Ur. 220 Erster Blatt 185. Jahrgang Keitas, 20. September *935 Erscheint täglich, auhei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt rrernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttätL-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Waren letztere Eigenschaften zwar auch technisch bedingt, da man die Kohlefeuerung noch nicht überwunden hatte und aus ihr in beiden Richtungen nicht viel mehr herauszuholen war, so ging doch auch die militärische Anschauung kaum über den Flottenkampf, die „Entscheidungsschlacht" in-der Nordsee hinaus. Dazu aber waren andere Eigenschaften, wie ft ä r E ft e Panzerung und Sinksicherheit wichtiger, was sich im Skagerrak auch glänzend bewährte. Heute nehmen die Gedanken einen anderen Weg. Schlachtslotten der herkömmlichen Art halten sich nur noch England und die USA., und auch diese nur in sehr stark herabgesetztem Umfange, und die Wahrscheinlichkeit einer großen rangierten Seeschlacht wird von den meisten Fachleuten verneint. Der Seekrieg hat sich seiner ursprünglichen Aufgabe -wieder zugewandt: dem Schutz der Handelsverbindungen und dem Kampf gegen diese. Das hat auf den Kriegsschiffbau stark zurückgewirkt, -und mit Ausnahme der drei größten Seemächte, Die zur Zeit noch vertraglich gehindert sind, grofce i «Schlachtschiffe zu bauen, sehen wir in Italien, ^Frankreich und jetzt auch in Deutschland starke Schiffe im Bau, deren Kennzeichen andere geworden sind. Neben guter Gefechtskraft steht jetzt Die Geschwindigkeit im Vordergrund, denn um zur Stelle zu sein, wo Schutz auf den Wassergraben gewährt werden soll oder wo Beute winkt, nnuh man schnell sein. Auch die Handelsschiffe sind schneller geworden im Durchschnitt, und die Kreuzer, unit denen als Handelszerstörer zu rechnen ist, sind lhöchst beweglich. So hatte auch das große Schiff ssich dem anzupassen. Italien und Frankreich bauen Schlachtkreuzer oder schnelle Linienschiffe von über 30 Knoten (55 Kilometer). Die älteren Linienschiffe bekommen viel stärkere Maschinen, und Deutschland gab seinen Panzerschiffen der „Deutschland"-Klasse 26 Knoten, baut zur Zeit zwei mittelgroße Panzerschiffe von wahrscheinlich noch größerer Geschwindigkeit und kündigt den Bau großer Einheiten an, die ähnliche Eigenschaften aufweisen dürften. Handelsschutz und Schutz der Verkehrswege auf , See ist also das Kennzeichen unseres Flottenaus- daues und wird im Mittelpunkt der jetzt stattfin- denden größeren Hebungen stehen, bie der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Rae der, leiten wird. Handelsschutz war die Lehre des Weltkrieges. Die deutsche Flotte konnte , ihn aus der ungünstigen strategischen Lage in ber Nords? he»- ius, gegen die blockierende Stellung 1 «der engl.< ' .nseln und Flotte, mit den gegebenen Mitteln nich> leisten, ihr Wirkungsfeld in dieser Hinsicht war mehr d i e O st s e e. Die Sicherung der Zufuhren über Skandinavien, namentlich Erz aus Schweden, gegen die marodierende russische Flotte mnb englischen Unterseeboote war bort zur Haupt- oaufgabe geworben, bie mit denselben Mitteln ge- | löst würbe, töte von Englanb in seinem Bereich. Handelsschiffe würben zu kleineren ober größeren Geleitzügen (bis zu 20) zusammengestellt unb burch Kriegsschiffe bewacht unb geleitet. Gegen bie Ge- sfahr ber U-Boote biente neben bieser Bewachung ' sin System häufiger Richtungsänberung, ein Fahren im Zickzack, bas bie U-Boote hinbert, zu zielen unb zum Schluß zu kommen, unb sie selbst häufig ßroingt, tief unter Wasser zu gehen. Manches Boot auf beutscher wie englischer Seite ist nur nut -napper Gefahr bem Untergang entronnen, wenn »in solcher Geleitzug in unvermuteter Wenbung darauf zubrauste. , . f , Genau dasselbe spielte sich bet E n g l and ab. Dort wurde im letzten Kriegsjahr die Schlacht- lotte für solche Bewachungszwecke aufgeteilt, gruppenweise mußten die Schiffe die kostbaren Ge- ! eitzüge aus Skandinavien mit Holz, Erz und Lebensmitteln beladen hereinbringen. Das Suchen einer Entscheidungsschlacht kam nicht mehr m Frage, wurde vom Flottenchef Lord B e a 11 y geradezu nbgelehnt. Genau das gleiche wiederholt sich heute m allen größeren Manövern, wenigstens der eur o- P ä i s ch e n Seemächte, für die die Aufgabe schärfer gestellt ist, als für Amerika mit seiner fast geschlossenen Selbstversorgung, oder Japan mit seiner geschützten Lage im Winkel des Stillen Ozeans und seinen nahe gerückten Versorgungsquellen. Für Frankreich geht es immer um die Sicherheit । einer afrikanischen Truppentransporte, für Eng - and um den ununterbrochenen Zustrom von Holz, Del, Fleisch, Fetten, Getreide und sonstigen Bedürfnissen, die ber Krieg gezeigt hat. D e u t s ch l a n b sst gleichfalls nicht Selbstversorger, zahlreiche unb wichtige Zufuhren werben im Kriege notroenbig lein. Woher biese kommen sollen, wird Sache der Politik und Finanzen fein. Aber gef chützt müf* ien sie werden, wobei der Gedanke an eine feint)1 ^Üge Haltung Englands praktisch und grundsätzlich »uszuschalten ist nach der klaren Zielsetzung unsrer Außenpolitik, die den großen Erfolg des Flottenabkommens mit England bereits herein- bringen konnte. Der Hebung solchen Schutzes und zu- gleich der Sammlung von Erfahrungen mit Geleit- lügen von Handelsschiffen, auch unter starker Be- tücksichtigung der L u f t w a f fe m Angriff und Berteibigunq, finb bie deutschen Herbst-Flotten- manÖDer gewidmet. Die Rolle der Luftwaffe ms- Kein Ausweg in Genf. Wenig Aussicht auf eine andere Haltung Italiens. — Lord Roihernieres „Daily Mail" schwenkt in die Regierungsfront ein. London, 20. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Berichte der Blätter aus Genf lauten womöglich noch düsterer als bisher, wenn auch angenommen wird, daß die endgültige Entscheidung bis Samstag auf sich warten lassen werde. Viele Beobachter vermuten, daß es wieder eine glatte italienische Ablehnung geben werde, die Minderheit ist aber der Meinung, daß Italien nicht wieder die Verantwortung für die Verwerfung einer Reihe von Vorschlägen ohne vorhergegangene Erörterung auf sich nehmen werde. An einer günstigen Antwort Abessiniens wird kein Zweifel gehegt. „Times" meldet aus Genf, in französischen und britischen Kreisen werde in Abrede gestellt, daß Laval Eden um ein Versprechen ersucht habe, daß die britische Regierung auf keinen Fall über wirtschaftliche Sühnemaßnahmen gegen Italien hinausgehen werde. Bei den in Aussicht genommenen Gebietsabtretungen an Italien handele es sich nicht nur um Wüsten, sondern um ein beträchtliches Stück fruchtbaren Landes zwischen Jubaland und dem abessinischen Hochland, das die Italiener mit Vorteil kolonisieren könnten. „Daily Telegraph" sagt, Mussolini sei soweit gegangen, daß er eine Hmkehr nicht mehr wage, selbst wenn er sie wollte. Für letzteres seien allerdings keine Anzeichen vorhanden. Er habe eher die Brücken hinter sich abgebrochen. Wenn sich in den nächsten Tagen sein ewiges Nein nicht ändere, müsse ber Völkerbunb in anberem Tone reben. — „Daily Herald" erklärt, bie Italiener in Genf hielten nach immer ernsthaft an bem erstaunlichen Glauben fest, baß aus einem Kriege mit Abessinien sich keine ernsten Folgen ergeben würden. Sie glaubten nur an papierene Sühnemaßnahmen wie z. B. Abberufung von Botschaftern unb bie formelle Verweigerung von Krebiten, bie Italien ja s o wie f o n i cf) t erhalten würbe. Es sei aber ganz entschieden bie Ansicht der britischen unb ber französischen Regierung, daß es der allerschlimmste diplomatische Kurs fei, solche Sühnemaßnahmen zu treffen, deren Hnwirksamkeit seststehe. Frankreich werbe, wenn nötig, ganze Arbeit machen. Jedes Zögern fei jetzt geschwunden. Es seien Beschlüsse gefaßt, die nicht wieder umgestoßen werden könnten. „News Chronicle" meint indessen, die letzte Besprechung Lavals mit Eden sei in mancher Hinsicht nicht sehr befriedigend gewesen. Laval habe eine Aeußerung des Barons Aloisi übermittelt, der anbot, daß Italien bie Truppen in Lybien, bie Aegypten bedrohten, zurückziehen werde, falls ein Versprechen gegeben werde, daß nur Sühnemaßnahmen milder Art zur Anwendung kommen würden. Vielleicht habe Laval nur als ehrlicher Makler gehandelt. Aber es bestehe ein starker Verdacht, daß er noch immer bereit sei, um der schönen Augen Mussolinis willen den Völkerbund preiszugeben. Zwei Faktoren würden aber Laval schließlich nötigen, den Völkerbund an die erste Stelle zu setzen. 1. Herriot, ber in Frankreich viel mehr Anhänger besitze als Laval und 2. die Tatsache, daß England Frankreich im Völkerbund die Führung abgenommen habe. „Daily M a i l", ein Blatt, das bisher betont gegen bie amtliche englische Politik in der abessinischen Frage aufgetreten war, nimmt heute in einem Leitartikel Abschied von seinem Lieblingsstandpunkt, um aus patriotischen Gründen sich hinter die Regierung zu stellen. Dazu wird u. a. ausgeführt: Es war ein Fehler, wenn England -ich von dem Völkerbund wegen eines verhältm *ig unwichtigen afrikanischen Gebietes in Auf-. ig bringen ließ, während es in absehbarer Ze.: vielleicht in viel ernstere Fragen verwickelt sein wird. Hierzu gehörten sowohl die Revision der europäischen Landkarte, wo gewisse ungeheuer stark gerüstete Nationen eine Gebietsvergrößerung verlangten, wie auch die Forderung der „besitzlosen" Staaten nach Kolonien und nach einem Platz an der Sonne innerhalb Europas. Solche Fragen konnten England infolge des Völkerbundssystems jeder Zeit in einen Krieg verwickeln. Die Memelfrage sei schon in den Vordergrund getreten unb brohe eine Lage zu schaffen, bie sogar noch ernfter sei, als ber abessinische Streit. Wenn man allzu starr an einer Politik ber Unterroürfigfeit gegenüber bem Völkerbunb festhalte, laufe man Gefahr, daß eine allgemeine Umwälzung hervorgerufen werben konnte. Aus biesem Grunde bedauert „Daily Mail" auch jetzt noch bie Politik ber englischen Regierung, bie zwar ebel sei, aber vergesse, baß Eigennutz bie Grundlage einer gesunden Außenpolitik bilden sollte. Da aber die Regierung gehandelt habe, könne es in diesen schwierigen Zeiten für das britische Volk nur eine Entscheidung geben: Recht ober Unrecht, zuerst das Vaterland. Alle müßten geschlossen hinter den Maßnahmen stehen, die die Regierung für angemessen halte. Will England den Italienern die pelrolenmznsnhr sperren? Paris, 20. Sept. (DRV. Funkspruch.) „Echo de Paris" berichtet aus London, bie englische Iftarine- teitung fei der Ueberzeugung, im Ernstfälle Italien durch Abschnüren der Petroleum-Lieferungen matff e^en zu können. Diefer Absicht entsprächen auch die Jloffenberoegungen. Die Schließung des Suezkanals wurde die Versorgung durch den Persischen Meerbusen und die Pefroleumlinie von Abadan (an der Mündung des Euphrat und Tigris) abfchneiden. Die Bewachung der Palästina-Küste und Haifas würde die Zufuhren von Petroleum aus dem Irak sperren. Selbst wenn die Italiener dort Erfolge haben sollten, würden die Engländer leicht das Petroleum an der Quelle in Mossul aushalten können. Um den Italienern die Lieferungen aus dem Kaukasus abzuschneiden, sollen Verhandlungen mit der türkischen Regierung über die Schließung der Dardanellen im Gange sein. Durch Sperrung der Meerenge von Gibraltar werde Italien von der Zufuhr amerikanischen Petroleums abgeschnitten. Ls könnte dann nur noch auf bem Jeft- landsweg über die Schweiz, Deutschland und mittelbar über Rumänien Petroleum beziehen, vor- ausgesetzt, daß die Lieferanten dieser Länder Koh der Vorschriften des Völkerbundes überhaupt 3fa- lien versorgen könnten. Rach Ansicht englischer Kreise würde Italien mithin binnen kurzem kein Petroleum mehr haben. Englands Wlenauftnarsch im Älmeer. London, 20. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Das Reutersche Büro veröffentlicht eine Hebersicht über bie Verteilung ber britischen Kriegsschiffe im Mittel- länbischen Meer. Danach befinben sich in Gibraltar bie Schlachtkreuzer „Hoob" unb „Renown", ferner 4 Kreuzer,' 9 Zerstörer, unb brei Minensucher. I n Alexandria liegen insgesamt 29 britische Kriegsschiffe, barunter bas erst am 18. September eingetroffene Schlachtschiff „Resolution" mit Abmiral Sir William Fisher an Borb, ferner bie Schlachtschiffe „Revenge" unb „Valiant", brei Kreuzer, bie betten Flugzeugmutterschiffe „Glo- rious" unb „Courageous" sowie ein Hospitalschifs. In Aben finb 10 Kriegsschiffe eingetroffen, darunter bie Kreuzer „Norfolk" unb „Colombo". In Haifa befinben sich brei Kreuzer unb zwei H-Boote. In Port Saib halten sich bas Schlachtschiff „Barham", ber Kreuzer „Despatch" unb ein Zerstörer auf. In Singapore finb bas Flugzeugmutterschiff „Hermes" unb brei Zerstörer am 18. September eingetroffen. Malta wirb nicht erwähnt. Miens Streitkräfte im Roten Reer. Die Italiener haben in normalen Zeiten im Roten Meer ben älteren leichten Kreuzer „B a r i" (den früheren deutschen Kreuzer „Pillau") von 3300 Tonnen und bas Minenschiff „A g i o" (600 Tonnen) stationiert. Diese Seestreitkräfte finb vermehrt worben um ben Flottenführer (Esvlora- tori) „Panter a", ben Zerstörer „Palestr o", das Minenschiff „Ostia", bie beiben Kanonenboote „Porto Corsino" unb „G i a s o n e" sowie bas H-Boot-Bergeschiff „Ante o". Daneben finb einige Hilfsschiffe, wie Oel- unb Wasserfahrzeuge, Schlepper unb dergleichen, tätig. Die „Pantera" ist ein ganz modernes Schiff von 2000 Tonnen, das 35 Seemeilen läuft und mit acht 12-Zentimeter- unb vier Flugzeugabwehrkanonen armiert ist. „Palestro" ist ein alter Zerstörer von 800 Tonnen, ber bereits 1919 vom Stapel gelaufen ist. Die beiden Kanonenboote haben nur geringen Gefechtswert. Die Dampfer „Tevere" (8500 Tonnen) und „California" (17 900 Tonnen) fahren als Lazarettschiffe zwischen Massaua und Italien hin und her. Den Befehl über die italienischen Streitkräfte im Roten Meer übt seit bem Mai bieses Jahres ber Konteradmiral Barone aus, der feinen Sitz in Maffaua hat unb bem auch bie Hafenbetriebe unterstehen. Gibraltar gegen Ueberraschnngen gerüstet. L o n b o n, 19. Sept. (DNB.) In Gibraltar würbe folgenbe amtliche Bekanntmachung angeschlagen: Es wirb hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, baß es sich im Salle gewisser Notstänbe unter Umftänben als notwendig erweisen wird, in ganz Gibraltar die Lichter auszuloschen. Dies wirb möglicherweise burch bie Absperrung ber Hauptkraftanlaae geschehen. Der Bevölkerung wirb baher empfohlen, sich Dorr ä t e an Kerzen unb anberem hinzulegen. Es wirb aber barauf aufmerksam gemacht, baß auch solche Lichtquellen sorgfältig abgebichtet fein müssen. Zuwiberhanblungen werden geahndet. Amerika fordert Beachtung des Kelloggpaktö. N e u y o r k, 20. Sept. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt empfing den amerikanischen Botschafter in Paris, Jesse Strauß, den früheren amerikanischen Botschafter in der Türkei, M argen t h a u und den Unterftaatsfefretär im Marineministerium, Henry Roosevelt, zu einer besondere ist zu klären, ihre Bedeutung für Han- delsfchutz und -Storung ist theoretisch nicht zu erfassen, in aller Welt umstritten und muh erprobt werden. Handelsschiffe aber, keineswegs an militärisches Fahren im Verbände an Signalverkehr, Angriff und Verteidigung gewähnt, müssen ihrerseits dies-: Künü studieren, womit ein Seitenblick auf die Wicbtigk?it ber Ausbilbung von Reserveoffizieren fällt/ die solche Schiffe führen müssen. Unb schließlich werben bie Manöver zu beurteilen gestatten, ob wir mit unseren Panzerschiffen unb ben künftigen Schiffbauten auf bem rechten Wege find, ob sie sich eignen zum Handelsschutz und — was nicht übersehen werden kann — zur Hochseeoperation, ob die Kreuzer, Zerstörer, Schnellboote, Minensucher und Flugzeuge die Erwartungen erfüllen und ob die Ausbildung den hohen Stand zeigt, ber nach einstimmigem Urteil ber Fachwelt der neu aufftrebenben beutschen Flotte zugeschrie- ben wirb. So werben bie Manöver gleichzeitig zum Prüfstein vieler Dinge, wie zum Abschluß eines arbeitsreichen Marinejahres. OieIlottenschau beiHelgoland abgesagt Berlin, 19. Sept. (DNB.) Der ungewöhnlich starke Sturm in ber Norbsee hat bas morgen, ben 20. September, bei Helgolanb beabsichtigte Zusammentreffen ber Flotte mit den ,zchn Urlauberbampfern der NS. - Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" un- möglich gemacht. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. h. c. Raeder sah sich gezwungen, im Einvernehmen mit dem Reichs- organisationsleiter Dr. Ley, der sich zur Zeit mit KdF.-Hrlaubem an Bord des Schnelldampfers „Columbus" auf einer Nordlandfahrt befindet und ebenfalls ben Hebungen beiwohnen wollte, bie Flottenschau abzusagen. Abschluß der Herbstmanöver in der Bayrischen Ostmark. Arn 17. unb 18. September rollte in ber Bayerischen Ostmark bas letzte große Gefechtsbilb ber Herbstmanöver des IX. Armeekorps ab. Während des 17. September war in drei großen Marschsäulen, bie in ben Wälbern sittlich von Grafenwöhr mit westlicher Richtung vorgehenbe Blaue Par- tei fortgesetzt starkem Artilleriefeuer unb Fliegerangriffen ber Roten Partei ausgesetzt, so bah ber Angreifer erst in den Abendstunden aus seiner Walltteckung hervortreten konnte. Unter dem Schutz der Dämmerung wurde es aber auch bei Blau lebendig. Es erinnerte an die Zeiten des Weltkriegs, als man in kilometerbreiter Ausdehnung überall die Angreifer hervortreten unb sich mit Infanterie, Artillerie, Panzerwagen, Nachrichtentrupps, Pionieren unb Troß auf allen er- benklichen Wegen unb querfeldein in Bewegung fetzen unb entwickeln sah. Unterbetten hatte R o t an ben Walbrändern der Hohen von Hopfenohe mit der Front nach Osten eine außerordentlich ftarfe Verteidigungslinie bezogen. Bei Anbruch des 18. September beherrschte es mit seinen Abwehrwaffen das offene Vorgelände völlig. Gleichwohl unternahm Blau gegen 8 Uhr vormittags auf der ganzen Front ben allgemeinen Angriff. Eine Stunde darauf fetzte Rot zum Gegenstoß an und brachte dabei auch feine motorisierten Kampfkräfte und Flugzeuge zum Einsatz. Die Berge hallten wieder vom Feuer ber Maschinengewehre, Geschütze unb ber burch Knallkörper bargestellten Bombeneinschläge ber Flugzeuge. Als Dann ber rote Gegner bie Entscheidung durch einen umfassenden Vorstoß seines linken Flügels zu erzwingen suchte, ertönte um 10 Uhr auf Anordnung der Manöverleitung das bekannte Signal „Das Ganze Halt!". Der lehrreichen Gefechtsübung hatte schon seit den frühen Morgenstunden der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, beigewohnt. Die Kritik hielt Generalleutnant D o l l m a n n , Korpskommandeu* des IX. Armeekorps ab. Die Truppen rückten bank in bie Quartiere ab. Noch im Laufe bes Donnerstag würben sie in ihre Stanborte transportiert. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? en, um durch eine kommende melsurium von Kritikastern. Ohne den Bewegung bestände kein Theater und keinen Aufstieg des deutschen Volkes. Sieg gäbe der es Ziele der Forstwirtschaft sür den kommenden Winter währleisten eine günstige Fortentwicklung unserer Holzversorgung. Präsident S y r u p von der Reichsanstalt für Au- beitsvermittlung sprach dann über Arbeitsschlacht und Forstbetriebe. Wenn auch die Gesamtzahl der in den Wäldern Beschäftigung findenden Arbeiter nicht so groß ist wie in manchem anderen Arbeitszweig, so kommt ihr aber als saisonmähige Winterarbeit eine besondere Bedeutung zu, weil sie gegenüber dem winterlichen Abfall der Ar» beitsmöglichkeit in Landwirtschaft und Bauhandwerk einen Ausgleich bietet. Darüber hinaus sollen aber in der Forstwirtschaft größere zusätzliche Arbeitsvorhaben begründet werden, die eine Beschäftigung von seither langfristig Arbeitslosen als Notstandsarbeiter in besonders belasteten Bezirken auf längere Sicht ermöglichen. Da es Ziel unserer Forstverwaltung sein muß, die Zahl der ständigen Waldarbeiter „England will den Krieg." Scharfe Sprache der italienischen preffe. Ministerpräsident Göring über das deutsche Theater. Spielzeiteröffnung am preußischen Staatstheater in Kassel. zu vergrößern und dabei möglichst viele Fa« mitten seßhaft zu machen, wurden auch Maß- nahmen beraten, die eine Erweiterung der Waldarbeitersiedlung im Gefolge haben werden. Ein Vertreter des Reichsarbeltsministe. riums gab neue Möglichkeiten bekannt zur Begrün« düng und Finanzierung von Forstarbeiterheimstat« ten. Die weiteren Beratungen im Reichsforstamt befaßten sich mit einer stärkeren Erfassung des Waldes als Rohstoffquelle unter Durchführung neuer Versuchsergebnisse wissenschaftlicher Forschung. So wurden u. a. die Erweiterung unserer Harz- und Gerbstofferzeugung besprochen, vor allem aber auch die Erweiterung der Bedarfsdeckung an Rohstoffen für Holzschliff und Zellulose unter Einschaltung von Kiefern- und Buchenholz und Verbesserung der Ausnutzung des seither fast ausschließlich für diese Zwecke benutzten Fichtenholzes. In Zukunft eine W iederholung solcher Vorfälle vermeiden solle. Japan und der Abessinien-Konflikt. Tokio, 19. Sept. (DNB.) In Tokio traf am Donnerstag der abessinische Konsulatsvertreter B l r- r o u ein. Zu seinem Empfang hatten sich etwa 2000 japanische Nationalisten emge- funden, die diesen Empfang zu einer großen t t a - lienfeindlichen Kundgebung ausgestalteten. Der Konsulatsoertreter erklärte, daß er gemeinsam mit dem abessinischen Honorarkonsul m Osaka für die Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Abessinien arbeiten werde. Die japanische Regierung erklärte daß sie über das Eintreffen Birrous vorher nicht offiziell unterrichtet worden sei. Italien braucht Geld. Paris, 19. Sept. (DNB.) Die italienische Regierung soll die französische Regierung haben wissen lassen, daß sie die in ihrem Besitz befindlichen französischen Staatsrenten abzusto- ß e n und dafür Gold einzulösen beabsichtige. Die Bank von Frankreich wird die in italienischem Besitz befindlichen französischen Renten, deren Ge- samtwert etwa eine Milliarde Franken betragen soll, zunächst mit 400 Millionen Franken bevorschussen, und die Ueber- nahme der Werte dann allmählich vollziehen. durchlittenen und gewonnenen Krieges Raum für die Möglichkeit eines neuen europäischen Krieges wäre, der von einer imperialistischen Macht gegen einen alten Verbündeten entfesselt werde. Italien wünsche lediglich seinen Platz an. der Sonne, der ihm nach dem gemeinsamen Sieg verweigert wurde. Italien verteidigt seine Sache, indem es die lehrreiche Geschichte der imperialistischen Unternehmungen Englands ins Gedächtnis zurückrufe, die Zeugnis für das Recht anderer Völker ablegten. „Tribun a" schreibt, daß zum erstenmal in der Geschichte des Völkerbundes nicht nur die Anwendung von Sanktionen ohne Verfahren zugegeben werde, sondern daß sogar Präventivsanktionen vorgesehen seien, denen militärische Maßnahmen vorangingen, die ausschließlich von England ergriffen würden und offensichtlich kriegerische Vorbereitungen bedeuteten. So gewollt ausweichend und langsam die britische Haltung gegenüber den berechtigten italienischen Interessen gewesen sei, ebenso überstürzt sei nunmehr die imperialistische Militäraktion im Mitte l m e e r , mit der unter Bruch aller internationalen Beziehungen und Vereinbarungen die Einschaltung des Völkerbundes verlangt werde. Angesichts dieser Tatsachen seien die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses nichts anderes als ein von England vorgebrachter Vorwand mit dem Ziel, die militärischen Maßnahmen, die ausschließlich aus englischen Interessen heraus beschlossen wurden, Sanktionen nennen ßu können. Die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes könnten sich jedoch eine solche Verkehrung der Völkerbundsprozedur nicht gefallen lassen. Der Völkerbund müsse sich klar darüber sein, daß das Mittelmeer ausschlaggebend für das Schicksal Europas sei. Marktordnung den Ausgleich zwischen Gebieten mit Holzmangel und solchen Gegenden, die erhöhten Holzbedarf haben, herbeizuführcn. Dabei wird an der bereits erreichten Stabilisation der Preise unbedingt festgehalten werden. Für diejenigen Sorten, die im Inland nicht in ausreichendem Maße anfallen, werden bei begründetem Bedarf zusätzliche Mengen aus Holzausfuhrländern bereitgestellt werden. Sowohl die seitherigen holzmarktpolitischen Maßnahmen, wie Preisfestsetzungen, Verteilung des Anfalls ohne Versteigerungen, Tariffestsetzungen für Bedarfsgebiete ujw. haben sich voll bewährt, aber auch die zukünftig zu treffenden weiteren Einrichtungen auf dem Gebiet der Holzmarktordnung ge- Berlin, 19. Sept. (Fwd) Unter dem Vorsitz des Generalforstmeisters Dr. v. K e u d e l l fanden im Reichsforstamt unter Beteiligung der Leiter der deutschen Landesforstvcrwaltungen und der Regie- rungsforstämter Preußens und Bayerns Beratungen über die künftige Ausgestaltung unserer Forstwirtschaft statt. Um die Bedarfsdeckung unserer Wirtschaft mit Bau- und Werkholzstoff durch den Anfall unserer kommenden saisonmäßio bedingten Holzernte sickerzustellen, sind marktpolitische und betriebstechnische Maßnahmen geplant. Es ist in Kürze mit Bestimmungen auf diesem Gebiet zu rechnen. Die örtlichen Notwendigkeiten, durch die Leiter der einzelnen Landesforstoerwaltungen begründet, werden dabei Berücksichtigung finden. Um «uck allen berechtigten Anforderungen der Holz- vervrauckerschaft möglichst gerecht werden zu können, wird man in den Staatswaldungen noch viel härtere Gesetze gelten als in anderen Dingen. Auf allen Gebieten des staatlichen Lebens kann ich Zugeständnisse nach dieser oder jener Richtung machen, auf dem Gebiete der Kunst ist eine Vorrang st ellungdes G e - sichtspunktes der sozialen Fürsorge unmöglich. Hier herrschen ganz eherne Gesetze. Diese Gesetze sind auf Leistung abgestellt. Wenn man das Theater nach sozialen Gesichtspunkten leiten wollte, so ist das Institut von vornherein verloren. Keinen Künstler schützt die lange Parteizugehörigkeit; denn der Kampf auf politischem Gebiet allein kann das künstlerische Feuer, das Begabung ist, nicht ersetzen. Man kann vielmehr die Künstler nur nach ihrem Können beurteilen. Dann kann man mit allen Mitteln sie zu guten Nationalsozialisten zu machen suchen. Die Ueberzeichnung der Reichs anleihe in einer Zeit, in der sich die weltpolitische Lage scharf zugespitzt hat, ist als ein Beweis unerschütterlichen Vertrauens des deutschen Volkes zu feiner Leitung anzusehen. Der Erfolg der Anleihezeichnung wird das finanzielle und wirtschaftliche Wiederaufbauwerk der Reichsregierung wesentlich fördern. Denn diese darf nunmehr überzeugt sein, daß die Nation bereit und imstande ist, ihr die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur endgültigen Finanzierung der großen Arbeitsbeschaffungsvorhaben erforderlich sind. Der deutsche Geld- und Kapitalmarkt hat die erste Probe gut bestanden. Wie flüssig trotz der Einzahlungen auf die Anleihe der Geldmarkt geblieben ist, zeigt die Tatsache, daß in diesen Tagen schon wieder eine neue Serie unverzinslicher Reichsschatzanweisungen ausgegeben werden konnte, da die früheren Bestände restlos ausverkauft waren. Diese Serie der Reichsschatzanweisungen, deren Laufzeit bis zum 16. August 1937 geht, wird wieder zu einem Diskontsatz von 3,75 v. H. angeboten, und die Nachfrage ist recht lebhaft. Bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffungsaktionen ist in erster Linie eine Mengenkonjunktur erstrebt worden. Die Rücksicht auf das an sich natürliche und berechtigte Gewinnstreben der Wirtschaft mußte dabei zunächst zurücktreten. Um mehr produzieren zu können, mußte man mehr absetzen. Man mußte durch niedrige Preise die Kaufkraft stärken, auch wenn infolgedessen die vermehrte Erzeugung zunächst keine Besserung der Rentabilität mit sich brachte. Aber man hatte ganz richtig damit gerechnet, daß die Zunahme der Produktion ganz automatisch zu einer besseren Ausnützung der Betriebsanlagen und damit zu einer Senkung d e s Unkostenanteils, also auch zu einer H e b u n g der Rentabilität führen mußte. Eine in dem neuen Heft von „Wirtschaft und Statistik" Der- öffentlichte Untersuchung über die Geschäftsergebnisse der Aktiengesellschaften im letzten Vierteljahr 1934 zeigt, wie sehr die Mengenkonjunktur auch bereits die Wirtschaftlichkeit der Unternehmungen erhöht hat. Die Untersuchung erstreckt sich auf 1024 deutsche Aktiengesellschaften mit einem Gesamtkapital von 8,2 Milliarden Mark. Sie ergibt, daß der größte Teil der Gesellschaften jetzt wieder mit Gewinn arbeitet. Die Verluste, die ein kleiner Teil von ihnen noch immer ausweisen muß, haben sich gegenüber dem Vorjahr von 256 auf nur 44 Millionen Mark verringert. Sie sind also auf ein Sechstel der Dor- jahrshöhe abgesunken. Dagegen sind die erzielten Reingewinne von 366 auf 420 Millionen Mark gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme um 15 Prozent. Diesen 420 Millionen Mark Gewinnen stehen also jetzt nur noch 44 Millionen Mark Verluste gegenüber. Allerdings sind die buchmäßigen Gewinne nicht restlos an die Aktionäre ausgeschüttet worden. Sie sind vielmehr teils zur Deckung früherer 33 er lüfte, teils zur Stärkung der Reserven verwendet worden, teilweise auch in den Kapitalstock geflossen. Immerhin hat sich auch der Gesamtbetrag der ausgeschütteten Dividenden von 282 auf 326 Millionen Mark erhöht. Die Durchschnittsdividende ist von 3,6 auf 4,2 Prozent gestiegen. Nur ein Drittel der erfaßten Gesellschaften war in diesem Jahre noch dividendenlos. Meist handelt es sich hier um Industriezweige, die noch keine günstige Mengen- konjnnktur erreichen konnte?., wie z. B. das Vervielfältigungsgewerbe oder die Musikinstrumen- tenindustrie. Solchen Industrien gehörten auch teilweise diejenigen Gesellschaften an, die im Geschäftsjahr 1934 nochmals mit einem Verlust abschlossen. Im großen und ganzen spielen aber nunmehr, wie die oben angeführten Ziffern zeigen, die Verluste im Vergleich zu den Gewinnen keine wesentliche Rolle mehr. Während sich im Jahre 1933 nur ein lieber- schuß der Gewinne über die Verluste ergab, der 1,2 Prozent des Gesellschaftskapitals ausmachte, wird für das Jahr 1934 ein Ueberfchuß von 4,1 Prozent nachgewiesen. Die Besserung der Rentabilität ist hiernach sehr bedeutend. Da das Jahr 1935, wie sich heute bereits übersehen läßt, bei i vielen Gesellschaften eine weitere Dividen - , benfteigerung gebracht hat, darf festgestellt ; werden, daß die in den Krisenjahren verlorenge- I gangene Rentabilität der deutschen Wirtschaft nun» > mehr wiederhergestellt ist. M a i I a n b , 20. Sept. (DNB. Funkspr.) „G a z- zetta del Popolo" schreibt: „England will den Krieg gegen Italien". Diese Worte mögen nach Den kürzlichen Aeußerungen des britischen Außenministers überraschend klingen, aber es sei die durchaus logische Folgerung der englischen Haltung in Genf, der Kriegsschlffzusam- menziehungen im Mittelmeer und im Roten Meer forme der herausfordernden Sprache der englischen Zeitungen. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß sich England entschieden Italien entgegen- fteHt aus Gründen, die nichts mit dem Volker- bund zu tun haben. England beeile sich, zu Sühne- maßnahmen zu greifen. Es wolle den Krieg. Die Turiner „Stampa" behauptet, England stürze Europa mit satanischer Gelassenheit i n d e n A b g r u n d. Die Entsendung der größten Schlachtschiffe der englischen Flotte „Hood" und „Renown" in das Mittelmeer sei ein Einschüchte- rungsversuch und eine Herausforderung. „Giornale d'Jtalia sagt, in Genf sei nunmehr die Rücksicht auf italienische Interessen beiseitegelassen worden. Es gebe dafür eine offene Repressalienpolitik, die von England gegen Italien inspiriert werde. Die Sympathien für die italienischen Ausdehnungsbedürfnisse, die Hoare zweimal vor dem Unterhaus geäußert hätte, seien nunmehr zurückgenommen worden. In den Herausforderungen Der englischen Öffentlichkeit läge mehr als eine Drohung, in ihnen läge eine offene Neigung zu m Konflikt. Die englische Verbitterung gegen Italien nehme Formen unerhörter Beleidigungen an. Die „Times" sei trotz ihrer alten Traditton der Korrektheit und Höflichkeit heute dahingekommen, die französische Presse zu verdächtigen, bezahlt zu fein. Man könne jedoch nicht einen Augenblick glauben, daß im Geise eines freien, ehrlichen und vernünftigen Franzosen angesichts des gemeinsam Besprechung über die europäische Sage. Staatssekretär Hüll erklärte: „Wir sind der Ansicht, daß zwischenstaatliche Streitfragen durch solche friedlichen Mittel beigelegt werden können und müssen, wie sie im K e l l o g g - D e r t r a g vorgesehen sind. Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt die Entwicklungen des Streitfalles mit gespanntester Aufmerksamkeit und wird weiterhin die größten Anstrengungen machen, um Friedensbestrebungen in jeder praktischen Weise zu fördern. Griechenland für strengste Neutralität Athen, 19. Sevt. (DNB.) In Vertretung des in Genf weilenden Außenministers Maximos erklärte Landwirtschaftsminister Theodorides: Griechenland hofft, daß alle Streitigkeiten eine friedliche Lösung finden werden. Da es zu Italien und Abessinien die besten Beziehungen unterhält, tritt es f ü r ft r e n g ft e Neutralität ein. Falls Griechenland zu einer kategorischen Haltung gezwungen wird, wird es sich vorher mit den befreundeten Staaten des Balkanpaktes in Verbindung setzen. Die Bewegung italienischer Kriegsschiffe in den griechischen Hoheitsgewässern hat keine allgemeinere Bedeutung, da es sich um einen befreundeten Staat handelt, sowie ausreichende Begründungen für die Vorgänge gegeben wurden. Jedenfalls hat der Minister- rat beschlössen, Italien zur Vermeidung von Mißverständnissen darauf aufmerksam zu machen, daß es In Genf hat Frankreich einen überraschenden Vorstoß in der Frage der Stabilisierung der Währungen gemacht. Der Vorstoß des französischen Handelsministers Bonnet entspringt einmal der traurigen Lage des französischen Außenhandels, der immer weiter zurückgeht. Das Deflationsprogramm Lavals hat den energi* scheu Widerstand der bäuerlichen Kreise, die immer« hin rund 40 v. H. der ftanzösischen Bevölkerung ausmachen, gefunden, und der Preisabbau und die Einkommensverringerung haben bis jetzt nicht die erwünschten Erfolge gehabt. Da aber gleichzeitig Frankreich ein Arbeitsbeschaffungsprogramm nach deutschem Vorbild in Angriff genommen hat, wird die französische Produktion nach einiger Zeit sichtlich in Mißverhältnis stehen zu der durch die Einkvmmensverminderung gesunkenen Kaufkraft der französischen Massen. Und diese Mehrproduktion kann lediglich durch verstärkte Ausfuhr abgestoßen werden. Daher wandte sich Bonnet im Prinzip wenigstens gegen die Einfuhrbeschränkungen Frankreichs, die natürlich zu Gegenmaßnahmen gegen die französische Ausfuhr führten. Die englische Adresse allerdings, an die vor allem sich Bonnet wandte, ist nicht nur zurückhaltend, sondern hat im großen und ganzen den Plan des französischen Handelsministers abgelebt. Das britische Geschäft floriert zwar nicht unter der Pfundabwertung, aber immerhin geht es den Umständen nach normal, und man weiß in England ganz genau, daß der französische Plan einer Währungskonferenz doch lediglich Frankreich aus den Schwierigkeiten helfen soll und keinerlei Bezug nimmt auf die Weltwirtschaftslage, die eben durch die sinkenden Handelsziffern aller Nationen au einer Verknappung der Kaufkraft geführt hat. Aus diesem Grunde ist also Bonnet auf Den englischen Widerstand gestoßen. Man verweist übrigens auch auf die mangelnde Initiative der französischen Regierung und lieht in Lavals Deflation«* maßnahmen nur einen liebergang zu einer wirklichen Abwertung des Franken, der schon heut- feinerlei anziehende Kraft für Auslandswährungen mehr bietet. Ob das berechtigt ist, ist sehr zweisel« haft. Auf jeden Fall zeigt das Beispiel des holländischen Gulden, der überhöht ist und deshalb mieoer in der letzten Zeit Schwankungen durch Angriffe der Spekulation unterworfen wurde. Kassel, 19. Sept. (LPD.) Das Preußische Staatstheater Kassel begann am Mittwochabend seine neue Spielzeit mit einer Festausführung des „Freischü tz", die durch die Teilnahme des Ministerpräsidenten Göring mit seiner Gattin ein besonderes Gepräge erhielt. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Gauleiter Staatsrat Weinrich, Oberpräsident PrinA Philipp von Hessen, Prinz Paul von Griechenland, Frau Winifred Wagner, Generalintendant Tiet- j e n sowie die gesamte Generalintendanz der Preußischen Staatstheater. Um Mitternacht fand im Rathaussaal ein Empfang durch die Stadt Kassel statt, bei dem Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer dem Ministerpräsidenten die große silberne Ehren- plakette der Stadt Kassel überreichte. Ministerpräsident Göring dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und sprach über die preußischen Staatstheater. Der Führer hat auf der Kulturtagung in Nürnberg darauf hingewiesen, daß es gerade in ernsten Kampfzeiten erforderlich ist, daß man an der Gestaltung der schönen Dinge lebhaften Anteil nehmen müsse, um den Menschen für seine Sorgen einen Ausgleich zu schassen. Die S ck l i e ß u n g eines Theaters ist im Reiche Adolf Hitlers eine Unmöglichkeit. Die preußischen Staatstheater sind nicht lediglich Staatstheater im Sinne wie früher als vom Staat betriebene, es ist mir vielmehr eine der vornehmsten Aufgaben, diese Staatstheater in eiaener Regie zu führen. Grundsatz der Theaterführung ist die lebendige Gestaltung des Führerprinzips. Wenn heute die nationalsozialistische Bewegung an die Gestaltung dieser Dinge herangeht, Die auf dem Gebiete der Kultur und der Kunst liegen, so müssen Um die deutsche Eigenerzeugung von Textilstoffen au steigern, ist eine Vervielfachung des Andaus von Hanf und Flachs notwendig. Denn diese Textilfasern können — im Gegensatz z. B. zur Baumwolle — auf deutschem Boden gewonnen werden. Sie wurden nur bisher in viel z u geringen Mengen gewonnen, so daß der Bedarf zum großen Teil durch Einfuhr aus dem Auslande gedeckt werden mußte. Es ist aber nicht nur nötig, den gegenwärtigen Bedarf der deutschen Industrie an Hanf- und Flachserzeugnissen aus inländischer Erzeugung zu befriedigen, sondern es soll darüber hinaus auch der deutsche Bedarf an Baumwolle, Jute und anderen ausländischen Textilfasern zu einem erheblichen Teile durch Flachs und Hanf ersetzt werden, sei es, daß die deutschen Verbraucher sich daran gewöhnen, anstatt der Textilwaren aus fremden Faserstoffen solche aus Flachs oder Hanf zu verwenden, oder daß bei der Herstellung von Textilftoffen den ausländischen Fasern deutscher Flachs ober Hanf bei» gemischt wird. Voraussetzung für eine solche Umstellung der Textilwirtschaft auf deutsche Faserstoffe ist freilich eine wesentliche Ausdehnung des deutschen Anbaus von Flachs und Hanf. Dank den zielbewußten Förderungsmaßnahmen der Reichsregierung ist die deutsche Hanf anbaufläche bereits von 300 Hektar im vorigen auf 3000 Hektar im laufenden Erntejahr gestiegen. Sie hat sich also innerhalb eines Jahres Wenn das Publikum dem Theater nicht die erforderliche Unterstützung gewähre, fei es trotz aller Anstrengungen des Staates nicht au halten. Die Theaterfreuoigkeit des Publikums fei aber größer geworden. Man habe es dem Füyrer und feiner Bewegung zu verdanken, daß wieder deutsche Kunst zur Geltung komme. Die Künstler könnten eine Dankesschuld nur dadurch abtragen, daß sie ihre ganze Person einsetzen und h ö ch st e Lei - stung vollbrächten. Unter der Künstlerschaft werde kein verwaschener Internationalismus geduldet, auch wenn es sich um die größten Genies handele. Das Theater sei kein Versorgungsinstitut und kein Sam- verzehnfacht. Ebenso hat sich die deutsche Flachs anbaufläche gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. In diesem Jahre wird bereits die Hälfte des Bedarfs der deutschen Leinenindustrie an Flachsfasern aus den Erzeugnissen der heimischen Scholle gedeckt werden können. Auf Grund dieser befriedigenden Erfolge hat die Reichsregierung beschlossen, die Maßnahmen zur Förderung des Anbaus von Hanf und Flachs auch im Erntejahr 1936 fortzuführen. Die Landwirtschaft» wird sich also schon bei der Festlegung ihrer Bestellungspläne den ihr von der Reichsregierung gestellten Aufgaben anpassen können. Sie wird also vor allem die Anbauflächen für Flachs und Hanf nochmals stark vermehren müssen. Aber das allein wird noch nicht genügen. Es ist noch eine Reihe anderer Maßnahmen vorgesehen, um insbesondere die Hanf- erzeugung wesentlich zu verstärken. Hier kommt es nämlich nicht allein auf die Menge, sondern auch auf die Güte der erzeugten Fasern an. Die deutsche Hanfernte ist aber in diesem Jahr recht befriedigend ausgefallen, auch in qualitativer Hinsicht. Mit dem Bau von R ö st a n st a l t e n ist in der Kur- und Grenzmark, in Schlesien und Bayern begonnen worden. Das Reich hat zu diesem Zweck Beihilfen gewährt. Die Hanfindustrie wird nach und nach mit größeren Mengen von deutschem Rohhanf bester Beschaffenheit beliefert und dadurch schließlich von der Einfuhr fremder Erzeugnisse unabhängig gemacht werden können. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, daß das Ziel, die Flachs- und Hanfindustrie mit Rohstoffen deutscher Erzeugung ausreichend zu versorgen, durchaus erreichbar ist, wenn auch sicherlich nicht von heute auf morgen. * Die deutsche Außenhandels st ati st ik zeigte im Monat August eine Erhöhung des Ausfuhrüberschusses, der im Vormonat 29 Millionen Mark betragen hatte, auf 50 Millionen Mark. Diese verstärkte Aktivität ist freilich in erster Linie dprch eine weitere Einschränkung der Einfuhr (besonders der Lebensrnittel- und Textilwarenimporte) erreicht worden. Doch ist erfreulicherweise auch die Ausfuhr wieder gestiegen, wenn auch überwiegend infolge der jahreszeitlich begründeten Zunahme des Textilwarenexports. Aus zahlreichen anderen Berichten ergibt sich jedoch, daß sich die deutsche Ausfuhr auch auf anderen Gebieten befriedigend entwickelt. So stellte z. B. die Schrauben» und Nietenindustrie eine beträchtliche Steigerung der Ausfuhr ihrer Erzeugnisse fest. Der deutsche Schraubenexport hat sick in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres mit etwa 12 300 Tonnen gegenüber dem gleichen Zeitabschnitt des Vorjahrs mehr als verdoppelt. Ebenso berickteten der Stahlwerksverband, die Draytindu- ft r i e, die Röhrenwerke, die Fabrikanten landwirtschaftlicher Maschinen u. a. über erhöhten Auslandsabsatz. Die Jnlandkonjunk- tur war gleichfalls unverändert lebhaft. Die R o h« ftahlerzeugung war im August wieder etwas höher als im Vormonat. Die Eisengießereien, die auf ihrer Harzburger Hauptversammlung am 18. September die Gründung eines Kartells beschlossen haben, teilten mit, daß ihre Leistunas« Fähigkeit jetzt zu zwei Dritteln ausgenutzt ist. In Württemberg sind sie sogar bereits voll beschäftigt. Doch klagten die Eisengießereien über die wachsende Unterbietungskonkurrenz auf den Auslandsmärkten. Die amerikanischen Preise seien teilweise so niedrig, daß eine staatliche Subventionierung vermutet werde. in Anlehnung an den tatsächlichen Bedarf wiederum bis zu 150 v. H. des Normalhiebsatzes einscklagl Marktordnung Den A Aus aller Welt jsmärtttn jo niedrig, vermut eutsche r Der« Hälfte ,e an Nischen dieser ng be. s An. f 1936 b sich ispläne wen )ie An. lrk Der. h nicht .Maß. Hanf. hier ge, son- ern an. hr recht er hin. ten ist n und zu die. Industrie >en oon beliefert fremder können, daß das Gossen -rsorgen, ich nicht J6tb H der laben Niste, linin. yftat. 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Nicht genug, daß es durch einen Gewaltstreich der letzten Garantien beraubt wurde, die ihm der Friedensvertrag von Versailles in der Kontrolle der Garantiemächte bot, wird jetzt versucht, jedes eigenständige Leben im Memelland durch planmäßige Entdeut- schung aller Selbstverwaltungskörperschaften vom Landtag bis zu den Gemeindevertretungen einschließlich der Verwaltungsorgane zu verfälschen." Schärfstes Mißtrauen gerechtfertigt. „Daily Mail" über die Lage im Memelland. London. 19. Sept (DJIB.) ..Daily HlaU“ veröffentlicht einen aus Tilsit datierten Sonderbericht über die Lage im Memelland. Der Berichterstatter schreibt u. a. folgendes: ..Warum sollen wir überhaupt abstimmen? Wir haben alles vertrauen in solche Wahlen verloren!" Diese Worte, die ein deutscher Memelländer heute zu mir sagte, zeugen für das Mißtrauen, mit dem die Wahlen für den Memeler Landtag am nächsten Sonntag betrachtet werden. Bei den letzten Wahlen im Mai 1932 wurden 2 5 Deutsche gewählt und nur vier Litauer. Seither jedoch ist der Landtag aus - ge sch alt et worden, und seine Arbeiten werden jetzt von einem Direktorium weitergeführt, in dem vorherrschend litauische Interessen vertreten sind. Die Tätigkeit dieses Direkoriums ist, wie versichert wird, durch beunruhigende Ungereimt- Heiken gekennzeichnet gewesen. Es besteht einiger benasche HeruM irstoß entfpmS anzöM zurückgeh. en enera die immer Wöllerimk iu unb bi* [ nii)t bte Bchzeülg mm noch hat, US» Ä durch W ief«.®* ift-r» DO* ;e Einfuhl' ru *?** f ruruckh^ , U ’ r»>n e.6 ffngla^ etmr m 'in* 7 auf1? Ä Legationsrat in das Auswärtige Amt berufen und darauf ins Feld gezogen war, wurde er 1921 mit der Leitung des deutschen Konsulats in Rotterdam betraut. 1928 wurde Dr. v. -ahn Generalkonsul in Amsterdam. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung des deutsch-französischen Films „Varielö". Der erste in deutscher und französischer Fassung gedrehte Gemeinschaftsfilm der Bavaria«Film AG. „D a r i e t 6" nach dem Manuskript von Nikolas Farkas und Rolf E. Danloo erlebte im Ufa- Palast in München seine Welt-Uraufführung. Die tragenden Rollen des Filmwerkes, das in die schillernde Welt der Artistik führt, haben Hans Albers und Attila Hörbiger, ihre französische Partne« rin ist Annabella. Die schmissige Musik zu dem Film schrieb Hans Carste. Das Publikum be- Der Führer von einem Holländer gesehen. Brüssel, 19. Sept. (DNB.) Unter der lieber» lschrift „Das neue Deutschland" bringt die Antwerpener „Scheid e", das Organ der Großniederlän- Lnschen Bewegung in Flandern, einen Artikel über flben Nürnberger Parteitag, in dem es u. a. heißt, baß der Parteitag der Freiheit die deutsche Volksgemeinschaft in inniger Verbundenheit mit ihren Führern gezeigt habe. Das Angesicht des neuen Deutschland selbst habe sich hier offenbart. In dem Artikel heißt es gum Schluß: „Es lebt in Deutschland ein neues Volk, zukunftsfroh, willensstark und unterneh- itnenb, ein Volk, das wieder emporgerissen wird burch die Macht der Ideale. Wer das neue Deutschland kennengelernt und seinen Führer ge» sjehen hat, kann begreifen, daß dieser Mann so geliebt und verehrt wird. Hitler hat unleugbar etwas Wütiges und Gewinnendes. Ein religiöser Ernst 'spricht aus seinem Gesicht. Er ist aufrecht und jede Poje ist im fremd. Glauben zu besitzen und Glauben ßu erwecken — das ist die göttliche Kraft, die sich an ihm offenbart. Dies ehrlich zu erkennen, sollte Sen Tausenden von Ausländern, die dev Nürnberger Parteitag miterlebt haben, nicht schwer geworden sein." Udek entdeckt die Leiche eines vermißten Bergsteigers an der Eigerwand. Oberst Übet suchte dieser Tage mit einem Klemmflugzeug in Begleitung eines bekannten Grindelwalder Bergführers und Skiführers die Eigerwand nach den beiden feit Ende August v e r» mißten Münchener Touristen ab. Dabei flogen die beiden bis auf eine Entfernung von etwa 20 Meter an die Eigerwand heran. Sie konnten die Leiche des einen der beiden vermißten Touristen feftftellen. Sie stand bis zu den Knien im Schnee steckend völlig erstarrt unter einem Felsüberhang, das Gesicht in der Richtung auf die Kleine Scheidegg gewandt. Von dem anderen Touristen konnte keine Spur entdeckt werden. Man vermutet, daß^eine Leiche neben der seines Kameraden am Boden liegt und vom Schnee zugedeckt worden ist. Anhaltender Sturm in England und in der Nordsee. Gestern (Donnerstag) hat in England, im Aermel- kanal und der Nordsee wieder ein äußerst starker Sturm geherrscht. Auch diesmal mußte sich eine Anzahl Dampfer von der hohen See in den Schutz der Häfen retten. Ein Verkehrsflugzeug, das nut 25 Fahrgästen an Bord von Croydon nach Paris abgeflogen war, mußte nach zehn Minuten wieder umkehren. Das zum Verschrotten verkaufte U-Boot, das sich während des ersten Sturmes im Bristol- Kanal von feinem Schleppdampfer losgerifsen hatte, und ohne Besatzung abgetrieben war, ist nach 36ftünbiger Irrfahrt bei Cardiff geftranöet. Der regelmäßige Schiffsverkehr zwischen Folkestone und dem Festland wurde für gestern nach Dover umgeleitet. Neue Dammbrüche in der chinesischen Provinz kiangsu. Der in das Überschwemmungsgebiet des Hoangho entsandte Sonderberichterstatter des DNB. meldet aus Peihsien in der Provinz Kicmgsu, daß sich bei Hsiaoszetuan, 15 Kilometer östlich von Peihsien, ein neuer Dammbr u ch ereignet hat. Die Fluten des Hoangho ergossen sich über weitere riesige Gebiete und umspülen bereits die Stadtmauern von Peihsien, einer 70 Kilometer nördlich von Hsuetschau gelegenen Kreisstadt. Seit dem 14. September arbeiten 12 000 Mann bei glü» hender sommerlicher Hitze an der Errichtung von Auffangdämmen, oon denen bereits 25 Kilometer fertiggestellt werden konnten. Man hofft, auf diese Weise eine weitere Ausdehnung der Ueberschwem» mung in der Provinz Kiangsu verhindern zu können Immerhin strömt das Wasser noch mit erheblicher Geschwindigkeit innerhalb der Notdämme nach Süden. Der neue Dammbruch bei Hsiaoszetuan sowie ein weiterer an einer anderen nördlich davon gelegenen Stelle haben in dem bisher von den Fluten verschonten Peihsien-Bezirk furchtbare Verheerungen ungerichtet. 180 000 Menschen sind weiterhin obdachlos geworden. Die Bohnenfelder — die Hauptfrucht des Bezirks — wurden zehn Tage vor der Ernte völlig vernichtet. reitete dem Film eine freundliche Aufnahme, so daß Hans Albers, der selbst erschienen war, vor dem Vorhang auch im Namen seiner Partnerin Annabella für diese herzliche Aufnahme mit einer kurzen Ansprache danken konnte. Zwölfter Internationaler Zoologenkongretz in Lissabon. Der Zwölfte Internationale Zoologen - Kongreß, an dem etwa 400 Vertreter aller Länder teilnehmen, wurde in Lissabon in Anwesenheit des Staatspräsidenten eröffnet. Der Leiter der Tagung, der portugiesische Professor Artur Ricardo Jorge begrüßte die Gäste und gedachte der verstorbenen Mitglieder. Darauf hielt der Rektor der Universität Lissabon, der ehemalige Außenminister Cairo daMata, eine Ansprache. Anschließend fand ein Empfang im Unterrichts- «Ministerium statt, worauf die wissenschaftlichen Ta« Igungen und Ausschutzsitzungen begannen. Fules Cambon f. Paris, 19. Sept. (DNB.) Der ehemalige fran- Mische Botschafter in Berlin, Jules Cambon, Ht in Vevey am Genfer See gestorben. Jules Cambon stand im 91. Lebensjahr. Die sterblichen Uleberrefte werden nach Paris übergeführt, wo die Beisetzung stattfindet. * Cambon war von Hause aus Advokat, er hatte Öen Krieg 1870/71 als Hauptmann der Mobilgarde mitgemacht und sich dann der Verwaltungskarriere „ugewandt. Nachdem er Generalgouverneur von Almer gewesen war, wurde er 1897 Botschafter in ÜlVashington, 1903 Botschafter in Madrid und 1907 Bot chafter in Berlin. Hier schloß er 1912 mit dem Staatssekretär von Kiderlen-Wächter das Marokko-Kongo-Abkommen ab. Wenn er sich auch mit der deutschen Regierung gut zu stellen wußte, oo war er doch so sehr Franzose, daß er trotz seines bangen Aufenthaltes in Berlin kein deutsches Wort sesen oder schreiben konnte. Ein tieferes Verständnis für das geistige Wesen des deutschen Volkes :olieb ihm versagt. Das französische Gelbbuch über !oen Kriegsausbruch weist unfaßbare Fehlurteile und Mißverständnisse in den Berichten Cambons an seine. JReaieruna auf. 1915 wurde Cambon General- setmar im Außenministerium und 1920 Vorsitzender »er Pariser Botschasterkonserenz, die in zahlreichen Fragen des Friedensvertrages maßgeblich war. Von seinen Schriften sind bemerkenswert „Der Diplomat" mnd „Diplomatie von gestern und heute". GeneralinspektorOr.Todt in Warschau. Warschau, 19. Sept. (DNB.) Der General- linfpeftor des deutschen Straßenbauwesens, Dr.- Öng. Todt, zu dessen Ehren die polnische Weaebau- jiga einen Empfang gab, hielt in der Aula der Technijchen Hochschule einen Vortrag über den Straßenbau. Dem Vortrage wohnten außer zahlreichen Vertretern der polnischen Verkehrsbehörden :such die Teilnehmer einer Tagung der polnischen Ißegebauingenieure bei. Auch der deutsche Botschafter v Moltke war anwesend. Im Anschluß an den Dortrag zeigte Dr. Todt an Lichtbildern, was im Saufe der letzten zwei Jahre auf dem Gebiet des Straßenbaues getan worden ist. Die Versammlung ioanfte dem Redner durch lebhaften Beifall. Der Dorsitzende der polnischen Wegebauliga Graf Tyßkewicz kleidete den Dank der Versammlung m herzliche Worte. Am Abend fand ein Essen beim rutschen Botschafter statt, an dem u. a. der Vize- minifter des Auswärtigen Graf Szernbeck, die Grund für die Versicherung der Deutschen, daß kaum eine Spur von der Autonomie übrig bleiben wird, die ihnen von den Unterzeichnern des Memelstatuts (England, Frankreich, Italien und Japan) gewährleistet wurde. Den deutschen Einwohnern ist keine Wahlpropaganda gestattet worden, und die Exemplare ihrer einzigen Zeitung sind neuerdings beschlagnahmt worden. Telephonrufe und Telegramme sind einer genauen Zensur unterworfen, und die Mehrzahl der nach Deutschland geschickten Briefe sind geöffnet worden, um, wie behauptet wird, nach ausländischen Lotterielosen zu suchen. Hitlers Erklärung in Nürnberg, daß die „Vorbereitungen für die Memelwahlen eine Mißachtung der Gerechtigkeit und der Verptichtungen zeigen", scheint voll und ganz durch das groteske System erwiesen zu sein, unter dem das Volk zu den Wahlen gehen wird. „Wer nicht hören will, muß fühlen" Die „Basler Nachrichten" fordern Bölkerbundsaufsicht. Bafel, 19. Sept. (DNB.) In einem Artikel der „Basler Nachrichten" wird den Hauptmächten nahegelegt, für das Memelgebiet e i n Statut nach d e m Muster des Saar- statuts oder Danzigs zu schaffen mit Ein- setzung des Völkerbundes als Kontra l l i n ft a nz. Jetzt habe der Völkerbund kein selbständiges Eingriffsrecht in Memel. Die Hauptmächte könnten aber Litauen in dessen höchsteigenem Interesse veranlassen, ihm ein solches zuzuaestehen. Das würde die Schaffung dauerhafter Ordnung bedeuten. Nur könne eine solche Regelung nicht improvisiert werden, und leider dränge e 5 mit Memel. Sollten die umstrittenen Wahlen nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ordnungs- und rechtsgemäß verlaufen, müsse das verzweifelt harthörig? Litauen durch die Hauptmächte in eine ganz energische Kur genommen werden. „Wer nicht hören will, muß fühlen." Königsberg, 19. Sept. (DNB.) Die „Preußische Zeitung" veröffentlicht eine Sondernummer „M emeHanb in N o t", in der u. a. Reichsinnenminister Dr. Frick schreibt: „Obzwar die Rechte der Memeldeutschen durch das Autonamie- ftatut vom Mai 1924 von England, Frankreich, Italien und Japan garantiert, vom Völkerbund bestätigt und von Litauen anerkannt wurden, ist das Statut van Litauen niemals erfüllt worden. Im ©gegenteil, alle kulturellen und inner» politijchen Freiheiten, das Recht der eigenen Gerichtsbarkeit, der Polizeihoheit, ist geraubt und fernst die frei gewählte Vertretung ist für die Memeldeutschen ausgefchaltet worden. Seit Jahren betreibt Litauen eine aufreizende und provozierende Gewaltpolitik in diesem Teil des vor dem Weltkrieg zu Ostpreußen und damit xum Reiche gehörigen Landes, die zweifellos böse Folgen für das friedliche Zusammenleben der Völker haben muh." Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath stellt fest, daß der Angriff auf die autonomen Rechte der Memelländer durch Litauen die Quelle aller Unruhen in diesem Winkel Europas ist. „Litauische Politiker", so schreibt er, „haben die Welt mit der Behauptung herausgefordert, die Autonomie für das Memelland bilde nur ein Uebergangs- ftadium. Demgegenüber muß ich mit allem Nachdruck feststellen, daß die Autonomie nach Wortlaut und Sinn der Memelkonvention ein für allemal unanfaftbat ist; sie bildet die Voraussetzung dafür, daß das Memelland dem litauischen Staate überhaupt angegliedert worden ist. Litauen hat es in der Hand, Recht und Gesetz im Memelland wieder- herzustellen und Unrecht und Vergewaltigung wieder gutzumachen." Ministerpräsident Hermann Göring schreibt u. a.: „Ein kleiner Staat tyrannisiert mit unglaublichen Methoden deutsche Blutsrüder. Wenn wir hiergegen entschiedensten Protest einlegen, mischen wir uns nicht in die Angelegenheiten eines fremden Staates, sondern fordern die Ein- Aufzelchnungen Amundsens in der Arktis gefunden. Nach einer Blättermeldung aus Leningrad hat der Leiter der meteorologischen Station auf dem Kap Tschelzuskin mitgeteilt, daß von ihm auf der Insel Starokodamski in einer Entfernung von etwa 60 Kilometer von dem Kap Aufzeichnungen von Amundsen und von Mitgliedern feiner Expedition gefunden worden sind. Es handelt sich um eine Flaschenpost, die von der Amundsen- erpedition aus den Jahren 1918/19 stammt. Sie enthalt Mitteilungen über die Lage und die Arbeiten der Expeditionsteilnehmer. Eine zweite Aufzeichnung Amundsens ist auf einer in der Nähe befindlichen Insel entdeckt worden. Tödlicher Verkehrsunfall im Spessart. Ein schweres Autounglück, das ein Menschenleben forderte, ereignete sich auf der Chaussee Aschaffenburg—Würzburg, in der Nähe von Oberndorf. Bürgermeister Weidner von Oberndorf wurde, als er die Straße überqueren wollte, von einem Bonner Personenwagen aus Richtung Aschaffenburg erfaßt und etwa 10 Meter weit geschleift. Er war auf der Stelle tot. Für die Angehörigen Weidners ist das Unglück um so tragischer, als am Tage vorher die Schwiegermutter und in der vergangenen Woche die Mutter des Verunglückten geworben sind. Verheerender Dorfbrand in Südtirol. In der Gemeinde Veroo am Nonsberg (Südtirol) brach ein Brand aus. Das Feuer griff trotz aller Löfchverfuche der Feuerwehr so rasch um sich, daß ein Viertel des Dorfes mit 13 Gebäuden ein« geäschert wurde. Durch den Brand sind 16 Familien obdachlos geworden. Der Sachschaden wird auf 250 000 Lire geschätzt. Schrecklicher Tod eines Kindes. Während der Abwesenheit der Mutter machte sich das einjährige Kind der Eheleute Hennes in der Ortschaft Gobbenrode (Siegkreis) an einem mit heißer Seifenlauae gefüllten Gefäß zu schaffen. Das Kind stürzte in das Gefäß und verbrühte sich derart schwer, daß der Tod eintrat. Grauenhafte Raubmordserie in einer rumänischen Stadl. Die Verhaftung eines der Polizei bekannten Mannes bei' einem Einbruchsversuch in Galatz (Rumänien) führte zur Aufdeckung einer ganzen Reihe grauenhafter Raubmorde. Der Verhaftete, ein arbeitsloser Bessarabier namens Tcaciuc, hat anscheinend alle Morde mit Hilfe seiner Lebensgefährtin, eines unter Polizeikontrolls stehenden Mäochens, verübt. Diese lockte die Opfer in ein Häuschen am Rande der Stadt, in dem sie angeblich allem wohnte, wo aber Tcaciuc im Dum fein den Besuchern auflauerte und sie mit einem Beil niederschlug. Der Raub wurde zwischen den beiden geteilt; die Leichen wurden im Hause selbst verscharrt, dessen Lehmboden zu diesem Zwecke immer wieder aufgegraben wurde. Die Grabungen, die nach dem Geständnis des Mörders durchgefuhri bte nur durch das Eingreifen des englischen Wah-s rungsfonbs für den Gulden abgeschlagen worden sind, daß einmal mit der Stabilisierung der Weltwährungen begonnen werden muß. Die Reichsregierung hat erst soeben wieder in Nürnberg ihrer Uebergeugung Ausdruck gegeben, daß dip unumgängliche Voraussetzung für eine Jöehebung der internationalen Wirtschaftskrise die Aufstellung eines Systems fester Währungen ist. * Ende März wurde ein Restriktionsabkommen der Kupfer- Interessenten geschlossen, das sich lange Zeit nicht auswirken konnte. Jedenfalls sanken die Kupferpreise bis etwa Ende Juli, Dumpingverkäufe waren an der Tagesordnung und wurden verschärft durch das Außerkraftfetzen des amerikanischen Nira- Programms. Die amerikanische Kupferproduktion verkaufte damals ihre Ware weit unter dem Weltmarktpreis, während sie unter dem Niraprogramm sich für die Verluste aus diesem Geschäft auf dem amerikanischen Binnenmarkt schadlos hielt. Das hat sich gewandelt. Die amerikanischen Kupferproduzenten konnten nicht mehr unter dem Weltmarktpreis ihre Ware anbieten und von dieser Seite aus wurde also die Stabilisierung des Kupfermarktes bewirkt. Hinzu kam der wachsende Verbrauch. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres wurden 705 800 Tonnen gegen 611 010 Tonnen verbraucht. Hauptabnehmer waren England, I a - pan und Italien, aber auch Deutschland, und wenn auch die Zunahme dieses Verbrauches durch die Rüstungsindustrie bewirkt wird, so ist doch der Hauptanteil den A r b e i t s b e » fdjaffungsprogrammen zuzuschreiben, die «auch in England und den USA. mit der Durch- «elektrifizierung und damit einem erhöhten Kupfer- werbrauch begonnen haben. Da diese Programme ssich auf Jahre hinaus erstrecken, sind die Aussichten | isür den Kupfermarkt günstig. In diesem Zusammenhang ist es auch bemerkens» troert, daß in den USA. sogar im Sommer die Nachfrage nach Kupfer groß war, denn für August «wird ein Bedarf von 120 000 Tonnen berichtet, so daß also kaum eine größere Menge Kupfer nach Europa gelangt fein kann. Man spricht sogar da- won, daß die Nachfrage größer als das Angebot J iist und auch in Europa hat sich in den letzten Mo- maten eine starke Belebung des Kupfermarktes gezeigt, trotz aller Devifenfchwierigkeiten. Die Voraussetzungen für eine weitere günstige Entwicklung des Kupfermarktes find also gegeben, selbst wenn der »abessinische Krieg, der zu einer vermehrten Kupfer- Einfuhr Italiens führen würde, nicht ausbräche. - Diese Verhältnisse haben die Preise verhältnis- mäßig stark anziehen lassen. Der Neuyorker Kurs (für promptes Standardkupfer betrug am 27 Juni 6,23, am 9. September 7,40, am 12. September J 8,05 und am 13. September 8,10 und entsprechend ' besserte sich der Kupferpreis in London und Berlin. beiden Vizeminister des Verkehrsministeriums B o b k o w f k i, und P i a f e ck i, der Dizehandels- minifter Dolezal. der Vorsitzende der Wegebauliga Graf Tyßkewicz, die Rektoren der Technischen Hochschule und der Universität teil- nahmen. Die Schweiz kündigt ein Sparprogramm an Schwierige Wirtschaftslage wie noch nie. Bern, 19. Sept. (DNB.) Jrn Ständerat erklärte Bundesrat Meyer, der Leiter des Finanzdepartements, daß sich die Wirtschaftslage in der Schweiz in den letzten anderthalb Jahren erheblich verschlechtert habe. Dies ei bedingt durch den Rückgang der lebensnotwendigen Ausfuhr, die kostspielige Krisenmaßnahmen notwendig gemacht habe. Gleichzeitig seien die Staatseinnahmen um 1750 Millionen Franken zurückgegangen. So befände sich die Schweiz in einer Lage rote noch nie seit Bestehen des Bundesstaates. Die Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts fei für alle öffentlichen Verwaltungen, insbesondere für den Bund, absolute und dringende Notwendigkeit. Der Fehlbetrag für 19 3 5 werde etwa 90 Millionen Franken betragen. In weiten Kreisen sei der Ruf nach einem Finanzprogramm erhoben worden mit Sparmaßnahmen als erster Forderung. Der Bundesrat habe diese Forderung auch nicht einen Augenblick aus dem Auge gelassen. Eine Anpassung der Finanzen und der ganzen Wirtschaft an die veränderten Verhältnisse müsse tatsächlich erfolgen, je eher desto besser. Die Anpassung müsse organisch vor sich gehen. Die Produktionskosten der Wirtschaft mußten herabgesetzt werden. Dabei müßten auch die öffentlichen Körperschaften einbezogen werden. Das Finanzprogramm müsse verbunden werden mit einem Wirtschaftsprogramm. Noch in diesem Jahre walle die Regierung den Räten die beiden Programme vorlegen, doch bedürfe es dazu vielleicht einer Verfassungsänderung. Inzwischen müsse aber das Notwendigste in Angriff genommen werden. Dies solle durch ein Sofortprogramm geschehen, in dem die Subventionen über die bisherigen 20 v. H. hinaus auszubauen seien. Auch bei den A n - l e i h e z i n s e n müsse gespart werden, ferner sollen Neueinnahmen von 42 Millionen Franken geschaffen werden, einmal durch Ausbau der Stempelsteuer und dann dadurch, daß auch die Bankguthaben bzw. deren Zinsen zur Besteuerung herangezogen werden. Durch die neuen Steuermaßnahmen erhoffe man Mehreinnahmen von 10 Millionen Franken, während gleichzeitig die bereits oorgenommenen Zollerhöhungen 32 Millionen Franken erbringen sollen. Beginn des Floridakanal-Baues. N e u y o r k, 19. Sept. (DNB.) In Oakala in Florida begann am Donnerstag der Bau des Schiffahrtskanals durch Florida, der den Atlantischen Ozean mit b e m Golf von Mexiko verbinden fall. Die erste Sprengung wurde von Präsident Roosevelt persönlich vorgenommen, der über einen von seinem Arbeitszimmer in seinem Landsitz in Hydepark ausgehenden Telegraphendraht die Sprengladung elektrisch zur Entzündung brachte. Die Gesamt kosten des Kanalbaues werden auf 14 6 Millionen Dollars geschätzt. Die Arbeiten erfolgen im Rahmen des Notstandsprogramms der Bundesregierung, die bisher 5 Millionen Dollars für den Bau bewilligt hat. Der Kanal, der von Port Inglis bis in die Nähe des am Ozean gelegenen Hafens Jack onville führen wird, soll die Fahrzeit zwischen den Häfen am Golf und den Ozeanhäfen um zweieinhalb Tage verkürzen. Generalkonsul Dr. von Hahn f. Der deutsche Generalkonsul in Amsterdam, Dr. v H a h n, ist im 55. Lebensjahr gestorben. Gene- rälkonsul v. Hahn wurde 1880 in Darmstadt geboren. Er trat 1907 in den auswärtigen Dienst ein und war als Dizekonsul in Schanghai ; und in Kopenhagen tätig. Nachdem er 1914 als Mäntel für den Herbst erstaunt! ä“4.“: W» 5329 A sind stets FrauB.Gerhard sehr nlsse, Baumschulartikel usw. 5325 D ii an billig 6i8iD Simon, Theodor, Feldschutzmeister, 1. 5. 6. Tel. 3580 Ludwig Kröck Gehr Gießen, den 18. Oktober 1935. 5323C >11 vermiet Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. 5) a m m. 5334 D Imheuser | Mietgesuche w os9748ubtotflftr.81 Ä“"’ Mädchen Wohnung am Markt 5330 A Zum Geschirnvoschev, Spülen und Reinige« Henkel s Büro Kirchner Seltersweg 8. 2. 3. 4. Wirzeigen eine riesige Auswahl, und wie Sie aus diesem Angebot ersehen, auch jede gewünschte Preislage Möbelhaus Gießen,Wiesenstr.B Pel-waren Pelzrevaraturen wurden 5333C Gießen, Sie sind über Preis und Qualität Speisezimmer,Schreibschränke Schreibtische usw.in all. Preislagen Schriftliche Qualitäts-Garantie! 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Doch ist eine Umgestaltung der Großwetterlage im Gange, die uns Witterungsbesserung, wenn auch noch kein durchaus beständiges Wetter verspricht. Aussichten für Samst a g: Aufkommende Witterungsbesserung, doch noch kein durchaus regensicheres Wetter, vor allem auch in den Morgenstunden Neigung zu Nebelbildung, Tagestempera, turen zwischen 15 und 20 Grad, weiter abflauende Winde. Aussichten für Sonntag: Abgesehen von Nebelbildung im ganzen freundlich, aber noch nicht durchaus beständiges Wetter. Temperaturen am 19. September: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 14,5 Grad; am 20. September: morgens 15,5 Grad. Maximum 17,9 Grad, Minimum 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. September: abends 13,2 Grad; am 20. September: morgens 13,3 Grad Celsius. — Niederschläge 6,4 Millimeter. Industrielles Werk sucht zum möglichst sofortigen Eintritt eine durchaus erfahrene Stenotypistin im Alter von etwa 25-30 Jahren. 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Beschluß. „Die offene Handelsgesellschaft Fr. harries & Co. in Liquidation, Wieseck, hat bei dem unterzeichneten Gericht den Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens eingereicht. Zum vorläufigen Vergleichsverwalter ist der Rechtsanwalt Koehler, Gießen, plockflrahe, bestellt." 5339V Gießen, den 18. September 1935. Das Amtsgericht. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 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Falk habe gesagt: „Hinsichtlich Aschaffenburgs habe ich mein Alibi." Don den weiteren Zeugenaussagen ist die des Friedrich Frick e zu erwähnen. Dieser lernte den Falk während eines gemeinsamen Aufenthalts in der Strafanstalt Brandenburg 1933 kennen. Der Zeuge bekundete, daß ihm Falk damals von seinem Schloßeinbruch in Wiesbaden sowie von einem Aschaffenburger Schloßeinbruch erzählt habe. Falk habe aber gesagt, daß er selbst mit diesem Einbruch nichts zu tun habe. Der Zeuge hatte indessen den Eindruck, daß Falk über den Verbleib der in Aschaffenburg gestohlenen Rembrand-Radierungen orientiert sein müsse. Fricke sagte weiter aus, Falk fjabe von Greifswald aus, wohin er gelegentlich eines Gefangenentransportes gebracht worden war, einen Kassiber bekommen, in dem er unter Todesandrohung aufgefordert worden sei, von Aschaffenburg nichts auszusagen, und der mit dem Namen Polen- Leo unterschrieben war. Der Angeklagte Falk, zu diesen Angaben befragt, bezeichnet den Fricke als einen sehr geldgierigen Menschen. Es fei ihm bei seinen Anzeigen an die Behörde nur auf die Belohnung angekommen, die für die Wiederherbei- fchaffung der in Aschaffenburg gestohlenen Kunstblätter ausgesetzt war. — Die Verhandlung wird fortgesetzt. Erdbeben in Nordafrika. In der Gegend von Bone, Guelma und Constantine (Nordafrika) ist ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt worden. Der Mittelpunkt des Erdbebens, das nur kurz dauerte, scheint in der Ortschaft Roknia zu liegen, wo mehrere Eingeborenen-Häuser einstürzten. Es sollen auch mehrere Personen Opfer des Erdbebens geworden sein. 3n der Ober ertrunken. Bei Malisch (Schlesien) f enterte in einer der letzten Nächte ein Boot, in dem sechs Personen übersetzen wollten. Dabei fielen alle Insassen ins Wasser. Vier von ihnen konnten gerettet werden, die zwei anderen wurden als Leichen geborgen. WW Vz Hausmittel gegen ■ wJ>«'*‘zKopfschnwzan,Mig ' Nervenschmerzen, Und«. ^/*hagen und Schmerzzuständ* Seit Jahrzehnten behauptet sich Citrovanille dank seiner anerkannt raschen und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich' für Herz und Magen. Sie sollten deshalb das bewährte Citrovanille immer zur Hand haben. Erhältlich in allen Apotheken. 6 Pulver» oder 12 Oblafen-Pdcg. RM 1.10. Zwangsversteigerung K 40,35 Am IHontag, dem 23. September 1935, vormittags 9 llhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, das den a) Fal- kenstein, Georg, und bj Falkenstein, Johanna, geb. Hartmann, dessen Ehefrau, Gießen, zugeschriebene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band VIII, Blatt 391: Flur I, Nr. 135, hofreite auf dem Seltersweg (INaigasse Nr. 18), 37 am, Schähungsbetrag: 555 nrn. Steuereinheitswert (1.1.31): 1260 RM. Das Grundstück ist nach Abbruch der Gebäude Hofgelände. 5026D Gießen, den 23. Juli 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Gelegentlich einer kürzlich erfolgten Presseaus- spräche über die Versorgungslage des deutschen Ziel» kes mit Nahrungsmitteln wies Reichsminister Dr. Goebbels in eindringlichen Worten aus Die Notwendigkeit hin, die Dinge niemals losgelost vom Ganzen, sondern ftets in der großen S ch a u der Gesamtlage zu sehen und zu prüfen. Diese, nationalsozialistischem Denken allem entsprechende Betrachtungsweise verbietet es. Die Ernährung unseres Volkes rein materiell als eine Leib- und Magenfrage zu behandeln. Don der Sicherung der Dolksernährung aus eigener Scholle, die allein die Nahrungsfreiheit verbürgt, hangt weit mehr ab als das leibliche Wohl, nämlich die politische Handlunasfreiheit jeden Volkes. Diese zu bewahren ist die unbedingte Voraussetzung für den Bestand und das Gedeihen, von Volk, Wirtschaft und Staat. Aus dieser Erkenntnis stellte der Führer neben die Beseitigung der Arbeitslosigkeit als gleichwich- tige Aufgabe die Rettung des deutschen Bauerntums als den Nährstand und Blutsquell des deutschen Volkes. Beide muhten im gleichen Zuge gelöst werden und zwar immer in der Ausrichtung auf das Gesamtwohl. Darum mürben Erzeuger, Be- und Verarbeiter und Verteiler landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Reichsnähr- ftanb zusammengeschlossen, um alles, was mit der Ernährung des Volkes zu tun hat, zu erfassen. Der Reichsnährstand ist als Treuhänder der Ernährung keine Interessenvertretung, sondern für das ganze Volk da. Er hat die Ausgabe, den Bedarf des Volkes an Nahrungsmitteln zu Preisen sicherzustellen, die der Kaufkraft der Verbraucher entsprechen, damit nicht durch Schwächung dieser Kaufkraft die Arbeitsschlacht gefährdet wird. Auf der anderen Seite müssen diese Preise für den Erzeuger, den Bearbeiter und den notwendigen Verteiler ausreichend sein, wenn die zur Erringung der Nahrungsfreiheit notwendige Steigerung der Erzeugung, die durch die Erzeugunasschlacht erstrebt wird, erreicht werden soll. Das Zeitmatz, in dem diese Steiaerung durchaeführt werden muß, wird dadurch bedingt, daß jede Million, für die Lebensrnittel aus dem Auslande eingeführt werden müssen, bei der Devisenknappheit der Reicksbank an Zah- lungsmitteln für die im Interesse Der Fortführung der Arbeitsschlacht lebensnotwendige Jndustrieroh- stoffeinfuhr fehlt. Das Werkzeug des Reichsnährstandes zur Durchführung dieser vielfältigen Aufgaben ist die natio- MM Suche zum 1.10. auf Dauermiete ein geräumiges, gutmöbl.ZIminer evtl. 2 Zimmer (Wohn-u.Schlaf- zimm.) möglichst i.Südviertel, mit Telefonbenutzg., Bad u. Schreibtisch.Schr.Ang.u. 03976a. d.G.A. | Stellenangebote] Bahnhofstr. 68. [Stellengesuche} Kaufmann 27 Jahre, verh., bewandert i. all. 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Wo die Eigenerzeugung noch nicht zur Bedarfsdeckung ausreicht, ist durch entsprechende Verträge em Austausch gegen Fertigwaren gesichert. Bei Fleisch, Eiern, Gemüse und Obst sind tn den letzten Wochen Spannungen aufgetreten, die zu teilweise erheblichen Preissteigerungen geführt haben. Die Gründe für diese Spannungen hat der Reichsnährstand nicht zu vertreten, sie waren bei Eiern infolge früheren Legebeginns auch früheres Nachlassen der Legetätigkeit, bei Obst und Gemüse Witterungs- und Ernteschäden und bet Fleisch saisonmäßige Knappheit bzw. bei Schweinefleisch eine Folge der Futtergetreidemißernte des Vorjahres. Derartige vorübergehende Spannungen hat es auch früher gegeben, man konnte sie aber durch erhöhte Einfuhr ausgleichen, was heute aus Gründen der Devisenknappheit schon im Interesse der Arbeitsschlacht unmöglich ist. . Während das Volk in seiner Gesamtheit nationalsozialistische Disziplin bewahrt hat, hat es das mangelnde Verantwortungsgefühl einiger Erzeuger, Verteiler und Verbraucher dahin gebracht, daß die vorhandenen Spannungen zu Preissteigerungen geführt haben. Diese Preiserhöhungen hat der Reichs- ernährungsminister durch seine Verordnung, wonach diese Preise auf den Stand vom 31. März 1935 zurückzuführen sind, beseitigt. Die Dersorgungs- lage ist so, daß bei Eiern in Bälde auf Kühlhaus- roare zurückgegriffen werden kann, bei Obst und Gemüse die Späternte bzw. Konserven einen Ausgleich ermöglichen und bei Schweinefleisch, das noch einige Zeit hier und da knapp bleiben wird, auf andere Fleischsorten oder das vorzügliche „Fleisch im eigenen Saft" ausgewichen werden kann. Wenn so jeder bei vorübergehenden Spannungen Aquarium Walltorstraße 5 Süßer Apfelmost __________________________5340 D_ 4-ZiiL-Wohi m. 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Die Olympischen Spiele 1936 werden zweifellos das weitaus größte sportliche Ereignis darstellen, welches das deutsche Volk bisher erlebt hat. Es ist der nationalsozialistischen Seroegung vorbehalten geblieben, dieses gewaltige internationale Werk im Rahmen ihrer sportlichen und kulturellen Weltanschauung in Szene zu setzen. Der Außenstehende, der die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele des Jahres 1936 nur aus der Zeitungsperspektive verfolgte, kann sich vom Umfang und der Jntensi- tat der Arbeit, die hier in aller Stille geleistet wird, kaum einen Begriff machen. Es handelt sich bei den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele um eine der schwierigsten und kompliziertesten organisatorischen Aufgaben. Trotzdem sind diese Vorbereitungen, wie wir erfahren, heute schon so weit gediehen, daß die wichtigsten Dinge bis in die kleinsten Einzelheiten geregelt und geordnet sind. Wie man im Büro des Organisationsausschusses, im „Hauptquartier des deutschen Sports" in der Hardenbergstrahe, erfährt, rechnet man allein mit 50 000 ausländischen Zuschauern, die im nächsten Jahr nach Berlin kommen werden, um die größte Sportsensation der letzten Zelt zu erleben. Für diese 50 000 Zuschauer wird heute schon in der musterhaftesten und vorbildlichsten Weise vorgesorgt. Im Olympischen Dorf, das noch im Werden begriffen ist, werden rund 4000 Sportler aller Nationen wohnen. Ein glänzender Beweis für die wie ein seines Räderwerk ineinander greifende Organisation ist der Umstand, daß zum Beispiel u. a. für eine individuelle Verpflegung der einzelnen Sport- ler je nach Heimat und Herkunft bereits alle Vorbereitungen getroffen worden sind. Man ist da auf den Gedanken gekommen, eine „Speisekarte der Nationen" zu schaffen, damit nicht etwa die überseeischen Sportler, die an eine andere Kost gewöhnt sind, unter den veränderten Lebensbedingungen zu leiden haben. Sämtliche Körperschaften und Organisationen, die in irgendeiner Beziehung mit den Olympischen Spielen Zusammenhängen, arbeiten schon seit Monaten mit Hochdruck, um lange vor Beginn dieser gigantischen Sportveranstaltung für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Interessant ist, daß die 100 000 Plätze, die zur Verfügung stehen, nahezu ausverkauft sind. In weitestem Maße ist ferner dafür gesorgt, daß die internationale Welt auf dem raschesten und bequemsten Wege über die Abwicklung und den Verlauf der Spiele unterrichtet wird. Man will zu diesem Zweck die neuesten und modernsten Erfindungen heranziehen, um eine möglichst reibungslose Arbeit der Presse- und Bildberichterstatter zu gewährleisten. Da man damit rechnen muß, daß aus allen Ländern der Welt in großer Zahl die Journalisten nach Berlin kommen werden, sind 800 Plätze allein für die Presse reserviert worden. Ein eigenes Postamt und 56 Fernsprechstellen werden eingerichtet. Ferner ist ein Fernschreibanschluß an das amtliche Netz vorgesehen und ein Fernbilddienst, der die rascheste Uebermittlung von Bildern gestattet. Außerdem ist noch eine Neuerung zu erwähnen, die man sicherlich allgemein begrüßen wird: an 12 sogenannten „Auskunftstischen" werden „Olympia-Beamte" sitzen, die den Besuchern ln den verschiedensten Sprachen alle gewünschten Auskünfte geben werden. Schon diese wenigen Zahlen beweisen, daß vorn deutschen Organisationsausschuß eine beispielhafte Arbeit geleistet wird, wie sie nur unter einer Regierung möglich ist, die alle ihre Kräfte und Energien auf die Schaffung und Formung einer großen nationalen Volkseinheit konzentriert. Der Mann, in dessen Händen die Organisation der Olympischen Spiele 1936 liegt, ist Dr. Carl Diem, General- fetretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen. Er wurde am 24. Juni 1882 in Würzburg geboren und zeichnete sich schon früh, als Sportsmann aus, indem er in einem Alter von 17 Jahren in Berlin den Sportklub „Marcomannia" gründete. Er studierte an der Berliner Universität und wurde im Jahre 1902 in den Vorstand der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik gewählt. Bei den Olympischen Spielen von 1912 in Stockholm war Diem der Führer der deutschen Leichtathletikmannschaft. Später erfolgte seine Ernennung zum Generalsekretär des Deutschen Reichsausschus- ses für Leibesübungen. In dieser Stellung machte er sich um die Pflege des deutschen Sports und seine behördliche Unterstützung besonders verdient und wurde außerdem Begründer der „Deutschen Hochschule für Leibesübungen", an der er als Abteilungsleiter und Dozent wirkte. Er machte den Weltkrieg als Offizier mit und erwarb sich das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Im Jahre 1921 wurde ihm von der Universität Berlin der Titel eines Ehrendoktors der Medizin verliehen. Im Oktober und November 1929 hatte er auch die Führung der deutschen Leichtathletik- Expedition, bte in Japan, Korea und der Mandschurei mit großen Erfolgen Wettkämpfe austrug. Im Jahre 1930 betätigte sich Dr. Diem, der glänzende und energische Organisator und Erzieher, auch als Segelflieger. Er ist, wenn man sein Leben und Wirken auf eine Formel bringen will, die Verkörperung eines Mannes, der die Idee des deut» scheu Sports nicht nur theoretisch gefördert und propagiert, sondern sie auch aktiv und praktisch durch seine persönliche Leistung verwirktlicht hat. Die Organisation der 11. Olympischen Spiele 1936 in Berlin ist zweifellos die ehrenvollste Aufgabe, mit der Dr. Carl Diem bisher betraut worden ist. Daß er wie kaum ein anderer imstande ist, dieses gewaltige organisatorische Problem zu lösen, beweist schon ein flüchtiger Blick in die rastlose und angespannte Arbeit, die im „Hauptquartier des deutschen Sports" für die sportlich-ethischen Ziele der deutschen Jugend, des deutschen Volkes und darüber hinaus der gesamten Welt geleistet wird. Leichtachletik-Mannschastskamvf in Heuchelheim. Tv. Lollar — Tv. Kinzenbach — Tv. Heuchelheim. Dieser Kampf erfährt am kommenden Sonntag in Heuchelheim seine dritte Austragung. Die bisher durchgeführten Kämpfe waren durchweg sehr spannend und brachten erstklassige Leistungen die jedem Stadtverein Ehre machen würden. Der erste Kampf in Kinzenbach bei dem noch eine vierte Mannschaft, der Tv. Odenhausen a. d. Lahn, beteiligt war, endete seinerzeit mit einem glatten Sieg, der mit guten Könnern durchsetzten Mannschaft von Lollar. Der im Herbst vorigen Jahres ausgetragene zweite Kampf in Lollar brachte wiederum den Sieger des ersten Kampfes, Lollar, auf den ersten Platz. Um die nächsten Plätze waren stets harte Kämpfe zwischen Kinzenbach und Heuchelheim. Während im ersten Kampf in Kinzenbach, dis Mannschaft der Gastgeber sicher aus den zweiten Platz kam, konnte Heuchelheim im zweiten Kampf seine Position verbessern und seinerseits die zweite Stelle belegen knapp vor Kinzenbach. Der für Sonntag vorgesehene Kampf sollte wiederum überaus spannend werden,. Es wird diesmal von feiten der Gastgeber alles darangesetzt werden, um dem bisherigen zweimaligen Sieget Lollar den Rang streitig zu machen. Trotzdem sollte Lollar immer noch die beste Mannschaft stellen und vor allem durch einige erstklassige Leistungen in einigen Disziplinen, die die Mannschaft stets über« ..................■■■'■ 111 Das Geschenk des Führers für den Kaiser von Japan. Der Kaiser-Saga-Bild wird im Tempel von Kyoto untergebracht, wo es schon in früheren Jahrhunderten aufbewahrt worden war. (Scherl-Bilderdienst-M.) •' ..............-.....-- £ .. Schopenhauer. Zum 75 Todestage des Philosophen am 21. September Wie dieser gewaltige Denker, den Adolf Hitler in „Mein Kampf" als „einen der größten Geister der Menschheit" bezeichnet, die Philosophie und damit auch sein eigenes Schicksal gesehen hat, verrät eine Stelle aus einem seiner Briese aus Göttingen: „Die Philosophie ist eine Alpenstrahe, zu der nur ein steiler Pfad über Steine und Dor, nen führt. Immer einsamer, immer öder wird er, je höher man kommt, und wer ihn geht, Vars rem Grausen kennen, sondern muß alles hinter sich lassen und sich zuletzt den Weg im Schnee selbst bahnen. Oft steht er plötzlich am Abhang und sieht unten das grüne Thal: dahin zieht ihn der Schwindel ge- waltsam hinab; aber er muß sich halten. Dafür sieht er bald die Welt unter sich, ihre Wüsten und Moräste verschwinden, ihre Unebenheiten gleichen sich aus, ihre Mißtöne bringen nicht hmaus, ihre Ründung offenbart sich: er steht in reiner kühler Luft und sieht schon die Sonne, wenn unten noch schwarze Nacht liegt." Die Jugendjahre Arthur Schopenhauers dessen Vater ein reicher Bankier war, verliefen wechselvoll, voller Zerstreuungen, in Berührung mit einem Kreis von zahlreichen Bekannten, unter denen sich die glanzvollsten Gestalten befanden, unv mit vielen Reisen, so daß ein Franzose spater mtt Recht von ihm sagen konnte: „Er ist kern Philosoph wie die andern, er ist ein Philosoph, der Die Welt gesehen hat." In seiner ersten Jtalienzeit genoß er das Leben in vollen Zügen; in der Art aber, wie er sich mitten aus der weichen Zauberstimmung Venedigs losriß, um seinen Weg allem weiter zu gehen, zeigte sich bereits die Rücksichtslosigkeit des genialen Menschen, der alles einsetzt für fein Werk Durch feine Jenaer Dissertation „Heber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde" hatte der junge Doktor bereits den Beweis seiner philosophischen Bedeutung erbracht. Sein großes Erlebnis war die Begegnung mit Goethe, der in dem jungen Schopenhauer früh den hervorragenden Geist erkannt hatte, lieber den Weifen von Weimar sagte schon der damalige Student: „Wäre nicht mit Kant zu gleicher Zeit Goethe der Welt gesandt, gleichsam um ihm das Gegengewicht tm Zeitgeiste zu halten, so hätte jener auf dem Gemüthe wie ein Alp gelegen und es unter großer Qual niedergedrückt. Jetzt aber wirken beide aus entgegengesetzten Richtungen unendlich wohltätig und werden den deutschen Geist vielleicht zu einer Höhe heben, die selbst das Al er- thum übersteigt." Als Schopenhauer Goethe sein gewaltiges Hauntwerk Die Welt als Wille und Vorstellung übersandt hatte, berichtete Adele Schopenhauer dem Bruder nach Neapel: „... wenigstens bist du der einzige Autor, den Goethe auf diese Weise mit diesem Ernst lieft; das, dünkt mich, muß dich freuen." Diese größte Schöpfung des Philosophen, die in der deutschen Geistesgeschichte unauslöschliche Spuren hinterlassen hat, ist bei ihrem Erscheinen nicht — wie manchmal behauptet wird — ganz ohne Anerkennung geblieben, worauf schon Wilhelm ©minner in seiner Schopenhauer-Darstellung hinweist. Unter den de- (Scherl-Bilderdienst'M.) geistert zustimmenden Aeuherungen ist vor allem Jean Pauls Stimme hervorzuheben. Zu einem nachhaltigen Widerhall aber verstärkte sich dieser Beifall nicht; auch als Dozent an einer deutschen Hochschule konnte Schopenhauer nicht festen Fuß fassen. In Berlin verdarb er es schon in der Probevorlesung mit Hegel, dem damals in der preußischen Hauptstadt allmächtigen Philosophen, und sein erstes Kolleg im Jahre 1820 war auch sein letztes. Im März 1828 machte er noch einmal den Versuch, sich in Heidelberg eine Lehrtätigkeit zu schaf- fen, und als auch dieser fehlschlug, siedelte er nach einigen verbitterten Jahren endgültig nach Frankfurt über, wo er einsam noch fast drei Jahrzehnte verbrachte. Den grauhaarigen kleinen Mann mit dem Philosophenmantel zeigte man den Reisenden aus allen Weltteilen als lebendige Sehenswürdigkeit. Wie Schopenhauer aussah, hat gewiß am besten Gwin- ner beschrieben: „Seine Statur war unter Mittelgröße, sein Knochenbau gedrungen und kräftig, die Figur gleichwohl, in jungen Jahren, schlank: die Brust hob sich zwischen den breiten Schultern energisch, und seine Stimme blieb bis zu seinem Tode ungemein stark. Die Hände waren klein und ausdrucksvoll. Aschblondes krauses Haar fiel dem Jüngling, wie es damals Mode war, über die Stirn. An der Oberlippe trug er als Student ein kurzes Bärtchen. Der rötlich-blonde Backenbart des Mannes harmonierte mit der goldenen Brille, die er jedoch nie unausgesetzt getragen und nach dem fünfzigsten Jahre ganz ablegte. Der Mund war in der Jugend voll und schön; zog sich aber später, mit dem Verlust der Zähne, in die Breite. Die Nase war besonders regelmäßig und fein geschnitten, an den Flügeln breit, an der Wurzel scharfkantig, vom Stirnbein in sanftem Winkel gerade abfallend. Die Augenhöhlen waren groß und standen auffallend weit voneinander ab, so daß er eine gewöhnliche Brille kaum gebrauchen konnte. Glanzreiche blaue Augen verklärten den imposanten Kopf. Die Größe desselben stand mit der des Skeletts in keinem Verhältnisse. Neben Schopenhauers Schädel steht ein gewöhnlicher fast wie ein Knabenkopf." C. K. Am herbstlichen Meer. Von Andreas Zeiiler Seit fünf Tagen hängt am Signalmast des Leuchtturms der Sturmball. Der Strand ist so schmal geworden, daß man ihn nicht mehr trockenen Fußes entlang gehen kann. Das Meer, das doch noch jüngst oft viele Stunden lang, mit einer platten Fläche die prallen, weihen Sommerwolken spiegelte, wird nicht wieder ruhig. Es ist, als ob es an sich aehalten hätte, bis sich die Karawanen der Heimreisenden nach dem Bahnhof in Bewegung zu setzen begannen. Denn jetzt kehrt von sechs kofferbeladenen Wägelchen, die durch den nach- gieoigen Straßenfand zur Station hinüberquietschen, bestenfalls eines mit dem Gepäck eines Neuangekommenen zurück. Längst find — am Ferienende, das war noch im Sommer, nun ist der Herbst schon da — die fremden städtischen Kinder verschwunden. Es ist still geworden in den Gärten der Villen am Strand, wo ihre ungezwungen lauten Stimmen etwas Naturgegebenes zu sein schienen. Selten wurde bereits nach ihrer Abreise eine über Nacht zerstörte Burg wieder mit neuen Mauern umgeben. Jetzt ebnet die schwere See die restlichen ein und der Sand gewinnt fein schönes natürliches Gesicht, das die Gier der Wellen unaufhörlich verjüngt. Die letzten Gäste, ein paar ältere Damen, einige Herren, ruhige, schauensfrohe Menschen, denen nichts an gewaltsamen Freuden liegt, begnügen sich mit dem freistehenden Stranbforb. Man sieht sie einzeln und in sich gekehrt darin sitzen und nachdenklich das aufgewühlte, sich selbst gehörige Meer betrachten. Eine gleichmäßige Helligkeit, die allen Farben den Schein eigener Leuchtkraft verleiht und mit warmen Schatten die das Auge verletzenden grellen Gegensätze mindert, welche vom Sommer her noch dauern, ist diesen ersten Tagen des Herbstes eigen. Die aus den glühenden Sonnenwochen noch erhalten gebliebene Buntheit verblaßt nun mit jedem neuen Mittag deutlicher. Es fällt auf, daß die gelben und roten Töne als Die ersten verschwinden. Blau und weiß, zwei Farben, die gut zu dem herben lebhaften Winde passen, der jetzt nimmermüde gegen die Küste stoßt, bewahren einstweilen noch Reinheit und Frische. Wenn sie kommt und den Tag über bleibt, vermag die Sonne an ihnen zu zeigen, wie groß und belebend die zauberstarke Kraft ihrer Strahlen noch ist. Aber schon bringt wie ein Nebel, ber sich allmählich, boch unabroenb» bar verbreitet, ein grauer winterlicher Ton in ihre Spiele. Die Hotels unb Pensionen fangen an mit verschlossenen Läden und verhangenen Fenstern den Buden eines Rummelplatzes zu gleichen, die in ber Morgenfrühe unter ausgewaschenen Planen des lichtlauten Abends harren. Auch das Braun der Fischerhäuser erscheint schon kräftiger hinter dem absterbenden Grün. Man glaubt, es könnte bald die Zeit des Schneefalls fein, die es in hartes Schwarz verwandelt. Der Himmel am Meer, der dies bewirkt, hat eigentlich keinen Herbst, nur Sommer unb Winter. * In ben warmen Wochen ähnelt das Meer einem See, das Land war größer und stärker. Es umfaßte das Waffer mit kräftigen Dämmen von Gestein und Erde, an denen die Wellen emporliefen und ohnmächtig zerrannen. Nun ist das umgekehrt. Das Meer ist gewachsen, und das Land scheint nur nach eine schwache Insel zu sein. Wenn man auf den Dunen steht und hinausblickt, täuscht die heftigere Bewegung oft das Auge. Man glaubt wahrzunehmen, wie die schwarzgraue Tafel des Meeres sich plötzlich etwas aufrichtet. Dem Körper geschieht Dabei ähnliches wie beim Betreten einer zu hoch bemessenen Stufe. Auch das Ohr empfängt neue überraschende Eindrücke. Es gibt ein Spiel, das man mit Kindern treibt, wenn man ihnen Muscheln zeigt. Freilich müssen es gewundene von der Art der Schneckenhäuser sein. Hält man diese ans Ohr, so kann man das weite Meer noch in ihren Windungen und Gängen geheimnisvoll rauschen hören. Das Dumpfe herrliche Brausen, Das sogleich Die Sinne ergreift, wenn es auf diese Weise erzeugt wird, ist am herbstlichen Strand Wirklichkeit. Man folgt, vom Wind mit feinen Stichen benommen gemacht, der rostgelb-silbernen Spur ber Brandung, unb es ist, als hielten einem unsichtbare Hänbe wie in ber Kinbheit orgclnbe Muschelyäuser an die Ohren. Wirtschaft. legen an sich brachte, einen, wenn auch knappen, so doch noch sicheren Sieg herausholen. Die Mannschaft der Gastgeber stützt sich vor allem auf die beiden Gebrüder Neidel, die den 800-Meter-Lauf bestreiten und hier sicher die für den Ausgang des Kampfes zugunsten Heuchelheims, entscheidenden Punkte erlaufen werden. Die dritte Mannschaft des benachbarten Tv. Kinzenbach kann leider nicht mit seiner kompletten Mannschaft antreten, da einige Leute durch Krankheit fehlen. Sie wird aber sicher alles daransetzen, um den zweiten Platz, wenn nicht au erringen, so doch alles Können aufbieten, denselben nur nach hartem Kampf abzugeben. Iachamt für Handball (Lahn-Dill). Lchiedsrichkeransehungen für den 22. September. 1. Kreis kl ässe: Atzbach — Dornholzhausen (Schleenbecker, Krofdorf); Dorlar — Groß-Rechtenbach (Petry, Wetzlar); Hörnsheim — Wetzlar-Nie- dergirmetz (Ohly, Holzheim); Holzheim — Albach (Hellhund, Münchholzhausen). 2. Kreisklasse: Krofdorf — Wetzlar II (O. Engel, Lützellinden); Beuern — Wißmar (Becker, Gießen); Allendorf (Lda.) — Treis (Wißner, Londorf); Grüningen — Ebersgöns (Jung, Cleeberg); Hausen — Garbenteich (Schäfer, Dutenhofen): 1900 Gießen — Lich (Schneider, Münchholzhausen); Romrod — Alsfeld (Wilh. Engel); Homberg — Burg- gemünden (K. Müller); Straßebersbach — Katzen- furt (Görzel); Ehringshausen—Herborn (Seibert jr., Wetzlar); Mandeln — Herbornseelbach (Benner); Heuchelheim II — Münchholzhausen (K. Müller, Gießen); Erda — Hochelheim II (Hörr, Launs- bach); Jugend: Garbenheim — Münchholzhausen (Bogt, Hochelheim); Holzheim — Garbenteich (Hell- Hund); Grüningen — Lich (Jung, Cleeberg): Lana- Göns — Lützellinden (Ernst Jung, Klein-Linden): 1900 Gießen — Mtv. Gießen (Schneider, Munch- Holzhausen); Krofdorf — Wißmar (O. Engel); Ruttershausen-Staufenberg (Klar, Wißmar); Straßebersbach — Katzenfurt (Görzel); Dillenburg — Herborn (Eckhard, Straßebersbach). Gordon-Bennett-Weitflug 1935. Im Laufe des Mittwochabends und der Nacht sind Lande-Meldungen auch von den letzten Teilnehmern an der Gordon-Bennett-Wettfahrt eingetroffen. Die Meldungen sind noch nicht alle vom Aeroklub bestätigt, sind aber wohl als einigermaßen sicher anzunehmen. Der deutsche Ballon „Erich Deku", der sich als ernstester Konkurrent der polnischen Ballons erwiesen hat, ist südöstlich von Moskau gelandet und der polnische Ballon „Po- fonia II" in der Nähe von Stalingrad. Nach den natürlich noch inoffiziellen Berechnungen der polnischen Presse, die bereits den polnischen Sieg und die endgültige Erwerbung des Gordon-Bennett- Pokals durch Polen meldet, da es diesmal der dritte polnische Sieg hintereinander ist, ist die voraussichtliche Reihenfolge der Ballons folgende: \ „Warszawa II" (Polen) mit etwa 1560 Kilometer: „Polonia II" (Polen) mit etwa 1500 Kilometer; „Erich Deku" (Deutschland) mit etwa 1450 Kilometer; „Belgica" (Belgien) mit etwa 1440 Kilometer; „Kosziuszko" (Polen) mit etwa 1330 Kilometer. Ernst Henne wieder auf Hekordjagd. Der Münchener Weltrekordmann Ernst Henne wird mit seiner 750-ccm-BMW.-Maschine demnächst einen Angriff auf seinen eigenen absoluten Schnelligkeitsrekord für Motorräder, der auf 246,4 Stundenkilometer steht, unternehmen. Als Strecke wurde die Reichsautobahn bei Frankfurt a. M., deren Steigungsoerhältnisse die Voraussetzung für die Schaffung eines international anerkannten Rekordes bieten, ausgewählt. Kurze Sportnotizen. Bei den Tennis-Meisterschaften der Berufsspieler in Berlin gelangte der Hamburger Goritschnig durch Siege über Najuch mit 11:13,. 6:2, 9:7, 6:2 und über H. Bartelt mit 7:5, 6:1, 6:3 in die Vorschlußrunde. Das gleiche Ziel erreichte am Donnerstag H. Richter, der den Holländer Hemmes 6:2, 6:3, 2:6, 6:3 abfertigte. * Große deutsche Erfolge gab es bei dem am Mittwoch beendeten Segelsliegerlager auf dem Jungfraujoch. Im Streckenflug belegte Ludwig Hofmann- Mannheim den ersten Platz vor Peter Riedl. Die größte Höhe erreichte Heini D i t t - mar, der auch in der Gesamtwertung den ersten Platz belegte. Am Mittwochvormittag herrschte eint« germaßen günstiges Wetter, so daß fast alle Maschinen auf dem Flugwege ins Tal befördert werden konnten. G e n e r a l f e ld m a r s ch a ll vonMackensen wohnte den Donnerstagrennen in Hoppegarten bei und überreichte dem Sieger in dem nach ihm benannten Offiziers-Rennen, Lt. v. Both auf Jambus, den Siegespreis. Oevisenersparnis durch Marktordnung. Die Aussichten, im laufenden Wirtschaftsjahr 1935/36 mit einem geringeren Devisenbetrag für die Nahrungsmitteleinfuhr auszukommen, werden vom Institut für Konjunkturforschung — soweit es sich schon jetzt übersehen läßt — als durchaus günstig angesehen. Denn einmal ist mit einer größeren Ernte an Brot- und Futtergetrerde, sowie vor allem auch an Heu und anderen Futtermitteln als im Vorjahr zu rechnen; ferner ist der Ertrag der Weiden erheblich besser und endlich durften auch gute Fortschritte in der rationellen Verwertung der anfallenden Erzeugnisse bettächtliche Einsparungen erzielen. Die Lage wird dadurch gekennzeichnet, daß die Marktordnung weiter verbessert wurde, die Kühlanlagen eine erhebliche Erweiterung und Der- vollkommnung erfuhren und die Gärfutterwirtschaft gerade in diesem Jahre durch staatliche Zuschüsse erheblich ausgedehnt werden konnte. Für die Einsäuerung von Futterkartoffeln wurden weitere Dämpfanlagen geschaffen, der Zwischenfruchtbau wurde gesteigert, und manche andere Maßnahme im Rahmen der Erzeugungsschlacht trug dazu bei, auch den steigenden Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln, in dem die erhöhte Kaufkraft des deutschen Volkes zum Ausdruck kommt, aus der einheimischen Erzeugung zu decken. Oer deutsche Bergbau im August Fwd. Die Steinkohlenförderung blieb im August ungefähr auf Vormonatshöhe. Die Bestände sind ebenfalls im allgemeinen dieselben geblieben. In der Braunkohlenförderung ist eine leichte Steigerung zu verzeichnen. Die Abrufe an Hausbrandbriketts gingen im Bezirk des Mitteldeutschen Braunkohlen-Syndikats zurück. Im Gebiet des Ostelbischen Braunkohlensyndikats erfuhr der Abruf die in dem Monat übliche starke Belebung. Der Jndustriebrikettabsatz wurde gehalten, ebenso der Absatz an Rohkohle. Im Eisenerzbergbau blieb die Förderung auf der Höhe des Vormonats. Der Absatz stieg zum Teil. Im Metallerzbergbau ist eine geringfügige Steigerung in der Förderung zu verzeichnen. Die ungenügenden Preise beeinträchtigten den wirtschaftlichen Erfolg. Im Erdölbergbau sank die Förderung um rund 5000 Tonnen durch Ausfall im Nienhagener Gebiet. Die Zahl der Belegschaft wurde gehalten. * ♦ Der Kraftfahrzeugbestand im Deutschen Reich am 1. Juli. Von den am 1. Juli zum Verkehr zugelassenen 2157 811 Kraftfahrzeugen waren, wie das Statistische Reichsamt im neuen Heft von „Wirtschaft und Statistik" mitteilt, 809 927 Personenkraftwagen, 244 258 Lastkraft» wagen, 1 058 656 Krafträder, 36 130 Zugmaschinen und 9040 sonstige Kraftfahrzeuge. Der Gesamtbestand war um 13 v. H. höher als im Vorjahre. Dabei stteg die Zahl der Personenkraftwagen um 18,7 v. H., die der Lastkraftwagen und der Krafträder um etwa 10 v. H. An Zugmaschinen wurden knapp 13 v. H. mehr gezählt als im Vorjahre. Unter den sonstigen Kraftfahrzeugen erhöhte sich die Zahl der Kraftwagen für Feuerlöschzwecke um 10,2 v. H. und die der Straßenreinigungsmaschinen um 17,2 v. H. * Erhöhter Brikettabsatz Lm rheinischen Braunkohlenrevier. Der Gesamtabsatz des Rheinischen Braunkohlensyndikats an Braunkohlenbriketts betrug im August (27 Arbeitstage) 780 533 Tonnen, d. s. arbeitstäglich 28 900 Tonnen. Die Absatzziffer für den gleichen Monat des Vorjahres (27 Arbeitstage) stellte sich auf 763 632 Tonnen, d. s. arbeitstäglich 28 283 Tonnen. Der Ge- samt-Hausbrandabsatz war gegenüber dem Der- gleichsmonat nicht rückläufig, Der Gesamtabsatz an die Industrie um etwa 12 o. H. höher. * Die deutsche Maschinenindustrie im August. Von der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau wird uns u. a. geschrieben: Im August machte sich, wie alljährlich, die Sommerurlaubszeit in einem leichten Nachlassen der Anfragetätigkeit der Inlands- und Auslandskundschaft bemerkbar. Der Eingang von Jnlandsaufträgen hielt sich dagegen annähernd auf der Höhe des Juli. Die Auslandsaufträge nahmen erfreulicherweise — wenn auch in mäßigen Grenzen — weiter zu. Der Gefolgschaftsstand konnte auch im August in den meisten Zweigen der Maschinenindustrie noch etwas erhöht werden, so daß die Ausnützung der Platzkapazität der Betriebe eine weitere Steigerung erfuhr. Rhein-Mainische Börse. TNiltagsbörse schwach. Frankfurt a. M., 19. Sept. Die Börse war erneut stärker abgeschwächt. Die Verschärfung der Lage im Mittelmeer verstärkte auch hier, wie an den Auslandsbörsen die Derkaufsneigung. Da an sich die Märkte ziemlich eng sind und nur wenig Aufnahmewilligkeit vorhanden war, war der neuerliche Kursdruck teilweise ziemlich groß. Auch die Bankenkundschaft trat in größerem Ausmaße als Verkäufer auf. Alle Anregungen blieben aus diesen markttechnischen Gründen ohne Gegenwirkung. IG. Farben zunächst 1,13, dann weitere 1 v. H. schwächer, Erdöl verloren 1,75, Metallgesellschaft 2,90 v. H. Am Elektromarkte büßten Felten 3,13, Licht & Kraft 1,75, AEG. 1,25, RWE. 1, Siemens 1 v. H. ein. Am Montanmarkt verloren Stahlverein 2,13, Mansfeld 1,75, Ilse Genüsse 3, Buderus 2,40, Harpener 1 v. H. Kunstseide weiter gedrückt. Aku um 2, Bemberg um 0,5 v. H. Don Zellstoff- werten gaben Aschaffenburger um 3,40, Waldhof 1,25 v. H. nach. Schiffahrtswerte bis 0,5 v. H. niedriger. Im einzelnen verloren Deutsche Linoleum 3,90, Holzmann 2, Zement Heidelberg 1, Daimler 1,25, Moenus 1,75, Junghans 1,75, Reichsbank 3, Hoeschwerke 3 v. H. Auch der Rentenmarkt lag eher etwas schwächer, obwohl durch Tauschoperationen von Aktien in Renten die Kurse hier widerstandsfähiger blieben. Altbesitz 110,50 (110,50), Auslandsrenten vernach- läsftgt und ebenfalls etwas schwächer. Im weiteren Verlause hielt die Unsicherheit und Kursabschwächung an. Zahlreiche Hauptwerte verloren weiterhin 0,5—1 v. H., so gingen IG. Farben auf 150,65 (151,25), Reichsbank 175 (176) zu- rück. Freiverkehrswerte durchweg schwächer, Adlerwerke 102 bis 103, Pokorny 102—103,50, Weiß & Freytag 87 Brief. Für Kassawerte erschienen vereinzelt Minuszeichen an der Maklertafel. Pfandbriefe gut behauptet, Städteanleihen etwa 0,25 v. H. schwächer. Auch Staatsrenten sehr gut behauptet, nur Kommunal-Umschuldung 0,5 v. H. niedriger. Die Börse schloß unsicher. Tagesgeld leicht und wieder 3 o. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse war im Gegensatz zu dem unsicheren Verlauf der Mittabsbörse etwas beruhigter. Es lagen noch etwas Verkäufe vor, immerhin zeigte sich zu den ermäßigten Kursen nunmehr wieder Kaufneigung. Die Mittagsschlußkurse waren bis auf vereinzelte, mäßige Rückgänge durchweg gut gehalten, verschiedentlich traten Befestiaunaen von 0,25 bis 1 v. H. ein. JG-Farben, Gesfürel, Junghans und Aku hörte man etwas freundlicher. Renten sehr still, aber unverändert, Altbesitz 110,50, 4prozentige Rumänen um 0,1 v. H. schwächer. Im weiteren Verlauf blieb die Börse ruhig, war aber eher etwas freundlicher. Altbesitz gaben 0,13 auf 110,40 v. H. nach. Es notierten: Ver. Stahlbonds 101,13, Farben- bonds 123,50, 4prozentige Ungarn Gold 8,75, Adca 75, Braubank 121,50, Berliner Handelsgesellschaft 112,25, Commerzbank 88, DD-Bank 88,50, Dresdner Bank 89, Buderus 95,50, Harpener 111, Klöckner 87,75, Mannesmann 83, Rheinstahl 106,50, Stahlverein 76,50, Aku 53,50, AEG. 36,50, Conti Gummi Geh. Archivrat Professor Or. Küch t- LPD. Marburg, 19. Sept. Im Alter von 72 Jahren starb gestern der langjährige frühere Direktor des Marburger Staatsarchivs, Geh. Archivrat Professor Dr. Friedrich Küch. Mit dem Verblichenen ist einer der besten Kenner hessischer Geschichte dahingegangen, der bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1929 fast 40 Jahre im Archivdienst stand und aus der äußeren und inneren Geschichte des Marburger Staatsarchivs nicht wegzudenken ist. Eine Fülle von neuen Ergebnissen brachten feine Arbeiten über die Geschichte Hessens und seiner Fürsten. Bereits als Schüler beteiligte er sich an den Ausgrabungsarbeiten am Limes, bearbeitete später mit großem Er- folg das unerforschte Gebiet der Wetterau und von Niederhessen und konnte die Besiedlung der Lahnberge von der neolithischen Zeit ab durch alle Zeitalter hindurch nachweisen. Nicht unerwähnt darf seine segensreiche Tätigkeit als Leiter der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck bleiben. Schule und Hillerjugend. LPD. Wiesbaden, 19. Sept. Die Schulaufsichtsbehörde für den Regierungsbezirk Wie sbaden hat sich veranlaßt gesehen, erneut das Lehrpersonal aller Schulen darauf hinzuweisen, unter vollem Einsatz ihrer Persönlichkeit die Hitler-Jugend bei ihrer Arbeit tatkräftig zu unterstützen. Insbesondere dürfe nicht ruhig zugesehen werden, wenn Kinder unter zehn Jahren schon irgendwelchen Vereinen oder Verbänden zugeführt werden sollen. Den Schulleitern ist es erneut zur Pflicht gemacht worden, strengstens darüber zu wachen, daß bet Er- 153, Daimler 93,25, Deutscher Eisenhandel 99, Deutsche Erdöl 105,25, Scheideanstalt 236, Deutsche Lino- leum 145, Licht und Kraft 129, JG -Farben 150,13 bis 150,40 bis 150,25, Gesfürel 122, Goldschmidt 105,25, Holzmann 90,50, Junckhans 78,50, RWE. 124,25, Schuckert 119, Htür. Liefrung 118,50, Reichs- bahn-VA. 123,90, Verkehrswesen 76,25, Hapag 15, Nordd. Lloyd 16,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Sept. Austrieb: Rinder 54 (—), davon 15 Ochsen, 4 Bullen, 21 Kühe, 14 Färsen. Zum Schlachthof direkt 1 Färse. Kälber 814 (822), Schafe 175 (193), Schweine 180 (188). Es erzielten (pro ein Zentner Lebendgewicht) m Mark: a) 66 bis 70 (66 bis 70), b) 60 bis 65 (60 bis 65), c) 53 bis 56 (53 bis 59), d) 45 bis 52 (45 bis 52). Lämmer und Hämmel b2) Weidemast- hämmel 42 (41 bis 42), c) 40 bis 41 (38 bis 40), d) 37 bis 39 (33 bis 37). Schafe e) 37 bis 38 (38 bis 40), f) 30 bis 35 (33 bis 37), g) 23 bis 28 (28 bis 32). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54), e) 50 (50), f) gestrichen, gl) 54 (—), g2) gestrichen. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. Beschickung: 1072 Viertel Rind- fleisch, 152 ganze Kälber, 4 aanze Hämmel, 366 halbe Schweine. Es erzielten (für 50 Kilogramm) in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Bullenfleisch b) 74 bis 78. Kuhfleisch b) 62 bis 68, c) 52 bis 62. Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78. Hammel- fleisch b) 82 bis 85. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren d) roher Speck unter 7 Zentimeter 77 bis 80, Flomen 76 bis 80. Marktverlauf: lebhaft. Ar> merkung: Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf den letzten Donnerstagsmarkt vom 12. Sept. Schweinemarkt in Lich. ) Lich 19. Sept. Auf dem heutigen Schweine- markt waren 144 Ferkel aufgetrieben. Bei sehr langsamem Handel wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen alt 18 bis 20 Mark, für sechs bis acht Wochen alte 22 bis 25 Mark, für acht bis zehn Wochen alte 28 bis 30 Mark. Es verblieb einiger Ueberftanb. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 19. September. Der heutigs Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 513 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis sechs Wochen alt 20 bis 22 Mark, sechs bis acht Wochen alt 25 bis 27 Mark, acht bis dreizehn Wochen alt 27 bis 32 Mark. Der Marktverlauf war gut, es verblieb geringer Ueberftanb. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 19. Sept. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 402 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis zu 16 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 16 bis 20 Mark, 8 Wochen und ältere Ferkel 20 bis 25 Mark. Der Handel verlief flott, es würbe ausverkauft. teilung von Religionsunterricht jede unmittelbare oder mittelbare Werbung für andere Jugendverbände als die Staatsjugend unterbleibt. Westerwälder Basalizirge rollen ins Westfälische. LPD. Vom Westerwald, 19. Sept. Sekt einigen Wochen macht sich eine ständige Steigerung in der Lieferung von Schotterst^inen vom Westerwald und aus dem Siegerland ins Westfälische bemerkbar. Lieferanten sind meist die großen Westerwaldbrüche, die in diesem Jahr außerordentlich viel Bestellungen erhielten, dann aber auch die Brüche im Sieg- und Hellertal. Die Reichsbahn fährt täglich große Züge, die voll ausgelastet sind, in eigens dazu gebauten Spezialtrichterwagen. Die riesigen Mengen an Material finden fast restlos Verwendung im Straßenbau und für die Gleis- schotteruna bei der Reichsbahn. Ferner sind die Teer» splittmischstationen im Sieg- und Daadetal sehr gut mit Lieferungsaufträgen bedacht, was wiederum der Basaltmahlindustrie zugute kommt. Ein Schlingensteller verhaftet. LPD. Gelnhausen, 19. Sept. Die übelsten Wilddiebe sind wohl die Schlingensteller, die manches Stück Wild erlegen, das bann oft einen furchtbaren Tobeskampf burchmachen muß. In ber Försterei Mernes würbe jetzt ein schon seit langer Zeit verbächtiger Bursche auf frischer Tat gestellt unb verhaftet. Man entbedte nicht weniger als 15 Schlingen, bie ber Wilberer gelegt hatte. Bei einer Haussuchung wurden mehrere Geweihe beschlagnahmt. Der Festgenommene wurde in das Amtsgerichtsgefängnis Gelnhausen eingeliefert. Aus den preußischen Nachbargebieten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Datum 6% Deutsche Reichsonleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 6ft% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten ............. 4*/,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 67i% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. Landeöb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. Am leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten 4J4% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar btS 1935 l%% ehem. V/i% Franks. Hyp.» Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 654% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 454% ehem. 8% Pr. Landespfand-- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 454% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briefanst., Gold Komm. C61.V I Eteuergutsch Verrechnung-!. 85-89 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- fur< Schluß!. Abendbörse Schluß- kurö Schluß». Mittag- börse 8-3 19 9 18 9 19-9 101 97,4 100,4 100,65 97,3 102,13 100,75 97,4 102,65 100,65 97,3 110,5 110,4 110,5 110,5 100,25 100,25 100,4 100,3 97 97 — — 96,5 96,5 — — 100,5 100,5 — — 92 92 — — 130,25 130,25 — - 114,25 113,75 114 114 96,75 96,75 — - 100,75 100,5 — - 100,65 100,25 100,5 100 97 97 97 97 97 107,4 97 107,4 97 107,4 97 107,4 4% Oesterretchtfche Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Etlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% desgl. von 1913 ......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l................. 28,25 — 28,5 1,5 1,5 9,4 8,75 9,35 8,8 9,25 9 9,3 8,9 9,25 8,85 9,3 9,25 11 10,9 11 10,6 - — — — Frankfurt a. M Serlin Gchluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 18.9. 19.9. 18.9- 19 9 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^4%Rumän.veretnh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakel .....0 Hamburg-Süoam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... b Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dis conto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ...... 12 11,5 6,7 5,45 40,75 15,25 17,4 78,5 114 89,5 89,5 89,5 179 6,5 4,95 15 16,75 76,25 112,25 88 88,5 89 175 6,5 9,9 5,5 40,75 15,4 27,75 17,25 77,9 114,5 89,5 89,5 90 179 6,25 9,13 5,05 39,65 15 27,5 17 76,25 112,5 88 88,5 89 175 A.E.G......................0 Bekuka.................... 10 Elektr. LteferungSgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 654 Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Tlektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co.......... 4 Siemens 8 HalSke.,..........7 Lahmever L Co.............. 7 Buderus ....... 0 Deutsche Srdbl ............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener .................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwecke ....... 154 Mannesmann-Röhre« ........ 0 37,75 36,5 37,75 36,5 144,5 143,5 144,65 111,5 143,75 112 109,25 109 131,75 129 131 129 99 102 99,4 124,25 122 124,75 121,65 141,5 139,75 — 140,5 125,5 124,25 126,13 124,13 120,5 119 121 5 118,5 168 167 169 167,25 131 128,5 130,25 118,5 100 95,5 100 95,5 107 105,25 106,13 105,13 112 111 112,5 111,25 93 89,5 92 89,25 158,5 — 158,5 151 127,5 124,5 127 125,5 —— 87,75 89,5 87,5 84 83 84,5 83,25 Frankfurt a. M. Serkin Schluß- kurö Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 18 9. 19 9 18.9 19-9 ManSselder Bergbau .. ....... I 117 115,5 116 115,5 Kokswerke........... .......6 114,9 112,4 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .......0 .....12 221 _ 220,75 217 Rhetnstahl ........... .....sy, 108 106,5 108,5 105,75 Bereinigte Stahlwerke. .......0 79,13 76,5 78,9 76 Otavi Minen ........ .......0 19 18,75 18,9 18,65 Kaliwerke Aschersleben. .......6 133,75 134 132,5 Kaliwerke Westeregeln . .......5 126 128,25 125,5 Kaliwerke Salzdetfurth .....IVi — — 184,75 181 3. G. Farben-Jndustrie .......1 152,9 150,25 152,9 150,25 Scheideanstalt........ .......9 237 236 — Goldschmidt ......... .......0 108 105,25 108,65 105,5 Rütgerswerke ........ 115 113,5 114,75 113 Metallgesellschaft...... 106,5 109 107 Philipp Holzmann.......... q| Zementwerk Heidelberg ...... 5 Cemenlwerk Karlstadt......... 4] Schultheis Patzenhoser ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........g Orenstetn L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade....................... Aecu mul atoren-Fabrst....... 12 Conti-Gumm« ................ Orlßnet.................. q| Mainkraftwerke Höchst enn das Werk ist alt (es stammt aus dem Jahre 883) und muß jeden Tag, den Gott gibt, auf» rczogen werden. Die Uhr ist also 3 6 5 m a l im jÜa f) r e aufzuziehen. Dreihundertfünfundsechzigmal! Dabei befindet sich das Uhrwerk — ein großer Kasten mit starken Zahnrädern, mit einem riesigen Perpendikel — nicht etwa zu ebener Erde, sondern 1 16Stufen hoch über demKirchenplatz, m etwa 40 Meter Höhe. Täglich muß der Kirchendiener Sier diese 116 Treppen hinauf- und hinab- tteigen. Er tut es nun schon seit 12 Jahren Tag •ür Tag, auch an jedem Sonn- und Feiertag. Der Volksgenosse, der immer wieder diese Turmuhr iad) der Zeit befragt, mag schon allein darin eine außerordentliche, ständige körperliche Leistung er» Zlicken. Es ist interessant, hier einmal eine kleine Rechnung aufzumachen: rechnet man für jede Treppenstufe eine Schrittlänge von einem halben Meter, |d ergeben sich (für Hinauf- und Heruntersteigen) Der von der Straße bis zum oberen Umgang 32Vz Meter und bis zur Turmspitze 55 Meter hohe Stadtkirchturm, das Wahrzeichen der Stadt, ist eng mit der Geschichte unseres Gemeinwesens verbunden. Ehemals hauste der Turmer dort oben, der, wie überall in deutschen Städten, die Aufgabe hatte, ausbrechende Brände sofort zu melden. Mit der Anschaffung der Feuer- alarmanlaae wurde der Türmer überflüssig. In diesem Zusammenhang sei nach ein originelles Gerät erwähnt, das noch heute auf dem Stadtkirchturm zu sehen ist: die alte Seilwinde. Die Türmer der vergangenen Zeit haben sich mit Hilfe die- täglich 116 Meter, also im Jahr 42,340 Kilometer, die Herr Sier im Stadtkirchturm zurücklegt. Für feine 12jährige Dienstzeit an der Uhr macht das bisher 508,080 Kilometer aus. Nun ist es aber mit dem Hinauf- und Hinab- fteigen allein nicht getan. Die Uhr muß ja auch aufgezogen werden, und zwar: an drei Stellen, für die Zeigerstellung, für den Viertel- und Halbstunden- und für den vollen Stundenschlag. Jedes der drei einzelnen Werke wird dadurch betrieben, daß schwere Gewichte (geschätzt und schlecht gerechnet mindestens je 50 Pfund) an 38 Meter langen Drahtseilen in die Tiefe sinken und durch ihre Schwerkraft die Uhrwerke in Bewegung halten. Diese drei G e w i ch t s m e n g e n müssen täglich 38 Meter hoch immer wieder emporgewunden werden. Das bedeutet nicht nur in der Summierung, sondern allein schon täglich eine starke körperliche Leistung. Auch hier ist die Rechnung einfach: täglich 75 Kilogramm empor- winden macht im Jahre 27375Kilogramm aus und in 12 Jahren ergibt sich ein Gewicht von 3 2 8 5 0 0 Kilogramm. Die Seillänge, an der Herr Sier die Gewichte emporwand, beträgt 38 mal3 = täglich also 114 Meter, im Jahre 41610 Meter und in 12 Jahren 499320 Meter. Die mit dem Uhraufziehen verbundene Leistung wäre vielleicht nicht täglich zu vollbringen, wenn nicht ein stark empfundenes Pflichtgefühl dazu immer neue Kräfte gäbe. Dieser Dienst, so einfach er erscheinen mag, ist aller Anerkennung wert! Aus der Proviuzialhaupistadi. Der Herbst kommt. Alles in der Natur deutet auf den Herbst hin. Noch wird die Erde an manchen Tagen zwar mit Sonnenglanz überschüttet, jedoch die Sonne ist milder geworden, sie brennt nicht mehr, sie will uns vorkommen wie ein alt und müde gewordener Mensch, der sich bald auf sein Altenteil zurückzuziehen gedenkt. Hunde, Katzen, Hühner und andere Tiere, die sich noch vor wenigen Wochen vor der gleißenden, stechenden Sonne in den Schatten verkrochen, suchen nun wieder besonnte Stellen auf. Auch in der Farbentönung ist es, als habe sich die Sonne verändert. An Stelle des Grellweißen und Blendenden zeigen sich in ihren Strahlen yoldige Schimmer. In den Spätnachmittagsstunden liegt es oft wie ein goldenes Leuchten in der Luft. In der Zeit, da der Herbst beginnt, ist die Lust oft noch so still wie an den Sommertagen, aber sie ist dann reiner, klarer, durchsichtiger. Von Bergen und Anhöhen aus hat man um diese Zeit die weiteste Sicht, und auch der Schall bringt weiter durch die Lüfte. Am Tage ist es oft noch, als habe sich in ihr ein Teil der Juli- und Augusthitze aufgespeichert. Die Wärme hat jedoch nichts Bedrückendes und Schwüles mehr, sie macht leicht, fröhlich, ladet noch einmal zum Wandern ein und ist durchzogen vom Duft reifenden Obstes, vom Geruch der Kartoffelfeuer, vom Geruch frisch gepflügten Bodens und auch bereits von dem verwesender Stoffe. Das Laub an Baum und Straust ist dünner geworden, unter manchen Bäumen haben sich abgefallene Blätter bereits wie ein Polster angesammelt, und soweit das Laub noch an den Zweigen sitzt, ist es brüchig geworden wie altes Papier. An Stelle der Vögel, die uns verlassen, kommen andere aus dem hohen Norden zu uns und machen sich hier für Herbst und Winter heimisch. Selbst wenn es am Tage noch warm ist, werden die Nächte schon kühler. Die Kühle liegt in der Luft, sie steigt vom Boden auf, kommt aus den Gewässern und Wäldern, zieht auch bereits in die Wohnungen ein. Beinahe 4% Stunden haben wir seit dem Sonnenhochstand im Juni an Tageshelle bereits verloren, wenn nun der Herbst beginnt. Nebel steigen auf. Sie brauen über Talgründen und über Wäldern und Wiesen, Weiden und Feldern, manchmal noch ganz dünn, als sei nur ein Schleier über die Landschaft ausgebreitet. Oester bringt jedoch auch der Frühherbst schon dichte Nebel, hinter denen Bäume und Häuser wie hinter einer dichten Wand verschwinden. Es kommen Tage, da der Himmel mit schweren Wolken verhangen ist, der Regen klatscht in großen Tropfen nieder, es wehen rauhe Winde aus Norden. Dann kommt, oft ganz plötzlich, der erste Frost. Die ersten Herbstfröste bringen gewöhnlich noch keinen festgefrorenen Boden, noch keine Eisschicht; kommt die Sonne hervor, so ist der Reif bald wie weggewischt, als hätte es ihn gar nicht gegeben und als sei er an allem spurlos vorübergegangen. Das ist jedoch eine Täuschung. In den Gärten hat der Frost die letzten Blumen schwärzlich anlaufen lassen, die Blätter haben den letzten Anstoß zum Abfallen erhalten. Noch stehen Früchte draußen, denen der Herbst erst die richtige Reife geben soll. An den Bäumen hängt das Spätobst, die Weinbeeren ziehn noch Süße aus den Sonnenstrahlen, das Wintergemüse in den Gärten erhält erst in den Nebelnächten des Herbstes die richtige Reife. Wie die Zugvögel fortzogen oder in der nächsten Zeit abwandern, so macht sich im Tierleben auch sonst der Herbst bemerkbar. Manche Tierarten, so der Hamster, haben in den letzten Monaten Vorräte eingetragen und bereiten sich auf den Winterschlaf vor, andere legen sich einen wärmeren Pelz zu. Geringer geworden ist vor allem das Leben in der Jnsektenwelt. Die Bienen gehen zur Winterruhe über, der Staat der Wespen löst sich in Unordnung auf. An schönen, sonnigen Tagen gaukeln wohl noch einige bunte Falter aus der zweiten und dritten Generation des Jahres dahi», doch werden sie immer seltener. Bald kommt die Zeit, da sie abgelöst werden von ' den In den Obstgärten so schädlichen Frostfaltern. Zwei alte deutsche Schwänke. Neu erzählt von Johan Luzian. Eins ist mehr als sieben. In alten Zeiten gab es jene absonderliche Zunft ron windigen Kerlen und Faulenzern, die, statt tu den Hochschulen ober im Leben etwas orbent- li:d)es zu lernen und zu schaffen, lieber anderen Leuten auf der Tasche lagen, denen sie mit ein oenig Aberglauben und Scharlatanerie weismachen konnten, daß sie geheimnisvolle und magische Künste verstünden, von denen die Schulweisheit s ch nichts träumen ließe. Es gibt sie aber auch wohl noch heutigen Tages irnter uns, und weil wir aus dem Beispiele eines brauen Handwerkers, eines Wagners seines Zeichens, immer noch etwas lernen können, so soll es (inem alten Schwankbuch nacherzählt werden, welche Antwort dieser Mann einem solchen Schnor- icer einmal zu geben wußte. Der Wind der Landstraßen, der so manches seltsame daherbringt, wehte ihm eines Tages diesen aufgeputzten Vogel vor die Tür, der sich iühmte, geradewegs aus dem Berg der Frau Ve- us zu kommen und sich herbeizulassen bereit» anbe, dem Erdenwurm von Handwerker für ein cutes Essen und Trinken und eine gewärmte Stube nniges über die Alchymie und Astronomica aus hem Buch mit sieben Siegeln zu offenbaren. Er Preizte sich da mit seinen Gaben wie ein Pfau nd begehrte nicht etwa schlicht und demütig ein 5tü(f Brot; wie es ein Christ dem anderen wohl । icht vorenthalten wird, nein, er stellte schon hier nor der Haustür die landläufigen Begriffe von 3aft und Wirt, von Geben und Nehmen so gewandt i uf den Kopf, daß der gute Wagner, als er aus hem Staunen herauskam, gar keine weitere Lust ach Mehr aus solcherart Weisheitsschule verspürte. „Freund", antwortete er dem redeflinken Ma- Mer und Magier deshalb ruhigen Tones. „Bei nir daheim geht es arm und eng genug zu. Deine tnb Deinesgleichen Kunst aber glaube ich schon zu Isnnen: sie macht die Suppenschüssel leerer, den Brotlaib schmächtiger und die Ofenbank zu eng. Rein, troll dich nur weiter!" Wie, du sperrst dein armselig Haus vor mir brauste der andere auf, „und du duzest mich wie deinesgleichen, mich, einen Magister der sieben Treten Künste?!" „ . ,r± „Ne nun," lachte darauf der Wagner, „das ist nein gutes Recht, denn das Haus ist meines. Und wenn ich auch nur eine einzige Kunst verstehe. mein ehrbares Handwerk, fo ernähre ich doch damit mich, mein Weib und meine sieben Kinder, du aber haft's mit deinen sieben freien Künsten bloß bis zum Bettler gebracht!" Damit schlug er ihm die Tür vor der Nase zu und ließ ihn draußen stehen. Dem hat der Leibhaftige das Maul gesalbt! dachte der Magier und zog kopfschüttelnd seiner Wege. Bauernlatein. Die Weisheit des Vaters ist oft besser als des Sohnes Latein, wird man wohl denken, wenn man die nachfolgende kleine Geschichte lieft, die der alte Martinas Montanas uns überliefert hat. Da hatte ein fleißiger und sparsamer Bauer seinen Sohn auf die Hohe Schule nach Straßburg geschickt, damit er dort die vielerlei Wissenschaften lerne, die nicht daheim auf Hof and Acker wachsen, and es za etwas Großem und womöglich gar Berühmtem im Leben brächte. Aber der Sohn liebte die fröhlichen Mädchen in den Weinschenken mehr als die düsteren Professoren auf den Kathedern und fand am Bier mehr Gefallen als an der lateinischen Jurisprudenz, die ihm die Kehle trocken und das Hirn ganz dumpf machte. Nein, dachte er, diese bitteren Pillen hebe ich mir für die späteren Semester auf, und nahm das Studium fortan nur noch von der heiteren Seite. Dem Alten daheim aber rissen diese fröhlichen Künste nicht nur ein immer größeres Loch in den Beutel, sie rissen ihm schließlich auch den Geduldsfaden ab. Und als der Sohn eines Tages wieder einmal nach Haufe kam, um sich von neuem auszustaffieren, nahm ihn sich der Vater auf feine Weife in die Schule und sprach, da er gerade beim Mistaufladen war und feinen Lateiner müßig an der Haustür lehnen und die Daumen vor Langeweile drehen sah: „He, Bub, was heißt im Lateinischen Gabel?" Ein'Student muß sich zu helfen wissen, dachte der Sohn und antwortete frech und gottesfürchtig: „Gabelinum!" „Und was heißt Mist?" fragte der Alte weiter. „Miftelinum!" „Und der Wagen?" „Wagelinum! „Nicht übel!" rief der Alte und wischte sich den Schweiß von der Stirn, „so nimm denn das Gabelinum und wirs das Miftelinum auf das Wagelinum!" Damit drückte er dem Sohne die Mistgabel in die Hand und sprach: „Da hast du deine Schreibfeder und fortan laß in Dreiteufelsnamen Studieren Studieren fein, du bist mir gescheit genug!" Die letzten Windmühlen. Die Ernte, die jetzt in den Scheunen geborgen ist, befindet sich bald schon auf dem Weg zur Mühle, um zu Mehl gemahlen zu werden. Aber nur ein kleiner Teil der Feldfrucht wird noch durch die Windkraft in Mehl verwandelt. Zumeist sind es große Mühlenwerke, die ihnen die Arbeit abnehmen, und bald wird man von den letzten Windmühlen sprechen können, die noch in Tätigkeit sind. Damit verschwindet zugleich ein wertvoller Schmuck der Landschaft, und es ist zu hoffen, daß viele dieser Mühlen auch dann noch erhalten bleiben und ihre Flügel nach im Wind bewegen dürfen, wenn ihre Steine kein Werk mehr verrichten können. Die Geschichte der Windmühlen läßt sich nicht allzuweit zurückverfolgen, obwohl es sich bei dieser Art des Mahlens sicherlich um eine alte Erfindung gehandelt hat, die wohl in verschiedenen Gegenden auf ursprüngliche Weise gemacht worden ist. Wenn man sich auch zunächst der Handmühlen und dann der Wassermühlen bediente, so kann man sich doch nicht vorstellen, daß man die Kraft des Windes nicht für das Mahlen des Getreides benutzte. Zu dey Römerzeiten scheinen die Windmühlen indes unbekannt gewesen zu fein, da weder Ditruvius noch Plinius davon berichten. Ein arabischer Reisender namens Ibn Hankal berichtet uns aus dem 9. Jahrhundert, daß er in Sedschestan, am Ostrande des Iranischen Hochlandes, Windmühlen in häufigem Gebrauch gesehen habe. Vielfach wird behauptet, daß die Kreuzfahrer die Windmühle im Jahre 1040 nach Europa gebracht hätten; dach lassen sich diese Vermutungen nicht beweisen. Erwähnt wird eine Windmühle zum erstenmal in einem Diplom aus dem Jahre 1105, und es darf angenommen werden, daß sie schon vor dieser Zeit, zunächst in Frankreich, bekannt gewesen ist. Von dort aus kam sie nach England, wo sich die ältesten Spuren bis zum Jahre 1143 zurückverfolgen lassen. Bartholomeo Verde schlug im Jahre 1332 den Venezianern die Errichtung einer Windmühle vor, und in Spanien, dem Lande des Don Qrrichote, der jenen denkwürdigen Kampf gegen die Windmühlenflügel führte, soll die erste Mühle im Jahre 1393 erbaut worden sein. Dis holländischen Windmühlen, die bewegliche Achsen haben, wurden etwa um die Mitte des 17. Jahrhunderts erfunden. Man ging dabei von dem Grundsatz aus, daß es genüge, nur den oberen Teil der Mühle, der sich dem Wind entgegenstellen soll, beweglich zu machen. So er» langte man den Vorteil, einen dauerhaften und zweckmäßigen Mantel aus Mauerwerk um den inneren Apparat ausfiihren zu können. Die Zahl der Flügel der Mühle, die sich gemächlich im Winde drehen und die schweren Mühlsteine bewegen, ist verschieden. Gewöhnlich hat die Windmühle vier Flügel, doch finden sich auch Mühlen mit fünf, sechs oder sogar acht Flügeln, ohne daß die größere Flügelzahl etwa besondere Vorteile verbürgen könnte. Aus der niederdeutschen und niederländischen Landschaft sind die Windmühlen kaum hinweg zu denken; sie sind für ihren Charakter so bezeichnend, daß die Maler ihnen in ihren Bildern viele dauernde Denkmale geschaffen haben. Wie die Gesellschaft zur Erhaltung der Windmühlen in Holland vor einiger Zeit mitgeteilt hat, soll fast die Hälfte der Mühlen, die vor einem Jahrzehnt noch in Gebrauch gewesen sind, aus wirtschaftlichen Gründen nieöergeriffen worden fein. Hochschulnachrichten. Geh. Rat Professor Dr. Richard von Hertwig, der bedeutende Münchner Zoologe, dem die Entwicklung der neuen biologischen Wissenschaft wesentliche Anregungen verdankt, vollendet am 23. September das 8 5. Lebensjahr. Geh. Rat v. Hert- wig stammt aus Friedberg in Hessen und lehrte vor feiner Münchner Tätigkeit an den Universitäten Bonn, Königsberg und Jena; von seinen zahlreichen Arbeiten sind vor allem die Untersuchungen zur Morphologie und Physiologie der Zelle zu nennen; sein „Lehrbuch der Zoologie" hat zahlreiche Auflagen erlebt. Geh. Rat Hertwig ist Mitglied der Gelehrten- Akademien von München, Berlin, Wien, Kopenhagen, Upsala, Helsingfors, Rom und Washington. Professor Dr. Heinrich Lehmann, Ordinarius für römisches und deutsches Recht, Handels- und Zivilprozeßrecht an der Universität Köln, hat einen Ruf an die Universität Leipzig abgelehnt. Dr. Kurt v. Raumer, außerordentlicher Pro» fesior an der Universität Heidelberg, der im Sommersemester das Ordinariat für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Gießen vertretungsweise wahrgenommen hat, hat einen Ruf an den Lehrstuhl der Geschichte am Deutschen Herder- institut in Riga als Nachfolger von Professor S ch ü ß l e r erhalten und angenommen. Dozent Dr. von Muralt an der Universität Heidelberg hat einen Ruf als Professor für Physiologie an der Universität Bern mit Amtsantritt am 1. April 1936 erhalten und angenommen. Professor Dr. Alfred Stange, Ordinarius füf Kunstgeschichte an der Universität Erlangen, wurde als Nachfolger von Geheimrat Professor Dr. Paul Clemen an die Universität Bonn berufen. Der Herbst erscheint uns manchmal wie das Sinnbild des Todes und des Vergehens, und doch ist er nur eine Umwandlung, eine Kräftesammlung zu neuem Leben, im Vorbereiten zu abermaligem Grünen, Sprossen, Blühen und Reisen. Nicht erst im Frühjahr, sondern bereits im Herbst entstehen, vorläufig noch sorgsam geborgen, die Knospen, aus denen im Frühjahr Blüten, im Sommer Früchte werden sollen. Wenn im Frühherbst an der einen Stelle noch Felder abgeerntetx werden, so hat an anderen Stellen bereits von neuem das Pflügen und Säen begonnen. So ist der Herbst kein Ende, sondern ein Uebergang, er ist zugleich Vollendung, Vergehen und Auferweckung, Tod und Geburt, Voroereiter des Winters, jedoch auch Botengänger des nächsten Frühjahrs. Winterhilfswerk 1935/36. Ortsgruppe Gietzen-Mitte. Unter st ützungsanträge für das WHW. 1935/36 der Volksgenossen aus den Straßen: 1. Neuenweg, Weidengasse, Kaplansgasse, Mai« gaffe, Ludwigstraße können nur am 17.9., von 15 bis 18 und von 20 bis 22 Uhr auf der Ge- fchäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werden. 2. Erlengasse, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolken- gaffe, Lowengasse, Teufelslustgärtchen, Bleichstraße am 18.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 3. Seltersweg, Plockstraße, Hindenburgwall, Bahn- hofstrahe, Grabenstraße, Hinter der Westanlage, Löberstraße am 19.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 4. Neustadt, Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße, Bruchstraße, Goethestraße am 20.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 5. Die Entgegennahme von Anträgen aus den Straßen Sck)anzenstraße, Tiefenweg, Sandgasse, Rittergasse, In Löbers Hof, Marktstraße, Marktplatz, Mäusburg, Wagengasse, Kleine Mühl- gaffe, Alicenstraße, Bismarckstraße erfolgt nicht am 21. 9., sondern am 23.9., von 15 bis 18 und von 20 bis 22 Uhr. Kohlenscheine werden im kommenden Winterhilfswerk nur an kranke und alte bedürftige Volksgenossen abgegeben. Alle anderen bedürftigen Volksgenossen haben Gelegenheit, ihren Winterbedarf an Brennholz durch Lesen in den Gießener Waldungen zu decken und können daher keine Kohlen- scheine erhalten. L e s e s ch e i n e werden auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, Freitags von 20 bis 22 Uhr aus- gegeben. Mietbücher, Quittungskarten und alle sonstigen Unterlagen über die Einkommensverhältnlsse sind vorzulegen. Der Ortsgruppenamtsleiter. Die öeutfthc Arbeitsfront ■ n.9,=0emeinf(haft „firaft öurdi frcuöc" Besuch der Ausgrabung in Glauberg. Unter Führung des Herrn Szczech findet am Sonntag, 29. September, eine Fahrt nach dem Kreise Büdingen statt. Wir lösen eine Sonntagskarte nach Büdingen, fahren bis Stockheim, wandern von dort nach dem Glauberg, besichtigen unter kundiger Leitung die großen Ausgrabungen, die Über Deutschlands Früh- und Vorgeschichte reichhaltig Auskunft geben, wandern dann weiter Über die Ronneburg nach Büdingen. Es wird eine selten schöne Herbstwanderung geben. Kameraden aus allen Betrieben, folgt unserer Aufforderung und wandert mit. Es wird niemand zu bereuen haben. Sonntagsfahrkarte kostet 3 Mark. Rucksack - Verpflegung. Kampf dem Verderb. Noch immer gehen von den leicht verderblich e n L e b e n s m i t t e l n, ehe sie überhaupt den Verbraucher erreicht haben, 10 v. H. durch ^^erb der Allgemeinheit verloren. Wenn man bepenn, daß es sich dabei um Beträge von über e in er Milliarde Mark in jedem Jahre handelt, so wird man verstehen, wie notwendig die 9">ßtmog- lichste Unterbindung dieses Schadens ist. Dank der weitgehenden Vervollkommnung der Kaltekonseroie- rungsmethode kann man allerdings schon große Werte retten, soweit die betreffenden Waren den Weg vom Erzeuger zum Verteiler also der letzten Station vor dem Verbraucher, passiert haben. Vornehmlich verdienen die mustergültigen Einrichtungen der Reichsbahn der Erwähnung, die für Den Transport von Vieh- und Fleischprodukten, Fischen, Milch- erzeugnissen, Getränken, sowie Obst und Gemüse Spezialwagen benutzt, die einerseits für die Kuhl- erhaltung dieser Güter im Sommer und andererseits für den Schutz vor dem Erfrieren im Winter Sorge tragen. Schnellste Beförderungsmöglichkeiten tun ein übriges, die Ankunft dieser Waren selbst auf langen Reisen durch Deutschland in frischem und sundem Zustande zu gewährleisten. Bei der zweiten Etappe, zu der u. a. Die Metzger, Fisch-, Obst-, Gemüse- und Molkereiproduktenhändler gehören, sind es die Spezialkühlräume, sowie Kühlanlagen mit direkter Eis- ober automatischer Kühlung, die hier den Schutz der Waren vor Verderb übernehmen. Drei Tanzgastspiele im Gtadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Um den Theaterbesuchern und vor allem auch den Freunden und Anhängern der Tanzkunst etwas ganz besonderes zu bieten, hat Intendant Schultze- Griesheim in der Reihe der für den Winter vorhergesehenen Gastspiele die drei besten Vertreter deutscher Tanzkunst zu einem Gastspiel verpflichtet. Reichsminister Dr. Goebbels hat für das große olympische Festspiel zur Verherrlichung des olympischen Menschentums, das zur Eröffnung der 11. Olympischen Spiele am 1. August 1936 mit 10 000 Mitwirkenden im Olympischen Stadion aufgeführt wird, Harald Kr e u tz b e r g , die P a - lucca und Mary Wigman zur Mitwirkung berufen. Diese drei Größen werden im Laufe des Winters bei uns zu Gast sein. Die Reihe der Tanzaastspiele eröffnet der Welt bester Tänzer Harald Kreutzberg mit einem Tanzabend am Samstag, 12. Oktober. Dann wird die Palucca bei uns zu Gast sein, Mary W i g m a n mit ihrer Tanzgruppe von 15 Tänzerinnen wird die Tanzgastspiel- Serie beschließen. 40000 Raummeter Holz für Minderbemittelte. Zur tatkräftigen Unterstützung des Winterhilfswerks hat die Abteilung I D (Forstverwaltung) der Landesregierung die hessischen Forstämter, wie Die Geschichte einer Hochzeitsreise „LlebeSvoman" von walthev von Sollandev Besinnt beute in den LamMeubiättevn Besonders gilt diese Sorgfalt auch für Speise und Getränke in den Gaststätten. Aber auch in den Haushaltungen sollte man mehr als bisher dem Schutz der Lebensmittel Aufmerksamkeit schenken. Auch bei der Einkellerung muß man zur möglichst langen Frischerhaltung von Obst, Gemüse und Kartoffeln bestimmte Vorkehrungen treffen. Bei der Obsteinlagerung vermeide man z. B., dieses mit Gemüse, gärendem Obstwein, Heringen usw. zusammenzubringen, um so leichter eintretende Fäulnis zu verhüten. Das beim Ernten verletzte Obst soll man unbedingt vor der Lagerung herausnehmen, da es sich nicht hält. Aeußerst praktisch und sparsam sind die besonders für den Haushalt hergesellten kleinen Kühlschränke, um bei großer Som- merhitze, Milch, Fleisch, Käse und Getränke vor dem Verderben zu bewahren. Im Haushalt kann übrigens manches leicht getan werden, um Lebensmittel in gutem Zustande zu erhalten, wie man beispielsweise Kaffee, Tee, Grünkern, Grieß usw. gleich den Tüten entnehmen und in dicht schließenden Blech» oder Porzellangefäßen unterbringen sollte, um Qualität und Aroma zu bewahren. Mehl und Backobst ist bei längerer Lagerung häufiger um- zurühren, um es von Milben- und Würmerbildung frei zu erhalten; Fleisch ist mit Essig abzureiben, um es länger frisch zu halten. Durch manche der- artig kleine Hilfsmittel erzielt man auch im Haus- halt günstigste Ergebnisse im Kampf gegen das Der- derben von Genußmitteln aller Art. in den vorhergegangenen Jahren auch für den näch- st en Winter auf die Belieferung von bedürftigen Volksgenossen mit Brennholz hingewiesen und er- sucht, dieser Aufgabe besondere Aufmerksamkeit zu widmen. In Verfolg dieser Anordnung wurden insgesamt 40 000 Raummeter Brennholz aus den hessischen Staats- und Gemeindeforsten zum Teil gegen mäßiges Entgelt und im Wege der Selbsterwerbung an rund 14 000 Minderbemittelte abgegeben. Vortragsabend des Evang. Bundes. Der Evangelische Bund in Gießen veranstaltete gestern in der Stadtkirche einen Vortragsabend. Nach einem einleitenden Lied der Choraloereinigung der Stadtkirche unter Leitung von Stadtorga- nift Simon sprack als Redner des Abends Pfarrer a. D. Thiele- Berlin über das Thema „Stellung und Aufgaben des Evangelischen Bundes im Dritten Reich". Der Vortragende beschäftigte sich zunächst in einem Gleichnis mit dem Gedanken der Heimatverbundenheit und der Vater- landsliebe im einfachen deutschen Menschen in einer Zeit, da in Deutschland alles in sich zusammenzustür- zen drohte. Er erinnerte an die Jghre 1918 bis 1932, in denen volksfremde und bewußt zerstörende Kräfte das deutsche Volk zerreißen wollten und zerrissen, bis eines Tages von Gott der Mann ge- schickt wurde, der Deutschland aus Not und Elend zu reißen berufen war. Dem Führer sei Dank dafür zu sagen, daß er erstens Den Legionären Moskaus ihr Wirken in Deutschland unmöglich machte, und zweitens dafür, daß er die Zentrumspartei zerschlug. In diesem Zusammenhang besprach der Redner Gefahren, die dem deutschen Volke fahr- zehntelang vom Zentrum her drohten und die ihm, wenn auch unter anderem Namen, auch heute noch drohen. In feinen weiteren Ausführungen beschaf- tigte sich der Redner mit dem Wirken der katho- lischen Kirche in Vergangenheit und Gegenwart. Er umriß die Stellung der katholischen Kirche zu Heimat und Vaterland, zu Ehe und Familie, die Unduldsamkeit der katholischen Kirche in der Frage der Ehe zwischen dem evangelischen und dem katholischen deutschen Menschen usw. Schließlich beschäftigte er sich auch mit dem Verhältnis Roms zum Nationalsozialismus und kennzeichnete Wandlungen in diesem Verhältnis. In Einzelheiten hörte man ferner aufschlußreiche Aussprüche verschiedener Päpste. Der Redner schloß seinen Vor- trag mit dem Hinweis, daß die deutsche Kultur, der Fortschritt, die Technik, die Entwicklung der Wissenschaften in den vergangenen vier Jahrhunderten nur möglich gewesen seien auf dem Boden des Protestantismus. Den Protestantismus als einen Kulturträger zu hüten sei eine der wesentlichsten Aufgaben des Evangelischen Bundes. Nachdem sich der Redner in kurzen Worten noch mit per Glaubensnot der deutschen Menschen in Oesterreich beschäftigt hatte, forderte er auf, die Arbeit des Evangelischen Bundes nach besten Kräften zu unterstützen. Mit drei gemeinsam gesungenen Versen des Lutherliedes und einer weiteren Lieddarbietung der Choralvereinigung der Stadtkirche fand der Vortragsabend feinen Abschluß. Das wundersame Mädchen. Sie ist so lieb, so sonnig gut, selbst an den trübsten Tagen. Sie weiß sich einfach und dabet doch äußerst nett zu tragen. Sie wünscht sich kein gewelltes Haar, kein üppiges Geschmeioe, und doch fühlt sie als Dame sich noch in dem ärmsten Kleide. Sie ist nicht launisch und man kann sich kaum was Klügres denken. Sie wird auch nie durch Wort und Blick je eine Freundin kränken. Sie spielt nicht Tennis, nicht Klavier trägt Ballschuh nicht und Sporen. Kurzum: ich bin verliebt in sie bis über beide Ohren! Auch ist sie mir von Herzen gut. Was soll ich weiter sagen! Sie ist so schön, wie Venus war in ihren besten Tagen! Wer ist wohl dieses seltne Weid im Kranz der blonden Haare? Es ist mein kleines Töchterlein und wird schon bald fünf Jahre! Puck. vornotlzen. — Tageskalender für Freitag: NSG. „Kraft durch Freude": 20.45 bis 22 Uhr Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr nur für Frauen Schwimmen im Dolksbad; 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich liebe alle Frauen." — ** Lotteriegewinne werden jetzt ausgezahlt. Die Lotterieeinnehmer in Gießen machen im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die Gewinne aus der jüngsten Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie von morgen ab ausgezahlt werden. Die glücklichen Gewinner seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. Zu jedem kommt einmal das Glück Vornan von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Unterdessen war Monika, kurz entschlossen, bei Frau Klinke eingetreten. Nach der letzten Aussprache, die zwischen ihnen stattgefunden, hatte ie volles Vertrauen zu Frau Klinke. Sie wollte ie bitten, ihr für den Abend frei zu geben, damit sie ihm mit Evi verbringen könnte. Und sie hatte sich vorgenommen, wenn Frau Klinke fragen sollte, sie offen über alles aufzuklären. Doch es war nicht notwendig. Frau Klinke war sogleich damit einverstanden, um so mehr, als sie gerade für diesen Abend mit einer ihrer amerikanischen Freundinnen zusammenzukommen gedachte, die auf der Durchreise in München war. „Eine der wenigen, die ich mag. Sie hat auch mit nichts angefangen und ist auch einfach geblieben ...", erzählte sie Monika. „Da vaht es gut, mein Kind, wenn Sie auch für den Abend etwas vor haben, um so mehr, als auch mein Johme soeben mit dem Auto fortgefahren ist und mir erklärt hat, daß er nicht weiß, wenn er zurückkommt, und ob er am Abend wieder da ist." Monika lächelte. Ich weiß es, warum er fchon jetzt fagt, daß er nicht kommt. Aber ich kann es nicht verraten. Und so nickte sie auch nur, als Frau Klinke fortfuhr: „Er hat mir gesagt, daß er einen kleinen Besitz besichtigen will, von dem man ihm erzählt hat — wahrscheinlich gibt es dort irgendeine Sehenswürdigkeit ..." Mit großer Genugtuung erfuhr Shirley, daß die beiden Damen für den Abend bereits Pläne hatten. Sie hütete sich natürlich, von dem abendlichen Ka- barettbesuch vor ihnen auch nur Erwähnung zu tun. Sie konnte sich ja nun leicht genug Damit entschuldigen, daß sie gewußt hatte, daß die Damen bereits vergeben waren, abgesehen davon, daß die Loge ja leioer nur vier Plätze hatte. Aber nun mußte sie noch Gerling allein sprechen. Er wich ihr offensichtlich aus, das merkte sie. Aber das konnte sie nicht abhalten. Endlich gelang es ihr auch, ihn im Rauchsalon allein anzutreffen. Er sah am Fenster und starrte vor sich hin, die Zigarette in der Hand, die wieder erloschen war. „Herr von Gerling ..." Er sah überrascht aus, und über sein Gesicht zog eine Wolke des Unmuts. „Sie behandeln mich schlecht, Herr von Gerling! Sie weichen mir aus, aber ich lasse mich nicht so leicht abschrecken... Ich konnte Ihnen leider gestern abend den Namen eines. Kabaretts, den Sie zu wissen wünschten, nicht mitteilen. Heute kann ich es bereits; es heißt der »Rote Flamingo'. Und ich habe noch mehr für Sie getan; ich habe bereits eine Loge besorgt, und Sie sind freundlichst eingeladen, Herr von Gerling!" In seinem Gesicht zuckte kein Muskel. Er verbeugte sich förmlich: „Ich danke für Ihre gütige Einladung, gnädige Frau, der ich leider nicht Folge leisten kann! Ich habe über den Abend bereits anderweitig disponiert." Shirley zuckte zusammen. Aber im nächsten Augenblick verstand sie. Die Saat des Mißtrauens, die sie gestern gesät hatte, begann bereits aufzugehen. Natürlich hatte er Evi von Tanner um ein Zusammensein gebeten. Nun, sie würde ja doch absagen müssen. Ein armes Mädchen wie sie würde es nicht wagen, fortzubleiben. Die Direktoren verfuhren in solchen Fällen erbarmungslos. „Das tut mir leid, zu hören, Herr von Gerling! Es könnte aber doch fein, daß die Zusammenkunft für den heutigen Abend noch in letzter Minute abgesagt wird. Es kommt manchmal vor, daß jemand plötzlich verhindert ist, zu erscheinen. Und in diesem Falle ..." „In diesem Falle, gnädige Frau, nehme ich Ihre Einladung mit Dank an und werde erscheinen!" Er verbeugte sich knapp, und bevor sie noch etwas sagen konnte, hatte er Den Raum verlassen. 17. Kapitel. Friedrich von Gerling wartete pünktlich an der verabredeten Stelle. Und doch — seine sonstige Ruhe, Die ihn allen Gefahren furchtlos ins Auge blicken ließ, hatte, ihn verlassen. Er machte sich Vorwürfe, Daß er Evi Die Möglichkeit fast abgeschnitten hatte, ihm abzusagen. Vielleicht hätte er Doch Den Boten warten lassen sollen! Wenn es wahr fein sollte, Daß sie am AbenD auftreten mußte, so konnte sie Doch nicht fortbleiben. Sie mußte ja sich unD ihre Mutter ernähren. Er hätte ihr durch Die Antwort eine Gelegenheit geben können, ihm Die Wahrheit über ihre Beschäftigung zu sagen. So sehr es ihm weh tun müßte — es wäre Doch schön gewesen, wenn sie es ihm selbst gesagt hätte! Jetzt waren schon einige Minuten über Die oerabreDete Zeit, und sie war doch sonst so pünktlich. Und vielleicht war es Doch so, wie sie immer anDeutete, Daß sie am AbenD ihre Mutter nicht verlassen konnte — nun, Dann würde er eben Shirley Prestons Einladung Folge leisten und sich Gewißheit verschaffen. „Guten Abend, Herr von Gerling!" klang Da eine schüchterne Stimme „Sie sehen mich ja gar nicht...!" „Evi, Fräulein von Tanner...!" Sein Gesicht strahlte plötzlich, und er hielt ihre Hand fest, als wollte er sie überhaupt nicht loslassen. Und nun saß sie neben ihm, und er schloß den Schlag. „Wohin wollen wir fahren?" „Wenn Sie damit einverstanden wären, Fräulein von Tanner, so möchte ich nach Garatshausen herausfahren. Ich habe nämlich gestern meine Brieftasche verloren und möchte den Kastellan fragen, ob er sie vielleicht gefunden hat.. „Oh!" Evi war ganz erschrocken. „War etwas Wichtiges Drin?" „Nein, glücklicherweise nicht! Kein nennenswerter OelDbetrag, auch keine Dokumente von Wichtigkeit. Doch trotzDem hätte ich sie gern zurück." Ach so! Natürlich. Das Bild, das Shirley Evi gestern gegeben hatte! Natürlich wollte er Monikas Bild zurückhaben. Nun, sie könnte es herausziehen und ihm sogleich geben. Aber sie brachte es einfach nicht über sich. Er selbst wollte ja mit ihr sprechen, da würde sich noch Gelegenheit genug finden! So fuhren sie denn in Die Dämmerung hinein, unD so sehr auch Evi das Herz weh tat: Dem Glück Des Augenblicks konnte sie sich doch nicht entziehen. Es war so herrlich, neben ihm zu fein und mit ihm in Die weite Welt zu reifen. Wie gern ginge sie mit ihm, wenn er Europa roieDer verließ. Sie, Die scheue, ängstliche kleine Evi fürchtete nichts auf der Welt, wenn Friedrich von Gerling neben ihr war. * Nun hatte sie Doch ein wenig Lampenfieber, die kleine Monika, als sie in dem kleinen Zimmer, das sämtlichen Damen des Kabaretts als Ankleideraum Diente, auf Den Moment wartete, Da sie auftreten sollte. Es war erst eine Der Kolleginnen Da, geraDe die übermütige Schwarze, die sie damals vor Dem Eingang Des Kabaretts mit Evi verwechselt hatte. UnD Der machte es natürlich einen Riesenfpaß. „Es kann Ihnen gar nichts geschehen. So gut wie Die schüchterne Tanner roerDen Sie es bestimmt machen. Ein bißchen fingen kann Doch fast jeDes MäDel. UnD Der Direktor nimmt sie Doch nur, weil sie so entzückend aussieht. Die könnte ihr Glück machen, wenn sie wollte, bei Dem Geschau wie eine Prinzessin. Aber sie ist gar nicht raffiniert." Monika nickte nur zu allem. Sie war von Minute zu Minute mehr aufgeregt. Aber nun Dachte sie nicht mehr an ihr Auftreten. Sie Dachte an Evi unD an Johnie, mit Dem sie wohl jetzt beisammen war. Sie konnten sich aussprechen, und bestimmt würde Johnie noch einmal um Evi werben. Sie sah ihn wieder so vor sich wie gestern. Und sie mußte alle Kraft zusammennehmen, um nicht auf- zuschluchzen. Alles auf Der Welt hätte sie neiDlos jedem anderen Menschen überlassen; aber Johnie — nun, Evi war die einzige, die seiner wert war. Sie mußte ihnen beiden das Glück gönnen und Gott danken, daß es nicht Frau Preston war. Unwillkürlich kehrten ihre Gedanken zu ihrer ersten Begegnung zurück. Wie hatte sie über ihn gelächelt, über feine ein wenig linkische Art, feine Brille, sein Studium! Wie hatte sie die Achseln gezuckt über ihn! Sie, die sich einen Romanhelden gewünscht hatte, schon und stattlich — einen Mann, Der keine Gefahr fürchtete, einen Mann, Der in fremDen Ländern mutig Gefahren trotzte, einen Mann, dem mühelos alle Frauen zufielen» einen Mann, der so war wie Friedrich von Gerling! Merkwürdig, heute fiel es ihr eigentlich das erste- mal ein, wie ähnlich Friedrich von Gerling ihren Mädchenträumen war. Und sie hatte es gar nicht bemerkt, war ihm mit herzlichem Freimut und offener Kameradschaftlichkeit entgegengetreten. Herzlich zugetan war sie ihm auch heute noch; ie hatte ihn auch sehr gern — aber Liebe empfand ie nur für einen, und dieser eine durfte es nie er» ahren. „Wie blaß Sie geworden sind — Sie haben jetzt doch Angst. Kommen Sie, ich gebe Ihnen ein wenig Rouge. Und nur nichts anmerken lassen — Sie werden sehen, wie gut Sie gefallen werden..." Fügsam trat Monika vor den Spiegel. * Das Auto hielt vor dem Park von Schloß Garatshausen. Friedrich von Gerling sprang ab und schellte. Hundegebell erscholl, bann langsame Schritte. Eine Laterne wurde in Die Hohe gehoben. „Verzeihen Sie, daß wir stören — wir haben gestern das Schloß besucht..." Jetzt erkannte sie auch Der Alte. „Guten AbenD — guten Abend! Die Herrschaften kommen wohl „Ich habe gestern meine Brieftasche hier verloren, vielleicht haben Sie sie zufällig...' „Ganz recht, ist schon Da. Herr, ist fchon da — einen Augenblick Geduld bitte!" Er öffnete das Tor nicht. Evi verließ auch den Wagen und lehnte sich an die Mauer. Der feuchte Herbstgeruch der Blätter, die am Boden lagen, stimmte unendlich traurig. Der Mond stand sehr klar und fern am Himmel. Sie sprachen nicht. Dann kam der Alte zurück. Gerling nahm die Brieftasche, ohne hineinzusehen. „Besten Dank! — Und hier, Ihr Finderlohn..." „Ist nicht notwendig, Herr! Ist meine Pflicht, Herr...!" Er zog höflich die Mütze von dem weißen Haar; der Hund bellte, und das Auto fuhr wieder in Die Dunkelheit. Jetzt kam Die Kurve — ein kleiner, scharfer Ruck, Evis Kopf sank gegen Gerlings Schulter; sie wollte sich roieDer aufrichten, aber sie konnte es nicht. Es war so schon, und es paßte so gut in diese nächtliche Traumfahrt. Ein leiser Ton, fast wie ein Schluchten, entrang sich ihrer Kehle. Da hielt es auch ihn nicht länger. Mit einem jähen Ruck hielt er den Wagen an und zog sie an sich. Und ihre Lippen fanden sich in einem langen Kuß, in dem all ihre Liebe und all ihre Qual lagen. Dann aber riß sich der Mann so jäh los, daß Evi fast taumelte. Er stöhnte auf, abgerissen kamen die Worte von seinen Lippen: „Es darf ja nicht fein. Laß mich dir sagen..."' Evi sah ihn mit großen Augen, an, die in der Dunkelheit leuchteten wie klare Sterne. „Ich weiß alles!" Und nun kam auch ihr das vertraute „Du" über die Lippen, kaum daß sie es merkte. „Du mußt nicht sprechen, wenn es dir weh tut. Ich verstehe dich so gut, und ich weiß, daß Du sie lieb hast!" Dabei griff sie hastig in ihre Handtasche und holte Monikas Bild hervor. „Nimm es ..(Fortsetzung pckgH »on 8 Die Frau im Lustschutz in vorderster Front! VtMJt ü h b7—b6 5. 0—0 Lc8—b7 ior, tn ) Blick ölet, Puck. .aber ich kann Ihnen ein Obecheffen he l" iitfl 3 2 3 2 8 7 6 5 8 7 6 5 3 2 3 2 6 5 8 7 6 5 |: 9168. llgemint bis 21,30 Frauen t bis 22 laß. - >e vLr n je) n aufmert preußisch- ab aui- seien ml & $ rung setzen wird. Ich fischte mit meinem Freunde Harding da unten bei Feuerland im Atlantischen Ozean. Als Leine hat man auch gegen die melge- rühmte Fianchet- tierung mittels g3 eine brauch- meisterei in unserem heutigen Blatte angekündigt. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Rückständige Ortskrankenkassen- beiträge vom August können bis zum 25. September noch ohne Kosten bezahlt werden. Man beachte die heutige Mahnung der Ortskrankenkasse. ** Unfall bei der Arbeit. Der bei einem ! hiesigen Spediteur beschäftigte 62 Fahre alte Fuhrmann Karl L ö s ch h o r n erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Er zog sich Racken- und Brustquet- chungen zu und mußte in die Klinik gebracht : werden. L d2—d4 f7—£5 2. Sgl—f3 (Die schärfste Behandlung ist das chancenreiche Staunton- Gambit 2. e4L) 2. . . . Sg8—f6 3. e2—e3 (Weiß wählt so eine sehr zahme Spielweise, doch Igg W UE • b c d Stcllllnflöbild tnx dem 22. Zuge vl»u Weiß Schach-Etke Bearbeitet von F. Sä misch Als nach Gründung des Reichsluftschutzbundes am LS. April 1933 der Reichsluftfahrtminister Hermann Höring einen Aufruf an die gesamte Bevölkerung .rließ, wandte er sich in seiner Aufforderung zum Eintritt in den Reichsluftschutzbund nicht nur an Ule vaterlandsliebenden Männer, sondern auch an pe deutschen Frauen. Es ist für die deutsche Frau eine Selbstverständlichkeit, diesem Rufe Folge zu leisten. 3n allen Kampf- und Notzeiten deutscher Geschichte hat die Frau dem IHanne als Kampfgefährte zur Seite gestanden. Die Frauen sind Trägerinnen des Lebens einer Ration, und als solche das Fundament, auf dem sich der Wehrwille eines Volkes aufbaul. Ihr Eintreten für die Familie lm Ernstfälle ist um so notwendiger, da der größte Teil der männlichen Bevölkerung nicht zu Hause fein wird. Die deutsche Frau ist sich der Gefahr bewußt, die ihrem Volke droht, sie weih ihr aber auch zu begegnen. Sie stellt sich darum aus Ueberzeugung und Pflichtgefühl in die Reihen derer, die Volk und Heimat gegen die Gefahren von Luftangriffen schützen wollen. Um den SInforberungen, die die Mitarbeit m L u s t s ch u tz an sie stellt, gerecht werden zu | lonnen, muß die Frau Kenntnisse über Gefahr und Ihre Abwehrmöglichkeiten besitzen. Sie muß dahn in den Zweigen der Luftschutzarbeit, für die sie ! Charakter und Anlage geeignet erscheinen lassen, ge- | !chult und ausgebildet werden. Hat die deutsche mut wi -eien. »ute N; i empM- es nie «■ ijaben j$ in ein w laßen - jerben." us als Ment« '• Nach, mit her Erreich eit bes Zu un« ? Der« hebbar« he sand Nie Herbstblumenschau in der Turnhalle Eine Borschau. b c d e f g b benutzten wir eine schwere eiserne Kette und als Haken einen Anker von 70 Zentnern Gewicht. Als wir die Kette 350 Meter herabgelassen hatten, biß etwas an. Die Kette wurde ganz herausgerissen und um ein Haar wäre unser Schiff mit in die Tiefe gerissen worden, wenn wir nicht im letzten Augenblick Kette und Anker gekappt hätten! Nun möchte ich zu gern wissen, was für ein Ungeheuer da angebissen hatte ..." „Wahrscheinlich war es ein Walfisch," meinte einer der Engländer. „Nein, das glaube ich nicht," sagte der Yankee nachdenklich. „Ein Walfisch kann es nicht gewesen sein, denn wir hatten einen Walfisch als Köder." Was ist Liebe? „Was ist denn eigentlich Liebe?" fragt eine Freundin die andere; die erklärt: „Wenn dir der Herr, mit dem du tanzt, auf den Fuß tritt, und das tut dir nicht weh, sondern das ist dir angenehm, das ist dann die Liebe." bare Verteidigungsmethode ge- funden, nämlich nach 3, g3 e6 4,Lg2 Le7 5.0—0 0—0 6. c4 d6 7. Sc3 den keinen Zug De8! mit den Abzweigungen 8. Sb5 Ld8!, oder 8. b3 Sc6 9. d5 Sd8l, oder 8. b3 rifaner hinzutrat. „Sie scheinen ja viel beim Fischen erlebt zu >chl°b » nt> sch» ritte. W wir d7 (Auf Ld7 oder Sb d7 käme sogleich d6.) 9. Lg5Xe7 Dd8Xe7 10. d5—d6 De7—g5 11. Ddl—d5 Dg5Xg2 12. Dd5—e5+ Ke8—f8 13. De5—e?+ Kf8—g8 14. De7—e8+ (Auf Lc4 h6! ist der Gewinn viel- schwerer nachzuweisen!) 14. ... Sd7—f8 15. De8Xc8 e4—e3 16. (2Xe3? (Uebersieht in haben," begann er, „aber ich kann Ihnen ein Abenteuer erzählen, das Sie doch in Verwunde- Frau diese Kenntnisse in einer Luftschutzschule erworben, so muß sie auf ihre Familie und weitere Umgebung erzieherisch einwirken. Sie erzieht damit sich selbst und andere zur Ruhe, Umsicht und Klarheit, damit im Falle einer Gefahr jede Panik verhütet wird. Lin besonderes Tätigkeitsfeld findet die Frau als L a i e n h e l f e r i u. Das ist ein Gebiet, welches ihr nach Veranlagung und aus Hebung als Betreuerin von Verwundeten und kranken in der Hausgemeinschaft recht nahe liegt. Auch als Hausfeuerwehr muh sie im Ernstfälle einfpringen, da hierzu nicht genügend Männer zur Verfügung stehen werden. Frauen, die charakterlich dazu geeignet sind, Wut, Entschlossenheit, Tatkraft und handwerkliche Fähigkeiten besitzen, können auch das Amt eines Luftschuhhauswartes, für das ebenfalls nicht überall männer verfügbar sind, versehen. Als Werberin für den Luftschuhgedanken, als Helferin bei der Schulung, besonders in der Unterrichtung der Kinder, als Referentin bei den Landes-, Bezirks-, Ortsund Untergruppen können sich die Frauen in Friedenszeiten beim Aufbau der großen Organisation des Selbstschutzes der Zivilbevölkerung, dessen Durchführung in Händen des Reichsluftschuhbundes liegt, erfolgreich für Volk und Vaterland einsehen. ‘nAi Ni» 'Iptw ' Wt. 'N) ,eM Ke zv tfage l'ch be. 5°ms 5ßanbi feiten Der. n Bor. Kultur, n9 bet Sc6 9. Lb2 e5i usw.) 3. . . . e7—e6 4. Lfl—d3 “ “ 6. c2—c4 Lf8—d6 schall herrührend, der auf diese Weise ein Mbinsches Gegengambit im Anzuge erfunden hat!) 5..... d5Xe4 6. d4—d5 Sg8—f6 (Nach dem Muster einer von Duras gegen Marschall gewonnenen Partie wäre besser f5f geschehen.) 7. Lei —g5 Lf8—e7 8. Lfl—b5+ Sf6— besondere Wege angelegt. Im nächsten Jahre soll voraussichtlich die Erneuerung der Straße über Gambach nach Ober-Hörgern und Eberstadt mit Kleinpflaster durchgeführt werden. Die Arbeiten an der Autobahn, die in unmitelbarer Nähe unser Dorf berührt, sind gegenwärtig stillgelegt, nachdem der Mutterboden auf der Bahn weggeschafft wurde. In der angrenzenden Nieder-Weiseler und Nieder-Morler Gemarkung sind die Durchstichs/ arbeiten rechts der Eisenbahn Gießen—Frankfurt kräftig im Gange. Kreis Büdingen. ch Nidda, 19. Sept. Infolge der zunehmenden Obst- und Kartoffeldiebstähle wird Frevlern dieser Art in einer Veröffentlichung der hiesigen Bürgermeisterei eine Führung durch die Stadt und Ausschluß von der Winterhilfe angedrobt. Im Hinblick auf die Feld- d i e b st ä h l e hat die Bürgermeisterei mit sofortiger Wirkung bis zum 31 Oktober den allgemeinen Feldsckluß von 19 bis 6 Uhr angeordnet. Während dieser Zeit ist der Aufenthalt auf dem Felde und in den Gärten verboten. Zuwiderhandlungen werden unnachsichtlich zur Anzeige gebracht. tt. Mittleres Niddatal, 19. Sept. Mit Freuden ist der Entschluß der Provinzialdirektion der Provinz Oberhessen zu begrüßen, den Beginn der diesjährigen mageren O b st e r n t e zur Versorgung der Landbevölkerung mit vollständig reifem, gesundem und haltbarem Winterobst in den klimatisch günstig gelegenen Gemeinden nicht vor dem 25. d. M. und in den klimatisch ungünstig gelegenen Gemeinden nicht vor dem 1. Oktober d. I. festzusetzen, wie es nach einer Besprechung der Landesbauernschaft mit den Obstbauinspektionen allgemein empfohlen wurde. In Erkenntnis des großen Vorteils dieser Vereinbarung hat man sich auch in fast allen Gemeinden des mittleren Niddatales, soweit feststellbar, dieser Regelung angeschlossen. Damit dürfte einer verfrühten und unausgereiften Ernte des Winterobstes vorgebeugt sein. Kreis Schotten. * Groß-Eichen, 19. Sept. Das dreijährige Söhnchen des Landwirts Horst von hier erlitt einen Oberschenkelbruch und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 19. Sept. In unserer Gegend ist jetzt allgemein mit der Kartoffelernte begonnen worden. Der Ertrag bleibt im Durchschnitt hinter dem Ertrag vom Vorjahre zurück. — Die Nachfrage nach Z w e t s cd e n ist hier sehr rege. Zu Beginn der Ernte kostete Der Zentner Lin Kurzsteg Alechins / Bon F. Damisch Gespielt hn Turnier zu Oerebro Weiß B. Neuberg Schwarz Dr. Alechin Gin spannender Kampf Von F. Sämifch Gespielt im Turnier zu Reval Weiß: Witte Schwarz: Tür« 1. d2—d4 d7—d5 2. c2—c4 e7—e6 3. Sbl—c3 c7—c5 4. c4Xd5 e6Xd5 5. e2—e4l? (Von dem Amerikaner Mar- ** Zum Forstschutz verpflichtet. Die Bürgermeisterei veröffentlicht in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Namen sechs Volksgenossen, die auf den Forstschutz verpflichtet wurden. Die Bekanntmachung sei der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. Die Abgabe von Fichtendeckrei- fern wird in einer Bekanntmachung der Bürger- jugendlicher Unbesonnenheit die unerwartete Antwort DXb2l; nach der langen Rochade wäre Schwarz verloren gewesen.) 16. . Dg2Xb2! 17. Tal—dl Db2Xc3+ 18. Tdl—d2 Dc3Xe3+ 19, Sgl—«2 De3—e4 20. Thl—fl De4—bl 21. Td2—dl DblXbS 22. TflXf7l? (Bei diesem geistreichen Opfer wurde von beiden Spielern übersehen, daß der Zwischenzug Da5-H vorhanden ist, und Schwarz dann den Turm ungestraft schlagen durfte, während auf sogleich KXf7 23. Df5+ remis erzwingt.) 22. ... Sb8—d7? 23. Tf7Xf8+ Sd7Xf8 24. Dc8Xa8 Db5—d7 25. Da8Xa7 h7—h5 26. Da7Xc5 (Nach mannigfachen Aufregungen ist der Kampf abgeebbt und der Besitzstand ausgeglichen.) 26. . . . Th8—h6 27. Dc5—d5+ Kg8—h8 28. Tdl—d3 Sf8—h7 29. Td3—a3 Th6—f6 30. Ta3—a8+ Tf6—f8 31. Ta8Xf8+ (Auf Sf4 rettet sich Schwarz durch Te8+ nebst Sf6; Dg4? wäre dagegen ein grober Fehler wegen Df 7!.) 31. ... Sb7Xf8 32. Dd5Xh5+ Sf8—h7 33. Dh5—e5 Sh7—f6, und die Partie wurde unentschieden gegeben. Bevor der Sommer zu Neige geht, erhebt die be- Ixbte Natur sich noch einmal zu einem Höhepunkt i)rer Farbenpracht. Niemals sind die waldumsäum- isn Fluren schöner, als wenn weiße Sommerfäden 'Iber raschelndes Laub ziehen, die Schlehen sich blau liirben, Hagebutten und Pfaffenhütchen aus dem Samten Laub des Herbstes leuchten und der bewal- tete Berghang in allen Farben glüht. Zu keiner an» laren Jahreszeit sind aber auch die Gärten reicher tm Blumen, als wenn Dahlien, Astern, Zinnien, Boldruten und noch einmal die Rosen blühen, wenn tie Goldbälle der geschlitzt-blättrigen Rudbeckia die Siaft ihrer Blsstensülle über die Gartenzäune der Dörfer neigt und schöne Früchte der Obstbäume vom Gegen des Herbstes zeugen. Dann ist die Zeit der Blumen- und Ob st schauen gekommen. Diesem Brauch folgt auch der Obst- und G a r • benbauDerein Gießen mit seiner Veranstaltung in der Turnhalle am Oswaldsgarten. (Siehe !ie Einladung im heutigen Anzeigenteil.) Die Schau ueht unter dem Motto: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen". Wir wollen heute verbuchen, einen Ueberblick über das farbenreiche Bild ter Blumen zu geben, das in dieser Ausstellung zu I'chen fein wird, und auf das Wichtigste und Neue iiufmerffam zu machen, das sonst Übersehen werden önnte. Dem Haupteingang gegenüber befindet sick auf im ei langen Tischen neben mustergültigen Kulturen tefannterer Gewächse manches Neue, das auch den Fachmann fesseln dürfte. So ist in der Sammlung Schab die noch wenig bekannte und in Gießen sonst nicht gezogene Zöpfchenblume Beloperome guttata purpurea enthalten; ihr geht der Ruf vor- iius, eine überaus reichblühende, Sommer wie Win- litr unaufhörlich blühende Zimmerpflanze des Wohn- < mmers zu sein; ihre Heimat ist Südamerika. Anschließend findet man in der Sammlung schöner tzSewächse aus dem Dillengarten des Herrn Ludwig I ftinn, Wilhelmstraße, von Herrn Obergärtner Ernst ausgestellt, das schon bekannte Sedum spectabile, ? in seltener Ueppigkeit ihrer Blütenentwicklung, einen Fensterkasten mit dem neuen Tropäolum Otoldglanz, wunderschöne bunte Coleus Rehneltianus nnb gegenüber in der Ausstellung der Gärtnerei Weber, raeben vielem sonstigen Schonen, den neuen Aralien- reu, botanisch Fatshedera genannt, ein wertvoller Zufalls-Neuling, der eine ebenso harte wie anspre- yyende Blattpflanze darstellt und bald weitere Ver- Leitung finden wird. Besondere Erwähnung ver- ( tiienen die srischgrünen, sauber kultivierten Zim- nerfarne der Gärtnerei. Im Mittelpunkt des Saales prangt auf erhöhtem Shron die Herbstkönigin Dahlia, umgeben vom üöniglichen Hofstaat der Gladiolen. Wer bisher Verneint hat, es sei mit der Herrschaft der Dah- I Isen bald am Ende, weil die Farbenskala erschöpft [ and die Blumengröße jenes Maß erreicht hat, dessen '.leberschreitung bizarr wirkt, wird beim Anblick ter neuen Sorten eines anderen belehrt werden, fir muß gestehen, daß die Natur sich dem als unerschöpflich erweist, der sie mit Begeisterung zu meinem versteht. Sorten wie Altmark, Voits Ideal, 0:dith Scholz, Paul Pfitzer, Märchenpracht, Elegant, | Siaeonia, Fernando Einstmann, Schiller, sowie die j c nfache, niedrige Philine sollte man sich merken. 6's gibt aber auch unter den Neuheiten der letzten ^ahre noch sehr viele wertvolle Sorten, die weitere Verbreitung verdienen. Aussteller dieser Haupt- (luppe ist die Samenhandlung Heinrich Hahn. Daß die rechtmäßige Gartenkönigin, die Rose, im ' gerbst oftmals schöner als in der Hauptblütezeit des Sommers floriert, ist bekannt. Diese Eigenschaft fällt auch in der Abteilung neuer Rosen der Rosenfirma Gebr. Schultheis in Steinfurth in die Augen. Die Einrichtung, daß die Rosensorten, die für ganze Beete sich eignen, besonders zusammengestellt wurden, wird manchem Rosenfreund die Auswahl erleichtern helfen. Den Rosen gegenüber leuchten aus dem frischen Grün junger, wüchsiger Araukarien, Myrten und Palmen die Girth'schen Gloxinien der Gärtnerei Hubing in unbeschreiblich herrlichem Rot der großen, aufrechten Blumen. Wenden wir uns auf unserem Rundgang den Gegenständen zu, welche die Seitenwände des Saales umsäumen, so gewahren wir zunächst rechts vom Haupteingang die Leistung der Gärtnerei Schneider. Freilandgewächse, Topfpflanzen, Binderei und Innenausstattung heißen die vier für sich abgegrenzten Abteilungen. Eine Gruppe junger Efeuweine zur Berankung von Hauswänden sei besonders erwähnt, weil es zur Begrünung kahler Wandflächen kaum etwas Besseres gibt. Auch bei den Stauden, Bindereien und Steingartengewächsen von Gartenarchitekt Schwarz wird man gern etwas verweilen. Besonders gastlich berührt die Ausgestaltung der Bühne mit blumengeschmückten Festtags-, Frühstücks- und Kaffeetischen, im Garten, auf der Veranda und im Festsaal gedacht. Diesen Teil hat die Firma Lower & Bechstein ausgestaltet. Die ganze rechte Saalseite umfaßt die rein wirtschaftliche Abteilung; sie beginnt an der Bühne mit der Sammlung der Hauptstelle für Pflanzenschutz. Was hier an Präparaten, bildlichen Darstellungen und Tabellen zusammengetragen ist, erfordert längeres Verweilen. Anschließend findet der Praktiker eine Zusammenstellung von Bekämpfungsmitteln des Handels. Es gibt auch neue Arten von Gemüse. So sieht man gut entwickelten Chineser- oder Kantonkohl, der bereits zur Kopfbildung neigt, und die neue australische Schneeballgurke. Andere Erzeugnisse des Gemüsegartens sind in diesem Jahre noch in der Entwicklung zurück. Die Abteilung Obst kann im gegebenem Rahmen und als städtische Veranstaltung nicht groß sein. Das ist auch diesmal der Fall. Es gibt zwar Obst, aber es ist klein geblieben, auch trotz gewissenhafter Maßnahmen nicht immer fleckenrein. Zu erwähnen ist ein Pflaumensämling, der im Garten von Herrn Gärtner Schmitz steht und dessen erste Früchte durchschnittlich 60 Gramm wiegen. Aussteller von Baumschulerzeugnissen, besonders Koniferen, sind die Herren Engelhard (Heuchelheim) und Gruber (Alten-Buseck). Letzterer vertritt gemeinsam mit Herrn Wilhelm Schäfer (Gießen) die Abteilung Obstverwertung durch Süßmost und Gärungserzeugnisse. In dieser feuchten Ecke findet der Liebhaber-Kellerwirt auch mancherlei, was ein Mißlingen zu verhüten imstande ist, wie Mostwagen, Gärungsvorführungen mit guten und schlechten Weinhefen und vieles andere. Man benütze zum Studium der Ausstellung schon den Samstag und die Stunden des nächsten Tages, in denen der Andrang nicht groß ist. Wieder 1100 000 Mk. ,ur Arbeitsbeschaffung. Darmftabt, 19. Sept. (LPD.) Die Deutsche Bau- und Siedlungs-Gemeinschaft (DBS.) hat soeben ihre fünfte Darlehensvergebung in diesem Jahr herausgebracht. Es gelangen 1,16 Millionen Mark zur Erstellung von 113 Eigenheim en zur Ausschüttung. _________ # Uli [en 'Z i MjU 1. frankfurter 6 aftroirtamefftÄ frankfurter flleffe kZ VOM 21.-^29. SEPT. 1935 FRANKFURT AM MAIN FESTHALLENGELÄNDE VOM 22.-25. SEPT. 1935 Geöffnet täalich von 10-19 Uhr • Reichsbahn-Sonntagskarten___________ Die Messe des kaufkräftigen Südwestens ! Fahrpreisermdbigungen oufderReichsbahn. Landkreis Gießen. * Wieseck, 19. Sept. Die 74 Jahre alte Witwe Katherine Daupert von hier erlitt durch einen Sturz einen Oberschenkelbruch. Die bedauernswerte Frau mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. z Grotzen-Linden, 19. Sept. In der Nacht zum Dienstag fand eine Alarmübung der Feuerwehr statt, zu der man bei dem Sägewerk von Weller in Leihgestern künstlich ein Feuer angebrannt hatte. Die Hebung war von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier ohne Vorwissen der Feuerwehren in Gang gebracht worden, um die Schlagfertigkeit der Wehren zu prüfen. Die Feuerwehr von Leihgestern war in 11 Minuten, die Feuerwehr von Großen-Linden, die auch den weiteren Weg hatte, 23 Minuten nach dem Alarm zur Stelle. Der Feuerwehrdezernent des Kreises Gießen, Regierungsrat Grein, und Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sprachen den beiden Feuerwehren ihre vollste Anerkennung für die eindrucksvoll unter Beweis gestellte Schlagfertigkeit aus. s L a n g - G ö n s, 20. Sept. Um den Spar« sinn schon bei der Jugend zu wecken, wurde in einer Besprechung, an der der Bürgermeister, der Direktor der hiesigen Spar- und Leihkasse und die Lehrer teilnahmen, beschlossen, eine Schulspar- taff6 einzurichten. Kreis Friedberg. )( Butzbach, 19. Sept. Die Bautätigkeit war in diesem Jahre in unserer Stadt lebhaft. Sie wurde nicht nur von privater, sondern auch von Unternehmerseite stark betrieben, da immer noch eine größere Anzahl Wohnungssuchende vorhanden sind, die gegenwärtig auswärts wohnen müssen. Für den kommenden Monat liegen noch einige Baugesuche vor. Die Baulustigen wollen ihre Häuser noch vor Eintritt des Winters im Rohbau fertigstellen. Damit ist dem Bauhandwerk bis in den Spätherbst hinein Arbeitsgelegenheit gegeben. + Griedel, 19. Sept. Die Durchgangs- st raße Butzbach — Lich , die an unserem Dorfe vorbeiführt, befand sich seither in schlechtem Zustand, besonders zwischen Butzbach und hier. Nunmehr ist die gesamte Straßendecke bis Gambach aufgerissen und beiseitegeschafft worden. Das Packlager wurde teilweise erneuert. Seit einiger Zeit ist bereits mit den Arbeiten am Kleinpflaster begonnen worden. Noch vor Eintritt der kalten Witterung werden die Arbeiten erledigt fein. Gleichzeitig mit der Pflasterung der Straße, die einen starken Verkehr aufzuweisen hat, werden für die Fußgänger (Dies ist sicherlich ein besserer Entwicklungszug als Le7.) 7. Sbl—c3 0—0 8. Ddl—«2 Ld6—b4l (Weiß hätte sonst e4 gedroht.) 9. Lei—d2 Sf6—e4l 10. a2—a3 (Auf SXe4? fXe4 11. LXe4 LXe4 12. LXb4 hätte Weiß eine böse Enttäuschung erlebt und nach TXf3! 13. gXf3 Dg5+ 14. Khl Dh5 15. Kg2 Dg4+ nebst LXf3+ die Dame verloren.) 10. Lb4—d6 11. b2—b4 (Besser geschah sogleich Se5.) 11. Tf8—f6 12. Sf3—e5 (Auf c5 wäre SXd2 und falls 13. SXd2 LXh2+! nebst Th6+ und Dh4 gefolgt.) 12. Ld6Xe5 13. d4Xe5 Tf6—g6 14. £2—f3 Se4Xd2 15. De2Xd2 Sb8—c6 16. e3—e4 (Um für den e- den k-Bauern zu gewinnen und auf fXe4 17. LXe4 zu spielen.) 16. . . . Sc6Xe5 17. e4Xf5 Tg6—h6! 18. Tal—el Dd8—h4! (Droht Figurengewinn durch Dd4-h und erzwingt dadurch entscheidenden Materialvorteil.) 19. Ld3—e4 Dh4Xh2+ 20. Kgl—f2 Dh2—h4+ 21. Kf2—gl Lb7Xe4 22. TelXe4 Dh4—h2+ 23. Kgl—f2 Ta8—(8, und Weiß gab auf, da auch noch der Bauer k5 fällt. Trotz ihrer Kürze eine recht lehrreiche Partte! Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSlisch. Amerikanisches Fischer-Latein. Zwei Engländer plauderten miteinander über ihre wahrhaft erstaunlichen Fischzüge, als ein Ame- herrschk hier oel- ’tym t*fl " auch de" )er seuch» * lafi, stand N Ute zuckt einzus--«! «rl°hu^ ine PB ißen Blei« Rundfunkprogramm Samstag, 21. September: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Frühkonaert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nach- richten. 9.15: Konzert. 11.45: Bauernfunk. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nach- richten.14.15: Mitten im Werktag. 15: Eine Viertel- stunde Kurzweil. 15.15: Olympiade! Fest der Jugend! Hörfolge zur Olympiade 1936. 16: Der frohe Samstag-Nachmittag mit NSG. „Kraft durch Freude. 18: Das glückhafte Schiff. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saardienst. Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter der Garnison Metz. Arttllerie, Kavallerie und Pioniere. 19.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrich- ten. 20.10 Ruf der Jugend. 20.15: Zwei bunte Stunden — wie gefunden! 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik ßN*«e des dawigÄseeß sxra tfceet Be»net Weih: Kbß, Ddl, To7, Tel, Be», dß, e3 Schwär»: Kd8, Tal, Tb8, Lty.. LdL, Be6 (6). 1- d6-d7 chwht T ober LXc7 1. Ter? —«Sch; L... Kd8Xo7 2. (K— S88ch; L.i. Kd8Xe7+ X 67— dvvch. abedefgh StelluvgSbild vor dem 18. Zuge oon Schwär, tztrva 6 Mark, gegenwärtig werben für den Zent- ner rund 9 Mark bezahlt. Aepfel, wie sie der Baum bringt kosten pro Zentner 9 bis 10 Mark. — In der'Grünfutterversorgung ist im Verlaufe der letzten Wochen eine erfreuliche Wen- düng zum Besseren eingetreten. Die Grünfutter-Ge- mengesaaten weisen durchweg einen befriedigenden Stand auf, auch die Kleenachschur hat sich gebessert. Auf den Wiesen sind die Möglichkeiten des Weideauftriebs gegenwärtig günstig. Die Stoppelrübensaaten bringen gleichfalls noch einen beachtenswerten Ertrag. Kirche und Schule. Kirchen-Tieuherrichtung in Groß-Felda. £ Groß-Felda, 18. Sept. Am vergangenen Sonntag konnte die Gemeinde zum Gottesdienst wieder in die Kirche einziehen, nachdem unser Gotteshaus in wochenlanger Arbeit ein neues Aussehen bekommen hatte. Gegen 13 Uhr versammelte sich die Gemeinde in großer Zahl vor der Kirche und hielt mit den Schulkindern an der Spitze ihren Einzug. Es gab gar erstaunte Gesichter, denn unser Gotteshaus war kaum wiederzuerkennen. Bauliche Aenderungen wurden zwar nicht vor- aenommen, jedoch hat die glückliche Auswahl der Farben dem Ganzen einen anderen Anblick gegeben. Eine besondere Zierde ist das Kruzifix auf dem Altar, eine Arbeit aus einer Oberammergauer Holzschnitzer-Werkstätte das ein Freund der Ge- meinde gestiftet hat. Der Chorraum hat eine besondere Note noch durch ein Deckengemälde — vier Engel mit Symbolen in der Hand umschweben einen Strahlenkranz — und biblische Wandsprüche erhalten, auch wurde ein unzweckmäßiges Geländer entfernt. Besondere Schmuckstücke sind die Kanzel und der Taufstein, beide wohl aus der Zeit um 1450 stammend. Die Kanzel dürfte eine der wenigen noch erhaltenen gotischen Holzkanzeln sein. Der Taufstein war vor etwa 50 Jahren aus der Kirche in den Vorraum im Turm gebracht worden und hat nun wieder einen Ehrenplatz erhalten. Die Füllungen der unteren Emporen sind mit Fruchte- und Blumenornamenten ausgefüllt, die der oberen mit biblischen Sprüchen und ornamentaler Verzierung. lieber die Baugeschichte wird in „Heimat im Bild" noch näher zu berieten fein. In der Predigt, der der Text 1. Thron. 16, 11: „Fraget nach dem Herrn und seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit" zugrunde lag, wies der Or^- Pfarrer auf die reiche Ueberheferuna der Kirche hin, die dem jetzigen Geschleckt und den kommenden Geschlechtern besonders Anlaß fern muß, diese Stätte in Ehren zu halten. In den 500 Jahren ihrer Geschichte habe dies Gotteshaus gar mel erlebt. In guten und bösen Tagen sei die Kirche Zufluchtsort gewesen, oft im wahrsten Sinn des Wor- tes, wenn in Kriegsläuften sich Frauen und Kinder dorthin flüchteten. Hier habe man nach Gott ge- sucht und auch Gott gefunden. So soll auch in Zukunft dieser Ort eine Zufluchtsstätte für bedrängte Herzen bleiben, die getröstet und gestärkt wieder in den Alltag gehen dürfen. Fräulein Kellner (Gießen) sang zwei Lieder, außerdem brachten die Schulkinder ein Lied zu Gehör. Die künstlerische Ausgestaltung war Kirchenmaler K i e n z l e übertragen worden. Die Anstreicherarbeiten hatte Weißbindermeister Werner (Burg- Gemünden) übernommen, der in solchen Arbeiten eine reiche Erfahrung hat. Die übrigen kleineren Arbeiten wurden von hiesigen Handwerkern aus- geführt. Die Mittel wurden durch freiwillige Spenden der Gemeindeglieder aufgebracht. Der Osenplattenfund in Lang-Göns. in. Lang-Göns, 19. Sept. Auf die vom „Gießener Anzeiger" in seiner Montagsnummer gebrachte Veröffentlichung über den O fe n pl alte nlund in unserem Gemeindebackhaus, sowie die sehr gelungene Wiedergabe eines Bildes im „Gießener Anzeiger" vom Dienstag sind zahlreiche Anfragen eingelaufen. Wir haben uns deshalb an den besten Kenner der Geschichte vom Hüttenberg gewandt und ihn gebeten, uns seine Ansicht über diesen Fund mitzuteilen. Wir geben hier in kurzen Sätzen die Hauptpunkte seiner Aeußerung: „Ich halte die Platte für ursprünglich nicht zum Backofen der Gemeinde gehörig. Für eine solche scheint mir in demselben fein Platz zu sein, und ich glaube, daß sie nur aus Verlegenheit in den Backofen gekommen ist. Die bildliche Darstellung und die Schrift standen nach unten, waren also vollständig verdeckt. Es ist deshalb sehr wahrschein- lich, daß oie Platte von einem Ofen in einem Privathaushalt stammt, und zwar ist es eine Seitenwand eines solchen, da sie keinen Scheller hat und auch der Länge nach zu klein ist. Die damalige Zeit (1707) liebte Ofenplatten mit Bildern aus der biblischen Geschichte, die die Gießerei in Braunfels lieferte und die ein Käufer wohl ausgesucht hat, weil sie ihm passend schien. Man wählte immer gern Darstellungen aus der Bibel, auch wenn sie nur in losem Zusammenhang mit der Bestimmung eines Gegenstandes standen. Es ist also keineswegs so, daß man diese Platte in das Backhaus einmauerte, um mit der Geschichte der Witwe von Sarepta kundzutun, daß in dem Jahre 1707 ober vorher eine Hungersnot in unserer Gegend herrschte. Wahrscheinlich ist die Platte einige Jahre nach 1707 (dem Jahre der Herstellung), als der betreffende Ofen, dessen Seitenwand sie darstellte, nicht mehr gebraucht wurde, für passend gefunden worden, im Backhaus noch als Auffchußbrett zu dienen. So kam es, daß die Darstellung nach unten gelegt wurde. Diesem Umstande verdanken wir es allch, daß die Platte auf dieser Seite noch so gut erhalten ist. Don einer Hungersnot in den Jahren um 1707 ist nichts bekannt. Bemerkenswert ist noch, daß der lateinische Spruch: NON EST INOPIA TIMENTIBUS DEUM (zu deutsch: „Die Gott fürchten, haben keinen Mangel"), gar nicht — wie auf der Platte angegeben — tm Psalm 55 steht, sondern im Psalm 34," 10. Die Darstellung selber scheint aus einer Bilderbibel der damaligen Zeit zu stammen. Die Buchstaben vor dem Worte Braunfels sind wohl Abkürzungen für den Namen des Herstellers. Allerlei Bemerkenswertes. Von einem sachkundigen Leser in Gießen wird uns geschrieben: Bei der Prüfung der I n s ch r i f t der von Ihnen in Nr. 217 des „Gießener Anzeigers" abgebildeten Lang-Gönser Ofen platte fand ich allerlei Bemerkenswertes. Der lateinische Spruch „Non est inopia timentibus deum“ ist richtig aus der Vulgata zitiert, stammt aber nicht aus dem 55., sondern aus dem 34. Psalm und lautet in der lutherischen Uebersetzung im Vers 10: „Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen, denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel". Auch die deutschen Verse, die auf das 4. Kapitel des zweiten Buchs der Könige (2 Regem — statt Regum — 4) Hinweisen, enthalten allerlei Unstimmigkeiten. Die bildliche Darstellung bezieht sich ohne Frage auf die in diesem Kapitel Vers 1 bis 7 erzählte Geschichte von der Witwe, die den Propheten Elisa um Hilfe in ihrer Not anruft, weil sie nicht weiß, wie sie die Schuld ihres verstorbenen Mannes bezahlen soll, wo ihr der Schuldherr ihre beiden Söhne als Schuldsklaven wegnehmen will. Sie hat im Hause doch nichts als einen Oelkrug. Da heißt sie der Prophet Oelkrüge aus der ganzen Nachbarschaft sammeln und diese Krüge mit ihrem Oelkrua füllen. Das Wunder geschieht, sie füllt alle Gefäße, verkauft das Del und bezahlt mit dem Erlös die Schuld ihres Mannes. Die darunterstehenden Verse beziehen sich aber gar nicht auf diese Geschichte, andern eine andere, die am Schluß des Kapitels, Vers 38 bis 47, erzählt wird. Elisa kommt in das Land Gilgal (nicht Sarepta), wo große Teuerung herrscht. Da vollzieht er ein Speifungsmunber (wie es ja auch von Jesus berichtet wirb). Mit einem Topf Gemüse unb einer Anzahl Brote sättigt er bas hungernbe Volk. Von O e l ist freilich nicht die Rebe. Der Verfertiger ber Platte war also ein f ehr geschickter Handwerksmeister, denn die Platte scheint wirklich ein Meisterstück zu sein aber seine Kenntnisse in der biblischen Ge- chichte und den Psalmen waren nicht ganz ein. wandftei. Die Einzelbuchstaben am Schluß der Inschrift (W. M. G. Z. S. Braunfels) sind zu lesen: Wilhelm Moritz Graf zu Solms-Braunfels Dieser Graf regierte von 1676 bis 1724, bis 1693 als Graf zu Solms-Greifenstein, von da ab als Graf zu Solms-Braunfels. 3uq vom Simm umaeblafen. E- « tV <.< ' u: - v v..: ■* M «... /*** «pH. A. WK MzW In den letzten Tagen wurde die Küste von F l o r i d a von einer furchtbaren Unwetterkatastrophe heim- gesucht, bei ber zahlreiche Menschen ben Tob fanben. EinHilfszug, ber entsandt worden war, um die in einem Lager untergebrachten und mit dem Tode ringenden ehemaligen Kr i eg s t e rl ne h m er m Sicherheit zu bringen, wurde vom Orkan von benSchrenen geschleud ert. Unser Lustbuo zeigt ben entgleisten Zug neben ben Schienen. — (Scherl-Bilberbienst.) Deutscher Wein als Volksgetränk! Fwb. Das ist ber alte Wunfchtraum aller deutschen Winzer. Er soll in Erfüllung gehen, das ist bas Ziel aller Kräfte, bie an dem Winzerhilfswerk „Fest ber beutschen Traube unb bes Weines", bas in ber Zeit vom 19. bis 26. Oktober im ganzen Reich sich vollziehen wirb, beteiligt sinb. Dieses Ziel wirb erreicht werben, wenn: 1. Das beutfche Volk bie schwere Arbeit bes Winzers erkennen unb mürbigen lernt, wenn es sich ber volkswirtschaftlichen unb auch politischen Bebeutung bes Weinbaues ber westlichen Grenz- lanbe voll bewußt wirb unb sich bereit finbet, aus Grünben wahrer Volksgemeinschaft beut- schen Rebenerzeugnisfen ben Vorzug zu geben unb beutfche Traubenerzeugnisse Gemeingut bes ganzen Volkes werben zu lassen; 2. ber beutfche Winzer und alle Stellen, die für die Verarbeitung ber Nebenerzeugnisse in Betracht kommen, sich ber Verantwortung stets bewußt bleiben, nur gute, einroanbfreie unb preiswerte Ware auf ben Markt zu bringen, Erzeugnisse, bie ber Freube unb Erholung, ber Entspannung unb ber Gesunbheit auch wirklich bienlich sinb; 3. ber Hanbel unb das Gaststättengewerbe bei ihrer Preisgestaltung sich stets vor Augen halten, baß nur gute Ware Vertrauen unb bamit bauernbe Abnehmer bringt unb daß der Grundsatz, kleiner Verdienst unb großer Absatz, schneller zum Erfolg führt als umgekehrt. Das „Fest ber beutschen Traube unb bes Weines" bietet allen Beteiligten Gelegenheit, auf Grunb biefer Verlegungen auf feine Rechnung zu kommen. Die vom Weinbau zu liefernben Weine werben auf ihre Qualität überprüft, so daß nur einwandfreie Weine zugelassen werden. Auch bie Ausschankpreise werben auf ihre Angemessenheit überwacht. Allen aber muß klar fein, baß ihnen bie Veranstaltung ein zusätzliches Geschäft bringen soll. Unter solchen Voraussetzungen werben auch alle Volksgenossen gerne bereit fein, mitzuhelfen. Es gilt nicht, ben Alkoholverbrauch zu vermehren, sonbern neue Käuferkreise zu gewinnen. Aber nicht nur bem Wein gilt bie Werbeveranstaltung, sonbern gleichzeitig auch allen Erzeugnissen, bie aus ber Traube gewonnen unb in Küchr ober Keller Verwenbung finben können. Str Traube als vitaminhaltigste Frucht beutschen Bo. bens, bem alkoholfreien Traubensaft gilt ber gleiche Werberuf. Der Reichsnährstanb hat Maßnahmen ergriffen, bie ber neuen Traubenernte auch in der Süßmostbereitung neue Absatzmöglichkeiten schassen sollen. Die Auswirkung dieser Pläne wird sich aber erst einige Monate nach der Ernte zeigen können Staatslotterie Die Gewinn-Auszahlung 21. September 1935 Einspaltige | werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Lichtspielhaus Gießen Erstaufführung I Heute Freitag I Ein ganz außergewöhnliches Ereignis! Äla Anzeigen-Aktiengesellschafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gßetzen / Sthulstvatze 2 Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Lien Deyers, Inge List, Adele Sandrock, Theo Lingen _ Rudolf Platte, Fritz Imhoff — Musik: Rudolf Stolz Erstklass. Beiprogramm und die neueste Ufa-Ton-Woche u. a. Bilder vom Reichsparteitag in Nürnberg - Hans Stuck siegt im Großen Preis von Italien - und die Manöver in der Lüneburger Heide. Besuchen Sie bitte nach Möglichkeit die ungek, Nachm.- UGÖUUIICII ulU Vorstellungen, da abends starker Andrang. Vorstellungen täglich 4 Uhr, 6 Uhr, 830 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr. Kartenvorbestellungen unter 4077. 5327^ Zur Herbstsaat empfehle ich zu ben Neichsnährstands-Bebingungen: Straits MW-MlemlM (Hochzucht) 5335 D Feldbesichtigt anerkanntes Saatgut Saotünultelle M Souerön®, G(jetftoöt(sr.