.... 185. Jahrgang Gichener Anzeiger uci 4/uiui|iuvui vivvuKMny fv.j.*- e>"v ------ | gu zeyeil UHU II-IN [ui uic ohne Aufenthalt genommen zu haben, feinen Weg derherstellung der deutschen Ehre zu danken. in nordwestlicher Richtung fort. Obwohl die Fahrt-1 les entwachsen. „Ich stamme aus kleinen, einfachen bürgerlichen Verhältnissen" hat er selbst stolz bekannt. „Der Bandstuhl war es, der mir meine Wiegenlieder gesungen, und mit Leder wurden meine Hosen geflickt, wenn ich sie auf der Schulbank der Elementarschule „Auf dem Heid zu Barmen verschlissen hatte". Mit 16 Jahren war er Abiturient, als Zwanzigjähriger erwarb er magna cum laude die Doktorwürde. Und er führte den Beweis, daß Jugend kein Vorrecht ist, sondern eine Verpflichtung bedeutet. „Als ich, erst zwanzig Jahre alt", — schrieb er vor Jahren selbst nieder, „in Jena bei meinem hochverewrhten Lehrer, Geheimrat Professor Dr. Geuther, im 6. Semester das Doktorexamen mit Chemie, als Hauptfach, mit Mineralogie, Geologie und — was in der damaligen Zeit sehr selten vorkam — auch Nationalökonomie als Nebenfächer, gemacht hatte, bemühte ich mich, so schnell wie möglich eine Stelle zu bekommen, um pekuniär unabhängig von meinen Eltern zu werden. Denn meinen Eltern ist es bei einem verhältnismäßig kleinen Geschäft, das in der Herstellung und dem Verkauf seidener Bänder bestand, und in dessen Erträge sich drei Brüder mit Familie teilen mußten, nicht leicht gefallen, die Mittel für mein Studium aufzubringen." Daß es geschah, verdankte der Chemiker Duisberg seiner Mutter. In Paris, 20. März. (DNB.) Ministerpräsident F l a n d i n begründete im Senat mit einer eineinviertelstündigen Rede die Maßnahmen zum Ausgleich der rekrutenarmen Jahrgänge und ging dann auf die Proklamation der Reichsregierung hinsichtlich der Wehrpflicht über. Man habe dieses Ereignis als Folge der Veröffentlichung des englische Weißbuchs hinstellen wollen. Diese Behauptung stehe im Wiederspruch zu den Tatsachen. Die zwölf Armeekorps und die 36 Divisionen seien in Wirklichkeit schon vorhanden gewesen. Außerdem sei acht Tage früher die Schaffung einer deutschen Streitmacht zur Luft bekannt gegeben worden. Man stehe also dem Abschluß einer Politik gegenüber, wobei man die Proklamation sicherlich absichtlich mit der Heldengedenkfeier zusammenfallen ließ, * Htrt hon (Vinhriirf iit nerstärken. Stoff dieses Ringes und so stolz wie das Symbol, das ihn ziert." Mit gleicher fordernder, kein Opfer scheuender Liebe stand er der Ho sch ule gegenüber, der forschenden Wissenschaft wie der Studentenschaft. Die Beteiligten wissen, wie ' Carl Duisberg, insbesondere in den Krisenjahren, geholfen, mit Rat und Tat geholfen hat. Wie er als Praktiker des Lebens nicht nur der Notlage des a k a d e m l - schen Nachwuchses zu steuern bestrebt war, sondern auch das Problem der Auslese, des Führernachwuchses in der Wissenschaft und Wirtschaft, angefaßt hat. Wie er nicht nur Reden hielt, die Aufsehen erregten, sondern überall zu helfen wußte, wo Hilfe notwendig war. Die Stüde n t e n h ä u s e r, die ihm ihr Entstehen verdanken, legen heute noch Zeugnis ab für die Tatsache, daß dieser Mann die Zeichen der Zeit wie ihre Aufgaben und Notwendigkeiten früher als viele andere erkannt hat und demgemäß handelte. Wie als schöpferischer Entdecker und Gestalter war Duisberg auch als Mensch eine Ausnahmeerscheinung. Sein sprühender Geist, seine alle Gebiete umfassende Bildung, seine Künstlernatur spendeten Begegnungen mit ihm die Weihe des Besonderen. Es gibt kaum eine Ehrung, die dem Professor und neunfachen Doktor aller Fakultäten, der bereits 1909 Geheimer Regierungsrat geworden ist, nicht zuteil wurde. Er blieb der einfache Sohn des Bergischen Landes, dem lieber» heblichkeit und Standesdünkel fremd waren, und der nur ein Ziel kannte: m i t z u h e l f e n an der Wiedererringung des Ansehens und der Macht Deutsch- land«; In einem Briefe schrieb er am 10. März 1921: „Sie haben recht, die Zeit ist trübe und für uns hier im besetzten Gebiet besonders schwer, zumal wenn die geplanten Sanktionen, auf deutsch „Gewaltätigkeiten" und insbesondere die Aus- unb’ Einfuhrzölle, über uns verhängt werden. Trotzdem bewahren wir ruhiges Blut, halten den Kopf nach wie vor hoch und lassen uns nicht unter- kriegen. Aus eigener Kraft, nicht gestützt auf nähere Versprechungen des neutralen Auslan- Führer zu begrüßen. Unter dem grenzenlosen Jubel der Darmstädter Bevölkerung fetzte der Führer dann, seinen Lebenserinnerungen hat er der „prachtvollen Frau, die einfach und unkompliziert war, aber eine fabelhafte Energie und einen besonders klaren Verstand besaß", und die gegen den Vater die Leidenschaft des Jungen für chemische Experimente förderte, den Sohnesdank abgestattet: „Sie war naturverbunden und erdverwachsen. Mit beiden Füßen stand sie in der Wirklichkeit." Das sind ehrende Sätze von hohem Klang. Geheimrat Geuther hat dem jungen Doktor den Plan ausgeredet, des Gelderwerbs wegen eine Stellung in der Nahrungsmittelchemie anzunehmen. Er verpflichtete den Zwanzigjährigen als wissenschaftlichen Assistenten mit tausend Mark Jahresgehalt und freier Wohnung in einem Dachzimmer des Laboratoriums. Das Einjährigenjahr im In- fanterieleibregiment in München unterbrach diese Tätigkeit, und im September 1883 zog Duisberg nach Straßburg, um im chemischen Universttatsiabo- ratorium im Auftrage und auf Rechnung des Vorsitzenden des AufsichtsratLS der Elberfelder Farbenfabriken, Carl Rump ff, Verfahren auszuproben, die Rumpff erworben hatte. Ein Jahr später begann die Tätigkeit Duisbergs in Elberfeld und der beispiellose Aufstieg des Chemikers und Organisators. Duisbergs Entdeckung des Benzopurpurins und Deltapurpurins sowie Benzoazurins, roter und blauer Farbstoffe, hat nicht nur wesentlich zum Aufschwung der Elberfelder Farbenfabriken, sondern der Farbenchemie überhaupt beigetragen. Bereits 1888 wurde er Prokurist und Leiter des wissenschaftlichen Laboratoriums und der Patentabteilung, 1899 technischer Direktor und mit der Umgestaltung der Fabrikationsstätten beauftragt. Auf seinen Rat wurde das Werk Leverkusen bei Köln gegründet und nach seinen Plänen in einer oft gerühmten und unerreichten Form angelegt und ausgebaut. Leverkusen, das bei seiner Gründung aus wenigen alten Gebäuden bestand, ist heute eine Stadt von mehr als 30 000 Einwohnern, und das Riesenwerk, das Fabrikationsstätten mannigfacher Art umfaßt, seine sozialen, sportlichen und kulturellen Anlagen und Einrichtungen verkünden den volksverbundenen, großzügigen, künstlerisch wo bleibe die Gerechtigkeit, von der die Satzungen des Völkerbundes sprechen, wenn jeder sich das Recht beimesse, die Verpflichtungen der Verträge zu verleugnen? Was bleibe von der Kraft des internationalen Rechtes übrig, wenn man die eigene Kraft jeder Ration an die Stelle des Rechtes fetze? Seit 15 Jahren habe Frankreich viel für die Annäherung und für die Diederversöhnung der beiden großen Völker getan. Aber diese Versöhnung könne nicht auf der Verkehrung der Wahrheit und auf der Ableugnung des Rechtes und der Gerechtigkeit fußen. Es sei nicht wahr, daß das deutsche Volk nach l'/rjährigem Kriege die Waffen niederge- Die ganze Fahrt von Stuttgart an glich, obwohl das Reiseziel völlig unbekannt geblieben war, einer einzigen Triumphfahrt. Gerade der Umstand, daß dabei niemand vorher von dem Besuch des Führers wußte, läßt so recht erkennen, mit welch grenzenloser Liebe und Verehrung das deutsche Volk an seinem Führer hängt. Lieber standen die Menschen stundenlang vergeblich auf den vermuteten Durchfahrtstraßen, als daß sie sich die Gelegenheit entgehen ließen, den Führer, wenn auch nur für den kurzen Augenblick der Durchfahrt, zu sehen und ihm für die historische Tat der Wie. vorwärts kommen und der Führer selbst forderte, im Wagen stehend, die begeisterte Menge auf, seinem Wagen Platz zu machen. Ganz Darmstadt auf den Seinen. Kopf an Kopf stehen die Massen, um dem Führer zu huldigen. Unbeschreiblich war bann der Empfang, der dem Führer in Darmstadt bereitet wurde. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Kunde von der bevorstehenden Durchfahrt des Führers bereits in den Mittagsstunden verbreitet. Im Ru war die ge s a m t e Bevölkerung auf den Beinen. In den ersten Rachmiltagsstunden schon war auf den Durchfahrtsstrahen, die der Führer voraussichtlich passieren würde, an ein Durchkommen nicht mehr zu denken. Stunde um Stunde harrte die Menge geduldig aus, bis dann endlich, als schon der Abend hereingebrochen war, der Führer in der hessischen Landeshauptstadt eintraf. Jetzt war die Menge nicht mehr zu halten. Sie durchbrach die Absperrungen und lief bis an den Wagen des Führers heran, der mit einem Orkan der Begeisterung begrüßt und von ununterbrochenen Heilrufen begleitet wurde. Auch hier konnte der Wagen nur schrittweise sich seinen Weg durch die Stadt bahnen. Vor dem Hause des Reichs st att- halters hatten sich die Spitzen der Partei, der Landesbehörden und der Stadt eingefunden, um den route des Führers unbekannt geblieben war, schien doch die ganze Gegend alarmiert zu sein. In allen Städten und Städtchen, in allen Dörfern und Ortschaften standen die Menschen Kopf an Kopf und harrten geduldig der Ankunft des Führers. Aufenihatt in Wiesbaden. In Wiesbaden, wo der Führer gegen 20.45 Uhr eintraf, erwarteten ihn ebenfalls u n g e - zählte Tausende. Auch hier war es einfach nicht mehr möglich weiterzukommen. Immer und immer wieder mußte der Wagen halten. Nur unter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte gelang es den Absperrungsmannschaften, eine schmale Gasse durch die zusammengeballten Menschenmassen zu bahnen. Vor dem Hotel Rose, in dem der Führer die Fahrt unterbrach, sammelte sich ebenfalls im Nu eine ungeheure Menschenmenge, die immer wieder in Sprechchören den Führer zu sehen verlangte. Ntt N- 85Z ?■ 13 batten .Gonti ui 101 (212). w Hslln« verengen uldung 5 4 k- Don weiter am. werten Ehrend 'n Um« Stahl. AEG., Füssen r Divi- gingen sattien kamen Fester Kursen h Inter« Mark« RumS» mit 161 Stahl- ommerz- wtheken' Reichs. Klöckner heinstahl 3,50 bis r 97,25, ,75, X anfwerke -yer 122, Rutgers- 12, Kaufmechanik >0, Lloyd (Sari Duisberg f. Aus einem an Arbeit und Segen überreichen Leben ist der 74jährige Carl Duisberg abgerufen worden. Unerwartet und viel zu früh für alle, die das Glück und die Ehre hatten, diesem seltenen deutschen Manne zu begegnen, der ein Wirtschaftsführer und Wissenschaftler, ein Schöpfer und Gestalter von höchsten Qualitäten war. Die um seine unerhörte Schaffens- und Lebensfreude wußten, die den körperlich und geistig beispiellos jugendlich wirkenden Siebziger kannten, überrascht die Nachricht, daß dieser das Leben ge- radezu verkörpernde Mann die Augen für immer geschlossen hat In das Neue Peich ragte die Gestalt und das Werk Carl Duisbergs wie ein Symbol und eine Verheißung hinein. Er war ein lebendiger Zeuge für die Wahrheit des Satzes, daß die stärksten geistigen Kräfte von unten kommen, daß sie den unverbrauchten, gesunden Schichten des schlichten Vol- 0,6 58,45 0,2 3,053 52,66 81, 11,80 5,205 16,47 168,63 20,83 0,692 5,66 59.Z 49,05 10. 0 5°'S 80-$ 34,05 10,402 2,482 berg ein, wo er mit seiner Begleitung i m „Europäischen H o f" abstieg. Obwohl die Ankunft des Führers vorher nicht bekanntgegeben war, hatten sich doch auf den Straßen große Men- ch e n rn a s s e n anqefammeÜ, die sich vor dem Hotel in unübersehbarer Menge zusammenballten und in Sprechchören den Führer zu e h e n verlangten. Die Absperrung konnte die immer mehr anschwellenden Massen kaum zurückhalten. Eine Anzahl Kinder wurde in den Hof geführt, um dort den Führer aus nächster Nähe sehen zu können. Etwa um 16.30 Uhr verließ der Führer das Hotel und bestieg seinen Kraftwagen. Ein kleines Mädel überreichte ihm einen Blumenstrauß. Dann fuhr der Wagen des Führers, von brausenden Heilrufen umtost, i n langsamer Fahrt durch die Stadt. Die Absperrung konnte die Menge nicht mehr zuruck- halten, die bis an den Wagen des Führers,.—, ..... - • - vordrängte. Nur schrittweise konnte der Wagen um den Eindruck zu verstärken. Will Frankreich keine Entspannung? Schroffe Rede Flandins im französischen Senat. Der Abschied von Stuttgart. Stuttgart, 20. März. (DNB.) Die Abfahrt des Führers und Reichskanzlers von Stuttgart Mittwoch mittag um 12 Uhr gestaltete sich zu einer Kundgebung, wie sie die schwäbische Landeshauptstadt in diesem Ausmaß und in dieser Beharrlichkeit selten erlebt hat. Schon am frühen Morgen standen Tausende von Volksgenossen in den Straßen und auf dem Platz vor dem Hospiz Viktoria, um den Führer zu sehen und seine Abfahrt, deren Zeitpunkt unbekannt war, mitzuerleben. Gegen Mittag stauten sich die Menschenmassen so stark, daß immer neue Absperrmannschaften beigezogen werden mußten, um wenigstens in den angrenzenden Straßen den Verkehr, der umgeleitet werden mußte, aufrechtzuerhalten. Inzwischen war auch eine Abteilung der SA. und des Arbeitsdienstes anmarschiert, die vor dem Hotel Spalier bildeten. Beängstigend wurde der Andrang, als die Jugend, die offenbar schulfrei bekommen hatte, in großen Scharen anrückte, um den Führer zu sehen. Unendlicher Jubel stieg in den sonnigen Frühlingstag empor, als der Führer sich wiederholt am Fenster zeigte und den Volksgenossen für ihre Liede und Treue dankte Als dann der Führer um 12 Uhr imPortaldes Hotels erschien, umgeben von seiner Begleitung, wurde er von unermeßlichem Jubel umbra u ft. Zur Verabschiedung des Führers hatten sich im Hospiz Viktoria Reichsstatthalter Gauleiter Murr, Ministerpräsident Mergenthaler, von feiten der Wehrmacht der Ches des Stabes Oberst R o u f f in Vertretung des dienstlich abwesenden Generalleutnants Geyer und Stadtkommandant Oberst Most eingefunden. Schrittweise Zahn durch das jubelnde Heidelberg. Wiesbaden, 20. März. (DNB.) Heute nach- mittag traf von Stuttgart über Sinsheim durch das Neckartal kommend, der Führer in Heidel- Tnumphfahri des Führers durch den Rhein-Main-Gau. Begeisterte Huldigungen aller Bevölkerungskreise umbrausen den Führer bei seinem überraschenden Besuch in Heidelberg, Darmstadt und Wiesbaden. in Gießen und 174 kühe ober 60 Mark, 1130 bis nt, b) 80 ) bis 105 !, tragend Öebenbge« ber Notiz, artt. lemüfe- at, ßorob ’n, M/ß- men sie e Wi|t Mdijcher lat waren lumenkohl , während 'n. a. in i St, 425 0, 32 St, 25 bis 30, ; 3, Karot- Kopfsal.at, ttich (*. Rosenkohl 5 bis 30, arzwurzeln 10 bis 15. für deutsche **■ Ausnahme . Bananen ' Das Ge- ; II 28 bis d, rot 1400 TÄ des ober gar Amerikas, müssen wir uns wieder aus dem Elend, in das uns der Krieg und noch mehr die Revolution gebracht hat, herausarbeiten. Im Augenblick ist die Einigkeit des deutschen Volkes in allen Kreisen und Schichten, und eine starke Regierung die Hauptsache. Dann werden wir es den Gegnern schon beibringen, daß man uns nicht als Prügelknabe behandeln kann, sondern als ebenbürtigen Gegner ..." Das war Duisbergscher Geist. Und so erleiden Deutschland, seine Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Tode dieses großen Mannes einen ungemein schweren Verlust. Carl Duisberg war mehr als ein bedeutender Chemiker und erfolgreicher Staufmann. Er war als solcher ein Künstler von Gottes Gnaden ein Mensch, der verschwenderisch Gutes tun und in der Stille Taten vollbringen konnte, deren jede ihm einen Ehrenplatz im Buche der Geschichte des deutschen Volkes sichert. Und er war noch mehr: ein Mann, ein Kerl, der alles in sich vereinte, was das neue Deutschland im Sinne seines Führers von allen schaffenden Volksgenossen fordert. Sein Werk, die IG. Farbenindustrie A.-G., bat keine ehrenvollere Ausgabe als im Geiste Carl Duisbergs Führer und Gefolgschaft zu erziehen. H. G. Oer Führer an Frau Geheimrat Duisberg. B e r t i n, 20. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Frau Geheimrat Duisberg nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, sprech- ich Ihnen meine herzliche Anteilnahme aus. Die deutsche chemische Industrie verliert in dem Verstorbenen einen ihrer e r ft e n Pioniere und einen e r f o l g r e i ch e n F ü h r e r, die deutsche Wirtschaft einen ihrer großen Or. ganifatoren. Sein Name wird in Deutschland in Ehren weiter leben. Gez.: Adols Hitler." beschwingten Geist ihres Schöpfers, dessen Bescheidenheit so groß war, daß er mit seinem Werk vollkommen hinter dem Namen des Gründers Bayer der Farbenfabriken zurücktrat. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle tue gewaltige Lebensarbeit Duisbergs in ihren Einzelheiten zu behandeln. Er war als Chemiker wie als Unternehmer Bahnbrecher.' (Betreu fernem Glaubenssatz: „Fest stehen immer — still stehen nimmer" hat er Eigenwert und schöpferische Straft zur höchsten Leistung gesteigert und sein Können völlig in den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt. Sein rastlos tätiger Geist kannte keinen Stillstand. Eine Studienreise' durch die Vereinigten Staaten ließ den Plan reifen, die deutschen Farbenfabriken zu einer Interessengemeinschaft zufam- menzujchlietzen. Die „Badlfchk Anilin" in Ludwigs- linsen und die „Agfa" in Berlin-Treptow gingen bereits 1904 auf feine Vorschläge ein; die S)od)ner Farbwerke Leopold Cassella in Frankfurt a. M., Calle und Co. in Biebrich, Griesheim-Elektron und Weiler ter Mer in Uerbingen folgten 1916, und das Jahr 1925 krönte dieses Lebenswerk Duisbergs in der I. G. F a r b e n i n ö u ft r i e A. - G., m deren Verwaltungs- und Aufsichtsrat er seit dem 1. Januar 1926 den Vorsitz führte, daß nicht nur. die Generalversammlung der IG. zu ebenso bedeutsamen wie interessanten Wirtschaftstagungen wurden. ' . Gewaltig war das Verdienst Carl Duisbergs um die chemische und pharmazeutische Wissenschaft und Industrie, gewaltig ist die Kulturtat, bie feine Forderung der Volkstumspflege, der Hochschulen, der Forschungsarbeit wie des akademischen Nachwuchses, darstellen. Und das Verständnis der Wirtschaft sur dos Auslandsdeutschtum zu werben, war ihm stets ehrenvolle Pflicht. Als er die höchste Auszeichnung des Deutschen Auslandsinstitutes, den „Deutschen Ring" entgegennahm, sprach er diese, sein ganzes Wesen enthüllende Worte: „Ich fasse diesen Ring nicht nur als eine Anerkennung auf, sondern mehr noch als eine unlösbare Verpflichtung zur Deutsch- tumsarbeit, eine Aufgabe, die so edel ist wie der Nr 68 Lifte; Blatt . 185. zayrgang Donnerstag, 2!. Diät} 1955 UVeVO Ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer ™ für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A A Jk A A ▲ a A A bis 8'/Mr des Vormittags Monats vezug^reis. ■ ■ B Sr B B B^ B B B B B B B von 70 mm Breite Mit 4 Beilagen RM. 1.95 H H B B B B L 60Npf.,Platzvorschristoder SSfflST $ X/>VIIVIvV'W 1W 1V Auch bei Nichterscheinen M W WM (Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-,Vereins-,gemein- MM General-Anzeiger für Oberhesfen richten: Anzeiger Gießen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. StaniiurtÄnliese Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitälrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe l MengenabMüffe Staffel» legt habe, lieber die Verantwortung an öer Entfesselung des Krieges sei das Urteil längst gesprochen. Er werde nicht zulassen, daß dieses Urteil in Verjährung gerate. Eitler möge die Erinnerungen eines seiner großen Vor« ganger, des Fürsten Bülow, lesen über die Umstände, unter denen die Kriegserklärung Deutschlands an Rußland erfolgt sei. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Völker könne nicht Zustandekommen durch das Vergessen der Verantwortlichkeiten. Es sei nicht wahr, daß das deutsche Volk freiwillig die Waffen im Jahre 1918 niedergelegt habe. Gewiß habe das deutsche Volk kraftvoll bis zum Schluß gekämpft, das werde niemand leugnen. Aber der Waffenstillstand sei unterzeichnet worden, da Frankreich ihn gewollt habe, um neue Verluste zu vermeiden, da die Koalition der Völker, die für das Recht gekämpft hätten, siegreich gewesen sei, ebenso wie sie es in Zukunft sein würde. Auch sei die Behauptung unrichtig, Frankreich habe seine Abrüstungsverpflichtungen nicht erfüllt. Vergesse man denn die Verminderung der Effektivstärke, die Frankreich vorgenommen und die über 50 v. H. betragen habe? Vergesse man, daß Frankreich die Dauer der Militärdienstzeit nach und nach von drei Jahren auf ein Jahr verkürzt habe? Bei der Kriegsmarine habe Frankreich den Tonnengehalt von 768 000 Tonnen im Jahre 1914 auf 550 000 Tonnen verringert. Ebenso seien die Luftstreitkräfte vermindert worden. Wenn Frankreich nicht mehr getan habe, so nur wegen der Aufrüstung, die jenseits des Rheins fortgesetzt worden sei. Es sei ferner nicht wahr, wenn erklärt werde, das Reich habe seine Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag ausgeführt. Das Reich führe die amtliche Vernichtung des Materials an, vergesse aber die Neubauten aufzuzählen, die insgeheim oorgenommen worden seien und die hinter einer offiziellen Abrüstung eine tatsächliche Aufrüstung darstellten. Das französische Volk, das erregt gewesen sei über den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, habe seit dem Abkommen von Rom und den Besprechungen von London sich zu neuer Hoffnung berechtigt geglaubt. Diesen Augenblick habe Deutschland gewählt, um zu behaupten, es sei bedroht. Von wem könne es sich bedroht fielen? Wenn Frankreich sich anschicke, den Völkerbund auf Grund des Artikels 11 der Völker- bundsfahungen mit einem für die Sache des Friedens so schwerwiegenden Akt zu befassen, so diene Frankreich damit nicht seinem eigenen Interesse, sondern dem Interesse der Gesamt- heit aller Staaten. Der Friede der Welt stehe auf dem Spiel. Frankreich sei um den auf der Gerechtigkeit und auf der Ehre stehen- den Frieden besorgt. Ls handele sich nun nicht mehr um eine französisch-deutsche Frage. Frankreich sei stark genug, um sich selb st zu verteidigen, und wenn sich die Notwendigkeit biete, sich durch seine Bündnisse zu verteidigen. Aber es gebe in Europa auch schwache Völker, deren Bestand bedroht wäre, wenn man es zulassen würde, daß die Politik des Rechtes durch eine Politik der Wacht erseht würde. Vor dem großen internationalen Tribunal müsse diese Frage behandelt werden. Ein jeder solle dort seine Begründungen anführen, und ihre Berechtigung falle dort geprüft werden. Gewiß wolle Frankreich nicht Ungerechtigkeiten aufrechterhalten oder untragbare Zu stände. Im Rahmen der Legalität feien alle Abänderungen der Verträge möglich, das habe man — so meinte Flandin, der damit auf Oesterreich, Ungarn und Bulgarien angespielt haben soll — in der Vergangenheit gezeigt, seitdem habe sich diese Anschauung nicht geändert. Frankreich hasse den Krieg. Die Regierung werde alles tun, um den Frieden aufrechtzuerhalten und werde in den Bemühungen nicht ablassen, um sich einen mächtigen Block der Staaten zu scharen, die denselben Idealen treu geblieben seien wie Frankreich. In einem Augenblick, wo Frankreich die Flamme des Rechtes und der Gerechtigkeit wieder entfache, wolle man nicht daran zweifeln, daß eine lange Reihe von Nationen sich Frankreich anschließen würde in der Stunde der Gefahr. Es sei zu hoffen, daß die Gefahr abgewendet werde, und daß das Recht und die Gerechtigkeit triumphieren werden. * Der erste Eindruck der Rede des französischen Ministerpräsidenten geht dahin, daß Flandin es sich unter Verwendung bekannter und oft angewandter und ebenso oft widerlegter Argumente (wie die Kriegsschuld, die längst durch objektive historische Forschung widerlegt ist) leicht macht, Deutschland mit seinem Entschluß vom 16. März ins Unrecyt zu setzen; auf der anderen Seite vermißt man auch den geringsten Hinweis auf die jahrelang sich hinziehenden Unterlassungen, Verseh - lungen und Versäumnisse der anderen, ja deren passive Resistenz, die der Durchführung berechtigter deutscher Forderungen entgegengesetzt worden ist. So entsteht der Eindruck, als ob Frankreich an seiner alten politischen Ideologie fest halten wollte, an der bisher jeder Fortschritt scheitern mußte. Es muß bedauert werden, daß die Rede Flandins offenbar keinen Anhalt dafür gibt, daß die mit dem 3. Februar in London inaugurierte Politik seitens der Franzosen wirklich ernsthaft in der Richtung einer europäischen Entspannung gewollt war. Frankreich vermag sich offenbar immer noch nicht damit abzufinden, daß mit einem gleichberechtigten Deutschland in freier Weise verhandelt werden soll. Wenn Frankreich wirklich, wie Flandin sagt, „um den auf der Gerechtigkeit und der Ehre fußenden Frieden besorgt ist", so muß man sich fragen, ob diese Rede des französischen Staatsmannes und sein Schritt in Genf wirk- lich der richtige Weg hierfür ist! Der Senat fordert noch wettere Rüstungsmaßnahmen. Senator L 6 m e r y gab der Auffassung Ausdruck, daß der Senat einmütig die Antwort der Regierung an das Reich billigen werde. Hingegen bleibe die Frage des R ü st u n g s st a n d e s offen. Die Erklärung der Regierung begründe die Verlängerung der Dienstzeit ausschließlich mit dem Ausfall von Rekruten in den Krisenjahren. Stattdessen müsse die Militärorganisation Frankreichs nunmehr der militärischen Organisation des Reiches entsprechend aufgezogen werden. Frankreich wolle mit der deutschen Armee hinsichtlich der Offensivkraft nicht in einen Wettbewerb treten. Frankreich wolle nur, daß seine Armee zur Verteidigung seiner Grenzen ausreiche. Marschall Pötain veranschlage den Mcmn- schaftsbestand, der dazu mindestens erforderlich wäre, auf 290 000 Mann. Frankreich verfüge aber nur über 278 000 Mann, von denen 62 000 Mann abgezogen werden müßten, die aus verschiedenen Gründen im Mutterlande nicht verwendungsfähig seien. Der ehemalige Botschafter in Rom, H e nr y de I o u v e n e l, befürwortete, daß die Militärorganisation Frankreichs von der Wurzel aus reformiert werde, indem man mit der nationalen Erziehung der Jugend und der Schaffung eines neuen Nationalbewußtseins beginne. Er verlange, daß man mit dem Abschluß der B e i st a n d s p a k t e nicht länger warte und daß man sie sofort in Kraft setze. Er wisse nicht, wie die Beziehungen Frankreichs zu England gegenwärtig seien, aber er habe Vertrauen z u Mussolini, der wisse, was er wolle, und dementsprechend handele. Man solle aufhören, auf Deutschland zu warten, das nie auf Frankreich warte. Folgende, von de Jouvenel eingebrachte Entschließung: „Der Senat vertraut der Regierung, daß sie eine Politik der nationalen Sicherheit und der Sicherstellung des Friedens fortsetzen wird, billigt ihre Erklärung und geht zur Tagesordnung über" wurde mit 263 gegen 21 Stimmen angenommen. Samstag Dreierkonferenz in Paris. Paris, 20. März. (DNB.) Zwischen Rom, London und Paris hat man sich über eine Zusammenkunft von Vertretern Italiens, Englands und Frankreichs geeinigt, die einen vorbereitenden Charakter tragen und vor der Abreise Sir John Simons nach Berlin stattfin- den soll. Eine zweite Zusammenkunft soll nach der Rückkehr Sir John Simons erfolgen. Als Grundlage für die Arbeiten dieser zweiten Zusammenkunft sollen die von den Ministern von ihren Reisen nach Berlin, Warschau und Moskau heimgebrachten Erkundigungen dienen. Die erste Zusammenkunft soll am Samstag i n P a r i s stattfinden. Italien soll hierbei durch den Unterstaatssekretär S u v i ch vertreten sein, während die Interessen Frankreichs durch Laval wahrgenom- men werden. Vertreter Englands wird der Lordsiegelbewahrer Eden sein. Voraussichtlich wird Eden noch am Samstagabend nach London zurück- kehren, um bann wie geplant, am Sonntag mit dem englischen Außenminister Sir John Simon nach Berlin zu reisen. Die zweite Konferenz zu dritt wird dann in Norditalien, etwck in Stresa am Lago Maggiore ftattfinben, um Mussolini bie Teilnahme baran zu ermöglichen, falls er ben Wunsch hierzu äußern mürbe. Der englisch-italienisch-französische Gebankenaustausch wirb inzwischen auf biploma- tischem Wege bis zur Rückkehr Ebens aus Moskau unb Warschau fortgesetzt werben. Die Pariser Morgenpresse begrüßt bas Zustande- kommen einer Einigung zwischen ben brei Großmächten über bie Abhaltung einer Besprechung in Paris am Samstag. Ein Wermutstropfen mischt sich jeboch in bie Genugtuung über bie Samstag- Besprechung, bas Fernbleiben bes englischen Außenmini st ers Sir John Simon. So schreibt „Echo be Paris", England habe nur wiberwillig bem Wunsche Frankreichs statt- gegeben. Simon selbst habe sich mit einer Wahlversammlung entschuldigt. Der große Irrtum ber englischen Note vom 18. März mürbe burch bie bisher getroffenen Maßnahmen nicht roieber gutgemacht. Die einzig richtige Antwort auf bie Beschlüsse ber Reichsregierung bestehe in ber sofortigen Schaffung eines Mächteblockes zwischen Frankreich, Italien, der Kleinen Entente, Sowjetrußland und der Türkei. „Oeuvre" bezeichnete das Zustandekommen der Dreierkonferenz zwar als einen Erfolg der französischen Diplomatie, weist aber darauf hin, daß durch diese Fühlungnahme vor der Berliner Reise der englische Außenminister in gewissem Sinne auch im Namen Frankreichs in Berlin sprechen werde. Die Schlußfolgerung sei, daß Frankreich praktisch mit Berlin verhandele, aber wieder einmal durch eine Mittelsperson. „Jour" bestreitet diese Auffassung. Es treffe nicht zu, daß Simon der Sprecher einer eng- liscy-französisch-italienischen Einheitsfront ist. Simon werde in Berlin vielmehr ausschließlich Englands Politik vertreten. Frankreich bemüht den Völkerbund. Der Beschluß des Rinisterrals. Paris. 20. War; (DNB.) lieber eine mehrstündige Beratung des französischen Winisterrates wird folgende Mitteilung ausgegeben: Außenminister Laval hat den Ministerrat über bie auswärtige Lage unterrichtet. Der Ministerpräsident hat den Ministerrat von der Erklärung in Kenntnis gefetzt, die er heute nachmittag im Senat abgeben wird. Anschließend hat der Ministerrat 1. den Wortlaut der Protestnote genehmigt, die in Beantwortung der Mitteilung vom 16. März der Reichsregierung überreicht wird; 2. die Verhandlungen, die gegenwärtig mit England und Italien Über ein Konsultationsverfahren gepflogen werden, gebilligt; 3. beschlossen, den Völkerbundsrat mit der Angelegenheit zu befassen. Der Ministerrat hat weiter den Außenminister Laval ermächtigt, die Einladung der Sowjetregierung, sich demnächst nach Moskau zu begeben, anzunehmen. * Hcwas meldet aus Genf: Sobald bas Generol- sekretariat im Besitz ber französischen Mitteilung sein wirb, bie bie sosortige Einberufung bes Völkerbunbsrates beantragt, wirb biefe Mitteilung bem gegenwärtigen Präsidenten bes Rates, bem türkischen Außenminister Rüschtü Aras, telegraphisch übermittelt werben, ber sich bann mit ben übrigen Mitgliedern bes Dölkerbunos- rates in Derbinbung setzen unb einen Zeitpunkt für ben Zusammentritt bes Rates vorschlagen wirb. Havas erinnert baran, baß ber Völkerbundsrat auf Vorschlag Litwinows gelegentlich seiner Januarsitzung beschlossen hat, baß bie Ratsmitglieber auf jeben Fall fünf Tage vor einer außer- orben11ichen Sitzung verstänbiat werben müssen. Die Berufung ber ftanzösischen Regierung an ben Völkerbunb bezieht sich auf bie Präambel ber Dölkerbunbssatzung (ftren^e Beobachtung aller Vertragsverpflichtungen burch bie Mitgliedsstaaten) unb auf ben § 2 bes Artikels 11 (Recht ber Berufung an ben Völkerbunb im Falle einer Bebrohung ber internationalen Beziehungen ober bes Friebens). Times Verstimmung in England. Völkerbundes tief bedauerlich. L o n b o n , 21. März. (DNB. Funkspruch.) Der Beschluß ber französischen Regierung, ben Dölte r b u n b mit ber Wiedereinführung ber Wehrpflicht in Deutschland zu befassen, wirb in Englanb mehr ober weniger scharf verurteilt. „Times" erklärt u. a., man bürfe sich barauf verlassen, baß Eben alles tun werbe, um in biesem kritischen Augenblick bie ftanzösischen unb italienischen Minister in Paris zu beschwichtigen. Ls herrsche Einigkeit darüber, daß es ein allgemeines Siel der europäischen Politik fei, Deutschland nach Genf zurückzubringen. Nichts aber sei besser geeignet, seine Rückkehr zu verhindern, als eine Anklage vor dem Vülkerbundsral. Ueberdies könne der Völkerbundsrat nichts weiter tun, als das zu erklären, was jedermann wisse, nämlich, daß Deutschland den Versailler Vertrag verletzt habe. Die wirklich wesentliche Frage sei aber, ob Deutschland wahrend der letzten 15 Jahre in gerechter und billiger Weise behandelt worden ist und ob der Vertrag selbst in allen Beziehungen fair war. Diese Frage könne von keinem Schiedsgericht der Welt beantwortet werden. Das einzige Ergebnis einer Anschuldigung gegen Deutschland müßte fein, dem Völkerbund in den deutschen Augen noch mehr das Ansehen einer deutschfeindlichen Bereinigung zu geben und eine Annäherung Deutschlands an den Völkerbund zu erschweren. Der. französische Beschluß sei daher tief bedauerlich. „Morning Post" glaubt, bie erste unb wichtigste Frage, bie Simon an Hitler richten werbe, werbe sich auf Deutschlanbs Bereitschaft zur Rückkehr nach Genf beziehen. Diese Frage werbe als Prüfstein für bie praktische Möglichkeit europäischer Zusammenarbeit betrachtet. „News Chronicle" sagt, bie französische Berufung an ben Völkerbunbsrat sei auf innerpoltische Beweggrünbe zu rückzuführen. Der Sache bes Friebens werbe burch solche juristischen Anträge nicht gebient. „Daily Heralb" schreibt, ber Beschluß ber französischen Regierung sei nur geeignet, bie internationale Lage noch verwickelter unb schwieriger zu machen als vorher. Gegen bie Verweisung einer Streitfrage an ben Völkerbunb sei grundsätzlich nichts einzuwenden, aber bie Wirkung werbe jetzt wahrscheinlich sein, baß jebe Aussicht auf eine sofortige Rückkehr Deutschlanbs nach Genf vereitelt wirb. Es fei nur zu wahrscheinlich, baß auf einer Sitzung bes Völkerbunbsrates Reben gehalten unb Maßnahmen vorgeschlagen werben würben, bie bie Kluft zwischen Berlin unb Genf erweitern unb vertiefen müßten, während boch eine ber erklärten unb ausgesprochenen Ziele -ber französisch- britischen Erklärung vom 3. Februar gewesen sei, eben diese Kluft zu schließen. Erheblicher Ausbau der ftanzösischen Lustwaffe. General Denain beantragt einen Kredit von 3% Milliarden. Paris, 21. Febr. (DNB. Fankfpruch.) Bei der Sitzung des Luftfahrtausfchuffes der Kammer am Mittwoch hat Luftfahrtminister General Denaiu angekündigl, daß er unverzüglich einen Gefehesvorfchlag einbringen werde, der es ihm erlaube, die für das kommende Jahr vorgesehene Kredite für die Militärluftfahrt in höhe von einer MilliardeFranks sofort zum Ausbau der ftanzösischen Luftstreitkrafte zu verwenden. Außerdem sollen diese Kredite u m eine halbe Milliarde erhöht werden, so daß der Luftfahrtminister zusammen mit den für 1935 bereitgestellten Krediten In höhe von zwei Milliarden Franks über 3Vt Milliarden Franks verfügen würde. Flandins Rede in der pariser presse. Paris, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Der „Petit Parisien" ist mit ben Ausführungen bes Ministerpräsidenten re ft los zufrieben. Flan- bin sei gestern bas wahre Sprachrohr Frankreichs gewesen. „Excelsior" legt bie Anrufung bes Völkerbundes burch Frankreich bahin aus, baß es sich um eine Form ber Aussprache unb möglicherweise ber Verständigung unter ber Schutzherrschast des' Völkerbundes handele. Diese Form habe keinen Dringlichkeitscha- ratter. Wenn entgegen der durch die deutsche Haltung gerechtfertigten Annahme die Reichsregierung sich im Verlauf der Besprechungen mit Sir John Simon bereit erklären sollte, in ein System ber gegenseitigen Unter« stützung einzutreten, so würbe eine allgemeine Derftänbigung, bie aus einer freien Aussprache hervorgegangen sei, es ber französischen Regierung erlauben, ihren Antrag einfach roieber zurückzuziehen. Realitäten anstatt Phrasen. Der Reichsautzenminister über den Besuch Simons. L o n b o n, 20. März. (DNB.) Der Reichsaußen» minifter Freiherr von Neurath gewährte bem Reuter forrefponbenten in Berlin ein Interview. Auf bie Frage bes Korresponbenten: „Warum allgemeine Wehrpflicht, Herr Minister?" anroortete Freiherr von Neurath: „Noch im Jahre 1932 forderte Herriot, baß Deutschlanb eine kurz» bienenbe Armee an Stelle einer langbienen» ben haben solle, unb zwar aus bem Grunde, baß eine kurzbienenbe Armee weniger geeignet für einen Angriffskrieg ist. Die Franzosen forberten, baß wir unser Militärsystem ändern sollten. Jetzt haben wir beschlossen, eszutun. Außerdem hat auch der Macdonald-Plan eine kurzbienende Armee vorgesehen!" Frage: „Es ist die Zahl von 3 6 Divisionen, bie einige Ueberraschung hervorgerufen hat." Neurath: „Alles, was wir festgesetzt haben, ist die Verpflichtung jebes gefunben beutschen Mannes, feine Pflicht für fein 23 a t e r l a n b z u tun, wenn er aufgerufen wirb. Die Zahl von 36 Divisionen ist ber gesetz - l i ch fe st gelegte Rahmen, in bem bie zukünftige beutsche Armee organisiert werben wirb." Frage: „Betrachten Sie bie Aussichten bes Besuches von Sir John Simon als hoffnungsvoll?" Neurath: „Er beginnt in einer guten Atmosphäre. Die Besprechungen bürsten nicht ganz leicht fein; aber sie waren auch vorher nicht leicht, unb jetzt ist zumindesten bie @runb« läge viel klarer. Wir werben über Reali - tätenanftattüber Phrasen reden. Nachbem jetzt Deutschlanb genommen hat, was es für bie Gleichheit notroenbig erachtet unb nachbem ber Kanzler in bem Aufruf verkünbet hat, baß biefe Streitmacht niemals für Zwecke bes A n - griffs benützt werben wirb, sollte ein allgemeines Gefühl ber Sicherheit leichter herbeigeführt werben können. Es sollte möglich sein, baß bie Staaten zu einer gemeinsamen 23erftänbigungsgrunblage kommen. Ich bin sicher, baß jedermann ber Ueberzeugung ist, baß e i n neuer Krieg bas Enbe Europas bebeuten würbe." Botschafter Gackett über Deutschlands Aufrüstung. Neuyor k, 20. März. (DNB. Funkspruch.) Der aus Europa eingetroffene frühere amerikanische Botschafter m Berlin, Sackett, wurde bei seiner Ankunft in Neuyork von Pressevertretern gefragt, ob er Deutschlanbs Ausrüstung für gerechtfertigt halte. Der Botschafter erroiberte: I a , teilweise gerechtfertigt. Im übrigen lehnte er es ab, über europäische Fragen zu sprechen, ba er nicht mehr im biplomatischen Dienst stehe. — Er erklärte jeboch: „Falls Sie mich fragen, ob ich bie Deutschen gern habe, so sage ich mit Freuben, baß ich sie für ein vortreffliches Volkha11 e." Sackett versicherte im übrigen, er habe in Europa keinerlei Anzeichen für einen etwa bevor st ehenben Krieg bemerkt. Besucht die Heinen Universitäten! Studentenhöchstziffern für die Grotzstadt-Hochschnlen. DNB. Berlin, 20. März. Die Hochschulen in ben brutschen Großstädten haben nach bem Kriege ein ungleich größeres Wachstum als bie Hochschulen ber mittleren unb kleineren Stäbte aufzuweisen gehabt. Der Zug nach ber Grohstabt ist noch unoerminbert im Wachsen. Um bie beutschen Stubenten aus ber Groß- ft ab t hinauszuführen in bie kleinen unb mittleren Hochschul st übte zu intensiver Arbeit unb um eine möglichst enge Verbi n b u n g zwischen Hochschullehrern und Studenten wiederherzustellen und zu gewährleisten, setzt ber Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung für bie Universitäten ber Stäbte Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Münster, unb bie Technischen Hochschulen ber Stäbte Berlin, Dresben unb München folgenbe Stubentenhöch st Ziffern fest: <0 Universitäten: Berlin (einschl. lanbwirtschaftlich^ unb tierärztliche Fakultät) 5600 Frankfurt a. M. 1400 Köln a. Rh. 2300 Leipzig 3100 Hamburg 1600 München 5000 Münster i. W. 2500 b) Technische Hochschulen: Berlin 1800 München 1800 Dresben 1400. Diese Ziffern liegen — unter Berücksichtigung bei allgemein zurücklausenben Stubentenziffern — etwa 10 v. H. unter bem im Sommersemester 1935 zu erroartenben Besuch ber genannten Hochschulen. Innerhalb ber Fakultäten erfolgt bie Verteilung berart, baß 70 v. H. ber Zahlen bes Sommersemesters 1934 erreicht werben Dürfen. Da bie festgesetzten Zahlen aufgerunbet sind unb wenig über ben errechneten 70 v. H. bes Sommersemesters 1934 liegen, verbleibt für jebe Hochschule ein Rest. Der Minister empfiehlt, biefen Rest so zu verwenben, baß Härtefälle vermieden werben, ins- befonbere baß auf alle Fälle bebürftigen, ortsansässigen Studenten das Studium in ihrer Heimatstadt ermöglicht wird. Bis zum 25. März 1935 stellen die Hochschulverwaltungen die bisher eingetragenen Studenten bes Wintersemesters 1934 fest unb bestimmen banach bie Zahl ber zulässigen Neuimmatrikulationen, nach Fakultäten getrennt. Schriftliche Anträge auf Immatrikulation finb in ber Reihenfolge bes Eingangs Zu berücksichtigen. Beurlaubte Stubenten zählen als Immatrikulierte. Diese Bestimmungen finben a u f Aus 1 änber keine Anwenbung, diese sind in bie Höchstzahl nicht mit einbegriffen. Reichs» beutschen Stubenten, bie sich neu an einer Hochschule in ben beutschen Großstäbten ifnmatrifulieren lassen wollen, wirb empfohlen, vorher bei ber Hochschulbehörbe bes in Aussicht genomme« ntn Stubienortes (zweckmäßig mittelst eingeschriebenen Briefes) anzufragen, ob die Immatrikulation noch möglich ist. ßens aus, und dieses kleine, aber von einem unbändigen Lebenswillen -durchdrungene Preußen schmiedete das Deutsche Reich. Und in dieser Stadt wurde Preußen, nein, wurde Deutschland zum zweiten Male geboren, an jenem 21. März 1933, als sich die geeinte Nation aus Nie- devbvuch und Klassenhaß und Bruderzwist erhob und in einer feierlichen Proklamation seinen ungebrochenen und unbezähmbaren Willen nach Ehre und Freiheit dokumentierte. Als sich die deutsche Nation wieder ein Ziel gab, eine neue Staats idee : den nationalen Sozialismus, wie ihn jener unsterbliche König am herrlichsten und prägnantesten vorgelebt hatte. Und wenn uns ein Fremder dann noch fragt: „Was ist Euch Potsdam?", dann schweigen wir vielleicht einen Augenblick und denken an dieses Deutsche Reich, das wir lieben mit der ganzen In- Gewaltige Arbeit hat vor allem auch die Feuerwehr zu leisten. In der Bergmannstraße haben die Brandbomben in etwa 100 Meter Länge eine ganze Hause r r r e i h e erfaßt, so daß die Hausfeuerwehr von vornherein machtlos war. Das Feuer greift mit rasender Geschwindigkeit auf den ganzen Wohnblock über. Die Windrichtung geht nach Norden, wodurch auch die gegenüberliegende Seite Gefahr läuft, von den Flammen erfaßt zu werden. Man entschließt sich zunächst, die vollständige Räumung der Häuser an der Südseite anzuordnen. An einer Stelle ist es doch nicht gelungen, das Ueberspringen der Flammen auf die Häuserfront gegenüber zu verhindern. Eine neue Schwierigkeit für die zur Brandstelle geeilten Löschzüge durch Wassermangel m dem hoch gelegenen Bezirk. Zwei F e u e r l ö s ch- brunst unseres Herzens und sagen ihm: „Ewiger Glaube anDeutschland!" Das ist uns Potsdam! H. W. AusschlußausderHitlerjugend LPD. Frankfurt a. M., 20. März. Aus Berlin wird dem Landespressedienst berichtet: Die Presse st elle der Reichsjugendführung gibt folgende Anordnung des Reichsju- gendfuhrers bekannt: Ich habe den Führer des Gebietes XIII (Hessen-Nassau) Walter Kramer wegen schwerer Verfehlungen mit sofortiger Wirkung seiner Dienststelle enthoben und aus der Hitlerjugend ausgeschlossen. Mit der kommissarischen Führung des Gebietes habe ich den Oberbannführer P o t t h o f f beauftragt. Gez Baldur v. Schirach. boote werden auf dem Landwerhrkanal an die Zossener Brücke beordert. In erstaunlich kurzer Zeit sind von dort bis zur Brandstelle anderthalb Kilometer Schlauchleitungen ausgelegt. Ueber fünf haushohe mechanische Leitern wird Wasser gegeben, um ein weiteres Uebergreifen zu verhüten. Die Feuerwehr hat, nicht etwa in der Theorie, sondern tat- sächlich 10000 Liter Wasser in der Minute versprengt. v. ± Um 13.30 Uhr erfolgte tue „Entwarnung. Der Verkehr kann wieder ausgenommen werden. Schnell füllen sich die Straßen, die Bewohner tau- schen ihre Erlebnisse und Beobachtungen aus. Nach einstimmigen Urteil der Beteiligten hat sich die Hebung in allen Teilen Vorschrift s - mäßig abgespielt. Sie hat dank der vorzüglichen Zusammenarbeit aller Stellen einen mustergültigen Verlauf genommen. Großes Znierefse in England. London, 21. März. (DNB.-Funkspruch.) In der Londoner Presse erregten die Nachrichten über den „Luftangriff" auf den Bezirk Kreuzberg der Reichshauptstadt das größte Interesse. Die schnelle und sachkundige Arbeit wird ebenso hervorgehoben, wie die hervorragende Disziplin der Einwohner. Besonders lebhaftes Interesse zeigt die „Daily M a i l", die sich auf Verlangen ihres Besitzers, Lord Rotherme re, schon seit langem bemght, die englische Oeffentlichkeit auf die ungeheuren Gefahren hinzuweisen, die die Luftwaffe in einem künftigen Kriege mit sich bringen muß. Der Berichterstatter des Blattes, Ward P r i c e, spricht von der am sorgfältigsten verbreiteten und am erfolgreichsten durchgeführten Schaustellung von Luftabwehrmaßnahmen, die jemals stattgefunden habe. Der Berichterstatter des „Times" schreibt u. a., die Arbeit der technischen Abteilungen und das Ver- halten der Bevölkerung hätte das Ergebnis der sorgfältigen Ausbildung durch den Reichsluftschutzbund gezeigt. Die allgemein gezeigte Disziplin habe auf die Beobachter, von denen einige zu diesem Zweck aus Belgien, Holland, Spanien und der Schweiz nach Berlin entsandt worden seien, und auf die Militär- und Luftattachös einen tiefen Eindruck gemacht. Alle seien von den Behörden mit einem Freimut und einer Dienstbereitschaft behandelt worden, die als ein gutes Vorzeichen für die kommenden internationalen Verhandlungen angesehen werden müßten. Kräfte notwendig sind, und so muß die Lösch- gemeinschaft, eine Vereinigung mehrerer Hausfeuerwehren, zur Unterstützung herangezogen werden. Andere Häuser sind von Sprengbomben getroffen und gelten als schwer beschädigt. Es werden „Feuerwehr- und Bergungstrupps" und ein „Sanitätstrupp" entsandt, die das Trümmerfeld freilegen und die Verwundeten auf Bahren fortschaffen. Mit Stroh aufgelegte Lastwagen stehen zu dem Abtransport der Verletzten bereit. Dort tritt ein „I n st a n d s e tzu n g s - trupp" iy Aktion, dessen Aufgabe es ist, die Trümmer freizulegen und weitere Einsturzgefahr zu beseitigen. Gelbe Fähnchen auf dem Straßenpflaster deuten auf Giftgase hin. Hier setzt die schwere Arbeit des Entgiftungstrupps em. Mit einem Spreng- und einem Lastwagen eilt er herbei. Die Männer sind in einen hellgrauen Gummianzug gehüllt und mit Gasmasken ausgerüstet. Die von Giftgas befallene Strecke wird zunächst mit Wasser besprengt, danach mit Chlorkalk bestreut (heute ist es Schlemmkreide), Wasser und Chlorkalk werden dann mit Besen zu einem Brei zerrieben, der einige Zeit liegen bleibt und das Giftgas unwirksam macht. Für Verwundete und Gaskranke ist eine mustergültig eingerichtete Luftschutzrettungsstelle eingerichtet, die die große Zahl von „Verletzten" betreut. Aerzte, Schwestern und Hilfskräfte stehen in genügender Zahl zur Verfügung. „Schwerverletzte" werden durch eine Krankentransportabteilung fortgebracht. Wichtig für Versorgungsanwärter der Justiz. Berlin, 20.März. (DNB.) Durch die Vereinheitlichung der Justizverwaltung ist teilweise auch eine anderweite Regelung des Me lde versah r e n s für Versorgungsanwärter geboten. Der Reichsminister der Justiz hat deshalb in Aussicht genommen, zum 1. Juli 1935 bei dem Ob e r la nde s g e r i ch t in Kassel eine Zentralmeldestelle für alle Oberlandesgerichtsbezirke oinzurichten. Aber schon vom 1. April 1935 ab sind Bewerbungsgesuche von Versorgungsanwärtern um Stellen in der Justizverwaltung (bei Gerichten, Staatsanwaltschaften, Strafoollzugsbehörden) nicht mehr an die bisherigen Landesmeldestellen zu richten, sondern ohne weiteres an die Melde st elle bei dem Oberlandesgericht in Kassel, die bisher schon für die preußische Justizverwaltung eingerichtet war. Vom 1. April bis 30. Juni 1935 werden Bewerbungsgesuche, die irrtümlicherweise noch bet den bisherigen Meldestellen der außerpreußischen garten. Das ist kein Zufall, daß Friedrich der Große diesen Flecken seiner Heimat so liebte: Hier offenbart der preußische Stil seine Seele: heroische, heldische Staatsgesinnung, die sich verbindet und ergänzt mit der Freude am Schönen. Beides fand der König in dieser Stadt seiner Jugend. Diese Stadt ist ein Begriff geworden. Wenn wir von Preußen sprechen, dann formt sich unwillkürlich vor unserem geistigen Auge die Stadt mit ihren Kirchen und ihrem Glockenspiel „lieb immer Treu und Redlichkeit" (Auch das ist symbolisches Preußentum)! „Preußen", in diesem Worte schwingt „Potsdam" ungesagt mit. Jahrhunderte schauen aus diese Stadt. Völker, Nationen huldigen in scheuer Ehrfurcht diesem Begriff „Potsdam". Hier überkam den Korfen N a - poleon vor dem Sarge Friedrichs des Großen ein dunkles Ahnen, daß Preußen niemals ganz zertreten werden kann, daß sich an diesem Preußen der Haß und der Vernichtungswille der Welt bricht und daß es sich von jedem Zusammenbruch immer wieder erheben wird und erheben muß, weil der Geist jenes großen Königs es stets aufs neue erfüllt mit neuem Lebenswillen. Es mag fein, daß der Korse in jenen Minuten einsam war, einsamer als hernach auf Elba und St. Helena, weil er fühlte: Hier waren seelische und volkhafte Mächte, die eine Nation zu einer unlösbaren Schicksalsgemeinschaft zufammenschweißten — und seinem Volke fehlten sie. Vielleicht fühlte er in diesem Augen- blicke, daß er, der Feldherr einer nach Tausenden zählenden Armee, ganz allein stand. Von dieser Stadt aus erhob der preußische Aar seine Schwingen zum Sieg-esslug der Sonne entgegen, von hier ging d a s Erwachen Preu- Berlin, 20. März. (DNB.) Vor den Augen des Reichsluftfahrtministers Göring und zahlreicher Vertreter der Behörden, der Wehrmacht ein- chliehlich der Luftwaffe, der Polizei und der SA. ist in einem großen Wohnviertel des Luft- chutzabfchnittes Kreuzberg eine etwa fünfstündige Luftschutzübung des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des Selbstschutzes der Bevölkerung durchgeführt worden, die zum erstenmal in Deutschland ernstfallmäßigen Charakter trug. Als Annahme war zugrunde gelegt, daß der Stadtteil Kreutberg durch Bombengeschwader angegriffen wird, die Brand- und Brisanz- sowie Kampfstoffbomben abwerfen. Von 9 Uhr ab war durch eine äußere Absperrungskette dergesamteFahrzeugverkehr u m g e I e i t c t worden. Punkt 10 Uhr treten die Alarmgeräte in Tätigkeit. Die Luftschutz- hauswarte sorgen eilends dafür, daß die Hausbewohner die Schutzräume aufsuchen. Die Straßen werden geräumt, die Verkehrsmittel von den Fahrgästen fluchtartig verlassen. Wer in diesem Viertel nicht wohnt, sucht die Sammelschutzräume auf. Mit einem Schlage ist das gewohnte Alltagsleben vorbei. In kürzester Frist liegen sämtlicheStraßenwieleer gefegt da. Nur Polizeibeamte mit einem grauen Ueberzug auf dem Schako stehen an den Hauseingängen. Kein Fenster bleibt geöffnet. Da braust auch schon das einheilbringende „feindliche Geschwader" heran. Ohrenbetäubende Böllerschüsse markieren an allen Ecken und Enden die Einschläge der Bomben. Verheerende Wirkungen zeigen sich im Nu: „Sprengkörper — vorher sorgfältig hergerichtet — aufgerissenes Straßenpflaster mit Trümmern in weitem Umkreis, ein brennendes Auto, brennende Däuser" — sie sind durch rote Fähnchen an den Fenstern des obersten Stockwerks kenntlich —, vielfach Einsturzgefahr, markiert durch schwarze Flaggen, geplatzte Wasserrohre, lichterloh brennende Gasleitungen. Alles das wird an mehreren Stellen durch anschauliche Beispiele verdeutlicht. Fieberhaft setzt die erste Gegenwehr ein. Am Chamissoplatz z. B. sind mehrere Häuser von Brandbomben getroffen und haben Feuer gefangen. Gewaltige Rauchschwaden, vorzüglich markiert, quellen aus dem Dachstuhl. Die Haus- feuerwehr rückt an. Es zeigt sich, daß stärkere ie sich Berlin gegen Lustangriffe schützt Erste große ernstfallmäßige Lustschutzübung mustergültig durchgeführt. Wir glauben an Potsdam! Zum 21. März, dem Tag von Potsdam. Städte haben ihre Schicksale. Und haben ihren eigenen Stil, den sie^ch Jahrhunderte hindurch be- wahrten. Da ist Weimar, Stadt der Kunst, Stadt des vollen, schwelgerischen Menschentums eines Goethe. Und da ist Potsdam: Stadt eines kargen, schlichten Soldatentums. Nicht so umrauscht vom Glanz der Geschichte wie Weimar. Aber von hier aus ging der Umbruch von Jahrhunderte n vor sich, hier wurde Geschichte gemacht. Seit Jahrhunderten. Vielleicht gerade deshalb steht Menschen, die sich dem Norden näher verbunden fühlen als dem Süden, Potsdam näher als Weimar. Dornige Wege führen nach Potsdam. Immer wenn das Volk nach einem Niederbruch sich auf sich selbst besann und auf seine in sich schlummernden Kräfte und Werte, bann fand es den Weg nach Potsdam. Denn diese Stadt ist Monument gewordenes Preußentum. Ihre herbe Architektonik ist Symbol preußischen Stils. Diese Stadt hat sich ihr Gesicht durch Iahrhun- derte hindurch gewahrt. Von ihren Mauern bricht sich der Lätrn und die alles gleichmachende Oberflächlichkeit der Großstadt. Mag Berlin das Herz Deutschlands fein, in dem die Adern der Wirtschaft und des Verkehrs münden: Potsdam ist der Geist, ist die Seele Preußens. Eines Preußens der bedingungslosen Pflichterfüllung, dessen größter Könia in einem absoluti- stischen Jahrhundert das sozialistische Wort präate: „Ich bin der erste Diener meines Staates!" Und das frod) nicht das Geringste mit puritanischer Schönheitsverachtung und kattunenem Moralin etwas zu tun hat: Wenige Minuten von der Garnisonkirche entfernt liegt Sanssouci, mit feinen Terrassen und Springbrunnen und seinem Rosen- GÜLDENRING5 G • M • B • H ^>jb)enn Sie an dem roten Anfasser denVerschluss- streifen abziehen, dann erst wird die Jsolierung aufgehoben,welche die Zigarette seit Verlassen der Fabrik behütet hat. Der feine Tabak-Duft, der alsdann der £?ropen-Packung entströmt, zeigt Nhnen am besten, wie wertvoll die neuartige Frischhaltung für Jhre Zigarette ist. 4 ujQnnicp cfyit Goldmandfh REUERBURG W WWMW Länder oingehen, ohne Nachteil für die Versorgung sanwärter unverzüglich an die Meldestelle bei dem Oberlandesgericht in Kassel weitergeleitet. Für die Bewerbungen der Versorgungsanwärter sind folgende fünf Wunschbezirke gebildet worden: a) O st, umfassend die Oberlandesgerichtsbezirke Berlin, Breslau, Königsberg i. Pr., Marienwerder und Stettin; b) Nord, umfassend Telle, Hamburg, Kiel, Oldenburg und Rostock; c) W e st, umfassend Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamm und Köln; d) Mitte, umfassend Braunschweig, Dresden, Jena, Kassel und Naumburg a. d. S.; e) Süd, umfassend Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken. Der Wunschdezirk gilt für alle Laufbahnen der Justizverwaltung, für die sich ein Versorgungsanwärter vormerken läßt. Er darf im allgemeinen nicht gewechselt werden; ein Versorgungsanwärter, der ausnahmsweise in einem anderen als dem heimischen Bezirk oder dem seines Aufenthaltsortes einberufen werden will, hat dafür stichhaltige Gründe anzugeben. Die Finanzen der Arbeitsfront Berlin, 19. März. (DNB.) Der Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront Paul A. Brinkmann veröffentlicht eine Darstellung der finanziellen Leistungen der Deutschen Arbeitsfront. In seinen Ausführungen heißt es u. a.: „Die Deutsche Arbeitsfront verfügt über eine I a h r e s b e i t r a g s e i n n a h m e von rund 300 Millionen Mark, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund dagegen im Jahre 1930 von 211 800 000 Mark. Das heißt, daß die Deutsche Arbeitsfront mit 16 Millionen Mitgliedern nur rund 90 Millionen Mark mehr erhebt als der ADGB. bei 4,8 Millionen Mitgliedern, oder anders ausgedrückt: Die Deutsche Arbeitsfront verlangt von ihren Mitgliedern einen Jahresdurchschnittsbeitrag von 18.72 Mark. Der ADGB. verlangte dagegen 43,93 Mark. Die Deutsche Arbeitsfront hat also gegenüber dem Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbund ihre Beiträge um 57,5 v. H. gesenkt. Der ADGB. verbrauchte für Verwaltung s- kosten im Jahre 1930 60,84 Millionen Mark oder rund 28,8 v. H. der Beitragseinnahme. Die Deutsche Arbeitsfront dagegen einschließlich der Rechtsberatungsstellen 82 Millionen Mark oder 27,3 v. H. der Beitragseinnahme. Die Deutsche Arbeitsfront hat also zur Betreuung ihrer fast viermal so hohen Mitgliederzahl gegenüber dem ADGB. im Jahre nur rund 21 Millionen Mark mehr verbraucht als der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund. Äehnlich fällt der Vergleich der Unterstützungen des ADGB. mit denen der Deutschen Arbeitsfront aus. Der ADGB. hat unter „Unterstützungen" nicht nur die reinen Barleistungen an die Mitglieder verstanden, sondern unter dem Posten „Unterstützungen" alle Leistungen aufqeführt und die Verwaltungskosten, die die Bearbeitung dieser Unterstützungen und Leistungen erfordert hat. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache zahlte der ADGB. 123,5 Millionen Mark im Jahre 1930, während die Deutsche Arbeitsfront 80 Millionen Mark a n reinen Barlei st ungen ausgibt und darüber hinaus für die Berufserziehung 14 Millionen Mk. für den Berufswettkampf 4 „ „ für die NSG. „Kraft durch Freude" 20 „ „ für Volks- und Berufsgesundheit 6 „ „ sür die Schulung 18 „ „ Die Deutsche Arbeitsfront verwendet die Neber« s ch ü s s e ihrer Beitragseinnahmen, die zur Deckung späterer Anwartschaften vorhanden sein müssen, nicht dazu, um sich an unrentablen oder wertlosen Unternehmungen zu beteiligen wie der ADGB., sondern sie stellte beispielsweise im vergangenen Jahre 100 Millionen Mark für Arbeitersiedlungen zur Verfügung. Aus aller Wett. Heuer Bischof der Allkatholifchen Kirche. Zum neuen Bischof der Altkatholischen Kirche wurde in einer nach Bonn, dem Sitz des Bistums, einberufenen Reichsfynode der bisherige G e n e r a l v i k a r für die Altkatholische Kirche Deutschlands Erwin Kreuzer, der nach dem Tode von Bischof Dr. Moog Bistumsverweser war, gewählt. Bischof Erwin Kreuzer ist 1878 in Berlin geboren. 1900 wurde er in Bonn zum Priester geweiht. 1916 übernahm er in Freiburg i. B. die Funktionen eines bischöflichen Stellvertreters für Baden. 1934 wurde er von Bischof Dr. Moog zum Generalvikar für Deutschland bestellt. Hauptmann Köhl beim Papst. Ozeanflieger Hauptmann Köhl ist als Inspekteur der „M i v a" (Missions-Verkehrsund Arbeitsgemeinschaft) vom Papst empfangen worden. Pius XI. hat für die „Miva", die vor wenigen Jahren von dem „fliegenden Pater" Schulte gegründet worden war und sich mit ihren Flugzeugen erfolgreich in den Dienst der Mission und besonders der Krankenpflege stellt, wärmstes Interesse bekundet. Köhl war vor einigen Tagen mit dem unlängst von Kardinalerzbischof Dr. Schulte in Köln getauften Flugzeug „St. Petrus" in Rom eingetroffen. Vor dem Rückflug nach Köln wird das Flugzeug — das erste in der Vatikanstadt — vor dem Palast des Gouverneurs zur Besichtigung zugänglich sein. Von Köln aus soll das Flugzeug nach Ostafrika verfrachtet werden. Von dort aus wird Hauptmann Köhl für die „Miva" die wichtigsten katholischen Missionsgebiete Afrikas besuchen. 76. Geburtstag des Erfinders des Kupfertiefdrucks. Auf Haus Eichenhorst bei Marienrachdorf (Unterwesterwaldkreis) beging am 18. März Ernst Rolffs, der durch feine für das moderne Jllu- ftrationsverfahren hochbedeutsame Erfindung des Kupfertiefdrucks in der ganzen Welt bekannt wurde, feinen 76. Geburtstag. Der Vegeraufruhr in hartem dauert an. Obwohl ein starkes Polizeiaufgebot bemüht ist, weitere Ausschreitungen im Neuyorker Negerviertel Hartem zu verhindern, dauert der Aufruhr der Neger an. Die Geschäftsleute des Stadtteiles, die weitere Plünderungen befürchten, haben sich an den Gouverneur gewandt und um die Entsendung von Truppen zur endgültigen Wiederherstellung der Ordnung gebeten. Der durch die Zerstörung und Plünderung von Läden und Kaufhäusern verursachte Sachschaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Die schwarzen Ladenbesitzer haben ihre Geschäftsräume durch Aushängen eines Plakates mit dem Wort „Farbig vor der Plünderung durch ihre Rassengenossen geschützt. Einem Chinesen, der sich durch diese Maßnahme ebenfalls sichern wollte, wurde der Laden sofort von den Negern zerstört. Von den über 100 Verletzten sind inzwischen ein Weißer und ein Neger gestorben. Blutige Eingeborenen-Unruhen in BrittschJndien. — Ueber 200 Tote und Verwundete. In Karatschi (Britisch-Jndien) kam es anläßlich der Hinrichtung eines Mohammedaners, der einen Hindu ermordet hatte, zu großen Kundgebungen der mohammedanischen Bevölkerung. Als die Menge eine bedrohliche Haltung einnahm, eröffnete die Polizei das Feuer. Die Zahl der Mohammedaner, die durch die Schüsse der Polizei getötet oder verwundet wurden, soll 200 übersteigen. Eine riesige Zahl von Mohammedanern, darunter mehrere hundert Frauen und Kinder, hatten sich zu einem Zuge durch die Straßen der Stadt formiert. Im Zuge wurde die Leiche des wegen Mordes Hingerichteten Mohammedaners getragen. Die Aufforderung der Polizei, auseinanderzugehen, beantworteten die Massen immer wieder mit neuen Angriffen, so daß die Polizeibeamten von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. In der darauf entstandenen Verwirrung bemächtigte sich die Polizei der Leiche des Hingerichteten, der nunmehr wieder beerdigt wurde. Militärische Kräfte mit aufgepflanztem Seitengewehr überwachen zur Zeit die Unruhebezirke. Sechs Tote bei einer ungarischen Wahlversammlung. In der ungarischen Gemeinde Endröd im Wahlbezirk Bäkss kam es zu einem blutigen Zwischenfall. Die Wahlbehörden wollten eine Wahlversammlung auflösen, in der der Kandidat der Unabhängigen Kleinlandwirtepartei Andahazi- K a s n y a nicht erschienen war, worauf die Menge den Gendarmerieposten angriff, so daß dieser von der Waffe Gebrauch machen mußte. Fünf Personen, darunter eine Frau, waren auf der Stelle tot, eine sechste starb bei der Ueberführung ins Hospital, eine siebente Person wurde schwer verletzt. Es wurde sofort eine strenge Untersuchung eingeleitet. Der Minister des Innern, K o z m a , begab sich an den Tatort. Gens gewinnt den Prozeß um die 350-lNillionen-Erbschaft des Herzogs von Braunschweig. Das Pariser Zivilgericht hat die Klage des Grafen Ulrich de C i v r y gegen die Stadt Genf auf Herausgabe der 350-Millionen-Erbschaft des Herzogs von Braunschweig abgewiesen. Das Pariser Gericht schloß sich den Gründen der Rechtsvertreter der beklagten Stadt Genf an und wies die Forderung des Klägers zurück, da bereits zwei ähOliche Anträge, einmal 1890 und ein andermal 1909, abgewiesen wurden. Im übrigen sei der Klageanspruch verjährt, da die Erbfolge 1873 eröffnet worden sei und die Verjährung binnen 30 Jahren eintrete. Verheerende Sandstürme in Amerika. — Zahlreiche Todesopfer? — Schwere Lrnteschäden. Der Staat Kansas wurde von einem großen Sandsturm heimgesucht. Besonders schwer wurde der Südwesten und Westen von Kansas getroffen. Der Kraftwagen-, Eisenbahn- und Flugverkehr wurde völlig lahmgelegt. Die Telephon- und Telegraphenverbindungen sind unterbrochen. An vielen Orten mußten auch die Schulen geschlossen werden/ In der kleinen Ortschaft Palco erstickten mehrere Kinder, ba sie zu viel Sand eingeatmet hatten. Der Sachschaden ist sehr groß. Am Mittwochnachmittag war Kansas-Stadt von dichten Sandwolken überzogen, die die Sonne verdunkelten. Der Sandsturm, der auch die Staaten Oklahoma und Nebraska heimgesucht hat, wird als der schwerste seit Menschengedenken bezeichnet. Man - ürchtet, daß zahlreiche Menschen den Er- tickungstod gefunden haben. Die Einwohner ind überall angewiesen worden, in ihren Häusern zu bleiben und Haustüren und Fenster mit Tüchern zu verhängen. Die staatlichen Statistiker von Oklahoma schätzen den der Weizenernte in Oklahoma zugefügten Schaden auf zehn Millionen Dollgr. WeiAensachverständige in Nebraskar erklärten, infolge der Sturmverwüstungen werde eine fast völlige Neuaussaat des Winterweizens notwendig fein. Lastkraftwagen bringt zwei Häuser zum Einsturz.— Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Auf der Autostraße Fiume—Triest fuhr ein Lastkraftwagen infolge Versagens der Bremse auf einer abschüssigen Strecke mit voller Gewalt gegen ein Haus und zertrümmerte fast die ganze Vorderfront eines darin befindlichen Cafös. Etwa zehn Minuten später stürzte das ganze Haus zusammen. Die Besucher konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei Personen, die auf dem Lastwagen saßen, wurden getötet, eine Person schwer verletzt. Während der Aufräumungsarbeiten stürzte auch das nebenliegende Haus ein. Es konnte noch nicht festgestellt werden, ob sich unter den Trümmern noch Opfer befinden. Dreijähriges Kind spielt mit einer Pistole. — Vater und Kind schwer verletzt. In der Wohnung des Wachbeamten H ö sch in Stolberg (Rheinland) ereignete sich ein Unglücksfall. Man fand den 35jährigen Wachbeamten und sein drei Jahre altes Kind mit schweren Schußverletzungen in der Wohnung auf. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Beamte seine Pistole auf den Tisch gelegt und nicht darauf geachtet hätte, daß das Kind mit der Waffe spielte. Plötzlich ging ein Schuß los. Die Kugel durchbohrte das Kind und traf dann den am Tisch sitzenden Wachbeamten. Mit dem Tode des Kindes ist zu rechnen. Der Beamte wurde ebenfalls schwer verletzt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt. Ein außerordentlich kräftiger Wirbel ist von Skandinavien nach dem Baltikum vorgestoßen und hat weit bis nach Deutschland hinein Bewölkung gebracht. Bei uns hat sich jedoch im Bereich absteigender Lustbewegung das überwiegend heitere Wetter mit starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht (in den Niederungen um 19, auf den Bergen um 6 Grad Celsius) gehalten. Ein neuer Wirbel, der über dem Ostatlantik in Entwicklung ist, wird voraussichtlich auch noch keinen stärkeren Einfluß auf unser Wetter nehmen, Menn auch im ganzen mit zunehmender Neigung zu Bewölkungsbildung gerechnet werden kann. Aussichten für Freitag: Morgens vielfach dunstig, sonst im ganzen noch freundlich, mittags recht warmes Wetter, meist südliche Winde. Hauptschriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts-Buch- and Skemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Täglich SEBALDS HAARTINKTUR Schmüclet Such mit dem ’HllJ Telefon 3565 Tüchtiges, q/-g k Diva t empfohlenes O/OUIXI gut 1647 A Umrandungen Steppdecken Teppiche Gardinen finden Sie in größter Auswahl im bekannten Spezialgeschäft Tüchtig. Mädchen oder Frau für 3 Stunden vorm. f. Hausarbeit gef. Pah-’ho^tr. 63 I. Bahnhofstraße 31 Besichtigen Sie bitte meine 5 Schaufensterl 1630 A Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäschePfd. 26<3 Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Sießen öU Ruf 3487 a.läü.Haare, Leberfleck., Muttermal Narben, Pickel, Sommer- wrofs. ufro. entf. u. Gar. f. immer Frau B. Gulden Svrechft.Frettag Gießen, Binden* burgwall 15, 9—7 Uhr durchgehend. /hMniillil InlllilililOW ca.ltt Dose Rm,-,75, ca.2tt> Dose Rm.1.40 Gut erhaltener 4/20-Opel- 2-Siher fahrbereit zu verkauf, 01172 Anzus.Tankstelle Schanzenstraße. Gut erhaltenes, fast neues DameolaM vercromt, sofort zu verkauf. 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In einer kleinbürgerlichen Umwelt, in engen Verhältnissen und unter dem Lärm einer kinderreichen Familie wurde seine seelische Erhebung zur größten Musik, zu erhabenem Gottesdienst, zu einer einzigartigen Verkündung. Auch in Leipzig blieben Plänkeleien mit engstirnigen Kollegen und Behörden nicht aus. Einmal mußte sogar der Kurfürst eingreifen und dem streitbaren Kantor Geltung verschaffen. Je älter Bach wurde, desto mehr zog er sich auf sich selbst und die Seinen- zurück; sein Familienleben entschädigte ihn für alle Enttäuschungen, die ihm draußen in der kleinlichen und neidvollen Welt nicht erspart blieben. Als er am 28. Juli 1750 sein Leben beschloß, hatte Deutschland mit ihm einen seiner größten Menschen verloren. Es war ein trübes Zeichen der Zeit, daß die tiefsten Gründe seines Wirkens noch lange verborgen blieben. Viele Kantaten und Passionen verstaubten in Archiven. Sein Grab geriet so sehr in Vergessenheit, daß es nach wenigen Jahrzehnten eingeebnet wurde, und so stark war sein Andenken verfallen, daß man seine Witwe zugrunde gehen ließ. Inzwischen aber ist sein Werk in seiner ganzen Herrlichkeit neuerstanden. Unsere Zeit hat sich dem großen Genius seiner Musik wieder genähert. Die Frage nach dem Grunde dieser Wandlung hat jüngst Wilhelm Schäfer in einer Rede (soeben bei Albert Langen - Georg Müller, München erschienen) mit dem Hinweis auf die Abkehr vom Hochmut, die den Menschen des vorigen Jahrhunderts ergriffen hatte, beantwortet. „Darum ist nun die Stunde Johann Sebastian Bachs gekommen, gegen dessen Musik sich das 19. Jahrhundert wehrte, weil es aus seiner Ichheit keinen anderen Weg zu ihr finden konnte als den ästhetischen. Für die Entwicklung, die über den Thomaskantor hinweg zu Beethoven ging, war er tatsächlich — wie Albert Schweitzer sagte — ein Ende: das Ende des Mittelalters, aus dem er kraft seiner Gläubigkeit mit in die Zeit des modernen Menschengeistes hinein ragte." Oer „fünfte Evangelist". Don Prof. D. Dr. Hans Joachim Moser, Äerlin Wenn man Musik von Bach hört, die uns noch heut immer als unmittelbares Erlebnis beglückt und erschüttert, so möchte man kaum glauben, daß es schon ein rundes Vierteljahrtausend her sein soll, seit aus dem Stadtpfeiferhaus am Eisenacher Frauenplan „das" Bachhaus geworden ist, zu dessen Wiege alljährlich Hunderte andächtig pilgern. Man sieht: Wie vor Gott tausend Jahre wie ein Tag sind, so verlieren auch vor dem Wirken gottbegnadeter Menschen wie Luther, Dürer, Bach die Jahrhunderte ihre trennende und entfremdende Eigenschaft — der Funke des ewigen Geistes überspringt alle Räume des bloß Historischen und stellt .eine Art Allgegenwärtigkeit her. So ist denn Bach für denjenigen, der überhaupt ein Organ besitzt, um Höch st e Seelenwerte, die in die Tonwelt gebannt sind, wieder als solche in sich zurückzunehmen, weit mehr als nur mit Händel der größte Komponist des deutschen HochW' ' barock. Wenn man Matthäus- und Johan- nespasfion, Weihnachts-Oratorium und kl-Moll-Messe miterlebt, so versteht man das Wort des schwedischen Erzbischofs Söder- bl om, der den großen Leipziger Thomaskantor den „fünften Evangelisten" genannt hat. Wahrlich, seine Üebersetzung der Heilswahrheiten in die Sprache der Musik bedeutet die gewaltigste und eindringlichste Predigt und Wortauslegung, die sich denken läßt. Und doch ist mit den genannten vier Werken in oratorienhafter Besetzung das Wirken dieses „Predigers in Tönen" noch nicht entfernt umschrieben — das Erbe seiner fast zweihundert Kirchenkantaten, wie es in den letzten Jahren der Thomanerchor unter Karl Straube als Reichssendung an den Sonntagmittagen wieder erweckt hat, bedeutet einen kaum erschöpfbaren Reichtum an frommen Eingebungen, von denen gar manche an Schönheit und Wert hinter den Arien und Chören jener Großwerke keineswegs zurückstehen. Dann die Motetten, bann vor allem der Orgelmeister Bach —! Die machtvoll brausenden Präludien und Fugen sind gewiß Herrlichkeiten ersten Ranges — aber wir haben gerade in den letzten Jahren auch noch den nachdenklichen Meister feinster Orgelminiaturen — der vielerlei Choralvorspiele vor allem — verehren gelernt. Dann die Tokkaten, Pa st oralen, Fantasien — Bach hat die Orgel geradezu zu einem Instrument der kirchlichen Symphonik werden lassen. Aber Bach hat sich nicht auf das Kantoren- und Organistenamt beschränkt, seine Wirksamkeit endet nicht an der Grenze der kirchlichen Welt, sondern er hat auch eine Fülle köstlicher Haus- und Kammermusik und rauschender Konzertwerke geschaffen. Man hat kürzlich die Präludien und Fugen des „W o h l t e m p e r i e r t e n K l a v i e r s" wegen der Fülle plastischer Einfälle das „1001- Racht-Buch der Musik" genannt. Die Cembalosuiten oder Bachs Inventionen für das winzige, zirpende Clavichord zeigen ihn als den liebevollsten Miniaturenbosseler — der Cöthensche Hofkammermusikdirektor aber und der Dirigent des Leipziger akademischen Collegium musicum hat ebenso beglückende Orchestersachen großen Stils geschrieben — die Brandenburgischen Konzerte und die schwungvollen Ouvertüren. Das Bild des „Kapellmeisters Bach" wäre unvollständig, gedächte man auch nicht seiner V i o l i n - und Cembalo- konzerte und der lustigen weltlichen Kleindramen: der Kaffee- und der Bauernkantate, des Zufriedengestellten Aeolus oder des Streites zwischen Phöbus und Pan. Auch in diesen, stellenweise geradezu übermütigen Stücken verleugnet sich nie die große religiöse Persönlichkeit ihres Urhebers — auch bei den lustigsten Zügen bekennt Bach sich in der Stille zu seinem Wort, wo „die Ehre Gottes und Rekreation des Gemüts nicht in acht genommen würden, ist's nur ein teuflisches Geplärr und Geleier". Bach ist vielleicht der nordischste und abendländischste unter allen großen Meistern der Musik. Er liebt nicht die greifbar-körperliche Nähe des gesättigten Vokalklanges — sondern selbst feine Gesangsparte haben etwas von körperlosen Kraftlinien, äie sich gern komplizierend verwirren, wenn auch dieses Geflecht bei näherem Zusehen die genialste mathematische Ordnung ergibt und zu einer herrlichen, jenseitssüchtigen Musik wird; leidenschaftlich bewegte Gebärde wie aus der Spätgotik, barock ausladende Kraft und darüber der Silberglanz des Rokoko ergeben eine einzigartige Stilmischung. Besonders zwei Alterswerke des Meisters, die seine Sonderartung auf das deutlichste zeigen, sind eigentlich erst im letzten Jahrzehnt auch für das große Publikum voll entdeckt worden: das „Musikalische Opfer" über ein ihm von Friedrich dem Großen gestelltes Thema — meist Kanons von hoher Künstlichkeit — und als spätestes Werk, über dessen Schlußsätze der Fünfundsechziger hinweggestorben ist: seine „K u n st der Fug e". Lange hat man in diesen Arbeiten nur etwas wie Lehrbücher für die äußersten Tüfteleien des Kontrapunktes sehen wollen — und hat nun erst gemerkt, daß es sich außerdem auch noch um herrlichste Musik handelt. Da zeigt sich eben Johann Sebastian Bachs einzigmalige Stellung zwischen mathematischem Scharfsinn und edelster Klangschönheit — sein gleichzeitiges Anteilhaben an einem Kosmischen, Jenseitigen und dem Diesseits eines begnadeten Musi- kantentums, die sich eben fast nur bei ihm so restlos und ohne inneren Widerspruch vereinen. So steht sein geistig-weltliches und geistig-sinnen- haftes Gesamtschaffen wie ein Koloß da, der auch noch nach Jahrhunderten volle Gültigkeit haben wird. Was sein erster Biograph Forkel im Jahre 1802 begeistert verkündigt hat, halte man sich auch bei dem diesmaligen Gedenktag vor die Seele: „Die Werke, die uns I. S. Bach hinterlassen hat, sind ein unschätzbares Nationalgut... Dieser Mann, der größte musikalische Dichter und Deklamator, den es je gegeben hat und wahrscheinlich je geben wird, war ein Deutscher — sei stolz auf ihn, Vaterland, aber sei auch seiner wert!" „Meine Herren, der alte Vach ist gekommen." Besuch des Thomaskantors bei Friedrich dem Großen. Im Frühling 1747, also einige Jahre vor seinem Tode, unternahm Johann Sebastian Bach seine berühmt gewordene Reise nach Berlin, wo er mit Friedrich dem Großen zusammentraf. Der Besuch galt zunächst seinem Sohn K a r l Philipp Emanuel, dem damaligen „Berliner" und späteren „Hamburger Bach", der seit 1740 Kammercembalist Friedriche des Großen war. Als erster von Bachs Söhnen hatte er einen eigenen Hausstand gegründet, und der Thomaskantor wallte nun feine Schwiegertochter und seinen Enkel kennenlernen. Mit Ausnahme jener Abende, an denen das Opernhaus geöffnet war, fand bei Friedrich dem Großen vor dem Abendessen stets ein Konzert statt, dessen Programm vom König selbst festgesetzt wurde; er ließ' es sich nicht nehmen, die Orchesterstimmen jeweils selbst auf die Pulte der Musiker zu verteilen. Als ihm nun am Sonntag, dem 7. Mai 1747 die Ankunft Bachs gemeldet wurde, rief er den um ihn versammelten Musikern freudig erregt zu: „Meine Herren, der alte Bach ist gekommen!" Das Konzert wurde abgebrochen, damit Bach seine Kunst auf den neuen Silbermann- schen Hammerklavieren zeigen konnte, die erst vor kurzem im Schloß aufgestellt worden waren. Jedes dieser Instrumente wurde nun von Bach versucht, der König geleitete ihn mit seinen Musikern von Raum zu Raum. Schließlich ließ sich Bach von Friedrich ein Thema geben, das er zu dessen höchster Verwunderung sofort in fugierter Form entwickelte. Am folgenden Tage veranstaltete Bach ein Orgelkonzert in der Potsdamer Garnisonkirche, und am Abend wurde er wieder ins Schloß geladen, wo er auf Wunsch des Königs eine sechsstimmige Fuge improvisierte. Dann begab er sich nach Berlin zurück und besichtigte dort das neue Opernhaus, wobei er seine großen akustischen Kenntnisse bewies. Der Besuch Bachs bei Friedrich fand auch einen musikalischen Niederschlag. Wenn Bach auch im allgemeinen durchaus abgeneigt war, feine Partituren mit den damals üblichen schmeichelhaften Widmungen an hochgestellte Persönlichkeiten zu überladen, so veranlaßte ihn doch die herzliche Aufnahme, die er bei dem großen König gefunden hatte, sich durch eine Probe seiner Kunst seinem königlichen Gastgeber dankbar zu erweisen. Der König hatte ihm ein Fugenthema zur Improvisation gegeben, und dieses arbeitete er nun aus, fügte noch ein Trio für Flöte, Violine und Klavier hinzu und sandte sein Manuskript als ein „Musikalisches Opfer" am 7. Juli 1747 nach Berlin. In dem beigefügten Schreiben heißt es: „Mit einem ehrfurchtsvollen Vergnügen erinnere ich mich annoch der ganz besonderen Königlichen Gnade, da vor einiger Zeit, bei meiner Anwesenheit in Potsdam, Ew. Majestät selbst ein Thema zu einer Fuge auf dem Klavier mir vorzuspielen geruhten und zugleich allergnädigst auferlegten, solches alsbald in Derselben höchsten Gegenwart auszuführen. Ew. Majestät Befehl zu gehorchen, war meine untertänigste Schuldigkeit. Ich bemerkte aber gar bald, daß wegen Manuels nötiger Vorbereitung die Ausführung nicht also geraten wollte als ein so treffliches Thema erforderte. Ich faßte demnach den Entschluß und machte mich sogleich anheischig, dieses recht königliche Thema vollkommener auszuarbeiten und sodann der Welt bekannt zu machen. Dieser Vorsatz ist nunmehro nach Vermögen bewerkstelligt worden, und er hat keine andere als nur diese untadelhafte Absicht, den Ruhm eines Monarchen, obgleich nur in einem kleinen Punkte, zu verherrlichen, dessen Größe und Stärke, gleichwie in allen Kriegs- und Friedenswissenschaften, also auch besonders in der Musik, jedermann bewundern und verehren muß." Ein 'Honorar hat Bach vom König nicht erhalten; vielleicht aber war die „Sabotiere von Agath in Gold gefaßt", die in seinem Nachlaß mit 40 Talern bewertet wird, ein Geschenk des Königs. Friedrich vergaß diese Begegnung nicht, und noch fast dreißig Jahre später sang er dem Freiherrn von S w i e - t e n „mit lauter Stimme das Thema zu einer chromatischen Fuge vor, das er dem alten Bach gestellt hatte." Wie Anna Magdalena Wülken einen Erzengel Orgel spielen hört. Eine Bach-Episode in Hamburg. Im Winter 1720 reifte der Hof- und Feldtrompeter des herzoglichen Hofes zu Weißenfels, der Hofmufiker Johann Kaspar Wülken, nach Hamburg. Seine Tochter Anna Magdalena, die ihm oft eine! treue Begleiterin war, hatte er mitgenommen. Konnte man doch bei dieser Gelegenheit wieder einmal hamburgische Verwandte besuchen. Während ihr Vater seine dienstlichen Obliegenheiten erledigte, hatte Anna Magdalena genügend Muße, Hamburgs Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wie sie dabei zufällig dem damaligen herzoglich-Cöthenschen Kapellmeister Johann Sebastian Bach begegnete, wird in der, wegen ihrer wunderbaren Einfühlung in das Wesen Bachs und seiner Zeit in weitesten Kreisen hochgeschätzten „Kleinen Chronik der Anna Magdalena Bach" (Koehler & Am erlang, Leipzig. Ganzleinen 2,85 RM.) von einet unbekannten Dichterin wie folgt geschildert: „In der Sankt - Katharinenkirche in Hamburg prangte eine sehr edle Orgel. Sie hatte vier Manuale und Pedal. Am zweiten Tage, den ich in Hamburg verbrachte, war ich für mein Großtante ausgegangen, um einzukaufen, und als ich auf dem Rückwegs an der Sankt-Katharinenkirche vorüberkam, schlüpfte ich auf einen Augenblick hinein, um mir die Orgel anzusehen. Als ich die Tür aufstieß, hörte ich, daß irgend jemand spielte, und mir schien plötzlich eine so wundervolle Musik aus dem Dunkel her auszukommen, daß mich dünkte, ein Erzengel säße vor den Tasten. Da stahl ich mich ganz leise vollends herein und blieb lauschend stehen. Ich fchaute zur Orgel auf, die in die westliche Galerie eingebaut war; die großen Pfeifen türmten sich gegen diö Decke empor, all das schöne Schnitzwerk glänzte braun und golden herunter, aber der Organist war meinen Augen nicht sichtbar. Ich weiß nicht, wis lange ich dort in der leeren Kirche gestanden habe, nur ganz ein Zuhörer, als hätte ich Wurzel in den Steinfliesen gefaßt, und den Sinn für die Zeit hatte ich ganz verloren. So sehr hatte ich ihn in dem Rauschen der Musik verloren, daß ich auch dann noch, als sie mit einer glorreichen Akkordfolge die Luft mit ihrem Brausen erschütterte und bann plötzlich verstummte, daß ich auch dann noch regungslos nach oben lauschend stehen blieb, ob nicht ferneres Himmelsgedröhn aus den Pfeifen auf mich herniederdonnern wolle. Statt dessen aber kam der Organist selbst auf der Orgelempore zum Vorschein und näherte sich der Treppe, die von der Orgel herabführte. Er erblickte mich, wie ich noch immer auswärts starrte. Einen Augenblick sah ich ihn nun an, von seiner plötzlichen Erscheinung so erschreckt, daß ich mich nicht bewegen konnte. Heute will es mir scheinen, als habe ich damals nach einer solchen Musik eher erwartet, den heiligen Georg herabsteigen zu sehen, denn einen Menschen. Dann aber begann ich zu zittern. Ich ergriff meinen Mantel, der zu Boden gefallen war, und stürzte in einem unbegreiflichen Schauder zur Kirche hinaus. Als ich mich draußen in Sicherheit fühlte, wunderte ich mich selbst über mein törichtes Benehmen — denn selbst meine strenge Großtante hätte nichts Unmädchenhaftes darin finden können, daß ich in die Kirche eingetreten war und dem Orgelspiel gelauscht hatte. Ich hatte keine Ahnung, wer der Organist gewesen fein mochte, aber als ich meinem Vater das kleine Erlebnis beim Abendessen erzählte — den Blick und das Erzittern und das Wegstürzen verschwieg ich dabei — rief er aus: „Das kann nur der Kapellmeister des Herzogs von Cöthen, Johann Sebastian Bach, gewesen sein. Er will morgen die Orgel in Sankt Katharina dem Herrn Reinken vorspielen, und ich gehe mit einigen anderen Herren zum Zu- hören hin. Ich werde ihm erzählen, wie sehr meine kleine Tochter seine Musik liebt. Wenn er dich einmal singen hört, du kleine Nachtigall, wird er vielleicht ein Lied für deine Stimme schreiben." Der Prediger der Orgel. Johann Sebastian Bachs Lebensgeschichte. Xton Or. Hans Schaar In dem Geschlecht der Bache, wie man Vorfahren und Familie des großen Thomaskantors allgemein genannt hat, ist der musikalifche Sinn des deutschen Volkes in einer so seltenen Eindringlichkeit aufgeleuchtet, daß einst mit Recht behauptet wurde: „Es heißt die Geschichte der deutschen Musik in dieser Zeit schreiben, will man die Verdienste der Bache schildern". Nicht weniger als fünfzig Musiker dieses Namens, darunter eine lange Reihe hervorragender Begabungen, sind bekannt geworden. Der kleine Ort Wechmar an der Landstraße von Gotha nach Arnstadt ist die eigentliche Wiege des Bachschen Geschlechtes. Wenn Sebastian einen Bitus Bach, „einen Weißbäcker in Ungarn", selbst einmal als Ahnherrn seiner Familie bezeichnet hat, so bat sich die Behauptung von seiner ungarischen Abstammung doch längst als Legende erwiesen. Dieser Veit Bach ist nicht ein gebürtiger Ungar gewesen, sondern aus Wechmar zugewandert und um etwa 1590, weil er wegen seines lutherischen Glaubens verfolgt wurde, in seine Heimatstadt zurückgekehrt, wo er seine Beschäftigung als Muller wieder aufnahm. Die Leidenschaft für die Musik scheint auch ihm schon im Blut gelegen zu haben. Sein Ur-Ur-Enkel erzählt darüber: „Er hat sein meistes Vergnügen an einem Cythringen gehabt, welches er auch mit in die Mühle genommen, und unter währendem Mahlen darauf gespielt. Es muß doch hübsch zusammen geklungen haben! Wiewohl er doch habet) den Tact sich hat imprimieren lernen: Und dieses ist gleichsam der Anfang zur Musik bet) seinen Nachkommen gewesen." Die Kette der Musikbegabungen in der Familie Bach ist seit Veit nicht abgerissen, „wenn auch manche Bächlein wieder im Sande der Vergessenheit versickerten". Mit Recht sagt der bekannte Bach-Kenner Charles San- ford Terry in seiner im Insel-Verlag zu Leipzig erschienenen Lebensgeschichte Johann Sebastian Bachs: „So persönlich, so eigenartig, so gewaltig auch Bachs Genius war, so ist doch keiner unter den Meistern seiner Kunst, in dem die Vorfahren so zwingend fortgewirkt hätten, keiner, der ihrem Ruf mit einem solchem Gehorsam und zugleich einer solchen Ueberlegenheit Folge geleistet hätten, wie Johann Sebastian Bach es tat." Der Vater Johann Ambrosius Bach war Herzoglich Eisenachischer Hofmusikus, und der kleine Sebastian hat im Haus am grauenplan die Geige schon früh in die Hand genommen. Jrn zehnten Lebensjahr traf ihn der erste harte Schlag; beide Eltern starben kurz nacheinander, und der Junge kam in die Obhut seines um vieles älteren Bruders, der in Ohrdruf, einem kleinen Städtchen südöstlich von Eisenach, Stadtorganist war. Der musikalischen Unterweisung seines Bruders verdankt Sebastian ebensoviel wie seiner Gastfreundschaft. Im Jahre 1700 wanderte der kaum Fünfzehnjährige nach Norddeutschland, und zwar nach Lüneburg, wo Sebastian seine Laufbahn als Chorknabe an der Michaeliskirche begann und wo er bald zu dem damals sehr angesehenen Organisten der Johanniskirche, Georg Böhm, in Beziehung trat. Durch ihn wurde er mit der Königin der Instrumente bekannt: der Orgel, die für ihn so entscheidend werden sollte. Auf Anraten Böhms hat Bach dann mancherlei Verbindungen zu berühmten Musikern und Organisten seiner Zeit aufgenommen. Der junge Genius begann seine Schwingen auszubreiten. 1703 war er für einige Monate als Bratschespieler Hofmusikus in Weimar bei der Privatkapelle eines jüngeren Bruders des regierenden Herzogs und wurde dann nach einem begeistert aufgenommenen Spiel auf der soeben fertiggestellten Orgel der Boni- faziuskirche nach Arnstadt berufen. Damals war er knapp achtzehneinhalb Jahre alt. Sein sehnlichster Wunsch war erfüllt, er hatte jetzt endlich eine eigene Orgel zur freien Verfügung Bald erprobte er seine Lust am Komponieren zum erstenmal an einer Kantate. Für seine weitere Entwicklung war eine Reise, die Sebastian Bach zu dem greifen Buxtehude in Lübeck, dem Organisten der Organisten, von Arndtstadt aus unternahm, von großem Einfluß. Sie sollte jedoch auch der Anlaß zu den ersten Reibereien werden, die er mit Rat und Konsistorium auszutragen hatte, denn er hatte aus Lübeck so ungewohnte Neuerungen und verwirrende Spielmanieren mitgebracht, daß die Zuhörer vollkommen verblüfft waren und sich schließlich beschwerdeführend an die hohe Kirchenbehörde wendeten. Für Bach kam eine Rüge dabei heraus. Es folgten noch manche andere Mißstimmigkeiten, und als er feine Base Maria Barbara Bach geheiratet hatte, siedelte er nach Mühlhausen über, wo er den Organistenposten an der Kirche Divi Blasii übernahm. Aber auch hier hielt es ihn nicht lange, zumal die Stimmung in der kleinen Stadt durch die Kirchenstrettig- keiten zwischen Orthodoxie und Pietismus vergiftet war. Bach folgte 1708 dem Rufe des Herzogs Wilhelm E r n ft von Sachsen-Weimar. Hier m Weimar offenbarte sich der große Thomaskantor bereits einen Landsleuten als ein „Orgelspieler von unerreichter Technik, als ein Meister der musikalischen Erfindung, der die Traditionen der deutschen Poly- phonie mit neuem Leben erfüllte und auf ihnen weiterbaute, als ein Komponist von einer Kraft und Kühnheit des melodischen Ausdrucks, an die vor ihm keiner auch nur annähernd herangereicht hatte". Er wurde jetzt weithin bekannt und von verschiedenen Seiten begehrt. Von 1716 aber trat in dem bisher so freundschaftlichen Verhältnis zwischen dem Herzog und seinem Organisten eine merkliche Abkühlung ein, und als Bach nach einer Einladung des musikverständigen Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen seine Entlassung ertrotzen wollte, wurde er „wegen halsstarriger Bezeugung von zu erzwingender Demission" sogar auf einen Monat in Haft gesetzt. Am 5. August 1717 hatte Bach seine Bestattung als Hofkapellmeister von Köthen in Händen. An dieser neuen Wirkungsstätte, an der sich seine weltliche Instrumentalmusik zu schönstem Reichtum entfaltete, verlebte er vielleicht seine sorglosesten und glanzvollsten Jahre. Aber hier packte ihn das Schicksal auch hart an; während einer Reise mit dem Fürsten erhielt er die Nachricht vom Tode seiner Frau, die er in bester Gesundheit verlassen hatte. Nun begann er sich nach einem anderen Arbeitsfeld umzusehen. Die Lücke in seinem Haushalt blieb nicht lange offen, am 3. Dezember 1721 heiratete er die kaum zwanzigjährige Anna Magdalena W i l ck e n, die ebenfalls einer musikalischen Familie entstammte, und schon nach einem halben Jahre zog er in Erwägung, sich um die freiwerdende Stelle des Kantors an der berühmten Thomasschule in Leipzig zu bewerben. Am l.Juni wurde er in sein neues Amt feierlich eingewiesen. Den Vierzigjährigen hatte diese Stellung, die ihm an sich nur etwas über hundert Taler einbrachte, nicht so sehr wegen der Lehrtätigkeit gelockt, als wegen der damit verbundenen Gelegenheiten zum musikalischen Kirchendienst. „Bach durchbrach in gewisser Hinsicht die Traditionen, die sich an das ihm anvertraute Amt des Kantors knüpften. Er sah sein Amt als das eines Kapellmeisters an: die unerquicklichen Reibereien und Zusammenstöße mit dem Rat der Stadt gehen im Grunde alle darauf zurück, daß er entschlossen war, seine Tätigkeit in diesem Sinne aufzufassen. Im Laufe der Jahre wälzte er seine pädagogischen Obliegenheiten immer mehr von sich ab und überließ die Leitung des Chores, so viel es irgend ging, untergeordneten, wenngleich fähigen Kräften. Die musikalischen Formen des Oratoriums, der Passion und der Kantate, die sich seit der Reformation in der deutschen Kunst zu entwickeln begannen, mußten Zagdgeschwader MW' manövrier! überSerlin Am Samstag veranstaltete die F a ch s ch a f t seiner Gefolgschaft teil. Karten für bie Kundgebung sind zum Preise von 20 Pfennig durch die Geschäftsstelle des Gesamtverbandes des Rhein-Mainischen Einzelhandels Frankfurt a. M., sowie durch alle Untergliederungen der Einzelhandelsorganisation zu beziehen. Kameradschasts- und Schulungsabend der Fachschaft Reichsbahn, Gießen. Kundgebung des Rhein-Mainischen Einzelhandels. Am nächsten Sonntag, 24. März, 16 Uhr, findet im Hippodrom zu Frankfurt eine Massenkundgebung des Rhein-Mainischen Einzelhandels (Wirtjchafts- gruppe, Einzelhandel) statt. Es sprechen: der Leiter der Reichsgruppe Handel Prof. Dr. Lüer (Frankfurt a. M.), der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Dr. H a y l e r (München), der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirk Mitteldeutschland, Conrad B e r e n t s (Jena). An der Kundgebung nimmt der gesamte Einzelhandel mit Oer Führer als Ehrenpate. LPD. Rennerod (Westerwald), 20. März. Der Führer und Reichskanzler hat die Ehrenpatenschaft bei dem neunten Kinde der Familie Vinzenz Rinker in Rennerod übernommen. Wie gestern schon ausführlich gemeldet, wurde in sorgfältiger Disziplin der Bevölkerung die große Derdunkelungsübung der Reichshauptstadt planmäßig und erfolgreich durchgeführt. Man sieht hier ein eindrucksvolles Bild, das vom Turm des Perliner Rathauses ausgenommen wurde, und den Dom, das Schloß und im Hintergrund die „Linden" während der Verdunkelungsstunden zeigt. Mit heller Begeisterung bewunderten die Berliner das erste deutsche Jagdgeschwader „Rlchthofen , das am Nachmittag des 19. März über Berlin flog. Jeder fühlte mit Stolz, daß Deutschland wieder den Willen und die Macht hat, selbst seine Grenzen zu schützen. ** Verkehrs st örung. An der Ecke Hinden- burgwall und Gartenstraße vor der Alten Bürgermeisterei brach heute vormittag an einem Fuhrwerk, das schwer mit Hohlziegelsteinen beladen war, das rechte Vorderrad. Der Wagen blockierte das Gleis der Straßenbahn, so daß der Verkehr geraume Zeit gestört war. Durch Pendelverkehr wurde die Verbindung aufrechterhalten. ** Lebt Kriegskamerad Unteroffizier der Reserve Trummert von der 6. Kompanie Infanterie-Regiment 116 (Gießen) noch? Von der kameradschaftlichen Vereinigung ehemaliger Hessischer Leibgardisten (115er) in Düsseldorf wird uns geschrieben: Am Abend des 10. Septembers 1914, nach dem denkwürdigen nächtlichen Sturmangriff der verstärkten hessischen 49 Infanterie-Brigade auf die französischen Stellungen bei Maurupt et le Montoy (erste Marne-Schlacht) haben einige Kameraden der 5. Kompanie des Leibgarde-Jnfanterie-Regiments Nr. 115 den Kameraden Unteroffizier der Reserve Trummert 6/116, der schwerverwundet und des Gehens unfähig hinter einem Strohdiemen liegend aufgefunden wurde, in einer Zeltbahn zurückgetragen. Die Bergung des Schwerverwundeten in der Dunkelheit über Gräben, Granattrichter und Drahtzäune hinweg, war recht beschwerlich und stellte große Anforderungen in körperlicher Hinsicht an den Schwerverwundeten wie auch an die in 17stündigem ununterbrochenem Kampfe hart mitgenommenen Träger. Nach etwa zweistündigem Bemühen föhnte der Verwundete bei einer Ver- wundeten-Sammelstelle in einer Ziegelei eingeliefert werden. Mit kameradschaftlichem Händedruck und mit vielen Wünschen für eine glückliche Ankunft in der Heimat verabschiedeten wir uns von ihm. Kamerad Trummert hat dann trotz des am nächsten Morgen einsetzenden Rückzugs von der Marne und Nachbrängens der Franzosen glücklich die Heimat erreicht und hat aus dem Krankenhause Alsfeld den Kameraden der 5/115 den Dank für die Lebensrettung ausgesprochen. Zwei an der Bergung des verwundeten Kameraden Trummert beteiligte Kameraden, die den Weltkrieg glücklich überstanden haben, treffen sich am 30. und 31. März dieses Jahres bei der Wiedersehensfeier der 5/115er in Darmstadt, sie gedenken des Kameraden Trummert und möchten gern wissen, ob er noch lebt. Nachricht erbittet: Wilhelm Schmalz, Düsseldorf, Litzmann- straße Nr. 12III, seinerzeit Dizeseldwebel 5/115. Reichsbahn, Gießen, im Saale des Gasthauses Faulstich, hier, einen Schulungs- und Kameradschaftsabend. Fachschaftsleiter Pg. R e u f ch eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis auf die kurz vorher bekanntgewordene Proklamation des Gesetzes über die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, was spontanen Jubel und helle Begeisterung der Versammlung auslöste. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag des Berufskameraden Tetzner über das Thema: „Kolonien, koloniale Schuldlüge, aktuelle Kolonialfragen". Der Vortrag brachte manches Wissenswerte. Insbesondere hob der Redner die Bedeutung des Besitzes von Kolonien für Deutschland hervor und betonte, daß das Dritte Reich die kolonialen Bestrebungen weitestgehend fördere und unterstütze, was u. a. auch daraus hervorgehe, daß der Reichsstatthalter von Bayern, Ritter von Epp, den Vorsitz im Deutschen Kolonial-Verein übernommen habe. Der Vortrag schloß mit einer Reihe von Lichtbildern von unseren ehemaligen Kolonien mit entsprechenden Erläuterungen. Mit der Aufforderung, daß das ganze deutsche Volk den kolonialen Gedanken aufgreifen müsse — denn Deutschland habe bewiesen, daß es kolonisieren könne-, dies zeige u. a. die auch heute noch bestehende Anhänglichkeit der Eingeborenen der ehemals deutschen Kolonien zum Deutschen Reich — schloß der mit Beifall aufgenommene anregende Vortrag. Anschließend gab Pg. R e u s ch einen Rückblick über das politische Geschehen der letzten Jahre vor und nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler. In kurzen Worten zeigte der Redner Deutschlands Niedergang und dessen Ursache auf. Er schilderte, wie Deutschland durch Adolf Hitler vor dem Absturz in den Abgrund gerettet wurde und der Führer es verstand, aus den vielen Parteihaufen ein einiges Volk mit einem einheitlichen Willen zusam- menzufchmieden. Nur diesem einheitlichen Willen von Volk und Führung sei es zu verdanken, daß es heute auf allen Gebieten wieder aufwärts gehe. Allen Volksgenossen erwachse die heilige Pflicht, sich noch inniger und fester um den Führer zu scharen, ihm bei seinem großen Werk zu helfen und feinen Weisungen getreu zu folgen. Der Sieg an der £5aar und das soeben bekanntgegebene Gesetz über Öle allgemeine Wehrpflicht zeugen eindeutig von der Kraft, die von einem geschlossenen Willen und einem einigen Deutschland ausgehe. Die Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Zum Schluffe ergriff der mit dem Ortswalter Pg. Pfeil erschienene Schulunasleiter und Stell- Aus her pwvinzialhaupistadt. Wir ziehen um.... Jemand hat einmal gesagt — ich glaube, es war der bekannte Volksmund — „„Lieber dreimal abbrennen als einmal umziehen". Ich muß ihm beipflichten. Nicht fo sehr was das Abbrennen anbetrifft, denn das erscheint mir doch als eine allzu radikale Form der Besitzentäußerung, aber was das Umziehen angeht. Es ist eines der unerfreulichsten Veränderungen unseres Da- seins. Denn Veränderungen können ja auch recht angenehm fein. Ortsveränderungen, Reifen zum Beispiel, haben immer etwas Anregendes, Aenbe- rungen der Stellung, der Lebensweise und der Diät sind meist mit Hoffnungen verknüpft, und sie alle vollziehen sich meist ohne weitere Scherereien, weil der Ballast, den man in solchen Fällen abwirft, fein allzu großer zu sein pflegt. Aber Umzüge! Plötzlich verdreifacht sich die Anzahl dessen, was man besitzt. War es denn wirklich so viel? Schränke erbrechen ihren Inhalt, und Fluten von Kleidungsstücken stürzen auf den, der bisher immer geglaubt hatte, nichts anzuziehen zu haben. Was eigentlich richtig verpackt werden muß, ist noch nicht einmal so viel, es ist in einige Gattunaen einzuteilen, etwa: Porzellan und Glas, Wäsche und Silber, Kleider und Bücher. Das kann man nun systematisch eines nach dem anderen fein säuberlich zwischen Holzwolle und Seidenpapier in Kisten sperren, hübsch übersichtlich mit Blaustift kennzeichnen und wird schnell damit fertig sein. Die Möbel gehen sowieso nur den Packer etwas an, auch Kissen und Betten können in geräumigen Säcken Platz finden, es ist alles nicht so schlimm. Aber dann tritt unserer eifrigen Arbeit schon em ernsthaftes Hindernis entgegen: Der Inhalt des Schreibtisches. Man zeige mir denjenigen, der sich nicht beim Verpacken seines Inhalts in langwierige Träumereien stürzt. Briefe fallen dem Eifrigen in die Hände, die er schon längst zerrissen glaubte, und ehe er sichs versieht, ist er im schönsten Lesen. Was war denn das doch gleich für eine Schrift? Und dies Photo, ach, das waren die Nachbarn von der Sommerfrische vor vier Jahren; was mag aus denen geworden fein? Qual der Entscheidungen: Man kann die einzelnen Charaktere der Umziehenden daraus beurteilen, wie sie mit dem Inhalt ihrer Schreibtische verfahren. Manche verbrennen bei jedem neuen Umzug radikal die schriftlichen Erinnerungen der letzten Epoche, andere wieder sortieren wehmütig, trennen sich schließlich von einem Dutzend liebevoll aufgehobener Rechnungen, geben es dann auf und schleppen den ganzen Wust mit in die neue Wohnung. Aber wenn dann schließlich alles verpackt ist, der Boden und der Keller geleert, Abfalleimer voll unnützen Krempels fortgeschafft worden sind, bann be- ■ ginnt die eigentliche Quälerei. Denn dann hat man noch die Hälfte vergessen. Spielzeug und Nippes, Bälle und Bilder, Decken und Vasen rufen dich plötzlich aus den verschiedenen Ecken höhnisch an und verlangen, mitgenommen zu werden. In solchen Momenten werden die sentimentalsten Menschen plötzlich eisenhart, die geizigsten werden freigebig, die sanftesten packt die blanke Wut. Ein Vernichtungstrieb packt die Pedantischen, es wird verschenkt, was jahrelang aufgehoben wurde, es wird zerstört, was ewige Erinnerung bleiben sollte. Die Helfer bei solchen Umzügen kehren gewöhnlich mit Beute beladen heim. Sie halten in ihren Armen Brauchbares und Unbrauchbares in Mengen, alte Abendschuhe, angeknickte Vasen, Kinderspielzeug und Bratpfannen und ähnliches. Für sie ist dieser Krempel kostbar, denn sie ziehen ja nicht um. Vielleicht sollte man den Umzügen doch nicht zu sehr fluchen. Sie geben uns einen Ruck. Erschüttert erkennen wir, daß Besitz nicht nur Freude, sondern auch eine Fessel sein kann, und energisch werfen wir einiges über Bord. Eine neue Wohnung ist ja schließlich ein bißchen so etwas wie ein neues Leben, und so sollte man nicht allzuviel Ballast mitnehmen. 25 Zähre Schwester in Gießen. vertretende Leiter des Ämter süi Beamte, Kreis Gießen, Pg. Gust. Ul« rich, das Wort. Er beschäftigte sich vom Stand- punkt des Amtes für Beamte aus u. a. mit den Betriebs- und Personalverhältnissen bei der Reichs- bahnverwaltung, wies auf die Wichtigkeit und Bedeutung gerade dieser Verwaltung innerhalb der deutschen Wirtschaft hin, gedachte im besonderen des verantwortungsvollen und mühereichen Dienstes des Fahr- und Betriebspersonals und forderte zum Schluffe feiner mit Beifall aufgenommenen Ausübungen zur Mitarbeit aller am Wiederaufbauwerk des Führers auf, zum Wohle von Volk, Staat, Verwaltung und Beamten. Mit „Sieg-Heil!" auf Adolf Hitler und dem Horst-Wessel- und dem Deutschland-Lied wurde die Versammlung geschlossen. (Siebener Wochenmarktpreise. * Gießen, 21. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf.» Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund 25 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Suppenhühner 75 bis 90, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. Daten für den 21. Atärz. 1865: der Tondichter Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren (gestorben 1750); — 1763: der Dichter Jean Paul (Friedrich Richter) in Wunsiedel geboren (gestorben 1825); — 1871: Eröffnung des Ersten Deutschen Reichstags in Berlin; Bismarck erster Reichskanzler; — 1933: Feierliche Reichstagseröffnung durch einen Staatsakt in der Garnisonkirche in Potsdam; anschließend konstituierends Reichstagssitzung in der Krolloper in Berlin. Vornottzen. — Tageskalender für Donnerstag? Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Peer Gynt". Astoria-Lichtspielhaus, Seltersweg: „Die Sporck- scheu Jäger". — Evangelische Frauenhilfe: 15 Uhr im Caf6 Leib Verbands-Versammlung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatzr 16 bis 17 Uhr 3. Jahresausstellung. Keine Einsicht in Personalakten. Die Reichsbahn - Hauptverwaltung hat verfügt: „Es haben gelegentlich Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront von Reichsbahnstellen Aushändigung von Personalakten gefordert. Im Anschluß an unsere Verfügung vom 16. Februar 1935 ordnen wir hiermit an, daß den Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront und der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe sowie den Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront Personalakten und Personalpapiere der Reichsbahnbediensteten ohne unsere ausdrückliche Genehmigung nicht ausgehändigt werden dürfen. Die genannten Stellen können auch nicht Akteneinsicht, selbst nicht in Gegenwart von Beamten, fordern. Auskünfte aus den Akten können an Rechtsberatungsstellen, die die Vertretung eines Reichsbahn- bediensteten übernommen haben, nach pflichtgemäßem Ermessen in dem Umfange erteilt werden, in dem sie nach bisheriger Uebung an Rechtsanwälte erteilt worden sind." Oer Gießener Frühjahrs-pferdemarkt. Der Gießener Frühjahrspferdemarkt, der am 3. April wieder auf den Marktanlagen an der Rodheimer Straße ftattfinbet, ist mit einer Prämiierung von Pferden und Fohlen verbunden, für die ansehnliche Geldpreise zur Verfügung stehen. Die Veranstaltung wird getragen von dem städtischen land- und forstwirtschaftlichen Verwaltungsausschuß unter Mitwirkung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, und des Landes- Pferdezuchtvereins Hessen. Die Prämiierung der Tiere erfolgt in drei Abteilungen, und zwar in Abteilung I: Zuchtpferde des hessischen Kaltblutes, Abteilung II: Zuchtpferde des starken hessischen Warmblutes, und Abteilung III: Händlerpferde im Besitz von Pferdehändlern (Nichtarier ausgeschlossen). Zur Verteilung gelangen 1., 2., 3. Preise und Anerkennungen. Zugelassen werden nur Pferde aus dem Bezirk der Landsbauernschaft Hessen-Nassau. Selbstgezüchtete Tiere haben gegenüber den von außerhalb gekauften den Vorrang. Die Prämienverteilung erfolgt am Schluß der Prämiierung vor dem Preisrichterzelt. Im Anschluß an den Pferdemarkt werden voraussichtlich auf den Wiesen hinter dem Schlachthof reitsportliche Darbietungen statt- finben. Am heutigen Donnerstag kann Schwester Bar- : nabas im hiesigen St. Josefs-Krankenhaus auf eine 25jährige Tätigkeit in Gießen zurückblicken. Es gibt wohl wenig Schwestern, die so bekannt sind , und sich einer so großen Beliebtheit erfreuen, nicht ■ nur bei der hiesigen Bürgerschaft, sondern in der ■ ganzen Provinz. Immer freundlich und hilfsbereit, . voll reicher Erfahrung, mit großer Menschenkennt- nis begabt, ist Schwester Barnabas die Seele des katholischen Schwesternhauses. Ihr Hauptwirkungsfeld ist jetzt der Operationssaal, wo sie durch ihre Ruhe und ihren köstlichen bayrischen Humor den ängstlichen Patienten Mut einzuflößen versteht. Groß ist die Zahl derer, die sie betreut hat, die alle ihrer in Dankbarkeit gedenken, nicht am wenigsten die vielen Verwundeten, die sie in den Kriegsjahren, als das Haus Lazarettzwecken diente, gepflegt hat. NGLB. Abteilung höhere Schule, Fachschaft neuere Sprachen. Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft findet am Freitag, 22. März, 16 Uhr, in der Oberrealschule statt. Oie Anbringung von Preisschildern. Von der Polizeibirektion Gießen wirb uns mitgeteilt: Es liegt Veranlassung vor, daraus hinzuweisen, daß von den Gewerbetreibenden die Bestimmungen des Reichskommissars für Preisüberwachung nicht überall genügend beachtet werden. Insbesondere sei beobachtet worden, daß die Lebensrnittel- und Kolonialwarenhäypler die in Betracht kommenden, sichtbar ausgestellten Waren nicht mit den vorgeschriebenen Preisschildern versehen und für die nicht sichtbar ausgestellten Waren die Anbringung der erforderlichen Preisverzeichnisse unterlassen würden. Auch lasse der Aushang von Preisverzeichnissen bei Schuhmachern und Friseuren zu wünschen übrig. Die unterstellten Beamten seien deshalb erneut angewiesen worden, die Bestimmungen des Reichskommissars für Preisüberwachung, die nach wie vor Geltung haben, unnachsichtlich zur Durchführung zu bringen. Gleichzeitig wird von der Polizeibirektion barauf aufmerksam gemacht, baß örtliche Organisationen nach ben Vorschriften bes Reichspreiskommissars nicht befugt finb, Einzelhänbler und Hanbwerker am Aushang der Preisverzeichnisse zu hindern. Auch steht ihnen daher nicht bas Recht zu, Richtober Minbestpreise festzusetzen. Sie haben sich jeber Einwirkung auf ihre Mitglieber hinsichtlich ber Preisgestaltung zu enthalten. Bei Zuwiberhanb- lungen gegen bte einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere aber bei unberechtigter Preiserhöhung, setzen sich die Betreffenden strenger Ahndung durch das Gesetz aus. (Bestimmungen des Reichspreiskommissars.) 2Runhfunfprogramm Freitag, 22. Alärz. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Philharmonischen Orchesters Mannheim. 13: Nachrichten, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirt« sch'aftsbericht. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Jugend packt an! 18.15: Aus dem großen Krieg. Kameraden jenseits der Front. Erlebnisse von fit. a. D. Ernst Kasiske, Berlin. 18.30: Don unserer Reichswehr. Soldaten erzählen Ernstes und Heiteres aus ihrem Dienst. 18.45: Das fieben spricht! 19: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde ber Nation. Das musikalische Opfer eines großen Komponisten für einen großen König. Musikgesellschaft in Sanssouci mit Johannes Sebastian Bach. 21.15: Die Familie Bach. Von Dr. Friebrich Schnapp. 21.30: Dialekt-Humok. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus bem Sendebezirk. 22.20: Lieber von Bruno Stürmer unl> Arnim Knab. 22.45: Die Sportschau ber Woche. 23: Kampf bem Schmuggel. 23.30: Herr Doktor, Herr Pfarrer, Herr Apotheker. StammtischberichL. 24 bis 2: Nachtmusik. NIVEA CREME GemeinschastsabendderGießenerFraven unseres Volkes an Raumbesitz und Oberheffen Nachdruck verboten' 10 Fortsetzung und die alte .Ja' (Fortsetzung folgt!) beziehen können, hier oder Schreien, Brüllen, daß er unter Wasser steckte, um es denn dieses ihn, ehe er tum wurden während der wurden aufs nachteiligung »ach in 3: der Hebel ng des smarck ;stags« mison- ierende würde eine kleine Villa anderswo. Dann ein Brausen, unwillkürlich den Kopf nicht mehr zu hören. möglichst großen Abstand zwischen sich Welt legen. James Pick hatte falsch kalkuliert, Köln erwies sich als eine Circe, die Sporck» 15 Uhr • Ober» ndplatzt Hinden» Bürger» j i Fuhr» ; en war, rte das -ehr ge» , r wurde wirtschaftlichen Gütern seit dem Diktat von Versailles wurde an anschaulichen Karten und Bildern, unter denen eine Zeichnung der neuesten französischen Befestigungslinien in Elsaß-Lothringen besonders auffiel, verdeutlicht. Trotz so vieler trüber Tatsachen war aber der ganze Vortrag beherrscht von einer gläubigen Hoffnung auf eine Wende, die ge- rade in diefen Tagen durch die Wiederaufrichtung unseres Volksheeres durch den Führer neu belebt war. Diese Stimmung teilte sich der ergriffen lauschenden Hörerschaft mit. Trotz der voraufgegangenen starken geistigen Beanspruchung durch Frau Koepkes Vortrag, der so vielfach Neues brachte, gewahrte man in ziemlich vorgerückter Stunde keine Müdigkeit, und der reiche Beifall, der beiden Rednerinnen zuteil wurde, bewies, daß sie verstanden hatten, die Herzen zu berühren. Frau Egers Dank an beide Frauen, die ihr Leben in den Dienst der deutschen Volksgenossen draußen gestellt haben, das Volk Heil! des VDA. und das dreifache Sieg-Heil auf den Führer beschloß den inhaltreichen Abend. der gerufen, um deutsche Kultur und deutschen Fleiß dort zu pflanzen, wo noch Barbarei herrschte, haben sie durch die Jahrhunderte treu deutsches Wesen, deutsche Art bewahrt. Aber sie sind tödlich vom Haß der inzwischen erstarkten Gastvölker bedroht. Hier setze die Arbeit des VDA. ein, der aber nie politisch, sondern immer nur kulturbewahrend und -fördernd wirke und wirken dürfe. Das tiefe Verständnis des Führers und der Reichsregierung für die Dolks- tumsarbeit kam in markanten Bekenntnissen der führenden Männer, die die Rednerin verlas, zum Ausdruck. VDA., das heiße nicht mehr 93 e r e i n für das Auslanddeutschtum, sondern entsprechend unserem tiefen Bewußtsein von der unlöslichen Verbundenheit aller Deutschen: Volksb und für das Auslanddeutschtum. Nicht eine gesellschaftliche Vereinigung seien wir, sondern e i n Bund von Dolks- aenossen, in den eigentlich jeder Deutsche und besonders jede deutsche Frau hineingehört. „Mehr sein als scheinen" — dies unser Wahlspruch. Im zweiten Teil ihres Vortrages gab Frau Koepke ein klares Bild der besonderen Frauenaufgaben des VDA. Sie sprach von den Studicn- fahrten deutscher Jugend aus den abgetrennten Gebieten ins Reich, wo sich Häuser und Herzen ihnen offnen müssen, von den Kindergärten in jenen Gebieten, wo das Kleinkind unvermerkt in deutsche Sprache und Geistesgut (Märchen, Lieder Gebete) hineinwächst, von Müttererholungsheimen, Studien- Hilfen, Lehrlingsunterbringung, Berufsberatung für die auslanddeutsche Fugend, die beim eigenen Staatsvolk keinerlei Aussicht auf Beamtenlaufbahn mehr hat. Aus der ganzen Rede ging der tiefe Ernst der Lage unserer auslanddeutschen Brüder und Schwestern hervor, die in ihrem Volkstum und in ihrer wirtschaftlichen Lage so schwer bedroht sind und erwuchs die unabweisliche Aufgabe für jede deutsche Frau, mit Gedenken und, wenn sie kann, mit tätiger Hilfe miteinzutreten für unsere Volksteile draußen. Die zweite Rednerin, Frau D e g e n e r , führte, unterstützt von einer Auswahl herrlicher und zum Teil erschütterder Lichtbilder, die Zuhörer im einzelnen in Die Lfflandstöchter und ihre Kreier. Vornan von 3- Schneider-Foerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa. „James Pick! — James Pick!" Er hatte es geschafft! Benommen stieg er, von ungezählten Händen bewillkommnet, die steinerne Treppe zum Ufer herauf, schloß die Augen und öffnete sie wieder, suchte und fchloß sie vorübergehend ein zweites Mal. Sie war nicht gekommen, hatte seinen Sieg nicht mit angesehen.... Hinter ihm stieg Nießling aus dem Wasser. Für Sekundenlänge kreuzten sich ihre Blicke. James Pick sah nur Haß, und legte seine Rechte flüchtig in die dargebotene des Rivalen. Dann rissen ihn ein Dutzend begeisterte Anhänger hoch, nahmen ihn auf die Schultern und trugen ihn den Kabinen zu. Er konnte es kaum erwarten, trockengerieben und angekleidet ^u fein. Vielleicht stand sie am Ausgang. Aber auch hier war nichts von Margot zu erspähen. Und er hatte keine Minute freie, verfügbare Zeit, denn seine Trainer wie seine Freunde schienen sich nicht von ihm trennen zu wollen. Im Hotel empfing man ihn mit einer Hochachtung, die wohltuend wirkte. Er war plötzlich eine Nummer geworden. Eine große Nummer sogar! Trotzdem schmeckte ihm das Essen nicht. Was war mit Margot? Sie hatte bestimmt versprochen zu kommen, und war nicht da. Er konnte sie unmöglich Übersehen haben. Oder vielleicht doch? Gegen Abend litt es James nicht mehr im Hotel. Er wußte die. Adresse von Margots Verwandten. Schließlich war er kein Bettler, der um ein Almosen bat, wenn er dort Erkundigungen einzog. Ein Mietauto brachte ihn nach der Jfflandschen Villa. Eine hohe Mauer neidete den Blick in den Park. Dann zeigte sich ein mächtiges Gittertor mit einer großen Rasenfläche dahinter. glieder. Die meisten Einwohner gehören ihm an. Die Kinderschule wurde innerlich restauriert und mit neuen Sitzgelegenheiten für die Kinder versehen. Sie ist jetzt in jeder Beziehung eine im guten Sinn moderne Anstalt. Besucht wurde sie im Durchschnitt von 70 Kindern täglich. Die Krankenschwester pflegte in 211 Familien. Sie hatte 29 Nachtwachen und machte 6311 Krankenbesuche. Beiden Schwestern wurde für ihre vorbildliche, treue Arbeit Dank ausgesprochen, ebenso den Gönnern der Anstalt, nämlich der Gemeinde Lollar und den Buderus- fchen Eisenwerken, wie auch den vielen ungenannten Gebern, die die Anstalt durch Naturalien unterstützen. Für eine Spende der Frau Becker Wwe. wurde ebenfalls herzlicher Dank ausgesprochen. Die vorgeprüfte Rechnung wurde von Rektor Daab erstattet. Sie ergab in Einnahme 3098,51 Mark, in Ausgabe 3000,16 Mark, so daß sich ein kleiner Kassenbestand von 98,35 Mark ergibt. Dem Rechner wurde gebührender Dank gesagt. Der Dor- jitzende schloß mit der starken Üeberzeugung, daß das soziale Wohlfahrtswerk (Fürsorge für Kinder und Kranke), das reichlich praktisches Christentum darstelle und seit bald 30 Jahren in der Gemeinde arbeite, feste Wurzeln geschlagen habe. Er wünschte dem Werk in Zukunft eine gedeihliche, gesegnete Entwicklung und schloß mit dreimaligem Sieg-Heil auf Verein, Gemeinde, Volk und vor allem den Führer, der ja unsere Ideale fördere, die Generalversammlung. § Mainzlar, 20. März. Die Eintopf- {ammlung vom vergangenen Sonntag ergab in unserem Orte den Betrag von 53,— Mark. — Die Gemeinde ließ in den letzten Tagen die alten bereits verfallenen GrLeffüäume am Erlenbach abholz en unb dafür junge Ob ft bäume anpslan- zen. — Dem Jungvolk wurde von der Gemeinde ein Raum im Rathaus als Heim und Aufenthaltsort zur Verfügung gestellt. v * Treis a. d. Lumda, 21. März. Eine neue P o - l i z e i v e r o r d n u n g über die Entwässerung von Grund st ücken in unserer Gemeinde ist mit der vorgestrigen Veröffentlichung der neuen Bestimmungen ' im ' Amtsverkündigungsblatt der Provinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamts Gießen in Kraft getreten. t Treis a. d. Lda., 20. März. Die hiesige Frauenhil-se hielt gestern abend in Lemps Saal ihren Schlußabend für diesen Winter ab und hatte dazu auch die N S. - F r a u e n s ch a f t ein- geladen, mit der sie von Anfang an in guten Beziehungen steht. Pfarrer Becker-Gießen hielt einen sehr anschaulichen Vortrag über den Gustav- Adolf-Verein und dessen letztjährige Tagung in sich's versah, vollkommen in ihre Netze verstrickte. Man gab ityn zu Ehren ein Festessen und lud ihn zu einem halben Dutzend sportlichen Veranstaltungen ein. Der Ruderverein hatte amerikanische Gäste, die neugierig auf den über Nacht berühmt gewordenen James Pick waren. Eines Morgens erwachte er dösig, mit wirbelndem Kopf, von Ekel gequält. Er saß auf dem Bettrand und hielt sich die Schläfen. Nur langsam brach sich das Erinnern Bahn. Man hatte wieder einmal seinen Sieg gefeiert, und Margot war schuld daran, daß er sich vergessen, und von dem allgemeinen Taumel hatte hinreißen lassen. Sekt und Wein, Austern, Kaviar und russisches Geflügel. Lauter Dinge, die den Menschen zwar nicht schlechter, aber dafür befto_ widerstandsloser machen. Und in einem solchen Stadium vollkommener Widerstandslosigkeit hatte er es geduldet, daß Ellen Panys, die Tochter des amerikanischen Porzellankönigs, den Arm um ihn gelegt und mitten auf den Mund geküßt hatte ... „'Well, Sie gefallen mir! Ich werde meinem Vater ein Kabel schicken, daß ich einen Mann mit hinüberbringe. Meinen Mann. Einverstanden?" Und er hatte „Ja" gesagt. Ein unüberlegt rasches 1 der n de; He, Aus. äbau« slaat, dein )e die ^chen» 0 bis ' Pf- Ar. s 12, Rote hlrabi äs 40, 10 bis !5 bis Mark, ühner Salat is 10, die Nol und das Leid, aber auch in die wunderbaren Schönheiten der uns entrissenen Gebiete ein. Selber Auslanddeutsche, kennt sie die Probleme und Kämpfe alle aus Erfahrung, und dies Unmittelbare des Erlebens und der Anschauung wirkte zündend. Temperamentvoll und erfüllt von glühender Liebe zur großen Sache und vom tiefsten Vertrauen auf eine bessere, durch die staatsmännische Weisheit des Führers verbürgte Zeit, ließ Frau D e g e n e r die besonderen Leiden der uns entrissenen Gebiete in Wort und Bild vorüberziehen. Die Körperertüchtigung imBk>M. bedeutet: Erziehung zur Gemeinschaft! Grundlage innerer Haltung! Pflicht gegen uns und Dienst am Volke! Das Auto stand noch nicht ganz, als James Pick schon den Schlag öffnete. (Sie mochte hinter den Bäumen versteckt liegen, hinter deren Blattwerk auch der Fluß oeraufglitzerte. James Pick legte den Finger auf den weißen Knopf an der Mauer und Härte ein leises Surren, das von einem Türöffner herrührte. Während er den breiten Weg hinabschritt, tauchte eine Livree um die Ecke auf. James nahm eine Visitenkarte heraus und übergab sie dem Diener. Das glattrasierte Gesicht verzog keine Miene. „Die Herrschaften sind verreist. Es ist noch unbestimmt, wann sie zurückkommen." Pick wagte noch einen Anlauf. „Können Sie mir sagen, ob Fräulein Margot Jffland hier zu Besuch weilt?" „Ein Fräulein Jffland? — Nein. Die Dame ist auch gar nicht angemeldet." „Danke." Als James wieder im Wagen saß, preßte er für Sekunden die Hände gegen die Schläfen. Um ihretwegen hatte er den Sieg erstrebt! Um ihretwegen. — Und sie hatte ihn belogen! Noch am gleichen Abend unterschrieb er einen Kontrakt, der ihn für sechs Monate nach Amerika verpflichtete. Ende der Woche gedachte er sich in Hamburg bereits einzuschiffen. Er wollte einen schen Vaterlandes kennenzulernen. Paul Nieren gewann sofort als Ansager innige Beziehungen zu allen Gästen und wußte für den Abend durch sein heiteres Geplauder alle mitzureißen. Geiger las, auf die Stimmung des Heldepgedenktages abgeftellt, Kriegserlebnisse einiger Soldaten. Karl 23 o l cf rezitierte in seiner Frankfurter Mundart und brachte noch in luftigen Vorträgen Erlebnisse Friedrichs des Großen. Der Zauberkünstler Orizaba, von der Truppe Harry Cobler her bekannt, die vor einiger Zeit in der Umgebung gastierte, hatte vollen Erfolg. Die Kapelle Bender-Steinberg sorgte durch Vortrag guter Musik für den musikalischen Teil und paßte sich immer dem Programm an. Der Adam Isheim ' sche Gesangverein brachte drei Chöre zu Gehör und wirkte zur Ausschmückung des Abends mit. Als Abschluß wurde von den Gästen des Gießener Stadttheaters die luftige Szene, der Grüninger Reichssender, dargebracht. Nach Abwicklung des Programms verbrachte man in angeregter Stimmung noch einige vergnügte Stunden. * N i e d e r - B e s s i n g e n, 20. März. Der hiesige Gemischte Chor hielt gestern abend in seinem Uebungslokal seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Bürgermeister K. Mau l, gab in seiner Begrüßungsansprache insbesondere dem Wunsche Ausdruck, daß der Chor durch Mitgliederzuwachs eine Verstärkung der Frauenstimmen erhalten möge. Gleichzeitig gab er bekannt, daß die Beitragsfrage kein Hindernis für die Mitgliedschaft sein soll, da minderbemittelten Mitgliedern' der Beitrag ermäßigt bzw. ganz erlassen werde. Im Anschluß an die Ausführungen des Vorsitzenden wurde die Rechnungsablage vorgenommen. Der Rechner Ernst Pein II. erstattete den Geschäftsbericht. Er erwähnte hierbei, daß der Reinertrag eines im verflossenen Jahr vom Chor veranstalteten Unterhaltungsabends restlos dem Winterhilfswerk zugeführt worden fei. Nach Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt und die Versammlung nach Erledigung einiger weiterer geschäftlicher Angelegenheiten in üblicher Weise gefchlossen. Im Anschluß an die Hauptversammlung verbrachte der Verein bei seinem aktiven Mitglied Heinrich Steuernagel II. noch einige frohe Stunden in bester Kameradschaft. wg. Großen-Bufeck, 19. März. Der VDA. veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft von Wagner einen volksdeutschen Abend, zu dem die Mitglieder der N S. - F r a u e n s ch a f t und des Alice-Frauenvereins besonders eingeladen und zahlreich erschienen waren. Nach kurzen Begrüßungsworten von Frau Maria Roll hielt Frau D e g e n e r - Berlin einen Vortrag über die Not des Auslandsdeutschtums, bei dem sie er- - schütternde Einzelheiten berichtete. Zahlreiche gute roffi» m der iment odschast« Leibgar« Rieben: ch bem r - dcp uf bU Blorvtot iben der rgiments Reserve und des i liegend zurückge- ibeten in hter und •lid) und r Hinsicht n die in Mt mit- stündigem ner Der« te. Höri- , der 51' irnotn®1"1 Menschen des Memelgebietes in ihrer trotz Hunger und Gefängnis unbeugsamen Treue zum Deutsch- lebendig: die Leiden der Rheinlande Besatzung, vielfach zu rasch vergessen, neue in Erinnerung gebracht: die Be- irud und Ankunft von ihm. i nächsten tarne und e Heimat e Alsfeld e Lebens- •quna des 'beteiligt berstanden örz dieses ;/11Sek m Trummen Nachr'chl s» .ffif. 6.55t ■S* DchÄ As sL smum . bl'he Ein. ^setz fei Altung leit« -;sz i i-tf jessen der Te» ere, baß ' ausge. ld Staat de. Die ibee bas valtung T Siche« un9 mit erneinbe. ingefchal, Erneinbe» gen 23er. twirkung leinbe im >e- Bür» dann im igen ber itherigen besondere eräte im )en Bm- unb fei» rstänbnis ation? front! dieser , reize Neu- .n9«nbe ln3elnen r befan. en 9uft, ' ’n fei, ."K 15. filh-lnl 9* onn jn/ber t -»K l^ruiir9 I'"' IO« Kurt» «nA Donnerstag, 21 Marz 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 68 Dritter Blatt Ein Teil der Brandstätte an der Landstraße nach Geiß-Nidda. Briefkasten der Mdaktion Lehrertagung in Gießen Bezirks-Verein Gießen-Land vom AGLB. Südwind hatte in dem Schwellen- und Telegraphenmastenlager eine breite und tiefe Flarn- menwand entfacht, die sich unglücklicherweise gerade in der Richtung nach den großen Stapeln mit vielen Tausenden von Brettern und den Werkgebäuden vorwärtsbewegte. Kommandant Seum von der Niddaer Feuerwehr bezeichnete es bei diesem Stand des Brandes als dringend erforderlich, unter vollem Einsatz aller Kraft vor allem das brennende Schwellen- und Mastenlager dicht an der Feuerfront abzuriegeln, damit die Flammen zum Stehen gebracht würden. Diese Meinung deckte sich mit der Ansicht der übrigen Feuerwehrführer, so daß sofort mit größter Kraft der konzentrische Löschangriff mit der vor- erwäbnten Zielsetzung entfaltet wurde. aussetzung ist jedoch in beiden Fällen, daß die Wurzeln und Zweige das Nachbargrundstück beeinträchtigen. Früchte, die von Ihren Bäumen auf das Nachbargrundstück hinüberfallen, gehören dem Nachbarn. Werden jedoch die Baumstämme beim Heraustreten aus dem Boden von der Grenze durchschnitten, so gebühren die Früchte und, wenn der Baum gefällt wird, auch der Baum Ihnen und Ihrem Nachbarn zu gleichen Teilen. Sowohl Sie als Ihr Nachbar können in diesem Falle die Beseitigung der Bäume verlangen. Die Kosten der Beseitigung fallen Ihnen zu gleichen Teilen zur Last. Wenn ein Baum, der auf Ihrem Grundstück aus dem Boden tritt, infolge schiefen Wachstums mit dem Stamm in das andere Grundstück hinüberragt, dann kann der Nachbar gegen Sie nur auf Beseitigung klagen. Welcher dieser Fälle bei Ihnen vorliegt, geht aus Ihrer Anfrage nicht hervor. Anfrage Lauter. Die Ansprüche auf Rückstände von Zinsen verjähren erst in vier Jahren. Sie müssen die angeforderten Zinsen mithin bezahlen. L. Sch. in R. Die Rückstrahler müssen an der Rückseite zwischen Fahrzeugmitte und linker Außenkante angebracht werden. Sie dürfen nicht höher als 50 cm über dem Erdboden angebracht werden und niemals verdeckt fein. Die Rückstrahler brauchen nicht beweglich zu sein. W. Sch. in G. Eine bestimmte Höhe der Kürzung der einzelnen Forderungen ist im Entschuldungsgesetz nicht vorgeschrieben. Jedoch darf eine Forderung ohne Zustimmung des Gläubigers höchstens um 50 v. H. gekürzt werden. Es sind aber nicht alle Forderungen kürzbar. Forderungen, die in voller Höhe durch eine innerhalb der Mündelsicherheitsgrenze liegende Hypothek gesichert sind, können z. B. nicht gekürzt werden. Ist die Forderung durch eine nur teilweise innerhalb der Mündelsicherheitsgrenze liegende Hypothek gesichert, dann ist der die Mün- delsicherheitsgrenze übersteigende Teil bis zur Hälfte kürzbar. Unkürzbar sind u. a. ferner Forderungen aus Lieferungen oder sonstigen Leistungen, die nachweislich für den Betrieb nach dem 30. Juni 1931 bewirkt sind. Darunter fallen beispielsweise auch Handwerkerforderungen und dergleichen. Handwer- kerforderungen sind auch in sonstiger Hinsicht bei der Entschuldung noch begünstigt, jedoch gehen dies« Ausführungen über den Rabmen einer Briefkastenanfrage hinaus. Auch die Schuld, für die eine Bürgschaft'bestellt ist, wird im Entschuldungsverfabren gekürzt. Der Bürge haftet auch nach der Entschul- düng weiter, jedoch kommen die bei der verbürgten Schuld eingetretenen Erleichterungen (Zinsberab- setzuna. langsame Tilgung und Kürzung der Schuld) auch ihm zugute nenden Stapeln befindlichen Gleise des Reichsbahn-Anschlusses stellenweise stark verbogen. Nach mehrstündiger angestrengtester Arbeit konnte der Riesenbrand gegen 18 Uhr in der Hauptsache als bezwungen angesehen werden. Nunmehr rissen die Feuerwehrmänner mit langen Stangen die im Innern noch brennenden Holzstapel auseinander, um wirksamer löschen zu können, gleichzeitig richteten andere Abteilungen die Schlauchmündungen jetzt mit voller Wasserwirkung auf die zunächst sich selbst überlassenen, weil für die Ausbreitung der Flammen belanglosen Stapel. Auch hierbei gab es noch manch hartes Stück Arbeit zu bewältigen, bis schließlich der Brand, in allen Abschnitten des großen Platzes spät am Abend niedergekämpft war. Der Brandschaden beziffert sich auf rd. 5 0 0 0 0 Mark. Das himmelsbachsche Sägewerk wird davon nicht betroffen, da die Eisenbahnschwellen und die Telegraphenmasten schon seil einiger Zeit der Reichsbahn bzw. der Reichspost übereignet waren und nur noch auf dem Platze gelagert wurden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Auf wessen Veranlassung das als Brandursach« in Betracht kommende Abbrennen des Grases ohns die nach Lage der örtlichen Verhältnisse bedingten ausreichenden Sicherungsmaßnahmen erfolgte, konnten wir gestern nicht erfahren. Die behördlich« Untersuchung dürfte nach dieser Richtung hin ja Klarheit bringen. Mit Anerkennung sei noch vermerkt, daß viele freiwillige Helfer in vorbildlicher Tatbereitschaft beim Retten Hayd ans Werk legten, ferner die Menschenmenge der von allen Seiten her. beiströmenden Zuschauer sich diszipliniert verhielt und das Werk der Feuerwehr in keiner Weise erschwerte. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) T. 4. Sonderbestimmungen über die Instandhaltung des Gartenzauns durch die Anlieger bestehen in Hessen nicht. Nach bürgerlichem Recht gilt folgendes: Mangels befonderer Vereinbarung mit dem Nachbarn hat derjenige die Unterhaltungskosten des Zaunes zu tragen, auf dessen Eigentum der Zaun steht. Steht der Zaun dagegen auf der Greyze, d. h. zum Teil auf dem Eigentum des Nachbarn, und dient er auch dem Nachbargrundstück zum Vorteil — etwa weil er auch vom Nachbar als Grenzzaun benutzt wird —, dann sind die Unterhaltungskosten von den Nachbarn zu gleichen Teilen zu tragen. h. St. in T. Stehen die Bäume mit dem Stamm auf Ihrem Eigentum, dann kann der Nachbar Wurzeln, die in fein Grundstück eingedrungen sind, ab- schneiden und behalten. Dasselbe gilt auch von überragenden Zweigen, jedoch muß Ihnen hier der Nachbar vorher eine angemessene Frist zur Beseitigung setzen. Erst nach fruchtlosem Ablauf der Frist kann er die Zweige selbst beseitigen und behalten. Vor- Eine gewaltige Feuersbrunst entstand gestern gegen 13.30 Uhr auf dem großen Lagerplatz des Himmelsbachfchen Sägewerks in Nidda. Wenige hundert Meter hinter Berstadt sieht man an dem hellen Frühlingshimmel in Richtung Nidda berits hohe und dichte Rauchwolken stehen, die von dem kräftigen Südwind rasch nach Norden zu dahingetrieben werden, aber immer neue starke Nahrung von der Erde her erhalten. Auf der Hohe an der Reichsbahnhaltestelle Geiß- Nidda, kurz vor Bad Salzhausen, sieht man die dicken Rauchschwaden des großen Brandherdes mächtig emporsteigen, und man erhält dadurch schon eine Vorstellung von dem Umfang des Unglücks. In Nidda sieht man viele Menschen zu Fuß, aitf dem Motorrad oder in Kraftfahrzeugen hinausströmen zu dem südlich vor der Stadt in Rich- Bei der umfassenden Abriegelung des Flammenmeeres und auch bei dessen späterer Rieder- kämpfung leisteten alle Feuerwehren ganz hervorragende Arbeit, die des höchsten Lobes wert ist. Während am Ufer der Nidda die Motore der Saugapparate mit höchster Kraft das Wasser her- anschafften, gingen die Schlauchführer mit bewundernswertem Schneid und größter Opferbereitschaft bis in die nächste Nähe der wütenden Flammen vor. Die Mannschaften mußten hierbei von den Rauchgasmasken Gebrauch machen. Alle mußten ferner mit nassen Tüchern behängt bzw. selbst einmal etwas bespritzt werden, um es in der großen Hitze unmittelbar vor dem Flammenmeer aushalten zu können. Diesem heldenhaften Verhalten der Feuerwehrmänner im Zusammenwirken mit der geschickten Führung der Wehren gelang es denn auch, in mehrstündiger harter Löscharbeii die Feuerfront aufzuhalten und dadurch die Werkanlagen und den größten Teil des Holzlagers zu retten. In guter und opferfreudiger Kameradschaft mit den Feuerwehrmännern waren aber auch noch viele andere Helfer eifrig am Rettungswerk beteiligt. Hier ist vor allem das Arbeitsdienstlager Nidda hervorzuheben. Mit vereinten Kräften war man bemüht, von den Transportmitteln und den reichen Schwellen- und Mastenvorräten möglichst viel in Sicherheit zu bringen, bevor die Flammen ihr Zerstörungswerk beginnen konnten. Eine vom Bahnhof Nidda schnell herbeigeholte Lokomotive zog eine Anzahl Güterwagen, die im Lagerplatz standen, noch rechtzeitig aus dem Bereich der Flammen heraus, weiter wurde auf den Schienenloren ein ansehnlicher Teil Schwellen und Masten unversehrt in Sicherheit gebracht. Andere trugen Schwellen und Masten auf den Schultern abseits von der Feuerfront. Bei dieser sehr anstrengenden Arbeit war namentlich der Arbeitsdienst besonders tätig. Den jungen Arbeitsdienstmännern sah man es an, daß sie bei diesem schweren Hilfswerk in vorbildlichster Weise alle ihre Kräfte eingesetzt hatten. Bei diesem anerkennenswerten Schaffen der jungen Kameraden vom Arbeitsdienst ereignete sich leider ein tragischer Unglücksfall, dem der junge Arbeitsdienstmann Karl B rufi us aus Gießen zum Opfer fiel. Der bedauernswerte junge Mensch, der Ende dieser Woche nach Erfüllung seiner Arbeitsdienstpflicht zur Entlassung kommen sollte, stürzte beim Abwerfen eines Telegraphenmastes und fiel dabei so unglücklich, daß er von dem schweren Stamm am Kopfe und an der Brust getroffen wurde. Nach schneller ärztlicher Hilfe machte sich das Auto der Niddaer Sanitätskolonne mit ihm rasch auf die Fahrt nach Gießen zur Chirurgischen Klinik, leider v e r st a r b er aber schon unterwegs. Die Trauer um den in vorbildlicher Pflichterfüllung beim Dienst für das Gemeinwohl so jäh aus dem Leben abberufenen jungen Volksgenossen ist allgemein. Auf dem abgeriegelten Brandherd wütete das Feuer noch lange mit voller Gewalt. Die Hitze war so stark, daß sich die dicht an den bren- Die Arbeitsgemeinschaften I und II „Volksschule" des Bezirks-Lehrervereins Gießen-Land hatten am aestrigen Mittwoch eine recht umfangreiche und sehr lehrreiche Tagung. Der erste Teil wurde im Hotel Köhler abgehalten. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden, Lehrer Dr. R e i d t (Heuchelheim), hielt Rektor K n a b (Heuchelheim) einen Vortrag über die Wikinger- führten. In seiner Einleitung ging der Vortragende auf die Wichtigkeit eines guten Geschichtsunterrichts näher ein und schilderte dann mit begeisterten Worten die Fahrten der Nordmänner, die einst Island, Grönland und auch schon Nordamerika entdeckt hatten, die ohne Kompaß die Meere durchsegelten mit ihren Drachenschiffen, die überall Kolonien gründeten und so einen Austausch und eine Vermischung verschiedener Kulturen herbeiführten. Unbändiger Freiheitsdrang, größte Tapferkeit und die Lust an Abenteuern trieb einst die Wikinger in alle Welt hinaus. Sie beherrschten das Mittermeer, sahen den Bosporus, entdeckten das Weiße Meer und waren zeitweise die Schrecken anderer Völker. Daß die Darbietung solcher Geschichtsbilder gerade für unsere Knaben in der Schule von größter Bedeutung seien, das wurde deutlich betont. Der Vortragende verstand es, durch die Schilderung der Kampfesweise, der Waffen, der großartigen Organisation (Kameradschaft und Unterordnung unter den erkorenen Führer) usw. ein klares, lebensvolles Bild der Wikinger und ihrer Fahrten zu geben, und erntete am Schluß reichen Beifall. tung Ranstadt liegenden Werk. Beim Herankom- men an den großen Betrieb sehen wir erfreulicherweise, daß die Flammen zum Glück nicht die Betriebsgebäude ergriffen haben, sondern im Holzlager wüten. Der etwa 5000 Quadratmeter große südliche Teil des weiten Lagerplatzes ist der Schauplatz des entfesselten Elements. Auf diesem Teil des Platzes brennen Taufende von Eisenbahnschwellen und Telegraphenmasten, alle mit Teer stark getränkt. Als Ursache des Riesenfeuers wird uns mitgeteilt, in dem Straßengraben der Landstraße von Nidda nach Geiß-Nidda, der dicht an dem Lagerplatz entlangführt, habe man — wie durch Augenschein an den langen verkohlten Strecken ^es Grabens bestätigt wird — das dürre Gras angebrannt, um es zu vernichten. Von diesem Grasbrand sind die Flammen unter und durch den Maschendraht hindurch auf das Holzlager übergesprungen, haben hier neue Nahrung gefunden und dann die gewaltigen Stapel der aufgespeicherten, teergetränkten Eisenbahnschwellen und Telegraphenmasten ergriffen. heftiger Südwind entfachte die Flammen immer mehr und trieb das verheerende Element von Holzstapel zu Holzstapel. Da auf diesem Teile des Lagerplatzes nur Fertigware lagerte, wurden die Flammen von Arbeitern an anderen Stellen des großen Platzes erst bemerkt, als es zum Löschen im Entstehen bereits zu spät war. Die auf den Feueralarm schnell an die Brandstätte geeilte Niddaer Feuerwehr unter dem Befehl ihres Kommandanten Seum fand eine Brandlage vor, die für das gesamte Werk ganz außerordentlich bedrohlich war. Angefacht durch den starken Wind, fraß sich das Feuer an der überreichen Nahrung sozusagen im Laufen vorwärts. Kommandant Seum erkannte sofort, daß die Niddaer Feuerwehr trotz eifrigster Arbeit und hingebungsvollstem Einsatz aller Kräfte allein nicht imstande sein konnte, diesem gewaltigen Feuer so wirksam entgegenzutreten, daß das Werk selbst und der übrige große Holzbestand des Lagers geschützt wurde. Die alsbaldige Bitte um schleunige Brandhrlfe vereinigte in rascher zeitlicher Folge sieben Feuerwehren mit Motorspritzen und drei Feuerwehren mit handsprihen an der Brandstätte. Neben der Niddaer Feuerwehr unter dem Kommandanten Seum waren noch mit Motorspritzen schnell herbeigeeilt: die Kreismotorspritze aus Gießen mit Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, Stadtbranddirektor Braubach und mehreren Feuerwehrmännern der Feuerwache; die Kreismotorspritze aus, Büdingen unter dem Kommando des Kreisfeuerwehrinspektors G ö ck e l, Büdingen; die Kreismotorspritze aus Schotten unter Führung des Kreisfeuerwehrinspektors Eberheim, Schotten; die Motorspritzen aus Hungen, Bisses und von den Buderuswerken in Hirzenhain; ferner die Handspritzen aus Kohden, Geiß-Nidda und Da u e rn h e i m. Die Spritzen konnten, glücklicherweise an der dicht an dem Lager entlang fließenden Nidda anlegen und von hier aus durch zahlreiche Schlauchleitungen in umfangreichstem Maße Wasser auf die gewaltigen Brände schleudern. Dem energischen Eingreifen der Gießener Kreismotorspritze war es mit in erster Linie zu verdanken, daß die Flammen nun sehr schnell eingedämmt werden konnten. Beim Eintreffen der auswärtigen Wehren fah die Lage für den gesamten Lagervorrat und die Werkanlagen sehr bedrohlich aus. Der starke Ein Teil der Löscharbeit an der Feuergrenze in nächster Nähe der riesigen Bretterstapel. Der Wasser- strahl im Bild stammt von der Gießener Kreismotorspritze. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Großen.) seinem eigenen Bekenntnis in dem Buch „Mein Kampf") einst durch seinen Geschichtslehrer große Begeisterung geweckt und seine unendliche Liebe für fein deutsches Volk in dem Geschichtsunterricht genährt und gestärkt worden sei. Mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer schloß der erste Teil der Tagung. Darauf begaben sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaften in die Goethe-Schule. Anschließend an das Wort des verstorbenen Leiters des NSLB., Hans S ch e m m, der gesagt hatte, daß Adolf Hitler der größte Erzieher des deutschen Volkes sei, hielt Kreisschulrat N e b e l i n g einen äußerst fesselnden Vortrag über die Aufgaben, die die neue Zeit an die deutsche Schule stellt. Darin, daß unser Führer von Zeit zu Zeit große Probleme und Entscheidungen dem deutschen Volke vorlegt (der Redner erinnerte hier an die Einführung der Wehrpflicht), zeigt er sich als großer Erzieher. Noch vor einigen Jahren wäre das in Deutschland unmöglich gewesen. Durch diese großen Entscheidungen, die alle Deutschen ihre Alltagssorgen vergessen lassen, werden sie immer mehr zur deutschen Volksgemeinschaft und Einheit geführt. Genau so sollten auch in der Schule, die nicht nur Lern- und Arbeitsschule sei, von Zeit zu Zeit Aufgaben gestellt werden, die bei den Schülern Kameradschaftlichkeit, Unterordnung und freiwillige Arbeit forderten. So müßte die Schule zur Erziehungs- und Charakter- bildungsfchule werden. Im Anschluß daran kam Schulrat Nebeling auf die vorbereitende Gruppenarbeit im Geographieunterricht zu sprechen und zeigte den Versammeltes in dem ausgestellten zahlreichen Material, wie die Schüler einer Oberklasse in verschiedenen Abteilungen für das Gebiet „Nordamerika" Stoffe zufammengetragen, Aufsätze ge- Der Vorsitzende dankte dem Redner, ging bann in einer ausführlichen Darstellung auf den Geschichtsunterricht im allgemeinen ein und wiederholte noch einmal kurz die verschiedenen Abschnitte, die durch die Arbeitsgemeinschaften im letzten Winter behan- _ ..... beit worben waren. Er wies u. a. barauf hin, baß I schrieben, Karten, Münzen, Briefmarken unb Bilder gerabe bei unferm Führer unb Reichskanzler (nach ' gesammelt hatten. Großfeuer im Sägewerk Himmelsbach in Nidda Taufende von Eisenbahnschwellen und Telegraphenmasten verbrannt. — Ein junger Arbeitsdienstmann aus Gießen bei der Hilfeleistung tödlich verunglückt. Eigener Bericht unserer Redaktion. SJL-^fpoit Schwerathletik-Gportabend zugunsten des WSW. Der 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen veranstaltet am Samstag, 23. März, im Cafä Leib einen großen Sportabend zugunsten des Winterhilfswerkes. Die vorgesehene Spielfolge ist so vielseitig, daß auch Volksgenossen, die sich bis jetzt für den Kraftsport nur wenig interessiert haben, von den Darbietungen angenehm überrascht sein dürften. Zunächst zeigt eine Gruppe bester Gewichtheber formvollendete ein- und beidarmige Hebübungen. Darauf stellen sich die Ringer mit Ringerfreiübungen vor, etwas ganz Neuem für Gießen. Dann wird auch gerungen, und zwar eine kombinierte A* gegen eine 8-Mannschaft. Hierbei werden sich technisch sehr schöne Kämpfe im griechisch-römischen Stil entwickeln. Nach den Ring- kämpfen werden Kraftpyramiden gestellt, die von den Ausführenden außerordentliche Kraft und Körpergeschicklichkeit fordern. Boxen, fonst in Gießen viel zu wenig gezeigt, findet ebenfalls einen Platz im Programm. Hier haben sich im Interesse der guten Sache Marburger und Wetzlarer Gäste anerkennenswerterweise zur Verfügung gestellt. Jiu-Jitsu, die Selbstverteidigung, in Gießen noch kaum gezeigt, dürfte ebenfalls großen Anklang finden. Deshalb wäre zu wünschen, daß Sportliebhaber, Freunde und Gönner des Kraftsportes, diese Veranstaltung zahlreich besuchen, damit nicht allein den Bemühungen des rührigen Kraft- und Sportklubs 1893 Erfolg beschieden ist, sondern vor allem dem Winterhilfswerk ein ansehnlicher Betrag zufließen kann. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Dahenborn-Steinberg 1. 3gb. — Heuchelheim 1.3gb. Am vergangenen Sonntag herrschte auf dem Sportplatz an der Neumühle Hochbetrieb. Die erste Jugend trat zuerst auf den Plan. Nach einem wechselvollen Spiel gewannen die Heuchelheimer gegen die stark ersatzgeschwächte Jugend der Einheimischen. Watzenborn-Steinberg II — Ober-Rovbach II 1:0 (0:). Kurz nach diesem Spiel betrat die 2. Mannschaft von Ober-Rosbach und die gleiche der Einheimischen das Feld. Es entwickelte sich ein lebhafter Kampf. Beide Hintermannschaften waren jedoch nicht zu schlagen. Ein Elfmeter für Steinberg wurde verschossen. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause kämpften beide Mannschaften hart um den Sieg. Steinberg war die glücklichere Elf. Ein Weitschuß des rechten Verteidigers landete im Netz der Gäste. Dies sollte der einzige Treffer sein. Bei den Gästen überragte der Tormann. Bei den Einheimischen erfüllte jeder seine Pflicht. Watzenborn-Stein berg I — Ober-Rosbach I 2:5 (0:2). Im dritten Spiel kämpften die 1. Mannschaften von Ober-Rosbach und Steinberg um den Sieg. Die einheimischen betraten mit folgender Mannschaft den Platz: Brückel; K. Schmandt, Fett; E. Happel, H. Schmandt, E. Burger; O. Burger, Lang, Fischer, Haas, Burk. Man hatte also den jugendlichen Torwart Brückel herangezogen, der im allgemeinen befriedigte. E. Happel spielte rechter Läufer. Das Spiel begann mit beiderseitigen Vorstößen. Bald schälte sich eine leichte Ueberlegenheit der Einheimischen heraus, und eine von links geschossene Flanke wurde von Lang aus dem Gedränge heraus zum Führungstor verwandelt. Als der Teutonensturm wieder einmal vor dem Gästetor lag, konnte Burger den Ball mit großer Wucht einsenden. Unverdrossen kämpften die Gäste weiter. Bis zur Pause ändert sich aber nichts mehr an dem Resultat. Nach Wiederanpfiff hatten die Gäste Sonne und Wind im Rücken und kämpften um Verbesserung des Resultats, was ihnen vorerst jedoch nicht gelang. Im Gegenteil: ein Elfmeterball wurde von Fett verwandelt. Endlich erhielt der Gäste-Rechts- außen den Ball im Strafraum und schoß ihn unter dem sich etwas zu spät werfenden Tormann Brückel ein. Eine Minute später konnten die Gäste durch ihren Halblinken noch ein Tor aufholen, das für den Tormann unhaltbar war. In der Folge konnte der einheimische Halbrechte Lang durch zwei weitere Tore den Sieg sicherstellen. BH diesem Spiel zeigten die Teutonen wieder mehr Elfer und Kampfgeist, als seither. Die Gäste boten eine geschloffene Leistung. Handball im VfB-Reichsbahn. Am kommenden Sonntag empfängt die Handballobteilung des DfB.-Reichsbahn die 1. und 2. Mannschaft des Turnvereins Wetzlar. Die 1. des Tv. Wetzlar spielt bekanntlich Gauliga und hatte in letzter Zeit eine starke Formverbesserung zu verzeichnen. Da die Gießener in Wetzlar unentschieden spielten, könnte man zu der Annahme kommen, daß die 1. Mannschaft des VfB -Reichsbahn auf eigenem Gelände siegen würde. Man erwartet ein technisch hochstehendes Spiel. Die 2. Garnitur von Wetzlar steht der 2. des DfR.-Reichsbahn erstmals gegenüber. Kämpft die 2. Mannschaft in derselben Aufstellung wie gegen Ruttershausen, so ist der Sieg sicher. Schmeling—Baer am 17. August. Die Verhandlungen für einen Weltmeisterschaftskampf zwischen Max Schmeling und dem Titelver- teübiger Buer sind soweit gediehen, daß die Begegnung — wie man von dem Veranstalter Walter Rothenburg erfährt — für den 17. August 1935 feststeht. Schmeling und der Amerikaner haben bereits zugestimmt und der Vertrag für Baer geht in diesen Tagen nach USA. ab. Der Austragungsort steht allerdings noch nicht fest. Austakt zu den Olympischen Spielen 1936. Eine Rede des Reichssportführers. Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda empfing Mittwochnachmittag in den Festräumen seines Ministeriums das diplomatische Korps und die Vertreter der ausländischen Presse. Der Empfana bildete den offiziellen deutschen Auftakt zu den Olympischen Spielen 1936 und erhielt seine besondere Bedeutung durch eine große Rede des Reichssportführers von Tschammer und Osten, der über das Thema „Die deutschen Leibesübungen, der Reichssportführer und die Olympischen Spiele 1936" sprach. Durch diesen Empfang und seinen überaus eindrucksvollen Verlauf wurde eindeutig und weithin sichtbar vor aller Welt bekundet, daß die höchsten Stellen des Deutschen Reiches rückhaltlos hinter den olympischen Spielen in Berlin stehen und durch ihren Einsatz ihre erfolgreiche Durchführung gewährleisten. Reichsminister Or. Goebbels begrüßte die Gäste und betonte, daß er es für einen glücklichen Umstand halte, daß mit diesem Empfang die Möglichkeit gegeben sei, das heiße Terrain der Weltpolitik zu verlassen und es mit der etwas kühleren Atmosphäre des völkerverbindenden Sports zu vertauschen. Vor allem im Hinblick darauf, daß im nächsten Jahre in Deutschland die große Weltolympiade stattfinden soll, für die schon eine Reihe von Vorbereitungen getroffen worden ist, die nicht nur Deutschland, sondern die ganze Weltöffentlichkeit angehen. Darauf ergriff der Reichssportführer von Tschammer-Osten das Wort zu seinem Vortrag. Er gab zunächst einen Ueberblick über die Geschichte der ^deutschen L-eibes- übungen und wies darauf hin, daß die Pflege der Leibesübungen heute bestimmten nationalen Gesetzen gehorche, die in jedem Lande entsprechend seiner biologischen und soziologischen Struktur verschieden seien. Deutschland habe neben der rein sportlichen und erziehungsmäßigen Aufgabe den Gesundheitszweck voranstellen müssen. Der Staat übe aber nur die Oberleitungsfunktion aus. Den lebendigen Aufbau durchzuführen, dazu sei der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen berufen. Der Reichssportführer ging sodann darauf ein, daß das nationalsozialistische Deutschland sich nicht gescheut habe, seinen Sportlern zu sagen, daß sie eine nationale Aufgabe zu erfüllen hätten. Wir verlangen von unseren deutschen Vertretern, daß sie ihr Bestes einsetzen für den Sieg, indessen verlangen wir mit gleicher Schärfe, daß unsere Vertreter auch ritterliche Verlierer sind. Die vom deutschen Sport vertretenen nationalen Tendenzen sind vielfach für ein Hindernis der Entwicklung internationaler Beziehungen gehalten worden. Die Praxis be- weist das Gegenteil. Hoch nie, so lange es einen deutschen Sport gibt, waren die sportlichen Beziehungen Deutschlands mit dem Auslande stärkere und ich darf wohl auch sagen — erfreulichere, als sie es zur Zeit sind. Auf dem Grundsatz der Hochachtung aber und auf der Grundlage gleicher Ehre werden die wahren Sportfreundschaften unter den Völkern geschlossen. Anschließend kam der Redner auf die Olympischen Spiele 1936 zu sprechen und betonte, es sei eine Fügung der gnädigen Vorsehung gewesen, daß zugleich mit den Ausgrabungen des alten Tempelbezirks Olympia vornehmlich durch deutsche Gelehrte die olympische Idee selbst wieder lebendig wurde. Sie stellt über die Gesten einer rein materiellen Weltanschauung die erhabenen Standbilder eines Ideals. Wir sind ergriffen von der Größe der Aufgabe, als Ausrichter der Spiele ihren tiefsten Gehalt, zu erschöpfen. Der Reichssportführer wies darauf hin, daß Deutschland dank dem persönlichen Eingreifen des Führers für die Olympischen Spiele Kampfstätten zur Verfügung stellen könne, die der Größe und Würde der Spiele nach jeder Richtung Rechnung tragen. Darüber hinaus bemühe er sich, unter Führung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die olym- pifche Idee in das ganze Volk hineinzutragen. Was Deutschland selbst an Kulturwerten zu geben hat, die Tiefe des Geistes und der Adel der Kunst, soll aufgeboten werden, getreu dem griechischen Vorbild, in der Kraft des Leibes dem Adel des Geistes zu dienen. Wir gestehen freimütig, daß wir damit auch die Absicht verbinden, vielen tausend Gäste einen Blick in unsere wahre Art und in das unverfälschte Deutschland tun zu lassen. Wögen die Abordnungen der 46 Nationen, die mit ihren Fahnen am 1. August ins Deutsche Stadion einziehen werden, die Avantgarde einer Armee sein, die in den Frieden der Ehre und der Ritterlichkeit marschiert. Anschließend an die Rede des Reichssportführers entwickelte sich eine rege Aussprache. Wirtschafi. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz fest. Frankfurt a. M., 20. März. Die Börse war angesichts der wesentlich größeren Publikumsbeteiligung als bisher weiter sehr fest. Dar, Geschäft nahm für Spezialwerte lebhaftes Ausmaß an, auch auf den übrigen Marktgebieten hat sich die Umsatztätigkeit wesentlich gehoben. Besondere Motive lagen heute nicht vor, jedoch verzeichnete man aus der Wirtschaft wieder günstige Nachrichten. Am Aktienmarkt konzentrierte sich das Geschäft in der Hauptfache auf Montan- und Chemiewerte. Besonders lebhaft waren erneut Stahlverein mit 83,75 bis 84,25 (82,25), ferner Rheinstahl mit 101,65 (100). Fest waren außerdem Buderus mit 94,25 (92,50), Klöcknerwerke mit 89,25 (88), Mannesmann mit 81,75 (80,75) und Harpener mit 101,50 (100,75). Von chemischen Werten waren vor allem Farbenindustrie mit 144,75 bis 145,25 (143,75) lebhaft und fest, daneben traten Metallgesellschaft mit 94,65 bis 95,25 (93,75) und Goldschmidt mit 100,25 (99,25) stärker hervor. Scheideanstalt lagen mit 211 (210) etwas ruhiger, Rütgerswerke zogen auf 108,75 (108,25) an. Arn Elektromarkt waren Gesfürel wieder gesucht und auf 121 (119,75) befestigt, ferner zogen Siemens etwa 1,50, Schuckert 0,25 und AEG. bei größeren Umsätzen auf 37,39 (36,75) an. Chade- Aktien waren weiter stark gesucht und kamen mit 220 (214) zur Notiz. Elektr. Lieferungen bröckelten dagegen 0,50 v. H. ab. In Nachwirkung der Dividendenerklärung erhöhten sich Hanfwerke Füssen auf 84,50 (83). Zellstoffwerte lagen still und behauptet, Schiffahrtswerte bis 0,50 v. H. freundlicher. AKU. gewannen mit 53,13 0,50 v. H., Reichsban? mit 159,65 0,65 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,25 vom Hundert. Etwas gedrückt waren nach dem starken Anstieg Gebr. Junghans mit 92 (94), ferner gingen Daimler auf 97 (97,25), Cement Heidelberg auf 119 (119,50) und AG. für Verkehr auf 81,75 (82) zurück. Der Rentenmarkt lag zwar freundlich, das Geschäft blieb aber klein. Altbesitz, Kommunal-Um- schuldung, Zinsvergütungsscheine und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen gut behauptet. Von Industrie-Obligationen erhöhten sich 6proz. Stahlverein auf 99,75 (99). Von Auslandsrenten gewannen 4proz. Rumänen mit 4,35 0,20 v. H. Bei fester Grundtendenz wurde das Geschäft in der zweiten Börsenstunde etwas ruhiger und infolge von einigen Gewinnmitnahmen bröckelten die anfangs stark erhöhten Werte leicht ab. So u. a. Stahlverein auf 83,75, JG.-Farben auf 144,75 bis 144,50 nach 145,50, Metallgesellschaft auf 95,50 nach 95,75, Klöckner auf 89 und AEG. auf 37,40 nach 37,50. Siemens kamen mit 144,75 (142) zur Notiz, später gingen sie auf 144,25 zurück Fester waren noch Reichsbank bis 160,50, AG. für Verkehr bis 82,25, Hapag bis 32,50 bis 32,25 nach 32, Nordd. Lloyd bis 34,50, Deutsche Erdöl bis 102, Rheinstahl bis 101,75 und Mannesmann bis 82. Eßlingen Maschinen waren gesucht. Taxe 76 bis 77 (74). Am Kassamarkt waren wieder eine gani-* Anzahl von Jndustriewerten mit „Plus-Zeichen" ungeschrieben, so u. a. Henninger-Bräu, IG.-Chemie Basel, Konserven Braun, Siemens-Reiniger. Andreae-Noris Zahn kamen mit 123 (120) zur Notiz. Am Rentenmarkt bröckelten die Kurse für variable Werte zumeist leicht ab, so Altbesitz, 6proz. Stahlverein, Zinsvergütungsscheine. Dollar-Bonds lagen bis 0,50 v. H. fester, 6proz. Preußen 62. Pfandbriefe lagen teilweise etwas fester, ebenso einige Stadtanleihen. Tagesgeld 3 v. H. Abendbörse: uneinheitlich. An der Abendbärse machte sich innerhalb der Kulisse etwas Zurückhaltung bemerkbar, zumal auch nennenswerte Aufträge der Kundschaft nicht mehr vorlagen. Bei freundlicher Grundtendenz war die Kursentwicklung im Vergleich zu den ermäßigten Berliner Schlußkursen recht uneinheitlich, ohne daß größere Abweichungen eintraten. Die Kulisse schritt vereinzelt noch zu einigen Gewinnmitnahmen, so bei Stahlverein, AEG., Reichsbank und Gesfürel. Hanfwerke Füssen bröckelten weiter ab, ebenso Gebr. Junghans auf 91 Brief (91,50). Soweit noch Erhöhungen eintraten, gingen sie nicht über 0,50 v. H. hinaus. Am Kassamarkt kamen Miag nach eintägiger Pause mit 80,75 (84) zur Notiz, Commerzbank zogen auf 82,25 (82) an. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft sehr klein, Altbesitz waren etwas schwächer, im übrigen lagen die Kurse unverändert. Bon Auslandswerten gaben 4 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 169 (169,50) und 3,5 v. H. auf 159 (160) nach. Etwas niedriger lagen auch IG. Chemie Basel, volle, mit 165 nach 165,75. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,90, 6 v. H. Stahlverein 99,40, 5 v. H. Stahlverein 96,65, 4,75 v. H. (1947er) Stahlverein 93,25, 6 v. H. Pforzheim von 1926 92,65, 6 v. H. Frankfurter Hypothekenbank KO 95,40, 6 v. H. Rheinische Hypothekenbank Gold R 18 bis 25 97,25, Adca 74,40, Bank für Brauindustrie 112,65, Commerzbank 82,25, Reichsbank 159,50, Harpener 100,75, Kali Aschersleben 110, Klöckner 88,90, Mannesmann 81,50, Mansfeld 95,25, Rheinstahl 101,50 bis 101,25, Stahlverein 83,25 bis 82,75, AKU. 53,75, AEG. 37,25 bis 37,13, Bemberg 117,75, IG. Chemie Basel, volle 165, leere 136, Daimler 94,90, Scheideanstalt 210, Licht und Kraft 121,50, IG. Färben 144,25, Gesfürel 120,50, Goldschmidt 100, Hanfwerke Füssen 84, Holzmann 89, Junghans 91, Miag 80,75, Moenus 85,75, Schuckert 102, Siemens 144, Zellstoff Waldhof 114,75, Hapag 32, Norddeutscher Lloyd 34. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 270 Ferkel und 2 Läufer zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 20 bis 24 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 24 bis 29 Mark, 8 bis 13 Wochen 29 bis 33 Mark; Läufer 35 Mark. Tendenz: gut. Ueberftanb. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. März. Bei kleinem Geschäft war -die Lage auf dem Botgetreidemarkt kaum verändert.' Für Weizen in besten Qualitäten bestand zu möglichst später Lieferung etwas Kauflust, dagegen war Roggen bei reichlichem Angebot fast un- verkäuflich. Hafer und Futtergerste wiesen kein Angebot auf, auch ölhaltige Futtermittel, sowie Mühlenabfälle wurden nur ungenügend angeboten, wogegen die Nachfrage in starkem Umfange fort« bestand. Das Mehlgeschäft blieb gering, es be» schänkte sich lediglich auf die Deckung für den notwendigsten Bedarf. Es notierten (Getreide per Tonne, alles übrige per 100 Kilo) in RM.: Weizen W IX 208, W Xfil 212, WXVI 216; Roggen R IX 168, R XIII 172, R XV 176, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 170, G XI 173, G XII 175, Hafer H XIII 168, H XIV 170, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Sommergerste für Braugerste 200, Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10, alles plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W XIII 10,82, W XVI 11,02, Rogqen- klere R XIII 10,08, R XV 10,32, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaischrot mit Monopolzuschlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,50, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 5,00 bis 5,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. März. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 22 Rinder (21 Ochsen, 1 Kuh), 943 Kälber, 61 Schafe, 386 Schweine. Es kosteten: Kälber 23 bis 50 Mark, Hämmel 35 bis 38, Schafe 24 bis 33, Schweine 45 bis 52 Mark. — Marktoerlauf: bei allen Viehgattungen mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt O.JJL Berlin Frankfurt a. M Lettin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß, kurs Schlußt. Mittag, börse Schluß, turs Schluß!. Abend« börse Schluß» turS Schluß!. Mittag- börse Datum 19.3 20.3 19 3 20 3 Datum 19-3 20 3 19 3 20.3 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 5%% Doung.Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche Reichspostschatzaw' Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *y*% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6/2% ehem. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu..Psandvriese....... 5%% ehem. 4'/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... *Vi% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4Vi% ehem. 7% Pr. LandeSpsant» briefanst., Gold Komm. £61.VI Eteuergutsch.Berrechnungsk. 35-89 4% Oesterreichtfche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4/2% desgl. von 1913.......... 5% abgest. «ttoldmexikaner von 99 4% Türkisa^Sagdadbahn-Anlethe 100,1 96,25 102,13 112,25 99,7 97,75 96,75 99,75 94,5 113,9 97 100 100,13 97,5 97,5 105,9 27 1,2 7,65 7,1 7,13 10,25 8,25 100 96,25 102 111,9 99,8 98 96,75 100 94,5 114 97 99,9 100,13 97,5 97,5 105,9 27 1,2 7,65 6,9 7,13 10-25 8,25 99,9 96,25 102 112,2 99,8 97,75 96,75 113,9 100,13 97,5 97,5 109,9 27,25 7,65 7,1 7,13 10,3 100 96,25 102 111,9 97,75 96,75 114,13 97 100,13 97,5 97,5 105,9 27,25 1,2 7,8 7,05 7,1 10,25 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4tz%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 y4% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G.^ür Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto. Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ....... 12 A.r.G......................0 Bekuka.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6 yt Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske............7 Lahme her L Lo..............7 «uderus ...................0 Deutsche Erdöl.......... 4 Gelsenkirchener............... Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln^reuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... y Ilse Bergbau Genüsse........6 klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhren......... 8,25 4,25 6,7 4,15 35,25 31,5 33,5 82 109 ”2,2 84 84 159 36,75 140,75 110 120,75 89,5 119,75 101,75 142 122 92,5 101 100,75 124,25 88 80,75 8,25 4,35 6,75 4,15 32 34 82,25 82,25 84 84 159,5 37,13 140,5 109,5 121,5 90 120,5 102 144 122 94,25 102 100,75 125.4 88,9 81,5 6,85 4,1 35,75 31,75 26,5 33,4 81,75 109 82,13 84 34 158,75 36,65 140 9 109,75 120,5 89,75 119,65 113,25 101,9 142,5 122 92,5 101,5 100,5 90,13 125 88,25 80,5 4,6 6,9 4,25 35,75 31,65 27,75 33,75 81,75 108,5 82 84 84 159,25 37,5 140,75 110 122 89,75 121,4 102 143,75 122 94,13 102 101,13 90,75 . 147 125,5 89 81,13 Frankfurt a. M. Äerfln Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 19.3 20.3 19 3 20 3 ManSfelder Bergbau .. .......8 95 95,25 95 96 Kokswerke........... .......5 — 106,13 Phönix Bergbau...... .......0 — — Rheinische Braunkohlen .....12 210 209 209,5. 209,75 Rheinstahl ........... .....3 yt 100 101,25 99,65 101,25 Vereinigte Stahlwerke. .......0 82,25 82,75 81,65 83,5 Otavi Minen ........ .......0 12,25 12,25 12,13 12,13 Kaliwerke Aschersleben. .......5 110,65 110 110,75 110,5 Kaliwerke Westeregeln. .......6 111 111 111 110,9 Kaliwerke Salzdetfurth .....7% 143 144 142,5 3. G. Farben-Jndustrie.......71 Scheideanstalt...............S Goldschmidt ................01 Rütgerswerke...............4 Metallgesellschast.............4.1 Zementwerk Heidelberg ......5 (Zementwerk Karlstadt......... 41 Schultheis Patzenhoser .......4 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum........... 6 Lrenstein L Koppel.......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade......................0 Accumulatoren-Fabrü.......12 Lonti^Numrm...............8 Gritzner....................01 Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 143,75 144,25 142,75 144 210 210 99,25 100 99,4 99,75 108,25 —— 108,25 108,9 93,75 — 93,75 95,25 89 89 89 89 119,5 94,25 - - - — — 104,25 103,25 — 53,75 52.9 53,65 117,25 117,75 117 117,25 115,65 114,75 114,75 114,75 81,75 81,75 81,9 82,13 —— —- 123,25 123,4 97,25 94,9 97,13 95,13 153,65 153,25 153,25 153,25 — —— 89,5 89,25 37,25 37,5 37 37,4 214 220 212 220 158 156 158 156 156 157,25 156,25 157,25 36 38 35,65 38,25 93,75 94 - 167 166,5 - «6,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. W. 19.März 20. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Lire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 58,34 58,46 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 52,56 52,66 53,19 53,29 Danzig..... 81,16 81,32 81,18 81,34 London ..... 11,77 11,80 11,91 11,94 Helsingfors.. 5,195 5,205 5,255 5,265 Pans ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,29 168,63 168,18 168,52 Italien..... 20,85 20,89 20,85 20,89 Japan ...... 0,690 0,692 0,694 0,696 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 59,16 59,28 59,86 59,98 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,68 10,70 10,80 10,82 Stockholm... 60,69 60,81 61,42 61,54 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,99 34,05 33,98 34,04 Prag....... Budapest ... 10,382 10,402 10,385 10,405 Neuyork ... 2,478 2,482 Bantnoten 2,488 2,492 Berlin, 20.März Geld Briei Amerikanische Noten.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. 2,44 57,93 52,98 11,875 16,42 167,76 20,73 59,70 61,21 80,44 33,51 2,46 58,17 53,20 11,915 16,48 168,44 20,81 59,94 61,45 80,76 33,65 Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten.....