Zreitag, 20. Dezember 1955 185. Jahrgang -297 Erster Blatt Metzener Anzeiger ist begreiflich, daß der plötzliche Rücktritt des Sir Samuel Hoares Aechiserligung sbaum! iger Möglichkeit einer Schwächung Das Problem iß ungelöst Der Angriff der Opposition c iM«einend wenig überzeugen können, aber der s!-s nliche Angriff, den die Opposition gegen den r sterpräsidenten führte, brachte alle Konserva- fr ?r auf die Deine, so daß das Kabinett aus der niichen Aussprache mit einem klaren Abstim- tl Oeffentlichkeit einen fürchteten und empfanden über die /lan ee- ia!D if 20 bunttn tten, doppel- d Gesängeil ahmen. KOI. 19,-. Affäre gezogen, indem er beschlossen hat, nichts zu beschließen. Man hört davon, daß er sich weitere Friedensverhandlungen selbst vorbehält, und daß er sich selbst zum Sprecher der Mächte machen will,, wenn erst das Gelände sondiert sein wird. Wenn aber Minister Eden gleich einen Oelsachverständigen mit nach Genf bringt, so dürfte das doch zu denkengeben. Nicht minder bedeutsam sind die wahrhaft fieberhaften Anstrengungen, die England macht, um obtr vorn Verlas U t nicht ganz bereinigt ist von Schwaden des ißirauens und der Verärgerung ergibt ein Blick inte heutige englische Morgenpresse, in der Bal- tn|i »energisch aufgefordert wird, an Stelle der per- sMichen Fühlungnahme einzelner britischer Mini- fftl im Ausland, die zu so gefährlichen Festlegungen til Den Pariser Friedensplan führen könnten, wie- i'ei Den Weg diplomatischer Verhandlungen alten Äs einzuschlagen. ' llych in Paris ist die Nacht zum Donnerstag in ußerordentlicher Unruhe der Regierung ver- Iclgin. Für das Kabinett Laval hat sich durch i k «sensationellen Rücktritt des englischen Außen- i nii> ters und seine Begleiterscheinungen eine völlig 1 L und zwar sehr ernste Lage ergeben. Laval, l=i| Den Variser Plan so eilfertig, fa in Ansehung ite englischen Unterstützung so siegesgewiß der Möglichkeit. Die zur Erörterung stehenden Verhandlungen seien fehlgeschlagen, das Problem aber, das zu lösen sei, bleibe bestehen. Man stehe vor einem neuen und viel gefährlicheren Abschnitt des Krieges. Mit Ausnahme von England, das seine Flotte im Mittelmeer sowie Verstärkungen in Gibraltar und Aden zusammengezogen habe, habe kein anderer Staat einen Finger gerührt. Dem Ministerpräsidenten habe er seinen Rücktritt angeboten, da er sich darüber klar geworden sei, daß er einen großen Teil der öffentlichen Meinung nicht hinter sich h»be. Er wünsche, daß sein Nachfolger bei der Lösung der schwierigen Aufgaben mehr Erfolg und mehr Glück haben möge, als er selbst. Unmittelbar nach Schluß seiner Rede verließ Sir Samuel Hoare, von den körperlichen und seelischen Anstrengungen dieser Tage sichtlich mitgenommen, das Gesicht in beiden Händen verborgen, den Sitzungssaal. Als er vor den Bänken der Abgeordneten den Gang durchschritt, hatte es einen Augenblick den Anschein, als ob er zu Boden stürzen würde. Er riß sich jedoch mit aller Gewalt zusammen. von der Regierungpolitik ernstlich zu denken gegeben haben sollte. Der Völkerbund hat sich vorerst aus der Die Besprechungen hätten in einer wahren Kriegsatmosphäre begonnen. Es habe auf der Hand gelegen, daß die große Mehrheit der Genfer Mitgliedsstaaten gegen die Anwendung militärischer Sühnemaßnahmen war. Die Zeit habe gedrängt. Innerhalb von fünf Tagen sollte das Oelembargo in Genf behandelt werden. Er habe sich nicht berechtigt geglaubt, eine Vertagung des Embargos vorzuschlagen, wenn dem Völkerbund nicht hätte gezeigt werden können, daß die Verhandlungen praktisch begonnen haben. Es sei notwendig gewesen, einen Versuch zu machen, und wesentlich sei es gewesen, die englisch- französische Solidarität aufrechtzuerhalten. In diesem Geiste habe man sich auf die Vorschläge geeinigt. Das sei die einzige Rechtfertigung der Pariser Verlautbarung. Die Pariser Vorschläge seien ganz erheblich u n - günstiger für Italien als die Forderung, die Mussolini im letzten Sommer an Eden gestellt habe. Es gebe nur zwei Wege für die Beendigung des Krieges: entweder einen Frieden durch Vereinbarung oder einen Frieden durch Waffen st reckung. Er glaube an die erste Meisters: liigarfig. 5» e bisher nie unserer wich' ichzeitig durch r enlfrembel i heralivach' b unentMr* unseren ge» ir die Aaiur wunderbare ie S-hönheii n erschließen. n Göring- der Verteidigung Frankreichs. England habe die doppelte Aufgabe gehabt, in vollem Maße an dem kollektiven Vorgehen teilzunehmen und gleichzeitig zu versuchen, eine Friedensgrundlage zu finden. Eine neue Lage sei durch die Frage einer Del- sperre entstanden. Gesetzt der Fall, daß das Oel- embargo unter Mitwirkung der Nichtmitgliedsstaaten hätte in Kraft gesetzt werden können, so würde das Delausfuhrverbot unter U m ft ä n = den das Ende der Feindseligkeiten erzwungen haben. (Lauter Beifall.) Aber gerade deshalb wäre die Lage vom Standpunkt des italienischen Widerstandes sofort gefährlicher geworden. Von allen Seifen seien Berichte eingegangen, daß Italien ein Oelembargo als eine militärische Sanktion oder als Kriegshandlung ansehen würde. „Ich wünsche", so fuhr Hoare fort, „die Lage völlig klar zu stellen. Als Ration empfanden wir keinerlei Furcht vor irgendeiner italienischen Drohung. (Lauter Beifall.) Wie auch immer sich Italien verhalten haben würde, wir würden, wie die Geschichte lehrt, jeden Schlag mit Erfolg zurückgeschlagen haben." Ihm habe jedoch etwas völlig anderes vorgeschwebt. Ein isolierter Angriff dieser Art auf eine e i n; i g,e Wacht ohne die Gewißheit einer vollen Unterstützung der anderen Wachte hätte nach seiner Ansicht säst unvermeidlich zu der Auflösung des Völkerbundes geführt. Unter diesen Umständen habe er sich nach Paris begeben, wozu man ihn von allen Seiten in einer Weife gedrängt habe, daß eine Weigerung unmöglich gewesen sei. Oer Führer der arbeiterparteilichen Opposition, Major Attlee, begann mit der Feststellung, daß sich seine Partei mit keiner Erklärung der Regierung abfinden könne, aus der nicht klar hervorgehe, daß das Kabinett in seiner Gesamtheit die Verantwortung traoe und daß Hoare lediglich zum Sünden bock gemacht worden sei. Wenn der Rücktritt Hoares zu recht erfolgt sei, dann müsse auch die Regierung zurücktreten. Der Mißtrauensantrag drücke die Meinung des englischen Volkes über die englisch-französischen Friedensvorschläge aus, die dem Kaiser von Abessinien im Namen Englands als gerechte Bedingungen auf- gezwungen werden sollten. Die Opposition verlange den'Wid erruf dieser Bedingungen. Es entspreche nicht dem Sinn des Briten für Billigkeit und Gerechtigkeit, wenn dem Lande, das gefehlt Das englische Volk dürfe es feiner Regierung wohl zum letztenmal gestattet haben, an einer kollektivmahnahme teilzuneh - men, wenn das englische Volk feststellen müsse, daß England, indem es am Völkerbund fest- hält. sich bei der Durchführung einer Aufgabe, an der sich eigentlich alle beteiligen müßten, völlig allein sehe. Denn jedermann wisse, daß das Gebiet für die Anwendung dieser Grundsätze beim nächsten Wale in größerer Nähe Englands liegen werde, als dies jetzt beim Wittelmeer der Fall ist. Der Ministerpräsident bedauerte, daß der Völkerbund heute nicht alle Staaten umfasse; denn sonst würden seine Maßnahmen wahrscheinlich wirksamer sein. Der Völkerbund müsse die Gewähr haben, daß alle, die hierzu in der Lage wären, ihm sofort zu Hilfe kämen. Den Sühnemaßnahmen wohne eine außerordentlich starke Macht inne. Aber sie seien von wenig Wert, wenn sie nicht sofort angewendet werden könnten. Andernfalls bestehe die Gefahr, daß langsam ein Land nach dem andern in den Krieg verwickelt werde, so daß schließlich niemand das Ende voraussehen könnte. Wenn die betrübliche Angelegenheit des abessinischen Krieges beendet sei, würden die Mitglieder des Völkerbundes diese Dinge überlegen müssen. In einem modernen Krieg sei der Angreifer der Ueberlegene. Die Völker Europas müßten sich diese Tatsache vor Augen halten, wenn sie ihre Sicherheit bewahren wollten.. Er sei der Ueberzeugung, daß diese Frage bereits in jedem Land Europas bedacht werde. Die richtige Antwort sei zu finden, wenn der Völkerbund das tun würde, was alle erhofften, und wozu England seinen Anteil voll beizutragen bereit sei. Er habe bereits einmal darauf hingewiesen, daß es nicht leicht sei, den Frieden wiederherzustellen. Zum Schluß bat Baldwin um das Vertrauen des Hauses. Sir Austen Chamberlain führte dann u. a. aus: Aus der Erklärung Baldwins gehe hervor, daß die Pariser Friedensoorschläge, die auch unter den Negierungsanhängern Entrüstung hervorgerufen hätten, nunmehr tot seien. Wie er hoffe, werde sich das Unterhaus nun nicht darauf festlegen, daß Verhandlungen zur Beilegung des ostafrikanischen Konfliktes a n s i ch schon einen Treubruch gegenüber dem Völkerbund oder eine Verletzung der Bölkerbundssatzunq darstellten. Der Rücktritt Hoares sei ihm sehr nahe gegangen. Er hoffe aber, so erklärte Chamberlain Unter starkem Beifall der Negierungsanhänger, daß dies nicht die letzte Ministerrede Hoares gewesen sei. Der Hinweis des Führers der Opposition Attlee auf den Minister- vräfibenfen habe bei den Anhängern der Regierung Entrüstung und Ablehnung hervorgerufen. „Welche Ansichten wir auch von den Geschehnissen haben, welche Meinungsverschiedenheiten über die künftige Politik auch unter uns herrschen mögen, diese Herausforderung der Opposition wird jeder Regierungsanhänger Wider» st a n d entgegensetzen. Er sei ein überzeugter Anhänger des Völkerbundes gewesen, aber die übertriebenen Forderungen einiger Anhänger des Völkerbundes hätten ihn bestürzt gemacht. Auf den Schultern des Vertreters Englands habe eine viel schwerere Last geruht, als sie mit einem erfolgreichen Arbeiten der kollektiven Sicherheit oer- bar sei. Von allen Großmächten habe England allein Vorkehrungen für die Möglichkeit eines Kriegsausbruches ergriffen. Unter dem Beifall der Ministerbank schloß Sir Austen Chamberlain: „Das ist nicht kollektive Sicherheit. Alles mit allem, nichts allein, das sind die wirklichen Völkerbundsgrundsätze. Wenn andere Mächte diese Grundsätze ebenso treu befolgen und ebenso danach handeln werden, w i e w i r es tun und getan haben, dann wird der Völkerbund aus diesem Prozeß auferstehen und ein Angriff wird in der Zukunft schwieriger gemacht werden." Oer Führer der liberalen Opposition Sir Archibald Sinclair forderte ebenfalls den Rücktritt des gesamten Kabinetts. Sinclair und andere Oppositionsabgeordnete griffen den Ministerpräsidenten in schärfster Weise an und erklärten, es genüge nicht, daß er vohnV >nt! . Das Kabinett Baldwin behauptet sich siegreich. Der Mißtrauensantrag der Arbeiterpartei vom Unterhaus mit 397 gegen 165 Stimmen atgelehnt.-Sämtliche anwesenden Abgeordneten des Regierungsblocks stimmen fürBaldwm. X orls. !?. ^el ■r.i,n er« >gende Urnern S 4893 '00 Hi MO U' 66 A' 01 M,' iurttem' habe, ungeheure Zugeständnisse auf Ko st en des Opfers gemacht würden. Die Friedensbedingungen seien ein Betrug an der Wählers ch a f t, die man zur Unterstützung der Regierung überredet habe. Die ganze Welt sei entsetzt, daß England bereit sei, solche Vorschläge zu empfehlen. Ein Angriff auf einen Staat sei ein Angriff auf alle Staaten. Das sei der Sinn des Völkerbundes. Wenn die Regierung nicht von dem Pariser Friedensplan abrücke, werde die Welt in Anarchie und Krieg versinken. M'njsterprasident Sawwin begann mit Ausdrücken persönlichen Bedauerns über das Ausscheiden Hoares, mit dem er ein Dierteljahrhundert lang innerhalb und außerhalb der Regierung zusammengearbeitet habe. Hoare habe mehr als irgendein anderer getan, um 50 Nationen zu gemeinsamem Handeln zu- vereinen. sein, daß weite Kreise der französischen Bruch mit Italien b e - gleichzeitig große Nervosität London, 19. Dez. (DNB.) Die mit Spannung erwartete Unterhausaussprache über den italienischabessinischen Streit und die Pariser Friedensvorschläge begann am Donnerstag gegen 16 Uhr. Das Unterhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf den Tribünen hatten Vertreter des Diplomatischen Korps, Vertreter der Dominions und des Oberhauses Platz genommen. Auch der Prinz von Wales hatte sich auf der Galerie der Lords eingefunden. Als B a l d w i n mit sehr ernster Miene das Haus betrat, blieben die Beifallskundgebungen aus. Stattdessen erfolgten einige unterdrückte „Hört!-, Hört!"-Rufe auf den Bänken. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als der zurückgetretene Außenminister Hoare erschien und mit lauten Beifallskundgebungen von der Ministerbank empfangen wurde. Das Haus war mit einem Schlag vollkommen ruhig. Sir Austen Chamberlain, der in manchen Kreisen als der zukünftige Außenminister angesehen wird, räumte seinen Eckplatz auf der Regierungsbank für Hoare ein und ließ sich auf dem daneben befindlichen Sitz nieder. Diese Geste fand große Beachtung. Sir Samuel Hoare begann: Seit feinem Amtsantritt als Außenminister habe er die Dringlichkeit zweier großer Fragen erkannt: Erstens alles tun, was in feiner Macht stehe, um eine große europäische Feuersbrunst zu verhüten und zweitens nichts unversucht zu lassen, um einen Krieg zwischen Großbritannien und Italien zu verhindern. Jedermann müsse sich darüber klar gewesen r |ieoeiyU|Lcll Ull|Utliyunytli, Ult. X^iiyiuiiv Uiuuyi, der Mehrheitstheorie, als daß ihm nicht der Ab- feine ägypische Position gegen alle etwa kom- sall von fast zwei Ditteln der Radikalsozialisten1 menden Ereignisse zu wappnen. Welt übergeben hat, sieht sich gleichzeitig außenpolitisch allein gelassen und innenpolitisch dem entschlossenen Aufmarsch der Opposition für den 27. Dezember gegenüber. Ohne Zweifel hat der in einer theatralischen Szene und mit allem rhetorischen Pomp vor sich gegangene RücktrittHer- r i o t 5 als Vorsitzender der Radikalsozialistischen Partei die Bedeutung, daß Herriot lediglich auf einen äußeren Anlaß gewartet hat, um nun unbeschwert vom Amt eines Parteivorsitzenden die entscheidende Offensive gegen die Regierung Laval zu führen. Herriot ist ein viel zu versierter Anhänger tllon gerettet hat. ^tmn Sir Samuel Hoare im Vollbesitz seiner Slmisbefugniffe als Außenminister Großbritanniens flum Unterhause gesprochen hätte, würde er die Ziel- f chiie schwerer Angriffe geworden fein. So aber tiört ihn das Haus geduldig an, als er feine tMfertigungsrebe hielt. Und zum Schluß belohnte ich» nachhaltiger Beifall und eine ehrliche Sym- }Mehmbgebung. Der gestürzte Minister schalte ?wi Kernpunkte seiner Politik heraus, bie nicht rmr seine Meinung umreißen, sonbern wohl auch t!u i*es Ministerpräsidenten Balbwin: 1. bie Sorge um Die völlige Zerstörung b er Dölker- DiTbsibee im Kriegsfälle, den man übrigens int iner Weise zu fürchten habe, sonbern ben man not] historischer Überlieferung siegreich geführt Hilf; 2. bie Tatsache, baß Großbritannien ganz title i n ben etwaigen Angriffen Italiens preisge- I fei, weil keine anbere Völkerbunbsmacht auch iflir einen Finger gerührt hätte. Die Herausarbei- 1 jnt biefer beiden Gesichtspunkte genügt, um die ;|jD!»fpäItigfeit der europäischen Politik zu erken- iin und um darzutun, wie unerwartet schnell das sKcitom der kollektiven Sicherheit bereits Schiff- 1 gaqo gelitten hat und wie weit man davon entfernt ist nie Götter weiterhin anzubeten, denen man all Hit setzten Jahre hindurch geopfert hat. ZMwins Darlegungen haben das Unterhaus Er sei überzeugt, daß alles, was der Außenminister getan habe, sich nach Auffassung Hoares im Rahmen des Völkerbundes geh alten habe. An dem Sonntag, an dem in Paris bie entscheidende Aussprache stattfand, habe bie Verbindung zwischen Paris und Lonbon gefehlt. Montagfrüh habe er vor ber vollendeten Tatsache ge- tanben, als ein Brief Hoares aus Paris eintraf, in bem ber Außenminister um die Billigung des Kabinetts für feine Abmachungen ersuchte. Das Kabinett habe bie Vorschläge nicht gern g e - e h e n, ba sie z u weit gingen. Es hätte sie am liebsten geändert. „Obwohl wir alle verantwortlich mb", fuhr Baldwin fort, „ruhte bie Hauptverant- roortung auf mir, und so entschied ich sofort, daß ich meinen Ministerkollegen unterstützen müsse, der persönlich nicht anwesend sein konnte, um seine Beweggründe uns mitzuteilen. Ob das klug war oder nicht, ist eine andere Fruge." England sei bereit, in kollektiver Zusam- m e n a r b e i t seine Rolle in jeder Hinsicht zu erfüllen. Baldwin sprach das Wort „kollektiv" mit besonderem Nachdruck aus. Was einen Krieg ohne kollektive Aktion angehe, so werde Englands Haltung weder durch Furcht noch Besorgnisse bestimmt. eriglfchen Außenministers Hoare trotz der voran- aegtugenen Gerüchte sowohl in Paris wie in Lon- 1 fviA ddvs geradezu die Wirkung einer unerwartet hoch- 7/Zt! g.'flt igenen Mine gehabt hat, ohne daß man die । ctebren Folgen zur Stunde bereits annähernd zu umt ißen vermöchte. Noch die Londoner Regie- nin^sberatungen vom Dienstag hinterließen unge- ochdt der bis in das Kabinett hineinreichenden flp^fition gegen den Pariser „Friedensplan" den Qfnirucf, daß das Kabinett die Situation für Chflanb nur unter Preisgabe bes Pariser Planes "p Aiii t'tten versuchen wollte. Dem entsprachen einmal i Ü-FlZ nie Vorbereitungen ber Regierung für bie Unten hsmsitzung, in ber Hoare eine längere Begrünbung sfsrseine Haltung in Paris geben sollte, unb zwei- ttns bie Instruktionen für bie Stellungnahme (Ms in Genf. Gleichzeitig aber wuchs nach allen 05, r vorliegenben Melbungen bie Entrüstung über 6H»igenmäd)tige Vorgehen bes Außenministers in ®as in ber öffentlichen Meinung Englanbs zum Sllvm an; bei aller Anerkennung für bie ehrlichen Arkoensbemühungen Hoares wollte man ihm nicht tmrt ihen, baß er feine Befugnisse in Paris über- -f^trten unb seine Regierung unb fein Lanb ohne ..... !. :>r -rgehenbe ausführliche Information vor voll- piib e Tatsachen gestellt hatte. i r Verlauf bes Mittwochabenb in London trägt tzlkllll geradezu dramatischen Charakter. Es wird be- fllinit, daß die von Hoare fertig vorbereitete Unter- fjjiwrebe den Pariser Plan bis zu einem gewissen Ma e verteidigen und dabei u. a. feststellen will, väß der Völkerbund gegenwärtig außerstande sei, Üw erforderlichen weiteren Druck gegenüber Italien Ej «wenden — also eine Bankrotterklärung für (ißcr., die sowohl ber öffentlichen Meinung Englanbs ods auch ber offiziellen Politik Lonbons wiberfpre- caen würbe. Es kommt schließlich so weit, baß meh- nm Kabinettsmitglieber, unter ihnen auch ber Völ- fllibj rtbsminifter Eben unb ber Kriegsminister Duff (5[oo; er offen gegen ben Entwurf der Rede Stellung rinnen. Das politische Drama erreicht seinen Höhe- riiin't in dem Augenblick, wo nach der Darstellung MS.Daily Telegraph" Schatzkanzler Neville Cham- Mcin im Auftrag Baldwins den Außenminister Ej.cht und ihn über die ablehnende Haltung des Slobnetts gegenüber seiner Pariser Politik mit offenen Worten unterrichtet. Ob das Kabinett damit Außenminister den Rücktritt indirekt nahegelegt hjit »der nicht, ist unwesentlich. In jedem Fall ver- tlheiizrt Hoare Entschuldigungskorrekturen zu seiner und schickt Baldwin seine Rücktrittserklärung. Star diese sofort angenommen und, wie man hört, anitf von der Mehrheit des Unterhauses mit Er- Illictierung und Genugtuung ausgenommen wird, ff-tig dem Außenminister, daß er mit seiner Hal- »I so gut wie allein steht. Zweifellos wird man i m «weder in England noch in der Welt seine Sym- riioit e versagen, nachdem er durch seinen Rücktritt nie Regierung Baldwin aus einer kritischen Situa- i jjrgserfolg hervorging. Daß trotzdem die Luft h mat im Bild-Die Scholle fl MV ■ M Äa M JT I I fl V ■ W W ■ V ■ fl ■ ■ für Anzeigen von 22 mm Nonatr vezugspreir: ■ ■ ® ■ 3* ■ H WT H / [1 B I HQ| H Breite 7 Rpf., für Text- M 4 Beilagen RM.1.95 eÄ eg H ■ MI ■ ■ WfiL Q aL JM Q WK ® ■ M anzeigenvon70mrnBreite Ohne Illustrierte „ 1.80 WAf W ■ M ■ EL B W 50 Rpf..Platzvorschrift nach Mellgebühr.. -.25 M M BB BB 'w ■ vorh.Bereinbg.25°/„ mehr. KF V m »Ige höherer Gewalt • A •• xWa < < ** Stellen-, Vereins-, gemein« MW- Seneral-Anzeiger für Sberheffen ZW- n<* CJ.’ ® behördlicheAnzeigenbRpf, 8r nksurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitätZ.Vuch- und Zteindruckerei R.raage 'm Gießen. Zchristleitung und Geschastsftelle: Zchulstratze 7 MengenabschlüsieStaffel8 "Xlh ethbet, •)!^ । l°Nd, , M. feinen Kollegen vor die Wölfe werfe. Er müsse s e l b st die Folgen des Regierungsbeschlusses in der Frage der Friedensvorschläge auf sich nehmen. — Der arbeiterparteiliche Vertreter Sir Stafford Cripps erklärte, der Ruf seiner offenen und geraden Ehrlichkeit, den Baldwin genossen habe, sei durch die Pariser Vorschläge endgültig erschüttert worden. Oer konservative Lord Winterton brachte einen Abänderungsantrag ein, in dem erklärt wird, daß die Pariser Friedensvorschläge unannehmbar seien, und daß die Regierung zu der vom Außenminister im September in Genf dargelegten Politik zurückkehren solle. Die Tatsache, daß die öffentliche Meinung bereits zwei englische Außenminister aus Amt und Würden getrieben habe, sei ein Beweis für die Stärke, aber nicht notwendigerweise für die Weisheit der Demokratie. Seiner Meinung nach habe England gegenwärtig allen Sinn für das Erreichbare verloren. Das englische Parlament lebe in einer völlig falschen Atmosphäre und beurteile die eigentliche Lage, die in Wirklichkeit sehr gefährlich sei, von einer falschen Warte. Der Führer des linken Flügels der Arbeiterpartei, Maxton, erklärte anschließend, der ganze Völkerbund sei ein Schwindel und eine kapitalistische Organisation. Kollektive Sicherheit durch kollektives Handeln Schahkanzler Aeville Chamberlain erklärte, die Behauptung der Opposition, daß die Regierung Hoare zum Sündenbock für ihren Fehler gemacht habe, sei unfair. Baldwin habe offen zugestanden, daß er einen Fehler begangen habe, er habe nicht versucht, die Gesamtverantwortung des Kabinetts zu verneinen. Es fei unwahr, daß Baldwin versucht habe, das Unterhaus oder das englische Volk zu täuschen. Tatsache sei, daß die Regierung die einzelnen Punkte der Friedensoorschläge nicht vor Montagnachmittag gekannt habe. Im Unterhaus sei gefragt worden, ob England Versicherungen der sofortigen und unmittelbaren Unterstützung im Falle eines italienischen Angriffs erhalten habe. Die Antwort laute: England hat Versicherungen von Frankreich erhalten, daß es uns zu Hilfe eilen wird. Wenn der Völkerbund die Anwendung von Oelsanktionen beschlösse, die wirksam wären, und wenn wir ferner überzeugt wären, daß alle Völkerbundsmitglieder, die in Frage kommen, nicht nur Versicherungen abgeben, sondern tatsächlich bereit sind, ihre Rolle bei der Begegnung eines Angriffes zu spielen, der vielleicht plötzlich und unerwartet sein könnte, so sind auch wir bereit, unsere Rolle zu spielen und der Anwendung von Oelsanktionen zuzustimmen. Chamberlain dementierte energisch das Gerücht, daß Verhandlungen zwischen Rom, Paris, Berlin und London über eine Völkerbundsreform und die Schaffung eines Viermächtedirektoriums im Gange seien. Diese Gerüchte seien völlig unbegründet. Nichts hat sich in der Stellungnahme der Regierung gegenüber dem Völkerbund geändert. Wir haben bei der Anwendung der bisher verfolgten Politik einen Fehler gemacht, aber wir werden auch in der Zukunft recht haben, wenn wir jede Gelegenheit zur Verhandlung über einen für den Völkerbund annehmbaren und von den beiden Streitparteien angenommenen Frieden ergreifen. Andernfalls stehen wir wie bisher f ü r kollektive Sicherheit durch kollektives Handeln. Der Völkerbund muß schrittweise vorgehen, wie ein kleines Kind, das gehen lernt, bis er das Vertrauen der Welt gewonnen hat. Seif Beginn des Streites hat er riesige Fortschritte in der Gewinnung dieses Vertrauens gemacht. Wan muh einsehen, daß die letzten hinter dem Völkerbund stehenden Sühnemahnahmen stets Gewalt bedeuten. Solange die Völkerbundsmitglieder nicht bereit sind, sich auszurüsten, damit sie jeder Drohung eines Angreifers begegnen können, und solange sie nicht bereit sind, diese Ausrüstung im Notfälle zu gebrauchen, solange können sie nicht mit der Erzielung eines vollständigen Erfolges rechnen. Die Abstimmungen. Das Unterhaus lehnte am Schluh der Aussprache den Wißkrauensankrag der Arbeiterpartei mit 3 9 7 gegen 165 Stimmen ab. Der Antrag der Arbeiterpartei war als eine Verurteilung der Frledensvorfchläge abgefaht worden. Die Regierung hatte jedoch erklärt, dah sie ihn als Mhtrauensantrag behandeln werde. Das Unterhaus nahm in einer zweiten Abstimmung den A b - änderungsantrag des konservativen Lord Winterton mit 390 gegen 165 Stimmen a n. Der Antrag lautete: Dieses Haus ist der Ansicht, dah alle Bedingungen für eine Regelung des italienisch- abessinischen Konfliktes dergestalt sein müssen, dah sie der Völkerbund annehmen kann, und versichert gleichzeitig die britische Regierung seiner v o l l st e n Unterstützung in der Verfolgung der Auhenpolitik, die im Regierungsmani- f e ff dargelegf und vom englischen Volk bei den kürzlichen Neuwahlen angenommen wurde. 3n beiden Fällen stimmten sämtliche anwesenden Wit- glieder der Regierungsparteien für die Regierung und die gesamten Oppositionsvertreter gegen die Regierung. Die britische presse wenig befriedigt. Konservative Blätter fordern Vückkehr zur „alten" diplomatischen Methode. London, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Morgenpresse kommt noch einmal die tiefe Er- regung zum Ausdruck, die ein Kennzeichen der gestrigen parlamentarischen Aussprache über den englisch-französiscben ,-Friedensplan" war. Das Urteil geht dahin, baß von den für die Pariser Vorschläge verantwortlichen Staatsmännern S i r Samuel Hoare noch am besten abgeschnitten habe, während Baldwins Rede auch von der Rechten weniger freundlich b.e u r t e i l t wird. Indessen wird anerkannt, daß die Regierung sich aus einer ungemein schwierigen Lage so gut herausgezogen hat, wie die Umstände es erlaubten. Dies wird durch die Abstimmungszahlen bestätigt. Von 431 Mitgliedern der Regierungsparteien waren 397 anwesend, die ohne Ausnahme gegen die Mißtrauenserklärung der Arbeiterpartei gestimmt haben. Der liberale „News C h r o n i c l e" wendet sich scharf gegen die Arbeiterpartei und sagt, die Regierung sei aus ihrer bedenklichen Lage nicht von Baldwin, sondern von dem Arbeiterparteiführer Attlee gerettet worden, der die Regierung vom reinen Parteistandpunkt aus angegriffen habe. Attlees Aeußerungen gegen die persönliche Ehrenhaftigkeit Baldwins hätten Sir Austen Chamberlain eine wirksame Losung gegeben und viele Dutzende von Unterhausmitgliedern, die sich sonst zum mindesten der Stimmabgabe enthalten hätten, um die Negierung geschart. Die rechtskonservative „M o r n i n g p o st" übt bittere Kritik an der Haltung Baldwins und der Mehrheit des Kabinetts. Das Blatt macht es Baldwin besonders zum Vorwurf, daß er es unterlassen habe, auf die Fragen zu antworten, die er selbst in seiner früheren Rede aufgerollt habe. „Was waren z. B. die furchtbaren Geheimnisse, bezüglich deren seine Lippen versiegelt waren? Wir werden es niemals erfahren?" Auch der der Regierung nahestehende „Daily Telegraph" kritisiert die Regierung streng. Es sei klar, daß an dem bewußten Sonntag keinerlei Verbindung zwischen dem Außenminister und dem Ministerpräsidenten bestanden habe. Indessen gebe es private Telephonlinien zwischen London und Paris, wenn die notwendigen Vorkehrungen getroffen würden. Daß hierfür nicht vorgesorgt war, zeige, daß Hoare mit uneingeschränkter Vollmacht zum Abschluß einer Vereinbarung nach Paris gegangen sei. Dies sei eine Methode der neuen Diplomatie. Es sei begrüßenswert, daß Baldwin nachdrücklich erklärt habe, daß man zu den zuverlässigeren Gewohnheiten der alten Diplomatie zurückkeh- r e n werde. „Time s" erklärt sich ebenfalls mit der Ankündigung Baldwins einverstanden, daß die Methode persönlicher Verhandlungen von Ministern in fremden Hauptstädten von Nachteil sei und daß, abgesehen von den regelmäßigen Zusammenkünften der Außenminister in Genf von jetzt ab wieder der diplomatische Weg benutzt werden sollte. Ebenso wie andere Blätter unterstreicht „Times" die Notwendigkeit, daß ein kollektives Vorgehen auch kollektiv unter ft ützt werden müsse, und daß es ein unmöglicher Zustand sei, wenn England der einzige Wächter einer Sache bleibe, die alle angehe. Es wäre besser gewesen, in Genf offen zu erklären, die Oelsperre müsse auf- geschoben werden, solange irgendein führender jölkerbundsstaat nicht bereit sei. an Vorsichtsmaßnahmen gegen „italienische Rücksichtslosigkeit" teilzunehmen, anstatt eine Verhandlungsgrundlage vorzuschlagen, die das Opfer eines Angriffes preisgebe. „Daily Mail" sagt, die Regierung hätte selbst zurücktreten sollen, anstatt Hoare zu ihrem Sündenbock zu machen. Die Verteidigungsrede des bibsherigen Außenministers sei großartig gewesen, und es sei erfreulich, daß die gefährliche Oelsperre jetzt für unbegrenzte Zeit aufgeschoben sei. „Daily Expreß" sagt voraus, daß die Freunde Abessiniens, ihren Beschluß, den Pariser Plan zu verwerfen, noch bereuen würden. Am die Nachfolge Sir Samuel Hoares. London, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) In politischen Kreisen werden als mögliche Nachfolger Hoares immer noch Lord Halifax,SirAu st en Chamberlain und Eden genannt. Eine Kandidatur von Lord Halifax gilt nach dem „Daily Telegraph" aber nicht als wahrscheinlich, da die Besetzung des Postens des Außenministers durch ein Mitglied des Oberhauses Schwierigkeiten machen würde. Zugunsten der Ernennung Edens werde angeführt, daß sie die Versicherungen der Regierung über Fortsetzung der Völkerbundspolitik bekräftigen. Wie die „Times" berichtet, wird Sir Austen Chamberlain nach wie vor an e r ft e r Stelle genannt. Man fei der Auffassung, daß er das allgemeine Vertrauen wieder herstellen könnte. Allgemein werde erwartet, daß der Marineminister Lord- Mo n s e l l nach Beendigung der Flottenkonferenz zurücktreten, und daß es im Frühjahr 1936 möglicherweise eine ausgiebigere Umbildung des Ministeriums geben werde, als nach den Parlamentswahlen. Abessiniens Antwort. Der Friedensvorschlag wird abgelehnt. Addis Abeba, 19. Dez. (DNB.) Die abessinische Regierung überreichte dem britischen und dem französischen Gesandten ihre Antwort auf die von Laval und Hoare ausgearbeiteten Friedensvorschläge. Abessinien lehnt die Pariser Vorschläge restlos ab. Es weist darauf hin, daß Italien die Verträge von 1908 und 1928 nicht eingehalten habe und nun „als Belohnung für einen unberechtigten Angriff" auch noch Gebietsforderungen stelle. Italien, das die Zivilisation nach Abessinien zu bringen verspreche, bombardiere Hospitäler und Ambulanzen und töte Frauen und Kinder. Es breche jegliche internationalen Vereinbarungen. Die abessinische Regierung sei entschlossen, auch ohne die nötigen Kriegsmittel im Vertrauen auf Gott und die Gerechtigkeit das Land bis zum äußersten zu verteidigen. In der Note wird weiter die Erteilung von wirtschaftlichen Sonderkonzessionen an Italien abge- lehnt. Die Regierung begründet dies mit den Bestimmungen des Vertrages von 1908, der allen 21 u 5 l ä nbern volle Gleichberechtigung eingeräumt habe. Die Note schließt mit den Worten: „Wir haben Vertrauen zur englischen und französischen Regierung und allen Mitgliedern des Völkerbundes, die den Streitfall geprüft haben und die 3talien als Angreifer erklärten. l'iB I die Ratsmitglieder efroa noch einzuziehenden gibt, im Geiste der fahung zu prüfen". Der Ratspräsident richtete an Informationen er- Völkerbunds- tnnsatz Lina ui Mer me iothütd töingenb^ st Ä erreii ßinfri imI »Berti 1EI31 bui Ilqs SA Isie Straf Dgte ge( roiann,! hruno 5 tlerf a Ziele » w die Frage, ob sie dazu Bemerkungen zu machen hätten. Da keine Wortmeldung erfolgte, erklärte er die Entschließung für angenommen. Damit war die Sitzung und Tagung beendet. Auch die Sitzung des 16er-Ausschusses, die sich an die Ratssitzung anschloß, war von überraschend kurzer Dauer. Der Ausschuß nahm lediglich die Mitteilung seines Vorsitzenden Vasconcellos entgegen, daß sich die Lage seit der letzten Sitzung nicht geändert habe, daß d i e Sanktionen infolgedessen ihren Fortgang nehmen und daß der Ausschuß mit dem 13er- Komitee in Fühlung bleiben werde. Von einer Verschärfung der Sanktionen ist also heute nicht die Rede gewesen. peinlicher Eindruck in Paris. Sonderbare Rolle des sowjetrussischen Botschafters. Paris, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unzufriedenheit herrscht in französischen Kreisen, daß der Völkerbund Frankreich und England nicht größere Dankbarkeit für ihren mißlungenen Vermittlungsversuch bezeugt habe, als er die Sache wieder in die eigene Hand genommen habe. Der „Matin" erklärt, der Völkerbundsrat hat in neun Minuten, der Achtzehner-Ausschuß in drei Minuten den Regelungsentwurf begraben. „Petit Parisien" führt eine Bemerkung an, die in Genf gefallen sei: Mussolini habe durch seine Rede in Pontinia nicht nur alle Brücken abgebrochen, sondern außerdem noch auf die \tnen mit fomei yr nod) nv Wniichen liSten sind Meschiet Maten fi Der Völkerbundsrat tritt nicht in eine Aussprache -erpariserKriedeusfonnel ein 11 b e v t e i meine t i, Derhän M gelu" Mer, g s rrsroo M lvorc i’^rnar c M zu vei Jjen Deu Mnlpoliti jjrrett Jlerfunb jrt endlic Hig, for Jilins n kggteit d M Staa Nun es kc ziehen, Krisenstimmung auch in Paris Laval will seinen Posten behaupten. ein,' i ,stE ' |pieW । unß 1 del oer L in 1 Genf, 19. Dez. Im Völkerbundsrat teilte der Ratspräsident mit, daß die 13 nicht am Streit beteiligten Ratsmitglieder am Vormittag einen Meinungsaustausch hatten, dessen Ergebnis ein Entschließungsentwurf über die englisch-französischen Vorschläge sei, der folgendermaßen laute: „Der Raf dankt den Delegierten Frankreichs und Englands für die ihm gemachte Mitteilung über die Anregungen, die sie den beiden Parteien zum Zwecke einer Schlichtung unterbreitet haben. Angesichts des vorbereitenden Charakters dieser Anregungen, den die beiden Mächte selbst hervorgehoben haben, glaubt der Rat, daß kein Anlaß besteht, sich schon jetzt über fie auszusprechen. Der Rat be- auf fragt das 13er-komifee, d i e g e- f a tn f e Lage, fo wie fie sich aus den von ihm Paris, 20. Dez. (DNB.) Die durch den Rücktritt Herriots und Sir Samuel Hoares und die Rede Mussolinis in Pontinia in der französischen Hauptstadt ausgelöste Krisenstimmuna gibt zu den verschiedenartigsten Vermutungen Anlaß. In gewissen Kreisen wird erklärt, Herriot sei nur deswegen vom Parteivorsitz der Radikalsozialistischen Partei zurückgetreten, weil er bei einem Rücktritt des Kabinetts Laval nicht Ministerpräsident, sondern Außenminister werden wolle. An sich habe Herriot die Absicht gehabt, auch als Minister zurückzutreten. Dann würde aber auf ihn die Verantwortung gefallen sein, die Regierungskrise ausgelöst zu haben. Darum ziehe Herriot es vor, die Regierung Laval durch die Kammer stürzen zu lassen Laval wiederum habe keine Neigung, sich durch die Kammer stürzen zu lassen, sondern wolle lieber vor einer Kammerabstimmung freiwillig zurücktreten. Laval trifft am Freitag früh wieder in Paris ein. Schon von Genf aus wurden die Gerüchte, die von seinem bevorstehenden Rücktritt sprachen, in Abrede gestellt. Laval soll dazu erklärt haben: „Vielleicht herrscbt in der Welt eine Rücktrittsepidemie; icy fühle mich aber davon nicht a n- g e ft e cf t." Außerdem soll der Ministerpräsident noch darauf hingewiesen haben, daß er, wenn ei amtsmüde märe, sich vor seiner Abreise nach Genf in der Kammer doch nicht so viel Mühe gegeben hätte, seinen Sturz zu verhindern. In Paris glaubt man außerdem, daß der Präsident der Republik, falls Laval doch zurückzutreten wünschte, sein Ge! such zunächst nicht annehmen, sondern ver. langen würde, daß die Regierung Laval zunächst einmal fürdie VerabschiedungdesHaus- haltsplanes im Parlament sorge. Herriot hat in einem Schreiben an den Vor. stand der radikalsozialistischen Kammergruppe erneut eine Zurücknahme seiner Rücktritt 5. e r f l ä r u n g als Parteivorsitzender abgelehn( Schon seit langem — so sagt er — habe er dq ständigen Widerspruch gefühlt, der zwischen Pflichten eines Parteivorsitzenden und be? Pflichten eines M i n i st e r s bestehe, der die Partei im Kabinett vertreten soll. Dieser Gegensatz bet Pflichten habe ihn in Gefahr gebracht, nach der einen oder nach der anderen Seite illoyal zu er. scheinen. Daher habe er sich für den Rücktritt ent. schieden, den er bereits im Juli angekündigt habe. [Berti ikichskrie reichst Brückenbau-Pioniere geschossen. — In Genf sei man überzeugt, daß Italien eine prachtvolle Gelegenheit verpaßt hal^ bei der es zum billigsten Preise sein« Ko lonialpläne hätte verwirkliche, können, eine Gelegenheit, die kaum noch ein« mal wiederkehren würde. Die Entschließung des Völkerbundsrates enthalte eine mißbil, ligende Spitze gegen England und Frankreich, die undankbar klinge gegenüber Laval und Sir Samuel Hoare —, die ihre persönliche Stellung für den Sieg des Friedens auf das Spiel setzten, wäh- rend sich ihre Kollegen auf die bequeme Kritik be- schränkt hätten. Die Stelle soll auf den sowjetrussj. schen Botschafter in Paris, P 0 temkin , zurück- gehen, also den Vertreter eines Landes, das durch Frankreichs Vermittlung erst vor einem Jahre zuni Völkerbund zugelassen worden sei. „Le Jour" bedauert, daß Mussolini denen, die ihn verteidigen, ihre Aufgabe nicht erleichtert habe. Je mch sich Italien gegenüber dem aufgewühlten Europa absondere, um so mehr sei das in feinem Widerstand verzweifelte Italien eine nahezu sichere Kriegsgefahr. Oer abessinische Ourchbruchsversuch am Takazze gescheitert? Asmara. 20. Dez. (Funkspruch des krlegsbe- richferffaffers des DNB.) Der abessinische Durch- bruchsversuch am Takazze kann als gefcheifer! bezeichnet werden. Besonderen Anteil an den Kämpfen hatten neben den Askaris die Abteilungen der' Schwarzhemden. Der Hochgebirgscharaktei des Kampfplatzes gestaltete die Kämpfe be- sonders schwierig. Wan schätzt hier die Verlage, die die Abessinier bei diesen Kämpfen haften auf über 1000 Wann. Die italienischen Flieger haben häufig eingegriffen. So haben allein im Laufe des Wittwochs nicht weniger als sechs Bombenangriffe ffaftgefunden. Die Bomben fallen unter den Abessiniern große Verluste gebracht haben. * Rach abessinischen Meldungen von der Nordfront hat die lebhafte Gefechtstätigkeit in der Provinz Schire noch nicht nachgelassen. Dir abessinischen Truppen machen unter erbitterten Kämpfen langsam weitere Fortschritte. Das Hauptziel ihrer Anstrengungen richtet sich aus die heilige Stadt A k s u m und auf A d u a. Die Verluste sind auf beiden Seiten groß. Die Italiener verwenden zu ihrer Verteidigung vor allem Tanks und Flugzeuge. §1 lt Uuns Ul t Werwaa) ;;.*S «*. Verpflichtung desBeirats derWirtschasts. f ommer Hessen. j Präsident Liier und Staatssekretär poste sprechen über die Aufgaben der mirt schastlichenOrganisationen im Aufbau der nationalsozialistischen Volkswirtschast Frankfurt a. M., 19. Dez. (Fwd.) Im großen Sitzungssaale der Industrie- und Handelskammer fand die Verpflichtung des Beirates der Wirtschaftskammer Hessen durch deren Leiter Präsident Dr. Karl L ü e r statt. Dr. Lüer begrüßte u. a. den Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, Staatssekretär P 0 s s e und führte dann u. a. aus: Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft baut sich auf die zwei Säulen der regionalen und der fachlichen Gliederung auf, wobei jede ihre eigene Daseinsberechtigung hat. Ihre Zusammenfassung bedeutet nicht, daß eine Vermischung der Aufgabengebiete eintritt. Die Industrie- und Handelskammern werden als öffentlich-rechtliche Berufsvertretungen für die Zusammenfassung aller Kräfte von Industrie, Handel und Gewerbe sorgen, die fachlichen Vertretungen werden die ihnen angeschlossenen Unternehmungen zu beraten haben. Im Rhein-Main-Ge- biet war ein kämpferischer Gegensatz zwischen der regionalen und der fachlichen Arbeit auch bisher nicht eingetreten. Die Arbeit der Bezirks-Wirtschaftskammer wird über die Zusammenfassung der Tätigkeit der Industrie- und Handelskammern und der durch sie vertretenen Wirtschaftszweige hinausgehen, als das Handwerk, die Landwirtschaft und die kommunale Selb st Verwaltung ihre Führer in die Bezirks-Wirtschaftskammer entsenden. Aus der gemeinsamen Arbeit darf das Handwerk erwarten, daß es über die ihm ohnehin zufallende Befriedigung des örtlichen Bedarfes hinaus pr Mitarbeit an regionalen Aufgaben ftärter herangezogen wird. Das gleiche gilt für die Landwirtschaft. Wir im Gebiete müssen die verschiedensten landwirtschaftlichen Produkte aus «ruderen deutschen Gegenden beziehe», verfügen aber ebenso über eine reiche Fülle wertvoller 6pe* zialkulturen, die über den eigenen und reichsdeut- sehen Bedarf hinaus auch im Auslande geschätzt sind. Die Wirtschaftskammer werde ihre besten Kräfte zur Verfügung stellen, um auch der zwei- ten Erzeugungsschlacht zum Erfolge zu verhelfen. Eine enge Zusammenarbeit soll mit den Gemeinden noch stärker verknüpfen. Es wer« den keine Veränderungen innerhalb eines größeren Unternehmens mehr vorkommen, die dessen wirtschaftliches Schwergewicht so weit verlagern, daß daraus verhängnisvolle Nachteile für das Gemein« wesen entstehen können. Für Worms, Wiesbaden, Hanau und Offenbach, das Westerwald- und Lahn- gebiet, sowie gewisse Wirtschaftszweige in Frank« furt sind Verhandlungen im (Bang, die mit der tätigen Mitarbeit der Gemeinden erfolgreich wer« den können. Die Wirtschaftskammer ist dazu berufen, bns Wirtschaf tsamt der DAF. zu fein. B« ber Arbeitsfront liege der Schwerpunkt auf dein (Bebiet der Sozialpolitik, bei der Organisation der gewerblichen Wirtschaft auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik. Durch das Wirtschaftsamt der Bezirks-Wirtschaftskammer soll der notwendige Ausgleich erfolgen, eben für jeden Nationalsozialisten selbstverständlich. Die Wirtschaftskammer wolle der Wirtschaft nicht befehlen, sondern ihr raten uni helfen. Die Wirtschaft soll geführt werden, nicht mit Befehlsgewalt, sondern aus jener Auffassung des Führergedankens, daß der Führer der erste urw beste Kamerad fein muß. Staatssekretär Posse entwickelte Richtlinien, wie sie zwischen dem Staate und der Wirtschaft und der Gesamtheit der wirt- schaftlicheu Orgarüjatiou zu gelten haben. 6s» -«Ad®®®986' wlm»s£ö\.wte6'' k ^6»^ MW nähme seines grohe^ nmunistenprozeh wegen des am 15. Oktober rchaeführten Feuerüberfalls auf L ■ ß o f a t in der Richardftraße in Neukölln naren über linie, über Deutschland eingeführt werden sollte. Wetterbericht schreibens von lenen. Die Gesandten wurden eingeführt durch den neuen Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Bülow-Schwante. Schuljunge durch explodierende Patrone schwer verletzt. Zwei Jungen aus Schloßböckelheim bei Bad Kreuznach hantierten auf dem Schulweg an einer Patrone herum und überlegten, wie sie das gefährliche Spielzeug zur Explosion bringen könnten. Sie zündeten schließlich ein Feuer an und warfen die Patrone in die Glut. Aber die erwartete Explosion blieb aus. Einer der Jungen nahm nun die Sie Strafanträge im Berliner Kommunistenprozeß. gesunde M i - i Zentralisierung tidjld Ul«"' n if j. Die AM y allem Wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilte der Volksgerichtshof in Berlin den 29- jährigen Alfred Weber zu 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Weber gehörte zu den führenden Funktionären, die nach Der Machtübernahme^ durch die NSDAP, versucht hatten, den zerschlagenen Parteiapparat der KPD. wieder aufzurichten. Besonders war er in Chemnitz tätig. In Prag verhandelte er u. a. mit tschechoslowakischen KPD.-Funktio- die Einrichtung einer geheimen Kurier- die kommunistisches Hetzmaterial nach Elngekeitet wurde das große Filmwerk durch einen 1 vorzüglichen Ufa-Kulturfilm über die alte Krö- < nungsstadt Krakau. Deutsche Aufführung von „Tristan und Isolde" . in Paris. In Form eines Gala-Abends gelangte in der Pariser Komischen Oper „Tristan und Isolde" von Wagner in deutscher Besetzung unter der musi- 1 kalischen Leitung von Musikdirektor Karl Elmen - . borff, Wiesbaden, zur Aufführung. Julius Pölzer von der Staatsoper Dresden als Tristan ! und Frau Jo st-Arden von der Kölner Oper 1 als Isolde begeisterten die Zuhörer sowohl durch , ihre gesanglichen als auch ihre schauspielerischen Leistungen und riefen nach jedem Akt wahre Stürme der Begeisterung hervor. Die überaus herzliche Aufnahme galt auch der Brangäne (Frau Magda Strack, Frankfurt a. M.), Hans Hermann Nissen, München, in der Nolle Kurwe- nals und Herbert Alsen, Wiesbaden, als König Marke, und vor allem der vorzüglichen Leistung des Dirigenten Elmendorfs, der das Orchester jederzeit meisterhaft in den Händen hatte. Die Spielleitung lag in Händen von Friederici, Wiesbaden, der mit dem an modernen deutschen Verhältnissen gemessenen beschränkten Material vorzügliche Bühnenbilder schuf. Eine grandiose filmische Symphonie der deutschen Wehrmacht. Am 30. Dezember wird in Berlin der von Leni Riefenstahl im Auftrage der Partei gedrehte Film vom Tage der Wehrmacht beim Parteitag der Freiheit 1935 zusammen mit einem neuen Ufa-Filrnwerk aus Ostpreußens Geschichte „Der höhere Befehl" zur Uraufführung kommen. Ursprünglich war der Bildstreifen von den Wehrmachtsvorführungcn beim ersten Parteitag im Zeichen der wiedergewonnenen Freiheit für das Filmarchiv der NSDAP, bestimmt. Man muß, nach der Vorbesichtigung durch die Presse, der Partei dafür dankbar sein, daß sie sich entschlossen hat, aus den wundervollen Aufnahmen einen eigenen Film Herstellen zu lassen, den Leni R i e f e n st a h l zu einer grandiosen Symphonie der deutschen Wehrmacht komponiert hat. Der Film hat denn auch die höchsten Auszeichnungen erhalten und wurde als staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll und volksbildend anerkannt. Es handelt sich nicht um eine bildliche Aneinanderreihung der Vorgänge, die sich am Tage der Wehrmacht vor vielen Hunderttausenden 'abspielten, sondern um eine durchaus selbständige Schöpfung von einer großartigen bildmäßigen Auffassung. Aus aller Well. Keine Filmvorführungen am heiligen Abend. Im Einvernehmen mit dem Präsidenten der Reichsfilmkammer hat der Reichsverband Deutscher Filmtheater e. V. angeordnet, daß — ebenso wie 1 im Vorjahre — sämtliche deutschen Filmtheater I am 24. Dezember 1935, also am Tage des Heili - । gen Abends, geschlossen zu halten sind. 1 Durch diese Anordnung soll sowohl dem Filmthea- 1 terbesitzer als auch der Gefolgschaft die Möglichkeit geboten werden, den Heiligen Abend im Kreise der Familie zu verbringen. Um Unklarheiten zu vermeiden, wird besonders darauf hingewiesen, daß am ganzen Tage des 24. Dezember keinerlei Filmvorführungen irgendwelcher Art in den Film- . theatern stattfinden dürfen. Zeih liefert ein Planetarium nach Japan. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Die Firma Carl Zeiß, die vor wenigen Wochen erst den Auftrag für den Bau eines Zeiß - Pla - netariums für die Pariser Weltausstellung 1937 erhalten hat, hat nunmehr auch einen Vertrag wegen Lieferung des Instruments mit Zubehör und Zusatzgeräten für ein Zeiß-Planetarium nach Osaka (Japan) abgeschlossen. Das Planetarium soll in dem obersten Stockwerk der „Electric Science Hall", die schon fast fertig ist, eingebaut werden. Es ist das erste Zeiß-Planetarium im Fernen Osten und das 29. feiner Art, das es bisher im In- und Auslande gibt. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft sand unter dem Vorsitz des Reichsernah- rungsministers Darrs eine ordentliche Sitzuna des kürzlich eingesetzten Ausschusses statt, der sich mit der Prüfung der Ursachen und Wirkungen des Schweinemordes von 1915 zu beschäftigen hat. Kunst und Wissenschaft. Pllsudskt, Polens Volksheld, im Film. Farlin, 19. Dez. (DNB.) Nach mehrtägigem > MÜtvyer der Staatsanwaltschaft wurden im SBer» ngen von ßjrj Kommunistenprozeh wegen des am 15. Oktober fäfigfeü in' if|)3i burchaeführten Feuerüberfalls auf elaffeiUMlis SA.-Lokal in der Richarbstraße in Neukölln fet erbilltrt 5trafanträge gestellt. Der Staatsanwalt bean» orischriütMss? gegen Walter Schulz, Paul Zimmer- ... ...a. tzrukw Schröter, Helmut Schmeers, neu- o Blank, Karl Beuschel und Paul ßer ( wegen Mordes, versuchten Mordes und (jjiDiren Landfriedensbruchs die T odesstrafe. des Reichswellerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Durch eine über Deutschland zur Entwicklung gekommene Tiefdruckstörung wurden sowohl aus dem Mittelmeergebiet als auch vom Atlantik her feuchtere Luftmassen herangeholt. Sie kamen an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten und gaben in der Nacht zum Freitag auch in unserem Bezirk Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen. Im nachfolgenden Zwischenhoch ist zunächst Aufheiterung und, begünstigt durch die verbreitet liegende Schneedecke, stärkeres Anziehen der nächtlichen Fröste zu erwarten, später das Eingreifen Der zur Zeit über der Bis- caya liegenden Störung wahrscheinlich. Aussichten für Samstag: Nach anfänglicher Aufheiterung und verstärkten nächtlichen Frösten wieder neue Bewölkungszunahme und später auch Neigung zu leichtem Schneefall, Windrichtung wechselnd. Au ssichten für Sonntag: Fortdauer der kalten und zu Schneefall neigenden Witterung. Winterfport-Wetternachrichlen. Vogelsberg. Hoherodskopf: Schneefall, —8 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Herchen- hainer Höhe: Schneefall, —5 Grad, 42 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Schneefall, —7 Grad, 21 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. — Großer Feldberg: Schneefall, —6 Grad, 25 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. v Schwarzwald. Feldberg: Nebel, —8 Grad, 125 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Patrone wieder aus dem Feuer, besah sie sich unb gab sie seinem Kameraden, in dessen Händen die 'Patrone wenige Minuten später explodierte. Der Junge wurde dabei so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Jude wegen Rassenschande verurteilt. Vor den Mannheimer Gerichten kam zum erstenmal ein Fall von Rassenschande zur Verhandlung. Die Zweite Große Strafkammer des Landgerichts Mannheim verurteilte den 45 Jahrs alten, zweimal geschiedenen Juden Felix Mende l s o h n aus Frankfurt a. M., wohnhaft in Mannheim/ wegen eines Verbrechens nach § 5 in Verbindung mit § 2 des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. — Seit ungefähr bry Jahren lebt Mendelsohn mit einer arischen Frau zusammen und stand nun unter der Anklage, auch nach Inkrafttreten des Nürnberger Gesetzes, zumindest bis 18. September, mit der Frau intimen Verkehr gepflogen zu haben. Nur wegen seiner Kriegsdienst- leiftüng und weil das Verhältnis schon längere Zeit bestand, konnte das Gericht von einer Zuchthausstrafe absehen. M. befindet sich feit 3. Oktober in Untersuchungshaft, die ihm aber nicht angerechnet wird. Zwölf Jahre Zuchthaus für einen KPD. Funktionar. M Aufstellung von Richtlinien und zu deren U-Krwachung herangezogen werden, nicht aber zur Qn ben s Lurhführung der Richtlinien, Die unten flu erfolgen iruppeDie Zusammenarbeit mit den Behörden, Ücktrit! Milden Staats- und Parteidienststellen sei für die bgele/Mirlchaftsorganisatianen unentbehrlich und müsse habe er me t stärker wie bisher gepflegt werden. Aschen Z ele deutscher Sozialpolitik. Mensah Reichsarbeitsminister Leldte loyal°?' spricht zur Presse. Rücktritt Derlin, 19. Dez. (DNB.) Der Reichs- und digt hab» Mechische Arbeitsminister Seldte erklärte Der- tit’tcn der Presse u. a.: Will der Nationalsozialismus seine Nation nach Innen hin vollenden, so , rauß er sozialistisch sein. Deshalb habe ich fftts b i e Eingliederung des deutschen Gleiters in Staat und Gesellschaft Der Führer und Reichskanzler empfma heute mittag im „Hause des Reichspräsidenten' unter dem üblichen Zeremoniell den neuernannten Königlich Jugoslawischen Gesandten, Alexander Cincar-Markovic, und später den neuernannten Königlich Ungarischen Gesandten, General Dome Sztojay, zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Anschließend fand ein Empfang des bisherigen griechischen Gesandten, Alexander Rizo-Rangabs, statt zur Entgegenneuen Beglaubigung s- S. M. Georg II, König der Hel- Jn Anwesenheit des polnischen Botschafters Lipski, des Präsidenten Der Reichsfilmkammer, Dr. Lehnich, und des Präsidenten des Obersten Polnischen Filmrates, Professor Ordinski, zahlreicher Vertreter der Reichsministerien, der Partei und der polnischen Kolonie in Berlin wurde in Berlin eine geschichtliche Photomontage von dem polnischen Dolkshelden Marschall Joseph Pilsuds k i uraufgeführt. Das Filmlebensbild ist mit Hilfe des Historischen Militärbüros auf Grund archivarischer Filmurkunden unter Leitung von Professor Ordinski hergestellt. Es schildert in geschickter Zusammenstellung historischer Lichtbilder und alter und neuer Filmaufnahmen das Leben des großen polnischen Staatsmannes und Soldaten. Die Zusammenstellung ist außerordentlich gelungen, und auch der Nichtpole verfolgt die Schaffung und Entwicklung einer Nation, die sich aus Knechtschaft und tiefster politischer Not wieder erhebt von den Anfängen bis zur Großmacht, voller Anteilnahme. Marschall Pilsudski wird nicht nur als Soldat gezeigt, wenn auch im Leben dieses glühenden Patrioten das Heroisch-Soldatische überwiegt, sondern zugleich auch als Staatsmann und Mensch. — gegen trfe übrigen Angeklagten Zuchthausstrafen von 3 bis 15 Jahren. Nach Dem Ergebnis der Beweisaufnahme handele es sich nicht um eine Schießerei, Die zufällig aus Anlaß einer Schlägerei zustandegekommen ist, sondern um einen wohldurchdachten, ausgeklügelten Plan der KPD. In ihrem Auftrage hätten Die Angeklagten gehandelt. Die Unter* bezirksleitung als das zuständige Organ Der KPD. habe ihr Einvernehmen und ihre Billigung für Den ihr vorliegenden Plan ausgesprochen gehabt. Wenn bei diesem feigen UeberfaU nur ein Menschenleben neben Drei schwer Verletzten zu beklagen war, so sei Das leDiglich einem GlückszustanD zu verdanken. Kleine politische Nachrichten. Der deutsche Geschäftsträger in Br ü s- se l Bräuer hatte mit Dem belgischen Ministerpräsidenten und Außenminister van Zeeland eine längere Aussprache, die die Ausweisung der wer heimatttreuen Bewohner von Eupen-Malmedy be- traf. , Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Todes des Präsidenten von V e - nezuela, General Gomez, an den mit der Führung der Präsidentschaft beauftragten Minister der Vereinigten Staaten von Venezuela nachstehendes Telegramm gerichtet: „Anläßlich des Ablebens S. Erz. des Präsidenten General Gomez spreche ich Ew. Exzellenz meine aufrichtigste Anteil- nähme aus. Dem in schweren Schicksalsjahren bewährten treuen Freunde Deutschlands werde ich und das ganze deutsche Volk stets ein ehrendes und dankbares Gedenken bewahren. Adolf Hitler. Deutscher Reichskanzler." Der Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner stattete dem venezolanischen Gesandten Dr. Dagnino Penny einen Besuch ab und sprach ihm das persönliche Beileid des Führers zu dem schweren Verluste aus, den das venezolanische Volk durch den Tod dieses bedeutenden Staatsmannes und Soldaten erlitten hat. »ehr ft|t Noch h s stz Sw gege und Der" verantwortlichen 2 vötis X Die gewerbliche Organisat e.r 11 ar in ihrem Aufb ]fein i 6 * * *■ G p ü r । ü hi ? i-i * 0~ - -1 - - ~ . '°nöetn . ezb Lt sie die Selbstverwaltung und Selbstoerant- 1D(M Mn; npi ung übertragen. Die Zentralisation Dürfe nur _____ and XU deren mWchst große Leistung sei bei möglichst gern *3 en Kosten zu vollbringen. Diejenige wirt- fifaaflidje Organisation, die diesen Grundsatz nicht itfie, verdiene wieder zu verschwinden. Ferner fi| in Nebeneinanderwirken von wirtlicher Zwangsorganisation und einer Markt- icüfation nicht aufrechtzuerhalten, weil sie^ZU t.üelig sei. Wichtig sei eine ; n g zwischen einer gesunden y - . . r verantwortlichen Arbeit draußen im Lande. Ionisation habe einfach und ........ zu sein, und sich hier Sparsamkei t zu befleißigen, dafür tlHvV-. birrod) nicht beitreten konnten. Die Durchführung m hallen- bl e Entscheidung war bisher aus verwaltungs- rtiipnür titl n scheu Gründen nicht möglich. Diese Schwierig- aäe endlich lernen, nicht mehr klassen- und kasten- eJ“ Smijg, sondern volksmähig zu denken. Wir bür» r b.UUnfl'fGn ms nicht damit zufrieden geben, die Arbeits- 'T-^l# eit durch Arbeitsbeschaffungsprogramme, die , .JdiK Staate finanziert werden, zu bekämpfen, son- en |°mjetrtjj,3r es kommt darauf an, den Arbeitsftrom n a d) | tln.- 3Ur-gg: gen, bevölkerungs- und national- 'e5'e^Q5 "pil tischen Zielen zu lenken. Das ist aber 0 nWmöglid), wenn ein planvoller Arbeits - -Jour c, n a g geschieht. Die Arbeitsvermitt- n oerteidi!; ktig und Berufsberatung muß deshalb n iwM-r mehr ausgebildet werden. Der National- !*)uen Eui s^stvismus hat sich auch zum Ziel genommen, eine lemem Wi ^11 eitsorbnung bes Volkes aufzurichten, in (iibij sber feinen Arbeitsplatz finbet. Ich sehe meine bHtigenbfte Aufgabe barin, mitzuhelfen, baß biefes roirb- >rt? Antritt der ausgeschiedenen Berufs- te Srin« soldaten in die NSDAP. [inifdie Dit: JR- r l i n, 19. Dez. (DNB.) Auf Vorschlag des a pirfiReidiskviegsministers hat ber Führer u n b 9 N cich s k a n z l e r schon vor längerer Zeit ent» an Den fier; ^^^n, baß bie Mitgliedersperre der Dfeilungti or g j^g) U P. für bie in Ehren ausgeschie » 9djaraW\ n Berufssoldaten aufgehoben fiampfe trtirö soweit sie der Partei infolge der Sperre bis- tnbtrw Mktsch« «rtvollet f unb rei» ;lande 9^ .e ihre I ud) der 3”, m e« eit fo«Ä üpfen- -l.: eines 9* die °erM«L ür dns oali- * 1 ? l|som hi« >' iot®tn L» ia5 -11 RUNDE SORTE Bücher unter dem eihnachtsbaum. Deutsche Vorgeschichte. — Altnordisches Leben vor dreitausend Jahren. Mit einer Einführung von Prof. Dr. Friedrich Dehn, Kustos am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. Mit 40 Bildtafeln. Kart. 3 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. — (543) — Beim Lesen und Beschauen dieses schönen Buches mit seinen prächtigen Bildtafeln machen wir, geführt von einem der ersten Fachleute, eine Wanderung durch das Leben und den Alltag unserer germanischen Vorfahren. Text und Bild ergänzen sich aufs Beste. Wer die vielen Gegenstände des täglichen Lebens vor Augen hat, die Geräte zur Körperpflege, die Schmucknadeln, Gewandspannen, Armringe, den Halsschmuck aus Gold, Bronze und Bernstein, Dosen und Gefäße, Urnen, Werkzeuge, Gießformen, Waffen, kultische Geräte usw., der kann diesen technisch und künstlerisch vollendeten Leistungen seine Bewunderung nicht versagen. Felsbilder, in die Granitwände der schwedischen Küste eingehauen, zeigen uns Menschen bei friedlicher Arbeit, den Bauern hinter dem Pflug, den Jäger mit gespanntem Bogen, Männer im Kampfe, Schiffe in großer Zahl weisen auf die Bedeutung der Seefahrt. Kultische Gerätschaften, Eichensärge mit wohlerhaltenen Kleidern und Gegenständen, Brandurnen lassen uns die Vorstellung von Gottheit und Jenseits klar erkennen. So gibt das Buch ein abgerundetes Bild vom Leben und von bat Kultur der Zeit, die der Beginn der großen Geschichte des Germanentums war. — Carl Schuchhardt: Deutsche Vor- und Frühgeschichte in Bildern. Verlag R. Oldenbourg, München. Preis geb. 3,80 RM. — (525) — Zu dem bedeutenden, auch im „Gießener Anzeiger" ausführlich besprochenen Werke Schuch- Hardts „Vorgeschichte von Deutschland" erscheint nun ein ergänzender Bilderband, der in äußerst sorgfältigen Wiedergaben das Schönste und Charakteristische uns vor Augen stellt, was die vorgeschichtlichen Bewohner Deutschlands uns überlassen haben. Aber die geschickte Auswahl und Zusammenstellung der Bilder läßt uns auch interessante Einblicke tun in die Technik der Ausgrabungen. So sehen wir Fundstätten von Gräbern, Burg- und Wohnanlagen, wie sie sich dem Forscher dargeboten haben, als er sie mit der Spitzhacke entdeckt und freigelegt hatte. Grundriße, Querschnitte und Rekonstruktionen ergänzen die Bilder der Funde und geben mit diesen zusammen einen starken Eindruck der vorgeschichtlichen Kultur in Deutschland. Das deutsche Lichtbild. — „Das Deutsche Lichtbild", Jahresschau 1936: 150 ganzseitige Bildtafeln, 100 Seiten Text, oroßes Albumformat, Einband graues Seidenleinen, Preis 15 Mark. Bruno Schultz Verlag, Berlin- Grunewald, Humboldtstr. 49/51. — (577) — Diese schöne und wohl einzigartige Zusammenstellung von Spitzenleistungen der deutschen Lichtbildkunst wird nun seit fast einem Jahrzehnt von allen Lichtbildnern und dem noch großen Kreis von Freunden des schönen Lichtbilds zu Weihnachten mit Spannung erwartet. Der neue Jahrgang hält das Niveau seiner Vorgänger, ja man darf sagen, daß der Zug zum Echten, zum inneren Wert, der durch unsere Kunst geht, auch vor dem Lichtbild nicht halt gemacht hat und manche Spielerei, manchen Firlefanz hat verschwinden lassen, der sich in früheren Jahren oft über Gebühr breitmachte. Das hat der ungeheuren Vielseitigkeit der Jahresschau gewiß keinen Abbruch getan. Man blättert und findet auch in dem neuen Band Bilder vom Meer, von Arbeit, Sport, innerer Erbauung, Gebirge, Wehrmacht, Volkstum, Theater, Architekturen, Nachtaufnahmen, Schnappschüsse von Wild, Wald und Feld, von künstlerischem Schaffen, von Tanz und Spiel, von Ernst und Scherz. Ueberraschend schwach finden wir die meisten der hier herausgestellten Porträts im Vergleich zu anderen Aufnahmen, unter denen wir ein paar ausgezeichnete Landschaften und wohlgelungene Genrebilder besonders herausheben möchten. Auch der Textteil bietet ungemein viel Anregendes für den Lichtbildner. Heinrich K ü h n , der Altmeister der Lichtbildnerei, berichtet, nicht ganz ohne Bitternis, „Vom Nimbus der schwarzen Kunst" und gibt uns zu bedenken, daß nur mit eisernem Fleiß und heißer Liebe die wahre Lichtbildnerei Bestand haben kann. Alexander N i k i i t s ch e k schreibt von den Gefahren der Kleinstformate und bittet die Anhänger der größeren Plattenformate, dabei zu bleiben, denn mit der „wilden Kleinfilmschießerei" sei auf die Dauer keine Freude zu erzielen. Willy Block gibt einen interessanten lieber» blick über die heute üblichen Negativformate und kommt dabei u. a. zu dem überraschenden Ergebnis, daß die alte gute 9X12-cw-Platte nach wie vor von mehr als der Hälfte aller ernsthaften Lichtbildner benutzt wird. Fritz Hansen berichtet über „Ein halbes Jahrhundert photographische Industrie" und teilt da mit, daß etwa 95 v. H. des Verbrauches photographischer Chemikalien auf der ganzen Erde deutschen Ursprunges sind. 95 v. H! Der DIN-Artikel von Dr. Zippermayr gibt wegen der jetzt neu eingeführten Normung der photographischen Empfindlichkeitsbestimmung recht zu denken. Schließlich hat der bekannte Flieger Walter Mittelholzer über seine Erfahrungen mit der Luftphotographie einen famosen Artikel beigesteuert, und den Schluß bilden, wie alljährlich, die genau registrierten Technischen Angaben, von jeder der 150 zitierten Spitzenleistungen. Kochbücher. — Ernst Marquardt. Deutsche Heimat k ü ch e. Die besten Rezepte nach Landschaften zusammengestellt. Preis Ganzleinen 3,80 RM. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (528) — Der Gedanke, der diesem Kochbuch zugrunde liegt, ist ebenso einfach wie überzeugend: Die natürlichen Voraussetzungen der deutschen Küche sind landschaftlich verschieden. So haben sich in Schwaben und in Oesterreich, in Hamburg und Bayern, im Elsaß und in Westfalen, in Ostpreußen und in der Schweiz besondere Gerichte, besonders Abarten bekannter Gerichte, Eigentümlichkeiten der Zubereitung nach zum Teil uralten Erfahrungen herausgebildet und erhalten. Das Buch von Marquardt zeichnet die vorhandenen Verschiedenheiten als ein Mittel der Abwechslung, des Austauschs, der Bereicherung auf. Es ist Darüber hinaus eine ergötzliche Betrachtung über alte deutsche Kochkunst, eine Ueberfidjt über das Wesen heimatlicher Küche. Praktische Ratschläge und Winke, Vorschläge für Wochenpläne bilden mit den rund 340 Rezepten einen freundlichen Führer zu einer Reise durch Deutschland am eigenen Herd. — Das Gelbe Backduch. Von Elly Pe. t e r f e n. 132 Seiten. Mit 120 farbigen Zeichen, gen und 38 Photos auf Tafeln. München 1935. Der. lag Knorr & Hirth G. m. b. H., Preis kart. 2,75 Mark. — (526) — Mit ihrem neuen Gelben Back, buch ist Frau Petersen wieder etwas Vortreffliches geglückt. In ihrer lebhaften und frischen Art zeigt sie den jungen Hausfrauen, wie man zu Werke geht, um all die leckeren Dinge zu bereiten, die jedes Fest versüßen, und mit denen man bei Einladungen glänzen kann. 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Kalender. — Blodigs Alpenkalender 1 936. 98 Blätter mit großen beschrifteten Bildern, dar.! unter drei Vierfarben-Kunstblätter, Anstiegsblatter, geologische und meteorologische Beiblätter nebst Preisrätselbild. Aushänge- und Stellvorrichtung. Verlag des Blodiqschen Alpenkalenders Paul Mül. ler, München 2 NW, Preis 2,90 Mark. — (489)- Mit diesem Jahrgang beginnt der „Blodig" sein zwei!es Jahrzehnt. Wie sehr dieser Jahrweiser sich die Sympathie seiner Freunde erworben hat, ist aus dem Vorwort des Herausgebers Dr. Blodig zu erkennen. Die persönliche Note des Kalenders zeigt sich sowohl in der Auswahl der Bilder und deren Beschriftung, als auch in der Sorgfalt in der Wiedergabe der Bilder. Der vorliegende 11. Jahrgang betont etwas mehr als sonst die Bräuche, Trachten und Art der Bevölkerung. 741511 BnMmni-u. SlWelleMlMklllls [Mietgesuche""] Los 7099 A Los Los Los Verschiedenes 4. Kl., 4. Kl., Los billig 5181 d 4. Kl., Los Los 5. Kl., Los 5. Kl., l.Kl. 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Feiertag 3,5.30,8.30 Uhr Pferdefleisch ä Pfand 30 und 40 Pfennig WUiMMtzmi ____Kirchenplatz 14. qm» Werbe-Drucksachen liefert BrühPsche Druckerei Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigter Grundpreis von 5 Pf. für dl« Millimeterzeile veröffentlicht ... und zum Bauen ,„L Äbermann Mum hm HMtfiwwb Höiüjiuk' om ? Wichtig ist daß man Ihnen alle Neuerungen vorführt und genau erklärt Wichtig ist, daß eine große Auswahl formschöner Öfen vorhanden ist Und doppelt wichtig ist, daß die Anschaffungskosten leicht erschwinglich bleiben. Sehen Sie, das alles trifft zu, wenn Sie sich an das bekannte Fachgeschäft wenden, an: X B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN Ruf 2145/2146. !399fl Nr. 297 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Freitag, 20. Dezember 1955 Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Je weiter der Dezembermonat vorschreitet, desto mehr wird in Deutschland olles beherrscht von dem bevorstehenden W e i h n a ch t s f e st. Noch den Berichten zu urteilen, ist das Publikum eifrig mit Vorbereitungen für das Fest beschäftigt. Die getätigten Einkäufe sind auf allen Gebieten recht umfangreich und haben in der letzten Zeit st e i g e n d e Tendenz gezeigt. In der schweren, hinter uns liegenden Wirtschaftskrise, in den Jahren 1930 bis 1932, hat nicht einmal das Weihnachtsgeschäft sich aufrechterhalten lassen. Je niedriger die Einkommen wurden, desto mehr war die Verbraucherschaft gezwungen, sich auf die notwendigsten Anschaffungen zu beschränken. Unmittelbar zum Beginn der kalten Jahreszeit wurden diese Einkäufe dann erledigt. Um möglichst wenig Ausgaben machen zu müssen, wartete außerdem damals das Publikum vielfach bis zu den kurz nach Weihnachten stattfindenden Inventurausverkäufen, von denen es besondere Preisvorteile erhoffte. Inzwischen haben sich die Einkommensverhältnisse erheblich verbessert. Die Jnventurverkäufe sind an den Ausgang der Wintersaison verlegt worden. Das Weihnachtsgeschäft konnte dadurch seine alte Bedeutung wiedergewinnen. Bereits 1933 lagen die gesamten Umsätze des Einzelhandels um fast 15 Millionen RM. über denen des Jahres 1932. Im Vorjahr waren sie etwas geringer, weil damals die Hamsterwelle dazwischengekommen war, die den Umsatz erheblich hemmte. Durchschnittlich liegt das Weihnachtsgeschäft, das sich auf den Monat Dezember erstreckt, um 22 bis 41 v. H. über dem monatlichen Durchschnitt. Beim Textil- und Bekleidungseinzelhandel hat das Weihnachtsgeschäft eine noch weit größere Bedeutung. Hier liegen die Dezemberumsätze sogar um 45 bis 80 o. H. über dem Monatsdurchschnitt. Am größten ist natürlich die Bedeutung des Weihnachtsgeschäftes bei den typischen Geschenkartikeln. Bei Spielzeug wird der durchschnittliche Monatsumsatz im Dezember sogar um das Vierfache überschritten. Das deutsche Wirtschaftsleben geht in ein fröhliches Weihnachten, es wird in diesen Tagen Kräfte sammeln für die Aufgaben, die der Wirtschaft im kommenden Jahr gestellt werden. * Der Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk hat kürzlich in einer Rede über „Deutsche Finanzpolitik" dem Außenhandel die Aufgabe zugewiesen, einen Sicherheitsfaktor für unsere Rohstoffeinfuhr zu bilden. Die jetzt vorliegenden Zahlen über die Entwicklung des deutschen Außenhandels im Monat November zeigen, daß dieser Sicherheitsfaktor in zunehmendem Maße in Funktion tritt. Unter seinem Einfluß hat sich ein k o n st a n t e r monatlicher Ausfuhrüberschuß von 50 bis 55 Millionen Mark herausgebildet, dessen Vorhandensein beweist, daß durch unsere steigende Ausfuhr eine ausreichende Rohstoffeinfuhr gewährleistet wird. Die deutsche Ausfuhr hat seit dem Januar 1935, in dem sie mit weniger als 300 Millionen Mark ihren Tiefstand erreicht hatte, fast von Monat zu Monat zugenommen. Sie betrug im November mehr als 397 Millionen Mark. Diese Steigerung der Ausfuhrwerte beruht im wesentlichen auf der Erhöhung der ausgeführten Warenmengen, da die Preise der ausgeführten Waren nicht gestiegen sind. Dagegen wird die Entwicklung der Einfuhr auch durch das A n st e i - gen der Rohstoffpreise auf den internationalen Warenmärkten beeinflußt. Dazu kommt noch, daß die bekannten Spannungen am inländischen Lebensmittelmarkt zu einer Ausweitung der Einfuhr von lebenden Tieren, Fleisch und einigen anderen Nahrungsmitteln geführt haben. Hierzu sind, wie aus dem Reichsbankausweis vom 15. Dez. hervorgeht, auch Reserven des Zentralbankinstituts verwendet worden, denn es wird dort gesagt, daß sich die Währungsreserven infolge von Zuteilungen für die Lebensmitteleinfuhr diesmal um 5,85 Millionen Mark verringert haben. Es handelt sich hierbei jedoch um einen verhältnismäßig Geringen Betrag, der zur Behebung vorübergehender Stockungen der Marktversorgung verwandt worden ist. Im allgemeinen liefert die Außenhandelsstatistik mit ihren steigenden Ausfuhr- und Einfuhrziffern den Beweis dafür, daß die Versorgung mit ausländischen Rohstoffen durch die Ausfuhr ausreichend gesichert ist. Der Export ist es heute in erster Linie, der den Binnenmarkt befruchtet, und dessen ständiges Wachstum entscheidend dazu beiträgt, die Arbeitslosigkeit immer weiter herabzudrücken und schließlich ganz zu beseitigen. Wer den Export heben hilft, trägt dadurch an entscheidender Stelle für die Sicherung von Arbeit und Brot bei. * Die endgültigen Ernteermittlungen des Statistifchen Reichsamts haben ergeben, daß an Spätkartoffeln im Jahre 1935 insgesamt nahezu 40 Millionen Tonnen geerntet worden sind. Damit ist die diesjährige Kartoffelernte zwar um rund 3,9 Millionen Tonnen niedriger als die vorjährige Rekordernte. Aber sie ist noch immer groß genug, um die Ernährung von Menschen und Vieh reichlich zu gewährleisten. Was die gegenwärtig sehr wichtige Versorgung der Landwirtschaft mit Vieh- futter anbetrifft, so ist insbesondere zu beachten, daß die He u e r n t e des Jahres 1935 mit einem Ertrage von insgesamt 33,2 Millionen Tonnen d i e vorjährige erheblich übertroffen hat. Eine interessante Auswirkung der Fettknappheit ist der Mehrverbrauch von Zucker. Er wird auf Grund einer Umfrage der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft auf 450 000 Doppelzentner geschätzt. In der Hauptsache dürfte er auf die Marmeladenoerbilligungsaktion der Reichsregierung zurückzuführen fein. Aber auch sonst wird die Beobachtung gemacht, daß infolge der Fettknappheit in der Ernährung mehr zuckerhaltige S p e i- s e n verwendet werden. Die Süßwarenindustrie verwendet gleichfalls weniger Milch oder Milchfett und dafür mehr Zucker. ♦ In der deutschen Großindustrie werden dauernd Zusammenschlüsse zur Steigerung der Produktionsleistung und der Ertragsfähigkeit vorgenommen. So hat z. B. das Kabelwerk Rheydt die Aktienmehrheit der Deutschen Kabelwerke übernommen. Sein Aktienkapital soll zum Zwecke der Durchführung dieser Transaktionen um 6X Millionen erhöht worden. Die deutsche Kabelindusirie erfreut sich einer außerordentlich günstigen Jnlandskonjunktur und hat auch ihren Export zu steigern vermocht. Der Zusammenschluß der beiden großen Kabelwerke wird zu einer weiteren inneren Stärkung dieses Industriezweiges beitragen. Ferner wollen sich die Georg E g e» ftorffs Salzwerke und Chemische Fabriken in Berlin mit der Kali C h e m ie A. G. verschmelzen. Die Continental Gummi-Werke in Hannover konnten über eine beträchtliche Steigerung ihres Umsatzes berichten. Insbesondere haben sich die Auslandsumsätze um 30 Prozent erhöht. Das Unternehmen hat in Svanien eine eigene Produktionsstätte errichtet, die Anfang 1936 in Betrieb genommen werden soll. Die I. G. Fgrbenindu- strie hat im zweiten Halbjahr 1935 ein befriedigendes Geschäftsergebnis erzielt und auch ihr Exportvolumen gehalten. In der Generalversammlung der Rheinischen Metallwaren - und Maschinenfabriken in Düsseldorf wurde eine Erhöhung des Aktienkapitals um 8 auf 36 Millionen Mark beschlossen. Die Rheinmetall-Gesellschaft hat kürzlich das gesamte Vermögen der A. B o r s i g Maschinenbau A. G. in Berlin übernommen. Sie wird aber künftig den Namen Rheinmetall- Bo r s i g A. G. führen. Der in der Geschichte des deutschen Maschinenbaus so bebeutungsoolle Name Borsig wird also fortleben. Das Gesetz, daß die Errichtung von Zweck- sparkasfen untersagt und die bestehenden Kulturpolitisches Ausfuhrgut. Die Entwicklung des deutschen Bücherexports. Die Bestrebungen des neuen Reiches, seine wirtschaftliche Eigenversorgung zu verstärken, haben im Auslande eine Zeitlang die falsche Meinung auf- fommen lassen, Deutschland wolle sich wirtschaftlich abfapfeln. Mit dieser Auffassung hat die deutsche Handelspolitik aufgeräumt und eindeutig klar- gestellt, daß wir uns wieder eine starke Stellung auf den Auslandmärkten sichern wollen. Mit dem Rückgang der Warenausfuhr sind am Ende nicht nur devisenpolitische Nachteile verbunden; es entstehen auch ideelle Verluste, wenn die Werbung für deutsche Art, die unsere hochwertigen Erzeugnisse ausübt, geschwächt wird. Haben wir diese Ueberzeugung erst gewonnen, dann läßt sich leicht ermessen, daß die Nachteile eines Ausfuhrrückganges sich vervielfachen, wenn er ein Gut betrifft, das — wie das deutsche Buch — dazu ausersehen ist, unmittelbar deutschen Geist und deutsches Kulturstreben den anderen Völkern zu vermitteln und die vielen Mißverständnisse und falschen Deutungen, die noch immer das Charakterbild des deutschen Volkes in zahlreichen Nachbarländern verfälschen, in Verständnis für deutsches Wesen zu verwandeln. Gemessen am Geldwert des gesamten deutschen Außenhandels nimmt die Ausfuhr und Einfuhr von Büchern eine untergeordnete Stellung ein. Es wird ihr deshalb auch weniger Beachtung geschenkt als anderen Posten des deutschen Außenhandels. Von diesem einseitigen Standpunkt aus kann die deutsche Bücherausfuhr und -Einfuhr aber nicht betrachtet werden. Wirtschaftlich würde dabei übersehen, daß ibie deutsche Außenhandelsbilanz sich aus vielen kleinen Posten zusammensetzt und devisenpolitisch auch 'Ausfuhrverluste von nur einigen Millionen Reichs- imark schon schwer ins Gewicht fallen. Beträgt der 'Anteil der deutschen Bücherausfuhr an der Gesarnt- ,ausfuhr auch nur weniger als 1 v. H., so ist ihr «kulturpolitischer Wert um ein Vielfaches, ja um gar micht abzuschätzende Werte höher. Aus diesem 'Grunde verdient sie größere Beachtung als bisher rund nicht zuletzt eine stärkere Förderung. In den Setzten Jahren war die Entwicklung der deutschen Wücherausfuhr sehr unbefriedigend. Seit 1931 geht Jie ständig zurück und hat geaenwärtig einen Tiefland erreicht, der einen empfindlichen Einbruch in äbie Stellung des deutschen Buches auf dem Weltmarkt ankündigt. Im Jahre 1931 betrug der Wert derdeutschen Bücherausfuhr noch rund 48 Millionen RM.; er fiel 1932 auf 36,5, 1933 auf 30, 1934 auf 25 Millionen Reichsmark. Nach den Außenhandelszahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres zu schließen, wird 1935 einen weiteren kleinen Rückgang bringen. Im Zeitraum Januar bis September 1934 wurden Bücher im Werte von 17,1 Mill. RM. ausgeführt, im Jahre 1935 für rund 15,3 Mill. RM. Trotz der im Wertrückgang enthaltenen Preisbewegung, die sich bisher für Bücher in engeren Grenzen gehalten hat, ist also eine Ausfuhrverminderung um 50 v. H. eingetreten. Dagegen zeigt die Einfuhr, die 1934 nur wenig mehr als 44 v. H. des Einfuhrwertes von 1931 beträgt, im laufenden Jahre Ansätze zur Besserung. Der Einfuhrwert fiel von 15,5 Mill. RM. im Jahre 1931 auf 6,7 Mill. RM. im Vorjahre und ist gegenüber den ersten neun Monaten 1934 von 4,8 auf 5,3 Mill. RM. in diesem Jahre gestiegen. Wie aus diesen Zahlen hervorgeht, sank der Ueberschuß im deutschen Bücheraußenhandel von 32,5 Mill. RM. im Jahre 1931 auf 18,3 Mill. RM. im Jahre 1934 und wird im laufenden Jahre — nach den vorliegenden Neunmonatszahlen zu schließen — kaum 12 Millionen RM. erreichen. Betrachtet man die Verteilung der deutschen Bücherausfuhr auf die einzelnen Länder, so ist erfreulicherweise festzustellen, daß die deutschsprachige Schweiz und Oesterreich unsere besten Kunden geblieben sind. Oesterreich ist seit 1932 von der Schweiz auf den zweiten Platz verwiesen worden. Erfreulich ist die Tatsache deshalb, weil diese beiden Länder eine nicht unbeträchtliche Wiederausfuhr betreiben und die geistigen und kulturellen Beziehungen vornehmlich des deutschen Oesterreich zu den S ü d o st st a a t e n noch immer sehr rege sind. Die Ausfuhr nach der Schweiz betrug 1934 noch mehr als 80 v. H. der von 1931, während sich die deutsche Bücherausfuhr nach allen anderen wichtigen Ländern — mit Ausnahme Italiens und der Niederlande — verminderte. Im letzten Jahre nahmen die Niederlande die früher von den Vereinigten Staaten besetzte vierte Stelle ein. Die Ausfuhr nach Polen, Großbritannien, Italien und Frankreich hält sich gegenwärtig auf dem erreichten tiefen Stande. Japan ist von der siebenten auf die elfte Stelle gerückt. Nach den nordischen Ländern war die deutsche Bücherausfuhr schon immer sehr gering; nur Schweden zeigte sich aufnahmebereit und führte 1934 deutsche Bücher im Werte von 0,5 Mill. RM. ein gegen 1,1 Million Reichsmark im Jahre 1931. In der deutschen Büchereinfuhr steht noch wie vor Oesterreich an der Spitze der Lieferländer, erst dann folgt die Schweiz, deren Büchernusjuhr unter Wahrung der Sparerinteressen auflöst, gibt einer volkswirtschaftlichen Entwicklung Ausdruck. Ursprünglich waren die Zwecksparkassen vor etwa sechs Jahren gegründet worden, um den Sparern kleine Summen zu kreditieren, d. h. der Sparer mußte sich verpflichten, die gewünschte Summe in monatlichen feststehenden Raten abzuzahlen, und gewöhnlich erhielt er, nachdem er die Hälfte eingezahlt hatte, die vereinbarte Summe, die er unter den damaligen Verhältnissen von den Banken oder Sparkassen nicht erhalten hätte. Die Zwecksparkassen hatten also an und für sich eine gesunde und gemeinnützige Grundlage, aber es stellten sich Mißstände heraus, die Interessenten wurden oft durch Vorspiegelungen bewogen, einer Kasse beizutreten, so daß sich die nationalsozialistische Regierung genötigt sah, 1933 einen Reichsbeauftragten für die Zwecksparkassen einzusetzen. Er kehrte mit gutem Besen. Von den rund 480 Zwecksparkassen wurde eine ganze Anzahl wegen geschäftlicher Unzuverlässigkeit usw. geschlossen, so daß schließlich nur noch 50 übrig blieben, die allerdings dann einwandfrei arbeiteten. An der Frage der Warte- friften sind die Zwecksparkassen neben der geschäftlichen Unzulänglichkeit zugrunde gegangen. Fremdes Geld stand ihnen nicht zur Verfügung, und so wurden die Wartefristen zum Schaden der Interessenten ausgedehnt. Am 30. September 1935 liefen noch rund 121 000 Sparverträge über 167 Millionen Mark Vertragssumme. Bis dahin wurden auf 41 000 Verträge etwas über 38 Millionen ausgezahlt. Da heute die Kapitalbildung wieder in Fluß gekommen ist und das Kreditbegehren auch des „kleinen Mannes" Gehör findet, sind die Zwecke fparkasfen überflüssig geworden. In der zweiten Dezemberwoche begann es» neuer Preisfa11 am Weltsilbermarkt, Das Fehlen jeglicher Kaufaufträge bei gleichzeitig rasch wechselndem Angebot aus China und Indien hat dazu geführt, daß vorübergehend die Londoner und schließlich auch die Neuyorker Silbernotierung ausgesetzt wurden. Die Lage des Londoner Silbermarktes wird immer kritischer. Inzwischen sind sehr interessante Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Schatzamt und dem chinesischen Regierungsbeamten bekanntgeworden. Gerüchtweise verlaute^ daß eine Uebernahme nationalisierten chinesischen Silbers durch das Washingtoner Schatzamt bevorstehe. Das Silber soll gegen Gold eingetan s ch t werden, wobei angeblich Abmachungen zwischen Nanking und Washington getroffen werden fallen, wonach China bereit fei, ein ähnliches Deckungsverhältnis für den Chinadollar einzuführen, wie es für USA. in der amerikanischen Silber, gesetzgebung vorgesehen ist. Die weitere Zukunft des Silberpreises ist unter diesen Umständen ungewiß, durch die ungeheuren Goldzuflüsse, die Amerika in den letzten Monaten zu verzeichnen hat, verfügen die Vereinigten Staaten über einen so gewaltigen Goldbestand, daß auch ihr gegenwärtiger Silbervorrat bei weitem nicht ausreicht, uni das durch das Silbergesetz erstrebte Verhältnis von 1:3 zu erreichen. Dazu müßten noch ungeheure Mengen von Silber nach Amerika eingeführt werden. AerArbeitSdank-semWesen,WollenundWilken Der Arbeitsdank, 1933 entstanden aus der Sorge der Führer des Arbeitsdienstes um die a u s g e - schiedenen Arbeitsmänner, hat ursprünglich nur zwei Aufgaben gekannt. Zum ersten war es die rein fürsorgliche Seite, die notwendig war in der Betreuung der aktiven wie auch der jeweils ausgefchiedenen Arbeitsdienstmänner. Zum zweiten war der Traditionsgedanke maßgebend, denn alle ausgeschiedenen Arbeitsdienstkameraden sollten in dem Gedanken der Tradition des Arbeitsdienstes, in dem Gedanken an die Gemeinschaft und Kameradschaft im Arbeitsdienst erhalten werden. In den letzten zwei Jahren entwickelte sich aus diesen zwei Aufgaben die Frage der Hinbringung aller Arbeitsdienstmänner an die Stellen und Organisationen, die im Zusammenhang • mit dem wirtschaftlichen Wollen und Schaffen stehen. Hier war es auch vor allem die Deutsche Arbeitsfront, an die schon allein aus Berufsgründen der junge Deutsche herangeführt werden muß. So entstand die Notwendigkeit der Zweiteilung der Aufgaben. Die Erkenntnis dieser Tatsache haben den Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und den Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! veranlaßt, eine Vereinbarung abzuschließen, wonach der Arbeitsdank in Zukunft auch rein sachlich und verwaltungsmäßig für seine beiden Aufgabengebiete getrennt ist. Danach ergibt sich in Zukunft 1. ein Arbeitsdankwerk und 2. ein 3 c n t r a l a m t „A r b e i t s d a n k" in der DAF. Während das Arbeitsdankwerk zukünftig ausschließlich für die Belange der Arbeitsmänner i m Arbeitsdienst arbeitet, wird das Zentralamt Arbeitsdank in der DAF. fein Wollen daraufhin abstellen, alle ausgeschiedenen Arbeitsmänner zur DAF. und damit zum Staat hinzuführen. Der Arbeitsdank bleibt nach wie vor Durchgangs- und Brückenorganisation, ist also nie Selbstzweck. Während im Arbeitsdankwerk das fürforgenbe Moment sowie die Ausrichtung der jungen aktiven Arbeitsdienstkameraden im Hinblick auf ihre Zukunft Hauptsinn und Aufgabe sein wird, muß im „Zentralamt Arbeitsdank" in der DAF. nicht nur die Berufshilfe, die berufliche Schulung und Umschulung, die Traditionspflege Aufgabe fein, sondern vor allen Dingen ist die staatspolitische Ausrichtung, die kulturelle Gestaltung des Lebens in den Mitgliedschaften Sinn und Aufgabe. Für beide Stellen, sowohl das Arbeitsdankwerk, als auch für das Zentralamt Arbeitsdank in der DAF., ist von gleich großer wichtiger Bedeutung das Arbeit s- dank-Spar - und Kreditwert, das Aktive und Ausgeschiedene hinführt zu Existenzgründungen und dem Gedanken des Sparens für die Zukunft und damit für Familie und Beruf sowie hinführt zur Siedlung. Dadurch wird die im Arbeitsdienst begonnene Hinführung zum deutschen Heimatboden positiv erfüllt. Während der Arbeitsdank bisher feine Mittel für feine gesamten Aufgaben durch die Mitglieds» beitrüge der Arbeitskameraden sowie durch die Beiträge der fördernden Mitglieder, d. f. diejenigen Volksgenossen, die für die Arbeitsdienstkameraden auch materiell eingetreten sind, erhielt, rechnet er in Zukunft, daß d i e U n - terstützung durch die fördernden Mitglieder auf allen Gebieten immer stärker und größer wird. Während die fördernden Mitglieder bisher fast ausschließlich in der Beitragsleistung eine Abgeltung der Mithilfe und Mitarbeit sahen, baut das Arbeitsdankwerk in Zukunft auf die ideelle Unterstützung und tatkräftige persönliche Mithilfe und Einsatzbereitschaft aller fördernden Mitglieder. Das fördernde Mitglied des Arbeitsdankes soll zu der Gemeinschaft des Arbeitsdankes in allen Dingen gehören. So werden wir in Zukunft über das Arbeitsdankwerk alle Kräfte und Ideen vom Arbeitsdienst und feinen Männern hinüberführen zur Front aller Deutschen, um in der Endlösung aus all den jungen Arbeitsdienstkameraden für Partei, Staat und Beruf den einsatzbereiten Nationalsozialisten geschaffen zu haben. Der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin hat den SS.-Obergruppenführer Josef Dietrich zum Ratsherrn als Ersatz für den aus Berlin verzogenen Obergruppenführer Krüger berufen. Obergruppenführer Dietrich ist der Kommandeur der Leibstandarte Adolf Hitler und der rangälteste örtliche Führer der Schutzstaffel in Berlin. nach Deutschland um rund die Hälfte zurückgegangen ist. In weitem Abstand folgen die übrigen Länder, ein Vorgang, der in gewissem Gegensatz steht zu dem ausgedehnten Sprachlehrbetrieb in Deutschland, der in keinem anderen Lande so großen Zuspruch findet. Eine beträchtliche Erhöhung der Büchereinfuhr ist in der nächsten Zeit nicht zu erwarten, da die Bezahlung von Büchern wie von Zeitschriften usw. feit Mitte d. I. nur auf Grund der Devisenbescheinigungen einer lieber» wachungsstelle möglich ist. Bei devisenpolitischen Bestimmungen, die auf kulturpolitisches Gebiet übergreifen, handelt es sich immer darum, wie sie ge- bandhabt werden. Die deutsche Wissenschaft und Technik müssen mindestens in die Lage versetzt werden, ausländische Forschungen und Leistungen kennen zu lernen. Die kulturpolitische Bedeutung des Bücheraußenhandels liegt auf der Ausfuhr- und Einfuhrseite zugleich. Steigt die Einfuhr, dann wird auch die Ausfuhr wieder breiteren Raum gewinnen. Viele Gründe sprechen dafür, daß die deutsche Bücherausfuhr, soweit es an der wirtschaftlichen Macht der Verleger liegt, in absehbarer Zeit die starken Einbußen nicht aufholen wird. Das Jnland- geschäft der deutschen Buchwirtschaft bleibt hinter der allgemeinen wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung noch stark zurück. Die breiten Käuferschichten fehlen und müssen erst wieder herangeholt werden; selbst die öffentlichen Leihbüchereien müssen sich zum Teil noch mit den stark gekürzten Haushaltsmitteln begnügen. Und doch wird es notwendig sein, Wege zur Förderung der Buchausfuhr zu finden, denn in den Nachkriegsjahren hat die deutsche Kulturwerbung in allen Teilen Europas viel Boden verloren, den vor allem die französische Kulturvropa- ganda besetzt und gerade mit einer systematisch betriebenen Buchausfuhr stark befestigt hat. Am Ende ist eine erfolgreiche kulturpolitische Werbung der beste Wegbereiter der Wirtschaft und des Friedens. Ar t h u r Zmarzly-Vofrei. Zeitschriften. — Die „Deutsche Rundschau", herausgegeben von Rudolf Peschei, Paul Fechter, Eugen Diesel. (Verlag: Bibliographisches Institut AG., Leipzig), vereinigt in ihrem Dezemberheft wieder eine Anzahl Aufsätze in sich, die den Willen erkennen lassen, über das Alltägliche hinaus die geistigen Hintergründe aufzudecken. Wir nennen besonders „Die Prunkrevuen eines Jahrhunderts" von Konxad Matschoß, „Gibt es eine Weltkrise?" von Eugen Diesel, „Die Qrdnung im Sein" von Viktor Engelhardt, „Der Kampf der Achsen" von Paul Fechter sowie die Fortsetzung des großen Romans von Hans Grimm: „Kaffernland". Der Aufsatz von Eugen Diesel leugnet zwar nicht die Tatsache einer Weltkrise, sondern stellt vielmehr die Frage, ob man die Weltkrise non anderen Standpunkten aus nicht auch anders beurteile und in anderem Maße empfindet. Diesel kommt zu dem Ergebnis, daß man sich als wichtigste Macht aus der Ruhe des Herzens und der Klarheit des Geistes eine unerschütterliche Kraft gewinnen müsse, vor der auch die Krise zunichte wird. Denn was unser Zeitalter in seinem Schoße birgt, wird einmal, als eine Reihe gewaltiger und gefährlicher Ereignisse über uns hereinbrechen. Ein Ausweichen gibt es nicht. — Von den Beiträgen im Dezemberheft der bekannten Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. Einzelpreis 0,70 RM.) verdienen besondere Hervorhebung: „Volk und Sippe" von Dr. med. I. Roeßler, in dem der Verfasser für die genealogische Geschichtsauffassung eintritt, d. h. für eine Geschichtsauffassung, die als Ursache für völkischen Aufstieg oder Verfall die Kraft und die Gesundheit der Rasse erblickt; denn sie allein knüpft damit den einzelnen verantwortlich an Vergangenheit und Zukunft seines Vaterlandes. — Sehr aufschlußreich sind die Ausführungen Dr. R. Ritters über die Rothaarigkeit als raffenhygie- nisches Problem. Die „Kleineren Beiträge" bringen wissenswerte Mitteilungen über „Inzucht" und den § 1594 des BGB. (Unehelichkeitserklärung). Mit Gewinn lieft man auch die Spalte „Aus Raffenhy- giene und Bevölkerungspolitik" mit den wichtigen Kurzberichten über neue Gesetze, Veranstaltungen und Statistiken aus In- und Ausland. Hochschuknachnchten. Der Herr Reichserziehungsminister hat die folgenden ordentlichen Professoren von ihren Amtspflichten entbunden: Dr. Max Fleischmann, Ordinarius für allgemeine Staatslehre, Staats-, Kirchen- und Völkerrecht an der Universität H a 11e, auf Grund von Paragraph 4 des Hochschullehrer- gefetzes (Fortfall von Lehrstühlen); Dr. Otto L o o s , Ordinarius für Zahnheilkunde an der Universität Frankfurt, Dr. Rudolf R o s e m a n n , Ordinarius für Physiologie an der Universität Münster, Dr. Friedrich Schulz, Ordinarius für physiologische Chemie an der Universität Jena, sämtlich wegen Erreichung der Altersgrenze; ferner Dr. Leopold v. Ubisch, Ordinarius'für Zoologie und vergleichende Anatomie an der Universität M ü > ItrJ Aus den preußischen Nachbargebieten Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. 2H. Frankfurt o. M. Berlin Berlin Frankluri a. 2JL 18.12. 119 12- Datum 96 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 112,5 Vanknoten. 9,25 ! 9,5 MM Die hinter den an Datum | 18 12. 117 210,5 102 73,25 17,65 124 146,9 213,5 105 110,5 110 114 112,4 6 6 8 0 14,75 16,13 84 113 84 82,5 83,5 177,75 35 132,5 109,5 125,5 106,75 123,25 125 130 118,65 164,25 120,25 :2I 101 4l 7 61 0 5 6 0 7 0 8 0 0 86 116 128 100,5 97 101,75 110,5 100 6 6 4 7 93,75 105,25 103 82 126 79 77 15 24.75 16,13 84,5 113,5 84 83 83,5 176,75 35 133,5 109,5 125,25 107 123,4 130,5 118,9 164,4 119,75 100,5 97 102,25 110,1 100 96,75 96 14,75 16,13 84 113 83,9 83 83,25 176,75 35 132.5 109 126 106,5 123.25 125 129,9 119 165 119 14,9 24,5 16,13 84 114,25 84 82,5 83,5 177 51 100,75 115,25 78,5 87,5 136,5 25 284,5 158,75 24,4 87 100,5 97 101,5 110,5 100,13 97 96,25 100.65 92,25 115 112,25 96,4 100,8 100,9 97 97 107,9 35 132,65 109 126,25 106,9 123,25 125,5 129,9 119,25 166 119,25 93,75 104,5 103 81,75 153,5 126,25 78,25 77 Schluß- kurS Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert & (io...... SiemensL Halske... Lahmeyer & do..... Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... TU 18 - 8 93,5 104,75 105,25 82 126 77,5 76,9 1,2 9,05 8,8 9 12,13 93,5 104,5 105,25 81,75 126,25 77,4 76,9 101 97 97 107,9 29 9,15 8,8 9,05 12,25 9,9 Hell strahlt der Weihnachtsbaum im Glanze seiner flackernden Kerzen. An seinen Zweigen hängen, das Licht hundertfach zurückwerfend, die Kugeln, bunte und silberne, daneben die Tannenzapfen, die Sterne und die Glöckchen. Ob wir bei diesem Anblick in unserer Festesfreude schon einmal an die Menschen gedacht haben, die diese Kugeln und die andern Schmuckstücke herstellen? Ob wir uns schon einmal, in Gedanken wenigstens, in die engen Stuben versetzt haben, wo dicht gedrängt die Manner, Frauen und Kinder bei der Arbeit sitzen, in diese Stuben, die Wohn- und Arbeitsraum, Küche und Schlafzimmer in einem sind? Brausend fährt die Flamme aus der Oeffnung des Gasbrenners, schräg von der Tischkante weggerichtet. Dahinter sitzen sie, die Thüringer Glasbläser, und wenden das Glas in ihren geschickten Händen über der heißen Flamme. Es sind wahre Künstler in ihrem Fach, denn wer von uns vermöchte so sicher mit dem zerbrechlichen Stoffe umzugehen, wer so sicher die mannigfaltigen Formen herauszuarbeiten? Prüfend blickt das Auge in die blau aus dem Brenner schießende Flamme, die gelb aufleuchtet, wenn sie das Glas trifft. Unablässig drehen die beweglichen Finger den Glaskörper an den beiden langen, dünnen Fäden. Wir wundern uns nur, wie nahe diese Finger der Flamme kommen, wie wenig ihnen die Hitze anhaben kann. Aber freilich, wenn man von Jugend auf sich immer wieder die Finger verbrannt hat, vom frühen Morgen bis zum späten Abend, dann braucht man sich nicht mehr vor der Flamme zu fürchten. Auch sonst kann man an diesen Händen Ungewohntes entdecken. Die kräftigen Finger sind von einer ungewöhnlichen Beweglichkeit und vor allem der Daumen, der immerzu die drehende Bewegung ausführt, hat sich so stark nach innen durchgebogen, daß seine beiden äußersten Glieder im rechten Winkel zu einander stehen. Eine lange, weite Glasröhre, die an einem Ende fein ausgezogen ist, nimmt der Glasbläser jetzt in die Hand. Vorsichtig nähert er sie einen Augenblick der Flamme, dann hat er sie schon unter beständigem Drehen in die volle Hitze gebracht, wo das Glas schnell weich wird. Im richtigen Augenblick, ehe die rotglühende Masse durchschmilzt, zieht er das Rohr auseinander, fo daß eine lange dünne Röhre entsteht, die er weiter außen noch einmal verengert und dann abbricht. Das Gebilde, das er nun in der Hand hält, mit seinen beiden dünnen Enden und dem Wulst in der Mitte, wandelt sich rasch unter den unermüdlichen Fingern. Der eine der beiden Handgriffe wird abgeschmolzen und dieses Ende geschlossen. Dann wird weiter erhitzt, während der Mann immer wieder mit einem Fußtritt, den er dem Blasebalg unter dem Tisch versetzt, die Flamme zu neuem Zischen entfacht. Von Zeit zu Zeit führt er das dünne Ende zum Mund und bläst, bis schließlich eine saubere, runde Glaskugel entstanden ist. Bei! j)ochbi 1er, dii Äungv fräste Wd Kälte men ■ Fami i diesen pes n stund« Dann geht es an das nächste Stück der Glasröhre, und eine Kugel nach der anderen entsteht. Auch „Reflexkugeln" sind darunter, bei denen die Vertiefungen mittels eines Porzellanstempels eingedrückt werden. Der zweite Arbeitsgang ist das V e r s i l b e r n. Dazu füllt der Künstler mit einem feinen Glastrichter durch die enge Glasröhre ein wenig Zuckerlösung und gibt einige Tropfen eines Silbermtrat- Präparats dazu. In heißes Wasser getaucht und tüchtig geschwenkt schlägt sich aus diesem Praparat das Silber nieder, während die Zuckerlösung die Aufgabe hat, das Metall an den Innenwänden der Kugel festzukleben. Sind die Kugeln gut ausgetrock- net, dann wird noch mit einem schnell trocknenden Spirituslack die Außenseite bunt gemalt, wobei wir wieder das außerordentliche Geschick unseres Meisters bewundern, der so sicher die Farbe aufträgt, so scharf die Ränder einzuhalten weiß. Dann braucht nur noch das Ansatzrohr abgebrochen und der Ring zum Aufhängen angebracht zu werden, und fertig ist unser Christbaumschmuck. Hunderte und aber Hunderte solcher Kugeln und anderer hübscher Sachen fertigen die Leute in Thüringen an. Den ganzen Tag über sitzt die Familie an der Arbeit in den heißen Räumen mit ihrer verbrauchten Luft. Und doch, wie bescheiden ist der Verdienst! Vier Pfennige für eine Kugel, wovon noch der Rohstoff, der Gasverbrauch und die Verpackung bezahlt werden müssen, — wie wenig ist das! Aber dennoch sind sie zufrieden und glücklich, diese Menschen, wenn sie nur Arbeit haben. Andere freilich, wie der Meister, den wir besucht haben, Herr Müller-Sachs aus Lauscha, sind weiter fortgeschritten in ihrem Handwerk. Sie haben es zur wahren Künstlerschaft gebracht. Wenn man einmal zugeschaut hat, wie unter seinen fein- empfindenden Händen zierliche Hirsche, Elche, Hunde und Pferde aus den nüchternen Glasröhrchen entstehen, wie er in einer halben Stunde aus dem Rohstoff solch ein Tier zu formen versteht, dann will das Staunen gar nicht mehr aufhören. Rur wenige haben es freilich bis zu solcher Meisterschaft gebracht. Aber wo blieben ohne die vielen anderen die feinen Glaswaren, die nur in reiner Hanharbeit herzustellen sind, wo bliebe unser ganzer schöner Christbaumschmuck, wenn nicht diese paar hundert Thüringer Glasbläser ihr ungesundes und wenig einträgliches Handwerk weiter pflegten? Denn bis heute ist es noch nicht gelungen, diese Gebilde aus hauchdünnem Glas fabrikmäßig herzustellen: der spröde Stoff enthielt sich der Bearbeitung mit der Maschine. Aber immer wieder wächst aus der Schar dieser bescheidenen Menschen ein Künstler heraus, der es weiter bringt, als die anderen, der aber dennoch mit feiner Heimat verwachsen bleibt, mit den Thüringer Glasbläserdörfern und ihrer jahrhundertealten Ueberlieferung. Ausgabe von 500 Millionen AM. 4^o/oiger7reichsbahnschatzanweisungen Fwd. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft legt das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsortium 500 Millionen RM, 4,5proz. Reichsbahnschatzanweisungen zum Kurse von 98,50 v. H. zur öffentlichen Zeichnung auf. Diese sind am 2. 1. 1944 zum Nennwert rückzahlbar; der Lauf der Stückzinsen beginnt mit dem 1. 1. 1936. Die Zahlungen durch die Zeichner auf die ihnen zugeteilten Reichsbahnschatzanweisungen haben in der Zeit vom 24. 1. 1936 bis 3. 4. 1936 zu erfolgen, und zwar am 24. 1. und 21. 2. mit je 30 v. H. und am 13. 3. und 3. 4. mit je 20 vH. des zugeteilten Betrages. Frühere Zahlungen sind zulässig. Die Reichsbahnschatzanweisungen sind bei der Reichsbank lombardfähig; ihre Müdelsicherheit wird veranlaßt werden. Die Zeichnungsfrist läuft vom 6. bis 16. 1. 1936. Näheres über die Ausgabe dieser neuen Reichsbahnschatzanweisungen wird demnächst bekannt gegeben werden. ♦ * Weitere Aufwärtsentwicklung der Verfrachtungen auf dem Lahnkanal. Nach den amtlichen Feststellungen des Staatlichen Wasserbauamts Diez hat auch im Monat November, trotz der vorübergehend die Schiffahrt behindernden Hochwasserwelle, auf dem kanalisierten Teil der Lahn lebhafter Frachtverkehr geherrscht. Insgesamt wurden von 86 Schiffen 11 488 Tonnen Güter befördert, gegenüber dem gleichen Monat des Vor- gife Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Mannesmann-Röhren WM MW höhn! t'efen sahrei und i fteuei °uf t tunge schied Cers ren, | rtsb chen, ucher heitg Der Oer Wehr Vtz ganze fixier Oienff ^fen tuanr, «t äj 101 97 97 107,9 28,25 1,3 9,1 9 9,13 12,3 9,5 Buderus ..... 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener...................O Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 8 jahrs 500 Tonnen mehr. In früheren Jahren sank gerade im November die Beförderungsmenge oft stark ab und lag fast immer unter 10 000 Tonnen. Nhcin-Mainische Börse. Millagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 19. Dez. Bei sehr kleinen Umsätzen lag die Mittagsbörse ruhig. Die Kurslage war sowohl am Aktien-, wie am variablen Rentenmarkt nicht ganz einheitlich, aber überwiegend nur knapp behauptet. Von der Kundschaft lagen nur wenig Aufträge vor, dagegen zeigte der berufsmäßige Börsenhandel ziemlich Zurückhaltung, wobei man auf die neue Entwicklung der internationalen politischen Lage verwies. Indes war die Grundstimmung auf Grund der in den letzten Tagen gemeldeten Dividendenvorschläge von Jndu- ftrieunternehmungen und angesichts der verhältnismäßig flüssigen Lage des Geldmarktes nicht unfreundlich. Lediglich die geringe Unternehmungslust übte einen etwas nachteiligen Einfluß aus. Am Aktienmarkt eröffneten von chemischen Werten IG. Farben mit 147,25 bis 147 (146,90), später etwa 146,75, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl gaben je 0,50 v. H. nach. Am Elektromarkt bröckelten die Kurse zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, nur Lahmeyer waren 1,25 v. H. höher. Von Montanwerken zogen Harpener auf 104 (103) an, während sonst Abschwächungen von 0,25 bis 0,75 v. H. eintraten, Klöckner verloren 1,25 o. H. Schwächer waren außerdem Zellstoff Aschaffenburg mit 77 (78,50), Jul. Berger mit 114 (115,25), ferner floß n der in als dic die Nc ueuers i^euer Stunde Sprecht schließ Die Sich a clbft icher Saal I fophei - Ein! I steckte I Weih, '• Mittel waren war ( bereite entspv Zun fien A! Bintei Glaskugeln erblicken das Licht der Welt Besuch bei den thüringischen Glasbläsern. Bon Waldemar Bellon. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas .............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Ehade................. Accumulawren-Fabrü Conti-Gumms.............. Grltzner . Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ........ 2ie die N- . Ginljoi ter M sind ur Vs M Her, ? 68, Commerzbank 84, DD-Bank 82,50, Dresdner Bank 83,50, Reichsbank 177,75, Harpener 105,25, Klöckner 77,40, Mannesmann 76,90, Hoesch 81^75, Rheinstahl 101,75, Stahlverein 72,25 bis 72, AKU. 50 25 IG.-Chemie volle 163,50, Conti Gummi 161, Scheideanstalt 212, Dt. Linoleum 136,50, Licht und Kraft 125,50, JG.-Farben 146,65 bis 146,40, Gesfiirel 123,25, Holzmann 86, RWE. 130, Siemens 164,25, Südd. Zucker 200, Hapag 14,75. Frankfurter Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M., 19. Dez. Auftrieb: Rinder 166 (gegen 199 am letzten Montagsmarkt^ dar- unter 20 Ochsen, 4 Bullen, 127 Kühe, 15 Färsen Kälber 1202 (842), Schafe 160 (312), Schweine 852 (560). Zum Schlachthof direkt: 4 Kühe. Ueberstand: 53 Rinder, davon 10 Ochsen, 42 Kühe, 1 Färse. Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Hammel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber andere a) 73 bis 78 (am 12. Dez. 71 bis 75), b) 67 bis 72 (65 bis 70), c) 59 bis 66 (56 bis 64), d) 50 bis 58 (45 bis 55). I Hammel b2) 46 bis 47 (48), c) 44 bis 45 (46 bis 47), d) 40 bis 43 (40 bis 45). Schafe wurden nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51) e) 51 (51). Sauen SD 57 (57), g2) 57 (57). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroß: Marktes: 1107 Viertel Rindfleisch. 149 ganze Kälber, 30 ganze Hämmel und Schafe, 487 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Reichsmark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 67 bis 75. Bullenfleisch b) 74 bis 77. Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 75 bis 77, c) 67 bis 75. Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster 74. Fettwaren: Speck hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktverlaus: ruhig. Schweinemarkt in Vuhbach. * Butzbach, 19. Dez. Zu dem heutigen Schweinemarkt waren 207 Ferkel aufgetrieben. Es wurden bezahlt für bis zu sechs Wochen alte Tiere 19 bis 21 Mark, sechs bis acht Wochen alte 21 bis 25 Mark pro Stück. Der Handel war sehr flott, es wurde ausverkauft. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 19. Dez. Die Preise auf dem gestrigen Ferkelmarkt stellten sich wie folgt: Bis sechs Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mk., sechs bis acht Wochen alte Tiere 20 bis 25 Mk., acht bis 12 Wochen alte Tiere 25 bis 38 Mark. Aufgetrieben waren 467 Ferkel. Geschäftsgang flott. 6% Deutfche ReichSanlethe v. 1927 4% Deutsche RetchSanl. von 1934 5,/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. <*/,% Deutsche Relchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% et)cm.8% Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehern. 8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12.... 6y,% ehern. 4ys% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLigui 4>4% ehern. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4/,% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psandbrtese....... 5%% ehem. 4Yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse 4Vi% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstakt, Pfandbriefe R. 19 4ys% ehern. 7% Pr. Landespscmd briesanst., Gold Komm. C61.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 bröckelten AKU., Daimler und Zement Heidelberg bis 0,50 v. H. ab. Mäßig höher lagen Zellstoff Waldhof und Moenus Maschinen, Reichsbankantelle lagen mit 176,50 bis 176,75 (176,75) behauptet. Höher gesucht waren Südd. Zucker mit etwa 200 (vorgestern 196,50). , Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 110,25 (110,50), Kommunal-Umschuldung auf 87,80 (88) und späte Reichsschuldbuchforderungen auf 96,90 (97) sowie Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 123,13 (123,25) zurück. Ferner lagen zertifizierte Dollar- Bonds bis zu 1 v. H. schwächer Gut behauptet lagen Zinsvergütungsscheine mit 91,70 (91,65). Bon fremden Werten eröffneten 4 v. H. Goldmexikaner mit 7,50 (7,40), 4,50 v. H. Irrigation mit 7 (7,13) und 4 v. H. Rumänen mit unverändert 4,75. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein, die Kursentwicklung war etwas unregelmäßig, ohne daß aber gegen den Anfang wesentliche Veränderungen eintraten. Zumeist hielten sich die Abweichungen im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. Höher waren u. a. Harpener, Reichsbank, Ilse Genuß, Conti Gummi kamen mit 160 (158,65) zur Notiz. IG. Farben bewegten sich zwischen 146,75 bis 147. Am Rentenmarkt bröckelten Kommunal-Umschuldung noch etwas ab auf etwa 87,70, im übrigen lagen die variablen Papiere gegen den Anfang behauptet. Zertifizierte Dollar-Bonds konnten sich etwas erholen, Preußen 62,50 nach 62. Pfandbriefe lagen heute ruhiger, aber unverändert, ferner erfuhren Stadtanleihen kaum Abweichungen. Auslandsrenten lagen im allgemeinen ziemlich unverändert. — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörse kaum behauptet. Die im Mittagsschlußverkehr eingetreten leichte Erhöhung und die freundliche Stimmung konnten sich an der Abendbörse nicht behaupten. Die Haltung war eher etwas schwächer, da der berufsmäßige Börsenhandel kleine Abgaben vornahm. Am Aktienmarkt ergaben sich gegen den Berliner Schluß meist leichte Ermäßigungen von 0,25 bis 0,50 v. H. JG.-Farben gingen auf 146,65 bis 146,40 (146,90), Stahlverein auf 72,25 bis 72 (72,65), Rheinstahl auf 101,75 (102,25), Hoesch auf 81,75 (82), Kunstseide Aku auf schwächeres Amsterdam auf 50,20 (50,65) zurück. Scheideanstalt verloren 1 v.H. auf 212, ferner RWE. 0,50 auf 130. Anderseits konnten sich Harpener Bergbau mit 105,25 und Conti Gummi mit 161 voll behaupten. Am R e n t e n m a r f t ermäßigten sich Altbesitz auf 110,13 (110,25), ferner wurden Kommunal-Umschuldung mit 87,70 bis 87,65 (87,75) und Zinsvergütungsscheine mit 91,60 (91,70) umgesetzt. U. a. notierten: Altbesitz 110,13, 6proz. Stahlverein 102,50, JG.-Farben-Bonds 124,75, 6proz. Krupp 104,25, 4^proz. Franks. Hyp.-Bank KO. 93, Adca A.E.G o '■Betula 10 Elektt. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft 6yt Reiten & Guilleaume 4 Gcscllich.f.Elektr.Unternehmung. 6 Oevisenvergehen eines jüdischen Emigranten. LPD. Frankfurt a. M., 19. Dez. Im objektiven Verfahren verfügte das Schöffengericht die Einziehung des Gegenwerts von 114 472 RM. zu Gunsten des Deutschen Reiches, vertreten durch den Präsidenten des Landesfinanzamts Kassel. Das Verfahren richtete sich gegen den 1873 in Polen geborenen Chaim Hirsch Eisenberg, der zuletzt in Frankfurt a. M. wohnte und Hauptbeteiligter der Süta G. m. b. H. war, die in Textilien arbeitete. Der Beschuldigte hat sich heimlich ins Ausland begeben und vorher alles an Geldern flüssig gemacht, was nur irgend möglich war. Nach den Ermittlungen der Steuerfahndungsstelle hat er 1933 den Betrag von 18 522 RM. als Privatentnahme dem Geschäft entzogen und 24 000 RM. als Kapitalrückzahlung an sich genommen. Außerdem erlöste er aus dem Verkauf von Häusern und Liegenschaften Beträge von 6450 RM., 12 500 RM. und 43 000 RM. Bei den Verkäufen drang er stets auf sofortige Barzahlung. Der Verbleib des Geldes konnte nicht nachgewiesen werden, doch hat er es zweifellos ohne Erlaubnis mit ins Ausland genommen. Als man in feine Wohnung drang, standen dort nur noch die Möbel, während alle Wäschestücke und die Silbersachen fehlten. Gegen den Angeklagten schwebt noch ein weiteres Verfahren roegen Hinterziehung der Reichsfluchtsteuer. Eine von dem Angeklagten geplante Schiebung in Leipzig mißglückte. Es sollte dort eine Hypothek von 40 000 RM. eingetragen werden, und die Gebrüder K e ft e n b o r n in Leipzig sollen mit Chaim Hirsch Eisenberg unter einer Decke gesteckt haben. Die Kestenborns sind aber auch ins Ausland geflohen, vermutlich mit dem Angeklagten zusammen. Gefährliche Lagereinbrecher festgenommen 4% Oesterreichtfche Goldrente.... 4,20% Oeslerreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y.% deSgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... Schluß!. Abend« börsc 19-12 100,4 97 101,5 110,13 100,13 97 96,25 100,75 92 115 112,1 96,4 100,75 100,9 97 97 107,9 28 1,2 9 8,9 I 9 I 12,13 Schluß« turS 18-12 Fettlager in Frankfurt a. M.-Svssenheim zwei Einbrüche verübt, wobei den Tätern erhebliche Warenmengen in die Hände fielen. Die sofort von der Kriminalpolizei aufgenommenen Ermittlungen führten nunmehr zur Fe st nähme mehrerer in den westlichen Vororten wohnhaften Personen, bei denen es sich zum Teil um gefährliche Einbrecher handelt. Emen Bernhardiner niedergeschoffen. LPD Niederscheld (Dillkreis), 19. Dez. Als am Donnerstagnachmittag ein Dillenburger Jäger mit einem an der Leine geführten Jagdhund die Ortsstraße passierte, um in sein Jagdrevier zu gehen, wurde der Jagdhund von einem Bernhardiner angefallen. Dieser verbiß sich derart fest in das Fell des Jagdhundes, daß der Jäger den Angreifer durch einen wohlgezielten Schuß nieder ft recken mußte, um feinen wertvollen Jagdhund am Leben zu erhalten. Nundfunkprogramm. Samstag, 21. Dezember: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6«30: „Fröhlich klingts zur Morgenstunde". Morgenkon- zert des Kleinen Funkorchesters. In der Pause 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik 8.45: Bauernsunk. 9: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Der Weg eines unbekannten Soldaten. Hörlpiel von E. W. Möller. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht: Quer durch die Woche. 15.15: HI.-Funk. 16: Der frohe Samstag-Nachmittag des Reichssenders Köln. 18: Die Schaffenden müssen hart werden. Funkspiel um ein Wort Hans Thomas'. 18.20: Stegreifsen- düng. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10 „Die Regimentstochter" Komische Oper. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende- bärfe Die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Mansfelder Bergbau 6’ Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rheinstahl .................. 4> Bereinigte Stahlwerke 0 Otavt Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth iy, Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prlvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Retchsbank ................12 I. G. Farben-Jndustrie 7| Scheideanstalt...............9 Goldschmidt 5 Rütgerswerke 6 Metallgesellschaft 4| Frankfurt a. M., 19. Dezember. (LPD.) Vor einigen Tagen wurden in ein Eier- und ein bezirk. 22.20: Unterhaltungskonzert. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börsc Schlußkurs Schluß!, mittag« börsc 'Datum 18 12 19.12 18 12. 1912 9,25 9,5 9,6 — 5% Rumän. vcreinh. Rente v. 1903 5,7 5,8 5,95 5,8 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,5 8,5 8,75 8,8 4% Rumänische verctnh. Rente .. 4,7 4,75 4,75 4,8 2y*% Anatolier .............. 39,25 39,13 39,25 39 Schluß». Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse 19.12 18.12. 1912 117 117 117 — 113,13 113.25 210,5 210,75 209 101,75 102,25 102,25 72,25 73,25 72,65 17,65 17,65 17,65 124 124 120,5 114,5 115,5 114,75 — 179 175,25 146,65 146,9 146,9 212 — — 105,5 105 105,5 111,25 110,5 111,75 110,9 110,4 110,4 86 86,25 86 116 128 — 100,5 100,5 50,25 50,9 50,65 101 100,75 100,75 115,25 115,25 115,4 77 77,65 77 119,5 119,4 87,25 87,5 87,13 136,5 136,5 136,5 73,9 73,75 24,75 24,65 25 283,5 284,5 283 169 168,25 166 161 159 161 I 24,75 1 24,5 I 24,25 87 1 — —— 1 200 1 200 I 200 18.Dezember 19.Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 1 Bries Buenos Atre. 0,678 0,682 0,677 0,681 Brüssel .... 41,92 42,00 41,89 41,97 Rio de Jan. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,64 54,74 54,70 54,80 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,235 12,265 12,25 12,28 Heljingjors.. 5,39 5,40 5,395 5,405 Paris ...... 16,435 16,475 16,39 16,43 Holland .... 168,38 168,72 168,19 168,53 Italien..... 19,98 20,02 19,98 20,02 Japan ...... 0,714 0,716 0,714 0,716 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 61,44 61,56 61,51 61,63 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,10 11,12 11,11 11,13 Stockholm.. 63,09 63,21 63,16 63.28 Schweiz ... 80,70 80,86 80,48 80,64 Spanien... 34,05 34,11 34,01 34,07 Prag...... 10,305 10,325 10,28 10,30 Budapest .. — — Neuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin, 19.Dezember Geld Brie, Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,77 41,93 Dänische Noten ................. 54,51 54,73 Englische Noten ................. 12,215 12,255 Französische Noten............... 16,34 16,40 Holländische Noten............... 167,77 168,45 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 61,35 61,59 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,99 63,25 Schweizer Noten................. 80,30 80,62 Spanische Noten................. 33,65 33,79 Ungarische Noten ... ............ ' Und ijarofj: Kälber, kleine, J 67 Ml bis n, bis 84 eisch b) achturig, Flomen Binder Lbar. Wen. me 852 ,rfhhb; Färse lanrrnel »urten Redend, bis 78 b's 70) bis 55)' (46 big pn nicht ' b) 55 Sauen Anex l5,25, 81,75, W und 146.40, einens heMW lufgetrie« Wochen Wochen adel war reife auf sich wie i 20 Mk, 25 Mk, w Mark, ang flott. im zwei erhebliche ofort von nittlungen chrerer in fönen, bei Einbrecher Hoffen. 19. De; lenburget m Jasiü- exnei oerbih B , daß dkl ihlgezielteo »inen wert- n. loftil. 6K Dlorgenfon- r Pause T. friuernfunt. Weg eines W. Möller, enenbe. 13: 1315: Bun- [0: Merle' Haftsbericht: it 16: Der nders Köln, n. FunksM Ttegreiffen' kropbon un- ; Zeitfunks, der Äugend. tod)ter; 9» dem Sende« a.M )ezembrr^ -T*0^681 41-91 0,139 3.053 54,80 46-90 12.28 5,405 16.43 168-53 20.02 0,716 5-666 61 .Z 49-^ II.L 63Z : so.g I 34-$ 10.30 I 2,490 *2WL- *^458 «’S ti,/3 16." 168^5 61^9 63.Z 80-$ 33.1 I WWM . • W § |w > Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Zreitag, 20. Dezember (035 Nr.297 Dritter Vlatt Beim Winterhilfswerk herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Nicht nur in der Front der Geldsamm- (l»r, die gegenwärtig von der Hitler-Jugend und vom Lungvol'k besetzt ist, wird unter Anspannung aller Lräfte gearbeitet, sondern auch hinter diesen allen Nenschen sichtbaren Kampflinie gegen Hunger und Uralte sind viele Kräfte am Werke, um den schlim- rien Feind Hungern und Frieren von den deutschen Familien nach bester Möglichkeit fernzuhalten. Bei I iesem Wirken reichen vielfach die Stunden des Ta- c es nicht aus, weshalb ein großer Teil der Nacht- I Kunden zu Hilfe genommen wird, um alle Aufgaben der Hilfeleistung noch vor dem Weihnachts- |efte erfüllen zu können. Die Schauplätze dieses Wirkens im Kampf gegen ine Not sind die Lagerräume der NSV. im früheren Einhorn und die Schreibstuben der Kreisamtsleitung Irr NSV. in der Löberstraße. An beiden Stätten fnd unter Leitung und regster tätiger Mitarbeit les NSV.-Kreisamtsleiters Klöß zahlreiche Män- t er, Frauen und Mädels bei der Arbeit, um die Wollen und Wirken für das Vaterland geben, damit Deutschland wieder mächtig und frei werde und die Mission erüllen könne, die ihm in der Welt zugewiesen ist. Damit aber auch endlich das Wort wahr werde: „Friede auf Erden und allen Menschen ein Wohlgefallen!" Im weiteren Verlauf des festlichen Abends fand sich dann der Nikolaus ein, ein Hüne von Gestalt, ein Rübezahl von Aussehen, ein Waldschratt in seinem Gehaben — so recht ein Nikolaus für die Arbeitsmänner. Er machte sich gleich an die Verteilung der Gaben, die er mit küstlichen humorvollen und selbstangefertigten Reimen austeilte. Mancher erhielt dabei vom Nikolaus drastische Ermahnungen, es gab aber auch manches Lob. Die Gäste bekamen an Hand dieser lustigen Szenen einen tiefen Einblick in die Kameradschaft, wie sie im Arbeitsdienst gepflegt mitb. Eine kurze Ansprache hielt im Verlaufe des kameradschaftlichen Beisammenseins der Arbeitsdienst-Gruppenführer Schmidt-Kassel Er sprach von dem Weihnachtsfest als dem deutschesten aller Feste. Er erinnerte daran, daß es noch im Jahre 1932 nicht möglich gewesen sei, außer in der SA., so viele junge Leute aus allen Kreisen der Bevölkerung zu einer solchen Feier zu vereinigen. Damals stand die Jugend mutlos vor ihrer Zukunft. Es herrschte kein Friede in unserem Vaterlande. Heute sei das anders. In aller Ruhe könnten wir das Weihnachtsfest begehen, geschützt von einer starken Wehrmacht in einem geeinten Volke. Demgegenüber herrsche außerhalb unserer Grenzen überall Streit, Unruhe, Revolution und Krieg. Da sollten wir doppelt gut erkennen, wie viel es bedeutet, daß wir s o Weihnachten feiern können. Das sei aber nur möglich geworden, weil wir an der Spitze unseres Volkes einen Führer haben, der das Volk einte und dem Volk eine Wehrmacht gab, aus die wir stolz sein dürfen. Die Geschichte aber müsse uns lehren, daß wir nie wieder uneinig sein dürfen, wenn der Sieg unser bleiben solle. Mit einem Gedenken des Führers Adolf Hitler schloß der Redner. Die weiteren Stunden unter dem lichtergeschmückten Baume vergingen in schöner Kameradschaft. Erst gegen Mitternacht verabschiedeten sich die Gäste. Die Weihnachtsfeier des Arbeitsdienstes wird icherlich allen Teilnehmern als ein schönes Erlebnis in der Erinnerung bleiben. Aus der Provinzialhauptstadt. Winterklima im Zimmer Im Winter werden an die oberen Luftwege im allgemeinen sehr viel höhere Anforderungen gestellt, als zu anderen Jahreszeiten. Bei größerer Kälte pielt sich an ihnen ein oft erheblicher Temperaturwechsel bei jedem Atemzug ab, der zwischen der Einatmungsluft und der angewärmten Ausatmungsluft dreißig Grad und mehr betragen kann. Man hat daher von regelrechten Kälteräumen gesprochen, die an den Atmungsorganen wirksam werden können. Die starken Reaktionen auf solche Temperatureinwirkungen, wie auf alle anderen Einflüsse und Schädlichkeiten werden an den Schleimhäuten durch feinste Reflexe ermöglicht, die durch Empfindlichkeit der Schleimhautoberfläche ausgelöst werden. Je nach Art der Reize, die mit der Atemluft in den Körper gelangen, werden dann mehr oder weniger Blut und Lymphe durch die Gewebe geleitet und damit die Abwehrkräfte in verschiedenem Ausmaß gegen die eindringenden Krankheitserreger betätigt. In der Nase beispielsweise befinden sich dort, wo die Atmungsluft vorbeistreicht, regelrechte Gewebspolster, die je nach ihrer Blutfüllung ganz verschieden dick sind. Jeder kennt das Zuschwellen dieser Polster bei einer Erkältung. Die Schleimhautreslexe der oberen Luftwege stehen ferner in einer starken Beziehung zu vielen anderen Organen des menschlichen Körpers. So erklärt sich auch der starke Einfluß, den eine einfache Erkältung auf den übrigen Körper und das sogenannte Allgemeinbefinden haben kann. Hierbei reagiert jeder Organismus anders, je nach seiner individuellen Beschaffenheit. Häufig werden gerade die Bauchorgane in weitestem Maße mitbetroffen. Die eigentliche Ursache einer Erkältungskrankheit ist mit ihrem Namen doch wohl nicht erklärt. Zumindest wirken eine ganze Reihe innerer und äußerer Faktoren zusammen, ehe es zu einer Erkältung kommt. Einen Menschen, der selten an ihr erkrankt, pflegen wir als „abgehärtet" zu bezeichnen. Diese Abhärtung kann man durch gesunde Lebensweise und Fernhaltung täglicher kleiner Schäden zu bewahren suchen. Eigentlich bedeutet sie nichts weiter als eine gesunde Reaktionslage des ganzen Körpers für alle an ihn herantretenden Einflüsse. So ist beispielsweise die gute Reaktionsfähigkeit der oberen Luftwege die Vorbedingung, um mit den oft schwierigen Temperaturverhältnissen ohne Schaden fertig zu werden. Gerade im Winter mehren sich aber gleichzeitig Einflüsse, die eine chronische Schädigung dieser Schleimhäute Hervorrufen und damit ihre Funktionstüchtigkeit herabsetzen. Die trockene Heizungsluft, besonders in Räumen mit Zentralheizung, ist den Schleimhäuten auf die Dauer unzuträglich. Es besteht hier seltsamerweise ein Gegensatz zwischen den Ansprüchen, die die äußere Haut mit ihrem Wärmebedürfnis stellt, und dem richtigen Feuchtigkeitsgrad für die Schleimhäute; jedenfalls werden oft nur solche Räume „behaglich" gefunden, die dem von draußen Hereinkommenden unnatürlich überhitzt und zu trocken erscheinen. Gerade bei stundenlangem Aufenthalt wird ein solches ungesundes Zimmerklima oft gar nicht mehr empfunden. Hinzu kommen noch andere Einflüsse, wie der verbrannte Staub auf den Heizungskörpern und der Tabakrauch, der im Winter viel längere Stunden am Tag dauernd eingeatmet wird. Unter solchen Einflüssen entwickeln sich Schädigungen an den Schleimhäuten, die zu einer gesteigerten Erkältungsbereitschaft führen. Gerade der besonders häufig auftretende Schnupfen mit reichlichem wässerigen Sekret und den oft tränenden Augen, ein Erscheinungsbild, das sich bei großer Heftigkeit oft schon iw wenigen Stunden wieder zurückbildet, ist ein Zeichen dafür, daß eine solche Schädigung vorliegt. Als chronische Einwirkung kommt hier besonders die unzuträgliche Trockenheit in Wohn- und Arbeitsräumen in Betracht. Man sollte daher der Pflege des Zimmerklimas gerade im Winter besondere Aufmerksamkeit widmen. Ohne besonderen Aufwand und eigene Einrichtungen kann man das in sehr einfacher Weise durch regelmäßiges rasches, aber ausgiebiges Lüften des Zimmers erreichen. Die Scheu vor dem Oeffnen des Fensters muß eben für einige Minuten überwunden werden. Da die meisten Menschen im Winter ja doch bei geschlossenen Fenstern schlafen, ist es ratsam, zur Verbesserung der Luft am Abend ein feuchtes Handtuch in die Nähe des Heizungskörpers zu hängen. Das ist wirksamer als das Aufstellen kleiner Gefäße, von deren Oberfläche doch nur wenig Wasser verdunstet. Man wird erstaunt sein, wieviel besser der Schlaf durch solche einfachen Maßnahmen manchmal werden kann; schließlich ist noch darauf zu achten, daß vorwiegend durch die Nase geatmet wird, weil sie ja gerade alle die beschriebenen Funktionen zu erfüllen hat. Sind ihre Organe alle ganz gesund, so kommt es ohnehin nicht zu der unzweckmäßigeren Mundatmung. Sie wird aber gesund erhalten, wenn man auf kleine tägliche Dinge achtet, wie eben das „Klima" in unseren Zimmern. H. Z. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr, allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr und von 21.30 bis 22.15 Uhr, (nur für Frauen) Schwimmen im Dolksbad; 20 bis 21 Uhr, Reiten, 21 bis 22 Uhr, Ski-Trocken, Reitschule Schömbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Mazurka". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarze Rosen". — 50er 1886/1936: 20.30 Uhr, Gründungs- Versammlung bei Pepler, Bahnhofstraße. — Turm- Großkampftage des Winterhilfswerks. Winterfonnwend und Weihnachtsfeier des Arbeitsdienstes Der Nikolaus verteilt feine Gaben an die Arbeitsmanner (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ührer P f a n n k u ch feine eindrucksvolle Ansprache. Inzwischen war das Feuer in sich zusammen- gesunken. Die Arbeitsmänner fangen noch ein Lied und marschierten dann zur Weihnachtsfeier in den Saal ihrer Unterkunft. Eine schöne Einleitung fand die Weihnachtsfeier mit dem Liede „Es ist ein Ros' entsprungen". Dann trug ein Arbeitskamerad, währenddem die Lichter des hohen Weihnachtsbaumes entzündet wurden, ein sehr stimmungsvolles Gedicht von Rainer Maria Rilke vor. Schließlich gelangte noch eine Erzählung „Weihnachten auf Fort Nikolas" (von KarlZahn) zum Vortrag, die in eindrucksvoller Weife ein Weihnachtsfest in Kriegsgefangenschaft schilderte. Oberfeldmeister und Abteilungsleiter Lösch hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er besonders die Gäste herzlich willkommen hieß und betonte, daß ihre Anwesenheit ein Ausdruck der Verbundenheit der Partei, ihrer Gliederungen und der Behörden mit dem Arbeitsdienst darstelle. Es bedeute für die Arbeitsdienstkameraden eine Freude, zu wissen, daß ihr schwerer Dienst nicht unbeachtet bleibe, sondern voll gewürdig werde. Das Weihnachtsfest, das hier in herzlichem Kameradschaftsgeist gefeiert werde, möge allen Kraft zu neuem Die Arbeitsdienstabteilung 5/222 Gießen hat es sich angelegen fein lassen, ihren Gästen und sich i-lbst eine Weihnachtsfeier zu bereiten, wie sie herzlicher und schöner nicht gedacht werden konnte. Der I Saal der Unterkunft „Justus von Liebig" (Philo- lvphenwald) war entsprechend vorbereitet worden. I C‘":in Teil des Saales war durch frische, lichterbe- I Deckte Tannen abgeteilt worden und ein großer Leihnachtsbaum mit vielen Lichtern prangte im Mittelpunkt des festlichen Raumes, alle Tische waren weiß gedeckt und — für jeden Arbeitsmann war eine große Tüte mit Nüssen, Backwerk usw. tereitgelegt. Außerdem war eine Kaffeetafel mit lrntsprechenden Mengen Kuchen hergerichtet. Zunächst jedoch zum feierlichen Beginn des gestri- «en Abends traten die Arbeitsdienstmänner zu einer L^interfonnroenbfeier im Hofe an. Ein großer Holz- s,oß war inmitten des Platzes aufgerichtet worden, ter in hellen, weithin leuchtenden Flammen loderte, cis die Kameraden das Lied „Flamme empor" in küe Nacht hinaus fangen. Die lebendige Glut des Feuers spielte über alle Gesichter, die fasziniert dem |ieuer zugewandt waren; tiefer Ernst lag in dieser Stunde über allen, die das Feuer umstanden. Ein Sprechchor brachte ein Flammenlied zu Gehör. Schließlich hielt Obertruppsührer pfannkuch (ine längere Feuerrede, in der er der sieghaften Flamme als dem Symbol für die wiederkehrende, iiöhersteigende Sonne huldigte und dabei an den t efen naturverwurzelten Gottglauben unserer Vor- svhren erinnerte, die dieses Fest mit besonderer Kraft ii nb innerer Bereitschaft begingen. Er schilderte das Feuer als den Künder des Frühlings und kam dann uuf die Gegenwart zu sprechen, auf die Verpflichtungen der Heutigen gegenüber jenen, die dahinschieden und als Erbe große Aufgaben hinterließen. So wie diese Feier, so führte er u. a. aus, nicht an- Isers gestaltet werden könnte, als vor tausend Jah- 12n, so könne unsere Verpflichtung keine andere fein, clls dem tausendjährigen Traum des deutschen Men- ichen, Einheit und Freiheit des Volks zu verwirklichen. Immer müßten wir bereit sein, unseren Frei- bcitsanfprud) zu erkämpfen und für ihn einzustehen. 20er Arbeitsdienst habe für das deutsche Volk die große Aufgabe gestellt bekommen, an der Erringung her Brotfreiheit mitzuhelfen, die einen Teil der Qehrfreiheit darstelle. Da müsse jeder auf seinem Matz stehen, da dürfe nicht das halbe oder das (janje Jahr nach dem Buchstaben des Gesetzes ab- crdient werden, sondern jeder müsse den Arbeits- iienft als ein Geschenk sehen, hier mitkämpfen zu ilirfen an der deutschen Freiheit. Wo der Arbeits- niann auch stehe, ob er Wald rode ober neue Prolinzen schaffe, ob er Wege baue oder Wassergräben sichre, immer tue er es für das Vaterland und feine ( hre. Es habe eine Zeit gegeben, da die Jugend rsrzweifelnd an den Ecken stand, da Bruderzwist das liolk zerriß. Diese Zeit sei vorbei. Die Jugend habe j tzt die gemeinsame Aufgabe ihrer begeisternden i rbeit für Volk und Vaterland. Mit einem Liedvers „Taten braucht unser deutsches Land" schloß Trupp- den Nächstenliebe. In den Schreibstunden wird dann im Laufe des. Tages der umfangreiche schriftliche Teil der Arbeit vollbracht. Aber nicht allein für die Hilfsbedürftigen der Stadt und des Kreises Gießen wird von der Gießener Kreisamtsleitung der NSV. in sorgsamster und umfassendster Weise ein schönes Weihnachtssest bereitet, sondern es wird auch Bedacht daraus genommen, daß hilfsbedürftige Familien in den Betreuungsgebieten der Gießener NSV. sich zu Weihnachten nicht vergessen fühlen können. In dieser Hinsicht haben die' Ortsgruppen in Zusammenarbeit mit der Hauptleitung der Gießener NSV. reichliche Paketsendungen mit der Bahn nach der Gegend von Offenbach und Hanau versandt, wo ebenfalls noch viel Not und Elend in deutschen Familien zu bekämpfen ist. Auch hierbei hat sich, wie bei allen übrigen Spenden, ein herrliches Bild der deutschen Volks- und Opfergemeinschaft ergeben, das unseren Volksgenossen in Stadt und Kreis Gießen zum höchsten Lobe gereicht. Die NSV. läßt es aber dabei noch nicht bewenden. In Gemeinschaft mit den Ortsgruppen wird auch dafür gesorgt, daß für die Weihnachtsfeiern der Ortsgruppen die zu einer Weihnachtsbescherung nun einmal erforderlichen Sachen, wie Kuchen, Kleingebäck, Aepfel, Nüsse usw. in ausreichender Weise zur Verfügung stehen. Die Spendefreudigkeit unserer Gießener Bevölkerung hat auch zu diesem Teile der Weihnachtsfeiern in weitgehender Art beigesteuert, um die Freude des Festes für die vom Schicksal hart geprüften Volksgenossen noch zu erhöhen. Alles in allem ist zu sagen, daß unsere Gießener NSV. mit Unterstützung der deutschen Volksgenossen in Stadt und Kreis Gießen auch in diesen Wochen wieder ein hervorragendes Werk der Nächstenliebe und der deutschen Volksverbundenheit vollbringt, wie man es sich schöner und erhebender nicht denken kann. Den Spendern, aber nicht zuletzt auch den vielen selbstlosen Mitarbeitern, die sogar ihre Nachtruhe zum großen Teil in dieser Zeit unmittelbar vor dem Feste für das gute Werk opfern, gebührt die dankbare Anerkennung unserer Volksgemeinschaft. Oben rechts: Die Kleiderpakete werden gepackt. Der NSD.-Kreisamtslei- ter (rechts) hilft eifrig beim Packen. Oben links: Gießener Ratsherren und Helfer des WHW. als Besucher beim Abwiegen von Geschenkpäckchen. Nebenstehend: Blick auf die Regale mit eingekochten Früchten. (Aufnahmen [3]: Photo- Pfaff, Gießen.) Christkindchen für die hilfsbedürftigen Volksgenossen in Marsch zu bringen. Während alle diese Hilfskräfte tagsüber ihrer Berufspflicht obliegen, vereinigen sie sich etwa von 20 Uhr ab in den Räumen des Einhorn, wo in außerordentlich anerkennenswerter Weise völlig selbstlos bis tief in die Nacht hinein, ja manchmal sogar noch einige Stunden vom folgenden Tage ausfüllend, geschafft wird. Da werden die aus den Geldspenden gekauften Lebensrnittel der verschiedensten Art und die bei den Lebensmittel-Sammlungen zusammengetragenen, sowie die von den NS.-Frauenschaften der Landorte durch Einkochen usw. hergestellten Eßwaren herbeigeschleppt, abgeteilt, gewogen und eingepackt. Dann werden die Pakete zusammengestellt und hergerichtet. An anderen Tischen ist man dabei, Wäsche und Kleidungsstücke der verschiedensten Art an Hand der Wunschzettel für die Pakete zusammenzustellen. An einer weiteren Stelle kommen Schuhe für Männer, Frauen und Kinder auf die Packtische. Ueberall ein wunderbares Bild der tätigen und beherzt zupacken- Nicht müde werden, Annelies! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Einen Augenblick schien es, als ob sie schwankte, aber sie überwand die Schwäche und zwang ein mattes Lächeln auf ihr Gesicht. Mit einem verlorenes Blick nickte sie ihm zu, dann wandte sie sich um, stieg mit schweren Füßen die Treppe hinauf. Es sah aus, als trage sie eine ungeheure Last die Stufen hinauf. Sie pflegte Günter immer vom Treppenabsatz aus noch einmal zuzuwinken. Sie tat es auch heute; aber es war eine müde, fast ein wenig flatternde Bewegung, mit der ihre Hand durch die Lust irrte. Dann war sie verschwunden, der Treppenläufer ver- schluckte ihre Schritte. Mechanisch griff sie nach dem Lichtschalter, als sie ihr Wohnzimmer betrat; aber sie ließ die Hand wieder sinken. Schräge Lichtstreifen schnitten von der Straße herauf durch das Dunkel des Zimmers, ein paar Autohupen schrillten vorüber, wie in unbekannter Tiefe. Stimmen flackerten dünn und blaß von irgendwoher. Drüben über den Dächern schwamm der Mond. Annelies hatte sich dem stillen, vertrauten Gesellen da oben, diesem nimmermüden Wanderer durch schimmerndes Nachtblau und endlose Sternfelder, immer verwandt gefühlt. Manch stille, weiße Mondstunde hatte sie träumerisch, sehnend und hingegeben verbracht. „Du kleine Mondscheinseele du!" hatte Onkel Korbinian einmal mit gütigem Verstehen zu ihr gesagt. Heute hatte der Mond ein fremdes Gesicht. Heute war alles fremd, alles anders geworden. Alles. Durch eine Frau. Durch diese Frau ... Annelies fühlte noch einmal mit aller Deutlichkeit das schreckhafte Staunen, das sie bei Mia Rech- bergs Anblick sofort empfunden, das atemlos bange Suchen nach einer Erinnerung, die das Gesicht dieser Frau in ihr wachgerufen hatte. Als dann das Licht im Turmzimmer aufgeflammt war, da hatte sie mit einemmal gewußt: Ja, das ist sie! Reifer, fraulicher und noch schöner geworden — aber sie war es! Wie lange mochte es her sein ...? Vier oder fünf Jahre, da war Günter in den Semesterferien nach Hause gekommen — anders als sonst: niedergeschlagen, zerfahren, reizbar und ruhelos. Wie ein Mensch, der eine schwere Schuld auf sich geladen, oder dem ein jäher Schicksalsschlag alle Hoffnungen zerstört hatte. Er war allen Fragen stumm ausgewichen oder hatte mit hemmungsloser Schärfe dagegen aufbegehrt. In der gleichen Stimmung war er am Schluß der Ferien wieder abgereist. Einige Tage danach hatte Annelies sich aus seinem Bücherschrank, der ihr immer zur Verfügung gestanden hatte, ein Buch holen wollen. In einem nationalökonomischen Werk, das ein Laie kaum in die Hände nahm, hatte sie beim flüchtigen Durchblättern das Bild eines berückend schönen jungen Mädchens gefunden, und sofort hatte sie gewußt, daß die auffallende Veränderung in seinem Wesen mit diesem Mädchen in Zusammenhang gestanden hatte. Sie war damals noch zu jung gewesen, als daß sie sich ihrer heimlichen Liebe zu Günter schon voll bewußt gewesen wäre; aber die plötzliche Erkenntnis, daß ein fremdes Mädchen seinem Herzen nahe stand, hatte ihr doch einen heftigen, schneidenden Schmerz verursacht. Es war ihr noch ganz deutlich in Erinnerung — fassungslos war sie damals auf einen Stuhl gesunken und hatte ihren hervorbrechenden Tränen freien Lauf gelassen. Dann war es wie Groll und Haß über sie gekommen, wie Haß auf das Mädchen, das Günter Schmerz zugefügt hatte. Sie hatte das Bild an sich genommen und war damit auf ihr Zimmer gegangen. Heimlich hatte sie es dort in den Ofen aeworfen, und die Flammen waren gierig darüber hergefallen. Das Bild hatte sich gekrümmt, als wenn es sich gegen den Feuertod hätte wehren wollen. Das schöne Mädchengesicht war förmlich lebendig geworden, hatte sich gewandelt zu einer höhnisch grinsenden Fratze. Da hatte Annelies das Schüreisen genommen, das Bild tiefer in die Glut gestoßen und die Ofentür zugeschlagen. Lange, lange war ihr das Gesicht des fremden Mädchens im Gedächtnis geblieben — und heute hatte sie es wiedergesehen ...! Mia Rechberg war es, an der Günters Herz damals gehangen hatte, und um die er Schmerzen gelitten hatte! Wie mußte er sie geliebt haben! Haus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr, Weihnachtsausstellung oberhessischer Künstler. Oberstaatsanwalt Knauß. Mit Wirkung vom 11. Dezember 1935 ab wurde Landgerichtsrat Knauß in Gießen zum Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen in Gießen ernannt. Mit dieser Ernennung übernimmt Oberstaatsanwalt Knauß das Amt, das vor einigen Monaten durch den plötzlichen Tod des damaligen Oberstaatsanwalts Dr. W o d a e g e verwaiste. Der neue Oberstaatsanwalt ist durch seine Familienabstammung mit der Stadt Gießen und der Provinz Oberhessen in engster Weise verbunden. Seit vielen Jahren wirkt er am hiesigen Landbericht, zuerst als Staatsanwalt, dann als Landgerichtsrat. Winterhilfswerk des deutschen Dolkes493S/36 Kreisführung Metzen. Velr.: Sammlung der caritativen Verbände. Die Ortsgruppenbeauftragten nachstehender Orts- aruppen sind noch mit der Meldung des Gesamtauskommens der Sammlung ca- ritativer Verbände im Rück st and. Diese Meldung ist bis zum Freitag, 2 0. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf der Kreisführung einzureichen: Allendorf (Lda.), Alten-Bufeck, Annerod, Bellersheim, Beltershain, Bersrod, Bettenhausen, Ettingshausen, Geilshausen, Grüningen, Harbach, Klein-Linden, Lang-Göns, Lich, Londorf, Mainzlar, Ober-Befsingen, Steinbach, Weitershain. Betr.: Meldung der von den caritativen verbänden zur Betreuung vorgeschlagenen Hilfsbedürftigen. Die Ortsgruppenbeauftragten nachstehender Ortsgruppen sind noch mit obiger Meldung rückständig, falls dieselbe bis zum F r e i t a g, 20. Dezember d. I., nachmittags 3 Uhr, auf der Kreisfüh- runa nicht vorliegt, kann eine Betreuung der Bedürftigen in ihrem Ortsgruppenbezirk nicht statt- finden: Allendorf (Lda.), Alten-Buseck, Annerod, Bellersheim, Beltershain, Bettenhausen, Bersrod, Ettingshausen, Geilshausen, Grüningen, Harbach, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Lick, Lollar, Londorf, Mainzlar, Oberbessingen, Saasen, Steinbach, Weitershain. Richtigstellung. Die Kreisamtsleitung der NSV. teilt uns mit, daß ihr bei der Aufstellung der gestern veröffentlichten Geldspendenliste für das WHW. ein Versehen unterlaufen ist. Bei den Spenden vom 5. Dezember muß es nicht heißen VAE. Gießen 20 Mark, sondern VHC. (Vogelsberger Höhen-Club Gießen) 20 Mark. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, gibt bekannt, daß zu der Weihnachtsfeier am Sonntag, 22. Dezember, im Caf6 Leib, alle Partei- und Volksgenossen herzlich eingeladen sind. Die Feier beginnt um 7 Uhr. Jedermann wird ersucht, seinen Platz um 6.45 Uhr einzunehmen. Die Politischen Leiter und Mitarbeiter treten um 18 Uhr in Uniform vor der Geschäftsstelle Walltorstraße 16 an. An die Eltern der BOM.-Mädel des Standortes Gießen. Am 22. Dezember, abends 8.30 Uhr, feiern wir am Bismarck-Turm Wintersonnenwende. Es kommen nun seitens der Eltern Klagen, daß die Mädel zu spät nach Hause kommen. Ich kann ihnen versichern, daß das nur an den Mädeln selber liegen wird. Wir können erst um 20.30 Uhr anfangen, da viele Mädel in den Geschäften nicht früher abkommen können, und alle Mädel werden um 22 Uhr zu Hause sein können. Die Untergauführerin. Die deutsche Rrbcitofront n.9.=6cmcinfchaft „firaft öurth freudc" Mnlersonnenwende-Aeier! Am Samstag, 21. Dezember, um 22 Uhr, veranstalten wir eine Wintersonnenwende- Feier am Hölzernborn bei Saubringen. Die Feier Jugend Hilst dem WHW! Glänzender Beginn der Sammelaktion der Hitlerjugend. Mit denkbar großem Eifer setzte sich am gestrigen ersten Sammeltag die Hitler-Jugend und das Jungvolk für das'Winterhilfswerk ein. Ueberall in den Straßen und auf den Plätzen tauchten die Jungen auf und brachten ihre Abzeichen an den Mann. Der eine bot seine erzgebirgischen Schaukelpferdchen als reinrassige „Araber" oder als „Berber" an, andere sprachen von „Vollblut", wieder andere meinten, daß niemand bei der „Kavallerie des WHW." fehlen dürfte. Ganz Findige kamen auf den klugen Gedanken, das Abzeichen dieser Sammlung als zeitgemäßen Christbaumschmuck zu empfehlen. So kam es, daß die Jugend in denkbar kurzer Zeit die Schachteln leer hatte. Jedermann kaufte auch die hübschen Abzeichen gerne, da man ja wußte, daß gerade durch diese Abzeichen Dolksaenossen geholfen wird, die schon stets schwer um ihre Existenz zu kämpfen hatten. Die Sammlung wird am heutigen Tage fortgesetzt, und es ist nur zu wünschen, daß die Hitler- Jugend bei ihrer Aktion für das Winterhilfswerk auch heute noch einmal ebenso freudige Geber finden möchte, wie es gestern der Fall war. Wer tragt das WHW.-Weih- nachlsabzeichen noch nicht? Der erste Verkaufslag für die Weihnachtsplaketle des Winterhilfswerkes ist vorbei. 3n allen Straßen hat die Jugend des Führers die Plakette angeboten und verkauft. Aber noch haben nicht alle die Gelegenheit gehabt und wahrgenommen, sich mit diesem Abzeichen zu versehen, das den Träger als opferbereiten Mistreiter im Kampf gegen hunger und Kälte ausweist, heute und morgen dauert der Verkauf dieses kleinen Kunstwerkes noch an. versuche daher jeder, sich gleichfalls in den Besitz eines solchen zu sehen. Er macht nicht nur sich damit eine Freude, sondern auch der sammelnden deutschen Jugend, der notleidenden Spielwarenindustrie des Erzgebirges, den durch das WHW. betreuten Volksgenossen und nicht zuletzt unserem Führer. Die Kreisführung des WHW. Gießen. Der Führer zur Jugend: „Der Deutsche muß es wieder lernen, sich über Stand, Konfession und Gesellschaftsklasse hinweg als einiges Volk zu fühlen. Unser Volk stürzte von seiner stolzen höhe, weil es dies alles vergaß, und ihr, meine deutschen Jungen und Wädel, sollt es in der nationalsozialistischen Bewegung wieder lernen, euch als Brüder und Schwestern einer Nation zu fühlen. Ihr sollt über die Berufsstände und Gesellschaftsschichten hinweg, über alles, was euch zu zerreißen droht, die deutsche Gemeinschaft suchen und finden. Ihr sollt sie bewahren und festhalten, und niemand soll sie euch rauben. Nicht früh genug kann die deutsche Jugend erzogen werden, sich zu allererst deutsch zu fühlen. Die nationalsozialistische Jugenderziehung soll nicht einer Partei, sondern dem deutschen Volke zum Wohl gereichen, wie ja auch die nationalsozialistische Bewegung einmal Deutschland sein soll, und das einheitliche Bekenntnis der opferfreudigen Jugend zur Idee des Nationalsozialismus gibt hierfür klaren Beweis. Die Hitlerjugend sammelt vom 19. bis 22.Dezember für dasWhw. wird umrahmt von Darbietungen der SA.-Kapelle Lollar. Die Feuerrede hält der Bannführer Pg. Schreiber. Die Anmarschwege gehen von der Landstraße Daubringen —Alten - Buseck ab oder durch den Hangelstein. Die Gießener Teilnehmer marschieren geschlossen ab Marburger Straße, Ecke Wiesecker Weg unter Führung des Wanderwarts Mantel. Treffen 19.45 Uhr. Es wird erwartet, daß sich recht viele Arbeits- kameraden an der Feier beteiligen. Der Rückmarsch erfolgt ebenfalls geschlossen. Keine Preisaufschläge für die Weihnachtsgans. LPD. Der Pressedienst der Landesbauernschaft teilt mit, daß sich in den letzten Tagen Anzeichen für eine unberechtigte Preissteigerung für Gänse bemerkbar machen. Aus diesem Grunde wird noch- nzals darauf hingewiesen, daß laut eine Anweisung des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft an den Herrn Regierungspräsidenten in Wiesbaden und an die Hessische Staatsregierung als Preisüberwachungsstellen für das Wirtschaftsgebiet Hessen-Nassau für geschlachtete Mastgänse erster Qualität in den Städten Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Offenbach ein Preis von 1,40 RM. und in dem übrigen Gebiet von 1,35 RM. je Pfund als angemessen gehalten wird. Bei geringeren Qualitäten ist der Preis entsprechend niedriger. Die Preisüberwachungsstellen sind angehalten, die vorgenannten Preise auf das Schärfste zu überwachen und rücksichtslos gegen jede Preistreiberei einzuschreiten. Das Publikum wird aufgefordert, Fälle, die den Verdacht des Preiswuchers aufkommen lassen, der Polizei oder der Landesbauernschaft in Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 25, zu melden Für den Verbraucher besteht im übrigen keine Veranlassung, höhere Gänsepreise als die festgesetzten zu zahlen, da durch die Maßnahmen der Landesbauernschaft die 100prozentige Versorgung des Schweinemarktes gesichert wurde und auch die überaus reichliche Beschickung der Rinderund Kälbermärkte die Möglichkeit bietet, sich einen guten Weihnachtsbraten in jedem Falle zu beschaffen. Gänsebraten-Essen. Wenn jetzt zu einer Gans viele Gäste kommen, wird sich folgendermaßen benommen: Fülle die Teller zuerst mit Kartoffelbrei und füge noch jedem viel Rotkraut bei, so daß, wie sich von selber versteht, fast kein Fleisch mehr auf den Teller geht. Dann rüste dich, — nicht jeder kann's, — zu kühnen Taten mit der inzwischen gebrachten Gans, die gut geraten und braun gebraten. Nimm das Messer in die Rechte, die Gabel in die Linke, wetze sie aneinander, mache mit ihnen Winkewinke und fuchtle in der Luft herum. Das wird den Gästen schon bald zu dumm, zumal sie doch über dich gesprochen, und mittlerweile den Braten gerochen. Jetzt stoße die Gabel in den Vogel hinein, etwa in der Gegend vom Rabenbein. Dann setze, als gebildeter Mann, das Messer schwunghaft zum Schneiden an. Schneide von Ost nach West! Aber halte sie fest! Oder von Süden nach Norden! Ist die Gans dann flügge geworden und fliegt deiner Tischdame in den Schoß, so folge ihr hemmungslos und setze die Unterhaltung fort, aber bleibe nicht lange dort; denn erstens ist das kein Aufenthalt, und zweitens ist das Rotkraut schon kalt. Hast du zwölf Gäste, so schneide in Eile von deinem Vogel zwölf kleine Teile. Wirf jedem Gast ein Stückchen zu, dann hast du deine Ruh', und kannst, um deine Beliebtheit zu mehren, den ganzen Umfang der Brust verzehren, und bann die Keulen, um die Gäste zu necken, im Geldschrank oder im Nachttisch verstecken. Dann singe ein paar Vorweihnachtslieder... Die Gäste kommen bestimmt nicht wieder. Willst du das nicht, als höflicher Mann, nimm selber eine Einladung an. Wähle dir aber Leute dazu, die die Gans nicht so behandeln wie du! Puck. Sportamt „Krast durch Freude". Skifahrt am Sonntag nach Breungeshain. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, entgegen. Fahrpreis 2 50 Mark. Alle Volksgenossen können an dieser Fahrt teilnehmen. Ein falscher Steuerberater. Don der Kriminalpolizeistelle Gießen wird uns berichtet: In der Zeit vom 28. 6. 35 bis zum 26.11 35 trat in mehreren Städten Deutschlands ein angeblicher Steuerberater Friedel auf, der meistens bei Gewerbetreibenden vorsprach. Er stellte sich als Steuerberater vor und gab an, festgestellt zu haben, daß die kleinen Gewerbetreibenden zuviel Steuer zahlen würden. Um nähere Feststellungen in der betreffenden Steuerfestsetzung treffen zu können, bat er um Vorlage, teils auch um Aushändigung der Steuerzettel. In allen Fällen verlangte er einen Unkostenbeitrag von 3,— bis 15,— Mark, mitunter auch noch mehr. Er wohnte meistens in Hotels unter dem Namen Edgar Olemf er , geb. 21.1. 88 zu Mannheim. Am 27.11.35 konnte nun der feit längerer Zeit gesuchte Steuerbetrüger in der Person des Albert Julius F r i e b e I, geb. 23. 4. 87 zu Berlin, in Dessau festgenommen werden. Bei feiner Vernehmung gab er an, in Gießen, Nauheim und Umgegend ebenfalls solche Betrügereien begangen zu haben. Bis jetzt sind aber Anzeigen solcher Art bei der Kriminalpolizeistelle nicht eingegangen. Sollten tatsächlich Betrügereien der erwähnten Art in der hiesigen Gegend vorgekommen sein, so wird um umgehende Mitteilung des Tatbestandes an die Kriminalpolizeistelle in Gießen ersucht. * ** Ein Achtzigjähriger. Am morgigen Samstag kann der Rentner August Steuernagel, Wetzlarer Weg 11, in körperlicher und geistiger Frische seinen '80. Geburtstag feiern. In der Grünberger Gegend ist der Jubilar als Lebensmittelhändler eine allgemein geschätzte Persönlichkeit. ** Stadttheater Gießen. Heute abend bleibt das Theater geschlossen. ** Allein reisende Kinder während der Feiertage. Die Reichsbahndirektion Mainz teilt mit: Das Zugbegleitpersonal der Reichsbahn ist stets bereit, allein reisende Kinder in jeder Weise zu betreuen. Da jedoch während des überaus starken Verkehrs zu Weihnachten das Personal durch seine Dienstobliegenheiten zu sehr in Anspruch genommen ist, kann es eine Verantwortung für die Betreuung allein reisender Kinder nicht übernehmen. Trotzdem wird das Personal selbstverständlich auf die Kinder achten. *♦ Städtischer Holzverkauf. Die Bürgermeisterei Gießen kündigt in unserem heutigen was Jhc in Diesem Winter gebt, Das geb! nicht üec Regierung, Das gebt W oem Deutschen Volke, Das heibt: W geb! es Such selbst! Und heute...? Er liebte sie auch heute noch! Das dunkle Fieber in seinen Augen, seinen Bewegungen, das aufgewühlte Wesen — das alles verriet mehr, als er wohl ahnen mochte. Vielleicht hatte er geglaubt, diese Liebe überwunden zu haben; aber Mia Rechbergs plötzliches Auftauchen hatte alles wieder lebendig werden lassen. Vielleicht aber — vielleicht hatte er sich auch nur verlobt, um die Stimmen der Sehnsucht in sich zu betäuben und zum Schweigen zu bringen...! Was wollte Mia Rechberg? Kam sie, um sich Gunter wiederzugewinnen? Es konnte nicht anders sein. Und hatte es Zweck, den Kampf mit dieser Frau aufzunehmen? Der Kampf war schon entschieden, ehe er begonnen hatte, das verriet Günters Wesen nur zu deutlich. Es würde also nur ein Kampf um das eigene bißchen Glück fein, von dem ohnehin nicht mehr viel übrig war, und das feine würde dabei auch in Trümmer gehen. Es bestand kein Zweifel darüber, daß Mia Rechberg fest entschlossen war, Günter zurückzuerobern, obgleich sie wußte, daß er verlobt war. Ihre Worte draußen im Garten „Sie kommen natürlich, Fräulein Fahrenkamp? Ich glaube, wir haben einiges miteinander zu reden...", waren deutlich genug gewesen. Man hatte die Pflicht, zu gehen und zu sehen, was an dieser Frau war. War sie Günters würdig, bann durfte man seinem Glück nicht im Wege sein. War sie es nicht, dann hatte man zu versuchen, ihn vor der vielleicht schwersten und grausamsten Enttäuschung zu bewahren. 6. Kapitel. Eigentlich gar nicht so übel, die Kleine!, dachte Mia Rechberg, während der Zimmerkellner den Tee servierte. Ein bißchen simpel; aber wenn sie etwas mehr aus sich machen und vor allen Dingen mehr Temperament entwickeln würde, könnte sie einem schon zu schaffen machen! Der große, vornehm gehaltene Salon, eines der besten und teuersten Zimmer des Hotels, war hell vom Licht der Nachmittagssonne. Annelies saß mitten im Licht. Mia hatte sich absichtlich so gesetzt, daß sie dem Fenster den Rücken zukehrte. Sie wandte sich jetzt lässig dem Kellner zu: „Ich melde mich, wenn wir die zweite Auflage brauchen!" Mit einer Verbeugung verschwand der Mann. „So, Fräulein Fahrenkamp! Bitte, langen Sie zu!" lud Mia ein. Annelies nahm ein Stück von dem Gebäck und legte es auf ihren Teller. Langsam führte sie die hauchdünne Teeschale an die Sippen; aber sie nippte kaum von dem goldhellen, köstlich duftenden Getränk. „Es ist eben ein bißchen primitiv!" sagte Mia. „Die Teestunde gehört eigentlich ins eigene Heim. Ein lauschiges Eckchen, farbiges Lampenlicht und ein prasselnder Ofen dazu — man ist ja die Dampfheizung gewohnt und mag sie nicht missen, aber die rechte Stimmung gibt es doch erst, wenn richtige, klobige Buchenscheite im Ofen knistern. Dazu muß es draußen natürlich wettern und stürmen, und wenn dann die Teemaschine summt, dann ist es erst so richtig mollig und behaglich." Annelies lehnte sich in ihren Stuhl zurück. „Ja! In solcher Stunde kann man sich alles sagen, was man auf dem Herzen hat. Aber das muß eben manchmal auch anders gehen, auch wenn man sich nur in einem Hotelzimmer und im nüchternen Licht des Tages gegenübersitzt. Sie haben ja etwas auf dem Herzen, wie Sie neulich an» deuteten. Wenn Sie also so freundlich sein wollen, mit dem eigentlichen Thema zu beginnen ...? Günter wird vermutlich sehr pünktlich fein, und Sie beabsichtigen doch nicht, ihn zum Zeugen unserer Unterredung zu machen — nicht wahr?" Sie hatte es ganz ruhig gesagt; aber es war doch etwas in ihrer Stimme, das eine tiefe, innere Erregung verriet. Mia schob langsam und wie spielerisch ihre Teetasse ein wenig vor. «Es freut mich, daß Sie so tapfer den Stier bei den Hörnern zu fassen suchen. Ich darf daraus wohl schließen, daß Sie sich darüber klar sind, um was es sich handelt, und daß Sie schon hinreichend darüber nachgedacht haben. Ich müßte Ihnen ja nun eigentlich sagen, daß es mir ausrichtig leid tut, eine so empfindliche und intime Angelegenheit, wie es die — Liebe nun einmal ist, zum Gegenstand gerade unserer Unterredung machen zu müssen. Aber Sie würden es mir vermutlich doch nicht glauben; ich kann mir diese billige Einleitung alsa ersparen. Eine Frage möchte ich aber gern erst noch stellen: Sie waren geradezu tödlich erschrocken, als ich vorgestern abend im Turmzimmer erschien. Darf ich wissen, was der Grund dazu war?" „Dazu möchte ich keine Erklärungen geben." Mia zuckte die Achseln. (Fortsetzung folgt!) y, ■ — ( . .. I — MM BWWW 'iM 'N Main; eichsbahn •er Weise aus star. aal durch pruch qe. fljür die überneb» krständlich Die Bür- heutigen wrgigen teuer, her und '7- In onlichlril. te abend tb unz 35 trat ieblichex HJ alz haben, Steuer en der ^n, bat ^9 der r. einen nitunter Hotels 21-1.88 'er Zeit 2[Ibert l'n, in trerneh. M und ?anoen vr Art öMn sein, \o 'estandez cht. Gebäck uni) ihrte st dir >r sie nipp“ senden sagte iqene Hem W und die SE en, aber die nn richtige. Dazu mutz men, um i ist es ei !"s>ch . Wer Din auch «h im nuoF v»* tÄ men unlerek ’ mar doch es «aXAv d l0>e n Stier W ; & 1 L->! stz Ä Ä | Elefanten im Odenwald Vmehen und Werden in der Geschichte desLebens G.Jl.'fvort Fischen Obecheffen zwar Die ge- die der Ge- c$ Staufenberg, 19. Dez. Im festlich schmückten Saale des Gastwirts Zecher hielt Lebens an, so Mensch Alsdann saßen die Eheleute Christian S ch e p p aus Burkhardsfelden wegen Mißhandlung bzw. Verletzung der Obhutspflicht im Sinne des § 223b RStGB. auf der Anklagebank. Die Angeklagten, die eine größere Landwirtschaft betreiben, sind die Eltern von fünf Söhnen. Einer davon leidet schon seit längerer Zeit an Epilepsie. Dieses Leiden gab den Angeklagten Veranlassung, den Sohn als minderwertigen Menschen anzusehen, zumal er in Anbetracht seiner Krankheit nicht in der Landwirtschaft tätig sein konnte. So sank der Sohn mehr und Reptilien. Wendet man diese aus der Geschichte des mit den K o si e n der O b e r r e a l s ch u l e beschäf- tigt. Da die geringere Zahl der auswärtigen Schüler im Verhältnis zu den einheimischen sich ungünstig für den städtischen Zuschuß auswirkt und das kommende Jahr demnach eine größere Belastung der Stadt bringen würde, wurde der Bürgermeister beauftragt, mit der Regierung zu verhandeln, um ohne weitere Beanspruchung der Stadt ein Fortbestehen der Anstalt zu erreichen zu suchen. Die unbewahrt heute noch einige herrliche Arbeiten auf. Das kostbarste Material der Odenwaldschnitzer ist so das Elfenbein, aber auch anderes Beinmaterial und Kunstharz werden verarbeitet. Während man früher als Massenartikel je nach der Mode Rosen, Hirschbroschen und andere Schmuckstücke herstellte, sind in letzter Zeit besonders die Edelweißabzeichen gefragt, die in großen Mengen hergestellt und in alle Welt versandt werden. Daneben gibt es selbstverständlich auch zahlreiche andere kunstvolle Beinschnitzereien, die von der Werkstatt des Odenwaldschnitzers ihren Weg in die Welt nehmen. Die herrlich geschnitzen Figuren, Elefanten und anderen Tiere aus Bein und schwarzem Ebenholz, die in Aegypten, Afrika und Indien von den Eingeborenen an die Reisenden auf den Schiffen verkauft werden, stammen nicht selten aus unserem heimatlichen Odenwald. Platzelf konnte der Lollarer Meistermannschaft nur in der ersten Halbzeit ernsthaften Widerstand leisten und fiel nach der Pause ihrem eigenen Tempo zum Opfer. Lollar trat die Reise mit gemischten Gefühlen an, muhte doch noch im letzten Augen- spielten: Großen-Buseck I — Lollar I 0:3, Großen-Buseck II — Lollar III 0:1, Lollar III — Fellingshausen I kampflos für Lollar. festlich geschmückten Tischen wurde gemeinsam Tee und Weihnachtsgebäck genossen und die Unterhaltung in froher Weise geführt. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Zecher, schloß den Abend mit dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer. # Allertshausen, 19. Dez. Unsere (Bern e i n b e versammelte sich am Dienstagabend im Saale der Wirtschaft Hormann zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier. Zur Einleitung hielt der Lehrer eine Ansprache, in der er auf den Sinn der deutschen Weihnacht im Dritten Reich hinwies und zu steter Dankbarkeit für den Führer und Reichskanzler, den Retter des deutschen Volkes, aufforderte, dem die fteudigen Sieg-Heil-Rufe der Gemeinde galten. Bei Gesangsvorträgen des Frauenchors und einem schönen Weihnachtsspiel der Jugend, bei gemeinsamen Gesängen und froher Unterhaltung vergingen die Stunden nur allzu rasch. blick einer der besten Spieler, der Mittelläufer Geißler, ersetzt werden. Das Spiel begann mit einigen ungestümen Angriffen der Platzelf. Doch Lollar stellte sich hierauf ein und zog einen Stiir- mer zurück. So ging Großen-Buseck in seiner Drangperiode leer aus. Als sich bann die bessere Spielweise Lollars durchsetzte und man den vierten Läufer wieder in den Sturm sandte, wurde Großen-Buseck zurückgedrängt. Für die Folge verlegte sich die Elf des Platzvereins auf rauhes Spiel. Einer der Lollarer Spieler mußte dabei verletzt ausscheiden. Trotz alledem spielten die restlichen zehn Lollarer ihr Spiel weiter und verließen als sichere Sieger den Platz. Die Tore selbst fielen zwei durch schöne Stürmerleistungen, während das dritte aus einem Elfmeterball resultierte. Ein weiterer Elfmeter wurde von Lollar ausgelassen. Die Lollarer Elf benötigt nun noch aus den vier ausstehenden Spielen nur noch einen Punkt, um sicher zur Meisterschaft zu kommen. Die Reserve gewann kampflos, weil der Gegner nicht antrat. Die dritte Elf gewann ebenfalls in Großen-Buseck gegen die dortige zweite Elf, und zwar knapp mit 1:0 Toren. Deutscher Eisbockeysieq gegen Oxford. Im Olympia - Kunsteisstadion in Garmisch- Partenkirchen standen sich am Donnerstagnachmittag eine deutsche Auswahlmannschaft und die Oxford-Studenten vor etwa 1500 Zuschauern gegenüber. Die englischen Studenten, die schon in Prag hoch geschlagen worden waren, mußten auch in Garmisch eine Niederlage einstecken und der deutschen Auswahl einen glatten Sieg mit 5:0 (0:0, 3:0, 2:0) überlassen. Nach einem torlosen ersten Drittel konnte Jae- necke, der beste Mann auf dem Felde, im zweiten Spielabschnitt innerhalb einer Minute zweimal einsendcn. Den dritten Treffer erzielte der Rie- ßerseer Lang auf Vorlage Jaeneckes. Der Kampf, der bis dahin ziemlich temperamentlos war, wurde im letzten Drittel etwas bewegter. Eine schöne Einzelleistung Jaeneckes führte zum vierten Tor und Dr. Strobl verbesserte kurz vor Schluß auf 5:0. Am kommenden Sonntag findet im Olympia- Kunsteisstadion in Garmisch-Partenkirchen ein Spiel des deutschen Eishockeymeisters SC. Riessersee gegen Universität Cambridge statt. abzuleitenden Gesetze auf den Menschen kommt man zu der Feststellung, daß der . , zwar in seiner körperlichen Entwicklung verhältnismäßig einfach und damit grundsätzlich anpassungsfähig' geblieben ist, daß aber für ihn eine gewisse Gefahr in feiner geistigen Hochentwicklung liegt. Die auf den geistigen Fähigkeiten des Menschen hiesige Frauenhilfe gemeinsam mit Frauenschaft eine Adventsfeier ab. sangsvorträge wechselten in schöner Weise mit Theateraufführungen und Gedichtvorträqen ab. Pfarrer G u ß m a n n , Kirchberg, hielt die Adventsansprache, bei der er auch der schönen Zusammenarbeit unserer deutschen Frauen gedachte. An den durch besonders ungünstige, schwierige Lebensbedingungen Stämme ausgebildet werden, die sehr zäh und langlebig sind: Beispiele dafür finden wir vor allem unter den Süßwasser-bewohnenden Winterhilfskegeln des Vereins der Kegler „Lahn-Vufeckerlal- Wiefeck". Auch für die Kegler ist die Beteiligung am Winterhilfswerk eine Ehrenpflicht Der Deutsche Keglerbund hat in der Zeit vom 30. November bis 8 Dezember Wettkämpfe angesetzt, deren Reinerlös restlos dem Winterhilfswerk überwiesen wird. Leider war dem Wiesecker Verein (Lahn-Buseckertal) die Einhaltung des festgesetzten Termines nicht möglich, weil durch ungünstiges Wetter die neuen Bundesbahnen in Wiefeck nicht fertiggestellt werden konnten. Nunmehr sind die Arbeiten soweit vorgeschritten, daß mit dem Winterhilfskegeln am kommenden Samstag begonnen werden kann. Alle Kegler des Kreises Gießen, ob Sport- oder Gesellschaftskegler werden daher erneut aufgerufen, an diesen Einzelkämpfen teilzunehmen. Der Deutsche Keglerbund (DKB.) hat eigens für diese Wettkämpfe wiederum Ehrenurkunden geschaffen, die gleichzeitig für die Erringer ein Dokument des Sieges, aber auch der Opferbereitschaft bedeuten. Die Wettkämpfe sind offen für alle deutschen Volksgenossen, insbesondere für alle Kegler, ohne Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zum DKB. Die Kämpfe werden getrennt gewertet und zwar für die Kegler, die dem DKB. angehören und für die Nichtorganisierten Kegler. Der Wettbewerb beginnt am Samstag, 21. Dezember 1935, 21 Uhr und Sonntag, 22. Dezember 1935 auf 10 Uhr im Bun- deskegler-Heim in Wiefeck, bei Gastwirt Heinrich Braun. Sportverein 1920 Lollar. Am Sonntag griffen alle drei aktiven Mannschaften des SV. 1920 in die Pflichtspiele ein, und erste Mannschaft konnte auch die schwere Klippe in Großen-Buseck glücklich umschiffen und verdient und sicher mit 3:0 Toren siegen. Die Am letzten Dienstag hatte sich zu einem Vortragsabend der Biologischen Fachschaft im Hörsaal des Geologischen-Paläontologischen Instituts eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden. Der Leiter Der Fachschaft, Dr. Heidt, eröffnete die Sitzung und erteilte Herrn Prof. Dr. Hummel das Wort zu seinem Vortrag, dem wir folgendes entnehmen: Die von der Paläontologie erforschte Geschichte des Lebens zeilgt uns einen ewigen Gestaltenwandel, ein Vergehen und Werden der Lebensformen: dieser Gestaltenwandel hat manche Gesetzmäßigkeiten, die auch für unser Leben als Volk von Bedeutung sind, weil wir denselben Gesetzen unterworfen sind wie die übrige Natur. Als gemeinsames Merkmal der aussterbenden, verschwindenden Stämme des Tier- und Pflanzenreiches können wir feststellen, daß es im allgemeinen hochentwickelte, formen- und individuenreiche Gruppen sind, die dem Aussterben verfallen, während kleine, einfach gebliebene Gruppen sich weiter entwickeln. Selten ist unmittelbarer Kampf mit Feinden die Ursache der Stammesvernichtung, meist führt irgendein scheinbar unbedeutender Wechsel der Lebensbedingungen zum Aussterben, und zwar folgt dieses Aussterben in der Regel unmittelbar auf eine besondere Blütezeit des betreffenden Stammes. Die Hauptursache des Aussterbeps ist daher darin zu erblicken, daß in Zeiten besonders günstiger Lebensbedingungen die zur Gesundhaltung des Stammes nötige Auslese fehlt, so daß auch schwächliche, wenig widerstandsfähige Lebewesen zur Fortpflanzung kommen. Diese Stammes- verschlechternng führt dann bei einer auch nur geringfügigen Verschlechterung der Lebensbedingun- gen zum Stammestod. Als Beispiel für eine derartige Stammesver- fchlechterung wird der eiszeitliche Höhlenbär angeführt, bei dem wir zahlreiche körperliche Veränderungen feststellen können, die z. T. auch bei unseren Haustieren und ebenso beim Menschen auftreten. Der Höhlenbär ist am Ende der Eiszeit ausgestorben, während der weniger hochentwickelte, aber gesünder gebliebene braune Bär weiterleben konnte. Im Gegensatz dazu kann man feststellen, daß LPD. Aus dem Odenwald, 19.Dez. Wenn man durch das Tal der Mümling, durch die Odenwaldstädtchen Erbach, Michelstadt, Höchst, König und wie sie alle heißen, fährt, so kann man an vielen Häusern einen kunstvoll geschnitzten Elefanten sehen. Er ist das Symbol der Oden- wälder Elfenbeinschnitzer, deren kunstvolle Erzeugnisse von hier aus in alle Welt gehen. Es ist eine alte Geschichte um diesen Elefanten im Odenwald. Ein Erbacher Edelmann, der Graf Franz zu Erbach, war für allen Fortschritt ausgeschlossen und hat nicht nur die Lage der Landwirtschaft gehoben und Straßen gebaut, sondern auch die Elfenbeinschnitzkunst im Odenwald eingeführt. Nach alter Familiensitte selbst in einem Handwerk ausgebildet, wurde der Graf später Obermeister der Drechslerzunft und brachte es in der Kunst des Beinschnitzens zu beachtlicher Fertigkeit. Das Museum im Gräflichen Schloß zu Erbach Tragischer Tod eines atten Mannes. + Grünberg, 19. Dez. Hier wurde am heutigen Donnerstagmorgen der 65 Jahre alte, ledige Hermann Jockel III. tot in seiner Wohnung aufgefunden. Der Arzt stellte Tod durch Kohlenoxydgasvergiftung fest. Vor einigen Tagen war der Mann schon einmal bewußtlos von Nachbarsleuten aufgefunden worden. Er konnte aber damals mit ärztlicher Hilfe noch ins Leben zurückgerufen werden. Da er jedoch die ihm von anderer Seite angeratene Instandsetzung des Ofens nicht veranlaßt hat, ist ihm diese Unterlassung jetzt zum Verhängnis geworden. Landkreis Gießen. * Wiefeck, 20. Dez. Am morgigen Samstag, 21. Dezember, kann der Bäckermeister und Landwirt Ludwig Müller in Wiefeck in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 2. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist schon feit mehr als 35 Jahren treuer Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. < M a i n z l a r , 19. Dez. Bei der hiesigen Pftmd- Jammlung, die von der NS.-Frauenschast durch- aeführt wurde, kamen insgesamt etwa 70 Pfund Lebensrnittel zusammen. terdessen vom ersten Beigeordneten Alb ach während der dreiwöchigen Abwesenheit des Bürgermeisters geführten Verhandlungen haben nun zu einer Vereinbarung geführt. Eine Erhöhung des Staatszuschusses kommt nicht in Frage, dagegen soll auf Vorschlag der Schulabteilung und mit Zustimmung der hiesigen Leitung der Oberrealschule eine Zusammenlegung der beiden Primen in den meisten Fächern erfolgen, so daß hierdurch eine Stelle eingespart wird. Für die Stadt bedeutet dies eine Ersparnis von etwa 7000 Mark. Anzeigenteil einen Buchenstamm, und Schwellenholzverkauf an, zu dem die Angebote bis Montag, 6. Januar, einzureichen sind. Interessenten ersehen Näheres aus der Bekanntmachung. ** Rückständige Krankenkassen bei- träge vom November werden von der Allg. Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil zur Zahlung angemahnt. Säumige Zahlungspflichtige feien besonders auf die Bekanntmachung hingewiesen. ♦* Verkehrsunfall. Gestern vormittag ge- gen 10.15 Uhr ereignete sich auf der Grunberger Straße, unweit der Gansebura ein Verkehrsunfall. Ein Gießener Geschäftsmann fuhr mit seinem Personenkraftwagen gegen den entgegenkommenden Lastkraftwagen einer Gießener Molkerei. Der Un- iall kam dadurch zustande, daß der Führer des Lastkraftwagens, der unmittelbar vor dem Zusammenstoß einen Radfahrer überholt hatte, sich noch auf der linken Straßenseite befand. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen den Georg Wolf III. von Rockenberg und verurteilte ihn wegen dreier Verbrechen nach § 176, Z. 3 StGB, zu einer G e - famt(träfe von 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Auf die erkannte Strafe werden 4 Monate 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Wegen desselben Delikts wurde der August Schell aus Friedberg, zur Zeit in Untersuchungshaft, zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt, unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Außerdem wurde die Entmannung des Angeklagten angeordnet. und mehr im Ansehen der Eltern. Man sorgte nicht mehr für ihn, ließ ihn zerlumpt und zerfetzt im Dorfe umherlaufen und gab ihm auch wenig zum Essen. Es kam nicht selten vor, daß der 22jäh- rige Mann infolge eines Anfalles hinstürzte und irgendwo im Dorfe blutend und hilflos am Boden lag. Trotzdem man die Angeklagten benachrichtigt hatte, fanden sie es erst nach geraumer Zeit für notwendig, einmal nach ihrem Sohne zu sehen. Man schaffte ihn dann mehr oder weniger gefühlvoll nach Hause zu Bett. Dort ließ man ihn einige Tage liegen, bis man dem völlig Erschöpften einen Arzt schickte. Gelegentlich des Besuches eines Arztes des Kreisgesundheitsamtes und eines Beamten der Gießener Kriminalpolizei bot sich den Zeugen ein geradezu trostloses Bild. Der Patient lag gänzlich abgemagert in einem vollkommen verschmutzten Bette. Die angeklagte Ehefrau nahm in mürrischem Tone zu der Angelegenheit Stellung und wollte die Schuld der Erschöpfung des Kranken zuschieben, der im Essen besonders wählerisch sei. Es ergab sich jedoch, daß er, als man ihm Essen anbot, die Speisen geradezu gierig zu sich nahm. Dieselbe Verwahrlosung des Sohnes stellte man auch in der Nervenklinik in Gießen fest, wo sich der junge Mann dreimal befand. Trotzdem man sich seitens der Aerzte gegen eine Entlassung des Patienten wandte, drängte die Angeklagte darauf, das, wie die Beweisaufnahme ergab, einzig und allein auf ihre geizige Einstellung zurückzuführen ist. Obwohl die Angeklagten als wohlhabend geschildert werden, fragte die Angeklagte ständig wegen der durch eine eventuelle Behandlung des Sohnes entstehenden Kosten. Ihre wahre Einstellung tritt in dem einen Satz zutage: „Wer nichts arbeitet, braucht auch nichts zu essen", den die Angeklagte öfters anzuwenden pflegte. Man schreckte selbst nicht davor zurück, den Kranken während eines Anfalles zu schlagen. Während der Vertreter der Anklage eine Gefängnisstrafe von je 1 Jahr 3 Monaten beantragte, erkannte das Gericht gegen den Ehemann auf 6 Monate, gegen die Ehefrau auf 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen 4 Tagen erlittener Untersuchungshaft. Das Gericht hielt zwei Mißhandlungen für erwiesen. Bezüglich der übrigen Punkte ist das Gericht der Auffassung, daß die Angeklagten nicht böswillig, sondern aus ihren Verhältnissen heraus gehandelt haben. 00 Klein-Linden, 19. Dez. Die von den chariatioen Verbänden durchgeführte Sammlung für das Winterhilfswerk war in unserer Gemeinde der Evangelischen Frauenhilfe übertragen worden. Der Sammlung war ein schöner Erfolg beschieden. Neben einigen Geldbeträgen wurden insgesamt etwa 200 Pfund hochwertige Nahrungsmittel gespendet. — Am Dienstagabend fand in der estlich geschmückten Kleinkinderschule die Weihnachtsfeier der Evangelischen Frauenhilfe statt. Gemeinsam gesungen Weihnachtslieder wechselten mit Chorvorträgen eines kleinen Chores. Zwischendurch trugen Kinder von Mitgliedern schone Weihnachtsgedichte vor. Pfarrer König, der Vor- itzende der Frauenhilfe, sprach über den tiefen Sinn des schönsten unserer kirchlichen Feste. Um die Ausgestaltung und das gute Gelingen der Feier- tunde hatte sich namentlich die beiden Schwestern der Krankenstation und der Kleinkinderschulstation verdient gemacht. "Y" Watzenborn-Steinberg, 12. Dez. Bei der Viehzählung wurden hier gezählt: Pferde 55 (davon 2 unter einem Jahr): Jungvieh bis 2 Jahre 263 (davon 39 Kälber unter drei Monate): Rindvieh mehrjährig 525 (davon sind 133 Kühe zur Milchgewinnung und 362 Kühe zur Milchgewinnung und Arbeitsleistung): Schafe mehrjährig 89, unter einem Jahr 52; Schweine unter 8 Wochen 61, bis einem halben Jahre 341, bis zu einem Jahr 496 und älter 30; Puchtsauen 5, insgesamt 933; Ziegen 276; Hühner 4770; Gänse und Enten 131 und 48 'Bienenstöcke. + Grünberg, 19. Dez. In einer Sitzung der Ratsherren im November hatte man sich Aktion der HZ.! Zweiter Tagt Du gabst gestern nichts? Gib heute doppelt! Zeder Deutsche trägt das h o l z r e i t e r ch e n l beruhende Zivilisation schafft (besonders im Stadtleben) günstige Lebensbedingungen, dadurch wird die natürliche Auslese ausgeschaltet. Die Volksgesundheit kann daher nur dann dauernd erhalten bleiben, wenn wir die fehlende natürliche Auslese durch künstliche Auslese ersetzen. Der Nationalsozialismus hat durch das Sterilisationsgesetz und das Reichserbhofgesetz die ersten Erfolg versprechenden Folgerungen aus diesen biologischen Naturgesetzen gezogen. Weiter wurde die Frage des Entstehens neuer Lebensformen behandelt. Entwicklungsfähig sind einfache, anpassungsfähige Lebewesen. Weitere Vorbedingung für das Entstehen formenreicher neuer Gruppen ist jedoch auch das Vorhandensein freien Raumes. Wanderungen spielen bei der Entstehung und Erhaltung neuer Formen eine sehr wichtige Rolle. Im Anschluß daran wurde die Frage der Entstehung der Menschen und insbesondere der Rassenbildung erörtert. Der Mensch ist ein in den Steppen des jüngsten Tertiärs entstandenes und durch die wechselnden Lebensbedingungen der Eiszeit hochgezüchtetes Lebewesen. Die heutigen Menschenrassen sind durch die verschiedenartigen Auslese-Bedingungen ihrer Heimatgebiete herausge- gezüchtet worden. Die Einzelheiten der Entstehungs- Bedingungen sind uns bei den meisten Rassen bisher unbekannt. Leicht erklärbar ist jedoch die Entstehung der für uns Deutsche besonders wichtigen nordischen Rasse. Deren Heimatgebiet liegt in den Ländern um Ost- und Nordsee, die während der letzten Eiszeit völlig vergletschert und daher unbewohnt waren. Wenige, gesunde und tatkräftige Sippen sind nach Ende der Eiszeit in das eisfre gewordene Gebiet eingewandert; unter den zunäch besonders harten Lebensbedingungen des nordischen Landes hat sich in scharfer Auslese und Reinzucht die besonders hochwertige Rasse entwickelt, der unser deutsches Volk seine Eigenart und Kultur verdankt. Aufgabe der Paläontologie als Teil der Biologie ist es, die Naturgesetze zu erforschen, welche die geschichtliche Entwicklung des Lebens auf der Erde beherrschen. Adolf Hitler hat einmal darauf hinge- wiefen, daß wir unser höheres Dasein als Menschen nur der Erkenntnis und rücksichtslosen Anwendung eherner Naturgesetze verdanken. Die naturwissenschaftliche Forschung verschafft uns allo die Kenntnis der Naturgesetze, durch deren rücksichtslose Anwendung der Politiker in Stand gesetzt wird, die Erhaltung unseres Lebens als Volk zu sichern. Der Fachschaftsleiter danke Droieffor Hummel für feine grundlegenden und bedeutungsvollen Ausführungen. an die sich eine sehr rege A'isfvrache anschloß. Nach einigen Mitteilungen über Fachschaftsund Studentenschaftsarbeit und der Bekgnrck""be der Veranstaltnnaen im zweiten Quartal de? Wintersemesters 1935/36 wurde die Sitzung geschlossen. 3m Zeichen der fünf Ringe. Kanadas Teilnahme an den Winterspielen. Bekanntlich hatte die noch vor dem Meldeschluß eingegangene telegraphische Meldung Kanadas einige Unklarheiten enthalten. Inzwischen traf nun die genaue Meldung aus Toronto, dem Sitz des kanadischen Olympia-Komitees, ein. Im Kombina- tions-. Lang-, Sprunglauf, im Speziallanglauf, Spezialsprunglauf, 50-Kilometer-Dauerlauf, 4X10= Kilometer-Staffellauf, Abfahrtslauf und Slalom für Damen und Herren, also in sämtlichen Skikonkurrenzen wird Kanada an den Start gehen. Außerdem bestreiten die Kanadier selbstverständlich auch die Eishockey-Wettbewerbe, bei denen sie durch die hervorragende Mannschaft Bear-Cats vertreten werden. Weiterhin werden auch sämtliche Kunst- und Schnellauf-Wettbewerbe bestritten. Lediglich an den Zweier- und Viererbob - Kokurrenzen wird Kanada nicht teilnehmen. Ausverkaufte Plahgruppen in Garmisch. Nunmehr sind auch die General-Stehplatzkarten für die IV. Olympischen Winterspiele zu 80 Mark ausverkauft. Außerdem sind völlig ausverkauft die Schlußrunde für Eishockey, das Paarlaufen und das Damen-Kürlaufen, weiterhin der Spezialsprunglauf am 16. Februar mit Ausnahme der erst ab 1. Januar 1936 zum Verkauf gelangenden Karten. Die Tribüne D ist im Skistadion für die Eröffnungsfeier am 6. Februar und dem Sprunglauf am 13. Februar, die Tribüne A bei sämtlichen Ski- Langläufen und beim Sprunglauf am 13. Februar, ferner die Ringplätze Ost und West bei sämtlichen Veranstaltungen im Olympia-Kunsteisstadion sowie die Stehtribune Süd für das Herren-Kürlaufen am 14. Februar ausverkauft. Ebenfalls vergriffen sind die Karten zu 200 Mark und 110 Mark. Noch zu haben sind Dauerkarten zum Preise von 55 Mark und die ab 1. Januar 1936 zum Verkauf kommenden Karten für den Abfahrtslauf, die Bobrennen usw. Zehn japanische Skiläufer kommen. Der japanische Ski-Verband hat seine zur Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen bestimmte Mannschaft endgul- Gedenket der hungernden Vögel! tig aufgestellt. Die Expedition setzt sich aus zehn Aktiven und fünf Begleitern zusammen. Einige der japanischen Olympiakämpfer werden vor den Spielen an Wettbewerben in Europa teilnehmen. Nach dem Olympiafest werden die japanischen Skiläufer bei den Meisterschaften der Tschechoslowakei an den Start gehen. Generalprobe auf der Olympia-Bobbahn. Unter Leitung des Fachausschuß-Vorsitzenden für Bobsport, H. Endres, findet am kommenden Sonntag auf der Olympia-Bobbahn am Ricssersee bei Garmisch-Partenkirchen eine Generalprobe mit Bereitschaft und Betrieb sämtlicher Anlagen statt. Diese Generalprobe wird angesetzt, damit ein vollständig reibungsloses Arbeiten des gesamten Funktionär-Stabes auf der Bobanlage schon für den Beginn des Mitte Januar 1936 angesetzten offiziellen Trainings für die IV. Olympischen Winterspiele gewährleistet ist. Platzsperre für „Hessen^ Hersfeld. Wie wir erfahren, wird der Platz des nord- hessischen Gauligavereins Hessen Bad Hersfeld wegen der Vorfälle bei und nach dem Meisterschaftsspiel Hessen Hersfeld gegen Hanau 93 am vergangenen Sonntag bis zum endgültigen Urteil gesperrt. Der Hersfelder Spieler Walk erhielt im Zusammenhang mit diesen Vorfällen bis auf weiteres Spielsperre. Schottlands Einladung an den DIB. Der Schottische Fußball-Verband hat auf seiner Tagung am Mittwoch beschlossen, Deutschland zu einem Länderkampf in der nächsten Spielzeit nach Schottland einzuladen. Damit haben die Meldungen, die nach dem Länderspiel England — Deutschland verbreitet wurden, ihre Bestätigung gefunben. Der Deutsche Fußball-Bund verdankt diese ehrenvolle Einladung wohl in erster Linie dem Auftreten seiner Mannschaft und dem mustergültigen Verhalten der 10 000 deutschen Zuschauer in London. Voraussichtlich wird das zweite Ländertreffen zwischen Deutschland und Schottland im Herbst 1936 oder im Frühjahr 1937 in Glasgow veranstaltet. Die erste Begegnung fand am 1. Juni 1929 im alten Berliner Stadion statt und endete 1:1 unentschieden. Der deutsche Torschütze war der Berliner H. Ruch. Kurze Sportnotizen. 224 Pferde haben nach der Neuordnung der Ausschreibung für das Deutsche Derby 1937 in Hamburg-Horn in dieser größten deutschen Dreijährigenprüfung Startberechtigung. Die Reihe der Bewerber wird sich bei der ersten Einsatzzahlung am 25. Februar lichten. * Um den „Spengler-Poka l", der an den letzten Dezembertagen in Davos vergeben wird, haben sich folgende acht Eishockey-Mannschaften als Bewerber angemeldet: Diavoli Rossoneri Mailand, Züricher Schlittschuhclub, HC. Davos, HC. Klagenfurt, Stade Fran?ais, Sparta Prag und die englischen Unioersitätsmannschasten Oxford und Cambridge. ♦ Max Schmeling, der eigens nach Amerika gefahren war, um dem Kampf Louis — Paolino beizuwohnen, befindet sich zur Zeit wieder auf der Rückfahrt und wird am 21. Dezember in Bremer- Haven eintreffen. 120000 Dollar betrug die Gesamteinnahme beim Boxkampf zwischen Joe Louis — Paolino in der Vorwoche in Neuyork. Dem Treffen wohnten insgesamt 19 000 Zuschauer bei. Louis erhielt 38 500 Dollar, das „Schmerzensgeld" Paolinos betrug 19 500 Dollar. * Vier Nationen werden an den Weihnachtstagen im Berliner Sportpalast bei einem internationalen Eishockey-Turnier beteiligt sein. Die Bewerber sind: LTC. Prag, Göta Stockholm, Polens Nationalmannschaft und der Berliner Schlittschuhklub. * Deutschlands läng ft e Winterradrennbahn wird in der Hamburger Hanseatenhalle erstehen. Die neue Bahn, von dem bekannten Spezialisten Schürmann konstruiert, wird mit ihren 250 Metern die Bahnen in Berlin und Dortmund noch um 40 Meter an Länge übertreffen. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. GLORIr B Unser Festprogramm! Ab heute Freitag bis 1. Feiertag einschl.: B mit Polet Negri Albrecht Schoenhalz, Paul Hartmann Ingeborg Theek, Fr. Kayssler 7404A Im Beiprogramm: Schleswig a. <1. Schlei, Kulturfilm und neueste Fox - Ton - Woche! Tägl.4,6,8.30,1. Feiertag 3,5.30, 8.30 Uhr . POLO ST____Giessen Willy Forsts Meisterleistung! . . ßncrbtlRiipprrrbt bnnrtt für Swss unö iRltin Das ÄvmtrwilfswE Ttritnlrino Cammlund drrld3 v lb.-22.Drz. 3^ Nachlässe von 3 bis 20 v. 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