Nr.118 Erster Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 22. Mai 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gießener FamilienblStter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnlverfitStr Such- und Steinöruderei «.Lange in «iehen. 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Weitausholend und tief auf den Grund der Dinge schürfend hat er Deutschlands Einstellung zu dem großen Weltproblem der Sicherung des Friedens in einer Zeit wachsender Nervosität und gewaltig fortschreitender Rüstungen mit all der Offenheit klargelegt, nach der die Welt verlangt und um die die Völker der großen Demokratien des Westens das deutsche Volk beneiden können. Der Führer hat an den Anfang feiner mehr als zweistündigen Rede mit Recht die von der Presse des Auslandes immer wieder angezweifelte Volksverbundenheit des nationalsozialistischen Regimes gestellt. Diese Regierung ist vom Volke gerufen und der vom Volke gewählte Führer spricht im Namen dieses Volkes, mit dem er zu einem untrennbaren Ganzen verschmolzen ist. Die ungeheuren Aufgaben, die der zur politischen Macht gelangte Nationalsozialismus in dem durch die Folgen des Diktats von Versailles zerstörten Deutschland vorgefunden hat, sind so gigantisch, daß Jahrzehnte, ja vielleicht Jahrhunderte nicht ausreichen, sie durchzuführen. Unsere Generation röird bestenfalls die Legung der Grundmauern erleben, wie sollten wir nicht den Frieden wollen, so fragt der Führer, um diese Grundlagen gesichert zu sehen, auf denen unsere Kinder und Enkel weiterbauen sollen? Muß doch Deutschland schon aus seiner nationalsozialistischen Weltanschauung heraus, aus der Einstellung zum Begriff des Volkstums den Frieden wollen, da es der Ansicht ist, daß der Versuch einer Einschmelzung fremden Volkstums nur die innere Geschlossenheit des eigenen Volkes beeinträchtigen und auf die Dauer nur ein Unglück für beide Teile bedeuten müsse. Die europäischen Nationalstaaten, wie sie im Laufe der letzten Jahrhunderte europäischer Geschichte geworden sind, sind in ihrem territorialen und volklichen Bestand so verhärtet, daß kein Staat durch einen Krieg mehr gewinnen kann an fremdem Volkstum wie durch eine gesunde Sozialpolitik an Kindern des eigenen Volkes. Wenn nur die Führer den Frieden wollen, so ruft Adolf Hitler unter dem stürmischen Beifall des Reichstags den Staatsmännern Europas zu, die Völker haben sich noch nie den Krieg gewünscht? Und dann nimmt der Führer mit bitterem Sarkasmus die seltsame im großen politischen Gespräch üblich gewordene Methode aufs Korn, die deutschen Friedenserklärungen zu bagatellisieren und statt ihrer unsere Zustimmung zu Pakten zu verlangen, die angeblich die kollektive Zusammenarbeit der Völker zur Sicherung des Friedens begründen. Unsere Friedenserklärung an Frankreich, die nach Rückkehr der Saar keinerlei territorialen Ansprüche enthielt, ist so gut und so wertvoll für die Sicherung des Friedens als irgendwelche Paktunterschriften. Kollektive Zusammenarbeit, wie sie die 14 Punkte Wilsons zu begründen suchten, setzt einen Frieden der Versöhnung voraus, eine Abrüstung aller und daher auch eine Sicherheit aller. Aber Versailles hat diesem Gedanken das Todesurteil gesprochen. Er wurde damals von denen am schwersten verletzt, die ihn heute am häufigsten im Munde führen. Der Führer führt namhafte Staatsmänner der Alliierten als unverdächtige Zeugen dafür an, daß die Verpflichtung zur eigenen Abrüstung als bindende Folge der deutschen Entwaffnung sehr wohl auch bei den. Vertragspartnern von Versailles als Verpflichtung empfunden wurde. Aber obwohl alle Voraussetzungen dafür gegeben waren, hat man sich seiner Verpflichtung entzogen. Die Zeit war reif, Deutschland war entwaffnet und hatte jenen politischen Geist bei sich Einzug halten lassen, den die westlichen Demokratien als den wahren Friedensgeist ihm ange- priesen hatten, aber der Wille fehlte, das feierlich übernommene Abrüstungsversprechen auch einzulösen. Statt abzurüsten widmeten sich vielmehr alle großen Mächte mit aller Kraft einer bis zum äußersten gesteigerten Vervollkommnung der technischen Waffen aller Art. An markanten Beispielen zeigte der Führer, welch ungeheuren Verfeinerungen seit dem Ende des Weltkrieges grade die Angriffswaffen erfahren haben, die Deutschland zu besitzen untersagt worden war, ja gegen die ihm nicht einmal die geringste Möglichkeit des Schutzes erlaubt worden war: Kriegsflugzeuge, Tanks, schwerste Geschütze, Gaswaffen, U-Boote. Wenn nicht in dieser rapiden Entwicklung leistungsfähigster Kriegsmaschinen statt der feierlich versprochenen Abrüstung ein eklatanter und einseitiger Vertragsbruch vorliegt, so ruft der Führer unter der Zustimmung des Hauses aus, so fragt man sich, was überhaupt denn Vertragsbruch sein soll. Und mit spitzer Ironie fertigt er Macdonalds seltsame Logik ab, die jeden Vertragsbruch nachttäglich sanktioniert sieht, wenn er eine Aufkündigung der Verpflichtungen durch den andern, um die Gegenleistung betrogenen Partners zur Folge hat. Es muß ein Ende sein mit der unaufrichtigen Meinung, als ob die Rüstungen der andern Oelzweige des Friedens, Deutschlands Rüstung aber eine Rute des Teufels sei, „Tank ist Tank und Bombe ist Bombe?" Der Führer unterzieht dann die diplomatische Methode der Konferenzen einer scharfen Kritik, zu deren Vorbereitung zwei Regierungen ein Pro- Die denkwürdige Sitzung. Berlin, 21. Mai. (DNB.) Die 5. Sitzung des nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler Zweiten Deutschen Reichstages war als ein besonders großes politisches Ereignis schon seit Bekanntgabe der Reichstagseinberufung gewertet und erwartet worden. Mehrere Stunden vor Sitzungsbeginn wurden im Verhandlungssaal die letzten Vorbereitungen getroffen. Don jedem besonderen äußeren Schmuck des Sitzungssaales hatte man abgesehen. Es war nur — wie üblich — das große Hakenkreuzbanner über dem Präsidentengestühl, flankiert von der schwarzweißroten Fahne, angebracht. Die 669 Mitglieder, die der jetzige Reichstag umfaßt, füllen den weiten Raum des Parketts bis in den letzten Winkel aus. Die acht Volksgenossen, die als Vertreter des befreiten Saar- volles zum ersten Male an einer Reichstagsverhandlung teilnahmen, haben bevorzugte Plätze, und zwar je vier auf der linken und rechten Seite des Hauses. Auch die Diplomatenloge war dicht besetzt. Unter den wenigen Abgeordneten, die in Zivil im Saal Platz genommen hatten, befanden sich der greise Alterspräsident Litz- mann, sowie die Abgeordneten von Popen und Hugenberg. Punkt 20 Uhr erscheint der Führer und Reichskanzler in Begleitung des Reichsministers Rudolf Heß und des Staatssekretärs Lammers. Reichstagspräsident Göring, der in der Uniform des Generals der Flieger erschienen war, eröffnete die Sitzung. Er gedenkt zunächst des verstorbenen bayerischen Staatsministers Hans S ch e m m, begrüßt die Vertreter des Saarlandes, und gedenkt, während sich die Abgeordneten von ihren Plätzen erheben, des Marschalls P i l s u b f f i. Der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick führte bann u. a. aus: Am 16. März hat bie Reichsregierung bas Gesetz für ben Aufbau ber Wehrmacht beschlossen, 'heute hat sie in Ausführung biefes Gesetzes bas Wehrgesetz erlassen. (Stürmischer, langanhaltenber Beifall.) Präsibent Göring: Der Führer unb Kanzler b e s Deutschen Reiches hat das Wort. Der Führer spricht. Abgeordnete? Männer des Deutschen Reichstags! Reichstagspräfident Parteigenosse Göring hat auf Wunsch der Reichsregierung den Reichstag zu dieser Sitzung einberufen, um Ihnen als Vertreter der deutschen Nation jene Aufklärungen geben zu können, die ich für nötig erachte zum Verständnis der Haltung und der Entschlüsse der deutschen Regierung zu den uns alle bewegenden großen Fragen der Zeit. In dieser Absicht spreche ich zu Ihnen und damit zum ganzen deutschen Volke. Ich spreche darüber hinaus aber a u ch z u all denen in der übrigen Welt, die sich, sei es aus Pflicht oder Interesse, ebenfalls bemühen, einen Einblick zu gewinnen in unsere Gedanken gegenüber diesen auch sie bewegenden Fragen. Ich halte es für glücklich, eine solche Aufklärung an dieser Stelle zu geben, weil dadurch am ehesten der Gefahr vorgebeugt wird, die in der erfahrungsgemäß meist verschiedenen Interpretierung von Gesprächen liegt, die zu zweit oder im kleineren Kreise stattfinden und dann natürlich nur bruchstückweise der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden können. Ich halte diese Art der Abgabe einer solchen Erklärung aber deshalb für besonders nützlich, weil sie mir nicht nur bas Recht gibt, sondern geradezu bie Pflicht auf erle gt, vollkommen offen z u sein und über Die verschiedenen Probleme mit allem Freimut zu reden. Die deutsche Natton -hat ein Recht, dies von mir zu fordern, und ich bin entschlossen, dem zu gehorchen. Ich höre häufig aus angelsächsischen Ländern das Bedauern aussprechen, daß Deutschland sich gerade von jenen Grundsätzen demokratischer Staatsauffassung entfernt hätte, die diesen Ländern besonders heilig seien. Dieser Meinung liegt ein schwerer Irrtum zugrunde. Auch Deutschland hat eine „demokratische Verfassung". Die heutige deutsche Regierung des nationalsozialistischen Staates ist ebenfalls vom Volke gerufen und fühlt sich ebenso dem Volke verantwortlich. Es spielt keine Rolle, wie groß die Stimmenzahl in den einzelnen Ländern ist, die auf einen Vertreter entfallen muh. Es gibt Länder, die 20 000 Stimmen für einen Abgeordneten als erforderlich anfehen, in anderen wieder genügen schon 10 000 oder 5000, und wieder in anderen sind es 60 000 oder mehr. Das deutsche Volk hat mit 38 Millionen Stimmen einen einzigen Abgeordneten als seinen Vertreter gewählt. Dies ist vielleicht einer der wesentlichsten Unterschiede gegenüber den Verhältnissen in den anderen Ländern. Es bedeutet aber, daß ich mich genau so dem deutschen Volke gegenüber verantwortlich fühle wie irgendein Parlament. Ich handle aus seinem vertrauen und in feinem Auftrage. (Lebhafter Beifall.) Das deutsche Volk hat daher ein Recht, von einer Erklärung wie ber heutigen zu erwarten, baß sie ungeschminkt unb offen bie Fragen erörtert, bie nicht nur bie anbere Welt, sondern die mindestens ebenso stark auch das deutsche Volk bewegen. Und ich bin glücklich darüber. Denn: Ich muß als Führer und Kanzler der Nation und als Chef der Reichsregierung leider manchesmal Entschlüsse treffen, die schon als solche schwer genug sind, deren Gewicht sich aber noch erhöht durch gramm aufftellen, das dann dem zuletzt Eingeladenen als ein „unteilbares Ganzes" mit der Zumutung vorgelegt wird, es als Ganzes anzunehmen oder abgelehnt wird. Der Führer bekennt sich dagegen zu der Methode eines schrittweisen Fortschreitens von einem Minimum des im Augenblick Erreichbaren an Sicherung des Friedens bis zU einem Maximum. Die Politik des Alles oder Nichts ist fo verfehlt wie der Satz von der „Unteilbarkeit des Friedens", der durch die Vorbereitung eines Netzes von Kreuz- und Queroerpflichtungen die Lokalisierung eines kleinen Konflikts nur erschwert und durch die Gefahr des Mithineingezogenwerdens geradezu dem kollektiven Krieg dient. Deutschland hat durch das Abkommen mit Polen und das Friedensangebot an Frankreich gezeigt, daß es bereit ist, unerhörte Opfer für den Frieden zu bringen, aber niemals wird es bereit fein, das Blut deutscher Soldaten in einem Krieg verspritzen zu lassen, zu dem es vertraglich verpflichtet war, ohne ihn für seine Lebensinteressen führen zu müssen. Wenn alle Nationen sich von einem ausbrechenden Konflikt zurückzögen und die kriegführenden Staaten isolierten, würde dem Frieden sicherlich besser gedient. Der Führer erläutert dann in schlagenden Gegenüberstellungen, was den Nationalsozialismus vom Bolschewismus trennt und widerlegt Edens oberflächliche Behauptung von den Friedenstendenzen der Sowjetunion, gegen die alle Zeugnisse der Vergangenheit sprechen. Als innerrussische Angelegenheit interessiert uns der Bolschewismus nicht, aber seinem Versuch, Deutschland zu einem Herd der kommunistischen Welttevolution zu machen, setzen wir nach wie vor ingrimmigste Feindschaft entgegen. Mr übernehmen auch gegenüber der Sowjetunion die Verpflichtung, Frieden zu halten, aber einen Beistandspakt lehnen wir ab, so wenig wir die Kampfhilfe des Bolschewismus für uns selbst wünschen, so wenig sind wir in ber Lage sie zu leisten. Worte schärftter Empörung findet der Führer unter lebhafter Zustimmung des Reichstages für das schändliche Treiben der litauischen Gernegroße, die unsere deutschen Brüder im Memelland unter Mißachtung der primitivsten Gesetze menschlichen Zusammenlebens schlimmer behandeln wie ein Tier, dem man das Recht der Anhänglichkeit an seinen alten Herrn und die alte Lebensgemeinschaft zubilligt. Mit diesem Staat gibt es keinen Vertrag! Der Führer fordert dann genaue Interpretation des russisch-französischen Militärbündnisses, das nach deutscher Auffassung mit Locarno sowohl wie mit der Völkerbundssatzung unvereinbar ist. Er wünscht auch eine genaue Definition des Begriffs der „Nichteinmischung", von dessen Klarstellung Deutschlands Stellungnahme zu dem für Oesterreich in Aussicht genommenen Plan abhängt. Zum Schluß faßt der Führer bann in dreizehn präzis formulierten Punkten die deutsche Auffassung zu dem Gesamtproblem der Friedenssicherung zusammen. Scharf wird die bekannte Entschließung des Dolkerbundsrats gegen die Verkündung der deutschen Wehrhoheit abgelehnt und für Deutschland die praktische Gleichberechttgung innerhalb der Dölkerfamilien gefordert. Deutschland bekennt sich zu den Bestimmungen des Versailler Vertrages, soweit sie nicht Beeinträchtigungen ber deutschen Ehre enthalten, eine Revision wird es nur auf friedlichem Wege verfolgen, es bekennt sich auch zum Locarno-Pakt, solange bie anbern Vertragspartner sich an ihn gebunben erachten, obwohl es in der Respektierung der einseitig entmilitarisierten Zone einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag zur Friedenssicherung sieht angesichts der ungeheuren Iruppenoerftärtungen hn jenseitigen Grenzgebiet. Die nächsten Punkte beziehen sich auf die bekannte Auffassung von kollekttver Zusammenarbeit. Punkt 8 bis 11 betreffen das Rüstungs - Problem. Deutschland wird von dem bekannten Ausmaß des Aufbaues der deutschen Wehrmacht die Tatsache, daß es mir nicht gegeben i ft, meine Verantwortung zu teilen ober gar auf anbere ablaben z u können. So habe ich wenigstens den einen Wunsch, der Nation selbst Einblick zu geben in die mich bewegenden Gedanken, um ihr so d a s Verständnis zu erleichtern für jene Entschlüsse unb Maßnahmen, die diesen Gedanken entspringen. Je schwerer aber diese Entschlüsse sind, um so mehr möchte ich als Deutscher mein Handeln unabhängig machen von allen Instinkten der Schwäche oder der Furcht und es in Übereinstimmung bringen mit meinem Gewissen gegenüber meinem Gott und dem Volke, dem er mich dienen läßt. (Beifall.) Als der verewigte Herr Reichspräsident mich am 30. Januar vor zwei Jahren zur Bildung der neuen Regierung und zur Führung der Reichsgeschäfte berief, zweifelten Millionen unseres Volkes — und unter ihnen auch manche Patrioten — an dem Gelingen der mir gestellten Aufgabe. Schadenfreude und Sorge erfüllten nebeneinander das damals noch so zerrissene deutsche Volk. Denn unsere Lage schien nur dem inneren Feinde hoffnungsvoll zu sein, die wahren Freunde empfanden sie aber als unsagbar traurig. Auf zahlreichen Gebieten war das nationale Leben auf das Schwerste bedroht. Wenn auch für viele — begreiflicherweise — bie wirtschaftliche Sa« tastrophe alles anbere überragte, fo war es boch für ben Tieferblickenben klar, daß sie nur eine Folgeerscheinung darstellte, die wirtschaftlich notwendige Auswirkung einer Anzahl innerer Ursachen, die teils gesellschaftlicher, teils organisatorisch-politischer, über allem aber auch moralischer Natur waren. Es gehörte ein sehr großer Mut dazu, angesichts der erdrückenden Fülle der Aufgaben, der scheinbaren Trostlosigkeit der Situation sowie der gegebenen Beschränkung aller Mittel nicht zu verzagen, sondern die Arbeit für die Wiedererhebung der Nation aus ihrem Leid und Verfall sofort in Angriff zu nehmen. Wirtschaftlich befanden wir uns folgender Lage gegenüber: Rach einem vierjährigen Kriege, ber an sich ber gesamken nationalen Volkswirtschaft schon furchtbare Schäden zugefügt hatte, zwangen die siegreichen Gegner das deutsche Volk unter ein Friedensdiktat, das bar jeder politischen und wirtschaftlichen Vernunft das am Ende des Krieges sich ergebende Verhältnis der Kräfte zur rechtlichen Grundlage des Lebens der Völker für immer machen will. Ohne jede Prüfung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen und Gesetze, ja, in direktem Gegensatz zu ihnen, werden einerseits die ökonomischen Möglichkeiten gedrosselt, anderseits aber außerhalb jeder Wirklichkeit liegende Leistungsansprüche gestellt. Unter ber Generalbezeichnung „Wiedergut- machung" erfolgte bie Zerstörung ber deut- schen Wirtschaft. Aus dieser unverständlichen Außerachtlassung ber primitivsten wirtschaftlichen Einsicht ergab sich folgenbe Situation: unter keinen Umständen abgehen, so betont ber Kanzler mit erhobener Stimme, aber in ber Ausrüstung mit Waffen jede Begrenzung annehmen, bie die andern Nationen sich selber auferlegen. Eine besonders feierliche Erklärung richtet der Kanzler dann an die Adresse Englands, dem er versichert, daß die deutsche auf 35 v. j). ber britischen bemessene Flottenrüstung endgültig ist und Deutsch- land nicht daran denkt, durch eine neue Flotten- rivalität bas Verhältnis zu England zu trüben. Im weiteren Ausbau der Genfer Konvention des Roten Kreuzes sieht Deutschland einen erfolgversprechenden Weg, um schrittweise zum Verbot solcher Waffen zu gelangen, die sich auch gegen die nichtkämpfende Bevölkerung auswirken. Im übrigen ist es zu jeder Beseitigung der Angriffswaffen wie Begrenzung der Kaliberstärken und Schiffsgrößen bereit, die die andern Nationen beschließen. Die Völker wollen den Frieden, so wiederholt der Führer am Schluß seiner von dem ganzen Ernst der Verantwortung, aber auch von dem Bewußtsein innerer Klarheit getragenen Ausführungen, es muß den Regierungen möglich fein, ihn zu bewahren. Wer in Europa die Brandfackel des Krieges erhebt, kann nur das Chaos wünschen. Der Führer hat gesprochen, er war wiederum der beste Dolmetsch des aufrichtigen Friedenswillens der deutschen Nation, die zu sich selbst zurückgefunden hat. Das deutsche Volk hat seinen Führer verstanden, möge nun auch die Welt, die von einem „kvnstruk- tioen Beitrags Deutschlands zur Sicherung des Friedens ihre eigenen Entschlüsse abhängig machen wollte, dieses wahrhaft konstruktive Programm des deutschen Reichskanzlers recht bedenken unb eine Antwort finden, die ohne Ausflüchte und Unaufrichtigkeiten fo freimütig, wie der Führer gesprochen hat, den Weg bahnt, der zu einer ehrlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit b*r Völker führen wird. Der wirtschaftliche Wahnsinn desVersaillerDiklats 1. Die Nation hat einen Ueberfluß an Arbeitskraft. 2. Sie besitzt ein großes Bedürfnis zum Ersatz der ihrem gewohnten hohen Lebensstandard entsprechenden, durch den Krieg, die Inflation und die Wiedergutmachung aber entzogenen Lebensgüter. 3. Sie leidet an einem im eigenen Lebensraum begründeten Mangel von Nahrungsmitteln und Rohstoffen. 4. Der zur Behebung von all dem notwendige internationale Absatzmarkt ist zu klein und wird außerdem praktisch durch zahlreiche Maßnahmen und eine gewisse' zwangsläufige Entwicklung immer weiter eingeengt. Es stellt ein schlechtes Zeugnis für das wirtschaftliche Verständnis unserer damaligen politischen Gegner aus, daß sie die Unmöglichkeit der weiteren Erfüllung unbegrenzter, ja manchesmal geradezu unverständlicher Forderungen erst dann einzusehen begannen, als durch dieses ihr Verhalten nicht nur die deutsche Nationalwirtschaft re st los zugrunde gerichtet war, sondern auch die Wirtschaft der anderen Länder dem nachzufolgen beaann. Dos Ergebnis dieses Wahnsinns aber war in Deutschland eine stillgelegte Industrie, eine vernichtete Landwirtschaft, ein ruinierter Mittelstand, ein verödeter Handel, eine überschuldete Gesamtwirt- schast, durch und durch zerrüttete öffentliche Finanzen, 6,5 Millionen registrierte, in Wirklichkeit aber mehr als 7,5 Millionen tatsächliche Erwerbslose. Wollte man allein dieser wirtschaftlichen Kata-; strophe entgegentreten, dann waren schon hierzu sehr harte Entschlüsse notwendig. Die deutsche Nation konnte einst auf einem begrenzten Lebensraum ihren Menschenreichtum anhäufen, dank der ausreichenden Lebensbedingungen, die sich aus ihrer Teilnahme an der internationalen Weltwirtschaft ergaben. Solange diese Voraussetzung bestand, waren die 67 Millionen Menschen auf dem engen deutschen Lebensraum nicht nur in ihren inneren eigenen Lebensansprüchen gesichert, sondern auch ein nützlicher Wirtschaftsfaktor für die andere Welt. Der Verlauf des Krieges und besonders die Folgen der Nachkriegspolitik werden dereinst als eine klassische, wenn auch furchtbare Widerlegung gelten können jener naiven Meinung — die aber leider vor dem Kriege das Denken mancher Staatsmänner beherrschte —, daß der wirtschaftliche Vorteil eines europäischen Staates am b e st e n gefördert würde durch die wirtschaftliche Vernichtung eines anderen. (Sehr richtig?) Die wirtschaftliche Friedensbelastung der deutschen Nation auf der einen Seite, sowie ihre welt- und binnenwirtschaftliche Benachteiligung auf der anderen, zwingen aber jede Staatsführung, sie mag nun wollen oder nicht, den gegebenen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Die Unvernunft einer wirtschaftspolitischen Autarkie. wir alle sind der lleberzeugung, daß die restlose Durchführung des Gedankens der wirtschaftlichen Autarkie aller Staaten, wie sie sich heute anzubahnen droht, von einer höheren warte aus gesehen unklug und in ihrem Ergebnis für alle Völker nur schädlich sein kann. Cs ist wirtschaftlich gesehen wenig vernünftig, aus natürlich gegebenen Agrar- und Rohsioffgebieten künstlich 3 n b u - sirieländer zu machen und umgekehrt die menschenüberfüllten Industrie st aaten zu einer primitiven Rohstoff- oder gar Roh- stoffersaherzeugung zu zwingen. Für Europa wird diese Entwicklung dereinst von sehr unerfreulichen und bösen Folgen sein. Allein eine Aenderung dieser von einem höheren wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus unvernünftigen Tendenz liegt leider nicht im Vermögen Deutschlands. In eben dem wahe, in dem der fehlende internationale Absatz uns zur Einschränkung im Einkauf verpflichtet, wird, um die deutsche Arbeitskraft nicht brach liegen zu lassen, versucht werden müssen, die fehlenden Rohstoffe entweder durch komplizierte Verfahren selbst zu gewinnen oder, wenn dies nicht möglich ist, sie zu ersehen. Diese Aufgabe kann aber nur durch eine planmäßig geleitete Wirtschaft gelöst werden. Ein gefährliches Unternehmen, weil jeder Planwirtschaft nur zu leicht die V e r • Bürokratisierung und damit die E r st i k » kung der ewig schöpferischen privaten Einzelinitiative folgt. Wir können aber im Interesse unseres Volkes nicht wünschen, daß durch eine sich dem Kommunismus nähernde Wirtschaft und der dadurch bedingten Einschläferung der Produktionsenergie die mögliche Ge s a m t l e i st u n g unserer vorhandenen Arbeitskraft sich vermindert und somit der allgemeine Lebensstandard statt eine Verbesserung, erst recht eine Verschlechterung erfährt. Diese Gefahr wird noch erhöht durch die Tatsache, daß jede Planwirtschaft nur zu leicht die harten Gesetze der wirtschaftlichen Auslese der Besseren und der Vernichtung der Schwächeren aufhebt oder zumindest einschränkt zugunsten einer Garantierung der Erhaltung auch des m i n - d erwertiyste n Durchschnitts a u f Kosten der höheren Fähigkeit, des hohen Fleißes und Wertes und damit zu L a st e n des allgemeinen Nutzens. Wenn wir also trotz solcher Erkenntnis diesen Weg beschritten haben, dann geschah es unter dem härtesten Zwang der Notwendigkeit. Was in den zweieinhalb Jahren auf den Gebieten einer planmäßigen Arbeitsbeschaffung, einer planmäßigen Marktregulierung, einer planmäßigen Preis- und Lohngestaltung erreicht wurde, hat man noch wenige Jahre vorher für gänzlich unmöglich gehalten. Allein es gelang nur dadurch, daß wir hinter diese scheinbar so trockenen wirtschaftlichen Maßnahmen die lebendige Energie der ganzen Nation stellten. Eine Unzahl sachlicher und psychologischer Voraussetzungen mußte zu dem Zwecke aber erst geschaffen werden. Um das Funktionieren der nationalen Wirtschaft sicherzustellen, war es notwendig, zunächst eine unbedingte Ruhe in die ewige Bewegung der Lohn - und Preisbildung zu bringen. Es war weiter erforderlich, allen nicht aus einem höheren nationalwirtschaftlichen Interesse kommenden Eingriffen die treibenden Voraussetzungen zu entziehen, d. h. die von der Lohn- und Preispolitik lebenden Klassen- Organisationen beider Lager aufzuheben. Die Zer- schlaguna der Kampfgewerk s ch a s t e n sowohl der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer erforderte die analoge Beseitigung der von diesen Jnteressentengruppen ausgehaltenen und sie dafür stützenden politischen Parteien. Dies wieder zwang zur Einführung einer neuen konstruktiven und lebendigen Verfassung und zu einem neuen inneren Reichs- und Staatsaufbau. Die Gefahren der planwirischast Nur die lebendige Energie der Nation vermag die Schäden zu mildern. Sollte das alles aber mehr fein als rein äußerliche OrganifaNonsänderungen, bann muhte das Volk selbst zu einem neuen gesellschaftlichen Denken unb Leben erzogen werben. Lauter Aufgaben, von benen jebe für sich ein Iahrhunbert zu erfüllen vermag unb über bie schon Völker unb Staaten zerbrochen sind. Denn man aber ein solches Programm, bas entweber im Großen gelingt ober sonst von vornherein in allen Einzelheiten mißlingen muß, zur Verwirklichung bringen will, bann hängt bas Gelingen von zwei Voraussetzungen ab: Vom Ausmaß bet vorhanbenen Ruhe unb von ber Dauer ber jur Verfügung stehenben Zelt. (Lebhafter Beifall.) Wir Deutsche können nur beklagen, daß die übrige Welt sich'noch immer so wenig Mühe nimmt, eine objektive Prüfung dessen, was in Deutschland in den letzten zweieinhalb Jahren geschehen ist vorzunehmen und daß sie nicht das Wesen einer Weltanschauung studiert, der diese Leistungen ausschließlich zuzuschreiben sind. Denn die Zielsetzung sowohl als die Durchführung der Aufgaben, die dem heutigen Deutschland seinen eigenartigen Stempel aufprägen, sind ausschließlich aus dem national soziali st ischen Gedankengut gekommen, sind der Nationalsozialistischen Partei, ihrer Organisation und der ihr zu eigenen und entströmenden Tatkraft zuzuschreiben. In Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahren eine Revolution vollzogen, die größer ist, als dies dem Durchschnitt der Menschheit zur Zeit zum Bewußtsein kommt. Der Umfang und die Tiefe dieser Revolution haben nicht gelitten durch die Schonung, ipit der sie ihre einstigen Gegner behandelte. Denn diese Schonung entsprang durchaus nicht einem Gefühl ber Schwäche, als vielmehr der Ueberzeugung einer turmhohen Ueberlegenheit, sowie einer selbstsicheren, durch nichts zu erschütternden Siegeszuversicht. Dieses neue Deutschland kann daher nicht in Vergleich gebracht werden mit dem Deutschland der Vergangenheit. Seine Ideen sind ebenso neu wie seine Handlungen. Der Geist des bürgerlichen Hurra-Patriotismus ist als politisch bestimmender Faktor genau so überwunden wie die Tendenzen des marxistischen Internationalismus. Wenn das heutige Deutschland für den Frieden Eintritt, dann tritt es für ihn ein weder aus Schwache noch aus Feigheit. Es tritt für den Frieden ein aus einer anderen Vorstellung, die der Rationalsozialismus von Volk und Staat besitzt. Denn dieser sieht in der machtmäßig erzwungenen Einschmelzung eines Volkes in ein anderes, wesensfremdes nicht nur kein erstrebenswertes politisches Ziel, sondern als Ergebnis eine Gefährdung der inneren Einheit und damit der Stärke eines Volkes auf lange Zeit gerechnet. Seine Lehre lehnt daher den Gedanken einer nationalen Assimilation dogmatisch ab. Damit ist auch der bürgerliche Glaube einer möglichen „(Bermanifa- tion“ widerlegt. Es ist daher weder unser Wunsch noch unsere Absicht, fremden volksteilen das Volkstum, die Sprache oder die Kultur wegzunehmen, um ihnen dafür eine fremde deutsche aufzuzwingen. Wir geben keine Anweisung für die Verdeutschung nichtdeutscher Hamen aus, im Gegenteil, wir wünschen dies nicht. (Lebhafter Beifall.) Unsere völkische Lehre sieht daher in jedem Kriege zur Unterjochung und Beherrschung eines fremden Volkes einen Vorgang, der früher oder später den Sieger innerlich verändert und schwächt und damit in der Folge zum Besiegten macht. Wir glauben aber auch gar nicht daran, daß in Europa die durch und durch national erhärteten Völker im Zeitalter des Nationalitätenprinzips überhaupt noch national enteignet werden können! Die letzten 150 Jahre bieten hier belehrende und warnende Beispiele mehr als genug. Die europäischen Nationalstaaten werden bei deinem kommenden Kriege — abgesehen von vorübergehenden Schwächungen ihrer Gegner — mehr erreichen können als geringfügige und im Verhältnis zu den dargebrachten Opfern gar nicht ins Gewicht fallende volkliche Grenzkorrekturen. Der permanente K r i e g s z u st a n d, der aber durch solche Absichten zwischen den einzelnen Völkern aufgerichtet wird, mag verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Interessenten vielleicht als nützlich erscheinen, für die Völker bringt er nur Lasten und Unglück. Das Blut, das auf dem europäischen Kontinent seit 300 Jahren vergasten wurde, steht außer jedem Verhältnis zu dem volk- lichen Resultat der Ereigniste. Frankreich ist am Ende Frankreich geblieben, Deutschland Deutschland, Polen Polen, Italien Italien. Was dynastischer Egoismus, politische Leidenschaft und patriotische Verblendung an scheinbaren tiefgreifenden staatspolitischen Veränderungen unter Strömen von Blut erreicht haben, hat in nationaler Beziehung stets nur bie Oberfläche der Völker geritzt, ihre grundsätzliche Markierung aber wesentlich kaum mehr verschoben. Hätten diese Staaten nur einen Bruchteil ihrer Opfer für klügere Zwecke angesetzt, so wäre der Erfolg sicher größer unb dauerhafter gewesen. Wenn ich als Nationalsozialist in allem Freimut diese Auffassung vertrete, dann bewegt mich dabei noch folgende Erkenntnis: Jeder Krieg verzehrt zunächst d i e A u s l e s e d e r B e st e n. Da es in Europa aber einen leeren Raum nicht mehr gibt, wird jeder Sieg — ohne an der grundsätzlichen europäischen Not etwas zu ändern — höchstens eine ziffernmäßige Vermehrung der Einwohner eines Staates mit sich bringen können. Wenn aber den Völkern daran soviel liegt, dann können sie dies, statt mit Tränen, auf eine einfachere und vor allem natürlichere Weise erreichen. Eine gesunde Sozialpolitik kann bei einer Steigerung der Geburtenfreudigkeit einer Nation i n wenigen Jahren mehr Kinder des eigenen Volkes schenken, als durch einen Krieg an fremden Menschen erobert und damit unterworfen werden könnten. Wem nur die Mm den Frieden wollen, die Völker haben noch nie den Krieg gewünscht. Heini Das nationalsozialistische Deutschland will den Frieden aus tiefinner st en weltanschaulichen Ueberzeugun- g e n. Es will ihn weiter aus ber einfachen primitiven Erkenntnis, daß kein Krieg geeignet fein. Keine der gestellten Aufgaben ideeller päifchen Hot zu beheben, wohl aber diese zu vermehren. Das heutige Deutschland lebt in einer gewaltigen Arbeit der Wie- dergutmachnng seiner inneren Schäden. Keines unserer Projekte sachlicher Hatur wird vor 10 bis 20 Jahren vollendet sein. Keine der gestellten Angaben ideeller Art kann vor 50 Jabren oder vielleicht auch 100 Jahren ihre Erfüllung finden. Ich habe einst die nationalfozialistische Revolution durch die Schaffung ber Bewegung begonnen unb feitbem als Aktion geführt. Ich weiß, wir alle werben nur ben allerer ft en Beginn biefer großen nmwälzenben Entwicklung erleben. Was könnte ich anbers wünschen als Ruhe unb Frieben. Denn man aber sagt, bah bies nur ber Wunsch ber Führung sei, so kann ich barauf folgenbe Antwort geben: Denn nur die Führer und Regierenden den Frieden wollen, bie v Ülker selbst haben sich noch nie ben Krieg gewünscht. (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Deutschland braucht den Frieden und es wllk den Frieden. Wenn ich nun aus dem Munde eines englischen Staatsmannes höre, daß solche Versicherungen nichts sind und nur in der Unterschrift unter kollektive Verträge die Gewähr der Aufrichtigkeit liegt, so bitte ich Minister Eden bedenken zu wollen, daß es sich i n jedem Fall um eine „Versicherung" handelt. Es ist manches Mal viel leichter, einen Namen unter Verträge zu setzen mit dem inneren Vorbehalt einer letzten Nachprüfung feiner Haltung in der entscheidenden Stunde, als angesichts einer ganzen Nation in voller Oefsentlichkeit sich zu einer Politik zu bekennen, die dem Frieden dient, weil sie die Voraussetzungen für den Krieg ablehnt. S LultM' Damit t) au*' Art '» beginne dermaß ®it8fie\nn ffriedens'on tS-A „Die nen zu die folc Seemac! Diese 1 barur sprech tien all ten lvi träge e gesta! rüstung aufhö Wert Friedenserklärungen find so gul wie paklmlerschristen. Ich hätte die Unterschrift unter 10 Verträge setzen können, so würde das Gewicht dieser Handlungen nicht gleichbedeutend fein mit der Erklärung, die ich anläßlich der Saarabstim- rnung Frankreich gegeben habe. Wenn ich als Führer und Beauftragter der deutschen Nation vor der Welt und meinem Volke die Versicherung abgebe, daß es mit der Lösung der Saarfrage an Frankreich keine territorialen Forderungen mehr stellen wird, so ist dies ein Beitrag zum Frieden, der größer ist als manche Unterschrift unter manchem Pakt. Ich glaube, daß mit dieser feierlichen Erklärung eigentlich e i n lange dauernder Streit zwischen beiden Nationen abgeschlossen fein müßte. Wir gaben sie ab in der Empfindung, daß dieser Konflikt und die mit ihm verbundenen Opfer für beide Nationen in keinem Verhältnis stehen zu dem Objekt, das, ohne jemals selbst gefragt zu werden, immer wieder die Ursache von soviel allgemeinem Leid und Unglück gewesen ist und sein würde. Wenn aber eine solche Erklärung nur die Würdigung findet, zur „Kenntnis" genommen zu werden, dann bleibt natürlich auch uns nichts anderes übrig, als diese Antwort ebenfalls zur „Kenntnis" zu nehmen. Ich muß aber an dieser Slelle Protest einlegen gegen jeden Versuch, den Werl von Erklärungen je nach Bedarf verfchieden zu laxieren. Wenn die deutsche Reichsregierung versichert namens des deutschen Volkes, nichts anderes als ben Frieben zu wünschen, bann ist blefe Erklärung entweber genau so viel wert als ihre Unterschrift unter irgenbeine befonbete Paktformulierung, ober biefe könnte fonff nicht mehr wert fein als bie erste feierliche Erklärung. (Lebhafte Zustimmung!) Prüfung der Vernunft nur schwer standhalten könnten. Seit einiger Zeit lebt die Welt z. B. in einer förmlichen Manie von kollektiver Zusammenarbeit, kollektiver Sicherheit, kollektiven Verpflichtungen usw., die alle auf den ersten Blick konkreten Inhalts zu sein scheinen, bei näherem Hinsehen « aber zumindest vielfachen Deutungen Spielraum geben. Was heißt kollektive Zufammen- arbeit? Wer stellt fest, was kollektive Zusammenarbeit ist und was nicht? Ist nicht der Beariff „kollektive Zusammenarbeit" seit 17 Jahren in öer verschiedensten Weise interpretiert worden? Ich glaube, ich spreche es richtig aus, wenn ich sage, daß neben vielen anderen Rechten sich die Sieger st aaten des Versailler Vertrages auch das Recht vorweggenommen haben, unwidersprochen zu definieren, was „kollektive Zusammenarbeit" ist und was „kollektive Zusammenarbeit" nicht ist. (Sehr richtig!) Wenn ich mir an dieser Stelle erlaube, eine Kritik an diesem Verfahren zu üben, dann geschieht es, weil dadurch am ehesten die innere Notwendigkeit der letzten Entschlüsse der Reichsregierung klargelegt und das Verständnis für unsere wirklichen Absichten geweckt werden kann. Der heutige Gedanke der kollektiven Zusammenarbeit der Nationen ist ursächliches und wesentliches geistiges Eigentum des amerikanischen Präsidenten Wilson. Die Politik der Vorkriegszeit wurde mehr bestimmt von der Idee der Bündnisse Es ist eigentümlich, daß im geschichtlichen Leben ber Völker manchesmal förmliche Begriffs - Inflationen vorkommen, die einer genauen von durch gemeinsame Interessen zusammengeführten Nationen. Mit Recht oder Unrecht machte man diese Politik einst verantwortlich für den Ausbruch des Weltkrieges. Seine Beendigung wurde — mindestens soweit es Deutschland betrifft — beschleunigt durch die Doktrin der 14 Punkte Wilsons und der drei sie später noch ergänzenden. In ihnen war im wesentlichen zur Verhütung ber Wiederkehr einer ähnlichen Menschheitskatastrophe folgender Gedankengang niedergelegt: Versailles war das Todesurteil für kollektive Zusammenarbeit. Der Friede fi.il nicht sein ein Friede einseitigen Rechtes, sondern ein Friede allgemeiner Gleichheit und damit des allgemeinen Rechtes. Es soll sein ein Friede der Versöhnung, der Abrüstung aller und dadurch der Sicherheit aller. Daraus resultierte als Krönung die Idee einer internationalen kollektiven Zusammenarbeit aller Staaten und Nationen im Völkerbunde. Ich muß an diesem Platz noch einmal versichern, bah es kein Volk gab, bas gegen Enbe bes Krieges biefe Ibeen begierlicher aufgegriffen hal als bas beulfche. Seine Leiben unb Opfer waren weitaus am größten von allen ber am Kriege teilnehmenben Staaten. 3m Vertrauen auf biefe Versprechen legten bie beutschen Solbafen bie Waffen niebcr. Als im 3ahre 1919 ber Triebe von Versailles bem beutschen Volke biftiert würbe, war ber kollektiven Zusamenarbeit bet Völker bamit zunächst bas Todesurteil gesprochen worden. Denn an Stelle ber Gleichheit aller trat bie Klassifikation in Sieger unb Besiegte. An Stelle bes gleichen Rechts bie Untetscheibung in Berechtigte unb Rechtlose. An bie Stelle ber Versöhnung alter bie Bestrafung ber Unterlegenen. An bie Stelle ber internationalen Abrüstung bie Abrüstung ber Besiegten. An bie Stelle ber Sicherheit aller trat bie Sicherheit der Sieger. Dennoch mürbe noch im Friedensdiktat von Versailles ausdrücklich festgestellt, daß die Abrüstung Deutschlands nur vorausgehen solle zur Ermöglichung der Abrüstung der anderen. Und nun ist an diesem einen Beispiel festzustellen, wie sehr die Idee der kollektiven Zusammenarbeit gerade von denen verletzt wurde, die heute ihre laute st en Fürsprecher sind. Deutschland hat abgerüstet! Deutschland hatte die im Friedensvertrag auferlegten Bedingungen mit einem förmlichen Fanatismus erfüllt. Finanziell bis zur vollständigen Zerrüttung feiner Finanzen, wirtschaftlich bis zur totalen Vernichtung seiner Wirtschaft, militärisch bis zur vollkommenen Wehrlosigkeit. Ich wiederhole hier in großen Zügen noch einmal die von niemand zu bestteitenden Tatsachen der deutschen Erfüllung der Verträge. Es wurden zerstört im Heer: 1. 59 000 Geschütze und Rohre, 2. 130 000 Maschinengewehre, 3. 31 000 Minenwerfer und Rohre, 4. 6 007 000 Gewehre unb Karabiner, 5. 243 000 MG.-Läufe, 6. 28 000 Lafetten, 7. 4390 MW.-Lafetten, 8. 38750000 Geschosse, 9. 16 550 000 Hand- unb Gewehrgranaten, 10. 60 400 000 scharfe Zünder, 11. 491 000 000 Handwaffenmunition, 12. 335 000 Tonnen Ge- schoßhülsen, 13. 43 515 Tonnen Kartusch- unb Patronenhülsen, 14. 37 600 Tonnen Pulver, 15. 79 000 Munitionsleeren, 16. 212 000 Fernsprecher, 17. 1072 Flammenwerfer usw. usw. Es wurden weiter zerstört: Schlitten, fahrbare Werkstätten, Flakgeschützwagen, Protzen, Stahlhelme, Gasmasken, Maschinen der ehemaligen Kriegsindustrie, Gewehrläufe. Es wurden weiter zerstört in bet Luft: 1. 15714 Jagd- und Bombenflugzeuge, 2. 27 757 Flugzeugmotore. Und zur See wurden zerstört: 26 Grohkampsschiffe, 4 Küstenpanzer, am 8. setzung Das Laufe buntes: „Es des Vc nicht auferl eine pflii zeiij üom 20. „Wir iiberzeu buntes rüstung gen { inter natio Rat da Wer m öo der D darle« auf t antu wir s lichen Ein 4 Panzerkreuzer, 19 kleine Kreuzer, 21 Schul- und Spezialschiffe, 83 Torpedoboote, 315 U-Boote. Fer- ner sind noch zerstört worden: Fahrzeuge aller Art, Gaskampf- und z. T. Gasschulzmittel, Treib- und Sprengmittel, Scheinwerfer, Visiereinrichtungen Ent- fernungs- und Schallmeßgeräte, optische Geräte aller Art, Pferdegeschirre usw. usw., alle Flugzeug- und Luftfchiffhallen usw. Damit hat Deutschland in einer förmlichen Selbstaufgabe seinerseits alle Voraussetzungen geschaffen für eine Zusammenarbeit kollektiver Art im Sinne der Gedanken des amerikanischen Präsidenten. Zumindest nach dem Vollzug dieser deutschen Abrüstung hatte die Delk ihrerseits denselben Schritt zur Herstellung der Gleichheit vollziehen müssen. (Es ist nur ein Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung, daß es a u ch bei den anderen Völkern und in den anderen Staaten nicht an mahnenden und warnenden Stimmen gefehlt hat, die für die Erfüllung dieser pflicht eintraten. Ich will nur einige dieser sicherlich nicht als Freunde des heutigen Deutschlands anzusprechenden Männer anführen, um aus ihren Erklärungen jene zu widerlegen, die in einer Art Vergeßlichkeit nicht mehr wissen wollen, daß der Friedensvertrag nicht nur für Deutschland die vertragliche pflicht der Abrüstung enthielt, sondern auch für die übrigen Staaten. o blieb die Abrüstungsverpßichlung der Andern? Lord Robert Cecil, Mitglied der britischen Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz und Führer der britischen Delegation auf der Abrüstungskonferenz (Revue de Paris 1924 Nr. 5): „Die Rüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages und der anderen Friedensverträge beginnen mit einer Präambel, die folgendermaßen lautet: „Um die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Nationen zu ermöglichen, verpflichtet sich Deutschland, die folgenden Bestimmungen über Landheer, Seemacht und Luftfahrt genau zu beobachten." Diese Präambel enthält eine Vereinbarung. Sie ist ein feierliches Versprechen der Regierungen an die Demokra- tien aller Staaten, die die Friedensverträge unterzeichnet haben. Wenn es nicht gehalten wird, so kann das durch die Friedensverträge errichtete System nicht dauerhaft gestaltet werden, und selbst die Teilabrüstung wird binnen kurzem zu bestehen a u f h ö r e n." Paul-Boncour am 8. April 1927 in der britischen Tagung der Vorbereitenden Abrüstungskommission des Völkerbundes: „Es ist richtig, daß die Präambel zu Teil V des Versailler Vertrages die Begrenzungen der Rüstungen betrifft, die Deutschland als Voraus- setzung und als Vorläufer einer allgemeinen Beschränkung der Rüstungen auferlegt wurden. Das unterscheidet sogar sehr genau die Rüstungsbeschränkungen Deutschlands von anderen ähnlichen Rüstungsbeschränkungen, die im Laufe der Geschichte nach dem Abschluß von Kriegen auferlegt wurden und die sich im übrigen allgemein als ziemlich unwirksam erwiesen haben. Dieses Mal ist diese Bestimmung — und das gibt ihr erst ihren ganzen Wert — nicht nur einem der Unterzeichner des Vertrages auferlegt worden, sie ist vielmehr eine Pflicht, eine moralische und rechtliche Verpflichtung für die anderen Unterzeichner, die allgemeine Begrenzung der Rüstungen in Angriff zu nehmen, (hört! hört!)" Erklärung Hendersons vom 20. Januar 1931: „Wir müssen unsere Parlamente und Völker überzeugen, daß alle Mitglieder des Völkerbundes zu dieser Politik der allgemeinen Abrüstung durch feierliche Verpflichtungen gezwungen werden, die uns das internationale Recht ebenso wie die nationale Ehre auferlegen. Soll ich im Rat daran erinnern, daß der Artikel 8 der Satzung, die Präambel des Teils V des Versailler Vertrages, die Schlußakte der Konferenz von Locarno und die jedes Jahr feit 1920 von der Versammlung angenommenen Beschlüsse darlegen, daß alle Bundesmitglieder auf diesem Gebiet die gleilye Verantwortlichkeit trifft? Alle haben wir Verpflichtungen auf uns genommen, und wenn wir sie nicht erfüllen, wird man unsere friedlichen Absichten in Zweifel ziehen können. Der Einfluß und das Ansehen des Völkerbundes würden darunter leiden. (Sehr richtig.)" Erklärung Briands vom 20. Januar 1931: ,Zm Namen meines Landes schließe ich mich den beredten Worten an, mit denen unser Präsident die Sitzung eröffnet hat ... Ich glaube wie Sie — ich habe die Gelegenheit gehabt, es schon häufig zu sagen —, daß die Verpflichtungen, die die Nationen durch Unterzeichnung des Artikels 8 der Völkerbundssatzung verträglich eingegangen sind, kein toter Buchstabe bleiben dürfen. Sie stellen eine heilige Verbindlichkeit dar, und ein Land, das sich ihr entziehen würde, würde sich entehre n." Ausspruch des belgischen Außenministers Bandervelde, Mitglied der belgischen Friedensdelegation, vom 27. Februar 1927: „Von nun an stehen wir vor folgendem Dilemma: Entweder müssen die anderen Mächte ihre Armeen im Verhältnis zur deutschen Reichswehr vermindern, oder der Friedensvertrag wird hinfällig und Deutschland nimmt für sich das Recht in Anspruch, Streitkräfte zu besitzen, die die Unverletzbarkeit seines Gebietes zu verteidigen in der Lage sind. (Bravo!) Aus diesen Tatsachen sind zwei Schlußfolgerungen zu ziehen: Einmal daß alle Kontrollmaßnahmen wenig wirksam sind, zum anderen, daß die Entwaffnung entweder allgemein oder überhaupt nicht sein wird." Derselbe Außenmnister am 29. Dezember 1930 im „Populaire": „Man würde aus dem Versailler Vertrag einen Fetzen Papier machen, wenn man die moralischen und rechtlichen Verpflichtungen des Vertrages nicht erfüllt, der dem besiegten Deutschland die Entwaffnung aufzwang, zu dem Zweck, die Abrüstung der anderen vorzubereiten." Lord Robert Cecil in seiner Rundfunkrede am 31. Dezember 1930: „Die internationale Abrüstung gehört zu unseren wichtigsten nationalen Interessen. Wir haben nicht nur einmal, sondern zu wiederholten Malen die Verpflichtung übernommen, die Rüstungen der im Weltkriege siegreichen Nationen herabzusetzen und zu begrenzen, als Ergänzung zu der Abrüstung, die wir unseren früheren Gegnern zur Pflicht gemacht haben. Wir werden jedes Vertrauen in internationale Verpflichtungen zerstören, wenn wir das, was wir versprochen haben, nicht erfüllen. Dabei ist es in meinen Augen von sekundärer Bedeutung, daß wir in diesem Falle auf nichts zu antworten haben würden, wenn unsere früheren Gegner mit der Forderung an uns herantreten, wieder aufrüsten zu können." Und noch einmal Paul-Boncour am 28. April 1930 im „Journal": „Endlich braucht man kein Prophet zu sein, es genügt, die Augen offenzuyalten, um festzustellen, daß im Falle eines endgültigen Scheiterns der Abrüstungsoerhandlungen oder auch nur im Falle ihrer fortwährenden Vertagung, Deutschland, das von sonstigen Zwange befreit ist, sich anschicken wird, diese Abrüstung abzuschütteln und nicht mehr allein eine Rüstungsbeschränkung zu dulden, die der Versailler Vertrag selbst als die Bedingung, aber auch als das Versprechen einer allgemeinen Rüstungsherabsetzung bezeichnet hat. Wir haben keine Wahl mehr." <1 3 voraus wartete man? 'it Die 3eit war reif, aber der Wille zur Abrüstung war nicht vorhanden. Was aber war geschehen? Während Deutschland seine Verpflichtungen aus dem ihm ausdiktierten Vertrage getreu erfüllt hat, unterblieb die nachfolgende Vertragserfüllung bei den sogenannten Siegerstaaten. Wenn man heute versucht, durch Ausreden dieses Versäumnis zu entschuldigen, dann ist die Widerlegung solcher Ausflüchte wirklich nicht schwer. Wir hören jetzt zu unserem Erstaunen aus dem Munde fremder Staatsmänner, daß die Absicht der Erfüllung an sich wohl bestanden hätte, allein die Zeit hierfür noch nicht dagewefen sei. Wieso? Alle Voraussetzungen für die Abrüstung der anderen Staaten waren damals restlos freigegeben: 1. Deutschland hatte abgerüstet. Sie konnten wirklich nicht behaupten, daß ihnen von dem militärisch gänzlich ohnmächtig gewordenen Staat auch nur die geringste Gefahr hatte drohen können. Dafür aber würde eine solche Abrüstung dem Bestände des Völkerbundes eine so große innere Kraft gegeben haben, daß kein Staat es hätte wagen können, gegen einen der Teilnehmer an dieser kollektiven gemeinsamen Abrüstung etwa nachträglich gewalttätig zu werden! Damals wäre die beste Gelegenheit gewesen, äußere „Bekenntnisse" in eine innere „Tat" zu verwandeln. Und dies um so mehr, als 2. auch politisch alle Voraussetzungen dafür gegeben waren. Denn Deutschland war damals eine Demokratie wie nur je eine. Alles genau kopiert und pflichtgetreu nachgemacht nach den vorhandenen großen Vorbildern. Nicht der Nationalsozialismus regierte in Deutschland. Selbst der bürgerliche Nationalismus war so gut als verschwunden. Von der Sozialdemokratie über das Zentrum bis zur Demokratie reichte die Spanne der Parteienwelt, die weltanschaulich nicht nur äußerlich der Umwelt glich, sondern sich mit ihr auch programmatisch verbunden fühlte. Aus was wartete man also damals? Dann konnte je eine bessere Gelegenheit zur Aufrichtung einer kollektiven Zusammenarbeit kommen als in der Zeil, da in Deutschland ausschließlich jener polilifche Geist regierte, der auch der Umwelt die charakterlichen Züge verlieh? Kein! Die Zeit war reif, sie war gegeben, nur der Wille war nicht vorhanden! Ich will aber, wenn ich die vertragsuntreue der anderen Seite des Versailler Vertrages feststelle, mich noch gar nicht darauf berufen, daß sie nicht abgerjistet hat. Denn ' wenn man schon glaubt, der damaligen Zeit Bedenken zugute halten zu können wegen der vertraglich verletzten Kichtabrustung, dann wird es aber wohl schwer sein, die Gründe anzuführen, die zu einer immer größeren Aufrüstung Anlaß geben konnten! Dies ' ist entscheidend: Nicht nur nicht abge- . rüstet haben diese anderen Staaten, sondern im Degenteil ihre Rüstungen auf das außer- ordentlichste ergänzt, verbessert und damit erhöht. Höchste Leistungssteigerung aller mim Angriff brauchbaren Kriegsmaschinen statt Abröstung. Es spielt dabei der Einwand keine Rolle, daß man ja zum Teil eine personelle Beschränkung vorgengommen habe. Denn diese personelle Beschränkung wurde mehr als reichlich wettgemacht durch dieplanmäßigetechnische Vervollkammnung der modern st en Kriegswaffen. Sie war außerdem jederzeit spielend nachzuholen. Und folgendes muß dabei besonders berücksichtigt werden: Man hat im Verlauf der Abrüstungsoerhandlungen später versucht, die Waffen einzuteilen in Waffen, die mehr für die Verteidigung geeignet, und in solche, die mehr für den Angriff bestimmt seien. Ich muß hier feststellen, daß von diesen für den Angriff als geeignet festgesetzten Waffen Deutschland überhaupt keine mehr besaß. Sie wurden alle restlos zerstört. Und es muß dann aber weiter festgestellt werden, daß gerade diese für den Angriff geeigneten und bestimmten Waffen von den Partnern des Friedensvertrages in der außerordentlichsten W e i f e weiterentwickelt, verbessert und vermehrt wurden. . Flugzeuge: Deutschland hatte alle feine Flugzeuge zerstört, und zwar wurde es nicht nur wehrlos an aktiven Flugwaffen, sondern auch wehrlos an dem passiven Mittel jeder Luftabwehr. In derselben Zeit unterblieb aber nicht nur die Vernichtung der vorhandenen Flugzeuge der Vertragspartner, nein, im Gegenteil: Sie wurden auf das Außerordentlichste weiterenwickelt. Die Schnelligkeit der Jagdflugzeuge z.B. stieg von etwa 200 Kilometern bei Kriegsende seitdem dank immer neuer Verbesserungen bei den modernsten Typen auf nahezu 400 Kilometer, die Bewaffnung von zwei Maschinengewehren auf drei, vier und fünf und endlich auf kleine Maschinenkanonen, die Steighöhe von bei Kriegsende 6000 Meter auf 9000, 10 000 und 11000 Meter. Statt wie Deutschland die vorhandenen Bombenflugzeuge zu zerstören, wurden sie auf das Eifrigste verbessert, weiterentwickelt und durch immer größere und vollendetere Typen ersetzt. Die bei Kriegsende vorhandenen Leistungen wurden gewichtsmäßig von durchschnittlich 500 bis 1000 Kilogramm Traglast auf 1000 bis 2400 Kilogramm erhöht, die Schnelligkeit von damals durchschnittlich 125—160 Kilometer auf 250—280 Kilometer bei Nachtbombern, auf 350 Kilometer bei Tagaam- bern verbefsert! Die Steigfähigkeit von bei Kriegs- ende 3—4000 Meter auf 6000, 7000, ja endlich 9000 Meter erhöht! Die Bewaffnung stieg von zwei, drei und vier Maschinengewehren auf vier, sechs ja acht Maschinengewehre und endlich bis zu Geschützen. Die Zielapparate wurden so genial verbessert, daß man ganz offen zugab, mit geradezu tödlicher Sicherheit die ins Auge gefaßten Objekte vernichten zu können. Der Sturzbomber wurde überhaupt neu entwickelt. Die Spreng. Wirkung der Bomben wurde seit Kriegsende eine immer rasantere, dem Wunsch noch besserer Vergasung durch neue Erfindungen entsprochen, der Vernichtung der Wohnstätten sollen moderne Brandbomben dienen, die, wie man in den technischen Zeitschriften der ver- fchiedenen Luftmarinen versichert, überhaupt nicht löschbar sein sollen. Die Peil- und Richtaeräte dieser Bombenmaschinen wurden dauernd verfeinert und end- lich wurde wohl als letzter Triumph des Abrüstungsgedankens verkündet, daß nun ohne Pilo- ten Bomber einfach durch Fernsteuerung auf ihre wehrlosen Objekte anaesetzt und abgelassen würden! Die Zahlder Flugplätze, der Einsatz h ä f e n wurde nicht nur nicht vermindert, sondern überall vermehrt, die Kriegsschiffe der Marinen mit Flugzeugen versehen. Aber nicht nur, daß den einzelnen Kampfschiffen Kampf- und Bombenflugzeuge als Begleitwaffe mitgegeben wurden, nein, man • schritt zur Konstruktion WaIUmter doch n^°11X61X1' \ 63 k°S A T 4 TaM Moto* N 1staM-HaIth Xitreiie« . Günstig abg Kusste>9e" -sssssss-c 1 •rsL' m-'sSS- |l N Sportlich fahren vnd überlegen sein! Fast 1OOOOO glückliche Opel-Besitzer kennen die Überlegenheit ihres 1,2 Ltr. Opel aus eigener Erfahrung - sie wissen, daß er Leistungen vollbringt, deren kein anderer Wagen seiner Stärke und zu seinem Preis fähig ist. Sie wissen, daß er schneller ist und Berge sicherer meistert als andere, daß er den Komfort und die Vorzüge größerer Wagen bietet, dafür aber viel weniger kostet-und sie wissen, daß er derWirischaftlichkeii anderer Wagen nicht nachsieht, auch im Verbrauch nicht, wenn diese Wagen die gleich hohen Leistungen vollbringen. Und dieses Mehr an Leistung gibt dem Opel 1,2 Ltr. seine Überlegenheit 0PSK»* PREISE: Limousine RM 1850, Cabriolet - Limousine RM 1960, Spezial- Limousine RM 2090 ab Werk Adam Opel A.G., Rüsselsheim am Main Unverbindliche Probefahrten: MotOf Wagen - VCFkautSgCSellSChaft HL b. EL Frankfurter Strahe 52 - Telephon Nr. 2847 besonderer gigantischer Flugzeugträger uno das alles im Zeichen der „Abrüstung" einer Offensivwaffe! Das alles in Erfüllung der hn Iriedensverkrag von Versailles vorgeschriebenen Befolgung der von Deutschland vorge- nommenen Zerstörung der Flugzeuge. Tanks: Deutschland hat entsprechend der ihm auferlegten Verpflichtung seine Tanks des Weltkrieges vernichtet. Es hat damit ebenfalls eine „Offensiv- waffe" vertragsgetreu zerstört und abgeschafft. Es wäre die Pflicht der anderen Staaten gewesen, nun ihrerseits mit der Vernichtung ihrer Tankwaffen zu beginnen. Allein nicht nur, daß diese Vernichtung unterblieb, es erfolgte eine dauernde Verbesserung derselben sowohl in bezug auf Schnelligkeit, als auch in bezug auf Widerstands- und Angriffsfähigkeit. Die Schnelligkeit der Weltkriegstanks von 4 bis 12 Kilometer wurde gesteigert auf 30, 40, 50, ja endlich bis auf 160 Kilometer die Stunde! Als Deutschland schon längst keine Niete mehr von seinen ehemaligen Tanks befaß, ging Frankreich von den mittleren Typen von 10 bis 14 Tonnen zu schweren Typen von 25 bis 30 Tonnen und endlich zu allerschwer st en Typen von rund 90 Tonnen über. Während noch im Felde jeder Tank von einem 13-Millimeter-Projektil durchschlagen werden konnte, wurden die neuen Kriegsungeheuer mit Panzerplatten von 50 bis 60 Millimeter ausgestattet und damit sogar für die Geschosse der Feldartillerie unverwundbar gemacht. Parallel dieser furchtbaren passiven Verbesserung dieser Waffen in bezug auf Schnelligkeit, Gewicht, Gasdichte, Sehfähigkeit und Panzerstärke ging eine enorme Entwicklung der Angr'iffswaffen diSser Kriegsmaschinen vor sich. An Stelle der Maschinengewehre oder des 4° bis 5-Zentimeter- Geschützes kamen nun Kombinationen. Tanks mit 7,5-Zentimeter-, mit 10-Zentimeter-, mit 15- Zentimeter-Geschützen und darüber sind keine Fantasie, sondern furchtbare Wirklichkeit geworden. 3n derselben Zeit, in der Deutschland seine Tanks zerstört hat und nun auf die Erfüllung der Zerstörung der anderen wartete, haben diese anderen mehr als 13 000 neue Tanks gebaut und zu immer entsetzlicheren Waffen verbessert und vergrößert. Schwere Artillerie: Laut Bestimmung des Versailler Vertrages mußte Deutschland seine gesamte schwere Artillerie vernichten. Auch dies wurde erfüllt. Während aber die deutschen Haubitzen und Mörser, unter den Schneidbrennern zerschnitten, als Schrott in die Hochöfen wanderten, unterblieb nicht nur die analoge Zerstörung der schweren Artillerie bei den Vertragspartnern, sondern im Gegenteil: Es erfolgte auch dort dieselbe konstruktive Weiterentwicklung, Verbesserung und Vervollkommnung. Als es schon längst keinen 42-Zentimeter-Mörser mehr gab, erfuhr man, daß den französischen Fabriken die Konstruktion einer 5 4 - Z e n t i m e t e r - H a u b i tz e erfolgreich gelungen war. Ferngeschütze von 60 bis 120 Kilometer Schußweite sind als Neukonstruktionen entstanden. Genial wurde die neue und neueste schwere und schwerste Artillerie in handsame Transport- und Z u g - l a st e n geteilt, um ihre Beweglichkeit mit Hilfe von Traktoren und Raupenschleppern auf das Höchste zu steigern. Dies geschah mit einer Waffe, die wirklich sehr offensiven Charakter besitzt und der gegenüber man in Deutschland nicht nur keine Gegenwaffe, sondern nicht einmal die Möglichkeit einer rein defensiven Abwehr besah. Gaswaffen: Deutschland mußte laut Versailler Vertrag als Voraussetzung wieder für die Abrüstung der Vertragspartner seine gesamten Gaswaffen zerstören, und es hat dies getan. In den anderen Staaten war man in den chemischen Laboratorien beschäftigt, natürlich nicht um diese Waffe abzuschaffen, sondern im Gegenteil, um sie unerhört zu verbessern. In aller Offenheit wurde von Zeit zu Zeit der Welt die erstaunliche Mitteilung über die gelungene Auffindung eines neuen und noch tödlicheren Gases gegeben, sowie von neuen Granaten und Bomben zum Verschießen. «Boote: Auch hier hat Deutschland entsprechend den Paragraphen des Versailler Vertrages zur Ermöglichung der internationalen Abrüstung seine Verpflichtung getreulich erfüllt. Was auch nur einem U-Boot ähnlich sah, wurde von dem Schneidebrenner restlos zersägt, aufgerissen und verschrottet. Die Umwelt hat aber nicht nur nicht dieses Beispiel befolgt, nein, sie hat nicht nur ihre Kriegsbestände bewahrt, sondern ün Gegenteil sie dauernd ergänzt, verbessert und vermehrt. Die Steigerung des Deplacements ging endlich bis zum 3000-Ton- nen-U-Boot, die Verstärkung der Armierung bis zur 20-Zentimeter-Kanone. Die Zahl der Torpedorohre wurde pro Boot vergrößert, ihre Kaliberstärke erhöht, der Torpedo selbst in seiner Laufweite und Sprengwirkung gesteigert. Der A k - tionsradius dieser U-Boote nahm gegenüber den Leistungen des Krieges noch gewaltig zu, die Tauchtiefe wurde weiter gestreckt, die Sehein- r i ch t u n g e n genial vervollkommnet. Dies war der Beitrag zur Abrüstung von feiten der Staaten, die sich im Verfailler Vertrag mitverpflichtet hatten, auch ihrerseits dem deutschen Beispiel zu folgen und damit die U-Boot-Waffe zu zerstören. Em eklatanter einseitiger Vertragsbruch. Dies sind nur einzelne Tatsachen. Sie ließen sich nach jeder Richtung hin beliebig ergänzen und vervollständigen. Sie sind insgesamt der jederzeit dokumentarisch zu belegende Beweis, daß man entgegen den Verpflichtungen des Versailler Vertrages nicht nur der Abrüstung nicht folgte, sondern im Gegenteil eine dauernde Vermehrung und Verbesserung hochwertigster Kriegsmaschinen vornahm. Wan tat also das, was nicht nur den Absichten des Präsidenten Wilson, sondern auch nach den Auffassungen prominentester Vertreter der anderen Seite den unterschriebenen Verpflichtungen des Versailler Vertrages gerade entgegengesetzt war. Wenn dies nicht ein eklatanter Vertragsbruch, und zwar ein einseitiger Vertrags bruch ist, nachdem der andere Partner feine Verpflichtungen restlos erfüllt hatte, wird es schwer einzusehen fein, was in Zukunft die Unterzeichnung von Verträgen überhaupt noch für einen Sinn haben kann. (Langanhaltender, lebhafter Beifall!) Nein! Es gibt dafür keine Beschönigung und keine Ausrede. Denn Deutschland war wirklich alles andere eher als in seiner vollständigen Wehr- und Waffenlosigkeit eine Gefahr für die anderen Staaten. Trotz jahrelangem vergeblichem Warten auf die Vertragseinlösung der anderen Seite war Deutschland aber auch weiterhin bereit, feine Hand zu einem wirklichen kollektiven Zusammenarbeiten nicht zu verweigern. Der englische Lordsiegelbewahrer Mr. Eden meint, daß die Bereitwilligkeit zur Herstellung einer Parität in der ziffernmäßigen Festlegung der Wehrstärken überall anzutreffen gewesen sei. Dann ist es aber um so bedauerlicher, daß man daraus nicht praktische Konsequenzen zog. Es war nicht Deutschland, das den Plan einer 200 000-Mann-Armee für alle europäischen Staaten zum "Fall brachte, sondern es waren die nichtabrüstenwollenden Staa- t e n. Und es war endlich auch nicht Deutschland, das den englischen Vermittlungsvorschlag im Frühjahr 1934 verwarf, sondern es war dies die französische Regierung, die am 17. April 1934 die Verhandlungen darüber abbrach. Es wird heute manchesmal die Hoffnung ausgesprochen, Deutschland möge doch selbst mit einem konstruktiven Plan kommen. Nun, ich habe nicht einmal, sondern schon öfter solche Vorschläge unterbreitet. Hätte man meinen konstruktiven Plan einer 300-Mann-Armee angenommen, dann würde vielleicht heute manche Sorge geringer und manche Last leichter fein. Es ist aber fast zwecklos, konstruktive Pläne vorzulegen, wenn ihre Ablehnung von vornherein als sicher angesehen werden kann. Wenn ich mich trotzdem entschließe, noch einmal einen Aufriß unserer Gedanken zu geben, dann geschieht es nur aus dem Gefühl der Pflicht heraus, nichts unversucht zu lassen, um Europa die notwendige innere Sicherheit und den europäischen Völkern das Gefühl der Solidarität zurückzugeben. vachdem aber nun bisher nicht nur die Erfüllung der Abrüstungsverpflichtung der anderen Staaten unterblieben war, sondern auch alle Vorschläge einer Rüstungsbegrenzung eine Ablehnung erfuhren, sah ich mich als vor Gott und meinem Gewissen verantwortlicher Führer der deutschen Nation verpflichtet, angesichts des Entstehens neuer Militärbündnisse sowie der Festsetzung der Friedensstärke des russischen Heeres auf 960 000 Wann und nach Erhalt der Mitteilung, daß Frankreich zur Einführung der zweijährigen Dienstzeit schreitet, nunmehr die Rechtsgleichheit Deutschlands, die man ihm international verweigert hat, kraft des Lebensrechts der Nation selbst wiederherzustellen. (Stürmischer, sich immer wiederholender Beifall!) Nicht Deutschland hat damit eine ihm auferlegte Vertragsverpflichtung gebrochen, sondern jene Staaten, die uns zu dieser selbständigen Handlung gezwungen haben. Denn die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Verkündung des Gesetzes über die Aufstellung der neuen deutschen Wehrmacht war nichts anderes, als die Zurückfuhrung Deutschlands auf einen niemand bedrohenden, aber Deutschlands Sicherheit garantierenden Stand gleichen Rechtes. Ich kann dabei nicht unterlassen, an dieser Stells mein Erstaunen auszudrücken über eine Definition, die wir aus dem Munde des englischen Ministerpräsidenten Macdonald vernahmen, der mit Rücksicht auf die Wiederherstellung einer deutschen Wehrmacht meint, daß nun die anderen Staaten doch recht gehabt hätten, ihrerseits mit der Abrüstung zurückzuhalten. Wenn diese Auffassung Allgemeingut wird, steht in Zukunft allerhand zu erwarten. Fortsetzung der Führerrede im 2. Blatt. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. ßtmg^ fifr Feuilleton: Dr. Harr« Thyrtot für den übrigen le#: Ernst Blmnschetn. AnzeigenLiter: Haus Bech verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag) Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerel 31 ÜMge, K.«G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 PK Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« ÄnzelverKmsspreis: 10 Pf. tmb Samstags 15 Pftz mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. IuÜ 1934 gültig. Gießen, den 22. Mai 1935. 3069 D| Im neuzeitlichen Haushalt kocht man elektrisch I 3064 D Elektro-Koch- und 3076 D Der elektrische Herd und seine zweckmäßige Verwendung Eintritt freil Eintritt freil Elektro - Gemeinschaft und 30T5D Allgemeine Elektrizitäts - Gesellschaft Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Ulrichstein, Darmstadt, Weimar, den 21. Mai 1935. Die Beerdigung hat am Dienstag, dem 21. Mal, stattgefunden. Zimmer schön möbl.,rub. Kaiserallee 60 IT im Alter von 76 Jahren. Katharine Pfannstiel, geb. Himmler Ida Hanstein, geb. Pfannstiel Ferdinand Pfannstiel, Bankbevollmächtigter Fritz Hanstein, Amtsgerichtsdirektor i. R. Fritz Hanstein, Dipl.-Ing., Fähnr. d. Reichsmarine Ilse Hanstein, cand. med. Vermietungen] 3— 4 Zimmer mit Küche i.Neu- bau aufd.Lande, Nähe Gießen, Bahnstat., ruhige Lage, z. vermiet. Geeign.sürpens. Beamte. Zu ersr. l. Gieß. Anz. 02190 Tüchtiges Mädchen s.Kücheu. Hausarbeit gesucht. Württemberg.Hof Bahnhofstr. 15. Vorst, nachmitt. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Becker V. Muschenheim, den 19. Mai 1935. werden alle Hausfrauen, angehende Hausfrauen und Hausherren freundl. eingeladen. Anschließend Gratisverteilung von Kostproben, Verlosung elektr. Geräte Statt besonderer Anzeige. Am Samstag, dem 18. Mai, entschlief nach kurzem schweren Leiden nach einem arbeitsreichen Leben mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Ferdinand Pfannstiel gur Lehre in ein Briesmarkengeschäft Mädel möglichst m. englischen und frcm- zösischenSvrach- kenntnissen, gesucht. Iö2217 Postfach 73, Gießen. Bill s:BeffenSÄWraizeii I 'eHobunos, -Anzeigen Sdüatzim.analle.Katal.fcEisenmöbettabrikSuhl/Th. 1 bei Brühl, Schulstr.7 Zu der am Donnerstag, dem 23. 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Die Beerdigung findet am Freitag, dem 24. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Beileidsbesuche höflichst verbeten. _______________________________________________3082D Gebr., mittelgr. Kassenschrank zu kauf, gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gießen. Anzeig. firiegerfanieraö- fdjatt Sieben Monats- versammlung am Donnerstag, d. 23. d.DL, im „Galt Ebel**, pünktlich 20.30 Uhr. »ossO Alle Kameraoen, die denReichs- kriegertagin Kassel mitmach., haben zur Anweisungserteilung zu erschein. Der Kameradschahsführer. Kleine Anz eigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Mmgen zu verkaufen. Gaub 02220 Friedensstraße 2 | Kaufgesuche"| Kaufe Weinflaschen zcchleHöchstvreise Hole frei ab. Schriftliche Angebote u. 02218 an d. Gieß. Anz. Back-Veranstaltung verbunden mit Vortrag über: |Verschiedenes | 7000 Mk. b.hypothekarifch. Sicherh. u. vktl. Zins- u.Rückzahl, zur Erricht, eines Neübaues z. leih, gesucht. Schriftl. Angeb. u. 3081D anoenGießLlnz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und dem Kirchenchor für seine Lieder sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Louis Fr. Rinn. Heuchelheim, den 22. Mai 1935. -__3070 D Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, von dem in Hachenburg erfolgten Ableben ihres lieben A. H. Josef Löhr prakt. Tierarzt (aktiv 1899—1901) geziemend Kenntnis zu geben. — Die Beerdigung findet in Hachenburg am Mittwoch, dem 22. Mai, nachmittags 3 Uhr, statt JßdCIl 27280 Donnerstag Waffellag Ludwigsburg bei Wieseck. Großer Grabgarten innerh. der Stadt m.Wasserleifung u. Gartenhäuschen sof. zu verpachten. Schriftl. Angeb. u. 02215 anoenGieß.Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll ZweckSDekampsungoer Schwarzarbeit tonnen Arbeite-Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage besSewerbeaachweiseS ausgenommen werden. Verlag desStebeuerAnzeiger: Illlllllllllllllllllllllllllll Aachhilse iLEngl.u.Franz. erteilt Student. Schr.Angeb.unt. 02213 and.G.A. Junge, reinliche Kätzchen in gute Hände abzugeben. 3072D Sonnenstr. 6 vt. sÄlWkei Giesien.zo2«o Dann., 23. Mai 20 bis 22.15 Uhr lGeschl.Borstell.) NS.-Kulturgem. Ring Deutsche Bühne. KeinKartenverk. So ein Mädel (Extemporale) Ein Lustspiel in ZAkt.v.H.Sturm und M. Färber. Fl>kts< Ls lvürde neben, wo auf alle : land wen umgekehrt, eingestellt i aber beha Mederaufi drohe, bam der andere kereLel lose Deuts« das Lntwe eine Jrieb allen Sta« hung, dan nicht an, Rüstung o dens, ab, Rule de Tanl (Stürmische; für ewige i einteilen zu 9M Die Weit ferenzen gänzlich Ursache füi in der A und Ziei det — wie etwas für Europas zr sicht gen gemeinen ( Wunsche, bie bjm chrer K unb Wege d Frage kennet oder öre Programi manchesmal bei der Firie Beschlüsse d e eine Rolle spj Weiten un Scheitern geladenen ober drei Stc hinein sestgeli nachträglich (s des ausgestell Bemerken, bc baresEan önnz angenor ^gelehnt betr Wen Progr Gedanken sucht bem qe' M damit Scheitern Qu Dieses Ve Praxis ge schlechte 3 sum abge Ran $ ««6 a ÜICII ^fetenjen d«r Hel J<9 Halle üb Politiken £ M man | erreicl ".""Zill .blt=nbe Stfta °°d«e Jnn 28** “nlosbate i 7" «n„ lieB man iie lÄfoel 6 er Ä Mr ^etupp wir» i‘6 Siu*1,/ Wt* Vertrag Nr-118 Zweiter Blatt__Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 22. mal 1955 Oie große Friedensrede des Führers. Fortsetzung der Führerrede aus dem 1. Blatt. Denn nach dieser Auffassung Macdonalds wird jeder Vertragsbruch nachträglich seine Sanktion dadurch erfahren, daß der andere Partner seinerseits vermutlich die gleichen Konsequenzen zieht, das heißt also: A und B schließen einen Vertrag. B erfüllt seine Verpflichtungen, A bricht seine Verpflichtungen. Nach jahrelanger Mahnung erklärt endlich auch B, daß der Vertrag für ihn nicht mehr gültig sei, worauf nun A berechtigt ist, festzustellen, daß damit sein vorhergegangener Vertragsbruch nunmehr die nachträgliche moralische Rechtfertigung erfahren hat, indem ja nun B sich ebenfalls vom Vertrage entfernte. Ich möchte mich an dieser Stelle nur kurz mit den Vorwürfen und Unterstellungen beschäftigen, die gegen die Wiederherstellung der deutschen Wehrmacht gerichtet sind. Man erklärt, daß Deutschland erstens von niemand bedroht wird, und daß daher zweitens nicht verständlich sei, warum Deutschland aufrüste. Tank ist Tank und Bombe ist Bombe. Ls würde sich hier die Gegenfrage ergeben, warum die andere Seife, die sich auf düe Hölle von dem abgerüslelen Deutschland weniger bedroht fühlen konnte als umgekehrt, nicht ihrerseits die Rüstungen eingestellt und endlich abgebaut hat? Wenn man aber behauptet, daß Deutschland durch seine Wiederaufrüstung die anderen Staaten bedrohe, dann war doch zumindest die Aufrüstung der anderen Staaten eine noch viel (förtere Bedrohung für das abgeriiffete wehrlose Deutschland. Ich glaube, daß es hier nur das Entweder Oder gibt. Sind Kriegsrüstungen eine Friedensbedrohung, dann sind sie dies bei allen Staaten. Oder sie sind keine Kriegsdrohung, dann sind sie es bei keinem. Es geht nicht an, daß eine Gruppe von Staaten ihre Rüstung als einen Oelzweig des Friedens, aber die Rüstung der anderen als eine Rute des Teufels hinstellt. Tank ist Tank und Bombe ift Bombe. (Stürmische Zustimmung.) Die Meinung, die Welt für ewige Zeit in verschieden berechtete Staaten einteilen zu können, wird immer nur einseitig anerkannt werden. Die deutsche Nation ist jedenfalls nicht gewillt, für alle Zeiten als eine zweitklassige oder minderberechtigte angesehen und behandelt zu werden. Unsere Friedensliebe ist viel größer als die anderer Völker, denn wir haben am meisten unter diesem unseligen Krieg gelitten. Niemand von uns hat die Absicht, jemanden zu bedrohen. Allein jeder ist entschlossen, dem deutschen Volk die Gleichheit zu sichern und zu erhcklten. Und diese Gleichheit ist aber auch d i e allerer st e Voraussetzung für jede praktische und kollektive Zusammenarbeit! Solange man in bezug auf sie irgendwelche Hintergedanken hat, kann man von vornherein die Verwirklichung einer tatsächlich erfolgreichen europäischen Zusammenarbeit als unmöglich bezeichnen. Im Besitz unbedingt gleicher Rechte wird Deutschland sich niemals weigern, seine Beteiligung an jenen Arbeiten auf sich zu nehmen, die dem menschlichen Frieden, dem Fortschritt und dem wirtschaftlichen Wohlergehen zu dienen die Absicht haben. Ich glaube aber an dieser Stelle nicht zurückhalten zu dürfen mit einer Kritik an gewissen Methoden, die dem Geiste des Versailler Friedensdiktates entstammend verantwortlich sind für das Scheitern so mancher sicherlich gut gemeinter Bestrebungen. Die Methode der Konferenzen hat sich totgelaufen Die Welt lebt heute imZeitalterder Konferenzen. Wenn so viele dieser Zusammenkünfte gänzlich erfolglos verlaufen, dann liegt die Ursache für diese Enttäuschung nicht selten schon in der Art der Programmaufstellung und Zielsetzung. Irgendein Kabinett empfindet — wie alle anderen auch — die Notwendigkeit, etwas für den als bedroht gehaltenen Frieden Europas zu tun. Statt nun erst allen in Aussicht genommenen Beteiligten den allgemeinen Gedanken zu unterbreiten mit dem Wunsche, die Auffassungen der einzelnen Staaten bzw. ihrer Regierungen über die möglichen Mittel und Wege der Behandlung und Lösung dieser Frage kennenzulernen, wird zwischen zwei oder drei Kanzleien ein perfektes Programm aufgestellt. Dabei kann man sich manchesmal nicht des Eindrucks erwehren, als ob bei der Fixierung des Inhaltes der zu treffenden Beschlüsse der Wunsch als Vater des Gedankens eine Rolle spielt, durch eine Vermengung von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten das sichere Scheitern auf Ko st en der später Eingeladenen herbeizuführen. Denn indem zwei oder drei Staaten sich auf ein so bis ins Detail hinein festgelegtes Programm einigen, wird dem nachträglich Eingeladenen nur mehr die Kenntnis des aufgestellten Programms vermittelt mit dem Bemerken, daß dieses Programm ein u n t e i.l - bares Ganzes sei und entweder allgemein und ganz angenommen würde ober irn Gesamten als abgelehnt betrachtet werden müsse. Da sich in einem solchen Programm naturgemäß auch sehr gute Gedanken finden können, trägt der Staat, der nicht dem gesamten Entwurf die Zustimmung erteilt, damit die Verantwortung für das Scheitern auch der nützlichen Teile. Dieses Verfahren erinnert sehr stark an die Praxis gewisser Filmverleiher, die gute und schlechte Filme grundsätzlich nur gemein- f a m abgeben. Dies ist aber nur verständlich ats eine letzte atavistische Erscheinung, die ihre Wurzel im Vorbild der sogenannten Versailler Friedensverhandlungen besitzt. Wan stelle ein Programm auf, überreiche es als Diktat einem Dritten und erkläre das ganze dann als einen feierlich unterzeichneten Vertrag! Rach diesem Rezept wurde damals versucht, das größte Ringen der Weltgeschichte zu dem von den Völkern so sehr erwünschten segensreichen Ende zu bringen. Die Folgen dieses Verfahrens waren allerdings mehr als traurig, und zwar nicht nur für die Unterlegenen, sondern auch für die Sieger. Soweit Deutschland in Frage kommt, habe ich gegenüber solchen Versuchen nur folgendes zu sagen: Wir werden an keiner Konferenz mehr teilnehmen, an deren Programmausstellung wir nicht von vornherein mitbeteiligt gewesen sind. Wir denken nicht daran, wenn zwei oder drei Staaten ein Vertragsgericht entwerfen, als Dritter dann die erste Ko st probe oor- zunehmen. Damit soll nicht gesagt sein, daß wir uns nicht die Freiheit vorbehalten, Verträgen unsere Zustimmung und unsere Unterschrift nicht noch nachträglich zu geben, weil wir bei ihrer Abfassung, bzw. an den Konferenzen unbeteiligt waren. Durchaus nicht. Es kann möglich sein, daß uns ein Vertrag, trotzdem wir an seiner Abfassung oder an der Konferenz, die ihn für eine Reihe von Staaten zum Beschluß erhob, nicht teilnahmen, dennoch in der endgültig zustandegekom- menen Fixierung zusagt und als nützlich erscheint. Wir werden dann nicht zögern, unter Umständen einem solchen Vertrag noch nachträglich unsere Zustimmung und unseren Anschluß, sofern dies überhaupt erwünscht oder möglich ist, zu geben. Allein diesen Fall zu bestimmen, muß sich die deutsche Reichsregierung selbst vorbehalten. möglichen, von uns weder bedingten, noch zu beeinflussenden Konflikt unser deutsches Volk, seine Wänner und Söhne vertraglich zu verkaufen! Der deutsche Soldat ist zu gut und wir haben unser Volk zu lieb, als daß wir es mit unserem Gefühl von Verantwortung vereinbaren könnten, uns in nicht abfehbaren Beistandsverpflichtungen feftzulegen. Dir glauben damit auch der Sache des Friedens besser zu dienen. Denn es kann das nötige Gefühl der Verantwortung jedes einzelnen Staates nur erhöhen, wenn er nicht von vornherein weih, in feinem Konflikt große und mächtige militärische Verbündete zu besitzen. Endlich gibt es auch hier Dinge, die möglich sind, und Dinge, die unmöglich sind. Ich möchte als Beispiel in aller Kürze auf den uns vorgeschlagenen O st p a k t eingehen. Wir haben in ihm eine Beistandsver- p f l i ch t u n g vorgefunden, die nach unserer lieber- zeugung zu überhaupt nicht absehbaren Konsequenzen führen kann. Das Deutsche Reich und insbesondere die heutige deutsche Regierung haben keinen anderen Wunsch, als mit allen Nachbarstaaten friedlich und freundschaftlich zu verkehren. Wir haben diese Gefühle nicht nur gegenüber den uns umgebenden großen, sondern auch gegenüber den uns umgebenden kleinen Staaten. Ja, wir sehen gerade in deren Existenz, sofern sie eine wirklich unabhängige ist, einen wünschenswerten friedlichen, neutralen Faktor an unseren an sich im übrigen militärisch so offenen und ungeschützten Grenzen. Isolierung der Kriegführenden nützlicher als Beistand. So sehr wir selbst den Frieden lieben, so wenig aber liegt es in unserer Hand, daß nicht, und g e - ratze im Osten, zwischen irgendwelchen Staaten Konflikte auszubrechen vermögen. An sich ist die F e st st e l l u n g des Schuldigen in einem solchen Falle unendlich schwer. Jene von göttlicher Einsicht begnadete Stelle, die hier die ewige Wahrheit zu finden und auszusprechen vermöchte, gibt es a u f dieser Welt nicht. Sowie erst einmal die Kriegsfurie über die Völker rast, beginnt der Zweck alle Mittel zu heiligen. Und bei den Menschen pflegt sich die Erkenntnis über das Recht und die Schuld dann schnell zu verdüstern. Mehr als 20 Jahre sind seit Beginn des Weltkrieges vergangen, und jede Nation lebt in der heiligen Ueberzeugung, daß das Recht auf ihrer Seite und die Schuld bei den Gegnern lag. Ich fürchte, daß bei Beginn eines solchen Konfliktes durch die Beistandsverpflichtungen weniger der Weg zur Erkenntnis des Angreifers, als vielmehr zur Unterstützung des den eigenen Interessen nützlichen Staates führen wird. Ls würde vielleicht der Sache des Friedens dienlicher fein, wenn im Falle des Ausbruches des Konfliktes sich sofort die Welt von beiden Tellen zurückzöge, als ihre Waffen schon von vornherein vertraglich in den Streit hineintragen zu lassen. Allein, von diesen grundsätzlichen Erwägungen abgesehen, liegt hier noch ein besonderer Fall vor. Das heutige Deutschland ist ein national» sozialistischer Staat. Die Ideenwelt, die uns beherrscht, steht in diametralem Gegensatz zu der Sowjetrußlands. Der Nationalsozialismus ist eine Lehre, die sich ausschließlich auf das deutsche Volk bezieht. Der Bolschewismus betont feine internationale Mission. Wir Nationalsozialisten glauben, daß der Mensch auf die Dauer nur glücklich werden kann in seinem Volke. Wir leben in der Ueberzeugung, daß das Glück und die Leistungen Europas unzertrennlich verbunden sind mit dem Bestand eines Systems unabhängiger, freier nationaler Staaten. Der Bolschewismus predigt die Aufrichtung eines Weltreiches und kynnt nur Sektionen einer zentralen Internationale. Wir Nationalsozialisten erkennen jedem Volk die Berechtigung seines eigenen Innenlebens nach feinen eigenen Erfordernissen und seiner eigenen Wesensart zu. Der Bolschewismus stellt jedoch doktrinäre Theorien auf, die von allen Völkern ohne Rücksicht auf ihr besonderes Wesen, ihre besondere Veranlagung, ihre Tradition usw. akzeptiert werden sollen. Der Nationalsozialismus tritt für die Lösung der gesellschaftlichen Probleme, Fragen und Spannungen in der eigenen Nation mit Methoden ein, die mit unseren allgemeinen menschlichen, geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Auffassungen, Traditionen und Bedingungen vereinbar sind. Der Bolschewismus kämpfte für eine Theorie und nalen Klaffenkampf die internationale Weltrevolution mit den Waffen des Terrors und der Gewalt. Der Nationalsozialismus kämpft für die lieber» brückung und konsequente Ausgleichung der Lebensgegensätze und für die Zusammenfassung Aller zu gemeinsamen Leistungen. Der Bolschewismus lehrt die Ueberroinbung einer behaupteten Klassenherrschaft durch die Dikta- t u r und Überlieferungen und erreicht mit uns Der Nationalsozialismus legt keinen Wert auf eine nur theoretische Herrschaft der Arbeiterklasse, dafür aber um so mehr auf die praktische Verbesserung ihrer ßebensbebingungen und Lebenshaltung. De Bolschewismus kämpfte für eine Theorie und opfert dafür Millionen an Menschen, unermeßliche Werte traditioneller Kul- t ur und Überlieferungen und erreicht mit uns verglichen einen nur sehr niederen Standard der Lebenshaltung aller. Als Nationalsozialisten erfüllt uns die Bewunderung und Achtung vor den größten Leistungen der Vergangenheit nicht nur in unserem eigenen Volke, sondern auch noch weit darüber hinaus. Wir sind glücklich, einer europäischen Kulturgemeinschaft anzugehören, die der heutigen Welt in so großem Ausmaße den Stempel ihres Geistes ausgeprägt hat. Der Bolschewismus lehnt diese Kulturentwicklung der Mensch h ei t ab und behauptet, den Beginn der wirklichen Kultur- und Menschheitsgeschichte im Geburtsjahr des Marxismus gefunden zu haben. Wir Nationalsozialisten mögen vielleicht in dieser oder jener organisatorischen Frage mit unseren kirchlichen Organisationen nicht der gleichen Ansicht sein. Allein wir wollen niemals Reli- gions- und Glaubenslosigkeit und wünschen nicht, daß aus unseren Kirchen Klubhäuser und Kintopps werden. Der Bolschewismus lehrt die Gottlosigkeit und handelt dementsprechend. Wir Nationalsozialisten sehen im privaten Eigentum eine höhere Stufe der menschlichen Wirt sch aftsentwicklung, die entsprechend den Unterschieden der Leistung die Verwaltung des Geleisteten regelt, die insgesamt aber für alle den Vorteil eines höheren Lebensstandards ermöglicht und garantiert. Der Bolschewismus vernichtet nicht nur das Privateigentum, sondern auch die private Initiative und die Verantwortungsfreudigkeit. Er hat dadurch in Rußland, dem größten Agrarstaat der Welt, Millionen Menschen nicht vor dem Verhungern retten können. Eine solche Katastrophe auf Deutschland übertragen wäre unausdenkbar, denn endlich kommen in Rußland auf 90 Landbewohner nur 10 Städter, in Deutschland aber auf nur 25 Bauern 75 Stadtbewohner! Man könnte dies alles bis ins Endlose fortsetzen. Mn Mß sich mit dem Erreichbaren begnügen. Unüberbrückbare Klust Een Aalionalsozialisinus unb Bolschewismus. Ich muh aber noch einmal betonen, daß mir die Methode falsch zu fein scheint, für Konferenzen Programmentwürfe aufzuftellen mit der Ueberschrift „Altes oder nichts". Ich halte überhaupt einen solchen Grundsatz im politischen Leben für unpraktisch. Ich glaube, daß man in der Befriedung Europas viel mehr erreicht haben würde, wenn man sich von Fall zu Fall mit dem Erreichbaren begnügt hätte. Es ist in den letzten Jahren kaum ein Paktvorschlag zur Diskussion gestanden, bei dem nicht der eine oder andere Punkt ohne weiteres allgemein angenommen worden wäre. Indem man aber eine unlösbare Verbindung mit den anderen teils schwierigeren, teils für einzelne Staaten überhaupt unannehmbaren Punkten behauptete, ließ man lieber auch das Gute ungeschehen und das Gesamte scheitern. Ebenso scheint es mir bedenklich, die These der Unteilbarkeit des Friedens als Vorwand für Konstruktionen zu mißbrauchen, dre weniger der kollektiven Sicherheit als vielmehr geroout ober ungewollt der kollektiven K r i e g s o o r - bereifung dienen. Der Weltkrieg folgte hier eine schreiende Warnung sein. Ich glaube nicht, Daß Europa zum zweitenmal ohne die furchtbarste Erschütterung eine ähnliche Katastrophe überdauern wird. Sie kann aber um so leichter eintreten, je mehr durch ein Netz internationaler Kreuz- und Q u e r v e r p f li cht u n g e n die Möglichkeit einer Lokalisierung kleinerer Konflikte immer schwächer, und ine Gefahr eines Mitgerissenwerdens zahlreicher Staaten und Staatengruppen größer wirb. Was Deutschland betrifft, möchte ich hier keinen Zweifel über folgendes offenlassen: Deutschland hat Frankreich gegenüber feierlich die nach der Saarabstimmung sich ergebende Grenze angenommen und garantiert. Deutschland hat mit Polen ohne Rücksicht auf das Vergangene einen Gewaltausschließungs-Dertrag ab» geschlossen als einen weiteren, mehr als wertvollen Beitrag zum europäischen Frieden, den es nicht nur blind halten wird, sondern von dem wir nur den einen Wunsch haben, einer stets aufs neue zu erfolgenden Verlängerung und einer sich daraus immer mehr ergebenden freundschaftlichen Vertiefung unserer Beziehungen. Wir taten dies alles, trotzdem mir damit z. B. endgültig auf Elsaß-Lothringen Verzicht leisten, ein Land, um das auch wir zwei große Kriege führten. Wir taten es aber, um besonders dem eigenen deutschen Volk f ü r d i e Zukunft neue blutige Opfer zu erspare n. Wir sind der Ueberzeugung, daß wir damit nicht nur unserem Volk, sondern auch diesem Grenzgebiet am meisten nützen. Wir wollen von unserer Seite aus alles tun, um mit dem französischen Volk zu einem wahren Frieden und zu einer wirklichen Freundschaft zu kommen. Wir anerkennen den polnischen Staat als die Heimstätte eines großen national fühlenden Volkes, mit dem Verstand- nis und der herzlichen Freundschaft aufrichtiger Nationalisten. wenn wir aber dem deutschen Volk ein weiteres Blutvergießen ersparen wollen, selbst dort, wo dies mit einem Opfer für uns verbunden ist, dann denken wir nicht daran, unser Blut wahllos für fremde Interessen zu verpfänden. Wir denken nicht daran, für jeden irgendwie Sowohl wir Rationalsozialiften, als auch die Bolschewisten sind überzeugt, daß zwischen uns eine niemals z uüberbrückende Weltentfernung liegt. Aber darüber hinaus stehen zwischen uns mehr als 400 ermordete nationalsozialistische Parteigenossen, Tausende weitere Rationalsozialisten, die in anderen Verbänden in Abwehr bolschewistischer Revolten gefallen sind, Tausende an Soldaten und Polizeimannschaften, die im Kampfe zum Schuhe des Reiches und der Länder gegen die ewigen kommunistischen Aufstände erschossen und massakriert worden sind, und dann allein über 43 000 Verletzte der RSDAP. Tausende von ihnen sind teils erblindet, teils Krüppel für die ganze Zeit ihres Lebens. Soweit es sich beim Bolschewismus um eine russische Angelegenheit handelt, sind wir an ihm gänzlich uninteressiert. Jedes Volk soll nach seiner Fasson selig werden. Soweit dieser Bolschewismus aber auch Deutschland in seinen Bann zieht, sind wir feine Ingrimmig ff en und feine f a n a (i f d) ff e n Feinde. Tatsache ist, daß der Bolschewismus sich selbst als w e l t r e v o 1 u t i o n ä r e Idee und Bewegung fühlt und auch ausgibt. Ich habe hier nur eine Auslese der revolutionären Vorgänge der letzten 15 Jahre, mit denen die bolschewistische Presse, die bolschewistische Literatur und prominente bolschewistische Staatsmänner und Redner ihre Verbundenheit ganz offen zugaben, ja sich ihrer rühmten. 1918 November: Revolutionen in Oe st erreich und Deutschland. 1919 März: Proletarische Revolution in Ungarn. — Aufstand in Korea. — April: Räte» revolution in Bayern. 1920 September: Besetzung der Betriebe durch die Arbeiter in Italien. 1921 März: Aufstand der proletarischen Vorhut in Deutschland. 1923 Herbst: Revolutionäre Krise in Deutsch- land. 1924 Dezember: Aufstand in E st l a n d. 1925 April: Aufstand in Marokko. 1927 Juli: Aufstand in Wien. 1925 April: Explosion in der Kathedrale in Sofia. Seit 1925: Revolutionäre Bewegung in China. 1926 Dezember: In N i e d e r l ä nd i s ch - Ostin d i e n (Java) wurde ein kommunistischer Aufstand rechtzeitig verhütet. 1927: Anwachsen der Revolution in China. — Kommunistische Negerbeweaung in den bereinigten Staaten. — Aushebung kommunistischer Agenten in den baltischen Staaten. 1928: Aushebung kommunistischer Organisationen in Spanien, Portugal, Ungarn, Bolivien, Lettland, Italien, Finnland, Estland, Litauen, Japan. — Kommunistische Ausschreitungen in China. — Kommunistische Gärung in Mazedonien. — Kommuni- stische Bomben in Argentinien. 1929. Mai: Barrikaden in Berlin. — August: Der kommunistische Welttao „Gegen den Imperialismus". — Aufstand in Kolumbien. — September: Bombenexplosionen in Deuts chl a nd. — Oktober: Einmarsch der Bolschewisten aus Rußland in die Mandschurei. 1930. Februar: Kommunistische Auftritte in D e^ t s ch l a n d. — März: Der kommunistische „Welttag der Arbeitslosen". — Mai: Kommunisti- scher bewaffneter Aufstand in China. — Juni- Juli: Bekämpfung der kommunistischen Bewegung in F.i n n l a nd. — Juli: Kommunistischer Bürgerkrieg in China. 1931. Januar: Bekämpfung kommunistischer Banden in China. — Amtliche Enthüllungen über Kommunisten in den Vereinigten Staaten. — Mai: Revolution in Spanien bricht los. — Juni-Juli: Kampf gegen kommunistische Banden wieder in China. — Auaust: Bekämpfung des Kommunismus in Argentinien. — Kommunistische Handelsvertretung für Südamerika wird geschloffen, Verhaftungen usw. usw. — Es ist eine endlose, endlose Serie. Ich habe aus der letzten Rede des englischen Lordsiegelbewahrers, wenn ich nicht irre, die Auffassung hsrausgelesen, daß solche und insbesondere aggressive militaristische Tendenzen der Sowjetunion gänzlich fernliegen. Niemand würde glücklicher sein als wir, wenn sich diese Auffassung i n der Zukunft bewahrheiten sollte. Die Vergangenheit spricht jedenfalls dagegen. Wenn ich mir anmaße, meine Auffassung diesem Urteil entgegenzuhalten, dann kann ich immerhin darauf Hinweisen, daß der Erfolg meines eigenen Lebenskampfes nicht gerade ausschließlich einer bei mir zufällig ganz besonders stark angehäuften Unfähigkeit zu verdanken ist. Ich glaube, ich verstehe hier immerhin einiges. Ich habe in Deutschland meine Tätigkeit etwa in derselben Zeit begonnen, in der der Bolschewismus feine ersten Erfolge, d. h. b? n erste n Bürgerkrieg in Deutschland feierte. Als nach 15 Jahren der Bolschewismus in unserem Lande 6 Millionen Anhänger zählte, war ich auf 13 Millionen gestiegen. Im EntscheidunHskampf ist er unterlegen. Der Nationalsozialismus hat Deutschland und damit vielleicht ganz Europa vor der schrecklich st en Katastrophe aller Zeitenzurückgerissen. Würden die westeuropäischen Beurteiler dieser Idee über dieselben praktischen Erfahrungen verfügen, wie ich sie habe, dann glaube ich, würde man vielleicht auch dort zu wesentlich anderen Auffassungen gelangen. Würde aber mein Kampf in Deutschland mißlungen sein, und der bolschewistische Aufruhr das Reich zunächst überwältigt haben, dann weiß ich, würde das Verständnis für die Größe unserer geschichtlichen Leistung sicher nicht bestritten werden. So kann ich nur als vielleicht von der übrigen Welt verlachter Warner auftreten. Soweit es sich jedenfalls aber um Deutschland handelt, muß ich meinem Gewissen und meiner Verantwortung gemäß folgendes feststellen: Die deutschen kommunistischen Aufstände und Revolutionen hätten ohne die geistige und materielle Vorbereitung durch den Weltbolschewismus gar nicht stattfinden können. Ihre hervorragendsten Führer wurden für ihre revolutionären Handlungen in Deutschland nicht nur in Rußland geschult und finanziert, sondern auch gefeiert und mit Orden ausgezeichnet, ja sogar zu Inhabern russischer Truppenteile ernannt. Dies sind Tatsachen. Kein Vertrag mit Litauen! Deutschland hat bei keinem europäischen Krieg - etwas zu gewinnen. Was wir wollen, ist Freiheit und Unabhängigkeit. Aus diesen Absichten heraus waren wir auch bereit, mit all unseren Nachbarstaaten Nichtangriffspakte abzuschließen. Denn wir davon Litauen ausnehmen, so geschieht dies nicht deshalb, weil wir dort einen Krieg wünschen, sondern weil wir nicht mit einem Staat politische Verträge, eingehen können, der die primitivsten Gesetze des menschlichen Zusammenlebens mißachtet. Es ist traurig genug, daß durch die zersplitterte Lagerung der europäischen Völker sich in manchen Fällen eine praktische Grenzziehung in den Nationalitäten entsprechenden Nationalgrenzen nur schwer verwirklichen läßt, oder daß durch gewisse Verträge auf die nationale Zusammengehörigkeit bewußt keine Rücksicht genommen wurde. Es ist dann aber erst recht nicht notwendig, daß man Menschen, die ohnehin schon von dem Unglück getroffen sind, von ihrem angestammten Volk weggerissen zu sein, außerdem noch quält und mißhandelt. (Stürmische Pfuirufe.) In einer großen internationalen Zeitung las ich vor roenigen Wochen die Bemerkung, daß Deutschland doch leicht auf das Memelgebiet Verzicht leisten könne, es sei ohnehin schon groß genug. Dieser edle menschenfreundliche Skribent vergißt nur eines, daß 140 000 Menschen endlich ja auch ein ei gene s Le - bensrecht besitzen, daß es sich gar nicht darum handelt, ob Deutschland sie will ober nicht will, sondern darum, ob f i e selbst Deutsche ober keine Deutsche sein möchten. S i e finb Deutsche; man hat sie burch einen nachträglich sanktionierten Ueberfall, ber mitten im Frieden ftattfanb, vom Reich weggerissen und zur Strafe dafür, baß sie nun bennoch am beutschen Volkstum hängen, werden sie verfolgt, gefoltert und auf ba? barbarisch st e mißhanbelt. Was würbe man wohl in En g« lanb ober in Frankreich sagen, wenn ein solch trauriges Schicksal Angehörigen diesen Nationen zustoßen würde, wenn das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Volk durch Menschen, die man gegen jebes Recht und Naturemp- finden von einem solchen Volke weggerissen hat, als strafwürdiges Verbrechen gilt, dann heißt dies, baß man Menschen selbst bas Recht bestreitet, bas jebem Tier noch zugebilligt wirb: Das Recht ber Anhänglichkeit an ben alten Herrn unb bie alte angeborene Gemeinschaft. Aber 140 000 Deutsche in Litauen werden sogar unter diese Rechte gestellt. (Lebhafte Zustimmung.) Wir haben daher keine Möglichkeit, solange es ben verantwortlichen Garanten bes Memelstatuts ihrerseits nicht möglich ist, Litauen zum Respekt ber primitivsten Menschenrechte zurückzuführen, unsererseits mit biesem Staat irgendeinen Vertrag abzuschließen. Wik dieser Ausnahme aber, die jederzeit von den dafür verantwortlichen Großmächten behoben werden kann, sind wir bereit, jeden angrenzenden europäischen Staat durch einen Nichtangrisfs- und Gewaltausschlie- hungsvertrag jenes Gefühl der Sicherheit zu erhöhen, das ja auch uns als Gegenseite zugute kommt. Vir haben aber nicht die Möglichkeit, solche Verträge durch Beistandsverpflichtungen zu ergänzen, die weltanschaulich, politisch und sachlich für uns untragbar sind. Der Nationalsozialismus kann nicht die Angehörigen des deutschen Volkes, d. h. seine Anhänger, zum Kampf aufrufen, für die Erhaltung eines Systems, das in unserem eigenen Staat zumindest als unser grimmigster Feind in Erscheinung tritt. Die Verpflichtung zum Frieden: Ia. Eine Kampfhilfe des Bolschewismus wünschen wir selbst nicht und wären auch nicht in der Lage, sie zu geben. Im übrigen sehen wir in dem Abschluß ber uns bekanntgeworbenen Beistandspakte eine Entwicklung, bie sich in nichts mehr unterscheibet von ber Bildung ber früheren militärischen Allianzen. Wir bebauern dies besonbers deshalb, weil burch bas zwischen Frankreich unb Ruß» lanb abgeschlossene Militärbünbnis ohne Zweifel in ben einzig klaren unb wirklich wertvollen gegenseitigen Sicherheitsoertrag in Europa, nämlich ben Locarno-Pakt, ein Element ber Rechtsunsicherheit hineingetragen wirb. Die wohl aus ähnlichen Befürchtungen heraus in letzter Zeit von verschiebenen Seiten oorgetragenen Interpellationen über bie infolge bieses Bündnisses gegebenen Rechtsoerpflichtungen beweisen sowohl durch bie Fragestellungen als auch durch bie Beantwortung, wie groß die Zahl ber dadurch ermöglichten Fälle ist, die jedenfalls zu Meinungsverschiedenheiten Anlaß geben können. Die deutsche Reichsregierung wird besonders dankbar sein, eine authentische Interpretation der Rückwirkungen und Auswirkungen des russisch-französi- schen Militärbündnisses auf die Vertragspflichten der einzelnen Vertragspartner des Locarno-Paktes zu erhalten. Sie möchte auch keinen Zweifel über ihre eigene Auffassung aufkommen lassen, baß sie diese Militärallianzen als unvereinbar mit dem Gei st und dem Buchstaben des Vol» ferbunbsftatuts hält. „Mchleinmischulig". Nicht weniger unmöglich als die llebernahme unbegrenzter Beistandsverpflichtungen erscheint uns die Unterzeichnung von Nichteinmischungspakten, solange dieser Begriff nicht eine genaueste Definition erfährt. Denn an sich hätten wir Deutsche den allermeisten Grund, uns zu freuen, wenn endlich ein Weg oder eine Methode gefunden werden könnte, um die Einflußnahme auf das innere politische Leben der Völker durch Kräfte von außen zu unterbinden und zu verhindern. Seit Beendigung des Weltkrieges ist ja Deutschland ein Opfer solcher fortgesetzten Störungen. Unsere Kommuni st ische Par- t e i war die Sektion einer im Auslande verankerten und von dort dirigierten politischen Bewegung. Alle Aufstände in Deutschland erhielten von außen ihre geistige Führung und materielle Förderuna. Das ist übrigens der anoeren Welt aanz genau bekannt, hat sie aber nie sonderlich aufgeregt. Eine Armee von Emigranten ist im Ausland gegen Deutschland tätig. In Prag, Paris unb anderen Stäbten werben fortgesetzt revolutionäre deutsche Zeitungen gedruckt und nach Deutschland geschmuggelt. Oeffentliche Aufrufe zu Gewalttaten finden nicht nur in diesen Organen, sondern auch in sonstigen großen Blättern bereitwillige Aufnahme. Sogenannte „schwarze" Sender fordern von dort aus in Deutschland zu Attentaten auf. Wieder andere Sender machen in deutscher Sprache Propaganda für in Deutschland verbotene Terrororganisationen. Gerichtshöfe werden im Auslande in voller Offenheit gebildet unb versuchen, von außen her in bie beutsche Rechtspflege einzugreifen usw. usw. So sehr wir also selbst interessiert finb, solche Versuche unb Methoben zu beseitigen, so groß scheint uns o t e Gefahr zu sein, baß bei einer nicht ganz genauen Definition solcher Vorgänge ein Regime, bas im Innern eines Staates über keine andere Rechtsgrundlage als die der Gewalt verfügt, jede innere Erhebung sofort als auj ätt^eien MuUuH renbe Einmischung umzubeuten versucht unb nun zu seiner Selbsterhaltung bie vertragliche Waffenhilfe forbert. Daß in Europa b i e politischen Grenzen nicht bie Jbeen- grenzen finb und sein können, kann schwerlich bestritten werden. Seit der Einführung des Christentums haben sich in ununterbrochener Folge bestimmte Ideen in der europäischen Völker- und Sckicksalsfamilie verbreitet unb über alle staatlichen und nationalen Grenzen hinweg Brücken geschlagen unb oerbinbenbe Elemente geschaffen. Wenn z. B. ein auslänbisches Kabinettsmitglied bedauert, daß im heutigen Deutschland bestimmte, im Westen Europas gültige Vorstellungen zur Zeit nicht mehr anerkannt werden, so müßte es eigntlich um so verständlicher sein, wenn umgekehrt deutsche Gedanken des Reiches an dem einen oder anderen deutschen Land nicht spurlos vorübergehen können. Deutschland hat weder die Absicht, noch den Willen, sich in die inneren österreichischen Verhältnisse einzumengen, Oesterreich etwa zu annektieren oder anzuschtiehen. Das deutsche Volk und die deutsche Regierung haben aber aus dem einfachen Sotidaritätsgefüht gemeinsamer nationaler Herkunft den begreiflichen Wunsch, daß nicht nur fremden Völkern, sondern auch dem deutschen Volk überall das Selbst- bestimmungsrecht gewährleistet wird. (Lebhafte Zustimmung.) Ich selbst glaube, daß auf bie Dauer kein Regime, das nicht im Volke verankert, vom Volke getragen und vom Volke gewünscht wird, Bestand haben kann. Wenn zwischen Deutschland und der zu einem großen Prozentsatz auch deutschen Schweiz solche Schwierigkeiten nicht bestehen, bann einfach bes» halb, weil bie Unabhängigkeit unb Selbständigkeit der Schweiz eine tatsächliche ist, unb weil niemanb zweifelt, in ihrer Regierung ben wirklichen legalen Ausbruck bes Lolkswillens zu sehen. Wir Deutsche haben aber allen Anlaß, zufrieben zu sein, baß sich Oö unserer Grenze ein Staat mit Mer zu einem hohen Teil deutschen Bevölkerung bei großer, bedingte Spannung um so mehr, als dadurch eine innerer Festigkeit und im Besitz einer Störung unseres früher s o guten Verwirklichen und tatsächlichen Unab-Hältnisses zu Italien eingetreten ist. einem hängigkeit befindet. Die deutsche Regierung Staat,'mit dem wir sonst keinerlei Inter- bedauert die durch den Konflikt mit Oesterreich^essengegensätze besitzen. Deutschlands konstruktives Programm. Wenn ich von diesen allgemeinen Betrachtungen nun übergehe zu einer präziseren Fixierung der vorliegenden aktuellen Probleme, so komme ich zu folgender Stellungnahme ber beutfdjen Reichsregierung: 1. Die beutsche Reichsregierung lehnt bie am 17. März erfolgte Genfer Entschließung ab. Nicht Deutschlanb hat ben Vertrag von Versailles einseitig gebrochen, fonbern bas Dik - tat von Versailles würbe in ben bekannten Punkten einseitig verletzt unb damit außer Kraft gesetzt durch jene Mächte, die sich nicht entschließen konnten, der von Deutschland verlangten Abrüstung bie vertraglich vorgesehene eigene folgen zu lassen. Die burch bieten Beschluß in Genf Deutschland zugefügte neue Diskriminierung machte es ber deutschen Reichsregierung unmöglich, in diese Institution zurückzukehren, ehe nicht bie Voraussetzung für eine wirklich gleiche Rechtslage aller Teilnehmer geschaffen ist. Zu bem Zweck erachtet es bie beutsche Reichsregierung als notwendig, zwischen bem Vertrag von Versailles, ber aufgebaut ist auf ber Unterfdjeibung ber Nationen in Sieger unb Besiegte, unb bem Völker- b u n b, ber aufgebaut fein muß auf ber Gleichbewertung unb Gleichberechtigung all feiner Mit- glieber, eine klare Trennung herbeizuführen. Diese Gleichberechtigung muß sich auf alle Funktionen unb alle Besitzrechte im internationalen Leben erstrecken. 2. Die beutsche Reichsregierung hat infolge ber Nichterfüllung der Abrüstungsverpflichtungen durch die anderen Staaten sich ihrerseits l o s g e s a g t von den Artikeln, die infolge ber nunmehr einseitigen vertragswibrigen Belastung Deutsch- lanbs eine Diskriminierung ber beut» schen Nation für unbegrenzte Zeit barstellen. Sie erklärt aber hiermit feierlichst, baß sich biefe ihre Maßnahme ausschließlich auf die moralisch und sachlich bas beutsche Volk bisfriminierenben unb bekanntgegebenen Punkte bezieht. Die beutsche Reichsregierung wirb daher die sonstigen, das Zusammenleben der Nationen betreffenden Artikel einschließlich ber territorialen Bestimmungen unbebingt respektieren unb bie im Wanbel ber Zeiten unvermeiblichen Revisionen nur auf bem Wege einer frieblichen Ver- ftänbigung burchführen. 3. Die deutsche Reichsregierung hat die Absicht, keinen Vertrag zu unterzeichnen, der ihr unerfüllbar erscheint. Sie wird aber jeden freiwillig unterzeichneten Vertrag, auch wenn seine Abfassung vor ihrem Regierungs- und Machtantritt stattfand, peinlich ein halten. Sie wird insbesondere daher ave aus dem Locarnopakt sich ergebenden Verpflichtungen solange halten und erfüllen, als die anderen Vertragspartner auch ihrerseits bereit sind, zu diesem Pakt zu stehen. Die deutsche Reichsregierung sieht in der Respektierung der entmilitarisierten Zone einen für einen souveränen Staat unerhört schweren Beitrag zur Beruhigung Europas. Sie glaubt aber darauf Hinweisen zu müssen, daß die fortgesetzten Truppenvermehrungen auf der anderen Seite keineswegs als eine Ergänzung dieser Bestrebungen anzusehen sind. 4. Die deutsche Reichsregierung ist jederzeit bereit, sich an einem Gütern kollektiver Z u- fammenorbeit zur Sicherung des e u • 53 Hp(i /U30ijid|dq nL suaqaiig u 3 (p j 1 p d o 2 aber bann für notwendig, dem Gesetz ber ewigen Weiterentwicklung burch bie Offenhaltung vertraglicher Revisionen entgegenzukommen. Sie sieht in ber Ermöglichung einer geregelten Vertragsentwicklung ein Element der Friebens- sicherung, in dem Abdrosseln jeder notwendigen Wandlung eine Aufstauung für spätere Explosionen. 5. Die deutsche Reichsregierung ist ber Auffassung, daß ber Neuaufbau einer europäischen Zusammenarbeit s i ch nicht in ben Formen einseitig aufoktroyierter Bebingun- gen vollziehen kann. Sie glaubt, daß es richlig ist, sich angesichts ber nicht immer gleichgelagerten .Interessen stets mit einem Minimum zu begnügen, statt biefe Zusammenarbeit . n - folge eines unerfüllbaren Maximums an Forberungen scheitern zu lassen. Sie ist weiter ber Ueberzeugung, baß sich biefe Ser» ftänbigung mit einem großen Ziel im Auge nur schrittweise vollziehen kann. 6. Die beutsche Reichsregierung ist grundsätzlich bereit, Nichtangriffspakte mit ihren einzelnen Nachbarstaaten abzuschließen unb diese durch alle Bestimmungen zu ergänzen, die auf eine I s o° lierung ber Kriegsührenben und eine Lokalisierung des Kriegsherbes abzielen. Sie ist insbefonbere bereit zur Uebernahme aller Verpflichtungen, bie. sich baraus für bie Lieferung von Materialien und Waffen im Frieden ober Krieg ergeben mögen unb von allen Partnern übernommen unb respektiert werden. 7. Die deutsche Reichsregierung ist bereit, zur Ergänzung des Locarnopaktes einem Luftad- ko m m e n zuzustimmen und in seine Erörterungen einzutreten. 8. Die deutsche Reichsregierung hat bas 21 u s • maßbesAufbauesberneuendeutschen Wehrmacht bekanntgegeben. Sie wird davon unter keinen Umständen abgehen. Sie sieht weder zu Lande, noch zur Luft, noch zur See in der Erfüllung ihres Programms irgendeine Bedrohung einer anderen Nation. Sie ist aber jederzeit bereit, in ihrer Waffenrü - ftung jene Begrenzungen vorzunehmen, die von ben anderen Staaten ebenfalls übernommen werden. Die deutsche Reichsregie- rung hat von sich aus bereits bestimmte Begrenzungen ihrer Absichten mitgeteilt. Sie hat damit am besten ihren guten Willen gekennzeichnet, ein unbegrenztes Wettrüsten zu vermeiden. Ihre Begrenzung der deutschen Luftrüstung auf ben Stand einer Parität mit ben einzelnen anderen westlichen großen Nationen ermöglicht jederzeit die Fixierung einer oberen Zahl, die bann miteinzu- halten sich Deutschland bindend verpflichten wird. Keine Flottennvalilät mit England. Die Begrenzung der deutschen Marine liegt mit 35 Prozent ber englischen mit noch 15 Prozent unter dem Gesamt- tonnagement der französischen Flotte. Da in ben verschiedenen pressekom- mentaren bie Meinung besprochen wurde, daß diese Forderung nur ein Beginn sei und sich insbesondere mit dem Besitz von Kolonien erhöhen würde, erklärt die deutsche Reichsregierung bindend: Diese Forderung ist für Deutschland eine endgültige und bleibende. Deutschland hat weder die "(('sicht noch die Notwendigkeit oder das Vermögen, in irgendeine neue Flottenrivaliiat einzutreten. Die deutsche Reichsregierung erkennt von sich aus die überragende Lebenswichttgkeit und damit die Berechtigung eines dominierenden Schuhes des Britischen Weltreiches zur See an, genau so wie wir umgekehrt entschlossen sind, alles Notwendige zum Schuhe unserer eigenen kontinentalen Existenz und Freiheit zu tun. Die deutsche Regierung hat die aufrichtige Absicht, alles zu tun, um zum britischen Volk und Staat ein Verhältnis zu finden und zu erhallen, das eine Wiederholung des bisher einzigen Kampfes zwischen beiden Nationen für immer verhindern wird. 9. Die deutsche Reichsregierung ist bereit, s i ch an allen Bestrebungen aktiv zu beteiligen, bie z u praktischen Begrenzungen uferloser Rüstungen führen können. Sie sieht ben einzig möglichen Weg hierzu in einer Rückkehr zu ben Gebankengängen der einstigen Genfer Konvention bes Roten Kreuzes. Sie glaubt zunächst nur an bie Möglichkeit einer schrittweisen Abschaffung unb Verfemung von Kampfmitteln unb Kampsmethoden, bie ihrem innersten Wesen nach in Widerspruch stehen zur bereits geltenden Genfer Konventton des Roten Kreuzes. Sie glaubt dabei, daß ebenso wie bie Anwendung von Dumdum-Geschossen einst verboten und im großen damit auch prakttsch verhindert wurde, auch bie Anwendung anderer bestimmter Waffen zu verbieten und damit auch prakttsch zu verhindern ist. Sie versteht darunter alle jene Kampfwaffen, die in erster Linie weniger den kämpfenden Soldaten als vielmehr den am Kampfe selb st unbeteiligten Frauen unb Kinb ern Tob und Vernichtung bringen. Die deutsche Reichsregierung hält ben Gedanken, Flugzeuge abzuschaffen, aber das Bombardement offenzulassen, für irrig und unwirksam. Sie hält es aber für möglich, die A n - wenbung bestimmter Waffen international als völkerrechtswidrig zu verbannen und bie Nationen, bie sich solcher Waffen dennoch bedienen, als außerhalb der Menschheit und ihrer Rechte und Gesetze stehend zu verfemen. Sie glaubt auch hier, daß ein schrittweises Vorgehen am ehesten zum Erfolg führen kann. AljA Verb dl des Abwerfens von Gas^ Brand- und Sprengbomben außerhalb einer wirklichen Kampfzone. Diese Beschränkung kann bis zur vollständigen internationalen Verfemung des Bombenabwurfs überhaupt fortgesetzt werden. Solange aber der Bombenabwurf als solcher freisteht, ist jede Begrenzung der Zahl ber Bombenflugzeuge angesichts der Möglichkeit des schnellen Ersatzes fraamürbig. Wird ber Bomben- aomurf aber als solcher als völkerrechtswidrig e Sarb ar e i ge brandmarkt, so wird der Bau von Bombenflugzeugen damit bald als überflüssig und zwecklos von selbst fein Ende finden. Denn es einst gelang, durch die Genfer Rote- kreuz-konvention die an sich mögliche Tötung des wehrlos gewordenen Verwundeten oder Gefangenen allmählich zu verhindern, bann muh es genau fo möglich fein, durch eine analoge Konvention den Bombenkrieg gegen die ebenfalls wehrlose Zivilbevölkerung zu verbieten und endlich überhaupt zur Einstellung zu bringen. Deutschland sieht in einer solchen grundsätzlichen Anfassung des Problems eine größere Beruhigung und Sicherheit der Völker, als in allen Beistandspakten und TNilitärkonventionen. 10. Die deutsche Reichsregierung ist bereit, jeder Beschränkung zuzusttmmen, die zu einer Beseitigung der gerade für ben Angriff besonbers geeigneten schwersten Waffen führt. Diese Waffen umfassen 1. schwerste Artillerie und 2. schwerste Tanks. Angesichts ber ungeheuren Befestigungen ber französischen Grenze würde eine solche internationale Beseitigung ber schwersten Angriffswaffen Frankreich automatisch in ben Besitz einer geradezu 100prozenttgen Sicherheit bringen. 11. Deutschland erklärt sich bereit, jeder B e - grenzung ber Kaliber stärken der Artillerie, der Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoboote zuzustimmen. Desgleichen ist die deutsche Reichsregierung bereit, jede internationale B e - grenzung der Schiffsgrößen zu akzeptieren. Unb endlich ist die deutsche Reichsregierung bereit, der Begrenzung des Tonnengehaltes ber U-Boote oder auch ihrer vollkommenen Beseitigung für den Fall einer internationalen Regelung zuzustimmen. Darüber hinaus aber gibt sie abermals die Versicherung ab, daß sie sich überhaupt jeder internationalen unb im gleichen Zeitraum wirksam werdenden Waffenbegrenzung ober Waffenbeseittgung anschließt. 12. Die deutsche Reichsregierung ist ber Auffassung, baß alle Versuche, burch internationale ober mehrstaatliche Vereinbarungen eine wirksame Mil- berung gewisser Spannungen zwischen einzelnen Staaten zu erreichen, vergeblich sein müssen, solange nicht burch geeignete Maßnahmen einer Vergiftung ber öffentlichen Meinung ber Volker burch unverantwortliche Elemente in Wort unb Schrift, Film unb Theater erfolgreich oorgebeugt wirb. Schluß der Führerrede im 3» Matt. Nr.M Dritter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen)Mittwoch, 22. Mai (935 Oie große Friedensrede des Führers. fest hinter Ihnen steht wie bisher. Sie lScheinwerfer tritt der Führer aus der Krollhaben der Welt den Frieden gezeigt, die Welt möge Oper. Unbeschreiblicher Jubel bricht aus. Mit erden Frieden erfüllen. Wir sind Ihnen verpflichtet Lied Das deutsche Wehrgesetz verkündet mst u n t a u g Wehrpflichtige n n t n i s s e s, a) 1. 2. 3. 4. < CV Uee • LIUIU UCL U ->-» MdE-- d» (DNB.) Die Reichsregie- Gesetz beschlossen, das hier- 1 4 vom zum Berlin, 21. Mai. rung hat das folgende mit verkündet wird: ( 2. t e < f in heißem Dank und in unauslöschlicher Treue. Damit schloß Präsident Göring die Sitzung. Das ganze Haus erhob sich von den Plätzen, um ein dreifaches Heil auszubringen und das Horst-Wessel- §26. Politik in der Wehrmacht. Die Soldaten dürfen sich politisch nicht betätigen. Die Zugehörigkeit zur NSDAP, oder einer ihrer Gliederungen oder zu einem der ihr angeschlossenen Verbände ruht für die Dauer des aktiven W e h r d i e n st e s. Für die Soldaten ruht das Recht zum Wählen oder zu Teilnahme an Abstim- mungen im Reich. Die Soldaten bedürfen der Erlaubnis ihrer Vorgesetzten zum Erwerb der Mitgliedschaft in Vereinigungen jeder Art, sowie zur Bildung von Vereinigungen innerhalb und außer- halb der Wehrmacht. W.ehrmachtbeamten. Soldaten sind die im aktiven Wehrdienst stehenden Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Die Zugehörigkeit zur Wehrmacht dauert für a) die Soldaten vom Tage des Eintritts oder der Einrufung (Gestellungstag) bis zum Ablauf des Entlassungstages; b) die a k - tiven Wehrmachtbeamten vom Tage ihrer Ernennung bis zum Ablauf ihres Entlassungstages; c) die zu Hebungen als solche Unberufenen Dank an Blomberg. Ministerbesprechung unter Vorsitz des Führers. Berlin, 21. Mai. (DNB.) Vor der Reichstags- sitzung hatte eine Ministerbesprechung unter dem Vorsitz des Führers und Reichskanzlers stattgefunden, in der das vom Reichswehrminister eingebrachte Wehrgesetz beraten und beschlossen worden war. Ferner wurde ein Gesetz über Aenderung des Reichsmini» stergesetzes angenommen, wonach allgemein aktive Soldaten Mini st er werden können. Bei einem zum Reichsminister ernannten Soldaten ruht der Anspruch auf sein Diensteinkommen. Am Schluß der Sitzung dankte der Führer und Reichskanzler in herzlichen Worten dem Reichs- kriegsminister von Blomberg für die große, bei der Wiederherstellung der Wehrfreiheit des deutschen Volkes geleistete Arbeit. die die S u b d i a k o n a t s - berufen werden. § 14. Wehrpflichtmaßnahmen. Zum Wehrdienst dürfen nicht herangezogen werden: 1. Wehrpflichtige, die nach dem Gutachten eines Sanitätsoffiziers oder eines von der Wehrmacht beauftragten Arztes für den Wehrdienst untauglich befunden worden sind; römisch-katholischen Be- I. Allgemeines. § 1. Wehrdienst ist Ehrendien st am deut- ch e n Volke. Jeder deutsche Mann ist wehrpflichtig. Im Kriege ist über die Wehrpflicht hinaus jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau zur Dien st lei st ung für das Vaterland verpflichtet. § 2. Die Wehrmacht ist der Waffenträger und die soldatische Erziehungsschlle des deutschen Volkes. Sie besteht aus dem Heere, der Reichsmarine, der Luftwaffe. § 3. Ober ft er Befehlshaber der Wehrmacht ist der Führer und Reichskanzler. Unter ihm übt der Reichskriegsmini st er als Oberbefehlshaber der Wehrmacht Befehls- g e w a l t über die Wehrmacht aus. II. Oie Wehrpflicht. § 4. Dauer der Wehrpflicht: Die Wehrpflicht dauert vom vollendeten 18. Lebensjahre bis zu dem auf die Vollendung des 45. Lebensjahres nahm. Die Dauer der Wehrpflicht. Berlin, 21.Mai. (DNB.) Zu § 8 des Vehr- gefehes vom 21. Mai 1935 hat der Führer und Reichskanzler folgende Verordnung erlassen: Die Dauer der aktiven Dien st pflicht bei den drei Dehrmachtsteilen wird einheitlich auf ein Jahr festgesetzt. olgenden 31. März. § 5. Pflichten im Kriege. Alle Wehr- pflichtigen haben sich im Falle einer Mobilmachung zur Verfügung der Wehrmacht zu halten. Der Reichskriegsminister entscheidet über ihre Verwendung. Die Belange der Wehrmacht gehen im Kriege allen anderen vor. § 6. Erweiterung der Wehrpflicht. Im Kriege und bei besonderen Notständen ist der Reichskriegsminister ermächtigt, den Kreis der für die Erfüllung der Wehrpflicht in Betracht kommenden deutschen Männer zu erweitern. § 7. Wehrdienst: Die Wehrpflicht wird durch den Wehrdienst erfüllt. Der Wehrdienst umfaßt den aktiven Wehrdienst. zu singen. Die Reichshauptstadt jubelt dem Führer zu. Abs. 1. Aktive Offiziere und solche U n ter» Offiziere und Mannschaften, die freiwillig länger dienen, als nach § 8 Abs. 1 festgesetzt ist, Die Wehrmachtbeamten, die nach Erfüllung der Dienstpflicht als Beamte an- gestellt werden, ohne in den Beurlaubtenstand überführt zu werden, L d i e aus dem Beurlaubten st an de Im aktiven Wehrdienst stehen: Die Wehrpflichtigen während der Erfüllung der aktiven Dienstpflicht nach § 8 stande. Im Beurlaubtenstande stehen die Angehörigen 1. der Reserve, 2. der Ersatzreserve, 3. der Landwehr. Die nach § 6 einberufenen Jahrgänge im Alter von über 45 Lebensjahren bilden den Landsturm. § 8". Aktive D i e n st p f l i ch t. Der Führer und Reichskanzler setzt die Dauer der aktiven Dienstpflicht für die Wehrpflichtigen fest. Die Wehrpflichtigen werden in der Regel in dem Kalenderjahr, in dem sie das 2 0. Lebensjahr vollenden, zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufen. F r e i w i l l i g e r E i n t r i i t in die Wehrmacht ist schon früher möglich.. Die Erfüllung der Arbeitsdienst pflicht ist eine Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst. Ausnahmen werden durch Sonderbestimmungen geregelt. Bei Freiheitsstrafen von mehr als 30 Tagen Dauer haben die Wehrpflichtigen die entsprechende Zeit nachzudienen, falls sie nicht nach § 23 aus dem aktiven Wehrdienst ausscheiden müssen. § 9. Reserve. Zur Reserve gehören die Wehr- pflichtigen nach der Entlassung aus dem aktiven Heerdienst bis zum 31. März des Kalenderjahres, in dem sie ihr 3 5. Lebensjahr vollenden. § io. Ersatzreserve. Zur Ersatzreserve gehören die Wehrpflichtigen, die nicht zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht nach § 8 Abs. i einberufen werden, bis 31. März des Kalenderjahres, in dem sie ihr 35. Lebensjahr vollenden. § 11. Landwehr. Zur Landwehr gehören die Wehrpflichtigen vom 1. April des Kalenderjahres, in dem sie ihr 35. Lebensjahr vollenden, bis zu dem auf die V o l l e n d u n g d e s 45. L e b e n s ! a h r e s folgenden 31. März. 8 12. Ersatzwesen. Die Wehrpflichtigen werden durch die E r s a tz d i e n st st e l l e n der Wehrmacht erfaßt. Der Reichskriegsminlster regelt den Aufbau der Erfatzdienststellen und ihr Zusammenwirken mit den Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern. In der ent- militarisierten Zone werden die Wehrpflichtigen durch die Behörden der allgemeinen uni) inne- VtzNVaUULH Mgtzt» v » vv V V V r w Ich kann die heutige Rede vor Ihnen, meine Mitkämpfer und Vertrauensmänner der Ration nicht besser schließen als durch die Wiederholung unseres Bekenntnisses zum Frieden. Die Art unserer neuen Verfassung gibt uns die Möglichkeit, In Deutschland den Kriegshetzern das Handwerk zu legen. Möge es auch den anderen Völkern gelingen, der wahren Kehnsucht ihres Inneren mutigen Ausdruck zu verleihen. Wer in Europa die Brandfackel des Krieges erhebt, kann nur das Chaos wünschen. Wir aber leben in der festen lleberzeugung, daß sich in unserer Zeit nicht erfüllt der Untergang des Abendlandes, sondern seine Wiederauferstehung. Daß Deutschland zu diesem großen Werk einen unvergänglichen Beitrag liefern nwge. ist unsere stolze Hoffnung und unser unerschütterlicher Glaube. Einmütige Zustimmung de« Aeichstags. Zehntausende füllen den Königsplatz und lauschen der großen Friedensrede des Führers. Immer wieder schallen Beifallsstürme über den weiten Platz. Riesige Scheinwerfer lassen ihre Kegel über den Köpfen der Masse kreisen. Die Ehrenkompanie der Leib st and arte Adolf Hitler mit dem Musikzug ist aufmarschiert. Filmoperateure und Pressephotographen haben den Eingang umlagert. Kurze Zeit danach erschallen Kommandos, die Ehrenkompanie präsentiert und im Lichte der § 13. Wehrunwürdigkeit. Wehrunwürdig und damit ausgeschlossen von der Erfüllung der Wehrpflicht ist, wer a) mit Zuchthaus bestraft ist; b) nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist; c) den Maßregeln der Sicherung und Besserung nach § 42a des Reichsstrafgesetzbuches unterworfen ist; d) durch militärgerichtliches Urteil die Wehrwürdigkeit verloren hat; e) wegen staatsfeindlicher Betätigung gerichtlich bestraft ist. Der Reichskriegsminister kann Ausnahmen zu Abs. 1 c und e zulassen. Wehrpflichtige, gegen die auf Aberkennung der Fähigkeit zum Bekleiden öffentlicher Aemter erkannt worden ist, dürfen erst nach Ablauf der im Urteil für diese Ehrenstrafe vorgesehenen Zeit ein- zu Hebungen oder sonstigem aktiven Wehrdienst einberufenen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften und Wehrmachtsbeamten nach Ziffer 3. b) Den Wehrdienst im Beurlaubten- Stürmische Ovationen für den Führer. Als der Führer seine immer wieder von stürmischer Zustimmung des Hauses begleiteten Ausführungen geschlossen hatte, erhob sich das Haus und bereitete Adolf Hitler l a n g a n h a l t e n d e O v a- tionen. Immer wieder von neuem erhob si 7 7 d-rei dD nicht?e W sch it'jÄ ich« Baukin Ärtl Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdtskont 4 0. S A.E.G Bekula jo Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft 6¥. Felten S Guilleaume 0 Geiellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 5 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert L Co 4 Siemens S Halske Lahmeher L Co 7 einen statt. Die Veranstaltunä soll werbend und fördernd für den schönen Fußoallsport wirken. Die umsichtige Vereinsleitung hat alles vorbereitet, daß auch die Spieler und Zuschauer zu ihrem Recht kommen. Wdie Wer der 21. Wi ’N 0 nen können, haben, jedesn ■ politischen^ Hitler über gleichsam, der ausl in der 2)i Aufmerksamke ersten Reihe britannie reichs.nebe’ Einzelheiten fang li« >e6‘ tretet der R Führer abgel vorbereitet h sie die eic scheu Regie' Schärfe deri rer gegen di 15 Jahre erh Hitler die p Reichsregieru die Möglichk densotdnung Adresse E sicht nun ein Englands, F rangen aller Berantivortui der sich der In L 0 n d der historisch fen. Noch in der britische übermitteln, gewichtige 1 Organisation hatte, so ist aus der Wi scheu Parlai tische Politik liche Bekr/ndi aus jeher pofjtiD zu zu beobachtet Schichtung de Riß geht. N Kreise, die \\ sind, wollen 13 Punkte praktische Friedens ren Lager v gemeinsam m von denen m sie bisher der gewesen seien AujchM nung der lienischer bar noch fei das geWsse Dennoch ist 4% Oesterretchische Goldrente.... 4.20% Oesterretchische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *V,% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 40®erteflid)e w°adadbahn.Anleihe keine schriftliche Zusage erteilt. Es ist anzunehmen, daß sich noch verschiedene Vereine zur Teilnahme melden. Die Veranstaltung steht unter Aufsicht eines Vertreters des Deutschen Fußballbundes, so daß die Gewähr gegeben ist, daß sich alles glatt ab» wickeln wird. Es gelangen wertvolle sinngemäße Preise und auch Diplome zur Verteilung. Die Verlosung der einzelnen Mannschaften nimmt der anwesende Vertreter des DFB. vor. Nachmittags findet ein Propagandaspiel der ersten Mannschaft von Lollar und der besten Spieler aus den Ver- SL"; V AonaU'd 4 'Bede N ’S* Kf-M jteM6” Die Reichsregierung wird in nächster Zeit die deutsche Jugend zum 3. Deutschen Jugendfest auf- rufen. Mit der Durchführung werden, wie in den Vorjahren, der Reichsjugendführer und der Reichssportführer beauftragt. In Spiel, Wettkämpfen und Sonnenwendfeiern soll die gesamte Jugend aller Gaue Deutschlands den 2 2. und 23. Juni als deutsches Volksfest feiern. Im Rahmen dieses Ju- gendfestes werden von allen Jugendlichen vom 10. bis 18. Lebensjahr sportliche Wettkämpfe (die früheren Reicksjugendwettkämpfe) durchgeführt. Das Wettkampfprogramm soll durch Spiele, Freiübungen, Volkstänze und Zusatzwettkämpfe erweitert und umrahmt werden. Die festliche Umrahmung der Sportwettkämpfe, sowie die Durchführung der Son- nenroenbfeiern wird von der Hitler-Jugend im engsten Einvernehmen mit der Propagandastelle der örtlichen Parteileitung durchgeführt. Die sportlichen Wettkämpfe anläßlich des Deutschen Jugendfestes sind in diesem Jahr die großen Leistungsprüfungen der gesamten deutschen Jugend. Den Mittelpunkt der Wettkämpfe bilden die Sportwettkämpfe der Hitler-Jugend. Das Deutsche Jungvolk und die Jungmädel führen ihre Wettkämpfe am Samstag, 22. Juni, dem Tag des Deutschen Jungvolks, und die Hitler-Jugend und der Bund Deutscher Mädel am Sonntag, 23. Juni, dem Tag der Hitler-Jugend, durch. Die Wettkämpfe der Hitler-Jugend sind Mannschaftsmehrkämpfe, an denen als Träger der Wettkämpfe alle Kameradschaften, Jungenschaften, Mädelschaften und Jungmädelschaften teilnehmen. Die nicht der Hitler-Jugend und ihren Untergliederungen angehörenden Jugendlichen nehmen als Einzelmehrkämpfer an den sportlichen Wettkämpfen teil. Ihre Teilnahme ist auf Grund des Erlasses des Reichserziehunasministers Pflicht. Sie werden durch die Schulen uno den Reichsnährstand erfaßt. Für die Harpener Hoesch Si,en-Köln°Neuessea Ilse Bergbau Ulfe Bergbau Genüge Klocknerwerke ManneSmanw-Röhreu Schultheis Payenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg Zellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS Daimler Motoren Vierländerkampf am 31. August/1. September in Berlin gegen Schweden, Italien und Ungarn. Die Termine: 28. Juli: Schweiz—Deutschland in Zürich: 11. August: Deutschland—England in München: 24.Z25. August: Finnland—Deutschland in Helsingfors; 25. August: Deutschland—Polen der Frauen in Dresden, 31. August/1. September: Vierländerkampf Schweden — Italien — Ungarn— Deutschland in Berlin: 15. September: Frankreich —Deutschland in Paris. Gießener Erfolge im Radrennen. Bei dem Straßen-Radrennen „Rund um den Meißner", das am Sonntag von Kassel aus über 120 km durchgeführt wurde, errang der Gießener Fahrer Preis (Radfahrverein „Germania") trotz stärkster Konkurrenz und schlechten Wetters den dritten Preis mit einer Zeit von 4 Stunden 28 Minuten. Den achten Preis errang Mebus, Gießen (Gießener Radfahrerverein von 1885). Der Gießener Fahrer Neumann (Gießener Radfahreroerein von 1885) stürzte am Sonntag bei dem Radrennen „Rund um Köln" und brach den rechten Unterarm, so daß er in das Krankenhaus gebracht werden mußte. Fußball-Abteilung des Turnvereins Wißmar. Brief 2,46 41,98 54,65 12,24 16,365 168,46 20,00 61,53 Grtpner Ql 37,65 I 38,5 | a-M.... 4 92,75 92,75 Süddeutscher Zuck« »j 170,5 I | * Von der Frankfurter Börse. Am Samstag vor Pfingsten, 8. Juni, bleiben die Börsenräume für jeden Verkehr geschloffen. Die Abendbörse fällt am Mittwoch, 29. Mai, Freitag, 7. Juni, und Dienstag, 11. Juni, aus. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Zurückhaltend. Frankfurt a. M., 21. Mai. Im Hinblick auf die heutige Führer-Rede machte sich bei der Kundschaft und der Kulisse etwas Zurückhaltung bemerkbar. Infolge des kleinen Geschäftes bröckelten die Kurse nach den letzten Befestigungen meist etwas ab, insbesondere nach Feststellung der ersten Kurse, zumal auf dem erhöhten Niveau weitere kleine Realisationen vorgenommen wurden. Die Veränderungen erreichten nach beiden Seiten aber nur kleines Ausmaß. Am Aktienmarkt waren IG.-Farben bei lebhafteren Umsätzen mehr gedrückt, und zwar gingen sie auf 149 bis 148,50 (149,75) zurück, während Scheideanstalt noch 0,75 v. H. anzogen. Am Elektromarkt vermochten sich Siemens um 1,13, Felten um 1 und Schuckert um 0,40 v. H. zu befestigen, während sonst Rückgänge bis 0,50 v. H. eintraten. Montanwerte bröckelten überwiegend bis 0,75 v. H. ab, fester waren zunächst noch Mannesmann mit plus 0,40 v. H. und Rheinstahl mit plus 0,75 v. H. Kali Aschersleben verloren 1,25 v. H. Reichsbankanteile wurden durch die Transaktion mit der Golddiskontbank etwas angeregt und waren bei beachtlichen Umsätzen auf 163,25 bis 164 (162,50) erhöht. Schiffahrtswerte sowie AG. für Verkehrswesen lagen ebenso wie Maschinenaktien voll behauptet. Von Autowerten zogen Daimler zunächst 0,50 v. H. an, gingen dann aber auf Vortragsstand zurück, Bayer. Motorenwerke lagen mit 132 unverändert, ebenso Kleyerwerke mit 92,50. Sonst eröffneten noch u. a. Zellstoff Aschaffenburg und Deutsche Linoleum je 0,50, Julius Berger mit einer Dividende von 1,25 v. H., (fernen! Heidelberg 0,25 v. H. höher, dagegen AKU. 0,40, RWE. 0,75, Muag 1,25 und Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. leichter. Auch an den Rentenmärkten war das Geschäft klein, die Kurse lagen aber durchaus gut behauptet. Altbesitz zogen 0,13 v. H. an, Zinsvergütungsscheine waren zu 90,20 noch gefragt. Am Auslandrentenmarkt zeigte sich weitere Nachfrage nach Rumänen, 4proz. 5,25 (5,13), 4,5proz. Gold- rumänen 8,50 (9,25). Von Mexikanern gingen 4proz. Gold von 1904 auf 9,40 (9,90) zurück. Universität Gießen — Hochschule für Lehrerbildung Friedberg Am morgigen Donnerstag findet auf dem Universitätssportplatz ein Handballspiel zwischen obengenannten Hochschulen statt. Es ist nicht das erste Mal, daß sich beide Mannschaften im Spiel gegen« überstehen. Vor ungefähr drei Monaten mußte die Universität Gießen die Ueberlegenheit der Fried- beraer anerkennen. Wenn auch damals mit 12:8 die Niederlage etwas hoch ausfiel, so war doch nicht zu verkennen, daß die Lehrerhochschule über talentierte Kräfte verfügt, die auch am Donnerstag wieder mit von der Partie sein werden. Gießen tritt mit einer Mannschaft an, die aus erfahrenen Spielern besteht: allerdings muh die Mannschaft auf ihre Spitzenspieler Acker und Kissel verzichten. Friedberg dagegen wird in kompletter Ausstellung erscheinen und die Gießener Zuschauer durch sein schönes und wuchtiges Spiel begeistern. Spielbeginn 16 Uhr. Nordhessens Handballer gegen Niedersachsen. Neben dem am 2. Juni in Hanau stattfindenden Spiel gegen den Gau Südwest hat der Handballaau Nordhessen noch ein weiteres Gauspiel abgeschlossen, das ihn am 16. Juni in Kassel mit dem Gau Niedersachsen zusammenführt. Gießener „Nationales^ am 30. Mai. Die am 19. Mai von der Spielvereiniyung 1900 Gießen geplanten leichtathletischen Wettkämpfe, die ein recht gutes Meldeergebnis erfahren hatten, mußten bekanntlich wegen der Einweihung der Reichsautobahn ausfallen. Die Veranstaltung wurde jetzt für den 30. Mai (Himmelfahrtstag) neu angesetzt, v. Tschanuner- und -Osten-Kampfbahn^ in Bad-Nauheim. Die Stadt- und Kurverwaltung von Bad Nauheim hat eine neue Sportanlage, das „Waldsportfeld", errichtet. Die Verwaltung hat an den Reichssportführer von Tschammer und Osten die Bitte gerichtet, die neue Anlage nach ihm benennen zu dürfen. Der Reichssportführer hat seine Erlaubnis dazu erteilt. Oie Leichtathletik-Länderkämpfe 1935. Die deutschen Leichtathleten werden im Jahre 1935 sechs Länderkämpfe austragen, darunter den Vorbereitung der Wettkämpfe berufen die Landräte und die Oberbürgermeister der Stadtkreise (in den außerpreußischen Ländern die ihnen gleichstehenden Beamten) Ausschüsse für das Jugendfest ein, die sich aus den Vertretern aller zuständigen Körperschaften und Parteigliederungen zu- sammensetzen. Für die technische Organisation der sportlichen Kämpfe ist der Beauftragte des Reichs» sportführers in Zusammenarbeit mit den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen verantwortlich. Die Wettkämpfe bestehen für die 10- bis 14jährigen männlichen und weiblichen Jugendlichen aus: 60-Meter-Lauf, Weit- sprung und Schlagballweitwerfen (80 Gramm): für die 15- bis 18jährigen männlichen Jugendlichen aus 100-Meter-Lauf, Weitfprung und Keulenweitwerfen (500 Gramm): für die 15» bis 18jährigen weiblichen Jugendlichen (BdM. bis 21 Jahre) aus 100-Meter- Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwerfen (80 Gramm). Die Wertung der Leistungen erfolgt nach der 100-Punktwertung, die eine Staffelung "ach Altersklassen vorsieht. Die besten Gruppen erhalten eine Ehrenurkunde mit der Faksimile-Unterschrift des Führers und Reichskanzlers. Alle Wettkämpfer erhalten, wenn sie insgesamt 180 Punkte erreichen, eine Siegernadel. Für das „Deutsche Iugendfest" ist ein besonderes Festabzeichen geschaffen worden. Am Abend des 23. Juni werden im ganzen Reich Sonnenwendfeiern von der Reichsjugendführung durchgeführt. Kurze Gporinotizeu. John Langenus (Belgien) wird den am kommenden Sonntag in Dresden stattfindenden Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei als Schiedsrichter leiten. Der Olympia-Trainer der deutschen Springer, Harald Smith (USA.), weilt bereits auf deutschem Boden. Er hat seine Tätigkeit in Magdeburg aufgenommen. verkehr mit Ungarn. 808: Erhöhung der Telegraphengebühren im kehr von Danzig nach Deutschland. Nach der von der Marktberichtstelle beim Reichsnährstand durchgeführten Erhebung ergibt sich, daß die Abnahme der Getreidevorräte im April gegenüber dem Vormonat etwas langsamer vor sich gegangen ist. Beim Roggen haben sich die Bestände um 5 v. H. der Gesamternte verringert, während sich im März noch eine Abnahme von 6 v. H. ergab. Die geringe Abnahme erklärt sich vor allem dadurch, daß die Mühlen infolge der Auflockerung der Einlagerungspflicht als Abnehmer nicht mehr so stark als bisher in Erscheinung traten. Auch die 23er» fütterung von Roggen im Eigenbetrieb der Landwirtschaft scheint etwas geringer als bisher gewesen zu sein. Die noch vorhandenen Roggen - Resibestände reichen aber zur Brofgefreibeoerforgung der Bevölkerung ohne weiteres aus. Selbst für Füllerungszwecke werden noch einige Wengen zur Verfügung stehen. Beim Weizen ist ebenfalls ein Rückgang der Bestandsabnahme zu verzeichnen. Die Bestände werden beim Winterweizen bei einer Abnahme von 4 v. H. im April auf 10 v. H. und beim Sommerweizen auf 13 v. H. ausgewiesen. Die geringe Abnahme beim Sommerweizen ist zu einem gewissen Teil auf den Wegfall der Aussaat zurückzuführen. Sonst ist die geringe Bestandsabnahme eine Folge Die Fußballabteilung des Tv. Wißmar hat sich für den kommenden Sonntaa allerhand vorgenom- men. Sie veranstaltet an diesem Tage ein sog. Fußball-Blitzturnier. Hierzu haben sich bis jetzt schon eine ganze Reihe namhafter Vereine gemeldet, u. a. Krofdorf, Vetzberg, Fellingshausen, Garbenteich, Treis, Londorf, Lollar usw. Verschiedene Mannschaften haben zwar zugesagt, jedoch noch keine schriftliche Zusage erteilt. Es ist anzunehmen, iämeri!an<|d)e Noten.............. Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilkina Rumänische Noten Schwedische Roten Schweizer Noten Spanische Noten................ Ungarische Note» 38 1 38/9 171,75 1 171 ;75 Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 804: Bedingte Lockerung der Einfuhrbestimmungen für den Reiseverkehr nach Rumänien. 805: Aenderung des Verfahrens der Zollstellen bei der Abschreibung auf Devisenbescheinigungen. 806: Neuregelung des Zahlungsverkehrs mit Portugal. 807: Verrechnung von Nebenkosten aus dem Waren- Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd 0 21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiLconto- Gesellschaft o Dresdner Bank o Reichsbank 12 Frankfurt a. Ui Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- turs Schlußk. Mistag- börse Datum 20. b 21 5 20.5 21.5 4% desgl. Serie II ............ q 7fi 10 10,65 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 6 6 5,9 5,9 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l919 8,25 8,5 8,15 8,6 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,13 5 5 5,15 2H% Anatolier ............... 39 38,75 38,9 38,5 Frankfurt a. W. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 20 5 21.5 2Q 5 21-5 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse börse Datum 20-5 21.5 20 5 21.5. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100 100 100,25 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,6 96,9 96,8 96,9 Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,5 102,1 102,3 102,25 AuSlos.-Rechten ............. 115,65 115,9 115,65 115,9 4‘/»% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,4 100,25 100,3 100,25 6% efcm.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 98,25 96 98,5 96,25 98,5 98 *H% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12..... &V,% ehem. Hess. LandeS^ypo. thekenbank Darmstadt Ltoüt ... 4ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 100,4 100,4 — — 92 92 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 124 123 Deutsche Komm. Sammelabl. An- — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 454% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 115,13 115,13 115,13 115,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 96,5 96,5 554% ehem. 4’/j% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandbrtefe....... 100,4 100,8 6V,% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,25 101,25 101,5 kg) ,25 454% ehem. 8% Pr. LandeSpfand» brtesanstalt, Pfandbriefe R. 19 454% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. 061.VI Steuergutlch.BerrechnungSk. 35-89 96,75 96,75 96,75 96,75 96,75 106.25 96,75 106,3 96.75 106,25 96,75 106,3 20.Mal 21. Mal Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Airec 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel ... 41,9H 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,159 0,161 0,154 0,156 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,64 54,74 54,64 54,74 Danzig ... 46,77 46,87 46,77 46,87 London... 12,235 12,265 12,235 12,265 Helsingfors 5,395 5,405 5,395 5,405 Paris .... 16,365 16,405 16,365 16,405 Holland .. 168,25 168,59 168,20 168,54 Italien... 20,53 20,57 20,53 20,57 Japan.... 0,718 0,720 0,718 0,720 Jugostawten 5,649 5,661. 5,649 5,661 C6I0..... 61.50 61,62 61,50 61,62 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 11,11 11,13 11,11 11,13 Stockholm. 63,11 63,23 63,09 63,21 Schweiz .. 80,32 80,48 80,32 80,4! Spanten.. 33,93 33,99 33,94 34,00 Prag..... Budapest . 10,345 10,365 10,34 10,36 Neuyork.. 2,486 2,490 2,488 2,492