185. Jahrgang Eichener Anzeiger Nr 67 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch. 20. Marz 1935 Hl. vl lEqiet Viuu ______ » Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer JBHIF ® ▼ für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▼ - M ▲▲ bis 8^ /,Uhr des V ormittags MDG HijAftAW Monats-Bezugspreis. W W W W MMW< H W ®T H H Hl ®lHk ■■ IK H anzeigen von 70mm Breite Mit 4 Beilagen RM.1.95 Wk M W M HM W ■ Wk, ■ H H . M HL ■ Hk, 60Rpf.,Plahvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen M M MM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern IXJr Stellen-, Vereins-, gemein- ZZL General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v w ’ behördliche Anzeigen 6Npf. Sr I i i* 'W < v'rVv*- ’ b ■*** 1 JL ■ «X ■ .... -i----X ■ ... Zu der großen Verdunkelungsübung- der Reichshauptstadt wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Das Bild links zeigt, wie an Straßenschildern Notbeleuchtungen und Hinweisschilder für den nächsten Sammelschutzraum angebracht wurden. Auf dem rechten Bild sieht man ^geschirmte Licht- lampen, die an allen wichtigen Verkehrspunkten angebracht wurden und damit die Aufrechterhaltung des Verkehrs auch während der verdunkelten Stunden ermöglichten. fen hat. Starter Eindruck zeuge, die über Berlin kreisen, seine R a n d bete u ch t u n g behalten. Geblieben sind auch die roten Wamunskränze der Schorn- steine und Kirchtürme. Der Eingang zur U.-Babn leuchtet nur ganz schwach. Nicht ein Fünkchen Licht im ganzen Häusermeer. Alle Teilnehmer der Rundfahrt sind des Lobes voll über die großartige Zucht, die die Berliner Bevölkerung bewie- ber LustschuWung in $rantr* Besondere Beachtung des Jagdgeschwaders „Nichthofen" über der Reichshauptstadt. Paris, 20. März. (DNB.-Funkspruch.) Der Berliner Sonderberichterstatter der Agentur Havas berichtet über die Luftschutzübung in Berlin und der damit verbundenen Verdunkelung der Reichshauptstadt. Die Bevölkerung, so schreibt er, habe regen Anteil an dieser Uebung ge- genommen und in allen Einzelheiten die vom Luftfahrtministerium getroffenen Anordnungen b e - folgt. Das Verdunkelungsmanöoer habe vollen Erfolg gehabt und die Luftschutzorganisation, die in jedem Haus einen Vertreter habe, habe in geradezu bewundernswerter Weife geklappt. Die andern Berichterstatter der großen Pariser Blätter unterstreichen besonders die U e b e r f l i e - gung der Reichshauptstadt durch das erste deutsche Luftgeschwader „Richthofe n". „Journal" schreibt unter anderem, es seien sehr schnelle Doppel- und Eindecker gewesen, von denen einige so hoch geflogen feien, daß sie mit bloßem Auge kaum noch zu erkennen waren. „Petit Journal" erklärt/ das donnernde Motorengeräusch und die Sicherheit, mit der die Flugzeugführer, die man gestern noch Sportflieger genannt habe, Figuren am Himmel beschrieben, hätten die Bevölkerung darüber verständigt, daß General Göring gut gearbeitet habe. Der Berichterstatter des Blattes erwähnt dann die Verdunkelung der Stadt und schildert in launiger Art, wie er gezwungen gewesen sei, seinen Be- richt unter der Bettdecke mit Hilfe einer Taschenlampe durchzutelephonieren, da er ver- gesten habe, seine Fenster abblenden zu lassen und deshalb fein Licht im Zimmer anzünden konnte. Iik der Taschenlampe im Großkraftwerk. Nächtliche Fahrt durch das lichtlose Berlin. Um 21 Uhr trat eine Anzahl Pressevertreter vom Berliner Rathaus aus eine Fahrt durch Berlin an, um an verschiedenen Punkten der Weltstadt die Wirkung der Verdunkelungsübung festzustellen. Das erste Ziel ist das im Berliner Osten in Lichtenberg gelegene Großkraftwerk K l i n g e n b e r g. Es 'ist 21.45 Uhr. Noch strahlt das ganze riesige Gebäude im hellsten Licht. Von dem 30 Meter hohen Turm des Kraftwerkes sieht man noch die unzähligen Lichter der Großstadt. Punkt 22 Uhr ober erlöschensiefastmitelnem Schlage. Dunkelheit ringsum, nur von dem nahegelegenen großen Verschiebebahnhof sieht man noch zahlreiche Lichter, die im Ernstfälle allerdings auch verschwinden würden. Im Kraftwerk selbst hat inzwischen ein ungewöhnlicher Betrieb eingesetzt. Im Innern des großen Gebäudes bewegt sich' alles nur bei T a s ch e n l a t e r n e n und blauen Lämpchen. Für die Kommandostelle in der Zentrale ist ein außerordentlich schwieriger Augenblick gekommen. Die Kurve der Elektrizitätsabnahme ist um 22 Uhr bereits so tief gefallen, wie sonst erst nach Mitternacht. Sie wird' um 11 Uhr bei völliger Verdunkelung einen ganz ungewöhnlich niedrigen Stand erreichen. Ein Druck auf die verschiedenen Knöpfe reguliert automatisch das Absinken der Spannung. Beim Verlassen des Werkes zeigt sich die Wirkung der inzwischen eingetretenen ersten Ver- dunkelungsstuse ganz kraß. Von den 120 000 Berliner Straßenlaternen brennt nur noch jede 25., im ganzen 4500. Die Laternen sind nach oben a b - geschirmt. Blaue Richtungslampen zeigen dem Wagen den Weg. Die Fahrt geht weiter am Bahnhof Ostkreuz vorbei, dem Osthafen entlang zum Kottbuser Tor in Richtung Neukölln. In sämtlichen Straßen liegen die Häuser in völliger Dunkelheit. Kein Lichtschimmer bringt auf bie Straße. Der Fährverkehr ist kaum nennenswert. Omnibusse unb Straßenbahnen werfen einen matten Lichtschein nach außen. Auch die Hochbahnwaaen fahren mit völlig Derbunfeiten Lichtern. Auf den Straßen ist ein recht lebhaftes Treiben. Haus bei Haus stehen d i e L u f t f ch u tz w a r t e bei den Eingängen und geben acht, daß nirgends ein Fenster erleuchtet wird. vr , x • ~ , .ri Das nächste Ziel der Rundfahrt im. Dunkeln ist der über 100 Meter hohe TurmeinesWaren- haufes in Neukölln. Von der Plattform aus blickt man auf das vom Mondlich überflutete, im übrigen aber faft völlig im Dunkeln liegende Häusermeer. Nur wenige Lampen brennen auf den Hauptverkehrsstraßen. Punkt 23 Uhr v e r l o s ch e n auch von den letzten Lampen noch einige. Der Flughafen hat wegen der Flug. liegen. Der Wortlaut der englischen Aote S a engl aus Churchill sucht mit phautasiezahlen über die angebliche denlsche Luströstung Panik zu machen sich einen Auszug aus dem polizeilichen Melde- register seines jetzigen Wohnsitzes und stellt utfter Angabe seiner Pahnummer einen Antrag an das Wahlamt der Freien Stadt Danzig um Zusendung eines Wahlpasses. Die Reichsbahn stellt gegen Vorlegung des Wahlscheines einen Freifahrlfchein vom Wohnsitz bis zu den reichsdeutschen Grenzstationen Marienburg oder Groh-Voschpol aus. Von dort aus wird die Weiterfahrt von Danzig aus geregelt. Jeder Auslandsdanziger darf 50 RM. nach Danzig mif- nehmen. Bedürftige Danziger wenden sich betreffs Reisekostenzuschuh, Unterbringung und Verpflegung an die Gaupropagandaleitung der RSDAP. Danzig, Abteilung Ausland, Danzig, Weidengasse 2. Weitere Auskünfte erteilen die Vereine der Danziger im Reich und die Danziger Verkehrs- zentrale, Berlin W 8, Unter den Linden 16. Die oben aufgeführten Erleichterungen sollten es jedem Danziger Staatsangehörigen ermöglichen, an den am 7. April 1935 stattfindenden Wahlen zum Danziger Volkstag teilzunehmen. London, 19. März. (DNB.) Der Unterstaatssekretär im englischen Luftfahrtministerium, Str Philipp S a s s o o n, brachte am Dienstag die Vor- anschlägefürdieLuftfahrtim Unterhaus ein, die gegenüber dem letzten Jahre um drei Millionen Pfund (35,4 Millionen Mark) auf rund 23 Millionen Pfund (271 Millionen Mark) erhöht worden sind. Sassoon erklärte, die englische Luftflotte stehe an fünfter Stelle, die „Schwäche" der englischen Luftstreitkräfte sei nicht nur eine Gefahr für England selbst, sondern sogar für die Sache des Friedens geworden. (Beifall auf der Ministerbank.) Es ist sicher nicht ohne Bedeutung, daß seit der Bekanntgabe der englischen Aufrüstungspolitik ein sehr vielversprechender Schritt für die Ausschaltung des Luftkrieges in Europa unternommen worden ist. Bis wir die anderen Nationen zur Abrüstung überreden können, wird die Stärke der englischen Luftflotte uns ermöglichen, unsere Rolle in dem Luftpakt, der soeben von den Westmächten erörtert wird, wirksamer zu spielen." (Beifall.) Das Vierjahres-Aufrüslungsprogramm der englischen Lnflflolte, das die Reubildung von 41V- Geschwadern vorsieht, sei öffentlich als eine Vermehrung um 5 0 0 Maschinen bezeichnet worden. Wenn man jedoch die amerikanische Methode anwende und sämtliche Ersatz- und Reservemaschinen hinzurechne, dann ergebe sich im Jahre 1935 allein eine Ziffer von 1000 neuen Flugzeugen, von den vier Luftflotten, die der englischen zahlenrnähig überlegen feien, so fuhr Sassoon fort, weisen Italien und die Vereinigten Staaten nur eine verhältnisrnähig geringe lleberzaht auf. Lediglich gegenüber Frankreich und Sowjetruhland befinde sich England in der Lage einer ernsten zahlenrnähi- gen Unterlegenheit. Frankreich habe eine Frontlinienstärke von 1650 Maschinen. Die fowjetrussischen Zahlen belaufen sich auf über 2000 Frontlinienflugzeugen. In allen anderen Punkten, die eine mächtige und leistungsfähige Luftflotte ausmachten, könne es England mit jedem anderen Staat aufnehmen. So besitze die englische ^Luftflotte heute mehr qualifizierte Flugzeugführer als die amerikanische und die italienische Luftstreitmacht. Im Vergleich zu Frankreich und Italien feien die englischen Flugzeuge von modernerer Bauart und überlegener Leistungsfähigkeit, was die Wett von den englischen Erzeugnissen denke, könne der Tatsache entnommen werden, dah nicht weniger als 2 9 ausländische Staaten englifcheFlugzeugqundZZ Staaten nach beiden Ländern beständen jedoch Bedenken in einem Augenblick, wo schen Regierung an einem noch festzusetzen- den Platz zu vereinbaren. Da Großbritannien bereits seinen Protest eingelegt hat, würde es überflüssig und beinahe ein Zeichen nicht von Stärke, sondern von Schwäche sein, diesen Schritt in Begleitung anderer zu wiederholen. Die Politik Englands ist klar und in der ganzen Welt bekannt. Sie besteht daran, keine Partei für oder gegen ein bestimmtes Land zu ergreifen, sondern stetig für den Einschluß aller in irgendein Kollektivsystem zu arbeiten. Hauptzweck des Berliner Besuches Simons ist es, die Aussicht auf eine deutsche Bereitschaft zur Teilnahme an einem Pakt oder an Pakten dieser Art einzuschätzen. Auf jeden Fall wünscht die britische Oeffentlichkeit nicht, ihren Staatssekretär des Aeußeren in der Rolle eines diplomatischen Laufburschen in einem Augenblick hierhin und in einem anderen dorthin gerufen zu sehen. Sie wünscht, daß er im Einvernehmen mit seinen eigenen Kollegen eine wohlerwogene und planmäßig geregelte Politik durchführt. Es gibt weniaer dramatische Methoden, um die französische und die italienische Oeffentlichkeit zu beruhigen. ' Manfred Freiherr von Richthofen. kanzler auf Vorschlag des letzten Kommandeurs des ruhmreichen Richlhofen-Geschwaders, des Reichsministers der Luftfahrt General der Flieger Göring, den Ramen Jagdgeschwader „Richt- Hofen" verliehen Hal. Folgendes Schreiben richtete Reichsminister der Luftfahrt General Göring an die Mutter des ^lieaerbelden Manfred von Richthofen in Paris, 20. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pa-* vifer Morgenpresse beschäftigte sich sehr eingehend mit der Möglichkeit einer französisch- englisch - italienischen Konferenz, die entweder in einer nord italienischen Stadt oder aber in Paris stattfinden und aus der die Haltung der drei Mächte gegenüber der Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland estgelegt werden soll. Die diplomatischen Besprechungen, die im Laufe des Dienstags sowohl i n Paris zwischen Außenminister Laval und dem englischen Geschäftsträger als auch in Rom und London stattgefunden haben, sollen ausschließlich dieser Frage gegolten haben. Die großen Pariser Nachrichtenblätter erklären dazu, daß eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen sei, day diese Dreierkonferenz aber immer mehr an Wahrscheinlichkeit gewinne. Auf sranzöstscher und italienischer Seite ziehe man eine norditalienische Stadt vor, um Mussolini Gelegenheit zu geben, an der Konferenz teilnehmen zu können. Sollte die englische Regierung wegen der Kürze der Zeit aber Paris vorschlagen, so werde man nichts dagegen einwenden und die italienische Regierung werde Frankreich und Italien wünschen eine Konferenz mit dem britischen Außenminister. Gemeinsame Anregung in London. - England macht Bedenken geltend. Das britische Lustrüstungsprogramm sieht für1936 mehr als 1300 Flugzeuge vor. Ein preis für die leistungsfähigste Verkehrsmaschine ausgesetzt. - Vermehrung der Zivilflieger. Unser Führer und Reichskanzler hat auf meinen Vorschlag besohlen, daß das erste Fliegergeschwader, das wieder über einem freien Deutschland schützend seine Sch w in gen breitet, den Namen Richthofen tr ä g t. Es ist mir als Kamerad Ihres Sohnes eine herzliche Freude, als Reichsminister der Luftfahrt ein Stolz, Ihnen von diesem Erlaß Kenntnis geben zu können. Ich löse hiermit ein heiliges Vermächtnis ein, wenn die stolze Ueberlieferung des ruhmreichen Jagdgeschwaders, dessen letzter Kommandeur ich war, auf die neue Einheit übertragen wird. Das Beispiel Ihres unvergeßlichen Heldensohnes wird, wie damals, alle Offiziere und Soldaten der wiedererstandenen deutschen Luftwaffe zur höchsten Kühnheit und Opferbereitschast erziehen. Mit dem Ausdruck meiner gleichbleibenden Verehrung und Heil Hitler! Ihr sehr ergebener (gez.) Hermann Göring." An alle Danziger im Reich! Für den 7.April 1935 find Neuwahlen zum Danziger Volkstag ausgeschrieben. Wahlberechtigt sind auch die Danziger Staatsangehörigen, die am Wahltage nicht ihren ständigen Wohnsitz im Freistaat Danzig haben. Es befinden sich allein über 7 0 0 0 Danziger im Reich, so daß ihre Zahl immerhin im Endergebnis des Wahlausganges mitsprichl. Ls ist folgendes zu berücksichtigen: Wer im Besitze eines gültigen Danziger Passes ist, besorgt Der Unterstaatssekretär ging dann auf die Entwicklung der englischen Verkehrsluftfahrt ein. Das Luftfahrtministerium wolle seine besondere Aufmerksamkeit der Entwicklung einer schnellen, mittelgroßen und wirtschaftlichen Verkehrsmaschine widmen, wie sie z. B. in Amerika vorhanden sei. Zu diesem Zweck sei be- ab ichtigt, einen Preis von 25000 P f und (2 95000 Mark) für das beste derartige Flugzeug, das von einer englischen Firma innerhalb einer gewissen Frist herausgebracht werde, auszuschreiben. Ferner sollen zwei Ver- suchsflugzeuge, das eine für Hohen- und das andere für Langstteckenflug, gebaut werden. Falls diese befriedigende Ergebnisse zeigten, werde England versuchen, die Weltrekord e rm Höhen- und Langstreckenflug zu brech e n. Außerdem treffe man Vorkehrungen, um die Zahl der Zivil flieg er in England zu vermehren. deutschen Antwort vom 14. Februar, die durch weitere Besprechungen zwischen der Kgl. Regierung und der deutschen Regierung ergänzt worden sind. Die Kgl. Regierung hält es für notwendig, auf den Inhalt dieses Dokumentes besonders hinzuweisen. 2. Das Londoner Kommunique vom 3. Februar stellte einerseits fest, daß vertraglich begrenzte R ü st ungen nicht durch einseitige Aktion abgeändert werden können, erklärte aber anderseits, daß die britische und die französische Regierung zu einer allgemeinen Regelung geneigt seien, über die zwischen Deutschland und den anderen Mächten frei verhandelt werden solle. Diese allgemeine Regelung sollte über die Organisation der Sicherheit in Europa nach den in dem (Kommunique angegebenen Richtlinien die Bestimmungen treffen und gleichzeitig Rüstun gs • Vereinbarungen f e ft legen, die für Deutsch* land die einschlägiMn Bestimmungen des Teiles V des Versailler Vertrages ersetzen sollten. Das (Kommunique führte weiter aus, es fei als Teil bet hindert werden kann. Aber die Lage ist viel schlimmer als im Jahre 1914." Churchill wird richtiggesteltt. Unterstaatssekretär Sir Philipp Sassoon erklärte, daß er Churchill nicht in den Morast seiner Zahlen über die deutsche Luftflotte folgen könne, die sicherlich zum größten Teil nur auf Mutmaßungen beruhten. Wie dem auch sei, wir werden im Verlauf weniger Wochen ehen, welche Zahlen die Deutschen elbst für die Luftstreitkraft angeben. Die Deut» chen sind anscheinend bemüht, die ganze Lage m i t uns zu e r ör te r n , und es ist anzunehmen, daß der Außenminister nach seiner Rückkehr uns ein klareres Bild als das jetzige, das ziemlich verwirrt und verwickelt zu sein scheint, geben wird. Nach unserer letzten Information ist es nicht zutreffend, daß Deutschland bereits die Gleichheit mit England in der Luft besitze. Selbst bei einer Beschränkung des Vergleiches auf die englische Heimatluftslotte einschließlich der Reserven und Marineflugzeuge glaube ich, daß wir eine beträchtlich stärkere Luftflotte besitzen. Wir haben ferner jeden Gsund zu der Annahme, daß wir auch heute noch in der Gesamtzahl der Militärflugzeuge uns auch in der für die Leistungsfähigkeit einer Luftflotte sehr wichtigen Ausbildung und Organisation stärker als Deutschland sind. In der Mehrheit der europäischen Hauptstädte sei die höfliche Form der britischen diplomattschen Sprache irrtümlich als Beweis der Schwäche a u s g e l e g t worden. In mehreren Londoner Botschaften seien die Beamten während der ganzen Nacht damit beschäftigt gewesen, Weisungen von ihren Regierungen in Empfang zu nehmen und Punkte der britischen Politik, die im Ausland nicht genügend verstanden worden seien, aufzuklären. Diese Unruhe habe auch im Fo- reign Office lebhafte Tätigkeit veranlaßt. Der britischen Regierung sei es gelungen, ihre aus- ländischen Freunde davon zu überzeugen, daß die Note vom Montag lediglich dazu bestimmt aewesen sei, die Lage hinsichtlich des Ministerbesuches in Berlin z u klären. „Times" schreibt, die Besuche der Botschafter Frankreichs und Italiens bei Simon hätten bezweckt, den Wunsch der beiden Regierungen und besonders der französischen Regierung zum Ausdruck zu bringen, daß Simons Berliner Besuch nicht als Trennung der britischen Politik von der Politik Frankreichs und Italiens ausgelegt werde. Sie hätten einen gemeinsamen Schritt der drei Mächte zur Bekundung ihres Zusammenwirkens und ihrer gemeinsamen Verurteilung einer einseitigen Kündigung eines vielseitigen Vertrages vorgeschlagen. Ferner sei angeregt worden, Simon s e l b st solle vor seiner Berliner Reise zu gemeinsamen Besprechungen nach Paris oder Norditalien gehen. Gegen eine übereilte Reise Simons 'nach Frankreich ober nach Italien ober In der Aussprache ergriff auch Winston Churchill das Wort. Er suchte dem Unterhaus nut sen- | sationellen Schilderungen der „deutschen Gefahr" Bange zu machen. Er erging sich unter Heranziehung von Phantasiezahlen in einer ausführlichen Schilderung der angeblichen militärischen Luftstärke Deutschlands. In Deutschland würden ungeheure Summen für die Militärluftfahrt ausgegeben, er glaube, daß die wirklichen Zahlen das englische Volk in Erstaunen versetzen würden. Weiter behauptete er, daß für den Kriegsfall Deutschland ungeheure Möglichkeiten zu einer schnellen Ausdehnung der Flugzeugproduktion besitze. Schon heute verfüge Deutsch- land über einen viel größeren Hunde,/1- , satz an Bombenflugzeugen als England. 1 Dazu hätten diese Maschinen einen größeren Aktionsradius. Während die gesamte deutsche Bomberflotte die englische Hauptstadt mit einer gro- ßen Bombtznladung erreichen könne, seien nur we- nige britische Maschinen in der Lage, Berlin mit einer genügenden Anzahl von Bomben äu erreichen. Die Behauptungen Churchills gingen darauf hinaus zu beweisen, daß England in meit größerem Maße oufrüften müsse. Dazu sind ihm offenbar alle Mittel recht. So schloß er seine Ausführungen denn auch mit dem hysterischen Alarmruf: „Wir sind in eine Zeit schwerster Gefahr eingetreten. Wir stehen vor der Aussicht, daß sich so etwas wie eine Wiederaufnahme des Weltkrieges ereignen könnte. I Ich hoffe und glaube immer noch, baß dies ver-' offenbar __________ ... v die Vorkehrungen für seine Reise nach Berlin endgültig abgeschlossen seien. Die Bemühungen Frankreichs und Italiens beschränken sich daher jetzt anscheinend darauf, eine Beratung mit einem anderen Vertreter der briti« Ho on teilte auch mit, daß zur Zeit neun i che Geschwader mit Brennstoff verflüssigter englischer Kohle dann Suvich oder Aloisi entsenden. ,^Oeuvre" will erfahren haben, daß sich Sir John Simon zunächst gegen die Abhaltung einer Konferenz vor seiner Reise ausgesprochen habe. Laval habe am Dienstaqmorqen dem englischen Außenminister den Wunsch mitteilen lassen, vor ■ einer Berliner Reise eine Dreierkonferenz eanzube- rufen. Simon' habe jedoch dem französischen Botschafter ^geantwortet, daß eine solche Konferenz seine Berliner Beschprechungen ungünstig beeinflussen könnte. Hierauf hätten Laval und Mussolini eine g le i ch la u t e n de No t e nach London gesandt, in der sie in sehr scharf fern Tone noch einmal auf ihrer Forderung nach einer Zusammenkunft beharrten. Nach der lctzten Unterredung zwischen dem englischen Geschäftsträger in Paris und Außenminister Laval habe es den Anschein gehabt, als ob man kurz v o r e i n e r Einigung stehe-, es sei nicht ausgeschlossen, daß die Besprechungen kommenden Tuners’ tag in Paris stattfänden. Die anderen Blatter sprechen sich weniger bestimmt aus. Einwande gegen eine pariser Reise Simons. „Der britische Staatssekretär kein diplomatischer Laufbursche." L o n d o n, 20. März. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" hebt hervor, daß die britische Regierung ihre Note an Deutschland unter eigener Ver. antmortung abgefaßt habe, andere europäische Länder hätten erwartet, Großbritannien werde eine weniger verbindliche Haltung gegenüber der „Verletzung des Friedensoertrages" oinnehmen. nationalsozialistischen Geistes und echter Volksgemeinschaft finden. Eine Wehrmacht kann stark und geschlossen nur auf dem Boden des Volkes wachsen, dem sie entstammt und der sie trägt. Sie ist nicht denkbar ohne eng st e innere Verbundenheit mit den Kräften und Ideen, die in der Gesamtheit des Volkes wirksam sind. Daher bedeutet die Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht keineswegs ein Rückwärtsdrehen der Entwicklung auf irgendeinem Gebiet. Die Wehrmacht dient der Gegenwart und fühlt sich als Wegbereiter am Werk der deutschen Zukunft. Sie sieht den Sinn der Tradition, die sie als verpflichtendes Erbe trägt, im Geist der gleichen Pflichterfüllung. Die Dienstpflicht, die wieder alle umfassen soll, wird auf der Grundlage der Anschauungen des nationalsozialistischen Staates aufgebaut werden. Sie wird keine Privilegien mehr kennen. Höhere Bil- dunq gibt nicht mehr wie einst das Recht zu einer Abkürzung der Dienstzeit. Lediglich Charakter und Lei st ungen sollen, tbie bereits in den „Pflichten des deutschen Soldaten" ausgesprochen worden ist, den Weg und Wert des einzelnen bestimmen. So steht die deutsche Wehrmacht heute an einem entscheidungsvollen Einschnitt ihrer Entwicklung. Der mannhafte Entschluß des Führers mit die Bahn freigemacht zu der wahren Erfüllung m?9 Wortes, das noch die Unterschrift des verehrten Ge- neralfeldmarschall-Reichspräfidenten trägt: Der Dienst in der Wehrmacht ist Ehrendienst am deutschen Volk. Das höchste Gut des Staates, die junge waffenfähige Mannschaft, wird wieder durch ihre Schule der Wehrhaftigkeit gehen. Ich weiß, daß sich die Wehrmacht des in sie gesetzten Vertrauens weiter würdig erweisen wird, getreu ihrem Eide, der sie an Adolf Hitler, den Schöpfer und Führer des neuen Deutschland auf Leben und Tod bindet. Jagdgeschwader „Richthofen" Über Berlin. Berlin, 19. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Berliner Luftschuhübung erschienen heute Jagdflieger aus Döberih über der Stabt. Die wir dazu von zuständiger Stelle erfahren, gehörten sie dem Iagdge - jchwader an, dem der Führer und Reichs- Berlin, 19. März. (DNB.) Die Note, die der englische Botschafter am Montagnachmittag dem Reichsaußenminister v. Neurath überreichte, hat folgenden Wortlaut: 1. Jch beehre mich. Ihnen im Auftrage des Kgl. Staatssekretärs für Auswärtige Angelegenheiten mitzuteilen, daß sich die Kgl. Regierung in dem Vereinigten Königreich genötigt sieht, der deutschen Regierung ihren Protest gegen die von ihr am 16. März verkündete Entscheidung zu übermitteln, die allgemeine Wehrp flickt einzuführen und den Friedensrahmen des deutschen Heeres auf 36 Divisionen zu erhöhen. Nach der Bekanntgabe einer deutschen Luftmacht ist eine solche Erklärung ein weiteres Beispiel für eine einseitige Aktion, die, ganz abgesehen von der grundsätzlichen Seite der Frage, geeignet ist, die Unruhe in Europa in ernster Weise zu erhöhen. Der Vorschlag einer e n g l i s ch - d e u t s ch e n Zusammen kun ft, die in einer Woche stattfinden sollte, ergab sich aus dem Inhalt des englisch-französischen (Kommuniques vom 3. Februar und der Fliegerhelden Manfred von Richthofen Schweidnitz: „Hochverehrte gnädige Frau! englische Motoren benutzten, und daß die Ausfuhr von Motvren im Jahre 1934 um 31 v. H. gestiegen ist. Die Frontlinienstarke der englischen Luftflotte belaufe sich heute auf 890 Maschinen in den regulären Geschwadern und auf 130 Maschinen in den nichlregulären Geschwadern, also auf insgesamt 1020 Flugzeuge. Ende dieses Jahres werde die Zahl auf 1170 undl936aufl310Flugzeuge steigen. Die Regierung ist der Ueberzeugung, daß im gegenwärtigen Zeitpunkt sicherlich keine Einschränkung des im letzten Jahr verkündeten Mindestprogramms stattfinden kann. Geh K« ÄS St fe"" er s* j hierzu k gehen in I gegenüber rung zu d die abro Regten bekanntlich dah der I das rlbr ren rn Devlschl dem die 3i fcnfoaffnu land verlo Machte tii m als! Meilen. 1 aichl nur Kleben ihre Rü vervoll auf eine 1 Teiles y l6, Marz ®tunbla f, d° «nm ’ziuy; f i* L* Ach^lollte- ss zoM. o[u m,rf uM* s-i'st 'SÄ 3» MelM65 Mandlungel Besprechungen gierungen e licken Lor Ä lud fi« & iw Gedanken 4. Da tue S daß hinsiöM oorgeschlagew Mvechanvr an die W frage, au Miete. Do Uebereii gierungen, sammenkuns in dem enj beiten Frag Basis hat su den von de Besuch ir 5. Was i allgemeine, deren Macht einbarungen die Bestimn träges ersetz Politik der Erreichung Hungen in i Zustandekom auf Grund ©teile der U nicht erleicht bereits g personalslär schlag gebre Stärken, di werben, die beteiligten ! lid) machen 6. Die K durch den Gelegenheit fördern, u unter den vor her 2Ii toutfäe Ke aufmerffam' mW zu ^Mufta hem Umfang verabredet, fi 'st, nod) er verhindern können, daß die schärf st en A n - Stille bavonzuschleichen. rufe der Massen ein, bis der Führer sich grüßend und dankend von den begeisterten Stuttgartern verabschiedete. und werde gerade in einem Sarg weggebracht. Hierauf ereigneten fich unbeschreibliche Szenen. Immer größer werdende Mengen von Negern drangen in den Einheitspreisladen ein, stürzten s i ch auf die Ange st eilten, von denen einige durch Bißwunden schwer verletzt wurden, und zertrampelten und zerstörten den größten Teil der ausgestellten Waren. Bald war das ganze Negerviertel von Tausenden von tobenden Negern erfüllt, die Ladenfenster einwarfen und die Polizei mit Steinen bewarf. Redner feugten die rasenda Menge zu immer weiteren Ausschreitungen an. Zahlreiche Läden wurden vollkommen ausge« Ipl ändert. Dem Urheber des gewaltigen Tumultes, dem kleinen Negerdieb, war es bereits bet ippen ertönte und geisterten Heil- vis der Führer sich ist, noch erwünscht ist. * hierzu teilt DNB. mit: Man wird nicht fehl- gehen in der Annahme, daß der Reichsminifier gegenüber den Einwendungen der englischen Regierung zu dem Gesetz vom 16. März dieses Jahres die abweichende Stellungnahme der Regierung geltend gemacht hat. Deutschland lfi bekanntlich nicht bereit, zuzugestehen, daß der Teil V des Versailler Vertrages, der auch das Abrüstungsversprechen tret anderen Mächte enthielt, einseitig von Deutschland verletzt worden sei. Selbst nachdem die Interalliierte Kontrollkommission die völlige Entwaffnung Deutschlands fesigestellt und Deutschland verlassen hatte, haben hieraus die anderen Mächte nicht die notwendigen Folgerungen ge- zogen, alsbald selbst zu Abrüstungsmahnahmen zu schreiten. Sie sind mit dieser ihrer Verpflichtung nicht nur selbst seil Jahren in Verzug geblieben, sie haben vielmehr sortgesahren, ihre Rüstungen zu vermehren und zu vervollkommnen. Dies läuft letzten Endes auf eine Verletzung der Grundlagen des Teiles V des Versailler Vertrages durch die Verfasser selbst hinaus. Die Maßnahme vom 16. März schafft daher erst die rechte Grundlage, auf der die kommenden Vespre- chungen, frei von den bisher auf Grund der deutschen Diskriminierung bestehenden Belastungen und Hemmnissen, unter voller Berücksichtigung der Sicherheit aller zu einem Erfolg führen können. Geheimrat Duisberg t- Der Vorsitzende des Aufiichls- und Verwaltungsrates der IG. Farben, Geheimrat Dulsberg, ist in der Rächt zum Dienstag in Leverkusen gestorben. Infolge Quetschung der linken Hand kantt Stabschef,Lutze bis auf weiteres nur den dringenden Dienstgeschäften nachkommen. Aus dem gleichen Grunde ist es ihm nicht möglich, bereits zugesagten Einladungen nachzukommen, und es wird gebeten, bis auf weiteres von Besuchen und Einladungen des Stabschefs ab seh en zu wollen. * Der Mm in AWbms und Stuttgart. Begeistert« Kundgebungen derBevöllerung Erhebende Zeugnisse für die ehrdereitschass des deutschen Volkes Oer Dank des Veichsroehrministers. Begeisterung wurden auf allen Schiffen die deutschen Nationalhymnen gespielt. Der Signalaustausch „Gute Fahrt" beschloß die begeistert aufgenommene Begegnung. Bon Bord der „Oceana" wird dazy berichtet: Die Begegnung mit dem Panzerkreuzer „Deutschland" hat herzliche Kundgebungen von Bord zu Bord ausgelöst. Der Panzerkreuzer setzte ein Boot aus und brachte seine Post zur „Oceana". Dr. Ley begrüßte auf der Kommandobrücke der „Oceana" den Offizier der Bootsbesatzung, lieber den Verlauf der unvergeßlichen Begegnung wurden von Dr. Ley Telegramme an den Führer, an Reichswehrminister o. Blomberg und an den Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Rae« der, abgesandt. Vüste Regerausschreilungen in Reuyork. Im Negerviertel hartem im Norden Neuyorks kam es am Dienstagabend aus einem geringfügig gen Anlaß zu wüsten Ausschreitungen, an denen sich Tausende von Negern beteiligten. In einem hauptsächlich von Negern besuchten Einheitspreisladen war ein Negerjunge beim Diebstahl einiger Stücke Zuckerwerks ertappt worden. Während er gerade an Ort und Stelle vernommen Iwurde, wurde an dem Lade» ein Sarg vorbeigetragen. In diesem Augenblick fingen einige Negerweiber laut zu schreien an, der festgenommene Junge sei totgeschlagen worden Aberkennung des Meistertitels. Berlin, 19. März. (DNB.) Mit einem befon- ders schwerwiegenden Verstoß gegen die soziale Ehrauffassung hatte sich das Ehrengericht der Hand- werkskammer zu beschäftigen. Angeklagt war ein Berliner Tischlermeister, der sich zur Finanzierung eines städtischen Auftrages vom Wirtschaftsamt der Stadt Berlin einen Vorschuß von 600 Mark hatte geben lassen und dabei erklärte, er habe noch 1200 Mark A»ß en stände und keine Schulden. Alle Versuche, den Schuldner zur Rückzahlung des Darlehens zu veranlassen, scheiterten an seiner nicht zu überbietenden Ruck- sichtslosigkeit und Gleichgültigkeit. Das Ehrengericht verhängte die hö chstzuläf sigen Str af en gegen ihn: Außer dem Meistertitel wurde ihm das Recht, Innungswart zu fein und Lehrlinge zu Hal- ten abgesprochen und ihm eine Geldstrafe von 50 Mark auferlegt. Es ist dies das erste Mal, daßOvon einer sozialen Ehreninstanz einem Handwerksmeister der Meistertitel aberkannt worden ist. Das belgische Kabinett Theunis ist zurückgetreten. Der Ministerpräsident begründete den Rücktritt der Regierung damit, daß sie im Parlament und im Lande keine Unterstützung gefunden habe. Die Regierung sei gebildet worden, um den wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbau, der für die Stabilität der Währung unerläßlich sei, sortzusetzen. Die Opposition habe gegen die Regierung systematisch eine und Belgisch-Kongo auf belgischem Gebiet über dem Urwald abgestürzt. Man nimmt an, daß es in einen in dieser Gegend häufig auftretenden Sturm geraten ist. Die Nachricht vom tragischen Tod des Generalgouverneurs hat in Frankreich I größte Teilnahme gefunden. Kolonialminister R o l- l i n rühmt die Verdienste, die sich Renard als Generalgouverneur erworben hat. Der bei diesem Unglück ums Leben gekommene Major Bonninque war Ordonnanzoffizier Lavals, als dieser Kolonialminister war. Jubiläumsfeier für Lardinalerzbischof Dr. Schulte. Die Erzdiözese Köln feierte am Dienstag das Silberne Bischofsjublläurn des Kardinalerzbischofs Dr. Karl Josef Schulte. Um 9 Uhr fand im Dom ein feierliches Pontifikalamt I statt, das der Kardinalerzbischof selbst zelebrierte. I Der Dom war bis auf den letzten Platz von Gläubigen gefüllt, die des päpstlichen Segens teilhaftig I werden wollten, den zu erteilen der Jubilar durch den Papst ermächttgt worden war. In einem län- I geren Handschreiben hatderPapst dem Kardinalerzbischof seine Segenswünsche übermittelt. Auch I Kardinalstaatssekretär P a c e l l i sandte ein Glück- Iwunschtelegramm. Der Führer und Reichs- I tangier hat an den Kardinal folgendes Glück- wunfchtelegramm gerichtet: „Eurer Eminenz spreche ich zum heuttgen Tage Ihres 25jährigen Bischofs- I Jubiläums meine aufrichtigen Glückwünsche aus. gez. Adolf Hitler." Panzerschiff „Deutschland" begegnet der „KdF."-Flotte. Bei herrlichem Wetter passierte am Dienstanach- mittag das Panzerschiff „Deutschland" I die „F dF." - Flo11e. Die Besatzung der „Deutschland" nahm Paradeaufstellung, und unter großer ins Auge gefaßten allgemeinen Regelung anzu- sehen, daß Deutschland seine a k t l v e M l t g l ie d- chast in dem Völkerbund wieder ausnehme und skizzierte schließlich den Inhalt eines Luftpa k t e s zwischen den Locarnomachten, der als Abschreckungsmittel gegen Angriffe wirken und Sicherheit vor plötzlichen Luftuberfallen gewahr- Karl Duisberg wurde 1861 in Barmen geboren. Mit feinem Namen Ist die Entwicklung der deutschen chemischen Industrie eng verknüpft. Mit der E n t - deckuna neuer Farbstoffe, die die Grundlage der deutschen Teerfarbenindustrie werden sollte, begann er seine wissenschaftliche Arbeit. In der Erkenntnis, daß zur Lösung großer wirtschaftlicher Aufgaben nur Gemeinschaftsarbeit imstande sei, setzte er sich früh mit aller Kraft für den Zusammenschluß der deutschen Teer- farbenindustrie ein. Schrittweise ist es ihm gelungen, die immer wieder auftauchenden Hindernisse zu beseitigen und die einzelnen chemischen Unternehmungen 1904 zur ersten Interessengemeinschaft dreier großer Firmen, 1916 zu einer erweiterten Interessengemeinschaft durch den Zuttitt sechs weiterer Firmen zusammenzufügen, dis 1925 sein Lebenswerk durch Gründung der heutigen IG. Farbenindustrie AG. seine Krönung erfuhr. Das Vertrauen der Industrie berief ihn schließlich zur Führung der gesamten In- dustrie Deutschlands. Wie Geheimrat Duis- fung bildet. Kleine politische Nachrichten. Im Zuge der realen Durchführung der Reichs- ref or m sind dem Reichsarbeitsmini st er und dem Reichsverkehrsminister die ihrem Aufgabenbereich in der preußischen Der- ro a 11 u n g entsprechenden Arbeitsgebiete übertragen worden. Der Reichsarbeitsminister führt in Zukunft die AmtsbezeichGlng „Der Reichs- und preußische Arbeitsminister", der Reichsverkehrsminister die Amtsbezeichnung „Der Reichs- und preußische Verkehrsminister". gtatiwt fftr Sorts«tz«ng bet direkten Aussprache. Genf, 10. März. (DNB.) Dos Völkerbunds-1 etretariot veröffentlicht die schon angekündigte Note der abessinischen Regierung an den Generalsekretär des Völkerbundes. Die abessinische Regierung erklärt, sie habe fich im Januar in Genf nur unter der Bedingung mit einer Vertagung der Angelegenheit einverstanden erklärt, daß eine freundschaftliche Regelung möglich sei. Abessinien habe sich bemüht, von Italien die Anwendung des Artikels 5 des italienisch-abessinischen Vertrages von 1928 zu erreichen, der ein Schiedsverfahren oorfehe. Die ttalienische Regierung sei jedoch nie auf wirkliche Verhandlungen eingegangen und habe vor Untersuchung des Streitfalles Wiedergutmachung verlangt. Unter diesen Umstanden hätten die unmütetbaren Verhandlungen erfolglos bleiben müssen. Auch die von Abessinien vorgeschlagene Vermittlung durch die guten Dienste einer dritten Macht habe die ita-1 lienische Regierung abgelehnt. Die milttärifchen Maßnahmen Italiens ständen in schärfstem Widerspruch zu dem Vertrag von 1928 und zu dem Genfer Abkommen vom 19. Januar 1935. Bei dieser Lage. müsse die abessinische Regierung auf die unmittelbar drohende Gefahr eines Bruches Hinweisen. Gegenwärtig könne ein örtlicher Zwischenfall schon als Vorwand für eine militärische Aktion dienen. Die Unabhängigreit Abessiniens, eines Mit- «liebes des Völkerbundes, fei tn Gefahr. Die Döl- erbundsmitglieder Hütten aber auf Grund des Arttkels 10 des DStterbundsvertraaes die Verpflichtung übernommen, die Unversehrtheit des Gebietes und die politische Unabhän- gi gleit ihrer Mitglieder zu achten und gegen jeden Angriff zu schützen. Die abessinische Regierung beziehe fich ausdrücklich auf diese Derpflich- vmim — schild, um den „verdienstvollen Führer deutscher Wirtschaft und Wissenschaft" zu ehren. Nach seiner reichen Industrie- tätigte« sah Geheimrat Duisberg seine Hauptaufgabe in der Sorge um die Entwicklung der Wissenschaft und der Pflege des wissenschaftlichen Nachwuchses. 3» der Welt- geltung der deutschen Wissenschaft erbttckte er die Grundlage für die Blüte der deutschen Wirtschaft. An der Bahre dieses-Mannes trauert nicht nur sein enger Lebens- und Mitarbetterkreis, sondern auch die gesamte deutsche Wifienschaft und die deutsche Wirtschaft. Aus aller Wett. Generalgouverneur Renard über dem Urwald abgestürzt. Das seit vier Tagen vermißte Flugzeug des Generalgouverneurs von Französisch-Aequatorialafrika, Renard, ist im belgischen Kongo zertrümmert aufgefunden worden. Die Insassen sind to t fön Bord befanden sich außer dem Generalgouverneur Renard Und seiner Frau Major Bo n n i n q u e, Fliegerhauptmann G o u l a r d, der Fliegerunteroffi^ier Ditte und zwei Mann Besatzung. Renard war mit seinen Begleitern zu e einem Inspektionsslug aufgestiegen, der ihn bis zum Tschad-See führen sollte. Das Flugzeug, das dem Lauf des Kongoflusses folgte, ist nördlich von Bolobo, hart an der Grenze zwischen Französisch- tung. Pie abessinischen Beschwerden werden von ita= lienischer Seite zurückgewiesen. Don einer italienischen Ablehnung des abessinischen Vorschlages auf Einsetzen eines Schlichtungsausschusses tonne keine Rede fein. Auch der Vorwurf, Ita-1 lien habe verschiedene abessinische Noten nicht beantwortet, sei gegenstandslos, und die Entsendung italienischer Truppen nach Erithräa und So- mall hätte ausschließlich defensiven Eharak- ter. Im übrigen fei die Mobilisierung Abefiniens gegen Jtalienisch-Somaliland praktisch seit langem im Gange und werde nunmehr auch in Nordabessinien durchaeführt. Italien halte die direkten Verhandlungen und ihre Möglichkeiten nicht für erschöpft und glaube im Gegenteil, daß über direkte Verhandlungen allein eine rasche Lösung gefunden werden könne. Italien lehne Schlichtungsausschuh nicht ab, glaube aber, daß dieses Verfahren viel zu langsam und beschwerlich fei. Es macht daher den Gegenvorschlag, daß der abessinische Außenminister und der italienische Gesandte in Addis Abeba bie| Zwischenfälle, ihre Vorgeschichte und ihre Folgen । gemeinsam einer gründlichen Prüfung unterziehen, um so die Wahrheit festzustellen. Italien ist der Ansicht, daß dieser Weg direkter Be- sprechungen, der übrigens auch vorn Völkerbunds- rat vorgeschlagen wurde, die besten A u s s i ch- ten für eine schnelle, praktische und wirksame Lo- Wie amtlich mitgeteilt wird, wurde Dr. Rinte len von den Gerichtsärzten für haft- und transportfähig erklärt. Er wurde am Dienstag zur Verbüßung feiner lebenslänglichen Kerkerstrafe in eine Strafanstalt in der Provinz übergesührt. Augsburg, 19. März. (DNB.) Der Josephi- tag brachte den Augsburgern eine unerwartete Freude. Gegen 13 Uhr traf plötzlich der Führer und Reichskanzler ein, um im Hotel „Drei Mohren" kurze Mittagsrast zu hatten. Dor dem Hotel sammelten sich sofort Taufende von Menschen an. In wenigen Minuten war die ganze Stadt in Bewegung geraten. Die Heilk-Rufe nahmen kein Ende, utw in Sprechchören verlayAe die Menge den Führer zu sehen. Als dann der Führer zum Rathaus fuhr, war durch die dichtgedrängten Massen kaum ein Dorwärtskommen. Aus allen Fenstern wurden Tücher und Fahnen geschwenkt. An Laternenpfählen und Gitterfenstern hatte sich die begeisterte Jugend festgeklammert, und am Augustusbrunnen brachen fast die Figuren unter der Last der Menschen. Der Führer besichtigte den Goldenen Saal des Rathauses sowie die Fürstenzimmer und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Als der Führer sich bann au bem Balkon des Rathauses zeigte, fang die Menge spontan das Deutschland- und das Horst-Wessel- Lied. Unter immer neuen Heill-Rusen verließ der Führer die Stadt in Richtung Stuttgart. Auf der Fahrt von Augsburg nach Stuttgart wurde der Führer, überall wo er erkannt wurde, begeistert begrüßt. In Stuttgart verbreitete sich die Nachricht von seiner Ankunft rote ein Lauf- feuer In kurzer Zeit ftrömten Tausende von Volks- genossen vor dem Hospiz „V i ct o r i a zusam- men, um den Führer zu sehen. Der Platz muhte abgefperrt und der Verkehr umaeleitet werden. Immer wieder brausten die Sprechchöre besonders aus den Kehlen der Stuttgarter Jugend zu den Fenstern. Jedesmal, wenn der Führer sich am Fenster zeigte, stieg ein unermeßlicher Jubel zu ihm empor. Erft der Beginn des Zapfenstrei- ches der Wehrmacht machte den Kundgebungen ein Ende. Das längere Verweilen des Führers auf dem Balkon befohnte das stundenlange Harren der Menge. Endlich klangen das Deutschland- und das Horst-Wefsel-Lieb über ben Platz. Das Kom- manbo zum Abmarsch der Gruppen ertönte unb von neuem setzten blebe griffe auf bie belgtzsche Währung unternommen worben seien. Unter biesen Umständen bleibe der Regierung nichts anderes übrig, als ihr Mandat in die Hände des Königs zurückzulegen. * Das neue norwegische Kabinett hat der Führer der Arbeiterpartei und Präsident des Stor- ting, Johann Nygaarbsvold, gebildet. Ny- gaardsvold selbst übernimmt das Arbeitsministe- Irium. Minister des Aeußeren wird der Universitätsprofessor der Geschichte Halvdan K o h t, Finanzminister der Generaldirektor der Osloer Elektrizi- tätsgesellschast Adolf Jndreboe. zum Ausbau des deutschen Dolksheeres. — leie- graphisch melden sich Junge Menschen freiwillig zum Heeresdienst unter Angabe des Jahrganges. Ein Stettiner verpflichtet sich drahtlich, auf zwei Jahre die Löhnung für einen So Ida-! ten zu Übernehmen. Ein S A. - S t u r m meldet sich geschlossen zum freiwilligen Eintritt ins Heer. Zahlreiche Meldungen ehemaliger Kriegsfreiwilliger des Weltkrieg g e s trafen ein; darunter befindet sich auch die Mel- düng eines in Istanbul lebenden Auslands- deutsch en, der in seinem Telegramm sagt: „Melde mich freiwillig für drei Monate. Für meine vier Kinder ist gesorgt." Rührend ist die Zuschrift einer Muster, die drei Sohne Im Großen Krieae hingeben mußte: Jetzt w/— _ o------o erst wisse sie, daß ihr Leid eine n S i n n gehabt! ungerechte Kampagne geführt, in der man nicht dahabe, und daß jk nun auch ruhig sterben könne. DOr zurückgeschreckt sei, die Mitglieder der Regierung Und ein alter Mann, geschmückt mit dem Front- persönlich zu verdächtigen. Das Kabinett habe nicht kämpfer-Ehrenkreuz, stand am Montagfrüh vor 1 ' " dem Eingang des Reichswehrmini st e- riums und konnte seine Begeisterung nicht zügeln. Jedem cintretenben Offizier mußte er bie Hand schütteln, mußte er leuchtenden Auges zurufen: „Wir haben unsere Armee wie- d er!" Diese und ähnliche Kundgebungen, die alle Schichten unseres VSlles, alle Beruss- gruppen und Lebensalter umfassen und die in ihrer Gesamtheit wiederzugeben hier nicht möglich ist, sind ein erhebendes Zeugnis für bte Wehrbereitschaft des deutschen Volkes, das nach jahrzehntelanger Unterdrückung und Nicht- achtung seines Rechtes die Möglichkeit und den Weg zur Verteidigung des Vaterlandes wieder vor fich Im Einvernehmen mit dem Reichswehrminister hat sich der Reichs- und preußische Minister des Innern damit einverstanden erklärt, daß zu Gunsten von bemühten Kämpfern für die nationale Erhebung die bei den Be- Hörden vorhandenen An g e st e l l t e n st e l l e n vom 1.AKil bis Ende September 1935 nur zu 4 0 n a mit Dersorgungsanwärtern besetzt werden. Die ben Schwerbeschädigten zugebilligten I tes, dem kiemen '^egeroiev, war es oerrnv Vorzugsrechte werden durch diese Maßnahme nicht Beginn der Ausschreitungen gelungen, sich in aller beschränkt. . I Stille davonzufchleichen. Der Relchswehrmlnifier gibt bekannt. Anläßlich der durch tzje Reichsregierung beschlossenen Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht find mir aus allen Teilen des Reiches, von Dienststellen und Verbänden, aus Wirtschafts- und Privatkreisen sowie aus dem Auslande begeisterte Glückwünsche in so hoher Zahl zugegangen, daß es mir nicht möglich ist, allen Teilnehmern persönlich zu antworten. Ich bitte daher, auf diesem Wege meinen herzlichen Dank entgegenzunehmen. (gez.) von Blomberg, Generaloberst. * Wie das Reichswehrministerium weiter mitteilt, zeigt die Fülle von Zuschriften und Glückwunschtelegrammen die Anteilnahme des ganzen deutschen Volkes an der Wiederauferstehung seiner Wehr- macht. Don den vielen Beweisen der engen Der- bunbenheit ber Wehrmacht mit bem Volke und der ehrlichen Opferbereitschaft aller Schichten seien einige angeführt. Ein alter berufsunfähig gewordener Künstler sendet mit einem an ben Reichs- wehrminister gerichteten Schreiben ein Zehn- martftürf oon 1888, „sein unb seiner Ehefrau eiligstes Erinnerungsstück", mit der Bitte, es als eitrag für bie Wieberaufrichtung ber Wehrmacht stiften zu Ärfen! — Kranke umd gelähmte Volksgenossen sprechen ihrBebauern aus, nicht mit der Waste chrer Dienst- pflicht genügen zu können, und bitten, ihre Kraft dem Vaterlands anderweitig zur Derfuaung stellen w dürfen. — Männer eines Arbeitsdienstlagers senden 200 Marl als Mithilfe leisten sollte. 3. Die Antwort ber deutschen Regie- rung. Zehn Tage später begrüßte sie ben Geist freunb chaftlichen Vertrauens, ben bas englisch-französische Kommunique zum Ausbruck brachte, unb stellte in Aussicht, baß bie deutsche Regierung bie in bem ersten Teil bes Lonboner Eommuniquös enthaltenen Fragen einer eingehenben Prüfung unterziehen werbe. Sie bemerkt zustimmenb, bah der in bem Eommuniquü zum Ausbruck gebrachte Geist freier Verhandlungen zwischen souveränen Staaten allein zu dauerhaften internationalen Regelungen auf dem Gebiete ber Rüstungen führen könne. Im Besonberen begrüßte sie ben Vorschlag über einen Luftpakt! Die beutsche Antwort enbete mit ber Erklärung, baß bie beutsche Regierung es vor Eingehen auf bie vorgeschlagenen Verhanblungen für erwünscht halte, in besonderen Besprechungen mit ben in Frage tommenben Regierungen eine Anzahl von grunbfäfj- lichen Vorfragen zu klären. Zu biesem Zweck lub sie bie Kgl. Regierung ein, mit der deutschen Regierung in einen unmittelbaren Gedankenaustausch einzutreten. 4. Da bie Kgl. Regierung sich vergewissern wollte, daß hinsichtlich des Umfanges unb bes Zweckes ber vorgeschlagenen englisch-beutschen Unterhaltung kein Mitzverstänbnis bestehe, richtete sie am 21. Februar an bie beutsche Regierung eine weitere Anfrage, auf bie biefe am folgenben Taye antwortete. Das Ergebnis war eine endgültige Übereinstimmung zwischen den beiden Regierungen, baß ber Zweck ber beabsichtigten Zusammenkunft sein sollte, die Unterhaltung über alle in bem englisch-französischen Kommunique behandelten Fragen ein Stück weiterzuführen. Auf dieser Basis hat sich bie Kgl. Regierung darauf vorbereitet, ben von ber beutschen Regierung vorgeschlagenen Besuch in Berlin auszuführen. 5. Was ins Auge gefaßt war, war also „eine Organisator große Ideen ausführte, ver- allgemeine frei zwischen ^ehut^lan^nu"?n^n^Jftan^cr es auch als Führer einer großen Gefokg- deren Machten auszuhanbelnbe Regelung unb „Rer Gedanken der Wsrlsver Kunden- einbarungen über Rüstungen, bie für Deutschlanb w Tj» < b Betrrebsaemeinschaft schon die Bestimmungen von Teil frü^ettig praktisch zu verwirklichen. Anläßlich seines träges ersetzen lollten . Dies ist stets bas Ziel 70. Geburtstages würben Geheimrat Duisberg zahl- Politik ber Kgl. Regierung gewesen, und aus die ? Ehrungen zuteil. Reichspräsident von Hinden- Erreichung des Zieles hat diese alle ihre Bemu- 'rreidite ihm ben Adlerschi Hungen in Genf urL s°"stwo gerichtet; aber das | bDe&ic£ftD0Ü$n Führer deutscher W Zustandekommen einer umfassenden Einigung, ote auf Grund allgemeiner Uebereinftimmuna an die Stelle ber Vertragsbestimmungen treten soll, kann nicht erleichtert werben, wenn man jetzt als eine bereits getroffene Entscheibung Heeres- personalstärken bekannt gibt, bie alle seither in Vorschlag gebrachten erheblich überschreiten — überdies Stärken, bie, falls sie unoeränbert aufrechterhalten werben, bie Einigung mit anberen ebenfalls stark beteiligten Mächten schwieriger, wenn nicht unmöglich machen müssen. 6. Die Kgl. Regierung wünscht keineswegs, die durch ben vorbereiteten Besuch etwa geschastene Gelegenheit, ein allgemeines Einvernehmen zu förbern, ungenutzt vorübergehen zu lassen; aber unter ben neu geschaffenen Umftänben hält sie es vor ber Ausführung biefes Besuches für nötig, die deutsche Regierung auf bie obigen Gesichtspunkte aufmerksam zu machen; sie wünscht barüber Gewißheit zu haben, baß ber beutschen Regierung bas Zu st anbekommen bes Besuches mü bem Umfang unb Ziel ber Unterhaltung, wie früher oerabrebet, so wie es oben in Absatz 4 ausgeführt 1 Abessinien geht an de« Völkerbund. Obecheffen 2. Kl. 2,70 Mk.; Birke 1. Kl. 5,80 Mk.; Aspe 1. Kl. I 3 Mk.; Weide 1. Kl. 4 Mk.! Fichte 2. Kl. 3,22 Mk.; Kiefer'1. Kl. 4,90 Mk., 2. Kl'. 3,21 Mk. ; Lärche 1. Kl' Preußen Amtsgericht Gießen Ein durch, amtes bewundernswert war die Tiefe der Empfindung, die aus den mit absoluter musikalischer Reinheit zu Gehör gebrachten Gesängen herausstrahlte. N. Mücke, 18. März. Am Samstagabend fand im Saale des Ernst B a i st die monatliche Stützpunkt-Versammlung statt. Der Stützpunktleiter gedachte zu Anfang des verstorbenen Gauleiters S ch e m m. Dann wurde der erste Vers des Liedes vom guten Kameraden gesungen. Schulungsleiter Pg. Dönges sprach über das Thema „Radikalismus und Bewegung" als Grundlage der Erziehung zum Nationalsozialismus. An vier Parteigenossen wurden Mitgliedskarten ausgegeben. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. N. Flensungen, 17. März. Bei der heute durchgesührten Eintopfsammlung kam der für unseren Ort recht beachtliche Betrag von 33 Mark auf. < Merlau, 19. März. Bei der hier abgehaltenen Holzoer st eigerung des Forstamts Nieder-Ohmen kamen folgende Preise zustande: Scheiter: Buche 1. Kl. 7,51 Mk., 2. Kl. 5,15 Mk.; Hainbuche 1. Kl. 4,94 Mk.; Eiche 1. Kl. 4,30 Mark, Der Förderungszuschuß des Landesarbeits- beträgt 1410 RM. Daten für den 20. März. 1770: der Dichter Friedrich Wilhelm Hölderlin tn Lauffen am Neckar geboren (gestorben 1843); — 1828: Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen in Berlin geboren (gestorben 1885); — 1828: der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen in Kirche und Schule. # Oppenrod, 19. März. Am Sonntag fand in dem hiesigen Schulsaal, der bis auf den letzten Platz besetzt war, eine liturgische Feier- st u n d e statt, die unter dem Leitwort „Christ sein heißt Kämpfer sein" stand. Pfarrer Müller aus Großen-Bufeck hielt einen Vortrag über das Thema „Glaubenskampf und Glaubensfieg!" Die Ausführungen zeigten, daß das Christentum die besten und edelsten Züge des Menschen (Glaube, Treue, Tapferkeit und opferfreudige Liebe) zur Entfaltung bringt und wie es die Religion ist, die den Menschen zum tapferen und todesverachtenden Kämpfer und Sieger im Leben, Leiden und Sterben macht. Anschließend wurden schöne Lichtbilder aus der Geschichte des Christentums gezeigt, die das im Vortrag Gesagte eindrucksvoll veranschaulichten. Passende Gedichte und ein Sprechchor belebten die reichhaltige Liturgie. Der Abend wird der Gemeinde noch lange in Erinnerung bleiben. Großer Go?d- und Siib-rdiebstahl. LPD. Offenbach a. M., 19. März. Bei einem Arzt in Offenbach wurden eine große Anzahl Gold- und Silbersachen gestohlen. Unter den gestohlenen Gegenständen befinden sich Brillantringe, Ketten und Anhänger, Armbänder, Ohrringe, Uhren und Krawattennadeln. Der Wert der gestohlenen Schmucksachen ist erheblich. Die Polizei warnt Juweliere und Goldwarenhändler vor dem Ankauf der Schmucksachen. Für ihre Wiederherbeischaffung ist eine Belohnung ausgesetzt. Mann aus Wieseck wurde wegen Ruhestörung zu 5 Mark Geldstrafe, eventuell einem Tag Haft verurteilt. Der Angeklagte geriet mit mehreren Leuten in einer Wirtschaft in Alten-Buseck in Streit, der sich auf der Straße fortsetzte. Ein auswärtiger Kraftfahrer ließ seinen Lastzug im Horst-Wessel-Wall stehen, ohne die Wagen ordnungsmäßig beleuchtet zu haben. Er wurde deshalb zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Straferschwerend kamen die einschlägigen Vorstrafen des Angeklagten, darunter zweimal wegen fahrlässiger Tötung, in Betracht. Schwerer DerkehrSunfall bei Klein-Hechtenbach. Ein Toter, eine Jrau schwer verletzt. > Klein-Rechtenbach (Kreis Wetzlar), 20 März. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Am heutigen Mittwoch gegen 7.30 Uhr ereignete sich auf der Prooinzialstraße Wetzlar — Butzbach dicht an der Ortsgrenze von Klein- Rechtenbach an der Straßenabzweigung nach Hochelheim ein schwerer Verkehrsunfall. Dort befand sich der Oberschweizer Fischer vom Hofgut Büblingshausen mit seinem Motorrad, auf dem seine Frau auf dem Soziussitz mitfuhr, unterwegs, um nach Hochelheim zu fahren. Den Motorradlern kam an der Straßengabelung ein M i n e - ralwasserauto aus Vilbel entgegengefahren. Offensichtlich infolge des dichten Nebels, der heute früh über der Landschaft lag, war beiden Fahrern die Sicht behindert, fo daß d i e Fahrzeuge an der Straßengabelung schwer zusammen st ießen. Dabei wurde der Motorradfahrer Fischer so stark verletzt, daß er wenige Minuten nach dem Zusammenstoß v e r st a r b , während seine Frau schwer verletzt in ein benachbartes Bauernhaus getragen und nach erster ärztlicher Hilfeleistung mit dem Sanitätsauto nach Wetzlar in das Städtische Krankenhaus überführt werden mußte. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert. Das Lieferauto wurde nur leicht beschädigt. Die Gendarmerie und die Ortspolizei nahmen sofort die Ermittelungen über die Ursache des schweren Unglücksfalles auf. Kreis Wetzlar. (D Wißmar, 18. März. Seit Jahren machte sich in den Sommermonaten in. unserer im Jahre 1908 gebauten Wasserleitung erheblicher Wassermangel bemerkbar. Nunmehr soll zur Abstellung des Uebelstandes eine Erweiterung der Anlage geschehen. Im Distrikt „Steinborntal" beginnen dieser Tage die Wasserschürfungs- und Quellfassungsarbeiten. Die Arbeiten führt der Tiefbauunternehmer Ludwig Wagner (Krofdorf) als Notstandsarbeiten bei 482 genehmigten Tagewerken 6,06 Mark. Knüppel: Buche 1. Kl. 4,99 Mark; Hainbuche 1. Kl. 3,74 Mk.; Eiche 1. Kl. 2,66 Mark; Birke 1. Kl. 3,56 Mk.; Aspe 1. Kl. 2 Mk.; Erle l.Kl. 2,40 Mk.; Linde l.Kl. 3 Mk.; Fichte 2. Kl. 2,51 Mk.; Kiefer 2. Kl. 2,54 Mark. Reiser: Eiche l.Kl. 1,48 Mk.; Buche 3. Kl. 0,90 Mark pro Raummeter. * Burggemünden, 18. März. Der Arbeitsdienstmann Wilhelm M o o tz zog sich durch einen Axthieb eine schwere Knieverletzung zu und mußte zur ärztlichen Beh-andlung nach Gießen gebracht werden. <£ Nieder-Ohmen, 19. März Am Samstagabend wurden hier im Saale von Ziegenhain die ersten Ehrenkreuze ausgegeben. Die Verteilung erfolgte durch Bürgermeister Carle und Ortsgruppenleiter Erb. In einer kurzen Ansprache wies der Ortsgeistliche Pfarrer A l t auf die Taten der Frontkämpfer hin. Es kamen rund 100 Ehrenkreuze zur Verteilung. st. Kirtorf, 19. März. Die Ortsgruppe Kirtorf des Reichsluftfchutzbundes gründete in Ruhlkirchen im Anschluß an einige Aufklärungsvorträge eine Gemeindegruppe des Reichsluftfchutzbundes, die der Ortsgruppe Kirtorf angefchloffen wurde. Areis Bübingen. ck- Nidda, 18. März. Bei prächtigem Sonnenschein führte der hiesige Zweigoerein des V H C. am vorigen Sonntag mit einer Beteiligung von 45 Wanderern eine planmäßige Wanderung über Borsdorf und Forsthaus Glaubzahl zunächst nach Rodheim a. d. H. aus. Nach einftündiger Rast wanderte man über Steinheim nach Ober-Widders- heim, von wo aus der größte Teil der Ausflügler den Weg nach Nidda zu Fuß zurücklegte, der kleine Rest zog die Eisenbahnfahrt vor. In Ober-Widdersheim hatte man nicht verfehlt, die mustergültige Anlage der Hartstein-Basaltwerke der Firma Joh. Nickel zu besichtigen. Kreis Schotten. § ulrich stein, 18. März. Die vergangene Woche brachte eine rege Versammlungstätigkeit in unserer Gemeinde. Am Mittwoch sprach in einer Bauernversamwlung Dr. Günther von der bäuerlichen Werkschule Nidda über Futtereinsäuerung und dergleichen. Der Vortrag, der viel Interesse fand, war leider nicht allzu zahlreich besucht. Am Donnerstag fand ein Schulungsabend für die Freiwillige Feuerwehr statt, bei dem u. a. der Oberbrandmeister Schmidt über seine Teilnahme an einem Lehrgang der Feuerwehrfachschule in Mainz berichtete. Am Freitagabend tagte zum letzten Male die hiesige Molkereigenossenschaft. Die Molkerei ging durch Kauf an den bisherigen Pächter Römer über. Am Samstag schließlich war abends in der Gastwirtschaft Groh ein Rundfunkwerbeabend, bei dem der Kreisfunkwart Pg. Stein- Hauer aus Schotten sprach und an Hand von Lichtbildern die Entwicklung und Bedeutung des deutschen Rundfunks zeigte. CO Ruppertsburg, 18. März. Förster Johannes Reeg, dahier, vollendete fein 85. Lebensjahr. Er ist noch verhältnismäßig rüstig und geistig frisch. Seit einigen Jahren lebt er im Ruhestand. Den größten Teil seiner Dienstzeit verbrachte er im schönen Vogelsberg auf dem Petershainer Hof bei Ulrichstein und Kiliansherberge bei Schotten. Reeg hat vier Söhne, drei Töchter, 17 Enkel und drei Urenkel erlebt. Ein Sohn starb den Heldentod fürs Vaterland in Frankreich. Vor zwei Jahren war es dem biederen Alten vergönnt, bei dem Besuch der Schlachtfelder an der Ruhestätte seines Sohnes weilen zu können. — Hier fanden bereits sieben Vortragsabende statt, an denen die Aufgaben der Bauernschaft in der Erzeugungs- e schlacht behandelt wurden. Nunmehr sprach in einer vom örtlichen Fachberater' Wilhelm Horst geleiteten, gut besuchten Versammlung der Vorsitzende des hiesigen Obstbauvereins über den Obstbau im Rahmen der Erzeugungsschlacht. Auch von Laubach, Wetterfeld und Gonterskirchen waren Besucher gekommen. — Als Ergebnis der beiden Opfertage für das Winterhilfswerk des VDA. konnten aus unserer Gemeinde 48,28 Mark abgeliefert werden. Kreis Alsfeld. £ Alsfeld, 18. März. In Verbindung mit einer Paffionsandacht gab das Leipziger Solo- Quartett für Kirchengesang, begründet von Professor Röthig, am Mittwoch in der Walpur- giskirche einen Abend für Kirchengesang. Das gut- gewählte Programm brachte im ersten Teil alte Passionslieder, im zweiten Teil Lieder für Ostern. Das feinsinnige Quartett gab die alten Passions- gefänge von Meistern der Vergangenheit (Johannes Krüger, Leo Haßler, Johann Sebastian Bach) prachtvoll wieder. Aus dem zweiten Teile sind besonders zu erwähnen Liederkompositionen von Anton Bruckner, Thomas Selle, 'Lairitz u. a. Den Abschluß des ' Konzertes bildete das ergreifende „Bleibe uns" von ' Luise Reichhardt (1810). Man hörte ein musikalisch < und klanglich in höchster Vollendung stehendes Quartett, begabt mit hervorragenden Stimmitteln, bei dem jeder Akkord ein Wohlklang war. Besonders ' Skien geboren (gestorben 1906); — 1870: der preußische General Paul von Lettow-Vorbeck in Saarlouis geboren; — 1874: der Dichter Börries Freiherr von Münchhausen in Hildesheim geboren; — 1885: der Schweizer Geograph und Astronom Paul Merian tn Basel geboren; — 1921: Volksabstimmung in Oberschlesien. Runösunkprogramm Donnerstag, 21. März. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk, Dolksliedersingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtfchaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittags- konzert. 18: Erinnerungen an Hans Grimm anläßlich feines 60. Geburtstages. Von Theodor Engelmann. 18.20: Bücherfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Wie's einmal war. Tänze aus der guten alten Zeit. 21: Auferstehung des Johann Sebastian Bach. Gedenkstunde in der Bachgruft zu Leipzig. 22: Nachrichten. 22.30: Bachkonzert. 23: Konzert. 24: Deutsche Meister. 0.30 bis 2: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 20. März. Johanneskirche. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Bechtolsheimer. Donnerstag, den 21. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Anthes. Freitag, den 22. März. Petruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende lebhafte Wirbeltätigkeit führt über England und Skandinavien hinweg und bringt diesen Gebieten unfreundliches niederschlagreiches Wetter. Unser Bezirk wird dagegen vorerst nur von den äußersten Tiefdruckausläufern gestreift, verbleibt im wesentlichen aber noch im Einflußbereich des jetzt mit feinem Kern über Polen liegenden Hochdruckgebietes. Aussichten für Donnerstag: Zeitweiliges Aufkommen von Bewölkung, doch im ganzen noch trockenes und freundliches Wetter, morgens vielfach Dunst- ober Nebelbildung, mittags recht warm, östliche und südliche Winde. Aussichten für Freitag: Voraussichtlich wolkiges, aber im wesentlichen noch trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 19. März: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 3,6 Grad; am 20. März: morgens —1,5 Grad. Maximum 13,9 Grad, Minimum — 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. März: abends 6,3 Grad; am 20. März: morgens 3,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,4 Stunden.___________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11 790. Druck und Verlag: Brühi'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. I Nachruf! Am 16. März entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Margarethe Kompf, geb. Müller im 77. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jean Kompf • Familie Otto Kompf Mariechen Bauer. Gießen, den 20. März 1935. Die Beerdigung fand aut Wunsch der Verstorbenen m aller Stille statt. 0U59 Nutzholz-Versteigerung Eiche: Stämme 3. Klasse 55 Stück Nutzscheit, gespalten 10,78 " 6. „ 1 „ „ 1,13 „ F'chle: Stämme la- u. Ib-Kl. 550 St. mit 165,00 fm 2a 2b- 17,00 Stangen 1. Klasse 140, 2. Klasse 130 3. 4. 5. 60 32 8 30 13 4 1 1 2 179,00 60,00 4. 5. 6. 7. 8. 9. 184 „ 44 , 15 „ 6,65 fm 40,00 „ 27,00 „ und 3. Klasse 100 Stück. Kiefer: Stämme 2a- u. 2b-Kl. 270 St. mit 170,00 fm „ 3a- „ 3b- „ 18 „ „ 17,00 „ „ 4a-Klasfe 1 „ „ 0,91 „ Aenderungen vorbehalten. Das Holz ist zur Deckung des Bedarfs von Handwerkern und Selbstverbrauchern bestimmt. Händler usw. sind vom Mitbieten ausgeschlossen. - Zusammenkunft um 9.30 Uhr vormittags in der Etzbach, 300 m oberhalb der Schwalbenmühle. Waldgirmes, den 1,9. März 1935. Der Cemeindefchulze: Jung. 12 rm 10 „ „ in Rollen, 2 m lang Stangen 2. Klaffe 9 Stück, 3. Klaffe 103 Stück. Buche: Stämme 2. Klasse 17 Stück mit Freitag, den 22. März 1935, kommt aus dem Gemeindewald Waldgirmes folgendes Nutzholz zum ?.cFfaufL .. _ 1618D mit 28,00 fm „ 19,00 „ „ 12,00 „ „ 5,69 „ „ 0,95 „ „ 2,43 „ „ 1,43 „ 3a- „ 3b- 4a- „ 4b- j Vermietungen [ 2 Jimmer und Küche sofort zu vermiet. Schrift!. Angeb. unt.01142 an den Gießen. Anzeig. Zum 1. April sonniges, gut möbliert.Zimm. zu vermiet. iC22d Horst-Wessel W.39 II Laden Nähe Universität m Denn. Schr. Angeb. u. 1624D andenGieß.Anz. | Mietgesuche | Werkstatt mit Lagerraum- mögl. Südstadt, nt miet. gesucht. ^chr.Angeb.unt. 1627D and.G.A. [Stellenangebote) Jung., tüchtiger HauMe im Alter von 16 bis 17 Jahren, wf. gesucht. 1615D Lrebigstraße 66. Für 50 Pfg. erhalten Sie schon ein Paket coffeinfreien SANKA KAFFEE den feinen Bohnen» Kaffee aus Bremen. Pfundpreis RM 2.50. In allen guten Geschäften zu haben. Bekanntmachung über die Nachwintersprlhung der Obstbäume. Da mancherorts immer noch Zweifel über die im Einvernehmen mit dem örtlichen Führer im Obstbau derzeit von der Stadtverwaltung Gießen durchgeführte Nachwinterspritzung der Stein- und Kernobstbäume in der Gemarkung Gießen bestehen, wird auf die diesbezügliche Polizeioerordnung vom 2. März 1934, Amtsoerkündigungsblatt Nr. 9 für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen, hingewiesen, die in § 1 und § 2 folgendermaßen lautet: § 1- Zur Bekämpfung von allen pflanzlichen und tie- nschen Schädlingen des Obstbaues sind rechtzeitig alle erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, ins- beiondere sind in der Zeit vom Herbst bis Frühjahr aüe Dbftbäume abzukratzen, zu bürsten und zu reinigen, die Baumkrone sachgemäß zu lichten und von allen dürren Aesten zu befreien. Alle dürren und abgängigen Obstbäume sind zu beseitigen und aus den Obstanlagen zu entfernen. Die ordnunqs- gemafc gereinigten Obstbäume sind einem planmäßi- den Sprihverfahren zu unterwerfen. § 2. Zur Durchführung ober Duldung der Maßnahme des § 1 sind die Besitzer der Obstbäume oder die -?Ä"?sberechttgten bzw. deren Vertreter verpflichtet. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die- lemgen Gartenbesitzer, welche die Spritzung ihrer Obstbäume selbst vornehmen wollen und auch die- semgen, die sich von der städtischen Nachwinter- spoitzung mit Obstbaumkarbolineum ausgeschlossen haben, bis zum 25. März 1935 die vollzogene Obst- baumkarbolineumspritzung ihrer Kern- und Steinobstbäume nachgewiesen haben müssen, widrigenfalls die Spritzung auf Kosten der Obstbaumbesitzer oder Nutznießer von der Stadtverwaltung veranlaßt wird. 1619C Gießen, den 19. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Arbeitsvergebung. Die zur Vollendung der katholischen Kirche in Gießen erforderlichen Zimmerer-, Klempner- und Dachdeckerarbeiten sowie die Vlihschuhanlage und ^urmkreuze sollen vergeben werden. Zeichnungen, Bedingungen und Arbeitsbeschreibung liegen im Katholischen Pfarrhaus, Liebiastraße 28, von Donner5- lag, den 21. März 1935, täglich von 9 bis 12 Ahr, 3ur Einsicht offen, wo auch Vordrucke gegen Erstattung der Kosten erhältlich sind. Die Angebote sind patestens Mittwoch, den 3. Avril 1935, 12 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift verseben omzureichen an den 1620D katholischen Kirchenvorstand Gießen j Zwei perfekte @ro6M-56nelöet die ein wirk! erstklassiges Stück D-'betten und m der Uniform* ?Aneflblrel Erfahrung haben, V1 Avrik gesucht. Schrittl.Angebote unter 1617D an den Greßener Anzeiger. Mahnung. Die Beiträge für den Monat Februar 1935 können noch bis zum 25. März 1935 ohne Kosten bezahlt werden. 1614V Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. Moos, Rechner. Keine Ursprungszeugnisse, wndern nur Zeugnis abschriften dem Bewerbungsschreiben 6eU legen l — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na. men und Anschrift des Bewerbers tragen! Tücht., junger Kaufmann fürkl.Zementw.- Fabr.sof. gesucht, rnögl.fachkundig, mit Führerschein Angebote,vorerst schriftlich, u.Ang. seith.Tätigk.,unt. 01152 Gieß. Anz. Suche 2 junge zürn Erlernen der TORPEDO nur ML 188.- schon für v»a 7.90 monntiieh Alleinverkauf Niederhausen Sßa Bahnhofstraße yßfienüb.Botel Schätz Donnerstag, den 21. März, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Schreibmaschinen, 1 Personenwagen, 3 Chaiselongues, 2 Kühlschränke, 3 Sofas, 5 Schreibtische, i Standuhren, 1 Trumeauspieg., 1 Vertiko, 4 Büfetts, 2 Klaviere, 1 Kredenz, 1 Radioanl.,1 Bolmer, 1 Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eis- ^Ä^rvat.,! Schrankgrammovh., 1 Waschkommode, 1 Warenschr^ 2Grammoph.,lTevvich,lLaden- theke,10Kart.Bestecke,150Tuben ^erdvutz, 100 Thermosflaschen, ?A§5^ftelauetschen, 30 Warmfl., lO Paar Zrmkett., 6 Schoßkaffeemühlen, 1 Bücherschrank. 1,250 Tfinfi Gerichtsvollzieher in Gießen dluU Ludwigstraße 33, Tel.323S. Darieta-ljpoMei von 200 bis 10000 RM. durch Brandenburgische - Darlehenskasse, Bweckssparunternehmen Berlin, Günstige Tarife. MonatsauszahL von 130000 RM. und mehr, on« Agentur Gießen, Löberstraffe 6L Baubranche. 1514y Vonsttdd. Spez.-Fabrik f. d. Bau ^^uoewtein-lndusir.m.reichst. i. Beton- u. Mortel-Mischmasch., Bauauf. MSarllag., Baukranen f. Aus- schachtg. (Kanalis.), a. Bauger. Z^Mtwarenform., Stampf- masch.f.Kunststeine,Gehwegvl. -6ern.entröhr>ustv.,Steinschleif- u.Sagemasch.,Wasch-, Sortier-, -3^Elein. u.^örderanl. usw. w. rübr.besteingef.rrov.-Vertreter jj.es. Ausf Ang.m.prim.Ref.a. Hermann Ulrich, Eßlingen a. U Küche u. Haushalt, auch zum Bedien, d. 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Der Reichsberufswettkampf begann am Montag auch in unserer Stadt mit der. praktischen Durchführung. Die Kaufmännischen Angestellten, die D e n t i st e n und die Friseure konnten den ' Wettbewerb bereits am Montag hinter sich bringen. In außerordentlich starker Zahl, etwa 409 Teilnehmer, waren die männlichen und weiblichen kaufmännischen Angestellten im Wettkampf. Der gestrige Dienstag brachte in verschiedenen Werkstätten und Schulen die weitere Durchführung des Reichsberufswettkampfes. In der Gewerbeschule Jj! Ein Schreinerlehrling im Reichsberufsweltkampf. wurden die Alleinmädchen und H a u sänge st e l l t e n einer Prüfung ihrer Leistungen unterzogen. Neben den theoretischen Aufgaben hatten sich die Mädchen mit praktischen Arbeiten zu beschäftigen und ihr Können zu zeigen. In den verschiedenen Leistungsklassen wurden mehr oder weniger schwierige Handarbeiten verlangt, ferner muhte jedes Mädchen seine Fertigkeit im Kochen zeigen. Im Cafe Leib hatten sich Köche und Kellnerlehrlinge zur Prüfung eingefunden. An der Prüfung beteiligten sich sieben Kochlehrlinge und elf Kellnerlehrlinge, die im Laufe des Vormittags zunächst die theoretische Aufgabe lösten und dann die praktische Arbeit leisteten. Die Köche hatten, je nach ihrer Leistungsklasse, aus den von Geschäftsleuten und Gastwirten zur Verfügung gestellten Lebensrnitteln verschiedene Gerichte, Salate, Suppen, Gemüse, Braten usw. herzustellen und appetitlich auf Platten zu bringen. Die Kommission, die die Arbeiten prüfte, konnte sich, von einigen Ausnahmen abgesehen, sehr lobend über die Leistungen der Köche aussprechen. Die Kellner hatten Tische und eine Festtafel zu decken und dann sachgemäß aufzutragen. Auch hier wurde ansprechend gearbeitet. Im Rahmen dieses Wettbewerbes hielt der Kreis- fachgruppenwalter des Gaststättengewerbes in der Deutschen Arbeitsfront, Herr Mühl, eine kurze Ansprache, in der er die Leistungen heroorhob, die hier vom Nachwuchs des Gaststätten-Gewerdes gezeigt wurden. Gerade im Gastsiättengewerbe, so führte er u. a. aus, müsse man dahin kommen, als Repräsentant des Berufes dem Gast zu zeigen, was dem Beruf zur Ehre gereichen könne. Nachdem Herr Mühl allen, die zur Durchführung des Wett- bewerbs tatkräftig beitrugen, gedankt hatte, hielt der stellvertretende Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront in Gießen, Pg. Hahn eine Ansprache von grundsätzlicher Bedeutung über den Sinn d e s Reichsberufswettkamp- f e s. Das Wesen einer Weltanschauung sei es, so führte er u. a. aus, daß sie nicht nur einige Gebiete des Lebens erfasse, sondern zu allen Erscheinungen des Lebens Stellung nehme, vor allem ein neues Verhältnis schaffe zwischen Staat, Wirtschaft und jedem einzelnen Volksgenossen. Jede Tat solle unter dem Grundsatz der Ehre erfolgen. Insbesondere unser Volk müsse darüber im klaren fein, welche große Bedeutung die Ehre für seinen Bestand habe. Ein Volk ohne Ehre werde im Kreis der Völker nicht bestehen können. Der einzelne Volksgenosse werde nach seiner Leistung bewertet, die Leistung aber nach dem Ausmaß des Dienstes an Volk und Vaterland, der durch sie erfüllt werde. Der Reichsberufswettkampf solle der Welt zeigen, daß wir jetzt mit ganz anderen Waffen die Neugestaltung unseres Volkes vornehmen, als es früher der Fall war. Die Jugend solle im Reichsberufswettkampf zeigen, was fie zu leisten vermöge, sie solle zeigen, daß sie zu ihrem Beruf in einem lebendigen Verhältnis stehe und ihn nicht gewählt habe lediglich um materialistischer Interessen willen, wie es in früheren Jahren der Fall gewesen sein mag. Wenn wir das Volk der Dichter und Denker und I Bei den Friseuren: Der Dienst am Kunden. I 1 - Reichsberufswettkampf der Schreiner: Schreinermeister Beil, Gießen (Zweiter von rechts), gibt dem Lehrling die Aufgabe bekannt. In Uniform der Leiter der zusätzlichen Berufsichulung für die Schreiner Schreinermeister Becker, Treis. Links: Schreinermeister Fey, Klein-Linden. — das Volk der Qualitätsarbeiter fein wollten, dürfe der wirtschaftliche Gesichtspunkt nicht der allein ausschlaggebende sein. Jede Arbeit solle Dienst am Werk für unsere Nation sein. Von unserem Schaffen solle die Zukunft kommender Geschlechter getragen werden. Neben der praktischen und politischen Erziehung solle die Leistungserziehung Platz greifen. Der Tüchtigste solle an der Stelle stehen, an die er seiner Leistung entsprechend gehöre. Der Reichsberufswettkampf solle der Welt zeigen, daß wir gerüstet sind mit inneren Werten, die wir in jedes Menschen Herz und in jede Seele hineinlegen wollen. Die Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Im Verlaufe des Tages wurden in verschiedenen Werkstätten 30 Lehrlinge der Fahrrad-, Näh- maschinen-undKraftfahrzeugbranche geprüft, die sich neben der Erledigung der theoretischen Aufgaben der Herstellung eines Werkstückes zu befleißigen hatten, das Präzisionsarbeit verlangte und von jedem einzelnen alle Aufmerksam» feit und Sorgfalt forderte. Die Schreinerlehr» l i n g e fanden sich in der Turnhalle am Oswalds- garten ein und stellten dort ihr Können unter Beweis. Der Reichsberufswettkampf wird im Verlaufs dieser Woche in vielen anderen Berufsgruppen fortgesetzt. lieber jede Fachgruppe im einzelnen zu berichten, ist aus technischen Gründen leider nicht möglich. Aus der provinzialhaupistadi. Das Erinnerungsbuch. Von E £. Stoltenberg. In dieser Zeit, wo der Sinn für die Familie wieder so lebendig geworden ist, sollte man vor allem seinen Kindern möglichst viel aus ihrer Kindheit und Jugendzeit übermitteln, was sie sonst vergessen, obwohl es in ihrem Dasein so wichtig war. Die liebende Mutter wird manches in ihrem Gedächtnis aufbewahren oder vielmehr, sie „behält es in ihrem Herzen". Aber weiß denn jede Mutter, ob es ihr vergönnt ist, all das Schöne der ersten Kindheitsjahre ihrem Kind selbst zu erzählen? Als ich verlobt war — mein Mann war früh mutterlos geworden —, wie entbehrte ich es da, daß mir seine Mutter nicht von ihm erzählen konnte! Viel übermittelt heute das Buch mit den Lichtbildern, das jetzt die meisten Menschen besitzen. Es ist ja nicht mehr wie früher, wo man sich' nur alle paar Jahre, feist zurechtgemacht, photographieren ließ! Aber trotzdem fehlt noch manches. Nicht jedem ist es gegeben, ein Tagebuch zu führen, teils aus Mangel an Zeit, teils weil die Fähigkeit fehlt, sich auszudrücken, teils aus Bequemlichkeit, gerade wie sich viele auch gern norm Briefschreiben drücken. Wie wertvoll ist da ein Erinnerungsbuch, sozusagen ein Tagebuch in Bildern, von der Mutter angelegt, das für das Kind all das aufbewahren soll, was sonst vielleicht verloren ginge. Jedes Kind wird es mit besonderer Freude betrachten. Wie soll nun so ein Erinnerungsbuch aussehen? Ich nahm ein hübsch eingebundenes Buch (ein dickes Heft) mit weißen Blättern und klebte als erstes unsere Vermählungsanzeige hinein, mit einem Bild der Kirche, in der wir getraut wurden. Ms zweites kommt das Bild des Hauses, in dem unsere erste Wohnung sich befand. Da wir inzwischen nach einer anderen Stadt gezogen sind, ist es besonders wichtig für das Kind. Dann kommt in meinem Büchlein die Geburtsanzeige unseres Mädels mit einem Bild des Hauses, in dem sie geboren ist, einer Klinik. Dann eine Photographie der Kirche, in der sie getauft wurde. Es folgt ein Bild ihres Kinderwagens, in dem sie, wie sie jetzt den Geister- und Feenmärchen des Leopoldstädter Theaters ergötzt habe", so denkt wohl jeder zu allererst an das Traumspiel. Eigenart und den poetischen Reiz des Schauspiels ausmacht, ist von Grillparzer mit außerordentlicher dichterischer Feinheit gestaltet: es ist nicht nur eine theatralisch ungemein wirkungsvolle Einkleidung, dazu die Voraussetzung für die so überraschende wie befreiende Lösung, welche schon bei der ersten Aufführung den stürmischen Erfolg entschied-, man muß verfolgen, mit welcher Sicherheit, welcher hellsichtigen Erkenntnis der psychologischen Wesenheiten des Traumes Grillparzer die Doppelhandeinander verwoben hat: der Traum ist hier die vollkommene Spiegelung der realen Welt und des wachen Lebens; er wird in feinen Motiven und Erscheinungsformen durchaus von der Wirklichkeit her genährt und gestaltet. Er ist in dem abenteuerlichen, verwirrenden und am Ende den Träumer hoffnungslos und tödlich verstrickenden Ablauf seiner Geschehnisse ebenso charakteristisch wie in der instinkthaften Getriedenheit des Träumenden und im Traume bald willenlos, bald impulsiv Han- sich geradezu sinnfällig aufdrängen, jedermann deutlich geworden sein, welche mephistophelische Rolle dem schwarzen Sklaven Zanga als dem Verführer und Begleiter Rustans auf seiner abenteuerlichen Wettfahrt zugeteilt ist * Das Traum-Motiv, das in erster Linie die Gießener Gtadttheater. Franz Grillparzer: „Der Traum, ein Leben?' Wir haben hier schon lange keinen Klassiker — und noch länger keinen Grillparzer — mehr auf der Bühne gesehen. Nun haben wir einen, und delnden. * Der Traum ist ferner vollkommene Wunscherfüllung, denn der Gang der Ereignisse entspricht genau der Richtung von Rustans Willen, geheimer Sehnsucht und für den kommenden Morgen geplantem Abenteuerzug. Auch jene Gestalten, die aus der Sphäre der Lebenden das Traumbild bevölkern, entsprechen in Wesen und Tun durchaus ihren wirklichen Vorbildern; es ist sehr fein beobachtet, wie etwa Zangas Rolle im Traume sich zuspitzt, übersteigert und am Ende verhängnisvoll demaskiert; und ebenso bezeichnend ist es, wie einzelne Figuren der Handlung im Traum ineinander übergehen, wie die Erscheinungen der Mirza und der Gülnare sich überschneiden, wie Kaleb und der Derwisch, Massud und der König von Samarkand, Osmin und der Mann vom Felsen gemeinsame Züge aufweisen Endlich gibt die Einkleidung, der schnelle, vortreibende, trochäische Rhythmus der knappen Verse und die stürmisch, verwirrend und überraschend abrollende Handlung dem Stück einen hinreißend theatralischen Schwung. Dieses Spiel ist nicht nur märchenhaft, sondern auch in hohem Grade dramatisch, abenteuerlich, innerlich bewegt und wahrhaft spannend. Die Ereignisse überstürzen sich wie in der schnellen Silberfolge eines Films ... ober eben wie im Traum: ber König auf ber Flucht vor ber Schlange; Rustans Fehlschuß; bie unverhoffte Rettung; der Mann vom Felsen; ber dem vermeintlichen Schon 1817 war der erste Akt des „Spektakelstückes" vollendet, aber Schreyvogel, der zunächst von dem Projekt begeistert war, fand später keinen Gefallen mehr daran, und Grillparzer ließ die Arbeit an dem „Mondkalb" dann lange liegen, zumal ein Wiener Schauspieler, dem die wichtige Rolle des Zanga zugedacht war, sich weigerte, als Mohr aufzutreten. Erst zwölf Jahre spater nahm Grillparzer bie Arbeit roieber auf. Das Hauptmotiv stammt aus einer französischen Quelle, aus ber Traumerzählung „Le blanc et le noir“ von Voltaire; auch Lope be Vega ist nicht ohne Einfluß geblieben, unb schon burch bie Ähnlichkeit bes Namens wirb man an Calberons Schauspiel „Das Leben ein Traum" erinnert, mit besten Uebersetzung Grillparzer sich früher befaßt hatte, währenb sein eigenes Werk bie Umkehrung unb bas Gegenstück zum Drama bes Spaniers barstellt. * Man hat ben „Traum, ein Leben" auch bet) österreichischen „Peer Gynt" genannt, unb es ist in ber Tat naheliegenb unb nicht schwierig, Parallelen zu Ibsens Träumer- unb Weltfahrer-Geschichte wie auch Zu unserm „Faust" zu finben unb zu verfolgen. Das Abenteurer-Motiv weist in ber österreichischen unb in ber norwegischen Fassung manche verwanbten Züge auf; auch bestehen gewisse Aehnlichkeiten zwischen Solveig unb Mirza, deren Gestalt durch das strahlendere Bild ber Gülnare stellenweise Derberft ober verschleiert wirb; freilich hat die beglückende, entspannende und be- ireiende Lösung bei Grillparzer nichts mit dem hoffnungslosen Zu spät! des alt und müde heimkehrenden Peer Gynt gemein. Hinwiederum wird es schon vor dem vierten Akt, wo die Anklänge zwar jenes zarteste, romantischste und dichterischste Schauspiel des Wieners, „dramatisches Märchen in vier Aufzügen", wie Grillparzer selber es nannte: fast genau vor hundert Jahren, am 4. Oktober 1834, ist es im Burgtheater mit stürmischem Erfolg zum ersten Male aufgeführt worden. Drei Jahre zuvor war die Niederschrift beendet; aber die Entstehung des Werkes geht in die früheste Cll ut_, _____rr_.v____ Zeit Grillparzers zurück. Wenn er selber einmal. [unq geführt unb Wirklichkeit unb Vorstellung mit- im Tagebuch schreibt: „Meinen eigenen Arbeiten^ • ” * * merkt man an, baß ich in ber Kinbheit mich an Retter roinfenbe Lohn von ber Hanb Gülnares; ber Kampf auf ber Brücke; bas verhängnisvolle Jn- bizium bes Dolches; ber jähe Umschwung bann: von Sieg unb Ruhm, von wachsenber Macht unb nahem Liebesglück in bie zweibeutig-gefährliche Lage eines Verbächtigen unb bes Morbes Angeklagten; bie Erscheinung ber Hexe mit bem Giftbecher; bie Erscheinung Kalebs; bas verschleierte Hereinbringen ber Wirklichkeit in bas Traumbilb; Flucht unb Verfolgung; bie bämonische Rolle Zangas — bies alles löst sich mit ber für ben Träumer wie für ben Zuschauer befreienben Erkenntnis, mit einem tiefen Aufatmen gleichsam: „Eine Nacht! Unb war ein Leben ... Eine Nacht. Es war ein Traum .. So ist bem träumenben Rustan nicht nur bie Erfüllung seiner Wünsche, seiner Sehnsucht nach Erlebnis, Abenteuer, Ruhm unb Macht unb lockenbem Trugbilb ber Ferne beschieben, sonbern auch Heilung unb Verwanblung, Befreiung vom bösen Dämon feines Daseins unb innere Bereitschaft für ein nahes unb bestänbiges Glück — in ber über Nacht gewonnenen Gewißheit: „... Eines nur ist Glück hinieden, Eins: bes Innern stiller Frieben Unb bie schulbbefreite Brust! Unb bie Größe ist gefährlich, Unb ber Ruhm ein leeres Spiel; Was er gibt, finb nicht'ge Schatten, Was er nimmt, es ist so viel! ..." * Die Aufführung bes Schauspiels erforbert eine leichte unb sichere Hanb, bie ben technischen Apparat unb bie räumlichen Gesetzmäßigkeiten ber Bühne mühelos beherrscht unb übersichtlich verwaltet; auch ein empfinbliches Gefühl für bie bichterifche Eigenart unb die szenische Besonderheit ber vier Akte. Transparenz ber Vorgänge im Spielfeld —: das ist wohl, mit einem Stichwort, der Darstellungsstil, der hier gefordert wirb. Es finb eine Anzahl von Schwierigkeiten zu überroinben, bie in ber Mechanik bes Theaterapparats begrünbet finb: mit ihrer Uebermmbung werben aber zugleich alle Elemente bes Traumspieles frei unb fühlbar, welche bie Aufgabe einer solchen Inszenierung bankbar unb loh- nenb machen. Herr Löser führte Regie; es gelang ihm vor allem, bie Uebergänge zwischen ber Rahmenhanb- lung unb ben Mittelakten so herauszubringen, baß bie Verbinbungslinien in einem angemessenen Verhältnis gleicherweise sichtbar unb badei boch verschleiert würben. Zwischen einem lyrischen Auftakt unb einem ebenso melobramatisch-gebämpft verklin- genben Abgesang steigerten sich bie Vorgänge in einer farbigen, märchenhaft-bewegten unb stellenweise phantastischen Wiebergabe zu einem entschie- benen Höhepunkt im brüten Auszüge. Ob es empfehlenswert ist, bie Rollen ber Mirza unb ber Gülnare, bes Massud unb bes Königs, wie es gelegentlich geschieht unb auch hier geschah, jeweils in einer Hanb zu vereinigen, scheint uns zweifelhaft; trotz ben oben angebeuteten Uebereinftimmun» gen würben wir eine Verteilung biefer Rollen auf vier Darsteller vorgezogen haben. Die szenische Ausstattung besorgte Herr Löfs» l e r: ihm gelang besonbers bie Gestaltung bes zweiten unb bes brüten Bilbes — in ber bunten, exotischen Phantastik einer Szenerie aus „Tausend- unbeiner Nacht" — mit überzeugenber Stimmungskraft. Im ersten Silbe würbe u. E. bie Entfaltung bes Spieles gewinnen, wenn Massubs Hütte ein wenig mehr zur Mitte gerückt würbe. (Was bie Schlange, im nächsten Akt, angeht, so bleibt sie, auch bühnenmäßig gesehen, immer ein gefährliches Abenteuer unb beschwört Erinnerungen an bas Weihnachtsmärchen herauf.) Herr Keim unterstützte, besonbers wirkungsvoll im brüten 'Silbe, ben sinnlichen Einbruck bes Spiels burch wechselnbe Lichteffekte. * Herr Quabfliea gab ben Rustan. Er hat hier enblich einmal eine seinem Fach unb seinem Darstellungsstil entsprechenbe, große unb bankbare Rolls gesunben; er gab den Rustan zwar mit allen Zügen bes jungen Helben, aber boch auch mit bem lyrischen Beiklang, ben bie Figur erforbert, unb war überbies, nicht ohne Glück, um eine psychologische Akzentuierung ber zwischen Traum unb Wachen schwebenben Hanblung bemüht. Eine ber glänzenbsten unb lorfenbften Aufgaben für ben reifen Darsteller, ber nicht in äußeren Effekten stecken bleibt, ist bie Rolle bes Zanga: ihn spielte Herr Neuhaus aus bem Vollen, mit ber körperlichen Beweglichkeit, bie er braucht, mit bem bombastisch beschwörenden und verführenden Pathos (Vorsicht vor organischer Ueberfteigerung!), mit der intellektuellen Wendigkeit, die an Schillers Mohren von Tunis erinnert, und auch mit ben bämonischen Zügen, welche diesen Dunkelmann gegen Enbe so unheimlich aus seiner realen Sphäre herausheben. * Herr Kühne gab ben Massub unb ben König mit einer milben unb maßvollen Abgeklärtheit unb jener über ben Dingen stehenben Würbe, bie bem Atter unb bem Staube beiber Gestalten zukommt. Fräulein W i e l a n b e r war eine zärtlich liebende, sich sorgende unb anschmiegsame Mirza; ihre Gülnare hätte fid) für unser Empfinben nicht nur in ber äußeren Erscheinung ein wenig mehr abheben unb bilanzieren bürfen. Von ben übrigen seien von Frau S t i r l, bie bi« Hexenszene sehr sicher unb angenehm bewältigte, unb Herr Di et en als Karkhan genannt. — ♦ Das Publikum folgte mit angespannter Aufmerksamkeit unb fpcnbctc lebhaften Beifall. hth. heutigen Anzeigenteil wird auf den am il in Gießen stattfindenden Pserdemarkt und Im Handels- und Gewervebank Gießen Mattern einen macht hat, erstattete Direktor Arnold den nossenschaftlichen Verwaltung und dergrund gestellt Grundsätze der Selbsthilfe, Selbst- Selbstoerantwortung in den Vorwürden. Jung wiedergewählt. Zum Schluß hielt Direktor Vortrag über Am gestrigen Dienstagabend hielt die Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen „Kampf dem Krebs!" Diese Parole muß der Bevölkerung eingehämmert werden. In alle Volksschichten muß diese Aufklärung getragen werden. Ueberall mahnt bereits Bild- und Schriftmaterial eindringlich. Als besonders wirksam hat sich eine -neue Art der Aufklärung erwiesen: die Schauspielkunst. Das pädagogisch-hygienische Iweckdrama „Zu spät" (Tragödie eines Arztes) leistet hierin gründliche Aufklärungsarbeit in allgemeinverständlicher Art. An Schauspieler und Verfasser sind bei Bearbeitung dieses Stoffes keine leichten Aufgaben gestellt, denn schonungslos und ohne Prüderie muß die Wahrheit gesagt werden, und Mahnung und Warnung müssen eindringlich im Vordergrund stehen, ohne aufdringlich zu wirken. Bei dem „Zu spät" sind die ernsten Probleme, die das Stück aufrollt, in eine leicht verständliche und gefühlsmäßig packende Handlung eingekleidet worden. ** Frühlingsanfang. Am morgigen . 21. März um 14.18 Uhr mitteleuropäischer Zeit überschreitet die Sonne in dem am Himmel gedachten Gradnetz den Aequator von der südlichen zur nördlichen Seite. Sie tritt damit in das Tierkrcis- zeichen des Widders, und der astronomische Frühling beginnt mit diesem Moment, während man in der Metorologie schon den ganzen März zum Frühjahr rechnet. Astronomisch zeichnet sich die Tag- und Nachtgleiche — wie schon ihr Name sagt — dadurch aus, daß auf der ganzen Erde Tag und Nacht fast genau gleich lang sind. Erinnert sei an die Tatsache, daß an diesem Tage zur Mittagszeit ein Beobachter am Aequator die Sonne genau im Scheitelpunkt hat, fein Schatten also buchstäblich „zu seinen Füßen" fällt, während ein Beobachter am Südpol die Sonne jetzt zum letzten Mal vor der einhalbjährigen, dann dort beginnenden Nacht sehen würde, umgekehrt ein Polarreisender am Nordpol sie zum ersten Mal nach der langen Winternacht wieder Über den Horizont auftauchen sähe und das Tagesgestirn ihm nun ununterbrochen ein halbes Hahr leuchten würde. ♦* Einheitliche Lehrgelder an der Hebammenlehranstalt in Mainz. Wie der Reichsstatthalter in Hessen mitteilt, fallen mit sofortiger Wirkung die in der Bekanntmachung vom 7. Dezember 1932 für nichthessische Hebammenschülerinnen und Wochenpflegeschülerinnen festgesetzten besonderen Lehrgelder weg. Es haben sonach mir noch die für hessische Hebammen- und Wochenpflegeschülerinnen gültigen Lehrgelder in Ansatz zu kommen. Gründung der HerdbuchzüOter-Organisationen in Oberheffen Gestern fand hier unter dem Vorsitz des Direktors des Tierzuchtamtes Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, im Beisein von Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider von der Landesbauern- schaft Hessen-Nassau, Frankfurt a. M. und Kreis- bauernführer D ö r r s ch u ck - Gießen die G r u n - dungsversammlung der Herdbuchzüchter-Organisationen in der Provinz Oberhessen statt. Neugebildet wurden der Fleckviehzuchtvereln und der Verein für Rotvieh Oberhessen; der Schafzuchtverein Oberhessen; die Fachgruppe Ziegen (Oberhessen) und der Schweinezuchtverein für das weiße Edelschwein und das veredelte Landschwein. Zu Beginn der nacheinander im Hotel Hopfeld abgehaltenen Versammlungen sprach vor zahlreichen oberhessischen Züchtern der Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider über grundsätzliche Fragen der Tierzucht und deren systematische und zentrale Erfassung, um nach der Wehrfreiheit auch die N a h r U n g s f r e i h e i t unseres Volkes zu erreichen. Die grundsätzlich neuen Wege werden durch die zu gründenden Herdbuchgesellschaften beschritten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde und rentable Tierzucht ist die Anpassung der Tierbestände an die wirtschaftseigene Futtergrundlage. Wo diese nicht ausreicht, müssen im Interesse des Fortschrittes der Zucht die Viehbestände entsprechend redu- Schauspielkunst im Dienste der Volksgesundung „3u spät", ein Aufklärungsdrama im Kampf gegen den Krebs. „Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen und ' ihre Auswirkungen auf das Kreditgewerbe". Er' ging aus von dem großen Erfolg der Arbeitsschlacht, der in erster Linie auf die staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Es gelte aber, in Zukunft den gewaltigen Antrieb, den die Wirtschaft durch die Maßnahmen der Regierung erhalten hat, durch die Wirtschaft selber fortzutragen. Dem privaten Unternehmungsgeist sind aber noch immer außerordentliche Fesseln angelegt. Der Mangel an Kapital, das völlige Darniederliegen des Welthandels, das Fehlen unserer Devisenreserven bilden starke Hindernisse. Die Reichsregierung mußte daher zu außerordentlichen Maßnahmen schreiten. Es kam zu der Erklärung eines Moratoriums für den Transfer des langfristigen Schuldendienstes, zu besonderen Zahlungsabkommen mit den Gläubigerländern, zur Devisenbewirtschaftung, zur Kontrolle des Außenhandels, der allmählich ein reines Kompensationsgeschäft geworden ist, zur Einrichtung von Ueberwachungsstellen, zur Regelung des Warenverkehrs, zur Mobilisierung aller inländischen Rohstoffquellen und der Preisüberwachung. Der Vortragende behandelte dann die den Banken zugewiesenen Aufgaben und verbreitete sich eingehend über Zweck und Auswirkungen des Reichsgesetzes für das Kreditwesen. Das Gesetz hält sich von allen Verstaatlichungstendenzen fern, es hält jedoch eine einheitliche Kontrolle der Geschäftsführung sämtlicher Kreditinstitute für notwendig, um der nationalsozialistischen Wirtschafts- auffassung im Kreditgewerbe Geltung zu verschaffen. Die Kreditgenossenschaften begrüßten das Gesetz besonders deshalb, weil der Inhalt mit den alten Grundsätzen der deutschen Genossenschaftsbewegung im Einklang stehe und die erprobten ge- Z. April in Gießen stattfindenden Pserdemarkt und auf die gleichzeitig stattfindende Frühjahrsmesse — Schau- und Derkehrsmesse — hingewiesen. Für die Pferdeprämiierung sind — so schreibt uns die Stadtverwaltung — namhafte Beträge vorgesehen. Anmeldungen zur Prämiierung sind bis Freitag, 29. März, 10 Uhr, an die Bürgermeisterei Gießen, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18, zu richten; dort sind Prämiierungspläne und Anmeldekarten erhältlich. Vorausschauend ist zu sagen, daß der beliebte Gießener Pferdemarkt und die seit Jahren sehr gut eingeführte Schau- und Verkaufs- messe bei der gesamten Bevölkerung Gießens und der näheren und weiteren Umgebung wieder starken Anklang finden werden. Zur Schau- und Verkaufs- messe sind zahlreiche neuartige Fahrgeschäfte, wie Achterbahn, Zeppelin, Geisterbahn, Schaugeschäfte, wie Hippodrom, Kesselfahrer, Rote Mühle, Anatomisches Museum und andere, außerdem Verkaufs- stände aller Art zu erwarten. (Siehe heutige An- unter Leitung ihres Aufsichtsratsvorsitzenden, Amtsgerichtsrat Gros, ihre 76. ordentliche Generalversammlung ab. Nach kurzen einleitenden Betrachtungen über die allgemeine wirtschaftliche Lage, in denen der Vorsitzende die erfreuliche Feststellung machen konnte, daß die Belebung der gesamten Wirtschaft unter der starken staatlichen Förderung im vergangenen Jahre beachtliche Fortschritte ge- dcige.) Feuermelder und Hydrant merken! Es besteht Veranlassung, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, daß es für jeden Einwohner von größter Wichtigkeit ist, sich den Platz des nächsten Feuermelders und den Standort des nächsten Hydranten genau einzuprägen, damit im Falle eines Brandausbruches die Alarmierung der Feuerwache in der schnellsten Weise erfolgen kann. Die genaue Ortskenntnis der Feuersicherheitseinrichtungen liegt vor allem im eigensten Interesse der Einwohner, denen mancherlei Nachteil und Schaden erspart wird, wenn in Brandfällen die Feuerwache in der schnellstmöglichen Zeit herbeigerufen werden kann. Außerdem ist es dringend erforderlich daß die durch den Feuermelder alarmierende Person bei dem Feuermelder stehen bleibt, um der an- rücfenben Feuerwehr genau Bescheid zu sagen, wo sich die Brandstelle und die besten Zugangswege befinden, damit Zeitverlust vermieden werden kann. Lehrkurse zur Wühlmausbekämpfung. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau läßt durch einen erfahrenen Wühlmausfänger Kurse zur Bekämpfung der Wühlmäuse durchführen. Die Teilnahme an diesen Kursen ist kostenlos. An folgenden Orten kommen u. a. Kurse zur Durchführung: Am 25. März in Launsbach (Kreis Wetzlar), 26. März in Alsfeld, 27. März in Saubad) (Kreis Schotten), 28. März in Schotten, 29. März in Nidda, 30. März in Büdingen, 1. April in Stammheim (Kreis Friedberg). Die Kurse beginnen allgemein um 8 Uhr. Nähere Auskünfte erteilen die Vorsitzenden der Obstbauvereine in den Kursusorten, sowie die zuständigen Obstbaubeamten. Weiter werden in den Zeitungen entsprechende Veröffentlichungen erfolgen. vornolizen. — T a g e s k a l e n d e r für M i t t w o ch. NSLB. Gießen-Land: 15.30 Uhr Tagung der Fachschaft Volksschule im Hotel Köhler. — Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr: „Der Traum ein Leben". — Lichtspielhaus, Seltersweg: „Peer Gynt". — Oberhessi- scher Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr: III. Jahresausstellung. — Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung der dramatischen Dichtung: „Der Traum ein Leben" von Franz Grillparzer; Spielleitung Karl Löser. Ende 22.15 Uhr. Straße 23 aus. Die sofort alarmierte und schnellstens herbeigeeilte Feuerwache legte den Brandherd frei und löschte dann den brennenden Balken durch kurze Wassergabe. Nach gut einhalbstündiger Arbeit konnte jede Gefahr als beseitigt angesehen werden und die Feuerwache in das Depot wieder zurückkehren. ** Die Gemeindegruppe des Evangelischen Männerwerks hielt dieser Taae ihre Jahresversammlung ab. Aus dem vom Schriftführer des Vereins, O. D e i b e l, erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß auch im letzten Jahre eine rege Tätigkeit innerhalb der Gemeindegruppe entfaltet wurde. Die Zahl der Mitglieder beträgt 133, durch Tod find 6 ausgeschieden. Nach dem vom Rechner M. Zschunke vorgetragenen Rechenschaftsbericht betrugen die Einnahmen im Berichtsjahr 520,32 RM., die Ausgaben 334,23 RM. Die Zahl der Mitglieder der Sterbekasse betrug Ende 1934 195. Vereinnahmt wurden in der Sterbekasse 718,30 RM., verausgäbt 420,00 RM. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielt Vikar W e ck e r l i n g einen interessanten Vortrag über „Die kirchliche Lage", an den sich eine eingehende Aussprache anschloß. ** Die Polizei Verordnung über die Nachwinterspritzung der Obstbäume wird in einer Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil allen Obstbaumbesitzern in Erinnerung gebracht. Nach dieser Vorschrift sind bie ordnungsgemäß gereinigten Obstbäume einem planmäßigen Spritzverfahren zu unterwerfen. Die Obstbaumbesitzer seien auf die wichtige Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Arbeitsvergebung. Der Katholische Kirchenvorstand schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Zimmerer-, Klempner- und Dachdeckerarbeiten sowie die Lieferung der Blltz- schutzanlage und Turmkreuze aus. Interessenten eien besonders darauf hingewiesen. ** Dünger aus der städtischen Klaranlage. In unserem gestrigen Anzeigenteil hat die Bürgermeisterei die Abgabe des hochwertigen Planzendüngers „Biohum" aus der Kläranlage der Stadt Gießen angekündigt. Landwirte und Gartenbauer seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. , ** Ein Balkenbrand brach heute früh gegen 5.45 Uhr in einer Wohnung im Hause Frankfurter als geplagtes Schulkind meint, ganz paradiesische Zeiten verlebte. Dann kommen: Spielecke, Sandkiste, die ersten Spielkameraden, immer mit kurzen erklärenden Unterschriften. Ein Bild der Kirche, in der sie zum Kindergottesdienst geht, und ein Bild der Schule folgen. Bei dem letzten ist noch ein Bildchen von ihr mit dem Schulranzen und ein Zeitungsausschnitt über die „Anmeldung der schulpflichtigen Kinder". Aufnahmen unseres jetzigen Wohnhauses und ihres neuen Zimmerchens folgen: das Bettchen, der neue Schulpult, Spielsachen, die sie besonders liebt. Und so soll es weitergehen: neue Schulen, Konfirmationskirche usw. Es läßt sich auch beliebig ausdehnen: Krankheitsbilder, Arbeitsstätte des Vaters, wobei Lichtbilder, Postkarten, Zeitungsausschnitte, Rechnungen, Briese und so fort verwendet werden. Schön ist es natürlich, wenn man auch Bilder vom Wohnhaus der Großeltern hat, vom Geburtshaus des Vaters und der Mutter. Das erwachsene Kind, die angehende Braut oder der sich selbständigmachende Sohn werden von solch einem Buch noch stärker beeindruckt werden, und sie werden es wieder mit ganz anderen Augen ansehen, als sie es als Kind getan haben. Und wie lebendig ist dann dadurch der Zusammenhalt einer Elternstufe mit der anderen! Später mögen sie es selber weiterführen, und es wird dann für den Enkel ein wertvoller Schatz sein, der ihm neben Stammbaum und Ahnentafel das erlebte Leben seiner Familie nahebringt. „Und wird dies Buch von einem vollen Leben Zuletzt doch nur ein schöner Auszug eben, Und wieviel Holdes auf den Seiten steht Don Lied und Freundschaft, sonnenhellen Tagen: Was unsichtbar dazwischen geht, Ist köstlicher, als was die Blätter sagen. ' 1 (Morste.) Der Frühjahrspferdemarkt in Gießen. für Ni e d er un g s oi e h: Obmann Gutspächter Lorberg (Wickstadt); Stellvertreter Hugo Väth (Bcmernheim). Betrat: Oberamtmann I ü n g e r i ch (Oppelshausen). Nach der Verlesung der Satzungen setzte eine rege Aussprache ein, in der u. a. von Stein (Stumpertenrod) der Wunsch vorgebracht wurde, den Tierzüchter am Ot bei Körangebegenheiten und Bullenkäufen im Gemeinderat anzuhören. Wie Dr. Wagner sagte, wird durch das neue Körgesetz bestimmt, daß der Orts-Obmann der Tierzucht der Körkom- mission angehören muß. Für den Schafzuchtoerei n Ober Hessen wurde Oberwalter Büchsenschütz (Lich) zum Obmann, Gutspächter Schudt, (Mittel-Gründau) zum Stellvertreter, Inspektor Heine (Eisenbach) und Karl Brücke! (Lang-Göns) als Beiräte vor- geschlagen. Nach einer Aussprache über die Frage der Vereinheitlichung der Schafzucht im Landeszuchtgebiet wurde der Beschluß gefaßt, daß als anerkannte Zuchtrichtung für Oberhessen das deutsche chwarzköpfige Fleischschaf bestimmt wird. Züchtern les Württemberger Schafes ist eine Frist von fünf Jahren gegeben, in der sie ihre Herden umstellen können. Nach dem Reichskörungsgesetz müssen auch die Privattiere gekört werden. Durch Einführung der Leistungsprüfung, wobei nicht nur die Wüchstg- keit des Lammes, sondren auch die Bedeutung als Wollträger berücksichtigt wird, werden Stammzuchten geschaffen. Für die Fachgruppe Ziegen, Oberhessen, wurden oorgeschlagen: als Obmann Karl Phi' l i p p IV.-Steinberg bei Gießen (Tierzuchtamt Gießen); Stellvertreter: Oberreallehrer Ringshausen, Friedberg; als Beirat: Balth. Philipp III., Steinberg, Hch. Mün st e r, Hattenrod, Direktor Schönheit, Lauterbach, Direktor Dr. Lehr, Alsfeld, Dav. Vollmöller, Lauterbach; Karl Seibert, Bannerod; Ludwig S ch a r ch II., Windhausen; O. Köhler, Ober-Breidenbach; Polizeidiener Mögt, Echzell; Dr. Zöller, Nidda; Ludwig Schwalb, Schotten, Heinrich G ö r g HL, Nieder-Florstadt, Gg. Zimmer, Niederweisel. Wie Dr. Wagner von der Landesbauernschaft Frankfurt a. M. ausführte, ist die Fachgruppe Ziegen eingegliedert in die Reichsfachgruppe Ziegen, die eine Säule des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter darstellt. Neben der Versteigerung der Vatertiere soll versucht werden, auch weibliche Tiere auf dem Wege der Versteigerung abzusetzen. Bestellungen von Böcken von auswärts dürfen nicht mehr angenommen werden. Bekanntlich ist Oberhessen Ueberschußgebiet an guter Ware. Böcke-Dersteige- rungen sind u. a. vorgesehen am 5. August in Hungen für die Kreise Gießen, Friedberg und Büdingen; am 6. August in Alsfeld für Alsfeld und Lauterbach, am 2. September in Nidda und am 4. September eine Zentral-Bockversteigerung für ganz Oberhessen in Gießen. Dafür muß ein gutes Angebot vorhanden sein, damit Käufer von außerhalb gewonnen werden können. Bei der Ziege, die keine kombinierte, sondern nur die Milch-Leistung aufzuweisen hat, muß die Milchleistungsprüfung durchgeführt werden. Es wird bei der Auswahl der Tiere streng auf hohe Milchleistungen, bei der Aufnahme in die Organisation auf Höchstleistung geachtet werden. In der Aussprache brachten die Friedberger Züchter den Wunsch nach einem Markt im südlichen Oberhessen vor. In einem Beschluß wurde das Einverständnis für den Absatz der Böcke durch die Versteigerung und den Verkauf der weiblichen Tiere durch die vom Beirat bestimmten Personen festgelegt. Der Beitrag beträgt nun 1,20 Mark. Dafür erfolgt die Körung und Jungviehaufnahme kostenlos. Die Milchkontrolle kostet 1,— Mark pro Ziege. Gemeinden zahlen einen Mindestbeitrag von 10 Mark. Eingangs der regen Aussprache dankte Direktor Dr. Wagner, Gießen, dem verdienten Förderer der Ziegenzucht in Oberhessen, Wilhelm Fenchel, Oberhörgern, der für diese Zucht wertvollste Pionierarbeit geleistet hat. Für den S ch w e i n e z u ch t v e r e i n für das weiße Edelschwein und das veredelte Landschwein wurden Gutspächter Koch, Aulendiebach, als Obmann, Karl L u h, Lang-Göns, als Stellvertreter, Lehrer Meyer, Lauterbach, Kurt E u r i ch, Hutz- darf, Gg. Jakobi, Bernsbura^ und Gutspächter Brück mann, Neuhof, als Beisitzer vorgeschla- gen. Der Beitrag beträgt je 2 Mark und je 2 Mark für die eingetragene Sau, dafür fallen die Kör- gebühren fort. Die Eberversteigerungen werden an die Bullenversteigerungen angehängt. Die erste Versteigerung findet am 21. März in Butzbach statt. Für Anfang Oktober ist eine zentrale Eberversteigerung in Gießen vorgesehen. Für Alsfeld wurde für März/April, Oktober/November eine Versteigerung . gewünscht. Der vom Vorsitzenden als Senior der : Schweinezüchter in Oberhessen und wohl in ganz i Deutschland begrüßte Oekonomierat Hofmann- Hof-Güll gab aus seiner reichen Erfahrung wertvolle Anregungen. Der Eberferkelverkauf ist verboten, jeder Züchter soll von selbst grundsätzlich den Eberferkelverkauf unterlassen. Es muß ange» strebt werden, eine bodenständige Zucht zu erreichen. Die zur Versteigerung zugelassenen Eber müssen über ein Mindestalter von sechs Monaten oer« । fügen. Dieses Stück, das durchaus geeignet ist, den Ernst der heimtückischen Krankheit eindringlich vor Augen zu führen, gleich aber auch wichtige Winke zu ihrer Bekämpfung zu geben, wird morgen, Donnerstag, 21. März, um 20 Uhr, im Saale des Cafe Leib, Gießen, Walttorsiraße, auf Veranlassung der NSV. und der Sozialversicherungsträger im Einvernehmen mit dem Reichs- ministerium für Volksaufklärung und Propaganda zur Aufführung gelangen. Der dringende Wunsch, diesen bedeutsamen Zweig des allumfassenden Wirkens der Regierung durch den Besuch der Vorstellungen unterstützt zu sehen, sollte sich um so eher erfüllen, als die Mitarbeit ja vor allem auch Fürsorge für sich selbst und für bie eigene Familie ist. Erwähnt sei noch, daß vor der Aufführung Herr Professor Dr. v. Jaschke einen kurzen, aufklärenden Vortrag hält. Geschäftsbericht für das Jahr 1934. Die allgemeine Geschäftsbelebung kommt auch in den Umsatzziffern der Bilanz zum Ausdruck. Der Gesamtumsatz stieg von RM. 78 000 000 auf RM. 89 000 000, erfuhr also eine Steigerung von 14 v. H. gegenüber dem Vorjahre. Die Bilanzsumme belief sich auf RM. 3 002 056,94. Die Spareinlagen und Depositen betrugen RM. 2103 069,87, die eigenen Mittel der Bank RM. 690 881,81. Im Kreditgeschäft konnte alle berechtigten Kreditwünsche, soweit es sich um Betriebskredite handelte, befriedigt werden. Handwerk und Gewerbe wurden bei der Uebernahme behördlicher Aufträge, besonders auch der Bauaufträge, durch umfangreiche Zwischenfinanzierungen unterstützt. Ausgeliehen waren RM. 2 012 659,62, die sich auf 675 Kreditnehmer verteilten. Davon entfielen 454 Kredite auf Beträge unter RM. 2000. Die Kredite sind also breit gelagert und gesund verteilt. Im Wechseldiskontgeschäft wurden 6797 Wechsel im Gesamtbetrag von RM. 2 236 528,21 angekauft. Der Kassebestand am 31. Dezember betrug RM. 46 099,54, Postscheck- und Reichsbankguthaben RM. 67 857,28, Bankguthaben RM. 110 714,94, eigene Effekten RM. 77 847,65, Wechselbestand RM. 338 201,35, Beteiligungen RM. 15 000, Avale und Kautionen RM. 372 963,20, Giroverbindlichkeiten RM. 86 134,68. Die Zahlungsbereitschaft war günstig. Die flüssigen Mittel beliefen sich einschließlich Warenwechsel und lombardfähiger Wertpapiere auf RM. 696 397,32 und decken die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 103 v. H., die gesamten Verbindlichkeiten mit 30,5 v. H. Der Mitgliederbestand betrug 1138 mit 1312 Anteilen. Der Reingewinn bezifferte sich nach Vornahme erforderlicher Rückstellungen auf RM. 25 736,79 und gestattet die Verteilung einer Dividende von wiederum 4 v. H. Die gesetzliche Reserve wurde durch Zuweisung von RM. 4776 auf RM. 175 000 gebracht, RM. 2195,35 werden auf neue Rechnung vorgetragen. Das laufende bester Leistungen eine Anzahl nicht den Vovschristeü entsprechender Tiere ans Messer geliefert werden müsse. Hierbei gehe Gemeinnutz vor Eigennutz und die Sache vor dem Eigeninteresse des Züchters. So hart die Maßnahmen sind, so wird doch Disziplin gefordert, einmal in bezug auf die Unterlassung des reien Verkaufes und dann auch hinsichtlich der Organisation. Wer beim freien Verkauf an getroffen wird, bekommt die Ohrmarke des Bullen entzogen, -o daß sein Tier dadurch nicht mehr körfähig ist. wer jetzt die Organisation verläßt und später wieder beitreten will, muß 50 *RTXl. Eintrittsgeld bezahlen. Zahlenmäßige Beweise sprechen dafür, daß bei den Versteigerungen bessere Preise erzielt werden, die ogar über denen der Prämienmärkte stehen. Spitzen- :iere werden immer auch Spitzen preise erzielen. Bedarf ist immer vorhanden. Zum Obmann, vorbehaltlich der Bestätigung durch den Landesbauernführer, wurden im Einvernehmen mit den Kreisbauernschaften in Vorschlag gebracht: für Fleckvieh: Ed. S ch a r ch (Windhausen); Stellvertreter: Bürgermeister Müller (Ober-Hörgern). Beirat: Herrn. I h r i n g jun. (Lich), Stabsleiter Langlitz (Alsfeld), Hch. R o d e m e r VI. (Angersbach), Wilhelm Euler I. (Maar), Direktor Schönheit (Lauterbach), Jak. Hch. Heinz (Niederweisel), Hch. Krausmüller (Schwa- benrod), Karl Stein (Elpenrod), Gustav Waas (Bingenheim); für Rotvieh : Obmann Theodor C e l l a r i u s (Schotten), Stellvertreter: Herrn. Velten II. (Göbelnrod); Beirat: Altbürgermeister Deubel (Rudingshain), Hch. Harbach VIII. (Grohen- Buseck), Verwalter Mann (Selgenhof); Geschäftsjahr hat sich gut angelassen, die Verwaltung hofft auch in diesem Jahre trotz der weiteren Verringerung der Zinsspanne auf ein befriedigendes Ergebnis. Bei den Ersatzwahlen zum Aufsichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Rudolf Blum, Otto Faber, Franz Gros und Fritz 3iert werden. Der Frage der Vatertiere kommt besonders Bedeutung zu. Nach dem in Vorbereitung befindlichen Reichskörgefetz werden nur Datertiere (Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine) nachgewiesener Abstammung und Leistung angekört und zur Versteigerung zugelassen. Der freie Verkauf dieser Tiere ist ab 1. April nicht mehr gestattet. Der Absatz erfolgt nur noch auf den Versteigerungen der Landesbauernschaft. Nur in dringenden Fällen kann das Tierzuchtamt auf Antrag Ausnahmen gestatten. Diese Maßnahmen sind notwendig zur Erzielung besserer Preise und vor allem, um die Landeszucht auf einen höheren Stand zu führen. In jeder Tierzucht ist nur noch ein Verein gleicher Iuchtrichtung zugelassen. Die bisherigen kreisvereine und deren Vermögen find dem neuen Verein zuzuführen. Die Geschäftsführung übernimmt das Tierzuchtamt. Die Beitragsfrage regelt der Landesverband. Nachdem die bisherigen Zuschüsse des Staates in Fortfall kommen, muß die neue Organisation sich selbst tragen. Als erste Gründung erfolgte die des Fleckviehzuchtvereins und ldes Vereins für Notvieh. Tierzuchtdirektor Dr. Wagner führte hierzu u. a. noch aus, daß durch die Auswahl der Bullen nachweisbarer Abstammung und Das Recht im täglichen Leben ausgedehnt würde. bat, der DO* der der 9 durch nrneh. ag ge. der der mit Ge- verschwinden. Die Belange der BergleichsglaUbiger werden gestützt durch folgende neue Bestimmungen: 1. M i n d e st s ä tz e : Dem aus Zahlungsunfähigkeit oder Ueberfchuldung sich ergebenden Konkursverfahren kann ein Schuldner entgehen, wenn er Eröffnung des Vergleichsverfahrens bei Gericht beantragt und hierbei einen Mindestsatz von 35 v. H. seinen Vergleichsgläubigern anbietet, vorausgesetzt, daß die Zahlungsfrist von der Bestätigung des Vergleichs ab nicht mehr als ein Jahr beträgt: bei einer Zahlungsfrist von einem Jahr bis zu 18 Monaten sind ' mindestens 40 v. H. anzubieten: soweit ein Betrag länger als eineinhalb Jahre gestundet werden soll, muß er 40 v. 5). der Forde- wagen gewöhnt ist, so hat er besonders vorsichtig zu sein und gegebenenfalls Kraftfahrern besondere Zeichen zu geben. Denn jetzt haben sich dre Pferde m großen und ganzen auch in abgelegenen Gegenden'an den Kraftfahrzeugverkehr gewöhnt, so daß der Kraftwagenführer im allgemeinen nicht mehr mit einem Scheuen der Pferde zu rechnen braucht. Der Bauer genügt seiner Sorgfaltspflicht auch nicht schon dadurch, daß er z. B. für eine Herde einen ihm als zuverlässig bekannten Hüter bestellt. Er muß ihn auch in seiner Tätigkeit überwachen. Zu den Haustieren im engeren Sinne gehören also nicht Luxuspferd, Luxushund, aber auch nicht das gezähmte Reh, Eichhörnchen, Dohle, Elster, der Papagei. Richten solche Tiere Schaden an, so kann sich der Eigentümer nicht darauf berufen, daß er ausreichende Sorgfalt bei Unterbringung und Wartung angewendet habe. Er haftet für den Schaden unbedingt. Stößt z. B. das gezähmte Reh ein kleines Kind um, so daß es zu Schaden kommt und Arztkosten entstehen, so haftet der Eigentümer. Ganz oder teilweise frei werden von der Haftung kann der Eigentümer oder, wie man hier sagt, der Halter des Tieres nur, wenn er nachweisen kann, daß der Geschädigte den Schaden selbst mit ver- schuldet hat. Dies ist z. B. anzunehmen, wenn jemand trotz Warnung vor dem bissigen Hunde den Hof betreten hat und von dem Hunde gebissen wird. Bienen gelten nicht als Haustiere. Der Beweis der erfüllten Sorgfaltspflicht befreit also nicht von der Haftung für Schaden, den sie anrichten. Und das ist gar nicht so selten, wie man annehmen möchte, sei es, daß ein Schwarm einem Menschen Schaden tut oder ein Pferd zum Scheuen und rl W1 amt Oie« ppHI. Lehr, th; Sari Dem Schutze des Schuldners gegen unnötige Härten dienen folgende Bestimmungen: 1. Offenbarungseid: Bisher mußte der Schuldner auf Verlangen eines einzigen, am Ver- Ist die Teilnahme am Landjahr eine erzwingbare pflicht? Oie neue Vergleichsordnung Don Dr. jur. Karl Ruckeishausen, Gießen, gerichtl. beeid. Wirischastssachverständiger. fördert werden. . , . . Weitere Befürchtungen bestehen dann, daß bte Oas Besihrechi an eingebauten Sachen. Was geschieht mit den Sachen, die der Mieter einbauen ließ? Immer wieder steht diese Frage zur Erörterung, wenn ein Mieter aus seiner Wohnung auszieht. Mancherlei Aenderungen hat er während seiner Mietzeit in den Räumen vornehmen lassen; er hat Waschbecken anbringen lassen, einen alten Ofen durch einen neuen ersetzt usw. Und wenn der Mieter auszieht, entstehen häufig zwischen ihm und dem Hauswirt Zweifel darüber, was ter Mieter wieder entfernen lassen muß bzw. was er mit» irlus u 11. Übel Trotzen« ich) zum künbau) isenbach) :äte vor- ie Frage Landes- j als an« i deutsche Züchtern von fünf umstellen ssen auch nsührung Wüchsig- ltung als Stamm« spachter 'Bath ine rege (Shim« •en Tier» Bullen« r. Wag« «stimmt, Körkom« sein würde. Was heißt das? Zug- und Zuchtpferd, Milch- und Zuchtkuh, Wachhund dienen natürlich der Erwerbstätigkeit und dem Unterhalt, nicht aber das Luxuspferd, der Schoßhund. Auch ein Jagdhund gehört nur hierher, wenn die Ausübung der Jagd zu Berufszwecken erfolgt. Und das wird beim Landwirt im allgemeinen nicht der Fall fein. Der Erwerbstätigkeit dient natürlich auch ausgezogenes Schlacht- WN); tt«f)ör« Stabs» «r VI. Direktor Heinz Schwa- Waas rigen Stand zu setzen." In solchen Fällen ist es aber ratsam, wenn Mieter dem Aufwand an Kosten, den er bei Beseitigung der Anlagen machen muß, den Wert dieser Dinge und ihre anderweitige Verwendungsmöglichkeit gegenübcrstellt. Oft lohnt es sich bann nicht, die Anlagen entfernen zu lassen. macht er sich schadenersatzpflichtig. Oft werden die Mieträume beim berechtigten Entfernen von Dingen in Mitleidenschaft gezogen. Für diesen Fall wird der §258 des Bürgerlichen Gesetzbuches wirksam: „Wer berechtigt ist, von einer Sache, die er einem anderen herauszugeben u** eine Einrichtung wegzunehmen, hat im Falle Wegnahme die Sache auf seine Kosten in den 'ei den -n, die Wn« Be- lichkeiten so vollständig angegeben habe, als er dazu imstande sei. Künftig wird das Gericht auf Antrag des Dergleichsverwalters oder eines Vergleichsgläubigers von Amts wegen dem Schuldner einen Eid gleichen Inhalts nur dann auferlegen, wenn es dies zur Herbeiführung wahrheitsgemäßer Angaben für notwendig hält. 2. Vertagung des Vergleichstermins: Rach den bisherigen Vorschriften konnte auf Antrag einer der gesetzlich vorgesehenen Glaubiger- mehrheiten eine Vertagung gewährt werden, wenn zu erwarten war, daß der neue Termin zu einem Vergleich führen werde. Nunmehr muß außer, dem die Vertagung auf Antrag des Schuldners erfolgen, wenn sich bei der Abstimmung nur eine der beiden Gläubigermehrheiten ergibt. Abschließend darf noch gesagt werden, daß die neue Vergleichsordnung eine gesteigerte Klarheit und Straffreiheit in der Durchführung des Vergleichsverfahrens aufweist und hierdurch eine Erhöhung der Garantien für Angemessenheit des Schuldnervorschlags, wie für Erfüllung des Vergleichs bietet. Die Pfändung von Forderungen eines Grbhofbauern. Die Gläubiger hatten wegen ihrer Geldforderung die Pfändung und Ueberweisung der Forderungen des Schuldners gegen eine Bank und eine Sparkasse sowie gegen den Milchhos erwirkt. Aus die Erinnerung des Schuldners hatte das Amtsgericht den Beschluß aufgehoben. Das zuständige Landgericht hat jedoch auf die sofortige Beschwerde der Gläubiger den ersten Beschluß wiederhergestellt (Beschluß des Landgerichts Bochum vom 18. Oktober 1934). Zur Begründung führte das erkennende Gericht folgendes aus: Wenn auch die angeblichen Forde- Möglichkeit wäre dem Bauern genommen, wenn im Wege einer über den Wortlaut des § 38 hinausgehenden Auslegung der Vollstreckungsschutz über die im Gesetz bestimmten Grenzen hinaus äusser w a l t e r bestellt, der im wesentlichen die glei- 1 eben Rechte und Pflichten hat wie der vorläufige Verwalter des Vorverfahrens. Dieser muß eine geschäftskundige Person sein: daher darf er auch nur in Au^nahmefällen auf Kosten des Schuldners durch einen Sachverständigen das Unternehmen und seine Buchführung prüfen lassen. Er soll vielmehr hierzu selbst in der Lage sein, um auf Grund eigner Verantwortung seine Entschließungen treffen -u können. Don den Gläubigern und dem Schuldner muß der Vergleicßsverwalter unabhängig sein. 5. Ueberwachung der Vergleichserfüllung: Von großer Bedeutung ist die Zulassung eines Nachverfahrens, das mit der Bestätigung des Vergleichs einfetzt. Hierbei ist zwischen zwei Arten der gesetzlichen Regelung zu unterscheiden, nämlich der Fortsetzung des Vergleichsverfahrens über die Bestätigung hinaus einerseits und der im Vergleich selbst verankerten Ueberwachung des Schuldners anderseits. Im ersten tfaUe sieht das Gericht selbst trotz Bestätigung des Vergleichs von der Aufhebung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens ab; Voraussetzung hierfür ist, daß die Aushebung des Verfahrens dem gemeinsamen Interesse der Vergleichsgläubiger widersprechen wurde. Der Vergleichsverwalter bleibt alsdann in feinem 2imt, hat die Erfüllung des Vergleichs zu überwachen und hat das Gericht gegebenenfalls davon ln Kenntnis zu setzen, daß die Erfüllung des Vergleichs nicht möglich ist, worauf dieses von Amts wegen über die Eröffnung des Konkurses entscheidet. Im zweiten Falle ist bereits im Vergleichsvorschlag vorgesehen, daß nach Bestätigung des Vergleichs und Aufhebung des Verfahrens eine ober mehrere genau bezeichnete Personen als Sachwalter den Schuldner und seine Erfüllungsmaßnahmen zu überwachen haben. Solcher Sachwalter kann identisch sein mit dem Vergleichsoerwalter, muß es aber nicht. Ihm kann auch zum Schutze der Gläubiger Vermögen des Schuldners übertragen werden, insbesondere kann auf seinen Namen eine Hypothek zur Sicherung der Gläubigerrechte eingetragen werden. Stürzen bringt. Gegen Schadenersatzansprüche, die sich gegen den Bauern als Tierhalter richten, kann er .sich also in manchen Fällen auch nicht dadurch schützen, daß er größtmöglichste Sorgfalt in der Verwahrung, Be. aufsichtigung und Leitung der Tiere anroenbet. Hier kann nur der Abschluß einer Haftpflichtversicherung helfen, die auch im übrigen zu empfehlen ist. Denn aus kleinem Anlaß können Schaden entstehen, die die wirtschaftliche Kraft des Bauern außerordentlich schwächen, ja ihn wirtschaftlich zugrunde richten können. Man braucht nur daran zu denken, daß ein unbeaufsichtigter Hund in einen vollbesetzten Kraftwagen hineinläuft und einen Unfall verursacht, der Schaden an Leib und Leben für die Insassen mit sich bringt. Bauer und Gorgfalispflicht von Landgerichisrat Or. jur. Zrih Thier. Pflicht sei. Auch über den Wert des Landjahres kann man irrige Auffassungen antreffen. Manche sehen darin, daß die Ausgewählten erst ein Jahr später in das Berufsleben eintreten, einen Nachteil für das Fortkommen. Diese Auffassung ist deswegen unrichtig, weil nach den bestehenden Bestimmungen die wm Landjahr Einberufenen später besonders gefördert werden sollen und ihnen bevorzugt Lehrstellen zu vermitteln sind. Auch sind bereits in Einzelfallen Befürchtungen, daß eine in diesem Jahr zugesagte Lehrstelle im nächsten Jahr verloren sei, dadurch beseitigt worden, daß Lehrherren auf behördliche Anfrage hin zugesichert haben, im nächsten Jahr ohne besondere Prüfung den Landjahrpflichtigen auf dem Lehrplatz einzustellen. Die Bereitwilligkeit hierzu war um so größer, als die Landjahrpflichtigen durch das Landjahr geistig und körperlich erheblich ge- Nach dem Gesetz ist der Bauer verpflichtet, den Schaden zu ersetzen, den die Tiere anrichten, die er sich hält. Das gilt für jeden Schaden, der an Leib und Leben eines Menschen oder auch an Sachen angerichtet wird. Tiere, die oft unberechenbar sind, können teils durch triebhaftes, nicht vorherzusehendes Verhalten, teils auch durch die Kraft, die sie entfalten können, recht gefährlich werden. Das Gesetz steht auf dem Standpunkt, daß derjenige der Tiere zu seinem Nutzen oder Vergnügen hält, auch für den Schaden aufzukommen hat, den diese Tiere schließlich einmal anrichten. Gar nicht notwendig ist dabei, daß den Halter des Tieres selbst irgendein Verschulten trifft. Doch macht das Gesetz dabei einen sehr wichtigen Unterschied zwischen Haustieren und anderen Tieren. Nun, Haustiere sind die zahmen Tiere, die vom Menschen zu seinem Nutzen in der Hauswirtschaft gehalten zu werden pflegen, so Pferd, Esel, Rind, Schaf, Ziege, Schwein, Hund, Katze, Geflügel. Für Schäden, die durch solche Haustiere angerichtet werden, haftet der Bauer dann nicht, wenn das Tier dem Berufe, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Bauern zu dienen bestimmt ist und er bei Beaufsichtigung des Tieres die nötige Sorgfalt beobachtet hat, oder wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden rungen übersteigen. 2. Vorverfahren: Bisher begannen die Auswirkungen des Vergleichsverfahrens mit dessen Eröffnung, während in der Zeitspanne zwischen dem Antrag auf Eröffnung des Verfahrens und solcher Eröffnung selbst der Schuldner noch nicht durch gesetzliche Bestimmungen beengt war; er bediente sich hierbei meist nur auf Grund rein privaten Uebereinkommens eines Vergleichsvorbereiters, der bei Eröffnung des Verfahrens häufig zur gerichtlichen Vertrauensperson bestellt wurde. Künftig hat das Gericht sofort nach Eingang des Antrags auf Eröffnung einen vorläufigen Verwalter ZU' bestellen, der insbesondere die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung, sowie die Ausgaben für die Lebensführung des Schuldners und feiner Familie zu überwachen hat. Der Schwebezustand zwischen Antrag und Eröffnung, der meist ein bis zwei Monate und manchmal auch erheblich länger währte, hat auch insofern sein Ende gefunden, als das Gericht schon während dieser Zeit Sicherungsmaßnahmen treffen, vor allem auch Verfügungsbeschränkungen dem Schuldner auferlegen kann, um eine den Gläubigern nachteilige Veränderung in der Vermögenslage des Schuldners zu verhüten. Schließlich kann das Vergleichsgericht auch schon vor Eröffnung auf Antrag des vorläufigen Verwalters einstweilige Einstellung von Vollstreckungsmaßnahmen anordnen, während dem Schuldner bisher keine Vorschriften wirkungsvoller Abwehr von Gläubigern, die sich rasch noch vor Eröffnung des Verfahrens Sonderoorteile sichern wollten, zur Seite standen. 3. Ablehnungsgründe: Künftig muß das Gericht die Eröffnung des Vergleichsverfahrens auch ablehnen, wenn innerhalb der letzten 5 Jahre ein Konkurs- oder Vergleichsverfahren gegenüber dem Schuldner stattgefunden hat, oder wenn dieser währenddem den Offenbarungseid geleistet hat. Das Gleiche gilt, wenn der Vergleichsvorschlag der Vermögenslage des Schuldners nicht entspricht, indem dieser zuviel oder zuwenig bietet, ober wenn im Falle der Fortführung des Unternehmens seine Erhaltung durch den Vergleich offenbar nicht zu erwarten ist; in beiden letzteren Fällen ist das Gutachten der amtlichen Berufsvertretung — bet Kaufleuten Industrie- und Handelskammer — nunmehr von entscheidender Bedeutung. 4. Mit der Eröffnung wird ein Vergleichs- rungen sämtlich aus Milchlieferungen herrühren, so fehlt es doch im Reichserbhofgesetz an einem hinreichenden Anhalt für die Annahme, daß der Ersatz- wert in Geld der auf dem Erbhof gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse ganz allgemein dem Dollstreckungsschutz des § 38 Absatz 2 des Reichs- erbhofgefetzes unterliegt. Nach § 38 Absatz 2 des Reichserbhosgssetzes kann wegen einer Geldforderung nur in die auf dem Erbhof gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse selbst nicht vollstreckt werden. Hätte der Gesetzgeber diese Schutzbestimmungen auch auf die Forderungen aus dem Verkauf der Erzeugnisse erstrecken wollen, so wäre zweifellos eine entsprechende Bestreichung in das Gesetz ausgenommen worden. Ausdrücklich wird in § 9 des Reichserbhofgesetzes nur e i n wichtiger Ersatzwert des Erbhofs, nämlich die Forderung aus den für Hof und Zubehör eingegangenen Versicherungen, als zum Erbhof gehörig erklärt und damit dem Vollstreckungsschutz aus § 38 des Reichserbhofgesetzes unterstellt. Zwar soll bei Zweifelsfragen in der Anwendung des Reichserbhofgesetzes so entschieden werden, wie es den in den Einleitungsworten dargelegten Grundsätzen entspricht. Wenn Sinn und Zweck des Gesetzes aber dahin gehen, dem Bauern den Erbhof selbst, also Grundstücke und Zubehör, zu erhalten und vor Ueberschuldung zu bewahren, so liegt es auch im Interesse des Erbhofes, daß die immer noch unerläßlichen Voraussetzungen für den Betrieb und die Bewirtschaftung gegeben sind, nämlich, daß der Bauer in gewissem Umfang kreditfähig und in der Lage bleibt, seine in einem landwirtschaftlichen Betriebe nicht vermeidbaren Verbindlichkeiten zu erfüllen. Diese nehmen darf. Grundsätzlich ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch der Mieter berechtigt, die Dinge, mit denen er die Räume ausgeftättet hat, wegzunehmen. Wenn also der Mieter einen neuen Ofen anstelle des alten gesetzt hat, so kann er bei seinem Auszug diesen Ofen mitnehmen. Alle diese Dinge, die der Mieter zusätzlich in der Wohnung anbringen ließ, darf er grundsätzlich wieder herausnehmen. Es muß aber genau beachtet werden, ob die angebrachten Sachen nicht etwa „wesentlicher Bestandteil" der Wohnung geworden sind. Damit ändert sich nämlich die Rechtslage. §93 des Bür- gerlichen Gesetzbuches sagt: „Bestandteile einer Sache (also hier der Räume), die voneinander nicht getrennt werden können, ohne daß der eine ober der andere zerstört ober in seinem Wesen verändert wird" sind als „wesentlicher Bestandteil" anzusehen. Sv hat z. B. das Oberlandesgericht Breslau in einem Urteil vom 20. August 1934 entschieden, daß eine Schaufensteranlage, die der Mieter eines Ladens machen ließ, wesentlicher Bestandteil ist. Das Reichsgericht hat wiederholt festgestellt (u. a. unter dem Aktenzeichen V 331/32), daß Badeeinrichtun- gen als wesentlicher Bestandteil anzusehen sind, und solche Einrichtungen der Räume werden Eigentum des Vermieters der Wohnung. Allgemein ist aber anerkannt, daß der Mieter grundsätzlich den- noch ein Recht zur Wegnahme besitzt. Unter gewissen Umständen aber darf das Weg- nahmerecht nicht ausgeübt werden. So kann z. B. im Mietvertrag ausgemacht werden, daß der Mieter fein Recht hat, angebrachte Sachen zu entfernen, wenn er auszieht. Hierbei muß aber beachtet werden, daß nur Die Einrichtungen davon betroffen werden, deren Wegnahme mit einer Beschädigung der Räume verbunden ist. So entschied bas Amtsgericht Berlin-Mitte, daß Defen, die transportiert werden können, sowie Badewannen, Glühbirnen einer Lichtanlage und das Schaltbrett von dem vertraglichen Wegnahmeverbvt ausgenommen sind. Dagegen dürfen, wenn im Mietvertrag das Wegnahmerecht des Mieters ausgeschlossen ist, eingebaute Sicherheitsschlösser, Lichtleitungen, Steck'- dosen und Lichtschalter nicht entfernt werden. Wichtig ist auch, festzuhalten, daß immer dann der Mieter die angebrachten Einrichtungen nicht wegnehmen darf, wenn es feststeht, daß die Dinge nach ihrer Entfernung für den Mieter keinen Wert mehr haben und die Entfernung selbst dem Ver- Mieter schabet. Also: wenn ber Mieter eigentlich nur aus „Schikane" hantelt. So bestimmt der § 226 bes Bürgerlichen Gesetzbuches: „Die Ausübung eines Rechts ist unzulässig, wenn sie nur ben Zweck haben kann, einem anberen Schaden zuzufügen." Und wenn ber Mieter bem ungeachtet boch z. B. Lichtanlagen, die er legen ließ, herausreißt, so Auswahl eines Kinbes für bas Lanbjahr bas Ansehen ber Familie beeinträchtige, weil angenommen wird, daß das Landjahr nur von Kindern besucht werden solle, die in ihrem Werte unter dem Durchschnitt ständen. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Nach den Bestimmungen sollen nur solche Kinder ausgebildet werden, die eine gute Veranlagung mitbringen. Durch das Landjahr sollen nicht Kinder, die unter dem Durchschnitt stehen, auf den Durchschnittsstand gebracht werden, sondern sollen Kinder von guter Veranlagung über den Durchschnitt hinaus gefördert werden. In der Mehrzahl ber Fälle, wo bie Eltern die Freigabe eines Kindes beantragen, liegen bie Gründe in wirtschaftlichen Bedenken. Entweder wollen die Eltern die Arbeitskraft des Kindes in ben Dienst der eigenen Wirtschaft stellen, oder sie wollen möglichst bald das Kind selbst in Verdienst bringen. Es wird nicht verkannt, daß in solchen Fällen Opfer mit ber Einberufung zum Landjahr verbunden sind. Die Opfer sind aber gering im Ver- gleich zu den Opfern, bie früher durch bie Einberufung zum Heeresbienst ben Pflichtigen auferlegt würben. Dies ergibt sich allein schon baraus, daß cs sich bei ben Heerespflichtigen um Männer handelte, die zumeist bereits die höchsten Lohnsätze erreicht hatten, und baß ber Heeresbienst regelmäßig zwei Jahre dauerte, bas Lanbjahr bagegen nur acht Monate. Auch hanbelt es sich hier weniger um Opfer für die Allgemeinheit, als um Opfer für die bessere Erziehung und bas bessere Fort- kommen des Kindes. Schließlich ist nicht bie Entlastung zu vergessen, bie bie Eltern badurch erfahren, daß ihnen der Unterhalt bes Kinbes für die Dauer des Landjahres abgenommen wird. Zwar wird eine Ausstattung der Einberufenen mit Wäsche verlangt. In den Fällen jedoch, wo die Eltern zur Beschaffung dieser Ausstattung nicht in der Lage sind, hilft hier die NS.-Dolkswohlfahrt oder die öffentliche Fürsorge. Es besteht kein Zweifel, daß die heute noch gegenüber bem Landjahr vorgebrachten Bedenken bald verschwunden sein werden, wenn die Einberufenen den Eltern ihre eigenen Eindrücke übermitteln und diesen dadurch der Wert des Landjahres ersichtlich wird. Dann werden die beteiligten Kreise die kleinen von ihnen verlangten Opfer als überreichlich gelohnt erkennen. arbeit 6 unö ?: Tk> wtn n9 bes «r dr. Hl« Wn, ist. ’äfet tittg. Schaden an, so kann sich also der Bauer von der Haftung durch den Nachweis befreien, daß er bei Führung ber Aufsicht bie ersorberliche Sorgfalt angewenbet hat. Diese Sorgfaltspflicht verletzt er z. B., wenn er ein als bissig bekanntes Pferd ohne Beißkorb im Zuge gehen läßt, wenn er beim Führen eines Stieres nicht die üblichen Sicherheitsmaßnahmen anroenbet, wenn er einen ihm als gefährlich bekannten Jungstier auf freier Weibe laufen läßt, einen bissigen Hunb bei unverschlossenem Hoftor nicht an die Kette legt. Unter Umständen muß er von der Verwendung eines bissigen ober als Schläger bekannten Pferdes in belebterer Gegend völlig absehen. Eine störrische ober scheue Kuh muß er auf bem Transport abblenben. So mußte ein Bauer für den Schaden aufkommen, den sein Pferd einem im Stalle daneben stehenden Gastpferd durch Schlagen beigebracht hatte, weil er fein Pferd so lang angebunden hatte, daß es in die Stallgasse zurücktreten und nach dem anderen Pferd schlagen konnte. Ein anderer hatte ein junges, an Bahnhosslärm nicht gewöhntes Tier am Wagen angesträngt unbeaufsichtigt stehen lassen. Er mußte für den Schaden aufkommen, den das durch den Bahnhofslärm scheugewordene Tier beim Durchgehen anrichtete. Der Bauer verletzt seine Sorgfaltspflicht aber auch, wenn er friedfertige Tiere aus einer dem Kraftfahrzeugverkehr dienenden Landstraße unbeaufsichtigt Herumlaufen läßt. Er hat also im allgemeinen nicht nur den Schaden, wenn ihm ein Tier auf der Landstraße getötet wird, sondern er muß unter Umständen auch noch den Schaden ersetzen, der an dem Kraftfahrzeug und seinen Insassen infolge unberechenbaren Verhaltens der Tiere entsteht, sofern nicht den Kraftfahrer selbst irgendein Verschulden trifft. Bringt ber Bauer ein Pferd auf bie Landstraße, bas noch nicht an Kraft- ; Polizei« bba; Lud' örg N, jeifel. Wie ft Frank- I pe Ziep liegen, w Kleintier- rung der iliche Tiere en. Beste!' nicht mehr vberhessen versteige- Sluguft in 3 und Bu- lsfeld und a und am lerung ur , ein «Utes von außer« Ziege, die tch-Leistunü 11511^1/ r “i eifiunfl X* di-FE Mkt ;tu6 würd' »öde --'blich-" . P-chirr" 20 Ä* Mark Pr0 fern ’n Oilh-^ Zucht ' ÄfJ* | r ««‘Ätt I I»1 " en »« i ” erft« ■ ? * lt«IL fiol 1> ohrflt oi« i i trr | * Nicht selten ist bie Meinung anzutreffen, daß die Teilnahme am Landjahr für die zum Landjahr Ausgewählten freiwillig sei. Wenn die Behörde nicht dem Wunsche auf Freistellung eines Ausgewählten nachkomme, stehe es den Eltern immer noch frei, die Kinder zurückzuhalten und bie Entsendung zu verweigern. Diese Meinung wird daraus gefolgert, daß nicht alle geeigneten Kinder zum Lanbjahr einberufen werden. Sie ist aber irrig. Durch das Gesetz über das Landjahr vom 29. April 1934, veröffentlicht in der Preußischen Gesetzsammlung, Seite 243, ist im § 1 bestimmt: . „Zur Teilnahme am Lanbjahr sind alle Kinder verpflichtet, die die Schule nach Erfüllung der gesetzlichen Schulpflicht verlassen und zum Landjahr einberufen werden." Hiernach ist die Teilnahme am Landjahr genau so Pflicht, wie früher die allgemeine Wehrpflicht. Die Pflicht zur Teilnahme am Landjahr kann daher auch mit denselben Zwangsmitteln durchgesetzt werden, wie früher die Wehrpflicht (Zwangsstellung). Gerade so wenig wie früher die Freilassung der Ueberzähligen von der Wehrpflicht ober die Freistellung von Einberufenen auf begründeten Antrag die Folgerung zuließ, daß es sich bei dem Heeresdienst um eine freiwillige Leistung handele, genau so wenig begründen die genannten Verhältnisse beim Landjahr die Folgerung, daß die Teilnahme nicht Am 1 April 1935 tritt die neue Vergleichsorb- nung (vom 26. Februar 1935) in Kraft, wahrend das am 5. Juli 1927 ergangene Gesetz über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses, auch kurz Vergleichsordnung genannt, gleichzeitig außer Kraft tritt". Als Uebergangsbestimmung ist hierbei zu beachten, daß alle gerichtlichen Vergleichsverfahren, die am 1.4.1935 noch nicht eröffnet sind, ben Bestimmungen der neuen Vergleichsordnung unterliegen, während für bie zu diesem Zeitpunkt bereits eröffneten Vergleichsverfahren auch weiterhin uneingeschränkt die Vorschriften der bisherigen 23er- gleichsorbnung gelten. Fehler, Mängel und Härten, die sich aus Anwendung bes bisherigen Gesetzes im Laufe Jahre klar ergeben haben, sind für die Zukunft erfreulicher Entschiedenheit beseitigt. Das neue fetz steht in erster Linie unter dem Zeichen bes verstärkten Gläubigerschutzes; daneben sind auch einzelne Vorschriften ergangen, durch die ungerechtfertigte Härten gegenüber dem Vergleichsschuldner fahren beteiligten Gläubigers im Vergleichstermin tätigfeit Dient natürlich auch «würben Dffenbarungseib dahin leisten, baß er nach vieh. .,n0(,ren Sinnei bestem Wissen sein Vermögen unb seine Verbinb- ’ Nichten solche Haustiere ( g Oer Ausklang der interhilfsaktion. Oie Plakettensammlung am 23. März. „Deutsches Volk, glaube nicht, daß das Problem der Arbeitsbeschaffung in den Sternen gelöst wird. Du selbst mußt mithelfen, es zu lösen, du mußt in Einsicht und Vertrauen alles tun, was Arbeit schaffen kann. Jeder hat die Pflicht, von sich aus vertrauend auf die Zukunft sein Teil sofort beizutragen." Der Führer am 1. Mai 1933. Heute weiß jeder Volksgenosse, daß die Arbeits- losigkeit eine Frage ist, die ihn angeht, gleichgültig, ob er selbst noch in Lohn und Brot steht, oder sonst sein Auskommen hat oder nicht. Das Problem „A r- b e i t zu schaffen" steht daher auch im Mittelpunkt aller Aufbauarbeit des Dritten Reiches. Die Wege, die das neue Reich in dieser Richtung gefunden hat, sind tausendfältig. So standen die Sammeltage der Plaketten für das Winterhilfswerk ganz im Zeichen einer Stützungsaktion niedergebrochener Heimindustrie und Handwerkskunst. Auch der letzte Sammelsonntag, 23. Wär;. soll ausklingen in Hilfsbereitschaft für jahrhun- derte altes, bodenständiges Heimgewerbe. Es gilt diesmal der Hilfe des Edelsteingewerbes in Jdar-Oberstein, der Perle des Nahetales. Die politischen und wirtschaftlichen Zerfalljahre ließen kritiklos den größten Kitsch und gleißenden Plunder an die Stelle der edlen Steine treten. Der Sinn für deutsche Kunst und Wertarbeit ging verloren und wurde durch die Vorliebe für minderwertige Ersatzsteine ersetzt. Viele der uralten Schleifmühlen und Werkstätten im Nahetal mußten stillgelegt werden. Jahrhundertelange Ueberlieferung drohte ein Opfer fehlgeleiteter Wirtschaftspolitik zu werden. Da wurde der deutschen Edelstein-Industrie zum ersten Male wieder unter dem Schutze und der Flagge des Dritten Reiches auf der Ausstellung: „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" Gelegenheit gegeben, in ihrer Gesamtheit vor die Oeffentlich- keit zu treten. Von den Rohsteinen bis zum feinsten verarbeiteten und gefaßten Schmuckstück aus Achat, Chrysopras, Türkis, Lapis-Lazuli und Opale war dort alles zusammengetragen, was einprägsames Zeugnis für deutschen Unternehmungsgeist und kunstvolles Handwerkskönnen ablegen konnte. Hier zeigte es sich, daß gerade diese glückliche Vereinigung von Materialwert und Kunst der Verarbeitung bis zur höchsten Vollendung durch jahrhundertelange Hebung alteingesessener Handwerkergeschlechter es ermöglicht, selbst zu mäßigen Preisen Schönes, Echtes und Künstlerisches zu schaffen. Dieses wertvolle Volksgut unserer Heimat darf daher unter keinen Umständen den Zeitverhältnissen zum Opfer fallen. Daran denke jeder, der am nächsten Sonntag den Adler mit dem Edelstein aus dem Nahetal erwirbt. Deine Opfer sind unumgänglich notwendig, um den Glauben und die Hoffnung vieler schuldlos in Not geratener Arbeitskameraden nicht zuschanden werden zu lassen, denn für Tausende schwer geprüfter Volksgenossen ist dieser Adler Symbol einer bevorstehenden Gesundung durch das Wiedererwachen naturgebotener Wertschätzung ihrer Hände kunstvoller Arbeit. Oberhessen. Iührertagung des LlnterbanneS IV/116 der HL. Am letzten Samstag und Sonntag fand in Leihgestern eine Wochenendschulung des Unterbannes IV/116 der HI. statt. Am Samstag gegen 19.30 Uhr trat die Führerschaft des Unterbannes am Rathaus an, um nach einem kurzen Propagandamarsch in einem Saal des Dorfes das Essen zu fassen. Hierauf begann die Tagung mit einigen Liedern, nach denen Unterbannführer Textor über Pflichten und Aufgaben der Hitlerjugend sprach und besonders den Führern ans Herz legte, in allen Dingen den ihnen anvertrauten Jungen mit gutem Beispiel voranzugehen und ihnen immer Vorbild zu sein, sei es nun im Dienst, oder sonst irgendwo. Als hierauf noch einige geländesportliche Dinge und Unklarheiten geregelt waren, wurde zu einem Nachtmarsch angetreten. Während dieses Marsches, der in Richtung Langgöns führte, wurde mitten im freien Felde zu mitternächtlicher Stunde unter dem stillen dunklen Nachthimmel der toten Helden des großen Krieges gedacht, die in glühender Begeisterung für ihr Deutschland ihr Leben dahingaben. Das Lied vom guten Kameraden hallte durch die Nacht. Vor Beendigung des Nachtmarsches wurde über diesen noch eine kurze Kritik geübt, sodann ging es für den Rest der Nacht in die Strohquartiere. Der Sonntag begann mit Morgengymnastik und Sport. Sodann wurde eingehend die Gestaltung der vorzunehmenden Elternabende besprochen, sowie alle Fragen über die kommenden Sommerzeltlager behandelt. Weiterhin wurde der Dienstplan für die Woche festgelegt und noch verschiedene neue Lieder gelernt. Die Arbeitstagung wurde noch am Vormittag beendet. Jeder Führer hatte neue Anregungen und Anweisungen für feine Arbeit in den Einheiten erhalten. Landkreis Gießen. $ Staufenberg, 18. März. Hier ereignete sich der seltene Fall, daß eine dreijährige weiße Saa- nen-Ziege gut entwickelte Vierlinge zur Welt brachte. Die Tierchen sind alle vier sehr munter. wg. Großen-Buseck, 18. März. Bei der Schweinezählung wurden in unserem Orte 2 Zuchteber, 30 Zuchtsauen, 138 unter 8 Wochen alte Ferkel, 644 bis zu einem halben Jahr und 132 bis zu einem Jahr alte Ferkel festgestellt. Der Gesamtschweinebestand beträgt somit 946 Tiere. Hausschlachtungen wurden 330 vorgenommen. An Kälbern wurden in den Monaten Dezember, Januar und Februar insgesamt 117 geboren. + Grün berg, 18. März. Am Samstagabend hielt der hiesige Ob st- und Gartenbauver- e i n im Gasthaus „Zum wilden Mann" seine Hauptversammlung ab, die gut besucht war. Der Vvr- sitzenoe, Berufsschullehrer Gengnagel, erstattete den Jahresbericht. Er konnte wieder Hinweisen auf die Winterspritzung mit Dbftbaumfarbolineum durch den Vereinsbaumwart Fuchs* (Göbelnrod). Geplant ist für dieses Jahr wiederum ein Wettbewerb in Fenster- und Balkonschmuckblumen, außerdem will man anfangs September eine Blumen-Aus- fteUung in der Turnhalle veranstalten. Umoersitäts- ©artenbauinfpeftor i. R. Rehnelt (Gießen) sprach ausführlich über Blumen, ihren Anbau und ihre Pflege, insbesondere behandelte er solche Sorten, die sich für die geplante Ausstellung eignen. Die zahlreich anwesenden Blumenfreunde, darunter sehr viele Frauen, spendeten dem Vortragenden für seine lehrreichen Ausführungen lebhaften Beifall. Eine vom Vorsitzenden gezeigte Lichtbilderserie kolorierter Blumen veranschaulichte den Vortrag. Verschiedene Fragen fanden durch den Redner ihre Beantwortung. Die von Herrn Schweißguth erstattete Rechnungsablage wurde genehmigt. Es folgte eine Freiverlosung von einigen Obftbäumchen, Beerensträuchern und Rosen, worauf der Vorsitzende die Versammlung in der üblichen Weise schloß. O # Lauter, 18. März. Die Gaufilm stelle der NSDAP, veranstaltete hier zum ersten Male einen Tonfilmabend. Der Ortsgruppen-Filmwart, Fr. Schröder- Grünberg, hielt die Begrüßungsansprache. Zunächst wurde ein Film über die Erwerbung des Reichssportabzeichens und dann der Hauptfilm „Stoßtrupp 1917" vorgeführt. Zum Abschluß der Veranstaltung hielt der Filmwart noch eine kurze Ansprache, in der er über den Frontsoldaten sprach, dem im Dritten Reich wieder alle Ehre zuteil werde. Mit dem Gesang der ersten Verse des Liedes „Ich hott' einen Kameraden" und des Horst-Wessel-Liedes, sowie mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand der Abend seinen Abschluß. *Y" Watzenborn-Steinberg, 18. MärK Die hiesige Gruppe des Bundes deutsches Mädel veranstaltete am Samstag im Saale „Zutl Krone" einen Eltern-Abend. Dazu roareit u. a. auch die Gruppen von Hausen und Holzheim erschienen. Zur Einleitung sprach Frl. Hock (Holz, heim) über den Sinn eines solchen Abends. Es folgten dann abwechselnd Einzelvorträge von Ge< dichten, Sprechchorspiele und Volkstänze. Die Aufführung eines Theaterstücks sowie gemeinsam gesungene Lieder trugen zur Unterhaltung bei. In bei? Schlußansprache betonte die Rednerin, daß heutö kein Mädel abseits stehen sollte, sondern mithelfen müsse im Dienste für Volk und Vaterland. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volks« kanzler Adolf Hitler und mit dem Gesang des HJ.-Liedes fand die schöne Veranstaltung ihren Abschluß 4- Lang-Göns, 18. März. In der hiesigen Kirche wurde ein Film vom Landesverband der Inneren Mission der Landeskirche Hessen-Nassau gezeigt mit dem Titel „Segensspuren der Liebe". Der zahlreiche Besuch bewies, daß für die kirchliche Arbeit immer noch das größte Interests besteht. oo Eberstadt, 18. März. Der hiesige K r i e * geroerein hielt am Samstag unter Leitung des Vereinsführers H. N. Bender feine Generalversammlung im Gasthaus „Zur Post" ab. Der Rech, ner erstattete zunächst den Kassenbericht, der in Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Verlauf der Versammlung wurde der Wunsch zum Ausdruck gebracht, das in dieses Jahr fallende 60jährige Bestehen des V-er, eins festlich zu begehen. o" Obbornhofen, 18. März. Die von Schülern der Volksschule zur Unterstützung des V D 21. durchgeführte Gelbsammlung erbrachte irt unserer Gemeinde eine Einnahme von 9,50 RM^ Die Sammlung ber Ersparnisse des letzten Eintopfsonntags, die von SA.-Männern norge« nommen wurde, ergab den Ertrag von 29,10 RM. — Ein wohl seltenes Vorkommnis ließ sich vor kurzem hier feststellen. Eine Häsin des Arbeiters Richard Ebert brachte siebzehn lebende Junge zur Welt. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 18. März. Der Stand der Winterfrucht ist ausgezeichnet: das gilt besonders für den Weizen. Die letzten starken Fröste haben hier nichts geschadet. Auch der Klee steht im allgemeinen noch gut. Auf den Aeckern in schlechter Lage ist es freilich hier und da um den Klee schlimm bestellt. In einigen Gemarkungen ist der Klee aber auch in der besten Lage zugrunde gegangen. Die meisten Bauern sind der Ansicht, daß es sich hierbei um eine Krankheit handelt. Das gute Wetter am Tage hat dazu verlockt, daß schon hier u^b da die Bauern mit der Aussaat des Hafers beginnen, da sich zur Zeit das Land sehr schön bearbeiten läßt. / CARLNowarx GIESSEN SELTERSWEG 81 » ML INHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER 1 Neue Formen neue Farben alles schick, gut und preiswert! Flotte Frtihjahrsmänte! aus gut. Donegal oder Shetland, in kleidsam. ncOO sportl. Form, ganz gefüttert 23 13 Eleganter Mantel a .uni Boucle, auf Maroc gefütt., mitneuart. Holzknöpfen, nnSO auch als flotter Schlüpfer verarb. Zu Sehr schöne Frtthjahrsmäntel, modische Stoffe, gut verarbeitet, in nnsn nnnn neuesten Modeformen ... uu uü Vornehme Mäntel in modelliger Ausführ., tigeVerarbeitung... 88°° 55°° 48°° Gabardine-n. Kamelhaarmäntel, die prakt. sportl. 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Sa. „Sie rechnen wohl, daß das Wetter abzieht?" fragte Jffland und zögerte, den Fuß auf die eiserne Leiter zu setzen, die zur Kabine führte. „Kaum! Aber es hat nichts zu sagen, Herr Kommerzienrat." ,,yd) habe meine Frau mit", erinnerte Jffland und sah nach der schlanken Gestalt, der Pilot Kolbe eben auf den Sitz half. „Sie spielen doch nicht mit unserem Leben, wie?" sagte er, merkwürdig erregt. „Nein, Herr Kommerzienrat. Ich habe alles in Betracht gezogen. Ich nütze den Wind, solange es geht und nehme die schnurgerade Richtung ostwärts. Dann erst biege ich nach Süden ab. In zweieinhalb Stunden denke ich es zu schaffen." „Also gut!" Cs saß sich bequem in der großen Kabine. Eng aneinandergedrückt hielten Jffland und seine Frau sich an den Händen. Man hatte so wenig Zeit füreinander: Das Werk, die Gesellschaften, die Reifem Jffland fand, daß einem dieses ewige Jagen nach dem Mammon die schönsten Stunden wegnahm. Eigentlich genügte das, was er besaß, ja schon lange, hätte bereits genügt, als er Maria heimführte. Aber da waren tausend Rücksichten zu nehmen und seine eigene, persönliche Tüchtigkeit zu beweisen. Er warf einen Blick durch das Kabinenfenster und sah, daß man den Rhein längst hinter sich hatte. Unten qualmte jetzt Schlot an Schlot. Plötzlich machte die Maschine einen Sprung in die Tiefe. „Hans!!" Frau Marias Kopf schlug schwer gegen die Schulter ihres Gatten. Kölbe hatte den Schrei gehört und zeigte, sich umdrehend, ein beruhigendes Lächeln. „Er schafft es schon", sagte jetzt Jffland trösUnd. „Eine Stunde noch." Sie flogen jetzt längs der Eisenbahnlinie, auf der ein Zug im Schneckentempo ostwärts schlich. Aus dem Gestänge der elektrischen Leitung zuckte ab und zu ein Blitz auf: Grell und kupfern. Schon nach Minuten war die schwarze Schlange unten überholt. Fast gleichzeitig wandte Kölbe sich nach der Kabine zurück und schrie: „Wenn mich Herr Kommerzienrat nun etwas orientieren wollten!" Orientieren? Das war schwer. Unten dehnten sich die Vorberge. Seen glitzerten, die Wälder standen als grüne Oasen in dem Gelb der Landschaft. Dann kamen die Frauentürme in Sicht. Jetzt wußte Jff- land Bescheid. „Rechts ab!" Ein kleines Häuflein, das ursprünglich nur dazu bestimmt war, die Ordnung und Sicherheit im Lande aufrechtzuerhalten und etwaige Eingeborenenunruhen zu unterdrücken. Unklugerweise war diese Kolonie vom Mutterland stiefmütterlich behandelt worden: es fehlten Gewehre, es fehlten brauchbare Kanonen, es fehlten mit einem Wort fast alle Mittel der modernen Kriegstechnik. Die Schutztruppe bestand aus 216 Deutschen und 2540 eingeborenen Unteroffizieren und Mannschaften. Dazu kam die Polizei mit 45 Deutschen und 2140 Eingeborenen, zusammen 261 Deutsche und 4680 Askaris, von denen allerdings die meisten für Lettow-Vor- td)t ist Weizen, ichts ge. len noch es freistellt. In ch in der meisten rbei um im Tage da die ers be» jchön be« Das Flugzeug wendete sich augenblicklich. Das schwarze Gewölk war nach Süden weggezogen. Eine reine, azurblaue Glocke hing jetzt über ihnen. Kölbe ging auf hundert Meter herab Jfflands Blick wurde wie der eines Falken: Ein langgestrecktes Rechteck, von einem dunklen Streifen Wald umrahmt, der einen Bergrücken hinauflief. „Das ist Haslbach!" rief er laut nach vorn. Drei Augenpaare suchten nach der Tiefe und blieben an dem Mittelturm haften. Jffland wandte unwillkürlich das Gesicht zur Seite: Die Fahne unten weht auf Halbmast .. Man war zu spät gekommen' ergießt sich eine zehn- bis fünfzehnfache Uebermacht über die deutsche Kolonie: von der Küste her attackieren die Gegner unter van Deventer, von Norden die belgischen Truppen, von Westen und Südwesten südafrikanische sowie rhodesische, von Süden portugiesische Streitkräfte. Trotz dieser zermalmenden Uebermacht siegen die Deutschen und ihre farbigen, treu ergebenen Askaritruppen in einem erbitterten Kampf bei M a h i w a ... Aber auf die Dauer ist der feindliche Druck zu stark. Ob er will oder nicht: Lettow- Vorbeck muß, wenn er der Gefangenschaft entrinnen will, das deutsche Schutzgebiet notgedrungen preisgeben. Er durchbricht am 25. November 1917 die portugiesische Linien und tritt nach Por- t u g i e s i s ch- Mozambique über. Am 28. September 1918 kehrt er wieder auf das deutsch-ostafrikanische Kolonialgebiet zurück, ein geschlagener und dennoch ungeschlagener Mann, gefürchtet van seinen Feinden, ungebrochen in seiner Kraft ... Lettow-Vorbeck, der Verteidiger seiner Heimat, der Mann der durchgreifenden, energischen Haupt so lange behalten. Hier kann ich doch viel nützlicher sein." „Wie denn?" lächelte Klaudine müde. „Oh, meinte Luzie, von scheuem Hoffen erfüllt, „ich bringe der Stiefmutter Hasen und Rebhühner für die Küche, den ersten Bock und alles Fischzeug, das wir brauchen. Du weißt auch, wie oft ich zur Stadt geritten bin, wenn gerade etwas benötigt wurde. Ihr würdet erst sehen, wie ich euch abgehe, wenn ich einmal fort chin. Ihr könnt einfach gar nicht auskommen ohne mich." „Im Stift hättest du es viel schöner", wagte Klaudine noch einmal einen Vorstoß. „Unter jungen Damen deines Alters." „Brrr!" machte Luzie. „Aus jungen Damen habe ich mir nie viel gemacht! Junge Hunde sind mir entschieden lieber." „Schlaf jetzt", bat die Schwester. „Es muß ja nicht schon morgen sein. Nur das eine", sie holte erst Atem, ehe sie weitersprach: „Ich fühle mich so bedrückt, wenn wir alle drei Henriette zur Last fallen. Aber es wird sich schon ein Ausweg finden. Gute Nacht, Kleines!" Sie küßte Luzie und verließ mit leisen Schritten den Raum. — * lieber dem Treppenhaus lag ein breiter Streifen helles Mondlicht. Er lief über die Stufen hinab und bildete unten eine silberne Lache, über den gespenstige Schatten hintanzten. Sie stammten von dem Blätterwerk draußen, das der Wind bewegte. Jetzt, wo alles so voll Ruhe und lautlostr Stille war, fielen die Gedanken über Klaudine her wie Wölfe. Der Vater hatte gar nichts mehr zu regeln vermocht. Dem ersten Schlaganfall war gegen Abend noch ein zweiter gefolgt, der ihn vollkommen lähmte und Zunge und Gehirn nicht mehr zur Tätigkeit kommen ließ. Henriettes Hypothekengelder lasteten auf Haslbach wie ein Berg, den sie niemals würden abtragen können. Woher nahm man hundertfünfzigtausend Mark, wenn die Stiefmutter über Jahr und Tag ihr Kapital zurückverlangen sollte? Und wer verzinste ihr das viele Geld? Solange der Vater gelebt hatte, war das sein und ihr gemeinsames Eigentum gewesen Aber ieht? Das Mondlicht rieselte der Einsamen über Schulter und Rücken und warf einen fahlen Schimmer über ihr schwarzes Kleid. Man mußte verdienen gehen ... Sie schauerte zusammen, nicht aus Furcht, sondern aus dem Bewußtsein des Unvermögens heraus. Verdienen! Womit? toie sah auf ihre Hände und ließ sie betrachtend auf dem braunen Knauf des Geländers ruhen. Was konnten sie denn leisten, diese schmalen, schlanken Finger, die noch nie eigentliche Arbeit verrichtet statten? Daß sie singen konnte, daran dachte- Klaudine jetzt kaum. Singen! Wo sie noch nicht einmal ganz mit der Ausbildung fertig mar. In Tingeltangel oder Kabaretts auftreten? Sie schüttelte sich. dieses 5 V-e r« t Tchü» W1V. che in 50 M i Ein. i sorge- 10 RM. vor kur« Arbeiters - Junge prachtvoller Soldat und gefürchteter Gegner Lettow-Vorbeck ... Ein Name, der längst allen Deutschen geläufig ist, der die glorreiche Zeit lebendig werden läßt, da es einer Handvoll deutscher Männer gelang, einer zehn- bis zwanzigfachen Uebermacht heroischen Widerstand zu leisten. Es war ein Kampf bis aufs Messer, voll härtester Strapazen, romantisch und abenteuerhaft in feiner Wildheit und feiner Verlorenheit, die Odyssee einer kleinen Kriegstruppe, die überall auftauchte, kühn und verwegen, wo gerade der überraschte Feind war: Lettow-Vorbeck, der Verteidiger Deutsch-Oftafrikas ... Unvergeßlich werden die Kämpfe um Deutsch-Ost- afrifa bleiben. Unvergeßlich die Verdienste, die sich der deutsche Oberst im fernen Land, vom Vaterland abgeschnitten, um seine Heimat erwarb. Fünf lange Jahre, als die Welt in Flammen aufzugehen drohte, trotzte er den Feinden, den Engländern, Belgiern und Portugiesen, den Soldaten der Südafrikanischen Union, die seine kleine Schutztruppe von allen Seiten e i n f r e i ft e n. Er wehrte sich mit einem Löwenmut sondergleichen, mit einer stählernen Verbissenheit, mit einem beispiellosen soldatischen Elan. Vor dieser prachtvollen Soldatengestalt, die den einfachen Soldaten in allen Gefahren mit persönlichem Beispiel voranging, hatten auch die Engländer Respekt. Vor allen andern der englische General Smuts, der die Aktion gegen Deutsch-Ostafrika geleitet hatte und immer wieder auf Granit beißen mußte. Als in London im Jahre 1929 ein Treffen der englischen Ost-Afrika-Kämpfer ftattfand, war auch der tapfere deutsche General zu Gast. Die Engländer hatten es sich nicht nehmen lassen, ihn einzuladen. Ohne Zweifel war diese Einladung an den ehemaligen Gegner mehr als eine noble Geste: sie war der sichtbare Ausdruck einer kameradschaftlichen Bestätigung eines soldatischen Mutes, seiner männlichen und eisern-konsequenten Haltung, seiner überwältigenden Vaterlandsliebe. "Nun hörte damals, im Jahre 1929, Lettow-Vorbeck aus dem Munde des Generals Smuts, was für ein Kerl er war-, wie man ihn fürchtete und wie sehr er dem Gegner imponierte ... Vor wenigen Tagen noch hielt dieser Mann — ich glaube, es ist in Hamburg gewesen, einen Vortrag über seine Erlebnisse und seine originelle Kriegführung in Deutsch-Ostafrika: frisch, geladen mit Energien, innerlich jung, vom Scheitel bis zur Sohle ein Kämpfertyp ... Ein Land, zweimal so groß wie Deutschland... Wer dachte, als der Weltkrieg ausbrach, im Ernst daran, daß auch die überseeischen Kolonien in diesen Kampf hineingerissen würden? Und dennoch: die Engländer setzten sich über die Kongoakte hinweg, in der die gegenseitige Neutralität der Kolonien vereinbart worden war, und beschossen die deutsche Küste .. Die ersten Schüsse waren der Auftakt zu einem langjährigen, furchtbaren Ringen. Auf der einen Seite die ungeheure feindliche Uebermacht, überreichlich versehen mit Meiischenmaterial, mit Munition, mit modernsten Waffen, gut verpflegt und ausgerüstet — auf der anderen: die kleine Schutztruppe, eine Handvoll Männer, ohne ausreichende Munition, Waffen, Verpflegung und Bekleidung. M»; Ne« M A5' °n (Be. .Sfi ? heuig pelfeit 'L ®it Volks« >ng des l ihren Lauter fremde Gesichter, dachte Hans Jffland wehmütig, als er, von feinem Zylinder auffchau- enb, einen Blick über die Trauerverfammlung warf, die 'sich vor dem offenen Grabe versammelt hatte. Es regnete leise auf Kaspar Jfflands Sarg und die vielen Kränze mit den mächtigen Schleifen. Die Rosen ließen die Köpfe hängen und hatten glitzernde Tropfen an ihren Blättern. Hans' Blicke streiften ein paarmal das Gesicht der Schwägerin, das unter einem hauchdünnen Schleier verborgen lag. Sie ist schön, urteilte er. Dann glitten seine Augen über die schlanken Gestalten der Nichten. Wurde ihnen Kaspar noch eine Stiefmutter gegeben haben, wenn er gewußt hätte, wie bald er abgerufen werden sollte? . Haslbach war soviel wie ihr Eigentum. Drei Tochter und einen Sohn angeheiratet zu bekommen, war immerhin keine Kleinigkeit. Er schämte sich, daß er feine Andacht finden konnte. Immer wieder schweiften seine Gedanken zu den irdischen Dingen, die ihn bewegten.. Seiner Frau schien es ebenso zu gehen. Deren Blick lag grübelnd auf Luzies Antlitz, das weiß und starr unter dem Trauerschleier schimmerte. Ich kann nicht mehr meinen, dachte Luzie und fühlte zugleich Hände und Füße taub roerben. Sie taumelte und wurde unversehens von einem Arm gestützt. Da sprach der Geistliche das „Amen . Noch immer lag die Hand fest unter ihrem Ellenbogen. „Es ist gleich vorüber", hörte Luzie sagen. „Soll ich dich wegbringen?" Und als sie verneinte und dabei den Kopf ein wenig wandte, erkannte sie in halber Bewußtlosigkeit Bob. „Du!" murmelte sie aufschluchzend. „Du!" Er hatte die Reise von Paris her nicht gescheut. — Die große, weite Reise! Sie weinte nun aus Trauer und Rührung zugleich. Er mußte erst im letzten Augenblick gekommen sein, denn heute morgen war rr noch nicht baopmefen. Er war doch ein guter Bruder. Ja, ein Bruder! Außerdem war es so tröstlich, daß die Stiefmutter ihnen zur Seite stand. Sie hatte für alles gesorgt: Für die Beerdigung, das ganze Drum und Dran her Leichenfeier, das große Essen, das man der Sitte gemäß den Gästen geben mußte, die Trauer- Tanga unter dem Schutze ihrer Schiffsgeschutze. 8000 Mann europäische und indische Truppen. Die 1000 Mann der unter Führung Lettow-Vorbeck s stehenden Schutztruppe nehmen den Kampf auf gegen die Uebermacht: die Schlacht von Tanga wird geschlagen, drei Tage dauert das ungleiche Ringen, nach drei Tagen erst hat der Kriegsgott sein Urteil gesprochen: Lettow-Vorbeck hat einen seiner glänzend st en Siege errungen. Erfolg reiht sich an Erfolg. Immer wieder gelingt es Lettow-Vorbeck, den Feind überraschend anzugreifen, heimlich zu überrumpeln, aus der Fassung zu bringen, zu verblüffen und zu beschäftigen. Eine Zeitlang ist er der große Unsichtbare, der blitzschnell auftaucht, mit eiserner Pranke zuschlägt und wieder verschwindet. Bis zum Anfang des Jahres 1916 leuchtet ein Glücksstern über dem waghalsigen Unterfangen des deutschen Offiziers. Die Feinde erleiden blutige Verluste, Lettow-Vorbeck erobert immer wieder die nötige Munition, Ausrüstungsgegenstände, Waffen, Bekleidung, Verpflegung. Einer der härtesten, aber auch originellsten Kriege, die jemals geführt wurden: die fehlende Munition liefert der geschlagene Feind. Schließlich kämpft man mit englischen Gewehren, mit Kanonen und Maschinengewehren, die dem Gegner gehören, in fremden Uniformen ... Heroischer Ausklana. Im März 1916 beginnt die große englische Offensive. Aber Lettow-Vorbeck denkt nicht im Traum daran, die Waffen zu strecken. Er kämpft solange, bis er hört, daß jener Waffenstillkleider und was es sonst noch alles zu erledigen gab. Nichts hatte sie den Schwestern aufgebürdet. Wohl hatte Klaudine öfter gefragt: „Kann ich dich nicht ein wenig entlasten, Henriette?" Aber die Stiefmutte hatte nur den Kopf geschüttelt: „Ihr sollt an nichts denken, als an euren toten Vater, mein Kind." Und auch diesem schweren Tag folgte ein Abend und eine Nacht, die sich mit milchigem Licht über Haslbach herabsenkte. Luzie lag in ihrem Bett und sah mit verschwollenen Augen nach der Zimmerdecke, die einen fahlen Schein zurückwarf. Als die Tür ging, gab sie sich den Anschein, als schlafe sie. Sie wollte nichts, aber auch gar nichts mehr gefragt werden, auch keinen Trost mehr hören. Wer es auch fein mochte, niemand sollte mehr eine Antwort von ihr erhalten. Eine Hand strich behutsam über ihre Schultern, und ein mühsam unterdrücktes Weinen klang durch das Zimmer. Da schlug Luzie doch die Augen auf und hob die Arme nach Klaudine, die sich über sie herabneigte. „Ach, Klaudia, wein' doch nicht so! Ich bitte dich, Klaudi! Das drückt einem ja das Herz ab. Du wirst sehen, ich versprech' dir's, Klaudia. Beim Andenken an unseren armen Vater versprech ich's dir, ich werd' jetzt anders, ganz bestimmt." Klaudine saß auf dem Bettrand und hielt den Kopf auf die Brust gesenkt. „Ich mochte so gern noch etwas mit dir sprechen. Aber du mußt recht vernünftig sein." „Ganz vernünftig", versprach Luzie. „Leg' dich doch ein bißchen zu mir herein, Klaudine. Du frierst ja." Die Weitere rührte sich nicht. Dann begann sie stockend zu sprechen, und als sie geendet hatte, sah Luzie starr und ungläubig in das tränenüberriefelte Gesicht der Schwester. „Ausgeschlossen! Lieber geh ich ins Wasser!" „Kleines!" beschwichtigte Klaudine erschrocken. „Sie meint es doch so gut mit dir. Alle meinen es gut mit dir." „Das merke ich! Weil ihr über mich hinweg alles gleich fest abgemacht habt", weinte Luzie auf. Und als Klaudine wieder den Kopf senkte, richtete sie sich heftig empor. „Kaum ist Vater tot, sucht ihr mich schon loszuwerden! Das hält' ich nicht von dir gedacht, Klaudine!" „Wir können doch nicht alle drei hier sitzen bleiben, Luzie!" Und als sich die Jüngste verzweifelt gegen ihre Brust warst streichelte sie unaufhörlich deren blondes Haar. „Ich muß dann eben Henriette sagen, daß du nicht willst." „Nein! Nein! Nein! Ich will nicht! Nicht wahr, Klaudia, du machst es ihr klar? Ich will ganz einfach nicht. Ich bleibe hier." Sie hörte das Seufzen der Schwester und verlegte sich aufs Schmeicheln: „Was soll ich denn in einem Stift? Sag’ doch selber, Klaudia. Da paß ich doch gar nicht hinein! Die werfen mich ja schon nach drei'Tagen wieder heraus, wenn sie mich übergießen zu verhindern, die Waffen gestreckt und sich stand von Compiegne geschlossen muröe, oer ergeben hätte? Aber gerade das ist es, weshalb allem Kämpfen ein Ende macht ... Suoafrifa- fein Name in der Geschichte der deutschen Kolonien nische Union, Belgier und Portugiesen stehen ge- für immer mit goldenen Lettern geschrieben steht: schlossen auf englischer Seite, kämpfen wit Enger war sofort entschlossen, den Kampf, der heller land, bilden zusammen eine erdrückende lieber« Wahnsinn schien, zum Ruhme und zur Ehre des macht. Ein konzentrischer Angriff von deutschen Volkes und seiner Armee vom Anfang allen Seiten wird vorgetragen: Mitte Mai 191/ bic zum Ende durchzuführen. • eraiefct lieh eine xelm- bis fünfzehnfache Uebermacht Am 3. November 1914 landen die Engländer bei SJl.-'SpOTt Sportärztliche lleberwachung und Beratung der Olympia-Anwärter in Gießen. Aus Anordnung des Reichssportführers sollen die Wettkämpfer der Vereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, vor allem aber die An» Wärter für die olympischen Spiele während des Trainings unter ständiger sportärztlicher Ueberwa» chung und Beratung stehen. Die sportärztliche Be» ratungsstelle für die Wettkämpfer von Gießen und Umgebung hat der Sportarzt der Universität Gießen, Dr. Schmidt, übernommen und für die Angehörigen der Trainingsgemeinschaften und Vereine des DRfL. eine sportärzUiche Sprechstunde eingerichtet, die auf Mittwoch von 17 bis 19 Uhr in der medizinischen Poliklinik — Gießen, Klinikstraße — angesetzt ist. Ich bitte die Leiter der Trainingsgemeinschaften die Wettkämpfer auf diese Sprechstunde hinzuweisen und sich zum Zwecke sportärztlicher Beratung mit Dr. Schmidt ins Benehmen zu setzen. Dr. Möckelmann Führer der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Oer Gaukampf Mittelrhein- Aordheffen-Güdwest in Vorbereitung Am 14. April wird in Koblenz ein Gau-Geräte- mannschaftskampf zwischen den DT. - Gauen 11 (Mittelrhein), 12 (Nordhessen) und 13 (Südwest) zum Austrag kommen. Der Gau Nordhessen hat für diese bedeutsame Begegnung dreier leistungsfähiger Gaue 12 seiner besten Geräteturner zu einer weiteren Schulung verpflichtet. Es kommen in Frage: Eberspächer-Marburg, A. Fink - Marburg, Fluck - Limburg, Gergs »Kassel, L. ch e r b e r t - Gießen, Kehrer-Kassel, Metz-Kassel, Schick-Gießen, S ch ö f f m a n n - Wieseck, Seth- Grohen-Linden, Wedekind-Kassel, Zülch-Kassel. Die genaue Aufstellung der Mannschaft erfolgt später. Leiter der Hes- fenriege ist Gaumännerturnwart Dahms- Bad Wildungen, als Kampfrichter des Gaues wird Kreis- männerturnwart Karl Reuter-Gießen namhaft gemacht. Fußball: Gau Aordheffen - Sau Mittelrhein. Lippert- Gießen wieder in der Gaumannschaft. Für das Spiel der Gaumannschaften von Nord- Hessen und Mittelrhein, das am Sonntag, 30. März, in Kassel zum Austrag gelangt, hat der Gau Nordhessen folgende Mannschaft aufgestellt: Wayand- Marburg, 'Lippert- Gießen, Euginger-Hanau 93, Strasser-Borussia-Fulda, Mainz-Borussia Fulda, Reinhardt-Hanau 93, Kleim-03 Kassel, Maisel-Ger- mania Fulda, Philippi-Hanau 93, Kammerl-Borus- sia Fulda, Markert-03 Kassel. Ersatz: Ocklenburg- Spielverein, Wagener-Tura, Köhler°06 Kassel. Deutscher Iußbalibund, Kreis Gießen. Auf Anordnung des Kreisführers sind alle ange- setzten Aufstiegspiele der zweiten Ki:eisk1asse b i s auf weiteres abgesetzt. Die Vereine können Privatspiele abschliehen. Zitz er, Fußballfachwart. Die Spielergebnifse vom vergangenen Sonntag: Steinberg — Oberroßbach 5:2; Steinberg II — Oberroßbach II 1:0; Großen-Linden — Leihgestern 3:3; Steinbach — Oberbiel 2:7; Lollar — Tgde. Wetzlar 3:2; Lollar II — VfB. III 10:1; Grünberg — Hungen 8:0; Wieseck — TV. 1846 Gießen 4:5; Alten-Buseck — Großen-Buseck 1:3. Warum treiben wir im BdM. Sport? Vom B d M. wird uns geschrieben: Als in der schwersten Zeit des deutschen Volkes sich deutsche Mädel im BdM. zusammenfanden und sich in der Hitlerjugend unter die Fahne des Führers stellten, sahen sie die klare Aufgabe vor sich, Dienst zu leisten für Volk und Vaterland. Im BdM. sollen Mädel herangebildet werden, die fähig sind, im Leben draußen ihre Pflicht zu erfüllen und so die großen Gedanken des Führers zu verwirklichen. Aber nur frische, kräftige Mädel werden diese Aufgabe erfüllen können. Nur ein gesundes Geschlecht kann Voraussetzung für das Weiterbestehen der Nation sein. Deshalb legen wir im BdM. den großen Wert auf die körperliche Ertüchtigung, die für uns eine Pflicht gegen das Volk bedeutet. Den ausgesprochenen Wettkampfsport lehnen wir ab. Wir wollen keine Rekordgrößen und Preisjäger Herausstellen. Unsere Arbeit gilt der körperlichen Ertüchtigung aller deutschen Mädel. Bauernmädel, berufstätige Mädel und Schülerinnen sollen beim gemeinsamen Sport die Anstrengungen des Tages vergessen und sich erholen. Sie sollen Freude an der Bewegung und an der eigenen Kraft empfinden und sich dabei bewußt sein, daß die körperliche Ertüchtigung nicht Selbstzweck ist. Die körperliche Erziehung hat aber noch einer zweiten Aufgabe gerecht zu werden. Sie muß an der Charakter- und Persönlichkeitsbildung mithelsen; sie soll zu Mut und Entschlußkraft, zu Selbstbeherrschung, zu Ein- und Unterordnung beitragen. „Aus dem Zusammenwirken von Erziehungsarbeit und Körperpflege soll eine an Leib und Seele gesunde, Willensstärke und lebensfrohe Frau hervorgehen. Es ist die Aufgabe des BdM., die Harmonie der körperlichen und geistigen Erziehung zu erzielen und zu pflegen." „Es ist nicht eine Seele, nicht ein Körper, den man erzieht, sondern ein Mensch." Sportverein 1920 Lollar. Spv. 1920 Lollar — Spv. Wetzlar-Niedergirmes 3:2 (1:2). Lollar hatte für den Sonntag den Sportverein Wetzlar-Niedergirmes zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste stellten eine sehr spielstarke Mannschaft, und Lollar mußte schon seine ganze Kraft einsetzen, um zu gewinnen. Beide Mannschaften trugen Angriff auf Angriff in des Gegners (Strafraum. Hier waren es immer wieder die guten Verteidiger, die den Angriff abschlugen. Nach etwa einer halben Stunde Spieldauer gelang den Gästen das erste Tor. Lollar griff nun stärker an, und der Gegner kann nur durch Foul das fällige Tor verhindern. Der Schiedsrichter gab Elfmeter, den Lollars Halbrechter mit sicherem Schutz zum Ausgleich verwandelte. Zehn Minuten vor Halbzeit gingen die Gäste durch Elfmeter wieder in Führung. Zn der zweiten Halbzeit waren die Gäste abgekämpft, Lollar wurde überlegen und konnte auch noch zwei weitere Tore erzielen. Lollar II — VfV.-R. Gießen III 10:1. Zu diesem Spiel hatte Lollar feine Mannschaft wesentlich verjüngt. Gießen wurde vollkommen überspielt und konnte nie ernstlich in den Kampf eingreifen. Kurze Sportnotizen. Als Berufstrainer wurde der mehrfache österreichische Rudermeister Dr. Losert (Wiking Linz) vom Kölner Ruderverein von 1877 verpflichtet. Mit Ausnahme des Zweiers „mit" und „ohn'e" ist Losert in sämtlichen Bootsgattunaen österreichischer Meister gewesen, er bringt also eine reiche Erfahrung mit nach Köln. * 624 361 Franks betrug die Einnahme des am Sonntag in Paris ausgetragenen Fußball- Länderkampfes zwischen Deutschland und Frankreich. Diese Einnahme stellt einen Rekord dar; bisher wurden in Frankreich bei Länderspielen im Höchstfälle eine halbe Million Franks eingenommen. * Deutsche Rennwagen werden in der neuen Saison wieder an zahlreichen internationalen Rennen teilnehmen. Für den Großen Preis von Frankreich am 23. Juni wurden je drei Wagen von Mercedes-Benz mit Caracciola, Fagioli und von Brauchitsch und von Auto-Union mit Stuck, Varzi und Prinz Leiningen gemeldet. Am Großen Preis von Tunis am 5. Mai werden auch deutsche Wagen beteiligt sein, gemeldet wurden bisher drei Mercedes-Benz. gen Werten gewannen Daimler Motoren I v. H., Zellstoff Waldhof 0,90 v. H., Feinmechanik Setter 0,75 d. H., dement Heidelberg 0,50 v. H. und Hanf, werke Füssen bei etwas lebhafterem Geschäft 1 v. H. Von Maschinenwerten gaben Moenus auf 85,25 (86) nach, dagegen blieben Eßlingen mit ca. 73 (1. K. 69) weiter gesucht und im Freiverkehr hatten Muag mit 21,50 bis 72 lebhafteren Umsatz. Schwächer waren Reichsbank mit 159,25 (160), Conti Gummi mit 155,75 (157,50), Deutsche Erdöl mit 101 (101,40) und Rhein. Braunkohlen mit 209,50 (212). Westdeutsche Kaufhof, Deutsche Linoleum und AKU. lagen behauptet. Am Rentenmarkt dauerte die Geschaftsun- lust bei uneinheitlichen Kursen fort. Altbesitz verloren 0,13 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H., dagegen waren Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine mäßig höher. 4,75 v. H. Stahlverein ■ gingen auf 93,13 (93,25) zurück. Don fremden Werten lagen Silbermexikaner weiter etwas schwächer. Abendbörse: fest. Auch an der Abendbörse blieb die Haltung am Aktienmarkt fest, doch war nur in Spezialwerten etwas größeres Geschäft zu verzeichnen, wahrend im übrigen die Umsätze keinen nennenswerten Umfang erreichten. Gefragt blieben vor allem Stahlverein, Mannesmann und Rheinstahl, ferner AEG., IG. Farben, Gebr. Junghans. Hanfwerke Füssen S zunächst auf die Wiederaufnahme der Divi- nzahlung mit 4 v. H. auf 83,50 (83) an, gingen später jedoch auf 83 zurück. Von Auslandsaktien gewannen Chade 2 RM. Am Kassamarkt kamen Gebr. Fahr n. P. mit 141 (138,25) zur Notiz. Fester waren ferner noch Moenus-Maschinen mit 86,75. Der Rentenmarkt blieb bei unveränderten Kursen stark vernachlässigt. Im Freiverkehr zeigte sich Interesse für Warschau-Wiener, Stücke 14,25 (14). Mark- Obligationen 15,25 (15), ferner lagen 4 v. H. Rumänen mit 4,15 (4) und 3,5 v. H. SBB. mit 161 (160,50) fester. U. a. notierten: Altbesitz 112,25, 6 v. H. Stahlverein 99, 6 v. H. Darmstadt v. 1928 93, Commerzbank 82,20, VO-Bank 84, Frankfurter Hypotheken- bank 100, Pfälzer Hypothekenbank 98,50, Reichsbank 159, Buderus 92,50, Harpener 100,75, Klöckner 88, Mannesmann 80,75, Mansfeld 95, Rheinstahl 100, Stahlverein 82 dis 82,25, AEG. 36,50 bis 36,75, Chade A—C 214, D 210, Daimler 97,25, Scheideanstalt 210, Licht und Kraft 120,75, IG. Farben 143 bis 143,75, Gesfürel 119,75, Hanfwerke Füssen 83,50 bis 83, Junghans 94, Lahmeyer 122, Metallgesellschaft 93,75, Moenus 86,75, Rütgers- werke 108,25, Schuckert 101,75, Siemens 142, Kaufhof 37,25, Süddeutscher Zucker 167, Feinmechanik Jetter 77, Reichsbahn-VA. 120, Hapag 31,50, Lloyd 33,50. •Rinhertnarff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 856 Stück Großvieh, 139 Fresser und 174 Kälber zum Verkauf. Es kosteteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 460 Mark, 2. Qualität 2M bis 335 Mark, 3. Qualität 130 bis 180 Mark. Schlachtkühe a) 160 bis 340 Mark, b) 80 bis 140 Mark. Rinder Yi bis jährig 70 bis 105 Mark, % bis 2jährig 110 bis 180 Mark, tragend 180 bis 350 Mark. Kälber des Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 19. März. Arn Gemüse- markt waren die Zufuhren von Feldsalat, Karotten, Rote Rüben, Sellerie, Schwarzwurzeln, Weißkraut und Wirsing gut. In Spinat nehmen sie langsam zu. Die Nachfrage blieb unbefriedigend. Für Meerrettich und Zwiebeln zogen die Preise etwas an, Spinat bröckelte etwas ab. Ausländischer Blumenkohl, Rotkraut, Eskarol und Kopfsalat waren in großen Mengen angeboten. Für Blumenkohl und Salat gaben die Preise etwas nach, während Rotkraut weiter anstieg. Es notierten u. a. in Pfennig: Blumenkohl, Steige 12 bis 18 St., 425 bis 500 (itaL); Eskarol, Steige ä 24, 30, 32 St., 180 dis 200 (itaL); Feldsalat, Freiland 25 bis 30, Mistbeet 40 bis 50; Gelbe Rüben 2V2 bis 3, Karotten 4 bis 5; Unterkohlrabi 3 bis 4; Kopfsalat, Steige ä 24 St., 300 bis 350 (span.); Lattich (Mistbeet) 40 bis 50; Meerrettich 28 bis 32; Rosenkohl 25 bis 28; Rote Rüben 3 bis 3V-; Rotkraut 12 bis 16 (holl.); Sellerie je nach Größe 5 bis 30; Spinat 12 bis 15, itaL 16 bis 18; Schwarzwurzeln 12 bis 18; Weißkraut 5 bis 6; Wirsing 10 bis 15; Zwiebeln 9 bis 9V2. Am Obstmarkt hat die Nachfrage für deutsche Aepfel infolge weiterer Preiserhöhung nachgelassen. Apfelsinen waren gut angeboten mit Ausnahme von italienischen, die im Preise anzogen. Bananen zogen bei knappem Angebot weiter an. Das Geschäft verlief lebhaft. Aepfel I 33 bis 38, II 28 bis 30, amerikanische Aepfel, Kiste 40 Pfund, rot 1400 bis 1500, gelb 1500 bis 1600; Apfelsinen, blond 16 bis 18 (itaL), Blut 16 bis 19 (itaL), blond 18 bis 20 (span.), Blut 23 bis 27; Bananen, Kiste 25 Pfund, 1000 (Jam.), 850 (Bras.); Zitronen, Kiste 150 Stück, 500 (itaL) Der TmlWU Avrdheffen schult seine Kunsttumer Die Gauleitung des Gaues XII Nordheffen hatte die Spitzenkönner und Nachwuchsturner zu einem O'lympiia - Schulungslehrgang zusammengerufen, ber an zwei Wochenenden in Kassel und Gießen erfolgreich durchgeführt wurde. Für ibie in recht stattlicher Zahl an den Lehrgangsorten erschienenen Teilnehmer standen neben dem Gau- lehrwart Wedekind (Kassel) die in Leistung und Lehrerfahrung bewährten Turner Karl Reuter (Gießen), W. S i n n w e l l (Bad-Nauheim) und Kehrer (Kassel) zur Verfügung. Es herrschte reges Leben auf dem Turnboden. Alle Turner waren mit Liebe, Eifer und Begeisterung bei der Sache, und man konnte sich so recht freuen über den echten Kameradschaftsgeist, der in gegenseitiger Unter» tützung zu sichtbarer Leistungssteigerung führte. Am Ende der beiden Lehrgänge konnten von den Besten einzelne der vorgeschriebenen schwierigen Uebungen chon recht ansprechend Äurchgeturnt werden. Neben der rein technischen Schulung wurde auch die Diet- arbeit nicht vergessen. Die neuen DT.-Lieder „Turnerschaft heran" und „Getreu allezeit" wurden geübt und von den Lehrgangsteilnehmern freubig ausgenommen. Am Heldengedenktag ging der Arbeit eine würdige Gedenkfeier voraus, bei der Gauober- turnwari R. Paul (Gießen) in tiefempfundener Ansprache das Gedächtnis der Toten des Weltkriegs und der nationalsozialistischen deutschen Freiheitsbewegung ehrte. Daß den Teilnehmern an dem denkwürdigen Tage der Verkündung der deutschen Wehrfreiheit Gelegenheit geboten war, der Parade und dem erhebenden Feldgottesdienst der Gießener Garnison beizuwohnen, war für alle ein Erlebnis. Wirtschaft. * Freiwilliger Zusammenschluß in der Zigarettenindustrie. Im Hinblick auf den Ablauf des Zwangskartells Ende März haben sich diejenigen Zigarettenhersteller, die 97 Prozent des Verbrauchs erzeugen, freiwillig zufammenge- schlofsen und gegenseitig verpflichtet, die Bestimmungen des bisherigen Zwangskartells im freiwilligen Zusammenschluß im Interesse des für das Gesamtgewerbe geschaffenen Ordnungswerkes einzuhalten. Nhein-Mainische Mittagsbörse. lleberwiegend fest. Frankfurt a. M., 19. März. Bei überwiegend festen Kursen hatte die heutige Börse noch keine stärkere Geschäftsbelebung aufzuweisen, immerhin war das absolute Ausmaß der Umsatztätigkeit etwas lebhafter als bisher. Die Kundschaft interessierte sich für einige Spezialpapiere, auch die Kulisse nahm unter dem Eindruck weiter günstiger Wirtschaftsnachrichten — wie Dividendenwiederaufnahmen bzw. -erhöhungen, gute Lageberichte aus der Mafchinen- und Zementindustrie — ebenfalls kleine MeinungsJn der Leitung der Lehrgänge hatten sich Gauoberturnwart R. Paul- Gießen und Gaumännerturnwart Dahms- Bad-Wildungen geteilt. Daß mit der Anwesenheit des DT.-Gauführers Brunst- Vollmarshausen bei der Kasseler Schulung auch seitens der Gauführung die Bedeutung der Lehrgangsarbeit die verdiente Würdigung fand, wurde von allen Teilnehmern lebhaft begrüßt. Als Ergebnis der vier Schulungstage in Kassel und Gießen darf festgestellt werden, daß der Gau Nordhessen trotz seines vorwiegend ländlichen Aufbaues über eine verhältnismäßig recht ansehnliche Zahl von Könnern im Geräteturnen verfügt, und man darf an diese erfreuliche Tatsache berechtigte Hoffnungen für die Zukunft knüpfen. In fachlicher Betreuung Weiterarbeiten wird eine Kernmannschaft. Als zunächst zu ihr gehörend wurden festgestellt: S e t h-Großen-Linden, A. F i n k-Marburg, Fluck- ßimburg, Metz- Kassel, E b e r s p ä ch e r- Marburg, S ch ö f f m a n n«Wieseck, Schick- Gießen, G e r g s - Kassel, K e h r e r - Kastel, Niemann- Frielendorf, S ch m e i f i n g - Witzenhausen, L. H e r- b e r t und H. Herbert - Gießen, Z ü l ch - Kassel, Eckhardt-Nidda, Lettin»Wieseck und — was selbstverständlich ist — Gaulehrwart Wedekind- Kassel. Diese Aufstellung gilt nicht als unabänderlich feststehend und endgültig abgeschlossen. Aufstrebenden Kräften wird vielmehr jederzeit die Möglichkeit geboten sein, in die Kernmannschaft des Gaues eingereiht zu werden. käufe vor. Viel Beachtung fand der Notenwechsel zwischen Deutschland und England, die Verhand- lunasbereitschaft Englands hinterließ einen guten Eindruck. Der Aktienmarkt hatte wieder einige Spezialbewegungen. Kräftig gesteigert waren erneut Gebr. Junghans mit zirka 92 nach 87,25. Am Montanmarkt blieben besonders Stahlverein bei lebhaften Umsätzen mit 81,75 (79,90) stark begehrt, daneben waren Rheinstahl auf Abschlußhoffnungen auf 99,40 (98) befestigt, ferner gewannen Mannesmann 0,90 v. H., Klöckner 0,25 0. H., Buderus gingen dagegen um 0,50 v. H. zurück. Von chemischen Werten rückten Th. Goldschmidt mit 98,50 (97) und Scheideanstalt mit 208,25 bis 209 (207,50) mehr in den Vordergrund. Rütgerswerke zogen 0,65 v. H., Metallgesellschaft 0,40 v. H. und IG. Farben bei kleinen Umsätzen 0,25 0. H. an. Am Elektromarkt waren AEG. mit 35,75 bis 35,90 (35,25) etwas lebhafter und in größeren Beträgen gesucht, fester waren ferner Siemens mit 142,75 (141,50), Gesfürel mit 119,75 (119,50), Felten mit 89,25 (88,90), Chade- Aktien erhöhten sich um 2 bis 3 Mark. Don sonsti- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben. Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.371. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß». Abend« börse Schluß- kurü Echlußk. Mittag« börse Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß- lurd Schlußk. Mittag, börse Datum 18 3 19.3 18.3 19 3 Oatum 18-3 19 3 18 3 19-3 6% Deutsche Reichs 4% Deutsche Reich 5/2% Dvung.Anlet Deutsche Anl.-Abl Auslos.-Rechten 41l*% Deutsche Re Weisungen von 6% ehem.8% Hess. (rückzahlb. 102% 4ehem. Hessis Darmstadt Gold 6y2% ehem. Hess thekenbank Darn — 86,75 89,5 Westdeutsche Kaufhof...... .. O 38 37,25 38 37 .. c 209 214 208 212 Accumulatoren-Fabrik..... . 12 158 158 Conti^umnu............. .. 8 157,5 156 157,75 156,25 Gritzner................. .. O 1 35,5 I 36 I 35,13 35,65 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. 4 - 93,75 - Süddeutscher Zucker...... .. 8 I 169 1 167 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 18.März 19.März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Dries Buenos Atre 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 58,17 58,29 58.34 58,46 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 52,72 52,82 52,56 52,66 Danzig..... 81,16 81,32 81,16 81,32 London ..... 11,805 • 11,835 11,77 11,80 HelsingforS.. 5,215 5,225 5,195 5,205 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,23 168,57 168,29 168,63 Italien..... 20,85 20,89 20,85 20,89 Javan ...... 0,4694 0,7696 0,690 0.692 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 59,33 59,45 59,16 59,28 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,72 10,74 10,68 10,70 Stockholm... 60,87 60,99 60,69 60,81 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanten.... 33,99 34,05 33.99 34,05 Prag....... 10,38 10,40 10,382 10,402 Budapest ... — — — Neuyork ... 2.486 2,490 2,478 2,482 Banknoten Berlin, 19.März (Seit) Bries Amerikanische Noten...... 2,43 2,45 Belgische Noten.......... 58,11 58.35 «Dänische Noten ......... 52,36 52,56 Englische Noten ......... 11,735 11,775 Französische Noten....... 16,42 16,48 Holländische Noten....... 167,87 168,55 Italienische Noten........ 20,73 20,81 Norwegische Noten ...... 59,00 59,24 Deutsch Lesterretch, 4 100 Schilling — Rumänische Noten....... — — Schwedische Noten....... 60,48 60,72 Schweizer Noten......... 80,44 80,76 Spanische Noten......... 33,52 33,66 Ungarische Noten........