Montag, 21. Moder 1955 185. Jahrgang fifgeint täglich, außer JMHT DM jointags und Feiertags M| ▼ bi Gießener Anzeiger ior einzelnen Nummern England ist nur ausfiihrendes Organ des Völkerbundes jede Einstellung gegen die faschistische Hegierungsform e> ia 4.50 2.75 BMtioins Nede zeige deutlich, daß der Premiermini- SN l Die [J®r J i'i rcW<-6 1 ll,K ü v l U t: y i v -------- r geßu Dann soll die Abrüstungskonferenz --^stch um die Verminderung der Rüstungen pnd be- ng en 3 20 2 16 7 43 1 3 5 6 1 0 L 5 >n, 18- Ich zu nd bi eit 1.45 en p ulloven il in 2.95 s ks le Die Senatswahlen in Frankreich Leichter Jtutf nach links—Oer erste kommunistische Senator. Wie ist das letzte, was die britische Regierung be- uüsiatigt.Außerhalb Englands behaupte man, eines ) !r Hauptziele der englischen Haltung sei, daß Eng- cMb b e n Faschismus in Italien bekämp- Wyiimb Umstürzen wolle. „Das ist eine g e f ä h r- llcfp Lüg e", so führte er aus. „Welche Regie- Italien hat, geht nur Italien etwas iilti? Die Zeiten seien vorbei, in denen England zu )3a Waffen griff, um eine Regierungsform zu ‘titäf: n, weil sie anders geartet sei, als die ütlkingland bestehende. Was er in Bournemouth ZMit habe, habe sich nur auf den Wunsch Eng- i-d® bezogen, bei s i ch z u Hause weder eine ötitur, noch Kommunismus, noch Faschismus zu I* den sollen, beziehen sich auf den Boykott italienischer Erzeugnisse, auf die Sperrung der Zufuhr kriegswichtiger Rohstoffe nach Italien und auf den Ausgleich der den Sanktionsteilnehmern entstehenden wirtschaftlichen Schäden. Die Konferenz erteilte nach Annahme her drei Vorschläge ihre Zustimmung zu einem Schreiben, das der Präsident an die Nicht- mitglieder des Völkerbundes richten soll. In diesem soll der Präsident zum Ausdruck bringen daß die in der Konferenz vertretenen Regierungen die Bekanntgabe der Maßnahmen begrüßen würden, die die betreffenden Regierungen unter den gegenwärtigen Umständen in Aussicht nehmen wollen. Die Konferenz beschloß, am 31. Oktober wieder zusammenzutreten. Inzwischen soll der Arbeitsausschuß die Durchführung der Vorschläge verfolgen und der Konferenz etwaige neue Vorschläge unter» breiten. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach si-ragenliste bilden wird, die allen Unter- pii »-Kandidaten vor gelegt werden soll, e Hauptpunkte sind: Die britische Regierung solle r ilagen, daß die Verbindungslinien to iens mit Ostafrika durch den Völ- Reue Regensälle verzögern den italienischen Vormarsch Aeußerste Rechte Republik.-Dem. Vereinig. Katholische Demokraten Linksrepublikaner Unabhängige Radikale Radikalsozialisten Sozialistische Republikaner Unabhängige der Linken Reusozialisten Altsozialisten Unabhängige Kommunisten Kommunisten Italien ohne ausländische Zeitungen. Rom, 19. Okt. (DNB.) Durch Verfügungder Faschistischen Partei sind die Zeitungsver« triebsorganisationen und Straßenhändler von ihrem Fachverband aufgefordert worden, alle ausländischen Z e i t u n g s a b o n n e m e n ts abzubestellen und diese Blätter nicht mehr zu vertreiben. Seit Samstagfrüh wurde der Verkauf in der ganzen Lombardei einschließlich der Stadt Mailand e i n g e st e l l t. Don diesem Verbot ryerden vor allem die französsischen Zeitungen betroffen, die in der letzten Zeit eine g e- waltige Absatz st eigerung erfahren hatten. Das italienische Propagandaministerium erklärt, grundsätzlich sei die Einfuhr ausländischer Zeitungen nicht verboten. Die Wahlergebnisse bestätigen den ten Gemeindewahlen im allgemeinen vorausgesag- ten leichten Ruck nach links, der im übrigen in der Linie der Entwicklung liegt, die der Senat seit den ersten Wahlen im Jahre 1876 durchgemacht hat. Die radikalsozialistische Senats- fraktion bleibt nach wie vor zahlenmäßig die st ä r k st e Gruppe. Zu erwähnen ist, daß zum ersten Mal ein Vertreter der Dritten Internationale und zwar der Kommunist Cachin in den Senat ein- zieht. Die äußerste Linke verdankt ihren Wahlerfolg in erster Linie dem geschlossenen Vorgehen Ni. 11935 ?n 32 Der Schritt des Reichs- und Preußischen Ministers für kirchliche Angelegenheiten, der in lieber« einstimmung mit dem Reichskirchenausschuß erfolgt, schließt sich organisch an ähnliche vom Minister bereits getroffene Maßnahmen an. Man kann in ihm einen neuen und wirkungsvollen Schritt auf dem Wege der Befriedung des kirchlichen Lebens erblicken. Oer apostolische Nuntius bei Reichs- Minister Kerrl. Berlin, 19. Okt. (DRB.) Der apostolische Nuntius Cesare O r s e n i g o stattete am Freitag dem Reichs- und preußischen Minister für die kirchlichen Angelegenheiten Kerrl einen Besuch ab. Baldwins Kritiker. L ndon, 21.Okt. (DRB. Funkspruch.) Die uatrc onservative „M o r n i n g Post" schreibt, >N ber! ■ Atschs. °n. diel Sen. 's Da- sonders um die Abschaffung von Bombenflugzeugen, . internationale Kontrolle der Zivilluftfahrt und die Beseitigung „größerer offensiver" Waffen, internationale Kontrolle des Rüstungshandels und Beseitigung des privaten Gewinnes bei der Herstellung von Kriegsmaterial bemühen. Die Santtionskonferenz vertagt sich. Genf, 19. Okt. (DNB.) Die Sankttonskonferenz trat am späten Abend des Samstags zusammen, um ihren ersten Arbeitoabschnitt mit der Annahme der drei Vorschläge über wirtschaftliche Sanktionen zu beenden. Diese Vorschläge, die frühestens Ende dieses Monats in Kraft gesetzt wer- B^estlichkeiten. Die Stadt ist überall mit italienischen ahnen und den weihen Fahnen des früheren Kaisers Johannes geschmückt. Die alte koptische Kirche, in der die abessinischen Kaiser gekrönt worden sind, ist geöffnet worden und die Reliquien werden dem Volke gezeigt. Auf dem Flugplatz in der Nähe von Aksum wurden 500 Liter Benzin amerikanischer Herkunft entdeckt. Nach den letzten Meldungen von der Nordfront befinden sich in der Gegend von Aksum und Adua nur noch versprengte abessinische Abteilungen. Das Gros der abessinischen Truppen scheint sich südlich von M a k a l e zu sammeln. Auch die Truppen desRasSeyoum sind nach dort abmarschiert. Die Flieger haben starke Ansammlungen abessinischer Truppen festgestellt. Man schließt daraus, daß es in den nächsten Tagen zu Zusammenstößen bei Makale kommen wird. Meldungen über den Vormarsch der Gruppe Santini in Richtung Makale werden als verfrüht bezeichnet. Genauere Feststellungen sind weder über die Stärke der abessinischen Truppen bei Makale, noch über die Stärke der Truppen des Ras Gugsa mögllH. Man nimmt in Addis Abeba Stellung gegen die italienische Meldung, nach der die italienischen Truppen an der Nordfront bis zu 100 Kilometer tief in abessinisches Gebiet vor- aedrungen seien. Eine solche Darstellung entspreche nicht den Tatsachen. Die tiefste Einbruchsstelle der Italiener an der Nordfront befinde sich bei Aksum und betrage nicht mehr a l's 60 Kilometer. Was kostete der Feldzug? Rom, 21. Okt. (DNB.) Nach dem neuesten Ausweis des italienischen Schatzamtes verfügte die Staatskasse Ende September über flüssige Mittel in Höhe von 950 Millionen Lire. Die Ausgaben i m September überschreiten den Voranschlag um 131 Millionen, während die Ausgaben des ersten Vierteljahres des Rechnungsjahres 1935/36 den Voranschlag um 4 24 Millionen überschreiten. Als außergewöhnliche Ausgaben für dieExpedition nach O st a f r i k a werden für den Monat September 633 Millionen, für die drei Monate Juli, August, September 1345 Millionen Lire ausgewiesen. Paris, 21. Okt. (DNB.) Nach der amtlichen Wahlübersicht des Innenministeriums stellt sich das Ergebnis der Senatswahlen wie folgt dar: Sitze bisher üeoülkerungsprobleme der Nachkriegswelt j lijjen. Auf dieser Konferenz soll die britische Re- ijsnirg auf Verminderung von Zolltarifen, Ab- ong von Einwanderungsgesetzen, Neuerwä- । der jetzigen Mandate und Ausdehnung Grundsatzes der offenen Tür auf tt-nigen Kolonien jeder Nation, die Selbstregierungen haben, beantra- B o n o hat in dem von den Italienern eroberten Gebiet eine Erklärung verbreiten lassen, daß er im Namen des Königs die Regierung des Landes übernehme. Die Bevölkerung von Tigre und Agame stände unter italienischem Schutz. Die Stammesführer seien für die Aufrechterhaltung der Ordnung verantwortlich. Die Häuptlinge und die Geistlichen, die sich nicht binnen 10 Tagen den Behörden gestellt hätten, würden als Feinde betrachtet wer- oeh. Jeder durch die italienischen Truppen ungerichtete Schaden werde ersetzt werden. Don italienischer Seite wird bekanntgegeben, daß bis Sonntagmittag im besetzten Gebiet der Provinz Tigre 100 koptische Kirchen ihre Unterwerfung vollzogen haben. Es wird hervorgehoben, daß sich täglich neue abessinische Unterführer den italienischen Behörden stellen. Unter anderem habe sich auch der Unterführer Halle Marjam, dessen Vater das Gebiet südlich van Adua beherrscht und der gemeinsam mit Ras Seyoum kämpft, den Italienern unterworfen. Italiener veranstalten in Aksum große Ein neuer Schritt des Reichskirchen« Ministers zur Befriedung des kirchlichen Lebens. Berlin, 19. Okt. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten hat auf Anregung des Reichskirchenausschusses die evangelischen Landeskirchen ersucht, im Hinblick auf die im Gange befindlichen Maßnahmen zur Befriedung der kirchlichen Lage kirchenpolitische Disziplinarve r- fahren ruhen zu lassen. Aus dem gleichen Grunde spricht der Minister die Erwartung aus, daß die Landeskirchen sich die gebotene Zurückhaltung bei Personalmaßnahmen auferlegen. London, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Aus Asmara wird gemeldet, daß ungewöhnlich späte heftige Regenfälle den Vormarsch der italienischen Truppen an der Ogaden-Front verzögert haben. Sobald die Erde genügend trocken geworden ist, soll der Angriff mit Hilfe von Kraftfahrzeugen und fliegenden Kolonnen wieder ausgenommen werden. An der Nordfront herrscht völlige Ruhe. Generalmajor Temperley schreibt, wenn die Italiener ihren Vormarsch in dem Tempo fortsetzten, so würden sie voraussichtlich drei Jahre brauchen, um Addis Abeba zu erreichen, da ihnen nur.jedes Jahr sieben Monate der trockenen Jahreszeit zur Verfügung ständen. Tatsächlich scheine der italienische Generalstab Mussolini vor Monaten warnend darauf hingewiesen zu haben, daß es vielleicht drei Jahre dauern werde, bis die abessinische Hauptstadt erreicht sei und daß die endgültige Unterwerfung des abessinischen Volkes weitere vier Jahre erfordern würde. 3m befehlen Gebiet. Asmara, 21. Okt. (DNB.) Der Oberst- kommandierende der italienischen Streitkräfte d e gleich, l*n bte " Ministerpräsident Baldwin lehnt jede Einzelmaßnahme gegen Italien ab und bestreitet Mrllgevuhr „ -.25 ■ ■ ■ ■ ” _ ■ vorh.Bereinbg.25°/o mehr. ,r 'n lug bei Nichterscheinen ■ Ä ■ 3on einzelnen Nummern (Ermäßigte Grundpreise: W Mge höherer Gewalt —y w AW • m ee < < aa Stellen-, Vereins-, gemein- MM General-Anzeiger für Sberhessen WM 6 liess Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Stdnörudmi R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-nab,chmsi?Staff-^ der Volksfront im Seine-Departement. Innerhalb der Mitte und der Rechtsparteien find geringe Verschiebungen zu verzeichnen. Wahlniederlage der französischen Eharv isten im E'sah. Straßburg, Okt. (DNB.) Die Wahlen brachten im Elsaß eine fühlbare Verstärkung des betont elsässischen Charakters. Von den neun in Unter- und Oberelsaß zu vergebenden Senatssitzen entfielen vier auf die durchaus Heimattreuen Kandidaten der elsässischen Volkspartei, vier auf die Vertreter landwirtschaftlicher Vereinigungen und nur einer an die nationalistische Gruppe der sogenannten „Nationalkatholike n", die bisher drei Senatssitze hatten. Durch einen dritten Wahlgang ist im Unter-Elsaß die Niederlage der französisch-chauvinistischen Kreise noch eindringlicher geworden. Nachdem im zweiten Wahlgang der bisherige Senator Professor Eugen M ü l l e r in scheinbar aussichtslose Stellung geraten war, vermochte er mit Unterstützung der Autonomisten den demokrati- scheu Bürgermeister von Sttaßburg Frey mit 533 gegen 528 Stimmen zu schlagen. Die Heimattreue elsässische Volkspartei hat ihre Senatsmandate daher von zwei auf fünf erhöht. Hierdurch hat die 1929 mit Regierungshilfe gegründete Gegenpartei von drei Mandaten zwei verloren. Das Echo der presse. Paris, 21. Okt. (DNB. Funkspr.) Die Morgenblätter beurteilen den Ausgang der Senatswahlen uneinheitlich. Sie bringen verschiedene Aufstellungen, die in den Ergebnissen voneinander abweichen. Während das „Echo de Paris" behauptet, die Wahl habe einen leichten Anschlag nach rechts gezeigt, ist „Oeuvre" der An- icht, daß die linke Mehrheit erweitert cheine. Uebereinftimmenb sind die Blätter der Auffassung, daß die glatte Wahl Lavals in den beiden Wahlkreisen, in denen der Ministerpräsident kandidiert hatte, die politische Position des Regierungschefs verstärkt habe. „Petit Journal^ spricht von einem „diplomatischen Sieg" Lavals. Der „Matin" nennt den zweifachen Wahlerfolg Lavals eine gerechte Belohnung feiner Arbeit für die Wiederherstellung der geordneten Finanzen und der Wahrung des Friedens. Verschiedene Blätter beschäftigen sich auch mit der Tatsache, daß zum ersten Mal ein Kommunist Cachin in den Senat gewählt worden ist. „Echo de Paris" bezeichnet Cachin als den Angestellten einer fremden Macht. Das Blatt ironisiert das „veraltete^ unmoderne politische System, in dem weiterhin Arterienverkalkung herrsche". Die Erde erbebe jeden Morgen, aber der radikale und freimaurische Senat höre nicht und begreife nicht. Laval ist wiedergewähtt. Laval ist in beiden Wahlkreisen, in denen er seine Kandidatur aufgestellt hatte, bereits im er st en Wahlgang, wenn auch knapp, gewählt worden. In Seine-Departement wurde er an der Spitze der republikanischen Liste als einziger mit 647 Stimmen gewählt. Dagegen sind nicht weniger als sieben Bewerber der Volksfront gewählt worden. In Puy de Dome ist Laval mit 708 Stimmen bei 1821 Wahlmännern gewählt worden. Laval hat zunächst in Paris zahlreiche Glückwünsche für seinen Wahlerfolg entgegengenommen und ist dann nach Clermont- Ferrand gereift, um den Wählern seines Heimat- Departements für den Vertrauensbeweis persönlich zu danken. Man nimmt an, daß Laval das Mandat in Puy de Dome übernehmen und auf das Mandat des Seine-Departements verzichten wird. Arthur Henderson aestorben. Landon, 21. Okt. (DNB.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Arthur H e n d e r so n , ist am Sonntag im Alter von 72 Jahren gestorben. Arthur Henderson war Arbeiter, dann Gewerkschaftsbeamter. 1903 wurde er zum erstenmal ins Parlament gewählt, bald errang er eine führende Stellung in der englischen Arbeiterpartei. In den Jahren 1915/16 war Henderson zum erstenmal als Unterrichtsminister Kabinettsmitglied. 1917 wurde er als Bevollmächtigter nach Rußland gesandt und im gleichen Jahre in das Kabinett Lloyd George berufen. 1924 wurde er Innenminister und in fcen Jahren 1929 bis 1931 leitete er im zweiten Kabinett Mac- donald das Außenministerium. Im Jahre 1932 wurde Henderson zum Präsidenten der Genfer Abrüstungskonferenz gewählt. London, 21. Okt. (DNB.) Der englische Pre- ^^«ierninister Baldwin sprach in Worcester, sei- r-;* mm Wahlkreis. Die große Frage, vor der das Jnfe heute stehe, heiße Frieden oder Krieg. •17 iHrt unsere Pflicht, den Krieg zu begrenzen, zu I vett en und den Frieden wieder herzustellen. Der chysi-gte Kurs bestand darin,'soweit als möglich tzikölkerbundssatzung zu erfüllen und in Gemein- chcrs alle Versuche zu unternehmen, um den un- [jitctaligen Streit zu beenden. Ich möchte hier M uiev rljolen, daß dieser Streit kein britisch- x-. til'i enischer Streit ist. Es ist ein Streit Pn jfl'Üchen Italien und dem Völkerbund. UJ njen Großbritannien ist nicht isoliert vorge- T*7 lM-N, und Großbritannien wird nichts iso- '! c 11 unternehmen. Das Ziel des Völker- *' Hlirbs heißt Frieden und nicht Krieg, und List 246 Erster Blatt n Oft 1 iitjff t r t i g e Blockierung des Roten Mee- r ii s Durch den Völkerbund. Auf die Zunichte- tying des italienischen Angriffes müsse ein dauer- Wic Friede folgen. Dieser Friede müsse für Jta- n int) andere unzufriedene Nationen weniger ime der Zwietracht enthalten als der r rag von Versailles und die anderen ti-nsoerträge. Der Druck der Bevölkerungen lei „besitzlosen" Ländern muß erleichtert werden ch Aenderung der Einwanderungsgesetze in den aicn mit ausgedehnten Gebieten. Es muß eine btterung d e r Handelsbeziehungen »L i in Abweichen von der verhängnisvollen Nei- yfnz zur „Abzäunung" von Kolonialreichen geben Mie Mandate müssen unter angemessenen Bettungen neu erwogen werden. Großbritan- im muß bereit sein, beträchtlich weiter in der Rlidt; ng zu gehen, die Sir Samuel Hoare gewiesen hchy als er von Vorkehrungen sprach, um allen Rftftnen den Zutritt zu den unentwickelten Län- barn der Welt zugänglich zu machen. Georges Wahlyrogramm. v"rschläge des ,,Rates für Friede und N Wiederaufbau." W Lcndon, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der ifl'diriP'Vvttt für Friede und Wiederaufbau", dem Lloyd or g e, Lord L o t h i a n und andere angehören, ( ne Erklärung ausgegeben,- die die Grundlage webe S]!r Ikeineswegs überzeugt von dem Erfolg der 5.50 SWiemaßnahmen fei. Aber selbst wenn der Völker- bijjiib bei seiner Bemühung Erfolg habe, dem Krieg filljf nbe zu machen, müsse man im Gedächtnis be- h'Den, daß es ihm nicht gelungen sei, den Krieg ziß v rhindern. — Der sozialistische „Daily Hernie" glaubt, daß die Ereignisse der letzten Tage swahl b !s Vertrauen zur Regierung erschüttert hätten. «Wcni spreche von einem Kuhhandel zwischen 2,yD Ellkft l and und Frankreich, wonach es unter höh fej&iei Umständen eine Blockade oder eine Sperrung Edis Suez-Kanals geben solle, und wonach die Sühne- nifer ahmen so eingeschränkt bleiben sollten, daß IiVo e Fortsetzung des Krieges und das iti|iieiifd)e Wirtschaftsleben nicht ernstlich beiräch ti gen könnten. Außerdem feien am TJj SPlblig Verhandlungen in Vorbereitung, die Musfo- D öl li lv lüm Ruhm und die Früchte eines Sieges geben l*n. ii liberale „News Chronicle" verlangt t ilijt u n b abgeschnitten werden. Nach der erM;reichen Verteidigung der Autorität des Völker- b;il b«s gegen den Angriff Italiens soll die britische üfcjicung eine fünfjährige Rüstungs - । n e Vorschlägen. Während dieser fünf Jahre soll $ora A ?! ö die; M bez "k bei *' jede ..Berlin, 19. Okt. (DNB.) Das Gesetz zur änberung bes Bürgersteuergesetzes vom 16. Okt« 1935 entlaßt et bie minberbemitteH Volksgenossen auf bem Gebiet ber Bürl teuer dadurch, baß bie allgemeine Fr] ; r e n z e, innerhalb bereu niemanb zur BÜ» teuer heraugezoqeu wirb, von 130 v. H. a] 150 v. H. ber Richtsätze ber Wahljahr unter ft ü^ung erhöht wird. Diese Er« bebeutet, ohne baß dadurch für die Gemeinden A fühlbare Aufkommensminderung eintritt, für A ganze Reihe kleiner Einkommensbezieher völlsi Freistellung von der Bürgersteuer. Das bebefl zum Beispiel in Berlin die Erhöhung der R grenze für ein kinderloses Ehepaar von 71 Vf auf etwa 82 Mark monatlich oder von 16,40 M auf etwa 20 Mark wöchentlich. Ledige M ibe sind mit ulcht in die Erhöhung ber allgemeinen Freigrtt hart T2"' k ?mio °Üen< embe3°9en worben. Verwitwete ober geschieh bart echte Helmatkuust. Haubgeschnuebete Leuchter i Personen, zu deren Haushalt Kinder gehörtM aus i unb i zu entfernen. Parteigenossen unterlieg selbstverstäublich nach wie vor in allen parteifl bigendeu Dingen dem Parteigericht ! NSDAP. Darüber hinaus hat dieser Disziplin, und Ehrenhof auch die Aufgabe, die Ehreng rlchtsbarkeit des Gesetzes zur Ordnung k nationalen Arbeit dahingehend zu ergänzen, zu entlasten, daß durch diesen Disziplinär- v. Ehrenhof asoziale Elemente aus ber Dir (Mm c schen Arbeitsfront entfernt werben. & b:oh h Leiter dieses Obersten Disziplinär- und Ehw Hofes ist der Hauptamtsleiter der NS.-Hago? j/L Dr. Th. Adrian von Reutelu ernannt roych» die sucht derjeni der Schulung n o recken sich die Arme zum Gruß. Unter den 9 mit in. einer Ehmi Reihen einzual Bon der 20. 6i bsmam ht erteil i zu- Aus aller Welt Orkan über der Nordsee. !»le idyllisch gelegene Reichsschulungsburg Kestenhöhe. — (DNB.-Heim-tbilderdienst. Photo: Düringer.) r ©eint n ! ec er u. a. - ■ - Abends als Letztes Chlorodont- dann erst ins Bett / ; i, und die Arbeit von Hunderten und laufen» von Volksgenossen geschaffen wurde, ist nun Sonntag ingen r rtreten mschlich esse de« uszuli igliet der Die UN» Schulungslagung des Gaues Heffen-Aaffau Gauleiter Sprenger über die Aufgaben der parteiamtlichen Schulung. Hier tritt zunächst die weitere Militari- sierungder Sowjetbevölkerung auf den Plan. Die Rote Armee wird als „der treue Hüter der revolutionären Errungenschaften" bezeichnet, und die Jugend wird aufgefordert, sich in ihre Reihen einzuglieoern, die Fliegerei zu erlernen usw. Von der 20. vis zur 60. Losung kommen dann d i e inneren Röte des kommunistischen Mutterstaates zu Wort. Hier werden die Losungen wesentlich kleinlauter; Arbeiter und Arbeiterinnen, Bauern und Bäuerinnen, Ingenieure und Techniker werden schehen. Die Aufgabe kann nur der erfüllen, der diese Triebkräfte in sich fühlt. Ihre Aufgabe ist es, die Apostel der Bewegung zu fein." Der Gauleiter betonte bann, daß der Schulung noch eine bedeutend größere Beachtung geschenkt werde. Es müsse soweit kommen, daß an den Schulungsabenden alle Dienstverpflichtun- Moskau gibt Oie Losungen für Oie Weltrevolution aus. H Oer Oeutsche Spaten erobert Neuland i^Diihe Oes Hermann-Göring-Koges in Nordfriesland durch General Göring. Um 14.30 Uhr wohnte Reichsorganisationsleiter Dr. Len dem Eröffnungsakt der Oberurseler Kirchweih auf dem Marktplatz bei. Er richtete an dort versammelte Bevölkerung von Herzen Hast. ?r vom haft f ; Buck i Leipzil i Sän| I i und s° j’ i w, K-! Das Ling Euch bereit zur Verteidigung der Sowjetunion" geht die Aufzählung der Losungen tymn zu innenpolitischen Angelegenheiten über. Klängen des Präsentiermarsches schreitet der Mi- rnftrpräfibent die Front der Formationen ab und t!ysWkgrjßt bie neu en Bauern seines Kogs sowie 0nf düek Arbeitsdienstmänner und Arbeiter, die bei der diese schwere und schöne Verantwortung gern und freudig übernehme, weil er hier für Führer und Volk arbeiten könne. Eine Besichtigung der Burg und ein gemeinschaftliches Mittagessen schlossen sich an. Zeit sei für immer vorbei. Heute solle der politische Mensch in ununterbrochener Schulung herangezogen werden. Was noch nie in Deutschland vorhanden war, das vollbringe endlich die Partei. Richt alle 50 Jahre würde dem deutschen Volke ein Adolf Hitler geschenkt. Doch wenn einmal kein Führer da sei, bann müsse bie Partei dafür sorgen, daß das Volk nicht wieder in den Abgrund sinke. Ein politisches Führerkorps gebe es jetzt zum erstenmal. Von ihnen habe keiner ein Vorbild, jeder fei der erste und habe eine eigene Sendung. Sein Glaube müsse so groß sein,-daß er andere mitreißen könne. Alles vergeht, Völker und Staaten kommen und gehen, der Glaube ist ewig. Glaube und Blut sind unvergänglich. Dies sei der Sinn der Schulungsburg. Hier sollen Men- chen herangezogen werden, bie den Glauben besitzen an bie Zukunft bes beutschen Volkes. Reben dem Soldaten der Waffe müsse b er Solb at des Geistes stehen. Rach dem Spruch eines Handwerkers übergab der Architekt des Baues, Pg. R ö p e, den Schlüssel zum Gebäude dem Reichsschulungsleiter Dr Frauendorfer, der die Burg m die Obhut der Reichsschulungsleitung übernahm und ihn an den Schulungsleiter Rünger weitergab. Die» ser dankte für das Vertrauen und erklärte, baß er Englanb und Schottland wurden von einem schweren Sturm heimgesucht, der großen Schaden anrichtete. Zahlreiche Bäume wurden geknickt, Telephonleitungen gestört, Häuser abgedeckt. An der Küste gerieten zahlreiche Schiffe in Seenot. So strandete der finnische Dampfer „Esbo" bei Cumberland. Der britische Dampfer „Dardulea" mußte an der Küste von Island von der Mannschaft ver- mit der roten Fahne in der Hand gegen den Faschismus, den schlimmsten Feind des Bolschewismus zu kämpfen, und in der ganzen Welt die Sowjetmacht zu stärken. Deutschland, Frankreich, China und Abessinien wird in dem Aufruf besonderes Interesse gewidmet, den Volksmassen Abessiniens wird ein besonderer Gruß der Kommunistischen Partei gesandt, ebenso wird dem werktätigen Frankreich, das in vorderster Reihe gegen den Faschismus kämpft, ein flammender Gruß teil. Rach einem Aufruf für die Bildung einer „Einheitsfront bes Hanbelns" in der ganzen Welt und der Aufforderung: „Haltet Tagung । eur ji uhändei 3 Mark entrichteten, aber die Schwierigkeit, Dolks- genoffen mit großem Vermögen und niedrigem Einkommen in angemessener Form zur Bürger» steuer heranzuziehen, war damit noch nicht gelöst. Das neue Gesetz staffelt die Heranziehung zur Bürgersteuer nach dem Vermögensbesitz in der Weise, daß je nach der Größe des Vermögens der Steuerpflichtige die Bürgersteuer nach einem Reichssatz von 6 Mark, 9 Mark, 12 Mark ober 24 Mark zu entrichten hat. Die Heranziehung nach ber Größe des Vermögens ist bedingt durch den Grundsatz der steuerlichen Gleichmäßigkeit und Gerechtigkeit r ......„ö. __________________u-o —. Reichs- ArbmUiW^nführer D a r r 6 die Amtseinsetzung des Orts- rch Fiüidüi-nführers im Hermann-Gäring-Kog. Dann nahm -• Mnistervräfident General Görina liinei* triHK Moskau, 21. Oft. (DRB. Funkspr.) Anläß» lich der bevorstehenden Feier des 18. Jahrestages der bolschewistischen Revolution hat der Hauptausschuß der Kommunistischen Partei 6 5 Losungen herausgegeben. Sie enthalten die Aufforderung zum Durchhalten an die ausländischen Kommuni st en und an die eigenen Proletarier, unter dem Schwall dieser Losungen, die in ähnlicher großsprecherischer Form seit 18 Jahren nicht zu hören gewesen sind, schauen diesmal besonders deutlich die umstürzlerischen Pläne des Weltbolschewismus hervor. Fast noch offenkundiger treten aber die zahlreichen Sorgen zutage, die die proletarische Diktatur im Mutterstaat des Bolschewismus hat. Im ersten Teil befassen sich die Losungen des Hauptausschusses mit dem Ausland, wobei die kommunistische Revolution in ber ganzen Welt die „Befreiung derunterjochten Kolonialvölker" und den „Sturz des Kapitalismus" als die vornehmsten Aufgaben des guten Kommunisten bezeichnet werden Die Arbeiter und Bauern des Erdballes werden aufgerufen, !t,y )N1 gilt? der Gauleitung, die Burg zu betreu e1111 (gjtir j be Unterstützung angedeihen zu lassen. l?er s Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Mrbeit!iijjf inb begrüßt das Wort zu seiner Weiherebe, rch FnM Tatsache, so führte er u. a. aus, baß biefer unteiimilf Kog meinen Namen trägt, betrachte ich für n parktei i als eine große Verpflichtung, ich fühle mich ’ridjtMetin Lanbe und den auf ihm schaffenden Bauern DiWun Arbeitern verpflichtet und verbunden. Ein Ehre-Lil^ das im friedlichen Wettbewerb durch den lassen werden. Der norwegische Dampfer „3ngar* geriet im Mersykanal auf Grund. Zahlreiche Schiffe waren infolge des Sturmes nicht in der Lage, bie Häfen anzulaufen. Währenb bes Unwetters würben zwei Mann getötet und zehn schwer o e r ■ letzt. An der holländischen Nordseeküste strandete der in Rotterdam beheimatete 5000-Brutto-Register- tonnen große Frachtdampfer „Kerkplein". Der aus Pmuiden zur Hilfeleistung entsandte Schleppdampfer „Drente" geriet selbst in große Bedrängnis, da sich eine gerissene Schlepptrosse in der Schiffsschraube verfing. Endlich gelang es einem mit Freiwilligen besetzten Rettungsboot aus Egmond, die 13 Schiffbrüchigen der „Drente" zu retten. Später brachte das gleiche Rettungsboot auch 13 Mitglieder der aus 21 Köpfen bestehenden Besatzung Der „Kerkplein" in Sicherheit. Der Kapitän und die Dffi- ziere dieses Schiffes wollen vorläufig noch an Bord ausharren. In der Nähe ber Insel Terschelling ist ein englischer Frachtbampfer gesunken. Seine Bemannung konnte von einem norwegischen Schiff gerettet werden. Verschiedene andere Schiffe liefen in holländischen Häfen mit mehr oder weniger schwerer Havarie ein. Ein Gutshof eingeaschert. Auf dem Gut bei Weltenburg (Oberpfalz) entstand während der Drescharbeit ein verheerender gen der SA., SS., HI. und der anderen Gliederungen ber Partei in Wegfall kommen, bamit alles hinströmen könne zur Schulung, bie Partei» mitglieber in Uniform, soweit sie dazu berechtigt finb, bie Mitglieder ber Deutschen Arbeitsfront usw. im Festanzug. Auf diese Weise müsse die Aufmerksamkeit aller Welt auf die Schulung gelenkt werden, der Resonanzboden geschaffen uno Die S e h n- ' * gen geweckt werden, die an ...__y_____o .. _ ch nicht teilnehmen können. Der Schulung harren große Aufgaben, denn die Partei muß auch die Menge Menschen stellen, die die Staatsführung gebraucht, um das Volk zu leiten und zu lenken. Wer nicht Hitlerjunge gewesen ist und sich bann nicht in der SA., im Arbeitsdienst und im Heer bewährt hat, der kann als Beamter des Deutschen Reiches nicht an gestellt werden. Die Schulung ist gegenwärtig nur kurz, aber man muß sich daher doppelt anftrengen, um möglichst viel davon zu profitieren. Dieser dop- Seite Einsatz muß von Ihnen im Interesse des Lottes verlangt werden. Als zu erstrebendes Ziel bezeichnete der Gauleiter zum Schluß seiner Ausführungen eine Schule, die mindestens ein Jahr lang besucht werden müsse und von denen jeder Gau mindestens eine haben müßte. Die Ausführungen des Gauleiters wurden oft von Beifallskundgebungen unterbrochen. Anschließend sprachen dann Gauschulungsleiter Willi Ruder und der Leiter der Gauschule Pg. Fell über die bisher erzielten Fortschritte in dem Schulungswesen, über die Aufgaben, die noch zu lösen sind und über bie Absichten für die Zukunft. ihr diesen fruchtbaren Boden bebaut, der Jahrtausende lang geschlafen hat und nun vom Boden bes Meeres an das Licht der Sonne gehoben wurde, denkt daran, daß ihr diesem Boden Früchte abzuringen habt, die das deutsche Volk zu ernähren haben. Meine heißen Wünsche begleiten eure Arbeit. Möge dieses Land für Jahrtausende feststehen und den Wellen und Naturgewalten zum Trotz sich erhalten durch den starken Arm seiner Bewohner, vor allem aber durch den unbeugsamen Willen dieses Land Deutschland zu erhalten. Möge durch die Jahrhunderte und Jahrtausende tiefe Dankbarkeit die Bewohner und ihre Nachfahren erfüllen, tiefe Dankbarkeit für die große Zeit, in der sie dieses Erbe antreten dürfen, Dankbarkeit im Herzen für den großen Führer, der auch dieses gewaltige Werk unter seine Schirmherrschaft genommen hat, und Dankbarkeit gegenüber einer Bewegung und einer Idee, die durch ihre Opfer und ihren Kampf die Grundlagen legten für ein freies Deutschland. Möge niemals Zwietracht, Mißgunst, Neid und Haß in die Herzen der Bewohner des Koges kommen, sondern möge eine einzigartige starke Kameradschaft sie alle um* schließen, mögen sie damit zum Spiegelbild werden des ganzen deutschen Volkes! Mögen sie dem Vater- lcknde wehrhafte Männer stellen, bereit, unter den Siegeszeichen unserer Bewegung dem Daterlande, dem Führer und dem Volke zu dienen mit dem Schwerte, wenn es sein muß, ebenso tapfer wie mit dem Pfluge. Nach ber mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rebe unb dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes verließen der Ministerpräsident unb ber Reichsbauern- führer bie Tribüne, um sich durch ein Spalier ju- belnber Volksgenossen zum Hose des Neubauern Behrens zu begeben. Der Minister- Präsident und der Reichsbauernführer sprachen dem Ehepaar Behrens ihre Glückwünsche zur Geburt eines kräftigen Sohnes aus, ber als erstes Kind im neuen Hermann-Göring- Kog geboren ist. Zur größten Freube ber glücklichen Eltern erklärte Ministerpräsident Göring, daß er bie Patenschaft über den Kleinen, der am heutigen Sonntag getauft worden ist, übernehme, unb überreichte gleichzeitig ein Patengeschenk. Unter den Heilrufen ber vielen Tausende verließen der Ministerpräsident und der Reichsbauernführer den neuen Kog. kommende Worte, in denen er u. a. betonte, daß überall da, wo das Volk sich zu srohen Festen zu- sammenfinde, auch die Partei nicht fehlen dürfe. Er habe auch aus diesem Grunde die NS.»Gemetn- schäft „Kraft durch Freude" ins Leben gerufen. Denn Freude sei der Born, aus dem große Taten wachsen. Die Oberurseler Kirchweihburschen begrüßten Dr. Ley mit Ehrensalven und überreichten ihm ein sog. Kerbestück, das Dr. Ley lachend in Empfang nahm. 'M iibei die bas 50. Lebensjahr überschritten haben, " sind Verheirateten gleichzustellen. •)öbti Mer der Erhöhung der allgemeinen Freigrenze UeiMirzt das Gesetz eine Aenderung ber bisherigen l(b'N -fofdjrtften über die Heranziehung zur *yt irgerfteuer nach dem Vermög en s - "ettz.ZIe'sitz. Bisher hatten Steuerpflichtige mit einem Cch^lllintwirtschaftlichen Vermögen, Grundvermögen und ßan^eiitebsDermögen von zusammen mehr als ift e,113 (0 0 Mark Bürgersteuer nach einem Reichster iMvon mindestens 6 Mark zu entrichten. Da- ten. mit war zwar verhindert, daß Steuerpflichtige mit Vermögen, aber geringem Einkommen »"Wie Bürgersteuer nach dem niedrigsten Reichssatz von en. \W WD. Oberursel, 20. Okt. Die Reichsschu- Äpburg Kestenhöhe bei Oberursel ist am Sonntag ’ . den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley feier» - liih lingeweiht worden. Unter den Ehrengästen be» st. Des Atzecke man den Reichsschulungsleiter Dr. Frau- n ift .’Mubo r f e r, Gauleiter Sprenger, Treuhänder einstl^^Hr Arbeit Schwarz, Landesobmann Willi LPD. Frankfurt a. M., 20. Okt. Im überfüllten großen Saal des Saalbaues hielt der Gau Hessen- Nassau seinen Gauschulungsappell ab, der von sämtlichen Kreis-Ortsgruppen unb Stützpunktsschulungsleitern besucht war. Erstmals nahmen auch alle Schulungsbeauftragte der Gliederungen und der an- geschlossenen Verbände (u. a. auch der Arbeitsfront) an diesem Appell teil. Einleitend begrüßte ber Gauschulungsleiter Pg. Willi Ruder den Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger, bem ber ©au» schulunasleiter ben Dank bafür aussprach, baß unter seiner Leitung bas Schulvngswesen weitere Fort- schritte gemacht habe, nunmehr seien alle Schulungskräfte ber Partei, der Gliederungen unb ber ange- schlossenen Verbände in einer Hand vereinigt unb steuerten gemeinsam auf bas hohe Ziel hin. So sei im Gau Hessen-Nassau bereits das verwirklicht, was jetzt der Reichsschulungsleiter Alfred Rosenberg angeordnet habe, bie Zusammenfassung sämtlicher Schulungskräfte. „Die Führer der Partei und die Führer der Gliederungen sind aus dem Kampf heroorgegangen. Sie haben die in ihnen schlummernden Kräfte im Kampf erprobt, unb dieser Kampf war eine gute Schulung. Sie brachte Männer hervor, die bald das Vertrauen des Voltes befaßen. Diese praktische Schulung ist heute nicht mehr in dem Maße möglich, deshalb muß jetzt bie Schulungsarbeit einsetzen. Dies geschieht am besten in Gemeinschaftslagern, wo sich Gelegenheit bietet, die Kräfte abzumessen und zu bestimmen, für was der eine ober der andere sich am besten eignet. Die Idee des Nationalsozialismus hat selbst bei vielen Parteigenossen noch nicht festen Fuß gefaßt, und die Weltanschauung sogar manches Führers bedarf noch der Erklärung und Erläuterung. Die Idee des Nationalsozialismus in feiner ganzen Tiefe zu erfassen, das wird die Hauptaufgabe der Schulung sein. Wenn Sie in diese Arbeit yineingehen, so muß das mit einem heiligen Ernst und innerer U eberzeugung ge- beschworen, die Fünfjahrespläne durchzuführen, Stalinsche Schlagworte werden in Fülle angeführt, um nachzuweisen, daß das Land mehr Kohle und Oele, mehr Kattun unb Schuhzeug, mehr Brat und Fleisch unb bessere Arbeit ber Eisenbahner, ber chemischen Arbeiter, der Handelsangestellten, ber Kollektivarbeiter unb Traktorenführer braucht. Der Uebergang von ber Darstellung der angeblichen Errungenschaften der Weltrevolution zu der Aufforderung „Liefert uns mehr Zucker und mehr Gebrauchsartikel, erreicht ein besseres Ergebnis beim Kuhmelken" — ist geradezu grotesk. Kein Industriezweig und kein öffentliches Betätigungsgebiet ist vergessen, auf dem dem hungernden Sowjetbürger nicht vorgerechnet würde, daß er noch besser und noch mehr arbeiten könnte. Nach einer neuerlichen Beschwörung der einzig richtigen Hauptlinie der Partei, die bei dieser Gelegenheit nach langer Zeit wieder angeführt wird, schließen die 65 Losungen mit dem Versprechen, alle Feinde des Kommunismus zu zerschmettern. In der Nacht zum Sonntag wütete über Nordsee mit furchtbarer Gewalt ein Orkan, gesamte Schiffahrt ruhte, die Fahrzeuge hatten ter Land Schutz gesucht. Im Hamburger Hafen sind keine größeren Schäden zu verzeichnen. Verschiedene Fahrzeuge hatten sich losgerissen, sind aber wieder eingefangen und vertäut worden. Auf dem Elbefahrwasser bei Altona hat sich dagegen ein vierfacher Zusammenstoß ereignet, an dem das Hapag-Motorschiff „Tacoma", der Lloyddampfer „Ulm", der norwegische Dampfer „Litra" und der holländische Dampfer „Vesta" beteiligt waren. — Oberhalb List auf Sylt strandete der 6000 Tonnen große französische Dampfer „Atrar", der aus Hamburg kam. Das Rettungsboot der Lister Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat sich bei dem gewaltigen Seegang heldenmütig bemüht, die Besatzung zu bergen. Sie weigerte sich jedoch, das Schiss zu verlassen. Otl( düe — ---------- ’ Hi chführung des stolzen Werkes mitgearbeitet !k DeM n. Hrech um ar.Ärchrache den Kog. Anschließend vollzog der Reichs- Inting (Kreis Eid-rstedt), 20. Okt. (DNB.) !r h E!ta(ibem erst im August dieses Jahres im Dithmar» ti» der Adolf-Hitler-Kog seiner Bestim- e. übergeben werden konnte, ist jetzt im Kreise „.'^Mdirstedt ein weiterer Kog fertiggestellt worden: 5 ter Hermann-Göring-Kog Unter dem Ofinlati aller Kräfte sind dem Meere 5 5 0 Hektar Sleilanö abgerungen worden, auf dem Bauern, ifö». Arbiter und Handwerker eine neue Heimat finden 9 • Breiten. Die Bevölkerung hatte alles getan, um Ministerpräsidenten Göring einen herzlichen JftoberO mjifang Zu bereiten. Ortschaften wie Bauernhöfe ^FMMgten in reichem Flaggenschmuck. Große Will- n &M..ßjntnenstransparente waren über die Zusahrts- lftin|Wen gespannt und zahlreiche Ehrenpforten ereil öfiMt. Auf dem Außendeich des neuen Kog ist die n nj(®ebetribüne errichtet. Kurz nach Mittag ist der nverElch von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge 5 Dlötijßffült. Ehrenabteilungen der SA., SS., der Poli- Leiter, bes Arbeitsbienstes, ber HI. und des tyeÜenlErpt. sind aufmarschiert. Auf der Tribüne haben sappellMl Vertreter des Staates, der Partei und der ergehMstrmacht eingefunden. Als der Ministerprä- ib bie f[i & n t erscheint, erschallt ungeheurer Jubel, tau- ' »tir M&torfe vor allem, daß in ber gesamtbeutschen 23er» 0 v.H ggnig nheit das deutsche Volk immer wieder Svl - flhlffl6 aflate-n, herrliche, wunderbare Saldaten hervor- ,i-l Skhi gMcht habe, nie aber habe es Politiker be» 111 .:hM «M. 2ines, was der Soldat für Deutschland er» ieri=», verlor der Politiker wieder von neuem. Diese unb k i -- ör.Ley weiht die Zieichsschulungsburg * Kestenhöhe bei Oberursel )rdnunc M' iplinar- ötöflnbet. Wir Deutschen haben es verstanden, in 13 ber gewaltigen Kampf den Naturgewalten zum rben. .Süroi dem Meere selbst Land abzuringen. Wenn istiW ; 3krf) einem Lied der Werkscharen und einem ;iir S^Mjrtyrud) erklärte Gauleiter Sprenger, daß er Dtit nnerfter Freude die Gründung dieser Schu- hjjng-lburg in seinem Gau begrüße. Die Schulung A Voraussetzung unb Funbament der politischen E rzilhung. Er Sanfte dem Lanbesobmannn Pg. f Willi Becker, der diese Sckulungsarbeit im Gau fär l ie Arbeitsfront durchgeführt habe. Die Scku- . Ng bezwecke die Auslese. Hier solle sich jeder is Rüstzeug zu feiner Arbeit holen. Es sei Auf- rie der Gauleitung, die Burg zu betreuen und Dran v, der sämtlich? kn einem weiten Viereck stehenden Gebäude mit allen landwirtschaftlichen Maschinen und den gesamten Ernteoorräten i n Schutt und Asche legte. Die Brandursache ist noch unbekannt. Der Schaden wird auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Ein Diebstahl aus Sammlerleidenschaft? Aus dem Museum von Hallstadt (Oberösterreich), in dem sich wertvolle Funde aus prähistorischer Zeit, der sogenannten Hallstadt-Periode, befinden, st a h - l e n unbekannte Einbrecher eine sehr wertvolle Isis- Statuette, die aus einem Römergrab stammt. Es scheint, daß der Diebstahl aus Sammlerleidenschaft begangen worden ist. Fünf französische Landwirtschaftsschüler tödlich verunglückt. Bei Souillac in Frankreich ereignete sich ein schwerer Unfall, bei dem fünf Kinder ums Leben kamen und zwei verletzt wurden. 16 Schüler einer landwirtschaftlichen Schule arbeiteten an einem hinter ihrer Schule gelegenen Steinbruch, um Kies und Tonerde zu fördern. Ein Lehrer überwachte die Arbeiten. Plötzlich st ü r z t e der Schacht ein und begrub eine Anzahl der Schüler. Die fünf ums Leben gekommenen Schüler standen im Alter von 14 bis 16 Jahren. Drei Todesopfer eines Autounglücks. Auf der Straße Berlin—Kottbus überfuhr ein Personenzug einen Personenkraftwagen. Von den Insassen des Kraftwagens wurden drei Personen Getötet und der Lehrer Hofmann aus Ohorn (Amtshauptmannschaft Kamenz) schwer verletzt. Unter den Toten befinden sich die Ehefrau und die Tochter Hofmanns. Der Name des dritten Toten ist noch unbekannt. Die Schranke war nicht geschlossen. Ein neuer Devisenfchiebungsprozeh. Vor dem Berliner Schnellschöffen- g e r ich t stand die 57jährige Oberin der „Genossenschaften der armen Schulschwestern unserer Lieben Frau" Maria Carisia aus Arnsberg, der vorgeworfen wird, insgesamt 185 000 Reichsmark über d ie Grenze verschoben zu haben. Der Orden, dem die Angeklagte angehörte, war an einer amerikanischen Anleihe der Hilfsgemeinschaft für katholische Wohlfahrts- und Kulturpflege in Höhe von insgesamt 400 000 Reichsmark beteiligt worden. Als die Verzinsung und Amortisation Schwierigkeiten zu machen begannen, kam die Angeklagte durch Vermittlung einer Oberin mit dem berüchtigten Dr. Hofius in Beziehungen, der die Umschuldung durchführen sollte. Der Orden erreichte zwar auch die Genehmigung der Devisenstelle, aber die Angaben, die dabei gemacht wurden, waren unwahr. Die Angeklagte wird wegen gemeinschaftlichen Deoisenoergehens zu insgesamt zwei Jahren Gefängnis und 40000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Drei Monate der Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Der Staatsanwalt hatte eine Zuchthausstrafe von drei Jahren, drei Jahren Ehrverlust und 100 000 Reichsmark Geldstrafe beantragt. t Acht Jahre Zuchthaus für einen gewissenlosen Volksschädling. Unter der Anklage her Amtsunterschlagung, der Urkundenvernichtung, der falschen Beurkundung der Untreue, der Bestechung, des Betrugs und der Begünstigung hatte sich ein gewisser Karl Aulen- b ad) er aus Jdar-Oberstein vor der Große« Strafkammer Koblenz zu verantworten. Es handelt sich bei dem Angeklagten um einen gewissenlosen Menschen, der das in ihn gesetzte Vertrauen auf die schnödeste Weise mißbraucht hat und dem Alkohol und Spiel völlig verfallen roar. Bei der Gerichtsbehörde beschäftigt, benutzte er seine Vertrauensstellung dazu, um Staat und Volksgenossen zu betrügen. Im Verlaufe der Verhandlung gab der Angeklagte zu, rund 18 000 Mark in einem Zeitraum von fünf Jahren auf die verschiedenste Art erschwindelt und bei Spiel und Trunk verausgabt zu haben. Das Gericht verurteilte den Schwindler und Betrüger zu acht Jahren Zuchthaus und zu einer Geldstrafe von 320 Mark, für die weitere 28 Tage Zuchthaus in Ansatz gebracht wurden. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren abgesprochen. Degen Mordes zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Leipzig verurteilte den 24- jährigen Paul Martin Keil aus Zschoppach bei Leisnig wegen Mordes zum Tode. Der Angeklagte hat in der Nähe von Leisnig bei dem sogenannten Mühlenweg seine Frau im Kraftwagen ermordet, die Leiche mit Benzin übergossen und angezündet. Keil wollte durch die furchtbare Tat sich in den Besitz der Versicherungssumme setzen, mit der er seine Frau hatte versichern lassen. Inseln des Deutschtums. XI. Die Deutschen in der Mandschurei Von unserem H.T.-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Charbin, Ende September 1935. Das sonst so gesprächige, fast 900 Seiten starke japanische „Handbuch der Mandschurei" erzählt über die „Mandschukuo-Deutschen" so gutwienichts: irgendwo eine Notiz, daß sich „in Mukden ein deutsches Generalkonsulat" und in „Chardin ein deutsches Konsulat" befindet, dazu ein paar Adressen deutscher Firmen und unter der Rubrik: „Bevölkerung" in der Spalte „Fremde" ein Sammelsurium von Namen: „Engländer, Franzosen, Amerikaner, Deutsche und sonstige ..." Das ist im Wesentlichen alles. Wie in fast jedem Lande der Welt, so leben auch in der Mandschurei Deutsche, deren Gesamtzahl sich vielleicht auf 500 Köpfe beläuft und deren stärkste Kolonie im wirtschaftlichen Zentrum des Landes, der Halb-Millionen-Stadt Charbin, entstanden ist. Hier leben etwa 150 bis 200 Deutsche, eine Zweite schwächere Kolonie besteht in Mukden, während der Rest der Deutschen als „Einzelgänger" über die ganze weite Mandschurei verstreut lebt, die mit ihren rund 30 Millionen chinesisch-koreanischjapanischen Einwohnern fast doppelt so groß ist wie Deutschland. 500 Deutsche in einem Meer von 30 Millionen Asiaten — kein Wunder, wenn unter diesen Umständen der innere Zusammenhalt dieses kleinen Häufleins wesentlich enger ist, als z. B. in der dichtbesiedelten deutschen Diaspora des Nahen Ostens, wo aber mit der Masse auch die inneren Gegensätze zu wachsen pflegen. Hier draußen liegen die Dinge in dieser Hinsicht besser: auf diesem exponierten Posten ist der Begriff „deutsch" weiter g e st e ck t worden, als in anderen Ländern, wo das Deutschtum infolge seiner zahlenmäßigen Stärke eher dem „Ausleseprinzip" huldigen kann. In J)er Mandschurei- rechnen jedenfalls zu den „Deutschen" auch jene Balten, die einen deutschen Vater oder eine deutsche Mutter haben und infolgedessen deutsch sprechen. Daß unter diesen Umständen zwischen „Reichsdeutschen" und „Oesterreichern" auch nicht im Entferntesten jene Unterschiede gemacht werden, die anderswo noch rein gefühlsmäßig bestehen , ergibt sich von selbst und findet eine Erklärung wohl in erster Linie in dem ge- neinsamen Erlebnis der russischen Kriegsgefangen- chaft. Denn innerhalb der Charbiner Kolonie ist der Prozentsatz jener Reichsdeutschen und Deutsch- Oesterreicher, die im Laufe des Krieges in rus - ische Gefangenschaft gerieten und sich nach der Revolution in der Mandschurei niederließen, ganz auffallend hoch. Kaum einer von diesen Ge- angenen ist seitdem wieder in der Heimat gewesen, fast alle haben russische Frauen geheiratet — wie übrigens viele andere Deutsche hier auch — so daß der russische Einschlag in der Kolonie auffallend stark ist. Diese „anderen Deutschen" sind im wesentlichen „ältere" Ost-Asiaten, das heißt Kaufleute, die schon in ganz jungen Jahren „hinausgegangen" sind, die zum Teil im Kriege interniert und vertrieben waren, die aber, gelockt vom geheimnisvollen Zauber der „Weite des Ostens" an die alten Stätten ihrer Wirksamkeit zurückgekehrt sind, um dort weiterzuarbeiten, wo vor 20 Jahren der Krieg ihnen die Existenz vernichtete. Dieser Kampf, den das in der Mandschurei in vorderster Linie stehende Deutschtum gegen d i e übermächtige japanische Konkurrenz zu führen hat, ist außerordentlich schwer und verlustreich. Infolgedessen wachsen die Kolonien nicht, sondern schmelzen langsam — vielleicht sogar unaufhaltsam — zusammen. Auf alle Fälle sind die „goldenen Zeiten" dieser Mandschu- kuo-Deutschen längst vorüber: ehemals selbständige Kaufleute sind heute arbeitslos oder fristen bei chinesischen Firmen und chinesischen Löhnen mühselig ihr Dasein. Infolgedessen ist auch das einst in Charbin so blühende deutsche gesellschaftliche Leben stark zurück- gegangen und beschränkt sich immer mehr auf die eigenen vier Wände oder den „Klub". Dieser Klub ist in der „Hindenburg-Schule" untergebracht: hier finden-die üblichen Kolonialfeste statt, werden Vorträge gehalten und Tagungen veranstaltet, hier trifft sich am Sonntag alles zum obligaten „Frühschoppen", liegen die Zeitungen aus dem Reich aus. Kurzum der „Klub" ist der „weltliche" Mittelpunkt der Kolonie, während Kirche und Schule -*■ wie Überall in der Diaspora —*• die geistigen Eckpfeiler der Gemeinde bilden. Besonders schwer hat unter der allgemeinen Krise natürlich die „H i n d e n b u r g - S ch u l e" zu leiden, die ganz auf sich allein gestellt ist: deutsche Kinder gibt es nicht allzuviel, so daß ein wesentlicher Teil der Unterhaltungskosten durch das Schulgeld der russischen, japanischen und chinesischen Kinder aufgebracht werden muß. Weiterhin gibt es in Charbin eine schöne prote st antische Kirche, die seinerzeit von der mandschurischen Eisenbahngesellschaft erbaut worden ist, und an der ein reichsdeutscher Pfarrer wirkt, der räumlich vielleicht die größte Diözese der Erde zu verwalten hat ... Die politische und weltanschauliche Schulung all dieser Deutschen liegt in den Händen der NSDAP., die zwei Ortsgruppen — die eine in Mukden, die andere in Charbin gegründet hat, und deren Gesamtarbeit von einem besonderen „Landesvertrauensmann für die Mandschurei" geleitet wird. Diese Arbeit der NSDAP, ist natürlich nicht leicht: die meisten der hier lebenden Deutschen haben die alte Heimat 20 Jahre und länger nicht gesehen. Viele — namentlich die alten Kriegsgefangenen — hahen jede persönliche Verbindung mit daheim verloren. Außerdem kommt noch hinzu, daß gerade „Alte Ost-Asiaten" oft mit anderen Maß. stöben gemessen werden wollen, als andere Aus. landsdeutsche. Auch ist Postverkehr mit der Heimat recht umständlich, und da sich die wenigsten Deut, schen hier einen guten Radio-Apparat leisten tön. nen, kommt der Richtstrahlensender hier wenig oder überhaupt nicht zur Geltung, was mit Rücksicht aus die nicht gerade besonders deutsch-freundliche eingestellte „rot"- und „weiß"-russische Presse des Lan. des besonders bedauerlich ist. Trotzdem sind die Beziehungen dieser Deutschen zu den übrigen Landeseinwohnern im wesentlichen gut. Zwischen Chinesen und Deutschen gibt es we- der außenpolitisch, noch in Fragen der mandschu- rischen Innenpolitik irgendwelche Gegensätze, weil eben bet eigentliche Herr des Landes Japan ist, das seine Machtposition in der Mandschurei jetzt systematisch ausbaut. Mit diesen Japanern kommt der Deutsche kaum zusammen, da sich sein Verkehr mit den etwa 70 000 in Charbin lebenden Russey aus weltanschaulichen Gründen auf die wenigen nichtverelendeten „weißen" Russen beschränkt. Amtlich ist das Reich in Charbin durch einen Konsul und in Mukden durch einen Generalkonsul vertreten. Konsulat, Partei und Kolonie bilden im wesentlichen ein geschlossenes Ganze, weil die Schwierigkeiten, mit denen jeder einzelne Deutsche hier draußen — jeder an seinem Platz zu kämp. fen hat, kleinliche Streitereien von selbst verbieten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch die nächtlichen Sturmwirbel wurden auch große Mengen arktischer Kaltluf in Bewegung ge» setzt, die unter Schneefall und Frost über die bri« tischen Inseln nach dem Festland vordringen. Ihre nach Süden gerichtete Bewegung wird noch durch einen über dem Mittelmeer zur Entwicklung gekom- menen kräftigen Wirbel, der dort mit großer Aus. dehnung zu ergiebigen Niederschlägen führt, begünstigt. Zunächst kann daher bei uns mit weiterer Abkühlung, die bei nächtlichem Aufklaren zu Frost führt, gerechnet werden. In den Mittelgebirgen ist es in der Nacht zum Montag vielfach zu Schneefällen gekommen. Der Gefamtcharakter bleibt auch weiterhin recht unbeständig und unfreundlich. Aussichten für Dienstag: Nach leicht heiterer und recht kalter Nacht, (auch in den Niederungen) teilweise wieder stärkere Verschlechterung mit Niederschlägen, bei lebhaften, von Norden auf Westen zurückgehenden Winden auch tagsüber falt. Aussich-ten für Mittwoch: Bei Luftzu- führ aus Westen bis Norden kalt und unfreundlich mit Schauern. Lufttemperaturen am 20. Oft.: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 7,1 Grad; am 21. Oft: morgens 5,5 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum 5,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Oktober, abends: 9,1 Grad; am 21. Oft., morgens 8,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. — Niederschläge feine. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politif: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterr Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverfaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. kurz vor Vollendung seines 25. Lebensjahres. Gießen (Am Kugelberg 39), den 20. Oktober 1935. 6050 D Wieseck, den 21. Oktober 1935. 6048 0 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 22. Oktober, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt — Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Kröcker und Frau. Am Samstag abend gegen 9 Ya Uhr entschief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser einziger innigstgeliebter Sohn Hermann Kröcker Todes-Anzeige. Am 19. Oktober um 8V2 Uhr hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, unsere liebe Mutter Frau Katharine Münker Witwe geb Rink im Alter von 82 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Fr. Sommeriad. Gießen (Frankfurter Str. 94), den 21. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04518 Vermietungen | 2 meinemöergeb, eleg. möbl. 04519 Wohn- und Schlafzimmer mit Bad zu verm. Ssdnbokstr. 42 U, | Mietgesuche [ Berufstät.Dame iucht zum 1. November freunbL Wohnschlafzimmer Schriftl. Ang. u. 04516 a. d. G.A. Gut möbliertes, geheizt., ruhiges 2.Beilen-3lmmet mit Frühstück in gepfl. Privath. Gieß.abSamst.f. oTagegef.Fließ. Wass. Preisang. an Wagner, Q. Darmstadt, g Heinrichstr. 152. | Stellenangebote! Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnis- abjcbrtften dem Be- werbungsichretben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ver- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim .Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Karl Daupert. Mahnung. Die Beiträge für den Monat September 1935 können noch bis zum 25. Oktober 1935 ohne Kosten bezahlt werden. 6042D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. _____________Moos, Rechner._____________ Versteigerung. Am Dienstag, dem 22. Oktober 1935, ab 9 Uhr vormittags, werden im Gebäude der ehemaligen Herberge zur Heimat, Hinter der Westanlage, meistbietend gegen Barzahlung öffentlich versteigert: 8 gut erhaltene Betten mit Federdecken und Federkissen, 12 Schränke, darunter 2 Geschirrschränke und 1 Küchenschrank, 1 kl. Waschtisch, 1 kl. Schanktisch, 2 Stehpulte, 1 emaillierte Badewanne, Handtuchhalter, Spiegel, Wasserkannen und sonstige Ausstattungsgegenstände. Die Sachen sind in sauberem und gutem Zustand. Sie entstammen aus dem in der Herberge zur Heimat untergebrachten Christlichen Hospiz. 6043D Gießen, den 19. Oktober 1935. Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen. Ihre Verlobung geben bekannt Gertrud Hamma Dr. med. Theo Eck Stabsarzt in der Sanitäts-Abtellung Würzburg Stuttgart, Herbweg 38 Stuttgart, Schellbergstr. 53 6047 D NeresEhepaar aus d. Fach zur Bewirtschaft.ein. Svezial - Ausschankes, mögt, mit Tauschwoh- nung,sos.gesuchf. Schriftl. Angeb. unt. 6052D an den Gieß. Anz. Tüchtiges WsniMeii f. 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Die bevorstehende Einführung eines neuen Patentgesetzes, das eine Umwälzung auf dem Gebiet des Patent- und Erfindungswesens bedeutet, veranlaßte einen unserer Mitarbeiter zu einer Unterredung mit Ober- Regierungsrat Dr. G e h n e vom Reichs- Patentamt in Berlin über den Inhalt und die Bedeutung des in seinen wichtigsten Einzelheiten nunmehr vollendeten Gesetzentwurfes. Jährlich S2 000 Patentanmeldungen Patent-Erteilungen gibt es in Deutschland erst seit dem Jahre 1877. Bis dahin beherrschten an deren Stelle die großen „Fabrikationsgeheimnisse" das Feld des Erfindungsgeistes. Sie waren meist in Familienbesitz, wurden sorgfältig gehütet und von einer Generation der anderen weitervererbt. Allmählich erwies es sich jedoch mit der zunehmenden Industrialisierung Deutschlands als notwendig, auch den Erfindungsgeist in geregelte Bahnen zu lenken und ihm staatlichen Rechtsschutz zu gewähren. Es entstand das Reichs- Patentamt zu Berlin, das heute über nicht weniger als gegen 6 0 0 0 0 0 Patente, die wiederum in 89 Klassen und etwa 19 500 Gruppen eingeteilt sind, und die größte technische Bücherei Deutschlands verfügt. Die bisherige Höchstzahl an Patentanmeldungen war im Jahre 1930 mit 78 000 Stück zu verzeichnen. Im Jahre 1934 hingegen wurden „nur" 52 000 Patente, wovon 19 000 amtlich bekanntgemacht wurden, angemeldet. Die Zahl der Patent-Erteilungen betrug im vergangenen Jahre 17 000 Stück. Was ist ein Gebrauchsmuster? Die Erteilung eines Patentes wird nach den geltenden Bestimmungen von der Neuheit, Brauchbarkeit und Fortschrittlichkeit des betreffenden Gegenstandes abhängig gemacht und ist mit erheblichen Kosten verbunden, die von den vielfach mittellosen Erfindern kaum aufgebracht werden können. Die Aufnahme in den Gebrauchsmusterschutz ist hingegen lediglich an die Erfüllung einiger formaler Bedingungen geknüpft und daher gewöhnlich ohne weiteres zu erreichen. Die Brauchbarkeit eines unter Gebrauchsmusterschutz stehenden Artikels ergibt sich immer erst in der Praxis. Hieraus ist es auch erklärlich, warum in der Gebrauchsmusterrolle so viele „Erfindungen" eingetragen sind, die keinerlei praktischen Wert haben und höchstens als Kuriosa Interesse beanspruchen können. Zahlreiche Erfinder, die an der Brauchbarkeit ihrer Erfindung selbst Zweifel hegen, pflegen daher zugleich mit der Patentanmeldung einen sogenannten Eventualantrag auf Eintragung als Gebrauchsmuster zu stellen für den Fall, daß ein Patent auf die Erfindung aus den erwähnten Gründen nicht erteilt werden kann. Sie Vorzüge des neuen Gesetzes. Seit über einem Jahrzehnt bereits arbeitet man an dem Entwurf eines neuen Patentgesetzes. Doch erst im neuen Deutschland ist man von unzureichendem Flickwerk auf diesem Gebiet zu einem grundlegenden Neubau gelangt. Der Ausschuß für gewerblichen Rechtsschutz der Akademie für Deutsches Recht war monatelang mit der Ausarbeitung des Entwurfes beschäftigt, woran auch der Nationalsozialistische Juristenbund beteiligt war. Das kommende Patentgesetz stellt eine volle Anerkennung des Erfinderprinzips und der schöpferischen Geisteskräfte im deutschen Volke dar, ohne die ein Wiederaufbau der Wirtschaft nicht denkbar ist. An dem bewährten Erteilungsverfahren soll auch durch das neue Gesetz in den Grundzügen nichts geändert werden. Die Anmeldungen werden auch weiterhin zunächst amtlich geprüft und dann, falls die Verwirklichung der betreffenden Erfindung aussichtsreich erscheint, bekanntgemacht. Schutz der Erfinderehre. Den Patentanspruch hatte bisher derjenige, der eine neue Erfindung als e r st e r beim Reichspatentamt anmeldete. Die Person des Erfinders elbst ist merkwürdigerweise an keiner Stelle des geaenwärtigen, verbesserungsbedürftigen Patentgesetzes berücksichtigt. Infolge dieser Unterlassung ist die Rechtsstellung des Erfinders bisher durchaus unklar gewesen, was schon Anlaß zu zahllosen Patent st reitigkeiten gegeben hat. Nach dem neuen Gesetzentwurf hingegen steht der Patentanspruch grundsätzlich dem Erfinder oder seinem Rechtsnachfolger zu. Wenn jedoch mehrere Personen zugleich und unabhängig voneinander eine Erfindung gemacht haben, wird der Patentanspruch dem ersten Anmelder zuerkannt. Der Erfinder oder dessen Rechtsnachfolger hat in Zukunft einen Her- Die Ortsfachgruppe Büdingen in der Reichsfachgruppe Imker E. V., früher Bienenzuchtverein Büdingen, feierte am gestrigen Sonntag im Hotel „Fürstenhof" in Büdingen ihr 50jähriges Bestehen. Zahlreiche Mitglieder der Ortsfachgruppe und auch viele Imker aus der näheren und weiteren Um^eoung hatten sich zu der Jubelfeier, die zugleich eine fruchtbringende Arbeitstagung mit vielen praktischen Hinweisen für die Bienenzucht war, eingefunden. Die Tagung wurde von Lehrer ©inner, Büches, mit einem Dorspruch eröffnet. Hierauf begrüßte Oberpostsekretär i. R. Mann, der Vorsitzende der Ortsfachgruppe, die Teilnehmer der Feier. Der Vorsitzende der Landesfachgruppe Hessen- Nassau der Reichsfachgruppe Imker, Landwirt S e y d e l, Traisa bei Darmstadt, überbrachte die Grüße und besten Wünsche der Landesfachgruppe. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung für die verdienstvolle Arbeit der Büdinger Bienenzüchter überreichte er dem Vorsitzenden ein künstlerisches Diplom. Hierauf sprach als Vertreter des Landesbauernführers und des Reichsnährstandes Dr. Wagner, Frankfurt, Glückwünsche zu der Jubiläumstagung aus und betonte dabei, daß die Bienenzucht die wärmste Förderung und die tatkräftigste Unterstützung der Landesbauernschaft habe und auch weiterhin erhalte. Bürgermeister D i e m e r , Büdingen, überbrachte die Gruße der Stadt. Als Vertreter des Vorsitzenden der Kreisfachgruppe Oberhessen, des früheren Ober- hessischen Bienenzüchtervereins, richtete Dermal- tungsbeamter Bodenbender, Gießen, herzliche Worte an die Mitglieder der Ortsfachgruppe Büdingen. Amtsanwaltschaftsrat Wenckebach, Kassel, der Vorsitzende des früheren Verbandes der Hessischen Imker, gedachte in seinen Ausführungen ber_ guten Leistungen der Büdinger Bienenzüchter für die hessische Imkerei. Obstbauinspektor Metternich, Büdingen, betonte in seiner Ansprache, daß Obstbau und Bienenzucht aufeinander angewiesen seien. Don seiner Seite aus sei alles geschehen, um die die Bienen schädigende Bespritzung der Obstbäume zu unter- binden. Der Förderung der Bienenweide werde er seine besondere Aufmerksamkeit angedeihen lassen. Allen Rednern dankte der Vorsitzende der Orts- fachgruppe Büdingen, Oberpostsekretär i. R. Mann, mit herzlichen Worten. Oberamtsrichter i. R. K l i e t s ch (Büdmgen), der ausgabeanspruch gegen jeden, der ein Patent zu Unrecht angemeldet hat. Auch ausreichende Vorschriften zur Wahrung der Erfinderehre sind in dem neuen Gesetzentwurf vorgesehen. Der Name des Erfinders soll im Erteilungsversahren grundsätzlich genannt werden. Betriebserfindung und Kostenfrage. Das Problem der sogenannten Betriebser- findung durch Angestellte wird durch das neue Patentgesetz in der Weise gelöst, daß dem Betrieb grundsätzlich alle zu seinem technischen oder wirtschaftlichen Gebiet gehörenden Erfindungen zufallen, dem betreffenden Angestellten jedoch eine angemessene Vergütung gewährt werden muß. Die geringe Anmeldegebühr muß allerdings auch in Zukunft wie bisher dem Erfinder auferlegt werden, um einen Schutz des Reichspatentamtes vor Überschwemmung mit wertlosen Erfindungen zu gewährleisten, doch ist dafür eine Stundung der Jahresgebühren für die ersten sechs Jahre der Patentdauer, also ein Drittel der Schutzzeit, vorge- sehen. Man will hierdurch den Erfindern für die Zeit, während der ein Patent noch um seine wirtschaftliche Anerkennung zu ringen hat, den Daseinskampf erleichtern. Sohn des Mitbegründers des feiernden Vereins, Kreisrat Klietsch, hielt den Festvortrag. In dem einleitenden geschichtlichen Rückblick zeigte er kurz die Verdienste der Männer, die die Bienenzucht auch in Hessen in die Höhe brachten. Dann führte er die Zuhörer in die Wunderwelt des Bienenstaates ein. Er gedachte der großen Imker D z i e r- z o n und August v. Berlepsch, die Licht in die rätselhafte Art der Fortpflanzung der Bienen brachten, der hessischen Imker Dickel (Darmstadt), und H e ck (Dudenrod), die die Lehre Dzierzons erfolglos bekämpften; denn die Richtigkeit der Dzierzon- sehen Feststellung der Jungfernzeugung erwies sich nach den Untersuchungen von Prof. Dr. L e u ck a r t (Gießen) als unumstößlich richtig. Dann schilderte er den Zusammenhang von Bienenzucht und Landwirtschaft auf dem Gebiete des Obst- und Samen- baues. Die Tätigkeit der Bienen schafft hierdurch Werte, die zehnmal größer sind als die Werte des Honigs und des Wachses, die die Bienen alljährlich aus dem eingetragenen Blütennektar erzeugen. Diese letztere so zu steigern, daß der Gesamtbedar des Honigs in Deutschland durch inländischen Honst gedeckt werden kann, daß wir vom Ausland au dem Honigmarkt unabhängig werden, das ist das große Ziel, das der deutschen Imkerei durch die Eingliederung in den Reichsnährstand gesteckt ist. Zur Erreichung dieses Zieles gilt es, alle Bienenzüchter, die noch nicht in unseren Reihen stehen, heranzuziehen und so zu schulen, daß sie helfen, die Erzeugung von Honig und Wachs zu mehren. Mit dem Wunsche, daß das Ziel bald erreicht werde, schloß der Redner seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Im Namen der Ortsfachgruppe Büdingen dankte ihm der Vorsitzende für den bedeutsamen Vortrag. Hierauf überreichte der Vorsitzende der Kreisfachgruppe Oberhessen der Reichsfachgruppe Imker EV., Lehrer Braun (Rodheim v. d. H.), in deren Auftrag der Ortsfachgruppe Büdingen als Anerkennung für die tatkräftige Unterstützung der oberhessischen Bienenzucht ein Geschenk, und zwar das Buch von unserem Führer Adolf Hitler „Mein Kampf". Auch er richtete herzliche Worte an die Versammelten. Im weiteren Verlaufe der Tagung brachte Lehrer S i n n e r (Büches) ein von Oberamtsrichter i. R. Klietsch (Büdingen) verfaßtes Gedicht „Die Hochzeit der Bienenkönigin" zu Gehör. Reicher Beifall belohnte den Vortragenden für seine humorvollen Ausführungen. Hierauf zeigte Pfarrer i. R. A i s ch, Bad-Nauheim, einen Filmstreifen „Aus dem Leben der Bienen" mit fachgemäßen Erläuterungen. Der zweite Filmstreifen, oorgeführt von dem Vorsitzen« den der Ortsfachgruppe Büdingen, zeigte Bilder aus der Geschichte des Bienenzuchtoereins Büdingen unter Herausstellung der verdienstvollsten Mitglieder. Dabei wurden zwei jetzt noch lebenden Mitbegründern des Vereins, Gutsbesitzer Wilhelm D i tz e l auf Herrnhaag bei Büdingen und Gutsbesitzer Schick, Diebach a. H., besondere Ehrungen zuteil. Die Vereinsgründung erfolgte am 29. April 1885 auf Veranlassung des Kreisrats Klietsch, Büdingen, durch Lehrer Heck, Dudenrod, und zwölf Imkern. Lehrer Heck wurde am Vormittag des gestrigen Tages durch Kranzniederlegung an seinem Grabe in Dudenrod gedacht. Als dritten Lichtbildervortrag brachte Pfarrer i. 9t. Aisch einen Scherzfilm „Schutz den Weidenkätzchen". Darin wurde vortrefflich gezeigt, wie von vielen Menschen die Weidenkätzchen, die für die Biene so unbedingt notwendige Weide, unvernünftigerweise abgerissen und meistens schon einige Zeit später in den Mülleimer befördert werden. Heinrich Hupfeld, Altenritte bei Kassel, der bekannte Königinnenzüchter, hielt dann noch einen Vortrag über das Thema „Der Segen der Königinnenzucht für die Bienenzucht". Seine Darlegungen wurden mit großem Interesse verfolgt und von den Zuhörern mit reichem Beifall belohnt. Das gleiche Thema behandelte auch Verwaltungsbeamter Bodenbender, Gießen, der Obmann für die Königinnenzucht in Oberheffen, dessen Ausführungen ebenfalls dankbar aufgenommen wurden. Die Jubelfeier fand mit dem Schlußwort des Vorsitzenden der Ortsfachgruppe Büdingen, Ober- poftfekretär i. R. Mann, und einem freudig aufgenommenen „Sieg-Heil" auf unseren Führer ihr Ende. Es war eine ernste Arbeitstagung, die allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. Oer Präsident des Reichslustschutz, bundes im Rhein-Main-Gebiet. LPD. Frankfurt a. M., 19. Okt. In den letzten Tagen weilte der Präsident des Reichsluft- fchutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme- Berlin, im Bereich der Landesgruppe Heffen/Rhein- land-Süd des Reichsluftschutzbundes. Generalleutnant a. D. Grimme besuchte zahlreiche Dienststellen der Landesgruppe — u. a. weilte er auch in G i e ße n — und äußerte seine Zufriedenheit über die bisher im Interesse der Bevölkerung geleistete Selbstschutzarbeit. Generalleutnant a. D. Grimme nahm am Freitagabend an einer Kundgebung des Flakwaffenringes, dessen Führer er ebenfalls ist, teil und wies in seiner Rede auf den engen Zusammenhang zwischen Flakwaffenring und Reichsluftschutzbund hin. Große Frauenschasts- Kundgebung in Darmstadt. Eine Rede der Reichsfranensührerin. D a r m st a d t, 19. Okt. (LPD.) Die NS.-Frauen- schäft, Deutsches Frauenwerk, Gau Hessen-Nassau, das Darmstädter Deutsche Rote Kreuz, Hessischer Alice-Frauenverein, veranstalteten Samstag nachmittag in der Festhalle eine eindrucksvolle Kundgebung, in deren Mittelpunkt eine Rede der Reichsfrauenführerin, Frau S ch o l tz - K l i n k, stand. Unter den Anwesenden sah man u. a. den Reichsleiter des Winterhilfswerks H i l g e n f e l d t und den stellvertretenden Gauleiter Regierungsrat Reiner. Nach einleitenden musikalischen Vorträgen des Chors und Orchesters des Hessischen Landestheaters und Liedern des Frauenarbeitsdienstes eröffneten die ehemalige GroßherzoginEleonore und Gau-Frauenfchaftsleiterin Brinkhoff mit kurzen Begrüßungsansprachen die Kundgebung. In einer mit starkem Beifall aufgenommenen Rede umriß Reichsfrauenführerin Frau S ch o l tz - K l i n k die großen Aufgaben der Frau im nationalsozialistischen IiinfzigLahre Bienenzucht in Büdingen. aber ein Das Schulkind Bon 3Robed Braun trappt sie schon mit den beiden den Gehsteig herauf und hinab und krächzt und lacht mit ihnen. Es geht an den erleuchteten Auslagen der abendlichen Geschäfte vorbei, wo die Mütter einkaufen gehen, und bis zu der Plakatwand hin, die eine vorspringende Feuermauer bildet. Unter dem grellen Bild, das einen die neueste Kaffeemischung anpreisenden Kenner darstellt, kehren die Kinder um und laufen zu mir zurück, der sie erwartet. Nachdem sich Hilde eine Weile so unteichalten hat, rufe ich sie wieder, da es Zeit für sie wird, sich zum Schlafengehen zu rüsten. „Siehst du, jetzt kennst du auch die Nach- tigall", sagt sie befriedigt und gibt mir die Hand für den Weg zum Heimgang. Wenn ich nicht nach den Neuigkeiten der Schule frage, erzählt sie von selbst davon. Gestern hätte der Herr Pfarrer zu den Kindern vom Paradies gesprochen und daß es dort so viel Englein gebe, die hin- und herfliegen, aber das wisse sie natürlich und bedeute für sie durchaus nichts Neues. „Aber denke dir", fällt es ihr ein, „der Wächter war so schlimm, daß ihn der Herr Pfarrer bei der Haut gezogen hat, rückwärts bei der Haut!" Sie macht die Augen vor Abscheu ganz groß und drückt die kleine, biegsame Hand auf die Stirne, um mir dies Unge« heuerliche begreiflich zu machen. Wenn Hilde jetzt ihren Schulweg entlang den herbstlichen Gartenzäunen geht, die schrägen Strah- len der Morgensonne in den hell schimmernden Löckchen, und es schwingen vor Wichtigkeit das graue Mäntelchen und die schwarze Schultasche, bte Arme und die Zöpfe, so gibt es doch Stellen wo sie wieder ganz vergißt, auf ihrem ernsten Gang zu sein. Bei der alten Kastanie am Bach macht sie den unvermeidlichen Umweg, um vielleicht eine von btn braunen, glatten Früchten zu finden, die der mächtige Baum während der Pacht spendete. Aber da haben schon vorher die Buben gehaust, bte hter ihre Wurfgeschosse sammeln: man mertt es an den leeren Schalenstücken. Bei anderen Bäumen verlockt sie das Herbstlaub, das im Umkreis der Krone wie ein dichter Teppich um die Stämme liegt, um durchzurauschen. Etn nächtlicher Frost hat die Blätter von den Zweiyen gelöst und die Straßenkehrer konnten noch nicht hier Hand anlegen. Erscheint aber das schwarzgefleckte Kätzchen zwt- schen den Staketen des Zaunes, das feinen Leid o schmeichlerisch biegt und habet mit dem Schwanz leicht schlägt, voll Aufforderung, zu liebkosen, — da vergißt die Schülerin völlig die Lehrerin, den Oben lebrer und Pfarrer, und ermahnte ich sie nicht zur Eile, so käme sie lange nach dem Läuten der Schul- glock'e zu ihrem Ziel. Zum ersten Mak an diesem Herbstmoraen ist auch die kleine Hilde auf der Straße zu sehen. Sie trägt eine schwarze Schultertasche auf dem Rücken und an ihrem schnellen Gang und dem Schlenkern der Arme und hellen Zöpfchen, die über bte Ohren hängen, kann jedermann merken, welche Wichtigkeit sie erfüllt. Ja, sie ist fein Spielkmd mehr sondern kennt eine Lehrerin, einen Oberlehrer und einen Pfarrer; sie besitzt eine geräumige Schultasche, worin beim Laufen die Heftmappe und das Pennal holpern. Sie ist eine Person geworben, bte Aufgaben hat wie ein Erwachsener. Auch sonst veränderte sich manches. Früher kannte ich Hildes Gespielinnen nur nach den Vornamen als Trude, Anni ober Lotte Doch jetzt ruft sie, wenn ich mit ihr die Straße htnadgehe plötzlich aus: „Siehst du das ist der Heng! und dort geht die Ebermaisleder! — „Aha , sage ich und sehe ein blondes Bübchen, das seinen Eltern unbekümmert vorausspringt, an der anderen Seite Mädchen, gehorsam an der Hand Der Mutter. „Jetzt kennst du schon viele aus meiner Klasse", fährt sie fort und zählt bte fluchtigen Be- kanntschaften von früheren Begegnungen her aus, „den Zahel, den Wachter, die Betti Ehrlteb und jetzt den Hengl und die Ebermaisieber. Kennst du auch den Wotruschka?", fragt sie nach emer Pause und ich merke, wie stolz sie diesen gewaltigen Namen ausspricht. „Nein, den Wotruschka renne ich nicht. Gibt es denn wirklich einen bei mr r Da sie es aus ganzem Herzen beteuert, muh ich es wohl glauben. „Siehst du, drüben ist die Nachttgall", macht sie mich nach einer Welle aufmerksam, „komm, gehen wir hinüber!" Wir überqueren also die Straße und begrüßen die Nachtigall, ein kleines, zierliches Ding- chen mit hellgoldenem Haar und den blauen frohen Augen der Leute aus dem Weinland. Sie lief eben mit dem jüngeren Bruder den Gehsteig von einer Mauerecke zur andern, nun bleiben beide Kinder stehen, fetzten aber gleich ihr Spiel wieder fort. Nach einigen Laufschritten beugt sie sich jedesmal ,u dem Brüderchen herab, das sie an der Hand rührt schneidet eine Grimasse und stößt em schreckliches Krächzen aus, was einen Lachanfall des K Hllde^lrachttt zuerst scheu das Treiben der früh- liehen Mitschülerin, bann aber gefallt es ihr zu gut. Sie entwindet sich meiner Hand und nähert sich der Kameradin mit dem zögernden Bitten, das Kinder V „mitfpithn" wollen; bann Heitere Lagdgeschichten. Don O. G. Ioerster. Der ehemalige deutsche Reichspostminister von Stephan verbrachte seine Ferienwochen oft in Ostpreußen und Schlesien, wo er als ein eifriger Jäger bekannt war. Leider aber ließ er es, besonders bei den Treibjagden, manchmal an der ge- botenen Vorsicht fehlen. Einmal begrüßte Stephan einen der Treiber, des- fen Gesicht ihm bekannt vorkam, mit den Worten: „Hallo, guter Freund, wo habe ich Sie denn schon mal getroffen?" Da lachte der Treiber verschmitzt und wies mit zarter Handbewegung nach rückwärts: „Hier, Exzellenz, hier!" * Herzog Ferdinand von Braunschweig zog all- jährlich für einige Wochen in den Harz, um dort dem edlen Weidwerk zu frönen. Seine Vorliebe für den Jägerberuf ging soweit, daß jeder bei ihm in Ungnade fiel, der sich Verstoße gegen die Jäger- spräche zuschulden kommen ließ. So bemühten sich alle aus der Begleitung des Herzogs, in seiner Gegenwart nur weidmännische Ausdrücke zu gebrauchen. Bei einer Rehbockjagd verletzte sich Herzog Fer- dinand an den Dornen einer Hecke, ein Blutstropfen floß über fein Ohr. Da zog der Adjutant den Herzog am Rockärmel und meldete: „Durchlaucht schweißen am Löffel!" In Hessen lebte einmal ein Forstrat, der während seiner Jagd auf einen Raben schoß. Doch traf er nicht gut, und der Rabe war nur am Bein verletzt, worauf er sich mit höhnischem Gekrächz in die Lüfte erhob. v . Da drohte der Jäger mit der Faust und schrie dem Flüchtling nach: „Wart nur, beim Setze wird sich's weise!" Kaiser Friedrich III. empfing den General v. K., der schon zweimal Urlaub nach Afrika genommen hatte und als großer Jäger galt. „Nun, mein Lieber?" fragte der Kaiser, „wieviel Löwen haben Sie denn diesmal geschossen?" Der General, der in Wirklichkeit nicht die ge- ringfte Neigung für Löwenjagden besaß, merkte den Spott und entgegnete: „Keinen, Majestät!" Aber Sie waren doch in Afrika?" '.Jawohl, Majestät, aber die Löwen hatten ge- rode Schonzeit!" Der alte Kaiser Wilhelm nahm an einer Jagd im Harz teil. Am Abend hielt der Gastgeber eine Rede, in der er ausführte, der Kaiser habe dreißig Hirsche allein zur Strecke gebracht. Da lachte der greife Fürst: „Bei euch Harzern muß es wohl nicht mit rechten Dingen zugehen? Dreißig Hirsche habe ich geschossen — und zwanzig Patronen hatte ich nur!" ♦ Prinzregent Luitpold von Bayern machte einen Jagdausflug in die bayerischen Berge. Der alte Bürgermeister Brack von Obersdorf begleitete ihn. Nach langer Kletterei ruhten sich die beiden ein wenig aus, und Brack sprach: „Ja, ja, wir werden halt auch jedes Jahr älter und klappriger!" Der Prinzregent lachte: „Na, na, lieber Brack, ich bin ja auch so alt wie Sie, aber ich für meine Person merke nichts davon!" „Das ist kein Wunder, Königliche Hoheit!" sagte Brack, „wir merken auch nichts, aber die andern — die merken's!" * Auch der Eisenindustrielle Alfred Krupp war ein großer Jäger vor dem Herrn. Er hatte sich eine Jagh gep-achtet und fuhr im Herbst für einige Tage hinaus. Einmal schrieb ihm eine Verwandte, er möge ihr doch auch mal einen schönen Hasen schicken, „zum Selbstkostenpreis natürlich!" Eine Woche später erhielt die Dame einen Hasen zugesandt, dem Krupp folgende Rechnung beigefügt hatte: „Jagdpacht: 600 Mark, Jagdaufseher 100 Mark, Wildschaden 50 Mark, Patronen 10 Mark, Schmerzensgelder 500 Mark — zusammen 1260 Mark. Erlegt: 23 Hasen. Selbstkostenpreis pro Stück: 54,78 Mark. Weitere Hasen stehen zum gleichen Preise zur Verfügung." Fortan belästigte niemand aus Krupps Verwandt- schäft den Jäger mehr mit der Bitte um billige Hasen ... Hochsckulnacbnchten Dozent Dr. phil. habil. Hans-Joachim Schumacher ist mit Wirkung vorn 1. Oktober d. I. an zum ordentlichen Professor für Physikalische Chemie an der Universität Frankfurt und zum Direktor des Instituts für Physikalische Chemie in Frankfurt ernannt worden. Professor Dr. Hermann Bente, Ordinarius für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität Kiel, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Frankfurt berufen worden. Staat, betonte die Notwendigkeit der einheitlichen Zusammenarbeit aller Frauenorganisationen im Dienste für die wahre Volksgemeinschaft, die den starken und opferbereiten Menschen verlangt, und die Argumente der Schwachen und Ewiggestrigen zurück, die unter verschiedenen Deckmänteln die nationalsozialistische Weltanschauung zu verfälschen juchen. Der Reichsfrauenführerin wurde nach Beendigung der Ansprache, ebenso bei einem kurzen Besuch in einer Parallelversammlung, die wegen Ueberfül- lung der Festhalle veranstaltet werden mußte, stürmisch begrüßt. Grünberger Gallusmarkt-Abschluß. + Grünberg, 20. Okt. Der Ausfall der Gal- lusmarktverlosung, die immer eine Anzahl Besucher aufzuweisen hatte, dazu etwas stark herbstliches Wetter brachten es mit sich, daß am Sonntag, dem Ausklang des Gallusmarktes, auf dem nur noch mit Karussell, Schießbude und einigen Ständen besetzten Juxplatz nur schwacher Betrieb herrschte. Fast nur Einheimische, vor allem die Jugend, stellten die Besucher. Rückschauend kann gesagt werden, daß der diesjährige Gallusmarkt feine Vorgänger der letzten Jahre übertraf und sich etwa gleichftellen läßt mit dem 450jährigen Jubiläumsmarkt im Jahre 1931. Zunächst der Ferkelmarkt, der mit seiner Beschickung von über 800 Tieren wiederum bewiesen hat, daß er einer der größten Ferkelmärkte Ober- Hessens ist. Weniger günstig ließ sich der Zuchtvieh m a r k t an. Trotz starker Nachfrage war nur geringer Auftrieb zu verzeichnen. Vielleicht hat hier die durch Reichsgesetz vorgeschriebene Blutuntersuchung auf den Erreger des seuchenhaften Verkalbens, die dem Tierhalter einige Mark Kosten verursacht, hemmend auf die Beschickung gewirkt. Groß war dagegen wieder der Krämermarkt, denn er umfaßte annähernd 500 Meter Stände, die Pch auf 125 Krämer verteilten. Recht reichhaltig und vielseitig war auch der I u x p l a tz ausgestattet. Das große äußere Bild des Marktes erhielt aber erst seine Vollendung durch den sehr st arten Besuch. Nach vorsichtiger Schätzung waren am ersten Tage etwa 12 000 Besucher vorhanden. So konnte man neben der Landbevölkerung der näheren und weiteren Umgebung auch zahlreiche Besucher unserer Nachbarstädte Laubach, Alsfeld und Gießen sehen. Eine Anzahl regelmäßiger Gallusmarktgäste aus diesen Städten war aus diesmal wieder vertreten. Auch am zweiten Tage war zu der großen B a u e rn f u n b g e b u n g in der Turnhalle noch guter Besuch zu verzeichnen. Das geschäftliche Ergebnis des Mark- tes war sowohl auf dem Markte als auch in der Stadt, wie sich durch Nachfrage feststellen ließ, überall gut. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 18. Okt. In einer Versammlung der Ortsbauernschaft sprach der Ortsbauernführer L i e h r über die Verwendung des Brotgetreides, ferner wurde die zweite Rate der Kontingentierungsmarken ausgegeben. Bürgermeister Lather sprach dann über Verschönerungsarbeiten am Friedhof und die erforderlichen Fuhren zum Heranschaffen des Materials. Die Versammlung wurde von dem Ortsbauernführer in üblicher Weife geschloffen. Förderung des Obstbaues. Lpd. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Die Eigenversorgung Deutschlands mit Obst- erzeugnissen ist eine dringende Notwendigkeit. Die vorhandenen Obstbaumbestände reichen hierfür jedoch nicht aus, zumal viele Bäume abgängig sind und nur geringe Erträge bringen. Eine Erweiterung des Baumbestandes durch Neupflanzungen ist unbedingt anzustreben. Zu diesem Zwecke hat der Herr Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft für das Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau einen größeren Betrag für die Gewährung von Beihilfen für die Neupflanzung von Dbftbäumen im Herbst 1935 zur Verfügung gestellt. Die Vergebung der Beihilfen erfolgt durch die Landesbauernschaft Hessen-Nassau nach besonderen Richtlinien. Diese Richtlinien, sowie Antragsformulare und weitere Auskünfte sind für die einzelnen Kreise von nachstehenden Stellen zu erhalten: In den hessischen Kreisen von den zuständigen Obstbauinspektionen, im Regierungsbezirk Wiesbaden u. a. für den Kreis Wetzlar von Kreisobstbauinspektor K i l p , Wetzlar, für die Kreise Biedenkopf, Dill und Oberlahn von dem zuständigen Landratsamt. Die Beihilfen werden nur für Neupflanzungen von mindestens zehn Stück, die im Herbst 1935 zur Anpflanzung gelangen, vergeben, und zwar sowohl für Hoch- und Halbstammpflanzungen als auch für Niederstamm-(Busch-Wflanzunaen. Bei Niederstammpflanzungen wird die Beihilfe jedoch nur bei geschlossenen Pflanzungen in berufsständischer Hand gewährt. Die zur Anpflanzung gelangenden Bäume müssen das Markenetikett für Baumschulerzeugnisse tragen. Es sollen nur zwei bis vier Sorten, je nach Gröhe der Pflanzung, angepflanzt werden. Alle Pflanzungen, die mittels Reichsbei- hilfen angelegt werden, unterstehen der Aufsicht und weiteren Kontrolle der Landesbauernschaft. Die Anträge sind mittels besonderer Antragsformulare, die gegen Einsendung von 20 Pf. bezogen werden können, bis zum 15. November 1935 nur an die genannten Stellen zu richten. Direkte Anträge an die Landesbauernschaft sind zu unterlassen. Es wird besonders darauf hingewiefen, daß die Antragsformulare genau auszufüllen sind und die Adressen der Antragsteller genau und leserlich angegeben werden müssen. Die Rechnungen über den Bezug der Bäume sind entweder sofort bei der Antragstellung oder nach Anforderung an die genannten Stellen einzusenden. Im übrigen sind die Richtlinien genauestens zu beachten. 6 Zahre Gefängnis für einen Fahrradmarder. LPD. Darmstadt, 19. Okt. Monatelang hatte ein gerissener Fahrraddieb die Gegend um Darmstadt unsicher gemacht. Endlich war es gelungen, den 27jährigen Friedrich Pfeifer aus Biebesheim dingfest zu machen und ihm 15 Diebstähle nachzuweisen, ebenso die Leute, denen er die Räder verkauft hatte. Natürlich mußten die Räder herausgegeben werden, während Pfeifer den Erlös längst vertrunken hatte. Um ein Exempel zu statuieren, verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fortgefetzten Fahrraddiebstahls und Betrugs zu sechs Jahren Gefängnis. Umschulungslager des BDM. Der Obergau 13 (Hessen-Nassau) des B D M. teilt mit: „Die Landwirtschaft ist die Basis des Lebens der Nation an sich." Dieser Ausspruch des Führers verpflichtet jeden Volksgenossen, seine Denk- und Handlungsweise danach einzustellen! Der Bauer ist der Mehrer, Erneuerer und Ernährer des Volkes! Das marxistisch-liberalistische System hat am Mark des Bauerntums gezehrt! Die Regierung hat sofort Maßnahmen getroffen, diese Schäden wieder gut zu machen. Wenn mir den Bauern helfen, helfen wir uns selbst! Junge, gesunde, anständige Menschen müssen sich bereit finden, landwirtschaftliche Arbeiten zu verrichten, und wenn möglich, ihre zweite Heimat auf dem Lande finden. Nicht „Landflucht" soll die Parole sein, sondern die Sehnsucht nach der Scholle soll im Menschen lebendig werden. Deshalb führt der BDM. die Umschulungsmaßnahmen durch mit dem Ziel, Arbeitskräfte für die Landwirtschaft heranzuziehen. Ein Lehrgang im Ilmschulungslager dauert acht Wochen. Die INäbel sind auf einem Gut unkergebracht und beteiligen sich an allen landwirtschaftlichen Arbeiten. Sie verbringen die -Freizeit gemeinsam unter Leitung einer BD21L- Führerin, die diese im Sinne der nationalsozialistischen Wädelerziehung gestaltet. Während der Lehrzeit erhalten die Mädel vom Arbeitsamt ein Taschengeld. Nach Beendigung des Kursus vermittelt das Arbeitsamt Stellen in der Landwirtschaft, in denen sie 20 bis 30 Mark bei freier Kost und Wohnung verdienen. Die bisherigen Kurse sind zur größten Zufriedenheit verlaufen. Die Mädel fühlen sich wie zu Hause, sie gehören zur Familie und nehmen am Gemeinschaftsleben des Dorfes teil. Stellt eure Kraft in den Dienst des Vaterlandes! Helft den Bauern, dann helft chr dem deutschen Volk! Mädel! Ihr alle habt den ernsten Willen, eure ganze Kraft einzusetzen, daß unser Volk wieder groß und stark werde. Und groß und stark wird ein Volk nicht nur durch seine Maschinengewehre, sondern durch die zähe, frohe, einsatzbereite Arbeit eines jeden Volksgliedes. Man braucht uns ja nicht hier in der Stadt, so denkt ihr jetzt, wir sind überflüssig in den Fabriken, Büros, den Geschäften und Haushalten — wie lange stehen wir nun schon arbeitslos abseits! Hläbel — wißt ihr denn nicht, daß es Arbeit genug für euch gibt? Daß das Land und der Acker nach euch rufen, daß der deutsche Bauer eure junge Kraft, eure schaffenden Hände braucht? Ihr meint nun, ihr wäret Stadtmädel, die nichts von Landarbeit verstünden? Mädel, die Hauptsache ist, daß ihr den Willen habt, eure Arbeitskraft dort einzusetzen, wo sie so dringend gebraucht wird! Rüstzeug, landwirtschaftliches Wissen und Können geben euch unsere Umschulungslager, in denen ihr mit vielen Kameradinnen acht Wochen lang zusammen seid, um eure neuen Aufgaben kennenzulernen. Dort werdet ihr schon spüren, wieviel Befriedigung die Arbeit in der Weite der Natur, die Arbeit auf dem Lande euch gibt. Mädel, beweist, daß ihr euch nicht nur mit Worten für den Aufbau eures Vaterlandes einsetzen wollt, daß ihr froh und bereit zupacken könnt. Meldet euch noch heute bei eurer zuständigen BDM.-Führerin oder holt euch nähere Angaben über das Umschulungslager durch den BDM.-Obergau 13, Hessen- Nassau, Wiesbaden, Parkstraße 89, oder meldet euch für das Umschulungslager bei eurem zuständigen Arbeitsamt. Heil Hitler! Die Führerin des Obergaues 13. Elfe Riefe, Gauführerin. Wilhelmine Erzgräber, Sozialreferentin im Obergau 13. Wirtschaft. Neuregelung des Handels mü Schlachtschweinen. Fwd. Der Vorsitzende des Schlachtviehverwertungsverbandes Hessen-Nassau, Pg. Moses, hat eine Anordnung erlassen, durch die der Handel mit Schlachtschweinen mit sofortiger Wirkung und unter Aufhebung der Anordnung betr. Erzeuger-Höchstpreise für Schlachtschweine für das Gebiet des Schlachtviehverwertungsverbandes Hessen-Nassau vom 17. 8. 35 eine Neuregelung erfährt. Danach hat der Handel mit Schlachtschweinen nur noch nach Lebendgewicht zu erfolgen, während Kaufabschlüsse über Schlachtschweine mit Erzeugerbetrieben nur auf der Basis „ab Stall" bzw. „ab Stall nächster Waage" (Stallpreis) oder „frei Markt einschl. Gebühren und Unkosten" (Marktpreis) für nüchtern gewogene Schlachtschweine getätigt werden dürfen. Weiter enthält die Verordnung Höchstpreise bei dem Verkauf von Schweinen außerhalb der Viehgroßmärkte. Alle Liefer- oder Kaufabschlüsse, die vor Inkrafttreten dieser Anordnung zu höheren Preisen getätigt worden sind, haben keine Rechtswirksamkeit. Gerüchtemacher um Hausschlachtungen und Selbstbacken von Brot. Fwd. Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt uns mit: Wie wir erfahren, wird draußen auf dem Lande systematisch das Gerücht verbreitet, daß im kommenden Winter nur diejenigen Bauern Hausschlachtungen vornehmen dürfen, deren Familie insgesamt mehr als fünf Köpfe beträgt und daß allen, deren Familienstand geringer fei, das Hausschlachten verbaten würde. Diese Gerüchte sind frei erfunden. Gerüchtemacher dieser Art sind sofort festzustellen und zu melden. Ebensowenig ist es wahr, daß ein allgemeines Backverbot für die Bauern, die in den Gemeindebacköfen ihr Brot selbst Herstellen, sich in Vorbereitung befände. Die Landesbauernschaft hat sich dafür eingesetzt, daß eine Beschränkung des Benutzerkreises der Gemeindebacköfen im Einvernehmen mit allen zuständigen Stellen insoweit durchgeführt wurde, als die Gemeindebacköfen nicht von den Selbsterzeugern von Brotgetreide, sondern von allen möglichen anderen Volkskreisen, sogar von Festbesoldeten, benutzt wurden. Das ist natürlich nicht angängig und schmälert unnötigerweise den Verdienst der auf Arbeit angewiesenen Bäckereien. Wer aber selbst Getreide erzeugt, kann nach wie vor sein Brot in den Gemeindebacköfen selbst backen. Nicht gestattet ist jedoch, daß der Nichterzeuger von Getreide Brotgetreide aufkauft, vermahlen läßt und bann selbst im öffentlichen Backofen verarbeitet. Rückgabe unbezahlt gebliebener Schecks bei erster Vorlage. Die Spitzenverbände der Bankwirtschaft haben folgenden, für den Scheckverkehr wichtigen Beschluß gefaßt: „Schecks, die nicht sofort eingelöst werden können, sind unmittelbar nach der ersten Vorlegung, mit dem Vorlegungsvermerk versehen, dem Einreicher zurückzugeben. Ausnahmen hiervon sind nur dann statthaft, wenn die Nichteinlösung nicht auf Fehlen der Deckung beruht, sondern auf an- dere Umstände (wie z. B. Formfehler, Unvollstän- digkeit des Kontrollpapiers pp.) zurückzufuhren ist. Dieser Beschluß bezieht sich nicht auf solche Schecks, die aus dem Auslande eingereicht werden, oder von einem Ausländer ausgestellt sind." Dieser Beschluß tritt ab 1. November d. I. in Kraft. Oie Zndustrie- unb Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1192: Neue Bekanntmachung des Reichsbank-Direk- toriums über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln. . 1193: Bekanntmachung KP 43 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreife. 1194: Warenversand nach Belgien. 1195: Bekanntmachung KP 44 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Äurspretfe. 1196: Behandlung von zollpflichtigen Brieffendun- gen nach Britifch-Jndien. 1197: Einstellung des Postüberweisungsverkehrs zwischen Deutschland und Italien. ♦ * Gebesserter Brikettabsatz im rhei- Nischen Braunkohlenrevier. Im September erzielte das Rheinische Braunkohlen-Syn- dikat einen Brikettabsatz von 797 890 t, während der Verkauf im gleichen Vorjahrsmonat nur 703 807 t betrug. Arbeitstäglich stieg der Absatz auf 31916 (28152) t. Der gesamte Hausbrand- Absatz erhöhte sich gegenüber September 1934 um rund 10 v. H., der Gesamtabsatz an die Industrie stieg um rund 24 v. H. * Ruhrgas AG., Essen. Wie der Fwd. er- fährt, konnte die Gesellschaft ihren Gasabsatz in den ersten neun Monaten 1935 um annähernd 20 v. H. gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres steigern. Rhein-Mainische Börse. Mttagsborse befestigt. F r a n k f u r t a. M., 19. Okt. Die Börse war zum Wochenschluß sowohl am Aktien-, wie am Renten- markt recht fest, auch das Geschäft war verschiedent- lich etwas lebhafter. Es lagen einige Kauforders der Kundschaft vor, auch die Kulisse deckte sich etwas ein. Hinsichtlich der außenpolitischen Lage bestand ein gewisser Optimismus, daneben ging von einer Anzahl deutscher Industrie-Abschlüsse etwas Anregung aus. Am Aktienmarkt ergaben sich durchschmtt- liche Befestigungen bis 1 v. H. JG.-Farben waren etwas vernachlässigt und lagen mit 148,90 bis 149 (149) nur behauptet. Vermehrtes Interesse zeigte sich für Elektroaktien, Gesfürel gewannen 1,50, Siemens 1,50, Licht und Kraft und Felten je 0,90 v. H., AEG. und Schuckert bis 0,50 v. H. Außerdem traten Bergwerkspapiere stärker hervor, insbesondere Rheinstahl mit 106,75 bis 106,50 Geld (105,50), auch Harpener, Stahlverein und Hoesch zogen je 1, Klöckner und Mannesmann je 0,65 v. H. an. Kunstseideaktien blieben bei kleinem Umsatz gefragt, AKU. ca. 56,75 (55,90), Bemberg 105 (104,50), auch Westdeutsche Kaufhof waren weiter erhöht auf 25,75 (25,25). Sonst lagen noch höher: Reichsbank 0,25, Deutschs Linoleum 0,25, Zellstoff Aschaffenburg 1, Deutsche Erdöl 0,75 und Gebr. Junghans 0,90 v. H. Eßlingen Maschinen und Zement Heidelberg sowie Schiffahrtsaktien lagen etwa behauvtet. Am Rentenmarkt wurden Zinsvergütungsscheine mit 90,50 (90,20) lebhafter umgesetzt, auch Kommunal-Umschuldung zogen um 30 Pf. an. Altbesitzanleihe und späte Schuldbuchforderungen lagen behauptet. Der Aktienmarkt lag im Verlaufe ruhig, aber fest. Etwas Geschäft hatten Zellstoffaktien, Aschaffenburger bis 80 nach 78, Waldhof 110,75 (109,75). Höher lagen ferner nochmals Licht und Kraft bis 131 nach 130,25. Auch sonst traten gegen den Anfang noch Erholungen von 0.25 bis 0,50 v. H. ein. Von erst später notierten Werten tagen Braubank 2, Lechwerke 1,40, AKU. schließlich 1,13 v. H. höher, dagegen kamen Feinmech. Setter nach Pause 2 v. H. niedriger zur Notiz. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft recht lebhaft, Altbesitz fliegen auf 112,65 nach 112,13, auch Kommunal-Umschuldung waren nochmals um 10 Pf. fester. Pfandbriefe wiesen nur geringe Veränderungen auf, Meininger Liguid. jedoch 0.40 v. H. niedriger, auch Stadtanleihen tagen zumeist behauptet. 4^proz. Reichsbahn-Schätze v. 1935 unv. 98,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Es waren aufge» trieben: 993 Rinder, darunter 222 Ochsen, 101 mitten, 475 Kühe, 195 Färsen,: 356 Kälber, 88 Schafe, 788 Schweine. Es kosteten: Ochsen 38 bis 42, Bullen 40 bis 42, Kühe 23 bis 42, Färsen 38 bis 42, Kälber 50 bis 75, Lämmer, Hämmel und Schafe 42 bis 46, Schweine 49 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder flott, Kälber, Hämmel und Schafe rege, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch (offenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 27 26,5 10,5 9,25 9 8,85 8,85 10,2 8,9 8,9 8,75 10,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 4% Oesterreichtiche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1013 b% abgest. Golbmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 26,5 1,15 9 8,9 8,85 10 1,25 9,1 8,75 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« turs Gchlußl. Abend« börse Schluß« turs Schluß!. Mittag« börse Datum 18-10. 19-10. 18.10- 19-10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,13 100,13 100,13 100,13 4% Deutsche Retchsanl. von 1984 98 97,75 97,75 97,9 b¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102 — — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 112,13 112,5 112,13 112,65 4x/»% Deutsche Retchspostschahan- Weisungen von 1934, 1....... 100,1 100,13 100,13 100,1 6% ehem.8% Hess. Lolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 96 96 — —— 4H% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,13 96,13 96 96 6¥a% ehem. Hess. Landcs-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 100,4 100,4 — —— i¥i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 —— — — Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ _ _ Deutsche Komm. Cammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 112,25 112,13 112,5 112,5 4¥i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 —— — t'/r% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu.-Pfanddriese....... 100,4 100 ä bVi% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 100,75 100,75 100,75 100,75 4V,% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4yf% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 97 97 97 Steuergutich.Berrechnungsk. 85-89 107,3 107,3 107,3 107,3 Frankfurt a. M Serkin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« turs Gchlupt. Abend« börse Schlußkurs Schlußt. Mittagbörse Schluß« turs Schlußt. Abend« börse Schlußkurs Schlußt. Mittagbörse Datum 18-10. 19.10. 18-10. 19.10 Datum 18.10. 19-10. 18.10. 19-10. 4% vesgl. Serie 11 ............. 4,8 38,75 16 18 77 111 86,75 87 87 173,25 37,4 142 25 110,25 129,4 102 122,5 129 123 119,25 169 130,25 99,25 104,25 109,5 91,5 89,5 82,9 5,7 8,4 4,85 38,25 16 17,75 78 111,5 86,5 87,25 87,25 173,5 37,9 142,25 110 131 103 124 129,5 123,4 119,5 170,5 131 101 105 110,75 92,25 124,5 90,5 83,5 9,5 5,7 8,4 4,8 38,6 16,13 28 18,13 111,75 86,5 87 87 173,75 37,4 142,75 109,75 129,25 102,5 123,13 129 123,13 119 168,75 131 99,5 104,9 109,75 91 124,75 89,25 83,13 5,75 8,5 4,85 38,5 16,13 28,25 17,9 78,75 111,4 86,5 87,25 87,25 174 37,65 142,75 110 131,25 103,5 124 130 123,5 119,75 171,5 130,5 101 105,5 110,5 92,75 125 90,5 83,9 Marisfelder Bergbau......... 1 117 215,5 105,5 80,75 19 131 182 149 236,5 103 113 104 89,25 115,75 130 55,9 104,5 109,75 77 93,65 143 25,25 291 168 153 I 28,65 210,25 117,75 218 106,5 82,25 19 131,5 149 237 104 113,5 104 90,25 115,5 130 56,75 104 110,75 80 94 143,75 25,75 291,5 153.5 29,13 90 210,25 117 113,75 215 105,5 81,13 19 131,5 124,25 181 148,9 102,65 113,25 103,75 z 102,65 55,9 104,5 110,25 79 127,4 93,4 143 80 25,13 291,5 168,5 153 1 29 210,25 117,75 115 218,25 106,75 82 19 131,5 124,5 148,65 105 114 104 91 103,75 56,4 104,75 112 80 126,25 94,5 143,75 81,25 25,4 291,5 169,5 155 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4*4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Koks werke.............. 6 Phönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................8% Vereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth ..... ?ys I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............S Rülaerswerke ............... 4 Ham burg-Amerika-P aket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................O Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ...... 12 A.E.G......................O Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6 H Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens 8 HalSke............7 Lahmeyer L Co....... 7 Buderus ...... O Deutsche Erdöl ........ 4 Gelsenkirchener......... O Metällgesellschast........ 4 Philipp Holz mann ...........0 Zementwerk Heidelberg ......6 Cementwerk Karlstadt.........4 Schultheis Patzenhofer ..... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum....... 6 Lrenstetn & Koppel ....... O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade.................. 0 Aecumulatoren-Fabrik....... 12 Eonti-Gummt...............g Harpener................. O Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. O Ilse Bergbau ............ • Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klücknerwerke ............. Mannesmann-Röhre« ........ O Grttzner.................. O Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker.........t 18.Oktober 19 Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld I Brief Buenos Aire. 0,677 0,681 0,677 0,681 Brüssel..... 41,81 41,89 41,82 41,90 Rio de Jam 0,142 0,144 0,142 0,144 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,59 54,69 54,50 54,60 Danzig..... 46,83 46,93 46,83 46,93 London ..... 12,225 12,255 12,205 12,235 Heliingfor».. 5,385 5,395 5,375 5,385 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,41 168,75 168,68 169,02 Italien..... 20,24 20,28 20,24 20,28 Japan ...... 0,713 0,715 0,712 ' 0,714 Jugoslawien. 5,674 5,686 5,674 5,686 Oslo.....: 61 38 61,50 61,28 61,40 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,07 11,09 11,07 11,09 Stockholm... 63,03 63,15 62,92 63,04 Schweiz .... 80,89 81,05 80,92 81,08 Spanien.... 33,94 34,00 33,99 34.05 Prag....... 10,275 10,295 10,275 10,295 Budapest ... — Neuyork... 2,486 1 2,490 3antnotea 2,487 2,491 Berlin, 19.Oktober Geld ' Brie! " Amerikanische Noten.............. 2,439 2,459 Belgische Noten.................. 41,68 41,84 Dänische Noten ................. 54,29 54,51 Englische Noten ................. 12,17 12,21 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten ............... 168,26 168 94 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,12 61,36 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — —- Schwedische Noten............... 62,75 63,01 Schweizer Noten................. 80,74 81,06 Spanische Noten................. 33,63 33,77 Ungarische Hotel ................ S 6.246 Drittes Blatt < ----------- ---- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Montag, 2(. Oktober (935 link. ilmtal erZrachten ''-Ci .<© :k, - W v L-. K TSt* .M- H t M ch of . ty> - vX** "p T:, ' . '^Äl 0-rv6 , . • . .. /T Jjg 'iW - .%• < -■"* ■«■-..• C‘ 5 - ■ Vie oberhessische SA.bei -em Aufmarsch in Limburg !ßen kürzlich — wie.seinerzeit von uns berichet. !D. Red. — einen Angeklagten zu einem'Monat Gefängnis verurteilt hat, weil er einen Volksgenossen nahezu einstündiger md Liedern Martin Sprechchor, aus Aussprüchen und Aus der Provinzialhaupistadi Blätterstimmen fol- iihings« lt auch n. 211b ' lagen beimarsch vor dem Stabschef. Die oberhessische SA. marschierte etwa in der Mitte, geschlossen zusammen- gefaßt in der Brigade 147. Schneidigen Schrittes ging es durch die Straßen. Stramm war der Vorbeimarsch vor dem Stabschef auf dem Adolf-Hitler- Platz, mit höchstem Interesse beobachtet von einer großen Zuschauermenge. Rach dem Vorbeimarsch ging es wieder zurück zum Sammelplatz, wo die SA.-Männer durch Verpflegung mit Wurst, Brötchen und Tee erfrischt wurden. Einige Stunden schönen kameradschaftlichen Beisammenseins, bei frohen Liedern und schneidiger Musik in dem großen Wirtszelt des Sammelplatzes folgten, dann wurde gegen 19 Uhr in Sturmbannen der Abmarsch zum Bahnhof angetreten zur Heimfahrt. Die Gießener Sonderzüge, mit denen auch SA.-Kameraden aus den Landorten der Standarte 116 heimkehrten, verließen Limburg um 20.07 Uhr und 20.45 Uhr. In froher kameradschaftlicher Unterhaltung, bei der häufig kräftiges Lachen in den Abteilen erklang, verlief die Rückfahrt recht schnell. Der gestrige Sonntag war für die SA.-Männer der Gruppe Hessen und damit auch unserer oberhessischen Standarten ein schöner, denkwürdiger Tag in der braunen Armee Adolf Hitlers, an den die Teilnehmer immer mit Freude zurückdenken werden. Militär-Festkonzert am 25. Oktober in der Gießener volkshalle. Stabschef Lutze begrüßt den Vertreter der Wehrmacht, Oberst Gallenkamp, Gießen. verhöhnt und verächtlich gemacht hatte, der sich einer Maßnahme des Erbgesundheitsgerichtes unterziehen mußte. Wenn der nationalsozialistische Staat, so erklärte der Ministerialreferent hierzu, auch auf der andern Seite im Interesse der Erhaltung des Volks» ganzen, dem Volksgenossen Eingriffe in seine persönliche Integrität zumutet, so. sei er anderseits, wie auch dies Urteil zeige, nicht gewillt, diesen Volksgenossen der Geringschätzung und Verachtung seiner Umgebung preiszugeben. Die Erbkrankheit, für die den Betroffenen in den meisten Fällen gar kein Verschulden trifft, und die Unfruchtbarmachung rührten nicht an die Ehre des Betroffenen. Es fei daher selbstverständlich, daß der Erbkranke, der die Unfruchtbarmachung im Interesse seines Volkes auf sich nimmt, gegen alle Schmähungen und Verunglimpfungen seiner Person von den maßgebenden Stellen mit größtem Nachdruck geschützt werde. Gemeindetag der petrusgemeinde. Die Petrusgemeinde hielt am gestrigen Sonntag im Caf6 Leib bei starkem Besuch ihren Gemeinde» >r zum ienten- liebent« sorders । etwas bestand i einer 15 An. Der Vorbeimarsch vor dem Stabschef. Stehend im Auto: vorn der Stabschef, dahinter der Gauleiter Eine Gruppe oberhessischer SA.-Münner tn einer Ruhepause auf dem Sammelplatz. — (Aufnahmen |4j Photo-Pfaff, Gießen). »schnitt« waren i)is 149 1 Zeigte i0, Sie. 0 v. h., i traten Andere 105,50), M je fj. an. gefragt, 0), auch uf 25,75 it 0,25, bürg 1, 90 D.fj. g sowie auf dem Kundgebungsplatz. Im Vordergrund Stabschef Lutze; Gauleiter Sprenger; rechts SA.-Gruppenführer B e ck e r l e. LPD. Oberregierungsrat Dr. D o e r m e r vom Reichsjustizministerium weist in der „Deutschen Justiz" darauf hin, daß das Amtsgericht G i e» tag ab. Im Mittelpunkt stand ein ■bei. Cep. An. chrend n nur Absatz brand- j4 um dustrie ob. er. in den eigern. trag von Militärmärschen, der von der nach Tausenden zählenden Zuhörerschaft mit starkem Beifall belohnt wurde. Gegen 11 Uhr traten die Marschkolonnen wieder an. Dann ging es in einer gewaltig großen Marschsäule unter flotter Marschmusik vieler Musikzüge vom Sammelplatz aus durch einen Teil der Stadt zum Aufmarschplatz der großen Kundgebung. Die oberhessischen SA.-Männer bildeten auf dem Aufmarschfelde einen sehr stattlichen Block. Dicht nebeneinander aufmarschiert harrten die Brigaden des Stabschefs. Bis zu dessen Eintreffen verkürzten sich die SA.-Männer in froher kameradschaftlicher Plauderei und auch mit ernstem Gedankenaustausch die Zeit. Dann kurze, scharfe Kommandos, die gewaltige Masse der SA.-Männer wurde zu straffer Haltung zusammengerissen und machte Front nach dem Mittelgang: der Stabschef Lutze und der Gauleiter Sprenger mit ihrer Begleitung erschienen. Hierauf nahm die Menge Front zur Tribüne. Dann sprach der Stabschef, von den Tausenden von SA.-Kameraden mit höchster Spannung angehört. Mit großer Begeisterung und brausend erklang am Schlüsse der Rede das dreimalige Sieg- Heil auf den obersten SA.-Führer Adolf Hitler über den Platz. Nun ging es Brigade nach Brigade m strammen Marschschritt durch die Straßen der Stadt zum Borgendes geschrieben: Wandergewerbescheine, Legitimationskarten, Legi- «x W. ifenbur« ). höher 131 nach ng noch Bon erst 2, Lech- her, da« 2 v.h. Anläßlich des Einzuges der Artillerie-Abteilung in die neue Garnison Gießen findet am Freitag, 25. Oktober in der Gießener Volkshalle ein großes Militär-Festkonzert statt, ausgesührt vom Trompeterkorps > des Artillerie-Regiments Fulda unter Leitung von Musikmeister Lorenz Rohde. Verbunden damit ist I n dem gestrigen großen Aufmarsch der SA.- Hessen in Limburg nahm die SA. der ober- Standarten in großer Stärke teil. Rund oberhessische SA.-Männer, darunter rund 0 Männer der SA. -Standarte 116, en mit Sonderzügen nach Limburg gefahren, vor dem Stabschef aufzumarschieren. Die Gie- Standarte 116 wurde von ihrem Standarten- Lutter geführt. Die L-onderzüge vom Bahnhof fuhren am Sonntag früh um Uhr und 6.33 Uhr vollbesetzt ab. Die in dem Sonderzug fahrenden SA.-Kameraden wur- im Limburger Bahnhof von dem Führer der 147 Oberhessen, Oberführer Schmidt, dem Führer der Standarte 116, Standarten- er Lutter, empfangen. Schnell hatten sich die Marschkolonnen in Sechserreihen formiert, nun ging es unter schneidiger Marschmusik der durch die Stadt zum Sammelplatz, der landschaftlich schön gelegenen Hügel un- elbar vor der Stadt mit schönem Blick in das hergerichtet war. Nach der Einteilung in wurde weggetreten, und nunmehr die Kameraden einige Zeit in bestem Beisammensein Dabei erfreute zug der SA. - Standarte 116 ß e n unter Leitung des Musikzugführers r m a n n durch unermüdlichen und guten Vor- Uraufführung des der Stadt Gießen gewidmeten Fanfarenmarfches und die Uebergabe der Partitur an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen Pg. Ritter. Anfang 20.15 Uhr. Eintrittspreis auf allen Plätzen 50 Pfennig. Karten sinh im Vorverkauf zu haben: Schokoladehaus Huntemann, Seltersweg; Mufikhaus Challier, Neuenweg; Oberheffifche Tageszeitung und Kreisdienststelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenftraße 18. NSV., Ofi6n Art. „Niemals", antwortete das Zeitungsblatt gehöre zu jenen Blättern, die die Welt Leuten Ich bin Trägerin der Kultur, der Wifien- jy:ft, der Politik, des Handels, es gibt kem Gebiet m menschlichen Leben, über das ist nicht etwas zu V<-n hätte ich könnte Ihnen Drnge ^"'^'^^b^^einer Standarten-Trompeten-Flagge tAtfneiau5 ®"?finkn" Ä Ä S" S$, bet Stabt Wen an bi- ArtiUerte-Abt-itung, !°w,° raschelten die Blätter atemlos, fangen Sie gleich bei der Steinzeit an und---" Aber da kamen Kinder. „Mensch", rief ein blonder Junge, „da liegt ja ne Zeitung, die zerreißen wir für die Puschel am Drachenschwanz, damit hat er gerade das richtige Fluggewicht." Und sie rissen das Blatt in feine Streifen, knüpften es ans Schwanzende, und wie ein Pfeil schoß der Drachen in die Luft. „Wie erhebend!" riefen die Blätter, „ach, wer das auch könnte, nur ein einziges Mal." Aber sie wurden in einen Sack gestopft, um als Laubftreu verwendet zu werden, oder auf einen Komposthaufen zu kommen — die Sache blieb vorerst noch dunkel. Auf alle Fälle hatten sie einen Zweck zu erfüllen, und darauf kommt es schließlich bei all und jedem an, seit der Steinzeit. E. v. M. Lornotizen Tageskaletlder für Montag. Stabttheater, Ring Deutsche Bühne: 20 bis 22.30 Uhr „Der Prinz von Homburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofitraße: „Königswalzer". — Bausparkasse Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft, Darmstadt: 20 Uhr im Hotel Diktpria Vortrag: „Wie kann jede Familie ein schuldenfreies Eigenheim bei geringer Sparleistung erwerben?" — Cafe Leib: 20 Uhr Vorführung von Tonfilmen und praktischer Kochvortrag Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, als geschlossene Vorstellung für NS.-Kulturgemeinde Ring „Deutsche Bühne": „Der Prinz von Homburg", Schauspiel von Heinrich von Kleist. Spielleitung IntendantSchultze-Gnes- h e i m. Ende 22.30 Uhr. Hl lobtr lolierung 2ne! S 41,90 0,144 3,053 54.60 46,93 12,235 5,385 16,42 169,02 20,28 - 0,714 5,686 61,40 49,05 11,09 63.04 81, 34,g 10,295 2,491 (cd, dann Geranien, Nelken, Astern und Dahlien. > bunte Reihe schien kein Ende nehmen zu wol- lUn, dauernd blieb nur der Wechsel. ; „35 muß schrecklich sein, so kurz und vergang- lih zu vegetieren," tuschelten die Blätter unterem^ hier, „wie beständig sitzen wir dagegen auf un- ftr Zweigen, Adern und Rippen von bester Be- schcftenheit, stets unsere grüne Farbe behaltend. das stimmte. Sie waren wirklich noch fthr !grim. Aber alles nimmt einmal em Ende. Mit Öeru Oktober setzte die Veränderung em. Die Be- ire- tungen der Blätter wurden immer trockener, tlr feste Verbundenheit mit den Zweigen lockern und lockerer, und schließlich kam ein Sturm- Hs ist immer angenehm, sich in fester Position in «wissen. So fühlten sich denn auch die Blätter Mst zufrieden, die einen ganzen Sommer lang zu Tausenden an den Zweigen ihrer verschieden- artyen Bäume gesessen hatten. Sie sahen Blumen Mchren Füßen erscheinen, sich entfalten und dann oiiber verblühen, zuerst Narzissen, Lilien und Gold- haus Wagner. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Wandergewerbescheine beizeiten beantragen. Don der Polizeidirektion Gießen wird uns cht.) Um n aufge« 101 w 5 Schafe, 2, Bullen 42, Kal- -chafe 42 [toerlauf: afe rege, jgjÄK Die deutsche Arbeitsfront pS'l n.5.=6emeinf(haft „Kraft durch freute" Lang aus Kulmbach, aufgetragenen Glückwünsche, allen Teilnehmer die besten Grüße und die Aner- 80Zahre Irewillige Gail'sche Feuerwehr Tagung der vberheUchenKurzschristlerinGießen Ul Zeitschriften. Offenbach leichter Ti und ohne Härte«. ULNM Allduiger, Stuttgart U. O. nr. der im 3« tart rm ■ es an SRi nat G lic 3i iieii maß feri Kir । 1 ma ma1 . 2 jor: 6p d'.e tue ine. 3 2a- Eig bar grc Hai die hu als per (tcl äb leb per e' Ae eck vor dem Alten Schlosse auf dem Brandplatz. Aber dennoch fingen sie mit einem Ernst, der aufhorchen läßt, ihr Lied von der Fahne, die im Wind voranweht. Pg. Raiter doji der Kreisarntswal- tung der NSV. spricht zu ihnen noch einmal von dem großen Werk des Führers, das ein Band um das ganze Volk geschlungen hat und um das uns andere Völker beneiden. Mögen auch andere über tennung für das rege Interesse, das die Ortsgruppe Gießen dieser Tagung entgegengebracht hatte. Der Gaugebietsführer schloß sich diesen Glückwünschen an und gab seiner Freude über die rege Arbeit in der Ortsgruppe Ausdruck. In an- Burch Oper und Operette Erna Sack und Herbert Ernst Groh in der Gießener Bolkshalle. Kunst und Wissenschaft. Oie Aufgaben des Neichsinftituts für Geschichte des neuen Deutschland. In Anwesenheit des Stellvertreters des Füh« r e r s und des Reichsleiters Rosenberg fand in der Berliner Universität die feierliche Eröffnunas- sitzung des R e i ch s i n st i t u t s für Geschichte des neuen Deutschland statt. Im Mittelkunkt der Feier stand eine programmatische Rede des Präsidenten des Instituts Prof. Dr. Walter Frank - umriß in längeren Ausführungen die Richtlinien für ) die Winterarveit. 1 Die Mitteilung des Gaugebietsführers, I daß der Führer und Reichskanzler die Baupläne des in Bayreuth zu errichtenden Hauses der deutschen Kurzschrift, das neben dem Hause der deutschen Erzieher stehen wird, eingesehen hat, rief freudige Anerkennung der Stenographen hervor. Der G.a u- t a g 1 9 3 6 wird in Gießen stattfinden. Wie der Gaugebietsführer weiterhin mitteilte, finden die Handelskammerprüfungen im Rhein-Main-Gebiet einheitlich am 17. November statt. In Gießen beginnt anfangs November unter Leitung des Unter» nchtsobmannes und Mitglieds der Staatlichen Prüfungskommission in Darmstadt, Diplom-Hanbels- lefjrer Dehmer (Gießen) ein Vorbereitungskursus für die Prüfung als staatlich anerkannter Kurzschriftlehrer. Mit aufmunternben Worten für die Werbe- und Winterarbeit und dem Bekenntnis zum Führer und Reichskanzler schloß Kreisgebietsführer K. H. Kuhl die erfolgreich verlaufene Tagung. Zu Ehren der Gäste und als Anerkennung für die ersprießliche Mitarbeit der Vereinsmitglieder gab bie Ortsgruppe Gießen im „Hotel Hin- benburg" anschließenb einen Bunten Abend, der einen schönen Verlauf nahm. Ortsgruppen» fuhrer Heinz Graf entbot ben Gästen aus bem Kreisgebiet, Gaugebietsführer Lanbtagsbirektor i. R. Werner (Darmstabt), Kreisgebietsführer K. H. Kuhl unb bem früheren langjährigen Ortsgruppen» füfjrer Georg Wahl, bie jetzt in Worms wohnen, befonbere Willkommensgrüße. Mit Freuben würbe bie Anwesenheit ber Ehrenmitglieder Hanstein und G r a v e l i u s festgestellt. Dem alten Vorkämpfer auf stenographischem Gebiet, Regierungs- und Baurat F. von Lemmers (Danforth), der trotz seines hohen Alters aus zahlreichen Wettbewerben erfolgreich hervorging und jetzt bei einem Wett- bewerb der Reichsführung in Rede- unb Richtigschrift eine mit ber Note „hervorragenb" ausgezeichnete Arbeit geleistet hat, sprach ber Ortsgruppenführer bie besten Glückwünsche aus. Anschließend übermittelte In den herbstfrischen Sonntagvormittag hinein hallen die Schritte vorbeiziehender Mädelgruppen, rattern die Räder kleiner Handwagen. Alle Größen 83 Dit unb Ben s inhab einen Bal table zr au| etwas . E't b | thohni Er .A , Gmb schloß Georg Wah für die freundliche Begrüßung an und stiftete der Die Kleinen sammeln für die Kleinsten unseres Volkes. Gießener Iungmädel im Dienste des Winterhilfswerkes. — „Handarbeiten aller Art" (Sticke« men und Spitzen), Verlag Alexander Koch G. m. b'H' Stuttgart Einzeheft 1,50 RM. Jährlich acht Hefte. V ertchahrespreis 3 RM. - Handarbeiten stricken Sticken, Applizieren, Weben, %?els .,unb S^pparbeiten, die rnannig- faltigsten Techniken, bringt Heft 1 des neu begtn- m"lens.3iD-3af)r9an9e5- Darunter aus der Klaffe ^^e des Lette-Verems Berlin eine Anzahl Tisch« betfen aus grobem Leinen in neuartiger wirkunqs« ooüer Technik, buntfarbig bestickt unb mit Kre- t01lneappIldlert Ferner Stepparbeiten: Hausjacke und Morgenrock. Und aus dem Atelier der Gräfin von Büdingen, Darmstadt, gestrickte Babysachen, $uU^er™^ÄIeib$cn' «"ch Festkleidchen inSrnok« se“. Webereien aus der Kunstgewerbeschule ?-^nba6 -Sr^- duftige Deckchen und Spitzen in letcpter Tullstickerei von Emmy Zweybrück, Wien, daneben prächtige Altar- und andere Decken in racher Fllettechnik von Kriegk-Iochheim, Darmstadt, und als Höhepunkt künstlerischen Schaffens eine Flügeldecke von Annemarie Stauß, Dresden, frei« händig m feinster Seidenstepperei ausgesÜW» f — Das Oktoberheft ber Zeitschrift „Deutsch, anbs Erneuerung" (I. F. Lehmanns Der- lag München - Preis 1,40 Mk.) bringt eine Reihe wichtiger Aufsatze. Je kritischer die Weltlage von ~a9 3U Tag wird, desto belehrender erscheint die Betrachtung des Leitaufsatzes aus der Feder des bekannten Marburger Staatsrechtlehrers Erich mr? 9fL<5ie achtzehn Entscheidungsschlachten der Weltgeschichte nach britischer Auffassung". Der Auf. satz knüpft an ein englisches Buch des früheren eng. Iifdjen Botschafters in Berlin, Viscount d'Abernon, an. Der zweite Aufsatz „Entwicklung und Sieg des Panslawismus beginnt mit ber Darstellung einer Bewegung, bie einer ber stärksten Triebfebern zur Entfesselung des Weltkrieges geworden ist. Hermann gehst behandelt in seinem Aufsatz „Die Juden in Rußland" eine weitere zu blutigen Ent. Meldungen treibende Kraft im heutigen Europa. C. H o y e r schließt seine Aufsatzreihe „Beiträge zur ^ubensrage in Deutschland" mit bem Jahre 1888, bem Wenbepunkt ber beutschen Geschichte. Auf bas Gebiet ber mobernen Wirtschaftspolitik führt ber Aussatz von Rudolf Ott: „Südosteuropa im Um« bau Die besondere „bevölkerungspolitische Lage bei den Siebenbürger Sachsen" untersucht K. Her« R.6« br£en. «roßen Meister der deutschen Musik, dessen Gedächtnis wir in diesem Zahre feiern, Heinrich Schütz, widmet Siegfried etnen Mit einem aus dem neuen Werk von Professor Dr. Me SluflaVrei^: " S“k" W Dor lchla feie -tesse, «öu n it :^pol fein, nen, Di flefie •ßref ' Mine ®crn Dr ,,2E urau : IDerfö, i »orbe 3 I .. ,®re Hattet Er 4*hs j | bliebe unb met zch Köi Häti Mrö| roar gehl N 1 , flriff unte weif fish men Gint erkennenden Worten dankte er Kreisgebietsführer K. H. Kuhl, Ortsgruppenleiter Graf unb ben Unterrichtsleitern für bie hingebenbe Arbeit. In auf« rüttelnben Worten feierte er die Kurzschrift, die heute in Deutschland mit an der Spitze der Kulturarbeit steht, und ermahnte alle Schriftfreunde zu weiterer eifriger Arbeit an sich zum Nutzen und Wohle von Volk und Vaterland. Wenn es in Deutschland jetzt drei Pflichten gibt, die Schul-, die Ar- beits- und die Wehrpflicht, so bekennen sich die Schreibfreunde zur Arbeitspflicht. Den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß Georg Wahl- Worms feine Dankesworte Räder kleiner Handwagen. Alle Größen und Bauarten führen die Mädel mit sich, mit blumenverzierten Bogen unb mit Schilbern behängt, auf benen ungelenke ober auch kunstfertige Schrift den Beginn der Werbeaktion ankündigt. Von ben mit Luft unb Geschick sorgsam geschmückten Wagen sprechen biese Werbungen eine eigene Sprache. Laut unb mahnend forbert sie: „Opfert durch die Tat!" unb ein großes Mäbel hat auf bie grün» umrankte Tafel geschrieben: „Geteilte Not ist h a l b e N o t". Aber wer könnte sich einer so freunb« Uchen Aufforderung wie biefer versagen: „Spen - bet unb füllt unseren Wagen, damit uns nicht Hunger und Kälte plagen!" „Die Kleinen sammeln für die Kleinsten unseres Volkes", das ist wohl die eindringlichste Mahnung, die den Gedanken dieser Sammlung am besten wiedergibt. So stehen diese kleinen Iungmädel, manches von ihnen noch so klein und selbst hilfsbedürftig, um im Auftrage des Führers dem ganzen Volke zu dienen, im offenen Vier- Kapellmeister Paul Walter erwies sich mit bem verstärkten Stäbtischen Orchester nicht nur als taktvoller und verständnisvoller Begleiter aller Gesangspartien, sondern ergänzte auch das Gesamt- Programm mit selbständigen Konzertvorträgen: er hatte hier zum erstenmal Gelegenheit, sein Orchester, losgelöst von der Bindung an den Bühnenvorgang, also außerhalb seines eigentlichen Au - gabenkreises, als einen disziplinierten, sympathisch abgetönten und zusammengehaltenen Klangkörper vorzustellen, in dem besonders die Weichheit und Nachgiebigkeit der Streicher angenehm auffiel Kapellmeister Walter zeigte sich als Dirigent von Geschmack und Temperament, der sich sein Orchesterprogramm so zusammengestellt hatte, daß die verschiedenartigsten musikalischen Charaktere in irjrer nationalen und stilistischen Sonderart erfaßt und sinngemäß interpretiert wurden. Neben dem typisch italienischen Timbre Rossinis kamen auch die romantische Weichheit und der impulsive, rnusi- kantlsche Schwung in Webers „Aufforderung zum Tanz , wie die scharfe rhythmische Ausprägung der „Zwei ungarischen Tänze" von Brahms angenehm 5ur Geltung. Wahrend die Ouvertüre zu Nicolais „Lustigen Weibern" stellenweise etwas flach wirkte und zu zerflattern schien, füllte das Orchester im allgemeinen den weiten Raum recht ansprechend irnh nnno ApuftiL-kn Ir * er ben Preisträgern der Frankfurter Reichstagung Ortsgruppe für ihr Vereinswettschreiben eine Adolf, bie ihm persönlich vom Reichsführer, ^Oberschulrat Hitler-Plakette. , Ortsgruppenführer Graf nahm bann die Der- gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutsch land- und des Horst-Wessel-Liedes klang die An spräche aus. Im Verlaufe des Abend hielt der Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehren, Herr Wenzel, eine kurze Ansprache, überbrachte die Glückwünsche der Gießener Freiwilligen Feuerwehr, sowie des Kreis- und des Provinzial-Feuerwehrverbandes. Er betonte, daß der Verband stolz fein könne auf die Gailfche Feuerwehr und er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Wehr noch viel erfolgreiche Arbeit zu leisten befchieden fein möge. Ein Kamerad der Licher Wehr übermittelte ebenfalls herzliche Glückwünsche und übergab als Stiftung feiner Wehr einen Fahnennagel. Für die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz sprach Kolonnenführer Kratz unb wies auf bie jahrzehntelange Freunbfchaft hin, bie Wehr und Kolonne oerbinben. Er betonte das gleiche Ziel int Sinne des Wortes „Nichts für uns, alles für ben Nächsten!" Treue Kameradschaft seit stets gehalten worden, sei unb werde immer zwischen der Kolonne und der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr gehallen werden. Im weiteren Verlauf des Abends wartete die Kapelle Grengel mit ausgezeichneter Musik auf. Der Gesangverein „Liederkranz-Heiterkeit" brachte unter der Leitung von Musiklehrer Schüttler verschiedene Lieder prächtig zu Gehör. Herr Feußer erfreute mit dem Vortrag einer Anzahl wirkungsvoller Lieder aus Operetten und erntete stürmischen Beifall. Fräulein Hilde Feußer führte zwei Tänze, eine Walzerphantasie und eine Groteske auf und mußte sich zu einer Wiederholung entschließen. Die Sänger des Gesangvereins „Lie- berkranz-Heiterkeit" brachten dem festgebenden Ver- ein mit dem „Deutschen Sängergruß" ihre Glück« wünsche dar, unb ber Führer bes Vereins, Herr Slbam Uhrhan, wies auf die engen Bindungen zwischen den Sängern und ber Wehr hin. Der Kommanbant ber Wehr gab, nachbem auch ber Kreisfeuerwehr-Jnspektor Bouffier Glückwünsche übermittelt hatte, von eingegangenen schriftlichen Glückwünschen Kenntnis unb bankte in seiner Schlußansprache bem Gesangverein „Liederkranz« Heiterkeit" und allen denen, die zur Verschönerung des Festes beigetragen hatten. Tanz unb gesellig Unterhaltung beschlossen ben Abend. Die Deutsche Stenografenschaft des Kreises Ober- Hessen, der über die Provinz Oberhessen hinaus auch das Lahngebiet von Weilburg bis Marburg und das hessische Hinterland umfaßt, hielt am Samstag in Gießen die alljährlich stattfindende Herbst-Kreisgebietsführer-Tagung ab. Kreisgebietsführer Prokurist K. H. Kuhl - Gießen stellte mit Befriedigung das Erscheinen einer sehr großen Anzahl von Vertretern der Ortsgruppen fest. Sein besonderer Gruß galt dem um die Kurzschrift in Hessen sehr verdienten Gaugebietsführer, dem aus Oberhessen stammenden Landtagsdirektor i. R. Werner- Darmstadt. Nach der Besprechung einiger organisatorischer Fragen durch den Kreisgebietsführer K. H. K u h l sprach der Gaugebietsführer Direktor Werner- Darmstadt über laufende Fragen der deutschen Kurzschrift, bie burch bie Förderung der nationalsozialistischen Regierung einen großen Aufschwung genommen hat. Mit der Einführung der deutschen Kurzschrift als pflichtgemäße Vorkenntnis für ben beutschen Beamten hat bie Regierung ihr bie Anerkennung als kulturellen Faktor ausgesprochen unb damit ber beutschen Stenografenschaft bie Pflicht auferlegt, burch Unterricht unb Pflege ber Kurzschrift ein festgefügtes Fundament zu schaffen. Die Deutsche Stenografenschaft bekannt sich freudig zur kulturellen Mitarbeit im Dienste am deutschen Volk und der deutschen Jugend. Nach der Vorlage des Jahresberichtes durch den Kreisgebietsführer berichteten die Vertreter aus dem Kreisgebiet über die Ortsgruppenarbeit im abgelaufenen Jahre. Aus den jeweiligen Berichten war eine anhaltend auffteigenbe Tenbenz zu ersehen, ein Beweis für bas wachfenbe Interesse an ber Kurzschrift. Allgemein kann gesagt werben, baß bie Anfänger-, sowie bie Fortbilbungs-Kurse große Beteiligung auf- weisen. Auch bie Mitglieberzahlen finb im Aufsteigern Diese intensive Arbeit zeitigte auch große Erfolge bei den Vereins-, Kreis- unb Gauwettschreiben. Neben ber Kurzschrift hat bas Maschinenschreiben große Fortschritte gemacht, so baß auch biese Lehrkurse starken Zuspruch fanben. Der Kreisobmann für bas Maschinenschreiben, Prokurist B al k en (Gießen), Herbert Ernst Groh führte sich mit ber Blurnen- zlrie aus Bizets „Carmen" ein unb präsentierte einen klangvollen, befonbers in ber Mittellage er- atebiaen Tenor, gut angesetzt, sauber geschult unb sehr sicher im Vortrag: in ber Stimme halten sich, wie uns scheint, ber Klangcharakter bes lyrischen und bes Helbentenors ungefähr bie Waage, obwohl eine absolute Beurteilung ber organischen Quali- f?.en Heren eng d'AberM ib Tieg des ellung einei Hebern i i|t fl» '* > utigen 6nt >n Europa Beiträge og Zahre M te. Aus dm 1 M d« na im UI" itische ucht K-Hkl Weister dö r in diese" t Siegst"' Mit eine" rosessor V rt" DiSk Ehrlich anbarbette en Weber ;e mann'S neu W der N rtiaM * r»irW‘ b t®1 ber@* S°b,!°Z ■Ä uns übenu teoemr xuemt .er' Illieben Sie hier im Bett, und wenn sich Frau MiWitMiM Roman von Anny von panhuyS Urheberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. Berlin SW 68. 3 Fortsetzung Nachdruck verboten! Die Gräfin zog ihr die Bettdecke höher hinauf nd redete allerlei Nichtiges, das beruhigend wir- sn sollte. Sie dachte voll Zorn an tue Penftons- nhaberin und daran, was Dr. Diendorf wohl für inen Vorschlag bezüglich Gretels hatte. Bald kam er zurück. Gretel mußte ein paär Tabletten schlucken und eine Flasche Medizin stellte auf den Tisch. Er lächelte Gretel an. „Ich mochte etwas mit Ihrer Großmama besprechen, Komtesse, i >ie dürfen es aber auch erfahren. Ja, das ist sogar rotwendig." Er blinzelte der Gräfin zu. „Also Horen Sie, meine Damen. Ich habe den Eindruck, die Komtesse ist als Kranke hier nicht besonders gut aufgehoben. Die Pension scheint mir sihr unruhig. Ich wünsche aber für Sie, Komtesse, tur allem größte Ruhe. Ich möchte deshalb vor- schlagen, Sie ziehen beide hier sofort aus und wenn (>ie ein klein bißchen Energie aufbringen, Korn- b sse, werde ich mit Ihnen zu mir fahren. Richtiger ' meiner Mutter. Ein stilles Zimmer stände dort i-i Ihrer Verfügung und meine Mutter ist sehr lieb und gut. Ich telephonierte ihr bereits von der Lpotheke aus und meine Mutter lädt Sie herzlichst e n. Auch Sie, Frau Gräfin, könnten bei uns„woh- i nen, bis Ihre Enkelin wieder ganz gesund ist." Die Gräfin atmete erleichtert auf. Der Vorschlag orfiel ihr ausgezeichnet, denn der Gedanke, daß Eretel, falls man hier wohnen bleiben mußte, wie eine Schwerkranke behandelt würde, die man über- tm los geworden, schien ihr gräßlich. Dr Diendors redete Gretel zu. Wissen Sie, Komtesse, ich will ganz ehrlich sein, rau von Voßhardt faßt es nämlich als eine Art »rsönlicher Beleidigung auf, daß Sie krank geworden sind. Sie erlaubt sich, Ihrer Großmama irn Rat zu geben, Sie in ein Krankenhaus zu ringen. Toll, nicht wahr? Gretel stellte leise die Frage: „Dann bin ich wohl chwer krank?" Er lächelte: „Würde ich Ihnen dann raten, zu uns überzusiedeln? Wenn Ihnen Gefahr drohte, uit» uuciqui . monn firh ftrnn Herbstgeländeiahrt im Vogelsberg Im (Fortsetzung folgt!) An- mit-- ver- ein- Tor lüft. stiluis iffdjlanl des Füb r g fand o I Sröffnungi । eschicht! Mitteltuat | Rede bt! ler Fran! »artete Musik an fit" brach -chättlk 'hör. ner Anza.' Jnb ernte ß erfühn eine En iederhollle reins senden 3». ihre W reins, her Binduitgei • hin. $i! t auch bt; Ilückwünfch schriftlich' in feine iebertraiß schöneren Nachschuß von Kirsch geht ans Außennetz. Gegenangriff bietet sich 1900 wieder eine Chance. Eine schöne Kombination des Jnnensturmes, Körner setzt zum Schuß an, da stürzt Blickhan aus dem Tor und nimmt ihm den Ball vom Fuß. Daß er hierbei am Knie verletzt wird, war u. E. mehr seine als des Gegners Schuld. Jetzt wird „Union" etwas aggressiver. Leichter, Kirsch und Berger setzten sich mächtig ein. Die Flügel werden stark beschäftigt, aber ein Erfolg bleibt vorerst versagt, denn die Hintermannschaft der Blauweißen wehrt sich verbissen. Als der Schiedsrichter zur Pause pfiff, bedeutete das Resul- 1900 Liga -„Union liieberrab 1:2 (1:0) Zehn Minuten später schritt Gretel Syden, bis zur Nasenspitze vermummt, zwischen Dr. Diendorf und der Schwester, die Treppe hinunter. Sie wurde unten von Dr. Diendorf in das Auto gehoben und in eine mitgenommene Reisedecke gehüllt. Die kurze Fahrt empfand Gretel Syden nur unklar und unwirklich. Ihr Kopf schwirrte und sie wußte kaum, was mit ihr geschah, atmete nur tiefer, versuchte sich zu besinnen, als sie in einem großen bequemen Bett lag und sich ein gütiges Frauenantlitz über sie neigte. „Das ist meine Mutter", hörte sie Dr. Diendorfs Stimme wie aus weiter Ferne sagen und dann begann alles int Zimmer um ihr Bett herum zu tanzen. „ Sie verwahrte sich dagegen: „Die Sachen sollen still stehen, ich kann das nicht mehr mitansehen! Sie hustete heftig und den zarten Körper überrieselten Fieberschauer. „Am Ende hat ihr doch die Fahrt hierher ge- schadet", meinte Frau Diendorf ängstlich zu dem Sohn. Der schüttelte den Kopf. „Nein, Mutter. Sie war gut und warm verpackt und die Luft draußen, die fast frühlingsmäßig ist, konnte nicht an sie heran. Die Fahrt hat ihr gar nichts geschadet, wenn sie in ihrem Bett in der Pension geblieben, wäre sie genau so weit. Wenn ich nur die geringste Verschlechterung von der Fahrt erwartet hatte, wurde ich sie nicht gewagt haben, für Experimente bin ich nicht Und in dieser Pension konnte die Komtesse nicht bleiben. Es ist gut, daß sie hier ist, wir wollen sie schon gesund machen." Aber das war nicht so einfach. Es wurde eine böse Grippe, und während der Fieberphantasien redete Gretel oft von ihrem Hund. In ihren Phantasien lebte der tote Tyras noch. 24. Kapitel. Im Zimmer Wally Walbs. Ehe Gräfin Jutta die Pension verließ, telephonierte sie Bettina in deren Hotel an Bettina war eben erst aufgestanden und sehr erschreckt, a s sie von Gretels Erkrankung hörte, aber ihr Herzschlag setzte fast aus, als sie erfuhr, wer Gretels Arzt war, wo sie sich befand und daß auch die Gräfin bei Dr. Diendorf Unterkunft finden sollte. Bettina war ganz verdattert durch bie Nachricht, ftans Sydens Schwester lag krank unter dem Dach feines Todfeindes. Das war wohl das Schlimmste, was das Schicksal an Unmöglichkeiten hatte ersinnen können. Bettina bewegte der Wunsch wie em Gebet in ihrem Herzen: Der liebe Gott möge die arme 65 Deich >9 die 8 UUzel lutfmunu sowie dk. oanbes (f •ne auf * fnung Aiü 'iche Arbki Merad b( uche TlÜj •ner °°m Rch d wies ai Wehr um che Ziel b es für bll 15 gehaltl 'er Kolom hr gehalta wieder recht aufmerksam. „Union" zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung. Ihr Spiel war technisch und taktisch recht hochstehend. 1900 bot ebenfalls eine gute Mann- Begünstigt durch den Rückenwind geht 1900 so- ert mächtig los und als nach etwa fünf Minuten Spieldauer der Platzbesitzer in Führung geht, waren die Gäste sehr überrascht. Eine Flanke Henkelmanns «ehrt Wagner nur schwach ab. Mank, der die Ab- - wehr aufnehmen will, wird von Ott regelwidrig gehindert. Den von Heilmann geschossenen Strafstoß nimmt Koch auf, gibt ihn sauber zu Körner lind dieser verwandelt halbhoch in die rechte Ecke. (!)urch diesen Erfolg angespornt, drückt 1900 nun- nehr. Niederrad muß stark verteidigen. In der ehnten Minute kommt eine Flanke von Dörr zu törner, dieser läßt den Ball passieren und Jäger satte Gelegenheit gehabt, den Vorsprung zu Löhern, aber Kolter bedrängt ihn nicht ganz aanöfrei, so daß der Ball knapp neben das L Hii? ;& te 9°rd jp. "9etDorrr Das Rennen „Rund um Schotten" fiel in diesem Jahre unglücklichen Umständen zum Opfer. Der Ausfall dieses motorsportlichen Ereignisses wurde sicherlich viel bedauert. Um so erfreulicher war es, daß der Vogelsberg gestern der Schauplatz einer Veranstaltung wurde, die sportlich und nach der Leistung gemessen, zweifellos höher eingeschätzt zu werden verdiente, als der offizielle Motorradlauf um die Deutsche Meisterschaft. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob Motorradfahrer von Passion in scharfem Tempo über soundsoviele Runden, über immer die gleiche sichere und bekannte Zementbahn brausen oder ob Mannschaften, die nur selten Gelegenheit haben, an einer Leistungsprüfung im Kraftfahren teilzunehmen, auf einer völlig un< bekannten, raffiniert fe ft gelegten Strecke, mit allen nur erdenklichen Schwierig- feiten ausgestattet, eine Entfernung von 100 Kilometer querfeldein hinter sich bringen. Zweifellos stellt eine solche Geländefahrt eine härtere Prüfung dar, als das Rennen, in dem lediglich die Geschwindigkeit gilt. Ganz abgesehen davon, daß m dieser Geländefahrt nicht nur die strafpunktfreie Zurücklegung der Strecke, sondern auch die Zeit für den Sieg ausschlaggebend war. Veranstalter waren N S K K., Gruppe Hessen, und D D A C. Rw., 2Uotor-S2L, NSKK. und Polizei am Sfart. Die Beteiligung an der gestrigen Herbstgelande- fahrt im Vogelsberg war außerordentlich stark. Reichswehr, Motor-SA., NSKK., Hitler-Jugend und Polizei waren in verschieden starken Abordnungen am Start. Die Reichswehr und die Mo- tor-SA., wie auch die Polizei nahmen mit ihren schweren geländegängigen Kübelsitzwagen teil, zahlreiche Sport- und Tourenwagen, sowie Beiwagenmaschinen lagen im Wettbewerbe, viele Solomaschinen waren gemeldet. Insgesamt handelte es sich um etwa 170 Motorräder verschiedener Stärken und um etwa 90 Wagen, die das interessante Rennen bestritten. Viele Fahrer waren bereits am Samstagnachmittag in Schotten eingetroffen. Kaum vermochte das Städtchen die vielen Gäste unterzubringen. Manche der Fahrer muhten in Nachbarorten Unterkunft suchen. Am Sonntag früh knatterten schon zeitig die Motore. Weitere Fahrer kamen hinzu und stellten sich sofort zur Fahrzeugabnahme. Der Startplatz, der Sportplatz über der Stadt, war, nachdem eine feierliche F l a g g e n h i s s u n g stattgefunden hatte, das Ziel aller derer, die dem Motorsport huldigen Gretel nur recht rasch gesund machen und ohne bösen Zwischenfall aus dem Hause führen, in dem sie sich jetzt befand. Sie stellte es sich ganz furchtbar vor, wenn Dr. Diendorf erführe, wie nahe die Komtesse dem Manne stand, den er über die Maßen haßte. Gräfin Jutta berichtete noch schnell, wie abscheulich sich Frau von Voßhardt benommen. Bettina war darüber sehr empört, aber sie wünschte doch, Dr. Diendorf hätte Gretel lieber in einem Krankenhaus untergebracht. Bettina machte ihrem Herzen gegen den alten Musiker Luft. „Ich habe Angst, lieber Herr Wilderling, daß in Kürze irgend etwas Unangenehmes geschieht", klagte sie. „Ich werde deshalb lieber noch nicht abreisen und will Gretel täglich besuchen", entschied sie sich. „Vielleicht kann ich verhüten, was sich ohne mein Aufpassen ereignen könnte. Dr. Diendvrf hat doch so unbändigen Zorn auf Hans Syden. Tagtäglich werde ich zu Gretel gehen und dafür sorgen, daß sie das Haus verläßt, sobald sie nur leidlich dazu imstande ist. Das muß sonst ja ein Unglück geben." Sie war sehr aufgeregt. Wilderling tröstete: „Wozu gleich das Schlimmste befürchten! Ein ganz unseliger Zufall hat sich da eingemischt, das gebe ich zu, aber es braucht trotzdem zu keiner Katastrophe zu kommen." Sie saßen beide bequem in den tiefen Klubsesseln ihrer Hotelhalle und besprachen das Thema. Schließlich sagte Bettina leise, aber sehr betont: „Es han- beit sich nicht nur um das, was Sie wissen, Herr Wilderling, es spielt nicht nur die Sache mit dem entwendeten Bild, das ich aus dem Hotel Krone zurückholte, sondern es gab noch eine Fortsetzung. Die wollte ich allerdings für mich behalten, um der beiden Männer willen, weil es sich um etwas ganz Heikles dreht, aber alles belastet mich jetzt zu stark und ich will offen fein. Zu Ihnen! Sie sollen begreifen, wie groß der Haß Dr. Diendorfs ist und daß er nicht nur mit Worten haßt —" Gespannt ruhte der Blick des alten Musikers auf Bettina, die leise, ganz leise zu erzählen begann und jene bösen Augenblicke im Walde, nahe vom Schlößchen, wieder lebendig werden ließ. Der alte Herr war ganz fassungslos. Er sagte zusammenschaudernd: „Gütiger Himmel! Das mutet ja an wie ein Ausschnitt aus einem Drama! Gerhard Diendorf hatte also die Herrschaft über sich soweit verloren, daß er Hans Syden erschießen wollte." mengefommen waren. Der Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Pg. M o r a 11 e r , führte u. a. aus, wir müßten in unserem Kamps um den deutschen Film dahin kommen, daß wir jedem Film das Prädikat „künstlerisch und staatspolitifch wertvoll" geben können. Der Generalintendant der Württembergischen Staatscheater, Prof. Krauß, sprach über „Aeußerungssormen der deutschen Kul- tur in Film und Bühne". Der Vorsitzende des Reichsverbandes Deutscher Filmtheater, Fritz Fuhr- mann, bemerkte, daß die Filmwirtschaft nach ihrer Reinigung von nichtarischen Elementen und Einflüssen heute zu einer engen Gemeinschaft aller Sparten geworden sei. Der Vorsitzende des Landesverbandes Süd-West im Reichsverband Deutscher Filmtheater, Karl Kauderer, bekannte sich mit allen jenen Männern, die maßgebenden Einfluß auf das deutsche Filmschaffen haben, zum kulturellen Aufbauwillen unseres Führers. Erst im Frühjahr Kunstausstellung der Jl S.-äulf urgemeinbe. Die Presseabteilung der Gaudienststelle der NS-- Kulturgemeinde in Frankfurt teilt mit: Die von der NS.-Kulturgemeinde geplante Kunstausstellung für die Künstler des Gaues Hessen-Nassau im Oktober- November 1935 findet nicht statt. An ihre Stelle tritt die große Frühjahrsausstellung für den Gau Hessen-Nassau 1936 in Frankfurt am Main. An bie Preußische Akabemie ber Künste berufen. Der Bildhauer Professor Richard Scheibe in Frankfurt a. M. ist zum Vorsteher eines Meisterateliers für Bildhauerei bei der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ernannt worden. von Voßhardt auf den Kopf stellte. Aber ich rate Ihnen, auf meinen Vorschlag einzugehen und verspreche Ihnen nicht nur schnellste Heilung, sondern auch den Besuch Ihrer Freundin Bettina Hochwald. Mein Auto hält vor der Tür und die Uebersied- lung kann sofort geschehen. In der Sicherheit, daß Sie einwilligen würden, habe ich, als ich telephonisch meine Mutter vorbereitete, auch die Schwester hergerufen, die mir täglich während meiner Sprechstunden assistiert." Die Gräfin dankte ihm mit warmem -SBItrf. „Ich nehme Ihr Angebot für Gretel und mich herzlich gern an, Herr Doktor." Gretel war zu matt, ihre Gedanken zu wirr, ihr war es, als schaukelte das Bett mit ihr leicht hin und her, ihre Augen aber sagten: Ja! Dr. Diendorf nickte. „Also schön, das wäre geordnet. Die Schwester muß in Kürze hier sein. Inzwischen legen Sie, Frau Gräfin, freundlichst alles zum Anziehen für Ihre Enkelin zurecht. Hals und Kopf müssen sehr warm eingepackt werden. Hauptsache ist, daß sie sich von hier aus bis zum Auto nicht erkälten fann., Sobald die Schwester hier ist, werden wir fahren." Er sah die Gräfin an. „Sie können ja nachkom- men. Sie packen inzwischen, und ich gebe Ihnen meine Adresse." Gräfin Jutta neigte den Kops. So froh fie über die Lösung der Frage auch war, legte es sich ihr doch bedrückend aufs Herz. Sie dachte, wie Grete vorhin gedacht, als sie gefragt: Dann bin ich wohl schwer krank? Es klingelte draußen. Man hörte es gleich darauf an die Tur des Nebenzimmers klopfen. Die Gräfin ainq nachsehen, wer da wäre, und kehrte mit einer schlanken Frau in Schwesterntracht zuruck. Das sympathische freundliche Gesicht einer ungefähr Dreißigjährigen lächelte die Komtesse an. Dr. Diendorf gab der Schwester ein paar Anordnungen und ainq dann hinaus, suchte die Pensionsinhaberin auf. Ein Mädchen, das er draußen tm Gang getroffen, führte ihn zu ihr. Er sagte kurz und kühl zu ihr: „Die Komtesse wird in ungefähr einer Viertelstunde Ihre Woh- nung verlassen, die Frau Gräfin packt dann und siebt ebenfalls aus. Im übrigen werde ich nur den Namen Ihrer Pension gut merken falls ich einmal danach gefragt würde. Wer mich danack fragen sollte dem werde ich die Geschichte von heute erzählen Im übrigen möchte ich Ihnen noch erklären. Sie haben sich schandbar benommen." (Er ließ ihr nicht Zeit zur Antwort, verließ sie sofort. Je größer der Gegner, je größer die Leistung! Das hat sich wieder einmal bewiesen. Es ist etwas Eigenartiges bei den Blauweißen, daß sie stets i>ann ihre besten Spiele liefern, wenn fie einen großen Gegner vor sich haben.- Union mußte >art kämpfen, um den Sieg herauszuholen; denn !i ie 1900er vollbrachten wirklich eine große Leitung. Zwar war diese Leistung mehr kämpferischer ris spielerischer Natur, aber die Art, wie fie sich der technisch und taktischen Ueberlegenheit des Gegners entgegensetzten, war bewundernswert. Während „Union" in der angekündigten Aufhellung antrat, war bei 1900 eine Umstellung vor- tenommen worden. Die Aufstellung der beiden Mannschaften lautete wie folgt: „Union": Blickhan; Wagner, Kolter; Ott, Al- ermann, Rosenberger; Gebhard, Berger, Leichter, Arsch, Sack. 1 19 0 0: Fischer; Zeiler, Lippert; Hammer, Heil- nann, Mank; Dörr, Körner, Koch, Jäger, Henkel- nann. tat eine kleine Ueberraschung. Wer etwa glaubte, daß „Union" nach der Pause mit dem Wind als Bundesgenossen haushoch überlegen würde, der sah sich enttäuscht. Wohl war eine spielerische und technische Ueberlegenheit unverkennbar, aber die Blauweißen hatten von ihrer Kampfkraft noch nichts eingebüßt. Erst in der 65. Minute kamen die Niederräder zum Ausgleich. Gebhard, der Rechtsaußen der Niederräder, war Mank entwischt, Lippert eilte ihm entgegen, aber eine geschickte Drehung und er stand frei vor dem Tor. Gegxn seinen Schuß war Fischer machtlos. Es scheint, daß 1900 dadurch etwas deprimiert wurde; denn „Union" wird jetzt stark überlegen. Besonders die Außenstürmer werden in lebhafte Tätigkeit gefetzt; denn es hat sich gezeigt, daß in der Mitte schlecht durchzukommen ist Fischer kann zwar wiederholt rettend eingreifen. Bei einem Strafstoß von Kolter hat er aber mehr als Glück. Der Ball, der von der Latte zurücksprang, wird von Leichter verschossen. Als Gebhard wieder auf und davon ging, kommt eine leichte Flanke zur Mitte und Kirsch köpft im Hechtsprung in die untere linke Ecke. Eine schöne Leistung! Bei weiterer Feldüberlegenheit der Gäste geht das Spiel zu Ende. Erfolge sind ihnen nicht mehr vergönnt, denn die Hintermannschaft der Blauweißen ist jetzt ist dies nicht die Schuld irgendeines Spielers, sondern auf die Ueberlegenheit des Gegners zurückzu- füljnen. Der Sturm gab sich redlich Mühe, aber voll konnte er noch nicht befriedigen. Schiedsrichter Holzappel (Lich) leitete befriedigend. Deutschland—Bulgarien 4:2. Ein rauher, stürmischer Herbsttag lag am Sonntag über der Messestadt Leipzig, wo im VfB.- Stadion der erste offizielle Futzball-Länderkamps zwischen Deutschland und Bulgarien ausgetragen wurde. Nur 35 000 Personen waren erschienen. Die Mannschaften. Deutschland: Buchloh; Münzenberg, Harin- ger; Grämlich, Goldbrunner, Warnten; Lehner, Siffling, Pörigen, Szepan, Siemetsreiter. Bulgarien: Maznikoff; Michtaloff, Ghikoff; Gabrovsky, Rafailoff, Minkovsky; Pantchess, Decheff, Lozanoss, Stoitschkoff, Patchedjieff. Die deutsche Mannschaft lieferte im allgemeinen ein zufriedenstellendes Spiel. Sie war recht gut, hatte aber auch einige Schwachen aufzuweisen. Die Bulgaren hatten im Hintertrio ihren besten Mann- schaftsteil. Die ganze Mannschaft spielte mit einem ungeheuren Willen, sie kämpfte bis zum Letzten und erreichte dadurch auch, daß die Niederlage so ehrenvoll wie nur möglich ausfiel. Der Spielverlauf. Der deutschen Mannschaft fiel es recht schwer, ins Spiel zu kommen. Abwehr und Läuferreihe war gleich mit dem Beginn auf voller Höhe, dagegen vermißte man bei den Stürmern Schneid und ganzen Einsatz. Eine günftige Wendung kam in der 29. Minute. Zu diesem Zeitpunkt schoß Siemetsreiter das erste Tor und damit war der Bann gebrochen. Nun klappte es auf einmal. Einen Schuß von Szepan konnte Bulgariens Torwart nicht weit genug abwehren, der Ball kam zu Lehner und Siffling, die ihn fast gemeinsam über die Linie brachten. Lehner war um Sekundenbruch« teile schneller. Bei diesem Stand blieb es bis zur Pause. Nack der Pause konnte man erst den wahren Kampsgeist der Gäste sehen. Sie beschleunigten das Tempo. Buchloh bekam auf einmal alle Hände voll zu tun. In der 52. Minute mußte er sich zum ersten Male geschlagen bekennen. Dieser Erfolg gab den Bulgaren Mut, sie steigerten das Tempo noch mehr. Ihre Bemühungen wurden auch belohnt, denn in der 63. Minute glückte der Ausgleich. Nun wurde die deutsche Mannschaft wieder lebendiger. Sie riß sich zusammen und setzte das bulgarische Tor unter Druck. In der 69. Minute erkämpfte sie sich dann wieder die Führung. Drei Minuten später wurde der deutsche Sieg sichergestellt. Die letzten Minuten standen noch im Zeichen der deutschen Mannschaft. Der Kampf endete somit mit 4:2 Toren für Deutschland. Fußball-Ergebnisse der Bezirksklasse. Watzenborn-Steinberg — Naunheim 4:1 (2:1) Bissenberg — Frohnhausen 7:3 05 Wetzlar — Sinn 2:1 Dillenberg — Niedergirmes 4:1. über „Nationalsozialistische Geschichtsbetrachtung". •Der Redner setzte sich zunächst mit der Daraus» setzungslosen objektiven Geschichtsbetrachtung einer vergangenen Zeit auseinander, um dann zu dem eigentlichen Aufgabengebiet des neuen Reichsinstituts überzugehen. Prof. Dr. Frank bezeichnete als die vier Aufgaben, die sich das Institut zunächst gestellt habe: 1. Die Geschichte des Einbruches der weftlichenJdee in Deutschland von 1789 bis 1848, ihre Wirkungen und Gegenwirkungen. 2. Die Geschichte der national- kirchlichen Bewegungen im 19. Jahrhundert. 3. Geschichte der deutschen Philosophie im 19. Jahrhundert. 4. Geschichte der deutschen Judenfrage im Zeitalter zwischen der französischen und nattonalsozialistischen Revolution. Dieser Arbeitsplan stelle jedoch erst einen Anfang dar. Wenn das Reichsinstitut als die erste wissenschaftliche Körperschaft Deutschlands, die aus dem Geist der nationalsozialistischen Revolutton heraus gegründet worden sei, im Augenblick auch noch das materiell ärmste Institut Deutschlands sei, so werde | es doch den Beweis erbringen, daß es das reichste □n Willenskraft fei, und daß dieser Wille auch die Materie zwingen werde. Ehrliche Mittler zu sein zwischen den großen Traditionen der deutschen Geschichtswissenschaft und den großen Triebkräften der I nationalsozialistischen Revolutton, sei die Aufgabe unseres Lebens. Kundgebung des deutschen Filmschaffens in Stuttgart. In Stuttgart fand eine Kundgebung des deutschen Filmschaffens statt, zu der die maßgebenden Männer der Reichsfilmkammer, der Filmindustrie und der Filmtheaterbesitzer zusam- Während sich die Fahrer zum Start rüsteten, waren unterwegs auf der Strecke überall SA.-Leute, die den Fahrern, da, wo es nötig war, den Weg zu weisen hatten, postiert worden. Der Start konnte fast auf die Minute pünktlich erfolgen. In Abständen von Minute zu Minute wurden die Fahrzeuge abgelassen. Zuerst wurden die Motorräder gestartet. Die Wagen bildeten den Beschluß. Auf der Strecke selbst waren nicht weniger denn sechs Kontrollstellen anzufahren. Mit der Fahrt war selbstverständlich auch eine Bergprüfung verbunden. Oie Strecke über die Tausende von Zuschauern verteilt waren, führte die Fahrer von Schotten aus nach Betzenrod, bann nach Gonterskirchen (Kontrollstelle), Altenhain (Kontrollstelle), Ulrichstein (Kontrollstelle), Rebges- hain, Lanzenhain (Kontrollstelle), Ilbeshausen (Kontrollstelle), Hoherodskopf (Kontrollstelle), und dann über Rudingshain nach Schotten. Es gab gleich nach dem Start scharfe Kurven. Ueber die Hauptstraße ging es dann ein kurzes Stück auf die Rennstrecke und auf Umwegen nach Betzenrod. Die Fahrer hatten sich nicht lange der glatten Straße zu freuen. Unvermittelt ging es auf Feldwege, einen steilen Hang nach Götzen hinauf, eine harte Bergprüfung, auf der es schon etliche Ausfälle gab. Hinter Betzenrod nahm vorübergehend der Wald die Fahrer auf, die Straße Schotten—Laubach wurde verschiedentlich überquert, dann waren wieder weiche Wiesenwege zu fahren. Einmal galt es sich zwischen Holzstößen und Langholz hindurchzuwinden, die nur soviel Raum ließen, daß ein Wagen nur bei geschickter Fahrt hindurchgesteuert werden konnte. .Gonterskirchen brachte die erste Kontrollstelle, an der jeder Fahrer seinen Kontrollausweis abstempeln lassen mußte. Auf Feldwegen führte die Fahrt weiter, zum Teil mußte direkt über Feld gefahren werden, vorübergehend gab es wieder eine Straßenstrecke, die für kurze Zeit Tempofahren gestattete, aber bald mußten wieder enge Waldschneisen gefahren werden. Kaum war ein Ausweichen oder Ueberholen möglich. Ständig mußte bergauf und bergab gefahren werden. Die Fahrer bekamen die Hand kaum vom Gangschalthebel. Hin und wieder gab es eine Stauung der Fahrzeuge, wenn der eine ober andere nicht weiter Sie können Kaffee nicht vertragen? .. auf Kaffee Hag umstellen! zcht. Nunmehr kommt Union langsam auf. Die risse, wohlüberlegt und durchdacht, kommen mter in bedrohliche Nähe des Tores der Blau- »eißen. Fischer bekommt allmählich Arbeit, denn i5her hatte er noch keinen Ball zu halten befom--, ---- --- --- , - .< . tipn Eine Plante Sacks holte er sich aus der Lust, schastsleistung. Besonders tue Hintermannschaft war das —... . , cln-n Schuh Gebhards wehrt °r Än Fallen. Der > Llsfrei. Wenn auch die beiden Tore fielen, I°!und s.ch der Sache verbunden suhlten. kam. Häufig mußten die Fahrer aus den Kraftwagen aussteigen und ein oder mehrere Motorräder zur Seite heben helfen, wenn sie ihre Fahrt fortsetzen wollten. Einige Kraftwagen und eine stattliche Anzahl Motorräder blieben auf der Strecke, obwohl sich die Fahrer immer wieder bemühten, Schäden zu beheben, um die Fahrt fortsetzen zu können. Einige Fahrer brachen, wenn ihnen die Strecke verleat war, rasch entschlossen durch Hecken hindurch. Als besondere Schwierigkeit war ein Bach mit durchaus nicht flachen Ufern und etwa 30 Zentimeter Wassertiefe zu überwinden. Die Kontrollstellen Ulrichstein und Altenhain brachten den Fahrern kurze Zwangsaufenthalte; über Rebgeshain führte dann die Fahrt weiter bis Ilbeshausen, von dort aus in den einsamen Oberwald, vorbei am Taufstein zum Hoherodskopf. Wieder konnte ein kurzes Stück die Rennstrecke benützt werden. Am Hoherodskopf erhielt aber dann jeder Fahrer eine Spezialkarte in die Hand gedrückt, denn die Strecke Hoherodskopf—Rudingshain (A bis E) war nicht markiert und auch nicht mit Wegweisern bestellt. An Hand der ausgehändigten Karte mußten die Fahrer selbst den besten und kürzesten Weg feststellen. Die meisten fuhren vom Klubhaus aus rechts die Wiese hinab, vorbei an der Sprungschanze, hinüber zum Gackerstein, der rechts liegenblieb und dann auf zum Teil sehr schlechten Wegen nach Rudingshain zu. Zahlreiche Ouerrinnen stellten höchste Anforderungen. Bon Rudingshain aus ging es dann wieder auf die Rennstrecke, die den Kraftfahrern gestattete, das äußerste an 'Tempo herauszuholen und aus Zeit zu fahren. Im Tempo bis zu 120 Kilometer brausten sie dem Ziel entgegen. Direkt am Ziel galt es, die Fahrt zu stoppen, die Kontrollkarte abzugeben und dann sofort weiterzufahren zum Parkplatz im Schulhof. Am Ziel Das Ziel war von einer stattlichen Anzahl von Zuschauern umlagert. Es waren seit dem Start noch keine zwei Stunden vergangen, da kamen die ersten Fahrer (in bunter Reihe Wagen und Motorräder) im Ziele an. Ein SA.-Musikzug spielte schneidige Märsche. Rasch wurden die abgegebenen Karten mit dem Zeitstempel versehen. Oft brausten vier, fünf und sechs Kraftwagen zu gleicher Zeit an. Motorräder folgten einander dicht auf. Auf dem letzten Teil der Strecke gab es noch manchen harten Kampf um den besseren Platz, der, wenn ihn auch der Fahrer nicht sofort beurteilen konnte, doch in der Zeit zum Ausdruck kommen mußte. Um 9 Uhr erfolgte der Start, gegen 11 Uhr trafen die ersten Teilnehmer der Geländefahrt im Ziel ein. Wagen und Motorräder, wie auch die Fahrer selbst, ließen die Strapazen erkennen, die die knappen, zwei Stunden brachten. Wagen und Motorräder waren über und über mit Erde bespritzt, mancher tiefliegende Wagen hatte die aufgeweichten Wege förmlich gepflügt. Mancher Kotflügel hatte mehrere Beulen aufzuweisen, Motoren waren glühend heiß, Bremsen, Kupplung und Gangschaltungen waren teilweise schwer mitgenommen, ganz abgesehen von jenen Fahrzeugen, die mit irgendwelchen schweren oder leichteren Schäden auf der Strecke lagen. So hörte man u. a. von den Fahrern, daß sich ein Wagen überschlagen hatte (einer der Insassen wurde verletzt), ein anderer Wagen hatte einen Baum umgerissen und stand irgendwo im Wald, ohne daß er weder vorwärts noch rückwärts zu bringen gewesen wäre. Unerhörte Kühnheit hatten die Beiwagenfahrer bei dieser Fahrt zu beweisen, die immer wieder in kritischsten Situationen ihr Körpergewicht einzusetzen hatten. Die Fahrt in ihrer Gesamtheit bewies, daß es in den Reihen der Wehrmacht, der Polizei, der Motor- SA., wie auch in der Hitler-Jugend und im NSKK. eine große Anzahl fähigster und ausdauerndster Kraftfahrer gibt, die mit unerhörtem Mut und mit großer Willenskraft begeistert zur Sache des deutschen Motorsportes stehen. Gleichzeitig wurde aber auch bewußt, daß die deutschen Kraftfahrzeuge äußersten Leistungsprüfungen gewachsen sind. Motor-SA.147Gießen tm Wettbewerb Die Standarte 147 der Motor-SA., die unter dem Kommando des Standartenführers NagelGießen steht, nahm verhältnismäßig zahlreich teil. Es starteten vier Wagen, und zwar Otterbein - Schlitz auf Mercedes-Benz und Boller- Lang- Göns auf Opel (beides Tourenwagen), Lindt- Wetzlar auf Ford (Sportwagen) und Standartenführer Nagel- Gießen auf DKW. (Kübelsitzwagen). Ferner lagen von der Motor-Standarte 147 etwa 15 Krafträder (Solo- und Beiwagenmaschinen) im Wettbewerb. Standartenführer Nagel sicherte sich in seiner Wagenklasse den ersten Sieg. Eine Glanzleistung gelang auch dem Wetzlarer Lindt, der die Strecke in 1:44 Stunden bewältigte. Eine geradezu bravouröse Fahrt brachte Standartenführer N a g el hinter sich, der die Strecke in 1:45,0 Stunden zurücklegte und, nachdem er als 12. hinter den schweren Kübelwagen der Wehrmacht (Kassel) startete, 10 der Wegen der Wehrmacht auf der Strecke überholen und den 11. Wagen unmittelbar im Ziel einholen konnte. Er passierte als zweiter Wagenführer das Ziel. Auf der Strecke selbst hatte er, wie er erzählte, manchen Aufenhalt durch steckengebliebene Wagen und Motorräder, so daß er einige Male quer über Sturzäcker fahren mußte, wenn er sich durchsetzen wollte. Kurz vor Götzen befand er sich mit seinem Beifahrer D a u st e r in kritischster Situation wenige Zentimeter am steil abfallenden Hang, einmal fuhr er im 80-Kilometer- Ternpo über eine tiefe Querrinne, die er erst sehr spät sehen konnte (der Aufschlag verlief glimpflich), mit 120-Kilometer-Tempo jagte er in das Ziel. Die Wagen der Motorstandarte 147 konnten sämtlich das Ziel in guter Zeit und strafpunktfrei erreichen. Auch die Motorradfahrer schnitten fast durchweg sehr gut ab. Der Abschluß. Nach der Beendigung der strapaziösen Fahrt yab es im Schulhof, m dem eine Feldküche stationiert war, zunächst einen anständigen Schlag Erbsensuppe mit Fleisch im eigenen Saft. Das kräftige Mittagessen, das in rauhen Mengen zur Verfügung stand, wurde in hygienischen großen Bechern verabreicht und mundete ausgezeichnet. Die weiteren Nachmittagsstunden waren der Ruhe gewidmet. Geduldig harrte man der Ergebnisse, die im „Posthäuschen" in anstrengender Arbeit errechnet wurden. Die Siegeroerkündigung im Schulhof stellte den würdigen Abschluß der großartigen sportlichen Veranstaltung dar. Bei einbrechendem Abend machten sich die Fahrer, die aus allen Himmelsrichtungen gekommen waren, auf den Heimweg. Die Ergebnisse Krafträder bis 350 ccm: F. Kern, II/M. 50, auf Horex. Heinrich Bingemer, 4 M. 46, auf DKW., Karl VoMner, HI. 166, auf DKW., Theo Lubbe, NSKK., auf UT., Max Naujoks, IM.- 49, auf NSU., Robert Zschekn, DDAC., auf DKW., Hammerstein, WH., auf Triumph, Heinrich Nauheim, 13/M. 49 auf DKW., Tausendpfund, DDAC., auf NSU., Gabriel, NSKK., auf NSU., H. Krüger, DDAC., auf Jmperia. Krafträderüber350 ccm: Förster, 2/M. 49, auf BMW., Dinges, DDAC., auf NSU., Wenzel, SS, 1/2, auf BMW., Schadt, 1/M. 150, auf DKW^ Roth, DDAC., auf DKW. Krafträder mit Seitenwagen bis 6 0 0 ccm: Eickelmann, SSM. 7/3, auf Zündapp, Kobe, 1/M. 48, auf Triumph, Scheel, 1/M.49, auf NSU., Siegfried, SSM. 7/2, auf Victoria, Ickes, 1/M. IV, auf NSU. Krafträder mit Seitenwagen über 600 ccm: Klapproth, 3/M. 47, auf BMW., Mengeler, 3/M. IV, auf BMW., Oblt. Riemen, Landes- Polizei, auf BMW., Waas, 10/M. IV, auf BMW. Personenkraftwagen bis 1100 ccm: Schwamm, SS. 7/2, auf Dixi, Lind, 22/M. 147, auf Ford, Hammerschmidt, 11/M. 48, auf NSU.-Fiat, Jourdan, 32/M. 49, auf NSÜ.-Fiat, Brendel, 32/M. 49, auf NSU.-Fiat, Klein, DDAC., auf NSU.-Fiat. Kübelsitzwagen bis 1100 ccm: Nagel, M. 147, auf DKW. Personenkraftwagen 1100 bis 2000 ccm: Karl Heil, 32/M. 49, auf Hanomag, Klein, II/M. 48, auf BMW., Hptm. Meffert, Landespolizei, auf Opel, Walter Glöckler, MSS., auf Hanomag. Personenkraftwagen über 2000 ccm: Sauermilch, I/M 46, auf Ford. Kübelsitzwagen über 2000 ccm: Hptm. Tellmann, Landespolizei, auf Wanderer, Ltn. Legendecker, WM., auf Wanderer, Oblt. Wegener, Landespolizei, auf Wanderer, Utffz. Feipel, WM., auf Adler, Oblt. Moll, WM., auf Adler, Ltn. Buchholz, WM., auf Adler, Ltn. Fiechner, WM., auf Adler. Major Schmitz auf Horch, Utffz. Horchler, WM., auf Adler. Standartenführer Nagel (Gießen), der Sieger feiner Klasse. ***•'•■ -i Nach der Schlacht. Reparatur tut not! Der Beiwagen hat gelitten. Mittagspause im Schulhof. — (Aufnahmen: [5] Neuner, Gießener Anzeiger). £■ 3 M ? , ■ Auf der Strecke in der herbstlichen Vogelsberg-Landschaft. Im Ziel. Rasch werden die Kontrollkarten abgegeben. DAQO Bekanntmachung Grundslücksverpachtung der Stadt Gießen. Donnerstag, den 24. Oktober, und Freitag, den 25» Oktober 1935, sollen die leihfällig gewordenen Grundstücke der Stadt Gießen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf weitere sechs Jahre verpachtet werden, und zwar: 6041C Donnerstag, den 24. Oktober 1935: a) 9 Uhr Zusammenkunft in der Straße „Am Nahrungsberg" bei der Gärtnerei Lieh: 4 Gartenstücke Flur IV bei der Gärtnerei Lietz. 1 Gartenstück bei der früheren Oberhessischen Werkstätte. b) 9% Uhr Zusammenkunft bei der heyligenstädt- schen Fabrik: 26 Grabstücke Flur XII, rechts am Ohlebergs- weg. 7 Grabstücke Flur XII, links am Aulweg bei der Schönen Aussicht. 2 Grabstücke Flur V, neben der Schönen Aussicht. c) 14 Uhr Zusammenkunft Ecke Aulweg und Schubertstraße: 49 Grabstücke Flur VII auf dem Aulweg hinter dem Weiher. 9 Grabstücke Flur IX am Schlangenzahl auf dem Aulweg. » Freitag, den 25. Oktober 1935: a) 9 Uhr Zusammenkunft in der Rodheimer Straße bei dem Schlachthaus: 1 Grabgarten Flur XXXVIII „An der Leimenkaute". 25 Grabstücke Flur XXXVIII „Auf der Hohleiche hinter dem Schlachthaus". 1 Acker Flur XXXVIII daselbst. 2 Gräben Flur XXXIV auf der Hardt an der Koppelhut. Hieran anschließend: 8 Gartenstücke Flur XXXVIII „Am Hamm" hinter dem Elektrizitätswerk. 2 Grabstücke Flur II „In der Schwarzlach an der Ederstraße". b) W/2 Uhr Zusammenkunft an der Sandgrube bei der Liebigshöhe: 34 Grabstücke Flur XX vor der ehemaligen Wirtschaft „Zum Philofophenwald" (Arbeitsdienstlager). 9 Grabstücke Flur XVIII „In der Sandgrube bei der Liebigshöhe". Gießen, den 18. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. P Einspaltige ~| Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mlllimeterzelle veröffentlicht! Nationalsozialistische Kregsoplemiwgiiiig Ortsgruppe Gießen. Am Mittwoch,23.Okt. abends 8.30 Uhr Monatsversammlrmg im 6*af6 Leib, Wautorstr. Cs spricht Kam. Pg. Bon Hard über SDionaoelmlBpltlrieg Erscheinen aller.Kame- raden und Mitglieder ist Psticht. Frontsoldaten als Gäste willkom. 6046i> Der Ortsgrupvenobrnann. Eine Freundin treu, zuverlässig u. schön ist die Klein-Mercedes- Schreibmaschine - Nur M182. - schon für monatl. 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