Nr. 17 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, A.Zanuar 1935 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Gießen poftfchecktonto: Kranfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerel «.Lange in Sietzen. 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Dr. Ley führte u. a. aus: Ihr lieben deutschen Arbeitsmenschen in Handel und Gewerbe! Es ist ein Überwältigendes Bild gewesen, zu sehen, wie die Werktätigen an der Saar nach einem 15jährigen heldenhaften Ringen um ihr Deutschtum mit einer überwältigenden Mehrheit sich zurückbekannten zu unserem Volke. Hier an der Saar wurde offenbar, daß Blut und Rasse, die Gemeinschaft der Nation stärker, tausendmal stärker als alle internationalen Phrasen und Worte und marxistischen Manifeste waren. Jahrzehntelang hatte der Marxismus Zeit und Muße gehabt, die Werktätigen in seinen Bann zu ziehen. Und doch, als das Schicksal dann die Menschen fragte: Glaubst du an Deutschland? — da sprachen sie, wenn auch nach einem schweren inneren Kampf: Jawohl Schicksal, i ch glaube an Deutschland.! Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossin- nen, die Ihr heute morgen angetretei seid, um in dieser Stunde der Weihe sich zu bekennen zu der Betriebsgemeinfchaft und darüber hinaus zu der.Ge- meinschaft der Nation, erkennet eines: wir sind nicht zusammengekommen, um einem Stande, einer Klasse, einem Berufe zu dienen, sondern alles, was wir tun und was wir noch leisten werden, es dient nur einem Gedanken: Deutschland. Wir haben gebrochen mit dem Gedanken, daß man die Interessen des Einzelnen dann am besten vertreten könne, wenn man auf den Trümmern eines anderen Standes und einer anderen Klaffe fein Glück fachen will. Adolf Hitler, unser Führer hat gesagt: Es soll keiner glauben, daß sein Glück dann gedeihen kann, wenn es dem Nachbarn schlecht geht. Wir Nationalsozialisten wissen, daß die Interessengegensätze unter den Menschen vorhanden sind. Wir wollen, daß jeder Mensch einen gesunden Ehrgeiz hat und seine Interessen vertritt, aber wir rufen es allen Deutschen zu und sagen es jedem: Dein Interesse hat dort aufzuhören, wo die Interessen der Gemeinschaft beginnen. Und dein Interesse liegt bann am besten gewahrt, wenn du es in denSchoß derNation legst, d. h., wenn dein Interesse zum Interesse der Nation wird, wenn dein Wollen das Wollen der Nation ist, wenn du dich verbindest mit deinen Volksgeossen zu einem gemeinsamen Tun und zu einem gemein samen Wollen. Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen im Handel! Ich weiß, ihr seid in den letzten Jahrzehnten arg verdächtigt worden. Und ich weiß, daß mancher Nationalsozialist verächtlich vielleicht einmal über den Handel sprach. Ja, ich weiß, daß es einige Theoretiker gab, die glaubten, daß zwischen Produzenten und Konsumenten ein dritter Stand, der Handel, nicht mehr notwendig sei. Wir müssen erkennen, daß Sie ein gleichberechtigtes Glied in allen schaffenden Ständen des Volkes find. Wir wollen gemeinsam wieder das schaffen, was Ihre Vorfahren waren, jenen Typ des königlichen Kaufmanns, wie wir ihn aus dem Geschlecht der Fugger oder in der stolzen Hanse kennengelernt haben. Es sind nahezu 2000 Jahre her, da kämpften zwei Kaufmannsrepubliken miteinander einen Kampf auf Leben und Tod: Karthago, jene stolze Handelsstadt an der afrikanischen Küste, und Rom, die nun mit den Waffen gegeneinander loszogen und sich das Mittelmeer streitig machten. In Karthago war aus dem Kaufmann ein Krämer geworden, der nichts anderes kannte, als fein Gold; er versagte dem Feldherrn Hannibal die Soldaten und die Elefanten und die Speere und die Pferde, und so wurde Karthago geschlagen und Rom siegte. , , , . Karthago lieferte seine Waffen a b, feine Männer wurden erschlagen, seine grauen als Sklavinnen davongeführt, in die Stadt geschleift. Und 2000 Jahre nachher lieferte ein Volk auch seine Was- fen ab — das war Deutschland. Zum erstenmal feit Karthago. Es ist ein Wunder, daß jetzt dieses waffenlose Deutschland, das sich |elb|t entmannte, das zu einem Krämervolk geworden war, das zu einem Karthago geworden war, f i ch aufgerafft, so baß bereits jetzt Lloyd George sagen muß, niemand in der Welt darf es wagen, Deutschland ungestraft anzugreifen. Jawohl ihr Ittännner unb Frauen vom handel, Handwerk und Industrie, Ihr Weister und Gesellen, Ihr Handelsherrn und Lehrlinge, haltet zusammen, seid eine Gemeinschaft. Adolf Hitler hat uns die Gleichberechtigung zurückerobert, Adolf Hitler hat uns die Ehre geholt. Wir haben nicht das Schicksal Karthagos über uns ergehen lassen müssen, sondern das Schicksal hat uns den Wann Adolf Hitler gesandt, der uns aufrüttelte und sagte: Niemand darf es mehr wagen, Deutschland ungestraft anzugreifen. Adolf Hitler, unser Führer, wir danken dir in dieser Worgenstunde und das sei unser Gelöbnis: Wir wollen eine Gemeinschaft fein, eine Kameradschaft von Treue, von Anhänglichkeit, von Opferbereitschaft, wir wollen kämpfen für Deutschland, für Adolf Hitler. Stillgestandenl Die Fahnen hoch! Unser Führer Adolf Hitler, mit ihm das ganze Deutschland und unsere Freiheit — ein dreifaches Sieg-Heil! Die Berliner Kundgebung. So wie in ganz Deutschland blieben auch in Berlin die Geschäfte bis um 9 Uhr geschlossen. Während die Großbetriebe in ihren eigenen Betriebsräumen an dem Appell teilnahmen, marschierten die Gefolgschaften der mittleren und kleineren Unter- B e r I i n, 20. Jan. (DNB.) Der deutsche Reichs- (rlegerb unb „Kyffhäuser" veranstaltete am Sonntagmittag seine traditionelle „Deutsche W e i h e st u n d e" anläßlich der 64. Wiederkehr des Reichsgründungstages. Wie immer bei dieser Reichsgründungsfeier war der Sportpalast bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hatte mit feiner Vertretung den Vizeadmiral von Heufinger-Waldegg beauftragt. Unter den Ehrengästen sah man u. a. Reichsaußenminister Frhrn. v. Neurath, die Staatssekretäre Dr. Lammers und Meißner, die Generale der Landespolizei, Daluege, Wecke und v. Zepelin, Oberbürgermeister Dr. S a h m , den Beauftragten für Abrüstungsfragen v. Ribbentrop. Als Vertreter des Reichswehrministeriums war Generalleutnant Knochenhauer an der Spitze zahlreicher hoher Reichswehroffiziere erschienen. Die SS. wurde durch Reichsführer Himmler vertreten, die SA. durch Obergruppenführer Krüger und Gruppenführer U h l a n d , das NSKK. durch Korpsführer Hühnlein. Nach dem Fahneneinmarfch, bei dem die vierzehn Traditionsfahnen der Kyffhäuferver- bände des Landesverbandes Saargebiet besonders herzlich begrüßt wurden, leiteten feierliche Musik aus Lohengrin und Lieder aus den Befreiungskriegen über zu der Ansprache des Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes Kyff- häuser, Oberst a. D. Reinhard. Der Redner übermittelte dem Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht die Treuegrüße feiner Kriegskameraden und der Kämpfer von 1870/71, überbrachte selbst herzliche Grüße des preußischen Ministerpräsidenten, General der Infanterie G ö - ring, und begrüßte dann vor allem die von der befreiten Saar gekommenen K a - meraben und eine große Zahl von Altveteranen. Dabei machte er die Mitteilung, daß er in diesem Jubiläumsjahr, in dem die jüngsten Teilnehmer an den Einigungskriegen das 80 Lebensjahr überschritten, eine besonders fachgemäße Betreuung durch den Bund anaeorbnet habe, um den alten Kameraden den Daseinskampf zu erleichtern Oberst Reinhard sagte dann u. a.: Wir füllen die von uns seit jeher gepflegte heilige Tradition unseres Soldatentums mit dem lebendigen Geist d i e fe r Zeit, die dem Ehr- und Wehrbegriff wieder Geltung verschafft hat. Das gemeinsame Kriegserlebnis aller Frontkämpfer ist dazu berufen, bie Achtung ber Völker ooreinanber roieber herzustellen und daher arbeiten wir Männer vom Kyffhäuserbund, die den Krieg kennen, unablässig daran, daß der Leitgedanke unseres ehemaligen Frontkameraden und heutigen Führers Erfüllung findet: „Kein Deutscher für einen neuen Krieg, aber für die Verteidigung des Vaterlandes das ganze Volk." Adolf Hitler habe die Reichsidee des Altreichskanzlers vollendet und ausgebaut. Er habe die Gemeinschaft des deutschen Volkes geschaffen. Ewig aber ist, so sagte der Redner weiter, auch unser Dank an den großen Feld- Herrn, der die Tat Bismarcks einte mit der £ at Hitlers, an den unvergeßlichen Schirmherrn unseres Kyffhäuferbunbes, unseren Hindenburg, lieber alle Zeiten hinweg wird dieser große Ekkehart der Deutschen als Hüter heldischer Geschichte stehen. Indem wir feiner gedenken, wollen wir nun zugleich alle unsere im Weltkrieg gefallenen Kameraden ehren in einer Minute stillen Gedenkens. Die Fahnen senkten sich und unter dumpfem Trommelwirbel ertönte bann leise bas Lieb vom guten Kameraben. Dann nahm Oberst Reinhard wieder das Wort. Er erklärte, daß die alten tampferprobten Soldaten hinauf zu bem Betriebsführer zu ben verschobenen, von ber DAF. bereitgestellten Sälen, um sich bort zu bem Gemeinschaftsempfang zusammenzufinben. In bem Berliner Großbetrieb, von bem aus ber Appell übertragen würbe, wies ein großes Transparent mit ben Symbolen bes Dritten Reichs auf bas Befonbere biefer Stunbe hin. Laute Heilrufe erklangen, als Reichsorganisationsleiter Dr. L e y in Begleitung feines Stabsleiters von Rente l e n, bes Gauwalters ber DAF., Spangen- berg, unb bes Reichsbetriebsgemeinschaftsleiters Lehmann erschien. Fanfarenklänge ber Hitler- jugenb eröffneten ben Appell. Ein Gefolgschafts- mitglieb bes Betriebes sprach einen kernigen Tagesspruch, ber in bas gemeinsam gesungene Arbeitsfrontlieb ausklang. Nach einem Sprechchor ber Hitlerjugenb melbete Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Lehmann, baß 1 150 000 Betriebe mit nahezu vier Millionen Volksgenossen zum Appell angetreten seien. Das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lieb beendete die eindrucksvolle Kundgebung. in altüberlieferter Verbundenheit mit des Reiches Wehrmacht den vom Führer vorge- zeichneten Weg vorwärtsschreiten wollten, bem einen hohen Ziele zu: Ein freies unb gleichberechtigtes Deutschland! Als Kameraden wollen wir uns bie Hand über die Grenzen reichen, um gemeinsam zu ringen gegen jeden neuen Krieg. Nicht als Pazifisten, sondern als Männer, die zu ihrer Nation stehen, als Männer, die wissen, baß nicht Haß und Waffen, sondern d i e Ehre und die Freiheit der Schutz bes Friebens finb. Der Kyffhäuser-Lanbesführer bes Sa ar gebiet es, Hoos, gab darauf ber Freube Ausbruck, in ber Reichshauptstadt im Namen ber Frontkameraben bes Saargebietes sprechen zu bürfen. Sein Dank galt in erster Linie dem Frontkameraden, dem F ü rer unb Reichskanzler Adolf Hitler, dem man es verdanke, daß endlich auch die Frontkameraden bes Saargebietes zum Reiche heimkehren konnten. Nun fei ber Weg zur Verstänbigung zwischen zwei Nachbarvölkern frei. Wenn bas Saar- gebiet bis zum 13. Januar Streitobjekt war, so könne unb müsse es jetzt Brücke zwischen diesen Nationen werden. Er schloß mit ben Worten: „Die Saar ist frei! Die Saar ist treu! Heil Hitler!" Wird Lloyd George in die Nationalregiernna einireten? London, 21. Jan. (DNB.-Funkspruch.) „Mor- ning Post" macht darauf aufmerksam, daß der Schatzkanzler Neville Chamberlain in einer Rede in Belfast erklärte, bie Regierung werbe fein Urteil über die Vorschläge Lloyd Georges fällen, bevor sie nicht ausführlich mitgeteilt worden seien. Sollte die Regierung die Vorschläge schließlichen ihr eigenes Programm für die nächsten Parlamenlswahlen aufnehmen, so würde eine weitgehende Umbildung des Kabinetts notwendig sein, um Lloyd George einen M i n i st e r p o st e n z u beschaffen. Als Lloyd George beschlossen habe, den Feldzug zu unternehmen, hätten bie ihm nahestehenben Leute nicht geglaubt, baß er ernstlich an bie Möglichkeit benfe, baß bie Regierung irgenbeinen wesentlichen Teil seines Programmes annehmen werbe. Man habe angenommen, baß er in erster Linie an Unterstützung burch bie Sozialisten bachte. Lloyb George soll eine erhebliche Gelbsumme für ben Wahlkampf zur Verfügung gestellt haben unb baran benten, unter Umftänben eigene Kanbi- baten für feine Politik aufzustellen. französische Gedanken über eine Armeereform Paris, 21. Jan. (DNB.-Funkspruch.) „Echo be Paris" tritt anläßlich bes Kommanbowechsels im französischen Heer für eine Heraufsetzung ber Dienstzeit unb für bie Schaffung eines Elitekorps neben bem ftefjenben Heer ein. Die Forberung nach Erhöhung ber Militärbienstzeit begrünbet es mit bem in ben nächsten Jahren bevorstehenben Rekrutenausfall, ber sich aus bem Rückgang ber Geburtenziffern währenb ber Kriegsjahre ergibt. General Weyganb soll in ber letzten Sitzung bes Obersten Kriegsrates bas für bie Heeresbebürfniffe notroenbige Min- beftmafj ber Dienstzeit auf zwei Jahre veranschlagt haben. Das zu fchaffenbe Elite- k o r p s ist als ein Freiwilligenheer in Gestalt einer motorisierten Tanktruppe gebacht, die stets einsatzbereit ist. Der Kyffhäuserbund feiert den Reichsgründungstag im Berliner Sportpalast. Der Löwe von Brzeziny Zum fünfundachtzigsten Geburtstag des Generals Litzmann am 22. Januar. Äon Walter Bloem. Es gehört zum Wesen bes mobernen Krieges, baß bem Solbaten niemals bas beqeifternbe und befeuernde Erlebnis vergönnt ist, seine Ober« ührer als Mitkämpfer Schulter an Schulter neben s i ch zu sehen. Wenn aber ganz ausnahmsweise einmal die Gefechtslage einem höheren Führer das Recht gibt, in der vordersten Linie mitzustürmen — dann ist das ein Anblick, der auf die Phantasie der Mitkämpfer unvergeßlich wirkt. Dem General Karl Litzmann ist dieses höchste Soldatenglück zweimal zuteil geworden. Das ist der Grund seiner außerordentlichen Volkstümlichkeit. Am 22. Januar begeht er seinen fünf» undachtzigsten Geburtstag. Kein schönerer Glück« WWW ww < wünsch kann ihm dargebracht werden, als eine knappe Schilderung dieser beiden Höhepunkte seines Kriegserlebens! Als kommandierender General b^s 4 0. Reservekorps faßte er am 16. Juli 1915 ben Entschluß, ben Angriff auf Kowno ein» zuleiten, unb führte ihn mit bentbar geringen Mitteln tatkräftig burch. Er selber meint, bas ganze Unternehmen sei eine „Unverschämtheit" gewesen. — Am Entscheibungstage geht ber Kommanbierenbe General nach vorn burch. Die Infanterie ist am N j e m e n angekommen, ber als letztes starkes Hemmnis feine gelben Wellen vor ber Festung oor- Überwälzt. Schon finb 2J4 Bataillone auf bas Feinbesufer hinübergegangen. Aber alle Stäbe vom Regimentskommanbeur aufwärts hängen noch weit hinten an ihren Fernfprechanfchlüfsen. Da erscheint am Flußufer — ber Kommanbierenbe General in eigener Person! Er läßt sich in einem Ponton übersetzen, übernimmt ben Befehl über bie oorgefunbenen Bataillone. Aber ber Drang nach vorwärts läßt ihn noch immer nicht ruhen. Er unterstellt eine soeben nach Verlust aller Offiziere eingetroffene Kompanie ber Führung seines Sohnes, ber in feinem Stab als Or- bonnanzoffizier Dienst tut, befiehlt ihm, bas Osttor ber Festung unb bas vorgelagerte Fort VII zu nehmen, unb schließt sich in eigener Person bem Vorgehen biefer Kompanie an! Das im Ansatz tollkühne Unternehmen nimmt in ber Ausführung einen manövermäßig behaglichen Verlauf. Es stößt auf keinerlei Wiberstanb. Die Derteibiger bes Forts reihen beim Anmarsch ber einzigen Kompanie aus, kaum baß bie Spitze ber Flüchtenben noch ein paar Schüsse nachschicken kann. „Gleich barauf", erzählt Litzmann, „war i ch selber am Tor, unb als erster beutscher Solbat ftanb ich auf bem jenseitigen Hauptwall ber Festung unb rief mein Hurra in ben buntelnben Abend hinein.--Alles bies war sehr hübsch unb lustig." Dieser persönliche Einsatz war ober schon ber zweite, ber den General in die vorderste Linie geführt hat. Vorher hat er jene Ruhmestat getan, bie mit feinem Namen für alle Zeiten verbunden bleiben wird: den Durchbruch nach Brzeziny. Die Armeeabteilung hatte in ben Tagen vom 19. bis 21. November 1914 das Ihre getan, um die Russen bei Lodz einzuschließen. Durch eine von der obersten Führung nicht vorausgesehene Wendung war ein Rückschlag eingetreten unb General von Scheffer Boyadel war, weit vorgeschoben, östlich Lobz von ben Russen völlig um ft eilt, mitsamt mehreren tausenb Gefangenen aus ben vor- ausgegangenen Kämpfen! Schon jubelt Petrograb: zwei ober brei beutsche Korps feien umzingelt. Be- förberungsmittel für 150 000 beutsche Gefangene werben bereitgeftellt. Da — — Um sich ber Um« ftriefung zu entziehen, fassen Scheffer unb fein Unterführer Litzmann gemeinsam ben Entschluß, in Richtung auf Brzeziny burchzubrechen. Das 25. Reservekorps läuft gegen einen so starken Feinb an, baß es nicht vorwärts kommt. L i tz - mann mit seiner 3. Garbebivision kämpft auf dem linken Flügel. Diesmal geht es nicht „sehr hübsch und lustig" zu, sondern verdammt ernsthaft. In bas mit Front gegen Narben, 10 Kilometer süblich Breziny entbrannte Waldgefecht reitet ber General mitten hinein. Er findet die Truppe in wildem, wechselvollem Nahkampf. In der Abenddämmerung des 23. November wird zum allgemeinen Sturm angetreten. Der „Divisionsstab", erzählt Litzmann, „hatte sich tn die Schützenlinie vorbegeben. Im nächtlichen Wald hinter den Truppen zurückzubleiben hätte keinen Zweck gehabt. Keine Meldung hätte ihn getroffen. So wurde ich vom Divisionskommandeur vorübergehend zum Gruppenführer, war aber glücklich, mit dem Degen in der Faust gegen den Feind vorstürmen zu können." Der Russe wird geworfen. Die Infanterie stößt nach, doch allmählich erlahmen die Kräfte. Zwei Regimentskommandeure erbitten eine mehrstündige Ruhe. Litzmann erklärt den Herren, daß „das Nötige geschehen müsse, und daß ich, um unfern Leuten zu zeigen, was ein fester Wille vermag, fortan mit meinem Stabe bei der Spitzenkomponie zu Fuß marschieren würde". So fetzt sich der Dierundsechzigjährige an die Spitze seiner Division. Munter schwingt er den Knotenstock, das unentbehrliche Ausrüstungsstück des modernen Feldsoldaten. Der Polarstern gibt Richtung. So geht es durch die eisige Winternacht. Brze» 3im) wird noch in der Nacht erreicht und ohne Schuß überrumpelt. Auf dem Marktplatz gibt es einen erbitterten Endkampf. Litzmann steht im Rücken der gegen das 25. Reservekorps fechtenden Russen — der Feind, von vorn und hinten gefaßt, wird geworfen, Teile ergeben sich, der Rest entkommt in regelloser Flucht gen Osten! Die Armeeabteilung ©ckeffer ist gerettet. Die Zahl der von ihr erbeuteten Gefangenen hat sich auf 16 000 erhöht. Der Durchbruch ist gelungen! Das ist die größte Ruhmestat Karl Litz- manns. Einen der oberen Führer in solchen Kampfstunden neben sich gesehen zu haben — das ist ein Bild, das der Frontsoldat nie vergißt. Sein Ruhm durchfliegt die ganze Armee und nimmt schnell die Züge der Legende an. Ist es ein Wunder, daß ein solcher Stürmer und Dränger auch nach dem Zusammenbruch in vor der st er Linie weiter- fämpft für das tief darniederliegende Vaterland? Dis nach Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien dehnt er seine Täigksit aus, überall hält er Vorträge in deutscher Sprache oder gar „confer encias“ in spanischer, die der Siebzigjährige zu diesem Zweck erlernt hat! Soin Thema ist „die Reichsgründung, der wunderbare Aufschwung unseres Vaterlandes, die Ursache seines Niederganges und die Möglichkeit eines Wiederaufstiegs." In feiner am 1. April 1927 abgeschlossenen Lebensbeschreibung verkündet er, für Deutschland werde eine andere bessere Zeit kommen, „sobald es sie verdient". Es habe den Führer nicht gefunden, „den es ersehnt, und den es braucht, um aus seiner nationalen Schmach herauszufinden." Als dann dieser ersehnte Führer uns erstand, da ist der greise General einer seiner eifrigsten Mitkämpfer ge- worden. In Dank und Ehrfurcht grüßt das deutsche Volk den 85jährigen „fiöroen von Brzeziny". Die Neugestaltung des Studiums der Rechte. Reichsminister Rust erläßt die neue juristische Studienordnung. Berlin, 19. Jan. (DNB.) Durch den Erlaß der I u st i z a u s b i l d u n g s o r d n u n g ist der Weg frei gemacht für einen grundlegenden Neubau des rechtswissenschaftlichen Studiums. Die neue Studienordnung, die Reichsminister R u st nunmehr verkündet, ist von dem gleichen Grundgedanken — Heranbildung eines volksnahen und umfassend gebildeten Rechtswahrerstand e s — getragen. Zum erstenmal wird hier nationalsozialistisches Gedankengut in die Planung des Universitätsstudiums eingefuhrt und für eines der wichtigsten Lehrfächer dauernd verankert. Das Studium der Rechtswissenschaften ist von Grund auf geändert. Die undeutsche Unterscheidung von öffentlichem und privatem Recht wird durchgreifend beseitigt. An ihre Stelle tritt die große N e u - Gliederung in Volk, Stände und ta at, ergänzt durch Vorlesungen über Rechtsverkehr und Rechtsschutz; daneben behaupten Rechtsgeschichte und R e ch t s p h i - l o f o p h i e den ihnen zukommenden Platz. Das Pandektensystem des römisch-gemeinen Rechts ist damit endgültig gefallen. Die Universitäten aber sind vor die gewaltige Aufgabe gestellt, in Forschung und Lehre dem Aufbau eines arteigenen deutschen Rechts den Boden zu bereiten. Aufbau des Studiums. 1. Der Studienplan ist auf ein Mindest- studium von sechs Semestern zugeschnitten. Eine ausreichende Durchdringung des Stoffes wird jedoch kaum ohne Zugabe weiterer S e m e st e r möglich sein. Es wird daher dringlichst empfohlen, dem Rechtsstudium sieben oder acht Semester zu widmen. 2. In den beiden ersten Studiensemestern soll der Student die völkischen Grundlagen der Wissenschaft kennenlernen. Vorlesungen über Rasse und Sippe, Volkskunde und Vorgeschichte, über die politische Entwicklung des deutschen Volkes, besonders in den letzten 100 Jahren, gehören a n den Anfang jedes geisteswissenschaftlichen Studiums. Gleichzeitig wird der Student der Rechte geschichtlich und politisch in die Sonderausgaben seines Fachs eingeführt. 3. Das dritte, vierte und fünfte Seme st e r sind dem eindringlichen Fachstudium vorbehalten. Das sechste steht schon im Zeichen der heranrückenden Abschlußprüfung und ist öaher weitgehend von planmäßigen Vorlesungen entlastet. Hebungen für Vorgerückte, Klausurenkurse, Konoersatorien und Seminare treten in den Vordergrund und beherrschen auch die folgenden Zusatzsemester. 4. Pflichtvorlesungen gibt es nicht mehr. Jeder Belegungszwang unterbleibt. Die Hauptvorlesungen werden durch einen Stern oder, wenn sie besonders wichtig sind, durch zwei Sterne hervorgehoben. Auch der Besuch derart gekennzeichneter Vorlesungen ist völlig freigestellt. 5. Für die Hauptvorlesungen ist ein fester Studienplan aufgestellt, der sie einem bestimmten Semester zuweist. Früheres Belegen der Vorlesung ist unstatthaft, späteres, insbesondere wiederholtes, erlaubt. 6. Jede Hauptvorlesunq wird nur ein- mal i in Jahr gehalten. Wer sein Studium ordnungsgemäß mit dem Wintersemester beginnt und nach dem Studienplan ausrichtet, hat die Gewähr, daß er die planmäßig vorgesehenen Vorlesungen zur rechten Zeit an jeder deutschen Universität vorfindet. Dadurch ist die volle Freizügigkeit der Studenten gewahrt. Leitsätze für die Fakultäten. 1. Die Fakultäten sind gehalten, für die plangemäße Ankündigung aller Hauptvorlesun- gen Sorge zu tragen. Die Hauptvorlesungen für das erste, dritte und fünfte Semester sind nur im Winter, die für das zweite, vierte und s e chst e Semester nur im Sommer anzukündigen. 2. Bei der Ankündigung von Wahlvorlesun- g e n hat der Hochschullehrer das Semester anzugeben, in dem nach seiner Auffassung die Vorlesung gehört werden sollte; auch die Zurwahl- stellung zweier Semester ist zulässig. Für die beiden ersten Studiensemester sind keine rechtswissenschaftlichen W a h l v o r l e s u n g e n anzukündigen. 3. Es ist dringend erwünscht, daß Haupt Vorlesungen durch mehrere Hochschulleh- rer gleichzeitig angekündigt werden. 4. Zusammenfassung oderZerlegung von gleichsemestrigen Hauptvorlesungen ist statthaft. 5. Soweit der Studienplan Hebungen zu Hauptvorlesungen vorsieht, sind diese im gleichen Semester und möglichst von dem gleichen Hochschullehrer anzukündigen. Leilsätze für die Studenten. 1. Studiert an der Univer s itä t und nicht beim Einpauker! Ihr sollt nicht Prüfungskenntnisse in euch anhäufen, sondern Wahrer des deutschen Rechts werden! 2. Der Neubau der Hniversitäten kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Bevorzugt zunächst die rechtswissenschastlichen Fakultäten i n Kiel, Breslau und Königsberg, die als politischer Stoßtrupp ausersehen sind! 3. Belegt nur die Vorlesungen, die ihr wirklich hören wollt! Nicht das Testierbuch, sondern die Leistung entscheidet in der Prüfung. 4. Die Sterne im Vorlesungsverzeichnis sind nur W e g- weiser. Wer sich allein nach ihnen richtet, handelt wie der Reisende, der Sehenswürdigkeiten nach dem Reisehandbuch abklappert. Laßt ruhig Hauptvorlesungen aus, die euch nicht anziehen, und hört dafür um so mehr Wahlvorlesungen auf Gebieten, die euch fesseln! 5. Schulteuch in Arbeitsgemeinschaften! Freiwillige, selbstgewählte Arbeit ist die beste Lehrmeisterin, Kameraden sind die besten Lehrer! Der Studienplan sieht vor: Geschichte: Vorgeschichte, Germanische (ober: Deutsche) Rechtsgeschichte, Antike (oder: Römische) Rechtsgeschichte, Verfassungsgeschichte (oder: Rechtsentwicklung) der Neuzeit, Prioatrechtsgeschichte der Neuzeit, Neueste politische Geschichte (letzte 100 Jahre), nach Wahl. Volk: Deutsches Recht, Volk und Staat, Volk und Rasse, Volkskunde, Sippenforschung, Familie, Familienerbe. Stände: Bauer, Arbeiter, Hnternehmer. Staat: Verfassung, Verwaltung, Finanzrecht. Rechtsverkehr: Vertrag und Unrecht, Boden, Ware und Geld, Wertpapiere, Geistiges Schaffen, Handel und Gewerbe, Gesellschaften. Rechtsschutz: Verbrechen und Strafe, Strafverfahren, Rechtsstreit, Vollstreckung. Außer st aatliches Recht: Kirchenrecht, Völkerrecht, Anwendung fremden Rechts. Rechtsphilosophie: Rechts- und Staatsphilosophie (oder: System des Rechts). Wirtschaftswissenschaft (für Juristen): Deutsches Wirtschaftsleben, Volkswirtschaftslehren, Volkswirtschaftspolitik, Betriebswirtschaft, Finanzwissenschaft. Erstimmatrikulation im Sommersemester 1935. Berlin, 19. Jan. (DNB.) Unter Bezugnahme auf den Erlaß, der das S o m m e r s e m e st e r 1 9 3 5 festgesetzt hat (1. April bis 29. Juni) bestimmt Reichserziehungsminister R u st, daß Ausländer von der Bestimmung betreffend Erstimmatrikulationsverbot nicht betroffen werden. Weiter ermächtigt der Reichsminister die Rektoren, für dieses Sommersemester solche Abiturienten er st malig zur Immatrikulation zuzulassen, die bereits 1933 ober 1934 bas Abiturientenexamen bestauben, soweit bestimmungsgemäß erfordernd) die Hochschulreife nachweisen und ein halbes Jahr FDA. abgeleistet haben, nach dieser Zeit sich aber aus triftigen Gründen nicht sogleich immatrikulieren ließen. In weiteren besonders gelagerten Fällen, in denen die Ablehnung der Erstimmatrikulation für das Sommersemester als besondere Härte angesehen werden müsse, fei dem Minister der schriftliche Antrag des Betreffenden mit der Stellungnahme des Rektors zur Entscheidung vorzulegen. Im übrigen macht der Minister darauf aufmerksam, daß die Freizügigkeit der Studierenden für das Sommersemester 1935 i n keiner Weise eingeschränkt worden ist, und baß unter Erstimmatrikulation selbstverstänblich bieerstmaligeZulassung zum Stubium an einer Hochschule überhaupt zu verstehen sei. Das Problem -er SaarflÜchllmge. Frankreich stellt die Verantwortlichkeit des Völkerbundes fest. Genf, 19. Jan. (DNB.) Die Frage der Saar- f l ü ch 11 i n g e , die am Samstag auf der Tagesordnung des Völkerbundsrats stand, ist auf die Sitzung am Montag verschoben worben. Wie man hört, ist übrigens keine Aussprache beabsichtigt. Es sollen nur bie Organisationen ernannt werben, bie sich mit biefer Frage zu befassen haben. Diese werben ihren Bericht auf ber nächsten Tagung bes Völkerbundsrates vorlegen. Der französische Außenminister Laval hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Denkschrift überreicht, die betont, daß der Völkerbund eine doppelte Verantwortung gegenüber diesen Flüchtlingen trage. Er muß vorbeugend tätig sein; das sei schon bei den am 2. Juni und am 3. Dezember v. I. von der deutschen Negierung vor dem Dreierkomitee übernommenen Verpflichtungen der Fall gewesen. Durch die genaue Befolgung dieser Verpflichtungen, die jede Vergeltungsmaßnahme verdammen, könne auch eine Auswanderung vermieden werden, die bei dem gegenwärtigen Stand des Arbeitsmarktes schwierige Probleme aufwerfen würde. Trotzdem bleibe noch immer ein Problem übrig. Schon am Tage nach der Abstimmung seien zahlreiche Saarländer an der französischen Grenze erschienen. Die französische Regierung habe nicht warten wollen, bis diese Lage sich noch verschärfe und habe sich deshalb anbenRatge- wendet. Der Völkerbund habe bas 6 a arge» biet 15 Jahre lang verwaltet. Ein großer Teil berjenigen, bie unter Hmftänben gezwungen fein würben, ausyumanbern, habe sich für die Aufrechterhaltung dieses Dölkerbundsregimes ausgesprochen. Der Völkerbund habe daher gegenüber diesen Menschen nicht nur bie allgemein menschliche, aus Artikel 23 des Dölkerbundspaktes, sondern eine unmittelbare Verantwortung. Daraus müßten die nötigen Folgerungen gezogen werden. Die Kosten für den Hnterhalt der Saarflüchtlinge müßten in den Haushalt des Völkerbundes ausgenommen werden. Es handele sich auch um bie Unterbringung ber Flüchtlinge. Die französische Regierung werbe in ben folgenben Mo- naten schon die Aufgabe haben, mehrere tausend französischer Bürger aus dem Saargebiet wieder aufzunehmen und einzugliedern. Trotzdem habe sie ihre Grenzen denen nicht verschließen wollen, die in ben ersten Tagen diese Grenzen überschreiten würben. Man habe befonbere Räumlichkeiten bereitgestellt, um sie aufzunehmen unb sogar Vergütungen zugestanben. Die französische Regierung könne aber nicht diese Kosten auf sich nehmen unb könne bie Türen nicht offen lassen für eine Einwanberung, wenn sie sich nicht ber Mitarbeit bes Völkerbundes vorher versichert habe. Aus diesem Grunde bitte die französische Regierung den Völkerbundsrat, schon jetzt das Problem der saarländischen Flücktlinge zu behandeln. Die Saarbergleule feiern ben Sieg des 13 Januar. Saarbrücken, 20. Jan. Immer wieder hat man in ben Wochen vor ber Saarabstimmung darauf verwiesen, daß das Schicksal des Landes an der Saar zu einem erheblichen Teile in bie Hände des Bergarbeiters gegeben fei, ber feit Väter Tagen im Boben ber Heimat wurzelte unb bie Last bes Heberganges ber Gruben in bie französische Verwaltung seit Kriegsende zu tragen hatte. Eine Art „Siegesfeier" in ganz besonderem Sinne war die Kundgebung, bie ber G e - werkverein chri st kicher Bergarbeiter an ber Saar am Sonntagvormittag in Saarbrücken veranstaltete unb an ber auch, herzlich begrüßt, ber Lanbesleiter ber Deutschen Front,Pirro, teilnahm. Ihre Führer, bie zu ihnen sprachen, find viel genannt worden im Kampfe um die Saar, Peter Kiefer, Alois Lenhart, Karl Hillenbrand. Ein Name ist nie ausgesprochen worden, der früher stets in Verbindung mit diesen genannt wurde. Nur Peter Kiefer erwähnte, daß die Tochter desAbtrünnigen weinend zu ihm gekommen sei und daß er sie zum Verbleiben in der Heimat aufgefordert habe, denn die Kinder trügen schwer genug an der Schuld des Vaters. „Dieser Sieg", so führte der Geschäftsführer des Gewerkoereins, Lenhart, aus, „war nur möglich, weil wir Saarbergleute zu jeder Zeit wußten, welche Pflichten mir dem deutschen Volke gegenüber haben. Ohne Heberhebung dürfen wir sagen: Wir christlich-nationalen Bergleute habens geschafft!" Die Kraft, 16 Jahre lang durchzuhalten, habe ihnen nur ber Wille gegeben, ihren Kinbem bie Heimat zu erhalten. Stolz kehre die Saar nun heim zum beutschen Vaterland, in dem ber Arbeiter ein Glied ber Volksgemeinschaft geworden sei. Nun wolle der Saarbergmann mit dem deutschen Volke und seinem Führer kämpfen um bie Gleichberechtigung des beutschen Volkes unter ben Völkern ber Welt. Peter Kiefer, der Führer des Gewerkvereins, würdigte die weltpolitische Bedeutung des Sieges ber beutschen Sache am 13. Januar. Die internationalen Truppen, bie man zur Saar geschickt habe, können jetzt in ihrer Heimat verkünben, sie hätten ein biszipliniertes Volk bort kennengelernt. Die Welt werde erkennen, daß sie von falschen Propheten belogen unb betrogen worben sei. Das Saarvolk habe in bem unblutigen Waffengang burch bie Stimme des Blutes unb. bes Gewissens bem beutschen Vaterlanbe einen hervorra- genben Sieg errungen. Die historische Bebeutung bes 13. Januar fei, vor ber Welt den Beweis geliefert zu haben, daß der Rhein nicht Deutschlands Grenze, sondern jetzt unb immerbar Deutschlanbs Strom fei. Damit biene bie Entscheibung bem Frieden. Der Weg fei frei zur Versöhnung. Das habe der ©aarbevoll- mächtigte des Führers zum Ausdruck gebracht, als er ihm aufgetragen habe: Grüßen Sie die treuen Kumpels von mir. Der Tag wird kommen, an dem ber Führer unb ich an ber Saar fein werben, um biefem braven Volke zu sagen: Ihr habt Deutschlanbs Ansehen in ber Welt einen Riesenbienst erwiesen. Ihr habt der Welt bewiesen, daß alle Gruelmärchen falsch sind. Kiefer betonte auch, daß es bem ©aarbergmann fern liege, nun mit einem großen Wunschzettel aufzuwarten. Er trage das Bewußtsein in sich, baß das neue Deutschland i h n achte und ehre. Hell klangen, die Stimmen, als zum Schluß das Deutschsandlied, Horst-Wessel-Lied und Saarlied angestimmt wurden. Spontan wurde aus der Mitte der Versammlung das Sieg-Heil auf bie Führer ausgebracht. Auf dem Wege zur Volksgemeinschaft. Auflösung der SPD. Neunkirchen. Neunkirchen, 19. Jan. (DNB.) Die Auflösung ber Ortsgruppe ber SPD.Neun- kirchen wurde nach zweitägigen Verhandlungen mit dem Beauftragten ber Deutschen Front, Bau« rat Keller, herbeigeführt. Die Auslösung ist vollkommen freiwillig erfolgt. Sämtliche noch vor« hanbenen Akten wurden übergeben unb das recht-« liche Vermögen in Höhe von 1687,35 Franks bem Winterhilfswerk Neunkirchen zur freien Verfügung gestellt. Die Stabtoerortneten ber SPD. haben ihre Manbate nieberge« legt. Auch bie Volkshaus-GmbH. Neun« kirchen hat ihre Liquibation beschloss em Das Gebäude wird als ,,5) a u s ber Deutschen Arbeit" ber Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung gestellt. Die marxistische „Freie Turne r s ch a f t" von Neunkirchen hat ebenfalls ihrs Auflösung beschlossen unb ist geschlossen mit Fahne zur „Deutschen Turnerschaft" übergegangen. Die Zeitung „Deutsche Front" schreibt zu den Neunkirchener Vorgängen: „Somit ist die A r b e i • terschaft Neunkirchens bie erste Stabt bes Saargebietes, wo ber Marxismus aufgehört hat zu existieren. Es ist zu begrüßen, daß bie Leute, bie bis zum letzten Augenblick für ihre Sache gekämpft haben, jetzt freiwillig wie- ber zum beutschen Volkstum stoßen, ba ihre Oberführer sofort feige bie Fahne verlassen haben unb s i ch bereits im Auslanbe b e • f i n b e n. Wir wollen auch biesen letzten, die freiwillig sich zu uns zurückfinden, d i e Bruderhand reichen und alles Vergangene vergessen. Das neue Deutschland wird auch sie belehren, daß sie mit ihren marxistischen Theorien in die Irre gegangen waren. Sie werden sich sicherlich wie bie Millionen ihrer Arbeitsbrüber im Dritten Reich wohlfühlen. Mah Braun versucht sein Glück in Senf. Genf, 19. Ian. (DNB.) Nachdem Matz Brauns die von ihm verführten Status-quo-Anhänger so eilig im Stich gelassen hat, hält er es nunmehr noch für nötig, sich auch in Genf lächerlich zu machen. Er hat zusammen mit Hoffmann und Hektor bem Völkerbunbsrat eine Beschwerdeschrift überreicht. Es wird darin behauptet, die Ereignisse der letzten Zeit hätten gezeigt, daß die von Deutschland am 4. Juni für ben Schutz ber Minberheit übernommenen Verpflichtungen nicht ausreichend seien. Die Vertreter ber Hitler« feinblichen Minberheit bitten baher ben Völkerbund, festzusetzen, an welchen Ort sie sich begeben sollen, um dort geschützt zu sein. Es sei ihnen durch bas Abkommen vom Dezember auch ber Schutz unb die Mitnahme ihres Eigentums zu- gesichert worben, ebenso wie bie Zahlung von Renten, Pensionen usw. Zum Schluß verlangen die drei Separatistenführer, daß der Völkerbund einen Hilfsausschuß bilde, bem Gelbmittel zur Verfügung gestellt werben müßten. Dieser Ausschuß mußte bie Aufgabe haben, ben Flüchtlingen einen Lebensunterhalt unb Arbeitsplätze zu verschaffen. Die Dölkerbundsmandaie. Italien gegen eine Verschmelzung von Südwestafrika mit der südafrikanischen Union. Genf, 19. Jan. (DNB.) Der Völkerbunbsrat erörterte bie Berichte bes Manbatsausschusses. Die Aussprache würbe trotz Bebenken des spanischen Vertreters unb ber Vertreter bes Mandatsausschusses vertagt. Eine Vertagung dieser Art könne, so wurde erklärt, ben bebenklichen Eindruck hinterlassen, als ob ber Völkerbunbsrat an diesem wichtigen Aufgabengebiet seiner Tätigkeit s i ch immer weitgehender uninteressiert Zeige. Der italienische Vertreter gab sodann eine Erklärung zu der Frage ber Bereinigung © üb • westafrikas mit der Südafrikanischen Union ab, obwohl der Bericht bes Mandatsausschusses diese Frage noch offen gelassen hatte. Er sprach von der großen Bedeutung dieser neuen Tatsache. Durch den Beschluß ber gesetzgebenden Versammlung über bie Umwandlung S übwest- afrikas in eine fünfte Provinz ber Union habe sie nur an Dringlichkeit unb Bebenklichkeit gewonnen. Die italienische Regierung halte eine Verschmelzung biefer Art für unvereinbar mit bem Geist bes Mandatswesens. Der Völkerbundsrat werbe zur gegebenen Zeit hierzu Stellung zu nehmen haben. Der spanische Vertreter äußerte gleichfalls Bedenken angesichts der fortschreitenden Neigung, der an Mandatsgebiete grenzenden Kolonien ich die Mandatsgebiete anzuglie- ) e r n. Auch kritisierte er bie Beschränkungen, bie ber Arbeit des Manbatsausschusses auferlegt sind, vor allem weil Gelber zur Unterrichtung an Ort und Stelle nicht bewilligt würden. Direkte Verhandlungen zwischen Italien und Abessinien. Gens, 19. Jan. (DNB.) Der Völkerbunbsrat hat am Samstag in einer Sitzung, die gegen 16 Uhr begann, davon Kenntnis genommen, daß Italien und Abessinien sich durch Schreiben an ben Generalsekretär bes Völkerbundes verpflichtet haben, auf ber Grunblage des Vertrages von 1908 in unmittelbare Verhandlungen über bie Regelung des Streitfalles einzutreten und nichts zu tun, was die Lage verschlimmern könnte. Abessinien behält sich aber vor, falls keine Einigung erzielt werden sollte, den Völkerbundsrat später w i e b e r mit ber Frage zu befassen. Um die Finmsierung der Universität Helsingforö. Helsingfors, 19. Jan. (DNB.) Die in Ansicht genommene Finnisierung der Universität Hel« ingfors führte zu heftigen Erörterungen im finnischen Reichstag. Die finnischen Studenten beschlossen, in ben Studien- t r e i f zu treten, um bie Verhandlungen im Reichstag zu beeinflussen. Gegen verschiedene Pro- essoren kam es zu Kundgebungen. Am Samstagabend beschlossen bie Medizinstudenten sogar, d i e Kliniken z u be st reiten, ein Beschluß, der in ber ganzen Stabt große Erregung ausgelöst hat, ba hieburch bas ungestörte Arbeiten an ben Krankenhäusern ernstlich gefährbet würbe. Ab Montag oll auf sämtlichen ©tubiengebieten ohne Ausnahme, einschließlich auch ber Krankenhäuser ,in den Streik getreten werden, um den Reichstag füc ist kommsn. Es besteht wenig Hoffnung, sie noch Japans Vormarsch im nördlichen China shingtoner Vertrag ter Vertrag verbietet d i e Befesti- d"r Insel. Ab^r dieser Vertrag lä"st infolge g u n g die in die Kuppeleien verwickelt war und als Zeugin u. Kunst und Wissenschaft. Literaturpreis für Karl Heinrich Waggerl. Der österreichische Literaturpreis seien den Aufforderungen des japanischen Oberkommandos auf Räumung der besetzten Gebiete nicht Ihre Vorhuten hätten sogar sch-m Regierungskreisen begnügt man sich mit der Feststellung, daß Ost-Tschachar von Japan als ein Teil der Provinz Jehol für Mandschukuo b e - a n s p r u ch t werde, während es ausweislich chinesischer sowohl als auch fremder Karten außer- halb der ehemals chinesischen Provinz Der Gouverneur von Tschachar Sung suchte in Peiping den neu ernannten japanischenMi- l i t ä r a t t a ch 6 Generalleutnant Takahashi auf, um von ihm Aufklärung über die mandschu- der Kündigung durch Japan Ende des nächsten Jahres ab, und dann könnte die Wake-Jnfel in einen befestigten Stützpunkt verwandelt werden, so wie auch Befestigungsanlagen auf Guam und den Philippinen erlaubt sein werden. Es wird hervorgehoben, daß solche Maßnahmen zusammen mit einer Befestigung der Aleuten-Jnseln die strategischen Verhältnisse im Stillen Ozean von Grund auf ändern würden. Cine Führertagung des Handwerks Oer Reichshandwerksmeister kündigt eine Handwerkerkarte und den wandernden Handwerksburschen an. Aus aller Wett. Selbstmörderin verursacht schwere Gasexplosion. — Zwei lote, eine Schwerverletzte. Zu einer schweren Gasexplosion führte ein Selbstmordversuch in einem Hause in Harburg- Wilhelmsburg. Das Gebäude wurde derart in Mitleidenschaft gezogen, daß es geräumt werden mußte. Eine Hausbewohnerin hatte in s e l b st mörderischer Absicht den Gashahn in der Küche geöffnet. Das ausströmende Gas hatte sich dann an dem brennenden Herdfeuer entzündet. Die von der Explosion aufgeschreckten Nachbarn fanden die Frau mit ihrer fünfjährigen Tochter besinnungslos unter zertrümmertem Mauerwerk. Beide waren so schwer verletzt, daß sie kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus verschieden, Durch eine eingedrückte Wand wurde auch eine Frau in der Nachbarwohnung. so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Lin ungeklärter Kriminalfall. — Geheimnisvoller Selbstmord zweier junger Leute. Ihre Forderung nach einer finnischen Volluniversität unter Ausschluß zu gewinnen. Gerüchtweise verlautet, die Regierung erwäge, die Universität für das ganze Frühjahrsemester zu schließen. Kampf gegen fremdsprachige Familiennamen in Estland. DNB. Reval, 19.Jan. Seit einiger Zeit ist in Estland die staatliche Propaganda dahingerichtet, die Bevölkerung zu veranlassen, die nickt e st n i sch e n Familiennamen (meist deutschen, russischen ober schwedischen Ursprungs) in estnische Namen abzuändern. Nun meldet die Presse, daß der estnische Ministerpräsident und Innenminister E i n b u n d seinen deutschklingenden Namen in Empalu umgeändert hat. Der Ministerpräsident hat seinen neuen Namen nach der Benennung seines väterlichen Bauernhofes gewählt. Der estnische Staatsanzeiger veröffentlicht fast täglich lange Listen von Personen, die sich neue Nomen zugelegt haben. Besonders verbreitet ist die Namenumbenennung in Beamten- und Offizierskreisen. Verkehrsautos umgestürzt. Drei Tote und viele Verletzte sind zu beklagen. Die Verkehrsoerbindungen sind gestört. Meeresstürme haben Verspätungen der Dampfer zur Folge. In manchen Gegenden beträgt die Kälte 14 Grad. Viele Dorf» bewohner werden vermißt. Wolfsrudel dringen in die Dörfer und zerreißen Haus- und Herdentiere. Schneeslürme und starke Kälte in Amerika. Die starke Kälte hält im Nordwcsten der Vereinigten Staaten unvermindert an. Das Thermometer sank stellenweise bis auf 4 0 Grad unter Null. Im Staate Washington mußten die Schulen geschlossen werden. Heftige Schnee st ürme haben weite Landstrecken unter dichte Schneemassen begraben. Aus mehreren Orten wurden wieder Todesfälle durch Erfrieren gemeldet. Die Kältewelle dehnt sich zur Zeit weiter nach Osten aus. Auch aus Neuengland werden starke Schneefälle gemeldet. Infolge riesiger Eisstauung liegt der größte Teil der Niagarafälle trocken. Riesiger Brand in einem japanischen Badeort. In dem japanischen Badeort Medsaki auf Hokkaido ist ein großer Brand ausgebrochen, bei dem zahlreiche Häuser ein Raub der Flammen wurden. Man befürchtet, daß auch zahlreiche Todesopfer zu beklagen sind, doch liegen hierüber noch keine Nachrichten vor Die Zahl der vernichteten Häuser beträgt 150. Der Schaden wird auf 300 000 Pen beziffert. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht ermittelt werden. Großfeuer in einem Londoner Krankenhaus für alle Leute. In einem Krankenhaus für alte Leute in London brach ein G r ohfeuer aus, jo daß 250 bettläge- Krank« in Gefahr kamen. Dank Oex schnellen und sachgemäßen Hilfeleistung der Krankenschwestern und Pfleger wurden aber die hilflosen alten Leute binnen kurzer Zeit geborgen. Als eine halbe Stunde nach Ausbruch des Brandes der Dachstuhl einstürzte, befand sich niemand mehr in dem Gebäude. N^h zweistündiger Arbeit gelang es der mit zwanzig Motorspritzen angerückten Feuerwehr, das Feuer zu löschen. Verhängnisvolle Vlihlichtaufnahme. — Zwölf Menschen durch brennende Papierdekorationen verletzt. In einer Wohnung im Blumenkamp bei Essen, die zu einer Festlichkeit überreich mit Papierdeko- rationen geschmückt war, geriet beim Abbrennen eines Blitzlichtes ein Vorhang in Brand. Im selben Augenblick stand die ganze Raumdekoration in Flammen. Durch die von der Decke herabfallenden Papierteile erlitten infolge der zum Teil leichten Kostümierung etwa 12 Personen mehr oder minder starke Brandwunden. Sie wurden den Krankenhäusern zugesührt. Bei zwei Personen fihb die Brandoerletzungen besonders schwer. Schweres Linskurzunglück in einer oberschlesifchen Grube. Auf der Oheimgrube bei Kattowitz (OS.) ereignete sich ein schweres E i n st u r z u n g l ü ck. Bei einem heftigen Gebirgsstoß ging das Hangende auf der 590-Meter-Sohle zu Bruch. Die hier beschäftigten sechs Bergleute wurden verschüttet. Die Rettungsmannschaft konnte nach einigen Stunden zwei Bergleute bergen. Sie waren leicht verletzt. Zwei Stunden später konnte noch ein Bergmann zutage gefördert werden. Er hatte schwere Verletzungen erüten. An die übrigen drei Verschütteten konnte die R"ttungskolonne noch nicht heranverurteilt. Das Militärgericht von Paris hat jetzt eine Familie rehabilitiert, die im Kriege wegen Spionage verurteilt worden war. Es handelt sich um einen französischen Bergmann, seine Frau und seine zwei Kinder, die im Dezember 1914 vom Kriegsgericht wegen Spionage und Einvernehmen mit dem Feind verurteilt worden waren. Der Bergmann und seine beiden Söhne waren zu je fünf Jahren Zwangsarbeit, dis Frau zu 20 Jahren verurteilt worden. Die beiden Eltern starben vor Abbüßung der Strafe. Nach längeren Verhandlungen hat sich die Schuldlosigkeit der verurteilten Familie ergeben, und das Gericht hat sie im Wiederaufnahmeverfahren ausdrücklich anerkannt. Den Nachkommen wurde ein Schadenersatz von 68 000 Franks zugebilligt. Die Treue zur Heimat mit dem Tode besiegelt. Am 13. Januar nahm die elfköpfige Familie Heß aus Birkenfeld (Nahe) — Vater, Mutter und neun Kinder — im Saargebiet an der Abstimmung teil. Alle Familienmitglieder waren abstimmungsberechtigt und genügten in Püttlingen ihrer Stimmpflicht. Infolge der Aufregung und der Freude über das Wiedersehen mit zwei Töchtern, die aus Norddeutschland gekommen und ebenfalls nach Püttlingen gereist waren, erlitt die Mutter im Wahllokal einen leichten Schlaganfall, so daß die sonst noch rüstige Frau sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Schließlich stellte sich bei ihr eine Herzbeutelentzündung ein, an der die treue saardeutsche Mutter nach kurzem Krankenlager verschied. Ihr Andenken wird in Püttlingen wie an der ganzen Saar und in Birkenfeld sicherlich nicht vergessen werden. Gemeinsame Rundfur.karbeil von Hitlerjugend und Studentenschaft. Zwischen der Reichsjugendführung, Abteilung Rundfunk, und dem Reichsführer der Deutschen Studentenschaft wurde ein A b- kommen getroffen, nach dem die Rundfunkarbeit der Deutschen Studentenschaft im Rahmen der Abteilung Rundfunk der Reichsjugendführung erfolgen wird. Die Deutsche Studentenschaft stellt einen Verbindungsmann zur Abteilung Rundfunk der Reichsjugendführung, wodurch eine gemeinsame Durchführung der studentischen Rundfunkarbeit gewährleistet ist. Eine vierzig Jahre alte Frau, die nacheinander in um von ihm Aufklärung über die mandschu- Siegen, Krombach, Betzdorf und Eiserfeld wohnte,' risch-japanischen Truppenbewegungen zu verlangen, hattte sich vor dem zuständigen Schöffengericht we-'Das japanische Armeekommando tm Mandschukuo gen Kuppelei zu verantworten. Sie erhielt acht ließ erklären, daß die japanische Kwantung-Armee Wochen Gefängnis. Im Verlauf der Verhandlung am 18. Januar hie militärischenOpera- kamen seltsame Dinge zur Sprache. So haben sich tionen in der Provinz Jehol gegen zwei 20jährige junge Männner, die im Hause derjdie chinesischen Truppen begonnen Frau verkehrten, aus bis heute noch nicht aufge- habe. Die Chinesen hätten dort eine Reihe b e d e u- klärten Gründen erschossen. In der Wohnung ten der strategischer Punkte beseht und der Angeklagten verkehrte auch eine 29jährige Frau, gehalten. In Karpatho-Rußland wurde festgestellt, daß verschiedene Eisenbahnschwellenlieferanten die Schwellen weit über dem normalen Preis verkauften. Die Brünner Polizei verhaftete etwa acht Beamte. Die Eisenbahnoerwaltung wurde durch die Affäre u m mehrere Millionen geschädigt. Auch bei Wagen-, Dräsinen- und Autobuslieferungen waren durch die den Lieferungsauftrag anstrebende Firmen verschiedene einflußreiche Beamte der Staatsbahnen bestochen worden. Auch bei der Verteilung von Kohlenliefe- rungen wurde der Weg der Bestechung beschritten. Hier verhaftete man einen Prager Kohlen- aroßhändler und zwei Beamte der Staatsbahnen. Dann wurden bei Durchführung und Vergebung von öffentlichen Bauten vorgenommene Bestechungen entdeckt. Eine Reihe Ministerialbeamter des Landesamtes Böhmen und des Ministeriums für öffentliche Arbeiten wurden verhaftet. Daran schloß sich eine Korruptionsaffäre beim Bau der Trainer Talsperre, bei der allein der Oberrot Dr. Navratil an Bestechungsgeldern die beachtliche Summe von 800 000 Kronen erhalten hat. 28 Personen wurden verhaftet. 200 Millionen an Bestechungsgeldern wurden beschlagnahmt. Strenger Winter in Italien und Griechenland. In Mittelitalien hat sich die ungewöhnliche Kälte noch verschärft. In der Nacht zum Sonntag wurden u. a. in Perugia und Rom 7 Grad unter Null festgestellt. Der strenge Frost hielt — eine Seltenheit — in Rom sogar den ganzen Sonntag über an und steigerte sich noch gegen Abend. Mazedonien, Thrazien, Epirus und Thessalien wurden von großer Kälte und schweren Scknee- tiünneB heimgelucht- Üm Gebirge sind mehrere Peiping, 19. Jan. (DNB.) Nach Meldungen aus Hsingking hat das japanische Oberkommando einen Feldzug gegen die im W e st e n der Provinz Jehol stehenden Truppen des chinesischen Generals Sungtschejuan angekündigt und beabsichtigt, sie bis hinter die große Mauer zurückzutreiben, da General Sung trotz wiederholter Warnungen den westlichen Teil Jehols widerrechtlich besetzt habe. Seine Truppen hätten irregulären Charakter und machten eine geordnete Verwaltung der Provinz unmöglich. Nach einer in Peiving verbreiteten Darstellung haben Banditen die chinesische Miliz bei Tschangliang, einem kleinen Orte östlich von Kuyuan, im Ostteil der Provinz Tschachar angegriffen. Die Banditen wurden nach kurzem Kampfe von den Truppen zurückgetrieben. Man vermutet nun, daß es sich bei den „Banditen" um mandschurische Truppen handelt und daß die japanischen Maßnahmen auf diesen Vorfall zurückzuführen sind. Verstärkte mandschurische Abteilungen befinden sich in der Nähe der Kraftwagenstraße Kalgan-Dolo- nor östlich und nördlich von Kuyuan. Vermutlich aus strategischen Gründen beansprucht Japan den nach chinesischer Auffassung zur Provinz Tschachar gehörigen Kreis Kuyuan unter der Begründung, daß dieser Gebietsteil in Wirklichkeit zu der seinerzeit in den Staat Mandschukuo einverleibten Provinz Jehol gehöre. Amtliche japanische Stellen in Nordchina geben zu, daß japanische und mandschurische Truppen in Jehol zusammengezogen werden, um die Kontrolle über das strittige Gebiet von Kuyuan zu übernehmen. Im übrigen sei diese Frage von rein örtlicher Bedeutung, und ein Angriff auf die chinesische Provinz Tschachar sei nicht beabsichtigt. auf einstimmigen Vorschlag des Preisrichterkol- legtums dem Dichter Karl Heinrich Waggerl zuerkannt worden. Preisrichter waren: Dr. Max Mell, Erhard B u s ch b e ck , Dr. h. c. Franz Karl Ginzkey, Dr. Rudolf Henz, Universitätsprofessor Dr. Josef Nadler, Professor Dr. Hans Nüchtern und Guido Z e r n a t t o. Karl Heinrich Waggerl, der in Wagrain bei Salzburg lebt, ist im Jahre 1897 in Bad Gastein geboren als Sohn eines Zimmermannes, dessen Vorfahren Bauern und Bergleute waren. Sein erster großer Roman „B r o t", der im Jahre 1930 im Insel-Verlag erschien, hat seinen Namen rasch bekannt gemacht. Es folgten ebenfalls im Insel-Verlag die Romane „S ch w e r e s Blut" und „Das Jahr des Herrn" sowie in der Insel-Bücherei Erzählungen unter dem Titel „D u und Angela" und das reizvolle kleine „W i e f e n b u ch", dessen Scherenschnitte auch von der künstlerischen Neigung des Dichters Zeugnis geben. — Wir haben Waggerls Bücher seinerzeit hier ausführlich besprochen und des öfteren auch kleinere Arbeiten von ihm im Feuilleton und in der Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers veröffentlicht. Jrobenius wieder in Afrika. Der bekannte deutsche Afrikaforscher Geheimrat Professor Leo F r o b e n i u s ist zu einer neuen Expedition in das Innere der Lybischen Wüste in Kairo eingetroffen. Professor Frobenius_ führt die Expedition mit zehn Automobilen, die für den besonderen Zweck eingerichtet sind, durch. Das erste Ziel der Expedition sind die beiden südöstlich auf der Oase Siwa gelegenen verlassenen Oasen Sitra und Areg. und der sich in seinem zivilen Leben einwandfrei geführt habe und weltanschaulich zuverlässig sei. begonnen werde mit dieser Einrichtung zunächst bei den handwerklichen Berufen des Nahrungs - mittelgewerbes, den Bäckern, Fleischern und Konditoren, da bei diesen Berufen die Austausch- Möglichkeit relativ leicht sei und weil sie nicht absolut konjunkturgebunden sei. Schon auf dem nächstenReichshandwerkstaginFrank- f u r t a. M. zu Pfingsten dieses Jahres werde man tausend handwerkliche Wanderer begrüßen können. Die wirtschaftliche Lage des Handwerks habe sich seit dem Tiefstand im Jahre 1932 wieder sehr gebessert. Der Umsatz des Handwerks habe 1926 23,5 Milliarden betragen, er sei 1932 auf 9,5 Milliarden gesunken und betrage heute, dank des Arbeitsbeschaffungsprogramms, schon wieder 14,5 Milliarden. Sodann sprach der Stabsleiter der DAF. und Hauptamtsleiter der NS.-Hago Dr. v. R e n t e l n über die Pflichten der Unterführer in den Organisationen des nationalsozialistischen Deutschland. Das Vertrauen der Gefolgschaft müsse das kostbarste Gut für den Unterführer sein, das er sich nur durch unbedingte Gerechtigkeit erwerben könne. Die Voraussetzung jeder Organisation sei Klarheit und Durchsichtigkeit, absolute Disziplin und Befehlsausführung. Weil diese Berlin, 19. Jan. (DNB.) Die R e i ch s b e - triebsge meinschaft Handwerk in der DAF. und der Reichs st and des Deutschen Handwerks veranstalteten Samstag vormittag im Preußenhaus eine Kundgebung, an derdiegesamte Führerschaft des Handwerks teilnahm, so u. a. die Gaubetriebsgemeinschaftswalter des Handwerks, die Reichsinnungmeister, Landeshandwerksmeister und -Kammerpräsidenten sowie als Vertreter der Reichsregierung der Reichskommissar für den Mittelstand Ministerialdirektor Dr. Wien- deck. Reichshandwerksmeister S ch m i d t betonte, die Reichsbetriebsgemeinschaft des Handwerks habe dafür zu sorgen, daß nur der B e t r i e b s f Ü h r e r fein könne, der b i e meisterlichen Qualitäten nach allen Richtungen mitbringe, der beruflich, kaufmännisch, in der Treue zum Aufbauwerk des Führers und in der engsten Zusammenarbeit mit der Gefolgschaft zuverlässig sei. Sodann stellte der Reichshandwerksmeister die Schaffung einer allgemeinen Handwerkerkarte in Aussicht, die zur Bereinigung des Berufsstandes beitragen solle. Eine solche historische Maßnahme könne natürlich nicht von heute auf morgen geschaffen werden, sondern müsse abgestellt sein auf den Blick in die Zukunft. Der Reichshand- merksmeister sprach weiter über die traditionelle Erscheinung des wandernden Handwerks- v u r s ch e n . die in absehbarer Zeit wieder erst e h e n solle. Nur der solle aber Inhaber des Wanderbuches des deutschen Handwerks werden, der leistungsmäßig aus der Gesellenprüfung mit „sehr gut" hervorge gangen sei liege. Don chinesischer Seite wird abgestritten, daß China reguläres Militär in dem umstrittenen Gebiet unterhalte. Man kann nicht glauben, daß die Besetzung des kleinen und schwach bevölkerten Gebietes den Zweck des großen japanischen Truppeneinsatzes bilden könnte, und fürchtet erheblich weitergehende japanische Absichten. Die chinesische Regierung hat gegen die militärischen Vorbereitungen Japans in Oer Provinz Jehol Einspruch erhoben. China betrachte die weitere Zusammenziehung japanischer Truppenteile in Richtung Dolonoor-Kalgan als eine Verletzung des 1932 abgeschlossenen W a s s e n st i 11 st a n d e s. Das japanische Außenministerium hat zu dem chinesischen Einspruch noch nicht Stellung genommen. Amerika sucht neue Stützpunkte in der Südfee. Washington, 20. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt hat angeordnet, daß eine Reihe von Südseeinseln, die zwischen den Hawai-Jnseln und den Marianen liegen und unter der Oberhoheit der Vereinigten Staaten stehen, der Marineleitung unterstellt werden. Es handelt sich um die Wake- Insel, die John ston- Insel, die Sand-Insel und das Dingman» Riff. Eine besondere strategische Bedeutung kommt dabei der Wake- Insel zu, die auf Oer Flugst r e ck e liegt, die Lindbergh demnächst von San Franzisko über Honolulu, die Midway- Jnseln und Guam nach Manila einrichten will. Die Wake-Insel besitzt eine große geschützte L a - gune, die vorzüglich als Flughafen für Wasserflugzeuge geeignet ist. Die Insel, die nur einen Durchmesser von ungefähr IVz Kilometer hat und gegenwärtig unbewohnt ist, liegt auf halbem Wege zwischen Honolulu und der amerikanischen Insel Guam. Das Kabel von Honolulu nach den Philippinen führt über die Wake-Insel und Guam. Es heißt, daß die Wake-Insel zu einem Stützpunkt der Probeflüge üher den Stillen Ozean ausgebaut werden soll. Die Tatsache, daß das Marine-Departement, also die oberste Behörde der Seemacht, die Aufsicht über die Insel übernimmt, wird besonders beachtet. Der Wasich, Licht in die geheimnisvolle Affäre zu bringen. Beim Raubmordverfuch die eigene Frau erschlagen. In der Nähe der Grenze im litauischen Kreise Szaki hat ein Bauer bei einem Raubmord- versuch an einer anderen Frau seine eigene Ehefrau erschlagen, die er mit seinem Opfer verwechselt hatte. Eine Bäuerin aus einem benachbarten Ort hatte bei einem Kuhverkauf 300 Lit erhalten und übernachtete bei dem Bauern. Bei den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen in Litauen reizten den Bauern die 300 Lit so sehr, daß er beschloß, die Besitzerin zu ermorden und sich in den Besitz des Geldes zu setzen. Er wollte die auf der Ofenbank schlafende Frau mit der Axt erschlagen. Da aber nicht die fremde Bäuerin, sondern seine eigene Frau sich auf der Ofenbank zum Schlafen niedergelegt hatte, schlug der Bauer auf diese mit der Axt ein und tötete sie. Die fremde Frau konnte sich durch die Flucht ihrem Schicksal ent- ziehen. Sogar ein Grab hatte der geldgierige Bauer für sie bereits gegraben, um sie nach der Tat dort zu vergraben. Der Mörder wurde verhaftet und dem Gericht zugeführt. Vergebliche Jagd auf Amerikas „Staatsfemd Jlr. 1“. In Atlantic City (New Jersey) versuchte die Polizei vergeblich, den Verbrecher Aloin Karpis, den augenblicklichen „S t a a t s f e i n b N r. 1/ zu verhaften. Mehrere Polizisten begaben sich nach einem kleinen Hotel, in dem Karpis mit einem Gefährten namens Harry Campbell und zwei Frauen abgestiegen war. Als jedoch die Beamten eindrangen, bahnten sich die beiden Verbrecher nut Maschinenpistolen einen Weg und fluchteten in einem Kraftwagen. Vorher fuhren sie unter ständigem Feuern zweimal um das Haus herum, vermutlich um ihre Begleiterinnen, die in einem anderen Zimmer geschlafen hatten, durch die Schüsse zu wecken und zur Flucht zu veranlassen. Die Frauen konnten verhaftet werden. BeskechungsaffSren in der Tschechoslowakei. Seit einem vollen Jahr wird die tschechoslowakische Oeffentlichkeit durch Verhaftungen weg en Bestechungen, die bis in die hüchstO« ©UaUfUHett reichen, ifl Erregung Wettervoraussage. Das am Sonntagfrüh schon in Norddeutchland beobachtete Eingreifen milder Ozeanluft macht sich letzt auch bei uns bemerkbar. Während dabei die Nieder- schlüge im Süden des Bezirkes noch als Schneefall auftreten, ist im Norden bereits Regen eingetreten, der sich langsam südwärts ausbreitet. Nach dem Durchzug des Niederschlagsgebietes kann zunächst mit einer leichten Besserung gerechnet werden, doch ist bei Skandinavien starker Luftdruckfall im Gange, der anschließend wieder neue Niederschlagstätigkeit Und Milderung bringen wird. Aussichten f ü r Dienstag: Anfänglich zeitweilig aufheiternd und nachts wieder etwas kälter, dann neue Bevölkungszunahme und später auch Niederschläge, bei westlichen bis nördlichen Winden Taqestempcraturen wieder ansteigend. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der leicht unbeständigen und im ganzen etwas milden Witterung. Lufttemperaturen am 20. Januar: mittags 1,1 Grad Celsius, abends 0,5 Grad, am 21. Januar: morgens 0,1 Grad. Maximum 1,3 Grad, Minimum — 0,6 Grad.— Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends 0,2 Grad; am 21. Januar: morgens 0,2 Grad Celsius. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Schneefall, —5 Grad, Gesamtschneehöhe 37 cm, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Schneefall, — 5 Grad, Gesamtschneehühe 32 cm, 3 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. ©au erlaub. Winterberg: Nebel, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 33 cm, 4 cm Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —11 Grad, Gesamtschneehöhe 70 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.__________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Derantwortllch für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thynot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XU. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- unb ©teinbrutferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur ZM LftPrLtLM Nr. 2 vom L Luli HÜMO a. aussagte, daß die Angeklagte eine eigenartige nachgekommen. Ihre Vorhuten hätten fogai Gewalt über sie gehabt habe. Die Polizei bemüht befeftigte Stellungen bezogen. In chinesi- Voraussetzungen bei uns vorhanden sind, sind wir die Organisation der Kraft, der Sauberkeit unb der Disziplin in Deutschland! (Lebhafter. , . , Beifall.) Er müsse den dringlichen Appell an aüe j l-öcnö 3U o^rgm. Unternehmer richten, sich der Deutschen Ar- Eine französische Familie unschuldig wegen Spionage b eitsf ront anzuschließen. Kreisführerschule -erAGOAP.inLollar * Lollar, 21. Jan. Ein buntes Bild von zahlreichen Uniformen bot gestern unser Ort. Galt es doch, die in der neuen Schule eingerichtete Kreisführerschule der NSDAP, Hnzuweihen. Reicher Flaggenschmuck — ein Zeichen der Anteilnahme der Einwohnerschaft — begrüßte die Teilnehmer am ersten Lehrgang, die sich bereits vor der Feier eingefunden hatten, und die Amtswalter und Fahnenabordnungen, die aus der Umgegend zu dieser denkwürdigen Feier erschienen waren. Vor dem Schulhaus nahmen die Formationen Aufstellung: PO., Arbeitsfront, SA., SA.-Reserve, Hitlerjugend, Jungvolk, BdM., DLV. und Kriegerverein gaben zu Beginn die Stärkemeldung an den Aufmarschleiter, Ortsgruppenschulungsleiter, Pg. Petra sch, ab. Die stattliche Zahl der Fahnen nahm unmittelbar an der Front des Hauses Aufstellung. Beim Erscheinen des Krsisleiters, Pg. K lost e r m a n n , meldete ihm der Kreisschulungsleiter Pg. Michel die angetretenen Formationen. Nach dem Badenweiler Marsch, gespielt von der SA.-Ka- Arbeit selbst in Berührung. Mit dreifachem Sieg- Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes fand die eindrucksvolle Kundgebung ihr Ende. LesichtigungSrundgang. Der Kreisleiter besichtigte nun mit seinen Begleitern die neugeschaffene Führerschule. Auf dem einen Flügel des neuen Schulhauses hat man zwei unter- einandergelegene Räume dafür eingerichtet. Der im zweiten Stockwerk gelegene Unterrichtsraum — zur Weihe mit festlichem Schmuck versehen — macht einen sehr freundlichen Eindruck. Für die 30 Teilnehmer wurden die Tische aus dem darüber gelegenen Zeichensaal, dem jetzigen Schlafraum, hier aufgestellt. Nur das Pult, geschmückt mit dem Sym- bol des Dritten Reiches und überragt vom Hoheits- adler, und die Tafel blieben an ihrem alten Platz. Von den Wänden grüßen die Bildnisse Adolf Hitlers und anderer bekannter Parteiführer. Die Rückwand wird bedeckt von einer großen Hakenkreuzflagge. Der Schlafraum ist ausgefüllt von den benötigten 31 Betten und den Schränken, auf denen die Waschschüsseln griffbereit stehen. Die Wände sind in ähnlicher Weise wie im Unterrichtsraum sinnvoll ausgeschmückt. Bettstellen, Wäsche und Schränke wurden freundlicherweise vom Buderusschen Eisenwerk zur Verfügung gestellt. Für das leibliche Wohl wird in der Küche der hauswirtschaftlichen Berufsschule von zwei Frauenschaftsmitgliedern gesorgt werden. So wurde hier eine Pflegestätte nationalsozialistischen Geistes geschaffen, auf die unser Ort mit Recht stolz sein darf. Ein gemütliches Beisammensein im „Schwanen" beschloß die Veranstaltung der Schul-Einweihung. Tagung der Oberhessischen Imker. pell«,- ergriff pg. Klostermann von der Treppe aus, wo man das Mikrophon für die Lautsprecherübertragung aufgestellt hatte, das Wort und führte etwa folgendes aus: Die NSDAP, ist Träger der nationalsozialistischen Revolution gewesen. Ihr mit allen ihren Gliederungen erwächst nun die Aufgabe, sich als Träger der Weltanschauung Adolf Hitlers zu betätigen für ein tausendjähriges Deutschland der Ehre. Große deutsche Männer haben gelebt, wie Bismarck und Friedrich der Große, die für ihr Vaterland ihr Bestes gegeben. Doch die Tragik ihres Lebens war die Tatsache, daß sich kein Nachfolger fand, der ihr Werk fortführen und vollenden konnte. Es mußte notgedrungen mit ihrem Tode verfallen. Der Nationalsozialis- mus will durch systematische Schulung das deutsche Volk mit dem neuen Gedankengut durchdringen. Die Kreisführerschule soll dazu verhelfen und deutschen Männern aus den verschiedensten Ständen die Idee der Bewegung vermitteln. Aber hierin erschöpfen sich nicht ihre Aufgaben. Vielmehr sollen die Lehrgangsteilnehmer die Kameradschaft erleben, ihren Charakter festigen, und nicht Wissen ist der ausschlaggebende Faktor, sondern das Können und das Wollen, das Bereitsein, mit dem Führer an der großen Aufgabe zu schaffen für das Vaterland. Anschließend spielte die Kapelle einen Marsch, worauf der Kreisschulunas^eiter Michel eine kurze Ansprache an die Versammelten richtete. Hierin betonte er u. a., daß man nicht zufällig Lollar als Sitz der Kreisführerschule ausgewählt habe, sondern mit voller Absicht. Kommen doch so die Teilnehmer der Lehrgänge — Leute aus der Partei und ihren Gliederungen — mit den Volksgenossen, die in dem Eisenwerk beschäftigt sind, und mit deren Der Vorsitzende der Reichsfachgruppe Imker, Gau Oberhessen, Lehrer Braun aus Rodheim v. d. H., hatte alle Ortssachgruppenvorsitzenden zu einer Besprechung am Samstag nach Gießen ins Hotel Hopfeld einberufen. Es war eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. In seinem Jahresbericht brachte der Vorsitzende zum Ausdruck, daß die Honigernle im vergangenen Jahre in Ober- Hessen durchschnittlich als befriedigend angesehen werden kann. Dagegen sind in anderen größeren Trachtgebieten im Reich, die sonst allgemein als Ueberschußgebiete gelten, geradezu Mißernten zu verzeichnen. Z. B. gab es große Strecken in der Lüneburger Heide und in Brandenburg, wo in den Trachtmonaten die Völker durch Notfütterungen vom Hungertod gerettet werden mußten. Die Tannentracht im Schwarzwald war nach einer Reihe von Mißjahren im vergangenen Jahre gut. Die Ergründung dieser Ursachen 'bleiben zum großen Teil selbst der Wissenschaft versagt. Wir müssen sie fast als Naturerscheinungen betrachten. Bei dem Neuaufbau des Reiches sind die Imker an die Landesbauernkammern angeschlossen worden, sie bilden ein Glied der Landwirtschaft und gehören somit zum Reichsnährstand. Infolgedessen fallen auch bei der Durchführung der Volksernährungsschlacht den deutschen Imkern besondere Aufgaben zu. Ihre Pflicht und Aufgabe ist die Versorgung des deutschen Honigmarktes mit deutschem Honig. Der Wert dieses deutschen Honigkonsums schwankt jährlich zwischen 40 bis 50 Millionen Mark. Diese ungeheuere Menge muß auf zahlreichen kleinen Bienenständen mit großer Mühe, Opfer und Liebe aüs der Natur gewonnen werden. Mancher Leser weiß noch nicht, daß dieser direkte Nutzen der Biene, der dem Imker zugute kommt, nur ein Zehntel des indirekten Nutzens der Bienen für die Allgemeinheit ausmacht, fo daß durch die Bienen jährlich ca. 500 Millionen, das ist eine halbe Milliarde Mark, auf direktem und indirektem Wege gewonnen werden. Das ist eine weit größere Summe, als selbst eine der größten Industriezweige im Reiche nicht aufzuweisen vermag. Der indirekte Nutzen der Bienenzucht besteht in der Befruchtung aller Blüten, Gräser und. Samen für die Landwirtschaft und Obstzüchter. Um die Erzeugnisse der Bienenzucht noch weiter zu steigern, sollen Wanderungen mit den Bienenvölkern in gute Trachtgebiete durchgeführt werden. So steht in Aussicht, daß die Imker aus Oberhessen und auch aus anderen Gebieten des Reiches später Wanderungen nach dem Schwarzwald oder in die Lüneburger Heide ausführen werden. Der Deklarationszwang für Auslandshonig ist leider nicht erreicht worden, so daß das Einheitsglas des deutschen Jmkerbundes mit dem Gewährstreifen und Namen des Imkers nach wie vor die beste und einzigste Gewähr für den deutschen Honig beim Einkauf bietet. Das Rechneramt des Gaues Oberhessen der Imker ist, seit dem 1. Januar d. I. von Eduard S ch ä- f er-Gießen, der nach Darmstadt versetzt worden ist, an Fritz S t a u b a ch in Staaden bei Friedberg übergegangen. Für die 10jährige vorbildliche Rechnungsführung durch Herrn Schäfer wurde ihm herzlicher Dank im Namen aller durch den Vorsitzenden zum Ausdruck gebracht. Die Jahresrechnunq schloß mit einem Barvermögen in Höhe von 2844,25 RM. ab. Dem Rechner wurde auf Grund des Prüfungsberichtes Entlastung erteilt. Das 75jährige Bestehen des früheren Oberhesst« schen Hauptoereins, der heute den Gau Oberhessen darstellt, soll im April d.J. würdig gefeiert werden. Zur weiteren Ausbildung der Imker auf praktischem Gebiete sollen in den Kreisen Lauterbach und Alsfeld im Frühjahr Königinnenzuchtkurse abgehalten werden. In Gießen findet anfangs April ein Kurs zur Ausbildung von Seuchen- Gedenket der hungernden Vögel! Schuht die Tiere vor der Kälte! Obmännern statt. Die weitere Schulung der Imker wird in Form von Vorträgen und praktischen Kursen auf den Bienenständen durchgeführt. Nach lehrreicher Aussprache schloß der Vorsitzende die Tagung in üblicher Weise. Oie Nase ein GesundheitStvächter. Der menschliche Körper besitzt eine Art Selstschutz gegen die von außen eindringenden Schädlichkeiten. Eines der wichtigsten Organe ist die Nase des Menschen. Nur ganz selten pflegt sich der Mensch ihrer zu erinnern und doch hat gerade die Nase wichtige, für die Gesundhaltung des menschlichen Körpers notwendige Funktionen zu erfüllen. Die Nase ist der oberste Teil der menschlichen Atmungs- einrichtung, die zunächst die kalte Außenluft zu erwärmen und sie dann mit Wasserdampf zu sättigen hat. Beim Eindringen unerwärmter. Luft in die Lunge durch Mundatmung ist eine Erkältung und Erkrankung der Luftröhre und der Lunge unausbleiblich. Im Innern der Nase befindet sich ein eigenartiger, mit feinsten Härchen versehener Bezug, der sich in ständiger vibrierender Bewegung befindet. Diese Flimmerbewegung ermöglicht es, aus der Luft eindringende schädliche Fremdstoffe, Krankheitserreger und dgl. vom Eindringen in den Körper fernzuhalten. Ein weiteres wichtiges Schutzmittel ist auch der Nasenschleim, der eine große Reihe von Krankheitserregern für den Körper unschädlich macht. Beim Niesen achte man darauf, daß man die für seinen Körper unschädlich gemachten Krankheitsstoffe nicht anderen ins Gesicht pustet und man halte beim Nieszwang ein Taschentuch vor Mund und Nase. Ebenso wichtig ist die Nase als Vermittlerin des Geruches. Sie schützt uns sehr oft vor Einatmung vergifteter Stoffe. Würde man z. B. das Ausftrö- men von Leuchtgas nicht durch den Geruch wahrnehmen, so würden sicherlich noch mehr als bisher Menschenleben der Gasvergiftung zum Opfer fallen. Wer also die Waffe nützen will, die ihm die Natur in der Nase gegeben hat, der atme stets durch dieses Organ und sorge dafür, daß etwaige Behinderungen der Nasenatmung, wie Entzündungen, Wucherungen und dgl. raschestens durch ärztliche Eingriffe beseitigt werden. _________________________ kurz nach Vollendung ihres 65. Lebensjahres. Gießen, Wolkengasse 18 L Die Einäscherung findet in aller Stille statt. Gießen, den 21 Januar 1935. 365 D m.rh in-, hpt Npsipv- Keine Ursprungs- Lehrling Saarbrücken und Gießen (Dammstr. 481), den 19. Januar 1935. mit nuten Schulzeugnissen und iMÜhlilPIl deutlicher Handschrift für alsbald VllllUlfJvll Von Beileidsbesuchen wird gebeten abzusehen oder später auf kaufm. Büro einer Großhandlung in Gießen gesucht. mit Motor u. a. m. 357D kellerei an der Mosel. Verkaufstalent und Referenzen Bedingung. Schriftliche Bewerbungen unter 325D an den Gießener Anzeiger. Scharmann, Gerichtsvollzieher Gießen, Wernerwall 33. Lel.3108. Die trauernden Hinterbliebenen. I d. N.: Richard Wagner. In tiefer Trauer: Justizrat Fr. Hügel Hermine Döring Nachdem sie in der Vorabstimmung für Deutschland ihre Stimme abgegeben hatte, starb am 15. Januar nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren meine geliebte Frau, meine gute Schwester Frau Auguste Mügel, geb. Döring auch im Nebenberuf bei Ueber- nahrne der Vertretung einerWein- Selbstgefchriebene Angebote mit Zeugnisabschriften unter 2321) an den Gießener Anzeiger. für kleinen Haushalt, das auch etw. kochen kann, sofort gesucht."''"" Seltersweg 12. Zeugnisse, Itmbem nur Zeugnis- abjchriflen dem Be werbungsichre tben bet. legen! — Lichtbilder undBewerbungsunler- lagen mühen zur Ber metdung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! MWM-MMlM. Die Gastwirtschaft Marbacbee Weg 32 in Marburg ist zum 1.Avril 1935 wegen Krankheit der Pächterin anderweitig zu verpachten. Letzter Jahresumsatz 137,89 hl. Brauerei (5arlBopp,Marburg Am 18. Januar verschied plötzlich und unerwartet nach arbeitsreichem Leben unsere herzensgute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Schwester Frau Lina Wagner Witwe geb. Scheffler im fast vollendeten 60. Lebensjahre, Nachlässe von z bi« 20 v. s. erhalten Eie bet wiederholten Aufnahmen einer Anzeige Verkäufe ZWWvMiMW. Dienstag, den 22. Januar, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 1. bestimmt: 1 Waage mit zwei Schalen, Büsten und 1 Trockenhaube für Jriseure, Tapeten. 2. Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Registrierkassen, Anzugstoffe, Kassen- und (öisschränke, Radios, 1 Schleifbank, Schreibund 1 Bohrmaschine, Lupen, Klaviere, Pelzmützen, 1 Vulkanisieranlage. 1 Motor, 1 Universal-Po- liermaschine, 1 Bandschleifmaschine SlÄIWlN Großen. 3120 Dienst.,22.Jan., 20 b. 21.30 Uhr 15. Dienst.-Ab. und freier Verkauf Musikhdlg. Challier, Preise 1.- b. 3.- 3. Symphonie« Konzert. Klassische Musik, Mozart u. Beethoven. Leitung: Prof.Dr-Temes» varri, Solist: HermannKraus, Frankfurt a. Violine. iiiillliiiiniliiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiin111111 Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche,hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf ober fläch- liehen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50 Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde MW preiswert zu verkaufen.^ W. Appel Kaiserallee 49 Telefon 4067. | Kaufgesuche ( Baugrundstück in Größevon500 bis 600 qm für Bau eines Einfamilienhauses z. kaufen gesucht. 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Januar, nachm. 2/2 Uhr, auf dem Neuen rriedhof statt Gestern nachmittag verschied nach kurzem, schwerem Krankenlager meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Rahnefeld,geb.Dieter In tiefer Trauer: Albert Rahnefeld Willi Rahnefeld und Frau Erna, geb Wanderer Otto Rahnefeld und Frau Elly, geb. Thomas 1 Enkelkind. Statt Karten Gießen (Moltkestraße 24), 21. Januar 1935. 356 D 362 D Die Trauerfeier hat in der Stille stattgefunden. 0277 363 D Es hat Gott gefallen, meinen lieben Lebensgefährten, meinen herzensguten, stets treu besorgten Vater, unseren unvergeßlichen, geliebten Schwager und Onkel In tiefer Trauen Amalie May Hermann May, Reg.-Rat i. R. nach langem schweren Leiden im nahezu vollendeten 63. Lebensjahre heimzurufen. In tiefem Leid, im Namen der Hinterbliebenen: Hilda Seelig, geb. Gundel Dr. med. Erich Seelig. Gießen, den 21. Januar 1935. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 23. Januar, 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Todesanzeige Am 17. Januar verschied infolge eines Schlaganfalles, den er am 9. Januar erlitten hatte, unser lieber Bruder Max May im 60. Lebensjahre. ötli. back ’ngs l)en. 89 Al! alle! I ter Prak, 'urd,. Scheich, ter, chkeiten. afe des Mensch >e Nase l$id)en en. Die mungs» Zu er. sättigen in die ng und unaus. W ein ner Le. ewegung : es, aus > Krank» en Kör» huhmit» e Neihr schädlich man a Krank» imb man >r Mund "Mittlerin natmung Ausströ. ch wahr» ls bisher er fallen. >ie Natur rch dieses iderungen cherungen zriffe be» MH Karbacher rml.Avril der Päch« ervachten. 37,89 hl. Warburg UlWl! mwiii SS o°uXt vo" S°d°L ZL flät-Ä3® •Ä »'S* ß6Ä8.- Ä*" rfedencsj ipeise- rto«e|n iboerk!6116 lttbuime bW* 'M° Trechsltt eher Technik as gesamte ften n. ihre Unterricht, ■ausgebti: ow allgemein- Lturwissen- für geistig orragender aerflich; dern . „VeiÄ ; in Bilds1 icdeutente ebieten %M. WO, - kostenlos1 chhandlung Verlag slde Montag. A.Zannar 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 17 Zweiter vlatt > f i Jl;pS4 u < s ■ '4 1M' M E N /r W W fe SH1 /. wgQ Die ersten Saargäste in Berlin. «**•« >>^satiÄ" ******2 Waschbär-lebendig und als Pelzkragen. Allerlei Merkwürdiges von einem munteren Gesellen. — Auf einer deutschen Waschbärenfarm. Von Paul Eipper. Wenn man etwas Bärenartiges im Aeußeren des langschwänzigen Waschbären sucht, wird man enttäuscht sein. Der kleine Geselle gleicht viel eher einem gedrungenen, graubraunen Fuchs; auch Hundeähn- liches ist vorhanden, und von vorn gesehen, erinnert mich sein Gesicht mit den abgerundeten Ohren und dem Hellen Schnurrbart irgendwie an eine Katze. ,.. Aber zoologisch hat die Familie der Kleinbären, in die der Waschbär gehört, unzweifelhaft Beziehungen zu den echten Bären, und ein Raubtier ist der Waschbär auch. Er plündert in der Freiheit gerne Vogelnester, fängt Ratten und Mäuse, verschmäht auch nicht Insekten, Käfer, Frösche, Schnecken; ja, man hat beobachtet, daß er sich Fische und Krebse aus den Flüssen holt und bei Ebbe sogar em gutes Stück ins Meer hinauszieht, um Beute zu machen. Aber er ist auch kein Pflanzenkostverächter; Obst liebt er sogar ganz besonders. Warum hat dieses Tier wohl den merkwürdigen Namen „Waschbär" bekommen? Weil es tatsächlich sein Futter zu waschen pflegt, nicht nur in der Ge- angenschaft, sondern auch in der Freiheit seiner amerikanischen Heimat. Allerdings nur dann, wenn der Waschbär nicht allzu hungrig ist; sonst schlingt er die Bissen hinunter, wie er sie bekommt. Dieses Waschen ist wohl kaum ein angeborenes und vererbtes Reinlichkeitsbedürfnis, sondern eine Spielerei eine vergnügliche Unterhaltung. Ich habe Waschbären beobachtet, die eine Sodawasserflasche, einen Lederball, eine runde Blechbüchse mit Begeisterung in ihren Wassernapf tauchten, zwischen den Vorder- pfoten hin und her wälzten und sich gut eine Viertelstunde damit verlustierten, ohne auch nur versuchsweise die gereinigten Gegenstände zu beknabbern. Aber hergegeben haben sie das Spielzeug nicht; wenn man es ihnen listig oder mit Gewalt wegnehmen wollte, warfen sie sich auf den Rücken, damit sie auch die beiden Hinterfüße zum Festhalten frei hatten, strampelten und wehrten sich, zeterten ganz erbärmlich. In Ruhe gelassen, fingen sie bald wieder zu spielen an, plantschten erneut am Wasser- ^Dieses lustige Temperament, die Neugier, Freude an Bewegung und Beschäftigung sind die hervorstechendsten Eigenschaften des Waschbaren, der überdies recht schnell zahm und zutraulich wird. Ich weiß von einer Dame, die einen zahmen Waschbären als Haustier in der Wohnung hielt, mit ihm spazieren qmq, weil er auch als ausgewachsenes Tier aufs Wort gehorchte. Man durste ihn nur nicht allein in Len Garten gehen lassen, denn er pflückte mit unbeschreiblicher Geschicklichkeit sämtliche reifen Erdbeeren, flitzte auch schnell am Apfelbaum hinauf. Körperabwärts an einem horizontalen Ast hinaus- hangelnd, erntete er selbständig die schönsten Früchte. Jene Dame hat mir oft versichert, ihr Waschbär sei außerordentlich wählerisch; das Gute lasse er unberührt liegen, solange es etwas Besseres gebe. Allerdings könne man seinen Appetit nur als Gefräßigkeit bezeichnen; einmal komme jeder eßbare Gegen» stand bei ihm an die Reihe. * Damals erfuhr ich auch, daß Waschbären zärtlich sein können und dem von ihnen als liebenswert anerkannten Menschen in entzückender Weise schmeicheln. Ich sah, wie jener Waschbär auf der Terrasse saß und einen langen, präparierten Strohhalm aus der Bastmatte zupfte, immer wieder versuchte, sich das wippende Ding als Halsband umzulegen, um mit ernstestem Gesicht jedesmal verdutzt feststellen zu müssen, daß alle Bemühung umsonst war. Plötzlich ließ er die Sache fallen, hoppelte zu uns Menschen heran, die wir in Korbstühlen am andern Ende der Veranda saßen, und nun schmiegte sich der Waschbär wie ein Schoßhund an seine Herrin; ich kann nicht anders sagen: er streichelte fie mit seinen langzehigen Dorderpfötchen. Nach einer Weile genüßlichen Ruhens rutschte er auf den Boden, verleitete durch behagliches Knurren die Dame zum Haschespiel. * Der Waschbär war ursprünglich in großen Mengen über ganz Amerika verbreitet, kommt auch jetzt noch im Innern des Landes, hauptsächlich in wasserreichen Wäldern, zahlreich vor. Aber an vielen Stellen ist er leider schon ausgerottet; die Menschen stellen ihm unaufhörlich nach, teils weil diese Jagd ein beliebter Sport der Amerikaner ist (man jagt ihn bei Nacht, mit Fackeln und Hunden), teils aus Nutzbarkeitsgründen. Denn das Fell des Waschbären ist bekanntlich ein sehr begehrter Pelz; nach Mitteilung von Braß kommen jährlich zwischen 200 000 und 400 000 Waschbärfelle in den Handel. Damit nun diese für den Menschen wertvolle Tiergattung nicht ausstirbt, und weil das Züchten nicht so umständlich ist wie das Fangen m der Wildnis, hat man überall Waschbär-Farmen gegründet, in Amerika, in Europa und auch 'n Deutschland. Die Versuche sind gut gelungen; der Waschbär gewöhnt sich leicht an jedes gemäßigte Klima, und weil er in seiner Ernährung ohne Schaden auf pflanzliche Rohkost umgestellt werden kann, sich mit Fallobst und Mohrrüben begnügt (Reisbrei Amerikas Außenhandel Von unserem KG. E-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, Anfang Januar 1935. Auch im Außenhandel soll nach Wunsch Roosevelts und seiner Mitarbeiter eine Planwirtschaft eingeführt werden. Zu diesem Zweck hat man das ganze verflossene Jahr benutzt, um die Kaufleute und Industriellen in allen Teilen der Union über die Notwendigkeit veränderter Einstellung zu Einfuhrzöllen aufzuklären. Die drei zuständigen Minister Hüll (Aeußeres), Wallace (Landwirtschaft), Roper (Handel und Industrie) reifen im ganzen Land umher und halten Reden darüber, daß der Außenhandel „keine Ei n ba h n st r a ß e" sei und man dem Ausland auch Waren a b f a u f e n müsse, wenn man an das Ausland verkaufen wolle. Sie versuchen der Binnenwirtschaft klarzumachen, daß die Fabrikation für Ausfuhrzwecke, die in den letzten Jahren fo sprunghaft abgefallen ist, einen wesentlichen Anteil an der Prosperität habe, sowohl was den Bedarf an Rohstoffen, als auch was die Hebung der inländischen Kaufkraft anlange. Man müsse q e - wisse Schutzzölle abbauen und die Einfuhr solcher Waren in solchen Mengen dulden, die den legitimen Interessen der inländischen Produktion keinen Schaden zufügen. Schon die Erwähnung dieses Problem zeigt, wie schwierig es ist, die Industriellen, die unter dem Schutz hoher republikanischer Schutzzollmauern ausgewachsen sind, davon zu überzeugen, daß sie auch nur teilweise auf diesen Schutz verzichten müssen. Die Regierung hat daher erst mit einem Land einen der neuen Handelsverträge auf Gegenseitigkeit abschließen können, und zwar mit Kuba, und auch hier gelang dies nur a u f Kost e n der einheimischen Zuckerindustrie, die man dadurch entschädigte, daß man d i e Zucke reinfuhr aus Hawai und den Philippinen entsprechend ein schränkte. Mit anderen Staaten sind Verhandlungen über den Abschluß solcher Verträge begonnen, aber noch nicht zu Ende geführt worden. Die Argumente der Regierung, mit denen sie von der einheimischen Industrie im Interesse der Belebung des Welthandels Opfer verlangt, bringen aus deswegen nicht sehr durch, weil sich die Ausfuhr auch ohne diese Verträge im letzten Jahr wesentlich gehoben hat. Die Entwertung des Dollars, die in erster Linie zur Linderung der landwirtschaftlichen Not bestimmt war, hat sich auf dem gesamten Ausfuhrgebiet als segensreich erwiesen. Der amerikanische Exporteur ist in die Lage versetzt worden, den Kampf mit England und Japan auf den großen Weltmärkten mit besseren Aussichten aufzunehmen. Die amerikanische Industrie ist bekanntlich in den Kriegsund Nachkriegsjahren immer leistungsfähiger geworden, besonders auf dem Gebiet der Fertigwaren (einschließlich chemischer und elektrischer Produkte) sowie hochwertiger maschineller Erzeugnisse. Nicht nur die amerikanische Automobilindustrie kann heute ihre Waren auf den freien Märkten zU lächerlich billigen Preisen anbieten; auch die Erzeugnisse der Feinmechanik, in denen Amerika früher gegen Europa zurückstand, haben sich in der Qualität erheblich gebessert. Hierzu kommt ein starker Unternehmungsgeist, der sich in der Tagespresse, aber auch in den zahllosen Wochen- und Monatszeitschriften mit ihren vielseitigen und oft sehr wirkungsvollen Anzeigenteilen deutlich abzeichnet. . ir Dem Anwachsen der Ausfuhr steht ein entsprechendes Anwachsen der Einfuhr vorderhand nicht gegenüber, und Amerika ist noch immer das Land, das seine Außenschulden ein treiben und gleichzeitig seine Waren an die Schuldnerstaaten verkaufen will. Ein paradoxer Zustand, den die Regierung bald zu ändern sich sehr abmüht. Der LandwirUchaftsminister ist sogar angesichts der etwa dreizehn Milliarden Dollar amerikanischer Forderungen an das Ausland soweit gegangen, .zu erklären, daß sich Amerika mit einer passiven Handelsbilanz gegenüber dem Ausland werde- abfinden müssen, wolle es nicht zum eigenen Schaden die ans Ausland geliehenen Kapitalien als uneintreibbar abschreiben. Anders in der Methode, anders auch in wesentlichen Einzelheiten, gleichwohl aber ebenfalls mit dem Ziele einer Vermehrung des Außenhandels unter möglichster Balanzierung von Einfuhr und Ausfuhr arbeitet der Leiter der von der Regierung begründeten Außenhandelsbank, George N. Peek. Der Unterschied zwischen seiner Auffassung und der des Außenministers Hüll besteht darin, daß Hüll an dem Grundsatz der unbedingten Meistbegün- st i g u n g unter allen Umständen festhalten will. Und zwar sollen die gegenseitigen Konzessionen, die sich Amerika und ein anderes Land in diesen künftigen neuen Handelsverträgen machen, auch jedem beliebigen dritten Lande offenstehen, wenn dieses zu gleichen Konzessionen bereit ist. Hüll verurteilt den reinen Tausch von Ware gegen Ware oder von Warenwert gegen Warenwert (harter), weil dadurch der Handel zwischen den beiden betreffenden Ländern naturgemäß auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, also eingeschränkt werden müsse, denn ein Land, das von einem anderen nur wenig kauft, würde dann auch nur eben so wenig an dieses Land verkaufen können. Ihm erscheint das als primitiv und als den Welthandel hemmend statt ausbauend. Nur durch weitgehende Meistbegünstigung und Oeffnung aller normalen Handelsmöglichkeiten könne die Welt wieder zur „Prosperity" zurückkommen. Dieser gewiß sehr schönen und theoretisch richtigen, aber unter den gegenwärtigen Weltverhältnissen leider zu idealistischen ober „parsifalisti- schen" Weltanschauung gegenüber vertritt Peek die realistischere Auffassung, daß für absehbare Zeit die Weltnotlage den Tauschhandel als den einzig praktischen Weg offenlasse und man die Maschine nur langsam wieder in Gang bringen könne, indem man nur soviel hineintue, wie sie zur Zeit verarbeiten könne. Dieser Gegensatz zwischen Theoretiker und Praktik", in den Roosevelt bisher noch nicht direkt eingegriffen hat, wird dadurch erschwert, daß Hüll als Außenminister der offizielle Leiter aller Beziehungen zu fremden Ländern ist. Anzeichen sprechen jedoch dafür, daß Hüll sich mit dem von Peek eingeschlagenen Wege abfinden und ihn als unvermeidliches „Nebengeräusch" dulden wird, während er selbst die klassischen Töne einer idealen Welthandels-Symphonie zu spielen sich bemüht. Mordversuch und Vrandstiffung einer Jugendlichen. LPD. Darmstadt, 20. Jan. Ein aus der Rhön gebürtiges 15jähriges Dienst m ä d - chen, das bei dem Metzgermeiester Otto R o ß in Nieder-Beerbach in Stellung war, versuchte das etwa ein Jahr alte Kind der Familie zu vergiften. Das Mädchen mischte in die Speise des Kindes ein aus der Hausapotheke entnommenes Mittel, das Kampfer enthielt. Durch das Verhalten des Mädchens wurde die Mutter des Kindes rechtzeitig auf die Beimischung aufmerksam, so daß das Kind vor dem sicheren Tode bewahrt werden konnte. Bei der Vernehmung des Mädchens, das alsbald sein Vorhaben eingestand, ergab sich auch der Verdacht, daß das Dienstmädchen den am Dienstag der vergangenen Woche in einem Nebengebäude des Hauses ausgebrochenen Brand gelegt haben könnte. Auch hier legte das Mädchen nach anfänglichem Leugnen schließlich ein Geständnis ab. Der Grund des verbrecherischen Tuns des Mädchens ist noch unbekannt. Auflösung des Hessischen IagdklubS. Da nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen (Reichs-Jagdgesetz) ein Weiterbestehen aller Vereine mit jagdlichen Belangen nicht mehr statthaft ist, hat der Hessische Iagdklub in seiner Hauptversammlung die Auflösung des 1898 gegründeten Klubs mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab beschlossen. zlUe Jagdscheininhaber werden im Reichsbund Deutsche Jägerschaft zusammengeschlossen. Schießübung deutscher Gebirgsartillerie. .........................—....... ......" 1 ......... Als erste Gäste nach der Befreiung des Saargebiets trafen Mitglieder des Landesverbandes Saargebret des K y f f h ä u f e r b u n d e s mit 14 Traditionsfahnen in Berlin ein. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden, um die Gäste auf dem Anhalter Bahnhof zu begrüßen. London ehrt die Helden der „Nenyork,,. Die Rettungsmannschaft des Hapagdampfers „N e u y o r k", die im Dezember die Besatzung des norwegischen Dampfers „Sifto" nach schwerem Kampf mit den Elementen geborgen hatte, wurde bei dem jetzigen Anlaufen Englands vom Lordmayor der Stadt London Sir Stephen K^llick empfangen der die Mannschaft und ihren Führer, den Ersten Offizier Wiesen (tm Hintergrund), zu der heldenhaften Tat beglückwünschte. Oberheffen im Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Zrankfurier Börse. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Datum 28.75 28-25 28-5 gerlin,! 9. Januar Geld 28.4 Die hinter den Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 dLombardzinsfuß 5-v. H. 120-4 80 78.5 30-5 138-5 103-75 115-5 83.25 112.75 110-5 100.25 142-25 118 119.9 80-4 78-25 30.65 81.5 100.5 78-25 80.5 81-5 157-25 28-75 24-5 30.75 81-13 99-5 77-25 81.5 82-5 157 O| 0 o| 28-13 89 164 100-5 52-65 104 50.25 72-25 125-75 51 65.75 91.5 36-65 195 159 147 0-632 58.29 0-196 3-053 54-44 81-42 12.20 5.385 16.46 168-55 21-34 0-710 5-661 61-26 49-05 11-065 62-86 80-88 34-08 10-42 2.499 30-9 81.5 101-5 78-5 82 83 157 30 138-75 104 115-4 83-25 113 110-5 100-25 142 118 9 0 0 0 104-5 52-25 114-75 49-25 72-75 125 50.65 66.25 91-75 38.4 193 156.75 147 91 102-75 68.13 100-75 30.5 138-25 104 115 83-65 112.75 99 142 117-75 90-5 102 68-5 101-5 30 138-75 105 115.75 83-65 113 110 99-13 141-5 117-75 6 5 7% 90-5 102 68-75 101 84-5 150-5 120-5 80-75 78.5- 91.5 102-5 68-96 101-5 84-25 120 80.5 77-9 30-65 81.5 100-5 78 80-5 81-5 157 52-5 49-75 73-25 50.9 65-75 36.75 194 146-5 Pelztierzucht bildet auch für Deutschland einen sehr beachtenswerten Teil der Volkswirtschaft; zur wissenschaftlichen Beratung und Förderung der Züchter dient die „Reichszentrale für Pelztier- und Rauchwarenforschung in Leipzig", es gibt Vereine und Zusammenschlüsse aller deutschen Züchter. Man uu^u u>r« nam rann hoffen, daß schon in wenigen Jahren in | gebenden Lieblingsbeschäftigung fronen können. Deutschland gezüchtete Waschbären ausreichen, um unseren gesamten Jnlandbedars davon zu decken. Vahnhosskasse in Aßbach an der Bahnstrecke Treysa—Hersfeld stellte sich heraus, daß die Kasss nicht stimmte. Es fehlten etwa 8 0 0 Mark. Der 53jährige Vickers gab dem Kontrollbeamten zunächst an, das fehlende Geld müsse gestohlen sein; nach einigem Zureden bequemte er sich aber doch zu dem reumütigen Geständnis, daß die fehlenden Beträge in seiner eigenen Tasche verschwunden waren. Die Große Strafkammer Marburg verurteilte den ungetreuen Mann jetzt wegen schwerer Amtsunterschlagung zu 2 Jahren Gefängnis. GlänzendeLeistungeinespolizeihundes Einen Einbrecher nach einigen Stunden verfolgt und gestellt. LPD. Weilburg, 19. Jan. In der Nacht zum Donnerstag wurde in der S t a t i o n s k a s s e des Bahnhofs Weilburg ein Einbruch verübt. Der Dieb drückte eine Fensterscheibe ein und stieg in den Dienstraum, der von 2 bis 4 Uhr nachts ohne Aufsicht ist. Er öffnete an der Fahrkartenausgabe die Kaffe, die jedoch nur 6 RM. Wechselgeld enthielt, und entfernte sich auf dem gleichen Wege. Als der Diebstahl am nächsten Morgen bemerkt wurde, verständigten die Beamten die Kriminalpolizei in Limburg, die mit einem Polizeihund die Nachsuche aufnahm. Der Hund fand eine Spur, die in grader Linie nach B i s k i r ch e n (Kreis Wetzlar) führte, und ging bis vor das Bett des Diebes, der höchst überrascht war, daß man ihn so schnell ermittelt hatte. Er stellte zunächst alles in Abrede. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurde u. a. auch ein Fahrplan zutage gefördert, der den Dienststempel der Station Weilburg trug. Damit hatte man einen untrüglichen Beweis seiner Täterschaft zur Hand, denn der Fahrplan war ebenfalls in der Nacht verschwunden. Bei einem Verhör vor dem Gemeindeschulzen gestand der Täter, der 21 Jahre alte Richard Roth aus Biskirchen, den Diebstahl ein. Er wurde nach einem Lokaltermin in das Landgerichtsgefängnis in Limburg eingeliefert. mehr als die Hälfte der Schüler. Die Erkrankungen scheinen aber harmloser Natur zu sein. — Bis zum 31. Dezember wurden aus der Ortsgruppe Grüningen, umfassend die Zellen Grüningen, Eberstadt und Dorf-Gill, folgende Spenden an das Winterhilfswerk abgeführt: 724 Zentner Kartoffeln, 87 Zentner Roggen, 20 Zentner Weizen, 20 Hafen, 132 Napfkuchen und 513,33 Mark. ** Lich, 20. Januar. Der etwa 30 Jahre alte Schmied Emil Höffe vom H o f g u t Köln- hausen erlitt eine schwere Hand- und Fingerverletzung und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. § Mainzlar, 19. Jan. Gestern abend hielt ein Vertreter der Bauernkammer im Lokal des Gastwirts Vogel vor den hiesigen Landwirten einen öffentlichen Vortrag über die Erzeugungsschlacht. , c5 Allendorf a. d. Lumda, 19.Jan. Die diesjährige erste Holzversteigexung in den hiesigen Stadtwaldungen brachte ein günstiges Ergebnis. Es kam eine große Menge hauptsächlich Brennholz zum Ausgebot. Die Preise waren gegen die vorjährigen allgemein bedeutend höher. Es kosteten: Scheitholz: Buche 18 bis 22 RM., Eiche 10 bis 13 RM., Kiefer 8 bis 11 RM., Fichte 7 bis 9 RM., Lärche 5,40 RM. je 2 Raummeter. Knüppel: Buche 14 bis 18 RM., Eiche 7 bis 11 RM., Kiefer 7 bis 10 RM., Fichte 6 bis 8 RM. Eichen-Nutz- knüppel 19 bis 21 RM., Fichten-Nutzknüppel 14 bis 18 RM. je 2 Raummeter. Reisholz: Buche 5 bis 9 RM., Eiche 2 bis 3 RM., Kiefer und Fichte 0,10 bis 2 RM. je 5 Raummeter. Stockholz: Buche 12 bis 14 RM., Eiche 6 bis 8 RM., Kiefer 3,80 bis 4,20 RM. Fichte 3,40 bis 5,60 RM. je zwei Raummeter. Unterschlagungen bei einer Bahnhofskasse. Marburg, 19. Jan. (LPD.) Gelegentlich einer "" September v. I. anberaumten Kontrolle der tIrttznei....................o Moinkraftwerke Höchst 4, Süddeutscher Zucker 8 Hamburg-Amertka-Pakel o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd o A-G. für Berkebrswesen Mt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft o Dresdner Bank ............. o Reichsbank ................ i<>| 51-75 114-75 ! 49! 73-25 50-65 66-5 37-75 190-25 157 146-75 als Abwechslung ist ihm begreiflicherweise sehr willkommen), so bereitet seine Haltung und Weiterzucht keine große Kosten, bleibt auch für Siedler und kleine Landwirte erschwinglich. Sein Pelz dagegen erzielt auch heute recht nennenswerte Preise; denn „Waschbärkragen" sind ein sehr beliebter Schmuck für den Wintermantel jeder Frau. Die eigentümliche, schwer zu bestimmende Gesamtfärbung eines solchen Wafchbärpelzes kommt dadurch zustande, daß die Grannenhaare am Grunde braun sind, sich in der Mitte zu einem gelblichen Ton aufhellen und nach oben schwarz werden. Der graugelbe buschige Schwanz ist schwarzbraun geringelt. Liefer- und Anbauverträge für Gartenbauerzeugnisse. (LPD.) Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen teilt uns mit, daß zur Zeit in Berlin Verhandlungen laufen, die sich mit der künftigen Gestaltung der Liefer- und Anbauverträge befassen. Bevor diese Verhandlungen nicht abgeschlossen sind und eine entsprechende Veröffentlichung durch die Landesbauernschaft, oder den Gebietsbeauftragten erfolgt ist, empfehlen wir allen Anbauern dringend, von dem Abschluß derartiger Liefer- und Anbauverträge Abstand zu nehmen. Es besteht sonst die Gefahr, daß Liefer- und Anbauverträge, die trotzdem abgeschlossen werden, auch für die rückliegende Zeit für ungültig erklärt werden. Deutschlands Echafbestand muß verzehnfacht werden. Die wichtigste Voraussetzung für' die Produktion eines so wichtigen Rohstoffes wie die Wolle ist die Schafzucht. Im Rahmen der deutschen Erzeugungsschlacht wird in der „NS.-Landpost" dargelegt, daß sich der Weltbestand an Schafen auf rund 620 Millionen Tiere beziffert. Deutschland habe nach der Zählung vom Dezember 1933 nur noch einen Bestand von 3,39 Millionen Schafen aufzuweisen, während sich die Zahl der Schafe in Deutschland im Jahre 1861 noch auf 28 Millionen Tiere bei einer Bevölkerungsziffer von 38 Millionen erstreckte. Die Folge dieser Schrumpfung sei, daß Deutschland das drittgrößte Wolleinfuhrland der Welt ist. Um den gegenwärtigen deutschen Bedarf zu decken, ausschließlich der Fertigwarenausfuhr, wäre eine Verzehnfachung des Schafbestandes auf rund 35 Millionen Tiere erforderlich. Aus diesem Grunde müsse die deutsche Schafzucht langsam gehoben werden. Rhein-Mamische Miiiagsbörse. Ruhig, aber freundlich. Frankfurt a. M., 19. Jan. Wie man kaum anders erwartet hatte, lag die Börse am Wochenschluß nach der lebhaften Aufwärtsbewegung seit der Saarabstimmung ruhig. Die Kulisse 'hielt sich von Neuerwerbungen etwas zurück, zumal die Kundschaft nur mit' kleinen Kaufaufträgen an der Börse war. Bei fester Grundtendenz war die Kursgestaltung zu Beginn unregelmäßig, ohne daß nach der einen oder anderen Seite stärkere Abweichungen zu verzeichnen waren. Am Rentenmarkt war das Interesse etwas reger, wenn auch die Kurse nur mäßig höher lagen. : Altbesitz eröffneten mit 111 und Stahlverein-Bonds mit 95,65 v. H. behauptet, während Kommunal- ' Umschuldung bei lebhafterem Geschäft im 0,15 v. H., tn Lang-Gons, 20. Jan. Auf Veranlassung des hiesigen Knegervereins fand am Samstagabend hier ein großes Militärkonzert statt. Die Turnhalle war schon vor Beginn des Konzertes überfüllt, und gar mancher mußte mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Der Vorsitzende des Krieqer- vereins, Kamerad K. Kd. N e r n, hielt eine kurze Begrüßungsansprache und erinnerte an die Bedeutung des 18. Januar, besonders aber an die Tatsache, daß in einigen Wochen das Saarland wieder zum Vaterland zurückkehre. Als die Kapelle das Saarlied anstimmte, erhoben sich die Zuhörer spontan und sapgen gemeinsam die erste Strophe des Liedes. Die Auswahl der dargebotenen Stücke war eine außerordentlich sorgfältige. Neben klassischer Musik spielle das Musikkorps besonders volkstümliche Stücke und Märsche. In den zwei ersten Teilen des Konzertes wurde Streichmusik geboten, im letzten Blasmusik. Besonders erwähnenswert aus dem ersten Teil war die aroße Fantasie aus dem „Freischütz", außerdem noch ein Walzer „Frühling", komponiert von Chormeister Honstein (Friedberg), der in unserer Gemeinde den Gesangverein „Germania" leitet. Im zweiten Teil gefielen besonders ber Walzer „Rosen aus dem Süden" von Johann strouß und die „Mühle im Schwarzwald" (Eilenberg). Im letzten Teil wurden Märsche, Soldaten- und Volksweisen gespielt. Hierbei ist besonders ein Trompetensolo hervorzuheben. Der Beifall war sehr stark und reichlich verdient, denn das Musikkorps spielte glänzend, war aber auch in Zu gaben, die aus Marschen bestanden, sehr entgegenkommend. Auch zum Schluß wurde an Stelle von Tanzmusik gute Marschmusik geboten. Für unser musikliebendes Dorf war dos Konzert, das bis spät nach Mitternacht dauerte, ein Ereignis, besonders für die alten Soldaten. # Grüningen, 19. Jan. Die Grippeepidemie in unserem Orte hat Mitte dieser Woche sehr stark um sich gegriffen. Während noch am Anfang dieser Woche nur ganz wenige Kinder der Schule fernblieben, fehlten gestern (Freitag) Landkreis Gießen. Y Watzenborn-Steinberg, 19. Jan. In der jüngsten Gemeinderatssitzung standen sechs Punkte auf der Tagesordnung. Bei dem Bau einer Straße am Ortsausgang in Steinberg können sich alle Fuhrwerksbesitzer an dem Anfahren von Steinen beteiligen. Die Gemeinde bezahlt 1,50 RM. je Kubikmeter Steine, außerdem stellt sie zwei Mann zum Laden der Steine. Eine Lichtleitung in der Schule wurde an den Wenigstnehmenden („Elektromeister Karl Sch man dt III.) zur Ausführung vergeben. Für die Lokalausstellung des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins Watzenborn-Steinberg am 26. und 27. Januar wurde ein Geldbetrag von 6 RM. als Preis bewilligt. Anträge auf Steuererlaß mußten abgelehnt werden. Der vom Bürgermeister aufgestellte Voranschlag für das Rechnungsjahr 1935 wurde vom Gemeinderat beraten. Der Voranschlag setzt sich wie folgt zusammen: Einnahmen aus dem Betrieb 45 915,54 Mark; Ausgaben für den Betrieb 70 915,54 Mark. Somit ergibt sich em Fehlbetrag von 25 000 RM. für das Rechnungsjahr 1935. Demzufolge muß die Umlage auf 25 000 RM. festgesetzt werden. Zur Erläuterung des Voranschlags sei folgendes gesagt: Im verflossenen Jahre sind die Gemeindesteuern um 5000 RM. gesenkt worden, auch im laufenden Jahre soll das Wassergeld um zirka 4000 RM. gesenkt werden. Vorgesehen ist für das kommende Rechnungsjahr eine Herabsetzung der Bürgersteuer (500 Prozent augenblicklich), wenn das Reich die Bürgersteuer nicht ganz streicht. Zum Schluß wurde die Anschaffung eines neuen Radioapparates für die Schule genehmigt und der jetzige Apparat der Hitlerjugend für ihr Heim zur Verfügung gestellt. Ferner wurde der Telephon-Anschluß nach der Wohnung des Bürgermeisters vom Gemeinderat gutgeheißen. Y Großen-Linden, 20. Jan. Zu einem Heimatabend hatte sich am Samstag im Saale ter Gastwirtschaft Schaum ein großer Teil der hiesigen Einwohner zusammengefunden. Lehrer r n o l d begrüßte die Besucher und gab nähere Erklärungen über den Zweck dieser Veranstaltung, die einzig und allein die Liebe zur Heimat und zur Scholle vertiefen solle. Als Redner hatte sich der bekannte Heimatforscher Pfarrer i. R. Schulte von Großen-Linden zur Verfügung gestellt. Sein Thema lautete: „Wie der kleine Ort Großen-Linden zur Stadt erhoben wurde". In aufschlußreicher Weise brachte der Vortragende die Entwicklung unseres Heimatortes seit dessen erstem geschichtlichen Bekanntwerden bis zu seiner Erhebung zur Stadt im Jahre 1605 zu Gehör. Daß Großen-Linden, geschichtlich nachweisbar, 400 Jahre älter ist als die Stadt Gießen, war für manchen etwas Unbekanntes. Die Zuhörer, von denen die meisten noch niemals eine derart zusammenhängende Darstellung der Ge- ' schichte unseres Ortes erhalten hatten, folgten mit größter Aufmerksamkeit. Aus der Versammlung ge- ; stellte Fragen wurden in der Aussprache von Pfarrer Schulte beantwortet. Der Vortrag wurde umrahmt von Gesangsvorträgen des hiesigen Gesangvereins „Germania" und kleineren Musikstücken unter Leitung des Musiklehrers Blaß (Gießen). Weiter trugen Kinder Sprüche und Gedichte über bie Heimat vor, und die ganze Versammlung sang mehrere Heimatlieber. Mit herzlichen Worten bankte Lehrer Arnold sämtlichen Mitwirkenden, insbesondere Pfarrer Schulte, und gab der Hoffnung Ausdruck, weitere solche Abende in kleinerem oder größerem Ausmaße zu veranstalten, bei denen besonders durch Mitarbeit und Aussprache der Heimatgedanke gepflegt werden könne. *Lang-Göns,20. Jan. Bei dem in der Nacht 3um Samstag hier in der Gastwirtschaft Hebbel verübten Einbruch wurden — wie am Samstag schon gemeldet—etwa 200 Zigaretten, 15 Pfund Wurst, zwei Pfund Speck, eine Schüssel voll Handkäse, eine Flasche Wem, em Paar Herrenschuhe, eine Tischdecke und eine Einkaufstasche gestohlen. In der gleichen Nacht wurden an zwei weiteren Plätzen Einbruchs- versuche unternommen, die Täter scheinen jedoch jeweils in ihrem Vorhaben gestört worden zu fein. Der Einbruchsdiebstahl bei Gastwirt Hebbel hat zum Teil seine Aufklärung gefunden. Ein Arbeiter aus Lang-Göns kam am Samstagnachmittag aus bem Walbe und bemerkte einen betrunkenen Landstreicher, der zahlreiche Eßvorräte vor sich liegen hatte. Die benachrichtigte Polizei fand den größten Teil der gestohlenen Fleisch- und Wurstvorräte, sowie der Spirituosen auf einer Tischdecke im Walde „Junge Mark" nach Holzheim zu. Der Dieb war verschwunden. Die Dunkelheit verhinderte eine sofortige Durchforschung des Waldes. Gegen die Verseuchung der Nidda. LPD. Friedberg, 20. Jan. Wie bekannt, sind durch die Abwässer der H e s r a g in der Nidda wieder reiche Fischbe st ände vernichtet worden. Um diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende au bereiten, ist nun der Gesetzgeber angerufen worden. Die Verantwortlichen bei der Hefrag wurden wegen Tierquälerei angezeigt, hat sich doch auch jetzt wieder gezeigt, daß die Fische durch die Abwässer qualvoll ersticken. Das klebrige und giftige Teerwasser schließt den Fischen die Kiemen, so daß sie nicht mehr atmen können. Die Hefrag hat bisher den Standpunkt vertreten, daß sie andere Wege, als die Schwelteiche zeitweise in die Horloff — die in die Nidda fließt — abzulassen, nicht wisse. Auf den Ausgang des Rechtsstreits ist man namentlich in Fischereikreisen sehr gespannt. Wie sieht nun eigentlich solch eine Farm aus? Die nahe bei Berlin inmitten der märkischen Kie- fernlandschast gelegene soll uns als Beispiel dienen: in Reih und Glied sauber ausgerichtet stehen dort dreißig etwa mannshohe Käfige aus Drahtgeflecht, zwei Meter breit und etwa vier Meter lang. In jedem haust entweder ein Zuchtpaar oder ein Rudel von Jungtieren. Sie bummeln recht vergnügt in ihrem Auslauf umher, benützen gern den Kletterbaum, hängen sich auch oft kopfabwärts an die Maschendecke, stürzen aber sogleich bettelnd herbei, wenn sich ein Mensch im Zwischengang zeigt. Denn sie hoffen — meistens nicht zu unrecht — auf einen besonderen Leckerbissen; Appetit ist stets vorhanden. Jedes Gehege enthält auch eine Holzhütte als warmes, trockenes Lager und — was selbstverständlich ist — eine wohlgefüllte große Wasserschüssel, damit die Waschbären allezeit ihrer namen- späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,13 v. H. auf 100 v. H. anzogen. Zinsvergütungsscheine lagen mit 90 etwa 5 Pf. freundlicher. [ Der Aktienmarkt hatte kleines Geschäft. Von । chemischen Werten lagen Goldschmidt mit 93 um i 2 v. H. fester, Deutsche Erdöl 0,75 o. H. niedriger, Farbenindustrie zu 141,50 und Scheibeanstalt zu 205 unverändert. Am Elektromarkt erhielt sich etwas Nachfrage für AEG. mit 30,50 bis 30,90 (30,50), auch Felten lagen 0,40 v. H. höher, Geffürel unverändert, während Schuckert 1,25 v. H. (99), Siemens und Lahmeyer je 0,25 v. H. nachgaben. Montanpapiere lagen bei ruhigem Geschäft größtenteils voll behauptet, etwas fester Stahlverein mit 45 (44,75), Phönix mit 53,75 (53,50), Harpener mit 101,50 (100,75), Laurahütte mit 21,50 (20,75), etwas schwächer nur Klöckner mit 80 (80,40). Sonst eröffneten: Reichsbank 157,25 (157), Daimler Moty- ren 50,75 (50,65), Moenus Maschinen 85,25 (85), Kunstseide AKU. 52,50 (51,75), Zellstoff Waldhof 49,40 (49), dagegen gaben WesÜeutsche Kaufhof nach der starken Erhöhung weiter und zwar auf 36,75 (37,75) nach. In der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatztätigkeit gering, trotzdem überwog weiter etwas Nachfrage, wenn dies auch kursmäßig kaum zum Ausdruck kam. Die Anfangsnotierungen lagen in den meisten Fällen gut behauptet, leicht nachgebend waren Mannesmann mit 78 (78,40). Schwache Haltung hatten Kaliaktien, besonders Salzdetfurth mit 146,50 (153), ferner Aschersleben 110 (112), West- regeln etwa 110 (113). Am Kassamarkt war die Haltung uneinheitlich. Auf die 8 v. H. (i. V. 6 v. H.) Dividende lagen Hanauer Hofbräu sehr fest, unverbindliche Taxe 130 (gestern 119 notiert), außerdem waren Dürrwerke weiter gesucht T 44 (43), andererseits Beck & Henkel 5,50 (6). Großbankaktien lagen noch unentwickelt, doch rechnet man kaum mit Veränderungen. Hypothekenbankaktien notierten eher fester. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei völlig unveränderten Kursen ebenfalls ruhig. Pfandbriefe waren nur wenig gefragt und lagen etwas uneinheitlich. Auch Stadtanleihen wiesen kaum Veränderungen bei sehr kleinem Umsatz auf. Staatsrenten lagen still. Von fremden Werten blieben 3 v. H. innere Mexikaner mit 4,40 o. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Jan. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1152 Rinder (393 Ochsen, 86 Bullen, 346 Kühe, 327 Färsen), 659 Kälber, 71 Schafe, 3622 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 38 Mark, Bullen 22 bis 35, Kühe 12 bis 34, Färsen 22 bis 39, Kälber 18 bis 42, Hämmel 32 bis 36, Schweine 35 bis 53 Mark. — Marktverkauf: bei allen Viehgattungen ruhig. Schultheis Patzenhofer ...... O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg............... o Zellstoff Waldhof o Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer Gas ...............i Daimler Motoren...... o Deutsche Linoleum .......... o Orenstein & Koppel O Leonhard Tietz..............o Cbade......................io Akku mulatoren-Fabrik O Conti-Kumm,..............o Ä-E.G....................... Betula Aektr. Lteferungsgesellschast... 6 Licht und Kraft ............. g Breiten & Guilieaume o A'bUsch-f-ElektrMntemehmung. 5 Rheinische Elektrizität & Schuckert L Co & Siemens« Halske ..." ? Lahmeyer L Co.............*10 Buderus ....... 0 Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harvener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 3he Bergbau 3>ie Bergbau Genüsse e Klöcknermerke O Mannesmann-Rohre« ....... 0 Mansfelver Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jnduftrie Scheideanstalt......... Goldschmidt ........ Rütgerswerke . Metallgesellschaft...... Pb'ütpp Holzmann Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt... Amerttanpche Aorea.............. Belgische Noten................ Dänische Noten ...... Englische Noten .......... Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten............... Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Rote« Ungarische Rote, Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schluck. Abend« bö'rfe Schluß- iure Schlußk. Millagbörse Datum 18-1- 19-1- 18-1- 19-1 4% desgl. ©ene 11 ............ 8 8 _ 8-25 6% Rumän. vereinh. Rente v. 19C3 4-9 4-75 4-75 4-75 4^rA>Rumän.vereinh.Rentev.l913 6-75 6-9 6-95 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4-4 4-4 4-45 4-45 2*4% Anatolier ............... 34 34 34 34-25 Frankfurt a.M. Berlin Gchluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Millagbörte Datum 18.1. 19-1. 18.1. 1 19.1. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99-25 99 98,9 9g.g «% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 100 100-1 100-13 100.13 Deutsche Anl.»Ablös.-Schuld mh Auslos.-Rechten ............ Desgl. ohne Auslos^Rechte...... 6% eßem.8% Hess. Volksstaat 1929 111 110-75 110.9 110-7 (rückzahlb. 102%)............ 99.25 99.5 99 99.5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6Vi% Hess. Landes-Hypotheken- 96.75 96.75 96.5 — bank Darmstadt Liqüi......... vberhessen Provinz-Auleihe mit 97 97 — — Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- — — — — leihe Serie 1 mitAuslos.^techten 111.5 111.5 111-5 111-25 6% eltem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 96-75 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 97 6y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp^ Baak-Ligm-Pfandbriefe....... 97-4 97-25 6Vz% ehem. V/t% Rheinische HyP.-Bank.Ligu.-Goldpse..... 98-5 98 98 99.5 6% ehem. 8% Pr. Landespfand» brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 98 98 98 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 98 Steuergutsch. Verrechnungskurs. 104-5 — 104?5 — *% Oesterretchtsche (Soldrente.... 28 _ 28 28-4 4,20% Oesterreichische Silberreute 1-175 1.175 1-3 *% Ungarische Goldrente ...... 8-5 8-4 8.6 8.6 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8-4 8.25 8-35 8.5 4,z2% desgl. von 1913 ..... 8-25 8.15 6°0 abgell. Goldmexikaner von 99 10-65 11 11 11 *% Türkische Zollanleihe von 1911 — | 4% Türkische Bagdadbahn-Anteihe j Serie l..................... sl 8 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse 18.1- 19-1- 18-1. 19-1- 91-4 91-5 91.5 91-25 — 98-25 98-9 53-5 54 53-65 53.9 213-25 214 214-5 214 90.5 91-25 91-5 91-75 44-75 45 44.9 45-13 12-4 12 12 —— 108-5 — 110 — — 113 111 153 146-5 154 147 141-5 141.75 141-4 142-13 205 205 91 92-25 91 93 25 97.75 97-5 97-65 97-75 89-75 89.75 90 39.75 82.5 831 82-9 83-25 110 110 -I 1251 — 18.Januar 19-Fanuar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Rotierunq Geld | Brief Buenos Aires 0-628 0-632 0.628 Brüssel..... 58-17 58-29 58-17 Rio de Jan. . 0.194 0.196 0.194 Sofia...... 3-047 3-053 3.047 Kopenhagen. 54-39 54-49 54.34 Danzig..... 81-24 81.40 81.26 London ..... 12-18 12-21 12-17 HelitngforS.. 5-375 5-385 5.375 Paris ...... 16-415 16.455 16-42 Holland .... 168-27 168.61 168-21 Italien..... 21-30 21-34 21-30 Jaoan ...... 0-709 0-711 0.708 Jugoslawien 5.649 5-661 5.649 Oslo.....: 61-19 61-31 61-14 Men....... 48-95 49-05 48-95 Lissabon.... 11.055 11-075 11-045 Stockholm... 62-81 62-93 62-74 Schweiz .... 30-72 80-88 80-72 Spanten.... 34-02 34-08 34-02 Prag....... 10-40 10-42 10-40 Budapest ... —— Neu York ... 2.497 2-501 2-495 Banknoten. 2-447 2-467 57-96 58-20 54-13 54-35 12-135 12-175 16-38 16-44 167.79 168.47 21-11 21.19 60-98 61-22 62-52 62-78 80-44 80-76 33-78 33-92 Ur.17 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffenl Montag, 21. Zanuar 1935 Hamburger Lohngeldräuber in Oberhessen verhaftet. Festnahme im V-Zug Gießen - Frankfurt. - Flucht eines Verhafteten von Nauheim aus. — Verhaftung am Bahnhof Gettenau. Die Kriminalpolizei st eile Gießen teilt mit: Am Samstag, 19. Januar, wurde einem Hauptwachtmeister der Schutzpolizei der Gießener Polizeidirektion im Hauptbahnhof Gießen von einem Fahrgast, der den um 7.53 Uhr nach Frankfurt abgehenden D-Zug verließ, mitgeteilt, daß sich in dem Zuge zwei junge Leute befänden, die durch ihr Benehmen und ihre Kleidung auffielen; etwas würde mit den beiden nicht stimmen. Der Beamte sprang auf den schon in Fahrt befindlichen Zug und fand auch die beiden in einem Abteil vor. Nach einer vorausgegangenen allgemeinen Kontrolle der Ausweispapiere nahm er die beiden fest. Mittlerweile war der Zug in Bad-Nauheim angekommen, worauf der Beamte den Zug mit den zwei Festgenommenen verließ, die zwei neue Koffer, einen neuen Koffergrammophon mit Platten, eine neue Ziehharmonika und zwei neue Aktentaschen mit sich führten. kurz vor der Sperre drehte sich der eine um, sprang die Treppe zum Bahnsteig hoch und auf den gerade abfahrenden Zug. Der Polizei- beamte. der den anderen Festgenommenen einem Vahnbeamten übergab, eilte dem Flüchtigen nach, und es gelang ihm ebenfalls noch auf den fahrenden Zug zu springen. Der Fahrdienstleiter, der diesen Vorgang bemerkte, lieh den Zug nochmals halten. Diese Gelegenheit benutzte der Flüchtling, um den Zug auf der anderen Seite zu verlassen und in dem nahen Wäldchen zu verschwinden. Der Hauptwachtmeister begab sich dann zurück zu dem anderen Feftgenommenen und verständigte das Polizeiamt Bad-Nauheim. Bon dort wurde sofort mit Kraftfahrzeugen die Verfolgung ausgenommen und die Kriminalpolizeistelle Gießen, Polizeiamt Friedberg, die Gendarmeriebezirke und -stationen und die umliegenden Bahnstationen verständigt, die sich gleichfalls an der Verfolgung beteiligten. Auch die Teilnehmer der SA.-Führerschule Friedberg nahmen an dem Absuchen des Gelädes teil. Ebenso wurde dem Reichssender Frankfurt Kenntnis gegeben, der die Meldung verschiedene Male an seine Hörer bekanntgab. Inzwischen konnte nach einem bei der Kriminalpolizeistelle Gießen eingegangenen Funkspruch und an Hand der Angaben des Festgenommenen festgestellt werden, daß die beiden mit noch einem dritten Täter, von dem sie sich in Homburg getrennt hatten, am 18. Januar 1935 gegen 15 Uhr in Hamburg in das Kontor einer Reismühle eingedrungen waren und unter Vorhaltung von Waffen die zwei anwesenden Angestellten zur Herausgabe der Lohn- und Kassengelder in höhe von etwa 10 000 TNark veranlaßt haben. Vor der Tat hatten die drei einen Personenkraftwagen gestohlen, mit dem sie vor der Reismühte vorfuhren, und nach der Tat auch wieder verschwanden. Sie verließen aber sehr bald den Wagen, gingen zu einem Freudenmädchen und teilten dort das Geld. Die beiden im Zuge Festgenommenen kauften sich vor der Abfahrt in Hamburg neue Lederanzüge und Wäsche, und die bei der Festnahme vorgefundenen Sachen. Die Fahndung nach dem Flüchtigen, die während des ganzen Tages fortgesetzt wurde, hatte am Abend noch Erfolg. 'Es wurde bekannt, daß der Flüchtige sich bei einem Schneider in Gettenau einen Anzug gekauft hatte. Die sofort verständigte Gendarmerie in Echzell konnte kurz darauf den Entwichenen am Bahnhof in Gettenau festnehmen. Er war im Besitze von zwei Mauserpistolen und hatte noch etwa 860 Mark in seinem Besitz. Es handelt sich um den Schlächter Robert Waertens, geboren am 16. September 1910 zu Braunschweig. Der andere Festgenommene ist der Arbeiter Ernst P r e u s ch e, geboren am 19. November 1914 zu Hamburg. 3n seinem Besitz waren 3202 Mark. Beide sind vorbestraft. Sie wurden am Sonntag dem Amtsgericht in Bad- Nauheim zugeführt. Der Kriminalpolizei in Hamburg wurde sofort von der Festnahme Kenntnis gegeben. Aus der Provinzialhauptstadt. Llrlauber-Auslandsfahrten der N6>-Gemeinschast „Kraft durch Freude" 'm Frühjahr 1935. Die Industrie- und Handelskammer Gießen macht auf die durch das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" in der Deutschen Arbeitsfront im Frühjahr d. I. beginnenden Auslandfahrten aufmerksam. Die Reisen sollen ausgesuchten männlichen und weiblichen Arbeitern und Angestellten mit kleinen Gehältern eine zwanzigtägige Erholungszeit besonderer Art vermitteln. Im Hinblick auf die Einmaligkeit der geplanten Veranstaltung sollen in erster Linie solche Volksgenossen mitgenommen werden, die auf eine mehrjährige Zugehörigkeit zum Betriebe zurückblicken können und deren Leistungen und Betragen eine besondere Anerkennung rechtfertigen. Die Auswahl treffen in Uebereinstimmung nut dem Betriebsführer die von der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" besonders unterrichteten und beauftragten Parteigenossen. Um den nach obigen Grundsätzen ausgesuchten Volksgenossen die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen, bittet die Kammer die Betriebsführer um weitgehendste Unterstützung dieses Vor- babens der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", sowie um Erteilung ausreichenden Urlaubs unter Fortzahlung der Lohn- und Gehaltsbezüge. Deutsche Arbeitsfront. Srelswaltung des Berufsgruppenamtes. — Fachgruppe Textil und Bekleidung. Am Montag, 21. Januar, abends 8.15 Uhr, rnonat- ttche Zusammenkunft der Fachgruppe Textil und Bekleidung im Ortsgruppenheim, Lonystraße 18. Reichsbund Volkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Am kommenden Mittwoch, 23. d. M., 20,15 Uhr. spricht Prof. Dr. Rauch im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34 (nicht im Studentenhaus) über „Alt-Gießen" und zeigt unsere alten Fachwerkbauten und andere heimische Baudenkmäler im Lichtbild. Heimatchöre des „Frohsinn- Quartettoereins" und Gedichtvorträge werden den Vortrag umrahmen. Unsere Mitglieder, sowie die Mitglieder der DA. und des NSBDT. werden zu dieser Veranstaltung herzlichst eingeladen. Es wird ein Unkostenbeitrag von 10 Pf. erhoben. Die vorgesehene Stickerei- und Spitzen- W e r k s ch a u wird um 14 Tage verschoben. NS.-Lehrerbunb, Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung". Am Mittwoch, 23. Januar, um 15.30 Uhr, freiwillige Arbeitsgemeinschaft in der Turnhalle der neuen Pestalozzischule. Zeiteinteilung wie bei der Pflichtarbeitsgemeinschaft. ASLB., Gießen-Land. Die erste Versammlung im Jahre 1935 des NSLB., Bezirk Gießen-Land, fand am Samstag im Hotel Köhler statt. Der Vorsitzende, Rektor Siegfried (Großen-Linden), begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab dann verschiedene geschäftliche Mitteilungen bekannt. Lehrer Arnold (Großen-Linden) trat noch einmal mit warmen Worten für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland ein. Das Ergebnis einer umlaufenden Liste war erfreulich: Heber 20 Anwesende zeichneten sich als Mitglieder des VDA. ein. Dadurch ist es möglich, daß nun eine besondere Gruppe „Gießen-Land" des VDA. gebildet wird. Nach verschiedenen anderen Mitteilungen übergab Rektor Siegfried den Vorsitz an Dr. R e i d t (Heuchelheim), der die Arbeitsgemeinschaften I und II „Volksschule" leitet. Dr. Reidt teilte zunächst mit, daß für die eine Abteilung der Arbeitsgemeinschaft der Vorsitzende noch nicht ernannt sei, deshalb müßten diesmal beide gemeinsam tagen. Auch sei die Haupteinteilung aller Arbeitsgemeinschaften noch | nicht endgültig geklärt. Wahrscheinlich würden in Zukunft einzelne Fachgruppen besonders tagen, etwa eine Gruppe Heimatgeschichte. Dafür soll aus jedem Dorf ein Mitarbeiter gewonnen werden. Die nächste Aufgabe wäre es, die Flurnamen bis zum Herbste zu sammeln. Weiterhin würde eine Gruppe gebildet werden, die die Fibelfrage zu besprechen hätte. Weitere Gruppen wären zu bilden für Turnunterricht, Musikpflege, Deutschunterricht usw. Sodann hielt Lehrer Kloos (Heuchelheim) einen Vortrag über „Altaermanische Kultur". In seinen lehrreichen Ausführungen ging der Vortragende des näheren auf die Wohngebiete der Germanen, den Ackerbau, die Religion und die Dichtung ein. Es ist natürlich unmöglich, hier auch nur einen Teil des Vortragsinhalts zu bieten. Besonders eindrucksvoll war der Satz, daß die Kenntnis der altaermanischen Kultur beglückende, aber auch tragisch sei. Beglückend dadurch, daß wir immer mehr erkennten, wie die germanische Rasse alle anderen befruchtete, tragisch aber insofern, als die germanischen Stämme unter sich nie geeint waren, sondern sich in gegenseitigen Kämpfen aufrieben. In der Hauptsache stützte sich Lehrer Kloos bei seinen Ausführungen auf die Schriften „Germania" von Taci- tus und die Werke von Professor Neckel. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Reidt, fand herzliche Worte des Dankes für den Vortrag. Darauf schloß Rektor Siegfried die Versammlung. Luftballone mit wissenschaftlichen Apparaten. Zur Sicherung der Luftfahrt und zu wissenschaftlichen Zwecken werden von verschiedenen meteorologischen Instituten im Deutschen Reich mittels Ballonen und Drachen Instrumente aufgelassen, die die Temperatur und andere Wetterelemente selbsttätig oufzeichnen. Die Finder solcher Ballone ober Drachen mit Registrierinstrumenten werden ersucht, die an den Ballonen ober Drachen befinblichen Anweisungen genau zu befolgen. In biefen Anweisungen ist stets bie Drahtanschrift ober ber Fernruf des in Frage kommenden Instituts enthalten. Dem Finber werben bie Unkosten für bie Benachrichtigung erstattet. Bei richtiger Behandlung ber Instrumente, bie genau angegeben wirb, erhält ber Finber außerdem eine Belohnung. Die Ballone, Drachen sowie bie mitgeführten Apparate finb Staatseigentum. Böswillige Beschäbigung ober Entwenbung wirb strafrechtlich verfolgt. Vornotizen. — Tageskalenber für Montag: NSBDT., 20.30 Uhr im Cafe Ebel Vortrag über „Aus beutfcher Vergangenheit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Da stimmt was nicht". — Männer- unb Frauenvereinigung ber Matthäusgemeindet 20 Uhr im Matthäussaal, Kirchstraße 9, Vortrag „Unsere Erlebnisse bei ber Saar-Abstimmung". — Neichsbetriebsappell der Neichs- betnebsgememschast 17 „Handel". Die Betriebsführer unb Betriebsangehörigen betf in ber Reichsbetriebsgemeinschaft 17 „Handel" ber Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossenen Einzel- Händler unserer Stabt versammelten sich am heutigen Montagvormittag zu einem Reichsbetriebsappell im Saale bes Cafe Leib. Zur Eröffnung bes Appells würben bie Fahnen ber NS.-Hago- Ortsgruppe Gießen unb zwei Betriebszellenfahnen eingebracht. Sodann hörte man bie Uebertragung aus Berlin, bie mit einem Liebe unb mit einem Sprechchor eröffnet würbe. Nachbern bie Melbung ber im ganzen Reich zu biefem Reichsbetriebsappell angetretenen Betriebsführer unb Betriebsangehörigen erstattet war, sprach ber Reichsorganisationsleiter ber NSDAP, unb Leiter ber Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley. Er fchilberte bie Aufgaben bes Einzel- hanbels im Rahmen ber beutschen Volksgemeinschaft unb sprach von ber geistigen Haltung, bie man von dem Kaufmann erwarten müsse, ber ein königlicher Kaufmann sein solle und nicht zum Krämer herabsinken dürfe. Wohin es führe, wenn ein Volk zum Krämeroolk herabsinke, sei an dem Untergange Karthagos im Kampfe gegen Rom zu sehen. Zum Abschluß wies er darauf hin, wie Deutschland vor dem Untergang, ber in den 14 Jahren eines volks- fremben Regimes stets gebroht habe, burch ben Führer Abolf Hitler gerettet worben sei. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland, mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wesfel-Liedes unb der Ausbringung der Fahnen wurde der Betriebsappell geschlossen. Familienabend des MTB. Der Männerturnverein hielt am Samstagabend im Katholischen Dereinshaus einen gut- besuchten Familienabend ab. Nach ber musikalischen Einleitung begrüßte Vereinsleiter Müller bie Turnsreunbe mit ihren Angehörigen unb bie Gäste mit herzlichen Worten. Er sagte, baß ber MTV. für die ausgefallene Weihnachtsfeier sich zur Veranstaltung dieses Familienabends entschlossen habe, um nach der angestrengten Arbeit auch die Freundschaftsbande zur Geltung kommen zu lassen, sie zu festigen und die Vereinstätigkeit zu fördern. In einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr 1934 streifte er die an Erfolgen reiche turnerische Arbeit, neben ber auch bie Geselligkeit, soweit es bie Zeitverhältnisse zuließen, gepflegt würbe. Freube unb Leib hatte bas alte Jahr bem Verein gebracht. Einer ber Besten, ber lurnbruber unb Vereinsführer Georg Kling, sei bem Verein entrissen worben. Seit Juni 1897 hat er bem MTV. angehört unb ihm in Treue gedient. An Ehrungen hat es ihm nicht gefehlt. Er war Ehrenmitglied des MTV. und besaß die Ehrenbriefe des IX. (Mittelrhein) Kreises und der Deutschen Turnerschaft. Dem Turner, Sänger, Wanderer und Kämpfer von deutscher, idealer Gesinnung und besten Charaktereigenschaften widmete der Vereinsleiter ein herzliches Gedenken, während die Versammelten sich zu dessen Ehren von ihren Plätzen erhoben und die gedämpfte Weise des Liedes vom guten Kameraden zu hören war. Mit einem sinnigen Gedicht feierte der Vereinsleiter bann ben für bas Deutschtum in aller Welt historischen Sieg an ber Saar in einem kurzen Rückblick, angefangen von ben Tagen bes beutschen Zusammenbruchs, ba ber Franzose Cle- menceau bie Saar als französisches Gebiet mit angeblich 150 000 wohnhaften Franzosen für Frankreich forberte, über die 15 Jahre der Knechtschaft bis zu dem eindeutigen Sieg am 13. Januar 1935. In diese Freude mischt sich der Stolz auf die Turn- schwestern und -brüder, die alle Gelegenheiten benutzten, um für ihr Deutschtum einzutreten und die die Verbindung zur DT. nie aufgegeben haben. Ihr Zusammenstehen ist für uns alle, angefangen von der kleinsten Familie bis zur Volksgemeinschaft, gErmraiitucuMff.. wt ni r. iwrawMAaaAii.jMM.i.'aEB. uiMMtMa Mozart und Beethoven Zum III. Symphonie-Konzert des Gießener Konzertvereins. Als der deutsche Rundfunk am Tage nach der Saarentfcheidung alle Reichssender unter dem Motto: „Unsere Saar — den Weg frei zur Verständigung" zusammenfaßte, da gab man dem, was alle Herzen übervoll bewegte, nicht durch Worte Ausdruck, sondern man ließ Beethovens Schicksals- Symphonie zum hehren Künder deutscher Art unb beutschen Denkens werben. Welches andere Werk unserer so reichen deutschen Musik hätte wohl berufener für diese Mission von Volk zu Volk sein können als die „Fünfte?'" Sie stellt den steilen Gipfel deutscher Instrumentalmusik und Beethovenscher Symphonik dar. Monumental in der Größe ihres Aufbaus, wölbt sich ihre Architektonik in lichter Klarheit zu gigantischem Ausmaß. Und doch ist die Wucht ihres Seins gegründet auf eine Einfachheit des Thematischen, die immer wieder aufs neue erschauerndes Bewundern weckt. So ist dieses bedeutendste Jnstrumental- werk zu unserer volkstümlichsten Symphonie geworden; jeden innerlich packend, ihn erhebend; stets wieder in neuer Frische unb Unverbrauchtheit ihren unvergänglichen Wert erweisenb; ja, bei leb em Hören Ungeahntes, Neues offenbarend. Hier hat ein Werk feine Formung gefunden, die den letzten Rest von Problematik abgestreift hat; wie feuert bet einem Werk ist hier jeder Teil wohl für stch erkennbar und doch dem Ganzen organisch verwachsen, hier wäre nicht eine Note, die selbst dem ungeschulten Hörer unverständlich bliebe. Der Weg Beethovens zur „Fünften" wurde durch die Eroica geebnet. Lagen aber für dieses Werk noch programmatische Bindungen vor, die C-Moll- Symphonie wurzelt im Allgemem - Menschttchen. Mag man in ihr das Schicksalserleben als solches ersehen wollen (Schindler berichtet, daß Beet- Hoven das Eingangsmotiv der Symphonie mit den Worten gedeutet habe: „So pocht das Schicksal an bie Pforte!") oder das Ringen um jene „Kraft, bie" nach des Meisters Worten, „die Moral der Menschen ist, die sich vor andern auszeichnen"; stets wird uns das Wörk von der Art des Prome- theus künden, das Faustische im Geiste der Musik erschließen. Daß hier ureigenstes, persönliches Erleben Gestalt gewinnt, dafür spricht nicht zuletzt die gewählte .Tonart C-Moll. Wenn sie bei Beethoven erklingt, kann öffnet sich die letzte Pforte seines Innern, kamt bekennt « aut dem Tiefsten heraus; dann geben Mensch und Musiker Beethoven ihr Heiligstes. Dann wird das Schaffen ein Ringen, um in eindeutigster, klarster Formung das Größte Gestalt werden zu lassen. Das zeigt der Werdegang der Symphonie.^Der Plan zu ihr liegt weit zurück; 1804 sind schon Skizzen nachweisbar; aber erst in ben Jahren 1807/08 fanb Beethoven ben endgültigen Ausdruck für den Triumphgesang menschlichen Wollens. Lapidar, mit seinem klopfenden Rhythmus gibt das Eingangsmotio das Motto für das grandiose Geschehen des ersten Satzes unb bamit zugleich bas Baumaterial für fein Erwachsen. Die bröhnenben Schläge des Grundmotivs zittern zunächst im Echo der Streicher nach, bas sich aber bann zu starken Akzenten erhebt. Ein abermaliger Schicksalsruf läßt einen klanglichen Gipfelpunkt erwachsen; ber Kampfruf finbet nun ben Helden bereit. Das zweite Thema gibt feine persönliche Bestätigung. Fast könnte man es als bie leibliche Schwester bes Hauptmotioes ansehen, so verwanbt erscheint es ihm; seine Dur- Formung zeugt von Entschlußbereitschaft zur Tat unb von seelischer Kraft, bumpf grollt ber Schick- salsrhythmus hinein. Heldischer Siegeswillen strahlt sich in rauschenben Biolinpassagen aus. Die Durchführung wirb zum Abbilb bes Kampfes, angetrie- ben burch bas Grunbmotiv. Bläser unb Streicher als Streiter beantworten sich mit wuchtigen Akkordgruppen. Die Kämpfer scheinen zu ermatten, klangliches Absinken; wieder ein Aufraffen und kurzes Erschlaffen. Dann aber türmt sich der Kampfeswille in höchster Kraft: die Wiederkehr beginnt. Doch diesmal nach der Einhalt gebietenden Fermate ein Ausdruck menschlicher Wehmut des kraftgestählten Helden in ber Kadenz ber Oboe. Dann wogt der Kamps weiter — das Schicksal behält zuletzt mit seinem Moll die Oberhand. Im Andante con moto wird bas Hoffen unb Sehnen bes Helben wach, visionsartig erlebt er ben künftigen Sieg. Dreimal zieht bie Themengruppe in neuer klanglicher Variation unb Figurierung vorüber; dann ein Stocken, wie eine Frage bas Pochen bes Dominantakkorbes ber Streicher; die Holzbläser führen hin zum Siegesgesang. Noch ist aber nicht ber Sieg, sonbern nur bie Hoffnung auf ihn; ihr Abfinken unb Steigen führt biefen Satz zu Ende. Der Blick roenbet sich mieber realer Wirklichkeit zu; bebrückende Zweifel in ben auffteigenben Gängen ber Bässe unb Celli, bie melobische Fortsetzung bes Gedankens scheint schon Trost zu spenden, da gibt sich der Gegner zu erkennen, das Schicksalsmotiv mit seinem unerbittlichen Klopfen wird durch die Hörner wieder wach unb beherrscht ben weiteren Leriauj der Satzes. Ein trioartiger Mittelsatz wird durch groteske Figuren der Celli und Bässe eingeführt; ein erwachsendes Fugato verleiht dem Ringen Ausdruck; Holzbläserfiguren zerflattern. Jetzt geistert das Eingangsthema im Pizzikato einher, von den Holzbläsern droht bas Schicksalsmotiv hinein. Da ertönt plötzlich in breifachem Pianisfimo ber Streicher ber gehaltene As-Dur-Akkorb, bie Pauke hämmert in bumpfem klopfendem Rhythmus, ein Ausbruck unheimlicher Stille, rin Ahnen bes Kommenben; die Violinen erwachen, ein machtvolles Krescenbo erhebt sich und mit überwältigender Klangpracht, die durch drei Posaunen, Pikkoloflöte und Kontrafagott verstärkt wird, bricht der Siegesjubelgesang herein. Die vier Themen des Finale sind von lapidarer Einfachheit und werden gerade dadurch zum bestimmtesten eindeutigen Ausdruck des Triumphes. Gerade, als der Si'egeshym- nus feinen Höhepunkt erreichen will, wachen die Zweifel in ber Erinnerung mit einer Reminiszenz des dritten Satzes wieder auf; doch bald find sie überwunden. Der Held kann nun nach völliger Niederringung ber gegnerischen Kräfte seinen Sieg feiern. Die Begeisterung wächst zu einem klanglichen Rausch, zu bithyrambischem Sfegesjubel in ber Stretta aus. Was bie „Fünfte" in ber Entwicklung ber Symphonie bebeutet, bas kann man mit gleichem Recht Beethovens Violinkonzert zusprechen, in seiner harmonischen, klassischen Ausgeglichenheit bes musikalisch bebeutenben Inhalts mit ber organischen Formung. Unter ber Zahl ber Violinkonzerte steht es fast einsam ba in seiner Größe; denn es huldigt nicht technischer Brillanz und virtuosem Geltungs- bebürfnis; hier hat in erster Linie ber Musiker bas Wort. Wenn sich Beethoven auch in ber Behanblung bes Soloinstruments alle Errungenschaften ber bamaligen Violintechnik zu eigen gemacht hat, so weist er ber Geige doch Aufgaben zu, bie ihrer klanglichen Jnbivibualität abgelauscht finb, vornehmlich ausbrucksvolle Gefanglichkeit unb anmutige Linienführung. Das Orchester anbererfeits wirb nicht bloßer Begleiter, sonbern trägt in symphonischer Durchbilbung gleichen Anteil mit bem Soloinstrument am Werk. Das breit entwickelte Orchestervorspiel läßt bie Themenwelt bes ersten Satzes erstehen, bann erst rankt sich bie Solovioline empor; bas Gesangsthema in seiner ganzen Gestalt erscheint in ber Solostimme erst im Schlußteil nach ber Kabenz in klanglicher Verklärung. Das Larghetto, zunächst ein Wechselgespräch zwischen Solo unb Orchester, finbet seinen Höhepunkt in bem weltentrückten Gesang ber Violine. Das Finale, ein Rondo voller Lebens- bejahung, wird geführt von der Sologeige, bie hier Im Sinns des Konzerts im Mit- unb Gegeneim anber fprühenb unb geistvoll ihre Wesensart betont. Diesen beiben Zeugnissen Beethovenscher Geistesart wirb an ber Spitze bes Programms Mozarts Cs-Dur-Symphonie (Köchel Nr. 543) zum idealen Wegbereiter. Als erste ber brei großen Symphonien bes Sommers 1788, bie ben Symphoniker Mozart in seiner höchsten Reise bezeichnen, ist sie erfüllt von einem gesteigerten Lebensgefühl, bas in stärkstem Gegensatz zu seiner bamats wenig erfreulichen äußeren Lebenslage steht. Scheint es ba nicht, als sei biese Symphonie ber Ausbruck bes Willens, bas Leben zu meistern, aber nicht im Kampfe, sondern in ber Hinwendung zu jenem sich ewig verjüngenden, unerschöpflichen Born der Musik, ber immer mieber bem unbefriebigten Sehnen Erfüllung zu geben vermag. — Klingt in dem einleitenden Adagio noch das „Don-Juan"-Erleben nach, so kündet das Allegro von Lebensenergie. Der Zartheit und Seelentiefe des Andante folgt ein Menuett voller Naturfrische und anmutiger klanglicher Gelöstheit im Trio. Das Finale bewegt sich bei meisterlicher Satzkunst in ausgelassenem Frohsinn, beherrscht von dem Hauptthema, das selbst dem Schluß eine eigene Note gibt. Dr. H. Oie kleine Aenderung. Eine Dame von jenseits bes großen Teiches, die vorübergehend in Paris weilte, faßte den Entschluß, ihre erhabenen Züge der Nachwelt zu überliefern und suchte ben Künstler auf, den man ihr als den Meister der Kunst bezeichnete: Robin. Da sie reich unb wohlgestaltet war, bestellte sie ihre Statue in ganzer Figur, unb lange Stunden hinburch posierte sie, nach antikem Muster gekleibet, vor bem Meister mit dem wallenden Bart. Nach etwa zehn feierlichen Sitzungen erklärte der Künstler, daß er nun das Modell nicht mehr brauche und daß er das Werk in Muße vollenden würde. Als dann bie Amerikanerin aber roieber kam, um ihr Bilbnis in Besitz zu nehmen, sah sie zu ihrer Ueberraschung, baß ber Kopf ber Statue gar keine Ähnlichkeit mehr mit bem ihren hatte Sie beklagte sich bitter über ben Mangel, baß man sie gar nicht wieder erkennen könnte. „Es ist wahr," antwortete ber Meister träumerisch, „Ihr Kopf hat mich gar nicht inspiriert. Zuerst bachte ich baran, gar keinen herauf zu setzen, wie ich es gewohnt bin; aber nach- bem ich mir alles reiflich überlegt hatte unb um Sie nicht zu verletzten, habe ich an ber Stells Ihres Kopfes lieber den vom Mme. de N. gefetzt, die ihn bei mir bestellt hatte, ohne ihn jedoch je zu bezahlen, llebrigens haben Sie bei dieser Aerrde, rung nur gewonnen Auswärts im Gießener Vevölkerungssland Kameradschastsabend -er Motor-SS Männer unter 367 und ,n> E 25 30 40 50 60 70 21 Jahren 25 „ 30 „ 40 „ 50 „ 60 „ 367 34 einschließlich 175 „ 97 „ 50 „ 9 „ 2 Auf die Stadt Gießen entfallen 503 Geburten (261 Knaben, 242 Mädchen) gegenüber 383 in 1933 und 369 in 1932, also 120 Geburten mehr als tm Vorjahr und ein Mehr von 134 Geburten gegenüber 1932. Trotz dieses an sich erfreulichen Ergebnisses ist die Gefahr des Beoölkerungsschwundes nicht auf- gehalten. Die Verantwortung gegenüber Volk und Staat verlangt es, darauf hinzuweisen, daß wir auch heute noch ein sterbendes Volk sind, und es wird noch vielen guten Willens beburfen, btefe große Gefahr aufzuhalten. In den Jahren 1880 bis 191U entfielen in Gießen auf rund 1000 Einwohner tm Mittel 23 Geburten, heute dagegen noch nicht bie Hälfte, ganz zu schweigen von dem Niedergang der Jahre vor der Machtübernahme. gerückten Stunde konnten die Turnerinnen nur noch eine Hebung am Barren zeigen, die aber durch exakte Durchführung besonders gefiel. Turnbruder Freiensehner erfreute durch zwet oberhesstsche Mundartvorträge vom „Photobild" und von der „Speckschwarte", für die er reichen Beifall erntete. Den Schluß bildeten zwei von vier Turnschwestern vorgeführte Tänze. An den von Vereinsleiter Müller mit Dankes- worten an alle Mitwirkenden und guten Wünschen für die Besucher beschlossenen Familienabend schloß sich eine Tanzunterhaltung für jung und alt an. Matthias Claudius, 1740 zu Reinfeld im Holsteinischen geboren, stammte aus einem alten Pfarrergeschlecht und sollte von Haus aus ebenfalls Theologie studieren. Aber der Neunzehnjährige sattelte in Jena um. Es gibt eine spätere Fabel von ihm, worin er, der wie kein anderer für das Christentum eintrat, dieses mit einem Schlüssel vergleicht, der den Gefangenen In den Kerker gereicht wurde; aber anstatt mit ihm das Schloß aufzusperren und in die Freiheit hinaus zu treten, fangen sie an, über den Schlüssel nachzugrübeln und dies und das an ihm zu kritisieren, ja sie ändern und meistern an ihm herum. Und als bann der Schlüssel nicht mehr ins Schloß paßt, sind sie verlegen unb-rounbern sich, unb einige spotten gar über ihn... Tian könnte dieser Fabel vielleicht bie Begründung entnehmen, weshalb Claudius bas Studium der Theologie aufgegeben habe; er wollte praktisch zu Werke gehen, er war ein Mann des Glaubens unb wußte bamit den Schlüssel in feiner Hand. Dieses Wissen aber ver- mochte ihm seine Bescheidenheit unb seine Demut nicht zu nehmen. „Stolz, Selbstsucht unb Eigendünkel sind dem Glauben zuwider; er kann nicht hinein, weil das »Faß schon voll ist." Claudius hatte den Standpunkt jener Sokratischen Unwissenheit, bie sagt: Ich weiß, baß ich nichts weiß. Aufforderung unb Verpflichtung, in Treue zusam- menzustehen. In biefem Sinne wünschte ber Vereinsleiter bem Abenb einen guten Verlauf unb brachte ein breisaches Sieg-Heil aus auf bie deutschen Turner an ber Saar unb bas Saarlanb, auf die DT., bas Vaterlanb unb feinen Führer Adolf Hitler. Des Saarlanbs Schwur, bas Deutschlanb- unb bas Horst-Wessel-Lieb schlossen sich an. Ein vom Vereinsführer vorgetragenes Gedicht „Der Sonberling", bas eine Rettungstat eines eblen, aber verkannten Menschen behanbelte, schuf bie Ueberleitung zum geselligen Teil. Zunächst zeig- ten bie Schüler ihre fleißige Arbeit am Barrenturnen, bei ber sie mit großer Freube habet waren. Die sinnvolle Vereinigung bes Spielerischen mit praktischer Körperschulung verrieten bie Keulenübungen ber Turnerinnen. Nach einem gemeinsamen Lieb würben burch bie Aufführung einer Lokalposse „Am Stammtisch" von Turndruber Heini B e rf e r bie Lachmuskeln ber Besucher in Bewegung gebracht. Dieses anspruchslose Eigenfabrikat — aus der Praxis, für bie Praxis — am Lügentisch fanb durch bas flotte Auftischen unb bie Freube ber Beteiligten am Spiel stürmischen Heiterkeitserfolg, unb Heini Becker bekam einen Sonberbeifoll. Ein Bilb ungetrübter Jungenfieube bot bas forsche, geschickte Springen ber Schüler am Pferbe. Wegen ber vor- 1. Handwerksgesellen und -gehilfen 2. Kaufmännische Büro- und sonstige Angestellte 3. Arbeiter 4. Akademische Berufe unb Offiziere 5. Soldaten 6. Fabrikanten, selbständige Kaufleute und Diplom-Kaufleute 7. Gewerbetreibende 8. Technische und sonstige freie Berufe 9. Mittel- und Unterbeamte 10. Sonstige Musikzug sich zu einer Zugabe genötigt sahen. SS.- Rottenftchrer Menges sprach in ^packender Wetse ein Melodrama „Dte Fahne hoch '.das bem unvergänglichen Wirken unb bem heldischen Opfertob Horst Wessels gewibmet ist. SS.-Mann Wagner trug burch Gesangsvorträge tn schöner Weise zur Unterhaltung ber Besucher bei, ferner erfreute eine humoristische Darbietung Zweier Sturmkame- raben ebenfalls in reichern Maße. Das FM.-Mitglied Kreuter dankte im Namen der fordernden Mitglieder den Kameraden der aktwen SS. für den gehaltvollen und schönen Abend, versicherte sie der weiteren guten Kameradschaft und opferbereiten Mitarbit ber FM. unb veranlaßte schließlich eine Sammlung unter ben FM -Kameraben, bie gerne ein besonberes Scherflein zur Deckung der Unkosten bes Abenbs besteuerten. Den Abschluß bes schönen Kamerabschastsabends bilbete beutscher Tanz, ber bie Besucher noch längere Zeit in bester Stimmung beisammenhlelt. 367 Die Geburtenzahl 1030 (524 Knaben und 506 Mädchen) in 1934 gegenüber 801 in 1933 und 769 in 1932 läßt den Wandel der Zeit und das Wieder er wachen des Familiensinns eindeutig erkennen. Die abwechslungsreiche Vortragsfolge brachte im weiteren Verlaufe des Abends ausgezeichnete instrumentale Darbietungen des Frankfurter SS.-Mufikzuges, der durch die gute Wiedergabe klassischer Kompositionen, wie auch durch schneidige Marschmusik sich um den Abend ein großes Verdienst erwarb; besonders sei das Pistonsolo des Musikzugführers Braum hervorgehoben, das so starken Beifall fand, daß der Solist und sein Aus ber Statistik des Standesamtes Gießen für das Jahr 1934 geht uns vom Standesamt folgender Bericht zu: Die in der nachstehenden Statistik erfaßten bevölkerungspolitischen Vorgänge geben ein erfreuliches Bild von dem wiedererwachten Lebenswillen und erstarkten Glauben an die deutsche 3uhjnft, wie es eindrucksvoller nicht erscheinen kann. Die von der Staatsführung ergriffenen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung, Förderung ber Ehestanbsgrunbung unb zum Schutze ber Familien beginnen sich segensreich für Volk unb Staat auszuwirken. Em Vergleich ber statistischen Zahlen mit benen der ver- gangenen Jahre beweist, baß es wieder aufwärts geht unb die an bie staatlichen Maßnahmen geknüpften Hoffnungen sich erfüllen. 367 Ehen sind im Jahre 1934 in Gießen geschloßen worden, gegenüber 348 im Jahre 1933. Beide Zahlen stehen über allen bisherigen Normalzahlen. Im Vergleich mit der Bevölkerungsziffer ergibt sich ein selten hoher Prozentsatz. Die folgende Ausstellung gibt einen Ueberblick über das Alter ber Ehepaare. Auch in dieser Beziehung ist die Entwicklung als gesund zu bezeichnen. unter 21 Jahren 2 einschließlich 131 '' 70 „ 14 „ 12 „ 3 ** Verbilligte Marmelade. Vom Landes- verband des hessischen Einzelhandels, Fachgruppe Rekofei, wird uns geschrieben: Die aus Grund ber Derbilligungsaktion bes Reichsernährungsministeri- ums hergestellte verbilligte Marmelabe ist nunmehr in allen Geschäften bes Nahrungs- unb Genuß- mittel-Einzelhanbels erhältlich. Der Preis hierfür beträgt einheitlich 32 Pfennig für bas Pfunb. Nach ben Vorschriften des Reichsernährungsministeriums barf biefe Marmelabe nur zum Verbrauch in den Haushaltungen, nicht aber an gewerbliche Betriebe, wie Bäckereien, Gaststäten ufw. zur Verteilung abgegeben werben. Rundfunkprogramm Dienstag, 22. Januar: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 unb 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmelbungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Fruhkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nach- richten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Sozi alb l enst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saarbienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für bie Frau. 16: Nachmittagskonzert. Bunter Opern-Nach- mittag. Kunstbericht ber Woche. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft unb Arbeit. 18.30: Rheinische Bauern als Kulturpioniere unterm Danebrog. Ein volkskunblicher Bericht aus Dänemark. 18.45: Erzeugungsschlacht. 18.55; Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. Ihre Glanzrollen. Constanze Nettesheim vom Deutschen Opernhaus singt. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Senbebezirk. 22.30: In ber kleinsten Stabt Deutsch- lanbs: Hauenstein am Oberrhein. Funkbericht. 23: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Dneflasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) T. G. in Gießen. Die gegen Ihre Tochter unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfiist ausgesprochene Kündigung geht in Ordnung unb ist rechtswirksam, auch wenn ein wichtiger Grunb zur Lösung bes Vertragsverhältnisses nicht vorlag. Der Arbeitgeber ist selbstverstänblich in ber Lage, eine neue Kraft einzustellen. Ein Anspruch Ihrer Tochter aus Schabensersatz ober Wiebereinstellung besteht nicht. Nein, laut war bieses Leben nicht. Es trat in einer Weise, bie selten ist, immer mehr hinter die Aufgabe, bie Claubius zu erfüllen hatte, zurück. Es vollzog sich mit Selbstoerstänblichkeit, — er heiratete, gründete sich einen Hausstand, Kinder kamen und damit Sorgen, die ihn manches versuchen ließen, sogar eine vorübergehende Heberfieblung nach Darmstadt, wo sein Name mit der Gründung einer Zeitung verbunden ist. Aber er zog wieder in seinem geliebten Wandsbeck ein, wo er schon früher als Redakteur des „W a n d s b e ck e r B o t e n" gelebt hatte. Der Name dieser wöchentlich viermal erscheinenden Zeitung ist auf Claudius übergegangen, seine Werke erschienen später als ,/Sämtliche Werke des Wandsbecker Boten", und seit 1840 steht in ber Nähe von Wanbsbeck ein seinem Anbeuten gewidmeter Gebenkstein aus Granit, ber als bie Zeichen bes Boten: Stab, Hut unb Tasche trägt. Im Jahre 1787 nahm ber bäniskhe Kronprinz unb Mitregent bem Wandsbecker Boten seine letzten Soraen, indem er ihm eine in keiner Weise belastende Anstellung unb ein ausreichendes Jahrgehalt vermit- teile. Noch ein Jahr vor seinem Tode mußte Claudius aus feiner Heimat flüchten, weil die Franzosen nach Hamburg kamen; ber breiundsiebzigjährige flüchtete nach Kiel, von ba nach Lübeck, unb kehrte erst im Mai bes Jahres 1814 nach Wanbsbeck zurück, wo er wenige Monate später starb. Zwischen ben russischen Dichtern Turgenew Tolstoi bestaub Zeit ihres Lebens eine herzliche Freunbschaft, aber auch in biefem Dünbnis gab es einen kritische Augenblick. Ja, es hätte gar nicht viel gefehlt, und die beiden Meister hätten sich als Duellgegner gegenübergestanden. Es war im Frühling 1862. Turgenjew hatte Tolstoi, der als Gast bei' ihm weilte, das Manuskript von „Väter und Söhne" zu lesen gegeben. War es nun die Wir- Zu allen vorzüglichen Eigenschaften des Wands- becker Boten kommt auch ein liebenswürdiger Humor, mit dem er alles zu tragen wußte und der selbst seine mannigfachen literarischen Aeußerungen zu einem guten Teil trug. Matthias Claudius hat in sich selbst das Wort verwirklicht, das er seinem Sohn Johannes als Vermächtnis hinterließ: „Em Mensch, ber wahre Gottesfurcht im Herzen hat, ift wie bie Sonne, die ba scheint unb wärmt, wenn sie auch nicht «bet." Mehr unb mehr aber nahmen sein Werk unb sein Leben an Ernst unb innerer Bedeu- hing zu, Lebenserfahrungen, Tobeserfahrungen mögen ihren Anteil daran gehabt haben. Er sah sich veranlaßt, eine bemerkenswerte Abhandlung über die Unsterblichkeit ber Seele zu schreiben, Aren letztes Ergebnis ber Satz ist: Wir finb unsterblich. Noch im hohen Alter hat er in einer „Pr e b i g t e i n e s ßaienbrubers" feine Erkenntnisse Zusammen- gefaßt, baraus schon ein einziger Satz von der Hohe fünbet, zu ber bieses Leben sich durfte: „Wir Menschen wollen bas Unsichtbare und Unvergängliche zum Freund haben, weil wir m un- ferm Inwendigsten fühlen, daß wir des nicht entbehren können ..." _ * — Hiermit schließt sich Matthias Claudius an eine neue Zeit an: der seine Jugendfreunde unter den Stürmern und Drängern gehabt frntte, gewann im Alter die hervorragendsten Vertreter bes deutschen metaphysischen Idealismus Verehrern und Freunden: Schelling, Gotth. Hemr. Schubert, Franz Baader, Friedrich Schlegel. Und besonders beglückend ist ber Umstand, daß er nichts von seiner Volkstümlichkeit verlor oder preisgab, Aß er nur tiefer ins Volk hineinzulauschen schien, als wollte er bie Wahrheit bes Satzes erweisen, daß des Volkes Stimme immer auch Gottes Stimme . Eehe nicht aus ber Welt, ohne deine Liebe unb Ehrfurcht für ben Stifter bes Christentums durch irgend etwas öffentlich bezeugt zu haben." Er hat auch diese Worte, bie er seinem Sohn hinterließ, selber verwirklicht. Oie zerriffenen Kleider des Fräulein Turgenjew. läge ber SS. unb ihrer förbernben Mitglieber hin, bie bas Ziel verfolge, durch die Opfersreudigkeit ber FM. bie SS. wirtschaftlich unabhängig zu machen. Diese Organisationsform bekunde das starke Vertrauen, das ber Führer in bie Opferfreubigkeit ber beutschen Volksgenossen setze. 85 v. H. ber gesamten Betriebsmittel ber SS. würben lebiglich burch bie monatlichen Beiträge ber FM. aufgebracht. Diese Beiträge seien auch in Zukunft bie einzigen Einkünfte ber SS. Die Organisation der förbernben Mitglieber bestehe, entgegen manchen irrigen Annahmen, nach wie vor zu Recht, die Zahlung ber FM.-Beiträge sei nach ben Verfügungen bes Reichsschatzmeisters ber NSDAP, durchaus gestattet. Wenn auch für die Dauer bes Winterhilfswerkes jede Sammlung von Geld- ober Sachspenden für anbere Zwecke als bas Winterhilfswerk verboten fei, so werbe von biefem Verbot aber nicht berührt, wenn jemanb ber SS. freiwillig Spenben zuweife. Die Unterstützung ber SS. sei also nicht nur erlaubt, fonbern auch unbebingt not- roenbig, um bas bis jetzt Erworbene zu erhalten unb auch für bie Zukunft bas wirtschaftliche Gleichgewicht ber Organisation ber SS. zu gewährleisten. Der Rebner rühmte in biefem Zusammenhang bie bisherige gute Kamerabschast zwischen ber SS. unb ihren förbernben Mitgliebern unb bie große Opfer- freubigfeit ber FM. Durch ihre völlige Hingabe an die gestellten Ausgaben seien die SS. unb FM. bestrebt, einen Teil des großen Dankes abzustatten, ben das ganze deutsche Volk dem Führer für fein bisheriges Wirken unb feinen unermüblichen Kampf um ben Wieberaufstieg Deutfchlanbs fchulbig fei. Diese schöne Kamerabschast unb stete Opferbereit- schäft ber SS. unb FM. werbe auch weiterhin lebenbig wirkende Kraft bleiben unb bas Wort bes Reichsfuhrers der SS. wahrmachen: „Es ist eine Ehre, SS.-Mann zu fein, es ift eine Ehre, FM. zu fein, tue jober weiter feine Pflicht, ber SS.- Mann unb bas FM. jeher an feiner Stelle, bamit Deutschland wieher groß wirb". Die embrucksvolle Ansprache beschloß der Redner mit dreimaligen, freudig aufgenommenen Sieg-Heil-Rusen auf bas beutsche Vaterlanb unb ben Führer unb Dolks- kcmzler Adolf Hitler. Gemeinsam wurden anschließend die ersten Verse des Deutschland- unb bes Horst-Wessel-Liebes gesungen. Oer stolze Gesandte. Ein Gesanbter Kaiser Karls V. bei dem türkischen Sultan Soliman war zur Audienz gerufen worden Da er als er in den Aubienzsaal trat, bemerkte, daß für ihn kein Sitz ba sei, unb daß es nicht aus Vergeßlichkeit, fonbern aus Stolz geschehe, unb man ibn stehen lassen wolle, nahm er seinen Mantel ab, unb setzte sich ohne alle Umftänbe barauf, als ob es ein seit langer Zeit eingeführter Brauch wäre. Er trug nun, was ihm aufgetragen war, mit einer Freiheit unb Gegenwart des Geistes vor, bie ben Sultan selbst in Verwunberung setzte. Als die Audienz vorbei war, ging der Gesandte weg, ohne den Mantel mitzunehmen. Man glaubte, daß er ihn vergessen habe, und gab ihm davon Nachricht. Er antwortete aber mit ebensoviel Ernsthaftigkeit als Bescheidenheit: „Die Gesandten bes Kaisers sind nicht gewohnt, ihre Sitze mitzunehmen!" Oer Wanvsbecker Bote. 3um 120. Todestage von Matthias Claudius am 21. Januar. Von Wilhelm Kume. Wenn man nach unseren deutschen Volksschriftstellern Umschau halten will, barf des freundlichen Matthias Claudius nicht vergessen werden. Er ist vor einhundertunbzwanzig Jahren zu Hamburg gestorben, unb was er der Nachwelt hinterließ, ist zwar an Umfang nur schmal, an Inhalt um so gewichtiger. Er ist mit einigen seiner Lieber in bas unsterbliche Besitztum des deutschen Volkes einge- gangen, ohne daß dabei sein Name besonders betont zu werden pflegt. Man kennt fein wundervolles Abendlieb „Der Monb ist aufgegangen, / Die golb- nen Sternlein prangen / Am Himmel hell und klar..man zitiert oft genug die erste Zeile eines anderen Liedes „Wenn jemand eine Reise tut —", und soweit die deutsche Sprache klingt, wird auch immer wieder sein Lied von Vaterlandes Hochgesang gesungen: „Stimmt an mit hellem hohem Klana, / Stimmt an das Lied der Lieder!" Würden schon diese Lieder unb noch einige weitere bie Volkstümlichkeit bes Matthias Claubius außer Zweifel lassen, so kommt noch seine übrige schriftstellerische Tätigkeit hinzu, bie sein Bild aufs Glücklchste abrundet. Ein Zeitgenosse hat dieses Bild zu zeichnen verstanden: „Aus feinen Schriften schaut uns wie aus reinem Kindesauge ein kleiner Himmel von Unschuld und Liebe, von Gottessrieben unb lauterem Wahr- heitssinn an. Wie ein Christbaum steht er in unserer Literatur ba, dessen tausend Lichter überallhin scheinen, wo für kindliche Freude, für herzliche Erwärmung noch eine Stätte ift". Matthias Claudius war ein Zeitgenosse Lessings. „Und ich habe Lessing auch gekannt", schreibt er beweiben: „Ich will nicht' sagen, baß er mein Freund gewesen fei, aber ich war der seine." Neben Lessing sind Klopstock, Johann Heinrich Voß, Johann Gott- frieb Herber als bie Zeitgenossen zu nennen, zu denen Claudius in freundschaftlicher Beziehung stand. Persönliche Beziehungen verbanden ihn auch mit einzelnen Mitgliedern des Göttinger „Hainbundes", der alljährlich eine Gedichtsammlung als „Musenalmanach" herausgab, in dem auch Gedichte von Claudius erschienen. Seine Gleichzeitigkeit im Les- fing, feine Freundschaft für ßeffing ist darum f-> charakteristisch, weil er in seinem Wesen doch eine gewisse Gegensätzlichkeit zu der Art Lessings vorstellte. War Lessing überwiegend klarer Verstand, so war Claudius immer herzliches Gemüt; brachte Lessing Licht, so brachte Claudius die Wärme. kung ber heißen Jahreszeit ober auch bes großen Kanapees, bas Turgenjew selbst ben „Schöpfer bes Schlafs" genannt hatte, jebenfalls nickte Tolstoi, nachbem er einige Seiten bes neuen Romans gelesen, sanft ein, unb Turgenjew, ber sich auf Fußspitzen herangeschlichen hatte, um ben tiefen Eindruck feines Werkes auf ben Freunb zu beobachten, war in höchstem Maße über biefen unerwarteten Anblick gekränkt. Als Tolstoi erwachte, merkte er sehr balb, baß ein Schatten über ihre Freunbfchaft geglitten war. Noch am selben Abenb kam es, währenb sie bei Tisch saßen, zum Streit. Turgen- jew erzählte, baß seine Tochter öfters bte Armen besuche unb ihnen bie zerrissenen Kleiber zur Aus» besserung bringe. ,Zch finbe", bemerkte Tolstoi ernst, „baß ein junges Mäbchen, bas~ schöne Kleiber, darunter aber Fetzen trägt, Komöbie spielt ..Turgenjew verwahrte sich bagegen, aber Tolstoi beharrte auf feiner Meinung. „Wenn Du nicht schweigst," schrie Turgenjew, "breche ich Dir bas Genick." Und damit stürzte er tn höchster Aufregung in ein anderes Zimmer. Tolstoi verlangte, baß er sich entschulbige. Turgenjew schrieb ihm auch einen Entschulbigungsbrief, ber aber burch einen unglücklichen Zufall nicht zur rechten Zeit an seine Abresse kam Darauf forberte Tolstoi Turgeniew, unb bieser begab sich in ber Meinung, daß bie Herausforbe- rung bie Antwort auf seinen Brief fein sollte, an den vorgeschlagenen Ort. Da aber war niemanb zu sehen, Tolstoi hatte inzwischen Turgenjews Brief erhalten unb hielt bamit bie Sache für erlehigt. So hätte burch ein törichtes Mlßverstänbnis Rußlanb nach Puschkin unb Lermontow noch einen feiner großen Dichter im Duell verlieren können ... Frauen Im vollbesetzten Saale bes Case Leib vereinigten sich am Gamstagabenb bie Mitglieber bes SS.- Motorsturms 7/30 Gießen nut ihren förbernben Mitgliebern zu einem Kamerabschafts- abenb, ber allen Teilnehmern einige Stunben der schönsten Unterhaltung in guter Kamerabschast brachte. Neben ber Gemeinschaft ber aktiven SS.- Männer bes Sturms unb seiner förbernben Mit- glieber waren auch Vertreter ber PO., für bie SA.- Gtanbarte 116 bereu Abjutant Obersturmbannführer M ü n k e r, als Vertreter ber Stabt Gießen Oberbürgermeister Ritter, unb von ber Reichswehrgarnison ein Vertreter bes Offizierkorps als Gäste erschienen. Der Musikzug ber 2. SS.-Stanbarte Frankfurt a. M., unter Leitung bes Mufikzugführers Braum (Frankfurt a. TI.) leitete ben abwechslungsreichen Abenb mit einigen schneidigen Militärmärschen unb mit guter klassischer Musik ein. Hierauf entbot der Führer des SS-Motorsturmes 1130 Oberscharführer Ruhl den Besuchern herzliche Willkommengrüße des Sturms, wobei er bie bantbar anerkannte Opferwilligkeit unb treue Einsatzbereitschaft ber förbernben Mitglieber rühmte, bie burch ihre finanzielle Hilfeleistung bie SS. unabhängig von jeher anberen Organisation machen unb es ihr ermöglichen, auch ohne Belastung bes Staatssäckels ihren von bem Führer gestellten großen Aufgaben gerecht zu werden. Weiter gab er feiner Genugtuung über bas enge kamerabschaftliche Vanb zwischen ben SS.- Männern unb ben förbernben Mitgliebern Ausdruck, bie in untrennbarer Einheit zusammenstehen im Kampfe für bas Dritte Reich, in ber unermüh- lichen Pflichterfüllung, bie geleitet ist von bem Grunbsatz: nichts für uns, alles nur für Deutschland Eine weitere Ansprache hielt im Verlaufe bes Abenbs ber Leiter ber FM.-Gelbverwaltung beim SS.-Oberabschnitt Rhein, SS-Lintersturmführer Bröcking. Er begrüßte bie Veranstaltung als beruhten Ausdruck her engsten Verbundenheit zwischen ber SS. unb ben förbernben Mitgliebern, bie beibe alle Kraft einsetzen für bas hohe Ziel, Deutschlanb wieher groß zu machen; der SS.-Mann setze sich für dieses Ziel mit seiner ganzen Person und wenn es fein müsse auch mit seinem Leben ein, bas för- bernbe THtglieb schaffe bem SS.-Mann bie materielle Grundlage für sein Wirken, beide vereint in dem starken Willen, unserem Führer unb Volks- kanzler Abolf Hitler bei seinem großen Werk zu helfen, bamit es in vollem Ausmaß gelinge. Der Reimer wies weiter auf bie organisatorische Grunb- Die Männer genießen ben Vorzug, daß man hm- ichtlich ihrer sozialen Stellung unb Heiratslust in nachfolgenber Aufstellung sich noch einmal kurz mit ihnen beschäftigt. Oertliche Vergleichszable» hierzu fehlen noch, so baß enbgültige Schlüsse nicht gezogen werben können. Doch ist es interessant, zu sehen, wie bie einzelnen Schichten an ber Heiratsziffer bezeichnet finb. Man barf die Hoffnung nicht aufgeben, baß mancher Volksgenosse, dessen Existenz gesichert ist, aber noch nichts Passendes gefunden hat, demnächst noch in die folgenden Kolonnen einmar- schieren wird. Es entfallen auf: Eheschließungen 108 86 46 43 23 18 16 14 11 2 Gestorben sind in Gießen 864 Personen, gegenüber 797 in 1933. Davon waren im Alter bis zu 1 Jahr: Hiesige 13 männlich, 10 weiblich, zusammen 23, Ortsfremde 27 männlich, 17 weiblich, zusammen 44; über 1 Jahr alt: Hiesige 152 männlich, 151 weiblich, zusammen 303, Ortsfremde 251 männlich, 243 weiblich, zu, sammen 494. Gesamtergebnis: Geborene Gestorbene 1030 864 Gewinn 166 rgebnis für Gießen Geborene 503 Gestorbene 326 Gewinn 177 Kreis-Misierschafiskämpse im Geräteturnen vwetz Ranft, Wagner, Birkenbiehl, Schmidt I. und ^eblina. Sehr gut sowohl im Aufbau wie in der Abwehr war die Läuferreihe. Die übrigen Mann- JMS w». ft» Naunheimer sind leicht überlegen. Em 2g-Meter Schuh des Linksaußen prallt ans Auß-nn-tzdann verwirkt Lehrmund einen Strafstoß. Den stach g fchoffenen Ball nimmt der Halbrechte aus und chi-ßt unhaltbar -in. 1:0 sur Naunheim. Hiedurch fU@au Bayern: 1. FC- Nürnberg - BM-rn München 1:3; Wacker München — SpVgg. Furth 1:6- Schwaben Augsburg — ASV. Nürnberg 1:1; Jahn Regensburg — BC. Augsburg 2:2. Gauliga-Landbail-Ergebnisfe in Nordhessen. lufpo. Bettenhausen — Iura Kassel 6:3: Tuspo. 86/09 — Id. 61 Eschwege 9:4; Kurhessen Kassel CI. Kassel 6:7; Id. 47 Wetzlar — Id. Kirchbauna 10:9. . Schweizer Sieg im Zweier-Bob. Am Samstag kamen auf der Olympia^Bobbahn die Deutschen Meisterschaften im Zwe>er-Bob zum ( Austrag. Ueberraschend siegte der Schweizer Bob ; „Schweiz II" mit Capadrutt und Diener, der für । beide Läufe 2:50,63 benötigte, vor dem deut chen Bob „Olynipia II" mit dem Ä-ltm-tst-rpa°r Kilmn» s.'n L. gdUm Verlauf erlldltn Sdd.W’d mit 1:30,56 Im ersten Lauf unterboten die Schwei, zer Capadrutt-Diener die Bestzeit der Deutschen beträchtlich, sie kamen auf 1:25,27, wahrend Kilian- ft über 1:27,26 benötigten. Die Bayern strengten sich im zweiten Lauf riesig an, um die ^elt der Schweizer zu unterbieten, aber auch diesmal fuhren Capa drutt-Huber mit 1:25,36 eine bessere Zeit als Kisian- ftuber (1:26,54) heraus. . „ Die Ausländer rühmten die Olympia-Bobbahn, sie bezeichneten sie als ein- der schwersten aber auch schnellsten Bahnen der Welt. Oie Eisschneilaufmeistersckasten. Di- Deutschen Eisschnellaus-Meist-rfchosten wurden am Samstag mit dem 15 0 0 - M -ter>La us fortgesetzt. Die harte Eisdecke auf dem R'-N-rs-- Mi/ einem Male sprang Gersheim auf. EiN- unbestimmtc Sehnsucht war plötzlich 'N ihm, d'-sis junge Mädchen wiederzu ehen, sie zu sprechen, .“ 'war'd° immerhin noch -in- Möglichkeit, °m kl-m- Sache, an die er gut anfnupfen konnte — der -15er EQ©ünte5r ^on°Gersheim rourbe' •SSÄ“ ™ S Ä? I hnLÄn In ber Oiäbe d-s Modehauses Mer. kur ließ"er ihn auf einem Parkplatz stehen und ging Rb.-T.» u. Spv. Dillenburg — Frohnhausen 3:2 (2:1): Trotzdem Frohnhausen die bessere Mannschaft« stellte, gewann Dillenburg mit Glück 3:2. n-, u SD. Bissenberg — SV. 05 Wetzlar 3:0: Genau wie beim Vorspiel verlor Wetzlar ZM Ueber. Haupt ist Bisienberg aus eigenem Platze schlecht zu nicht." Oie Spiele der BezirksNasse, Gruppe Gießen-Oill. DfBi-Reichsbahn Gießen — Naunheim 2:2 (1:1): Das Spiel verlief bis vier Minuten vor Schluß gut. Da schoß VfB. den Ausgleich, den die Naunheimer nicht anerkennen wollten. Der Schiedsrichter sah sick gezwungen, das Spiel abzupfeifen, demnach dürft- das Spiel für Naunheim verloren fern. Watz-nborn-Steinberg — 1900 Gießen 0:3 (0:1): 1900 war die belfere Mannschaft und gewann Der» M ©tote"/ Mn Gersheim fchr-ckt- aus feiner Per- luntenbeit auf und machte eine Bewegung, als wolle er diese traurige Vergangenheit adschutteln, aber sie ließ ihn nicht los. Der^ Bruder hatte ihn vom Schloß gejagt, hatte ihm als Majoratsherr sämtliche Rechte entzogen Cr mutzte hinaus n die Welt, wäre auch selber k-g-ng-n Die Heimat stieß ihn aus wie -inen ^Wieder ^vergingen Jahre. Günter Don G-rsherm irrte durch die Welt. Schmerz nagte an '.hm. Un ablässig weilten seine Gedanken bet Maria. Un. SP?'SrHrna“’fSJb'Ä’ “brt Worte. Und doch - immer wieder drangt- Was soll ich denn ! mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Füns-Iürme-Verlag, Halle (S.). 13 ftortteBung Nachdruck D-rbo.-n, Da' Ein merkwürdiges Ionen kam von den Schwänen herüber. Wie ein Klagen klang das und doch wie ein Singen. Maria ergriff erschauernd Gunters Hand. -om Gesicht war blaß wie die Rosen, die auf dem Teiche ^M^nn?"Schwäne singen, das bedeutet Tod", ^^Maria! Nein, nein • ••" Gunter nahm die kalten, zitternden Hände des Mädchens in ine feinen ^Da^—^vlötzliche^Schritte' Die beiden fuhren zusammen. Ein schneidendes Lachen zerriß die Stille, lammen. m , bic beiden em Schäfer- ZM-LES Gleich zu Beginn verschießt der aus Halbrechts auftauchende Schmidt, allein vor dem Tormann stehend, eine günstige Gelegenheit. Der linke Lauser der Gäste führt den Ball und gibt, zu dem Halb- linken, der sofort schießt. Helmert wirft sich zu spat und die Naunheimer führen 2:1. Jetzt drangen die Hiesigen sehr stark, und die Naunheimer verteidigen mit zurückgezogenen Halbstürmern. Aber nichts> will den hiesigen gelingen. Die bestgemeintesten Schüsse gehen daneben ober werden eine Beute des guten Torwarts. Fast wäre ein Angriff Naunheims das Verhängnis für die Gastgeber geworden aber den vom Linksaußen halbhoch geflankten Ball hob der Halblinke darüber. Noch vier Minuten sind zu spielen Einen hohen Ball fängt der Gästetormann; zwei Gießener sind da und rempeln ihn über die Lime. Der Spielleiter entscheidet Tor Die Nairnheimer Spieler protestieren und als der Schiedsrichter auf feiner Entscheidung beharrt, wird er von bret Spie» lern angegriffen, |o daß er sich genötigt sah. dos Spiel abzupfeifen. VfV.-R. II — Spv. Heuchelheim 1 2:2 (0:1). kreis 4 fetzte sich mit 953 Punkten an die Spitze; es. folgten Turnkreis 5 mit 927 und 3 mit 893 Punkten Die besten Einzelleistungen zeigten: 1. Nie- mann, Frielendorf (Kreis 5) mit 147, 2 Sd)afer, Fulda (Kr. 4), 137, 3. Henning, Lauterbach (Kr. 4) "Di^lu^nkr-ife 7 (Lahn-Ohm), « durchkreuzt hatte, und deren «-den nur noch ein Leben für andere geworden war Davon aber wußte Günter von Gersheim nichts, denn memals wieder hatte er versucht, die so ,ah zerrissenen Faden mit der Heimat wieder zu knüpfen Da hatte ihn vor vier Jahren eine erschütternde Nachricht erreicht. Maria von Gersheim und ihr Töchterchen Ursula waren nach kurzem, schwerem Krankenlager innerhalb weniger Tage geworben, und zwar an einer Grippe, die damals die ganze Gegend epidemisch beherrschte. Baron Arno hatte sich in grimmiger Verzweiflung über diesen schweren Günter von Gero- heim vom Testamentsvollstrecker des Gershennschen Hauses, Justizrat Hündörffer, gemacht wordem der ihm gleichzeitig mitgeteilt hatte, daß er nun Mm - ratsherr und Universalerbe der Gersheimschen Be- ^DerTunge Baron lächelte wehmütig So war er also reich steinreich, wie man so sagt geworden, aber sein Herz fand seinen Frieden nicht. Seine Güter und Besitzungen verwaltete er alle nnn Berlin aus. So sehr es ihn heimzog, er ve mochte nicht, einen Fuß auf die Heimaterde zu sitzen Die Vergangenheit wurde aufstehen und mit erdrückender Wucht auf ihn einsturmen. Die Ver gangenheit und feine Schuld - ferne ungefuhnte ^toter von Gersheim erhob sich non f°m-m Schrellitifch, stellte das Bild feiner Schwägerin an den alten Watz. Irgendwo fchlug -ine Uhr. Er zählte m-chanifch. „ Jni°Winterqarten nahm er den I-e, der für ihn n-Ä»and und atz gedankenlos etwas von dem feinen Gebäck. Sein Gesicht halte einen stark ab» Lfnnrmten Ausdruck und ließ ihn etwas alter er schönen als dreißig, während er manchmal wefent» lich jünger, ganz jungenhaft, ousfah. mIxhr;cb ging ein Lächeln über fern Gesicht, wah. red ? unwillkürlich nach der Brusttasche seines Jacketts griff, in dem wirklich noch immer das Briefchen jenes jungen Mädchens kmsttrte. Roch einmal zog er ihn hervor und las. ftastig^zöUtaria von Gersheim den Aermel herunter; aber sie war wachsbleich geworden, und ihre Augen füllten sich mit schweren Tranen. ,Mgna — Maria!", hatte Günter hervorgestohen. Da ftrömte eine Flut von Tränen aus den Augen der jungen Frau. Sie setzte das Kindchen in das weiche Gras und schluchzte bitterlich. „Ich will es ja ertragen — will alles ertragen, Günter — um meines Kindes willen. Aber nronch' mal muß Äd) glauben, es geht über meine ^ast. Er quält Rich so oft grundlos. Heute kann.ich»es dir sagen, heute — wo es fein Zuruck mehr gibt eich __ ich habe gewartet, damals — ehe ich mit chm zum Altar gehen mußte» Ich hab gewartet, daß du kämest - aber du kamst nicht. Maria!" Günter von Gersheim fühlte noch heute, wie bei diesen Worten der Schwägerin em furchtbarer Kampf in ihm tobte. "Maria hat ich das geahnt! Ich wußte nicqt — ich trat zuruck um deinem Glück nicht im Wege ZU stehen. Er ist Majoratsherr, Haupterbe na$ ,be?1H®elc&be5 fes. Ich — ich war arm. Ich hatte dich — nur einanber rettet ber ®äftetormami in letzter Sekunde oor dem allein durchgehenden Birkenbiel Eirf Freistoß von Knauß nimmt Birkenbiel, mit dem Rucken 5um Tor stehend; auf, eine kurze Wendung und es heißt 1:1. Das Tempo wird noch schneller. Keusch hat einen Strafstoß verschossen und schon lauft ™ - - — - flankt, aber Schmidt kann 5 Um toben Uhr ist ©-jchäftsfchluß!, kalkulierte er. >2Ulo besteht die Möglichkeit, sie zu treffen, wenn st- aus dem Gefchaft kommt! Die Möglichkeit sie zu treffen .. Gunter lächelte über sich selbst .Er tarn sich wie ein und suhlte sich doch eigentlich recht wohl in dieser neuen Situation. * Ahnungslos verließ Gerlinde Steinbrück ari tiefem Abend das Geschäft und eilte mit raschen ^Dte tofn-'G-rlind-, die jo über Nacht Besitzerin iS "S •»&»•!; rechnet werden würde. Ob Baron Gersheim kann es mir gewiß nicht Derz-ih-n daß ich ihm fein Gefchenk öuruckgefchlckt hnh. nnh do» ich allein weiß, wie frei Ich mich fühle feit dieser kostbare Mantel ihm wieder .zug-' stellt 'ist. Nein, ich konnte nicht anders handeln. Aber — der Wagen!" . , ... (Fortsetzung folgtiz Ergebniffe im Eiskunstläufen. dierren.M-ifterjchaft: 1. Ernst Baler (Berlin) Platzziffer 5, 424,8 Punkte; 2. Herbert chaertel (Berlin) 10, 388,3 P.; 3. Ounth«• (Berlin) 17, 361,6 P.; 4. Ihea Latz (Berlin) 19, 358S kmen-Meisterfchaft: 1. Maxi- tz-rtor (München), Platzziffer 5, 415,5 Punkte 2. 3rmi Hartung (München) 12, 388,6 P.; ^Viktoria Lind- pdintner (Berlin) 13, 387 P.; 4. Ursula Schwarz (Berlin) 22, 356,9 Punkte . Baarlauf - Meisterschaft . 1» ^caxie fterher / Ernst Baier (München / Berlin), Platzziffer 5 58 8 Punkte- 2. Walli Hempel / Otto Weiß (Bersin) 10, 51 3 P.; 3. Lisa Ruf /Simon Stock (Mun- chen) 18, 43,2 Punkte. Bei den Eisscklützen. In den Abendstunden des Samstag wurden zunächst die Deutschen Meisterschaften im Eisschießen lini" dem durch Tiefstrahler erleuchteten Eis des Riessersees entschieden. Zum Titelkampf der Manner traten 16 Mannschaften an. Der Sieg und Titel sie an den Eis-Stock-Club Straubing mtt 2 221 Punkten vor dem ESC. Zwiesel mit 2,0 : und dem TEV. Miesbach mit 1,976 Punkten. Mit 1 • Rekordwurf von 160 Meter gewann Eibs es war ja nichts g°fch°h°^ Nur der Arg» ! wohn war geweckt und schlummerte in Arno von Gersheims Seele nicht wieder ein. Maria, i Kurze Zeit darauf vermahlte er sich • er, der Ljoratshe'rr, mit der armen °b°rbto jungen und bildschönen Komtesse. Mana schenkt dem Bruder ein Kind. . Witter Günter von Gersheim, der auf eines der NMe guter Übergesiedelt war, die zum Gershe mschen Grundbesitz gehörten, sah von ferne, ®e e(^er hältniffe auf Schloß Gersheim lagen» ®r ntt ,eiten hinüber, um dem Bruder nicht noch weiter zum Mißttauen zu geben, und doch horte y und dort, daß die junge Frau sehr unter der v los heftigen Art Baron Arnos litte. . Aber einmal doch. Er war hinubergent en nach Schloß Gersheim, um mit dem Bruder verschiedene Derwaltungsangelegenheiten persönlich du.be'p. „ ' Als er durch den Park schritt, lief er der jungen Schwägerin in den Weg, die mit der kleinen ' auf der Wiese spielte. Wieder fühlte er, Die heftig fein Herz klopfte, aber schnell drängte er fühl zurück. Des Bruders Frau! Des Bruders Kmd! Freundliche, aber belanglose Worte wechselte er mit Maria und erschrak doch vor dem Leidensz g hn Gesicht der jungen Frau, die eben das Kmd zu sich emporhob. In diesem Augenblick fiel der lose Aermel ihres Kleides zurück und gab den Unter arm frei. Aber was war das? „Hast du dich verletzt, Mana? die Schwägerin entfeht, und fernJBluf waiU-- txn dunkelroten Stellen cm Marias Arm. Auf der kleinen Olympiaschanze am .^"b^rg bei Garmisch-Partenkirchen wurde °w..Fre'ag^end zum ersten Male ein Skispringen bei künstlicher Beleuch tuna durchgeführt. Alle Springer waren zufrieden minder Anlage und betonten besonders, daß sie nie das Gefühl der Unsicherheit aufkommen lasse. 20 Teilnehmer gingen dreimal über die Schanze, zu nächst mit verkürztem Anlauß der spater um fünf Meter verlängert wurde. Toni Bader stand mit Meter den weitesten Sprung, ^umpold Mesterreich) und Hans Kernser kamen zwar auf 50 Mete^ be De stürzten aber. Alle Springer kamen beim zweiten und Dritten Durchgang über 40 ___ Die von Der zweiten Mannschaft in diesem Spiele gezeigten Leistungen haben vieles aus dieser Spiel- serie gut gemacht. Die erste Halbzeit zeigte ein schönes Spiel voll spannender Stampfmomente und technischen Feinheiten. Das Unentschieden entspricht dem Spielverlauf. Die Heuchelheimer gingen durch ihren Rechtsaußen in Führung und konnten diese auch bis zur Halbzeit behaupten. In der zweiten Halbheit stellte Wlodareck durch einen Alleingang den Gleich- tanb her. Einen wegen Handspieles verhängten Elfmeter schießen die Gäste zur erneuten Führung ein. Ein schöner Kombinationszug der ^kgeber, und Mattern stellt nach Umgehung der gegnerischen Der. teibigung das Endergebnis her. Der Schiedsrichter war dem Spiel ein gerechter Leiter. _ . , ,. . our Ermittelung der besten Kreismannschaft tm ' angefpornt drängen Die Hiesigen. Zweimal hinter- «ird im Verlaufe der nächsten Wochen .......* mH«^nrmnnn in leüter Sekunde Geräteturnen ber lm Dienste des Win- t-rhilssw-rks stehen wird. In vier Srupp-N zu - drei Turnkreisen fanden am Sonntag die ©orfampfe statt die die vier Kreismannschaften für den End- '“sblÄto 1°(Wllh-.mshöh-, R-inh°rdswald>, 2 (Unterwerra) und 6 (Waldeck) begegneten sich in dem durch die Märchensammlung der Bruder Grimm bekannt gewordenen Kasseler Vororte Nieder' z w e h r e n , woselbst bei gutem Besuch der Kampf tm Anschluß an den Kreisturntag des Turnkrei es. 1 reibungslos durchgeführt wurde. Für d,e Kchsele war das Treffen noch einmal eine Probe für Den Großkampf München-Hamburg-Kasiel am nächsten Sonntag. Wie nicht anders zu erwarten war fetz e sich Turnkreis 1 mit großem Dorsprung an Die Spitze; er wurde mit 940 Punkten Gruppenbester, gefolgt von Turnkreis 2 mit 768 und ^umkreis 6 mit 676/2 Punkten. Beste Einzelturner waren 1. Schweihing, Witzenhausen (Kreis 2), wit 144 2 Wedekind, ACT., Kassel, mit 141, 3. Fink, CT. Kassel, mit 127,5 Punkten. In der Spießturnhalle der Vogelsbergstadt a u» t e r b a di trugen vor ausverkauftem Hause die Turnkreise 3 (Vorderrhön-Knüll), 4 (Rhon-Vogels- berg) und 5 (Fulda-Eder) den Kampf aus. Turn- Der Reichssportführer gibt bekannt: Svortkameradschaft im Wettlauf und in der Ge- mpinfAaft des kommenden Zusammenlebens wah- Wintersportmeisterschaften 1935 muß einheitlich und ritterlich sem. Ich freue wich, anerken- .. . entfang stankt, aber SchmiDt rann ^n ist Ä -rmart- aber auch^datz k-in- Unterschied- iraendwelcher Art gemacht werden. 2hr seid Mannar ohne Unterschied des Standes und der Ge- finnunq. Zeigt es im Benehmen und im Anzug. -r"ack und Smoking gibt «s für meine Sportkame- ttSm während der Wintersport - Meisterschaften VE ,, / tzM E M».. kZZ' M fc . V. Uf * V: Bezirks-Gkirennen auf dem Hoherodskopf mit 169,50 Punkten. Es wurden Weiten bis 15 Meter Langlauf: ...LJ ; 3. K. Althaus, Skiklub 4. W. Heuschel, Skiklub 5. 5). Stadelmann, Ski- mit der wurden Nauheim, 2:30 Min. Gießen, 2:35 Min.; Gießen, 2:37 Min.; klub Wetterau. Auf der Sprungschanze (vom Ablauf aus gesehen) im Augenblick des Absprungs vom Sprungtisch. Gießen (Reichswehr Gießen), 1:41,14 Std.; 3. H. G r e b, Skiklub Gießen (Reichswehr Gießen), 1:49,54 Std.; 4. W. G r e b - Friedberg, Skiklub Wetterau, 1:54,58 Std.; 5. Otto Wirth, Skizunft Schotten, 1:58,23 Std. Slalom-Lauf: 1. Theo Cellarius, Skiklub Gießen, 2:21 Min.; 2. E. Pfad, Skiklub Bad- Die Sieger: Von links nach rechts Heinrich G r e b (Gießen), Rudi Bender (Hoherodskopf), Mane- k o w s k i (Gießen), die ersten Drei im Langlauf. Manekowski entschied den Sprunglauf für sich. Rechts: Der Sieger im Slalomlauf Th. C e l l a r i u s (Gießen). 1. Rudi Bender, erzielt. Die Bezirkswettkämpfe wurden Siegerehrung beschlossen. Den Siegern schöne Diplome zuteil. Oie Ergebnisse. In zahlreichen deutschen Gauen wurden am Sonntag die Skimeisterschaften ausgetragen. Bayerischer Skimeister wurde Willi Bogner- München, den badischen Meistertitel holte sich Mora t h - Schluchsee und fränkischer Meister wurde Wehrmann -Hof. Die übrigen Titelkämpfe ergaben folgende Sieger: Steinhaufen (Westdeutschland), Erich Recknagel (Thüringen), Walter Glaß (Sachsen), Gustel Adolf (Schlesien) und Raben st ein (Harz) und Lehmann (Norddeutschland). „ . . Skizunft Schotten, Zeit: 1:38,5 Std.; 3. Manekowski, Skiklub Reichlich spät konnte in diesem Jahre erst mit der Durchführung von Skirennen in unseren heimischen Bergen begonnen werden. Nachdem sich aber die Schneeverhältnisse so gestalteten, daß Rennen möglich wurden, so konnte man auch in unserem Bezirk Vogelsberg-Westerwald der Gaue XII und XIII des Deutschen Skiverbandes an die Austragung der Bezirkswettkämpfe denken, die in anderen Gauen bereits abgeschlossen wurden. Die Bezirkswettkämpfe vereinigten gestern besonders die Wintersportler unseres engeren Heimatgebiets auf dem Hoherodskopf. Die Läufer kamen insbesondere aus Gießen, Schotten, Friedberg, Bad- Nauheim, Grünberg usw. und stellten sich im harten Wettkampf. Die einzelnen Wettbewerbe stellten außerordentliche Anforderungen an die Teilnehmer. Der Langlauf, für den diesmal nur acht Läufer gemeldet hatten, führte über eine Strecke von 18 km, und zwar vom Klubhaus aus abwärts, in großem Bogen um den Taufstein herum, hinüber bis an den Fuß der Herchenhainer Höhe und zurück zum Hoherodskopf. Den schwersten Teil der Strecke stellte die Strecke kurz vor dem Ziel dar. Die Läufer hatten hier die fast vollkommen glatt gebügelte steile Rennwiese zu überwinden, die manchem der Läufer nach dem strapaziösen Lauf reichlich schwer fiel. Hinzu kam außerdem, daß der Schnee verharscht war. In kurzen Abständen wurden die Läufer auf die Reise geschickt. Den Sieger stellte Rudi Bender von der Skizunft Schotten, der als Vorletzter startete, bald aber aufholte, seine Konkurrenten überholte, den größten Teil der Strecke führte und schließlich unangefochten das Ziel passierte. Drei Minuten später lief Manekowski vom Skiklub Gießen (Reichswehr Gießen) und Heinrich G r e b, ebenfalls vom Skiklub Gießen ein. Sprunglauf: 1. Manekowski, Skiklub Gießen (Reichswehr Gießen) Note 180,50; 2. R. Bender, Skizunft Schotten, 169,50; 3. Kappes, Grünberg, 160,50; 4. Oswald, Skiklub Bad-Nau- heim 105,60. Kurze Sportnotizen. Deutsche Mei st er im Rodel- und Skeletonfahren wurden bei den in Friedrichsroda ausgetragenen Titelkämpfen: Horst Siegemann-Dresden (Skeleton); Wünsch-Brüheim, Oberschreiberhau (Zweier-Lenkrodel); Wünsch - Brüheim - Schneider, Oberschreiberhau (Dreier-Lenkrodel) und Frau Mül- ler-Frl. Benzing, Friedrichsroda (Damen-Zweier). Einen deutschen Radsieg gab es in Kw> penhagen, wo die Dortmunder Kilian-Vogel mit Rundenoorsprung vor Funda-Pützfeld ein Ächtstun- den-Mannschaftsrennen gewannen. Richter und Steffes belegten in Brüssel in einem Vierländerkampf der Berufsflieger hinter Belgien und Frankreich den dritten Platz. Dritter wurde auch der Kölner Hürtgen mit seinem französischen Partner Diot in einem 80-Kilometer-Mannschaftsrennen in Antwerpen. Albert Richter ging am Sonntag noch in Paris an den Start, wo er ein internationales Fliegertreffen gewann, wegen Behinderung Mi- chards aber distanziert wurde. zu. Der größte Teil derer, die am Sonntag dem Skilauf auf dem Hoherodskopf huldigte, ließ sich das interessante Schauspiel nicht entgehen. Für diesen schweren Wettbewerb hatten zwar nur vier Mann gemeldet, die sportlichen Leistungen, die gezeigt wurden, waren für unseren Vogelsberg aber doch recht beachtliche. Jeder Teilnehmer hatte' einen Probesprung und zwei gewertete Sprünge auszuführen. Man sah manchen Sprung in guter Haltung, gut gestandene Sprünge, die lebhaften Beifall auslösten. Die beste Note erhielt Manekowski, Skiklub Gießen (Reichswehr Gießen) mit 180,60 Punkten. Zweiter wurde Rudi Bender (Skizunft Schotten) Eine große Geschicklichkeitsprobe war der Slalomlauf, an dem sich etwa 30 Herren sowie einige Damen beteiligten. Die 1500 Meter lange Strecke führte vom trigonometrischen Punkte hinter dem Jägerhaus nach Breungeshain hinab, bis dicht vor oas Dorf. Der zu überwindende Höhenunterschied betrug etwa 200 Meter. Der Kurs, sehr geschickt abgesteckt, verlangte von den Läufern viel Technik. An den scharfen Kurven hatte sich eine stattliche Menschenmenge eingefunden, die mit größtem Interesse verfolgten, wie die einzelnen Läufer den Kurs hinter sich brachten. Der harte Schnee erschwerte die Aufgabe sehr, und es ging nicht ohne Stürze ab. Den Sieger in dieser Konkurrenz stellte Theo Cella- r i u s vom Skiklub Gießen, der mit 2,21 Minuten die beste Zeit herausholte. An zweiter Stelle folgte der Bad-Nauheimer Pfad, an dritter Stelle A l t - haus vom Skiklub Gießen Die Damen hatten den abgesteckten und für sie reichlich schwierigen Kurs ebenfalls abzulaufen. Frl. Wendeburg von der Skizunft Schotten holte sich vor ihren Mitbewerberinnen den Sieg. Das stärkste Interesse wandte sich dem Sprunglauf k t ' 's ßinfs oben: Start und Zielplatz des Langlaufs. Langläufer im Ziel. — Rechts oben: Zum Slalomlauf angetreten. — Links unten: Augenblicksbild aus dem Slalomlauf: Vor der Haarnadelkurve. — Rechts unten: Der Sprunglauf. Gespannt verfolgt das Preisgericht den Absprung und die Haltung. WAXILDWIEIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, wn der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras. bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Oanzleinenb., Gr.: 20 x26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Mahnung. Die Beiträge für den Monat Dezember 1934 können noch bis zum 25. Januar 1935 ohne Kosten bezahlt werden. 354D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. Moos, Rechner. stimmt Iwas nicht in einer neuen Bombenrolle 355a Lizzi Holzschuh - Adele Sandrock Ralph Arthur Roberts - Elga Brink Paul Heidemann - Willy Schäffers vorher „2 grimmige Feinde“ Kulturfilm Lustspiel und Woahe.nschau WINTERHILFSWERK DES DEUTSCHEN VOLKES 1954/55 (JMiputdui aüjcUu fftrjhckeckkonh) 28100 M „Wie Neu“ | Ihren Anzug..i,.,.™; and Damen • Kleidung - Stücke « bügeln, dämpfen u auffrischen ff per Anzuff Reichsmark 1.80 ® Reparaturen billiffst. Abholen 2 und Zusenden kosten!. Tel. 2503 • „Wie Neu" Bügelanstalt Gießen, Wolkeng. 23, Inh.: L. Pitz, Schneider Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Morgen Dienstag, 22. Januar WWIMl! Restauration MiPMWeii Am Oswaldsgarten. ,,3U Ata MelMMlkMseliMft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften MkN.SAlMeM.7