Nr.M Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag. 21. Mai 1935 Erfchemr tög Ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimattm Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zxernsprechanschlüffe Bitter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttatr Such- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 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In dem Telegramm heißt es: In der Zeit nach dem Zwischenfall von Ual-Ual hat Italien mit allen in der Diplomatie bekannten Mitteln versucht, sich seinen internationalen Verpflichtungen zu entziehen und eine unparteiische Prüfung der Meinungsverschiedenheiten zu verhindern, die leider zwischen ihm und uns entstanden sind. Es hat versucht, durch Drohungen von Abessinien Wiedergutmachungen und Entschuldigungen für Verstöße zu erlangen, die es g a r n i ch t b e g a n g e n hat und das, zumal offenkundig ist, daß Italien einen wesentlichen Teil des abessinischen Gebietes rechtswidrig besetzt hält. Italien hat letzthin einen Propagandafeldzug eröffnet, um die von ihm durchgeführte Besetzung abessinischen Gebiets als eine Kulturaufgabe zu rechtfertigen und seinen Angriff und seine Begehrlichkeit gegenüber unserem Volk als eine Behandlung hinzustellen, wie fie einem Barbarenvolke zukomme. Bei der gegenwärtigen Einstellung Italiens ist eine Verständigung auf diplomatischem Dege durch Einsetzung eines wirklich unparteiischen Schiedsverfahrens nicht möglich und wird es nicht sein. Mr haben jeden Zusammenstoß an der Grenze vermieden und uns sogar mit der Errichtung einer vorläufigen neutralen Zone einverstanden erklärt, die ganz auf unserem Gebiet liegt Das altes haben wir getan, obwohl die Kriegsvorbereitungen unseres Nachbarn und die Herausforderungen an unserer Grenze an hi eilen. Mr verlangen ent- schieden, daß der Rat für die Erledigung sorgt und daß er den militärischen Maßnahmen Italiens, die unzutreffenderweise als „defensiv" hingestettt werden, Einhalt gebietet. Falls Italien die schiedsgerichtliche Auslegung des Vertrages vom 16. Mai 1908 und die Behandlung aller Zwischenfälle, die sich seit dem 23. November in der Nähe der Grenze zwischen Abessinien und Somaliland ereignet haben, a b l e h n e n sollte, dann verlangen wir vom Völkerbund den Beschluß, daß er sich selb st mit dem Streitfall befaßt und auf Grund des Artikels 15 des Paktes zu einer Untersuchung und restlosen Prüfung schreitet. Sie englische Vermittlung. Bor einemBesuch des englischenBotschafters bei Mussolini. London, 21. Mai (DNB. Funkspruch). Aus Rom wird gemeldet, daß der britische Botschafter Sir Eric Drummond am Montagnachmittag aus London zurückgekehrt ist, und sofort um eine Unterred ung mit Mussolini gebeten hat. Die englischen Pressevertreter erwarten, daß der Botschafter am Dienstag Mussolini von dem Standpunkt seiner Regierung in der abessinischen Frage unterrichten werde. Gut unterrichtete italienische Kreise erklärten es aber für unwahrscheinlich, daß die italienische Regierung mit der Ernennung französischer und amerikanischer Rechtsgelehrter als Vertreter Abessiniens in dem Versöhnungsausschuß einverstanden sein werde. Aus der Suche nach einer rettenden Formel. Londoner Pressestimmen zum Telegramm des Kaisers. London, 21. Mai. (DRB. Funkspruch.) Das Telegramm des Kaisers von Abessinien an den Völkerbundsrat wird von der Presse an hervorragender Stelle veröffentlicht. „Morning Post" vermutet, daß der Völkerbundsrat sich bemühen werde, die ganze Streitfrage beiseite zu schieben, um Mussolini und die Heißsporne unter seinen Anhängern zu beschwichtigen. Mussolini sei aber entschlossen, entweder auf Kosten Ab essi- niens oder auf Ko st en des Völker- bundes oorzugehen. Alles hänge jetzt davon ab, ob sich eine Formel finden lasse, die den Ausbruch von Feindseligkeiten verhindere, Italien im Völkerbund halte und es diesem ermöglichen würde, sein Gesicht zu wahren. Nach dem Telegramm des abessinischen Herrschers scheint dies schwierig, wenn nicht unmöglich zu sein. Wenn der Völkerbundsrat es wieder einmal ablehne, die Verantwortung zu übernehmen, dann würde er einen Verlust an Ansehen erleiden, der nicht bemäntelt werden könnte. Die Lage sei klar. Die abessinische Regierung habe den Völkerbund angerufen; ob Abessinien im Recht oder Unrecht sei, darüber werde noch zu reden sein. Wenn aber der Völkerbund aus Ang st vor Mussolini es ablehne, die Sache zu erörtern, dann werde es sehr schwierig sein, in Zukunft irgendwelches Vertrauen in den internationalen Apparat zu setzen, der durch den Versailler Vertrag geschaffen wurde. „Times" meldet aus Genf, die Bemühungen um Schlichtung des Streites zwischen Italien und Abessinien gingen hauptsächlich von der britischen Abordnung aus. Man habe großes Mitgefühl mit Italien wegen der Hindernisse, die italienische Missionen bei ihren Versuchen, Handelsbeziehungen mit Abessinien anzuknüpfen, in den Weg gelegt worden seien. Andererseits sei man aber der Meinung, daß diese Obstruktion die Maßnahmen der italienischen Regierung nicht recht- fertige, man glaube, daß letztere vielleicht noch wahrnehmen werde, daß sie die Schwierigkeiten einer draufgängerischen Politik in einem Lande wie Abessinien erheblich unterschätzt habe. Einzige Hoffnung bleibt die Regenzeit. Paris, 21. Mai (DRB. Funkspruch). Die Genfer Verhandlungen über den italienisch - abessinischen Streitfall werden von der Pariser Presse als sehr heikel bezeichnet. „Matin" sieht die einzige Rettung in der Regenzeit, die in Abessinien bis September dauert und die jede militärische Operation unmöglich macht. Man hoffe, daß diese Regenzeit genüge, um den Unterhändlern die Möglichkeit einer Verstän- b i g u n g zu geben. — „Petit Parisien" weist darauf hin, daß die Hoffnungen, die man ursprünglich auf eine neue Vertagung der Angelegenheit setzte, stark vermindert seien. Man könne auf alle Fälle damit rechnen, daß Laval und Eden alles aufbieten würden, um den Streitfall zu schlichten. Alfred Rosenberg Gast der ausländischen presse. Berlin, 21. Mai. (DNB.) Der „Verein der ausländischen Presse" hatte Reichsleiter Rosenberg zu einem Frühstück im Hotel Adlon geladen. Der Vorsitzende Louis L o ch n e r , begrüßte den Chef des Außenpolitischen Amtes. Für ihn und feine Berufskollegen fei es nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler nicht immer leicht gewesen, das Ausland über die Vorgänge in Deutschland zu unterrichten. Aber es fei ja die Aufgabe des Journalisten, sich feine Informationsquellen zu erschließen. Reichsleiter Rosenberg hat sich von Anfang an bemüht, einen lebendigen Konnex zwischen der Auslandpresse und den Führern des neuen Reiches herzustellen." Reichsleiter Rosenberg wies darauf hin, daß die nationalsozialistische Revolution anfänglich weder in ihren Zielen noch in ihren Beweggründen verstanden werden konnte. Die Freiheit des Geistes sei keine Frage nach dem „frei wovon", sondern nach dem „frei ro o f ü r". So habe die nationalsozialistische Bewegung auch das Prinzip der religiösen Toleranz auf ihr Banner geschrieben. Wenn heute in Deutschland zu den beiden alten Konfessionen noch die eine oder die andere Bewegung hinzugekommen ist, so habe der Staat und die Bewegung nicht das Recht, mit machtpolitischen Mitteln einzugreifen. „Wenn einige unserer Gegner bestraft wurden, so sind diese Härten verhältnismäßig gering, wenn man sie mit den Härten vergleicht, die andere Revolutionen begangen haben. Man muß versuchen zu verstehen, daß seitens der nationalsozialistischen Bewegung kein böser Wille oorliegt, sondern allein der leidenschaftliche Versuch, Deutschland neu z u ge ft alten und ihm jene Form zu geben, die seinem Wesen gemäß ist, man muß Deutschlands Friedenswillen anerkennen. Friede ist für uns keine Redensart, sondern Notwendigkeit unserer inneren Problematik. Wir sind der Ueberzeugung, daß die Macht in der tiefen Achtung aller Völker voreinander liegt* Göring mit Laval im Gespräch. Scherl-Bildmaterndienst X if > - w :: Nach den Beisetzungsfeierlichkeiten in Krakau trafen der preußische Ministerpräsident General Göring und der französische Außenminister L a v a l zu einer längeren Unterhaltung zusammen. — Unser Bild zeigt die beiden Staatsmänner im Gespräch. Ein Besuch bei Außenminister Beck. Warschau, 20. Mai (Poln. Telegr.-Ag.). Der preußische Ministerpräsident Göring traf auf der Durchreise von Krakau nach Berlin am Sonntag zu einem kurzen Aufenthalt i n Warschau ein. Ministerpräsident Göring besichtigte die Sehenswürdigkeiten der Stadt und nahm dann an einem vom Deutschen Botschafter v o n M o l t k e zu seinen Ehren veranstalteten Frühstück teil. Im Laufe des Nachmittags stattete der Ministerpräsident dem pol- nifchen Außenminier Beck einen Besuch ab. Um 22 Uhr verließ Ministerpräsident Göring Warschau. Zu seinem Abschied hatten sich Außenminister Beck und andere Persönlichkeiten am Bahnhof eingefunden. Ministerpräsident Göring empfing vorher die Warschauer Vertreter der deutschen Presse. Er wies auf den tiefen Eindruck hin, den die Trauerfeiern auf ihn gemacht hätten. Besonders habe es ihn als Soldat ergriffen, als die Armee an ihrem toten Marschall auf demselben Platz vorbeizog, an dem er früher oft die Parade abnahm. Er habe sich gefreut, in Warschau wie in Krakau das große Interesse und die Sympathien zu beobachten, denen seine Entsendung durch den Führer begegnet sei. Ministerpräsident Göring sind, wie schon gemeldet wurde, in Krakau laute Sympathiekundgebungen aus der Menschenmenge dargebracht worden, als er nach einem Besuch das Palais Potocki verließ. Ministerpräsident Göring erklärte, daß er feine Rückreise über Warschau genommen habe, um hier mit einigen Herren zusammenzutreffen, mit denen er bei seinem Jagdausflug im Januar zusammen war. Selbstverständlich habe er seinen Aufenthalt in Warschau benutzt, um dem Außenmini st er Beck einen Besuch abzustatten und ihm persönlich das Beileid Deutschlands und des Führers auszusprechen und ihm für die Aufnahme in Polen zu danken. * Dem Reichswehrmini st er ist folgendes Danktelegramm zugegangen: „Aufs tiefste bewegt vom Ausdruck der Teilnahme, die Ew. Exzellenz mir aus Anlaß des für Polen so schweren Verlustes übermittelt haben, bitte ich Sie, Herr General, den aufrichtigsten Dank der polnischen Armee entgegenzunehmen. Gez, Rydz-Smigly, Generalinspekteur der polnischen Armee." Sieg der Volksgemeinschaft. Die Sudetendeutsche Front größte Partei der Tschechoslowakei. Von unserem Prager XXX-Miiarbeiier. Das sudetendeutsche Volk hat bei den Sonntagswahlen zum Prager Parlament in so eindeutiger Weise gesprochen, daß man seine Stimme nicht nur in Prag, sondern in der ganzen Welt vernehmen wird. Aus einer jahrelangen politischen Zersplitterung in sieben Parteien und Parteichen hat es sich mit imponierender Wucht losgerissen und der „Sudetendeutschen Heimatfront", die noch im letzten Augenblick ihren Namen auf Grund einer Anordnung aus Prag in „Sudetendeutsche Partei" umwandeln mußte, zu einem Millione n- Sieg der Einigkeit verholfen. Der Weg des Sudetendeutschtums war in den letzten Jahrzehnten besonders hart. Es verlor nach dem Weltkriege sein Selbstbeftimmungsrecht und wurde ohne Volksbefragung der Tschechoslowakei zugeteilt, obwohl diese 3,5 Millionen Deutschen ihre Stimme in sehr eindrucksvoller Weise erhoben hatten. Innerhalb der Tschechoslowakei verlor es eine politische Position nach der anderen. Seine Selb st Verwaltung wurde vernichtet, sein Schulwesen verelendet, Hunderttausende Hektar des Bodens beschlagnahmt, Zehntausende Beamte aus ihren Stellungen gedrängt und entlassen, die Industrie verlor ihre Absatzgebiete und die Landwirtschaft ging zugrunde. In den Gebieten von Asch und Eger bis Reichenberg und Troppau, die einst zu den reichsten Bezirken Oesterreichs zählten, herrscht eine Arbeitslosigkeit wie kaum noch irgendwo in Europa. Die politische Zersplitterung des Sudetendeutschtums in sieben Parteien machte eine Zielsetzung aus eigener Kraft unmöglich. Immer wieder zerstörte der Parteiegoismus die Bildung einer gemeinsamen Abwehrfront, immer wieder vernichtete der Marxismus die Hoffnung auf innere Geschlossenheit. Erst seit 1929 begann die DNSAP., d i e sudetendeutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei, große Massen an sich zu ziehen, die erkannten, daß es auf dem Wege der Parteienzersplitterung nicht mehr weitergehe. Aber ehe diese Einigungsbewegung der Massen zum Schlage gegen das Parteiensystem ausholen konnte, löste die Prager Regierung die Partei auf, verhaftete zahllose Führer und Unterführer der Bewegung und versetzte das Sudetendeutschtum in einen Zustand politischer Erregung, der bis in die tiefsten Tiefen dieses Volkes ging. Seit 1933 befand sich das Sudetendeutschtum in einer Erregung, die durch die beispiellose Wirtschaftsnot nur noch gesteigert wurde, so daß man Explosionen befürchten mußte. Dazu kam, daß wohl keine andere Gruppe einen solchen politischen Druck auszuhalten hatte, wie das Sudetendeutschtum. Prag war ja nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus im Reiche das Absteigequartier und die Hetzzentrale der Emigranten und Marxisten geworden. Hier erschien der „G e - aen-Angriff" und der „Neue V o r w ä r t s", hier gab Otto Strasser feine „S chwarze Front" heraus, hier etablierte sich ein Lügennest, das nur noch verstärkt wurde, als die österreichischen Marxisten im Jahre 1934 in hellen Scharen nach Böhmen und. Mähren flüchteten und von hier aus versuchten, ihre Hetzereien weiterzutreiben. Hunderte sozialdemokratische und kommunistische Agitatoren waren auf dieses treue Grenzlandvolk losgelassen worden, Flugblätter und Zeitungen mit einem Inhalt, dessen man sich als Deutscher schämen mußte, wurden durch Monate und Jahre verbreitet, eine sozialdemokratische Partei, die mit den schäbigsten Mitteln der Denunziation und der Beschimpfungen arbeitete, ergoß die Schmutzfluten ihrer Verleumdungen über das Sudetendeutschtum und ging zum Schlüsse mit blutigem Terror gegen die antimarxistische Partei Konrad Henleins vor. Das Sudetendeutschtum hat auch d i e se Belastungsprobe glänzend bestanden. Mit 70 und 80 v.H. hat es sich zu der Idee der Volksgemeinschaft bekannt und hat sich aus der inneren Zerrissenheit zu einer imponierenden Macht zusammengeschlossen. Es hat den Marxismus ebenso eindeutig abgelehnt, wie die kirchliche Zerrissenheit, es hat die Splitterparteien ebenso vernichtet, wie es jenen Parteien eine beispiellose Niederlage verabreichte, die durch Jahre hindurch bedingungslos in den Prager Re- gierungen mitmachten und in keiner Weise versucht hatten, die wirtschaftliche Not des Sudetendeutscy» tums zu wenden und es aus feiner nationalen Not zu befreien. Die Niederlage des Bundes der Landwirte, mit feinem Minister Spina an der Spitze spricht da. eine deutliche Sprache. Was wird in der Tschechoslowakei geschehen? Der Führer der „Sudetendeutschen Partei", die nunmehr als die allein entscheidende Vertreterin und Verhandlungspartnerin des Sudetendeutschtums der Prager Regierung gegenüber legitimiert ist, hat mehr als einmal deutlich erklärt, daß er bereit sei, mit den Tschechen loyal zusammenzuarbeiten. Das Sudetendeutschtum kennt seine Lage, seine politischen Möglichkeiten und Ieine Kraft. Es ballte seine politische Macht zu- ammen, um sie in die Waagschale der Entschei- mngen zu werfen. Es bietet dem Tschechentum die Hand zum Frieden auf dem Boden der nationalen und politischen Gleichberechtigung. Die Sudetendeutsche Partei ist nicht aus dem Haß, sondern aus der Liebe und der Verantwortung für die sudetendeutsche Heimat entstanden, und wenn man ihr auch den Namen der „Heimatfront" verweigerte, so ist sie durch das Bekenntnis der Hunderttausende, durch den Millionensieg des Sudetendeutschtums zur Front der Heimat in einem Umfange geworden, die nur als Aufbruch eines Volkes verstanden werden kann. Im tschechischen Lager hat sich nicht allzu viel geändert, wenngleich ein deutlicher Ruck nach rechts zu verzeichnen ist. Es scheint, als ob die Prager Regierung auch dem Sudetendeutschtum gegenüber aus dieser klaren Haltung keine Konsequenzen ziehen wollte. Noch am Sonntagabend ließ sie erklären, daß die Wahlergebnisse nichts an der bisherigen Regierungskoalition ändern werden, und daß der innerund außenpolitische Kurs der Regierung der gleiche bleiben werde. Noch am Samstag veröffentlichten die Prager Blätter den Text des Abkommens der Tschechoslowakei mit Sowjet-Rußland, der die Tschechoslowakei in ein Militärbündnis mit Rußland bringt. Rasch hat Dr. Benesch noch eine fertige Tatsache geschaffen ... Denoch wird, wenn auch nicht außenpolitisch, so doch im Innern des Landes der gewaltige Wahlsieg der Sudetendeutschen Partei Konrad Henleins die tschechoslowakische Regierung neuerdings vor das Problem des Zusammenlebens mit den anderen Völkern und insbesondere mit den Sudetendeutschen stellen. Man wird sich in Prag sehr bald entscheiden müssen, ob man bereit ist, mit dem intelligenten, an Volkszahl großen und politisch geeinigten Sudetendeutschen einen Frieden zu machen — oder ob diesem Volk neue schwere Prüfungen bevorstehen sollen. Die Sudetendeutschen haben ihre Lage aus eigener Kraft gestärkt und strecken die Hand zum Frieden hin. Wie wird Prag auf dieses Friedensangebot antworten? Das amtliche Ergebnis. Prag, 20. Mai. Die Wahlen zum tschechoslowakischen Abgeordnetenhaus hatten folgendes amtliches Ergebnis: Deutsche Parteien: Deutsche Sozialdemokraten 299 925 (506 761) 11 Mandate (Verlust 10) Bund der Landwirte 142 388 (396 454) 5 Mandate (Verlust 7) Deutsche Lhristtich-Soziale 162 797 (348 066) 6 Mandate (Verlust 8) Sudetendeutsche Partei Henlein 1 249 497 44 Mandate (1929 hatten die aufgelöste Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei und die eingestellte Deutsche Nationalpartei zusammen 15 Mandate) Deutsch-Ungarischer Wahlblock: 291 828 (257 372) 9 Mandate Slowakische Katholische Bolkspartei Pater Hlinkas einschl.Polen undRuthenen. 564 267 (425 051) 22 Mandate (Gewinn 3) Tschechische Parteien. Tschechische Agrarier 1 176 517 (1 105 498) 45 Mandate (Verlust 1) Tschechische Sozialdemokraten 1 034 804 (963 462) 38 Mandate (Verlust 1) Tschechische Nationalsozialisten 755 931 28 Mandate (Verlust 4) Tschechische katholische Volkspartei 615 851 22 Mandate (Verlust 3) Tschechische Gewerbepartei 448 004 17 Mandate (Gewinn 5) Tschechische Faschistische Partei Gayda 167 440 6 Mandate (Gewinn 6) Tschechische Beamtenpartei 10 212 kein Mandat Gesamtstaatliche Schuldnerpartei 5 961 kein Mandat Tschechische Nationalvereinigung 456 358 17 Mandate (Verlust 1) (767 328) (623 340) (291 209) (-) (-) H (430 367) Kommunisten. 849 455 (753 220) 30 Mandate. Die Wahlen zum Senat hatten ein verhältnismäßig gleichartiges Ergebnis, nur daß eben 150 Senatoren gewählt wurden. Diese Ergebnisse können durch die amtliche Schlußzählung noch eine unwesentliche Aenderung erfahren. Fest steht, daß die Sudetendeutsche Partei Konrad Henlein nunmehr die stärkste Partei in der Tschechoslowakei geworden ist. Wenn das in den Mandaten nicht zum Ausdruck kommt, ist das lediglich den Z u f ä l len der Wahlordnung zuzuschreiben. Konrad Henlein an Präsident Rasaryk. Prag, 20. Mai. (DNB.) Der Präsident der Republik, Masaryk, erhielt vom Vorsitzenden der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, folgendes Telegramm: „Herr Präsident! Der gestrige Wahltag hat der Sudetendeutschen Partei einen W a h l e r f o l g be- schieden, wie er in der jungen Geschichte des öffentlichen Lebens unseres Staates einzig dasteht. Wenn mich überhaupt ein Gefühl des Stolzes und der Freude erfüllen darf, dann nur deshalb, weil dieses Ergebnis lediglich die Antwort der Wählerschaft auf den Appell zur Verantwortung darstellt. In dieser Stunde, Herr Präsident, drängt es mich, Ihnen als dem Präsidenten des Staates und dem Bürgen der verfassungsmäßigen Grundlagen unsere Gefühle der Hochachtung und Ehrerbietung zum Ausdruck zu bringen. Seien Sie überzeugt, daß ich selbst das Ergebnis des gestrigen Tages nur als Aufgabe empfinde, deren Lösung entgegen allen Unterstellungen von parteigegnerischer Seite von mir und meinen Mitarbeitern nur auf dem Boden der Verfassung unseres Staates angestrebt wird. Mich beherrscht jetzt nur ein Gedanke: der historischen Verantwortung, die mir und meinen Mitarbeitern vom Schicksal auferlegt worden ist, gerecht zu werden. Möge diese Wahlentscheidung auch von jenen, die nach Verfassung und Geschichte als unsere Partner in der Verantwortung stehen, als erste Voraussetzung jür die Sicherung eines harmonischen Zusammenlebens der Völker unseres Staates im Gei st e der gegenseitigen Achtung, des Friedens und der menschlichen Wohlfahrt empfunden und praktisch gewertet werden. Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meiner besonderen Verehrung und Ergebenheit. gez. Konrad Henlein, Vorsitzender der Sudetendeutschen Partei." Der österreichische Außenminister bei Benesch. Prag, 20. Mai. (DNB.) Der österreichische Außenminister v. Berger-Waldenegg ist im Auto in Sezimovo Usti bei Tabor zum Besuch des Außenministers Dr. Benesch eingetroffen. Gegenstand der mehrstündigen Unterredung waren zahlreiche politische und wirtschaftliche Fragen, die Die Augenquette. Von Johan Luzian. Jürgen hielt das Motorrad an und bat Anna, abzusteigen und mit ihm aus der Quelle zu trinken, die ein wenig abseits von der Straße unter einem moosgrünen Stein hervorsprang. Es war die Quelle, deren Wasser die Augen von allem Bösen heilt, von Kummer und Mißmut, von der Blindheit der Seele, vom Neid und von der unerfüllbaren Sehnsucht, die das Herz verzehrt. Aber es war auch eine Wunschquelle, und wenn die Erdmütter einen Menschen lieben, der daraus trinkt, so lassen sie ihn durch das Wasser stark werden, daß seine Wünsche Macht werden und seine Sehnsucht zu einem starken Willen. Ja, so sagt man von dieser Quelle, und die Wallfahrer, die nach dem Heiligen Berg wandern, knien hier nieder und trinken das heidnische Wasser, tragen es dann auf den Lippen zu der Mutter Gottes von Andechs, dem Gnadenbild. Jürgen reichte Anna die Hand, sie mußten eine steile Böschung hinuntersteigen, und er führte sie zu dem klaren, blanken Quellwasser. Und es geschah, daß sie sich beide gleichzeitig niederbeugten, um aus dem Wasser zu trinken. Sie knieten zusammen am Rande der Quelle und küßten den kühlen Spiegel mit ihren trockenen, heißen Lippen. Sie sahen still in die Augen, die sie aus der Quelle anblickten. Ihre Gesichter waren nahe bei,- einander, und tief im Grunde lag der Widerschein des großen Himmels, der sie umschloß. Da wirbelte Anna mit der Hand rasch durch das Wasser und löschte die Augen der Liebe fort, wischte die Blicke, die sie an sich ziehen wollen aus und sprang wieder auf die Füsse. Das ist Zaubergrund! rief sie. Vielleicht wohnt eine Hexe in dem Wasser, die mich alt und häßlich machen kann! Ach, was denken Sie nur! Nein, nein, die Erdmütter sind von ewiaer Jugend, wie sollten sie Böses tun können. Aber nun haben sie meinen Wunsch mit Ihrer Hand ausgelöscht! Wenn er sich nun nicht erfüllt? Dann war es kein starker Wunsch. Starke Wünsche brechen allen Zauber. Wir müssen sie mit unferm Leben nähren, nicht mit Wunderwasser, oder meinen Sie nicht? Freilich, sagte Jürgen ernst, und wie gut, daß Sie es sagen, ich will es nicht wieder vergessen. Ach, ich weiß doch gar nichts ... Anna war rot geworden, als sie Jürgen ansah. Man braucht nicht viel zu wissen, wenn man nur etwas Gutes weiß. Sie sahen schweigend das Wiesenbachtal hinunter, das von dieser Quelle ausging, rings umstanden von Wald und umwuchert von verwildertem Unterholz, Hageldorn und Brombeergerank. Im Wiesenbachtal blühte der Löwenzahn, diese gemeine Blume, die Gott mit dem herrlichen Goldgelb ausgezeichnet hat. Er blühte und wucherte und flammte mit seiner unglaublichen Leidenschaft in der Sonne, er war ganz Widerhall des tönenden, summenden, regnenden Lichts über den Wäldern, war der strahlende Dank dieser Wiese. Wollte man solche Farben malen, jeder würde sagen: welch eine Uebertreibung, welch eine haltlose Schwärmerei! Und doch wäre alles nur ein schwacher Abglanz, ein matter Versuch. Man muß ja bedenken, woher dieses Gold kommt. Nicht nur von der Sonne, nicht nur aus der geheimnisvollen Verwandlung des Erdreichs. Nein, auch die kleinen Tupfen im Gras, auch die nichtssagende Miere, das blasse Löffelkraut, der rötliche Sauerampfer, der blaue Günsel und die lila Salbei, Mehlprimeln, Lolch und Trespe, Zitterkraut und Schachtelhalm, alles Große und Kleine, Prahlende und Schlichte dient nun diesem überhandnehmenden, alles überschwemmenden, tollköpfigen, berauschten Löwenzahn, es gibt ihm den Rahmen, e$ erhöht ihm die Leuchtkraft, ihm, dem Geringen, der für ein paar Wochen König ist und bald lächerlich dastehen wird mit seinen weißen Pusteköpfen. Der Löwenzahn beherrschte die Welt am Wiesenbachgrund. Ihm zu Ehren klickerte das Bächlein, ihm grünte der Wald, ihm blaute der Himmel. Anna lehnte sich gegen einen Eschenstamm, und Jürgen hockte auf dem Quellenstein. Sie schlossen die Augen bis auf einen schmalen Spalt. Nun war alles Gold und Grün vor ihnen, sie standen da in ein Farbenmeer getaucht, in ein Meer von Odem und Glanz. Die Lerchen sangen hoch in der Luft über dem Tal. Sie waren Bälle, leichte, federleichte Bälle, die auf einem Lichtspringbrunnenstrahl tanzten, auf und ab. Wie von einer Wasserkunst wurden sie hochgetragen, sanken ein wenig herab und tanzten von neuem empor. Immer wieder und immer erneut in Trillern und Läufen jubelte ihr Vogelherz, ihre kleine unscheinbare Kehle. Singende Punkte in der Höhe, näher zu Gott als wir. Ach nein, die ganze Erde strömte ihm ja entgegen, dem ewigen Gärtner. Die Erde nährte keinen schlechten Gedanken. Es stieß der Sperber nicht aus Bosheit auf die Finken herab, und die Schlange im Kraut lag nicht aus Schlechtigkeit auf der Lauer» beide Staaten betreffen. Dabei wurde besondere Aufmerksamkeit der beschleunigten Vorbereitung der Konferenz von Rom gewidmet. Die im Geiste aufrichtiger Freundschaft geführte Unterredung zeigte, daß beide Minister alle Ziele übereinstimmend auffassen, die die politische und wirtschaftliche Beruhigung Mitteleuropas, sowie die Mittel, die auf diese Ziele gerichtet sind, im Sinne haben. Dem christlich-sozialen „Neuigkeitsweltblatt" wird dazu von „besonderer Seite" geschrieben, daß Dr. Benesch gerade in der jüngsten Zeit wiederholt auf die Notwendigkeit eines guten Einvernehmens mtt Oesterreich verwiesen habe. Wenn daher gerade gcgenroärtig vor der römischen Konferenz eine Aussprache zwischen den Außenministern Oesterreichs und der Tschechoslowakei stattfinde, so liege darin keinerlei Ueberraschung. Die Aussprache liege im Rahmen einer Entwicklung, die im Laufe der Zeit betontere Züge im Sinne einer roieberaufbauenoert Donaupolitik nach den Grundsätzen aufweisen werde, wie sie die Konferenz von Stresa und das Donau-Memorandum Mussolinis festlegten. Emsöhnmg des Arbeitsbuches zum l.Jimi. Berlin, 18. Mai. (DNB.) Durch Verordnung vom 16. Mai 1935 hat der Reichs- und Preußische A r b e i t s m i n i st e r den Personenkreis bestimmt für den das Arbeitsbuch eingeführt wird. Das Arbeitsbuch wird vom Arbeitsamt ausgestellt. Der Arbeiter oder Angestellte hat das Buch feinem Unternehmer zur Aufbewahrung zu übergeben, der Beginn, Art und Ende der Beschäftigung in das Arbeitsbuch einzutragen und dem Arbeitsamt von der Eintragung Anzeige zu machen hat. Der Arbeiter oder Angestellte hat das Buch nur im Falle der Arbeitslosigkeit selbst in Gewahrsam. In einer ersten Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung sind diejenigen Betriebsgruppen bestimmt, für die ab 1. Juni 19 35 zunächst mit der Ausstellung des Arbeitsbuches begonnen wird. Es handelt sich um folgende: 1. Industrie der Steine und Erde, 2. Eisen- und Stahlgewinnung, 3. Metallhütten und Metallhalbzeugwerke, 4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren, 5. Maschinen- Apparate und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), 6. Elektrotechnische Industrie, 7. Optische und feinmechanische Industrie, 8. Chemische Industrie, 9. Papierindustrie, 10. Leder- und Linoleumindustrie, 11. Kautschuk- und Asbestindustrie, 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe, 13. Großhandel, 14. Einzelhandel, 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels, 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Das Arbeitsbuch soll als amtlicher Ausweis über die Berufsausbildung und die berufliche Entwicklung die zweckentsprechende Verteilung der Arbeitskräfte in der Wirtschaft gewährleisten. Aus diesem Grunde ist der Personenkreis, für den Arbeitsbücher ausgestellt । werden müssen, sehr weit gefaßt. Arbeitsbücher er-! halten alle Arbeiter und Angestellten — und zwar sowohl beschäftigte als auch Arbeitslose — einschließlich der Lehrlinge und Volontäre. Die Ausnahmen erstreckten sich lediglich auf einige Sondergruppen: Besonders hochbezahlte Kräfte, ausländische Arbeitskräfte, die ihren Wohnort im Auslande beibehalten, Seeleute, Heimarbeiter und Hausgewerbetreibende, volksschulpflichtige Kinder sowie Personen, die sonst berufsmäßige Lohnarbeit nicht verrichten, bei gelegentlichen kurzfristigen Dienstleistungen. Die A u s st e 11 u n g des Arbeitsbuches geschieht auf Antrag ausschließlich durch die Arbeitsämter. Anderen Stellen ist die Ausstellung von Arbeitsbüchern und ähnlichen Ausweisen bei Strafe untersagt. Sowohl den Arbeitern und Angestellten als auch besonders den Führern der Betriebe, den Leitern der Verwaltungen und den H a u s h a l - tungsvorständen fallen wichtige Aufgaben zu. Sie betreffen oor, allem die Aufbewahrung des Arbeitsbuches, die vorgeschriebenen E i n- tragungen in das Arbeitsbuch und die laufenden Anzeigen an das Arbeitsamt über Beginn und Beendigung der Beschäftigung, über wesentliche Aenderungen der Beschäftigungsart und über Wohnungsänderungen der beschäftigten Arbeiter und Angestellten. Die neuen Aufgaben machen es erforderlich, daß sich alle Beteiligten unverzüglich über das geltende Recht des Arbeitsbuches unterrichten. Auskünfte werden von den Arbeitsämtern bereitwilligst erteilt. Wenn der von der Reichsregierung mit der Einführung des Arbeitsbuches beabsichtigte Zweck der Sicherung eines planmäßigen Arbeitseinsatzes erreicht werden soll, so muß den mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragten Arbeitsämtern von allen in Frage kommenden Stellen die erforderliche Hilfe zuteil werden. Oie Demfserziehung in -er OAF. Schulung der Mitglieder zur fachlichen, weltanschaulichen und charakterlichen Berufselite. Die große Aufgabe der Berufserziehung der 22 Millionen Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront ist nunmehr durch Anordnung des Leiters der DAF., Dr. Robert Ley, auf eine endgültige Grundlage gestellt worden. Als große Zentrale der Berufserziehungsarbeit der DAF. wird das Amt für Berufserziehung bestimmt, das alle bisherigen Bestrebungen und Einrichtungen zusammenfaßt, einschließlich der gesamten Arbeiterfachpresse, die die Berusserziehungs- arbeit trägt. Das Schwergewicht der Berufserziehung liegt bei den Reichsberufshauptgruppen, die in der Anordnung Dr. Leys in folgender Zusammenfassung genannt werden: 1. Berufe in Land und Forst, 2. Berufe in Nahrung und Genuß, 3. Holzwerker, 4. Bauwerker, 5. Stein- und Erdwerker, 6. Bergleute, 7. Metallwerker, 8. Ingenieure und Techniker, 9. Chemiker, 10. Textilwerker, 11. Bekleidungs- und Lederwerker, 12. Buchdrucker- und Papierwerker, 13. Berufe in Schiff- und Luftfahrt, 14. Kaufleute, 15. Berufe im Verkehr, 16. freie Berufe. Durch die Berufserziehung soll jeder arbeitende Deutsche ein wertvolles Mitglied seines Berufs st andes werden und sowohl fachlich wie weit anschaulich und charakterlich die A r b e i 15 e I i t e darstellen, die wir heute im Kampf um unsere Lebensrechte in der Welt brauchen. Im Vordergrund steht naturgemäß die Berufsausbildung durch besondere Schulungseinrichtungen. Um jeden Menschen an den Arbeitsplatz zu stellen, für den er am besten geeignet ist, wird die Berufsberatung, die Berufskunde und die Berufsgestaltung besonders ausgebaut, die Umschulungsarbeit sehr stark gefördert unter Beachtung der jeweiligen Bedürfnisse der Wirtschaft und in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsgruppen und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Eine besondere Abteilung für Jugenderziehung wird u. a. sich mit der Gestaltung der Lehrpläne in Lehre und Schule gemeinsam mit Wirtschaft und Schule beschäftigen, die Uebungs- wirtschaft fördern usw. Der Berufswe11 - kampf soll ausgebaut werden und über den Kreis der Jugendlichen hinaus für Gesellen und Meister Möglichkeiten schaffen, sich in regelmäßigen Zeit- abstanden einer Prüfung ihres Könnens und Wissens zu unterziehen. Eine eigene wissenschaftliche Abteilung im Amt für Berufserziehung hat als Aufgabe die Erforschung der Geschichte und Entwicklung der Berufe. Sie mußten es tun aus Daseinslust, der Räuber mußte jagen, die Lerche mußte singen, es war ganz in der Ordnung, es war alles in großer, stiller Ordnung. Im Verborgenen entstand hier der Bach aus der Wunderquelle. Das fußbreite Wässerchen lief dahin durch die Schwertlilien und das Springkraut und füllte sich immer mehr und rann dahin durch sumpfiges Gras. So leise kam der Bach hier auf die Welt, und dort hinten füllte er schon den Weiher, in dem vor kurzem ein Mann ertrank, ein baumlanger Kerl, ein betrunkener Knecht. Ja, was wäre der schöne Weiher dort hinten und der blitzende Forellenbach, in den er ausläuft, und was wäre selbst der große See dort unten im Tale hinter den Buchen, wenn hier unter diesem Stein und unter hundert solchen Steinchen nicht still und unermüdlich die Erdmütter Wasser, frisches, neues Wasser aus der alten Tiefe schöpften. Und dort oben im Blauen segnet der himmlische Vater, dem wir diesen Kindernamen geben, weil wir keinen andern für ihn wissen, ihr Tun und läßt regnen und wärmen und wachsen und vergehen, alles zur rechten Zeit. Ja, man durfte hier wohl eine Weile stehen in der Allheit, in der Mitte der Welt, an einer kleinen Quelle und sich über den Ursprung der Dinge seine Gedanken machen. „Der Gchlafwagenkonirolleur." Manche werden hinter diesem Titel gewisse Anzüglichkeiten vermuten: es ist aber nicht an dem: vielmehr ist die Hauptsache dabei eine sehr nüchterne, technische Erfindung, das Modell eines Auto- Dergafers. Daß diese Erfindung, nebenberuflich sozusagen, von einem Schlafwagenkontrolleur auf der Dienstreise gemacht wird, gibt nur den willkommenen Anlaß zur Abwandlung des im Film noch immer beliebten Motivs der rollenden Räder, auch Gelegenheit zu mancherlei Situationswitzen und Personen-Verwechslungen, die sich im Laufe der Ereignisse zu einem gewaltigen Tohuwabohu steigern. Natürlich ist auch eine kleine Liebesgeschichte dabei, wie es sich gehört. Aber das Nette an dieser harmlos-lustigen Unterhaltung (Manuskript von H. Fischer, W. K o r t w i ch und Hertha von Gebhardt) ist die originelle Aufmachung und Einkleidung: das Stück spielt nämlich im Jahre 1910 und wirkt daher auf den gegenwärtigen Beschauer wie ein Kostümulk: eine Ballettrevue, ein Maskenball, ein Autorennen vor fünfundzwanzig Jahren — das reist heute unwiderstehlich zum Lachen, und der Regisseur Richard E i ch b e r g hat sich dieses Mummenschanzes mit Verständnis und Laune angenommen. Daß die Musik dazu den verschollenen Schlager von den kleinen Mädchen vom Ballett bringt („die sind zu jedem lieb und nett") und „Mein Herz, das ist ein Bienenhaus", paßt durchaus in den Stil. Es wird außerdem sehr munter und angeregt gespielt: Georg Alexander ist der Erfinder, Olly von Flint eine reizende Statistin, Gustav Waldau ein scharmanter Bonvivant der alten Schule; Theo Lingen, Erich K e st i n, Erna F e n t s ch und Margarete Kupfer nicht zu vergessen. — Dazu gibt es im Lichtspielhaus ein hübsches Beiprogramm: einen Bildbericht vom Kurbetrieb in Bad Ems; zwei Mickymaus-Scherze (einer sogar farbig) und die neue Wochenschau. —r— Oie teure Gattin. Gesellschaftlicher Ehrgeiz ist schon oft teuer bezahlt worden, und so mancher Ehegatte hat seufzend Klage darüber geführt, daß seine Frau in dieser Hinsicht Ansprüche stellte, die er nach feinem Einkommen nicht befriedigen konnte. So ist es auch dem Herrn Ratsgerbermeister Valentin Gierth in Liegnitz ergangen, der offenbar eine sehr hochfahrende Gattin hatte, die es sich zur höchsten Ehre anrechnete, einmal zum Hof eingeladen zu werden. Als sie am Ziel ihrer Wünsche angelangt war, stand die Kleiderfrage zur Debatte, über deren Ausgang ein merkwürdiges Dokument berichtet. Am 12. Mai 1619 schrieb nämlich der Herr Ratsgerbermeister in sein forgfältig geführtes Hausbuch folgende Kosten aus Anlaß einer „Einladung zum Vesperbrot" ein, die seine Ehefrau von der Herzogin Dorothea Sybilla erhielt: „19 Ellen Damasch- ken zum Kleide 18 Thaler, 18 gute Groschen, silberne Posamenten zum Besatz 11 Thlr. 9 g. Gr.; einen güldenen Lazz 4 Thlr.; Handschuhe, seidenes Strumpfwerk mit silbernen Zwickeln 3 Thlr. 8 g. Gr. 9 Heller; ein Paar niederländische Schuhe mit silbernen Röslein 5 Thlr.; ein Fächer 1 Thlr. 18 g. Gr.; eine neue Haubenkappe mit silbernem Deckel 13 Thlr.; allerlei Gebänderich und Spitzenzeug 7 Thlr. 14 g. Gr.; Macherlohn des Kleides samt Auslagen 6 Thlr. 3 g. Gr. 4 Heller; gemacht« Blümelein auf den Lazz zu heften 1 Thlr.; die gut« bene Kette nebst den Armringen auffrischen lassen 13 g. Gr.; der Susanne auf die Hand gegeben 3 Thlr.; Summa 75 Thaler 11 g. Gr." Zur Würdigung dieser Zahlen ist noch zu berücksichtigen, daß ein Taler damals einen wesentlich höheren Wert hatte ote heutet Für jede der genannten Reichsberufshauptgruppen wird eine Berufskartei geschaffen, die alle Be- rufsangehöriaen erfaßt. Die Schaffung der Berufskartei wird sofort in Angriff genommen. Witt Flandin zurücktreten? Kriserrstirnrrmrrg in Frankreich. Paris, 21. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der ursprünglich auf Dienstag vormittag festgesetzte Mitt i st e r r a t wurde auf den 2 8. Mai verschoben. In politischen Kreisen wird dieser Schritt sehr verschieden ausgelegt. Während der Regierung nahestehende Kreise erklären, daß dieser Beschluß auf den Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten zurückzuführen sei, dessen Oberarmbruch nicht den erwarteten Heilungsoerlauf nimmt, betont der rechtsstehende „Jour", daß vielleicht die Gerüchte von ernsten Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts nicht vollkommen aus der Luft gegriffen feien. Das Blatt geht soweit, von einem möglichen Gesamtrücktritt des Kabinetts zu sprechen. Ministerpräsident Flandin habe sich in den letzten Tagen bitter über die Quertreibereien der Linksparteien beklagt, die sich immer wieder weigerten, die von ihm angebotenen Zugeständnisse anzunehmen. Er habe durchblicken lassen, daß er es unter solchen Umständen vorziehe, seinen Rücktritt einzureichen. Die vor dem Wiederzusammentritt der Kammern übliche große politische Rede ist jedenfalls vertagt worden und soll erst nach Pfingsten gehalten werden. In gewissen Kreisen wirft man der Regierung vor, nicht zu wissen, was sie eigentlich wolle. Man deutet an, der Ministerpräsident wolle Zeit gewinnen, da weder er noch sein Finanzminister sich über die zur B e h e b u n g der F i n a n z k r i s e Notwendigen Maßnahmen schlüssig oder gar einig seien. „La Presse" schreibt: „Weiß die Regierung, daß sie auf die größten Schwierigkeiten stoßen wird, wenn sie von der Kammer ein Jahr vor den Kammerneuwahlen verlangen wird, die Beamtengehälter zu kürzen, 55 000 überschüssige Beamtenposten äst streichen und die Frontkämpferbezüge anzutasten? Die Frontkämpfer haben bereits dem Pensionsminister zu verstehen gegeben, daß sie nicht wieder die Opfer neuer Sparmaßnahmen sein wollen. Die Revision des Sozialversicherungsgesetzes, dessen schlechtes Funktionieren in den letzten 5 Jahren dem Staate fast eine Milliarde Berwal- tungskosten verursacht hat, stößt bei den Linksparteien auf lebhafte Kritik. In dem Bestreben, dem Parlament keine Schwierigkeiten zu bereiten, will die Regierung nur halbe Maßnahmen Vorschlägen, die alle Welt verärgern werden, ohne die drückenden Lasten des Steuerzahlers auch nur im geringsten zu erleichtern. Der Wiederzusammentritt des Parlaments verspricht unter diesen Umständen stürmisch zu werden. „Man kann sogar behaupten", so schließt „La Presse", „daß, falls ein nicht zu sehr abgenutzter Nachfolger sich als Kandidat stellen würde, Flandin sich einzig und allein der Leitung einer Partei würde widmen müssen, die er durch die letzten Gemeinderatswahlen so leichtfertig in die Niederlage geführt hat." Die Völkerbundspersammlung zufammengeireten. Eine Ehrung für Pilsudski. Genf, 20. Mai. (DNB.) Die außerordentliche Tagung der Völkerbundsversammlung, die zur Behandlung des Chaco-Streites zusammentrat, begann mit einer Ehrung für Marschall Pilsudski. Als Ratspräsident und vorläufiger Präsident der Versammlung gedachte Litwinow der Perdienste des polnischen Staatsmannes. Er erklärte, Marschall Pilsudski hat sein ganzes Leben der Sache der Wiederauferstehung seines Landes gewidmet. Er ist mit Recht ein Nationalheld geworden. Dank seiner Bemühungen ist Polen in der Familie der Nationen ein Platz eingeräumt worden, der ihm zukommt. Unter seiner Führung hat Polen mit meiner Regierung einen Nichtangriffspakt unterzeichnet, der einer der Grundfesten des Friedens und der Sicherheit darstellt. Der ständige Vertreter Polens dankte in bewegten Worten. Er erklärte, der Marschall habe niemals die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit mit anderen Völkern aus den Augen verloren. Er habe seinerseits von den anderen Völkern die Achtung der legitimen Rechte Polens gefordert, aber auch das internationale Leben immer auf der Grundlage der ehrlichen Achtung der Rechte anderer Nationen gesehen. Daß dies die unerläßliche Voraussetzung der wahren internationalen Zusammenarbeit sei, davon sei er überzeugt gewesen. Nach der Trauerkundgebung für Pilsudski schritt die Völkerbundsverfammlung zur Wahl ihres Präsidenten. Sie entfiel auf den portugiesischen früheren Außenminister de Vasconcellos. Er stellte den Bericht des Beratenden Ausschusses für den Chaco-Streit — wonach bis auf weiteres das Ergebnis der in Buenos Aires angebahnten Vermittlungsaktion abgewartet werden soll — zur Erörterung. Die Aussprache, an der sich Argentinien, Chile, Italien und Spanien beteiligten, konnte noch nicht abgeschlossen werden. An der Annahme des Berichtes ist nicht zu zweifeln. Kunst und Wissenschast. Einweihung des Hessischen Landgrafen- MuseumS in Kassel durch Reichs- minister Rust. Anläßlich des 5. Jahrestages des Gaues Kurhessen der NSDAP, sand in Kassel die feierliche Einweihung des Hessischen Lanügra- fen-Museums durch Reichsminister Rust statt. Nach einem Weihespiel und Ansprachen des Direktors der Staatlichen Kunstsammlungen Dr. Luth- m e r und des Oberpräsidenten der Prvoinz Hessen- Nassau, Prinzen Philipp von Hessen, hielt Reichsminister Rust eine Ansprache, in der er nach einem historischen Rückblick tu a. folgendes ausführte: Aus den einzelnen Menschen, aus der Familie, aus den Stämmen, aus der Landschaft heraus, aus dem Bauerntum und dem Handwerkertum entwickelt sich langsam ein künstlerisches Leben im Handwerk und in der Kunst. So sehen wir die großen Gedanken unserer Zeit in der Gestalt unseres Führers und die unerschöpfliche Lebenskraft ln der Gestalt unseres fleißigen und gestärkten Volkes. Wir wollen aus den großen Kulturstätten unseres Vaterlandes das große Reich der Vergangenheit immer noch ablesen können. Das ist, was Preußen stets getan hat. Es hat nicht alles nach der Metropole aeschleppt, sondern wo das Leben war, es liebevoll in Pflege genommen. Wir wollen diese Tradition Preußens auf dem Gebiet der alten Kunst und Kunststätten in Treue übernehmen. Das wollen wir an dieser Stelle als Gelöbnis ablegen. Wir wollen des Ministerpräsidenten Göring gedenken, in dessen Namen ich hier spreche. Ich möchte auch eines anderen Mannes gedenken, der heute mit nach hier gekommen ist und der für alle Fragen der preußischen Kultur stets aufgeschlossen war, des preußischen Finanzministers Popitz und seiner Baumeister. Das Werk aber, Herr Oberpräsident, ist Ihr Werk. Ich weiß, daß Sie mit Ihrem Sinn für Schönheit an diesem Werk hängen, weil Sie, wie ich weiß, ebenso wie wir alle, unserer Ahnen gern gedenken und darum füge ich dem Dank für die, die daran gearbeitet haben, meine herzlichsten und wärmsten Glückwünsche hinzu. — Die Einweihungsfeier schloß mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied. Dann folgte ein Rundgang durch das Landgrafen- Museum. Kantate-Versammlung der deutschen Buchhändler in Leipzig. Zum ersten Male nach der Neu- und Umorganisation des reichsdeutschen Buchhandels traten die deutschen Buchhändler in Leipzig zu ihrer alljährlichen Kantate-Versammlung zusammen. In der ordentlichen Hauptversammlung des Börsenoereins legte der Schatzmeister Dr. v o n Haase sein Amt nieder. An seiner Stelle wurde zum Schatzmeister der Verleger Anton Hiersemann (Leipzig) ernannt, während Dr. v o n Haase in den Großen Rat des Börsenoereins berufen wird. Anschließend fand eine gemeinsame Tagung des Börsenvereins und des Bundes reichsdeutscher Buchhändler statt. Der Vorsteher beider Verbände, Wilh. Baur (München), betonte, daß der deutsche Buchhandel alles daransetzen werde, um seine Aufgaben als Mittler deutschen Geistesgutes vollauf zu erfüllen. Daß Börsenverein und Bund in einem Hause und in einer Äersammlung vereint seien, möge für alle Zweige des Buchhandels symbolisch sein zur Schaffung eines einigen deutschen Buchhandels. Nachdem die Versammlung der im letzten Jahr gestorbenen Buchhändler gedacht hatte, sprach der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Dr. Blunck, im Namen der Reichskulturkammer und im Namen der Gäste. Er gab bekannt, daß der Reichsschrifttumskämmer zwei neue große Stiftungen gemacht worden feien. Ein Hamburger Kaufmann habe einen großen Teil seines Vermögens ausgesetzt. Zunächst solle ein Preis für englische Literatur ober Kunst verteilt werden. Weiter habe ein amerikanischer Staatsbürger deutscher Abstammung eine Stiftung für künstlerisch-literarische Leistungen errichtet, aus der jährlich ein Eichendorff-Preis im Betrage von 5000 RM. für sudetendeutsche Kunstwerke der letzten Jahre und ein Mozartpreis im Betrage von jährlich 10 000 RM. für die beste österreichische Kunstschöpfung verteilt werden solle. Nach einem kurzen Schlußwort des Vorstehers Baur klang die Tagung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Großer Erfolg Furtwänglers mit dem „Tristan" in London. Die Londoner Saison erreichte am Montagabend in der Königlichen Oper von Covent-Garden mit einer von Generalmusikdirektor Furtwängler dirigierten Aufführung von „Tristan und Isolde" einen unbestreitbaren Höhepunkt. Furtwängler, der zum ersten Male seit anderthalb Jahren in London den Stab führte, wurde bei seinem Erscheinen vom vollbesetzten Haus mit starkem Beifall empfangen. Unter hervorragender Mitwirkung des deutschen Ensembles, in dem Lauritz Melchior den Tristan und Frida Leider die Isolde verkörperten, sowie des Londoner Symphonie-Orchesters gestaltete sich der Abend zu einem großen Erfolg. Besonders zu Beginn des dritten Aktes und am Schluß wurden der Dirigent und die Mitwirkenden stürmisch gefeiert. Bogoljubow wird deutscher Schachlrainer. Der Großdeutsche Schachbund hat Bogoljubow zum Leiter des jetzt beginnenden Trainings für die Schachländerkämpfe des Olympischen Jahres bestellt. Bogoljubows Arbeit beginnt Ende dieses Monats im Landesverband Pfalz. Mitte Juni übernimmt Bogoljubow das Training der in dem Ostseebade Swinemünde zusammengezogenen besten Spieler der Landesverbände Brandenburg, Mecklenburg, Pommern und Ostdeutschland. In Swinemünde findet gleichzeitig die deutsche V o r m e i st e r s ch a f t der Landesverbände Berlin, Sachsen, Schlesien, Brandenburg, Ostdeutschland und Pommern statt, in der zwölf Landesmeister um den Sieg kämpfen werden. Keine Anonymität im Zeitungöverlagswesen. Der Präsident der Reichspreffekammer über die Durchführung seiner Anordnung vom 24. April. Berlin, 20. Mai. (DNB.) Zwischen dem Präsidenten der Reichspressekammer, Reichsleiter Amann, und dem Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptschriftleiter Weiß, hat eine Unterhaltung über die Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer vom 24. April 1935 stattgefunden, die ihren Niederschlag im „Völkischen Beobachter" gefunden hat. Reichsleiter Amann gab zunächst einen geschichtlichen Ueberblick über das zersplitterte deutsche Pressewesen vor der Machtübernahme und zeigte dann die Schwierigkeiten auf, die sich bei der ihm gestellten Aufgabe ergaben, aus dieser Presse ein brauchbares Instrument für Reich und Volk zu machen. Der Führer habe auch in diesen Dingen den Weg gewiesen, und zwar in Punkt 23 des Parteiprogramms. Die Anordnung vom 24. April 1935 bezweckt die re stlose Durchsetzung dieses Programmpunktes, der eine wahrhafte deutsche Presse dadurch schafft, daß er sie unter ein Gesetz stellt: einzig und allein Volkund Reich zudienen. Zu diesem Zweck scheidet er alle nichtdeutschen und der Geschlossenheit der Nation abträglichen Ein- j l ü s s e aus der politischen Presse aus. Gewisse Kreise suchen die Anordnung dadurch zu verkleinern, daß sie sie als eine aus finanziellen Erwägungen erwachsene Hilfsmaßnahme für die parteiamtliche Presse bezeichnen. Diese Behauptung ist völlig absurd. Denn gerade eine von Konkurrenzgesichtspunkten beherrschte Zeitungsoerlagspolitik kann ja gar nicht das Ziel haben, die gesamte deutsche Presse zueinerin sich gleichberechtigten Gemeinschaft zusammenzuschweißen. Wie aber schon das Schriftleitergesetz diesem Ziel in bezug auf die Schriftleiter dient, so ist es auch der Zweck seiner Anordnungen, allen gutwilligen Kräften im Zeitungsoerlagswesen die Erreichung dieses Zieles zu ermöglichen. Unter der Tarnung einer AG. oder einer G. m. b. H. konnten sich bisher auch Nichtdeutsche an deutschen Zeitungsverlagen maßgeblich, ja hundertprozentig beteiligen. Dieser Zustand wird nun gebrochen. Volk und Leser haben einen Anspruch, zu wissen, wer sie täglich über das Leben der Nation unterrichtet und geistig beeinflußt. Hinter der Anonymität haben bisher Einflüsse weitergewirkt, die vorhandenen positiven Kräften den Weg versperrten. Darüber hinaus diente sehr oft das Vorschützen religiöser und ideeller Bestrebungen nur als schlechte Tarnung für eigensüchtige geschäftliche Zwecke. Daß die Presse nicht solchen eigensüchtigen Interessen dient unter Mißbrauch des Lesers: das ist der Wille, der die Anordnung diktiert hat. Es mußte außerdem die Gefahr beseitigt werden, daß irgendwelche — z. T. pressefremde — U n - ternehmungen mit dem Gelde der Leser ihrer Zeitungen politischen Einfluß ausüben können. Der Führer hat von jeher die Forderung aufgestellt, daß religiöse und konfessionelle Dinge aus dem politischenKampf aus- z u s ch e i d e n sind. Die Anordnung zeigt den entschlossenen Willen, die Durchsetzung dieses Grundsatzes auch in der Tagespreise nach allen Seiten hin zu wahren. Leider haben bisher offensichtlich frühere Zentrumsfunktionäre geglaubt, ihre verlegerische Position zur Fortsetzung der Politik des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei benutzen zu können. Die konfessionelle Presse hat die Aufgabe, die Angelegenheiten der Bekenntnisse in rein religiöser Beziehung zu behandeln. Politischen Charakter dürfen diese konfessionellen Blätter keineswegs tragen. Soweit eine konfessionelle Angelegenheit Bedeutung für die große Oeffentlichkeit besitzt, kann darüber selbstver- stündlich in einer Form berichtet werden, die der Bedeutung des Ereignisses für die Oeffentlichkeit entspricht. Unzulässig ist dagegen eine Aufmachung, die erkennen läßt, daß sich eine politische Tageszeitung nicht an die Oeffentlichkeit als solche, sondern an einen nach konfessionellen Gesichtspunkten begrenzten Leserkreis wendet. Daher wird sich eine Berichterstattung über Angelegenheiten der Konfessionen paritätisch gestalten. Im übrigen würde ich es für eine Verarmung der politischen Presse halten, wenn sie grundsätzlich die Erörterung religiöser Probleme im Rahmen ihres kulturellen' Schaffens unterließe. Auf die Frage von Hauptschriftleiter Weiß nach den voraussichtlichen Wirkungen nach dem Ausschluß bestimmter Gesellschaftsformen antwortete der Präsident, daß die Zahl der anonymen Gesellschaften im Verlagswesen zurzeit reichlich 300 gegenüber der Gesamtzahl der Zeitungsverlage von über 2000 beträgt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß wirtschaftliche Gründe in der weitaus überwiegenden Anzahl dieser Fälle einer Umstellung auf Personalgesellschaften nicht entgegenstehen. Abgesehen davon sieht die Anordnung Ausnahmebewilligungen vor. An Stelle einer bisher beschränkten Haftung tritt die unbeschränkte Haftwlg des Verlagsinhabers, wobei durch die Form der Kommanditgesellschaft die Möglichkeit gegeben ist, für einen Teil der Gesellschafter die Haftung zu beschränken. Der Präsident erklärte, daß das staatspolitische Interesse die Aufrechterhaltung der Vielgestaltigkeit der deutschen Presse, die größtenteils im Privatbesitz steht, fordert, ebenfalls eine hervorragende Stelle der Parteipresse im Rahmen des gesamten deutschen Zeitungsoerlagswesens. Die Anordnung ist bestrebt, den Kreis der Zeitungsverlage zu beschränken, die infolge der Veränderung der politischen Verhältnisse'^. B. Ueberwindung der Parteien usw.) und durch die eindeutige Aufgabe der Presse im nationalsozialistischen Staat zur Aufgabe ihrer Existenz veranlaßt sind. Die gegenüber anderen Ländern ganz eigentümliche Struktur der deutschen Presse wurde daher peinlich beachtet. Von den etwa 2800 Zeitungen, die heute noch erscheinen, machen die Zeitungen mit einer verkauften Auflage bis zu 1000 Stück 32,4 v. H. (849 Zeitungen) aus, die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von 1001 bis 3000 Stück 36,3 (950 Zeitungen), die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von 3001 bis 8000 Stück 19 v. H. (506 Zeitungen), die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von 8001 bis 15 000 Stück 4,9 v. H. (127 Zeitungen). Die Zeitungen mit einer verkauften Auflage von über 15 000 Stück machen im ganzen 7,6 v. H. aller deutschen Zeitungen (191 Zeitungen), aus. Ich bin der Ueberzeugung, daß im allgemeinen nur der Mangel guten Willens bei Verlegern oder Verlagsleitern, dem staatspolitischen Interesse Rechnung zu tragen, im Einzelfalle zu harten Konsequenzen für ein Unternehmen führen kann. Die Besorgnis, daß durch die Durchführung der Anordnung der Arbeitsmark ungünstig beeinflußt werden könnte, sei unbegründet. Die Anordnung erstrebt ja gerade die Gesundung des Zeitungsoerlags- wesens, nur ein gesunder Verlag sichert allen seinen Schriftleitern und Angestellten Arbeit und Brot. Zwischen all den an der Presse beschäftigten Deutschen herrscht ein harmonisches Zusammenarbeiten und Zusammenhalten, wenn klare, gesunde Verlagsverhältnisse herrschen und jeder Arbeiter und Angestellte vertrauensvoll eine gesicherte und geordnete Zukunft vor Augen hat. Der Erlaß weiterer Durchführungsbestimmungen ist nicht beabsichtigt. Aus aller Wett. Lin Gedenkstein für Generaloberst von Sluck. Am 89. Geburtstage des verstorbenen Generalobersten von K l u ck fand auf dem Waldfriedhof in Berlin-Stahnsdorf die feierliche Enthüllung des auf Anordnung des Führers für den deutschen Heerführer des Weltkrieges errichteten Gedenksteines statt. Neben dem Gedenkstein hatte ein Ehrenposten der Wehrmacht Aufstellung genommen. Unter den Anwesenden bemerkte man neben der Witwe, dem Sohn und der Tochter des Verewigten den stellvertretenden Kommandanten von Ber- ltn, Oberst von Keifer, zahlreiche höhere Offiziere der alten Armee, Abordnungen des ehemaligen 6. Pommerfchen Infanterieregiments Nr. 59, dessen Chef der Verstorbene war, des ehemaligen Grenadierregimentes 3 und der ehemaligen Viktoria-Grenadiere, sowie den Seelsorger der Familie, Domprediger Dr. Döring. Oberst von Keifer übergab den von Professor Fritz Klimsch aus- geführten Gedenkstein mit einer kurzen Ansprache in die Obhut der Familie, der einen von einem Adler gekrönten Muschelkalkblock darstellt, dessen Vorderseite unter einem Kopfrelief des Verstorbenen folgenden vom Führer selbst verfaßte Inschrift trägt: „Dem als Lehrmeister im Frieden und als Heerführer im Kriege um Deutschland hochverdienten Generaloberst von Kluck errichtete dieses Denkmal in Dankbarkeit und Treue das deutsche Volk." Die Rückseite trägt den Wahlspruch des Verstorbenen: „Die Tat ist alles, nichts der Ruhm". Einer der vier schlesischen Eisenbahnräuber verhaftet. In der Nacht vorn 11. zum 12. Mai wurde, wie gemeldet, auf den Eilzug 168 der Strecke Breslau— Dresden an der Blockstelle Rothwasfer ein schwerer Raubüberfall verübt, wobei den Verbrechern 52 000 Mark in die Hände fielen. Die Dreistigkeit, mit der die Tat ausgeführt wurde, veranlaßte den Breslauer Polizeipräsidenten, eine Sonderkommission für die Ermittlung der Täter einzusetzen und eine große Fahndungsaktion über ganz Schlesien und darüber hinaus aufzuziehen. Die Arbeit hat bereits zu einem Erfolge geführt. Der aus Brieg stammende Haupttäter Fritz Schüller ist auf feiner Flucht in Strehlen (Niederschlesien) f e ft g e n o m m e n worden. Die weiteren Mittäter sind festgestellt. Es sind dies seine Brüder Willi, Erich und Hermann Schüller. In einer Verlautbarung des Breslauer Polizeipräsidenten heißt es u. a., daß die vier genannten Brüder bereits wiederholt vorbestraft find. Die gesamte Bevölkerung wird unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 5000 Mark, die sich wahrscheinlich noch erhöhen wird, da die Genannten auch andere Straftaten, für deren Aufklärung namhafte Belohnungen ausgesetzt sind, verübt haben werden, zur Mitarbeit an der Ergreifung von Willi, Erich und Hermann Schüller aufgefordert. Schwere Zuchthausstrafen für eine 14köpsige Schieberbande. Der Vorsitzende der vierten Großen Strafkammer des Berliner Landgerichtes sprach nach mehrwöchiger Verhandlung das Urteil in dem Prozeß gegen di e 1 4 köpfige Registermark- Schieberbande Rappaports und Ge- Wetterbericht des Reichswekkerdienstes. Ausgabeork Frankfurk. Im Bereich der zusammensinkenden Kaltluftmassen hat sich auch bei uns jetzt freundliches und warmes Wetter eingestellt. Die Großwetterlage läßt jedoch das Aufkommen einer durchaus störungsfreien Schönwetterlage noch nicht zu, da noch ein störendes Luftgefälle besteht, das feuchte Luft- maffen zu uns brachte. Immerhin wird jetzt auch bei uns freundlichere Witterung vorherrschen. Aussichten für Mittwoch: Vielfach wolkig, doch im ganzen freundlich, tagsüber ziemlich warm, später Aufkommen von Gewitterneigung, veränderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Im ganzen freundlich, aber nicht durchaus störungsfreies Wetter. Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 21. Mai: morgens 7,9 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Mai: abends 12 Grad; am 21. Mai: morgens 9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerek R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. nossen.Die Angeklagte S)oja O tun s wurde zu fünf Jahren Zuchthaus und 3000 Mark Geldstrafe verurteilt, der Angeklagte Jzaks Rappaports erhielt 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 3000 Mark Geldstrafe, die Angeklagten Moduchs Rubanenko und Schmul S v i r f k i s erhielten ebenso wie die 10 übrigen Angeklagten je 3 Jahre Zuchthaus und 2000 Mark Geldstrafe. Durch das energische und schlagartige Zugreifen der Zollfahndungsstelle gelang es im September 1934, diese wohlorganisierte lettische Bande festzunehmen. Die Schiebungen wurden auch hier nach altbewährtem Muster durchgeführt. Ebenso wie in zahlreichen anderen Fällen standen als Drahtzieher ostjüdische Kreise und Banken, die im Auslande ihren Sitz haben, hinter der ganzen Schiebungsaktion. Die Angeklagten waren als harmlose Vergnügungsreisende getarnt nach Deutschland gekommen, um von hier aus im Sinne ihrer Auftraggeber Vermögenswerte über die Grenzen zu schaffen. Das größte französische Wasserflugzeug durch Feuer schwer beschädigt. Das größte französische Wasserflugzeug .Leutnant Paris", das zunächst für den Südamerika-Dienst bestimmt war und später möglicherweise für den Nordamerika-Dienst eingesetzt werden sollte, ist durch einen Brand teilweise z e r st ö r t worden. Der Aparat, der in Bißcarofse bei Bordeaux vor Anker lag, sollte am Mittwoch vor dem französischen Luftfahrtminister Schauflüge unternehmen. Am Sonntag ereignete sich jedoch angeblich Kurzschluß, und im Nu stand der rechte Flügel in Flammen und verbrannte vollkommen. Die übrigen Teile des Flugzeuges sind unbeschädigt geblieben. Furchtbare Pulverexplosion in Argentinien. — Fünf Tote, sechs Schwerverletzte. In der Nähe der Ortschaft Jngeniero Jacobacci im Territorium von Rio Negro (Argentinien) ex- plädierte ein Eisenbahnwaggon, der 5000 kg Sprengpulver enthielt. Dabei wurden fünf Arbeiter getötet und sechs schwer verwundet. Der Waggon, der zu einem Transportzug gehörte, wurde vollkommen zerstört. Die Ursache der Explosion ist vorläufig nicht bekannt. Die Unglücksstätte bietet ein Bild grauenhafter Zerstörung, viele hundert Meter von den Gleisen entfernt fand man noch Teile des Eisenbahnwagens sowie Reste von zerfetzten menschlichen Körpern. Sechs Tote, 17 verletzte bei einem Aulobusunglück in Argentinien. Ein schweres Autobusunglück ereignete sich in der argentinischen Ortschaft Aguilares (Provinz Tucuman). Ein vollbesetzter Autobus mit Besuchern eines Fußballwettspieles stürzte in voller Fahrt um. Sechs der Mitfahrer wurden getötet und 17 mit teilweise schweren Verletzungen in das Krankenhaus geschafft. 800 Tote bei dem Grubenunglück in Schantung. Nach Angaben der Zeitpng „Schun Pao" hat sich nunmehr die Zahl der ums Leben gekommenen Bergleute bei dem schweren Grubenunglück bei Tßetschuan auf 8 0 0 erhöht. Eine Rettung der noch im ersoffenen Schacht verbliebenen Bergleute ist ausgeschlossen, da die Rettungsmannschaften an die vergasten Schächte nicht vordringen können, zumal die Stollen zerstört und die Pumpen außer Betrieb gesetzt sind. Durch die Grubenkatastrophe sind 3000 Bergleute arbeitslos geworden. Neue Wirbelstürme in den vereinigten Staaten. Nachdem, wie bereits gemeldet, in Nordtexas und Oklahoma 20 Personen durch Wirbel st ürme getötet wurden, wurden am Montag auch Teile der Staaten Arkansas, Tennessee, Alabama, Louisiana und Mississippi von Wirbelstürmen verheert. Aus den betroffenen Gebieten werden bisher drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte sowie ungeheurer Sachschaden gemeldet. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten verschiedene Ortschaften. Der in Texas und Oklahoma durch die Wirbelstürme und Ueberschwemmungen verursachte Sachschaden wird auf drei Millionen Dollar geschätzt. Lastautos vom Güterzug überrannt. — Drei Tote, zwei Schwerverletzte. Ein folgenschwerer Kraftwagenunfall ereignete sich an einem Bahnübergang bei Tournus an der Strecke Paris—Marseille. Da der Schrankenwärter die Schranke nicht geschlossen hatte, wurde ein Lastkraftwagen von einem Güter- zug überfahren und zertrümmert. Dabei ex- plädierte die Ladung des Kraftwagens, die aus 350 Flaschen flüssiger Gase bestand. Die Lokomotive des Zuges war sofort völlig in Flammen gehüllt. Der Lokomotivführer und der Heizer, sowie der Kraftwagenführer verbannten bei lebendigem Leibe. Der Zugführer und ein zweiter Insasse des Lastkraftwagens erlitten schwere Verletzun- g e n. Der Schrankenwärter wird sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben. Neues sowjelrussisches Kleinlustschiff. Dieser Tage hat nach einer Meldung der „Prawda" auf der Moskauer Werft des sowjet- russischen Luftschiffbaues die Zusammensetzung der fertiggestellten Teile eines neuen Kleinluft- s ch i f f e s begonnen. Das neue Luftfahrzeug, das die Bezeichnung USSR-W 7 erhält, ist ein Luftschiff halbstarrer Konstruktion von 9500 Kubikmetern Rauminhalt. Die Fertigstellung soll in einem Monat beendet sein. Kriegsopferlag in Stettin. — Stiftung eines Ehrenmales in Pasewalk. In Stettin fand unter größter Beteiligung die Kriegsopfertagung der NSKOV. statt. Anläßlich dieser Tagung wurde das Provinzialehrenmal, an der Geburtsstätte des Nationalsozia- ismus im Schützenhaus zu Pasewalk, in dem der Führer bekanntlich während des Krieges im Lazarett lag, gestiftet. Das Ehrenmal wird von der NSKOV. errichtet werden. Gruppenführer Friederich hielt eine Ansprache. Auf der Amtswaltertagung der NSKOV. sprach der Reichskriegsopferführer Oberlindober über die Aufgaben der NSKOV. Auf dem Paradeplatz wurde eine große Parade zu Ehren der Kriegsopfer und der alten Soldaten veranstaltet. Den Höhepunkt der Kriegsopfertage bildete die große Kundgebung auf dem Kreckower Feld, auf welcher der Gauleiter Schwede-Coburg, der Wehrkreiskommandeur B l a s k o w i tz und der Reichskriegsopferführer Oberlindober Ansprachen hielten. Der Vorsitzende des Verbandes der nordschleswigischen Kriegsopfer Friedrich Andresen aus Tondern- Dänemark überbrachte die Grüße der Kriegsbeschädigten Nordschleswigs. Auslandserfolge einer deutschen Firma. Die bekannte kosmetische Fabrik Dr. O. Druck- rey, Quedlinburg, die erst kürzlich auf der großen Ausstellung in Florenz mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet wurde, erhielt jetzt wieder auf der Kosmetik-Ausstellung in London für ihr Sommersproffenmittel „Drula Bleich- w a ch s" die goldene Medaille und den „Grand Prix", die höchste Auszeichnung dieser Ausstellung. Keine Bedenken gegen die Straßen- und Haussammlung des Deutschen Earitasverbandes. Zur Zeit führt der Deutsche Caritasver- b an b eine genehmigte Straßen- und Haus- s a m m l u n g durch. Zur Vermeidung von Mißverständnissen läßt der Reichs- und preußische Minister des Innern mitteilen, daß dieser Deutsche Caritas- verband Mitglied des Reichsverbandes der freien Wohlfahrtspflege Deutschlands ist, der unter Führung des Leiters des Hauptamtes für Volkswohlfahrt bei der Reichsleitung der NSDAP., Hilgenf e l d t, steht. Wie festgestellt ist, hat der Caritas- verband keinerlei geschäftliche Verbindung mit der Caritativen Vereinigung GmbH., die in dem bekannten Devisenprozeß gegen die Provinzialsekretärin des Dinzentinerinnenordens genannt ist. Gegen die Fortsetzung der Sammlung bestehen also keinerlei Bedenken. Zwei Todesurteile wegen Raubmordes. In Schwerin hatten sich vor dem Schwurgericht der 19 Jahre alte Friedrich Wilhelm Pankow und der 18 Jahre alte Helmut Saß aus Maßlow bei Wismar wegen Raubmordes zu verantworten. Die Mörder hatten in der Nacht zum 23. März d. I. den Händler C i z s e w o k i gemeinsam mit einer eisernen Brechstange getötet und bann seiner Barschaft in Höhe von 63 Mark beraubt. Das Urteil lautete gegen beibe Angeklagte wegen Raubmordes auf To des st rase sowie auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Wolkenbrüche über Oklahoma. — 12 Personen ertrunken. Tagelange Wolkenbrüche und orkanartige Regenstürme verursachten in Oklahoma (USA.) große Ueberschwemmungen. In Altus (Oklahoma) ertranken 12 Personen, darunter eine neunköpfige Negerfamilie. Die Stadt Gainesville und andere Ortschaften in Texas sind überflutet. In Teague und in San Antonio wurden zahlreiche Gebäude beschädigt und eine große Anzahl von Personen verletzt. Oie Katastrophe des „Maxim Gorki". Dramatischer Bericht eines Augenzeugen. Das Großflugzeug „Maxim Gorki" war auf seinem Unglücksflug von zwei kleineren Flugzeugen begleitet. Eins dieser Begleitflugzeuge ist heil oa» vongekommen; es trägt die Nummer P5 und wurde vom Piloten R y b u f ch k i n geflogen. Ry- bufchkin schildert seine Beobachtungen folgendermaßen: Am 17. Mai, abends, erhielt ich einen Flugauftrag zum 18. Mai gleichzeitig mit Blagin; mit mir sollte ein Kinooperateur fliegen, Blagin aber sollte Oie „Maxim Gorki" begleiten, um den Größen- unterschied zwischen dem Kleinluftzeug und der Riefenmafchine zu veranschaulichen. Unmittelbar vor dem Abflug sagte Michejew, der Pilot der „Maxim Gorki" zu Blagin, er solle das Figurenmachen lassen und der „Maxim Gorki" weit vom Leibe bleiben. Blagin war gekränkt und erwiderte, er sei kein kleiner Junge, sondern fliege bereits feit 15 Jahren. Rybufchkin fuhr fort: Blagin und ich begleiten die „Maxim Gorki"; er rechts und ich links. Als die „Maxim Gorki" den Rundflug beendet hatte und zum Flugplatz zurückkehrte, ging ich etwas höher. Ich bemerkte, daß Blagin auf der rechten Seite eine sog. Tonne machte und dabei von der „Maxim Gorki" abgetrieben wurde. Dann ging er auf den linken Flügel. Ich stieg daher noch höher, weil ich befürchtete, Blagin würde vom Schwung nach links getrieben werden. Blagin gab Gas und machte eine neue Figur; sie gelang ihm nicht, er verlor an Geschwindigkeit und prallte an den rechten Flügel der „Maxim Gorki" ungefähr dort, wo sich der mittlere Molor befindet. Offenbar traf er einen Oelbehalter, denn es entstand schwarzer Rauch. Blagin hatte die obere und untere Verkleidung des Flügels durchstoßen. Die „Maxim Gorki" neigte sich nach rechts über und Blagin stürzte mit feinem Flugzeug ab. Die „Maxim Gorki" hielt sich noch 10 bis 15 Sekunden in der Luft, dann nahm die Rechtsneigung zu. Lin Teil des rechten Flügels löste sich ab. Das Flugzeug begann senkrecht abzutrudeln und schlug schließlich auf eine Baumgruppe von Kiefern auf und zersplitterte auf dem Boden. Ich drosselte die Gaszufuhr meines Flugzeuges und ging im Gleitflug unmitelbar über der Unfallstelle herunter. In diesem Augenblick packte mich der Kinooperateur an der Kehle und begann mich zu würgen. Er hatte infolge des Schrecks die Nerven verloren und wollte mich zur Not- Scherl-Bildmatemdienst t ■ * landung veranlassen. Ich verlor zunächst die Herrschaft über die Maschine, die in eine trudelnde Bewegung geriet. Um mich zu befreien, schlug ich dem Kinooperateur mit aller Kraft ins Gesicht; er setzte sich wieder und saß still bis zur Landung. Ich konnte die Maschine dann abfangen, machte noch zwei Kreise über der Unglücksstelle und schritt dann zur Landung. Eine Aufnahme der Katastrophe wurde, wie die obige Schilderung begreiflich macht, nicht ausgeführt. Nur der vorhergehende Flug der „Maxim Gorki" war gefilmt worden. — Die bei der Katastrophe der „Maxim Gorki" ums Leben gekomenen 48 Fluggäste und Mannschaften wurden am Montag in Moskau z u Grabe getragen. Fast 200 Kränze bedeckten den Katafalk. Drei neue Riesenflugzeuge als Ersatz Die Taß gibt amtlich bekannt, daß der Rat der Volkskommissare in einer gemeinsamen Beratung mit dem Zentralkomitee der Partei beschlossen hat, als Ersatz für das abgestürzte und zerstörte Riesen- I flugzeug „Maxim Gorki" folgende drei neuen 'Flugzeuge z u bauen: „Wladimir Lenin", „Jofef Stalin" und „Maxim Gorki". Alle drei Flugzeuge sollen Riesenflugzeuge vom Typ und den Ausmaßen des „Maxim Gorki" werden. Am Montag fand in Moskau die feierliche Beisetzung der Opfer der Katastrophe statt. Gewaltige Menschenmassen strömten den ganzen Tag über zum Gewerkschaftshaus, wo im Kolonnensaal die Urnen und Särge mit den Ueberresten der Verunglückten aufaebahrt waren, lieber 100 000 Personen erwiesen Den Verschiedenen die letzte Ehre. Stalin, Molotow, Kaganow itsch und Ordschonokidze hielten bei den Ueberresten der Opfer den ganzen Tag über die Ehrenwache. Während die Leichen in feierlichem Zuge vom Gewerkschaftshaus zum Friedhof geleitet wurden, kreiste in den Lüsten ein Flugzeuggeschwader, das den verunglückten Kameraden das letzte Geleit gab. Auf dem Friedhof hielten der Chef der Verkehrsluftflotte Tkatfchew, der Vorsitzende der Offoa» viachim, Eidemann, und andere vor der Beisetzung Ansprachen. PREISE:, 1.80 u, 3.35 xla Liter 5'40 ^^SEBALDS HAARTINKTUR sie schafft volles Haar PREISE : 1 .80 u. 3.35 1,2 Liter 5.40 Jetzt legt es fleifeig das lustig gackernde Federvieh. Die Hausfrau legt jetzt am besten die Eier ein. Wasserglas.....1 Liter 40 Pf. Garantol... . 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Der Minister: „Das Gesetz bringt eine Vereinheitlichung des Gesundheitswesens insofern, als, zunächst in der unteren Verwaltungsbehörde, der öffentliche Gesundheits» d i e n st, der bisher teils von den staatlichen Gesundheitsbeamten, teils von den Aerzten der Kreise und Gemeinden ausgeübt wurde, einheitlich z u • sammengefaßt wird, und zwar in Gesundheitsämter, die in Anlehnung an die Behörden der inneren Verwaltung unter ärztlicher Leitung eingerichtet werden. Der größere Teil von ihnen wird eine staatliche Einrichtung, die übrigen bleiben Einrichtungen des betreffenden Kreises, auch diese führen jedoch ihre Aufgaben als Auftragsangelegenheiten des Reiches durch. Die Aufgaben selbst umfassen zunächst diejenigen, die die staatlichen Amtsärzte bereits bisher in der Gesundheitspolizei geleistet haben, ferner die ärztlichen Aufgaben der gesundheitlichen Für- und Vorsorge, die bisher von den verschiedenen Trägern und in ganz verschiedenem Umfange durchgeführt wurden. Auch die gerichtsärztliche Tätigkeit geht auf die Gesundheitsämter über. Außerdem ist auch die Erb - und Rassenpflege ein Hauptbetätigungsfeld der Aemter und damit der aufbauenden Bevölkerungspolitik. Dem gleichen Ziel dient die ihnen in Zukunft obliegende Pflicht zur Mitwirkung bei den ärztlichen Maßnahmen für Körperpflege und Leibesübung. Mit diesem Aufgabenkreis wird das Gesundheitsamt in den Mittelpunkt aller Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes gestellt zwecks Erhaltung und Förderung der Volksgesundheit und zwecks Durchführung einer einheitlichen und zielbewußten Gesundheitspflege im Reich. Die Gesundheitsämter werden diese große Aufgabe aber nur erfüllen können, wenn sie ihre Arbeit im Einvernehmen mit der In einer Unterredung mit unserer Mitarbeiterin Frau Paula S i b e r machte Reichsinnenminister Dr. Frick Ausführungen zu allen gesundheitsführenden und gesundheitsfördernden Maßnahmen des nationalsozialistischen Staates. Anknüpfend an die mit ungeheurem, weit über die Grenzen Deutschlands hinausgehenden Erfolg soeben beendete Ausstellung „Das Wunder des Lebens", welche der Schirmherrschaft des Reichsinnenministers unterstand, erbat die Fragestellerin Auskunft über die enge Verbundenheit aller Dinge des Lebens mit der Arbeit des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern. Die breite Öffentlichkeit ist geneigt, in dem Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern schlechthin das deutsche Verwaltungsministerium zu sehen. Es dürfte daher von größtem Interesse sein, zu erfahren, wie weit über diesen bekannten Aufgabenbereich hinaus gerade auch die Gesetze des Schutzes und der Pflege des Lebens und der Familie einen besonderen und wesentlichen Teil der Arbeit dieses Ministeriums bilden. Frage: „Darf ich zunächst auf das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zu sprechen kommen? Es wird zwar sehr viel von diesem Gesetz gesprochen, aber es sind doch immer noch mancherlei irrtümliche Meinungen darüber verbreitet. Ich wäre Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, von welchen Grundgedanken die Reichsregierung bei dem Erlaß eines Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses ausgegangen ist?" Der Minister: „Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses entstand aus der Erkenntnis heraus, daß infolge der Fortschritte ärztlichen Wissens und Könnens und einer Ueberspannung der öffentlichen Fürsorge eine große Anzahl Personen zur Vererbung und Verewigung ihrer schweren Leiden kamen. Daraus ergibt sich aber ferner eine allmählich mehr und mehr steigernde Belastung der gesunden und schaffenden Volksgenossen,die alle diese Fürsorgeausgaben aufzichringen haben. Die nationalsozialistische Regierung hat in Verfolgung der alten Forderung, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehen muß, durch Verabschiedung des Gesetzes dem Gedanken Ausdruck verliehen, daß es unverantwortlich ist, krankhafte Anlagen auf die Nachkommenschaft weiter zu vererben. Von denjenigen Erbkranken, die zu einem gesunden Denken in der Lage sind, erwartet sie, daß sie von selbst den Antrag auf Unfruchtbarmachung stellen. Bei denjenigen, die sich nicht zu diesem vermeintlichen Opfer entschließen können, sei es, daß sie ihr individuelles Wohl über das Wohl des Volkes stellen, oder daß sie überhaupt nicht in der Lage sind, sich zu einer höheren ethischen 'Lebensauffassung durchzuringen,soll der Antrag von jeizt in der luftleeren Dose stets frisch wie am Tage der Röstung anderer Seite gestellt werdey. Die Regierung weiß, daß der einzelne nicht schuld an seiner Erbkrankheit ist und hat vor denen, die freiwillig den Antrag stellen, die größte Achtung. Die Einsicht dieser Leute würde aber unwirksam werden, wenn nicht für einen Ausschluß der nicht einsichtigen Erbkranken von der Fortpflanzung gesorgt würde." Frage: „Wie ich aus Ihrer Antwort, Herr Minister, entnehme, will die Reichsregierung durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erbkranke Personen von der Fortpflanzung ausschließen. Da hierdurch die Geburtenzahl herabgesetzt wird, muhte die Regierung als Ausgleich hierfür auf eine stärkere Fortpflanzung in den gesunden Familien bedacht sein." Der Minister: „Sie haben ganz recht, Frau Siber. Die ausmerzenden Maßnahmen des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses können nicht das A und O einer gesunden Bevölkerungspolitik sein. Die Hauptsache ist, daß die erbgesunde, deutsche Familie eine Aufbesserung ihres Nahrungsspielraumes erhält, die es ihr ermöglicht, mindestens drei oder vier Kinder großzuziehen. Wenn die ausmerzenden Maßnahmen zunächst in den Vordergrund des Interesses getreten sind, so lag das daran, daß hier der Anfang zu machen war. Ich glaube nicht zu viel zu sagen, wenn ich behaupte, daß die Förderung der erbgesunden, kinderreichen Familie das wichtigste Problem des nationalsozialistischen Staates sein muß. Durch einen Ausgleich der Familien- l a st e n muß erreicht werden, daß der Kinderarme oder Ledige keinen Vorteil vor dem Kinderreichen hat. Wer selbst dem Staat keine Kinder schenkte, soll wenigstens zum Unterhalt der übrigen Kinder des Volkes beitragen, da sie ja den von ihm verursachten Ausfall der für die Bestanderhaltung notwendigen Kinderzahl ausgleichen müssen. Inzwischen haben wir uns sckon immer für die Belange der Kinderreichen eingesetzt und viele ihrer Forderungen, die vor Jahren unerfüllbar erschienen, verwirklicht. Eine nicht unerhebliche Entlastung der Kinderreichen konnte durch die Steuerreform erreicht werden. Ferner darf ich an die Einführung von F a m i l i e n l ö h n e n bei der Post und Reichsbahn erinnern. Von den sonstigen Vergünstigungen will ich u. a. auch auf die Fahrpreisermäßigung für Kin- d e r r e i ch e Hinweisen." Frage: „Neben der Betreuung, die in Ihrem Ministerium die erbgesunde, kinderreiche Familie erfährt, ist ein anderer Großteil aller Arbeit im Dienst des Lebens eines Volkes auf die 'Ueber- wachung, Pflege, Förderung und den Schutz des Lebens selbst gerichtet. Darf ich fragen, Herr Minials er endlich seinen Abschied erhält, sich vor König Georg weigert, die britischen Orden anzulegen. Vielleicht ist aus diesem Schuldgefühl heraus sein Untertauchen nach dem Krieg zu erklären. Legenden wollen zwar wissen, daß Lawrence i m geheimen Auftrag die Religionskämpfe in Indien geschürt und in Aegypten die Bewohner gegen die Regierung aufgewiegelt hat. Mun munkelte sogar, Lawrence sei s ch o n l ä n g st t o t und die Regierung bediene sich sehr geschickt seines von mystischem Glanz umgebenen Namens. Wahr ist jedoch, daß der ehemalige Wüstenreiter bei der Luftwaffe und den Tanks gedient hat, als einfacher Soldat Roß und später als T. E. Shaw. Sehr zurückgezogen und bescheiden lebte in in seinem kleinen Landhaus, sein einziges Vergnügen fand er darin, in seiner freien Zeit mit rasender Geschwindigkeit auf seinem Motorrad durch das Land zu fahren ... Armee hat sich, geschlagen, zurückgezogen, während die kleine deutsche Schar nicht an die Flucht denkt: „Heber tausend Meilen waren sie von ihrer Heimat entfernt, sie mußten jegliche Hoffnungen aufgeben, niemand war da, um ihnen den Weg zu weisen; versagen konnten in dieser wahnwitzigen Lage auch die unerschütterlichsten Nerven. Ihre Reihen hielten jedoch stand, bewegten sich durch den türkischen Schiffbruchstamnel wie Panzerschiffe, hochgemut und verschlossen. Wurden sie angegriffen, machten ie Halt, nahmen Sicht, feuerten dem Befehl ent- prechend. Ohne Uebereilung, ohne Auseinander- etzung, ohne einen Augenblick zu schwanken. Sie waren herrlich!" Während Lawrence seine kleine Truppe zu schönen Erfolgen führt, spürt er immer deutlicher, daß seine Regierung ihn verläßt. Er sieht voraus, daß die den Arabern gegebenen Versprechungen niemals gehalten werden, und diese Treulosigkeit beschwert sein empfindsames Gewissen. Der Trotz gegen die Regierung geht soweit, daß er später, Nachdem Oberst Lawrence, stets eine bei- nahe sagenhafte Gestalt, die Abenteuer und Gefahren seiner Arabien-Zeit glücklich überstanden hatte, fiel er vor ungefähr einer Woche einem ganz un- romantischen Motorrad-Unfall zum Opfer, dem er jetzt erlegen ist. Noch dieses letzte Ereignis im Leben des Obersten wurde mit einem Geheimnis umgeben, so wie der ganze letzte Abschnitt des Abenteurers in Dunkel getaucht war. Lawrence war ein Selfmademan von reinstem Wasser. Da seine Eltern mittellos waren, durchlief er eine einfache Schule und erwarb sich durch hartnäckigen Fleiß eine Freistelle an der Universität Oxford. Er ist nach vielen Seiten hin interessiert, besucht mittelalterliche Burgen und wird ein Meister im Schießen unb Segeln. Körperlich sehr abgehärtet, fällt es ihm dann leicht, nachdem er ein Stipendium erlangt hat, jahrelang in Syrien in spartanischer Dürftigkeit herumzustreifen. Er versteht es, sich rasch bei den Arabern einzuleben, in ihren Zelt zu wohnen und ihre Sprache zu erlernen. Er erfährt ihre Stam- mesgeschichten und weiß über ihre Zwistigkeiten Bescheid. Sein fabelhaftes Gedächtnis behält alle diese Einzelheiten, und so wird er einer der besten Kenner Arabiens überhaupt und ganz dazu geschaffen, einen Auftrag auszuführen, wie er ihn später von den englischen Militärbehörden erhält. Nachdem er den englischen Archäologen W o o l - l e y bei feinen Ausgrabungen unterstützt und sich selbst sehr intensiv mit ältester Keramik und den Hettitern befaßt hat, geht er bei Ausbruch des Weltkrieges als Kriegsfreiwilliger nach Kairo. Man traut dem nachlässig gekleideten und überaus jung wirkenden Archäologen T. E. Lawrence keine soldatischen Fähigkeiten zu, doch wirken sein eigenartiges Wesen, seine vollständige Bedürfnislosigkeit — er kennt keine Frauen und ist weder dem Tabak noch dem Alkohol ergeben — und das Fehlen jeglichen Ehrgeizes irgendwie anziehend auf K i t ch e n e r , der ihn schließlich als Unterleutnant nach Syrien schickt. Hier beginnt er, feine große Sendung zu erfüllen, die Arader gegen d i e Türken aufzuwiegeln und sie den Alliierten in die Arme zu treiben. Es geht ihm dabei nicht um eine Machterweiterung Englands, er sieht nur ein unterdrücktes Volk, für dessen Freiheit er sich mit dem eigenen Leben einsetzt. Ein hervorragender Menschenkenner, findet er in dem Sohn des Scherifs von Mekka, dem genialen Feisal, den Führer Arabiens und beschließt, mit ihm zusammen zu arbeiten. Er schafft sich eine eigene Kriegskunst f ü r d i e Wüste, schafft sie aus dem Nichts heraus, beweist sich als mili- täri^hes Genie. Seine Aufgabe ist, die türkischen Armeen in langsamer Arbeit zu zermürben. Es steht ihm fetn Heer zur Verfügung, er darf keine Schlachten wagen. Seine Taktik baut sich auf eine kleine, bewegliche Truppe auf, die schnell und sicher Streifzüge unternimmt, immer wieder die Eisenbahn nach Medina überfällt, die Gleise sprengt und die Züge beraubt. Die Beweglichkeit der Truppe wird dadurch noch erhöht, daß jeoer Krieger auf sich selbst gestellt werden kann. Die ersten Erfolge sprechen für Lawrence, und viele Häuptlinge schließen sich Feisal an. Noch viel eher würde Lawrence zum Ziel kommen, wenn ihm das Hauptquartier in Kairo nicht dauernd Schwierigkeiten in den Weg legte. Diese Beschränkung vonseiten der eigenen Vorgesetzten zermürbt ihn außerordentlich. Dennoch besteht er auch in den härtesten Anspannungen. Die sommerliche Glut in der Wüste und die eisige Winterkälte fordern viele Opfer. Gewagte Erkundungsritte, rasche Angriffe müssen unternommen werden. Lawrence stählt feinen Körper, daß er Durst und Gefahren und übermenschliche Strapazen aushält und sließlich Größeres als seine Beduinen leistet. Sein persönlicher Einfluß auf die Araber ist ungewöhnlich. Zwar hat er sich in Gewand und Lebensweise den Wüstensöhnen angeglichen, aber in seinen blauen Augen, dem blonden Haar und der hellen Haut läßt sich sein Europäertum nicht verleugnen, ebensowenig wie er in der suggestiv wirkenden Ruhe und Bestimmtheit seines Wesens, mit der er den arabischen Kriegern gegenübertritt und ihre Streitigkeiten schlichtet. Don einer aus- gewählten, ihm blindlings ergebenen Leibwache begleitet, kann er es wagen, den Türken zu trotzen, die 20 000 Pfund Sterling auf feinen Kopf gefetzt haben. In feinen Erinnerungen erwähnt Lawrence auch einmal die deutschen Gegner. Die türkische Oberst Lawrence, Abenteurer und Gentleman Legende und Historie um ein bewegtes Leben. Der Leopard von Madukani. Von C. W. Strach. Arn Rande des Magarasurnpfes habe ich mein Jagdzelt aufgeschlagen, um hier noch mein zweites Nashorn zu schießen, das mir auf den großen Jagdschein zusteht. Mein Auto ließ ich in Madukani beim Häuptling Michael zurück und bin nur mit wenigen Trägern zu Fuß bis an den Sumpfgürtel vorgedrungen. Michael ist ein schwarzer Gentleman, bei dem eine Flasche Feuerwasser reiche Zinsen für mich trägt. Jedesmal gibt er mir als Dank und Gegenleistung zehn bis zwanzig Träger seines Stammes, die meine Lasten bis an den Gürtel der fieberheißen Magarafürnpfe tragen oder mit mir die schroffen Steinhänge der Bruchstube hinaufkraxeln. Meine Autos sind bei ihm in bester Hut. Auch diesmal habe ich Michaels Stammesangehörige bei mir, passionierte Jäger, Naturburschen, die selbst die verschlungenen Wildpfade durch den unheimlichen Sumpf kennen und froh sind, daß sie nun reichlich Wildbret 3ur Verfügung haben werden. Ich befriedigte ihren Appetit durch einige Wasserböcke, die hier häufig Vorkommen. Bei jedem Pirschgang stoße ich auf das schöne, scheue Wild. Am zeitigen Morgen des dritten Tages breche ich wieder auf, um die einwechselnden Nashörner noch abzuschneiden, bevor sie wieder in das Labyrinth der Papyrusstauden und Schilfstengel ziehen. Doch nur Kühe und schwächere Bullen kommen mir schuhgerecht, ein alter Bulle, wie ich ihn suche, ist nicht dabei. Müde kehre ich gegen acht Uhr in mein Zelt zurück. Schon von weitem sehe ich viel Volk in meinem kleinen Lager versammelt. Eine Abordnung von Michael ist eingetroffen und berichtet mir, daß ich sofort nach Madukani kommen möchte, da der Leopard, der in den letzten Wochen fast jede Nacht die Ziegen und Schafe der armen Wambugwes wegholte, verfolgt worden sei und sich in einen riesigen Kugelstrauch am Rande der Buchsteppe eingeschoben habe. Der Strauch selber sei im weiten Kreise von Michaels Getreuen umstellt. Verflogen ist alle Müdigkeit nach der anstrengenden Pirsch, einen Becher voll Kaffee schütte ich hinunter, fülle die Feldflasche und wenige Minuten später schreite ich mit den Boten durch die sonnen- durchglühten Steppen auf Madukani zu. Nach dreistündigem Marsche erreiche ich die armseligen Hütten der Steppenneger. Bald hinter der Negersiedlung kommt mir schon Michael entgegen, der den Schlachtplan gegen den räuberischen Leoparden bis dahin selber geleitet hatte. Er versichert mir, daß der Leopard noch in dem einzelnen Kugelstrauch stecke, und ich brauche nur zu kommen, um ihn zu schießen. Von weitem schon sehe ich eine aufgeregte Volksmenge um einen verwachsenen Strauch der Riesenmimvse im großen Kreise stehen. Von dem Grundsatz ausgehend, daß die Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit sei, hatten die braven Wambugweleute eine respektvolle Entfernung zwischen den Mittelpunkt und den Rand des Kreises gelegt. Mit Speeren, Buschmessern und ähnlichen Mordinstrumenten ist das schwarze Volk bewaffnet. Freudig werde ich von der kriegerischen Schar begrüßt. Wie ein Torero komme ich mir vor, als ich nun den Kreis betrete und in der Arena stehe. „Angalia, broana, tschui kali kabissa" — sieh dich vor, Herr, der Leopard ist sehr böse —, so klingen mir die ermunternden Zurufe der Menge entgegen. Auf fünfzig Meter vor mir breitet ein verwachsener Mimosenstrauch seine Aeste und Luftwurzeln bis auf die Erde aus, wohl zehn Meter mag das dornige Steppengestrüpp im Durchmesser haben, wie eine undurchdringliche Glocke hängt es über dem Boden. Und dort drinnen sitzt nun der Leopard! Wie soll ich die gewandte Riesenkatze dort herausbekommen? So zuckt es mir durch den Kopf. Immer enger schlage ich die Kreise um den Busch, den Stutzen entsichert im Arm, bücke mich bis auf die Erde, um nur einen kleinen Einblick in das Gewirr der Zweige und Ranken zu bekommen, doch vergebens. Endlich erscheinen einige beherzte Neger hinter mir, denen meine Büchse wieder Mut ein- aeflößt hat, umkreisen gleich mir den Strauch, legen sich lang auf die Erde, um vielleicht von unten Einblick zu gewinnen, aber vom Leoparden fejne Spur. Schon zweifle ich daran, daß der „Tschui" überhaupt in dem Busch sitzt, und gehe bis auf dreißig Meter heran, als endlich einer meiner Neger erschreckt vom Boden aufspringt und aufgeregt mit der Hand eine Stelle im Dornenbusch zeigt. Ich lege mich lang auf die Erde und sehe wirklich einen lichtbraunen Fleck eng an eine der starken Luftwurzeln gepreßt. Mit dem scharfen Glas erkenne ich sehr bald die schwarzen Tupfen darauf. Tatsächlich, der Leopard ist noch in dem Kugelbusch. Doch alles, was ich von ihm sehen kann, ist nicht größer als ein Teller, durch eine einzige Lücke im Gezweig erkenne ich ein Stückchen Fell von ihm; welchen Körperteil ich vor mir habe, das weiß ich nicht. Um die Arena herum steht das Volk erwartungsvoll und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Ich zögere immer noch, ob ich aufs Geratewohl auf den kleinen Fleck schießen soll, der sich mir zeigt. Die Sache kann faul ausgehen, denn der krankgeschossene Leopard nimmt fast immer an, und zwar mit einer solchen Schnelligkeit, daß man die zweite Kugel kaum noch zum Fangschuß los wird. Endlich entschließe ich mich den unsicheren Zufallsschuß zu wagen. Ich lege mich lang auf die Erde, nur so kann ich das tellergroße Stück vom Leoparden sehen. Zwei Neger müssen mir vor dem Büchsenlauf alle Grashalme und Hindernisse ausrupfen, damit die Kugel nicht auch noch durch einen Fremdkörper abgelenkt wird. Dann setze ich das Fadenkreuz meines Zeiß-Zielfernrohres mitten auf den kleinen Ausschnitt des angedrückten Leoparden. Kaum daß der Schuß raus ist, so sehe ich auch schon die muskulöse Riesenkatze wie einen Blitz aus ihrem Versteck schnellen, der Kreis meiner begeisterten Zuschauer stiebt auseinander, Rufe, Schreie werden laut, der Leopard hat die freie Steppe erreicht und versucht sich mit zerschossener Hüfte in die nahe Dornensteppe zu schleppen! Meine Kugel hatte ihm beide Hüftgelenke zerschmettert, so daß er nach dem ersten Absprung nur noch verhältnismäßig langsam vorwärts kam und sich auf den Vorderpranken fort- bewegte. Im gleichen Augenblick bin ich auch schon wieder hoch, renne ein Stück um den hindernden Strauch herum und setze dem Leoparden noch einen zweiten Schuß auf die Breitseite, der ihn endgültig zusammenwirft. Noch minutenlang zuckt die sehnige, zähe Riesenkatze, ehe das letzte Leben aus dem Körper gewichen ist. Dann trete ich heran, und mit mir stürmen plötzlich von allen Seiten die Neger herbei. Mein Freund Michael dankt mir besonders, und der Leopard von Madukani hat unsere alte Freundschaft aufs neue besiegelt und befestigt. Geschichten um Gustav Freytag. „Wir gehören zu denen, welche ein wenig für sich leben, und ein wenig für ihre Freunde, in der Hauptsache für das Volk". So schrieb Gustav Freytag einmal an Heinrich von T r e i t s ch k e, und von diesem Bewußtsein, sein Bestes für Deutschland einsetzen zu müssen, ist sein ganzes Leben und Schaffen als Dichter, Gelehrter, Journalist und Politiker getragen. Der Mann, der uns in seinen „Bildern aus der deutschen Vergangenheit" die beste, auch heute noch nicht übertroffene Kulturgeschichte des deutschen Volkes geschenkt hat, wurde in der schlesischen Grenzmark geboren; früh hat er die deutsche Schicksalsgemeinschaft empfunden und seit seiner Doktorarbeit, die sich mit den Anfängen des deutschen Dramas und seiner Entwicklung aus den Lustbarkeiten der Menge beschäftigte, aus dem unerschöpflichen Quell des Volkstums geschöpft. In der Volkskunde war er einer der ersten Bahnbrecher, wie feine reiche, in Frankfurt a. M. bewahrte Flugschriften-Sammlung beweist. Aus dem gelehrten Sammeleifer ist ihm auch die Anregung zu seinem Roman „Die verlorene Handschrift" gekommen. Er erzählt selbst in seinen Erinnerungen", als er einmal „an einem kühlen Ort in Leipzig" mit dem großen Philologen Moritz Haupt zusammen saß, hatte ihm dieser im tiefsten Vertrauen offenbart, daß in einer kleinen westfälischen Stadt auf dem Boden eines alten Hauses die Reste einer Klosterbibliothek lägen; es sei ganz gut möglich, daß darunter noch eine Handschrift der verlorenen Bücher des Livius stecke. Aus den Plänen, wie man einen solchen Schatz dem bewachenden Drachen, einem knurrigen alten Herrn, ablisten könne, wurde nichts, aber in Freytags Phantasie entwickelte sich daraus dis abenteuerliche Fahrt seines Heldey nach der verlorenen Tacitus-Handschrift. Freytag hat viel mit Sammlern verkehrt, so mit seinem Verleger Hir - 3 e I, der eine berühmte Goethe-Bibliothek zusammengebracht hatte. Einst besuchte der Bonner Jurist B ö ck i n g Hirzel und zog eine dicke Rolle aus der Tasche, die einen Schatz kostbarer, ungedruckter, aus dem Nachlaß Friedrike Brians erworbener Goethe-Briefe enthielt. Die Erlangung dieser Reliquien aber machte Bücking davon abhängig, daß sich Hirzel gegen ihn „besser benehmen" müsse, und so mußte der Verleger dem eigenwilligen Gelehrten gegenüber die größte Liebenswürdigkeit entfalten, um ab und zu einen Brief zu erhalten, bis ihm schließlich bei einem Besuch in Bonn der lang ersehnte Rest auf einmal zufiel. — Ein gutes „Geschäft" machte Freytag einmal mit dem Prager Dichter Alfred Meißner. Dieser gab in einer Gesellschaft eine Unterredung wieder, die ein bekannter Wiener Redakteur mit einem Journalisten gehabt hatte, wobei er ihn aufforderte, aus seinem Bericht alles andere herausstreichen und nur „die Brillanten" sehen zu lassen. „Ich kaufte ihm das Anrecht auf die hübsche Geschichte um einige Flaschen Rüdesheimer ab", erzählte Freytag in seinen „Erinnerungen", „sie ist im letzten Akt der „Journalisten" durch Schmock, mit der Klage des gedrückten Mitarbeiters, fast wortgetreu auf das Theater gekommen." Man muß schon eine so tiefe Leidenschaft für das unvergänalich Große in der deutschen Geschichte haben, wie Gustav Freytag sie besaß, um so ausgezeichnet nachempfundene Dar- stellung-m der Vergangenheit geben zu können, wie dieser Forscher und Dichter sie dem deutschen Volk geschenkt hat. Aerzteschaft, allen Behörden und Körperschaften, insbesondere den Organisationen der NSDAP, durchführen, und wenn sie, ohne das gesundheitliche Einzelschicksal zu vernachlässigen, die Maßnahmen in den Vordergrund stellen, die fürdiegesamte Volksgemeinschaft von Nutzen sind. Nicht nur der Aufbau, sondern auch der Inhalt des öffentlichen Gesundheitsdienstes wird demgemäß durch das erwähnte Gesetz grundlegend geändert." Frage: „Neben der allgemeinen Ueberwachung und Förderung des Volkslebens in rassischer und gesundheitlicher Hinsicht betreuen Sie, Herr Minister, lm besonderen die körperliche Ertüchtigung des deutschen Volkes durch Pflege der Leibesübungen. Ich denke hier vor allem an die Zusammenfassung der deutschen Turn- und Sportoerbände unter dem Reichssportführer und an die großen Aufgaben, die die Vorbereitung tier Olympischen Spiele stellt. Würden Sie, Herr Minister, auch hierüber mir einige grundsätzliche Erläuterungen geben?" Der Minister: „Sie unterscheiden ganz richtig zwischen der dauernden Aufgabe, die die nachhaltige Pflege der Leibesübungen als eines der wichtigsten Kulturgüter im neuen Staat stellen und den besonderen Aufgaben, die mit der Olympiade 1936 verbunden sind. Um die früher auf dem Gebiet der Leibesübungen außerhalb der Schulen herrschende weitgehende Zersplitterung zu beseitigen, habe ich bereits vor zwei Jahren Herrn von Tschammer und O st e n die Führung der gesamten deutschen Turn- und Sportbewegung übertragen und ihn beauftragt, einen einheitlichen Aufbau der Leibesübungen nach nationalsozialistischen Grundsätzen durchzuführen. Die Gründung des alle Turn- und Sportoerbände umfassenden „R e i ch s b u n - des für Leibesübunge n", die Leitung des Sportamtes „Kraft durch Freude" und des Sportreferates in der O b e r st e n S A. - F ü h - r u n g, die Uebernahme der Führung des gesamten Pferdesportes durch den Reichssportführer und die Anbahnung enger Beziehungen zu den sonstigen Gliederungen der Bewegung find' beachtliche Fortschritte auf dem Wege einer organischen Zusammenfassung des deutschen Sports. Noch wichtiger ist aber vielleicht die gewaltige Verstärkung und Vorbereitung des lebendigen Sportbetriebes, die vor allem im letzten Jahr unverkennbar eingesetzt hat. Der Bau des riesigen Reichssportfeldes mit modernsten Kampf- und Uebungsanlagen für alle Sportarten, mit dem „Haus des deutschen Sports" als Sitz der Sportverwaltung und der geplanten „Reichsakademie für Leibesübungen" als Mittelpunkt der gesamten Turn- und Sportlehrerfortbildung bedeutet ein unvergleichliches Geschenk des Führers an die deutsche Turn- und Sportbewegung. Er schafft zugleich einen würdigen Rahmen für die Abhaltung der Olympischen Spiele in Deutschland. Wir arbeiten Hand in Hand mit den Architekten der Reichsbauverwaltung, den Sportfachleuten, Gartenkünstlern und Bildhauern mit allen Kräften daran, alle die Bauvorhaben in Berlin, Grünau, in Garmisch-Partenkirchen und in Kiel so rechtzeitig fetigzustellen, daß sie vor den Olympischen Spielen noch bis ins Letzte durchgeprobt werden können. Danebey läuft die Unterstützung der Organisationskomitees der Olympiade in der technischen Vorbereitung der Spiele selbst, die ja Tausende von in- und ausländischen Sportlern und viele Zehntausende von Besuchern an die olympischen Stätten führen werden. Der Reichssportführer hat die verantwortliche Sonderausgabe, die nationale Mannschaft so auszuwählen, daß wir 1936 bei dem Wettkampf der Nationen in Ehre bestehen können. Der Herr Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda unterstützt das große Werk in entscheidender Weise dadurch, daß er den olympischen Gedanken dem Herzen des deutschen Volkes nahebringt und dadurch jene fportfreu- dige Stimmungen schafft, die nicht nur für die Erzielung von Spitzenleistungen, sondern auch für eine dauernde Förderung des deutschen Turn- und Sportwesens wichtig ift.'Y Wirtschaft. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen ßiOf Auskunft: E. 798: Einzug von Kupons ausländischer Wertpapiere. E. 799: Holzkistchen für Postpaketfendungen nach Chile unzulänglich. E. 800: Erhöhung der Danziger Postgebühren im Verkehr mit Deutschland. E. 801: Deutsche Post wird versuchsweise zuschlagfrei durch Luftpost nach Großbritannien befördert. E. 802: Aenderung der französischen Bestimmungen über den Ursprungsbezeichnungszwang für Waren aus Kautschuk. E 803: Die Deutsche Handelskammer ,in der Schweiz, Zürich, hat das von ihr veröffentlichte Verzeichnis der Einfuhrbeschränkungen wegen der in letzter Zeit eingetretenen Aenderungen neu herausgegeben. Das Verzeichnis kann zum Preise von 2,50 Fr. (bzw. 2,20 RM.) von der Deutschen Handelskammer in Zürich, Löwenstraße 20, oder Basel, Elisabethen- straße 42, bezogen werden. Preis für Mitglieder der Kammer 1 Fr. (bzw. 1 RM.). Die Lage des deutschen Bergbaues im Apri!. Gemessen an den arbeitstäglichen Gewinnzahlen ergibt sich im deutschen Steinkohlenbergbau gegenüber dem Vormonat insgesamt eine geringe Zunahme der Förderung (1 o. H.), die sich allerdings nur auf den Ruhr-, den Aachener und den Saarbezirk erstreckt, während Oberschlesien, Niederschlesien und Sachsen einen kleinen Rückgang verzeichnen. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahre beträgt 14 v. H. Bei etwas höherer Belegschaft verringerten sich durchweg die Feierschichten. Die Haldenbestände nahmen um ein geringes zu. Der Braunkohlenbergbau steigerte feine arbeitstägliche Rohkohlengewinnung gegenüber dem Vormonat um 2,4 v. H., feine Briketterzeugung um 3,6 v. H. Die günstige Lage im Eifenerzbau hielt an. Dem Metallerzbau brachte Der April zwar eine Erhöhung der Richtpreise, doch liegen die Meßziffern gegenüber dem letzten Dorkriegsjahr noch sehr tief. Erdölgewinnung im April: 33 430 Tonnen bei 3612 Mann Belegschaft. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 20. Mai. Die Rhein- Mainische Börse, die ab heute eine beachtliche Bereicherung des Kurszettels aufweist, eröffnete zum Wochenbeginn in zwar uneinheitlicher, doch überwiegend noch fester Haltung, wobei seitens der Kundschaft die Aktienmärkte bevorzugt werden. Es lagen wieder eine Reihe kleiner Aufträge vor, die meist aus Abgaben der Banken und zum Teil auch wieder der Kulisse befriedigt wurden, so daß ein stärkerer Kursauftrieb nicht zu verzeichnen war. Mit starkem Interesse erwartet man die morgige Regierungserklärung. Im Durchschnitt ergaben sich bei allerdings merklich verminderter Geschäftstätigkeit Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Von den neuen Werten setzten ein: BMW. 131 (Berliner Schlußkurse vom Samstag 129,50), Feldmühle Papier 126,50 (127), Berger Tiefbau 123,50 (122,75), RWE. fest mit 125,65 (123,40) und MUAG. mit 72,75 (73). Am Montanmarkt gewannen Buderus 0,13 o. H., Klöckner 0,90 v. H., Mansfelder aus die mit Sicherheit zu erwartende Dividende von 5 v. H. 1,13 o. H., Rhein. Braunkohlen 2 o. H. Am Chemiemarkt zogen Scheideanstalt 1 v. H., Deutsche Erdöl 0,65 v. H., Rütgerswerke 1,25 v. H. an, IG. Farben lagen unter Schwankungen mit 149,65 bis 149,75 bis 149,50 behauptet. Don Elektroaktien waren Felten auf die günstige Geschäftsentwicklung weiter gesucht und 2 o. H. fester, Ges- fürel gewannen 0,75 v. H., Thür. Lieferung 1 v. H. AEG. und Schuckert lagen behauptet, während Siemens 2,25 o. H. und Licht & Kraft 1 v. H. nachließen. Schwächer lagen Zellstoffwerte, Aschaffenburger 87,75 (89,50), Waldhof 116,65 (117,50). Stärker rückläufig lagen Deutsche Linoleum mit 160 (163). Gesucht waren AG. für Verkehr mit 86,50 bis 87,25 (86) und Bank für Brauindustrie mit 120,50 (118,50). Sonst setzten noch ein Reichsbank, Moenus Maschinen, Metallgesellschaft, West- deutsche Kaufhof und Schiffahrtswerte behauptet, dagegen gaben Daimler, AKU. und Hanfwerke Füssen je 0,25 v. H. nach. Am Rentenmarkt war das Geschäft war klein, die Kurse vermochten sich aber meist leicht zu befestigen. Altbesitz plus 0,13 o. Sy, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine je plus 0,25 v. Sy, Kommunal-Umschuldung plus 0,10 d. H., nur Reichsbahn-VA. gaben 0,25 v. Sy nach. Don fremden Werten waren Rumänen gesucht und fest bei Kurserhöhungen bis zu 0,50 v. Sy Im Verlaufe war die Haltung wohl uneinheitlich, doch konnten sich die vorübergehend etwas schwächeren Kurse wieder allgemein befestigen und zwar um durchschnittlich 0,50 v. H. Das Geschäft wurde durchweg etwas lebhafter, größeren Umsatz hatten RWE. sowie Stahlverein und Mannesmann und AG. für Verkehrswesen, letztere zogen bis 87,50 an. Etwas niedriger lagen AEG. und IG. Farben, ferner Zement Heidelberg und Eßlingen Maschinen. Die Rentenmärkte traten später wieder etwas zurück, die Kurse blieben aber unverändert. Am Psandbriefmarkt waren Liquidations - Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen zumeist etwas höher. Stadtanleihen notierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Industrie-Obligationen lagen sehr ruhig. Von Ausländern blieben Rumänen weiter fest, Mexikaner lagen voll behauptet, 5 v. Sy Bosnier 16 (15,25). — Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. . Abendbörse: fest. Die feste Haltung des Mittagsverkehrs erhielt sich auch an der Abendbörse, da seitens der Kulisse weitere Rückkäufe vorgenommen wurden. Von der Kundschaft lagen größere Aufträge nicht vor. Bei oerhältnismäßlg lebhaften Umsätzen tagen die erhöhten Mittagsschlußkurse im großen und ganzen gut behauptet. Scheideanstalt zogen um 1 v. Sy auf 223, Stahlverein auf 83,13 (82,65), Zellstoff Waldhof auf 118,25 (117,75) an. Schuckert gaben dagegen auf 116 (Berliner Schlußkurs 117) und Deutsche Erdöl auf 111,50 (112) nach. Größeres Interesse zeigte sich später für Autowerte. Daimler 91,75 (91,50), im freien Markt bis 92, Adlerwerke Kleyer 92,75 dis 93 (92,50). Höher lagen ferner BMW. 132 (131,50), RWE. 126 (125,65), dagegen Berger Tiefbau 123 (123,25). Der Rentenmarkt war ebenfalls freundlich, die Umsätze erreichten aber fein besonderes Ausmaß. Zinsvergütungsfcheine erhöhten sich auf 90,15 (90,10), Altbefitzanleihe, späte Schulbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung lagen voll behauptet. Von fremden Werten lagen Rumänen weiter fest, daneben waren im Freiverkehr Dorkriegs-Russen wieder beachtet. 4prozentige Schweizer Bundesbahn zogen auf 178 (177) an. IG. Farben-Bonds gewannen 0,50 d. Sy auf 130,25, Rhein. Hyp. Liquidation 0,13 d. Sy auf 101,25. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 115,65, 6 v. H. Stahlverein 101,50, Reichsbahn-DA. 119,75, IG. Farben-Bonds 130,25, 5 v. Sy Rumänen 6, 4 v. Sy Rumänen 5,13, 5 v. Sy innere Mexikaner 6,50, Braubank 120, Commerzbank 92, DD.-Bank 93,25, Reichsbank 162,50, Buderus 103,40, Harpener 108,25, Ilse Genuß 131,50, Kali Aschersleben 123, Mannesmann 82,65, Mansfelder Bergbau 115, Stahlverein 82,75 bis 83,13, AKU. 53,40, AEG. 39,65, Bayr. Motoren 132, Bekula 135,75. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 20. Mai. Auftrieb: Rinder 988 (gegen 1203 am letzten Montagsmarkt), darunter 187 Ochsen, 88 Bullen, 503 Kühe und 210 Färsen. Kälber 502 (699), Schafe 28 (25), Schweine 3676 (3800). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 (am 13. Mai 42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 39 bis 40 (38 bis 40), d) 35 bis 38 (—). Bullen a) 41 bis 42 (42), b) 38 bis 40 (39 bis 41), c) 35 bis 37 (35 bis 38), d) — (30 bis 34). Kühe a) 39 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 38 (34 bis 39), c) 25 bis 32 (27 bis 33), d) 18 bis 24 (20 bis 26). Färsen a) 42 (42), b) 40 bis 41 (41 bis 42), c) 36 bis 39 (39 bis 40), d) 32 bis 35 (—). Kälber Sonderklasse — (—), andere a) 59 bis 63 (57 bis 60), b) 51 bis 58 (49 bis 56), c) 42 bis 50 (40 bis 48), d) 30 bis 41 (30 bis 39). Hämmel b2) 38 (39 bis 40), c) 32 bis 35 (—). Schafe g) 22 bis 24 (—). Schweine a2) 47 bis 50 (48 bis 50), b) 46 bis 50 (46 bis 50), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 42 bis 48 (42 bis 48), e) 35 bis 43 (39 bis 43), f) —, gl) 42 bis 46 (41 bis 46), g2) 36 bis 41 (35 bis 40). Markt- verlauf: Rinder lebhaft, Kühe ruhig, Ueberstand. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Schafe schleppend, Ueberstand. Schweine ruhig, nahezu ausverkauft. Ueberstand: 3 Bullen, 30 Kühe, 11 Schafe, 10 Schweine. Großhandelspreise für Fleisch und für Fe11waren. Beschickung: 685 Viertel Rindfleisch, 41 ganze Kälber, 1 Hammel, 158 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullenfleisch b) 68 bis 74. Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 52. Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverkauf: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Mai. Für Brotgetreide hat sich die Lage etwas gebessert, die Handelspreise vermochten sich leicht zu erhöhen. Das Angebot ist nicht mehr sehr dringend, insbesondere für Roggen hat es nachgelassen. Größere Käufe der Mühlen fanden mit Rücksicht auf das immer noch kleine Mehlgeschäft, das sich fast nur auf den Abruf der alten Schlüsse beschränkt, nicht statt. Hafex und Futtergerste waren nur in geringen Mengen am Markt. Außerdem bestand für ölhaltige Futtermittel, sowie für Kleie bei ungenügendem Angebot noch starke Nachfrage; leichte Futtermittel blieben reichlich angeboten. Heute wurden 38 600 Kilogramm Weizenkleie-Melasse versteigert. Die je 50 Kilogramm 4 bis 4,30 Mark erbrachten. Es notierten: Weizen W 9 210, W 13 214, W16 218, Roggen R9 170, R13 174, R15 178, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerfte 09 172, G11 175, G12 177, Hafer H13 170, H14 172, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl, Type 997, R13 23,80, Type 815, R 13 24,30, Type 997, R15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W13 10,92, W 15 I 11,13, Roggenkleie R13 10,20, R15 10,44, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Soya- schrot 13, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Fabrikpreis ab fübb. Fabrikstation. Treber 18,50, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Heu 10, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 4,80 bis 5. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 3,10. Tendenz fest. Zertifizierung deutscher Auslandsbonds. Im Reichsanzeiger vom 15. Mai ist eine Bekanntmachung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Zertifizierung deutscher (ausgenommen saarländischer) Auslandsbonds veröffentlicht worden. Am gleichen Tage wurde eine zweite Bekanntmachung über den Tausch von Wertpapieren im Auslande herausgegeben. Die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe hebt in einem Rundschreiben Nr. 72 zu diesen Bekanntmachungen hervor: 1. Zertifizierung per 10. INai 1935. a). Im Gegensatz zu den früheren Zertifizierunas- verfahren ist kein zurückliegender Stichtag gewählt. Vielmehr können alle Stücke zertifiziert werden, die einem Inländer am 10. Mai 1935 gehören und nicht an Ausländer verpfändet ober zur Sicherheit übereignet sind. Ausnahmen sind in Ziffer 3 des Erläuterungsschreibens hervorgehoben, insbesondere werden die auf Grund einer Durchhandelsgenehmigung und die im Zusatzausfuhrverfahren erworbenen Stücke von 'ber Zertifizierung ausgeschlossen, ba biefe Stücke alsbalb an eine anbere Stelle weiter veräußert unb aus bem Verkehr gezogen werben sollten. Nach ber Rückglieberung bes Saargebietes finb bie Saarlänber, da sie jetzt Inländer sind, gleichfalls berechtigt, ihren Besitz an deutschen Auslandsbonds zur Zertifizierung anzumelden, b) Die Anmeldung hat bis zum 15. Juni 1935 durch Vermittlung einer Bank bet einer Efftktengirobank zu geschehen. Für den Antrag sind Vordrucke vorgesehen, die bei den Effektengirobanken erhältlich sind, c) Wir betonen nochmals, daß die von saarländischen Schuldnern ausgestellten deutschen Auslandsbonds nicht zertifiziert werden können. Dabei handelt es sich um etwa 50 Anleihen, die in ber Finanz- preffe genannt werden, d) Geht ein Zertifikat verloren, so kann diejenige Effektengirobank, die es ausgestellt hatte, auf Antrag ein Ersatzzertifikat unter neuer Nummer ausfertigen, e) Die Aufstellung einer Gefamtliste kommt diesmal nicht in Betracht, da bie Lifte mit Rücksicht auf bie laufenbe Zertifizierung (Ziffer 2) ftänbigen Veränberungen unterworfen fein würbe, f) Die Befreiung der zertifizierten Stücke von den Beschränkungen des §22 Dev.-G. tritt mit der Ausstellung des Zertifikats ein, eine Sperrfrist ist auch diesmal nicht vorgesehen. 2. Laufende Zertifizierung. Zertifiziert werden können künftig auch solche deutschen Auslandsbonds, die im Rahmen genehmigungsfreier Tauschgeschäfte gemäß Richtlinien II, 62 1b gegen zertifizierte Auslandsbonds aus dem Auslande erworben werden. Nach der Bekanntmachung über den Tausch von Wertpapieren im Auslande vom 6. Mai 1935 ist genehmigungsfrei nur noch derjenige Tausch, dem die Deutsche Golddiskontbank vorher zugestimmt hat. Infolgedessen muß die Effektengirobank außer bem Nachweis, daß die Zertifikate der im Tausch veräußerten Bonds an bie Devisenstelle abgeliefert worben finb, auch noch ber Nachweis erbracht werden, daß bie Deutsche Golbbiskontbank bie Zustimmung zum Erwerb ber zu jertifhierenben Bonbs im Tauschwege ausgesprochen hat. Die Vorbrucke ber Cffektengirobanken werden vorfehen, daß ber Bescheib der Deutschen Golddiskontbank über bie Zustimmung bem Antrag beigefügt wirb. 3. Tauschgeschäfte nach dem 10. Mai 1935. Die Inhaber ber Stücke finb nicht gehindert, bis zum Ablauf ber Frist vom 15. Juni 1935 ihre alten Stücke zu Tauschgeschäften im Auslanb zu verwenden, selbstverständlich nach Einholung der Zustimmung der Deutschen Golddiskontbank. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat sich damit eiy- verstanden erklärt, baß bie im Tausch zu erhaltenben Stücke zertifiziert werben, sofern bie Voraussetzungen für bie Zertifizierung bei ben im Tausch weg- gegebenen Stücken Vorlagen. Der Antrag muß innerhalb ber Frist bei einer Effektengirobank gestellt sein, jeboch können Nachweise und Stücke nachträglich eingereicht werben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Dividenbe an. — Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. Sy Frankfurt 0.211. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börsc Schlußkurs Schlußk. Mntag- börse Datum 18.5 20-5 18.5. 20.5. 6% Deutsche NeichSanlethe b. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 100 100 100,25 100,25 96,7 96,6 96,7 96,8 &’/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,75 102,5 102,75 102,3 Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit Auölos.-Rechten ............. 115,5 115,65 — 115,65 **/•% Deutsche Relchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% et)cm.8% Hess. Bolköstaat 1929 100,3 100,4 100,4 100,3 (tüdjafjlb. 102%) ............ 98,25 98,25 99,25 98,5 *¥i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96 96 — 6y2% ehem. Hess. Landcs-Hypo- chekenbank Darmstadt Ltout ... 100,25 100,4 _ _ V/i*7o ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 92 92 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Auelos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Aw 124 124 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115 115,13 115,25 115,13 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,13 96,25 96,4 96,5 6y2% ehem. 4yt% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 100,5 100,4 6y2% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101 101,25 101,75 101,5 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4’/2% ehem. 7% Pr.LandcSpfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 96,75 96,75 96,75 96,75 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 106,2 106,25 106,2 106,25 4% Oesterretchische Goldrente.... _ 32,5 _ 4,20% Oesterretchische Stlberrente — 1,4 1,4 1,4 *% Ungarische Goldrente....... J,6 8,45 8,5 8,4 4% Ungarische Staatsrente b. 1910 8,2 8 8,2 7,85 *y2% deögl. bon 1913.......... 8,25 8,45 8,65 8,4 6% abgest. Goldmexikaner bon 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 14,25 14 14,25 14,13 Serie i..................... 9,W 9,15 — Frankfurt 0. M Serlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 185- 20 5 18.5- 20.5. 4% desgl. Serie 11 ............. 9,75 9,75 — — 6% Rumän. bereinh. Rente b. 1903 5.6 6 5,65 5,9 4y2%Rumän.veretnh.Rentev.l91Z 8,25 7,65 8,15 4% Rumänische bercinh. Rente .. 4,7 5,13 4,85 5 2 %% Anatolier ............... 39 65 38.9 Hamburg-Amerika-Paket .....0 33 33,25 33,4 33,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 27 —- Norddeutscher Lloyd .........0 35 35 35,25 35 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 86 88 85,75 88 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 111.5 114 113 114 Commerz, und Prlvat-Bank ... 0 91,75 93 91,5 91,75 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 92,75 93,25 92,75 93,25 Dresdner Bank..............0 92,75 93,25 92,75 93,25 Reichsbank ........ 12 162,65 162,5 162 162,25 A.E.G......................0 39,5 39,65 39,65 39,75 Bekula.................... 10 135 135,75 135,25 135,9 Elektr. Lteferungsgesellschast... 5 109,5 109 108,25 108,75 Licht und Kraft ...........6y2 127,4 127 127,5 127,5 Felten & Guilleaume.........0 98,5 102,25 98,75 102,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 126,5 126,5 127,13 126,5 Rheinische Elektrizität ........5 130,75 130,5 130,75 130 Nhein. Wests. Elektr.......... 6 — 126 — 125,65 Schuckert L Co............... 4 115,4 116 115,5 117 Siemens 8 Halske............ 7 166.4 165,5 165 166 Lahmeyer L Co..............7 129,25 128 127,5 128 102 103,4 104.5 103,9 Deutsche Erdöl 4 111,75 HL5 112 Ü2 Gelsenkirchener.......... 0 Harpener...................0 109,25 108,2? 108,75 108 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 97,9 98 Ilse Bergbau ............... 6 162 162 162 161 Ilse Bergbau Genstfts........ 6 132,5 131,5 132,25 131,75 Möcknerwerke.......... 8H Mannesmann-Röhre» 0 93,5 81*5 94,4 8^68 W M.g Frankfurt a. M. Berlin Schluß- fürs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 18.5- 20.5 18.5- 20-5. ManSselder Bergbau......... 8 Koksmerke..................5 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................3 y2 Vereinigte Stahlwerke........0 Otavt Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?ya I G. Farben-Jnbustrte.......7 Scheideanstalt......... 9 Goldschmidt ................ 0 Rütgerswerke....... 4 Metallgesellschaft.............. Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......5 Lementwerk Karlstadt.........4 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg.................... Zellstofs Waldhos............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ........... 7 Daimler Motoren...... 0 Deutsche Linoleum........... 6 Orenstein L Koppel.......... 0 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Chade................. 0 Accu m ul atoren-Fabrü.......18 Conti-Gummi...............8 113,25 226 111 82 19,75 119,5 164 149,5 221 99,4 113,5 103,5 93,25 53,5 115 117,5 89,5 90,25 163 34J) 300 154 115 228,5 111,25 83 19,75 123 121 164 149,75 223 100 115 103,5 95 117,25 53,4 116 118,25 87,75 91,75 160 35 301 169,25 154,5 113,75 118,75 229 112 81,9 20 121 120 164 149,5 99,25 114 103,75 109,5 53,65 116,5 117,75 88 129,75 90,4 162,5 86,75 34,9 300 169 155 114,75 119,13 229,75 111,65 82,65 19,5 123 120,5 165 149,65 100,5 115 104 94,9 110 53,5 114,25 118 88,4 130,9 91,5 160 87,25 35,5 303 169,5 156 SBSMüEä 'XI631 «U Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 18.Mai 20-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Dries Buenos Aires 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,164 0,166 0,159 0,161 Sofia ...... 3,047 3,047 Kopenhagen. 54,59 54,69 54,64 54,74 Danzig..... 46,77 46,87 46,77 46,87 London..... 12,225 12,255 12,235 12,265 Helstngfors.. 5,39 5,40 5,395 5,405 Parts ...... 16,365 16,405 16,365 16,405 Holland .... 168,23 168,57 168,25 168,59 Italien..... 20,53 20,57 20,53 20,57 3 ab an...... 0 719 0,791 Jugoslawien. 5'649 5,661 5,'649 5,661 Oslo..... : 61,45 61,57 61,50 61,62 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,10 11,12 11,11 11,13 Stockholm... 63,05 63,17 63,11 63,23 Schweiz .... 80,32 80,4! 80,32 80,48 Spanien.... 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag....... Budapest ... 10,35 10,37 10,345 10,365 Neu York .... 2,486 2,490 2,486 2,499 Berlin, 20-2D7ai Amerikanische Notes.............. Belgische Noten Dänische Noten ............ Englische Noten ............... Französische Noten Holländische Noten ............. Italienische Noten............. Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten at*........•••*•*— Ungarische Koten Geld 2,438 41,82 54,43 12,20 16,305 167,83 19,92 61,29 62,89 80,09 33^6 Bries 2,458 41,98 54,65 12,24 16,365 168,51 20,00 61,53 63,15 80,41 Me, Jo ,c) 32 >«ine ,6|s 50) bis y) »is 4° ’■ Seit, ulomen $ Unb halbe n R!vr° (?u?en’ 0-c) 40 bis 70. ^treibi »gebot ist Roggen Mühlen A kleine lbrus der °IV unb !ngen am 1 Futter- m Anoe- ittel bfi'e, MKilo- ble |e en. ;U Wiß ’8. Troß- ^Preisge- Q12 177, 'preise ob ) Tonnen 16 28,15, ype 815, R15 24,70 wachmehl eie W13 0,20, R15 n. Soya- len 14,50, >er 18,50, Weizen- idelt, 4,80 Gegend »i>S. e laufende nberungen g der zer- n des §22 Zertifikats mgefehen. uch Ws i gwfrni’ tfinien II, aus dem Bekannteren im isfrei nur Golbdis- issen mutz , batz die Sonbs an auch noch » Deutsche werb der ge ausge- girobonken Deutschen em Antrag 1935. inbert, bis ihre alten ;u verwen- er Zustim- )ie Reichs« damit eiy« .rhaltenben rausfetzun« ausch weg- 1 wuß ’JJ' int flefkOt > nachtrag' lot ___ Folierung \j^L '—Ö?662 42,06 0,161 3,053 54,74 46,87 12,265 5,405 16,405 168,59 20,57 0,710 5,661 61,62 49,05 11-13 63,23 60,48 33-99 10,365 2,499 63'1? 80,41 nr.U7 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Dienstag, 2|. Mai (935 Auf der ersten Hochstraße des Führers. Die presse besucht die Ileichsautobahn Frankfurt—Darmstadt. — Eine hervorragende Gchnellverbindung. Im Innern des Schnellautobus. — (Aufnahmen: Hermann Spannring, Frankfurt a. M.) - Blick auf einen Schnellautobus der Reichsautobahn. ; 7 '' : : % W MH 4 -- M & ■ Bor dem Hauptbahnhof in Frankfurt staute sich am gestrigen Montagnachmittag eine große Menschenmenge, um fünf wunderbare Schnellautobusse der Reichsbahn, die für den Dienst auf der ersten deutschen R e i ch s a u t o - bahn st recke Frankfurt — Darmstadt bestimmt sind. Dazu gab eine Kapelle von Reichsbahnbeamten ein flottes Platzkonzert, so daß die Anziehungskraft auf die vielen Passanten noch erhöht wurde. Anlaß zu diesem ganzen Geschehen war eine Pressefahrt, zu der die Reichsbahndirektionen Frankfurt, Mainz und Karlsruhe, die Vertreter der Presse des Rhein-Main-Gebietes eingeladen hatten, um ihnen die wunderbare Reichsautobahnstrecke, das erste vollendete Teilstück der großen Straßen Adolf Hitlers, zu zeigen. * Fahrplanmäßig erfolgte die Abfahrt um 15 Uhr mit den nach dem neuesten Stande der Autobautechnik eingerichteten Wagen. Im Handumdrehen waren die Straßen bis zum Oberforsthaus durchfahren, dann ging es hinaus in den schönen Frankfurter Stadtwald, der im herrlichen Frühsommerkleid und bei dem prächtigen Maiwetter — das man leider am Tage der feierlichen Eröffnung in Gegenwart des Führers hatte entbehren müssen — ein außerordentlich reizvolles Bild bot. Nach wenigen Minuten war schon die Einfahrtsstelle zu der Reichsautobahnstrecke erreicht, und nunmehr begann für die Fahrtteilnehmer ein großes, unvergeßliches Erleben, durch das man die gewaltige Größe dieses Werkes Adolf Hitlers in tiefer Weise empfinden konnte. Im strahlenden Licht der Maiensonne lag die wunderbare Fahrbahn vor den Augen der Fahrtteilnehmer. Im Nu gingen die starken Motore der Schnellautobusse auf hohe Fahrt. Mit 80 Stundenkilometern begann es, gleich darauf waren es 90, wenige Minuten später 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit, mit der man über die herrliche Bahn dahinflitzte. Ueberraschend war die Tatsache, daß man dank der modernen Konstruktion der hervorragenden Wagen dabei nicht die geringste Wirkung der hohen Geschwindigkeit merkte, sondern die Fahrzeuge so ruhig dahinrollten, das man hätte meinen können, man fahre auf einer durchaus glatten Bahn mit höchstens 40 Kilometern. In überwältigender Schönheit zeigte sich das Bild dieser Hochstraße des neuzeitlichen deutschen Verkehrs, die sich in vollendeter Harmonie in die Landschaft einfügt und zweifellos jeden Benutzer der Strecke mit starker Freude und mit Dankbarkeit für den Schöpfer dieses gewaltigen Werkes, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, erfüllen wird. Am heutigen Dienstag wird der Verkehr auf dieser ersten Teilstrecke des künftigen Reichsautobahnnetzes offiziell eröffnet. Aber schon am gestrigen Nachmittag konnte man in beiden Richtungen einen so lebhaften Kraftwagenbetrieb bemerken, daß man allein daraus schon die dringende Notwendigkeit für dieses Werk feststellen konnte. Und es mag dabei auch hervorgehoben werden, daß mit dieser neuen Straße neben der Zweckmäßigkeit der Verkehrsabwicklung den Kraftfahrern eine besondere Freude durch das schöne Fahren auf diesen Straßen bereitet wird, aber auch dem Verkehr auf den Landstraßen durch Entlastung von dem Autobetrieb in guter Weise gedient ist. In kurzer Zeit war die Strecke von den Wagen durcheilt und das vorläufige Ende der Reichsaüto- bahn in Darmstadt erreicht. Zwar sind von Darmstadt aus in Richtung Heidelberg—Mannheim schon weitere 16 Kilometer dieser wunderschönen Autobahn fertiggestellt, aber die Vollendung und Betriebseröffnung des ganzen z w e i - t e n Abschnittes der Reichsautobahnstrecke Frankfurt-Darmstadt—Heidelberg—Mannheim wird sich erst zum Herbst dieses Jahres ermöglichen lassen. Während man von den prächtigen Aussichtswagen noch einen frohen Blick wirft auf die weite Fläche Das Gießener Stahlhelm-Jubiläum im Bild. Landesführer General a. D. von Mayer und der Kreisführer Major a. D. Wolf erwarten den Vorbeimarsch der Ortsgruppe Gießen. — (Aufnahmen: Photograph Zimmer, Gießen, Goethestraße.) y4T N1 _ । V * 1 "T ■■ '■ •* ' .. ' y.xx. WW *" ft I w ■ V Der ev. Geistliche und Stahlhelmkamerad Pfarrer Kalb Henn während seiner Ansprache. Ganz rechts: General a. D. von Mayer und der kommissarische Gauführer Major a. D. Z e l t m a n n. Ä (I * MM ? % Der Landesführer General a. D. von Mayer begrüßt die Gäste. X W : 5 । SzM der prächtigen Fahrbahn, fährt der Wagen auf der Ausfahrt Darmstadt bereits heraus, um nun die Reichsstraße für die Fortsetzung in südlicher Richtung zu benutzen. Der Reichsautobahnbetrieb Frankfurt—Darmstadt wird Haltepunkte in Darmstadt am Hauptbahnhof und am Paradeplatz haben. Die fünf Wagen der gestrigen Pressesahrt fuhren aber in flottem Tempo die Rheinstraße herauf und schwenkten dann in die Neckarstraße ein, um nach Süden weiterzufahren. Nunmehr ging die Fahrt auf der Reichs- st r a ß e von Darmstadt aus durch die landschaftlich überaus reizvolle Gegend der Bergstraße mit prächtigen Ausblicken auf die herrlichen Waldungen der Höhenzüge, auf die Burgen der Bergtup- pen, andererseits auf das prächtige Bild der weiten Ebene des Rieds, des Wonnegaues bis hinüber in die engste Zone des Rheins. Herrlich war auch die- ser Teil der Fahrt, der durch die trauten Straßen und Gassen der Bergstraße-Dörfer und -Städte führte, durch die gesegneten Anlagen der Gärten und Weinberge hindurch, auf die der lachende Sonnenschein mit außerordentlich belebender Kraft herniederschien und die ganze Landschaft in ein wunderbar leuchtendes Bild der Pracht und des Frohsinns tauchte. Während man sich an diesen vielfältigen Schönheiten der deutschen Erde erfreute, ging es in flottem Tempo mit durchschnittlich 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit immer weiter nach Süden zu. Dabei saß man aber in den Wagen so wunderbar ruhig und unberührt von der hohen Geschwindigkeit, daß auch nicht ein Spur von Unbehagen oder Ermüdung aufkam. Ueberall erregten die Autobusse mit ihrer modernen Konstruktion natürlich große Aufmerksamkeit und zweifellos auch bei vielen wohl den Wunsch, selbst einmal in diesen Wagen mit bei einer solchen Fahrt dabei zu sein. Gegen 16.45 Uhr war das Ziel der Fahrt, das wundervolle Heidelberg, erreicht. Zunächst ging es durch die Straßen bis zum Bahnhof, wo die Reichsautobahnstrecke ihren Halt hat, dann ging es weiter durch die Stadt, um den Fahrgästen auch einen Blick in das gemütliche alte Studentennest am Neckar zu verschaffen, hieraus ging es an dem herrlichen Ufer des Neckar entlang, ein Stück das Neckartal hinauf bis zu der prachtvoll gelegenen Stiftsmühle, wo bei gemeinsamer Kaffeetafel eine kurze Rast eingelegt wurde. Aber bald drängte alles wieder zum Aufbruch, denn die Schönheit dieser Fahrt war noch viel verlockender, als der gemütliche Kaffeetisch. Und so ging es nun erneut nach Heidelberg hinein, durch die Straßen und Gäßchen hinauf zur Burg, um von hier aus den weit in die herrliche Landschaft hinaus schweifenden Blick auf die Schönheiten dieses gottgesegneten Stückes deutscher Erde genießen zu können. Kein Wunder, daß bei diesem Zauber der Landschaft die vorgesehene Aufenthaltszeit ganz erheblich überschritten wurde. Erst gegen 19.30 Uhr ging es auf die Heimfahrt. Im Abendsonnenschein ging es die Bergstraße entlang auf der Reichsstraße bei sinkender Sonne wieder nach Darmstadt zu, von wo aus die Reichsautobahn erneut zur flotten Fahrt nach Frankfurt benutzt wurde. Auch diese Spätabendfahrt wurde den Teilnehmern zu einer ganz besonderen Freude, die in gleicher Weise alle Fahrgäste bei den planmäßigen Fahrten erleben werden. Dann ging es zum Schluß durch die Straßen Frankfurts zurück zum Bahnhof, wo erst gegen 21.30 Uhr das große Erlebnis dieser Fahrt über die erste Autostraße Adolf Hitlers seinen Abschluß fand. * Wer sich die Freude bereiten will, die neue Schnelloerbindung der Reichsautobahn von Frankfurt nach Darmstadt und vom Herbst ab weiter auf der dann zur Verfügung stehenden Strecke Darmstadt — Heidelberg — Mannheim zu benutzen, der hat dazu an jedem Tage sechsmal Fahraelegen- heit auf der Strecke Frankfurt—Darmstadt und dreimal auf der ganzen Strecke Frankfurt—Darmstadt—Heidelberg. Der Fahrgast genießt dabei den Vorteil einer sehr angenehmen neuzeitlichen Schnellverbindung, die auch in finanzieller Hinsicht keine ungebührlichen Ansprüche an ihn stellt. Der Fahrpreis auf der Reichsautobahn beträgt von Frank- furt nach Darmstadt oder umgekehrt 2 Mark, von Darmstadt bis Mannheim oder Heidelberg 3,60 Mark, für die ganze Strecke also 5,60 Mark. Für Kinder von 4 bis 10 Jahren ist, wie auf der Eisenbahn, nur der halbe Fahrpreis zu bezahlen. Der Fahrscheinverkauf findet im Wagen selbst statt, kleines Handgepäck, d. h. leichttragbare Gegenstände, sind zur Mitnahme zugelassen. Anderes Reisegepäck befördert die Reichsbahn für die üblichen Gepäckgebühren. Auch der Uebergang vom Zug auf den Schnellautobus ist möglich dergestalt, daß man in Frankfurt oder Darmstadt bzw. Heidelberg zu dem normalen Fahrpreis eine den Preisunterschied berücksichtigende Zuschlagskarte im Autobus lösen kann. ♦ Reichsbahnoberrat Grospietsch würdigte in Heidelberg während der Rast in einer stimmungsvollen Ansprache die große Bedeutung dieses Reichsautobahnwerks unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, dem er mit Recht das hohe Verdienst um das Zustandekommen dieses Werkes und den herzlichsten Dank für diese große Tat aussprach. Reichsbahndirektor F r e y t a g machte noch mit einigen betrieblichen Dingen dieses neuen Zweiges der Reichsbahn bekannt und hob dabei hervor, daß es sich bei der Reichsautobahn um einen streng fahrplanmäßigen Linienverkehr handelt, der sinnfällig die Verbundenheit von Schiene und Straße vor Augen führt. Die Fahrplanlücken, die der Schienenverkehr selbst auf einer so starkbefahrenen Strecke wie Frankfurt—Heidelberg noch aufweist, werden durch die Schaffung der Reichsautobahn beseitigt und damit der Reiseverkehr gefördert. Es wird nunmehr mit der Reichsautobahn möglich sein, zu jeder Tagesstunde zwischen den wirtschafts- und fremdenverkehrsmäßig bedeutsamen Städten des südlichen Rhein- Main-Wirtschaftsaebietes auf der Schiene oder Straße zu verkehren. Ueberblickt man rückschauend den Gesamteindruck und die Erkenntnisse des gestrigen Pressebesuches auf der Reichsautobahn, so ist zu sagen, daß man die Reichsbahn beglückwünschen kann zu der großen Bereicherung ihres Betriebs, die sie durch die bewundernswerte, zu besonderem Dank verpflichtende Tat des Führers Adolf Hitler erhalten hat. Der Bevölkerung kann nur dringend empfohlen werden, sich dieses große Werk der Reichsautobahnen in regster Weise dienstbar zu machen. Aus der Provinzialhauptstadt. Heilbnnger Wacholder. Der Wacholder, oder wie er in Niedersachsen heißt, der Machangelbaum, in Mitteldeutschland Queckholder, in Süddeutschland Kranewitt, ist in Sage und Dichtung, in Volksglauben und Volksmund von vielen Geheimnissen umgeben. Finden wir ihn doch gerade dort, wo andere Pflanzen nur wenig gedeihen außer dem Heidekraut, in den Mooren und Heiden Nordwestdeutschlands, in den unendlichen Wäldern, in der schwermütigen Seenlandschaft Masurens, in den Gebirgen und Hoch- gebirastälern Mittel- und Süddeutschlands bis hin nach Tirol, überall als ein Denkmal von Landschaften, die nur selten des Menschen Fuß betritt. Alte Erfahrung hat die Heilwirkung der blauen Wacholderbeeren nutzbar gemacht, und so werden noch heute, besonders in Westfalen, die Wacholderbeeren gesammelt, getrocknet und in Speisen verwendet. Dem Sauerkohl werden sie beigefügt, und der Schinken wird damit eingerieben, und erhält ein besonderes Aroma dadurch. Vielerorts wird wieder nach alten Rezepten der Wacholdersaft zu Heilzwecken bereitet. Aber auch sonst gilt der Wacholder als heilbringende Pflanze, wie er so oft dem Wanderer in diesen Gegenden anzeigt, wo fester Boden ist: Der Tiroler, der eine größere Reise unternimmt, steckt sich einen kleinen Wacholderstrauß an den Hut, denn „unterm Wacholder bleibt man munter und frisch." Wird man müde unterwegs, so legt man sich unter den Wacholderbusch und erhält neue Kräfte. In Thüringen ist der Wacholderstock neben dem Schwarzdorn als besonders guter Wanderstab verehrt, der auch vor Irrwegen schützt. Der Wacholderstab gibt auch die schönste und elastische Peitsche. So haben ihn die Salzburger Salzfuhrleute, wie auch die schlesischen, ostpreußischen und niedersächsischen Fuhrleute immer gern verwendet. Weit verbreitet ist auch hier der Glaube, daß der Peitschenstiel aus Wacholder vor Irrfahrten bewahrt. Und es gibt noch heute Gegenden, in denen die Butterfässer aus Wacholderholz geschäfflert werden, damit die Butter schnell gerät. Denn dann sollen die Hexen keine Macht über die Butter haben. Besonders gut werden Tabakspfeifen aus Wacholderholz, wie sie die Schäfer gerne verwenden. Auch hier verbindet sich damit der Glaube an die Heilwirkung, denn die Pfeife aus Wacholderholz soll Unholde und auch Krankheiten von der Herde ab- weyren. Vielerorts wird noch heute das Vieh beim Austrieb auf die Weide mit einem Wacholderzweig geschlagen,, damit es gesund bleibe. Auch neu gebaute Häuser, Ställe und Scheunen werden gerne mit Wacholderbeeren, namentlich in einigen Orten Westfalens, ausgeräuchert, wo man bann die Wacholderbeeren auch „Weyeckeln" nennt. Hier in Westfalen, wie auch in Westpreußen ist es stellenweise üblich, Wacholdernadeln beim Neubau eines Hauses in die Grundmauern einzumauern, um das Holz zu schützen. Vor allem aber gilt das Ausroden eines Wacholderbaumes von altersher als Sünde. Doch wird die Zeit der Nützlichkeit und die Notwendigkeit, auch Heideland mehr und mehr in Kulturland umzuwandeln, vor dem Wacholder nicht Halt machen. Aber wir denken um so lieber an ihn, den Zeugen schweigender Natur. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Genieins chaf i Kraft durch Areude". Achtung! Arbeitskameraden! Teilt die Sommerferien schon jetzt ein und meldet euch so schnell als möglich für eine „Kraft- durch-Freude"-Ferienfahrt an. Bis Mitte Juni ist voraussichtlich der größte Teil aller Ferienfahrten besetzt! Rheinfahrt! 50 Volksgenosiinnen der Frauenschaft Rüddings- hausen haben sich heute für die Rheinfahrt angemeldet. Ein Beispiel einer schönen Volksgemeinschaft! ♦ Urlaubsfahrer von „Kraft durch Freude"! Macht photographische Aufnahmen auf euren Reisen und denkt daran, daß wir gute Bilder zur Propaganda unserer Ferinfahrten immer brauchen können. Amt für Berufserziehung. Ende Mai beginnen u. a. Lehrgänge m: Deutsche Kurzschrift f ü r Anfänger. Erlernung der deutschen Kurzschrift, Erlernung der feststehenden Kürzungen. Ziel: 60 Silben. Maschinenschreiben für Anfänger. Vom Tippen zum systematischen Schreiben, Erlernen der Zehnfinger-Griff-Methode, Uebungen zur Erlernung einer Schreibgeschwindigkeit, Abschreiben, Form des mit der Maschine geschriebenen Briefes. Ziel: Beherrschung des Systems bei einer durchschnittlichen Anjchlagzahl von 120. Technisches Rechnen, Grundlagen der Mathematik mit Anlernen der Handhabung des Rechenschiebers. Arithmetik, Zahlen- und Buchstabenrechnen, Grundrechnungs« arten mit dem Rechenschieber, Multiplikation, Divi- sion, Potenz- und Wurzelrechnen. Es beginnen außerdem Lehrgänge in Maschinenschreiben und Kurzschrift für Fortgeschrit. tene, Deutsch, Kaufmännisches 'Rechnen, Englisch, Elektrizitätslehre mit Einführung in die Hoch- frequenztechnik sowie Vortragsreihen (kostenlos) in den Wirtschaftsgruppen Eisen- und Metall- , industrie, Tabakindustrie, Textilindustrie und -Handel, Dienstag, 21.2Hai, abends Gemeinschastsempfang der Führerrede im Festfaal der llniverfiläl für sämtliche Angehörigen der Universität; eingeladen sind auch alle Volksgenossen, die nicht dem Arbeitsverband der Universität angehören. Uebertragung der Führerrede und Vorstellung im Stadttheater. Auch das Stadttheater Gießen schließt sich der Anregung aller deutschen Bühnen an und setzt den Beginn der Vorstellung am heutigen Abend so, daß jeder Theaterbesucher die Rede des Führers hören kann und trotzdem auf seinen Theaterabend nicht zu verzichten braucht. Die Theaterleitung hat Vorsorge getroffen, daß die Besucher im Zuschauerraum die Rede anhören können, so daß die Theaterbesucher den Weg zum Theater nicht während der Rede zurückzulegen haben; anschließend an die Regierungserklärung beginnt bann bie Vorstellung. Die Vorstellung wirb frühestens 21.15 Uhr beginnen unb etwa 23.30 Uhr enden. Zur Aufführung gelangt unter Kurt L ü p k e s Spielleitung das Schauspiel „Vertrag um Karakat" von Buch. Uebertragung der Führerrede im Lichtspielhaus. Wie aus der gestrigen Anzeige des Lichtspielhauses Bahnhofstraße hervorging, roirt die heutige Reichstagsrebe bes Führers unb Reichskanzlers A b o l f Hitler auch im Lichtspielhaus übertragen. Deshalb beginnt bie heutige Vorstellung im Lichtspielhaus bereits um 20 Uhr. Es sei auch an bieser Stelle barauf hingewiesen. Keine Sportkurse währen- der Führerrede heute abend. Die Pressestelle der DAF. teilt mit: Um allen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, die am Dienstag, 21. Mai, stattfindende Rede des Führers zu hören, fallen alle während der Zeit der lieber- tragung laufenden Kurse der Sportämter von „Kraft durch Freude" aus. Banken und Kredit und für Werker allgemein und Metallwerker speziell. Fordern Sie noch heute den kostenlosen «Sommer» bildungsplan in der Kreisdienststelle des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonystraße 18, an. Auskunft daselbst oder Telephon 3275. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 21. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis NIVEA mild, leicht schäumend. ganz wundervoll im Geschmack Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 27 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Hatte sie ihn gehört? Wußte sie überhaupt noch, daß ein Mensch im Zimmer war außer ihr? Liane ließ ihren Tränen freien Lauf, aber es waren keine Tränen des Zorns, der Empörung. Ihr war vielmehr, als ob sie das furchtbare Leid, das damals über ihn hereingebrochen, am eigenen Leibe spürte. Tiefes Erbarmen und Verstehen mit dem Geliebten ergriff sie. „Sein Schicksal liegt in Ihrer Hand, Frau Liane", hörte sie eine Stimme weiter zu sich sprechen. „Kitty fordert das Kind; sie droht mit der Preisgabe seiner Schuld, wenn er ihr die Tochter nicht ausliefert. Vielleicht ist es nur eine leere Drohung. Eine Frau aber, die nach so vielen Jahren endlich den Weg zu ihrem Kinde findet, ist zu allem fähig. Sollte es ihr gelingen, das Mädchen für sich zu gewinnen, so halte ich Fred einer zweiten, weit furchtbareren Tat für fähig." ßianes Kopf hob sich. „Wie kann man dieses verhindern?" fragte sie hastig. Sein Antlitz verklärte sich jäh. Das war die Erlösung. Sie verstand und verzieh, ihre Liebe sand den richtigen Weg. Er nahm ihre Hände zwischen bie seinen. "Diese Worte hat Ihnen Gott in ben Munb gelegt, Frau Liane. Nun weiß ich, baß Ihre Liebe auch bie letzte Prüfung bestauben hat. Nun ist mir nicht mehr bang um sein Schicksal. Nun werben Sie auch ben rechten Weg finben, ihm bas zu erhalten, um bas er bangt — um sein Kinb und um bie Frau, bie er liebt." 2hr fragenber Blick würbe ängstlich, sie zog ihre Hanb zurück. „Wissen Sie wirklich nicht, Liane, baß fein Herz längst für Sie schlägt? Daß er aus Furcht, Sie zu verlieren, nicht zu sprechen wagte? Noch immer zweifelt er an ber Liebe ber Frau. Er fürchtet, oer Makel, ber auf ihm ruht, wirb Sie abschrecken." Liane senkte den Kops, erst nach einer Weile sagte sie? „Vielleicht haben Sie recht. Ich weiß es nicht, aber ich werbe ihn nie zwingen, mich zu lieben Was ich auch tun werbe, ihm das Kind zu erhalten, er soll es nicht erfahren. Ich will nicht, daß er mir aus Dankbarkeit feine Liebe anträgt. Besteht benn Überhaupt Gefahr, baß bas Mäbchen sich von ber Großmutter fort- unb ber Mutter zu- wenbet?" 6 -Mer kann es sagen? Frau Morland ist nicht weicher und liebevoller geworden. Das Atter hat sie eher härter gemacht. Gerda leidet unter dem Zusammensein mit ber Großmutter; unmöglich ist es baher nicht, baß Kitty es leicht hat. Kommen Sie ber Mutter zuvor — werden Sie Gerdas Freundin und Vertraute! Bestimmen Sie das Mädchen, bei der Großmutter zu bleiben, dem Vater keinen Kummer zu machen. Eine Möglichkeit, Großmutter und Enkelin kennenzulernen, wäre gegeben. Frau Morland fährt mit Gerda zu Beginn der Ferien nach Wildbad, um dort die Kur zu gebrauchen. Geroa hat dem Vater diese Reise schon lange abgeschmeichelt. Dort würde sich sicher Gelegenheit bieten, sich dem Mädchen, unerkannt, wenn Sie wollen, zu nähern." „Die Großmutter weiß nichts von mir?" „Nein." Ähr Kopf senkte sich. „Mein Name wird mich verraten." „Sie können unter Ihrem Mädchennamen dorthin reifen. Das Ziel Ihrer Reise braucht niemand zu erfahren, alle Post schicke ich Ihnen nach. Alles Nötige lasse ich Sie wissen." „Sie guter Freund", sagte Liane weich, stand auf unb suchte nach bem elektrischen Schalter. „Sie bürfen ganz über mich verfügen. Ich weiß, baß es niemanb besser mit uns allen meint als Sie." ♦ Am Morgen bes nächsten Tages erreichte Freb Amsterbam. Nachbem er sich im Hotel ein wenig erfrischt hatte, machte er sich auf ben Weg zu bem Labengefchäft van Zoomens. Er hatte nicht mehr Erfolg als bie letzten Male feines Hierseins — es hieß auch diesmal, daß van Zoomen verreist unb feine Rückkehr zu erwarten unmöglich wäre, es hanble sich um eine längere Reise. Fred gab sich mit bem Bescheib zufrieben. In bem nächsten Blumengeschäft kaufte er einige Blumen, nahm ein Auto unb ließ sich nach ber Wohnung bes Mijnheers fahren. Außerhalb bes Großstabtbetriebes in einer stillen Straße, wo sich eines jener für Hollanb eigentümlichen schmalen Häuser an das andere reicht, lag bie Wohnung van Zoomens. Freb ließ sich ber Frau meßen unb erlebte es zu seiner heimlichen Freube, empfangen zu werben. Sie kam ihm in bem langen^ schmalen Raum, ber mit ben verschiebenartigsten Möbeln, bie irgenb- wo zusammengelesen schienen, sehr reichlich ausgestattet war, erfreut entgegen. «Sie mar roeber schöner geworben noch vorteilhafter gefleibet; bie Bril- lantnnge an ihren Hänben, ben langen Anhänger an ihrem Halse hatte sie auch jetzt nicht abgelegt. Freb dachte voll Ironie: Wenn bie Ebelsteine echt sinb, hat er ihr immer noch einiges Vermögen gelassen. Er war äußerst liebenswürdig, sprach von ben schönen, gemeinsam verlebten Stunden in Venedig, beteuerte, me mehr Gelegenheit gehabt zu haben, mit bem Paar zusammen zu fein. Man hätte sich boch auch in Amsterbam einmal treffen können. Als sie nicht weiter auf das Thema einging, sprach er davon, wie fabelhaft schnell sich Amsterdam in ben letzten Jahren entwickelt hätte, ob sie sich nun schon eingelebt; wenn auch ein Vergleich mit Lon- bon nicht möglich wäre, es ließe sich auch hier leben. Er brillierte förmlich mit Einern glänzenben Englisch, begann, als sie ihm g^ianb, baß sie sich hier immer noch nicht wohl fühlte, allerlei im Lande zu tadeln und englische Einrichtungen zu loben. So schwer es war, bie Frau lebhaft zu machen, es gelang. Sie mochte schon einige Tage allein sein unb war für bie Zerstreuung, bie er ihr bot, wohl dankbar. Fred erreichte, zum Lunch eingelaben zu werden unb weiter mit ihr ins Gespräch zu kommen. Schließlich, als es sich gerabe einmal ergab, kam er auf ihren Mann zu sprechen. „Mein Mann hat sich nach Indien eingeschifft. Es wirb eine Zeitlang bauern, bis er zurückkommt", erroiberte sie. Freb unterbräche einen Seufzer. Das waren ja nette Aussichten. Aber nur nichts merken lassen, immer Herr der Lage bleiben! So bedauerte er nur flüchtig, Herrn van Zoomen wieder nicht angetroffen zu haben. Auch er fei im Begriff, nach Amerika zu reifen, hätte vor seiner Abreise noch gern das Geschäft mit van Zoomen geregelt; es wären noch verschiedene Posten zu begleichen. Die Frau schien aufzuhorchen. „Das kann nicht sein. Mein Mann hat mir gesagt, daß er alle Geschäfte vor seiner Abreise geregelt hätte." "Es tut mir leid, Ihnen das Gegenteil erklären zu müssen. Ich habe alle Belege bei mir, aus denen sich ergibt, was er mir noch schuldet." Das verstehe ich nicht", stammelte sie in sichtlicher Unruhe. „Er hat mich vor seiner Abreise ganz in ben Gang der Geschäfte eingeweiht. Sie müssen wissen, daß ich augenblicklich die alleinige Inhaberin ber Firma bin. Mein Mann will in Indien en neues Geschäft gründen. Er wollte sich ganz stei für die Ausgabe wissen und überließ mir aus bem Grunbe das hiesige Geschäft, nachdem er — wie er mir erklärte und zeigte — alle Rechnungen beglichen hatte." Es wurde Fred schwer, fein Erstaunen nicht zu verraten. Was war das? Er sah plötzlich die wegwerfende Handbewegung van Zoomens, hörte das kichernde Lachen: „Meine Frau ist ein Kind, sie glaubt an mich 77 selsenfest glaubt sie an mich." Sollte er nicht hier einem Betrug van Zoomens und seiner Frau gegenuberstehen? Sie war wohl immer nur fein Spielball gewesen. ®r zwang sich zur Ruhe, obwohl die Erregung über ihn kam. Sie erklärte sich sofort bereit, die öacf>e zu prüfen. Sie bat, sich bis zum Nachmittag zu gedulden. Fred verabschiedete sich. Er lief planlos in Amsterdam herum unb wußte nicht recht, was er mit feiner Zeit beginnen sollte. ..Am späten Nachmittag ftanb er in den Büroräumen van Zoomens. Frau van Zoomen schien sehr aufgeregt, rote Flecke brannten auf ihren Wangen; ihre Hände zitterten leicht, aber sie nahm sich zusammen. Sie sagte mit etwas tonloser, aber vollkommen ruhiger Stimme: „Mein Mann muß Sie vergessen haben, Herr Morland. Mein Geschäftsführer kommt auf den gleichen Betrag wie Sie. Ich habe Ihnen einen Scheck ausgestellt." Fred glaubte weder recht zu hören, noch zu sehen, aber er fühlte den Zettel in seiner Hand. Es war wirklich ein Bankscheck, ausgefüllt und unterschrieben von ihrer Hand. Er dankte, ließ den Zettel lässig in seiner Brieftasche verschwinden, verabschiedete sich höflich und ging. Er fühlle sich etwas benommen im Kopfe, als er wieder auf der Straße ftanb, ließ sich von bem Menschenstrome mitschieben, ber ihn umfing, und begriff immer noch nicht recht, was geschehen war. Merkwürdig, dachte er endlich, daß auch Glück verwirren kann! Aber darf ich schon von Glück sprechen? Wer weiß, ob die Bank den Scheck ein- lost! Es sollte mich übrigens wundern ... Es war schon zu spät, um noch nach der Bank gehen, zu können. Fred verbrachte eine recht schlechte Nacht; er konnte sich nicht erinnern, jemals um eines Geschäfts willen so schlecht geschlafen zu haben. So riesengroß die Hoffnung, das Geld nicht verloren zu sehen, zuweilen in ihm aufstieg — er glaubte nicht an die Einlösung bes Schecks. Er war einer ber ersten, ber am nächsten Morgen die Bank betrat. Er sah ben Zettel verschwinden. Eine enblose Spanne Zeit schien zu vergehen, ohne baß sich jemanb um ihn bekümmert hätte. Er bachte bitter, baß bas Glück wohl zu groß wäre, ßianes Haus roieber schulbenfrei zu wissen; benn bas ftanb bei ihm fest, baß er dieses Geld in ber Hauptsache zur Löschung ber Hypothek benutzen würde. In diesem Augenblick näherte sich ein Herr bem Schalter: „Der Scheck geht in Drbnung. Sie wünschen ben Betrag auf ihr Konto überwiesen zu bekommen?" Fred atmete auf. Eine große, stille Freude kam über ihn. Der Anfang der Reise ist gut?, dachte er aufatmend. Nein, sie soll nie vor ihrer Freundin Irene zurückstehen — die kleine Liane... Noch bevor er sich einschiffte, schrieb er an Kurt: "Äch bitte augenblicklich die Löschung der Hypothek zu veranlassen, das Geld steht jederzeit zu Ihrer Verfügung. Im beiderseitigen Interesse ist es wohl am besten, in Zukunft auf eine weitere Geschäftsverbindung zu verzichten." * (Forystzung fotzt ß) ** Eine NU K- SA auch auf dem stc ser müssen ihre lich abgestempe ** Der - Rundfunkt« am Sonntag, 1 jedermann bete, Meldung erfordc Kreisgruppe M schränkt ist. Dm die Teilnehmer Marburg in M früh gegen 6.30 M Äerdams flußabwärts au Koblenz bis nach zug geht abend zurück, wo geger beachte die Anzc gäbe. ** Der Du (Deutscher Vstb Köhler" seine fang ab. In Vereins sichrer schall Polens Nach der Be wurden die ers stimmungs - Eri Die Werbung gungen wirkt f Äi der breiwöd, Ostpreußen liegt von flitytnitgliel Fahrt wird Gele« drnkmal in Allen zu besuchen. In Lereinssührer ei westdeutsche Lan! an der auch ßai teilgenommen hl Hinweis aus bi« ostdeutschen hei wirtschaftlicher verbände mott größter Schickse deutschen Osten zugefügt hat. l an die angesta pflichtung jede- soll die heima Verständnisses ander und der gemeinsame ? Monats soll ii der Landsleute stattfinden. Mi s«hen Heimat, Dm deutschen beschlossen. Dei N und ein ac Ab-nd einen e Der 6 ^eßen hie unter Leitung seine diesjährig, MK Wuberteftan "«An-inj °n9 treuen M 9° . W. Mü M*beVüniiei NZ i; y* ff fahl _ . Land Vm AönnE Osc Erbsen Mark, $ r,efa ?5 feQ ai in Salm/ w*‘ Hoch ehe 5 sei auch gemein und OSSeTube planlos in cht, was er i ®od)en« > 1,50 bis 'S: 'Handel, den Büroomen schien auf ihren er sie nahm nloser, aber Mann muß Mein @e- Betrag wie gestellt." noch ZU , >i'ner Hand. ■efüllt und i Sommer- Amtes für , an. Aus- Strebe ' säml. geladen >k de« »ren. he toter. \ 6er Jr &en 10 s°, daß er3 hören nicht hat Lor. ouschauer. ^Theater- hrend der an die orstellung. ' beginnen ug gelangt Schauspiel Lichtspiel, die Heu, iieichskanz. >aus über« iner Brief« höflich und Kopfe, als i von dem nfing, und heben war. Glück ver- oon Mck Scheck ei'" , der Ban! eine recht innern,1» -cht geW fnung, da n ihm °u ösung w hsten y* loerschw ' u vergehe"' rt hätte- hl ru L ,u wisse"' ypothek k>e fierrficö1 1 Sie * -I-n 1»lP K'S »rt r 8’V ’|S> abend. Um ollen am Diem- ilühre(r der lieber« ämter von kr 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18 bis 20, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben, Bündel (neue) 20 bis 25, das Pfund (alte) 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 15 bis. 20, Spargel III 50, II 60, I 70, Erbsen 35, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 1,10 Mark, Zwiebeln 25 Pf., Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Aepfel, das Pfund 35 bis 65 Pf., Honig 45, junge Hähne 75, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 60 bis 70, Salat 15' bis 25, Salataurken 50 bis 60, Oberkdhlrabi 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, Radieschen, Bündel 7 bis 12. Vornottzen. — Tageskalender für Dienstag : Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Vertrag um Karakal". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schlafwagenkontrolleur". — Oberhessischer Kunstoerein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung Christian Rohlfs-Hagen. ** Eine Richtigstellung macht die Unterschrift unter das auf der ersten Seite links unten zu unserem gestrigen Bericht über die Eröffnung der Reichsautobahn gebrachte Bild insofern nötig, als Reichsernährungsminister Darrs bei dem Staatsakt am Sonntag nicht zugegen war. ** Die Reichspost unterstützt d i e Arbeitsbeschaffungslotterie. In der Zeit vom 1. Juni bis 31. August führt die Reichsleitung der NSDAP, eine Arbeitsbeschaffungslotterie durch. Der Reichspostminister wird diese Lotterie dadurch fördern, daß er den Losverkäufern gestattet, die Kraftposten und Landkraftposten vom 1. Juni bis 31. August unentgeltlich zu benutzen, um ihre Lose auch auf dem flachen Lande abzusetzen. Die Verkäufer müssen chre Uniform tragen und ihre polizeilich abgestempelten Ausweise vorzeigen. ** Der Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer (RDR.) veranstaltet am Sonntag, 16. Juni, eine Rheinfahrt, an der sich jedermann beteiligen kann, jedoch ist rechtzeitige Anmeldung erforderlich, da die Teilnehmerzahl für die Kreisgruppe Gießen auf eine bestimmte Zahl beschränkt ist. Die Fahrt geht mit Sonderzug, nachdem die Teilnehmer aus den Kreisgruppen Wetzlar und Marburg in Gießen eingetroffen sind, am Sonntag früh gegen 6.30 Uhr nach Rübesheim. Dort wird ein Sonderdampfer bestiegen, der die Teilnehmer flußabwärts auf der schönsten Rheinstrecke über Koblenz bis nach Königswinter bringt. Ein Sonderzug geht abends von Königswinter nach Gießen zurück, wo gegen 22 Uhr die Ankunft erfolgt. Man beachte die Anzeige in der vorigen Samstags-Ausgabe. ** Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt im Vereinslokal „Hotel Köhler" seine gut besuchte Mcki-Monatsversamm- lung ab. In seinen Begrüßungsworten widmete Vereinsführer K o ft o r z dem verstorbenen Marschall Polens Pilsudski ehrende Gedenkworte. Nach der Besprechung organisatorischer Fragen wurden die ersten Anträge für das ostdeutsche Ab- stimmungs - Erinnerungszeichen entgegengenommen. Die Werbung für die ostdeutschen Heimatoereim- gungen wirkt sich auch in Gießen erfolgreich aus. Zu der dreiwöchigen Ferienfahrt anfangs Juli nach Ostpreußen liegen schon zahlreiche Anmeldungen von Nichtmitgliedern vor. Den Teilnehmern an der Fahrt wird Gelegenheit geboten, das Abstimmungsdenkmal in Allenstein und das Tannenbergdenkmal zu besuchen. In längeren Ausführungen gab der Dereinsführer einen Bericht über die erste Süd- westdeutsche Landesverbandstagung in Saarbrücken, an der auch Landsleute der Gießener Ortsgruppe teilgenommen hatten. Das Wesentlichste war der Hinweis auf die neuen Richtlinien der Arbeit der ostdeutschen Heimatverbände innerpolitischer, volkswirtschaftlicher und kultureller Art. Die Heimatverbände wollen Wahrer jenes Vermächtnisses größter Schicksalsschläge sein, die der Weltkrieg dem deutschen Osten stärker als anderen deutschen Gauen zugefügt hat. Aus der schicksalhaften Gebundenheit an die angestammte Heimat und der inneren Verpflichtung jedes einzelnen zum Dienst an der Heimat soll die Heimatliebe Mittler und Förderer sein des Verständnisses der Landsmannschaften untereinander und der opferbereiten Hingabe an das große gemeinsame Vaterland: Deutschland. Ende des Monats soll in Braunfels ein ostdeutsches Treffen der Landsleute aus den Kreisen Wetzlar und Gießen stattfinden. Mit einem Treuegelöbnis zur ostdeutschen Heimat, zum Führer und Reichskanzler und zum deutschen Vaterland wurde der offizielle Teil beschlossen. Der Austausch heimatlicher Erinnerun- aen und ein gemütliches Beisammensein gaben dem Abend einen eindrucksvollen Abschluß. ** Der Kaufmännische Verein zu Gießen hielt gestern in seinem Vereinsheim unter Leitung des 1. Vorsitzenden Heinrich Erle feine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem vom Schriftführer K. H. Kuhl erstatteten Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein feinen Mitgliederbestand halten konnte, es wurde aber bedauert, daß die jungen Kaufleute so wenig Interesse für den Verein zeigen. Der verstorbenen, jahrzehntelang treuen Mitglieder H. Aubel, Ehr. Inder- thal, W. Müller, I. I. Sauer wurde durch Erheben von den Sitzen gedacht. Durch seine lehrreichen Vorträge, die der Verein auch im verflossenen Jahre durch bedeutende Redner abgehalten hat und deren Besuch für Mitglieder kostenlos ist, trägt er viel zur Vergrößerung des allgemeinen Wissens und der Unterhaltung bei. Das gleiche tut die gut ausgestattete Bücherei, deren Benutzung ebenfalls kostenlos ist. In dem Dereinshaus erteilt die Höhere Privatschule tagsüber ihren Unterricht. Von größeren festlichen Veranstaltungen hatte man im vergangenen Jahre abgesehen. Der vorn Rechner M o o tz vorgetragene Bericht über die Kassen- und Derrnögensverhältnisse ergab, daß diese gesund sind. Die turnusmäßig ausscheioenben Vorstandsmitglieder Gravelius, Hirsch» Lang, Müller und Schneider wurden einstimmig wiedergewählt. Dem 1. Vorsitzenden Heinrich Erle wurde der Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen. ** Was dürfen Zitronen kosten? Der Neichskommissar für Preisüberwachung teilt zur Frage der Zitronenpreise mit: Bei den zur Zeit gelten Einfuhrpreisen sind Kleinhandelspreise von etwa 5 bis 6 Pf. je Stück für Zitronen mittlerer Güte angemessen. ** Der Dünsbergverein hielt am Samstagabend im Hotel Köhler bei üblichem Besuch seine Hauptversammlung ab. Der Rechner erstattete den Kassenbericht, der in allen Teilen für richtig befunden wurde: er erhielt unter Dankesworten Entlastung. Der Schriftführer verlas die Berichte der letzten Sitzungen, die gutgeheißen wurden. Die Vorstandsämter blieben in den Händen der seitherigen Inhaber, als Beisitzer wurde weiter Ämtsgerichtsdirektor i. R. E. Funk bestimmt. Die weiteren Besprechungen galten den Belangen des Dünsbergvereins. Es wurde allgemein bedauert, daß die Mitgliederzahl in letzter Zeit erheblich zurückgegangen ist. In Anbetracht des guten Zweckes, den der Verein dem Dienste der Allgemeinheit widmet, und des geringen Jahresbeitrags von M. 1,50 wäre zu wünschen, daß neue Mitglieder dem Verein beitreten. Es wäre bedauerlich, wenn der Dürnsbergoerein die Erhaltung des Turmes und feiner Hutten für die Folge nicht mehr ausüben könnte. ** Ehemalige hessische Leib-Dragoner I Herr E i d m a n n, der Kameradschaftsführer der ehemaligen hessischen Leib-Dragoner im Kreise Gießen, schreibt uns: Am kommenden Samstag und Sonntag treffen sich alle ehemaligen hessischen Leib- Dragoner in ihrer alten Garnison Darmstadt, um gemeinsam den 75. Gründungstag ihres ruhmreichen und stolzen Regiments zu begehen. An diesen Tagen sollen sich wieder alle Kameraden der Zeit erinnern, in der es ihnen vergönnt war, den grün-weißen oder feldgrauen Rock zu tragen. Besonders groß wird die Wiedersehensfreude bei den Kameraden sein, die sich schon jahrelang, vielleicht seit ihrer gemeinsamen Dienstzeit, nicht mehr gesehen haben. Mehr als vier Jahre lang auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen, in Frankreich, Belgien, Kurland, Litauen, Jnnerrußland, Rumänien und schließlich in der Ukraine hat das Regiment unübertreffliche Leistungen vollbracht. Mit dem Karabiner oder mit der Lanze in der Hand, zu Fuß und zu Pferde, in Hitze und Kälte, immer und überall haben die tapferen hessischen Reiter, oft unter schweren Entbehrungen, aber stets in treuer Kameradschaft, ihre soldatische Pflicht stolz und frohgemut erfüllt. Gelegentlich der Jubiläumsfeier gilt es daher auch denjenigen aus tiefstem Herzen zu danken, die in den Reihen des Regiments ihr Leben gelassen haben, auf daß die deutsche Heimaterde vor dem Einbruch unserer Feinde bewahrt bliebe. Gießener Studenten besuchen Arbeitsdienstlager Nassau. Dom NS. Deutschen Sttrdentenbund, Hochschulgruppe Gießen, wird uns berichtet: Wenn die Hochschulgruppenführung an der Universität Gießen die Förderung nach Fühlungnahme und Zusammenarbeit zwischen, dem NSD. Studentenbund und dem Arbeitsdienst vertritt und Ende voriger Woche diesen Gedanken erstmalig in die Tat umsetzte, indem das Gießener Kameradschaftshaus zu einem Kameradschaftsabend der Arbeitsdienstabteilung 4/251 nach Nassau fuhr, so ist diese Förderung an sich nicht neu, stellt aber in ihrer Besonderheit eine beachtenswerte Anregung dar. Der Erfolg dieses ersten Schrittes läßt hoffen, daß man auch im übrigen Gaugebiet diesen Gedanken aufgreifen und in seiner Verwirklichung ein Stück NS.-Studentenbundsarbeit erblicken wird. Grundlegend wollen wir die im Diensthalbjahr entstandene Gemeinschaft der kommenden Arbeiter der Stirn und der Faust auch nach Beendigung der heute leider noch nicht allgemeinen Arbeitsdienstpflicht fördern. Diese Forderung erscheint uns um so dringlicher, als der vielerorts in den Arbeitsdienstabteilungen aufgekommenen Mannschaftsmei- nung, der Student kümmere sich nach Ableistung feiner Dienstzeit den Teufel um feine früheren Kameraden, der Boden entzogen werden muß. Ich habe selbst monatelang gegen diese Stimmung, „der Arbeiter sei ja doch immer der Summe", in einer Arbeitsdienstabteilung gekämpft. Auf der anderen Seite ist es nur zu begrüßen, wenn den einsatzwilligen Studenten während ihrer Studienzeit, die die Gefahr einer Vereinzelung in der wissenschaftlichen Sphäre in sich birgt, ein neues lebendiges Betätigungsfeld im Rahmen der gesamtdeutschen weltanschaulichen Erziehungs- und Schulungsarbeit eröffnet wird. Wir denken hier nicht nur an die Durchführung gemeinsamer Kameradschaftsabende, die zum nachhaltig bildenden Erlebnis werden, sondern propagieren darüber hinaus eine von Studenten des NSDStB. durchgeführte staatspolitische Schulung im Arbeitsdienst auf der Grundlage der von der Reichs- leitung des Arbeitsdienstes herausgegebenen Richtlinien und in Zusammenarbeit zwischen den Gruppenlehrern des Arbeitsdienstes und den örtlichen Schulungsleitern des NSDStB.! Von Seiten des Arbeitsdienstes aus gesehen bedeutet die Verwirklichung dieses Gedankens auf jeden Fall eine Bereicherung des staatspolitischen Unterrichts der Form und dem Inhalt nach. Inwieweit sie zur Lösung eines internen Arbeitsdienstproblems beantragen vermag, wird die Praxis lehren. Von Seiten des NSDStB. aus betrachtet, wird den Studenten hier Gelegenheit gegeben, ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen und fruchtbar zu wirken. Wir verkennen die Fülle der organisatorischen Schwierigkeiten keineswegs, sind aber von dem Wert und der Durchführbarkeit dieses Gedankens so überzeugt, daß wir auch eine teilweise, örtlich beschränkte Verwirklichung den maßgeblichen Stellen zur Prüfung Vorschlägen. Der Erfolg des gemeinsamen ersten Kameradschaftsabends der Arbeitsdienstmänner und der Studenten (des Gießener Kameradschaftshauses) in der Arbeitsdienstabteilung 4/251, Nassau, ermutigte uns zu diesen kühnen Hoffnungen. In Anwesenheit des Arbeitsführers Schmidt verlebten wir einen Abend, an dem kameradschaftliche Ursprünglichkeit in Ansprachen, Gesang, Spiel, Musik, Vortrag und spontanen Sprechchören geschlossen zum Ausdruck kam und den beiderseitigen Ansprachen Wunsch auf Ausgestaltung dieser Verbundenheit zeugte. Wir mußten versprechen, bald wiederzukommen, und werden dann „Langemarck", eine Weihe von Carl Gau- chel, darstellen. Wir ließen es uns nicht nehmen, einen Trupp ArbeitSdienstmänner zu uns nach Gießen einzuladen. Am besten gibt wohl das Bekenntnis unseres österreichischen Kameraden, der politischer „Verbrechen" wegen flüchten mußte, diesen Kameradschaftsabend in seinem Wesen wieder, wenn er von unbedingter Verwirklichung nattonalsozialistischen Wollens und Erlebens sprach. Wenn wir auch auf diesem Wege voranschretten, so dürfen wir dessen um so gervisser sein, einst vor dem Führer und der Geschichte bestehen zu können als eine verschworene Gemeinschaft. stuck. S. Grothenscheck. „Kraft durch Freude" - Sport für alle! „Leibesübungen sind weder an Lebensalter, noch an körperliche Geschicklichkeit gebunden. Sie fordern nichts, als daß einer frohen Herzens hingeht, mitmacht und damit feinem Willen Ausdruck gibt, sich gesund und leistungsfähig, kraftvoll und schön zu erhalten." Reichssportführer von Tschammer und Osten. Um jedem Volksgenossen, gleichviel ob jung oder alt, billig und bequem die Möglichkeit zu geben, sich körperlich zu betätigen und in wahrer Volksgemeinschaft Spiel, Sport, Turnen und Gymnastik zu treiben, schuf Dr. Ley im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront die NSG. „Kraft durch Freude" und darin auch das Sportamt, das der Reichssportführer von Tschammer und Osten betreut. Im Rahmen des Freizeitwerkes des Führers soll durch planvolle Leibesübungen die körperliche, geistige und seelische Gesunderhaltung und Stärkung des arbeitenden deutschen Menschen erreicht werden. Durch den Einbau der Sportämter in die NSG. „Kraft durch Freude" werden damit die Leibesübungen als ein außerordentlich wirksames Mittel zur Kräftigung des gesamten Menschen und zur freudevollen Entspannung und Erholung anerkannt und bewußt in den Dienst des völkischen Ausbaues gestellt. Das Spocfamt Gießen Hal insbesondere die Aufgabe, den Gedanken der Leibesübungen volkstümlich zu machen und die vielen, die dem Sport noch fernstehen, zu aktiver sportlicher Betätigung zu bringen. Nach bestem Wissen und mit freudiger Verantwortung strebt bas Sportamt danach, die gestellten Aufgaben zu erfüllen, nämlich: 1. Die Erziehung und Ertüchtigung aller Volksgenossen durch allgemeine Körperschulungskurse durchzuführen. 2. Das Schwimmen zu vermitteln. 3. Die Leichtathletik stark zu fördern. 4. Den Angehörigen der DAF. alle anderen Sportgebiete durch Einrichtung von Sonderkursen zugängig zu machen. 5. Männer und Frauen aus allen Berufen und Ständen, die bisher abseits von den Leibesübungen standen, für die Sportkurse zu gewinnen. Tausende von Volksgenossen konnten bisher von den Sportämtern im Gau Hessen-Nassau zum eigenen Nutzen und zum Nutzen unseres Volkes für die Sportkurse gewonnen werden. Die Organisation steht, und mit ihr bekunden Tausende, die bisher in den Sportkursen Daseinsfreude und Schaffenskraft fanden, sich weiterhin mit den Leibesübungen zu befreunden. „Die Leibesübungen sind im nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr Sache des einzelnen, die aus Eigennutz betrieben wird, sondern Pflicht und Dienst an der Gemeinschaft des Volkes!" v. Tschammer und Osten. Reihl euch ein in die Front des „krafldurch- Freude"-Sporles! Nacht euren Körper stark und widerstandsfähig durch Teilnahme an den Leibesübungen beim Sportamt der NGS. „Kraft durch Freude"! Anmeldungen und Auskunft: Sportamt „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18. Sprechstunden von 10 bis 13 Uhr. Telephon 2919. Oder: in den Sportstunden beim Sportlehrer. Sportkurse in Gießen. Allgemeine Körperschule: Frauen und Männer gemeinsam Freitag von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum. Fröhliche Gymnastik: Nur für Frauen Donnerstag, 20 bis 21, 21 bis 22 Uhr, Lyzeum; Freitag, 20 bis 21 Uhr, Heil- und Pflegeanstalt. Leichtathletik (Reichssportabzeichen): Frauen und Männer gemeinsam Samstag, 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz. Schwimmen: Frauen und Männer gemeinsam Mittwoch, 20 bis 21, 21 bis 22 Uhr, Volksbad. Fröhlicher Sport- und Spielnachmittag: Frauen und Männer gemeinsam Dienstag, 19 bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz. Achtung! Reiten! Der erste Reitkursus beginnt am Dienstag, 21. Mai, in der Reitschule Schömbs (21 bis 22 Uhr). Die Teilnehmer, die sich schriftlich auf dem Sportamt zu diesem Kursus gemeldet haben, werden gebeten, sich unverzüglich auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, zwecks Empfang der Sportmarken ein» zufinden. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 6 Mark bzw. 9 Mark für Nichtmitglieder. Es ist ein zweiter Reitkursus vorgesehen (Montag, 27. Mai), zu dem noch einige Teilnehmer zugelassen werden können. Baldige Anmeldungen, bis spätestens Donnerstag, 23. Mai, persönlich, unter gleichzeitiger Entrichtung der Gebühren auf dem Sportamt. Sprechstunden des Sportamts „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Fernsprecher 2919. Oberhefsen. Diamantene Hochzeit. * Kesselbach, 21. Mai. Das Ehepaar Eisenbahn-Oberassistent i. R. I. Meißinger I. und Frau Johanna, geb, Löber, hier, können am 23. Mai im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Der Jubilar ist Kriegsteilnehmer von 1870/71. Zmkertagung in Bad-Nauheim. * Bad-Nauheim, 20.Mai. Die Imker- Fachgruppe Wetterau hielt am gestrigen Sonntag hier ihre Monatsversammluna ab. Der Jubiläumslichtbildervortrag „7 5 I a h r e Bienenzucht i n Oberhessen" wurde vorgefuhrt. Er bekam seine besondere Note dadurch, daß die einzige noch lebende Tochter des geistigen Vaters des oberhessischen Bienenzüchteroerems, Frau Professor Eck, geb. Deichert, aus Gießen, mit ihren Enkelkindern dazu anwesend war und aus ihren Jugenderinnerungen noch manches über die ernste Arbeit ihres Vaters um die oberhessische Imkerei und über die Jmkergrößen der Vergangenheit, die durch ihr Vaterhaus in Büdingen gingen, erzählte. Ferner sprach der Bienenseuchenwart Fritz S t a u b a ch aus Friedberg über die Gefahren, denen die Bienenbrut ausgesetzt sein kann, die aber durch das neue hessische Bienenseuchengesetz ihrer Schrecken entkleidet Der Stand derBienen ist infolge des üblen Wetters ebenso wie der Obstanlagen schlecht. Um so mehr wird alles darangesetzt und vorbereitet, um durch eine etwaige Wanderung Spättrachten, wo möglich im Schwarzwald, auszunutzen. Gemeinsame ärztliche Versorgung der Krankenhäuser Friedberg und Bad-Nauheim. B a d - N a u h e i rn, 20. Mai. (LPD.) Ein schönes Beispiel nationalsozialistischer Gemeinschaftsarbeit geben die beiden Städte Friedberg und Bad- Nauheim. Es fanden Verhandlungen statt wegen der öerforgung ber beiden Kran- kenhäufer. Es wurde beschlossen, daß der Chefarzt des Konitzkystists von Bad-Nauheim, Prof. Dr. Lu eg, gleichzeitig neben der Leitung des Städtischen Krankenhauses Bad-Nauheim als Facharzt für innere Medizin am Bürgerhospital Friedberg tätig sein wird. Der Chefarzt des Bürger- Hospitals Friedberg, Pros. Dr. Gundermann, übernimmt neben der Leitung des Bürgerhospitals die chirurgische Tätigkeit am neuen Krankenhaus Bad-Nauheim als Facharzt für Chirurgie. Diese Regelung wird voraussichtlich noch auf weitere Fachärzte ausgedehnt werden und tritt mit der Inbetriebnahme des neuen Städtischen Krankenhauses Bad-Nauheim in Kraft. Schnee im Vogelsberg. LPD. Lauterbach, 21. Mai. In der Nacht zum Sonntag fiel im Oberwald Schnee. Die Vogelsbergbauern trauten ihren Augen nicht, als sie am Sonntag früh die Herchenhainer Höhe, den Hoherodskopf und die anderen Kuppen des hohen Vogelsberges im weißen Kleid erblickten. Zwei bis drei Zentimeter stark war die Schneedecke, die zu dem jungen Frühlingsgrün in einem seltsamen Gegensatz stand. Malerisch war bas Bilb, aber keineswegs erfreulich für ben Bauern. Landkreis Gießen. * Wieseck, 20. Mai. Der Turnverein Wieseck ehrt seine schulentlassenen Mitglieber nicht in Gestalt einer großangelegten Feier, fonbern in schlichter Form gebuchte ber Turnverein 1862 Wieseck am Freitagabenb ber turnenben, jetzt der Schule entlassenen Jungens und Mädels. Die gesamte Turnerjugend — eine stattliche Zahl — hatte unter Leitung von Turnwart Hch. Römer im Saalbau Braun Aufstellung genommen. Aber auch viele ältere Turnsreunde waren erschienen, um Zeuge dieses weihevollen Aktes zu sein. Nach dem gemeinschaftlichen Gesang „Getreu allezeit" wandte sich Vereinsführer D a u p e r t in längeren Ausführungen an die nun werdenden Zöglinge und Turnerinnen, die mit dem heutigen Tage von ihren jüngeren Mitturnern Abschied nehmen würden, um in eine höhere Altersstufe eingereiht zu werden. Ein entscheidender Abschnitt des Lebens beginne nun wohl bei den meisten Schulentlassenen durch die Erlernung eines Berufes. Der Vereinsführer ermahnte jedoch, auch für die Zukunft die allgemeine Körperbildung nicht außeracht zu lassen und bas ihnen liebgeworbene Turnen burch weitere Regsamkeit im Uebungsbetrieb wachzuhalten unb ständig höhere Leistungen anzustreben. Um den Zeitpunkt dieses Uebertrittes nicht nur in Worten, sondern auch im Bilde festzuhalten, wurde jedem einzelnen Schulentlassenen eine schöne Erinnerungstafel mit aufgeklebter Photographie und passender Widmung überreicht. Die Gedenkstunde fand mit dem Liede „Treu unserem Volke" einen würdigen Abschluß. CO Klein-Linden, 20. Mai. Am Samstagabend hielt die neugegründete Ortsgruppe Klein-Linden des Reichsbundes für Leibesübungen im Turnerheim ihre erste Sitzung ab. Zur Besprechung stand die Ausgestaltung ber Olympia-Werbewoche für unser Dorf. Das Ergebnis ber Beratungen war, baß am 2. Juni eine größere sportliche Veranstaltung unter Beteiligung ber Rabfahrvereinigung Klein-Linben, bes Schützenklubs Rolanb unb bes Turnvereins 1889 abgehalten werben soll. Einem Festzug burch bas Dors sollen in bem Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" die sportlichen Darbietungen folgen. Zur Teilnahme an dem Fest sollen sämtliche örtlichen Vereine eingeladen werden. Die Eintrittspreise sind so niedrig gehalten, daß der Besuch der Veranstaltung jedem Volksgenossen möglich ist. In der Sitzung wurde noch die Beitragsfrage geregelt. Die ber Ortsgruppe angeschlosse- P Ma Pfund Speck, 2 Eßlöffel Fett, 3 Pfund rohe Kartoffeln, Jj^ S § 2 Würfel Maggi's Sratensoße, 2 Zwiebeln, 1 Prise Pfeffer, BLM MU KRB B je 2 Teelöffel Salz, Senf und Essig, 1 Titer Wasser. ■ Speck und Zwiebeln kleinwürfeln, im Fett anbraten. Die in Scheiben —___ geschnittenen Kartoffeln mit ’/2 Titer Wasser dazugeben, leicht salzen UM und zum Kochen bringen. - Maggi's Bratensoße laut Vorschrift be- reiten und zufügen,- nach Pfeffer und Essig abschmecken, den Senf g | | D darunterrühren. Unter öfterem Umrühren garkochen. Beigabe: Salzgurke. ^8 nen Vereine sollen für sedes Mitglied monatlich einen Beitrag von zwei Pfennig abliefern. Zum Ortsgruppenkassenwart wurde Wilhelm Germer berufen. Die einzelnen Fachämter wurden wie folgt besetzt: Fachamt 1: Geräteturnen: Ernst Pfaff, Fachämter 2 und 4: Fuß- und Handball: Otto Hahn, Fachamt 5: Schwimmen: Wilhelm Germer, Fachamt 9: Schießen: Albert Deibel, Fachamt 13: Radsport: Albert Mochr und Fachamt 20: Wandern: Ernst Weigel. = Steinbach, 20. Mai. Am gestrigen Sonntagmittag verschied unerwartet infolge eines Schlaganfalles der Straßenwart i. R. Hubertus Becker im Alter von 75 Jahren. Der Verstorbene erfreute sich bis zum letzten Tag einer guten Gesundheit und konnte noch am 6. April die goldene Hochzeit mit seiner gleichaltrigen Gattin Maria, geb. Hahn, feiern. V Bellersheim, 20. Mat. Dem Rufe des Reichsbauernführers folgend, haben hier acht Bauern und Landwirte erstmals wieder seit mey- reren Jahrzehnten Flachs ausgestellt, um so zur Verringerung der ausländischen Gespinstfasereinfuhr beizutragen. Auch der Anregung der Reichsregierung, den Oelfruchtcrnbau zur Durchführung des Fettplanes zu fördern, ist hier entsprochen worden. Der prächtig entwickelte Raps zeigt reichlichen Schotenanfatz. — Die hiesige Mark- und Gemeindejagd wurde zum Preise von 920 Mark an den seitherigen Pächter M. Emmel von hier verpachtet. — Durch die kalten Nächte haben die Kirschen am meisten gelitten. Zwetschen und das feinere Steinobst haben nur teilweise Schaden davongetragen, lieber öen Fruchtansatz bei Spätobst (Winteräpfel und Winterbirnen) läßt sich noch kein endgültiges Ergebnis feststellen, da sich durch die kalte Witterung die Blütezeit hinauszieht, und der nötige Bienenflug nur in vereinzelten Stunden geschehen kann. + Obbornhofen, 20. Mai. Da die vorjährige Ernte wohl einen guten Körnerertrag, aber eine geringe Strohernte erbrachte, macht sich in den bäuerlichen Betrieben ein verhältnismäßig starker Streumangel bemerkbar. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, gab die zuständige Forst- behörde auf Antrag der Gemeindeverwaltung die Streulaubgewinnung frei. In diesen Tagen wurde in den Schneisen das Laub gerecht. Ein Kuhspännerwagen kostete 1,20 M., während der Leiterwagen mit Pferdebespannung mit 1,50 Mark berechnet wurde. — Die Nutzung der Gemeindewege kam jetzt zur Versteigerung. Die Gemeindekasse konnte dafür etwa 110 RM. vereinnahmen. — Bei der Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd erhielt Erbhofbauer Hermann R u ck e i s e n von Wohnbach den Zuschlag mit 700 RM. Jahresabgabe. Das Jagdgebiet umfaßt 560 Hektar Feld und 99 Hektar Wald. Kirche und Schule. Kreis Büdingen. 8 Nidda, 20. Mai. Gestern wurde der als Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Laut berufene Pfarrer Eduard Koch, seither in Freien- st e i n a u, durch Oberlandeskirchenrat Walther unter Assistenz von Dekan Hoch (Selters) und Pfarrer Adam (Büdingen) bei reicher Beteiligung der Gemeinde in sein Amt eingeführt. Seiner Antrittspredigt legte er die Worte Hebräer 13, Vers 7 bis 9, zu Grunde. Auderspottliches. Olympiavorbereitungen. Wenn das Ende des Monats Mai, herannaht, beginnt für die Rennruderer der Auftakt zur Regatta-Saison. In monatelanger harter Arbeit, bei jeder Witterung und in bedingungsloser Unterordnung haben sie sich auf die Wettkämpfe vorbereitet. Mit besonderer Strenge wird im deutschen Rudersport die Einhaltung der Trainingsvorschriften durch die Ruderer gefordert. Haben sich die Ruderer einmal zum strengen Training verpflichtet, so gelten Verletzungen der Vorschriften als mit der Ehre eines Ruderers nicht vereinbar, und schwere Sühne ist die Folge von Verstößen. Gerade diese Einstellung macht den Rudersport zu einem männlich harten Sport, allerdings nur im Wettkampf, während das Rudern an sich, das die gesamte Muskulatur in Anspruch nimmt, gerade in seinen gemessenen und rhythmischen Bewegungen, die nichts Hasttges und Verkrampftes in sich tragen, auch für das weibliche Geschlecht einen höchst gesunden und passenden Sport darstellt. Wie kaum ein anderer Sport bietet der Rudersport seelische Entspannung und Vertiefung. In Wanderfahrten auf herrlichen Strömen, Flüssen und Seen im deutschen Vaterland erschließen sich Naturschönheiten von seltener Pracht. Diese Fahrten bringen tiefe Naturverbundenheit, eine Versenkung in die Kultur und Geschichte unseres Volkes, in froher Kameradschaft mit Gleichgesinnten. Das erzieherisch ungemein Wertvolle, das in dem Rudersport als Mannschaftssport liegt, hat seinen Ausdruck auch in der Schüler- und Jugendruderei gefunden und wird in fast allen deutschen Rudervereinen stets sorgfälttg gepflegt. Mit besonderer Sorgfalt werden in diesem Jahre, dem vorbereitenden Jahr zur Olympiade, die Olympia-Anwärter der Achterzellen des Deutschen Ruderverbandes ausgebildet, um für die schweren Ausscheidungskämpfe der Rennsaison gerüstet zu sein. Der Olympiazellen-Achter der Gießener Rudergesellschaft 1 8 7 7 hat die letzten Wochen allabendlich unter der Obhut des Trainers B r a h m harte Schulung hinter sich und rudert nunmehr in folgender Besetzung: 1. Genß, August; 2. Meister, Fritz; 3. Eute- neu e r, Eugen; 4. L o n k w i tz, Walter; 5. G l i e r, Erich; 6. Ulrici, Günther; 7. Justin, Julius; 8. Timpe, Karl; Steuer: Loh, Heinz. Die vier Bugleute und die vier Schlagleute bilden außerdem je einen Vierer und werden auf den kommenden Regatten auch in dieser Bootsgattung starten. Die äußerst starke Mannschaft hat sich bis jetzt sehr gut entwickelt und dürfte bei weiterer Vervollkommnung auf der großen Grünauer Regatta am 15./16. Juni, dem ersten diesjährigen Start sämtlicher acht Olympiazellen-Achter des Deutschen Ruder-Verbandes, eine Rolle spielen. „Olympia-Arbeit ist Dienst am Vaterland" und darum nationale Angelegenheit. Diese Erkenntnis darf nicht nur auf Sportkreise beschränkt bleiben. Jeder deutsche Volksgenosse soll und muß sich für die vorbereitende Arbeit seiner Olympiakämpfer interessieren und durch sein Interesse den Mut und die Kampfkraft der Mannschaften steigern zum Wettkampf der Nationen der ganzen Welt, zur Deutschen Olympiade 1936. Br. Suche nach dem „tlnbekanntenSports- mann* im Radfahren. Am nächsten Sonntag werden sich die Radfahrer auf die Suche nach dem „Unbekannten Sportsmann" begeben. Gefahren wird in zwei Klassen, und zwar ^-Klasse bis 18 Jahre 50 Kilometer, 6-Klasse über 18 Jahre 100 Kilometer. Stichtag für das Alter ist der 1. Mai. Teilnahmeberechtigt sind nur Radfahrer, die noch in keinem öffentlichen Wettbewerb mitgefahren sind. Die Fahrer mit Wulstreifen erhalten für je 10 Kilometer 30 Sekunden, solche mit Drahtreifen 15 Sekunden für je 10 Kilometer Vorgabe gegenüber den Fahrern mit Schlauchreifen. Fahrstrecke: Vom Start Schützenhaus, Grünberger Straße, Reiskirchen, Lindenstruth, Grünberg, Geilshausen, Londorf, Allendorf, Mainzlar, Dau- bringen, Gießen, Marburger Straße, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiser-Allee, Ziel Schützenhaus. Die ^-Klasse startet um 8 Uhr und hat die Strecke einmal, die 6-Klasse startet um 7 Uhr und hat die Strecke zweimal zu durchfahren. Meldungen sind an den Bezirksstraßenfahrwart August Deibel, Gießen, Neuenweg 50, bis zum Freitag, 24. Mai, abends abzugeben. Die Sieger erhalten je ein Blumengebinde mit gestickter Schleife und Ehrenurkunde, die folgenden 9 Erinnerungsurkunden. Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Fachaml Radfahren. Am Sonntag, 26. Mai, findet in Gießen eine Abnahme der Prüfung im Radfahren statt. Start 10 Uhr. Die Strecke beginnt am Schützenhaus, Kilometerstein 2, und führt bis Reiskirchen, Kilometer 12, und dieselbe Strecke zurück. Meldungen an Aug. Deibel, Gießen, Neuenweg 50, oder beim Start am Schützenhaus. Kußballergebnisse vom Sonntag. Steinberg — Sportfreunde Wetzlar 1:3. Steinberg II — Sportfreunde Wetzlar II 2:0. Lollar — Kirchhain 3:3. Leihgestern — Großen-Linden 8:0. Großen-Buseck komb. — Alten-Buseck 4:4. Wieseck — Waldgirmes 11:1. Rodheim — Fellingshausen 10:0. Launsbach — Wißmar 8:5. Jugendspiele. Wieseck — Waldgirmes 4:0. Krofdorf — Wißmar 0:2. Großen-Bufeck Schüler — 1900 Schüler 1:3. Die übrigen angesetzten Spiele fielen aus. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am Sonntag empfing die erste Mannschaft der Spielvereinigung die gleiche Mannschaft des To. Großen-Linden zum fälligen Rückspiel. Das Vorspiel in Großen-Linden hatte man nach beiderseits schwachen Leistungen 3:3 beendet. Am Sonntag kamen vom Anstoß weg die Leihgesterner sofort vor das Tor der Gäste, immerhin dauerte es eine Viertelstunde, bis der erste Treffer erzielt war und Leihgestern mit 1:0 führte. Bald darauf konnte die Leihgesterner Mannschaft zum zweiten Male erfolgreich fein, dem dann in rascher Folge der dritte und vierte Sieg folgte, so daß zur Halbzeit das Spiel 4:0 für Leihgestern stand. Nach der Pause sah man zunächst verteiltes Spiel, bei dem der Lokalgegner etwas drückte, um wenigstens das Der judenfreie Markt in Lang-Göns. * Lang-Göns, 20. Mai. Die Gemeinde Lang-Göns schickt sich an, zum zweitenmal einen judenfreien Markt abzuhalten. Im Juni vorigen Jahres war es der hiesigen Orts- bauernschast gelungen, in Anknüpfung an vergangene Zeiten einen judenfreien Markt ins Leben zu rufen, der auch einen glänzenden Verlauf nahm. Die Veranstaltung ist noch in aller Erinnerung, namentlich auch oadurch, weil mit dem Prämi- ierungsmarkt eine große politische Kundgebung verbunden war. In diesem Jahre ist der Markt etwas früher, nämlich auf den nächsten Donnerstag, 2 3. M a i, gelegt worden. Dieser Zeitpunkt wurde gewählt, weil gerade jetzt — nach dem Setzen der Kartoffeln und dem Legen der Dickwurzkerne — eine größere Pause in den dringenden Arbeiten des Bauern eingetreten ist und die Heuernte noch nicht begonnen hat. Hoffentlich macht der Wettergott ein freundliches Gesicht, damit die Veranstaltungen einen guten Verlauf nehmen. Der Platz, auf dem sich der Markt abspielen wird, ist äußerst geräumig und bietet Tausenden von Menschen Raum. Schon am Morgen des Markttages beginnt die Prämiierung der vorge- führten Zuchttiere. Zu diesem Zwecke wurde eine große Grasfläche, die im Besitze der Gemeinde ist, mit starken Tannenstangen sehr dauerhaft eingezäunt. Dieser eingezäunte Platz liegt ganz nahe bei der Turnhalle. Vorläufig dient er noch dem Jungvieh von Lang-Göns als Tummelplatz. Gegen eine geringe Gebühr kann hier jeder Bauer seine Tiere den ganzen Tag über in Luft und Sonne sich tummeln lassen. Anschließend und gleichzeitig kann sich dann der eigentliche Vieh- und Krämermarkt abwickeln. Daß hier allerlei geboten wird, wissen die Bauern der Umgegend. Besonders in der Schweinezucht steht ja Lang-Göns an vorderster Stelle. Zur Zeit sind mindestens zwanzig Schweinezüchter in unserer Gemeinde, die beide Zuchtrichtungen, das Edelschwein und das veredelte Landschwein, züchten. Auf allen großen landwirtschaftlichen Ausstellungen wurden schon Preise errungen und hohe Summen für diese Zuchttiere bezahlt. Auch in der Pferdezucht — Lang-Göns besitzt über 150 Pferde — geht es nach einer kleinen Pause wieder auf- wäris. Und so wird das Reitturnier, das am Nachmittag des Markttages von der hiesigen Reiter-SA., die durch zwei benachbarte Stürme verstärkt wird, vorgeführt wird, viele Zuschauer anziehen. Den Höhepunkt des Marktes wird wiederum eine große politische Kundgebung bilden. Punkt 14 Uhr werden Reichsstatthalter Sprenger und Landesbauernführer Dr. Wagner in Lang-Göns erscheinen. Kurze Zeit vorher wird ein Festzug aufgestellt werden, der mit seinen, verschiedenen Wagen und Gruppen die Verbundenheit des Bauern mit dem Boden und seiner Arbeit zeigen wird. Dann wird man auf dem Festplatz an der Turnhalle den Reichsstatthalter und den Lan- desbauernführer sprechen hören. Anschließen wird sich ein großes Volksfest mit abwechslungs-, reichen Darbietungen. Die Gemeinde Lang-Göns, die schon seit vielen Jahrzehnten Marktflecken war, will mit dem judenfreien Markt keineswegs etwas ganz Neues beginnen, sondern nur an vergangene Zeiten anknüpfen. Schon vor 45 Jahren, am 3. Juni 1890, fand in Lang-Göns ein judenfreier Markt statt, auf dem nahezu 4000 Bauern zusammenkamen. Es war dies die Antwort an die Juden, die ihre Händler veranlaßt hatten — weil das Dorf 1890 fast geschlossen antisemitisch gewählt hatte —, den Lang-Gänser Markt nicht mehr zu besuchen. Gerade dieser Lang-Gönser Markt — er bestand schon lange Jahrzehnte vor dem Jahre 1890 — war einer der größten Märkte von ganz Westdeutschland. Er wurde jedes Jahr zehn Tage nach Pfingsten, also am Dienstag in der zweiten Woche nach dem Fest, abgehalten. Schon am Donnerstag vorher kamen die ersten Händler mit ihrem Vieh. In den meisten Jahren waren es über tausend Stück Vieh, die hier abgesetzt wurden. Dabei war es in der Hauptsache nur erstklassiges Vieh, das hier zum Verkauf stand. Es war im ganzen Dorfe, in Ställen und Scheunen, verteilt. Schon am Montag setzte der Handel ein. Dann stand das Vieh in der heutigen Amthausstraße bis hinauf an den Bahnhof und weit die Holzheimer Straße hin. Die alten Bauern erinnern sich noch, daß die Preise, die hier in Lang-Göns auf den Märkten erzielt wurden, so- zusaaen Richtpreise waren. Sie galten bann für die übrigen Märkte. Ehrentor zu erzielen, womit er allerdings keinen Erfolg hatte. In regelmäßiger Folge schoß Leihgestern vier weitere Bälle dem Gegner ins Tor, so daß der Lokalkampf mit 8:0 für Leihgestern zum Abschluß kam. Schiedsrichter Offenbacher war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter. Vorher standen sich die zweiten Mannschaften der beiden Vereine gegenüber, wobei Leihgestern mit ersatzgeschwächter Mannschaft 2:3 verlor. Am Samstagnachmittag stand die erste Jugend der Spielvereinigung bei einem Werbespiel in Butzbach gegen die dortige erste Jugend und verlor 1:2. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Fellingshausen I 10:0 (5:0). Der Kampf war ein ausgesprochenes Lokalderby. Beide Mannschaften mußten Ersatz einstellen. Nach Anstoß entwickelte sich ein scharfes Spiel, bei dem die Gäste sich schnell gefunden hatten und manch schönen Angriff vortrugen. Besonders gut gefiel der Rechtsaußen, da der linke Läufer der Einheimischen ganz kopflos spielte. In kurzen Abständen waren die Einheimischen fünfmal erfolgreich. Fellingshausen fiel ganz ab, man spielte nur in einer Hälfte. Nach Settenwechsel bot sich dasselbe Bild. Radheim spielte wie es wollte, und stellte das Endergebnis 10:0. Das Spiel wurde geleitet van Schiri Zitzer, Gießen, der dem Spiel ein gerechter Letter war. Handball im Gau XII, Kreis VIII. Das Programm des Sonntags war, wie schon in der Vorschau erwähnt, außerordentlich gering. Nahezu alle Freundschaftsspiele und auch zwei Aufstiegsspiele wurden noch in letzter Minute abgesagt. In der Pflichtrunde der 2. Kreisklasse stieg nur MTv. Gießen II — Io. Dorlar I 9:5 (6:3). Den Kampf konnten die Gießener Männerturner viel sicherer als erwartet für sich entscheiden. Wir wiesen schon darauf hin, daß diese zurzeit eine Mannschaft ins Feld stellen, die nach der augenblicklichen Form zu urteilen, das Zeug in sich hat, Meister der 2. Kreisklasse zu werden. Es will schon etwas heißen, Mannschaften wie Garbenheim und Dorlar in so sicherer Weise zu schlagen. Das Treffen, das etwas unter der Ungunst der Witterung stand, sah die Einheimischen in der ersten Halbzeit überlegen. Nach der Pause holte Dorlar ziemlich auf, konnte aber bei ausgeglichenem Spiel nur noch zwei Tore werfen und so den Sieg des Gegners, der noch dreimal erfolgreich war,' nicht mehr gefährden. Die Gießener halten mit diesem neuerlichen Sieg unangefochten die Spitze vor Tv. Burggemünden. handballblihturnier in Dornholzhausen. Trotzdem die Veranstaltung nicht allzu gut be- sucht war, nahm sie einen schönen Verlauf. Die beteiligten Mannschaften lieferten sich spannende Spiele, die in der Kreisklasse im Pokalsystem und in der Bezirksklasse in einfacher Runde durchgeführt wurden. Die Preisverteilung hatte folgende^ Ergebnis: Kreisklasse: Turniersieger Tv. Albach; 2. Sieger Tv. Holzheim. Bezirksklasse: Turniersieger 1. Komp. JR. 15 Gießen; 2. Sieger Tv. Lützellinden komb. Zubiläumsfechten der Kasseler Turngemeinde. Kassel siegt vor Hamburg, Wetzlar und Marine Kiel. Aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens führte die Fechtabteilung der Kasseler Turngemeinde einen Mannschaftskampf durch, an dem sich neben dem Veranstalter der Fechtsportverein Hamburg, der Turnverein Wetzlar und eine Mannschaft der Marine Kiel beteiligten. Sieger blieb die Kasseler Turngemeinde mit 3 Mannschaftssiegen, 32 Einzelsiegen und 156 erhaltenen Treffern. Zweiter wurde der Fechtsportverein Hamburg (1 Ms., 25 Es., 180 Tr.) von dem Turnverein Wetzlar (1 Ms., 20 Es., 196 Tr.) und Marine Kiel (1 Ms., 19 Es., 205 Tr.). Rundfunkprogramm. Mittwoch, 22. Mai. 6 Uhr: Von Berlin: Frühkonzert I., Gymnastik. 7: Von Berlin: Frühkonzert II. 8.10: Don Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Von Bad Münster a. St.: Frühkonzert. 10.15: Schulfunk: Welches Instrument soll ich spielen? 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Von Breslau: Mittagskonzert I des Funkorchesters. 13.15: Von Breslau: Mittagskonzert II. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Von Kassel: I. „Es geht ein Liedchen im Volke..." Heimatliche Weisen aus alter und neuer Zeit. II. „Bad Gesundbrunnen". Von der Glanzzeit eines vergessenen Kurbades der Goethezeit. 16: Kleines Konzert. 16.30: Vom Deutschlandsender: Klingendes Kunterbunt. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Wie ich die national-arabische Bewegung erlebte. Dr. Alfred Kaufmann, Gießen, erzählt. 18.45: Das Leben spricht! 19: Vom Deutschlandsender: Konzert. Imre Stefainiai spielt die 10. und 13. ungarische Rhapsodie von Liszt. 19.30: Dom Deutschlandsender: Wie wird das Dritte Reich regiert? 20.15: Don Stuttgart: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. 20.45: Lachender Funk. 22.20: Von Kaiserslautern: „Elwetritlche". 23: Von Köln: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. am Tage sollte Ihnen Freude machen. Tausende sind glücklicher, seitdem Sie Birkenstocks Fußbett tragen. — Beratung und Anprobe: Hermaflo Röhrig, Lederhandlung Gießen, Neustadt 43. 27i2a Für gutgehende Gastwirtschaft in Universitätsstadt tüchtiger Pächter auf 1. Juni gesucht. Betriebskapital von Mk. 2000.- erforderlich. Schritt!. Anfragen unt. P. 155 ( 3055V) an d. Gieß. Anz. ...und zum Bauen raU Abermann Achtung! Autobeflher! Die in der Samstagausgabe angekündigte öffentliche vvMlilW öes Bannealfl-äloerflofets (60% Ersparnis bringend) findet Mittwoch, den 22. Mai, nachmittags 3 Uhr tnufit 2Z0 Uhr), im Hofe der Einbau-Werkstätte Alicenstraße 18 bestimmt statt. 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