Steinberg 22. Juni. Am nächsten Montag begeht unser Mitbürger Joh. Balthasar Häuser I. in bester körperlicher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag. — 3n unserer Gemeinde wurden erneut zwecks Arbeitsbeschaffung von weit über 2000 Mark Arbeiten an hiesige Handwerker vergeben. Das vor einigen Jahren erworbene Bürgermeistereigebäude wird in seinem Aeußeren neu her- gerichtet. Die Friedhofshalle wird ausgebaut und renoviert. Die alte Umzäunung des Schulhofes wird durch Betonsockel und Latten ersetzt. Kreis Büdingen. Irtitfr "“Wit M Mw ;\m\ r cht Dom "'cht über L« Uhr foln einen !en Jeflen ■en Reichs, rn einen des Auto. >>e e Weise ^sportliche Dlflen( bo5 " für uns in der Höhenlage kann auf eine schwache Mittelernte gerechnet werden, ebenso bei B i r n e n und Zwetschen. Während die Sauerkirschen einen erträglichen Behang zeigen, versagen die Süßkirschen völlig. Auf eine Walnuß- ernte ist gar nicht zu rechnen. Die Mirabellen dürften einen mittleren Ertrag bringen, Pflaumen und Reineclauden sind jedoch erfroren. Während die ersten E r d b e e r b l u t e n größtenteils gelitten haben, öligen die IPat^en einen stärkeren Fruchtansatz. Es steht eine Mittelernte in Aussicht. Eine viel bessere Ernte bringen die Johannis- und Stachelbeeren, da die Blüten den Frost überstanden haben. Mit überreichem Blütenansatz sind die Gartenbrom- Oie Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 896: Neue Einfuhrbestimmungen in Polen. 897: Verpackung von Postpaketen nach überseeischen Ländern. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehnmrkt. Am Großviehmarkt bestand wiederum Mangel, so daß nur etwa 50 v. H. der Nachfrage Befriedigung fanden. Allgemein war die Qualität sehr gering, die wenigen guten und mittleren Tiere waren in ersten fünf Minuten nach Marktbegrnn ausverkauft, doch nahm das Geschäft auch im übrigen bei meist in sich weiter erhöhten Preisen einen sehr lebhaften Verlauf. Stärker im Preise erhöht waren geringe Kühe. Die Zufuhr betrug insgesamt 684 (598) Stück, wovon gut die Hälfte allem auf den Auftrieb von Kühen entfiel. Man glaubt, daß sich die Angebotsverhältnisse in den nächsten Wochen bessern werden, da die Reichsstelle Genehmigung zum Ankauf von Lebendvieh aus dem Mastgeblet Husum und aus Oesterreich erteilt hat, doch wild sich diese Maßnahme erst allmählich bemerkbar m Ää I b e r waren zunächst lebhaft, später nur langsam gefragt, so daß die anfangs der Woche noch hohen Preise schließlich nachgaben. Nur in besten Qualitäten vermochten sie sich besser zu behaupten. Der Auftrieb betrug 1623 (1211) Stuck und wurde ausverkauft. Am Schweinemarkt ließ sich das Angebot von 4244 (4354), obwohl vermindert, nur schwer unterbrinqen, so daß die alten Preise insbesondere für fette Tiere, kaum behauptet blieben. Das anhaltende Regenwetter hat auf den Verkauf einen nachteiligen Einfluß genommen. Hammel und Schafe wurden nach ruhigem Handel und zu letzten Preisen geräumt. * Kartoffel-Geschäftsbedingungen des Reichsnährstandes. Die Hauptveremi- retfe iß ft einti estattet. im 1R r Schl"3 7 Stuck" > R .4 °nn beteil als Ururgroßmutter auf einen großen Familienkreis blicken. Fünf Generationen, nämlich Ururgroßmutter, Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Kind, erfreuen sich allesamt der besten Gesundheit. * Lardenbach, 20. Juni. Gestern wurde unter überaus zahlreicher Beteiligung von nah und fern die Leiche unseres Altbürgermeisters Lein zur letzten Ruhe gebettet. Der Ortspfarrer schilderte Leben und Wirken des Heimgegangenen an Hand des Textes: „Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach." Die Schuljugend und ein Gemischter Chor fangen unter Leitung von Lehrer Becker ihre ernsten, feierlichen Weisen. Nach dem Segen wurden zahlreiche Kränze niedergelegt von Vertretern des Kreisamtes, der Bürgermeister des Kreises, der Bezirkssparkasse Laubach, der Gewerkschaft Luise, der kirchlichen und bürgerlichen Gemeindevertretungen und der Schuljugend. Die Ansprachen, die diesen Akt begleiteten, gedachten der Verdienste des teuren Toten. Er hat mehr als 36 Jahre in mancherlei kirchlichen und bürgerlichen Ehrenämtern bei Vorgesetzten und Untergebenen durch treue Pflichterfüllung und echt christlichen Wandel Liebe und Vertrauen gewonnen. Sein Andenken bleibe im Segen! $ranffurt a.m. | Berlin Dem Starkstrom zu nahe gekommen. LPD. Herborn, 21. Juni. In einer Eisengi e ß e r e i bei Herborn kamen am Freitagabend zwei Arbeiter der Starkstromleitung zu nahe. Während der 22 Jahre alte Schlosser Scheid aus Wommelshausen schwere Verletzungen erlitt, wurde der 32 Jahre alte verheiratete Arbeiter A. Müller aus Endbach auf der Stelle getötet. An der Abendbörse herrschte lustlose Stimmung, doch blieb der Grundton nach den leichten Erholungen im Mittagsschlußverkehr freundlich. Da jedoch Aufträge seitens der Kundschaft fehlten, zeigte die Kulisse, die heute mittag in kleinem Umfange Deckungen vorgenommen hatte, wieder betonte Zu- rückhaltmrg. Die Berliner Schlußkurse vermochten sich indes voll zu behaupten, verschiedentlich traten weitere Erhöhungen bis zu 0,50 v. H. ein, so für einige Montanaktien, außerdem erhielt sich das Interesse für Schiffahrtswerte. Von chemischen Werten gewannen Scheideanstalt 1,50 v. H. auf 232, Farben lagen mit 149,50 (149,65) gehalten. Elektroaktien bröckelten dagegen noch mäßig ab. Am Einheitsmarkt blieben Bankaktien unverändert, Schriftgießerei Stempel waren mit 63,50 (63) etwas höher. Renten lagen weiterhin fast geschäftslos. Obwohl die Kurse nicht immer voll behauptet blieben, insbesondere für Altbesitz sowie einige Industrie-Obligationen und Pfandbriefe, war die Grundstimmung auch hier freundlich. Von Ausländern gaben Anatolier I/II 0,50 v. H. nach auf 39,50, Ungarn Gold blieben zu 11,30 bis 11,35 behauptet. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 21. Juni. Die Marktlage ist weiterhin gut stetig bis fest. Die Zufuhren wiesen im allgemeinen keine Zunahme mehr auf, vielmehr sind die Anlieferungen in der Gut^lasse S sehr klein und die Nachfrage gerade hierfür lebhaft. Mittlere und kleine Sorten waren ausreichend angeboten und teilweise nur mit Schwierigkeiten unterzubringen. Im ganzen nahm aber das Geschäft weiter einen zufriedenstellenden Verlauf, obwohl die Verkaufsmöglichkeiten in der zweiten Monatshälfte immer schwerer sind als zu Anfang eines Monats. Es notierten in Pfennig pro Stuck frei Frankfurt a. M. (Großhandels-Verkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 94, A 9/, B 8%, C 8 bis 8%, D 7%. Holländer und Flandern Kl. S 9%, A 9%, B 8%. Dänen Kl. S 9/2 bis 94, A 9 bis 9%, B 84 bis 84. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 21. Juni. Obwohl die Zufuhren in deutscher Butter weiter angeftiegen sind, konnte sich die feste Stimmung des Marktes erhalten, da für den Absatz kaum Schwierigketten bestehen. In feinsten Qualitäten deutscher und hol- ländischer Butter besteht zur Zeit sogar gewisser Mangel, infolgedessen verlagerte sich das Interesse mehr und mehr auf die bicher weniger gut gefragten Mittelsorten, daneben findet auch geringe Molkereibutter, insbesondere seitens der butterverarbeitenden Großbetriebe, gute Nachfrage. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Fram- furt a. M. (Großhandels-Verkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, : feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkerei- : butter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Koch- butter 115 bis 120; holländische Markenbutter 145. gung der Deutschen Kartoffelwirtschaft ordnet an, daß im Verkehr mit Kartoffeln die Kartoffelgeschäftsbedingungen des Reichsnährstandes vom 20. Juni mit Wirkung dieses Tages zugrunde gelegt werden. Damit verlieren die bisherigen Geschäftsbedingungen des Reichsnährstandes für den deutschen Kartoffelhandel, die sogenannten Berliner Vereinbarungen, ihre Gültigkeit. * Früherer Börsenschluß in den Sommermonaten. Entsprechend dem Berliner Vorgehen findet die Wertpapierbörse in den Monaten Juli und August von 11 bis 12.30 Uhr statt. Die ersten Kurse werden um 11, die Einhettskurse zwischen 11.30 und 12, und die Schlußkurse um 12.30 Uh* ^b s a tz steigerung im Rheinischen Braunkohlensyndikat. Der Brikettabsatz des Rheinischen Braunkohlensyndikats betrug im Mai 1 036 799 Tonnen gegenüber 874 221 Tonnen im gleichen Vorjahresmonat. Khein-Mainifche Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Juni. Die Börse war bei außerordentlich stillem Geschäft nicht ganz einheitlich, es überwogen aber zumeist leichte Abschwächungen, da seitens der Kundschaft erneut kleines Angebot vorlag. Infolge der fortdauernden Zuruckhaltung der Kulisse zeigte sich kaum Aufnahmenei- qung. Vorbörslich waren einige Spezialwerte, insbesondere Farbenindustrie, etwas fester, doch kam qerabe in dieser Aktie stärkeres Angebot heraus, das den Kurs auf 148,40 bis 147,75 (149) druckte An den Aktienmärkten blieben die Veränderungen sonst recht klein. Etwas mehr rückläufig waren jedoch Lahmeyer nach Pause mit minus 2,50 D. H. auf 126 und Bayr. Motoren-Werke mit minus 1 50 v. H. auf 123,50. Montanaktien lagen sehr still, wobei die Verwaltungserklärung der Hoesch-Köln- Neuessen gegen die Dividendengerüchte etwas mit- sprachen, meist gaben die Kurse bis 0,50 v. H. nach, Harpener verloren 1 v. H. Elektrowerte vermochten sich bei kleinsten Umsätzen meist voll zu behaupten und teilweise auch etwas zu befestigen, nur RWC und Felten gaben je 0,50 v. H. nach. Für Schifffahrtsaktien zeigte sich erneut kleine Kaufneigung, 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ....... ..... 4l/,% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8°/» Hess. Vollsstaat 1929 (rückzahlb. 102°/°) ............ *yt% ehern; Hessische Landesbant Darmstadt Gold R. 12........ 5y2% ehern. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltaui ... 4y2% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y,% ehem.8°/«» Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 5%% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe iy4% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 las erneut? . Die Sinnen Platzeisetzen, diel HUwehen. ßonborl. r geschloüi' entscheide! rgige Spe n n. Bö s oerM un Ahba-d w. mit da diesen Uw mit einen hnen. eUinbei weite M fen an da nt gewinn' noch m da nd nw erfahren. ManSselder Bergbau ... Kokswerke ............ Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rhetnstahl ----------- Vereinigte Stahlwerke.. Ltavt Pttnen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Melallgeiellschaft Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Schlußk. Mittag- börse 21-6- Datum 4% vesgl. Serie ll ............. 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4yr"/°Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 4% Rumänische vercinh. Rente - - 2 y*% Anatolier............... Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd --•-••••• ° '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Drsconto- Gesellschaft................J Dresdner Bank ........ Reichsbank ................12 Gritzner ® Mainkraftwerke Höchst O-ÖL... 4 Süddeutscher Zuck« Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Bie hinter den Papieren angefüDrten »rn geben d.e Hohe ->°r be,chw,!°n°n Dwid-nd- an. - R°'ch.b°nkd..k°n, 4 , 0 Eiektr. Lieserungs'gesellschast... b Licht und Kraft ........... »Vi Felten & GuMeaume .....v Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Eiektr 6 Schuckert 8- Eo........-•••••• * Siemens L Halske..... < Lahmeyer L To .......7 Buderus —— ® Deutsche Erdöl .•••••••—— • Gelsenkirchen« " |oe|di Eisen—Köln-Neueft-« .. 0 Ilse Bergbau • Ilse Bergbau Genüsse • Klöcknerwerke —— Mannesmann-Röhre« w 16,25 120 178 149 230,5 102,13 123,25 104,5 90 I 118 I 135 I 4Vi Jahre Zuchthaus, weil er zwar nicht Funktionär war, aber in der Zeit feiner kommunistischen Agitation in der SA. dem Führer den Treueid leistete. Den Verurteilten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Der 23jährige Wilhelm Klepper, der 32jährige Wilhelm T r a i f e r 3. und der 26jährige Alois G a m b e I, alle aus Groß-Gerau, erhielten 3V2 Jahre Zuchthaus, elf weitere Angeklagte Zuchthausstrafen von zwei bis drei Jahren, nämlich der 30jährige. Heinrich Nikolaus, der 30- jährige Ludwig G e r n a n b t 2., der 35jährige Philipp Engelleitner, der 57jährige Bernhard Fuchs, der 30jährige Ludwig Ruh land 1., alle aus Groß-Gerau, der 34jährige Theodor K r a u ß e r aus Büttelborn, der 29jährige Anton Windmeißer, der 33jährige Heinrich Ti» mann, der 30jährige Albert S t e u b e, der 30- jährige Heinrich Schmitt, alle aus Rüsselsheim, und der 24jährige Jakob Emmri ch aus Walldorf. Diesen Verurteilten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre abgesprochen. Bei allen zu Zuchthaus Beurteilten wurde außerdem Polizeiaufsicht angeordnet. Die restlichen sechs Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von 9 Monaten bis zu 2 Jahren wegen Vergehens gegen die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde nur dort angerechnet, wo die Angeklagten Geständnisse abgelegt hatten. Oie spanischen Gchahschwindler wieder an der Arbeit! Sieben. , D Mittleres Niddatal, 21. Ium. Die seitherige ungünstige Witterung hat den Beginn der Heuernte verzögert. Die Wiesen zeigen dünnen Graswuchs, der verspätet eingetretene Regen bei kühler Temperatur brachte dem Untergras wenig Nutzen. Die Winter - und Sommer- fr u ch t sowohl, als auch die Kartoffeln haben sich gut entwickelt. Durch den äußerst ergiebigen 'Hegen in den letzten Tagen steht em Anwachsen der Dickwurzpflanzen in sicherer Aussicht. Die Hoffnung auf eine reiche 2lp fei ernte ist durch die Maifröste geschwunden, nur bei Baumen s. Pamyi nilf P1T1P frflTTKlmß Mlttel- SchultheiS Patzenhoser ....... 4 Aku (Wlgemerne Kunstseide) .. 0 Bemberg .............® Zellstoff Waldhof ........0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas 7 Daimler Motoren " Deutsche Linoleum...........6 Orenstetn & Koppel .........0 Westdeutsche Kaufhof 0 ••••• 0 Accumulatoren-Fabril 12 Tontt-Gummt 8 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. TU. 20-Zuni 21-Iuni___ Amtliche Notierung Geld 1 Dries Amtliche Geld Notierung »rief , Buenos Atre-. Brüssel..... Rio de Jan. . Sosta ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reu york... 0,658 41,98 0,149 3,047 54,55 46,82 12,215 5,385 16,38 168,46 20,42 0,717 5,649 61,40 48,95 11,08 62,99 81,03 33,93 10,35 2,478 0,662 42,06 • 0,151 3,053 54,65 46,92 12,245 5,395 16,42 168,80 20,46 0,719 5,661 61,52 49,05 11,10 63,11 81,19 33,99 10^37 2,482 dantnoten 0,658 41,98 0,139 3,047 54,55 46,82 12,215 5,385 16,38 168,38 20,42 0,717 5,649 61,40 48,95 11,08 62,99 81,03 33,94 10,35 2,477 0,662 42,06 . 0,141 3,053 54,65 46,92 12,245 5,395 16,42 168,72 20,46 0,719 5,661 61,52 49,05 11,10 63,11 81,19 34,00 10,37 2,481 Berlin, 21 Iuni 1 Geld Ärief " Englische Noten ............— Norwegische Noten ......•••••• • • Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Spanische Violen, Ungarische Rot« 2,429 41,82 54,34 12,18 16,32 167,96 19,86 61,19 62,77 80,80 33,47 2,449 41,98 54,56 12,22 16,38 ,i 63,03 81,12 33,61 Frankfurt a. M Berlin Schluß- turs Schlußi. Äbend- börse Schluß- lurs Schlußk. Mittag- börse 20-6- 21.6. 20.6. 21-6. 8,13 7,75 7,8 7,8 10,13 10,25 10,25 10,2 6,13 6 6,1 6 39,4 39,5 39,6 39,7 Frankfurt O.3JI. Berlin Schluß- lurs Schlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20-6 21-6. 20.6- 21.6. Schluß« turs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs 20-6. 216 20 6. 116,13 115,75 123 116,25 116,65 230,5 233 230,5 111,5 110,5 111,75 82,9 82,13 82,5 16,5 16,25 16,5 120,25 120,5 119,5 118,5 120,75 119 177 178 178 149,5 148,4 149,65 230,5 — — 102,75 102,25 102,75 122,25 122,75 122,75 104,25 104,25 103,9 90 90 90,5 118 — 135 — _ 110,65 112 62 62,4 61,9 119,4 118,25 119,25 117,5 117 117 85,25 85 85,65 135 135 91,5 91 91,65 160 159 159,5 87,25 87 38,5 37,75 38,5 295 294 295 —. 175 175 153 153,25 153 39 1 39 1 39,25 89,5 1 — 190 1 188,5 | 189 zuifflbefadisftä.. Vitamalz das Gesundheitsbier 3425 D SXBcti Keller. 383Ü Frau Marie Petri Wwe 371 ID (neben * Plockstrabe Nr. 14-16 Gießen (Asterweg Nummer 31), den 22. Juni 1935. Fernruf Nummer 3680 3689 A 2 Standardwerke der Naturwissenschaft sind. 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