185. Jahrgang Eichener Anzeiger England lehnt Sondrrabksmmen ab dieser Besuch später geprüft wird. Flandin möchte auch heute nicht mehr daran denken, daß es in der letzten Stunde noch der verzweifelten internationalen Anstrengungen bedurfte, um zu verhindern, daß mit der Abstempelung als Wablpolizei noch einmal französische Truppen in deutsches Gebiet marschierten. Es ist auch ein recht schlechter Einfall, wenn Flandin vor dem Senat den Saß prägte: Wo bleibt die Macht des Völkerrechts, wenn es dem einzelnen Staat überlassen bleiben kann, seine Macht auszunützen? Wenn es einen Staat gibt, der dies in der jüngsten Vergangenheit g e • t a n hat, so ist es Frankreich, denn der R u h r- einbruch ist von dem Schild Frankreichs nicht abzuwaschen. Daß es die Reparationskommission, dieses scheußliche Gebilde war, das den Ruhreinbruch billigte, entlastet Frankreich nicht, denn an der Spitze der Reparationskommission stand — Louis Barthou Sogar der englische Ministerpräsident Bonar Law war im Sommer 1923 offen und ehrlich genug, um vor dem Unterhause auszusprechen, daß es einfach untragbar sei, daß ein Staat das Recht haben könne oder dürfe, mitte n i m Frieden ein en anderen Staat z u überfal- l e n Die öffentliche Meinung in England gab damals Poincar6 auch zu verstellen, daß, wenn Deutschland nicht entwaffnet war, schon der Versuch des Ruhreinbruchs zu einem neuen Krieg hotte führen müssen. Rein, nein, man soll nicht unsere Vergeßlichkeit schelten. Das, was man uns angetan hat, mußte notgedrungen so starke und bleibende Eindrücke hinterlassen, daß wir es niemals aus der Erinnerung verlieren können, daß wir es vielmehr als eine unzerstörbare geschichtliche und politische Lehre behalten müssen. Nicht nur der Zeitpunkt der Mitteilung, sondern die Natur und der Inhalt der Mitteilung werfen ein so störendes Licht auf die Aussichten einer Regelung durch Vereinbarungen. Die in der Mitteilung angedeuteten Ziffern für die deutsche Heeres stärke gehen so beträchtlich über die vor weniger als einem Jahre vörgeschlagenen Zahlen hinaus, ja überschreiten in der Tat alles, was zur Zeit irgendeine Macht in Westeuropa aufzubieten hat, daß sie ernste Zweifel darüber aufwerfen, ob ein tuufommen mit einigen der Nachbarn Deutschlands möglich sein würde, falls auf solchen Ziffern bestanden werde. Ich hoffe, daß ich ebenso gemäßigt wie offen über ein sehr ernstes Ereignis gesprochen habe. Das Ziel der britischen Politik hat darin bestanden, dazu beizutragen, daß Deutschland, dieser große Staat, in die Gemeinschaft der Nationen unter Bedingungen zurückgeführt wird, die gerecht für Deutschland sind und fair und sicher für alle, so daß Deutschland mit seinen großen Talenten und Hilfsquellen im vollen Gefühl seiner Gleichberechtigung und seiner Würde zu der Aufgabe beisteuern kann, an der jeder gute Europäer, der den Frieden wünscht, Anteil zu nehmen hat. Es gibt nur dies oder das andere: Ein erheblich weniger befriedigendes System, e i n System ausqewählter und besonderer politischer Kombinationen zu gegenseitiger Unterstützung gegen eine Gefahr in unserer Mitte. Nachdem ich diese Ansichten entwickelt habe, ist es kaum notwendig zu sagen, daß wir keinerlei Sonder ab - kommen zwischen England und irgendeinem anderen Lande planen. Die Besuche in Berlin, Moskau oder Warschau bedeuten nicht, daß wir Paris oder Rom oder Brüssel ober, wie ich hinzufügen möchte, Genf den Rücken gekehrt haben. Die europäische Regelung kann nur dann gründlich sein, wenn sie allumfassend ist." Die Rede des Außenministers wurde mit allgemeinem Beifall auf allen Bänken des Hauses ausgenommen. französische Kriegsministerium vorzieht, die Zahlen nicht bekannt zu geben. Auch die Zahl der schweren und schwersten Geschütze sowie überhaupt der völlig motorifierten Batterien ist heute unzweifelhaft erheblich größer als in der Vorkriegszeit. Das gilt auch von der Luftwaffe, das gilt auch von der Kriegsflotte, die heute Einheiten von einer Größe und einer Bestückung besitzt, wie sie schon aus technischen Gründen vor dem Kriege noch nicht gebaut werden konnten. Das ist die Abrüstung Frankreichs, das gegenüber Deutschland durch die entmilitarisierte Zone sowie ! durch den gewaltigen Betongürtel geschützt ist. während der Einbruch nach Deutschland von Frankreich aus überall möglich ist. Nicht einmal die wichtigsten Brückenköpfe am Rhein darf Deutschland durch Befestigungen schützen. Daß die Mitunterzeichner des Versailler Dertra» ges, soweit sie aut der Bank der Sieger saßen, trotz des Teiles V des Vertrages, trotz des Artikels 8 her Völkerbundssatzung nicht abgerüstet ha« ben, ist eine Tatsache. Zu diesen Staaten gehören auch Frankreich und Italien, so daß es auch wieder kein guter Einfall ist, wenn sie in ihren Noten die Reichsregierung darauf aufmerksam machen, es fei mit dem Versailler Vertrag nicht zu vereinbaren, wenn Deutschland seine Wehrhoheit zurücknehme Wenn die französische Note auseinandersetzt, sowie es Flandin vor dem Senat getan hat, daß die Gleichberechtigung Deutschlands nur das (Ergebnis gemeinsamer Verhandlungen hätte sein I können, so genügt es wohl, darauf hinzuweisen, daß diese gemeinsamen Verhandlungen schon seit «Jahren im Gange sind, ohne daß auch nur 'die geringste Aussicht besteht, sie könnten wirklich Worten zu sagen, worin nach meiner Meinung d i e eigentliche Schwierigkeit besteht, die nid) Auffassung vieler Leute durch jene Mitteilung entstanden ist. Dieser Tatsache geht eine lange Geschichte voraus. (Beifall.) Im Interesse der Zusammenkunft möchte ich feststellen, daß das Ziel der bevorstehenden Besprechung darin besteht, eine Regelung auf dem Wege der Vereinbarung zu fördern. Das ist, wie ich sagen muß, das genaue Gegenteil einer Regelung auf dem Wege einer einseitigen Mitteilung. Es würde nicht nützlich sein, wenn ich versuchen wollte, einen so klaren Eindruck zu unterdrücken. Einseitige Aufkündigung — welcher Art auch immer die Erklärung hierfür sein mag — erhebt unvermeidlich die Frage nach dem Wert von Abmachungen. Und dies war eine sehr schlechte Vorbereitung für künftige Abmachungen. Wir werden alle zustimmen, daß mir unter diesen Umständen protestieren mußten. Nichtsdestoweniger wird das Unterhaus zugeben, daß die Schritte, die wir in Verbindung mit diesem höchst ernsten Ereignis getan haben, die weiseren Schritte gewesen sind. Wir fordern eine Versicherung, daß der Umfang de r B e - sprechungeninkeinerWeisebe schränkt werden soll, und nachdem wir diese Vorbehalte und diesen Protest gemacht haben, bin ich davon überzeugt, daß es notwendig und richtig ist, diesen Besuch d u r ch z u f ü h r e n. Bevor ein so bedeutsamer Besuch unternommen wird, muß Klarheit über den Umfang und den Zweck des Besuches geschaffen werden. Allgemeinheiten würden sachlich zu nichts geführt haben. Daher wandten wir uns an die Deutschen, um festzustellen, ob die Berliner Zusammenkunft nicht etwa auf irgendeine im Londoner Eommuniquö enthaltene Sonderfrage beschränkt werden sollte, sondern auf der für Gedankenaustausch vorgesehenen vierfachen Grundlage vor sich gehen würde. Das heißt, daß über die Frage der Sicherheit, der Rüstungen, der Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund und über die Frage des geplanten Luftpaktes gesprochen würde. Erst, als wir von deutscher Seite die Versicherung erhalten hatten, daß die Besprechungen in diesem Rahmen geführt werden, setzten wir uns mit den anderen Regierungen in Verbindung. Damit war die Grundlage der vorgeschlagenen Zusammenkunft, diese vier Punkte ntft dem Ziel zu erörtern, auf dem Wege des U eb ereinkommens eine Lösung zu finden. Ich übertreibe keineswegs, wenn ich sage, daß die deutsche Mitteilung vom vergangenen Samstag für ganz England ro i e ein schwerer Schock gekommen ist. Sie hat unvermeidlich die Proteste der britischen Regierung, der französischen Regierung und der italienischen Regierung herausgefor- dert. Ich wünsche dem Hause in wohlabgewogenen Soll auch Deutschland zur Konferenz in Italien eingeladen werden? Conbon, 22. März. (DRV. Funkspruch.) Wie Reuter ergänzend meldet, hat Sir John Simon von der Möglichkeit einer Einladung an Deutschland zur Teilnahme an der zweiten Konferenz, die bekanntlich in Italien stakt- finden soll, gesprochen. Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und unter Umständen auch Deutschlands hätten dann, so meldet Reuter weiter, die Möglichkeit, noch der Reihe der Ministerbesuche unter den veränderten Umständen die Lage zu besprechen. Simons Sealellung. L o n b o n , 22. März. (DNB. Funkspruch.) Groß- siegelbewahrer Eben wird Freitagabenb nach Paris abreisen. Man erwartet, baß bie bärtigen Dreimächtebesprechungen, bie ersten seit bem neuen Abschnitt der europäischen Politik, die mit den französisch-italienischen Besprechungen in Rom eröffnet wurden, den ganzen Samstagabend in Anspruch nehmen werden. Eben beabsichtigt jetzt, am Sonntagmorgen von Paris nach Amsterdam zu fliegen, wo er von dem englischen Sonderflugzeug, das Sir John Simon und seine Begleiter nach Berlin bringen soll, an Bord genommen werden wird. Folgende Sachverständige sollen den Außenminister und den Lordsiegelbewahrer bei ihrem Berliner Besuch begleiten: i. Edgar Granville, Abgeordneter und parlamentarischer Privatsekretär Sir John Simons, 2. Lord Cranborne, parlamentarischer Privatsekretär Edens, 3. Mr. Sar - qent, stellvertretender Unterstaatssekretär im Fareian Office, 4. William Strang, Berater für Völkerbundsangelegenheiten, 5. und 6. die Privat- sekretäre Seymour und H a n k e y. Letzterer ist der Sohn des Präsidenten, des Weltreichsverteibi- gungsausschusses Sir Maurice Hankey. Oer Verteidiger von Versailles. Zur selben Stunde, ba in Berlin auf dem Empfang des Reichsministers Dr. Goebbels der Reichs- ffortführer von Tfchammer und Osten vor den Diplomaten und der Auslandsprefse in Anspielung auf die Teilnehmer der Olympiade das schöne Wort van der „Avant-Garde des Friedens ton 46 Nationen" sprach, forderte in Paris zum Ziele führen. Wenn Frankreich auf die berühmte Dezember-Erklärung von 1932 zuruck- areift so ist das auch kein guter Einfall, denn e s w a r' F r a n k r e i ch selbst, das disfe Dezember- Erklärung durch die berüchtigte Note vom 17. April 1934 außer Kraft gesetzt hat. Wie sollte Deutschland bei diesem Wankelmut der Politik Frankreichs gedul.dig und entwaffnet weiter auf die Einlösung einer Zusage warten, die rechtlich gesehen, gar keine Zusage war, sondern eine strenge Verpflichtung. Diese Verpflichtung kann hinterher nicht abgedreht wenden, erst recht nicht dadurch, daß die Gleichberechtigung Deutschlands nur in einem System der allgemeinen Sicherheit zur Geltung kommen sollte. Gerade dies allgemeine System lder'Sicherheit, das die allgemeine Abrüstung zur Voraussetzung hat, hat Frankreich immer wieder verhindert, wobei es von seinen Vasallen :m Kleinen Verbände eifrig unterstützt wurde Flandin will sich heute damit brüsten, daß Frankreich die ihm auferlegten Verpflichtungen im H'n - blick auf die Saar so prompt erfüllt habe. Auch in diesem Zusammenhang vergißt er politisch wesentliche Tatsachen. Er will sich nicht mehr daran erinnern daß schon seit Stresemann immer wieder höchst ernste Angebote an Frankreich gemacht wurden die auf eine Bereinigung des Saarproblems hinzielten. Deutschland war dabei immer zu Opfern bereit bie über ben Inhalt der römischen Saar^r» etnbarungen hinausgehen, lediglich von dem Bestreben geleitet, den Stein des Anstoßes zwischen Deutschland und Frankreich aus dem Wege zu räumen und einen günstigeren Ausgangspunkt für die Verständigung der beiden Völker und damit für den Frieden und die Sicherheit Europas zu schaffen. Simon über Umfang und Zweck des Berliner Besuches England wünscht eine allumfassende europäische Regelung. feiten vorgibt? Nichts wäre leichter als diese Rede Punkt für Punkt zu widerlegen. Es genügt, auf die schlimmsten Torheiten hinzuweisen. Die in hem Gesetz vom erklärte, die Ereignisse in Deutschland hätten in England eine solche seelische Erschütterung verursacht, daß sie nur mit den Geschehnissen im August 1914 verglichen werden könnten. Die Mentalität in England und im Zluslande sei bie Mentalität des Krieges. Jede Regierung sage, daß sie nicht für ben Krieg, fonbern fürben Friedenrüste, unb das auch nur deshalb, weil bie a n b e r e n Regierungen rüsteten. Jede Regierung schiebe bie Schulb auf ijemanb anberes. Deutschland mache ben Versailler Vertrag verantwortlich. Von ben Franzosen werbe etwas anberes beanstandet, und bie Sowjetregierung oerteibige ihre Rüstungen, ba sie einen Angriff im Fernen Osten ober an ber baltischen Küste befürchte. Die Dinge seien heute soweit gebiehen, baß Deutschlanb nicht nur bie Gleichheit bes Status in ber Gemeinschaft ber Nationen verlange, fonbern auch bas Recht, einen Vertrag zu zerreißen unb eine Rüstungspolitik zu verfolgen, bie unverrneid- lich zu einem Rüstungswettrennen unb schließlich zu einem Kriege führen, werbe. Es sei daher Eng- ........ ----..... ___ .... _ , v Ilands zwingende Pflicht, einen entscheidenden 15. März genannte deutsche Heeresstärke ist „in Schritt zur Rettung der Zivilisation zu tun. Die Wirklichkeit schon vorhanden gewesen"? Warum Arbeiterpartei sei der Auffassung, daß der Auftrag, lann erst drei unb vier Tage später bieses unbifai» b>en ber Außenminister für feine Berliner Reise er« sanierte Geschrei. Herr Flanbin nimmt ben trau- halte, völlig neu gestaltet werben müsse ngen Ruhm für sich in Anspruch, als einer ber Englanb, als größte imperialistische Macht der letzten Verbliebenen sich zu der Kriegsschuld- Welt müsse bie Verpflichtung übernehmen, bie lüge zu bekennen, bie bekanntlich schon seit Jahren Luftrüstungen auf bem Altar ber Abrüstung end) von ber ausländischen Geschichtswissenschaft zu opfern. Die Arbeiterpartei sei ber Ansicht, baß I rrstlos wiberlegt ist. Außenminister Simon in Berlin sich nicht mit ber Was Flanbin an angeblichen Tatsachen gegen deutschen Ausrüstung einoerftanben erklären, son- 2»eutschlanb ansührt, steht auf genau so tönernen [bem nur zum Ausdruck bringen solle, dnß bie eng- ftüfcen, wie das Histörchen, das Fürst B ü 1 o ro Hfd)e Pakt- unb Friebenspolitik sich nicht auf die im seinen Schilderungen im Zusammenhang mit Aufrüstung, sondern auf die Abrüstung gründe, tem Kriegsausbruch mitgeteilt hat. Man muß es hoffe, daß die englische Regierung sich bemühen cis selbstverständlich annehmen, daß Flandin sich werde, eine Weltkonferenz zustandezudringen, mit biesen Dingen beschäftigt hat, wenn er in einer sich mit den Handelsbeschränkungen Senatsrede darüber spricht. Dann weiß er auch befassen müsse; denn in der Welt sei Raum ge- conz genau, daß der Wortlaut für die deutsche nug für alle, seien genügend Rohmate- .^riegserklärung an Rußland bereits in der Nacht rialien für alle und Märkte in Hülle unb Fülle, iom 31. Juli zum 1. August aufgesetzt worben ift. (Erforbertid) sei lebiglich eine zweckmäßige Or« Angesichts dieser bewiesenen Tatsache muß es oon ganifierung. „Es ist", so schloß Lansbury, „so ler gesamten ernsthaften Geschichtswissenschaft in glaube ich, derBankerottbes staatsmän- tos Reich ber Fabel verwiesen werden, was Bülow si , sch en Denkens, hSr überall im Wege steht, über ein Beisammensein von Bethmann-Hollweg, Wir klammern uns an den alten Gedanken, daß Äallin unb Geheimrat Kriege vom Auswärtigen irgendeiner Weise das Unglück bes anberen uns Amt am 1. August 1914 erzählt. In jenem Bei-I zum Vorteil gereichen könnte Die Arbeiterpartei fimmenfein soll Kriege aus völkerrechtlichen Lehr- glaubt nicht b’aran." t sichern nach einem . Bei spie l für den Nach kurzen Ausführungen Sir Herbert Sa- Wortlaut der Kriegserklärung gesucht I ^ls Sprecher der Öpposikionsliberalen bankte toben, während vorn Kanzler berichtet wird, baß tr seine Ungebuld mit der notwendigen Rücksicht- öllttOÜ rahme auf die Sozialdemokraten begründet habe. ■ , „ .. Mt anderen Worten: Bethmann-Hollweg soll die zunächst den beiden Rednern derOppositwn für ihre Spitze gegen das zaristische Rußland gerichtet eindrucksvollen Äußerungen. Wir hoffen, so er« loben um bie Zustimmung ber Sozialbemokraten klärte ber Minister weiter, tn wenigen lagen eine fir einen Krieg zu gewinnen, den er für unver- freimütige Aussprache mit dem Kanzler des 4)eut» weidlich hielt. Ganz abgesehen davon, daß. Bülow schen Reiches zu haben, denn der Berliner Besuch einem Nachfolger im Amt nur den Vorwurf verlangt völlige F/e,mut,gke,t. (Beimachen wollte, daß er durch diplomatische Unge« I fall.) Einer Erörterung dieser Art kann keine offent- Mcklichkeit das Odium des Angriffes auf uns ge« liche Generalprobe vorausgehen. Die Besuche m iMen habe das uns durch die Kriegserklärung an Berlin, Moskau und Warschau sind eine Informa- ^ußland mit Unrecht, aber in schwer zu wider- tionsreife. Wir wollen die Ansicht der anderen i»aenber Weise in den Augen ber Welt" die Be- kennenlernen und nicht zu sehr von uns aus eine hftung mit ber Brandftifterrolle eingebracht habe: ins einzelne gehenbe Entscheibung herbeifuhren, d,e feie Szene die Bülow so drastisch schildert, kann dann anderen zur Annahme unterbreitet wird. Nasi ch gar nicht abgespielt haben, weil türlich wirb bie Zeit kommen, wo bas Ergebnis rochweisbar der Wortlaut ber Kriegserklärung biefer Besuch später geprüft wirb. früher fertiggestellt wurde, ohne daß Geheimrat —■————— ..._!_L! fer französische Luftfahrtminister bie Summe von insgesamt 3,5 M i l l i a rd e n für Frankreichs Luftaufrüstung. Zur gleichen Stunbe gingen iie französische unb die italienische Protestnote eb. Zur gleichen Stunde hielt Frankreichs Ministerpräsident Flandin eine Rede, die vom ersten bis tim letzten Satz erfüllt war von so unverfälschtem I Üersailler Geist, als hätte sie einer ber Väter bes Tiktates selbst gehalten. Wir haben eine Rebe, bie terart von Derbrehung und Unwahrheiten wimmelt, sklbst aus französischem Munde lange Zeit nicht gehört. Flandin, der ehemalige Kampfflieger, hätte eine ferartige Rede nicht nötig gehabt. Ihr erregter jortra'g unb bie Nervosität bes überfüllten Hauses tigten zur Genüge bie innere Unsicherheit und bas 5fe Gewissen ber zur Zeit maßgeblichen Männer h Frankreich. Was konnte Flanbin mit solchen Ausfällen, mit solchen in aller Welt längst wiber- ligten Behauptungen bezwecken in einer Zeit, in fer Frankreich an ber Befriebung Europas zu ar« Kriege daher zugegen war. . Es muß wirklich innerlich schwach nut Frank- rsichs Sache bestellt sein, wenn der Mmlsterprasi- ient mit einem solchen Argument arbeitet, wenn ' at Flandin geflissentlich übersehen, daß bie Herab- Atzung der Heeresstärke und die Verkürzung der vienstzeit darum nicht als Abrüchung bezeichnet □erben können, weil bie vorbereitenden Ausbil- l ungsmaßnahmen unb bie gewaltige Erhöhung bes Kontingents ber Berufssolbaten, vor allem aber bie ■ verhörte Technisierung bes Heeres mehr als einen 'Ausgleich schaffen. Frankreich besaß vor dem Kriege kein hochseF-tüchtiges Unterseeboot, während j 's heute über 80 Boote verfügt. Frankreich besaß •ior bem Kriege keinen einzigen Tank, währenb s heute sqptel Kampfwagen besitzt, daß es das »69 Grifts Blatt 185. jaijtgang Sreitag, 22. mär; !•).-,5 4U.VV vqiwviw» Ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer ■■■ Ä " für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A Ä ▲ ▲▲ A A. AA bis 8'/,Uhr des Dormittags ==e= ÖMCKCI1C i ZltKfctflCr MS LÄL : -Z ” ▼ 3 ” langer S-tz 25°, mrh.' Auch bei Nichterscheinen UM MM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein« ZGL General-Anzeiger für Oberhessen BMW richten: Anzeiger Gießen v behördliche Anzeigen 6Rpf. sran&rt Äin 11688 vkM unb Verlag: vrühl'sche Uawerfitütr vuch- «nö Steinbruckerei R. Lange i« Giehen. Schristl.ttung «Nb Geschäfttft-lle: Zchulftrahe 7 MengenabschWe St-fft. b London, 21. März. (DNB.) Vor gut besetzten Bänken begann am Donnerstagnachmittag im englischen Unterhaus die von der Opposition verlangte Aussprache über die bevorstehenden Festlanbreisen Simons unb Edens. Der Führer ber oppositionellen Arbeiterpartei Lansbury. Deutschland lehnt die Proteste Frankreichs und Italiens als unbegründet ab. Berlin, 21. März. (B31B.) Der französische Botschafter Aran^ois Poncet hat heute vormittag dem Reichsminister des Aeuheren, Frei- Herrn vonReurolh aufgesucht, um ihm eine Rote zu überreichen, in der gegen das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 protestiert wird. Der Reichsminister hat die Rote entgegengenommen und den Botschafter darauf hlngewiesen, daß die von der franzo- sifchen Regierung gegebene Begründung für ihren Protest der tatsächlichen L.age nicht Rechnung trüge und deutscherseits deshalb a bgelt h n t werden mühte. Der italienische Botschafter L e r r u t t i suchte gegen Mittag ebenfalls den Reichsminister des Aeuheren, Freiherrn von Reurath auf, um ihm eine Rote zu überreichen, in der die italienische Regierung gegen die einseitige Abänderung des Versailler Vertrages durch das Reichsgefeh für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 Einspruch erhebt. Der Reichsminifter des Aeuheren hat nach Entgegennahme der Rote den Botschafter darauf hingewiesen, daß die dem Schritt gegebene Begründung a b g e l e h n t werden müsse, da der Versailler Vertrag durch die R i ch t e i n - Haltung des Abrüstungsversprechens der anderen unterzeichneten Mächte von diesen nicht eingehalten worden sei. Der Wortlaut der französischen Rote. „Der Herr Reichskanzler empfing am 16. März den französischen Botschafter und gab ihm Kenntnis von dem Wortlaut eines an demselben Tage verkündeten Gesetzes, durch das die deutsche Regierung in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und den Personal- bestand des deutschen Heeres auf 36 Divisionen erhöht hat. Eine Woche vorher hatten die deutschen Behörden die' Begründung einer deutschen Militärluftmacht amtlich bekanntgegeben. Diese Entscheidungen stehen in direktem Widerspruch zu den vertraglichen Verpflichtungen, die in den von Deutschland unterzeichneten Verträgen niedergelegt sind. Sie stehen ferner im Widerspruch zu der Erklärung vom 11. Dezember 1 9 3 2, durch die die Reichsregierung aus freien Stücken anerkannt hat, daß eine allgemeine Rüstungsregelung, die für Deutschland Gleichberechtigung mit allen Nationen bringen würde, nicht ohne die Schaffung eines Regimes der Sicherheit für alle durchgeführt werden soll. Nachdem mehrere Vorschläge zur Verwirklichung dieses Grundsatzes gemacht worden waren, hatte die französische Regierung im Einvernehmen mit der britischen Regierung geglaubt, der Retchsregie- rung ihr Vertrauen beweisen zu können, indem sie freie, mit der Achtung vor dem Recht der Verträge durchaus vereinbare Verhandlungen als Verfahren vorschlug, um auf vertraglichem Wege ein neues Rüstungsstatut für Deutschland innerhalb einer allgemeinen Regelung des Problems der Sicherheit und der Rüstungen zu schaffen. Die Reichsregierung schien dieses Vertrauen zu rechtfertigen, indem sie grundsätzlich ein solches Verfahren a n n a h m. Die Veröffentlichung des deutschen Gesetzes vom 16. März, die in brüsker Weise kurz vor dem festgesetzten Datum eines ersten Meinungsaustausches zwischen der Reichsregierung und einer der an dem Londoner Kommunique vom 3. Februar beteiligten Reaie- rungen erfolgte, stellt eine neue Bekundung Der Absichten und Methoden dar, die die Reichsregierung den ihr gemachten Verständigungsangedoten entgegenzusetzen gewillt ist. Die Regierung der Republik sieht sich deshalb zu einer zweifachen Feststellung genötigt: Einmal mißachtet die Reichsregierung allgemein den im Völkerrecht wesentlichen Grundsatz, daß keine Macht sich von der Verpflichtung aus einem Vertrage befreien oder dessen Bestimmungen abändern kann, es sei denn mit Zustimmung der vertragsschließenden Parteien und auf-Grund einer gütlichen Verständigung. Ferner hat die Reichsregierung, namentlich nachdem sie selbst den Wunsch geäußert hatte, zwischen den beteiligten Staaten die Vorfragen für Verhandlungen zu klären, zu denen sie eingeladen war, bewußt diejenigen Maßnahmen ergriffen, die am geeignetsten waren, diese Verhandlungen zur Aussichtslosigkeit zu verurteilen, indem sie ihnen im voraus einseitig durch eine vollendete Tatsache einen ihrer wesentlichsten Gegenstände entzog. Die Regierung der Republik hält sich für* verpflichtet, schärften P r o t e ft gegen diese Maßnahmen zu erheben, hinsichtlich deren sie unverzüglich alle Vorbehalte macht. In deVn Bewußtsein der Bemühungen um eine Verständigung, denen sie sich unablässig in aller Loyalität und mit der ständigen Rücksichtnahme auf die deutsche Ehre gewidmet hat, um das Reich vollständig in die Organisation der europäischen Sicherheit einzugliedern, überläßt sie der deutschen Regierung die Last der Verantwortung für den in der WM so geschaffenen Zustand der Unruhe und der hieraus resultierenden Folgen, nämlich der aus diesem Sachverhalt möglicherweise für die Regierungen der verschiedenen beteiligten Länder entspringenden Pflichten. Entschlossen, ihrerseits alle Mittel der internationalen Zusammenarbeit zu versuchen, die geeignet erscheinen, diese Unruhe zu beseitigen und den Frieden Europas zu erhalten, legt sie Wert darauf, zugleich mit der Achtung vor der bindenden Kraft der Verträge ihre Entschlossenheit zu bekräftigen, sich unter keinen Umständen in irgendwelchen Verhandlungen damit obzufinden, daß einseitig in Verletzung internationaler Verpflichtungen ergriffene Maßnahmen als zu Recht bestehend anerkannt werden." Die italienische Rote. „Der Reichskanzler hat am 16. März dem italienischen Botschafter einen am gleichen Tage veröffentlichten Gefetzestext mitgeteilt, auf Grund dessen die deutsche Regierung in Deutschland den obligatorischen Heeresdienst wiederein g e s ü h r t und die Iststärke des deutschen Heeres aus 36 Divisionen gebracht hat. Eine Woche vorher hatten die deutschen Behörden amtlich die Schaffung einer deutschen Militärluftfahrt mitgeteilt. Die italienische Regierung hat von den in der Angelegenheit von feiten der britischen und der fron- zösischen Regierung an die deutsche Regierung gerichteten Noten Kenntnis genommen. Die italienische Regierung kann nicht umhin, fest- zuftellen, daß sowohl in den in Rom am 7. Januar 1935 zwischen der italienischen und der französischen Regierung abgeschlossenen Vereinbarungen als auch in der am 3. Februar veröffentlichten abschließenden Mitteiluna über die in London zwischen der britischen und der französischen Regierung gepflogenen Unterredungen der wesentliche Grundsatz erneut anerkannt worden war, daß das im Fünften Teil des Vertrages von Versailles festgesetzte Militärstatut nicht durch einen einseitigen Akt abgeändert werden durfte. Die italienische Regierung, die ihrerseits immer die Meinung vertreten hat, daß es vorteilhaft wäre, wenn der Fünfte Teil des Vertrages von Versailles im Wege von Verhandlungen zwischen den interessierten Regierungen auf Grund der vollständiaen Gleichberecht.igung revidiert roüroe, hatte dem Grundsatz zugestimmt, daß die Frage der deutschen Rüstungen den Gegenstand von Verhandlungen in einer allgemeinen Beratung entsprechend derjenigen hätte bilden müssen, wie sie in der Erklärung vom 11. Dezember 1932, an der Deutschland teilgenommen hat, geplant worden war. Dieses Verfahren war im Grunde von der deutschen Regierung selbst in ihrer Mitteilung vom 14. Februar angenommen worden. Die italienische Regierung fühlt sich daher verpflichtet, die weitestgehenden Vorbehalte hinsichtlich der Entscheidung der Reichsregierung und ihrer wahrscheinlichen Auswirkungen einzulegen. Die italienische Regierung hat immer versucht, das Reich voll und ganz für ein System der Zusammenarbeit zwischen D*e n interessierten Hauptmächten zu gewinnen, das dem Reich vollkommen die Rechte und die Verantwortung eines souveränen Staates zuerkannt haben würde. Gerade von diesen Voraussetzungen her erhält die Entscheidung des Reiches eine besondere Tragweite, zumal mit Rücksicht auf den Zustand der Unsicherheit, den sie in allen Ländern heroorrust. Die italienische Regierung hat auch neuerdings noch viele Beweise ihres*' Willens zur internationalen Zusammenarbeit geliefert und beabsichtigt, weiterhin einer solchen Einstellung treu zu bleiben, die dem Bedürfnis der Völker und den Erfordernissen des europäischen Zusammenlebens entspricht; trotzdem fühlt sie sich zu der Erklärung verpflichtet, daß sie in etwaigen künftigen Beratungen derartige Sachlagen nicht einfach wird als gegeben hinnehmen können, die aus einseitigen Entscheidungen hervorgehen, durch die Verpflichtungen internationalen Charakters aufgehoben werden." pariser Echo der Simon-Rede. »Echo de Paris" empfiehlt Rückkehr zur Barthou-Tlote. P a r i s , 22. März (DNB. Funkspruch). Die Er- klärungen Simons im Unterhaus werden sehr verschieden ausgelegt. Während einige Blätter, beispielsweise der rechtsstehende „Jour", sik als eine energische und mutige Stellungnahme bezeichnet, spricht Pertinax im „Echo de Paris", dem Blatt des französischen Generalstabs, von einer neuen Ueberraschuna. Sir John Simon versuche nicht mehr und nicht weniger als Frankreich, z u,m Viererpakt zurückzuführen, indem er der Hoffnung Ausdruck gebe, daß Deutschland a n der zweiten ß e a b f i d) t i g t e n Konferenz in Como teilnehme. Das sei ein unannehmbares Vorgehen, und es sei zu hoffen, daß der französische Außenminister stark genug sei, um dieses Manöver zu durchkreuzen. Man müsse sich fragen, wie es denkbar fei, daß Meinungsverschiedenheiten wieder aufgerollt werden könnten in einem Augenblick, wo der Zusammenschluß aller friedliebenden Völker mehr denn je notwendig fei. Man müsse sich ferner fragen, ob Sir John Simon die beginnende italienisch - französische Freundschaft auf die Probe stellen wolle. Der englische Außenminister habe ferner angetünbit, daß feine Regierung niemals Dar» an gedacht habe, ein Sonderabkommen mit irgendeinem Lande abzuschließen. Dies bedeute entweder, daß England überhaupt kein Abkommen abfchließen werde, falls Deutschland die Vorschläge vom 3. Februar ablehne ober aber, baß es sich weigere, mit Frankreich Vereinbarungen abzuschließen. Unter biesen Umftänben fei es vielleicht bester, wenn man bie freundschaftliche ober unabhängige Haltung roieber einnehme, bie ihren Ausbruck in ber Note Barthous vom 17. April 1934 gefunben habe. „Oeuvre" erklärt, baß bie von Simon ausgesprochene Hoffnung einer Viererkonferenz ben Zweck ber in Italien beabsichtigten Zusammenkunft vollkommen änbern werbe. Es scheine sich aber® nur um einen Versuchsballon zu hanbeln. In gut unterrichteten Kreisen wisse man, baß Sir John Simon ber Urheber ber englischen Presseauslassungen gegen bie von Frankreich g e - sorberte Anrufung bes Völkerbundes sei, weil er befürchte, eine solche Maßnahme werde es Deutschland unmöglich machen, jemals wieder nach Genf zurückzukehren. — „Petit Parifien" schreibt, bie beabsichtigte Konferenz in Como werbe besonders einen symbolischen Charakter haben, um vor ber Welt bie einh< iliche Haltung der drei Mächte festzustellen, die durch das römische Abkommen und bas Londoner Protokoll verbunden seien. Lavals Telegramm an den Völkerbund. Genf, 21. März. (DNB.) Das Völkerbunds- fefretariat veröffentlicht das Telegramm der französischen Regierung an den Generalsekretär des Völkerbundes. Es hat folgenden Wortlaut: „Durch ein Gesetz, dessen Inhalt am 16. März Den Botschaftern Frankreichs, EnglanDs, Italiens und Polens in Berlin mitgeteilt und Das am gleichen Tage veröffentlicht worDen ist, hat sich Die Reichsregierung entschlosss-n, im Reich Die allgemeine Wehrpflicht wieDer einzuführen unD Die deutsche Armee auf Der Grundlage einer Heeresstärke von 12 Armeekorps und 36 Divisionen neu zu organisieren. Die Deutschen Be- Hörden haben außerdem einige Tage vorher die Schaffung einer Deutschen Militärluftfahrt öffentlicht bekanntgemacht. In Dem einen wie in Dem anderen Fall hat Die deutsche Regierung durch einen einseitigen Akt die vertraglichen Verpflichtungen bewußt verleugnet, die in den Verträgen enthalten sind, bie Deutschlanb unterzeichnet hat. Deutschlanb hat aber, als es in ben Völkerbunb eintrat, besten Mitglieb es bis zum Erlöschen ber Frist von zwei Jahren von seiner Erklärung vom 21. Oktober 1933 ab noch bleibt, durch bie Präambel des Völkerbundspaktes die Verpflichtung auf sich genommen, peinlich alle Verpflichtungen aus Verträgen au achten, die zwischen ben organisierten Völkern abgeschlossen fihb. Unter biesen Umftänben unb im Hinblick barauf, baß nach ben Bestimmungen bes Absatzes 2 besArtikels 11 jebes Mitglieb bes Dölker- bunbes bas Recht hat, die Aufmerksamkeit des Rates auf jede Tatsache zu richten, die geeignet erscheint, die internationalen Beziehungen zu berühren unb bie in ber Fplge den Frieden ober bie guten Beziehungen unter ben Nationen, von benen der Friede abhängt, bedroht, hat bie Regierung ber Französischen Republik bie Ehre, ben Völkerbund s r a t mit ber Lage z u befassen, die durch die Haltung der deutschen Regierung entstanden ist. In Berücksichtigung des Ernstes der Frage, die durch den deutschen Schritt entstanden ist, habe ich die Ehre, Sie zu bitten, eine außerordentliche Tagung des Völkerbunds- rate s einzuberufen zur Prüfung des hiermit vorliegenden Antrages. * Gez. Pierre Laval." Zm Spiegel der Berliner presse. Berlin, 22. März. (DNB.) Die französische und die italienische Protestnote werben, großenteils auch in Derbinbung mit ber Rebe bes Ministerpräsibenten F l a n b i n im Senat, von ben Berliner Blättern eingehenb besprochen. Im „Völkischen Beobachter" heißt es, in ber Senatsrebe bes Ministerpräsibenten Flanbin komme bie französische, noch ganz in Versailler Gei st wurzelnbe Denkweise am deutlichsten zum Ausbruck. Seine Darstellung ber französischen Politik in ben letzten 15 Jahren fei derartig einseitig, baß jeher vernünftige Mensch ber Welt sofort bie falsche Argumentation ber Pariser Politik auf ben ersten Blick erkennen könne. Der Protestschritt ber französischen Regierung in Berlin weise eine offensichtliche Ähnlichkeit mit ber Note Barthous vom 17. April 1934 auf, bie enbgültig eine Lösung ber Slbrflftungsfrage durch Vereinbarung zwischen ben Hauptmächten unmöglich gemacht habe. Alle Vorschläge, bie von französischer Seite ausgingen, verfolgten immer ben gleichen Zweck, in ber Praxis bie Deutschlanb im Dezember 1932 zugestanbene Gleichberechtigung zu hintertreiben. Die „D e u t s ch e Allgemeine Zeitung" stellt einen wichtigen Unterschieb zwischen ber französischen unb ber italienischen Protestnote fest. Die italienische Note bringe immerhin ben G r u n b- s a tz ber vollen deutschen Souveräni- t ä t zum Ausdruck unb b e ft ä t i g e bas deutsche 9Jed)t auf Gleichberechtigung, während Frankreich sich auf das Sicherheitssystem versteife, um dieses deutsche Recht abzustreiten. Ein weiterer Unterschied der beiden Noten liege i m T o n. Es erübrige sich, im einzelnen die historische Darstellung richtig zu stellen, die Frankreich sich für das Schei- tern ber Abrüstungsverhanblungen unb bie bann folgenbe zwangsläufige Entwickelung zurechtgelegt habe. Der Aufruf Aoolf Hitlers habe biefe alten ßegenben zerstört Der „Vertrag" fei einseitig gebrochen, weil nicht abgerüstet würbe. Hierdurch sei die „Sicherheit für alle" illusorisch geworden. Das sei der klare Sachverhalt, unb der historische Ablauf brauche im einzelnen nicht wiederholt zu werden, denn gegen jeden Satz ber französischen Note ließe sich unschwer eine Gegenthese aufstellen. In ber „Berliner Börsenzeitung" werben bie beiben Noten ein bedauerliches Zeichen dafür genannt, wie wenig Tatsachensinn, wie wenig Der st ehenwollen gerade bei denen zu finden sei, die nach ihren Dorten ganz Europa umarmen unb einem neuen Völkerfrieben entgegenführen möchten. Trotz allebem ist bas Blatt ber Ansicht, baß bie (Brunbbebingungen für eine wahre Befriebung Europas niemals bester gewesen seien als heute. Erforberlich wäre nur, baß man sich, vor allem in Paris, auf bie Grunbfätze bes Völkerrechts besänne, beren Mißachtung man Deutschlanb vorwerfe. Der „Berliner L o k a l a n z e i g e r" erklärt, bie französische Note verrate nur, baß es bas Bestreben Frankreichs fei, Deutschlanb ins Unrecht zu setzen unb feine natürlichen unb souveränen Rechte ber Selbstbestimmung zu schmälern. Dieser Ver- such müsse scharf zurückgewiesen werben, zumal bie französische Begrünbung durchweg nicht stichhaltig sei. Das Blatt unterstreicht jedoch, baß trotz ber unbegrünbeten Proteste Frankreichs unb Italiens Deutschlanb nichts unversucht lassen werbe, um die Verhandlungen über einen friedlichen Ausgleich in Europa zu ermöglichen. Die „K r e u z z e i t u n g" begrüßt es, daß es me- nigftens nicht zu einem gemeinsamen Schritt der Großmächte gekommen sei, weil ein solcher nur allzu leicht zu einer Verhärtung der diplomatischen Lage hätte führen können. Nachdem die Regierungen der drei beteiligten Mächte ihre Ansicht in getrennten Noten zum Ausdruck gebracht hätten, erscheine eine unmittelbare Beeinträchtigung des Grundsatzes freier Verhandlung für die bevorstehende deutsch-englische Aussprache erfreulicherweise nicht gegeben. „Von Angesicht zu Angesicht." „Times" zur Simon-Rede. London, 22.März. (DNB..-Funkspruch.) „Times" sagt in einem Leitartikel, Sir Herbert Samuel habe im letzten Augenblick daran erinnert, daß Simon, als Vertreter Der ganzen Nation nach Berlin gehe. Auch Lansburys Rede und der allge- meine Beifall, der ihr folgte, hätten gezeigt, daß der Staatssekretär des Aeußeren bei feiner Friedensmission tatsächlich bie Unter st ützung aller Parteien habe. In ber britischen Deffent» lichkeit habe bas Wiebererscheinen Deutschlanbs als vollbewaffnetes Lanb bie Wirkung gehabt, scharfe Meinungsverschiedenheiten zu verursachen. Die Engländer übten entweder scharfe Kritik an ihrer Regierung ober sie seien roilbe Franzosenfreunbe, hitzige Deutschenfreunbe ober unerwarteterweise Russenfreunbe: aber alle Englänber seien tatsächlich ber Meinung, baß man mit Deutschland von Angesich-t zu Angesicht verhan- b e l n müsse, unb bas sei ber Hauptzweck ber Reise Simons. Großbritannien hätte während ber letzten 12 ober 24 Monate mehr zustanbe bringen können, wenn es mehr seiner eigenen Initiative gefolgt wäre, unb feinen eigenen Weg gewählt hätte. Es fei roeber weise noch erfolgreich gewesen, bie Dinge im voraus mit einer Gruppe von Nationen zu vereinbaren und bann Deutschlanb Vorschläge zu unterbreiten, bamit es sie annehme, ablehne ober abänbere. Der beste Dienst, ben bie britische Regierung jetzt Frankreich unb Europa im allgemeinen erweisen könne, sei, eine beutlidje Annäherung ber beutschen Haltung an bie gemeinsamen Ziele zu erreichen. Der Besuch in Berlin werbe nur bann wertvolle Ergebnisse zeitigen, wenn aus beiden Seiten vollkommene Offenherzigkeit gezeigt werde. Simons Ziel sei nach seinen eigenen Worten, Deutschland in die Ratsversammlung und die Gemeinschaft Europas zurückzubringen, damit es im vollen Gefühl feiner Gleichstellung und Würde an ber Aufgabe ber Erhaltung bes Friebens Mitarbeiten könne. ©er Führer in Wiesbaden. Besichtigung von Kurhaus und Staatstheater. — Besuch des Neroberges. LPD. Wiesbaden, 21. März. Nachdem der Führer am Mittwoch unter dem unbeschreiblichen Jubel der Bevölkerung das Rhein-Maingebiet mit seinem Besuch überrascht hatte, hat nun unser wundervoll gelegenes Taunus- und Weltbad Wiesbaden das Glück, ihn für einige Tage ber Erholung in seinen Mauern zu beherbergen. Das Hotel Rose, in bem ber Führer Wohnung aenommen hat, liegt in völliger Ruhe ba, und auch in ben Nachbarstraßen, namentlich in ber geräumigen unb breiten Wilhelrnstraße, wird der Wunsch des Führers nach Ruhe durchaus respektiert. Wohl warten Tausende begierig darauf, den Führer wenigstens zu sehen; wo er erscheint, strecken sich ihm die Arme begeistert entgegen, lärmende Kundgebungen aber unterbleiben. Den heutigen Vormittag leitete ber Führer mit einem einftünbigen Spaziergang in bem herrlichen Kurgarten ein, begleitet u. a. ooit Herrn von Ribbentrop unb bem Reichspressechef Dr. Dietrich. Später besichtigte ber Führer eingehenb bie Prunkräume bes Kurhauses, um anschließend mit einigen geladenen Gästen das Mittagessen dort einzunehmen, an dem audj Der inzwischen mit dem Flugzeug aus Berlin eingetroffene Reichsminister Dr. G o e b b e l s teilnahm. Unter den geladenen Gästen befanden sich u. a. Kreisleiter Bürgermeister Piekarski, Regie- rungspräsident Z s ch i n tz s ch , Oberbürgermeister Schulte und Generalmusikdirektor Elmendorf. Nach dem Mittagessen begab sich der Führer zu Fuß durch eine nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge nach bem Staatstheater, das er unter Führung von Jntenbant v. Schirach eingehend besichtigte. Den Abschluß bes Nachmittags bilbete ein Besuch bes Führers auf bem Neroberg, wo er bie überwältigende Aussicht über bie Bäberstabt hinaus in bie Rhein- unb Main- ebem? genoß. Am Abenb wohnte ber Führer einem Beethoven-Wagner-Konzert unter Leitung von Generalmusikbirektor E l m e n b o r f bei. Dank des Führers. Berlin, 21. März. (DNB.) Dem Führer sind aus bem ganzen Reich unb von Deutschen aus allen ßänbern ber Erbe anläßlich ber Wiedereinführung der allgemeinen Wehr« pflicht zahllose Kundgebungen zugegangen, in denen die Treue zu Volk und Vaterland und bas Gemeinschaftsgefühl ber Deutschen lebendigen Ausbruck finbet. Da es bem Führer wegen ber gewaltigen Zahl biefer Briefe und Telegramme nicht möglich ist, jebem der Einsender persönlich zu antworten, sagt er auf diesem Wege allen, Die ihm ihre Gefolgschaft und ihre Freude bekundet haben, herzlichsten Dank. Entlaffung zweier Staatsminister. Berlin, 21. März. (DNB.) Auf Vorschlag des Reichsstatthalters i n B a y e r n hat der Führer und Reichskanzler den bayrischen Staatsmini- st er für WirtschaftHermann Esser aus seinem Amt entlassen. Das Ausscheiden Essers aus seinem Amte erfolgt im weiteren Zuge ber Durchführung ber Reichs- r e f o r m unb ber damit im Zusammenhang stehenden UmfteUung ber bayrischen Verwaltung. Aus Vorschlag bes Reichsstatthalters in Sach- s e n hat ber Führer unb Reichskanzler ben sächsischen Volksbilbungsminister Dr. Wilh. H a r t n a tf e aus seinem Amte entlassen. Uniformen von ausscheidenden Angehörigen der NSDAP. DNB. Berlin, 21. März. Am 16. März 1935 ist bie dritte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutze der Parteiuniform erlassen worden. Der Reichsschatzmeister wird ermächtigt, Vorschriften über die Herstellung von parteiamtlichen Uniformen, Fahnen und Abzeichen zu erlassen. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden mit Geldstrafen ober Hast bestraft. Ferner trifft bie Verordnung Bestimmungen darüber, was mit ben Uniformen von Mitgliedern geschieht, die aus der Partei ober ihren Glieberungen ausscheiben. Innerhalb von Drei Monaten uvch dem Ausscheiden sind die Abzeichen sowie alle Uniformteile, die bie Kennzeichen und Merkmale der Uniform darstellen, entschädi' gungslvs öit die vorgesetzte Dienste od^ uiid der ... Alen "2wr an 3unV fiat' Serech b, oder Ule fejä jU e»llen' Legi»" I» 8ranh int «Bartel SL'S L"»«« !!Ä> Es handelt sich lebendig und ordnen, die un Menschen und liches heim di hingen, von c griff geno stellen sind K! werbslofen m die jetzt M Etappe dar, hing. Auch Die „ ihre Bauprogn ! Bezirk von ei ■ beitslosigkeit o Zortga Berlin, ' Stelle erfahret rung der a . Fortgang des wird. Die zum pf (i d) tun g« Arbeitsdienst I gesetzlich b Das 6t Rowno, Prozeh sprach geklagte d Spannung n manns ent gehofft, daß das Dunkel einmal bie \ Vorgänge entlaubt aot ben Wut ge menten geg Hern hätten »ung, die do voreingenommk müffe daher t sprachen ward bleiben werde, ber Staatsrap men notwend pr. Neumann laatsaufl lein, dah der eine besonder sagten sind smd das, wa JUn9 darstellt öen bestraft i solchen Richte !!5 Gefängni Freispruch. ÜT L°S> <1- na 5 n i n Q j Qmte eines 9 ""haftet i"Ä- S'L Wh die erQ K nttt«‘en h°b um Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Be- LANOLIN Cholesterin- und lecithinholtig, In Dosen u.Tvben von RM.0,15 bhi** * >e. «S Rücktritt gegeben. Aber die Hauptschwierigkeit lag darin, daß aus dem Lande selbst in den letzten Wochen unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die parlamentarischen biologischen Grundlagen ihres Daseins zu sichern und 'in ihren Kindern die Voraussetzung für die Bewahrung der kulturellen Güter zu schaffen, die wir in unserer Geschichte der Welt schenken durften. Gerade der rassenhygienisch denkende Politiker sei zwangsläufig gegen den leichtfertigen Krieg eingestellt, weil Kriege eine Verachtung wertvollster Anlageträger bedeuteten und deshalb selbst ein gewonnener Krieg bio- logisch einen unersetzlichen Verlust bar» stelle. Weil das nationalsozialistische Deutschland rassisch denke, wolle es den Frieden. Wir lehnen jeden Chauvinismus und Imperialismus ab,, so erklärte Dr. Groß, weil wir den anderen Rassen dieser Erde das gleiche Recht zubilligen, das wir selbst für uns in Anspruch nehmen. Wir wünschen für unser Volk keine Vermischung mit fremden Rassen, weil dadurch das ursprüngliche Gute in beiden Teilen zerstört werden müsse. Aber nach wie vor sind uns Gäste auch aus fremden Kulturkreisen herzlich willkommen. Wir achten ihre besondere Eigenart genau so, wie wir unsere bluts- mäßigen völkischen Besonderheiten von der Welt geachtet wissen wollen. Verhältnisse sich eine Baisse-Partei gebildet hat. Der kleine Mann hamsterte Goldmünzen, der Großkapitalist warf seine Belga auf die Finanz- plätze des Auslandes oder flüchtete in die Sachwerte. Hinzu kam, daß zahlreiche parlamentarische Zierden und Minister in Finanzskandale verwickelt wurden, die u. a. zum Rücktritt des Ministers van Cauwelaert führten. Die Finanzabenteuer dieser Parlamentarier, die frisch vom Dorf weg durch ihren Abgeordnetensitz in Aufsichtsratsstellen gelangten, hatten die Sozialdemokratische Arbeiterbank ruiniert, und nur durch den antworten haben. Französisches Militärflugzeug abgeslürzt. — Sechs Tote. Ein schweres Flugzeugunglück, bei dem sechs Mann den Tod fanden, ereignete sich m unmittelbarer Nähe von Brest. Seit einigen Tagen fanden in diesem französischen Kriegshafen Lustmanöver statt, an denen sich die dort stationierten Wasserflugzeuge beteiligten. Bei einer Hebung waren fünf große Wasserflugzeuge mit je sechs Mann Besatzung gestartet. Schon roer/ge Augenblicke nach dem Start sah man einen der Apparate in Flammen ab stürzen. Obgleich sofort Hilfe zur Stelle war, war es nicht möglich, die sechsköpfige Besatzung aus den Trümmern zu bergen, so daß sie bei lebendigem Leibe verbrannten. Das Schlußwort der Angeklagten im Memelprozeß. Das zerrissene Belgien. Gtaatspolitische Hintergründe der Regierungskrisis. Leningrad, 22. März. (DNB.) Sechzehn amte eines Leningrader Maschinenbautrusts wurden verhaftet, weil sie über 200 Personen aus „bürgerlichen" Kreisen für den Dienst ihres Trusts angeworben hatten, die wegen ihrer „bürgerlichen Abstammung" nicht in den Staatsdienst hätten eingestellt werden dürfen. Außerdem hatten die erwähnten Personen keinWohnrecht in Leningrad. Auf Veranlassung der Behörden wurden die 200 Angestellten sofort wieder entlassen und nach Sibirien verbannt. Die sechzehn Beamte, denen auch noch andere Straftaten zur Last gelegt werden, werden sich vor Gericht zu ver- baden. d Ttaats« berges. Nachdem be1 beschreib!!^ i aingebiet ir \ t nun unrij ItbadWie- ! Tage bt|| beherberg, Führer M iger Rui' namentlich mstraße, wr irchaus rchl , g daraus, du cheint, streck« |en, lärmend r Führer mil I a n g in h itet u. a. dm i Reichsprch' e ber Führ« auf es, um basten d c.' i 5 Berlin M- eis teil* Den sich u-ö' rski, W irbüraerw or atmen- ber Führer J nben zählen« tstheatei d. Schirow >5 Achmittec rs auf»*' »ende em-md»' Führer *1 rt unter w lendorf be> S. K o w n o , 21. März. (DNB.) Im Memelländer- Prozeß sprachen in der Donnerstagsitzung 3 1 A n - geklagte das Schlußwort. Mit besonderer Spannung wurde den Ausführungen Dr. Neumanns entgegengesehen. Er erklärte, man habe gehofft, daß während der Verhandlung Licht in 1 das Dunkel der Anklagen kommen und zunächst einmal die Presse objektiv über die wahren Vorgänge berichten würde. Man sei aber schwer enttäuscht worden. Die Verteidiger hätten nicht den Mut gehabt, mit rechtlichen Argumenten gegen die Strafanträge vorzugehen, sondern hätten auch zu der öffentlichen Meinung, die von Anfang an gegen die Angeklagten voreingenommen war, Stellung nehmen müssen. Er müsse daher befürchten, daß alles, was hier gesprochen worden sei, nur ein leerer Schall bleiben werde. Er glaube wohl, daß aus Gründen der Staatsraison manchmal Vorbeugungsmaßnahmen notwendig seien. Wir sind aber, so betonte Dr. Neumann, kein staatszersetzendes, sondern e i n staatsaufbauendes Element. Es mag sein, daß der eine oder andere an feinem Platz eine besondere Rolle gespielt hat, aber alle Angeklagten sind memelländische Bürger und sind das, was die ganze memelländische Bevölkerung darstellt. Wenn wir aus unbekannten Gründen bestraft werden sollten, so werden wir einen solchen Richterspruch als Schicksal hinnehmen und ins Gefängnis gehen. Dr. Neumann ersuchte — As SQnbs J °bt' °n jh. Weil Oeuischland rassisch denkt, will es den Frieden. Or.Sroß auf einem Empfangsabend des Außenpolitischen Amts der NSDAP. aufzunehmen. Ebenso ist der B a u m w o l l m a r k t zusammengebrochen. Der jetzige Preis von 10,65 vom Hundert, liegt 17 Prozent unter dem der Vor» woche und entspricht einem Goldpreis von 6,32 Cents. Der K a u t s ch u k m a r k t sieht Preise, die geradezu katastrophal sind. Sie liegen heute, in Gold umgerechnet, etwa auf dem Preisstand des Jahres 1933/34, alle Restriktionsmaßnahmen find also vergeblich gewesen und man scheint doch ganz erheblich die Aufnahme vornehmlich der amerikani- schen Äutomobilindustrie überschätzt zu haben. Der Preissturz der amerikanischen Baumwolle drückt auch auf den Weizen- und Maispreis der USA. Das alles zu einem Zeitpunkt, wo auch der Dollar zur Schwäche neigt. "fleuch ?°rteterrvej Utschl^ °erh^ wahres Want 1 esgen. der Bedeutung, die Belgien als Wirtschaftsgebiet auf dem Weltmarkt hat, ist man sehr gespannt, ob es ihm gelingen wird, die Währung zu halten. Bröckelt der Goldblock erst mal an einer Ecke ab, bann ist noch nicht zu Übersehen, was weiter folgen wird. Die Erholung des Pfundes, von der es keineswegs feftsteht, ob sie von Dauer fein wird, hat zu einem Rückströmen des ausländischen Wanderkapitals geführt, das vor zwei Wochen England fluchtartig verlassen hatte. Dieses hin und 'her flutende Wanderkapital ist eine Erscheinung der Nachkriegszeit und eine recht üble dazu. Es ist eine Folge der unsicheren Währungslage und der nicht zü Übersehenden politischen Verhältnisse. Die nächste Zeit wird daran kaum etwas ändern. Während sich im Verlaufe der Woche das Pfund etwas befestigen konnte, der französische Franken gut gehalten wurde und nur die Lira international etwas schwächer lag, haben sich die P r e i s e i n - brüche auf dem internationalen Rohstoff m a r k t fortgesetzt. Trotz der Bildungsver- suche von neuen Rohstoffkartellen haben vor allem der Z i n n m a r k t und der K u p f e r m a r k t unter Preisverfall zu leiden, obgleich die Erzeugerfirmen kartelliert sind. Zinn verlor infolge der un- genügenden Nachfrage fast 20 Pfund Sterling, die Kupferkonferenz in Neuyork tagt zwar weiter, aber alle Nachrichten darüber sind mit großer Skepsis eik noch ( *5 Mit eint nnbban, n' damit ü ■ Der dein ‘ yfanfreii könne, fei haltunt • Der $eM 1 1« Ergebch ten Doll, ezeigt wert: nen ÜBorter und die & damit es ir >d Würbe of ens mitarbr Als am Montag die belgische Regierung die Devisenkontrolle einführte, reagierten darauf die Finanzrnärkte günstig, der belgische Franken stieg. Aber als Theunis zurücktrat mit der Begründung, weder Land noch Parlament hätten ihn in der Verteidigung der Währung unterstützt, begann der belgische Franken wieder zu sinken. Während die Devise Brüssel'zunächst noch ausgesprochen fest lag und sich z. B. in Zürich von 71,85 auf 72,40 erholen konnte, ging sie auf 72 zurück. Auch aus Paris wurde ein Rückgang von 356,25 auf 354 gemeldet. Wenn also der belgifche Franken nicht stabilisiert wird, dann ist damit d i e erste Bresche in die Goldblockländer geschlagen. Es wäre Frankreich ein Leichtes gewesen, die belgische Währung zu retten, aber formale Bedenken haben die Oberhand gewonnen. Inzwischen hat die belgische Regierung Verfügungen Über die Organisierung des Kredites erlassen. Um gesunden belgischen Unternehmungen Kredite gewähren zu körnten, sind zu diesem Zweck Fonds in Höhe von einer halben Milliarde Franken vorgesehen. Der Tilgungsfonds für die öffentliche Schuld wird eine neue Tranche von 500 Millionen Vorzugsaktien der belgischen Eisenbahngesellschaft auflegen. Diese Vorzugsaktien, die Eigentum des Staates sind, sowie die übrigen bereitgefteUten 500 Millionen belgischer Franken, werden als Garantie für Industrie, Handel und Landwirtschaft dienen. Bei Berlin, 21. März. (DNB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, veranstaltete im Hotel Adlon für die Diplomaten und die ausländische Presse einen Empfangsabend, der der Aufklärung des Auslandes über die Bevölkerungs- und Aussenpolitik des neuen Deutschlands galt Der Reichsamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, führte dabei u. a. aus, daß nach den Lehren der Geschichte und Bevölkerungswissenschaft drei Vorgänge biologischer Art zur Zerstörung der rassiischen Kraft eines Volkes und damit der Grundlagen von Staat und Kultur führen: der Rückgang der Zahl, das An- schwellen untauglicher Erbanlagen und die wahllose R a s s e n m i s ch u n g. Angesichts der bedrohlichen Lage des deutschen Geburtenrückganges seien energische Maßnahmen erforderlich gewesen. Die Erfolge der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik hätten sich bereits in einer merkbaren (Steigerung ber Geburtenziffer gezeigt, doch fei die Gefahr des Geburtenrückganges in Deutschland keineswegs bereits endgültig überwunden. Deutschlands Bevölkerungspolitik stelle nicht eine Bedrohung seiner Nachbarn, sondern den tatkräftigen Versuch einer großen Nation dar, die Eingriff der mächtigen Großbank der Sociöts Generale wurde sie vor dem völligen Zusammenbruch gerettet. Das Ergebnis war, daß die Sozialdemokratie in Belgien als Opposition eine geradezu lächerliche Rolle spielte. Ferner brach die große Bank des „Belgischen Boerenbondes" zusammen, die Bank der Katholiken, deren Leiter eben Staats- minifter d an Cauwelaert gewesen ist. Dieser Rücktritt erregte ungeheures Aufsehen, zumal van Cauwelaert vom Flamentum als Verräter angesehen wurde. Seine Neigung, mit den Wallonen zu paktieren, war schon immer verdächtig. Seine Parole: „Erobert Machtpositionen, werdet reich!" erregte gewaltiges Aufsehen und erinnerte an die schamlose Parole des französischen Ministerpräsidenten Guizot: „Enrichissez-vous!“, Bereichert Euch. Die Krise fegte mit Cauwelaert diese „Machtpositionen" eines korrupten Parlamentarismus hinweg, aber die Verfilzung ist so stark, daß die Kammer auf jeden Verderb hin Zusammenhalten muß, und daher setzte sie allen Regierungsversuchen einen rede- reichen und unsachlichen Widerstand entgegen. Auf ber einen Seite ist Theunis mit feinen Liberalen im Kampfe mit ben eigenen Gruppen unterlegen, benn als Liberaler konnte er boch nicht um ber Allgemeinheit willen sich dem Rettungsmittel aller Eigennützigen verschreiben, den belgischen Franken sinken zu lassen. Auf der anderen Seite ist durch das Ausscheiden van Cauwelaerts die Flamenbewegung wieder frei g e - worden und sie hat diese Lage sofort dazu benutzt, um im Parlament sich 3U der Regierung Theunis in Opposition zu setzen. Daß der liberale Bürgermeister von Brüssel, Max, einen für Ende März angesetzten Demonstrations- 3 U g b er Flamen verbot, t)ie bie Hauptstabt erobern wollten, brachte alle Flamen in Opposition. So ist bas Lanb mit ber wallonischen unb ber flämischen Seele heillos zerrissen. Theunis, der den Versuch machte, das alte Belgien zu retten, hat müde und angeekelt das Ruder aus der Hand gegeben. Was jetzt kommen soll, weiß niemand. Freispruch. 200 „Bürgerliche" nach Sibirien verbannt. Rätsel um Lindberghs Sind. Die Frau des wegen der Entführung des Lindhberg-Babys zum Tode verurteilten Hauptmann weilt, wie am Donnerstag in Neuyork bekannt wurde, in Detroit. Sie will dort das Kind^fuchen, das in einem kürzlich aus Pontiac (Michigan) in Neuyork eingetroffenen anonymen Briefes als angebliches Lindhberg-Baby bezeichnet wurde. Dieser Brief spricht von einem angeblichen Geständnis, das der Entführer des Kindes kurz vor feinem Tode einem Detroiter Gangster abgelegt habe. Dieser Gangster selbst sei im Dezember vorigen Jahres von andern Gangsters in Detroit ermordet worden. In dem angeblichen Geständnis heißt es: Das Lindhberg-Kind wurde in der Entführungsnacht nach Broocklyn gebracht. Gleichzeitig wurde die Leiche eines anderen Kindes, das auf dem Friedhof im Neuyorker Vorort Bronx begraben worden war, in der Nähe des Landsitzes des Oberst Lindhberg zurückgelassen, nachdem man der Leiche die Kleider des Lindhberg-Kindes angezogen hatte. Dies fei geschehen, so heißt es in dem angeblichen Geständnis weiter, um dem Oberst Lindbergh einen Schreck oinzujagen, weil bekannt gewesen fei, daß er das Lösegeld gekennzeichnet hatte. Der Entführer habe das Kind Lindberghs später nach Detroit gebracht und es dort in einem Kino zurückgelafsen. Es sei dann von den Behörden in einem Waisenhaus untergebracht worden. Die New Jerseyer Polizei erklärte hierzu, sie Habs keinen Zwei.fel daran, daß die in New Jersey gefundene Leiche tatsächlich die Leiche des Kindes Lindberghs gewesen sei. stelle des Ausgeschiedenen abzuliefern und die übrigen Uniformteile, die nicht schwarz ober bunfelblau finb, umzu färben. Die Ablieferung unb Umfärbung ist nicht notroenbtg, wenn der Ausgeschiebene mit Zustimmung feiner vor- gesetzten Dienststelle innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden die Abzeichen unb Uniformen o n zugelassene V e r k a u f s st e l l e n ober un zum Tragen berortiger Uniformen "nb Abzeichen berechtigte Angehörige der NSDAP, ober ihrer Gliederungen veräußert Bei ehrenvollem Ausscheiden oder Ausscheiden infolge Ablebens kann die vor- Üesetzte Dienstbehörde dem Ausaeschledenen oder dessen Erben den Besitz der Abzeichen ober der Uniform belassen. Hierüber ist eine Bescheinigung zu erteilen. Beginn der neuen Arbeitsschlacht im Gau Hessen-Nassau Verstärkter Siedlungsbau. LPD. Frankfurt a. M., 21. März. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit stellt, wie das „Volksblatt" berichtet, bas Sieblungswerk der Partei einen wesentlichen Faktor bar, bei dem das Heimstättenamt in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Mainischen Industrie- und H a n d e l s t a g als Beauftragter ber Partei fungiert. Die Führung bes Sieblungswerkes liegt in Hänben b e s Gauleiters, besten Initiative bie Flüssigmachung ber Mittel für eine umfassenbe Sieblungsaktion zu Derbanfen ist. Es hanbelt sich um Werksieblungen, bie sich [ebenbig unb selbstverstänblich ber Lanbschaft einordnen, die unabhängig vom Werk dem schaffenden Menschen und seiner Familie ein gesundes, gemütliches Heim bieten. Geplant sind vorerst 2000 Siedlungen, von denen ein Teil bereits in Angriff genommen wurde. Weitere 400 Siedlerstellen sind jetzt baureif unb werben 3000 Erwerbslosen Arbeit geben. Diese 400 Sieblerstellen, die jetzt zur Ausführung kommen, stellen nur eine Etappe bar, weitere Projekte sinb in Vorbereitung. Auch bie übrigen Siedlungsgesellschaften haben ihre Bauprogramme fertiggestallt, so baß in unserem Bezirk von einer großen Offensive gegen die Arbeitslosigkeit gesprochen werden kann. Fortgang des Arbe tsdienstes. Berlin, 21. März. (DNB.) Von zuständiger Stelle erfahren wir, daß durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht der Fortgang des Arbeitsdienstes nicht berührt wird. Die zum 1. April 1935 abgeschlossenen Verpflichtungen zum Eintritt in den Freiwilligen Arbeitsdienst bleiben daher unter allen Umständen gesetzlich bindend. Belgien ist nicht nur Schauplatz eines Kampfes ! zwischen Flamenund Wallonen, sondern I auch des Niederganges des liberal-de- ' mokratischen Parlamentarismus. Seit : Jahren ist das kleine Land erfüllt vom Parteien- : hader. Als Ministerpräsident de Brocqueville im November vorigen Jahres zurücktrat, da er ein vieltes Kabinett mit den Parteien dieses Parlaments nicht zu bilden vermochte, und I a s p a r für sein Kabinett ber Schwerindustrie nicht die Genehmigung erhielt, hat Theunis ein Ministerium zustanbe gebracht, in bem neben Vertretern ber Großindu- ftrie auch einige christliche Vertreter der Arbeiterschaft saßen. Aber bas Parlament hat Theunis nicht genügenb unterstützt, unb so hat er, mutlos geworben, die Flinte ins Korn geworfen. Nichts ist diesem Parlament gelungen. Der Druck der Krise, die mit außerordentlicher Schwere auf das kleine Land drückt, erforderte die Wiederaufrichtung d-r Wirtschaft, die Herstellung des Budget- Gleichgewichts und die Verteidigung des belgischen Franken. De Brocqueville hatte versucht, mit 32 Notverordnungen gewissermaßen ein faschistisches Regiment innerhalb einer Demokratie für einige Zeit durchzuführen. Das mißlang. Georges Theunis aber unterzog sich einer Aufgabe, für bie feine Kräfte nicht zulangten. Denn biefer ehemalige .Präsident der belgischen Nationalbank und Präsident großer Jndustriegesellschaften wußte wohl, woraus es ankam, die von ihm vorgeschlagenen Mittel waren auch an und für sich geeignet, bem Hebel abzuhelfen, aber bie Zuchtlosigkeit ber Kammer, bie Zerfahrenheit ber Parteien unb die Stimmung im Volke vereitelten sein Werk. Noch Mitte ftebAmr wurde in der Frankenfrage ein Ausschuß gebildet, der aus 12 Vertretern der Regierunasgruppen und aus 9 Sozialisten bestand. Aber diese Notgemeinschaft hielt nicht lange, denn die Marxisten können sich eine Ankurbelung der Industrien, die für die Ausfuhr fabrizieren, nur durch Abwertung ber Belga (bes belgischen Franken) vorstellen. Genau wie in Frankreich, in Englanb unb vorher in Deutschlanb eine ausgesprochene Linksregierung bie Währung entwertete, bis bie bürgerlichen Parteien sich aufrafften, soll es in Belgien geschehen. Als bie Marxisten bie Stützungsfront verließen, fetzte ber Frankenver- fall ein, unb bas Ministerium Theunis erhielt von ber Bank von Frankreich nicht bie Zusage, baß sie den belgischen Franken unter allen Umständen stützen würde. Damit war das Signal zu seinem digend. Heber die Finanzierung der Bauwirt- i chaft gibt der Geschäftsbericht der Deutschen Bau. und Bodenbank für 1934 interessante Zahlen, die für sich selbst sprechen. Im Wohnungsbau sind 300 000 Wohnungen durch Neu- und Um= bau entstanden, wovon 100 000 Wohnungen auf Umbauten entfallen. Damit ist der Rohzugang an Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 50 v. H. gestiegen. Die Kapitalbeteiligung im Wohnungsbau hat sich von 800 Millionen Mark 1933 auf 1200 Millionen im vorigen Jahr erhöht. Das Kapital ist dabei ip-it 350 Millionen beteiligt. Der Tiefbau nimmt in der gesamten Bautätigkeit wieder die erste Stelle durch die öffentlichen Arbeitsbeschaffüngs- Maßnahmen ein. Eine bemerkenswerte Steigerung nach den Jahren des Tiefttandes nimmt der g e ° werbliche und öffentliche Hochbau ein. Ein sicheres Zeichen der Wirtschaftsbelebung ist das Steigen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Der Umsatz hat sich um sechs Milliarden Mark oder 12 v. H. erhöht, teilweise verursacht durch die Steigerung ber Warenpreise.Jm Verkehr mit öffentlichen Kassen gewinnt der Scheckverkehr immer mehr Boden. Die deutsche M a s ch i n ft.n i n d u st r i e konnte soeben über weitere Neueinstellungen von Arbeitern und Angestellten berichten. Der Beschäftigungsgrad dieser bekanntlich stark mit dem Auslandsgeschäft verknüpften Industrie betrug im Monat Februar 68 Prozent der Normalbeschäftigung. Die herannahende Frühjahrsbelebung kündigte sich namentlich durch einen starken Auftragseingang bet der Landmaschinenindustrie an. Anderen Zweigen des Maschinenbaues hat wieder die Leip° ziger Technische Messe einen erfreulichen Auftragszugang gebracht. — Die deutsche Eisenindustrie hat den konjunkturellen Aufstieg, den ihr die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung ermöglichten, behaupten und ständig fortführen können. Die in letzter Zeit bekanntgegebenen Geschäftsberichte zahlreicher industrieller Gesellschaften zeigen die Auswirkungen der Besserung des Absatzes, die vielfach bereits zur Wiederherstellung der in der Wirtschaftskrise zerstörten Rentabilität geführt haben. Ein Musterbeispiel dieser gesunden Aufwärtsentwicklung gibt uns der Geschäftsbericht der Interessengemeinschaft Mittel ft ahl - Maxhütte. Diese bildet heute den Kern eines neuen Montankonzerns, der feinen Hauptstützpunkt nicht im Westen, sondern in Mitteldeutschland hat. Durch die im vorigen Jahre durchgeführte Verschmelzung der Charlottenhütte mit den Mitteldeutschen Stahlwerken und den Erwerb eines Teils der Aktien der großen Harpener Kohlenbergbaugesellschaft seitens der Maxhütte (die ihrerseits bereits die Steinkohlenzeche Mont-Cenis besaß) hat sich der mitteldeutsche Stahlkonzern, der ursprünglich auf Braunkohlenverbrauch eingestellt war, eine sehr breite und feste «Stein» kohlenbasis geschaffen. Er hat sich kürzlich noch das in der Nähe Berlins gelegene St ah l - und Walzwerk Hennigsdorf angegliedert. In dem Berich des Konzerns über die gegenwärtige Geschäftslage wird ausgeführt, daß die fräfticje Steigerung der montaninbuftrieüen Erzeugung m erster Linie der Ausweitung des Jnlandabfatzes durch die erfolgreichen Arbeitsbefchaffungsmaßnah- men der Reichsregierung zu verdanken fei, daß aber in letzter Zeit auch die Ausfuhr von Eifen und Eifenwaren gesteigert werden konnte. In den bayrischen und thüringischen Hochöfen der Jnteresfen- gemeinschaft sind im letzten Jahre mehr als 245 000 ' Tonnen Roheisen erblosen worden. Die Stahl- und > Walzwerke erzeugten 267 000 Tonnen Rohstahl und - 214 000 Tonnen Walzfabrikate. Der Auftragsein- : gang ist bis in die neueste Zeit hinein sehr befrie- h-n * * Wiede- nen MÄ 10 es dem Fi« re'tf.« slNiN'st^ ! TÄ 1 511er m®5iei 4-'i galt1 itrs i " o r JJ ibll“ .jüende" I 16> Ä X N rt V w j ld ^".5 I B6 Hinter den Kulissen des Reichs« Parteitagsfilms „Triumph des Willens". Am 28. März feierliche Uraufführung in Berlin. - Am 5. April festliche Erstaufführung in 70 deutschen Städten. Für die Verfilmung des Reichspar. teitages 1 9 3 4 wurden die besten Kameraleute aus ganz Deutschland verpflichtet. Der Führer selbst traf die letzten vorbereitenden Maßnahmen in Nürnberg. Dann brauste das siebentägige Jubelfest über Nürnberg. Eine gewaltige Sinfonie in Bildern, tausendfach wechselnd, tausendfach ein Spiegelbild der deutschen Seele. Sieben Tage und sieben Nächte war Leni R i e f e n st a h l mit ihrem Stab unterwegs. Eine Hilmschlacht größten Ausmaßes wurde geschlagen. Und dann begann in stiller Atelierarbeit die Auswertung des gewonnenen Materials. Vor wenigen Tagen hat Leni Riefenstahl die letzten Arbeiten vollendet. Der Film „Triumph des Willens" ist fertig. Eine filmische Aufgabe von gigantischer Größe gelöst. Am 28. März findet die Uraufführung in Berlin im Ufa-Palast am Zoo statt. Die gesamte Reichsregierung, das diplomatische Korps, die Vertreter aller Behörden, die Spitzen der Partei, die in- und ausländische Presse, Vertreter aus der Welt der Kunst und Kultur, der Wissenschaft und Wirtschaft werden dem denkwürdigen Ereignis beiwohnen. Eine Feierstunde, die vom Willen des Führers, vom Triumph der Bewegung und vom Glauben des Volkes zeugt. Gleichzeitig aber auch filmkünstlerisches Neuland entdeckt. Am 5. April wird dann der Film in etwa 70 deutschen Städten laufen. Die Gau- und Kreisleitungen der NSDAP, sind beauftragt, den feierlichen Rahmen au gestallen. Das Volk soll diesen Film nicht nur sehen, sondern innerlich erleben. Deswegen sind bei der Herstellung weder Mühen noch Schwierigkeiten gescheut worden, um diesen Film zu einem einzigartigen Bilddokument zu gestalten. Der Berichterstatter besuchte in diesen Tagen das Atelier im Südosten Berlins. In einem lichten und Hellen Fabrikanbau hat Leni R i e f e n st a h l mit ihren Mitarbeitern das Filmwerk vollendet. Es war wohl die schwerste filmkünstlerische Arbeit, die jemals geleistet wurde. Denn in Nürnberg wurden 128 000 Meter Film gedreht. Z w e i u n d - dreißig Kameramänner waren sieben Tage und sieben Nächte lang mit ihren Assistenten und Helfern unterwegs, um das gewaltige Erlebnis auf das Filmband zu bannen. Aus Erdspalten und Laufgräben, aus Kellern und Dachluken, von Kirchtürmen und Feuerwehrleitern, aus dem fahrenden Auto, im Wagen des Führers selbst, von Filmbrücken und Fahnenmasten, von Straßenbahnwagen und Wohnungsfenstern, aus Flugzeugen und einem Kleinluftschiff wurde gefilmt. Brücken, Türme und Bahnen waren errichtet worden, um neue filmische Wirkungen zu erzielen. Im ersten Stockwerk einen Gebäudes am Adolf-Hitler- Platz war eine Art Fahrbahn entstanden, von dem aus die fahrbare Kamera den vorbeimarschierenden Truppen folgen konnte. Die Kameraleute — an ihrer Spitze Sepp All- g e i e r — waren besessen von ihrer Mission. Es gab für sie nichts Unmögliches. Und weil nicht nur berufliches Können in dieser Filmschlacht eingesetzt war, sondern die aus dem grandiosen Erleben des Augenblicks geborene heilige Begeisterung ihren Schöpferwillen bis zum gußersten steigerte, sind Filmstreifen von dramatischer Wucht und künstlerischer Größe entstanden. Aber aus 128 000 Meter Filmstreifen mußten 3200 werden! Die Aufgabe schien schier unbezwinglich. Leni R i e f e n st a h l hat sie mit fanatischem Eifer und zähem Willen dennoch bezwungen. Sie wollte ja mehr, als nur eine bessere Wochenschau schaffen. Ihre Arbeit will, dem Wunsche des Führers entsprechend, dem Zeitfilm Sinn und Sendung geben. Er soll über den Augenblick hinausleben, Geschichte, Volksart, Kampf und Sieg vermitteln. G. A.-Gpori. Freiballon-Meisterschaft am 7. April. Die deutsche Freiballon-Meisterschaft in Darmstadt mußte kürzlich wegen des orkanartigen Sturmes vorzeitig abgebrochen werden. Als neuer Termin für die Austragung hat die Oberste Luft-Sportbehörde nunmehr den 7. April bestimmt. Birger Ruud beim Feldberg-Gpringen Die am Wochenende im Feldberggebiet (Schwarzwald) stattfindenden Sprung- und Abfahrtsläufe haben eine ganz ausgezeichnete Besetzung gefunden. Der Norweger Birger Ruud hat seine Meldung für den Abfahrts- und Sprunglauf abgegeben. Im Sprunglauf werden noch eine ganze Reihe von bekannten Springern starten. So wird der WSV. Aschberg Max Meine! schicken, aus Schlesien kommen Günther Adolph und Walter Holl- mann, und auch der Sachsenmeister von 1934, Adolf Leidel, wird am Start erwartet. Aber nicht nur im Sprunglauf, sondern auch für Abfahrt und Slalom enthält die Teilnehmerliste bekannte Namen. Interessant ist die Meldung des SC. Partenkirchen, der mit Anton Bader, Roman Wörndle, Anton Wörndle, Hans Ostler, Franz Reißer und Jakob Schicke! kommt und beste Aussichten hat, in der Mannschaftswertung Abfahrt/Slalom siegreich zu bleiben. Die Meldeliste enthält neben einigen ausländischen Nennungen weiterhin noch die Namen fast aller bekannten süddeutschen Springer und Abfahrtsläufer. Bei den Damen geht fast die gesamte deutsche - Mannschaft an den Start. Schauturnen im Turnverein 1846. Zum Vesten des Mnterhilfswerkes. Vom 24. bis 31. März d. Js. veranstaltet die Deutsche Turnerschaft eine Winterhilfswoche. Aufgabe aller Vereine der Deutschen Turnerschaft ist es, sich in dieser Zeit mit einer Veranstaltung in den Dienst des Winterhilfswerkes zu stellen. Der Turnverein von 1846 Gießen wird dieser Ehrenpflicht am kommenden Sonntag, 24. März mit einem großen Schauturnen in seiner Turnhalle am Oswaldsgarten genügen. Turnerinnen und Turner aller Abteilungen werden in einer abwechselungsreichen Vorführungsfolge ein Bild von der Vielseitigkeit turnerischer Leibesübungen geben. Frei- und Gymnastikübungen aller Arten und Schwierigkeitsstufen des Geräteturnens wechseln mit Volkstänzen und Vorführungen der Fechtabtei- hing. Die Schülerinnen, die Turnerinnen und die Frauenabteilung werden Ausschnitte aus allen Uebungsgebie'ten des neuzeitlichen Frauenturnens, wie es in der Deutschen Turnerschaft gepflegt wird, bringen, während das Männerturnen in allen seinen Entwicklungsstufen durch Schüler, Jugendturner, Turner und Altersturner gezeigt und gipfeln wird in einem Reckturnen der Olympiaanwärter des Vereins, unterstützt von einigen Turnern des befreundeten Wiesecker Turnvereins. Alle Teilnehmer haben sich freudig in den Dienst der guten Sache gestellt, und sie hoffen auf «n vollbesetztes Haus und damit auf einen schönen Erfolg für das gute Werk der Winterhilfe. Iußballabieilung des Tv. Kinzenbach. Die erste Mannschaft erwartet für den kommenden Sonntag die gleiche des SpV. Hohensolms zum letzten Verbandsspiel. Die Mannschaft, die durch die vorsonntägliche Niederlage in Vetzberg auf den dritten Platz zurückfiel, kann nur durch einen Sieg über die Gäste auf den zweiten Platz vorrücken, den sie dann gemeinsam trat Rodheim teilen müßte. Der Vorteil des eignen Platzes sollte hierzu aus- reichen, wenn auch Der Erfolg nicht allzu hoch ausfallen dürfte. Allen-Vufeck — Großen-Vufeck 1:3 (1:0). Beide Mannschaften lieferten sich auf dem Sportplatz von Alten- Buseck ein faires Spiel. Bereits nach kurzer Spieldauer konnte der Linksaußen der Einheimischen seine Mannschaft in Führung bringen. Dann drückten die Gäste auf Ausgleich, der einheimische Torhüter hielt aber zunächst die schwersten Bälle. Mit 1:0 für Alten-Buseck ging es in die Pause. Bald nach dem Wechsel erzielten die Gäste den Ausgleich. Der Gästesturm, her in der Folge schußfreudiger war, konnte zwei weitere Tore erzielen. Der rechte Sturmflügel der Platzbesitzer vergab demgegenüber die sichersten Torchancen. HandballimKreisLahn-Dill(GauXH) Turn.Sportfreunde Wiesbaden in Gießen. Auf dem Mtv.-Platz am Schiffenberger Weg herrscht am kommenden Sonnta-g reger Handballbetrieb. Turn-Sportfreunde Wiesbaden weilen mit ihrer ersten und zweiten Mannschaft «in Gieß^ um gegen die gleichen Mannschaften des Mtix Freundschaftsspiele auszutragen. Die Ba-destädter, die bis zum Schluß der Derbandsspiele mit um die Tabellenführung kämpften, werden ben Zuschauern ein lehrreiches Handballspiel vorführen. Wie di« Mtver gegen ihren Galt bestehen, läßt sich im vor. aus nicht sagen; jedoch sollte die neu zusammen, gestellte erste Mannschaft, die erstmalig an die Oef. fentlichkeit tritt, in der Lage fein, die Gäste zur Hergabe ihres ganzen Könnens zu zwingen. Sie wird sich aber trotzdem sehr strecken müssen, wenn sie ein ehrenvolles Abschneiden — sei es eine knappe Nie, vertage erzielen will. Ein Unentschieden würde schon einen großen Erfolg bedeuten. Dor diesem Spiel treffen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine. Auch hier ist der Ausganq offen. Allerdings haben die Mtaer - Meister ihrer Staffel am vergangenen Sonntag im ersten Auf. stiegspiel um die Kreismeisterschaft bewiesen, «daß sie sehr spielstark sind. Ob es aber hier zu einem Siege reicht, ist frag>lich. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit hat sich verstärkt und beginnt sich jetzt langsam auch auf unser Wetter auszuwirken. Der Witterungscharakter wird jedoch dabei noch nicht ausgesprochen unfreundlich, wenn auch schon mit dem Auftreten vereinzelter Regenfälle gerechnet werden kann. Aussichte nfür Samstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch vereinzelte kurze Regenfälle, lebhaftere südwestliche Winde, ausgesprochen milde Temperaturen. Aussichten für Sonntag: Bei lebhaften, westlichen Winden Unbeständigkeit, Neigung zu Niederschlägen voraussichtlich zunehmend. Lufttemperaturen am 21. März: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 6,3 Grad; am 22. März: morgens 1 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum — 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. März: abends 8,1 Grad; am 22. März: morgens 4,9 Grad. — Sonnenscheindauer 8,9 Stunden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Lamskagnoch- mittag geschloffen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag.« Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerek R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig, Der Frühling ist da! Schmücken auch Sie sich---mit einem schönen Kleid, einem feschen Mantel, einem Complet oder Kostüm Wir bringen herrliche STOFFE in einfarbig sowie in modernen Druckmustern für Kleider in Krepp-Reversible, Sandkrepp, Georgette, Wollmousseline, Waschseide und Kunstseiden-Panama Kostüm- und Mantelstoffe in modernen grauen und beigefarbenen Tönen, 140 cm breit, reine Wolle in den Preislagen.........Mk. 6.75 5.25 4.50 3.90 Mäntel in herrlichen Formen und Farben Mk. 41.00 34.50 28.50 23.50 18.50 Kostüme u. Complets 39.25 34.50 28.50 22.50 Wir bitten um Ihren zwanglosen Besuch der Ihnen viele Anregungen gibt! 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Möge Hans Grimm seiner neuen Generation in der Schlichtheit und Tiefe seines Bekenntnisses zum Deutschsein immer ein Vorbild bleiben. Reichsminister R u st." ortzufahren), was gedenkt Jugoslawien zu tun? Was Rom? Was Frankreich? Wer sich an ditz, Aussöhnungsverhandlungen z w i- chen Frankreich und Italien erinnert, wer sich die Mühe nimmt, die Berichte nachzuschlagen, die dieses „Jahr des Schicksals" einleiteten, wer den schließlich zustandegekommenen Vertrag liest, dem wird auffallen, daß beide Partner um die Kernfrage, um die Adria, einen eleganten Bogen geschlagen haben. Das heikelste Problem, das nicht zuletzt bestimmend war für die ewigen Zänkereien zwischen den lateinischen Schwestern,' wurde scheinbar überhaupt nicht berührt. Wie man scheinbar nicht über die Entwicklung der abessinischen Dinge sprach. Bald aber stellte sich dann heraus, daß Frankreich den bis gestern so geschmähten Faschismus plötzlich hätschelte, daß die'Boulevardzeitungen anbeteten, was sie gestern verbrannten und die verwandten Genfer Zirkel auf einmal Abessinien als völkerbundsunwürdig hinstellten, um Italiens Vorgehen ohne weiteres zur rechtfertigen. Auf der anderen Seite wurde die Pressepolemik gegen Frankreich schlagartig eingestellt, es kam zu militärischen Verbrüderungsfeiern wie zur Blütezeit der Entente, und ebenso breitete man über alles, was Italien „drüben", beim serbischen Nachbarn, zu Leid geschah, den wohltätigen Mantel des Schweigens. Natürlich wußte das italienische Volk trotzdem, was vorfiel, aber es behielt angesichts der serbischen Kundgebungen gegen Italien die Nerven, es rührte sich überhaupt nicht. Ahnte es Mussolinis große Gebärde? Sicher ist jedenfalls das eine, daß es lieber vom Frieden hört, als vom Krieg. Trotz der Mobilmachungsbegeisterung. . Für die europäische Politik wäre ein Adria- friede, sei es auch nur ein befristeter, von unab- sehbarer Tragweite. Italien bekäme nach der französischen Rückendeckung nun auch beide Arme frei, das Gespenst eines Zweifrontenkrieges (gegen Frankreich und Jugoslawien), wie es jahrelang die Gemüter beherrschte, würde zurückweichen, der Weg ist offen--An diesem Gedankenstrich angelangt, fragt sich der Römer an den Iden des März: offen, wohin aber? Was nun? Gegen wen sammelt man alle Kräfte? Warum nur besteht der Duce darauf, daß wir eine kriegerische Nation werden müssen, warum werden die Freiwilligen von dreißig Jahresklassen eingestellt, warum der Appell an die Notwendigkeit der Selbstversorgung, der Kriegsbereitschaft? Alles nur wegen Abessinien? Niemand, der dem Manne so zu antworten wüßte, daß er befriedigt seiner Wege geht. Es ist Frühling in Rom und die Truppenzüge rollen Tag und Nacht. Wer es nicht sieht, kann es in der Zeitung lesen. Cäsar nimmt die Blumen entgegen und schweigt. An feiner Stelle spricht Mussolini: Si vis pacem, para bellum! Wenn du Öen Frieden willst, bereite dich für den Krieg vor! Hochschulnachrichten. Professor Dr. Rudolf Ruth von der Universität H a l l e > W i t t e n b e r g hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für deutsches Recht und Verkehrsrecht an der Universität Frankfurt angenommen. Professor Ruth ist am 21. Juli 1888 in Büdingen geboren. Er nahm als Offizier am Weltkriege teil, studierte in Gießen, wo er auch bis 1920 Assistent der Juristischen Fakultät war, und habilitierte sich dann 1921 an der Universität Frankfurt am Main, wo er drei Jahre später zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Daneben war er im hessischen Justizdienst tätig. 1925 erfolgte seine Berufung nach Halle. Seine Arbeitsgebiete sind: Deutsche Rechtsgeschichte, deutsches Privatrecht und bürgerliches Recht, insbesondere Mietrecht, Aktien- und Genossenschaftsrecht. Von seinen Arbeiten seien genannt: „Das eheliche Güter- recht und Gütererbrecht der übergeleiteten Ehen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen": „Zeugen und Eideshelfer in den deutschen Rechts- quellen des Mittelalters." Oer Napoleon-Film „100 Tage". Im Berliner Capitol erlebte der Napoleon- Film „10 0 Tage", nach dem gleichnamigen Schauspiel von Benito Mussolini und Gioac- chino Forzano, eine Voraufführung, zu der Dr. Ernst H a n f st a e n g l, der Auslandspressechef der NSDAP, und künstlerische Berater bei der Filmherstellung, einführende Worte sprach. Das von Franz W e n z l e r inszenierte Werk ist die gegen den Schluß hin sich mehr und mehr steigernde Verbindung eines bewegten, farbigen geschichtlichen Gemäldes mit stark menschlichen Zügen, die bei Werner Krauß als Napoleon ihren kraftvollen Ausdruck finden. Dr. Hanfstaengl sagte u. a. Folgendes: Der Umstand, daß eine nunmehr geschichtlich gewordene Persönlichkeit, der Schöpfer des modernen faschistischen Staates Italien, sich mit der Figur des ihm wesensverwandten Napoleon beschäftigte, stempele das Werk zu einem in der gesamten Napoleon- Literatur noch nicht dagewesenen. Wie oft auch schon der Napoleon-Stofs in Romanen und Bühnenwerken behandelt wurde, in der Bearbeitung durch Mussolini kommt ein Entscheidendes hinzu: hier ist das Thema nicht vom Menschlich-Gesellschaftlichen her behandelt — in Mussolini tritt zum ersten Male ein Napoleon-Autor hervor, dem die staatsmännische Macht zum kongenialen Fluidum, zum elementaren Inhalt, zum Ziel und Schicksal des Lebens geworden ist. Heute sehen wir Napoleon, ähnlich wie das bei Cromwell der Fall ist, als den genialen schicksalsgesandten Ueberwinder des Revolutionspöbels und Parlamentariergesindels seiner Zeit. In den „100 Tagen", dieser Zeit des demokratischen Imperialismus, ziehe wie in einer genialen Reprise die gesamte historisch-menschliche Lebensbilanz des 45jährigen, bereits schwerkranken Napoleon an uns vorüber. Ein durchaus moderner, nervös aktueller Menschentyp verläßt nach einem Leben rastloser Selbstverzehrung die Weltbühne. In die „100 Tage" des Jahres 1815 drängt sich die ganze Hoffnung und Verzweiflung eines grandiosen, von Ehrgeiz gepeitschten Lebens zusammen um in der von der Mutter immer geahnten Weise tragisch zu enden. Was Napoleon aber für die Kunst und die Künstler bedeutete, habe niemand schöner in Worte gefaßt als der bekannte Wagner-Biograph Guy de Po urtalös. Er sagte: „Napoleon streute vor hundertzwanzig Jahren soviel Samen für Dichtungen aus, daß sich die Herzen, wenn er vorüber, geschritten war, unter dem Tritt seines Fußes er- hohen — wie die blutroten Mohnblumen in den Feldern, es kommt wenig darauf an, ob vor Liebe oder Haß. Die Gabe, sogar den Feind zu zwingen, daß er den Sieger als Helden prellt verleiben die Götter nur selten." Adriafriede? Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Hans Grimm, der Dichter des Kolonialdeutschtums. 3u seinem 60. Geburtstag am 22. März. Don Peter Johannsen Nietzsche hat einmal ausgesprochen, daß die höchste Form der Unsterblichkeit das Weiterleben im Aphorismus sei. Wenn das richtig ist, dann ist über die Dauer des Namens Hans Grimm heute bereits entschieden. Denn der Titel seines Buches, das 1926 erschien und zu dem größten Verbrei- tunqserfolg unter der ernsten Literatur des letzten Jahrzehnts wurde, umschließt in seinen drei Wor- ten Volk ohne Raum", die ganze Tragik unseres weltpolitischen Schicksals und prägt knapp und wuchtig zugleich die Parole des Angriffs zur Ueberwindung unserer nationalen Vereinzelung. Man muß schon um ein Jahrhundert zurückgreifen, wenn man wieder aus ein Buch stoßen will, das in ähnlicher Weise bereits in seinem Titel den In- begriff der behandelten Zeit so schlagend zum Aus- druck bringt, daß der Name des Buchs zum Schlug, wort für die Epoche wurde; es ist die Geschichte der Restauration Europas von Johannes von Haller. Hans Grimm ist der Dichter des Kolomaldeutsch- tums geworden. Sein berühmtestes Werk wie auch die anderen Romane, Novellen und Berichte sind S, KS"S.n ?!j & - Südwesterbu ch", der Novellenband „L u d e - r i tz l a n d" u. a. Grimm hatte den großen Dor- teil, daß er das Leben in den Kolonien nicht von der Ferne kannte und sich auch nicht auf gelegentliche Besuche beschränken mußte Dreizehn Jahre hat er im Kapland als deutscher Ueberseekaufmann gelebt und alles selbst durchkostet, was die femd- liche Welt dem deutschen Siedler, Soldaten oder Kaufmann draußen an Leiden und an Aufstiegsmöglichkeiten bereitet. Er lernte auch die 15«* Buchungen kennen, die gerade für den Deutschen als Den jüngsten unter den Kolonisten entstehen, wenn es zeitweise vorteilhafter erscheint, sich der englischen Welt anzupassen. Grimm hat jedoch gerade tn der Auseinandersetzung mit dem englischen Wesen seine deutsche Sonderart nur stärker entwickelt und draußen in der Fremde das große Erlebnis dessen ge- fanden, was „Deutschheit" ist. Die Engländer waren ihm in dieser nationalen Selbstbehauptung Lehrmeister. Die zwei Jahre seiner kaufmännischen Lehre verbrachte er, der Sohn eines deutschen Universitätsprofesiors, i» England. Erster Frühling in der „Wetter-Wiffenschast" Frühlingsanfang in Deutschland, wie ihn der Meteorologe sieht. Wer will, kann dem Frühling nachreisen. Don Professor Dr. Franz Baur, Frankfurt a. M. Rom, Mitte März. Im blauen römischen Frühlingshimmel dröhnen die Bombengeschwader, über die alten Konsular- straßen knattert die motorisierte Jugend der kriege- rischen Nation, Tag für Tag rollen die Truppen- züge den langen Stiefel hinunter und werfen ihre Fracht in die bereitstehenden Transportschiffe. Große Plakate werden in den kleinsten Städten angeschlagen, die Arbeitslosen stehen herum und lesen laut,'daß man sich freiwillig zu den Fahnen melden könne. Die ersten Seiten der Zeitungen hallen wider von der Begeisterung der Ausziehenden und dem Stolz ihrer Angehörigen, die Bilder könnten aus den eisernen Tagen vor zwanzig Jahren stammen. An den Iden des März huldigte Rom dem Reichsgründer, dem Vorbild des Duce: Cäsar.'Waren es in den letzten Jahren vereinzelte Blumen gewesen, ein Strauß. Narzissen, ein Armvoll honigduftender Mimosen, einige marsrote Nelken, die unbekannte Hände zu Füßen seines Standbildes auf der Dia dell'Jmpero niederlegten, so ist nun der amtliche Lorbeer dazugekommen. Der Statthalter von Rom schmückte ihn mit den Farben der Urbs, mit dem Wappen SPOR., dem Jngriff der zweitausendjährigen Stadtverwaltung, bann kamen die Kriegsfreiwilligen anmar- schiert, Musik voraus, es blitzten die Ehrenzeichen des Schlachtfeldes. Darauf die Centurien der Jungfaschisten, die militärisch gegliederten Kinderscharen — es soll keine Lücke geben zwischen den Kriegern von gestern und den Kriegswilligen von heute, es ist nicht wahr, daß Rom jemals unterging, die Brücke zum alten Rom scheint nicht gebrochen, und mögen die Jahrhunderte in den Staub gesunken sein, Cäsar steht neben Mussolini! Das ist das unsterbliche Rom. Unter den Fremden, die ergriffen, mitfühlend, verständnislos oder bloß neugierig das mitansehen, um dann den Blick hinüberschweifen zu lassen zum Balkon des Palazzo Venezia, als müsse der Duce Wer in den nächsten Wochen etwa vom westlichen Rande des Schwarzwaldes, von der Oberrhein-Ebene, quer durch Deutschland bis nach dem äußersten Ostpreußen reift, kann beinahe Überall im Lande mit dem Frühling seinen Einzug halten. Denn im Südwesten Deutschlands zieht der Frühling zuerst ein,,und bis er hoch hinauf nach Deutschlands Nordosten kommt, vergehen einige Wochen. Wie der erste Frühling von den Meteorologen, den berufsmäßigen Wetterkundigen, beurteilt wird, schildert hier Prof. Baur, der Leiter des „Forschungsinstituts für langfristige Wettervorhersage" in Frankfurt a. M. Am 21. März ist „Frühlingsanfang". So steht es in jedem Kalender. Aber die Meteorologen rechnen den Frühling (auf der Nordhalbkugel) vom 1. März an, weil im allgemeinen in der gemäßigten Zone die drei Monate März, April und Mai als „Uebergangsmonate" vom Winter zum Sommer gewisse meteorologische Aehnlichkeiten aufweisen, wenn auch natürlich Art und Grad dieses Ueberleitens in jedem der drei Frühlingsmonate verschieden sind. Diese Festsetzung eines bestimmten Datums als Frühlingsanfang bringt für die wissenschaftliche Arbeit praktische Vorteile. Aber der Begriff „Frühling" ist dadurch an einen ganz bestimmten, in jedem Jahre gleichen Zeitabschnitt gebunden, der in den einzelnen Teilen der gemäßigten Zone sehr verschiedenartige Wetterzustände und Wetterabläufe mit sich bringt. Schon auf so engem Raume wie Deutschland treten besonders im März starke klimatische Unterschiede auf. So liegt die Mitteltemperatur des März in der Oberrheinebene und im unteren Neckartal im Durchschnitt vieler Jahre zwischen 5 und 6 Grad, während sie in Ostpreußen (bei Goldap und Treuburg) noch um 1,5 Grad unter dem Gefrierpunkt liegt. Treuburg hat in normalen Märzmonaten noch 25 Frost - Menschen auseinandergeredet und endlich auseinandergeschrieben wurde und was also zerflossen erscheint". Seine herbe niederdeutsche Art verbietet ihm, das eigene Herz Hingen zu lassen in lyrischen Strophen. Grimm erfüllt den strengen Sinn des Epos, indem er als Kunstform den sachlich dicht gefügten Bericht wählt. Von, seinen Novellen, von denen sieben der schönsten in dem Band „Lüderitz- land" zusammengefaßt sind, sagt er selbst, er erzähle „die Begebenheiten wieder, wie sie mir erzählt wurden". Da aber hinter diesen „Begebenheiten" ein echter Dichter steht, erreichen seine Werke eine sprachkünstlerische Zucht und eine Erlebnisstärke, die in ihrer geballten Verhaltenheit oft bis in die Bereiche Kleistscher Sprachmagie reicht. Es war daher die schönste Huldigung, die das Dritte Reich, zu dessen geistigen Vätern Hans Grimm gezählt werden darf, dem Dichter darbringen konnte, daß sie seinen Roman „Volk ohne Raum" als einziges Buch neben die sechs besten Erzeugnisse deutscher Wirtschaft und Technik auf der Weltausstellung in Chikago legte Zum Dichter der kolonialen Welt wurde Hans Grimm erst in reiferen Jahren. Als der Krieg ausbrach, kehrte er zurück/und machte ihn von 1916 bis 1918 in der Drecklinie des Muskoten mit. Als der Kolonialminister Bell die überseeischen Besitzungen des Deutschen Reichs mit einem Federstrich wegzeichnete, da brach dem herben Norddeut- eben fast das Herz. Wochenlang konnte er nicht chlafen. Er kehrte auf die niedersächsische Scholle zurück, die feine Vorfahren einstmals bebaut hatten, und ging daran, zu beschreiben, was die deut- chen Kolonien dem Vaterlande an wirtschaftlichen, völkischen und seelischen Werten gegeben hatten, Kräfte, auf die ein verantwortungsbewußter und in die Ferne schauender Nationalpolitiker wie Grimm auch für die Zukunft nicht verzichten zu können glaubt. , Das Kolonisieren von fernem Neuland bietet nach Grimms Erfahrungen nicht nur Raum zur Au f - nähme eines Bevölkerungsuberfchuf- fes für den der heimische Boden nicht genügend Arbeit und Nahrung hat. Auch die wirtschaftlichen Vorteile, die der Besitz von eigenen Kolonien der nationalen Wirtschaft durch die Zufuhr von R o h st o f f e n bietet, sind nicht das Lockendste so bitter wir diesen Mangel gerade heute empfinden Kolonisieren ist Ausdruck völkischer Jugendkraft, ist ewige Aufgabe des nur im Aufbruch starken Deutschtums. „Der deutsche Mensch braucht Raum um sich und Sonne über sich und Freiheit in sich, um gut und schön zu werden." So verteidigt Grimm auch den deutschen Ueberseekaufmann gegen die gehässigen Anwürfe einer feindlichen Welt. „Er war gleich den meisten seiner Landsleutt weder ein Negerausbeuter noch ein Gewaltmensch, noch em Eroberer, sondern ein fleißiger Kleinbürger, der einen etwas rascheren Aufstieg suchte, als die alte Heimat ihn zu bieten vermochte Er wurde rote die anderen auf feinem neuen Wege bet Sonne und größerer Freiheit immer näher an das Schicksal gerückt, er stand ihm eines Tages einsam gegenüber, ganz erbarmungslos Auge in Auge, und dann zeigte sich freilich vor dem Unabwendbaren auch bei ihm ein Stück Heldentum." Menschen dieser vorbildlichen Haltung tn der Auseinandersetzung mit dem Schicksal unter engster Anlehnung an die erlebte Wirklichkeit zu fdjib dem, das ist der Sinn der dichterischen Kunst Hans Grimms. Er hat ihr stets eine dienende Rolle zugewiesen. So ist er auch nie der „Literatur der Intellektuellen verfallen. Er zügelte vielmehr ferne angeborene dichterische Begabung, die die Mutter schon in frühesten Jahren erkannte, bis ihn das Leben gelehrt hatte, wirklich etwas zu sagen, das Daseinshilfe für die Mitmenschen und Wegweiser in völkischen Nöten ist. Denn „in der echten Kunst hat nie eine andere Bedeutung gelegen, als daß fit von neuem sichte', was durch die Vielheit der tage und 6 Eistage (d. h. Tage, an denen auch die höchste Temperatur noch unter 0 Grad liegt), Köln dagegen nur 7 Frvsttage und in der Regel gar keinen Eistag. Wie stark neben den räumlichen Unterschieden die Abweichungen von Jahr zu Jahr sein können, das haben wir in diesem Jahre wieder erlebt, in dem die Tage vom 3. bis 9. März, die einzelnen Gebieten Deutschlands Temperaturen von 20' und mehr Grad unter Null brachten, gewiß nicht früh- lingsmäßig, sondern ausgesprochen winterlich gewesen sind. Durch die klimatischen Verschiedenheiten kommt es, daß die Gesamtheit der Naturerscheinungen, die wir nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch als „Frühling" bezeichnen, selbst in einem so verhältnismäßig kleinen Lande wie Deutschland nicht gleichzeitig eintritt. Am besten läßt sich dieser Frühlingsbeginn an der Wirkung der Witterungs- Dorgänge, nämlich am Wachstum der Pflanzen, besonders am Eintritt der Blüte bestimmter Gewächse, verfolgen. Mit dem Aufblühen der Anemone und Kornelkirsche beginnt der erste Teil des Frühlings, der Vorfrühling. Den Beginn des Hauptteils, des „D o ll f r ü h 1 i n g s" kündigt sehr gut der Anfang- der A p f e l b I ü t e an. Das Datum des Beginns des Vollfrühlings bezeichnet man meist als den Tag des „Frühlingseinzuges". Er tritt im deutschen Tiefland (Seehöhs unter 400 Meter) am frühesten in der Oberrheinebene, im unteren Neckartal, im Rheingau und Moseltal, am spätesten im östlichen Pommern (Gegend von Lauenburg) und im südöstlichen sowie nördlichsten Ostpreußen ein. Dabei kann man im Binnenland die beachtenswerte Feststellung machen, daß das mittlere Datum des durch dis Apfelblüte und einige andere phänologifche Beobachtungen bestimmten Frühlingseinzuges kurz nach dem mittleren Datum des letzten Frostes liegt. So tritt z. B. in der Oberrheinebene und im Rheingau der letzte Frost (im Mittel vieler Jahre) aus feinem Arbeitszimmer heraustreten und mit dem römischen Gruß die Parade abnehmen, sind sichtlich wenige oder keine, die alle Uniformen und alle Fahnen und Wimpel kennen. Sie würden sonst vielleicht verwundert gewesen sein, daß die ersten, die zu Cäsar die Schwurhand hinaufhoben, die Freiwilligen und „Azzurri" von Dalmatien waren. Fast immer führt die dalmatische Fahne, wenn es zu patriotischen Kundgebungen kommt. Man könnte nun manches Bedenkliche erwähnen, an vieles erinnern, was über die Ansprüche Italiens auf die Adria, das mare nostro, geschrieben wurde. Kein Italiener, kein Neurömer vor allem, der dort drüben am andern Ufer nicht eine offene Wunoe fühlen würde. Aber weit wichtiger als diese Gefühle find gegenroätig die Tatsachen, und sie zeigen, daß Mussolini sogar das Herz seines Volkes in Händen hat und zu zügeln vermag, wenn es am ungestümsten sich gebärden mochte. Am Tage vor der Cäsarfeier überreichte der neue italienische Gesandte in Belgrad, G r a s Viola di Campa! to, dem jugoslawischen Prinzregenten sein Beglaubigungsschreiben und fand dabei Worte, die man noch vor einem Jahre nicht für möglich gehalten hätte, am wenigsten in Belgrad selber: „Ich bin von meiner Regierung beauftragt, ausdrücklich zu erklären, daß ich auf eine wirk t i ch e Wiederannäherung unserer beiden Länder hinarbeiten soll. Ich bin ermächtigt zu wiederholen, daß Italien gegen Jugoslawien keine anderen als freundschaftliche Gefühle hat und nicht beabsichtigt, Jugoslawien in feiner Entwicklung zu stören oder feine Gebietshoheit a n d u t a ft e n, sondern im Gegenteil alle Möglichkeiten auszuschöpfen gedenkt, um zu einer herzlichen und tatsächlichen Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu gelangen." Man muß das zweimal lesen. Ist das ein feierlicher und endgültiger Verzicht auf D a l matten? Wenn ja (um im parlamentarischen Stil Auf der großen Ausstellung „Wunder des Lebens" in Berlin wird dieses Riesenauge die Einzelheiten dieses kostbaren menschlichen Organs deutlich veranschaulichen. Dahinter erkennt man eine große Nachbildung des menschlichen Gehirns. Auch dieses Riesenauge wird auf der Schau „Wunder des Lebens" zu sehen sein. zwischen 14. und 21. April ein, während der Frühlingseinzug zwischen 22. und 28. April stattfindet. Das Gebiet um Nürnberg, der Mittel- und Unterlauf des Mains, das Lahntal, das niederrheinische Tiefland und das Seengebiet bei Potsdam und Brandenburg haben den letzten Frost zwischen 21. und 28. April, Frühlingseinzug zwischen 29. April und 5. Mai. Die schwäbisch-bayrische Hochebene hat letzten Frost zwischen 28. April und 5. Mai, Frühlingseinzug vom 6. bis 12. Mai, im Gebiet um Lauenburg und Hinterpommern findet der letzte Frost vom 12. bis 19. Mai, der Frühlingseinzug zwischen 20. und 26. Mai statt. Man sieht hieraus, wie außerordentlich gut sich die Pflanzen ihrem Klima angepaßt haben. Diese bewunderswerte Uebereinstimmung gilt jedoch, wie gesagt, nur für die langjährigen Mittelwerte. In einzelnen Jahren ist sie nicht erfüllt, wie die F r o ft» schaden lehren, denen die jungen Pflanzen erliegen, wenn sie, durch eine Wärmeperiode zu früher Blüte erwacht, von einem Spätfröste überrascht werden. Sie gilt auch nicht für die Nordseeküste. Hier tritt wegen der Verzögerung des Frühjahrsanstieges der Temperatur der (phäno- logische) Frühlingseinzug verhältnismäßig spät ein, während andererseits in Meeresnähe die Frost- aefährdung sehr frühzeitig zurücktritt, da die größere Luftfeuchtigkeit bei Abkühlung leichter zur Bildung einer Wolkendecke und damit zur Verhinderung stärkerer nächtlicher Ausstrahlung führt. An der Nordfeeküste (und im westlichen Teil der Ostseeküste) ist daher zwischen dem mittleren Datum des letzten Frostes und dem mittleren Datum des Frühlingseinzuges ein viel größerer zeitlicher Zwischenraum als im Binnenlande. So ist z. B. auf den westlichen friesischen Inseln und auf Helgoland durchschnittlich bereits die letzte Märzwoche frost- frei, während der Frühling in dem oben angegebenen Sinne erst vom 6. bis 42. Mai feinen Einzug hält. Trotz dieses relativ späten Frühlingsbeginns zeichnen sich die Nordseeinseln in der kalten Jahreszeit durch ein außerordentlich mildes Klima aus. So sind z. B. blühende Rosen im Winter auf den Nordseeinseln keine Seltenheit. Wirtschaft. Rohstoffversorgung und Schafzucht. Zum Zwecke der Steigerung der deutschen Wollerzeugung im Interesse der Rohstoffversorgung der deutschen Wollindustrie wird in einem Runderlaß des Reichs- und preußischen Ministers des Innern auf die Förderung der Schafzucht durch die Gemeinden und Gemeindeverbände hingewiefen. Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn die Futtergrundlage dadurch erweitert wird, daß alle geeigneten und Freiflächen der Schafhaltung nutzbar gemacht werden. Der Minister spricht die Erwartung aus, daß die Gemeinden und Gemeindeverbände im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Notwendigkeit der Förderung der Schafzucht in der Bereitstellung geeigneter Weideflächen für die Schafhaltung der Bevölkerung mit gutem Beispiel vorangehen. ♦ * * AG. Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. 4 o. H. (0) Dividende. Der Aufsichtsrat beschloß, nunmehr entsprechend der früheren Verwaltungsankündigung, für 1934 die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. (0 v. H.) der Generalversammlung am 7. Mai vorzuschlagen. * Mainzer Aktien-Bierbrauerei AG., Mainz. 3 v. H. (0) Dividende. Die Mainzer Aktien-Bierbrauerei nimmt für das Geschäftsjahr 1933/34 auf das damals nicht zufammengelegte Aktienkapital von 3 Millionen RM. die Dividendenzahlung mit 3 v. H. wieder auf. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Zurückhaltend. Frankfurt a. M., 21. März. Die Anrufung des Völkerbundes durch Frankreich hat auf die Börse kaum einen Einfluß gemacht. Mit großem Interesse sieht man indessen der Weiterentwicklung der außenpolitischen Lage, insbesondere dem Besuch des englischen Außenministers in Berlin entgegen. Bereits an der Abendbörse zeigte sich innerhalb der Kulisse etwas Zurückhaltung, die heute auch auf die Kundschaft insofern Übergriff, daß die Auftragserteilung und damit naturgemäß die Geschäftstätigkeit nachgelassen hat. Das Publikum hielt jedoch an seinem Besitz fest, vereinzelt zeigte es für Spezialwerte noch etwas Kaufinteresse. Die Kulisse, die sich in den letzten Tagen etwas stärker eingedeckt hatte, schritt noch zu leichten Glattstellungen. Das herauskommende Material war aber nur klein und fand bei meist nur leichten Kursrückgängen glatt Unterkunft. Die Grund- ftimmung der Börse blieb durchaus freundlich, nach den ersten Kursen war vielfach wieder Kaufneigung zu beobachten. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung etwas uneinheitlich. Am Montanmarkt gingen Stahlverein auf 82 (82,75), Buderus auf 93,40 (94,25) und Mannesmann auf 80,75 (81,50) zurück, wäh- und Rheinftahl zunächst auf 101,75 (101,25) an- flogen, bann aber auf 101,50 nachgaben. Von chemischen Werten bröckelten IG.-Farben leicht auf 143,90 bis 143,75 (144,25) ab, Metallgesellschaft waren mit 94,50 (95,75) etwas mehr gedrückt, Goldschmidt verloren 0,75 v. H., Deutsche Erdöl blieben mit 102,25 (102) voll behauptet. Am Elektromarkt lagen die Kurse nur ganz geringfügig niedriger, so AEG. mit 37 (37,13), Bekula mit 140 (140,50) und Licht und Kraft mit 121,40 (121,50). Gesfürel lagen mit 120,50 unverändert. Für Siemens erhielt sich Nachfrage zu 145 (144). Sonst setzten ein: Reichsbank 159 (159,50), Hapag 31,25 (32), Nordd. Lloyd 33,65 (34), Hanfwerke Füssen 83,25 (84), Cement Heidelberg 118 (119), Zellstoff Waldhof 114,50 (114,75) und Daimler 94 (94.90). Weiter matt lagen (9ebr. Junghans mit 89 (91). Fester notierten anderseits Deutsche Linoleum mit 154,50 (153,25). Am Rentenmarkt war das Geschäft bei ebenfalls uneinheitlicher Kursgestaltung weiter klein. Altbesitz gaben 0,13 v. H., 6proz. Stahloerein 0H0 v. H. nach, dagegen waren Zinsvergütungsscheine zu 91,20 (91,10) gesucht. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung lagen unverändert. Von fremden Werten 4proz. Rumänien 4,35 (4,15). Im Verlaufe blieb die Kursgestaltung uneinheitlich, das Geschäft blieb im ganzen klein. Etwas lebhafter unter mehrfachen Schwankungen waren Stahlverein, Rheinstahl und IG.-Farben. Im ganzen war die Stimmung eher etwas erholt, wobei die leichte Besserung der Außenhandelsbilanz für den Monat Februar einen guten Eindruck machte. Schwächer lagen Zellstoff Waldhof mit 113 nach 114,50, Gesfürel mit 119,50 nach 120,50. Die später notierten Werte gingen überwiegend etwas zurück. Sehr fest blieben dagegen Eßlingen Maschinen mit 78 (74), ferner gewannen Scheideanstalt 1, Harpe- ner 1, Daimler etwa 0,75 und Chade-Aktien A—C 1 Mark. Am Kassamarkt waren einige Jndustrie- papiere weiter gesucht, so Seilindustrie Wolff u. a. Henninger Brauerei. Das Rentengeschäft war später auch klein, die Kurse blieben aber gut behauptet, 5proz. Stahlverein gaben jedoch auf 96,25 (96,65) nach. Goldpfandbriefe waren gefragt, Kommunal-Obligationen blieben meist unverändert, während Liquidationspfandbriefe zum Teil weiter abbröckelten. Stadtanleihen waren überwiegend leicht gebessert. Von Auslandrenten lagen Anatolier mit 35,15 (35,75) schwächer. Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendbörse: etwas erholt. Die Abendbörse hatte, von wenigen Spezialwerten abgesehen, nur kleines Geschäft, die Haltung war jedoch im Anschluß an den Mittagsschluß- und Nachbörsetwerkehr weiter etwas zuversichtlicher, und die Kurse waren zumeist etwas erholt. Am Montanmarkt blieben Rheinftahl gefragt und erhöhten sich bis auf 103,75 (gegen Berlin plus 0,50 v. H., gegen Frankfurt plus 1,25 v. H.), ferner waren Stahlverein mit 82,25 bis 82 (81,65) beachtet. IG. Farben zogen auf 144,25 (143,90) und Zellstoff Waldhof auf 144 (113) an. Lebhafter waren am Schiffahrtsaktienmarkt Hapag mit 31,50 bis 32 (31,25). Im übrigen lagen die meist etwas festeren Berliner Schlußkurse gut behauptet, teilweise auch um Bruchteile eines Prozentes höher. Am Kassa- markt erhöhten sich Grün & Bilfinger auf 206 (204,50) und Commerzbank auf 82,50 (82). U. a. notierten: Altbefitz 111,75, 6 v. H. Stahloerein 99,13, 6 v. H. IG. Farben-Bonds 122,13, 5 v. H. Eisenbahn-Bank Obl. 85, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold R 16 97, 6 v. H. do.. Gold-Kamm. 95,25, 5,5 o. H. Rhein. Hyv. Liquidation 100,25, Commerzbank 82,50, DD-Bank 83,75, Dresdner Bank 83,75, Reichsbank 160, Mannesmann 80,75, Mansfeld 96,25, Rheinstabl 103,50 bis 103,75, Stahlverein 82,25 bis 82, AKU. 53,25, Chade A—C 220, Conti Gummi 156,50, SchSideanstalt 211, Deutsche Linoleum 154, Licht & Kraft 121,50. Eßlingen Maschinen 78, IG. Farben 144,25, Gesfürel 120, Goldschmidt 99, Grün & Bilfinger 206, Hanfwerke Füssen 83,50, Holzmann 88, Junghans'88,75, Lah- meyer 120,50, Rheag 113, Siemens 145, Zellstoff Waldhof 114, Hapag 31,50 bis 32, Norddeutsche Lloyd 33,75. Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grünberg, 21. März. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen Auftrieb von 506 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 20 bis 23 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 23 bis 28 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 28 bis 32 Mark. Der Handel war lebhaft; es verblieb fast kein Ueberftanb. Frankfurter Schtachtviehmartt. Frankfurt a. M., 21. März. Auftrieb: Rinder 22 (gegen 7 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 21 Ochsen, 1 Kuh. Zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: 8 Kühe. Kälber 943 (1218), Schafe 61 (282), Schweine 386 (410). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 53 bis 56 (am 14. März 1935 51 bis 54), b) 44 bis 52 (44 bis 50), c) 36 bis 43 (37 bis 43), d) 27 bis 35 (27 bis 36). Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 38 bis 40 (37 bis 38), c) mittlere 35 bis 36 (35 bis 36), d) geringere — (32 bis 34). Schafe e) beste 35 bis 37 (34 bis 35), f) mittlere 30 bis 34 (30 bis 33), g) geringe 25 bis 29 (24 bis 28). Schweine b) 49 bis 52 (49 bis 52), c) 48 bis 52 (47 bis 51), d) 46 bis 50 (45 bis 50). Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, aus» verkauft. i)ämmel und Schafe lebhaft, ausoerkauft. Schweine schleppend, geringer Ueberftanb (10). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgrohmarktes: 1104 Rinderviertel, 234 ganze Kälber, 14 ganze Schafe bzw. Hämmel, 709 halbe Schweine. Preise pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62. Bullenfleisch b) 58 bis 62. Kuhfleisch b) 50 bis 56, c) 36 bis 44. Färsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62. Kalbfleisch b) 67 bis 75, c) 61 bis 67. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: roher Speck aus hiesiger Schlachtung, unter 7 cm 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf ruhiy. Der deutsche Außenhandel im Februar. Die Einfuhr betrug im Februar insgesamt 359 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat ist sie um 45 Millionen Mark, d. h. rund 11 v. H. zurückgegangen. An diesem Rückgang sind, mit Ausnahme von lebenden Tieren, alle Hauptgruppen beteiligt. Verhältnismäßig am stärksten, mit fast 14 v. H. ist die Abnahme bei Lebensrnitteln und Getränken. Die Einfuhr von Rohstoffen war insgesamt um 24 Millionen Mark, d. h. rund 10 v. H. geringer als im Vormonat. Die Fertigwareneinfuhr ist insgesamt um 11,4 v. H. vermindert. Der Rückgang der Gesamteinfuhr entfällt zum weitaus größten Teil auf europäische Länder. In der Einfuhr aus außereuropäischen Ländern sind hervorzuheben Rückgänge des Bezuges aus der Türkei (Wolle, Südfrüchte), sowie aus den USA. (Erze). Steigerungen sind nur in einigen wenigen Fällen, fo z. B. in der Einfuhr aus Britisch-Jndien, zu verzeichnen. Die Ausfuhr betrug im Februar 302 Mill. Mark. Gegenüber dem Vormonat ist sie um drei Millionen Mark, d. h. 1 v. H. gestiegen. Da die Durchschnittswerte etwas gesunken sind, ergibt sich, volumenmäßig betrachtet, eine noch etwas stärkere Steigerung, an der sowohl Rohstoffe, als auch Fertigwaren beteiligt sind. Die Entwicklung der Ausfuhr nach Absatzländern zeigt im allgemeinen keine großen Veränderungen. Die Handelsbilanz schließt im Februar mit einem Einfuhrüberschuß von 57 Millionen Mark gegen 105 Millionen Mark im Januar ab. Die Verringerung des Einfuhrüberschusses gegenüber dem Vormonat ergibt sich vorwiegend aus dem Warenverkehr mit Europa. Hier hat vor allem der Einfuhrüberschuß im Warentausch mit Rußland, Spanien und Ungarn eine Verminderung erfahren. Ferner ist die Aktivität im Verkehr mit den Niederlanden wieder etwas gestiegen. Im übrigen ist der Einfuhrüberschuß im Verkehr mit den USA., der im Vormonat etwas zugenommen hatte, im Februar erstmals durch einen kleinen Ausfuhrüberschuß abgelöst worden. Im einzelnen sind im Außenhandel des Monats Februar folgende Veränderungen hervorzuheben: Die Verminderung der Lebensmitteleinfuhr entfällt in erster Linie auf Südfrüchte, Obst, Butter, Eier, Hülsenfrüchte, Käse und Spirituosen. Diesen Rückgängen stehen Steigerungen bei Kaffee und Zucker gegenüber. An der Verminderung der E i n- fuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren sind vor allem Bau- und Nutzholz, Kalbfelle und Rinds- Häute, Erze und Metallaschen, Wolle, Sämereien, Därme, Rohseide und Florettseide, sowie Mineralöle beteiligt.Semgegenüber hat die Einfuhr von Aluminium und Baumwolle zugenommen. In der Gruppe Fertigwaren ist die Einfuhr von Walzwerkserzeugnissen und sonstigen Eisenwaren um insgesamt 2,7 Millionen Mark geringer ausgewiesen. Außerdem hat die Einfuhr von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Textilfertigwaren abgenommen. — In der Aus^fuhr hielten sich die Veränderungen im einzelnen in engen Grenzen. Die Erhöhung der Rohstoffausfuhr ergibt sich im wesentlichen aus einer jahreszeitlichen Steigerung bei schwefelsaurem Ammoniak und sonstigen chemischen Rohstoffen und Halbzeugen. In der Ausfuhr von Fertigwaren stehen Zunahmen bei Textil- fertigmaren Ausfuhrrückgänge bei Farben und Werkzeugmaschinen gegenüber. Preußen. Marburg errichtet einen Hauptparlplah * Marburg, 22. März. Hier ist beabsichtigt, den Marktplatz zum Hauptparkplatz zu machen und durch Richtungsschilder an allen Haupteingängen der Stadt auf diesen Parkplatz hinzuweisen. Man hofft, "dadurch den Verkehr mehr in der Innenstadt halten zu können. Ein geordnetes Parken wird dadurch gewährleistet, daß dieser Hauptparkplatz unter polizeilicher Bewachung stehen soll. Sozialismus der Tat. Lpd. Marien dera (Westerwald), 21. Mürz. Die gesamte Belegschaft des Elektrizitätswerkes Höhn veranstaltete für die Familie eines Arbeitskameraden, der einer schweren Krankheit zum Opfer fiel, sofort eine Sammlung, um die erste Hilfe zu leisten. Weit Über 200 Mk. waren >das Ergebnis der Sammlung, durch welche die Belegschaft im edelsten Sinne wahre Volks- und Betrieb sgemeinschast bewiesen hot. Kreis Wetzlar. CO Lützellinden, 20. März. Im Rathaussaal fand eine Versamnuung der ^adegemein- schäft statt, die von Lehrer Gonbeaud geleitet wurde. Die abgeänderten Satzungen wurden genehmigt. Lehrer Gonbeaud berichtete dann über den Stand der Arbeiten an der Badeanlage. Die durch 65 Mitglieder zinslos gezeichneten Beträge in Höhe von insgesamt 1155 Mark sollen umgehend dem Rechner abgeliefert, die Jahresbeiträge für 1935 und 1936 sollen im voraus bezahlt werden. Zum Schluß seiner Ausführungen dankte der Redner dem Schachtmeifter Engel für seine bisherige Arbeit. Schachtmeister Engel erstattete dann eingehend Bericht über das Ausmaß der Erdarbeiten. Die Betonarbeiten wurden dem Unternehmer K. Hohbach übertragen. Ein Holzmodell der gesamten Badeanlage, von einem Mitglied hergestellt, fand viel Anklang. Lehrer Gonbeaud schloß die Versammlung mit dem Wunsch, daß die Anlage bis zum 1. Juni fertiggestellt sein möge. Rundfirnkprogramm. Samstag, 23. Würz. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: So» zialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittags- konzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Die beit'n Schallplatten der Woche. 15: Jugend packt an! 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Stegreifsendung. 18.35: Saarländischpfälzische Dichter besuchen die alte Kaiserstadt. 18.50: Präsentier- und Parademärsche der Garnison n des Sendebezirks des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt d n Tagesspiegel. 20.05: Carmen, Oper in vier A is- zügen. In der Pause 21 bis 21.15: Nationale Musik. Von Dr. H. Schnapp; in der Pause 21.55 bis 22.10: Nachrichten; in der Pause 22.50 bis 23: Friedrich Nietzsche über „Carmen". Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftlsitung.) G. 2N. in £. Der Verkäufer haftet beim Viehkauf nur für bestimmte Hauptmängel, zu denen die Fehler Ihrer verkauften Kuh nicht gehören. Nur wenn Sie dem Käufer völlige Gesundheit der Kuh zugesichert haben, kann dieser Rückgängigmachung des Kaufs verlangen. h. 23. D. Tanzschule Bäulke, Wolfftraße 31; Wilhelm Will, Löberstraße 12p; Karl Schmidt, Wetzsteingasfe 31. Daten fiir den 22. März. 1459: Maximilian L, Römischer Kaiser deutscher Nation, in Wiener-Neustadt geboren (gestorben 1519); — 1599: der niederländische Maler Anthonis van Dyck in Antwerpen geboren (gestorben 1641); — 1663: der Pädagoge August Hermann Francke in Lübeck geboren (gestorben 1727); — 1797: Kaiser Wilhelm I. in Berlin geboren (gestorben 1888); ' Die hinter den Papieren Frantfu Schlußkurs rt a.SL | Schlußt. Abendbörse L)e Schluß« kurs rhn Schlußt. Mi,lag- börse Datum 20 3 21 -3 203 1 21 3 6% Deutsche Reichsanleihe b. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4‘/i% Deutsche Reichspostschatzanweisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4/z% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6Va% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/r% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5/i% ehem. 4/r% Franks. Hyp.- Bcmk-Ltqu.-Pfandbriefe....... 5/i% ehem. 4/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4/?% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ehem. 7% Pr. Landespfand- vrtefanst., Gold Komm. C61.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4'/z% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 100 100 100 100 96,25 96,25 96,25 96,25 102 102 102 111,9 111,75 111,9 111,65 99,8 99,9 — 99,7 98 98 97,75 98 96,75 96,75 96,75 — 100 99,9 — — 94,5 — — — — — — — 114 113,9 114,13 113,9 97 97 97 — 99,9 99,9 — — 100,13 100,25 100,13 100,25* 97,5 97,5 97,5 97,5 97,5 97,5 97,5 97,5 105,9 105,9 105,9 105,9 27 27 27,25 27 1,2 1,2 1,2 1,2 7,65 7,65 7,8 7,5 6,9 6,9 7,05 6,95 7,13 7 7,1 6,75 10.25 10,13 10,25 10,1 8,25 8,25 — _ Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. BerNn Datum 32 32 31,25 82,25 71 144,25 144 143,9 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 88,25 Banknoten. ol 101,75 DI > 38 I A 94 •I 166,5 I 38,4 81,5 »1 168 5 v. 93,13 102,25 99,75 108,9 95,25 7 7 94,25 102 102 144 122 33,75 81,5 106,75 82,5 83,75 83,75 160 145 120,5 83,5 83,5 159,25 94,9 153,25 210 100 98,75 107,9 94,13 96,5 105,4 94,13 102 53,75 117,75 114,75 81,75 82,75 12,25 110 111 143 94-75 154 36,9 220 156 156.5 209,75 101,25 83,5 12,13 110,5 110,9 142,5 102 53,4 116 113 80,75 123,5 94,75 154 88,5 36,5 221 158 156 125,5 88,5 80,75 0 0 0 7 0 6 O O 0 12 8 9 0 Schluß« kurs 34 82,25 84 84 159,5 37,5 140,75 110 122 89,75 121,4 102 143,75 122 101,25 145 120,5 37,13 140,5 109,5 121,5 90 120,5 31,65 27,75 33,75 81,75 108,5 82 101,5 90 147 124,5 88,13 80,65 37,5 220 156 157,25 140 109,25 121,5 88,5 120 113 103,25 53,65 117,25 114,75 82,13 123,4 95,13 153,25 89,25 37,4 220 156 157,25 206 103.25 81,65 12 109,5 109 143,25 53,25 116,25 114 81 37 140,25 108,25 121,75 88,4 120,25 113 206.5 102,75 82 12,13 109.5 110 143 144,25 211 99 107,75 84 84 159,25 33,5 81,13 107,25 82 93 101,65 20 3 9? 106,13 Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O A.E.Ä Bekula io Elektr. Lieferungsgesellschaft6 Licht und Kraft ........... ßy. Selten & Guilleaume....... o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr Cchuclert L Co. .. Siemens & Halske Lahmeyer L Co. . Grihner ...... Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker 6 — O — 12' 209 3/i! 101,25 0, 0 5 5 7/1 I G. Farben-Jndustrt« Scheideanstalt Goldschmidt ... Rütgerswerke .. Melallgesellschaft O — O 100.75 J' Z Mansfelder Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke Otavt Minen Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth Schlußt. Mittag» börse 21 3 Beinberg Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas....... Daimler Motoren.... Deutsche Linoleum... Orenstetn L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade.............. Accumulatoren-Fabrü Conti-Gum nn....... • 6i 125.4 8/1 88,9 .» oj “ - Berlin, 21 .März Amerikanische Noten.. .......... Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten ........ Französische Noten Holländische Noten........ Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ........ Ungarische Noten Buderus . .... Deutsche Erdöl ............ Gelsenkirchener Harpener................. Hoesck Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau ............. S Bergbau Genüsse ...... knerwerke ............. Mannesmann-Röhren ..... Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg°Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutsche?Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen 2lkt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Di-conto- <3efellfd)aft............. o Dresdner Bank............ o Reichsbank ............. ’12 101,13 90,75 147 125,5 89 81,13 38 38,25! 94 - 166,5 I 166,5 I angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befd)(offenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0. H., Frankfurt a. Ul Schluß« kurs Schlußf. Abendbörse Schluß« lurs Schlußt. Millagbörse Dalum 20 3 21 3 20 3 21.3 4% desgl. Serie 11............ 8,25 8 25 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,35 4,5 4,6 4,6 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,8 6,9 6,9 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,15 4,3 4,25 4,25 2 y*% Anatolier ............... 35,15 35,75 35,1 Frankfurt a. UL Schlußkurs Schlußt. Abendbörse 20-3 21.3 Devisenmarkt Berlin — ' Frankfurt a. M. 20.März 21 .Mörz Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Srlef Geld Brief Buenos Aire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58.29 Rio de Ian. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,19 53,29 52,71 52,81 Danzig..... 81,18 81,34 81,18 81,34 London ..... 11,91 11,94 11.805 11,835 Helsingfor-.. 5,255 5,265 5,215 5,225 Paris ...... 16,43 16,47 10,43 16,47 Holland .... 168,18 168,52 168,21 168,55 Italien..... 20,85 20,89 20,72 20,76 Japan ...... 0,694 0,696 0,692 0,694 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... ; 59,86 59,98 59,33 59,45 Men....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,80 10,82 10,71 10,73 Stockholm... 61,42 61,54 60 87 60,99 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,98 34,04 33,94 34,00 Prag....... Budapest ... 10,385 10,405 10,385 10,405 Reuyork... 2,488 2,492 2,482 2,486 Meld 2,434 2,454 57,88 58,12 52,50 52,72 11,77 11,81 16,42 16,48 167,79 168,47 20,66 20,74 59,17 59 41 — — — 60,66 60,90 80,44 80,76 33,47 33,61 •— Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Eine Verkehrsstörung Aus -er Provinzialhaupistadi schoben Der Reichsberusswettkampf in Gießen deutscher onole M'-'- ! 21.55 bis 0 bis 23: )keit der it Liehkauf :n die Feh« Nur wem Kuh Zuge- achung des lhoral. 7: 9: Nach- [1.45: So- [achrichtcn: : Mittag- Die brif n '/ an! 16: nme her rläMch- bt. W Die Züge der Meisen und ihrer Verwandten zerstreuen sich allmählich und lösen sich in Pärchen auf. Die Wohnungsnot der Dogelwelt beginnt. Manches traute Plätzchen ließe sich zur Kinderstube einrichten. Aber die Menschen sind oft unfreundliche Hauswirte. So groß ist die Wohnungsnot, daß Meisen in Briefkasten und Graben nisten, und Rotschwänzchen in fahrende Eisenbahnwagen ihr Nest bauen. Noch ist es Zeit, Nisthöhlen aufzuhängen. Es müssen keine gekauften sein. Auch zusammengenagelte Nistkasten, richtig nach Südosten und etwas nach vornüber- oeneigt aufgehängt, werden gern angenommen. Ein in der Spitze des Dachgiebels angebrachtes Brettchen vermag der Bachstelze zu dienen, und ein ausgebrochener Ziegelstein in der Mauer gibt Platz für ein Rotschwänzchen. Die liebliche Schwalbe baut ihr Nest unter den Dachfirst. Verdrießliche Menschen stoßen es oft herab, weil die darunterliegende Fendis Fahrgäste das Vergnügen, u. 1L, ganz wie in der Großstadt, zweimal umzusteigen. Selbstverständlich wurde der Vorfall, wie man im Bilde sieht, von den Fußgängern sehr genau in Augenschein genommen. Die Frau im Bilde ganz rechts betrachtet sich „den Fall" mit besonderer Aufmerksamkeit. ■en. Fer- Nieder- ' ist der ^der int Februar N ab= Monats lervorzu- eleinfuhr worden. Kuckuck, ei, ich will dich fragen. Kannst du mir die Stunde sagen? Wieviel Jahre leb' ich noch? Lieber Kuckuck, sag mir’-s doch! — Horch! Der Vogel ist gefällig; Sechzig — achtzig — hundert zähl' ich. Schönen Dank, Herr Kuckuck, dir! So viel' Lenze bringe mir! «en sich ib Ninds-' ämereien, Mineralöle non Alu. 'fuhr von Daren um lusgewie- schen und xtilfertig- r hielten [en Tren« ngibt sich i Steige- sonstigen der Aus- i>ei Textil- Frühlingserwachen und Erzieherpflichten. Wer keinem Tferlein etwas tut zu Leide, Dem Darbenden im Winter Futter streut, Oh, wieviel größer ist für den die Freude, Die draußen Feld und Flur und Wald ihm beut. Johannes Trojan. Der Lenz ist wieder da. Die Sonne hat mit ihren erwärmenden Strahlen überall neues Leben erweckt. An Hecken und Gebüsch knospt es. Der Wiesenplan färbt sich grün. Der Wald legt den Frühlingsschmuck an. Auch im Tierreich entfaltet sich überall neues, frisches Leben. Im Grase kriecht und läuft und springt es. In Bach und Teich treiben Molche, Fische und Frösche ihr Wesen. Käfer und Schmetterlinge durchschwirren die Luft. Noch ehe der letzte Schnee am Waldzipfel zerrann, ließ die Kohlmeise ihren Paarungsruf „Spitzdieschar" ertönen. Die Lerche erhebt sich trillernd in die blaue Luft. Ammern, Bachstelzen und andere Zugvögel sind zurückgekehrt. Da erschallt der Ruf des Kuckucks; seinem ersten Vernehmen sind mancherlei Auslegungen für das Leben und Wohlergehen des Menschen unter- gut gelöst. Zur Zeit ist der Wettkampfausschuß mit der Durchsicht und Prüfung der Einzelleistungen beschäftigt, die sich zusammensetzen aus praktischer Arbeit, Aufsatz, Rechenaufgaben, berufskundllchen Fragen, weltanschaulichen Fragen und Schriftschreiben. Das obere Bild zeigt einige Setzerlehrlinge bei. ihrer praktischen Arbeit in der Setzerei der Bruhl- schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. Das untere Bild einen der Druckerlehrlinge an der Tiegeldruckpresse unter der Aufsicht der Lehrmeister. Am gestrigen Donnerstag wurde mit den Lehrlingen des graphischen Gewerbes der Reichsberujs- wettkampf durchgeführt, und zwar am Vormittag die praktischen Aufgaben in den Betrieben, am Nachmittag die theoretischen Aufgaben und das Schriftschreiben in der gewerblichen Berufsschule. Es haben sich sämtliche Lehrlinge aus Gießen, Butzbach, Friedberg, Bvd-Nauheim, Lich, Hungen, Grünberg, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen in vier Leistungsklassen am Reichsberufswettkampf beteiligt. Die Aufgaben wurden, obwohl sie schwierig waren, doch im ganzen sterbank beschmutzt wird. Von neuem beginnt sie die Mauerärbeit. Ein kleines Brettcben, unter dem Nest angebracht, hilft dem liebet ab. Sagt doch ein alter Spruch, daß Schwalben Glück und Frieden bringen. | Die Hochzeit der Vogelwelt beginnt. Im Weiß- j dornbusch am Wegrand werden in einem Astquirl I Hälmchen aufgeschlchtet. Mit Vorliebe bauen unsere gefiederten Lieblinge gerade an belebte Plätze, weil sie sich da vor dem Raubzeug am sichersten fühlen, leider aber vielfach dem Menschen zum Opfer fallen. Ihr Eltern, flößt euren Kindern ein, wie roh es ist, der Vogelmutter ihre lieben Kinder zu nehmen! Nimmst du dem Vogel Nest und Ei, ift's mit Gesang und Obst vorbei. Kauft euren Kindern keine Schmetterlingsnetze! Seht nur, wie froh die Schmetterlinge und Käfer umherschwirren! Beobachtet die Tiere im Freien, das wird mehr Freude bereiten, und ihr werdet bald ihre Lebensweise erlernen. Tut dem Frosche kein Leid an und freut euch seines Konzertes in warmen Maiennächten. Die Kröte, dieser häßliche Nützling, ist nicht giftig, wie man ihr nachsagt. Qual oder gar den Tod verdient sie nicht, sondern Schutz und Pflege. Den flinken Eidechsen, den schöne gefleckten Salamandern und Molchen gönne den Aufenthalt in Gottes Sonne oder im kühlen Waldesgrün! Auch unsere vierfüßigen Hausfreunde sollen wissen, daß der Frühling gekommen ist. Die Türen und Fenster der Ställe sind weit zu öffnen, daß der Frühlingsodem einziehen kann. Halte in der Hundehütte Kehraus und löse die Kette für einige Stunden. Der treue Haushund soll sich doch auch des Frühlings freuen. Zu keiner Zeit ist es nötiger, die Liebe zu jeglichem Wesen, das da kreucht und fleucht, zu wecken, als im Frühling, wo sich neues Leben in der Natur entfaltet und wo die Jungen ober erwachten Geschöpfe den größten Gefahren menschlicher Unvernunft und Bosheit ausgesetzt sind. Es schlagen die Finken von jedem Baum, Es schwingt sich die Lerche empor, wie im Traum, Und singt ihre herrlichste Weise; Es jubelt der Star schon vor seinem Haus, Und Käfer und Bienlein, die treibt er hinaus, Zitronenfalter ziehen Kreise. O Frühling, o süßer Frühlingsdrang, Dich kündet der Vöglein Schlag und Gesang; O Herze, o Herze, du jauchzest voll Lust; Wenn die Heimat dich grüßt aus der Vogelbrust. L. Ankenbrand. Gießen in Erwartung des Führers. ! Die überraschende Ankunft des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler am vorgestrigen I Mittwochabend in Wiesbaden ließ in unserer Stadt , die schon seit langer Zeit gehegte Hoffnung, den Führer der deutschen Nation auch hier einmal ' wieder sehen und mit aller Freude begrüßen zu können, besonders stark werden. In diesem gewaltigen Aufstieg der Hoffnung kann man den sehnsüchtigen Wunsch nach dem Besuch des Reichsführers erblicken. Bereits am Mittwochabend konnte man vielfach die freudig gestimmte Erwartung eines Besuches des Führers in Gießen hören. Im Laufe des gestrigen Vormittags breitete sich diese Stimmung immer mehr aus, zum Teil bestärkt durch allerlei Mitteilungen- von Kraftfahrern usw., die von der angeblich bereits erfolgten Abfahrt des Führers in Wiesbaden und von dem Passieren anderer Städte südlich von Gießen wissen wollten. Unsere Fernsprecher waren in starkem Maße in Anspruch genommen oun den vielen Volksgenossen, die von uns Auskunft über den Zeitpunkt des Eintreffens des Führers in unserer Stadt haben wollten. Auf unsere wiederholten Rückfragen an hiesigen zuständigen Stellen horten wir immer wieder den Bescheid, daß dör Führer noch nicht von Wiesbaden abgefahren sei. Zwischen 12 und 13 Uhr wurde hier an amtlicher Stelle schließlich bekannt, daß der Führer am gestrigen Tage Wiesbaden nicht verlassen werde, sondern dort für mehrere Tage Erholung suche, über den Zeitpunkt und den Weg seiner Weiterreise aber nichts bekannt sei. Mittlerweile hatten sich in den Einfahrt- und Ausfahrtstraßen unseres Stadtgebietes bis weit in die Stadtmitte hinein riesige Menschenmengen auf den Bürgersteigen und zum Teil auch auf den Fahrbahnen aufgestellt, die mit großer Begeisterung dem sehnlich erhofften Besuch des Führers entgegensahen. Spontan wurden in vielen Straßen an den Häusern die Fahnen gehißt, um dadurch ebenfalls kundzutun, wie groß die Freude war, mit der man dem Besuch entgegensah. Erst etwa gegen 15 Uhr wurde allgemein bekannt, daß die sehnliche Hoffnung und der Wunsch der Bevölkerung für gestern leider nicht in Erfüllung gehen werde. Daraufhin zerstreute sich die große Menschenmenge. Lebendig geblieben ist aber in alter Stärke der sehnliche Wunsch, dem Führer bei seinem jetzigen Besuch in unserer engeren Heimat auch hier die Liebe und Verehrung der Gießener Volksgenossen persönlich barbringen zu können. Kreisbauernführer Dörrschuck tödlich verunglückt. In der letzten Nacht ereignete sich auf der Landstraße Gießen—Lollar kurz vor Lollar ein schwerer Unglücksfnll, dem leider ein wertvolles Menschenleben zum Opfer fiel. Der Kreisbauernführer Adam Dörrschuck verunglückte mit seinem Kraftwagen auf der Fahrt von Gießen nach Friedelhausen und trug einen schweren Schädelbruch, außerdem einen Kieferbruch davon. Der Zeitpunkt, zu dem der Unfall geschah, konnte bisher noch nicht genau festgestellt werden. Der Verunglückte wurde von Wiesecker Arbeitern, die gegen 5.30 Uhr mit ihren Fahrrädern zu ihrer Arbeltsstätte in Lollar unterwegs waren, bewußtlos aufgefunden, und nachdem die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verständigt worden war, sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Unmittelbar nach seiner Einlieferung erlag er jedoch leider seinen schweren Verletzungen. Die nationalsozialistische Bewegung und die Bauernschaft unseres Kreises verlieren in Adam D o r r s ch u ck einen Mann, der sich um die Idee des Nationalsozialismus und die Zusammenfassung der Bauernschaft in unserem Kreise große Verdienste erworben hat und stets mit starker Energie für die Forderung des Bauernstandes eintrat. 31. März Fristablauf für Anträge zur Verleihung des Ehrenkreuzes. Der Reichs- und preußische Minister des Innern weist zum letzten Male darauf hin, daß im Reichsgebiet die Frist zur Stellung der Anträge auf Ver- leihung des Ehrenkreuzes des Weltkrieges am 31. Marz d. I. abläuft. Nach dieser Zeit werden Anträge nicht mehr entgegengenommen, es sei denn, daß der Antragsteller den begründeten Nachweis erbringt, daß ihm eine rechtzeitige Antragstellung nicht möglich war. Entschuldigungen mit Unkenntnis 'des Ablaufs der Antragsstist können nicht beachtet werden. Beschwerden gegen die Zurückweisung verspäteter Anträge sind zwecklos. Die noch schwebenden Anträge werden mit tunlichster Beschleunigung bearbeitet. Bei der Millionen» zahl der Anträge und der Notwendigkeit ihrer sorgfältigen Prüfung wird jedoch bis zu ihrer restlosen Aufarbeitung noch einige Zeit vergehen. Durch Rückfragen einzelner Antragsteller wird das Verfahren nur aufgehalten und erschwert. Im allgemeinen Interesse wird daher dringend ersucht, davon abzusehen. Das gilt besonders auch für Vorstellungen bei höheren Dienstbehörden. Zur Beseitigung von Zweifeln wird im übrigen nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Stiftungsurkunde und den dazu erlassenen Durdj- führungsverordnungen — von den Eltern und Witwen von Kriegsteilnehmern sowie dem Personal der Freiwilligen Krankenpflege abgesehen — das Ehrenkreuz nur diejenigen erhalten können, die während des Weltkrieges zur Wehrmacht eingezogen waren und den Dienst auch tatsächlich angetreten haben. Von dieser Bestimmung kann bei voller Anerkennung der auch von anderen Personenkreisen dem Vaterlande im Kriege im geleisteten Dienste nicht abgewichen werden? Ausnahmeverleihungen finden grundsätzlich nicht statt. Aus parteianitlichenBekanntniachungen Die Ortsgruppe Gießen-Süd hält am morgigen Samstag, 23. März, in der Gastwirtschaft „Graf Zeppelin" eine Versammlung der Zelle 2 ab, zu der das Erscheinen aller Parteigenossen als selbstverständliche Pflicht erachtet wird. Arbeitsdienst der Abiturienten. Der studentische Gousachbearbeiter macht darauf aufmerksam, daß die von den Meldeämtern für Arbeitsdienst angeforderte Erklärung des Erziehungsberechtigten, daß der Abiturient später studieren wird, umgehend den Meldeämtern zugehen muß, da hiervon die Aufnahme in den Arbeitsdienst, sowie die Dauer der Dienstzeit abhängig ist. Alle Abiturienten, die studieren wollen, wegen Untauglichkeit aber nicht in den Arbeitsdienst eingestellt werden können, haben das Untersuchunqs- ergebnis, einen kurzen Lebenslauf und ein Licht- bitb (auf der Rückseite mit.Namen versehen) an das Amt für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft, Berlin SW. 68, Friedrichstraße 235, einzusenden. Von dort erhalten sie Bescheid, wo und in welcher Form sie ihrer Dienstpflicht genügen können. Freischwimmerausweis in den hessischen Schulen. LPD. Durch die Einführung des Pflichtschwimmunterrichts in den Schulen ergeben sich in erheblichem Maße das Bedürfnis und bie Notwendigkeit, den Schülern und Schülerinnen für die bestandene Freischwimmprobe einen Ausweis aushändigen zu können. Der Einheitlichkeit der Leistungsforderung und der Form der Anerkennung wegen hat sich die hessische Schulbehörde entschlossen, entsprechende Ausweise bereitzustellen. Für alle Jugendlichen, die mindestens 15 Minuten ohne Unterbrechung schwim- men, können die Direktionen bzw. Kreis- und Stadt- schulämter bei der Ministerialabteilung für Bildungswesen in Darmstadt unentgeltliche Ausweise' anfordern. Um auch bei dieser Auszeichnung bereits zum Wasserspringen anzuregen, ist auf der Freischwimmerkarte zu vermerken, auf welche Art das Dauerschwimmen begonnen wurde. Schützt den Wald vor Brandschäden! DNB. Die Pressestelle des Reichsforstamtes teilt mit: Die Waldbrandgefahr ist in den ersten Frühjahrswochen besonders groß, denn der noch vorhandene dürre Bodenüberzug wird durch die Frühjahrswinde rasch ausgetrocknet und hierdurch das Ausbrechen und schnelle Umsichgreifen von Waldbränden sehr begünstigt. Beachtet daher die gesetzlichen Bestimmungen, raucht nicht im Walde und zündet fein Feuer an, beaufsichtigt und belehrt insbesondere die Jugend, schützt unser wertvolles Volksgut! Warnt vor Brandschäden! Gerade jetzt während dieser trof- fenen Tage und in der gefährlichsten Jahreszeit seid besonders wachsam. vornokizen. Vor dem Stadthaus an her Gartenstraße brach — wir berichteten gestern kurz darüber — an einem Fuhrwerk das rechte Vorderrad, so daß der Wagen auf die Gleise der Straßenbahn zu liegen kam. Die Straßenbahn könnte infolgedessen nur im Pendelverkehr auf dieser Strecke fahren. Dadurch hatten — Tageskalender für gruppe Gießen-Mitte: 20.30 Uhr Ortsgruppenversammlung. Es spricht Pg. 5) ahn. — NSLB., Ab- teilung Höhere Schule, Fachschaft neuere Sprachen: 16 Uhr in der Oberrealschule Sitzung. — Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr: „Der Traum, ein Leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pee^ M 41 t ___ - v Oer Kampf gegen den Krebs. Vortrag von Professor Dr. von Zaschke. — Aufführung eines Zweckdramas ständige Gesundheitskontrolle mit sich bringen. Man blicke in dieser Hinsicht durchaus hoffnungsvoll in die Zukunft, und er (Redner) glaube, daß wir auch diesen Kampf um die Erhaltung unseres Volkes gewinnen würden. Der Entwurf für ein Gesetz zur Krebsbekämpfung fei bereits in Vorbereitung. Durch dieses Gesetz würden sich die Verhältnisse grundlegend ändern. Die Aerzteschaft werde dann auch in umfangreicherem Maße als bisher für die Krebsbekämpfung geschult. In Zukunft würde es dann so fein, daß nur noch jene Volksgenossen der Krankheit zum Opfer fallen, die an ganz besonders heimtückischen Formen des Krebses leiden. Die Ausführung des Abends solle zeigen, wie tragisch sich das „Zu-spät-kommen" auswirken könne. Nach diesem Vortrag kam in ausgezeichneter Darstellung das pädagogisch-hygienische Zweckdrama „Zu spät" (von Müller-Manger und Schwank-Telfan) zur Aufführung, das in geschickter Form, in aufschlußreichen Zwiegesprächen und in folgerichtig gesteigerter Handlung die Auswirkungen erkennen lieh, die ein vernachlässigtes und verheimlichtes Krebsleiden nach sich ziehen muß. Das Drama wurde von den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung mit großem Interesse verfolgt. Im Saale des Caf6 Leib fand gestern abend eine Veranstaltung statt, die in eindrucksvoller Form Aufklärung über die gefährliche Volkskrankheit, den Krebs, schuf. Die Veranstaltung war, ins- besondere von Frauen, außerordentlich gut besucht. Den Auftakt des Abends bildete ein Vortrag, den der Direktor der Universitäts-Frauenklinik Professor Or. von Zaschke über das Thema „Der Krebs und seine Bekämpfung" hielt. Das Ausmaß der Gefahr sei, so führte der Redner u. a. aus, abhängig von dem Willen zum Kampf gegen die Gefahr. Nach dem Jahre 1918, da Deutschland am Boden lag unb weite Volkskreise von großer Hoffnungslosigkeit erfüllt gewesen seien, habe man geglaubt, alles treiben lassen zu müssen. Heute sei die Haltung des ganzen deutschen Volkes eine völlig andere. Deutschland habe den unerschütterlichen Willen, sich einer ganzen Welt gegenüber zu behaupten. Und dieser Wille übertrage sich auch auf den Kampf gegen den Krebs. Lange fei der Glaube der gewesen, man könne gegen den Krebs nichts tun. Krebs fei eine Neubildung am Körper des Menschen. Jedes Organ unseres Körpers könne davon befallen werden. Jedes Organ unseres Körpers könne auch Sitz eines Gewächses, einer Neubildung sein, deren Mehrzahl aber durchaus harmlos sei. Man unterscheide hierbei grundsätzlich zwei Formen von Neubildungen: die gutartige, die auf den Platz beschränkt bleibe, und die bösartige (Krebs), die die Neigung habe, sich weiter auszubreiten. Die bösartige Neubildung halte sich nicht an die Grenzen des zuerst befallenen Organs, Krebszellen könnten vielmehr durch die Blutbahn über den ganzen Körper weitergetragen werden. -Wenn dieser Fall bereits eingetreten sei, könne auch der Erfolg einer Operation illusorisch gemacht werden. Die Möglichkeit einer Verschleppung von Krebszellen durch die Blutbahn mache die Bösartigkeit des Krebses aus. Solange der Krebs auf das ursprünglich befallene Organ beschränkt und als solcher erkannt sei, sei eine Heilung ohne Gefahr für Gesundheit und Leben durchaus möglich. Leider seien bis jetzt nicht mehr als ein Viertel bis ein Fünftel aller Krebskranken zu heilen, denn kaum mehr als dieser Teil der Krebskranken komme rechtzeitig zum Arzt. Viele erkrankte Frauen könnten deshalb nicht geheilt werden, weil sie viel zu spät kommen. Für die Krebsbekämpfung fei es notwendig und wichtig, daß sich jeder Mensch selbst beobachte und schon auf die ersten verdächtigen Anzeichen hin zum Arzt gehe. Neubildungen an der Haut eien nicht zu übersehen, lieber Gut- oder Bösartigkeit dieser Neubildung könne nur der Arzt entsche den. Neubildungen, die an der Lippe oder an der Zunge entstehen, sollten unter allen Umständen als Aufforderung, zum Arzt zu gehen, aufgefaßt werden. Schwieriger fei es, den Magenkrebs zu erkennen. Aber auch hier werde man bei einiger Selbstbeobachtung Veranlassung finden, zum Arzt zu gehen. Eine unmotivierte Uedelkeit, die viele Ursachen haben und durchaus harmlos sein könne, fei vielleicht auch das Zeichen einer Krebserkrankung. Die Entscheidung darüber könne erst der Arzt nach genauer Prüfung treffen. Der Darmkrebs könne ebenfalls leicht erkannt werden an Blutbeimengungen im Stuhlgang. Die Blutbeimengung im Stuhlgang müsse aber auch nicht unbedingt Krebs bedeuten, sondern könne ebenfalls harmlose Ursachen haben. Auch hier vermöge erst der Arzt nach genauer Untersuchung zu entscheiden, ob Krebs vorliege oder nicht. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit typischen Erscheinungsformen des Krebses bei Frauen und erläuterte im einzelnen die Möglichkeiten einer frühen Erkennung der Krebserkrankung. Einen bedeutenden Schritt vorwärts in der Krebsbekämpfung werde.erst eine Gynt". — Astoria-Lichtspiels, Seltersweg: „Die Sporckschen Jäger". — Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung der Schauspiel-Neueinstudierung, der dramatischen'Dichtung „Der Traum ein Leben" von Grillparzer. Spielleitung hat Karl Löser; die Rolle des Zanga spielt in der heutigen Vorstellung Peter Schorn. Versammlung der Oberhessischen Evangelischen Irauenhissen. Im Saale des Cafä Leib waren am gestrigen Donnerstag nachmittag die oberhessischen Frauen- Hilfen sehr zahlreich versammelt. Nach drei Versen des Liedes „Mir nach, spricht Christus unser Held" begrüßte die Vorsitzende Frau Heraeus, Offenbach a. M., die Versammlung und berichtete über den Stand der Verbandsarbeit. Das Erholungsheim Hirschgarten, das gemietet war, ging in den Besitz der Landesversicherungsanstalt über, die es der NS.-Volkswohlfahrt zur Verfügung stellte. Dafür soll Nieder-Namstadt ausgebaut werden. Die Frauenhilfe sollen unverzinsliche Anteilscheine zeichnen. Fräulein Dr. N o p i t s ch , Nürnberg, sprach dann über den kirchlichen Mutterdienst. Er geht auf Luther zurück, der der Frau und Mutter wieder ihr Recht gegeben hat. In Bayern hat der Evangelische Mutterdienst 1000 Mütter aus eigenen Mitteln in Erholung geschickt. Das Hilfswerk „Mutter und Kind" hat diesen evangelisch-kirchlichen Dienst nicht überflüssig gemacht. Für diese ergänzende Hilfe ist der Staat der Kirche dankbar. In Bayern besteht der Evangelische Mütterdienst seit zwei Jahren. Mit 2,80 Mark fing man an und erfuhr in wunderbarer Weise Gottes Hilfe. Mitglieder der Frauenhilfe nahmen die Kinder der in Erholung geschickten Mütter auf, und die daheimgebliebenen Männer lernten die Arbeit der Mutter und Hausfrau achten. In der Zeit der Erholung lernt die Mutter wieder Gott vertrauen und wird in kurzer Zeit ein anderer Mensch. Der HerzenshunAer. der Mytter wird so gestillt. Gemeindemütterfreizeiten haben sich gut bewährt, z. B. in Nürnberg und München. Da wird Gemeinde erlebt. In Hamburg beschreitet man mit Müttergruppen neue Wege zur Bekämpfung der Unkirchlichkeit. Da häufen sich die nachgeholten Taufen und Trauungen. In Notzeiten zeigt es sich, ob die Mutter dem Kind das Beste mitgegeben hat. Hier haben die Mütterabende ihre besonderen Aufgaben. Ungeliebt in die Welt gekommene Menschen haben es besonders schwer. Die Mutter muß sich an jedem Tag eine Viertelstunde für ihr Kind erobern; ebenso einen andern Tag für ihren Mann, einen für das Jnsichhineinhorchen, zumal in der Passionszeit. In Nürnberg wurden 30 Kurse für Konfirmandenmütter gehalten. „Mit der Mutter durch den ganzen Tag" hilft auch durch die Zeiten der Backfisch- und Flegelzeit. Baldur von Schirachs Freigabe des Sonntags ist eine Frage an die deutsche Mutter. Ernst und Fröhlichkeit gehen zusammen im Familienleben, in dem die Frau die erste Stelle ist. Nach dem mit lebhaftem Beifall und herzlichem Dank aufgenommenen Vortrag schloß die Versammlung mit zwei Versen des Liedes „Ich singe dir mit Herz und Mund". Man begab sich dann in die Stadtkirche, wo Pfarrer Becker das Jefuswort gegen die Sorge aus der Bergpredigt (Matth. 6) verlas. Mit Vaterunser, dem Lied „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" und dem Segen schloß die Tagung. Sonnenschein in versiegelten Paketen. Von der Bezirks-Eierverwertungs-Genossenfchaft Gießen wird uns geschrieben: Das Ei enthält bekanntlich alle Nahrungsstoffe, die der Körper zum Aufbau von Knochen, Haaren, Nerven, Gehirn, Blut und Fleisch braucht: wie könnte sonst nach drei Wochen Bebrütung das quicklebendige Küken daraus entstehen? Es ist auch das einzige Nahrungsmittel, das, von noch keiner Menschenhand berührt, unter „Originalverschluß" Oie Zfflandstöchter und ihre Freier. Vornan von J. Schneider Hoerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 11 Fortsetzung Nachdruck verboten! Und nun hatte er einen Katzenjammer, der so fürchterlich war, wie noch nie in seinem Leben. Der Kopf tobte. Der Magen rebellierte. Die Zunge lag trocken und brennend am Gaumen. Die Hände zitterten. Und wenn er die Füße aufstellte, stach es darin wie tausend Nadeln. Ein verdammter Zustand war das! Dabei hämmerte sein Gewissen immerzu: Verlobt! — Verlobt! — Verlobt.! Was wußte er eigentlich von dieser schwarzhaarigen Ellen Panys? — Nichts, als daß sie ein forsches Mädel war, und einen aroßen, frechen Mund hatte. Jawohl, groß und frechl Das vermochten auch die schönen weißen Zähne hinter den geschminkten Lippen nicht völlig wettzumachen. Man hatte ihm gratuliert, und er, in halber Be- trunkenheit, nahm alles mit einem Lachen entgegen: Verlobung und Glückwünsche.--£>h. Maraot! Margot! Margot! James preßte die Schläfen mit den Fäusten zusammen und warf plötzlich den Kopf in die zerwühlten Kissen. Was tat man denn, wenn man sich in halber Bewußtlosigkeit verlobt hatte? Zu Cllen Panys gehen und sagen: „Es war nur ein öa)er3! Ich Hobe das Ganze nur als Spielerei betrachtet. Sie sind wieder frei, wie auch ich wieder ungebunden zu sein wünsche." Das gab einen Skandal, wie er noch keinen erlebt hatte, und seine Verbindung mit Amerika war ein für allemal erledigt. Es konnte keinen größeren Schimpf geben für eine Frau, die liebte, als den, daß man sie an den Pranger stellte. Und das tat er, wenn er sein Wort nicht hielt. Denn sie selbst würde es nie und nimmer zurückgeben. Oh, Margot! Margot! Margot! Er glaubte ihre leichte Gestalt wieder im Arm zu halten, fühlte ihre Hände wieder über sein Gesicht streicheln. Dann vermeinte er, ihr leises Weinen zu vernehmen, das ihn damals so erschüttert hatte, und wie sie sagte: „Weil ich dich so maßlos liebe!" Im kleinen Salon nebenan klingelte das Tele- phon. Und wenn's ein König wäre! dachte James. Selbst wenn es Ellen Panys sein sollte! Ich will jetzt in Ruhe gelassen werden. „Herr Pick!" mahnte die Stimme des Etagenkellners, der lautlos eingetreten war und den gebürsteten Smoking über eine Stuhllehne legte. „Das Telephon!" bis auf den Tisch kommt. Die Hausfrau hat in letzter Zeit nicht nur mit Befriedigung festgestellt, daß die Eier billiger geworden sind, sie hat auch gesehen, daß sie in den letzten Monaten von Woche zu Woche immer besser wurden. Die Stempel mit dem Gewichtsbuchstaben sind deutlich erkennbar, das Gewicht ist unbedingt zuverlässig, und vor allem hat sich die Güte von Woche zu Woche gehoben. Durch die Kontrolltätigkeit des Reichsnährstandes wurde das erreicht. Als im vergangenen Jahre die Gütekontrolle bei den Eiern im Interesse der Hausfrau auf fast alle anfallenden Eier in Deutschland ausgedehnt wurde, mangelte es zunächst an geübten Fachleuten. Die Kennzeichnungsstellen sind jedoch feit dem vorigen Sommer immer wieder in kurzen Abständen unvermutet scharf kontrolliert worden. Für die kleinsten Mängel, die der Hausfrau kaum an den Eiern auffallen, wie Lichtsprünge und berg!., werden empfindliche Ordnungsstrafen bei den Kennzeichnungsleitern erhoben. Anderseits bekommen tüchtige Durchleuchter für gut bearbeitete Ware Prämien gezahlt. (Kennzeichnungsstelle Gießen 2. Preis für Bezirk Hessen). Alle Eiersendungen, die gestempelt in die Läden kommen, werden nochmals stich- „Fragen Sie!" befahl Pick. Dann horchte er auf und stürzte in der nächsten Sekunde durch die Portieren. „Margot!" Der Etagenkellner wunderte sich nicht im geringsten, daß ihm das Hörrohr aus der Hand gerissen wurde und verschwand diskret. „Margot!" keuchte James atemlos, als hätte er eben das Rekordschwimmen hinter sich. „Margot!" Ihre Stimme klang dunkel aus dem Hörer: „Wann kann ich dich sprechen?" „Warum hast du nichts von dir hören lassen, Margot?" Er glaubte ein Aufweinen zu vernehmen. „Ich habe inzwischen meinen Vater begraben." „Um Gott?" „Heute früh habe ich von deiner Verlobung gelesen, James." „Unsinn." „Alle Zeitungen berichten davon", beharrte sie. „Ein Sektscherz, Margot! Wo kann ich dich treffen?" Er mußte einige Sekunden warten, bis die Antwort kam. „Es dürfte ja eigentlich nicht mehr sein, James! Jetzt, wo du einer anderen gehörst!" „Ich gehöre nur oir! Immer!" schrie, er in das Sprechrohr. „Habe nur immer dir gehört, Margot!".. Wieder glaubte er dieses Aufweinen zu vernehmen, das ihn so grenzenlos elend machte. „Wo denn, Margot?" bettelte er. „Sag' eine Stunde, einen Ort. Soll ich bei dir telephonisch anrufen? Du wohnst noch bei deinen Verwandten?" „Ja! Aber rufe nicht an, bitte, James!" „Margot!" Im Hörer blieb alles ruhig. „Margot!" schrie Pick. „Du! Hab' doch Erbarmen, Margot!" Ein leichtes Knacken, das er vernahm, jagte einen Schrecken durch seinen Körper. „Ich konnte plötzlich nichts mehr hören, James", meldete sich Margots Stimme wieder. „Komm' abends an den Parkeingang. Ich bin Punkt sieben Uhr dort. — Kommst du, James?" „Schon eine halbe Stunde früher, Margot! Du läßt mich doch nicht vergebens warten? Ich bin ja am Verzweifeln!" „Auf abends also", erwiderte sie nur. Dann hörte er nichts mehr. — * Dort, wo eine Laterne schwachen Schimmer gab, sah er sie stehen. Sie war früher gekommen als er, obwohl es noch weit vor der Zeit war, die sie verabredet hatten. In dem schwarzen Kleide und dem langen Schleier erschien Margot ihm noch schlanker,^ noch Kindhafter. Die Hände ausstreckend, zog Fröstelnd schmiegte sie sich an ihn, duldete es, oafj er ihr Gesicht mit Küssen bedeckte und dann ihre Hände wärmend zwischen die seinen nahm. „Wann wirst du sie heiraten, James?" „Nie!" „Soll ich zu ihr gehen und ihr sagen, daß du mir gehörst?" probenweise nachgeprüft. Alle Eier, die nicht den Güteanforderungen entsprechen, bleiben ungestempelt. Darum weg mit dem von unverantwortlicher Seite hervorgebrachten Gerede, daß gestempelte Eier nicht einwandfrei seien. Man kann sich heute auf deutschgestempelte Eier verlassen, und jedes deutsche Geschäft wird nur Eier verkaufen, wo das Schild „G 1, vollfrische Eier" angebracht werden kann. Die Kennzeichnungsstelle und der Kaufmann übernehmen damit selbst die Gewähr für die Güte. Darum, Hausfrau, nur G 1, vollfrische Eier! Zur Wühlmausplage. Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Obstbauinspektion Friedberg-Gießen, wird uns geschrieben: Es wird kaum einen Obstzüchter geben, der nicht schon einmal über Schaden durch Wühlmäuse zu klagen gehabt hätte. Soweit sich die Schäden nur auf einzelne Bäume beschränkten, versucht man mit den bekannten Mitteln, wie Ausräuchern, Vergiften, Abschiehen, Gießen von Jauche in die Löcher, durch- Stellen der bekannten Maulwurfsfallen dsr Nager Herr zu werden. Nun haben sich aber diese Tiere in „Ich werde es selbst tun, Margot. Morgen bin ich wieder frei. Du glaubst mir nicht?" fragte er, als sie die Stirn gegen feine Schulter drückte. „Hältst du mich für so feig?" „Nicht für feig, James. Aber du bedenkst nicht, wozu eine verschmähte Frau fähig ist." „Was kann sie mir schon anhaben?" „Sie wird dich unmöglich machen, James!" Margot hatte recht. Das war das erste, was Ellen Panys tun würde: Ihn unmöglich machen, um alle Früchte bringen, die er sich errungen hatte, ihm die Wege versperren, die ihm auf Grund seines Sieges offen standen. Er hatte sich das eigentlich selbst schon vorgehalten. Diese Amerikanerin war keine von den Frauen, die opferbereit entsagen, wenn es das Glück des Mannes ihrer Liebe erforderte. Sie würde ihn halten, nicht vielleicht so sehr aus Zuneigung, als aus Trotz und Eigensinn. Ganz einfach, um etwas zu besitzen, wonach auch eine andere greifen wollte ... „Hast du Mut?" fragte er jetzt in das beiderseitige Schweigen hinein. „Ich glaube, James." „Viel Mut?" Dabei legte er sein Gesicht so dicht an das ihre, daß sie seinen Atem darüberstreichen fühlte. Merkwürdig, daß nun doch so etwas wie Angst in ihr hochkkoch. „Was soll ich denn?" fragte sie zögernd. Während seiner flüsternd gesprochenen Worte jagte Schauer um Schauer über ihren Leib. Seine und ihre Kinderstube waren durch Welten getrennt. Sie hatte nie Karussells geschoben, hie Zündhölzer an Straßenecken feilgehalten oder Zeitungen. „Ich kann nicht!" stammelte sie. „James!" schrie sie auf, als seine Hände von ihr abfielen. „Begreif es doch! Du mußt mich doch verstehen, James!" Er sah sich um, ob niemand ihre Worte gehört hatte. „Ich begreif' dich ja", sagte er bann mit einer unsäglichen Traurigkeit in der stimme. „Du stehst nur mit einem Fuß in meiner Welt. Hängst nur mit halbem Herzen mit mir zusammen." • „Versteh' mich doch richtig, James!" „Ich verstehe dich ja, mein Liebes. Wein' doch nicht, um Gottes willen! Es wäre ja bloß der einzige Ausweg, den es überhaupt gibt." Aus der Richtung, in der die Villa lag, drang ein matter Hall. Möglicherweise rührte er von den eisernen Rolläden her, mit denen die großen Terrassenfenster des Nachts verschlossen wurden. Beide Hände um seinen Hals werfend, flehte sie nun zu ihm auf: Zch will nicht ohne dich sein!" „Was dann?" „Mit dir leben, James." „Du kannst doch nicht, Margot!" entgegnete er mit einem Lächeln, in dem schon Hoffnung stand. Ein Wagen kam die Straße herauf und veranlaßte das Paar, in den Schatten zu treten. Margots „Doch!" erstickte unter einer wilden Flut von Küssen. — vielen Gemarkungen so vermehrt, daß jährlich viel,, auch große Bäume zum schnellen Eingehen gebracht worden sind. Um diesen Schäden Einhalt zu gebieten, darf nichts unversucht bleiben. Deshalb hat sich die Landesbauernschaft Hessen-Nassau entschlaf- sen, durch einen Wühlmausfänger in verschiedenen Gemarkungen des Bezirks Fangkurse kostenlos abhalten zu lassen. Interessenten werden auf diese Kurse aufmerksam gemacht und ihnen empfohlen, daran teilzunehmen. Im Bezirk der Obstbau- inspektion Friedberg-Gießen findet in Stammheim ein solcher Fangkursus am 1. April, morgens 8 Uhr, statt. Teilnehmer aus dem Kreise Gießen, die zu den Orten Alsfeld, Laubach oder Nidda näher liegen, können auch dort teilnehmen, und zwar findet je ein Kursus statt am 26. März in Al'sfeld, am 27. März in Laubach und am 29. März in Nidda. ♦* * Berufung an d i e Universität Leipzig. Der Direktor der Augenklinik der Universität Gießen, Professor Dr. I e ß, hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Augenheilkunde an der Universität Leipzig und als Direktor der dortigen Universitäts-Augenklinik erhalten. ** Musikalische Abendfeier in der Johanneskirche. Aus Anlaß der 250. Wiederkehr des Geburtstages des großen Tondichter- Johann Sebastian Bach findet am nächsten Sonntag um 18 Uhr in der Johanneskirche eine musika- lische Abendfeier statt, bet der ausschließlich Werke Bachs bargeboten werden. Darunter finden sich der Orgelchoral „O Mensch, bewein dein Sünden groß", Präludium und Fuge f-Moll, Andante aus der Sonate O-Dur für Cello und Orgel, Allegro ander Sonate G-Moll für Cello und Orgel und die Arie aus der Johannespafsion für Sopran und obligate Flöte. Mitwirkenbe sind die Frankfurter Sängerinnen Else Zinner und Tilly Wernecke, die Gießener Musiker Rudolf Meyer und Albert Krämer sowie der Organist der Johanneskirche Johannes N e b e l i n g. ** Die Schneiderinnen-Jnnung des Kreises Gießen veranstaltete am Mittwoch, wie man uns berichtet, im Cafe Leib eine Modell- schau für ihre Mitglieder, die von dem Deutschen Modeamt Sitz Frankfurt a. M. beschickt wurde. Die Veranstaltung war von den Innungen Oberhessens und des Lahnkreises besucht. Die Modelle, von beut- schen Modekünstlern geschaffen, fanden großen Beifall. **Derlänblid)e Genossenschaftsverba n b Rhein-Main-Neckar, Frankfurt am Main, hielt hier einen von Oderrevisor Holzhey (Frankfurt) geleiteten genossenschaftlichen Anfänger- schulungskursus für Rechner und Geschäftsführer dec angeschlossenen ländlichen Genossenschaften. Im Rahmen eines Buchführungslehrgangs wurden fämt« liche grundsätzlichen Erfordernisse technischer und iff. 1 1 ... i......—. 11 1 11 -........■ Gretchen und die Jäger! Dies ist keine Liebesgeschichte, gehört aber zu dem Thema: „Liebe geht durch den Magen!“ Es handelt sich um zwei neue Knorr-Suppen: „Gretchen", die zarte, gebundene Gemüsesuppe, und um die pikante, braune Knorr Jäger- Suppe. So unterschiedlich diese beiden Geschmacksrichtungen sind, die eine wie die andere wirb Ihnen gewiß zusagen. 1 Würfel -- 2 reichliche Teller --10 Mg. Schon seit 50 Jahren: T&hcVi, Suppen - gute Suppen! Der Bediente behauptete am anderen Morgen, als man Margots Zimmer leer fand, er habe am Abend einen Schrei gehört. Einen wilden, lauten Schrei. Ob er vom Park ober von der Straße her gekommen sei, habe er nicht zu unterscheiden vermocht ... tz * Es war in der zweiten Pause der Galavorstellung, als der Clown Hasso des Zirkus Murray folgende Depesche ausgehänbigt bekam: „eintreffe zwölf uhr sechsundzwanzig. james." „James?" sagte Hasso, nahm den kleinen Spiegel von der Wand und besah sein geschminktes Gesicht. Es gab keinen Zweifel, er war es selbst. Mit kupferner Nase, roten Flecken auf den Wangen und einer mächtigen Glatze, die in allen Farben spiegelte. Aber der andere, der sich „James" nannte, wer das war, das wußte er nicht. Er setzte sich auf den Koffer, der feine Toilettengebrauchsgegenstände enthielt und dachte nach. James --Einmal hatte es einen Dompteur dieses Namens bei Murray gegeben. Aber der war tot. Regelrecht gestorben. In der Manege. Von einem eifersüchtigen Löwen mit einem einzigen Biß in den Hals ins Jenseits befördert. Er hatte es selbst mit angesehen. Der konnte es also nicht sein. „James?" Ihm war, als könnte er den Zusammenhang mit dem Träger dieses Namens eher finden, wenn er den Namen deutlich gegen die Holz- wände der Garderobe sprach. Er fand sie aber nicht. Hundert andere Menschen fielen ihm ein. James nicht. „James!" sagte er verbissen und suchte in seinen Erinnerungen unter Akrobaten, Feuerfressern, Trapezkünstlern, Jongleuren und Äitiftreitern. „James" war nicht darunter ... Als feine Nummer kam, trottete Haffo in die Manege. Brüllendes Gelächter empfing ihn, als er, die Füße in riefengroßen Schlappschuhen, bei jedem Schritt die Sägespäne aufwirbelte. Er warf einen komisch verzweifelten Blick über die dichtge- drängten Menschenreihen, rang die Hände, kniete nieder und begann zu suchen, preßte das Gesicht in die Sägespäne und schluchzte: „James!" Sein Partner, erst verblüfft, witterte einen neuen Einfall. «Wenn suchst du denn, Hasso?" Die rote Nase schnaubte Sägespäne von sich. „James!" „Wer ist denn James?" „Ich weiß es nicht!" .Liegt er denn hier unter den Sagespänen?" „Ich weiß es nicht!" „Aber das mußt du doch wissen, Hasso!" „Nein — nein", meinte dieser händeringend. „Nein — nein!" Ach, mein James! James, wo bist du?" Und unter den dröhnendeen Lachsalven des Publikums begann feine Suche aufs neue. — (Fortsetzung folgtI) tagskarten gelten zur Rückfahrt nur bann, wenn Faselmarkt in Butzbach 8 Gutschein a 14154 Än August Jacobi $L-®. Darmstadt Senden die mir Kostenlos eine Versuchs» Packung Burnus Name ...... — Ort - --------------------— S tröste ...........—... ■ .........— dann sollten Sic cs doch mal mfrKHFFEE HflGtw suchen »Sic können HAG auch spat abends trinken, so sdtwarz und so schwer wie Sie ihn nurmÖ^en. Er wird Ihren Schlaf nicht stören» AachlSffe von Z big 20 v. S. erhallen Sie bei wiederholten Auf« nahmen einer Anzeige Vogelsberger Rindvieh: Bullen über 2 Jahve: HofgM Mühlsachsen, 3. Pr. Mark. Dullen von 15 bis 24 Monate: Gemeinde Lang« Jungbrunnen für das Blut Werlaus Wacholder- Extrakt! furt) über Gelbverkehr unb Zusammenarbeit ber i sie von ber Ausstellungsleitung abgestempelt finb. länblichen Genossenschaften mit der Landesbauern-1 -------- Göns, 1. Preis 15 Start. Bullen unter 12 Monaten: K. Müller IV., Lang- Göns, 3. Preis 5 Mark, Karl Franz, Hochelheim, Anerkennung 3 Mark. Tagung der Gchulamisanwä'rter des Kreises Gießen. pb. Butzbach, 21. März. Die Beschickung des heutigen Faselmarktes war sehr gut. Bon vornherein sei gesagt, baß bie zur Prämiierung an- gemelbete Tiere durchweg als gut, ja sehr gut zu bezeichnen waren. Es waren angemelbet zur Prä» miierung: Hessisches Fleckvieh 136 Stück, schwarzbuntes Niederungsvieh 14 Stück, Vogelsberger Rotvieh 57 Stück, an Pferben Oldenburger 71, Belgier 51 Stück, an Schweinen 30 Eber unb 11 Sauen sowie 12 Ziegen. Zur Bullenauktion waren 23 Stück angemelbet. Das Ergebnis der Prämiierung: Belgier-pferbe: Stuten mit jährigen Fohlen: Hch. Dreut II., Grie- bei, 1. unb Ehrenpreis (Landesbauernschaft) 20 Mk.; 2. Preis: Hch. Pfarrer, Wackersheim, (Vereinsbank, Reithalfter), 3. Jean Wilb, Rockenberg, 1. Preis 12 Mk.; 4. Gg. Kißler III., Nieder-Weisel» 2. Preis Aug. Petri, Dorn-Assenheim, 3. Preis 8 Mark. Stuten mit mehreren Nachkommen: Hch. Dreut, Griebel, Ehrenpreis (Lanbesbauernschaft) 20 Mk.; Wilh. Wagner II., Kirchgöns, (Doppelspännerzügel) Mathilbenstift; Aug. Petri I., Dorn-Assenheim, 2. Preis 10 Mk. Sichtbar tragenbe Stuten: Hch. Dreut II., Griebel, Ehrenpreis 20 Mk., Ernst Knorr, Eberstabt, 1. Preis 12 Mk.; Ambr. Jak. Bill, Nieber-Weisel, 1. Preis 12 Mk.; Jean Wilb, Rockenberg, 2. Preis 10 Mk.; Hch. Würz, Dorn-Assenheim, 2. Preis 10 Mk.; Louis Häuser, Nieber-Weisel, 2. Pr. 10 Mk.; Im zweiten Teil bes Tages, ben Schulrat N e b e- ling ganz bestritt, handelte es sich um neue Wege im Unterricht. Schulrat Nebeling zeigte in einem ausgezeichneten Vortrag unb einer Lehrprobe mit Schülern ber Goetheschule bie Möglichkeit, mit alten Prinzipien zugunsten einer fruchtbareren Unterrichtsauffassung zu brechen. Zunächst bas grunbsätzliche Referat: Schulrat Ne- beling ging aus von bem Urteil Abolf Hitlers über bie Schule ber vergangenen Zeit unb bie Frucht ihrer Tätigkeit. Nach Hitlers Urteil war biese Tätigkeit auf bem Gebiet ber Charaktererziehung in ihrem Erfolg gleich Null. Wenn wir heute an bie Frage ber Charaktererziehung in ber Schule herantreten, bann tun mir bas in anberer Weise, als bie Vergangenheit. Unser Vorbilb barin ist Hitler. So wie Hitler bas deuftche Volk erzieht unb erzogen hat, so versuchen wir in ber Schule auch bie jungen Menschen zu erziehen. Die Großen finb geworben, weil bas Schicksal sie vor unüber- winbbar scheinenbe Aufgaben gestellt hat. Nicht bie Ebnung eines Weges hat sie groß gemacht, sondern die Ueberwindung unmöglich erscheinender Schwierigkeiten. Dieses geschichtliche Prinzip machen wir uns zu eigen. Erziehung heißt dann die Schüler vor Aufgaben stellen, heißt sie wagen. Das Ziel ist nicht mehr die Erreichung eines allgemeinen Durchschnitts, sondern Führerauslese, auch in der Schule. Nicht ein gewisses Durchschnittsniveau der Leistungen, sondern die Möglichkeit für die Begabten, die größtmöglichste Leistung zu erreichen. Damit aber treten wir vor die Schüler mit der Aufforderung der Bestleistungen und mit der Steige- Volkstümllche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damltdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfd tl- gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Bekanntmachung des Landratsamts Wehlar Am 27., 28. und 29. März, täglich von 9 bis 16 Uhr, finden im Raume Erda—Frankenbach—Fellingshausen—Bieber—Oberförsterei Strupbach—Königsberg—Hohensolms Minenwerfer-Scharfschießen statt. 1660C Die Feuerstellung befindet sich 300 m nordostwärts Ziegelei, etwa 750 m hart nördlich Schloß Hohensolms, das Zielgelände am Westhang der höhe 346,1 (Hungerberg), ungefähr 2 km südostwärts Erda. Das gefährdete Gelände ist durch Posten und Warnungstafeln abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn des Schießens bis eine Stunde nachher von jedem Verkehr freibleiben. Das Betreten des abgesperrten Geländes sowie der durchführenden öffentlichen und privaten Wege wird für die Dauer der Absperrung wegen Lebensgefahr polizeilich verboten. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Die Straße Fellingshausen- Frankenbach wird an den genannten Tagen und Stunden für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Krumbach. Ferner wird hiermit auf folgendes hingewiesen: Blindgegangene Zünder mit Zündladungen, einzelne Zündladungen oder blindgegangene Geschosse dürfen keinesfalls berührt werden, weil dies mit Lebensgefahr verbunden ist. Nachgraben oder Freilegen tief in die Erde eingedrungener Geschosse ist verboten. Dabei ist gleich, ob das Geschoß eine Mine mit oder ohne Zünder ist, oder ob der Kinder von der Ungefährlichkeit überzeugt ist oder nicht. Der Finder hat nur die Stelle zu kennzeichnen und den Fund der Ortsbehörde oder den JSenbarmerie-Boamten unverzüglich anzuzeigen. wirtschaftlicher Art erörtert, wie sie im genossen- schaftlichen Geld- und Warenverkehr zu beobachten sind Die genossenschaftliche Betätigung in der Landwirtschaft bzw. in der länblichen Bevölkerung bilbet nach wie vor ein hauptsächliches Mittel, um bie wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft und der vorn Wohlergehen der Landwirtschaft abhängigen Bevölkerung zu bessern. In dieser Hinsicht hat der Schulungskursus mit belehrenden Vortragen und praktischer Arbeit sich eingefügt in den Dienst der Landwirtschaft und der ganzen Volksgemeinschaft. Der letzte Tag wurde von Vorträgen allgemeiner Art ausgefüllt. Kreisstellenleiter Hartmann (Gießen) sprach über Pflichten und Rechte des Vorstandes und Aufsichtsrates, Abteilungsleiter Stang (Frank- Die erste diesjährige Tagung der Schulamtsanwärter des Kreises Gießen fand gestern in der Goetheschule statt. Sie begann mit Tagesspruch, Frühsport unb gemeinsamem Lied im Hofe der Schule. Hierauf ergriff Schulrat Nebeling das Wort und führte zu Beginn etwa folgendes aus: Zwei Dinge stehen zur Zeit im Vordergrund: der Reichsberufswettkampf der Jugend und die Allgemeine Wehrpflicht. Der Berufswettkampf erweist, wie ernst die Jugend gewillt ist, im Aufbauwerk den Leistungsgedanken zur Geltung zu bringen. Die Wehrhoheit gibt jedem wieder sein Recht zurück, den letzten Einsatz zu geben. In diesem Kampf darf die Schule nicht zurückstehen, sie muß Schritt halten und nicht abseits warten, bis ihre Zeit gekommen scheint. Daraus ergeben sich Sinn und Ziel der heutigen Arbeitstagung. Nach einigen amtlichen Bekanntmachungen über Auslandsschuldienst, Lehrgänge für Schulturnen und Arbeiten der Anwärter erteilte Schulrat Ne besing das Wort dem Schulamtsanwärter Schlapp, Staufenberg zu seinem Vortrag über „Geopolitik, ihr Wesen und ihre Method e". Der Redner sagte u. □.: Wir leben in einem völkischen Staat, dessen Erziehungsziel der deutsche politische Mensch ist. Dieser muß sich naturgemäß mit den Fragen der Geopolitik befassen, denn die Aufgabe der Geopolitik ist die nähere Erforschung der Probleme Raumkunde unb Volkstum. Geopolitische Tatsachen, finb beftimmenb unb entscheidend für bas politische Handeln. Nach einer Einführung in die Begriffe ber Geopolitik, ihre Stellung in ber Staatslehre, ihre heutigen bebeutenbften Vertreter unb in bie gerabe in ihr deutlich roerbenbe Kausalgesetzlichkeit alles politischen Hanbelns, ging ber Vortragende genauer auf gegenwärtige, uns ganz besonbers treffenbe Probleme geopolitischen Denkens ein. Er zog Vergleiche zwischen ber geschützten Lage Eng- lanbs im Vergleich zu ber zentralen Lage Deutsch- lanbs, die in jeder Hinsicht begünstigende Lage dort, zu der hemmenden Lage hier, das daraus entstandene kleindeutsche Denken früherer Zeiten, im Vergleich zu bem Denken in Großräumen im Inselstaat. Er gab weiter einen Ueberblick über bie Folgen klimatischer Bedingtheiten für Lanb unb Volk, über bie Zusammenhänge ber Geographie mit der Geopolitik, unb zuletzt noch einige sehr deutliche Beispiele für bie verschiedenartige Betrachtungsweise beider Disziplinen, z. B. die norddeutsche Tiefebene, die geographisch etwa ein Begriff sei, aber geopolitisch gesehen, zwei Landschaften mit deutlich unterscheidbaren Menschenschlägen, verschiedenen Vergangenheiten aufweise. Zum Schluß erwies der Redner die Geopolitik als ein „hauptkonzentrierendes" Fach, bas anbere Fächer notgebrungen auf sich ausrichte. Schulrat Nebeling gab bann in einigen Worten bem Gedanken Ausdruck, baß bie Geopolitik im Kampf um unser Lebensrecht unb unseren Lebensraum grunblegenbe Erkenntnisse zu vermitteln habe. Der Vortrag bes Herrn Schlapp habe bazu Anstoß unb Anregung geben sollen, wie bie junge Lehrergeneration in diesen Fragen zu arbeiten habe. ________ taffe. Direktor Flein erk von der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft sprach über bas genossenschaftliche Warengeschäft. Am Schlüsse bes Lehrgangs bankte Lanbwirt ©edler (Rockenberg) namens ber Teilnehmer bem Kursusleiter unb ben übrigen Rebnern für bie lehrreichen Ausführungen. *♦ Sonntagsfahrkahrten xur Ausstellung „Leden unb Gesundheit". Vom 30. März bis 22. April finbet in Frankfurt a. M. eine Ausstellung „Leben unb Gefunbheit" statt. Zum Besuch biefer Ausstellung werben vom Bahnhof Gießen Sonntagskarten mit eintägiger Gültigkeitsdauer von 0 bis 24 Uhr am Mittwoch, 3. April, unb am Mittwoch, 10. April, ausgegeben. Die Sonn- rung der Forderungen auf allen Unterrichtsgebieten. Praktisch zeigte bann Schulrat Nebeling einen Weg im vorstehenden Sinne an einem Beispiel aus ber Erbkunbe, bas augenscheinlich erwies, baß biefer Weg nicht nur gangbar ist, fonbern, sinngemäß auf anbere Unterrichtsgebiete angemanbt, für Schüler unb Lehrer gleich fruchtbar ist. Schulrat Nebeling hatte in einer Klasse bes 8. Schuljahres burch Bilbung von selbstänbig arbeitenben Arbeitsgruppen einen Stoff aus ber Erbkunbe behanbelt. Vor- bereitenbe Gruppenarbeit nannte er bas. Di§ sechs Arbeitsgruppen bearbeiteten selbstänbig folgende Gebiete eines Erbteils. Die erste Gruppe sammelte Material über Lage, Grenzen unb Bobengestalt bes Erbteils, bie zweite Material über Vegetation, Fauna unb Bobenschätze, bie britte behanbelte bie Bevölkerung, bie vierte bie Staatsgebilbe unb Formen biefes Erbteils, wie ihre staatlichen Einrichtungen, Heer, Post, Eisenbahn usw., bie fünfte das Thema Volkswirtschaft, die letzte hatte die Aufgabe, Bildmaterial über diesen Erdteil, es handelte sich um Nordamerika, zu sammeln. Die Ausstellung bes gesammelten Materials ergab ein um» fassendes Bilb eines großen unb einbeutigen Fleißes. Die Schüler hatten ihre Aufgabe vollkommen gelöst, unb bie anschließende Lehrprobe, in ber bie Gruppenführer in kleinen Referaten eine Zusammenfassung ihrer Arbeit unb ihrer Ergebnisse boten, zeigte beutlich, mit welchem Eifer unb mit welchem Ernst bie Schüler ihre Aufgabe zu lösen gewillt waren. Das zusammengetragene Material, wie die Vorträge der Schüler, boten bann bem Lehrer bie Unterlage zur abschließenden Behanblung des gegebenen Stoffes. In dem anschließenden Schlußwort gab Schulrat Nebeling noch einige Hinweise unb Erklärungen, zu ber gezeigten Arbeit. In biefer Arbeit einer vorbereitenden Gruppenarbeit handelt es sich vor allem barum, ben Schüler mehr unb mehr freiwillig unb frei verantwortlich hanbeln zu lassen. Es ist eben ber, hier verborgene, erzieherische Grunbgebanke verwirklicht, Schüler freiwillig unter Führung eines der ihren, unter der Wahrung des Prinzips der Arbeitsoerteilung, Gemeinschaftsarbeit verwirklichen zu lassen. Heraus aus ber Enge ber Schulstube, bie Arbeit verlegt in die Umgebung ber Schüler unb bamit schließlich auch Jnteressierung ber Eltern unb Angehörigen in einem anbern unb höheren Maße als seither, bamit aber auch eine gewisse Sicherheit, bewahrt $u bleiben vor ber Lebensfremdheit mancher Tätigkeit einer irrenben Zeit. Immer muß uns bewußt sein unb bleiben: Die Schule muß Schritt halten mit bem, was sich eben in unserem Volke begibt! Nicht abseits geraten. Noch leben wir vielleicht von ber Kraft vergangener Zelten, es ist unsere vornehmste Erziehungsaufgabe, unsere Juqenb so zu erziehen, daß an, bem Tage, wo keine Kraftreserven mehr vorhanben finb, bie Jugend dennoch steht. Nach kurzer Aussprache schloß bie Tagung mit breifachem Sieg-Heil auf den Führer. Wilh. Ohly, Nieber-Weisel, 2. Pr. 10 Mk.; Gg. Rühl, Langsdorf, Joh. Gg. Hilbebranb, Nieber- Weisel, Jak. Krausgrill VIII., Konrad Heinz, Konr. Wilh. Müller, Gg. Phil. Krausgrill, Nieber-Weisel, je ein 3. Pr. in Höhe von 8 Mk., fowie neun Anerkennungen in Höhe von je 6 Mk. Dreijährige Stut- unb Hengstfohlen: Wilhelm Hr. Haub, Nieber-Weisel, Ehrenpreis (Lanbesbauernschaft) 12 Mk.; Karl Knorr, Birklar, 1. Pr. 10 Mk. Hch. Kullmann, Obbornhofen,, 1. Pr. 8 Mk.; Hch. Klein, Gambach, 2. Pr. 8 Mk.; Jak. Häuser II., Nieber-Weisel, 3. Pr. 8 Mk. Zweijährige Stut- unb Hengstfohlen: Hch. Bill, Nieber-Weisel, Ehrenpreis (Lanbesbauernschaft) 12 Mk.; Joh. Hch. Knipper II., Nieber-Weisel, 1. Pr. 10 Mk.; Konr. Krausgrill X., Nieber-Weisel, 2. Pr. 8 Mk.; Lubwig Haub HL, Nieber-Weisel, 3. Pr. 5 Mk.; Hch. Steul II., Muschenheim, 3. Pr. 5 Mk. Oldenburger Pferde: Stuten mit jährigem Fohlen: Ernst Walter II., Trais - Münzenberg, Ehrenpreis 20 Mk.; Karl Becker V., Muschenheim, Ehrenpreis (Gewerbe- bank) Fahrhalfter; Ernst Schmidt, Fauerbach v. b. H., 1. Pr. 12 Mk.; Rubolf Koch, Trais-Münzenberg, 2. Pr. 10 Mk.; Chr. Häuser, Ostheim, Eugen Dietz, G. H. Benber, Dorfgill, Wilh. Dietz, je ein 3. Pr. in Höhe von 8 Mk., sowie fünf Anerkennungen von je 6 Mk. Stuten mit mehreren Nachkommen: K. Becker V., Muschenheim, Ehrenpreis 20 Mk.; Karl Buß, Gambach, Ehrenpreis (GewerdebanP etnf 6tanbf!gurj Jakob Krämer, Rockenberg, 1. Pr. 15 Mk.; Rubolf Koch, Trais-Münzenberg, 2. Pr. 12 Mk.; Eugen Dietz, Griebel, 2. Pr. 12 Mk.; Karl Rühl, Eberstabt, G. H. Benber, Dorf-Gill, Gustav Schmidt, Griebel, je ein 3. Pr. in Höhe von 10 Mk., sowie drei Anerkennungen von je 6 Mk. Sichtbar tragende Stuten: Rudolf Koch, Trais« Münzenberg, Ehrenpreis (Lanbesbauernschaft!) 20 Mark; Walter Weber, Ober-Hörgern, besgl. 12 Mk.) Lubw. Hch. Dreut, Griebel, besgl. 12 Mk.; Alk. Bopp, Griebel, 2. Pr. 10 Mk.; Paul Buß, Gambach, 2. Pr. 10 Mk.; elf 3. Pr. von je 8 Mk. und neun Anerkennungen von je 6 Mk. Pferde-Vagenschlag: Dreijährige Stuten unb Hengstfohlen: Konrad Jung, Lang-Göns, Ehrenpreis ber Lanbesbauernschaft 12 Mark; Düringer, Oberhörgern, 2. Preis 8 Mark; Gustav Schmibt unb Hch. Fenchel, Gries bel, je einen 3. Preis von 7 Mark; GH. Benber, Dorf-Gill, unb Hch. Schneiber, Birklar, je eine Anerkennung von 4 Mark; Paul Buß, Gambach, 1. Preis 10 Mark. Zweijährige Stuten unb Hengstfohlen: Karl Becker V., Muschenheim, Ehrenpreis ber Laubes* bauernschaft 12 Mark; Otto Eckharbt, Kirch-Göns, 1. Preis, 10 Mark; Gg. Kißler, Nieber-Weisel, 1. Preis 10 Mark; Joh. Gg. Wolf, Oppershofen, 3. Preis 7 Mark; Ernst Marx, Fauerbach, 3. Preis 7 Mark; Karl Rühl, Eberstabt, unb Jak. Winter, Nieber-Weisel, je eine Anerkennung von 5 Mark. Hessisches Fleckvieh: Bullen über zwei Jahre: Rinberzuchtverein Nies ber-Weisel 1. Preis 25 Mark. Bullen 15 bis 24 Monate alt: Bürgermeister Müller, Ober-Hörgern, 2. Preis 12 Mark; Friedrich Fauerbach, Eberstabt, Anerkennung 5 Mark. Färsen erkennbar tragenb: Wilhelm Wörner, Ostheim, Ehrenpreis der Bauernschaft 12 Mark) Konrad Hildebrand XVI und Karl Mack, Nieder» Weisel, je einen 2. Preis von 10 Mark; Walter Jung, Leihgestern, Jakob Zimmer V., Karl Studt II., G. Haub VII., Nieder-Weisel, Wilh. Jung V., Leihgestern, je einen 3. Preis von 8 Mark, sowie zehn Anerkennungen von je 4 Mark. Kühe mit 1 bis 2 Kälbern: Chr. Häuser, Ostheim, Ehrenpreis (Mathildenstist) ein Sessel; Karl Wilh. Nathes, Lich, Ehrenpreis der Bauernschaft 12 Markr Reinhold Eifer, Ober-Hörgern, desgleichen 12 Mark; Herrn. Wedemann, Eberstadt, 2. Preis 10 Mark; Karl Mack, Nieder-Weisel, 2. Preis 10 Mark; Wilh. Jung, Leihgestern, 2. Preis 10 Mark; G. Ruppel, Nieder-Weisel, Hch. Bopp, Griedel, Wilh. Haub, Nieder-Weisel, Joh. Hch. Adami IV., Nieder-Weisel. und Reinhold Eiser, Oder-Hörgern, je einen 3. Preis von 8 Mark, sowie 14 Anerkennungen von je 5 Mark. Kühe mit drei und mehr Kälbern (in Milch ober tragenb): Phil. Haub I., Nieber-Weisel, Ehrenpreis (Vereinsbank) zwei Damasttücher und Servietten, Amb. Jac. Bill, Nieder-Weisel, Ehrenpreis der Landesbrmevnschaft 12 Mark; Friedrich Fauerbach, Eberstadt, besgl. 12 Mark; Karl Mack, Nieder-Weisel, Chr. Häuser, Ostheim, Joh. Hch. Adami, Nieder-Weisel, je einen 2. Preis von 10 Mk. sowie je sechs 3. Preise von 8 Mark unb 17 Anerkennungen bon je 5 Mark. Familien: Wilh. Wörner, Ostheim, Ehrenpr. (A. I. Tröster) 1 Strohschneider; Ambr. Jak. Bill, Nieder-Weisel, Ehrenpreis (Bauernschaft) 15 Mark; K. Mack, Ostheim, 2. Pr. 12 Mk., Chr. Häuser, Ostheim, Joh. Hch. Adami II., Nieder-Weisel, je einen 3. Preis von 8- Mk., sowie 7 Anerkennungen von je 5 Mk. Rinder, Simmentaler: Leistungswettbewerb Kühe mit 1 bis 2 Kälbern: Friedr. Fauerbach, Eberstadt, 2. Pr. 8 Mk.; ders., 3. Pr. 6 Mk.; Wilh. Jung V., Leihgestern unb Karl Mack, Nieder-Weisel, je eine Anerkennung 5 Mark. Kühe mit drei und mehr Kälbern: Wilh. Wörner, Ostheim, Ehrenpr. (A. I. Tröster) 1 Rübenschneider; Hch. Bopp, Griebel, Ehrenpreis (Gastwirteverein) Kaffeseroice; Hch. Marx III., Nieder-Weisel, 1. Pr. 10 Mark; Phil. Haub I., Nieder-Weisel, E. Schmidt, Fauerbach, Wilh. Wörner, Ostheim, je einen zweiten Preis von 8 Mk., 3 dritte Preise zu je 6 Mark sowie drei Anerkennungen zu je 5 Mark. Verkäufe | Wegen Aufgabe des Haushalts sind aus gutem Privathaus die ganze Einrichtung zu verkauf, oim Ludwigftr. 27 v. | Kaufgesuche | Sielt, kinderloses Ehepaar sucht EiDiamilieD-HaDS zu kaufen oder zu mieten evtl, auch Etaaenwohnnng 4 bis 5 Zimmer mit Nebenräum. im Freien. 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Müller V., Lang-Göns, 3 Preise je 8 Mk., sowie drei Anerkennungen von je 5 Mk. Kül>e, mit 1 bis 2 Kälbern (in Milch oder tragend): Gg. Beppler, Hörnsheim, 1.Preis 12 Mk.; Hofgut Mühbfachsen, 2 Pr. 10 Mk.; Karl Keblowsky, Nieder-Bessingen, K. Müller IV., Lang-Göns, Heinr. Müller V., Lang-Göns, je einen 3. Preis 8 Mark; Otto Heß und Heinrich Müller V., Lang-Göns, je eine Anerkennung, 5 Mark. Aeltere Kühe (-in Milch): Ludw. Becker, Steinbach, (Ehrenpr. der Metzger-Innung) Eßservice; W. Beppler, Hörnsheim, 1. Pr. 12 Mk.; K. Keblowsky, Nieder-Bessingen, 2. Pr. 10 Mk.; Otto Heß, Lang- Göns, 3. Preis 8 Mk.; Hofgut Mühlsachson und K. Sommer, je eine Anerkennung 5 Mark. Aeltere Kühe (tragend): Herm. Schmidt I., Hörnsheim, Ev. (Bauernschaft) 20 Mk.; Hofgut Mühlsachsen, 1. Pr. 12 Mk., Gg. Beppler, Hörnsheim und K. Müller IV., Lang-Göns, je einen 2. Preis 10 Mk.; Wilh Beppler!., Hörnsheim und K. Franz, Hochelheim, je einen 3. Preis 8 Mark; WUh. Beppler I., und Hch. Hofmann, Hörnsheim, je eine Anerkennung 5 Mark. Famisten: Hofgut Mühlsachsen. Ehrenpreis des Einzelhandelvereins (zwei Damastbezüge); Karl Müller IV., Lemg-Göns und Keblowsky, Nieder-Bessingen je einen 2. Preis 10 Mk.; Hch. Müller V., Lang-Göns, 3. Preis 8 Mk.; Otto Heß, Lang-Göns, Anerkennung 5 Mk. Leistungswettbewerbskühe mit 1 bis 2 Kälbern: Hch. Müller V., Lang-Göns, 2. Pr. 8 Mk., Gg. Beppler, Hörnsheim, 2. Pr. 8 Mk.; Hch. Müller V., Lang-Göns und Keblowsky, Nieder- Bessingen, je einen 3. Pr. 6 Mk.; Otto Heß, Lang- Göns, Anerkennung 5 Mk. Kühe mit drei und mehr Kälbern: Wilh. Beppler I., Hörnsheim, Ehrenpreis (Mathildenstift) zwei Koltertücher und Kissen; Otto Heß, Lang-Göns, 1. Pr. 12 Mk.; Hch. Hofmann, Hörnsheim, 1. Pr 12 Mark; Keblowsky, Nieder-Bessingen, 3. Pr. 8 Mk.; Karl Sommer, Lang-Göns, 3. Pr. 8 Mk.; Hofgut Mühlsachsen Anerkennung 5 Mk. Schwarzbuntes Aiederungsvieh. Färsen erkennbar tragend: Arthur Haupt, Joh. Mark; A. Haub und Gg. Bill II., je einen 2. Pr. von 6, 5 und 4 Mark. Kühe mit drei mehr mehr Kälbern: Joh. Karl Bill, Ehrenpreis (Mathildenstift) zwei Damastbezüge. Derselbe 1. Pr. 9 Mk., Hch. Bill, 1. Pr. 9 Mk.; Arthur Haul und Gg. Bill II., je einen 2. Pr. 6 Mark; Gg. Bill II. Nieder-Wersel, 3. Pr. 5 Mark. Familien: Joh. Karl Bill, Arthur Haub und Hch. Bill, Nieder-Weisel, je einen 1., 2. und 3. Pr. von 10, 8 und 7 Mk. Ziegen. Böcke dreijährig: Ziegenzuchtverein Griedel, 1. Preis 10 Mk.; Böcke zweijährig: Ziegenzuchtverein Griedel 2. Preis 5 Mk. Ziegen, dreijährig und älter: Otto Schwarz, Griedel, Ehrenpreis (Bäckerinnung) Tafeltuch. Heinrich Dreut ll., Griedel, 1. Pr. 7 Mk.; Karl Kullmer, 2. Pr. 5 Mk.; Karl Konrad Riegelhuth, Nieder-Weisel, 3. Pr. 4 Mk. und drei Anerkennungen zu je 3 Mark. Ziegen zweijährig: Hugo Straßheim, Griedel, 2. Pr. 5 Mk.; Ernst Hofmann, Hochweisel, Anerkennung 3 Mark. Ziegen, ein Jahr alt: Hch. Dreut II., Griedel, 2. Pr. 5 Mk.; Otto Schwarz, Griedel, 3. Pr. 4 Mk. und drei Anerkennungen zu je 3 Mark. Nach der Prämiierung fand der übliche Zug der preisgekrönten Tiergattungen durch die Hauptstraßen der Stadt statt. Im „Deutschen Haus" trafen sich die Preisrichter und die Mitglieder der Faselmarktgesellschaft zu einem gemeinschaftlichen einfachen Mittagsmahl. Hierbei hielt der neue Bürgermeister Or. Mörschel eine Ansprache, in der er die Preisrichter bat, Mängel, die sich bisher bei der Marktdurchführung und beim Peisrichten ergeben hätten, mitzuteilen, damit diese bei künftigen Märkten ausgemerzt werden könnten. Es sprachen zu diesem Thema Landstallmeister Dr. Denker, Darmstadt, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen und verschiedene andere Preisrichter. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß vor Beginn des Umzuges auf dem Viehmarkt- platz seitens des Rundfunks ein Gespräch über den Verlauf des Marktes usw. ausgenommen wurde. Schweinemarkt in Buhbach. * Butzbach, 22. März. Zum gestrigen Schweinemarkt wurden insgesamt 508 Ferkel aufgetrieben. Bei flottem Handel wurden für sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 16 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte 17 bis 19 Mark, und für 8 bis 13 Wochen alte Tiere 21 bis 23 Mark bezahlt. Oberheffen. Eine Bandkeramiker-Siedlung bei Nidda entdeckt. * Nidda, 21. März. In der Niddaer Gemarkung, in der Richtung nach Hungen zu, wurden bei Drainagearbeiten von einem jungen Mann, der an den Ausgrabungen auf der Glauburg mitgearbeitet hatte, behauene Feuer st eine und andere Artefakte aufgefunden. Bei weiteren Nachgrabungen des alsbald benachrichtigten oberhessischen Denkmalspflegers wurden noch weitere Funde dieser Art gemacht, woraus der Denkmalspfleger die Feststellung zog, daß man hier eine Siedlung aus der Zeit der Bandkeramiker (etwa 3000 bis 2000 Jahre v. Ehr.) aufgefunden hat. Die wertvollen Funde wurden sorgsam sichergestellt und der Fundort dann wieder zugeschüttet. Landkreis Gießen. wg. Großen - Buse ck , 22. März. Gestern wurden hier zum zweiten Male im Saale der Wirtschaft „Zum kühlen Grunde" die Ma sse gründ- stücke der Feldbereinigung Großen- B u s e ck versteigert. Auf erstklassige Stücke Land wurde noch ein Drittel bis zur Hälfte mehr geboten, als bei der ersten Versteigerung. Mittlere und geringe Qualitäten Land wurden meistens zu dem Angebot der ersten Versteigerung zugeschlagen. Der Erlös bei der ersten Versteigerung betrug 181 000 Mk., bei der zweiten 225 000 Mark. — Dpi der jüngsten E int o p f sa m m lu ng in unserer Ortsgruppe wurde der Betrag von 122,26 Mark aufgebracht. Auf Oppenrod entfielen 15,30 Mark, auf Burkhardsfelden 30,95 Mk. und auf Großen-Buseck 76,01 Mark. — Der Stand der Winterfrucht ist in unserem Tal als sehr gut zu bezeichnen. Die Nachtfröste der letzten Tage vermochten keinen Schaden zu tun. Der Klee steht gut. * Allendorf a. d. Lda., 22. März. Es ist nicht von ungefähr, daß sich unsere evangelische Kirche heute wieder auf Wesen und Aufgabe ihrer Kirchenmusik besinnt. Denn wie sonst auf allen Gebieten des Lebens, so war auch hier eine Neubesinnung notwendig geworden. So ist dadurch wieder in erhöhtem Maß das Verständnis wachgeworden für das, was uns unsere alten Meister der Kirchenmusik gegeben haben. Und wenn wir dieses Jahr unter anderen Geburtstagen großer Meister auch den Geburtstag des großen evangelischen Chormeisters Heinrich Schütz (1585 bis 1672) feiern, so erscheint es angebracht, daß wir ihn neu in unseren Gemeinden zu Gehör bringen. Denn gerade er, wie überhaupt die Musiker seiner Zeit, vermag uns rechte Kirchen-Musik zu zeigen, Musik, die ihre Wurzel im Glauben der Kirche hat, die nicht das „Ich" des Einzelmenschen, sondern das „Wir" der Gemeinde anredet. Sie allein vermag uns deshalb gerade auch heute den Weg zu rechter, dem Evangelium der Schrift gemäßer evangelischer Kirchenmusik zu weisen. Der Friedberger Kirchenchor will am kommenden Sonntag, 24. März, 16 Uhr, unserer Gemeinde Gelegenheit geben, eines der bedeutendsten Werke von Heinrich Schütz zu hören, nämlich seine „Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesu Christi nach dem Evangelisten Matthäus!" Unsere Allendorfer Gemeinde erwartet, der Bedeutung des Werkes gemäß, der großen Vorgängerin der Matthäus- Passion von Johann Sebastian Dach, zahlreichen Besuch, auch von fetten der Nachbargemeinden. ? Lich, 21. März. In ihrem Bestreben um rechte Freizeitgestaltung trat die hiesige Ortsgruppe der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wieder mit einer wohlgelungenen Veranstaltung, und zwar mit einem Militärkonzert, mit dem zugleich eine Kundgebung aus Anlaß der Wie» dereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in un- serem Daterlande verbunden war, an die Deffent« lichkeit. Das in unserer Stadt wohlbekannte und geschätzte Musikkorps der Gießener Garnison unter seinem Leiter, Obermusikmeister K r a u ß e , bereitete am gestrigen Abend in der hiesigen Turnhalle den erschienenen Volksgenossen einen künstlerischen Genuß. Das Programm, das im ersten Teil der Streichmusik, im zweiten der Blasmusik gewidmet war, zeugte von sorgfältiger Auswahl. Auch herbei konnte man wiederum die Feststellung machen, daß das Musikkorps sein künstlerisches Können mit gutem Erfolg zu steigern bestrebt ist. Dabei ist der Erfolg sowohl in der Darbietung der Kompositionen unserer klassischen Tonkünsller wie auch in der Wiedergabe unserer schönen deutschen Marschmusik gleich groß. Die prächtigen Leistungen des ausgezeichneten Klangkörpers veranlaßten auch gestern wieder die Zuhörer mit Recht zu lebhaften Beifallskundgebungen, so daß sich die Kapelle des öfteren zu Zugaben entschließen mußte. Ein von dem Obergefreiten Kleinert dargebotenes Trompeten-Solo fand besonders dankbaren Beifall, ebenso zwei Märsche für Fanfarentrompeten und Kesselpauken. In einer Pause ergriff der Schulungsleiter der Ortsgruppe Lich der NSDAP., Pg. K o e p p e, das Wort zu einer Ansprache, in der er auf das vom Führer erlassene Gesetz zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland einging und hierbei der allgemeinen Freude über diese befreiende Tat Ausdruck verlieh. Seine Ausführungen beschloß der Redner mit einer Huldigung an unseren großen Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler, in die alle Anwesenden mit Begeisterung einstimmten. Nach Schluß der musikalischen Darbietungen richtete der Ortsgruppenwalter der Deutschen Arbeitsftont, Pg. Schwab, noch einige Worte an die Versammelten. Er wies kurz auf die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", ihr Wesen, Wollen und ihre Leistungen hin und bat um weitere lebhafte Unterstützung. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der nationalen Hymnen sand die Veranstaltung einen würdigen und stimmungsvollen Abschluß. s. Lang-Göns, 21. März. Zu dem gemeldeten A u t o u n s a l l in der Breitgasse ist ergänzend nachzutragen, daß die Verletzungen des Landwirts Karl Müller (nicht Fr. Müller!) doch nicht so erheblich sind, wie zuerst vermutet wurde. Allerdings war der Blutverlust bedeutend. Dagegen hat der elfjährige Junge einen Bluterguß am Kopse davongetragen. Gestern abend entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treu sorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ernst Wende, Oberzugschaffner im Alter von 57 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Barbara Wende, geb. Michel, und Kinder. Gießen (MühlStraße 8). Stuttgart, Pforzheim, den 21. März 1935. Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 23. März, vorm. 10% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt _____________________________________________________________0'19» Turnverein?. 1M6, GieBen Sonntag, den 24. März 1935, nachmittags ab 3 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten: Großes nur 559a Normalpaket MietgesucheJ Gießen, den 21. März 1935. 1658 D 1667 D Der Vereins vor sitz er. scheinen. Gießen, den 21. März 1935. 16640 Dr. Schkffer Die stud. Reformverb. Adelphia im V. D. B. LA Hans Trautmann F.V. | Vermietungen | Ulllllllllllllllllllllllllll! Büro 3 Räume vart. i. abgeschl. Korridor, mit Zubehör zum 1. April zu vermieten, »««v Stadt Vallee jeden 01186 Mittwoch Samstag Sonntag nachm. u. abends TANZ Eisenbahn-Fahrbeamtenverein Giessen Unser Vereinsmitglied, der Oberschaffner ERNST WENDE ist gestorben. Die Totenfeier findet Samstag. 23. März, vormittags 10.33 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Alle dienstfreien Kollegen werden gebeten, in Uniform zu er- Für die Beweis» aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden meines innigstgeliebten Mannes sage ich allen, besonders Herrn Dekan Sattler, dem Kriegerverein und den Berufskameraden, meinen herzlichsten Dank. Rose Kuhn. Wieseck, den 22. März 1935. ______________ Ab 1. April: Johannesstr. 15. Neue Kapelle mimimimimnfflimn *■■■■■ Wir bedauern tief das Ableben unseres Heben Ehrenphilisters Carl Haberkorn hoMLZiner mit Knchenbe- nutzung m Kliniksnähe durch Arzt gesucht. Schr.Angeb.unt. 01190 and.G.A. Gilt möbl. Zimmer sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 01191 and.G.A. Stellenangebote] Kein« Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Be^ Werbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen! Gesucht f.l.April brav., ehr!., saub. Mädchen f. Haus, Garten, Wäsche, Bügeln, Nähen. Persönl. Vorst.nur'^OUhr frühu.abds.Schr. 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