Nr.116 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montags 20. Mai 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat ttn Bild • Die Scholle Monatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universität vuch- und Steindruckerei U. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 81/QUl)r des Vormittags Grundpreise für 1mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^t- anzeigen von 70mm Brette 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer übergib! die Aeichsaulobahn dem Verkehr. Der ganze Rhein-Maingau nimmt Teil an dem feierlichen Staatsakt an der Autobahn Krankfurt—Darmstadt. Ein Mnschenstrom zum Sranksurter Siablwald. Ein kühler Maitag, düster hängen die schweren Regenwolken seit dem frühen Morgen über der Wetterau, ein Schauer jagt hinter dem anderen her, erst langsam hellt es sich auf, das einheitliche Grau des Himmels wird hier und da durchbrochen, vor dem gefürchteten Landregen scheint der Wettergott uns gnädig bewahren zu wollen. Aber die Launen des Himmels machen heute wenig Eindruck. Taufende und Abertausende strömen seit den frühen Morgenstunden in 68 Sonderzügen der Reichsbahn, deren Organisationsgenie bei der Beförderung ungeheurer Menschenmassen neben dem regulären, auf die Minute pünktlich abgewik- feiten Verkehr man wiederum bewundern muß, in Kraftwagen aller Art, oft mit Fähnchen und grünen Girlanden geschmückt, zu Rad und zu Fuß dem Platze zu, der heute im Mittelpunkt des Interesses aller steht, auf dem der Führer und Reichskanzler die erste Teilstrecke der Reichsautobahnen seiner ureigensten genialen Schöpfung dem allgemeinen Verkehr übergeben wird. Die aus Hessen und der Pfalz herangezogene SA hat bereits in der Nacht mit der Absperrung der Zufahrtstraßen und der um die Reichsautobahn gelegenen Geländestreifen begonnen, so daß der ungeheure Verkehr in dem kleinen waldreichen Gebiet, das Schauplatz des Staatsaktes sein wird, sich reibungslos abwickeln kann. Vom Hauptbahnhof an bis zur Einfahrt in die Autobahn an der Urtter- schweinftiege und die ganze Autobahn entlang faßt eine Kette von SA.-Mannern die Straßen ein, die der Führer und Reichskanzler passieren wird. Und hinter der SA. drängt sich Hitlerjugend und Jungvolk, BdM., Schulen mit ihren Fahnen und Wimpeln Ganz Frankfurt ist auf den Beinen, um den Führer zu erwarten. Auf unserer Fahrt zur Autobahn treffen wir auf der Forsthausstraße nahe der Rennbahn auf die ersten bekannten Gesichter der Gießener SA. Hinter dem Bahnhof Goldstein im Walde hat R 116 abgesperrt. Gewaltig wie der Aufmarsch der Hunderttausend auch der motorisierte Aufmarsch, dessen Organisation in den Händen von NSKK-Oberführer Prinz von Hessen unter der Oberleitung von Korpsführer Hühnlein lag. Eine unübersehbare Zahl von Fahrzeugen des NSKK., des DDAC und der deutschen Autoindustrie, dazu 175 Lastkraftwagen mit den 5500 Arbeitern der Erösinungsstrecke fahren in musterhafter Ordnung aus allen Richtungen der Eröfsnungsstelle zu. Del km 0,0. An der Zubringerstraße zur Reichsautobahn, wenige Schritte vorn Kilometer 0,0, wo das Band gespannt ist, das der Wagen des Führers bei der Eröffnung der Bahn durchschneiden wird, ist die Rednertribüne errichtet. Davor haben auf dem weiten von SS. umsäumten Platz Ehrenabordnungen der SA., des Arbeitsdienstes, der Arbeitsfront und anderer nationalsozialistischer Gliederungen Aufstellung genommen. Im Hintergrund auf der Autobahn hält bereits die Spitze der langen Wagenkolonne, die die Arbeiter der Autobahn als erste hinter dem Führer über die von ihnen hergestellte Strecke führen wird. Ehrengäste, Presseleute, Photographen und Filmoperateure nehmen ihre Plätze ein. Die mustergültige Organisation hat dafür gesorgt, daß jeder sich schnell zurechtfindet. Gelegentlich bricht die Sonne durch und die Hakenkreuzbanner flattern lustig von den hohen Masten, die zu Gruppen angeordnet dem Festplatz eine farbige Note geben. Scherl-BIldmaterndienst Vk K N 4 w 8^» *= Us Generalinspektor Dr. Todt meldet dem Führer die Fertigstellung der Bahn. Noch einmal prasselt ein kurzer heftiger Hagelschauer aus dunkler Wolkenwand auf die erwartungsvoll harrende Menge nieder, dann künden vom jenseitigen Waldrand brausende Heilrufe das Nahen des Führers, die Musik intoniert den Badenweiler Marsch, Kommandos ertönen und schon fährt der Führer vorn im Wagen stehend, mit der Rechten immer wieder für die stürmischen Willkommgrüße nach rechts und links dankend, auf der Zubringerstraße langsam an der Ehrentribüne vor, beim Besteigen der Treppe auch von den weiter entfernt Stehenden erkannt und mit sich immer wiederholendem Jubel begrüßt. In einem der nächsten Wagen folgt Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, auch er schnell erkannt und besonders herzlich willkommen geheißen. In der Begleitung des Führers befanden sich weiter Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, der Adjutant des Führers Brückner, Reichspressechef Dr. Dietrich, SS.-Brigadeführer Schaub und Hauptmann Wiedemann. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg hat seinen Wagen schon früher verlassen und kommt zu Fuß mit seinem Adjutanten auf den Festplatz. Man sieht weiter die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Frank und Eltz von Rübenach, die Reichsleiter Bormann und Fiehler, den Oberbürgermeister von München, den Chef des Stabes Lutze, den General der Landespolizei D a l u e g e , die Gauleiter B ü r ck e l und Wagner, die Staatssekretäre Königs vom Reichsverkehrsministerium und Ohnesorg'e vom Reichspostministerium, den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dorpmüller, den stellvertretenden Generaldirektor K l e i n m a n n , Direktor Rudolphi von der Direktion der Reichsautobahnen, den Hamburger Bürgermeister Krog- mann, Direktor H o f von der Reichsautobahn- Gesellschaft und als Vertreter der Obersten Bauleitung der Strecke Frankfurt—Darmstadt Direktor P ü ck e l. Der Beginn des Staatsakts. Oer Generalinspektor desdeutschenGtrahenwesenS,Or Todt, tritt als erster an den Führer heran, um ihm die Fertig st ellung der ersten Teilstrecke zwischen Frankfurt und Darmstadt zu melden und gleichzeitig die Verkehrsübergabe der zweiten Strecke bei München in sechs Wochen anzukündigen. Wir haben uns bemüht, so führte Dr. Todt u. a. aus, bei diesem großen Werk der Technik, das schon heute die Ehre hat, d i e Straßen Adolf Hitlers zu heißen, nicht nur den rein technischen Zweck zu erfüllen, sondern dem Werke auch in der Form die Vollendung zu geben, zu der Ihr Name verpflichtet. Jahrzehntelang mußte sich die Technik den Vorwurf gefallen lassen, daß sie in ihrer materiellen Gebundenheit keine kulturellen Werke schaffe. Wir haben versucht, die Technik von diesem Vorwurf zu befreien. Als Nationalsozialisten sind wir mit kühner Energie, aber auch mit Liebe zu Volk und Landschaft an die Arbeit gegangen. Diese Straßen dienen nicht nur dem Verkehr, sie dienen auch der Erschließung unseres herrlichen Vaterlandes. Mit den Reichsautobahnen soll auch die Technik einen Ausdruck finden, der dem Geiste und der Gesinnung der nationalsozialistischen Bewegung entspricht. Symbol des geeinten Reiches. Zur ersten Fahrt über die Strecke sind heute alle angetreten, die daran mitgearbeitet haben. 4000 Arbeiter sollen nach Ihnen als erste über die Strecke fahren. Bei kargem Lohn und oft bei schlechtem Wetter haben sie hier einen Kubikmeter Boden nach dem anderen geschaufelt. Jeder einzelne von ihnen übernimmt heute über den materiellen Lohn hinaus die Ehre und die Erinnerung mit nach hause: Auch ich habe mitgearbeitet an den Straßen Adolf Hitlers, und der Führer kam selbst und hat meine Arbeit abgenommen. Unter den Arbeitern stehen auch die Angehörigen jener vier Arbeitskameraden, die beim Bau an dieser Strecke tödlich verunglückt sind. Sie haben ihr Leben gelassen auf ihrem Arbeitsplatz, wie der Soldat im Felde auf seinem posten. Wir gedenken ehrend dieser Gefallenen der Arbeit. Außer allen, die hier zur ersten Fahrt angetreten sind, steht das deutsche Volk an der Strecke rechts und links. Und wer nicht hier nach Frankfurt kommen konnte, nimmt zu Haufe Anteil an der Fahrt über das erste Teilstück eines t' • M M E i „<; A-’* LHMl M W ÄSR» MLMMMLMi i L eine: Sno über Scho Kri den Milii stand anr heit i tigen Der auf L schein, chn a fjaben. drei I sichtige °uf di lektive hätten deru von rQ pilsudskis Beisetzung in Krakau nach Warschau zurückfuhr, präsentierte eine Ehren- Kompanie das Gewehr, während eine Kapelle die polnische Nationalhymne intonierte und das zahlreiche polnische Offizierskorps salutierte. Laval seinerseits soll im unmittelbaren Anschluß an die Unterredung französischen Journalisten er- kl?tt haben, daß er eine sehr interessante Unterredung mit Göring gehabt habe. Er, Laval, sei stets ein Freund der unmittelbaren Fühlungnahme und Aussprache gewesen. Anschluß an die Unterredung, um 21.10 Uhr. ver- lieh der General mit feinem Adjutanten im Sonderzug Krakau, um sich nach Warschau zu begeben. Kurz vor der Abreise unterhielt sich General Göring ln seinem Salonwagen mit dem Korpsgeneral von Krakau. Als der Zug den Bahnhof verlieh, mit dem quch der deutsche Botschafter von Moltke Oer Führer bei der Berliner Trauerfeier für pilsudski. Scherl-Bildmaterndienst Auf der Stelle, von der Pilsudski noch vor wenigen Monaten selbst eine Parade abgenommen hatte, stand nun der Sarg auf einer Geschützlafette. Sämtliche Truppengattungen zogen in feierlicher Parade an dem Sarge vorüber. In Krakau. Krakau, 18.Mai. (DNB.) Im Mittelschiff der Marienkathedrale steht der purpurne Katafalk, der für den Sarg des Marschalls bestimmt ist. Unmittelbar vor der goldenen Kapelle mit dem Sarge des heiligen Stanislaus. Neben dem Katafalk ruht in einem prächtigen Sarkophag Polens beliebteste Königin Jdwiga. Von den Wänden hängen die berühmten kostbaren Gobelins mit Darstellungen aus der biblischen Geschichte herab. Von der Mitte des Gotteshauses hängen bis auf den Boden die schwarzen Vorhänge hernieder. Durch die hohen schmalen Fenster des Gotteshauses dringt fahles Tageslicht. Kerzen flackern um den Sarkophag. Ihr Schein vermischt sich mit dem Licht der Kerzen, die um den Katafalk des Marschalls herum aufgestellt sind. Orgeltöne brausen als die Generale den Sarg in die Kathedrale tragen und auf den hohen Katafalk stellen. Indessen erdröhnen draußen die 101 Schuß des letzten Ehrensaluts. Vor dem Hauptaltar zelebriert der Krakauer Erzbischof Für st Sapieha mit großer Assistenz die große Totenmesse. Die Gebete des hohen Geistlichen werden von den klagenden Traueraesängen der Kleriker abgelöst. Rechts neben dem Hochaltar hat der Warschauer Nuntius Marmarggi Platz genommen. Die Menge der gläubigen Trauergemeinde, die Kopf an Kopf dicht gedrängt die weiten Räume füllt, verharrt regungslos. Unmittelbar hinter den Hinterbliebenen des Verewigten und dem Staatspräsidenten stehen dem Sarge die Männer am nächsten, die seine treuesten Kampfgefährten waren, Die Generale Rydz- Smigly und D r e s z e r, der frühere Aeiter- general der Ersten Brigade. Mit dem KrieMnini- ster K a s p r z y ck i zusammen haben sie jetzt das militärische Erbe des Marschalls zu verwalten. Für einige Minuten verstummen die Gebete und Gesänge. Die Gemeinde kniet zum frommen Gebet nieder. Dann erfüllen wieder die Gebete und die Gesänge den Raum. Im Anschluß an die Messe führte der polnische Staatspräsident M o s c i ck y u. a. aus: „Zu den gekrönten Schatten hat sich ein Gefährte des ewigen Schlafs gesellt. Seine Schläfe schmückt keine Krone, und seine Hand trägt kein Zepter. Und dabei war er ein König über Herzen und ein Beherrscher unseres Willens. In 50jährigem Leben voller Mühsal gewann er sich Herz für Herz, bis daß der Purpur seines geistigen Königsreiches unumschränkt sich über ganz Polen ausbreitete. Durch die Kühnheit des Gedankens, den Mut seines Wollens die Kraft feiner Taten riß er die Ketten von unfreien Händen, schmiedete Wehrlosen das Schwert, steckte die Grenzen ab und schmückte die Fahne unserer Regimenter mit ewigem Ruhm. Die von Knechtschaft Befleckten lehrte er die Ehre verteidigen, den Glauben an die eigenen Kräfte wecken, stolze Träume aus Adlerbahnen erdwärts lenken und in harte Wirklichkeit verwandeln. Er gab Polen die Freiheit, feine Grenzen, Achtung und Kraft. Durch seine Taten zündete er in allen bis an die äußersten Grenzen des Landes den Funken der Sehnsucht nach Größe, Millionen dieser Funken aber kehrten in Millionen von Herzen von Liebe entflammt zu dem zurück, der sie entzündete, bis er selbst zum Lichte ward, das sich über unser ganzes Land ergoß, zur Flamme, in der das kostbare Erz schmolz, das von nun ab für alle Zeiten in der nationalen Schatzkammer unserer moralischen Werte verbleibt. Legionäre werden gegen Abend den Toten die schmale steinerne Treppe in die Königsgruft hinabtragen, dorthin, wo die größten Heroen der polnischen Geschichte ihren ewigen Schlaf tun. Dort wird der erste Marschall Polens neben dem Fürsten Poniatowski, den Königen Stefan Batory und Jan Sobiesky und den Dichtern Mickiewicz und Slowacki beigesetzt. Eine Unterredung zwischen Göring und Laval. Krakau, 18. 2HaL (DNB.) Im verlauf eines Frühstücks, das sämtliche Delegationen nach der Trauerfeier im Hotel gemeinsam einnahmen, wurde zwischen Ministerpräsident Göring und Minister Laval eine private Unterredung verabredet, in der beiderseits mit großer Offenheit alle zwischen den beiden Völkern zur Debatte stehenden Fragen erörtert wurden, ohne daß dabei auf Einzelheiten eingegangen wurde. Im unmittelbaren Zur Stunde^ da die sterbliche Hülle des nationalen Heros polnischen Volkes im Königsschloß in Krakau zur letzten Ruhe geleitet wurde, fand in Berlin iv der St. Hedwigs - Kathedrale im Beisein des Führers und Reichskanzlers, zahlreicher Minister, des Nuntius Drj^tigo und des Diplomatischen Korps sowie der Vertreter der Wehrmacht ein feierliches Requiem statt, das von dem Dompfarrer, dem Domkapitular Msgr. Lichtenberg, zelebriert wurde. Nuntius O r f e n i g o nahm die absolutio ad tumbam vor. Die Kathedrale hatte eine schlichte und würdige Ausschmückung erhalten. Wände und Säulen waren in tiefes Schwarz gehüllt, ebenso der bischöfliche Thron, die Bänke des Altarraumes sowie die Sessel und Betstühle des Führers und des polnischen Botschafters. Vor den Stufen des Hochaltars war der Katafalk aufgebaut, von schlichtem Blattgrün und sechs großen Leuchtern umgeben. Die N a - tionalflagge Polens, das weißrote Tuch mit dem silbernen Adler, deckte ihn. Eine Ehrenabordnung der Schutzpolizei und eine Abteilung Feldjäaerkorps bildeten am Eingang und an der Außenseite der Bänke Spalier. Zur Rechten des Kirchenschiffes nahm das Diplomatische Korps Platz, das fast vollzählig unter Führung der Botschafter von Amerika, England, Frankreich, Italien, Japan mit den Militärattaches erschienen war. Zur Linken des Kirchenschiffes hatte die Reichsregierung ihre Plätze. Man bemerkte ferner die Gattin des Ministerpräsidenten Göring, die Chefs der Heeres- und Marineleitung, General v. Reichenau, Staatssekretär p. Bülow, Oberbürgermeister Sahm sowie zahlreiche Vertreter der Ministerien und der Partei. Scherl-Bildmatern dienst Punkt 11 Uhr wurde Nuntius Orsenigo vom Domkapitel in die Kirche geleitet. Kurz darauf erschien der Führer und Reichskanzler mit feinem Adjutanten, begleitet von Staatssekretär Dr. Meißner. Der polnische Botschaften L i p s k i empfing den Führer am Portal und geleitete ihn, nachdem der Führer dem Botschafter nochmals persönlich sein Beileid ausgesprochen hatte, zu seinem Platz. Dann zelebrierte der Dompfarrer Domkapitu- tar Msgr. Lichtenberg unter Assistenz der Domgeist- lichkeit das Pontifikalrequiem. Der Nuntius erteilte die Absolution am Katafalk. Darauf verließ der Führer in Begleitung des Botschafters die Kathedrale. Auf dem Wege von der Kathedrale nach der Reichskanplei wurden dem Führer lebhafte Ovationen dargebracht. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. äamslagnach- mittag geschloffen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, kür Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DZ. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr< EiNAelvrrkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Seit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. [Verschiedenes | Karl Stadler im 60. Lebensjahre. Gießen (Horst-Wessel-Wall 10), den 18. Mai 1935. Oottexistenz 02190 Tüchtige Verkaufskraft bis 40 Jahre, von größerer Vertriebsgesellfchaft für hiesigen Festbezirk gesucht. Keine vorübergehende Existenz sondern Lebensstellung. Höchstprovision. Vorstellen mit Ausweis und Zeugnissen Dienstag, den 21. Mai 1935, von 14-16 Uhr, bei dem Organisationsleiter z. Z. Gießen, Hotel Viktoria Heute morgen 10*/, Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber, treusorgender Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er. mäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter« zeile veröffentlicht Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Stadler, geb. Marx Todesanzeige. Am 19. Mai verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Hubertus Becker Strafienwart i. R. im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Becker, geb. Hahn, und Kinder. Steinbach, den 20. Mai 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, 21. Mai, 2% Uhr statt. ---- 3038 D MlWlkl Gießen.302«v Dienst., 21.Mai 20 bis 22.45 Uhr 30. Dienst. - Ab Gewöhn!. Preise Vertrag um Karakat Schausvier in 3 Akten von Fritz Peter Buch Mahnung. Die Beiträge für den Monat April 1935 können noch bis zum 25. Mai 1935 ohne Kosten bezahlt werden. 3036D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. [Stellenangebote! leine Ursprungszeugnisse, jonbern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ver- metdung von Verlusten aus der Rückseite Ra- men und Anschrift des Bewerbers tragen! Für bew. Back- mittel i. Bäckerkreis. gut eingef. Vertreter f. Gieß., Wetzlar u. Umg. a. hohe Prov. ges. Ang. u. K. A. 6590 bef.Westd.Anz.- GmbH.KölnRh. Hohestr.521so23V Die Beerdigung findet Dienstag, 21. Mai, nachmittags 2’/a Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 021 «8 NachlaB-Yersleigeroig. Mittwoch, den 22. Mai, ab 10Uhr versteigere ich Eichweg 7: 1 Schlafzimmer: 2 Betten mit Kapokkeil u. Federzeug, 1 Spiegelschrank, Waschtisch, 2 Nachttische, 3 Stühle; 1 Speisezimmer: Büfett, Kredenz, Ausziehtisch, 6 Stühle (hell eiche): ferner: 2 Sofas, eine Standuhr, 1 Flurgarderobe, eine Brandkiste, 2Kleiderschränke, IVer- tiko, 2 Waschttsche mit Marmor, 2 Einzelbetten m. Kapok u. Federzeug, 2 Nachttische, 1 Rauchtisch, mehrere Spiegel, 1 Wanduhr, Deckenbeleuchtungen, 1 Staubsauger, 1 Kommode, 1 komplette Küche, 1 Schuhschrank, 1 Gasherd, 1 Wasserbank, 1 Blumenkrippe, 1 Ausziehtisch, 1 Schreibtisch mit Sessel, mehrere Tische, 1 Stehleiter, 1 Volksempfänger, Wäsche. Porzellan u.Haush.-Gegenstände. Versteigerung besttmmt. Besichtigung Dienstag mittag ab 3 Uhr. 3040a £. yüttm. Henenroeg 18. Lwangsvevtteigevuttg Dienstag, 21. Mai 19.35, 14 Uhr. wllen un „Löwen" hier, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 30350 Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Schreib-, Bohner-, Mörtel- und Rechenmaschine, 1 Diwan, 3 Teppiche, Anzug- stoffe, 2 Spiegel, 2 Klaviere, drei Kassenschr., 1 Motor, 1 Radioapparat, Bücher, 2 Steppdeck., 1 Laden- und Registrierkasse, 8 Pelzmützen, 1 Pritschenwagen, 2 Eisschränke, 2 Oefen, 10 Einschlagluven,! Nivelierinstrument Besttmmt: Mebr.Flurgarderoben. Bekanntmachung. Die Steuerordnung betr. die Erhebung einer Jagdsteuer im Kreise Wetzlar vom 26. März 1931 und des Nachtrages hierzu vom 16. Februar 1933, veröffentlicht im Wetzlarer Anzeiger Nr. 114 vom 18. Mai 1932 und Nr. 72 vom 25. März 1933, ist gemäß folgender Verfügung unverändert bis zum 31. März 1936 verlängert worden. 3042C Wetzlar, den 17. Mai 1935. Der Dottitzende des Kreisausfchuffes. I. D.: Dr. Weiß, Regierungsrat. Der Regierungspräsident I 2a 1280. Wiesbaden, den 9. Mai 1935. Die zur Ordnung bett, die Erhebung einer Jaad- steuer im Kreise Wetzlar vom 26. 3. 1931, zuletzt unter dem 5. 2.1934 — I 2a 429 — erteilte Genehnn- gung wird hiermit auf Ihren Antrag vom 21. März d. I., J.-Nr. II Steuer 1933, nebst den für die Gel- f?!n£5<™r,ber Ordnung genehmigten Nachtrag vom 14. 2.1933 bis zum 31. März 1936, und zwar rück- w'rkend vom 1. April 1935 ab gemäß § 77, Ms. 4 des LA» G. genehmigt. 1 6m LttstragKt gs^r Zum baldigen Emtritt ein zuverlässiges 2030D Fräulein für Büfett und Servier, gesucht. Etwas Küchenkenntnisse sind erwünscht. Schriftl. Bewerb. m.Bild sind umgehend einzureichen. Bahnhofswlrtseh. Dillenburg. [Stellengesuche] Aelter. Mädchen mit 9 Monate alt. Kinde, sucht Stelle, evtl, als Haushälterin für sofort. Schr.Ang. u.02192a.d.G.A. Amtliche Bekanntmachungen aus dem Kreis Wehlar. Bekanntmachung. Die Steuerordnung über die Erhebung einer werlzmvachsfteuer im Kreise Wetzlar vom 7.10.1931, veröffentlicht am 23. März 1932 im Wetzlarer Anzeiger Nr. 70, ist aemäß folgender Verfügung unverändert bis zum 31. März 1936 verlängert worden. Wetzlar, den 17. Mai 1935. Der Vorsitzende des Kreisausfchuffes. Dr. Weiß, Regierungsrat. Der Regierungspräsident I 2a 1279. Wiesbaden, den 9. Mai 1935. Auf Ihren Antrag vom 21. März d. I., J.-Nr. II St. 1922, verlängere ich hiermit die zu der Ordnung bett, die Erhebung einer Wertzuwachssteuer im Kreise Wetzlar einschließlich der Städte Wetzlar und Braunfels vorn 7. Oktober 1931 zuletzt unter dem 29. Januar 1934 — 12a 306 — erteilte Genehmigung bis zum 31. März 1936» und zwar rückwirkend vom 1. April 1935 ab gemäß § 77, Abf. 4 K. A. G. Im Auftrage: gez.: E n g f e r. Nr.M Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag. 20. Mai (935 Bilder von der Eröffnung der Auwbahn. Die Arbeiter der Reichsautobahn grüßen den Führer. X W - WM tr > * w h:- ’ * <■ l! i W RMMMM L MM Der Wagen des Führers durchschneidet das Band Scherl-Blldmatemdienst das die Reichsautobahn bis zur Freigabe sperrte. (Aufnahmen: Photo-Pfaff) Der Führer, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Generaldirektor der Reichsbahn Dorpmüller. ■ ■ u .. Die Spitze der Wagenkolonne eröffnet ein historisches Fahrzeug aus der ersten Zeit des Automobilbaues. Unscheinbar und wacklig, aber mit eigener Kraft fährt es, besetzt mit vier Passagieren, vorbei und versinnbildlichte damit die raseno schnelle Entwicklung des Automobilbaues. Gerechtigkeit gegen Deutschland sichert allein dm Frieden Europas. Lord Snowden fordert einen Kurswechsel der britischen Außenpolitik. London, 20. Mai (DRB. Funkspruch). In einem Aufsatz in der „Daily Mail" verlangt Lord Snowdon ehrliche Handlungsweise gegenüber Deutschland. Der ehemalige arbeiterparteiliche Schatzkanzler sagt, Europa treibe in einen Krieg hinein. Im Namen des Friedens würden die Rüstungen in unerhörter Weise verstärkt. Militärische Verträge und Pakte „gegenseitigen Beistandes" würden abgeschlossen, die zum Kriege a n r e i z t e n. Der Völkerbund, der kollektive Sicherheit und Frieden schaffen sollte, scheine zum demütigen Werkzeug der Großmächte geworden zu sein. Der Kellogg-Pakt, durch den die Nationen auf Krieg als Instrument der Politik verzichteten, scheine in Vergessenheit geraten zu sein, man scheine ihn auf den Müllhaufen geworfen zu haben. Die Abrüstungskonferenz habe in mehr als drei Jahren bewiesen, daß die Nationen nicht beab- sichtigen, ihre Rüstungen zu vermindern oder sich auf die in der Völkerbundssatzung versprochene kollektive Sicherheit zu verlassen. Seit Ende des Krieges hätten die Siegermächte keine einzige Aen- d e r u n g in ihrer Politik vorgenommen. Eine Reihe von rachsüchtigen „Verträgen" sei den Besiegten auf- erleqt worden. Diese Verträge seien schon damals als die Brutstätten künftiger Kriege erkennbar gewesen und hätten bte Festlandssieger mit Furcht und Unsicherheit erfüllt, weil sie wüßten, daß durch Gewalt auferleate Ungerechtigkeiten von den Unterlegenen nur so lange erduldet würden, als sie machtlos seien. Anstalt die Kachkriegsjahre zu benutzen, um die Ungerechtigkeiten von Versailles zu beteiligen und Deutschland möglichst schnell in die Familie der Kationen zu bringen, haben die Alliierlen es in einer Stellung demütigender Unterlegenheit gehalten, die keine große Kation auf die Dauer duldet. Endlich haben nationaler Stolz und Kalionalgefühl Ausdruck in einem neuen Führer gefunden. Die Jugend des Volkes Hal mit Begeisterung geantwortet. Die Alliierten haben die Bedeutung dieses Vorganges nicht begriffen oder sind zu bitter in Ihrer Deutsch-Feindlichkeit gewesen, um ihn anzuerkennen und sie möglicherweise zu begreifen. Deutschland war nur vom Gefühl der Selbstachtung beherrscht als es sich von der Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbund zurückzog. Diese Handlungsweise ist von den Großmächten heuchlerisch beklagt worden, die zwar „die Tür für Deutschlands Rückkehr ofsengehaUen" aber keine Zusicherungen gegeben haben, daß Deutschland im Falle seiner Rückkehr eine andere Behandlung zuteil werden würde. Im Gegenteil haben die alliierten Mächte keine Gelegenheit unbenutzt gelassen, um Deutschland ins Unrecht zu letzen und die öffentliche Meinung gegen Deutschland aufzuhetzen. In dem Weißbuch ist Deutschland allein alle Schuld an einer Vergrößerung der eigenen Rüstungen zugeschoben worden. Von Italiens „Millionen Bajonetten" oder Sowjetruhlands ungeheurer Armee oder den gewaltigen militä- rischen Aufgaben Frankreichs und feiner Vasallen ist nicht die Hege gewesen. Der vom Völkerbundsrat ausgesprochene Tadel gegen Deutschland wird sicher als größte Tat salbungsvoller Heuchelei seinen Platz in der diplomatischen Geschichte erhallen. Deulschlands Politik kann bedauert werden, weil sie seinen ehemaligen Feinden einen Vorwand gegeben hat, aber Deutschland Hal durch die Herausforderung des Versailler Vertrages keine moralische Verpflichtung gebrochen. Ein Vertrag, der mit Bedrohung von Bajonetten unterzeichnet wird, kann keine bindende moralische oder rechtliche Kraft haben. In diesen Intrigen spielte Sowjetrußland eine finstere Rolle. Es war ein Augenblick für Götter, als Litwinow salbungsvoll als Verteidiger von Vertragsverpflichtungen auftrat und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder verurteilt. Wenn Großbritannien einen mutigen Vertreter gehabt hätte, so hätte er Litwinow an Sowjetrußlands Vertragsver- l e u g n un g und an seine Einmischung in die inneren Angelegenheit en anderer Länder erinnert und auch daran, daß der britische Steuerzahler 1% Schilling je Pfund Sterling für die Verleugnung der russischen Schulden an Großbritannien zu zahlen habe. Das Mißtrauensvotum des Völkerbundes gegen Deutschland und der kürzliche Angriff des Ministerpräsidenten gegen Deutschland mache Verhandlungen sehr schwierig. Welcher Mann oder welche Nation kann mit Fußtritten zur Zusammenarbeit gebracht werden? Lord Snowden schließt, nur eine Aende- rung der internationalen Politik kann den drohenden Krieg in Europa fern- halten. Grohbrilannien hall den Schlüssel 5 u r Lage in der Hand. Mehr denn je sollte Freundschaft mit Deutschland Politik Großbritanniens sein. Großbritannien sollte aufhören, sich von Frankreich und Italien mif- ziehen zu lassen, es sollte aufhören, mit Deutschland zu sticheln und es sollte Deutschlands gerechtenForderungennachGleich- heit und sogar seinen Forderungen nach Kolonien und Mandaten Gehör geben. Eine solche Haltung Großbritanniens gegenüber Deutschland würde geeignet sein, den europäischen Frieden ausrechl- zuerhallen. Denn die europäischen Länder, die mit England ein diplomatisches Bündnis haben, nicht auf Großbritanniens Unterstützung für einen Krieg rachsüchtiger Politik rechnen können, dann werden sie zögern, diese Politik fortzusehen. Eine weise Führung durch Großbritannien ist das dringende Gebot der Stunde. Weitere Verfolgung von Geistlichen in der Sowjetunion. Wien, 19. Mai. (DNB.) Die Wiener Sonntagspresse meldet: Dem Interkonfessionellen und lieber» nationalen Hilfskomitee unter Vorsitz Seiner Eminenz des Kardinals Jnnitzer geht eine weitere Meldung über die Verfolgung von Geistlichen in der Sowjetukraine zu. In Odessa wurden die katholischen Pfarrer Lorenz Wolf und Johannes Albert zu zehn Jahren Verbannung und Zwangsarbeit verurteilt. Das gleiche Urteil wurde in Landau bei Odessa gegen die Pfarrer Anton H o p f m a n n , Johann Tauberger, Raphael L o r a u und Prälat Joseph K r u s ch i n s k y gefällt. Dem letzten Schlage gegen die Evangelische Kirche ist jetzt der gegen die katholische gefolgt. Den Verurteilten wird die Hilfstätigkeit gegenüber ihren hungernden Gemeindemitgliedern, die sie dank der Spenden von auswärts vollführen konnten, zur Last gelegt. Die Verfolgung der katholischen Kirche in der Sowjetunion wird dadurch gekennzeichnet, daß sich heute allein 14 katholische Geistliche auf der Insel Salowki im Nördlichen Eismeer in der Verbannung befinden. Huldigungen für Göring in Krakau Am späten Nachmittag war Ministerpräsident Göring, der sich vorher den berühmten Hochaltar des Nürnberger Meisters Veit Stoß in der Marienkirche angesehen hatte, mit den Vertretern anderer Staaten beim Grafen Po- tockizum Tee geladen. Als der Ministerpräsident nach dem Tee das Palais verließ, das im Mittelpunkt des Verkehrs liegt, spielte sich eine Szene ab, die kennzeichnend ist für die Sympathien, deren sich General Göring unter der polnischen Bevölkerung erfreut. Da das Auto des Ministerpräsidenten nicht gleich zur Stelle war, mußte er mit seinem Adjutanten einige hundert Schritte zu Fuß zurückl^gen. Kaum hatte die vielhundertköpfige Menge den Ministerpräsidenten erkannt, als sie ihm begeisterte Huldigungen darbrachten, die erst ein Ende nahmen, als die deutschen Herren in ihre Autos gestiegen und davongefahren waren. Laval auf der Durchreise in Berlin. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der französische Außenminister Laval traf am Sonntagabend in Berlin auf dem Schlesischen Bahnhof ein, begleitet von Botschafter Francois Poncet, der dem Minister bis Frankfurt a. O. entgegengefahren war. Zur Begrüßung war Legationsrat v. R i n t e l e n , der Leiter der Westeuropa-Abteilung im Auswärtigen Amt, erschienen. Mitglieder der französischen Kolonie hatten sich gleichfalls eingefunden. Nach einem halbstündigen Aufenthalt auf dem Bahnhof setzte der französische Außenminister feine Reise nach Paris fort. Fräulein Laval, die ihren Vater auf der Reise begleitete, fuhr im Auto nach Berlin, um einen Eindruck von der Stadt zu gewinnen. Icansatlanlifflicger Hausner löblich abgestürzl. Der polnisch - amerikanische Transatlantikflieger Stanley Hausner ist mit seinem Eindecker „Mar- schall Pilsudski" tödlich a b g e st ü r z t, als er eine Kirche in Detroit (USA) umkreiste, in der eine Pilsudski - Gedächtnisfeier abgehalten wurde. Das Flugzeug stürzte auf das Dach eines Lagerhauses und verbrannte. Hausner beabsichtigte, in den nächsten Tagen einen Nonstop-Flug von Detroit nach Warschau anzutreten. Wetterbericht des Heichswetlerdienfles. Ausgabeort Frankfurt. Gestern lag unser Gebiet in sehr kalten Luftmassen, die nicht nur die Temperaturen 8 bis 9 Grad unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt hielten, sondern auch Anlaß zu Schauern gaben. Sie waren besonders in der Rhein-Mainebene sehr ergiebig, teilweise waren sie von Hagel und Gewitter begleitet. Im Gebirge kam es teilweise noch einmal zu einer Schneedecke. Diese Wetterlage läßt zunächst keine Wärmezunahme erwarten, doch ist eine nachhaltige und durchgreifende Witterungsänderung wahrscheinlich. Wette r a u s si chte n für Dienstag: Zunächst vorwiegend heiter und tagsüber weitere Wärmezunahme, später aufkommende Neigung zu Gewitterstörungen. Veränderliche Winde. Wetteraussichten für Mittwoch: Vor- a u s s i ch t l i ch wieder unbeständig und kühler. Lufttemperaturen am 19. Mai: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 5,7 Grad; am 20. Mai: morgens 5,2 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum 1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Mai? abends 10,6 Grad; am 20. Mai: morgens 7,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1,3 Stunden. — Niederschläge 2,6 mm. ■ — L — . • 2 1 ■ ■ Arbeitsbeschaffung für die oberhessischen Handwerker. Don der Hess. Handwerkskammer in Darmstadt wird uns geschrieben: Es ist der Öffentlichkeit bereits bekannt, in welchem Maße die nationalsozialistische Staatsführung fick für die Erhaltung und Belebung der handwerk- licyen Volkskunst einsetzt. Auch dem notleidenoen oberhessischen Handwebergewerbe soll nunmehr nach Möglichkeit Hilfe zuteil werden. Maßgebende behördliche Stellen haben mit dem Inhaber einer Darmstädter Firma das Notstandsgebiet der oberhessischen Handweber besucht und den Eindruck gewonnen, daß die Not dieses Gewerbes dringender Abhilfe bedarf. Es ist leider nicht möglich, staatliche Geldmittel zur Hilfeleistung einzufehen; die Hilfeleistung muß von allen Volksgenossen, die dazu in der Lage sind, durch Abnahme der Erzeugnisse der oberhessischen Handweber getragen werden. Es wird Linnen vom gröbsten bis zum feinsten Gewebe hergestellt, das sich hervorragend für lieber» gardinen, Tischdecken, Kissen, und da man es in jeder gewünschten Farbe indanthren färben kann, auch für Polsterungen von Möbeln eignet. Die Dauerhaftigkeit dieses Werkstoffes läßt auch die schönsten Ausschmückungen zu. Diese Erzeugnisse aus deutschem Leinen, die sich durch außerordentliche Dauerhaftigkeit auszeichnen, werden zu Preisen hergestellt, die auch für die weniger begüterten Volksgenossen tragbar sind. Es ist beabsichtigt, in aller kürze in Darmstadt, wie auch in den größeren Städten und Badeorten Hessens eine Musterschau und späterhin auch größere Ausstellungen von Erzeugnissen oberhessischer Handwebekunst durchzuführen. Die hessische Handwerkskammer wird darüber wachen, daß den Handwebern ein gerechter Anteil an dem Erlös ihrer Erzeugnisse gesichert ist und daß ein etwaiger Zwischenverdienst sich in bescheidenen Grenzen bewegt. Alle Volksgenossen werden aufgefordert, daran mit- zuhelfen, daß eine edle Volkskunst aus einer trostlosen Lage heraus wieder zur Gesundung geführt wird, und, so gut es in ihren Kräften steht, durch Kauf o b e r he s si sch e n handgewebten L e i n e ns die Arbeitsbeschaffung zu fördern und ein Zeugnis heimatlichen Gemeinschaftsgefühls abzulegen. Obecheffen. 40 Jahre Freiwillige Feuerwehr Birklar. £ Birklar, 20. Mai. Am gestrigen Sonntag feierte die Freiwillige Feuerwehr Birklar ihr 4 0. Stiftungsfest. Vor Beginn der Festsitzung fand eine Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren statt, in der einige wichtige Angelegenheiten des Kreisoerbandes erledigt wurden. Die F e st s i tz u n g, bei der die noch lebenden Gründer der Birklarer Freiwilligen Feuerwehr und die Ausschußmitglieder des Kreisverbandes fast vollzählig anwesend waren, wurde von dem zweiten Kommandanten Wolf mit einer Begrüßungsansprache an die Gründer und einer Begrüßung Der Herren Branddirektor Braubach, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, Kreisverbandsführer Wenzel eröffnet. Verbandsführer Wendel dankte für die Einladung und war erfreut, daß die Gründer der Wehr anwesend waren. Branddirektor Braubach dankte ebenfalls und erklärte, daß sich ein echter Feuerwehrmann durch nichts abhalten lasse. Er wünsche zu dem Ehrentag der Wehr für die Folge alles Glück. Regierungsrat Grein hatte durch anderweitige dienstliche Verhinderung der Wehr ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschschreiben gesandt. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier überbrachte die Grüße der Kreisverwaltung. Seine Ausführungen klangen aus in der hohen Anerkennung für 40 jährigen freiwilligen Dienst im Interesse der Allgemeinheit, wozu man die Gemeinde Birklar nur beglückwünschen könne. Den jungen Kameraden empfahl er, das nachzueifern, was die alten Kameraden taten, Freiwilligkeit im Dienste der Allgemeinheit, nicht Zwang. Mit einem Wehr-Heil auf den Führer, die Gemeinde Birklar und ihre Wehr wurde die Festsitzung geschlossen. Im Anschluß hieran wurde das neu hergerichtete Gerätehaus mit dem neu erbauten Schlauchturm besichtigt, das allgemein gefiel. Mittags war die Birklarer Wehr zu einer Uebung und anschließendem Brandangriff angetreten. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier hielt hier eine kurze Ansprache an die Wehr, in der er nochmals auf die Bedeutung des Tages und die Aufgaben für die Zukunft hinwies. Die Exerzierübung klappte vorzüglich. Der Brandgriff auf das Anwesen des Gutspächters Brückmann, zu dem die Wehren von Langsdorf und Lich mit ihren Motorspritzen alarmiert waren, zeigte, daß die freiwillige Feuerwehr Birklar, sowie die Nachbarwehren Langsdorf und Lich auch im Falle der Gefahr jederzeit in der Lage sind, das Feuer *u bannen. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Lich hatte den Sanitätsdienst übernommen. Auch ihr gebührt höchste Anerkennung für ihre vorzüglichen Leistungen. Trotzdem der Wettergott kein Einsehen hatte, fand der F e st z u g statt. Im großen Saale von Gastwirt Düringer fand das Volksfest statt. Der Mette Komandant Wolf begrüßte die Festgäste. Kreisverbandsführer Wenzel überreichte 18 Mitgliedern der Wehr die Auszeichnungen für ISiährigen Dienst in der Feuerwehr. Die von der Wehr Birklar beantragten Auszeichnungen, das Ehrenkreuz für den Ehrenkommandanten Heinrich Seitz II. und für Ehr. Hanitsch für 25jährige Dienstzeit, konnten leider noch nicht überreicht werden, da diese Auszeichnungen noch nicht eingegangen waren. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied wurde die Ansprache geschlossen. Es folgte nun der gemütliche Teil bei Tanz in bester Feuerwehrstimmung. Landkreis Gießen. ? L i ch, 19. Mai. Am gestrigen Abend fand im Auftrage der hiesigen Ortsgruppe der N S. - G e - meinschaft „Kraft Durch Freude" in der dichtbesetzten hiesigen Turnhalle die Aufführung des oberbayerischen Bauernschwanks „Die drei Dorf- heiligen" von Rael und Ferner durch eine ober- bayerische Bauernbühne statt. Mit diesem wohlgelungenen Abend hat die NS.-Gemeinschaft wiederum dazu beigetragen, echte deutsche Volkskunst, wie sie hier von den Mitgliedern der Münchener fieimat- spiele in vortrefflicher Weise bargeboten wurde, den Volksgenossen unserer Stadt uno ihrer Umgebung zu vermitteln. Die ausgezeichneten Leistungen der Künstler fanden immer wieder stürmischen Beifall. Die Pausen wurden ausgefüllt mit Zitherkonzertdarbietungen und bayerischen Volkstänzen, die Einblick gewährten in urwüchsiges Brauchtum des Bayernlandes. Am Schlüsse der Darbietungen dankte der Leiter der Truppe für den guten Besuch und die freundliche Ausnahme, die die Truppe gefunden hatte, und der Ortsgruppenwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Schwab, den Künstlern für ihre köstliche Aufführung, wobei er gleichzeitig davon. Mitteilung gab, daß es ihm gelungen fei, die Truppe nochmals für den nächsten Samstag für die Aufführung des Lustspieles „Der Ehestreik" zu verpflichten. 4- Grünberg, 19. Mai. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hat die Büroräume des staatlichen Vermeffungsgebäudes in der Bismarckstraße, die wegen der Verlegung dieses Amtes schon über ein Jahr leer standen, für ihre Zwecke gemietet. Es sollen darin die Geschäftszimmer ihrer einzelnen Drganifationen untergebracht werden. Am Donnerstag soll in feierlicher Weise die Einweihung der Räume erfolgen. Anschließend ist eine große Kundgebung in der Turnhalle vorgesehen. Hochsaison für Elfenbein-Edelweiß im Odenwald. LPD. Erbach, 19. Mai. Die bevorstehende Reise- und Erholungszeit macht sich auch bei den Elfenbeinschnitzern im Odenwald stark bemerkbar, bringt Arbeit und Brot den Großbetrieben und den Heimarbeitern in allen Orten, wo Elfenbeinschnitzer arbeiten. Das Edelweiß, die Lieblingsblume des Führers, erfreut sich dabei unter allen Schnitzereien aus Elfenbein oder Kunstharz der stärksten Beliebtheit. Für Oberbayern allein werden für die bevorstehende Reisesaison nicht weniger als drei Millionen Elfenbein-Edelweiß aller Art im Oden- walo geschnitzt. Aber auch die anderen deutschen Mittelgebirge, das Riesengebirge, Erzgebirge, der Thüringer Wald, Harz usw., sowie hauptsächlich auch die Badeorte an Nord- und Ostsee sind Bezieher der OdenwäKrer Elfenbeinschnitzereien. Außer Edelweiß kommen hauptsächlich noch Enzian- und Alpenrosenblumen, Narzissen, Mohnblumen in Frage, aber auch viele Elfenbeinketten, Armbänder, Armreifen, Tierfiguren u. a. m. Auch nach den einsttgen Hauptabsatzgebieten im Ausland, England, Südafrika, Frankreich, Tschechoslowakei, Schweiz, werden auch heute noch Lieferungen von Elfenbeinschnitzereien getätigt. Dom Hessischen Sondergericht verurteilt. LPD Darmstadt, 18. Mai. Dor dem H e s- fischen Sondergericht hatten sich gestern einige Angeklagte zu verantworten, die unter dem Einfluß des Alkohols schwere Beleidigungen gegen die Mitglieder der Reichsregierung ausgesprochen hatten. Der 64jährige Emil N a u j o k a t aus Gensingen erhielt fünf Monate Gefängnis, die 31jährige Ehefrau Maria Boller aus Frankfurt a. M. acht Monate Gefängnis und der 54jährige Georg Krämer aus Darmstadt, der das großartige Winterhilfswerk herabgewürdigt hatte, vier Monate Gefängnis. Dor dem Strafsenat des Oberlandesaerichts standen gleichzeitig drei Einwohner aus Oberramstadt unter der Anklage der Vorbereitung des Hochverrats. Der 33jährige Karl Kees erhielt wegen Weitergabe einer verbotenen kommunistischen Zettschrift zwei Jahre Zuchthaus, der 52jährige Gustav Berndt acht Monate, Frau B e r n b t ein Jahr Gefängnis. Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 792: Einstellung der privaten Verrechnungsgeschäfte mit Großbritannien. 793: Milderung der französischen Bestimmungen über den Ursprungsbezeichnungszwang für kleine Tonringe. 794: Auslegung des Begriffs „tatsächlicher Warenempfänger" im Warenverkehr mit Frankreich. 795: Richtpreisanordnung XX für unedle Metalle bett.: Kupfer, Kupferlegierungen, Rotgußlegierungen, Bronzelegierungen und Neusilberlegierungen. 796: Anordnung Nr. 7 der Ueberwachungsstelle für Tabak. Rückgriffe auf nicht ausgenutzte Verarbeitungsmengen. Sparguthaben-Aufwertung bei den hessischen öffentlichen Sparkassen Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — bestimmt gemäß z 7 Abs. 4 der 1. Verordnung zur Durchführung von Aufwertungsguthaben vom 27. 10. 26 durch Verordnung vom 6. Mai 1935, daß die bisher noch nicht freigegebene letzte Hälfte der Aufwertungsguthaben zu 20 v. H. ab 1. August 1935 und zu 30 v. H. ab 1. April 1936 allgemein nach Maßgabe der Satzungen der Sparkassen zur Rückzahlung gekündigt werden kann, soweit eine Freigabe dieser Hälfte durch die Sparkassen noch nicht erfolgt ist. Den Sparkassen wird zugleich gestattet, die Freigabe bereits zu einem früheren Zeitpunkte durchzuführen, soweit sie sich dazu in der Lage glauben. In Fällen begründeter und nachgewiesener Not werden die Sparkassen die restlichen Aufwertungsguthaben auch vor den genannten Zeitpunkten ganz oder teilweise zurückzahlen. * D i e Lahnschiffahrt im April. Nach der soeben bekanntgegebenen Statistik über den Schiffahrtsverkehr auf der kanalisierten Lahn sind im Monat April 6847 Tonnen verfrachtet worden. Hiervon entfallen auf den Bergverkehr 1278 und auf den Talverkehr 5569 Tonnen. Geschleust wurden 44 Güterschiffe zu Berg und 45 zu Tal. Ferner mußten die Schleusen für je 16 Motorperfonen- schiffe zu Berg und Tal, 11 Kleinfahrzeuge zu Berg und 138 Kleinfahrzeuge zu Tal geöffnet werden. Die Lahnschiffahrt hat eine Verschlechterung des Verfrachtungsgeschäfts durch die Hochwasier vom 9. bis 14. und vom 25. bis 28. April erfahren. Während dieser Zeit ruhte der gesamte Schiffahrtsverkehr. * Odenwälder Hart st ein - Industrie AG., D a r m st a d t. Die HV. genehmigte den Abschluß 1934 mit 6 (5) v. H. Dividende. Ueber das lausende Geschäftsjahr wurde mitgeteilt, daß die Hoffnungen der Steinindusttie auf die Auswirkungen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung und der Reichsautobahnen sich erfüllt haben. Die Odenwälder Hartstein-Jndusttie sei für das erste Halbjahr mit Aufträgen gut versehen. Das Ergebnis im zweiten Halbjahr würde von den finanziellen Mitteln der Behörden und der Reichsautobahn, die für Steinaufträge vorhanden sind, abhängen. Dock fei anzunehmen, daß angesichts des heutigen Standes dieser Mittel, sowie des Ueber- ganges der Betreuung des Straßennetzes an den Generalinspektor auch weiterhin Aufträge gegeben werden. Soweit heute ein Rückblick möglich ist, könne man auch für 1935 wieder mit einem zufriedenstellenden Ergebnis rechnen. * Aus dem Lahmeyer-Konzern. Bei der Main-Kraftwerke AG., Frankfurt a. M- Hochst, beträgt 1934 der Reingewinn einschl. Dor» trag 909105 (912 594), woraus wieder 4 v. H. Dividende auf 22,4 Millionen Mark AK. in Vorschlag gebracht werden. GD. am 14. Juni. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M, 18. Mai. Bei fester Grundtendenz lag die Börse zum Wochenschluß nach den lebhaften Steigerungen der letzten Tage etwas ruhiger. Auf der erhöhten Basis wurde sowohl seitens der Kulisse und in einigem Umfange auch seitens der Kundschaft etwas realisiert, so daß einige Rückgänge eintraten. Es lagen aber auch noch weitere Kaufaufträge vor, die erneute Befestigungen zur Folge hatten. Infolgedessen war die Kursentwicklung etwas unregelmäßig. Aus der Wirtschaft lagen stärkere Anregungen nicht vor. Am Aktienmarkt zeigte sich noch Interesse für Energieversorgungs- merte, Lahmeyer erhöhten auf 129,25 (127) Gesfürel auf 126,50 bis 126 (124,75), Bekula auf 135 (134) und Elektr. Lieferungen und Licht & Kraft auf 109,75 (109) bzw. 127,75 (127). Dagegen gaben Siemens 0,65 v. H., AEG. 0,40 v. H. und Schuckert 0,50 v. H. nach. Von chemischen Werten gingen IG. Farben auf 149,75 bis 149,25 (150,25) und Scheideanstalt auf 221 (223) zurück, ferner gaben Deutsche Erdöl auf den uno. Dividendenvorschlag von 4 o. H. um 1 v. H. nach. Am Montanmarkt hielten sich die Abweichungen nach beiden Seiten in verhältnismäßig engen Grenzen. Rheinstahl lagen 0,90 v. H. Harpener und Mannesmann je 0,13 v. H. leichter, Stahloerein lagen unverändert, Ilse Genuß 0,50 v. H. hoher, ferner zogen Otavi Minen auf 19,75 (19,25) an. Kaliaktien lagen bis 2 v. H. niedriger. Etwas schwächer notierten ferner Schiffahrtswerte, Hapag minus 0,75 v. H., Nordd. Lloyd minus 0,65 v. H. Sonst fetzten noch u. a. ein: Reichsbank 0,90 v. H., Cement Heidelberg 0,75 v. H., Daimler 0,65 v. H. fester, andererseits AKU. 0,40 v. H., Kaufhof 0,25 v. H. leichter. Zellstoffwerte lagen behauptet. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen vernachlässigt, Zinsvergütungsscheine gingen auf 90 (90,13) zurück, auch Kommunal-Umschuldung brok- kelten etwas ab. Altbesitz blieben auf der ermäßigten Basis von 115,13 behauptet. Reichsbahn-DA. notierten ex. Dio. 119,75 (123). Ausländische Renten lagen zunächst still. Im Verlaufe verstärkte sich die Neigung 3U Gewinnmitnahmen, doch erreichten die Abschwächungen nur kleines Ausmaß, insbesondere wenn man die vorausgegangenen Steigerungen berücksichtigt. Angeboten waren besonders Stahlverein und Deutsche Erdöl, ferner AEG. und Mannesmann, auch IG. Farben bröckelten weiter ab. Fester waren nochmals Gesfürel mit 126,25 (126) und Buderus mit 102,25 (101,65), Lechwerke Augsburg 97.25 (96,50). Am Rentenmarkt lagen späte und mittlere Schuldbuchforderungen bis 0,25 v. H., Kommunal-Umschuldung 0,13 v. H. und Zinsoergütungsscheine erneut 0,10 v. H. niedriger. Von Industrie-Obligationen verloren 6 v. H. Stahlverein 0,65 v. H. auf 101.40, 5 v. H. Stahlverein 0,25 v. H. auf 97,25 und 4,5 v. H. Stahlverein 0,50 v. H. auf 92. Goldpfandbriefe waren etwas gefragt und leicht erhöht, besonders für „Bonifikationspfandbriefe" blieben gesucht. Stadtanleihen lagen still und überwiegend noch etwas leichter. Am Auslandsrentenmarkt gaben Mexikaner, Türken, Anatolier bis 0,50 v. H. nach, schwach waren Schweizer Bundesbahn-Anleihen, die bis 5 v. H. verloren. — Tagesgeld 2,25 v. H. Jranffurter Schlachkviehmarkl. Frankfurt a. M., 20. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 988 Rinder (187 Ochsen, 85 Bullen, 503 Kühe, 210 Färsen), 502 Kälber, 28 Schafe, 3676 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 42 Mark, Bullen 30 bis 42, Kühe 20-bis 42, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 42, Kälber 30 bis 60, Hämmel 36 bis 39, Schweine 35 bis 50 Mark. — Marktverkauf: sehr lebhaft, später mittelmäßig, Schafe und Schweine ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» fürs Schlußk. Mittag« börse '«Datum 17.5- 18.5 17.5 18.5- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100 100 100,25 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,7 96,7 96,7 96,7 b,/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,5 102,75 102,75 102,75 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten ............. 115,13 115,5 115,5 - 4l/,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,6 100,3 100,5 100,4 6% ehem.8% Hess. Bolküstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 99,25 4Yi% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96 t>Vi% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Ltaüi ... 100,5 100,25 —— 4y2% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 91,75 92 —— —— Oberhessen Provinz-Anleihe mll Auslos.-Rechten ............. _ 124 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,9 115 115,5 115,25 4H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96 96,13 96,25 96,4 6%% ehem. 4%% Franks. Hyp^ Bank»Ligu.»Pfandoriefe....... 100,55 100,5 6ya% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 101 101 101,4 101,75 4Vt% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe OL 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. C6LVI 96,75 96,75 96,75 96,75 Eteuergutsch.BerrechnungSk. 85-89 106,13 106,2 106,13 106,2 4% Oesterreichische Goldrente.... 29,5 — 30,5 32,5 4,20% Oesterreichische Silberrente — — 1,3 1,4 4% Ungarische Goldrente....... 8,3 8,6 8,45 8,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,9 8,2 8,2 8,2 4yg% deSgl. von 1913.......... 8,1 8,25 8*3 8,65 6% abgest. Goldmexikaner von 99 14,5 14,25 HÄ Nr 25 4% Türkijche Bagdadbahn-Ankeke Serie I...............„...J J - Datum 4% desgl. Serie 11............. 5% Rumän. vereinh. Mente v. 1903 4^%Rumän.veretnh.Reniev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2Vi% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg.Süoam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Ml. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bant 0 Reichsbant ......... 12 Frankfurt a. M. JBtrlln Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse 17-5. 185 17.5. 18.5- 9,75 9,75 — — 5 5,6 5,25 5,65 7,13 — 7,45 7,65 4,7 4,7 4,65 4,85 39,9 39,5 39,4 39,65 33,75 33 33,75 33,4 —- —— 28 27 35,65 35 35,65 35,25 86 86 85,75 85,75 111 111,5 112 113 92,25 91,75 92,13 91,5 93 92,75 93 92,75 93 92,75 93 92,75 161,4 162,65 161,25 162 A.C.G 0 Bekula 10 Elektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert LCo........ 4 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Eo 7 40 39,5 39,75 39,65 134 135 134 135,25 109,5 109,5 109 108,25 127 127,4 127,5 127,5 98 98,5 97,75 98,75 124,75 126,5 124,13 127,13 133 130,75 130,75 130,75 116,5 115,4 117 116,5 167 166,4 166,25 165 127 129,25 127,5 127,5 109,25 110 162 •HI'OT 0 0 0 101,4 113,9 109,4 97,75 161 102 111,75 01 101,65 4 113,5 Buderus —... Deutsche Erd« Gelsenkirchener ....... Harpener................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen e Bergbau e Bergbau Genüsse 104,5 112 108,75 97,9 162 "H Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Banknoten. 17.Mai 18 Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld 2 rief Buenos Airee 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,169 0,171 0,164 0,166 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,50 54,60 54,59 54,69 Danzig..... 46,77 46,87 46,77 46,87 London ..... 12,205 12,235 12,225 12,255 HelsingforS.. Paris ...... 5,38 16,365 5,39 16,405 5,39 16,365 5,40 16,405 Holland .... 168,33 168,67 168,23 168,57 Italien..... 20,53 20,57 20,53 20,57 Japan ...... 0,718 0,720 0,719 0,721 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... ; 61,34 61,46 61,45 61,57 Wien....... 48,95 11,08 49,05 11,10 48,95 11,10 49,05 11,12 Lissabon.... Stockholm... 62,94 63,06 63,05 63,17 Schweiz .... Spanien.... Prag....... 80,32 33,95 10,345 80,48 34,01 10,365 80,32 33,93 10,35 80,48 33,99 10,37 Budapest ... Neuhork.... 2,486 2.490 2,486 2,490 Zrankfu 1 0.18. Serstn Schluß» kurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 17.5. 18.5 17-5 18.5 Marisfelder Bergbau.........| 113,5 113,25 114 113,75 118,75 Kokswerke............ 5 118,5 Phönix Bergbau.............y — — Rheinische Braunkohlen .....12 229 226 229,5 229 Rheinstahl................8h 112 111 111,4 112 Bereinigte Stahlwerke........ö 82,5 82 82 81,9 Otavi Minen ...............0 19,25 19,75 19,75 20 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 5 122.5 123 162 119,5 164 123 122,5 164 121 120 164 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G- Farben-Inlmstrt» 7 Scheideanstalt........ ......g Goldschmidt 0 RütgerSwerke 4 Metallgesellschast.............4 150,25 223 149,5 221 149,4 149,5 99,13 99,4 98,5 99,25 114,5 113,5 114,9 114 103,25 103,5 103,5 103,75 Philipp Holzmann Ol 93 I 93,25 | 92,25 Zementwerk Heidelberg 6 117,75 — — Cementwerk Karlstadt...... 4] — | — I — Schultheis Patzenhofer 4 Atu «Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas.......... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum .......... 6 OrrnstetnL Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade 0 Accumulatoren-Fabrik 19 Eonti-Gumml .............. g 53,9 114,65 118,5 89,5 89,65 163,5 35 303 167,8 154 53,5 115 117,5 89,5 “iS 34,9 300 154 109,25 53,75 114 118,25 89,25 129,4 90,13 163,5 85,75 34,9 306 167 154,5 109,5 53,65 116,5 117,75 88 129,75 90,4 162,5 86,75 34,9 300 169 155 62,83 Note»..» Kot« m, 2,438 41,82 54,38 12,19 16,305 167,81 19,92 61,24 Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.......... Dänische Noten Englische Noten Bösische Roten ldische Noten ntsche Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten 63,09 2,458 41,98 54,60 12,23 16,368 168,49 20,00 61,48 Rr.M Drittes Blatt_____________Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)______________Montag, 20. Mai (935 Oberhessischer Kunstverein. AquarelleundGraPhikvonChristianRohlfs Im Jahre 1931 haben wir zum ersten Male einige Bilder des heute 85jährigen Christian Rohlfs hier in Gießen zu Gesicht bekommen; vermutlich werden sich aber nur die wenigsten Besucher an diese Blätter erinnern. Die gestern eröffnete neue Ausstellung gibt nun erfreulicherweise ein sehr viel klareres und einheitlicheres Bild von der malerischen Persönlichkeit des Künsllers. Er ist in der Kunstgeschichte unserer Zeit als der „Maler der Türme und der Blumen" bekannt geworden; um diese zunächst nur stofflich abgrenzende und aussagende Bezeichnung wirklich lebendig und anschaulich zu erfassen, muh man freilich einen lieber» blick über das Gesamtwert haben, muß man — wozu wir seinerzeit ausführlich Gelegenheit hatten — die große Jubiläumsausstellung gesehen haben, die das Kronprinzenpalais in Berlin 1925 zum 75. Geburtstage des Meisters veranstaltet hat. Hier hatten nicht nur Türme und Blumen in einer bezaubernden und berauschenden Fülle von Farbe und Form Gestalt gewonnen, sondern es wurde in dieser, eine Flucht von Sälen umfassenden Schau die großartig geschlossene Persönlichkeit des alten Rohlfs dem Beschauer immer aufs neue zum Erlebnis: fein malerischer Impuls, seine ganz eigenwillige Handschrift, ein jugendlich-stürmisches, dennoch formal durchaus beherrschtes und gezügeltes Temperament, vor allem aber jene besessene, oft fast ekstatisch sich äußernde Freude an der beseelten, durchglühten und ausstrahlenden Farbe. Hier war auf manchen Bildern eine Leuchtkraft erzielt, die an die dunkle Glut frommer Glasmalereien auf gotischen Kirchenfenstern erinnerte. Es ist klar, daß im Aquarell — die Ausstellung umfaßt überwiegend Aquarelle, daneben einige Holzschnitte und Zeichnungen — nur gleichsam ein Abglanz vom Eindruck jener großen Gemäldegruppen (etwa der Städtebilder von Soest und Erfurt) eingefangen sein kann. Immerhin ergeben auch diese Aquarelle, die übrigens alle aus den letzten zehn Jahren stammen, ein durchaus typisches und unverwechselbares Bild. Die starke Farbigkeit, die koloristische Fülle, Wärme und Leuchtkraft, die Rohlfs' Malerei auszeichnet, ist in den meisten dieser Blätter auf den ersten Blick zu empfinden; doch wirken sie freilich — infolge der Technik — alle noch weicher, fließender, verwischter und verschwommener als die großen und repräsentativeren Bilder in Del. Das leuchtende Geld ((Eanna und Chrysanthemum), das brennende Rot der Dahlien und Begonien, das Kobaltblau (Yucca; Berg im Lesfinz König) sind M Rohljs ungemei» wenn er die übergroßen, mit Flatterhäuten bespannten Fußhände ausspreizt. * Ist schon ein fliegender Frosch nicht alltäglich, so grenzt es durchaus ans Wunderbare, wenn eine Schlange durch die Luft geflogen kommt, die dis zu anderthalb Meter lange Gold- ober Schmuck- baumschlange. Sie hat natürlich keine Flügel, nicht einmal Flughäute, wie der Java-Frosch; diese Schmuckbaumschlange zieht ganz einfach den zwischen den Längskielen gelegenen Teil des Bauches in Form einer Hohlkehle ein und ist dann ohne weiteres imstande, gleich einem abgeschossenen Pfeil in gestreckter Haltung die Luft zu durchschneiden und von einer Baumkrone schräg abwärts zu einer anderen zu „fliegen". Die Gold sch lange ist eine der schönsten Schlangen, goldgelb mit schwarzen Rändern, Flecken und Binden am schlanken Leib. Als Jäger besonders geschickt und schnell in allen Bewegungen, vermag sie erstaunlich flink zu klettern und ist ebenso kühn wie lustig. Ein Forschungsreisender berichtet: „Diese wildeste aller mir bekannten Schlangen flüchtet nie; sie greift an, beißt und schnappt wütend zu. Allerdings tötet ihr Zahn- gift wohl nur kleinere Tiere." * Jnsulinde ist ein Flugland erster Ordnung. Während in Amerika auf diesen Breitegraden überhaupt keine fliegenden Vierfüßler leben, in Afrika lediglich das Flughörnchen, wartet der Sunda-Archipel mit immer neuen Schwebemeistern auf. Das ist der Flugbeutler. Der zweite Teil des Namens weist auf die Ordnung der Beuteltiere, deren bekannteste Familie die Känguruhs sind. Gleich diesen bringt auch das Flugbeutler-Weibchen fein Junges „unfertig" zur Welt, blind und nackt, schiebt es in die Beuteltasche am Leib, und erst nach Wochen, wenn das Kind behaart und sehend geworden ist, krabbelt es auf den Rücken der Mutter, wird so spazieren getragen oder geflogen. Denn die Flugbeutler haben von der Außenseite des fünften Fingers der Vorderaliedmaßen bis zum Hinterfußknöchel an beiden Körperseiten die uns schon bekannte Flughaut, den Fallschirm, der sie abwärts schwebend durch die Luft trägt. Aber bei ihnen wird die Flughaut auch noch anderweitig benützt, als Schutzhülle und Wärmedecke für das hilflose Kind. Die Mutter nimmt ihr Kleines mit den Vorderpfötchen auf, bettet es an den Milchquell der Brust und faltet sorgsam die Flughaut über die zarte Kreatur. Ich habe diese papuanischen Kurzkopf-Flugbeutler wiederholt beobachten können; sie sind reizend und liebenswert, erinnern ebenso an große Mäuse wie an ein blaßgraues, sammetweiches Eichhörnchen mit buschiger Schwanzfahne, haben spitze, nackte Ohren, weiße Füßchen und dunkelbraune Längsstreifen an Kopf und Rücken; aber das Entzückendste an ihnen ist das zierliche, rosarote, rastlos sich bewegende Schnäuzchen. Bei Tag schlafen die Flugbeutler meist, werden erst gegen Abend munter und entwickeln dann eine erstaunliche Lebendigkeit. Sie klettern gewandt, springen kreuz und quer, und wenn die Räumlichkeit es gestattet, schnellen sie sich mit aufgefalteter Flughaut wendig von einem Ast zum andern. ♦ Der Flattermaki, der zur Ordnung der Insektenfresser gehört, also mit Maulwurf, Igel und Spitzmaus verwandt ist, wirkt äußerlich keineswegs schön. Man könnte ihn für eine große Fledermaus halten, und tatsächlich sind auch einige Merkmale dieser Tierart bei ihm vorhanden. Seine Flughaut beginnt schon am Hals, hüllt die Gliedmaßen bis zu den Krallen ein, selbst noch den kurzen Schwanz. Der Flattermaki — auch Kaguang genannt — fördert sehr die Gespensterfurcht der malaischen Eingeborenen. Er hat nämlich eine häßliche Stimme, die sich wie Kindergeschrei anhört, oder wie das Aechzen von Verunglückten. Das bis zu 60 Zentimeter große Tier kriecht sehr unbeholfen am Boden, klettert dann flink am Baumstamm hoch, läuft schnell zur Astspitze vor und springt mit einem kraftvollen Satz in die Luft hinaus, streckt alle Viere von sich und schwebt — eine braunrote Masse — katzengroß mit langschnäuzigem Kopf, von einem Baum zum andern, unheimlich langsam, aber richtungsicher. Ein Forscher meldet, daß der Kaguang von einem 14 Meter hohen Baum 70 Meter weit durch die Luft gesegelt und auf einem niedrigen Baum tadellos gelandet sei. beiter dürfen in der Zeit von 19 bis 21 Uhr nicht beschäftigt werden. Schwerer DerkehrSunfall bei der Wellersburg. In der Nacht zum Sonntag gegen 12.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Gießen—Lollar in der Nähe der Wellersburg ein schweres Verkehrsunglück. Dort fuhr ein mit drei Personen besetztes, auf der Fahrt nach Frankfurt befindliches Personenauto, anscheinend infolge des Regen« falls und der glatten Landstraße, gegen einen Baum, wobei von den drei Insassen der 23 Jahr- alte Erwin Metternich und der 18 Jahre alte Georg Vöge, beide aus Helpha (Bezirk Kassel) je eine Gehirnerschütterung und sonstige Verletzungen erlitten, während der 24 Jahre alte Schlosser Albrecht Sohn, ebenfalls aus Helpha stammend, einen Oberschenkelbruch des linken Beines erlitt Die drei Verunglückten wurden von der Freiwilligen Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik verbracht. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Schlafwagenkontrolleur". — Kaufm. Verein von 1873 A. V.: 21 Uhr Hauptversammlung im Vereinshaus. — ** Arbeitsjubiläum. Gestern feierte der Magaziner Heinrich Hamel, Gießen, Goethe- straße 52, fein 25jahriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen. Herr Dr. Pauly als Vertreter der Firma beglückwünschte Samstag vormittag den. Jubilar an seiner geschmückten Arbeitsstelle in Anwesenheit eines großen Teiles der Belegschaft mit treffenden und herzlichen Worten und überreichte ihm ein größeres Geldgeschenk, sowie die schon bei der Firma Bänninger zur Tradition gewordene goldene Jubiläumsuhr als Erinnerung an diesen Ehrentag. Durch den Betriebszellenobmann Diehl ließ die Gefolgschaft der Firma Bänninger dem Jubilar gleichfalls nette und passende Geschenke überreichen, der sich in den 25 Jahren stets als tüchtiger, pflichtbewußter Arbeitskamerad gezeigt hat und der auch im Weltkriege 1914 bis 1918 voll feinen Mann stand. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten auf dem Straßenkreuz Hitler- wall—Moltkestraße werden vom 20. Mai ab auf die Dauer von 14 Tagen die Senckenbergstraße und der Hitlerwall von Moltkestraße bis Gartenstraße—Neuen Bäue für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Umleitung für die aus Richtung Frankfurt a. M. nach Kassel und umgekehrt verkehrenden Fahrzeuge durch Horst-Wessel- Wall, Wernerwall, Steinstraße, Marburger Straße. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Kanalisierungsarbeiten. Umfangreiche Erd- und Kanalarbeiten werden jetzt am Nahrungsberg zunächst der Keplerstraße zur Ausführung gebracht, um den vorderen Teil des Alten Feldweges, diesseits der oberhessischen Eisenbahn, die Möglichkeit zum Anschluß an die städtische Kanalisation zu geben. Naturgemäß wird hierdurch der schmale Weg, der einen Hauptzugang zum Schiffenberger Wald ist, stark beengt, weshalb eine beschleunigte Durchführung dieser Arbeiten erwünscht ist. Im Anschluß hieran soll der vor dem Bahndamm noch freiliegende Lauf der Klingelbach unterirdisch verlegt werden. ** Das Auslegen von Betten und Teppichen usw. nach der Straße ist nicht gestattet. Bei der Polizeidirektion eingegangene Beschwerden veranlassen diese Behörde', die Bevölkerung nochmals auf die bestehenden Bestimmungen mit dem Hinweis aufmerksam zu machen, daß die Polizeibeamten angewiesen sind, gegen diejenigen Personen vorzugehen, die gegen das Verbot verstoßen. Aus der Provinzialhauptstadt. Znsulinde, Paradies der Segelflieger. Frösche, Schlangen und Säugetiere sausen durch die Lust. (Zin Tatsachenbericht von Paul Eipper. Umspült sowohl vom Indischen, wie vom Stillen Ozean, auf der Linie des Aequators verankert, schwingt sich vom Golf von Bengalen bis nach Australien eine Jnselflur, die fast zwei Millionen Quadratkilometer Land umfaßt: Jnsulinde, der malaiische Archipel. Zu den vielen teils winzigen, teils sehr ausgedehnten Eilanden gehören in erster Linie die Großen Sundainseln Borneo (die drittgrößte Insel der Welt), Celebes, Sumatra und Java, die Molukken und ferner jene traumhaft schönen, in tropischer Ueppigkeit prangenden Kleinen Sundainseln, deren Namen uns Abendländer schon wie ein Klang aus dem Paradies anrühren: Bali, Flores, Pantar und Timur. Diese Inseln sind die Ueberrefte einer Länderbrücke, die in der vorgeschichtlichen Tertiärzeit Süd- ostasien mit Australien verbunden hat. Noch heute treten dort häufig Erdbeben auf; immer wieder speien Vulkane Feuer, Lava und Steine aus dem Erdinnern empor. Die Monsume sorgen für reichliche Regenniederschläge; durch die tropisch warme Feuchtigkeit entfaltet sich eine bunte Vegetation; wertvolle Edelhölzer und fast alle Gewürzpflanzen wachsen dort; es gibt weite Savannen, und der Urwald erstreckt sich bis auf 1600 Meter Höhe, geht dann in Nebelwald, schließlich in alpine Pflanzungsformationen über. An den Küsten wuchern undurchdringliche Mangroven-Dschungel. Der Boden birgt Steinkohle und Erdöl, Gold, Silber, Eisen, Kupfer und auch Diamanten. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus eingewanderten Malaien; aber es leben dort auch noch Reste der Ureinwohner, kleinwüchsige N e - gritos, die mit den Papuas verwandt sind; durchaus primitive Stämme hausen beispielsweise im Urwaldinnern von Sumatra. Ganz besonders interessant ist die Tierwelt dieses Jnselreichs; es berührt sich die asiatische Fauna mit der australischen: Tiger kommen vor, Drang Utans, Elefanten, Nashörner und vielerlei Affen; aber auch Beuteltiere, Wildschweine, Kakadus, Paradiesvögel und der straußähnliche Kasuar. Zudem gibt es auf Jnsulinde tierische Flugwesen, die keineswegs Vögel sind. Mit diesen Tieren wollen wir uns befassen, ihre Merkwürdigkeiten anschauen und ihre Formen aufspüren. Niemand braucht Angst zu haben; es stürzen keine Ungeheuer gegen uns; diese Flieger sind nur klein, und bis auf einen gänzlich ungefährlich. Aber sie sind in der Tat vorhanden, die fliegenden Frösche, Eidechsen, Säugetiere und die Schlange; Jägerlatein wird nicht aufgetischt, so verwunderlich und unglaubhaft es sich auch manchmal anhören mag. * Da lebt auf Borneo ein schöner, arüner Frosch, ein Laubfrosch mit Haftscheiben an oen Zehenden. Der Frosch ist kaum größer als feine deutschen Vettern; aber feine Zehen sind übermäßig entwickelt und an allen vier Füßen untereinander mit Schwimmhäuten verbunden. Weil der Leib zudem die Fähigkeit hat, sich stark aufzublähen, könnte man meinen, dieser Frosch sei ein ausgesprochenes Schwimm- und Wassertier. Ganz im Gegenteil; er lebt ausschließlich auf Bäumen, ist ein geschickter Kletterer, und außerdem kann er fliegen. Er schnellt sich vom Bamngipfel in den Luftraum hinaus und schwebt mit ausgestreckten Pfoten schräg abwärts zu einem tiefer wachsenden Zweig, zu einem Nachbarbaum oder auf den Grasboden. Gleich zu Anfang sei feftgeftellt, daß weder der F l u g f r o s ch noch die anderen hier zu beschreibenden Tiere tatsächlich „fliegen" können, d. h. so frei sich in der Lust bewegen, wie die Vögel. Sie sind im besten Fall Gleitflieger, die von einem höher gelegenen Ort, allerdings treffsicher und auf weite (Entfernung, zum vorgefaßten Ziel herad- schweben, flattern, segeln. Gerade der Borneo- Flugfrosch erinnert durchaus an einen Segelflieger, Oie soziale Seite der Deutschen Arbeitsfront. Für ihre Mitglieder hat die DAF. eine ganze Anzahl sozialer Einrichtungen geschaffen, die über die gesetzlich verankerte Hilfe in Krankheit und Not hinaus eine wertvolle zusätzliche Unterstützung bedeuten. Lassen wir einmal einige Zahlen sprechen, um den Umfang dieses Hilfswerks klar erkennen zu können. Im ersten Vierteljahr hatte die Deutsche Arbeitsfront im Gau Hessen-Nassau nicht weniger als 20 000 Fälle von Erwerbslosen-- und Krankenunter st ützung zu bearbeiten. Zur Auszahlung an die Mitglieder gelangten für diesen Zweck in der gleichen Zeit 807 16 7 Mark. Größer noch ist die Summe der laufend auszuzahlenden zusätzlichen Jnvalidenunterstützungen. Hier liegen allerdings Zahlen für das (Saugebiet nicht vor, weil die Verwaltungin Berlin zentralisiert ist. Dagegen wurden in den Monaten Januar bis März 1935 über 10 0 0 neue Anträge auf Gewährung von Jnvalidengeldern gestellt und bearbeitet. Die Zahl der beantragten Notstandsunterstützungen betrug etwa 3000, während Sterbebeihilfen in etwa 600 und Heiratsbeihilfen in etwa 300 Fällen gewährt wurden. Auch die Abteilung „S o n d e r h i l f e " konnte für 100 genehmigte Kredit-Gewährungsan- träge 43 000 Mark zur Auszahlung bringen. 300 Anträge befinden sich noch in Bearbeitung. Die Deutsche Arbeitsfront bietet also außer ihren sonstigen gemeinnützigen Einrichtungen auch auf diesem Gebiete ihren Mitgliedern eine weit- genbe Sicherung vor den Nöten des Alltags. Dies sollte allen denen zu denken geben, die heute noch außerhalb der Gemeinschaft aller Schaffenden üehen. Auch der letzte deutsche Volksgenosse gehört in die Deutsche Arbeitsfront! 7!SLB. Fachschaft Volksschule Gießen, Stadt. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Deutsch" am 22. Mai, 16 Uhr, im Lehrerzimmer der Schillerschule (Richtlinien). Verlängerter Ladenschluß in den hessischen Landgemeinden. LPD. Auf Grund des § 30 der Arbeitszeitoerordnung vom 26. Juli 1934 wird vom Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — nach Anhörung der Gewerbeaufsichtsämter für offene Verkaufsstellen in Gemeinden mit vorwiegend Landwirtschaft treibender Bevölkerung der Ladenschluß während der Zeit bis Ende September 1935 widerruflich auf 21 Uhr festgesetzt. Angestellte und Ar- charakteristisch und kehren in zahlreichen Motiven und Abwandlungen wieder. Auch die weiche und aufgelöste Kontur, die fließenden Linien, die impressionistisch sparsame und lockere Form, die auf ein äußerstes Maß von Umriß und Andeutung beschränkt bleibt (Tänzerin; Kind), werden durch die empfindliche Aquarelltechnik noch unterstrichen; und es gibt eine ganze Reihe von Blättern — der Besucher wird sie ohne Mühe selbst herausfinden —, auf denen die Malerei ihren Vorwurf gleichsam entmaterialisiert, auflöst und verflüchtigt, so daß nur ein Farbakkord übrig bleibt — unbestimmt und unverbindlich eingeschlossen von ein paar schattenhaft hingehauchten Umrißlinien. Das schönste Bild der ganzen Ausstellung ist, für unser Gefühl, das wundervolle Blatt mit der verwelkten Sonnenblume : der farbliche Zusammenklang von stumpfem Braun und (Selb ist mit feinstem Gefühl ausgewogen; der hier bestechend klare und zugleich sparsame lineare Umriß entspricht vollkommen dem Charakter und Wesensbild der Blume an sich wie auch dem herbstlichen Motiv des Ausgeblühten und Erstorbenen. Das Ganze ergibt übrigens eine verblüffende und höchst reizvolle Kontrastwirkung zu dem an der gleichen Wand hängenden Blatt mit der dicken gelben Chrysanthemumblüte, fest und klar und sttotzend von blühender Frische. — Die figürlichen Kompositionen treten naturgemäß im Gesamtbilde der Ausstellung ein wenig zurück; etliche erinnern in ihrer gedrungenen Haltung an die Plastiken von Barlach, wie zum Beispiel der äthiopisch gebräunte König im roten Mantel vor nachtblauem Grunde, oder die spukhaft vorüberhuschenden Spaziergänger. Unheimlich fast und visionär erscheinen die Gruppen „Tod und Kind" und der „Tod als Jongleur", die ein uraltes und unerschöpfliches Motiv aller Kunst abwandeln. — Die Ausstellung gehört zum Wertvollsten, was der Kunstverein in diesem Winter zeigen konnte; es ist zu hoffen, daß sie die Beachtung und Anteilnahme findet, die ihr zukommt. —y— Kleine Auio-Geschichien. Von Bruno Manuel. Der wilde Fahrgast. Bollmann fährt im Taxi durch die Leipziger Straße in Berlin. Da es um die Zeit des Ladenschlusses ist, geht die Fahrt höchst langsam vor sich. Ueberall sind Hindernisse. Um bas Maß der Gemeinheit voll zu machen, flammt vor jeder Straßenecke auch noch rotes Licht auf. BoÜmam, itcht sich manchorlsi MWss. Doch was zu viel ist, ist zu viel. An der Friedrichstraße findet er es für angezeigt, endlich aus der Haut zu fahren. „Mann Gottes", brüllt er den Fahrer an, „was meinen Sie, wozu ich hier eingestiegen bin? Können Sie nicht schneller vorwärts kommen?" „Können schon", behauptet der kühn, „aber leider darf ich nicht vom Wagen." Kraft. Bollmann läuft in völliger Verkennung der Der- kehrsordnung über den Damm und wird von einem Auto leicht angestreift. Das Auto, um Bollmann nicht ins Jenseits zu befördern, muß scharf bremsen, wobei es ins Rutschen kommt und gegen die Bordschwelle stößt, dabei geht das rechte Vorderrad in die Brüche. Bollmann, dieses sehend, triumphiert: „Was, dem habe ich nicht schlecht ein Ding versetzt?" Mißtrauen. Zu Meier, der außerhalb der Stadt wohnt, kommt der Vertreter einer Autofirma und bietet ihm ein Fahrzeug an. Meier hat zu der Marke kein Vertrauen und sagt: ,Hch habe wirklich keinen Wagen nötig." „Aber mein Herr, wenn Sie ein Auto haben, können Sie jeden Tag bequem in die Stadt fahren." „Hinein schon — ', meint Meier skeptisch. Gefühlsausbruch. Arthur, der sich ein Motorrad gekauft hat, fährt feine Braut im Beiwagen spazieren. Lieschen kann aber keine hohe Geschwindigkeit vertragen. Als Arthur aufdreht, klammert sie sich voller Aengste an ihn fest und zittert ungemein. „Liebster", ruft sie, „fahre langsam! Tu mir den Gefallen!" Arthur, ungehorsam wie er ist, rauscht mit hoher Tourenzahl dahin. In einer Kurve, sintemalen er nicht genügend Gas wegnimmt, kracht er gegen einen Baum. Das Motorrad geht gleich in Trümmer. Arthur und Lieschen kommen mit heiler Haut davon. Lieschen, nachdem sie den Schreck überwunden hatte, fand es in der Ordnung, den verhängnisvollen Baumstamm zu umarmen. „Du bist wohl ganz und gar verrückt geworden!" meint Arthur, der für Gefühlsausbrüche solcher Art nichts übrig hat. „Sei nicht undankbar. Liebster", erklärt darauf Lieschen, „was meinst du, wohin wir gekommen wären, wenn er uns nicht aufgehalten hätte!" Die Begründung. Einem Automobilisten ist der Führerschein ent- tvgsr mvrüea. Sm LoÜgeMl Msr vsMtzte» Würde legt er dagegen Verwahrung ein. Das Gericht verlangt eine begründete Erklärung, weshalb er sich zu Unrecht bestraft fühle. Der Automobilist fragt seinen Verteidiger: „Womit glauben Sie, Herr Rechtsanwalt, könnte ich meinen Protest begrün- Der Anwalt dachte einen Augenblick nach. Dann meinte er: „Erklären Sie, es sei die grausamste Strafe, wieder Fußgänger zu werden." Alibi. Vollmann macht einem mit Strafmandaten reich gesegneten Automobilisten den Vorschlag, seinen Wagen an. der einen Seite blau, an der anderen grün zu lackieren. „Ich wüßte nicht, wozu das gut sein sollte", erklärte der. Darauf Bollmann: „Sollnse mal sehen, wie sich die Zeugen widersprechen." Zeitschriften. — Das Mai-Heft der „K u n ft t a m m e r" (Propyläen-Verlag, Berlin) bringt u. a. einen Aufsatz von Oskar Gehring über Notwendigkeit und Möglichkeit moderner Bildniskunst. Eberhard Meckel schildert in seiner Erzählung „Oberrheinischer Wind" die Entstehung des Breisacher Hochaltars. Weitere Beiträge zeigen neue silberne Ehrengaben, handgearbeitete Spitzen und Kurhausbauten. Präsident Eugen Hönig beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Film und bildender Kunst, Kurt Wehlte berichtet von der Konservierung der Gemälde- Rückseiten. Fast 40 Bilder schmücken das Heft. — Die neue Nummer der „ I l l u st r i r t e n Zeitung" (Leipzig, F. I. Weber) enthält u. a. einen ausführlichen Bericht vom Regierungsjubiläum König Georgs von England, dem sich ein Artikel über Neu-Delhi, die neue Residenzstadt Indiens, anschließt. Weiter finden wir darin einen Bilderbeitrag über den Bau der Nord-Süd-Untergrund- bahn in Berlin, über alte deutsche Trinkgefäße, über Schloß Schönberg in Ostpreußen und einen fesselnden Tatsachenbericht „Ein vergessener Patriot", der die wechselvolle Lebensgeschichte des Balten Johann Reinhold Patkul behandelt. Heber die Kunst wird begrüßenswert ausführlich berichtet: Ein Beitrag über die Frühjahrsausstellung im Wiener Künstler- Haus, Bilder von Tanzschöpfungen der Tänzerin Marion Herrmann und hervorragende Blätter der Lichtbildkunst sind besonders bervorzubeben. Interessante Anregungen für die Frau bringt der mit schönen Modellen bebilderte Aussatz „Widersprüche im KLvidW". Die Gießener und oberhessische SA. in Frankfurt 10 Lahre Stahlhelm in Gießen aus: weisen. Wie wir alten Soldaten durch ein hartes Erleben und durch die Erkenntnis von der Nichtigkeit aller Äußerlichkeiten wortkarg und schlicht geworden sind, so wollen wir auch diesen Tag im Gedenken an unsere vor dem Feind gebliebenen Brüder würdig, aber geräuschlos begehen. Uns alle Hal deutscher Solbatengeist und un- erlöschllch nachwirkendes Fronterleben zu einer großen Familie mit unlösbaren Klammern zu- fammengefchweißt, in der es keine Unterschiede von Stand, Rang und Glaubensbekenntnis gibt, in der der Wert des Einzelnen nur durch Charakter, Ehrgefühl. Kameradschaft und Treue bestimmt wird. Nach der Vorbeifahrt des Führers versammelten sich die Gießener SA.-Kameraden an geeigneter Stelle auf der Landstraße, um hier durch Laut- precher die Uebertragung der Reden bei der Einweihungsfeier zu hören. Dann gab es eine kurze ^Äld^?arauf^ wurde erneut beiderseits der Land- traße das Ehrenspalier aufgestellt, da der Führer nachmittags auf der Rückfahrt von Darmstadt nach Frankfurt wiederum das Aufmarschgebiet passierte. Wahrend dieser Wartezeit gingen leider noch mehr» mals kräftige Regenschauer nieder, bei denen die SA.-Kameraden und die große Menschenmenge erneut tüchtig durchnäßt wurden. Immer wieder kam dann aber die Sonne zum Vorschein, so daß man den Trocknungsprozeß auf der Landstraße an-1 ui schließen konnte. Hierbei war es recht spaßig an-1 Eingang finden. Nach dem „Vater unser" spielte die Kapelle „Ich hatt' einen Kameraden", während sich die Fahnen senkten. Damit fand der Gottesdienst seinen Abschluß. Anschließend wurde die Weihe der Fahnen der Ortsgruppen Daubringen, Lich, Nieder-Gemün- den, Watzenborn-Steinberg, Butzbach, Grünberg und Holzheim durch den Landesführer General von Mayer, vorgenommen. Dieser richtete ernste Mahnworte an die Fahnenträger und verpflichtete sie auf den Führer. Hierauf fand die Begrüßung der Gäste und Kameraden durch den kommissarischen Ortsgruppenführer Weltmann (Gießen) statt. Er begrüßte insbesondere die Offiziere der Garnison Gießen, sowie Se. Magnifizenz den Rektor der Landesuniversität. Er bedauerte, daß der Standortälteste und Kommandeur der Garnison durch dienstliche Gründe am Erscheinen verhindert sei, ebenso Kreisdirektor und Kreisleiter Klo st ermann und Oberbürgermeister Ritter infolge Krankheit. Oer Landesführer Hessen, General von Mayer, Die Ortsgruppe GießendesNS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhel m) feierte am Samstag ihr zehnjähriges Bestehen. Um 17.45 Uhr fand der Abmarsch der Ortsgruppe mit Fahnen unter Vorantritt des Spielmannzugs und der Musikabteilung vom Stahlhelmheim aus statt. Der Zug ging durch die Kaiserallee, Gartenstraße, Neuenweg, Seltersweg zum Hindenburgwall. Hier fand, gegenüber der Plock- straße, ein Vorbeimarsch vor dem Landesführer, General von Mayer, Kassel, statt. Von hier bewegte sich der Zug durch die Bismarckstraße zum Schiffenberger Weg nach dem Schiffenberg. Leider setzte bereits bei der Aufstellung des Zuges Regen ein, der erst auf dem Wege zum Schisfenberg nachließ. Trotzdem hatten sich in den Straßen, die der Zug passierte, besonders in der Nähe des Vorbeimarsches, zahlreiche Volksgenossen eingefunden. Auch der Autoverkehr nach Dem Schiffenberg war recht lebhaft. Die Feier auf dem Schiffenberg, der mit Fahnen und Grün geschmückt war, begann mit einem Gottesdienst, der durch einen Choral der Stahlhelmkapelle: „Wir treten zum Beten" eingeleitet wurde. Als evang. Geistlicher sprach Pfarrer i. R. Kalbhenn, Gießen. Er gedachte des Tages der Gründung der Ortsgruppe des NSD.-Frontkämpferbundes (Stahlhelm), insbesondere der Männer, die nach dem großen Weltkrieg zur Fahne des Stahlhelms geeilt waren, um wieder aufzubauen. Erfolgreiche Aufbauarbeit fei aber nur möglich im Geiste der Gottesfurcht und Zucht. Nach Gebet und dem Choral: „Großer Gott wir loben Dich" sprach der katholische Geistliche, Pfarrer Dr. H e m m e s, Gießen. Er betonte, daß jeder gerechtdenkende Mensch, der Zeuge des großen Völkerringens gewesen fei, Ehrfurcht vor den Leistungen des Frontsoldaten haben müsse. Es sei Aufgabe jedes Frontkämpfers, den Geist der Gottesfurcht wachzuhalten. Gerechtigkeit, Tugend, Mäßigung und Ordnung feien die Grundpfeiler jedes Staates. Es fei Aufgabe des Frontkämpfers, mitzuhelfen, daß diese Begriffe überall Bei der gestrigen Einweihung der Reichsautobahnstrecke Frankfurt—Darmstadt hatte im Verband der SA.-Gruppe Hessen auch die oberhessische SA., darunter die SA.-Kameraden der aktiven und der Reserve-Standarte 116 sowie der SA. -Landwehr 116, einen besonderen Auftrag zu erfüllen. Den SA.-Kameraden aus Gie- ßen und den übrigen Teilen Oberhessens oblag die Pflicht, auf einer langen Strecke, etwa vom Frank- furter Stadion ab bis zur Stätte der Feierlichkeiten, beiderseits der Landstraße das Ehrenspalier für den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, sowie für die Mitglieder der Reichsregierung, viele führende Männer der Partei und des öffentlichen Lebens zu stellen. Die Gießener und die oberhefsifche SA. mußten bei der Erfüllung ihrer Aufgabe erhebliche Strapazen auf sich nehmen. Die SA.-Männer waren von der Nacht zum Sonntag bis in der letzten Nacht zum Montag rund 24 Stunden auf den Beinen, zum Teil auf dem Bahntransport, zum Teil auf der Landstraße in wiederholten anhaltenden Regenfällen stehend, zum Teil auch auf dem Marsch nach Niederrad, um sich dort nach dem Abschluß ihrer Aufgabe zu erfrischen und dann in der letzten Nacht beim Rückmarsch von Niederrad nach Goldstein, von wo aus die Rückfahrt mit leider bei der erheblichen Nachtkälte von der Reichsbahn nicht geheizten Sonderzügen erfolgen mußte. Bereits in der Nacht zum Sonntag wurden die Gießener Stürme auf dem Marsch von ihren Sammelpunkten zum Bahnhof ziemlich angefeuchtet, da es um Mitternacht und auch während der folgenden Stunden, als die SA.-Männer unterwegs waren, andauernd regnete. Dieser ersten Dusche folgte, als die Sonderzüge mit den Gießener SA.- Kameraden von 3 Uhr bis etwa 4.15 Uhr auf dem Bahnhof Goldstein eintrafen, sofort eine zweite anhaltende Dusche in Gestalt eines anständigen Landregens, bei der die vom Bahnhof Goldstein nach der Sporthalle beim Stadion marschierenden Sturmkolonnen von obenher reichlich bewässert wurden, während sie zugleich in den schon ziemlich ausgetretenen Waldwegen die blankgeputzten Stte- fel reichlich mit Frankfurter Dreck einschmieren konnten. Vom Sammelpunkt, der Sporthalle, wurde dann der Marsch zur Befehlsstelle der Standarte 116 angetreten, wo Verpflegung empfangen wurde, die in Gestalt von Brötchen und einigen Landjägern (bekanntlich die harten und flachen Würstchen) wiederum bei anhaltendem Regenwetter im Walde verzehrt wurde. Dann ging es an die Aufstellung des Ehrenspaliers und die damit verbundene Absperrung, eine Aufgabe, die in der Zeit von 6 bis 7 Uhr gelöst wurde. Von 7 Uhr ab stand, immer noch im Regen, das Spalier in der obenerwähnten Aufstellung und dann von anderen SA.- Formattonen die Reichsautobahnstrecke entlang bis Darmstadt. Im weiteren Verlause des Vormittags machte den ziemlich durch Regen bewässerten SA.-Kameraden ein unangenehm kalter Wind noch mancherlei zu schaffen. Dazu kamen wiederholte neue Regenfälle, so daß schon dadurch allein der Dienst der SA.-Männer für ihren obersten SA.-Führer allerlei Anforderungen stellte, denen sich die Kameraden im Braunhemd aber gerne unterzogen. Im Laufe der Vormittagsstunden erfuhr der Dienst der SA. Stürme dadurch eine interessante Abwechslung, daß sich vor den Augen der spalierbildenden SA.-Männer der rege flutende Verkehr der gewaltig großen schaulustigen Menge abspielte, die zu Fuß, mit Sonderzügen der Reichsbahn, mit Tausenden von Personen- und Lastautos, oder auch auf Fahrrädern, ja sogar zum Teil mit Kinderwagen und mit Kind und Kegel herbeiströmten, um Zeugen des denkwürdigen Ereignisses zu werden. Gegen 12.30 Uhr kam für unsere Gießener und oberhessische SA. der erste Höhepunkt des Tages: die Vorbeifahrt des Führers und feiner Begleiter. Leider ging ausgerechnet in diesen Minuten wieder ein anstän- zusehen, wie die Männlein und Weiblein zu dampfen anfingen, da unter der Einwirkung der starken Sonnenstrahlen das Wasser in den Kleidern rasck zu verdunsten an fing, die Herrlichkeit wurde jedoch immer wieder durch eine neue wässerige Liebesgabe von oben abgelost. Dennoch wurde die Stellung stramm gehalten, bis gegen 16 Uhr der Führer mit seiner Begleitung auf der Rückfahrt nach Frankfurt erneut passiert war und noch einmal den herzlichen Gruß der großen Menschenmenge hatte entgegennehmen können. Mit dieser Spatter- bildung war die Aufgabe der SA. erfüllt. Nun marschierten einige Stürme, während sich auf der Landstraße ein riesiger Rückmarschverkehr abspielte, zum Teil nach Niederrad, um sich dort in Gastwirtschaften bei Speis und Trank und kameradschaftlicher Geselligkeit von der Anstrenaung des Tages zu erholen. Da die Sonderzüge für die Rückfahrt erst vom späten Abend bis etwa gegen 0.30 Uhr planmäßig gefahren wurden, war die Wartezeit für die SA.-Kameraden für die Heimkehr ausgiebig, so daß bei dem kameradschaftlichen Zusammensein mancherlei Unterhaltung möglich war. Dann ging es in der Nacht nach Goldstein zuruck, hier wurde noch einmal kurzer Stehkonvent beim Warten vor dem Bahnhofsgebäude abgehalten und dann ging's — wie gesagt — leider im recht kalten Zug — für den sich die SA.-Kameraden mit mancherlei „anerkennenden" Worten bei der Reichsbahn bedankten — nach Gießen bzw. Oberhessen |un6 der preußischen Nachbarschaft zurück. biger Regenguß mit starken Hagelgraupeln vermischt nieder, so daß den beiderseits der Landstraße tehenden SA.-Männern und der stattlichen Menschenmenge der Regen und die Graupeln ins Gesicht gepeitscht wurden und dadurch die Sicht eine besondere Erschwerung erfuhr. Der Führer hatte im ersten Auto rechts neben dem Wagenlenker Platz genommen, in vielen weiteren Wagen sah man bann bie große Zahl feiner Begleiter, u. a. Reichs- minifter Dr. Frick, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichswehrminister von Blomberg usw. sprach jo bann und führte u. a. folgendes Dieser Tag soll für euch ein Tag stolzer Erinnerung, aber auch ernster Selbstbesinnung sein. Ich bin gekommen, um meine Verbundenheit mit dem Gau Oberhessen des NS.-Deutschen Frontkämpfer- Bundes vor euch und der Oeffentlichkeit zu be= Auch mir wollen uns den Wahlspruch unseres un- vergeßlichen Führer aus dem Weltkriege: „Die Treue ist das Mark der Ehre" zur Richtschnur un- eres Tuns und Denkens nehmen! In der großen Zeit deutschen Aufstiegs zu Ehre, Freiheit und Wohlstand, der am 16. Marz durch die ungeheure Tat des Führ er s die Zurückgewinnung der Wehrhoheit und Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, seine Krönung erfuhr, ist es wohl angebracht, sich einmal ein Bild von den Zuständen zu machen, die vor zehn Jahren, als die Ortsgruppe Gießen gegründet wurde, herrschten. In jener Zeit der Ge- innungslosigkeit, hündischer Unterwerfung, rück- ichtsloser Selbstsucht und nationaler Ehrlosigkeit war die Gründung eine tapfere und selbstbewußte Tat. Es war die Absage an den undeulschen Staat von Weimar, an den knochenerweichenden Pazifismus, an moralische Unsauberkeit, an jüdischen handlergeist. Ihr schriebt auf eure Fahnen bie Losung des Stahlhelm: „Ehre, Freiheit, Wehrwille, Frontsozialismus", und ihr alten Kämpfer fei dieser Losung treu geblieben und seid unbeirrt durch Anfeindung, wirtschaftliche Nachteile und Verleumdung schweigend und fest euren Weg gegangen. Das war aber nur möglich, weil ihr Führer hattet, die euch auf diesen Weg der Selbstlosigkeit und Entsagung vorangingen. Ich erfülle hier eine Ehrenpflicht, wenn ich dem früheren Gauführer Dr. Dehner und dem früheren Ortsgruppenführer Oberstleutnant L o p p e den Dank des Landesamtes ausspreche für ihr selbstloses und opfervolles Wirken im Bunde. Friedrich der Große hat einmal gesagt, daß es für ihn nur zwei sein ganzes Leben bestimmende Begriffe gäbe: „Ehre und Vaterland". Die Ehre sei ein ganz persönlicher Begriff, über die nur bas eigene Gewissen Schiebsrichter sein könne und sonst niemanb. Das Glück unb bie Größe bes Vater- lanbes aber sei ihm Richtschnur bei allen Handlungen. Ich glaube, daß diese großen Gedanken des großen Königs, dem der Führer am 21. März 1933 an seiner Gruft als dem heroischsten aller Führer Preußens huldigte, auch heute noch Gültigkeit habe. Wer ihnen folgt, wird niemals fehlgehen. Und nun meine Kameraden noch einige Worte für die Zukunft. Ich weiß, daß es auch heute nicht leicht ist, Stahlhelmer zu fein, denn niemand wird bestreiten können, daß, wer zur Stahlhelmfahne steht, bewußt auf Vorteile aller Art verzichtet. Aber Kameraden, das soll uns nicht anfechten', denn wir haben die stolze Gewißheit, daß der Führer und Reichskanzler zu unserem Bundesführer und feinen Frontkämpfern unbedingtes Ber- , trauen hat. Er hat diesem Vertrauen und seiner Verbundenheit nut uns wiederholt, am schönsten bei der Stahlhelmführertagung in Hannover am 27.9.1933, wo wir ihm zum ersten Male Auge in Auge gegen- überstanden, Ausdruck gegeben mit den Worten: „Mit innerer Freude und Bewegung bin ich zu dieser Tagung gekommen, die genau wie Nürnberg für mich nichts anderes ist, als das feierliche Bekenntnis zu dem Gelöbnis ber Treue unb Gemeinschaft. Wir kämpfen nun gemeinsam für bieses neue Reich." Unb ber Führer hat in seiner ritterlichen Weise bie Verbienste bes Stahlhelm um bie Vorbereitung ber nationalsozialistischen Revolution in ber Umgrünbungsurtunbe vom 28. 3. 1934 boku- mentiert. Es ist fein Zufall, baß biefe Anerkennung bes NS.-Frontkämpferbunbes aus bem Munde bes Mannes kommt, von bem bas Fronterlebnis so besonbers tief ausgenommen würbe, daß er es zur Grunblage seiner großen Bewegung machte. Kameraden, dieses Vertrauen des Führers legt uns ernsteste Verpflichtung auf und bindet uns unlöslich mH ihm. wenn jemand unter uns fein sollte, dem das Bekenntnis zum Führer nur Lippenbekenntnis, nicht aber Herzenssache sein sollte, so gehört er nicht in unsere Reihen. Ich JÜM.H H.... Roman von Charlotte Preuzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (©.). 26 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ich muß weit ausholen, Frau Liane, wenn ick daraus rechnen will, daß Sie mich verstehen , sagte Ernst ruhig. „Sie wissen vielleicht noch nicht, daß wir in Charlottenburg aufwuchsen. Dort waren wir Nachbarskinder. Das Miethaus, in dem seine Eltern wohnten, grenzte an das kleine Haus, das meiner Mutter gehörte, das sie nach dem Tode meines Vaters, der bald nach meiner Geburt starb, allein bewohnte. Sie bezog eine kleine Pension, besaß auch etwas flüssiges Geld, das uns gestattete, ein sorgenfreies Leden zu führen. Ich war ein stilles Kind, kam nie auf die Straße, fürchtete auch die Kinder draußen und wurde darum wohl von ihnen gehänselt. Einmal nun überfielen sie mich hinterrücks. Da nahte sich mir Fred als Retter; sein Gerechtigkeitsgefühl empörte sich, als er sah, wie drei mich allein überfallen hatten. Von jenem Tage an datiert unsere Freundschaft. Wir kamen zusammen zur Schule. Meine Mutter wurde kränklich, Freds Eltern nah- men sick meiner an. Als sie bald darauf starb, hatte icy schon ein zweites Heim gefunden. Freds Eltern nahmen mich bei sich auf. Freds Vater wurde mein Vormund. Er verkaufte das kleine Haus meiner Mutter gut. Der Platz war ja wertvoll geworden, da sich Charlottenburg immer mehr vergrößerte. Ich wurde wie das zweite Kind gehalten. Ja, Frau Morland war zu mir oft herzlicher und weicher als zu Fred. Sie sah an ihm immer nur Fehler, wollte mit Gewalt fein Temperament zügeln. Herr Morland war viel liebevoller und gütiger als sie. Ich erinnere mich noch deutlich des furchtbaren Schreckens, als Freds Vater tot ins Haus gebracht wurde. Um das Geschäft zu retten, hatte er sich in Spekulationen eingelassen, die fehlgeschlaaen waren. In seiner Verzweiflung gab er sich selbst den Tod. Seine Hinterbliebenen blieben in großer Not zurück. Selten habe ich solchen Jammer gesehen, wie Fred ihn an der Leiche seines Vaters zeigte. Er war tagelang wie von Sinnen. Frau Morland war schneller gefaßt. Sie fand sich mit den Tatsachen ab, gab die große Wohnung auf, beschränkte sich auf bas Notwendigste, versuchte den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn selbst zu verdienen. Allerdings muß auch sie schwer unter dem Schlage gelitten haben, sie wurde noch strenger und kälter. Sie scheute keine Arbeit, machte halbe Nächte hindurch Handarbeiten, nähte, bis sie oft vor Müdigkeit umfiel. Ach, ich weiß nur zu aut, daß das wenigs Geld, das sie dem Kmstzatz diesen oft ganz erhielt, Mutter und Sohn vor der größten Not schützte. Dabei blieb sie freundlich und fürsorglich zu mir; nie hätte ich etwas entbehren müssen, was sie ihrem Sohn wie selbstverständlich versagte. Sie besorgte die besten Kleider für mich, ich bekam das beste Essen. Heimlich habe ich Fred oft die besten Bissen zugesteckt. Die Mutter hätte es nicht erfahren dürfen, sie hätte sich maßlos darüber erregt. Fred vergalt mir die Liebe, indem er mich in Der Schule mit den besten Kräften förderte. Ihm fiel ja alles so leicht zu, was ich mir habe schwer erkämpfen müssen. Unsere Freundschaft blühte weiter, wir waren aufeinander angewiesen, mußten uns gegenseitig helfen. Unsere Wege trennten sich erst, als Fred in die Lehre kam. Er war daraus angewiesen, bald Geld zu verdienen. Und wie er in der Schule einer der besten gewesen, so bestand er die Lehre vorzüglich, rückte schnell aufwärts. Die Mutter war vor den dringendsten Sorgen geschützt, Fred verdiente für seine jungen Jahre wirklich sehr gut. Ich studierte Musikgeschichte in Berlin, nahm bei berühmten Meistern Unterricht in verschiedenen Instrumenten. Einmal hatte ich das Glück, daß ein von mir komponiertes Lied in einer Liedersammlung aufgenommen wurde. Wir feierten diesen Erfolg mit einer Reise nach Italien. Wie oft habe ich diese Reise verwünscht, denn in Venedig erfüllte sich Freds Schicksal. Er lernte dort eine arme Gesellschafterin kennen, der er bald rettungslos verfallen war." Ernste machte eine Pause. Er sah zu der jungen Frau hin. Liane sah noch immer so, den Oberkörper Dorgebeugt, die Beine übereinandergeschlagen, die Hände auf den Kieen gefaltet. Sie rührte sich nicht, ihr Blick blieb unverwandt auf ihm ruhen. „Ich werde Ihnen nicht zu sagen brauchen, wer die Frau war, die in sein Leben trat. Kitty war schon, voll Scharm, voll sprühenden Lebens. Bis dahin hatte es das Leben nicht allzu gut mit ihr gemeint. Sie hatte nie Liebe tennengelernt. Es war kein Wunder, daß sie Freds Liebe aus vollem Herzen erwiderte. Er dünkte sich unermeßlich reich in dem Besitz ihrer Liebe. Tage verlebten die beiden in Venedig, wie sie schöner wohl nicht gedacht werden können. Als wir zurück mußten, nahm Fred sie mit. Wie hätte er sich auch von ihr trennen können! Kitty sollte sich in Berlin eine Stellung suchen, aus Berlin durfte sie nicht mehr heraus. Es sollte nichts werden mit Kittys neuer Stellung. Sie war von der alten Dame, bei der sie als Gesellschafterin gewesen, fristlos entlasten worden; viel- leickt war das der Grund, warum sie keine Stelle meyr fand, vielleicht lag ihr aber auch nicht viel daran. Sie hatte ja auch genug in Berlin zu tun, immer für den Geliebten da zu sein, den ganzen Tag auf ihn zu warten, sich für ihn zu schmücken. Fred hatte keine ruhige Minute mehr, er war nur glücklich bei ihr; mit ihr genoß er alles, was die Gcchstaht b& An d-m £q$e, da ajjsMz frei kommen, der auf feinem Namen ruht,' Brotgebers — des Kommerzienrats Marckart. Fred ft' Ichontt sitz auch W» M Ären Name» nicht (Fortsetzung Er ahnte nicht, daß sie längst ihre eigenen Pläne hatte und diese hartnäckig verfolgte. Sie erreichte ihr Ziel. Gerade in dem Augenblick, als Fred sich an der Kasse vergriff, wurde sie die Braut feines wurde, daß ihr Verhältnis nicht ohne Folgen geblieben war, gab Kittn es ganz auf, eine Stellung zu suchen; auch Fred hätte Die Geliebte in keiner Stellung mehr sehen können." Liane machte eine Bewegung. Ernst hörte, wie ein zitternder Seufzer ihrer Brust entfuhr. Sie wandte bas Antlitz von ihm ab. Welche Gefühle mußten sie bewegen? Konnte sie ertragen, was sie noch weiter hören würde? Nun aber war der erste Schritt getan, nun mußte sie alles erfahren. „Fred umgab die Geliebte mit aller Sorgfalt. Alle Schatten aus ihrem Leden wollte er bannen; nur Freude wollte sie um sich sehen, nur Glanz. Er hätte sie natürlich sofort zu seiner Frau gemacht, aber Frau Morland widersetzte sich einer Heirat energisch. Ihre Einwände waren durchaus richtig. Er war noch viel zu jung, um zu heiraten; er sollte vorwärtsstreben, es erst zu einigem Ansehen bringen und dann eine Frau nehmen, die fein Leben auch finanziell sicherstellte. Fred wagte nichts von Kitty zu sagen. Wie hätte er sie auch heiraten können? Er wußte schon lange nicht mehr, woher er das Geld nehmen sollte. Kittys kleine Hände nämlich verstanden mehr auszugeben, als er verdienen konnte. Ich erlebte diese Zeit nicht mit. Ich hatte Lust bekommen, mir die Welt anzusehen, hielt mich in München auf, hörte in dieser Zeit sehr wenig von Fred. Da kam plötzlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein Telegramm von ihm. Er bat dringend um Geld. Ich reifte sofort nach Berlin, fand die Mutter in furchtbarer Aufregung. Fred hatte sich an der Kasse seines Chefs vergriffen, er war verhaftet." War es nicht, als ob Liane Ausammengezuckt war? Standhaft hielt sie den Kopf abgewandt. In der Dämmerung konnte Ernst nur die Umrisse ihrer Gestalt erblicken. Er schwieg lange, endlich begann er wieder: ,Lch erfuhr auch erst jetzt von dem Kinde. Fred gestand es mir, was er bis dahin seiner Mutter verschwiegen hatte. Ich fand es bei Kittys Zimmervermieterin, die junge Mutter war selbst nicht mehr dort. Sie hatte sich nie darum gekümmert, hatte nach der Geburt weiter verschwendet, war spazierengegangen, hatte in Kaffeehäusern herumgesessen. Sie fand es ganz in der Ordnung, daß Fred für sie sorgte. Als er ihr Vorhaltungen gemacht hatte, war es zum offenen Bruch gekommen. Allein Fred versuchte immer wieder, sie für sich zu gewinnen, machte ihr Geschenke, kam Immer tiefer in Schulden. in die Verhandlungen; sie aber rührte keinen Fin- aer, um den Mann zu retten, der ihr alles geopfert hatte. Sicher wäre es doch für sie ein leichtes gewesen, den Kommerzienrat zu bitten, die Anzeige zu unterlassen. Fred wurde eine Bewährungsfrist bewilligt, und dann überstürzten sich die Ereignisse. Der Krieg brach aus. Er zog als einer der ersten ins Feld? Liane rührte sich nicht. Was mochte in ihr vorgehen? Wie mochte sie leiden? War nun das Gefürchtete geschehen? War sie Fred verloren? Namenlose Angst erfaßte ihn plötzlich. War ihre Liebe nicht stark genug, zu verzeihen? Da klang ihre Stimme rauh, fast unverständlich: „Und was wurde aus dem Kinde?" Ernst antwortete nicht sofort. Grenzenloses Erstaunen machte der Angst in seinem Herzen Platz. Weiter hatte sie nichts zu sagen? Weiter wußte sie kein Wort? „Kitty hat sich niemals um das Kind gekümmert", antwortete er mit schwankender Stimme. „Es blieb bei den Leuten, die es zuerst versorgt. Der Mutter Fred konnten die Geschehnisse nicht verborgen bleiben, sie wandte sich ganz von dem Sohn; auch als er ins Feld zog, hatte sie keinen Gruß für ihn. Nach mehr als zwei Jahren habe ich ihn ihr wieder Angeführt. Als ihn das Eiserne Kreuz Erster Klasse schmückte, verzieh sie, nahm sie sogar das Kind zu sich, das es bei den fremden Leuten nicht Aum besten gehabt hatte. Von da an gehörte Freds ganzes Leben nur seiner Mutter und seiner Tochter. Er hatte treu für beide gesorgt, hat ihnen vor einigen Jahren unweit von Heidelberg ein Haus gekauft, machte es so möglich, sie häufig besuchen zu können. Um des Kindes willen schuf er sich hier einen Wirkungskreis, hoffte die Vergangenheit begraben zu können." Wieder wurde es still im Zimmer. Kein Laut kam von Lianes Lippen, sie saß noch immer stumm unb steif auf ihrem Stuhl. Mit einem Male aber ging ein jäher Ruck durch ihren Körper. Sie schlug die Hände vor das Gesicht und weinte bitterlich. Ernst stand hastig auf und trat zu ihr. „Liebe, kleine Frau Liane, haben Sie Verständnis! Kein Mensch kann so vermessen sein, au behaupten, an Freds Stelle nicht genau so gehandelt zu haben wie er. Nur die Liebe hat ihn zu der Tat veranlaßt. Wie er gelitten, können Sie nicht ermessen. Das Erlebnis hat aus ihm einen anderen Menschen gemacht. Er ist hart geworden und schroff aoer er hat fertiggebracht, was ihm vorschwebtsi sich emporjuarbeiten, seinen Mitmenschen Achtung abzuzwingen. Nun greifen die Schatten ber Vergangenheit roieber tief in sein Leben. Sollte diese Vergangenheit wieder lebendig werden, ist sein Leben verwirkt. Er wird nie wieder von dem Makel Stahl. Zahrestagung der Gießener SochschulgeseWaff .. stänÄlich: 1 Hili I >as von von 65 un. I "Die rr Un, >kaak Pa. Ifiöf. 8 i ihr vor- i das Teen? Na- ihre Liebe oses Er- rn Platz- oußte sie viele Kropfkranke gibt, schon lange kennt. Durch diese beiden ganz entgegengesetzten Krankheitsbilder war der Forschung ein klarer Weg gezeigt. Es galt festzustellen r was ist es in der Schilddrüse, bi Protest der Darmstädter Technischen Hochschule gegen das Schandurteil von Kowno. Darmstadt, 18. Mai. (LPD.) Auf die Nachricht hin, daß das Todesurteil gegen d i e Memeldeutschen (das inzwischen durch einen Gnadenakt des litauischen Staatspräsidenten in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt worden ist) von dem Obersten Tribunal in Kowno bestätigt worden und innerhalb 24 Stunden zu vollstrecken sei, versammelte sich die Darmstädter Studentenschaft, die Dozentenschaft, die Fachschaften und Teile der Hitler- d arg die Veranstaltung mit der Wiedergabe I. S. Bachs „Polonaise" ein. Hierauf folgte Professor Dr. Reinroeiu (Gießen) der Festvortrag Irr I Ehre, I durch r > pw pnunq n Bild Sehn R: „ruck. MWeit elbst. jmmert, ,Es blieb r Mutter aen blei- auch als für ihn- ir wieder ter Klaffe Kind zu irn beste» , g°E ,ter. c einigen gekauft' zu kön- üer einen 'begraben tetn Wj >er MMN f toeinie Liebe, lis! -ei" lplen.,^ M habe" Tat oer' & Ä inen Fin- 5 geopfert lichtes ge- ! Anzeige rungsfrist Ereignisse, der ersten diesem Zweck erbauten großen Zelt bildete den Abschluß der Veranstaltung. Dabei konzertierte der Musikzug der Ortsgruppe unter Leitung des Musik- Fugführers Schleuse (Steinbach) und erntete, besonders bei den Fanfarenmärschen, lebhaften Beifall. Trotz der kühlen Witterung war der Besuch der Veranstaltung außerordentlich gut (es mögen etwa 2000 Personen gewesen sein). Das an diesem Abend Gebotene war für alle Besucher ein besonderes Erlebnis, das allen noch lange in Erinnerung bleiben wird. - Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) hielt am Samstaanachmittag in der Universität in gewohnter Weise ihre Jahrestagung ab. Im Anschluß an die interne Sitzung des Verwaltungsrates fand die Hauptversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Mees- tnann statt. Der Versammlungsleiter erstattete zunächst den Jahresbericht für das Jahr 1934 Zu Beginn meines Berichtes liegt mir die Pflicht ob, des Heimgangs zweier Mitglieder unseres Verwaltungsrats zu gedenken; es sind dies die Herren Professor Dr. Junkers, Dessau, und Bischof Dr. Hugo, Mainz. Die Bedeutung dieser beiden Persönlichkeiten brauche ich Ihnen nicht zu schildern, insbesondere ist der Name Junkers unlösbar verknüpft mit dem Auftchwung des gesamten Flugwesens und mit den ungeheuren Leistungen unseres deutschen Flugzeug- und Luftschiffbaues. Man kann wohl sagen, daß ohne Junkers, ohne seine Erfindungen, ohne seine unermüdliche Tatkraft Deutschland nicht die Stufe der Vollendung auf den genannten Gebieten erreicht hätte, die es anerkanntermaßen erreicht hat und die uns nicht nur in bezug auf die weitere Entwicklung unseres Luftverkehrswesens, sondern auch in Bezug auf die Abwehr etwaiger feindlicher Luftangriffe mit vollem Vertrauen erfüllen kann. Seinem warmen Interesse für unsere Hochschulgesellschaft hat Professor Junkers u. a. vor einigen Jahren durch eine namhafte Stiftung Ausdruck gegeben. Wir werden den verstorbenen Verroaltungsrats- mitgliedern stets ein dankbares Andenken be> wahren. Aus dem Vorstand ist ferner Herr Professor Dr. Bötticher infolge seiner Berufung als Ordinarius an die Heidelberger Universität ausgeschieden. Herr Professor Bötticher hat sich um die Hochschulgesellschaft namentlich dadurch verdient gemacht, daß er während der Jahre 1926 bis 1934 das Amt eines Schriftführers mit Umsicht und Hingebung ausübte. Ihm dafür auch an dieser Stelle herzlich zu danken, ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis. Im vorigen Jahre habe ich die Absicht des Vorstandes befanntgegeben, die Werbung von Mitgliedern in erhöhtem Maße aufzunehmen. Dies ist geschehen und hat auch insofern zu einem gewissen Erfolg geführt, als zum ersten Male wieder eine größere Zahl von (Eintritten, im ganzen 34, erfolgt ist. Leider ist aber die Zahl der Verluste erheblich größer gewesen,sie betrug 91,so daß die Gesamtzahl der Mitglieder von 549 auf 492 zurückging. Der Rückgang ist hauptsächlich auf Todesfälle und Wegzug zurückzuführen, der ungenügende Ersatz durch neue Mitglieder auf wirtschaftliche Verhältnisse. Auch haben einige größere Firmen ihre Beiträge herabgesetzt. Das durfte sich daraus erklären, daß, wenn auch die wirtschaftliche Tätigkeit dank der Maßnahmen unserer Regierung, eine starke Belebung erfahren hat, doch das gleiche nicht von den Erträgnissen gilt, und daß int übrigen die öffentlichen Abgaben und Sammlungen sowohl bei den wirtschaftlichen Betrieben, wie bei den Einzelpersonen einen breiten Raum einnehmen. Diese Erfahrung wird auch durch die Berichte anderer ähnlicher Gesellschaften wie der mistigen bestätigt. Wir werden indessen unsere Bemühungen zur Werbung neuer Mitglieder fortsetzen. Entsprechend der Mitgliederzahl gingen auch die Beiträge zurück, und zwar von 7450 Mark int Jahre 1933 auf rund 6500 Mark im Jahre 1934. Zu diesen Einnahmen kamen Zinsen in Höhe von 1332 Mark, so daß die Einnahmen zusammen 7834 Mark betrugen. Sonderspenden gingen int abgelaufenen Jahr nicht ein. Von den Ausgaben in der Höhe von 6969 Mark entfielen auf Bewilligungen an Universitätsinstitute 4718 Mark, die sich wie folgt verteilen: 1000 Mark an die juristische Fakultät zur Anschaffung von Literatur, 1000 Mark an Professor Dr. Zwick (Reisekostenzuschuß nach Amerika), 500 Mark an das kunstwissenschaftliche Institut zur Anschaffung eines Lexikons, 300 Mark an Frl. Lippert (Druckkostenzuschuß), 300 Mark an das Institut für rechtliche Volkskunde zur Errichtung desselben, 300 Mark an Prof. Dr. Stintzing zur Instandsetzung von Apparaten, 250 Mark an das musikwissenschaftliche Institut zur Ausgestaltung von Vorträgen, 250 Mark an die Wissenschaftliche Akademikerhilfe für Literatur, 250 Mark an die Oberhessische Gesellschaft für Naturheilkunde (Druckkostenzuschuh), 200 Mark an Prof. Stoltenberg zur Förderung einer Arbeit über Soziologie, 150 Mark an das deutsche Seminar zur Anschaffung von Literatur, 150 Mark an Dr. Schliebe (Druckkostenzuschuß), 90 Mark für den Universitätsführer, 77,80 Mark an die Universitäts- Bibliothek für ein Stammbuch und ein Zeitungsabonnement. Für Vorträge und Versammlungen wurden 300,46 Mark ausgegeben. Es wurden drei Vorträge in Alsfeld gehalten, und zwar von den Herren Professoren Mayer, Rauch und S e s s o u s , ferner in der Hochschulgesellschaft selbst außer dem Festvortrag von Prof. Dr. Naumann (Bonn) ein sehr gut besuchter Vortrag über Atomzertrümmerung von Prof. Dr. Gehrtsen mit Experimenten im Physikalischen Institut. Das Nachrichtenblatt hat 768,31 Mark erfordert. Um seine Herausgabe hat sich wiederum Herr Prof. Dr. Götze verdient gemacht, dem ich dafür auch an dieser Stell« danke. den ganzen Körper so umstimmen kann. Diese Untersuchungen sind auch jetzt noch nicht abgeschlossen. Sie haben uns aber gerade in therapeutischer Hinsicht manchen Erfolg gebracht und wirkten vor allem befruchtend auf andere Forschungsrichtungen. Das nächstliegende war, daß man versuchte, durch Ver» fütterung von Schilddrüsen gegen die Unterfunktionszustände einzuwirken. Man kehrte damit zu einer Form zurück, die früher so sehr belächelt wurde: durch Verabreichung von körpereigenen Substanzen das Körpergeschehen zu verändern. Bald wurde von allen Seiten berichtet, daß es sehr oft gelingt, mit dieser Behandlungsweise dem Kranken zu helfen, ja sogar Heilungen zu erzielen. Baumann gelang bann der Nachweis, daß die Schilddrüse Jod in verhältnismäßig großen Mengen enthält, und baß es an Eiweißsubstanz gebunben vorkommt. 1918 konnte ber Amerikaner Kenbal eine wirksame jobhaltige Substanz, bas Thyroin, Herstellen. Mit biefem Mittel gelingt es, bie Unterfunkttons- zustänbe mehr ober minder zu kompensieren. Bei ber Behanblung ber Ueberfunktion war ausschlag- aebenb weit mehr rein ärztliche Beobachtung. Schon Neißer hatte vor bem Krieg mitgeteilt, baß es möglich ist, burch Verabreichung von Job in kleinen Mengen die gesteigerte Tätigkeit ber Schilbbrüse zu bämpfen. Es zeigte sich aber sehr balb, daß bas Job nicht wahllos gegeben werben kann. Auch in ben kleinsten Mengen kann es ben Organismus schwer schäbigen. Die Operation war noch bis vor zehn Jahren ein großer Eingriff. Man versuchte baher mit Röntgenbestrahlung bie Schilbbrüse zu hemmen. Auch mit biefem Verfahren gelingt es, sehr gute Erfolge zu erzielen. Der Erfolg tritt leiber erst nach längerer Zeit ein. Es bebeutete nun einen sehr großen Fortschritt, baß Plummer in Amerika bie Jobbehanblung systematisch roieber aufnahm. Das wesentlichste in seiner Beobachtungsreihe war bie Tatsache, baß bas Jod möglichst nur zur Verabreichung vor ber Operation gegeben werben muß. Wenn man in bem Augenblick operiert, wo burch bas Job bie Schilbbrüse weniger stark arbeitet, so ist bie Operation weit weniger gefährlich. Auch in anberen Länbern ist burch biefe Be- hcmblungsweise bie Sterblichkeit ber Operation sehr heruntergebrückt. Außer ber Jobvorbehcmblung ist es selbstverstänblich notwenbig, ben Kranken entsprechend kalorisch zu ernähren. Gerade bie letzten Jahre zeigen uns immer mehr, baß wahrscheinlich in ber Schilbbrüse noch anbere wirksame Bestanb- teile vorhanben sinb. Man hat nun versucht, solche wahrscheinlichen Bestanbteile zu synthetisieren und biefe Präparate therapeutisch auszuwerten. Auch bieser Weg hat schon manchen Erfolg gebracht. Vor ber wahllosen Anwenbung bes Job kann nicht genug gewarnt werben. Es scheint möglich zu fein, burch bas fog. Vollfalz darauf einzuwirken, daß ber Kretinismus seltener wirb. In ber Schweiz haben sich schon einzelne Kantone entschloßen, in gefähr* oeten Bezirken nur biefes Vollsalz auszugeben. Dis Erfahrungen finb aber noch zu kurzfristig, als baß es möglich ist, sich darüber ein definitives Urteil zu bilden. Die Operation an ber Schilbbrüse zeigt nicht nur Unterfunktionszustänbe. Man beobachtete auch bas Auftteten einer anberen Störung, bie man schon oorbem in Wien vor allem bei Schusterlehrlingen im Frühjahr und Herbst beobachtet hatte. Es können eigenartige Krämpfe auftreten. Physiologen konnten nun zeigen, baß sich neben ber Schilb- brüfe noch kleine Gebilbe finben, bie man als Nebenschilbbrüfen bezeichnet, und daß die Herausnahme dieser Drüse bie eigenartige tetanische Störung verursacht. 1925 konnte Kollip schon geigen, baß in ben Nebenschilbbrüfen ein Hormon vorhan-, ben ist. Wenn man biefes Mittel als Ersatzmittel gibt, so gelingt es ganz leicht, bie Tetanie zu beseitigen. Trotzbem es sich um eine körpereigene Substanz hanbelt, kann eine Ueberbofierung schweren Schaben verursachen. Es kommt bann zu Störungen bes Skelettsystemes. Diese an Tieren gefunbe* nen Veränberungen gaben nun roieber eine Erklärung für ein Krankheitsbilb, bas man vom Menschen her schon kannte. Bei dieser Erkrankung finden sich Cysten im Knochen. Die Vermutung, daß diese Erkrankung durch eine Ueberfunktion ber Nebenfcyilbbrüfe bebingt fei, ließ sich auch baburch bestätigen, baß man bie Krankheit burch teilweise Entfernung ber kranken Prüfen heilen konnte. Im Hirn.sinbet sich eine kleine Drüse, bie Hypophyse ober Hirnanhangsbrüse. Trotzbem sie sehr klein ist, kann sie bie verschiebensten Krankheiten verursachen. Hanbelt es sich um eine Ueberfunktion bes Vorberabschnittes, so beginnen plötzlich bie Extremitäten zu wachsen, es entwickelt sich bas Bild ber Agromegalie. Eine Behanblung kann geschehen burch Bestrahlung ober burch Operation. Es war bies bie erste Operation, bie am Gehirn ausgeführt würbe. Sie mürbe wegweisenb für bas neue Gebiet ber Hirn-Chirurgie. 1914 konnte Simons zeigen, baß bei einer Unterfunktion ber Drüse biä Kranken beginnen abzumagern, sie werben alt aus» sehenb, unb burch nichts gelang es bisher, bas Leiben zu bessern. Seitbem wir wissen, baß ber Ausfall ber Hypophyse bie Krankheit verursacht, gelingt es burch entsprechend Verabreichung auch biefe Störung zu bekämpfen. Die Drüse wirkt auch auf bas Genitalsystem. Wir wissen, baß nach bem (Eintritt ber Schwangerschaft sich Substanzen, bie aus der Hypophyse stammen, sehr früh im Harn nach-, weisen lassen. Mit biefem biologischen Versuch ist nun bie Möglichkeit gegeben, bie eingetretene Schwangerschaft schon sehr früh nachzuweisen und bann bei anderweitigen Krankheiten Komplikationen zu vermeiden, wie sie ja bei bem Zusammentreten vor allem von Tuberkulose unb Schwangerschaft Vorkommen. Bei ber Störung bes hinteren Abschnittes kommt es zu bem eigenartigen Bild ber Harnruhr. Diese Menschen müssen zur Stillung ihres Durstes 20 bis 30 Liter Flüssigkeit täglich trinken. Gibt man ihnen nun Extrakte ber Hirnanhangsbrüse, so verschwindet ber Durst unb nichts scheint sie vom gefunben Menschen zu unterscheiben. Die fortlaufenbe Behanblung ist nur bis jetzt burch den hohen Preis ber Präparate sehr erschwert. Bis 1923 mußte jeber Zuckerkranke, ber in das Enbstabium hineinkam, an seinem Leiben sterben. Man hatte oorbem wohl bie Möglichkeit, biefeit schlimmen Ausgang etwas zu verhinbern unb leichte Fälle praktisch burch eine entsprechend Diät zuckerfrei zu halten. Wenn das Eoma aber eingetreten war, so gelang es mit keinem Mittel, es zum Der, schwinben zu bringen. Die (Entbecfung des Insulins aus ber Bauchspeicheldrüse hat uns nun in ben Stand gesetzt, nicht nur das (Eoma zu beseitigen, sonbern es auch zu verhüten. Theoretisch braucht keiner mehr an feinem Zuckerleiden zu sterben, aber leider stehen auch hier dem wirklichen Erfolg noch manche Schwierigkeiten gegenüber, Diele Kranke stoßen sich daran, daß bas Insulin eingespritzt werben muß, keine andere Verab- reichungsweise ist nämlich wirksam. Sie verkennen dabei ganz, baß sie wahrscheinlich ohne Insulin jetzt schon nicht mehr lebten, und daß.sie den Augenblick nicht erleben werden, wo man das An Verwaltungskosten wurden 962,48 Mark aus- gegeben. Der Bettag wird sich im laufenben Jahr noch vermindern, kann aber unter eine gewisse Grenze nicht gesenkt werben, wenn die Geschäfte ordnungsgemäß geführt werden. Schließlich ist noch ein Posten von 120 Mark „Verschiedenes" zu erwähnen. Im Ganzen betrugen die Ausgaben hiernach 6969,05 Mark. Verglichen mit ben Einnahmen ergibt sich ein Ueberschuß von 862,85 Mark. Das gesamte Vermögen der Gesellschaft ist von 43 548,85 Mark Enbe 1933 auf 48 049,20 Mark gestiegen, was hauptsächlich ber Kurssteigerung einer Anzahl von Wertpapieren zu verbanken ist. Dem Vorstanb und dem Verwaltungsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt Bei den Wahlen wurden die aus dem Ver- roaltungsrat turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder einstimmig wiedergewählt. Neugewählt in den Verwaltungsrat wurden Oberbürgermeister Ritter (Gießen), Ministerialrat Rings- Hausen (Darmstadt) unb Bürgermeister Weyrauch (Frankfurt a. M.) als Vorsitzender bes Lanbroirtschaftlichen Genossenschaftsverbandes Rhein- Main-Neckar. Der Dank der Universität. Da zmn letzten Tagungsordnungspunkt „Anttäge und Anregungen" keine Wortmeldungen Vorlagen, stattete Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. P f a h l-e r im Namen der Universttät der H o ch - schulgesellschaft und ihrem Leiter Dr. Meesmann den herzlichsten Dank der Universität für die reiche unb vielfältige Förderung ab, die unserer Alma mater durch die Hochschulgesellschaft auch im verflossenen Jahre wieder zuteil wurde. Mtt diesem Dank verband er zugleich die herzliche Anerkennung der Universttät für oas rege Interesse und das starke Wohlwollen der Hochschulgesellschaft für bie Arbeit der Universttät. Damit sand die Hauptversammlung ihren Abschluß. Die anschließende Festsitzung im Großen Hörsaal war stark besucht Nach kurzen Begrüßungs- roorten von Dr. Meesmann leitete das Collegium musicum der Universität unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Prof. Dr. Temes - Wndunll. I lchwei» Mr aber Mch auf ■n9 vor- M wenn Mr unb Meutnant Mlpreche Men im |9t. baß [befühl. |1J" Die [die nur Mne unb |s Vater- M hanb- Mken bes Mrz 1933 Führer Aigkeit hlgehen. orte für >cht leicht, roirb be- elmfahng erzichtet. en; benn lüftet führet Bet- ; mache es allen Führern zur heiligen Pflicht, über kleine Aergerniffe des Tages sich hinweg- zufehen und darüber zu wachen, daß in unserem Bunde nur Männer sind, die in unbedingter Treue zum Führer und dem nationalsozialistischen Staat stehen und selbst ehrliebende und anständige Soldaten sind. Wir wollen bleiben, was wir waren, benn man kann nicht bem untreu werben, was einem ganzen Leben Sinn, Inhalt unb Zweck gewesen ist. Das sagte ber Führer auf dem Reichsparteitag 1934. Es gilt auch für uns! Anschließend führte kommiff. Ortsgruppenführer Zeltmann folgendes aus: Wenn bie Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) heute ihre 10jährige Bestehensfeier begeht und bies in einfacher soldatischer Form, so hat sie ein Recht, stolz auf biefen Tag zu sein. Stolz ist nicht gleichbebeutenb mit Überheblichkeit, unb Ueberheblichkeit ist eine Eigenschaft, die dem Frontsolbaten fremd ist. Hat er boch als unbekannter Solbat im Felbgrauen Kleib Jahre hln- burch mehr als seine Pflicht getan, ohne baran zu denken, ob ihm Ehre und Anerkennung zuteil wird. Die Ehre des Vaterlandes, die Pflicht, Deutschland zu bienen, waren bas eherne Gesetz, bas seinem Tun unb Hanbeln Richtung unb Tiefe gaben. Die hiesige Ortsgruppe, die vor 10 Jahren durch die Kameraden Ernst Kolb-Butzbach, Oel- bermann, Petri, Spieß (jetzt in Frankfurt a. M.) undZimmer gegründet wurde, hat sich vom ersten Tage ihres Bestehens ab den Dienst am Vaterland zum Ziele gesetzt. Und diesen Zielpunkt hat sie bis zum heutigen Tage trotz manchen Mißverstehens nicht aus dem Auge gelassen. Sie ist unter keinem Führer ; und keiner Zeit um Haaresbreite von dem Wege « abgewichen, den ihr der Dienst am Vaterland ! und an der Gemeinschaft des deutschen Volkes, < das eigne pflichtbewuhtsein und die hohe Vaterlandsliebe, die jedem Frontsoldaten im feindlichen Feuer, in Hol und Tod zum höchsten Gut wurden, vorschrieben. Was könnte einen Frontsoldaten zu einer anderen Auffassung seiner geistigen unb ibeellen Einstellung bringen, als bas eine: Deutschland z u dienen! „Deutschland erwache" war das nicht gesprochene, aber gedankliche Ziel unseres Bundesführers Franz Seldte, als er in Magdeburg in den schlimmsten Revolutionstagen von 1918 ein kleines Häuflein Feldgrauer um sich scharte, um aus dieser Keinmzelle heraus allmählich und mit größter Zähigkeit den kranken, von undeutschen Elementen infizierten, vom Dolchstoß aus den eigenen getroffenen Dolkskörper der Eigenbesinnung und damit wieder Gesundung zuzuführen. Gleichzeitig erstand im Süden des Reiches, zu Deutschlands Glück, ihm ein Mann, unser Führer Adolf Hitler, der mit fanatischer Hingabe und mit restlosem Einsatz der eignen Person dem gleichen Ziel zustrebte und es erreichte. Das Ziel war das gleiche, die Wege oft verschieden. In wahrhaft rid)tiger Erkenntnis dieser gedanklichen (Einmütigkeit und gleichen Zielsetzung hat der verewigte Feldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg bei jenem denkwürdigen Umschwung am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Baumeister des neuen Staatsgebäudes gemacht und in das neu entstehende monumentale Werk unferern Bundesführer Franz Seldte mit seiner feldgrauen Schar als Tragpfeller eingefügt. Und in der Umgründungsakte bes Stahlhelm hat der Führer selbst das zähe Durchhalten des Frontsoldatentums im Krieg und Frieden anerkannt. Der Gedanke des neuen Deutschland wurde im Herzen des unbekannten Soldaten, das unter dem feldgrauen Rock schlug, geboren. Und wenn unser Führer im Laufe des geschichtlichen Erlebens des Dritten Reiches diesen Rock mit dem einfachen Braunhemd vertauschte, so weise ich darauf hin, daß er als einzigen äußeren Schmuck das Eiserne kreuz und das Verwundetenabzeichen trägt, die allein durch Einsatz der eigenen Person im größten aller kriege zu erhalten waren. Das ist unser Frontkamerad, unser Führer. Stolz sind wir auf unsere neu erstandene Wehrmacht, die, davon sind wir überzeugt, das Schild ebenso blank und das Schwert ebenso scharf halten wird, wie Ihr es tatet. Nicht ein Instrument des Todes, der Rache und der Revanche, sondern ein Garant des Friedens soll sie fein, für die es ebenso wie für uns kein höheres Gut gibt als Ehre und Vaterland. Und gerade wir hier in Gießen sind stolz auf diese Wehrmacht. 10 Jahre Aufbauarbeit liegt hinter uns. Zu danken ist jedem, ber sich selbstlos in ben Dienst des Bunbes gestellt hat, ber nicht einen Selbstzweck verfolgte, bem bie Wiederaufrichtung eines sauberen, einigen Vaterlandes, bem bie Ehre über alles geht. Blutige Opfer hat ber Bund gebracht, lieber 300 Tote ließ er auf Deutschlands Wahlstatt, Tausende haben für bie innere und äußere Ehre des Vaterlandes in ben Jahren 1918 bis 1933 geblutet. Die Opfer sind nicht umsonst gebracht. Wir haben heute junge Fahnen geweiht und werden den alten Fahnen den Flor abnehmen, ben sie in ber Zeit ber Schmach und Unfreiheit tragen mußten. Diesen Symbolen ber Tapferkeit und der Ehre, bie in ihren Farben schwarz-weiß-rot bie Begriffe Ernst, Glaube unb Opferbereitfchaft Der« sinnbllblichen, wollen wir treu bleiben. Wir geloben es, inbem wir rufen: Unser geliebtes deutsches Vaterland, unser Bunbesführer Franz S e l b t e, ber uns in Einigkeit, schlichter soldatischer Kameradschaftlichkeit und Treue zufammen- schloß, und unser Führer und oberster Kriegsherr, der Schöpfer bes neuen Deutschlands, Sieg Heil? Es folgten bas Deutschlandlied unb bas Horst-Wesfel-Lieb. Oer Ausklang des Abends. Anfchließenb würben burch bie Mitbegründer der Ortsgruppe, Kameraden Oelbermann, Petri und Zimmer die Trauerflore von den allen Fahnen entfernt. Kamerad Johannes Müller übermittelte sodann die Grüße und Glückwünsche der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine, unter lieber» reichung eines Bildes, einen Frontsoldaten darstellend. Zum Schluß der offiziellen Feier ernannte Landesführer General von Mayer den Kameraden Weltmann (Gießen) zum kommissarischen Gauführer. Ein kameradschaftliches Zusammensein in sämtlichen Räumen des Schiffendergs und in einem zu fugend im Hofe der Technischen Hochschule zu einer machtvollen Kundgebung gegen das Urteil gegen die Memelländer. — Ein Student ergriff das Wort und gab nochmals den Inhalt des Schandurteils bekannt, das vier Menschen mit dem Tode bestrafe und viele andere zu insgesamt anderthalbtausend Jahren Zuchthaus belege. Er sagte: „W i r protestieren im Namen des ganzen deutschen Volkes gegen dieses Urteil, und wir erwarten, baß sich febe anbere Nation unserem Protest anschließt. Die Verantwortung für biefes Urteil tragen letzten (Enbes bie Signatarmächte Frankreich, (Englanb unb Italien, benn sie haben in ben letzten Jahren enblose Rechtsbrüche ber Litauer immer roieber festgestellt, es aber bei kraftlosen Protesten beroenben lassen." Er schloß seine Ausführungen mit ben Worten: .Können wir auch heute nicht losmarschieren, so rufen wir boch unseren Vrübern zu: Wir verlassen euch nicht!" Nachdem ber Gaustubentenbunbführer einige Worte gesprochen hatte unb nach einem Sieg- Heil auf ben Führer unb Reichskanzler marschierten bie Teilnehmer an ber Kunbgebung in einem Protestzug burch bie Straßen ber Stabt. Die Kunbgebung fanb bei ber Bevölkerung lebhaften Wiber- hall. über,Neue Fortschritte in der Behandlung von inneren Krankheiten^. Helsen unb heilen, vorbeugen unb gesund erhalten ist der Jnhall und der Zweck des ärztlichen Berufes. Es sind das auch die Pflichten, bie uns durch unseren Beruf gegenüber unseren Volksgenossen aufgelegt sind. Fortschritte m der Behandlung werben oft nur erzielbar, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt, ober das Wesen der Krankheit durch Untersuchungen deutlich wird. Es ist daher notwendig, daß ich hin unb roieber auch auf die Fortschritte ber Krankheitserkennung eingehen muß. Richtiges Erkennen ist bie Voraussetzung für eine entsprechende Behandlung. Als allerwich- tigften Fortschritt möchte ich voranstellen, daß es gerade in den letzten Jahrzehnten immer klarer geworden ist, daß der Arzt nicht bie Krankheit an sich behandett, sondern ben Kranken. Die Krankheiten haben wohl charakteristische Einzelzüge, unb es gibt für ihre Behanblung ganz bestimmte Richtlinien. Die Schilberung, die der Kranke uns gibt, ist aber nicht nur durch ben befonberen Sitz unb bie ber Krankheit eigentümliche Veränberung bedingt, sondern sie hängt in hohem Maße von ber Persönlichkeit ab. Die Persönlichkeit wirb wiederum bestimmt durch angeborene Grundeigenschaften, durch bie Wirkung ber Umgebung bes Lebens auf ben Kranken in körperlicher unb geistiger Beziehung. Der Arzt, zu bem ber Kranke geht, ist aber nun wiederum eine Person. So wenig wie es richtig ist, den Kranken zu sehen, losgelöst von allem, genau so wenig kann man bas vom Arzt verlangen. Nicht nur ber Arzt auf ben Kranken, auch jeber einzelne Kranke hinterläßt bei feinem Arzt eine mehr ober minder starke Nachwirkung. Gerade wegen der Vielseitigkeit der Vorgänge ist die Behandlungsseite besonders schwer zu lehren. Es gilt auch hier, daß das Beste nicht klar wird durch Worte. * Seit ber Mitts des vorigen Jahrhunberts hat man zunehmend erkannt, daß den fog. Drüsen mit innerer Sekretion eine besondere Auswirkung auf das körperliche und seelische Geschehen zukommt. 1840 wurde von Basedow die Krankheit beschrieben, die auch heute noch seinen Namen trägt. (Er führte die Erscheinung mit Recht auf eine Ueberfunktion zurück. Bei den Operationsversuchen zeigte sich nun, daß nach der Operation in manchen Fällen eine Heilung zu erzielen war, daß anderseits durch die Operation Veränderungen verursacht werben, bie gerabe bas Gegenteil zeigen. Vor ber Operation kann z. B. ber Patient überaus lebhaft gewesen sein, er war stark abgemagert, hatte ein sprühenbes Temperament, unb nun wird er nach ber Operation blck, unförmig, hat eine derbe Haut, wird stumpfsinnig. Diese Zustände erinnerten an bie Kretins, bie man aus ben ©egenben, wo es unbentjeit t Stahl- 1933, wo le gegen- Worten: n ich zu Nürnberg 'liehe Be- Gemein- eses neue itterlichen die Vor- itution in (34 bofu> •rfennu ng ?löe b e s ebnis so : es zur te. :s legt et uns ns fein er nur he fein len. 3d) Snfüfin vielleicht auch einmal in Tablettenform geben kann. Durch die Insulinbehandlung ist die diätetische Behandlung nicht überflüssig geworden. Es bedeutet gewiß eine Begrenzung der Lebensfreuden. Es gelingt doch aber das Leben durch Insulin viel erträglicher zu machen als früher. Erhält der Kranke zu viel Insulin, so kann es zu einer Störung kommen, wo er im Augenblick zu wenig Zucker in seinem Blut führt. Durch Verabreichung von Traubenzucker gelingt es mit Leich- ttgkeit, diese Störung zu beseitigen. Die Tatsache, daß das Insulin auch zu stark wirken kann, hat uns nun wieder ein neues Krankheitsbild erklärt. Es gibt Ueberfunktionsstände der Bauchspeicheldrüse, die zu Bewußtlosigkeit führen, und bei denen im rechten Augenblick ein Stückchen Zucker alles beseitigen kann. Am längsten mitbekannt sind die Krankheiten, die sich durch den Ausfall der Nebenniere einstellen können. Die eine Substanz, das Adrenalin, ist schon lange in den Heilschatz der Medizin eingereiht. Wir benutzen es vor allem bei Kreislaufstörungen. Es gelang bisher nicht, mit dem Adrenalin das Leiden der eigentlichen Nebenniereninsuffizienz zu beheben. Nun haben sich auch hier neue Richtlinien gegeben. Aus Amerika wissen wir, daß es möglich ist, durch andere Nebennierenpräparate das Krankheitsgeschehen aufzuheben. Neben der Bekämpfung der Störungen, die durch den Ausfall von Drüsen mit innerer Sekretion verursacht werden, hat vor allem, wie Sie wissen, die Behandlung der Tuberkulose große Fortschritte gemacht. Es ist nicht möglich im einzelnen darauf einzugehen. Gerade diese Krankheit lehrt uns immer wieder, daß nicht nur helfen und heilen unsere Aufgabe ist, sondern noch viel mehr vorbeugen und gesund erhalten. In den letzten Jahren ist man immer mehr zu der Ueberzeugung gekommen, daß man bei der Bekämpfung der Tuberkulose nur dann sein Ziel erreicht, wenn es gelingt, die Infektionsquelle zu verschließen und die gefährdete Umgebung zu schützen. Sehr gute Erfolge kennen wir schon aus Thüringen, und es steht zu hoffen, daß auch in anderen Bezirken Deutschlands, die noch nicht so weit sind, einmal dieses Ziel erreicht wird. Der Vortrag wurde von der Versammlung mit starkem Interesse entgegengenommen und mit lebhaftem Beifall gedankt. Den Abschluß der Festsitzung bildete wiederum das collegium musicum unter Leitung von Prof. Dr. T e m e s v a r y mit I. S. Bachs „Menuett und Baldinerie". Dr. M e e s m a n n dankte am Schlüsse dem Vorttagen- den, Prof. Dr. R e i n w e i n, dem collegium musicum und Prof. Dr. Temesvary mit herzlichen Worten. S.Jfzfpori 20000 Zuschauer beim Turnen. Die Deutschlandriege in der Hanseaten-Halle. Die in Hamburg neu errichtete Hanseaten- Halle war am Samstag fast ausverkauft. 20 000 Zuschauer waren erschienen, um dem Werbeturnen der Deutschlandriege beizuwohnen. Sie alle brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn die aus Weltmeister Ernst Winter (Frankfurt), Heinz S a n d r o ck (Immigrath), dem deutschen Kunstturnmeister Alfted Schwarzmann (Fürth), Steffens (Bremen), Frey (Bad Kreuznach), B e ck e r t (Neustadt, Schwarzw.), B e z l e r (Göggingen), Stangl (München), Stadel (Heidelberg) und S ch m e l ch e r (Mannheim) bestehende Riege zeigte an allen Geräten und in den Freiübungen kaum zu überbietende Turnkunst, die die Zuschauer immer und immer wieder zu Beifallsstürmen hinriß. In knapp zwei Stunden rollte ein buntes Programm vor den Augen der Zuschauer ab. Ganz besonderen Beifall fand Ernst Winter für seine Kürübung am Reck, die ihm in Budapest den Weltmeistertitel eingebracht hatte. Mit seinem unnachahmlichen doppelten Salto beendete er die fehlerfrei durchgeführte Hebung in fabelhafter Manier. Steinbach schnellster auf der Solitude. IVVVVVIuschauer beim Solitude-Rennen. Nach vierjähriger Pause wurde am gestrigen Sonntag zum ersten Male wieder däs Solitude- Rennen bei Stuttgart ausgefahren. Trotzdem nur Motorradrennen vorgesehen waren, hatten sich 100 000 Zuschauer eingefunden, die schönen und spannenden Sport zu sehen bekamen. Das Wetter war nicht sehr einladend, und einmal machte ein leichter Regenschauer auch die Strecke so glatt, daß mehrere Stürze vorkamen. Am schwersten wurde der NSU.-Fahrer Sönius betroffen, der mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. In den einzelnen Klaffen der Lizenzfahrer wurden alle bestehenden Rekorde unterboten, die Bestzeit und den besten Durchschnitt des Tages fuhr der NSH.-Fabrikfahrer Steinbach mit 114 Stundenkilometer heraus. Das Duell in der Halbliterklaffe zwischen DKW. und NSH. gestaltete sich diesmal zu einem Erfolg für die NSH.- Werke. Die vier ersten Plätze fielen an NSH., und zwar belegten hinter Steinbach der Engländer Nellors, Demandt (Köln) und R ü 11 ch e n (Erkelenz) die nächsten Plätze. In der Klasse bis 250 Kubikzentimeter war DKW. unter sich. Geiß verwies Walfried und Hans Winkler mit einer Minute Dorsprung auf den zweiten und dritten Rang. Einen weiteren NSH.-Erfolg gab es in der Klasse bis 350 Kubikzentimeter, wo M e l l m a n n (Neckarsulm) und sein Markenge- fährte RÜ11chen auf dem ersten und zweiten Platz einkamen. Bei den Seitenwagenmaschinen bis 600 Kubikzentimeter fuhr Kahrmann (Fulda) auf DKW. den Sieg heraus. Braun (Karlsruhe) schlug in der Klasse bis 1000 Kubikzentimeter mit seiner Horex den Aachener W e y r e s und Kammer (Völklingen). Ein Slugrennen der Rekorde. Das dritte Rennen um den Deutsch-de-la-Meurthe- Pokal für Landflugzeuge gestaltete sich zu einem wahren Rennen der Rekorde. Der Wettbewerb, der in dem Schneider-Pokal für Wasserflugzeuge fein Gegenstück hat, kam am gestrigen Sonntag bei Etampes auf einem 100-Kilometer-Dreieck-Kurs zum Austraa. Fünf Caudron-Renault-Mafchinen mit einem 330 PS Kompressormotor und einziehbarem Fahrgestell nahmen, von den besten Piloten Frankreichs gesteuert, den Kampf auf und übertrafen den 100-Kilometer-Rekord für Landflugzeuge 35 mal, der über 1000 Kilometer wurde zweimal verbessert. Als Sieger aus dem Wettbewerb ging der Rekord- flieger Delmotte hervor, der die insgesamt 2000 Kilometer mit einem Stundendurchschnitt von 443,965 Kilometer durchraste. Luftfahrtminister D e n a i n und die Stifterin des Pokals beglückwünschten den Sieger persönlich zu seinem großen Erfolg. Der gestrige FußbaN-Gonniag bet 22:5 Toren vor Polizei Chemnitz mit ebenfalls 8:2 Punkten, aber nur 13:7 Toren an. Gleiwitz folgt mit 3:7 Punkten und 7:10 Toren vor Insterburg mit 1:9 bzw. 7:27. — In der (Baugruppe II, der Gruppe des deutschen Fußballmeisters Schalke 04, standen sich Hannover 96 und Eimsbüttel in Hannover gegenüber. Die Hannoveraner fanden sich mit den mißlichen Wetter- und Platzverhältnissen besser ab und siegten hoch mit 9:3 (7:1) Toren. Die Tabelle hat jetzt folgendes Aussehen: Schalke 10:0 Punkte, 26:4 Tore, Hannover 6:4 bzw. 20:11, Eimsbüttel 3:7 bzw. 9:19, Stettiner SC. 1:9 bzw. 4:25. In der (Baugruppe III hängt alles von dem Ausgang des Spieles VfB. Stuttgart — Spvgg. Fürth am kommenden Sonntag in Stuttgart ab. Die Stuttgarter wurden nämlich durch einen knappen 3:2 - Sieg über Jena in der Zeiß-Sadt mit den Fürthern punktgleich. Fürth hat 6:4 Punkte und 9:6 Tore gegen 6:4 Punkte und 10:9 Tore der Stuttgarter. Jena folgt mit 4:6 bzw. 5:7 vor Hanau mit 4:6 bzw. 6:8. — In der Sechs Gaugruppen-Spiele fanden am gestrigen Sonntag in den vier Gruppen zur Deutschen Meisterschaft statt, und kein Kampf , brachte eine endgültige Entscheidung darüber, wer außer Schalke 04 teilnahmeberechtigt an der Vorschlußrunde sein wird. Diese letzte Entscheidung wird erst bei den letzten Spielen am kommenden Sonntag fallen. Diesmal gab es in der (Baugruppe I die große Heberrafchung, daß Hertha-BSC. Berlin auf eigenem Platze von Polizei Chemnitz mit 2:1 geschlagen wurde. Im Vorspiel hatte bekanntlich Hertha-BSC. die Polizisten in Chemnitz mit dem gleichen Ergebnis besiegt. Die Berliner werden aber trotz dieser Niederlage den ersten Platz machen, da sie das weitaus bessere Torverhältnis besitzen. Insterburg errang bei Vorwärts-Rasensport Chemnitz mit 2:2 seinen ersten Punkt. Damit ist keine der an den Gaugruppenspielen beteiligten Mannschaften mehr ohne Punktgewinn. Die Tabelle der Baugruppe I führt Hertha-BSC. mit 8:2 Punkten (Baugruppe FV feierten die beiden auf den ersten zwei Plätzen lieaenden Mannschaften VfL. Benrath und Phönix Ludwigshafen wieder hohe Siege. Benrath fertigte den DfR. Köln in Köln mit 4:0 ab, und Ludwigshafen schlug den VfR. Mannheim auch im Rückkampf wieder mit 5:0. Benrath liegt mit 9:1 gegen 7:3 Punkte der Ludwigshafener immer noch vorne, dagegen hat der Phönix mit 15:2 Toren gegen 14:3 des Niederrheinmeisters das bessere Torverhältnis. Benrath muß am kommenden Sonntag gegen den VfR. Mannheim, der mit 2:8 Punkten und 7:13 Toren an dritter Stelle steht, nur ein Unent= schieden herausholen, um Gruppensieger zu sein. Der VfR. Köln nimmt mit 2:8 Punkten und 5:18 Toren den letzten Platz ein. Aufstiegspiele im Gau Nordheffen. Süd. Der Tabellenführer SV. Bad-Nauheim mußte am gestrigen Sonntag feine erste Niederlage hinneh- men, in Klein-Steinheim unterlag er 1:3 (1:2). Trotz des Punktverlustes führt jedoch Bad-Nauheim nach wie vor die Tabelle vor dem SV. Klein- Steinheim und Wetzlar 05, das zu Haufe gegen den Tabellenletzten Alem. Niederbrechen 1:3 (0:1) verlor, an. Die Tabelle: 11: 6 14:10 7:10 8:14 7:3 6:4 4:6 3:7 SV. Bad-Nauheim 5 SV. Klein-Steinheim 5 SV. Wetzlar 5 Alem. Niederbrechen 5 Um den DSB.-Dereinspokal. (Bau Nordhessen. Borussia Fulda — SP. Neuhof 9:1. Reichsbahn Dillenburg — Gießen 1900 auf den 26. Mai verlegt. SV. Eckelshausen — SV. Bottenhorn 0:1. SV. Wirges — Spvg. Hadamar 6:4. VfR. Büdingen — Germania Fulda 1:1 (n. Verl.). Eintracht Windecken — VfB. Friedberg 2:1. SV. Brachrain — Hessen Hersfeld 1:3. Germania Groß-Krotzenburg — 01 Fauerbach 5:4. BfB.-R. siegtin Somborn mitS:3Toren Das gestrige Spiel stellte an beide Mannschaften die höchsten Anforderungen, da es während der Dauer des ganzen Spieles teilweise in Strömen regnete und dadurch die Bodenbeschaffenheit des Platzes schlecht war. Die Gießener mußten für R anst und 2 ehrmund, die noch verletzt waren, Ersatz einstellen, der sich bewährte. Die Hintermannschaft des Gastgebers konnte an die im Vorspiel gezeigten Leistungen nicht herankommen und zeigte oft bedenkliche Schwächen. Bei der Gießener Mannschaft ist eine starke Formverbesferung unverkennbar. Besonders das Spiel des Sturmes ist aktiver und ideenreicher geworden, und alle Stürmer verstehen auch gebotene Chancen auszunutzen. Der Schiedsrichter aus Hanau konnte gefallen. Spielverlauf: Die Platzbesitzer finden sich sofort und können, da bei den Gießenern das nötige Verständnis durch die Umfteüung der Mannschaft noch fehlt, immer wieder gefährliche Angriffe einleiten. Ein Flankenlauf des Linksaußen bringt diesen in Strafraumhöhe. Sein Schuß, vom Gießener Torwart gut abgewehrt, prallt zum Halblinken, der mühelos einschiebt. Die Platzbesitzer führen mit 1:0. Auf der Gegenseite wird W l o d a r e ck unfair abgeftoppt. Der verhängte Strafstoß wird ebenso wie drei Nachschüsse mit Glück abgewehrt. Zwei Ecken für jede Partei verlaufen ergebnislos. Ein plötzlicher Flankenwechsel, und der Halbrechte des Gastgebers hat zum zweiten Erfolg für diese eingeschossen. Jetzt kommen die Gießener auf, und Angriff auf Angriff rollt gegen das Gästetor. Ein zu kurz abgewehrter Schuß und Erben hat auf 2:1 verkürzt. Dann spielt Szponick an leinen Gegnern vorbei, seine Flanke kann der Verteidiger nur noch zum Gießener Halbrechten verlängern, der durch Flachschuß den Ausgleich erzielt. Ohne Pause geht es in die zweite Halbzeit. Die Gäste beherrschen jetzt das Feld und schnüren die Gastgeber in ihre Hälfte ein. Wieder ist es Wlvdareck, der die beiden Verteidiger umspielt und unhaltbar zum dritten Tor einschießt. Gute Angriffe der Gäste fallen der Abseitstaktik der Platzbesitzer zum Opfer. Ein Schrägball des Linksaußen zum Mittelstürmer und der Tormann des Gastgebers ist erneut geschlagen. Die Platzbesitzer bemühen sich vergeblich um die Verbesserung des Resultats, aber ihr Spielaufbau ist zu durchsichtig, um erfolgreich zu sein. Als S z p o • n i ck im Alleingang zur Mitte spurtet und von dort mit einem Weitschuß das fünfte Tor für die Gäste schießt, steht deren Sieg fest. Im Endspurt gelingt es den Gastgebern, durch ihren Linksaußen auf 5:3 heranzukommen. An diesem Ergebnis wurde bis zum Schluß nichts geändert. Der Schlußpfiff trennte zwei faire Gegner. Schweizer Handballer 14:6 geschlagen. Erstes Länderspiel Deutschland—Schweiz in Augsburg. Zu Oesterreich, Ungarn, Schweden und Dänemark, mit denen bisher Handball-Länderspiele aus- getragen wurden trat am gestrigen Sonntag die Schweiz hinzu. Wenn das erste Handballspiel Zwischen Deutschland und der Schweiz, zwei Nationen, die jahrelange Sportfreundschaft verbindet, erst 1935 zum Austrag kommt, so nur deshalb, weil der Schweizer Handballsport noch ganz jung ist und eine Gelegenheit zum Länderspiel früher nicht gegeben war. Der in Augsburg vor 9000 Zuschauern ausgetragene Kampf endete mit dem erwarteten deutschen Siege von 14:6 (7:3), das Endergebnis also genau auf die zwei Halbzeiten verteilt. Die Schweizer hatten eine Reihe recht guter Spieler in ihren Reihen. Es waren aber durchweg Einzelkönner, und als Mannschaft konnten die Eidgenossen die Geschlossenheit der deutschen Mannschaft, die manchmal wie eine Vereinsmannschaft wirkte, nicht erreichen. Auch im technischen Einzel- können machte sich die durch den schweren und harten Spielbetrieb hervorgerufene bessere Durchbildung der deutschen Spieler bemerkbar. Die Eidgenossen waren ein guter und anständiger Verlierer, und sie werden, wenn die Schweizer Vereine öfters Spielverkehr mit guten deutschen Mannschaften suchen, bald besser gegen uns abschneiden. Die Mannschaften erschienen in Augsburg auf dem Plan wie folgt: Schweiz: Gysi (Tv. Abstinenten Basel); Stammbach (Tv. Kaufleute Basel), Herkenrath (Graßh. Zürich); Gantenbein (Graßh. Zürich), ©treib, Simon (beide Abstinenten Basel); Köpfli (Graßh. Zürich), Mischon (Akademiker Bern), Hufschmid (Abstinenten Basel) Schmid, ©eiterte (beide Graßh. Zürich). Deutschland: Olpp (Eßlinger TSV.); Müller (Waldhof), Brohm (VfR. Schwanheim); Rutschmann (Waldhof), Kohn (Stuttgarter Kickers), Stuhl (Polizei Darmstadt); Goldstein, Hirsch (beide Spielvgg. Fürth), Spengler (SV. Waldhof), Spalt (Pol. Darmstadt), Holzwarth (1. FC. Nürnberg). Aus dem Spielverlauf. In der elften Minute stand der Kampf bereits durch Tore von Spengler, Hirsch, Spengler und Goldstein 4:0, Hufschmid, der Schweizer Mittelstürmer, verbesserte bann auf 4:1, Hirsch erhöhte auf 5:1, und bei diesem Stande fielen durch die Schweizer Flügelstürmer ©eiterte und Köpfte zwei weitere Tore, die den Stand auf 5:3 verringerten. Durch Spalt und Spengler wurde dann der Halbzeitstand von 7:3 erreicht. Nach dem Wechsel gab es zunächst wieder vier Tore der Deutschen, und zwar durch Hirsch, Spalt (zwei) und G o l d st e i n, ehe die Eidgenossen durch ©eiterte erfolgreich waren. Spengler und Spalt schraubten dann den Stand auf 13:4. Die Schweizer kamen durch Mischon und Hufschmid zu ihren letzten Treffern, und kurz vor Schluß stellte Spalt das Endergebnis her. Die deutsche Mannschaft spielte wie aus einem Guß, fehlerfrei vorn Tormann bis zum Flügelstürmer, und hat den Sieg auch in dieser Hohe verdient. Die Schweizer hatten im Sturm in dem Mittelstürmer und den beiden Außen drei gute Torschützen, die sich in Alleingängen versuchten und immer gefährlich waren. Deckung und Abwehr waren zwar ballsicher, dem raffinierten Spiel der Deutschen aber nicht gewachsen. Schiedsrichter Marquardt (Eßlingen) war dem Kampf ein guter Leiter. Kundfunkprogramm. Dienstag, 21. Mai. 6 Hhr: Frühkonzert I. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. „Der Flug in den Tod". 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II. 14.50: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau! 16: Kleines Konzert. Romantische Klaviermusik. 16.45: Die deutsche Treibstoffwirtschaft vor neuen großen Aufgaben. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Millionen suchen eine neue Heimat ... Die großen Siedlungsprobleme der Welt. 18.45: Von der Kunst, Rundfunk zu hören. 19: Pfälzische Bauern- und Volksmusik. 20.15: Stunde der Nation. Im Herzen der Ruhrindustrie. Wir fördern die Kohle — wir schmieden den Stahl. Ein Funkbild von deutscher Arbeit an der Ruhr. Gestaltet von F. W. Beielstein. 21: Musik imb Weltgeschichte. 22.20: Schloß Schönfeld und seine Gäste. Ein Abend mit Clemens Brentano im Kreise der Neuromantiker. 23: Musik zur guten Nacht. 24 bis 2: Nachtkonzert. 3W E Mitesser, Flechten und Hautausschlag verschwinden durch meöhinol üerva-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) Für die uns in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer silbernen Hochzeit danken recht herzlich Adolf Dönges und Frau Anna geb. Senth. Gießen, den 20. Mal 1935. 02189 Werbe-Drucksachen liefert BrOhl'sche Druckerei Erholung ben betreuen des , . i n Verkaufe z. Z. Reu Galow, Kreis Angermünde 304KD Ihre am 31. 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