M.142 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag,2i)uni 1935 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat'm Bild Die Scholle Monats-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Krankfvrt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Univerfttäts vuch- und Stdnöruderd R. Lange in Siesten. 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Eden werde sich mit dem italienischen Regierungschef auch über die Sicherheitsfrage im Donaubecken und über die Frage der Unabhängigkeit Oesterreichs unterhalten, sowie insbesondere über die italienisch-abessinische Streitfrage. Die europäische Lage werde sich wesentlich bessern, daß wenn England den Italienern helfen könnte, Genugtuung für' ihre legitimen Bestrebungen in Abessinien zu erhalten. m . „Morning Post" meint, daß die englische Regierung nicht beabsichtige, sich irgendwelchen 21 en« derungen des französischen Flotten- bauprogramms zu widersetzen. Der diplomatische Mitarbeiter „News Chronicle" nimmt an, daß die schnelle Entscheidung über Edens Besuch in Italien auf eine plötzliche kritische Entwicklung in der italienisch-abessinischen Lage zurückzuführen sei. Eden werde sich dort wohl bemühen, die Erfüllung einer neuen italienischen Drohung auf Austritt aus dem Memel, Oesterreich, die Kriegsschuldsklausel, die einseitige entmilitarisierte Zone, das Problem der beut» schen Bevölkerungen außerhalb der deutschen Grenzen und die Kolonialfrage, müßten geregelt werden. redung Baldwins mit dem Völkerbundsminister Eden statt, der sich zu Besprechungen mit der französischen Regierung über Fragen des Flottenabkommens und der europäischen Lage nach Paris begeben hat. Die technischen Verhandlungen nahmen ihren Fortgang. Weitere Sitzungen sind für Freitag und höchstwahrscheinlich auch für Samstag vorgesehen. Es ist anzunehmen, daß die deutsche' Flottendelegation London nicht vor Sonntag verlassen wird. Englische Politiker für eine Generalbereinigung des Unrechts von Versailles. Oie südslawische Regierung gurücf getreten. Eden geht auch nach Italien. Auch der Abessinien-Konflikt sott besprochen werden. Herzlicher Empfang -er deutschen Frontkämpfer in England die Regelung der Rüstungen herbeizuführen. Auf diese Anfrage antwortete Baldwin: Wie in dem ersten Absatz der Note ausgeführt wird, die der Minister für auswärtige Angelegenheiten an Herrn von Ribbentrop am 18. Juni gerichtet hat, bestand der wichtigste Zweck der Besprechungen mit den Vertretern der deutschen Regierung darin, den Weg für die Abhaltung einer allgemeinen Konferenz über die Begrenzung der Flottenrüstungen vorzubereiten. Das Uebereinkommen, das erzielt worden ist, gibt einen festen Ausgangspunkt ab, von dem man aus weitere Besprechungen mit anderen Mächten führen kann und ändert nicht das endgültige Ziel der Besprechungen, nämlich den endlichen Abschluß eines allgemeinen Flottenvertrages. Heute Rundfunkrede Or. Fricks zum Ilotkreuztag. Berlin, 20. Juni. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern, D r. Frick, wird am 5reifag, dem 21. Juni 1 935, von 2 0.10 bis 20.15 Uhr über alle deutschen Sender zum Rotkreuzlag sprechen. zier schüttelte den Deutschen mit den Worten „Willkommen B r ü d e r ! " die Hände. Neben ihm war ein Soldat, der ein Bein verloren hatte. Die Deutschen reichten ihm die Hände. Später marschierten die Frontsoldaten durch die Straßen, und deutsche Flaggen winken neben den Fahnen der „British Legion". „News Chronicle" berichtet: „Unter denen, die den Deutschen die Hand schüttelten, waren manche Kriegerwitwen, die die Auszeichnungen ihrer gefallenen Männer trugen. Als die Deutschen durch die Stadt marschierten, brach die Menschenmenge immer wieder in st ü r m i s ch e Hochrufe aus." „Daily Mail" schreibt: Als die Deutschen das letzte Mal nach Brighton kamen, waren sie Gefangene, die von bewaffneten Wachen eskortiert wurden. Heute wurden sie vom Bürgermeister empfangen und begeisterte Menschenmengen und flatternde Banner begrüßten sie. „Preß Association" erklärt, die Wahrheit der Aeußerung des Prinzen von Wales, daß es keine geeignetere Organisation gäbe, um den Deutschen die Hand der Freundschaft entgegenzustrecken, als den englischen Frontkämpferbund, wurde gestern in Brighton b e» wiesen. Belgrad, 20. Juni. (DNB.) Infolge Wahl des Unterrichtsministers zum Präsidenten Skupschtina wurden im südslawischen Kabinett einige Aenderungen vorgenommen. Kriegsmimster Peter Z i f k o w i t s ch , Finanzminister Milan Stojadinowitsch und drei kroatische F a ch m i n i st e r erklärten sich mit der rein äußerlichen Neubildung des Kabinetts nicht einverstanden und gaben ihren Rücktritt. Der Versuch die Meinungsverschiedenheiten beizulegen, Ueiterte. Infolgedessen überreichte Ministerpräsident Jeftitfch dem Regentfchaftsrat den Rücktritt der Gesamtregierung. Der Rücktritt wurde genehmigt. Der bisherige Finanzminister Stojadinowitsch gilt als zukünftiger Ministerpräsident. Die b o s n i s ch e n M u s e l - man en und die slowenische katholische V o l k s p a r t e i sollen an einer von ihm zu bildenden Regierung teilnehmen. Stojadinowitsch ist Der 22. Juni hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung, weil an diesem Tage die Sonnen» ro e n b f e i e r mit dem F e st der deutschen Jugend verbunden ist. Die Sommersonnenwende bildet wie die Wintersonnenwende im germanischen Brauchtum ein hohes Fest, dessen Abglanz sich durch die Jahrhunderte, vor allem im Sonnenwendtag, erhalten hat. Immer war der Sonnenwendtag auch ein Fest der Jugend, denn unverbrauchte Lebenskraft und unverbrauchter Lebenswille sind es, die ihr Gesicht der Sonne zukehren. Wie hätte die Ueberlieferung, die den Sonnenwendtag umgibt, besser gewürdigt werden können als dadurch, daß am Sonnenwendtag die deutsche Jugend zu Kampfspielen antritt, zumal in diesen Kampfspielen auch ein.Gelübde liegt, das dem großen und freien Deutschland gilt. Die Jugend von heute hat unmittelbar ein Ziel und eine Aufgabe vor sich, um die alle Geschlechterfolgen, seitdem es wieder ein nationales Besinnen gibt, vergeblich gekämpft und gerungen haben. Die Jugend von heute weiß durch die schöpferische Tat der nationalsozialistischen Bewegung, was Deutschland ist, sie weiß vor allem auch. London, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Zuschrift an die „Times" erklären der frühere Arbeitsabgeordnete Buxton, der Dekan von St. Paul Powys Greenwoon und andere führende Perfönlichkeiten, es seien noch wenige Anzeichen vorhanden, daß man den G e s a m t v o r s ch l a g e n Hitlers in wirklich offener und ehrlicher Weise gegenübertrete. Erst dann biete sich eine wirkliche Möglichkeit zu einer europäischen Versöhnung und zur Beendigung der Aufteilung Europas in Sieger und Besiegte. Es bestehe die Gefahr, daß man den Grundsatz der Gleichheit aus den Augen verliert. Wenn ein kollektives System jemals verwirklicht werden solle, dann müsse man zeigen, daß es nicht nur eine Konstruktion für die Verewigung des Status quo sei. Wenn der Friede in Europa wiederhergestellt und Deutschland in die Gemeinschaft der Nationen zurückgebracht werden solle, bann müsse das grundlegende Unrecht richtig g e st e l l t werden, daß die 14 Punkte Wilsons in Dersailles nicht ve r w lr k- licht worden seien und daß Deutschland einen diktierten, an Stelle eines frei ausgehandelten Friedens habe unterzeichnen muffen Nicht nur die Rüstungsfrage, sondern auch andere Probleme, wie London, 21. Juni (DNB. Funkspruch). Eine Abordnung deutscher Kriegsteilnehmer aus Westfalen, die vom englischen Frontkämpferbund nach England eingeladen worden war, traf am Donnerstag in Brighton ein und wurde dort außerordentlich herzlich empfangen. Hunderte von englischen Kriegsteilnehmern und eine große Menschenmenge begrüßten die 29 deutschen Frontkämpfer unter der Führung von Walter Kleinkorres. Zum Zeichen der Freundschaft wurden die Banner des englischen Frontkampferbundes „British Legion" und der deutschen Abordnung mit einander gekreuzt. Der Bürgermeister von Brighton, G i b s o n, sagte in seiner Begrüßungsansprache u. a.: „Ich glaube, das wird in nicht geringem Maße dazu beitragen, die Sache des Friedens unter den Nationen der Welt zu fördern." Die gesamte Morgenpresse veröffentlicht ausführliche Berichte von der Ankunft der Deutschen in Brighton. „Daily Telegraph" schreibt u. a.: „Die deutsche Abordnung wurde von den englischen Frontkämpfern mit den Worten „Willkommen, Kameraden!" begrüßt. Die deutschen und englischen Kriegsteilnehmer schüttelten sich die Hande und umarmten sich. Unter den Engländern waren viele Kriegsverletzte. Ein k r i e g s b 11 n b e r D f f i - zu bringen bereit gewesen wäre. „L'Ordre" meint, der britische „Pazifismus" gefährde den Frieden aufs neue. Edens Besuch in Paris sei zwecklos. Ein Eingehen Frankreichs auf bas deutsch-englische Flottenabkommen wäre eine vollkommene Umkehrung der französischen Politik. Das Kabinett Laval dürfte wohl nicht zu dieser Verzichtleistung bereit fern. Der Vorsitzende des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Abgeordneter Bastide, schreibt in der „Republique", Frankreich stehe heute in Europa allein, wenn es Deutschland gegenüber den Geisteszustand eines Richters bewahren wolle. England habe in der Form Unrecht, aber man könne sich fragen, ob es nicht noch e i ne andere Außenpolitik gäbe, als die, die sich andenBuchstabenderTexte festklammere. WirdmparisdieVernunfisiegen? Englische Pressestimmen zum Besuch Edens. Bonbon, 21.Juni. (DNB. Funkfpruch.)Tim es schreibt, es sei ganz unmöglich, einzusehen, wie Die Annahme eines deutschen Flottenstandes, der niedriger sei, alsder französische oder italienische, für diese beiden Länder unvorteilhaft sein könne. Die britische Regierung hätte ganz bestimmt red)t getan, daß sie die angebotene Gelegenheit nicht nur zur Regelung der deutsch-englischen Flottenbeziehungen, sondern auch f u r b e n Anfangspunkt einer al (gemeinen Begrenzung ber europäischen S e e - rüftungen ergriffen hätte. In Frankreich müsse heute tiefes Bebauern herrschen, daß das Angebot Hitlers einer Begrenzung der Land- und Luftrüstungen vom April letzten Jahres von der damaligen französischen Regierung sofort ab gelehnt worben sei. Wenn man dieses Angebot an genommen hätte, dann waren die Aussichten setzt viel besser. Man könne es nicht bedauern, daß die britische Regierung nicht demselben 3rrtum oerfab kn fei, fonbernUnur innig hoffen baß minbeftens m Flattenangelegenheiten die Weisheit einer baldigen Regelung in Paris und Rom anerkannt werde. Daily Heralb" schreibt, bei den letzten französisch -englischen Verhandlungen hatte die Hauptschwierigkeit darin bestanden, daß die Franzosen keinerlei Vorschläge für die Flöt en begrenzung erörtern wollten. Die Franzosen hatten damals erklärt, daß d l e 3" k un f ti 9 deutsche Flotte eine völlig unbekannte Große sei. Jetzt könnten sie auf der durch das Abkommen herge st eilten Grundlag arbeiten. SotfMer von Ribbentrop be! Solbwin. England wünscht eine allgemeine Flottenkonferenz. London, 20.Juni. (DNB) Der Führer der deutschen Flottendelegation Botschafter do n Rio. bentrop hatte eine Aussprache mit Ministerpräsident Baldwin. Die Unterredung dauert etwa 40 Minuten. Es war die erste Begegnung des Botschafters mit Baldwin seit seinem gegenwärtigen Aufenthalt in London als Führer der deutschen Flottenabordnung. Anschließend fand eine Unterbaß es kein höheres Gut gibt, als bas Vol.k, als b i e Nation. Die deutsche Jugend von heute hat sich bewußt geistig und seelisch in die Volkwerbung unb in ben neuen Staat eingegliebert. Die beutsche Jugend fühlt das wie eine Befreiung, nachdem sie in ihren besten Teilen miterleben unb miterbulben mußte, baß bie Missetat von Versailles nicht nur bas Deutsche Reich, sonbern auch bas beutsche Volk zerstören wollte. Die beutsche Jugenb ist auch Zeuge gewesen, daß es in Deutschland leider Feiglinge gab, die bereit waren, Staat unb Volk zu verraten, um nichtswürbig unb verachtet leben zu können. Das alles liegt heute wie ein dunkler Schatten hinter uns, um vor uns den Weg freizugeben, der durch die Svnnenwendfeuer zu einem freien und großen Deutschland, zur Nation führt. Wenn die Sonnenwendfeuer am Fest der Jugend aufleuchten, wenn von allen Höhen im weiten Deutschen Reich die heiligen Feuer aufglühen, so werden die Herzen jubeln, so wird unser Sinnen und Trachten sich darauf richten, nicht nur deutsch zu sein unb zu fühlen, sonbern auch b e s neuen Deutschland würdig zu sein. Geschichte unb Schicksal haben dem deutschen Volke ben Lebensraum in der Mitte Europas angewiesen, so daß uns dieser Werdegang schon an sich dazu gezwungen hat, wachsam zu sein, um nicht durch einen Druck von außen immer weiter nach innen zusammengepreßt zu werden. Die deutsche Jugend hat nicht erfahren, was bas Elenb ber Kleinstaaterei für bas beutsche Schicksal be» beutet hat. Aber bie beutsche Jugenb wirb an sich erleben und erfahren, daß ein freies deutsches Volk sich gerade deshalb als große und starke Nation durchsetzen wird. Das Fest der Jugend ist ein Fest des ganzen deutschen Volkes, denn eine Jugend, bie national denkt und fühlt, die von dem Willen gestählt ist, als Volk frei unb stark sein unb bleiben zu wollen, eine Jugenb, die so sich selbst lebt, trägt auch in sich bie Gewähr unvergänglicher Dauer für Staat unb Volk. Den Auslänbern, bie heute Deutschlanb bereifen, ist es aufgefallen, baß bas Gesicht ber beutschen Jungen unb Mäbel ein anberes geworben ist, baß bie Augen leuchten, baß bie Stirne frei unb klar ist, baß Gang unb Haltung Bewußtheit verraten. Das Fest ber Jugenb wird und muß ein neues Zeugnis sein dafür, daß das neue Deutschland sicher getragen wird von einem jungen Geschlecht, das Sinn unb Bebeutung unserer Hochziele, Freiheit und Ehre, erkannt hat. Aber das Fest der Jugend ist auch Gewähr da- für, daß die deutschen Jungen und Mädel immer das Recht haben, ihrer Jugend zu leben, weil es ohne echte Jugend kein Geschlecht von freien und starken Männern und Frauen geben kann. Die deutsche Jugend ist wohl ber Nation unlösbar oerbunben. Aber ihr Sein, bas sie werben läßt, ist, wie dies Fest der Jugend zeigt, mit Spiel unb Kampf gefüllt, mit heiterem und ernstem Tun, mit geistigem Ringen und körper- lieber Ertüchtigung. Unb bics Fest ber Jugenb am Sonnenwenbtag soll nicht nur ber beutschen Jugend ein Sonnenjahr bringen, sondern d e m ganzen deutschen Volke. Das Fest der Jugend wird sich immer wiederholen, wie auch die Sonnenwende mit ihren Verheißenen immer wiederkehrt. Par i s , 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der englische Minister für Völkerbundsangelegenheiten, Eden, ist am Donnerstag um 23.11 Uhr in Pa- r i s angenommen. Er hat sich sofort in die englische Botschaft begeben, wo er während seines Pariser Aufenthaltes wohnen wird. Er wird heute vormittag die erste Besprechung mit Lall a l haben. Ein Teil der französischen Presse macht ben Versuch, bie Stimmung für Eben etwas freundlicher zu gestalten, als sie nach den ersten Besprechungen der Pariser Blätter zum deutsch-englischen Flottenabkommen ausgesehen hat. Ein anderer Teil der Zeitungen beharrt aber auf dem Standpunkt, daß Frankreich jetzt entschieden auf die englische Stütze verzichten und eine eigene, nur französische Politik betreiben müsse. Das „Journal" schreibt, wenn man an die Wirksamkeit der gemeinsamen Tat glaube, müsse man auf die Vorbereitung einer Regelung aller Probleme zwischen London, Rom und Paris d o r der Aussprache mit den Deutschen zurück- fommen. — Der „Matin" wirft den Engländern Unwahrhaftigkeit oor. Bisher fei Frankreich nicht an derartige Methode g e - wähnt, die darin bestünden, mit Deutschland ein zweiseitiges Abkommen zur Rüstungsbeschränkung zu unterzeichnen, ohne auf die oorherigen Vereinbarungen Rücksicht zu nehmen. Laoal werde Eden über diese französische Auffassung unterrichten. Der gute Wille Englands werde ohne Zweifel die wünschenswerte Wiederher st ellung der Lage erlauben. Im Gegensatz hierzu bemerkt der „Petit Pari- fien", daß die etwaigen Vorschläge Edens über ein Sonderluftabkommen in Paris wie in Rom auf starken Widerstand stoßen würden. — Das „Echo de Paris" leitet aus der neuep Lage für Frankreich das Recht zu einer neuen Handlungsfreiheit ab, die sich in einer Verstärkung der französischen Kriegsflotte im Vergleich zur englischen, dem Verzicht auf die (Erörterung eines Luftpak - t e 5, wenn er nicht im Rahmen der allgemeinen Regelung zur Aussprache käme und die Zurücknahme der Opfer äußern müßte, die Franko reich im Interesse der westlichen Solidarität in Litauen, Abessinien und anderswo wird, wird sich Eden oon Paris aus z u B e f p r e - d) u n g e n nach Italien begeben. Die Mitteilung lautet: „Die britische Regierung hat der italienischen Regierung nahegelegt, daß es nützlich fein konnte, wenn Minister Eden nach seinen kommenden Besprechungen mit Laval direkt nach Italien weiterfahren würde, um mi.t Mussolini dieselben Fragen zu besprechen, bie Gegenstanb seiner Unterrebung in Pgris fein werden, nämlich die Flottenfrage und bie nächsten Schritte, bie bezüglich eines westlichen ß u f t p a f t e 5 zu ergreifen finb. Eine Antwort Mussolinis begrüßt diese Anregung." „Daily Telegraph" meldet, daß Eden voraussichtlich am Montag mit Mussolini Zusammentreffen werde. Das Zusammentreffen könne von großer Bedeutung sein, zumal Eden nach seinen Besprechungen in Paris besser beurteilen werde, welche weiteren Schritte jetzt in ......... . . s - Richtung einer allgemeinen Rüstungsbegrenzung zu jVÄkerbunde zu verhindern. ZwifchenReMblikundMnarchle. Die Wahlen zur griechischen Nationalversammlung beanspruchen ein über ein solches innerpoliti- sches Ereignis hinausgehendes europäisches Interesse aus zwei Gründen: die von dem alten Unruhestifter V e n i z e l o s angezettelte Märzrevolutton ist von der Regierung Tsaldaris vor allem durch das Verdienst des energischen Kriegsministers K o n d y l i s verhältnismäßig rasch und unblutig niederaeschlagen worden. Das Schicksal und die Zukunft Griechenlands stand eine historische Minute lang auf der Waage zwischen ruhiger Entwicklung und neuen Abenteuern, die das griechische Volk in heftige Parteikämpfe geworfen hätten. 3Jtit der Niederlage der Denizelisten ist eine Figur endgültig aus dem griechischen und europäischen Leben verschwunden, die ttotz großer unbestreitbarer Fähigkeiten mehr Unheil als Segen für die griechische Politik gebracht hat. Denizelos war der Mann, der Griechenland gegen den Willen der Dynastie und gegen die Volksmeinung in den Weltkrieg führte, der als Konsequenz dieser Tat den König K o n st a n t i n absetzte und eine kurze monarchische Restauration zum zweitenmal durch die Republik ersetzte, eine Republik, in der er für sich und seine Partei die unbedingte Führung verlangte. Der mißglückte Märzputsch hat diesen Anspruch vernichtet, und in den Wahlen hatte das griechische Volk Gelegenheit, den Sieg der Regierungswaffen zu legalisieren. Dies ist in unzweioeutiger Weise geschehen. Die vereinigten Regierungsparteien erhielten zwei Drittel der abgegebenen Stimmen und von 300 Parlamentssitzen 287, also eine überwältigende Mehrheit. Damit ist die Partei des Venizelos wohl endgültig aus dem politischen Leben Griechenlands ausgeschaltet und das Wirken dieses Mannes, dem einst die Sympathien der europäischen Westmächte zu einem über Griechenland hinausreicheüden Einfluß verhalfen hatten, zu einer überwundenen Episode der griechischen Geschichte gemindert. Der zweite Gegenstand des europäischen Interesses ist die Frage, wie dieser durch di« Wahlen gekennzeichnete innerpolitische Abschnitt die k ü n f - tiae Entwicklung Griechenlands beeinflussen wird. Es liegt nahe, zu vermuten und vor- cluszusagen, daß der Sturz des Königsstürzers das Königtum wieder zurückführen werde, und wenn man die Interpretationen der griechischen Wahl in der internationalen Presse verfolgt, so könnte man glauben, daß die Rückkehrdesentthronten Königs Georg II. nur noch eine Fratze kurzer Zeit ist. Die vorsichtige Haltung, welche die Regierung Tsaldaris bei den Wahlen in der Frage Monarchie oder Republik eingenommen hat, zeigt jedoch, daß man in Griechenland selbst die Sache nicht so einfach ansieht. Es ist unzweifelhaft, daß in dem Lande, das seit Jahrzehnten mit westeuropäischen politischen Vorstellungen und Lehren erfüllt ist, und dessen parlamentarische Verfassung sich an die Vorbilder der europäischen Demokratie anlehnt, die republikanische Staatssorm eine starke und bisher überwiegende Anhängersckaft besitzt. Die Partei des Generals Metaxas, oie die einzig ausgesprochene m o n a r ch i st i s ch e ist, hat in den Wahlen selbst nur einen geringen Erfolg zu verzeichnen; sie brachte nur 100 000 Stimmen auf, die ihr 7 Mandate in der Nationalversammlung bringen. Die Entscheidung liegt also ausschließlich bei der Anhängerschaft der Regierungsparteien, die zwar seit jeher mit monarchistischen Elementen durchsetzt sind, die aber seit einigen Jahren die Frage der Wiederherstellung der Monarchie als nicht vordringlich und unzeitgemäß aus Programm und Agitation entfernt hatten. Auch in den Wahlen hat die Regierung Tsaldaris Wert darauf gelegt, diese Frage auszuschalten und deswegen zum Beispiel eine Feierlicykeit verboten, die in Athen zum Namenstag des verstorbenen Königs Konstantin angesagt war; auch Agitationsumzüge der Monarchisten wurden von der Regierung verhindert. Dies beweist, daß Tsaldaris und seine Mitarbeiter, denen vor allem an einer Beruhigung des noch aufgewühlten Landes gelegen ist, die innere Willensrichtung des Voltes noch nicht für so klar halten, daß eine voreilige Entscheidung für die Monarchie nicht die Gefahr neuer Wirren bergen könnte/ Der äußere Grund, die Wahlen nicht zu einer Entscheidung über die Staatsform werden zu lassen, ist ein verfassungsrechtlicher, dessen sich die Regierung gerne bediente, um eine klarere Scheidung der Geister abzuwarten. Die Nationalversammlung, die am 1. Juli zusammentritt, muß nämlich zuerst den Artikel 120 der Verfassung abändern, um eine Volksbefragung über die Staatsform überhaupt zu ermöglichen. Es ist also zunächst in die Hände des Parlaments gelegt, ob die monarchistische Welle, von der Gne- chenland zunächst in einer Reaktionserscheinung gegen den Märzputsch ergriffen ist, in die Dämme eines verfassungsmäßigen Verfahrens eingelassen wird, oder ob man wartet, bis sie sich etwa wieder verlaufen oder verstärkt hat. Nach einer Aeuße- nmg des Generals Köndylis, der wohl jetzt als der starke Mann Griechenlands gelten kann und der bisher entschiedener Republikaner war, würde die Herstellung der Monarchie von den republikanischen Elementen nur dann als eine historisch gültige Entscheidung angenommen, wenn sie sich nicht nur auf eine Mehrheit schlechthin, sondern auf eine überwältigende Willenskundgebung des griechischen Volkes stützen könnte. Man sieht aus alledem, daß es voreilig wäre, die Wiederherstellung des griechischen Königtums, dessen Prätendent der in England lebende Georg persönlich übrigens viel Sympathie genießt, als eine gelöste Frage zu betrachten. Sie ist eine ausschließliche Angelegenheit des griechischen Volkes, Dem zu wünschen ist, daß sie nicht vorn Standpunkte blutleerer Parteidoktrinen, sondern so beantwortet wird, wie es am besten für die dauernde Festigung des griechischen Staates ist. Die griechische Dynastie, die dem Lande seinerzeit von den Großmächten „verliehen" wurde, hat immer darunter gelitten, daß sie fremden, nämlich dänischen Ursprungs war; so wie die Dinge liegen, kommt eine solche griechischen Blutes freilich nicht in Frage. Die monarchische Bewegung kann sich auf die Erfahrung einer verhältnismäßig ruhigen Entwicklung unter dem Königtum und ständiger Parteiwirren unter dem Zeichen der Republik berufen. Diese beiden Anschauungen hielten sich bisher ungefähr die Waage. Für die Entscheidung zugunsten der Monarchie könnte ausschlaggebend sein jene Strömung, von der ganz Europa erfaßt ist, die von der fast abergläubigen Verehrung der parlamentarischen Demokratie wegführt und eine autoritäre starke S t a a t s f ü h r u n g in neuen Verbindungen mit dem Volkswillen als Folgerung der politischen Stunde betrachtet. Deutschlands Kriegsmarine unter der Auswirkung des Londoner Ilottenadkommens. Berlin, 20. Juni. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" beschäftigt sich eingehend mit der technischen Seite des deutsch-englischen Flottenabkommens. Unter der Überschrift „Die Auswirkungen des deutsch - englischen Flotten - Abkommens auf die Entwicklung der deutschen Kriegsmarine" schreibt er u. a.: Zwei wesentliche Feststellungen liegen dem Abkommen zugrunde: 1. was von britischer Seite als Vergleichs- stärke maßgebend ist, 2. die A n w e n d u n g d e r 3 5 v. H. auf die einzelnen Kategorien. Zu 1.: Das Abkommen bestimmt in feiner Ziffer 2a, daß das Verhältnis 35:100 sich versteht bezüglich der für Großbritannien vertraglich fest gelegten Flotten stärke. Diese beruht zur Zeit auf den Verträgen von Washington und London, welche die englische Stärke in allen Schisfsklassen bis zum 31.12.1936 festlegen. Auf Grund der genannten beiden Verträge verfügt England über eine Gesamt- tonnage von 1201 700. Die dementsprechende deutsche Gesamt st ärke ergibt 420 595 Tonnen. __ Zu 2.: Das deutsch - englische Flottenabkommen bestimmt dann in Ziffer 2d die Anwendung des Stärkeverhältnisses auf die einzelnen Schiffskategorien, d.h. Deutschland wird nicht die 420 000 Tonnen dazu benutzen, um etwa 42 Panzerschiffe davon zu bauen ober 420 U-Boote zu 1000 Tonnen, sondern es wird die Dergleichsstärke von 35 v. H. verhältnis- mäßig starr anwenden auf jede einzelne S ch i f f s k a t e g o r i e. In der Klaffe der Schlachtschiffe verfügt Deutschland bisher über drei Panzerschiffe vom Typ des Versailler Vertrages von 10 000 Tonnen, zusammen demnach 30 000 Tonnen. Der Rest von 15 3 7 5 0 Tonnen steht für den Bau von Schlachtschiffen für Deutschland zur Verfügung, da nach dem Abkommen in dieser Klasse Deutschland 183 750 Tonnen zustehen. In wieviel Einheiten er aufgetetll wird, wird sich aus der Größe des zukünftigen Schlachtschiffes ergeben. England möchte für die Zukunft eine Höchstgrenze von 2 5000 Tonnen festgesetzt wisscm, Deutschland schließt sich diesem Bestreben an. Z u n ä ch st besteht aber noch, die Höchstgrenze des Washingtoner Vertrages von 35 000, an die Italien mit seinen zwei im Bau befindlichen Schlachtschiffen und Frankreich mit einem in diesem Jahre in Bau gegebenen noch voll herangeht. Für Flutzzeugträger gilt zur Zeit noch eine oberste Größe von 27 000 Tonnen. England strebt eine Herabsetzung auf 22 000 Tonnen an. Auch Deutschland hält diese für wünschenswert. Don derartigen Schiffen könnte Deutschland daher etwa zwei au5 seiner verfügbaren Tonnage (47 250 To.) erstellen. Natürlich ist es auch denkbar, Heinere Schiffe und dafür mehr Einheiten zu hauen, wie es überhaupt im Rahmen der Seead- rüstungsverttäge jedem Teilnehmer freigestellt ist, unterhalb der festgelegten Höchstgrenzen zu bleiben, um seinen besonderen Bedürfnissen durch Bau einer größeren Anzahl bei kleineren Abmessungen besser gerecht werden zu können. Bei einer Höchstgrenze von 10 000 Tonnen für den „schweren Kreuzer" (Klasse A) hat Deutschland die Möglichkeit, fünf solcher Schiffe zu bauen, von denen es noch keine besitzt. (Nach dem Abkommen stehen Deutschland 51 380 Tonnen zu.) Auch hier besteht selbstverständlich die Möglichkeit, kleinere Typen zu wählen. Auf die Tonnage der „leichten Kreuzer" (Klasse B) sind zunächst die sechs nach dem Kriege gebauten Kreuzer von „Emden", bis „Nürnberg" mit insgesamt 35 400 Tonnen anzurechnen. Der verbleibende Rest von etwa 32 000 Tonnen steht für den Bau leichter Kreuzer noch zur Verfügung. (Nach dem Abkommen 67 270 Tonnen.) Eine Aufteilung wäre denkbar in etwa drei Schiffe zu 10 000 Tonnen ober etwa fünf zu 6000 Tonnen oder acht zu 4000 Tonnen. Auch ein „leichter" Kreuzer darf bis zu 10 000 Tonnen groß fein. Entscheidend dafür, ob ein Kreuzer zur A- oder B-Klasse zählt, also ein „schwerer" oder ein „leichter" ist, ist das G e s ch ü tz k a l i b e r, das bei den schweren Kreuzern im allgemeinen bei 20 Zentimeter liegt, bei den leichten dagegen 15,5 Zentimeter nicht überschreiten darf. An Zerstörern besitzt Deutschland erst 9600 Tonnen in Gestalt von 12 Booten der „Möwe"» und „Wolf"-Klasse von der unzureichenden Größe von je 800 Tonnen. Rund 43 000 Tonnen bleiben demnach zum Zerstörerbau für Deutschland noch verfügbar. (Nach dem Abkommen stehen Deutsck- land in dieser Klasse 52 500 Tonnen zu.) Das Ao- fommen gestattet, Tonnage der leichten Kreuzer- Klasse für den Bau von Zerstörern zu verwenden, solange wie das Verfahren auch von anderen bedeutenden Seemächten geübt wird (Frankreich). Die Höchstgrenze, für Zerstörer ist aur Zeit 1850 Tonnen. Eine besondere Regelung hat Die Unterfee- boot-Tonnage gefunden. Sie ist die einzige, für die ein Ueberfdjreiten der 3 5 - Prozent-Stärke von England zugebilligt worden ist. Dies scheint vielleicht erstaunlich, besonders in Erinnerung an die Rolle des deutschen Unterseebootes im Kriege, aber auf den Rüstungskonferenzen hat das U-Boot insofern eine besondere Rolle gespielt, als man seine Tonnage von der Bemessung nach Verhältniszahlen ausgenommen hat. Sowohl in London wie in Genf wurden für die U-Boot-Tonnage für alle Partner gleiche Stärken vorgesehen, in London 52 700 Tonnen auch für Japan, in Genf 35 000 Tonnen auch für Japan, Frankreich und Italien. Es ist nur eine Verwirklichung der Gleichberechtigung, wenn bei Beibehaltung dieses Verfahrens auch Deutschland daran teil hat. Wenn Deutschland das Recht hat, seine U-Boot- Tonnage bis zu der Höhe der englischen, zur Zeit 52 700, auszubauen, so gilt dies jedoch nur mit der Maßgabe, daß dadurch die deutsche Gesamtstärke 35 v. H. der britischen nicht überschreitet. Bei Anerkennung seines Rechtes auf Gleichstellung in U- Boot-Tonnage hat Deutschland im übrigen erklärt, zunäch st nicht mehr als 45 v. H.. der englischen U-Bootstärke bauen zu wollen, das sind zur Zeit 23 700 Tonnen. Deutschland baut zur Zeit U - Boote von 250 Tonnen. Die augenblicklich gültige Höchstgrenze von 2000 bis 2800 Tonnen hält Deutschland, in Uebereinftimmung mit England, für wesentlich übertrieben. Laval kündigt Verlängerung der Dienstzeit an »ZurGicherstellung der für Frankreichs Sicherheit notwendigen Effektivstärken.^ Paris, 20.Juni. (DNB.) Die sozialistische Kammerfraktion hatte verlangt, daß noch vor Beginn der Kammerferien eine Aussprache über die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses über die Ereignisse des 6. Februar 1934 erfolgt. Die Konferenz der Ausschußpräsidenten hat diesen Antrag jedoch abgelehnt, weil die Regierung es nicht zu- lassen wollte, daß rein politiche Fragen von der Kammer aufgerollt werden in dem Augenblick, wo alle Kräfte für die Wiederherstellung, des Gleichgewichts im Haushalt und des Schutzes der Währung notwendig seien. Ministerpräsident Laval verlas folgende Mitteilung der Regierung: Die Regierung hak zur Sicherstellung der notwendigen Effektivstärken während des refrutenarmen Zeitabschnitts beschlossen, das im April 1935 eingestellte Kontingent nach Schluß seines ersten Dienstjahres weitere sechs Monate und die im Oktober 1935 usw. bis einschließlich 1939 einzustellenden Rekrulenkontingente ein weiter es Jahr unter den Fahnen zu behalten, es sei denn, daß eine günstige Entwickelung der Verhandlungen über die Organisierung der Sicherheit und die Beschränkung der Rüstungen erleichternde Maßnahmen rechtfertigen lassen. Die Regierung hat beschlossen, das im April zur Entlassung fällige halbkontingent unter den Waffen zu behalten, bis das im April eingestellte halbkontingent das notwendige Mindestmaß an Ausbildung erhalten hat. Die Regierung spricht den jungen Franzosen, die diese zeitweilige Verlängerung ihres Militärdienstes mit Patriotismus angenommen haben, eine öffentliche und feierliche Anerkennung aus. Sie werden am 6. I u l i entlassen. Die Regierung bestätigt nochmals den Friedenswillen Frankreichs, das unter den Fahnen nur die für feine Sicherheit notwendigen Effektivstärken hält. Der sozialistische Abgeordnete R i v i e r e erhob namens seiner Partei Protest gegen die Maßnahmen der Regierung. Der Beschluß, die Rekruten länger unter den Fahnen zu halten, sei durch die Umstände durchaus nicht gerechtfertigt. Die Sozialisten protestierten gegen die Rüstungspolitik. Von seiner Bank aus erwiderte Ministerpräsident Laval: Die Kammer kennt die -internationale Lage und die Gefahren, die sie birgt. Solange die kollektive Organisierung der Sicherheit nicht verwirklicht ist, werde diese Maßnahme für den Frieden und seine Erhaltung ergriffen. Noch kühnere Maßnahmen sind von Ländern getroffen worden, in denen Mitglieder dieser Kammer ihre politischen Richtlinien suchen. Ein kommuni st ischer Abgeordneter wandte sich gegen diese Bemerkung des Ministerpräsidenten, der den Zwischenfall jedoch mit dem Hinweis beschloß, daß seine Worte eine Anerkennung an Sowjetrußland bedeuten. Ministerpräsident Laval führte bann etwa folgendes aus: „Vor einigen Tagen haben Sie mir Sondervollmachten zur Wiederherstellung der Finanzlage erteilt. Ich habe dies« schwere Aufgabe übernommen auf Drängen des Präsidenten der Republik. Wir werden die Kühnheit haben, alles für das Wohl des Landes zu tun. Kein Hindernis wird mich abhalten. Wenn man Erfolg haben will, Darf man d i e politischen Leidenschaften nicht entfachen." — Zwischenruf eines Kommunisten: „Sagen Sie das dem Oberst de la Rocquel" — Antwort Lavals: - „Das sage ich Ihnen." — „Sie kennen", so fuhr Laval fort, „Die Finanzlage und den Ernst der internationalen Lage. Morgen werde ich mich m i t Eden unterhalten. Die Regierung braucht Ruhe und Kaltblütigkeit. Ich fordere die Kammer auf, sich den unentbehrlichen Arbeiten zu widmen. Wenn Sie das Arbeitsprogramm, das mit Einvernehmen der Regierung von den Ausschußpräsidenten aufgestellt wurde, nicht a n - nehmen wollen, werde ich das Dekret über d i e Kammerferien verlesen; wenn Sie arbeiten wollen, kann die Kammer tagen, solange sie will, und diese unentbehrliche Arbeit wird ihr zur Ehre gereichen. Ich habe mich nicht nach der Macht gedrängt, sondern sie angenommen. Ich werde meine Pflicht tun und di« republikanischen Einrichtungen verteidigen. Der innere Friede ist notwendig für die Wiederherstellung der Finanzen. Ich verpflichte mich, dafür zu sorgen, daß die Ordnung von allen geachtet wird, solange di« Kammer tagt, und solange sie nicht tagt." Mit 335 gegen 250 Stimmen nahm die Kammer das von dem Ausschußpräsidenten aufgestellte Arbeitsprogramm an, das die von den Sozialisten und Kommunisten gewünschte Aussprache über die Tätigkeit der Bünde und über den Bericht Rucart nicht enthält. Die Sitzung wurde dann auf Freitag vertagt. Kür die 4v-Gturiden-Woche. Ein Beschluß der Internationalen Arbeitskonferenz. Genf, 20. Juni. (DNB.) Die Internationale Arbeitskonferenz hat den Vorentwurf eines Abkommens angenommen, das folgenden Wortlaut hat: „Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Abkommen ratifiziert, spricht sich für den Grundsatz der 40-Stundenwoche aus und wird geeignete Maßnahmen treffen, damit die Durchführung dieses Grundsatzes keine Beeinträchtigung des Lebensstandards der Arbeitnehmer zur Folge hat. Es verpflichtet sich, diesen Grundsatz in allen Arbeitsverhältnissen, soweit hierüber besondere Abkommen ausgearbeitet und von ihm ratifiziert worden sind, zur Anwendung zu bringen. Dieses Abkommen, das eine Rahmenkonvention darstellt und alle praktischen Fragen einer späteren Regelung vorbehält, ift mit 81 g e - gen 33 Stimmen, also mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit, angenommen worden. Den Ausschlag gaben die Regierungsvertreter, die sich in der Mehrzahl entweder der Stimme enthielten, ober für das Abkommen stimmten. Die Arbeitgeber lehnten wie immer die 40-Stundenwoche ab mit Ausnahme des italienischen und des amerikanischen Arbeitgebervertreters, di« ebenso wie die Regierungs- und die Arbeitnehmervertreter ihres Landes mit Ja stimmten. Mit 75 gegen 27 Stimmen wurde eine Entschließung angenommen, die gewisse Richtlinien für die in dem Abkommen geforderte Aufrecht- erhaltung des Lebens standards der Arbeiter aufstellen soll. Die Entschließung spricht den Wunsch aus, daß die Einführung der 40-Stundenwoche keine Verringerung des Einkommens der Arbeiter und keine Senkung der Lebenshaltung zur Folge haben würde. Sie fetzt aber als selbstverständlich voraus, daß eine Neuregelung der Löhne stattfinden muß und fordert die Regierungen auf, darauf hinzuwirken, daß die Löhne und Gehälter in möglichst weitem Ausmaß auf dem Wege direkter Verhandlungen zwischen den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen angeglichen werden. Falls keine Einigung zustande- kommen sollte, sollen geeignete Stellen mit der Frage besaßt werden. Die Regierungen sollen außerdem dem Internationalen Arbeitsamt in regelmäßigen Abständen über ihre Maßnahmen zur Einführung der 40-Stundenwoche und zur Aufrechterhaltung der Lebenshaltung der Arbeiter berich - t e n. Gammelpause vom 1. Juli bis zum 30. September. Eine Anordnung des Neichsministers des Innern. Berlin, 20. Juni. (DRB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern Hal wegen der starken Belastung der Volksgenoffen mit Beitragsleistungen aller 21 r t und im Hinblick auf die bevorstehende Inanspruchnahme ihrer Opferbereitschaft für da» Winterhilfswerk 19 3 5/36 eine Sammel p a u f e für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September 1935 angeordnet. In dieser Zeit ist das Sammeln auf Straßen und Plätzen und von Haus zu Haus verboten. Die für diese Sammlungen erteilten Genehmigungen sind widerrufen. Instruktive Zahlen von der Entwicklung der Veichsautobahnen. Berlin, 20. Juni. (DNB.) Auf einem Empfang des' Außenpolitischen Amtes der NSDAP, unterrichtete im Adlon der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt die Diplomatie und die ausländische Presse in einem Lichtbildervortrag über die Reichsautobahnen. Dr. Todt teilte mit, daß beim Bau der Reichsautobahnen zur Zeit rund 110 0 0 0 Arbeiter a u f den Baustellen direkt, weitere 140 000 A r - beiter in den Steinbrüchen usw. beschäftigt seien. Beim Ausbau des bestehenden Straßennetzes könnten weitere rund 2 0 0 0 0 0 Arbeiter direkt und indirekt Arbeit erhalten, so daß dann insgesamt 400 000 bis 500 000 Arbeiter durch das Gesamtprogramm des deutschen Straßenbaues beschäftigt würden. Die Richtigkeit der Ideen des Führers werde durch die bisherige Entwicklung bestätigt. Im Jahre 1932 feien rund 41 000 Personenkraftwagen neu angern e l d e t worden, 1933 rund 85 000, 1934 rund 125 000 und 1935 bis 1. Juni 71 700. Auch di« Lastkraftwagen hätten in ähnlich außergewöhnlichem Maße zugenommen. Neuerungen in der Wasserversorgung. Anläßlich der 7 6. Jahresversammlung des Deutschen .Vereins von Gas- und Wasserfachmännern e. V. in Königsberg (Pr.) hatte schon am ersten Tage Generaldirektor Dr. T i e m e s s e n , der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gas- und Wasserversorgung, die umfangreichen Ausgaben umrissen, die sich aus der Zusammenfassung sämtlicher deutscher Wasserversorgungsunternehmungen und aus den im Zuge des Siedlungswerks und der planmäßigen Bodenverbesserung sich ergebenden wasserwirtschaftlichen Folgerungen entwickeln. Direktor Kirchner (Breslau), Leiter des Fachgebiets Wasserversorgung im DVGW., unterstrich die im vergangenen Jahr geleisteten Vorarbeiten für eine grundsätzliche Neuregelung der Wasserversorgung. Zunächst geht es um den Entwurf einer Orts- Jalung für die Wasserversorgung der Häuser und Grundstücke und die Entnahme von Trink- und Gebrauchswasser aus der Ortsleitung, ferner um den Abschluß von technischen Richtlinien für Einbau und Betrieb von Hauswasserleitungen und Armaturen. Dazu laufen die Vorbereitungen für die künftige Zulassung der Wassereinrichter, die ihre Leistungsfähigkeit nachzuweisen und in geeigneter Weise unter der Aufsicht der Wasserwerke die Arbeiten auszuführen haben. Schließlich steht neben umfangreichen Arbeiten auf den Gebieten der Heimstoffverwendung beim Bau von Wasserleitungen und Armaturen die Entwicklung der Rechtsnormen zum Wasser ge- setz als große Aufgabe vor den Praktikern, die voraussichtlich sehr vielseitig an der Entwicklung eines lebendigen, zeitnahen Wasserrechts mitzuwir- ken haben werden. Zellig l*56etr «eichsleltunS ■ä&S & jur L« Äft MU Buch- ioo Mk. füri« ». «• 1 Nettbewero nicht nur mit Kopf SU -' derdares Zeici das Ätsche die wir,in ö( lleberschähung nun ins geger unterlägen de atmung w in unserem b tualismus zu dem man r Wissen ur wäre furchtbc wie unterschä Das Land sind mir auä in Deutschlan man vom N cht mehr zi Arisch und B müssen wir f Der gejair von 1929 bi Welteins Mark auf ri uhr von li ung des pricht fast a 5m Jahre 19 Milliarden D horben Marl 3,488 Millla n nur 4,167 t)oX W M Deutschs einigten 6t« Exporten daß mir für beste Kur fünf Monate 1808 Million chen Zeitrau fuhr mit 164 ersten fünf M Mana ent Welthandels, pr Deutschlc ^sfuhru Mark zu oei Drosselt mui en und Ve innerhalb der Ein- und . Nr Aktiviei ™ wesentliche ^1‘ttell,, »j,e, Notie Mch-N ui» s onnten betri /-ch bi, ®»mtonai 7,B°u«w Ä“ und Ich die Nfer und J* sind gröfi ß* ein >>-N einer aus Mustrie. S:>°L w X®. UM in bun Ä? 200 İnen e5ffiDer*Or9 ÄV K: SS iu »erini fcSlti Dr. Goebbels Aus aller Welt müssen wir für unser Wie sieht es in der Wirtschaft aus? führte u. a. Wettbewerb it in regel- n zur Ein. Aufrechter« beri-ch« ern. leichs- ooi gen irr enofl ii Mit unb 3nan- |üt dar e Sam* U bis 30. Zeit ist das von haar immtungm ibetrufen. »irflunj OerBuchwettbewerb des Arbeitsdienstes HeichSminister Dr. Goebbels verteilt die Preise. - Auch der Deutsche grauen- arbeitsdienst Laubach mit einem Hundert-Mark-Preis bedacht. tausende von geschulten Facharbeitern, Ingenieuren, Lehrern und Organisatoren, von Propagandisten und Journalisten, von Bühnendarstellern und Manuskriptschreibern, von Dichtern, Malern und Plastikern haben, auf die die Nation niemals verzichten kann, wenn sie nicht überhaupt den Rang eines Kulturvolkes verlieren will. Sie singen ihre Lieder, weil Sie damit zum Ausdruck bringen wollen: Hefter Tag nehmen wir den Spaten, abends aber wollen wir in unserem Lager auch unsere Bibliothek haben, in der wir uns in d i e ungeheuren geistigen Schätze unseres Volkes vertiefen können. Auf die anbrechende politische Blütezeit wird einmal eine große kulturelle Blüte folgen, die getragen wird von echten, in der Wolle gefärbten und gehorsamen Soldaten unseres Führers Adolf Hitler." Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! dankte Dr. Goebbels und erklärte u. a.: „Was ein guter Spaten für unsere Arbeit am Boden, das bedeutet ein gutes Buch für unsere Arbeit am jungen Deutschen, nämlich ein unentbehrliches Hilfsmittel und Werkzeug. Durch diesen Wettbewerb haben Sie, lieber Parteigenosse Dr. Goebbels, erneut bewiesen, daß Sie ein klares Verständnis für das besitzen, was der Arbeitsdienst braucht, und daß Sie ein warmes Herz haben für unsere Bestrebungen. Dann verteilte Reichsmlnister Dr. Goebbels die Preise: ein Sonderpreis in höhe von 1000 21L fiel auf den Arbeitsgau 16/Burg Doigtsberg, Abteilung 4/164; zwei Preise in höhe von je 100 2IL für den Frauenarbeitsdienst entfielen an 1. Deutscher Frauenarbeitsdienst Laubach in Oberhessen Landessielle Hessen; 2. Deutscher Frauenarbeitsdienst Schulungslager Heessen Landessielle Westfalen. Von den 18 Preisen in höhe von je 100 2H. erhielt auch einen Preis der 15. Arbeitsgau 22/6asset. Thingplah 55, Gruppe221. Dem Leiter der Reichsführerschule Potsdam, Gauarbeitsführer krehfchmanu, überreichte Dr. Goebbels sein Bild mit persönlicher Widmung, da die Gauarbeitsschule sich außer Wettbewerb an der Lösung der Aufgabe hervorragend beteiligt hatte. H Berlin, 20. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Beisein des Reichsarbeitsführers Staatssekretär Hierl die Vertreter der preisgekrönten Abteilungen des Artz e i t s d i e n st e s , die sich an einem von der Reichsschrifttumsstelle im Einvernehmen mit der Reichsleitung des Arbeitsdienstes aus Anlaß der „Woche des deutschen Buches^ 1934 veranstalteten Wettbewerb unter dem Kennwort „D i e Lagerbücherei" beteiligt hatten. Es galt, die Frage zu beantworten: „Welche Bücher würde die Arbeitsabteilung zur Bildung des Grundstockes einer Lagerbücherei anschaffen, wenn sie den B e - trag von 10 0 Mark zur Verfügung hätte und noch keine Bücher besäße". Zur Teilnahme waren die Arbeitsabteilungen und Führerschulen berechtigt. Zur Verteilung tarnen: ein erster Preis in Gestalt einer Lagergrundbücherei im Werte von 1000 Mark und 20 weitere Preise in Form von Büchergutscheinen im Werte von je 100 Mark. Der gesamte Welt-Warenaustausch ist von 1929 bis Ende 1934 gewaltig gesunken. Die Welteinfuhr ging von rund 150 Milliarden Mark auf rund 50 Milliarden zurück, die Aus- u h r von 136 auf 46 Milliarden. Die Schrump- ung des deutschen Außenhandels ent» pricht fast arithmetisch genau eben diesem Verfall. Im Jahre 1929 betrug die deutsche Einfuhr 13,452 Milliarden Mark, im Jahre 1934 nur 4,451 Milliarden Mark, im Jahre 1929 führten mir für 13,488 Milliarden Mark aus, im Vorjahre waren es nur 4,167 Milliarden Mark. Aber noch immer hat die Welt die Tatsache zu verzeichnen, daß Deutschland nach England und nach den Vereinigten Staaten von Amerika der drittgrößte Exporteur der Welt geblieben ist, und daß wir für Rohstoffe ufw. überhaupt derzweit - befte Kunde der Welt find. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1935 ist die Einfuhr auf 1808 Millionen gegenüber 1926 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die deutsche Ausfuhr mit 1643 gegen 1747 Millionen Mark in den ersten fünf Monaten 1934 gesunken; und auch dieser Rückgang entspricht einem weiteren Rückgang des Welthandels. Im Monat Mai hat sich die Ausfuhr Deutschlands behauptet, wir haben einen Ausfuhrüberschuß von 4,4 Millionen Mark zu verzeichnen, während die Einfuhr weiter gedrosselt wurde. Trotz aller Devisen-Schwiengkei- ten und Verrechnungsabkommen hat sich also innerhalb der gegebenen Verhältnisse Deutschlands Ein- und Ausfuhr gut behauptet. das deutsche Volk und seine Zukunft, wenn wir, die wir in der Vergangenheit an einer absoluten Überschätzung der geiftigen Arbeit gelitten haben, nun ins gegenteilige Extrem verfallen würden. Wir ' unterlägen der Gefahr einer vollkommenen Verarmung unseres nationalen Daseins, wollten wir in unserem berechtigten Kampf gegen den Intellektualismus zugleich auch versuchen, die Intelligenz zu treffen. Es genügt nicht allein die gute Absicht beim Aufbau eines Staates, sondern man muß auch eine Unsumme von Wissen und Können sein Eigen nennen. Es wäre furchtbar für uns alle, wenn wir das irgendwie unterschätzen wollten. Das Land braucht gute Nationalsozialisten. Das sind wir auch alle. Ich hoffe zuversichtlich, daß es in Deutschland einmal eine Zeit geben wird, wo man vom Nationalsozialismus deshalb überhaupt nicht mehr zu sprechen braucht, weil er allen in Fleisch und Blut Übergebungen ist. Darüber hinaus müssen wir für unser Land Tausende und Zehn- Die Eisenverhandlungen in Königswinter haben zu einer grundsätzlichen Verstän- digung zwischen der Internationalen Rohstahlexportgemeinschaft und der englischen Eisenindustrie über die Eisenausfuhr der Jreg-Länber nach Großbritannien geführt. Viele Einzelheiten müssen freilich noch geregelt werden. Vor allem aber ist das in Königswinter getroffene Abkommen nur durchführbar, wenn England feine Eifenzölle der Ausfall von monatlich 1 bis 2 Prozent durch die steigende Binnenkonjunktur mehr als wettgemacht wird, so können wir doch auf eine Ein- und damit bedingte Ausfuhr nicht verzichten, weil wir mit unserer Ausfuhr d i e Rohstoffe bezahlen, die unbedingt notwendig auch zur Erhaltung und Verstärkung unserer Binnenkonjunktur sind. Die Lieferungen des Auslandes an Baumwolle, Wolle, Metall und Erze, Kaffee und sonstige Rohstoffe und Lebensrnittel können wir nur durch Fertigwaren bezahlen, und daher ist die Frage der Veredlung von Rohstoffen für Deutschland nicht nur, sondern für die Welt von entscheidender Bedeutung. Wir haben unter dem Neuen Plan das Prinzip verfolgt, nach Möglichkeit unsere Rohstoffe von dort zu beziehen, wo man deutsche Waren abnimmt, und wir konnten und können dieses Prinzip noch weiter ausbauen, da eigentlich ein Monopol für gewisse Rohstoffe, wie es z. B. die Vereinigten Staaten von Nordamerika vor dem Kriege besaßen, und in der Baumwolle rücksichtslos ausbeuteten, heute nicht mehr besteht. Wenn also Nordamerika nicht dazu übergehen sollte, feinen Schutz-Zoll-Tarif zu ermäßigen und deutsche Waren in größerem Umfange aufzunehmen, dann werden wir von den USA. auch weniger beziehen, denn die Passivität unseres Außenhandels mit den USA. ist eine der drückendsten Sorgen der deutschen Volkswirtschaft. In der letzten Zeit sind drüben Stimmen laut geworden, die unbedingt die Rolle Deutschlands als eines guten Kunden einsehen und für eine Erleichterung der deutschen Waren-Einfuhr in die Union stimmen. Aber praktisch ist noch nichts getan, und da vor allem die Finanzierung, d. h. die Kreditierung von deutschen Rohstoffbezügen im Argen liegt, wirb Deutschland sich gezwungen sehen, zum Schaden der amerikanischen Lieferanten weiter und noch stärker als bisher sich im Handelsverkehr von jenen Lieferanten abzuwenden, die jahrelang Milliarden aus dem Handel mit Deutschland ohne entsprechende Gegenleistung einnahmen. Das große amerikanische Wirtschaftsgebiet war durch die Ungültigkeitserklärung des Nira-Programms an den Rand der Anarchie geraten. Der Eigennutz des alten Wirtschaftsliberalismus schien über die planvolle Arbeit des Präsidenten Roosevelt zu triumphieren. After die Taktik des Präsidenten, den Gegnern voll und ganz die Verantwortung für die Folgen der Aufhebung des Nira-Programms» zuzuschieben, scheint Erfolg zu haften, denn sie möchten wohl die Vorteile der Ablehnung des Nira-Programms genießen, nicht aber vor dem Lande auch für die Folgen die Ver- antwortunq übernehmen. Am Montag ist nun d a s neue Nira-Gesetz in Kraft getreten, wonach eigentlich nur ein statistisches und beratendes Jndustrieamt übrig bleibt. Die alte Gefetz- qebunq ist damit tot. Sie hatte den Zweck, die Industrie in Gruppen oder Gilden zusammenzufassen, die mörderische Konkurrenz auszugleichen und eine Verbindung zwischen staatlicher Kontrolle, die sich vor allem auf die soziale Gesetzgebung erstreckte und privater Selbständigkeit herzustellen. Dieses' neue Nira-System hat auch einen neuen Leiter, den Vizepräsidenten der Neuyorker Guaranty Trust Company, James O'Neill, Pfunden. Ganz abgesehen davon, daß sich zahlreiche Industrien bereiterklärten, freiwillig die Nira-Bestim- mungen der alten Form zu erfüllen, hatte aber Roosevelt die wichtige Waffe der 21 r b et t s b e - schaf fungskredlte in der Hand. Er hat nicht weniger als 4 Milliarden Dollar zur Verfügung, die er allein und ohne parlamentarisches Dazwischenreden für die 48 Bundesstaaten zu Ar- beitsbeschaffungszwecken vergibt. Dadurch ubt er einen weitgehenden Einfluß auf die Deputiertenim Kapitol aus, und zunächst hat, m weiterer Entwicklung des Rooseveltplanes der Bundessenat eine Vorlage angenommen, wonach Dach gesell- schäften, die eine Finanzdiktatur über das amerikanische Gas, das Wasser^die Elektrizität aus- üben, beseitigt werden. Diesem ersten parla- -5 Zeiilj. "■DtotDe'1, 'n ®röt, ft Kreuzer. Renten, deren be. ZA. ;-tonnen, lfrfee. P worden °rters in unterstt. Unseren, 'ere Rolle -on der 'Zahlen °n wie in ur alle sehen, in in Gens reich und er Gleich, eses Der. teil hat. e U-Boot. «Zur Zeit ir mit der sarntstärke • Bei An« tng in U- en erklärt, .der?ng. s sind zur it Zeit lb genblicklich 0 Tonnen mit Eng« n Empsank W. unter« >r für dar Diplomatie Lichtbilder- Todt teilte ahnen zur auf de"! iOOO Ar- i. beschM ehenden re rund ireft Arbeit ’S 500001 e5 deutsche" i Richtig iie bisher seien runoi eu ange'I 1934 nm. i i Auch d>e ch auherge-I rforäuW SS iie umf"n|, "nm* Ä in«, fjuii ',Ä ,n '»i» •n‘r." für :i"'? uiti 'itunF für S Jfc ' auf Arbe'> hie Die Aktivierung des deutschen Außenhandels ist im wesentlichen auf eine weitere Senkung der Einfuhr von ßebensmitteln und in» buftriellen Fertigwaren zurückzufuhren. Die Importe von Südfrüchten, Eiern, Butter, Fischen und Kaffee sowie auch die von Textilwaren konnten beträchtlich vermindert werden. Dagegen hat sich die Einfuhr von industriellen Roh st offen ziemlich auf dem gleichen Stand wie im Vormonat gehalten. Es hat freilich eine gewiße Verlagerung der Einfuhr stattgefunden: Die von Baumwolle, Sämereieen, Aluminium, Wolle, Tierfett und Tran hat sich verringert, dafür aber hat sich die von Bau- und Nutzholz, Rohtabak, Kupfer und Papierholz erhöht. Die Veränderungen sind größtenteils jahreszeitlich begründet. Man gewinnt ein viel klareres Urteil über die Möglichkeiten einer Exportsteigerung, wenn man den Blick auf die Außenhandelsbilanzen einzelner Jndufttie- und Warengruppen richtet. So ist es z. B. sehr bemerkenswert, daß sich die Ausfuhr von Kraftfahrzeugen abermals um 1,5 Millionen Mark erhöht hat. Der Hauptgeschafts- führer der Wirtfchaftsgruppe „Eisenschaffende Industrie", Dr. Reichert, hat kürzlich darauf hingewiesen, daß trotz der verschärften Schutzzollpolitik Englands die Außenhandelsbilanz der deutschen eisenschaffenden Industrie stets aktiv geblieben ist, und die e i f e n o e r a r b e i.1:e n b e n Industrien sogar bedeutende Ausfuhrüberschüsse erbringen konnten. Dagegen ift 3- J8- DeF der deutschen B e k l e i d u n g s l n d ust r t e wer - mäßig von 200 Millionen Mark im Jahre 1933 auf 140 Millionen Mark im Jahre 1934 gesunken. Die Rohstoffversorgung der Bekleidungsindustrie muß deshalb auch mit in erster Linie vom Aus ande unabhängiger gemacht werden. So ist m diesen Tage von den sächsischen Baumwollspinnereien d „Sächsische Spinnfaser - A G. m Chemnitz ins Leben gerufen worben. Sie wirb auf dem Gebiete der Herstellung von Spinnfasern aus deutschen Rohstoffen tätig sein, um.den Bedarf der deutschen Textilindustrie an ausländischer Baum wolle zu vermindern. * Es ist wichtig, zu wissen, daß die deutsche Ausfuhr nur etwa zehn Prozent der deutschen Guter- probuttion umfaßt. Aber wenn auch auf bu Binnen- konjunktur ein Ausfuhr-Rückgang von 10, 1« selbst oon 20 o. H. keinen besonberen Einfluß ausubt, da wesentlich ermäßigt. Zur Klärung der noch unerledigten Fragen werden im Juli weitere Konferenzen in London und in Brüssel stattfinden. Für die deutsche Eisenindustrie kommt es natürlich in erster Linie darauf an, daß Erleichterungen für die deutsche Eisenausfuhr erzielt werden. Man hat häufig behauptet, daß auf die Verständigung der europäischen Eisenindustrien auch bald ein internationales Kohlenabkommen folgen werbe. Es bestehen bereits Absatzoereinbarungen zwischen bem englischen unb bem polnischen Steinkohlenbergbau. Ein Aufeteilung ber internationalen Kohlenmärkte ist aber sehr viel schwieriger als eine Einigung über ben Eisenexport. Bis jetzt finb jebenfalls internationale Kohlenverhanblungen nicht eingeleitet werben. Richtig ist zwar, baß bie englischen Steinkohlen- Probuzenten über die Einwirkungen der Pfund- abwertung auf den Kohlenexport Englands sehr enttäuscht sind. In jedem Falle bieten aber die gegenwärtigen Absatzverhältnisse, wie sie sich auf Grund der Pfundabwertung gestaltet haben, keine geeignete Grundlage für eine Aufteilung der Kohlenmärkte. Der deutsche Steinkohlenbergbau muß vielmehr bestrebt sein, seine Position auf ben Auslanbsmärkten nicht nur zu behaupten, fonbern nach Möglichkeit zu verstärken. Der Raubmord Im Viebricher Schloßpark gesühnt. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: ’ Der vorn Schwurgericht in Wiesbaben am 12. Februar 1935 wegen Raubrnorbes zum Tobe unb zu bauernbem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Heinrich Rost ist im Hofe des Zentralgefängniffes in Freiendietz hin- : gerichtet worben. Rost hatte am 31. Dezember , 1934 im Viebricher Schlohpark, nachdem । er stundenlang am hellichten Tag in einem öffent» ; liehen Park auf ein geeignetes Opfer gelauert hatte, - eine zufällig des Weges kommende Frau mit einem Beil getötet, fie ihrer Barschaft beraubt und sich davon einen vergnügten , Sylvesterabend gemacht. Der Führer unb Reichs- ; tangier hat von feinem Begnabigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil ber Verurteilte sich durch feine Vorstrafe und feine Tat als ein überaus gemeingefährlicher Verbrecher erwie- fen hat, von dem die Volksgemeinschaft auf immer befreit werben muß. Auch ber zweite vermißte Schweriner Knabe vergraben ansgefunden. — Vermutlich ebenfalls ein Opfer des Mörders Seefeld. In einer Schonung in Bruchholz bei Schwerin wurfoe nun auch der zweite vermißte Knabe, der Schüler Neumann aus Wismar, vergraben auf gefunden, und zwar in demselben Waldgebiet, wo vor einiger Zeit ber erste vermißte Knabe als Leiche geborgen würbe. Der Befund ber Leiche läßt ebenfalls barauf schließen, baß auch Neumann, der zu Besuch bei Verwandten in Schwerin weilte, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Seit etwa acht Tagen suchten Berliner Kriminalbeamte mit Hunden systematisch jeden Waldteil bei Schwerin ab. Der mutmaßliche Mörder des Knaben, Seefeld, der im Berliner Polizeigefängnis untergebracht war, wurde nach Schwerin geschafft, wo er an Hand der neuen Tatsache vernommen wird. Beide Knaben waren bekanntlich verschwunden, nachdem man sie zuletzt in Begleitung Seefelds gesehen hatte. Todesurteil gegen einen Mörder. Das Schwurgericht in Leipzig verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 40jährigen Bruno Nietzschmann aus Leipzig - Leutzsch wegen Mordes zum Tode und wegen Sittlichkeitverbrechens zu zehn Jahren Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Nietzschmann hatte am 2. Oktober v. I. in seiner Wohnung in Leipzig-Leutzsch die 10jährige Sieglinde Stets ermordet. Beginn der Berufungsverhandlung Im Mordprozeß Hauptmann. Vor bem mit 14 Richtern besetzten höchsten Gericht des Staates New Jersey, bem Court of Errors and Appeals in Trenton, begann die Verhandlung über ben B e r u f u n g s a n t r a g der Verteidigung des wegen Ermordung des Lind- ft e r g h k i n d e s zum Tode verurteilten Bruno Hauptmann. Der Verteidiger führte zahlreiche Revisionsgründe an und behauptet vor allem, daß die Anklagebehörde im letzten Augenblick versucht hafte, unrechtmäßig vorsätzlichen Mord nachzuweisen, nachdem sie sich vorher auf die Annahme gestützt hätte, daß das Lindfterghkind durch ben Sturz von der Leiter ums Leben gekommen fei. Weiterhin richtete der Verteidiger scharfe Angriffe gegen den Generalanwalt Wilentz und behauptete, die tägliche Anwesenheit Lindberghs im Gericht hafte die Geschworenen beeinflußt. General- anwalt Wilentz wies die Behauptungen der 23er- teibigung zurück unb ersuchte um Aufrechterhaltung bes Todesurteils, ba das Beweismaterial überzeugend nachgewiesen habe, daß Hauptmann des Mordes schuldig sei. Die Entscheidung über ben Berufungsantrag ist in etwa drei Monaten zu erwarten. Fernsehen über 70 Kilometer geglückt. Währenb bisher die Reichspost Versuche im Fernsehen vom Sender Witzleben nach Potsdam, d. h. über eine Strecke von 25 Kilometer, ausführte, hat die Reichssendeleitung am Mittwochabend die erste Fernsehstube in über 70 Kilometer Entfernung vom Sender Witzleben in ber Bezirksführerschule bes NS.-Arbeitsbienstes in Gilbenhall bei Neuruppin, eröffnet. Das Programm zeigte zu- erst Silber ber Woche unb das erste deutsche Fernsehspiel. Ton- und Bildwiedergabe waren trotz der großen Entfernung erstaunlich gut. Reichs- sendeleiter Hadamovsky begrüßte über das Mikrophon alle in ben Fernsehstuben, beren bie Reichs- jenbeleitung noch vier weitere unterhält, versammelten Fernsehteilnehmer. Sein Gruß galt zunächst bem Staatssekretär Hier! unb Reichsminister Dr. Goebbels. Das Fernsehen sei nicht nur in Berlin möglich, fonbern, wie biefe Fernsehstube beweise, auch weit barüber hinaus. Das reichhaltige Programm schloß mit einem Kulturfilm. Unter den Gästen befanden sich auch ein Vertreter des brasilianischen Staatsrundfunks und viele Angehörige der Wehrmacht, der Partei und des Arbeitsdienstes. Flugverbindung Berlin—Santiago de Chile. Der chilenische Staatpräsident Alessandri unterzeichnete die Einflugerlaubnis für das Eon- dor-Syndikat unter der Bedingung, daß die Inbe- triebsetzung des Flugdienstes innerhalb von sechs Monaten erfolgt. Die unmittelbare deutsche folgendes aus: Es hat sich bei diesem _ herausgestellt, daß der Arbeitsdienst nicht nur mit der Faust, sondern auch mit dem Kopf zu arbeiten versteht. Das ist ein wunderbares Zeichen. Denn es wäre sehr schlimm für mentarischen Erfolg nach dem Scheitern des Nira- Gesetzes aber reihte sich ein zweiter an, dessen Bedeutung für die Vereinigten Staaten geradezu revolutionär ist. Denn der Senat hat dem gesamten Sozialoersicherungsgesetz Roosevelts zu- geftimmt, wonach also fast 20 Millionen Arbeiter sich gegen die Arbeitslosigkeit versichern und die alten Arbeiter eine Altersrente beziehen. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dieses Gesetzgedungs- werf durch die Sanktionierung des Senats und des Repräsentantenhauses Wirksamkeit erlangt. Es stehen noch die Bankreformbill und der Umbau der Steuergesetzgebung zur Beratung, die vor allem bie kräftigere Heranziehung der großen Einkommen und Vermögen bezweckt, es ist also nicht zu leugnen, daß der Präsident eine gute Plattform für die Präsidentenwahlen des nächsten Jahres erlangt hat. Flugverbindung Santiago — Berlin unb umgekehrt ist bami sichergestellt. Der Flugverkehr wirb spätestens im Oktober ausgenommen. Von der Kieler Woche. Im zweiten Felca-Preis-Rennen auf ber Kieler Färbe siegte bas beutsche Boot „Jrmi" (Dr. Lubi - nus, Kiel) vor „White Laby" (Norwegen). Damit hat sich bas beutsche Boot ebenfalls, wie tags zuvor ber Italiener „Twins", ein Anrecht auf ben Felca» Preis gesichert. Zum ersten Male ist es einem beut- sehen Boot ber 6-m-k-Klasse, feitbem Deutschland wieber in bieser Klasse auftritt, gelungen, gegen auslänbische Konkurrenz siegreich abzuschneiben. An ber Langstreckenwettfahrt Kiel—Eckernförbe um ben Preis ber Stabt Eckernförbe nahmen 46 Ausgleichsjachten oller Gruppen teil. Den Preis ber Stabt Eckernförbe erhielt bie Ausgleichsjacht „Schelm" (R. Wallis, Kiel). Reue Wirbelstürme in den Vereinigten Staaten. Aus zahlreichen Gegenden der Vereinigten Staaten treffen weitere Nachrichten über verheerende Wirbelstürme ein. So wurde die Stadt Lubbock im Bezirk Grosby in Texas von einem Wirbelstrum heimgesucht, durch den zwei Personen getötet und 12 verletzt sowie eine große Anzahl von Gebäuden zerstört wurden. Auch der Ernteschaden in dem betroffenen Bezirk ist sehr groß. Ferner wurde die Stadt Frankfort in Kansas von einer Wirbelsturmkatastrophe betroffen, durch die in dieser Stadt und in bem benachbarten Marysville erheblicher Sachschaben an- gerichtet würbe. Taifun bet Formosa. — 65 Fischerboote vermißt, 20 Schüler ertrunken. Bei Dainan (Formosa) herrschte ein Taifun, ber großen Schaben angerichtet hat. Nach bisherigen Mitteilungen ist bie am 18. Juni ausgelaufene Fischerflottille bisher noch nicht zurück- gekehrt. Ueber 65 Fischerboote werben vermißt. Außerbem ist in ber Nähe ber Stabt Taihokka ein Boot mit 20 Schülern gekentert, bie alle e r - trunken finb. Die japanischen Küstenwachschiffe finb ausgelaufen, um bie verschwunbene Fischerflottille zu suchen. Schneefälle unterbrechen die Bahnverbindung zwischen Chile und Argentinien. Infolge bes großen Schneefalles im Cor- billeren-Abschnitt ber bireften Bahnlinie Buenos Aires — Santiago be Chile ist bie Bahnverbinbung zwischen beiben ßänbern zur Zeit völlig unterbrochen. Die Umleitung ber burch bie Bahn beförderten Postsachen wird, wie man erfährt, wahrscheinlich über ßa Paz erfolgen. Auf argentinischer sowohl wie auf chilenischer Seite sind bereits die Arbeiten zur Freilegung der Strecke im Gange. Zusammenstoß zwischen Flugzeug und Auto.— Drei Personen getötet. Bei den zur Zeit in der Umgebung von ßos Angeles stattfindenden ßuftmanÖDern amerikanischer ßuststreitkräfte ereignete sich ein Unglück. Bei den ßandungsmanövern raste eines der Armeeflug- zeuge in ein Auto. Die Autoinsassen, eine dreiköpfige Familie, wurden bei dem Zusammenstoß auf der Stelle getötet. Von der Mannschaft des Flugzeuges wurden drei Armeeflieger verletzt. Einer von ihnen schwebt in ßebensgesahr. Wetterbericht des Reichswetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der gestern früh bei uns einsetzenbe ßanbregen hielt fast ununterbrochen bis Freitagmorgen an, beschränkte sich im wesentlichen auf bie west- unb (üb- beutschen Gebiete unb brachte fast allgemein Nieber» schlagsmengen von mehr als 10 ßiter pro Quabrat- meter, teilweise aber noch weit mehr. Die ihn verursachende aufheiternde warme ßuft beginnt sich jetzt aber auch bei uns bis zum Boden durchzusetzen, so daß im wesentlichen freundliches Wetter zu erwarten ist. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt läßt aber volle Beständigkeit noch nicht erwarten. Aussichten für Samstag: Vielfach aufheiternd, warm und schwül. Neigung zu einzelnen teilweise gewittrigen Niederschlägen, schwache ßuft- bewegung. Aussichten für Sonntag: Warm und teilweise aufheiternd, aber nicht regensicher. ßurttemperaturen am 20. Juni: mittags 17 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 21. Juni: morgens 16,5 Grad. Maximum 17,1 Grad, Minimum 11,8 Orab. — Crbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abenbs 16 Grab; am 21. Juni: morgens 15,5 Grab Celsius. — Nieberfchläge 11,8 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm ßange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich W. ßange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol, für ben übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch, unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllusttierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. । Zur Zrst ift Preisliste Rr.2 vom 2. Just 1934 gültig. Brandschaden ist Landschaden Kunst und Wissenschaft Deutsche Kunst. verschwunden und der deutsche Künstler kann sich wieder ans Werk machen, um dem Erleben der nationalen Wiedergeburt sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Wenn man heute durch die Kunstausstellungen geht, so kann man bereits feststellen, wie verschieden die Kunst des neuen Deutschland von der des Zwischenreiches ist. Dieser neue Geist, der das künstlerische Schaffen heute beherrscht, hat seine Wurzeln in der Weltanschauung, die unseren Staat trägt. Kunst kann niemals der Ausdruck des völkischen Lebens sein, wenn der Künstler sich abschließt, wenn er sich erhaben dünkt über die, denen er seine Werke weihen soll. Ein künstlerisches Schaffen auf dieser Grundlage muß stets zum Absterben der Kunst führen. Nur im Erleben des Schaffens der Nation, in der Erfassung der ethischen Werte eines Volkes und in Gemeinschaft mit dem Volke, kann sich die Kunst entfalten und Dienerin der Volksgemeinschaft sein. Es ist das Verdienst des Nationalsozialismus, daß er den Künstler herausqelöst hat aus der Enge des Ateliers, daß er ihm Aufgaben stellt, die ihn zwingen, sich hineinzustellen in die Arbeit der Gemeinschaft. Nur so wird die deutsche Kunst werden, was sie sein soll, der lebendige Ausdruck der Seele unseres Volkes. Diesem Ziele dienen auch die Ausstellungen der NS.-Kulturgemeinde, die auf breitester Basis für die Verbundenheit des Künstlers mit dem Volke kämpft. Die Kunstausstellung in Bad-Nauheim vom 21. bis 30. Juni 1935 wird ein weiterer Beitrag zur Erreichung des geEin hübsches Geschenk für jeden Sammlet sind die Wohlfahrtsbriefmarken der schaffenden Stände. Die deutsche Kolonie in Paris wohnte einem anregenden Leseabend bei, dessen Programm Hans Friedrich B l u n ck bestritt. Blunck las Legenden und Märchen, Sinnsprüche und Balladen und zum Schluß einen Abschied aus seinem neuen Roman „Die große Fahrt" vor und bot ihnen einen in der Großstadt und in der Fremde besonders heimatlich empfundenen Genuß. Hans Friedrich Bluncks Ansprache bei der pariser Akademre-Feier. Bei dem Festessen, das anläßlich der 300- Jahrfeier der Academie Fran?aise unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Laval im französischen Außenministerium stattfand, hielt der Präsident der Reichsschrifttumskammer Hans Friedrich Blunck im Namen der deutschen Vertreter eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Wir sind gekommen, weil wir bekennen wollten, wie sehr wir uns jenem Werk verbunden fühlen, das Frankreich im Laufe von drei Jahrhunderten aufgerichtet hat. Wir kamen aber auch, weil unser Volk und unsere Dichtung sich abgewandt haben von den Gedanken eines untergehenden Abendlandes, weil wir an seinen neuen Aufgang glauben und für dieses Werk eine Befreundung zwischen unseren Völkern und mehr noch eine Einigkeit Europas für notwendig hielten. Wir haben erklärt, daß wir in Ehren Ihre Nachbarn, daß wir Freunde jenes Frankreich sein möchten, mit dem uns so lange die gleiche leidenschaftliche Liebe zu den großen Künsten verband und verbindet. Wir meinen, daß es für unsere beiden Völker gut wäre, wenn sie ihre Blicke richteten in ältere Zeiten eines glücklichen langen Friedens zwischen Deutschland und Frankreich, die Zeit der Minnesänger und der Troubadours. Wir erinnern Frankreich daran: Unsere Dichter und Gelehrten wünschen noch einmal zu wetteifern mit Ihnen um — ich brauche ein Wort Goethes — um die S t e i - gerung der Menschen. Wie einst die Sänger Völker und Könige zusammenführten, so mag noch einmal der schönste der Wettkämpfe, der der Geister, Europa aufglühen lassen — über friedlichen Völkern, die ihnen danken. Die Vertreter einer Don der NS.-Kulturgemeinde e. V., Gaudienststelle Hessen-Nassau, in Frankfurt, werden uns die folgenden Ausführungen zur Verfügung gestellt: Wie im politischen, so. hat sich auch im kulturellen Leben des deutschen Volkes in den letzten beiden Jahren ein grundsätzlicher Wandel vollzogen. Der Ungeist der Sachlichkeit, der Flachheit und Oberflächlichkeit hat einer Kulturentwicklung weichen müssen, die die Urkräfte völkischer Kultur wieder ans Licht bringt und so das gesamte Kulturleben der Nation einem neuen Aufstieg entgegenführt. Den sichtbaren Ausdruck dieser neuen Entwicklung bildet die Kunst des neuen Deutschland. ~ ' Pseudokunst sind jetzt Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker. Vorn 2. bis 7. Juli findet in Königsberg die Hauptversammlung des Vereins deut» scher Chemiker statt. Auf die außerordentliche Bedeutung, die der chemischen Forschung und Technik für die ganze Volkswirtschaft zukommt und die Wichtigkeit der dabei in den Vordergrund gerückten Landwirtschafts- und Lebensmittelchemie für den deutschen Osten wurde von der Geschäftsstelle des Vereins deutscher Chemiker in einer Vorbesprechung hingewiesen. Der stellv. Vorsitzende des Vereins, Dr. K. Statien, umriß die Aufgaben seines Vereins im nationalsozialistischen Staat. Dr. Jacob von der Fachgruppe der Landwirtschaftschemie des Vereins deutscher Chemiker hielt einen Vortrag über die chemische Forschung in der Landwirtschaft. Der Leiter der Pressestelle des Vereins deutscher Chemiker, Dr. I. Hausen, gab einen umfassenden Ueberblick über die Königsberger Tagung, die in eine allgemeine Sitzung und in Fachgruppenveranstaltungen, in denen alle sechzehn Fachgruppen zu ihrem Recht kommen, zerfällt. Wieviel Aerzle gibt es in Deutschland? Nach dem soeben erschienenen „Aerztlichen Handbuch und Aerzteverzeichms" gibt es im Deutschen Reich einschließlich des Saarlandes 52 342 approbierte Aerzte. 1307 Aerzte sind ins Ausland abgewandert. Noch immer sind es die Städte, besonders die Großstädte, wo sehr viele Aerzte die Praxis ausüben, während auf dem Lande im allgemeinen Arztmangel festzustellen ist. In Berlin z. B. kommt auf 654 Einwohner 1 Arzt, in Oberbayern auf 694 Einwohner. Dagegen hat der praktizierende Arzt in den Regierungsbezirken Allenstein und Gumbinnen in Ostpreußen durch- schnittlich 3105 bzw.2968 Kranke zu betreuen. Von den rund 1300 ins Ausland abgemeldeten Aerzten sind allein aus Berlin 572 ausgewandert, 58 aus Hamburg, 59 aus Frankfurt a. M. und 355 aus den übrigen Großstädten, während der Rest. in den übrigen Städten beheimatet war, d. h. 125 Aerzte in Städten mit 50 000 bis 1000 Einwohnern und nur 158 in den kleineren Gemeinden. Ein Drittel dieser abgemeldeten Aerzte ist nach Palästina ausgeroanbert. Oberhessen. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 20. Juni. Die vor einigen Tagen begonnene Heuernte mußte wegen des anhaltenden Regenwetters eingestellt werden. Das schon gemähte, auf den Wiesen liegende Gras leidet empfindlich unter der Nässe. Den Dickwurzpflanzen usw. kommt die gegenwärtige Witterung allerdings gut zustatten, wurzeln sie doch sehr leicht an. Die Kartoffeln schießen gleichfalls kräftig ins Kraut. Leider gestattet der überaus stark durchweichte Boden nicht, dem Wachstum des Unkrautes mit der Hacke Einhalt zu gebieten. Der Roggen steht recht befriedigend, auch der Weizen schießt in die Aehren. In höheren Lagen macht sich natürlich ein Unterschied bemerkbar, denn dort sind sämtliche Kulturpflanzen im Wachstum weiter zurück. Als Hinweis auf die Wachstumsauswirkungen des Höhenunterschiedes genügt die Fest- fteUung, daß in den höheren Lagen des Vogels- berges eben erst der Flieder seine Blüten entfaltet, während er hier schon längst abgeblüht hat. Die Hoffnung auf eine gute Obsternte angesichts des reichlichen Blütenansatzes im Frühjahr geht nicht in Erfüllung. Der größte Teil des Ausfalles ist auf das Konto der Mai-Fröste zu buchen. Spätblühende Sorten weisen wohl einen besseren Fruchtansatz auf, leider macht sich hier aber die Blattlaus ungemein schädigend bemerkbar. Die Schäden, die alljährlich durch Brände entstehen, verzehren volkwirtschaftliche Werte, die Allgemeingut sind und schon aus diesem Grunde besonderen Schutzes bedürfen. Jeder Bauer, jeder Eigentümer, überhaupt jeder Volksgenosse sollte der Brandverhütungsfrage große Aufmerksamkeit entgegenbringen. Wenn man bedenkt, daß im kritischen Brandjahr 1929 Werte in Höhe von RM. 277,8 Millionen durch Feuer vernichtet wurden, so wird man noch besser verstehen, daß die Schädenverhütung mit allen Mitteln gefördert werden muß. Ein längst anerkannter Grundsatz lautet: Schaden verhüten, ist besser als Schaden vergüten, womit durchaus nicht gesagt sein soll, daß eine völlige Schadenverhütung überhaupt möglich ist. Zwar hat im vergangenen Jahre die Aufklärung voll eingesetzt und mit dem Erfolg, daß die Schäden sich bereits namhaft verringerten. Neben der A u s - H ärungsarbeit wurden außerdem von Seiten der nationalsozialistischen Regierung Strafverschärfungen für Brand st if ter eingeführt, die sich ebenfalls im Schadensverlauf der letzten Jahre günstig auswirkten. So haben sich z. V. im Jahre 1934 bei den privaten Gesellschaften die gemeldeten Brandschadensfälle um 15,6 v. h. und bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten um 10 v. h. verringert. Bei den privaten Feuerversicherungen wird in diesem Jahresdrittel ein Schadensanfall von 15,47 gegenüber 16,55 Millionen RM. im Vorjahre und bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten von 12,92 gegenüber 17,9 Mill. RM. gemeldet. Ueberträgt man den Brandschaden, der vorwiegend auf dem Lande in den Sommermonaten eintrat, auf das ganze Jahr, so ergibt sich für 1935 ein Rückgang von rund einem Drittel der Schadensfälle, allerdings mit der Einschränkung, daß sich der Schadensverlauf im ganzen Jahre in den bisherigen Grenzen hält. Es ist bei dem Schadenrückgang noch beachtenswert, daß trotz des Wirtschaftsaufschwunges, der erhöhten Bautätigkeit und der vergrößerten Lagerung an leicht brennbaren Vorräten, also bei einem zwangsläufig erhöhten Risiko, eine Vermehrung von Brandschaden nicht eingetreten ist. Abgesehen von Brandschäden, die bei den Versicherungsanstalten nicht gemeldet wurden, haben sich die Brandschäden bei den privaten Gesellschaften von 19 910 auf 15 553 und bei den öffentlichen Anstalten von 6810 auf 5166 verringert. Dieser Rückblick gibt ein anschauliches Bild über den Brandschaden, in dem die Dringlichkeit einer Schadensverhütung klar zutage tritt. In diesem Zusammenhang sei noch besonders auf die vom Hauptamt für Volkswohlfahrt der Reichsleitung der NSDAP., Abteilung Schadensverhütung, herausgegebenen Warnungen hingewiesen. steckten Zieles sein. Ihre besondere Bedeutung erhält diese Ausstellung durch das Jubiläum des Staatsbades, das in diesem Jahre sein lOOjähriges Bestehen feiern kann. Der Ausstellung gibt dieses Ereignis die besondere Aufgabe auf, rückschauend und wegweisend das Kunstschaffen des oberhessischen und des Frankfurter Künstlers zur Geltung zu bringen. Beethovens Rennte Symphonie anläßlich der Hundertjahrfeier in Bad-Nauheim. Bad-Nauheim wird sein hundertjähriges Bestehen am 1. Juli mit einem würdigen Festakt begehen. Am Vorabend gelangt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Walter Stöver die Neunte Symphonie von Beethoven zur Aufführung. Es wirken mit das Staatliche Kur- und Symphonie-Orchester, die Mainzer Liedertafel, der Damensängerverein und die Cyorgemeinschaft des Hessischen Staatsbades. Die Feier am 1. Juli wird mit der Ouvertüre zu „Egmont" eingeleitet und klingt nach der Festansprache mit dem Schlußchor der „Meistersinger" aus. Lin Gießener Komponist im Rundfunk. Der Gießener Komponist Paul Buchwald wird am Montag, 24. Juni, von 16 Uhr bis 16.30 Uhr im Reichssender Frankfurt mit zwei Liedern, „Die Nachtigall" von Theoder Strom und „Das schönste Röslein" (Rosalind von Schirach gewidmet) von Dr. Hermann Schiltz zur Aufführung gebracht. Hans Sachs auf der Marburger Schlohparkbühne. Ein buntes, ausgelassenes Völkchen belebte die Marburger Schloßparkbühne, auf der als zweite diesjährige Festspielaufführung die drei heiteren Schwänke vom „Toten Man n", vom „Krä- merskorb" unb das „K ä l b e r b r ü t e n" des volkstümlichen Schuhmacher-Poeten Hans Sachs eine fröhliche Auferstehung erlebten. Die Besucher, unter ihnen besonders zahlreich die Jugend, dankten den Spielern mit herzlichem Beifall. Zusammenschluß auf dem Gebiet der Bildenden Künste. Im Zuge des Zusammenschlusses aller auf dem Gebiete der Bildenden Künste an der Erzeugung, der Verbreitung, dem Absatz und der Vermittlung des Absatzes tätigen Volksgenossen und nach Vollendung des Ausbaues der durch den Präsidenten der Kämmer geführten Gemeinschaft, die unter Herbeiführung einer geschlossenen na» tionalsozialistischen Kulturpolitik die deutsche Kultur in Verantwortung für Volk und Reich, die Verbundenheit aller in ihrer Schassenden und deren gemeinsame Mitwirkung am Werk zu fördern hat, sind die Fachverbände der kulturerzeugenden Berufe a u f g e l ö st und ihre Vorsitzenden abberufen worden. Die Mitglieder der Verbände sind jetzt unmittelbare Mitglieder der Kammer. Die Führung der Geschäfte haben die Kammer und ihre Landesleiter übernommen. Den bisher ehrenamtlich tätigen Vorsitzenden ist für ihre aufopferungsvolle Arbeit in einem Schreiben der Dank des Präsidenten ausgesprochen worden. 37. Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker in Hamburg. Der Verband Deutscher Elektrotechniker hält vom 20. bis 23. Juni in Hamburg seine 37. Mitgliederversammlung ab. Beim Empfang im Rathaus begrüßte Senator von Allwoer- d e n im Namen des Reichsstatthälters und des Senats die Tagungsteilnehmer. Die Elektrotechnik müsse in den Dienst der Allgemeinheit gestellt wer- den, und zwar nicht nur rein wirtschaftlich gesehen, sondern auch in kultureller Beziehung. Hamburg, so betonte der Redner, habe sich von jeher auf dem Gebiete der Elektrotechnik hervorgetan. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die -erfolgreichen Arbeiten der Werften sowie der technischen Staats» lehranstalten. Der Vorsitzende des Verbandes, Staatsfekretär Dr. Ohnejorge, dankte für den herzlichen Empfang sowie für die von Hamburg geleistete Mithilfe zum Gelingen der Tagung. Noikveuzias 1035!Wefl in Bleiet In Durchführung des Rotkreuztages 1935 findet am anläßlich ss^o Samstag, den 22. Juni, und Sonntag, den 23. Ium h KOiähriaen Beklebens eine Straßensammlung mit Verkauf von Plaketten und oes DUjugrigen in der Woche vom 24.-29.Juni eine Haussammlung statt. Gesangvereins Am Samstag, den 22. Juni, nachmittags 4.45 Uhr: aIh* Kranzniederlegung am Gefallenen-Denkmal vvDMin anschließend: am 23. Juni 1835 Kundgebung und feierliche Klaggen-KkfsUttg 9errliit) gelegener Zellvlatz am Walde am Devot der Sanitätskolonne Gießen, <^nnenstraße 2, . Sveisen und Getränke unter Mitwirkung der Kapelle des Jnf.-Regts. Gießen. bestens gesorgt! Hierauf: Platzkonzert! Eintritt 30 Pf. Es laden ein: Die Einwohnerschaft von Gießen ist hierzu freundlichst eingeladen. Gesangverein „Liederhain" Das ist Erholung Dazu ist ja nur der richtige, ' stabile Liegestuhl nötig. Und den bekommen Sie doch so billig bei Bitte ausschneiden und aufheben! /T\ Msseirier Rheindanipiscliinaliri Sonolag, den 23. Juni, Beginn des Sommer-Fahrplans. Abfahrten ab Mainz: 7.45 Uhr bis Köln 8.30 Uhr bis Koblenz 9.15 Uhr bis Köln (Expreß) 9.30 Uhr bis St. Goarshausen So 10.15 Uhr bis Bacherach Di, Do, So 10.30 Uhr bis Bacherach Fr 11.00 Uhr bis Köln 13.00 Uhr bis Köln (Schnellfahrt) 14.30 Uhr bis Aßmannshausen 15.30 Uhi* bis Koblenz 17.00 Uhr bis Mannheim Fr 18.00 Uhr bis Mannheim So 18.30 Uhr bis Bingen u. zurück Mi, Sa, So 18.40 Uhr bis Frankfurt Di, Do, So Montag und Donnerstag zweitägige Gesellschalts- fährten nach Königswinter. - Fahrpreisermäßigung für Schulen und Gesellschaften. 3674V Die Mainzer VeiiretunQ G.LKayser Fernsprecher 31959. Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Brühl’sche Geschmackvoll Vornehm Persönlich Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache Bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Au«- führungearten schnell und zu müßigen Preisen Großer Berd 3U verkauf. 02648 Walltorstr. 4 vt. 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Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sic nur erschauen und erlauschen. Zu soldiem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Ganz- leinenband, Größe: 20 x 26 cm, nur RM. 4.80. — Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag ■ Bin.-Lichterfelde Schmutz.herauS^wasche« zu teuer? Jawohl, es ist zu teuer, wenn Sie beit Schmutz aus der Wasche herauswaschen. Zunächst einmal brauchen Sie dadurch mehr Seife, Waschmittel und Arbeitszeit — zweitens müssen Sie die Wäsche strapazieren — Sic müssen reiben oder bürsten — wenn der Schmutz nicht gleich herausgeht, und das greift die Wäsche an. Viel billiger ist es, wenn Sie abends Burnus ins Einweichwasser streuen. Burnus löst über Nacht kräftig den Schmutz, und da morgens fast aller Schmutz schon im Einweichwasser ist, brauchen Sie nur noch die Hälfte Waschzeit, die Hälfte Seife, Waschmittel und Feuerung — und außerdem schonen Sie Ihre Wäsche. Burnus, große Dose 49 Pfennig, überall zu haben. Gutschein b mi2 An Ängust Jacobi N.-G.Dar»fiad4 Senden Sie mir kostenlos ernt Versuchs Packung Burnus. Name ___- ©rt________________________ Nr. U2 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag,2l.Zuni 1955 Feuerzeichen zum Feste der Lugend. Altes deutsches Brauchtum „Balders Holzstoß glühend stand Wie die Sonn' auf dem Herde; Bald ist die hellste Loh verbrannt, Und Höder herrscht aus der Erde" Aus diesen Versen spricht ber uralte M y thos von der Sonnenwende in der altgermanischen Göttersage. Wenn die Sonne aus ihrer Fahrt über den Himmel in der Scheitelhöhe der Sonnenbahn angelangt ist, und der strahlende junge Balder, oom Geschoß des blinden Höder getroffen, sich zur Fahrt nach Hella, dem Totenreich, rüstet, feierten unsere Vorfahren auf den Gipfeln der Berge das Sommersonnenwend- oder Mittsommer- f e st. Dann flammten in dieser Nacht die Feuerzeichen zum Himmel aus und grüßten weit- hin über das ganze Land. Mit Spruch und Reigen wurde alsdann des wundersamen Wandels der Gestirne gedacht, im Sprung über das Feuer die Reinigung der Herzen vollzogen und das Bündnis geweiht, das von den Feiernden im Angesicht der heiligen Flamme neu geschlossen worden war Niemand weiß, wie sich solche Sitten und Bräuche bewahren, aber in unzerstörbarer Kraft wirken sie durch die Jahrtausende und beleben sich aus der Phantasie und der Glaubenskraft des Volkes immer wieder aufs neue. Das Sonnwendfest ist seit je ein G e m e i n s ch a f t s f e st gewesen. Die zahlreichen Gebräuche, die sich in vielen Gauen noch erhalten haben, beweisen das. So sollte jeder zum Feuer ein Scheit mitbringen und jeder mithelfen, den Holzstoß zu errichten. „Komme niemand zum Jo- hannisfeuer — ohne Brandsteuer!" mahnte ein alter Spruch, mit dem offenbar weniger die Aufbringung des Holzes zum Feuer gemeint war, sondern daß ein sichtbares Zeichen des Dienstes aller gegeben werden müsse, damit das Feuer aus allen Herzen schlage und sich in einer Flamme vereine. So heißt es im Frankenland, wenn die Kinder, eine geschmückte Birke ihrem Zug vorantragend, das Holz zum Sonnwendfeuer einsammeln: „Maja, Maja, mia mö — Wöll mä Holz zusamma trag'n — Uebers Kannesfeuer" Wer sich weigert, seinen Tribut zu leisten, dem wird verkündet: „Wer kein Holz und Feuer git, erreicht das ewige Leben nit". So haben sich denn auch in alter Zeit weder Herren noch Fürsten davon ausgeschlossen, am Sonnwendfeuer teilzunehmen. Nach einer alten Münchner Chronik aus dem Jahre 1401 soll der Herzog Stephan mit seiner Gemahlin im Reigen der Bauern und Bürger um das auflodernde Sonnwendfeuer getanzt haben. Auch von König Friedrich III. wird berichtet, daß er keine größere Freude als die Teilnahme an einem Sonnwendfest kannte. Er kam mit großem Gefolge zum Reichstag in Regensburg gezogen, und als er von der Feier des Mittsommerfestes vernahm, beschloß er, mit all seinen Herren und Knechten daran teilzunehmen. Im Jahre 1840 soll in Frankfurt hinter dem Sonn- wend'euer die königliche Fahne aufgepflanzt gewesen sein. Nicht minder zahlreich aber find in den alten Chroniken, die uns oorliegen, die Berichte über die Feste der Bürger und Dauern selbst in den kleinsten Städten und Dörfern. Während viele andere Bräuche in Vergessenheit gerieten, brannte das Feuer der Mittsommernacht durch die Jahrtausende fort bis auf den heutigen Tag. Immer sah man in seinem Glanz, der weit über das Land hinschien auch ein Symbol der oolklichen Einheit und einen Ausdruck des Gemeinschaftswillens. So wurden von der nationalen 'Beroegung, die zu Beginn des 19 Jahrhunderts wie em Früh- zur Sommersonnenwende. lingssturm über Deutschland hmbrauste und alle Herzen weckte, die Sonnwendfeier aus den Bergen als Wahrzeichen der vaterländischen Einheit entfacht, und auch jene ersten Wandervögel, die aus den Städten wieder nächtens auf Die Berge fliegen, um die Sonnwendfeuer aus den Höhen an- zuzunden, erneuten bewußt diese Zeichen oolklicher Gemeinsamkeit und schlossen aufs neue den Bund mit Heimat und Volk „Heilige Glut! Rufe die Jugend zusammen, Daß bei den lodernden Flammen Wachse der Mut!" So trägt auch jetzt wieder die Jugend des Volkes die Feuerscheite auf die Berge im Gelöbnis zu einem gemeinschaftlichen Leben und Denken Sie erweckt wieder allerorts die altüberlieferten Bräuche. So darf nach altem oftpreußischem Brauchtum das Feuer nicht mit einem Streichholz entzündet werden, sondern es muß auf einem zugespitzten eichenen Pfahl ein hölzernes Rad, in das ein Stück Zunder eingelegt, worden ist, so lange gedreht werden, bis der Funke überspringt. Dann wird ein Reisig angezündet, und einem jungen Burschen und einem jungen Mädel fällt die Aufgabe zu, den Holzstoß, der als mächtiger Schatten zum Nachthimmel aufragt, zu einer lodernden Feuersäule zu entfachen. Dann ertönt feierlich der Feuerspruch, in dem sich die Jugend der heimatlichen Erde gelobt. Weithin über die Lande ruft er andere Feuer auf und wie ein heiliger Flammenkranz umschließen sie schützend und segnend die Heimat. 4 •r R •. M V .< 2' M N i Sprung durchs Sonnenwendfeuer. — Zeichnung von Edmund Erpf Aeichsbauernführer Darrs im 28e|iertt>aiö. Besuche in Herborn und Hachenburg. Lpd. Herborn, 20. Juni Auf einer Besichtl- gungsfahrt weilte Reichsbauernführer D a r r £ auch in Herborn und Hachenburg. In dem Wester- waldftädtchen Hachenburg besuchte er einen alten Frontkameraden, der dort ein Friseurgeschäft betreibt. Beide bedienten während des Krieges in der 4. Batterie des Feldartillerie • Regiments Nr 111 ein Geschütz. Der Reichsminister hatte seinen alten Kameraden in guter Erinnerung behalten. Bei der Vereidigung der Bauernführer in Darmstadt erkundigte er sich seinerzeit nach dessen jetzigem Ausenthalt und ermittelte so die Adresse. Der Besuch des Reichsbauernführers löste bei feinem Frontkameraden und in der ganzen Stadt große Freude aus. Später stattete der 'Reichsbauern- führer auch der Stadt selbst einen Besuch ab und zeigte großes Interesse für die Schönheiten der Westerwaldstadt. Deutsches Mädel, zurück auf's Land! An alle deutschen Mädel im Alter von 17 bis 30 Jahren ergeht dieser Aufruf: Zurück zur Scholle? Der Reichsnährstand führt eine große Erzeugungsschlacht durch, die die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes sicherstellen soll. Die deutsche Bauersfrau, die im Haushalt, im Stall und auf dem Felde überall mit fleißiger Hand bei der Arbeit fein muß, wartet auf eure Hilfe. Wir rufen deshalb die gesund denkenden Mädchen der Stadt auf: Folgt unserem R u f und helft der deutschen Bauersfrau bei ihrer großen Aufgabe. Das Essen ist gut und reichlich. Der monatliche Reinoerdienst beträgt zwischen 20 bis 30 Mark. Die Freizeit verbringen wir in ernster und freudiger Gemeinschaft, mit Singen, Spiel und Volkstanz. Anmeldungen sind sofort zu richten an die Landarbeitsgemeinschaft Arbeitsdank Nordmark Schwerin i. M., Postfach Nr. 1. Arbeitsdienstkameraden herhören' Wir rufen dich, Kamerad: zum Dienst an Der Scholle. Helft Eurem Volke an dem entscheidensten Abschnitt seines Lebenskampfes, helft mit! Die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeitsdank Nordmark belohnt Eure Ärbeitsdienstzeit durch dey Dank der Arbeit. Wir können Euch Lohn und Brot geben bei dem Bauer in Mecklenburg und bei dem Bauer in Schleswig-Holstein. Das Essen ist gut und reichlich, der Lohn beträgt zwischen 30 und 40 Mark im Monat. Wir wollen aus Euren Reihen die Besten, pflegen in unseren Dorfgemeinschaften die alte Arbeitsdienstkameradschaft, wir kümmern uns um Euch, denn wir kennen auch Eure Nöte aus eigener, harter Erfahrung. Darum kommt und helft! Meldung sofort an Die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeitsdank Nordmark, Schwerin i. M., Postfach 1. Ein juaendlicher Klettermaxe. Abgestürzt und schwer verletzt. LPD. Frankfurt a. M., 20. Ium. Ein ^jähriger Schüler fand, als er von der Schule zurückkehrte, die elterliche Wohnung in der Speyerer Straße verschlossen. Er kletterte daher an der Mauer empor, um durch ein nach dem Hofe gelegenes Fenster in die Wohnung zu gelangen. Am zweiten Stockwerk angelangt, stürzte er plötzlich ab und brach sich die Knöchel beider Füße. Die Rettungswache brachte den Verunglückten sofort ins Krankenhaus. Geschichten um Adele Sandrock. 23on Peter Peppermmt Von Der älteren Generation Der Deutschen Schauspielerinnen ist Adele Sandrock yeute zweifellos die volkstümlichste, zahlreiche Filme haben sie auch in der Provinz populär gemacht. Adele Sandrock kreuzt Die Fahrbahn Ein keckes Kleinauto kommt ihr zu nahe; schon biegt sich leicht der Kotflügel _ Was soll Das heißen", schreit Adele den Fahrer an, „bei mir zieht so eine Anbändelei nicht — ich bin eine eiserne Frau!" * Der Schauspieler F. unterhält sich mit Adele und beklagt sich bitter über die Kollegen „Ja, ja, diese Schauspieler", nickt Adele, „das ist ein ganz entsetzliches Volk Seien Sie froh, daß Sie keiner sind!" * Ein Sänger erzählt der eisernen Frau von einem Mißgeschick, das ihn betroffen hatte. Em ganzer Leberknödel sei ihm im Halse stecken geblieben. „Wann, mein Lieber, sagten Sie, sei da^ gewesen?" „ r, .. ... ,Erst gestern, Verehrteste, erst gestern! ^Seltsam — seltsam — als ich Sie vor vierzehn Tagen in der Oper hörte, hatten Sie den Klotz doch schon im Halse!" „Ich habe zwei ausgezeichnete Filmstoffe für Sie, gnädige Frau!", sagte der junge Autor zu Adele „Lesen Sie vor, junger Mann!" Der junge Autor las den ersten Plan vor „Der andere ist der bessere!" sagte Adele. ♦ „Warum treten die Damen H und L. tn den Konzertsälen immer mit Duetten auf / „Um Die Verantwortung gemeinsam zu tragen . meinte Adele. * einmal wurde Adele bei einem Gastspiel krank. Sie verlangte gegen Morgen einen ilr^t. 2) schien auch im Hotel und traf seine Anordnungen. Er griff zu einer Morphiumspritze. Dann klingelte er nach dem Kellner, der einen Eisbeuttl brachte. „Gräßlich, lieber Doktor, wenn em Mensch schon früh um sechs im Frack herumlaufen muh. Dann schlief sie ein. Sie hat auch Schüler gehabt. „Sie werden es nie lernen, junger Mann", sagte sie zu em em, „wenn Sie nicht einmal einen so emsachen Satz sprechen können. Sie sagen sa etwas anderes. S,e sollen tagen: „Nun ist der Mai erschienen! Das druckt etwas ganz anderes aus als das, was Sie jagen. „Das jage ich doch aber." „Nein, mein Lieber Sie sagen Nun ißt der Maier Schienen!" „Ich würde mich schon porträtieren lassen. Teuerste", sagte die göttliche Adele, als man über Bildnisse sprach. „Es wird nicht billig sein", meinte die Kolleain. ,Ach — ich werde die Farben selbst liefern?' Ein Kollege klagt Adele gegenüber Darüber, daß sein Söhnchen, auf das er so stolz ist, in der Schule jetzt beinahe den letzten Platz erreicht habe. „Was gibt es da zu jammern? Ich würde da ohne Sorge sein — der Unterricht ist auf allen Plätzen derselbe!" Einmal war sie im Konzert eines bekannten Pianisten. Er war an diesem Abend reichlich nervös. Ihr Urteil zu Ihrer Begleiterin lautete: „Mit den Noten, die dieser Mann heute abend unter das Klavier fallen ließ, mache ich noch ein ganzes Konzert" „Sie haben, liebe Kollegin, heute abend im ,Tannhäuser' die Venus wieder ausgezeichnet gesungen". stellte Adele Sandrock fest. „Ich danke für die Anerkennung, hebe Frau Sandrock, aber ich habe das Gefühl, daß ich nicht mehr jung und hübsch genug für die Venus bin. „Nein, Kollegin — es war trotzdem eine wundervolle Leistung!" * Was sagen Sie dazu, Hebe Sandrock — Die F.' hat sich malen lassen — Akt, liebe Sandrock, Akt — unerhört!" . „Wieso unerhört? Das Atelier wird doch hoffentlich geheizt gewesen sein!" Oos poühnrn Verschollenes Sinnbild atter Keifer omanftt. Wer heute mit dem „Fliegenden Hamburger" oder einem der anderen neuen Blitzzüge durch die Lande rast, ist leicht geneigt über die Reisefreuden der ,guten alten Zeit^ herablassend zu lächeln Aber die«'Erlebnis einer in ihrer Art neuen Reiseromantik sollte uns das Verständnis für die erlebnisreichen Ueberlanbreifen der Vergangenheit nicht oerschHe- tzen Da* Sinnbild alter Reiseromantik, die heute verklungen ist, war das Posthorn, dessen melodische Klänge mit dem Pfiff der Lokomotiven, dem Tuten der Automobilhupen, und dem Surren der Flugzeugpropeller verstummten. Heute hört man wohl nicht einmal in dem abgelegensten Gebirgstalchen oder Dörfchen die bald fröhlich schmetternden, bald lieblich verhallenden Klänge des Posthorns das von vielen Dichtern besungen wurde Aber als Abzeichen der Post lebt es noch fort, und wir dürfen in ihm eine deutsche Eigentümlichkeit erblicken, wie dies der weitgereiste Demokritos Weber heroorhebt, der das Posthorn als den „Inbegriff" deutscher Reiselust feiert. Als gegen Ende des 15. Jahrhunderts die alten Botenposten in den verschiedenen deutschen Ländern zu festen Verbänden zusammengeschlossen wurden, trat das Posthorn zusammen mit dem Postschild und Postspleß zum ersten Male in die Erscheinung. Die Fußboten der Post trugen das Horn an einer um den Hals hängenden Schnur auf der linken Seite, während auf der rechten Seite die Brieftasche hing, in der sie die Schriftstücke bewahrten. Auf der Mitte der Brust, blitzte ein Schild, auf dem das Wahrzeichen der Stadt, in deren Dienst der Bote stand, zu sehen war. In der Hand führten diese ältesten Postboten einen langen hölzernen Spieß, den sie als Waffe gegen die Hunde oder bei räuberischen Ueberfäüen benutzten und mit dessen Hilfe sie auch über breite Gräben sprangen. lieber den Zweck des Posthorns erfahren wir in einer der ältesten Verordnungen: „Es dient hauptsächlich dazu: 1 damit auf den Ruf des Posthorns den Posten zur Nachtzeit die verschlossene Tür und Barrieren geöffnet werden, 2 damit diejenigen, welche den Posten unterwegs Briefe aufgeben wollen, sich auf dieses Zeichen ungesäumt einfinden können; 3. damit die Ankunft der Posten den Leuten wegen Abholung der Briefe und Zeitungen bekannt gemacht werde; 4 damit auf das mit dem Home gegebene Zeichen jedes entgegenkommende Fuhrwerk ausweiche oder stillhalte; 5 damit bei Verirrungen des Nachts oder Gefahren und Un- glücksfällen auf den Hilferuf Leute herbeieilen." Das Posthorn wurde so zur Zierde des amtlichen Postillons; er allein durfte es führen und bei bestimmten ungeschriebenen Gelegenheiten darauf blasen. Bald bildeten sich bestimmte Signale für die verschiedenen Arten der Posten heraus. Die Schnell- poften hatten eine besondere Melodie, und beim Abfahren wurde ein anderes Zeichen gegeben als bei der Ankunft, ebenso beim Passieren der Schlagbäume oder beim Ausweichen vor Fuhrwerken und Herden. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts finden wir bei verschiedenen Postverwaltungen die Verfügung, daß der Postillon während der ganzen Fahrt oom Stadttor bis zum Posthaus blasen muß Er gab also ein kleines Konzert, und es ist natürlich, daß die Postillone ihre Ehre darein setzten, aus ihrem Horn, ober wie es in Preußen hieß, auf der „Post- trompete" gut zu blasen. Die preußische Postordnung von 1812 befiehlt den Postmeistern, darauf zu halten, daß „fleißig und wohl geblasen wird". So bildeten sich allmählich Posthornvirtuosen heraus, die ihre Weisen bei Tag und Nacht durch Wald, Hain und Flur erschallen ließen. Die Landschaft gewann gleichsam eine melodische Stimme; andererseits wird aber auch viel über das mißtönende Geblase der „Schwager" geklagt. Manche Posten waren auf die Leistungen ihrer Postillone besonders stolz; es wurden schwierige Stücke geblasen, indem sich die Führer von Hauptwagen und „Beichaisen" während der Fahrt zu Duetten, Terzetten und Quartetten vereinigten, während das Echo von fern antwortete. Goethe, Lenau, Eichendorff, Mörike, Chamisso und viele andere haben die Poesie des Posthorns in ihren Gedichten verherrlicht. In der Zeit der Romantik war die Posthornmusik geradezu gleichbedeutend mit Reiselust und Reiseglück, und als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn den Postwagen mehr und mehr verdrängte, als das geflügelte Rad als Sinnbild an die Stelle des Posthorns trat, da nahm man wehmütig Abschied von diesem lieben, altgewohnten Brauch. Mancher sah im Verklingen des Posthorns das Ende der guten alten Zeit gekommen und seufzte humorvoll-wehmütig mit Scheffel: „Jetzt geht die Welt aus Rand und Band, Die Besten ziehen davon, Und mit dem letzten Hausknecht schwand Der letzte Postillon." Weiße Mäuse vor Gericht. Vor den Schranken eines englischen Gerichtshofes in Epsom sanden sich kürzlich drei weiße Mäuse ein. Man mar nämlich mit ihrem Tun und Treiben in einem kleinen Spielkasten nicht einverstanden, den ihr Herr und Meister, der Schausteller Ernest Alfred Smith aus Rotherhithe, unter Mithilfe von William Halles für sie verfertigt hatte. Die beiden Angeklagten hatten sich ein neues Glücksspiel ausgedacht, bei dem drei weiße Mäuse als Glücksbringer auftraten Es wurde ein großer Schaukasten angefertigt, in dem sich auf der einen Seite der Stall der weißen Mäuse, auf der anderen aber eine Reihe von Schlupflöchern befand, von denen jedes mit einer Nummer versehen war. Jeder Mitspieler zahlte einen kleinen Geldbetrag ein und erhielt dafür die Nummer eines Schlupfloches. Dann ließ man die drei Mäuse aus ihrem Stall herauslaufen Verwundert sahen sie sich in dem Schaukasten um, über ben sich, eng aneinandergedrängt, viele große Menschengesichter in größter Spannung herabneigten Ausgeregt suchten sie nach einem Schlupfloch und fanden deren denkbar viele. Sie liefen hin und her und schließlich verschwanden sie in einem der Locher, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß sie damit dem Besitzer der betreffenden Nummer eine Tafel Schokolade als Gewinn einbrachten. Die beiden Schausteller machten dabei offenbar ganz gute Geschäfte. Als man sie wegen verbotenen Glücksspiels zur Anzeige brachte, nahmen sie kurzerhand ihren Schaukasten und führten ihn dem Gerichtshof vor. So wurde eine Sondervorstellung vor den Schranken des Gerichts gegeben, und wenn die Richter auch nicht bezweifelten, daß die beiden Schausteller die Wege der drei Mäuse nicht beeinflußten, so mußte doch wegen verbotenen Glücksspiels eine Strafe ausgesprochen werden. Wirtschaft. Oie Bautätigkeit im April. Mit fortschreitender Jahreszeit verbesserte sich, rote einem Bericht von „Wirtschaft und Statistik" au entnehmen ist, die Lage auf dem Baumarkt. Gegenüber dem Vormonat stieg in den Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern die Zahl der Bauerlaubnisse um 15 v. H., die der Baubeginns um 11 v. H. Bei den Bauerlaubnissen ist lediglich Berlin an dieser Entwicklung nicht beteiligt gewesen, bei den Baubeginnen wiesen die größeren Mittelstädte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern eine leichte Abnahme auf. Die Zahl der Bauvollendungen war nur um 1 v. 5). höher, als im Vormonat. Die Zunahme beschränkte sich auf die größeren Mittelstädte und die Großstädte mit mehr als 500 000 Einwohnern (ohne Berlin). Im Berichtsmonat wurden 2941 (März 3092) Wohngebäude errichtet. Die Zahl der fertiggestellten Umbauwohnungen, die nur für die Groß- und Mittelstädte vorliegt, belief sich im April 1935 auf 2472. Der Reinzugang der in den Groß- und Mittelstädten durch Umbau, Teilung usw. gewonnenen Wohnungen betrug 1638 (1743). Oie Daimler-Benz AG. in 1934. Der Bericht der Gesellschaft für 1934, der auf die günstige Entwicklung der Automobilindustrie hinweist, beschäftigt sich u. a. mit dem Problem des Volkswagens. In Anbetracht der Gröhe und Bedeutung der Aufgabe habe die deutsche Automobilindustrie unter Führung ihres Reichsverbandes schon im Mai 1934 den Beschluß gefaßt, den Volkswagen in gemeinsamer Arbeit zu schaffen. Die Daimler-Benz AG. fördere die Arbeit nach besten Kräften. Sie beteilige sich auch an dem Bau des Dersuchswagens durch Herstellung wichtiger Einzelteile und durch Lieferung der Karosserie. Es sei zu hoffen, daß der Dersuchswagen in absehbarer Zeit seine Probefahrten aufnimmt. Die Verkaufsabschlüsse der Gesellschaft in Personenwagen liegen wertmäßig um rund 50 v. H. über denen des Vorjahres, der Verkauf von Nutzkraftfahrzeugen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahre stückzahlmäßig um 74 v. $)., wertmäßig um rund 100 v. H. Im Export konnten eine Reihe neuer Absatzgebiete erschlossen werden. Der Auslandsabsatz übersteigt seit Monaten den der Dor- jahresfrist wesentlich. Durch den größeren Geschäftsumfang war ein Ausbau der Fabrikationsstätten erforoerlich/ die Aufwendungen hierfür beliefen sich aus rund 7 Millionen Mark. Die Gefolgschaft konnte erheblich gesteigert werden. Nach Abschreibungen auf Anlagen von 6,46 (3,43) Mill, und anderen Abschreibungen von 0,54 (1,22) Mill. Mark ergibt sich ein Reingewinn von 4 125 445 (2 470 475) Mark, aus dem 2,62 Mill, dem gesetzlichen Reservefonds zugewiesen, 0,62 zur Abschreibung der 6 v. H. Teilschuldverschreibungen-Disagio verwandt und 0,89 Mill. Mark oorgetragen werden. (Im Vorjahr wurde aus der Kapitalherabsetzung ein Buchgewinn von 17,45 Mill. Mark erzielt, aus dem der noch verbleibende Verlustvdrtrag von 10,92 Mill. Mark abgedeckt und der Restbetrag zu Sonderabschreibungen und Rückstellungen verwandt wurde.) Der Verlaus des neuen Geschäftsjahres zeigt eine weitere erhebliche Steigerung des Absatzes, sowohl im In- als im Auslande. Die Zahl der Beschäftigten hat sich seit Jahresende 1934 weiter erhöht. * * Förderung des Absatzes von 31 ü = bewEraut (Rübensaft). Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und dem Reichskommissar für die Preisüberwachung hat der Vorsitzende der Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft eine Anordnung über die Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) erlassen. Die Aktion beschränkt sich auf die westlich der Weser liegenden Gebietsteile der preußischen Provinzen Westfalen und Hannover, auf die westlich der Fulda liegenden Gebietsteile der Preußischen Provinz Hessen-Nassau und auf die Rheinprovinz, Oldenburg, Lippe-Detmold, Hessen, Baden, Württemberg, die bayrische Pfalz und das Saarland. In diesen Gebieten kann auf Grund der Anordnungen eine Vergütung zur Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft gewährt werden. Bedingung ist, daß das Erzeugnis den Vor- schriften derNomativbestimmungen entspricht.— Ab 25. Juni besteht die Verpflichtung, beim Absatz des verbilligten Rübenkrautes (Rübensaft) an den Verbraucher einen Kleinoerkaufshöchstpreis von 0,18 Mk. je lose ausgewogene Pfund einzubehalten. Die Verbilligung gilt jedoch nur für den Absatz an den Verbraucher und nicht für den Absatz zu gewerblicher Weiterverarbeitung. Mit der Durchführung dieser Maßnahme ist die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft betraut worden. * Rütgerswerke AG., Berlin. In der HD. wurde der Abschluß für 1934 mit 6 (4) v. H. Dividende genehmigt, lieber die derzeitige Geschäftslage wurde u. a. ausgeführt, daß in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres bei den Betrieben die Umsatzzahlen etwas über denen des Vorjahres lagen. Auf Grund des bisherigen Verlaufes des neuen Geschäftsjahres wird angenommen, daß in 1935 wieder ein befriedigendes Ergebnis erzielt wird. Zhein-Mainische Mittagsbörse. Knapp behauptet. Frankfurt a. M., 20. Juni. Gegenüber den vorbörslichen Erwartungen, wo man zumeist noch weiter schwächere Kurse nannte, eröffnete der amtliche Verkehr verhältnismäßig widerstandsfähig. Die Geschäftsstille hielt indes unvermindert an, da sowohl die Kundschaft, als auch die Kulisse nach den gestrigen Abschwächungen stärkste Zurückhaltung bekundeten. Das Kursnioeau lag nicht ganz einheitlich, bröckelte aber angesichts der Geschäftslosigkeit verschiedentlich weiter etwas ab. Stärkere Veränderungen waren nur vereinzelt und beruhten auf besonderen Motiven. So lagen auf dem Aktienmarkt beispielsweise Kunstseideaktien im Angebot, da die letzten Ausführungen auf den Generalversammlungen von AKU. und Bemberg etwas verstimmten. AKU kamen nach Minus-Ankündigung mit 62 um 2,40 v. H. und Bemberg excl. Dividende mit minus 1,50 v. H. zur Notiz. Matt lagen auch Metallgesellschaft, die 1,50 v.H. einbüßten. Die gestern noch zu beobachtenden Verkäufe der Industrie zu Geldbefchaffungszwecken lagen heute kaum vor. Auch erhielt die Haltung von einigen günsttgen Nachrichten, wie die steigende Jndustrieproduktton, der vermehrten Reichseinnahmen und der erhöhten Braunkohlenförderung, einen gewissen Rückhalt. IG. Farben setzten 0,40 v. H., Rütgerswerke 0,25 v. H. höher ein, ferner waren Schiffahrtswerte und Reichsbankanteile leicht gebessert, und auch am Montanmarkt erfolgten kleine Käufe, so daß Besserungen bis zu 0,75 v.H. zu verzeichnen waren, lieber« wiegend schwächer lagen noch Elektto-, Metall-, Maschinen- und Motorenwerke, außerdem gaben Westdeutsche Kaufhof 0,75 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,40 v.H. nach. AEG. und Schuckert lagen gut gehalten, fest notierten Rhein. Braunkohlen mit plus 4 v.H. auf 232,50. Nach den ersten Kursen bröckelten IG. Farben um 0,25 v. H. ab, auch andere, anfangs noch festere Papiere lagen mir knapp behauptet. Der Rentenmarkt lag zwar sehr ruhig, die Kurse -konnten sich aber überwiegend gut halten. Bis 0,13 v. H. höyer lagen Altbesitz, späte Schuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung, Reichsbahn-Dorzugsaktien gewannen 0,25 v. H. auf 121. Don fremden Werten gingen Ungarn und Rumänen bis 0,13 v. H. zurück, Mexikaner lagen unverändert. Bei fast völliger Gefchäftssttlle bröckelten die Kurse am Aktienmarkt in der zweiten Börsenstunde überwiegend weiter leicht ab. Die Rückgänge betrugen durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H., so bei IG. Farben, AKU., Elektro- und Montanaktten sowie bei Reichsbank. Auch die später notierten Werte lagen zumeist im Ausmaß von 1 v. H. schwächer, Bank für Brauindustrie verloren 1,50 v. H. Am Rentenmarkt blieben die variablen Werte ziemlich unverändert. Lebhaft gesucht, aber ohne Material waren Städte-Altbesitzanleihen zu 111,50 (111). Pfandbriefe notierten meist unverändert, nur Liquidattvnspfandbriefe bröckelten teilweise bis 0,50 v. H. ab, auch Stadtanleihen gingen verschiedentlich bis 0,50 v. H. zurück. Jndustrie-Obligattvnen lagen geschäftslos, ebenso ausländische Anleihen. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse: leicht erholt. Die Abendbörse war auf den meisten Marktgebieten nach der Abschwächung von heute mittag leicht erholt. Die Kulisse nahm einige Rückkäufe und Deckungen vor, während die Zurückhaltung des Publikums fortbauerte. Der Umsatz erreichte keinen nennenswerten Umfang, zumal sich das wenige Geschäft fast ausschließlich auf die Kulisse beschränkte. Die Stimmung war etwas zuversichtlicher. Gegen den Berliner Schluß traten überwiegend Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Gefragt waren vor allem IG.-Farben mit 148,50 bis 149 (148,40), AEG. mit 43,90 bis 44,40 (43,50), ferner Kunstseide Aku mit 62,50 (61,75), Felten mit 98,50 bis 99 (98), Rheinstahl mit 110,75 bis 111,13 (110,50) und Stahlverein mit 82,25 bis 82,50 (82,13). Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien unverändert, Jndustriepa- piere wurden kaum notiert. Am Rentenmarkt hielt die Geschäftsstille an, doch lagen die Mittagskurse voll behauptet. Don Auslandanleihen zogen 4proz. Schweizer Bundesbahn auf 192,25 (191) an. 11. a. notierten: Altbesitz 113, IG.-Farben-Bonds 130,13, Reichsbahn - DA. 121, Schutzgebietsanleihe von 1908 10,40, 4V» Oesterr. Silberrente 1,65, 4pro- zentige Rumänen 6,13, Braubank 120,75, Commerzbank 89,75, DD-Bank 91,50, Buderus 101, Harpener 109,50, Mannesmann 84, Klöckner 96,75, Mansfeld 116, Rheinstahl 110,75 bis 111,13, Stahlverein 82,25 bis 82,50, Aku 62,50, AEG. 43,90 bis 44,13, Be- kula 138,50, Bemberg 118,13, Cement Heidelberg 118, IG.-Chemie volle 178, dieselben leere 145,50, Conti Gummi 153,13, Deutsche Erdöl 109,50, Scheideanstalt 230,50, Licht & Kraft 127, JG.-Far- ben 148,50 bis 149, Felten 98,50 bis 99, Holzmann 90, Metallgesellschaft 104,50, Rheag 133, RWE. 125,75, Schuckert 118, Siemens 173, Südd. Zucker 188,50, Schöfferhos-Binding 178, AG. für Verkehr 88,50, Hapag 34, Norddeutscher Lloyd 36. Frankfurter Schlachtviehmarkt. . Frankfurt a. M., 20. Juni. Auftrieb: Rinder 32 (gegen 22 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter befanden sich 6- Ochsen, 3 Bullen, 9 Kühe und 14 Färsen. Zum Schlachthof direkt zugeführt wurden 1 Ochse, 8 Bullen, 2 Kühe und 4 Färsen. Kälber 1022 (701), Schafe 41 (69), Schweine 370 (682). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 61 bis 63 (am 13. Juni 62 bis 66), b) 54 bis 60 (55 bis 61), c) 46 bis 53 (48 bis 54), d) 36 bis 45 (40 bis 47). Hammel b2) Weidemast 39 bis 40 (40),mittlere 37 bis 38 (38 bis 39). Schafe f) mittlere 31 bis 33 (—). Schweine al) 48 bis 50 (48 bis 51), a2) 48 bis 50 (48 bis 51), b) 48 bis 51 (47 bis 52), c) 47 bis 51 (46 bis 51), d) 45 bis 50 (44 bis 49). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberftand (1 Ochse, 3 Färsen, 31 Schweine). Großhandelspreise für Fleisch und für Fe11waren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1531 Viertel Rindfleisch, 756 halbe Schweine, 213 ganze Kälber, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kg in RM.: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullenfleisch b) 68 bis 74. Kuhfleisch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58. Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Speck aus hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 cm 58 bis 63, Flomen 78 bis 83. Marktoerlauf: Rindfleisch belebt, Kalb- und Schweinefleisch ruhig. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt wurde auch in der dritten Jurüwoche von einer außerordentlich ruhigen, aber doch durchaus stetigen Haltung be- Die Zeiten des Ausverkaufsschwindels, des Rabatt- und Zugabeunwesens, der sich häufenden marktschreierischen Sonderveranstaltungen sind vorüber. Es ist dem Werberat der deutschen Wirtschaft gelungen, in verhältnismäßig kurzer Zeit die Anschauungen in der Kaufmannschaft darüber, was in der Werbung erlaubt und was verboten ist, zu wandeln. Es gibt heute nicht mehr „Kehraustage", „Schleuder"- oder „Mafsenschnellver- käufe", „Räumungswochen", „Vertrauenstage", „Verlustpreise", „Preise, die nie wiederkehren", „bis zu 75 v. H. herabgesetzte Preise" und ähnliche Uebertreibungen, die immer lauter und maßloser wurden, bis sie schließlich infolge ihrer Ueberstei- gerung mehr und mehr an Wirkung einbüßten. Zielbewußk hat man einen Schritt nach dem anderen getan, um das kaufende Publikum vor Ilebervorteitung durch solche Werbungs- arteu und den redlichen Wettbewerber vor unlauterem Wettbewerb zu schützen. Das Zugabeverbot, das Rabattgesetz, das Verbot gemeinschädlicher Schleuderei und schließlich die Anordnungen des Werberates der deutschen Wirtschaft haben nach und nach die gesetzliche Grundlage für den veränderten Rechtszustand geschaffen, wie er sich aus dem Wandel der Auffassungen von dem, was recht und billig ist, gebildet hat. Einen weiteren Fortschritt bedeutet das vor kurzem erlassene Gesetz zur Aenderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Durch diese neueste Reform des Wettbewerbs- gefehes werden alle Umgehungen der Ausverkaufsbestimmungen unmöglich gemacht. Gleichzeitig wird die Möglichkeit gegeben, die seit langer Zeit geforderte Regelung der Sonderveranstaltungen einzuführen. Die bisher fehlende gesetzliche Möglichkeit, auf diesem heftig umstrittenen Gebiet der Sonderveranstaltungen ordnend einzugreifen und die infolgedessen entstandenen Mißstände zu beseitigen, ist von weiten Kreisen der Kaufmannschaft stets bedauert worden. Eine gehäufte Abhaltung von herrscht. Allgemein gesehen hat sich die Orunb» tendenz weiter etwas befestigt, wobei der amtliche Saatenstandsbericht für Anfang Juni, der angesichts der unterschiedlichen Wetterlage seit dem Monat Mai eine gewisse Verschlechterung gegen die letzte Erhebung aufweist, von maßgeblkchem Einfluß war. In Auswirkung dieser Tatsache hegt man Befürchtungen für einen späteren Ernte- beginn, wenngleich nach den letzten Begutachtungen für den Ausfall der Ernte selbst man die besten Erwartungen hegt. Daneben hat das Angebot am Brotgetreide- markt ganz beachtlich nachgelassen, insbesondere aus den hiesigen Erzeugergebieten, ferner aus der Wetterau und aus Kurhessen. Indes konnten sich die Großmühlen angesichts ihrer Vorräte und wegen des schwachen Mehlgeschäfts noch nicht zu größeren Käufen entschließen, immerhin hat sich der Absatz sowohl für Weizen, wie für Roggen gegen die Vorwochen merklich gebessert. Aus Norddeutschland und Bayern lagen dagegen noch sehr starke Angebote vor, die aber keine Beachtung fanden, insbesondere soweit Roggen in Frage kommt. Im Hinblick auf die feuchtwarme Witterung hegt man Schwierigkeiten für den Versand, hauptsächlich wenn er auf dem Wasserwege angeliefert wird. Für Roggen aus hiesiger Gegend zeigten die Landmühlen weiterhin regen Bedarf. Hafer wurde wieder nicht angeboten, auch Fu11ergerste in leichten Qualitäten fehlte, so daß den Bedürfnissen der norddeutschen Mäster nicht entsprochen werden konnte. Futterweizen und -roggen sind vernachlässigt, ebenso findet Eosin- Weizen kaum noch Interesse, zumal die bisher mitgelieferten Mengen ölhaltige Futtermittel zur Zeit von der Reichsstelle nicht mehr erfolgen. Der Futtermittelmarkt zeigt eine deutliche Entspannung. Zwar besteht noch Nachfrage, doch ist diese nicht mehr so dringend, da angesichts der das Wachstum begünstigten Witterung die Grünfütterung in starkem Umfange einge- setzt hat. Besonders leichte Futtermittel werden kaum noch verlangt, während für Oelkuchen ufw., sowie für Kleie seitens der keine Milchvieh haltenden Betriebe, also hauptsächlich Schweinemäster, der Bedarf noch anhält. Rauhfutter liegt ruhiger. Altes Heu wird nicht mehr angeboten, während neue Ware noch nicht am Markt ist, so daß eine amtliche Notiz zur Zeit nicht erfolgt. Stroh liegt nach der vorwöchigen Preiserhöhung wieder ruhiger. Das M e h l g e s ch ä f t blieb schwach, insbesondere soweit Neuverkäufe in Frage kamen. Nur für Brotmehle, besonders Weizenbrotmehl, besteht lausende Nachfrage. Sonderyerkäufen ist als unwirtschaftlich für den einzelnen Betrieb und als schädigend für das Ansehen des gesamten Einzelhandels zu vermeiden, da hierdurch ein falscher Eindruck gegenüber der normalen Preisgestaltung erweckt wird. Es ist vorgeschlagen worden, außer den Saisonschluß- und Jnventurverkäufen nur noch vier weitere Son» beroeranftaltungen von mäßiger Dauer, also insgesamt sechs Sonderveranstaltungen im Jahre als das Höchstmaß dessen zuzulassen, was mit den Grundsätzen einer kaufmännisch gesunden Geschäftsführung vereinbar ist. Hierbei ist zu bemerken, daß die allgemein übliche Ankündigung von Osler-, Pfingst- oder Weihnachlsverkäufen, die zu regulären Preisen erfolgen, nicht als Sonderveranstaltungen gelten. Ebenso wenig fallen unter diesen Begriff Sonderangebote, die auf einzelne Artikel oder einzelne Warengruppen begrenzt sind. Erstmalig ist von der dem Reichswirtschaftsminister erteilten Ermächtigung durch das Verbot der Veranstaltung von Weißwaren-Sonderverkäu- fen aller Art Gebauch gemacht worden. Durch diese, vorläufig nur für 1935 geltende Anordnung ist zunächst die Abhaltung von „Weißen Wochen" und ähnlicher Verkäufe unterbunden. Von Wichtigkeit sind auch die neuen gesetzlichen Bestimmungen über die Saisonschluß- und Jnventurverkäufe. Es ist zu begrüßen, daß durch diese Reform des Wettbewerbsgesetzes die Grundlagen des redlich geführten Geschäfts weiter gestärkt werden. Aufgabe des Einzelhandels ist es, dem Publikum die Waren jederzeit so billig wie möglich anzubieken. Der Käufer muh die Gewähr haben, daß er immer dann, wenn der Bedarf bei ihm auftritt, aufs vorteilhafteste bedient wird. Er darf nicht an Termine gebunden fein, die ihm vorn Kaufmann vorgeschrieben werden. Besonders in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse müssen die Preise des regulären Geschäfts stets so niedrig, wie möglich gehalten sein. Bekämpfung des Ausverkaussschwindels Von Johannes Müller, Berlin. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurü Schloßt. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 19 6 20.6. 19-6- 20.6. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99,75 100 100,13 100,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,5 97,75 97,75 bVr°/k» Doung-Anlelhe von 1930 .. 103 — 102,65 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.»Rechten ............. 112,9 113 113 113 4‘/»% Deutsche Retchspostschatzan» Weisungen von 1934, I....... 100,13 100,25 100,4 100,13 6% ebem.8% Hess. Boll'sstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 98,5 98,5 98,5 98,5 4¥i% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold 91. 12........ 96,5 96,25 96 5 96,5 6¥i% ehern. Hess. Landes ^>ypo- thekenbank Darmstadt Liaut ... 100,65 100,2 — ** 4Vi% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 92,25 92,25 —— Oberhessen Provinz-Anleihe mit 127 127 Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten 115,65 115,5 115,9 115,9 4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96 96 — — 6'/2% ehern. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 100,9 100,9 — — 6%% ehern. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. .... 101,5 101,13 101 100,75 4%% ehern. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe 91. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 <-/>% ehern. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. Cbl.^ 96,75 96,75 96,75 96,75 Lteuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 106,4 106,5 106,4 106,5 4% Oesterretchische Golbrente.... 33 32 32 — 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,85 1,65 1,85 1,7 4% Ungarische Goldrente ....... 11,65 11,4 11,6 11,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,4 11,25 11,4 11,3 11,25 11.75 11,5 5% abgesl. Goldmexikaner von 99 13 13 13 12,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... —— — U Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- lurs Schlußk. Mittag- börse Datum 19 6- 20-6- 19-6. 20-6. 4% vesgl Serie II ............. _ _ —— 5% Rumän. vereinh. Mente v. 1903 8 8,13 8,2 7,8 4/r°/oRumän.vereinh.Rentev.l913 —* 10,13 10,25 10,25 4% Rumänische vereinh. Rente 6,1 6,13 6,25 6,1 2 yt% Anatolier ............ 39,65 39,4 39,9 39,6 Hamburg-Amertka-Paket .... 0 33,5 34 33,65 34 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 27,5 27,4 Norddeutscher Lloyd ........ 0 35,5 36 35,5 36 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 89 88,5 89,5 88 Berliner Handelsgesellschaft .. 5 118 117 118 117 Commerz- und Prioat-Banl .. 0 89,75 89,75 89,5 89,5 Deutsche Bank und Disconio- Gesellschaft............... . 0 91,5 91,5 91,5 91,5 Dresdner Bank............. . 0 91,5 91,5 91,5 91,5 Reichsbank ................ 12 178 178,75 178,75 178,75 A.E.G..................... . 0 43,5 44,4 44 43,9 Vekula.................... 10 138,5 138,5 138,75 138,5 Eleklr. Lieferungsgesellschaft.. . 5 113,5 112,75 114 112 Licht und Kraft ........... Wi 127,5 127 127 126,4 Felten L Guilleaume........ . 0 99,25 98,5 99,25 98 Gesellsch.s.EIektr.Unternehmung. 5 126,25 126,5 126,9 126,65 Rheinische Elektrizität ....... . 5 133 133 132 —— Rhein. Wests. Gleite......... . 6 126 125,75 — 125,5 Schuckert & Go.............. . 4 118 118 118,5 118 Siemens & Halske........... . 7 173,75 173 173,5 173 Lahmeyer & Go............. . 7 198,5 _ 129,25 128 Buderus ............... .. . 0 102 101 101,5 101 Deutsche Erdöl ............. , 4 109,75 109,5 110,5 110 Gelsenkirchener............. . 0 Harpener.................. . 0 109,5 109,5 109,65 109,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten . 0 — 104,25 104 Ilse Bergbau ............. . t 156,5 157 158 — Ilse Bergbau Genüsse...... . ( 129,5 129 129,5 127,65 Klöcknerwerke............ 8-4 97,5 96,75 97 96,75 Mannesmann-Röhrn»...... . o 84 84 84,13 83,65 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börle Datum 19.6 20.6 19 6- 20.6- Marisfelder Bergbau....... .. 8 116,5 116 117 115.75 Kokswerke................ .. 5 — — 124 123 Phönix Bergbau ........... .. 0 —— — —— — Rheinische Braunkohlen .... 12 228,5 231,5 229,5 233 Rheinstahl ................ 8-/7 111 111,13 112 110,5 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 81,5 82,5 82 82,13 Otavi Minen ............. .. 0 16,5 16,25 16,75 16,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 121,5 —— 121,5 120,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. b 120 120 120 120,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1¥, 178 178 178 178 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7! 148,75 149 149,75 148,4 Scheideanstalt............. 231 230,5 Goldschmidt .............. 102,13 103 102,25 Rütgerswerke ............. 4 123,5 123,25 124,75 122,75 Metallgesellschaft........... 106 104,5 106,4 104,25 Philipp Holzmann......... .. 0 90 90 90,5 90 Zementwerk Heidelberg .... .. 5 118,13 118 - ,, 4 135 135 — Schultheis Patzenhofer ..... 112,5 110,65 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 0 64,4 62,5 65 62,4 Bemberg................. .. 0 124 118,13 124,9 118,25 Zellstoff Waldhof .........'. .. 0 117,25 117 117,5 117 Hellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 85 85 85,65 85 Dessauer Gas............. .. 7 — — 137,65 135 Daimler Motoren.......... .. 0 92 90,75 91,65 91 Deutsche Linoleum ......... .. 6 161 160,25 160,75 159 Orenstein & Koppel........ .. 0 87,25 87,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 38,5 — 38,13 37,75 Chade.................... .. 0 296,5 — 296,75 294 Accu mulatoreu-Fabrik...... . 12 174,25 174,75 174 175 Contt-Gummt............. 153,13 154 153 ?5 Gritzner.................. .. 0 I 39,13 39,5 39 Mainkraftwerke Höchst a.M>. .. * 89,5 — - Süvveulicher Zucker....... .. e 1 188 1 188,5 I 189 , 188,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL 19-Iuni 20-Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Brief Buenos Lire 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,149 0,15 0,149 0,151 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,62 54,72 54,55 54,65 Danzig .... 46,82 46,92 46,82 46,92 London.... 12,23 12,26 12,215 12,245 Helsingfors. 5,39 5,40 5,385 5,395 Paris ..... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,36 168,70 168,46 168,80 Italien.... 20,42 20,46 20,42 20,46 Japan ..... 0,718 0,720 0,717 0,719 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 61,47 61,5« 61,40 61,52 Wien...... 48,95 11,095 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,115 11,08 11,10 Stockholm.. 63,07 63,19 62,99 63,11 Schweiz ... 81,03 81,19 81,03 81,19 Spanien... 33,96 34,02 33,93 33,99 Prag...... 10,355 10,375 10,35 10,37 Budapest .. —— — — — Neuyock ... 2,478 2,482 2,478 2,482 banfnolen. Berlin, 20-Juni Geld Amerikanische Noten....... 2,43 2,45 Belgische Noten........... 41,82 41,98 Dänische Noten .......... 54,34 54,56 Englische Noten .......... 12,18 12,22 Französische Noten........ 16,32 16,38 Holländische Noten........ 168,04 168,72 Italienische Noten......... 19,86 19,94 Norwegische Noten ....... 61,19 61,43 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling —— —— Rumänische Noten........ — — Schwedische Noten........ 62,77 63,03 Schweizer Noten.......... 80,80 81,12 Spanische Noten.......... 33,46 33,60 — 4 -HE "'Z^ W ZLW ie il)M ondrrs ältnüse ,tets so !son- Nur 'steht den An- iben, 1 der hluß- Ton» ins- Zähre t den Ge- mt- ige, hts die gerben ifw., Hal. jter, liegt )ten, so oigt jung - iud) )lte, ster >zen jin« -her zur . Hafts« verbot erkäu- Durch tmung )chen" Wich' rniun* -kaufe, m des reblich Ur. 142 Drittes Blatt Eichener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Dberhesien» Freitag. 21 Zuni 1955 Diens- Beim Bau eines Kanalschachtes. für Hochbauten ein. Zur Versorgung des neuen Straßenzuges mit elektrischem Strom wird ein Ge- gelegenheit ausgebaut. Die Baustelle Am Nahrungsverg. Karben, Für Frauen Montag von 18 20 bis ältere, Tennis. und Männer gemeinsam, jeden bis 19 Uhr und 19 bis 20 Uhr, Städt. Plätze am Schützenhaus. bäude zur Ausnahme des Transformators am Zugang dieser Straße errichtet. Die Südseite dieses Gebäudes wird zu einer Regenschutzhalle mit Sitz- Umfangreiche Bauarbeiten am Aahrungsberg Straße („Am Nahrungsberg") hindurch und in offenem Lauf durch die Gärten bis kurz vor das Gebäude der Universitätsbibliothek. Da durch den offenen Lauf des Klingelbachs eine Versumpfung des dortigen Gartengeländes droht, soll nunmehr der Wasserlauf in einem geschlossenen Schacht im Nachdem die Kanal- und Straßenbauten im Heegstrauchweg und dessen Zugang vom Aulweg her beendet sind, setzt nun auch die Bautätigkeit Evangelisch-kirchliche Dienstnachrichten ELP. Ernannt wurden: der Pfarrer Rudolf Peter zu Friedberg-Fauerbach zum Dekanstellvertreter des Dekanats Friedberg mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab: der Pfarramtskandidat Walter Weber aus Marzell (Baden) zum Pfarrverwalter Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen, jeden Donnerstag von 21 Uhr für jüngere, 21 bis 22 Uhr für Lyzeum, Dammstraße. Reiten. In allen Orten können „Kraft-durch-Freude"- Sportkurse aller Art eingerichtet werden, wenn sich eine Anzahl Teilnehmer (ca. 15 bis 20) finden. Auskunft erteilen die Orts- und Betriebswarte „Kraft durch Freude", sowie das Sportamt, Gießen, Schanzenstraße 18. INachl alle mit! gebühr. Für Fortgeschrittene werden Uebungsstunden ohne Lehrer eingerichtet. Die Kosten hierfür betragen 5 Sportmarken ä 40 Pf., bzw. ä 60 Pf. Boxen. Auch für die Boxkurse werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Für Gruppen aus Vereinen und Betrieben können Sonderkurse eingerichtet werden. Die Kosten betragen 6 Sportmarken ä 40 Pf. = 2,40 Mark, bzw. 6 Sportmarken ä 60 Pf. = 3,60 Mark. Anmeldungen schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungszeiten und Tage an das Sportamt, Schanzenstraße 18. Sportkurse in Lollar. Ab Samstag, 22. Juni, läuft in Lollar ein Schwimmkursus im Lahnbad von 16 bis 18 Uhr. Kosten: 30 Pf. für DAF.-Mitglieder, 50 Pf. für Nichtmitglieder. Anmeldungen in den Uebungsstunden beim Schwimmlehrer. Für die anderen vorgesehenen KdF.-Sportkurse in Lollar werden die Uebungszeiten und Uebungs- stätten noch bekanntgegeben. Gegenwärtig sind an der Ecke Nahrungsberg und Keplerstraße umfangreiche Erdarbeiten im Gange. An dieser Stelle wird von vielen Arbeitern tief ausgeschachtet. Ziemlich große Erdmassen werden bewegt. Es handelt sich bei dieser Arbeit um zweierlei Vorhaben. In erster Linie galt es einen Kanalanschluß herzustellen, und zwar u. a. zu den neuen Häusern am Heegstrauchweg, die bisher an die Kanalisation nicht angeschlossen waren. Diese Arbeit gestaltete sich insofern nicht ganz einfach, als die Kanalisation unter dem Bahnkörper hindurchgeführt werden mußte. Die neugelegte Kanalisation verläuft in dem Weg, der vom Nahrungsberg aus zwischen den Gärtnereien hindurch zu dem dort erhöht gelegenen Bahndamm der Linie Gießen— Fulda fuhrt. Die Kanalisation führt diesen Weg ein Stück weiter, schließlich am Turnplatz des MTV. vorbei nach dem Heegstrauchweg. Im Zusammenhang mit dem Bau dieser Leitung mußten auch etliche' Kanalschächte erstellt werden Gleichzeitig mit der Schaffung dieses Kanalanschlusses wurde auch damit begonnen, den Klingelbach zu verlegen. Der Klingelbach führt bisher unweit vom Bahnübergang—Aulweg unter der Hier wird (Ecke Keplersirahe und Am Nahrungsberg) der Klingelbach in den vorhandenen Stollen geleitet. — (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) G i e s ch e, Nieder - Modau, Dekanat Darmstadt; Wilhelm H e d d e r l ch . Staden, Dekanat Friedberg: Hans Jüngel. Wahlen. Dekanat Alsfeld; Karl Konrad. Pfarrassistentenstelle Michelstadt, mit dem Sitz in Steinbach, Dekanat Erbach; Karl Launhardt. Holzheim, Dekanat Hungen; Kurt Maier, Ortenberg, Dekanat Büdingen; Johann Mathes, Groß-Steinheim, Dekanat Offenbach; Wilhelm Maurer, Erbach II. Dekanat Erbach; Ernst Staiger, Hopfgarten, Dekanat Alsfeld; Wilhelm Stühlinger, Bechtolsheim, Dekanat Alzey; Paul D i e tz, Fränkisch-Erumbach, Dekanat Groß-Umstadt; Hans Herr, Pfarraffistentenftelle Nieder-Ramftadt, mit dem Sitz in Traisa, Dekanat Darmstadt; Kurt Kirmes, Wiesbaden, Bergkirche I, Dekanat Wiesbaden-Stadt; Heinrich K l e • mann, Fleisbach, Dekanat Herborn; Erich Peter, Wilsbach, Dekanat Gladenbach; Ernst Velten, Offenthal, Dekanat Offenbach. (Sportfurfe des Sportamts Gießen ,/Kraft durch Freude". Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Freitag von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße Anfängerkursus, , „ , „ . Zu diesen Kursen werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Die Kosten betragen 5 Sportmarken ä 80 Pf. = 4 Mark für DAF.-Mitglieder, bzw. 5 Sportmarken ä 1 Mark = 5 Mark für Nichtmitglieder. In dieser Gebühr sind mit einbegriffen: Platzbenutzung, Bälle, Schläger und Balljungen- Jeden Montag von 21 bis 22 Uhr, jeden tag von 21 bis 22 Uhr, jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömds, Brandplatz. Morgens von 6.30 bis 7.30 Uhr und am frühen Nachmittag können noch weitere Reitkurfe eingerichtet werden. Anmeldungen (schriftlich mit Angabe der Rheinfahrl auf den 14, Juli verschoben. Wegen des in Koblenz stattfindenden Gauparteitages des Gaues Koblenz hat uns die Reichsbahn in letzter Stunde den von uns beabsichtigten Zug an den Rhein nicht genehmigt. Unsere Rheinfahrt wird deshalb verschoben auf Sonntag, 14. Juli. Tanzgaslspiel Hannah Spohr und Tanzgruppe Lotte Müller. Der Beginn des Tanzfestspieles am Sonntag, 23. Juni, ist von 7 Uhr auf 8 Uhr verlegt worden. Alle Freunde dieser beschwingten. Überall Freude bringen Kunst sollten sich diesen Tanzabend ansehen. Hannah Spohr, längst in Gießen keine Unbekannte mehr, und die Tanzgruppe Lotte Müller, Frankfurt a. M. bildeten den Kern der Tanzfest- spiele, die im Januar d. I. von der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" vor fast 4000 Zuschauern im Hippodrom zu Frankfurt aufgeführt wurden. Preise der Plätze: 0,60 bis 1,50 RM. Karten im Vorverkauf : Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, bei sämtlichen KdF.-Warten, bei Ernst Challier und im Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg. Urlauberzug vom 19. Juli bis 2. August nach Schlesien — Glaher Bergland. Fahrtkosten 57 Mark. Diese zweiwöchige Urlaubsfahrt führt in Deutschlands Südosten, das Schlesierland. Das Urlaubsgebiet im Glatzer Bergland bietet in feiner Art neue Reize, die vielen Bewohnern des westlichen Deutschland verschlossen blieben, denen jetzt die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" eine solche Fahrt ermöglicht. Eine Tagesfahrt wird die Urlauber nach Breslau führen, der fchlefiscden Metropole. Am 14. I u l i findet durch die Ortsgruppe Klein-Linden eine Fahrt in den Tau» gewünschten Uebungszeiten und Tage) nimmt das Sportamt, Schanzenstraße 18, entgegen. Die Kosten betragen 6 Sportmarken ä 1 Mark = 6 Mark für DAF.-Mitglieder, bzw. 6 Sportmarken ä 1,50 Mark = 9 Mark für Nichtmitglieder. Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Samstag von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Volksbad; jeden Montag von 18 bis 19.45 Uhr, Badeanstalt des Männerbadevereins. Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr, jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Schule, Deutschkundliche Fachschaft: 16.15 Uhr Sitzung in der Oberrealschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der bunte Schleier". — Ehemalige 97er- Kameraden: 20.30 Uhr Besprechung im „Hessischen Hof". Mitteilung des Gtadischusamles. Am Samstag, 2 2. Juni, finden keine Sprechstunden des Stadtschulrates statt. Ebenso fällt der Schulunterricht für alle Volks-, Berufs- und Privatschulen aus. Gustav Jakoby als Gast im. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Dienstag, 25. Juni, ist Gustav I a k o b y im Stadttheater Gießen mit seinem Programm „Zwei Stunden Lachen mit Gustav Jakoby . Jakoby gilt augenblicklich als Deutschlands größter Vortragskünstler und Humorist im volkstümlichen Genre; man nennt ihn nicht zu Unrecht den Erben des unvergeßlichen Otto Reutter. Wir treffen m ihm eine der beachtenswertesten Gestalten der Dortrags- kunst einen unbestrittenen König auf dem Gebiete der politischen Satire, die er mit beispiellosem Ge- schick und Takt meistert. Es geht ihm der Ruf voraus, einer der allergrößten deutschen Humoristen und Dortragsmeister zu fern. Unbesiegt ist er auf feinem Spezialgebiet, und er setzt eine Vortrags- folge zusammen, die Humor, Witz, Satire, Schnurre und Scherz, fröhliche Lieder vorn Rhein und Wem sowie lustige Ausflüge ins Reich der Dialekte enthält. Dieser Abend wird >edem Besucher zu einem I Erlebnis schönster Art werden. Zuge der Straße „Arn Nahrungsberg" bis zur Ecke Keplerstraße geführt und anschließend in einen bereits vorsorglich vor längerer Zeit geschaffenen Stollen eingeleitet werden. Der offene Lauf des Baches durch die Gärten hinter der Bibliothek wird dadurch vermieden. Die nachstehenden Pfarramtskandidaten sind mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab zu Pfarrverwaltern der daneben angegebenen Pfarreien ernannt worden, nachdem sie die Stellen bereits einige Zeit als nichtordinierte Kandidaten versehen haben: Klaus Bischoff, Spachbrücken, Dekanat Groß- Umstadt; Julius Cronenberg, Dreifelden, Dekanat Selters; Ernst Dame rau, Melbach, Dekanat Hungen; Dr. Walter Eschenr öd er, Stadtvikar in Frankfurt a. M.; Adolf Fai lin g, Ueloersheim, Dekanat Oppenheim; Hans Geißler, Flomborn, Dekanat Alzey; Dr. Richard Aus der Provinzialhauptstadl. Sommersonnenwende. Die morgige Sonnwendfeier soll das Fest der Verbundenheit mit der Natur sein, wie einst bei unfern Ahnen. Es soll nicht nur ein Fest der Jugend fein, sondern ein gemeinsames Erleben des ganzen deutschen Volkes. — Weit blauen die fernen Berge, silbern glänzt das Wasser des Flusses drunten im Tal. lieber Wald und Wiese liegt ein geheimnisvoller Schleier. Düste umwehen uns. Das stille Atmen der Bäume bringt zu uns. Der Waldbach scheint eingeschlasen, nur müde und schläfrig plaudert er weiter. Die Blumen senden starken Duft in die Sternennacht. Kein Lärm des Tages steigt bis hier auf die Bergeshöhe. Ganz in der Ferne aber schlägt eine Nachtigall, hell und jauchzend. ... Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die weiten Lande, als flöge sie nach Haus. (Eichendorff.) Das ist der Zauber der deutschen Sommernächte. Das sind Stunden, in denen wir staunend stehen und Alltag, Leid und Sorge vergessen. Eine unendliche, heilige Ruhe kehrt in unserem Herzen ein. Wie oft mögen unsere Vorfahren in solchen Nächten, beim geheimnisvollen Rauschen der Eichen in den Wäldern gestanden haben. Wie haben sie, denen doch ringsum Wald und Feld, Luft und Wasser mit Geistern und lebendigen Wesen bevölkert waren, ge- \ lauscht! Sie schauten nach der Sonne aus, sie beobachteten den Mond und die Sterne. Sie waren noch in viel stärkerem Maße mit der Natur verbunden als wir. Und es kam der Tag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand erreichte. Es ging wieder abwärts. In dieser Zeit, auf der Höhe des Jahres, flammte das Sonnwendfeuer in allen Gauen auf. — Es gab manches mitleidige Lächeln und auch höhnende Worte, als in den Jahren vor dem Krieg einige Jungen und Mädchen, etliche Bünde und Wandervogelgruppen, die alte schone Sitte des Sonnwendfeuers wieder neu einführten. Aber die Jugend behielt recht. 1 Sie entdeckte nicht nur eine alte germanische < Feier, sondern sie eroberte auch die Natur. Die t Taten der Freiwilligen im Weltkrieg gaben Zeugnis i von ihrem Wollen. Natur und deutsche Seele, sie i gehören untrennbar zusammen. Es war wie beim Aufgang der Morgensonne. Die Augen blickten hin- I ein in den kommenden lichten Tag, sie glänzten vor « Freude. i Und so feierten die Jungen auch die Sonnen- j wende, hoffend auf eine neue Zeit, hoffend auf < Deutschlands Auferstehung, wenn auch schlimme i Jahre kamen. Im Herzen unserer Jugend lebte dieses | heilige Sonnwendfeuer weiter, und es wurde von neuem zu heller Flamme entfacht. Die Jugend hat , etwas wiedergefunden, das die Alten längst vergessen glaubten. Da oben auf der Bergeshöhe, beim flammenden 1 Holzstoß, beim Feuerspruch und beim Sprung durch die Flammen: Da brach der alte deutsche sieghafte Glaube durch. Bei diesem heiligen Feuer schöpften einst unsere Vorfahren Kraft und Glauben für ein langes Jahr. So schlug das Herz unserer Jugend hoher, wenn sie zurückdachte an die erhebende Sonnwendfeier, wenn sie sich bas Bild noch einmal vergegenwärtigte: Der brennende Holzstoß, die hoch schlagenden Flammen, grauer Rauch und knisternde Funken, daraus hervortauchend die hell beleuchteten Gesichter, die glänzenden Augen, und über dem Ganzen der - wunderbare Zauber der Sommernacht. Solche Augenblicke vergißt man nicht. Unser ganzes Denken und Handeln war beschwingt, die Begeisterung schlägt hoch. Wir gedenken der Vergangenheit, wir hoffen auf eine neue herrliche Zukunft! Der Sonnwendfeier Flammenzeichen zum Himmel (obre hoch empor! Laßt unsre Herzen ihnen gleichen, Begejstrung flamme braus hervor! Unb wie bie Feuerzungen künden, daß wir bewahren beutsche Treu, so möge unser Sieg entzünben altbeutschen Helbenmut aufs neu! Hort ihr bas Rauschen in ben Eichen? Hort ihr ben fernen Donnerton? Es mahnt: Die Sonne will entweichen, unb fernher bräut bie Nacht uns schon. Da laßt uns benfen unsrer Ahnen, die einst erworben uns dies Land zum ew'gen Eigen der Germanen vom Gletscherfirn zum Dünensand ... (B a y e r.) S. Gommers Anfang Am 22. Juni nimmt kalendermäßig der Sommer seinen Anfang. Wir haben an diesem Zeitpunkt die kürzeste Nacht unb ben längsten Tag. Nunmehr werben bie Tage nicht mehr länger, sondern, nach einiger Zeit, allmählich immer kürzer. Diese Feststellung machen, bedeutet gleichzeitig daran zu erinnern, daß mir dann des Jahres Höhepunkt bereits hinter uns haben, daß der Abstieg des Jahres beginnt. Flammen nun bie ©onnenroenbfeuer in ben deutschen Gauen auf, zum Zeichen bes Höhepunktes bes Jahres so betunben sie mit lodernden Zungen, bah wir festhalten am Brauch unserer Vorfahren, bie schon vor Jahrtausenden bie Sommersonnwende auf Bergeshöhen festlich begingen. Noch steht bas Geschenk der Sonne für biefes Jahr aus: benn bie Ernte ber Felber unb der Früchte beginnt erst zu reifen. Der Sommer, ber jetzt seinen Einzug halt, ist ber Erfüller ber Erntehoffnungen unb damit ber große ßebensfpenber ber Menschen. Sonnwendfeuer leuchten ihm zu seinem Beginn. Es fmb bie Feuer ber Freude! . f. Sommers Anfang nötigt uns indessen zu der F s - fteUung, daß wir, nachdem wir keinen richtigen Frühling erleben dursten, wieder einmal einen Wunsch offen haben: den Wunsch, wenigsten einen echten, strahlenden Sommer zu .^kommen. E s ja Erntezeit, ba brauchen wir heiße, sonnige^age, es ist Reisezeit, da hoffen wir auf gutes Wetter, es ist Ferienzeit im Sommer, ba soll es schon fein. Der Sommer hat viel von dem gut zu machen, was ber Frühling versäumte. Hoffentlich erleben wir mit ihm keine Enttäuschung! vornokizen. — Tageskalenber für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstraße- 20.15 Uhr im Großen Hörsaal Vortrag von Pro fesior Te- mesvary „lieber bas Wesen ber deutschen Musik". — NS. Lehrerbund, Gießen, Abteilung Höhere ber Pfarrei ber Schloßkirchengemeinbe zu Offenbach, Dekanat Offenbach, mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab; ber Pfarrer Richard Weber zu Lampertheim, Dekanat Zwingenberg, zum Pfarrer der zweiten Pfarrei der Petrusgemeinde zu Darmstadt, Dekanat Darmstadt, mit Wirkung, vom 1. Juni 1935 ab; der Pfarrer Hans Eichenauer zu Groß- Karben, Dekanat Friedberg, zum Pfarrer der Pfarrei Nieder-Florsheim, Dekanat Worms, mit Wirkung vom 16. Juni 1935 ab; der Pfarrer i. R. Karl Krieger zu Feilbingert (Pfalz) zum Pfarrverwalter der Pfarrei Dexheim, Dekanat Oppenheim, mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab; der Pfarrer Walter Anthes zu Rimbach, Dekanat Zwingenberg, zum Pfarrer der ersten Pfarrei Lampertheim, Dekanat Zwingenberg, mit Wirkung vom 1. Juni 1935 ab. Die deutsche Rrbcitdfront — " n.9.=6cffleinfchaft,,firaft durch freube" Es steht zeigte Das ist der Mein Von Heinrich Lersch Wissenschaft im Dienst am Volk. Oie Erforschung des Durchgangs der Elektrizität durch Gase. ** Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor in der juristischen Fakultät unserer Universität Dr. Wilhelm Gallas h-at einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafverfahren und Rechtsphilosophie an der Universität Königsberg zum 1. Oktober 1935 erhalten und angenommen. Am gestrigen Abend war Gelegenheit, im Physikalischen Institut der Universität etwas aus der Fülle der Naturwissenschaftslehre zu erfahren. Prof. Gerthsen hielt einen Experimental-Physik- Vortrag über das Thema: „Die Erforschung des Durchgangs der Elektrizität durch G a s e". Wenn der Laie sich dieses Thema ansah, so dachte er wohl, daß es sich hier sicher um ganz komplizierte, fremde Fragen handeln würde, aber er wurde bald davon überzeugt, daß gerade dieser Teil der Physik zu den populärsten physikalischen Erscheinungen unserer Umwelt gehört. So nannte Prof. Gerthsen als typisches Beispiel für ein Durchgehen der Elektrizität durch Gas den Blitz, den wir oft im Sommer zu beobachten Gelegenheit hätten. Jeder wisse, daß die ganze Technik auf der Physik beruhe, und gerade die letzte Schöpfung der Technik, die schon ganz zu unserem Leben gehöre, der Rundfunk, wäre nicht da, wenn nicht eine große Arbeit der Physiker geleistet worden wäre. Der Naturforscher frage nicht, was bringt mir die Beschäftigung mit den Lehren der Natur ein, sondern ihn treibe der Drang nach der Erkenntnis der Dinge dieser Welt. Er wolle die Natur von allen Seiten her kennenlernen. Es mußten zuerst Wege geschaffen werden, an die komplizierten Erscheinungen überhaupt näher heranzukommen. Erst müsse das Einfache verstanden werden, dann könne man sich auch an das Schwere heranwagen. Jeder wisse, daß es einen elektrischen Strom gebe, aber wir sehen den Strom nicht. Im Jahre **EinProbealarmderFeuersirenen findet am morgigen Samstag um 15 Uhr statt. Es besteht kein Anlaß zur Beunruhigung, wenn das Signal der Sirenen zu hören ist. ** Vorn Botanischen Garten. Arn nächsten Sonntag, 23. Juni, wird von 10 bis 12 Uhr in der Kalthausabteilung (Id) der neu erstellten Schauhäuser des Gartens eine Gruppe Insektivoren (fleischfressende Pflanzen) ausgestellt werden. Zugleich wird in Haus II aus dem Privatbesitz des Herrn Garteninspektors Nessel eine Käfer- und Schmetterlingssammlung von seltener Schönheit sichtbar gemacht werden. ** Postpaketenach überseeischenL ander n müssen dauerhaft verpackt sein. Die Versender von Postpaketen nach Uebersee werden darauf aufmerksam gemacht, daß diese Pakete eine sorgfältige und dauerhafte Verpackung erfordern, damit sie den Bestimmungsort in gutem Zustande erreichen. Wellpappe mit Zinkeinlage, Sperrholzkisten und widerstandsfähige Holzstoffkisten haben sich im Ueberseeverkehr als Verpackung besonders gut bewährt. Bei Sendungen mit zerbrechlichem Inhalt müssen die Gegenstände fest liegen und die Zwischenräume gut ausgefüllt sein. Gegenstände mit scharfen Kanten oder Ecken müssen gut umwickelt sein, damit sie die äußere Umhüllung nicht durchschneiden können. Es sind zehn Lohnklassen vorgesehen. Die ersten acht gelten für Pflichtversicherte, die Lohnklasse neun und zehn für freiwillige Höherversicherte. Für Versicherte, deren regelmäßiges wöchentliches Entgelt 6 Mark nicht übersteigt, entrichtet der Arbeitgeber die vollen Jnvalidenver- sicherungsbeiträge. Bei einem Wochenverdienst von mehr als 6 Mark sind die Beiträge je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Versicherten zu tragen. Der Versicherungspflichtige muß sich bei der Lohnzahlung die Hälfte des Beitrags vom Lohn abziehen lassen. Der Beitrag wird nach dem Brutto- wochenlohn (also ohne Abzug von Steuern, Kassenbeiträgen usw.) erhoben. Als Lohn rechnen auch Gewinnanteile, Trinkgelder, Fahrgeldentschädigung von und zu der Arbeitsstätte, Sachbezüge (freie Kost und Wohnung, Kleidung, Feuerung), Weihnachtsgeschenke und andere wechselnde Bezüge, die der Versicherte vertraglich oder gewohnheitsmäßig erhält. Dazu gehört auch der Arbeitnehmeranteil, den der Arbeitgeber über seinen Anteil hinaus vertraglich für den Versicherten zur Sozialversicherung oder Lohnsteuer zahlt, ohne sich diesen der Ingenieur, sonst stürzt das Waffer in den Brunnen mit Macht, nun aber rieselt und rieselt es leise. Ich habe das schon oft erlebt. Wie soll es auch anders sein, wenn der Rhein keine Fluten mehr zu Tal treibt! Mit dem Rhein lebt und leibt das ganze Land am Niederrhein. Die rechte Seite hat Berge und Wälder mit Quellen und Bächen. Wir haben nichts als Windmühlen und Schornsteine, und aller Regen versickert im Sand. Doch der Rhein ist breiter als seine Ufer. Mit ihm ihm fängt alles an und hört alles auf. Du siehst die Früchte reifen in Garten und Feld ... die wären nicht ohne den Rhein. Ohne den Rhein wäre alles nur dürre Heide, wie zwischen Brügge, Venlo und Roermond. Warum nicht hier? Des Rheines Wellen schlagen bis zu uns ins Land hinein. In unterirdischen Strömen sendet er uns sein lebendiges Blut. Daran saugen die Wurzeln und Halme, saugen aus Humus und lehmigem Grund die Feuchte. Da saugen die Wiesen mit durstigem Mund und der Rhein steigt empor durch Kiesel und sandige Schichten wie durch haarfeine Röhrchen. Wie der Dunst in feinen Fluten zum Himmel steigt, um als Regen die Blätter zu tränken, so steigt er auch von unten auf zu Acker und Scholle, um die Wurzeln der Wälder und Felder zu ernähren. Drum sag ich immer nur: „Du Vater Rhein! Was trinken wir anders aus Quellen und Brunnen, aus allen Leitungsröhren, in Bier und Wein, als dein kühles Blut? Alles, was wächst auf unserer Scholle, Korn und Kartof- felder, Obst und Gemüse. Der Kühe Milch für unsere Mädels und Buben ... Ach, Vater Rhein, du wirfst deine kühlen Wellen hinein bis in unsere Stuben!" as man von -erInvalidenversicherung wissen muß. nicht mehr. Höhe der Beiträge. wieder erstatten zu lassen. Den Wert der Sachbezüge setzt das Versicherungsamt fest. Der festgelegte Betrag ist dem Wochenlohn zuzurechnen. Sehr wichtig ist, daß für Hausgehilfinnen nach einer Verordnung vom 16. Mai 1933 d ie Beiträge zur Invalidenversicherung nach der Lohnklasse II zu 60 Rpf., und wenn der Barlohn 50 Mk. monatlich übersteigt, nach der Lohnklasse III zu 90 Rpf. zu entrichten sind. In diesen Fällen ist also die Kontrolle über die Richtigkeit der Markenoerwendung sehr einfach. Arl der Beitragszahlung. Die Beiträge entrichtet der Arbeitgeber durch Ein- kleben von Marken in die Quittungskarte des Versicherten. Für jede Kalenderwoche ist eine Marke zu verwenden, auch wenn in der Woche nur teilweise gearbeitet wurde. Die Kalenderwoche rechnet von Montag bis Sonntag. Beschäftigen den Versicherten während der Woche mehrere Arbeitgeber, jo zahlt der erste von ihnen den ganzen Beitrag. Hat weder dieser, noch der Versicherte selbst den Beitrag entrichtet, so hat der nächste Arbeitgeber den Beitrag zu zahlen, kann aber von dem ersten Ersatz beanspruchen. Die Beitragsanteile des Versicherten sind auf die Lohnzeiten gleichmäßig zu verteilen. Sind Abzüge bei einer Lohnzahlung unterblieben, so dürfen sie nur noch bei der nächsten nachgeholt werden, es sei denn, daß der Arbeitgeber ohne sein Verschulden wirksame Beiträge nachträglich entrichtet. Die Marken sind zu entwerten durch Aufschrift des letzten Tages der Woche (Sonntag) mit Firmenstempel, Tinte oder Tinten- Versicherungspflicht. Für den Fall der Invalidität und des A l - t e r s sind u. a. auch die gegen Entgelt beschäftigten Hausgehilfinnen pflichtversichert. Eine Beschäftigung, für die als Entgelt nur freier Unter h a l t gewährt wird, ist dagegen v e r siche- r u n g s f r e i, und zwar auch dann noch, wenn zum freien Unterhalt ein geringes Taschengeld gezahlt wird. Eine Altersgrenze nach unten be- Das ist der Rhein, sagte der Lehrer und „ .. auf der Landkarte eine schwarze Linie, die hoch aus dem Blau des Meeres kam und in vielerlei Win- _ war ein guter Gedanke, in diesem Semester die Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk", eine Veranstaltung der Universität und der Organisation „Kraft durch Freude", ins Leben zu rufen. Wohl kaum etwas anderes ist besser geeignet, die Universität aus der Isoliertheit in die sie düngen und mancherlei Farben sich in einen braunen Flecken verlief. Er erkärte uns, was ein Strom sei, wie er entsteht und daß er unserem Lande den Namen gebe, Den wir durch alle Zeit behielten. Er war ein Maler, der Lehrer und brachte uns viele Bilder mit, die er gezeichnet und photographiert: wie groß und bunt war die Alpenwelt, die auf der Landkarte nur braune Farbe mit weißen Flecken war. Riesige Berge sahen wir auf den Bildern und Schnee daraus im heißen Sommer. Das war die Schweiz. Und dann zeigte er uns den Bodensee und den Rheinfall. In jeder Stunde besonders erzählte er von den Schiffen, die er so liebte; von den Segelbooten, die der Wind treibt, der nichts kostet, nicht qualmt und keinen Lärm macht. Wie er in solchem Boot den Rhein hinaufgefah» * ren, in den großen Ferien bis Straßburg, der wunderschönen Stadt. Alle Dörfer und Berge gesehen und alle Burgen: alle Städte und Häfen und die vielen fremden Menschen. Don geschmückten Sonntagsschiffen erzählte er, mit Musik und Sängern, Wanderburschen mit Ränge! und Stock. Don Schiffen und Flößen wußte er viele Geschichten; was er alles erlebt, wenn er in der Mond, nacht auf den Schiffsplanken gelegen, das erzählte er uns! Daß ihm des Nachts die holden Gestalten der Sagen, des Schwanenritters von Cleve samt Siegfried dem Recken und Hagen dem Grimmen begegnete. Dann nahm er wohl manchmal die Geige aus dem Kasten und spielte und sang und lehrte auch uns das traurige Lied von der Loreley und dem Schiffer im kleinen Kahne. Wie freuten wir uns, wenn der Lehrer kam, die Landkarte herunterließ und sagte: .^Jungens, das ist der Rhein!" Vierzehn Vaterhäuser habe ich gehabt in der Fabrikstadt am Niederrhein. In den langen Sommerabenden, wenn ich nicht schlafen konnte, suchte ich uüd fartb in den vielen Sprüngen des rissigen Kalks die gewmcklene Linie des Rheines wieder, Sergeant Brown ist der beste Koch? Bei einem Preiskochen, das kürzlich im Savoy- Hotel in London veranstaltet wurde, hat Sergeant Brown von der Armee-Kochschule den ersten Preis aewonnen. Er erwies sich nicht nur als der beste, sondern auch als der billiaste Koch unter secks- hundert Bewerbern, was nicht nur zu seinem Ruym ist, sondern die ganze englische Armee mit Stolz erfüllen darf. Aber noch jemand anderes kann mit dieser Preiszuteilung zufrieden sein und einen Teil des Verdienstes des Sergeanten Brown für sich nus statt. Die Fahrt kostet einschl. eines guten und reichlichen Mittagessens 4 Mark. Anmeldungen bis zum 26. Juni beim Ortswart und den Block- waltern der DAF. Vottreuztag 1935 in Gießen. In Verbindung mit dem Rotkreuztag 1935 in unserer Stadt, der eine Straßen- und eine Haus- fammlung bringen wird, findet am morgigen Samstag, 22. Juli, 16.45 Uhr, eine Kranznieder, leaung am Gefallenendenkmal statt. Anschließend wird eine Kundgebung und eine feierliche Flaggenhissung am Depot der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Sonnenstraße 2, abgehalten. Die Kapelle unserer Garnison hat ihre Mitwirkung zugesagt. Im An- schluß an die Kundgebung und die Flaggenhissung ist ein Platzkonzert voraesehen. Die Einwohnerschaft ist zu diesen Veranstaltungen eingeladen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Kulturfest des Forstamts Gchiffeuberg. In Anlehnung an einen alten Brauch und zur Pflege der Betriebsverbundenheit feierte das Forstamt Schiffenberg, als Abschluß der diesjährigen Arbeiten, die dem Aufbau des Waldes dienen, zum zweiten Male sein sog. Kulturfest. Diese Betriebsveranstaltung, die auch weiterbin in jedem Jahre nach beendeter Forstkulturperiooe begangen werden soll, fand in dem festlich geschmückten Saale der Wirtschaft Schaum in Großen-Linden statt. Außer den Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeitern nahmen die Bürgermeister der waldbesitzenden Gemeinden, sowie die Beamten des Forstamts Schiffenberg mit ihren Angehörigen an der Veranstaltung teil. Nach dem von Beamten des Forstamts auf Jagdhörnern geblasenen Begrühungsruf, einem von einer Arbeiterin vorgetragenen Prolog und einem Lied ergriff der Leiter des Forstamts Schiffenberg, Oberforstmeister Nicolaus, das Wort und hieß die Gefolgschaftsmitglieder und die Vertreter der waldbesitzenden Gemeinden herzlich willkommen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß so viele der Einladung Folge geleistet hatten. Es zeuge das von dem im Forstamt herrschenden Zusammengehörigkeitsgefühl aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wie der Wald ein organisches Ganzes bilde, das nur gedeihen kann, wenn alles, was in ihm webt und lebt — Bäume, Sträucher, Bodenflora, Kleinlebe- und Tierwelt — in einem gewissen gesunden Gleichgewichtszustand vorhanden ist, so ist auch in der großen Volksgemeinschaft jeder an seinem Platze für das Gedeihen des Ganzen nötig. Einer ohne den anderen ist ein Nichts in dem großen Getriebe, und auch innerhalb des Forstamts muß jeder an seiner Stelle freudig mitarbeiten, damit die gestellten Aufgaben zum Wohle unseres deutschen Waldes und damit unseres deutschen Vaterlandes in vollem Umfange erfüllt werden. Beim anschließend eingenommenen Kaffee mit von den Waldarbeiterinnen gebackenen Kuchen waren die Tische förstereiweise geordnet. Zahlreiche Darbietungen, die auf sehr beachtlicher Höhe standen, sorgten für die nötige Unterhaltung und Stimmung. Neben schönen, von den Waldarbeiterinnen gelungenen Liedern fanden zwei Duette „Steierischer Tanz und „Der Nagelfranz und seine Frau", die voki Frl. Weiß, Frl. Klotz und Herrn D e - gen gesungen wurden, besonderen Beifall. Lustige Gedachte in hessischer Mundart, von dem Waldarbeiter Albert Keßler vorgetragen, erregten große Heiterkeit. So sah man manche Stunde beisammen, wobei auch das Tanzbein geschwungen wurde. Bürgermeister und Kreisschulungsleiter Michel dankte im Namen der anwesenden Bürgermeister für die Einladung zum Kulturfest, das ein wahres Fest der Volksgemeinschaft sei. Es sei auch erfreulich, daß die erhöhten Einnahmen aus dem Walde es jetzt gestatten würden, Arbeiten auszuführen, die früher nicht ausgeführt werden konnten, was ja in erster Linie den Arbeiterinnen und Arbeitern wieder zugutekomme. Zum Schluß dankte Oberforstmeister Nicolaus nochmals denen, die durch ihre Gesänge, Aufführungen und Vorträge das Fest verschönern halfen, und besonders Förster Seipp vom Forsthaus Hüttenberg, unter dessen tatkräftiger Leitung alles so schön einstudiert wurde. Das Fest wird den Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben. in den letzten Jahren vor der Machtübernahme gekommen war, herauszulösen, als gerade diese Vortragsabende. Hier ist Gelegenheit geboten worden, einen Einblick in das Arbeitsgebiet deutscher Wissenschaftler zu tun, zu sehen, wie auch der Arbeiter der Stirn große und verantwortungsvolle Aufgaben zum Wohle des gesamten Volkes zu lösen hat. So gewannen wir in den letzten Vorträgen Kenntnis von der Arbeit des Veterinärmediziners, des Rassehygienikers, des Mediziners, des Geologen, des Juristen und des Theologen. Viel Interessantes wurde geboten, und viel Neues werden wir noch in den kommenden Vorträgen zu hören bekommen. Sehr begrüßenswert war es, daß die einzelnen Vortragenden sich einer allgemein-verständlichen Sprache bedienten, und auch sehr oft ihre Ausführungen mit Bildern und Tafeln näher erläuterten. greifen könnten, und in Wirklichkeit haben wir es hier mit den Elektronen zu tun. Diese Erkenntnis sei die Geburtsstunde der modernen Physik geworden. Man habe erkannt, daß die Materie aus Atomen bestehe. Der Vortragende gab dann einen guten Einblick in die Lehre der Atome und sprach vom Bau und der Stärke dieser kleinsten Teilchen. Eine der wichtigsten Anwendungen der Gasentladung sei die Erzeugung von Röntgenstrahlen. Denn bei diesen Strahlen würden die Kathodenstrahlen beim Durchgang durch Gase von einem dazwischen gehaltenen Hindernis festgehalten. Die Röntgenröhren von heute sähen anders aus, als früher, heute lasse man die Strahlen, die ein zerstörendes Wirken auf das Gewebe des Menschen ausüben, nur noch aus einem kleinen „Fensterchen" heraus. Gerade die Durchleuchtung habe eine ungeheure Bedeutung bekommen. Dann kam Prof. Gerthsen noch auf das Licht zu sprechen, nannte das Bogenlicht, dann die Quecksilberlampe und das ultraviolette Licht, das uns auf hohen Bergen oder an der See begegnet. Der Mensch brauche das Licht, und die Industrie dieser Gaslampen gebe vielen Menschen Arbeit und anderen Heilung. Heute sei man damit beschäftigt, die Lichtquellen rentabler zu gestalten. Das meiste der gebrauchten Energie gehe bei den Lichtquellen durch Wärmestrahlen verloren. Man sei heute schon in der Lage, Lampen zu erzeugen, die fast die ganze eingelassene Energie restlos in Licht umsetzen. Die Natriumlampen seien heute schon bei vielen Straßenbeleuchtungen und in Fabrikräumen zur Zufriedenheit im Gebrauch. Gerade bei der Beleuchtung der Arbeitsräume könne man die Farbenzusammensetzung des Lichtes so nehmen, daß man bei der Arbeit nicht durch das Licht ermüdet werde. Man sehe also aus den angeführten Beispielen, daß auch der Physiker in der Lage sei, vieles für unser Volk zu leisten. Der Vortrag von Prof. Gerthsen fand großen Beifall bei den aufmerksam zuhörenden Volksgenossen. Gerade die vielen Experimente, die der Vortragende vorführte, erweckten großes Interesse. Am Schlüsse des Vortrags war noch Gelegenheit geboten, die Räume und die Werkstätten des Physikalischen Instituts zu besichtigen. wie sie der Lehrer uns gezeigt, mit allen Flüssen: Saar, Mosel, Nahe, Ahr und Erst. Die Berge waren die grauen Schimmelflecken; und ich ging im Traum mit dem Lehrer auf Reisen in seinem Segelboot. Wir lagen vor Köln und Bonn und sahen den Mond über den sieben Bergen aufgehen. Wenn es draußen gewitterte, banden' wir unser Boot an die Hafenmauer und saßen bei Fischern, Schiffern und allem fahrenden Volk. O, so im Wind über den Rhein zu fliegen, das Steuer in fester Hand, ich sah mich schon als Kapitän! Wenn ich nicht schlafen konnte, wie wurde da die Dachkammer weit ... Das danke ich dem Lehrer noch heute und all den Rissen in den Dachkammerwänden, daß der Rhein lebendig in meine Kindheit hineinrauschte, mit allen Flüssen und Nebenflüssen, mit Bodensee, Alpen und Gletscher, dem Rheinfall, dem donnernden, mit allen Städten und Menschen, Schiffen und Sagen ... Das danke ich dem Schicksal noch heute, daß meine nackten Füße in seinen Wellen plätscherten, seine Burglaternen mir winkten, daß ich die Burgen und Schlösser im Mondlicht sah — das danke ich dem Lehrer, den Kalkrissen, dem Schicksal und meinen vierzehn Vaterhäusern am Niederrhein. In des Vaters Schmiede saß ich als Lehrling nach Feierabend zwischen den Gesellen. Sie hockten, die Bierflaschen zwischen den Knieen und erzählten von der großen Welt, von fremden Städten und Werken. Sie waren als Heizer oder als Maschinisten auf den Schiffen gefahren von Basel bis Rotterdam. Sie hatten über den Strom die großen Brücken geschlagen, in den Wersten große Stromschlepperböden auf die Helling gelegt. Oft lachten sie in meine staunenden Augen und sagten: „Jung', was für ein Glück hast du, daß du nicht als Krämerssohn auf die Welt gekommen bist. Dann hocktest du als papierener Taglöhner auf der Schreibstube. So aber wirst du einst, wie mir, in die Welt hinausfahren. Schaffen wie wir in Frankfurt, Mannheim und Basel!" Und ehe ich die Lehre beendet, da kannte ich alle Werften und Schiffbau- Firmen den Rhein hinauf und hinab. Und ihre Namen waren mir mehr als bloßer Schall und Rauch. Im städtischen Wasserwerk II flickten wir Filterrohre, da nahm mich eines Tages der SchlosserHochschulnachrichien. Geh. Hofrat Professor Dr. Otto Frank, der emeritierte Ordinarius für Physiologie an der Universität München, vollendet am 21. Juni sein 7 0. Lebensjahr. Geh. Rat Frank, geboren zu Groß-Umstadt bei Darmstadt, hat bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1934 26 Jahre lang als Ordinarius in München gewirkt. Seine Arbeiten sind zum Teil chemischen Charakters, liegen aber auch auf dem Gebiete des Stoffwechsels sowie der Lehre von der Herzbewegung und vom Kreislauf. Professor D. Dr. Johannes Geffcken, der emeritierte Ordinarius für klassische Philologie an der Universität Rostock, ist im Alter von 75 Jahren in Rostock g e ft o r b e n. Geffcken ist durch zahlreiche Arbeiten auf dem Gebiet der antiken, besonders der griechischen Literatur sowie der antiken Religionsgeschichte bekannt geworden. 1820 gelang es, den Nachweis des elektrischen Stromes beim Durchgleiten durch einen Leiter zu erbringen. Hier stecke der Anfang zur großen Entwicklung, die in der späteren Zeit gerade die Erscheinung der Induktion und der Kraft genommen habe. Dann kam Prof. Gerthsen auf die Kathoden- strahlen zu sprechen und zeigte im Experiment, wie abhängig diese Strahlen sind, denn sie werden jchon abgelenkt, wenn man nur mit einem Magnet in ihre Nähe kommt. Diese Strahlen müßten kleine Körperteilchen sein, an denen solche Kraftfelder an- Preiskochens nämlich darnach fragte, wo er seine großen Kenntnisse in der Kochkunst erworben habe, gestand er ehrlich ein, daß er die setzten Feinheiten von seiner Frau erfahren habe, die eine ganz ausgezeichnete Köchin sei. „Ich schulde viel von meinem Erfolg meiner Frau, die mir viele kleine Tips gab. Schon von meiner Kindheit an wünschte ich mir nichts lieber, als einmal ein guter Koch zu werden. Das ist ein sehr interessanter Beruf, denn es gibt immer etwas Neues hinzuzulernen, und wenn man glaubt, alle nur erdenklichen Leckerbissen zubereiten zu können, dann erfährt man von einem neuen Rezept und ruht nicht eher, bis man es ausfindig gemacht und vielleicht noch etwas verbessert hat. An dem Preiskochen haben sich übrigens außer Konkurrenz auch drei der berühmtesten Suppenköche Englands beteiligt, die ihre neuesten Erfindungen vorführten. Der eine ist der Koch des englischen Königs, Henry Cedard, der andere der Küchenchef des Savoy-Hotels, Francois Latry, zu denen sich noch. Ewan Kriens, der Vorsitzende des Köcheoerbandes, gesellte. Den zweiten, dritten und vierten Preis nach Brown gewannen übrigens in der Reihenfolge eine Köchin, ein Koch und wieder eine Köchin, so daß der Ruhm der Frauen als Kochkünstler also nicht geschmälert worden ist. Die Rezepte der Preisttäger sollen veröffentlicht werden, und bald werden auf allen englischen Mittagstischen die preisgekrönten guten und billigen Speisen auftauchen. Sergeant Brown befürchtet durch diese Verbreitung seiner Kochkünste offenbar nicht, etwas von seinem Ruhm als bester Koch Englands einzubüßen. meister mit hinab in den Brunnenschacht. Gib acht, „ . es liegt gar nicht am Filterrohr. Das meint aber I buchen — seine Frau! Als man den Sieger des stift, z. B. 10.3.1935. Arbeitgeber, die es unterlassen, rechtzeitig für ihre Beschäftigten die richtigen Marken zu verwenden, können mit Geldstrafen bis zu 1000 Mark belegt werden. Auch der Versicherte hat das Recht, das Marken- Heben s e l b st vorzunehmen. In diesem ffalle hat ihm der Arbeitgeber bei der Lohnzahlung den auf ihn fallenden Beitragsteil auszuzahlen, jedoch muß in der vorzuzeigenden Karte die Marke bereits vorschriftsmäßig entwertet sein. Auch hier ist der Anspruch auf den Beitragsteil des Arbeitgebers den gleichen Bedingungen unterworfen wie oben. Bedeutung der Quittungskarte. Die Quittungskarte dient als Nachweis der Beitragszahlung und zur Unterlage für die Rentenabrechnung. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, sich die Karte ausstellen zu lassen und sie zum Einkleben und Entwerten der Marken rechtzeitig vorzulegen. In der Regel verwahrt der Arbeitgeber die Karte, die er bei Antritt der Stellung abfordert. Hat der Versicherte beim Dienstantritt keine Quittungskarte oder weigert er sich, sie vorzulegen, so kann sie der Arbeitgeber beschaffen und etwaige Beschaffungskosten bei der nächsten Lohnzahlung abziehen. Die Ortspolizeibehörde kann den Versicherten sogar durch Zwangsstrafen in Geld zum Ausstellenlassen und zur Vor- leguna der Karte anhalten. Im übrigen liegt die Beschaffung und Vorlegung der Karte im eigenen Interesse des Versicherten. Am Ende der Beschäftigung ist die Karte dem Versicherten nach vollständiger und richtiger Markenverwendung wieder auszuhändigen. Niemand darf Quittun gs karten gegen den Willen des Inhabers zurück- behalten, sonst ist er ihm für ent« stehenden Schaden verantwortlich. Bei widerrechtlicher Vorenthaltuna der Quittungskarte kann der Arbeitgeber mit Geld- oder Haftstrafe belegt werden. Straffällig macht sich auch derjenige, der Quittungskarten mit besonderen Vermerken versieht. Die Quittungskarte ist spätestens innerhalb zweier Jahre, vom Ausstellungstage an gerechnet, umzutauschen. In dieser Zeit müssen mindestens zwanzig Beitragsmarken verwendet sein. Beim Umtausch läßt man sich Krankheitszeiten, die mit Arbeitsunfähigkeit verbunden waren, auf der Auftechnungs- befcheinigung vermerken, denn diese Zeiten rechnen als Wochenbeiträge zur Erhaltung der Anwartschaft. Ist eine Karte verlorengegangen, so muß die Erneuerung unter Vorlage der letzten Aufrechnungsbescheinigung bei der Ausgabestelle beantragt werden. Sind Aufrechnungsbescheinigungen verlorengegangen, so beantrage man bei der auf der Quittungskarte vermerkten Landesversicherungsanstalt eine Aufstellung über die bisher verwendeten Beitragsmarken. Leistungen der Invalidenversicherung. Gewährt werden Invalidenrenten, Witwen-, Witwer- und Waisenrenten unter bestimmten Voraussetzungen. Voraussetzung dafür ist besonders die Leistung einer Mindestzahl von Beiträgen (Wartezeit). Diese Wartezeit dauert 250 Beitragswochen. Sind weniger als 250 Beitragswochen geleistet, so dauert die Wartezeit 500 Beitragswochen. Für die Erlangung der Invalidenrente auf Grund des vollendeten 65. Lebensjahres beträgt die Wartezeit 750 Beitragswochen. Eine wichtige, jedoch freiwillige Leistung der Landesversicherungsanstalten ist das Heilverfahren. Die Versicherungsanstalt kann ein solches einleiten, wenn zu erroarte-n ist, daß dies die drohende Invalidität eines Versicherten abwendet oder den zum Bezug einer Rente Berechtigten wieder erwerbsfähig macht. Freiwillige Versicherung. Wer aus der versicherungspflichtigen Stellung ausscheidet, hat das Recht, sich freiwillig weiter zu versichern. In diesem Falle muß er während 3tt>eier Jahre nach dem auf der Quittungskarte verzeichneten Ausstellungstage m i n d e st e n s zwanzig Beitragsmarken entsprechend seinem letzten Einkommen, mindest jedoch Lohnklasse II zu 60 Pfennig verwenden. Eine B e i • tragserstattung bei Heirat kennt die Invalidenversicherung nicht. KinnischeZugend im Gau Hessen-Nassau Frankfurt a. M., 20. Juni. (LPD.) Seit zwei Wochen weilt eine 16köpfige finnische Jugendgruppe auf Einladung der Frankfurter Hitlerjugend in Frankfurt. Bekanntlich war im vorigen Jahr deutsche HI. bei ihren Freunden in Finnland zu Gast. Als Austausch und zum Dank für die erwiesene freundliche Aufnahme traten nun die Mitglieder der „Sinnimustat" die Reise nach Deutschland an, um in Frankfurt ihre Ferien zu verbringen. Während der Pfingstfeier- tage unternahm die Gruppe eine Rheinreise und lebte anschließend einige Tage in einem Zeltlager im Spessart. Das bedeutete für sie ein besonderes Vergnügen, da in ihrer Heimat ein Zeltleben wegen der ungünstigen klimatischen Verhältnisse kaum in Frage kommt. Am gestrigen Mittwoch fuhr die aus Schülern und Studenten sich zusammensetzende Gruppe unter Führung der HI. und eines Vertreters des VDA. über die Reichsautobahn nach Darmstadt und weiter über die Bergstraße nach Heidelberg. Nach eingehender Besichtigung der Universitätsstadt besuchte man anschließend das Werk Oppau der IG.-Farbenindustrie. Arn Donnerstagabend verlassen die finnischen Jungen Frankfurt und fahren über Hamburg und Lübeck in ihre Heimat zurück. Handball-Städte-Epiel Wetz'ar—Gießen. Am Samstagnachmittag fährt die Gießener Stadtmannschaft zum Rückspiel nach Wetzlar. Das Vorspiel konnten die Wetzlarer in Gießen 9:6 gewinnen. Nachdem die bekannten Handballspieler Acker und Kissel (Universität), Krüger und Cremers (1900), Schmidt und Berg (Mtv.) nicht zur Verfügung stehen, werden die Gießener eine eingespielte Mannschaft nach Wetzlar entsenden. Der VfB.-R. wird mit seinen besten Handballspielern die Stadt Gießen vertreten. Kleinkaliberschießen in Bieber. reichs Mittelstürmer, glich 11 Minuten später unhaltbar aus. Bis zum Spielschluß hatten dann die Nordfranzosen mehr vom Spielgeschehen, ohne aber an dem Unentschieden etwas ändern zu können. Grutemeyer (Holland) leitete einwandfrei. Weinkötz vierfacher (Sieger. Westdeutsche Hochschul-Leichkalhletikmelsterschaften in Köln. In d'er Hauptkampfbahn des Kölner Stadions wurden am Fronleichnamstage die Westdeutschen Hochschul-Leichtathtetikmeisters'baften ausgetragen. Als erfolgreichster Teilnehmer erwies sich der deutsche Hochsprung-Rekordmann Weinkötz (Köln), der sich im Hochsprung mit 1,85 Meter und im Weitsprung mit 6,95 Meter siegreich durchsetzte, den Fünfkampf mit 3448 Punkten gewann und außerdem durch fein gutes Laufen als Schlußmann der Kölner 4-mal-100-Meter-Staffel dieser 3um Siege verhalf. Weinkötz brauchte sich in raum einer der von ihm bestrittenen Konkurrenzen völlig auszugeben. Sehr gut ließ sich noch der Kölner D e b u s an, der das Diskuswerfen und den Dreisprung gewann und im Kugelstoßen hinter dem Frankfurter Junker den zweiten Platz belegte. In der Gesamtwertung belegten die Kölner Studenten ebenfalls den ersten Platz. Bei den Frauen bewährte sich die Frankfurterin Eck sehr gut. Sie setzte sich im Dreikampf und im Speerwerfen erfolgreich durch, belegte im 100- Meter-Lauf den zweiten Platz und stand außerdem ebenfalls in der 4-mal-100-Meter°Staffel der Frankfurter Universität, die sich siegreich durchsetzte. Deutschlands Länderkampf gegen Norwegen. Der am 27. Juni in Oslo stattfindende Länderkampf gegen Norwegen gibt Anlaß, einen kurzen Rückblick auf die bisher zwischen den beiden Nationen zum Austrag gekommenen sieben Länderspiele zu werfen. Deutschland hat in diesen Spielen bisher keine Niederlage hinnehmen müssen, ist aber auch seit 1930 gegen die norwegische Nationalmannschaft nicht mehr zu einem Siege gekommen, denn die Länderspiele in Breslau, Oslo und Magdeburg endeten jedesmal unentschieden. Die bisher erreichten Ergebnisse zwischen den beiden Nationalmannschaften sind: 4. November 1923 in Hamburg 1:0; 15. Juni 1924 in Oslo 2:0; 23. Oktober 1927 in Altona 6:2; 23. September 1928 in Oslo 2:0; 2. November 1930 in Breslau 1:1; 21. Juni 1931 in Oslo 2:2; 5. November 1933 in Magdeburg 2:2. Das Gesamttorverhältnis aus diesen 7 Kämpfen lautet 16:7 für Deutschland. Am Sonntag, 16. Juni, fand der dritte Wettkampf der Kleinkaliber-Schützenvereine Krofdorf, Bieber, Wilsbach, Launsbach in Bieber statt. Geschossen wurde mit Fünfermannschaften je drei Schuß liegend, knieend und stehend freihändig ohne Anzeigung. Sieger wurde die 1. Mannschaft Bieber mit dem guten Ergebnis von 410 Ringen vor Krofdorf (377 Ringe) und Launsbach (355 Ringe). Einzelsieger wurde Rudolf Müller, Launsbach, mit 91 Ringen. Einen schönen Erfolg hatten die Jungschützen von Launsbach, die den Schießsport erst seit einigen Wochen pflegen und sich an vierte Stelle setzen konnten. Der letzte Kampf und die Siegerehrung finden in Wilsbach statt. Westdeutschland—Nordfrankreich 1:1 (0:0). Vor nur 5000 Zuschauern trafen am Donnerstag in Essen „am Uhlenkrug" die Fußballmannschaften von Nordfrankreich und Westdeutschland aufeinander. Der den ganzen Tag über niedergegangene Regen, der auch dem Besuch sehr abträglich war, hatte den Boden glatt und weich gemacht, so daß die Spieler einen schweren Stand hatten. Das Treffen endete wie schon das Vorspiel in Lille mit einem gerechten Unentschieden; beide Parteien schossen diesmal je einen Treffer. Vor der Pause hatte es zunächst ausgeglichenes Spiel mit gleichverteilten Torchancen gegeben. Aber auf beiden Seiten waren die Torwächter — Jürif- fen und Desfoffe — ausgezeichnet in Laune. Auch die Pfosten wehrten einigemale gutgemeinte Schüsse ab. Die letzte Viertelstunde vor dem Wechsel wurde der Westen zwar leicht überlegen, aber zwei von Ganski bzw. Winkler erzielte Tore wurden wegen Abseits bzw. Handspiel nicht gegeben. In der 6. Minute nach dem Wechsel schoß dann Lenz den ersten gültigen Treffer für die Westmannschaft, der allerdings der einzige bleiben sollte. Jgnace, Nordfran^ Gegel-Rekor-flüge in Hirzenhain. Am zweiten Tage des Hirzenhainer Segelfliegertreffens war das Wetter ungünstig. Schwere Regenschauer und wechselnde Winde erschwerten die planmäßige Durchführung des Wettbewerbs. Trotzdem wurden nicht weniger als 14 Starts durchge- führt und dabei einige beachtliche Leistungen, fo Dauerflüge bis zu drei Stunden und ein Streckenflug von über 80 Kilometern ausgeführt. Am dritten Tage mußte der Flugbetrieb wegen andauernder heftiger Regenschauer und dichter Nebel gänzlich ruhen. Für diesen Ausfall wurden die Flieger am Mittwoch reichlich entschädigt. Endlich trug der Himmel wieder eine freundliche Miene zur Schau, und ein echter Hirzenhainer Nordwest hatte die Nebelbänke in entlegene Fernen verjagt. Diese günstige Wendung wurde von den Fliegern zu außergewöhnlichen Leistungen benutzt. Sämtliche Hirzenhainer Rekorde wurden an diesem Tage gebrochen. Die Wettbewerbsleitung hatte eine Tagesprämie für die erfte Umrunbung des Dillenburger Wilhelrnsturrns mit Rückkehr zum Startplatz ausgefchrieben. Da der Wind der Durchführung dieses Unternehmens günstig war, setzte bald ein großes Wettfliegen nach Dillenburg ein. Wie ein Mückenschwarm erhoben sich in kurzer Zeit sämtliche wettbewerbsfähigen 18 Maschinen, und in breiter Front wurde der Angriff auf das Wahrzeichen der alten Oranier-Stadt unternommen. Um 13 Uhr hatten bereits sieben Maschinen das Ziel erreicht, als erster der Pilot Falsche- Frank- b u r t a. M. auf Rhön-Bussard „Eugen von Lössel", ihm folgten Heiderich-Dühmen und Opitz- Fulda. Die Leistung des letzteren ist um so höher zu bewerten, als Opitz sein Flugzeug ohne jegliche Hilfe in feiner freien Zeit selbst gebaut hat. Am Nachmittag konzentrierte sich das Interesse der Wettbewerbsteilnehmer auf die zweite Tagespramie, die den ersten Streckenflug über 20 Kilometer in gerader Linie zur Aufgabe hatte. Auch diese Aufgabe wurde von den Fliegern in glänzender^ Weife gelöst. Zahlreiche Maschinen gingen auf Strecke, von denen nicht weniger als neun Flüge über 20 Kilometer hinter sich brachten. Die größte Entfernung erreichte Der Flieger Svilger - Darmstadt auf Rhön-Bussard „Richt- Hosen", der nach Schlüchtern flog, eine Strecke, die 94,5 Kllometer beträgt. Verschiedene andere Flieger landeten in Oberhessen, so einer bei Stein» heim, ein anderer bei Großen-Buseck, ein dritter in Grünberg. Drei Flieger gingen in der Gegend von Oberwalgern im Kreise Marburg nieder, ein anderer landete in Groß-Altenstätten im Kreise Wetzlar. Aber auch die Hirzenhainer Bestleistung im Dauerflug wurde an diesem Rekordtag, an dem nicht weniger als 40 Starts ausgeführt wurden, weit überboten. Der Flieger Ruhl auf Rhön-Bussard „Stadt Detmold", der um 9.47 llhr aufgestiegen war, hielt sich wahrend des ganzen Tages in der Luft und landete erst am Abend bei ein- brechender Dunkelheit, nachdem er von der Nachdruck verboten! 15 Fortsetzung Wamm verkennst im mich, Varbara? Roman von Liane Sanden. llrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) „Die sollten Sie lieber noch drin lassen!" meinte Mackenroth. Er Deutete nach dem Himmel über Dem Wasser. „Das Unwetter kommt ja noch einmal zuruck!" v _ „Ach Gott, ach Gott!" jammerte Der alte Franz unD sah Mackenroth ängstlich an. „Noch einmal zurück? UnD Dabei ist Die gnäDige Frau noch nicht zu Hause!" Mackenroth erschrak: „Die gnäDige Frau noch nicht zu Hause? Wie ist Das möglich? Sie ritt ja, ehe wir vom FelDe kamen, schon wieder nach Hause!" Franz' Gesicht bekam einen Ausdruck noch tieferen Schreckens: , __ _ „Ja — ich weiß ja auch nicht, Herr von Mackenroth! Aber sie ist eben noch nicht da!" Eckehard von Mackenroth sprach nicht weiter. Das Gesicht des treuen Dieners zeigte schon eine so furchtbare Augst, daß er ihn nicht unnutz be- unruhigen wollte. In diesem Augenblick horte man einen schnellen Schritt von der Treppe her. Magdalena Gerwig kam eilig herab. Ihr zartes, weiches Gesicht trug gleichfalls den Ausdruck großer Sorge: „Um Gottes willen, Herr von Mackenroth, was soll man tun? Ich höre soeben, daß Barbara bei Dem Unwetter ausgeritten ist. Ich habe bereits überall herumtelephoniert, ob sie auf einem Der Güter ist Aber niemanD hat sie gesehen. Da berichtete EckeharD von Mackenroth in gedrängten Worten, was er von Barbara wutzte. „Ich bin selbst in größter Sorge Fräulein Gerwig! Ich glaubte nichts anderes, als daß d e gnädige Frau von der Karpenstemer Mese aus direkt nach Hause geritten wäre. Ich war noch so froh, daß sie vor Dem schlimmsten Unwetter Daheim angelangt sein mußte. Ich bin wirklich sehr stürzt." .. , Magdalena preßte die Hände 3ufammen_ „Was soll man tun? Helfen Sie, Herr von Mackenroth! Ich bin in solcher Angst um Barbara. „Ich werde sie suchen", gab Eckehard kurz zur Antwort. „Vielleicht ist sie in einer Schutzhutte im Walde." . Er unterbrach sich, ein dumpfes Grollen, Das näher kam, ließ sie alle auffehen. „Das Gewitter kommt näher!" sagte Magdalena angstvoll. , , ,Lch werde Anordnung geben, Daß mehrere Leute Den Weg von Der Karpensteiner Wiese hierher abgehen, Fräulein Magdalena! Ich selbst reite voraus. Seien Sie ruhig, sicher hat sich Frau von Stechow vor Dem Regen irgendwohin geflüchtet unD wartet wohlbehalten, bis sie in allem FrieDen Heimreiten kann." EckeharD sagte es beschwichtigenD, aber in ihm selbst saß Die Angst. Doch vor MagDalenas Der- ftörtem Gesicht mußte er sich bezwingen. Er wollte Das arme kleine Dinge nicht in noch größere Unruhe versetzen. 18. Kapitel. Magdalena sah ihm nach, wie er jetzt durch den wieder niedersprühenden Regen durch den Vorhof des Schlosses eilte, um zu den Wirtschaftsgebäuden und den Stallungen zu kommen. „Gott, laß ihn Barbara finden!" betete sie lautlos, und ihre Hände falteten sich wie im Gebet. Alles Weh, das Barbara ihr heute angetan, versank in der Angst um die geliebte Freundin. Wenn ihr etwas zugestoßen wäre — sie zitterte am ganzen Körper bei Diesem furchtbaren GeDanken. Am liebsten wäre sie EckeharD nachgelaufen, Der jetzt in Dem ftiebenben Regen über die Brücke drüben verschwand. Aber wo sollte sie suchen? Sie würde den Männern nur im Wege sein. Eckehard war inzwischen wieder am Wirtschafts- Hofe angelangt. Er rannte, des wolkenbruchartig herniederprasselnden Regens nicht gchtend, hinüber in die Leuteküche. Dort saßen noch einige der Knechte beieinander. In kurzen Worten unterrichtete Eckehard die erschreckten Männer davon, daß die Herrin noch im Regen und Gewitter unterwegs wäre. . ,'Wir müssen sie suchen!" schloß er. „Wer macht m (Sofort erhoben sich Die meisten wie ein Mann. Barbara war bei Den Leuten unenDlid) beliebt. Sie war immer gerecht und hatte ein Herz für die (Sorgen und Nöte ihrer Untergebenen. Wie aus einem Munde sagten die vier Knechte: „Wir suchen mit!" Nur ein paar Neue standen zögernd und unentschlossen da. Eckehard in seiner Aufregung hatte es kaum gesehen, zum mindesten fiel es ihm jetzt nicht auf. „Also los, Leute!" befahl er. „Zwei gehen den Waldweg nach Karpenstein, zwei die Chaussee. Zwei Leute, die ich noch draußen beordern werde, folgen mit einer Tragbahre." Die Knechte sahen betroffen und erschrocken aus. „Meinen Sie wirklich, Herr Inspektor, daß etwas geschehen sein kgnn?" Ich hoffe nein! Aber man muß auf alles ae aßt (ein!" gab Eckehard zur Antwort Nun los, Kinder! Wer die Herrin zuerst findet. bekommt von mir einen Zehnkronenfchein. Ich selbst reite voraus. Beeilt euch!" Er eilte hinaus, feiner Wohnung zu um sich regenfest umzuziehen. Auf dem Wege sah er noch in den Stall für die Reitpferde hinein, da war Emil gerade damit beschäftigt, das Futter frisch in die Raufen der Tiere zu streuen Eckehard gab befehl, seinen Hengst sofort zu satteln und vor Bei "dem Wetter, Herr?". fragte Emil „Es geht ja wieder richtig los mit Dem Gewitter! „Tut nichts, Junge! Ich muß Die Herrin suchen!" „Ist Die nicht zu Hause? Ich hab' geDacht, Das Pserb ftänDe längst Drüben im Herrschaftsstalle?" fragte Emil erschrocken. Als EckeharD verneinte und ihm nochmals höchst Eile anbefahl, nickte der Junge ganz verstört. Schnell legte er Eckehards Reitpferd Zaumzeug und Sattel auf. Dann lief er in die letzte Bvx, wo eines der Pferde stand, das man für Besucher von Schedlowitz hielt. Auch dieses Tier sattelte er in aller Eile. Sein Entschluß war gefaßt: er ließ den Inspektor nicht allein hinausreiten. Vier Augen sahen besser als zwei — und er würde nicht ruhen, bis man die Herrin gefunden hatte. Sollte er den Herrn Inspektor bitten, daß er ihn mitnähme? Ach, besser nicht. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort!, dieser Ausspruch seiner Mutter kam ihm in den Sinn. Er würde sich auf eigene Faust der Suche nach der Herrin anschließen. Als Eckehard von Mackenroth im Reitanzug mit der wasserdichten Pelerine aus feiner Wohnung kam, stand das Reitpferd gefältelt und gezäumt vor feiner Tür. Es warf den Kopf nervös hin und her, wenn ein greller Blitz herniederging, dem ein krachender Donner folgte. Nur dem sanften Zureden Emils gelang es, das Tier immer wieder zu beruhigen. Eckehard schwang sich elastisch in den Sattel. Drüben kamen schon die Leute, die er für die Erkundung bestimmt hatte. Sie trugen Lederjoppen und Schirmmützen. Ihnen folgten zwei Männer mit einer Tragbahre. Emil ließ die Kolonne aus dem Hoftor hinausgehen. Dann rannte er in den Stall, schwang sich auf das bereitgestellte Reittier und galoppierte nach. Der Herr Inspektor, das wußte er, war schon weit voraus. Er selbst würde einen Ab- kürzungsweg einschlagen; er kannte das Waldgelände hier wie seine Hosentaschen. Der Herr Inspektor war doch noch nicht so mit allen Wegen und Stegen hier vertraut wie er, der hier aufgewachsen war. Barbara war nach der Unterredung mit Eckehard sinnlos vor Zorn davongeritten. Jede kühle Heben legunq wurde erstickt vor diesem zornigen Haß. Es ging ihn nichts an, was sie tat. Er war Der Untergebene, sie Die Gutsherrin! Noch keinem Menschen gegenüber war Dieser sinnlose, heiße Trotz in ihr hochgestiegen wie gegenüber diesem Manne. Er sollte sie nicht ansehen, er sollte nichts anderes mit ihr sprechen wie das, was seine Dienstobliegenheiten erforderten. Und vor allem sollte er nicht sich den Anschein geben, als wenn er sich um sie sorgte. Seine Augen hatten sie vorhin so bittend und mahnend angeschaut. Sie wollte diesen Blick nicht sehen. Sie wußte ja, dies alles war nur Täuschung. Alle um sie herum täuschten sie ja; auch die Freundin, auf deren Wahrhaftigkeit sie ge- schworen hätte. Barbara war seit Dem furchtbaren Erlebnis in ihrer Ehe von einem geradezu krankhaften Miß- trauen beseelt. Seitdem Albert von Stechow ihr gläubiges junges Gemüt so bitter getäuscht, hatte sich das Gift des Zweifels immer tiefer in sie hineingefresfen. Das Benehmen der Gesellschaft hier hatte sie in ihrer mißtrauischen Menschenverachtung nur bestärkt. So glaubte sie von Eckehard von Mackenroth nichts Besseres als von anderen Menschen. Ja, sie wollte nichts Besseres von ihm glauben, gerade weil sie ihn liebte. Niemals mehr wollte sie einem Manne vertrauen! Sie war davongeritten in einem wahnsinnigen Tempo, wie um durch die äußere Bewegung die innere Verzweiflung zu betäuben. Arabella spürte mit Unlust und Erschrecken, wie hart die geliebte Herrin heute die Zügel hielt. Sonst empfand sie den Ruck am Zügel nur wie eine leise Liebkosung, und den Schenkeldruck ohne Sporen nur wie eine leise Mahnung. Heute schnitten ihr die Zügel, von Barbaras Händen krampfhaft gehalten, in das weiche Maul. Die Füße Barbaras1 mit den Sporen an den hohen Schuhen drückten sich scharf in die Seiten des empfindlichen Tieres. Dazu das immer wilder hereinbrechende Wetter — Die zuckenDen Blitze, Der krachenbe Donner: Das nervöse Tier geriet außer sich. Eine Weile war es gleichmäßig Dahingestürmt, von Barbaras Willen gelenkt. Solange Barbara noch auf Der Chaussee auf ebenem Wege Dahinritt, behielt sie Arabella noch in Der Gewalt. Je- Doch um Dem wohlkenbruchartigen Regen zu entgehen, ritt sie in Den WalD hinein. Das rourDe ihr zum Verhängnis. Unter Den im Sturm des Gewitters sausenden Bäumen wurde Arabella immer unruhiger. Sie versuchte rechts und links auszubrechen. Doch Barbaras Reitkunst gelang es immer noch, das Tier in der Gewalt zu behalten. Sie faßte die Züael kurz, drückte die Beine hart an Arabellas feuchten, glänzenden Leib und zwang das Tier, auf der Bahn zu bleiben. Keinen Augenblick kam ihr der Gedanke, in welcher Gefahr sie schwebte. Im Gegenteil: dieser Kampf mit dem Tier und der Kampf mit den Elementen war ihr im Augenblick wie eine Erlösung. Da — ein krachendes Donnern — ein Knacken und Brechen — eine lodernde Flamme. Dicht vor ihnen war der Blitz in einen Baum gefahren. Nun glühte es in feuriger Lohe auf. Aeste brachen knisternd. Arabella, von einem furchtbaren Schreck erfaßt, stieg empor, daß sie fast auf den Hinterbeinen stand. Und bann jagte sie in rasendem Tempo davon über Stock und Stein — wie gepeitscht von ihrer sinnlosen Furcht. Barbara hatte im Augenblick des Blitzeinschlags vor Schreck die Zügel locker gelassen. Nun ver- mochte sie nicht mehr das rasende Tier zu bändigen. Sie umklammerte den Hals der Stute, um sich festzuhalten. Aber sie fühlte, wie ihr Kräfte nachliehen, wie sie abrutschte. Ein neuer Donnerschlag — ein greller Blitz — Arabella sprang seitlich. Der Weg fiel hier ziemlich steil ab. Ein Back floß unten über bemooste Steine. Arabella sprang — stürzte in die Knie, lieber den Kopf des Pferdes hinweg flog Barbara. (Fortsetzung folgt!) Wellbewerbsleikung dazu aufgeforderk worden war. Mit einer Gesamtflugzeit von 11 Stunden und 2 Minuten hat er den von dem Flieger Wieg- meyer gehaltenen Hirzenhainer Dauerflugrekord bei weitem Überboten. Mit dieser überragenden Leistung hat sich die Ortsgruppe Detmold an die Spitze des Wettbewerbs gesetzt. Auch die Kondor-Maschine „Die vom Niederrhein" von der Fliegerortsgruppe „Duisburg" (Pilot B r i x t - Hamborn) vollbrachte mit einer ununterbrochenen Flugzeit von 10 Stunden und 15 Minuten eine hervorragende Leistung. Gleichzeitig stellt sie mit einer Startüberhöhung von 1420 Meter einen neuen Hirzenhainer Rekord dar. Daneben wurden noch einige weitere beachtliche Dauerflüge ausgeführt. So gelang dem Piloten Hübner von der Ortsgruppe Wiesbaden auf „Iduna Germania" ein Dauerflug von 6 Stunden bei einer Startüberhöhung von 1150 Meter, womit sich der Flieger für das Leistungszeichen qualifiziert hat. In der Nacht zum Donnerstag setzte erneut ein Umschwung der Wetterlage ein. Dauerregen zwang an diesem Tage die Flieger zu unfreiwilligem Nichtstun. Dennoch ist die Stimmung im Lager nach wie vor ausgezeichnet. Die Deutschlandriege kommt in den Gau Hessen. Als großes turnerisches Ereignis steht im Gau Hessen am 7. September ein Gastturnen der deutschen Nationalmannschaft im Kunstturnen bevor. Die Veranstaltung wird den Abschluß und einen Höhepunkt der großen sportlichen Darbietungen im Rahmen der Jahrhundertfeier des hessischen Staatsbades bilden und im festlichen Bühnensaal des Bad-Nauheimer Kurhauses durchgeführt. Es ist jetzt schon bekannt, daß der Männerturnwart der DT., Direktor Martin Schneider- Leipzig, die Riege persönlich führen wird. Auch das weiß man schon, daß die Auswahlmannschaft olympische Besetzung aufweisen wird. Martin Schneider bat jetzt schon folgende Turner genannt, unter denen sich Deutschlands allererste Kräfte befinden: Alfred Schwarzmann -Nürnberg, Ernst Winter- Frankfurt a. M., Konrad Frey- Bad Kreuznach, M Volz- Schwabach, Heinz Sandrock - Langenfeld (Rheinland), Jnnocenz Stangl-München, Beckert - Neustadt, B r a n d f a ß. Dazu kommen noch 2 bis 3 der Gaubesten des heimischen Gaues Hessen. In Turnerkreisen des Gaues zeigt sich jetzt schon starkes Interesse für die Veranstaltung. Kurze Sportnotizen. Florett ° Mannschaftsmeister wurde bei den in Lausanne begonnenen Europameisterschaften Italien vor Frankreich, Ungarn und Oesterreich, nachdem Deutschland in der Vorentscheidung ausgeschieden war. Bei den Frauen steht Deutschland zusammen mit Oesterreich, Ungarn und England in der Endrunde. In der Einzelmeisterschaft im Florett qualifizierten sich C a s m i r, L e r d o n , Rosenbauer und E i s e n e ck e r für die Vorentscheidung, während Heim und Adam in der Vorrunde ausschieden. * Das Londoner Reitturnier, an dem auch Deutschland beteiligt ist, nahm am Donnerstag seinen Anfang. Am ersten Tage fand die Deutsche I Traber-Quadrille bei den Zuschauern begeisterten | Beifall Norwegens „wahrscheinliche" Elf für den Länderkampf gegen Deutschland am 27. Juni in Oslo hat folgendes Aussehen: Johansson; Erikson, Holmsen; Henriksen, Nordboe, Bretteville; Hansen, Koammen, Juve, Danielsen, Hoal. . Obecheffen. Vf • M: • Ji I - t i E.? ,ML M Frau Margarete Schneider von Holzheim kann am 30. Juni (wir berichteten gestern bereits darüber) auf eine 50jährige Tätigkeit als Hebamme zurückblicken. Unser Bild zeigt die Jubilarin. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 3m Segelflugzeug von Dillenburg zum Vogelsberg. 4= Groß-Eichen (Kreis Schotten), 19. Juni. In der Nähe unseres Dorfes landete heute abend das Segelflugzeug D Eugen von Lässt aus Hirzenhain bei Dillenburg. Es hatte die Strecke Dillenburg — Groß - Eichen in 3/4 Stunden zurückgelegt. Das Flugzeug wurde von vielen Bewohnern der umliegenden Dörfer eingehend besichtigt. Landung bei Grohen-Vuseck. wg. Großen-Buseck, 20. Juni. Am Mittwoch landete in unserer Gemarkung ein S e - gelflugzeug, das bei dem Segelstiegerwettbewerb von Hirzenhain startete. Das Flugzeug kam bei der Landung einer Obstbaumanlage zu nahe, riß einen Baum um und wurde am linke! Flügel beschädigt. Der Pilot erlitt keinerlei Schaden. Am Abend wurde das Flugzeug abge- schleppt. Mit her Axt niedergeschlagen und tödlich verletzt. LPD. Lauterbach, 20. Juni. Im nahegelegenen Wald trug sich gestern eine schwere Bluttat zu, die in ihren Einzelheiten bis jetzt noch nicht einwandfrei geklärt werden konnte. Am Nachmittag wurde der 17 Jahre alte Otto Philipp aus Dirlammen in einer großen Blutlache liegend aufgefunden. Er gab kaum noch Lebenszeichen von sich. Am H i n t e r k o p f hatte er eine klaffende Wunde, die ihm mit einer in der Nähe des Tatortes gefundenen Axt beigebracht worden fein muß. Der Verdacht der Tat fiel gleich auf den Karl Schmidt aus Dirlammen, der in der Nähe Holz geschält hatte. Bei einer sofort eingeleiteten Absuchung des Geländes konnte Schmidt von der Lauterbacher Gendarmerie b e i Storndorf gefaßt und in das Amtsgerichtsgefängnis Herbstein eingeliefert werden. Philipp ist noch im Laufe der Nacht seinen schweren Verletzungen erlegen, lieber das Motiv zu der Tat herrscht zunächst noch vollkommene Unklarheit. Wie wir hören, ist die Untersuchung des Vorfalles eifrig im Gange. Mittlerweile ist der verhaftete Karl Schmidt nach Gießen in das Landgerichtsgefängnis überführt worden. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 20. Juni. Der Minister im Kabinett der Südafrikanischen Union Exzellenz G r o b l e r traf mit Familie zur Kur in Bad-Nauheim ein. Die Gäste wohnen im Park-Hotel. Kreis Büdingen. J) Bad Salzhausen, 20. Juni. Die Ge- sellschaft Liebigmuseum, Gießen, deren Hauptversammlung am nächsten Sonntag des gelegentlich des dritten Familientages der Nachkommen von Justus o. Liebigs Eltern stattfindet, wird an diesem Tage nachmittags unserem Badeorte einen Besuch abstatten, um das L i e big- zimmer und die Kapelle dahier, in der ein Fenster das Liebigwappen zeigt, zu besichtigen. Borsdor.f, 20. Juni. Heute vollendete der in landwirtschaftlichen Kreisen weitbekannte und angesehene Landwirt Otto Belzer I. sein 7 5. Lebensjahr in voller Gesundheit und Rüstigkeit. Er ist noch in der glücklichen Lage, sich bei allen Arbeiten in der Landwirtschaft weitgehend betätigen zu können. Mit vielen Ehrenämtern hatte man ihn in der Gemeinde bedacht. Stets handelte er nach dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Kreis Schotten ch Groß-Eichen, 19.Juni. Unser neuer Bür- germeister Otto Fuchs hat heute die Amts- g e s ch ä f t e übernommen Kreis Alsfeld * Alsfeld, 20. Juni. Nachdem Pfarrer B e r n- beck von hier auf seinen Antrag durch Verfügung des Landesbischofs vom 13. April mit Wirkung vom 1. April 1935 ab von seinem Amt als Dekan entbunden wurde, sind die Dekanatsgeschäfte des Dekanats Alsfeld mit sofortiger Wirkung dem kommissarischen Propst von Oberhessen kommissarisch übertragen worden. * Burg-Gemünden, 20. Juni. Beim Baden in der Ohm versank von einer Abteilung Arbeitsdienstmänner plötzlich ein junger A r - beitsdienstmann vor den Augen seiner Kameraden in der Flut. Da der Unglücksfall sofort bemerkt wurde, sprangen einige Kameraden dem Verunglückten nach. Es gelang den Rettern, ihren bereits bewußtlos gewordenen Kameraden ans Ufer zu bringen und durch Wiederbelebungsversuche ins Leben zurückzurufen. Gute piizemte in Sickss. LPD. Aus dem Odenwald, 20.Juni. Die feuchte und milde Witterung der letzten Tage hat das Wachstum der Pilze außerordentlich gefördert. Ueberall sind bereits die Sammler unterwegs, dieses billige und bekömmliche Nahrungsmittel einzuheimsen oder für den Verkauf zu sammeln. Man darf mit einer guten Pilzernte rechnen. Svreniuiiüiücn oer Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen. Gieren (Steinstraße 53), den 20. Juni 1935. 02647 Katharine Stroh, geb. Klos Gießen (Schulstraße 4), den 20. Juni 1935, Die Einäscherung fand in aller Stille statt ^668 1 Mein lieber Schwiegervater, unser herzensguter Großvater und Urgroßväterchen ist heute nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 79. Lebensjahr für immer von uns gegangen. von ihrem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden durch den Tod erlöst. Lisa Bohn, Wwe Hans Hesse und Frau Käte, geb Bohn Walter Wolf und Frau Ludmilla, geb Bohn Inge Wolf. Am 18 Juni wurde unsere liebe, gute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante In tiefer Trauer Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag, den 24. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt K llllllllllllllllllllllllllllll| WistünWe Bulut' KUMM in reid)bebilderten, lcichtverstandl. Wer- tzen und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeuq- nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch er: wcitertes Wissen er« höhteFreudeanden vielfältigen Schön« heiten der Natur. Verlangen Sie Pro spekte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" nugoBermühlet Benag Beriin-£iinterfeiöe llllllllllllllllllllllllllllll und Flechten verseh winden durch meöhinal Herba-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht XXX. 3669 D Unterfertigte bedauert tief das Ableben ihres lieben Alten Herrn Die G. B. Alemannia. I. A.: H. Scheu Dr. med. vet. K. Schuchmann aktiv 1908/09. Fraa Dr. Man Aerztin verreist bis 9. 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Was hat man mit Orthofilmen schon manchmal für Überraschungen erlebtl Da wird von manchen Dingen behauptet, sie eigneten sich nicht dazu, geknipst zu werden, weil beispielsweise ein hellrotes Kleid oder eine rote Blume nachher auf dem Bild viel dunkler wirken, als der tiefblaue Himmel. Da soll man sich dann von den Schlaubergern auch noch sagen lassen, man hätte falsch belichtet; oder man beschuldigt das Photogeschäft, es hätte schlecht entwickelt--- ---und wenn einem dann der Photohändler vorschlägt: Nehmen Sie „Panatomic"l, dann will man es erst nicht recht glauben, daß dieser panchromatische Edelfilm alle Farben fast tonwertrichtig wiedergibtl ---ober immerhin: man macht einen Versuch und stellt fest: der Photohändler hat rechtI „Pan. atomic" ist ein wirklicher Universal-Filml Ja, selbst bei künstlichem Licht kann man noch Bewegungen mit ihm einfangenl Ohne lange zu belichten und ohne Lichthöfel Und Vergrößerungen gibt er her: wirklich fabelhaft I Das liegt an seinem unübertroffen feinem Kornl KODAK A. G., BERLIN SW 68 / ° 1 ö \o O <"> Film?