Nr. 18 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 22.Zanuar 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat lm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange in Sieben. 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Mit Vorbedacht ist das sinnvolle „Hauptstadt im Norden" statt des — leider — heute sinnleeren „Friede im Norden" gewählt, um damit diesen Gesichtspunkt auch historisch-politisch festzulegen. Und was darin eingeschlossen ist, kann morgen Programm der chinesischen Zentralregierung werden, mag es heute schon sein. Aeußerlich scheint sich in diesem Jahre nicht viel verändert zu haben. Zu Ende 1933 sprach man von dem bevorstehenden fünften Nationalkongreß der Kuomintang und verschob ihn um ein Jahr, während Vertrauensleute Nankings nach Kanton gingen und mit optimifttschen Berichten zurückkamen. Auch Ende 1934 spricht man von dem bevorstehenden Nationalkongreß und hat ihn wieder um ein Jahr verschoben. Und wieder gehen Vertrauensleute Nankings nach Kanton und kommen mit optimistischen Berichten zurück. Damals fürchtete man: bräche die Revolte der Provinz Fukien zusammen, so ständen sich Nanking und Kanton gegenüber und wieder erlebe China einen Bürgerkrieg großen Stils. Nun befürchtet man das Gleiche, find erst die Kommunisten endgültig aus ihren Stellunaen zwischen Kanton und Nanking verdrängt. Uno heute wie damals sitzt der große Schulmeister der Kuomintang, Ju Han-min, in Hongkong — der chinesische Patriot auf englischem Boden —, verteilt seine Noten — Nanking kriegt nur schlechte — und droht mit Opposition auf dem Nationalkongreß. Die F u k i e n - R e v o l t e ist Anfang des Jahres erledigt worden — nicht ausschließlich mit Waffen — und aus den einst wegen der Schanghaier Kämpfe viel gefeierten „Helden" der 19. Armee sind teilweise Arbeitssoldaten geworden. Die kom- munistische Gefahr, zu deren Bekämpfung Chiang Kai-sheks Truppen im Felde stehen, seit er im Mai 1927 mit den Kommunisten brach und seine russischen Berater nach Hause schickte, beste h t fort. Zwar haben die Kommunisten ihren seit sechs Jahren gehaltenen „kommunistischen Staat" an den Grenzen der drei Provinzen Kuangtung, Kiangsi und Fukien mit der „Hauptstadt" Juichin verloren, aber es scheint, als ob die Hauptmasse der dortigen Kommunisten doch hat abziehen können: schon sind sie in Kuangsi, Hunan und Kueichou eingebrochen, und es droht die Gefahr, daß sie sich mit den Kommunisten in Szechuan vereinigen. Daß sie auch außerhalb der offen kommunistischen Gebiete arbeiten und ihre Hellen haben, beweisen gelegentliche Ausbrüche und zahlreiche Verhaftungen von kommunistischen Agenten und Agitatoren — nicht wenige in akademischen Kreisen. In den Außenbesitzungen der chinesischen Republik hat sich wenig verändert. Tibet und S i n k i a n g sind umworben worden, aber es ist zu fürchten, daß die Hoffnungen, dort den englischen, hier den russischen Einfluß, auszuschalten, nicht so bald, wenn überhaupt, erfüllt werden. Die Lage in der äußeren Mongolei und in der Mandschurei, auf die China die alten An- svrüche unverändert aufrechterhält, ist im wesentlichen unverändert, was das tatsächliche Verhältnis zu China anbetrifft. Der unbehinderte Handelsverkehr mit Urga ist trotz wiederholter An- kiindigung nicht wiederhergeftellt. Der direkte Zugverkehr mit Mukden ist wieder ausgenommen, aber über die Wiederaufnahme des Po st Verkehrs liegen offizielle Mitteilungen noch nicht vor. Die G r e n z p ä f f e , über die Wege nach der Mandschurei und Jebol führen, sind erst zum Teil wieder in chinesischer Hand und dort, wo sie es sind, sind Zollstationen eingerichtet wor- den. Sie genügen nicht, um den erheblichen Schmuggelverkehr zu unterbinden, der China viele Millionen kostet. Und die Verhältnisse in Luantung, der durch das Tangkuabkommen von 1933 geschaffenen demilitarisierten Zone zwischen Tientsin und Shankaikuan, sind die alten: nach rote vor besteht dort ein Dorado für Schmuggler und Rauschgiftschieber, ein Rekrutierungsgebiet und Aufmarschgelände für Feinde der chinesischen Regierung. Die Autonomie der inneren Mongo- I e i verbleibt am Ende des Jahres ebenso ungeklärt, wie sie es zu seinem Anfang war, doch scheint es etwas wahrscheinlicher, daß sie im Rahmen der chinesischen Republik eher verwirklicht werden wird als im Anschluß an oder parallel zu Manchukuo. Japans Bestreben, sich dort Stützpunkte zu schaffen, dauert allerdings an und es mahnt zur Auf- Nlerksamkeit, daß von Grenzregulierun gen Jehols und Manchukuos gesprochen roiro. Die von Japan-Manchukuo geplante und zum Ten schon durchgeführte Schaffung mit weitgehender Selbstverwaltung ausgestatteter mongolischer Provinzen in jenen Gebieten mag sich von größerer Bedeutung für die Zukunft der inneren Mongolei erweisen, als es — entgegen vielen Annahmen — die Krönung Puyi's zum Kaiser von Manchukuo war. Auf dem Gebiete der inneren Organisa- t i o n sind trotz aller Schwierigkeiten doch erhebliche Fortschritte gelungen. Das Verkehrswesen ist verbessert, viele Straßen sind neu gebaut und dem Motorverkehr zugänglich gemacht worden. Der Bau neuer Bahnen ist 'in Angriff aenrmmen worden, das Flugliniennetz ist weiter ausgebaut worden. Modernisierung der Vorsichtiger Kurs -er japanischen Außenpolitik. Tokio wünscht neuen Klottenvertrag und friedliche Verständigung in Ostasien. Hirotas Programm. Tokio, 22. Jan. (DNB.) Der japanische Außenminister Hirota hielt im Parlament die mit großer Spannung erwartete Rede, deren Hauptpunkte JapansWunsch nach einem neuen Flottenvertrag mit gleitenden Abrüstungsbestimmungen und ein Appell für eine enge Zusammenarbeit mit China bildeten. Hirota erklärte, daß die grundlegende Politik der japanischen Regierung in den Verhandlungen mit Großbritannien und Amerika darin bestanden habe, „eine gleitende Herabsetzungder Rü st ungen in vollem Umfange durchzuführen und die völlige Abschaffung oder weitgehende Begrenzung der Angriffswaffen zu bewirken, um jede Macht von der Drohung anderer Mächte zu befreien und es überhaupt einer Macht unmöglich zu machen, eine andere zu bedrohen". Die von Japan ausgesprochene Kündigung des Washingtoner Vertrages, fuhr der Außenminister fort, dürfe nicht so verstanden werden, daß Japan etwa beabsichtige, auf eine Aufrüstung loszusteuern. Im Gegenteil erstrebe es den Abschluß eines neuen Vertrages, der den Washingtoner Vertrag ausschalte. Dieser neue Vertrag müsse auf einer neuen Grundlage a u f a e b a u t werden, die getreulich mit dem Geist der Abrüstung übereinstimme. „Es ist unvor- st e l l b a r", sagte der Außenminister, „daß es irgendeinen Grund zu einem Konflikt zwischen Japan und den Vereinigten Staaten gibt, zwei Länder, die getrennt sind durch die Weite des Stillen Ozeans. Es ist überflüssig zu sagen, daß das gute Einvernehmen zwischen Japan und Großbritannien einen wahrhaft bedeutenden Beitrag zum Frieden der Welt darstellt." Im Hinblick auf Japans Beziehungen in Ostasien erklärte Hirota, daß die Regierung die Absicht habe, die friedliche Entwicklung der Beziehungen mit Sowjetrußland durch die Regelung noch unerledigter Fragen zu beschleunigen. Japan zähle auf die Mitwirkung der übrigen Staaten Ostasiens bei der Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung in diesem Teile der Welt. Er hoffe daher, daß China sich den tatsächlichen Bedürfnissen dieser Lage nicht verschließen und die edlen Bestrebungen Japans teilen werde. Vor neuen Verhandlungen mit Moskau. Tokio, 22. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Rede des japanischen Außenministers Hirota im Reichstag hat in politischen Kreisen starke Beachtung gefunden. Besonders hervorgehoben werden die Erklärungen über die Sowjetunion und über China, sowie der Wunsch, zu einer friedlichen Verständigung über die wirtschaftlichen Beziehungen der Länder untereinander zu kommen. Man vermutet, daß Japan nach Abschluß der Verhandlungen über die chinesische Ostbahn weitere Besprechungen mit Vertretern der Sowjetunion über Grenzfragen und insbesondere über eine allmähliche Entfestigung der Grenze im Auge habe. Die Worte Hirotas an China werden dahingehend ausgelegt, daß Japan nichts unversucht lasse, um zu einer Verständigung mit China zu kommen, sofern China energischer als bisher den Kommunisten und der japanfeindlichen Bewegung entgegentritt. Diese Erklärungen finden um so größere Beachtung, als gerade in letzter Zeit wichtige Besprechungen mit Nanking eingeleitet worden sind. Zu den Ausführungen Hirotas über die Flotte n f r a g e hebt man hervor, daß es Japan nicht um eine Verstärkung seiner Rüstungen, sondern um den Abschluß eines neuen Vertrages zu tun sei, der auf dem Grundsatz der Rüstungsbeschränkung aufgebaut sein soll. Für bemerkenswert hält man ferner den Appell Hirotas an alle Länder, in der gegenwärtigen ernsten Lage kein Mittel zur Erhaltung des Weltfriedens unversucht zu lassen. Kritik an den hohen KüstungöauSgaben Tokio, 22. Jan. (DNB.-Funkfpruch). Der Führer der Seiyukai-Partei, Suzuki, wandte sich in einer großen Rede auf dem Parteitag gegen die Politik der Regierung, die er als zu bürokratisch bezeichnete. Vor allem seien aber d i e Aufwendungen für die Landesver- teidigung viel zu hoch, die Wirtschaft würde hierdurch empfindlich geschädigt. Suzuki forderte dringend einen Ausgleich der Interessen der Landesverteidigung und der Wirtschaft. Die Seiyukai-Partei müsse deshalb die Maßnahmen der Regierung auf finanziellem Gebiet dauernd kritisch beobachten. Bekanntlich haben die Klagen über die Höhe des Haushalts der Landesverteidigung im allgemeinen und über die damit verbundenen hohen Ausgaben für die japanische Kwantungarmee und für Mandschukuo den F i n a n z m i n ist er Ta k a - haschi veranlaßt, s e l b st eine Kürzung der für Mandschukuo vorgesehenen Gelder anzukündigen. Zu einer Verständigung mit China bereit. Beilegung des mandschurisch-chinesischen Grenzkonflikts. Mukden, 21. Jan. (DNB.) Auf das Der- sprechen der chinesischen Regierung hin, die 2Irmy Sungcheyuas aus dem Tfchachar-Dschehol-Grenzge- biet z u r ü ck z u z i e h e n , hat die japanische Armee ihre angedrohten Maßnahmen zurück g e st e l l t, wodurch der Ausbruch eines neuen Krieges vorläufig vermieden worden ist. Der chinesische Gesandte in Tokio suchte am Montag Außenminister Hirota auf und hatte mit ihm eine länaere Aussprache über die Beziehungen beider Länder. Dabei erklärte Hirota, daß Japan zu einer endgültigen Verständigung mit China bereit sei. Der japanische Gesandte in China, Ariyoschi, wird demnächst zurücktreten. Als Nachfolger werden der jetzt auf Reisen befindliche frühere Botschafter P o s ch i - d a genannt. Sowjet-Rußland verzichtet ans die ostchineffche Zahn. Der Verkauf der Ostbahn abgeschlossen. Tokio, 22. Jan. (DRV.Funkspruch.) Rach einer Verhandlungsdauer von 19 THonafen, während der 40 Hauptbesprechungen stattfanden, wurden am Dienstagvormittag die Verhandlungen über den Verkauf der chinesischen Ostbahn endlich z u m Abschluß gebracht. Die japanische Presse erkennt die Zugeständnisse der Sowjetunion, die alle japanischen Vorschläge angenommen habe, vorbehaltlos an. Sowjetruhland habe mit dem Verkauf der Vahn seine imperialistischen Ziele in Ostasien aufgegeben. Der zum Abschluß gelangte Vorvertrag enthält die Einzelheiten des Aebergangs der Vahn an 2Uan- dfchukuo. Danach tritt die Sowjetunion folgende Werte ab: 1726 Kilometer Bahnstrecke, 2567 Kilometer Telegraphen- und Telephonlinien, das gesamte Bahnmaterial, Fabrikanlagen und umfangreichen Besitz an Ländereien und Wald. Der Gesamtpreis beträgt, wie bereits im Oktober v. 3. grundsätzlich vereinbart, 17 0 Millionen Pen. Lin Drittel dieses Betrages ist in bar zu zahlen, die restlichen zwei Drittel in Waren. Die Zahlungen haben innerhalb von drei Jahren zu erfolgen. Die Hälfte des Varpreises ist bei Unterzeichnung des Vertrages fällig. Der Restbetrag muß mit 3 v. h. verzinst werden, lleber die an Zahlungs statt zu liefernden Waren werden im Laufe der nächsten sechs Monate besondere Verträge abgeschlossen werden. Die Sowjetunion verlangt Reis, Rohseide, elektrische Maschinen und Apparate, Kupfer, Tee, Sojabohnen und anderes, aber keine Waffen. Japan übernimmt die Bürgschaft für alle Zahlungen und wird hierüber eine besondere schriftliche Erklärung an Moskau abgeben. Die Preisfestsetzung für die zu liefernden Waren wird durch eine gemischte Kommission erfolgen. Die chinesische Ostbahn, oder wie sie von japanisch-mandschurischer Seite jetzt bezeichnet wird, die nordmandschurische Bahn, wird mit der Ussuri-Bahn und der Sibirischen Vahn verbunden werden, hierüber folgt ein besonderer Vertrag. Die bei der Vahn beschäftigten fowjetrussl- schen Beamten müssen innerhalb von fünf Monaten nach der Sowjetunion zurückkehren. Vergütungen und Pensionen für diese Beamten werden von der Sowjetunion bezahlt. Der Hauptvertrag über den Bahnverkauf soll im Februar in Tokio unterzeichnet werden. Japan beabsichligt, gemeinsam mit Mandschukuo die gesamte Bahnverwaltung neu zu ordnen. Unter einer neuen Gesellschaft, deren Gründung in Aussicht genommen ist, werden drei Hauptabteilungen gebildet werden, und zwar für das Gebiet der Rordmandschurischen Vahn, der bisherigen Mandschurischen Vahn und der Südmandschurischen Bahn. Amerika und der Haager Schied»- gerichtshof. Washington, 21. Jan. (DNB.) In der Senatsaussprache über den Beitritt Arneri - kas zum Haager Schiedsgerichts Hof betonte Senator Borah, daß sich die Mitglieder des Weltgerichtshofes bei den Verhandlungen über die deutsch-österreichische Zollunion militärischen Rüstung, Ausbildung und Disziplinierung der Armee haben unzweifelhaft weitere und erhebliche Fortschritte gemacht. In zäher Arbeit werden hier unter der Leitung Tschiang-Kaischeks die realen Mittel der Politik geschaffen. Mit Wiedereinführung des Konfucius- kultes und mit der Bewegung „Neues Leben" werden auch moralische Kräfte mobilisiert. Die stille und wenig bekannte technische Mitarbeit des Völkerbundes an der inneren Reorganisierung Chinas durch 'Entsendung von Fachleuten auf den verschiedensten Gebieten, die offenbar das einzige Positive ist, was der Völkerbund leisten kann, ist durch Chinas Nachgeben in der Personenfrage auch weiter gesichert, Japans Angriff darauf abgeschlagen. Wirtschaftlich ist China weiter in die Weltkrise hineingezogen worden und hat sich gegen das zeitweilig gefahrdrohenden Umfang annehmende Abfließen seines Silbers durch Einführung eines gleitenden Zolles auf Silberexport schützen müssen. An der Reorganisation der chinesischen Wirtschaft arbeitet der Wirtschastsrat unter dem früheren Finanzminister T. V. Sung. Der Erfolg wird im wesentlichen von der politischen Entwicklung Chinas und von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängen. Die beiden Führer, die zunächst ein so ungleiches Paar zu sein schienen: Wang Ching-wei und Tschiang-Kaischek, haben sich in einer über- raschenden Weise aufeinander eingespielt. Es kann nicht mehr davon gesprochen werden, daß einer von ihnen eine andere Kombination suchen und den ander ausschalten könne, daß eine Einzeldikbttur erstrebt würde. Ihre Zusammenarbeit hat pch bewährt und hat sie zur Aufstellung eines großzügigen realpolitischen Programms zusammengeführt. Vergeblich wird man darin nach den so oft gehörten höhlen Deklamationen über das Erbe Sun Pat-sens, über einen Feldzug zur Wiedergewinnung der verlorenen Provinzen und anderes suchen. Das Gegebene wird als gegeben genommen und ohne Rücksicht auf eine, vielleicht unbewußt, nach russischem Vorbild geformte, aber unchinesische Ideologie wird staatsmännisch formuliert, was die Forderung des Tages ist. Zum erstenmal wird darin von dieser Seite anerkannt, daß innerhalb diesrs Reiches Verschiedenheiten der Interessen und Aufgaben bestehen, die zum Besten des Ganzen Berücksichtigung verdienen. Es wird von den Aufgaben der Zentralregierung und von den ' Aufgaben regionaler Regierungen gesprochen. Sie gegeneinander abzugrenzen, erklären Wang Ching-wei und Tschiang-Kaischek für die erste und wichtigste Aufgabe. Selbst für die Durchführung der Gesetze sollen nur allgemeine und in sich nicht starre Grundsätze seitens der Zentralregierung ausgestellt werden, die Ausführung aber soll den regionalen Behörden in Anpassung an die örtlichen Bedürfnisse überlassen bleiben. Einheitlichkeit und Stetigkeit der Verwaltung sollen garantiert werden dadurch, daß die Geeignetheit der Beamten nach gemeinsamen Grundsätzen geprüft werden und die Anstellung grundsätzlich nicht auf weniger als drei Jahre erfolgen soll. Wirtschaftspläne und Budgets für die regionalen Aufgaben sollen von den regionalen Regierungen aufgestellt werden. Sie sind zwar der 3entrolr'cgierung zur Billigung vorzulegen, danach ! ober j'dcm Eingriff der Zentralregicrung entzogen, die sich nur das Recht gäegenüicher Kontrolle vor- behält. Die Einnahmequellen der Zentralregierung und der regionalen Regierung sollen arundsätzlich scharf voneinander geschieden werden: solche, die durch Gesetz der einen vorbehalten sind, sollen dem Zugriff der anderen entzogen bleiben. Selbst im Heereswesen soll eine ausschließlich den Zwecken der nationalen Verteidigung dienende und der Zentralregierung unterstellte Armee getrennt gehalten werden von den Truppen der regionalen Regierungen, die regionalen Zwecken — der Polizierung, Befriedung und Banditenbekämp- funq — dienen. Die Zentralregierung behält sich hinsichtlich der letzteren nur das Recht vor, ihre Zahl nach oben zu begrenzen. Die Ausrüstung dieser Truppen, soweit sie aus dem Auslande bezogen wird, soll durch die Zentralregierung erfolgen, um die gleiche Uniformierung zu gewährleisten. Es ist anzunehmen, daß dieses Programm unter dem Eindruck entstanden ist, den Tschiang-Kaischek von der Weite und dem Charakter des Landes erhalten hat, als er im Herbst — zumeist im Flugzeug — die Provinzen Honan, Shensi, Kanfu, Ninghsia, Suiyuan, Chahar, Shantung, Shansi und Hvpei besuchte. Er hat den Weg zu China gefunden, das immer eine große Selbständigkeit feiner Teile — der Provinzen und der unter Vizekönige gestellten Gruppen von Provinzen — und mehrmals in feiner Geschichte selbst mehrer« Hauptstädte, immer aber Kaiserpfalzen an vielen Plätzen gekannt hat. Gefahren, die in der Dezentra- üfation liegen, kann heute die Technik mit Flugzeug, Funkspruch und Rundfunk bannen, wenn an der Zentrale ein starker Wille ist. Da» ist es, was trotz'allem Hoffnung in die Zukunft Chinas zu fetzen rechtfertigt. 0 tigten Potsdams. Sie verweilten dabei einige Z< am Grabe Friedrichs des Großen. S< zu aus o Betriebsappell des Handels in Berlin weilenden Vertreter der franzölandwirtschaftlichen Organisationen besich- am Sonntag die geschichtlichen Stätten Die fischen 2 .eit »eit d n b t fr fi ui 5 da ar iit S 9< Die „Gazeta P o l s k a" schreibt: Dieselben Grunpen — Nationaldemokraten, Sozialisten und Nationale Minderheiten —, die im schlesischen Sejm den Abgeordneten Korlanty schützten, dieselbe Opposition habe jegliche Mitarbeit am Umbau des polnischen Staatssystems und der polnischen Verfassung a b g e l e h n t. Sie strebe nur da- nach, sich gegenseitig die Unverantwortlichkeit und die Straflosigkeit, das Recht zu Mißbrauch und 311 staatsschädigender Haltung zu sichern. Nicht Volk und Freiheit seien ihnen das höchste Gut des Handelns, sondern das Parteiinteresse. Die neue polnische Verfassung, die der Sejm annehmen werde und gegen die die Opposition stimmen wolle, wolle keinen Einparteien st aat schaffen, aber sie werde ein für allemal die Aufteilung des Sta.ates zwischen die Parteien beenden und den Staat über die Parteien stellen. Daher werde alles, was eine Zusammenarbeit zwischen den Bauern Deutschlands und Frankreichs Berlin, 21. Jan. (DNB.) Bei Besprechungen zwischen Vertretern des französischen Bauerntums unter Führung der Herren Augö, Laribe und Achard und dem Reichsnährstand unter Führung des Staatshauptabteilunasleiters Dr. Winter wurde von deutscher Seite zunächst ein Bild von der Organisation und den Methoden der deutschen Marktregelung für landwirtschaftliche Erzeugnisse gegeben. Als außenpolitische Folgerung ergibt sich für das deutsche Bauerntum hieraus die Möglichkeit, nach Maßgabe der innerdeutschen Versorgungslage mit dem Bauerntum anderer Länder freundschaftliche Vereinbarungen über die Einfuhr bestimmter Mengen ausländischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu treffen. Diese Möglichkeit soll zukünftig auch zwischen dem Genf, 21. Jon. (DNB.) Der Vizepräsident des Memelländischen Landtags, Schulrat Meier hat die Signatarmächte des Memelabkommens in einer besonderen Eingabe auf die Auswirkungen des neuen litauischen Staatsschutzgesetzes im Memelgebiet aufmerksam gemacht. Auf Grund dieses Gesetzes ist ein Strafverfahren gegen die Mitglieder des gewaltsam abgesetzten verfassungsmäßigen Direktoriums Schreiber eingeleitet worden. Dr. Schreiber, Wolaahn und Szie- gaud sind unter verschärfte Polizeiaufsicht gestellt worden und dürfen ihre Wohnun- zur Zeit eine größere Anzahl von Schiffen aus deutschen Werften gebaut. Die Aussichten des deutschen Schiffsbaus für das Jahr 1935 sind recht günstig. Der am Jahres- ende vorhandene Auftragsbestand der deutschen Werften war sechsmal so groß wie vor einem Jahre. Der starke Eingang von Neubestellungen gewährleistet den deutschen Schiffsbauwerften noch für längere Zeit eine stetige und gute Beschäftigung. dem politischen Einfluß ihrer Herkunftsländer gebeugt hätten. „In diesem Falle", fuhr Borah fort, „riefen Führer der europäischen Politik die Hilfe des Haager Gerichtes an, um politische Ziele zu erreichen. Das Ergebnis der Entscheidung war bekannt, bevor die Entscheidung bekanntgegeben wurde; Oesterreich und Deutschland mürben gleichsam m i t Knüppeln gezwungen, sie anzunehme n." Das Haager Gericht sei ein beratendes Tribunal, das sich von politischen und wirtschaftlichen Erwägungen sowie von nationalen Gefühlen nicht freihälten könne. Deshalb kämpfe er seit zwölf Jahren gegen Amerikas Beitritt. Memels Kampf um die Autonomie. Das litauische Gtaatsschutzgeseh ein Eondergesetz zur Unterdrückung deS memelländischen Deutschtums. Napoleon ist es das erstemal, daß amtliche französische Vertreter am Sarge Friedrichs des Großen, gestanden haben. Die französischen Bauernführer erkannten seine bäuerliche und kolonisatorische Tätigkeit an. „Zwei Aehren statt einer habe er wachsen lassen." Der Aufschwung des Weltschiffsbaues Deutschland an zweiter Stelle. Kampf um unser Recht. Bei den nächsten Wahlen muß es heißen: Status quo oder Gleichberechtigung für die Deutschen! Zum Teufel mit dem Status quo, dem jetzigen Jammerzustand! Dann wird hoffentlich eine einheitliche deutsche Front die Folgerung aus der bitteren Erkenntnis ziehen: So kann, so darf es nicht weitergehen, unser Kampf richtet sich nicht gegen das tschechische Volk, sondern will Versöhnung der Völker im Staate, aber auf Grund der politischen Gleichberechtigung. Man lädt uns ein, mit unseren anderssprachigen Mitbürgern die tschechoslowakische Nationalhymne zu singen. Wir werden gern mit einstimmen, aber gebt uns vorher unsere Heimat wieder, unser schönes, freies, deutsches Heimatland! Heute wird es uns schwer gemacht, da unsere eigene Scholle bedroht, der Deutsche in der eigenen Heimat be- spitzelt wird und jedes tschechische Postfräulein im deutschen Gebiet sich mehr zu Hause fühlen kann, als der erbeingesessene Bauer, als der Bürger, dessen Vorfahren die Geschicke seiner Stadt bestimmt haben. Gebt uns unsere Heimat wieder, und froh und frei werden wir mit euch singen: Böhmen ist mein Heimatland!" Oer alle Geist in Genf. Die ausländische Presse beschäftigt sich unausgesetzt mit der angeblich in absehbarer Zeit vor sich gehenden Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund. Wir brauchen nicht erneut zu unterstreichen, warum wir von Genf weggegangen sind. Leider müssen mir feststellen, daß zrnischen dem Damals und dem Heute, zrnischen den seinerzeit geübten Methoden, die uns zum Ausscheiden zrnangen, und der gegenmärtigen geistigen Richtung im Bund oft noch kein Unterschied zu erkennen ist. Wir brauchen nach Berneisen für unsere Auffassung nicht lange zu suchen. Eben erst hat der Völkerbund d i e Beschwerde des Für st en Pleß in einer Form behandelt, die ganz gewiß nicht geeignet ist, Sympathien für den Genfer Bund zu wecken. Wir verlangen wirklich nicht, daß Dinge^ die uns als Volk unmittelbar berühren, eine Extrabehandlung erfahren, wir wenden uns aber gegen alles, was sich nicht im Rahmen des Rechtes und der Gerechtigkeit hält. Und das trifft für die Erledigung der Pleßschen Beschwerde zu. Sie ist in Genf im alten Verfahren aufgearbei- t e t worden, also in rein politischem Sinne, während hier mehr denn je das Recht hätte zu Worte kommen müssen. Wie aber kann man sich der Hoffnung hingeben, uns dort wieder zu sehen, wo vom Rechte keine Spur zu finden ist? Triumphiert auch weiterhin der alte Genfer Geist, dem Europa Gutes nicht zu danken hat, dann ist der ausländischen Presse nur zu raten, sich erst f ü r eine Genfer Erneuerung einzusetzen, die für alle weiteren Ueberlegungen und Betrachtungen über das Verhältnis Deutschlands zum Völkerbund maßgebend ist. Am die Selbstverwaltung OstoberMsiens. K a t t 0 w i tz , 21. Jan. (DNB.) Im schlesischen Sejm kam noch einmal die Frage der S e l b st - Verwaltung der Wojewodschaft Schlesien zur Sprache. Der Redner der Regierungspartei bezeichnete den mit Stimmenmehrheit des Sejm erhobenen P r 0 t e st gegen die Eingriffe in die Selbstverwaltung Oberschlesiens als Gipfel des Partikularismus. Es gehe nicht an, daß in ein und demselben Staat zwei gesetzgebende Körperschaften bestünden. Die Erklärungen des Sejm-Marschalls Wollny, der für die Unverletzlichkeit der schlesischen Selbstverwaltungsrechte eintrat, seien daher zurückzuweisen. Aus diesem Grunde sehe die Regierungs- vartei sich genötigt, dem Sejm-Marschall das Mißtrauen auszusprechen. Der Sprecher der Korfanty-Partei vertrat demgegenüber den Standvunkt, daß die Aufrechterhaltung der schlesischen Autonomie nicht nur für die Wojewodschaft Schlesien, sondern für den gesamten polnischen Staat von Nutzen sei. Denn aerade durch die Selbstverwaltung habe Polnisch-Schlesien den Beweis erbracht, daß es im- ""nde sei, d»n Gesamtbelangen des polnischen Staates gerecht zu werden. Polen habe die moralische Vsticht, Schlesien die ihm bisher zugestandenen Rechte weiter zu gewähren. Der Vertreter der Deutschen Partei hob hervor, daß die Erfahrungen der vergangenen Jahre bewiesen hätten, welche Vorteile die Selbst-, verwaltung sowohl für Schlesien als auch für den polnischen Gesamt st aat gebrockt höbe. Niemand leugne, daß Schlesien ein organischer Teil Volens sei und als solcher ber Oberhoheit hpr zentralen aesetzgeberischen Körperschaft unterstehe. Man könne aber ni-mand den Vorwurf machen, daß er gegen die Belange des Staates arbeite, wenn er die Selbstverwaltung der Wojewodschaft Schlesien erhalten sehen wolle. Am Montag konnten die Kauflustigen in ganz Deutschland erst eine Stunde später als sonst mit ihren Einkäufen beginnen. Die Reichsbetriebsgemeinschaft Handel in der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete von einem Berliner Handelsbetrieb aus einen Betriebsappell, an dem sich der gesamte Handel Deutschlands beteiligte. Was bezweckte ein solcher Betriebsappell? Die große Mehrzahl aller Handelsbetriebe beschäftigt nur wenige Angestellte, für die es sich nicht lohnt, den Beginn der Arbeit in feierlicher Weise zu begehen. Grundsätzlich aber ist die Arbeit in Klein- und Mittelbetrieben des Handels derselbe Aufschwung zu zweckvollem Handeln und der gleiche Dien st an der Volksgemeinschaft wie die Arbeit in gewerblichen Großbetrieben. Für die Groß- und Mittelunternehmungen der Industrie hat der Organisationsleiter Dr. Ley neue Formen einzubürgern unternommen, mit denen die tägliche Arbeit eingeleitet und oas neue Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft veranschaulicht werden soll. An Stelle der kalt-mechanischen Kontrolluhr, die für jedes Mitglied der Gefolgschaft den Beginn der Arbeit verzeichnet, aber natürlich keine Werte mit auf den Arbeitsweg gibt, soll eine Begegnung von Führern und Geführten des Betriebs treten, die es gestatten soll, auch etwaige persönliche Spannungen und unerfüllte Ansprüche auszugleichen. Die Menge der im Handel beschäftigten Arbeitnehmer beläuft sich auf mehrere Millionen. Da es unmöglich ist, für die Kleinbetriebe gesonderte Appells abzuhalten, wurde am Montag für eine größere Anzahl von Belegschaften benachbarter Klein- und Mittelbetriebe ein Gemeinschaftsempfang am Rundfunk eingerichtet. Da der Betriebsappell des Handels auf alle deutschen Sender übertragen wurde, erhielt jeder Betriebsführer und jedes Gefolgfchaftsmitqlied im deutschen Handel die Möglichkeit, dem Betriebsappell beizuwohnen und sich mit Millionen seiner Berufskollegen solidarisch zu fühlen. Der Kern des Gemeinschaftsempfangs war eine Ansprache des Organisationsleiters Dr. Ley. Dr. Ley sprach von einem Handelsbetrieb der Berliner Innenstadt aus. Bei der Wahl des Betriebs war Vorsorge getroffen, daß die Anwesenheit des Organisationsleiters nicht geschäftlich ausgebeutet werden konnte. Man hatte daher als Stätte für den Betriebsappell ein nahezu monopolartiges Handelsunternehmen für Uhrmacherbedarf ausgesucht, das allen einschlägigen Betrieben bekannt ist und daher jeglicher Propaganda entraten kann. Es gab eine Zeit, da sagte man dem Nationalsozialismus nach, er sei dem Handel grundsätzlich feindlich gesinnt und betrachte ihn bestenfalls als ein notwendiges Uebel, das zwar in beschränktem Umfang geduldet, aber doch nach Möglichkeit eingeschränkt werden müsse. Diese Ausstreuungen sind durch die gesetzgeberischen Akte der nationalen Regierung während der letzten zwei Jahre gründlich widerlegt worden. Nicht einmal eine grundsätzliche Bankenfeindschaft wagt man dem Nationalsozialismus mehr anzudichten. Im Gegenteil ist in den zwei Jahren, die seit dem Umbruch verflossen sind, für den Handel mehr geschehen, als in den vorhergehenden zwei Jahr- Dle statlftischen Uebersichten, die in Lloyds Register of Shipping veröffentlicht werden, zeigen am 31. Dezember 1934 einen kleinen Rückgang der Auftragsbestände des Weltschiffbaus gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahrsende an. Während am 30. September ein Auftragsbestand von 296 Schiffen und 1,31 Millionen Brutto-Registertonnen festgestellt worden war, betrug dieser am Jahresende nur 271 Schiffe von insgesamt 1,25 Millionen Bruttoregistertonnen. Aber dieser Rückgang ist wohl mehr auf Zufälligkeiten der Zählung zurückzuführen. Betrachtet man die Entwicklung auf längere Sicht, so haben sich die Auftragsbestände des Weltschiffbau während des ganzen Jahres 1934 f a ft ständig erhöht. Sie betrugen Ende 1933 nur 0,75 Millionen Bruttoregistertonnen, haben sich also im Verlauf des Jahres 1934 um fast zwei Drittel vermehrt. Zweifellos hat sich die Lage im Weltschiffbau auch im vierten Quartal 1934 weiter g c = bessert. Das beweist u. a. die Zunahme der eingegangenen Neubestellungen, die gerade im letzten Viertel des Jahres mit 400 000 Tonnen besonders hoch war. Doch wird ein Teil dieser Neubestellungen erst im laufenden Vierteljahr in Arbeit genommen werden und ist darum noch nicht unter den Auftragseingängen des Jahres 1934 verbucht morden. Allerdings verteilt sich der Aufschwung der Schifss- deutschen und französischen Bauerntum ausgenutzt werden. Zu diesem Zweck werden gemischte deutsch-französische Landwirtschaftskommissionen eingesetzt, die die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit klären sollen. Aus der bevorstehenden Rückgliederung der Saar ergibt sich für diese Ausschüsse die Aufgabe, eine möglichst reibungslose Abwicklung der Übergangszeit nach der Rückgliederung herbeizuführen. Zu diesem Zweck sollen alsbald gemischte deutsch-französische Ausschüsse aus Sachverständigen auf dem Gebiete der Milch- und Molkereiwirtschaft, des Obst- und Gartenbaues einschließlich der Kartoffelwirtschaft und der Vieh-, Fleischund Fettwirtschaft zusammentreten. Die v e t e r i - när- pflanzenpolizeilichen Bestimmungen sollen in beiden Ländern auf das unbedingt Notwendige beschränkt werden. Die bisherige Belieferung des Saargebiets mit leicht verderblichen und schwer transportfähigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen der benachbarten französischen Gebiete soll keinesfalls von heute auf morgen abgedrosselt werden unter der Voraussetzung, daß Vereinbarungen auch eine Ausfuhr saarländischer Erzeugnisse nach Frankreich ermöglichen. b e d r 0 h f, die „die litauischen Interessen schädigen, das litauische Nationalbewußtsein einschläfern oder schwächen, den Forderungen der litauischen Regierungsbehörden nicht nachkommen, wenn daraus eine Schädigung der litauischen Interessen entstehen kann." Das „Vergehen" des Direktoriums Schreiber besteht darin, daß es im Frühjahr 1934 den Schulleitern des M e m e lg e b i e t e s eine Verfügung hat zugehen lassen, wonach ber vom litauischen Gouverneur widerrechtlich mit ber Aufsicht über die autonomen Schulen bes Memelgebietes beauftragte litauische Schulreferent nicht ohne Genehmigung des Di- rektoriums dem Unterricht in den memelländischen Schulen beiwohnen sollte. Mit dieser Verfügung hat bas Direktorium Schreiber nichs anderes getan, als den autonomen Standpunkt gegenüber dem Gouverneur verteidigt. Das eingeleitete Strafverfahren zeigt, daß die Verteidigung der autonomen Rechte durch die verfassungsmäßige Vertretung der Bevölkerung im Memelgebiet auf Grund des litauischen Staatsgesetzes als staatsfeindlich behandelt wird. Damit wird auch der Zweck dieses für das Memelgebiet geschaffenen litauischen Sondergesetzes offenbar, nämlich es den Memelländern unmöglich zu machen, sich gegen die Uebergriffe der litauischen Behörden zu wehren. Wiederaufnahme des Memelländer Prozesses. K 0 w n 0, 21. Jan. (DNB.) Nach fast zweiwöchiger Unterbrechung wurde der Prozeß gegen die Memelländer wieder aufgenommen. Das Interesse für die Verhandlung ist nur sehr gering. Die Verhandlung begann mit der Vernehmung eines Zeugen zum Falle Jesuttis. Der Zeuge, der mit Jesuttis ad)t Jahre lang in einem Amtszimmer tätig war, schilderte diesen als einen jähzornigen, nachtragenden und leicht reizbaren Meuchen, der wegen seiner dauernden Beschwerden bei seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern nicht beliebt war. Wegen seines mehrmaligen Par- t e i w e ch s e l s hatte man auf keiner Seite mehr Vertrauen zu ihm. Davon, baß Jesuttis die Befürchtung geäußert habe, man könne einen Anschlag gegen ihn verüben, sei ihm nichts bekannt. Zwei Zeugen, die die Leiche von Jesuttis auffanben, erklärten, baß die Leute in der Umgebung des Ortes, an dem man die Leiche auffand, davon gesprochen hätten, Jesuttis sei ertrunken. Die Vernehmung brachte keine Anhaltspunkte für die Behauptung der Anklage, daß die Leiche des Jesuttis an bestimmter Stelle in den Jura-Fluß gern orf en worden sei. Die Zeugen machen über die Richtung der Spur vollkommen von einander abweichende Angaben. Der 18jährige Zeuge Herbert Kramer bestritt die Richtigkeit seiner Angaben vor dem Untersuchungsrichter. Die Protokolle habe er unterschrieben, weil er fürchtete, sonst ins Gefängnis zu kommen. Das Deutschtum im Valtikum. Gegen lettische Verleumdungen. R i g a , 21. Jan. (DNB.) Im Zusammenhang mit einem in der lettischen Zeitung „Jaunakas Sinas" erschienenen Aufsatz, der sich g e g en das baltische Deutschtum richtet und besonders dem Deutschtum in Lettland mangelnde Treue vorwirft, veröffentlicht der Präsident der deutschen Spitzenorgane in Lettland, Rechtsanwalt von Rüdiger, in der „Rigaschen Rundschau" eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Unserer Gefolgschaft kann ber Leiter unseres Staates gewiß sein. In bem Bewußtsein bieser unserer Bereitschaft, unserem Staat zu dienen und seiner Leitung zu folgen, wollen wir nicht verschweigen, daß alle gegen uns Deutsche gerichteten Maßnahmen, wie sie in den „Janaukas Sinas" propagiert werden und uns z u Bürgern zweiter Kategorie machen wollen, uns mit schwerster Sorge erfüllen. Zu solchen Maßnahmen haben wir keinen Anlaß gegeben. Die kulturelle Verbunden- heit mit dem deutschen Volk werden und wollen wir nicht verleugnen. WirsindDeutsche und wollen Deutsche bleiben. Wir wollen unsere Kinder als Deutsche und als treue lettländische Staatsbürger er« ziehen. Dahin gehen unsere Bemühungen, nicht um uns vom Lettentum abzuschließen, sondern um in uns Werte zu erhalten, die allein unser Beitrag an Lettlands Volk sein können, Lettlands Volk, das dazu berufen ist, im Osten ein Bollwerk abendländischer Kultur zu sein. So Darf es nicht weitergehen! Auch dieSudetendeutschen kämpfen um ihre Gleichberechtigung. P r a g, ^1. Jan. (DNB.) Der durch sein tapferes ; Eintreten für die Sudetendeutschen bekannte christlich-soziale Senator, Universitätsprofessor Dr. H j l. genreiner hat in einer Marienbader Dersamm- ; hing bemerkenswerte Ausführungen gemacht, die : ihm von tschechischer Seite bereits die gehässigsten Angriffe eingetragen haben. Der Senator sagte u. a.: Die Sudetendeutschen sind loyale Staats- < b ür g er und haben das volle Recht auf Gleich- i berechtigung. Wenn diese ihnen bisher nicht gewährt 1 wurde, [o bleibt nichts anderes übrig, als ber : gen nicht verlassen. Ihnen wird zur Last gelegt, sich gegen bas litauische Staatsschutzgesetz vergangen haben, bas alle mit vierJahren Zuchtha einnahme auslänbischer Schiffbau- a u s t r ä g e zurückzuführen. Das ist beshalb außer- orbentlich wichtig, weil ber Bau von Schiffen auf deutschen Wersten für ausländische Rechnung den Eingang von Devisen fordert. Außerdem aber ist ber Schiffsbau ein wertvolles Mittel zur Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit. Denn er gibt nicht nur ben Werften, fonbern auch zahlreichen Roh st offin du st rien Beschäftigung. Namentlich für norwegische Rechnung wird baufätigfeit nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Länder. Er war groß t n England und Deutschland, während in Holland, Japan, Italien und in den Vereinigten Staaten eine Verringerung der Neubautätigkeit eingetreten ist. Daß allein in Großbritannien 212 Schifffe von insgesamt 517 000 Bruttoregistertonnen neu in Auftrag gegeben worben sind, kann angesichts der führenden Stellung, die England in der Weltwirtschaft und auch im Weltschiffsbau einnimmt, nicht überraschen. Auffällig ist dagegen, daß im Jahre 1934 in den Vereinigten Staaten nur 64 Schiffe von insgesamt 58 000 Tonnen neu in Auftrag gegeben worden sind. Damit bleiben die Vereinigten Staaten inbezug auf die Schisfsbautätigkeit selbst hinter weit kleineren Ländern wie Dänemark und Schweden beträchtlich zurück. Bemerkenswert ist ferner der ft arte Aufschwung des deutschen Schiffsbaus. Auf den deutschen Werften betrug der Neueingang von Bestellungen im Jahre 1934 insgesamt 72 Schiffe von 173 000 Tonnen. Damit steht Deutschland unter den Schiffbauländern an zweiter Stelle. Die Zunahme des Auftragsbestandes ber beutschen Werften ist nicht nur auf ben lebhaften Eingang pon Bestellungen ber beutschen Seeschiffahrt, sondern in besonderem Maße auf die vermehrte Herzehnten. Es war die größte Handelsfeindschaft, wenn die früheren Regierungen es zuliehen, daß z. B. der Einzelhandel von berufsfremden und fachlich ungeeigneten Elementen überflutet wurde. Anderthalb Jahre Neugründungsfperre im Einzelhandel hat die Ueberfetztheit dieses Berufsstandes erheblich gemindert und sogar wieder die Möglichkeit neuen gesunden Zuzugs geschaffen. Worin der Handel grundsätzlich unter anderen Wirtschaftsgruppen zurückstand, war der geringe Zusammenhang zwischen den einzelnen Berufsangehörigen. Das erschwerte es, den neuen Geist von Arbeitswürde und Betriebskameradfchaft zur Geltung zu bringen, der sich in Unternehmungen mit Dutzenden, Hunderten oder sogar Tausenden von Betriebsangehörigen mühelos pflegen ließ. Der Betriebsappell beim Handel kann und soll keine regelmäßige Einrichtung werden. Dagegen spricht schon der große Zeitaufwand, der notwendig wäre, um die Angehörigen zahlreicher Kleinbetriebe so zusammenzufassen, daß der Appell eindrucksvoll wurde. Trotzdem können von dem einmaligen Betriebsappell Beziehungen ausgehen, die mindestens die Belegschaften benachbarter Handelsbetriebe einander näherbringen. Die Beteiligung des ganzen deutschen Volkes am Betriebsappell des Handels, wie sie durch Verbreitung ber Feier auf alle deutschen Sender sichergestellt war, wird bei den Berufsangehörigen des Handels das Gefühl steigern, daß sie im neuen Deutschland durchaus nicht als ein notwendiges Uebel, sondern als vollwertige Glieder in der P r 0 d u k t i 0 n s g e- meinschaft der Nation anerkannt sind. Als der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Lehmann am Montag dem Organisationsleiter Dr. Ley die Zahl der zum Appell Versammelten meldete, wird auch den Unkundigen im Volk das Verständnis über die zahlenmäßige und wirtschaftliche Bedeutung des Handels und der in ihm arbeitenden Volksgenossen aufgegangen sein. Ist die starke Zersplitterung des Handels in Mittel- und Kleinunternehmungen für die Zusammenfassung der Menschen unter größeren Gesichtspunkten und höheren Ideen ein Nachteil, so ist das Fehlen starker sozialer Gegensätze, wie sie besonders in Großbetrieben der Industrie bestehen, ein ausgesprochener Vorteil. Im Handel ist wie im Kleingewerbe (Handwerk) die Wertung der persönlichen Leistung leichter als im industriellen Großbetrieb. Häufig ist sogar die persönliche Tüchtigkeit des einzelnen Gehilfen von ausschlaggebender Bedeutung für das wirtschaftliche Gedeihen des Unternehmens und damit für die Aufrechterhaltung der betreffenden Produktionsstätte Anderseits kommen Berufserfahrungen, die im einzelnen gewonnen werden, nur langsam zur Kenntnis der Gesamtheit. Die Folge davon ist auf der einen Seite große Uneinheitlichkeit in den Arbeitsmethoden und auf der anderen Seite eine besondere Schwierigkeit bei der Durchsetzung technischer Fortschritte. Es wäre natürlich zuviel verlangt, wenn man von einem einmaligen Betriebsappell im Handel eine Wandlung auf diesem Gebiet erwarten wollte. Zunächst galt es aber einmal, die Menschen in dieser großen vielverzweigten Berufsgruppe einander näherzubringen und ’m ihnen das Gefühl für ihre Zusammengehörigkeit lebendig zu machen Partei im alten Vorkriegssinne dieses Wortes gewesen sei, zerbrochen, vernichtet und begraben werden. Ein altes Unrecht wieder gut gemacht. Die deutsche evangelische Gemeinde in Kairo hat nach langwierigen Verhandlungen ihre Kirche und ihr Gemeindehaus sowie einen wesentlichen Teil ihres Vermögens z u - rückerhalten. Der gesamte Besitz der Gemeinde war während des Krieges von den Engländern beschlagnahmt worden. Nach dem Kriege waren die Engländer zwar zur Rückgabe der Kirche bereit, aber da sie in diesem Angebot einen „Gnadenakt" sahen, der weitere Forderungen ausschloß, lehnte die Gemeinde ab und hielt ihren Rechtsanspruch auf ihren Gesamtbe- s i tz ausdrücklich aufrecht. Im Jahre 1933 wurden dann weitere Verhandlungen geführt, bei denen der Vorsitzende des Internationalen Missionsrates und andere englische Missionsmänner die Vermittlung übernahmen. Jetzt endlich ist es gelungen, der deutschen evangelischen Gemeinde Kirche, Pfarrhaus und Schule sowie einen wesentlichen Teil ihres Vermögens zurückzugeben. Diese Nachricht ist um so erfreulicher, als' die englische Regierung früher ihre ablehnende Haltung mit den Bestimmungen des Versailler Vertrages begründet hatte. General Lihmanns 85. Geburtstag. Der Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, hat dem General der Infanterie Li tz m a n n aus Anlaß seines heutigen 85. Geburtstages durch einen Offizier folgendes Glückwunschschreiben überreichen lassen: „Ew. Exzellenz übermittele ich meine und der Wehrmacht aufrichtigsten Glückwünsche zur Vollendung des 85. Lebensjahres. In den Herzen der alten Frontsoldaten lebt d i e Erinnerung an die ruhmvollen Tage von Brzeziny.Kowno und Wilna fort und wird als verpflichtendes Vermächtnis der alten Armee und ihrer Führung stets lebendig bleiben. Ew. Exzellenz, dem erfolgreichen Heerführer des Weltkrieges, aber auch dem leidenschaftlichen Vorkämpfer für Deutschlands Wiedergeburt ist es vergönnt, am heutigen Tage die Glückwünsche des wieder geeinigten deutschen Volkes entgegenzunehmen. Möge es Ew. Exzellenz vom Schicksal beschieden sein, den weiteren Aufstieg des Vaterlandes in Ehre, Kraft und Frieden zu erleben. Mit diesem Wunsche und Heil Hitler! bin ich Ihr stets ergebener gez. von Blomberg Generaloberst." Glückwünsche für General Lihmann. Am heutigen 85. Geburtstag des Siegers von Brzeziny sprachen im Namen der damals von ihm geführten 3. Garde-Jnfanterie-Division und aller Mitkämpfer der Durchbruchsschlacht Generalleutnant von Roeder als letzter Kriegskommandeur der Division und Hauptmann Krukenberg als früherer Ordonnanzoffizier des Generals Litzmann diesem unter Ueberreichung einer Ehrengabe ihre Glückwünsche aus. Hinrichtung des kommunistischen Mörders Hahn. Am 22. Januar 1935 ist auf dem Hofe des Untersuchungsgefängnisses in Breslau der vom Schwurgericht Breslau zum Tode verurteilte Paul Hahn aus Breslau h i n g e r i ch t e t worden. Die Hin- Gprachenkrieg in Finnland. Am 6. Dezember 1917 schüttelte mit deutscher Hilfe Finnland das r u s s i s ch e I o ch ab, seit dem Frühjahr 1918 ist der Kampf gegen den Bolschewismus in Finnland mit den schärfsten Mitteln durchgeführt worden. Aber die Finnen sind, bevor sie russisch wurden, schwedisch gewesen und seitdem kämpfen die Finnen um ihre Sprache. Als im 13. Jahrhundert die Schweden in das damals noch unzivilifierte Finnland einbrachen, fanden sie eine ugrische Rasse vor, die der überlegenen schwedischen Kultur erst langsam erschlossen werden mußte. Es herrschte schwedisches Recht, es herrschte schwedischer Handel, und während die finnischen Bauern ihre Sprache treu behielten und sich ihre Eigenart bewahrten, wurde die Bildung schwedisch. Im Jahre 1640 gründete der schwedische Generalgouverneur Per Brahe eine schwedische Akademie in Abo, und Königin Christine versah sie mit guten Lehrern. Als 1808 d i e Russen sich Finnlands bemächtigten, blieb zunächst alles beim alten, bis 1827 mit dem größten Teil der Stadt auch die Universität abbrannte. Sie wurde nach Helsingfors verlegt und in den 70er Jahren schien die Universität Helsingfors rein schwedisch zu werden. Aber inzwischen waren die eigentlichen Finnen schon so zivilisiert worden, daß sie das Recht auf ihre Sprache mit Nachdruck verteidigten. Im ganzen Lande spricht ungefähr ein Zehntel der Bevölkerung schwedisch, neun Zehntel dagegen sprechen finnisch, und dieser Sprachgegensatz beherrscht das ganze innerpolitische Leben. Die jetzigen Kundgebungen in Helsingsfors, die Streiks an der Universität haben den Zweck, d i e F i n n i s i e r u.n g der U n i v e r s i t ä t zu erreichen, während der finnische Reichstag einer Versöhnungspolitik das Wort redet. Dieser Sprachenstreit ist aber zugleich ein Ausdruck der geographischen Lage. Die schwedisch sprechenden Finnen wohnen meist an der W e st k ü st e und ihre Verbindung mit dem Auslande hat sie derart beweglich gemacht, daß sie nicht nur in den intellektuellen Berufen, sondern auch im finnischen Offizierskorps eine stärkere Vertretung haben, als ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. Diese Tatsache hat den Sprachenstreit nicht nur auf die Universität begrenzt, sondern auch in der Armee ist es zu heftigen Kämpfen gekommen, wobei nur mit Mühe äußerlich die Ruhe wiederhergestellt wurde. Die Finnen sind im Kampf um ihre Sprache durchaus von jenem Gedanken getragen, den vor hundert Jahren Arvidson, ein schwedisch sprechender Finne, aussprach: „Schweden sind wir nicht, Russen sind wir nicht, also müssen wir finnisch werden." Im Jahre 1835 erschien in finnischer Sprache das nationale Epos Kalevala, 1863 wurden Schwedisch und Finnisch Amtssprache, alle anderen Gesetze über die Sprachbehandlung laufen darauf hinaus, daß die Mehrheit der Bevölkerung eines Bezirks entscheidet. Demgemäß wurde auch zunächst im Universitätsgrundgesetz von 1923 festgesetzt, daß 90 finnischen 25 schwedische Dozenten gegenüberstehen, aber die von einem lebhaften Nationalgefühl erfüllte akademische Jugend will radikal die Finnisierung der Universität und verweist darauf, daß für die Schweden die wiedergeöffnete Akademie in Abo vorhanden ist. richtung stellt die Sühne für den Mord an dem Stahlhelmmann Gustav Müller dar, der am Abend des 30. Januar 1931 im Anschluß an die Skagerrakfeier des 12. Reichsfrontsoldatentages von Hahn erschossen wurde. Müller ist, als er in der letzten Reihe einer Fahnengruppe des Stahlhelms marschierte, von einer größeren kommunistischen Menschenmenge überfallen, zu Boden geschlagen und mit Fäusten, Knüppeln, Gummischläuchen und Dolchen schwer m i ß - handelt und verletzt worden. Als die Menge auf einen Warnruf „Weg! Feuer!" beiseite trat und Müller sich mühsam wieder aufzurichten versuchte, gab Hahn auf ihn drei Schüsse a b, von denen einer den alsbaldigen Tod zur Folge hatte. Der preußische Ministerpräsident hat von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrau ck gemacht, da die Tat an dem wehrlos am Booen liegenden schwer mißhandelten Stahlhelmer einen besonder s rohen und feigen Mord darstellt. Kleine politische Nachrichten. Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht vollendet am 22. Januar sein 58. Lebensjahr. * Der Völkerbundsrat nahm von der französischen Denkschrift über internationale Fürsorge für die S a a r e m i g r a n t e n Kenntnis und beschloß, daß der Berichterstatter für Flüchtlingsfragen, der Vertreter Mexikos, im Mai Vorschläge unterbreiten soll. Der Generalsekretär des Völkerbundes hatte darauf hingewiesen, daß für die finanziellen Forderungen der französischen Denkschrift keine Kredite vorhanden seien. * Das Erfordernis einer besonderen Einreisegenehmigung für das Saargebiet für die Zeit vom 27. Dezember 1934 bis 26. Januar 1935 wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben. * Der Völkerbundsrat hat seine 84. Tagung beendet. Die Frage der Entschädigung für die während des Weltkrieges von England beschlagnahmten finnländischen Schiffe wurde einem Juristenausschuß überwiesen, der prüfen soll, ob es zweckmäßig ist, das Schlichtungsverfahren fortzusetzen, was vori England bestritten wird. An den gleichen Ausschuff^wurde auch die schweizerische Entschädigungsforderung aus dem Weltkriege verwiesen. In der Beschwerde des Irak über persische Grenzverletzungen sollen die Schlichtungsbemühungen bis zur nächsten Ratstagung fortgesetzt werden. * Havas berichtet aus Dschibuti (Franz. Somaliland), daß ein französischer Admini- st r a t o r, 18 Mitglieder der französischen Miliz und 28 Somalileute auf französischem Gebiet bei einem Raubzug von Stämmen aus dem abessinischen Grenzgebiet ermordet worden sind. * In Patras (Peloponnes) fand eine große P r o- teftkundgebung gegen die Unterdrückung der griechischen Bevölkerung auf den Italien gehörigen Dodekanes statt. Italienische Faschisten versuchten die Kundgebung zu stören. Die erregte Menge stürzte sich auf sie, und nur das Einschreiten der Polizei schützte sie vor dem Gelynchtwerden. Aus aller Wett. 2000.— R2U. Geldstrafe für unsozialen Detriebsführer. Vor dem Arbeitsehrengericht für den Treuhänderbezirk Südwest-Deutschland fand ein ehrengerichtliches Verfahren gegen E. P. F., Röhrengroßhandlung in Waiblingen (Württemberg), statt. Der Angeklagte war beschuldigt, als Betriebsführer unter Mißbrauch feiner Machtstellung im Betrieb böswillig die Arbeitskräfte seiner Gefolgschaftsangehörigen ausgenutzt und ihre Ehre gekränkt zu haben, indem er keine geordnete Arbeitszeit einhielt und die Gefolgschaftsangehörigen mit beleidigenden Ausdrücken belegte, auch teilweise unter Tarif bezahlte. Außerdem soll der Betriebsführer des öfteren betrunken in feinem Geschäft gewesen sein und auch in sittlicher Beziehung sich nicht ganz einwandfrei benommen haben. Das Arbeits-Ehrengericht erkannte auf eine Geldstrafe von 2000.— RM. und Tragung sämtlicher Kosten. Nur weil es sich um einen kleineren Betrieb handelte, wurde davon Abstand genommen, die Aberkennung der Befähigung „Führer eines Betriebes zu sein" auszusprechen. Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt in Vertin. Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt hält in den nächsten Tagen in der Reichshauptstadt ihre 23. Mitgliederversammlung ab. Die Tagung begann mit einer Sitzung des Vor- standsrates. Unter den Teilnehmern, die Geheimrat Schütte begrüßen konnte, befanden sich u. a. Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums, des Reichspostministeriums, des Reichswehrministeriums, des Deutschen Luftsportverbandes, der Luftfahrtindustrie und der Technischen Hochschule. Bei einem Begrüßungsabend im Adlon konnte Ge- heimrat Schütte u. a. den Senior der deutschen Luftfahrt Professor P a r s e v a l begrüßen. Geburtstagsfeier im hause der „Lindenwirtin". Das alte Gasthaus „Zur L i n d e n w i r t i n" in Godesberg übte in diesen Tagen eine besondere Anziehungskraft aus. Arn Vorabend des 75. Geburtstages der Inhaberin Aennchen Schuhmacher, der viel besungenen „Lindenwirtin" fanden sich der Bürgermeister des Ortes und viole andere Persönlichkeiten im Gasthaus ein, um der Lindenwirtin ihre Geburtstagswünsche zu überbringen. In herzlichen Worten wandten sich Bürgermeister Ales und ein Vertreter der Bonner Studentenschaft an das Geburtstagskind. Tief bewegt nahm Aennchen Schuhmacher die Glückwünsche entgegen. Der älteste Offizier der alten österreichischen Armee gestorben. In Wels (Oberösterreich) st a r b der älteste Offizier der alten österreichischen Armee, General der Infanterie von Hirsch, im Alter von 10 0 Jahren. Sühne für den Word von Piktupönen. Das Reichsgericht verwarf antragsgemäß die von dem Angeklagten Emil Dobels gegen das Urteil des Tilsiter Schwurgerichts vom 28. 9. 1934 eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist Dobels wegen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen rechtskräftig zweimal zum Tode unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit und wegen versuchten Mordes zu 10 Jahren Zuchthaus rechtskräftig verurteilt. Der Angeklagte war, wie seinerzeit gemeldet, in der Nacht zum 29. 11. 1932 gemeinsam mit zwei litauischen Komplizen in die Wohnung des Gastwirts Gennees in Piktupönen (Memelgebiet) eingedrungen. Als die Familie um Hilfe rief, erschossen die Räuber die Ehefrau FranckSpezial 80 einschlägige Geschäfte in Giessen verkaufen Diese seine Kaffeewürze in Grießform -ient zur Verfeinerung und Verbilligung Ihres Kaffeegetränkes, sei es aus öohnenkaffee, Malzkaffee oder anderem Getreiöekaffee hergestellt. - Franck Spezial ist ein feiner, trockener, grießförmiger und recht ergiebiger Kaffeezusatz von hohen werten. 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Die beiden litauischen Mörder S m e t o n s und Josupeit wurden bereits 1933 vom Memeler Schwurgericht zum Tode verurteilt. Da ihre Revisionen vom Obersten Tribunal in Kowno verworfen wurden, sind die beiden Todesurteile rechtskräftig geworden. Vor dem litauischen Gericht wurde die Mittäterschaft Dobels festgestellt, der jetzt von dem deutschen Gericht ebenfalls rechtskräftig zum Tode verurteilt worden ist. Verwegener Raubüberfall auf einen Bahnpostwagen. sondern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I - Lichtbilder undBewerbungsunter» (Sichen, msD Mittw.,23.Jan.« 19.30 b. 22 Uhr 15.Mittw.-Abon. Gewöhn!. Prelle Ein Volksfeind. Schauspiel tn 5 Akten v. Henrik Ibsen. llllllUiUlllUilUUllUllU Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beidem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Weisel sagen wir unseren innigsten Dank. In tiefer Trauer: Heinrich Rinn X. und alle Angehörigen. Heuchelheim, den 22. Januar 1935. stöD Dr E. Kaufmann, Berlin. Vorzustellen beute Dienstag von 17 bis 18 Uhr, int Gasthof Deutscher Mittwoch, 30.1. findet im Stadttheater für die Kameraden und ihre Famil. eine Sondervorstellg. beziehbar. 38iD Näh. A. Becker, I!N,UN,NN>IN"INN'"'"'."NM,»I""'"INNIIIIN Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzella veröffentlicht MiHllUIIIIIIUIIUIUIlllimUmilUIMHIIIIUIlllUllU Preis, sind möglichst geschlossen v. den Vereinen bis 27. 1. 35 an der Theaterkasse anzufordern.37iv Arbeitsgemein- scha ft d.Militär- uHtgts.-Vereme Giekeu» sicht, sie lebendig zu bergen. Grubenunglück in Serbien. — 12 lote, 12 Verletzte. Bei Sajetschar in Serbien ereignete sich infolge einer Gasexplosion ein Grubenunglück. Im Augenblick der Explosion waren mehrere hundert Bergarbeiter unter der Erde. Der Grubenbesitzer ist der ehemalige Minister George Gents chit sch. Die amtlichen wie die privaten Jnsor- matiovrn lauten dahin, daß die Zahl der Opfer 24 nicht übersteigt. Davon ist die Hälfte tot, die anderen konnten mit mehr oder minder schweren Verletzungen geborgen werden. Aus Belgrad ist ein Untersuchungsausschuß nach Sajetschar abgereist. Grubenexplosion in Pennsylvanien. — Bisher acht Tote geborgen. Dec kaUe griff Am heißen Aluminium-Topf — der kalte Griff. Das gibtes. Und zwar bei dem starkwandigen Aluminium-Geschirr. 10 mal länger hält es als das papierdünne Aluminium. Denken Sie daran, wenn Sie Jetzt wieder Geschirr brauchen. Gehen Sie dann zu gesucht. 0288 Lmtwirischaft llllllllllllllllllllilllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her xu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert! Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 ■IIIIIIIIIIUIIIIIIIIIII od. früher haben rvir eine nett liegen, obwohl längst der junge türkische 6taal die Eigentumsfolge dieser Herrlichkelten angetreten hat. Und dieser niederländische Sämann, .der von Berufs wegen mit Schätzen und Edelstemsamm- lungen aller Art ständig zusammenkommt. weiß wahre Wunder zu berichten von den unermeßlichen Herrlichkeiten, die dort im Laufe der Jahrhunderte angesammelt wurden und jetzt der Verwertung harren. Um nur ein Beispiel zu nennen: hie toone Sultan Murads H. ist bedeckt mit 20000 Perlen und 40 000 Rubinen und Diamanten. Em Prunkstück der Schatzkammern ist der groß t e Smaragd der Welt. Er mißt 30 Zentimeter m her Länge, 14 Zentimeter in der Breite und 5 Zentimeter in der Höhe. Der Geldwert der gesausten Kleinodien ist gar nicht zu fassen. Man erwar- et, daß sich der Staat dieser brachliegenden Kapitalien annehmen wird, die nutzlos angehäuft worden sm- und an denen das Blut und die Tränen unzähliger Menschen hängen. Der Gashahn als Kleiderhaken. — Durch Leichtfertigkeit ums Leben gekommen. Der Goldschmied Saling aus Oberstein-Jdar wurde in seiner Wohnung durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Er hatte den G a s h a h n a l s G ar. derobehalter zum Aufhangen des Rockes benutzt und chn wahrscheinlich vor dem Zubettgehen geöffnet. Elly Beinhorn und Thea Rasche wieder in der Heimat. Zu Ehren der aus dem Auslande zurückgekehrteck deutschen Weltfliegerinnen Elly Beinhorn uns Thea Rasche fand in Hamburg ein Empfang statt. Die beiden Fliegerinnen dankten für den herzlichen Empfang in der Heimat. Anschließend plau- derte Elly Beinhorn über die Eindrücke ihres letzten großen Amerikafluges. Sie habe überall em starkes Anwachsen der Sympathien für das neue Deutschland feststellen können. Spende eines Franzosen für da» whw. Ein französischer Arzt, der während M Besatzungszeit in Kaiserslautern tätig war, hat Vieser Tage aus Tunis der Stadt Kaiserslautern für das Winterhilfswerk den Betrag von 150 Mark überwiesen. Wettervoraussage. Einen anständ. kräftigen Lehrjungen für Ostern gesucht. 377D Feinbäckerei König & Söhne Bad-Nauheim Kcirlstraße 13. In den Hafenanlagen her großen japanischen Ha- fenstadt Kobe ist ein Großfeuer ausgebrochen, das elf Schuppen mit Reis vernichtete. Erst nach mehrstündiger Bekämpfung konnte das Feuer gelöscht werden. Man vermutet Brandstiftung. Die Polizei hat mehrere verdächtige Personen festgenom- men. Lin französischer Viehtransportzug verunglückt. In der Röhe von Versailles e n t g l e i st e in einer der vergangenen Nächte ein GüterZug, der Schlachtvieh in die Pariser Schlachthofe bringen sollte. Mehrere hundert Stück Vieh wurden getötet ober so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle abgeschlachtet werden mußten. Menschen kamen nicht zu Schaden. Verstaubte Schätze. Seit Jahren schon steht der prunkvolle S u l- tanspalast in Istanbul verwaist Es ist längst entschieden, daß hier niemals wieder das geruhsame Leben eines exotischen Hofes einkehren wird; niemals mehr werden feiste Eunuchen und entsagungsvolle Haremsdamen die weiten Hofe be- Völkern. Aber wer der Ansicht wäre, daß es gar nichts mehr gäbe, was außer einem entsetzlichen Staub und einem erstaunlichen Schmutz noch an dem ehemalichen Stammsitz der Nachkommen des Propheten bemerkenswert wäre, der irrt sich. Ein holländischer Juwelenhändler kann davon ein Lied sinden. An ihn erging jungst das Ersuchen, sich einmal der grandiosen Schätze an Juwelen und Kleinodien anzunehmen, die hinter den meterdicken Mauern der Schatzkammern noch heute ausgesta- Auf der sechsten Sohle des etwa 20 Kilometer von Pottsville (Pennsylvanien) entfernten Kohlenbergwerks Gilberton ereignete sich aus noch nicht bekannter Ursache eine Explosion. Ueber 20 Bergleute wurden verschüttet. Rettungsmannschaften sind an der Arbeit, die Verunglückten zu bergen. Die Explosion hat bis jetzt acht Todesopfer gefordert. 50 Bergleute wurden mit zum Teil lebensgefährlichen Rauchvergiftungen geborgen. Von den 30 auf der sechsten sohle, dem Explosionsherd, beschäftigten Bergarbeiter konnte noch niemand gerettet werden. Die Bergungsarbeiten gehen fieberhaft weiter. Der ganze Schacht ist mit schwarzem Rauch erfüllt. Trauriges Ende einer Festlichkeit. Der Wohnungsbrand, der sich, wie bereits gemeldet, in einer der letzten Nächte bei einer Feier in einem Privathaus bei Essen dadurch ereignete, daß bei einer Blitzlichtaufnahme die Stichflamme des Blitzlichtes die Papierdekoration des Festraumes in Brand setzte, hat inzwischen zwei Todesopfer gefordert. Zwei Teilnehmer an der Feier, eine Frau und ein Mann, sind im Krankenhaus ihren schweren Brandverletzungen erlegen. Die übrigen zehn Verletzten liegen in den Krankenhäusern noch in bedenklichem Zustand darnieder. Schreckenstat eines Kongo-Regers. — AM vergifteten Pfeilen gegen Polizei. Ein 18jähriger Neger aus Brazzaville (Franzö- sifch-Konqo), den ein pensionierter französischer mo= lonialbeamter als Diener auf sein Besitztum nach Lahors mitgenommen hatte, überfiel aus bisher nicht geklärten Gründen seine Herrschaft. Er v e r. 1 mundete den Kolonialbeamten durch Messerstiche schwer und tötete dessen Frau. Als die Polizei sich des Täters bemächtigen wollte, mußte sie sich vor den vergifteten Pfeilen in Acht nehmen, die der Neger aus seiner verbarrikadierten Stellung heraus abschoß, bis ihm der Bogen unter den Händen zerbrach. Es scheint, daß der junge Neger durch den Umgang mit ftammesperroanoten Eingeborenen aus dem Ubangi-Land, die bet dem afrikanischen Schützenregiment m Lahors standen, diese kriegslustige Einstellung erhalten hat und es nicht erwarten konnte, bis er ins Heer hatte etnge= stellt werden können, um von der Waffe Gebrauch zu machen. Schwere Bluttat auf einem englischen Kriegsschiff. Gegen den Deckoffizier Leonhard Br iasto ck vom englischen Kreuzer „Arethusa ist Anklage wegen Mordes an dem Oberdeckoffizier Hubert Reagan erhoben worden. Brigstock wird beschuldigt, dem Deggan aus bisher unbekannter Ursache die Kehle mit einem Rasiermesser durchschnitten zu haben. Das Opfer war im Meßraum des in Chatham liegenden Kanonenbootes „Marfhal Soult tot aufgefunden worden. Hauptmanns Verteidiger geht zum Gegenangriff über. Im Prozeß gegen Hauptmann versuchte her Verteidiger Reily den Nachweis zu fuhren, daß innerhalb der letzten 24 Stunden versucht worden ist, wenigstens zwei Derteidigungszeugen d u r ch Drohungen einzuschüchtern. Der Verteidiger teilte in diesem Zusammenhänge weiter mit, daß der 18jährige Robert Grad aus Hastings on Hudson, der ihm, dem Verteidiger, den Namen eines wichtigen Entlastungszeugen mitgeteilt habe, pohdei- liche Hilfe beanspruchte. Er sei, so berichtet Robert Grad, von zwei Männern aus Neuyork entfuhrt worden, die ihm angedroht hätten, ihn so lange gefangen zu halten, bis Reily auf die Vernehmung des von ihm genannten Entlastungszeugen verzichtete. Lin grausiger Mord aufgeklärt. Anblick. . 1TC4 Ueberschwemmung, Frost und Schneesturm in USA. Nachdem der Südwesten der Vereinigten Staaten, so vor allem die Staaten Tennessee, Arkansas und Mississippi in den letzten Tagen unter ungeheuren Wolkenbrüchen gelitten hatten, durch die große Ueberschwemmungen eingetreten waren, ist das Wetter dort plötzlich umaeschlagen. In den genannten Gebieten setzte eine Kalte w elle em, die verheerend Schnee st ürme zur 8olge hatte. Der Temperatursturz betrug teilweise 10 bis 20 Grad Celsius. Die Bevölkerung der Flußniederun- gen die durch die Ueberschwemmungen zum Teil obdachlos geworden ist, leidet furchtbar unter der Kälte. Der Verkehr auf den Landstraßen und Eisenbahnstrecken ist weitgehend lahmgelegt Es eretg- neten sich zahlreiche Unfälle, bei denen über 50 Personen umkamen. Allein in Jndiama verunglückten 20 Personen tödlich. Verheerendes Feuer in einem japanischen Hafen. ■erten im gleichen Augenblick s i e b e n S ch i und erzwangen sich so den Eingang in den Sie warfen vier Geldkisten auf die Gleise, die über 20 000 Mark enthielten. Darauf suchten die Räuber unter Mitnahme von zwei Kisten das Wnte, während sie die beiden anderen Kisten liegen liehen. Im ganzen sind 84 5 OMark geraubt worden. Die Täter sind unerkannt entkommen. Am 20 Oktober 1934 wurde in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Altmookritz bei Dresden in einem Komposthaufen vergraben die Leiche der seit dem 1. August 1934 vermißt gewesenen Land- Wirtschaftsgehilfin Erna Kuhnert aufgefunden, die in dem betreffenden Anwesen beschäftigt war. Die Leiche war in Säcke eingenäht. Das furchtbare Der- brechen hat jetzt durch einen Zufall seine Aufklärung gefunden. In einem Tanzlokal in' Dresden wurde der 28jährige Johann Anders festgenommen weil er einem Mädchen aus her Handtasche Geld gestohlen hatte. Anders war in demselben Anwesen beschäftigt, wie die ermordete Kuhnert. Bei seiner Vernehmung über den Diebstahl gab er auch zu, die Kuhnert, die von ihm ein Kind erwartete, e r ° mordet und in dem Komposthaufen vergraben zu haben. Nach der grausigen Tat habe er sich schla. fen gelegt. Englisches Motorschiff auf hoher See in Flammen. Staatsamt war Legationsrat Weber erschienen. Generalkonsul Birkeland sprach her Besatzung den Dank her norwegischen Behörden und des gesamten norwegischen Volkes aus. Anschließend gab er bekannt, datz der Führer der Neuyork , Som- modore Kruse, vom norwegischen König zum Kommandeur des norwegischen Ritterordens von St. Olaf ernannt worden ist. Gleichzeitig ließ der König sämtlichen Besatzungsmitgliedern des Rettungsbootes die Goldene Medaille „Für edle Tat überreichen, die bisher nur an etwa 30 Ausländer und Norweger vergeben worden ist. Japanischer Dampfer in Seenot. — Die Besatzung gerettet. Der Kapitän des amerikanischen Dampfers „President Jackson" teilte funkentelegraphisch mit daß1 er die gesamte Besatzung des i n Seenot geratenen japanischen Dampfers „Hokuman Maru trotz schwerster See nach zweistündigen Bemühungen retten konnte. Bergrutsch an der Mosel. In einer der vergangenen c”'9"e‘V'? an der Mittelmoselstrahe in der Nahe von Meh ring, dem bekannten Winzerdorf im Landkre fe Trier, -in Bergrutsch. Mehrere taufend Kub.^ Meter Schiesergeftein stürzten an -wem St°mbruch zwischen den Weinbergen zu Tal. Die d'-ht an der Mosel entlang führende Straße war auf eine Lange von über 50 Metern mit Geröll bedeckt, bas bis tn das Flußbett abgerutscht war. Der Bergrutsch ist wahrscheinlich auf starke Niederschlage zuruckzu- Vier Todesopfer auf der Oheim-Grube. 3u dem bereits gemeldeten schweren Einsturz- Unglück auf der Oheim-Grude in Kattowitz, bei dem infolge eines Gebirgsschlages auf der 59l> Meter-Sohle eine Strecke von 40 Metern zu Bruch ging, wird ergänzend mitgeteilt, daß nicht 6, sondern 7 Bergleute verschüttet wurden. Wie gemeldet, konnten drei Bergleute zum Teil schwer verletzt geborgen werden. Das weitere Vordringen der Rettungskolonnen, die in drei Schichten arbeiteten, gestaltete sich außerordentlich schwierig, da immer neue Gesteinsmassen nachstürzten. Nach 36stündiger aufopferungsvoller Arbeit wurde ein vierter Bergmann freigelegt, er war jedoch bereits tot. Die anderen drei Bergleute liegen noch unter den Trümmern begraben. Es besteht keine A u s - Der deutsche Dampfer „Saarland" der Hapag teilte funkentelegraphisch mit, daß er dem englischen Motor-Tankschiff „Valverde zu Hilfe eile, das in der Nähe von Puerto Rico wegen Feuer tm Maschinenraum um sofortige Hilfe gebeten habe. Das brennende Motorschiff, das sich nut einer Ladung Heizöl auf dem Wege nach Hamburg befindet, funkte, daß es nur zwei Rettungs- boote an Bord habe, da die übrigen verloren gegangen seien. Der englische Dampfer „Rangitiki jucht gleichfalls her „Valverde" Hilfe zu bringen. Das Motorschiff hat einen neuen Funkspruch aus- gesandt, wonach die Flammen das Deck durchbrochen haben. Die Brücke ist bereits ein Raub der Flammen. Dem Schiff eilen auch der deutsche Dampfer „Seefalke", der britische Kreuzer „Fro- bisher", das norwegische Tankschiff „Solsten" sowie der holländische Dampfer „Costarica" zu Hilfe. Der französische Dampfer „Petit Terre" hat nach den letzten Meldungen die „Valverde" bereits erreicht, die sich etwa 1000 Seemeilen östlich von Süd-Florida befindet. Vorwegen ehrt die Rettungsmannschaft der „Neuyork". Der Rettungsmannschaft des Hapagdampfers „N e u y 0 r k" wurde nochmals eine Ehrung durch Öen norwegischen Generalkonsul in Hamburg zuteil, der ihr die norwegische Rettungsmedaille überreichte. Im großen Sitzungssaal des Hapag-Gebäudes hatte die Bootsbesatzung Platz genommen. Außer dem norwegischen Generalkonsul P H B i r k e l a n d waren von der Hamburg- Amerika-Linie Staatsrat H e l f f e r i ch , der Dor- sitzende des Aufsichtsrats, sowie der Betriebsfuhrer Dr. Hoffmann anwesend. Für das hamburgische Aachlaffevonzbi- 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Aus. nahmen einer Anzeige Ehrl., ordentl. Mädchen ver sofort oder 1. Febr. gesucht. oLss Liebigstr.33. 3-ZimniJohnung mit Bad, mögt. mitZerstralheiz., zum 1.April oder später zu mieten gesucht. Schristl. 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Durch Ziehen derNotbremse wurde der Zug etwa einen Kilometer vom Bahnhof Rauxel entfernt zum Stehen gebracht. Nach dem Anhalten des Zuges liefen drei maskierte Männer auf dem Trittbrett am Zuge entlang bis zum Bahnpostwagen, der auf ihr Klopfen von dem nichtsahnenden Beamten geöffnet wurde. Die Räuber feu- ... — ...... , x ■" f [ e Q b Um das bei Großbritannien liegende Hochdruckgebiet setzt sich die Zufuhr feucht-milder Ozeanlufr nach Deutschland fort. Sie gewinnt aber nur lang- am südwärts Raum und brachte bei uns infolge der Mischung mit der südlich gelegenen Kaltluft nebelig-trübes Wetter mit leichten Niederschlagen, zuletzt fast allgemein Reaen. Die Zufuhr dieser feuchten Ozeanluft setzt sich weiter fort wird aber vorerst keine wesentliche Umgestaltung des zur Zeit herrschenden Witterungscharakters bringen. Aussichten für Mittwoch: Vielfach nebelig und überwiegend bewölkt, Neigung.ZU leichten Niederschlägen, bei westlichen bis nördlichen Winden Tagestemperatur über Null. Aussichten für Donnerstag: Bei liuft- zufuhr aus West bis Nord Tagestemperatur roei- ter ansteigend, sonst wenig Aenderung. Lufttemperaturen am 21. Januar: mittags 0,7 Grad Celsius, abends 0,3 Grad; am 22. Januar, morgens — 0,6 Grad. Maximum 1 Grad, Minimum _1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Januar: abends 0,4 Grad; am 22. Januar: morgens 0,3 Grad Celsius. — Niederschlage 0,1 mm. Wintersportnachrichten. Nhön. Wasserkuppe: Nebel, —2, Gesamtschnee- hvhe 37 cm, verharscht, Ski und Rodel gut Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, -—3, Gesamtschneehöhe 30 cm, 1 cm Neuschnee, gekörnt, Ski und Rodel gut. _ ____ Sauerland. Winterberg: Nebel, —2, Gesamtschneehöhe 33 cm, verharscht, Ski und Rodel gut Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 6, Gesamtschneehöhe 60 cm, 2 cm Neuschnee, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, —13. Gesamtschneehöhe 58 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut._____________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XU. 34: 12 047. Druck und Verlag: i Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 1 Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. I Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ , mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. . Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig, führen. Winter weiter in Italien. Seit zehn Tagen schon herrscht in «anz Italien regelrechtes W i n t e r w e 11 e r. Am l)eftigften trat die Kälte in Bologna auf, wo nach den neuesten Wettermeldungen in der Nacht die Temperatur bis minus 16 Grad sank. Die stärksten Schneefalle werden aus den Provinzen Perugia Ban und aus Sardinien gemeldet, dessen Hauptstadt Cagliari fett Menschengedenken keine so üppige Schneedecke gesehen hat. In Neapel und Rom war die Temperatur bis auf minus 7 Grad gefallen. Die Brunnen Roms und Neapels sind stark vereist und bieten m der glitzernden Wintersonne einen romantischen Gebrauchte MuMMle u.sonii.Einricht. Gegest. sofort zu kaufen gesucht. Schr.Ang.u.0291 a.d.Gteß.Anzeig. [Verschiedenes | Lwed-ÄekampMigorr Schwarzarbeit kSouea Slr-eUs-vag» bete von Handwerkern unr mit Xotnensnentrang 0. unter Vorlage tzesScwerdaiochwehes ausgenommen werden. 22iähriges geb. Mädel erf. in sämtl. Hausarb. etwas Kochen, Schneidern und Kinderpfl. sucht zum 15. bebr. o.sp.Stellet.gut. Hause.Schr.Ang. U.367D a.d.G.A. | Verkäufe | ZweiirieFerkel 6 und 7 Wochen alt, hat zu verkaufen. 379D Engelbert Berkmann LanQsdorl bei Lieh, Besseres 4x5-Zm.-Hm in ruhiger, bester ä-Zim-Mnuiig mit Badezimm. ».Zubehör sowie Dampfheiz. i. d. 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Als im Sommer 1932 die Vertreter der englischen Krone, der Dominien und Kolonien die große Wirtschaftskonferenz des Empire in der kanadischen Hauptstadt Ottawa verließen, da hatten sie in monatelangen schwierigen Verhandlungen neue wesentliche Grundlagen für die politische und wirtschaftliche Festigung des englischen Weltreiches geschaffen. Die Früchte von Ottawa wuchsen nur langsam, sie sind auch heute noch nicht ausgereift. Es war klar, daß der Erfolg, den die Engländer durch die engere wirtschaftliche Verbindung des Mutterlandes mit den Kolonien verbuchen konnten, auch die anderen großen Kolonialvölker ausmerken ließ und ihnen den Gedanken nahelegte, eine ähnliche Verbesserung ihres wirtschaftlichen Zustandes zu versuchen. In Paris trat Ende des vergangenen Jahres zum ersten Male eine französische Kolonialkonferenz zusammen. Sie hatte die Aufgaben, die Möglichkeiten sowohl eines ausgedehnteren Waren- austausches zwischen dem französischen Kernland und den Kolonien als auch einer verbesserten Ausnutzung der kolonialen Produktionsfähigkeit zu untersuchen. Die unter dem Vorsitz des Kolonialministers Louis R o l l i n vereinigten 200 Delegierten werden jedoch keine Beschlüsse fassen, sondern nur die aus der gegenseitigen Aussprache entstandenen Ansichten in Form von Vorschlägen der Pariser Regierung unterbreiten. Ein Vergleich dieser Konferenz mit der Konferenz von Ottawa ist nur sehr bedingt richtig, denn die Vorbedingungen einer Wirtschaftseinheit zwischen Heimat und Kolonien sind bei den Franzosen sehr viel geringer als bei den Briten. Früher wurde das größere Frankreich, das Reich der 100 Millionen Franzosen, die zu 59 Prozent farbig sind, nur als strategischer Wert, als notwendige Menschenreserve für den europäischen Krieg betrachtet. Mit der zunehmenden zeitlichen Entfernung vom Weltkrieg, mit dem allmählichen Ausbau des französischen Festungsgürtels und Vermehrung des Rüstungsmaterials, mit.ben neu auftretenden gebieterischen Forderungen, die die Weltwirtschaftskrise an das materielle Vermögen der einzelnen Völker stellte, gewann die Auffassung in Paris an Boden, daß die Kolonien auch in wirtschaftlicher Hinsicht besser ausgenutzt werden könnten und müßten. Man wurde in dieser Ansicht bestärkt durch die bisherige Entwicklung des Kolonialhandels. Der Anteil der französischen Kolonien am gesamten französischen Außenhandel betrug im Jahr 1913 etwa 11,5 Prozent, im Jahre 1933 aber schon 27,9 Prozent. Trotzdem wird ein französisches Empire nach dem Muster des englischen, also ein annähernd autarkes, aus seinen eigenen Kräften lebendes Großwirtschaftsbereich, mehr oder weniger i m - mer nur ein Traum bleiben. Frankreich kann nicht alle und nicht einmal die wichtigsten Rohstoffe aus seinen eigenen Kolonien einführen, so z. B. Petroleum, Kupfer und Jute. Selbst bei so ausgesprochenen Kolonialprodukten wie Tee, Kaffee und Kakao ist es auf die Einfuhr aus fremden Kolonien angewiesen. Eine weitere Schwierigkeit liegt darin, daß im Mutterland wie in den Kolonien vielfach dieselben Produkte in überreichem Maße gewonnen werden (Wein, Weizen), so daß beide Wirtschaftsteile, statt sich zu ergänzen, der Gefahr einer Konkurrenz auf dem Weltmarkt ausgesetzt sind. Was aber alle Pläne einer großzügigen Erschließung der französischen Kolonien immer wie- der zu schänden macht, das ist vor allem der Mangel an weißen Menschen, an gebürtigen Franzosen, die dieses zweitgrößte Kolonialreich der Erde wirtschaftlich ausnutzen und verwalten könnten. Wenn schon in Frankreich selber weite Strecken fruchtbaren Landes brachliegen, wo sollen dann die Volkskräfte Herkommen, die ein 18 mal größeres Kolonialreich kultivieren? Trotz aller dieser Hindernisse kann die Initiative der französischen Regierung durch eine straffe organisatorische Zusammenfassung der kolonialwirtschaftlichen Interessen der Idee des „größeren Frankreich" einen wichtigen praktischen Dienst leisten. Anfänger fallen auf die Nase... Aus einem Gchilager des Jungvolks. Als wir in Bad Flinsberg aussteigen, war noch nicht viel von dem Schnee zu sehen, den wir so sehnsüchtig erwarteten. Sollten die schlechten Wetterpropheten unten im Lande recht behalten? Aber der Himmel war bleigrau und leise rieselte es herab, kleine weiße Flocken. Immerhin etwas Schneel Ein Bauer wies uns den Weg: die steile Jfer- straße hinauf, über den Kamm und dann nach Groß-Jser, hart an der böhmischen Grenze. „Der Anfang i st das st e i l st e —", sagte der biedere Mann. Schon nach den ersten paar hundert Metern wurde uns heiß, und der Affe begann gewaltig zu drücken — der „Anfang" wollte und wollte nicht aufhören, die Straße wurde immer noch steiler. Aber je höher wir kamen, um so kälter wurde es auch und dann kam Schnee — wirklicher, tiefer Schnee. Er grüßte von den steilen Hängen und von den hohen, alten Tannen. Auf der halben Höhe trafen wir einen Schlitten, den zog die brave „Lotte" — nun schon jahraus, jahrein —, und es tat der Braven nichts, auch noch unsere Affen mitzunehmen. Oben auf dem Kamm schlug uns ein eiskalter Schneesturm entgegen, daß uns der Atem verschlug, — es war, als wollte uns der Winter wehren, in sein Reich einzudringen. Wir lachten dem Sturm ins Gesicht und freuten uns des weißen Schi-Paradieses Groß- Jser. Hinter dem Kamm ging es dann in leichter Fahrt hinab zu unserem Schihof, der Jugendherberge. Am nächsten Tage rückten die Jungen an. Verschneit und mit frischroten Gesichtern, viele schon die Brettl untergeschnallt. Was war das für ein Begrüßen und Fragen und welche Freude, daß wir endlich Schnee haben. In kurzer Zeit ist jeder auf seiner Bude untergebracht und kann sich dort für zehn ereignisreiche Tage einrichten. Die Stubenältesten sehen noch einmal alles durch — und dann: „Um 6 Uhr antreten zum Essen!" Rach dem Abendessen — die Jungen schlafen — sitzen wir noch mit den Zugführern und Stubenältesten zusammen. Der D i e n st p l a n wird durchgesprochen, die Lagerordnung bekanntgegeben. Das ganze Lager wird unter dem Zeichen kameradschaftlicher Erziehung stehen. Am frühen Morgen — draußen ist es noch dunkel — gellt ein Pfeifensignal durchs Haus und dann die Stimme des Sepp: „Aufstehen!" — Langschläfer gibt es nicht. Blitzschnell ist jeder draußen und das poltert und tobt die engen Treppen hinab — und hinein in den kalten Schnee. Das wird eine frische Morgenwäsche, die treibt die letzte Müdigkeit hinweg. Dann wieder hinein ins warme Haus. Unter der Anleitung von Sepp werden zum ersten- mal die Schier gewachst — werden Bindungen angepaßt und überprüft. Um 8 Uhr — „Antreten zur Flaggenparade!" Es war nicht leicht, jedem Schier zu besorgen, — denn die Jungen, die aus dem flachen Lande kamen, hatten fast alle keine mitbringen können. Aber es war nun geschafft: das große Laufen und Fallen, — das Zerbrechen und Verlieren konnte beginnen. Zuerst einmal wurde das Lager in drei Gruppen aufgeteilt: die Fortgeschrittenen, — die fortgeschrittenen Anfänger — und d i e Anfänger, das waren die meisten. Sepp nahm die erste Gruppe und prüfte sie gleich auf Mut und Können. Zuerst einmal am Uebungshang, dort, wo er am steilsten war. Sie hatten es nicht leicht — aber ihnen winkte herrlicher Lohn: schon am Nachmittag hinaus ins freie Gelände. Ihre Nachbarn waren die Anfänger, die an der harmlosesten Stelle des Hanges — von Wolf betreut — ihre ersten Gehversuche machten. Fast die Hälfte des Lagers tobte hier herum. Gefroren hat keiner; denn so leicht es den Hang hinunterging (oft plötzlich auf dem Rücken), so müselig wurde vielen der Aufstieg, — der Schweiß floß in Strömen. Die Kleinsten waren die Flinksten. Die konnten lachen — man merkte ihnen die diebische Freude an — wenn sie zusehen konnten, wie ihr Jungbannführer sich quälte, der das erstemal Bretter unter den Füßen hatte. Aber schließlich näherte man sich doch dem Zustand der „Fortgeschrittenen". — Schneepflug und Stemmbogen wurden geübt und bald mehr ober weniger gekonnt. So hatte der Hang bann seine Tücken verloren, bie Brettl mußten gehorchen — unb bie Küken würben flügge. Derweilen zog Allan mit ber Mittelgruppe im Gelänbe einher — um sie erst einmal damit etwas vertraut zu machen. Oben, an dem großen Hang, gleich hinter der Schule, konnte man ihre Leistungen bestaunen. Jetzt werden bie Jungen mit jebem Tag besser unb sicherer. Schön wirb es ja erst, wenn es vom Uebungshang weggeht — brüben in ben Wald hinein. Lautlos ziehst bu beine Spuren burch ben leuchten- ben Schnee — ein kleiner Aufstieg unb bann bie lange Schneise hinab. Immer wilber wirb bie Fahrt — wie ber Winb so frisch um bie Ohren saust unb wie bas Blut hämmert unb schlägt. Manchmal liegt einer plötzlich mit ber Nase im Schnee — alles lacht, was tut es schon. Doch neulich kam ber gute Ossi von so einer Fahrt zurück — mit traurigem Gesicht: „Die Spitze weg ..." Aber bas gehört nun einmal bazu — unb zimperlich finb unsere Jungen überhaupt nicht, auch wenn es mal eine kleine Beule gibt. Immer größer werben bie Fahrten. Bald behnen sie sich über ben ganzen Tag aus. Hinüber ins Riesengebirge — zum Reifträger, zur Schneekoppe. Hart an ber Grenze entlang unb manchmal hoch über ben Wolken. Wie oft scheint oben bie Sonne — unten im Tal aber ziehen bichte Wolkenmassen. Ober es geht hinauf zum Heufuber, ben fturm- umheulten Jserkamm entlang. Gewiß — für Schwächliche unb Stubenhocker ist hier oben kein Platz. Hier ist nur ein Leben für frische, mutige Kerle — bie auch einmal etwas erzwingen können. Einige müssen aber immer im Hause bleiben, — bas ist ber „Küchenbien st", ber nicht unterschätzt werben barf. Da gibt es Kartoffeln zu schälen unb Brote zu schmieren für sechzig hungrige Jungen. Wenn bie mittags roieber angesaust kommen — bann finb im Tagesraum schon bie langen Tafeln gebeckt unb bie Schüsseln bampfen. Nach bem Essen ist Freizeit. Da liegt man auf seiner Bube — liest, schreibt ober schläft. Dort finb ein paar zusammen, bie haben sich noch so viel zu erzählen. Jrgenbwo klingt ein Schifferklavier ober brummt eine Klampfe. Der Nachmittag ist kurz; benn es wirb früh bun- kel. Um fünf Uhr stehen bie Jungen roieber ange- Sie leben noch... Von Friedrich Freksa. Wem ist's noch nicht passiert, baß bei einem Geschäftsnachmittag in ber Stabt plötzlich eine Stunbe leer lief, weil ber Gegenspieler abberufen war, sich verspätet hatte ober eine Sitzung über- raschenb schnell beenbet war?! Früher trank man in bieser Zwischenzeit ein Glas Bier ober ein Glas Wein, heute nimmt man eine Kinoaufführung zu sich. Man schluckt mit ben Augen statt mit bem Munb. — Unb so geriet auch ich kürzlich in irgenbeinen Film, ohne bas Programm vorher anzusehen; benn ich liebe Überraschungen. Plötzlich ftanb ba auf ber Leinwand Hansi Niese! — Tags zuvor hatte ich in der Zeitung von ihrem plötzlichen Tod in Wien gelesen. Das Ereignis hatte mich tief erschüttert, denn ich hatte Hansi Niese geliebt und persönlich gekannt. Aber dort oben lebte sie und sang mit Jakob Tiedtke zusammen ein Lied von der Jugend. Und auf einmal wandelte sich das Theater, ich saß in Salzburg in einem Kaffeehausgarten an der Salzach, und Hansi Niese kam, mit einem Strohhütel auf bem Kops. Vor bem Krieg war es, Sommer war es, unb bas Leben war jung. Ihr Leib ruht nun in ihrer Gruft in Wien, aber ihr Abbilb spielt auf ber Leinwanb mit allem Temperament unb allem Können unb all bem guten echten Gefühl, bas sie uns so liebenswert machte. Ja, wir kennen bie Wunber unserer Zeit noch gar nicht recht. Wir spüren noch nicht, was uns biefe Erfinbung gegeben hat. Das alte Dichterwort ist wiberlegt, bie Nachwelt kann bem Mimen Kränze roinben, bie Leistung bes Schauspielers lebt weiter. Am nächsten Tage sah ich bei einem fliegenben Buchhänbler Bücher angepriesen für zehn Pfennig bas Stück. Wer Bücherfreunb ist, kann es nicht lassen, er greift in bie verstaubten Bänbchen hwem. Unb so zog ich heraus bas Büchlein „München , das mein Freunb Josef Rueberer, ber Dichter ber Lustspiele „Morgenröte" unb „Fahnenweihe , anno 1907 geschrieben hatte. Ich weiß noch, wie sie in München bie Köpfe schüttelten über ben Rueberer- Josef, ber sie roieber einmal berbleckt hätte. Ein Bänbchen, auf gutem Papier, nicht ausgeschnitten, zehn Pfennig! Ich nahm es, lief bamit in ben Tiergarten, setzte mich auf eine Bank unb schlug es aufs Geratewohl auf. Unb bie von einer starken Menschlichkeit gefärbten Sätze sprachen so unmittelbar zu mir, baß ich bas rauhe Organ bes großen Spötters Rueberer zu hören vermeinte. Aber was war bas? Dcr stanben diese Sätze — er spricht von ber Münchner Dult, von ben Buchverschleißern —: „Hier künben vergilbte Schmöker bas Enbe ber Weisheit, unb hier enbet auch auf einmal mein Buch. — Drüben beim Pfarrhof, wo bie, Antiquare eine geschlossene papierene Phalanx gegen allzu heftiges Drängen errichtet haben .Zehn Pfennig', höre ich im Geist einen Käufer sagen, ,mehr geb ich nicht.' Und schließlich nimmt ers halt doch In Gottes Namen für fünfzehn." — Und justament für zehn Pfennig hatte ich's gekauft. Und ich glaubte den zum Lachen verzogenen Mund und die fröhlich aufgerissenen blauen Augen des alten Freundes vor mir zu sehen. Was für ein Wunder ist das Buch! Lebendig bleibt in ihm ein Mensch, ber mit uns gelebt hat. Anno 12 war es, als in ber Kunstwelt Münchens eine große Aufregung herrschte. Herr v. T s ch u b i hatte für 160 000 Mark Leibis berühmtes, lange verschollenes Jugenbporträt, bas Bilb ber Frau von Gebon, zurückgekauft, und nun hing es zur Bewunderung für alle in der Pinakothek. Ich war zur außergewöhnlich frühen Morgenstunde Angegangen und fand doch einen alten Herrn vor dem Porträt, einen bekannten Künstler. Unb er ftanb ba unb meinte. Als ich zu ihm trat, fuhr er zusammen, wischte schnell bas Gesicht ab. „Ent- schulbigen Sie", sagte er, „aber wie sie so basitzt, ist's als ob's gestern gewesen wär, unb es war doch damals anno 70 grat) vor dem Krieg, als sie gemalt wurde!" Und er erzählte mir, wie der fünfundzwanzig- jährige Wilhelm Leibl an dem Bilde gearbeitet hatte' Er und der Leibl-Wilhelm waren beide in die schöne Frau verschossen, wie halt junge Leute sich in junge, schöne Frauen verschießen Und der Leibl hatte sehr lange an bem Bilb gemalt in feiner altmeisterlichen feinen Art. Ganz roilb war er geworben, weil nach zwei Monaten bie Frau anbers ausschaute, als er sie angelegt hatte. Er hatte gar nicht gemerkt, baß biefe Frau ba vor ihm sich ver- änbern mußte, weil sie ein Kinb erwartete. Unb das Bilb kam 1870 auf bie große Ausstellung in Paris unb erhielt bie golbene Mebaille unb warb für eine außerorbentlich hohe Summe, bie bas Künstlerleben Seibis sicherstellte, verkauft an einen Schloßherrn ber französischen Provinz, lieber ein Menschenalter blieb es nach bem Kriege verschwun- ben, bis es roieber erschien auf einer Pariser Auktion. Unb bie schöne, luftige unb so vornehme, reine Frau von Gebon, bie bie ganze Künstlerwelt Münchens verzaubert hatte, war zurückgekehrt nach München, unb ihr Jugenbzauber beftanb weiter, trotzbem sie selbst längst in jener anberen Welt weilte,.Ist das nicht ein Wunber? Die Menschheit wirb nicht gebilbet burch die Leben- ben allein. Viel stärker wirken bie Toten weiter, als ber harmlose Mensch ahnt unb benkt. Es gibt in ber großen nordafrikanischen Wüste, ber Sahara, Flüsse, bie einst bas Lanb burchrauschten, aber dann versunken finb. Soll irgenbroo Fruchtbarkeit gebeihen, muß ber Brunnenschacht geschlagen werben zu biesen versunkenen Flüssen, unb bann erwächst aus der Wüste eine Fruchtbarkeitsinsel, die Oase, ein Gedenken an diese alte, glückliche Zeit, da um den Fluß Fruchtbarkeit herrschte. Und so ist's mit einem Volk. Unter ber Rasse ber ßebenben rauschen bie Flüsse ber Vergangenheit. Sprubeln sie aus auf ber Tiefe, bann glauben wir, es geschehen Wunber. Aber es ist boch bas. gleiche Leben, bas uns mit ben Toten oerbinbet, es ist die Lebensreihe bes ganzen Volkes! Hahnemann — ein Lebensroman. Die unbestreitbare Tatsache, daß das Leben immer noch — ber gesamten Romanschriftstetterei zum Trotz — bie besten Romane schreibt, bewahrheitet sich wieder einmal an dem Lebenslauf des berühmten Homöopathen Hahnemann. In Meißen als Zeitgenosse von Goethe geboren, wurde Hahnemann Arzt. Die Praxis allein befriedigte ihn nicht, er begnügte sich nicht mit seinem auf der Universität erworbenen Wissen, sondern versuchte in das Wesen der Krankheiten, die er behandelte, einzudringen. Er stellt fest, daß eine kleine Dosis eines Mittels eine größere Wirkung haben kann als eine große, unb baß eine allerkleinste Dosis bie allergrößte Wirkung hervorzurufen vermag. Er kommt zur Erkenntnis, baß man ein Leiden burch Hervorrufen eines anderen oder gar durch dasselbe bekämpfen kann. Mit solchen Anschauungen zog er sich die Gegnerschaft der damaligen Schulmedizin zu. Nirgends ist es ihm möglich, recht Fuß zu fassen. Mit seiner kleinen, aber rabiaten Frau Henriette und elf Kindern irrte er von einer Stadt zur andern. Sein Lebensweg führt ihn über Dessau, Gommern, Torgau, Dresden und Hamburg nach Leipzig. Hier in Leipzig wünscht Fürst Schwarzenberg, der Sieger von Leipzig, von dem 60jährigen Hahnemann behandelt zu werden. Zu diesem Zweck war der schwerleidende Fürst aus Wien dorthin gereift, da die Homöopathie in Oester- reiech streng verboten war. Hahnemann konnte ihm nur eine Erleichterung des Leidens verschaffen. Bald starb der Fürst, und der Homöopath muß wieder fein Ränzel schnüren, da seine Gegner ihm den Aufenthalt in Leipzig unerträglich machten. Er ließ sich in Köthen nieder und hier scheint er endlich Ruhe zu finden. Hier stirbt [eine Henriette nach siebenundvierzigjähriger Ehe, von seinen erwachsenen Kindern bleibt nur noch seine Tochter Luise bei ihm unb pflegt ihn bis zu seinem achtzigsten Jahr. Da erscheint eines Tages eine vornehme Dame aus Paris in Köthen, um den Herrn Hofrat Hahnemann, dessen Werk „Organon" sie begeistert hat, kennenzulernen. Melanie d'H e r v i l l y erscheint bald täglich bei dem Alten, der von ihrem Liebreiz entzückt ist und nach drei Monaten heiratet er die Pariserin. Mit seiner jungen schönen Frau siedelt er nach Paris über, darf dort sogar praktizieren, kommt mit den größten Geistern der damaligen Zeit zusammen und verlebt so noch acht wunderschöne Jahre. Als er stirbt, kann sich Melanie nicht entschließen, seine Leiche der Erde zu übergeben. Sie läßt sie einbalsamieren, um sie noch eine Weile im Hause haben zu können. Viele Jahre später wird sie im gleichen Grabe auf ihren Wunsch beigesetzt, damit, wie sie in einem lateinischen Vers ausdrückt, ihre Asche sich mit der feinigen vermische. Als man 1898 das Grab öffnet, um bie sterblichen Reste Hahnemanns in ein Ehrengrab überzuführen, finbet man um ben Hals des Toten eine Flechte blonben Haares, bie ihm Melanie mitgegeben hatte. »Da stimmt was nid)f*. Da stimmt in ber Tat verschiedenes nicht, wir konnten bas schon feststellen, als wir vor geraumer Zeit hier im Theater bas Lustspiel sahen, nach bem bie Europa eine nette unb harmlose Abenbunter- haltung auf bie Leinwanb gezaubert hat. Hans H. Zerlett schrieb bas Drehbuch unb führte Regie; er sorgte bafür, daß bas roilbe Durcheinanber bieser hochstaplerischen Hochzeitsgeschichte in einem erfreulich angemessenen Tempo abrollt. Viktor be Kowa macht mit scharmanter Frechheit ben als Chauffeur oerfieibeten, waschechten Baron von Weiningen, Paul Linbemann ben ebenso waschechten Hei- ratsschwinbler unb ehemaligen Chauffeur in ber Maske bes Barons. Abele S a n b r o cf unb Ralph Arthur Roberts in zwei bewährten Lustspiel- rollen von grotesker Komik. Lizzi Holz schuh ist bas btonbe Fräulein mit ber abenteuerlichen Hochzeitsreise, bie sich am Ende bei der großen Demaskierung doch noch zum Guten wendet. Vom Ensemble seien Elga Brink, Hans 91 e r f in g und Willy Schaeffers genannt. Die Musik dazu schrieb Eduard K ü n n e ck e, den wir aus der Operette kennen. Im Beiprogramm sieht man neben der neuen Wochenschau einen interessanten Tierfilm unb ein Kurztonlustspiel: das Ganze seit gestern im Lichtspielhaus. < I* Oer Platz der SA. in Gießen 11 ch e n I n st i t u t der Universität, Ludwig-- straße, am Mittwoch, 23. Januar, 20.15 Uhr (pünft- rri,nfft._ri <• t s • fr,- cix 1 ' ou icin. uer nruue vyiuusmann «reut lieh ja umlodert bwsem oder jener lustige Worte zurufen, schon, daß er mit dem Losverkauf einen Posten ge- I Wertstück! 14 Vornetzung Nachdruck verbalen! chen wir ein ruhiges Morgen." 17 un ,cnem ungestört verhandeln Gersheim kam aus dem Staunen über sich selbst ' Nicht heraus (Fr hpm hU ----- r. .. . können .. nidjt heraus. Er, dem die Frauen nur so nachliesen. sie auch möglich, kleinen. Dieser ahnte — die dem Gerlinde sich die Hand Die Stadt hat ein freundliches Gesicht aufgesetzt. Seit kurzem erst. Seitdem die Sonne ihren Winterschlaf hält, kommen einem die Tage eigentlich recht trüb und eintönig vor. Aber jetzt lacht die Stadt sie lacht und freut sich, weil sie solch lustige „Briefträger" bekommen hat, die jedermann als Glücksmänner kennt. -Wenn diese in ihren weiten, grauen Pelerinen mit dem roten Kasten durch die Straßen wandern oder an Ecken und an Plätzen stehen und Einer Anregung des Kreisleiters und des Oberbürgermeisters unserer Stadt entsprechend hat das Stadtbauamt einen Entwurf zur Umgestaltung des städtebaulich bisher wenig ansehnlichen Oswalds- g a r t e n s ausgearbeitet. Nach diesem Entwurf, mit dessen Verwirklichung in Kürze begonnen werden wird, soll der Platz zu einer großen Aufmarsch- und Kundgebungs statte unsere r Gießener SA mit Raum für 8000 bis 10 000 Menschen hergerichtet werden und den Namen „P l a tz der SA." erhalten. Für die Neugestaltung von Oswaldsgarten ist im einzelnen folgendes vorgesehen. Der Platz soll von drei Seiten, (-am Wernerwall, an der Feuerwache entlang bis zur Kirchstraße, an der Kirchstraße bis Ecke Neustadt) mit Bäumen eingefaßt werden, damit er seine räumliche Geschlossenheit gegenüber den umliegenden Straßen wieder erhält. Die Baumreihe wird an den beiden Spitzen (an der Ecke Neustadt/Kirchstraße bzw. Wernerwall/Neustadt vor der Bahnüberführung) als Abschluß je einen hohen Fahnenmast erhalten. Die jetzt vorhandenen! Baumbestände an der Böschung des Wernerwalls werden beseitigt. Dafür sollen an dieser Böschung große Terrassenstufen für die Ausstellung von Zu-1 dessen Weg schon so viele schöne, interessante Frauen gekreuzt hatten, war befangen wie ein Gymnasiast diesem kleinen Mädchen gegenüber. Dann aber versuchte er ganz sachlich zu sein und begann über den Wagen zu sprechen. „Ich kann Ihnen also jede Mühe damit abnehmen, Fräulein Steinbrück! Ich werde Ihnen einen Scheck über den entsprechenden Betrag ausstellen, den Sie bei meiner Bank einlösen. Für alles weitere trage ich dann schon Sorge." Wieder sah Gersheim beglückt, wie es in den Kinderaugen Gerlindes aufleuchtete, während sie ihm die Hand reichte: „Oh, ich bin Ihnen so dankbar, Herr Baron! Ich halte nicht gewußt, was ich tun sollte." Gerlinde führte ihre Kaffeetasse an den Mund, natym scheu einen kleinen Schluck, während sie zum erften iffiiile ihren Blick in die Umgebung schweifen ließ. Es war das erstemal in ihrem Leben, daß sie in einem Lokal saß mit einem fremden Herrn. Früher hatte sie manchmal mit Mutter und Schwester am Sonntag ein Ausflugslokal besucht, ^ber das war schon lange her. Seitdem hatte sich diese Welt gänzlich für sie verschlossen, und Gerlinde hatte auch niemals große Sehnsucht danach verspürt. Ahnte Gersheim, was in diesem Augenblick in ihr vorg'ng? Hatte er ihre Gedanken erraten? "Sie gehen nicht viel aus, Fräulein Steinbrück?" „Ausgehen ... Oh, früher kam es wohl manchmal vor, daß wir Sonntags ein Stückchen spazie- ren gingen — aber Muttchen kann es irgendwie nicht mehr. Ich weiß nicht, manchmal glaube ich, das Leben freut sie nicht mehr recht . . sie ist ost erschreckend müde." Gerlinde war mit einem Schlag verändert Ihre Augen schimmerten feucht, und um ihren Mund lag wieder jener Leidenszug, den Gersheim schon einmal erschrocken wahrgenömmen hatte lich) statt.. Die Mitglieder und Freunde des NSBDT. sind zu diesem Vortrag herzlichst eingeladen. Der Vortrag im „Reichsbund für Volkstum und 9^'wat", gehalten von Herrn Professor Dr. Rau ch, über „Fachwerkhäuser" findet nicht im Studenten- yause, sondern i-m Kunstwissenschaft-- Mit feinem Takt schwieg Günter von Gersheim. Er weidete sich nicht an Gerlindes Verlegenheit, sondern ließ sie erst wieder ganz zur Ruhe kommen, ehe er weitersprach. „Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen, Fräulein Steinbrück? Vielleicht suchen wir ein ruhiges Lokal auf, in dem wir i unö bekundet damit, daß der Kampf gegen die Not an-te eine Sache des gesamten Deutschtums o • J®ie^er die blaue Kornblume, das alte Zeichen der volksdeutschen Bewegung, das Sinn- bi d dieses Opfertages sein und auf Straßen und Platzen, m Städten und Dörfern von den jugendlichen Sammlern und Sammlerinnen verkauft werden. Die Kornblume ist immer mehr das Sinnbild der volksdeutschen Idee geworden, die alle Deutschen zur großen Einheit Zusammenschließt. Den Deutschen jenfeits der Grenze ist sie das Zeichen ihrer Sehnsucht nach dem Reiche und damit ein Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschaft. Auch Adolf Hitler trug die Kornblume in den jungen Jahren seine? Kämpfertums, als er noch außerhalb oes Reiches um sein Deutschtum kämpfte. So ist das Zeichen aller derer, die sich zur deutschen Volksgemeinschaft bekannten, auch in das neue Deutsche R"ich eingeaangen Als erprobtes Kampfzeichen — nun auf anderem Gebiet — hat die blaue Kornblume schon im Vorjahre eine siegreiche Bewährung gefunden, als sie erstmals den Kampf des Winterhilfswerks gegen Hunger und Kälte, Not und Elend der deutschen Volksgenossen durchführen half. Auch heuer wird in ihrem Zeichen die Opferfreude aller Deutschen für alle Deusschen deutlich werden. Am Sammeltag, am 2 6. Januar muß sich jeder volksbewußte Deutsche zur blauen Kornblume bekennen! Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). Seltsam, Gerlinde wunderte sich nicht, daß er so selbstverständlich an ihrer Seite weiterschritt. Sie dämmte auch die Freude nicht zurück, die Gersheims Worte in ihr auslösten, wenn sie nicht offensichtlich zeigte. Ihr Herzchen zitterte glückselig. War's daß dieser feine, stolze Mann so einem dummen Mädchen ein Versprechen hielt? hoch angesehene Mann — einem kleinen 26. Januar. Wie im Vorjahr, sammelt der Volksbund für das Deutschtum im Ausland auch heuer im Rahmen des Winterhilfswerkes am 26. Januar Deutle NS.-Gemeinschafl „Kraft durch Freude". Betr. Großer Bunter Ab end am 3)on. n e r s t a g , 2 4. Januar, im Stadttheater. Wir bitten, die bestellten Karten sofort abzuholen, da wir sie sonst anderweitig verkaufen. Eine vorbildliche Spende. Gelegentlich einer Familienfeier, die die Alters- oereinigunq 18834933 gemeinsam mit der gleichnamigen Altersvereinigung aus Lich am Sonntag auf der „Liebigshöhe" abhielt, wurde eine Sammlung zu Gunsten des Rückkaufs der Saargruben veranstaltet. Die Sammlung ergab den Betrag von 33 RM., der der Kreisleitung der NSDAP, überwiesen wurde. Zusammenschluß der oberbesß'schen Alviniffen. Arn Samstag fand im Sektionsheim der Sektion Oberhessen eine gemeinsame Versammlung der Sektion Gießen und der Sektion Oberhessen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins statt, in der die Vereinigung der beiden Sektionen zur Sektion Gießen-Oberhessen vollzogen wurde. Zum Sektions- leiter der vereinigten Sektion Gießen-Oberhessen wurde Direktor W r e d e (Gießen) gewählt, der zu seinem Stellvertreter Regierungsbaumeister (3er- l a ch (Wetzlar) bestimmte. Zwangsversteigerung des früheren Gewerkschastshauses. Am gestrigen Montagoormittag fand am Amtsgericht die Zwangsversteigerung des früheren G?- werkschaftshaufes in der Schanzenstraße statt. Der Wert des Anw"lens stand im Einheitswert ursprünglich mit 102 600 Mark veranschlagt, er war m Anbetracht der an dem Gebäude notwendigen Reparaturen auf 80 000 Mark herabgesetzt worden. Der Schätzungsbetrag belief sich auf 95 210 Mark Das Grundstück ist auf den Namen „Gewerkschafts- haus Fritz & Co." in das Grundbuch eingetragen Die hypothekarische Belastung ist erheblich. Im Laufe der Versteigerung wurden nur zwei Gebote i fache ist", Gersheim griff nach seiner Brieftasche t und durchblätterte sie, dann schnippte er mit dem Finger, „daß ich mein Scheckbuch zu Hause liegen» 1 gelassen habe" vollendete er, herzlich lachend. ' „2Iber das hat doch nicht solche Eile, Herr Baron! wehrte Gerlinde ab. „O doch, gnädiges Fräulein! Ordnung muß fein. Und in Geldsachen ganz besonders!" sagte Gersheim, letzt ganz ernsthaft. „Aber ich werde mir erlauben Anen den Scheck morgen früh, sofort zuzuschicken' Am besten gleich ms Geschäft." „Herzlichen Dank, Herr Baron!" Das war alles was Gerlinde sagte. Sie wußte nicht, warum sie es plötzlich traurig stimmte, daß sie mit diesem Manne eine Geldangelegenheit verband. Doch das war wohl alles töricht. Sie konnte froh fein, fo schnell einen so gut zahlenden Käufer für den Wa- gen gefunden zu haben. Oder — war es doch nur eine Gefälligkeit von yjerspeim ? Eersheim hatte gezahlt. Sie erhoben sich. Wie dünn ihr Mäntelchen ist!, durchzuckte es Gersheim, als er Gerlinde in den abgetragenen . antel half. Armes Kind, dazu hat's wohl noch nicht gereicht? Und wieder stieg Bewunderung in ihm auf für Gerlinde, die fein Geschenk so tapfer zuruckgewiesen hatte, obgleich sie in dem dünnen Mäntelchen gewiß manchmal fror. Sekundenlang überlegte er, daß sein Wagen in öer Nähe auf dem Parkplatz stand: dann aber überwog der Wunsch, noch ein Weilchen länger neben Gerlinde hergeben zu können. So gingen sie zu Fuß bis zu der Steinbrückschen Wohnung. Stiller wurden die Straßen, durch die sie schritten. Spärlicher erhellt als im Zentrum. Hohe Mietskasernen reihten sich aneinander. Schmerzhaft spürte Günter von Gersheim den Gedanken, daß Gerlinde hier wohnte, daß all ihre Jugend und Schönheit in dieser trostlosen, jammervollen Umgebung dabinblühte. Und der Wunsch wurde plötzlich mächtig in ihm, dieses Mädchen hier herauszunehmen in eine schöne, reine Atmosphäre ... Diese feine, liebliche Blume in anderes Erdreich zu verpflanzen, wo sie herrlich blühen und gedeihen konnte ... .- n . — -............. .. Mannequin ? Oh, das mußte doch ein guter Mensch fein. __ ..Ich Haffe, Sie sind mir nicht böse, gnädiges wegen - des Mantels. Ich hatte mir N'chts.dabei gedacht Eine kleine Freude sollte es nur sein Sie hatten sich fo sehr bemüht an jenem Sie standen vor dem Hause, in wohnte. Warum zögerten sie noch immer, zum Abschied zu reichen? (Fortsetzung folgt!) Hastig trank sie den Rest ihres Kaffees aus. „Ich glaube ... jetzt muß ich gehen, Herr Baron! Verzeihen Sie, bitte! Aber ich fyabe doch etwas Unruhe. Sie soll sich nicht um mich bangen", sagte Gerlinde leise und griff nach ihrem kleinen Täschchen, um die Geldbörse herauszunehmen. -Oh. bitte ... Sie dürfen mir nicht weh tun. Mit dem Mantel — das kann ich verstehen Fräulein Steinbrück! Äber eine Tasse Kaffee für Sie zu bezahlen, müssen Sie mir schon erlauben, wenn Sie mich nicht ernstlich kränken wollen!" Gerlinde lächelte und schüttelte den Kopf „Wenn es fo ist, Herr Baron ... Aber, ich dachte nur ... ich bin Ihnen doch sonst fremd." 1 »Fremd? Oh, es ist mir, als ob ich Sie schon sehr sehr lange kenne! Ich muß Ihr Gesicht irgendwo schon einmal gesehen haben; aber es muß ziemlich lange zuruckliegen. Ich weiß nicht mehr kann mich auch nicht erinnern ... Gleich kannte ich Sie ®,e^r' ich Sie sah. Nein ... daß ich nicht lü^e ?ber nicht viel später fiel es mir ein. Doch das ist ja jetzt nicht die Hauptsache. Die Haupt- Kaschu. Aus her provinzialhauvistadi. Postdirektor Geelig -fr. Nach langem Leiden ist in Gießen, wo er viele Aahre wirkte und auch im Ruhestand lebte, der Bostdirektor i. R. Heinrich S e e l i g im fast vollendeten 63 Lebensjahre verstorben. Postdirektor S e e l i g stammte aus Rumpenheim (Kreis Offenbach), wo er am 9. Februar 1872 geboren war Nachdem er zunächst die Volksschule seines Heimatortes besucht hatte, kam er später auf das Realgymnasium in Offenbach, wo er am 1. März 1890 das Abiturientenexamen bestand Am 21. April . 1890 trat er als Posteleve beim Postamt Offenbach em, bestand am 19. Mai 1893 die erste Prüfung (damalige Sekretärprüfung), von 1894 bis 1896 barte er Vorlesungen an der ehemaligen Post- und Telegraphenschule in Berlin, am 5. April 1902 bestand er die höhere Verwaltungsprüfung für Post und Telegraphie. Als Polteleve war er im Anschluß an feine Verwendung in Offenbach, Darmstadt, Worms und Mainz bereits in Gießen tätig, vom 19. Mai 1893 bis 30. November 1895 roar er als Postpraktikant in Nierstein, Dortmund, -Hamm und Berlin beschäftigt, vom 1. Dezember 1896 bis 31. März 1904 tat er als Postsekretär in Mainz Dienst, vom 1. April 1904 bis 30. September 1908 war er als Ober-Dostpraktikant in Dortmund tätig. Am 1. Oktober 1908 kam er nach Gießen, wo er zunächst als Postinspektor und bann als Postdirektor wirkte. Am 1. September 1930 trat er in den Ruhestand. Postdirektor Seelig war ein vorbildlicher Beamter, der durch seine ausgezeichnete Dienstfuhrung, sein großes berufliches Wissen und feine unermüdliche Pflichttreue, aber auch durch fein freundliches und allezeit verbindliches Wesen bei der Beamtenschaft des Postamts größte Wertschätzung genoß, •dm öffentlichen Leben unserer Stadt trat er nicht heroor, wer aber mit ihm bekannt wurde, lernte !bn als einen Mann von besten Charaktereigen- i schäften, großer Liebenswürdigkeit und steter Be- , scheidenheit kennen, die ihm mit Recht herzliche Sympathie eintrugen. Das Andenken an den Ent- I schlafenen wird bei allen, die ihn kannten, in Ehren ' fortleben. < Die lackende Siadi Der VDA.-Opfertag für das W' 3m Zeichen der blauen Kornblume. „Em Lokal? Ich — ich weiß nicht, Herr Baron. Ich furchte, Muttchen wird sich ängstigen Muttchen wartet immer so auf mich. Sie ist manchmal nicht ganz wohl. Mit dem Herzen geht es seit einiger Zeit nicht sehr gut. Sie ist dann immer froh, wenn ich abends daheim bin", sagte Gerlinde hastig und schalt sich gleich darauf geschwätzig. So viel hatte sie nun diesem fremden Herrn schon von daheim erzählt. Das war sonst gar nicht ihre Art. „Ich verstehe vollkommen, Fräulein Steinbrück, und ich habe auch nicht die Absicht, Sie lange aufzuhalten. Ich denke, in einer halben Stunde wird alles besprochen sein. Vielleicht stimmen Sie mir vvch bei, oder haben Sie bereits anderweitig über den Wagen verfügt? Dann freilich .." „Nein nein Ich bin Ihnen ja fo dankbar. Ah wußte wirklich nicht", wieder sprach Gerlinde schneller als sonst, „was ich tun sollte. In wenigen Tagen muß er nämlich abgeholt fein." Während dieses Gespräches waren die beiden weitergegangen und standen nicht lange darauf vor einem kleinen Cafe, von dem Gersheim wußte, bah es zwar klein und bescheiden war, aber einen guten Ruf hatte. Die kleine Gerlinde ahnte nichts von dem was in Gersheim vorging. Sie gab sich für diese Zeit des Weges noch einmal ganz dem beglückenden Gefühl hin, das sie schon während der ganzen Zeit erfüllt hatte, die Gegenwart des Menschen zu fühlen, der ihr kaum bewußt feit jener ersten ^Benennung eine Welt in ihr erweckt hntte, von deren Vorhandensein sie bis dahin nicht ' n Welt der Liebe. Heichsgründungsfeiern der tfniverfifäf. Rektor und Senat der Ludwigs-Universität veranstalten am Mittwoch, 30. Januar, 11.15 Uhr, in der Neuen Aula eine Reichsgründungsfeier. Die Vortragsordnung sieht folgendes vor: Orgelvorspiel, Chorgesang, Ansprache des Rektors. Gemeinsamer Gesang: Deutschland-Lied und Horst-Wessel-Lied (je eine Strophe). Festrede von Pros. Dr. Sessous über das Thema „Die Pflanzenzüchter und ihre Be- beutung für bie Selbstversorgung bes beutschen Volkes". Chorgesang, Orgelnachspiel. Dozentenschaft unb Stubentenschaft veranstalten ferner eine Reichsgrünbungsfeier im Stubentenhaus am 29. Januar, 20.30 Uhr, uerbunben mit einem Kamerabfchaftsabenb aller staatlichen unb Partei- glieberungen an ber Universität, sowie ber Freundes- unb Förberer-Organisationen öer Hochschule (Hochschulgesellschaft, Stubentenwerke Gießen unb Gleiberg-Verein). Der Abenb wirb mit einem gemeinsamen Abenbessen (Eintopfgericht, ein Teil des Preises fließt bem Winterhilfswerk zu) beginnen, ist ssur für Männer gebucht und erfaßt in kameradschaftlicher Form die Organisationen eines künftigen Hochschulkreises. Die Musik wird ausgeführt vom Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Mu- sikzugführer Herrmann. NS.-Bund deutscher Technik. (Früher KDAI.) treten — die Fahne einzuholen, die am Tage weit ms Land gegrüßt hat. Abends ist im Tagesraum was los — da ist Stimmung und Begeisterung. Der Raum ist niedrig — die Petroleumlampen geben nur spärlich Licht unb bie sechzig Jungen paffen gerabe so hinein. Hier ist nicht bie künstlich aufgepeitschte Stimmung ber Vergnugungslokale unten in ben Stäbten — hier jft Leben begeisterter Iugenb! Dieses Leben ist echt unb natürlich. Lieber, Klampfe unb Flöte klingen. Unb Theo ist mit seinem Schifferklavier roieber einmal ber Mittelpunkt einer sanges- freubigen Gruppe. Ein neues Lieb taucht auf — irgenbeiner hat es mitgebracht — gleich wirb es gelernt. So bringt jeber Tag neues Erleben, hat ein neues Gesicht — unb boch ist bie Marschrichtung immer dieselbe: Durch Kameradschaft zur L e i ft u n g und Disziplin Eine ungeheure Kraft geht von dieser Bergwelt auf uns über. Unb jeber ber sechzig Ka- meraben trägt eine tiefe Freube im Herzen nach Hause: Heimat, wie bist bu schön!" Gerlindes schöne Augen zeigten einen grüblerischen Ausbruck. Jetzt erst merkte sie, wie sehr sie darauf gebaut hatte daß Gunter von Gersheim ihr den Wagen abkaufte Aber das kam wohl nun nicht mehr in tfrage. Er hatte dieses kleine Versprechen gewiß schon lange vergessen. Ob sie einmal annoncierte in der Zeitung? Ja, das wohl wohl das beste. Da würden sich schon Käufer finden. Auf einmal schreckte Gerlinde zusammen. Aus einer der Seitenstraßen kam ein Herr auf sie zu und zog tief grüßend den Hut. „Guten Abend, Fräulein Steinbrück! Bitte, verzeihen Sie, wenn ich Sie so auf der Straße über- fallen muß, aber leider sah ich keine andere Möglichkeit, Sie noch einmal zu treffen und mit Ihnen wegen des Wagens zu sprechen", sprach Baron Gersheim, der Gerlinde hier schon seit geraumer Zelt erwartet hatte, das Mädchen an. „Oh, Herr Baron ..." Wie angewurzelt blieb Gerlinde stehen. „Das ist doch nicht möglich .. ", stotterte sie Gerlinde ahnte nicht, wie schön sie in ihrer Hiss- lofiqfeit in diesem Augenblick aussah. Sie wußte auch nicht, wie ihre Augen strahlend aufgeleuchtet haten, während dunkle Glut ihr Gesichtchen übergoß. . -.A-r was ist denn nicht möglich, Fräulein Stein- druck ? Ich habe Ihnen doch versprochen, den Wagen abzukaufen, und sein Versprechen muß man hal- ten , sagte Gersheim in seiner herzlichen ruhigen Dann saßen sie sich kurze Zeit darauf an einem kleinen runden Marmortisch gegenüber. Gerlinde konnte sich keine Rechenschaft abgeben über das, was in ihr vorging Wieder erging es wie damals, als sie beim Losverkauf zum ersten Male Gersheim begegnet war. (ftroas Seltsames ging von diesem Manne aus. War es der Blick feiner schwermütigen Augen? I3ar es feine Stimme, die fo wundersam klang, öaR man ihr immer und immer wieder hätte lau- schen mögen? Das Mädchen wußte es nicht. Sie fühlte nur, daß etwas von Gersheim aus- gmg bas rem unb gut unb beruhigend war Sie konnte ihm nicht wiberftehen und wollte es auch gar nicht ®5. ist alles richtig und gut, was er sagt!, dachte Gerlinde, und man möchte zu allem „ja, ja!" jagen! — Doch auch in Gersheim ging Merkwürdiges vor. Auch er hatte ewig hier bei diesem jungen Mäd- djen sitzen und mit ihm sprechen mögen. Ihre stille, Wrrtmr!Aflut 3°r kindliches Lächeln, der zu- trauliche Blick ihrer großen, wundersamen Augen biesen Kinderaugen lag fein Falsch- Und über Gerlinde Steinbrücks Lippen war wohl noch keine Lüge gekommen. Hatte er die impulsive Geschichte mit bem Feh- mantel schon immer bereut, jetzt schämte er sich schauern geschaffen werben. Entlang bem Grund- fturf ber Feuerwache vom Wernerwall bis zur Kirchstraße wirb ber Platz burch eine hohe Mauer abgeschlossen, bie zugleich Grenzmauer für das Grundstock der Feuerwache fein wird. Vor dieser Mauer wird eine große, die ganze Breite des Platzes, am Grundstück der Feuerwache entlang, bedeckende Plattform mit verschiedenartgen Stufenanlagen geschaffen, die ihren Mittelpunkt in einer etwa 18 Bieter hohen Säule von rechteckigem Grundriß haben wird. Diese Säule wird gekrönt durch ein etwa 1,60 Meter im Durchmesser großes Hoheits- Zeichen der SA., das vergoldet gegen den Himmel steht. Vor der Säule wird der Platz des Standartenführers fein, den zu beiden Seiten die Fahnen der aufmarschierenden Formationen flankieren werden. Diese Plattform trennt die eigentliche Malanlage durch ihre Höherlage gegenüber bem Platz oon bem übrigen Aufmarschgelänbe unb bamit auch von bem sonst auf bem Platze sich abwickelnden Verkehr. Es ist selbstverständlich, daß der Platz an der Seite ber Neustabt oon jeglichen baulichen Eimich- tungen, wie sie jetzt bort bestehen, freigehalten roerben muß, damit die Würde des Platzes in keiner Weise beeinträchtigt wird. !mAanhnnleiner mE?r TjLiS” ™une weitergehen, funben hat, ber ihn unb seine Familie ernährt! Unb ! . » n gutes, fröhliches Wart uermag! Die siehe, viele gekaufte Lose steuern bazu bei, bas Los Staöt dreht sich um den Verkaufskasten des Glück- vieler armer Deutscher zu lindern! t, «.• s. s. ... Run ist aber die diesjährige Winterhilfe-Straßen- nnHön m klI)re r geheimnis- i lotterte tatsächlich eine Glückslotterie, da sie nicht vollen Briefchen ziehen — bekanntlich sollen ja Kin- nur momentane Geldgewinne und die Verlosung des »n- D°m ? "m ^!"^gt sein aber auch । Prämienscheines im März in Aussicht stellt, sondern fi?enf?oier^ffU?e r*n Öer orle,t 5?ule kommen, sie fügt jedem Losbrief zwei schöne Ansichtskarten bei fie aüe lassen U.. vom Lachen der Stadt anstecken, j und ein Teil dieser Karten besitzt ja schon ihre Sechs- Kir und probieren, wie weit Pfennigbriefmarke. Also oersandfertig! Dabei ist dies minn/ Aussicht auf einen der vielen Ge- j Wertzeichen von schöner, auffälliger Eigenart. Es ™ ?osteht- Hat man aber doch eine Niete ge- zeigt eine Hand, die eine Schale trägt, ber eine ^i.9Linf hon0d) ^age kein Grund trübsinnig , Flamme entsteigt, bie schließlich ein strahlenbes Herz «Li 1)1 £ l flrnoe Glucksmann freut sich ja umlodert. Für Briefmarkensammler ein seltenes „Aus deutscher Vergangenheit." • Vortrag im NGAOT. abgegeben. Der Volksfürsorgeverband bot etwa 56 000 Mark, die Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeitsfront ließ durch ihren Beauftragten 58 000 Mark bieten. Dies war das Höchstgebot, da Sie Stadt Gießen von einem Gebot absah. Nachdem die Summe von 58 000 Mark zum dritten und letzten Male aufgerufen worden war und die Bietung geschlossen 'wurde, erhob der Rechtsvertreter der'Brauerei Jhring-Melchior in Lich, die durch eine Hypothek an dem Anwesen interessiert ist, Einspruch gegen die Zuschlagserteilung. Die Beauftragten des Volksfürsorgeverbandes und der Deutschen Arbeitsfront beantragten ihrerseits die Zuschlagserteilung, die aber für die Dauer von zwei Wochen ausgesetzt wurde. Termin der Zuschlagserteilung ist Dienstag, 5. Februar. Wegen Veruntreuung von Epar- gerdern verhaftet. Die Justizpressestelle Gießen teilt uns mit: Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Gießen wurde dieser Tage der Alfred Gut in Nieder-Mör- len verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis Bad-Nauheim eingeliefert. Er wird beschuldigt, als Leiter der von ihm im Jahre 1933 mit dem Sitz in Gießen gegründeten Zwecksparkasse „Deutsche \ Selbsthilfe" unter betrügerischen Vorspiegelungen Sparer geworben und die eingenommenen Gelder zum großen Teil veruntreut zu haben. Eindrücke und Erlevnisie an der «Saar. In einer Versammlung der Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde, die gestern Abend im wollbesetzten Matthäussaale des Gemeindehauses in der Kirchstraße stattfand, sprach Oberkriegsgerichtsrat a. D. Ko ch, ein Saar-Abstimmungsberechtigter, über seine Eindrücke und Erlebnisse während des Abstimmungs-Aufenthaltes im Saargebiet. Nachdem der Vortragende in seinen etwa einstündigen Darlegungen zunächst an die vielfachen Bedrückungen der deutschen Volksgenossen an der Saar durch die land- und volksfremden Machthaber erinnert hatte, die unsere deutschen Brüder und Schwestern an der Saar einem viele Jahre lang währenden Martyrium unterwarfen, schilderte er in vielen Einzelzügen das großartige Bild der Vorbereitung des Abstimmungskampfes und die wunderbare Hingabe aller deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen bei der Erfüllung dieser heiligen vaterländischen Verpflichtung. Dankerfüllt erzählte er von den herzlichen Bekundungen der deutschen Verbundenheit auf der Fahrt nach dem Saargebiet, bei dem mehrtägigen Aufenthalt an der Saar in der Zeit der Abstimmung und auf der Rückfahrt nach den Heimatorten. Aus sein'en Worten hörte man die herzerfreuende Kunde von der vorbildlichen nationalen Gesinnung unserer Brüder und Schwestern an der Saar, ihrer allen Schikanen und Schwierigkeiten zum Trotz mit überwältigender Größe in die befreiende Tat ümgesetzten Sehnsucht der Rückkehr zum deutschen Mutterlande, ihrer aufopferungsvollen Liebe und nationalen Solidarität bei der Beherbergung der vielen in das Saargebiet einqereisten Abstimmungsberechtigten. Man erlebte noch einmal die gewaltige nationale Hochstimmung jener Tage, die nach dem Bekanntwerden des gewaltigen deutschen Abstimmungssieges überall im Saargebiet, wie im Mutterlande erhebend zum Durchbruch kam und uns aus den Berichten der später von der Abstimmung heirn- kehrenden Volksgenossen bekannt wurde. Man hörte mit Freuden von den starken und für unser deutsches Vaterland vorteilhaften Eindrücken des deutschen Abstimmungssieges auf die an der Saar weilenden fremden Truppen, und man stimmte aus vollem Herzen dem Vortragenden zu, als er di? Meinung äußerte, daß dieser großartige deutsche Erfolg zu einem sehr großen Teile nur der nationalen Revolution, ihrem Führer Adolf Hitler und dem segensreichen Wirken der nationalsozialistischen Regierung zuzuschreiben sei. Diese Ueber- zeugung ist auch bei allen saardeutschen Brüdern und Schw.estern lebendig, die nach den Eindrücken des Vortragenden nunmehr gewiß sind, daß sie bei ihrer Rückkehr zum deutschen Mutterlande wieder ein deutsches Vaterland der Ordnung und der Sauberkeit, wie vor dem Kriege, vorfinden werden, an dessen Wiederaufbau mitzuwirken ihnen eine Freude sein wird. Im Abschluß an den mit lebhaftem Beifall auf- gcnommenen Vortrag sprach Pfarrer Mahr als Versammlungsleiter noch einige kurze Worte, die dem Stolze des deutschen Volkes über diesen herrlichen Abstimmungssieg und über das Wirken des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und feiner Regierung Ausdruck gaben und Gottes reichen Segen auf „das fernere Leben und Wirken des Führers und seiner Regierung erflehten. Nachdem Pfarrer Mähr mit diesem Wunsche sein kurzes Schlußwort und damit die Versammlung beendet hatte, wurde von Pg. Lerch das beim Abschluß solcher Kundgebungen allgemein übliche dreimalige „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ausgebracht und von den Männern und Frauen freudig ausgenommen. Die Eierverwertung in der Erzeugungsschlacht. Die E i er k e n n e i chnu n g s st e l l e Gießen (Schanzenstraße 6) bittet uns um die Veröffentlichung folgender Zuschrift: „Sie Erzeugungsschlacht ist in vollem Gange. An einer der ersten Stellen in der landwirtschaftlichen Erzeugung stehen die Eier. Hier können und müssen wir vom Auslande frei werden, wenn jeder, Erzeuger und Verbraucher, nach den erlassenen Vorschriften und Gesetzen, die zum Wohle unseres Volkes, $u unserer Selbsterhaltung und unserer Unabhängigkeit vom Auslande erlassen sind, handelt. Daß jeder Händler und jedes Geschäft nur gestempelte, d. h. mit dem Deutschstempel versehene Eier verkaufen darf, ist genügend bekannt. Trotzdem werden noch viele Eier schwarz gehandelt. Wir kennen sie alle, die Schwarzverkäufer! Bis jetzt ist e$ immer noch mit Verwarnungen abgegangen: in Zukunft wird das nicht wehr der Fall sein. Weniger bekannt scheint es zu sein, daß der Erzeuger, auch der Farmer, der nicht zur Kennzeichnung berechtigt ist, keine Eier an Hotels, Gastwirtschaften, Kaffees, Konditoreien und Bäckereien und dergleichen verkaufen darf. Umgekehrt ist es für diese Betriebe verboten, ungestempelte Eier zu verarbeiten. Ein Nachteis ist dies Verbot für die genannten Betriebe keinesfalls, denn sie können ihren Bedarf an Eiern leichter und billiger decken. In engster Zusammenarbeit mit den Beamten der Nahrungsmittelpolizei haben wir auch hier alle Betriebe kennengelernt, die sich bis jetzt noch wenig um die erlassenen Gesetze bekümmert haben. Wir warnen auch hier noch einmal den Erzeuger wie den Käufer! Im Interesse unserer- Erzeugungsschlacht können und dürfen wir es nicht dulden, daß die Anordnungen unseres Führers nicht befolgt Der Nationalsozialistische Bund Deutscher Technik, Ortsgruppe Gie - feen, hielt gestern abend im Cafe Ebel eine Versammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Kreisschulungsleiters Pg. M ich e l stand. Nach kurzer Eröffnung und Begrüßung der Teilnehmer des Abends durch den Bezirksleiter des NSBT)T. Diplom-Ingenieur Kurz sprach brei^schulu^üSleiter pg. Mche! über das Thema: „Aus deutscher Vergangenheit". Aus der nationalsozialistisch gesehenen deutschen Geschichte heraus müßten wir, Jo führte der Redner u. a. aus, in die deutsche Zukunft blicken, könnten wir erkennen, wie der deutsche Ordensstaat dereinst aussehen müsse. Das deutsche Volk sei das erste gewesen, das von sich sagen konnte, iy Reich und Staat zusammengefaßt zu sein. Festzuhalten sei, daß Deutschland seine Einheit hätte früher haben können, wenn immer deutsche Fürsten und Regierungen an der Spitze des Volkes gestanden -hätten Das „römische Reich deutscher Nation" mußte für uns untragbar, eine Vermischung romanischen mit germanischen Blutes unmöglich sein. Nur einmal habe in der deutschen Geschichte enge Verbindung zwischen Regierung und Volk bestanden: unter Theoderich! Im allgemeinen habe aber immer die Spannung zwischen den Fürstenhäusern zur Uneinigkeit im Volke geführt. Wie oft fühlten sich auch deutsche Fürsten dem Ausland hörig? Züchen deutschen Königen hielten sie meist nur, wenn es um ihres Vorteiles willen ratsam schien. Die Verbindung von Volk und Führung sei erst wieder unter Adolf Hitler Wirklichkeit geworden. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Bewegung aus dem Volke heraus geschaffen wurde. Die Germgnen, viel gescholten, verfügten über ein vollendetes Staatsrecht: sie wählten den Besten zum Führer, er wurde ihr „Herzog". Das deutsche Volk der Gegenwart bekennt sich zu seinem Führer, weit es den Führer längst ersehnt habe. 3n Adolf Hitler verbiüde sich auf das Glücklichste der Träumer und der Tatmensch. Roch kein deutscher Staatsmann der jüngeren deutschen Geschichte habe diese beiden Eigenschaften in sich vereinigt. Er, der Führer Adolf Hitler, sei der Nationalsozialist, der neue Mensch unserer Zeit. Die große Aufgabe des Nationalsozialismus sei es, einen neuen Menschentyp zu formen. Es gelte, ein neues Haus, einen neuen Staat zu bauen, der mit blutvollstem Leben erfüllt und nicht nur. Begriff fei. Der Staat der deutschen'Zukunft solle tausendjährig -sein. Alle bisherigen Regierungen hätten den großen Fehler begangen, ihre Maßnahmen auf zu kurze Sicht zu treffen. Der neue Staat brauche nicht von heute auf morgen gebaut zu werden Jahrzehnte der Entwicklung spielten noch keine Rolle, wenn es um ein Jahrtausend gehe . Die nationalsozialistische Revolution, als eine geistige Revolution von Grund auf, habe einen neuen Menschen schon geschaffen im politischen Soldaten, der als Träger der Idee des Führers zu wirken habe. In der Schaffung des politischen Soldaten sei schon ein Teil der Volksgemeinschaft verwirklicht. Die Uniform dokumentiere eine Einheit. Der politische Leiter habe immer und überall die Politik seines Führers darzutun, er solle die Jugend im neuen Geiste erziehen helfen. Die Jugend solle aber andererseits nicht zu früh reif werden, nicht zu früh Verantwortung tragen, der sie vielleicht nicht gewachsen ist. Sie solle aber allmählich hineinwachfen in den werden! Wer noch im Zweifel ober Unklaren ist, komme zu uns. Wir werden ihn aufklären! Die Erzeuger aus ber. Umgebung von Gießen, bie mit ihren 10, 20 unb mehr Eiern hier in Gießen einen etwas Höheren Preis herausschlagen wollen, schäbigen ihre Volksgenossen in ben entferntliegen- ben Orten ganz gewaltig. In einer Zeit, wo es noch verhältnismäßig wenig Eier gibt, ist hier schon eine Ueberfüüung mit ßanbeiern eingetreten unb zu gleicher Zeit müssen in ben Großstäbten Auslanbs- eier eingeführt werben. Das kann nur verhinbert werben, wenn ber Erzeuger auf bem Lanb seine Eier bem Hänbler ober ber Genossenschaft abliefert. Der Händler kauft nicht mehr, als er absetzen kann» die Genossenschaft aber ist die Ausgleichstelle zwischen der Großstadt und dem Lande. Nur so kann ber Hänbler unb bie' Genossenschaft einen guten Preis bezahlen. Mit Vernunft unb gutem Willen geht alles! Es geht hier nicht um ben einzelnen, sondern um bas Volksganze!" Neuregelung der Haussch'achtungen Bei einer Besprechung zwischen den beteiligten hessischen und preußischen Behörden mit der Bezirksvereinigung für Schlachtviehverwertung Hessen, ber Lanbesbauernschaft Hessen-Nassau, ber Hanb- werkskammer, bem Bezirksverein „Beide Hessen unb Nassau" im Deutschen Fleischeroerbanb unb ber Deutschen Arbeitsfront würbe über bie Frage ber Hausschlachtungen folgenber Vereinbarung allseitig zugestimmt: 1. Nach Möalichkeit finb für die Hausschlachtungen gelernte Metzger heranzuziehen. 2. Dort, wo gelernte Metzger nicht zur Verfügung stehen, ober wo Hausschlachtungen burch nicht gelernte Personen traditionsgemäß schon seit Jahren vorgenommen werben, kann es bei diesem Zustanb vorläufig verbleiben. 3. Junge Leute, die das Hausmetzgergewerbe zu ergreifen beabsichtigen, sind auf die Zurücklegung einer ordentlichen Lehrzeit zu verweisen. 4. Hausschlachtungen sollen solchen Personen nicht übertragen werden, bie in einem anberen Berufe bereits voll beschäftigt finb, solange in Hessen unb Nassau noch 850 Metzger arbeitslos finb In derartigen Fallen soll die Deutsche Arbeitsfront unterrichtet werden. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e fe e n , 22. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., 'Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (frische) 11 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, ausländische 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Mischgemüse 12 bis 15, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., neuen Staat und in die neue Geistigkeit. Es solle sich in unserem Vaterland ein Ordensstaat entwickeln, wie er uns als Vorbild aus der Geschichte des deutschen Ostens überliefert sei. Hammer, Pflug und Schwert seien damals in einer Hand vereinigt gewesen. So solle es wieder werden. Im Geiste , der deutschen Männer von damals solle auch unser Wirken geschehen. Leider sei das Erbe jener Männer damals nicht angetreten worden, vielmehr fei das Volk mehr und mehr in verschiedene Tätigkeiten zerfallen Die Folgen seien uns allen noch vor Augen. Und diese Zerrissenheit wäre vielleicht heute noch in unserem Volke, wenn nicht der Führer eingegriffen hätte. In der Deutschen Arbeitsfront seien Hammer, Pflug und Schwert wieder vereinigt worden. Der Begriff „Arbeit" werde jetzt als Dienst am Volksganzen verstanden. Der Führer habe das deutsche Volk aus seinen Depressionen in der Zeit nach dem Weltkrieg immer wieder emporgerissen. Im Glauben an die Zukunft und an die Kraft des deutschen Volkes habe er es auch immer wieder vermocht. Der nationalsozialistische Staat sei bereits vorbereitet gewesen, als es noch auf den Straßen zu kämpfen gegolten habe. Im zukünftigen deutschen Ordensstaat würden die Besten an der Spitze stehen. Der Staat werde nicht Erziehungsstaat sein, vielmehr werde Erziehung des Volkes dem Volke selbst zufallen. Das Volk werde auf eine Höhe geführt, auf der es leben könne. Das nationalsozialistische Deutschland werde nicht mehr niedergebrochen werden können. Der Staat werde sich aber auch wirtschaftlich behaupten. Für alle fernere Arbeit werde aber das Ideale der Ausgangspunkt fein müssen, so wie es bisher auch stets der Fall gewesen sei. Deshalb seien auch immer wieder Opfer verlangt worden und sie würden auch weiterhin gebracht werden müssen. Frühere Regierungen seien nie getragen, gewesen vom Glauben an das deutsche Volk. Deshalb habe ihnen nichts gelingen können. 'Dem Nationalsozialismus habe dieser.Glaube an das deutsche Volk zu allen bisherigen großen Erfolgen verhalfen keiner der bisherigen Staatsmänner fei je fo populär gewesen, wie gerade Adolf Hitler. Noch niemanden fei fo zugejubelt worden, wie gerade ihm. Er fei um seiner Ideale willen vom ganzen Volke verstanden worden. Der nalionalfozia- li-tische Staat werde auch in Zukunft immer vom Ideal als dem bewegenden Faktor der Gestaltung des Geschickes des deutschen Volkes cms.gehen. Das Gute der Vergangenheit werde mit nationalsozialistischem Geiste verbunden, so daß unserem Volke und Vaterlande vorwärtsgeholfen werde. — Die Zuhöre'' die dem Vortrag mit großem Interesse folgten, dankten mit lebhaftem Beifall. Krewamtswa ter Pa Kurz faßte den Dank art den Redner in kurzen Worten zusammen und ging auf verschiedene Gedanken des Redners ein. Er betonte, daß uns das Ideale immer wieder herausheben müßte aus der Gebundenheit des Materiellen. Der Glaube an sich selbst und an den Führer werde dem deutschen Volke immer helfen Die Sonne, lange für uns versunken, gehe uns in dieser Zeit strahlend auf. Der Idealismus des Führers habe den großen Erfolg der Saarabstimmung möglich gemacht. Dieser Erfolg des Führers müsse dem Glauben an ihn stärksten Rückhalt geben und allen Miesmachern müßten wir, wenn sie sich bei irgendeiner Gelegenheit wieder rührten, mit aller Schärfe entgegentreten. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer wurde die anregende Versammlung . geschlossen. Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, junge Hähne 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf. Dornofhen. — Tageskalender für Dienstag. Stadt- thectter: 20 bis 21.30 Uhr 3. Symphoniekonzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Da stimmt was nicht". — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, zusammen mit dem Konzertverein Gießen das dritte Symphonie - Konzert, ausgeführt vom Orchester des Stadttheaters und der Reichswehr-Kapelle, beide Musikkörper unter der Leitung von Professor Dr. Temeswary. Als Solist würde Herrn. Kraus aUs!Frankfürt a. M. (Violine) verpflichtet. Das Programm sieht vor: Mozart, Symphonie in ks-Dur — Beethoven, Violinkonzert in D - Dur, op. 61 — Beethoven, Fünfte Symphonie (Schicksals-Sym- phoms) in C-Moll, op. 67. — Sie Vortrags-Vereinigung (Goethe- Bunb und Kaufmännischer Verein) schreibt uns: Wie bereits mitgeteilt, mußte eine Umbesetzung des dritten Vortragsabends vorgenommen werden. Es spricht am kommenden Freitag Kommodore Rudolf Madlung, Kapitän zur See a. D., an Hand von hochiyteressanten und einzigartigen Lichtbildern zu dem Thema: „Der Durchbruch der ,Goeben' und ,Breslau'. Das deutsche Trafalgar 1914". Ein spannender Bericht deutschen Heldentums ist zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Gemeinschaft der Freunde W ü st e n r o t veranstaltet am Mittwoch, 23. Januar, im Hotel Prinz Carl einen Vortragsabend. Direktor E. H. Frantz-Saarbrücken wird sprechen. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. * ** Aus der Arbeit des ersten Wild- krankheiten -Forschers. Arn morgigen Mittwoch um 18 Uhr wird der Reichssender Frankfurt a. M. in einer Rundfunksendung Ausschnitte aus der Arbeit des ersten Wildkrankheiten-Forschers, des Geheimrats Prof. Dr. O l t in Gießen, bringen. Die Jäger und alle am Weidwerk und an der Wild hege interessierten Personen seien besonders darauf hingewiesen. • ** Bren n h o Izv e rst e i'g erung der Stadt Gießen. Bei der gestern in den städtischen Waldungen abgehaltenen Brennholzversteigerung wurden je Raummeter folgende Durchschnittserlöse erzielt: Buchenscheite 1. Klasse 11,25, Buchenscheite 2. Klasse 8,25 RM., Eichenscheite 1. Klasse 8 RM., Buchenknüppel 8,25 RM., Eichenknüppel 5 RM., Buchenstöcke 6,10 RM., Fichtenstöcke 4,50 RM. Buchenreisig 2. Klasse kostete 18 Pfennig, und Buchenreisig 3. Klasse 16 Pfennig je Welle. Insgesamt gelangten etwa 500 Raummeter Brennholz zur Versteigerung. Der Zuschlag wurde erteilt. Oberhessen. Volksbildungsarbeit in Klein-Linden. * Klein-Linden, 21. Jan. Die NS. - Gern e i n s ch a s t „Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstagabend gemeinsam mit dem Ortsring des Reichsbundes Volkstum und Heimat und der Ortsgruppe der Heimatvereinigung Schiffenberg im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" ihren ersten Heimatabend. Der DrtsgruppenroaUer der Deutschen Arbeitsfront Neuser begrüßte die stark besuchte Versammlung. Hierauf sprach der Leiter der örtlichen Volksbildungsarbeit, Lehrer Rau, der zugleich Ortsringleiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat und Ortsgruppenleiter der Heimatvereini- gung Schiffenberg ist. Einleitend kam er auf die in der Vor- und Nachkriegszeit entstandenen Volksbildungsvereine zu sprechen, denen infolge des Klassenhasses, der unser Volk auseinanderbrachte, leider nur in wenigen Fällen eine segenbringende Arbeit vergönnt war. Er führte ferner aus, daß auch in unserer Gemeinde in der Vorkriegszeit unter Leitung des verstorbenen Rektors Boßler ein solcher Verein unter dem Namen „Heimatvereinigung Klein-Linden" bestanden habe, der zum Segen für unser Dorf geworden war und der auch die Anerkennung aller Einwohner und der Behörden gefunden hatte. Jetzt, da wir dank der unermüdlichen Arbeit unseres Führers wieder geordnete Verhältnisse haben, hoffe man, diese Arbeit wieder aufnehmen zu können. Die ganze Arbeit solle unter dem Leitgedanken des Führers stehen: „Wir wollen die großen Traditionen unseres Volkes, seiner Geschichte und feiner Kultur in demütiger Ehrfurcht pflegen als unversiegbare Quellen einer wirklich inneren Stärke und einer möglichen Erneuerung in trüben Zeiten." Der Redner gab dann den Arbeitsplan für die kommenden Monate bekannt. Sodann hielt Lehrer Rau einen Vortrag über die Entstehung des Dorjes Klein-Linden, das urkundlich am 25. Juli 1280 zum erstenmal erwähnt wird. Der Anfang des Dorfes ist in der Burg zu suchen, die den Wohnsitz für die Herrschaft bildete. Der Redner gab einige Sagen aus unserer Umgebung bekannt, schilderte die Steuerverhältnisse vergangener Zeiten, sprach von der Bedeutung des Klein-Lindener Zehntgerichtes, von den Verkehrsmöglichkeiten, von den ältesten Gebäuden, über deren Bauweise und innere Einrichtung er eingehend berichtete, und vieles andere mehr. In seinem zweiten Vortrag sprach Herr Rau über das Thema „Klein - Lindener Familiennamen". Einleitend schilderte er die Entstehung der Familiennamen im allgemeinen und ging dann auf die Namen unserer Gemeindeglieder ein. Der erste Name eines Klein-Lindeners tritt in den Urkunden des Jahres 1285 auf. Es war dies ein Adliger Konradus de Lindehe, der erste Bürger Berthold genannt Nopeler wird 1301 urkundlich erwähnt. Die ältesten Namen, die heute noch vorhanden finb, hießen Weigel, auch Weigeln oder Weil. Um die Jahrhundertwende 1800 hießen sämtliche Gemeindebeamte Weigel. Die Auszeichnungen aus dem 17. Jahrhundert stammen fast alle von einem Pfarrer Weigel (wohnhaft in Großen-Linden 1652 bis 1682). Der Redner sprach ferner von der Teilnahme einiger Bürger an den Feldzügen Napoleons in Spanien uni) Rußland. Den früheren Herbergen unserer Gemeinde hatte der Redner eine eingehende Besprechung gewidmet. Der schöne Abend wurde von gemeinsam gesungenen Volksliedern und Chorliedern des Mädchen- und Frauenchores, geleitet von dem Vortragenden, umrahmt. Ortsgruppenwglter Neus e r von der Deutschen Arbeitsfront dankte allen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten. Landkreis Gießen. ± Klein-Linden, 20. Jan. Der hiesige Männergesangverein „Nationale Sänger- vereinigungEintracht-Harmonie" hielt am Samstagabend bei zahlreicher Beteiligung seine Jahreshauptversammlung in der Wirtschaft „Zur Burg" ab. Der Vereinsführer, Kaufmann Fritz Jung, begrüßte die Erschienenen und erstattete den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres. Zunächst gedachte er in ehrendem Nachruf des im vergangenen Jahre infolge Unglücksfall bei Ausübung seines Berufes verstorbenen verdienstvollen Chorleiters Heinrich Köhler aus Großen-Linden. Unaufgefordert erwiesen ihm die Versammelten die übliche Ehrerbietung. Sodann führte der Vereinsführer aus, daß die Sängeroereinigung in der Person des derzeitigen Chorleiters Georg Harnisch aus Watzenborn-Steinberg einen tüchtigen und würdigen Nachfolger gefunden habe. Er wies weiter auf die einzelnen Vereinsveranstaltungen des verflossenen Jahres hin. Viele lobende Anerkennungen seien aus den Teilnehmerkreisen über den schönen Verlauf und die guten, gesanglichen und sonstigen Darbietungen bei der Weihnachtsfeier bekannt geworden. Die Vereinsleitung habe beschlossen, aus dem geringen Reingewinn bei der Weihnachtsfeier, trotz der gespannten Finanzlage in der Vereinskasse, einen Betrag von 10 RM. dem Winterhilfswerk zu überweisen. Die Vereinsführung beabsichtige, an einem Sonntag im Monat März d. I. voraussichtlich am Gründungstage des einstigen Männergesangvereins Eintracht, am Nachmittag ein Gesangskonzert und am Abend eine gemeinsame Vereinsgründungsfeier im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" abzuhalten. Weiter werde die Sängervereinigung an dem diesjährigen Wertungssingen des Hessischen Sängerbundes teilnehmen. Für den durch Trauerfall an der Teilnahme verhinderten Kassenwart Wilhelm Jung erstattete der Ner- einsführer den Kassenbericht. Ein kleiner Ueberschufe konnte in das neue Jahr übernommen werden. Die Rechnungsführung, die durch drei Kassenprüfer geprüft war, wurde in bester Ordnung gefunden, so daß dem Kassenwart vom Vereinsführer lobende Anerkennung und Entlastung ausgesprochen werden konnte. Da dem seitherigen Kassenwart, dem auch gleichzeitig die Vereinsdienergeschäfte übertragen waren, wegen beruflicher Verhinderung die Fortführung der beiden Aemter nicht mehr möglich ist, wurden die Sänger Richard Lenz zum Kassenwart und August Volkert zum Vereinsdiener ernannt. Mitglied Dr. Crößmann, der als politischer Leiter an der Versammlung teilnahm, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die nach den Grundsätzen des Dritten Reiches aus den früheren Män- nergefangoereinen Eintracht und Harmonie herausgewachsene „Nationale Sängeroereinigung" auch weiter fortfahren möge, im Sinne unseres großen Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler das deutsche Lied und den wahren Volksgemeinschaftsgeist zu hegen und zu pflegen. Nach dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren Führer und Dolkskanzler nahm der Vereinsführer das Wort zur Schlußansprache. Nach der ersten Strophe des Horst-Wefsel-Liedes fand die Versammlung ihr Ende. Reichsgriindungsseier des Mhäuserbundes. Der Kyffhäuserbund veranstaltete im Berliner Sportpalast eine Reichsgründungsfeier, die zu einer eindrucksvollen Weihestunde wurde. Unser Bild zeigt die Fahnen, unter ihnen die historischen Fahnen der alten Garderegimenter, die sich zu Ehren der toten Helden und des verewigten Reichspräsidenten senken. ■ v M Ws HA : O MBU? H y- v'x - ■ .. ■ . ■ Y Watzenborn-Steinberg, 21. Januar. Samstag abend trat die hiesige Freiwillige Feuerwehr am Spritzenhaus an. Unmittelbar danach erschien Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier in Begleitung einiger Gießener Kameraden. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier begrüßte die Wehr und erklärte, daß es ihm eine besondere Freude sei, einige Stunden' unter der Wehr verweilen zu können. Er kam zurück auf die Besichtigung im vergangenen Jahre, wo er die Wehr mit der Rote „Sehr gut" auszeichnen konnte, sowohl im Fußexerzieren als auch im Brandangriff. Nach einer Besichtigung des Gerätehauses marschierte die Wehr unter Vorantritt des Spielmannzu^s zum Lokal von Kamerad Ludwig S ch m a n d t, um 'die diesjährige Jahreshauptversammlung zu erledigen. Hier begrüßte der 1. Kommandant Kamerad Karl S ch m a n d t alle Anwesende und brachte den Geschäftsbericht zur Kenntnis. Insgesamt wurden außer zwei Brandbekämpfungen noch 6 Uebun- gen mit anschließenden Brandangriffen abgehalten. Am 8. Juli fand die Besichtigung der Wehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt. Die Gemeindevertretung, die zum Teil der Besichtigung beiwohnte, überwies der Wehr den Betrag von 30 Mk. als Anerkennung der Gemeinde. Auf dem Herbstverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen in Leihgestern war die Wehr vertreten. Der Rechner Kamerad Ernst Mandler erstattete sodann Bericht über die Kassengeschäfte. Die von Rechnungsprüfer Kam. Ludwig Fett und Ernst Harnisch vorgenommene Prüfung ergab keine Beanstandungen; so daß dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Die Neubesetzung des Vorstandes wurde zurückgestellt. Kamerad Wenzel (Gießen) streifte sodann die Entstehungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr von Watzenborn-Steinberg, wobei er mit Hilfe des Bürgermeisters Kam. Schäfer am 20. August 1927 für die neue Wehr 52 aktive Mitglieder gewinnen konnte. Kam. Bouffier hielt dann noch einen Vortrag über „Physikalische und technische Aufgaben über das Feuerlöschwesen", der von den Kameraden mit Beifall ausgenommen wurde. = Steinbach, 21. Jan. Am Samstagabend hielt der Gesangverein „Germania" seine Hauptversammlung im „Ritter" ab. Der Vereinsleiter G. Jakob Schneider leitete die Versammlung, die in gewohnter Weise den Jahresbericht brachte. — Der Kriegerverein Steinbach feierte gestern seinen 6 0. Gründungstag. Vormittags fand Kirchgang statt. Kamerad Pfarrer D ö l l predigte über die Geschichte vom Hauptmann zu Kapernaum und zeigte daran die männliche, heldische Art des Glaubens, der in der kameradschaftlichen Art und im demütigen Gehorsam nach dem Vorbild des Hauptmannes das Beste ist, was wir in den Dienst unsres Volkes stellen können Nach dem Gottesdienst nahm der Verein vor den Kriegerdenkmälern Aufstellung Der Vereinsleiter Jakob Sehrt gedachte zunächst der Gründer des Vereins und der Krieger von 1870, ihnen zu Ehren legte er einen Kranz am Denkmal des Krieges 1870/71 nieder. Dann trat er an das Ehrendenkmal der Gefallenen des Weltkrieges, widmete ihnen Worte des Gedenkens und legte einen Kranz an ihrem Denkmal nieder. Damit war der erste Teil des Jubiläums beendet. Abends versammelte sich der Verein im Saale des „Einhorn" mit zahlreichen Gästen, so daß der große Saal sich als zu klein erwies. Auch von Nachbarvereinen waren Vertreter erschienen. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Schleuse übernommen; sie eröffnete den Abend mit einem flotten Marsch. Der 1. Vereinsführer Sehrt begrüßte die Besucher, besonders auch die auswärtigen Gäste, darunter den Bezirksverbandsführer und Sturmbannführer B o n h a r d , sowie den Sturmführer Oberregierungsrat Schmidt (Gießen). Kamerad Sehrt gedachte sodann der Gefallenen der Kriege von 1870 und 1914/18, die Musik spielte das Lied vom guten Kamerad, während die Versammlung ihnen zu Ehren sich erhoben hatte. Die Fahnenweihe nahm der Bezirksführer vor, er sprach von der Geschichte und der Bedeutung der Fahne und übergab sie mit der alten Hassialosung: „Gott, Ehre, Vaterland" an den Vereinsführer, der sie mit dem Treuegelöbnis übernahm. Nach einem weiteren Musikstück sprach der Vereinsführer über die 60jährige Geschichte des Vereins und wußte in ernsten und heiteren Bildern aus dem Vereinsleben ein lebendiges Bild der Vergangenheit darzustellen. Eines noch lebenden Gründers und Altveteranen, des Kameraden Balthasar Müller, wurde dabei besonders gedacht. In ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer klang der Vortrag aus. Den Hauptvortrag hielt der Bezirksführer mit eigenen Lichtbildern über seine Kriegserlebnisse in Mazedonien. Er verstand es, durch seine humorvolle Art die Aufmerksamkeit bis zum Schlüsse zu fesseln. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes schloß sein Vortrag. Der Vereinsführer schloß darauf den offiziellen Teil mit Dank an den Vortragenden. Dann kam die Jugend^zu ihrem Recht mit anschließendem Tanz. Mit dieser schlichten, aber wohlgelungenen Feier tritt der Verein in des siebte Jahrzehnt seines Bestehens, angeschlossen an den größten Frontkämpferverband der Welt wird er in unbedingter, treuer Gefolgschaft hinter unserem Führer stehen. wg Großen-Buseck, 21. Jan. Die aktive SA. hielt am Samstagabend einen Kameradschaftsabend im Sturmlokal von Gastwirt Wagner ab. Der Saal war prächtig geschmückt. Zahlreiche ^Volksgenossen nahmen teil. Der Badenweiler Marsch, von der SA.-Kapelle gespielt, leitete den Abend ein. Sturmführer Friedrich Fuhr sprach zunächst über Treue und Opferbereitschaft der Grenzländer, insbesondere des Saarlandes. Er schilderte die Gründung des zweiten Reiches und gab einen geschichtlichen Rückblick über die Zeit vom 18. Januar 1871 bis zum 30. Januar 1933. Sturmbannführer Höbel, der inzwischen erschienen war, sprach über die Aufgaben der SA. in der Gegenwart und wies darauf hin, daß es mit allen Mitteln gelte, die Gedanken des Führers in die Tat umzusetzen. Mit einem Treuegelöbnis zu Führer und Vaterland schloß er seine Ausführungen. Im weiteren Verlauf des Abends gelangten zwei Th^l- terftücke zur Aufführung, die viel Beifall fanden. Die SA.-Kapelle unterhielt außerdem mit guter Musik. A Lollar, 21. Jan. Am Samstagabend veranstaltete der Veteranen- und Kriegerein Lollar im „Schwanen" seinen diesjährigen Unterhaltungsabend. Zu Beginn spielte die Kapelle den Badenweiler Marsch. Dann folgte ein Prolog, gesprochen vom Kameraden Leinberger. In seiner Ansprache begrüßte der Vereinsführer T a u - bert die Erschienenen und führte u. a. aus, daß sich die Kameraden, wie alljährlich, mit ihren Angehörigen versammelt hätten zur Feier des 18. und 30. Januar. Dabei gedachte er des Führers, dem wir die Einigung Deutschlands zu verdanken haben, und brachte auf ihn und unser deutsches Vaterland ein dreifaches Sieg-Heil aus. Die erste Strophe des Deutschlandliedes und des Horst-Wefsel-Liedes folgten. Nachdem eine Abordnung mit der Vereinsfahne auf der Bühne Aufstellung genommen hatte, ergriff der Bezirksführer B o n h a r d t das Wort. Ein seltenes Jubiläum, so führte er u. a. aus, feiere der Verein in diesem Jahre: sein 90jähri- ges Bestehen. Stolz könne er sein auf die Tradition und auf seine altehrwürdige Fahne. Dabei gab der Redner einen kurzen Ueberblick über den Begriff „Fahne" bei den Germanen und seine Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte. Besonders gab er seiner Freude Ausdruck darüber, daß er die schwarze Saarfahne bis Marburg begleiten durfte. Neben vielen Hakenkreuzfahnen hätten auch verschiedene Kyffhäuserfahnen unterwegs der Schwester von der Saar ihren Gruß entboten. Nun, da der Kyffhäuserbund so fest geeint sei, solle auch Lollar an Stelle der alten Fahne, die in absehbarer Zeit im Kyffhäusermuseum aufgestellt werde, die neuzeitliche Bundesfahne führen. Bei diesen Worten übergab er das neue Zeichen dem Vereinsführer. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden und mit gesenkten Fahnen ward den gefallenen Kameraden eine Minute stillen Gedenkens gewidmet. Im weiteren Verlaufe des Abends sorgten ein ernstes Theaterstück und ein Soldatenschwank, mit viel Hingabe gespielt und dankbar ausgenommen, für Unterhaltung. Beim anschließenden Tanz kam dann die Jugend zu ihrem Recht. Ä> Allendorf a. d. Lumda, 20. Januar. Gestern vollendete der ä 11 e ft e Einwohner unserer Stadt, der Schneidermeister PH. Krieger, sein 9 6. Lebensjahr. Der Jubilar, der angeblich noch keine Minute seines Lebens krank gewesen ist, besucht noch regelmäßig jeden Sonntag den Gottesdienst und nimmt noch an allen Vorkommnissen in der Stadt regen Anteil. Von den Jungmädels des hiesigen BdM. wurden dem alten Herrn am Vormittag die beiden Lieder „Jesu geh voran" und „Großer Gott wir loben dich" als' Ständchen gesungen. Außerdem wurde der Jubilar noch reichlich beschenkt. — In unserem zwischen 1400 und 1500 Einwohner zählenden Städtchen leben zur Zeit noch 19 Personen, die über 80 Jahre alt sind. Hiervon sind: 1 Mann 96 Jahre alt, 3 Frauen und 1 Mann 89 Jahre alt, 1 Mann 84 Jahre alt, 4 Frauen und 1 Mann 83 Jahre alt, 1 Frau und 3 Männer 82 Jahre alt und 2 Frauen und 2 Män« ner 81 Jahre alt. * Londorf, 21. Jan. Der 8jährige Sohn des Arbeiters Wichert von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Unterschenkelbruch und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. + Grünberg, 21. Jan. Am Sonntagabend gab der M ä n n e r ch o r in der Turnhalle ein Konzert, das einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Die Chöre, geistliche und weltliche, kamen klangrein zum Vortrag und legten Zeugnis ab von einer fleißigen und erfolgreichen Arbeit des Chorleiters, Musiklehrer Fritz Leib (Gießen). Besondere Erwähnung verdienen die beiden Volksweisen „So wünsch ich ihr ein gute Nacht" und „Es blies ein Jäger wohl in sein Horn" in der Bearbeitung von Hans Heinrichs, bei denen in meisterhafter Weise Herr Schwarz lose (Gießen) als Trompetensolist mitwirkte. Ebenso starken Anklang fand auch „Die Mühle im Schwarzwald" von Richard Eilenberg, die mit Begleitung des Goethe-Orchesters zum Vortrag kam. Hier erzwang das begeisterte Publikum eine Wiederholung. Ein Lustspiel „Die Stadtväter von Dinkelsbühl", das durch seinen gesunden Humor sowie die gute Darstellung allgemein gefiel, beendete die Darbietungen. Der Abend schloß mit einem Ball ab. * Ettingshausen, 21. Jan. Dieser^ Tage fand im hiesigen Rathaus ein Vortrag der Deutschen Bau- und Siedlungsgemein- schäft statt. Der Vertrauensmann Wilh. Keil II. eröffnete die Versammlung. Pg. Lang (Butzbach) schilderte die Art des Wirkens der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft. Der Vortrag fand allgemeines Interesse. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Kreis Alsfeld. £ st. Kirtorf, 21. Jan. Das Forst amt Kirtorf veranstaltete dieser Tage in der Försterei Ober-Gleen eine Polizeijagd a u f Wildschweine. Weitere Jagden wurden in den Förstereien von Wahlen und Arnshain abgehalten. Insgesamt konnten vier Schwarzkittel erlegt werden. — Bei der Eintopfgerichtsammlung am 13. Januar wurden in der hiesigen Ortsgruppe der NSV. insgesamt 61,85 Mark aufgebracht Rundsunkprogramm. Mittwoch, 23. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.45t Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.15: Kleine Morgenmusik. 10: Nachrichten. 10.15 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II der Kapelle des NSDFB. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: „Der Meißner". Vom Sagenberg des hessischen Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus Zeit und Leben. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. 20.35: Stunde der jungen Nation. 21: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Zum 15. Geburtstag der Lindenwirt'n. 1 1 M Am 22.Januar feiert die einstige Lindenwirtin von Godesberg am Rhein, Aennchen Schumacher, ihren 75. Geburtstag. Zwar ist sie nicht mehr die „Lindenwirttn, die junge", als die sie durch Rudolf Baumbachs „Keinen Tropfen im Becher mehr" Berühmtheit erlangt hat, so weit ein deutsches Lied erschallt. Aber Herz und Geist sind so jung geblieben, wie sie es waren, als Aennchen — achtzehnjährig — den Gasthof ihres Vaters in Godesberg übernahm. --- L' . 111 I Ito3 ti&GGVW3£x "TSU&wwt Heringssalat 1 Hering (Milchner), 1 Pfund Pellkartoffeln, 1/2 Pfund eingemachte rote Rüben, für 4 Personen 1 Gurke, 1 Apfel, 1 Zwiebel, je 2 Eßlöffel Öl und Milch, 4 Eßlöffel Wasser, 1 Eßlöffel Essig, 2 Teelöffel Maggi s Würze. - Den vorbereiteten Hering, die geschälten Kartoffeln, die roten Rüben, den Apfel, die Gurke und Zwiebel kleinwürfeln. Die durchs Sied gestrichene Heringsmilch, öl, Essig, Milch, Maggi s Würze und Wasser damit vermengen und ziehen lassen. Vorlragsvereinigung: Coelhebuod, KaoimänD. Verein 3. Vortragsabend Freitag, 25. Januar, abends SUhr.in der Neuen Aula Lichtbildervortrag des Commodore Rudolf Dladlnng, Kapitän zur See a. D. Das deutsche Trafalgar 1914: Der Durchbruch der Goeben und Breslau (Ein Bravourstüde deutscher Seekriegsleistung) Die Mitglieder des Goethebundes und des Kaufmann. Vereins erhalten bis zu 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 2 (G.B.) bzw. Kontrollabschnittes Nr.4 (K.V.) an der Abendkasse. Für Verbandsmitglieder (Volkshochschule, NS. Leh- rerbund) zum Preise von 60 Pf., für Militär, Studenten und Schüler 40 Pf. und für Nichtmitglieder zu 1 Mk. bei Challier und an der Saalkasse. l73l> Sämtliche platze sind an diesem Ab end unnumeriert. HessischerHof Morg enMittwoch, 23. Januar: Großes Schlachtfest mit Konzert! 369 d Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei MlksWtS'MMkW. Die Gastwirtschaft Marbacher Weg 32 inMarburg ist zum l.April 1935 wegen Krankheit der Pächterin anderweitig zu verpachten. Peffter Jahresumsat> 137.«9 hl Brauerei CarlBopp,Marburg Mittwoch, den 23. Januar 1935, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahierNeuenweg 28„ZumLöwen" zwangsweise gegen Barzahlung: An Ort und Stelle, Bekanntgabe in obigem Lokal: 1 Schuhmachernähmaschine, eine Schäftestevvmasch./lLederwalze IKaffeeröster, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Registriertassen, 1 Regulator, Büfetts, Flurgarderoben, Eisschränke, 1 Drogensthr^ Kleider- u. Wäscheschränke, Vertikos, Spiegel, Sofas, Chaiselongues,Tische, Sessel,Grammophone, 1 Partie Stiefel u.Schäfte 1 komvl. Schlafzimmereinr., De- korationsstgur.,200Mistbeetfenst. Schwalb, 374D Stellvertr. des Gerichtsv.Junker in Gießen, Wiesecker Weg 16,Tel.3383 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiifiii Nachlässe von 3 b/s 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Ver- öffentHchungeh einer Anzeige iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniuiii Htortiut8o.6.t.,tolenMto«18 GMMlMllMMi in bester Lage zum Selbstkostenpreise zu verkaufen oder unter günst.Bedingungen zu vervachten. Brauerei CarlBopp, Marburg Bretter Gegen spröde, aufgesprungene Sperrholz ^aut- 322A Latten »Elöro« Dachpappe Carbolineum ßlycerin-Milch Flasche 40 Pf. Happel&Co. Mühistr.18,Ruf3925 und 70 Pf. Drogerie Elpes Seltersweg 68 a Deutscblands älteste und grüble Bausparkasse Gemeiiscliail der Fremde Wüsienril fiem.G. m.u.H. hat bis heute über 19000 Famlien ins eigene Heim gebracht, lieber 260 Mill- Mark gelangten innerhalb 10 Jahren zur Auszahlung. 368D WIC ? Darüber spricht am Mittwoch, dem 23. Januar, abds.8.15Uhr,im Hotel Prinz Carl Dir.E.H. Frantz,Saarbrücken Eintritt Ireil Eintritt freil HU8 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, 22. Januar 1955 SJL-Spont Oie HeereSskimeifferschasten 1935. Vom 27. Januar bis 2. Februar wird in Garmisch- Partenkirchen die Heeresskimeisterschaft 1935 ausgetragen, der u. a. der Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, der Chef der Heeresleitung. General der Artillerie Freiherr von Fritsch, und der Chef des Wehrmachtsamts, Generalmajor von Reichenau, beiwohnen werden. An besonders wichtigen sportlichen Ereignissen im Rahmen der Gesamtveranstaltung sind zu erwähnen: der am 29. Januar stattfindende Heerespatrouillenlnuf unter Beteiligung einer finnischen Mannschaft, und die 18-Kilometer- Langlauf-Meisterschaft am 1. Februar. Bobrennen in Garmisch-Partenkirchen. In Garmisch-Partenkirchen wurden am Montag die in der Vorwoche ausgefallenen Rennen auf der Bobbahn nachgeholt. Den Wanderpreis des Deutschen Bob-Verbandes im Viererbob gewann Bob „Olympia" mit Hans Kilian am Steuer und von Dalta an der Bremse in 2:44,64 Min. Die einzelnen Fahrten wurden in 1:23,91 und 1:20,74 zurückgelegt. Zweiter wurde Bob „Erfurt" (Trott-Vonhoff) in 2:45,36 (1:24,49 + 1:20,87) vor Bob „Petz" (Schäfer-Lippach) 2:48,1 (1:24,64 + 1:23,46), Bob „Unschuld" (Gaudoski-Kühnar) in 2:49,56 und Bob „Werdenfels" (Gebr Weckerle) in 2:50,92. Kilian hat damit den im Vorjahr gewonnenen Wanderpreis erfolgreich verteidigt. Die Süddeutsche Zweierbob - Meisterschaft gewann Bob „DBV. 2" (Grau-Brehme) in 2:50,95 (1:25,38 + 1:25,57). Kilian-von Balta konnten mit ihrem Bob „Olympia 2" hier nur in 2:51,47 (1:26,08 + 1:25.37) den zweiten Platz belegen. Dritter wurde Bob „Josty" (Dr. Brüne-Seraidaris) in 2:54,17 vor Bob „Framfrau", „BSC. 1" und „Wispo". Deutschland in Davos ausgeschieden. Unsere Eishockeyspieler auch von Frankreich besiegt. Die Hoffnungen, daß unsere Eishockeyspieler im Kampf um die Welt- und Europameisterschaft in Davos wenigstens nicht ohne Gewinnpunkte den letzten Platz in den Ausscheidungsspielen der Gruppe B belegen würden, haben sich leider nicht erfüllt. Im dritten und letzten Spiel standen unsere Vertreter Frankreich gegenüber und auch dieses Spiel ging verloren. Mit 2:1 (0:0, 0:1, 2:0) blieben die Franzosen Sieger Das im zweiten Drittel von Jaenecke erzielte deutsche Tor sollte der Ehrentreffer bleiben. Polen und Italien trennten sich unentschieden mit 1:1 (0:0, 1:1, 0:0) und dadurch ist Frankreich mit 5:1 Punkten vor Italien (4:2), Polen (3:3) und Deutschland (0:6) Gruppensieger geworden. In der Gruppe A siegte die Schweiz mit 2:0 über Holland, Schweden gewann 3:0 gegen Ungarn. Hier sind die Schweizer mit 5:1 Punkten vor Schweden (4:2), Ungarn (3:3) und Holland (0:6) Gruppensieger. In der Gruppe C gewann die Tschechoslowakei auch ihr drittes Spiel, sie siegte mit der Rekordziffer von 22:0 über Belgien und belegt mit 6:0 Punkten den ersten Platz. Oesterreich folgt nach einem knappen 2:1-Sieg über Rumänien mit 4:2 Punkten vor Rumänien (2:2) und Belgien (0:6). In der G r u p p e D wurde Kanada mit 4:0 Sieger, nachdem England über Lettland 5:1 gewann und mit 2:2 den zweiten Platz belegte. Die Letten haben 0:4 Punkte. In der Zwischenrunde spielen die zwei Besten jeder Gruvpe in zwei Gruppen, die besten beiden Mannschaften dieser beiden Abteilungen, zusammen also vier, bestreiten dann die Endspiele. Für die Zwischenrunde haben sich Schweiz, Schweden, Frankreich, Italien, Tschechoslowakei, Oesterreich, Kanada und England qualifiziert. Europameister Mühlberger in Gießen. Der 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen hat sich die Gauligamannschaft der Athletiksportvereinigung 1886 Frankfurt zu einem Freundschaftskampf im Ringen für Samstag, 26. Januar, verpflichtet. Die Frankfurter behaupten in der Tabelle des Gaues Südwest einen guten Mittelplatz. In ihren Reihen steht auch der bekannte Weltergewichtler H i r s ch m a n n. Dieser lieferte vor kurzem dem deutschen Meister Schäfer (Schifferstadt) einen glänzenden Kampf und verlor nur knapp nach Punkten. Besonders gespannt ist man auf den Revanchekampf Jung (Frankfurt) gegen Funk (Gießen). Dieser unterlag bekanntlich dem Frankfurter bei den deutschen Meisterschaften 1933 in Ludwigshafen. Er wird nun alles versuchen, um diese Scharte auszuwetzen. Die gute Form der Gießener Ringer beim letzten Turnier in Alsfeld läßt darauf schließen, daß technisch hochstehende Kämpfe bevorstehen. Den Höhepunkt des Abends wird aber zweifellos das Auftreten des Europameisters Mühlberg e r bilden. Dieser bekannte Sportler ist ein vollendeter Techniker des Gewichthebens. Sein exaktes Arbeiten ist überall ausgefallen. Er brachte es fertig, in Paris an einem Tage zweimal seinen eigenen Weltrekord zu überbieten. Mühlberger, der bereits vor 10 Jahren sich zum erstenmal mit dem Titel eines deutschen Meisters schmücken durfte, ist auch heute noch eine stolze Hoffnung für die Olympiade 1936. Er konnte bereits zweimal Europameister und viermal deutscher Meister werden. Bei den Kampfspielen in Nürnbera wurde er zweiter und bei den Europameisterschaften 1934 in Genua dritter. Bei einem Körpergewicht von 120 Pfund konnte er schon mehrfach 230 Pfund beidarmig stoßen. Mühlberger hält den Weltrekord im beidarmigen Reißen (Federgewicht) mit 190 Pfund und mehrere deutsche Rekorde in den einzelnen Hebungen Fünf Gießener Gewichtheber werden versuchen, mit ihren Leistungen nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten. „IC.Teutonia^Wahenborn-Gteiuberg FE. Teutonia Watzenborn-Steinberg —1900 Gießen 0:3 (0:1). Es hatte sich eine recht zahlreiche Zuschauermenge eingefunden, als der korrekt amtierende Schiedsrichter Krug (Friedberg) das Treffen anpfiff. Es entwickelte sich ein Kampf, der befriedigen mußte. Um es vorweg zu nehmen: Die Gäste verließen als verdienter Sieger den Platz. Verdient insofern, da sich jeder der Elf energiegelaben einsetzte, und ganz besonders es die Stürmerreihe an der fast allzureichlichen Schwungkraft nicht fehlen ließ. Daß die Gäste erst in der 28. Minute zum ersten Erfolg kamen, ist der vorzüglichen und aufopferungsvollen Abwehrarbeit der Hintermannschaft der Einheimischen anzurechnen, wo auch Burger im Tor trotz harten Angehens des Gießener Schmelz entschlossene Paraden zeigte. Im Anschluß an einen im Mittelfeld verhängten Strafstoß kam Gießen bann aus bem Gebränge heraus zu dem ersten Treffer. Trotzdem das Spiel nun weiter offen war, merkte der unbefangene Zuschauer jetzt schon, daß der Teutonensturm schwerlich zu Erfolgen kommt. Obwohl er reichlich mit Vorlagen bedient war, wirkte dieser Mannschaftsteil wenig überzeugend, und die im Bereich der Möglichkeit liegenden Erfolge mußten ausbleiben. Als im Verlauf der zweiten Spielhälfte dann die Gießener durch einen haltbaren Treffer zu ihrem zweiten Erfolg kamen, waren die Aussichten für die Einheimischen stark gesunken. Der rechte Verteidiger ging nun in den Sturm, und das Spiel wurde nun überwiegend in der Gießener Hälfte ausgetragen. Sofort stellt sich die Gästeelf VaierHerber triumphierten auch in diesem Zahre Bei den Deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften auf bem Riessersee in Garrnrsch besetzte erwartungsgemäß — wir berichteten bereits kurz darüber — Ernst Baier die Meisterschaft im Herrenlaufen, und Maxie Herber gewann die Damen-Meifterschaft. Auch im Paarlaufen wurden die beiden beliebten Deutschen Meister bei ausgezeichneten Darbietungen Sieger. auf diese Spielweise ein. Auch Schlarb im Tor rettet wiederholt blitzschnell. Steinberg, im Angriff, hatte die Abwehr aber allzu stark gelichtet; die Gäste kommen vor und kurz daraus hieß es 0:3. Verblüfft ließ Burger in der Mitte der Torlinie wie gebannt stehen den Ball ins Retz rollen. Das Spiel war entschieden. Ein ritterlicher Kampf nahm damit sein Ende. Die jüngere und damit kampffreudigere Elf blieb Sieger. Zur Mannschaftsaufstellung der Watzenborn-Steinberger ist zu sagen: Verteidiger und Läuferreihe erfüllten die auf sie gesetzten Hoffnungen. Der linke Läufer war etwas langsam im Start, aber sonst einsatzbereit bis zum Aeußersten. Burger im Tor fehlt es an der Hebersicht. Dem Sturm fehlte es am nötigen Einsatz. Fußball-Eraebniffe der Kreisklaffen. 1900 II — Großen-Buseck 2:3; Werdorf — Naunheim II 7:3; Oberndorf — Leun II (Leun nicht angetreten); Allendorf — Garbenteich 1:2; Wieseck — Leihgestern (Leihgestern nicht angetreten); Rodheim — Vetzberg 1:3; VfB. II —. Heuchelheim 2:2; Neuborn — Tgde. Wetzlar 1:3; Aßlar — Wetzlar II 2:1; Alten-Buseck — Londorf 1:2; Lich — Krofdorf 3:2; Fellingshausen — Launsbach 5:1; Ehringshausen — Tgde. Wetzlar II 5:0; Werdorf II t Bechlingen 2:0; Bonbaden — Berghausen 1:1. Sportverein 1928 Garbenteich. Allendorf I — Garbenleich I 1:2 (1:1). Im Rückspiel gegen den Meister der 2. Kreis- klasse, Allendorfs erste Mannschaft, konnte die erste Elf von Garbenteich auch diesmal (auf dem Platz des Gegners) als Sieger hervorgehen. Der Gastgeber hatte sich zweifellos vorgenommen, in diesem Spiele Revanche zu nehmen für die im Vorspiel erlittene 9:2-Niederlage, es gelang ihm aber nicht. In der 20. Minute konnten die Platzbesitzer durch einen Elfmeterball zwar in Führung gehen, kurze Zeit darauf glichen aber die Gäste aus und zwar durch einen Strafstoß, der von dem Linksaußen tadellos geschossen war. Halbzeit 1:1! Nach dem Seitenwechsel sah man zunächst verteiltes Spiel, und vor beiden Toren gab es kritische Situationen. In der 30. Minute der zweiten Halbzeit fiel aber erst der Siegestreffer für die Gäste. Der Linksaußen gab zum Mittelstürmer, der unhaltbar verwandeln konnte. Die Gastgeber setzten nun alle Kraft ein, vermochten die Hintermannschaft der Gäste aber nicht zu schlagen. Der Meister mußte sich zum ersten Male auf eigenem Platz geschlagen bekennen. Der Schiedsrichter Niersbach (Wetzlar) leitete gut. Zugendfußball der Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 2. Jugend — Watzenborn-Steinberg 1. Jugend 1:3 (0:1). Am Sonntagvormittag empfing die zweite Jugend der Spielvereinigung 1900 die erste Jugend von Watzenborn-Steinbera. Für die Blauweißen war das Spiel von vornherein verloren, weil die Mannschaft nur mit neun Mann das Spiel bestritt. Die Mannschaft von Watzenborn-Steinberg hätte das Spiel bestimmt höher gewinnen müssen, wenn man bedenkt, daß die Elf eine Klasse höher spielt als die der Blauweißen. Von Anfang an entwickelte sich ein flottes Spiel, das die Gäste leicht im Vorteil sah. Mitte der ersten Spielhälfte schossen die Gäste ihr erstes Tor, das aber der Rechtsaußen der Platzbesitzer bald ausglich. So blieb es bis zur Pause. In der zweiten Spielhälste beherrschten die Gäste vollständig das Spiel und kamen noch zu zwei Erfolgen. Oie Spiele der Dezirksklaffe Marburg. Die vier Spiele des vergangenen Sonntags haben auf die Gestaltung der Tabelle keinen nennenswerten Einfluß ausgeübt. Lediglich Wallau hat in seiner Position verloren und zwar durch die dritte Niederlage auf eigenem Platze mit 2:1 Toren gegen den VfL. Biedenkopf. Wallau liegt zwar weiter an vierter Stelle, scheidet jedoch als Meisterschaftsanwärter aus. Der FV. Ockershausen weilte in Gladenbach, wo er 20 Minuten vor Schluß mit 3:J in Führung lag. Da das Publikum mit der harten Spielweise nicht einverstanden war, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. lieber die Wertung wird die Instanz zu entscheiden haben. Germania Marburg holte sich in einem schwachen Spiel gegen den Sportverein Gemünden mit einem 4:1 Sieg zwei wertvolle Punkte. Recht schußfreudig erwiesen sich die Breidenbacher, die gegen die ersatzgeschwächten Sarnauer mit 10:1 gewinnen konnten. Scherzo Kon Anion Tschechow Ein Heller Wintertag. Es friert stark, der Schnee knirscht, Nadenkas Löckchen an den Schläfen sind mit silbrigem Reif bedeckt. Wir stehen auf einem hohen Berg, von unfern Füßen abwärts zieht sich eine glatte Rodelbahn, in der sich die Sonne spiegelt. Hinter uns her ziehen wir kleine Schlitten, die mit rotem Tuch ausgeschlagen sind. „Lassen Sie uns fahren, Nadeschka Petrowna", flehe ich. „Nur ein einzigesmal. Ich schwöre Ihnen, daß wir heil und ganz blieben ..." Aber Nadenka fürchtet sich. Die ganze Strecke von der Spitze ihrer kleinen Heberschuhe bis zum Ende der Eisbahn erscheint ihr furchtbar, ein unermeßlicher Abgrund. Ihr stockt schon der Atem, wenn sie nur hinuntersieht — wie würde es erst fein, wenn sie versuchen wollte, in den Abgrund zu fliegen. Sie müßte sterben, den Verstand verlieren. „Ich flehe Sie an", sage ich. „Sie brauchen sich nicht zu fürchten. Es ist Feigheit!" Endlich gibt Nadenka nach, aber ich sehe an ihrem Gesicht, daß sie um ihr Leben zittert. Bleich und bebend setze ich sie in den Schlitten, umfange sie mit meinen Armen, und so stürzen wir uns in den Abgrund. Der Schlitten fliegt wie eine Kugel. Die Luft schlägt uns ins Gesicht, beißt boshaft in die Wangen, möchte einem den Kopf von den Schultern reißen. Wir können kaum atmen. Es ist, als ob der Teufel selber uns in den Krallen hätte und risse uns mit Geschrei in den Abgrund. Alle Gegenstände verwandeln sich in lange Streifen, die sich mit rasender Geschwindigkeit fortbemegen .. • Noch ein Augenblick und wir sind verloren. „Ich liebe Sie, Nadenka", flüstere ich halblaut. Hafer Schlitten beginnt langsamer zu laufen, das Heulen des Windes und das Schleifen der Kufen sind nicht ganz so schrecklich, wir können wieder atmen und endlich sind wir unten angelangt. Nadenka ist weder tot noch lebendig. Sie ist blaß, atmet kaum. Ich helfe ihr aufstehen. „Um keinen Preis fahre ich ein zweites Mal, sagt sie, mich mit entsetzten Augen ansehend. ,,our nichts in der Welt! Ich bin fast gestorben ... Nach einer Weile kommt sie zu sich und steht mir fragend in die Augen: war ich es, der die vier Worte sprach oder hatte nur der Wind sie ihr hm- geweht? Ich stehe neben ihr, rauche meine Zigarette und betrachte aufmerksam ihre Handschuhe. Sie faßt mich unter, und wir promenieren lange um die Rodelbahn. Das Rätsel läßt ihr keine Ruhe. Waren die Worte gesagt? Ja oder nein? Es ist eine Frage der Ehre, des Ledens, des Glücks, es ist eine sehr wichtige Frage, die wichtigste im Leben. Nadenka ist ungeduldig, traurig, sieht mir durchdringend ins Gesicht, antwortet zerstreut; augenscheinlich wartet sie darauf, daß ich etwas sage. Welch ein Mienenspiel in dem süßen Gesicht. Ich fühle, wie sie mit sich kämpft, etwas sagen möchte, etwas fragen, aber sie findet die Worte nicht, ihr wird es unbehaglich, die Freude ist gestört. >,Wissen Sie was?" — sagt sie endlich, ohne mich anzusehen. „Was?" frage ich. „Wollen wir noch einmal fahren ...?" Wir gehen die Treppe hinauf auf den Berg. Wieder setze ich die blasse, zitternde Nadenka in den Schlitten, wieder fliegen wir dem Abgrund zu und wieder im allerstürmischsten Dahinfliegen flüftre ich: „Ich liebe Sie, Nadenka." Kaum hält der Schlitten, als Nadenka die Eisbahn, über die wir soeben geflogen, mit einem Blick umfaßt, dannn sieht sie mir wieder ins Gesicht und horcht in meine Stimme hinein, die gleichgültig und ganz leidenschaftslos ist, bis das ganze Mädchen, ihr Muff sogar und das Halstuch, äußerste Verwirrung ausdrücken. „Wie ist es?" steht auf ihrem Gesichtchen geschrieben. Hat e r die Worte gesagt, oder meinte ich sie nur zu hören?" Daß sie dieses nicht weiß, beunruhigt sie, macht sie ungeduldig. Das unglückliche Mädchen beantwortet meine Fragen verkehrt, zieht die Brauen zusammen, möchte am liebsten meinen. „Gehen wir nach Hause?" frage ich. „Aber mir ... mir gefällt das Rodeln jetzt ..." sagt sie errötend. „Sollen wir nicht noch einmal fahren?" Ihr gefällt es jetzt! Aber trotzdem ist sie, wie sie sich wieder in den Schlitten setzt, bleich wie das erstemal, atmet kaum, zittert. Wir fahren zum dritten Male hinunter und ich sehe, wie sie mir ins Gesicht guckt, an meinen Lippen hängt. Ich drücke mein Taschentuch gegen den Mund, huste, und wie mir die Mitte des Berges erreicht haben, flüftre ich: „Ich liebe Sie, Nadja." Das Rätsel bleibt Rätsel. Nadenka schrneigt, denkt über irgendetwas nach. Ich begleite sie von der Rodelbahn nach Hause, sie bemüht sich, langsam zu gehen, ich sehe, wie ihre Seele leidet... „Es kann auch sein, daß der Wind die Worte sprach!" — Von diesem Tage an gehe ich täglich mit Nadja zur Rodelbahn und im Schlitten herabfliegend sage ich jedesmal dieselben Worte: „Ich liebe Sie, Nadja." Bald gewohnt sich Nadja an meine Worte, wie 1 man sich an Wein oder an Morphium gewöhnt. Sie kann ohne sie nicht mehr leben. Obwohl es immer noch schrecklich ist, den Berg hinunterzufahren, geben Angst und Gefahr bem Wort von der Liebe einen besonderen Zauber. Nur daß es wie bisher ein Rätsel bleibt und die Seele quält. Schließlich ist es ihr gleichgültig, ob die Worte von mir gesagt werden oder vom Wind, auf das Gefäß kommt es nun nicht mehr an, aus dem man den Wein genießt, wenn man sich nur berauscht. Eines Tages gehe ich allein zur Rodelbahn; mich unter die Menge mischend, sehe ich Nadenka, die mich mit Öen Augen sucht. Es ist schrecklich, allein zu fahren, o so schrecklich! Sie ist bleich, zittert, geht wie zur Hinrichtung, aber sie geht ohne sich um- zuwenden, entschlossen und tapfer. Sie muß den Versuch machen: wird sie die süßen verführerischen Worte auch ohne mich hören? Ich sehe, wie sie mit vor Entsetzen geöffnetem Mund in den Schlitten steigt, die Augen schließt und, für immer vom Leben Abschied nehmend, abfährt. ... Schschsch ... summen die Kufen. Ob Nadenka jene Worte hörte, weiß ich nicht, ich sehe nur, wie sie schwach und zerquält aus dem Schlitten steigt. Ich sehe an ihrem Gesicht, daß sie selber nicht weiß, ob sie die Worte gehört hat. Die Angst beim Hinunterfahren hatte ihr jede Fähigkeit genommen, zu hören, die Laute zu unterscheiden, irgendetwas zu verstehen... So kommt der März heran, die Sonne wird freundlicher. Hnser Eisberg wird schwarz, verliert seinen Glanz und taut zuletzt auf. Ich rüste zur Abreise nach Petersburg — für lange Zeit, vielleicht für immer. Zwei Tage vor meiner Abfahrt gehe ich während der Dämmerstunde in den Garten. Ein hoher Zaun trennt unser Grundstück von dem Nachbarhaus, in dem Nadenka wohnt. Es ist ziemlich kalt, überall liegt noch Schnee, die Bäume sind tot, aber man riecht den Frühling schon und, ihrem Nachtlager zufliegend, krächzen die Saatkrähen. Ich schleiche mich an den Zaun heran und sehe lange durch eine Spalte. Ich sehe, wie Nadenka auf die Treppe her- austritt und einen trauernden Blick zum Himmel wirft, der Frühlingswind weht ihr mitten in das blaffe, betrübte Gesicht. Er erinnert sie an jenen Wind, der uns damals umwehte, als sie die Worte hörte, und ihr Gesicht wird traurig, über die Wan- gen laufen Tränen. Sie streckt die Arme aus, als wollte sie den Wind bitten, ihr noch einmal die Worte zuzutragen. Hnd ich, einen Windhauch abwartend, sage mit halber Stimme: „Ich liebe Sie, Nadja!" Mein Gott, was geschieht mit dem Mädchen? Es schreit leise auf, lächelt über das ganze Gesicht und breitet dem Wind die Arme entgegen, froh, glückselig und wunderhübsch... Ich gehe meine Sachen einpacken... Es ist lange her. Nadenka ist schon verheiratet und hat drei Kinder. Aber jene vier Worte sind nicht vergessen; sie sind jetzt für sie die schönste und rührendste Erinnerung ihres Lebens. Aber mir ist heute, da ich älter geworden bin, nicht mehr recht verständlich, warum ich diese Worte sagte und so meinen Scherz mit ihr trieb. (Deutsch von Elsa Bernewitz). Zeitschriften. — Der programmatische Aufsatz Carl v. Loeschs im neuesten Heft von „Volk und. Reich" (Januar 1935, Berlin: Volk und Reich Verlag, Einzelpreis 1,50 RM.) entwirft, ausgehend von dem Vorwurf, der neue Nationalismus zerstöre die Einheit Europas und mache ein Zusammenleben der Völker unmöglich, ein Statut für eine künftige fruchtbarere Einheit Europas, das er unmittelbar aus den Prinzipien ableitet, welche das neue Deutschland aufbauen, ein Statut, das andererseits allen durch die völkische Buntheit Osteuropas bedingten Schwierigkeiten gerecht wird. Insbesondere übersetzt, wird dieses Thema von Giere und Schieder fortgeführt: der eine schildert die Entstehung des italieniscWn Nationalstaates; der andere vergleicht die Ideenwelt des Faschismus und Nationalsozialismus; er kommt zu dem Schluß, daß der Nationalsozialismus, weil er vom Volke ausgeht, eine neue staatliche Welt emporführt, während der Faschismus, der das Volk nicht kennt, die letzte Form in der Reihe der absoluten Staaten, eine Epoche abschließt. — Die Januarnummer von Westermanns Monatsheften bringt in ihrem unterhaltenden Teil neben dem Roman von Thor Gvote „Berthold" Erzählungen von Hans Christoph Kaergel „Das Gespenst im Ratskeller" und von Martin Luserke „Der Teufel und der Z K14*. Henry Hoek erzählt zu fünf farbigen Aquarellen von Elk Eber vorn Erlebnis des Schilaufs. Ein authentischer Bericht von L. Tranier Funder mit 13 Originalaufnahmen von der letzten großen Ostgrönlandexpedition des dänischen Forschers Dr. Lauge-Koch, die Anfang Oktober o. I. nach über dreijähriger Arbeit ihren Abschluß fand, wird ebenfalls die nötige Beachtung finden. Der Chirurg der Unioerfität Heidelberg, Prof. Kirschner, beschreibt die Bekämpfung dauernder Schmerzzustände. Die Bedeutung der Seidenraupenzucht für Deutschland erklärt Lena Voß in einem Aufsatz, der durch sechs Bilder in Tiefdruck anschaulich erläutert wird. Besonderen Hinweis verdient die Rundfrage „Das alte Buch". Namhafte Männer der Dichtung und Literaturwissenschaft, der Kritik und der staatlichen Kulturämter treten ein für die gerechte Beurteilung des zeitlich älteren Buches gegenüber der Flut alljährlicher Neuerscheinungen. Am kommenden Sonntag fällt die Vorentscheidung in der Gruppe Marburg in dem Lokalspiel Ockershausen gegen VfB. Kurhessen. Der VfB. führt mit einem Punkt Vorsprung vor Ockershausen die Tabelle. Das Vorspiel auf dem VfB.-Platz endete unentschieden, auch diesmal werden nicht viel Tore fallen, da beiderseits die Hintermannschaften gut in Form sind. Auf dem Platz in Ockershausen sind nur schwer Punkte zu erringen, so daß sich der VfB. restlos einsetzen muß, um Sieger zu bleiben. Handball im Kreis Lahn-Dill. Vezirksklasse. Münchholzhausen — Tv. Roth 11:6 (6:3): Die Mannschaft des Gastgebers war gegen den Vorsonntag nicht wieder zu erkennen und lieferte in allen Mannschaftsteilen ein gutes und vor allem produktives Spiel. Trotz der hohen Niederlage, die die Gäste einstecken mußten, war das Spiel nie einseitig und wurde immer offen gehalten. Lediglich die bessere Schußkraft und bessere Gesamtleistung der Platzelf sorgte für den zahlenmäßig hohen Sieg. Nachdem in der ersten Hälfte schon durch die entschlossenere Stürmerreihe der Platzherren ein klarer Vorsprung bestand, sorgte die Mannschaft nach dem Wechsel für die Erweiterung desselben und erhöhte bis zum Schluß auf 11 Tore, während den Gästen noch 3 Erfolge zufielen. kreisklasse I. Tv. Krofdorf — Tv. Hochelheim 4:10 (2:8): Der Tabellenführer zeigte sich in Krofdorf wieder einmal von seiner besten Seite. Die Gastgeber leisteten unerwartet schwachen Widerstand und ließen die Gäste in der ersten Hälfte ohne segliche nennenswerte Gegenleistung das Feld beherrschen. Der Verlauf in dieser Zeit ergibt sich deutlich aus dem Halbzeitstand. Hochelheim kam sofort gut heraus und hatte bald die Führung übernommen, während Krofdorf zu keiner einheitlichen Aktion fähig war. Die Gäste hatten ohne große Anstrengung bis zur Pause schon den Sieg sicher. Die zweite Hälfte wurde zu einem harten Kampf und verlief völlig offen. Der Gast sowie die Platzmannschaft kamen noch zu je zwei Erfolgen. kreisklasie II. Tv. Dorlar — Tvgg. Ruttershausen 13:2 (5:2). Dorlar gewann zur Abwechslung wieder einmal zweistellig. Die Gäste leisteten in der ersten Spielhälfte noch einigermaßen Widerstand und hielten das Spiel bei etwas besseren Schußleistungen der Platzmannschaft, in dieser Zeit noch ziemlich offen. Diese holte jedoch schon fünf Tore heraus, während der Gast es nur auf zwei brachte. Nach dem Wechsel klappte die Gästemannschaft zusammen und man sah nur noch Dorlar spielen und Tore schießen. R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 167, G XI 170, G XII 172, Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich, Roggenmehl R XII1 23,60, R XV 24, plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75; Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,66, W XVI 10,87, Roggenkleie R XIII 10,90, R XV 10,14 alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauevnschaft Hessen-Nassau fallen. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber—, Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 5 bis 5,40. Kartoffeln: gelbfleischige, hiesiger Gegend, 2,80 bis 2,90 (unv.) per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Jan. Auftrieb : Rinder 1152 (gegen 1320 am letzten Montagsmarkt, 14. Jan.), darunter 393 Ochsen, 96 Bullen, 346 Kühe und 327 Färsen, Kälber 659 (611), Schafe 71 (105), Schweine 3622 (4161). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 36 bis 37, b) 31 bis 35, c) 25 bis 30, d) 20 bis 24; Bullei« a) 34 bis 36,' b) 30 bis 33, c) 26 bis 29, d) 23 bis 25; Kühe a) 31 bis 34, b) 25 bis 30, c) 20 bis 24, d) 12 bis 19; Färsen a) 37 bis 38, b) 32 bis 36, c) 26 bis 31, d) 22 bis 25; Kälber b) 32 bis 40 c) 27 bis 31, d) 18 bis 26; Lämmer und Hammel b2) 35 bis 36, c) 32 bis 34; Schafe f) 24 bis 30; Schweine al) und a2) 49 bis 52, b) 47 bis 53, c) 46 bis 52, d) 44 bis 51, e) —, t) —, gl) 43 bis 47, §2) 33 bis 42. Im Preisvergleich zum letzten Markt vom 14. Jan. gaben Ochsen 1 bis 2, Kühe Kl. d) 3, Färsen 1, Kälber 2, Hammel 1 bis 2, Schweine al) und a2) je 1 und Sauen (gl und g2) 1 bis^2 Mark nach, im übrigen blieben sie unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhig, 61 Stück Ueberstand, darunter 57 Ochsen, 2 Kühe und 2 Färsen; Schweine ruhig, 106 Stück Ueberstand; Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweinemarkt in Alsfeld. LPD. Alsfeld, 21-. Jan. Zu dem heutigen Schweinemarkt in Alsfeld wurden 417 Schweine aufaetrieben, darunter 269 Handler- fchweine. Es wurden bezahlt: Für Ferkel von 6 bis 8 Wochen 15 bis 20 Mark, 8 bis 10 Wochen 20 bis 25 Mark, Läuferschweine 30 Mark, Einlegeschweme 50 Mark. Bei schleppendem Handel verblieb ein Ueberstand von etwa 220 Stück. Wirtschaft. Herabsetzung des Diskontsatzes für unverzinsliche Schatzanweisungen. Die starke Flüssigkeit am Geldmarkt und die rege Nachfrage nach unverzinslichen Schatzanweisungen hatte gestern eine Herabsetzung des Diskontsatzes für die aufgelegten Emissionen zur Folge, und zwar wurde der Diskontsatz für die Juli 1936 fällige Tranche auf 4 v. H., der für den Januar 1936 fällige Abschnitt von 3,90 auf 3,75 v. H. ermäßigt. Für die kürzlich begebenen, am 1. Dezember 1937 rückzahlbaren Schatzanweisungen, die sich mit 4,5 v. H. verzinsen, wurde der Ausgabekurs auf 99,11 v. H. herausgefetzt. ^Hein-Mainische Mittagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 21 Jan. Die Börse zeigte am Wochenanfang eine freundliche Tendenz. Indessen richtete sich das Interesse sowohl des Publikums, als auch der Kulisse mehr auf den Aktienmarkt, an dem in manchen Spezialpapieren beachtliche Umsätze stattfanden. Don der Depositenkund- schaft sollen hauptsächlich viele Kleinaufträge vorgelegen haben, insbesondere für die mittleren Papiere, während Großwerte wenig Beachtung fanden, aber nicht unfreundlich lagen. Die letzten günstigen wirtschaftlichen Nachrichten aus den verschiedensten Industriezweigen kamen nach der außenpolitischen Entspannung etwas stärker zur Wirkung, auch die ausgeglichene Außenhandelsbilanz für den Monat Dezember 1934 wurde günstig ausgenommen. Die Kursgewinne betrugen im Durchschnitt 0,25 bis 0,50 v. H. Besonders lebhafte Umsätze aufgrund von Käufen aus dem Revier hatten Bergwerkspapiere, wobei die fortdauernd belebenden Lageberichte aus der Eisen-, Stahl- und Kohlenindustrie angeregt haben. Diese Werte lagen meist bis zu 0,75 v.H. höher, nur Mansselder bröckelten 0,25 v. H. ab. In größeren Beträgen, insbesondere im freien Markt, wurden auch IG. Farbenindustrie mit 142,25 (141,75) umgefetzt, ferner gewannen Metallgesellfchaft 0,25 v. H., Scheideanstalt blieben behauptet, während Deutsche Erdöl 1 v. H. nachgaben. Elektroaktien lagen recht still, fester aber weiterhin Felten mit plus 0,40 v. H. und Mainkraft mit plus 0,25 v. H., außerdem gewannen Lahmeyer 1 v. H. AEG. und Schuckert sowie Siemens lagen unverändert. Schifffahrtswerte tendierten ruhiger, hatten aber noch Kursgewinne bis zu 0,50 v. H. Von Zellftoffaktien gaben Aschaffenburg 1,13 v. H. nach, dagegen Waldhof plus .0,25 v. H. Sonst eröffneten: Daimler mit 50,90 unv., Moenus Maschinen 0,65 fester, andererseits Reichsbank, Westdeutsche Kaufhof und AKU. bis 0,50 v. H. leichter. Am Rentenmarkt war das Geschäft ruhig. Altbesitzanleihe lagen mit 110,50 0,25 v. H. schwächer, wogegen im übrigen die letzten Kurse gut behauptet blieben, die höheren Vorbörsenkurse allerdings nicht erreicht wurden. Fest blieben noch zertifizierte Dollarbonds bei durchschnittlichen Besserungen bis 0,50 v. H., 6 v. H. Preußen 59,75 (59). Von fremden Werten eröffneten 4 v. H. Rumänen mit 4,45 (4,40). Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein ruhiger. Die Kurse unterlagen kleinen Schwankungen, ohne indes gegen den Anfang wesentliche Unterschiede zu zeigen. IG. Farben bröckelten eher ab, wogegen einige Montanwerte nochmals 0,25 bis 0,50 v. H. gewannen. Westdeutsche Kaufhof notierten mit 36,65 bis 36,50 (anfangs 36,25), Aschaffenburger Zellstoff mit 72 (72,13). Fester lagen noch Cement Heidelberg mit 110,90 (HO). Am Kassamarkt war die Haltung meist fest. Mainzer Aktien- Brauerei T 76 (1. K 70,75), Haid & Neu 24 (21,50), Dürrwerk Ratingen T 47 (43), Kasseler Faß T 5 (4,25). Großbankaktien lagen eher weiter bis 0,50 niedriger. Am Rentenmarkt konnten sich Altbesitz bei kleinem Umsatz auf 110,90 (110,50) erhöhen, im übrigen blieben die Kurse unverändert. Dekosama I lagen mit ca. 111 gut gehalten. Pfandbriefe und Stadtanleihen ruhig, aber gut gehalten. Auch im übrigen lag der estverzinsliche Markt bei kaum veränderten Kursen till. Von den fremden Werten notierten 5 v. H. innere Mexikaner mit 5,0750 (5), Schweizer Bahnanleihen wurden etwas niedriger bewertet. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse sehr ruhig. An der Abendbörse vermochte sich kein nennenswertes Geschäft zu entwickeln, da Anregungen nicht vorlagen, vor allem aber Aufträge der Kundschaft fehlten. Die Grundstimmung blieb unverändert freundlich. Die notierten Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß meist gut behauptet, teilweise auch etwas fester, wenngleich ihnen kein größerer Umsatz zugrunde lag. Montanaktien lagen teils bis 0,25 v. H. höher, teils auch bis 0,13 v. H. darunter. IG. Farben bröckelten 0,25 v. H. ab, Metallgesellschaft konnten 0,25 v. H. anziehen. Von Elektrowerten lagen AEG. 0,50 v. H., Lahmeyer 0,25 v. H., Licht & Kraft 0,13 v. H. freundlicher, Gesfürel aber 0,40 v. H. leichter. Leicht gebessert waren außerdem Zellstoff Waldhof, AG. für Verkehrswesen und Th. Goldschmidt. Am Kassamarkt notierten von Bankaktien Adca 1 v. H. Commerzbank 0,25 v. H. fester, l)l)-Bank und Dresdner Bank blieben unverändert. Verein. Faßfabr. Kassel blieben gesucht, waren aber ohne Angebot. U. a. notierten: Altbesitzanleihe HO, 6 v. H. Stahlverein 95,90, Reichsbahn-VA. 118, Adca 71, Commerzbank 78,50, OO-Bank 80, Dresdner Bank 81, Reichsbank 157, Rhein. Hyp.-Bank 121, Gelsenkirchen 69, Harpener 100,75, Mannesmann 78,25, Mansfeld 91, Phönix 54,40, Rheinstahl 91,50, Stahlverein 45,50, AEG. 30,50, Bekula 138,65, Chem. Albert 86,25, IG. Chemie Basel volle 153,50, do. leere 128,25, Conti Gummi 147,50, Deutsche Erdöl 101, Scheideanstalt 207, IG. Farbenindustrie 142, Gesfürel 112,50, Goldschmidt 93,13, Holzmann 82,50, Junghans 74,50, Lahmeyer 118,50, Metall- gefellschaft 90, Rheag 111, Schuckert 98,50, Zellstoff Waldhof 50,50, AG. für Verkehrswesen 81,65, Hapag 28,25. Die Nachbörse war geschäftslos. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Jon. Brotgetreide war stärker ongeboten, wobei sich für Weizen seitens der Mühlen im Hinblick auf die Ermäßigung der Ausgleichsabgabe an die RfG. im Monat Februar auf 1,50 Mark (bisher 3,50 Mark) je Tonne starke Zurückhaltung im Einkauf zeigte. Futtergetreide, sowie Futtermittel aller Art waren kaum offeriert, während die Nachfrage allgemein stark blieb. Oelhal- tige Artikel wurden noch nicht zugeteilt, ferner ist Kleie ganz besonders knapp, anderseits die Nachfrage erheblich. Das Mehlgeschäft ist schlecht, insbesondere Rogggenmehl ist kaum abzusetzen. Weizennachmehl erfuhr eine Erhöhung um 0,25 auf 16,75 Mark pro 100 Kilo. Es notieren (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W IX 205, W XIII 209, W XVI 213, Roggen R IX 165, R XIII 169, Oer deutsche Außenhandel im Dezember und im Lahre 1934. Fwd. Berlin, 21. Jan. Die Einfuhr, die von Mai bis November fast ohne Unterbrechung zurückgegangen ist, hat im Dezember um 53 Millionen Reichsmark (15,5 o. H.) zugenommen. Diese Steigerung der Gesamteinfuhr im Dezember 1934 entfällt, von lebenden Tieren abgesehen, aus alle Hauptwarengruppen. Besonders ins Gewicht fällt die Erhöhung der Einfuhr von Butter, Kaffee und Südfrüchten. Bei der Einfuhr von Rohstoffen beträgt die Zunahme gegenüber dem Vormonat rund 14 v.H. Soweit sich bis jetzt schon übersehen läßt, sind an der Steigerung der Einfuhr in erster Linie die europäischen Länder beteiligt. Die Einfuhr aus Heber fee, mit Ausnahme von Brasilien, ist nur in geringem Umfange gestiegen. Einfuhr im Dezember 19 34. Warengruppen — Nov. — Dez. — Jan./Dez. 1. Lebende Tiere 3,2 — 2,6 — 33,3. 2. Lebensmittel, Getränke 98,3 — 117,8 — 1066,9. 3. Rohstoffe und halbfertige Waren 185,6 — 211,9 — 2600,3. 4. Fertige Waren 58,6 — 66,9 — 750. 5. Zusammen 1—4—345, 7—399, 2—4 451,0—5. Gold und Silber 22,9—7,4—282,6. Die Ausfuhr hat sich mit 354 Millionen Reichsmark annähernd auf dem Stand vom November (356 Millionen Reichsmark) gehalten. Wenn der Export diesmal im Gegensatz zu den beiden Vorjahren im Dezember wieder etwas abgenommen hat, so ist dabei zu berücksichtigen, daß das Novemberergebnis, jahreszeitlich gesehen, verhältnismäßig hoch lag. Die kleine Verminderung der Ausfuhr entfällt fast ganz auf Lebensmittel und Getränke. Ausfuhr im Dezember 193 4. Warengruppen Nov. Dez. Jan./Dez. 1. Lebende Tiere 0,2 2. Lebensmittel, Getränke 8,5 3. Rohstoffe und halbfertige Waren 61,7 4. Fertige Waren 285,3 5. Zusammen 1—4 355,7 Gold und Silber 3,0 0,4 7,0 61,7 284,6 353,7 3,0 3,8 117,1 790,3 3255,7 4166,9 500,3 Die Handesbilanz schließt im Dezember mit einem Einfuhrüberschuß von 45 Millionen RM., gegen Ausfuhrüberschuß von 10 Millionen RM. im November, ab.Die Passivierung der Handelsbilanz gegenüber dem Vormonat entfällt fast ausschließlich auf den Verkehr mit Europa. Im einzelnen ist zu den Veränderungen im Außenhandel des Monats Dezember zu bemerken, daß die Steigerung der Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken vor allem auf einer Erhöhung der Einfuhr von Südfrüchten, Butter, Fischen, Eiern und Mais beruht. Die Einfuhr von Obst war um 2,9 Millionen RM. geringer als im Vormonat. In der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren sind Einfuhrsteigerungen vor allem bei Wolle, Flachs, Hanf, Jute, Kalbfellen und Rindshäuten, nichtölhaltigen Sämereien, Oelkuchen, Fellen zu Pelzwerk, Kautschuk und Zinn zu verzeichnen. Vermindert hat sich die Einfuhr von Papierholz, Mineralölen und Rohtabak. In der Gruppe Fertigwaren hat in erster Linie die Einfuhr von Baumwollgarnen, Leder und Baumwollgeweben zugenommen. In der Ausfuhr find die Veränderungen geringfügig. H. a. hat in der Gruppe Fertigwaren die Ausfuhr von Maschinen um 3,5 Millionen RM. und von chemischen Erzeugnissen um 1,1 Millionen RM. zugenommen. Demgegenüber ist der Export an Textilfertigwaren und Eisenerzeugmssen zuruckge« gangen. Im Jahre 1934 betrug die Ge amt. ein fuhr 4451 Millionen RM., öie Gesamt- ausfuhr 4167 Millionen RM. Die Handelsbilanz schließt also für das ganze Jahr mit einem (Ein» fuhr üb er schuß von 284 Millionen RM. gegenüber einem Ausfuhrüberschuß von 668 Millionen Reichsmark im Vorjahre ab. Die Einfuhr lag wert» mäßig um rund 5,9 v. H. über dem Vorjahrstand. Die Ausfuhr hat dem Wert nach um 705 Millionen Reichsmark = 14,5 v.H. abgenommen. Zum Teil beruht diese Verminderung auf einem Rückgang per Ausfuhrpreise. Das Reichswirtschaftsministerium teilt zum deutschen Außenhandel im Dezember noch mit: Die vom Statistischen Reichsamt veröffentlichten Zahlen des deutschen Außenhandels im Dezember 1934 zeigen, daß sich die Ausfuhr im wesentlichen auf der Höhe des Monats November 1934 gehalten hat. Sie belief sich auf 354 Millionen Mark. Dagegen zeigt die Einfuhr eine erhebliche Zunahme. Sie stieg von 346 Millionen Mark im Vormonat auf 399 Millionen Mark, so daß sich ein Einfuhrüberschuß von insgesamt 45 Millionen Mark ergibt. Der Umfang der Ausfuhr im Dezember lag über dem Durchschnitt des vergangenen Jahres (347 Millionen Mark). Die Bemühungen, ein weiteres Ab- sinken der Ausfuhr zu vermeiden und sie darüber hinaus zu steigern, haben sich als im ganzen günstig ausgewirkt. Die Erhöhung der Einfuhr im Dezember beruht auf verschiedenen Umständen, die teils saisonmäßiger, teils einmaliger Natur sind. Der letzte Monat des Jahres pflegt im allgemeinen einen verstärkten Einfuhrbedarf mit sich zu bringen. So stieg die Einfuhr im Dezember 1933 um 23 Millionen Mark und im Dezember 1932 um 30 Millionen gegenüber dem Vormonat. Diese Erscheinung ist im wesentlichen darin begründet, daß landwirtschaftliche Erzeugnisse im Monat Dezember in verstärktem Maße eingeführt werden, eine Tendenz, die gerade in diesem Jahre angesichts des Ausfalles der deutschen Ernte verschärft ins Gewicht fiel. Dazu kommt, daß das Weihnachtsfest einen erhöhten Bedarf an verschiedenen Waren, vor allem an Süd- früchten und ähnlichem mit sich bringt, der in die- fern Jahre infolge der erhöhten Kaufkraft der Be- völkerung verstärkt auftrat. Die Steigerung der Einfuhr ist weiterhin darauf zurückzuführen, daß der neue Plan, der eine Uebereinfhmmung der Einfuhr mit unseren Zahlungsmöglichkeiten zum Ziel hat, sich noch nicht tn jeder Hinsicht voll aus- wirken konnte. Unter dem bestehenden System der Verrechnung- und sonstigen Abkommen mußte Deutschland aus handelspolitischen Gründen zunächst noch mehr Waren hereinlassen, als sich mit den Zielen des neuen Planes vereinbaren läßt. Infolge der größeren Guthaben des Auslandes auf den Verrechnungskonten und den dadurch verursachten Zahlungsverzögerungen ist in der Zwischenzeit durch Verhandlungen mit den beteiligten Staaten erreicht worden, die Abkommen den Grundsätzen des neuen Planes mehr anzupassen. Weiterhin haben die Ausländer-Sonderkonten für Jnlandzahlungen zu einer Vermehrung der Einfuhr geführt, während die Ausfuhrgegengeschäfte erst langsam in Gang kommen und deshalb bis jetzt in der Ausfuhrstatistik noch nicht voll enthalten sind. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.291. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Echlußt. Mittag« börse Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Saturn 19-1. | 21-1- 19-1- 21.b Datum 19 1. 21-1- 19-1- 21-1. 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 6% ehem.7% 2t.Reichsanl. B. 1929 6’/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 99 100-1 110-75 99-5 96-75 97 111-5 97 97-25 98 98 98 1-175 8-4 8-25 8-15 11 fr 98-9 100-13 110-5 99.5 96-75 97-1 111 97 97 97-5 98-75 98 98 104-5 28 1.35 8-5 8-25 8-4 11 & 98-9 100-13 110-7 99-5 111.25 96.75 99-5 28-4 1-3 8.6 8-5 11 ** 98-9 100-25 110-5 99-25 111,13 99 104-4 28-25 1-35 8.65 8.55 8-55 10.65 W5 4% desgl. Serie 11 ............. 8 4-75 4.4 34 28-25 30.65 81.5 100.5 78-25 80.5 81-5 157-25 30-5 138-25 104 115 83-65 112-75 99 142 117-75 90-5 102 68-5 101-5 120.4 80 8M 8 4.75 7-35 4-45 28-25 30-75 81-65 78-5 80 81 157 30-5 138-65 105 115-5 84 112-5 111 98-5 142 118.5 91.5 101 69 100.75 121 bX 8-25 4.75 6.95 4.45 34-25 28-5 30.65 81-5 100-5 78 80-5 81-5 157 30 138-75 105 115.75 83-65 113 110 99.13 141-5 117-75 90-5 102 68-75 101 84.5 150-5 120-5 80.75 IM 4-8 7-2 4-4 34-13 28-4 24-75 30-75 81 103 78-5 80 81 157 30 138-65 105-25 115-4 83-75 112-9 111 98-5 141-75 118-25 91 101 69-13 101 83-75 120-75 8!j5 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4'/,%Rumän.veretnh.Rentev.l918 4% Rumänische veretnh. Rente .. 214% Anatolier . Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% et>em.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-SÜdam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschtff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank .......... 12 A.E.G......................0 Bekula.....................0 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............6 Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........6 Schuckert L Co...............6 Siemens S Halske............7 Lahmeyer L Co............. 10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuesser» .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke......••••••••• 0 MarmeSmanEtze» HHMH 0 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. BJ4% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 t>Vi% ehem. Franks. Hyp.- Bank-Liqu^Pfandbriefe....... 6¥i% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *y2% desgl. von 1913........ 6% abgest7 Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zottanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahu-Aulethe 1 Frankfurt a. M. Berlin Gchluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß« kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 19.1. 21-1. 19.1. 21-1. Mansselder Bergbau .. 0 91-5 91 91-25 90-65 Sokswerke........... 0 — 98-9 98-65 Phönix Bergbau...... 0 54 54.4 53.9 54-25 Rheinische Braunkohlen .0 214 215 214 215-4 Nyeinstahl ........... 0 91-25 91-5 91-75 91 Vereinigte Stahlwerke. 0 45 45-5 45-13 45.5 Otavi Minen ........ 0 12-4 12-13 12 12-13 Kaliwerke Aschersleben. 6 109-5 109-13 110 109-5 Kaliwerke Westeregeln . 5 — 110 111 109-25 Kaliwerke Salzdetfurth .....1V1 146-5 150 147 150-9 I. G- Farben-Jndustrte ________ r 141-75 142 142-13 142-25 Scheideanstalt........ 9 205 207 — Goldschmidt ......... 0 92-25 93-13 93.25 92-75 RütgerSwerke........ 0 97-5 97-5 97-75 97-5 Metallgesellschaft...... ....... 0 89-75 90 39.75 89.75 PbÄpp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. ? 83 110 82-5 110 83.25 82-75 0 125 124 Schultheis Patzenhofer 0 — .— 100.5 101-4 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 0 52-5 52-25 52.65 52-13 Bemberg............ 0 — —— 104 115-5 Zellstoff Waldhof..... Zellstoff Aschaffenburg 0 49.75 50-5 50.25 50-25 0 73-25 72 72.25 71-5 Dessauer Gas........ 7 — — 125-75 125-13 Daimler Motoren..... 0 50-9 50-9 51 50-75 Deutsche Linoleum.... 0 65-75 65.5 65.75 65-5 Orenstetn L Koppel ... 0 — — 91-5 90.65 Leonhard Tietz....... 0 36.75 37.5 36-65 37.75 Chade ............... 10 194 195 195 195 Aceumulatoren-Fabrik. e e e • e e e 0 — — 159 159 Conti-Gummt........ 0 1465 147-5 147 147.5 Grttzner............. 0 29 1 28-25 1 28-4 29-4 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 89-25 89-25 - ! - Lüddeutjcher Hüter t 1 W 1 * * Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. 19, Januar 21 .Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Lrief Buenos Aires 0-628 0.632 0-628 0-632 Brüssel..... 58.17 58-29 58-17 58-29 Rio de Jan. . 0.194 0.196 0-194 0-196 Sofia ...... 3-047 3-053 3-047 3-053 Kopenhagen. 54.34 54-44 54-40 54-50 Danzig..... 81-26 81-42 81-26 81-42 London ..... 12-17 12.20 12-18 12-21 Helsingfors.. 5-375 5-385 5-38 5-39 Paris ...... 16-42 16-46 16-42 16.46 Holland .... 168-21 168.55 168-23 168.57 Italien..... 21-30 21-34 21.30 21.34 Javan ...... 0-708 0-710 0-709 0.711 Jugoslawien. Oslo.....: 5-649 5-661 5.649 5.661 61-14 61-26 61.20 61.32 Wien....... 48-95 49-05 48-95 49-05 Lissabon.... 11.045 11-065 11-055 11-075 Stockholm... 62-74 62-86 62-81 62-93 Schweiz..... 80-72 80-88 80-72 80-81 Spanten.... 34-02 34-08 34.02 34-08 Prag....... 10-40 10-42 10-40 10-42 Budapest ... —— —— — Nenyork... 2-435 2-499 2-496 2-500 Banknoten Äerlln,21 .Fcmuar Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten ............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 11M ilfii rnA 62-59 80.44 33j8 Geld 2-448 57.96 54.19 12-145 16-38 167-81 21-11 61-04 2-468 58.20 54.41 12-185 16.44 168-49 21.19 61-28