Donnerstag, 2|. Februar 1955 185. Jahrgang UM 4 Erstes Blatt Japan und China. Don 23. Meyhoeffer, Oberstleutnant a. O. Das Problem „Japan und China" ist durch die jüngsten Ereignisse in Ostasien wieder einmal aktuell geworden. Japan strebt, gewaltsam oder auf friedlichem Wege oder auf beiden gleichzeitig, eine Vereinigung mit China unter seiner Führung an; China zögert aus leicht verständlichen Gründen vorläufig noch, sich den etwas robusten Liebesbezeugungen des teuren Verwandten allzu willig hinzugeben. Man kann aber wohl heute schon sagen: über kurz oder lang wird eine Vereinigung so oder so zustande kommen, als Abschluß einer Entwicklung, die nach der japanischen Restauration 1868 einsetzte. Vis zu dieser Zeit hatte China die Vormachtstellung in Ostasien, nach dieser Zeit glitt sie allmählich in die Hände des kleinen Detters hinüber. Wie kam das? Japan hatte schon in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Wichtigkeit der militärischen Stärke eines Landes erkannt. Hochbegabte Japaner lernten im Auslande und Ausländer, z. B. General Meckel, lehrten in Japan. Da der Japaner ein geborener Soldat ist und ihm in seinen Samurais eine geborene Offiziersklasse zur Verfügung steht, trug die Arbeit bald die besten Früchte: Japan schuf sich ein gut organisiertes, gut ausgebildetes, gut ausgerüstetes und gut geführtes Heer. r In China war das anders: hochmütig stand es mit dem Rücken zur Zukunft, den Blick auf seine stolze Vergangenheit gerichtet, mißachtend die Vorgänge der Neuzeit und namentlich die moderne Entwicklung auf militärischem Gebiete. Als es sich dann, noch halb im Traume umsah, stand der kleine bisher so verachtete Vetter von jenseits des Meeres in glänzender Rüstung vor ihm; im japanisch- chinesischen Kriege erhielt China die Quittung auf sein weltfremdes Verhalten (1894 bis 95). Es wurde geschlagen, und im Laufe der nächsten Jahre ging Korea, die Brücke zum Festland verloren. Nunmehr begann der japanische Auf - und der chinesische Abstieg. 1904/05 wurde der Russe aus der Süd-Mandschurei hinausgeworfen und die politische, wirtschaftliche und kulturelle Durchdringung der chinesischen Gebiete mit japanischem Geiste und japanischer Kraft nahm ihren Anfang. Der Weltkrieg kam und mit ihm die Festlegung aller Großmächte außerhalb Ostasiens in einer'Weise, daß das starke Japan im Fernen Osten vollständig freie Hand gewann: T s i n g- tau fiel in japanische Hände und mit den „21 Forderungen" ' begann die Knebelung des wehrlosen 1 China. Der Appetit kam beim Essen! Japans weltpoli- ■ tische Ziele hat sein Ministerpräsident Tanaka \ im Jahre 1927 in einer Denkschrift an den Mikado ■ enthüllt; er sagt unter anderem: „... Um die Welt ' zu erobern, müssen wir zunächst China erobern ..." Die japanische neuzeitliche Mentalität 1 spiegelt ein Gedicht aus dem Jahre 1917 wieder, aus dem ich nur die eine Stelle wiedergeben will: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei» gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70 mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 met)r Ermäßigte Grundpreise: Daher werde es vielleicht für wünschenswert gehalten werden, daß im Fall eines britischen Besuches in Berlin der betreffende Minister sein Reiseprogramm erweitert und vor seiner Rückkehr nach England auch Moskau und Warschau besucht. Eine Reise dieser Art könne dazu beitragen, die Befürchtungen, die Deutschland und Rußland gegenseitig hegten, zu beseitigen. Dadurch könnten auch die Verhandlungen über ein neues Sicherheitssystem für Osteuropa erleichtert werden. Die deutschen Einwendungen gegen ein östliches Sicherheitssystem könnten festgestellt und Mittet zu ihrer Überwindung ausgedacht werden. Sowjetrußlands Bereitschaft zur Mitarbeit bei einer vollkommenen europäischen Regelung werde in London als wesentlicher Faktor gewertet. Die engen Beziehungen, die Litwinow jetzt mit den Außenministern der Donau- und Balkanländer herqestellt habe, hätten den Einfluß Sowietruß- lands in Europa bereits erheblich erweitert. Für die deutschen Einwendungen gegen Verpflichtungen gegenüber einem Lande, dessen politische Ueber- zeugungen den eigenen scharf entgegengesetzt seien, bestehe Verständnis. Jedoch glaube man daß dies einer Vereinbarung nicht im Wege stehen sollte, die gerade zu dem Zweck geschaffen sei, einen Angriff eines dieser Länder auf das andere zu verhindern. London, 20. Febr. (DRB.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Macdonald tagte am Mittwoch das englische kabinett, um sich eingehend mit der deutschen Antwort aus die englisch-französischen Paktvorschläge zu befaßen. Dem Kabinett tag die Stellungnahme des Abrüstungsausschusses der Regierung vor, der bereits gestern über die weitere Behandlung der mit dem Londoner Protokoll zusammenhängenden Fragen beraten hatte. Reuter schreibt: Obwohl keine endgültige Entscheidung getroffen ist, scheint die Möglichkeit eines Besuches des englischen Außenministers Sir John Simon in Berlin in Verbindung mit den europäischen Verhandlungen größer zu sein, als ursprünglich angenommen wurde. Die Frage eines solchen Besuches lag vermutlich dem Kabinett vor. Während es auf der einen Seite nunmehr klar ist, daß die Franzosen keine Einwände gegen einen solchen Besuch erheben würden, kann dieser Besuch kaum verwirklicht werden, bevor nicht zwischen Frankreich und Großbritannien als den Urhebern des gemeinsamen Londoner Protokolls eine höchst gründliche Prüfung der Lage stattgefunden hat. Anschließend hieran scheint eine gemeinsame Antwort an Deutschland der wahrscheinlich nächste Schritt zu sein. Ein kurzer Gedankenaustausch zwischen Sir John Simon und dem französischen Botschafter bezog sich auf Fragen des Verhandlungsverfahrens. Die nächste wichtige Entwicklung in den Bemühungen, eine Regelung der europäischen Angelegenheiten zu erzielen, wird wahrscheinlich ein Besuch des Staatssekretärs des Aeußeren, Sir John Simon, in Berlin fein, um die Lage mit dem Führer und Reichskanzler Adolf Hiller zu erörtern. Es ist zwar noch kein dahingehender Beschluß gefaßt worden, fo heißt es in der Reuter- Meldung, aber es ist augenscheinlich, daß man immer mehr dazu neigt, einen solchen Besuch als die natürlich st e und wünschenswerte st e Methode zur Fortsetzung der begonnenen Verhandlungen zu betrachten. Wenn man auch berücksichtigt, daß befriedigende Ergebnisse vielleicht aus- bleiben würden, so fleht doch die britische Regierung auf dem Standpunkt, daß sie die wirkfamsten ihr zur Verfügung stehenden Mittel anwenden muß, um die wichtige Aufgabe zu fördern, selbst wenn sie dabei zeitweilig Rückschläge erfahren könnte. * aramm sieht die Herstellung eines Schlachtkreuzers von 35 000 Tonnen mit einer Bestückung von 12 in drei Hecktürmen angeordneten 34-cm-Geschützen und den Bau zweier Torpedo d o o t s z e r st ö r e r von 1700 Tonnen vor. Man glaubt, daß die Regierung zur Finanzierung dieses Flottenbauprogramms eine kurzfristige Anleihe von 600 Millionen Francs auflegen werde, deren Tilgung auf die Flottenhaushalte der nächsten sieben Jahre verteilt werden würde. Das britische Kabinett wünscht weitere diplomatische Klärung vor einer persönlichen Fühlungnahme. Die Londoner Abmachung ein unteilbares Ganzes. — Einschaltung der Sowjetunion und polens in das Reiseprogramm Simons. Die Dommions und derLufivatt Wellington (Neuseeland), 20. Febr. (DNB.) Der Ministerpräsident von Neuseeland, Ford es, äußerte sich im Repräsentantenhaus über den Luft- Locarnoplan. Er sagte, die Dominions würden zwar an einem solchen Pakt ebensowenig wie an dem ursprünglichen Locarno-Vertrag Anteil nehmen, aber wenn er zustande käme und jemals der Fall einträte, daß Großbritannien dadurch in einen Krieg verwickelt würde, dann würde auch Neuseeland hineingezogen werden. Nicht nur wegen der Rechtslage, sondern auch, weil die öffentliche Meinung Neuseelands unbedingt darauf bestehen würde, daß Neuseeland in einem solchen Fall Schulter an Schulter mit Großbritannien steht. Selbst wenn es diese beiden Gründe nicht gäbe, so würde eine K a tast r o p h e , die Großbritannien betrifft, Neuseeland in Mitleidenschaft ziehen, das mit der Wohlfahrt des Mutterlandes verbunden ist. fetzen werde. Berlin sei übrigens nicht die einzige Hauptsttidt, die den Besuch britischer Minister wünsche. Es verlaute, daß in den letzten Tagen eine Mitteilung eingegangen sei, wonach die Sowjet regie- r u n g gerne Vertreter der britischen Regierung i n Moskau begrüßen würde, wenn ein solcher Besuch ohne Schwierigkeiten erfolgen könnte. Die Frage sei vom Kabinett noch nicht erörtert worden. Auch „Daily Telegraph" betont, daß nach Ansicht der Regierung die durch die französisch-italienische Erklärung vorbereiteten und in London ausgearbeiteten ' Bemühungen nur auf breitester europäischer Grundlage Erfolg haben könnten. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild. Die Sch olle Monat; Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- Paris, 21. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der englische Geschäftsträger Campbell hat Außenminister Laval über die Stellungnahme seiner Regierung zu deutschen. Antwort unterrichtet Von der'Presse wird der Beschluß des englischen Kabinetts als eine Bekräftigung der gemeinsamen Erklärung vom 3. Februar, die ein unteilbares G a n- zes sei, freudig begrüßt. Nicht geringere Beachtung findet die U e'b e r r e i ch u n g d e r svwjetrusi ischen Note. Man glaubt, England werde sich auf Sonderverhandlungen mit Deutschland erst einlassen, wenn Deutschland zu allen in der englisch- französischen Erklärung aufgeworfenen Fragen eindeutig Stellung genommen habe. Der halbamtliche „Petit Parisi en scheibt: Nach reiflicher Ueberlegung ist die englische Regierung wie die französische zu der Auffassung gelangt, daß das Protokoll vom 3. Februar als em unteilbares Ganzes anzusehen sei und folglich der Luftpakt nicht von den übrigen Fra- aen getrennt werden dürfe. Es bestätigt sich immer mehr, daß die weitere Behandlung langwierig und schmier t g Jem wird. Erne unmittelbare deutsch-englische Aussprache scheint nid)t fofort in Frage zu kommem Denn die englische Regierung ist mit Recht der Ansicht, daß ein solcher Meinungsaustausch zunächst aus diplomatischemWegevorber eitet werden muß. Wahrscheinlich wird zunächst ein Fragebogen nach Berlin abgehen, der Deutschland zur Stellungnahme über alle Punkte des englisch-französischen Vorschlags auffordern wird. Zwischen dem Quai d'Orsay und dem Foreign Office findet darüber ein reger Meinungsaustausch statt. Diese englisch-französischen Besprechungen werden wahrscheinlich ihren Abschluß in dem B e s u ch S i r John Simons finden, der Ende des Monats zu einem Vortrag in Paris eintrifft. Zur Ueberreichung d e r sowjetrussl- schen Note bemerkt das Blatt: Sowjetrußland tritt also seinerseits der in London eingeleiteten Sicherheitspolitik bei. Frankreich, England Italien und Sowjetrußland, d. h. vier Großmächte sind jetzt darüber einig, daß das Friedenswerk auf der Grundlage der Erklärungen zum dritten Februar durchgefuhrt werden soll. „Oeuvre" spricht auch von englisch-sowjetrussischen Annah e- rungsbestrebungen. Man könne fragen, wie England sich verhalten werde, wenn Deutschland es ablehnen sollte, sich hinsichtlich aller Punkte zu binden. Entweder werde England an seinem gestrigen Beschluß festhalten, in diesem Falle wurde die Lage für Deutschland ernst werden, oder England würde versuchen, Frankreich f ü r e i n e andere Formel zu gewinnen als die des gegenseitigen Beistandes, was beispielsweise den Nordost- p a k t anlange. Indessen spreche alles dafür, daß England gemäß der ersten Hypothese handeln werde. . Frankreich baut einen 35000-t-Schlachtkreuzer. Sß a r t 5 , 20. Febr. (DNB.) Der Marmeausschuß der Kammer hat den Ministerpräsidenten aufgefordert das Flottenbauprogramm 1935 unverzug- l i ch einzubringen, damit das Parlament es noch vor Ostern verabschieden kann. Das Flottenbaupro- Oie Vereinigten Staaten wünschen ^üstunasekontroNe. W a s h i n g t o n , 20. Febr. (DNB.) Das Staatsdepartement hat mit Bedauern festgestellt, daß der amerikanische Plan eines besonderen internationalen Vertrages über eine Kontrolle!) er Rüstungen, den der amerikanische Gesandte Wilson in Genf betreibt, offenbar wegen der Gegnerschaft Englands und anderer Machte keine Aussicht auf Annahme habe. Die amerikanische Regierung will daher auf den allgemeinen Rüstungskontrollvertrag vom Jahre 1925 zurückgreifen, der kürzlich vom Senat gebilligt, aber von Roosevelt deshalb nicht ratifiziert wurde, weil der Senat einen völlig abwegigen Vorbehalt über die Souveränität Irans im Persischen Golf eingefügt hatte. Auf Druck der Regierung hat der Senat nunmehr den Vertrag zurückerbeten, um diesen Zusatz wieder zu tilgen, damit der Genfer Vertrag endlich m Kraft treten kann. Oie englische Heerfübrung im Weltkrieg London, 20. Febr. (DNB.) Nachdem Lloyd George in seinen Erinnerungen den britischen Herrführer im Weltkrieg Lord S)a i g für zahlreiche Mißerfolge und furchtbare Menschenverluste der Engländer, vor allem an der Flandernfront, verantwortlich gemacht hat, ist von den Testamentsvollstreckern des toten Marschalls die Frage feiner Ehrenrettung durch Veröffentlichung feines priDaten läge- b uch es vor der von ihm dafür festgesetzten Zeit erwogen worden. Heber das Ergebnis der Kabinettsberatungen erklärt die „Times", die Haltung der britischen Minister habe sich gegenüber dem Vortage nicht verändert. Es sei ihr Wunsch, daß bet allen etwaigen künftigen Besprechungen die englisch-, französische Erklärung als ein Ganzes behandelt und kein Teil davon aus dem Zusammenhang gerissen werde. Nich t v e rl an gt werde allerdings, daß die verschiedenen in der Erklärung behandelten Fragen in einer bestimmten Reihenfolge geprüft werden. Entschieden Iber fei man ber Meinung, d°ß irgendwelche etwa zustande kommende Schlußfolgern n g e n sich auf die Londoner französisch-britische Erklärung in ihrer Gesamtheit zu stutzen habe. Die englischen Minister seien daher zwar durchaus geneigt w einer baldigen Erörterung eines Luftabkommens unter den Westmachten, sie seien aber nicht der Ansicht, daß die K°n°°n wn als eine van dem Rest der Erklärung losgelöste An gelegenheit betrachtet werden könne. Von dem Wunsche der deutschen Regierung, daß britische Minister bald einen Be- such in Berlin abstatten sollten, sei gebührend Kenntnis genommen worden, unwahrscheinlich sei es aber, daß m dieser Richtung irgendwelche sofortigen Schritte erfolgten. Man glaube, daß noch viel auf dem gewöhnlichen diploma- t i f ch e n Wege erörtert werden müsse, dis ein Stadium erreicht werde, in dem eine P e r- sünliche Fühlungnahme zwischen Hitler und Vertretern der britischen Regierung ein- Paris ist bchiedigt. Frankreich bremst: „die weitere Behandlung langwierig und schwierig". - Ein Fragebogen an Deutschland geplant? „Zur Herrschaft, Japan, bist du geboren! Erhebe dich stolz mit der Morgensonne; Ich habe dich zum Herrn dieser Erde erkoren. Der erste Teil des japanischen Zukunftspro- gramms ist also die Unterwerfung oder besser gesagt, die Vereinigung Japans und Chinas. Nach dem Weltkriege schien über China das Chaos hereinzubrechen; die Kämpfe der chinesischen Dia- dochen führten das Land an den Rand des Abgrundes. Japan stand zunächst abwartend beiseite. Als dann unter Führung des heutigen „Führers", des Generals Chiang kai-shek, die Kuomintang (Volkspartei) in schneidegem Schwünge ihren Siegeszug von Kanton über Nanking gegen Peking durchführte, wurde durch einen von außen kommenden Eingriff die Einigung Chinas verhindert. Japans Außenpolitik ist zwangsläufig: es braucht Wohnraum für feine jährlich um rund eine Millione wachsende Bevölkerung und strebt daher mit elementarer Gewalt über seine Grenzen nach außen, und zwar hauptsächlich in Richtung auf d i e wärmeren Gegenden, nach Süden und Osten, aber auch nach Westen, aufs Festland hin, wo noch weite Siedlungsgebiete frei find, lieber die 1910 geschlagene Brücke Korea hielt es seinen Einzug in die chinesische Mandschurei. Hier herrschte in dem Jahr- zehnt nach dem Weltkrieg die „Dynastie" Chang: unter Führung dieser energischen und beaabten Familie nahm die Entwicklung in der Mandschurei zweifellos eine Aufwärtsrichtung so lange, bis Chang Tso -1in einem Eisenbahnattentate zum Opfer fiel. Die Japaner hatten in diesem Teile Chinas Millionen und aber Millionen von Pen in kulturellen und wirtschaftlichen Werten angelegt, und so kann man es ihnen nicht verdenken, daß sie sich nicht wieder hinausdrängen lassen wollten: die Eroberung der Mandschurei begann; ihre einzelnen Phasen sind aus den Zeitungen bekannt; sie endete mit der Gründung des Kaiserreiches Mandschukuo, dessen Grenzen im Norden der Amur und im Süden die Große chinesische Mauer bilden. Der chinesische Einfluß ist ebenso wie der russische durch den Verkauf der ost- chinesischen Bahn vollständig hinausgedrängt. Die Mandschurei ist heute japanisch. Liegen so die Grenzen dieses neuen Staates unter japanischem Protektorat im Norden, Osten und Süden fest, so sind sie gegen Westen labil, und in diese Richtung, gegen die alten chinesischen Gebiete der inneren und äußeren Mongolei drückt jetzt der Dampf des überheizten japanischen Kessels so daß hier ab und zu ein Ventil geöffnet werden muß. Daher der neuerliche Vorstoß aus Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v _____________ „ SranöÄ'in 11686 Druck und Verlag: Brühl'iche Univerfilättvuch- und Zteinüruckerei «.Lange in Stehen. Schristleilung und GeschSstrftelle: Schulftrahe r M-ng-nabschwff-Staff-, s Anfragen in Moskau. Die Sowjetunion zum Londoner Abkommen. Moskau, 20. Febr. (DNB.) Der französische Botschafter Alp Hand hat dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Litwinow mit- geteilt, daß die französische Regierung sehr interessiert sei, welche Stellungnahme die ©orojetumon zu dem Londoner Abkommen einnehme. Der englische Botschafter in Moskau Lord Ch list o n hat in derselben Angelegenheit bei Litwinow Vorgesprächen. Die sowjetrussischen Botschafter in London und Paris sind beauftragt worden, der englischen bzw. französischen Regierung zu erklären, daß die Sowjetunion das Ergebnis der Bemühungen der englischen und französischen Staatsmänner begrüße und daß die Verlautbarung, die von den beiden Regierungen veröffentlicht worden sei, freundliche Aufnahme in der Sowjetunion gefunden habe. Die Sowjetregierung sei zu der Üeberzeugung gelangt, daß eine völlige oder auch nur eine teilweise Abrüstung heute unmog - I i ch geworden sei. Die Kriegsgefahr könne jedoch durch das System der regionalen Pakte bekämpft werden. Die Sowjetregierung habe mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß in der Vereinbarung zwischen den englischen und französischen Staatsmännern das System dieser regionalen Pakte als notwendig bezeichnet worden sei. Italiens wirtschaftliche Mobilmachung für -en Kriegsfall gesichert. Ausführliche Darlegung des Obersten Rates für Landesverteidigung. I e h o l gegen die innermongolische Provinz T s ch a - h a r an her Großen Mauer und gleichzeitig im Norden a m Buir N o r (See) gegen die jetzt vollständig unter russischem Einfluß stehende Ä e u ß e r e Mongolei. China kann der Gewalt nicht Gewalt entgegensetzen, da es militärisch machtlos ist, Japans Armee ist numerisch stark und in jeder Beziehung erstklassig, von größtem patriotischem Schwünge getragen. Die chinefifche Armee ist seit der Zeit, da ich in ihr als Instrukteur tätig war, i m Aufbau b e g r i f fe n ; das Menschenmaterial in ihr ist gut, es fehlt die Führer- schicht, ein gutes Offizierkorps. Augenblicklich wird an ihrer Verbesserung energisch gearbeitet, aber auch in China kann man nicht Armeen aus dem Boden stampfen. In den letzten Jahren sind bemerkenswerte Fortschritte gemacht worden, wie man aus dem seinerzeitigen Widerstand gegen die versuchte japanische Invasion bei Schanghai, ferner der Niederschlagung des Aufstandes in Fukien und den Erfolgen gegen die Kommunisten in Kiangsi ersehen kann. Äber gegen eine erstklassige auswärtige Armee sind die Chinesen heute noch machtlos. Das weiß niemand besser als General Chiang k a i - s h e k, daher wird er in die ihm entgegengehaltene Hand wohl oder übel einschlagen müssen. Auf die Friedensrede des japanischen Außenmini st ers Hirota vom 21. Januar, in welcher er warm für eine enge Zusammenarbeit mit China eintrat, hat Chiang kai-shek am 2. Februar in der chinesischen Zeitung Schenpao dahingehend geantwortet, daß die japanfeindliche Bewegung in China e i n g e st e l l t werden soll', auch deutet er an, daß die Zeit für eine Verbesserung der japanischchinesischen Beziehungen gekommen sei; beide sollen sich entgegenkommen. Dann sagt er wörtlich: „Die Annahme, daß China zu einem Vasallen- staate Japans herabsinken könnte, ist zu kindisch. Eine augenblickliche Kriegsgefahr im Fernen Osten besteht nur in der Phantasie sensationslüsterner Zeitungen. China und Japan stehen sich näher denn je. Fugend im Dienst her Erzeugungsschlachi. Ein Aufruf des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung. Das agrarpolitische Referat des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung übergibt der Oeffentlichkeit folgenden Aufruf: „Deutsche Jugend, stelle deine Arbeitskraft der Erzeugungsschl ach t zur Verfügung. Hilf mit am Aufbau eines freien und unabhängigen Deutschland! Jugendliche, meldet euch zum deutschen Landdienst der Hitlerjugend! Alle Kameraden zwischen 16 und 25 Jahren können dem deutschen Landdienst der Hitlerjugend beitreten und finden damit wieder Arbeit und Brot. Die Gruppen des Landdienstes befinden sich in allen Teilen von Nord-, Ost- und Mitteldeutschland. Kameradschaftsgeist und Arbeitswille sind ihre Grundlagen. Die Entlohnung erfolgt nach Tarifverträgen, ist volltariflich und richtet sich nach der Leistung und Altersgrenze. Die Unterkunft in den Heimen ist sauber und gesund, die Verpflegung nahrhaft. Aufstiegsmöglichkeiten sind geboten wie Beförderung zum Unterführer und Gruppenführer. Besuch von Schulungslagern, Freistelle auf landwirtschaftlichen Schulen und Bauernhochschulen stehen euch zur Verfügung. Damit wird euch der Weg zur Siedlung eröffnet. Jungen, die ihre Kraft der Erzeugungsschlacht, der Ernährung des deutschen Volkes zur Verfügung stellen, melden sich sofort beim Deutschen Landddenst der Hitlerjugend (Artamanen- bewegung) EV., Reichsjugendführung, Soziales Amt, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 10. Die Einstellungen beginnen, meldet euch sofort! Erneuerung des Stillhalteabkommens für die kurzfristigen Auslandsschulden der Länder und Gemeinden. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Die Verhandlungen über die Erneuerung des Stillhalteabkommens für die kurzfristigen Auslandsschulden der Länder, Gemeinden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften haben zur Unterzeichnung eines neuen Abkommens geführt. Der Gesamtbetrag der in Frage kommenden öffentlichen Schulden beläuft sich noch auf rund 110 Mil- Rom, 20. Febr. (DNB.) Der Oberste R a t für Landesverteidigung ist am Mittwoch zur letzten Sitzung seiner ordentlichen 12. Jahrestagung zusammengetreten. Ueber das Ergebnis wird im Gegensatz zu den früheren Tagungen eine ausführliche amtliche Mitteilung veröffentlicht, in der es nach Anerkennung der im Vorjahre geleisteten Vorarbeiten für die Mobilmachung der Zivilbevölkerung und des entsprechenden Programms für das laufende Jahr heißt: Der Oberste Rat für die Landesverteidigung halt es für notwendig, der Nation darüber Mitteilung zu geben, daß er in den ersten zwölf Jahren seines Bestehens seine Aufgabe gelöst hat, die darin besteht, rechtzeitig die unerläßlich notwendigen Mittel bereitzustellen, damit eine etwaige kriegerische Aktion sich unter Voraussetzungen entfalten kann, die den Sieg ermöglichen. Nach Prüfung aller Bedürfnisse, für die bei kritischen und entscheidenden Verhältnissen Vorsorge getroffen werden muß, und zwar sowohl in Bezug auf die Versorgung der mobilisierten bewaffneten Macht wie für die Arbeits- und L e b e n s m ö a l i ch k e i t e n der ganzen Nation, hat der Overfte Rat alle ursprünglich gegebenen Hilfsquellen des Landes organisiert und Vorkehrungen für den Uebergang zu den letzten Formen von Verwendung und Verbrauch getroffen. Insbesondere ist die Gewinnung und Verarbeitung der einzelnen Erzeugnisse in der von den Militärbehörden verlangten Art und Zahl bis ins klein st e vorbereitet. Sofern dabei Lieferungen und Güteraustausch mit dem Auslande in Betracht kommen, kann auf Grund der angestellten Untersuchungen das allzu oft wiederholte Schlagwort von der Rohstoffarmut Italiens, die seine Handlungsfreiheit in Sachen der Außenpolitik behindere, mit Bestimmtheit als unrichtig bezeichnet werden. In Wirklichkeit hat die vom faschistischen Regime in den 13 Jahren seines Bestehens entfaltete Aktion das Land von den schwersten dieser Erscheinungen, die man als „Kriegsknechtschaft" bezeichnen könnte, befreit. Die amtliche Mitteilung gibt dann im einzelnen an, daß die Versorgung Italiens mit Getreide, Mais, Reis usw. in Kriegszeiten — im Gegensatz zur Fleischversorgung — vollauf durch die eigene Landwirtschaft gedeckt wird. In Bezug auf die flüssischen Brennstoffe Honen RM. Das Kreditabkommen für deutsche öffentliche Schuldner von 1935 ist für die Zeit vom 16. März 1935 bis 15. März 1936 abgeschlossen worden. Die Bestimmungen des Kreditabkommens von 1934 gelten unverändert auch während des neuen Stillhaltejahres. Otto Strassers Schwarze Rock hochverräterisches Memel)» Ein Urteil des Volksgerichtshofes. Berlin, 20. Febr. Nachdem bereits gegen eine Anzahl von Anhängern der Schwarzen Front Hochver.ratsanklage erhoben worden ist, hatte sich der Erste Senat des Volksgerichtshofes heute mit dem ersten dieser Fälle zu befassen. Es handelt sich dabei um einen 22jährigen Angeklagten, der Ende Februar und Anfang März 1934 dreimal in Prag am damaligen Sitze der Schwarzen Front gewesen ist und von dort rund 70 Briefe mit Propagandamaterial nach Deutschland gebracht und hier zur Post befördert hat. Er wurde vöm Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Vertreter der Reichsanwaltschaft hatte fünf Jahre beantragt. Dieser Entscheidung kommt grundsätzliche Bedeutung zu, da in der Verurteilung des Angeklagten zugleich die Bestätigung des hochverräterischen Charakters der Schwarzen Front liegt. Diese von dem nationalen Bolschewisten Otto Strasser ins Leben gerufene Bewegung erstrebt unter schärfster Ablehnung des legalen fei der Oberste Verteidigungsrat auf die Sicherung der Selbstversorgung Italiens in Kriegszeiten durch Ausnutzung der eigenen Bodenschatze und durch synthetische Erzeugun!, dieses Brennstoffes aus nationalen Rohstoffen bedacht. Für den Bedarf an Schmieröl fei Italien bereits vom Auslande unabhängig; für ine Erzgewinnung und Erzverarbeitung verfuge Italien über beträchtliche Möglichkeiten, die von der Industrie entwickelt werden sollen; für die hochwertigen Brenn st offe sei Italien in Friedenszeiten auf das Ausland angewiesen; es habe aber feine Wafferkraftanlagen ausgebaut, und nach Ansicht des Obersten Rates müsse Italien in Kriegszeiten auch auf feine Kohlen- und B r a u n k o h l e n l a g e r zahlen können. Ueber die industrielle Ausbeutung der Braunkohle seien wichtige Versuche im Gange; m Bezug auf die lebenswichtige Stick st offversor- g u n g müsse daran erinnert werden, daß nach italienischen Patenten auch im Auslande erbaute Anlagen mit voller und zufriedenstellender Leistung arbeiten. Schließlich sei Italien wie auf dem Gebiete der Nahrungsmittelverforgung auch auf dem Gebiete der Kleiderversorgung unabhängig, wobei der Hanf als nationaler Faserstoff in der Zukunft noch eine große Rolle spielen werde. Günstiger Stand der Verhandlungen zwischen Italien und Abessinien. Rom, 20. Febr. (DNB.) In den Verhandlungen zwischen Italien und Abessinien wird von italienischer Seite eine Besserung verzeichnet. Grundsätzlich sei man sich auf beiden Seiten nunmehr über die Errichtung einer neutralen Zone, wie sie von Italien an der Somaligrenze vorgeschlagen wurde, einig. Die Verhandlungen drehten sich zur Zeit um einige Bedingungen Abessiniens, die von Italien jedoch nur schwer angenommen werden könnten. Ob Abessinien die übrigen Bedingungen, über die noch nichts Näheres mit- geteilt wird, fallen lassen wird, ist trotz der günstigeren Beurteilung der schwebenden Verhandlungen noch fraglich. Der Kronprinz von Italien hat heute vormittag in Neapel ein Pionierbataillon in Stärke von 750 Mann besichtigt, das mittags in Begleitung von 40 Offizieren nach Jtalienifch-Ostafrika ausgefahren ist. Kurses Adolf Hitlers einen revolutionären Kampf mit außerparlamentarischen Mitteln. Diese Zielsetzung führte bereits im Jahre 1930 zu einer Trennung von der NSDAP. Die Gegensätze verschärften sich immer mehr, so daß ein Verbot der Schwarzen Front nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus unausbleiblich war. Inzwischen hat sich die Schwarze Front nach außen hin aufgelöst, ihren Mitgliedern aber die Parole erteilt, getarnt in allen ihnen zugänglichen Stellen an der Vorbereitung „der zweiten Revolution" weiterzuarbeiten. Otto Strasser flüchtete ins Ausland und leitete von Wien und später von Prag aus den Kampf gegen das neue Deutschland mit den gemeinsten Mitteln. Der Vorsitzende betonte in der Urteilsbegründung, die Beweisaufnahme lasse mit aller Deutlichkeit erkennen, daß Otto Strasser und die von ihm geleitete Schwarze Front hochverräterische Ziele verfolgen. Unzutreffende Behauptungen. Berlin, 20. Febr. (DNB.) In einem Teil der Auslandpresse ist die Behauptung aufgestellt worden, daß eine der beiden Hingerichteten Landesverräterinnen eine Verwandte des bekannten Generals und früheren Kriegsministers von Falkenhayn gewesen sei. Wie Berliner Blätter hierzu feststellen, ist das nicht der Fall. Die Verurteilte war, wie in der amtlichen Bekanntmachung mitgeteilt wurde, eine geschiedene Frau von Falkenhayn. Die Ehe von Falkenhayns ist schon vor einer Reihe von Jahren g e l ö st worden. Inzwischen hatte sich die Verurteilte wieder verheiratet. Lediglich deshalb, weil die später von ihr geschlossene Ehe für nichtig erklärt wurde, mußte sie unter dem Namen von Falkenhayn verurteilt werden. Ihr früherer Ehemann von Falkenhayn ist übrigens nur einentfernter Verwandter des Generals. Oer 24. Februar im ORunhfunf Horst-Weffel-Gedenkfeier und nationalsozialistische Weihestunde. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Die Reichssendeleitung teilt mit: Am Samstag, 23. Februar, veranstaltet der deutsche Rundfunk von 19 Uhr bis 19.30 Uhr eine H o r st - W e s s e l - G e d e n k f e i e r. Zu Beginn der Sendung spricht der Chef des Stabes der SA., Lutze. Am 24. Februar von 11 bis 12 Uhr übernehmen alle deutschen Sender aus der Tonhalle in München die Nationalsozialifti- sche Weihe st unde „15 Jahre deutscher Freiheits kam pf". Es spricht der Gauleiter des Traditionsgaues München - Oberbayern, Pg. Adolf Wagner. Das Reichssinfonieorchester spielt unter Leitung von Pg. Adam. In der Zeit von 20 Uhr bis 21.45 übernehmen alle deutschen Sender die Gründungsfeier anläßlich des lojähri- gen Bestehens der NSDAP, aus dem histo - rischen Hofbräuhaus-Festsaal in München. In dieser Feierstunde werden durch den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, vereidigt: Sämtliche Politischen Leiter, Führer der HI., des Jungvolks, des BdM. und des Arbeitsdienstes, soweit sie nach dem 2 4. Februar 19 3 4 ernannt wurden. Die Veranstaltung wird umrahmt mit musikalischen Darbietungen. Großer wirtschaftlicher Erfolg der Auiomobilausstellung. Die Internationale Automobilausstellung ist zu einem großen Erfolg für die deutsche Automobilindustrie geworden. Es ist damit zu rechnen, daß die diesjährige Schau es auf die doppelte B e - f u ch e r z a h l bringen wird wie die vorjährige. Der Auftrieb, den die Automobilausftellung im vorigen Jahr zu verzeichnen hatte, wird nach den Verkäufen, die bisher abgeschlossen wurden, somit weiter anhalten zum Nutzen der gesamten Volkswirtschaft. Fast auf der aanzen Linie ist die Zahl der bis heute abgeschlossenen Käufe, sowohl an die Händler als auch an Privatkundschaft, größer als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Es gibt Firmen, die einzelne Serien von Wagen ausverkauft haben. Der jetzt vorliegende Auftragsbestand sichert für die augenblickliche Belegschaft BeschäftigungaufMo- n a t e hinaus. Mehrere Werke glauben auch ohne Neueinstellungen nicht auskommen zu können. Beachtlich ist der starke A u s l a n d s b e s u ch. Trotz der durch Währungsentwertung begünstigten ausländischen Konkurrenz sind Wagen, Traktoren usw. ins Ausland abgesetzt worden, ein schöner Beweis für die Wertschätzung deutscher Präzisionsarbeit. Bei den Lastkraftwagen finden die Typen, die nicht mehr Benzin, sondern Trieb gas verwenden, großes Interesse. Zwei Vorteile bieten diese Neukonstruktionen: Der Kraftstoffverbrauch ist billiger; außerdem werden, da diese Treibstoffe in Deutschland hergestellt werden, Devisen für die Einfuhr von Benzin gespart Neichsstatthalter Gauleiter Sprenger besichtigte die Berliner Automobil-Ausstellung. Mit ihm waren Frau Sprenger, Adjutant S t ö h r und Ministerialrat von Zengen zugegen. Eingehend besichtigte der Gauleiter vor allem die Stände der Adlerwerke und der O p e l w e r k e und ließ sich deren bemerkenswerte Neukonstruktionen zeigen. Er konnte sich von dem großen Fortschritt der rhein-mainischen Automobilindustrie überzeugen und sprach sich sehr anerkennend darüber aus, daß die Initiative der rhein-mainischen Wirtschaft den großen Erfolg der Automobilindustrie mit gefördert hat. Rsntenkürzung in Oesterreich. Wien, 20. Febr. (DNB.) Rascher als man gedacht, ist eine Entscheidung über die Reform der Sozialversicherung gefallen. Angesichts der k a t a ■ strophalen finanziellen Lage der Ange st e l l t e n v e r si ch e r u n g hat die Regierung eine Zwischenlösung, die in einer scharfen Kürzung der Renten besteht, gewählt. Die in den Monaten März, April und Mai 1935 fällig ^s^r° denden Beträge der Jnvaliditäts-, Alters- und Hin- Chopin und George Gand. Romantische Liebe und Abschied. Am 22. Februar jährt sich der Geburtstag des genialen polnischen Komponisten und Pianisten Fröderic Chopin zUm 125. Male. Die Besucher des Films „Abschiedswalzer", über den wir ausführlich berichteten, werden gerne noch etwas über Chopins Leben und insbesondere über die berühmt gewordene Begegnung mit der französischen Romanschriftstellerin George Sand lesen. Frödöric Chopin gehört allein schon durch seine Musik in das Reich der Meister, die sich mit ihrem Werk zeitlose Geltung errungen haben, aber wie bei nur Wenigen ist der Ruhm seines Namens auf das engste mit seinem Lebensschicksal verknüpft. Wunderbar fein Ausstieg, voll melancholisch-leidenschaftlicher Stimmung alles, was seine Gestalt umgibt, und tragisch der Tod des Frühvollendeten. Das Leben dieses Kunstbegnadeten ist wie ein Traum voll rauschender Erfolge und traurigster Einsamkeit, voll zartester Abenteuer des Herzens und tiefster Wehmut, und dahinter erheben sich die Ereignisse des polnischen Aufstandes, die Zerstörung der lange im Geheimen genährten Freiheitshoffnungen und die schwämerische Polenbegeisterung, die damals fast ganz Europa ergriffen hatte und die besonders in Frankreich die Gemüter entflammte. Zu diesem Zeitpunkt kam der junge Chopin, in dessen Adern sich polnisches Blut mit französischem mischte, nach Paris, nachdem er bereits in Wien als Neunzehnjähriger unerhörte Triumphe gefeiert hatte. In den Pariser Salons wurde er mit offenen Armen ausgenommen, und sehr bald stand er mit den hervorragendsten Männern des stanzösischen Geisteslebens, wie Balzac, Berlioz, Liszt und Müsset, in freundschaftlichstem Verkehr. Der junge Pole in seiner empfindsamen und träumerischen Art entsprach ganz den Vorstellungen, die sich die Pariser vom Genius der Musik gemacht hatten. Die entscheidende Begegnung aber, die Chopins Schicksal wurde und die auch auf fein Schaffen von großem Einfluß werden sollte, war die Freundschaft zu George S a n d, der eigenartigen französischen Romanschriftstellerin, die auch bald auf ihn tiefen Eindruck machte, wenn er ihrem Einfluß zuerst auch widerstrebte. „Ihr Gesicht ist mir nicht sympathisch und hat mir gar nicht gefallen, es ist sogar etwas darin, was mich abstöht", schrieb er damals an die Seinen. George Sand war nicht mehr jung, aber sie verband die Schärfe eines wachen Geistes mit der hinreißenden Macht eines großen Herzens. Sie hatte ein feines Empinden für die edle Phantasie und den reinen Schwung in Chopins Musik. Von mancher Seite ist sie als ein von zügelloser Sinnlichkeit getriebenes Mannweib hingestellt und als der zerstörerische Dämon im Leben des jungen Polen bezeichnet worden. Inzwischen hat sie eine gerechtere Würdigung erfahren. Am 10. Oktober 1837 lernte Chopin George Sand kennen, und später bekannte er: „Dunkle Augen, seltsame Augen. Was sagten sie? Sie lehnte sich über den Flügel und ihre umarmenden Blicke umwogten mich. Meine Seele hatte den Hafen gefunden. Ihre feltfamen Augen lächelten. Die Gestalt ist männlich, die Züge sind breit, fast grob, aber diese traurigen und seltsamen Augen! Ich schmachtete nach ihnen und zog mich dennoch schüchtern zurück. Sie ging fort. Später unterhielten wir uns über allerlei Dinge. Liszt, der mich allein hatte sitzen sehen, führte sie mir zu. Blumen rings um uns. Mein Herz war gefangen. Sie lobte mein Spiel. Sie verstand mich. Aber dieses grobe Gesicht, streng und traurig. Ich habe sie seitdem zweimal wiedergesehen in ihrem Salon, umgeben von der hohen französischen Aristokratie, dann einmal allein. Sie liebt mich. Aurora*, welch reizender Name! Die Nacht geyt zu Ende." So begann eine der schönsten und tiefsten Liebesgeschichten, voller Unruhe und Schmerz, und doch von einem Glücksgefühl erhoben, das immer wieder in Chopins Werken durchdringt. George Sand war eine der Wenigen, zu denen Chopin sich ausgesprochen hat. Beide reisen nach der Insel Mallorca. Chopins Gesundheitszustand gibt viel Anlaß zur * George Sand hieß eigentlich Amandine Lucile Aurore D u p i n ; sie war geboren am 2. Juli 1804 in Paris als Urenkelin des Marschalls von Sachsen, heiratete 1822 den Baron Dudevant, von dem sie sich 1831 trennte und fünf Jahre später geschieden wurde; sie starb 1876 auf Schloß Nohant (Departement 3 obre)» Sorge. Mit wahrhaft fraulicher Hingebung pflegt ihn George Sand, und mit bewundernswerter Anpassungsfähigkeit weiß sie sich in alle Schwierigkeiten zu finden. Chopin schreibt: „Sie sorgt für mich Tag und Nacht. Ihr Atem erfrischt mich. Das traurige Antlitz meiner Mutter erscheint mir in meinen Träumen... Unsere beiden Seelen sind allein auf dieser Insel im Meer. Des Nachts höre ich das Rauschen der Wogen.. Auf Mallorca ist eine Reihe der schönsten Schöpfungen Chopins entstanden. Was kann mehr für die Größe dieses Herzensbundes sprechen? Jahre vergehen, Spannungen treten auf, beide fühlen, daß ihre Zeit zu Ende geht. Bei George Sand tritt diese Wandlung schneller ins Bewußtsein, bei Chopin ist es mehr ein dumpfes Gefühl unendlicher Traurigkeit, und zitternd spricht er es aus: „Nur für dich, Aurora, schleiche ich noch auf der Erde hin. Nichts würde mir zu viel fein, ich würde dir alles geben. Ein Blick, eine Liebkosung von dir, ein Lächeln, wenn du müde bist. Ich will nur leben für dich, für dich will ich spielen süße Melodien. Wirst du nicht zu grausam fein, Geliebte, mit deinen verschleierten Augen?" Immer wieder überfällt Chopin das Heimweh nach feinem geliebten Polen, sein gebrechlicher Körper leidet schwer unter der Krankheit, sein Herz wird müde. Dann folgt der Bruch mit George Sand. „Alles ist aus! Das Leben ist zu Ende!" heißt es am 1. Juni 1847. „Noch einige Jahre mehr oder weniger. Aber niemals mehr das wahre Leben. Ich schreibe diese Worte nicht, sie zerhämmern mein Gehirn. Sie sprach so hart zu mir und meine Seele ist krank. Ich glaubte nicht, daß sie so hart fein konnte." Chopin sucht Vergessen, er reift nach Schottland, schon den Tod im Herzen. Die Frau ist nicht am Leben zugrunde gegangen; sie war eine kräftigere Natur. Die Erinnerung an Chopin hat sich in ihr zu einem leuchtenden Bild verklärt, von dem sie später sagt: „Ich spreche jetzt von Fräderic als einer Seele, schön und rein in ihrem innersten Wesen, aber krank und beunruhigt vom Leben, sie erscheint mir mit so viel Klarheit in meinen Gesprächen mit dem Toten, wie ich sie in einer besseren Welt wiederzusehen hoffe, wo wir uns alle erkennen werden im Glanze eines helleren und göttlicheren Lichts als dem der Erde." Kunst und Wistenschast. Chopin-Feier in Warschau. Der 125. Jahrestag der Geburt Chopins am 22. Februar wird durch ein Chopin-Konzert des Warschauer Senders eingeleitet. Vor Beginn des Konzerts sprechen der polnische Kultusminister Ien- d r z e j w i c z und der Vorsitzende des Warschauer Chopin-Instituts Z a 1 e s k i zu den Radiohörern. Das Konzert wird auf die vier deutschen Sender Frankfurt, Hamburg, Köln und München übertragen. Am 21. gibt der Warschauer Sender ein Hörspiel „Aus dem Leben Chopins". Am 22. findet in der Warschauer Philharmonie ein Chopin-Festkonzert statt, das auch vom Warschauer Sender übertragen wird. Außerdem werden am 22. die Dresdner Chopin-Feiern auf alle polnischen Sender übertragen. Frühjahrshochschule der Deutschen Studentenschaft. Vom 25. Februar bis zum 8. März findet in Bad Blankenburg in Thüringen die Frühjahrs- Hochschule der Deutschen Studentenschaft statt, die etwa 130 Dozenten und Studenten aus den Hochschulen des Reiches zur Behandlung dringender wissenschaftlicher Themen zusam- menfaffen wird. Damit wird eine Entwicklung weitergeführt, welche die nationalsozialistische Studentenschaft vor einem Jahr begonnen hatte, indem sie im sog. Sylter-Treffen die Rektoren und Studenten maßgebender Hochschulen des Reiches zusammenfaßte zur Behandlung bestimmter hochschulpolitischer Fragen. Die Frühjahrshochschule hat in bescheidenem Rahmen die Aufgabe, in harter Arbeit die wissenschaftliche Lage einzelner Fachgebiete, insbesondere auf den Gebieten der Geschichts- und Erziehungswissenschaft, der Medizin, zu um- reißen und Arbeitsaufgaben für das nächste Jahr herauszuftellen. Die Leitung der Frühjahrshochfchule liegt in den Händen des Führers der Deutschen Studentenschaft, Pg. Feickert - Berlin, die wissenschaftliche Leitung übernimmt Pg. Professor Ernst K r i e ck - Heidelberg. Anläßlich der Eröffnung der Frühjahrshochfchule hat der Führer der Deutschen Studentenschaft, Pg. Feickert, die Führer der örtlichen Studentenschaften des Reiches zu einem Semester-Abfchlußtreffen nach Potsdam zu- lammenberufen. Ehe nter den. 'ist ter mt ide. Der« bis er. des bis der sti- >er ?«• Pielt von nber ähri« Ito. Anden eichs- itliche lach 'den. schen rr mobil« L daß 1 Be« ihrige. 9 im h den urben, er ge« Linie Käufe, tkunö- Bor- rien r setzt augen- ; Mo- i auch können. I. Trotz i aus- n usw. Seweis arbeit. Etjpen, s ver- n diese ist bil- fse in e Ein- besich- Äl 'M nb Mi- )end be- nde der md ließ lien zei- schritt l i n d u- kennenö ,-maini- o mobil- h. man ge- orm der ■ ratter An« egierung nKür- e in den lüg d?6 und Sj"15 ins izert am des des ginn ter^n; i*ue< ohörern. Sender ilenschafl- e« S L- h- >n über» iber ein 2. sinder pin-'F^ Sender 22. die t Sender ,N«: I6$S '»fr Wieviel Land braucht die WirtschastcheimWe? terbliebenenrenten aus der Pensionsversicherung sind v. S). 125- Der Tod in der Lawine. die mit dem in einer drei weitere ihre u m Die l?5=3at)rfeier des Todes Andreas Hofers. am Standort des Flugzeuges eingetroffen. Der starke Schneesturm hat auch ihr bisher jeden Rettungsversuch unmöglich gemacht. Inzwischen ist ein zweites Skikommando entsandt worden, um das vermißte Flugzeug und den Insassen des Flug- Zwei französische Militärballons, die in Rochefort aufqestiegen waren, wurden vom Sturm mit einer Geschwindigkeit von 110 Stundenkilometer abgetrieben. Schließlich konnten sie bei Lille notlanden. Hierbei stieß ein Ballon gegen eine Hochspannungsleitung und geriet in Brand. Seme drei Insassen konnten sich mit Fallschirmen retten. Der andere Ballon landete wohlbehalten. 3eood) trugen seine beiden Insassen bei dem starken Auf- I prall auf den Boden Verstauchungen davon — In I Cherbourg wird ein Fischkutter vermißt, der mit für die Tierversorgung ausgegangen. Hat nun aber das Reich genügend landwirtschaftliche Nutzfläche für die nebenberufliche Landsiedlung? — Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 29 Millionen Hektar würde nur der 290. Teil benötigt werden, wenn man eine Million Familien ansiedeln wollte unter der Voraussetzung, daß man jeder von ihnen 1000 Quadratmeter Land gibt. Selbst wenn statt einer Million vier Millionen Siedlerfamilien gerechnet werden und die Stellengröße verdoppelt würde, so bliebe der Landbedarf hierfür noch unter einer Million Hektar. — Nun hat aber in seinem Vortrag auf der Grünen Woche der Beauftragte für Landeskultur Staatsminister R i e ck e- Detmold erklärt, daß 2,5 Millionen Hektar deutschen Bodens durch Kultivierung neugewonnen werden können. Es zeigt sich also, daß es auf das Ganze gesehen keineswegs etwa nötig sein wird, die Fläche des Bauernlandes zu verringern, wenn man richtige Arbeitersiedlung durchführt. nach längeren Bemühungen unter massen die Leiche des Gwerder, Kopf in der Reuß lag. Wieder drei tödliche Grippefälle französischen Garnison. Spekulationen mit Lebens- und Genußmitteln sind leider an den internationalen Warenmärkten keine Seltenheit. Nicht jeder Trust oder Pool freilich, der ------...... M der Produzenten yut Mttgliedschaft des ganzen Bundes zum VDA. nicht Wiederherstellung auskömmlicher U^f erprelse, son- möalick) ist — die Kameraden des Bundes dem vielmehr das Ergebnis eines Versuchs des Low e Einzelmitgliedschaft beim VDA. doner P f e f f e r h a nde l s, durch Ankauf des erwerben und sich bei Sammlungen und sonsti- Pfeffers ihn zu verknappen. Diese Tatsache wird gen Veranstaltungen in den Dienst des vom VDA. schon dadurch illustriert daß der M^pool n ch Kairo—Berlin in einem Tage. — Neuer Flugrekord Verteilung des Pfeffers an den Kon- der Deutschen Lufthansa. hum regelt. „ . K Das Lufthansa-Flugzeug Junkers Ju 52, das Vier Fünftel der Weltproduktion von Pfeffer in der vorigen Woche zu einem Besuchs- und Vor- werden heute m N i e d e r ! a n Ö। i f d)i -:3 ni be n führungsflug nach Kairo gestartet war, ist jetzt zu- erzeugt. Dort wachst und gedeiht das Pfefferaut rärfaefehrt. Der ganze Weg Kairo-Berlin, am besten, von dem sowohl der schwarze rote der 3300 Kilometer, ist erstmalig im Verkehrsflugzeug weiße Pfeffer gewonnen werde. Der Welthandel mit gn einem Sage zurückgelegt worden. Das Flug- Pfeffer hegt aber nicht vorwiegend m holländischen, ,cua hatte auf dem Fluge über das Mittelländische sondern in e n g 11 fd) en 5) a n b eni. ©er Meer mit schwerem Gegenwinb zu kämpfen, so baß für bie Gründung des Londoner P^^fools war rt, bis Athen über sechs Stunden brauchte, statt nicht etwa eine Ueberproduktwn und die Absicht, bem Wufl. An Bord des Flug- die Psefserprei,- vor einen.Stur, zu bewahren 2(,.,npc, non Flugkapitän untucht geführt sondern im Gegenteil die Aussicht auf eine mnrhp' hefanben sich außer seiner Besatzung Direk- s ch w ä ch e r e Ernte. Als nämlich un vorigen tnr Wronsky von der Lufthansa und eine An- Jahr die Nachrichten aus den Pfefferanbaulandern zahl ^Fluggäste ^darunter ein Nesse des Königs Don1-1— etnnbl! I,eaEni,en 2tu5’ Aegypten. Schwerer Sturm über Südengland. Ein Südweftfturm, der am Mittwoch über| Südengland hinwegfegte, verhinderte die Ausreise des Cunard-White-Star-Darnpfers „Maiestic des größten in Dienst befindlichen Hondelsfchiffes der Welt, das mittags von Southampton nach Amerika in See gehen sollte. Acht Schleppdampf standen bereit, das große Fahrzeug in die tiefe Wafferrinne zu schleppen, die zum Hafenausgang führt. Aber wegen des heftigen Seitenwindes von 100 Kilometer Stundengefchwindigkeit wurde ve- fchlosfen, die Abfahrt bis Mitternacht aufzuschieben. - -v - - Da der Sturm jedoch zu dieser Zeit auch noch Nicht zeuges zu bergen. Der Zustand G o l i u b e w s nachgelassen hatte, wurde die Ausreise erneut bts unh seiner Gefährten, die im Krankenhaus liegen, Donnerstag nachmittag verschoben. Der französische sich gebessert. Dampfer „Ile de France", der auf dem Wege von Starkes Erdbeben in Mexiko. Le Havre nach Amerika am Mittwoch Southampton Erdbebenwarte in Mexiko-Stadt verzeichnete onlausen sollte, mußte °us der Reede --n® «r™ « b« n, befien Herd etoa 300 km hegen bleiben und ferne Fahrgaste von einem Ten ", ^n der Stabt Mexiko liegen bürste. Melder bringen lassen. düngen darüber, ob durch das Erdbeben Schaden Die Suche nach Goljubews Flugzeug. | gerichtet wurde, liegen noch nicht vor. Sturmfahrt französischer Militärballons. Deutsch-Amerikanischer Kriegerbund im (Stahlhelm). In Neuyork wurde der Anschluß des Deutsch- Amerikanischen Kriegerbundes an den Landesverband Nordamerika des NSDFB. (Stahlhelm) gelegentlich des Januar-Appells der Neu- yorker Ortsgruppe des NSDFB. (Stahlhelm) in der Neuyorker Turnhalle feierlich vollzogen. Der bisherige Präsident des Kriegerbundes, Kamerad Stefan, übergab bei dieser Gelegenheit dem Landesführer des NSDFB. (Stahlhelm), Freiherrn von Schroetter, die wertvollen alten Reliquien, die sich bisher noch im Besitz des alten, größtenteils aus Feldzugsteilnehmern des 70er Krieges bestehenden Beteranenoerbandes befanden. Es handelt sich um den Schellenbaum, ein Geschenk Kaiser Wilhelms, und um die Lyra, ebenfalls ein wertvolles Erinnerungsstück, das in den Vorkriegsjahren den deutschen Veteranen bei einer festlichen Gelegenheit von prominenten Vertretern der deutschen Vereinswelt zum Geschenk gemacht worden war. Kamerad Freiherr von Schroetter hieß die Mitglieder des Deutschen Kriegerbundes unter Führung ihres bisherigen Präsidenten Kamerad Stefan herzlich in den Reihen der jungen Frontsoldaten-Generation willkommen und gab die Versicherung ab, daß die beiden Reliquien als Symbole einer ehrenvollen Kameradschaftstradition auch im Stahlhelm stets in hohen Ehren gehalten werden. Uraufführung in Magdeburg: „Fahnen in Gottes Wind". Im Magdeburger Stadttheater fand die Uraufführung des Dramas „Fahnen in Gottes Wind" von Gert von K l a h s statt. Das Drama schildert die Zeit der Bauernkriege in sechs Bildern. Der Träger der Idee ist Wendelin Hipler. Dieser Mann sieht Deutschlands Not, er ahnt aber seherisch auch die Mittel, die allein helfen können. Er weiß, daß nur Einheit und Einigkeit Deutschland retten können. Er weiß, daß der Sieg nur gewonnen werden kann, wenn der Kampf reinen Herzens, mit reinem Schwerte geführt wird. So stellt Hipler das Leitwort auf für den Kampf: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Er träumt sich hinein in ein neues, schöneres, geeintes deutsches Reich. Aber die Feinde siegen, weil die Mitläufer, der Pöbel, die Mißgünstigen, die Gehässigen das große Werk Hiplers geschändet haben. Hipler fällt in die Hände seiner Feinde und wird übel zugerichtet. Die Gräfin von Helfenstein rettet den Sterbenden in eine Bauern- Hütte, und hier spricht sie das erlösende Wort: Und Ihr habt doch gesiegt! Zu dem Gelingen der Uraufführung trug die Inszenierung durch Hermann P f e i f f e r, die Bühnenbilder Wilhelm Hüllers und vor allem das Spiel der Magdeburger Schauspieler bei. Das Publikum bereitete dem Stück eine überaus herzliche Aufnahme. Fossile Ueberresle einer winzigen Menschenrasse? In Wadnagar im Bezirk Mehsana (Staat Ba- roda, Vorderindien) sind, einer Reutermeldung zufolge, fossile Ueberreste einer Menschenrasse von nur 40 Zentimeter Größe entdeckt worden. Englische Sachverständige sind der Ansicht, damit ein neues Forschungsgebiet für die ausgestorbene Rasse der Pygmäen gefunden zu Haden, die kleiner sind als die Pygmäen Mittelafrikas. Die Reutermeldung wird in deutschen wissenschaftlichen Kreisen mit großer Zurückhaltung ausgenommen. Die Zollschranken wurden an die französische Grenze verlegt. Ein Bild von der nächtlichen Verlegung der Grenzpfähle und der Zollschranken an die saarländischfranzösische Grenze. Bisher bestand eine Zollgrenze nur zwischen dem Saargebiet und dem Reich, nicht aber zwischen dem Saargebiet und Frankreich. Schach-Olympia in Deutschland. Gleichzeitig mit den Olympischen Spielen in Berlin wird in München auch ein Schach-Olympia veranstaltet werden. Der Großdeutsche Schachbund wird die Veranstaltung in Gemeinschaft mit dem Weltschachbund durchführen. Die maßgebenden Stellen des Reiches in Berlin und die Ministerien in München haben weitgehende Unterstützung zugesagt. Das Schach-Olympia soll der größte internationale Wettbewerb werden, der je in der Welt auf dem Gebiete des Schachspiels stattgefunden hat. Mannschaften von je zehn der besten Meister werden aus allen Schachländern der Erde zum Kampfe antreten. Zum Austragungsort für diesen großen Wettstreit im edlen Geistessport ist die Kunst- und Fremdenstadt München als geeignete Stätte bestimmt worden. Der Darmstädter Heylshof wird HI.-Heim. LPD. D a r rn st a d t, 20. Febr. Der 1890 von dem bekannten Münchener Architekten Gabriel v. Sei- d e l erbaute, mitten im herrlichen Park gelegene Heylshof in Darmstadt wurde von seinem Besitzer, Frei Herrn Heyl zu Herrnsheim in Worms, der Hitlerjugend Hessen-Nassau zur unentgeltlichen Benutzung überlassen. Der HJ.-Bann 115 hat bereits seinen Einzug gehalten. SA.-Obergruppenführer Krüger, der Chef des Ausbildungswesens, wurde durch den Führer mit Wirkung vom 25. Januar zum SS.-Obergruppen- führer ernannt. Nundfunkprogramm. Freitag, 22. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert der Kapelle Ilja Livschakoff. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Werbekonzert und Nachrichten. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Darmstädter Komponisten. 18: Jugendfunk. 18.15: Die Anekdote, die Begleiterin der Weltgeschichte. Eine Betrachtung von Dr. Rudolf Hoffmann, Frankfurt a. M. 18.30: Neue Bücher über Volk und Reich. 18.50: Fideles Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Ration. Der schlesische Psalter. Kantate aus Worten von Angelus Silesius 21: Bellini-Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Der Zeitfunk bringt Sportvorfchau. 23: Menschen und Landschaft. 24 bis 2: Nachtmusik. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Der nördlich von England liegende Sturmwirbel hat sich kräftig weiter verstärkt und nun auch Einfluß auf unser Wetter genommen. Ein von Dänemark über Nordwestdeutschland nach Südfrankreich sich erstreckendes Schmalregengebiet wird noch im Laufe des Donnerstag über unser Gebiet hinwegziehen. Danach kann im Bereich steigenden Luftdruckes wieder mit einer leichten Besserung gerechnet werden, die aber nur vorübergehend bleiben wird, da vom Atlantik her bereits ein neuer Wirbel heranrückt. Aussichten für Freitag: Wechselnde Bewölkung mit vereinzelten Niederschlagsschauern, bei lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden etwas frischer. Aussichten für Samstag: Voraussicht* liche neue Verschlechterung mit verstärkter Nieder» schlagsneigung. Lufttemperaturen am 20. Februar: Mittags 11,7 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 21. Februar: morgens 8,1 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum 1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Februar: abends 4,1 Grad; am 21. Februar: morgens 4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6,3 ©tunben. Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, H~ 2 Grad Celsius, 165 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. HauptschrifUeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworllich für Politik: Dr. Friedrich W. Sange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Gewinnauszug 5. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klasfen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 11. Ziehungstag 20. Februar 1935 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Adrehbuchder Stadt und des Kreises (Sieben 1935 6 Gewinne zu 5000 M. 182030 188008 256974 6 Gewinne zu 3000 M. 159320 184649 283027 26 Gewinne zu 2000 M. 12602 81247 82850 124795 139118 159330 188879 264438 296041 297595 319345 334507 370835 44 Gewinne zu 1000 M. 15364 44531 71011 95236 100472 106710 137686 142711 166947 171871 187621 206625 219839 226813 273856 336374 338702 339053 348040 361922 374772 375678 82 Gewinne zu 500 M 6224 17750 17997 20649 40914 43517 66854 70539 71266 73769 74154 88184 95656 99699 113624 145965 149013 173482 188352 211522 220716 232686 244427 255666 265732 278445 288106 314827 323406 325675 329104 337393 337822 346596 371270 371697 375744 379659 383390 393252 399205 388 Gewinne zu 300 M. 142 496 2423 2454 4684 7712 8049 12517 15002 15036 17461 17561 18614 22915 23038 23047 27277 28745 30562 32136 32567 33606 36303 36749 37738 40048 47083 49299 51714 58790 63435 63904 64041 65274 66269 67299 69371 73967 74440 75000 75315 77099 80235 89565 90374 95603 96817 99431 101991 106405 109329 109813 110787 111080 112941 113768 115957 117891 118444 118885 121484 122466 125035 127083 130524 131524 1^0757 142684 143054 143881 144798 148436 152968 153494 157590 157865 158329 159976 160654 162479 163382 165290 165672 167365 167431 168914 171671 177326 178590 179730 180247 180284 183903 187441 189253 189369 190392 193080 193483 193769 194555 195124 195435 198680 198972 201469 202919 204574 206226 207987 208312 209652 212647 212969 213007 213508 217890 218510 220232 221068 223351 224242 224329 224501 227502 229576 239204 242693 243029 243266 243764 248637 250338 252966 254929 257046 258149 259260 260830 274566 275212 276538 277543 277672 277704 278778 279178 279783 280827 283354 285409 285739 288528 288688 291458 293550 293642 295295 295500 296428 308251 310868 311006 311647 320894 325162 327280 331557 334178 334828 335382 335579 337046 338905 340711 342123 343636 346733 347011 348158 349583 351107 351284 363432 363647 373458 377736 378344 381200 381518 384857 396146 398647 398981 4-5-Zim.-Wohnung Badezimm.,Heizung,schöneLage zu vermieten. 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Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 586 97225 109343 135003 225707 236547 289506 294970 300739 354338 Im Gewinnrade verblieben: 380 Tagesprämien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zn ie 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 4 zu je 80000, 8 zu je 20000, 40 zu je 10000, 132 zu je 5000, 268 zu je 3000, 576 zu je 2000, 1240 zu je 1000, 3064 zu je 500, 12092 zu ie 300 Mark. Kaufgesuche Haus mit2x4-53imm. zu kauf, gesucht. Schr. Angebote mit Preisangabe und Bedingung, unter 0698 a. den Gieß. Anzeiger. Brennholz- Scineidemafdi. Selbstf,,gesuchi Angeb.m.Ang. d. Fabrikats an Drude, Bettenhausen bei Kassel Gut erhaltenes Mvikl ;u kauf, gesucht. Schr. Angeb. u. 0691 Gieß. Anz. Gebrauchtes Faltboot 2-Sitzer-.kaufen gesucht. Preisangebote unt. 0701 an d. Gieß. Anz. HeiMsch. Verein. 4-Warzen a.last.Haare,^e* berfleck., Mutter» mal, Narben, Pickel, Sommer» 'vross. uiro entf. u. 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Gab es doch eine Unzahl von Der- bänden der Leibesübungen, die nicht nur nach politischen Richtungen, sondern auch noch nach Konfessionen und Berufen getrennt waren. So wandten sich viele Arbeiter und Angestellte ab und trieben überhaupt keine Leibesübungen. Private und sonstige Gymnastik, und Sportschulen waren zu teuer und daher nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich. Wie auf allen Gebieten, so trat auch im Sportbetrieb mit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus eine grundsätzliche Wendung ein. Im Auftrage des Führers gab der Reichsfport- sichrer durch die Zusammenfassung der zahllosen Verbände zum Reichsbund für Leibesübungen und durch die geistige Durchdringung mit nationalsozialistischem Gedankengut dem deutschen Sport eine völlig neue Grundlage. Ergänzend trat hinzu die von der NSG. „Kraft durch Freude" im Rahmen der Freizeitgestaltung geschaffene Organisation der Sportämter, die sich heute auf 50 Städte und viele Stützpunkte im Reich erstreckt. Hier wurde ein Werk geschaffen, das unentbehrlich für die weitere sportliche Entwicklung ist, weil Hunderttausende von Volksgenossen den Leibesübungen neu zugeführt werden. Die Art und Weise der Durchführung des Kursbetriebes bei den Sportämtern gewinnt auch den eingefleischten Sportlaien. Hier steht nicht die Spezial-, sondern die Allgemeinausbildung im Vordergrund. Nicht dem einzelnen gilt die Arbeit, sondern der großen Gemeinschaft, und so werden die Sportkurse der NSG. „Kraft durch Freude" zu einem Instrument der Erziehung zum Gemeinschaftsgedanken. Hier wird die Liebe zum Sport geweckt, und jeder, der einmal dessen großen Werte an sich erfahren hat, wird ihm ein treuer Anhänger sein und bleiben. Der Führer hat oft zum Ausdruck gebracht, wie ungeheuer wichtig ihm die Frage der Leibesübungen ist. Wie nie zuvor wird heute die Arbeitskraft des Hand- und Kopfarbeiters zum wertvollsten Besitz der Nation erhoben. Keine Mühe erscheint zu groß, um die Arbeitskraft zu erhalten und zu steigern. Jeder, der ein wertvolles Glied im Staate sein will, muß daher mit aller Energie daran gehen, die Gesundheit und Funktionstätigkeit seines Körpers zu heben, um dadurch Schaffenskraft und Leistungsfähigkeit aufs höchste zu steigern. Leider steht dieser Forderung noch ein großer Teil des Volkes, vor allem der älteren Jahrgänge, unglaublich gleichgültig gegenüber. Die vielgestaltigen Sportkurse der Sportämter sind für alle da. Jeder Volksgenosse kann sich nach seinem Geschmack sportlich betätigen. Ein vorzüglicher Wegweiser durch die Vielzahl der sportlichen Betätigungsmöglichkeiten ist die soeben im Rahmen der Olympiaheftreihe erschienene Broschüre „Leibesübungen mit Kraft durch Freude", die auf 64 reichbebilderten Seiten die beste Einführung für den Sportlaien darstellt. Sie ist bet allen Gliederungen und Formationen, für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront bei allen Betriebs- und Zellenwarten der NSG. „Kraft durch Freude" für 10 Pfennig erhältlich. Sieht man hinein in die Kurse, so stellt man ohne weiteres fest, daß hier wirklicher Gemeinschafts, geist herrscht. Hier gibt es keine Unterschiede des Standes oder der Person. 9m Sportdreß sind sich alle gleich. Alle haben das gleiche Ziel, die körper- liche Ertüchtigung. Alles ist vereint und tummelt sich im Becken des Schwimmbades, auf dem Boden Der Turnhalle bei der Gymnastik, läuft Runden um die Aschenbahn, müht sich im Schweiße des Angesichts ab, um zu springen, zu werfen oder mit dem Lederball zu spielen. Der Nationalsozialismus hat auch im Sport das Unmögliche Wirklichkeit werden lassen. Tausende Hochzeitstag. Don 3o Hanns Rösler. Das Telefon läutete. Peter hob den Hörer aus. „Annemarie?" „Ich will mich nur nochmals von dir verabschieden, Deter." „Nein! , rief Peter, „nein — nicht wegfahren!" „Doch, Peter, ich fahre. Du weiht, was ich dir heute nacht sagte. Es hat keinen Sinn zwischen uns. Ich fahre in einer Stunde." „Zu einem anderen Mann!" „Sei doch nicht kindisch, Peter! 9n eine andere Stadt! Das weiß du doch. Ich will vergessen, was war. Und du wirft mich auch vergessen. Peter war wie ein großer Junge, als er ins Telefon rief: „Nie! Das schwöre ich dir, Annemarie! „Peter, kleiner Peter!", sagte Annemarie leise, blieb eine Weile stumm, fuhr fort, „ich mochte dich zum Abschied etwas fragen, Peter. Ich wollte es schon gestern, als du zum letzten Male kamst. Aber ich schämte mich." „Und jetzt?" „Jetzt schäme ich mich nicht. Jetzt sehe ich ja nicht deine Augen, Peter. Aber ich würde daran zugrunde gehen, wenn ich dich dies eine nicht gefragt hätte —" Peter brummte: „Du bist kornisch, Annemarie!" „Ja. Vielleicht. Also hör — aber lad) nicht, Peter, ja? — warum hast du mich in der ganzen langen Zeit, die wir zusammen waren — ich meine, immer wenn du gingst und wenn du kamst — warum hast du mich nie gefragt — „Was?" „Es ist entsetzlich schwer für mich, das auszu- sprechen — also warum hast du mich nie gefragt, ob ich — ob ich deine Frau werden will." „Ach!" Ihm blieb vor Ueberraschung die Stimme weg. Dann fragte er: „Ehrlich?" „Ganz ehrlich, Peter." „Ich bin einfach nicht auf den Gedanken gekommen, Annemarie." „Sonst nichts?" „Nein, wirklich, sonst nichts", lachte Peter, „wie soll ich auch auf eine so ausgefallene Idee kommen?" Annemarie antwortete sanft: „Hast recht, Peter — wie solltest du auch auf eine so ausgefallene Idee kommen? — Und jetzt leb wohl, bleib gesund, Peter, und immer so lustig, wie ich dkch liebte —" Das Ergebnis des Schaufenster-Wettbewerbs im Gau Heffen-Aaffau. 256 Ehrenurkunden in 57 Orten. LPD. Frankfurt a. M., 20. Febr. Don der Gesamtleitung des Schaufenster-Wettbewerbs des Gaues Hessen-Nassau, der am Sonntag den Auftakt zum 2. Reichsberufswettkampf bildete, hören wir über das Ergebnis im gesamten Gaugebiet folgendes: Don insgesamt 34 000 Schaufenstern im ganzen Reich war der Gau Hessen-Nassau mit 1638 Fenstern in 57 Orten beteiligt, und zwar Frankfurt a. M. einschließlich Höchst 213, Mainz 132, Wiesbaden einschließlich Biebrich 142, Hanau 68, Worms 73, Darmstadt 98, (Sieben 67, Bingen 42, Bensheim 33, Friedber g 25, Hachenburg 38, Weilburg 25, Herborn 24, Wetzlar 49, Offenbach a. M. 54, Bad Homburg 22, Limburg 38, Alzey 29, Diez 19, Dillenburg 18, Bad Ems 18, Gelnhausen 15, Bad-Nauheim 18, Michelstadt 13, Butzbach 12, Jnaelheim 10, Alsfeld 13, Marienberg 12, Nidda 14, Usingen 14,' Lauterbach 11. Die Gemeinden Hadamar, St. Goarshausen, Nassau, Rüsselsheim, Groß-Auheim, Babenhausen, Eltville, Runkel, Kamberg, Heppenheim, Westerburg, Groß-Steinheim, Auerbach, Montabaur, Schlüchtern, Schotten, Dieburg, Wächtersbach, Eberstadt, Erbach, Steinau, Bad Schmalbach, (Kronberg und Neu-Isenburg waren mit weniger als 10 Firmen an dem Wettbewerb beteiligt. Von den 1638 Wettbewerbern waren 920 männliche und 718 weibliche Lehrlinge und Jungkaufmannsgehilfen. Insgesamt kamen im gesamten Gaugebiet Hessen-Rassau 256 Ehrenurkunden für besondere Leistungen zur Verteilung, nämlich 16 v. H. entsprechend der vorstehenden Beteiligungsziffern in den einzelnen Städten und Orten. Die Ehrenurkunden sind bereits sämtlich im Besitz der einzelnen Ortsgruppen und gelangen im Laufe dieser Woche überall mit einer kleinen Feier zur Verteilung. Ferner wird uns von der Wettbewerbsleitung erklärt, daß außer Frankfurt a. M. die Städte Mainz, Wiesbaden, Worms, Darmstadt, Gießen, Offenbach und Hanau im Gaugebiet verhältnis- mäßig die größte Teilnehmerzahl aufgebracht haben und auch bezüglich der ausgestellten Arbeiten und der Gesamtleistung mit an der Spitze stehen. Ein außerordentlich großer Erfolg dieses Wettbewerbs ist ferner darin zu sehen, daß insbesondere auch in den ländlichen Orten die Kaufmannsjugend durch den Wettbewerb angespornt wurde, recht bemerkenswerte eigene Leistungen aufzubringen und zu zeigen, daß sie den Kameraden in den Großstädten, denen die Möglichkeit zur Fortbildung leichter geaeben ist, nicht viel nachstehen will. Ja selbst die kleinsten Orte haben oft Leistungen her- vorgebracht, die Staunen erregten, woraus hervorgeht, daß auch die kleinen Geschäftsleute auf dem Lande heute sehr um die Ausbildung ihrer Lehrlinge besorgt sind. So ergibt sich in Stabt unb Canb gleichermaßen ein sehr befriebigenbes Bitb, unb man kann, wie ber Gaujugenbwalter Friß Bernet bei ber Preisverteilung in Frankfurt a. IN. sagte, auf unsere 3ugenb stolz sein, bie ben Geist ber neuen Zeit richtig erfaßt hat unb bestrebt ist, sich burch Fleiß unb Ausbauer zu tüchtigen Menschen heranzubilben, um bamit in echt nationalsozialistischem Sinn bem Volksganzen zu bienen. Die Gesamtleitung des Schaufenster-Wettbewerbs im Gau Hessen-Nassau sieht sich zum Abschluß aller Arbeiten veranlaßt, allen leitenden Männern der Städte- und Gemeindeverwaltungen sowie der Wirtschaft, ferner allen Geschäftsleuten, die ihre Schaufenster für den Wettbewerb zur Verfügung gestellt haben, bestens au danken, denn sie ist sich klar darüber, daß nur durch das Zusammenwirken all dieser Kräfte auf der ganzen Linie ein so schöner Erfolg erzielt werden konnte. Das gilt nicht zuletzt auch von den Mitgliedern der Prüfungskommissionen, die sich bereitwilligst in den Dienst der Sache gestellt haben und allerorts ihre nicht leichte Aufgabe gern für die Jugend erfüllten. Der Schaufensterwettbewerb der Kaufmannsjugend im Gau Hessen-Nassau dürfte in jeder Hinsicht die günstigsten Auswirkungen zeitigen. unb aber Tausende sind heute schon der NSG. „Kraft durch Freude" dankbar für die herrlichen Stunden, die sie in den Sportkursen verleben dürfen. Sie verstehen es, ihre Freizeit richtig zu verwerten. Der Dreiklang von Geist, Seele und Körper bildet ben ganzen Menschen, und den brauchen wir, um die großen Ziele, bie ber Führer gesteckt hat, zu erreichen. Verbot bäuerlicher Trachten für Fastnachtsveranstaltungen. Die Polizeibirektion Gießen teilt fol- genbes mit: In früheren Jahren ist es häufig vorgekommen, baß bäuerliche Volkstrachten zu Kostümen für Fastnachtsveranstaltungen verwandt und getragen wurden. Obschon bei derartigen Verkleidungen eine böse Absicht nicht zugrunde lag, so muß es in ländlichen Kreisen gleichwohl Empörung erregen, wenn das Ehrenkleid des deutschen Bauern zu ausgelassenen Fastnachtsscherzen getragen unb damit — sehr oft unbewußt — herabgewürdigt wird. Das Tragen ber bäuerlichen Trachten auf Maskenbällen unb ähnlichen Faschingsveranstaltungen ist baher verboten. Wer hiergegen zuwiberhandelt, wird bestraft. Die Polizeibirektion ist ber Ansicht, baß biefer kurze Hinweis genügt, um Zuwiberhandlungen gegen biefe heute keinesfalls mehr zeitgemäße Unsitte für immer auszuschließen. Polizeistundenverlängerung an den Samstagen vor Karneval. Die Polizeibirektion Gießen teilt folgendes mit: Aus Anlaß des diesjährigen Karnevals wird bie Polizeistunde für Samstag, den 2. März, Montag, den 4. März, und Dienstag, den 5. März, allgemein aufgehoben. Dies bedeutet, daß für diese Tage ber sonst vorgeschriebene Urkundenstempel für die Verlängerung der Polizeistunde in Wegfall kommt, dagegen alle sonstigen Karnevalsveranstaltungen, wie Konzerte, Tanz, Kappenabende usw. nach wie vor urkundenstempelpflichtig sind. Die rechtzeitige Lösung der für derartige Fastnachtsveranstaltungen nötigen Erlaubnisscheine wird sowohl den Wirten als auch solche Feste veranstaltenden Vereinen zur Pflicht gemacht. Wichtig fürdieGA.-und GG.-Männer. Wie wir einer parteiamtlichen Bekanntmachung der Ortsgruppe Gießen-Süd entnehmen, haben alle SA.- und SS.-Männer, ohne Rücksicht darauf, ob sie Parteimitglieder sind oder nicht, in Zukunft ben Hilfskassenbeitrag unmittelbar an die Ortsgruppe zu bezahlen, in der sie wohnen. Alle SA.- und SS.- Männer im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd, bie nicht Parteimitglieder sind, müssen sich am Montag, 25. Februar, Mittwoch, 27. Februar, oder Donnerstag, 28. Februar, zwischen 20.15 und 22 Uhr in ber Gastwirtschaft „Zum Graf Zeppelin", Wil- Helmstraße, neu zur Hilfskasse anmelden. Der Beitrag für das zweite Vierteljahr und die Versicherungskarte sind mitzubringen. Für die Folge ist der Beitrag für ein Vierteljahr im voraus an den zuständigen Blockleiter zu zahlen. Deutsche Arbeitsfront. Verufsgruppenaml.Fachgruppe Banken. Am Donnerstag, 21. Februar, 20 Uhr, spricht im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes in der DAF., Lonystraße 18, Diplom-Handelslehrer Dr. Müller über „Wechsel und Scheck im Bankbetrieb". Achtung! Lehrgang zur Vorbereitung für die Elektro-Meifterprüfung. Das Berufsgruppenamt der DAF. beabsichtigt in aller Kürze einen Lehrgang für die Vorbereitung zur Elektromeister-Prüfung abzuhalten. Berufskameraden, die Interesse an diesem Lehrgang haben, werden gebeten, sich umgehend an das Kreisberufsgruppenamt, Gießen, Lonystraße 18, zu wenden. Gießener Wochenmorktpreife. * G i e ß e n , 21. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 18 bis 25 Pf., Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 20, Endivien 16 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. Vornotlzen. — Tageskalender für Donnerstag. Deutsche Arbeitsfront, Berufsgruppenamt, Fachgruppe Banken: 20 Uhr im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes, Lonystraße 18, Vortrag über „Wechsel und Scheck im Bankbetrieb" von Diplom- Handelslehrer Dr. Müller. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Hohe Schule". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Rom-Expreß". — Kriegerverein: 20.15 Uhr im Cafe Ebel Jahreshauptversammlung. — Verbrauchergenossenschaft e. G. m. b. H. Gießen: 15 bis 18 Uhr: Leistungsschau und 20 Uhr Jahres- Versammlung im Caf6 Leib. — Stickerei- unb Spitzen-Werkschau: 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. — Der Sanitätsverein Gießen begeht am kommenden Samstag und Sonntag die Feier seines 50jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß finden im Saale des Cafe Leib verschiedene Veranstaltungen statt. Am Samstagabend spricht Dr. med. Kranz über „Volksgesundheitspflege im neuen Deutschland". Mit dieser Veranstaltung wird eine Ehrung der Jubilare verbunden sein. Am Sonntagoormittag findet in der Stadtkirche ein Festgottesdienst statt. Am Nachmittag wird die Mitgliederversammlung abgehalten. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. — Der Männer-Badeverein 1836 Gießen hält am Montag, 25. Februar, im „Aquarium" feine Generalversammlung ab. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. * ** Sitzung des Provinzialausschus« s e s. Am nächsten Samstag, 23. Februar, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Ferdinand Laubinger aus Griedel gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 13. 12. 1934 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1935. 2. Klage des Bezirksfürsorgever- bandes Stadt Gießen gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für das Kind Andreas Löffert aus „Annemarie — hallo! Hallo!" Das Telefon blieb stumm. Annemarie hatte hin- gehängt. Drei Minuten vergingen. Da griff Peter wieder zum Telefon. „Annemarie?" „Du, Peter?" „Ja. Ich wollte dich etwas fragen. Wieviel ißt eine Frau am Tag?" „Komische Frage! Warum?" „Nur so" — brummte Peter verlegen, „ich meine, ißt sie für sechs Mark oder wird sie schon für vier Mark satt oder auch mit drei Mark?" Annemarie lachte: „Ich esse schrecklich viel, Peter!" „Schade! Für wieviel!" „Für zwei Mark fünfzig, Peter." „Bestimmt nicht mehr? „Bestimmt nicht." Peter atmete erleichtert auf. Aber er hatte noch viel vor sich. „Und was kosten beispielsweise Damenschuhe?" „Viel, Peter!" „Wieviel?" „Fünfzehn Mark." Peter war entsetzt. „Fünfzehn Mark? Halten die denn dann wenigstens?" „O ja — Peter — lange!" „Und was braucht eine Frau zum Leben noch?" „Nichts, Peter, gar nichts." Peter dachte eine Weile nach. „Glaubst du, daß ich mir das Rauchen ab- gewöhnen kann?", fragte er. „Nein." „Aber ich muß!", schrie Peter fast wütend, „und schließlich muß man auch nicht jeden Winter in die Berge fahren, und meinet Hund könnte ich meinem Bruder schenken, und mein alter Tennisschläger ist doch auch noch ganz gut, nicht?" „Ausgezeichnet." „Glaubst du, daß ich dafür noch fünfzehn Mark bekomme?" „Bestimmt. Warum?" Peter knurrte verlegen: „Nur so — übrigens, wann fährt dein Zug?" „In zwanzig Minuten." „Gute Reise!" „Danke, Peter." Und wieder schwieg das Telefon. Und wieder vergingen drei Minuten. Peter saß ungeduldig auf seinem Sessel. Endlich läutete es. Peter hob so schnell den Hörer ab, daß das Telefon herunterfiel. Aber es machte nichts. Er hörte trotzdem. Es war Annemaries Stimme. „Du, Peter, weißt du noch, wie ich damals zur Bahn kam?" „Und ich dort schon stand?" „Und ich dich erst nicht sah?" „Und du weintest?" „Ich habe nicht gemeint", widersprach sie, „mir war etwas ins Auge gekommen!" „Stimmt! Tränen! Und bann kam der Zug und du stiegst ein." „Du kamst ins Abteil, Peter — küßtest mich — und trugst mich auf deinen Armen wieder hinaus — die Leute lachten — wir auch, Peter, wir waren ja so glücklich!" Peter nickte: „Und dann ist der Zug ohne dich weggefahren." „Ja", sagte Annemarie, „und du hast mich geheiratet. Heute vor einem Jahr. Heute ist unser Hochzeitstag. Und darum rufe ich dich aus meinem Zimmer neben deinem Zimmer an, und wir führen genau wie damals vor einem Jahre unsere drei kleinen Telefongespräche." „Drei?", sagte Peter verwundert, „damals waren es nur zwei. „Ja. Damals waren wir auch nur zwei, Peter —" „Und heute?" „Heute?", Annemarie sagte leise als schäme sie sich: „heute sind wir — aber lach nicht, Peter, ja? — heute sind wir auch drei!" Peter sprang auf. Warf den Hörer hin. Lief zur Tür. „Annemarie! Meine Annemarie!" Annemarie strahlte: „Peter, wieviel ißt ein Kind am Tag? Peter, wieviel kosten Kinderschuhe? Halten die denn dann wenigstens?" Peter schloß ihren Mund mit Küssen. „Annemarie! Ich bin ja so glücklich!" Italienische Ehrung für Gabelsberger. Hundert Jahre waren es kürzlich, daß der geniale Erfinder der nach ihm benannten Kurzschrift seine „Anleitung zur deutschen Redezeichenkunst" herausgebracht hat. Welche Bedeutung man dieser Redezeichenkunst auch im Ausland beimißt, das geht aus den Ehrungen hervor, die die italienische Akademie für Stenographie anläßlich ber Hunbertjahrfeier bem klassischen Werke zuteil werben ließ. Der Leiter ber Akademie, bie ihren Sitz in Pabua hat, Professor Giuseppe Aliprondi, hat ein Buch von 200 Seiten über bas System (Babelsberger herausgebracht, bem bie italienische Kurzschrift nach bem System Noe gefolgt ist. Unter ben Mitarbeitern finben wir Bode (Braunschweig), D e w i s ch e i t (Halle), K u n o w s k i (Potsdam), Weinmeister (Leipzig), fernes (Budapest), Mogeon (Lausanne) unb eine Reihe von Italienern. Zum ersten Male erscheinen in bem Werke auch bie „neuen Vervollkommnungen" (Babelsbergers in italienischer Sprache. Sehr lehrreich bie Ausführungen über bie Kurzschrift im alten Rom unb bie Angleichungsoersuche an bie mobernen Sprachen. Dutzende von litographierten Tafeln unterstützen ben Text. Das Werk ist bescheiben als Sonderheft bes „Bolletino" erschienen, bes Fachblattes bes internationalen Sekretariats für Stenographie. Zeitschriften. — Aus Anlaß bes 250. Geburtstages von Georg Friebrich Hänbel weift Alexanber Berrsche im Fe- bmar-März-Heft ber „D e u t s ch e n Z e i t s ch r i f t" (Verlag Callwey, München) in einem Gedenkaufsatz auf ben seltsamen Wiberstreit hin, ber in ber Schätzung Hänbels bei ber Laienwelt unb ber Zunft ber Musiker selbst zutage tritt. Berrsche sagt u. a.r „5jänbel war eben ber Mann mit ber großen Per- rücke unb burch Bach eigentlich entbehrlich geworben, obenbrein war er auch noch langweilig ... Das Volk hat eine anbere Meinung. Die Ehrfurcht vor Hänbel ist ihm nicht auszureden ... Dieser Wiberstreit von Laieninteressen unb zünftiger Pflege gibt zu benfen. Er kennzeichnet Hänbels eigentliche Stellung in unserem Musikleben beutlicher, als man ahnt. Es ist buchstäblich wahr, baß Hänbel an tiefer echter Volkstümlichkeit alle anberen großen Meister um genau so viel überragt, als er in ber Zahl ber kvnzertmäßigen Aufführungen hinter ihnen zurückbleibt. Wer hat bie große Melobie geschrieben, bie jebem ans Herz greift, bie jebem vertraut ist, auch bem, ber feine Noten kennt unb kaum ben Mut hat, sich für musikalisch zu halten? Unb biefe Melobie gibt es, es gibt sie nur einmal ... es ist bas „Largo von Hänbel" ... Es ist nicht komisch, es ist großartig unb herzerhebenb, dieses Hängen an der einen Melodie, in deren Ausdruck das Volk sein eigenes Inneres wiedererkennt und die Stille der Seele wiederfindet. Welch ein musikalisches Volk, dessen Lieblingsmelodie eine Händelsche Weise ist! Niemand hat sie ihm einreden müssen. Mit sanfter Notwendigkeit ist sie ihren Weg gegangen mitten in bie Herzen, unb ba sitzt sie jetzt und ist nicht mehr zu vertreiben. Es muß wohl eine sehr deutsche Melodie fein." Gießen. 3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Landkreis St. Goar gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Für- soraekosten für Hermann Hiltermann aus Bacha- rach. 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Kreis Friedberg gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Büdingen wegen Erstattung von Fürsoraeaufwen- düngen für die Familie des Hermann Weber aus Leidhecken. ** Mitglieder der ehemaligen Deutschen Angestelltenschaft nicht vom DAF.- Beitrag b e f r e i t. Die Bezirksleituna der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Entgegen allen anderslautenden Mitteilungen sind die bisher beitragsfreien lebenslänglichen Mitglieder der ehemaligen Deutschen Angestelltenschaft nicht vom DAF.-Beitrag befreit. Beitragsfrei sind nur solche Mitglieder, die vorübergehend zum Arbeitsdienst gehen. Auch der Verwaltungsbeitrag, der nur Parteimitgliedern gewährt wiro, kommt für sie nicht in Frage. Im übrigen verweisen wir auf die Richtlinien für Mitgliedschaft der Deutschen Arbeitsfront. ♦* Bibelstunde. Heute, 20.15 Uhr, findet in der Kapelle des Alten Friedhofs eine Bibelstunde statt. Pfarrer Anthes spricht über 1.Petrus 1, Vers 6 bis 12. ** Das Gastspiel der „Vier Nachri ch- t e r". Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Erfreulicherweise besteht eine so starke Nachfrage nach Karlen zum Gastspiel „Die Nervensäge" der Vier Nachrichter, daß die Gießener Theaterbesucher die vorbestellten Karten unbedingt bis spätestens Freitag 13 Uhr abgeholt haben müssen. Wir müssen über vorbestellte und bis zu diesem Termin nicht abgeholte Karten verfügen, um all denen, die bisher keine Karten mehr erhalten konnten, die Möglichkeit des Besuches dieses einmaligen Gastspiels zu bieten. ** Der Aliceschul-Verein wird von Ostern 1935 ab wieder, wie in früheren Jahren, die beiden Ausbildungslehrgänge für technische Lehrerinnen (das Hauswirtschafts- und das Handarbeits- lehrerinnen-Seminar) einrichten. Diese Berufsausbildung kämmt dem Interessenkreise der jungen Mädchen entgegen und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten auf dem ureigensten Gebiete der Frau zu entfalten. Die bei dieser Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen können in der Führung des eigenen Haushalts wertvolle Anwendung finden, darüber hinaus können die Lehrkräfte in der Ausübung ihres Berufes für die Volksgemeinschaft nutzbringende Arbeit leisten. Die jungen technischen Lehrerinnen finden Verwendung als Leiterinnen und Helferinnen im Landschuljahr, als Hilfslehrerinnen an bäuerlichen Werkschulen, im weiblichen Arbeitsdienst. Sie können den Unterricht in Mütter- schulungskurfen, in Kursen der Arb-eitsfront, des BdM. erteilen. Bürgermeister-Tagung in Gießen. Die Kreisabteilung Gießen in der Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetages hielt gestern nachmittag im „Hotel Hindenburg" eine Versammlung ab, die von den Bürgermeistern und Beigeordneten sehr gut besucht war. Der Versammlungsleiter, Bürgermeister Pg. Euler (Wieseck), hieß die Teilnehmer willkommen. Er begrüßte besonders die Vertreter des Kreisamtes und die Referenten. Sodann gab er einige geschäftliche Mitteilungen bekannt. Die Verteilung der Kriegsehrenkreuze, die in würdiger Form die Tagesordnung einleitete, wurde von Oberregierungeirat Dr. Schönhals vorgenommen. Er hielt zunächst eine kurze Ansprache und erinnerte daran, daß die Stiftung des Kriegsehrenkreuzes die letzte Handlung des verstorbenen Reichspräsidenten gewesen sei. Er habe es mit ganz besonderer Freude getan, da ja im Dritten Reiche die Ruhmestaten des deutschen Heeres in den fahren 1914/1918 wieder zu Glanz und Ansehen gelangt fein. Das Kriegsehrenkreuz möge Erinnerung an große Tage fein. Der Frontgeist fei, allen Widerständen von Seiten einer volksfremden Regierung zum Trotz, in unsere Gegenwart herübergerettet worden. Die alten Soldatentugenden, Treue, Ehre und Einsatzbereitschaft seien wieder auf den Schild erhoben. Nur ein Deutschland, das sich seiner Traditionen bewußt sei, sei stark. Nachdem ein gemeinsam angestimmtes „Sieg-Heil!" auf den Führer ausgebracht war, schritt Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s zur Verteilung der Ehrenkreuze. Insgesamt gelangten in der gestrigen Versammlung 54 Ehrenkreuze, darunter 49 Frontkämpferehrenkreuze zur Ausgabe. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach als erster Redner Abteilungsleiter Hoosmann von der Nassauischen Landesversicherungsbank in Wiesbaden über das Thema „Versicherung der Gemeinden". Der Redner beschäftigte sich im einzelnen mit der Feuerversicherung, mit der Haftpflicht- und der Unfallversicherung und schließlich auch mit Einbruchs-Diebstahl-Dersicherung. Er erläuterte im einzelnen das Verhältnis zwischen der Versicherungsanstalt und dem Versicherten. Er war bemüht, verschiedene Vorurteile gegen verschiedene Versicherungszweige aus dem Wege zu räumen und gab dabei wertvolle Aufschlüsse über die Art und Weise der Dersicherungsleistung. Oberregierungsrat Dr. List vom Arbeitsamt Gießen referierte über Notstandsarbeiten und über die Unterbringung von Arbeitslosen aus den Großstädten in den ländlichen Bezirken. Er erinnerte zunächst an den günstigen Ausgangsstand für das Frühjahr im ganzen Reich hinsichtlich der Zahl der Arbeitslosen und wies dann auf die Notstandsmaßnahmen hin, bei denen es sich, wie immer wieder festgestellt werden könne, durchaus nicht um eine künstliche Arbeitsbeschaffung handle, sondern stets um Maßnahmen, die im normalen Gang der Dinge von den Gemeinden in Angriff genommen werden müßten. Mit Notstandsarbeiten solle, sofern sie genehmigt seien, sofort begonnen werden. Für den Sommer werde man zwar mit der Inangriffnahme der Arbeiten an der Reichsautobahn in Oberhessen rechnen können, die Zeit bis dahin solle aber nach besten Kräften ausgenutzt werden. Gemeinden, die in der glücklichen Lage seien, keine Arbeitslosen zu haben, sollten sich ohne weiteres bereitfinden, trotzdem zu ihrem Teil an der Behebung der Arbeitslosigkeit beizutragen. In den Großstädten sei die Zahl der Arbeitslosen oft noch erheblich. Vor allem sollten die Jugendlichen aus der Großstadt herausgeholt werden' auf das Land. Es müsse natürlich darauf gesehen werden, daß den Arbeitswilligen aus der Stadt auch erträgliche Bedingungen geschaffen werden. Die Industrie sei in letzter Zeit stabil beschäftigt gewesen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit der Frage der verheirateten Landarbeiter und schließlich mit der Frage der Landhelfer. Er betonte, daß in Zukunft jeder Landhelfer, der eingewiesen werde, vorher ärztlich untersucht werde. Daß sich die Schar der bisher vermittelten Landhelfer als durchaus geeignet erwiesen habe, gehe allein schon aus der Tatsache hervor, daß heute noch 72 v. H. der eingewiesenen Helfer auf dem Lande tätig seien. — Schließlich referierte Oberforstmeister Nicolaus über das Reichsjagdgesetz und griff in seinen Erörterungen in der Hauptsache jene Fragen heraus, die für die Bürgermeister wichtig sind. Dem neuen Reichsjagdgesetz liege der Gedanke zugrunde, das Wild unserer Wälder auch den folgenden Generationen zu erhalten. Ls solle zwar kein übermäßiger Vildbesland herangezüchlet werden, dafür aber ein quali- kativ hochwertiger Bestand. Das Reichsjagdgesetz entspreche in seinen wesentlichen Punkten dem Preußischen Jagdgesetz. Alle Jagdgesetze der Länder würden durch das Reichsjagdgesetz außer Kraft gesetzt. Aktuell seien jetzt vor allem die Fragen der Jagdoerpachtung. Nach Maßgabe des Grundbesitzes würden nunmehr in den einzelnen Gemeinden gemeinschaftliche Jagdbezirke geschaffen. Aus den Grundbesitzern bilde sich eine Jagdgenossenschaft, deren Vorsteher der Bürgermeister fei. Für die Jagdausübung gebe es drei verschiedene Möglichkeiten. Das Jagdrecht könne die Genossenschaft selbst ausüben, die Jagd könne verpachtet werden oder von einem angestellten Jäger ausgeübt werden. Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, die Jagd ruhen zu lassen. Der Jagdvorsteher (Bürgermeister) habe mit der Jagd selbst nichts zu tun, er sei vielmehr der Verwalter des Vermögens der Genossenschaft, lieber bas Ausmaß der Jagdausübung entscheide der Kreisjägermeister. Für die einzelnen Jagdbezirke würden in Zukunft Abschußpläne aufgestellt, die genau eingehalten werden müssen. Das Reichsjagdgesetz trete am 1. April in Kraft. Übergangsbestimmungen seien vorgesehen. Vor dem 1. April, vor der Festlegung der einzelnen Jagdbezirke, dürfe nicht neu verpachtet werden. In Zukunft dürfe eine Jagd nur noch an einen Jäger verpachtet werden, der mindestens drei Jahre im Besitze des Jagdscheines ist oder nur einem solchen Jäger, der ohne Bedenken in die Deutsche Jägerschaft ausgenommen werden könne. Auch dieser Vortrag wurde mit großem Interesse verfolgt. Verschiedene Anfragen aus dem Kreise der Zuhörer beantwortete der Reimer sofort. Die anregende Versammlung fand mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland ihren Abschluß. Vom Proletariat zum Arbeitertum. Oer frühere Oberprüsideut Winnig spricht in Gießen. Auf Einladung des Goethe-Bundes sprach gestern abend in der Neuen Aula der Universität der frühere Oberpräsident von Ostpreußen August Winnig über das Thema „Vom Proletariat zum Arbeitertum". August Winnig, der in seiner Jugend das Maurerhandwerk erlernte, dann Redakteur der Maurerfachzeitschrift „Grundstein", später Vorsitzender des Deutschen Bauarbeiter-Verbandes und einer der führenden Männer in den freien Gewerkschaften war, wurde am 1. Juli 1919 zum Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen ernannt, am 23. März 1920 aber von der damaligen Regierung vom Amte suspendiert und zur Disposition gestellt, weil die von ihm vertretene nationale politische Linie in schärfstem Gegensatz zu der marxistischen und internationalen Einstellung der damaligen Machthaber stand. Im Verlaufe der Jahre kam August Winnig dann in immer größerem Gegensätze zu den Männern, mit denen er früher gemeinsam marschiert war, weil er deren marxistischen und internationalen Kurs als verderblich für das deutsche Volk mit Entschiedenheit bekämpfte. In seinem gestrigen Vortrag betonte August Winnig einleitend, es gehe bei dem Thema „V o m Proletariat zum Arbeitertum" um die Entwicklung vom Menschen, um die Ueberwindung des proletarischen Menschen durch den Sieg des arbeitertümlichen Menschen. Dann sagte er in seinem etwa anderthalbstündigen, außerordentlich fesselndem Vortrag u. a.: Der proletarische TNensch ist der Leugner der Volksgemeinschaft und der Motion, der Feind des nationalen Gedankens und der Wirtschaft, Volksgemeinschaft und Kation sind in seinen Augen nur Lügen. Er fühlt sich frei von jeder Verantwortung gegenüber der Volksgesamtheit und lehnt alle Pflichten gegenüber der Nation ab. Dieser proletarische Mensch ich ein Mensch ohne Ehre, ein Gottloser, für den es keinerlei Autorität gibt. Wenn eine Autorität an ihn herantritt, lehnt er sich dagegen auf. Die Gesamthaltung des proletarischen Menschen besteht in einem einzigen Nein. Dagegen sieht der arbeitertümliche Mensch auf hoher Stufe. Lr fühlt sich dem Volksganzen und seiner Nation verpflichtet und verbunden, er wird in seinem ganzen Handeln geleitet von dem Bewußtsein der größten Verantwortung für sein Volk. Ihm sind Volksgemeinschaft und Nation nicht Lügen, sondern lebendige Wirklichkeit, mit der er in allen Schicksalen in Liebe verbunden ist. Er ist gefestigt im Glauben an fein Volk und im Glauben an eine über uns waltende Macht. Darum ist seine Gesamthaltung durch ein aufbaubereites und aufbaufreudiges I a bestimmt. Diese beiden Erscheinungsformen des Arbeiters sind nicht etwa eine Phantasie, sondern lebendige Wirklichkeit. Den proletarischen Menschen haben wir ja alle jahrzehntelang als eine furchtbare und gefährliche Drohung in Millionen erlebt. Der Redner gab hierauf in großen Umrissen einen Rückblick auf die Entstehung dieses proletarischen Menschen, der sich vom letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ab zunächst in Frankreich und England und dann auch bei uns herausbildete. Der Vortragende erinnerte dabei an die Entwicklung vom Handwerk zur Industrie, an die Arbeitsteilung bei der Produktion aller Güter, an den Einzug der Maschine in die Werkstätten und Arbeitssäle, an die Neuformung des Warenverkehrs und an die starke Bevölkerungsvermehrung, die das deutsche Volk im Verlaufe des 19. Jahrhunderts auf 66 Millionen Menschen anwachsen ließ. Alle diese Wandlungen bedingten für Millionen von Menschen das Suchen und Ringen nach neuen Brotmöglichkeiten, und so entstand, da die Scholle nicht genug Brotmöglichkeiten bot, die Fabrik und der Fabrikarbeiter. Mit erschütternder Eindringlichkeit erinnerte der Vortragende in diesem Zusammenhänge an das überaus schwere Los der ersten und der zweiten Generationen der Fabrikarbeiter, die durch die Macht der Entwicklung aus ihrer Gemeinschaft auf der heimatlichen Scholle herausgerissen und dadurch wurzellos wurden, in den Städten und in den Fabriken zusammenströmten, um hier neues Brot zu suchen, aber auch in der Hoffnung, wieder einen Rückhalt, eine neue Gemeinschaft der Wärme und der brüderlichen Liebe zu finden, stattdessen jedoch auf die eiskalte Welt der frühkapitalistischen Zeit stießen, in der die Menschen nicht nach Seelen ober Köpfen, sondern nur nach Händen und ihrem materiellen Wert bewertet wurden, jede Rücksichtnahme auf den Menschen schwand und der ungehemmte Eigennutz geradezu zur Sitte wurde. Hier erlebte der Arbeiter der Helma lächelt. KÄmüialwman von Klothilde von Siegmann. Urheberrschtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). 12. Fortsetzung Nachdruck verboten! Am nächsten Morgen gab sich Hopman dem Genuß des Frühstücks hin, das nur feine Wirtin, die gute Werner, fo zubereiten konnte, wie er es liebte. Er hatte von der Zeit, da er als Volontär in Scotland $arb gewesen, das englische Frühstück schätzen gelernt. Und so bescheiden er sonst sein konnte, in bezug auf diese erste Mahlzeit war er ein wenig üppig. Wie man frühstückt, so arbeitet man!, pflegte er zu sagen. Und die arme Frau Werner hatte schon manchen Tanz mit den Lieferanten der Umgegend geführt, bis sie für ihren Herrn jeden Morgen dies frische Seezungenfilet hatte, das dann, auf dem Grill gebraten, wie eine kleine, gerollte Scheibe fer» viert wurde. Gerade gab sich Hopman diesem Genuß hin: „Seezunge von der Werner zubereitet, dazu frischen Tee und Toast, englischen Tee, Martins — dafür gebe ich den schönsten Kriminalfall her!" „Aber nicht die kleine, süße Krabbe, diese Helma von Bodenberg!" neckte Martins. Aber er hatte kaum ausgesprochen, als Hopman heftig erwiderte: „Lieber Alter, ein für allemal, Fräulein Helma von Bodenberg bleibt bei unserer Unterhaltung aus dem Spiel!" „Na, na! Seit wann bist du denn gleich so aus bem Häuschen?" meinte Martins beruhigend und warf einen belustigten Blick auf Hopmans rot geworbenes Gesicht. Hat's bich auch einmal gepackt?, dachte er bei sich. Sonst war Hopman immer der- jemgc, der Martins mit seinem leicht entflammbaren Herzen neckte. — Aber Martins fühlte, es war besser, sich jetzt nicht dafür zu rächen. Hopmans Wut war schon wieder verflogen; es tat ihm leib, ben treuen Freund angefahren zu haben. Bald frühstückten sie wieder einträchtig zu- fammen: Martins sein „Kleinmädchenfrühstück", wie Hopman die allmorgendliche Kanne Kakao Martins' spöttisch nannte. Strahlend servierte Frau Werner das Frühstück. Das war doch endlich wieder einmal richtig, wenn der „Herr" im Hause war. Martins galt ihr nicht als voll — sie betreute ihn mit mütterlicher «Sorgfalt. Aber Hopman war doch eben der Herr im Hause, daran war nicht zu rütteln. Gerade waren sie beide mit dem Frühstück fertig, als das Telephon läutete. „Mister Dundee aus London läßt anfragen, ob Herr Hopman in Berlin wäre und zu ihm ins .Adlon' kommen könnte." Hopman sprang lebhaft auf. Dundee war einer der berühmtesten englischen Kriminalkommrsiare ge- wesen. Jetzt hatte er sich ins Privatleben zurückgezogen, um die Erfahrungen aus einer langen Tätigkeit in Scotland Pard wissenschaftlich und journalistisch zu verarbeiten. Er befand sich gerade auf einer Studienreise durch die Gefängnisse der europäischen Staaten, wie er Hopman am Telephon in seiner lebhaften Art erzählte. Hopman sagte zu, in zwei Stunden im „Adlon" zu fein und auf Mister Dundee unten in der Halle zu warten. „Freut mich, den alten Burschen einmal wieder- zusehen. Habe manchen interessanten Fall in den Londondocks mit ihm gejagt — und in Whitechapel. Ich kann es eigentlich nicht begreifen, daß der alte Spürhund sich zur Ruhe gesetzt hat und theoretische Bücher schreiben will." „Nun, ich denke, Dundee ist nicht mehr der Jüngste. Sagtest du nicht, er wäre bald an die Sechzig?" „Uno wenn ich hundert Jahre alt würde, ich würde meinem Berufe nicht Valet sagen", war Hopmans Antwort. Dann vertiefte er sich wieder in feine Zeitung. „Weißt du, Martins", meinte er zwischen der Lektüre, „wir haben in Hamburg weiß Gott auch so ein bißchen Londoner Hafenviertel. Da haben sie doch wieder in einer Fleet von Sankt Pauli einen Unbekannten gefunden, der mit dem Schlag- ring niedergeschlagen und in einem Kaschemmen- feiler gefunden wurde. Die Verbrecher hatten gerade bei einer Razzia die Falltür zu dem Wasser des unter dem Hause fließenden Fleetkanals geöffnet, um den Besinnungslosen hineinzustürzen. Durch das überraschende Hinzukommen der Polizeistreife wurde der Mord verhindert. Der Verwundete ist ins Krankenhaus gebracht worden. Er hat die Besinnung noch nicht roiebererlangt. Ausweispapiere wurden nicht bei ihm gefunden, so daß man keinerlei Anhaltspunkte hat, wer der lieber- fallene ist und woher er stammt. Na, mal schauen, ob die Hamburger Kriminals für den armen Kerl bald das Gedächtnis wiederfinden." Hopman machte sich langsam zum Ausgehen fertig. „Ganz nett!" meinte er, als er sich feinen gutsitzenden neuen Herbstanzug anzog, sich die kleine blaue Schleife band. „Es tut doch gut, wieder mal aus der Monteurkluft herauszukommen. „Lange wird die Freude doch nicht dauern", warf Martins ein, „sicherlich zieht es dich doch wieder nach dem Schauplatz deiner Tätigkeit — nach Gernrode." Hopman sah gedankenvoll vor sich hin: „Weißt du, mir geht es wie einem Jagdhunde, der die Fährte verloren hat; ich laufe hierhin und dorthin — und ich finde die richtige Witterung nicht wieder. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden", schloß er philosophisch. 15. Kapitel. Als Hopman im „Adlon" nach feinem alten Freunde Dundee fragte, bekam er den Bescheid, daß Dundee zu einer kurzen Besprechung gefahren wäre und Hopman um eine kleine Weile Geduld bitten ließe. Während Hopman ein paar Worte mit einem der Geschäftsführer plauderte, hörte er, wie der Angestellte, der die Telegramme und Ferngespräche annahm, zu einem anderen sagte: „Telegramm von Hamburg, ,Atlantik', Gepäck von Herrn von Gernsheim liegt als Passagiergut auf dem Bahnhof, Gepäckschein hier inliegend in diesem Eilbrief. Gepäck soll sofort abgeholt und auf ein Zimmer im ersten Stock gebracht werden." Hopman horchte interessiert auf. Das traf sich ia gut. Da würde er ja diesen Herrn von Gernsheim sehen, ehe der auf Gernrode ankam. Aber warum hatte Helma, der Verabredung gemäß, ihn nicht von der Ankunft ihres Detters und Adoptivbruders in Berlin benachrichtigt? Es kam doch alles darauf an, daß man Herrn von Gernsheim zur Zeit einweihte. Er ging in die Telegrammannahme und gab ein dringendes Telegramm an Helma auf, in dem er in verabredeter Chiffresprache anfragte, ob die Ankunft von Helmas Adoptivbruder schon bestimmt wäre. Schon eine Viertelstunde später hatte er bas Antworttelegramm in Händen. Er schüttelte den Kopf, verglich die Worte mit dem Chiffreschlüssel, den er Helma mitgeteilt. Es kam kein anderer Sinn heraus: Angeforderte Kleesendung noch nicht avisiert — das hieß aus der Geheimsprache in gutes Deutsch übersetzt: „Horst von Gernsheim noch nicht angemelbet, wundere mich über unpünktliche Lieferung." Diese Worte bedeuteten nichts anderes, als daß Helma über den Verbleib Gernsheims nichts bekannt war. Und warum sandte eigentlich Gernsheim fein Gepäck als Expreßgepäck? Gewöhnlich, wenn man von einer fo nahegelegenen Station reifte, wie es Hamburg zu Berlin war, nahm man doch feine Sachen mit? Hopman wußte selbst nicht, warum ihm dies alles durch den Kopf ginO Doch gewohnt, auf alles, was ihn instinktiv beschäftigte, zu achten, schob er diesen Gedanken nicht fort. „Sagen Sie mal", fragte er den Angestellten, „würden Sie mir Bescheid sagen, wenn dieser Herr von Gernsheim hier angekommen ist? Aber bitte!" Er drückte dem Angestellten etwas in die Hand. Der verstand und nickte unmerklich. Er kannte Hopman und wunderte sich nicht, daß sich der für diesen oder jenen der Gäste interessierte. „Hallo, Hopman, old boy!" rief eine Stimme hinter Hopman. Ein derber Schlag auf feine Schultern vollendete die freundschaftliche Begrüßungsmethode Mister Dundees. Bald saßen die beiden Kriminalmänner in lebhaftem Gespräch im Rauchzimmer des Hotels, bis es Zeit zum Diner war. Dundee, der vollgeladen war mit Erzählungen über das, was er bisher in den Gefüngissen des Kontinents gesehen hatte, bat Hopman, mit ihm zusammen zu lunchen. Hopman willigte gern ein: „Ich bin ein paar Tage auf Urlaub hier, da kann ich mir einmal ein paar gemütliche Stunden mit Ihnen leisten. Will nur schnell meinem Freunde Martins zu Hause Bescheid geben, falls irgend- welche Nachrichten für mich einlaufen." Während Dundee vorausging, um in dem ©rill- room des Hotels einen behaglichen Platz zu belegen, strebte Hopman der Telephonzelle zu. Wie er wieder herauskam, sah er gerade einen eleganten, etwas schweren Herrn mit dem Rücken zur Halle an der Schranke stehen und mit dem Angestellten verhandeln. Der Angestellte nahm einen Schlüssel vom Schlüsselbrett. „Sehr wohl, Herr Baron!" sagte er laut und warf dabei einen Blick zu Hopman herüber. Hopman hatte verstanden! Das war Baron von Gernsheim. Er schlenderte näher. „Bitte, den Theaterplan für heute abend!" sagte er und sah dabei wie zufällig zu dem Baron herüber. Ein unmerkliches Stutzen kam in seine Augen — dieser Baron von Gernsheim sah aber dem Bilde, das Helma ihm seinerzeit auf Schloß Gernrode gezeigt, gar nicht ähnlich, vor allem hatte er für jemanden, der jahrzehntelang in den Tropen gelebt, eine auffallend blasse, europäische Gesichtsfarbe. Jetzt blickte der Herr auf Hopman. War ihm der abschätzende Blick aufgefallen, den Hopman ihm zugeworfen? Mißtrauisch, flackerten seine Augen auf — und eine kleine, kaum sichtbare Narbe an der Stirn flammte plötzlich rot, als wäre eine Erregung über den Unbekannten gekommen. Schon wandte er sich brüsk um, ging schnell neben dem Zimmerkellner die Halle entlang bis zum Lift, der ihn den Augen Hopmans entführte. Nachdenklich ging Hopman dem Grillroom zu. „Was machen Sie denn für ein nachdenkliches Gesicht?" fragte Dundee, der das Mittagessen bereits mit einem seiner geliebten Whiskydrinks eingeleitet hatte. „Hören Sie, Dundee! Glauben Sie, daß ein Mensch, der jahrelang in den Tropen gelebt hat, eine Gesichtsfarbe haben kann wie ein kleines Jn- ftitutefräulein? Blaß und zart?" „Nein! Glaube ich nicht! Warum sollte ich auch?" Hopman erzählte darauf dem aufmerksam zuhörenden Engländer seine Zusammenkunft mit dem Baron von Gernsheim. „Warum haben Sie ihn nicht direkt angesprochen? Der Hieb ist immer die beste Parade", meinte Dundee, „wenn Sie irgendwelches Mißtrauen in die Person des Herrn von Gernsheim setzen?" (Fortsetzung folgt!) ■iters ibiQe । mir ' ge- int unb r. W' Gerns- iterplan wie zu- [geloben isher in atte, bat Hopman hier, da Stunden Freunde i irgend- Lugen er dem g Gern- hatte er Tropen Gesicht m Sr'll- zu bc- zu. W>e i elegan* den zur m Ange- m einen wS. ,°n I»1" Augen eine &r i schnell hi1»? ntfuhrte- m 3U- f en ve ik- -dl- Mrillen ■oleta. Mel bes M unb De. Der Wicklung Mltstei- i Ein. rbeits- s unb ie bas inberts j. Alle n von neuen Scholle :it unb nbring« rm Zu- ’os der Fabrik, ing aus Scholle den, in mström- auch In ie neue en Siebe fe Welt ie Men- m nur )eroeitet Renten geradezu iter her Oberheffen Jahresversammlung -er Verbraucher- Genossenschast (G.E.G.) Gießen. letzten vier Monaten aufwärtsstrebenden Mitglieder- zahlen habe der Umsatz in einzelnen Orten um 30 bis 50 d. $)., in Gießen um 10 v. H. zugenommen. Wie bisher, so könnten auch in Zukunft wieder die Genossenschaften, die in Notzeiten des Volkes für die minderbemittelten Arbeiter, Handwerker und Bauern nach dem Grundsatz „Einer für alle und alle für einen" gegründet wurden, auf ihre Leistungen stolz sein. Die Eröffnung der Verteilerstellen wirkte sich einflußreich auf die Preisregulierung aus, so daß sie über den Dienst am Mitglied hinaus segensreich für die Allgemeinheit wirkten. Diese Leistung habe auch die nationalsozialistische Regierung anerkannt. Der Dienst an der Allgemeinheit werde zahlenmäßig ersichtlich daran, daß z. B. die Verbraucherschaft Gießen in den Jahren von 1901 bis 1934 1 140 466 Mark an Rückvergütungen, in vier Jahren in 344 Fällen 8542,75 Mark Sterbegelder und im letzten Jahr an Sozialleistungen (Unterstützungen, Winterhilfswerk usw.) 4291,86 Mark ausgezahlt habe. Die Genossenschaften stellten aber auch einen großen volkswirtschaftlichen Wert bar; denn sie seien nicht Einzelbesitz, sondern jeder Genossenschaftler hat Anteil. Von 1914 bis 1934 seien rund 800 Millionen Mark an Rückvergütungen dem Kleinverbraucher wieder zugeführt worden. In 54 Produktionsstätten, Fabriken usw. und rund 1200 Verteilungsstellen würden rund 70 000 Volksgenossen beschäftigt. Dabei sei zu berücksichtigen, daß das Unternehmen die Arbeiter zu den besten Bedingungen beschäftige. Im Dezember 1934 habe Reichsminister Dr. Schacht erklärt, daß die Verbrauchergenossenschaften an den wirtschaftlich schwächeren Kreisen des Volkes durch deren genossenschaftliche Zusammenfassung noch Aufgaben zu bewältigen haben, bei zu lösen dem einzelnen nicht möglich wäre. Im Schlußwort betonte Geschäftsführer Dietz, baß die Erhaltung unb ber Ausbau des Unternehmens nicht nur die Erhaltung großer volkswirtschaftlicher Werte, sondern auch Arbeitsgelegenheit für Tausende von Volksgenossen bedeute. Die Verbraucher - Genossenschaft (GEG.) Gießen hielt am Mittwoch und Donnerstag ihre Jahresversammlung im Eaf6 Leib ab, die eine Uebersicht über die Arbeit unb Erfolge der Genossenschaft darbot. Mit diesen Veranstaltungen war eine Leistungsschau verbunden, die einen Einblick in die vielseitige Produktion und Warenlieferung des gemeinnützigen Unternehmens bietet. In sehr interessanter Aufmachung sind alle Gebrauchsartikel aus den eigenen Lieferwerken aufgebaut. Bei der Abendveranstaltung am Donnerstag werden neben den zahlreichen Gratisproben auch Kaffee unb Kuäzen aus eigenen Beständen gereicht. Geschäftsführer Pg. Dietz eröffnete die erste Abenboerfammlung mit freundlichen Begrüßungsworten an die Genossenschaftler und Gäste. Er wies auf die auch in ber Gießener Verbrauchergenossenschaft wieder ansteigenden Tendenzen in Bezug auf Mitgliederbestand und Warenumsatz hin. Hierauf sprach der Vertreter der Südwestdeutschen Verbraucher-Genossenschaften Werbeberater Weister (Heidelberg) über die Aufgaben der Verbrauchergenossenschaften. Nach einem Rückblick über die letzten Jahre im Wirtschaftsleben, das durch die Arbeitslosigkeit und durch die politischen Verhältnisse einen ungeheuren Tiefstand erreicht hatte, zeigte er diese Wirkungen bei den Genossenschaften. Di-e Verelendung der arbeitenden Volksschichten, Not und (Entbehrung im Handwerkerstand, dazu noch die politischen Auseinandersetzungen seien auch auf die Verbrauchergenossenschaften nicht ohne Einfluß geblieben. Erst durch die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus sei mit der Auflebung des Wirtschaftslebens auch eine Besserung im Genossenschaftsleben eingetreten. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß bestätigte, daß die Verbrauchergenossenschaften einen Teil des Wirtschaftslebens bilden, sprach ein Verbot gegen ihre Bekämpfung und den Boykott aus unb gab ihnen bie Werbungen frei. Die Zukunftsfrage sei für sie mieber zu einer Leistungsfrage geworden. Neben dem namentlich in den wahrscheinlich ber Tumzwang für Jungvolk und Hitlerjugend obligatorisch werde, voraussichtlich am kommenden 1. April in Kraft treten werde. Es sei deshalb den in Betracht kommenden jungen Leuten, bie bis jetzt bem Turnverein noch fernstehen, ber balbige Eintritt in ben Verein bringenb zu empfehlen. Die vom Vereinsrechner Joh. Wießner erstattete Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberschuß. Um ben Zöglingen ben Eintritt in ben Verein zu erleichtern, mürbe beschlossen, daß diese an Eintrittsgeld 1 RM. unb an Beitrag monatlich 20 Pfennig bezahlen sollen. Das Eintrittsgeld muß innerhalb drei Monaten nach Eintritt entrichtet, die monatlichen Beiträge sollen aber pünktlich bezahlt werden. Der Verein zählt zur Zeit 5 Ehrenmitglieder und 54 aktive und passive Mitglieder. Nach dreimaligem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer Adolf Hitler schloß ber Vereinsführer bie Versammlung. * Weitershain, 21. Febr. Der 48jährige Landwirt Heinrich Theiß von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Armes unb mußte zur Behanblung in bie Klinik nach Gießen gebracht werben. § Ettingshausen, 19. Feb^. Im Rahmen ber hiesigen Viehverwertungs - Genossenschaft fanb eine Vortragsveranstaltung statt, bie von Ortsbauernführer Wilhelm I o x eröffnet würbe. Hauptabteilungsleiter Sauer (Frankfurt am Main) hielt einen aufschlußreichen Vortrag über bas Genossenschaftswesen, insbesondre über bie Viehverwertung, unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß sich auch Ettingshausen ber zeitgemäßen Viehverwertung anschließen werde. Kurze Ansprachen hielten noch Pg. Bocher (Hungen) und Pg. B o p p (Bellersheim). Die Versammlung wurde bann in ber üblichen Weise beschlossen. t Dors-Gill, 20. Febr. Im Rathaus fanb bie Generalversammlung ber Viehkasse statt. An Stelle bes zurückgetretenen Vorstanbsmitgliebes Joh. Sarnes würbe Hermann S ch m i b t ernannt. Das Geschäftsjahr schloß mit einem beträchtlichen Reingewinn. Anschließenb hielt bie Pferbekasfe ihre Hauptversammlung ab. Der 2. Vorsitzenbe, August Weitz, gedachte zunächst bes im vergangenen Jahre verstorbenen Ernst Kuhl, ber 20 Jahre bem Dorstanb als 1'. Vorsitzenber angehört hatte. Auf Vorschlag von Zelleiter G. Sarnes würbe ber 2. Vorsitzenbe zum 1. ernannt. Als neues Vorstanbsmitglieb würbe Heinrich W. B e n b e r bestimmt. Der Rechner Heinrich Sarnes XI. er» an den großen Aufgaben der volksgesamlhelk miizuarbeilen. Dagegen roanbte sich ber Ansturm ber Berufsrevolutionäre. In biefem Zustanb bes inneren Kampfes ber Arbeiterbewegung begann ber Weltkrieg. Der deutsche Arbeiter vom August 1914 stellte sich in bie Front bes nationalen Behauptungswillens unb bekannte sich zu feinem deutschen Volke. Damit vollzog sich der Durchbruch des deutschen Arbeiters durch die geistige Ueberfrem- bung; aber endgültig war biefe Entscheidung doch noch nicht. Solange in Deutschlanb bie Zügel straff- gehalten wurden, durften sich die Berufsrevolutionäre nicht viel herausnehmen. Als aber 1916 die Zügel schlaffer wurden und dann am Boden schleiften, nahmen auch die Berufsrevolutionäre ihren Kampf um die Herrschaft über ben beutschen Arbeiter roieber auf, so baß bas beutsche Volk von außen her ber Gewalt ber Feinbe unb von innen bem pro» paganbistischen Gift ber Berufsrevolutionäre erlag. Diese traten bann ihre Herrschaft über bie beutsche Arbeiterbewegung roieber an, währenb zugleich ber frembe Solbat bas deutsche Vaterland von außen niederhielt. So wurden der Berufsrevolutionär in Deutschland und der fremde Soldat die Bürgen der deutschen Knechtschaft. Unter solchen Umständen trat ber deutsche Arbeiter bie Führung bes Staates an, als er im Jahre 1918 bie Macht im Staate übernahm. Wer ben Staat unb das Volk führen will, muß sich mit ihm unlöslich verbunden fühlen, muß ihm Liebe entgegenbringen, es mit großen Gedanken erfüllen, feine Führung als Dienst und Opfer für die Gesamtheit ansehen. Die Führer des Weimarer Staates erfüllten von allen diesen Forderungen nicht eine einzige, sie bejahten ben Staat nicht, sie liebten ihn nicht, sie erfüllten bas Volk nicht mit großen Gebauten, sie roaren eben staatsfeindlich. Ihr Geist war nicht ein Geist der Liebe und der Verbundenheit, sondern Schürer des Hasses, Verneiner aller Volksverbundenheit und der aufbauenden Kräfte. Jener Weimarer Staat des Arbeiters lehnte die Ausgabe, Hüter der staatlichen Wacht zu sein, grundsätzlich ab, er stark machen wollte. Jener Staat war in den fünfzehn Jahren seines Lebens ein ein- nicht eine vorübergehende Schwäche jenes Staates, sondern ein Verderbnis grundsätzlicher Art. Jener Staat wäre vom Untermenschentum verschlungen worden, wenn nicht Adolf Hitler durch den Sieg seiner Bewegung das Deutsche Reich und damit auch den deutschen Staat und den deutschen Arbeiter gerettet hätte. Hier tritt uns die Größe des Werkes Adolf Hitlers besonders klar vor Augen. Durch diesen Sieg wurde auch ber proletarische Mensch durch ben arbeitertürn- lichen Menschen überwunden. In .diesem arbeiter- tümlichen Menschentum ist eine gewaltige biologische Kraftreserve vorhanden, die den Staat weiterhin ver- bürgenjoU und wird. Die Aufgabe des arbeitertüm- lichen Menschen ist nunmehr, nach seiner Befreiung von den Fesseln der Berufsrevolutionäre, sich den Zugang zu der neuen unb großen Führung des Staates zu erdienen. Adolf Hitler hat durch die Ueberwindung des Warxismus dem deutschen Arbeiter den Weg zum Staat und zu feiner Witarbeit im Staate freigemacht. Durch Adolf Hitler hat der deutsche Arbeiter die Wöglichkeit erhalten, seine große Ausgabe für Volk und Staat zu erfüllen und in einem neuen Leben der Reise zuzuführen. Ad Schlüsse seines Vortrages wies der Redner auf Macdonald in England, Mussolini in Italien unb auf Adolf Hitler in Deutschland hin. Diese drei Männer stiegen von unten her zur Führung ihrer Völker empor, nachdem sie in ihrem Leben die furchtbaren Gefahren und Folgen des Marxismus klar erkannt hatten und nun bemüht find, ihre Nationen vor dem Nebel des Marxismus zu bewahren. Was wir in diesen männern sehen, ist das Wirken des Arbeiters in feiner erneuerten Form, ist der arbeitertümliche Wenfch, der vom Marxismus befreit nun als siaalsfchöpferifche Kraft in die Geschichte eintritt und ein großes Werk für die Zukunft zu vollbringen hat. Rur durch diesen arbeitertümlichen Wenschen ist die Staatsgemeinfchaft möglich und zu retten. Dieser Aufstieg des Arbeiters zur Teilnahme an der Führung des Staates ist die Erfüllung seines Berufes, und darin sehen wir den erhabenen Willen des geschichtlich wirkenden lebendigen Gottes. Der Vortrag wurde mit gespanntester Aufmerk- arnteit und am Schluffe mit großem Beifall ausgenommen. Landkreis Gießen. * Wiefeck, 20. Febr. Der 56 Jahre alte Heinrich Löwenstein, Bohrer von Beruf, erlitt, als er sich heute mit feinem Fahrrad nach Grünberg unterwegs befand, einen Unfall. Er kam, anscheinend infolge eines Felgenbruchs, schwer zu Fall, erlitt eine leichte Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch und verschiedene Fleischoer- letzungen im Gesicht. Der bedauernswerte Mann, der von Kraftfahrern bewußtlos auf der Straße aufgefunden worden war, wurde zunächst nach Grünberg zum Arzt gebracht und bann in die Chirurgische Klinik übergeführt. § Mainzlar, 20. Febr. Gestern abend fand in ber hiesigen Schule ein Vortrag mit Lichtbildervor- sührung über wirtschaftliche Geflügelzucht in bäuerlichen Betrieben statt. Der Ortsfachberater für Geflügelzucht, Vogel, leitete bie Versammlung. Die Kreisfachberaterin Fräulein Lanz hielt ben fesseln- ben Vortrag mit anschließenbem Anschauungsmaterial in Lichtbildern. Mit herzlichen Worten des Dankes an bie Vortragenbe schloß ber Ortsfachberater bie Versammlung. öp Allendorf a. b. Lba., 20. Febr. Zu ber gestern in ben hiesigen Stabtwalbungen abgehaltenen brüten diesjährigen Brennholzverstei- g e r u n g hatte sich wieberum eine stattliche Anzahl Interessenten, besonders auch von auswärts, eingefunben. Die Preise blieben etwas gegen bie» jenigen ber vorausgegangenen Versteigerungen zurück. Es wurden gelöst für: Buchenscheitholz 18 bis 19 RM., Eichenscheitholz 10 bis 13 RM. je 2 rm, Buchenknüppel 13 dis 14 RM., Eichenknüppel 8 bis 10 RM., Nabelknüppel 6 bis 9 RM. je 2 rm, Buchenreisholz 6 bis 8 RM., Eichenreisholz 5 bis 6 RM., Nabelreisholz 2 bis 4 RM. je 5 rm, Buchenstöcke 12 bis 13 RM. je 2 rm. — Der Sturm in ber Nacht zum Sonntag hat auch in unserer Gemarkung bedeutenden Schaben verursacht. Die Wohnhäuser unb sonstigen Gebäube finb noch einigermaßen glimpflich davongekommen, bagegen sind in den Waldungen schätzungsweise 900 bis 1000 Festmeter Stämme — hauptsächlich Fichten unb Kiefern — bem Orkan zum Opfer gefallen. J_ 2111 c n b o r f a. b. Lba., 20. Febr. Am vergangenen Samstagabenb hielt ber hiesige Turnverein 1 9 0 7 seine biesjährige erste Generalversammlung in ber Gastwirschaft „Zur Krone" ab. Vereinsführer Faulstich leitete die Versammlung. In der Eröffnungsansprache wies er u. a. besonders darauf hin, daß ein neues Reichsgefetz, nach dem frühkapitalistischen Zeit eine völlig neue Welt, in der er sich naturgemäß als Ausgestoßener, als Enterbter, als von seinem Volke abgelehnter Mensch fühlen mußte und dadurch zuletzt zum Revolutionär würbe, ber bie Gemeinschaft verloren hatte. Jene Menschen strebten bann nach einer neuen Form der Gemeinschaft, und so entstand die Arbeiterbewegung aus dem willen zur Gemein- fchaft heraus. Bei der Betrachtung der Frage, welches Gesicht diese Gemeinschaft erhalte, berühren wir ein großes deutsches Verhängnis: das Fehlen einer durch gemeinsames Bekenntnis und durch gleiche Ideale zu einer Einheit verbundenen gebildeten Oberschicht, die geistige Ueberfrembung des beutschen Wesens, eine Strömung, bie immer mehr vom wahren beutschen Wesen abtrieb unb sich gegen alles roanbte, was deutsch war, durch die der Berufsrevolutionär und der revolutionäre Literat entstanden, die in der Vorbereitung von Revolutionen ihre Lebensaufgabe sahen. Dazu kam in Deutschland eine Überproduktion an Gebildeten, ber Schlag ber unbeschäftigten Gebilbeten, bie sich übergangen fühlten unb eine aufnahmebereite Schicht für bie Gebauten ber berufsmäßigen Revolutionäre bilbete. Hierzu trat bann noch ber Jude, als Frembkörper im beutschen Leben, befonbers im beutschen Schrifttum auf, ber durch feinen jüdischen Geist die stärkste Spannung zu allem deutschen Denken erzeugte, das Deutsche vor dem Deutschen herabsetzte und sich immer mehr zum Wortführer des Hasses in der Arbeiterbewegung gegen alles Deutsche machte. Bei den Arbeitern waren Menschen in Bewegung geraten, die lediglich gegen die härte ihres Daseins ankämpften, der Berufsrevolutionär aber sah in diesen Menschen nur die Mittel, um seinen haß gegen die deutsche Lebensform, gegen den deutschen Glauben und die deutsche Sitte zur Auswirkung zu bringen. So kam es zu jener unseligen Verbindung zwischen der deutschen Arbeiterbewegung und ben Berufsrevolutionären ber Hasser. Von da ab wurde bie deutsche Arbeiterbewegung ein aufnahmebereites Gesäß für alle Haßgeoanken unb alle Haßlehren, die bie Berufsrevolutionäre systematisch in die Reihen der Arbeiter hineintrugen. So wurde er zum Feind des Staates, zum Feind der Gesellschaft, zum Verächter des Glaubens unb aller ibealen Werte gemacht. So entstaub als bas Geschöpf ber Berufsrevolutionäre ber proletarische Mensch mit all seinen furchtbaren Eigenschaften, weil bamals eine beutsche Oberschicht fehlte, oie sich jener Menschen in volksverbundener Gesinnung annahm. In ber politischen Geschichte unseres beutschen Volkes hat es niemals einen treueren Gefolgsmann gegeben als ben Arbeiter unter feinen marxistischen Führern. Er sah Jahrzehnte lang in biefen Führern nur eble Menschen, Freunbe unb Helfer unb hatte keinerlei Mißtrauen. Die Führer jedoch wollten diese Bewegung der Arbeiter nur zum Werkzeug ihres Hasses machen. Sie verkündeten dem Arbeiter jahrzehntelang, daß er im Rahmen der deutschen wirtschaftlichen Entwicklung immer mehr ins Elend gerate, daß er Proletarier fei. Um die Jahrhundertwende herum merkten aber die Arbeiter zum ersten Male den Widerspruch zwischen den Behauptungen ihrer Führer und der tatsächlichen Entwicklung. Sie erkannten, daß mit dem Aufschwung der deutschen Wirtschaft auch ihr Los sich gebessert hatte; sie überzeugten sich davon, daß ihr eigener Aufstieg mit bem Aufschwung der deutschen Wirtschaft zusammenfiel, daß eine starke Wirtschaft unter dem Schutze einer starken Staatsmacht auch zum Besten der Arbeiterschaft sich auswirke. So entstand bei dem Arbeiter die Aeber- zeugung, daß er gegen sein eigenes Jnteresse handele, wenn er diesem Staat, der die Wirtschaft aufblühen lieh und damit auch das Schicksal des deutschen Arbeiters zum Bessern wandle, die Wittel zur Erhaltung feiner Wacht und Gröhe verweigere. Der deutsche Arbeiter erkannte immer mehr, dah sein eigenes Ge- deiheu mit einem starken und geachteten deutschen Staat unlöslich verbunden war. Der Redner erinnerte dann an die schweren Kämpfe, die etwa zehn Jahre vor Ausbruch des Weltkrieges innerhalb der Arbeiterbewegung begannen und immer heftiger wurden, weil die Berufsrevolutionäre erkannten, daß der deutsche Arbeiter in seiner neuen Erkenntnis der Dinge sich von ihnen loszulösen begann, der Staalsfeiudlichkeit der marxistischen Theoretiker überdrüssig wurde und im Staat seine eigene Bestimmung und seinen Förderer sah, sich dem Volksganzen verpflichtet und verbunden zu fühlen begann und den Wunsch hatte. 1010A Heute Donnerstag bis Sonntag Ein Kriminal-Film, der sogar einen Edgar Wallace fesseln würde Rom-Expreß I Conrad Veidt spielt die Hochstapler- MD roUe mit überlegener Darstellungskraft ■ Vorher: Kulturfilm. Ufa-Ton-Woche ■ Täglich 4 u. 8.30. Sonntag 3.5.30 u. 8.30 Uhr ■ e Höhere technische Lehranstalt RheinifdiesTedimlnini/ Bingen Ingenieur-Ausbildung in Maschinenbau, Elekro- technik, Eisenhochbau, Auto-, Flugzeug- u. 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Die in reicher Zahl vorgetragenen Chöre zeugten von guter Schulung. Einige gut gespielte Theaterstücke, die von Scharführer Schmalz eingeübt waren, folgten. Bei Gesang und Tanz vergnügte sich dann noch jung und alt einige Stunde. eso Eberstadt, 19. Febr. Die NS.- Frauenschaft hielt im Saale von Karl F e l s i n g einen Familienabend ab, der mit dem Willkommengruß der Führerin Paula K e i ß und mit dem Frauenschaftslied eingeleitet wurde. Musikalische Darbietungen und gemeinsam gesungene Volks- und Vaterlandslieder unterhielten die Teilnehmerinnen. Mittelpunkt des Abends war der Vortrag von Pfarrer K ö d d i n g über das Thema „Bürde und Würde der deutschen Mutter". Ein unterhaltsames Beisammensein beschloß die Veranstaltung. — Bei der vorgestrigen Eintopfgericht - Sammlung wurden in unserer Gemeinde 27,45 Mk. aufgebracht. * Hungen, 19. Febr. Die NS. -Frauenschaf t, Ortsgruppe Hungen, hielt im „Darmstädter Hof" einen Deutschen Abend ab. Die Frauenschaftsführerin, Frau Hesse, begrüßte die Teilnehmer. Ortsgruppenleiter K i r ch h ö f e r hielt eine Ansprache, in der er die Verdienste der deutschen Frau in der Kriegs- und Kampfzeit würdigte und darüber hinaus auf die Pflichten der Frau im Dritten Reich hinwies. Musikalische Darbietungen, Gedichtvorträge und Theaterstücke ernsten und heiteren Gepräges unterhielten ausgezeichnet. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und der gemeinsame Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes beschlossen den Abend. Der Reinerlös der Veranstaltung floß dem Winterhilfswerk zu. Kreis Alsfeld. n. Mücke, 18. Febr. In der Gastwirtschaft von Reitz fand am Samstag die Generalversammlung des Kriegervereins Flensungen unter Leitung des Vereinsführers Schumann statt. Der Vereinsführer erstattete nach der Begrüßung der Kameraden den Jahresbericht, wobei er betonte, daß von 50 Vereinsmitgliedern sich 45 der SA.-Reserve eingereiht hätten. Er gab weiter seiner Freude und Genugtuung über den vaterländischen Geist im Verein Ausdruck. Innerhalb des Vereins wurde eine Schützengruppe gebildet', zum Schießwart wurde Otto Langohr bestimmt, ferner wurde die Errichtung eines neuen Schießstandes in der Nähe des Ortes in Aussicht genommen. Der Vereinsführer teilte den Verein in drei Scharen ein und ernannte die Kameraden Bergen, Hör st und H a h n zu Scharführern. Nach der Bekanntgabe und Prüfung des Kassenberichts wurde dem Rechner S p r a n k e l Entlastung erteilt. Einige weitere Vereinsangelegenheiten wurden rasch erledigt und darauf der offizielle Teil des Abends mit dreimaligem Sieg-Heil! auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wesfel-Liedes beschlossen. Anschließend verblieben die Kameraden noch in bester kameradschaftlicher Geselligkeit beisammen. 11. Merlau, 18. Febr. Gestern fand hier in der Gastwirtschaft von Zimmer die Generalversammlung der Milchgenossenschaft statt. Bei der Rechnungsablage vom verflossenen Geschäftsjahr ergab sich ein Reingewinn von 72 Mark. Die Hälfte dieses Betrages soll als Rücklage gutgeschrieben, die andere Hälfte zur Anschaffung von Milchfiltern benutzt werden. Im übrigen wurde noch der Anschaffung von Milchbüchern zugestimmt. N. Flensungen, 20. Febr. Der hiesige G e - sangoerein „Liederkranz" veranstaltete im Saale von Reitz einen Theaterabend. Vereinsführer August Deubel begrüßte die Teilnehmer. Dem Sängergruß folgten verschiedene lustige Aufführungen, die reichen Beifall fanden. Gesangliche Darbietungen des Chores unter der Leitung des Dirigenten Lehrer Dönges sowie verschiedene Gedichtvorträge wurden ebenfalls dankbar ausgenommen. Zum Schluß hielt Stützpunktleiter Münch noch eine kurze Ansprache. Ein dreifaches „Sieg- Heil!" auf den Führer, das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beschlossen den Abend. Musik hielt die Teilnehmer noch geraume Zeit beisammen. Der Ertrag des Abends kommt dem Winterhilfswerk zugute. *!* Ruppertenrod, 18. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt am Samstag seine 60. Jubiläums-Generalversammlung ab. Vereinsführer H o r ft begrüßte die außerordentlich zahlreich erschienenen Gäste und Kameraden und gab dann einen Ueberblick über die 60jährige Geschichte des Vereins. Dabei gedachte man der im Weltkrieg und im innerdeutschen Freiheitskampf für die nationale Erhebung gefallenen Volksgenossen, ferner des kürzlich verstorbenen letzten Veteranen und Mitbegründers des Vereins Georg F i n k e r n a g e l. Bezirksführer Roth übermittelte dem Verein die Grüße der Hasfia und übereichte dem Verein ein Ehrendiplom zu seinem 60jährigen Bestehen. Sturmführer S ch e i g sprach über das deutsche Heldentum und insbesondere über den Heldenkampf der deutschen Soldaten in Flandern, wobei er vor allem die Taten des Regiments List hervorhod, in dessen Reihen unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler mitkämpfte. Der Vertreter des Unteroerbandes Alsfeld überbrachte dem Verein einen Fahnennagel. Bezirksschießleiter L i p p h ar d - Alsfeld sprach dann über den deutschen Schießsport, im Anschluß an den Vortrag wurde eine Schießabtei- lung des Vereins gebildet, im übrigen war der Abend mit musikalischen Vorträgen, gemeinsamen Gesängen und Gedicht-Vorträgen in schöner Weise ausgefüllt und gestaltete sich zu einer eindrucksvollen und würdigen Jubiläumsfeier. * Burg-Gemünden, 21. Febr. Der Arbeits- dienstmann Karl H e i b e r t s h a u s e n, der gegenwärtig im Arbeitsdienstlager Burg-Gemünden weilt, erlitt beim Holzhacken einen Unfall. Er schlug sich mit der Axt in das rechte Knie und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. kp Nieder-Gemünden, 18. Febr. Bei der Holzversteigerung aus den Schenckschen Waldungen wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 28 bis 33 Mark, Buchenknüppel 26 Mark, Stöcke 20 Mark je 4 Raummeter. Hainbach, 18. Febr. Bei der Versteigerung des Brennholzes aus den staatlichen Waldungen der Försterei Hainbach wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 7 bis 8 Mark, Buchenknüppel 6 bis 7 Mark je Raummeter. Weniger gute Holzarten, sowie Stöcke, erbrachten entsprechend geringere Preise. •cp Homberg, 18. Februar. Bei der hier im „Frankfurter Hof" abgehaltenen Holzverstei- g e r u n g wurden für je 4 Raummeter Buchenscheiter 1. Klasse 30 Mark und für Buchenknüppel 25 Mark bezahlt. * Homberg, 20. Febr. Im „Frankfurter Hof" fand ein Schulungsvortrag der DÄF. für Betriebsleiter und Betriebswalter statt. DAF.- Kreisamtsleiter Hartmann (Alsfeld) eröffnete die Schulung mit einer kurzen Ansprache. Der Kreisschulungsleiter Resch (Alsfeld) sprach dann über das Verhältnis zwischen Betriebsführer und Betriebsgefolgschaft. Der Kreisrechtsberater H ö l e Alsfeld sprach anschließend über das Gesetz der nationalen Arbeit. Die Zuhörer folgten den Vorträgen mit großer Aufmerksamkeit. Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. st. Obergleen, 18. Febr. Bei der hiesigen Holzversteigerung des Forstamtes Kirtorf wurden je Raummeter folgende Durchschnittspreise erzielt: Scheiter: Buche 1. Kl. 6,20 Mark, 2. Kl. 4,60; Eiche 1. Kl. 5,—, 2. Kl. 3,05; Birke 1. Kl. 4,45, 2. Kl. 2,55; Hainbuche 1. Kl. 5,30, 2. Kl. 2,50; Kiefer 2. Kl. 7,15; Fichte 2. Kl. 1,55. Knüppel: Buche 1. Kl. 4,10, 2. Kl. 2,85; Hainbuche 1. Kl. 3,65, 2. Kl. 2,05; Eiche 1. Kl. 2,05, 2. Kl 1,70; Birke 2. Kl. 1,43; Kiefer 2. Kl. 3,—; Fichte 2. Kl. 1,10. Reisigholz: Fichte 1. Kl. 2,13; Buche 3. Kl. 1,13 Mark. Preußen. Kreis Dehlar. * L a u n s b a ch, 20. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes veranstaltete m der Gastwirtschaft von N e u l einen Lichtbilder- Vortragsabend. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und galt der in Kürze beginnenden Schulung der Gesamtbevölkerung. Ortsgruppenführer Lehrer Wagner sprach an Hand von Lichtbildern über die bedrohte Lage Deutschlands und wies dabei auf die große Bedeutung des Reichsluftschutzbundes hin. Er forderte auf, Mitglied im RLB. zu werden. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Der Vortragsabend wurde auch in den anderen Gemeinden der Ortsgruppe Launsbach gehalten. — Die Sammlung vom E i n t o p f g e r i ch t, die am vergangenen Sonntag durch Mitglieder des Reichsluftschutzbundes vorgenommen wurde, erbrachte in der Ortsgruppe der NSV. den Betrag von 46,50 RM. Kreis Marburg. A Sichertshausen, 20. Febr. In unserem Orte wird gegenwärtig für Sichertshausen und Bellnhausen, ferner in Hassenhausen für die Orte Erbenhausen und Hassenhausen eine 14tägiger Mütterschulungskursus unter der Leitung von Frl. Müller aus Greiz abgehalten. Schöffengericht Gießen. Vor den Schranken des Gerichts stand gestern der H. O. aus Bad-Nauheim, der sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten hatte. Der Angeklagte fuhr im Laufe des Vorjahres in Begleitung einer Ehefrau aus Bad-Nauheim mit seinem Personenwagen nach Butzbach. Bei dieser Fahrt richtete er seine Geschwindigkeit nicht so ein, daß ein Unfall vermieden werden konnte und er in der Lage war, unter allen Umständen seinen Verpflichtungen als Autofahrer Genüge zu tun. Der Angeklagte kam von der an jenem Tage schlüpfrigen Straße ab und fuhr mit voller Wucht gegen einen Baums Dabei fand die mitfahrende Frau den Tod. In der Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte, zu schnell gefahren zu sein. Das wurde jedoch durch die Beweisaufnahme widerlegt. Das Gericht erkannte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten auf 4 0 0 Mark Geldstrafe. Sodann befaßte sich die Kammer mit dem G. S. aus Melbach und in einem anderen Fall mit dem B. L., Reinhardshäuser Hof, die beide den Staat und seine Führer beschimpften. Während der erste Angeklagte zu einer Woche Gefängnis verurteilt wurde, erkannte das Gericht gegen L. auf eine soche von zwei Wochen. Strafmildernd kam bei beiden die Tatsache in Betracht, daß sie dem Alkohol zugesprochen hatten. 0702 Großen-Linden, den 20. Februar 1935. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Heinrich FaberV. Ww. Ewald Faber Albert Faber nebst allen Angehörigen. Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Steinweg 27 aus statt. Todesanzeige. Heute morgen 7V2 Uhr entschlief sanft nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Marie Velten VIII. Wwe., geb. Faber im 76. Lebensjahre. Todesanzeige. Nach einem arbeitsreichen Leben ist heute mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Balthasar Schäfer Bahnbediensteter i. R. im Alter von 78 Jahren von uns gegangen. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Elisabethe Schäfer, geb. Fischer. Leihgestern, den 20. Februar 1935. 1022d Beerdigung am Samstag, dem 23. Februar, nachmittags 4 Uhr, 2323 a 1012C Gießen, den 20. Februar 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. 23. Februar, 8.11 Uhr 23. Februar, 8.11 Uhr an den bekannten Stellen. 1015V Gesellschaftskleid oder Maske. Volkstümliche Preise für Speisen und Getränke. Vorverkauf Eintritt: Herren RM.5.-; Eintritt: Damen: RM. 4.- einschließlich Garderobe, Programm u. Steuer Betr.: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs der Aenderung der Wege- und Vorflutverhält- nisse in Flur 8 der Gemarkung Gießen infolge Herstellung von Güterzug-Ansstell- gleisen auf Bahnhof Gießen. Nachstehende Bekanntmachung des Hessischen Kreisamts wird zur Veröffentlichung gebracht. und zum Bauen übermann MlMMMlelli 0.1836 e.s Wen Ordentliche General - Versammlung Montag, 25. Februar 20 Uhr im Aauariuni-Saal. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, 2. Kassenbericht, 3.Vorstandswahl, 4.Voranschlag für 1935,5.Anträge, Verschiedenes. ioosD Der Vorstand: H.Thomas, 1.Vorsitzender. Bedeutendes Werk der Nahrungsmittelbranche mit bekannten Marken sucht für die regelmäßige Bearbeitung des Einzelhandels einen tüchtigen Reisenden im Alter von 25 bis 35 Jahren. Bewerber aus der Lebensmittel- oder Markenartikelbranche, die Wert auf Dauerstellung legen und über eine gediegene Verkaufs-Praxis verfügen, werden gebeten, ihr Angebot mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Angabe der Gehaltsansprüche einzureichen unter 1006D an den Gießener Anzeiger. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. Die Herstellung von Gütörzug-Aufstellgleisen auf dem Bahnhof Gießen hat eine Aenderung der Wege- und Vorflutverhältnisse in Flur VIII der Gemarkung Gießen zur Folge. Der Plan und das Bauwerksverzeichnis hierfür liegen in der Zeit vom 20. Februar bis 5. INärz 1935 einschließlich auf der Bürgermeisterei Gießen zur Einsichtnahme für Interessenten offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen gegen den Plan schriftlich bei dem Kreisamt Gießen vorgebracht werden. Gießen, den 12. Februar 1935. Kreisamt Gießen. I.V.: Grein. sie oeiWBen M Konserven- vosenWsk! Dose und Deckel immer wieder zu verwenden.Völl. kochfest. Verschl. Kem Vakuum. Anfragen, auch v. Vertretern, an Konservenfabrik TbadenLNenken Göttingen. i02iP Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulatr.? Frankfurts karnevalistisches Ereignis! • Die große Redoute | in der feenhaft ausgeschmückten Festhalle 9 GrößererJndustriebetrieb Gießens sucht zu Ostern oder früher MühcIm leirliog mit Vorbildung in Kurz- und Maschinenschrift, sowie mit gut. Schulkenntnissen. Schriftl. Bewerbung mit Lebenslauf und Abschrift des Schulzeugnisses unter 979D an den Gießener Anzeiger zu richten, iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiniii Provisions-Vertreter Z eingeführt beiMetzgerkundsch., zur Mitnahme von Aetthüllen gesucht. Sehr günst. Preise, dah.gr. Umsatz. Angeb.u.K.H.461 bef.Westdeutsche Anzeig.-GmbH.,Köln,Hohestr.52. lllUlllUlllllliniUlUllJIUllHllUIUIllUUtlllIHHUM Verbrauchergenossenschaft Gießen Heute den 21. Februar 1935, abends 8 Uhr, im Cafe Leib Jahresversammlung der Mitglieder sämtl. Gießener Verteilungsstellen Es gibt Kaffee und Kuchen. - Kuchenkarte 15 Pf. imiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiii Torfstreu = Torfmulls Kunstdünger stets auf Lager. S.TrechSler 5ielnn.73.lel.358i iiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiniiiii Prima Eichen-Brennholz bei Abnahme v. 20 Zentner, pro Zentner 35 Pf. ab Lager. ,26d Nul. Wellhöfer Rrarb.Straße24 tfanitäts-Terein Gießen Geschäftsstelle x Crednerstr aße 19 50jäfm£es (Befteften am 23. u. 24. Februar 1935, im Saale des Cafe Leib, Walltorstraße Samstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr: Vortrag von Dr.med. Kranz üben Volksgesundheitspflegfe im neuen Deutschland Ehrung der Jubilare und Bunter Abend unter Mitwirkung Frankfurter Künstler Sonntag, den 24. Februar, vormittags 9% Uhn Festgottesdienst in der Stadtkirche Nachmittags 2% Uhr im Cafe Leib: 51. ordentl. Mitgliederversammlung Anschließend: Humoristische Unterhaltung Der Vorstand. 1003D Achtung Sufferir1*™“?:™«* Näheres morgen. M7J Brühl'echen Druckerei als .,einmalig' H&kMatt Aristokraten Offiziers. — Die geheimnisvolle Geschichte eines öster- ein künstlerisches Eine schauspielerische I Nach einer zweijährigen Pause wieder der erste Rudolf-Forster-Film 1009a Vorher: Gutes Beiprogramm u.Ufa-Ton-Woche Täglich 4,6 und 8.30 Uhr — Sonntags 3,5.30 und 8.30 Uhr Nr. 44 Dritter Blatt Donnerstag. 21. Februar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Von Hauptmann bis Shakespeare. Klassisches und modernes Theater in der Reichshauptstadt. Gerhart Hauptmann erlebte eine Art bescheidener Auferstehung. Nach dem „Florian Geyer" in der Vorstadtbühne der Plaza fand sein „College Crampton" mit Paul Wegener im Theater in der Saarlandstraße, wohlwollende Zustimmung, und, hierdurch ermutigt, bringt das Kurfürsten- dammtheater seinen „Biberpelz" neu heraus, und siehe, auch diese Diebskomödie gehört zu den glücklichen Schöpfungen, denen die Jahrzehnte wenig angetan haben. Wohl spielt die Handlung zu Zeiten Wilhelms II., dessen Bild natürlich auch in dieser Amtsstube des Amtsvorstehers von Wehrbahn hängt, wohl tragen die Menschen das Kostüm der Jahrhundertwende, aber das Ganze hat nichts von seiner Schlagkraft und seinen theatralischen Wirkungen verloren, die Gestalten des Stückes bewähren sich wiederum als glänzende Rollen — hier ist Hauptmann aus der märkischen Landschaft und aus dem Verkehr mit den Menschen der Berliner Peripherie wirklich ein Stück Volkskomödie gelungen. Kommt hinzu, daß Ida W ü st — wer kennte sie nicht aus vielen Filmen? — neben vielen anderen komödiantischen Fähigkeiten auch die behagliche Breite für die Waschfrau Wolff mitbringt, daß sie so wackere Partner findet wie Fritz Ode mar (von Wehrhahn) und Eduard W e n ck (Krüger) und dgß ein Spielleiter wie Jürgen von Alten die Komödie frisch und flott herausstellt: auch dieser Hauptmann wird sich einer längeren Lebensdauer erfreuen dürfen. * Das Deutsche Theater stellte mit „G r i - selda" ein Werk Gerhart Hauptmanns heraus, in dem naturalistische Elemente mit tieferen Symbolen uneinheitlich vermischt sind. Wenn dem Schauspiel, gemessen an seinem bisherigen Bühnenschicksal, eine herzliche Aufnahme beim Publikum zuteil wurde, so war das in gleichem Maße ein Verdienst der Aufführung, die unter Heinz Hilperts Leitung den inneren Bruch der Dichtung möglichst zu überbrücken versuchte, indem der lust- spielhafte Grundton stärker als früher angeschlagen wurde. Auf diese Weise wurde der Markgraf Ulrich kein Psychopath, sondern ein Uebermann, der das zur Markgräfin erhobene Bauernmädchen Griselda allzu leidenschaftlich liebt und „den Brutalitäten des Lebens nicht gewachsen" ist. Aber seine Eifersucht auf das noch ungeborene Kind wurde immer wieder durch das schalkhafte Durchbrechen der eigenen Kindlichkeit im Mann gemildert. So ergab sich ein dramatischer Ausgleich zwischen der vom Dichter mit strotzendem Leben angefüllten Griselda und dem echt und tief, nur übermäßig die Gattin liebenden Mann, ein psychologischer Konflikt, der tiefen Eindruck hinterließ. Da zwei überragende Künstler die ganze Stufenleiter schauspielerischer Menschengestaltung für die Hauptrollen einzusetzen hatten, wurde die leichte Verblichenheit, die dieser rein individualistischen Dramatik und ihrem Umherirren zwischen den Stilen heute anhaftet, wirkungsvoll überspielt. Käthe Dorsch stattete die Griselda mit dem fortreißenden Temperament und den tiefen Herzenstönen ihres Künstlertums aus. Ihr ebenbürtig, bot Ewald Balser als Markgraf Ulrich eine vollendete Leistung, in der elementare Männlichkeit und äußerste Zartheit durch humorvoll gleitende Ueber- gänge zu einer beispielhaften Geschlossenheit verbunden erschienen. Paul Otto gab einen geschmeidigen, bis ins Letzte durchgefeilten Grafen Eberhard, und Eduard von W i n t e r st e i n verlieh dem Pater Helmbrecht die ergreifende Wärme seiner schlichten Menschlichkeit. * In die vorderste Reihe der Vorkämpfer für junge deutsche Dichtung trat Heinz Hilpert, indem er für die K a m m e r s p i e l e seines Theaters „Die Front unter Tage" von Josef W i e s s a l l a zur Uraufführung annahm. Selten wurde in Berlin Seefahrt ist not! Von Hans Friedrich Blunck. Im neusten Heft der von Paul Alverdes und Karl Benno von Mechow herausgegebenen bekannten Zeitschrift „Das Innere Reich" findet sich ein grundlegender Vortrag Hans Friedrich Bluncks „Land am Meer, Volk am Meer", dem wir mit Erlaubnis des Verlags Albert Langen-Georg Müller, München, den folgenden Abschnitt entnehmen. Das Größte, was das Reich immer wieder vom Volk am Meer will und verlangen wird, ist Seefahren und wiederum Seefahrt und Erhaltung der fast unermeßlichen Erfahrung und Ueberlieferung, die unsere Volkschaft auf den Reisen rund um den Erdball gewonnen und erworben hat. Brauche ich zu schildern, wie die Namen unserer niederdeutschen Städte bis in die entferntesten Dörfer und Bergtäler aller Weltteile gelten — für Deutschland gelten ihre Namen! Brauche ich daran zu erinnern, was es heißt, wenn das neue Banner, das über Deutschland weht, von unseren Schiffen bis in die fernsten Häfen getragen wird; soll ich erzählen, wie die Seeleute in der Fremde werben, wo unser Handel Zugang gewinnt, wie draußen in der Welt das Reich Gesandtschaften und Konsulate für sein wanderndes Polk errichtet, wie aber die Entscheidungen von Freundschaft und Abneigung in der Beziehung von Mensch zu Mensch über die Ausbreitung des deutschen Buches, der deutschen Sprache, der deutschen Siedlungen, der deutschen Seefahrt gewonnen werden? Hier mahne ich aus leidenschaftlichem Herzen alle Deutschen, den Blick nicht nur nach innen zu richten, sondern auf den immer wiederholten Ruf der Landschaft am Meer zu hören und zu vernehmen, daß wir nicht allein leben in der Welt, sondern daß auf Schiffen und Flugzeugen unsere Seemänner und Reisenden die Verbindung nach draußen halten. Wir stehen ja nicht in einem vermauerten Turm, wie einige Nachbarn wohl möchten; an uns ist es, die Tore offen zu halten und von den Fahnen auf unfern Zinnen zu erzählen, zu denen die andern staunend hinüberblicken. Die Jugend rufe ich auf, nicht nur zu wandern, sondern zu seefahren. Die Arbeiter wie den Schiffsführer mahne ich: Jeder von euch, der die Glut und den Glauben vom Dritten Reich im Herzen hat, ist da draußen Träger eines neuen Lebens und Erlebens der Menschen, jeder von euch ist Gesandter, jedermanns Botschaft wird behorcht, ob Freund oder Feind sich dahinter verbirgt. Zugegeben, nicht jeder Deutsche ist tauglich, unter fremden Völkern und in fremden Erdteilen von uns der Einsatz eines Theaterleiters für zeitgenössische Dramatik so dankbar belohnt, wie dieser mutige Vorstoß. Das Bergwerksstück Wiessallas hat eine Idee und eine große Rolle. Beide sind vom Dichter erlebt. Selbst ein Kind des oberschlesischen Grubenreviers, war er längere Zeit Hüttenarbeiter und fand während der Arbeitslosigkeit den Weg zur Literatur. Daß er streckenweise noch in ihren Bezirken verweilt, ist angesichts des spürbaren Durchbruchs zur Dichtung dem dramatischen Anfänger nicht zu verübeln. Die Vertreter der Grubenverwaltung, die mit Rücksicht auf die Kosten und die Aktionäre die Rettungsarbeiten für die von einem Gebirgsrutsch eingeschlossene Belegschaft vorzeitig als aussichtslos abbrechen wollen, sind zweifellos zu schwarz geraten. Aber die Welt unter Tage ersteht in anschaulicher Echtheit des Bildes und des Ethos. Von dieser Kameradschaft, die unter der Führung des Chefingenieurs für das Leben und die Lebensrechte der Kumpels kämpft, springt der zündende Funke ins Parkett. Er schlägt zur dichterischen Flamme empor, wenn der Bergmann Cyrus, der den Krieg nicht vergessen kann und die Front unter Tage weiterlebt, betrunken und besessen von der unbekannten Welt derer erzählt, die das Feuer aus der Hölle holen und von ihm vergiftet find. Hier wächst Bruno Hübner als Darsteller über sich selbst hinaus. Neben ihm als mitreißende Führergestalt der Ingenieur von Paul Dahlke und als Gegenspieler mit scharfen Umrissen als ein gewissenloser Büromensch Gerhard Hinze. Dieses Bergwerksstück wird seinen Weg durch das Reich antreten, wie einst „Die endlose Straße" von Graff, von dessen Ideenwelt und Atmosphäre es fühlbar beeinflußt ist. * Als einer von den unbekannten Bühnendichtern steht auch Hanns G o b f ch auf der Bühne des Theaters in der Saarland st raße mit feinem Schauspiel „Josephine", das als großes geschichtliches Drama zu beginnen scheint, wenn Napoleon im Kreise seiner Familie, der Murats und Beauharnais, die Geschichte Europas entscheidet. Aber gar bald verengt sich die historische Weite zu der privaten Auseindersetzung des Kaisers mit seiner Gemahlin Josephine, von der er sich trennen will, weil sie ihm den Erben versagt, den er zur Befestigung seiner Herrschaft braucht. Josephine sträubt i'id) dagegen und wehrt sich mit allen Mitteln weiblicher Künste, aus dem geschichtlichen Schauspiel wird ein Boudoirstück in Empire, das — mehr episch als dramatisch — in vielen Abwandlungen immer um das gleiche Thema kreist. Daß diese Wiederholungen nicht ermüden, ist das Verdienst einer so großen Darstellerin wie Leopoldine Konstantin, die dem Hin und Her der Handlung schillernde Lichter aufsetzt. Der Napoleon Hans H a l d e n s, vorzüglich in der Maske des Korsen, kann nicht viel mehr als eine Nachzeichnung der äußeren Umriffe leisten, und Hermann Albert Schroeder, aus einer vorzüglichen Anzengruber- inszenierung der Volksbühne bekannt, bewährt sich mit dem Bühnenbildner Smetana auch hier als treuer Sachwalter des Werks. War nicht das Star-Theater, bei dem schwächliche Stücke nur durch die Darsteller gehalten werden, schon einmal von der Bühne verbannt? In der Komödie feiert es seine charakteristische Auferstehung. Wenn uns schon ausländische Autoren vorgesetzt werden sollen, warum nicht solche, deren Bekanntschaft sich lohnt? Und sei es auch ein knalliger Reißer, immer noch besser als diese fade Geschichte des Engländers Sidney Philipps, die in der deutschen Übersetzung „G e n 11 e m e n" heißt. Einen langatmigen, zähen Akt braucht der Verfasser, um seine Gestalten ins Bild zu stellen. zu sprechen. Wer ausfährt, soll nicht nur den Glauben, er muß auch das Wort beherrschen und es zugleich klug und ohne Hoffart führen können. Besser als früher muß jedermann wissen, um was es im neuen Deutschland geht, wie es stritt, litt, gedemütigt wurde und sich selbst wiedergewann. Wohlgeschult möge ein jeder ins Ausland gehen. Weiß er aber eine gute Rede zu führen, soll er auch die fremden Borde suchen und Stürme auf sich nehmen und Fieber und Freuden fremder Länder, um für feine Heimat und für das neue Reich einzustehen. Das ist die größte Aufgabe, die ich der Jugend des neuen Reichs stelle, zumal aber der Jugend des Volkes am Meer. Hundertfach hat sie sich über alle Erde verschwendet. In diesen Jahren zum erstenmal vertritt sie unterm Zeichen von Kreuz und Sonne ein einiges Reich, in diesem Jahre zuerst steht in jedermanns Paß das Wort von der deutschen Staatsangehörigkeit, während wir bis dahin vor den lächelnden Augen Fremder nur Hamburger, Preußen, Bayern, Schwaben oder auch Sachsen-Weimar-Eisenacher fein durften. Von diesem Jahr an ist es wieder ein herrliches Glück, für Deutschland nach draußen zu gehen. Wehe dem Volk, welches nicht weiß, daß die großen Wege der Menschen über See führen, daß die Erde dem Kühnen offen steht; wehe dem Deutschen, der nicht weiß, daß es an unserer Klugheit liegt, uns die Fremde zu erschließen, das Reich im Herzen. Vor vier- oder fünfhundert Jahren hat der Engländer, hat der Franzose seine Nation zusammengeschmolzen. Wir Deutsche kamen spät. Es ist nicht zu spät. Glauben Sie mir, soviel an Vergeblichem wir vertan haben in diesen Jahrhunderten, so wenig ist endgültig verloren, nun da wir im Innern die Einheit gewannen. Denn der Glaube und die Liebe, mit der wir die weite Schöpfung Gottes in unser Herz schließen, mit unfern Händen umspannen, ist ohne Ende von Geschlecht zu Geschlecht. Merkwürdige Einladung. Von K. 3V Neuberi. Es mußte sich etwas ereignet haben. Eine Menschenansammlung vor dem Haus, haltende Taxis, ein Schupo, lebhafte Debatten, wie es mir aus einiger Entfernung schien — neugierig trat ich näher. . „Was ist denn hier los?" fragte d) einen Mann, der am Rande der kleinen Ansammlung stand. „Einer überfahren worden?" Der Mann zuckte bei meiner Frage zusammen, er mir ganz in^ Gedanken gewesen, nun sah er am Ende des zweiten erfahren wir endlich, daß es um das Berufsgeheimnis des Arztes geht, und der verworrene dritte bringt — gottlob — das glückliche Ende, bei dem es sich erweist, daß alles gar nicht so ernst gemeint war; und über dieses Un-Stück kommt ein so erfahrener Theatermann wie Ernst Legal und streckt es mit „psychologischen" Dehnungen ins Unendliche, und für so unwahrscheinliche Gestalten wie den Professor und die Operndiva (wie Philipps sie sich vorstellt) werden Kräfte wie Paul Wegener und Asta Nielsen bemüht, die das Unglaubliche vermögen: sie hauchen den Puppen des „geistvollen Gesellschaftsstückes" (sagt das Programmheft) eine Art Leben und Blut ein, und neben ihnen tritt Inge L i st als ansehnliches Talent hervor. Star-Theater in Reinkultur. * Als ter ruhende Pol in der Flucht der Theatererscheinungen erweist sich der ewige Shakespeare auch — wie im Theater des Volkes — in der Bearbeitung Hans Rothes. Der Intendant Walther Brügmann, der hier „D i e lustigen Weiber von Windsor" gibt, hat wiederum den Kampf mit dem Raum des riesigen Hauses auszutragen. Um die Geschehnisse möglichst nahe an das Parkett heranzubringen, erweitert er den Bühnenrahmen nach beiden Seiten, stellt dort Mauern und Häuser von Windsor auf und läßt aus den Tiefen der Bühne die Dekorationen bis nahe an die Rampe rollen: so gewinnt die Szene wirklich beinahe einen intimen Charakter. Auf diesem Schauplatz vollzieht sich das alte und immer wieder neue Spiel vom dicken Ritter Falstaff — den Heinrich George in überlebensgroßer Grandezza mit dem Aufputz eines bunten Gockelhahns vorstellt — und den lustigen Weibern — Catharina Reichert, Gerda Müller, Amanda Lindner — und es zündet wie immer. Wieder wird ein Shakespeare lange Zeit im Theater des Volkes beheimatet sein. Bo. HandballimKreisLahn-OilL(AauXII) Dezirksklasse. Tv. Münchholzhausen — Nurhessen Marburg. Als einziges und wichtigstes Spiel dieser Klasse steht diese Begegnung in Münchholzhausen auf dem Programm. Das Spiel entscheidet die Meisterschaft dieser Gruppe bei einem Sieg der Gäste zu dessen Gunsten Bei einem Sieg der Platzmannschaft hat diese Elf noch geringe Chancen, aber nur dann, wenn die Marburger noch ein Spiel verlieren sollten, was allerdings nicht anzunehmen ist. Das Spiel am kommenden Sonntag sollte seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Kreis kl ässe II: Tv Wißmar — Tv. Launs- bach. Handball im VfB-Reichsbahn. Weilburg — Vfv.-Reichsbahn I 4:9 (2:7). Am Mittwochnachmittag spielte die 1. Mannschaft in Weilburg gegen die Hochschule für Lehrerbildung. Da die Gießener ohne Herrmann antreten mußten, war der Ausgang des Spieles offen. Das zeigte sich auch zu Anfang des Treffens. Weilburg führte schon mit zwei Toren bis die VfBer durch Langenohl zu ihrem ersten Erfolg kamen. Jetzt wurde die Mannschaft besser. Krämer führte den Sturm in gewohnter Weise. Bis Halbzeit konnten die Gäste auf 7:2 Tore erhöhen. In der zweiten Halbzeit waren die Gießener Stürmer vom Schußpech verfolgt. Was nicht daneben ging, kam an die Latte. Die Studenten wurden dann wieder besser und kamen oft in Tornähe. Fischer hielt die wohlgezielten Bälle aber sehr sicher. Beide Mannschaften waren noch zweimal erfolgreich. Die Oeutschlandriege der OT. in Hamburg. In einer ganz hervorragenden Besetzung wird die Deutschlandriege der DT. am 17. Mai in Hamburg antreten. Männerturnwart Martin Schneider (Leipzig) hat für die Hamburger Veranstaltung das Erscheinen der besten deutschen Geräteturner zuqesagl. Die Riege wird sich aus so ausgezeichneten Heuten wie Schwarzmann (Fürth), Winter (Frankfurt a. M.), Sandrock (Immigrath), Steffens (Bremen), B e ck e r t (Neustadt), Frey (Bad Kreuznach), B e z l e r (Göggingen), Stadel (Heidelberg), S ch m e l ch e r (Mannheim) und Stangl (München) zusammensetzen. IuverlässigkeitSfahrt des Gaues Hessen Für die am Wochenende stattfindende Zuverlässig- keitsfahrt des Gaues 3 im DDAC. wurden etwa 70 Meldungen abgegeben, die sich wie folgt verteilen: Krafträder bis 250 ccm 8, bis 500 ccm 12, über 500 ccm 4; Beiwagenmaschinen bis 600 ccm 7, über 600 ccm 2; Kraftwagen bis 800 ccm 4, bis 1100 ccm 12, bis 1500 ccm 10, bis 2000 ccm 6, über 2000 ccm 4. Diese Gauzuverlässigkeitsfahrt, die als Nachfolge-Veranstaltung der bisherigen Winter- fahrten im Gau Hessen anzusehen ist und dieses Jahr zum 12. Male durchgeführt wird, wird am Samstag um 19 Uhr mit der Startprüfung und anschließender Beleuchtungsprüfung eingeleitet. Um 20 Uhr erfolgt der Start, dem kurz darauf in der Nähe Frankfurts eine Bergprüfung folgt. Die Nachtfahrt führt über insgesamt 500 km zum Zwischenziel Kassel und dann wieder zurück nach Frankfurt. Treibt Leibesübungen in den Kursen der AEG. „Kraft durch Freude". Ein Aufruf. Anläßlich der Sport-Werbewoche der NSG. „Kraft durch Freude" veröffentlicht „Jndie" den folgenden gemeinsamen Aufruf des Leiters der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und des Reichs- sportführers von Tfchammer und Osten: Männer und Frauen der deutschen Arbeit! In diesen Tagen treten die Sportämter der NSG. „Kraft durch Freude" mit einer großen Werbeaktion vor die Oefsentlichkeit. Dem ganzen Volke gilt es, das Ziel dieser neuen sportlichen Organisation innerhalb der Deutschen Arbeitsfront in aller Eindringlichkeit vor Augen zu führen, nämlich: den Feierabend des deutschen Arbeiters durch fröh- liche Leibesübungen zu einem Quell der Freude und gesunder Lebenskraft werden zu lassen. Im ganzen Reiche ist diese Organisation im Laufe des letzten halben Jahres emporgewachsen und ihre Arbeit ist reich gesegnet worden. Am ersten Jahrestag der Gründung der NSG. „Kraft durch Freude" konnten wir erfreut feststellen, daß bereits Hunderttausende deutscher mich an. Nein; er ließ seinen Blick erst an dem Haus entlangschleifen, bis zum Dach und wieder hinunter, dann sah er mich an. „Nee!" sagte er. Er machte eine Bewegung, als wäre ihm kalt. Dann berührte er plötzlich mit seiner Hand meine Schulter, wie bei einem guten Bekannten. „Wollen Sie nicht einen Schnaps mit mir trinken?" fragte er. Ich sah ihn erstaunt an. „Nanu! Kennen Sie mich denn?" wollte ich wissen. „Nee!" meinte er. „Aber —" „Oder haben Sie in der Lotterie gewonnen?" Er holte tief Atem. Dann machte er wieder jene fröstelnde Bewegung. Er hatte ein merkwürdiges Gesicht dabei. Ich hatte ihn nun genau betrachten können; er war vielleicht Schlosser oder ein Dachdecker, in Arbeitskleidung, und nicht mehr jung. „Einen Schnaps —" murmelte er. Dann ging er auf die kleine Kneipe drüben zu, und ich — nun ja, es war eine seltsame Einladung — ich ging mit. „Prost!" sagte der Mann, als der Schnaps auf dem Tisch stand. Als er das Glas leer zurückgesetzt hatte, machte er: „Ah!", lehnte sich im Stuhl zurück, AÜnöefe sich eine Zigarette an, und nun lief ein befreiendes Lächeln über seine ernsten Züge. „Mir ist nämlich was passiert — vorhin!" begann er. „Ich ahnte so etwas!" warf ich ein. „Etwas Seltsames!" „Seltsam? Ja! Möcht' die letzte Viertelstunde nicht noch mal erleben! Donnerwetter! Ist mir die ganzen Jahre nicht passiert in meinem Beruf! Daß mir der Hammer 'runterfallen mußte! Wo ich so aufpasse! Ja, aber diesmal... Ich hatte 'ne Reparatur auf dem Dach, und plötzlich rutscht mir doch der Hammer weg, immer das schräge Dach ’runter, ich starre ihm erschrocken nach, so rascb kann ich ja nicht hinterher, wie der Hammer da 'runterfuüert, meine Hoffnung ist die Regenrinne am Dach, ich reiße die Augen auf, als könnte ich den Hammer damit dirigieren, er plumpst jetzt in die Regenrinne, einen Augenblick denke ich, er bleibt liegen, kippt nicht über, da macht er eine letzte Bewegung, und — drüben ist er ’runter ist er. Auf die Straße. Ich sitze wie ein Schornstein dort auf dem spitzen Dach. Klang nicht ein Schrei nach oben, ein entsetzlicher Schrei? Es kann nicht sein, sage ich mir, ich sitze so hoch über der Straße, dumpf nur dringen die Geräusche des Verkehrs herauf, ein Schrei würde erstickt fein, ehe er nach oben kommen könnte. Aber ich sitze da in der schrecklichen Angst und lausche und wage mich nicht zu rühren, wohl zehn Minuten lang. Ich dachte, daß sie nun heraufstürmen würden, daß sie mich endlich entdeckt hätten, aber es blieb still. Auch diese Stille war unheimlich. Schließlich kroch ich durch die Luke zurück, schlich über den Boden und riß ein Fenster auf. Da sah ich tief unten vor dem Haus... mir schwindelte — Menschen, aufgeregte Menschen und Autos, die stehenblieben, und einen Schupo. ,Dein Hämmerst dachte ich. Glauben Sir mir, als ich da auf dem Boden die Haken sah, die von den Frauen für die Wäscheleine benutzt werden, kam mir der Gedanke, daß es nun das Veste wäre, mich an einem solchen Haken aufzuhängen. Aber ich kam dann doch herunter, Treppe für Treppe. Du mußt dich jetzt verantworten, sagte ich mir, du gehst zum Schupo, sagst, daß du es gewesen bist, dein Hammer... So trat ich auf die Straße, kam langsam näher, mischte mich unter die Leute. ,Was ist hier denn Io5?‘ fragte ich einen, so, wie Sie mich gefragt hatten, aber meine Stimme war heiser/ es war gar nicht meine Stimme, Herr. Und die Augen hielt ich am Boden, wagte nicht aufzuschauen. Da sagte der Mann: ,Ach, ’ne kleine Karambolage, ein Privatwagen mit einem Taxi, ist weiter nichts passiert, nur einem Radfahrer, dem haben sie die Karre verbogen*." Hier schwieg mein Erzähler, aber in seinem Gesicht stand alles, was er nun noch hätte berichten können. Ich sah die große Erlösung seines Herzens. Und schon waren der Humor wieder da und das Lachen über die „große Duffeligkeit", wie er seine Angst nun nannte. „Und der Hammer?" wollte ich noch wissen. „Der wird wohl nur auf einen Balkon gefallen sein!", lachte er. „Jedenfalls, getan hat er keinem was!" Dann stand er auf und ging wieder an feine Arbeit. Aber ich hatte nun begriffen, daß er diesen Schnaps hatte trinken müssen, daß er ihn mit irgendeinem, der ihm gerade in den Weg kam, hatte trinken müssen. Mit welch einfachen Mitteln rettet sich der Mensch manchmal nach großen Erschütterungen in das gewohnte Gleichgewicht! Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hans Mortensen, Ordinarius für Geographie an der Universität Freiburg i. Br., hat einen Ruf an die Universität Göttingen als Nachfolger von Professor Dr. M e i n a r - d u s erhalten. Professor Dr. Richard Dietzel, Extraordinarius an der Universität München, hat einen Rus auf den ordentlichen Lehrstuhl für angewandte Chemie an der Universität Erlangen erhalten. Professor Dr. Hermann S t i e v e, Ordinarius für Anatomie an der Universität Halle-Wittenberg, hat einen Ruf an die Universität Berlin als Nachfolger von Professor Dr. Fick angenommen. Volksgenossen regelmäßig den Weg zu den llebungssiällen der Sporkämter finden, sich dort bei Spork und Spiel körperlich ertüchkigen, die Muhen des Alltags vergessen und wieder jung, fkisch, lebensmutig und leistungsfähig werden. Wir sind ftolx auf diese Kameraden, die auf diese Weise über ihren persönlichen Vorteil hinaus beitragen, die Lebenskraft unseres Volkes zu erhöhen, um es damit fähiger zu machen zur Lösung der großen politischen und kulturellen Aufgaben, die ihm die Vorsehung gestellt hat. Noch immer aber sind es — an der Masse des schaffenden deutschen Volkes gemessen — wenige, die die Bedeutsamkeit einer regelmäßigen körpererziehlichen Betätigung für sie selbst und für die Gemeinschaft des Volkes erkannt haben. Noch immer stehen Millionen abseits, die da meinen, sie seien zu alt oder zu ungeschickt, zu dick oder zu schwach, als daß sie Leibesübungen treiben könnten. Mit diesem volksgefährlichen Irrtum gilt es jetzt mit allem Nachdruck aufzuräumen. Gerade die, die da meinen, es sei ein unabänderliches Schicksal, mit den Jahren Fett und Kalk anzusetzen, haben Leibesübungen besonders nötig, und hier springt das Sportamt der NS.-G. „Kraft durch Freude" in die Bresche. In einer Fülle von Kursen bietet es jedem billig Gelegenheit, in fröhlicher Uebungsgemeinschaft unter Leitung bestausgebildeter Lehrkräfte dieser Gefahr zu entrinnen. Gerade in der Erfassung und Betreuung der den Leibesübungen noch fernstehenden und in ihrer Körperbildung vernachlässigten Volksgenossen sieht das Sporkamt seine Hauptaufgabe. Keiner hat zu befürchten, daß von ihm schwierige Hebungen und Leistungen gefordert werden. Jeder findet in den Kursen des Spork- arnles die seinem Alter und seiner Körperverfassung entsprechenden Hebungen und damit Gesundheit, Frohsinn und Lebenskraft. Wir können darum für die Arbeit und für die bevorstehende Werbeaktion des Sportamtes keinen besseren Wunsch au^sprechen als den, daß in den kommenden Wochen wieder hunderttausende mehr den Weg zu den Kursen des Sportamtes finden mögen, und daß es ihm gelinge, die Leibesübungen wirklich zur Lebensgewohnheit des ganzen deutschen Volkes zu machen. Dann werden auch die Olympischen Spiele 1936 in Berlin das Fundament und den Widerhall im Volke finden, deren sie im Interesse des deutschen Sportes und des Ansehens unseres Staates als Gastgeber so dringend bedürfen. (gez.) Dr. Ley. (gez.) von Tschammer-Osten. * Das Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gibt hierzu ergänzend bekannt, daß während der Werbeaktion, die von Donnerstag, den 21. Februar, bis Mittwoch, den 27. Februar, läuft, alle Volksgenossen, die noch nicht Leibesubungen treiben, an den allgemeinen Körperschulungs- und Gymnastikkursen des Sportamtes unentgeltlich, an den Schwimmkursen gegen eine Gebühr von 20 Pf. teilnehmen können. Jeder Volksgenosse besorge sich darum sofort das kostenlose Kursusprogramm seines Sportamtes, wähle sich die für ihn passenden Uebungsstunden aus und folge dann der Aufforderung zu fröhlichen, Lebenskraft und Freude schenkenden Leibesübungen in den Kursen der NSG. „Kraft durch Freude". Kurze Sportnotizen. Deutsche Tischtennis-Mei st er wurden im Dameneinzel Frl. Krebsbach-Dresden. Herreneinzel hamar, Damendoppel Smidova-Kolar, Herrendoppel Svoboda-Kolar und im Gemischten Doppel Kleinwa-Hamar (sämtliche Tschechoslowakei). * Der deutsche Meisterfechter Erwin C a s m i r-Frankfurt mußte in St. Moritz durch den Franzosen Schmetz auf Degen eine Niederlage von 4:10 Treffern einstecken. * Frankfurt und Köln haben ihren Fußball-Rückkampf für den 14. April nach Frankfurt vereinbart. Die beiden Städtemannschaften treten ,'ich am „Bornheimer Hang" gegenüber. Wirtschaft. * Die Lahnschiffahrt im Januar. Nach der soeben bekanntgegebenen amtlichen Mitteilung wurden im Monat Januar 9168 Tonnen auf der kanalisierten Lahn verschickt. Es handelt sich um die Verfrachtung von 1089 Tonnen zu Berg und von 8079 Tonnen zu Tal. Geschleust wurden im Berichtsmonat 50 Güterschiffe zu Berg und 55 Güterschiffe zu Tal, sowie je zwei Motorpersonenboote zu Berg und zu Tal und je acht Kleinfahrzeuge zu Berg und zu Tal. Khein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz freundlich. Frankfurt a. M., 20. Febr. Obwohl auch heute besondere Anregungen nicht Vorlagen und auch der Auftragseingang aus der Kundschaft spärlich blieb, zeigte die Börse eine weiter freundliche Tendenz.Die Kursentwicklung war nicht einheitlich, größere Veränderungen traten nach beiden Seiten nicht ein. Die Kulisse bekundete im allgemeinen wenig Unternehmungslust. Lediglich am Rentenmarkt betätigte sie sich zeitweise etwas lebhafter. Besonders für Kommu- nal-Umschuldung erhielt sich im Anschluß an die Abendbörse weiteres Interesse mit + 0,15 v. h., auch Zinsvergütungsscheine zogen' auf 90,13 (90) und Altbesitzanleihe auf 112,13 (112) an. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 98,25 (98,40) nur knapp behauptet, Reichsbahn-VA. eröffneten mit 118,65 unverändert. Am Aktienmarkt waren Daimler-Motoren auf die Erklärungen über die weiter günstige Entwicklung bei dem Unternehmen noch lebhafter und mit 50,65 (50,50) gut behauptet. Etwas Geschäft wies ferner der Montanmarkt auf, wobei die Kurs- geftaltuns aber sehr uneinheitlich war. Fester lagen u. a. Klöckner (-ft 0,75 v. h.), Stahlverein (-ft 0,50 v. h.), harpener (+ 0,25 v. h.), Gelsenkirchen (-ft 0,25 v. h.), während Mannesmann 0,40 v. h., Phönix 0,25 v. h., Rheinstahl 0,40 v. h. und Buderus 0,13 v. h. niedriger eröffneten. Von chemischen Papieren waren IG. Farben mit 141,25 bis 141,50 (141,13) etwas beachtet, auch Deutsche Erdöl konnten sich um 0,50 v. h. erhöhen, Scheideanstalt lagen mit- 205,50 (205,75) aber nur knapp gehalten. Der Elektromarkt lag nahezu geschäftslos, AEG. und Geffürel bröckelten bis 0,25 v. H. ab, Siemens, Bekula, Licht & Kraft und Elektr. Lieferungen lagen gut behauptet. Derkehrswerte blieben bei sehr kleinen Umsätzen voll behauptet, AG. für Verkehr, Hapag und Nordd. Lloyd verbesserten sich um je 0,13 o. S). Etwas fester tendierten noch Deutsche Linoleum (-ft 0,50 v. H.), Gebr. Junghans (-ft 1 v. $.), Bemberg (-ft 1 v. $).), Reichsbank und Kunstseide AKU. setzten unverändert ein. Im Verlaufe war die Geschäftstätigkeit minimal und die Kurse bröckelten, nachdem nach den ersten Kursen verschiedentlich leichte Besserungen eingetreten waren, überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. So u. a. IG. Farben auf 141,40 nach 141,75 und die meisten Montanpapiere. Daimler Motoren konnten sich mit 50,65 behaupten. Fest lagen Deutsche Linoleum mit 139 bis 140 (138), ferner Lechwerke Augsburg mit 99 (97,75) und Zement Heidelberg mit 119,50 (118,50). Der Kaffamarkt lag sehr still und brachte keine nennenswerten Veränderungen. Am Rentenmarkt wurde das Geschäft später ebenfalls sehr ruhig, auch hier konnten sich die Kurse nur knapp behaupten. Altbesitz 112 (112,13), Zinsvergütungsscheine 90,05 (90,13), späte Reichsschuldbuchforderungen 98 (98,25), Kommunal-Um- schuldung (—0,10 v. H.). Der Pfandbriefmarkt lag sehr still und gut behauptet, vereinzelt auch bis 0,25 v. H. höher. Stadt- und Staatsanleihen hatten ruhiges Geschäft und gut behauptete Kurse. Der Auslandsrentenmarkt lag still, Ungarische Goldanleihe mit 8 (7,85) etwas höher. — Tagesgelb war zu 3,25 v. H. (3 v. H.) etwas gefragt. Abendbörse: sehr still. Da Aufträge der Kundschaft fehlten und die Kulisse infolgedessen in ihrer abwartenden Haltung verharrte, lag die Abendbörse sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt nahezu geschäftslos. Bei zuversichtlicher Grundstimmung blieben die Mittagsschlußkurse zumeist gut behauptet. Etwas leichter logen Daimler, AKU. und Deutsche Linoleum. Süddeutscher Zucker kamen bei sehr kleinem Umsatz mit 159 (am 18. Februar 164) wieder zur Notiz. Am Kassamarkt waren Großbankaktien weiter gefragt und bis 1 v. H. höher. Am Rentenmarkt blieben die Kurse unverändert. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, 7 v. H. Stahlverein 97,13, 6 v. H. Stadt Darmstadt von 1926 91,25, 6 v. H. Mainkraft Höchst 98,50, IG. Farben-RM.-Anleihe 121,25, 3,5 Schweizer Bundesbahn 150,75, Commerzbank 84, DD.-Bank 84, Dresdener Bank 84, Buderus 90,75. Gelsenkirchen 70,25 Schweinemast in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 161 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 15 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 18 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 22 bis 26 Mark. Tendenz: mittel, geringer Ueber- stand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Febr. Der Getreidegroßverkehr lag auf der ganzen Linie weiter sehr still. Das reichliche Brotgetreideangebot findet bei den Mühlen angesichts des weiter schwachen Mehlabsatzes kaum Aufnahmeneigung. Futtergetreide blieb bei sehr geringem Angebot gesucht, auch für ölhaltige Futtermittel und Mühlennachfabrikate hielt die starke Nachfrage an. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen WIX 206,50, W XIII 210,50, W XVI 214,50, Roggen R IX 166,50, R XIII 170,50, R XV 174,50, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Fut- tergerfte GIX 168,50, G XI 171,50, G XII 173,50, Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,50, W XVI 27,95, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich, Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roggenkleie RXIII 9,99, R XV 10,23, .alles Mühlenfeftpreife ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Trockenschnitzel 9,62 bis 10,02, Heu südd. 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 5 bis 5,40. Tchwememarkt in Nidda. ck. N i i> d-a, 20. Februar. Auf dem heutigen Schweinemarkt, zu dem 406 Schweine auf- getrieben waren, konnten gute Preise erzielt werden: 4 bis 6 Wochen alte Tiere 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Woche alte 20 bis 23 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 24 bis 28 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Februar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 13 Rinder (12 Ochsen, 1 Färse), 1159 Kälber, 115 Schafe, 402 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 34 Mark, Hämmel 32 bis 37, Schafe 22 bis 34, Schweine 45 bis 52 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Irrige AusMng über FuttenMelvettellimgeu. Von Landeshaupiabieilungsleiier IV, Karl Moses, Verwaliungsraismiiglied der Michsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche (Erzeugnisse. Es ist eine bekannte Tatsache, daß im Westen Deutschlands und insbesondere in der Landesbauern- fchaft Hessen-Nassau die Viehhaltung, am Bodenbesitz gemessen, bei weitem überwiegt. Die mit Großvieh sowohl als auch mit Schweinen manchmal sehr übersetzten Bauernwirtschaften sind demgemäß auf den Zu kauf von Kraftfutter in erheblichem Maße angewiesen. Die Umstellung auf betriebseigene Futtermittel kann erstens aus Mangel an Kapital (Silobauten) und zweitens auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht von heute auf morgen vorgenommen werden. Durch die Marktordnung auf den Schlachthöfen kann auch der Tierbestand im Interesse einer gesunden Preisbildung nicht Hals über Kopf reduziert werden. Diese Ursache sowohl als auch die letztjährige knappe Rauhfutterernte bedingen die heute bestehende Futtermittelnot, insbesondere den Bedarf an Kraftfuttermitteln jeglicher Art. Es wird in bäuerlichen Kreisen vielfach die Frage aufgeworfen, warum die Regierung nicht für genügend Kraftfuttermittelzufuhr auf dem Jmportwege Sorge tragen würde. Dazu kann man sagen, daß im Rahmen des Fettprogramms, in erster Linie im Interesse unserer bäuerlichen Viehhaltung, die Einfuhr von Oelfrüchten jeglicher Art abgedrosselt werden mußte, um auf einen das Exisienzminimunz garantierenden Schweine- und Milchfett-Preis zu gelangen. Anderseits verbietet uns das Interesse für die Selbstversorgung unseres Volkes und unsere knappe Devisenlage die unbeschränkte Einfuhr von Oelkuchen und Schroten in einer Menge, die volkswirtschaftlich nicht zu verantworten wäre. Was die Futtermittelwirtschaft im besonderen und die Verteilung von Futtermitteln überhaupt anbelangt, so bestehen in den beteiligten Kreisen ungeheure irrige Auffassungen. Grundsätzlich muß hierzu gesagt werden, daß die Futtermittelwirtschaft an und für sich frei ist, daß also jeder Händler und jede Genossenschaft kaufen und verkaufen können, soviel sie wollen, vorausgesetzt, daß greifbare Ware vorhanden ist. Eine Verteilung von Futtermitteln durch die Landesbauernschaft kommt nur für Oelkuchen und Schrote in Frage, die von der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Berlin, als Fertigware der bei der Oelproduktion anfallenden Rückstände vom Ausland eingeführt werden. Die im Inland bei der Oelproduktion anfallenden Rückstände von Oelkuchen und Schroten sind — und das muß ausdrücklich betont werden — von der Verteilung frei. Es kommt desbalb vor, daß jüdische Großhändler bei den Oelmühlen noch alte abzuwickelnde Kontrakte haben und bei der sukzessive.. Abnahme dieser Waren zunächst ihre Glaubensgenossen in der Provinz bevorzugen; hier und da wohl auch den arischen Handel, sofern er — in den wenigsten Fällen — noch mit ihnen verwachsen ist. Der Bauer braucht deshalb auch nicht zu staunen, wenn heute aus diesem Grunde die Provinzjuden aus diesen alten Abschlüssen noch Oelkuchen haben, wo solche dem arischen Handel und den Genossenschaften fehlen. In der Futtermittelbewirtschaftung der Zucker- inbuftrie ist es so, daß 25 v. H. von Trocken- und Steffen-Schnitzel von den Fabriken der jeweiligen Landesbauernschaft angedient werden müssen, lieber diese 25 v. H. verfügt also, genau wie bei ausländischen Oelkuchen, die Landesbauernschaft und bringt diese Mengen auf Grund eines Verteilungsschlüssels über den arischen Provinzhandel und die Genossenschaften an die bäuerlichen Betriebe zur Verteilung. Die restlichen 75 v. H. Schnitzel stehen den Lieferanten von Zuckerrüben, also der zuckerrübenbauenden Landwirtschaft, zur Verfügung. Es wäre bedauerlich, wenn die zuckerrübenbauende Landwirtschaft, sofern sie diese 75 v. H. Schnitzel im eigenen Betrieb nicht verwerten kann, den Fabriken üb»rläßt, ober sie gar bem jübischen Großhanbel anbient, anstatt sie ber Lanbesbauern- schäft zur selbstverständlich preiswerten Verteilung an ihre Berufskollegen anzubieten. Daß hierbei in ber letzten Zeit von ben Zuckerrübenbauern Fehler gemacht wurden, beweist die Ware in den Händen des jüdischen Provinzhandels. Anders gelagert sind die Verhältnisse auf dem Kleie- und Futtermittelmarkt. Der Ein- und Verkauf von Getreiderückständen ist vollständig frei und unterliegt nicht der Bewirtschaftung resp. Verteilung durch die Landesbauernschaft. Auf diesem Gebiet haben sich jedoch insofern unfiedsame Zustände herausgebildet, als von den Mühlen Kleie nur noch in Kombination mit Mehl abgegeben wird. Diesen Zustand zu erläutern beweist folgende Tatsache: Die meisten Großmühlen sind Aktiengesellschaften, die zum größten Teil unter dem Einfluß des jüdischen Großkapitals stehen, genau wie 75 v. H. des Mehlgroßhandels. Der Mehlhandel ist durch jahrelangen Geschäftsverkehr mit den Großmühlen eng verwachsen. Die gegenwärtige Futtermittelnot aus- nutzend, verkaufen natürlich Mühlen sowohl als auch Mehlgroßhandel mehr Mehle in Kombination mit Kleie. Insofern haben wir die traurige Tatsache zu verzeichnen, daß Nudelfabriken und Bäckereien, die seither nie Kleie gehandelt haben, nun auf einmal als Abgeber von Kleie auftreten, wo hingegen dieselbe bem arischen Futtermittelhanbel unb ben Genossenschaften fast vollkommen fehlt. Daß diese mißliebigen Tatsachen Uebergangs- erscheinungen sind, die man als Ueberleitung von einer liberalistischen Epoche zur nationalsozialistischen Marktordnung ansprechen muß, und daß es edelstes Bestreben des Reichsnährstandes ist, auf Grund dieser Beobachtungen Gesetze zu schaffen, die die Lage der Dinge grundlegend klären werden, dürfte zur Beruhigung der bäuerlichen Bevölkerung dienen. Abgesehen von der heutigen Futtermittelnot, wo jeder zugreift, wenn er Ware bekommen kann, darf es-für unsere Bauern nur zwei Einkaufsquellen für Futtermittel geben: ber arische Hanbel einerseits, sofern er ber nach nationalsozialistischen Prinzipien arbeitenben Wirtschafts- und Honbelsvereini- gung des rhein-mainifchen Landkaufmanns angehört, oder feine örtliche Genossenschaft. Unsere Bauern, die vom arischen Handel kaufen, sollen es ihren Lieferanten zur Pflicht machen, daß sie der vorgenannten Wirtschastszentrale angehören. Im Laufe ber Entwicklung klären sich bann hic Verhältnisse so, baß wir für ben Provinzhanbel eine gemeinnützig arbeitende Großhanbelszentrale, wie vorerwähnt, haben, ber alle arischen Lanbkauf- leute angeschlossen finb, und auf ber anberen Seite die genossenschaftliche Warenzentrale der einzelnen örtlichen Warengenossenschaften. Für den Bauernstand bedeutet dies, daß der arische Landhandel in friedlichem Wettbewerb mit den Genossenschaften draußen zum Segen der Landwirtschaft seine Tätigkeit ausübt. Der Führer hat sich zur Schaffung eines geordneten Staatswesens vier Jahre Frist gesetzt; vier Jahre hat auch der Reichsnährstand nötig, um im Zuge der nationalsozialistischen Marktordnung aus । einer verfahrenen Karre ein flottes Fahrzeug zu machen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.3)1. Berlin Schluß« turü Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse ■Dalum 19.2- | 20 2. 19.2- 20.2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99.13 99,13 99,5 99,5 6% el)em.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 6V*% Doung.Anleihe von 1930 .. — — — 101 101 101,13 101,13 Deutsche Anl.»AblüI.-Schuld mit AuSlvs.»Rechten ............. 112 112 111,9 111,9 Desgl. ohne Auslos.»Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Polküstaat 1929 (ruckzahlb. 102%) ............ 97,5 97,25 97,5 97,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold 81. 12........ 95,75 99,13 95,75 99,13 95,75 6%% Hess. LandeS-Hypotheken» baut Darmstadt Liaui........ I I Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Auolos.»Rechten ........ 115 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 113,25 113,4 113,25 113,4 95,75 95,75 95,75 — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 95,75 99,13 95,75 99,25 95,75 — 6Vi% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- 6yt% ehem. 4ya% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 99,65 99,5 99,75 99,9 97 97 97 97 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 97 97 97 97 Lteuergutsch. Verrechnungskurs.. 105,4 105,5 105,4 105,5 <% Oesterretchtsche Goldrente.... 1,20% Oesterretchische SUberrente 26 1,2 26,25 1,2 26,4 1,25 26,5 1,2 4% Ungarische Goldrente....... 7,85 7,5 8 7,85 8,1 7,7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4ya% deSgl. von 1913.......... 7,7 7,8 10,9 7,6 10,9 7,5 11 7,8 10,75 5% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 $e ^"gdadbahn-Auleche tU5 LL - Frankfurt a. JJl. Serlln Schluß» kurs Schlug. Abendbörse Schluß- lurs Schluß!. Mittagbörse Datum 19 2. 20-2 19-2. 20.2 4% desgl. Serie ü ............. 8,5 8,5 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,3 — — 414%Rumän.veretnh.Rentev.l913 7,05 7,1 — — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,13 4,2 4,2 4,25 2 y4% Anatolier ............... 34,25 34,5 34,4 34,75 Hamburg-Amerika-Paket .....o 30,4 30,5 30,5 30,65 Hamburg-Südam. Dampfschiss . 0 — — 28,5 — Hansa-Dampfschiff........... o — — — —— Norddeutscher Lloyd .........0 34,25 34,5 34,25 34,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 86,65 86,5 86,5 86,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 112,75 112,5 113,25 113 Commerz» und Privat-Bank ... 0 82,5 84 82 83,25 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................o 82,5 84 82,25 82,75 Dresdner Bank..............o 82,5 84 82,5 82,75 Retchsbank .................. 162,5 162,5 162,25 162,75 A.S.G....................... 30 29,75 30,13 29,9 Bekula.....................ö 139,5 139,5 139.4 139,5 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. g 105 118,13 105,25 118,5 104,75 118,5 104,5 118,5 Felten & Guilleaume......... 0 85 85,25 85,25 85,13 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 114,5 114,75 114,5 115 Rheinische Elektrizität ........ 5 109,4 109,75 Schucken L Co............... & 100 99,5 100 99,9 Siemens « Halske............. 146,5 147 146,5 147,4 Lahmeyer L Co............... 118,5 118,5 118,5 118,5 Buderus ....... 0 91 90,75 90,4 90.5 Deutsche Erdöl............... 100 100,5 99,9 100,5 Gelsenkirchener..............ö 70,4 70,25 70,4 70 Harpener.................... 99,25 99,5 99 99,65 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 86,75 86,25 Ilse Bergbau ............... g — — 146,5 Ilse Bergbau Genüsse........6 121,5 — 121 121 Klöcknerwerke ...............ö MaaneSmann-Röhrn, IMMln 0 86 7&5 86,75 86,5 7M 86,65 fi,65 Frankfurt a. M. Serlln Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 19.2 20.2 19.2. 20.2. Mansjelder Bergbau....... .. 0 92,5 92,75 92,5 92,75 Kokswerke ................ .. u — — 104,13 104 Phonir Bergbau........... .. 0 56 55,5 56 55,5 Rheinische Braunkohlen .... . 10 204 203,65 203,75 203,5 Rheinstahl ................ .. 0 95,75 95,5 95,5 95,4 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 46,5 46,65 46,75 46,4 Otavi Minen ............. .. 0 12,25 12,5 — 12,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 103,25 103 103,13 102 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 102,25 102,5 102,75 102 Kaliwerke Salzdetfurth..... iya 147 — 147 I. G. Farben-Jndustrte..... Schetdcanstalt............. .. 7 .. 9 141,13 205,75 141 205,5 140,9 141 Goldschmidt .............. .. 0 91,5 92 91,75 92 Rütgerswerke............. .. 0 104 104,9 104,75 104,65 Metallgesellschaft........... .. 0 94,5 91 94,75 91 Philipp Holzmann......... - v 84 84,5 84,75 85 Zementwerk Heidelberg .... •• 0 118-5 119,75 - Cementwerk Karlstadt....... .. 0 127,13 127 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 0 — — 101,4 100,75 Aku