Donnerstag, 20. Juni 1935 M.W Erstes Blatt 185. Jahrgang nauen Berechnung der Tonnage nach Schiffsklassen getroffen, um das Abkommen praktisch durchführbar zu machen. Wie in der Rede des deutschen Kanzlers vom 21. Mai zum Ausdruck gebracht ist, stimmt Deutschland mit England darin überein, daß die Unterseeboote abgeschafft werden sollten. Ls ist indessen wohl bekannt, dah einige Länder mit diesem Vorschläge nicht einig gehen, und es ist unwahrscheinlich, daß der Vorschlag zurzeit verwirklicht werden kann. Unter diesen Umständen muh Deutschland, falls es die Gleichheit des Status mit allen anderen Mächten haben soll, klar das Recht zum Bau von Unterseebooten besitzen, und da in den bestehenden Flottenverträgen andere Länder das Recht zur gleichen Stärke mit England in dieser Schiffsklasse haben, muh Deutschland ein ähnliches Recht besitzen. Nichtsdestoweniger hat Deutschland zurzeit freiwillig die Ausübung dieses Rechtes begrenzt, in dem es sich verpflichtet, 45 v. h. der englischen Unter f e e 6 o o H o n n a g e nicht zu überschreiten. Falls Deutschland in der Zukunft infolge irgendeiner Aenderung in der Weltlage diesen Prozentsatz überschreiten will, kann es dies nur nach einer freundlichen Aussprache mit England tun. Ueberdies wird die ganze deut- fche llnterseebootstonnage stets innerhalb Deutschland befreit die Wett von der Furcht eines neuen Klotten-Wettrennens. Oer Erste Lord der britischen Admiralität begrüßt das deutsch-englische Flottenobkommen als erstes wichtiges Teilstück einer allgemeinen Rüstungsbegrenzung zur Gee. zu den endlosen Diskussionen der Genfer Abrüstungskonferenz, die ohne Zögern endgültig geschlossen werden sollte. „Wir alle hoffen, daß dieser Pakt der Vorläufer deutlich verbesserter Bezie- Hungen zwischen England und Deutschland ist." Alles hofft, daß auch Frankreich es möglich finden wird, in den Flottenpakt einzutreten. Es kann keine bessere Garantie für den Frieden Europas und der Welt entdeckt werden, als eine eng- lisch-französisch-deulsche Vereinbarung über alle wichtigen Fragen der Rüstungen und der Politik. Eine solche Vereinbarung würde die dunklen Wolken der Furcht, die noch immer über Europa hängen, mit einem Schlag beseitigen. Die „Corning Po ft", das Blatt der Ultrakonservativen und des Generalstabs, übt eine scharfe Kritik an dem Flottenabkommen. Das Problem der Flottensicherheit sei für England viel wichtiger als die Flottenbegrenzung. Tatsache sei, dah Deutschland eine mächtige moderne Flotte aufbaue. Das Blatt glaubt in dem „De utsch - land "-Schiffstyp eine besonders gefährliche Waffe zu sehen, der England nichts gleichwertiges entgegenzustellen hätte. Diese Flottenabmachungen scheinen uns, so sagt das Blatt, die wirklich schweren Verantwortungen der englischen Staatsmänner zu verschleiern und aufzuschieben: nämlich den Neubau der beinahe veralteten englischen Flotte. ForisehungderLondonerBesprechungen London, 19. Juni. (DNB.) Die Verhandlungen der Flottensachverständigen nahmen am Mittwoch ihren Fortgang. Es wurden hauptsächlich technische Fragen erörtert. Botschafter v. Ribbentrop hatte am Mittwoch eine längere Aussprache mit dem ständigen Unterstaatssekretär im Foreign Office, Sir Robert V a n s i t t a r t. Erscheint täglich, außer M A A, M Annahme oon Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer veilagen: Die Illustrierte 111. A A >▲. Ä A A A AA A A A A, A AA bi-8-/,Uhr des Dornuttag- Gi-g-n-r FamiNenblättei fl W ■ ■ Grundpreise für I mm höhe Heimatlm Bild. Die Scholle M MM liY BZ Irl I IT I MM II A izll I IT I Monats-vezugsprets: ■ ■ ■■ WZ ■ ■ WZ ■ WWW WZ WWW WZ W Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM.1.95 M gss WM W WM W W W K W JM W W WM ißl W W WL W anzeigen von 70mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 ■ HL M W BL W HL W 60Rpf.»Platzvorschrift oder Zustellgebühr .. „ 7*25 W W W W W schwieriger Satz 25°/<» mehr Bon einzeln^n^Nummern Wz Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen., Vereins-, gemem- General-Anzeiger für Oberhesten ZMW 8rantturt am main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfilätsVuch- und Stehtönidcrci R. Lange in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlusse Staffel 8 der Gesamttonnage liegen, die aus dem Verhältnis von 35 v. h. errechnet, d. h. die deutsche Regierung wird das Recht, mehr als 35 v. h. der englischen Unterseebootstonnage zu bauen nut auf Kosten der Tonnage in irgendeiner anderen Schiffsklasse ausüben. In den Besprechungen, die in dieser Woche fortgesetzt werden, arbeiten die Flottensachverständigen die praktische Anwendung des Abkommens in Gestalt von Bauprogrammen aus, und es ist unsere zuversichtliche Hoffnung, daß wir als Ergebnis dieses Abkommens in der Lage fein werden, zu weiteren Besprechungen mit anderen Mächten zu schreiten, mit dem Ziel, allgemeine Abmachungen über die Gestalt und die Einzelheiten der Flottenbegrenzung für die Zukunft zu erzielen. Der deutsche Kanzler, der die besonderen Flottenverantwortlichkeiten Englands anerkennt, hat nach seinem eigenen Willen die Stärke der deutschen Flotte für alle Zeit auf 65 v. H. unter der Stärke der englischen Flotte begrenzt. Die Admiralität ist der Meinung, daß England, wenn es dieses Angebot z u r ü ck g e w i e s e n hatte, eine sehr schwere V e r a n tw o r t u n g auf sich geladen hätte. Sie ist überzeugt, daß England mit dem Abschluß dieses Abkommens etwas vollbracht hat, das sich zum Segen nicht nur für England, sondern für alle an de re n Länder auswirken und unter Umstanden wesentlich dazu beitragen wird, die friedlichen Be- I Ziehungen in der ganzen Welt zu fördern. London, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) In der englischen Morgenpresse werden die Ausführungen des Ersten Lords der Admiralität Sir Bolton Eyres-Monsell ausführlich besprochen. „Daily Telegraph" (konservativ) unterstreicht die Aeußerung M o n f e l l s, daß die Welt von der Furcht eines neuen Flottenwettrüstens befreit fei. Einen der unwägbaren Faktoren beseitigt und eine feste Grundlage geschaffen zu haben, nach der die Gefahrenmöglichkeiten bemessen werden können, sei ein bemerkenswerter Beitrag zu praktischen Maßnahmen in zukünftigen Mottenbesprechungen. Der englische und der deutsche Glaube, daß der Flottenpakt eine Begrenzung fordere, werde auch von der amerikanischen Regierung geteilt, die der Ansicht sei, daß das Abkommen zu einem gegenseitigen annehmbaren Flottenverhältnis der europäischen Machte führe Die Erklärungen Edens in Pans sollten dazu beitragen, diesen Gesichtspunkt weiter zu verbreiten. Der nächste Schritt müsse die Feststellung sein, ob ein west europäischer Luftpakt, den Sir Samuel Hoare als eine äußerst dringliche Angelegenheit bezeichnet hat, abgeschlossen werden könne. 3m Unterhaus habe Baldwin dasAngebothitlers, eine Luftkonven- tion und Maßnahmen zum Schuhe der Zivilbevölkerung zu erörtern, begrüßt. Alle von Hitler gemachten Vorschläge derselben Art seien um so mehr der Untersuchung wert, als das Flottenabkommen einen greifbaren Beweis von der Bereitschaft Hitlers liefert, Deutschland an die Bedingungen seiner Erklärung zu binden. Daily Mail" (Rothermere-Konzern, Konservativ) spricht von der Weitsicht, die Hitler bekundet, und oon dem Geist der Verständigung den die enalische Regierung an den Tag gelegt habe. Der Erfolg der deutsch-englischen Verhandlungen stehe in bemerkens wertem Gegensatz Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen begrenzung zwischen allen Flottenmächten der Welt erleichtern würde. Wir haben ihn deshalb angenommen. Das Verhältnis von 35:100 ist ein dauerndes, d. h. die deutsche Flotte wird 35 v. h. der britischen Flottenstreitkräfte niemals übersteigen, gleichgültig, ob diese Streitkräfte vertraglich begrenzt sind oder nicht. Die Welt ist daher, soweit es sich um Deutschland handelt, von der Furcht eines neuenFlottenwettrennens befreit. Deutschland wird sich an dieses Flottenverhältnis ungeachtet aller Neubauten hatten, die andere Mächte vielleicht in Angriff nehmen. Diese Erklärung der deutschen Regierung ist es, die die Regelung zu einem so wertvollen Beitrag tun allgemeinen Problem der Flottenbegrenzung macht; denn sie bedeutet, daß sich Deutschland des Flottenwettbewerbes nicht nur mit England, sondern auch mit anderen Staaten enthält, und wir geben uns der großen Hoffnung hin, daß diese Erklärung die Nationen von jedem Gedanken eines Wettbe- werbes im Flottenbau befreien möge. Deutschland hat ferner eingewilligt daß die Berechnung der Flottenstärke nach Schiffs kl assen Dorqenommen wird. Dies s ch aff/ sofort Klarheit und beseitigt die Ungewißheit, die unnennbar mit einem System der Begrenzung verbunden ist, das sich einzig und allem auf emer Gesamttonnage gründet. Natürlich sind Be- stimmungen für gewisse Abweichungen bei der ge- das mittlere China zu konzentrieren. Diese Konzentration ist das Merkmal der geduldigen vor keinem Rückschlag zurückschreckenden Politik Tschi- angk°M-ks. Auch diese Politik wird eines Zages ihre Früchte bringen. Denn wer den längeren Atem hat - China oder Japan - darüber sagt selbst die neue Aktion Japans nichts Entscheidendes und Endgültiges aus. England und der Ferne Osten. Sir Samuel Hoare über die englisch-japanischen Beziehungen. London, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare äußerte sich aus einem Essen zu Ehren des |apa= Nischen Botschasters in London über die englisch» japansichen Beziehungen. Bisweilen so sagte er u. oVgäb« es Schwierigkeiten zwischen England Die Flottenverständigung der Vorläufer verbesserter deutsch-britischer Beziehungen Londoner preffestimmen. Japan marschiert. In der Politik wie in der Logik tan^ man, wenn auch beides nicht viel miteinander zu tun hat, auf zweierlei verschiedene Weise vorgehen, um zu einem Urteil zu gelangen: Vom Allgemeinen zum Einzelnen oder umgekehrt vom Einzelnen zum Allgemeinen. Bei schwierigen und verwickelten Lagen empfiehlt sich der zweite Weg. Ihn wollen wir deshalb auch beschreiten, wenn wir uns dem neuen großen Konflikt zuwenden, der durch das Vorgehen Japans in Nordchina entstanden ist. Während die Weltpresse von sanften Meldungen über einen möglichen sowjetrussisch - japanischen Nichtangriffspakt und über freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Nanking und Tokio erfüllt war, , waren japanische Streitkräfte in aller Stille ein gutes Stück weiter in der Provinz Tfchahar vorgerückt, die das chinesische Kernland mit der Inneren Mongolei verbindet. Wieder einige Tage später stellte der Befehlshaber der japanischen Truppen in Dschehol, Oberst Takahaschi Sakai, an den Befehlshaber der in den Provinzen Tschili — auch Hoyei genannt —, Schantung, Schansi und Tschahar stehenden chinesischen Truppen, Ho-ying Ging ein Ultimatum, das dadurch nachdrücklichst verstärkt wurde, daß japanische Offiziere die Leitung der Polizei in P e i p i n g (Peking) und Tientsin übernahmen. Dieses Ultimatum, das verschämt als „Vorschlag" bezeichnet wurde, enthielt die Forderung nach Schaffung einer aus den vier Provinzen Tschtti, Schantung, Schansi und Tschahar bestehenden „neutralen Zone". In Nanking war man zuerst ratlos, raffte sich aber nicht etwa zu einem Protest, sondern zu einer restlosen Erfüllungspolitik auf. Die Zentralregierung in Nanking befahl den Abmarsch aller in Nordchina stehenden Divisionen und erließ ein verschärftes Verbot aller Presseangriffe und aller Boykottpropaganda gegen die „befreundete" japanische Nation. Ja, sie gab mehr, als zuerst verlangt war, nur um die Japaner am weiteren Vorrücken zu verhindern. Der Oberbefehlshaber der japanischen Kwantung- armee, General Minami, geriet tatsächlich in Verlegenheit, aus der ihn nur einer jener berühmten Zwischenfälle heraushalf, an denen die Geschichte der Eroberung der Madschurei so reich ist. In der Provinz Tschahar waren am 5. Juni v i e r in Zivil reisende japanische Offiziere von chinesischen Wachtposten fest genommen worben, weil sie angeblich keine Pässe besaßen. Hinzu kam, daß der Kriegsminister der Nanking- Regierung das Ansinnen der Japaner, sich schriftlich zur Nichteinmischung in Nordchina zu verpflichten, ab gelehnt hatte. Darauf erfolgte em neues Ultimatum mit der Forderung nach Absetzung aller Reqierungsbeamten und ihrer Ersetzung durch japanfreundliche Beamte. Gleichzeitig setzten sich die japanischen Truppen von Norden her in Marsch. 1500 Mann sind bereits in Peking eingetroffen. Vielleicht ist inzwischen auch schon Tlentftn, die reiche Hafenstadt mit über 1,3 Millionen Einwohnern von japanischen Truppen besetzt. und Japan, die von beiden Ländern freundschaft- lich erörtert werden sollten. Die englisch-japanischen Beziehungen seien in der letzten Zeit n i ch t g a n z frei oon beunruhigenden Umständen gewesen. Hoare wies in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der Lage in Nord- China und auf den wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen England und Japan hin. England w u n • sche eine Beseitigung dieser Schwierigkeiten. Eine richtige Verständigung und Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern sei sehr wichtig nicht nur für die Stabilität Asiens, sondern auch für das Wohlergehen der ganzen Welt. Auch der japanische Botschafter hob die Bedeutung der englisch-japa- nischen Freundschaft hervor und erklärte, daß die Mißverständnisse und Verdächtigungen , die sich in den letzten Jahren ergeben hatten, mit dem guten Willen der beiden Staaten befei« tigt werden könnten. Kanton glaubt sich zu einzigem Vollstrecker des Testaments Sunyatsens berufen, wahrend i n Santina Marschall I i d) i a n g t a t (n dessen Zeinen langen Atem und rechnet nu^roßen Zeiträumen. Japan weiß auch, baß eine wenn auch nicht auf Sympathien, so ch Stimmung stößt, die seinen gefährlichen Planen Vorschub leistet. Der alte G e g e n s a tz Mstchen Nord- und Südchina das gegenseitige Mißtrauen zwischen Kanton und Schanghai und der Hochnm mit dem der Nordchinese auf die Sudchmesen her blickt, ist heute noch genau so lebendig rme M 0 Zeit der Mandschus. Diese historischen Gegensätze haben sich noch vertieft durch die parteipolitischen Streitigkeiten zwischen Kanton und der Zentral regierung in Nanking. Der radikale Fluge Eyres-Alonsell spricht im Rundfunk. DieMarinebesprechungen werden fortgesetzt. London, 20. Juni. (DNB.) Der Erste Lord der Admiralität Sir Bolton Eyres - Mo n s e l l hielt im englischen Rundfunk eine Rede über den deutsch-englischen Flottenvertrag. Er führte u. a. aus: Die meisten Engländer wissen, daß die interna t i 0 n a l e n V e r t r ä g e , auf die sich die Flottenbauten in den letzten Jahren gründeten, Ende 1936 ablaufen. Diese Verträge verhinderten ein Flottenrüstungswettrennen und die damit verbundenen ruinösen Ausgaben und, da sie den beteiligten Ländern gleiche Sicherheit gewährten, bedeuteten sie einen großen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Friedens. Aus diesen Gründen ist die britische Regierung ernstlich bemüht, einen neuen Vertrag einer allgemeinen Flottenbegrenzung zustandezubringen, und seit Mo- naten haben wir in dieser Richtung gearbeitet. Die Schwierigkeiten, einen solchen Verirag zustandezubringen, sind ungeheuer, sie gleichen einem Zu- s a m m e n s e tz s p i el, bei dem es sich bisher als unmöglich erwiesen hat, die einzelnen Stücke zusammenzufügen. Jetzt sind wir zum er- stenMaleinderLage gewesen, zwei wichtige Stücke zusammenzufügen, und wir glauben, daß der gute Anfang es jetzt vielleicht leichter machen wird, auch die verbleibenden Stücke dieses verwickelten Problems zufam- menzufetzen. Die Rede des deutschen Kanzlers vom 21. Mat, in der Deutschland seine Absicht bekanntgab, freiwillig seine Flottenstärke auf 35 v. H. der Flotten der britischen Mitgliedsstaaten zu begrenzen, bot einen konkreten Ausgangspunkt für die künftige Flottenbegrenzung. Wir erachteten es infolgedessen als unumgängiglich, den Vorschlag soweit wie möglich mit Vertretern Deutschlands zu erörtern, um seine volle Auswirkung und genaue Bedeutung festzustellen. Schon bald nach Beginn der Besprechungen, die in einzelnen Fragen noch andauern, kamen wir zu dem Schluß, daß der Vorschlag ein Beitrag von größter Bedeutung für die Sache der künftigen Flottenbegrenzung sei und daß er den Abschluß eines allgemeinen Abkommens über die Frage der Flotten- 3m Monat Juli absolute Versammlungsruhe. Eine Anordnung des Reichspropagandaleiters. Berlin, 20. Juni. (DJIB.) Der Reichspro - pagandaleiter der NSDAP. gibt folgende Anordnung bekannt: „Das erste Halbjahr 1935 ist abgeschlossen. Dieder haben in Tausenden von Versammlungen die nationalsozialistischen Redner in unermüdlicher Arbeit und rastloser Pflichterfüllung Abend für Abend Aufklärungsarbeit in Stadt und Land geleistet. Das zweite halbe Jahr, insbesondere herb st und Winter, werden neue große Anforderungen an ihre Kräfte stellen. Um ihnen die zur Erfüllung der bevorstehenden Aufgaben notwendige Ausspannung und Zeit zur Erholung zu gewähren, ordne ich deshalb für den Donal Juli eine absolute Versammlungsruhe an. Gez. Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP. Der Reichsarbeitsund -wirtschastsrat in der DAI. Berlin, 19. Juni. (DNB.) In Ausführung der in der Leipziger Vereinbarung vom 21. März 1935 vorgesehenen sozialen Selbstverwal- t u n g aller schaffenden Deutschen wird der Aufbau und der Aufgabenbereich des Reichs- arbeits- und -Wirtschaftsrates wie folgt festgesetzt: Der Reichsarbeits- und -Wirtschaftsrat wird durch den Reichsleiter der DAF. im Benehmen mit dem Leiter der RWK. e i n b e r u f e n. Dem Reichsarbeits- und -Wirtschaftsrat gehören an: die Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaften, die Leiter der Arbeitskammern, die Leiter der Reichsgruppen, die Leiter der Hauptgruppen, die Leiter der Wirtschaftskammern, Einzelpersonen im gegenseitigen Einvernehmen. Für die Zugehörigkeit als Mitglied des Reichsarbeits- und -Wirtschaftsrates ist die Einzelmitgliedschaft zur DAF. Voraussetzung. Der Reichsarbeits- und -Wirtschaftsrat hat die Bearbeitung der ihm von der Reichsregierung, der DAF. und der RWK. übertragenen Aufgaben vorzunehmen; in gemeinsamen Erörterungen wesentliche und grundsätzliche sozialpolitische und wirtschaftliche Fragen zu beantworten, zu klären und zur Durchführung für die zuständige Stelle vorzubereiten; Kundgebungen der Regierung, der DAF. und der RWK. entgegenzunehmen. Der Sitz des Reichsarbeits- und -Wirtschaftsrates ist Berlin. Der Verlauf der Sitzungen des RAWR. wird von einem Protokollführer protokolliert. Günstige Entwicklung derReichssteuer- einnabmen. Berlin, 19. Juni. (DRB.) Das Aufkommen an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben hat sich auch im Monat Mai 19 3 5 weiter gut entwickelt. Die Einnahmen betrugen (in Millionen Mark) bei den Besitz- und Verkehrs- st e u e r n 413,5 gegen 355,9 im Mai 1934 (plus 57,6) und bei den Zöllen und Verbrauchs- st e u e r n 249,8 gegen 221,2 (plus 28,6), so daß insgesamt 663,3 gegen 577,1 (plus 86,2) aufgekommen sind. Damit sind vom 1. April bis 31. Men 1935 1348,2 gegen 1175,1 (plus 173,1) vereinnahmt worden, wovon 807,5 gegen 684,3 (plus 123,2) auf Besitz- und Verkehrssteuern und 540,7 gegen 490,8 (plus 49,9) auf Zölle und Verbrauchssteuern entfallen. Das Aufkommen an Lohnsteuer hat sich von 61,5 im Mai 1933 auf 66,3 im Mai 1934 und 107,8 im Mai 1935 erhöht. Bei der veranlagten Einkommen st euer und bei der K ö r p e r s ch a f t s st e u e r ist die Entwicklung wie folgt: im Mai 1933 19,6 bzw. 3,5, Mai 1934 20,2 bzw. 7,5, Mai 1935 17 bzw. 5,4. Die Umsatzsteuer ist von 112,8 im Mai 1933 auf 135,9 im Mai 1934 und 145,2 im Mai 1935 gestiegen. Der Anstieg in der Wechselsteuer, die im Mai 1935 8,6 gegen 5,4 im Mai 1934 und 3,1 im Mai 1933 erbrachte, ist aus die Zunahme des Wechselverkehrs zurückzuführen und dieser wieder auf die bedeutende Zunahme der Umsätze in der Wirtschaft. Das Aufkommen an Befördern n g s st e u e r hat von Mai 1933 bis Mai 1935 bei der Personenbeförderung 7,6 bzw. 7,1 bzw. 8,2 und bei der Güterbeförderung 7 bzw. 8,8 bzw. 9,3 betragen. An Zöllen sind im Mai 1935 3,7 weniger aufgekommen als im Mai 1934. Die wichtigsten Verbrauchssteuern haben sich von Mai 1933 bis Mai 1935 wie folgt entwickelt: Zucker st euer 19,8 bzw. 18,3 bzw. 21,4, Bierst e u e r 20,1 bzw. 22,9 bzw. 21,8, Tabak st euer 59,3 bzw. 62 bzw. 69,6 und aus dem Spiritus- Monopol 10,8 bzw. 11,3 bzw. 13,3. Beisetzung der unbekannten Soldaten der Arbeit. Wittenberg, 19. Juni. Nachdem in Wittenberg und 12 Dörfern die zur Trauerfeier aufqebahr- ten erkannten Toten beigesetzt worden waren, fand am Mittwochnachmitlag in Reinsdorf die B e - erdigung von 16 unbekannten Opfern statt, die in der Gesamttotenzahl von 60 eingeschlossen sind. Die Formationen der Bewegung waren wieder in. großer Anzahl aufmarschiert, die SA. und SS., die seit Tagen ihren schwersten Dienst versehen, die Jungen vom Arbeitsdienst, die in den letzten Tagen in so eindrucksvoller Weise Zeugnis ablegten von wahrer Volksverbundenheit, indem sie Tag und Nacht bei Wind und Wetter der Bevölkerung bei der Beseitigung der Schäden halfen. Der kleine Dorffriedhof in Reinsdorf wurde zum Wallfahrtsort all derer, die einen Lieben aus der Mitte betrauern. Am Grabe standen neben dem Vertreter der Gauleitung und Geistlichen beider Konfessionen auch SA.-Gruppenführer Prinz 21 u u ft Wilhelm und SA.-Oberführer Ernst. Beim Lied vom guten Kameraden neigten sich noch einmal die Fahnen, klang noch einmal das Horst- Wessel-Lied über das gemeinsame Grab der unbekannten Soldaten der Arbeit. ♦ Der in Dresden tagende Reichsoerband der Privatversicherung hat aus Anlaß des Unglücks in Reinsdorf der Reichsregierung einen Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung gestellt. England steueri nun auf den Lustpatt zu. Edens Aufgabe in Paris. London, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet, daß sich die Besprechungen Edens in Paris auf der breiten Grundlage der im englisch-französischen Protokoll vom 3. Februar ins Auge gefaßten europäischen Regelung bewegen würden. Erste Aufgabe Edens werde es sein, die französische Regierung davon zu überzeugen, daß England in dem Abkommen mit Deutschland den Grundsatz, daß d i e Probleme der Rüstungsbegrenzung und der Sicherheit untrennbar seien, voll berücksichtigt habe. Die Annahme des deutschen Angebotes durch England sei keine Aenderung in der Politik der in Stresa hergestellten englisch-französisch-italienischen Einheitsfront. Es seien bereits ermutigende Zeichen vorhanden, daß Frankreich bei längerem Nachdenken die Vorteile des deutschenglischen Flottenabkommens besser würdigen werde. Wenn Eden in der Lage wäre, die französischen Zweifel zu zerstreuen, würden sich die Besprechungen anschließend auf den geplanten w e st- europäischen Luftpakt erstrecken. England wünsche die französische Zustimmung, daß auch der Luftpakt unabhängig von den anderen im Londoner Protokoll aufgezählten Angelegenheiten behandelt werden könne, es werde jedoch nicht mit zu starkem Nachdruck auf diesem Punkte bestehen. „Daily Mail" glaubt, es sei geplant, den Luftpakt, der die unmittelbare gegenseitige Unterstützung seiner Teilnehmer vorsehe, zu einer Reihe von zweiseitigen Abkommen zu verstärken. Die englische Regierung hoffe, daß Eden die Luftpaktsverhandlungen soweit fördern werde, daß sobald wie nur möglich eine Konferenz der Locarnomächte abgehalten werden könnte. Vernon Bartlett meint im „News Chronicle", Eden werde voraussichtlich in Paris zum Ausdruck bringen, daß England sicher nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn Frankreich als die stärkste Militärmacht in Westeuropa eine dem Flottenabkommen ähnliche Vereinbarung mit Deutschland über die Begrenzung der Heere erzielen würde. Paris bleibt reserviert. Paris, 20. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Die Presse sagt übereinstimmend Eden einen kühlen Empfang voraus. Immer wieder kommt zum Ausdruck, daß nach diesem Beispiel Englands Frankreich nicht mehr gehalten sei vor jedem seiner politischen Schritte andere Mächte zu befragen. Man findet sogar eine Anregung, daß Frankreich manche seiner Verhandlungen vorteilhafterweise jetzt vor England geheim halten solle. Der „Petit Parisien" meint, angesichts des neuen Abkommens, das ohne Frankreichs Zustimmung abgeschlossen worden sei, werde man in Paris die Absendung von Marinesachverständigen nach London wohl im Augenblick nicht für angebracht halten, sondern mehr denn je auf Handlungsfreiheit sehen. Eden werde in Paris die höfliche Aufnahme finden, die seine sympathische ^Persönlichkeit verdiene, aber es sei nicht sicher, daß seine Erläuterungen den schlechten Eindruck würden verwischen können, den alle Franzosen bei der Nachricht von dem plötzlichen deutsch-englischen Abkommen empfunden hätten. — Das „Echo de Paris" betont, daß Frankreichs Festlandpolitik sich jetzt nicht mehr von der englischen hindern lassen dürfe. Frankreich brauche nun England nicht mehr bei jeder Gelegenheit zu fragen. Es könne jetzt freier eine Präventivpolitik betreiben. In gewissen Fragen habe Frankreich im Begriff gestanden, dem englischen Standpunkt Opfer zu bringen. Das sei jetzt nicht mehr angebracht. Großer Eindruck in Holland. Amsterdam, 19. Juni. (DNB.) Dem deutsch- englischen Flottenabkommen wird größte Bedeutung beigemessen. Man erwartet eine weitgehende politische Annäherung zwischen England und Deutschland. „A l g e m e e n H anbei s b l a d" betont, daß England offensichtlich die Politik von Stresa preisgegeben und in einer d i- retten Einigung mit Berlin mehr Vorteile erblickt habe. Die Erklärung für diese überraschende Wendung in der Haltung Englands dürfte in der Erwägung zu suchen fein, daß das Schwergewicht der englischen Flottenpolitik angesichts der Zuspitzung der Lage im Fernen O st e n nicht länger in Europa liege und daß England darauf bedacht sein müsse, die infolge der Politik Japans in Bedrängnis geratenen Interessen des britischen Imperiums zukünftig energischer als bisher zu schützen. Der katholische „M a a s b o d e" begrüßt den Abschluß als einen wertvollen Friedensfaktor. Es werde nun Aufgabe des französischen Außenminsters Laval sein müssen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß sich an die englisch-deutscheVerständigung eine französisch-deutsche Annäherung anschlie - ß e n könne. — Im „Telegraaf" heißt es, haß Deutschlands außenpolitische Isolierung nunmehr der Vergangenheit angehöre. Das Verdienst für den großen praktischen und auch moralischen Erfolg gebühre Adolf Hitler selbst. Keine Einsicht in Prag. Oie tschechoslowakische Regierung zieht keine Folgerungen aus dem Wahlsieg Konrad Henleins. Als ob nichts geschehen, als ob die Sudetendeutsche Partei nicht die stärkste des Parlaments sei, hat der tschechoslowakische Ministerpräsident Malypetr seine Regierung aus den alten Bestandteilen neu gebildet und selbstverständlich fehlt darin nicht der Marxist Dr. C z e ch, der bei den Wahlen von seinen deutschen Wählern eine schallende Ohrfeige empfing. Als das Prager Parlament eröffnet wurde, hat Malypetr eine Rede gehalten, die an den Problemen des Staates vorbeigeht. In der Fiktion ist der tschechoslowakische Staat eine Demokratie, und Malypetr hat die Grundsätze dieser Demokratie pflichtgemäß gepriesen. Aber das hindert die Tschechen nicht, gegenüber den Sudetendeutschen alle demokratischen Grundsätze zu verleugnen. Wenn die Tschechen gewissermaßen einen nationalen Block bilden und das Recht dazu aus ihrer Stam- mesgehörigkeit ziehen, dann kann man doch nicht den Sudetendeutschen, die das gleiche für sich beanspruchen und verwirklichen, den Vorwurf machen, die demokratische Einheit dieses Staates dadurch zu verletzen. Es gibt nur ein Recht, das der Zusammenfügung von Blut und Bein einer Nation. Dieses vornehmste demokratische Recht haben nach den Tschechen die Sudetendeutschen ausgeübt, und ihnen einen Vorwurf daraus machen, heißt eine doppelte Moral predigen. Gewiß, die Machthaber in Prag, die bisher den tschechischen Gelüsten auf Entwurzelungsversuche des deutschen Teiles der Bevölkerung weitgehenden Spielraum gaben, sind in der Tonart etwas milder geworden als vor der sudetendeutschen Einigung. Selbst Herr B e n e s ch ! Er hat am gleichen Tage der Eröffnung des Prager Parlaments sich dazu aufgeschwungen, die größte deutsche Minderheit zu loben, er hat von der Schicksals- g e m e i n s ch a f t der Deutschen und Slawen im Staate gesprochen. Er hat ferner dem kulturellen Niveau und der wirtschaftlichen Potenz der Deutschen seine Hochachtung dargebracht. Das ist aber derselbe Dr. Benesch, dessen Partei unter seiner Führung seit der Errichtung der tschechoslowakischen Republik und schon vorher alles getan hat, um ein Zusammenleben der Sudetendeutschen und der Tschechen unmöglich zu machen. Immer wieder sind gerade die Sozialisten mit nationaltschechischem Einschlag diejenigen gewesen, die in ihrer Wirtschaftspolitk und durch politische Methoden die Sudetendeutschen und deren wirtschaftliche Belange bewußt dem Elend preisgaben. Sie sind verantwortlich dafür, daß die sudetendeutschen Bezirke mit ihrer gewaltigen Industrie heute zu Elendsgebieten geworden sind, und die sudeten- deutschen Kinder die Spuren dieses Elends tief einaegraben tragen. Der Mann, der sich mit dem Bolschewismus gegen alles Deutsche verband, ist am wenigsten berechtigt, jetzt die Friedenspalme zu schwingen. Es ist verständlich, daß die sudetendeutschen Wahlerfolge zu einer etwas sanfteren Tonart zwangen, aber die Politik seines Kabinetts Malypetr bleibt tatsächlich den Sudetendeutschen feindlich. Und damit wird diese Sudetendeutsche Partei zu rechnen haben. Konrad Henlein, der Sieger der Wahlschlacht, läßt verkünden, daß im Parlament diese große Gruppe eine konstruktive Opposition treiben werde. Das Wort ist unmißverständlich. Der tschechische Ministerpräsident hat von vornherein keinen Versuch gemacht, sich mit der sudetendeutschen Partei zu besprechen. Die Zusammensetzung seines Kabinetts ist eine Kriegserklärung gegen die Sudetendeutschen und daher wird Malypetr und wird Benesch in allen Dingen, die die Sudetendeutschen betreffen, zwar den Mantel nach dem Winde hängen, in Wirklichkeit aber versuchen, d i e alte Taktik der Zertrümmerung der sudetendeutschen Einheit zu versuchen und Spaltungen in die nationale Einheit zu bringen. Dagegen wendet sich die Partei. Sie wird jeden Schritt dieses Kabinetts darauf prüfen, ob er nicht den sudetendeutschen Interessen abträglich ist und dann wird sie aus ihrer Opposition heraus Vorschläge machen, die eigentlich den Worten des Herrn Benesch entsprechen, während seine Taten ebenso wie die der übrigen Mitglieder des Kabinetts Malypetr dagegen dem tschechischen Ehauvinismus dienten. Die Forderungen der Sudetendeutschen. Prag, 19. Juni. (DNB.) Im Abgeordnetenhaus begann die Aussprache über die Regierungserklärung. Der ungarische Christlich-Soziale Dr. Szüllö lehnte das RegierunHsprogramm als unbefriedigend ab, da d i e Rechterer Minderheiten nur a'u f dem Papier stünden. Für die Sudetendeutsche Partei erklärte Klubobmann Karl Hermann Frank, die Partei Konrad Henleins, von mehr als zwei Dritteln des 3Ve Millionen-Vol- kes der Deutschen in der Tschechoslowakei gewählt, nähme alle Pflichten gegenüber Staat, Staatsform und Gesetz, sowie gegenüber der politischen Moral auf sich. Gleichzeitig werde sie aber f ü r alle Rechte kämpfen, die nach der Verfassung den Sudetendeutschen zukämen, aber oft von Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung entweder verwehrt oder geschmälert worden seien. Ihre parlamentarische Arbeit stelle sie in den Dienst an der staatlichen Gesamtheit, der das Sudetendeutschtum nach den geschichtlichen Tatsachen der Jahre 1918/19 gegen seinen Willen und gegen seinen klaren Anspruch auf Selbstbestimmungsrecht einverleibt worden sei. Die tschechische Politik habe aber aus den Wahlen keine staatspolitischen Folgerungen gezogen, sondern das System der deutschen Bedeutungslosigkeit durch Heranziehung kleiner Gruppen zur Regierung fortgeführt. Obgleich die Sudentendeutsche Partei zu verantwortlicher und ehrlicher Mitarbeit bereit sei, werde sie niemals eine Vertretung des Sudetendeutschtums durch geschenkte Mnisterposten in der Regierung als eine Verständigung zwischen den Völkern ansehen. Der wirtschaftliche Enteignungsprozeß dauere schon 17 Jahre. Er müsse endlich zum Stillstand kommen. Die Sudetendeutsche Partei fordere auch jene Sicherung des deutschen Schul-, Bil- dungs-, Kunst- und Erziehungswesens, die dem Sudetendeutschtum als Volksgruppe des großen deutschen Kulturvolkes zukomme. Wenn die tschechoslowakische Staatsidee die politische, soziale oder nationale Vernichtung der deutschen Volksgruppe in der Tschechoslowakei zum Ziele hätte, bann glaube die Sudetendeutsche Partei an keinen Frieden. Die Entscheidung also, wohin sich die sude- tendeutsche Politik wenden werde, liege bei dem tschechischen Volke. Es könne entweder eine feiner selbst unwürdige brutale Entrechtung fortführ e n, oder es werde lernen müßen, mit dem völkischen Bestand der Sudetendeutschen zu rechnen und ihnen alle Rechte zu geben, auf die sie verfassungsmäßig Anspruch herben. „Kein vernünftiger Tscheche kann von uns verlangen, daß wir unser Volkstum verleugnen. Wir waren Deutsche, wir sind Deutsche und wir werden in alle Zukunft Deutsche bleiben!" Außenhandelspolitik Ser Schweiz. Bern, 20. Juni. (DNB.) Bei der Behandlung des Geschäftsberichtes des Volkswirtschaftsdeparte- ments für das Jahr 1934 gab der neue Vorsteher dieses Departements, Bundesrat O b r e ch t, im Na« tionalrat die Einstellung des Bundesrats zur Wirt- schaftslage bekannt. Die Kriseninitiatioe hätte nur eine neue Krise gebracht: Die Krise der Währung und des Staatskredits. Damit die wirtschaftliche Verfassung der Schweiz nicht noch kränker werde, müsse und werde die Schweiz ihre Währung halten. Die Ausfuhrindustrie bedürfe der verständnisvollen Pflege der Regierung. Den verhältnismäßig großen Bedarf an Auslandsbezügen werde er dazu verwenden, um Gegengeschäfte einzuhandeln. Er werde auf einen Ausgleich der Handelsbilanzen von Land zu Land bringen. Wer an die Schweiz verkaufen wolle, müsse ebensoviel aus der Schweiz beziehen. Der Staat habe es in der Hand, der Ausfuhr Raum zu schaffen, wenn nötig auch mit unerschrockener Rücksichtslosigkeit. Da, wo der Zahlungsverkehr nicht freigegeben sei, werde der Staat dafür sorgen, daß die schweizerischen Zahlung^ n für d i e Einfuhrwaren nicht ins Ausland gehen, sondern i m L a n d e b l e i d e n, um als Zahlungsmittel für die Ausfuhr dienen zu können. Würden diese und andere Maßnahmen zweckmäßig organisiert und mit fester Hand durchgesetzt, dann werde die schweizerische Ausfuhrindustrie, freilich auf verminderter Grundlage, unbedingt erhalten werden können. Die wirksamste Hilfe, die der Ausfuhrindustrie gebracht werden könne, sei wohl die Wiederher st ellung des freien Handels. Die Schweiz habe gar fein Interesse an der Abdichtung der Grenzen, und sie werde jederzeit bereit sein, die Schranken wieder zu lockern, sobald der Geist der Zeit sich von den Autarkietendenzen abzuwenden beginne. Keine Verhandlung im Prozeß gegen die Heimattreuen Ma^medyer. Lüttich, 19. Juni. (DNB.) Vor dem Appellations- gericht in Lüttich begann der Ausbürgerungsprozeß gegen die vier Mitglieder der Heimattreuen Bewegung in Malmedy. Die Verteidigung ließ mitteilen, daß ihr das Prozeßmaterial z u spät zugegangen fei, und daß sie deshalb nicht in der Lage fei, zu dem heutigen Termin zu erscheinen. Das zu erwartende Versäumnis- urteil wird am 24. Juni erfolgen. Die Verteidigung wird Einspruch erheben, so daß es zu einem späteren Termin zu einer Verhandlung kommen kann. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Frick hat an Geheimrat Hugenbera zu seinem 70. Geburtstag folgendes Telegramm gesandt: In Erinnerung an die I a h r e gemeinsamen Kampfes gegen die System- Herrschaft und für Deutschlands Erneuerung sendet Ihnen zum 70. Geburtstag herzliche Glückwünsche Dr. Frick. * In der nächsten Woche werden in Berlin deutsch- polnische Wirtschaftsverhandlungen beginnen mit dem Ziel, den Warenverkehr zwischen Deutschland und Polen auf eine vertragliche Grundlage zu stellen. Darüber hinaus soll erstrebt werden, die deutsch-polnischen Beziehungen auch nach der wirtschaftlichen Seite hin zu erweitern. Die Kammer von Paraguay nahm das am 12. Juni in Buenos Aires mit Bolivien abgeschlossene Waffen still st andsabkommen an. Kunst uni> Wissenschaft Der Führer in der Finnischen Kunstausstellung. Mittwochnachmittag besuchte der Führer und Reichskanzler, wie die NSK. meldet, die von der Nordischen Gesellschaft und NS.-Kulturgemeinde veranstaltet 1. Nationale Finnische jtunft» ausstellung. In feiner Begleitung befanden sich Brigadeführer Schaub und Hauptmann Wiedemann. Reichsleiter Alfred Rosenberg mit seinen engeren Mitarbeitern empfing den Führer und geleitete ihn durch die Ausstellung und zeigte ihm die einzelnen Kunstwerke. Der Führer besichtigte die Ausstellung eingehend. Line vorbildliche „Freischütz"- Aufführung auf der Reichstheaterfestwoche. Die zweite Reichstheaterfe st woche in Hamburg wurde am Dienstag mit einer bedeutsamen „Freischütz"- Aufführung fortgesetzt. Dieser Hamburger „Freischütz" ist ein neues Beispiel für den verantworungsvollen Ernst, der die Arbeit der neuen hamburgischen Staatsoper auszeichnet. Generalintendant S t r o h m , der auch an diesem Abend wieder Regie führte, hat es ausgezeichnet verstanden, die schweren Mängel des Tertbuches, gegen die schon Beethoven Widerspruch erhob, nicht fühlen zu lassen. Eugen I o ch u m aber, als Dirigent am Pult, hob gerade das aus Webers Musik hervor, was den „Freischütz" zu einem Vorläufer des Wagnerschen Musikdramas machte. Die Besetzung war vorzüglich. Unter den auswärtigen Gästen ragte besonders Maria Reining als Agathe, neben ihr Ludwig Weber als Kaspar (beide von der Staatsoper München) hervor. Den Max fang Marcell Wittrifch, den Eremiten Wilhelm Hiller (beide von der Staatsoper Berlin). Von den einheimifchen Solisten vollbrachte Martina Wulf als Aennchen mit der wunderbaren Frische ihres Soprans und ihrem bezaubernden Spiel eine überragende Leistung. Aufruf der Reichsmusikkammer zum Tag des deutschen Liedes. Zum lag"b e s deutschen Liedes am Sonntag, den 23. Juni, hat die Reichsmusikkammer folgenden Aufruf erlassen: In allen deutschen Gauen werden am Sonntag Sänger und Sängerinnen in großen und kleinen Veranstaltungen auf Straßen und Plätzen ihre Lieder erklingen lassen. Dieser Tag soll jedoch nicht nur ein Festtaa aller deutschen Sängerbünde fein, sondern vielmehr ein Tag, an dem sich jeder deutsche Volksgenosse auf die einende Kraft des deutschen Liedes besinnt. Ueberall in Städten und Dörfern des Reiches werden am kommenden Sonntag Volks- liedsingen und offene Singstunden durchgeführt. Sie sollen zeigen, daß bas Volkslied nicht die Angelegenheit einer Berufsschicht, sondern Sache des ganzen Volkes ist. Darum fordern wir alle deutschen Volksgenossen auf, diesen Tag, der sich zum edelsten und ältesten deutschen Volksgut bekennt, festlich zu begehen und sich einzureihen in die singende Volksgemeinschaft. Der Tag des deutschen Liedes muß ein Gemeinschaftserlebnis aller Volksgenossen sein. auf der es, geM licht, fuh» Dirigent deutsch' ungen zwischen Grund» werden ach -er n abge« ien an. ellung. er und von der lemeinöe Kunst« iben sich Liede- mit sei- hrer und igte ihm ;tigte die e Hilfe, nne, sei reien esse an 'derzeit sobald lenzen che in r bedeut- j. Dieser ifpiel für rbeit der iet. Gene« m Bend inet cer« (en. Heimrat »lgendtt ?sahre System- g sendet !wünschi legen r. lations« ungg. Heimat- üdigung A zu deshalb rmin zu mnis- öerteibi* i einem andlung 'Pari’ ■®irt. J“». >1« di, ! Mn. fe'ii le de. lerunq slandg- e9en. einen 'von Schweiz Us der in der ' nötig -a, wo rde der schen n nicht 'iben, 'nen zu Zahmen 1 durch, hrindu- >es deutschen , Sänge' mgen TRW f o eDe9 he -gifte SL iX lufit her- juser des den aus- eining als Kas- ) hervor. Eremiten per Btt« ^brachte wunder- t bezau' Eröffnung desZnstituts fürErbbiologie und ^affenhygiene in Frankfurt a. M. Im Hause der Volksgesundheit zu Frankfurt fand die für das gesamte Nhein-Maingebiet bedeutsame Eröffnung des Universitäts-Instituts für Erbbiologie und R a s s e n h y g i e n e statt. Unter den Ehrengästen bemerkt man Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. Der Rektor der Universität, Professor Dr. P l a tz h o f f, hieß die Ehrengäste willkommen. Dieses neue Institut sei mit dazu berufen, die Bindungen mit dem gesamten Rhein-Maingebiet noch enger zu gestalten, sein Wirkungskreis erstrecke sich auf den ganzen Westen. Der Dekan der Medizinischen Fakultät wies darauf hin, daß man hier ein Institut geschaffen habe, das als vorbildlich bezeichnet werden müsse. Professor Fischer, Berlin-Dahlem, eine Kapazität auf dem Gebiete der Erbbiologie und Rassenhygiene, zeigte, welch großes Verdienst unserem Führer dadurch zukomme, daß er zum ersten Male in die Mitte der Politik die Bevölkerungspolitik gestellt habe. Anschließend sprach der Leiter des neuen Instituts, Professor Dr. Frhr. von Verschuer, über die Aufgabe und Ziele des Instituts. Er wies darauf hin, daß uns die Erkenntnis von den Gesetzen der Vererbung den Schlüssel zu Bezirken menschlichen Wissens gebe, in welchen Gesundheit und Krankheit, Begabung und Schwachsinn, Aufstieg und Verfall bei Menschen, Familien und Völkern nicht mehr als einzig bedingt durch die Umwelteinflüsse aufzufassen seien. Aber der Mensch sei nicht nur Objekt dieser äußeren Mächte; er stehe ihnen gegenüber als Träger eines biologischen Schicksals. Das biologische Schicksal aber sei — innerhalb gewisser Grenzen — vorbestimmt durch das Erbgut unserer Ahnen. Die Aufgaben, die das Institut zu erfüllen habe, ließen sich in drei Gruppen ordnen: Forschung, Lehre und praktische Arbeit. Objekt der Forschung sei der Mensch, nicht der einzelne Mensch, sondern Familien und Zwillinge. Und auch hierbei dürften nicht nur „interessante Fälle" untersucht, sondern es müßten alle Zwillinge, alle Familien eines bestimmten geographischen Bezirkes erfaßt werden. Es gelte festzustellen, welche Eigenschaften, welche Krankheiten und Anomalien des Menschen erblich seien, auf welcher Gesetzmäßigkeit sie von einer Generation auf die andere übertragen würden, und vieles andere mehr. Ein weiteres Aufgabengebiet des Instituts fei die erbärztliche Praxis. Der Unioersitätsoer- treter für Erbbiologie und Raffenhygiene müsse Leiter einer staatlichen Beratungsstelle für Erb- und Rassenpflege sein. — Anschließend an die Ausführungen Prof. Dr. Verschuers fand eine Führung durch das neue Institut statt. Fortschritte der Gaswirtschafi. Am 18. und 19. Juni fand in Königsberg die 76. Jahresversammlung des deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmännern statt. Der Vorstand des Vereins, Generaldirektor Dr. Hübling (Stuttgart), wies auf die neuen Erfindungen und Fortschritte auf gastechnischem Gebiet hin und hob vor allem die Frage der Entgiftung des Heiz- und Leuchtgases hervor. Große Erfolge wurden mit der Vergasung roher und brikettierter Braunkohle erhielt. Damit hat die Staütgasversorgung im Großbetrieb ein neues dankbares Produktionsmittel gewonnen. Hand in Hand mit diesen Verbesserungen gelang eine chemische Qualitätssteigerung des Gases selbst und eine reichere Gewinnung von Schwefel und Benzol. Die Verwendung von Gas als Treibstoff für feste und Mrtsbewegliche Motore hat durch neue Erfindungen ebenfalls Fortschritte gemacht, die eine Förderung dieses Zweiges bedingen werden. Bei der Wichtigkeit der bei der Gaserzeugung anfallenden Produkte, wie Teer, Benzol, Schwefel, Koks, Ammoniak u. v. a., ist diese Schlüsselstellung der Gaswerke von außerordentlicher Bedeutung für unsere Rohstoffversorgung und unsere Volkswirtschaft überhaupt. Gerade durch die noch mehr zu steigernde Benutzung von Gas im Haushalt, in der Industrie, im Gewerbe, zum Kochen, Waschen, Bügeln, Warmwasserbereitung usw. wird dem Gedanken der Rohstoffsicherung in hohem Maße gedient. Der Gasoerbrauchssteigerung dient natürlich eine sorgfältige Tarifgestaltuna. Es gelang, innerhalb der letzten Winterarbeitsschlacht 700 000 Gasgeräte mit einem Werte von 50 Millionen Mark neu zu erstellen. Dieser Betrag ist in erster Linie der Arbeitsbeschaffung zugute gekommen. Dieser Umsatz in modernen Gasgeräten ist ein Beweis festen Vertrauens der Hausfrau in die Gasversorgung selbst. Der Gasverbrauch hat im letzten Jahre neuerbing§ eine ganz beachtliche Steigerung erfahren. ©egenroärtig beträgt der Jahresverbrauch 4,61 Milliarden Kubikmeter. Der Verbrauch ist sowohl im Haushalt, als in Industrie und Gewerbe ständig im Steigen. Das kommende Jahr wird die Gas- und Wasferoersorgungsunternehmungen in vorderster Linie des Siedlungswerkes und der Rohstoffwirtschaft finden. Hierbei soll ein in Kleinkrieg ausartender Wettbewerb gegenüber der Energieerzeugung ausgeschlossen werden. Der Tagung gab der Leiter des Deutschen Instituts für nationalsozialistische technische Arbeitsforschung und Schulung Dr.-Jng. K. Arnhold mit seinem Vortrag über das Thema „Vom rechten Arbeitsgeist in unserem Betrieb" eine besondere Rote. Die weiteren Vorträge über Kohlenoxydreinigung (Gasent- qiftung) (Betriebs-Direktor Dr.-Jng. Metzger, Stuttgart), Gas als Treibstoff (Oberingenieur Dipl.- Jng. Traenckner , Essen), Strom aus Gas (Dr.-Jng. Joos, Merzig-Saar) und Gastrocknung .(Betriebs-Direktor Dr.-Jng. Schroth, Dresden) ließen die Verbesserung von Gasqualitat und Roy- stossversorgung erkennen. Aus aller Welt. Slurmsahrlen auf der Kieler Förde. Der vierte W-ttfahrtstag der Kieler Woche war roeniq vom Wetterglück begünstigt Zuerst mußt- man den Start um eine Stunde wegen völliger Flaute verschieben. Dann gab. -- aber gleich so viel Wind, daß die Segler bet der schweren See fast alle mit geresstem Zeug fahren mußten. Reichskriegsmimster Generaloberst von Blomberg, der Oberbe ehlshaber der Kriegs, marine Br. h. c. Raeder und der Reichchport- fuhrer von Tschammer und Lsten folgten mit Interesse den spannenden Kämpfen. Das wichtigste Ergebnis war der Sieg des Neubaues „Vaterland" mit M i e t h k e - Stettin m der 8- nicht festgesetzt worden wird dieser ganze das will besagen glückliche Reife! o&DUNJjOP'Reifen an dem wagen Tunis in Tunesien verlautet, daß diese eine Verlängerung nach der tripolitanischen Seite hinaus, bis Benghasi in Osttripolitanien, erfahren würde. Die Italiener wissen dabei genau, daß diese Strecke nur rentabel werden kann, wenn die Verbindung bis nach Aegypten verlängert wird. Sie werden sicherlich mit Großbritannien-Aegypten über diese Angelegenheit verhandeln, wenn nicht überhaupt schon Verhandlungen in dieser Sache angeknüpft worden sind. Auf der anderen Seite wird Tunis keineswegs den westlichen Endpunkt dieser Lustlinie bilden. Die seit Jahren beabsichtigte und immer wieder wegen Subventionsstreitigkeiten verzögerte Eröffnung der Luftverbindung zwischen den drei französischen Besitzungen Nordafrikas, Casablanca in Marokko über Algier nach Tunis würde mit Sicherheit vom gleichen Zeitpunkt an in Betrieb genommen. Hiermit würde eine Flugverbindung geschaffen, die sich über 4500 Kilometer erstreckt. In wenigen Tagen wäre ein Gebiet zu durchqueren, für das die jetzige Verbindung auf dem Seewege eine mehrwöchige Zeit beansprucht. Außer dem Ausbau des Luftverkehrsnetzes soll die gleiche Verbindung der nordafrikanischen Staaten auf dem Landwege durch eine Autostraße geschaffen werden, die zum Teil schon besteht und nur den Erfordernissen der Neuzeit entsprechend ausgebaut zu werden braucht. Mit der italienischen Strecke durch Tripolitanien in einer Länge von 2000 Kilometer ist begonnen worden. Der erste Teil der Strecke von 1000 Kilometer soll aus Anlaß eines Besuches von Mussolini in Tripolitanien Mitte nächsten Jahres eingeweiht werden. Nicht nur für die Touristik und den Handelsverkehr wird diese Straße geschaffen; der Hauptzweck dürfte ein strategisch-militärischer sein, für welchen die Verbindung -ursprünglich auch gedacht war. Aus Anlaß eines Besuches des Marschalls Balbo bei dem Generalresidenten Peyrouton von Tunesien, der in etwa vier Wochen beabsichtigt ist — ein bestimmter Zeitpunkt hierfür ist noch Französisch-italienische Kolonialzusammenarbeit Politischer Etreifzug durch Nordafrika. Don unserem ständigen (Hö.)-Berichterstatter. Fragenkomplex zur Erörterung gebracht werden. Frankreichs Eingeborenen-politik In bezug auf die Schwierigkeiten der Protektoratsmacht Frankreich mit den von ihr „beschützten" Eingeborenen ist seit dem letzten Durchgreifen des Bevollmächtigten Frankreichs gegen die Destourpartei (Unabhängigkeitspartei) nichts Wesentliches erfolgt. Ende April dieses Jahres wurden über hundert der führenden Parteileute, die aus dem Süden Tunesiens stammten, dem Landesteil, der noch unter militärischer Oberhoheit steht, in ihre Heimat abgehoben. Dort werden ihnen keine Möglichkeiten zu einer weiteren politischen Tätigkeit gegeben sein. Bei Protestversammlungen wurden die Haupträdelsführer ergriffen, und sie traten dieselbe Wanderschaft an. Arabische Zeitungen, deren Einstellung gegen die Protektoratsmacht gerichtet war, sind seit dieser Zeit nicht mehr erschienen. Es herrscht Ruhe im Lande — wenigstens an der Oberfläche. Trotz allem scheinen die Franzosen dem Frieden nicht recht zu trauen. Die zahlreichen militärischen Manöver lassen eine nervöse Unruhe erkennen. Kaum ein Neumond vergeht, ohne daß nicht eine Besichtigung und Truppenübung durch einen der vielen obersten Kriegsräte des Mutterlandes stattfände, vorbereitet durch Appells der verschiedenen örtlichen Oberkommandierenden. Die Truppenteile scheinen so verstärkt zu werden, daß man kaum Leute genug finden kann. Wenigstens deuten die in der Presse erscheinenden Meldungen mit folgendem ober ähnlichem Text darauf hin: „Das Luftheer in Französisch- Nordasrika, sowie im Mutterlande bietet zahlreiche Stellen als Piloten und Maschinengewehrfachleute, Funker, Luftphotographen und Mechaniker. Junge Leute, die schon im Militär gebient haben, ober noch dienen wollen, werden gebeten, sich bei den zuständigen Stellen zu melden. Eine schnelle und ehrenvolle Laufbahn ist ihnen sicher." mordeten und der vermutlichen Mörder geführt. Bei dem Toten handelt es sich um einen 47jährigen Seemann Ludwig Bibbern, der Ende Februar von einer Seefahrt zurückgekehrt und im Besitze eines mehrere hundert Mark betragenden Arbeitsverdienstes war. Der Besitzer des Kellers, in dem die Leiche des Bibbern aufgefunden wurde, der 22jährige Otto Kr e p p, sowie ein aus Kiel gebürtiger Walter Opitz sind wegen dringenden Tatverdachts verhaftet worden. Allem Anschein nach ist Bibbern von den beiden Verhafteten in der Nacht zum 4. März in der Wohnung des Krepp ermordet und beraubt worden. In der ersten kriminalpolizeilichen Vernehmung versuchten beide Verhaftete, sich gegenseitig zu belasten. Degen Kindesmordes zum Tode verurteilt Wegen vorsätzlichen und überlegten Mordes an seinem unehelichen Kinde wurde Johannes Krehl'aus Gera-Zwötzen vom Geraer Schwurgericht zum Tode verurteilt. Die Betriebsführereigenschaft abgesprochen. Mit einem Fall besonders üblen unsozialen Verhaltens hatte sich der Reichsehrengerichts- Hof der Arbeit zu beschäftigen. Ein Landwirt aus Ostpreußen war vorn sozialen Ehrengericht des Treuhänderbezirks Ostpreußen zu 600 Mark Ordnungsstrafe verurteilt worden. Bei einem Jnstmann, den der Angeklagte vor kurzem eingestellt hatte, waren plötzlich mehrere Kinder an Diphtherie erkrankt. Als der Vater den Angeklagten um Stellung eines Fuhrwerks bat, damit er einen Arzt holen könne, schlug ihm der Landwirt diese Bitte kurzerhand ab. Der Jnstmann muhte dann auf anderem Wege den Arzt herbeirufen, der Diphtherie im fortgeschrittenen Stadium feststellte. Nun sorgte die Wohlfahrt für die Ueberfübrung der drei erkrankten Kinder in das nächste Krankenhaus. Die Kleinen konnten aber nicht mehr gerettet werden. Der Anklagevertreter erachtete das unsoziale Verhalten des Landwirts mit der Ordnungsstrafe nicht als ausreichend gesühnt. Der Reichsehrengerichtshof schloß sich dieser Auffassung an und sprach dem Angeklagten die Betriebsführereigenschaft ab. Der Vorsitzende betonte, daß das Verhalten des Angeklagten allen menschlichen Gefühlen ins Gesicht geschlagen habe und er daher nicht würdig sei, einen Betrieb selbst zu leiten. Dreiköpfige Familie durch Gas getötet. — Wahnsinnstat einer Nervenkranken? Der 40jährige Hauswart W., feine 37jährige Ehefrau und die 13jährige Tochter wurden in ihrer Wohnung in Hamburg tot aufgefunden. Alle drei find durch Leuchtgas vergiftet worden. Vermutlich ist die Frau, die nervenleidend ist und erst kürzlich aus einer Heilanstalt entlassen worden war, nachts aufgestanden und hat in geistiger Umnachtung den Gashahn geöffnet. Autounglück im Rheinland. — Zwei Tote, ein Schwerverletzter. In der Nähe von Grevenbroich auf der Landstraße zwischen Elsen und Gürth (Rheinprov.) fuhr ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen gegen einen Baum. Hierbei wurden die Insassen Harder aus Ramrath und Iven aus Nothausen tödlich und der Lenker des Wagens, Saal- f e l d aus Orken, lebensgefährlich verletzt. Autobusunglück in Spanien. — 3 Tote, 14 Verletzte. Ein schweres Autobusunglück ereignete sich zwischen Valencia und Sargunt. Drei Personen wurden getötet, 14 Personen wurden so schwer verletzt, daß sie in das Krankenhaus eingeliefert werden mußten. ' Die meuternden Sträflinge von Lansing ergeben sich. Die meuternden Sträflinge im Zuchthaus-Bergwerk von Lansing haben sich ergeben, nachdem die Ventilation der Stollengänge so um- gestellt worden war, daß die Rauchschwaden bis in die letzten Gänge hineingepreßt wurden. Die mit Gasmasken und Maschinengewehren ausgerüsteten Beamten nahmen die Zuchthäusler dann einzeln in Empfang. lleberfchwemmungen und Wirbelstürme in Amerika. Riesige Ueberschwemmungen, die durch anhaltende Wolkenbrüche verursacht wurden, richteten in den neun Staaten des Mittelwestens der USA., darunter vor allem in Missouri, Jova, Illinois und Kansas großen Schaden an. Die Ernte ist größtenteils vernichtet; Tausende mußten ihre Häuser räumen. Der Staat Süd-Dakota wurde von furchtbaren Wirbelstürmen heimgesucht. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Schwere Stürme werden auch aus den Neu-Eng- land-Staaten gemeldet, wo mehrere Personen durch umstürzende Bäume und herabfallende Ziegel den Tod fanden. Aus Morrillton (Arkansas) wird berichtet, daß zwei Uferdämme des Arkansas geborsten sind. Etwa 50 000 Acker Farmland wurden überflutet. Bei der Arbeit verunglückt. An der Staustufe in Steinbach unweit von Lohr am Main war der Schlosser Gottfried Schmitt aus Halsbach mit der Reparatur einer Sandwäsche- trommel beschäftigt. Er gab einem Arbeiter die Anweisung, die Trommel zwecks besserer Prüfung zu drehen. Statt die Drehung mit der Hand auszuführen, schaltete der Arbeiter den Motor ein, so daß der in der Tromeml befindliche Schmitt in rasendem Tempo herumgeschleudert wurde. Trotz sofortiger Abschaltung des Motors erlitt Schmitt einen Schädelbrüch und innere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus verbracht werden. Sein Zustand ist hoffnungslos. Ein Elefantenbaby im Münchner Tierpark. In einer der letzten Nächte ist im Tierpark München-Hellabrunn wieder ein junger Elefant zur Welt gekommen. Das Junge, ein Männchen, wiegt fast 150 Pfund und ist damit nm 50 Pfund schwerer, als sein älterer Bruder „Wastl" b^i der Geburt war. Das Elefantenbaby erhielt den Nar men „Josef", gerufen „Seppl". Das freudige Ereignis ging entgegen den sonstigen Gewohnheiten bei Elefantengeburten ganz still vor sich. — „Seppl" ist der zwölfte Hellabrimner Elefant. Die Herde besteht jetzt aus drei afrikanischen und neun indischen Elefanten. Von diesen zwölf Riesentieren sind drei in Hellabrunn geboren. Für das Jahr 1935 erwartet man im Tierpark Hellabrunn noch zwei weitere Elefantengeburten._______ Meter-K-Klasse, der damit den Preis des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda für dieses Jahr in feinen Besitz brachte. Mit nicht einmal einer Minute Rückstand lief „Olympia" auf dem zweiten Platz ein. Die Kruppsche „Germania" kam bei der schweren See nicht in Fahrt. Danach begannen auch die Wettfahrten der 6-Meter- U-Klasse um den international wichtigsten Felca- Preis, den die Italienerin „Twins" zu verteidigen hat, die sich gleich in der ersten Wettfahrt siegreich vor „Jrmi" durchsetzte. Fleischvergiftungen in Dielefeld. Bisher ein Todesopfer. Nach dem Genuß von Pferdefleisch erkrank- t e n in Bielefeld 20 Personen. An den Folgen der Vergiftung ist bereits ein Kraftwagenführer ge« ft o r b e n. Eine Mutter mit ihrem Kinde schweben noch in Lebensgefahr. Bei den übrigen Personen scheint es sich nur um leichtere Erkrankungen zu handeln. Das Pferdefleisch, von dem die Erkrankten gegessen hatten, konnte beschlagnahmt werden. Die tierärztliche Untersuchung hat ergeben, daß das Fleisch von einem kranken Tier herrührt. Sechs Kinder lebend verbrannt. Im schwäbischen Siedlungsgebiet zwischen Theiß und Donau haben sich zwei Unglücksfalle ereignet, bei denen sechs Kinder lebend verbrannten. Die näheren Umstände waren bei beiden Unfällen völlig ckleich. In der Nähe des Dorfes Opowo hatte der Bauer Ritz, wahrend er mit der Frau auf dem Felde arbeitete, feine drei Kinder in einer Sommerhütte aus Schilfrohr untergebracht. Plötzlich bemerkte er, daß die Hütte in Hellen Flammen stand. Trotz verzweifelten Bemühungen war es unmöglich, die Kinder zu retten. Don dem gleichen Unglück wurde der Bauer Schleicher aus dem Dorfe Neubanowitfch betroffen Auch er hatte feine drei Kinder wahrend der Feldarbeit in einer Schilfrohrhütte eingeschlossen, wo sie schlafen sollten. Aus unbekannten Gründen ging die Hütte in Flammen auf. Die Kinder konn- Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tunis, Anfang Juni 1935. Seit den Besprechungen des französischen Luftfahrtministers General Denain Mitte Mai d.I. in Rom, bei denen die Grundlage zu einer ferneren Zusammenarbeit im kolonialen Flugwesen fest- gelegt wurde, sind die Sympathie- und Freundschaftskundgebungen, die vordem trotz der schon vor einiger Zeit erfolgten französisch-italienischen Verständigung sehr spärlich waren, überaus zahlreich geworden. Der jahrzehntelang erbittert geführte Kamps der beiden, um gewisse Gebiete rivalisierenden Nationen hatte Spuren hinterlassen, die so leicht und so schnell nicht ausgemerzt werden konnten. Die Losung der tunesischen Frage zugunsten Frankreichs — der formelle Verzicht des italienischen Regierungschefs Mussolini auf Tunesien —, der als eine der Hauptgegengaben für die französische Zusicherung des freien Schaltens und Waltens in der abessinischen Frage erfolgt sein dürfte, hatte bei den hiesigen Italienern große Bestürzung hervorgerufen. Mit ruhiger lieber- legung nimmt die hiesige italienische Kolonie jetzt wieder zu den Ereignissen Stellung, mit dem Hintergedanken: die Zeit wird schon noch einen Ausweg bringen. Die kluge Führung der amtlichen Vertreter des italienischen Staates, insbesondere des Generalkonsuls bombiert, sowie zahlreicher Konsuln und Vizekonsuln im ganzen Lande, hat wesentlich zur Beruhigung der erregten Gemüter beigetragen. Das amtliche Italien unterläßt nichts, um den Zusammenhang mit dem Heimatlande zu bewahren und wenn möglich noch enger zu gestalten. Es entsendet seine höchsten Vertreter, um den Volksgenossen in Tunesien zu zeigen, daß man nach wie vor den größten Wert auf die Brüder legt, die nach den Worten.Mussolinis unglücklicherweise vor den Gesamt-Interessen der Nation zurückgestellt werden mußten. In diesen Tagen erfolgte der Besuch von Del - c r o i r, des Vorsitzenden der italienischen Kriegsbeschädigten, der am 20. Jahrestage des italienischen Kriegseintritts den aus diesem Anlaß stattfindenden französisch - italienischen Feierlichkeiten Vorstand. Auf diese Art schlägt Italien zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Brüder in der Fremde mit der Heimat gestärkt, anderseits wird die französisch-italienische Freundschaft demonstriert, die in den Kolonien in den ersten Monaten nach der Verständigung wegen der früheren Rivalität nur schwierig in Gang kommen konnte. Zwar blickt Frankreich immer noch wenig erfreut auf die sich häufenden Besuche der italienischen offiziellen Stellen in die Regentschaft, doch kann es kaum etwas dagegen unternehmen, sollen nicht die angebahnten kolonialen Beziehungen vorschnell einen kleinen Schnupfen bekommen. Im Augenblick weilt Minister P a r i n i, der Leiter der im Auslande lebenden Italiener, in Tunesien, um hier das italienische Schulwesen, das nach den französisch-italienischen Abmachungen vom 6. Januar 1935 noch bis 1955 dem italienischen Unterrichtsministerium untersteht, zu begutachten. Ob Parini noch andere Aufträge hat, ober besondere Zwecke verfolgt, ist nicht offensichtlich. Es könnte sein, daß sein Besuch mit der Erweiterung der französisch-italienischen kolonialen Zusammenarbeit in Zusammenhang steht, die auf vergrößerter Basis angestrebt wird. Bei dem Automobilrennen von Tripolis war der Generalresident von Tunesien, Ms. Peyrouton, Gast des Generalgouverneurs von Tripolitanien, des Marschalls Balbo. Nur zum geringsten Teil wird der Nervenkitzel eines Automobilrennens Ursache und Zweck dieses Besuches gewesen sein. Höchstwahrscheinlich ist hier die erste direkte Fühlungnahme zwischen den beiden Kolonialchefs über die Ausgestaltung der kolonialen Zusammenarbeit erfolgt. Heber die Einrichtung der Fluglinie zwischen den Hauptstädten der beiden Gebiete Tripolitanien und ten nur als verkohlte Leichen geborgen werden. In beiden Fällen haben die Eltern bei den Rettungsversuchen schwere Brandwunden davongetragen. Die Frau des Bauern Ritz liegt in hoffnungslosem Zustand darnieder. Sie warf sich in ihrer Verzweiflung in die Glut, die von der nieder- gebrannten Hütte übrig geblieben war. Ein jüdischer Mädchenschänder. Magdeburg, 19. Juni. (DNB.) Vor dem Magdeburger Schwurgericht fand das schändliche Verbrechen des Juden Hirschland, des Leiters einer Magdeburger Privathcmdelsfchule, ihre gerechte Sühne. Seit etwa zehn Jahren hatte sich der Jude Hirschland an Schülerinnen vergangen. Bei dem jetzigen Termin wurden sechs Fälle behandelt. Einen geradezu fürchterlichen Eindruck machte auf das Gericht das Tagebuch des Angeklagten über feine Ausschweifungen in den letzten beiden Jahren. Man nimmt an, daß die übrigen Tagebücher vernichtet worden sind. Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Magdeburger Schwurgericht den Angeklagten wegen Sittlichkeitsverbrechens an Schülerinnen in fünf Fällen zu einer Gesamtstrafe von zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde gegen den 39 Jahre alten bisher noch unbestraften Angeklagten die Anordnung der Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Die Erregung in Magdeburg ist naturgemäß sehr groß. In einer über füllten Kundgebung in der Magdeburger Stadthalle sprach der H a u p t s ch r i f t l e i t e r d e s „Stürmer", Karl Holz, über den Fall Hirschland und seine Bedeutung. Leichenfund in Altona. — Die Mörder verhaftet? Am 12. Juni hatte ein Luftschutzhauswart des Hauses Brunnenhof 3 in Altona in einem abgelegenen Keller einen Koffer entdeckt, der eine zusammengepreßte, in Verwesung übergegangene männliche Leiche enthielt. Die Ermittlungen der Kriminal- Polizei haben nunmehr zur Feststellung des Er- Die Deutsche Reichspost ehrt Bach, Händel und Schütz. Zur Ghrunq der drei qroßen Männer der Tonkunst, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Heinrich Schütz gibt die Deutsche Reichest drei Sonderwertzeichen mit den Brustbildern der Meister heraus. Die Werte sind „Schütz" 6, „Bach" 12 und „Händel" 25 Rpf. — (Scherl-M.) Die Lustschuh-Lotterie. Die Durchführung der Aufgaben, die der Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger G ö - ring, dem Reichsluftschutzbund im Rahmen der Landesverteidigung zugewiesen hat, erfordert gewaltige Geldmitel, die aus unserer Bewegung selbst und durch Opfer aller Volksgenossen herbeigeschafft werden müssen. In Anerkennung der Notwendigkeit, den RLB. bei seiner Geldwerbung zu unterstützen, hat der Herr Reichsminister des Innern einer Luftschuh-Lotterie zugestimmt, die am 27. Iuli 1935 zur Ziehung gelangt. Pflicht aller Dienststellen, Amtsträger und Mitglieder ist es nunmehr, unsere Bestrebungen zu unterstützen, möglichst viele Lose zu erwerben und den Berkaus der Lose an Mitglieder; Freunde und Gönner des RLB. zu fördern. Ieder muh bemüht sein, unter Hinweis auf den hohen vaterländischen Zweck der Lotterie und die überaus günstigen Gewinnmöglichkeiten möglichst viele Lose abzusehen. Wenn alle Amtsträger und Mitglieder bis zum Letzten ihre Pflicht tun, wird uns die Luftschutz- Lotterie einen Geldbetrag bescheren, der uns ein großes Stück zum Wohle der Gesamtheit des Volkes vorwärtsbringen kann. h. Grimme, Generalleutnant a. D., Präsident des Reichsluftschutzbundes. Die Lotterie besteht aus zwei Millionen Losen. Das Los kostet 50 Pf. einschließlich eines Kunstblattes im Format 24X32 mit dem Bildnis des Herrn Preuß. Ministerpräsidenten General der Flieger Hermann Göring, nach einer Original- Zeichnung des Frankfurter Künstlers Weber-Brauns. Es gelangen 117 930 Gewinne und 1 Prämie im Gesamtbeträge von 250 000 Mark am 27. Juli 1935 zur Auslosung. Höchstgewinn im günstigsten Falle bar 50 000 Mark. Die Lose sind durch alle Untergliederungen: Ortsgruppe, Reviergruppen, Gemeindegruppen, Untergruppen und Blockwarte und auf der Geschäftsstelle des RLB., Lindenplatz 1, zu haben. Mein-Main-Gebiet Ein Totschlag vor dem frankfurter Schwurgericht. LPD. F r tx n 1f u r t a. SO?., 19. Juni. Das Frank- furter Schwurgericht beschäftigt sich am Dienstag und Mittwoch mit der Aufklärung von Vorgängen, die sich in der Neujahrsnacht in der Schloßborner Straße und Frankenallee abgespielt haben. Angeklagt waren der 27jährige Emil Schröder und der 30jährige Friedrich Oberding. Es wurde ihnen gemeinschaftliche Mißhandlung des 35jährigen Zeugen S. vorgeworfen. Schröder soll sich ferner der Nötigung und des Totschlags schuldig gemacht haben. Die wegen Gewalttätigkeiten vorbestraften Angeklagten hatten in der Neujahrsnacht reichlich dem Alkohol zugesprochen. Nach eingehender Vernehmung hielt das Schwurgericht in der Nacht zum Mittwoch einen Lokaltermin ab und führte die Verhandlung dann im Laufe des Mittwochs zu Ende. Der Staatsanwalt beantragte gegen Schröder eine Zuchthausstrafe von zehn Jähren und fünf Jahre Ehrverlust, gegen Oberding IV2 Jahre Gefängnis. Nach zweistündiger Beratung verurteilte das Schwurgericht Schröder wegen Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, vollendeter und versuchter Nötigung zu elf Jahr en Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, Oberding wegen gefährlicher Körperverletzung zu IV2 Jahren G e - f ä n g n i s. Die Untersuchungshaft wurde beiden Angeklagten angerechnet. Es handle sich, so wird in der Urteilsbegründung u. a. ausgeführt, um eine außerordentlich rohe Tat, durch die ohne Anlaß ein blühendes Menschenleben vernichtet wurde. Der Alkoholgenuß könne nicht als mildernder Umstand angesehen werden, denn damit würde sich das Gericht einer schweren Tat gegenüber der Volksgesundheit schuldig machen, weil es sich dann um einen Freibrief für jeden Raufbolden handele, der vorher Alkohol zu sich genommen habe, um sich Mut anzutrinken. Einbrecher im Kraftwagen. Darmstadt, 19. Juni. (LPD.) In der Nacht zum 18. Juni wurde Darmstadt von einer dreisten Einbrecherbande heimgesucht. Zwischen 3 und 4 Uhr wurden in einem Uhren- und in einem Photogeschäft durch Einschlagen der Erkerscheiben zwei schwere Einbruchsdiebstähle verübt. Gestohlen wurden zehn Photoapparate, sowie 42 Lederarmbanduhren, acht Stoppuhren und 18 Taschenuhren. Die Täter fuhren mit einer dunkelblauen Viersitzer-Limousine mit dem Kennzeichen IZ 68142 oder 68342 vor. Unter ohrenbetäubendem Motorenlärm schlugen sie die Erkerscheiben ein und entwendeten die angeführten Gegenstände. Das Fahrzeug war vermutlich mit zwei Personen besetzt. Nach der Tat sollen sie in der Richtung Heidelberg gefahren sein. Wegen staatsfeindlicher Gesinnung zur Höchststrafe verurtellt. LPD. Darmstadt, 19. Juni. Am Morgen des zweiten Osterfeiertages hatten drei Angeklagte aus Sprendlingen, der 39jährige Johannes Frank, der gleichaltrige Gustav Freitag und der 32jährige Valentin Lechner, in einer Sprend- linger Wirtschaft den Inhaber belästigt, indem sie verbotene Lieder summten und den Gastwirt zwangen, das Hitlergruß-Schild und das Zeichen der Arbeitsfront zu entfernen. Außerdem war nach ihrem Fortgang das Bild des Führers von der Wand verschwunden. Man fand es später zertrümmert auf. Nach der Beweisaufnahme wurden die Angeklagten, die früher der KPD. bzw. dem Reichsbanner angehörten, zu der gesetzlichen Höchststrafe von je zwei Jahren Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet. Vor dem Standesamt Kehrt gemacht Die Braut begeht Selbstmord. LPD. Darmstadt, 19. Juni. Ein junges Mädchen aus Darmstadt hatte mit feinem Verlobten das Aufgebot bestellt und wollte mit ihm zur stände s- amtlichen Trauung gehen. Aber der jmr-ge Mann überlegte sich im letzten Augenblick die Sache anders und machte vor dem Standesamt Kehrt. Dieses Verhalten nahm sich das Mädchen so zu Herzen, daß es sich aus dem Fenster stürzte. An den dabei erlittenen Verletzungen ist es heute im Krankenhaus verschieden. Neues für den Büchertisch — Ernst Eimer: Hermanns Wille und Weg. Mit drei Buntbildern und sechs Schwar^- weiß-Zeichnungen des Verfassers. 112 Seiten. Preis geb. 1,80 Mark. Reutlingen, Enßlin und Laiblins Verlagsbuchhandlung, 1935. — (60) — Das Büchlein ist für das Alter von 13 bis 16 Jahren bestimmt. Und es ist als Lektüre für die reifere Jugend vorzüglich geeignet, zeigt es doch, wie ein eiserner Wille, der freilich mit einer sich elementar äußernden Anlage zur bildenden Kunst gepaart ist, siegreich alle Hindernisse überwindet. Aber für die Freunde der Kunst Ernst Eimers ist es mehr als eine Erzählung für die Jugend, sondern eine eigne Lebensbeschreibung des Verfassers. Der Held der Erzählung, Hermann Kraft, ist Ernst Eimer selber, Buchenhain ist sein Heimatdorf Groß-Eichen. Wie alle Bücher des Verfassers ist auch diese Selbstschilderung seiner Jugendzeit durch einen goldnen Humor verklärt. Wie oft wird die Hoffnung des jungen Kunstbeflissenen auf den versprochenen Lohn getäuscht, aber das macht ihn nicht bitter: denn er liebt die künstlerische Betätigung um ihrer selbst willen. Wir erleben in dem Buche auch die Entstehung zweier seiner schönsten Radierungen, der beiden Handwerksburschen und des Volksliedes, wir sehen den Maler an Sommertagen im Wald neben den Buchenwurzeln liegend, in die märchengrüne Einsamkeit träumen und neben ihm in seiner Phantasie die wundersamen Wichtelmännchen mit ihren Käfern, Raben, Enten und Eulen über den Weg huschend, die er in vielen, für seinen kindlich reinen Sinn so kennzeichnenden Bildern festgehalten hat. Ernst Eimer, selbst aus dem Volke heroor- gegangen, weiß dessen Herz zu ergreifen wie fetten einer. Das Hessenland darf dem feinsinnigen Malerpoeten herzlichen Dank wissen für diese neue Gabe seiner Feder und seines Zeichenstiftes. Prof. Dr. jur. et phil. Karl Esselborn. — „Höchster Scherw e." Geschichten aus dem alten Höchst. Von I. Renting. 3. Auflage. 111 Seiten. Preis 1,50 Mark. N. G. Elwert, Verlag, Marburg 1935. — (150) — Diese heiteren Geschichten für Haus und Feierstunde, gereimte und ungereimte, „dem Andenken des Goetheforschers Dr. Ernst Traumann in Dankbarkeit gewidmet", liegen nun bereits in dritter Auflage vor, was wohl am besten die Zugkraft und Beliebtheit dieser urwüchsig-komischen Mundartschwänke beweist. Sie werden dem Leser, sofern er einigermaßen „von hier" ist, eine Stunde ungetrübter Heiterkeit bereiten, sind auch zum Vortrag und zum Vorlesen sehr geeignet und werden überall ein dankvares und erheitertes Publikum finden. Uebrigens stellt das Bändchen eine schätzenswerte Bereicherung des Heffen-Nas- sauischen Wörterbuckes bar; auf die Einleitung „Einiges über die Aussprache" sei ausdrücklich hingewiesen. — Ivar Lißner: Blick nach draußen! Frankreich, USA., Engl and heute. Kartoniert 2 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (51) — Diese Schrift ist der Ruf der deutschen Jugend an die Jugend Frankreichs, Amerikas und Englands, nun endlich über alle Mißverständnisse und Verleumdungen hinweg, dem das neue Deutsche Reich ausgesetzt war, gemeinsam den Weg zur Verständigung zu beschreiten und den Frieden zu sichern. Aus eigenen Anschauungen und Erfahrungen, die der Verfasser sich auf ausgedehnten Reisen erworben hat, entwirft er ein treffendes Bild der politischen Situation in den genannten Ländern. Lißner sieht, wie nach schweren inneren Krisen sich Verhältnisse, anbahnen, die von einem neuen Geiste durchdrungen auch eine neue politische Entwicklung Europas ermöglichen. Er weiß die Forderungen, die sich aus den volklichen, wirtschaftlichen und politischen Tatsachen ergeben, für die Sicherung des Friedens zu ziehen. Ein unerschütterlicher Glaube an die Ueberwindung der Probleme lebt in dieser Schrift, aus deren Geist heraus die Jugend diesseits und jenseits der Grenzen die Wege zur Sicherung des europäischen Friedens finden sollte. — Karl Mainz, Der polnische Außenhandel (Preis 4 Mark) und Peter Heinz Seraphim: 2)i e Handelspolitik P 0 - lens (Preis 2,50 Mark). Beide im Verlag Volk und Reich, Berlin, Schriften des Instituts für Osteuropäische Wirtschaft — (31/32) — Die Wiederanknüpfung handelspolitischer Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Polen macht es allen Kreisen der Wirtschaft zur Pflicht, sich ein Bild der handelspolitischen Entwicklung Polens zu verschaffen, um die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen auf dieser Grundlage richtig beurteilen zu können. In den Schriften des Instituts für Osteuropa!, sche Wirtschaft sind zwei Bücher erschienen, die diese Frage, und zwar jedes unter einem besonderen Ge- sichtspunkt, behandeln. Das eine ist die Arbeit von Mainz über den polnischen Außenhandel, die rein stofflich den Umfang, die Bedeutung und die Richtung des polnischen Außenhandels behandelt. Das Buch von Seraphim führt dagegen zu den Fragen der polnischen Außenhandelspolitik. Es versucht ein Bild der die polnische Handelspolitik hemmenden ober fördernden Kräfte zu zeichnen. Bei der wirtschaftspolitischen Zielrichtung der deutschen Außenhandelspolitik, einen Ausgleich der deutsch-polnischen wirtschaftlichen Interessen zu finden, ist diese Betrachtung der polnischen Außenhandelsprobleme von besonderem Wert. — Prof. Dr. W. H i s ch e: Deutscher Artz e i t s d i e n st a I 5 Erziehungsgemein, schäft. Mit einer Einführung von Hermann Tho- lcns, Gauarbeitsführer und Leiter des Amtes für Arbeitsplanung und Arbeitsausbildung in der Reichsleitung des Arbeitsdienstes. Kart. 1,60 Mark. B. G. Teubner, Leipzig. — (75) — Aus praktischer Erfahrung im Arbeitslager betrachtet Hische die Aufgaben des Arbeitsdienstes als Erziehung zur Gemeinschaft und die ihm hierfür gegebenen Mittel und ihre Leistungsmöglichkest. Die Wesenszüge echter Leistung und Gemeinschaft, wahres Führer- tum, Wechselwirkungen zwischen einzelnem und Gemeinschaft werden klargestellt. Lagerführer, Schulungsleiter und Arbeitskameraden fordert die Schrift 3ur Auseinandersetzung mit ihrer Aufgabe und zu strenger Selbstprüfung auf. — I. van Dijck: Wie lerne ich zeich- nen? Leipzig 1935. Koehler & Amelang. Volksausgabe in Ganzleinen nur 2,85 RM. —(29) — Mit diesem neubearbeiteten Buche wird ein Wunsch vieler erfüllt werden, die es schon so oft schmerzlich empfunden haben, daß sie' nicht in der Lage waren, einfache Dinge mit wenigen Strichen klar und anschaulich darzustellen. Seit Jahren schon hat sich diese Anleitung zum Erlernen der Zeichenfertigkeit immer und immer wieder in der Praxis bewährt und wird auch in Zukunft in dieser Neuauflage Kinder und Erwachsene zum Erfolg führen. Viel Neues, was die heutige Jugend begeistern wird, nämlich eine Anzahl unserem technischen Zeitalter entnommener Vorlagen, ist der Neuauflage beigefügt. Der Lernende wird zum Schauen und Erfassen des Wesentlichen erzogen^ Es ist zwar kein Lehrbuch für den Zeichenunterricht an den Schulen, dem Junglehrer aber, der während der Stunde etwas bildhaft wiedergeben muß, oder den Eltern, die die den Kindern meist angeborene Lust am Zeichnen fördern wollen, ihnen wird dieses Buch wertvolle Hilfe und Anregung geben können. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die neu über dem Ostatlantik erschienenen Tiefdruckwirbel haben sich nordwärts verlagert, doch hat das Regengebiet an feiner Vorderseite auf unser Gebiet noch Einfluß. Da auch weiterhin mit dem Zustrom feuchter Meeresluft auf das Festland gerechnet werden kann, bleibt die Wetterlage trotz hohen Luftdrucks noch unbeständig, wenn auch nicht durchweg unfreundlich. Aussichten fürFreitag: Gelegentlich aufheiternd, doch überwiegend bewölkt, bei südlichen Winden ziemlich warm. Aussichten für Samstag: Bewölkt und immer noch unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 19. Juni: mittags 16,8 Grad Celsius, abends 15 Grad; am 20. Juni: morgens 11,8 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum 8,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Juni: abends 15,8 Grad; am 20. Juni: morgens 13,8 Grad. Sonnenscheindauer 5,6 Stunden. Niederschläge 2,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol für Den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Für Giefeen und Wieseck! fnd&ültig $Muß mit den Sonder-Vergünstigungen: 20 und 50 cbm Gas - Gutschrift bei Rückgabe von alten Gas-Kochern und -Herden Ab Freitag abend 7 Uhr muß der ein geführte Gas-Laden, Bahnhofstraße29, wegen anderweitiger Vermietung geschlossen werden Einige Gasherde und Gas - Heilquelle können bei der Sonder-Vergünstigung bis zum 21. 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Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 2ü.Zuni 1955 3« Talar und Allongeperücke. 4 W R M I: - 'i fj « $ Ä WA jK > Lord Hailsh am, der frühere englische Kriegsminister, wurde im Londoner Gerichtshof a l s Lord- kanzler vereidigt. — Unser Bild zeigt Lord Hailsham, gefolgt von seinem Stabe, beim Verlassen des Gerichtshofes. — (Weltbild-M.) Erdreich In den Seen ab. Seichter wurden die Gewässer, die Schiffahrt mußte eingestellt werden, ein Lebenszweig war abgeschnitten Bald wichen die spiegelnden Fluten der Seen weiten Morästen, in denen die Erreger von Malaria, gelbem Fieber und anderen Infektionskrankheiten riesige Brutstätten fanden. Das einst gesunde herrliche Land wurde zu einer Seuchenhölls, in der ganze Stämme dahingesiecht sein müssen. Die_ übrigen flohen verarmt, von Krankheiten zermürbt aus ihren Palästen, aus der Heimat; die Maya zerstreuten sich. Und im Laufe von Jahrhunderten hat der Wald die Stätten einst blühenden Lebens wieder überwuchert. 4 Der Rotkreuztag. Aufruf des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger. Lpd. Frankfurt a. 21L, 19. Juni. Gauletter Reichsslatthalter Sprenger erläßt zum Rot- k r e u z t a q am 22. und 23. Juni folgenden Aufruf: „Das Deutsche Rote kreuz hat an diesen Tagen die einzige Gelegenheit, zu werben und Gelder für seine einzigartigen Aufgaben zu sammeln, jch bitte alle Volksgenossen, nach können zum Erfolg dieser Sammlung beizutragen. lieber die schweren Aufgaben des Roten Kreuzes bedarf es keiner wetteren Belehrung. Während des gewaltigen Ringens im Welt- kriege ist die fürsorgliche pflege und Opferbereitschaft des Roten Kreuzes, insbesondere seiner schwesterlichen pflege, so veranschaulicht und allen Volksgenossen bekannt geworden, daß jeder gerne seine Spende dem Roten Kreuz zuwenden wird. Die Role Kreuz- Sa m m l u n g soll von dem Opferwillen unseres ganzen Gaues zeugen. heil Hitler! Sprenger. Kundgebung des Leiters der 7iSV. Der Hauptamtsleiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt der NSDAP., H i l g e n f e l d t, hat der Hauptverwaltung des Deutschen Roten Kreuzes seine Wünsche zum Rotkreuztag in folgender Zuschrift übermittelt: „Dem Rotkreuztag wünsche ich herzlich b e st e n Erfolg. In unserem neuen Deutschland kennen wir nicht mehr ein Gegeneinander der Kräfte, die für volkswichtige Aufgaben eingesetzt sind. Sie dienen alle dem Ganzen. Jeder Erfolg eines so wichtigen Gliedes, wie es das Deutsche Rote Kreuz im Reiche Adolf Hitlers ist, ist ein Erfolg für uns alle. Gez. H t l g e n f e l d t." Regierungsrat Reiner, Präsident des Hessischen Landes-MännervereinS. Lpd. D a r m st a d t, 19. Juni. An Stelle des früheren Staatsminister Jung wurde auf Vorschlag des Herrn Reichsstatthalters der stellvertretende Gauleiter, Regierungsrat Reiner, vom Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes mit dem 15. Juni d. I. zum Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Hessischen Landesmännervereins, ernannt. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes sammelt selbst. D a r m st a d t, 19. Juni. (LPD.) Am Rotkreuztag wird diesmal auch der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, persönlich sich an der Sammlung in Hessen beteiligen. Er fährt, von Wiesbaden kommend, über Kastel, Groß- Gerau, Darmstadt, Jugenheim, Bensheim, Heppenheim in Richtung Heidelberg und wird an den größeren Orten an dieser Strecke eine Zeit lang selbst sammeln. Welche Orte und welche Zeit hierfür in Betracht kommen, kann noch nicht angegeben werden. Zwei greise Trais-Horloffer feiern Geburisiag. UIS uueue myo - und vor allem Ma s zu bauen. UnD nun kam oas Wald vor Ueberschwemmung und hebt Wasier aus "no °or auem ^assermassen der tropischen für die Zeit der Hitze und Trockenherb -Aber er Beryan^ms'^Erprafselten und nicht mehr vom ist auch eine Sch u tz w an d gegen d t) B aufaefanaen wurden, schwemmten sie den Die Erforscher der amerikanischen Vorgeschichte fanden im heutigen Guatemala die Ruinen großer Städte, in denen einst Menschen non hohem Kulturstand gewohnt haben müssen Wohin sind sie verschwunden? Dafür, daß kriegerische Ereignisse etwa die Macht der Maya zerstört, ihre Kultur vernichtet, ihre Volkskraft gebrochen hätten, geben die herrlichen Bauten, die man unter dem heutigen Urwald fand, keinen Anhaltspunkt. Jetzt ist der amerikanische Geologe Dr. C. W. Cook im Auftrage der Geologischen Landesanstalt der USA. in Guatemala gewesen und hat spe- ziell die einstigen Wohnsitze der Maya erforscht. Er kommt nun zu dem aufsehenerregenden Schluß — und andere Sachkenner stimmen ihm, wie der „Kosmos" berichtet, darin völlig bei —, daß der Raubbau am Walde auch den Tod der Maya verschuldet hat. Einst lagen an den Ufern weiter klarer Seen ihre Städte. Von waldigen Höhen flössen Bäche und Flüsse und bewässerten die fruchtbaren Tiefebenen. Ackerbau, Handel und Schiffahrt über die Seen brachten großen Reichtum, von dem die Ruinen noch heute Zeugnis ab- leqen. Aber die Ebenen mochten allmählich die wachsenden Volksmengen nicht mehr zu ernähren. Da rodete man den Wald immer weiter an den Hängen hinauf, um auch hier Weizen und Gerste und vor allem Mais zu bauen. Und nun kam das sltgeschichte des Waldes. Oer Hüter der Quellen. - Korns Aufstieg und Siziliens llntergang. Holz als Wirtschastsfaktor. Von Dr. K Schnitter. . des zu sorgen —, da weht der Wind auch die letzte Krume fruchtbaren Erdreichs von dem Felsuntergrund, und kein Baum oder Strauch kann mehr Wurzeln schlagen. Bei dem großen Aufbauwerk in Rhön und Spessart, einst ebenfalls fruchtbaren Gebieten, die durch Raubbau am Walde verelendeten, zeigt sich auch eine weitere Wirkung des Waldes: Man hat feststellen können, daß dort das Klima sich nach dem Roden der Wälder so verschlechtert hat, daß im Jahresdurchschnitt öie Temperatur um einen Wärmegrad gesunken ist. Der Wald schützt nicht nur gegen die kalten Winde, sondern speichert selbst auch Wärme auf, so daß sich z B. im Frühjahr der Boden im Walde schneller erwärmt als draußen Die Kultur von Helws wuchs im Wald. So hatten es die dicht besiedelten Täler Griechenlands nicht zuletzt "dem Walde zu danken, daß sich in ihnen die geschichtlichen Staaten und ihre hphe Kultur entwickeln konnte. Die anbaufähigen Ebenen waren freilich an Aüsdehnung gering, aber die Gebirge waren mit Wald bedeckt, und er sorgte für genügende Bewässerung, schützte vor Ueberschwem- mungen wie vor der Dürre der subtropischen Zonen und hielt die Winde fern. Daher konnten damals bei künstlicher Wasserwirtschaft in dem günstigen Klima die Aecker zweimal im Jahr abgeerntet werden. Als die Walder abgeholzt wurden, ohne daß planmäßige Bestände aufgeforstet worden wären, war es auch mit dem Bauernreichtum dieser Täler zu Ende. Fast in jedem Jahr lesen wir von grauenhaften Ueberschwemmungen in China oder Indien. Der H o a n g h o z. B. tritt über die Ufer und seine gelben Fluten reißen ganze Dörfer mit sich und bedrohen nicht selten sogar Städte wie Nanking. Ihren tiefsten Grund haben auch diese Katastrophen darin, daß einst die riesigen Monsum- wälder abgeholzt worden sind, die als Regulator für die Wassermassen wirken konnten. — Wohl am furchtbarsten hat sich aber der Wald einst an den Mayas in Mittelamerika gerächt. Oas Rätsel von Guatemala. Der Wald ist die Heimat der Quellen, der Bäche und Flüsse. Das Wasser, das im Regen vorn Himmel fällt, wird vom Wald wie von einem Schwamm aufgesogen und aufgespeichert. Den Platzregen halten die Kronen der Baume er rieselt dann langsam auf den weichen Boden herab und versickert dort in Sand und Kies, in den Rissen der Kalksteine. In den Höhlungen der Berge oder in wasserdurchlässigen Erdschichten staut sich das Wasser auf, bis es einen Abfluß findet, aus dem es als Quelle ans Tageslicht tritt. — So schützt oer Was wir aus Holz machen. Was machen wir heute nicht alles aus Holz! Zum Hausbau und zur Wohnungseinrichtung, wozu in früheren Jahrhunderten die Stämme des Waldes vor allem zersägt wurden, verwenden wir nur noch den weitaus kleineren Teil der jährlich anfallenden Schläge und gar zum Heizen wird nur noch das Holz verbraucht, das zu anderen Zwecken gar nicht nutzbar ist. Aber wir benötigen ungeheuere Mengen Holzes für die Produktion der verschiedensten Papiere, der Bries, den wir fcbreiben, das Material, mit dem wir unsere Pakete verpacken, die Zeitung, die zur gewohnten Stunde auf dem Tisch liegt, sind zum größten Teil aus Holzfasern hergestellt Kunstseide und Kunst- wolle, alle die Textilien, die in leuchtenden Farben und mannigfacher Webart uns von der modernen Chemie geschenkt worden sind, bestehen aus Cellulose, die wieder aus Holz gewonnen wird. Und weiter: Wir vergasen Holz in den Automobilen, wir verzuckern es, um daraus Viehfutter zu gewinnen oder um den Zucker zu vergären und in Form von Sprit wiederum den Leichtöl-Treibstoffen beizumengen Man könnte faft von einer „Holzzeit-Kultur" sprechen. Und doch werden wir uns selten bewußt, wie stark die Existenz der Völker von dem Bestand ihrer Wälder abhängt Hätten wir zu wenig Holz auf der Erde, so würde die Chemie sicher einen anderen Werkstoff an dessen Stelle setzen. Aber die Menschheit würde trotzdem untergehen, denn die Wälder sind mehr als Holzproduzenten, sie haben zu allen Zeiten Geschichte gemachtl Oer Apennin war einst bewaldet. Als — nach der Sage, die sicher einen wahren Kern hat — die flüchtigen Trojaner unter Aeneas an der Tibermündung landeten und Rom erbauten, da trafen sie dort auf volkreiche Stämme, die auf dem Boden Italiens ihre Nahrung fanden. In der geschichtlichen Zeit aber wurde die Insel Sizilien die „Kornkammer" Italiens. Von dort kamen die Getreideschiffe, wenn das Volk von Rom „Brot und Spiele" forderte. Denn die Höhen des Apennin waren kahlgeschlagen, die reichen Wälder, die dort einst gegrünt hatten, waren dem Städtebau zum Opfer gefallen oder als Schiffsplanken in den Seekriegen zersplittert und verbrannt worden. Mit dem Wald war ab'er auch die Fruchtbarkeit der Aecker geschwunden. - Erst im verflossenen Jahr kam tue Nachricht, daß das neue Italien die Sunden der Vorzeiten gutmachen und die Bergrücken w i e - b e r a u f f o r ft e n will. — Aehnlich gmgs spater in Sizilien. Diese Insel, die einst neben ihren eigenen Einwohnern die Millionenstädte Italiens ernähren konnte, ist heute verödet. Immer mehr Holz war abgeholzt worden, bis mit ihm die Ursache der Fruchtbarkeit dahin war. Der Wald als Wafferspeicher. Am heutigen Donnerstag, 2 0.1 u n i, wird — wie wir gestern bereits berichteten — der frühere Schäfer Georg Karl Wilhelm Michel in Trais-Horlo ff 80 Jahre alt, am morgigen Freitag, 21.Juni kann der frühere Gemeinde- und Kirchenrechner von Trais-Horloff, Heinrich Karl H u b l i tz, den 9 2. Geburtstag begehen. — Unser Bild (links) zeigt Herrn Miel, das andere Bild (rechts) zeigt Herrn H u b l i tz. Beide Jubilare erfreuen sich noch bester Frische. — (Aufn. [2j: Neuner, Gieß. Anz.) Lilian Harvey filmt wieder in Deutschland. M ■ Die Filmschauspielerin Lilian Harvey, die längere Zeit in Amerika gefilmt hat, ist jetzt, mit dem Flugzeug von London kommend, wieder in Berlin eingetroffen. Eine große Menschenmenge hatte sich zum Empfang auf dem Tempelhofer Feld eingefunden. — Unser Bild zeigt die beliebte Darstellerin mit ihrem Partner Willy Fritsch, der sie zum Ausgang begleitet. Die Harvey wird jetzt wieder bei der Ufa filmen, die einen langfristigen Vertrag mit ihr abgeschlossen hat. Ihr neuester Film — unter dem Titel „Schwarze Rose" — behandelt einen Stoff aus der finnischen Freiheitsbewegung. Aus der provinztalhaupistadi. Wenn die Kinder groß werden... Es ist das Recht der Jugend, sich Rat und Hilfe von den Erwachsenen zu holen. Die Eltern arbeiten darauf hin, daß die Kinder zu ihnen kommen und sie vertrauensvoll fragen, wenn sie nicht weiter wissen. Dieses schöne Eltern - Kinder - Verhältnis dauert so lange, bis die Kinder heranwachsen und anfangen, selbständig zu werden. Dann gefällt es ihnen nicht mehr, immer die Nehmenden zu sein, im Gegenteil, sie fühlen jetzt den Willen und die Kraft in sich, den Eltern zu geben, ihnen zu helfen. Auf diesen Zeitpunkt müssen die Erwachsenen achten. Wenn die Kinder anfanoen zu fragen: „Warum habt ihr so ernste Gesichter? Macht chr euch Sorgen?" dann sollen die Erwachsenen nicht schonend sagen: „Das versteht ihr noch nicht. Dazu seid ihr noch zu jung." Diese Einstellung ist falsch Denn gerade durch diese Frage beweisen die Kinder, daß sie reif genug geworden sind, um an den Sorgen iyrer Eltern teilzunehmen. Natürlich dürfen die Erwachsenen nun nicht jede Rücksicht auf das jugendliche Alter der Kinder fallen lassen. Mit einem Schlage können die Kinder die Kümmernisse der Eltern nicht tragen. Aber ihnen nach und nach einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern zu gewähren, sie zur Mitarbeit heranzuziehen und die Kinder an den gemeinsamen Beratungen reifen zu lassen — das schafft ein ganz neues Vertrauen zwischen den Generationen, das hebt den Mut der Kinder und macht sie gleichzeitig erfahrener und weitblickender. Sie sehen ein neues Wirkungsfeld vor sich, wo sie ihre jungen Kräfte erproben können. Und dann erscheinen ihnen die Erwachsenen jetzt in ganz neuem Lichte: nicht mehr als überragende Persönlichkeiten, die selber keine Hilfe brauchen, sondern als ringende Menschen, und auf einmal bekommen die Kinder eine yohe Meinung von ihren Eltern, eine Achtung, die wertvoller und dauernder ist als die instinktive kindliche Zuneigung. Erste Anschaffungen für den werdenden Soldaten Major Foertsch vom Reichskriegsministerium teilt in seiner „Wehrpflicht-Fibel" (Verlag Offene Worte, Berlin W 35) mit: Der Soldat findet sich am Gestellungstage in Zivil in der Kaserne ein. Als erstes erfolgt seine Einkleidung. Alles, was er an Wäsche und Bekleidung benötigt, wird ihm geliefert. Während der Dienstzeit ist Ziviltragen verboten. Da das Spind mit seinem beschränkten Raum für den Zivilanzug keinen Platz bietet, erfolgt in der Regel nach der Einkleidung die Absendung an Eltern oder Verwandte. Ein passender Karton ist zweckmäßig mitzubringen. Folgende Bedarfsgegenstände soll sich der Soldat au1 eigene Kosten beschaffen: Zur Reinigung der Bekleidung: Kleiderbürste, Waschbürste, Klopfpeitsche. Für Reinigung von Stiefeln und Lederzeug: Schmutzbürste, Auftragbürste, Schuhbürste, Lederfett, Schuhcreme, Putzlappen. Für die körperliche Reinigung: Gesichtsseife, Waschseife, Handwaschbürste, ein Wasserglas, eine Zahnbürste, Zahncreme, Kamm und Bürste. Rasierzeug, Nähzeug mit Schere, Nähnadeln und grauen, schwarzen und weihen Zwirn, eine blaue Schürze, eine Kaffeetasse, ein Eßbesteck, Teller oder Aufschnittbrett, ein Vorhängeschloß (Sicherheitsschloß für Spind). Zur Unterbringung von Putzzeug sind entsprechende Kasten (notfalls Zigarrenkisten) notwendig. Wer die vorstehend ausgeführten Gegenstände in gutem Zustande bereits ganz oder teilweise in seinem Besitz hat, bringt sie zweckmäßig mit, da so unnötige Ausgaben gespart werden können. Die Anschaffung aller Gegenstände im Garnisonort kostet etwa 9 bis 9,50 Mark. Vornotizen. —Tageskalender für Donnerstag: NS.-G. „Kraft durch Freude": 20 bis 21.30 Uhr Experimental-Vortrag von Prof. G e r t h f e n: „Die Erforschung des Durchganges der Elektrizität durch Gase" im Physikalischen Institut, Stephanstraße 24. — NS.-G. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr für Oer Führer ehrt Professor Kuhn, Gießen. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der wegen Erkrankung aus dem Amte scheidende Ordinarius für Hygiene in Gießen, Professor Dr. Philaletbes Kuhn, erhielt zusammen mit der vom Füyrer unterzeichneten Entlassungsurkunde den folgenden persönlichen Brief des Führers: Der Führer und Reichskanzler. München, den 6. Juni 1935. Sehr geehrter Herr Professor! Ihrem Anträge, Sie aus Gesundheitsrücksichten von den amtlichen Verpflichtungen vorzeitig zu entbinden, habe ich durch beiliegende Urkunde entsprochen. Ich benutze diesen Anlaß, Ihnen für Ihre erfolgreiche akademische Wirksamkeit, die leider viel zu früh das Ende erreicht, meine Anerkennung auszusprechen. Ich verbinde damit meinen besonderen Dank für die Verdienste, die Sie sich in Ihrem Wirken um das Lebendigwerden des Nationalsozialismus insbesondere an Ihrer Lehrstätte und damit auch für unser Völk erworben haben. Mit deutschem Gruß! Adolf Hitler." ♦ Professor Dr. Kuhn war seit 1926 Inhaber des Lehrstuhls für Hygiene an der Universität Gießen. In Anerkennung seiner Verdienste um Hochschule, Volk und Vaterland wurde ihm Anfang April d. I. durch den Rektor und den Dekan der Juristischen Fakultät unserer Universität das Diplom des Ehrendoktors der Juristischen Fakultät überreicht. In dem Bericht über diese Ehrung („Gießener Anzeiger" Nr. 78 vom 2. April 1935) anläßlich seines Uebertritts in den Ruhestand schrieb die Pressestelle der Universität Gießen u. a.: „Kuhn ist einer der wenigen Hochschullehrer, die schon seit vielen Jahren zu den Anhängern unseres Führers gehören. Mit unermüdlicher Tatkraft und zähem Willen hat er sich stets für die geistige Erneuerung von Volk und Hochschule eingesetzt, dem Dienst für die Allgemeinheit hat er seine Gesundheit geopfert. Seiner jugendfrischen Kampfnatur fällt es auch jetzt noch schwer, sich der wohlverdienten Ruhe hinzugeben, aber er kann stolz sein auf das, was er geleistet hat. Kameraden und Freunde werden ihm auch weiterhin dankbare Treue halten." Professor Dr. Kuhn steht, wie wir heute ergänzend mitteilen können, schon seit 1923 in der nationalsozialistischen Bewegung. Er war damals, während er die Professur für Hygiene an der Technischen Hochschule in Dresden innehatte und Kurator des Hygiene-Museums sowie Direktor der Landesstelle für öffentliche Gesundheitspflege in Dresden war, gemeinsam mit dem jetzigen Gauleiter und Reichsstatthalter in Sachsen, M u t s ch m a n n , in der Führung der nationalsozialistischen Bewegung in Sachsen tätig. In Würdigung und dankbarer Anerkennung jener Arbeit in der Gefolgschaft Adolf Hitlers wurde Professor Kuhn von dem Gauleiter M u t s ch m a n n das Ehrenzeichen von 1923 verliehen. jüngere, 21 bis 22 Uhr für ältere Frauen fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum, Dammstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der bunte Schleier". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 3 Uhr c. t. Gang durch das Versuchsfeld des Landwirtschaftlichen Instituts unter Leitung von Prof. S e s s o u s. — DerHilfsbundder Deutsch-Oester- reicher, Ortsgruppe Gießen, lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einer Kundgebung am kommenden Samstag ein. Näheres in der Anzeige. Aufnahme von Arbeit in der Landwirtschaff. Zur Aufklärung! Dom Arbeitsamt Gießen wird uns geschrieben: Die Bereitstellung jüngerer Arbeitskräfte für die heimische Landwirtschaft macht zur Zeit Schwierigkeiten. Zur Ueberwindung dieser Krise ist die anderweitige Arbeitsaufnahme solcher Kräfte, die vor dem 1. April 1935, sowie am 18. Mai 1934 und zuvor eine gewisse Zeitspanne in der Landwirtschaft arbeiteten, vorläufig eingeschränkt. Dies gilt sowohl für männliche, wie für weibliche Arbeitskräfte. Die Bestimmung sagt aber keineswegs, daß nun alle jungen Leute, die jetzt Landarbeit verrichten, sie zeit ihres Lebens ausüben müßten. Es kann der Jugend nur empfohlen werden, sich auch einmal zur Arbeit beim Bauern zu melden. Irgendwelche Verpflichtung aus dieser Zurverfügungstellung entsteht nach de« geltenden Bestimmungen nicht. Entae'tbuch für Heimarbeit Das Arbeitsamt Gießen teilt mit, daß sämtliche im Arbeitsamtsbezirk Gießen befindlichen Arbeitgeber, die Heimarbeiter beschäftigen, die Entgelt- bücher umgehend dem Arbeitsamt vorzulegen haben. Der letzte Termin zur Eintragung des Sichtvermerkes ist der 1. Juli 1935. Vorsicht beim Mähen! Die Heuzeit ist herangekommen. Alljährlich wird, sobald das Mähen beginnt, berichtet, daß da und dort Gelege von Fasanen und Rebhühnern ausgemäht worden find, ober daß ein Rehkitz der Mähmaschine zum Opfer gefallen ist. Solange mit der Hand gemäht wurde, kam das seltener vor. Jetzt aber, wo fast überall die Maschine in Tätigkeit tritt. sind derartige Fälle nicht selten, sie gelangen aber viel weniger zur Kenntnis der Öffentlichkeit, als sie sich ereignen. Vielfach wird in Jägerkreisen der Rückgang gewisser Wildarten zu einem nicht unbeträchtlichen Teil der Mähmaschine zugeschrieben, und unberechtigt ist dieser Vorwurf jedenfalls nicht. Alljährlich fallen ihr unzählige Gelege zum Opfer, und auch Rehkitze werden häufig von Messern erfaßt. Die jungen Tiere drücken sich im Gras fest an den Boden, so daß der Mäher sie meist erst bemerkt, wenn das Unglück bereits geschehen ist. Ein sehr einfaches Mittel, dies zu verhindern, besteht darin, vor Beginn des Mähens die Wiese von einem guten Jagdhund absuchen zu lassen. In jedem Orte wird sich bestimmt ein Jäger finden, der einen zuverlässigen Hund besitzt, und ebenso gern wird er bereit sein, dem Wunsche des betreffenden Landbesitzers zu folgen, handelt es sich doch um fein Wild, das er unter allen Umständen schonen will. Auf diese Weise aufgefundene Gelege lassen sich leicht umgehen, und das stehengebliebene Gras kann später, wenn das Gelege ausgefallen ist, nach- gcmäht werden. Hände weg vom Kitz! Sehr häufig kommt es vor, daß man auf Spaziergängen Jungwild trifft, das anscheinend von der Mutter verlassen ist. Mitleidige Seelen glauben dann, sich des Kitzes annehmen zu müssen. Der Betreffende handelt aber nicht nur falsch, sondern er verstößt auch noch gegen die gesetzlichen Bestimmungen und macht sich strafbar. In fast allen Fällen ist es so, daß sich das Muttertier von dem Kitz bei der Annäherung des Menschen entfernt hat, weil es keine Möglichkeit sah, das Kitz in Sicherheit zu bringen. Es kehrt sofort zurück, wenn der Spaziergänger sich entfernt hat. Hat er aber das Kitz berührt, so kann es. verkommen, da die Ricke, von dem Geruch des Menschen abgestoßen, das Kitz nicht wieder annimmt, und das Kitz geht dann unweigerlich ein. Unter keinen Umständen sollte man deshalb Kitze anfassen. Kerckhoff-Vorlesung in Aad-Nauheim. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der William G. Kerckhoff-Stiftung (Kerckhoff-Jn- ftitut) zu Bad-Nauheim, Professor Dr. Eger von der Universität Gießen, hat zu der ersten öffentlichen Kerckhoff-Vorlesung im Kerckhoff-Institut in Bad-Nauheim am Mittwoch, .26. Juni, eingeladen. Die Festfolge sieht vor: Begrüßungsansprache von Professor Eger, Berichte über die Arbeiten der Stipendiaten, Festvortrag von Professor R e g e n e r, Stuttgart, über „Neuere Ergebnisse der Ultrastrahlungs-Forschung", Filmvorführung von Privatdozent Dr. Schopp er, Gießen, Schlußwort von Professor Eger. Oer Film »Oie Sünden der Väter-' in Gießen. Von der Abteilung Erbgesundheits- und Rassenpflege bei -der Hessischen Aerztekammer (Leiter Dr. med. Kranz in Gießen, Beauftragter für Rassen- und Bevölkerungspolitik bei der Gauleitung Hessen-Nassau) wird uns mitgeteilt, daß am nächsten Mittwoch, 26. Juni, um 20.30 Uhr im Hörsaal des Pathologischen Instituts vor Vertretern von Partei und Staat eine Vorführung des von der Reichsleitung des Rassenpolitischen Amtes hergestellten Films „Die Sünden der Väter" stattfindet. Der Film behandelt in besonders eindrucksvoller Weiss den rassen- und bevölkerungspolitischen Stand von der qualitativen Seite aus. Die öeutfdie flrbcitdfront n.9.=6cmeinf(haft „Kraft durch freute" Tanzgastspiel Hannah Spohr und Tanzgruppe Lalle Müller, Sonnlag, 23. Juni, abends 8 Uhr, nicht 7 Uhr. Der Beginn des Tanzfestspieles ist von 7 auf 8 Uhr verlegt worden. Alle Freunde dieser beschwingten, überall Freude bringenden Kunst sollten sich diesen Tanzabend ansehen. Hannah Spohr, längst in Gießen keine Unbekannte mehr, und die Tanzgruppe Lotte Müller, Frankfurt a. M., bildeten den Kern der Tanzfestspiele, die im Januar d. I. von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" vor fast 4000 Zuschauern im Hippodrom zu Frankfurt aufgeführt wurden. Preise der Plätze: 60 Pf. bis 1,50 Mark. Karten im Vorverkauf: Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße, bei sämtlichen KdF.-Warten, bet Ernst Challier und im Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg. Dissenschaft im Dienste des Volkes. Am heutigen Donnerstag, 20. Juni, findet im Physikalischen Institut, Stephanstraße 24, ein Experimental-Vortrag des Herrn Professors Gerth - s e n statt über „Die Erforschung des Durchgangs der Elektrizität durch Gase", eines der interessantesten wissenschaftlichen Themen, die auch dem Laien zweifellos viel Freude bringen werden. Die Erforschung des Durchganges der Elektrizität durch Gase, die bis auf den heutigen Tag noch nicht zum Abschluß gekommen ist, vermittelte zunächst eine Fülle von wundervollen Aufschlüssen über das Wesen des Stoffes und die Natur der Strahlung. Daß sie auch die Grundlagen einer gewaltigen Industrie geschaffen hat, daß die ärztliche Wissenschaft ihr gewaltige Hilfsmittel entlehnen konnte, ist die Auswirkung des Forschers und kennzeichnet seinen Dienst am Volke. Rheinfahrl auf den 14. Juli verschoben. Wegen des in Koblenz stattfindenden Gauparteitages des Gaues Koblenz hat uns die Reichsbahn in letzter Stunde den beabsichtigten Zug nach dem Rhein nicht genehmigt. Unsere Rheinfahrt wird deshalb verschoben auf Sonntag, 14. Juli. Urlauberzug vom 19. Juli bis 2. August nach ZchlesieN'Glatzer Bergland. Fahrtkosien 57 Mark. Diese zweiwöchige Urlaubsfahrt führt in Deutschlands Südosten, in das Schlesierland. Das Urlaubsgebiet im Glatzer Bergland bietet in seiner Ar» neue Reize, die so vielen Bewohnern des westlichen Deutschlands verschlossen blieben, denen jetzt CREME: 15 Pf.-RM 1.00 / 01: 35 Pf.-RM 1.20 . wüt NIVEA „Der bunte Gchle'er " Lichtspielhaus. In einer angesehenen deutschen Zeitschrift hat vor einiger Zeit allen Ernstes eine Aussprache darüber stattgefunden, ob die Garbo wirklich eine große Schauspielerin sei oder ob ihre stürmischen Erfolge in aller Welt nicht etwa nur eine Angelegenheit internationaler, unberechenbarer Mode- laune, geschickter Reklame und rätselhafter Massensuggestion seien. Wir glauben zwar, daß eine tüchtige und unermüdliche Reklame an dem gewiß erstaunlichen und in unserer Zeit auch wohl einzigartigen Aufstieg der Garbo zu einem guten Teil mitgeholfen hat; aber wir sind ebenso davon überzeugt, daß die Garbo, die einmal ein völlig unbekanntes junges Mädchen namens Greta Gustavsfon war, auch ohne den für sie eingesetzten und für sie arbeitenden Werbeapparat die große und in ihren besten Leistungen nahezu unvergleichliche Darstellerin geworden wäre, die sie ist. * Auch in ihrer jüngsten Rolle, in dem Film „Der bunte Schleier", der eben durch Deutschland läuft, erweist sie sich als eine Schauspielerin von ungewöhnlichem Rang und ausgeprägter Eigenart. Man wird freilich sogleich hinzufügen dürfen, daß diese Rolle keine ihrer stärksten Leistungen ist, vielmehr in der Wirkung und Ausstrahlung von manchen ihrer früheren Rollen weit übertroffen wird; man muß zum Vergleich etwa an die „Königin Chri- firne" denken, an „Anna Karenina" und auch noch an den „Geheimdienst". Man wird dann aber bald erkennen, daß der fühlbare Unterschied zum Teil schon in der Rolle selbst oder in dem ganzen Film begründet liegt, der hier und dort zu spielen war. ♦ Der „Bunte Schleier" wurde von der amerikanischen Gesellschaft Metro Goldwyn Mayer nach dem gleichnamigen Roman von Somerset Maugham gedreht, der bei uns durch eine Reihe ziemlich effektvoller Bühnenstücke, um nicht zu sagen handfester Theaterreißer, bekannt geworden ist. Auch dieser Film ist von solchen Effekten nicht ganz frei; aber es soll dabei nicht bestritten werden, daß es sich an sich um ernsthafte und ernstzunehmende Konflikte handelt; da ist das (gewiß nicht neue) Problem der in ihrer Ehe unbefriedigten Fran, der Gefühlszwiespalt der Frau zwischen zwei männern und des Mannes zwischen der geliebten Frau und dem geliebten Beruf. Es soll hier nicht im einzelnen untersucht werden, wie solche Konflikte sich aus der Handlung ergeben; es ist fein Zweifel, daß es dergleichen „in Wirklichkeit" gibt, und nicht einmal selten, und daß es sich lohnt, sich mit einem solchen Fall zu befassen und auseinanderzusetzen. Nur die Art, wie das hier geschieht, erinnert ein wenig an die Geflissentlichkeit und die auf starke Wirkungen bedachte Aufmachung, die die Bühnenstücke Maughams — freilich in viel stärkerem und manchmal unerträglichem Maße — belastet. * Wir haben schon angebeutet, was das für eine Rolle ist, welche die Garbo hier zu spielen hat: eine schwierige, psychologisch nicht eben einfach zu nehmende Gestalt; man muß stellenweise daran denken, wie gut sie vermutlich gewisse, berühmte problematische Frauenfiguren von Ibsen würde spielen können, und es ist auch kein Zweifel daran, daß sie diese Katharina Koerber hier im „Bunten Schleier" untadelig spielt, interessant, fesselnd in jeder Szene, bestechend auch hier — wie früher — sowohl durch die Sparsamkeit ihrer darstellerischen Mittel wie durch die metallische Fülle ihres Organs. Wer sie, ohne je zuvor etwas von ihr gesehen und gehört zu haben, in dieser Rolle zum erstenmal erlebte, würde vielleicht sogar begeistert und hingerissen sein. Wir aber, die wir sie keineswegs zum erstenmal sehen und hören, vergleichen natürlich und messen diese Leistung an den früheren; und da muß man zugeben, daß der tiefe, nachklingende Eindruck sich nicht wiederholt, der etwa von den obengenannten Rollen ausging. Der große Gefühlsschwung der Christine, die große Leidenschaft der Karenina — das war es, was den Beschauer dort erwärmend und innerlich bezwingend umfing; aber dergleichen konnte von einer Rolle wie hier im „Schleier" kaum ausgehen, weil hier ein spröder Charakter und eine innere Wandlung gezeigt werden sollten, nicht der Ueberschwang eines glühenden Herzens. Daß übrigens diese Wandlung im Film nur angedeutet und dennoch vom Beschauer begriffen und innerlich bestätigt wird, ist freilich auch eine schauspielerische Leistung, die anerkannt und gewürdigt werden sollte, selbst wenn sie sich nicht so blendend und so unmittelbar auf uns überträgt. * Die Inszenierung leitet Richard Boleslawski: er gibt eine saubere, klare Photographie und ein buntes und bewegtes Bild des fernöstlichen Schauplatzes. Die übrigen Darsteller sind alle bei uns so gut wie unbekannt. Ein entschiedener Gewinn ist der neue Partner der Garbo: Herbert Marsh al, in der Rolle des Dr. Fane, ein sympathisch und männlich ohne Starmanieren auftretender Schauspieler. Zu nennen wären allenfalls noch George B r/ n t als Townsend und Forrester Harvey in einer beweglichen kleinen Charge. * Der Film dürfte — um der Garbo willen — auch bei uns seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Es gibt ein abwechslungsreiches Vorprogramm dazu. —r— Und kochen können wir... „Unser Kochkursus beginnt am Montag ..." Kochkursus? Da bin ich dabei, das muß Spaß machen. Zweimal wöchentlich wird unter der Leitung einer geprüften Lehrerin in der Lehrküche unten gekocht. Wir find zehn bis zwölf Mädel. Nach Familien geordnet (vier gehören zu einer Familie) sitzen wir um den großen Tisch in unserem einfachen Eßraum, um alles, was wir am Abend kochen und braten wollen, zu besprechen und die Rezepte aufzuschreiben. Dann erst geht's an die Arbeit. Schürzen werden umgebunden, weiße Kopftücher bändigen das Haar, und an einer langen Schnur, die sich jede um den Hals hängt, hängen zwei Topflappen. Heute gibt's war Feines: Tomatensuppe, Spargel und Kotelett, als Nachtisch Zitronenkrem. Das erste Paar einer jeden Familie bereitet die Suppe und das Fleisch, das zweite Gemüse und Speise. Das nächste Mal wird gewechselt. Zwischendurch müssen Kar- toffeln geschält und, wenn möglich, Geschirr abge» waschen werden. Das Servieramt hat den Tisch zu decken. Da heißt es stets: „Nur flink!", sonst reichen unsere vier Stunden nicht aus, denn die Küche muß um 10 Uhr blitzblank und ordentlich verlassen werden. Den Mädels glühen die Köpfe. Und Spaß gibt's immer, wenn ein Mädel statt mit dem Wiegemesser mit dem Messerschärfer angelaufen kommt, um damit die Petersilie zu hacken. Oder wenn wir nach dem Abschmecken des Gurkensalates, das doch von einer jeden geübt sein will, mit verwunderten Augen in die Schüssel sehen, die mit einemmal leer geworden ist, obwohl doch zwei Riesengurken daran Glauben mußten. Oder wenn jemand den großen Kochtopf, der nur zur Hälfte mit Kartoffeln gefüllt ist, bis an den Rand mit Wasser füllt, um darin die Kartoffeln zu kochen. Ein Ende haben unsere kleinen „Schandtaten" hiermit noch lange nicht. Um halb neun Uhr muß das Essen fertig sein. Das Servieramt hat inzwischen den Tisch gedeckt und hübsch mit Blumen geschmückt. Jedes Mädel tauscht die Schürze mit einer weißen, die Kopftücher werden abgenommen, und es geht zu Tisch. Nach einem gemeinsamen Liede werden die hübsch mit Petersilie, Tomaten, Zitronenscheiben ober auch gebotenen Kartoffelstäben verzierten Speisen von zwei Mädeln, dem Servieramt, herumgereicht. Ob wohl alles schmeckt? Aber sicher! Sogar die Grießschaum- speise vom letztenmal, bei der man Angst hatte, daß sich der übrige Zucker auskristallisieren könnte, schmeckt prima. Nach Tisch geht es wieder an die Arbeit. Zwei Mädel haben Abwaschamt, zwei müssen abtrocknen. Eine hat Herdamt, eine Vorratsamt, Borstenamt, Fußbodenamt, Ausguß usw. „Schnell! Los! Um zehn Uhr ist Schluß." Tellergeklapper und lustiges Lachen schlägt Takt zu frohen Liedern. Um zehn Uhr ist alles fertig. Endlich! Na, was denn nun noch?! „Abwaschamt! Bitte! Die Schüsseln müssen trockener ausgerieben werden! Und Fußbodenamt, vor dem Herd ist nicht gut genug aufgewischt!" Schnell stürzen die gerufenen Aemter noch einmal in die Küche, und bald macht sich alles, noch immer luftiger Stimmung, auf den Heimweg. Lotte Schmidt. Kampf mit einem Hai. Zwei junge Neuseeländer, die Brüder B. W. und D. G. Smith aus Matakohe, das am Hafen von Kaipara gelegen ist, haben kürzlich ein Jagd- abenteuer erlebt, bei dem sie ihren Mut und ihre Geschicklichkeit als Haifischfänger beweisen konnten. Seit Tagen schon hatten sie beobachtet, daß Haifische in Den Hafen hereinkamen, und sie beschlossen, einen dieser gefährlichen Räuber des Meere» zu erjagen. Sie fertigten sich zu Hause eine Harpune an und wagten sich in einem kleinen Boot aufs Meer hinaus. Als ihnen ein Hai von etwa drei Meter Länge ins Schußfeld kam, warfen sie ihre primitive Harpune nach ihm und trafen ihn auch so, daß er sich nicht wieder freimachen konnte. Aber das verletzte Tier strebte nun mit aller Kraft dem offenen Meere zu und zog das kleine Boot mit den beiden Brüdern wie einen Spielball auf den Wellen hinter sich her. Ueber zwei Kilometer waren sie schon vom Land entfernt, und noch floh der Hai mit unverminderter Kraft. Doch gelang es den Brüdern, ihn mit den Seinen der Harpune, die sie unter Aufbietung aller Kräfte festhielten, näher ans Boot heranzuziehen und ihn in seiner Bewegungsfreiheit zu behindern. Aber erst als sie fünf Kilometer vom Hafen entfernt waren, erlahmten die Kräfte des Tieres, und unter vielen Bemühungen gelang es den beiden, ihre Beute ans Boot heranzubringen und sie nach vielen Stunden ans Ufer abzuschleppen. Soimlier-Wversitätssesi der alma maler Woviciaoa sitzende Frau Ella Gieße 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau. Am gestrigen Mittwoch hatten das Rektorat und die Dozenten- und Studentenschaftsleitung zum diesjährigen Universitäts-Sommerfest eingeladen. Das Unioersitätsfest zerfiel in drei Veranstaltungen, am Morgen sand in der Neuen Aula der Danzig-Tag statt, am Nachmittag wurden die Sportwettkämpfe auf dem Universitätssportplatz ausgetragen, am Abend traf man sich im Studentenhaus (Leihgesterner Weg) zum Sommer- f e st der Gießener Dozenten- und Studentenschaft. Wie schon erwähnt, wurde der „dies academicus“ durch die hieß die zahlreichen Teilnehmerinnen willkommen und begrüßte besonders die Landesoerbandsvorsitzende, die frühere Großherzogin von Hessen. Anschließend erstattete sie den Jahresbericht. Zunächst sprach sie kurz über den Wechsel in der Le,- tuna des Vereins und erinnerte daran, daß Frau Wilhelmine Kramer für ihre unermüdliche, aufopfernde Arbeit im Verein von der Landesverbands-Vorsitzenden zur E h r e n v o r s, tz e n d e n des Vereins ernannt worden sei. Aus ihren weiteren Ausführungen ging hervor, daß der Alice- Frauenverein die Ausbildungsarbeit in Samariterkursen fortgesetzt und gute Erfolge erzielt hat. Nach dem ersten Samariterinnenkursus unterzogen sich 28 Helferinnen mit Erfolg der Prüfung, 11 verpflichteten sich, als Samariterinnen tätig zu sein. Der Alice-Frauenvereln stellte sich in den Dienst des Dinterhilfswerkes, beteiligte sich an der Pfundspende und an Plakettensammlungen. Kleider und Wäsche wurde ausgebessert und in gutem Zustande zurückgegeben. Der Verein hatte es ferner übernommen, Säuglingswäsche zu stiften. Eine große Arbeit wurde auch in diesem Jahre wieder im Dienste der W ö ch n e r i n n e n - U n t e rst ü tz u n g geleistet. Es wurden an 160 Wöchnerinnen 1280 Essen ausgegeben. Das Abkommen mit der Frauenschaft — gegenseitige Unterstützung — hat sich gut bewährt. Im vergangenen Jahre wurde auch wieder die Ehrung treuer Ange st eilte r im Haushalt durchgeführt. 40 Frauen und Mädchen, die zum Teil schon sehr lange Zeit als Helferinnen in den Familien stehen, wurden dabei mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Frau Gertrud S ch l i e p h a k e wurde in Anbetracht ihxer Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Außerdem wurde sie durch die Landesverbandsvorsitzende mit dem Ehrenkreuz des Deutschen Roten Kreuzes ausgezeichnet. < Der TNütkerschulungsarbeit und dem damit verbundenen Lehrgang für häusliche Gesundheitspflege wurde auch im vergangenen Jahre wieder alle Aufmerksamkeit entgegengebracht. In ihren weiteren Ausführungen wies die Rednerin darauf hin, daß die Lehrkräfte in den Kursen, durchweg berufstätige Herren, sich für die Durchführung der Kurse stets ehrenamtlich zur Verfügung stellten. Es sei keine Kleinigkeit, Samariterin zu sein. Man müsse sich auf diejenigen, die sich verpflichteten, ganz fest verlassen können. Eine kleine Schar zuverlässiger Helferinnen fei wertvoller, als viele, mit denen man nicht rechnen könne. Der Bereitschaftsdienst fei das A taaung des Elsaß-Lothringen-Jnstituts. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.30: Die Sportschau der Woche. 23: Geschichte und Landschaft am Wege. 23.30: Die Landschaft spricht. Der Odenwald. 24 bis 2: Nachtmusik. Samstag, 22. Juni: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch, Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. In der Pause (7 Uhr): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9: Nachrichten. 9.15: Nur Frankfurt: Konzert. 9.45: Burg Wildenberg im Odenwald. Vortrag von Dr. Walter Hotz. 11: Werbekonzert. 11.30: Sozialdienst. Soziale Wochenschau — Arbeitsanzeigen. 11.45: Bauernfunk. 12: Buntes Wochenende. mittags heimkehren. Der darf an den Veranstaltungen von „Kraft durch Freude" teilnehmen? t Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist f das Feierabendwerk des Führers für das ganze ( deutsche Volk. Jeder Volksgenosse kann daher gründ- \ sätzlich an allen Veranstaltungen der NS.-Gemein- > schäft „Kraft durch Freude" teilnehmen. Anläßlich \ des Tanzgastspieles am kommenden Sonntag ist 1 wiederholt die Meinung aufgetaucht, die Deranstal- tung sei nur für „Mitglieder" von „Kraft durch 1 Freude" bestimmt. Hierzu wollen wir einmal gründ- J sätzlich Stellung nehmen. Die Deutsche Arbeitsfront wurde vom Führer < durch seinen Beauftragten, Reichsorganisationsleiter 1 Dr Ley, ins Leben gerufen als die lebendige 1 Front aller schaffenden deutschen Menschen. An 1 Stelle jener irrsinnig großen Zahl von Gewerkschaften und Verbänden wurde in den vergangenen , zwei Jahren die Deutsche Arbeitsfront aufgebaut, 1 die jeden im Berufsleben stehenden Volksgenossen, ; einerlei ob er Kaufmann, Arbeiter, Techniker, Hand- : werter ist, erfassen will. Die Deutsche Arbeitsfront wurde geschaffen aus der fundamentalen Erkennt- , niv heraus, daß es keine höhere und niedere Arbeit, sondern nur d i e Arbeit an sich gibt, und daß jeder einzelne deutsche Volksgenosse, ob «*r Arbeiter, Unioersitätsprofessor, Handwerker oder Bauer ist, nur genau soviel wert ist, als er seine Arbeit als Dienst an seinem Volke auffaßt. Aus dem Gedanken der Arbeit entspringt das Feierabendwerk „Kraft durch Freude". Die Arbeit und das Arbeitserlebnis ist die Grundlage unseres nationalsozialistischen Kulturwillens, und deshalb wünschen wir, daß in der NS.-Gemeinschakt „Kraft durch Freude" alle Volksgenossen sich treffen zur gemeinsamen Erholung, zum gemeinsamen Feierabend, zur gemeinsamen Feierabendgestaltung. Wir wollen und müssen einander kennenlernen. Es ist zu spät, wenn der einzelne Volksgenossen den Wert des anderen erst in der vordersten Linie des Schützengraben kennenlernt. Es ist erschütternd, zu hören, wenn beispielsweise ein deutscher Universitätsprofessor, der den Krieg mitmachte, bekennt, daß er, als er damals als junger Referendar und Kriegsfreiwilliger an die Front kam, zunächst glaubte, etwas zu sein und dann spüren mußte, daß alle diese bürgerlichen Begriffe ein Nichts sind in der Gefahr und in der Not. Er mußte lernen, wie unwichtig es in bestimmten Zeiten sein kann, ob man seinen Horaz auswendig kann, und wie wichtig es ist, daß man versteht, aus nassem Holz Feuer zu machen, einen Unterstand zu bauen und andere Dinge mehr. Das Erlebnis der Kameradschaft ist die Grundlage der Deutschen Arbeitsfront und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", und deshalb können alle Volksgenossen an den Veranstaltungen teilnehmen. Die achttägigen Urlaubsfahrten bilden d'e einzige Ausnahme. Hier können nur Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront bzw. Pgn., Mitglieder und Amtswalter der Bewegung, der SA. und SS. teilnehmen, und zwar auch hier nur bis zu einer ganz bestimmten Gehaltsgrenze, die zwischen 250 Mark und 350 Mark schwankt, je nach dem Familienstand und den Verhältnissen des einzelnen. D'ese Maßnahmen mußten getroffen werden, weil diejenigen, die sich sonst im Sommer eine Ferienfahrt leisteten, das auch weiterhin tun . sollen. Wir wollen nur denjenigen zu einer Ferienfahrt verhelfen, die ohne unsere Hilfe sich eine solche Fahrt nicht leisten können. Alle anderen Veranstaltungen können von allen Volksgenossen besucht werden. Den Feierabend des deutschen Volkes feiern wir gemeinsam Jeder deutsche Volksgenosse ist „Mitglied" von „Straft durch Freude". Zahlungsmittel bei Auslandsreisen. DNB. Anläßlich der beginnenden Hauptreisezeit werden die nach Grenzgebieten reisenden Personen auf folgendes hingewiesen: Inländer dürfen inländische Banknoten und Goldmünzen beim Ueberschrei- ten der Grenze nach dem Ausland überhaupt nicht mitnehmen. Andere Zahlungsmittel, wie Silbermünzen und ordnungsmäßig erworbene ausländische Zahlungsmittel, dürfen sie nur mit Genehmigung ausführen, wenn es sich um Beträge von mehr als 10 Mark im Kalendermonat handelt. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis- und Geldstrafe, unter Umständen mit Zuchthaus, bestraft. Auskunft Über die im einzelnen für den Reiseverkehr bestehenden Vorschriften geben die Devisenstellen und die Grenzzollstationen. Reichstreffen aller deutscher Freikorpskämpfer. Danzig-Gedenkstunde in der neuen Aula eingeleitet. Sehr zahlreich waren die Angehörigen der Universität der Einladung gefolgt, und so konnte Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Pfahl er viele Volksgenossen bet dem Auftakt des Universitätsfestes willkommen heißen. Der Rektor begrüßte zunächst die Gaste aus Friedberg von der Hochschule für Lehrerbildung und vom Adolf-Hitler-Polytechnikum. Dann gab er bekannt, daß das eigentliche Universitäts- Stiftungsfest mit dem Jahresbericht der Universität am 2 9. Juni zusammen mit dem S e - m e st e r - S ch l u ß a p p e l l abgehalten werde. Das heutige Fest gliedere sich bewußt in drei Teile, man wolle zuerst zeigen, daß die Arbeit und der Ernst im heutigen Staat komme, und dann der Stolz und die Freude. Aus diesen beiden Pfeilern fei unser ganzes Leben heute aufgebaut. Zwischen den Veranstaltungen des Morgens und des Abends sei das Sportfest gelegt worden, um dadurch unseren Willen zur Ertüchtigung und zur Erholung auszudrücken. Dann gedachte der Rektor der Opfer von Reinsdorf, zu deren Ehrung die Festversammlung sich von den Plätzen erhob. Nicht alle Arbeitskameraden seien in der glücklichen Lage, ihrer Arbeit in sicheren Hörsälen nachzugehen, sondern sie hätten während ihrer Arbeit dauernd den Tod im Auge. Am heutigen Morgen solle unserer Brüder von Danzig gedacht werden. Der Rektor gab dann noch einige Daten aus der Geschichte des Danziger Gebietes und verschiedene Artikel des Versailler Diktats, die Danzig betreffen, bekannt. Dann sprach Dr. Beelitz über „Danzigs Staats -und völkerrechtliche Stellung seit Versailles". Der Redner dankte zunächst für die freundliche Aufnahme, die er und seine Kameraden von Danzig gefunden hätten. Dann entschuldigte er die beiden anderen angekündigten Redner. In sehr interessanter und aufschlußreicher Weise berichtete der Redner dann von der Entstehung und Entwicklung der Freien Stadt Danzig, von ihrer heutigen Lage und gab zum Schluß noch einen Ausblick in die Zukunft. Jeder Danziger fei sich seiner großen Aufgabe, hie er als Vorposten Deutschlands im Osten zu erfüllen habe, bewußt und betrachte Danzig als Heimatland und Deutschland als fein Vaterland. Der Rektor dankte Dr. Beelitz für feinen Vortrag, der allen ein deutliches Bild von dem Leben unserer Brüder im Danziger Gebiet gegeben ^Vor der Vause begrüßte der Rektor noch die Vertreter der Regierung, Ministerialrat R i n g s h a u - s e n und Regierungsrat Köhler. Nach einer kurzen Panse sprach in Verhinderung der beiden anaesaqten Redner Vrofessor , von Raumer, Gießen, über ,.D i e Geschichte des deutschen Ostens". Schon immer sei der Osten eine Schicksalsprovinz Deutschlands gewesen, aber die Geschichte des Ostens habe von frühester Zeit bis zur Geaenmart zur inneren Verjüngung der deutschen Geschichte mit beigetragen. An Hand vieler geschichtlicher Einzelheiten zeichnete der Redner den Drana nach dem Osten und gab hierfür eine Fülle historisch interessanter Beisviele. Aus der jüngsten Zeit nannte er hie Selbsthilfe der Bevölkerung die verschiedenen Abstimmunaen und die heutige^ neue Ausrichtuna mr friedlichen Verstandi- aung die auf dem völkischen Lebenswillen aufgebaut sei. Gerade die Jugend sei dazu berufen, tue Verbundenheit des Ostens mit dem Westen neu auf- ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Juni: 1. Paula Treffenstädt, Hausangestellte, 26 Jahre alt, Werner- wall 11' 2. Johanna Hartmann, geb. Kreuter, Wwe., 73 Jahre alt, Schützenstraße 9; 3. Georg Feiling, Arbeiter, 70 Jahre alt, Sandgasse; 5. Elfriede Hansen geb. Bläser, Wwe., 63 Jahre alt, Löberstraße 21; 6. Lina Böcher, geb. Winter, Wwe., 41 Jahre alt, Ederstraße 6; 6. Wilhelmine Dietz, ohne Beruf, 79 Jahre alt, Bahnhofstraße 5; 6. Ludwig Kronenberg, Bäckermeister, 82 Jahre alt, Löwengasse 23; 7 Juliane Enders, geb. Schön, Wwe., 67 Jahre alt, Neuenweg 30; 7. Wilhelm Häusler, Zahntechniker, 20 Jahre alt, Liebigstraße 63; 7. Balthasar Groh, Pfarrer i. R. und Missionar, 73 Jahre alt, Moltke- straße 7; 8. Marie Frees, geb. Momberger, 65 Jahre alt, Dammstraße 22; 12. Henriette Theiler, geb. Schäfer, Wwe., 70 Jahre alt, Leihgesterner Weg 127; 12 Marie Jost, geb. Diehl, Wwe., 77 Jahre alt, Erdkauterweg 17; 13. Philippine Rupp, geb. Schäfer Wwe., 67 Jahre alt, Ederstraße 18; 13. Elisabeth Weber, geb. Möhl, 36 Jahre alt, Keplerstraße 9; 13 Georg Vondran, Steuerinspektor, 41 Jahre alt, Seltersweg 24; 14. Ernst Petri, Malermeister, 60 Jahre alt, Asterweg 31; 14. Konrad Kohl, Lehrer i.R., 69 Jahre alt, Großer Stemweg 8. Rundfunkprogramm Freitag, 21. Juni. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Fruh- konzert. In der Pause (7 Uhr) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.45. Praktische Ratschlag- für Küche uni) Sjaus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk 12: Mittags- konzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende- bezirk). 13.15 -----------* Alice-Frauenverein Gießen. ©er Jahresbericht. Sorfrog von Prof. Dr. Brüggemann. - Besichtigung der Heilstätte Seltersberg. 14L15: Wirtschaftsbericht. 15.15: »ur oie prou. 16: Kleines Konzert. 16.30: Energie geht nicht verloren. Eine naturwissenschaftliche Plauderei von xr Steinrath. Frankfurt a. M. 16.45: Deutsche Ostpolitik im Mittelalter (II). Di- kolonisatorische Großtat des deutschen Ordens. 17:, Nachmittags onzert 18.30: Jugendfunk. Dichter der chngen Front! 18.45. Das Leben spricht! 19: Und ,etzt ist F°'°rabend Besonnter Alltag. 19.50: Der politiscke Rundfunk deutscher Nation. Don Dr. Kurt Bereniit. 20: Nach- richten Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15. Stunde der Nation. Am frischgeschnittenen Wanderstabe. 20.45: Festkonzert aus Anlaß der Jahres Uhr, Abmarsch zur Burg Saaleck anläßlich der Burgbeleuchtung. Grenzlandkundgebung. — 1 Uhr, Zapfenstreich. Sonntag, 7. Juli: 7 Uhr, Antreten der Landesverbände. — 8 Uhr, Abmarsch nach Burg Saaleck. — 9.15 Uhr, Feldgottesdienst auf der Wiese am Fuße der Burg Saaleck. Weihe der neuen Reichsverbandsfahnen. — 10.30 Uhr, Kranzniederlegung an der Grabstätte der Kameraden Fischer und Kern auf dem Dorffriedhof in Saaleck. Daran nimmt nur die Fahnenkompame teil. — 11 Uhr, Marsch auf die Burg Saaleck. Kranzniederlegung am Ehrenmal des Reichsverbandes. Geschloffener Rückmarsch nach Bad Cösen. Dorbeimarsä). — 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.30: Musikalische Unterhaltung. 15: Jugendfunk. Aus grauer Städte Mauern ... Das Wandern im Wandel der Zeiten. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Aus des südwestdeutschen Landes Schicksalstagen: Die Landstörzenn. 18.20:. Stegreifsendung. 18.30: So helfen sie der Saar. Arbeitsdienst an der Baustelle. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Bunter Abend. 22.30: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 23: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. 14 Uhr, Feldküchenessen. — 16 Uhr, Landesoer- bandsführer-Besprechung. Reichstreubund Gießen. Der gestrige Kameradschaftsabend des Reichstreuebundes war ausgefüllt durch einen interessanten Fachvortrag. Was an praktischem Wissen den alten Soldaten bereits durch die Erfahrung des letzten Krieges vertraut war, das zeigte Kamerad Feldwebel Schweitzer im neuen Lichte und in neuer Wandlung. Aus seinen Ausführungen über die Grundstellung und Methodik des Angriffes konnten die ehemaligen Feldgrauen das Zusammenwirken der jetzt zur Kampftruppe zusammengeschlossenen Einheiten in neuer Zielrichtung entnehmen. Vereinsführer Bill brachte anschließend treffend zum Ausdruck, daß eine neue Zeit neue Menschen erfordert, wie auch in einem neuen Kampf jeder einzelne Mann auf sich selbst angewiesen ist und verantwortlich sich zu entscheiden haben wird, um einer Front den Sieg erringen zu helfen. Der Führerrat faßte einige wichtige Beschlüsse. So soll die nächste Versammlung am 13. Juli im „Aquarium" ftattfinben. Die Mitglieder des Bundes werden aufgefordert, sich rege und zahlreich am Soldatentag am 30. Juni zu beteiligen. Wer nicht in seiner Regimentskameradschaft mitmarschieren kann, der schließt sich seiner Truppengattung oder seinem Verein an. Die alten Soldaten wollen durch diese Veranstaltung, zu der die Gliederungen der Partei und das Heer eingeladen werden, ihre Freude und ihren Stolz darüber zum Ausdruck bringen, daß der feldgraue Rock, im Gegensatz zu den Jahren vor der Regierung Adolf Hitlers, nun wieder zu Ehren und Ansehen gekommen ist. Gießener Wochenmarktpreise. * (Biegen, 20. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,45, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, Rote Rüben, das Pfund 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen (grün) 25 bis 35, Suppenspargel 25 bis 30, Spargel 1. Klasse 40 bis 50, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 12 bis 15, Tomaten 60 bis 70, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 45, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (alte) 4V» Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 18 bis 20, Aepfel 70, Kirschen 40 bis 45, Stachelbeeren 25, Erdbeeren 40 bis 60, Nüsse 50, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 55 bis 70, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 10, 3 Stück 20, Salatgurken, das Stück 30 bis 45, Oberkohlrabi 8 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Ausfallende Sprechstunden. Die Sprechstunden der Abteilung II der Hessischen Landesregierung fallen am Samstag, 22. Juni, aus. * A l s Bücherrevisoren b e ft e II t und beeidigt. Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, wurden die Herren Dr. jur. Nuckels- hausen und Hermann Scharff, Gießen, als Bücherrevisoren bestellt und beeidigt. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Sttaßenbauarbeiten wird die Straße entlang der Eisenbahnstrecke Gießen — Gelnhausen zwischen Sandkauterweg und Erdkauterweg auf die Dauer von vier Wochen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. *♦ Rückständige Krankenkassen-Bei- träge bezahlen. Die Allgemeine Ortskranken- kasse für den Kreis Gießen fordert in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil zur Bezahlung der Krankenkassen-Beträge vom Mai bis zum 25. Juni auf. Säumige Zahler feien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. leben zu lassen. Unter der Führung Adolf Hitlers seien zum Segen des deutschen Volkes dis Unterschiede zwischen Nord und Süd, Ost und West überwunden worden. Die Danzig-Kundgebung schloß mit dem Sieg- Heil auf den Führer und mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied. Am borgen fand in der Aula während der Pause eine Sammlung für die Hinterbliebenen der Katastrophe von Reinsdorf statt, die das schöne Resnttat von 111,11 Reichsmark ergab. Bei herrlichem Sommerwetter wurden am Nachmittag auf dem Universitäts-Sportplatz die ttmversiiäis-Wettkärripfe ausgetragen. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 spielte den Präsentiermarsch, unter dessen Klängen die Sportler mit der Fahne des Dritten Reiches und mit der Unioersitätsfahne einmarschierten. Hier begrüßte Ministerialrat Ringshausen die Turner und führte u. a. ungefähr aus: Die Sportler wollten nun den Beweis der körperlichen Ertüchtigung und Stählung erbringen. In der Vergangenheit hätten wir den völligen Zusammenbruch unseres Volkes erlebt, aber diese Erschütterung habe wieder alle Deutschen neu aufgerüttelt. Man habe sich wieder auf sich selbst besonnen und erkannt, daß man falsche Wege ohne Hoffnung und ohne Ziel gegangen sei. Früher sei die körperliche Ertüchtigung Sache von einzelnen und Vereinen gewesen. Heute habe der Staat selbst das größte Interesse daran. Unser Führer habe Dem erwachenden deutschen Volke neue Richtung gegeben. Nicht nur der Geist solle gepflegt werden, sondern auch der Körper. Das Volk könne nur bestehen, wenn es auch in der Lage sei, sein Vaterland zu schützen und zu verteidigen. Deutschland könne nur leben, wenn Seele, Geist und Körper in einen harmonischen Zusammenhang gebracht werden. Nun lebe Deutschland aus eigner Art und eigner Kraft. Nach dem Lied „Volk ans Gewehr" traten die Sportler zum friedlichen Kampfe an, über dessen Verlauf mir im Sportteil unserer heutigen Ausgabe berichten. ©er Ausklang im Studentenhaus. Am Abend trafen sich die Dozenten und Stu- deuten mit ihren Angehörigen im festlich geschmückten Gießener Studentenhaus. Alle Räume waren dicht besetzt, und die aufgeschlagenen Zelte wurden sehr zahlreich in Anspruch genommen. Der besonderen Unterhaltung dienten Schießbuden, „ Apfelweinzelte und ein „Häut' ihn den Lukas . Der Prorektor der Universität, Prof. Dr. Hummel, begrüßte die Besucher und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß zum ersten Male an einem Universitätsfest die Dozenten und Studenten von den beiden Hochschulen in Friedberg in Gießen erschienen seien. Gerade im nationalsozialistischen Staat freue man sich, wenn em Fest im wahrsten Sinne der Volksgemeinschaft gefeiert werde. So solle auch dieser Abend mit dazu beitragen, die Volksgemeinschaft weiter zu fordern. In diesem Sinne wünschte er dem Abend einen guten Verlauf. Im Laufe des Abends wurden verschiedene Darbietungen geboten. Besonders erwähnenswert ist der Gesangsvortrag von Frl. Traute Witt- mann, die unter Klavierbegleitung von Frl. Anneliese Euler zwei Lieder sehr ansprechend zu Gehör brachte, nämlich das „Gebet aus Toska von Puccini und „Die Warnung" (Text von Hermann Löns) von Ernst Licht. Dann fand die Siegerehrung vom sportlichen Wettkampf statt. Der Rektor beglückwünschte die einzelnen Sieger und sprach seinen Dank für die gezeigten sportlichen Leistungen aus. Der Hochschule in Friedberg wurde ein kleines Andenken an den Hochschulmeisterschaftskampf überreicht. ,. . , Bei gemütlichem Tanz blieb man bis kurz nach Mitternacht zusammen. Alles in allem kann gesagt werden, daß das diesjährige Sommerfest sich würdig an seine Vorgänger angeschlossen hat. Im Hörsaal des Physiologischen Inst tuts fand gestern nachmittag die diesjährige Mitgüeder-Der- sammlung des Älice-Frauenvereins, Ortsgruppe Gießen im Deutschen Roten Kreuz, statt. Die Dor- die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" solche Fahrten ermöglicht. Eine Tagesfahrt wird die Urlauber nach Breslau führen, Der schlesischen Metropole. llrlauberzug vom 20. bis 27. Juli an die Lübecker Bucht. Fahrtkosten 38 Mark, lieber Hildesheim, Lübeck führt die Fahrt an den vstseestrand, der zum wohltuenden Bad einladet. Auch dort werden sich unsere Urlauber im herrlichen Sonnenschein im Wasser und am Strande tummeln und in kräftiger Seeluft sich stählen zu neuer Arbeit nach einem angenehmen Urlaub. Wiederum wird Hamburg die Urlauber für einen Tag aufnehmen, wo Hafen- und Stadtrundfahrten einen Einblick in das geschäftliche Treiben der Hafenstadt bieten werden, bevor die Urlauber am 28. Juli vor- Man schreibt uns: Am 6. und 7. Juli treffen sich auf Burg Saaleck bei Bad Cösen in Thüringen alle ehemaligen Baltikum-, Grenzschutz- und Freikorps- fämpfer im Beisein ihrer damaligen Freikorpsführer, wie General Graf von der Goltz, Major Bischoff und viele andere. Die Burg Saaleck ist zur traditionellen Wiedersehensstatte der Freikorpskämpfer erhoben worden, weil dort die Kameraden Kapitänleutnant Ke r n und Flscher, nachdem sie von eigenen Volksgenossen verraten worden waren, ihr Leben lassen mußten. Im ver- gangenen Jahre wurde auf dieser Burg eine Gedenk- täfel für die 36 000 gefallenen Freikorpskampfer, als die ersten Soldaten des Dritten Reiches, ent- ‘,Umer Sntereffe daran hat, bei d-rn Treffen aller deutschen Freikorpskämpfer am 6. und 7. Juli luos auf Burg Saaleck bei Bad Cosen seine alten Frei- korpskameraden wieder zu sehen, melde sich mn° gehend bei der Landesführung Sudwest des Reichs- verbandes der Baltikum- und ftrettorpstampfer m Mannheim oder bei ber Ortsgruppe (Biegen, Hamm st raße 4. _ . ,__ Es fahren Sonderzüge und Verkehrsomnibuse aus dem ganzen Reich nach Bad Cosen zum Re ch - treffen der Freikorpskämpfer. In der Zeiteinteilung ist folgendes bestimmt: Samstag, 6. 3uli: 20 Uhr, Eröffnung d°- Reichstreffens durch den Lande-verbandssuhr-r Schmidt im „Mutigen Ritter in Bad Cafen. Begrüßung durch Behörden ufm.. Ansprache des Reichsverbandsführers Major Bischoff. — w* und O bet Arbeit im Verein. TNit der neu- eingeführten Wehrpflicht fei der Aufgabenkreis noch größer geworden. Vor allem feien in dieser Hinsicht neue Anschaffungen notwendig geworden. Der laufende Lehrgang werde, so hofft man zuversichtlich, dem Verein neuen Zuwachs an Helferinnen bringen. Ferner sei es wünschenswert, daß jedes Mitglied mehr werberische Tätigkeit entfalten und mindestens ei‘n neues Mitglied bringen möchte. Mit Worten des Dankes an alle Mitglieder und mit der Bitte, dem Verein treu zu bleiben und sich stets dessen bewußt zu sein, daß Rslkrevzarbeil vaterländische Arbeit sei, schloß die Vorsitzende ihren aufschlußreichen Bericht. Anschließend erstattete Frau Wolf den Kassenbericht. Der Mitgliederstand hat eine Steigerung erfahren. Neben 17 Abgängen sind 59 Neuanmeldungen zu verzeichnen, so daß der Mitgliederstand am Ende des Geschäftsjahres 212 betrug. Die Einnahmen betrugen 1378,30 Mark, die Ausgaben 718,30. Für das neue Geschäftsjahr würden, so führte die Rechnerin u. a. aus, erhebliche Ausgaben notwendig werden. Der Rechnerin wurde Entlastung erteilt. Nachdem der geschäftliche Teil der Versammlung erledigt worden war, hielt Prof. Dr. Brüggemann, der Direktor- der Universitäts-Ohren-, Nasen- und Halsklinik, sowie der Heilstätte Seltersberg, einen interessanten und allgemein-verständlichen Vortrag über „K e h l k o p f t u b e r k u l o s e". Er ging baß et von einem Krankheitsbericht aus dem Jahre 1852 aus und ließ in der Gegenüberstellung der gegenwärtigen Behandlungsmethoden den großen Fortschritt erkennen, der 'im Laufe der Jahrzehnte von der Wissenschaft erreicht worden ist. Erst in den 60er Jahren sei, so führte er u. a. aus, der Kehlkopfspiegel geschaffen worden, in den 8Oer Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte man zum Kokain greifen als einem Mittel, das eine schmerzlose Behandlung des Kehlkopfes zuließ, 1882 sei erst der Tuberkulosebazillus entdeckt worden. Die Fortschritte, die inzwischen gemacht wurden, seien sehr groß. Sehr wesentlich gehe die Behandlungsmethode darauf hinaus, den Körper im Abwehrkampf gegen die Krankheit zu unterstützen. Die Heilung müsse der Körper besorgen, wenngleich man sich in der Heilstätte Seltersberg dessen bewußt sei, daß auf die örtliche Behandlung nicht verzichtet werden könne. In der Heilstätte Seltersberg, der ersten Anstalt ihrer Art, treffe der Kranke den glücklichen Umstand an, daß der Lungen- wie auch der Kehlkopfspezialist enge Zusammenarbeit pflegten. Neben der konservativen Methode (den Körper in seiner Abwehrarbeit zu unterstützen) pflege man in der Heilstätte Seltersberg eine sogenannte Reiztherapie, bei der unter stetiger sorgfältiger Beobachtung die Abwehrkraft im Körper des Kranken systematisch gesteigert werde. In grundsätzlichen Ausführungen wies der Redner darauf hin, daß Kehlkopftuberkulose heilbar ist (er bewies das an einer interessanten statistischen Uebersicht über die Patienten, die im Jahre 1930/31 behandelt wurden), er betonte, daß die Kehlkopftuberkulose ambulant nicht behandelt werden könne, ferner, daß diese Krankheit immer eine sehr schwere Komplikation darstelle, daß aber die Heilstätte Seltersberg leider die Patienten immer erst dann erhalte, wenn es schon sehr spät und die Behandlung sehr schwierig sei. An Hand her [ erwähnten statistischen Aufstellung wies der Redner abschließend nach, daß Kehlkopftuberkulose leichter auszuheilen sei, als Lungentuberkulose, dauernde Heilerfolge durchaus erzielt werden können und in großer Zahl auch schon erzielt wurden. (Lebhafter Beifall.) An den Vortrag schloß sich eine Besichtigung de r H e i l st ä t t e Seltersberg an, die sich nach dem vorausgegangenen Vortrag besonders aufschlußreich für die zahlreichen Teilnehmerinnen gestaltete. Deutsches Iugendfest 1935. Am 2 2. und 23. Juni beginnt in diesem Jahre die große Leistungsprüfung der Hitlerjugend und des Jungvolks. An diesen Tagen kämpfen alle Junaenschaften und Kameradschaften innerhalb ihres Fähnleins bzw. ihrer Gefolgschaft um den Steg, die jeweils besten Jungen- schaften und Kameradschaften treffen dann am 31. August und 1. September beim Bann- und Jungbannsportfest aufeinander und ermitteln wiederum die beste Jungenschaft und Kameradschaft jedes Jungbannes und Bannes. Auf dem Gebietssportfest am 2 2. September findet dann die letzte Vorentscheidung statt. Die Durchführung des Reichsjugendsportfestes in Berlin, an dem die beste Jungenschaft und Kameradschaft jedes Gebietes teilnimmt, ist allerdings für das Jahr 1935 noch nicht sichergestellt. Die Teilnahme an den Alannschaftswetlkämp- fen ist für jede Jungenschaft und jede Kameradschaft Pflicht. Jeder Hitlerjunge und jeder Pimpf muß innerhalb seiner Jungenschaft bzw. Kameradschaft an den Wettkämpfen teilnehmen. Die Stärke jeder Mannschaft beträgt mindestens 1 Führer und 9 Jungens. Ist die Mannschaft starker, so werden die besten 9 Jungens als Mannschaft gewertet. Außer dieser Mannschaftswertung wird jeder Teilnehmer zugleich noch als Einzelkämpfer gewertet und erhält bei Erreichung von 180 Punkten in allen drei Wett- kampfübungen ebenso wie die Nichtorganisierten Teilnehmer eine Siegernadel. Die Nichtorganisierten Teilnehmer werden nur als Ein- zelkämpfer gewertet und können nicht zu Mannschaften zufammengefaßt werden. Die Wettkämpfe beginnen morgens um 8 Uhr auf allen vier Sportplätzen der Stadt mit einer feierlichen Flaggenhissung. Am Sonntagnachmittag findet auf dem Universitätssportplatz eine Feier st unde statt, an die sich die Siegerverkündung anschließt. Nach dem gemeinsamen Einmarsch sämtlicher nationalsozialistischer Jugendorganisationen beginnt folgendes Programm: 15.00 Uhr Freiübungen der HI., 15.10 Uhr Bunter Rasen der Jungmädel, 15.25 Uhr Körperschule des BdM., 15.35 Uhr Bunter Rasen des Jungvolks, 15.50 Uhr 2 Volkstänze des BdM., 16.05 Uhr 5OX1OO-Meter-Staffel der HI., 16.20 Uhr 2 Volkstänze des BdM., 16.35 Uhr 12 Medizinballstaffeln des Jungvolks, 17.00 Uhr Ansprachen, Siegerverkündigung. Spätestens um 17.30 Uhr sind die Feierlichkeiten zu Ende. Abends findet dann für Hitlerjugend, Jungvolk und BdM. gemeinsam eine Sonnen- w e n d f e i e r in der Nähe des Forsthauses Hochwart statt. Das Ziel der Wettkämpfe ist das gleiche, wie im vergangenen Jahre: Nicht Höchstleistung einzelner hitlerjungen oder Pimpfe in dieser oder jener Sportart, sondern Leistungssteigerungen aller hitlerjungen und Pimpfe in allen Wettkampfübungen. Diese Mannschaftskämpfe erziehen zu Kampfwillen, Härte gegen sich selbst und Schulung der Willenskraft. Der Hitlerjunge und der Pimpf kämpft nicht für sich, sondern für seine Kameradschaft bzw. Jungenschaft. So erzieht der Mannschaftskampf auch' zu Gemeinschaft, Einordnung und Kameradschaft. Und damit hat die Hitlerjugend auch auf dem Gebiete des Sportes den nationalsozialistischen Grundsatz „Nicht ich, sondern wir" in die Tat umgesetzt. Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116 m. d. F. b. Schreiber, Gefolgschaftsführer. F.d.R.: Rabe, Stellenleiter E/Ertüchtigung. Oie Festorte im Kreise Gießen. Nachfolgend werden noch einmal die F e st o r t e mit den dazugehörigen Gemeinden und den teilnehmenden Jugendlichen bekanntgegeben. Abkürzungen: HI. = Hitlerjugend, JV. = Jungvolk, BdM. = Bund deutscher Mädels, IM. = Jung, mädels. Fesiort Lollar: Daubringen, Mainzlar, Ruttershausen, Staufen, berg. Dazu BdM. und IM. von Treis. Festorl Londorf: Allendorf, Allertshausen, Climbach, Kesselbach, Treis (ohne BdM. und IM.). Dazu BdM., IM., JV. von Odenhausen, Geilshausen, öumda, Weiters- hain, Rüddingshausen. Festort Rüddingshausen: Beltershain, Geilshausen, Lumda, Odenhausen, Reinhardshain, Stangenrod, Weitershain (sämtliche Orte ohne BdM., IM. und JV.). Festort Grünberg: Göbelnrod, Harbach (ohne BdM.), Hattenrod (ohne BdM. und IM.), Lauter, Queckborn, Saasen (ohne BdM.), Stockhausen, Weickartshain. Dazu BdM. und IM. von Beltershain, Reinhardshain und Stangenrod. Festort Großen-Vufeck: Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Burk- hardsfelden, Lindenstruth, Reiskirchen, Rödgen, Oppenrod, Winnerod. Dazu BdM. von Harbach und Saasen, BdM. und IM. von Hattenrod. Festort Lich: Albach, Ettingshausen, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Röthges, Steinbach (ohne BdM. und IM.). Dazu BdM. und IM. von Nonnenroth. Festort Hungen: Langd, Nonnenroth (ohne BdM. und IM.), Ra» bertshausen, Rodheim a. d. Horloff, Steinheim, Dillingen. Dazu BdM. und IM. von Trais-Horloff. Festort Inheiden: Bellersheim, Birklar, Bettenhausen, Langsdorf, Muschenheim, Obbornhofen, Trais - Horloff (ohne BdM. und IM.), Utphe. Dazu BdM. und IM. von Dorf-Gill, IM, von Ober-Hörgern und Eberstadt. Festort Watzenborn-Steinberg: Eberstadt (ohne BdM. und IM.), Garbenteich, Hausen, Grüntngen, Dorf-Gill (ohne BdM. und IM.), Holzheim, Ober-Hörgern (ohne IM.). Dazu BdM. und IM. von Steinbach. Festort Leihgestern: Lang-Göns, Großen-Linden. Festort Heuchelheim: * Allendorf a. d. Lahn, Klein-Linden. Festort Wiefeck: (Ohne HI.). Warum verkennst du mich, Barbara? Vornan von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 14 Fortsetzung Nachdruck verboten! Wäre Barbara Stechow ein Mann gewesen, er hätte diese beleidigende Art nicht unbestraft hingenommen. Was aber sollte man tun gegen eine Frau — gegen eine Frau, die man- trotz allem liebte? Da schrak er zusammen. Ein blendender Blitz zuckte aus den Wolken, hüllte das ganze fahl gewordene Land in ein schwefelgelbes, unheimliches Licht. Unmittelbar darauf folgte krachend ein Donner, als wollten Himmel und Erde auseinander bersten. Die Pferde an den Leiterwagen stiegen in die Höhe. Wären sie nicht durch die schwere Last der Wagen gehalten gewesen, sie wären durchgegangen. Die Knechte hatten alle Mühe, die aufgeregten Tiere am Zügel zu halten. Sorgenvoll sah Mackenroth zum Waldrande hinüber. Wie ein fliehender, Heller Punkt rannte dort Arabella. Barbara schien das Pferd zu rasendem Tempo anzutreiben. Wieder ein Blitz — ein furchtbares Krachen. Und nun prasselte der Regen in wilden Fluten herunter. „Fertig machen — los!" schrie Mackenroth. Er hatte sein Pferd an einem Baum festgebunden und griff selbst mit an. Die letzten Grasbündel flogen auf den Wagen. Die Knechte sprangen auf. Als der Regen in wilder Wucht niedertoste, fuhren die letzten Wagen von der Karpensteiner Wiese dem Gut Schedlowitz zu. Die Pferde, von den Knechten angetrieben, rannten, daß die Funken von den Steinen der Chaussee stoben. Als allerletzter folgte Mackenroth. Eine wilde Befriedigung war in ihm. Nun konnte Barbara Stechow sehen, wie er seine Pflicht erfüllt hatte. Kein Halm stand mehr auf der Wiese. Beinah trocken hatte man das Futter hereingebracht. Die Leiterwagen vor ihm waren mit großen Zeltbahnen überdeckt, an denen der Regen wirkungslos herniederrieselte. Zwei Stunden später war auf Gut Schedlowitz Ruhe. Die Wagen standen wohlbewahrt in der Remise. Das Gras war in den großen Scheunen aus- aebreitet. Was noch eine Spur Regen abbekommen hatte, mochte dort trocknen. Die Knechte und Mägde saßen, erschöpft von der scharfen Arbeit, in der Leutestube unten. Die Mamsell hatte auf Barbaras Befehl eine gute Suppe mit tüchtig Fleisch gekocht. Dazu war eine Reihe Krüge von dem selbstgebrauten leichten Hausbier heraufgeholt worden. In langen Reihen saßen nun die Knechte und Mägde da und ließen es sich wohl sein. Mackenroth zog sich in seinem Jnspektorzimmer um, badete und machte dann einen Rundgang durch die Stallungen und Wirtschaftshöfe. Das Gewitter tobte mit unverminderter Kraft fort. Aber überall war alles in Ordnung. Das Vieh war festgebunden — die Scheunentore waren fest verrammelt, sämt- üche Fenster in den Stallungen und Wirtschaftsgebäuden ordentlich verschlossen. Mochte es nun toben — es konnte ja nun nichts mehr geschehen. Bei seinem Rundgang schaute Mackenroth auch zu dem Herrschaftshause hinüber. In Barbaras Wohnzimmer brannte Licht. In den Zimmern mochte es völlig dunkel fein, denn der Himmel hatte sich ganz schwarz bezogen. Mackenroth war erleichtert, als er dieses Licht sah. Also war Barbara doch glücklich vor dem schlimmsten Unwetter zu Hause angelangt. Beruhigt ging er wieder in seine Wohnung zurück, wo ihm inzwischen von der Küche her Vesper herübergebracht worden war. Die Morgenzeitung hatte er vor lauter Arbeit noch nicht lesen können. Er wollte es jetzt nachholen. Er wollte nicht mehr an den Zusammenstoß zwischen Barbara und sich denken. Morgen würde er sein Abschiedsgesuch wiederholen. Sie mußte es ja schließlich einsehen, daß unter den obwaltenden Umständen ein ersprießliches Zusammenarbeiten unmöglich war. 17. Kapitel. \ Gerade hatte er sich über die letzten Holzauktionen im hiesigen Distrikt unterrichtet, als es leise an die Tür klopfte. Auf sein „Herein!" erschien verlegen der Stalljunge Emil. „Entschuldigung, Herr Inspektor, wenn ich störe!" „Na, was gibt's denn, Emil?" „Herr Inspektor", begann Emil etwas verlegen und umständlich, „wir haben uns doch immerfort gewundert, daß jetzt bei unserem besten Vieh so viel passiert!" „Ja — und?" „Und da habe ich gedacht, ich müßte dem Herrn Inspektor doch mal dies hier zeigen." Damit holte Emil aus seiner Hosentasche den Rest einer Papiertüte heraus. „Was soll's damit, Emil?" „Nämlich, das habe ich heute gefunden. Und ich habe gedacht, ich will's dem Herrn Inspektor doch lieber bringen!" Mackenroth wußte nicht, worauf der Junge hinaus wollte. Er nahm das Stückchen Papier. Es war offenbar der Ueberrest einer Tüte. Leider war sie so zerrissen, daß man nur einen Teil der Beschriftung lesen konnte. Es war ein doppeltes E, dahinter das Wort „Salz". Eckehard von Mackenroth sah kopfschüttelnd auf dieses Papier: „Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll, Emil!" „Ich eben auch nicht, Herr Inspektor! Und ich hätte gar nicht darauf geachtet, wenn's nicht so komisch wäre, daß ich es gerade da gefunden habe." „Wo hast du denn das gefunden?" Emil sah sich um. Er dämpfte seine Stimme. „Auf dem Stroh, wo sonst immer die Liese gestanden hat!" „Auf dem Stroh?" Erzähl' genauer!" Emil berichtete. Er hatte, nachdem Liese verendet war, den Platz an ihrer Futterraufe gründlich säubern wollen. Es hätte ja sein können, so meinte er, daß bald eine neue Zuchtstute dahinkäme! Wie er die Streu umgeschaufelt hätte, wäre auf einmal dieses Stückchen Papier zum Vorschein gekommen! „Da habe ich mir gedacht", meinte Emil, „daß dort ein Stück Papier hinkommt, ist doch merkwürdig. Ich habe doch jeden Tag das Lager für die Liese umgewendet. Das gibt's bei mir nicht, daß da ein Stück Papier zwischenkommt. Das wär' ja eine tolle Latscherei!" Mackenroth mußte lachen. Das kam so ehrlich empört heraus. Er wußte, wie eifrig Emil seine Pflichten nahm. „Nein, Emil, das würde auch bei dir nicht vorkommen!" Dabei besah Mackenroth aufmerksam das Stück Papier. „Doppel-E und dann Salz!" sagte er halblaut vor sich hin. Dann wurde er dunkelrot vor Erregung. „Das wird doch nicht etwa Kleesalz gewesen sein!" sagte er. „Das wäre doch ...!" Er stand aus und ging mit harten Schritten hin und her. Plötzlich blieb er vor Emil stehen: „Hast du irgendeinen Verdacht, Junge, wer uns da einen Streich gespielt haben könnte?" Emil zuckte die Achseln: „Das weiß ich nicht, Herr Inspektor! Es kommen ja doch allerhand Leute in die Ställe. Da kann man nicht hinter jedem her sein. „Du bist also auch der Meinung, daß da irgendeine Schweinerei passiert ist?" „Und ob!" Emil nickte mit einem sommersprossigen, pfiffigen Gesicht. „Eine ganz gemeine Schweinerei, Herr Inspektor, wenn ich das sagen darf! Angefangen hat's bei dem Zuchtstier. Dann kam die Mutterkuh, jetzt unsere arme Liese. Und das hört noch nicht auf, Herr Inspektor! Das geht noch weiter!" „Das wollen wir sehen, ob's weiter geht, Emil!" Mackenroths Gesicht war sehr ernst. „Du gehst jetzt und läßt keinen Ton von dem verlauten, was wir beide besprochen haben. Kann ich mich auf dich verlassen?" „Können Sie, Herr Inspektor!" Mackenroth nahm aus seiner Geldtasche drei Kronen: „Das ist für dich, Emil! Und paß gut auf!" Der Junge wurde vor Freude feuerrot: „Ich hätte auch ohne das Geld aufgepaßt, Herr Inspektor!" Dann verbeugte er sich ungeschickt und trappste davon. Eckehard stand immer noch in der Mitte des Zimmers. Er sah auf dieses verräterische Stück Papier. Kein Zweifel: jetzt, da er wußte, mit welchem Gift man die arme Braune umgebracht hatte, verstand er auch alle die Symptome. Sein Entschluß war gefaßt — ob mit ober ohne Frau von Stechow, bas tote Tier würbe untersucht werben. Er wollte ben Beweis in Hänben haben, baß hier Schurkenhänbe gegen bas Eigentum Barbaras am Werk waren. Er faltete forglid) bas Stück Papier zusammen. Wie er es in bie Tasche stecken wollte, stäubte es weiß unb fein aus einer Ecke ber Tüte. Er holte ein sauberes, bünnes Blatt Papier aus seiner Schreibmappe, schob es unter bie winzigen, weißen Kristalle auf ber Erbe, nahm ben geringen Rest des Papiers vorsichtig auf unb schloß es in seinen Schreibtisch. Es würbe als Beweisobjekt vielleicht noch gebraucht werben. Dann verschloß er bie Tür seines Zimmers unb ging eilig hinüber nach bem Herrschaftshause. Das Gewitter hatte sich inzwischen beruhigt. Aber Mackenroth sah, es war eine falsche Ruhe. Denn dort am Horizont stand es noch drohend und schwefelfarben. Offenbar war das eine Wetter abgezogen, das andere aber lauerte noch am Horizont. Eine grelle, gelbe Sonne lag auf den blanken, nassen Steinen. Die Tauben vom Taubenschlag her wagten sich schon wieder heraus und flatterten blitzend durch die Lust. Schwache Vogelstimmen tönten aus dem Park herüber. Der Himmel hatte sich bis auf die schwefelfarbige Färbung am Horizont erhellt. In Barbaras Wohnzimmer war das Licht ausgelöscht. Wie er über den Hof ging, kamen bereits die Mägde mit ben Melkeimern. Der Schweizer folgte ihnen. Knechte mit Futterkübeln schritten über ben Hof. Die Schweine im Schweinegatter grunzten. Aus ben Kuhställen klang bas zufriedene Muhen ber freffenben Tiere. Mackenroth überschritt bie kleine Holzbrücke, bie von ben Wirtschaftshöfen hinüber zum Schloß führte. Das Wasser schäumte wilb unb aufgeregt. Es hatte nicht mehr bie durchsichtige Klarheit von heute morgen. Es war lehmig und gelb. Er öffnete die kleine Gartenpforte. Nun kam er in den Park. Don den Bäumen tropfte es noch in feuchtem Naß. Die Blumen auf den Beeten hatten ihre Köpfe noch tief geneigt und waren schwer vom Regen. Der ganze Park atmete erneute Frische. Eilig ging Mackenroth dem Wirtschaftshause zu. Dort waren die Diener gerade beschäftigt, die Gartenmöbel wieder auf die Terrasse zu stellen. (Fortsetzung folgt!) Mit Ofiekta MbeMaMHotade ßiilgeb! Früher nahm dle'Hausfrau meist auf 5Pfund Erdbeeren etwa 2xh Pfund Zucker, das waren zusammen 6 Pfund. Sie mußte jedoch fast immer eine Stunde und oft noch länger kochen; dann war aber ein Drittel bis fast die Hälfte verkocht. Sie erhielt also aus den 6 Pfund Frucht und Zucker nur etwa Ph bis 4 Pfund Marmelade. Heute jedoch mit Opekta bekommt die Hausfrau aus 3»/a Pfund Erdbeeren und 3x/i Pfund Zucker auch das volle Gewicht von 7 Pfund Marmelade in die Gläser, da ja in 10 Minuten fast nichts verkocht. Mit Opekta gibt es also ungefähr 3 Pfund Marmelade mehr. Dadurch hat man nicht nur das Opekta umsonst, sondern die Marmelade wird außerdem noch billiger I aus 3*/r Pfd. Erdbeeren o. 3*/r Pfd. Zuckei etwa 7 Pfd. &dAee^*Jtawue8aßt, Herr schickt lind Jlitte des sche Stüil >ußte, mit mgebracht ne. oder chk untersch en fjaben, li^entum Durk- JRöbgen, 'bach und » X Jia. -teinheim, s-horlosf. Das Endspiel um die deutsche Iußdallmeisierschast. Im Fußball hat ein Endspiel zur deutschen Meisterschaft wohl noch kaum diese Spannung hervorgerufen, wie das Treffen von 1935, das im Kölner Stadion die Mannschaften Schalke und VfB. Stuttgart zusammenführt. Mehr als 70 000 Zuschauer werden diesem Treffen beiwohnen und ihre Zahl wäre um viele Zehntausende höher, wenn man in Deutschland eine größere Anlage besitzen würde; man brauchte sich dann nicht mehr bescheiden vor englischen Meisterschafts- und Cup- Besucherzahlen zu neigen. Mit dem VfB. Stuttgart ist eine Mannschaft in das Endspiel gekommen, der niemand diesen Weg vorausgesagt hätte. In zähem Ehrgeiz haben die Schwaben diesen Erfolg errungen, und sie sind durchaus nicht geneigt, sich am Sonntag bedingungslos ihrem Gegner zu ergeben, auch wenn es sich hier um den deutschen Meister von 1934 und um die berühmten „Knappen" handelt. Die Schwaben werden sogar für den Deutschmeister einen schwereren Gegner abgeben als irgendeine andere, seit Jahren zur ersten Klasse gehörende Mannschaft, denn sie haben nichts zu verlieren und alles zu gewinnen und können den Kampf von der ersten bis zur letzten Minute mit Ruhe und Uebertegung und ohne Nerven durchführen, anders ist es aber bei den Westdeutschen. Sie haben ein Prestige zu wahren, sie haben eine Vormachtstellung und ein Die leichtWettschen Wettkämpfe derilmmsiM Luh, Gießen, erzielt einen neuen Hochschulrekord. .rdrüW achtend Flasch9 aft ein01 Ml-ch- Idain9 Wlf>’ pfen* Als wir dann mit einstündiger Verspätung an unterem Bestimmungsort eintrafen, erhielten wir zunächst einen höllischen Anschnauzer ->°M Bez.rks- felbmebel; dann mutzten wir zur Strafe drei volle Stunden warten, bis alle Ortschaften dran waren, ftait eine aanze Stunde standen wir barfuß, nur kn Hemd und Hose. Ich weiß, noch fehr gut, wir kamen uns in dieser Situation sehr klein und häßlich vor. Es durfte nicht gemuckst und nicht gebrummt werden. Mit gemischten Gefühlen ge- dackten wir unserer formen, übermütigen Ausfahrt am Morgen. Der Magen knurrte, das Bratze,t- machen war verboten. Dann endlich kam der Buchstab- B daran, und wir reihten uns hintereinander, leben Augenblick der Auswahl der Olympiateilnehmer, der Vorbereitung und Finanzierung der Reise nach Berlin unb — heute schon — mit der Organisation eines schnellen Nachrichtendienstes während der Spiele von Berlin nach Buenos Aires. Besonderen Werl legen die Argentinier auf die Einhaltung der Bestimmungen der Olympischen Spiele in sittlicher Beziehung bei der Auswahl der Teilnehmer. So wie die Norweger, denen natürlich ein gutes Abfchneiden bei der Winter-Olympiade besonders am Herzen liegt, sich Schweizer Abfahrtsläufer als Lehrer ins Land gerufen haben," haben sich die Engländer als Trainer ihrer Leichtathleten den bekannten norwegischen Leichtathleten Hoff gesichert, der in erster Linie für die Ausbildung der englischen Leichtathleten in den Sprung-, Stoß- und Wurfwettbewerben sorgen soll, in denen die Engländer bekanntlich schwächer sind als in den Laufwettbewerben. Die Oesterreicher ihrerseits haben sich zum Training ihrer Ruderer den englischen Trainer Arlett geholt. Sie denken daran, auch für die übrigen Sportzweige ausländische Trainer zu verpflichten — der österreichische Leichtathletikverband hat den Amerikaner Bruce bereits gewonnen. Ueberhaupt macht Oesterreich große Anstrengungen, mit einer tüchtigen Mannschaft nach Berlin zu kommen; Fußballer, Handballer und sogar die Polizisten stehen in systematischem Training. Die Gründung eines ständigen Olympia-Trainingslagers ist geplant. Aber auch einen Trainer für das Ausland stellen die Oesterreicher: der Wiener Willi Nabe wurde vom polnischen Kanuoerband eingeladen, die polnischen Rennpaddler für Berlin vorzubereiten. Dänemarks Olympia-Schwimmer sollen von der bekanntesten dänischen Schwimmerin Else Jacobsen für Berlin vorbereitet werden, und der französische Leichtathletikverband veranstaltete in Antibes unter den klimatischen Vorteilen der Mittelmeerküste einen Olympia-Lehrgang für etwa 40 Leichtathleten aus allen Teilen Frankreichs. Zu diesen Meldungen aus allen Teilen der Wett kommt die Tatsache, daß verschiedene 3ta- bereit, splitternackt wie Adam im Paradies vor die hohe Kommission hinzutreten. — „Wunderhorn, Florian", brüllte auf einmal der dicke Feldwebel. „Hier!" rief ich und trat vor und in den Saal; ich muhte jetzt unwillkürlich an meinen Vater denken, an feinen Ausspruch am Morgen: „Florian, Kopf hoch und Brust heraus, rechte Hüfte em- gezogen, wenn du vor den Arzt trittst, verstanden! „Haben Sie einen körperlichen Fehler, oder sind Sie krank?" fragte man mich. „Nein, Herr Stabsarzt!" gab ich laut, — wie es der Feldwebel uns zuvor auf die Seele gebunden hatte — zur Antwort. Ein Schreiber las dann meine Personalien vor. Dann wurde ich gemessen, gewogen, behorcht, beklopft, betastet, ich mußte marschieren, die Knie beugen, die Arme breiten, die Zähne zeigen, ohne Brille auf Entfernung lesen und so fort. Ich kam mir wie ein dressierter Pudel vor. „Haben Sie Wünsche bezüglich Waffengattung? „Zur Infanterie, wenn ich bitten darf, Herr Stabsarzt." , „Hmh, — ja, —: der Mann ist tauglich, Einjährig-Freiwilliger, Infanterie", entschied der Stabsarzt zum Schreiber hinüber. Ich war stolz über diesen Entscheid und behielt meine stramme Haltung auch den ganzen Tag über bei. Meinen um zwei Jahre älteren, herkulisch gebauten Bruder, der jeweils auf ein Gesuch hm zweimal zurückgestellt worden war, und den meine Eltern wegen der vielen Arbeit auf dem Hofe freizubekommen hofften, nahmen sie am selben Tag zur schweren Artillerie. Mein Vater hatte nun fein doppeltes „Sedan". Die Siegeskunde soll er mit einer süß-sauren Miene ausgenommen haben. Der Abend im Dorf verlief dann bei Sang und Harmonikaklängen in ausgelassener Fröhlichkeit. Die Mädchen wurden ins Wirtshaus geholt und von den fträußchengeschmückten Burschen zum Tanz auf- aefordert. Die Alten waren mit, vergnügt und heimlich stolz, weil ihr Sohn als tauglich befunden wurde, den Soldatenrock zu tragen. — Und fo fall und wird es jetzt wieder fein! Wir haben wieder eine große Armee, und jeder wehrhafte Bursche im Dorf weiß, daß er nicht nur fein Feld bestellen, sondern nötigenfalls auch ferne Heimat verteidigen darf. Pflug und Schwert sind wieder, wie ehemals, die vollgültigen Wahrzeichen des deutschen Bauerntums. Der Tag der Musterung kam. Mit den gestellungspflichtigen Burschen des Dorfes sollte ich ihn erleben. In aller Herrgottsfrühe, um 6 Uhr, fuhren wir auf einem mit Girlanden aus Tannenreis und farbigen Bändern reich geschmückten ßeiterroaaen in orschem Tempo singend, johlend und jauchzend zum Dorf hinaus. Den Wagenfchmuck hatten am Vorabend die Mädchen des Dorfes angebracht. Die schweren Pferde waren zuvor auf Glanz heraus- aeputzt und mittels Hafer und dreitägiger Stallruhe auf effektvolles Wildsein und rassiges Betragen dressiert. Mein ältester Bruder führte die Zugel und war stolz über alle Maßen, weil er die feurigsten Rosse des Dorfes zeigen konnte. Ich faß über der Wagenbremfe und mußte auf den Wink meines Bruders biefe anziehen oder lockern; dabei bediente ich mich, um nicht immer abfteigen zu müssen, eines sog. Bremsscheites. Unser Dorfnamen beginnt mit dem Buchstaben B, und wir mußten punkt 9 Uhr — „sauber gewaschen und in frischer Wäsche", wie es im Befehl des Bezirkskommandos hieß — vor dem Musterungslokal angetreten sein. Das wäre auch leicht gegangen, wenn uns unterwegs nicht em . Malheur passiert wäre. Vor einer sehr abschüssigen Stelle, die man sonst nie ohne Sperrkette oder Radschuh befuhr, unterließ mein Bruder, zu halten, der Wagen, auf dem 35 Burschen mit schätzungsweise 50 Zentnern Gesamtgewicht faßen, kam in Schwung und mit ihm die zurücksperrenden Pferde, denen ich, beklagenswerter Bremser, keine Erleichterung mehr geben konnte. Der Lenker riß in der Not die Tiere rechts bergan, der Wagen, von dem bereits alle bis auf den Fahrer und mich abgesprungen waren rutschte quer über den Weg wobei die Deichsel brach. — Bis aus dem nächsten Dorf Ersatz da war, verging immerhin eine volle Stunde. imers und laufe. Das igt. Aber lhe. Denn hend und Weiter ab- am Hanaus den m Tauben» icraue und iche Vogel» Der hini- ,e Färbung Wohnzimmer bereits die Schweizer in fchritttn Weinegatter das zu|r>e' zbrücke, die int C-N > M-rA ll*'1 "g gelb, v tarn « • es n»ch Beeten W iren W® , erneute Michas gerade f>' “e lerrall« Don der chinesischen Heilkunde. Der Kaiser Shen-nung, der ungefähr 2700 Jahre vor Christus gelebt haben soll, wird von den Chinesen als der Begründer ihrer Heilkunde angesehen. Er war nach ihrer Ansicht der erste, der von den heilkräftigen Eigenschaften der Kräuter und ihrer Anwendung bei der Behandlung von Krankheiten Kunde hatte, und er versäumte es nicht, seine Kenntnisse durch Niederschriften seinen Nachfahren zugänglich zu machen. Sein Hauptwerk heißt „Shen- nung ts'ao fing". Die eigenartigen medizinischen Behandlungslehren gründen sich auf das Vorhandensein zweier Urprinzipien, Pin und Pang, was man als „Hitze und Feuchtigkeit" übersetzt hat. Sie geben allen Dingen Leben und Bewegung, und die Gesundheit des Menschen hängt von der Erhaltung des richtigen Gleichgewichts dieser beiden Grundkräfte ab. Nach einer anderen Lesart sind Pin und Pang zwei Urkräfte, eine Naturkraft weiblichen Geschlechts und eine Naturkraft männlichen Geschlechts, und die Gesundheit beruht auf der gleichen Macht beider Grundkräfte des Lebens. Durch religiöse Zeremonien in den Tempeln medizinischer Gottheiten und durch Zaubersprüche kann man sich unmittelbar bei diesen uralten Autoritäten Rat holen. So findet man in den Tempeln Bilder berühmter Aerzte, die zu Göttern erhoben worden sind und verehrt werden. Besonders auf zehn berühmte Doktoren wird oft Bezug genommen, aber es gibt kaum zwei Namens- listen von ihnen, die miteinander übereinstimmen. Manche dieser Gottheiten haben Verzeichnisse von numerierten ärztlichen Vorschriften, und durch ent- svrechend numerierte Bambusstäbe zieht der Patient die Vorschrift, die sich für seine Krankheit eignet. Bei der Untersuchung eines Kranken richtet sich der chinesische Arzt hauptsächlich nach dem Verhalten des Pulses, dem Aussehen der Zunge und dem Ausdruck des Gesichts. Die Pulse geben den Zustand bestimmter Organe an, je nachdem sie am rechten oder am linken Arm liegen. Die geringen Unterschiede an Stärke, Art und Rhythmus des Pulses, die die chinesischen Doktoren festzustellen behaupten, sind für den Europäer kaum wahrnehmbar. Daneben gibt es eine Lehre von der doppelten Zirkulation, nach der die „Geister", die Träger der Urprinzipe Pin und Pang, im ganzen Körper verteilt sind. Die Heilmittel der Chinesen sind zahllos und werden von Kranken und Gesunden ausgiebig benutzt. Die klassische Autorität bei dem Gebrauch von Drogen ist Die „Pents ao kang-mu", eine Uebersicht über die alte Kräuterkunde, die von Li-Shi-Chen im 16. Jahrhundert zusammengestellt worden ist. Die Fndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 890: Dreiprozentige Lizenzabgabe auf Einfuhrsendungen in Italien. 891: Wiederzulassung der Ausfuhr Brasiliens nach Deutschland im Verrechnungswege. 892: Sonderbewilligungen von Devisen in Dänemark für Einfuhr aus Deutschland. 893: Beim Postversand von Koffern Aufschriftfahne haltbar befestigen und doppelte Aufschrift in die Sendung legen. 894: Französische Einfuhrkontingente für Wäschestücke. 895: Die Ausstellung einer allgemeinen Genehmigung für Nebenkosten im Warenverkehr nach IV/18 Ri. ist für das dritte Quartal 1935 umgehend zu beantragen. Die erforderlichen Antragsvordrucke find bei der Kammer anzufordern. „VMem, wirst du ein Relrut..." Eine Erinnerung von Florian Wunderhorn. Mein Urgroßvater diente als treuer, gehorsamer Untertan eines deutschen Fürsten in der napoleonischen Armee; mein Großvater führte anno 1848 einen Trupp süddeutscher Bauernrebellen an; mein Vater machte die Kriege 1866 und 1870/71 mit, — also warum sollte ich, der jüngste Sproß eines fo wehrtüchtigen Bauerngeschlechts, nicht auch die Flinte schultern, den Ehrenrock tragen dürfen?! Das Militärmaß betrug 1908 — m dlefem Jahre kam ich zur ersten Musterung — 166 Zenttrneter. Ich maß aber nur 165, bei einem Gewicht von 120 Pfund. „Der Florian wird zur leichten Reiterei kommen", sagten die Leute im Dorf „Ja, zur reitenden Gebirgsmarine!" hänselte mich dann mein Vater, der noch alle Kasernenwitze kannte. Ich weiß noch, er schämte sich meiner ein wenig, wenn gelegentlich von jemand meine Militartauglichkeit angezweifelt wurde, und mit feiner heimlich bangen Krane: „Wird der Tag der Musterung meines Sohnes Florian für mich zu einem Jena oder zu einem Sedan werden?" vergrübelte er sicher manche ^Auch mir war's nicht ganz wohl zumute, nicht etwa, weil mir noch ein ganzer Zentimeter am Militärmaß fehlte, (den konnte man, dachte ich, in ben paar Monaten noch mit täglichen Streckudungen h nwaeminnen) nein! es war noch was anderes: L roar Brillenträger, meine linke Schulter hing mehr berun er als die rechte, und meine Brust wölbte^ sich mehr nach innen statt nach außen. Woher das kam?, wollte dieser oder: jener „Don der Schulbank, zwölf volle Jahre hlndurch vom Stuberihocken, - von der Lebenswege bei einer überängstlichen $cnftonsmu ter! ^ab dann mein Vater immer zornig zur Antwort Unv er hatte lum Teil recht. Turnen und Sport wurven damals in der Schule noch nicht fo eifrig gepflegt das Wandern war das Vorrecht solcher die Sonntags nicht auszuschlafen, keinen Brief an die Eltern zu schreiben und kein Latem zu -ochsen braucht . ö Aber jetzt, mit 19 Jahren, war halt Nichts meh zu ändern! Die körperliche Welter- und ^oUent- wicklunq war nach Ansicht meines Vaters nur noch beim Militär möglich; - daß ich mich« aber dort noch zu einem Herkules auswachsen wurde oas glaubte er wohl selbst nicht mehr Zur Kavallerie durfte ich nicht, das kam ihm zu teuer. Also blieb die Infanterie, aber geraoe da wurden ja die größten körperlichen Anforderungen gestellt. lebhafteste Interesse für die Vorbereitungen der Olympischen Spiele. Die sportlichen Veranstaltungen der letzten Monate haben in Nordamerika gerade unter dem Gesichtswinkel des amerikanischen Ehrgeizes der Behauptung des traditionellen ersten Platzes auch in Berlin Ergebnisse gezeitigt, mag es nun in der Leichtathletik oder im Schwimmen gewesen sein, die zu so früher Jahreszeit als sensationell empfunden wurden. Ein Werbeabend der Deutschen Gesandtschaft in Brasilien in Rio de Janeiro, der Vorträge und Filmvorführungen zur Werbung für die Olympischen Spiele in Berlin bot, wurde in Sportkreisen und in der ganzen Öffentlichkeit außerordentlich Hochschule für Lehrerbildung in Friedberg. " ....... H.f.L. Friedberg zweifeln fei. In der englischen Öffentlichkeit werden Stimmen laut, die für die Teilnahme Englands sprechen. „Evening Standard" spricht davon, daß für England kein Hinderungsgrund mehr vorhanden sei. Der italienische Fußballverband hat bereits offiziell erklärt, daß Italien mir einer Amateurmannschaft vertreten fein roirbj Finnland und Dänemark nahmen bei der Behänd* lung der Frage eine derart freundliche Stellung ein, daß auch mit ihrem Kommen zu rechnen ift In zunehmendem Maße — beinahe etwas ungewöhnlich für England — beschäftigt sich die englische Presse mit den Spielen von Berlin. Unter anderem nahm sie Notiz davon, daß in Oxford und Bristol Filmvorträge zur Werbung für die XI. Olympiade gehalten wurden. In Bristol sprach Professor Jäck von Marburg, der mit Mar* burger Studenten an einer Versammlung der „Bristol University German Society" teilnahm, in Oxford war der deutsche Club Veranstalter. Als besonders kennzeichnend darf zum Schluß ein Satz aus einem Schreiben wiedergegeben werden, das der Präsident des ungarischen Senates für Körperkultur, Dr. Cornel von Kelemen, vor kurzem an die deutschen Turner richtete: „Die laufenden Arbeiten des ungarischen Sportlebens, die fieberhaften Dorarbeiten für das Berliner Olympia, machten es mir leider unmöglich, daß ich an dem ersten deutsch-ungarischen Wett-Turnen persönlich erscheine." Das Faustballspiel der Burschenschaft Germania gegen die Freistudentenmannschaft gewannen die Freistudenten mit 52:38 (37:19) Punkten durch größeren Spieleifer. Auf dem glatten Rasenboden waren besondere Leistungen nicht zu erwarten. handball-kurzspiel: Universität — h. f. €. Friedberg 20:13 (11:7). Der Kampf begann mit flotten Angriffen der Friedberger, die sofort in Führung gingen, bann erzielte Gießen sofort ben Ausgleich und konnte durch einen verwandelten Strafstoß in Führung gehen. Friedberg setzte immer wieder zu flotten Durchbrüchen an; konnte sich jedoch vor dem Tor gegen die gute Gießener Verteidigung nicht durchsetzen. Nach der flott gespielten ersten Halbzeit schien Friedberg noch einige Chancen zu haben. Nach der Pause zeigten sich aber die Lehrer abgespannt. Dis Mannschaft der Universität war zu guter Kombination und einem schönen Zusammenspiel aufgelaufen, so daß sie die Lage beherrschte. Erst beim Stand 20:10 ließen die Gießener Spieler im Eifer nach und die Friedberger Lehrer konnten im Endspurt noch drei Tore aufholen und damit das Endergebnis besser gestalten. Mit dem Herannahen der Olympischen Spiele wächst natürlich nicht nur das Interesse des Publikums, sondern auch die Sorge der Verantwortlichen in den Nationalen Olympischen Komitees aller Länder für das Abschneiden der Wettkämpfer und für die Vorbereitung der Reise einer möglichst "zahlreichen Expedition von Sportbegeisterten zur Unterstützung der aktiven Teilnehmer und zur Hebung ihres Kampfgeistes ebenso wie zur Verbreitung des Widerhalles von den Olympischen Spielen 1936 nach der Rückkehr in das eigene Land. Fast täglich erhält das Deutsche Olympische Komitee Zuschriften aus den fernsten Ländern der Erde, die beweisen, daß man überall an die Olympischen Spiele in Berlin und ihre Erfordernisse denkt. Wenn man erfährt, daß Japan, ein Land, welches mit die weiteste Reife nach Berlin vor sich hat, 350 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen zu entsenden gedenkt, und wenn man des weiteren hört, daß die Tschechoslowakei allein zu den Olympischen Winterspielen nach Garmisch-Partenkirchen eine Expedition von rund 100 Dertretern des Landes schicken wird, so ist damit heute schon die vor einiger Zeit ausgesprochene Erwartung der deutschen Organisatoren bestätigt, daß die XI. Olympischen Spiele des Jahres 1936 in Berlin hinsichtlich der Beteiligung der Rationen alle vorangegangenen Spiele bei weitem übertreffen werden. Wie in der ganzen Welt für die XI. Olympiade in Berlin 1936 gearbeitet wird, geht aus einem Schreiben des Argentinischen Olympischen Komitees an den Organisationsausschuß in Berlin hervor. Die Argentinier haben fünf Ausschüsse für die Arbeit gegründet. Der Presseausschuß bringt über die tägliche Zusammenarbeit mit den Zeitungen hmaus eigene Werbeblätter und Plakate und wirbt durch Rundfunkvorträge, für die sich der Präsident des Argentinischen Olympischen Komitees selbst zur Verfügung stellt, wie durch Versammlungen in den Sportvereinen. Weitere Ausschüsse beschäftigen sich Mit 3 Weitsprung 2232 2078 Kugelstoßen 2243,2 1435 Keulenwerfen 2643 2163 4X100-Meter-Stafette 813,8 779,6 7932 6455,6 Pkte. Obecheffen Wirtschaft nicht wer- Mai dem Roh- Farben-Aktie lag noch ein größerer Verkaufscrnf- trag vor, nach dessen Abwicklung vermochte sich der Kurs auf 151,25 nach 150,75 zu verbessern. Elektrowerte notierten meist 0,25 bis 0,50 v. S). freundlicher, wobei AEG. etwas lebhafter umgesetzt wurden. Schiffahrtsaktien hatten bei zunächst schwächeren, dann aber stärker anziehenden Kursen größeres Geschäft. Durchweg etwas schwächer lagen noch Metall-, Maschinen- und Motorenwerte bei Rückgängen von 0,50 bis 0,75 v. H. Sonst setzten noch ein: Reichsbank 1 v. 5)., Südd. Zucker 2 v. $)., AG. für Verkehrswesen 0,50 v. 5). höher, dagegen Zellstoff Waldhof 1,25 v. H., Deutsche Linoleum 0,50 v. $)., Holzmann 0,75 v. H. und AKU. 0,13 o. H. niedriger. Rach den ersten Kursen vermochten sich die Kurse überwiegend weiter leicht zu befestigen, insbesondere Montanaktien sowie Schiffahrtswerte und IG. Farben. Der Rentenmarkt lag wohl außerordentlich still, die Kurse konnten sich aber behaupten. Altbesitzanleihe bröckelten noch 0,13 v. H. ab. Dagegen lagen späte Schuldbuchforderungen mit 96,50, Korn- munal-Umschuldung mit 89,25, Zinsvergütungsscheine mit 90,13 und Reichsbahn-Dorzugsaktien Mit 120,75 gut gehalten. Don Auslandswerten setzten 5prozentige Mexikaner mit 6,35 (6,40) und 4,5pro- zentige Jrrigationsanleihe mit unv. 9 v. S). ein. Im Verlaufe ergaben sich zunächst meist weitere leichte Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. 5)., Deutsche Erdöl plus 1,25 v. H. auf 111,50, Rordd. Lloyd bis 36,25 nach 35,25 und Hapag bis 34 nach 32,75, später erfolgten aber wieder kleine Abgaben, so daß die höchsten Kurse bei sehr kleinen Umsätzen nicht voll behauptet blieben. Am Kassemarkt kamen Schriftgießerei Stempel nach Briefftreichung mit 64 (1. K. 68) wieder zur Notiz, doch wurde nur ein Teil des Angebots ausgenommen. Dagegen blieben Bad. AG. für Rheinschiffahrt weiter gesucht, die Taxe erhöhte sich auf 105 Geld (100, 1. K. 76,50). Am Rentenmarkt traten keine Aenderungen ein. Etwas Geschäft hatten bei behaupteten Kursen zertifizierte Dollar-Bonds. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen zumeist behauptet, während Liquidationspfandbriefe, Kommunal-Obligationen und Industrie-Anleihen uneinheitlich lagen. Von fremden Werten bröckelten Ungarn weiter etwas ab. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörfe schwächer. An der Abendbörse setzten sich die Abgaben aus dem Publikum fort, so daß die Haltung des Aktienmarktes weiter zur Schwäche neigte. Bei sehr kleinen Umsätzen erfuhren die Kurse gegen den Berliner Schluß durchschnittliche Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H., darüber hinaus verloren Rütgerswerke 1,25 v. H. auf 123,50. In der Farben-Attien blieb maße größer. * Neubauten der deutschen Afrika- Linien. Die deutschen Afrika-Linien haben bei der Werft vom Blohm & Voß in Hamburg den Bau von zwei großen Passagierdampfern in Auftrag gegeben. Die beiden Schiffe, die für den Schnelldienst nach Südafrika bestimmt sittd, werden 16 000 brt messen und zur Aufnahme von 150 Fahrgästen in der ersten und 350 in der Touristenklasse ausgestattet. Im ersten Vierteljahr 1937 werden die neuen Schnelldampfer in Dienst gestellt werden. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Schwankend. Frankfurt a. M., 19. Juni. Die Börse eröffnete bei noch nicht nennenswert größer gewordenen Umsätzen zwar in uneinheitlicher, aber doch überwiegend etwas befestigter Haltung. Vom Publikum erfolgten noch weitere, wenn auch nur kleine Verkäufe, dagegen schritt die Kulisse aus technischen Gründen zu Rückkäufen und Deckungen, so daß sich Angebot und Nachfrage etwa ausglichen. Die Grundstimmung hat sich am Aktienmarkt wieder leicht gebessert. Das Zustandekommen der deutsch-englischen Flottenvereinbarung machte einen guten Eindruck, auch kamen heute die gestrigen Momente, wie die günstige Entwicklung der Außenhandelsbilanz und die starke Entlastung im letzten Reichsbankausweis, besser zur Geltung. Die Kursveränderungen erreichten im allgemeinen kein stärkeres Ausmaß. Ueberwiegend fester lagen Montanpapiere, Harpener plus 1,25 v. H., Rheinstahl plus 1,75 o. H. und Stahlverein plus 1,50 v. H., dagegen gingen Braunkohlenwerte, wie Rheinische und Ilse Genuß noch bis 1,50 v. H. zurück. Chemieaktien lagen voll behauptet. In der * Äer deutsche Bergbau im Mai. In den hauptsächlichsten deutschen Steinkohlen- gewinnungsgebieten (Ruhr, Aachen, Saar, Westoberschlesien, Niederschlesien und Land Sachsen) verzeichnete die arbeitstägliche Steinkohlenförderung im Mai gegenüber dem Vormonat wiederum einen geringen Anstieg (1,2 v. H.) An dieser Verbesserung nahm lediglich das Land Sachsen teil. Auch die Gefolgschaft konnte verstärkt den. Eine kräftige Belebung brachte der dem Braunkohlenbergbau. Gegenüber Vormonat steigerte dieser seine arbeitstägliche kohlengewinnung um 8,8 v. H., die arbeitstpgliche Briketterzeugung um 17 v. H. Förderung und Absatz im Eisenerz bergbau erhöhten sich wiederum, die Gefolgschaft nahm zu. Die Lage im M e t a l l e r z bergbau ist noch immer sehr gedrückt. Die Erdöl gewinnung war in beträchtlichem Aus- Landkreis Gießen. = Steinbach, 19. Juni. Die hiesige G e - m e i n d e j a g d, die seither von einigen Gießener Jägern gepachtet war, wurde auf Kündigung neu verpachtet. Die Jagd ging zum Pachtpreis von 700 Mark an andere Jäger aus Gießen unter Führung des Fabrikanten Natt mann über. Früher belief sich der Pachtpreis auf 1000 Mark. > Holzheim, 19. Juni. Die Hebamme Margarete Schneider feiert am 30. Juni ihr 50» jähriges Jubiläum als Hebamme der Gemeinde Holzheim. Frau Schneider, die annähernd 1000 Kindern zum Leben verhalf, steht im 73. Lebensjahre. Sie ist körperlich und geistig noch sehr frisch und rüstig. Ihren Dienst führt sie noch sehr gewissenhaft aus. In diesem Jahre hat sie schon 15 Kindern (10 Knaben und 5 Mädchen, darunter ihr erster Urenkel) zur Welt verhalfen. Dor einigen Jahren konnte Frau Schneider gemeinsam mit ihrem Ehegatten Wilhelm Schneider II. das Fest der g o l d e n e n H o ch z e i t feiern. Leider konnte ihr Mann das goldene Dienstjubiläum nicht mehr mitfeiern, denn vor zwei Jahren wurde er durch den Tod abberufen. Frau Schneider wird von allen Einwohnern hochgeschätzt. Z Staufenberg, 19. Juni. Auf Burg Staufenberg fand eine gut besuchte Dorstandssit- zung der Heimatver e i n i gung Staufenberg statt. Nach der Verlesung des letzten Sitzungsberichtes durch den Schriftführer L. S t e - p h a n II. trat der Vereinsführer, Pfarrer G u ß - mann, in die Tagesordnung ein. Ein prüfender Gang des Vorstandes über die obere Burgruine gab Veranlassung zu eingehender Aussprache über nötige Arbeiten und Verbesserungen. Vor allem soll Genehmigung zur Abspertung der oberen Burg beim Ministerium eingeholt werden, damit nur ein Zugang bleibt und eine' Schonung der Anlagen ermöglicht wird. Den Hauptpunkt der Besprechung bildete die Beschlußsassung über Abhaltung eines größeren Festes auf der Burg unter Mitwirkung lokaler und weiterer Kreise. Da der August mit Kirmessen reich besetzt ist, wurde der 8. September gewählt, damit eine sorgfältige Vorbereitung, wozu ein engerer Ausschuß gewählt wurde, ermöglicht wird. Einzelheiten werden später rechtzeitig der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden. § Queckborn, 19. Juni. Unsere Gemeinde- j a g d, die früher in zwei Jagdbezirke eingeteilt war, wurde durch die Neueinteilung zu einem Jagdbezirk vereinigt und an Bürgermeister Horst non hier neu verpachtet. Der neue Pachtpreis beträgt 400 Mark, während die Jagd seither 900 Mark kostete. — Mit der Heuernte wurde begonnen. Der Ertrag kann als recht gut bezeichnet werden. Kreis Bübingen. $ Nidda, 19. Juni. Ein herbes Mißgeschick ereilte heute den etwa 55jährigen Oberpostschaffner Karl Eckhardt dahier, als er in der Scheuer die Vorbereitungen zur Unterbringung von Heu traf. Infolge Durchbruchs eines morschen Balkens auf dem Gerüst stürzte er kopfüber auf die ungefähr vier Meter tiefe Tenne und blieb längere Zeit b e ro-ti ßtlos liegen. Außerdem trug er einen Schlüsselbeinbruch, sowie erhebliche Kopfverletzungen davon. Kreis Schotten. LPD. Schotten, 19. Juni. In der Kurve zwischen den Kreisorten R a i n r o d und Eichelsdorf kam gestern abend der Bäckermeister Sachs aus Schotten mit seinem Kraftwagen beim Ueberfahren eines regennassen Bahnüberganges derart ins Schleudern, daß sich das Fahrzeug mehrmals überschlug und vollkommen zertrümmert liegen blieb. Einige Stunden später fanden Autofahrer den schwerverletzten Bäckermeister bewußtlos in den Trümmern liegend und brachten ihn in das Schottener Krankenhaus, wo er in ernstem Zustand darniedettiegt. Kreis Alsfeld. cxd Alsfeld, 19. Juni. Die hiesige Molkereigenossenschaft hielt ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung im „Deutschen Haus" ab. Aus dem von Direktor Wald vorgetragenen Geschäftsbericht ging hervor, daß die Milchanlieferung im Jahre 1934 auf 4 618 271 Liter gegenüber 3 862 803 Liter im Vorjahr gesttegen war. Sämtliche Punkte der Tagesordnung fanden glatte Erledigung. Die satzungsgemäß ausscheidenden Verwaltungsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Vom Reingewinn sollen außer einer Verzinsung der Geschäftsguthaben 2/io Pfennig pro Liter nachbezahlt werden. Der Leiter des Milchkontrollringes, Dr. Hartmann, machte einige Ausführungen über Ziel urrd Methoden der Milchkontrolle. * A l s f e l d, 19. Juni. Während eines heftigen Gewitters suchten zwischen Alsfeld und Romrod ein junger Mann und ein junges Mädchen, die sich zur Zeit in Romrod aushalten, im einen Verkehrsunfall handelt, sondern um einen vorbereiteten S e l b st m o r d. Die Frau hatte schon mehrfach versucht, sich in selbstmörderischer Absicht vor ein Fahrzeug zu werfen, jedoch konnte das Vorhaben von den Fahrern immer rechtzeitig abgewendet werden. Jetzt gelang es der Frau, sich vor einen Traktor zu werfen, und zwar kam sie an einer unübersichtlichen Stelle aus dem Hinterhalt gesprungen, so daß der Traktor nicht mehr zum Stehen gebracht werden konnte. Ein Juchs tötet 62 Hühner. Biedenkopf, 19. Juni. (LPD.) In dem Hühnerhof des Erbhofbauern L. H ö h l e in B a s d o r f drang nachts ein Fuchs ein und richtete ein großes Blutbad an. Von 62 Hühnern fand man den Körper zerrissen oder den Kopf abgebissen vor. Der Fuchs war durch eine versehentlich offengebliebene Tür in den Stall eingedrungen. Kreis Wetzlar. (DKrofdorf-Gleiberg, 18.Juni. Samstagabend trafen sich im Benderschen Saale die ehemaligen Soldaten desWeltkrieges aus unserer Gemeinde, um in einer gemeinsamen Feier die verliehenen Ehrenkreuze in Empfang zu nehmen. Auch zahlreiche Angehörige der gefallenen Söhne des Dorfes waren erschienen. Ortsbürgermeister Will, der Ortsgruppenleiter, der NSDAP. Schmidt und der Vertreter der Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenen K. S ch m i t t hielten Ansprachen. Beim Sana und Klang alter Soldatenlieder und im Austausch zahlreicher Kriegserinnerungen blieb man in kameradschaftlicher Weise zusammen. Ein beredtes Zeugnis opferbereiter Hingabe an Volk und Vaterland in jener großen Notzeit 1914/18 geben die Zahlen der hiesigen Kriegsehrenchronik. Eingezogen waren während des Krieges von Krofdorf-Gleiberg 424 Männer. Davon standen an der Front 358. Den Heldentod starben 76. Schon lange sind Bestrebungen im Gange, den Gefallenen ein würdiges Denkmal zu errichten; hoffentlich findet der Plan bald seine Verwirklichung. Walde Schutz unter einem großen Baum. Ein Blitzschlag traf, kurz nachdem die beiden jungen Leute sich untergestellt hatten, diesen Baum und schleuderte die zum Glück nicht dicht am Stamme stehenden Wanderer zu Boden. Das Mädchen leidet seitdem an heftigen Schmerzen in den Beinen, ferner hatte es ebenso wie der junge Mann längere Zeit die Sprache verloren. Beide mußten in ärztliche Behandlung gebracht werden. Preußen. Scharfschießen bei Erda. Der Landrat in Wetzlar teilt mit: Dom 3. Juli bis 10. Juli finden auf der Schußbahn bei Erda täglich von 6 bis 18 Uhr Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände im Raume Erda, Hohensolms, Königsberg, Oberförsterei Strupbach, Fellingshausen, Krumbach und Frankenbach. Das gefährdete Gelände ist durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn des Schießens bis eine Stunde nachher von jedem Verkehr freibleiben. Das Betreten des abgesperrten Geländes sowie der durchführenden öffentlichen und privaten Wege wird für die Dauer der Absperrung wegen Lebensgefahr polizeilich verboten. Den Anordnungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachpostens haben, ist unbedingt Folge zu leisten. Die Straße Fellingshausen—Frankenbach wird an den genannten Tagen und Stunden für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Krumbach. Selbstmord durch einen Traktor. Biedenkopf, 19. Juni. (LPD.) Zu dem gemeldeten Unglücksfall der Ehefrau Schneider in der Ortschaft Dottendorf, die von einem Traktor tödlich überfahren wurde, haben die Feststellungen ergeben, daß es sich hierbei nicht um das Angebot verhältnismäßig stark, zumal auch di» Kulisse Glattstellungen vornahm. Der Kurs sank auf 148,75 bis 148,50 (149,75), außerdem büßten Scheideanstalt 1 v. H. auf 231, Südd. Zucker 1 v. H. auf 188 ein. Montan- und Elektroaktien ermäßigten sich bis 0,75 v. H. Schifsahrtswerte lagen zunächst noch behauptet, schwächten sich aber später ebenfalls ab, Hapag auf 33,25 Brief (33,65) und Nordd. Lloyd auf 35.75 bis 35,50 (35,50). Von Bankaktien mürben Berliner Handelsgesellschaft in Anpassung an Berlin um 2 v. H. auf 118 ermäßigt, die übrigen Großbankwerte lagen auf der schwächeren Mittagsbasis unverändert. Der Rentenmarkt lag sehr still und kursmäßig etwa behauptet. Altbesitz ließen um 0,13 v. H. aus 112,90 v. H. nach, sonst nannte man Kommu- nal-Umschuldung mit 89,25, Zinsvergütung mit 90,10 und späte Schuldbuchforderungen mit 96,50. Don Auslandsrenten gingen 4prozentige Schweiz. Bundesbahn (SBB.) auf 191 (192) zurück, dagegen zogen 3^proz. Jura-Simplon.auf 168 (167) an. U. a. notierten: Altbesitz 112,90, Reichsbahn-VA. 120,75, 5)4proz. Rhein. Liquid. 101,50, 5'4proz. Franks. Hyp.-Liquid. 100,90, Commerzbank 89,75, DD-Bank 91,50, Reichsbank 178, Harpener 109,50, Mannesmann 84, Rheinstahl 111, Stahlverein 81,50, Aku 64,75 bis 0,40, AEG. 43,50, Bekula 138,50, Bemberg 124, Daimler 92, Deutsche Erdöl 109,75, Scheideanstalt 231, Elektr. Lieferung 113,50, JG.- Farben 148,75 bis 0,50, Gesfürel 126,25, Holzmann 90, Moenus 86,50, RWE. 126, Schuckert 118, Ritt- gcrswerke 123.50, Afchaffenb. Zellstoff 85, Südd. Zucker 188, AG. für Verkehr 89, Norddeutscher Lloyd 35,75 bis 35,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Juni. Weizen und Roggen aus dem Rhein-Main-Gebiet, sowie aus der Wetterau und Kurhessen waren nur in kleinen Mengen angeboten und wurden von den Mühlen gut ausgenommen, dagegen blieben andere Her- künfte, insbesondere aus Norddeutschland, unberücksichtigt. Futtergetreide lag still, Angebot in Hafer und in leichter Futtergerste lag nicht vor, anderseits hat auch die Nachfrage nachgelassen. Auch am Futtermittelmarkt blieb das Angebot in Kleie und ölhaltigen Artikeln sehr klein, doch war auch hierfür die Nachfrage angesichts der fortschreitenden Grünfütterung nicht mehr so dringend, so daß an den Futtermittelmärkten eine Entspannung zu verzeichnen ist. Das Mehlgeschäft blieb klein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W IX 210, W XIII 214, W XVI 218; Roggen R IX 170, R XIII 174, R XV 178; Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 172, G XI 175, G XII 177; Hafer H XIII 170, H XIV 172; Groß-, Handelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl W XIII 27,70, W XVI 28,15; Roggenmehl Type 997 R XIII 23,80, Type 815 R XIII 24,30, Type 997 R XV 24,20, Type 815 R XV 24,70 plus 50 Pf. Fracht- • ausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W XIII 10,92, W XVI 11,13, .Roggenkleie R XIII 10,20, R XV 10,44, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot m. M. 13, ' Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50; Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber 17,25 bis 17, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Weizen- unb Roggenstroh, drahtgepreßt, 5,20 bis 5,30, dasselbe gebündelt 5,10. Frankfurter Schlachkviehmartt. Frankfurt a. M., 20. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftricb: 29 Rinder (6 Ochsen, 3 Bullen, 7 Kühe, 13 Färsen), 1022 Kälber, 41 Schafe, 370 Schweine. Es kosteten: Kälber 36 bis 65 Mk., Härnrnel 38 bis 40, Schweine 40 bis 51 Mk. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Frankfurter Pferdemarkt. LPD. Frankfurt a. M., 19. Juni. Der gestrige Frankfurter Pferdemarkt zeigte nur geringen Auftrieb. Trotz hoher Preise war der Handel lebhaft. Besondere Nachfrage machte sich nach mittelschweren Arbeitspferden bemerkbar. Die Preise bewegten sich zwischen 950 bis 1100 Mark für Arbeitspferde, 1300 bis 1500 Mark für schwere Zugpferde belgischen Schlages. Schlachtpferde waren ebenfalls gesucht. Schweinemarkt in Nidda. Q] Nidda, 19. Juni. Der heutige Schweine« markt war mit 318 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Bei sehr lebhaftem Geschäftsgang wurde der Markt geräumt. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 19 bis 24 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 28 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 29 bis 38 Mark pro Stück. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt | Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag. börse Datum 18-6 । 19.6. 18-6. 19.6. 6% Deutsche Reichsanltzihe v. 1927 100,13 99,75 100,13 100,13 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 97,45 97,5 97,75 97,75 6yt% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl..Ablös.-Schuld mit — 103 — 102,65 113 AuSlos.-Rechten ............. 113,4 112,9 113,3 4‘/»% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100 100,13 100,13 100,4 6% efr:m.8% Hess. Bolk'sstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,5 98,5 98,75 98,5 4H% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold N. 12........ 96,5 96,5 - - 96,5 5ya% ehem. Hess. Landes-Hhpo. thekenbank Darmstadt Liaüi ...