lk.22' Erstes Blatt Samstag, 2'. September 1935 185. Jahrgang Gießener Anzeiger ier beklemmend wie die ersten Herbstnebel, die sich der dem See lagern. Die Behandlung des A b e s - i n i e n k o n s l i k t s ist zu einem Punkt gelangt, - England hegt wenig Hoffnung o c 3 1 3 h 2 D 0 (f) a 2 c 3 l c * Ö 3^ g 5 o TI -2 53 £3 iS 'S ■»c « partes das Erscheinen starker britischer Seestreitkräfte auf der Reede von Alexandrien und die Verstärkung der britischen Garnisonen im Lande als willkommenen Schutz vor Ueberraschungen, denen es sich von Italien ausgesetzt glaubt. Auch Italiens langjähriges Werben um Sympathien in der arabischen Staatenwelt am Ostufer des Roten Meeres hat offensichtlich Schiffbruch erlitten. Die britischem Einfluß unterworfenen arabischen Mächte.Irak und Transjordanien, die Araber des britischen Mandatslandes Palästina wie die von der britischen Vormundschaft gelösten unabhängigen arabischen Reiche Hedschas und Jemen haben dem Regus von Abessinien ihre Sympathie bezeugt und ihren Untertanen jede Unterstützung des italienischen Unternehmens untersagt. Aus Indien wie aus Südafrika wird eine ähnliche Stimmung gemeldet. In Japan haben Nationalisten dem ersten konsularischen Vertreter Abessiniens einen begeisterten Empfang bereitet, die Regierung betont zwar ihre Neutralität, aber sie ist an der Aufrechterhaltung der offenen Tür in Abessinien lebhaft interessiert. Schließlich machen britische Blätter auch schon Andeutungen über eine Fühlungnahme in Ankara. Die Türkei hat mit Italien noch eine alte Rechnung zu begleichen, die der kleinasiatischen Küste vorgelagerten italienischen Jnselbesitzungen sind den Türken von jeher unbequem. Schon eine Schließung der Dardanellen für die Oelzufuhr aus dem Kaukasusgebiet könnte im Verein mit einer Sperre Gibraltars, Adens und Haifas, des Endpunkts der Oelleitung aus dem Mossulgebiet, den Italienern bei der Versorgung ihrer Flotte erhebliche Schwierigkeiten machen. Man sieht, wie zögernd und unentschlossen die britische Politik während der ersten Monate des Abessinienkonflikts oft genug auch zu fein schien, so hat England doch im Stillen die Zeit genutzt und auf dem politischen Schachbrett sehr sorgfältig seine Figuren gestellt. London ist bereit, das Spiel kann beginnen. Vielleicht ist die Zusammenziehung der britischen Flotte im Mittelmeer und die Instandsetzung der Seefestungen Gibraltar und Malta für den Kriegsfall bereits der Eröffnungszug. Jedenfalls empfindet man es in Italien so und tatsächlich ist die Lage kritisch genug, um befürchten zu müssen, daß irgendwo die Kanonen losgehen, bevor Rom oder London sich dessen versehen, und aus einem kolonialen Konflikt, aus als Druckmittel gedachten Sanktionen wird ein Krieg zweier europäischer Großmächte, der nach einem Wort Mussolinis die ganze Landkarte ändern könnte. Der Duce empfindet mit seinem Volke außerordentlich bitter den Widerstand, den England, seiner traditionellen Freundschaft zum Trotz, den italienischen Ansprüchen auf Abessinien entgegenstellt. Der Ernst der Lage kann auch in Rom nicht verkannt werden, wenn man auch vorerst noch geneigt sein mag, von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5» 3 ~ 5 3 3 ® &3 *5 s* 35 |I Ö Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. * -.25 Auch bei Nichterscheinen « °A' 2-d? i =0 ?C1 ks 2.® ■H c S • ° Ö ? ’ Ä - SV r » V l » 6 Aucb „News Chronicle" ist der Ansicht, daß zu Hoffnungen auf irgendeine Aenderung der italienischen Politik kein Anlaß bestehe. Es sei anzunehmen, daß Mussolini dem französischen Botschafter mitgeteilt habe, er denke nicht daran, seine afrikanischen Pläne aufzugeben. Auch der britische Botschafter in Rom, der den Duce zur Annahme der Völkerbunds-Vorschläge gedrängt habe, habe einen pessimistischen Eindruck erhalten. Das Blatt berichtet, daß die französischbritische Flottenzusammenarbeit bereits praktische Formen annehme, indem französische Schiffe im Kanal jene britischen (Ein* heften ersetzen, die im M i t t e l m e e r benötigt werden. Im übrigen wird ausdrücklich gegen ausländische Presseberichte Einspruch erhoben, in denen von einem Streit zwischen England und Italien gesprochen wird. Es handele sich nicht um ein italienisch-englisches Problem, sondern um ein Problem zwischen Italien und dem Völkerbund. So schreibt die „Times": „Als Mitglied dieser großen internationalen Organisation und als Unterstützer der Völkerbundsgrundsätze hat England endgültig seinen Standpunkt gegen eine Politikdes Angriffes eingenommen." „Daily Mail" schreibt: „Die Tatsache, daß die englische Regierung sich auf feiten des Völkerbundes gestellt hat, rechtfertigt nicht die ausländischen Berichte, daß England ein plötzliches und isoliertes Vorgehen einschlagen könnte. Eine unabhängige Intervention Englands kommt nicht in Frag e." Z * 3 -> 0 T 3 * H § Will Italien weiterverhandeln? BotfchasterempfanginRom-HeuteItatiensAntwortaufdieVorschlägedesKünferausschuffes •je ü .Hsg.- nahmen bei Laval decken wollen, indem er sich sogar erboten habe, sozusagen passiv zu bleiben (zum mindesten gegenüber Frankreich), wenn nur finanzielle und wirtschaftliche Maßnahmen gegen Italien ergriffen werden würden. Die britische Diplomatie suche Laval dazu, zu bestimmen, gegenüber Mussolini ke i n e Verpflichtungen zu übernehmen, die gemeinsame militärische Sühnemahnahmen ausschließen. Laval scheine sich Rom gegenüber g e w e i g e r t zu haben, Frankreich festzulegen. Frankreich könne nicht ewig zwischen zwei Stühlen sitze y. Frankreich müsse aber natürlich die Lage ausnützen, um von England formelle Versicherungen für den Fall einer Gleichgewichts st örung in Mitteleuropa zu erlangen. he italienische Presse vorerst noch gute Miene zum tiöfen Spiel machen muß, um die Franzosen nicht rnllends von sich zu stoßen. Von Paris aus wird t n Italienern gut zugeredet, den Konflikt mit Eng- l:,nd und dem Völkerbund doch nicht auf die Spitze zu treiben, aber das Echo aus Rom ist wenig hoff- mmgsfreudig, so daß sich die Franzosen darauf gehißt machen müssen, in wenigen Wochen bei ihrem Dtort genommen zu werden. Laval hat immerhin Qis der prekären Situation herauszuschlagen verficht, was herauszuschlagen war. Er hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, von England das feierliche Versprechen zu erhalten, daß es im Falle von kriegerischen Verwicklungen auf dem europäischen fcmtinent sich ohne Einschränkung an Sanktionen c gen den Angreifer beteiligen werde, womit wenig- f:t°ns durch die Hintertür Englands Mitwirkung cm Ostpakt und am Donauabkommen erreicht wor- fcn wäre. Aber England scheint erneut erklärt zu Huben, daß es über seine im Völkerbundsvertrag mb im Locarnopakt übernommenen Verpflichtun- g-n nicht hinausgehen könne und sich von konti- rmtal-europäischen Dingen überhaupt zurückziehen v^erde, wenn Frankreich den Völkerbund im Stich lchse. Diese Warnung hat die Franzosen nachdenk- lth gemacht, und den Ausschlag für Lavals Schwen- I.ing in Genf dürfte die innerpolitische Rücksicht cüf die französische Linke gegeben haben, deren Opponenten Herriot und Paul-Boncour selber in s OTenf nach dem Rechten sehen und in dem Pakt tw Rom keineswegs einen hinreichenden Ersatz \ fjr die britische Freundschaft erblicken. !Dem geschickten Auftreten des britischen Staats- stkretärs Sir Samuel Hoare vor der Dölkerbunds- oirfammlung ist es auch gelungen, die ohnehin jeder Störung des Weltfriedens schon aus wirtschaftlichen Gründen heftig wiederstrebenden kleineren Iiächte zu einer lückenlosen Front für die Verteilung des Völkerbundes zusammenzuschließen. Auch 1 fr» Vereinigten Staaten bekunden ihre Li)mpathie mit Englands Bemühungen um die kufrechterhaltung des Friedens. Und wenn auch Staatssekretär Hüll verkündet, daß sein Land un- bedingte Neutralität wahren werde, so kommen doch 9.15 Washington imnHr wieder ernste Mahnungen $jr Achtung des Kellogg-Paktes, der sowohl Italien as Abessinien als Unterzeichner den Krieg als Mit- Rom, 20. Sept. (DNB.) Nach einer ersten Überprüfung der Vorschläge des Fünferausschusses hat Mussolini am Freitagnachmittag den französischen Botschafter Chambrun und Staatssekretär S u v i ch den englischen Botschafter Sir Eric Drummond empfangen. Die Antwort des auf Samstag angesetzten Ministerrates dürfte mit Bemerkungen verknüpft sein, die ihrerseits den Gegen st and weiterer Beratungen des Fünferausschusses bilden könnten. Im Hinblick auf diese Möglichkeit wird der größte Wert auf die Feststellung gelegt, daß die militärische Aktion Italiens in Ostafrika, die als Vorbeugungsmaßnahme gedacht sei, nicht über den Charakter ähnlicher kolonialer Maßnahmen hinausgehen soll, wie sie wiederholt in anderen Kolonialabschnitten durchgeführt worden seien und wie man sie unter Einsetzung von Tanks und anderen modernen Kriegswaffen zur Zeit an der nordindischen Grenze erlebe. Auf keinen Fall werde Italien eine Initiative ergreifen, die den italienisch-abessinischen Konflikt auf Europa ausdehnen und den europäischen Kontinent in kriegerische Verwicklungen ziehen könnte. „Gazzetta del Popola" seht den Pressefeldzug gegen England fort. Wenn Italien an sich die Absicht gehabt hätte, so schreibt das Turiner Blatt, die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses anzunehmen, so sei sicher, daß' es dies jetzt aus Gründen der Würde und des Prestiges nicht tun könne. Die Drohungen durch die Zusammenziehung von englischen Kriegsschiffen im Wittelmeer und im Roten Weer machten Italien die Annahme jedes derartigen Ver- miltlungsvoxschlages unmöglich. Wan sehe nicht jemandem das Wesser an die Gurgel, mit dem man zu einem ehrenvollen Abkommen gelangen möchte. Paris glaubt an eine taktische Schwenkung Mussolinis. In Paris wagt man nicht an eine wirkliche Entspannung zu glauben, hält aber die Möglichkeit des Weiteroerhandelns nicht für ausgeschlossen. „Petit Parisien" meldet, in Rom bezeichne man d i e „e r ft e Form" der Fünfervorschläge als unannehmbar. Mussolini habe den französischen Botschafter bereits von dem Inhalt der italienischen Antwort verständigt, so daß der französische Ministerrat am Samstagvormittag 2-^g- 3 °'crJ Zwischen Krieg und Frieden. Hinter dem granfriofen (Ereignis des Nürnberger Parteitags der Freiheit verschwand für uns Deutsche fast Zwei Wochen lang das Getriebe der Weltpolitik im trüben Dunst der Genfer Luft. Die politische Ltmosphäre in der Völkerbundsstadt ist nicht weni- Erschetm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: die britischen Kriegsvorbereitungen als Bluff zu nehmen, dem gegenüber man nur fest bleiben müsse, um feine Forderungen durchzusetzen. In London mag man ähnlich denken, daß Mussolini es nicht auf einen europäischen Krieg ankommen lassen werde. Die Gefahr ist eben nur die, daß beide Parteien den Streit soweit treiben, bis zu aller Ueberraschung plötzlich aus einem Bluff blutiger Ernst wird. Ohnehin haben schon beide Mächte sich so festgelegt, daß eine Einigung den größten Schwierigkeiten begegnet. Der Fünfer-Ausschuß, in dem unter dem Vorsitz des Spaniers Madariaga neben Laval und Eden noch Polen und die Türkei vertreten waren, hat neue Vorschläge für eine Befriedigung der italienischen Ansprüche in Abessinien ausgearbeitet und sie nach Rom und Addis Abeba weitergeleitet. Die Vorschläge blieben zwar geheim und die Antworten der Parteien sind auch noch nicht erteilt, aber aus Rom ist bereits eine glatte Ablehnung angekündigt worden. Aloisi hat es trotz Lavals dringender Bitten gar nicht gewagt, ohne Aufforderung Mussolinis zur Berichterstattung nach Rom zu fahren, weil er wohl befürchten mochte, daß man ihn nicht wieder nach Genf zurückkehren lassen werde. Der Duce hat die in den Vorschlägen des Fünfer-Ausschusses als an Italien abzutretende Gebiete vorgesehenen Provinzen empört als elende Wüstenstriche bezeichnet, von denen Italien ohnehin schon genug besitze. Auch das Völkerbundsregime, dem man Abessinien unterstellen will, würde natürlich den italienischen Wünschen in keiner Weise gerecht werden. Mussolini hat bitter bemerkt, daß man den zweihunderttausend italienischen Soldaten, die in Ostafrika auf die Erlaubnis warten, kriegerische Lorbeeren zu pflücken und die Schmach von Adua auszutilgen, wohl erzählen wolle, sie hätten einen Spaziergang gemacht. Das beleuchtet, wie sehr das Prestige des Regimes bei dem bevorstehenden Feldzug bereits weitgehend engagiert ist und daß es fast unmöglich sein wird, Italien dazu zu bewegen, ohne einen militärischen (Er* folg den Rückzug anzutreten, auch wenn man seinen Wünschen nach politischer Beherrschung des Landes weiter entgegenkommen wollte als das Pariser Angebot und die Genfer Vorschläge es anscheinend getan haben. Aber grabe das scheint England unter allen Umständen und gegebenenfalls mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Die Dinge stehen tatsächlich auf des Messers Schneide. Vielleicht läßt sich ein Aufschub weitergreifender Entscheidungen erreichen, wenn der Völkerbund Sanktionen beschließt, die England gestatten, das Gesicht zu wahren. Aber der Punkt wird bald erreicht sein, wo die britischen Interessen kein weiteres Zuwarten erlauben. Wird dann Mussolini mit sich reden lassen? London, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die englische Morgenpresse mißt den diplomatischen Be- sprechungen in Rom beträchtliche Bedeutung bei. Laval habe den Duce gebeten, auf Grund der Vorschläge des Fünfer-Ausschusses weitere Bemühungen zur Regelung des Konfliktes zu ermöglichen. Die Blätter glauben, daß die Entwicklung der Lage vorläufig noch keinen Anlaß zu optimistischen Hoffnungen biete. Die britische Abordnung wisse nichts von einem Meinungswechsel in Rom. Das Gerücht, Italien würde seine zusätzlichen Streitkräfte aus Libyen zurückziehen, wenn England seine Verstärkung im Mittelmeere rückgängig machen würde, würde England niemals veranlassen können, einen derartigen Vorschlag anzunehmen. Von Italien sei eine (Erörterung neuer Derhandlungsgrundlagen außerhalb von Genf vorgeschlagen worden. Frankreich stimme jedoch mit England in der Ansicht überein, daß der Zeitpunkt für einen solchen Schritt längft vorüber sei. Alles, was man jetzt von Italien verlange, fei eine Erklärung, daß es die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses als Verhandlungsgrundlage annehme und solange diese Verhandlungen vor sich gingen, a u f kriegerische Maßnahmen verzichte. Die Berichte aus Rom ließen jedoch vermuten, daß die Bedingungen Mussolini völlig unannehmbar sein würden. „Daily Herald" meldet, daß der Duce anscheinend zur Zeit noch keine wirkliche Annahme der Fünfer-Vorschläge plane, sondern lediglich ein neues Verzögerungsmanöver. tel für die Lösung internationaler Streitfälle untersagt. Schließlich hat Englands Politik in Genf auch daheim die Stimmen der Krittk zum Schweigen gebracht. Auf der äußersten Rechten hat Lord Roth- ermeres „Daily Mail" sich zu dem alten britischen Grundsatz bekannt: „Recht oder Unrecht, zuerst das Vaterland". Damit stellen sich auch die ultrakonservativen Kreise, die für den Völkerbund nicht nur als Ideologie, sondern auch als brauchbares Instrument britischer Politik bisher wenig übrig gehabt haben, da sie unnütze Verwicklungen Englands in europäische Streitigkeiten befürchteten, in dem Augenblick hinter die Regierung, wo auch ihnen Lebensinteressen des Britischen Reiches bedroht erscheinen. Mit der entgegengesetzten Begründung, daß nämlich England das Völkerbundsideal und den Weltfrieden verteidigen müsse, zollen Liberale und Arbeiterpartei der Politik Hoares und Edens enthusiastisch Beifall, ja gerade die erklärten Pazifisten fordern die schärfsten Sanktionen. Freilich einige Männer der älteren Generation in den Reihen der Arbeiterpartei wie Lord Ponsonby, Sir Stafford Cripps und Lansdury sehen den Bruch zwischen Theorie und Praxis, aber ihr Veto wird kaum den die Regierunaspolitik stützenden Kurs der Arbeiterpartei zu beeinflussen vermögen. So steht England, auf eine einheitliche Meinung in der Heimat gestützt, von Frankreich — wenn auch nur zögernd — gefolgt, von den kleineren Mächten des Völkerbundes eifrig bestärkt dank einer überaus geschickten Politik in denkbar günstigster Ausgangsstellung, die noch erheblich verbessert wird durch das Echo lauter Empörung, das Italiens Vorgehen gegen Abessinien in der ganzen farbigen Welt von Kairo, Mekka und Bagdad bis nach Tokio gefunden hat. Die Zeiten ändern sich, das Britische Reich, das in allen Erdteilen mehrfarbige Völker sich einverleibt hat als jede andere Weltmacht aller Geschichtsepochen, steht heute in der Gloriole des Verteidigers der Freiheit des letzten unabhängigen Staats farbiger Raffe in Afrika. Aegypten, auf dessen gespanntes Verhältnis zur englischen Schutzmacht — durch eine rücksichtslose Behandlung während eines halben Jahrhunderts wohl begründet — die italienische Propaganda große Hoffnungen gesetzt hatte, fühlt sich durch Italiens Anspruch auf Abessinien geradezu in eine Zange genommen. Die italienischen Truppenverstärkungen in Libyen, die Rom als vorbeugende Maßnahme gegen etwa wach werdende Rachegelüste der nach jahrelangem opfervollem Kolonialkrieg vor den Italienern auf ägyptisches Gebiet ausgewichenen Senussii hinstellt, empfindet man in Kairo als italienische Drohung, der Durchfahrt, italienischer Militärtransporte durch den Suez-Kanal und dem Ueberfliegen ägyptischen Gebiets keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen. So fühlt Aegypten vielleicht zum ersten Male in seiner Geschichte seit den Tagen Nelsons und Bona- no es deutlich wird, daß aus Genf schwerlich die stösung zu erwarten sein wird, die schon die direk- tn Besprechungen der interessierten Großmächte in (Saris nicht haben zustanüebringen können. Wie stifte es auch anders sein? England hat nach Ablehnung seiner Pariser Vorschläge darauf befunden, den Völkerbund ftatutsmaßig mit dem Ä besstnienkonstikt zu befassen. Es war der einzige pog, um Frankreich, das wie der Esel zwischen pei Heubündeln zwischen der britischen und der iolienischen Freundschaft hin- und herpendelte, an Vinem Dölkerdundsportepee zu fassen und es zur k ntscheidung zu zwingen, ob es die fünfzehn Jahre ■fang von seinen Staatsmännern angebeteten Sbeale Ist kollektiven Verteidigung des Friedens gegen ftien Angreifer verleugnen wolle, um feine Freundschaft mit Italien nicht preisgeben zu müssen, oder tb ihm die moralische Rettung des Völkerbundes int) die Zusammenarbeit mit England bei der Er- httung des europäischen Status quo wichtiger sei. , f nglanb hat ferner auf den Weg nach Genf gelängt, weil es hier auf sichere Unterstützung seiner ms.'Bewahrung des Friedens und Achtung der faternationalen Kriegsächtungspakte hinzielenden olitik durch die vielen kleinen Mächte zählen lennte, denen der Völkerbund nicht nur als Ideal, f ndern als handgreifliches Instrument ihrer eige- i2tt Sicherheit am Herzen liegt. Schließlich konnte (mglanb hoffen, mit dem Ingangsetzen des Dölker- Unfosapparats einmal bie öffentliche Mei - iung des Auslands, soweit sie der britischen (iinstellung gegen die ostafrikanischen Wünsche Jta- l=ns eigensüchtige Beweggründe unterstellte, dahin zu ^richtigen, daß die Erhaltung des Friedens unter iwoi Mitgliedern des Völkerbundes das einzige 1 jiiel der englischen Bemühungen sei, und zum cidern die Völkerbundsideologen im eigenen Lands, die im wesentlichen den oppositionellen Gruppen der Liberalen und der Läbour- prtei angehören, vor den Regierungswagen zu s annen, zumal da England, wie schon so oft in H Geschichte des britischen Imperialismus, auch jftzt wieder das Glück hat, daß Englands Rolle als Verteidiger der Friedens- und Freiheitsideale der Menschheit sich vortrefflich mit der Vertretung der tefonberen Interessen des britischen Weltreichs ver- rmigen läßt. Die Entwicklung, die der Abessinienkonflikt in Genf »nommen hat, hat bis jetzt wenigstens die briti- ;je Politik in allen drei Punkten vollauf gerecht- rrtigt. Frankreich hat nach langem Zögern rib Ausweichen in Genf Stellung bezogen. Laval jnt in feiner kurzen Rede vor der Dölkerbundsver- j: mmlung erklärt, daß Frankreich, wenn es im Ubeffinienfonflitt zum Kriege kommen sollte, f e i n e Verpflichtungen gegen den Völker- tiu nb erfüllen werde. Freilich sucht die franzö- si che Diplomatie diese Verpflichtung auf wirtschaftliche Sanktionen denkbar geringen Umfangs gegen I n Friedensbrecher, also den italienischen Freund,' in beschränken, aber Frankreichs Bekenntnis jum liöl kerb und sstatut empfindet man in Italien doch c-5 Verrat an der Entente von Rom, wenn auch ■'M Wj 1 ” 2 2 < anzeigen oonTÖmm Breite 60 Rpf.»Platzoorschrift oder schwieriger Satz 25°/n mehr Ermäßigte Grundpreise: SS» General-Anzeiger sm Gbechessen WZ ' DöftfAerffontO* behördliche Anzeigen 6Rpf. znmm-rtam mein'116m Dtflfc uttbVerlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und SteindruSerei «.Lange in Stehen.Schrtstleitung und SeschSflrftelle: Schulstrahe? M-ng-nabichiüsieStllff-is bereits in voller Kenntnis der Sachlage beraten könne. „Echo de Paris" glaubt, wenn Italien jetzt verhandlungsbereit fein sollte, so sei das möglicherweise eine rein taktischeSchwenkung in seiner Haltung, da vielleicht die militärischen Sachverständigen bremsen, seitdem nicht mehr Abessinien, sondern England im Vordergrund der Besorgnisse stehe. Mussolini habe angenommen, daß die englische Regierung Sühnemaßnahmen nur gemeinsam mit anderen Mächten anwenden würde, und daß sie gemeinsame Sühnemaßnahmen militärischer Art bei den anderen Regierungen nicht durchsetzen würde. Daher habe sich Mussolini gegen die Anwendung gemeinsamer militärischer Sühnemah- den Grenzgebieten Sowjetruhlands Aserbeidschan, Georgien, Turkestan und Ukraine haben dem Prä« >es neuen den. Vier weitere britische Schiffahrts-Gesellschaften sollen das Reiseprogramm der Schiffe, die Vergnü- gungsreisen nach dem Mittelmeer unternehmen wollten, geändert haben. führt. cht mehr wie tn Grenzstreifen ' ‘ r al- Gibraltar und der Aufmarsch im Miiielmeer. Von unserem Ll.-Gt.-Äerichierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Gibraltar, 18. September 1935. Ueber dem Gibraltarselsen hängt eine graue Dunstmasse. Eine Wolke, die an der Spitze festgehalten wird und die der Ostwind über die Stadt und einen Teil der Bucht von Algeciras schweben Daheim und in Gens. Auch heute noch brutale Unterrdückung der nationalen Minderheiten inSowjetrutzland. Genf, 20. Sept. (DRB.) Die Vertreter der fremd st ämmigen Nationalitäten in London, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach dem „Daily Expreß" wird infolge der gespannten politischen Lage die Jungfernfahrt bi englischen Dampfers „Strathmore" nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nach dem Mittelmeer und nach italienischen Häfen, sondern nach den Kanarischen Inseln unternommen wer- Keine britische Sonderbürgschast für Mitteleuropa. LondonsAntwort auf dieAnfrage ausParis London, 21. Sept. (DNB.-Funkspruch.) „Mor- ning Post" meldet, zwischen der britischen und der französischen Regierung sei setzt eine volle V e r - ständigung über die kürzliche französische Anfrage erzielt worden, welches die englische Stellungnahme im Falle eines Angriffes in Mitteleuropa sein werde. Eine englische -Sonderbürgschast für Mitteleuropa komme nicht mehr in Frage. Die französische Anfrage werde demnächst auf diplomatischem Wege beantwortet werden. Die Antwort werde sich genau an die allgemeine Verpflichtung einer Unter st ützung der Völkerbundssatzung halten, die Außenminister Sir Samuel Hoare in Genf abgegeben habe. Die Tatsache, daß eine besondere Versicherung Englands jetzt nicht mehr notwendig sei, werde als sehr befriedigend betrachtet. Englische Vergnügungsreisen nach dem Mittelmeer werden eingeschränkt. identen der Dölkerbundsversammlung eine Denk- chrift überreicht, in der dagegen protestiert wird, )aß trotz der Aufnahme Sowjetrußlands in den Völkerbund die moskowitische Unter- drückungspolitik in diesen Gebieten hemmungslos fortgesetzt werde. Ungeachtet der Zusage verschiedener Delegierter bei der Aufnahme der Sowjetunion in den Völkerbund sei nichtgeschehen, um auf Moskau einen mäßigenden Einfluß auszuüben. Der Terror, die Religi- onsverfolgungen und die Zwangsarbeit beständen in vollem Umfange weiter. Al- neue Tatsache von größter Bedeutung sei die Massenabschiebung der Bevölkerung aus den Grenzgebieten und ihre Ersetzung durch russische Dauern zu verzeichnen. In der Ukraine habe man nicht nur einen Grenzst von 50, sondern von 150 bis 200 Kilometer „ Derteidigungszone erklärt und die dortige bodenständige Bevölkerung nach Rordruk* land abaeschoben. Die Reform der Kollektiv- wirtschaft sei nur zum Schein erfolgt. Die Bauern seien nach wie vor einer leicht modernisierte» Leibeigenschaft unterworfen und seien ftiut* Der Wahtterror im Memelgebiet Feststellungen eines englischen Journalisten. ner große Zuschüsse für Straßenbauten, zur Errichtung von Krankenhäusern, Jugend- und Altersheimen usw. Daneben läuft der „Erich-Koch-Plan", der die Jnnensiedlung Ostpreußens vorwärts treibt. Zwanzig Millionen Mark werden durch ihn für Arbeitsbeschaffung und Bodenoerbesserung (Meliora- tionen) verwendet und eine bodenständige I n- d u st r i e in Ostpreußen aufgebaut, die tausend fleißigen Händen Arbeit und Brot geben wird. Außerdem hat die Agrarpolitik des Reiches der ost preußischen Landwirtschaft einen lohnenden Absatz ihrer Erzeugnisse ermöglicht und der Fischerei und Forstwirtschaft mächtige Förderung zuteil werden lassen. Der „Seedienst Ostpreußen" bient mit seinen modernen Schiffen dem Fremdenverkehr, der in immer größerem Umfange Deutsche aus allen Gebieten des Reiches nach Ostpreußen führt und besondere Bedeutung für weite Gebiete des schönen ostpreußischen Landes gewinnt. Neben diesen materiellen Hilfen des Reiches erscheinen mir die rein seelischen Kraft- quellen, die aus dem Reiche nach Ostpreußen strömen, sein Selbstbewußtsein und seine Sicherheit stärken, nicht weniger wichtig. Das Reich Adolf Hitlers ist ein starker, nationalbewuß- ter, deutscher Staat. Es ist heute weder das arme Preußen, das vor 130 Jahren schwer um Hafen.bedroht. Die Stadt Gibraltar zählt ungefähr 40000 Einwohner, dazu eine Garnison von etwa 8000 bis 10 000 Mann. Unter klingendem Spiel marschiert allabendlich, wenn bei Sonnenuntergang von der Felsenspitze ein Kanonenschuß ertönt, eine Wacht- mannschaft durch die Hauptstraße, voran ein Sergeant mit einem riesigen altertümlichen Schlüssel, um die Tore bei Waterport, durch die der Weg auf spanisches Gebiet führt, zu schließen. Der letzte Dampfer bringt die Tagesgäste nach Algeciras zurück, denn k e t n A u s l ä n d e r d a r f i n G i b r a l- tar ohne besondere Erlaubnis, die allerdings für eine oder zwei Nächte gern erteilt wird, übernachten. Die Bewohner der Stadt sind zum größten Teil nichtenglischen Ursprungs. Ihre Voreltern waren Malteser oder auch Italiener. In späterer Zett sind viele Inder hinzugekommen, die in der Main- Street orientalische Läden eröffnet haben. Im Hasen arbeiten viele Malteser, Berber und Spanier. Als Umgangssprache hört man häufiger Spanisch als Englisch. Seitdem der abessinisch-italienische Konflikt sich zu einem britisch-italienischen zu erweitern droht, seitdem das ganze Mittelmeerbecken in Unruhe geraten ist ist auch das Leben in Gibraltar aus seinen ge- wohnten Bahnen getreten. Zwei Italiener wurden kürzlich als der Spionage verdächtig verhaftet; jeder Fremde wird mit einem gewissen Mißtrauen betrachtet. Der imposante Aufmarsch der britischen Kriegsflotte, der alles andere als eine Parade ist, und die geheimnisvollen Vorbereitungen in der F estu n g selbst erhöhen die Alarmstimmung. Die Nachricht, daß italienische Kriegsschiffe im nahen spanischen Hafen Malaga ein- gelaufen sind, läßt die Lage noch ernster erscheinen. Es will hier so erscheinen, als ob sich Italien und England die Vorherrschaft im Mit- telmeer, durch das die großen Handelsstraßen der Weltmächte führen, streitig machen wollten. Italien ist durch seine geographische Lage im Dor- teil. Das Thyrrenische und das Adriatische Meer sind ganz von Italien beherrscht. Da die Südwestspitze Siziliens (Mazzara-Marsala) vom nordöst- lichen Kap von Tunis, Kap Bon, nur 140 Kilometer entfernt liegt, ist Italien aller Voraussicht nach in der Lage, durch seine maritimen Machtmittel das Mittelmeer in zwei Teile zu trennen. Die kleine Insel Pantellaria ist sogar nur 80 Kilometer von Kap Bon entfernt. Sie bient als vortrefflicher Stützpunkt für Unterseeboote, Flugzeuge und kleinere, schnelle Kriegsschiffe. Italien hätte dadurch die Möglichkeit, den Verkehr zwischen Gibraltar, Malta und Suez abzuriegeln. England hingegen wäre in der Lage, durch den Besitz von Gibraltar auf der einen Seite und von Alexandrien und Suez auf der anderen das gesamte Mittelmeer feine Erillenz rang, noch das Systemaebilde der Lmb-rrAblik. da- Ehre und Fr-i?- t g°rinz achtet- und Kraft und Will- ocrmtffen l,-ß. Da» Reich Adolf Hitlers ist wieder eine Großmacht geworden, deren geballte Kraft m ihren gewaltigen Friedenswerken auch den Fernstehenden, ja selbst den Gegnern nicht verborgen Herbert kann. Die für Jahrhunderte gebauten, von der Vielt oe» staunten Straßen Adolf Hi t le; r s , bie neu- erstandene Wehrmacht, bie Millionen opferbereiter Männer in der SA., der SS. und im Deutschen Arbeitsdienst, der giaan- tische und erfolgreiche Kampfe ge gen Dt e L r • werbslosigkeit, die soziale Großtat der NS.- Volkswohlfahrt, ihrer Winterhilfe, Frauen- und Kinderfür sorge, reden eine deutlichere Sprache als viele, viele Worte. Der deutsche Mensch ist wieder frei in feinem Schaffen und Wirken geworden und arbeitet in allen Teilen des Reiches, vorn Bodensee bis an die Memel, mit unerhörter Tatkraft an dem Aufstieg des Reiches und dem Wohlstand des deutsch e n D o l k e s. Ostpreußen ist allen Deutschen in dieser Aufbauarbeit ein wichtiges Glied. Aus ihm strahlt dis Kraft der wiedererwachten aufsteigenden Nation weit in den Osten, den Nachbarn zeigend, was Einigkeit und treue Voltsverbunden, heit gemeinsam unter einem starken Führer vermag. Oer Völkerbund für die Behandlung der Memelfrage ausgeschattet. London, 20. Sept. (DNB.) Eden und La- o a l hatten in Genf eine lange Besprechung mit den Vertretern Litauens und Lettlands L o z o r a i • t i s und M u n t e r s über die Frage der Zukunft von Memel. Es verlautet, die vier Staatsmänner feien übereingekommen, die Frage auf diplomatischem Wege und nicht vor dem Völkerbund zu behandeln. Wie das „Petit Journal" wissen will, hat Laval in der Unterredung noch einmal ausdrücklich betont, daß das M e - m e I ft a t u t von der litauischen Regierung strikt befolgt werden müsse, und daß auch die Wahlen in größter Ruhe vonstatten gehen müßten, um jeden Zwischenfall zu vermeiden, der Folgen für Osteuropa nach sich ziehen könnte. Ueber diesen Punkt habe Laval nacheinander mit Eden, Beck und Aloisi gesprochen. »Memelland in Not.- In wenigen Tagen, am 29. September b. I., sollen die deutschen Brüder im Memelland unter größtem Terror zur Wahlurne schreiten. Diese Wahl eines deutschen Stammes unter fremder Gewalt geht ganz Europa an; denn hier kämpft ein Volk um Rechte, die ihm feierlich von den Signatarmächten verbrieft worden sind, die aber Litauen unter beispiellosem Terror immer wieder zu durchbrechen versucht. Der Oberpräsident und Gauleiter von Ostpreußen, Staatsrat Erich Koch, hat eine Aufklärungsschrift herausgegeoen, die eine lückenlose Aufzählung all der brutalen Gewaltakte im Memellande enthält. Die Schrift, die den Titel „Memelland in Not" trägt und in der fast alle Reichsminister und führende Männer der deutschen Oeffentlichkeit das Wort nehmen, wird in vielen hunderttausend Exemplaren in der ganzen Welt verbreitet. Anforderungen auf Zusendung von Exemplaren sind zu richten an den Sturmver - l a g GmbH., Königsberg-Pr., Selkestraße 3 bis 4, unter Beifügung von 30 Pfennig. zu isolieren. — Italien besitzt England gegenüber im Mittelmeer die Ueber macht an Unterseebooten. Seine Luftstreitkräfte sind gleichfalls den englischen weit überlegen. An Flotten- ei nh eiten verfügt es an großen Kriegsschiffen über vier Dreadnoughts, zehn schwere und 19 leichtere Kreuzer, dazu die erforderlichen Zerstörer, Trainschiffe und 90 Torpedo- und Kanonenboote. Die b r i t i f ch e Flotte ist d e r i t a l i e n i s ch e n überlegen, besonders wenn die Atlantikflotte und ein Teil der Heimatflotte im Mittelmeer zu- fammengezogen werden. In Gibraltar sind soeben die Schlachtschiffe „Hood" und „Renown" eingetroffen, eine Kreuzerflottille ist nach Malta weiter- gedampft, eine Reihe von Kreuzern machen Er- rundungssahrten längs der Küste. Alle Kriegsschiffe sind in Kampfbereitschaft gesetzt und können sofort ihre Kanonen auf ein gegebenes Signal reden lassen. Die britischen und italienischen Flottenaufmärsche im Mittelmeer haben keineswegs den Charakter von theoretischen Manövern, sie sind auf einen Zusammenprall vorbereitet, der sich heute oder morgen ereignen kann. Die Atmosphäre ist gewittergeladen, der geringste Funke kann genüaen, um eine Explosion herbeizuführen, deren Folgen sich nicht aus- denken lassen. Spanien als benachbarte Mittel- meerrnacht ist durch den Lauf der Ereignisie sehr beunruhigt. Es befürchtet, im Falle eines Krieges mit in den Trubel hereingezogen zu werden und feine unbedingte Neutralität nicht wahren zu können. Längs der andalusischen Küste finden starke Truppenbewegungen statt. Mahon auf den Balearen ist infolge der Befestigungsarbeiten für In wenigen Tagen werden die Deutschen im Memelland an b ic Wahlurne treten und trotz allen Terrors einer oolks- und landfremden Macht ihre (Stimme für die Deutscherhaltung ihrer Heimat abgeben, die 500 Jahre — seit dem Friedensschluß am Melnosee — tn deutschem Hoheitsgebiet lag. Obzwar die Rechte der Memeldeutschen durch das Autonomiestatut vom Mai 1924 von England, Frankreich, Italien und Japan garantiert, vom Völkerbund bestätigt und von Litauen anerkannt wurden, ist das Statut von Litauen niemals erfüllt worden. Im Gegenteil: Alle kulturellen und innerpolitischen Frei- beiten, das Recht der eigenen Gerichtsbarkeit, der Polizei- und Steuerhoheit und selbst die frei gewählte Vertretung ist den M e m e l d e u t s ch e n geraubt worden. Sett Jahren betreibt Litauen eine aufreizende und provozierende Gewaltpolitik in diesem Teil des vor dem Weltkriege 3u Ostpreußen und damit zum Reiche gehörigen Landes, die zweifellos böse Folgen für das friedliche Zusammenleben der Völker haben muß. Mit Gewalt und Lockungen sucht man ein politisch und wirtschaftlich zermürbtes und verelendetes Land samt seiner deutschen Bevölkerung den großen litauischen Bestrebungen gefügig zu machen. Gerade deshalb ist es nicht überflüssig, daraus hinzuweisen, wie fürsorglich die im Reichsgebiet verbliebenen Landes- und Bolksteile Ostpreußens, insbesondere seit der Machtergreifung Durch den Nationalsozialismus betreut wurden, welche Fortschritte sie gemacht und wie sie einem neuen Ausstieg entgegengegangen sind. Die Friedensdiktate haben Ostpreußen räumlich vom Reich getrennt, aber gerade darum ist dieses Land der Seele des deutschen Volkes nähergebracht worden als je zuvor. Das Reich hat den schweren Kamps Ostpreußens mit allen Mitteln unter st ützt und gefördert und diese schöne Insel der deutschen Kultur im Osten als ein hohes Kleinod im Kranze der Länder des großen Volksreiches gehegt und gepflegt, wie die liebende Mutter ihr einziges Kind. Ostpreußen ist ganz Deutschland das Sinnbild der Liebe und Treue zu Volk und Vaterland geworden. Das Reich bat darum auch Treue mit Treue und Liebe mit Liebe gelohnt. Ostpreußen hat i m Kriege am meisten von allen deutschen Landschaften ertragen und in der Nachkriegszeit schwer gelitten; darum hat es auch Anspruch darauf, Hilfe vom Reiche zu fordern, und das nationalsozialistische Deutschland hat sie gern und freudig geboten. Schon mit der sogenannten Kleinen O st h i l f e" ist Ostpreußen weitgehende Hilfe zuteil geworden. Sie besteht vor allem darin, daß Die Real steuern wesentlich g e • senkt wurden und das Reich dreißig Millionen Mark jährlich für Ostpreußen beisteuert. Dadurch sind Senkungen der kommunalen La- st e n bis zu 55 v. H. in den Ostgebieten möglich geworden. Der Sinn dieser Maßnahme ist, Dem Steuerzahler weitestgehend entgegenzukommen und anderseits den Gemeinden eine sichere Finanzgebarung zu ermöglichen. Gerade die kleinen Landgemeinden, die die Reickszuschüsse jetzt pünktlich erhalten und damit in Die Lage gesetzt werden, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, empfinden diese Art der „Kleinen Osthilfe" besonders wohltuend. Eine weitere Hilfe ist Ostpreißen durch die sogenannte Frachtensenkung zuteil geworden. Das Reich gibt jährlich zwölf Millionen Frachtzu- schüffe an Ostpreußen, bie dazu dienen, die „tote Zone" des Korridors, der Ostpreußen vom Reich trennt, auszuschalten. Dadurch werden die Frachtkosten von und nach Ostpreußen soweit gesenkt, daß die räumliche Entfernung des Korridors restlos überbrückt wird. Die „Frachtenerstattungsstelle beim Oberpräsidenten in Königsberg" führt diese wichtige Hilfsaktion durch. Das Reich leistet fer- läßt. Die Leute sagen hier: „Der Calpefelfen raucht seine Pfeife." Rings um den Dunstschleier leuchtet helle, südliche Sonne. Sie läßt die Wasser in der Meerenge aufblitzen, fpiegelt sich in den Fenstern von La Linea und zeichnet durch die Blätter der hohen Palmen im Park wunderliche Schatten auf den Kies. Es wäre ein Bild des Friedens, wenn nicht im Hafen vor der Festung die riesigen Körper britischer Kriegsschiffe ankern würden, wenn die Garnison nicht in halben Alarmzustand versetzt worden wäre, und wenn nicht scharfe Polizeima ß n ahmen den Verkehr in der Stadt regeln würden. Das furchtbare Wort „Krieg" wird geflüstert. Man befürchtet Fliegerangriffe. Und wenn auch noch von feiner Panik gesprochen werden kann, so ziehen es doch schon viele Familien vor, auf f p a n i f A e s Gebiet überzusiedeln. Nur eine etwa einen Kilometer breite sogenannte „neutrale Zone" trennt die britische Festung von der spanischen Stadt La Linea. Schmucke kleine Dampfer befördern die Fahrgäste in einer Viertelstunde quer über die Bucht nach der spanischen Stadt Algeciras, dem Endpunkt der Bahn, die über die Berge von Rvnda nach Bobadilla nach allen Richtungen des weiten spanischen Hinterlandes Gibraltar kann heute nf_,. , früheren Zeiten als uneinnehmbare Fe - ftu n g gelten, die unbedingt die Meerenge beherrscht und den Schlüssel zum Tor besitzt, das den Ozean vom Mittelmeer trennt. Die gewaltige Felsmasse aus Kalkstein, und wenn auch die obere Lage durch künstliche Betonschichten gedeckt sein sollen, unter denen sich verborgene Batte- r i e n von ungeheurer Macht befinden, die die ganze Meerenge unter Feuer nehmen können, wenn sicherlich auch L u f t a b w e h r g e s ch ü tz e ausgestellt sind, so sollen doch — sachverständigem Urteil gemäß — die ausgehöhlten Felsmassen auf die Dauer einem konzentrischen Luftangriff nicht standhalten. Vor allem aber ist die Stadt, die am Westabhang terrassenförmig klebt, und ist d e r lienischen Handelsschulden an englische Wollfirmen im Gebiet von Bradford allein betragen z. B. 250 000 Pfund Sterling. Die Verpflichtungen an die Kohlenausfuhrfirmen sind noch größer. Die englische Kohlenausfuhr nach Italien ist im August dieses Jahr um 85 000 Tonnen niedriger gewesen als im selben Monat des Vorjahres. Italien und die Türkei. Mailand, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Mailänder Blätter bringen ein Dementi der Meldung eines belgischen Blattes, wonach bie Insel Rhodos einem großen Lazarett gleiche. Dal Gerücht von einer Abtretung der Insel an die Türkei, um deren Freundschaft zu erwerben, wird als absurd bezeichnet. Die Beziehungen Italiens zur Türkei seien so herzlich und von so großem gegenteiligem Verständnis für Mittelmeer- Fragen, daß es wahrhaftig nicht nötig sei, diese noch durch die Abtretung von Gebieten zu stärken. den Zivilverkehr gesperrt. Flugzeugbasen werden angelegt, und das afrikanische Ufer gegenüber von Gibraltar bei Ceuta, dessen Häuser bei gutem Wetter von Gibraltar aus klar zu erkennen sind, wird, soweit wie möglich, in Verteidigungszustand gesetzt, um zu verhüten, daß von Dort aus in gesicherter Stellung die Festung und der englische Hafen beschossen werden. Man hat das Jahr 1935 „das Jahr des Schicksals" genannt. Die vielen Menetekel, die jetzt am Horizont der Zukunft aufleuchten und dem Lauf der Geschichte neue Bahnen weisen, scheinen in der Tat darauf hinzudeuten, daß die Welt aus der Katastrophe von 1914 wenig gelernt hat und daß, vor die Wahl gestellt, die Völker wieder dem falschen Wegweiser folgen. Oie Krisis in der englischen Arbeiterpartei. London, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Zersplitterung der Arbeiterpartei Durch den Rücktritt führender Parteimitglieder hat die Parteiorgane zu Bemühungen veranlaßt, die Parteiverhältnisse neu zu ordnen. „Daily Telegraph" meint, es besiehe jetzt sogar die Möglichkeit, daß die Partei die „A e ch t u n g" der früheren M i t g Hebe r, bie in der Krise von 1931 Macdonald folgten und bie Nationale Arbeiterpartei bildeten, wieder aufheben werde. Der Führer der Sozialistischen Liga, Sir Stafford (Tripps, hat seinen Austritt aus der Partei damit begründet, daß er internationale Sühnemaßnahmen n i cht unterstützen könne, wenn sie den imperialistischen Zielen Englands ober anderer Mächte dienen. Nur bann sei er für militärische Maßnahmen, wenn sie von einer Gruppe sozialistischer Staaten zur Unterstützung einer „internationalen sozialistischen Dränung' gegen einen „k a p i t a 11 st i s ch e n Angriff" angeroanbt würden. Oas geographische Bild Abessiniens. Eine ausgezeichnete Karte von Abessinien zum Preise von 1,20 Mark — (294) — gibt Justus Perthes in Gotha heraus. Sie beruht auf her Darstellung in Stielers Handatlas, zeigt also die Vorzüge dieses Attas (Kupferstich). Der Ausschnitt ist glücklich gewählt; der künftige Kriegsschauplatz Abessinien steht in der Mitte. Die Somaliländer und Eritrea umranden Abessinien im Osten. Auf der anderen Seite ist auch das Nilgebiet (Aegyvttsch-Englischer Sudan) bargestellt, dessen Nachbarschaft zu Abessinien ja von entscheidender politischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist (Tana-See). Eine Nebenkarte zeigt das ganze Ge- oiet des Mittelmeeres und Roten Meeres. Der Karte ist rückseitig ein Text aufgedruckt, der über die Verfassung und Regierung Abessiniens, über Fläche, Bevölkerung, Wirtschaft und Verkehr, über die geographischen, für alle militärischen Vorgänge entscheidenden Eigenheiten des Landes ausreichend informiert. Italiens Handelsschulden in England. London, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die englischen Handelskammern sind an das Ueberfee- Handelsamt mit der dringenden Forderung heran- getreten, einen neuen Druck zur Bezahlung der ausstehenden italienischen Handelsschulden an England cruszvüben. Ihre Be- mühungen seien bisher erfolglos gewesen. Die ita- Ostpreußen und das Memelland Von Reiche- und preußischem Minister de- Innern Dr. Wilhelm Frick London, 21. Sept. (DNB.-Funkspruch.) In einem Sonderbericht der „Daily Mail" aus Memel heißt es: Viele Leute des Memelgebietes fragen sich: „Können wir bei den kommenden Wahlen die Abstimmung wagen und, wenn wir wählen, was wird gegen uns unternommen, falls wir nicht für Litauen stimmen?" Die Memelländer beklagen sich besonders Darüber, daß kein Vertreter Der memelländischen Partei, Die Den Litauern in einem Verhältnis von beinahe 5 :1 überlegen ist, in Den Wahlausschuß und die Unterausschüsse gewählt worden ist, bie Die einzelnen Wahllokale überwachen werben. Die Memelländer sind Daher in ihrem eigenen Lande sogar des Rechtes beraubt, auch nur als neutrale Beobachter bei den Wahlen aufzutreten. Aber nicht nur das, sondern Gailius, der Präsident Des Wahlausschusses, und sein Stellvertreter, Dawils, sind Kandidaten der litauischen Parteien und werden als Mitglieder des Ausschusses Die Pflicht haben, an Der Stimmenauszählung teilzunehmen. Die Zählung wird übrigens nur von Litauern vorgenommen. Der Korrespondent weist dann auf die umständliche Wahlhandlung hin. Er schreibt: Die Möglichkeit von Irrtümern bei diesen Wahlen muß ungeheuer sein, wenn man berücksichtigt, daß ein großer Hundertsatz Der Bevölkerung aus Landarbeitern und Fischern besteht, die kaum lesen ober schreiben können. Schon bie Abgabe eines Kcmbibatenzettels mehr als verlangt bedeutet eine ungültige Stimme. Man hat zuge- geben, daß bei einer Verfuchswahl, die nach ähnlichen Richtlinien mit Leuten höherer Vorbildung Dorgenommen wurde, nur 20 v. H. der Wähler ordnungsgemäß ihre Kandidatenzettel abgaben. Die weitverbreitete Ansicht, Daß die Ueberbleib- s e 1 der einzelnen Wahlzettelblöcke „wertvolle politische Dokumente" darstellen, hat die Bevölkerung von Memel überzeugt, daß bie Wahlen nicht g e » heim sein werden, und daß sie, wenn sie zum Wahllokal geht und für ihre eigene Partei stimmt, Gefahr läuft, künftig benachteiligt zu werden. Zum Tag des deutschen Volkstums nate oder weitere Tagesbefehl an die GA. der Gruppe Hessen. ii f Meine lieben Kameraden! Es ist mir ein besonderes Bedürfnis. Ihnen allen meine große Freude über die Tätigkeit der SA. der Gruppe Hessen während der letzten Monate zum Ausdruck zu bringen. Dir haben in gemeinsamer Arbeit und Anstrengung während dieser Zeit gezeigt, dah der alte SA.-Geist In uns genau so wach ist, wie in den Kampfjahren der Bewegung vor der Machtübernahme. Der Reichswettkampf hat ein bewunderungswürdiges Bild gegeben von Kampffreude. Entschlossenheit und Kameradschaft. Richt nur der Sieger sturm 6/63 der Brigade 49, der vom Führer persönlich in herrlicher Weise für seine Arbeit belohnt wurde, sondern alle SA.- Männer einschließlich der Reserve und Sondereinheiten haben selbstlos und vollständig ihre Pflicht getan. Der R e i ch s p a r t e i t a g hat das Bild von der Gruppe Hessen abgerundet. Diejenigen von Ihnen, die als Vertreter unserer Einheiten in Rürnberg Fein durften, haben das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt und die Gruppe Hessen würdig verirrten. wir können alle stolz darauf sein, der Gruppe Hessen anzugehören. Wir wollen diesen Stolz und unsere Freude des Führers darin suchen, dah wir im f eiben Sinne weiter kämpfen unb weiter an uns arbeiten. Dir wollen auch die kommende Zeit ausnuhen und dafür sorgen, daß iivir noch mehr an innerem Gehalt und an Einsatz- Fähigkeit für die große Aufgabe unseres Führers gewinnen. 3n Anerkennung der geleisteten Arbeit und zur Lrholung von der Anstrengung ordne ich hiermit an, daß vor dem 1. Oktober 1935 keinerlei SA. - Dienst mehr stattstnden darf. Die Arbeit In den Stäben ist in dieser Zett zu be- sschränken. heil dem Führer! Der Führer der Gruppe Hessen: gez. B e ck e r l e, Gruppenführer. Deutschlands Gemeinden 1934 ohne neuen Fehlbetrag LPD. In den ersten Oktobertagen wird der Fi» manzausschuß des Deutschen Ge- meindetages zu Beratungen über wichtige lommunal'finanzielle Fragen zusammentreten. Die» iler Zeitpunkt ist besonders geeignet, weil dann d i e Rechnung für 1 9 3 4 im wesentlichen Abgeschlossen und das Rechnungsjahr 1935 so weit fortgeschritten ist, daß schon ein Urteil über sei- Der spanische Ministerpräsident Lerroux hat dem Staatspräsidenten den Rücktritt des G e - samtkabinetts angezeigt. Die Ursache liegt in dem Rücktritt des Marine- und des Landwirtschaftsministers die beide der Agrarpartei angehören. Die Partei will einem neuen Kabinett keinen Vertreter zuteilen Die stärkste Partei, die Katholische Volksaktion, wird eine Erweiterung des Kabinetts nach Links nicht zulassen. Eine Auflösung des Parlaments will man vermeiden. Aus aller Welt Der Aschaffenburger Bilderdiebskahlsprozeh. In dem Aschaffenburger Bilderdieb- stahlsprozeß wurde die Beweisaufnahme be- endet. Der Zeuge Regierungsrat Hahn war 1932 Direktor des Staatlichen hofgutes Denzer Heide. Aus seinen Angaben ging hervor, daß der Einbruch des Angeklagten Falk in dem hofgut am 22. Juni frühmorgens erfolgt ist, also in der gleichen Nacht, in der auch der Aschaffenburger Schloßeinbruch erfolgt war. Weiter wurde der frühere Staatsanwalt am Aschaffenburger Landgericht vernommen, der seinerzeit die Verfolgung der Bllderdiebe ausgenommen hatte. Den bei Falk im Brandenburger Ge« fängnis gefundenen Kassiber hält der Zeuge für Schwindel. Im weiteren Verlauf wurde auch Frau Barthel aus Dresden vernommen, die die Festnahme des Hehlers Franke veranlaßt hatte. Sie teilte auf Anfrage des Vorsitzenden mit, daß sie die Belohnung von 5000 Mark für die Aufklärung des nen vermutlichen Ablauf möglich wird. Daraus tön« nen sich wieder Anhaltspunkte für die Gestaltung der nächstjährigen Haushaltspläne ergeben. In diesem Zusammenhang weist der Deutsche Gemeindetag darauf hin, daß der Zuschußbedarf aller Gemeinden und Gemeindeverbände für 1934 a u f rund vier Milliarden Mark geschätzt wurde, denen allgemeine D e ck u n g s» mittel in etwa gleicher höhe gegenüber« stehen. Es kann also davon ausgegangen werden, daß für die Gesamtheit der Gemeinden die Rechnung 1934 keinen neuen Fehlbetrag brachte. Damit ist, aber nicht gesagt, daß der Ausgleich nun auch in jeder einzelnen Gemeinde gelungen ist. Eine steigende Anzahl von Gemeinden konnte aber in die Lage versetzt werden, sogar schon Vorsorge zu treffen für die dauernde Sicherung des Haushaltsausgleichs durch Schaffung der notwendigen Rücklagen. Kleine politische Nachrichten. Nachdem bie Flottenschau wegen des Sturmwetters abgesagt werden mußte, sind die in Wilhelmshaven stationierten Einheiten der Kriegsmarine am Freitag wieder eingetroffen. Auch alle übrigen Schiffe der deutschen Kriegsmarine sind in ihre Heimathäfen zurück- gekehrt. Am Sonntaa, den 22. d. M. findet um 11 Uhr eine Rundfunkübertragung des Deutschlandfenders statt, in der der Reichsarbeitsführer die aus- scheidenden Arbeitsdien ft männer mit einer Ansprache entlassen wird. Die Ansprache gilt auch dem Arbeitsdank. Bei den gleichzeitig in den Abteilungen des Arbeitsdienstes stattfindenden Ent« lassungsappellen sollen den ausscheidenden Arbeitsmännern die Arbeitsdanknadeln überreicht werden in Fünfmarkstücken, die sich in zwei grauen Beuteln befanden, und fuhren davon. Bei dem Kraftwagen handelt es sich um eine viertürige schwarze Mercedes- oder Opel-Limousine mit dem polizeilichen Kennzeichen IX 7006, das aber offenbar gefälscht ist. Bei dem Ueberfall wurde die Hintere rechte Wagenscheibe zertrümmert. Der eine Täter war etwa 34 bis 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß und trug hellgrauen Anzug und hellgrauen Hut, der zweite Tater war etwa 40 Jahre alt, 1,80 Meter groß, breitschultrig, trug dunklen Anzug und dunklen Hut. Ein Mädchenmörder verhaftet. Bei Balesfeld im rheinischen Kreise Prüm wurde die 22jährige Hausangestellte Dietrich ermordet aufgefunden. Die Leiche zeigte Würgemale am Kehlkopf. Als Täter wurde der 24jährige Peter Dint festgestellt. Pint, der zunächst leugnete, gestand später die Tat ein. Er hat das Mädchen, das behauptet hatte, von ihm schwanger zu sein, gewürgt, bis es bewußtlos war, und bann in ben Weiher geworfen. Franziskanerpater wegen Devifenvergehens verurteilt. big von Hungersnot bebroht. Die Aufhebung der Lebensmittelkarten habe nur eine Erhöhung der Preise unb bamit eine noch schlechtere Versorgung b e r Volksmassen zur Folge gehabt. Der Kampf gegen bie Kulaken werbe in unmenschlicher Form weitergeführt. Befonbers in ben Grenzgebieten ber Union. Der letzte Kongreß der Komintern habe gezeigt, daß sich seit ber Aufnahme ber Sowjetunion in ben Dölkerbunb der destruktive Gei st Moskaus nicht geändert habe; hinter der pazifistischen Maske Litwi- nows stehe der feste Wille der Sowjets, die Welt- reüolution in Gang zu bringen. Oer Friedensrichter. Berlin, 20. Sept. (DD.) Die neue in Vorbereitung befindliche Strafprozehordnung wird in Deutschland eine neue Art von Richter ein* ühren, den Friedensrichter, dem von Eng* i and aus, wo er eine wichtige Figur des Rechts- Bebens ist, ein guter Ruf vorausgeht. Die Neuerung !.st in Deutschland zunächst deswegen notwendig geworden, weil das kommende Strafverfahren im Gegensatz zum bisherigen weder die Privat- klage, noch die sogenannten Antragsdelikte kennen wird, bei denen Strafverfolgung nur auf Antrag des Geschädigten eintritt. Danach hätte bie Staatsanwaltschaft auch bei unwichtigen Dingen, öen Bagatellsachen, zu prüfen, ob ein Internste bes Staates an ber Strafverfolgung oorliegt, was ber Bedeutung ber meisten biejer Verfehlungen nicht entsprechen unb außerdem zu einer schädlichen llleberlastung dieser staatlichen Strafbehörde führen würde. Es werden nun alle diefe Streitigkeiten, öie sich insbesondere aus dem nachbarlichen Zusammenleben ergeben, wie Hausfriedens« nruch, Sachbeschädigung, Beleidigungen, leichte Körperverletzungen und anderes aus der Gesamtheit ber Öie Strafgerichte befchäftigenben Delikte herausge- goben unb ber Schlichtung unb Rechtsprechung burch einen Emzelrichter, eben ben Friedensrich- lier, unterstellt. Für biefes kurze Verfahren werden besondere Strafarten, wie Abbitte, Widerruf tun b Friebensbuße geschaffen, bie sofort voll« iitrecft werden können unb gegen die es nicht mehr öas bei den Streitsüchtigen unb Unbelehrbaren be- r.iebte Rechtsmittel ber Berufung gibt. Wer bie Lei- öen ber Richter kennt, bie fick bisher mit diesem trübseligen Kleinkram der Rechtspflege zu befassen batten, wird diese neue Einrichtung mit Freuden begrüßen. Sie fetzt allerdings voraus, daß ber tjrie« Oensrichter trotz der Kleinigkeiten, die feinem Spruch unterstehen, ein Mann von höchstem prak« lifchem Rechtsgefühl und von großer Autorität ist, denn man darf nicht übersehen, Nah diese Beschwerden des Alltaglebens einen bret- : en Raum in den Anforderungen einnehmen, die in Der Masse des Volkes an den Rechtsschutz des Staa- ites gestellt werden. Das Institut des englischen Friedensrichters ist deswegen zu einer so wichtigen und Volkstümlichen Erscheinung geworden, weil man seit Vltersher besonderen Wert auf die p er» Ionelle Auswahl gelegt hat. Nach welchen Ge- chtspunktten die neue deutsche Strafprozeßordnung iefe wichtige Frage behandeln wird, steht wohl mod) nicht fest. Bilderdiebstahls und bie Wieberherbeischaffung ber Bilder vom bayrischen Kultusministerium erhalten habe. Die neue Mannheimer Rheinbrücke heißt „Schlageter-Vrücke". Die neue Rheinbrücke, die Mannheim und Ludwigshafen verbindet, hat einen Namen erhalten, ber mit ber Geschichte bes neuen Reiches eng verbunden ist. Die Brücke wird künftig „Schlage- t er-Brücke" heißen. In diesen Tagen wird an der Brücke ohne besondere Feierlichkeit eine Tafel angebracht werden, die den Namen des Freiheits- heloen trägt. Zugunglück in Dresden-Reustadt. Dresden, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Am Samstag gegen 8 Uhr ereignete sich in Dresden bet der Ausfahrt aus dem Bahnhof Dresden-Neustadt ein Zugunglück. Nach ben bisherigen Feststellungen fuhr ein Leerzug ber Reichsbahn einem Kinber-Sonberzug in die Flanke. Der Gerätezug der Feuerwehr sowie Aerzte unb Sanitätspersonal eilten sofort an bie Unglücksstelle. Fünf Kinder an Pilzvergiftung gestorben. In Sashalom bei Budapest erkrankten eine Arbeiterfrau unb ihre fünf Kinber im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren nach bem Genuß von Pilzen an schwerer Pilzvergiftung. Die fünf Kinder sind kurz darauf g e ft o r b e n. Der Zustand der Mutter ist hoffnungslos. Vier Todesopfer eine» Fabrikbrandes in püris. In einer Radiofabrik in Paris brach ein Brand aus, der sich mit großer Schnelligkeit aus« breitete. Vier Arbeiterinnen der Fabrik kamen in den Flammen um, drei weitere konnten nur mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen werden. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Zahlreiche Leichtverletzte erhielten Notverbände. Zwei Tote beim Erdrutsch In einer Kohlengrube. Jrn Tagebau ber Braunkohlengrube „Fortuna" bei Oberaußem im rheinischen Kreis Bergheim ereignete sich ein plötzlicher Erbrutsch, bei bem vier Mann mit ben Massen abgingen. Währenb sich zwei Arbeiter unversehrt retten konnten, wurden ein Obersteiger unb ein Oberingenieur verschüttet. Ihre Leichen wurden geborgen. Eine Möderin hingerichtet. Am 20. September ist in Halle a. b. Saale bie 1888 geborene Berta Langguth, geb. Müller, bie vom Schwurgericht in Nordhauser» wegen Er- morbung bes 78 Jahre alten Jnvalibenrentners Karl Hammer in Gonna zum Tobe verurteilt worden war, h i n g e r i ch t e t worden. Sie hatte den alten Mann, der ihr, seiner langjährigen Wirtschafterin unb früheren Geliebten, unter Vorbehalt bes Nießbrauchrechtes bereits feinen Grunbbesitz übereignet und ihren kleinen Sohn zum Erben seines zahlreichen Nachlasses eingesetzt hat, im Schlafe ermordet, um alsbald in den uneingeschränkten Genuß seines Vermögens zu gelangen und bann einen jüngeren Mavn heiraten zu können Vollstreckung eines Todesurteils. Am 20. (September ist in Ulm ber 1907 geborene Bruno Weißhaupt hingerichtet worben. Weißhaupt war vom Schwurgericht in Ulm wegen Raubmordes an der 72jährigen 'Kreszentia König zum Tode unb zum bauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worben. Dreister Raubüberfall in Dortmund. In ber Kuhstraße in Dortmund wurde ein Kasfen- ■ bote, ber sich auf bem Wege von der Reichsbank ■ zum Stadtinnern befand, überfallen unb । beraubt. Die Täter fuhren mit einem Straft- ■ wagen an ihn heran; zwei von ihnen schlugen ben i Boten mit Totschlägern nieder, während ber brüte - am Steuer des Wagens sitzende Täter vom Wagen ! aus einen Schuß abgab, wodurch ein bem lieber- : faüenen zu Hilfe eüenber Chauffeur an ber Hand > verletzt wurde. Die Räuber erbeuteten 1000 Mark Der Sundesletter des VDA. Der Bunbesleiter bes VDA., Dr. Hans Steinacher, veröffentlicht zum „Tag bes beutfchen Volkstums" ein Geleitwort, in bem es heißt: Das deutsche Volk hat sich in vierhundertjähriger friedlicher Kolonisationsarbeit über die halbe Welt verbreitet. Wir wissen sehr wohl, daß sein Schicksal niemals ganz zur staatlichen Einheit führen kann. Aber die Einheit des Volkes, die Einheit einer Wesens» und Erlebnisgemeinschaft, bie Einheit eines fanatischen Glaubens an bas eigene Volkstum, wollen wir bewahren unb vertiefen. Diesem Hochziel gilt bie Arbeit bes VDA. Adolf Hitler hat als erster Staatsmann ber Weltgeschichte bie Volkstumsrechte zum Grundgesetz ber V ö l ke r politi k erhoben. Er hat bie Achtung vor frembem Volkstum, bie ber beutsche Nationalsozialismus hegt, zum Maßstab ber Achtung gemacht, bie deutsches Volkstum in der Welt von den anderen zu fordern hat. Soeben hat Adolf Hitler wieder bei Der Frauentagung auf dem Nürnberger Reichsparteitag 1935 den verpflichtenden Say geprägt: „Die letzte Unsterbsichkeit auf dieser Welt liegt i n der Erhaltung d e s Volkstums". Im Sinne dieses Führerwortes wollen wir in diesem Jahre ben Tag bes beutschen Volkstums begehen. Wir gebenfen am Tag bes beutschen Volkstums ber unveräußerlichen Gemeinschaft mit den Millionen unserer Volksgenossen in den fremden Staaten. Wir grüßen in Ehrfurcht und Treue insbesondere jene auslandsdeutschen Volksgenossen, welche um ihrer Deutschheit willen Ver- folgung erleiden müssen. Im heißen Glauben an den Führer und Erneuerer des deutschen Volkes Adolf Hitler unb an die immer wieder bewährte Kraft kämpfenden deutschen Volkstums jenseits der Grenzen bekennen wir uns erneut zu volksdeutscher Opferpflicht und zu g e * * samtdeutscher Schicksalsbereitschaft. Der Franziskanerpater Franz Z i m o l o n g (Pater Bertrand) in Breslau erhielt wegen Vergehens gegen das Devisengesetz ein Jahr sechs Mo- Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe weitere 30 Tage Gefängnis. Der Angeklagte hatte im Oktober 1934 unb Januar 1935 jedesmal 15 000 Mark, die dem in Jerusalem ansässigen „Verein vom Heiligen Leibe" zustanden, von einer Breslauer Bank abgehoben unb dem Vertreter einer Orgelbaufirma in Jägerndorf in der Tschechoslowakei für einen Orgelbau übergeben, ber bas Geld bann ins Auslanb brachte Das Gericht berücksichtigte, baß ber Angeklagte auftragsgemäß gehanbelt habe, unb zwar im Auftrage bes Paters Custos in Jerusalem, ber ihm ben Auftrag gegeben hatte, Gelb für eine Orgel zu überfenoen. Der Angeklagte hätte aber unbedingt Bedenken haben müssen, denn er habe wissen müssen, daß der Vertreter der Orgelbaufirma Ausländer sei, der seinen Sitz in Jägerndorf in der Tschechoslowakei hat. So habe er damit rechnen müssen, daß das Geld dorthin gehen sollte. Tagung des Relchsverbanbes für bas Wünschelrulenwesen. In Wiesbaben tagte ber Reichsverbanb für bas Wünschelrutenwesen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen organisatorische Fragen, besonders bie Bildung eines wissenschaftlichen Forschungsausschusses und der Fachschaft für Rutengänger. Jeder der Fachschaft angehörende Rutengänger ist verpflichtet, über alle feine Versuche, ganz gleich, ob sie Erfolg haben ober nicht, genaue Aufzeichnungen auf oorgebruckten Fragebogen zu führen. Er Darf keine übertriebenen Angaben machen unb muß sich bei seinen Berichten in ben Grenzen bes Möglichen halten. Das auf biefe Art entstehend statistische Material über bas Wünschelrutenwesen wird von bem Forschungsausschuß eingehend geprüft und verwendet. Die phantastischen Angaben mancher Rutengänger wurden einer scharfen Kritik unterzogen. Allgemein wurde gefordert, solche Elemente, die niemals rechte Rutengänger seien, auszuschalten. Im Verlauf dieser Tagung führte der Reichsver» band für das Wünschelrutenwesen im Versuchsgelände einige Prüfungen durch. Es waren etwa zehn der bekanntesten Rutengänger aus Deutschland, Holland und der Schweiz bestimmt worden, um ben »uern bie Verschiedenartigkeit der Reaktionen i einzelnen Rutengängern zu zeigen. Der beabsichtigte Erfolg trat auch ein. In einer öffentlichen Versammlung hielten Dr. Lohmann über den gegenwärtigen Stand der Entwicklung der physikalischen Wünschelrutenforschung und Dr. D o b I e t über den physikalischen und photographischen Nachweis ber Erbstrahlen Vorträge. Lokomotivführer während der Fahrt wahnsinnig geworben. In ber Nähe von Stanislav (Polen) würbe ein Lokomotivführer währenb ber Fahrt wahnfin * n i g. Er ließ ben Zug mit immer höherer Oe- schwinbigkeit ohne Beachtung ber Signale durch eine Haltestelle hindurchrasen. Glücklicherweise konnte der Heizer Den Lokomotivführer überwältigen und so lange festhalten, bis er den Z u g z v m S t e h e n gebracht hatte. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich feucht-warmer subtropischer ßuftmaf- sen kam es gestern auch in unferm Gebiet noch zu Regenfällen, die sich heute früh im nördlichen Teil des Bezirks noch fortsetzten. Jrn allgemeinen macht sich bei absteigender Luftbewegung aber schon der Einfluß bes über dem Kontinent entstehenden Hoch« druckgebietes in heiterem und tagsüber recht warmem Wetter geltend. Der über Südwesteuropa ein- tretende Luftdruckfall begünstigt die absteigende ßuftberoegung, so daß vorerst mit der Fortdauer ber vielfach heiteren, morgens aber nebeligen Witterung gerechnet werben rann. Aussichten für Sonntag: Vielfach Frühnebel, sonst trocken und meist heiter, tagsüber recht warm. Überwiegend westliche Winde. ßufttemperaturen am 20. September: mittags 22 Grad Celsius, abends 18,1 Grad; am 21. September: morgens 15,5 Grad. Maximum 23,3 Grad, Minimum 15,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe 1 am 20. September: abends 16,1 Grad; am 21. September: morgens 15,3 Grad Celsius. — (Sonnen- ‘ scheindauer 3,7 Stunden. — Niederschläge 0,2 mm. Hauptschriftleiter.- Dr. Friedrich Wilhelm ßange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den . übrigen Teil: Ernst Dlumschein. Anzeigenleiter: ' Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An» । zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck . und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- । druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. • Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. i Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. > Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., । mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. ' Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Seine Majestät der Kaiser von Japan hat an ben Führer unb Reichskanzler ein Danktelegramm gerichtet: Botschafter Mushakoji hat mir soeben das Gemälde mit dem Porträt des Kaisers Saga überreicht, das Ew. Exzellenz mir gütigst zum Geschenk gemacht haben. Ich bin sehr glücklich in dieser Gabe die freundliche Gesinnung Ew. Exzellenz zu erkennen, deren hohen Wert ich zu schätzen weiß und sage Ihnen meinen herzlichsten Dank Hirohito Geleitwort desReichsinnenmmistersDr.Frick Reichsminister Dr. Frick hat dem Dolksbund für das Deutschtum im Ausland zum „Tag des deutschen Volkstums" folgendes Geleitwort gegeben: Der „Tag des deutschen Volkstums" soll zum dritten Male als „Fest der deutschen Schule" daran mahnen, daß deutsches Volkstum, aufgebaut auf gemeinsamer Abstammung, Zucht, Sitte und Art, eine unverrückbare Gesinnunas- unb Schicksalsgemeinschaft ber be- wußten Deutschen in aller Welt barstellt. Im nationalsozialistischen Deutschlanb hat bas Werk bes Führers ein roieber geeintes Volk geschaffen unb ben Volkstumsgebcmken unb bie ihm erwachfenben Verpflichtungen fest in aller Herzen geschrieben. Aber auhehalb ber Reichsgrenzen ringen unsere Volksgenossen nach wie vor um ihr Recht auf deutsches Wesen uno kulturelles Eigenleben. Ihre opferwillige, in vielen Stürmen immer von neuem bewährte Treue zum Volkstum soll uns ein Ansporn sein, im Kampf um die Neugestaltung und Festigung der großen Gemeinschaft, der wir uns tief innen verbunden fühlen, nicht zu erlahmen. So begrüße ich es dankbar, daß der Volksbund für das Deutschtum im Ausland auch in diesem Jahre der Freiheit Alt und Jung zusammenruft, um vor aller Welt Zeugnis dafür abzulegen, daß wir Deutschen im Reich mit unseren Brüdern und Schwestern jenseits der Grenzen u n l ö ß l i ch zusammengehören, in der unveräußerlichen Erkenntnis, gemeinsam Träger deutschen Lebenswillens unb deutscher Kultur zu sein. Gez. Dr. Frick. AEG MEISTER K LA S S E (D er ______________________________________A- 163.- ♦ Europameister ♦ ■.min.m.miipriuu w • „■, ■, ♦ Weltmeister ♦ M Der neue, schmucke -M Riemenscheiben ite Neu-Ausgabe zu 11 Reichsmark Adreßbuch Giadt und Kreis Gießen Grohe u. SMW Möroeöen Oberheffischer Adreßbuchverlag Gießen Femsprecher 2251 Schulstraße 7 ä Ob?s. äu ?b.efnUäflr. Äb0‘J zu verkaufen? Franks.^tr. 17. zu verkaufen. Tranks. ob. später. Schr. unter 03994 an | Mietgesuche | Schr. Äng. unt. 5388Da.d.G.A. bett Gieh. Anz. Dein Nachbar halt u. ^Kochen, Walltorstr. 21, Grohe Ti [Verschiedenes | und am Pferde- * Gerstmann, Berlin W o r.8fiRV :iÄd)t Botl Schr. Ang. unt. 5381Da.d.G.A. Pack-u.Veriandkörhe liefert Wiesner, Groh-Umstadt Hessen 41. VwiiP 3500 Jl. Schrift!. Nachlässe von z bi« 20 v. s. erhalten Sie bet wiederholten Auf« nahmen einer Lmetgo n eine tftir lu 'le tn Dio 8®ep Hoir uaibi N ein ■ wo II trat les iiic Mu «techs ■ipai rmitt' iisich bet persönliche und Organisationserfolge nachweisen kann, zum Ausbau bekannter Krankenversicherung gesucht! Strebsamen Herren bietet sich Dauerstellung bei hohen Bezügen. Angebote erbeten unt. Z 717 durch Annoncen -Expedition Mar il a n ,i$u[ai -rftir 1 ul en qab -amu üchü tjchell sten Mn Ma »sich ' runhc mich! mcr n’bos Ml Trauring gesund. Abzuh. LeihgestLNeg 19 2 hochträchtige Vogelsberger Fahrkühe zu verkauf. 03993 Wieseck, (Siebener (Str. 29 Gasgeräte schäften zu jeder Zelt Ordnung und Zufriedenheit! Liesel Gr. Schriftliche Angebote unt. .04001 an den (Siebener Anzeiger erbeten. Äng. unt. 5356 V a. d. Gieb. Anz. verzichte, erb. d. Teilhab. t. kurz. Zeit s. Einl. zu- ab Gaswerk: Stückkoks Nußkoks I Nußkoks II Dein Helm ist doppelt schön und wert, Steht in der Küch ein Gas-Kochherd. Irene Schn. Ford-Zugmaschine fahrbereit, verkauft (03991 Ernst Valentin, Schietzgärten 19, Telephon 2830. B bet I Hf! N figi ü ra - V\ 1 tttt I tnQ ! 1 tei i zu l hii I Nil i de ! Dr for sei dik 1 Un 1 ho 1 ta- S-Zyl.-Umousine t. gut. fahrb. Zustands. 450 Mk., 1 fträie f. Holzbearbeitung, 1 Sattlernähmaschine zu verkauf. 04012 MiilMratze 22. Einmalige Gelegenheit! Wer beteil, s. zur Hälfte am günst. Kauf eines selten schön. Anwesens in best. Lage der Stadt (Einsam.- u. Etagenhaus, Gart.)? Da ich in d. erst. 6 Jahr, auf d. Reinverd. Lautsprecher 1 Nora- Netzanode, 1 Akku und 5 Telef.-Röhren bitt. z. verk. 04023 Schillerstr. 9 II. 8Z28 ftord- Limousine, a. Rohöl umgeb. (2 Pf. km Betr.- Kost.), weg. Anschaff. ein. Lastwagens zu verk. Evtl. Tauschgeschäft. Näh. bei Medebach, (Sieben, 04032 Marburg. Str. Wl" ifoiiin Mol lülnge sierfü nichl rie i"' ■ß ILlt’l fiel tri be ba C tu Schöne 4-Zimmer- Wohnung mit Bad, sofort od.spät. z.verm. Schr. Ang. unt. 5360va.d.G.A. Radio Siem.-3-R.-Ge- rät tn. dletzaschl., f. Gleichstr., m. Lautspr., 1 Jahr gesp., umzugsh. bitt, abzug. 03339 Näh. i. b. Ge- schäftsst.d.G.A. Küchen- Mädchen gesucht. 04041 Seltersweg 19. Jg. Ehep. sucht Zinuner und Küche zum 1. 10. 35. Schr. Ang. unt. 03972 a.b.G.A. Halbtags- Mädchen selbst, i. Haus- Allein verk auf Fritz Goebel Ortenberg. Ausstell.-Raum: Gießen, Seltersweg 47 Ruf 3637 Annahme von Reparaturen für Büro'Maschinen aller Art. 53400 ,, Neuwertige WellblRcligarage 4,50 mal 2,40 m, zu verkauf. 04019 I Neustadt 8. Gebrauchte Diesellokomotive 12 PS, 60 cm Spur, 800 m gehn Gleis 7 cm hoch, auf Stahlschwellen, günstig zu verk. Ang. unt. ft. M. 4306 (5353V) an Ala, (Sieben, Schulstrahe 7/9. CONTINENTAL SCHREIBMASCHINEN weltbekannt weltbewährt Schrank zu kauf, gesucht. Ang. mit Mab und Preis an Ceff. Handelslehranstalt, Liebigstr.16.Q4on Aelteres, arisches Ehepaar sucht z. 1. Oktober ein braves, freundl. Mädchen vom Lande (26 bis 30Jahr), das schon in Stellung war, f. alle Hausarbeiten. (04018 Näh. Bismarck- stratze 38 vart. Großstädtisch ausgestaiteieöNachschlagewerk von 556 Seiten Umfang, mit sieben Städten und 74 Landgemeinden von etwa 100000 Einwohnern Stadtplan von Gießen, ergänzt bis in die letzte Zeit Sorgfältig bearbeitete Anschriften-, Straßen- und Geschästsverzeichnisse, Abschnitt über alle Behörden, Vereine, Standes- und öffentlichen Einrichtungen Fachm.Beratung: Gas-Gemeinschaft Gießen 5384 A Mädchen vom Lande mit Kochkenntnissen sucht zum 15.10. Stellung im Haushalt. Schr. Ang. unt. 03995 a.d.G.A. Laden. (04020 Kochlehr- mädchen gesucht. 04041 Schwaabs Weinstuben, Seltersweg 19 6-Sitzer- Llmousine als Lieferwagen ob. Untergestell als autobereifter Pferdewag. geeignet, bittsg zu verkaufen. 5300 D H. Gärtner, Liebigstr. 41, Telephon 2802. Tüchtiges Mädchen in Küche urib Haushalterfahr., zum 1. Oktober gesucht. [04016 Gerstenhauer, Wilhelmstr. 8 p. Volksschül. vom Lanbe sucht zu Ostern Stelle in kaufmänn. Betrieb Schr. Ang. unt. 5351O a.b.G.A. Horex 500ccm in gutem Zu- stanb, preiswert abzugeben. 04031 Balser, Tammstrahe 8. Junges Mädchen 2 mal wöckentl. vormitt, gesucht. Näh. i. d. Geschäftsstelle des Gieb. Anz. osso« Wohn- and Mällta i.Gilben, Bleich strabe5,m.Laden u. 4 Wohnungen sowie Garage, vreisw. zu verk. Näheres 5317V Dir. Steinmetz, Weilburg, Wilhelmstrahe. Hafer, Heu und (5365V Roggenstroh kauft zu Fest- bzw. Tagespreis. Heeresvertzsle- gungsamt Gie- tzen, Tel. 2954. 2 leere grobe gimmer in bess. Hause zu verm., evtl, mit Küchenben., das. ein möbl. Zimm. Schr. Ang. unt. 04028 a.b.G.A. Witwe, Mitte 40, symp. stattl. Erschein., tn. Vermög., w. Herrn, Beamt, ob. Ge- schäftsm. in gut. Posit., zw. Ebe kenn, zu lernen, evtl. a. zur Führung d. Haush. Schr. Ang. unt. 03981 a.b.G.A. Kapitalanlage | Bangeianöe in aussichtsreich. Gegend b.Stadt, abzugeben. Schr. Ang. unt. 53110 an d. Gieb. Anz. Santen in bester Lage, nahe denBoots- häusern, zu verkaufen. [03989 Zu erfragen: Dilges, Alicenstratze 29. . kleine I Ein Buch für Som. [2^« mertage u. FerienzeU Tagesmädchen zum 1. Oktober gesucht. Schrift!. Angeb. unter 04013 an ben Gieb. Anz. | Wohnungstausch | Wohnungstausch Suche 3-Zimm.- Wohnung gegen 4-Zimm.-Wohn. Schriftl. Angeb. unter 04014 an den Gieb. Anz. 43immer und Küche mit Bad, Balkon, Heiz., Mietpreis inkl. Heiz. 70 in Gr.-Buseck v. sofort z. vermiet. Schr. Ang. unt. 5390va.d.G.A. sehr billig abzugeben. [03975 Stephanstr. 311 Sauberes, jung. Mädchen für halbe Tage gesucht. (04004 Gartenstr. 20 p. Gut ein geführte Peitschen- Riemenfabrik sucht tüchtige vertrete« gegen hohe Provision. sofort lieferbar durch: Kohlenhandel und Städt. Gaswerk Gießen 384 A Hausangestellte i.° kl."'Haushali Kochkenntn. erfl. gesucht. Näheres SolWeaosöautööigeetifteoi wird seriösen Mitarbeitern bei günstigen Bedingungen und bester Werbeunterstübung von bedeutendem Zwecksparunlernehmen durch Uebertragung einer 5369 V EinlmMaiis 7 Zimm., Küche, Bad, el. Licht, W.-Kl. u. grob. Gart., in nächst. Nähe Gießens, zu verkauf. Schr. Ang. unt. 5350D a. d. Gieb. Anz. Verkäufe ] Verkaufe wegen Umstettung eine Belgier- Fuchs Stute 9 Jahre, zugfest u. zuverl. 5374V Hohensolms 9. HotelMadtheB 24 I. alt, m. gut. Zeugn., verf. m all. Arbeit., auch Büfett, Servier., wünscht v. 1.10. 1935 pass. Stell., auch nach ausw., auch gut. Privathaushalt. Schr. Ang. unt. 04036 a.d.G.A. Gut erhaltenes Klavier bitt. z. verk. 03992 Aliceustr. 16 I. 5-Zimm.-Wohnung m. Bad, Z.-Hz., z. 1.10. z. verm. Schr. Ang. unt. 04024 a.d.G.A. jieitgem. Mietvr. in Frage. Schr. Ang. unt. 04002 A, Karlsruher Lebensverilchenm8SbankA-.G. - . Ursprung 1835 Versicherungsbestand WMWWMWWWUMEMM 672 Millionen Reichsmark Dir suchen für Gießen zum sofortig. Antritt einen nachweislich tüchtigen Fachmann als Vlatzlnspektov f. die Sparte Kleinlebensversicherg. Geboten werden: Gehalt, ttnkostenzusch., Abschluß- u. Anteilgebühren. Oirektionsvertrag. Bewerb, mit Erfolgsnachweisen u.Zeugnisabschr. sind zu richt, an uns.Zentrale nach Karlsruhe l.Ä. 5367 V Neues Wohnhaus i.Ob.-Beffingen (sehrschöneLage am Wald) z. verkaufen od. z. ver- mieten.Auskunft erteilt Architekt Svelkus, Eberstadt bei Lich. TelefonMünzen- berg 16. t^p Bauplätze in guter Wohnlage, zu verkauf. Schriftl. Angeb. unter 5312D an d. Gieb. Anzeig, I zuv o foni II die ml): r awiej il neu ii eine irech 0 »ob il sich, D Weh Mädchen ges., nicht unter 18Jahren. 538oD Bäckermeister Dietrich, Beuern Für Hömovath., Zahnarzt oder pens. Beamten Villa mit gr. Garten, Garage, f. 15 000 Mk. i. Kreisstadt zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 5398va.b.G.A. Gas-Koks der gute Brennstoff für Haus brand und Zentralheizungen 5-7-3immer MUIW m. Bad u. Herz., Seltersweg 541, zu verm. [5389V Näh. A. Becker, Kevlerstratze 9, Televhon 3804. Schöne K-l-UllMH Parterre, i. best. Lage, m. reichl. Zubehör u. Gartenanteil, für 1. Jan. 36 z. verm. Auskunft erteilt: Ob.-Jng. Engel, 6357D Ebemnitz, Neefestr. 26. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des hei» mailichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck» tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von KGerhard u.tö.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheilen in sich aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.' Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter gu beziehen durch jede Buchhandlung? Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfeld, 2 große Zimmer in schöner Lage, mit Kvchemrich- tung, eleftr. Cicbt und Wasser, per 1. Oft. zu verm. Schr.Angeb.unt. 5321V a.d.G.A. Fleibiges s53S4v lagesmöOOien welch, etwas Erfahrung in der Hausarb. hat, f. kl. Haushalt ges. Wo? sagt d. Ge- schäftsst. d. G.A. 3-3innDei- Wohnung mit Küche (inStaufenberg) zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03925 a.d.G.A. Vertreter(innen) mit guten Beziehungen zur Privatkundschaft z. Verkauf von neuartigen Nürnberger Weihnachtsspezialitäten bei hoh. Provision gesucht. 635Rv | Vermietungen] Modernes Haus mit 7 Z. u. zwei Küch., sow. Ne- bengebäud. u. % Morg. Obst- und Gernüsegart., in herrl. Sage, dir. a. Wald pel. (bei Hung.), r. Erholungssuchende o. pens. Beamt, s. geeign., sof. zu vermiet, im Vorkaufsrecht. Ang. u.03998a.d.G.A. Deutsche Beamten-Versicherung öffentlichrechtliche Lebens- und Renten - Versicherungsanstalt sucht hauptberufliche tezirkskommissare und Vertrauensmänner Direktionsvertrag. Auch stille Mitarbeiter können sich melden. Nichtfachleute werden eingearbeitet und unterstützt. Die Anstalt hat sehr günstige Tarife und Bedingungen. Aufnahmefähig sind außer Beamten und Angestellten Angehörige der Wehrmacht, Arbeitsdienst, Polizei sowie Lehrer und freie Berufe. Angebote an Verwaltungsstelle Frankfurt am Main. Friedensstraße 2.5352V Treibriemen Transmissionsteile Spannscbienen Riemenspanner Riemen verbinder Näh- und Binderiemen Riem en wachse Paul Läufer Spezial - Handlung techn. Bedarfsartikel Gießen, Wagengasse (Nähe Marktplatz) Ruf 2028 5385 A Gas-Heizung ist nicht nur gesund und bequem, sondern bei den heutigen Heizgas-Preisen von 8 Pf. je cbm in jeder Hinsicht wirtschaftlich. Rat und Auskunft: Gas-Gemeinschaft Gießen 5384 A Moderne 4-Zim.-Wohng. m. komvl. Bad, Zentralheiz. und sonstig. Zubehör zum 1.10.35 od. später zu verm. Schr. Ang. unt. 04010 a.d.G.A. Mk. 1.35 je Ztr. „ 1.50 „ 160 Wachs, glatth. Pinscher 10 Mon. alt und Rottweiler-Hdn. (b. Stbm.) gibt Hill. Ob [5359 D Karl Eise, Lich, Ziegelgasse. Ehrliches, fleib- Halbtags-Mädchen v. ölt. Ehepaar gesucht. [04017 Näh. in der Ge- schäftsst. d. G.A. In Eiolamilienta schöne 3-Zimmerwohn. m. Küche (Heiz.) zu vermiet. Evtl, kann später*das ganze Haus gemietet werden. Schr. Ang. unt. 04009 a.d.G.A. verwendet schon Immer Schwefelsaures Ammoniak und hat dadurch ausgezeichnete Ernteerträge erzielt. Zentner RM. 7.50. Bei Abnahme über 20 Ztr. Preisnachlaß Auskunft: Städtisches Gaswerk Gießen __5384 A Zwei fast neue Menlire weg. Todesfalls bill. z. verk. 04039 Giehen, ftrank- furt. Str. 149 11 Gut erhaltener güWtonl (2mbi.,0,72 tief) und Wie (107 x72), cm Künstlerentwurf, Handarbeit, evtl, als Theke zu gebrauchen, vrets- wert abzugeben. Zu erfrag. [03973 ftrankf.Str.9111 Slngefübvte Nezivks-Pertvctev (Keine Anfänger) gesucht für den Vertrieb von LNavkeu-Äutodlen Entkohlet - Präparat, Frostschutzmittel, Oben» schmier-Oel, Polieröl, Spezial-Fette, Fuhboden- öl, Jndustrie-Oele usw. Hohe Provision. Gute Existenzmöglichkeit. Sofortige Angebote erbet, unter H. G. 5731 a:i Ala, Hamburg 1. (5371V Garage Wernerwall 3 zu vermieten. Näheres durch Ä. Nevv 5296D Wagengasse 9. KleineAnreigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beacktet und gelel>»n. \ Kaufgesuche"! Schönes NM« 6-7 Raume, mit Geschäft, i. Gieh. od. näh. Umg. gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 5375 D an den Gieh. Anz. 300—500 qm BnnjloB zu kauf, gesucht. Schr. Ana. mit Preis unt. 03969 a. d. Gieh. Anz. Suche gut erb. 200 ccm Motorrad W. Pfaff. Gieften, 03979 Walltorstr. 42. IstraWasctieveitrieb Frankhirt/M., Gr.Friedbergerstr.32 liefert an Vertreter und Wiederverkäuf. Herren- Oberhemden / Sporthemden / Schlafanzüge. la Ausführ. Prompte, billigste Belieferung auch n. Mab. 5371V DKW.: Motorrad 200 ccm, Luxusmodell m. elektr. Anlasser, wenig gefahren, günst. zu verkauf. 03935 Mein-Linden, Brandweg 10. Gut erh. schw. Piano preiswert abzugeben iN [03961 Lindenstruth, Hauptstr. 32. Fast neues, schwarzes Klavier u. Notenschrank zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 04037 a.d.G.A. Gebrauchter fiüpferteffel mit Gestell zu verkaufen. [03986 Mein-Linden, Wetzlarer Str. 64 Gut erhaltener Doppelauszug- Ofen Fabrik. „Werner & Pfleiderer", vreisw.abzugeb. Schr. Ang. unt. 04007 a.d.G.A. Fast neuen [04020 Grudeofen überz., zu verk. Wo? sagt d. Geschäftssinn Verkaufe billig zwei komplette Kummet- Chais.-Geschirre und zwei Mie-IMin. am Bahnhof Gr.-Linden zu vermieten. Ab- schluh, Garten. Sck?r. Ang. unt. 04000 a.d.G.A. Abgeschl. möbl. 2-Zimmerwohnung mit Küche, Gas und elektr. Licht per 1. Oktober zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04025 a. d.G.A. Gut möbliertes Zimmer ab 1. 10. in der Nähe d. Kliniken (p oder 1. Stock) zu miet, gesucht, voraussichtlich f. läng. Zeit. Schr. Ang. unt. 5362 D a. d. Gieh. Anz. Möbl. Zimmer für einen kaufmänn. Angestellten z. 1. Oktober gesucht. 04040 EarlSchwaab, Seltersweg 19. Zum 1.1. 36 od. spät.sucheich ein. faden in Giehen, 25 b. 40 qm groh. Es , kommen nur Läden in bester Ge- : schäftslage bei Ruhig. Ehepaar (Heeresangestt.) sucht 2-3-Zim.-WehnuDg (Herd Vorhand.) Schr. Ang. unt. 04027 a.d.G.A. Sielt. Ehepaar s. 2 Zimmer 01. Küche inmitt. d. Stadt. Stratzer, Biktoria-Bier- keller. l 04005 ZmöblZioioiei Wohn-u. Schlafzimmer (2 Betten), von höh. Beamten ab 10. Oktober gesucht. Schr. Ang. unt. 03947 a.d.G.A. Berufst. Dame sucht freundlich möbl. Zimmer evtl. m. Heiz. u. flieh. Wasser u. voller od. teilw. Pension. Schr. Ang. m. Preis u.03997a.d.G.A. Sielen-(s)eschirre. rück. Erfordl' sind Georg Schwarz, ' * Gdshcrd mit Brat- und Backofen, hilft sparen! ------ Ang. unt. 04021 marktblatz. 03990 a. d. Gieh. Anz. steuer- u. führerscheinfrei, seither a. Borfübrungs- wagen gelaufen, günstig zu ver- Imifen. [5399D ftr. Linker & Sohn, Ludwigstr. 1V. leeres Zimmer auch zu Vereinszwecken geeign., in guter Lage, sofort zu verni. Schr. Ang. unt. 03999 a.d.G.A. Sauberes, frdl. möm. Zimmer a. berufst. Herrn abzug. Pr. 12 Schr. Ang. unt. 04043 a.d.G.A. SkMSlWNlllk für den dortigen Bezirk geboten. Bewerbung, erbet, unt. RI 463 an Anieigenrleie, Köln, Breitestr. 92 98 | Stellenangeböte| Privat- Reisende (Dame befand, geeignet) , bei hohem Verdienst per fof. gesucht. Schr. Ang. unt. 5361Da.d.G.A. ^ii». um. utvv^ Angebote unter Nr. 79 an die ALA a. d. Gieh. Sina.1 Anzeigen-Akt.-Ges., Nürnberg Teilhaber Tücht. Verkäuf. oder Reisender m. einig, taus. Mark für Auto- branche gesucht. Schr. Ang. unt. 04022 a. d.G.A. Damenlahrrail gebr., z. kauf.ges. Schr. Ang. unt. 04015 a.d.G.A. Gebrauchte eiserne Fenster gesucht. Schr. Ang. unt. 03987 a.d.G.A. M-Mel z. kaufen gesucht. Kolb, 04035 Ludwigstr. 40. So wichtig wie das Brot für die Ernährung des Menschen ist der Naturdünger „Biohum“ für die Ernährung des Bodens Rat u. Auskunft: Fach- u. Samenhandlungen, Kläranlage Gießen mm mit guter Vorbildung, flotter Auffassung, kann ab 1.10.1935 in kaufm. Betrieb eintreten. Schr. Ang. unt. 04034 a. d. Gieh. Anz. Perfekte Köchin für hiesiges Restaurant z.l.Okt. gesucht. Schriftl. Angebote nebst Lohnanspr. unt. 04042 an den Giehen. Anzeig. Infolge Verhei- ratunguns.Mäd- chens suchen wir für bald od. spät, eine gut empf. fleihige MW Samstag, 21. September 1935 Nr. 221 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) Wehr und Waffen •1 rer. en nen chn. Verbände cs seinem Betreuer, dem Soldaten, bis zum letzten nach jeder Jagd die Remonten. Der Husten, der sich es seinem in der ersten Zeit bei vielen Jungpferben einstellt, Atemzug, miik midfuriert werden. Es kommt vor. baß die > en $u hn. ässe 2028 >385 A Zwei gute Reiter sprengen in die Koppel und knallen mit langen Peitschen. Eine wilde Jagd hebt an. Staub wirbelt, Hufe dröhnen. Pferdeleib an Pferdeleib gedrängt geht es in scharfem Galopp immer reihum. Dann sprengen die Reiter wieder zurück. Der Stabsveterinär mit seinen Helfern untersucht NENTAl IB- »CHINEN lekannl e währl Krankheit des einen oder des anderen Pferdes Einzelbehandlung verlangt und dieses aus der Menge herausgenommen wird. Die Rückkehr eines solchen Pferdes nach seiner Heilung ist immer ein Sorgentag für den Futtermeister. Die Gemeinschaft nimmt das Tier nicht so ohne weiteres wieder auf. Es ist fremd geworden, wird vom Futter weggedrängt und von der Tränke verjagt. Aber es gibt mutige und feige Pferde. Die Mutigen haben sich schnell wieder durchgesetzt.LDen Feigen muß der Futtermeister helfen. Alles renkt sich mit der Zeit wieder ein. Eine hohe, braune Stute, eine besonders starke und feurige Remonte, führte sich durch einen eleganten Sprung über das hohe Gitter bei der Nachbarkoppel ein. Ein Rennen, Toben und wildes Schlagen empfing die kühne Springerin. Die Stute setzte in großen Sätzen über die Koppel und sprang leichtfüßig in hohem Bogen wieder über das Gitter zurück. Seit sechs Tagen ist es ihr besonderes Vergnügen, die Gitter und Koppeltore zu überspringen zum großen Erstaunen aller Depotbeamten. Der Inspektor hat über diese Springkünstlerin nun schriftlich seiner vorgesetzten Stelle berichtet, und nun wird die Stute in diesen Tagen zur Springschule „versetzt". Vielleicht wird sie hier, ihrer natürlichen Veranlagung gemäß, zu einer Größe in unserer international bekannten Pferdegruppe werden. Nach einem Jahr Pflege und Gewöhnung im Depot werden die Remonten nochmals durch die Kommission gemustert. Einzeln werden die Tiere vorgeführt und nach Bau und Stärke eingeteilt. Die Regimenter aus dem ganzen Reich entsenden ihre Transportmannschaften, um das zu ergänzende Pferdematerial aus dem Depot zu holen. Vom frühen Morgen bis zum Abend werden Pferde und immer wieder Pferde vvrgeführt und an die Trup- pen übergeben „Reitl" oder „Zug!" sind die Worte, die ununterbrochen gerufen werden. Ein schöner, guter Rappe mit einer weißen Stirn und weißen Kronen über den Hufen wird als „Pauker" ausgerufen. Er kommt zu einer Reiterkapelle als Paukenpferd. Bei der Truppe wird die Remonte allmählich an den Dienst gewöhnt. Die Reitpferde werden gejat« telt und erst eine Zeitlang herumgeführt. Wenn der Sattel zur Gewohnheit wird, dann erst schwingt sich ein guter Reiter auf den Pferderücken und reitet die Remonte ein. Als siebenjähriges Pferd ist die ehe» malige Remonte voll „dienstreif", schön und stark, ausdauernd und treu. Die liebevolle Pflege fofjn* M Som. Ferienzeit neben «gemein, glichen n Silbern uuftahnm Tier» uni bei der hei. "alber tm| ertiesdnit. lebenbiqen llubreichm gstep dm iu.@.M 4,80. inb webt ti e, unb Der t, mit tm?. Sinnen llt d. ülatm. nln si-lch . dem fingen i bie Tafeln rtnnening« einftmals ZriiautH.' > UnioerluB gen Sie )5 unsere iberten blätter n durch sek nblung! rntälflet aq ungd6S schätzen. Nach verhältnismäßig kurzer Betätigung ist außerdem regelmäßig eine gründliche Ueberhol u n g der Fahrzeuge erforderlich. Motorisierte ~ ‘ bleiben immer rückwärts angebunden, ßverkajil 6 Goebel tenberg. elL-Rawi ließen, eriweg luf3®7 *6 von ratuiW iMascbinet Veriandliörbi t ÄiE t, ziv. iu Wv, a«M Tarnung spart Blut. Don Oberstleutnant a. O. Benary. Wir sollten im Herbst 1915 mit der Batterie im Brückenkopf von Kupzcince in Stellung gehen. Wir hatten Bedenken: 500 Meter hinter der vordersten Linie, kein deckender Höhenzug, den Fluß mit einer Kriegsbrücke unmittelbar hinter uns. Aber es blieb dabei. Wir fügten uns in unser Schicksal, schlugen in einer Reihe von Panjehäusern die Vorderwand heraus und stellten die Geschütze in die gute Stube von M a t k a. 300 Meter südlich des Dorfes wurde eine tadellose Scheinbatterie mit einem Arbeitsgeschütz aufgebaut. Der feindliche Flieger kam. Das Arbeitsgeschütz tat feine Pflicht. „Moskali" beehrte unsere Holzgeschütze mit einem gehörigen Segen. Das Dorf, in dem er mit Recht noch Einwohner, seine Freunde, die Ruthenen vermutete, bekam keinen Schuß. Wir blieben ein paar Monate ungeschoren in unserer Stellung. Ein Jahr später bei Halicz, im Ausklang der Brussilow-Offensive: Wir waren am Westufer des Dnjestr in einem Kusselwald in Stellung gegangen. Wir standen, unsere Geschütze wohlgedeckt gegen Sicht aus der Luft und vom überhöhenden Ostufer, unter Kiefern- und Birkenbüschen. Wieder suchten wir die Hauptarbeit mit einem A r - beitsgeschütz zu leisten. Aber der Rauch der Mündungsfeuer und der Kartuschen wurde an dem sehr heißen und regenschwülen Tage niedergedrückt, legte sich schwer auf die Kusseln und zog das feindliche Artilleriefeuer auf sich. Wir hatten schmerz- • liche Verluste und mußten bei Beginn der Dunkel- An der nunmehr abgesagten großen Flotten,chau der deutschen Kriegsmarine sollten zum erstennml die neuen 250-Tonnen°U-Boote in Erscheinung treten. Unser Bild zeigt zwei U-Boote im Kieler U-Boots- hafen am Kanalturm. — (Scherl-Bilderdienst-M.) B. Duncan über den deutschen Soldaten im Weltkriege abgegeben hat: „Der deutsche Soldat ist der größte, den . die Welt je gesehen hat!" Der amerikanische General Lee Bullard schließt sich seinem Kameraden mit den Worten an: „Der deutsche Soldat war jederzeit drei seiner Feinde wert!" Sportliche Ertüchtigung muß unserer Jugend die Nerven stählen, militärische Erziehung und Ausbildung einen Soldaten schaffen, der allen technischen Kampfmitteln sowohl in der Beherrschung wie in der Bekämpfung gewachsen ist. Eine vorzügliche Schießfertigkeit mit der Pistole bis zur Maschinenkanone ist aber vor allem zu fordern. Von Jugend an hat sich jeder wehrhafte Deutsche in dieser Kunst mit der Handwaffe zu üben; er wird dann auf dem Schlachtfelde in jeder Lage seinen Mann stehen. In der Literatur über Kampfwagen erscheint auch die Auffassung, als wenn es, wie bei den Flottenkämpfen auf See, zu Tankschlachten kommen würde, bei denen Tankdreadnoughts eine große Rolle zu spielen hätten. Hierfür müßte eine besondere Taktik ausgearbeitet werden. Ich kann mich mit diesem Gedanken, der für Flugzeuggeschwader wohl zutrefsen mag, nicht befreunden. Der Kampf Tank gegen Tank muß immer zum Nahkampf führen. In ihm ist eine einheitliche Führung größerer Verbände unmöglich. Auf See liegen die Verhältnisse ganz anders. Hier entscheidet gewandte Flottenführung den zum Siege führenden Artilleriekampf, der sich auf recht großen Schußweiten abspielt. Eine Waffengattung, die s e l b st ä n d i g Entscheidungen herbeiführt, wird die Motorkampftruppe niemals werden. Sie wird immer nur Hilfs- waffe, hauptsächlich der Infanterie, bleiben, die schlachtentscheidend kämpft. Der Infanterist muß und wird im Verein mit den vorhandenen Spezialabwehrwaffen auch Herr der angreifenden Panzergegner werden, solange er moralisch und in soldatischer Ausbildung auf der Höhe ist. da die Tankstellen in Feindesland ziemlich sicher nicht gefüllt angetroffen werden. Das Vorwärts- fommen von Mann und Pferd ist zweifellos siche- Beide Wesen können genügsamer werden sowie n Willen und eine Lebenskraft einsetzen, die einen Willen und eine Lebenskraft einsetzen, Die über die größten Schwierigkeiten hinweghilft. Dem Motor fehlt diese Seelenstärke von dem Augenblick an, wo der letzte Tropfen Brennstoff aufgebraucht ist. Wie die Bäume nicht in den Himmel wachsen, so sorgt auch der liebe Gott dafür, daß der Benzin- fresser nicht auf zu hohe Touren kommt. Bei klarer Betrachtung verliert also der Tank recht viel von seiner Gefährlichkeit. Selbst der einzelne Mann mit einer guten Schußwaffe in der Hand braucht sich, wenn er ein ganzer Kerl ist, nicht von dem stählernen Ungetüm einschüchtern zu lassen. Unerschrockene Männer der Sage wie Siegfried sollen uns Vorbild sein. Furchtlos ging dieser Dem Fafnir zu Leibe. Trotz hornsester Haut und giftigem Brodern erlag der Lindwurm dem kühnen Helden, dessen Nothung ihm das Herz durchstieß. Dem Tank muß man als Großwildjäger gegenüber» treten. Wie man einen Elefanten nur zur Strecke bringt, wenn man ihm über dem Rüsselansatz zwischen den Lichtern die Kugel anträgt, um das sehr kleine Hirn des großen Tieres zu treffen, so durchschießt der sichere Schütze den Sehschlitz des Kampfwagens, macht ihn blind und führerlos oder erledigt die Waffenbedienung. An Treffsicherheit ist, wie vorher erläutert, der Schütze im freien Felde dem Schützen im Wagen, solange ersterer nicht den Mut verliert, unbedingt überlegen. Mögen unsere Kämpfer, sollte wieder einmal zu den Waffen gegriffen werden müssen, dasselbe Werturteil erhalten, das der amerikanische General George Derartige Streuung, daß Treffen Zufall ist. Dadurch verlieren die Panzerkarossen schon viel von ihrem Schrecken und ihrem Kampfwert. Es sprechen aber noch andere bedenkliche Umstände mit. Da ist vor allem die Brennstoff- Versorgung ein recht wunder Punkt. Selbst bei reichlichem Vorhandensein dieses Motorlebens- elexiers können schon geringe Fehler beim Nachschub motorisierte Verbände lahmlegen. Die Tank- roagenfdlonnen werden selbstverständlich ein Magnet für die Flieger des Gegners fein. Mangel an Brennstoff und sonstige Pannen können dann bei den sich nicht mehr selbst bewegenden schweren Fahrzeugen Straßenverftopsungen entstehen lassen, die au recht erheblichen Nachteilen führen. Was die Geschwindigkeit größerer motorisierter 23er- bänbe anbetrifft, so haben die französischen Manöver ergeben, daß sie beim Marsch gegen den Feind der der früheren Kavalleriedwifionen entspricht. Bedenkt man, daß im Kriege mit den Kavalleriedivisionen die Jägerbataillone zu Fuß mitgekommen sind, so kann man sich die Marschgeschwindigkeit leicht errechnen. Niemand wird abstreiten, daß bei outen Straßen hinter der Front außerhalb der Feindwirkung mit Hilfe des Motors große Strecken mit großen Verbänden in kurzer Zeit zurückgelegt werden können. Kleine Verbände werden auch im Kampfgebiet des öfteren mit Schnelligkeit zu bewegen sein. Im großen und ganzen darf man aber die Marschgeschwindigkeit motorisierter Verbände aus vorher erwähnten Gründen nicht über» In der Mitte des Platzes ist eine größere Auslauffläche durch Seile abgetrennt. Die Bewohner des Städtchens und der umliegenden Dörfer bilden das interessierte und fachliche Publikum. Zwei Gendarmen hoch zu Roß regeln den im Städtchen sonst so ungewohnten starken Verkehr. Jedes Pferd wird den Kommissionsmitgliedern vorgeführt. Schnell, aber sehr kritisch ist diese erste Musterung. Von 130 erschienenen Pferden kommen nur 32 in die engere Wahl. Der Rest, der nicht gekauft wird, ist keinesfalls minderwertig, sondern nur in der Größe ober im Bau für ben Dienst im Heer ungeeignet. Jebem ber ausgewählten Tiere wird mit einem daumendicken Rotstift eine große Nummer auf den Hals gemalt. Kurz vor der Zurschaustellung unterziehen die Besitzer ihre Pferde nochmals einer Generalmusterung Da wird gestriegelt, gekämmt und gebürstet. Das unruhig stehende Pferd wird geklopft und getätschelt. Kupierte Pferde scheiden von vornherein aus. Diese Modenarrheit, die bas Pferb hilflos ben Stichen ber quälenben Insekten aussetzt, macht unsere Wehrmacht nicht mit. Nur „englisch frisierte" Pferbe sind erwünscht. Dem Laien wird ber Begriff „englisch frisiert" vom Stabsveterinär bereitwillig erklärt: „Der Schweif ist in Sprunggelenkhöhe breit verschnitten unb die Mähne kurz verzogen." „Es gibt hier keine Schimmel unb Hengste?" Lachenb antwortet ber Gefragte: „Ein Hengst zwischen all ben Stuten beim Schwabronsexerzieren? Das gäbe ein schönes Durcheinanber. Unb Schimmel leuchten meilenweit im Gelänbe. Braune, Füchse, Rappen unb höchstens noch Falben werben sie ist klug unb gutwillig!" erklärt ber Bauer bem Unteroffizier. Die Pferbe werben gleich verloben. In jebem Eisenbahnwaggon mit 8 Pferben fahren zwei Solbaten mit. Noch am selben Abenb finb bie Tiere im Remontenamt. Morgens würben bie Jungpferbe gekauft — abenbs schon würben sie im Rernontebepot abgeliefert. Die Begleitmannschaften hatten sich kleine Weibenstöcke geschnitten, um bie Tiere vom Bahnhof auf bem brei Kilometer langen Weg zum Depot mit ben Gerten leichter zu birigieren. Am großen Tor bes Remontenamtes von Ma- rienfee im Hannoverschen empfängt sie ber Inspektor mit einem Donnerwetter: „Stöcke weg! Sie versauen mir ja mit ihren Knüppeln bie besten Pferbe- tugenben!" Verlegen lassen bie jungen Solbaten bie Gerten fallen. Die 32 jungen Pferbe kommen in eine große, abgezäunte Koppel. Mannshoch ist bas Gitter. Am Rönbe ber Koppel ist eine Tränke mit fließenbem, immer frischem Wasser. In ber Mitte ber Koppel liegt ein Haufen Heu. Die Depotbeamten beobachten gespannt bie neuen Pferbe. Aufgeregt, in wilben Attacken jagen bie Rosse am Gitter entlang. Fremb ist ihnen ber Platz, fremb sind bas Gitter, das Heu und bie Tränke. Fremd erscheinen ihnen die Menschen. Fremd sind sie selbst noch untereinander. Aber schon nach drei Tagen haben sie sich an die neue Umgebung gewöhnt. Weitere dreißig junge Pferde werden in die Koppel getrieben. Und nun setzt wieder ein Rennen ein. Die ersten 32 jagen die neuen Pferde. Dann beschnuppern sie sich und abermals nach einem Tag haben auch sie sich aneinander gewöhnt. Ost hält die erste Stallgemeinschaft zusammen. So werben Pferbe, bie von ein unb bemfelben Bauernhof stammen, auch hier in ber Koppel als unzertrennliche Freunbe nebeneinanber zur Tränke rennen, sich tummeln unb zusammen grasen. Ein ganzes Jahr lang bleiben bie Tiere hier im Depot. Sie sollen sich in biefem Jahr an bas Zusammenleben gewöhnen, sollen sich herausfuttern unb entwickeln, unb können in Ruhe auf ihren Gesunbheitszustanb beobachtet werben. Morgens unb am frühen Nachmittag werben all bie vielen Remonten in ihren Koppeln bewegt. Renwntenmartt. 23on E K Beltziq Zsrotz aller Motorisierungen kann keine Armee Welt auf ben vierbeinigen Kameraben, bas hk-l-b, verzichten. Gerabe bas letzte kriegerische Er- [igtiis der Vormarsch ber Japaner in Manbschuko ifete den alten Marsch zu Pferde wieder zu Lm. Wo Tanks unb Panzerwagen m Morast lut Sanb versanken, überwand das Pferd die wei- ki SStreefen. Zwar hat sich das äußere Bild einer tarnen Kavallerie geändert. Nicht mehr die ge- Mene Reiterattacke soll die feindlichen Limen tagen, sondern der Kavallerist ist dank dem k'eide unabhängig von schwierigem Gelände zu iBian schnellen Schützen geworden, der mit leichten t Diraenroerfern und Maschinengewehren den An- । pif der gepanzerten Infanterie mederwerfen oder I Kn feindlichen Widerstand brechen soll. Die Ver- : (vhcrung unseres Volksheeres und die neue Ber- : »mungsart des Pferdes sind die Hauptgründe, ■ »rum die Zahl der Militärpferde des deutschen lükriegsheeres heute bei weitem uicht mehr er» nidt wird. Deutschland hat es in der p einer hohen Leistung gebracht. Die Remonte- lütte, auf denen die dreijährigen Pferde, die Re- ulten, angefauft werden, beweisen, daß nicht nur »r Großgrundbesitzer dank des Raumes und der i Birel hervorragende Zuchtergebnisse hervorbringt, Wisern neuerdings auch der bäuerliche Züchter in (ir.im Jungpferden dem Ausland Ebenbürtiges an u -Seite stellen kann. Frankreich, Holland, Polen ml viele andere Staaten find in ihrer Pferdezucht n:c von anderen Ländern abhängig. Hauptliefe- minnen dieser Armeen sind England und Italien. 9rom Frühjahr bis zum Hochsommer reift die Rmontekommission durch Deutschland, von Markt jj Markt Ein Major leitet sie. Helfend zur Seite Mm ihm ein Rittmeister, ein Stabsveterinär, Oberleutnants und ein Inspektor (Zahlmeister). Llcndenburgische, Oldenburger, Hannover und Ost- pelften sind mit die hauptsächlichsten Pferderassen, L Ion ber Armee benötigt werben. Die ostpreußi- scei Züchter bringen ein Pferbematerial auf ben Erft bas sich wie ein Ei bem anberen gleicht. I;ir besuchen einen solchen Remontemarkt im Sn-nbenburgischen. Auf. 9 Uhr ist der Beginn an- titot Aber schon kurz nach 7 Uhr treffen die eit in Aussteller mit ihren Jungpferden ein. Guts- Ätzer bringen fünf und mehr Tiere, Erbbos- tii?rn und kleinere Hofbesitzer treiben ein und zwei Guten zum Markt. Im Schatten großer Buchen »hin die Pferde von chrem Anmarsch aus. Ser Rotor im Kriegswesen. Bon Oderst a O. Kleinhons. Ber den vor Kurzem in diesem Blatte wieder- ]Cfl-benen belehrenden Aufsatz: „Das Heer von n । r g e n" gelesen hat, könnte zu dem Glauben 'ommen, das Kriegswesen werde allein vom Witor regiert. Der Verfasser bes Aufsatzes ist lncehöriger ber Kraftfahrtruppe unb wirbt selbst- »erLändlich pro domo. Wer seine Truppengattung iid: über alles stellt, leistet in ihr nicht bas, was ie son ihm verlangt. Fanatisch unb für einen Eng- äroer gerabezu phantastisch fasziniert schon seit Jahren ber in bem Aufsatz auch erwähnte Vor- üippfer für Motorisierung in England, General 5iill er, seine Lanbsleute. Der kühl berechnenbe Zr e ist ihm aber bisher noch nicht restlos nach Bnfd) gefolgt, und so wollen auch wir an die mi sellos hochwichtige Frage der Motorisierung nil ber notwendigen Sachlichkeit Herangehen, zu- •i6l es feststeht, daß ein neuzeitliches Heer ohne mo- :imlerte Kräfte, sei es für den Kampf, sei es für >!ie Beförderung, nicht mehr zu denken ist. Such bei der blendendsten Medaille ist es ratsam, 'id)i)ie Rückseite genauestens anzusehen. Schon dem Rcito, das dem Aufsatz vorangesetzt ist, muß widerlichen werden. Nicht Kampfwagen und sl eg er hoben uns niedergezwungen, wie der ^viZösische General Deberney behauptet, sondern i (iad andere Gründe führten zu unserem . Julummenbrud). Ist die moralische Wirkung beim lirsun Erscheinen der Kampfwagen auch nicht ab» j Eignen, so haben unsere Truppen im Felde ihren ;j zialitat von Crvenka zubereitet. Da gibt es lange Würste, die in Zeitungspapier eingewickelt eben« falls auf der Maiskolbenglut gebraten wurden. Und wieder einen Keller weiter haben sie ein hol' lisch scharfes „Paprikakasch" gekocht. Kein Wun- ber, baß sich bie leeren Flaschen häufen. Und schon ist auch bie echte ,Kellerstimmung" da. Die Musik spielt, und wir fingen Lied um Lied- Lieder der Heimat. Dann kommt der Czarda» unb wir merken, baß wir boch weit in fremdem Lanb sind. Aber bie Gäste lassen sich nicht lumpen. Runter vom Tisch unb einen Czardas probiert Hei, hei, hei, langsam tlappfs mit bem Rhythmus, und nun geht's schon ganz gut. Ist ja gar nicht so schwer, nur ben Takt muß man halten, alles anöere zaubert bie Musik in bie Beine. So wäre nun auch bas gelernt. Wir trinken mit den Batschkapfälzern auf Du und Du. Konnte das nicht alles in irgendeinem Zell bei einem „Schubkärschler" auf bem Dürkheimer Wurstmarkt sein? Die Vorfahren dieser Bauern sind vor 150 Jahren aus der Pfalz ausgewcmdett, aber die Enkel wissen noch, wie man Wurstmarkt feiert! Lange sitzen wir noch beisammen und erzähle» von ber Heimat ber Väter. Frühlicht bämmert am Horizont ber weiten Ebene, als wir singend nach Hause gehen. Das war die berühmte Kellerpartie von Crvenka in her Batschka! R- O. Geschichten aus aller Welt Nach dem Essen nicht vergessen Bullt,lch"Salz 100 gr 25 Pfg. Tabl.ZOPfg. Volkstumsfahrt oder Auslandsreise? Eine Frage des völkischen Gewissens zum Tag des deutschen Volkstums. Von Robert Oberhausen. Inseln des Deutschtums Don unserem O. v. A-Äerlchterstatter. Mitschülerin der Margaret Bignall schreckensbleich einem niedlichen kleinen Krokodil gegenüber, das erst vor einiger Zeit aus dem Ei gekrochen sein mußte. Das Ganze klingt wie ein Mäfchen, doch übernimmt der Direktor des Pensionats jede Garantie für die Wahrheit dieser Darstellung. Er ist den Dingen auf den Grund gegangen und hat folgendes feststellen können: Margaret Bignall hatte vor ihrer Abreise u. a. auch ein schönes dickes Ei bekommen, auf dessen Schale eine Freundin eine Widmung schrieb. Dieses Ei wanderte, wie das mit Andenken so geht, in die äußerste Ecke jenes Schrankes, der unmittelbar neben der Heizung stand. Die ausstrahlende Hitze schuf hier eine für den Schrank nicht gerade vorteilhafte, für die Ausbrütung eines Krokodileies aber höchst angenehme Temperatur. So konnte denn das vorläufig noch kleine Ungeheuer in aller Stille ausgebrütet werden, wobei die Kleider und Tücher der Pensionatszöglinae jene Rolle spielten, die sonst auf den Salomonen-Inseln dem warmen Sand Vorbehalten ist. Das Krokodil sieht jetzt in einem großen Aquarium in Sidney seinem weiteren Wachstum entgegen. Jedenfalls ist es das seltenste Krokodil von ganz Australien. Der gepfändete Tiger. Da. Kalkutta. Ein Steuerbeamter in Indien muß mit ganz anderen Zufällen rechnen als etwa ein Beamter in Berlin oder in Hamburg. Da hatte ein Gerichtsvollzieher in einer kleinen indischen Stadt das Eiaentum eines säumigen Steuerzahlers zu beschlagnahmen und sah sich vor die Aufgabe gestellt, einen ausgewachsenen Tiger mit^unehmen, den Vasant Singh, so hieß der Bummler, als „Haustier" bei sich hielt. Der Beamte weigerte sich, das Biest anzufassen. Vasant Singh hinwiederum erklärte, von nun an keine Verantwortung mehr für den Tiger übernehmen zu wollen, weil er iym nicht mehr gehöre. Er ließ ihn zwar nicht gerade frei herumlaufen, er baute dem Tier einen Stall aus Latten und sagte: „Bitte sehr!" Als Die Behörde noch zögerte, das wilde Tier abzuholen, erschien die Baubehörde und erhob Einspruch gegen die Unterbringung des Tigers in einem Lattenkäfig. Gut, sagte Basant Singh, dann reiße ich den Käfig ein. Der Tiger kommt mir aber nicht mehr in mein Haus. Er ist dann frei und kann gehen, wohin er will. Das war der Baupolizei natürlich noch weniger recht, und das Steueramt wollte auch nicht nachgeben, und so brachte der Tiger, der still in seinem Ställchen auf und ab spazierte, zuletzt die Behörden gegeneinander auf. Jetzt hat sich das Steueramt dazu bereiterklärt, den Tiger öffentlich versteigern zu lassen. Das muß aber ein bißchen schnell gehen, denn wenn der Itger erst merkt, daß die Latten schwach und zerbrechlich Wir Deutschen sind spät eine Nation geworden. Wir waren zerfallen in tausend Staaten und Städtchen. Der Stamm und die Landschaft beherrschten häufig allein unser Denken und nur in Stunden der Gefahr wuchs in uns groß der Gedanke des Reiches. Wie ein Schatten lag Zerrissenheit und Sonderrecht über Nation und Staat. Die ungeheure Welle der Erneuerung, die wie eine Sturmflut durch unser Volk ging, die Idee der Volksgemeinschaft und die Zerschlagung all der unsinnigen zwischenstaatlichen Grenzen, das neue Wissen um die Bluts- und Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen, sie schufen in Wahrheit erst die deutsche Nation. Was tausend Jahre die besten Deutschen erträumten, will sich unter den schöpferischen Händen eines Mannes erfüllen. Daß aber der Führer des Reiches, daß Adolf Hitler Grenzdeutscher ist, ist Symbol und Glück zugleich. Er schuf nicht nur den totalen deutschen Staat, unter seinem Namen greift das volksdeutsche Bewußtsein zugleich über die Grenzen des Reiches. Zum ersten Male in der deutschen Geschichte ersteht die Schicksalsgemeinschaft aller ^Deutschen. Aus reichsdeutsch wächst der größere Begriff volksdeutsch. Wie weit diese Bluts- gemeinichaft der hundert Millionen Deutschen in aller Welt wirklich schon Schicksalsgemeinschaft wurde, bewies in erschütterndem Maße die Teilnahme der Ausländsdeutschen in aller Welt am Siege an der Saar. Die draußen wissen um ihr Deutschtum, denn sie haben in Schmerz und Not erfahren müssen, was es heißt Deutscher zu sein und doch fern vom Reich unter fremden Völkern leben zu müssen. Die Deutschen im Reich sind aber oft von einer schmerzlichen Unwissenheit den Problemen des Auslanddeutschtums gegenüber. Die Verantwortung gegenüber unserem Volkstum, unser völkisches Gewissen verlangen hier eine grundlegende Wandlung. Die Geschichte des Auslanddeutschtums, die eine heroische, heldenhafte Geschichte ist, muß ebensosehr Bestandteil unseres Wissens werden, wie die Geschichte der innerdeutschen Volk- und Nationwerdung. Wie schmerzlich war es im Abstimmungskampf gegen den Separatismus und im Kampf um die deutsche Saar für die schwerr-ingenden Menschen an der Grenze, im Reich oft die seltsamsten und unsinnigsten Meinungen über die Lage dieser heldenhaften Grenzmark zu hören. Wie bitter muß erst dem Ausländsdeutschen, der täglich und stündlich im Kampf um die Erhaltung der Sprache und des Volkstums steht, das Unverständnis und die Unkenntnis berühren, die der Durchfchntttsdeutsche häufig den Dingen des Auslandsdeutschtums entgegenbringt. Aber auch hier wird deutlich wie der Nationalsozialismus mit alten Vorurteilen aufräumt, wie er in unermüdlicher Aufklärungsarbeit auf die Bedeutung und die Lage des Deutschtums in der ganzen Welt hinweist. In glücklicher Zusammenarbeit Des VDA. mit dem Staat — die beiden Gauleiter der Ost- und Westmark des Reiches, die Gauleiter Koch und Bürckel haben eben wieder in mehreren Reden auf die Bedeutung des volksdeutschen Gedankens hingewiesen — wird hier endlich ein Weg beschritten, den das Binnendeutschtum in den vergangenen Jahrzehnten in Verkennung des großen deutschen Schicksalskampfes völlig vernachlässigt hatte. Wir stehen in diesen Dingen erst am Anfang. Manches wurde getan. Unendliches bleibt noch zu tun übrig. Wir wollen heute nicht von bef Aufklärungsarbeit im Reich reden. Wir wollen heuttz auf etwas anderes Hinweisen. Es mag einer von bet Not der Ausländsdeutschen, ober von bem jahr« hundertlangen Bewährungskampf einer deutschen Siedlung inmitten fremder Völkerschaften noch so ergriffen oder begeistert sein, niemals wird er mit der Liebe, Wärme und Leidenschaft von ihnen sprechen können, wie derjenige, der einmal ein paar Wochen unter den deutschen Brüdern im Ausland verlebt hat. Der Besuch in einer auslandsdeutschen Siedlung, wird für jeden, dem das Schicksal seines Volkes am Herzen liegt, zum bestimmenden Erlebnis. Wir Deutschen des jungen Reiches sollten heute um die Verpflichtung, die wir unserem Volkstum gegenüber haben, wissen und wir sollten jede Gelegenheit freudig ergreifen, die uns die Möglichkeit gibt, diesem Volkstum zu dienen. Wie gedankenlos und sorglos sind wir doch in diesen Dingen. Wir machen beispielsweise eine Auslandsreise, fahren an die Adria, fahren nach Ungarn, fahren nach Triest und denken nicht daran, daß überall in Ungarn, in Italien, m Jugoslawien, in Rumänien geschlossene deutsche Siedlungsgebiete sind, deren Besuch uns ein unvergeßliches Erlebnis und unseren deutschen Brüdern eine willkommene Hilfe und große Freude fein würde. Wie verletzend muß es wirken, wenn, wie es jüngst vorgekommen ist, große deutsche Reisegesellschaften nach Ungarn zusammengestellt werden und deutsche Zeitungen dann seitenlange Artikel über Budapest, Zigeunermusik und das Nachtleben der ungarischen Hauptstadt bringen, aber kein Wort übrig haben für die deutschen Siedlungen, die rings um Budapest etwa sich befinden. Auch hier sollten wir Deutsche etwas mehr Verantwortung und Takt beweisen. An Stelle der Auslandsreise sollte einmal die verantwortungsbewußte D o l k s t u m s f a h r t in die deutschen Siedlungsgebiete des Auslands treten. Das Erlebnis, mitten in Ungarn, Südslawien ober Rumänien rein beut- sehe Dörfer und Städte anzutreffen und ein paar beglückende Wochen unter diesen Deutschen zu verbringen, wird tausendmal die Schönheit dieses oder jenes Badeortes aufwiegen. Jeder Deutsche, der sich eine Auslandsreise leisten kann, sollte es sich zur Pflicht machen, einmal ein schlichtes deutsches Städtchen in der Zips, im Banat, in der Batschka ober in Siebenbürgen zu wählen. Die Ausländsdeutschen sollen merken, daß sie nicht vergessen sind, daß das Reich sich ihrer in Dankbarkeit erinnert. Heute wissen wir, welche Kraft und welche Treue dazu gehört, durch Jahrhunderte hindurch sein Volkstum rein und unoer- mischt zu erhalten, Kämpfer um die Erde und Kämpfer um das Deutschtum zu sein. Was an uns liegen kann, diese Treue zu belohnen, wollen wir freudig tun. Jeder Besuch bei den Deutschen im Ausland läßt sie ihr Los freudiger tragen und hilft ihnen weiter, stärkt sie in ihrem Vertrauen und ihrem Glauben. Wir wollen als verantwortungsbewußte Deutsche im Ausland in erster Linie unsere deutschen Brüder besuchen. So dienen wir den Deutschen drinnen und draußen und arbeiten mit an der Stärkung des Deutschtums in der Welt. vn. • Die Kolonie in Finnland. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Helstngfors, September 1935. Bei Kriegsausbruch 1914 wurde die in Finnland ansässige starke deutsche Kolonie zunächst in alle Winde versprengt. Finnland gehörte ja damals noch, wenn auch als selbständiges russisches Großfürstentum, zu Rußland. Die Russen zögerten nicht, schon einen Tag nach Kriegsausbruch sämtliche Deutsche auszuweisen. Nur mit vieler Mühe gelang es dem damaligen deutschen Konsul, dem vor einem Jahr verstorbenen Kommerzienrat Alb. Goldbeck- Löwe, von den russischen Militärbehörden die Gestellung der nötigen Extrazüge zu erreichen, mit Denen Hunderte von Deutschen Hals über Kopf über Haparanda noch die schwedische Grenze erreichen und damit einer Internierung entgehen konnten. Teils mit den deutschen Truppen 1918, teils nach Friedensschluh kehrten jedoch die meisten der aus Finnland vertriebenen Deutschen wieder in das Land zurück und dies um so lieber, als die Stimmung in dem unter kräftiger deutscher Mitwirkung befreiten und jetzt selbständigen Finnland eine viel freiere und angenehmere war, als in dem früher unter den Russifizierungsbestrebungen der Russen leidenden Lande. Zahlenangaben über die deutsche Kolonie in Finnland, vielleicht die nördlichste in Europa, wenn nicht in der Welt, sind nicht leicht zu machen, denn man hat lediglich die amtlichen finnischen Zahlen über die im Lande ansässigen deutschen Staats- angehörigen zur Verfügung. Nach den letzten Angaben waren im Jahre 1932 in Finnland 2015 deutsche Staatsangehörige ansässig, das sind bei einer Gesamtzahl von 24 900 Ausländern 8,1 v. H. derselben. Die deutsche Kolonie in Finnland ist hiermit nächst der russischen, welche 57,9 v. H. und der schwedischen, welche 16,5 v. H. der Gesamtausländerzahl ausmachen, die d r i 11 st ä r k st e. Den Berufen nach sind von den 2015 Deutschen 756 in Industrie und Handwerk, 599 im Handel, 258 in freien Berufen, 80 in der Landwirtschaft und 64 als Arbeiter oder Hausangestellte tätig, während bei 258 nähere Berufsangaben fehlen. Nach Familienmitgliedern sind unter den 2015 Deutschen jedoch nur 1166 Berufsausübende, während 849 Kinder und Frauen darunter gezählt werden. Der weitaus größte Teil der Deutschen, nämlich 1015, ist in der Provinz Nyland bzw. in der finnischen Hauptstadt Hel- sinkt (Helstngfors) ansüsiig. Wie schon die Zahlen angeben, ist die deutsche Kolonie in Finnland überwiegend eine H a n - delskolonie, bestehend aus selbständigen Kaufleuten und aus solchen in leitender Stellung finnischer Betriebe. Daneben sind zahlreiche Deutsche als für Finnland wertvolle Spezialisten, wie Färbemeister usw., in der Industrie des Landes beschäftigt. Die letztere Gruppe lebt zerstreut im ganzen Lande. Außer in Helsingfors, wie schon erwähnt, sind größere Mittelpunkte für das deutsche Kolonieleben die Städte Turku (Abo), W i i p u r i (Wiborg) und Tampere. Zieht man die Grenzen weiter über den Rahmen der deutschen Staatsangehörigkeit hinaus, so ist das Deutschtum in Finnland weit stärker. Es gibt zahlreiche Familien, die schon in zweiter und dritter Generation die f t n - n i sch e Staatsangehörigkeit erworben haben, aber sich doch noch innerlich treu dem Deutschtum verwandt fühlen. Zahlenangaben sind hier natürlich schwer zu machen, wir möchten aber die Zahlen dieser Deutschen vielleicht auf das Doppelte der 2015 im Lande ansässigen deutschen Staatsangehörigen schätzen. Das Dereinsleben der Deutschen in Finnland ist kräftig entwickelt. Eine rührige Orts- gruppe der NSDAP, besteht seit 1933 in der finnischen Hauptstadt. Jrn vergangenen Jahre ist es vor allem gelungen, eine Spitzenvereinigung der Deutschen in Finnland: „Die Deutsche Kolonie , mit dem Sitz in Helsingfors zu schaffen, die schon kurz nach ihrer Gründung über 600 Mitglie- oer (400 Reichsdeutsche und 200 Volksdeutsche) umfaßte. In ihr sind alle früheren vereinsmäßigen Sondergruppen vertreten (Gesang, Jäger, Wohlfahrt, Volkstanz usw.). Mit vollem Erfolg ist dieser junge Zusammenschluß im Zusammenarbeiten mit der Deutschen Gesandtschaft und der Ortsgruppe bemüht, das Deutschtum in Finnland in seiner Gesamtheit würdig zu vertreten. Daneben gibt es „die Deutsche Handelskammer in Finnland" mit Sitz in Helsingfors, der wohl fast alle Firmen mit Handelsinteressen zwischen den beiden Ländern angehören. Eine Besonderheit der Deutschen in Finnland ist die, daß sie über eine eigene Kirchenorganisation verfügen. In den drei Städten Helsinki, Turku und Wiborg bestehen deutsche evangelische Kirchengemeinden, die ebenso wie die finnische Kirche ein staatliches Steuerrecht haben. Ein weiterer Mittelpunkt des Deutschtums in Finnland ist die mit Hilfe des Reiches geschaffene deutsche Schule, die „Hindenburgschule". Sie umfaßt drei Vorklassen und 9 Mittelschulklassen, welche yon etwa 300 Schülern, darunter auch vielen Ausländern und Finnen, besucht wird. Mit ihrer neuzeitigen und geschmackvollen Einrichtung ist diese Schule ein geschätzter und viel geachteter Kulturfaktor in Finnland geworden, deren Erhaltung den Deutschen in Finnland besonders am Herzen liegt. Endlich sei auch die „Finnisch-Deutsche Gesellschaft" erwähnt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Vorträge deutscher Redner und Künstler tieferes Verständnis für das neue Deutschland in Finnland zu erwecken und die alten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschen und Finnen zu pflegen. Sie ergänzt sich aus den Kreisen des geistig interessierten Deutschtums in Finnland und des angesehenen deutschfreundlichen Finnentums. Wenn auch die deutsche Kolonie in Finnland selbst dank dessen blühendem Wohlstände und industriellem Aufschwünge in einem glücklichen, verhältnismäßig sorgenlosen Lande lebt, so ist doch die deutsche Kolonie selbst nicht befreit von Sorgen. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Zahl der Reichsdeutschen in Finnland, die noch vor etwa 6 Jahren 2500 betrug, wie die mitgeteilten Zahlen beweisen, augenblicklich im ständigen Rückgang ist. Die Gründe dafür sind in erster Linie in den scharfen finnischen Einreisebestimmungen für Ausländer zu suchen. Finnland läßt gegenwärtig Ausländer nur bann ins Land herein und gibt ihnen nur die gesetzlich nötige Arbeitserlaubnis, falls der betreffende Arbeitsplatz nicht durch einen* finnischen Staatsangehörigen ebenso gut ausgefüllt werden kann. Es fehlt daher der deutschen Kolonie in den letzten Jahren der ihr als typischer Handelskolonie so besonders nötige Z u - zug junger, unternehmungslustiger selbständiger Kaufleute. Augenblicklich kommt eigentlich nur gelegentlich der eine oder andere deutsche Spezialist ober Facharbeiter ins Lanb herein, ein Zuzug, ber zahlenmäßig nicht ausreicht, um bie Minderung ber Zahl ber Reichsdeutschen burch natürliche Grünbe, wie Rückwanberung unb Tod, auszugleichen. Man merkt das auch daran, daß die älteren Altersklassen der deutschen Kolon« verhältnismäßig stärker als die jüngeren sind. Eine Schilderung der deutschen Kolonie in Finnland wäre unvollständig, wenn nicht im Zusammenhang damit des Wirkens der Deutschen Gesandtschaft gedacht würde, die in enger Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe, ber Kolonie und ber Finnisch-Deutschen Gesellschaft bestrebt ist, bas traditionell gute Verhältnis zwischen bem Auslands- deutschtum in Finnland und dessen alter und neuer Heimat zu erhalten und zu vertiefen. Die deutschen Kolonisten waren zunächst vor dem Untergang gerettet. Aber die demokratisch-nationalistische Strömung, deren Druck die Lenker des Zarenstaates nachgaben, als sie die deutschen Kolonisten zu verfolgen begannen, erhielt durch den Bolschewismus freien Spielraum, das unterbrochene Dernichtungswerk von unten um so sicherer fortzu- setzen. Wenn es galt, den sogenannten Jhilaten", wohlhabenden Bauern, von seinem Ueberfluß zu befreien, um diesen unter armen Bauern zu verteilen, jo wurden die entsprechenden Anordnungen so aus- geführt, daß ein Teil des Wohlstandes deutscher Kolonien an benachbarte Russendörfer überging. Bei allen Getreideabgaben wurden die deutschen Kolonien rücksichtslos hochgenommen. Waren rote Truppen einzuquartieren, so bevorzugte man wiederum die deutschen Dörfer, und sobald die Verpflegung ber roten Armee in Schwierigkeiten geriet, griff man in erster Linie auf die Vorräte der deutschen Kolonien zurück! In einem völlig erschöpften 3uftanbe wurden die deutschen Ansiedlungen im Wolga- und Schwarzmeergebiet bann in ben Jahren 1921 und 1922 von jener Dürre heimgesucht, deren furchtbare Wirkungen die ganze Welt entsetzte. Kaum hatten die Ueberlebenben sich davon allmählich erholen können, da begann die Periode beschleumgter „K o l l e t ti d i f i e r u n g", die die deutschen Kolonien in einen Schatten dessen verwandelte, was sie einmal gewesen waren. Don mehr als zwei Millionen soll die Zahl deutscher Bauern in Rußland auf kaum eine Million zurückgegangen fein. Der Rest wird durch Erschießungen, Verbannungen ober Zwangs-Soziali- jierung unaufhaltsam zermürbt unb zur Auslösung in bem grauen Einerlei slawischer Menschenmassen reif gemacht. Das gewiß recht rückständige zaristische Staatswesen vermochte immerhin, sich jährlich mit zwei Fünftel an ber Deckung des Weltmarktbebarfs für Getreide zu beteiligen, vorwiegend dank ber Musterwirtschaft deutscher Kolonien. Als nach Ausbruch des Weltkrieges diese russische Leistung aufhörte, brauchten die überseeischen Ueberschußländer nur ein Jahr, den Ausfall durch Ausdehnung ihrer Anbaufläche zu decken. Die Sowjets können nach achtzehn Jahren in ihrer Lebensmittelerzeugung mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten. Sie haben es fertig gebracht, in einem Jahre ihren Viehbestand auf die Hälfte herabzudrücken. Das „System" hat versagt, aber noch mehr die Durchführung. Man hat die tüchtigsten Landwirte, nämlich die deutschen Kolonisten, „liquidiert" und wähnt, sie durch mechanische Kräfte ersetzen zu können. daß die Erfüllung des jeweiligen Aufbrlngmtgs- planes ein Tooesurteil für Hundert- tausende in der Landbevölkerung bedeutet. Daß diese „Politik" sich immer am verheerendsten in den deutschen Kolonien auswirkt, liegt nicht nur daran, daß es sich bei ihnen um „Fremd- stämmige" handelt, sondern ebenso daran, daß ihre Betriebe von jeher durchschnittlich die m e i ft e n Ueberjchüsse für die Marktwirtschaft lieferten. Der Niedergang der deutschen Kolonie in Rußland, deren Anfänge in die Regierungszeit der Kaiserin Katharina zurückreichen, begann unmittelbar nach dem russisch-japanischen Kriege. Bis dahin waren sie im allgemeinen von den herrschenden Kreisen wohlwollend behandelt worden, Die politischen Vorrechte, die ihnen ursprünglich gewährt worden waren, wurden zwar mit ber Zeit aufgehoben, aber der ausgedehnte Landbesitz und der große Wohlstand, wozu sie es gebracht hatten, sicherten ihnen einen unter normalen Verhältnissen kaum wieder Einzuholenden Vorsprung vor ihren russischen Nachbarn. Nach der Niederlage in ber Mandschurei zog jedoch die panslawistische Bewegung immer weitere Kreise. Die Agenten der englisch- französischen Einkreisungspolitik gegen Deutschland machten sich das für ihre deutschfeindliche Propaganda zunutze. Die Nachwirkungen der Revolution von 1905 konnten diesen Vorgang nur fördern. Die Stolivinsche Gesetzgebung legte Bresche in die Geschlossenheit deutscher Dörfer. Der von der Bauernbewegung umbranbete Adel suchte den Landhunger russischer Bauern auf den Landbesitz deutscher Kolonisten abzulenken. Man verleumdete sie als reichsdeutsche Spione und ließ die Gelder für ihre Land- fäufe aus reichsdeutschen Banken fließen. Die kolonistenfeinbliche Woge erfaßte schließlich auch dit Petersburger Hofkreise. Enteignungsgesetze waren schon vorbereitet, als ber Weltkrieg ausbrach und Kriegsbegeisterung noch vorhandene Hemmungen in der russischen Bürokratie überwand. Den Kolonisten wurde der Gebrauch ihrer Muttersprache verboten. Wegen jedes gehörten Wortes konnte Anzeige erstattet und eine Polizeistrafe angeordnet werden. Schließlich traten d i e „Li q uid a ti o n s g e s e tz e" in Kraft, die die deutschen Kolonisten enteignen, aus ihren Dörfern vertreiben und sie zwingen sollten, verstreut in dienenden Stellungen Zuflucht zu suchen, soweit sie auf unsteter Wanderung nicht Hunger und Seuchen zum Opfer fallen würden. In den wolhynischen Kolonien war mit der Ausführung schon bitterster Ernst gemacht worden, als bie bolschewisti. s ch e Revolution ausbrach und bie Liquida- tionsgesetze mit dem gesamten zaristischen Staatswesen sortschwemmte. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Sensation im Zirkus. (h. k.) Melbourne. Wenn nicht ein Dutzend braver Seeleute und berühmter Zirkusmänner diese Geschichte auf ihren Eid nähmen, würde man sie für ein Erfindung halten. Da hatte ein Zirkus die größten Städte Australiens abgeklappert unb trug sich nun mit der Idee, in Holländisch-Jndien eine kleine Tournee zu unternehmen. Also verpackte man die gesamte Menagerie mit dem großen und dem kleinen Getier und kutschierte los. Nun hatte man aber für den Hafen von Darwin eine Ladung an Bord, Die man unbedingt loswerden mußte, ehe man die Fahrt nach Holländisch-Jndien fortsetzte. Port Darwin aber ist ein 'kleiner, primitiver Hafen an ber Nordwestküste Australiens. Ein paar tausend Minenarbeiter wohnen rings herum. Ein Tag vergeht dort wie der andere. Deshalb war es eine große Sensation, als der Dampfer mit dem Zirkus an Bord festmachte und die Zirkusdirektion sich plötzlich ent- jchloß, in Darwin eine Vorstellung zu geben. Aus rund 100 Kilometer Entfernung tarnen die Menschen herbeigeeilt, um biefes einzigartige Schauspiel mitzuerleben. Man freute sich über die ersten Darbietungen und lachte Tränen über die Clowns. In dem Augenblick aber, als Elefanten zur Vorführung einer Dressurnummer den Zirkus betraten, setzte eine wahre Panik ein. Denn die Zirkusbesucher hatten noch nie in ihrem Leben einen Elefanten gesehen. Sie glaubten, eine Herde von Urmeltge- schöpfen sei hereingebrochen. Erft nachdem die entsetzten Zuschauer sich ein wenig beruhigt hatten und sahen, daß die Riesentiere niemanden etwas zu Leide taten, kamen sie vorsichtig näher. Als man sie später fragte, was sie denn zu den Elefanten tagten, meinten sie: „Was ist schließlich schon dabei? Es handelt sich doch nur um einen größeren Büffel, der zwei Schwänze hat, den einen vorn und den anderen hinten!..." Das Krokodil im Kleiderschrank. (ur) Sidney. Die Wiege der kleinen Margaret Bignall, von der hier die Reoe ist, steht auf dem Salomonen-Archipel üdöstlich von Neu-Guinea. Der Vater hat hier eine größere Pflanzung, die genug Geld ab wirst, um eine Tochter mit zehn Jahren ins Pensionat nach Sidney schicken zu können. Das geschah nun kürzlich und der Abschied von ihren weihen und schwarzen Spielgefährten der Jugend fiel dem Mädchen nicht leicht. Jeder gab ihr ein großes ober kleines Geschenk mit auf den Weg. Aber endlich war auch dieser Schmerz Überwunden. Vier Wochen später suchte eine Mitschülerin der Margaret Bignall nach einem Kleid, das vermutlich beim Aufräumen verhängt worden war. Sie öffnete dabei auch einen Wandschrank und — in diesem Augenblick schrillte ein entsetzlicher Schrei durch das Haus. Alles lief zusammen und fand die sind, wird bald auch nicht mehr die Schwanzspitze von ihm zu sehen sein ... Standbild der Liebe und Treue. (-le) Tokio. Einer der treuesten Männer ist gestorben! Seine Treue war schon beinahe legendär. Der reiche Tokioter Kaufmann Sakai Gascinka hatte sich vor dreißig Jahren in ein junges Mädchen verliebt, eine Aristokratin, deren Eltern ihn abwiesen. Aber der unglückliche Liebhaber schwor, seiner Angebeteten treu zu bleiben, und da er sie nicht leibhaftig von seiner Treue überzeugen konnte, ließ er von einem berühmten Bildhauer ihr Ebenbild in Marmor meißeln. Die Statue gelang in vollkommener Natürlichkeit, und Gascinka ließ einen herrlichen Garten anlegen mit einer Art Pavillon in der Mitte, in dem er die Statue aufstellte. Täglich pilgerte er dreißig Jahre lang zu dem marmornen Ebenbilde der hoffnungslos Geliebten und legte ihr die Blumen zu Füßen, die er der Lebenden nicht überreichen durfte, bis der Tod ihm Einhalt tat. Der Meisterstricker. Da. Neuyork. In Neuyork — wo denn sonst? — wurde kürzlich ein großes Preis- und Wettstricken veranstaltet, das einen ebenso spannenden wie überraschenden Verlauf nahm. Als die Teilnehmerinnen „gestartet" waren und aufgeregt mit ihren Stricknadeln zu klappern begannen, erschien plötzlich ein würdiger, alter Herr im Saal, der sich, wie man später erfuhr, als einziger männlicher Teilnehmer zu diesem eigenartigen Wettbewerb gemeldet hatte. Was ihn dazu bewogen hatte, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Tatsache ist, daß er sich ohne Umstände auf einen Stuhl setzte und, ohne sich um die spöttischen Blicke der Frauen zu kümmern, unverzüglich zu stricken begann. Es zeigte sich bald zur allgemeinen Verwunderung, daß dieser alte Herr ein Meister auf seinem Gebiet war. Er strickte so schnell und gewandt, daß die Stricknadeln kaum zu sehen waren. Dennoch tippte niemand ernstlich auf seinen Sieg, denn der Vorsprung der andern war viel zu groß. Aber der würdige Mann steigerte sich in eine geradezu bestrickende Form. Immer rascher flogen die Hände, immer schneller und unheimlicher flitzten die Stricknadeln durch die Luft. Die Frauen wollten dem Stricker offensichtlich einen Strick drehen, aber so sehr sie sich auch bemühten, ihren Vorsprung zu verteidigen, der große Unbekannte rückte näher und näher auf. Es gelang ihm sogar, das tolle Tempo im kritischen Augenblick um eine entscheidende Nüance zu steigern. Was niemand für möglich gehalten hätte, trat tatsächlich ein: mit mehreren „Nadellängen" ging der alte Herr als Sieger durchs Ziel. Als er den ersten Preis — einen wunderschönen warmen Pullover — in Empfang genommen hatte, machte er zu den Damen eine ironische Verbeugung, verstaute Stricknadeln und Woll- knäuel und verließ den in stummer Bewunderung verharrenden Saal. Wahrhaftig ein Dickschädel. (th) Montreal. Der Mann mit dem härtesten Schädel der Welt ist sicherlich Joe Edmond in Quebec-City in Kanada. Seit einigen Monaten erwerbslos, schlägt Joe nunmehr auf den Straßen und Plätzen der Stadt Kapital aus seiner bewundernswert harten Schädeldecke, — mit dem Erfolg, daß er bereits von einem Zirkusunternehmen ein Angebot erhalten hat. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. ____________________________ Seine beliebteste Schaustellung ist die, mit einem gewaltigen Anlauf und vorgestrecktem Kopf gegen eine steinerne Wand zu rennen, wobei —- nach übereinstimmendem Urteil aller bisherigen Zeugen dieser Vorführung — lediglich die unschuldigen Wände Schaden erlitten haben. Oder er macht einen Handstand mitten auf einer hart zementierten oder betonierten Straße und bearbeitet das Pflaster so lange mit feinem Schädel wie mit einer Stamme Ein andermal wieder legt er sich einen Feldstein auf den Kopf und fordert die Umstehenden aus, diesen Stein auf seinem Schädel mit einem mit- gebrachten riesigen Hammer zu zerkleinern, was das Publikum begreiflicherweise bis auf einen einzigen Fall verweigert hat- In diesem Falle fand sich ein gerade entlassener Sträfling dazu bereit und das Experiment glückte. Stenotypistin beim Prinzen von Wales. (—) London. Virginia Hayes hat das Glück gehabt, beim Prinzen von Wales als Sekretärin angekommen zu fein. Bei dieser Gelegenheit erfahrt man, daß der englische Thronfolger nicht weniger als sechs Stenotypistinnen in seinem Privat-Sekretarlat und vierunddreißig im allgemeinen Büro beschäftigt. Mistreß Hayes erzählt, wie sie bei ihrer Bewerbung auf Herz und Nieren geprüft wurde Sie hatte tausenderlei Fraaen zu beantworten, die sich von der Organisation der britischen Marine bis zu den indischen Verfassungsoerhältnisien erstreckten. Als es dann so weit war, daß sie nach bestandener Prüfung im Sekretariat arbeiten konnte, erschien eine ältliche Dame und schrieb ihr vor, daß sie nur die Frisur tragen dürfe, die alle Damen an den prinzlichen Schreibmaschinen trügen. Ferner bekam sie Vorschriften, wie lang ihr Kleid zu sein habe, wie tief der Halsausschnitt gehen, wie hoch der Rock über dem Knöchel abschließen, welchen Schmuck und wieviel Armbänder man im Dienst tragen dürfe. Erst nachdem Virginia Hayes versprochen hatte, all diese Vorschriften zu beachten, wurde ihr der Anstellungsvertrag ausgehändigt. Woraus zu ersehen ist, daß der Thronfolger, nicht nur ein stattliches Büro unterhält, sondern auch intelligenter und wohldressierter Stenotypistinnen bedarf... Der Appetitanreger. D. Budapest. Von dem Gedanken ausgehend, daß Essen Appetit macht und der Anblick eines mit Appetit essenden Menschen auch auf andere Menschen appetit- anregend wirkt, hat die Leitung eines bekannten Restaurants in Budapest einen Herrn angestellt, der nichts anderes zu tun hat, als zu bestimmten Stunden im Restaurant mit Hingabe zu essen. Er macht seine Sache meisterhaft und bekommt stets die besten Leckerbissen. Die Ausgaben lohnen sich für das Restaurant und Herr Paul Toth, so heißt der Appetlt- anreger, hat damit einen neuen Beruf geschaffen, der vielleicht gute Aussichten hat. Allerdings ist das kein Dauerberuf, denn Paulchen hat in einigen Wochen zwanzig Pfund zugenommen, und sein Appetit schein allmählich nachzulassen. Deshalb braucht aber der Gastwirt sich keine Sorgen zu machen, denn an Anwärtern für den neuen Beruf wird nie Mangel sein. Außenpolitisches ABE Lange Zeit wurde das Schwergewicht politischer Schulung fast ausschließlich auf die Fragen der Innenpolitik gelegt. Das war vielleicht notwendig in einer Zeit, die im Innern des Deutschen Reiches parteipolitische Anschauungen züchtete und zum Verderb der inneren Geschlossenheit groß werden ließ: als partikularistische Strömungen sich verhängnisvoll auswirkten: als Wirtschaft, Kultur, Politik als drei voneinander getrennte Gebiete sich gegenseitig befehdeten. Heute, wo durch die nationalsozialistische Weltanschauung der Kurs der Innenpolitik ein für allemal ausgerichtet und festgelegt ist, decken sich Fragen der Innenpolitik mit denen deutscher Weltanschauung. Die weltanschauliche Schulung aber ist tatkräftig angepackt worden. Wie aber steht's mit der außenpolitischen Schulung? Ist sie überhaupt nötig? Würden wir einem Engländer diese Frage oorlegen, er würde uns verständnislos ansehen ob solcher Fragestellung. Ihm bedeutet das Verständnis und di« Beherrschung der außenpolitischen Fragen alles! Sein Feld ist die Welt! Wenn wir daher auch für Deutsche eine außenpolitische Schulung fordern, so ist das im Grunde genommen ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. Erft die Kenntnis außenpolitischer Vorgänge und Ereignisse macht uns frei zur richtigen Beurteilung des Weltgeschehens, in dem Deutschland dank seinem Führer jetzt wieder die ihm zukommende Rolle zu spielen beginnt. Aber besitzen wir zur Zeit schon alle ein richtiges Verständnis für außenpolitische Dinge? Gewiß: unsere Zeitungen vermitteln ein solches Verständnis. Sie sind auch berufen, das deutsche Volk aufzuklären. Aber fehlt es nicht oft an den grundlegenden' Erkenntnissen? Stoßen wir nicht auf Bezeichnungen, Begriffe, geschichtliche Tatsachen und Erinnerungen, die uns — Hand aufs Herz! Mit unter recht dunkel und geheimnisvoll sind? Kennen wir uns überhaupt alle auch nur im außenpoliti- fchen ABC genügend aus? Mit Dank ist daher eine Neuerscheinung auf dem Büchermarkt zu begrüßen („Außenpolitisches ABC . Ein Stichwörterbuch. Verlag I. Engelhorns Nachfolger, Stuttgart; Preis 4,80 Mk. — 259), in dec di- beiden Verfasser Carl und Rich. Strahl eine Unsumme außerpolitischen Wissens mir Bienenfleiß zusammengetragen haben. Dieses Buch bringt nicht nur Sonderaufsätze über Die em» -einen großen Staaten, die Wehrmachtstärken, son- dem auch eine knappe, in Lexikonform aufgeteiltc Geschichte der Nachkriegszeit; es erklärt die täglich durch die Luft schwirrenden Begriffe wie „Konsul- tativ-Pakt", „Clearing", „Verbalnote" und die sonstigen Ausdrücke des diplomatischen Verkehrs; Fremdworte sind tunlichst vermieden oder, wo dies nicht möglich war, erklärt. So ist denn tatsächlich ein überaus brauchbares Handbuch entstanden, das berufen ist, eine feste Grundlage der Begriffe und historisch-politischen Daten deutscher Außenpolitik zu schaffen. Erst, wenn wir diese Grundlage unser eigen nennen, können wir aus dem Zustand außenpolitischer Halbbildung und des „Mitredens" zum vollen Verständnis der Außenpolitik aufrücken und uns weiterbilden. Man nennt uns Deutsche so gern das „Volk der Dichter und Denker". Das ist gewiß ein Lob. Wir dürfen uns aber mit diesem Lob nicht begnügen! Vieles wäre in der Geschichte unseres Volkes anders verlaufen, hätte das deutsche Volk in seiner Gesamtheit eine richtige Stellung zur Außenpolitik eingenommen. AußenpolitischeS ch u • lung ist daher das Gebot der Stunde, dem feder einzelne verpflichtet ist. - Unser Bild zeigt E d e n, L a v a l und den Vorsitzenden des Fünfer-Ausschusses, den Spanier Madariaga, während einer Verhandlungspause. — (Sennecke-M.) L Ihre Verlobung geben bekannt Stadttheater Gießen 03980 zuMMeihjußufäzm Mercedes 5392 D Mk. 182.- sd Konzert undTanz _______________________5394D schont 9-13 Uhr, Telephon Nr. 2930. 5377 D Seltersweg 44 l#rit. len tu lüg' ogab dbe- exen« ebei -ogal Itlid). mfrel । •'so# ohlßtlf litte srin }esa< A.nfrag- eß.An2- anschaulicht wurde. Ein Beweis dafür, wie fruchtbar die eingehenden Belehrungen gewirkt hatten, ist darin zu erblicken, daß in der Schlußbesprechung keinerlei Zweifel über die Obliegenheiten des Luftschutz-Hauswartes zutage traten, dafür aber ein derart brennendes Interesse an dem Aufgabengebiet des zivilen Luftschutzes sichtbar wurde, daß man getrost sagen kann: Das Ziel auch dieses grundlegenden Ausbildungslehrganges ist als erreich *— Welche Aenderungen bringt nun diese Novelle? Das unberechtigte Fischen war früher als Uebertretung in dem nun gestrichenen § 370 Ziff. 4 StGB, behandelt und mit Geldstrafe bis 150 Mark oder Haft bis zu 6 Wochen bedroht. Nunmehr gilt das unberechtigte Fischen, auf das der Begriff des „Wilderns" ausgedehnt worden ist, als Vergehen. Das hat zur Folge, daß die Tat nicht mehr in drei Monaten, sondern erst in fünf Jahren verjährt, Versuch und Beihilfe beim Fischwildern war früher nicht strafbar, während sie jetzt der Bestrafung unterliegen. Im neugefaßten § 293 StGB, ist (Abs. 1) nicht nur das Fischen unter Verletzung eines fremden Fischereirechts unter Strafe gestellt, sondern auch die Zueignung, Beschädigung oder Zerstörung einer Sache, die dem Fischereirecht unterliegt. Zu solchen Sachen gehören außer Fischen auch Krebse, Muscheln. Unter den gedachten Handlungen, die nicht auf die Aneignung dieser Tiere gerichtet zu sein brauchen, fällt u. a. die Anwendung von giftigen Ködern oder Mitteln zur Betäubung oder Vernichtung der Fische mit Sprengpatronen und anderen Sprengmitteln, ungelöschtem Kalk, Schlingen oder Fischsperren. Der Verletzung eines fremden Fischereirechts macht sich auch schuldig, wer örtlich oder zeitlich die Grenzen seines Fischereirechts Der Lustschutz-Hauswart. Lehren und Eindrücke aus der Lustschuhschule Gießen. ........... ... _ iorbedingungen, tiieün planmäßiger Arbeit erfüllt werden mutz. Sie Luftschutzschule Gießen als Glied tne Reichsluftschutzbundes ist seit einigen Wochen nr.iut dabei, die Luftschutz-Hauswarte für unser Tifzener Gemeinwesen in den elementarsten Erfor- Grüssen und Pflichten, die ihnen bei dem zivilen Lu s schütz obliegen, auszubilden. Wir hatten Ge- segnheit, an einem dieser Lehrgänge der Luftschutz- |dnie teilzunehmen und dabei alle Abschnitte der &}gfeit und der Pflichten des Luftschutz-Haus- iau 03932 i 8 Uhr Verbind.' Gießen. ungenl ein id). der -h. ens ises iin. on. ilte llid) N ion- )rg; dies )lich das und k zu nser &en- zum und jern wiß ücht eres lt in ßen- j)u- jeder ble^0 8 '"W « J Mehr Schutz der Fischerei und Jagd Von Amtsgerichts-Direktor i. ZR Iunk, Gießen. wartes kennenzulernen. Wie wir selbst, so werden zweifellos auch alle übrigen Lehrgangs-Teilnehmer dankbar die wertvolle Belehrung und die aufschlußreichen Fingerzeige begrüßt haben, die bei dieser Gelegenheit von dem Schulungsleiter und seinen Mitarbeitern in vorbildlicher Hingabe an ihre Lehraufgaben erteilt wurden. Da saßen Männer, die zum größten Teile Kämpfer des Weltkrieges gewesen waren und von der Bedeutung der Fliegergefahr allerlei Kenntnis aus ihrem Fronterlebnis aufweisen konnten. Daneben befanden sich aber auch Volksgenossen und Volksgenossinnen, denen die Ge- ährlichkeit der Luftwaffe bisher nur aus der Lektüre oder vom Hörensagen her bekannt war. Sie alle haben in diesem Lehrgang außerordentlich viel gelernt, auch die ehemaligen Frontsoldaten, denn mittlerweile sind in den rund zwei Jahrzehnten seit dem Kriege auf dem Gebiete des Luftkrieges und grauen Kämpfern möglich war. Sehr lehrreich waren auch die Aufklärungen und die praktischen Vorführungen der verschiedensten Arten von Brandbomben, sowie die Schilderung der geeigneten Bekämpfungsmittel. Mit großer Spannung und mit ganz bedeutendem Gewinn für die praktische Arbeit waren die Stunden ausgefüllt, die dem Bau von Schutz- räumen und den Hebungen in diesen Räumen galten. Was bei dieser Gelegenheit gelehrt wurde, war auch für tan Mann, der an den Weltkrieg- Fronten manchen bombensicheren Unterstand mitgebaut hat, in vielerlei Hinsicht völlig neu und außerordentlich lehrreich. Und man erkannte in diesen Stunden in der eindrucksvollsten Weise, welche vielseitige^ und an Verantwortung überaus große Arbeit der Luftschutz-Hauswart im Rahmen seines häuslichen Bezirks zum Schutze der Hausbewohner schon zu einer Zeit zu leisten hat, in der man auch noch nicht an der entferntesten Blickgrenze des politischen Horizonts' irgendeine Gefahrenmöglickkeit erkennen kann. Gerade aus diesem Gebiete offenbarte sich den Lehrgangsteilnehmern die zwingende Notwendigkeit, in stiller, aber eifriger Arbeit von langer Hand her alles vorzubereiten und vis in die kleinsten Teile zu organisieren, was einmal in den Stunden der Gefahr zur Lebens- notwendigkeit für einen großen Kreis von deutschen Menschen werden kann, ja sogar werden muh. Der Luftschutz-Hauswart hat in dieser Hinsicht ein dankbares Aufgabengebiet zu betreuen, wenn er mit echtem Gemeinschaftsgeist an seine Sache herangeht. Dazu gehört freilich, daß er bei allen seinen Hausgenossen in den verschiedenen Familien nicht nur keinerlei Hindernisse erfährt, sondern von allen in verständnisvoller und opferbereiter Weise durch Mitarbeit und auch durch geldliche Opfer soweit wie möglich unter- stützt wird. Dabei ist von allen zu bedenken, daß die Schutzeinrichtungen ja nicht etwa in erster Linie dem Hauswart zugute kommen, der im Falle der Gefahr vielmehr erst zuletzt an sich denken kann und darf, sondern daß alle Maßnahmen der Sicherung und Erhaltung des Daseins der Hausge- melnschaftin ihrer Gesamtheit dienen. Ein weiteres sehr interessantes Lehrgebiet war der ersten Hilfe bei Verletzungen und Gaserkrankungen gewidmet, wobei die Lehr- aangsteilnehmer bei unserer Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz vielerlei Winke und Kenntnisse sich aneignen konnten, die man auck im Alltagsleben, außerhalb aller Gefahren eines Krieges, mit großem Nutzen verwenden kann. Den fesselnden Abschluß des Lehrganges bildeten eine praktische Uebung, bei der sich zeigen sollte und tatsächlich auch gezeigt hat, wie sich ein richtiger Luftschutz-Hauswart im Falle der Gefahr im Schutzkeller benimmt und wie er seinen Schutzbefohlenen in der rechten Weise den Weg ins Freie zu bahnen weiß, auch wenn dabei keine Treppe mehr zur Verfügung steht; dieser Abend der Praxis war unzweifelhaft einer der wertvollsten der ganzen Unterrichtszeit. Den Ausklang bildeten eine sachkundige Belehrung über die Rechte und Pflichten des Hauswartes und ein fesselndes Planspiel, bei dem das Ineinander- greifen der Organisationsteile und das Zusammenarbeiten der örtlichen Kräfte auf engem Raume Der- Shakespeare am Telephon. Wer sich mit W i l l i a m Shakespeare unterhalten will, braucht nicht in eine spiritistische Sitzung zu gehen. Der Gesuchte befindet sich im Londoner Telephonbuch, und zwar in denkbar bester Gesellschaft; denn auch OliverCromwell,George Washington, Marlin Luther, David Livingstone und Francis Bacon sind fernmündlich zu erreichen. Was tut es, daß die heute lebenden Träger dieser berühmten Namen schlichte Bürger und Biedermänner sind und außer dem Namen nichts mit den Taufpaten gemein haben! Wenn man Betrachtungen darüber anstellt, wie die Cromwells, Washingtons, Luthers, Livingstones, Bacons und Shakespeares von heute zu den entsprechenden Vornamen gelangt sind, kann man einen tiefen Einblick in die Vater- und Mutterherzen tun. Den Nachnamen hat der kleine Erdenbürger mit auf di« Welt gebracht, aber über die Wahl des Vornamens haben sich seine Eltern vermutlich schon geraume Zeit vor seinem Eintritt in die Welt den Kopf zerbrochen. Sollte man den zu erwartenden Sohn nach Onkel Habakuk und das Töchterchen nach Tante Frieda benennen, nur weil diese Taufpaten für einen silbernen Löffel gut sind? Ware es nicht besser, dem kleinen Menschen einen Namen zu geben, bei dem die Leute aufhorchen? Allerdings muß dann eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem Vorbild und dem namensglelchen Nachfahren bestehen, und man tut den großen Toten keinen Gefallen, wenn man durch allzu dürftige Namensvetter an sie erinnert. Schließlich ist der erzieherische Wert eines solchen Namens zu bedenken Wer William Shakespeare heißt, roirb damit vom ersten Lebenstage an angespornt sein sich demgemäß zu betragen, und auch die Namen Cromwell, Wa hington, Luther, Livingstone, Bacon verpflichten Wenn jemand dagegen Scott heißt, so kann er ruhig dem Sohn den Vornamen Walter geben; denn es gibt heute schon sechzehn Walter Scotts m London, und bald wird der Name, trotz seines berühmten Klanges, wieder ein Alltagsname sein. Glanz der Vorstellung. Lenkte der Atlas den Blick auf die Pflanze, zog er ihn zugleich auf die Welt, und überall, auf allen Erdteilen, fand der glückliche Blick Blumen, Gewächse, Bäume, Natur. Er bietet den Pflanzen der Heimat und den Gewächsen der Fremde eine Stätte. Seine Harmonie ist rührend, seine Einheit beruhigend. Er ist ein bescheidenes und bezauberndes Buch der Weltschöpfung... zusehen. Es werden nun die gleichen Aufgaben an weitere Männer und Frauen herantreten, die ebenfalls für den Dienst des Luftschutz-Hauswartes vorgesehen sind. Diese Volksgenossen und Volksgenossinnen gehen einer interessanten und dankbaren Arbeit entgegen. Sie werden von dieser Obliegenheit sicherlich die gleiche Begeisterung zur vollen Einsatzbereitschaft für di e Gesamtheit mitnehmen, wenn sie aus ihrem Lehrgang entlassen werden, wie das auch bei dem eben abgeschlossenen erneuten Kurs wieder zu bemerken war. Unser Volk braucht in vielerlei Hinsicht die selb st lose und tatfrohe Mitarbeit aller deutschen Männer und Frauen, damit das große Aufbauwerk unseres Führers und Reichskanzlers A d o l f H i 11 e r zum Wohle der getarnten deutschen Nation in vollem Ausmaß gelingt. Wir sind gewiß, daß auf dieses hohe Ziel vollkommen eingestellte Volksgenossen und Volksgenossinnen auch im Rahmen der zivilen Luftschutz-Arbeit in Gießen immer bereitstehen werden! seiner Abwehrmittel vielerlei Veränderungen vor sich gegangen. Zunächst lernten die Lehrgangs-Teilnehmer m klarer Weise den Sinn und Zweck des zivilen Luftschutzes kennen, ebenso wurden sie in den Aufbau der Luftschutzorganisation eingeführt. Dann wurde die interessante Bekanntschaft mit den verschiedenen chemischen Kampf st offen gemacht, die bei der feindlichen Einwirkung aus der Luft gegen die Bevölkerung in Betracht kommen. Da lernte man — für die Weltkriegssoldaten in vielerlei Hinsicht Bekanntes und Selbsterlebtes — den sachgemäßen Umgang mit den verschiedenen Kampfgasen bzw. die richtige Abwehr kennen, wobei ein sehr lehrreicher Experimentalvortrag auch den Neuling auf diesem Gebiete vollkommen überzeugen konnte. Dann tarnen die Gasmasken an die Reihe, die zunächst theoretisch vorgeführt und schließlich in einem vortrefflich hergerichteten Stinkraum praktisch erprobt wurden. Dabei war es für die ehemaligen Kriegsteilnehmer besonders interessant, die Feststellung zu machen, daß die beschwerliche Gasmaske des Weltkrieges mittlerweile in vielerlei Hinsicht verbessert worden ist, so daß der Aufenthalt mit dieser Maske in der gasgeschwängerten Umgebung ganz erheblich leichter ertragen werden kann, als es damals im Kriege unseren seid- Der pflanzenattas. Don Friedrich Schnack. ;tt) weiß nicht, woher ich ihn habe und wer vor nh seine botanischen Kenntnisse aus ihm schöpfte. 3mir sieht er nicht sonderlich gut aus: er ist aus« sm lidergefallen und die Tafel, darauf die Kryp« b:gimen abgebildet sind, die Farne, Moose, Flechte i und Pilze in ihren Wunder färben, wurde vor dm anderen stark mitgenommen durch die Zeit nl die Ungeduld blätternder Finger. Zwar sind Lt Flechten und Moose zu verschmerzen, da die Pze gut erhalten blieben: der Champignon, das Wchwämmchen und die Birkenschwämmchen, die 31 ümorschen Baumstümpften siedeln ... Aber im großen und ganzen ist es doch schade, daß dem tonen Pflanzenatlas so übel mitgespielt wurde. 2cm sehe nur: auf einer Tafel, angefressen von Ämsen ober eingerissen von Kinderhänden steht ehi Sagopalme ihres Wipfels beraubt, und der tii;ben abgemalte Blütenstand ist bis auf einen »Meinbaren Rest verschwunden. Diese Palme wird rei roieber ausschlagen unb einen grünen Wipfel Uten, Dom Blütenstand ganz zu schweigen. Der Silis ist nicht mehr aoUtommen. Der Text zu ben 2al’ln, untergebracht im ersten Teil des Buches, tg mir minber wichtig, weil er Stubenhockerarbeit ji reinem steifbeinigen Deutsch aus dem oorigen Hlrhundert ist, trocken wie Brot ohne Butter. Die Wer aber hat kein Gelehrter gezeichnet und ge- tjdit ein durch und durch lebendiger Mensch war es, «m Meister seines Fachs, ein hellblütiaer und fyiliiugiger Maler, der wohl eines kleinen Lorbeer- bitttchens würdig wäre. Mit gehorsamer Feder und ftniegsamem Pinsel hat er eine reiche, bunte Wnzenwelt aufgezogen, gepflegt und gestaltet — nkiiiele Jahre seitdem auch vergangen sind: das foci und fein gemalte Pflanzenreich blieb frisch, mrn auch ein wenig altertümlich in der Tönung dsi Chlorophyll-Grüns unb ber Blütenfarben. Die Bscheidenheit jenes Zeitalters liegt über ben Pflan- mmhnen unb Blumenwimpeln. Dennoch oerleihn Ibif Farben, gebämpft und beruhigt wie Pastelle, in Pflanzenbildnissen den Ausdruck leibhaftigen Lbms Freude und Kraft, einen reizenden ^rüh- lic einen gesättigten Sommer. Die Farben des Shers sind ja auch natürlichen Ursprungs und rf wie die unseren in chemischen Kuchen gezeugt. °sr!Rot, ihr Blau, ihr Gelb, das oielfach sich von- eianber unterscheibenbe Grün, sie alle würben von A nzen unb Hölzern gewonnen; leicht mag die Sil.Mzenseele ber ausgeprehten Gewächse fluchtig i:e:ganflen sein in das grüne, blaue unb rosige Farbenblut, unb so kam es in die Bilder und lebte, strahlt in meinem Atlas des großen Pflanzenreiches. Es ist ein abwechslungsreicher, bunter Garten. Er vereinigt in sich die Pflanzen aller Zonen, ein wahrer Weltgarten. Den Unbilden ber Witterung ist er nicht ausgesetzt, ben Herbsten nicht preisgegeben. Die Schere ber Mobe, bie auch die Büsche stutzt, schneibet nicht in seine Fülle. Ihm kann nichts geschehen, bewahrt von meiner Liebe unb meinem Entzücken, wenn ich ihn aufschlage unb ben kunstvollen Bau ber Taubnessel ober bes Klappertopfs mit ebensoviel Bewunberung betrachte, wie nur irgenbetn menschliches Bauwerk. Die Taubnessel unb ber Klappertopf, ber kriechenbe Günzel unb die Ackerbistel, sie alle brücken, in wechselnber Gestalt, ben schöpferischen Geist bes Lebens aus, unb bie geheime Drbnung ber Welt, jener, bie ber Mensch nicht eingerichtet hat. In meinem Atlas, darin bie Pflanzenbiiber schlicht unb vornehm stehen, wie es ihrer Form unb Anlage entspricht,, habe ich die abgeschilderte Pflanzennatur in einer harmonischen Gesamtheit erlebt, wie der Musiker beim Lesen seiner Partitur ben Einklang bes Orchesters. Auch mein Buch ist eine Partitur, gefügt aus vielen Stimmen, ein Pflanzenchor, halb fein unb gläsern mich ansprechenb, halb büfter, leibenschaftlich, üppig schwellend, halb farbig lobernb. Die Zartheit bes Zittergrases, die Rispe bes Wiesenschaumkrauts behaupten sich neben dem Glockenklang der Glockenblume und dem Summen bes Eichenwipfels, unb es gibt keinen uneblen Wettstreit. Der Künstler hatte bie Pflanzengeschöpfe eingestimmt in sein Buch, so wie sie in Wirklich- feit eingestimmt finb in ben Bestaub unb bie Jahreszeiten ber Erbe. Wie er bas Nahe, Vertraute, bas Unscheinbare unb heimatlich Schöne umfaßt unb mit Liebe vor mich hinstellt, so bringt seine Zeichen- unb Mal- kunst auch das Ferne, Seltene, Fremdartige, Er- staunliche, alle exottsche unb wilde Pracht. Glucks genug Freude genug. Wer hätte mir, wenn nicht er ben Mammeibaum, ben Aprikosenbaum von St Domingo vorgeführt, ber so köstliche Früchte hervorbringt? Wer ben Nierenbaum? Den Orleans- bäum mit dessen Fruchtmark die Indianer ihre Haut beizen? Wer das Glasschmelz-Gewächs vom Meeresstrand, wer die Blume Saloppe, das Bitter- Holz und bie Pimpernuß? Nicht ein Lehrer in meiner langen Schulzeit hat mich so fesselnb Pflan- zenkunbe gelehrt, wie mein bewährter Atlas bes botanischen Reiches. Das muß ich ihm banken. Und mehr noch. Zum Stoff gab er mir ben Seelenhauch, zur Lehre ben >ei Ortsgruppenführer. Die maßgebende Beumtleitung im Ernstfälle hat einzig unb allein )ei örtliche Leiter ber Polizei, dessen 8e hlsgewalt ber gesamte zivile Luftschutz unter- IteL. Seit einigen Wochen ist dafür auch die ge- setzoche Grundlage in dem Reichsluftschutz- ®i| e 6 geschaffen worden, das bekanntlich alle Biinner und Frauen dem zivilen Luftschutz-Dienst »ch flichtet, bei dem die Polizei die befehlsführende Etile ist. Das Schwergewicht dieses Selbstschutzes ihf bei dem Luftschutz-Hauswart, der im ber akuten Fliegergefahr in weitestem Aus- iwoie für das Wohl und den Schutz feiner Haus- KlsHrten mit selbstloser Einsatzbereitschaft und Hin- iiih zu sorgen hat. Entsprechend der Größe dieser thißabe und der hohen Verantwortung ist die viel- siilpste und systematische Ausbildung der Luftschutz- toroarte eine der wichtigsten Vorbedingungen, Seiffcbriften. — Mit dem Doppelheft August-September schließt die „Deutsche Zeitschrift" (Verlag Georg D. W. Callwey, München) ihren 48. Jahrgang. Vielseitigkeit in der Auswahl der Themen, geistige Höhe der Betrachtungsweise, Reichhaltigkeit und ansprechende äußere Form sind auch die Vorzüge dieses Heftes, das wiederum Zeugnis ablegt für den verantwortungsvollen Ernst, mit dem die Zeitschrift sich ihrer kulturellen Bildungsaufgabe hingibt. Als gewichtigsten Beitrag möchten wir ben von Prof. Kurt Huber über „Neue Dolkslieb- forfchung unb Dolksliebpflege" gelten lassen, ber als Hauptziel erkennt: bie deutsche Seele in ber unenblichen Vielgestaltigkeit ihres Liebes allen nahe- rücken, bamit alle aus bem freubigen Erleben biejer Vielgestaltigkeit zu ben Urtiefen ihres Volkstums zurückftnben. Nicht minber aufschlußreich ist ber Aufsatz „Polen unb Deutsche" von Erich Maschke. Ueber Jmegserinnerung unb Kriegserfahrung" schreibt Erich Weniger, mit ber Absicht, aus den so unendlich verschiedenen Kriegserlebnissen und ihren Niederschlägen die echte Ueberlieferung des Krieges und ihren ethischen Ertrag für das Gesamtvolk zu gewinnen. Don literarischen Beiträgen sind zu nennen: die Erzählung „Der bekränzte Weiher" oon Georg Britting, die Novellen „Kadülleckenberg" und „Der weiße Hirsch" von Agnes Miegel, ein Essai über Agnes Miegel von Fritz Endres, über „Bauerndichtung" von M. Hochgesang, Gedichte von Hans Böhm. Ulrich Christoffel steuert einen Beitrag über „Münchner Bildniskunst der 1880er Jahre" unter Beigabe von acht Bildbeilagen bei, Erich Brock einen über „Deutsch - schweizerische Freundschaft". Umfassende Bücher- und Filmbenchte runden das Heft ab. Sochschuinachnchten. An der Technischen Hochschule Berlin wurden die folgenden Lehrkräfte von den amtlichen 23er- pflichtungen entbunden: Professor Dr.-Jng. e. h. Heinrich Aumund (Grundlagen ber Mechanik), Professor Dr. Rudolf Franke (Fernmeldetechnik. Schalt- und Getriebelehre), Professor Dr.-Jng. e. h. Hermann Jansen (Städtebau), Professor Dr, Paul Krainer (Dampfkraftmaschinen), Professor Dr.-Jng. e. h. Hans Poelzig (Hochbau) unb Bergrat Professor Dr. Ludwig Tübben (Maschinentechnische Bergbaukunde). Dr. Hans Thieme, Privatdozent für Deutsches, Bürgerliches und Handelsrecht an der Universität Frankfurtist zum außerordentlichen Professor In der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Breslau ernannt worden. kuftschutz tut not! Wem wäre dieses auf- Melnde Wort nicht geläufig? An mancherlei Stellen springt es den Männern und Frauen immer Diöer mahnend und fordernd in die Augen. Wir beignen diesem Wort in den Zeitungen, es spricht puins von Plakaten, es leuchtet uns entgegen von ftansroänben unb es lenkt unseren Blick auf sich non Spruchbanb quer über bie Straße hinweg. Iln.ii es ist gut so, baß immer roieber auf allen Digen unb bei jeber Gelegenheit dieses alarmie- >er»e Wort auf unser nationales Gewissen ein« brr gt, uns eine der größten nationalen Pflichten pc nüber der Volksgesamtheit und auch gegenüber )er eigenen Ich mit einem Anhang einhämmert! )n8)er Tat: Wer sich nur einigermaßen mit den biigen unserer Zeit und mit dem Leben der Völler untereinander beschäftigt, der kann nicht im Ja-tfel fein darüber, daß die Forderung und Mah- iwß „Luftschutz tut not" eine der bringend« [tei unb berechtigtsten für unser Volk ist. ler Reichsluftschutzbunb, vom Reichsminister ber Lui fahrt General ber Flieger Hermann Göring |ut Organisierung bes zivilen Luftschutzes bes beut« 4)11 Volkes aegrünbet, zieht aus ber kategorischen JoDerung „Luftschutz tut not" mit aller Energie ^Konsequenzen. Er sorgt bafür, baß bie beutschen Dtiiner unb Frauen geschult werben, mit allen hkln Hilfsmitteln ben Selbstschutzvor Fließe gefahr in bie Hanb zu nehmen unb von M;er Hanb her in wirksamer Weise auszubauen. Diiie Arbeit roenbet sich an jebermann. Alle fönen unb müssen zu ihrem glücklichen Gebeihen mJnteresse bes Dolksganzen beitragen! Wer nicht nii eigener Hanb unb Kraft mithelfen kann, hat |Ur minbeften bie Verpflichtung, burch Gelbopfer e ach seiner Leiftungskraft bas große Werk sör- )er zu helfen. Er kann unb muß bas tun, weil )ie -r zivile Luftschutz ja auch i h m f e l b ft unb lernen Angehörigen zugute kommt. Dii Aufgabe ist aber auch nicht an eine Sliters« znnze gebunben, ebensowenig beschränkt sie sich iu auf die Männer. Vielmehr eröffnen sich hierbei Itteitsgebiete für Männer und Frauen aller Llnrsstufen unb aller sozialen Schichten. Es han- lei sich im weitesten Sinne bes Wortes um eine ilnelegenljeit ber Volksgemeinschaft! !«r organisatorische Rahmenbau bes zivilen Luft- ch.Zes steht fest. Das tragenbe Funbament ist in )it r Organisation des ganzen Volkes der Luft« <^utz-Hausroart. Nächst ihm stehen die S lock warte, dann die Revier führ er und Die Fischerei war im Strafgesetzbuch (StGB), in seiner bisherigen Fassung nur ungenügend geschützt. Man erachtete den Fischereifrevel im Verhältnis zum Wildern im bisherigen Sinne als eine ziemlich harmlose Sache. Es war jedoch zu erwägen, daß die Binnenfischerei — man denke namentlich an bie größeren Ströme — boch nicht unwesentlich zur Ernährung unserer Bevölkerung beiträgt, baß für bie Aufzucht unb Hege ber Fische von ben Wchereiberechtigten nicht unerhebliche Aufwen- bungen gemacht werben, daß die Verpachtung der Gewässer bem Staat ober sonstigen Fischereiberechtigten beachtliche Einnahmen verschafft, währenb sie umgekehrt bem Fischereipächter entsprechenb hohe Aufwendungen für Pacht, Hege und Fischereigeräte auferlegt. Das unberechtigte Fischen spielt sich, ähnlich wie das Wildern, vielfach in entlegenen Gegenden, unter Umständen zur Nachtzeit, ab, so bah bie Feststellung ber Frevler erschwert ist. Aus allen biesen Grünoen verbient auch bie Fischerei erhöhten Schutz, unb man hat geglaubt, mit ber Regelung biefer Materie nicht bis zum Erlaß eines neuen Strafgesetzbuches warten zu sollen, sondern hielt es für angebracht, ähnlich wie andere strafrechtliche Gebiete auch dieses Gebiet in Gestalt eines Sondergesetzes zu ordnen. Das neue Gesetz ist am 1. September d. I. in Kraft getreten. Aus der Provinzialhauptstadt D 'n. stündlich möglich. Durch diese Regelung haben Sir \ U i ii.ubl 3. Die 4. Nachdruck verboten! 26 Fortsetzung SW«ii-4fciPuder 30Pfg k •fellr!l.^l Jhr Kind lacht üol> Wlt 2 intai -'«Der m r! x '2o I io ,nti1e M' Und tum hni ub,k mV Mg Was nicht im Theater-Werbehest steht? Aus dem Gießener Stadtcheaterbüro wird uns geschrieben: • Sie haben sicherlich bereits von der Neuerung int Stadttheater Gießen für die kommende Spielzeit 1935/36 gehört? m Wahlabonnement! Was ist em Wahl, abonnement und welche Vorteile bringt das Wahl, abonnement, werden viele Theaterfreunde fragen, die sich etwa aus beruflichen Gründen an em festes Abonnement mit bestimmtem Tag nicht binden können. , , , Die Vorteile des Wahlabonnements liegen auf der Hand: Der Wahlabonnent hat bei -zeug Mflmi Wön Werl Weine Wch nlorb Mld Äorb i Henn !°ad>i roradi ' 5l( »mr Beb iDieh Wr .)u|c mer iLinr »jleid Mali mehr i^tei Wnt Maat oben M DTtffli 111 t tann , hias uech i flnroff Mich E Mi Mir WlS. Wte ! Ön >»b^ «SHr.l uniun «luna vhabi i»wit <<3n !Ae J| di, iidch üUn Mlid »fyr Wl illff ÄJ lLilht- Mf ! WH Zu jedem kommt einmal das Glück Vornan von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) der schon lange erstrebte wirksame Schuß verliehen worden. Möchten sich dadurch namentlich auch alle, die das unberechtigte Fischen als harmlos ansehen, von Fischwilderei abhalten lassen. In den meisten Fällen wird die Verurteilung wegen Fischwilderei, im Gegensatz zu bisher, auch in das <5trafregifter eingetragen und den Ortspolizei- und Fischerelaufsichtsbehörden mitgeteilt. . Jeder weidgerechte Jäger und Fischer wird der jetzigen Regierung Dank wissen, daß sie der Jagd wie der Fischerei mit fester Hand den gebührenden Schutz verliehen hat. von 20 bis 22 Uhr. Kohlenscheine werden im kommenden Winterhilfswerk nur an kranke und alte bedürftige Volksgenossen abgegeben. Alle anderen bedürftigen Volksgenossen haben Gelegenheit, ihren Winter- bedarf an Brennholz durch Lesen in den Gießener Waldungen Zudecken und können daher keine Kohlenscheine erhalten. ßef ef d) eine werden auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, Freitags von 20 bis 22 Uhr aus- gegeben. Mietbücher, Quittungskarten und alle sonstigen Unterlagen über die Einkommensverhältnisse sind vorzulegen. Der Ortsgruppenamtsleiter. Ich heirate die Tochter des Majors von Jnnemann, oder ich bleibe zeitlebens allein. Denn niemals werde ich ein anderes Mädchen zur Frau nehmen!" Run wußte sie alles. Arme Evi, die ihm ihr junges Herz geschenkt hatte, und für die es keine Hoffnung gab! . Aber jetzt war sie es, die zuerst das Schwelgen brach. Und ihre Stimme war klar und rein: „Ich habe es immer gewußt. Und ich werde Gott immer für mein so kurzes Glück danken. — Friedrich, nur das eine mußt du mir versprechen: niemals darf Monika von dem allen erfahren. Natürlich wirst du sie heiraten. Sie ist so gut und so schön, und wenn ich einmal fort bin aus deinem Leben, dann wird sicher die Zeit kommen, da du sie auch lieben wirst... Und nun mußt du mich nach Hause bringen. Wir haben einander alles gesagt, und um Monikas willen dürfen wir nicht mehr länger bleiben..." Schweigend schaltete Gerling den Motor ein. Er wußte, daß dieses kleine zarte Mädchen recht hatte, und daß sie stärker war als er selbst. 18. Kapitel. In großer Abendtoilette saßen Shirley und Maud in der Loge. „Nun — wo sind unsere Herren?" fragte Maud etwas spöttisch. „Für dieses kleine, spießige, halb leere Lokal hat man sich doch wirklich nicht so großartig ankleiden müssen ..." „Na, du kannst mir doch auch einmal etwas zuliebe tun!* sagte Shirley verdrießlich. „Ich sehe nicht ein, was du davon hast!" antwortete Maud gutmütig, ohne sich aus ihrem Phlegma herausreihen zu lassen. „Sie werden doch noch kommen: mach' einen doch nicht so nervös! — Ah, Herr Klinke, ich habe Sie schon mit Sehnsucht erwartet!" Johnie entschuldigte sich höflich. Trotz der langen Autoreise fühlte er sich frisch, Er war von dem Erfolg mehr als befriedigt; er hatte durchgeführt, was er sich vorgenommen hatte. „Wieso sind die Damen allein?" fragte er höflich. „Herr von Gerling hat sein Erscheinen zsgesagt — ich weih gar nicht, wo er bleibt..." Maud sah immer wieder nach der Tür. Johnie sah sich unterdessen im Raum um. Er begriff eigentlich nicht recht, was die beiden Damen in ihten prunkvollen Toiletten hier wollten. Er ging selten in diese Lokale. Eigentlich zuletzt damals, als er jeden Tag auf Evi von Tanner wartete. Richtig, in solchen Lokalen hatte Evi immer gelungen. War das vielleicht der Grund, daß die beiden Damen diese Exkursion hierher unternommen hatten? Wollten sie Evi fingen hören? Aber wo- yer das plötzliche Interesse an ihr? Er wandte sich an Shirley. „Darf ich fragen, was die Damen gerade hierher geführt hat?" Shirley lächelte. „Sie werden schon sehen, Herr Klinke! Es gibt eine Ueberraschung." fängnls bis zu 3 Monaten bedroht war, tft auf Gefängnis bis zur höchstzulässigen Grenze von 5 Jahren erhöht worden. (§ 292 Abs. 1.) In den erschwerten Fällen des § 293 Abs. 2 betragt di Mindeststrafe 3 Monate Gefängnis, ebenso bei ge- werbs- und gewohnheitsrnähiger Wilderei; in besonders schweren Fällen letzterer Art betragt die Strafe Zuchthaus bis zu 5 Jahren. Man ersieht hieraus, daß die Strafen für Wildern und die damit in Zusammenhang stehenden Delikte durch die neue Gesetzgebung ganz .erheblich erhöht sind. Dadurch ist der Jagd und Fischerei noch erhöhen. Frau Müller war sogleich bereit, Frau von ner zu begleiten. Sie war sehr lebenslustig, und &«• Gelegenheit, ein bißchen auszugehen, bot sich nicht oft. So hatten die beiden Frauen kurz vor Monika«« Auftreten den Sal betreten und sich in eine D« dunkle Ecke gesetzt, die fast unbeleuchtet war. Und nun starrte Frau von Tanner mit fiebern* den Pulsen das Mädchen auf der Bühne an, da» ihre Evi nicht war und dieser doch so wunderbaa ähnelte. Frau Müller war kurzsichtig und flüsterte Frav von Tanner zu: „Ich hätte sie gar nicht erkannt, unser Evchru Nein, wie die Beleuchtung auf so einem PodnM verändert .. Aber Frau von Tanner antwortete nicht. mußte sich festhalten, um nicht umzusinken. war nicyt ihre Evi, und doch — vor oer ErreguW die sie empfand, je länger sie das Mädchen a» starrte, vergaß sie sogar die Sorge, wo denn 8” eigentlich geblieben war. Monika fang und blickte gar nicht in das Publv Sie dachte nur daran, ihre Aufgabe gut zu machen, damit Evi nicht den Platz öeriir obwohl — ja, sie würde bestimmt nie mehr Y auftreten müssen. Monika fühlte das ganz geM» Jetzt spielte der Klavierbegleiter noch einmal Austakt zu dem Restain: „Zu jedem kommt einmal das Glück, Vielleicht kommt es heute zu dir... (Fortsetzung folgt 1) schäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werden. 2. Erlengasse, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolken- gaffe, Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleichstraße am 18.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. Seltersweg, Plockstraße, Hindsnburgwall, Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hinter der Westanlage, Löberstrahe am 19.9„ von 15 bis 18 Uhr und Wehmütig« Begegnung. Das ist ein eigenartiges Gefühl, bei einem Gang durch die Straßen plötzlich vor einem Haus zu stehen, in dem man früher einmal gewohnt hat. Immer ist diese Begegnung ein wenig wehmutig. Und ob wir gleich in diesem Haus, in dieser Wohnung auch manchmal unfroh waren, und die Zeit in ihr oft eine schlechte Zeit gewesen ist — immer ist eine kleine Sehnsucht nach Verlorenem da, und wenn es nur die Sehnsucht nach einer Vergangenheit ist, in der wir noch jünger waren als heute und die nie mehr wiederkommt. Wer lange Jahre, vielleicht Jahrzehnte in em und derselben Stadt gelebt hat, der kann mitunter in manchen Vierteln und manchen Straßen solchen alten Bekannten begegnen, Häusern, die er nickt nur von außen kennt, sondern deren Inneres sich ihm einstmals erschloß und ihm Heimat war, steinernes Gesäß einmal gelebten Lebens. Und je nachdem, wie heiter ober trübe dieses Leben gewesen ist, wird ein Ächeln oder eine Bitternis bei Dem Wiedersehen um uns fein, und stets die kleine leise Wehmut. Wenn man dann auf der Straße verharrt und zu jenen Fenstern emporsieht, aus denen man selbst so viele Male geblickt, morgens und abends, bei Regen und Sonnenschein, bann ist es plötzlich,_ als durchdrängen unsere Augen die steinernen Wände. Dann gehen wir wieder umher in den längst von uns verlassenen Räumen und wissen: hier stand der große runde Tisch unter der gelben Lampe, hier war Mutters Nähtisch und dort die grüne Ecke der Zimmerpflanzen. Nach hinten zum Hof hinaus lag das Schlafzimmer mit den taubengrauen Tapeten und dem raschelnden Birnbaum vor den Scheiben. Und uns ist so, als könnten wir jetzt einfach hinaufgehen und die Flurtür aufschliehen und alles noch so finden, wie es einstmals war. In der Küche werden wir die Schwester mit den Tellern klappern hören, wir hängen den Hut an den Flurhaken, und treten ein in das Helldunkel der vertrauten Stuben. So stehen wir und sinnest, bis plötzlich dort oben ein fremder Kopf zwischen den Gardinen erscheint und der Traum verfliegt in jäher Ernüchterung. Das aber ist das tiefste Erlebnis: dem Haus feiner Jugend zu begegnen. Fast schmerzlich werden wir dann angeruhrt von dem Zauberstab nie vergessener Vergangenheit. Aus der Reihe gleichgültiger Fassaden wächst dies eine, einzige Haus uns entgegen, und mag es feit vielen Jahren von uns nicht mehr betreten und längst von gleitf)- gültigen Menschen bewohnt fein — es wird nie aufhoren, uns eine Heimat zu bedeuten. Zwischen seinen Wänden liegt für immer der Reichtum jener beschwingten und heiteren Stunden beschlossen, in denen uns die große Welt da draußen noch nicht schrecken konnte, in denen wir noch sicher geborgen waren hinter Vaters breitem Rücken und unter Mutters zärtlichen Händen. Jede Treppenstufe und jeder Winkel, jede Tür und jeder Fußbreit der Dielen tft unserem Inneren herzlich vertraut und voller Bedeutung. Hier lag für uns einmal die ganze Welt, die Welt des Kleinen, in der wir jedes Ding begriffen und in der uns alles freunblid) zugetan war. Und wie in 16 Vorstellungen 1. freie Wahl des Tages: Dienstag, Mitt- wach ober Freitag; 2. freie Wahl bes Stückes: Schauspiel, Oper, Operette ohne jeglichen Preisaufschlag; 3. eine Ersparnis von 20 Prozent im Vergleich zum burchschnittlichen Tagespreis. Weitere Vorteile bringt bie Art bes Roll, s y st e m s . Die Karte bes Wahlabonnenten besteht aus 16 Abschnitten mit je vier Abschnitten für ben 1. Ring (Sperrsitz, Reihe 1 bis 7; 1. Rang, Reiht 1 bis 2), für ben 2. Ring (Sverrsitz, Reihe 8 bis 11; 1. Rang, Reihe 3 bis 6), für ben 3. Ring (Sperrsitz, Reihe 12 bis 15) unb für ben 4. Ring (Sperrsitz, Reihe 16 bis 18). Für jeben Abschnitt tauscht ber Besucher an ber Theaterkasse eine ent- sprechende Tageskarte ein; eine Vorbestellung Don Tageskarten auf bas Wahlabonnement ist selbstvel-i ober Fischereiausübungsrechts überschreitet. Wer * B. bie Erlaubnis zum Fischen mit ber einfachen Banbangel hat, bars nicht mit KödSr fischen ober Spinnern ober ber Schleppangel fischen. Als Strafe für obengenanntes Vergehen ist Gefängnis bis zu zwei Jahren ober Gelb- Grafe angebroht. In befonbers schweren Fällen, tnsbefonbere, wenn bie Tat zur Nachtzeit ober in ber Schonzeit ober unter Anwenbung schädlicher ober explosiver Stoffe begangen worben ist, muß auf Gefängnis nicht unter 1 Monat erkannt werben (§ 293 Abs. 2). Bei gewerbs- unb gewohnheitsmäßiger Begehung Der Tat ist auf Gefängnis nicht unter 3 Monaten zu erkennen (§ 293 Abs. 3). Gewerbsmäßig begeht einer eine Tat, wenn er einen in Vermögensvorteilen bestehenben bauernben Erwerb erstrebt. Verbrauch ber Fische im eigenen Haushalt genügt zur Annahme ber Gewerbsmäßigkeit. Zur Gewohnheitsmäßigkeit wirb geforbert mehrmaliges Handeln unb weiter, baß baburch in dem Täter ein Hang zur wiederholten Begehung der Tat hervortritt. Eine besonders wirksame Handhabe zur Verhinderung von Fischwilderei bieten bie neu gefaßten §§ 295 unb 296 StGB. Früher konnten Fischerei- geräte, bie ber Täter ober Teilnehmer zur Fischerei bei sich führte, nur eingezogen werben, wenn ber Fall bes erschwerten Fischereivergehens (alter tz 296), wie er jetzt in bem oben aufgeführten § 293 Abs. 2 behandelt ist, vorlag, unb zwar nur bann, wenn bie Geräte bem Täter ober Teilnehmer gehörten. Nach ben neuen Bestimmungen müssen sie eingezogen werben, auch wenn sie roeber bem Täter ober Teilnehmer gehören. Nur in befonbers aufgeführten, gewiß selten vorkommenben Fällen, kann von ber Einziehung abgesehen werben. Nach § 296 wirb schon berjenige mit Gefängnis (also bis zu 5 Jahren) bestraft, ber Fischereigeräte im Besitz ober Gewahrsam hat, ober von einem anderen für sich verwahren läßt, nachdem er weaen gewerbsmäßiger Wilderei (im neuen Sinne), ober wehr als einmaliger Wilberei rechtskräftig verurteilt worben ist, sofern sich nicht aus ben Umftänben ergibt, baß bie Geräte nicht zur Wilberei bestimmt waren. Die Geräte brauchen also nicht zur Ausübung der Fischwilderei benutzt worden zu sein, es genügt bie Gefahr der Verwendung für solche Zwecke. Eine weitere Handhabe zur Verhinderung unbe- rechtsten Fischens bietet der neue § 360 Zisf. 10. Danach wird mit Haft bis z u 6 Wochen ober Gelbstrafe bis 150 Mark bestraft, wer sich auf ober an einem fremben Fischgewässer außerhalb ber zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege mit gebrauchsfertigem Fischereigerät jeher Art aushält. Bisher konnte ber Betreffend nur belangt werben, wenn er bie Fischerei tatsächlich ausübte. Erhöhter strafrechtlicher Schutz wirb nach bem neugefaßten § 117 StGB, jetzt auch bem Fischerei- berechtigten ober bem Eigentümer eines Fischge- wässers, einem Fischereiberechtigten ober Fischerei- ausübungsberechtigten, ober einem von biefen bestellten Aufseher gewährt, wenn ihnen in ber recht- mäßigen Ausübung ihres Amtes ober Rechtes burch Gewalt ober Bebrohung mit Gewalt Wiberstanb geleistet wirb, ober wenn sie während ober in Ausübung ihres Amtes ober Rechtes tätlich angegriffen werben. Die Strafe beträat Gefängnis bis zu 3 Jahren. Letztere Strafe erhöht sich in ben erschwerten Fällen ber §§ 117 unb 118 (Bedrohung mit Schießgewehr usw. ober mit Gewalt an ber Person) auf Gefängnis nicht unter 3 Mo- naten bzw. bei Wiberstanb unter Körperverletzung auf Zuchthaus bis zu 10 Jahren. Bei Begehung der Tat durch mehrere gemeinschaftlich kann die Strafe bis um die Hälfte des angedrohten Straf- maßes, die Gefängnisstrafe jedoch nicht über fünf Jahre erhöht werden. Analoge Bestimmungen gelten für den Jagdschutz. Die Strafe für einfaches jagdliches Wildern, das früher nur mit Geldstrafe ober mit Ge- Gehorfam nahm Friebrich von Gerling bas ihm gereichte Blatt. Das Licht bes Monbes war stark genug, baß er es erkennen konnte. Mit Staunen erkannte er Monikas Bilb. Fragenb richtete er feine Augen auf Evi. ,Hch weiß, baß bu sie lieb hast, unb baß bu sie heiraten wirst. Aber hoch bin ich froh, baß ick bich gekannt habe, auch wenn mein weiteres Leben nur Kummer unb Einsamkeit sein wirb." Wie schlicht sie bas sagte! Jhr reines Herz trieb sie zu diesem Bekenntnis. Wie sehr er sie liebte! Sein halbes Leben würde er darum geben, wenn er ihre Hand ergreifen dürfte und sagen: „Evi, bleibe bei mir — für immer..." Unb plötzlich erinnerte er sich ber Worte bes treuen Rolf Werbers, als sie vor bem Zelt saßen unb bie Sterne so klar über ihnen standen wie jetzt in der Heimat. Er hörte von neuem seine Worte, seine warnenden Worte: „Weißt du denn überhaupt, ob du für diese fremde junge Dame auch nur einen Funken Liebe empfinden wirst?" Und er hörte sich antworten: „Ja, ich weiß es! Es wird vielleicht keine glühende Leidenschaft sein; aber ich werde Monika gewiß eine aufrichtige, tiefe Zuneigung entgegen- bringen." Und wieder Rolf: „Friedrich, du kennst die große, berauschende, einmalige Siebe nicht.. .* Ja, jetzt kannte er sie. Er nahm leise Evis Hand in die seine und erzählte ihr alles von Anfang an — und wenn auch manchmal die kleine Hand in seiner zuckte, sie unterbrach ihn mit keinem Wort. Und auch als er geendet hatte, schwieg sie. Jhr helles Gesicht leuchtete im Schein des Mondes, und unter ihren geschlossenen Augenlidern tropften Tränen hervor. „Du weinst, Evi!" flüsterte er. Da schlug sie die Augen auf und sah ihn an. „Ich bin so glücklich, Friedrich — weil du mich lieb hast...!" Er nahm ihre Hand unb küßte sie, bann sagte er mit abgeroanbtem Gesicht: „Ich würbe mein Leben um bich geben, Evi, unb ich habe auch schon baran gedacht, baß Monika mich vielleicht jeher Verpflichtung freisprechen würbe. Aber auch bas würbe uns nicht helfen, Evi, benn ich habe ben feierlichen Schwur getan, bas erstemal an ber Bahre meines Majors unb noch einmal zu meinem Freunde Rolf Werden von 20 bis 22 Uhr. Neustadt, Horst-Wesssl-Wall, Mühlstraße, Bruch- stratze, Goethestraße am 20.9., von i5 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 5. Die Entgegennahme von Anträgen aus den Straßen Schanzenstraße, Tiefenweg, Sandgasse, Rittergasse, In Löbers Hof, Marktstrahe, Marktplatz, Mäusburg, Wagengasse, Kleine Mühlgasse, Alicenstraße, Bismarckstraße erfolgt nicht am 21. 9., sondern am 23.9„ von 15 bis 18 und „Nun, dann will ich geduldig sein!" Er lächelte vor sich hin. Shirley ahnte ja wohl nichts davon, daß er Evi von Tanner von früher her kannte. Sie glaubte wohl wirklich, daß ihn ihr Auftreten hier überraschen sollte. Arme, kleine Evi! Jetzt, wo er ihr Schicksal kannte, wußte er erst genau, wie schwer ihr bas alles fiel. Wie ungern sie auftrat! Nun, es würbe ja nun alles anbers werben! Sie würbe Augen machen; ja, es war hoch gut, haß man Gelb Hatte unb manchmal etwas ganz Besonberes bamit tun konnte. Er wollte gleich nachher hinter bie Bühne gehen unb mit Evi sprechen. Aber vielleicht wußte sie, baß bie beiben Damen ba waren, unb würbe nachher selbst zu ihnen kommen. Nun, bann fanb sich auch noch Gelegenheit genug. — Der Klavierspieler setzte ein. Johnie blickte nicht auf. Dann setzte eine süße Mäbchenstimme ein. Evis Stimme! Er kannte bock noch jebe Schwingung barin. Wie traurig biefe Stimme war, wie sterbenstraurig... Erschrocken blickte er auf. Die kleine Aaust Shirleys stieß hart gegen den Logenranh. Ein leiser, zorniger Laut entrang sich ihren Lippen, bie ganz weiß geworben waren. Er sah sie einen Augenblick an, bann glitt sein Blick auf bie Bühne, seine Augen öffneten sich weit, unnatürlich weit, seine Hände wollten nach ben Brillengläsern greifen unb glitten hilflos zurück... Monika ftanb ba oben! Monika fang. Mit ber gleichen Stimme wie Evi. Aber es war Monika! Unb hatte er vorher mit Anbacht unb Rührung gelauscht, so schlug sein Herz jetzt in einem rafenben Tempo. Wunberbar war biefe Ähnlichkeit! Aber nun wußte er es ja: er hatte Monika gern gehabt, weil sie ihn an Evi erinnerte; aber bas war nur im Anfang. Vom ersten Augenblick an, ba Evi wieher aufgetaucht war, wußte er, haß sie nur eine liebe Erinnerung geworben war, unb baß alles, was es in feinem Herzen an Wärme unb Liebe gab, Monika gehörte ... Er beachtete feine Nachbarinnen nicht, die die Köpfe zueinander bogen unb erregt zu flüstern begannen. Er sah gebannt Monika an. Jetzt fang sie ein -weites Lieb, ebenso ernst wie bas erste. Unb nun ging ber Klavierspieler nach einer kurzen Pause in eine Melobie über, bie man augenblicklich an allen Straßenecken hörte. Nur den Text kannte Johnie nicht. Ader warum fang Monika nur diesen Schlager gar so traurig? Was war denn eigentlich mit ihr los? Nie hatte er diese Augen so tief verschleiert gesehen. Natürlich war sie aus irgendeinem Grunde für Evi eingefprungen. Das war Johnie ganz klar. Aber so tief konnte doch die Erregung des ungewohnten Auftretens nicht wirken. Uno sie erschien ihm auch gar nicht gar so aufgeregt. Nur eben furchtbar traurig ... ,r$u jedem kommt einmal das Glück, Vielleicht kommt es heute zu dir ... Er lauschte jedem Ton, saß vorgebeugt und ftarrti Monika wie verzaubert an. Aber noch jemand war im Saal, der Monika mll: weit aufgerissenen 2Iugen anstarrte, als wäre sii eine Erscheinung aus einer anderen Welt ... So oft hatte Evi ihre Mutter gebeten, sie M1 einmal anzuhören. ,,Jck möchte so gern, daß bu siehst, baß es ni^l: so schttmm ist, Muttchen! Viel Freube wirb es bir aber auch nicht machen. Deine unbegabte Evi mach: ihre Sache gar nicht gut ..." Aber immer hatte Frau von Tanner abgewehri. Sie hatte eine fast krankhafte Angst, ihr Kinb oben auf her Bühne zu sehen. Sie wußte ja, wie barunter litt. Heute jeboch fühlte sie eine seltsame Unruhe. wußte, baß Evi in irgenbeinem Konflikt ftanb, ben: sie ihr verheimlichte. Vielleicht hatte Frau Mülls' eine Ahnung. Aber warum war sie selbst nicht ein- geweiht? Heute hatte sie keine Ruhe, auf Evis Heimkch zu warten. Wie wäre es, wenn sie ben Wunsch 1# Tochter erfüllte unb sie einmal überraschte? Es bestimmt besser, wenn Evi nicht wußte, baß Mutter zuhörte, es würbe sonst ihr ßampenfieW einem fernen Spiegel sehen wir uns durch die Zimmer dort oben laufen, in den kleinen Kitteln, die wir damals trugen und bie nun längst verloren sind. „Weißt du noch" und „Es war einmal steht mit unsichtbaren Buchstaben für uns über der alten Haustür geschrieben, und das Herz wird uns schwer von der Fülle der vierhundert Erinnerungen, denen dieses Haus ein Schatzkästlein bleiben wird, bis es die Spitzhacke niederreißt. Wir möchten dann hinaufgehen und die Leute fragen, ob wir einmal eintreten dürfen in das verlorene Paradies unserer Kindheit, damit uns alles nochmals gegenwärtig werde, wie es damals war. Aber besser ist es, draußen stehen zu bleiben unb nur zu den Fenstern hinauf zu spähen, benn so chön kann das Wiedersehen nie sein, wie bie Vergangenheit sich in uns leuchtend malt. Vielleicht erschiene uns manches grau, was bis heute noch hell unb bunt war, vielleicht hockte die Enttäuschung dort, wo wir die Beglückung erwarten. Verlassene Paradiese soll man nicht mehr betreten, man soll sich nur ihrer heimlichen Schönheit still und behutsam erinnern. H. B. v. M. Winterhilfswerk 1935/36. Ortsgruppe Metzen-Mitte. Unterstützungsanträge für das WHW. 1935/36 der Volksgenossen aus den Straßen: 1. Neuenweg, Weidengasse, Kaplansgasse, Maigasse, Ludwigstraße können nur am 17.9., von 15 bis 18 und von 20 bis 22 Uhr auf der Gehen im Kreise Gießen und den unmittelbar angren« zenden Straßenteilen an. Die Versteigerungen beginnen am 25. September und enden am 1. Oktober. Das Obst wird nur gegen Barzahlung versteigert. Juden sind von der Versteigerung ausgeschlossen. Weiteres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. Denkt an das Fallobst! Wie feiten in einem Jahre lohnt sich heiitk' das Sammeln unb die Ablieferung des früher in vielen Obstgärten gering eingeschätzten Fallobst« Der Gründe dafür sind mehrere. Fürs erste bürflr' nach den bisherigen Feststellungen die Ern/-- in den meisten Obstsorten nur eine knappe Mitteinnir ergeben. Fürs zweite kommt namentlich der Dn» forgung mit Aepfeln heute eine weit größere Bedeu- tung zu, als früher. Der Aepfelkonfum, wie üben außerdem 4. den Vorteil, zu einer Vorstellung aud gleichzeitig mehrere Abschnitte elnhui. scheu zu können bzw. mit einem Abonnemen mit mehreren Personen die gleiche Vorstellung au besuchen. 5. Jeder Wahlabonnent hat die Möglichkeit, da; die ganze Spielzeit vom 1. Oktober 1935 bii Aum 31. Mai 1936 geltende Wahlabonnemeni jederzeit und beliebig oft zu en neuern. 6. Durch Aufzahlung der Differenz ist auch bei Umtausch gegen eine höhere Platzart möglich 7. Das Wahlabonnement ist trotz des nichtigen Preises in vier Raten zu bezahlen. Warum sind Sie bei diesen, Vorteilen noch kein Wahlabonnent? Meldungen auch zum Wahl, abonnement nimmt die Theaterkasse entgegen, werk- täglich von 10 bis 13 Uhr, oder telephonisch untei der Nummer 2930. Obstversteigerungen an den Provinzialstraßen. Straßenverwaltung der Prvvinzialdirektioi. Oberhessen kündigt in unserem heutigen Anzeigen« teil die Obstversteigerungen an den Prvvinzialstra" Tag des deutschen Volkstums in Gießen ölte zu verkünden. ganzen teil- nehmen! welcher einen der Kranken besuchte, bekam das im, n igtunbflr Versammlung ibte Tvi i i«s Vereins Hundesport Gießen. :e jör lflikt M €| stellung in G i e- Dolkshalle genügend ) (lüft'*; '$ irühti ssaüok tt(te di e Q,xr r Mitl Darum tritt die Jugend, begleitet von den Abordnungen der Hitlerjugend und der Parteiorganisationen, am morgigen Sonntag vor die Oeffentlichkeit, zieht durch die Straßen zu einer Kundgebung auf dem Brandptah (1 6 Uhr) und fordert alle Volksgenossen daheim und draußen auf, sich die Hände zu reichen zum Schwur der Treue zu deutschem Blut und deutscher Art. Kreise begangen im besonderen Gedenken an die 9000 auslanddeutschen Schulen, die der VDA. in seiner völkischen Arbeit betreute, heute, wo im nationalsozialistischen Staat der Glaube an den Wert und die alle künstlichen Grenzen überwindende Kraft völkischen Lebens uns allen wieder geschenkt ist, ist es an der Zeit, die daraus fliehenden Aufgaben dem flblibe bis vorläufig März 1936 ist deshalb vor- g,lncmmen worden, um die Zuschlagsberechnung ai 1 April 1936 den dann herrschenden Marktver- g M! n übliche Einkellerung der Wipterkartoffeln irp l=en städtischen Haushaltungen gefördert. Es liWialso im Interesse der Haushaltungen, den für Keine Verwendung des Wortes „Volk" in der Wirtschastswerbunq. (Fwd.) Entsprechend früheren Verlautbarungen des Werberates der deutschen Wirtschaft hat die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in einem Gutachten die Auffassung vertreten, daß die Verwendung des Wortes „Volk" in Firmennamen ebenso abzulehnen sei, wie „Fir- menzusätze „deutsch", „national", „nationalsozialistisch" und „vaterländisch". Nachdem im heutigen Staat des Wort „Volk" wieder einen ethischen und ideellen Wert erhalten habe, sei eine Anwendungs- möglichkev nur für gan- besonders geartete Fälle1 > daß ttl fclcbr-lid) ist. ie wirt ö ht 4 W " i, uw; im * •J? »5 vor W- i * 5 lertitf* h so $i Weiteren Verlauf der Versammlung hielt Dr. vc» Bentheim einen hochinteressanten Vorkrag über H üd isragen. Der Redner sprach über die Abstam- nrnp des Haushundes und versuchte die Entwickln in: !oer Hunderassen zu erklären. Der Annahme, dcif ursprünglich wirkliche Wildhunde bestanden hcckn und daß von diesen, in späterer Verkreuzung miilSchakal, Wolf usw. die heutigen Rassen in ihrer G^zentstehung abstammen, wurde beigetreten. MMngen gefundener Schädel und Vergleiche haben di r Auffassung unterstützt. Alsdann wurden Zucht- renplr und züchterisches Wollen von heute behan- MtiL'rtb zum Schluß einige Krankheiten der Jung. hr»!e und ihrs Bekämpfung erörtert. gegeben, nämlich dann, wenn sich eine Anwendung dieses Wortes aus Gründen des Gesamtwohls der deutschen Wirtschaft vertreten lasse. Eine Verwen- düng aus Gründen der Wirtschaftswerbung, die nicht dem Gemeinwohl zu dienen bestimmt sei, müsse grundsätzlich unterbleiben. Danach sei auch die Firmierung „Dolksbedarf" für ein Kleinpreisgeschäft nicht zulässig. Dornottzen. — T a g e s f a I e n b e r f ü r Samstag: NSG. „Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr Leicht- athletik auf dem Universitätssportplatz am Kugel- berg, Lichtspielhaus» Bahnhofstraßer ^Jch liebe Die Seuchengeschichte des Kreises Gießen Von Obermedizinalrat Professor Or.H. Kliewe. Am Sonntag, 22. September, wird im ganzen Reiche der Tag des deutschenVolkstums begangen. Was ist das, der „Tag des Volkstums"?, o fragt wohl mancher bei dem ungewohnten Namen. Der Tag ist entsprungen aus dem neuen Lebensgefühl unseres Volkes, das nach den Jahren der Erniedrigung wieder zu sich selbst gekommen ist. Seitdem man In Versailles unsere lebendige Volkseinheit zerschnitt und den Deutschen an fremde Herren verhandelte, erwachte in uns allen die Erkenntnis, daß deutsches Volk und Deutsches Reich nicht sich decken und deutsches Volk viel weiter geht, als die Grenzen des Reiches. Daß wir mit den 35 Millionen, die nicht das Glück haben, im neuen deutschen Hause zu wohnen, doch zusammengehüren inv lut und Art, daß wir für sie mit verantwortlich, für sie auch zum Opfer bereit sein müssen, das alles will dieser Tag uns ins Bewußtsein hämmern. Die Gießener Jugend hat in vergangenen Iah- ren das „Fest der deutschen Schule" im engeren Der Kampf unserer Bruder im Memelland umschattet die Feier: Treue gegen Treue, Pflicht gegen Pflicht! Möge die Gießener Bevölkerung in diesem Geiste an der Feier h »Ibissen anzupassen. Wse Regelung schafft auf dem Speisekartoffel- rrHtt eine Preisübersicht, die bis März 1936 fest- li egttunb den am Kartoffelgeschäft beteiligten Er- «n jh, dinjgrn, Verteilern und Verbrauchern zugute , wirr t. Die damit verbundene Preisklarheit legt als M vornherein unlauteren Elementen das Hand» Delt trtr! unb gibt bem gesamten Kartoffelmarkt, sowie *, fefou Entwicklung bie feste Unterlage, bie zur Sicherstellung ber Deckung bes Kartoffeldebarfs er- Seit Menschengebenken spielen bie ansteckenden Krankheiten, bie oft in großen Seuchenzügen viele taufenb Menschen bahinraffen, eine unheimliche Rolle. Wenn auch bie ausgesprochenen Geißeln ber Menschheit, wie Aussatz, Cholera, Gelbfieber, Fleck- ieber, Pest unb Pocken sich in ben letzten Jahrzehnten bei uns seltener bemerkbar machten, dank ihrer wissenschaftlichen Erforschung und ber Durch- ührung hygienischer Maßnahmen, so haben wir iur Äeit noch gegen eine Anzahl anberer ansteckender Krankheiten zu kämpfen. In Deutschlanb erkranken alljährlich noch etwa 50 000 bis 70 000 Personen an Diphtherie, 50 000 bis 100 000 an Masern ober Scharlach, 170 000 an Tuberkulose, viele Tausend an Typhus, Paratyphus und Ruhr usw. Die letztgenannten Darmerkrankungen rufen gar nicht selten maßloses Elend hervor und können das Schicksal ganzer Landstriche beeinflussen. Wertvolle Aufschlüsse über die Entstehungsursache und die Bekämpfungsmaßnahmen der an» leckenden Krankheiten gibt uns die Seuchenge- chichte; wir haben uns in ben letzten Jahren mit ihr soweit sie Oberhessen betrifft, eingehend beschäftigt unb bie Forschungsergebnisse in einer größeren Abhanblung (Kliewe unb Weigand: Typhus unb Paratyphus in Oberhessen im 19. und 20. Jahrhundert bis zum Jahre 1918) niedergelegt. In den folgenden Ausführungen fei daraus ein kurzer Auszug wiedergegeben. Die ersten Erkrankungsfälle an Typhus im Kreise Gießen wurden im Jahre 1857 aus A l - lertshausen gemeldet. In der Zeit vom 26. Dezember 1857 bis 5. Januar 1858 waren 33 Erkrankungen und ein Todesfall beobachtet worden. Als Entstehungsursache wurden die damaligen naßkalten Witterungsverhältnisse angesehen. Da aber weitere Erkrankungen nicht auftraten, wurden keinerlei sanitätspolizeiliche Maßnahmen getroffen. Der Ort blieb trotzdem in späteren Jahren vom Typhus verschont. Auffallend häufig wurde in früheren Jahren L i ch vom Typhus befallen; so waren 1865, 66, 69, 70, 76, 77, 80 und 1881 insgesamt etwa 70 Personen erkrankt. Als Ursachen wurden schlechte Brunnen, große Unreinlichkeit auf den Straßen, mangelhafte Beseitigung der menschlichen Abfallstoffe usw. angesehen. Teilweise reichten die Misthaufen bis zur halben Höhe des ersten Stockwerkes. Auch waren keine „besonderen Stellen" für menschliche Abfallstoffe vorhanden; diese wurden einfach in irgendeine Ecke geschüttet. Gegen Ende des Jahres 1877 wurden zur Verhütung der Weiterverbreitung des Typhus folgende Maßnahmen angeordnet und durchgeführt: 1. Kein Pumpwaffer benutzen, sondern an der vorhandenen Wasserleitung Wasser holen. 2. Beseitigung und Ausmauerung der Misthaufen und der Gruben. 3. Ausleerung und Ueberwachung letzterer, damit sie nicht wieder so anwachsen. 4. Wahl guter und trockener Bauplätze. Zu diesem Zwecke wurde die Stadtmauer teilweise entfernt. 5. Umbau schlechter unb nasser Wohnungen. 6. Verbesserung ber Straßenführungen und Pflasterung derselben. 7. Bau von Abzugsgräben für Jauche. Die Folge dieser städtehygienischen Maßnahmen war, daß nur noch in den Jahren 1880 und 1881 vereinzelte Typhusfälle beobachtet wurden. Später blieb Lich typhusfrei. Eine unrühmliche Rolle scheinen damals bei der Weiterverbreitung des Typhus in ber Umgebung Gießens auch bie mit Mausfallen ufw. umherzie- henben Ungarn und Slowaken gespielt zu haben. Die „Darmftäbter Zeitung" vom 1. März 1868 schreibt unter Grünberg: „Don verschie- benen Seiten ist barauj aufmerksam gemacht worben, baß bie mit Mausefallen unb anderen Drahtwaren umherziehenden Ungarn und Slowaken eine typhusartige Krankheit verbreiten. Leider hat sich dies auch hier bestätigt. Zwei dieser Händler, von 18 und 16 Jahren, hatten, scheinbar durch Kälte, Hunger unb Elenb schwach geworben, mehrere Tage in ber Stabtherberge sich aufgehalten unb würben iöh laiot der Obstbedarf allgemein, ist in den letzten । '. Ären ständig gewachsen, und zwar sowohl in Atzttz 'jrtlchobst, wie auch in Wirtschaftsöbst. Aus de- inne- und aararpolitischen Gründen ist bie 23er- ■ | orgjng mit Margarine und Schmalz knapper ge- " M looiDen, unb damit hat die Marmelade als Brot- ,QS .usfrichmittel wieder erhöhte Bedeutung erlangt. e. fragt 'Mehlich hat ber Aepfelbebarf eine weitere Zu- s^. : ayme erfahren burch Steigerung bes Obstsaftkon- 31 iura. Der industrielle Bedarf erfährt aber noch du« weitere Steigerung, ba für bie Marmelabe- J’Jeni flirten im Interesse eines nichtigen Marmelabe- Malerei es für die Verbraucher eine Zucker-Verbilli- । unjsattion eingeleitet ist. Aus allen diesen Um- llQ9, Aii i 'ärDen ergibt sich der Wert des Fallobstes, das da- ~ :un in keinem Obstgarten verkommen darf. » Fmchtnachlaß für Obst. ’jent \ litt bie Versorgung ber Bevölkerung mit Winter- Sespreiz o:bft unb ben Absatz ber beutschen Obsternte zu er- !s !R oli II’M em, bat bie Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft len beftt cmf Antrag bes Reichsnährstandes ben schon in en für sichten Jahren zeitweilig in Kraft befindlichen ang, 8!uriahmetarif 16 B 11 erneut in Kraft ge- leihe 8 [ Ml Dieser Ausnahme-Tarif gilt beim Der- n 3. geflirrt von frischen Aepfeln, Birnen unb Pflaumen, ’n 4. ^llntir letztere zählen auch Mirabellen, Reineclauden i Abschf imd Zwetschen. In Kraft treten bie Frachtsätze bes e eine °^u-rahme-Tarises jedoch nur beim Versand dieser elluna tCItyjgniffe als Frachtstückgut und Eilstückgut. Der st sM^ Üsemngsbereich erstreckt sich zwischen allen Bahn- haben sW’- Der Ausnahme-Tarif tritt mit dem 23. Sep- ^tnrnlar 1935 in Kraft und ist vorerst bis zum Iung^3H. Dezember 1935 befristet. abonn’ii Oie Gießener Herbstblumenschau. Erstell!' 3- r Stunde ist man in der Turnhalle am Os- uurcal!sgarten noch eifrig damit beschäftigt, die letzten ,(|xi.. . 2lo6ereitungen für die Gießener Herbstblumenschau ‘t 193S treffen. Die Hauptarbeit vereinigt sich auf die abonn? ”Wiri Stunden vor der Ausstellungseröffnung, ft ni ^ni menn ssch die Herbstblumen, insbesondere die 5U ' 2!«h.en und Gladiolen, in ihrer ganzen Farben- . nraät und Frische zeigen sollen, dürfen sie nicht zu L““5 Ira geschnitten werden. Die Ausstellung will dem ' Mbukum drastisch vor Augen führen, welche Fülle ,, n,eöni txuti Blumen den Garten und die Zimmer schmücken -en* kldtti gleichzeitig soll auch dargetan werden, daß in noy bllis lheimische Gewerbe der Gärtner seine Kunst M W öi!rf ht. Die Ausstellung wird heute nachmittag gegen ot eicöfwet. (Siehe heutige Anzeige.) **■ preisklarheit auf dem Gpeisekartoffelmarkt. „Nervenfieber", gleichzeitig noch eine andere unverheiratete Person. Eine Kindbetterin, welche die bereits in hohem Grade sich unwohl fühlende, oben erwähnte Hebamme besucht hatte, erkrankte und starb am Typhus, an welchem nun auch ber letzteren Tochter barnieberliegt. Die Veröffentlichung biefer Tatsachen hat ben Zweck, um wiederholt auf die Notwendigkeit hinzuweisen, den Mausefallenkrämern bas Hausieren mit ihren Waren allgemein zu untersagen, wih es nun in betreff bes Kreises Grünberg burch bie Derwaltungsbehörbe geschehen ist. Die größte Wohltat mürbe bamit ben Hausierern selbst wiberfahren, welche unter ganz ähnlichen Umftänben aus ihrer Heimat weggeführt werben, wie bie Kinber aus einzelnen Gegenben Hessens nach Lonbon, Kalifornien u. a., welche unter ber Botmäßigkeit roher Menschen, bie sie „Meister" nennen, stehen, von biefen auf eine schändliche Weise ausgenutzt werben." Eine anbere größere Epidemie (31 Erkrankungen, 5 Todesfälle) wurde im Jahre 1881 in Müschen- heim beobachtet. Als Ansteckungsquelle diente angeblich ein verseuchter Brunnen. An kleineren Epidemien sind noch zu nennen bie in Watzenborn- Steinberg im Jahre 1874 mit 12 Erkrankungen, vorwiegenb bei Kinbern im Alter von fünf bis zehn Jahren; ferner die mit zehn Fällen in Leihgestern im Jahre 1879. Als Ursache wurde folgendes angegeben: Am Gemeindebrunnen war das Mauerwerk verfallen, so daß er unbrauchbar geworden war, und die Einwohner dieses Dorfteils ihr Wasser von einem Brunnen in der Nähe einer Iauchegrube holen mußten. Dieser verunreinigte Brunnen speiste wiederum einen anderen in ber Nachbarschaft, so bah beide als Ansteckungsquellen in Betracht kamen. Im Jahre 1894 wurden in Annerod zwölf ältere Personen und sechs Kinder, die einer Kindtaufe beigewohnt hatten, vom Typhus befallen. In ber Kreisftabt Gießen selbst traten Typhus- dzw. Paratyphuserkrankungen am häufigsten auf, unb zwar in den Jahren 1879, 1880, 1881, 1884, 1891, 1895, 1896, 1897, 1899, 1900, 1901, 1902, 1903, 1904, 1905, 1906, 1907, 1908, 1909, 1910, 1911, 1912, 1913, 1914, 1915, 1916, 1917 und 1918. Jedoch war es hier nie zu Massenerkrankungen gekommen, abgesehen von vier kleineren Epidemien. Die erste Epidemie mit 17 Erkrankungen und Todesfällen wurde 1879 in der Gießener Garnison beobachtet, Ursache schlechtes Brunnenwasser. Die zweite Epidemie im Jahre 1884 mit 22 Erkrankungen unb zwei Todesfällen brach in einer Klinik aus, die dritte unb vierte mit 34 bzw. 15 Erkrankungen in den Jahren 1888 und 1896 unter der Gießener Bevölkerung; über ihre Ursache ist Näheres nicht bekannt. Insgesamt wurden im Greife Gießen in den Jahren 1857 bis 1918 aus 39 verschiedenen Ortschaften 467 Erkrankungen und 35 Todesfälle an Typhus gemeldet, Paratyphuserkrankungen dagegen nur 33. Wahrscheinlich handelte es sich aber bei ben Personen, bie im Jahre 1873 in Muschenheim im Anschluß an eine Hochzeit unb 1894 in Annerob nach einer Kinbtaufe erkrankt waren, um eine Ansteckung mit Paratyphusbazillen. Die Ziffer beim Paratyphus ist beshalb so niebrig, weil bamals ein Unterschied zwischen Typhus und Paratyphus noch nicht gemacht wurde. Erst als um die Wende des Jahrhunderts die verschiedenen Paratyphusbazillen entdeckt worden waren, wurden die Begriffe beider Krankheiten klar getrennt. Abgesehen von ben obengenannten Ortschaften würben, wenn auch nur in geringerem Umfange, noch folgende vom Typhus bzw. Paratyphus heimgesucht: A 11 e n b o r f a. b. L. in ben Jahren 1881 unb 1917, Arnsburg 1889, 1914; Bellersheim 1881, 1903; Bersrob 1908; Bettenhausen 1880, 1914; Beuern 1892, 1901; Eberstab t 1879; Garbenteich 1902; Großen- Buseck 1900, 1901, 1903, 1911; Grünberg 1868, 1909, 1918; Grüningen 1903; Harbach 1905; Hausen 1902, 1903; Holzheim 1903; Klein- ßinben 1901, 1910, 1914, 1917; Lang-Göns 1880, 1890, 1891, 1892; Lauter 1911; Leibgestern 1879, 1903; Lollar 1896, 1903, 1906, 1907; ßumba 1901, 1917; Mainzlar 1901; Muschenheim mit Ho f Güll 1873, 1881; Ober-Bessingen 1865, 1900; Querfborn 1893, 1903; Rödgen 1901, 1902; Rüddings- hausen 1907; Saasen 1904, 1908; Staufenberg mit Friedeihausen 1881; Steinbach 1884,1903; Trais-Horloff 1881, 1908; Treis a. b. ßba. 1918; Utphe 1895, 1901; Villingen 1892, 1893, 1910, 1917; Watzenborn-Stein- m N'ch ber ab 1. September erfolgten Kartoffel- Maßregelung sind die Speisekartoffelpreise für bie liziakirrt Liiesirmonate September, Oktober und November m dilesüi Jahres auf einer einheitlichen Höhe gehalten, rovinzich flet jeden späteren Liefermonat ist dagegen ein übar üW- gjiiftilag von 10 Pfennig je Zentner vorgesehen, jeruw ’ bikr iich bei Berücksichtigung des Schwundes, ber m 1. Ote Ekttr ietungs- und Lagerungskosten und der- fl öerfteip Q|feilten ergibt. Dieser Zuschlag wird also erft- mg«M- mal;; für Lieferungen im Dezember in Anrechnung erW gM.cht und ist bereits bis März 1936 festgelegt. «I Hin urch wird dem Erzeuger eine angemessene (SHföäbigung bei späterer Lieferung gewährleistet, 1 sich in NHiMnb bie Verbraucherschaft bazu angeregt wirb, 'd ir Winterbebarf möglichst bis Ende November zu aiM Damit wird die in den Vortriegsftchren all- iich d« b K? Sintermonate nötigen Kartoftelvorrat zentner- röfjeteJt einzukaufen, wodurch be.* Erzeuger von bem im, wie. Lazi ungsrisiko für bie emgeteUerten Kartoffel« :n:*n entlastet wirb. Die Begrenzung der Zu- darauf auf Anordnung bes Kreisarztes in bas hiesige sogenannte Hospital, in welchem eine größere Anzahl von armen Familien unb obbachlosen Personen Wohnung haben, transferiert, wo man sie nach acht Tagen, als sie sich hinlänglich erholt hatten, entließ. Inzwischen erkrankte ber Wirt, bei bem sie sich aufgehalten, wie sich klar herausstellte, an Typhus, ebenso dessen Frau, welche Hebamme ist. Jener starb, ein kräftiger Mann von 48 Jahren. In dem Hospital erkrankten nach einander fünf Personen, wovon nur ein junger Mensch von 22 Jahren auf dem Wege der Genesung ist, bie übrigen , starben sämtlich. Ein junger Mensch aus ber Stabt, berg 1874, 1903; Wieseck 1910, 1912. tri Donnerstag hielt, wie man uns berichtet, «L biii Verein Hunbesport Gießen unb Umgegenb 'n wit ssM biesjährige ordentliche Generalversammlung -1' '-p -notel Schütz ab. Der Vereinsobmann Dr. j , v Pu Bentheim begrüßte die Erschienenen und ie UnrW g ^'anschließend zur Tagesordnung über, indem tan Schriftführer zum Jahresbericht über das > Frau a i^.nufene Geschäftsjahr das Wort erteilte, selbst M Sjvcn schloß sich der Bericht des Rechners, der ül>tr ibie Entwicklungp und den derzeitigen Stand §vis b«f:j°asse berichtete. Aus dem vorgetragenen Zah- .,n ®un|i leJrrlferial ging hervor, daß die Kassenoerhältnisse & ß« ^net sind, so daß auf Vorschlag der Rechnungs- ’..Lb dah pTiij«' dem Kassierer Entlastung erteilt wurde, wo- rßfllnpt™ rcW Kch auf Vorschlag aus Mitgliederkreisen die Oteamtentlaftung bes Vorstandes anschloß. Alsdann ' eßMcte die Neuwahl durch Zuruf. Der Vorsitzende Frau, v irft • Namen bes Vorstanbe. für bas ausge» f#l,,ti9enc Vertrauen unb nahm bie Wieberwahl an. -n, bo« p Hji:se. angeregte Aussprache entspann sich über bie (Stauung, eine Hunbeausstellung in ©ie» freu abzuhalten, zumal bie Dolkshalle genügend Pkch, zur Unterbringung der Hunde bieten würde. SL schön ber Gebaute ber Veranstaltung auch sei, scs filiert erschwerenb bie hohen Kosten für eine soilch« Ausstellung ins Gewicht. Es solle erst ein- miol Herr Bazille in Stuttgart gehört werden. Dl» Verein sei gerne bereit, Opfer zu bringen, je- bijf! löürften sie ein bestimmtes Maß nicht über- fdlitinen. weiterer Punkt bildete bie Ermäßigung i unlrtfchaft „Zur Burg , ein Preisschiehen ab. Es wurde nut Kiew ( kaliber auf 50 Meter Entfernung geschoßen. Jedem . Schützen waren drei Schuß, liegend ( die Zwölfer-Ringscheibe zugestanden Die Schieß' । ergebnisse waren sehr gut. Es erhielten den L^reis mit 36 Ringen Reinhard Wagner jr„ 2. mit 35 Ringen Wilhelm Klein, 3. mit 35 R. Friedrich Klingelhöfer, 4. mit 35 R. Heinrich Rinn, 5 m;t 935 R Walter M ü l l e r, 6. mit 35 R. Johs. 7-' mit 34 R. tzch. Weber. 8. mit 34R. Karl Haas. 9. mit 34 R. Fritz 3ung VIIL, 10. mit 34 R. Franz Rathenow, 11. mit 34 R. Aans Weller, 12. mit 33 R. Wilhelm Stern 13. mit 33 R. Karl 3 u n g, 14. mit 33 R. Gottlieb Müller. z Gr oßen-Linden, 20. Sept. Die D e'u t -> lche Arbeitsfront hielt in der Gastwirtschaft Zum Rebstock" eine Mitgliederversammlung ab. Örtsgruppenwalter Textor eröffnete die Versammlung. Derwaltungsführer Pg. A-d a m von der Kreiswaltuno Gießen sprach sodann über die bisher geleistete Arbeit der Deutschen Arbeitsfront. Anschließend sprach Pg. Wagner von der Kreis- amtsleitung Gießen. Die Ausführungen wurden begeistert aufgenommen. Zum Schluffe wurde das Horst-Weffel-Lied gesungen und ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer ausgebracht. > Großen-Linden, 20. Sept. Die Alters- kameraden 1885 — 1935 hatten sich zu einer Wiedersehensfeier im Saale der Gastwirtschaft Post eingefunden. Der Fabrikant Wilhelm Volk begrüßte die Teilnehmer, besonders die Kameraden Post und Hofmann, die es sich nicht nehmen ließen, von ihren jetzigen Wohnorten, Darmstadt und Berlin, zur Feier zu erscheinen. Er sprach dann über die gemeinsam verlebten Schul- und Jugendjahre und über jene Zeit, da man sich trennen muhte, um feine eigenen, vom Schicksal bestimmten Wege zu gehen. Der verstorbenen und im Weltkrieg gefallenen Schulkameraden wurde in ehrenvoller Weise gedacht. Beim Austausch von Erinnerungen, bei Gesang von Liedern aus der Jugendzeit und bei Tanz blieben die Teilnehmer noch lange beieinander. O Lang-Göns, 20. Sept. Freunde echten dörflichen Volkstums find hocherfreut, daß man sich im Dritten Reiche wieder des alten Brauchtums entsinnt und dieses zu Ehren gelangen lassen will. In diesem Sinne gab Polizeidiener i. R. Johs. Weil auf der letzten hier nach alter Sitte gefeierten Hochzeit die Anregung, wieder das Pflanzen der Ehebäume einzuführen. Diese Gepflogenheit fei zur Zeit unserer Ahnen gebräuchlich gewesen und habe mit dazu beigetragen, das Interesse der Bevölkerung am heimischen Obstbau zu wecken und zu steigern. Als Pflanzstätte schlug er ein gerodetes Stück Ackerland in der Nahe der j Jungen Mark vor, das wie kein anderes der Feld- Tannen-u.Hart- Brennholz liefert billig Hch. Hetterich Gießen oaoss Krofdorf.Straße Nr. 8-9. Karte genügt. Hartbrenntwtz, ä Wagen 5 Mk Anmachholz ä Wagen 6 Mt. 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. 3Md J. Wellhöf er, Telephon 2313, Marb.Str.24. Menen Bucher ergab folgendes Bild: 1932 waren es 124 Leser mit 2576 Bänden, 1933 dagegen nur 100 Leser mit 1853 Bälden und 1934 106 Leser mit 1960 Bänden. Die Bücherei ist in einem Raum des Rathauses untergebracht, ein Teil der Herrich. tung des Raumes, darunter einen großen Tisch für Ablage der Bücher, übernahm die Stadt auf ihre Kosten. Die Mitgliederzahl beträgt 31; in Anbe. tracht der gemeinnützigen Bestrebungen des 23er. eins soll die gesunkene Mitgliederzahl durch Neu- Werbungen wieder gehoben werden. Die Rechnun- aen der beiden letzten Jahre ergaben keine De. anftanbungen; 1933 ergaben sich nahmen von 323,71 Mark und Ausgaben von 259,25 Mark, 1934 waren die Einnahmen 268,46 Mark, die Ausgaben 266,05 Mark. Infolge Wegzugs des seitherige« Vorsitzenden, Rechtsanwalt Lind, war NeunxHl nötig. Als neuer Vorsitzender wurde der Orh gruppenbeauftragte für Volksbildung, Berufsjchiz । lehrer Gengnagel, gewählt. Stellvertreter uch zugleich Rechner und Büchereiverwalter ist lehrer i. R. Kohlbach, Schriftführer Buchdrucke, reibesitzer Robert, Stellvertreter Lehrer Wen. z e l, Bücherwart kaufmännischer Angestellter hch. Schmidt. Kreis Schollen. mark zur Baumanlage geeignet sei. Em anwesen- der obstbaubeflissener Hochzeitsgast gab lehrreiche geschichtliche Beispiele aus der Zeit der großen preußischen Könige und wies nach, daß der Wohlstand ganzer Gemeinden und Landstriche oft auf derartige bräuchlich gewordene Maßnahmen zurückzuführen sei. Bürgermeister Wenzel begrüßte die gegebene Anregung, verbreitete sich in längeren Ausführungen über den Sinn echten Brauchtums, das in dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler einen eifrigen Förderer habe und versprach als Ortsoberhaupt, das in Aussicht genommene Land- △ Dorf - Güll, 19. Sept. Unter außerordentlich starker Beteiligung veranstaltete die hiesige Kriegerkameradschaft ihr diesjähriges Preisschießen. Es wurde in drei Hebungen geschossen: drei Schuß liegend freihändig, drei Schuß kniend freihändig und drei Schuß stehend freihändig. Als bester Schütze ging aus dem Preisschlehen Förster Schäfer hervor der mit neun Schuß 99 Ringe erreichte. Die nächstbesten Schützen waren Wilhelm Sarnes und Wilhelm Heinrich Knappe r mit je 96 Ringen. Heber 30 Preise konnten an die besten Schützen verteilt werden. * L i ch, 21. Sept. In Anbetracht der am heuttgen Samstagvormittag festzustellenden Wandlung der Wetterlage in günstigem Sinne findet das vom Orts- ocrein Lich des Hessischen Alice-Frauenverems vorgesehene Rot-Kreuz-Fest doch im Schloßpark statt. ^Obbornhofen, 20. Sept. Im Rahmen der Arbeitsbeschasfunasmaßnahmen wurde seinerzeit die alte Römerstrahe an der Grenze des Hochwaldes und der Gemarkung Münzenberg aus- gebrochen, um das gewonnene Land der Forstkultur dienstbar zu machen. Ein großer Teil der an- fallenen Bruchsteine wurde durch die hiesige Gemeindeverwaltung im Wege der Notstandsarbeit zur Befestigung von Feldwegen und Waldschneisen verwandt. Damit die Forstverwaltuna den Lagerplatz der restlichen Steine zur Durchführung von Neukulturen freibekommt, hat die Ortsbehörde mit dem hiesigen Hnternehmer Lorenz Hahn einen Vertrag zwecks Verarbeitung der Steine zu Schotter abgeschlossen. Für jeden Kubikmeter Klopfsteine fließt eine Mark in die Gemeindekasse. Eine Klopfmaschine, mittels Dampfkraft betrieben, hat eine ansehnliche Menge Straßenbefestigungsmaterial her- gestellt, das zum Eindecken auf den Provlnzialstra- ßen nach Wohnbach, Münzenberg und Trais-Mun- zenberg Verwendung finden soll. + Grünberg, 20. Sept. Der Wfige Volksbildungsverein hielt dieser Taae im „Hotel Hirsch" seine Hauptversammlung ab. Aus dem Bericht über die Tätigkeit des Vereins in den beiden letzten Jahren ging hervor, daß die Volksbücherei weiterhin ihren Bestand vermehren konnte. Ihr Bücherbestand betrug Ende 1932 1384 Bände, stieg 1933 auf 1421 Bände und 1934 auf 1470 Bände Akku-Lade-Dienst. Tel. 2980 Biete an so lange Borrat reicht goMMutoontaQ o.5toiMlnte[iuehen zu den Bedingungen des Reichsnährstandes. Ltto Müller, Hen- riettenbof, Post Grünberg. 5395V besuche vor 1■ I richtunS 5“ r vielseiti6«| r61"16 en Auswah* I “ k preist I I schöner un I 1 Gardinen » Im»'* 1 «ASLa-M folgende Möbelstücke: ab 23 September wegen Umzug Büfetts, Auszieh-, Zimmer- und Küchentische, Küchenschränke, Beran- ein Teil des Zuganges entstammte freiwilligen - ' mdungen. Die Zahl der Leser und der ent- 1M." WWW HAU5 DER GUTENj ^QUALITÄTEN Zu haben In den Fachgeschäften. Mielewerke A-G.GUiex-slohfWesn. Samstag. 2l. September 1955 22| viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) 4 MM: Romantische Landschaft bei Oberhof. waltete nach entrichtetem Obulus seines Amtes, die sah man Kloster Arnstein. Bis kurz vor Nassau Wasser rauschten nach der Talseite aus der Schleuse., PH man Kloster Ernstem. Bis kurz vor Nassau tiefer und tiefer samten die Booten zwischen hohen ' suhrte die Fahrt. Em Teil der Paddler hatte zwar ™1 .. < 1 , . r. < vf < v t ..6 . frhnn tn Clhprhnf nhnpfrhlnffpn imh hnrt rthrtPnnilf. Die kleine Flottille der Gießener Paddlergilde auf der Lahn bei Fachingen. \v Kleine Zwangspause im Schleusenkanal. Tiefer und tiefer sinken die Boote. Singt ■Sti h - r" sind unter 35 Leuten immer dabei. D.: K! Hoch ragt die Wand des Marmorbruchs bei Diez auf. — Im Vordergrund der Zehner-Kanadier. le Schwerer Transport des Kanadiers au steiler Löschung. (Aufnahmen s6s: Neuner, Gießener Anzeiger.) entschlossen, ob sie sich senken oder heben sollten. Im Wagen wurde die Frage um den Nebel lebhaft erörtert. Die Konsequenz war ja die, daß ein schöner Tag beoorstand, wenn sich der Nebel senkte. Er tat es denn auch. Kurz vor Wetzlar bot sich ein phantastisch schönes Bild. Die Stadt lag unsichtbar tief im Nebelmeer Mauerwänden, bis sich endlich die Talschranke öffnete. Kaum war der Spalt breit genug aufgezogen, schon in Oberhof abgeschlossen und dort abgebaut, die übrigen kehrten bald zurück und genossen noch einmal das herrliche Landschaftsbild bei Kloster Arnstein. Bald waren die Boote in Beuteln und Taschen verpackt und wieder auf den Lastkraftwagen verstaut. Bis zu diesem Augenblick hatte sich der Wettergott von der freundlichsten Seite gezeigt. Nun aber änderte sich das Bild. Ein Gewitter war fast unbemerkt heraufgezogen, das sich plötzlich, zwar nicht mit heftigem Blitz und Donner, wohl aber mit einem wolkenbruchartigen Regen entlud. Die Heimfahrt gestaltete sich nun auf besondere Weise fast phantastisch. Jedermann fühlte sich in dem von festen und halb herabgelassenen Planen umschlossenen Wagen geborgen. Zurück schweiften die Blicke in das Tal, über das rasch der Regen hereingeoro- chen war, der die Konturen der Berge grau und schemenhaft verwischte, während sich der letzte Schimmer des scheidenden Tages in den Regenmassen brach. Hin und wieder flammte helles Wetterleuchten auf, das die verzauberte Landschaft mit blauem Scheine übergoß. Der Regen klatschte wild gegen die Planen, Wind und Regen rauschten in den Bäumen, der starke Diesel-Motor mischte sein monotones Lied in den Aufruhr der Elemente. Mit wachen Sinnen war jedermann dem Tosen in der Natur hingegeben und freute sich der kraftvollen Aeußerung des ausklingenden Tages. Der Regen hörte bald wieder auf. Noch manches Lied wurde gesungen. In Limburg rief der märchenhafte Anblick des beleuchteten ehrwürdigen Domes noch einmal allen Enthusiasmus der begeisterungsfähigen Jugend herauf und dann erst wurde es stiller im Wagen. Nach vierstündiger Fahrt kam man wieder in Gießen an. Zehner-Kanadier und Boote wurden noch rasch in die Schuppen der Gilde gebracht und zwölf Uhr schlug es vom Turm der Stadtkirche, als man sich — nun doch etwas müde von den reichen Erlebnissen des langen und sinnvoll verbrachten Tages — trennte -und nach Hause begab. und im gewußten Tal. Die Nebelschwaden brandeten an den hohen Bergen, die wie Landzungen in das Gewoge vorstießen. Auf einer dieser Landzungen, die nur wenige Meter über das weiße Gewoge hinausragte, stand wie eine Sensation der schlanke Turm der Brühlsbacher Warte, dessen Knauf von einem hervorbrechenden Sonnenstrahl überspielt wurde. In der Ferne ragte der Stoppelberg massig auf, weiter rechts zeigte sich der düstere Kalsmunt. Vorbei ging die Fahrt an Dörfern, durch Dörfer, nach Weilburg, durch Weilburg, dann steil hinauf (herrlich lagen zu Füßen die Stadt und das Schloß), bald grüßte der Limburger Dom und wenig später ratterte unser Aufsehen erregender Wagen durch die engen und winkeligen Straßen von Diez. den Charakter der klassischen Landschaft gaben, wie sie ein Böcklin malte. Bald tauchte Fachingen auf. Näher und näher traten nun die Berge heran und ließen kaum Raum für Leinpfad für Straße und Eisenbahn. In vielen Windungen schlängelte sich die Lahn dahin, steiler ragten nun die Berge empor, dichtbewaldet sind die weiten Hänge, im stillen Wasser spiegeln sich die Bäume. Die Sonne hatte inzwischen den Kampf gegen den Nebel endgültig und siegreich für sich entschieden. Spätsommerlicher Glanz laa über den Wäldern, über dem Wasser, über Wiesen und Feldern. Bläulich-grün schimmerte das raschelnde Schilf an den Ufern. Leise glitten die Boote dahin. Kaum ein lautes Wort störte den Frieden in der Natur, nur hin und wieder klang ein verhaltener Ruf von Boot zu Boot, klang silbernes Mädchenlachen über das Wasser. Irgendwo von fern her läuteten Kirchenglocken. Bald grüßte von stattlicher Höhe die stolze Schaumburg, friedlich lag ihr zu Füßen das Dörfchen Balduinstein. In grüner Schlucht glitten die Boote weiter, bis eine Der neuen stattlichen Lahnschleusen Halt gebot. Ein Boot fuhr nach dem anderen in den Schleusenkanal, der Schleusenwärter heimatlichen Landschaft. In den Reihen der Gießener Paddler gibt es viele, denen eine Fahrt von Diez bis Nassau nicht schwer fällt, auch wenn auf dieser Strecke die Lahn mit keinerlei Gefälle oder Strömung zu Hilfe kommt Die Lahn ist bekanntlich von der Mün* düng bis weit herauf fast völlig gestaut. Don Limburg ab ist der Fluß kaum mehr als solcher zu empfinden. Spiegelglatt lag die Wasserfläche vor den Paddlern und nur wenn ein Windstoß von den ^Bergen herab über die Wasserstraße fiel, belebten kleine Wellen den silbrigen Glanz. Mit kraftvollem Schwung trieben die Paddler ihre Boote vorwärts. Das wesentliche Erlebnis gibt die Landschaft. Bald unterhalb von Diez treten die Berge nahe an den Fluß. Einen überraschenden Anblick bot die hohe Wand des Marmorbruches bei Diez, vor der wie feine Arabesken einige Pappeln aufragten, die dem Bilde im harmonischen Kontrast des dunklen Laubgrüns 4um zart-rötlichen Schimmer des Gesteins Wirten i tsdi, in fd)ör 1 Eifer betre ien An rankung Wie (pt M hau- n haben I von kc lbenden Einwoh lenleiter ler einri; )wetsi L Der J XA yl lilie. 1. i Weich F. Grill Betz skrankeij jamilie \ • llenbli ampig- bereitet i rl> bch- ich quM )es gejtri Die Ar % '32 Öu ÜHÄ w >urch J 'JNts >e; Wen, Viark, n ie« der & ttreter, Buchdr, rer W, fiellter j & >-8S ZochM rfoflflteä® zckÄ Jt.0 teM Mil nkasseo. 1,Brandy die harten Holzbänke der Länge nach im D cgm standen und so jedermann der Landschaft u i telbar zugewandt saß, blieb es nicht aus, daß n Gesang und Humor alle Aufmerksamkeit auch Eine Paddelboot-Wanderfahrt — mag sie auch nur für die kurze Dauer eines Tages unternommen fein — gibt zweierlei Erlebnis: das der Freude an der eigenen sportlichen Leistung auf größeren Strecken und — das feine und tiefere Erlebnis der Im Ablauf einer solchen Wanderfahrt spielte die Mittagspause keine unwichtige Rolle. Sie bringt neben der körperlichen Stärkung meist auch eine beschauliche Stunde der Ruhe. An der Lahn läßt sich schön zu Mittag rasten. In verschieden großen Abständen hat der Deutsche Kanuverband Lagerplätze für Paddler gekennzeichnet, deren einige in Verbindung mit Gastwirtschaften stehen. Für die Wanderfahrt am vergangenen Sonntag war Laurenburg die Stätte der Einkehr. Schnell waren die Boote gelandet, gesichert, die Paddel zusammengestellt und Decken auf den frischen Wiesenplan ausgebreitet. Im idyllischen Obstgarten der Wirtschaft wurden Tische zusammengerückt und dann der Rucksack ausgepackt. Einige packten gar Spirituskocher aus. Einer der „Zünftigen" hatte sich einen Kohlkopf mitgebracht, den er mit dem Taschenmesser bearbeitete und der in Verbindung mit Speck und anderen Zutaten „Kappes" ergeben sollte und ergab. Den Speck erbeuteten zwar zu einem Teil die Hühner, die im Garten der Laurenburg fast ebenso frech sind wie- auf der Badenburg. Nach einer Stunde etwa woben verführerische Mittagsdüfte über den Platz und lüsterne Nasen schnupperten eifrig danach. Nach kurzer Ruhepause wurde die Fahrt fortgesetzt, weiter auf ruhigem Wasser, zwischen grünen Bergen, an freundlichen Dörfern vorbei, vorbei an Burgen und Ruinen und an Felsen, die über 100 Meter hoch unmittelbar aus dem Wasser aufschossen. Beherrschend in der Landschaft da drängten auch schon die schlanken Einer in das Freie, weiter ging die Fahrt! Die nächste Schleuse befand sich gerade in Reparatur. Es mußte um- getraaen werden. Das ist bei Paddlern eine ganz besonders beliebte Beschäftigung! Hauptsächlich dann, wenn ein schwerer, langer Zehner-Kanadier eine brennessel- und distelbestande hohe und steile Uferböschung hinauf und hinab transportiert werden muß! Mit Kameradschaft, Kraft und Geschicklichkeit wurde es aber auch hier geschafft. iiGießenerpaddlernaufWan-ersahrt Die romantische Lahn von Limburg bis Nassau. Es ist immer wieder wunderbar und erstaunlich zu sehen, welche Leistung aus der Gemeinschaft und der Kameradschaft erwachsen kann. Der mehrere Zentner schwere und 9 Meter lange, ungefüge Zehner-Kanadier war unter einheitlichem Kommando rasch vom Wagen gebracht und schaukelte wenige Minuten später schon auf dem Wasser. Rasch waren auch alle Haut- und Stabtaschen aus dem Anhänger geholt und dann chub auf schmalem Uferstreifen der allgemeine Aufbau an. Unter vielgeübten Griffen wurden aus der Fülle von Stäben, Spanten, Gummihäuten und Leinwandstücken, aus Schrauben und Messingbüchsen- 15 schmucke schnittige Paddelboote. Als die letzten in das Wasser glitten, zogen die ersten mit systematischem, rhythmischem Schlage los. Stunden schöner Erlebnisse lagen vor denen, die an dieser Fahrt teilnahmen. Wohl jedermann war auch voll der inneren Bereitschaft. Messpunkt Selterstor! 6 Uhr morgens! Mit RMuck-Verpflegung für einen Tag!" Das waren bilfe kurzen Parolen, die die Gießener Paddler- Gfllv e für ihre letzte diesjährige gemeinsame Wan- bMigrt ausaegeben hatte. Pünktlich waren die rneisi-n da, Jungens und Mädels und auch eine Wzchl Erwachsener, die sich jung fühlen oder es »Milben sind. Der Lastkraftwagen mit dem sorg- fcltis im Anhänger verstauten Bootsmaterial war oiiKtjDa. Der Zehner-Kanadier lag kieloben geschickt mpnbert auf dem Wagen und sein Bua ragte wie em mächtiger Geierschnabel auf die Kühlerhaube jpilraL Rasch wurde Platz genommen, letzte Orders omsc. geben und der Fahrtenführer bestimmt. Los omgDie Fahrt! Ziel: Diez a.d.Lahn! E- eine Fahrt auf dem Lastkraftwagen, in zunf- tircr Gesellschaft, hinaus in den spätsommerlichen 9lfonen, das ist an sich schon etwas Besonderes, npk Alltägliches. Die kühle Luft, die den Wagen eiUImg strich, hatte bereits bei Klein-Linden alle fllg RMi einer möglichen Schlafensmüdigkeit verweht, wurde gesungen und gelacht. Etliche „Ur- Innalifierte Lahn. Natur und Technik verbinden üch in schöner Harmonie. bi wi hu Landschaft galt, die sich in dieser Morgenstunde m raschen Wechsel der Szenerie, des Lichts, Qolken und der Nebel wie ein Bilderbuch der H. rnt darbot. Die Sonne kämpfte einen harten ^I6n: f gegen die Nebel, die schwer und naß in den TUem und an den Wiesenhängen lagen. Die kuh- Zchwaden schienen dabei geraume Zeit nicht Bürgermeister-Tagung in Schotten Handball im kreis VIII (Lahn-Dill) Vier auf als der gesehen werden. Die Gießener schon Bezirksklaffen-Meister Wehlar in Watzenborn-Steinberg. Teulonenmannschaflen in Meisterschaftsspielen. Nach den Ergebnissen des ersten Spielsonntags zu urteilen, ist noch mit weiteren Ueberraschungen zu rechnen. In der Bezirksklasse stehen sich gegenüber Tv. Heuchelheim — To. Lützellinden Tv. Roth — Tv. Hochelheim To. Münchholzhausen — Tuspo. Marburg MTV. Gießen — VfB.-Reichsbahn Gießen SJL-Spont Fußball der heimischen Mannschaften * Schotten, 20. Sept. Im Rathaussaal zu Schotten hielt heute der K r e i s v e r b a n d Schotten vom Deutschen Gemeindetag eine Versammlung ab, zu der Kreisleiter K r o m m, vom Kreisamt Schotten Reg.-Rat Dr. Krüger, Reg.-Assessor D e n z e r und die Verwaltungsinspek- toren Müller und Alles erschienen waren. Der Obmann des Kreisverbandes, Bürgermeister M e n a e l (Schotten) begrüßte die Gäste, besonders auch die neu ernannten Bürgermeister bzw. Beigeordneten der Gemeinden Ober-Schmitten, Ober- Seibertenrod, Ober-Seemen, Wingershausen, Eichel- sachsen, Groß-Eichen, Bobenhausen II, Helpershain, Kölzenhain und Wohnfeld. Er sprach auch den Dank an die seitherigen Kollegen für ihre treue Amts- führung und Mitarbeit am Wohle der genannten Gemeinden und des Kreises aus. Eine Reihe von Rundschreiben des Deutschen Gemeindetags und der Landesdienftstelle Hessen wurden der Versammlung sodann bekanntgegeben. An die Einreichung demnächst vorzunehmender Notstandsarbeiten der Gemeinden und baldige Vorlage dieser Anträge wurde erinnert. Die Behandlung von Un- sallanzeigen, Arbeitslosenversicherung u. a. wurde besprochen. , , Reg.-Rat Dr. Kruger, der zur ^eit das Kreis- amt Schotten verwaltet, sprach seinen Dank für den Willkommgruß aus und wies auf die notwendige harmonische Zusammenarbeit zwischen der Aufsichtsbehörde und den Gemeinden hin. Er behandelte hierauf eine Reihe von Fragen: Sammelbe- stellung des Buches „Mein Kamp f", das grundlegende Werk des Führers, das in sämtlichen G e m e i n d e n des Kreises Schotten j e d e m n e u - vermählten Paar zum Hochzeitsgeschenk gegeben werden soll; Feuerwehrlehrgang zu Mainz; Anzeige von kriminellen Vorgängen an die Gendarmeriestationen; Autounfälle; Schutzverein für Gefangene; NS.-Schwesternschaft; Hebammenzeitschrift; Zuschüsse an Sportvereine u. a. m. Reg.-Assessor Denzer besprach eine Reihe son- stiger wichtiger Punkte, Schädlingsbekämpfung im Obstbau, Förderung der Seidenraupenzucht, Juden- frage, Hochspannungsleitung, Darlehen für Notstandsarbeiten u. a. m. Eingehend behandelte er sodann die Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt. Im Kreise Schotten sei in den letzten Jahren sehr wenig gebaut worden, obwohl 57 Wohnungen dringend benötigt würden. Zur Errichtung von einfachen sog. Volkswohnungen seien 30 000 Mark zur Verfügung gestellt worden, es gelte nun noch, die restlichen 60 000 Mart zu finanzieren, so daß 30 Wohnungen bald neu gebaut werden könnten. Vom Heimstättenamt Hessen-Nassau-Frankfurt war Herr Bock erschienen, der sich eingehend über den Bau und die Finanzierung der Siedlungsbauten äußerte. Er erinnerte an das Wort des Führers, es müsse erstrebt werden, daß jedem Volksgenossen ein eigenes Stück Grund und Boden zukünftig gehöre. Zu diesem Zwecke müsse gesiedelt werden. Das neue Siedlungswerk mache, im Gegensatz zu früher, dem einzelnen Siedlungslustigen die neue Siedlung nicht zum Geschenk, sondern erwarte von ihm, daß er selbst etwas eigenes Vermögen mit in die Siedlung hineinstecke, da- Fußball im Turnverein Großen-Linden Die Jugend des TV. Großen-Linden empfängt 3um ersten Verbandsspiel die gleiche des VfR. Lieh Die Platzbesitzer, die in letzter Zelt wiederholt sehr gut spielten, sollten auch in der Lage fein, die Gäste aus Licht zu schlagen. Watzenborn-Steinbergs Zweite gastiert nach für. »er Zeit schon zum zweiten Mal in Großen-Linden. Diesmal im Verbandsspiel! Die Platzbesitzer musien sich im Spiel mehr zusammenfinden. Das viele Kn, tisieren wie auch^das dauernde Umstellen müssen unterbleiben, wenn eine geschlossene Mannschafts, leistung erzielt werden soll. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Auf dem Platz des Turnvereins Alten-Bufeck herrscht am morgigen Sonntag reger Splelbetrieb. Drei Mannschaften treten auf den Plan. Die Schüler- und die Jugendmannschaft treten den glei* chen Mannschaften von Großen-Buseck gegenüber. Wie diese beiden Kämpfe ausgehen werden, ist nicht vorauszusagen. Die erste Elf hat einen Kampf gegen die 1. Mannschaft von Laubach auszutragen. Leider sind die Einheimischen gezwungen, mit Ersatz anzutreten. Nach den bisher gezeigten Leistungen sollte man jedoch den Platzbesitzer als Sieger erwarten dürfen. Iugendpflichtspiele am 22. September. mit er bodenverwurzelter werde. Ein Dreleraus- schuß werde in jeder Gemeinde nachzuprüfen haben, , ob der Siedlungslustige würdig und fähig sei, die Siedlung zu übernehmen und zu halten, vor allem auch die Zinsen (4 v. H. und 1 v. H. Tilgung) punkt- > lich zu zahlen. Die Gemeinden evtl, auch der Fw- : fus müßten mithelfen, das nötige heMungsreife Gelände zur Verfügung zu stellen. Zirka 1000 Qua- dratmeter Land gehöre zu jeder Siedlung aus der sich der Besitzer die nötige zusätzliche Nahrung, Kleinvieh usw. ziehen könne. Durch Gewährung von Holz, Steinen, Selbsthilfe und Nachbarhilfe können die Siedlungskosten verbilligt werden. Eine Aussprache schloß sich an, an der sich be- sonders Reg.-Rat Dr Krüger, Reg.-Assessor Denzer, 'Baurat Gilbert vom Hochbauamt Schotten beteiligten. Die Gemeinden stellen umgehend den Bedarf an Volkswohnungen und S,ed- hingen in ihren Gemeinden fest und melden ihn alsbald dem Kreisamt an, eine örtliche Sitzung mit den Interessenten wird dann stattfinden. An das Handwerk wird appelliert, daß keine zu hohen Preise für diese Bauten verlangt und die Derdienst- spanne nicht übersetzt werde, da sonst, wie anders- wo geschehen, das Siedlungswerk und die Bauten überhaupt in Frage gestellt seien. Kreisleiter Kromm richtete alsdann beher- zigenswerte Worte, die noch ganz unter dem starken Eindruck des gewaltigen Nürnberger Parteitages standen, an die Bürgermeister und wies auf die Richtlinien hin, die der Führer dort an die Partei und an das ganze Volk gegeben habe. Jeder einzelne Volksgenosse soll und muß zu einem Na- tionalsozialisten erzogen werden. Es erfolgt jetzt eine Neubestellung der Gemeinderäte, die im Beisesn aller Bürgermeister und Beigeordneten am kommenden Samstag, 28. September, 10.30 Uhr, in der hiesigen Turnhalle in feierlicher Form eingeführt und per- pflichtet werden. An die pünktliche Ablieferung der Zuschüsse für d i e Jugendpflege wurde erinnert. Inspektor Alles wies auf einige Punkte hin; bei Gesuchen um Tanzerlaubnis muß die Zustimmung der Stagma vorliegen. Zur Teilnahme am nächsten Ausbildungskursus für Bürgermeister in Bad Soden wurden zwei jüngere Bürgermeister bestimmt. Revisor Funk, Kontrollstelle Alsfeld der Landesversicherungsanstalt Hessen, hielt hierauf einen Vortrag über die Mitwirkung der Bürgermeister bei der Invaliden- und Altersversicherung. Sehr viel kann hierbei der Bürgermeister durch Aufklärung bei der Markenverwendung und Umtausch der Versicherungskarten mithelfen, daß den Versicherten ihre Anwartschaft für später erhalten bleibt und die gemeindlichen Wohlfahrtslasten vermindert werden. Manche Gemeinden lassen in gewissen Zeitabständen die Quittungskarten in ihrem Bereich kontrollieren, damit die Anwartschaft erhalten bleibt. Diele praktische Winke gab der Redner, dem für seine Ausführungen vom Obmann bestens gedankt wurde. Mit einem fteudig aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer wurde die Tagung geschlossen. fentlich wird sich der Sturm zu einer geschlossen« Einheit finden; Erfolge können bann bei dem guten Können eines jeden einzelnen nicht ausbleiben. 3U der Deckungsreihe und der Hintermannschaft bei Mtv. wird man schon Zutrauen haben können Ueber die jetzige Spielstärke des VfB.-Reichsbahnß wenig bekannt, da die Mannschaft lange Zeit pW fiert hat. In kompletter Aufstellung aber gibt btt RfB.-Reichsbahn einen starken Gegner ab, bas haben seine Erfolge gegen namhafte Gegner bewif sen. Beide Mannschaften werden sich jedenfalls einen spannenden Lokalkampf liefern und durch ein ritterliches, faires Spiel dazu beitragen, für den schönen Hanoballsport zu werben. 1. Kreisklasse: Die erste Kreisklasse sieht wieder einige interef* sante Begegnungen vor, und zwar folgende: Tv. Atzbach — Tv. Dornholzhausen Tv. Dorlar — Tv. Groß-Rechtenbach . . Tv. Hörnsheim — Wetzlar-Niedergirmes Tv. Holzheim — Albach Dornholzhausen und Atzbach haben sich als beftän* dige und spielstarke Mannschaften erwiesen. Man wird deshalb auf den Ausgang dieses Treffens gf spannt sein Dürfen. Groß-Rechtenbach hat wenig Chancen in Dorlar zu einem Sieg zu kommen. Dost lar ist auf eigenem Platz schwer zu schlagen. Die Mannschaft der Wetzlarer VorstOdter ist zur Ze» ausgezeichnet in Form, so daß man ihr auch auf dem fremden ungewohnten Gelände einen Sieg zutrauen sollte. Holzheim greift erstmalig in die ein. Trotzdem wird es möglich sein, die Albacher, die eigentlich am <3enntag nicht bas gezeigt fjabM chas man erwartet hatte, sicher zu schlagen. 2. kreisklasser . In der zweiten Krslsklasse schält sich schon nach den ersten (Spielen eine Spitzengruppe heraus. treffen zusammen: Tv. Krofdnrf Tv. Wetzlar II Tv. Beuern — Tv. Wißmar Tv. Allendorf a. d. Lda. — Tv. Treis a. d. Lda. Tv.Trüningen — Tv. Ebersgöns deshalb bemüht sein, diese Scharten vom vergangenen Sonntag wieder auszuwetzen und die ersten Punkte einzuholen, um nicht den Anschluß an die Spitze zu verpassen. Unter diesen Umständen wird eine Voraussage über den Ausgana dieses bedeutungsvollen Spieles schwer zu treffen fein. Die Männerturner haben sicherlich aus ihrem letzten Spiel die notwendigen Konsequernzen gezogen und werden am Sonntag mit dem nötigen Eifer bei der Sache fein. Die Mannschaft hat das Zeug dazu in sich, bessere Spiele zu liefern, wenn feder sich verständnisvoll einzusetzen weiß. Hof- Oie Spiele der Bezirksklasse. ] Sportgemeinde Niedergirmes — BC. (Sinn, SpVgg. 1900 Gießen — Oranien Frohnhausen, FC. Watzenborn-Steinberg — SV. 05 Wetzlar, Reichb.sTusp: Dillenburg — Tu. Spielv. 20 , Bissenberg, Tu. Spielv. Naunheim — VfB.-R. Gießen. In Niedergirmes treffen zwei ausgesprochene Kampfmannschaften aufeinander. Der Ausgang ist offen. Die 1900er werben bestimmt gegen Frohnhausen einen eindeutigen Sieg erringen, wenn sie ihre seitherigen Leistungen auch in diesem Spiele zeigen. Die Steinberger, in den letzten Jahren als Platzmannschaft gefürchtet, hat Gelegenheit, gegen Wetzlar diesen Rus unter Beweis zu stellen. Die Dillenburger sollten auf eigenem Gelände gegen die Bissenberger ein Unentschieden herausholen können. Die Gießener müssen nach Naunheim. Gpielvereinigung 4900 Gießen. Bei der Lpielvereiniguna 1900 ist am morgigen Sonntag starker Betrieb. Fünf Fußball- und zwei Handballspiele, und alle auf eigenem Platz, werden ausgetragen. Vielleicht überzeugen sich die in Frage kommenden Behörden des Sports davon, daß sich dies kaum bewältigen läßt und für die Folge auf jeden Fall versucht werden muß, vor Festsetzung der Pflichtspiele eine gegenseitige Vergleichung der Terminlisten vorzunehmen, damit die Platzfrage rechtzeitig geregelt wird. Die 1. Jugend spielt vormittags gegen die gleiche von Leihgestern; hieran schließt sich ein Handballspiel. Vor dem Spiel der 1. Mannschaft tritt die 3. Mannschaft zum Verbandsspiel gegen ©rüningen I an. Das Spiel der 2. Mannschaft kommt, da Wie- seck seine Mannschaft zurückgezogen hat, nicht zum Austrag. Die 1. Mannschaft empfängt zum Verbandsspiel die erste Elf des Sportvereins Frohnhausen. Der Kampf wird außerordentlich spannend werden. Ueber den Ausgang läßt sich schwer etwas voraussagen. Die bisherigen Spiele der beiden Gegner endeten stets mit dem knappsten Ergebnis. Frohnhausens Mannschaft versteht zu kämpfen. Die 1900er müßten, wenn es zu einem Siege langen soll, sich restlos einsetzen. Es spielen für die Spielvereimgung: Schmidt; Zeiler, Lippert; Mank, Langsdorf, Hammer; Wilhelmi, Heilmann, Koch I, Schmelz und Jäger. 1 VfB.-Reichsbahn Gießen. Die 1. (Elf in Naunheim. Die Leistungen der Naunheimer in den Spielen Lollar — Rodheim (Diek, Wetzlar-Niedergirmes); Leihgestern — Grünberg (Keller, Naunheim); Großen-Buseck — Heuchelheim (Willer, Wetzlar); Allendorf — Steinbach (Happel, Steinberg); Garbenteich — Lich (Niersbach, Wetzlar); Großen-Linden — (Steinbreg II (Holzapfel, Lich); 1900 Gießen III — " " ' ----- ~Lich II — . ___x_____, Jarbenteid)); Lollar II — Fellingshausen (Lotz, Launsbach); Rodheim II — Tv. Gegen diesen Gegner wird Heuchelheim selbst dem eigenen Platz wenig zu bestellen haben. Wie es Hochelheim in Roch ergehen wird, ist nicht zu sagen. Vielleicht haben sich seine Spieler jetzt gefunden, so daß sie auch auf dem gefährlichen Platz in Roth bestehen können. Einen harten Kampf sollte es in Münchholzhausen geben, der erst mit dem Schlußpfiff entschieden fein wird. Nach dem unglücklichen Start vom letzten Sonntag hat der MTV. wenig Aussichten, trotz Des Vorteils des eigenen Platzes dieses Lokaltreffen zu gewinnen. Handball-Lokalkampf Mtv.-VfB.-R. Am morgigen Sonntag werden sich der Mtv. und Der VfB.-Reichsbahn erstmalig auf dem Mtv.-Sport- platz gegenübertreten. Besondere Bedeutung kommt diesem Kampf noch deshalb zu, weil es sich hier um ein Derbandsspiel handelt und beide Mannschaften aus ihren ersten Spielen ohne Punktgewinn her- vorgingen. Mtv. verlor bekanntlich in Lützellinden und der VfB.-Reichsbahn trat gegen Münchholzhausen nicht an. Beide Mannschaften werden Daubringen — Großen-Buseck II (Heyer, Treis); Rüddingshausen — Treis (Kreiling, Gießen). Rodheim trägt das zweite Derbandsspiel aus. Lollar hat im letzten Spiel gezeigt, daß es ein ernst zu nehmender Gegner ist, Rodheim dürfte nicht um eine Niederlage herumkommen. Leihgestern erwartet Grünberg und dürfte zu einem knappen Siege kommen. Eins der spannendsten Treffen findet in Großen-Buseck statt, wo Heuchelheim antreten muß. Im Spiel Allendorf — Steinbach stehen sich zwei gleichwertige Gegner gegenüber. Der eigene Platz dürfte eine wichtige Rolle spielen. Großkampf m Garbenteich, denn Lich, der Lokalgegner, ist als spielstark anzusehen. Großen-Linden hat Steinberg II zu Gast und wird die Niederlage des Dor- sonntags wettzumachen versuchen. 1900s III trifft zu Hause auf ©rüningen. Der ©ast ist sehr auf der Höhe, so daß der Sieger noch nicht feststeht. Fellingshausen fährt nach Lollar zur zweiten Des Sportvereins. Eine klare Sache für den Tv. 1846 sollte das Spiel gegen Rodheim II sein. Krofdorf empfängt den Lokalgegner Vetzberg und dürfte ihm das Nachsehen geben. Launsbach Begibt sich m die Höhle des Löwen, denn in Alten-Bufeck zu gewinnen, ist sehr schwer. Heuchelheim hat eine zweite Mannschaft neu aufgestellt und fährt morgen nach Wißmar. Die Platzherren sind als Sieger zu erwarten. Die Begegnung ©rünberg II — Flensungen stellt einen Lokalkampf dar. Der ©ast sollte stark genug fein, das Spiel zu gewinnen. Geilshausen hält man für besser und rechnet daher mit einem Siege gegen Lollars III. Daubringen wird voraussichtlich hoher Sieger gegen Großen-Buseck II werden. Rüddingshausen trifft auf Treis. wenn sie nicht von vorneherein einen aussichtslosen Kampf bestreiten wollen. Gegenüber dem Naunheimer Sturm muß die stärkste zur Verfügung tehende Verteidigung gestellt werden. Eine Umgruppierung der Mannschaft muß sich unbedingt erübrigen. Die Gießener Läuferreihe dürfte auch in diesem Spiele ihren Mann stellen. Die Entscheidung des Spieles liegt bei der Gießener Fünferreihe, die, wenn sie sich findet, auch die Hintermann- schäft des Gastgebers schlagen kann. Die Leitung sollte in guten Händen liegen. Die 3. Mannschaft muß nach Lich zu einem Gegner, der ihnen an Wucht weit überlegen fein sollte. Nach der Papierform zu urteilen, dürfte ein Punktgewinn ausgeschlossen sein. DfB.-R. 1. Jugend — Lollar 1. Jugend: Man erwartet einen knappen Sieg der Hiesigen, die die körperliche Ueberlegenheit der Gäste durch ihre Technik und den Vorteil des eigenen Platzes aus- gleichen sollten. — Die 2. Jugend fährt nach Steinbach und trifft hier auf einen gleichwertigen Gegner. Der Ausgang ist offen. — VfB.-R. Schüler gegen Spielvereinigung 1900 Schüler: In dem Lo- kaltreffen sollte ein interessantes und spannendes Spiel zustande kommen. Die Leistungen beider Mannschaften dürften gleichwertig sein. Der Ausgang ist ungewiß. Sportverein 4920 Heuchelheim. Am kommenden Sonntag greift Der Sportverein Heuchelheim mit allen Mannschaften in die Pflichtspiele ein. Vormittags spielt die erste Jugend auf eigenem Platz gegen die gleiche von FC. Watzen» born-Steinberg. Die Platzherrn sollten den Sieger stellen. Die zweite Jugend trifft in Launsbach auf einen Gegner, über den noch zu wenig bekannt ist, um auf den Ausgang des Spieles schließen zu können. Allerdings wird man den Jüngsten vom Sportverein schon einiges zutrauen können. Die noch nachträglich in ihre Gruppe eingereihte zweite Mannschaft fährt nach Wißmar und wird um eine Niederlage kaum herumkommen. Sollten allerdings Die Hiesigen verstehen, ihren blitzschnellen und schußgewaltigen Halbrechten richtig einzusetzen, so wird dieser für einige Tore garantieren. Das größte Interesse nimmt das Spiel der ersten Mannschaft in Anspruch. Gilt es doch dem alten Rivalen Großen-Buseck auf dortigem Gelände Die Punkte streitig zu machen. Leider muß Die Mannschaft noch immer ersatzgeschwächt antreten. Wenn Heuchelheim an Die Form vom vergangenen Sonntag anknüpft, liegt ein Unentschieden im Bereich Des Möglichen. Sportverein 4920 Lollar. Der morgige Sonntag sieht folgenDe Spiele vor: Lollar I — Rodheim I; Lollar II — Fellingshausen I; Lollar III — Geilshausen I. Alle Drei Spiele finden auf eigenem Platze statt. Im Spiel der ersten Mannschaften dürfte wohl die Lollarer Elf den Sieger stellen. Obwohl sie gezwungen ist, wiederum mit Ersatz anzutteten, müßte sie doch in der Lage sein, einen eindeutigen Sieg zu erringen. Allerdings muß sie mit dem nötigen Ernst bei der Sache sein. Die Lollarer 2. Mannschaft, die insofern in die- fer Runde bisher noch kein Spiel ausgetragen hat, als alle ihre Gegner noch in letzter Minute abfag- ten, steht morgen zur Ersten von Fellingshausen gegenüber. Die Spielstärke der Gäste ist hier wenig bekannt. Nach den bisherigen Resultaten zu urteilen, dürfte auch dieses Spiel mit einem knappen Siege der Lollarer enden. Auch die zweite Elf muß mit Ersatz antreten. Den ausgeglichensten Kampf des Tages dürften sich die Lollarer 3. und die 1. Mannschaft von Geilshausen liefern. Die Tagesform der einzelnen Mannschaften dürfte den Ausschlag geben. V. f. R. Lich. Morgen hat Die erste Mannschaft in ©arbenteid) anzutteten. ©arbenteid) ist auf eigenem Platz sehr 1 gefährlich und wird die Sicher erste Mannschaft au eine Kampfprobe stellen. Die zweite Elf spielt auf ! eigenem Platz gegen VfB.-Reichsbahn Gießen. Da beide Mannschaften aus früheren Jugendlichen be» 1 stehen, kann man gespannt fein, wie sich die zweite Elf des VfR. im zweiten Derbandsspiel hält. 2lud) [ die Jugend fährt v"ch auswärts, und zwar nadj ; Großen-Linden. Die Jugend des VfR. ist stark ver- i jüngt und muß sich sehr anstrengen, um gegen den . körperlich stärkeren Gegner aufzukommen. Die erste Mannschaft empfängt am morgigen Sonntage die erste Mannschaft vom Sportterein 05 Wetzlar zum Derbandsspiel. Wenn auch die Hiesigen am vergangenen Sonntag in Frohnhausen den Erwartungen nicht ganz entsprachen, so spielen sie doch in der gleichen Ausstellung. Auch Diesmal sind Die Aussichten auf einen Sieg sehr gering. Wäre jedoch die Mannschaft in Der Lage und gewillt, bei all Dem technischen Können, Das ihr nicht abzusprechen ist, sich entschlossen einzusetzen, so dürfte man mit Hoffnung auf gutes Abschneiden dem Spiel entgegen- sehen. Schieosrichter ist D e i s - Nauborn. Die Schülerelf empfängt vormittags junge Gäste aus Klein- Linden. Die zweite Mannschaft fährt nach Großen- Linden und wird sich dort sehr anstrengen müssen. Die Jugendelf hat in Heuchelheim einen sehr spielstarken Gegner und wird Dort wohl schwerlich zum Siege kommen. Fußball der Kreisklaffen. DfB.-R. I — Collar (Seitz, Heuchelheim), 1900 I — Leihgestern (Weil, Vetzberg), Heuchelheim — Steinberg (Wissemann, Lollar), Alten-Buseck — Gr.-Buseck (Bernhardt, Wieseck), Daubringen — Wieseck (Heyer, Treis), Kinzenbach — Rodheim (Bender, Fellmgsh.), Fellingshauseü — Wißmar (Rinn, Rodheim), Launsbach — Heuchelheim II (Will, Wißmar), Gr.-Linden — Lich (Dutenhöfer, Leihgestern), Steinbach — VfB.-R. II (Reufchling, Steinbach), Londorf — Flensungen (Bender, Treis), Nieder-Ohmen — Rüddingshausen (Baldauf, Nieder-Ohmen). Schülerpflichtspiele: Watzenborn- Stein, berg — Klein-Linden (Fett, Steinberg); DfB.-R. gegen 1900 (Seitz, Heuchelheim); Alten-Buseck gegen Großen-Buseck (Bernhardt, Wieseck). VfB.-Reichsbahn-Leichtathletik. Während am morgigen Sonntag Aktive, Frauen, AH, und A- und 8-Jugend in Friedberg starten, fährt ein Teil der O und V-Jugend nach Weilburg, um an einer sportlichen Veranstaltung des bortiaen Reichsbundes für Leibesübungen anläßlich des VDA.-Tages teilzunehmen. In der O-Klaffe ist der DfB.-R. sehr gut gerüstet. Besonders die bis jetzt ungeschlagene 4X100-Meter-Staffel hofft auch dort bei normalem Verlauf zu gewinnen. Mootz, Oß- wald, Büdenbender und Schwarz bestreiten außer- dem noch den Dreikampf. Die V-Jugend, also die Kleinsten, sind in der 4X75-Meter-Staffel und ebenfalls in einem Dreikampf beschäftigt. Funk, Friedmann, Wagner und Sturm laufen zwar prima, können aber noch nicht richtig wechseln, so daß dadurch oft die Staffel verloren ging. Ergebnis des Gegelflng-Wettbewerbs am Znngfraujoch. Nach Abschluß Der letzten Flüge versammelten sich Die Teilnehmer am ersten Internationalen S?« gelffiegerlager Jungfraujoch in Thun, wo die Preis- Verteilung oorgenommen wurde. Wie bereits gemeldet, schnitten die deutschen Flieger am besten ab und holten sich allein Drei von vier zu vergebenden ersten Preisen. Das Schlußergebnis lautet: Streckenflug: 1. Ludwig Hofmann-Deutsch- land 108 Kilometer; 2. Peter Riedel-Deutschland 88 Kilometer; 3. Baroni-Schweiz 81,5 Kilometer. D auerslug: 1. ©umpert-Defterreid) 4:48 Stunden; 2. Stanejowitsch-Jugoslawien 4:10 Stunden. Höhenflug: 1. Heini Dittmar-Deutschland 4540 Meter; 2. Gumpert-Oesterreich 4480 Meter; 3. Übet- Deutschland 4170 Meter. Beste internationale © e f a m tleiftung: 1. Dittmar-Deutschland (Erster im Höhenflug, Dritter im Dauerflug, Fünfter im Stteckenfiug). In seiner Schlußansprache gab der Präsident des schweizerischen Aero-Clubs, Oberst Meßner, seiner Freude darüber Ausdruck, daß während des ganzen Wettbewerbs kein Unfall zu verzeichnen war. Oberst HD e t dankte für die deutschen Teilnehmer und versprach, bei einer Wiederholung des Lagers wieder mit einer deutschen Mannschaft teilzunehmen. gefährlichste Mann dieser Fünferreihe an- ler, Sich); Wißmar — Heuchelheim II (Schmidt, bei o werden. Diesem ©egner gegenüber müssen Krofdorf); ©rünberg II — Flensungen (Hofmann, dazu zener schon in stärkster Besetzung fahren, Wieseck);, Lollar III—Geilshausen (Bender, Treis);' einzelne gegen die Gießener sind noch in bester Erinnerung. Die Spielftärke der Gastgeber scheint auch in die- fer Spielserie die gleiche geblieben zu sein, wenn man nicht foaar aus ihrem Siegen auf dem gefürchteten Bissenberger Gelände auf eine Verbesse- ---------o„ ,7.VTI.,.—- rung schließen kann. Die Naunheimer sind als ted)- ©rüningen (Hillebrecht, Großen-Buseck); nisch sehr gute Mannschaft bekannt. Vor einer so- VfB.-R. III (Decker^ Garbenteich); Lollar liden Hintermann chaft befindet sich ein Sturm, der v'2u0, Cuuu/uuü//, — nicht nur einen ürs Auge schönen, sondern auch 1846 Gießen (Erb, Gießen); Krofdorf — Vetzberg zweckmäßigen Fußball spielt. Ihr Linksaußen muh (Böcher, Gießen); Alten-Buseck — Launsbach (Kel- Tv. Hausen — Tv. Garbenteich Sp. V. 1900 — To. Lich Tv. Romrod — Tv. Alsfeld Tv. Homberg — Tv. Burg-Gemünden Tv. Straßebersbach — To. Katzenfurt Tv. Ehringshausen — To. Herborn Tv. Mandeln — To. Herbornseelbach Die Wetzlarer Mannschaft wird verstärkt in Krofdorf antreten, so daß also Krofdorf kaum hochkommen dürfte. Die Gäste aus Wißmar werden sicher keine Mühe haben, den Neuling Beuern auch auf eigenem Gelände niederzuringen. Wie das Lokal- treffen in Allendorf a. d. Lda. ausgeht, ist ungewiß. Es ist mit einem scharfen Kampf zu rechnen. Grü- ningen mirb keine große Mühe haben, zwei weitere Punkte zu holen. Anders dagegen sieht es in Hausen aus. Ob Garbenteich seinen Siegeszug fortsetzen kann, ist ungewiß. Hausen hat am Sonntag schön gespielt. Auf eigenem Platz sollte es den Gießenern gelingen, die Turner aus Lich zu schlagen. In Rom- rod steigt ein Lokaltreffen. Obwohl Alsfeld zur Zeit sehr gut in Fahrt zu sein scheint, wird es einige Mühe haben, in Romrod die ersten Punkte zu holen. Dagegen wird es Burg-Gemünden nicht schwer fallen, in Homberg zu gewinnen — In Straßebersbach ist mit einem ausgeglichenen Spiel zu rechnen. In dem letzten Spiel stehen zwei Neulinge einander gegenüber. In der Klasse der unteren Mannschaften spielt Hochelheim II. in Erda und sollte um eine Niederlage nicht herumkommen. Jugendklasse: Tv. Garbenheim — Tv. Münchholzhausen Tv. Holtheim — Tv. Garbenteich Tv. Grüningen — To. Lich Tv. Lang-Göns II — To. Lützellinden Tv. Krofdorf — Tv. Wißmar Tv. Ruttershausen — Tv. Staufenberg Tv. Straßebersbach — Tv. Katzenfurt Tv. Dillenburg — Tv. Herborn Die Jugend liefert sich, wie schon der erste Sonntag bewiesen hat, außerordentlich spannende Kämpfe. So wird auch in Garbenheim wieder ein Spiel Zustandekommen, das Münchholzhausen Arnar gewin- nen wird, das aber sicher recht interessant werden wird. In Holzheim treffen zwei gleichwertige Mann- schäften zusammen und auch in Grüningen wird es ein ausgeglichenes Spiel geben. Dagegen wird sich die zweite Garnitur von Lang-Göns von Lützellinden nichts vormachen lassen und ziemlich sicher gewinnen. Zwei gleichwertige Mannschaften stehen sich auch in Krofdorf gegenüber, während Ruttershausen gegen Staufenberg gewinnen sollte. Die beiden Spiele des Dillkreises sollten die Platz- oereine gewinnen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehniarkt. Am Viehmarkt hat sich in der Grundhaltung der letzten Zeit kaum etwas geändert. Am Groß- v i e h m a r k t waren beim Hauptauftrieb am Montag 70 Tiere weniger angeboten, insgesamt betrug während der Woche der Auftrieb 15 Rinder weniger. Der Auftrieb hat sich aber insofern günstiger entwickelt, als der Anteil der Kühe wesentlich niedriger wurde, dafür aber bedeutend mehr Färsen zum Markte kamen. Auch die Qualität hat sich durchweg gebessert. Bei lebhaftem Geschäft erfolgte Ausverkauf. Die Preise zogen um einen Pfennig an. Dom Frankfurter Großviehmarkt gingen rund 30 v. H. dieses Großrindermarktauftriebes in die umliegenden Orte. Am Kälbermarkt war die Situation gegenüber der Vorwoche unverändert. Insgesamt standen 24 Tiere weniger zum Verkauf. Die Preise hielten sich unverändert, auch dieser Markt wurde ausverkauft. Im allgemeinen ist die Qualität von Kälbern als mittelmäßig anzusprechen gewesen. In Schafen fand eine ruhige Marktentwicklung statt. Es standen 33 Tiere weniger zum Verkauf, als in der Vorwoche. Die Preise waren zunächst unverändert, am Donnerstag zogen Lämmer und Hümmel etwas an, während Schafe eine Kleinigkeit nachgaben. Ziemlich fest blieb der S ch w e i n e m a r k t bei einem weiteren Rückgang des Angebotes um 267 Stück. Es erfolgte, wie in der letzten Zeit, wiederum Zuteilung an die Metzger, wobei die ausgesprochenen Schweinemetzger bevorzugt wurden. Die Preise blieben in den einzelnen Sorten unverändert. Mehllieferungen nur auf Grund des Heichsmehlschlußscheines. Fwd. Bis zum 30. September 1935 müssen alle vor dem 1. Juni 1935 getätigten Abschlüsse über Mehl erfüllt sein, so daß ab 1. Oktober alle Lieferungen vvn Mehl zu den Bedingungen des Reichsmehlschlußscheines und zu den neuen Preisen ausgeführt werden müssen. Da die Abschlüsse auf Grund des früheren Reichsmühlenschlußscheines nur Aur Lieferung im laufenden und in den beiden folgenden Monaten erfolgen konnten, kann es sich nur noch um Abschlüsse mit Bäckern und sonstigen Nichtaroßabnehmern handeln, die in der Zeit vor dem 11. Mai noch auf Grund freier Vereinbarungen ohne Zugrundelegung des Reichsmühlenschlußscheines erfolgten. Die Lieferungen auf diese Abschlüsse müssen, sofern sie nicht bis Ende September erfolgt sind oder erfolgen, zu den für den Liefermonat ge-tenden Preisen und Bedingungen ausgeführt werden. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörfe weiter schwach. Frankfurt a. M., 20. Sept. An der Börse hielt die rückläufige Kursbewegung an. Neue Ereignisse lagen nicht vor, die gewisse Nervosität im Börsenhanoel wird als unbegründet angesehen. Nach wie vor löst der abessinische Konflikt Zurück- baltung aus, wobei allerdings die Verkäufe von feiten der Bankenkundschaft wiederum nur gering waren, aber nur auf eine mäßige Aufnahmewilligkeit stießen. Auch Kassawerte schwächer, vielfach erschienen wieder Minuszeichen an der Maklertafel. IG.-Farben bis 149,50 (150,25) gedrückt, daneben Erdöl 1,25, Metallgesellschaft 0,75 o. H. schwächer. Elektrowerte teilweise gehalten, so AEG. und Gesfürel, überwiegend aber angeboten, es verloren Siemens 1,13, Schuckert 1,75, Lahmeyer 2, Licht und Kraft 0,90, RWE. 0,75 v. H. Am Kunstseide- markt gaben AKU. erneut 1 v. H. nach, auch von den Auslandbörsen wurden hier schwächere Kurse gemeldet. Deutsche Linoleum waren um 3, Südd. Aucker 1,50 v. H. gedrückt. Am Montanmarkt ver- loren Rheinstahl 1,75, Ilse Genüsse 1,50 v. H. Im übrigen war hier die Kursentwicklung widerstandsfähiger. Buderus sogar 1,75 erholt, auch Hoesch eine Äleini^teit fester. Motoren- und Maschinenwerte zumeist schwächer, besonders BMW. um 4, Moenus 0,75, aber Daimler 0,25 v. H. freundlicher. Auch Derkehrswerte gut gehalten, Nordd. Lloyd 0,25, AG. Verkehrswesen 0,25 v. H. höher. Sonst lagen Reichsbank um 3, Braubank 1,50, Zellstoff Waldhof 1,50, Hanfwerke Füssen 4,75, Deutscher Eisenhandel 2,25 v. H. schwächer. Der Rentenmarkt lag in sich weit besser gehalten als Aktien. Die Umsätze blieben allerdings gering. Altbesitz gaben um 0,25 v. H. nach. Auslandrenten ruhig, Mexikaner und Rumänen 0,13 bis 0,25 v. H. abgeschwächt. Tagesgeld weiterhin leicht und auf 2,75 (3) v. H. ermäßigt. Abendbörse still. An der Abendbörse waren die niedrigen Mittagsschlußkurse größtenteils gehalten. Die Börse lag sehr still, da wenig Material am Markt war. IG. Farben lagen mit 148,90 behauptet. Von Schifffahrtswegen Hapag behauptet, Nordd. Lloyd 0,13 v. H. schwächer. Der Rentenmarkt wies gegenüber der Mittagsbörse keine Veränderungen auf und lag ebenfalls still. Der Verlauf war knapp behauptet bei ruhigem Geschäft. Die Kurse bröckelten eher etwas ab, so IG. Farben, die unter Schwankungen mit 148,50—148,25 notierten, Von ausländischen Werten bröckelten 4proz. Schweiz. Bundeseisenbahn 1 v. H., desgleichen 3,5proz. 1 v. H. ab. Rumänen lagen knapp gehalten. Es notierten: Altbesitz HO, Ver. Stahlbonds 100,75, Farbenbonds 123, 4proz. Rumänen 4,90, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 177, dito 3,5proz. 168, Aku 51,25, AEG. 36,25, Buderus 96,25, Harpener HO, Mannesmann 81,75, Mansfeld 114,50, Hoesch 98,25, Rheinstahl 104,75, Stahlverein 75,50, Zement Heidelberg 113, Daimler 93, Erdöl 103,40, Scheideanstalt 235, Licht & Kraft 129, IG. Farben 148,90 bis 148,25, Gesfürel 121, Goldschmidt 103,50, Holzmann 89,50, Metallgesellschaft 104, RWE 123, Schuckert 116,50, Waldhof 106,25, Reichsbahn- Vorzugsaktien 123,25, Verkehrswesen 75, Hapag 15, Nordd. Lloyd 16,75, Adca 73, Commerzbank 87, DD.-Bank 87, Reichsbank 170,50, Dresdner Bank 87,50. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 20. Sept. Bei weiterhin ruhiger Marktlage ergaben sich am Eiergroßmarkt gegenüber dem letzten Markt keine Veränderungen. Die der neuen Verordnung angepaßten Preise lagen unverändert. Es notierten (in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M, Großhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 12,25 bis 12,50, A 11,50 bis 11,75, B 10,75 bis 11, C 9,75 bis 10, D 9 bis 9,25. Holländer S 11,25 bis 11,50, A 10,50 bis 10,75, B 10 bis 10,25, C 9,25 bis 9,50. Jugoslawen und Bulgaren A 10,50 bis 10,75, B 10 bis 10,25; Originalware 9,75 bis 10. Deutsche Markenkühlhauseier S 10,25, A 9,50 bis 9,75, B 9,25 bis 9,50, C 8,75 bis 9, D 8,25 bis 8,50. Aus den preußischen Nachbargebieten. I-Millivnen-Etat der Stadt Wehlar. 0 Wetzlar, 20. Sept. Der von der Aufsichtsbehörde genehmigte und vom Bürgermeister jetzt veröffentlichte Haushaltsplan der Stadt Wetzlar für das Rechnungsjahr 1935 ist ausgeglichen; er schließt im ordentlichen Haushaltsplan in der Einnahme und Ausgabe mit 4 622 454 Mk. und im außerordentlichen Haushaltsplan, einfchl. eines bereits festgestellten Nachtragshaushaltsplanes, in der Einnahme und Ausgabe mit 2 445 743 Mk. ab. Der Gesamthaushaltsplan weist also in Einnahme und Ausgabe die Summe von 7068197 Mark auf. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer vom bebauten Grundbesitz 350 v. H., Grundvermögensteuer vom unbebauten Grundbesitz 305 v. H., Gewerbeertragsteuer 540 v. H., Gewerbelohnsummensteuer 1780 v. H., gewerbliche Unternehmen, die in Wetzlar, ohne hier ihren Wohnsitz zu haben, Betriebsstätten unterhalten, haben einen Sonderzuschlag von 20 v. H. zu den sonst festgesetzten Gewerbesteuer-Zuschlägen zu zahlen (Zweigstellensteuer). Die Bürgersteuer wird in Höhe von 600 v. H. des Reichssatzes erhoben. Die Kanalgebühren werden mit 2,5 v. H. und die Müllabfuhrgebühren mit 1,5 v. H. vom Friedensmietwert, die Straßenreinigungsbeiträge bei gepflasterten Straßen mit 0,18 Mark je Quadratmeter, bei chauffierten Straßen mit 0,12 Mark je Quadratmeter erhoben. Kreis lvehlar. < Kinzenbach, 19. Sept. Das von der hiesigen Kriegerkameradschaft an den letzten Sonntagen veranstaltete öffentliche Preis- s ch i e ß e n hat am vorigen Sonntag seinen Abschluß gefunden. Don den besten Schützen, die je 36 Ringe schossen, wurden folgende durch Stechen als Sieger ermittelt: 1. P a u f ch, Rodheim (HI.), 2. W. V i e h m a n n, Kinzenbach (Tv.), 3. Hch. A l t, Kinzenbach (Kriegerkameradschast). Von den zahlreichen weiteren guten Schützen gehört der größte Teil den Kinzenbacher Vereinen an. Verfehlungen gegen die Getreidemarkt-Ordnung. Fwd. Frankfurt a. M., 20. Sept. Bereits zu Ansana des Monats sah sich der Getreidewirtschafts» verband Hessen und Nassau veranlaßt, drei Firmen des Getreidehandels die Berechtigung, Ablieferungsscheine auszustellen, zu entziehen. Der Verband gibt soeben bekannt, daß wegen Verfehlungen gegen die Marktordnung auch der Firma Siegfried W e ch s l e r , V i l b e l, die Berechtigung entzogen wurde, Ablieferungsbescheinigungen auszustellen. Wer an diese Firma verkauft, macht sich strafbar. Berufseinbrecher auf frischer Tat festgenommen. LPD. Frankfurt a. M., 20. Sept. In einer der letzten Nächte wurden zwei Einbrecher von einer Schutzpolizeistrerfe auf frischer Tat f e ft • genommen. Sie hatten sich mit Sperrhaken Zugang zu einem Hause in ver Fahrgasse verschafft und dann zwei von dem Hausflur zu einem Herren- konfektionsaeschäft führende Türen gewaltsam auf- gebrochen. In dem Laden hatten sie sich drei Pakete mit Bekleidungsstücken zu rechtgelegt und sich gleich an Ort und Stelle neue Pullover und Lederol- mäntel angezogen. Sie wurden aber von Haus« bewohnern bemerkt, die die vorbeigehenüe Polizeistreife benachrichtigten. Als die Beamten die Einbrecher festnehmen wollten, mußten diese hinter Regalen und Kisten hervorgeholt werden. Die Polizei hat damit wieder einen guten Fang getan, denn es handelt sich bei den beiden Einbrechern um bekannte Berufsverbrecher. Einer von ihnen ist bereits 1 7 m a I vorbestraft und hat zweifellos die Sicherungsverwahrung zu erwarten. Der Unverbesserliche ist 29 Ja>hre alt und war erst vor einigen Wochen aus dem Zuchthaus entlassen worden. Es handelt sich um den Otto Repp. Kirchliche Nachrichten. Sonntag, 22. September. 15. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion Evangelische Gemeinden. Sonntag, 22. September. 14. nach Trinitatis. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfr. Trapp; 9.30: Propst Knodt; ll:Kinderkirche für die Matthäus- gemeinbe; Propst Knobt. — Johanneskirche. 8: Pfarrassistent Feix; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasaemeinbe; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30 Uhr: Pfr. Anthes. 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp.—Wieseck. 9.30: Dekan Sattler; 10.4£: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 9.30: Gottesdienst. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Beichte mit hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.15: Beichte; 8.30: Gottesdienst mit hl. Abendmahl. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Christenlehre. — Rödgen. 13: Gottesdienst. — Annerod. 9: Feier des hl. Abendmahls. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kinbergottesdienst (2. Abt.) — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre für die gesamte Jugend und Feier des hl. Abendmahls für die Jungverheirateten. Kinder- gottesbienft fällt aus. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergvttesbienst; 13: ©ottesbienft mit Gesang ber Konsirmanben. — Garbenteich. 13: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 8: Stiftspfarrer Naumann; 9.30: Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 12.45: Christenlehre. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Bekenntnisgottesdienst mit Kollekte für bedrängte Gemeinden; 11.30: Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Bekenntnisgottesdienst mit Christenlehre und Kollekte für bedrängte Gemeinden. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Abschluß ber Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst; anschließend Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst. — Harbach. 12.15: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Veilsberg. 13.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Kirtorf. 9: Kindergottesdienst in Ober-Gleen; 11: Hauptgottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 21. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Fremde Priester werde Beichte hören. der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt. 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Rldda. 8.15: Messe; Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 23. September. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 25. September Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Evangelische Stadtmission (Löberstrahe 14). Sonntag, den 22. September. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 15: Gottesdienstliche Herbst-Dankfeier; 20.15: Jugendvortrag „Der reiche Kornbauer". Mittwoch, den 25. September. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Vaptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 22. September. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, den 26. September. 20.30 Uhr: Bibelstunde; Prediger Falk. Reuapostolische Gemeinden. Händelstrahe 1 — Ederstrahe 13. 9.30 Uhr: Gottesdienste; 16: Gottesdienste. Mittwoch, den 25. September. 20.30 Uhr: Gottesdienste. Ehrlstliche Gemeinde (Zn den Mühlen 2). Sonntag, den 22. September. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, den 24. September. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Po-lizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholsr f bis 13 Uhr. Sanitatskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr.Ploch, Dr.Steinreich. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Pelikan-Apocheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt N.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse Datum 19.9 20 9 19 9 20-9 •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,65 100,65 100,65 100,65 *% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,3 97,2 97,3 97,2 6/1% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.»Ablöi.-Schuld mit 102,13 102 — Auslos.-Rechten ............. 110,4 110 110,5 110 4l/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 100,25 100,25 100,3 100,25 irückzahlb. 102%) ............ 97 97 __ 96,5 4¥/7o ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,5 96,5 6%% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioüi ... 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. 100,5 100,4 — — Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anleihe mit 92 — — — Auslos.-Rechten ............. 130,25 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten €Vt% ehem.8% Franks. Hhp.-Bank 113,75 113,75 114 113,65 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6Yi% ehem. 4yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 96,75 100,5 96,5 100,13 - — 6Vi% ehem. 4/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse.....