185. Jahrgang Gießener Anzeiger Weihesiunde in der Aeichsjugendsuhrulig Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Reichsjugendführer überreichte heute mittag in einer schlichten Feier Admiral von Trotha das Ehrenabzeichen der Hitlerjugend und ernannte ihn zum Ehrenführer der Marine-HI. Die Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Wehrmacht und Reichsmarine unterstrich die Bedeutung der Feierstunde. So sah man u. a. den Chef der Reichsmarineleitung Admiral R a e - der, Polizeipräsident Admiral von Levetzow, Admiral Lützow, Admiral Heusinger von Waldeck sowie weitere Vertreter der Reichsmarineleitung, des Reichsbundes deutscher Seegeltung, des Verbandes deutscher Marineoffiziere und des Reichsbundes deutscher Marinevereine. Außerdem waren zugegen Obergruppenführer v I a g o w, SS.-Standortführer Breithaupt sowie Vertreter des Arbeitsdienstes und der Reichsjugend- von Trotha, einesHerzensundeinesSin- n e s find." Der Reichsjugendführer überreichte darauf Admiral von Trotha, „dem Stabschef der unvergeßlichen Flotte des Weltkrieges", die Lhrenführerurkunde der Warine-HJ. „Es fei damit ein Band geknüpft", fo heißt es in der Urkunde, „zwischen ruhmvoller Tradition und jungem Willen zur deutschen Seegeltung". Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Ad- miral von Trotha, nachdem er ihm auch die höchste Auszeichnung, die die Hitlerjugend zu vergeben hat, das Goldene Ehrenzeichen der HI. überreicht hatte. Admiral von Trotha sprach, sichtlich bewegt, seinen tief empfundenen Dank für die Ehrung aus. Er gedachte in seiner kurzen Ansprache der Tausende, die im Weltkrieg auf hoher See ihr Leben gegeben haben im Glauben an eine neue freie deutsche Zukunft und schloß mit dem Gelöbnis: Ich glaube an die Zukunft des deutschen Volkes, und mein ganzer Wunsch ist nur, daß ich bis zum letzten Atemzuge die Kraft habe, zu meinem bescheidenen Teil mitzuwirken! * sen, die nicht nur persönlicher Natur ist. Denn der greise Admiral, einer der engsten Mitarbeiter des Schöpfers unserer alten Flotte, des Großadmirals von Tirpitz, ist bis auf den heutigen Tag ein unermüdlicher Werber für die Seefahrt geblieben. Immer stand er in der vordersten Reihe der Männer, die nicht müde wurden, in Wort und Schrift für den Aufbau einer dem Deutschen Reiche würdigen Kriegsflotte einzutreten. Es war ihm vergönnt, Zeuge der Blüte der Flotte des kaiserlichen Deutschland zu werden, es blieb ihm aber auch nicht erspart, das schmerzliche Schicksal dieser Flotte mitzuerleben. Dennoch hat er niemals den Mut verloren, hat immer gekämpft und immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiescn, ein Schwert zu schmieden, das unsere See-Interessen wirksam zu verteidigen vermag. Doch nicht nur der Vortrag und der Zeitungsartikel waren seine Werbemittel, er sorgte durch die Pflege der Tradition, durch das Wachhalten der Erinnerungen an die Vorkriegszeit und die ruhmreichen Taten unserer Flotte während des Weltkrieges dafür, daß in der Heranwachsenden Jugend der Flottengedanke lebendig blieb. Träger und Förderer dieser Ueberlieferung ist neben der jungen Reichsmarine selbst unsere Marine-HI., die bereits das so schmucke blaue Kleid trägt. Ihr Ehrenführer ist er jetzt geworden. Und damit ist ein Band geschlungen um diejenigen, die noch wissen, was uns unsere alte Flotte bedeutete, und diejenigen, deren Aufgabe es ist, für die deutsche Seegeltung zu kämpfen und dem deutschen Volke wieder die Flotte zu schaffen, ohne die es im Kreise der anderen her Epochen in der Gegenwart neu zu g e st a l t e n. 3n der Willionengefolgschaft der deutschen Jugend trage auch der kleinste Pimpf das Erbe der großen Vergangenheit seines Volkes in sich. Diese Feierstunde solle nun einender größten Träger der heroischen Vergangenheit mit der Hitlerjugend auch äußerlich für immer verbinden. Schon in dem Lebensweg des Mannes, der heute zum Ehrenführer der Marine-HI. ernannt werde, liege unendlich viel, das lebendige Beziehung zur Jugend gerade in dieser Zeit besitze^ Der Reichsjugendführer zeichnete nun das Lebensbild des Admirals von Trotha, den er der Jugend als ein unübertreffliches Vorbild an Opfermut und Einsatzbereitschaft für Deutschland hinstellte. Er würdigte m herzlichen Worten seine militärischen Verdi e n st e um Deutschland in Krieg und Frieden sowie sein Wirken in der Jugendbewegung der Nachkriegszeit. „Wir alle sind ganz besonders glücklich darüber, daß wir biefe Stunde erleben können; denn nun können wir auch äußerlich zeigen, daß wir mit Ihnen, Herr Admiral Monate zu erhöhen. Begründet wird dieser Beschluß damit, daß man die Öffentlichkeit nicht unnütz erregen wolle. Die Sozialisten erklären in ihrem Parteiorgan „Populaire", daß dieses geringfügige Nachgeben des Generalstabes sie nicht von ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung abbringen könne. Engand tsi i Kampf-Eindecker bauen. London, 19. Febr. (DNB.) Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der englischen Luftstreitkräfte ist noch vor Ablauf dieses Jahres zu erwarten. Zum ersten Male seit dem Kriege wird jetzt der Bau von sehr schnellen Kampfeindeckern geplant, die eine Geschwindigkeit von 440 Stundenkilometern erreichen sollen, während bisher der Zweideckertyp die ausschlaggebende Rolle in der englischen Luftflotte spielte. In englischen Fachkreisen vertritt man immer mehr die Ansicht, daß im nächsten Kriege nicht mehr die für den Nahkampf am besten geeigneten Zweidecker, sondern vielmehr die schnellen Bombenflugzeuge und daneben die Jagd- und Verfolgungsflugzeuge den wichtigsten Platz einnehmen werden. Man glaubt, daß sich der Ein - deckertyp besser zum Jagdflugzeug eignet als der Zweidecker, da mit ihm größere Geschwindigkeiten erzielt werden können und er außerdem den Vorteil der leichten Anbringung eines einziehbaren Fahrgestells besitzt. Die Einführung von Eindeckern soll aber keineswegs eine Vernachlässigung der englischen Kampfzweidecker zur Folge haben, die infolge ihrer größeren Wendigkeit als am besten für den Luftkampf geeignet angesehen werden. Das englische Luftfahrt- mimsterium wendet in letzter Zeit auch dem Typ führung. Zu Beginn der Feier schritten Admiral v. Trotha und der Reichsjugendführer das Spalier einer Ehrenformation der Marine-HI., die vor dem Gebäude der Reichsjugendführung angetreten war, ab. Im festlich geschmückten Sitzungsaal der Reichsjugendführung begrüßte dann Baldur von Schirach die Gäste. Die Feierstunde finde in einem sehr einfachen Rahmen statt, so betonte er, aber gerade dieser einfache Rahmen entspreche dem Wesen der Jugend und vor allem dem Wesen des Mannes, der hier geehrt werden solle. In dieser Feier vollziehe sich das unzertrennliche Bündnis zwischen vorwärls- flürmender, revolutionärer, heldischer Kraft und der großen heroifchen deutschen Tradition, in der auch die Zukunst unserer Ration begründet liege. Wan habe in der Oppositionszeit gelegentlich die nationalsozialistische Jugend eine Jugend ohne Ehrfurcht vor der Tradition genannt. Die Jugend habe allerdings den Ballast mancher überkommenen Vergangenheit über Bord geworfen, aber sie habe es doch verstanden, den Traditio nsinhalt vergangener gro- Mhrpoliiische Disziplin! Von Generalleutnant a.O. von Metzsch. Die wehrpolitische Disziplin einer Nation ist nicht weniger wichtig als die militärische Manneszucht einer Wehrmacht. Fehlt dieser die Zucht, so entsteht Langsame lleberleitung zur zweijährigen Dienstzeit in Frankreich. Paris, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die französische Heeresleitung soll sich damit emver- tanden erklärt haben, nicht die sofortige Ein uh- runa der zweijährigen Dienstzeit zu fordern sondern allmählich die Dauer der Dienstzeit von 12 auf 15, später auf 18 und schließlich auf 24 der großen Militärflugboote mit großem Aktionsradius eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Daran hat auch die Katastrophe des „Short- Singapore"-Flugbootes bei Messina nichts geändert. Die englische Firma Saunders-Roe hat soeben einen neuen Auftrag auf eine größere Anzahl von Militärflugbooten mit einer Reichweite von 1600 Kilometer erhalten. Die neuen Maschinen besitzen zwei luftgekühlte Bristol-Pegasus-Motoren und verfügen u. a. über drei Maschinengewehre. Die Besatzung beträgt fünf Mann. Besucht unsere Ae'chsmarme! Eine Marinepfingstwoche wird nach Pfingsten in Kiel veranstaltet. Die deutsche Reichsmarine veranstaltet vom 11. bis 16. Juni 1935, also unmittelbar im Anschluß an das Pfingstfest, in Kiel eine „M arinevolkswoch e". Sie will ihrer traditionellen Verbundenheit mit dem gesamten deutschen Volke dadurch besonderen Ausdruck verleihen, daß möglichst viele Volksgenossen Gelegenheit erhalten sollen, sich durch eigenen Augenschein von der Arbeit zu überzeugen, die tn der Reichsmarine geleistet wird. Für diesen Zweck wird der größte Teil der Flotte im Reichskriegshafen Kiel zusammengezogen und z u r Be s i ch t i g u n g unter sachverständiger Führung freige- geben Jeder Besucher kann sich auf diese Weise selbst einen Einblick in den dienstlichen und außer- dienstlichen Begriff an Bord deutscher Kriegsschiffs und in das Leben ihrer Besatzungen verschaffen. Er kann sich ferner ein Urteil bilden von den gro- hen seit Kriegsende gemachten Fortschritten Kommunique schien, ein verhandlungstechnischer Vorrang eingeräumt oder, wie es heute scheint, der gewaltige Fragenkomplex als ein unteilbar e s Ganzes zur Debatte gestellt wird — diese Auffassungen darüber mögen sich andern. An dem deutschen Pflichtziele, die gleiche Sicherheit zu erreichen, die sich die an d e re n M acht e geschaffen haben, ändern sie nichts. Unsere Wehrpolitik steht im Dienste der europäischen Befriedung, keiner Bedrohung. Aber unsere S o u v e r a n i - tät muß Realität werden. Für Schein- werte ist in den deutschen Gedankengangen keiner- lei Raum mehr. Aber für die Anbahnung positiver, langfristiger Friedenswerte ist die deutsche Bereitschaft so gut wie unbegrenzt. Gemessen an den Lebensnotwendigkeiten der krieqsvsrwundeten europäischen Völker ist also unsere Stellung im Rahmen der bevorstehenden Verhandlungen so stark wie nur möglich. Sie wurde erst schwach werden, wenn wir die instinktive Selbst- licherheit im Bewußtsein unseres unantastbaren Rechtes und unserer befriedenden Sendung, aus nervöser, also undisziplinierter Haltung heraus, vertauschen wollten gegen den Wahn, daß em großes Volk seine Sicherheit von außen her beziehen könne. Seefahrt tut not, heute wie einst! Admiral von Trotha als Ehrenführer der Marine-HI. knüpft das Band zwischen ruhmvoller Tradition und dem jungen Willen zur Seegeltung. ein innenpolitisch gefährlicher, weil bewaffneter Haufen. Fehlt dem Volke die einheitliche Haltung gegenüber den wehrpolitischen Zielsetzungen seiner Führung, so droht eine geistige Verwirrung, die außenpolitisch bedenklich ist, weil sie den Rückhalt der berufenen Verhandelnden schwächt. Ein Schwebezustand, wie er sich jetzt an die Londoner Verhandlungen anschließt, be- j darf einer Begleitmusik, die überzeugend aus der > Nation heraufklingt, fo wie einst das einmütige i Friedensbekenntnis jenes denkwürdigen 12. Novem- i bers, das ohne falsche oder gemachte Töne war. ! Der begleitende Chor bedarf aber auch einer i n - 1 stinkten Sicherheit für Fragen, die nicht i mehr ft r i 111 g sind oder für solche, um die ge- i stritten werden muß oder für dritte, die man als i Nebenfragen behandeln kann. Im Rahmen der großartigen Einfachheit, die unserer wehrpolitischen Lage eigentümlich ist, ist der Volks- inftinft bekanntlich viel treffsicherer als hier und da angenommen wird. So fehlt z. B. dem heutigen deutschen Volksempfinden mit Recht die Neigung, noch viel Worte auf die Gleichberechtigung zu verschwenden. Sie steht als eine Selbstverständlichkeit außerhalb jeder Diskussion. Zur Frage steht nur noch, ob sich der Rahmen einer t rag - baren Konvention, die Deutschland begrüßen würde, für unsere unveräußerlichen Lebens- und Ehrenrechte findet oder nicht. Ganz anders liegen die Dinge in bezug auf die deutsche Unsicherheit. Sie ist eine Kernfrage des Gedankenaustausches und als solche mit guten Gründen in der deutschen Antwort auf das Londoner Kommunique besonders betont. Wir sind zwar überzeugt, daß man die uns umgebende Waffenübermacht nicht nur militärisch sehen darf, sondern auch wehrpolitisch sehen mutz, woraus sich manche Abschwächung der Gefahrfrage ergibt. Aber gerade in den letzten Monaten haben sich Annäherungen unter d e n hochgerüsteten europäischen Ra n d ft aa t e n vollzogen, denen mindestens die Möglichkeit, wenn nicht die Tatsache einer d eu t s ch f e i n d 1 i ch e n Fr o n t zugesprochen werden kann. Insofern hat sich also Deutschlands militärisch schwer gefährdete Zentrallage neuerdings auch wehrpo liti sch verschärf t, besonders, wenn man in Betracht zieht, daß die Sowjetunion einbezogen und seitdem nie anders, denn als ein Hemmnis der europäischen Entspannung in Erscheinung getreten ist. .. Außerdem haben aber die Rustungsve r st a r- k u n g e n in allen freirüstenden Mächten im letzten Jahre ein Tempo angenommen, das unsere an sich schon wahlberechtigte Sorge um die Sicherheit Deutschlands stets steigern muß, und überall, voran in Frankreich und dem frankophilen Weltbereiche, sind qualitative Rü ft ungsverbesserun- n e n — zum Beispiel: Erhöhungen der Dienstzeit, völlige Erneuerung des waffentechnischen Materials, Steigerung der Schlagfertigkeit und Verdichtung der Belegung in den Grenzbereichen — zu beobachten. Die Sowjetunion insbesondere hat mit einer kaum je geübten Schärfe die Vervielfachung ihrer Neubewaffnung durch den berufenen Vertreter vor aller Weltöffentlichkeit laut rühmen lassen. Es wäre ein durch nichts gerechtfertigter Leichtsinn, sich mit dem bequemen Vorurteil zu beschwichtigen, daß die japanische Gefahr für Moskau viel zu nahe und Mitteleuropa für die russische Zentralregierung viel zu fern sei, als daß der sow- jetistische Rüstungsfanatismus uns Deutsche beun- *"Wir"sind"zwar tief davon durchdrungen, daß auch die hochgerüsteten Völker den Frieden genau sodringendwünschenu nd brauchen ro i e das deutsche Volk. Wir Dauben fest daß die durch, aus eindeutige Friedenspolitik des Fuß. rers und Kanzlers den allerdringendsten Bedürfnissen einer vom Weltkriege noch immer n ch geheilten Welt schnurstraks entgegenfommt. Nicht nur wir Deutsche sehnen uns nach einer besseren, das Lßt ent pannteren Ordnung der europäischen Gngeb Allein, das taifunartige ^anbrhuf^/^?äeun deutschen Raum herum, die lawinenahnliche Anhau. funq motorischer Waffenkraft, deren räumlich Reichweite unaufhörlich wachst zwingt uns m H denn jemals zuvor, an die Sicherheit des eigenen Schiffes, an den Schutz des b 5 ung i di ü h t e n deutschen Tales zu senken. Gegenüber dieser nötigsten Notwehrpflicht schrumpfen alle Fragen der (Verhandlungs-) Modali.aten und Prioritäten der Pakte und Systeme zuNeben- fragen, alle künstlichen Komplikationen IN untauglichen Versuchen am ungeeigneten deutschen Objekt zusammen. Die e i n f a ch e K l a r h e i t d e s deutschen Standpunktes, der nach keiner Richtung hin mehr begehrt als das, was die Sicherheit des friedlichen Schaffens eines großen Volkes unabweislich fordert, gesta tet, unvoreingenommen an jede angeregte .ömoung prüfend heran- und schließlich auf sie vertraglich em- zugehen, sofern sie den durch die Notwehrpflicht gebotenen Ausbau unserer Abwehrkraft n i ch t u n- terbindet. Wir wünschen dabei, militärisch niemand wettrüstend zu übertrumpfen. Wir hoffen aber, unsere Umwelt von der entspannenden Wirkung eines wider standsfähig en deutschen Raumes zu überzeugen, dem Die Versuchung zum billigen Einbruch von außen her nicht mehr — wie bisher — anhaftet. Ob dabei von der Gegenseite der Luftru- ftungsfrage, wie es nach dem Londoner nr. 45 Erster Blatt 185. Jahrgang Mittwach, 20.8-druar 1935 . Ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, autzer Ä W für die Mitlagsnummer Sonntags und Feiertags ▲ ▲ ▲ ▲ ▲ AA bis 8'/,Uhr des Vormittags ©te^ner* FamillenbMter ffl U B Grundpreise für 1 mm höhe Heimat im Bild-Die Scholle ■ MH Wh ■ B W 17 I C ■ B W ■ MW W W JL | 7« fl W M W für Anzeigen von 22 mm E- vHvnvIlvl 4llnvluvl Zs-- Auch bei Nichterscheinen N M MM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Steilem, Vereins-, gemein» ZWL General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. $ran!fuOtf,tÄ'n:il686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulftratze r Mcng°nab,chW-Staffel» Ein Bild von der Weihestunde in der Reichsjugendführung. Die Hauptteilnehmer von links nach reästs: Der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder, Admiral von Trotha Reichsiugendfuhrer Baldur von S ch i r a ch , Admiral Heusinger von W a 1 d e g g und der Stabsfuhrer der HI., Hartmann Lauterbacher. Durch die Ernennung des Admirals von Trotha zum Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend hat unsere Heranwachsende Generation dem Erhalter und Wahrer der Ueberlieferungen einer Flotte, die uns immer unvergeß- lich bleiben wird, eine Ehrung zuteil werden las-!Nationen nicht bestehen kann. in schiffsbaulicher und technischer Einsicht und damit auch von der Leistungsfähigkeit der deutschen Werften und der deutschen Industrie. Täglich stattfindende Schau Vorführungen an Land und auf dem Wasser, sowie eine besondere Ausstellung werden darüber hinaus jedem Teilnehmer Einblick in das Aufgabengebiet und die Entwicklung der Marine gewähren und so besonders dem Binnenländer vor Augen führen, daß das Wort ,.Seefahrt ist not" in der Reichsmarine feine kraftvolle Verwirklichung gefunden hat. Die „Marinevolkswoche" wird am 11. Juni 19 3 5 abends mit einem Festakt in der Kieler Nordostseehalle eröffnet und schließt am 16. Juni 1935 — dem B e - ginn der „Kieler Woche" — mit einer großen Parade sämtlicher Schiffsbesatzungen der Flotte und vieler Marine-Landtruppenteile. Mit der Durchführung der „Marinevolkswoche" ist vom Chef der Marineleitung das Kommando der Marine st ation der Ostsee (Leitung der „Marinevolkswoche") in Kiel beauftragt worden. Anfragen usw. sind unmittelbar dort- h i s zu richten. ReichsmanneimDienstderWissenschast Das deutsche Vermessungsschiff „M e - t e o r" hat eine sechswöchige Fahrt angetreten, die in die Gewässer um Island und Grönland führt, mitten hinein in die Zugstraße der barometrischen Mmima, also in die Heimat der Stürme. Diese Fahrt, die gleichzeitig Fischereischutzfahrt ist, wird dem „Meteor" große wissenschaftliche Aufgaben stellen. Neben dem eigentlichen Fischereischutz soll nämlich das Schiff durch hydrographische Arbeiten unter Island die schwierige Navigation in dem dorti- gen Gebiet für die Fischdampfer erleichtern. Ferner wird „Meteor" etwa 14 Tage lang ini Raum südlich von Grönland ozeanographische Arbeiten ausführen, zu denen der Direktor und einige Mitglieder des Instituts für Meereskunde eingeschifft worden sind. Es soll außerdem festgestellt werden, ob die vermutete Neufund- landschwelle, die sich von Neufundland nordöstlich bis zum Reykjanes-Rücken auf Island hin erstrecken soll, tatsächlich vorhanden ist. Die übrigen wissenschaftlichen Aufgaben ergänzen die Arbeiten, die das Vermessungsschiff „Meteor" in gemeinsamen Arbeiten mit Forschern und Wissenschaftlern des Institutes für Meereskunde, der Seewarte und des Wilhelmshavener Marine - Observatoriums durchgeführt hat. Das Vermessungsschiff „Meteor" steht unter dem Kommando des Fregatttenkapitäns Kurze, seine Besatzung besteht aus neun Offizieren und 120 Unteroffizieren und Mannschaften. 4,4 Millionen Arbeitswochen mehr in zwei Jahren. K a r l s r u h e, 19. Febr. (DNB.) Ein interessanter Beitrag zur Arbeitsbeschaffung und ein überzeugender Beweis für den Aufstieg der Wirtschafl ist eine Statistik der Landesversicherungsanstalt B a - den. Während im Jahre 1932 18 042 764 Wochenbeitragsmarken verkauft worden find, ist diese Zahl im Jahre 1934 auf 22 431 525 gestiegen, so daß also im Jahre 1934 4,4 Millionen Arbeitswochen mehr zu verzeichnen sind als 1932. Die Zahl der Arbeitslosen in Baden ist von 191 000 im Jahre 1933 auf 90000 bis zum Herbst 1 93 4 gesunken. Für das Jahr 1934 war eine Beitragseinnahme von 24,5 Millionen NM. vorgesehen, während sie im Endergebnis 27,6 Millionen betrug, also 3,1 Millionen R M. mehr als vorgesehen war. Für Verhandlungen auf gleichem Fuß. Die „Times" schlägt einen Besuch britischer Minister in Berlin vor, bevor die englisch-französische Aussprache weitergeht. Hat England freie Hand? Keine grundsätzliche Entscheidung des französischen Ministerrates. Die Krastloserklämag der Goldklausel— ein Sieg Roosevelts. Deutschland sei bereit, sofort über die vorgeschlagene Luftkonvention zu verhandeln, und es sei klar, daß der Abschluß selbst für sich allein einen ungeheuer stabilisierenden Wert haben würde. Es sei besser, mit teilweisen Vereinbarungen zu beginnen und langsam aufbauend auf eine allgemeine Regelung auszugehen, als anzunehmen, daß man auf der Stelle ein Universalheilmittel schaffen könne. Was verhandlungsreif sei, darüber müsse auch verhandelt werden, wenn auch mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß kein einziger Teil in Kraft treten werde, bevor die Gesamtregelung beendet ist. Die beste Hoffnung aber auf einen Fortschritt liege in einem britischen Besuch in Berlin. man weiter, auf eine einfache Empfangsbestätigung beschränken, was der unmittelbaren Aussprache mit Deutschland einen größeren Spielraum lassen würde. Sie könnten aber auch durch eine gemeinsame Note unter Bekräftigung ihres Abkommens vom 3. Februar das deutsche Schriftstück grundsätzlich beantworten. Wahrscheinlich habe man sich weder für d i e eine noch d i e andere Formel entschieden. Die Blätter berichten übereinstimmend, daß Frankreich England freie Hand für die Behandlung der deutschen Antwort lasse, daß aber die diplomatische Vorbereitung eines deutsch-englischen Meinungsaustausches mehrere Wochen beanspruchen dürfte und daß die französisch- englische Erklärung vom 3. Februar ein Ganzes bilde, aus'dem kein Stück wie etwa das Luftabkommen herausgebrochen werden könne. L o n d o n , 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie die „Times" meldet, hat sich der innerhalb des englischen Kabinetts bestehende Sonderausschuß für Abrüstungsfragen gestern lange Zeit mit der Antwort der deutschen Regierung auf die englisch-französischen Vorschläge befaßt. Man soll in diesem Ausschuß entschieden der Meinung sein, daß alle beteiligten Regierungen die englisch-französische Erklärung als Ganzes betrachten sollten. Deshalb werde voraussichtlich die deutsche Regierung ersucht werden, ihre Ansichten über sämtliche Vorschläge und nicht nur über das vorgeschlagene Luftabkommen mitzuteilen. Die verschiedenen Punkte brauchten nicht unbedingt in einer bestimmten Reihenfolge erörtert zu werden, der gesamte Fragenkreis müsse aber erörtert werden. Die Erklärung sei der Welt als eine geschlossene Einheit vorgelegt worden. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, daß irgendein Teil aus dem Ganzen herausgelöst wird. In einem Leitaufsah mit dem Titel „Gleichheit bei Verhandlungen" seht sich „Times" dafür ein, daß Mitglieder des britischen Kabinetts möglich ft bald Berlin besuchen sollen, um mit dem Führer und Reichskanzler die englisch - französischen Vorschläge zu besprechen. Deutschland, das die Londoner Vorschläge zwar recht freundlich, aber sehr neutral ausgenommen habe, erhebe einen höflichen Einwand gegen das Festhalten an der englisch-französischen Grundlage, von der sie ausgegangen sei und rege an, daß der nächste Schritt in einem britischen Besuch in Berlin bestehen sollte. In Deutschland herrsche offenbar die Empfindung, daß besonders die Verhandlungen über das vorgeschlagene Luft- locarno zumindest im Gei st e von Locarno geführt werden sollten und daß dies nicht der Fall sei, wenn Frankreich und Großbritannien zwischen dem Empfang und der Absendung von Roten besondere Beratungen unter sich abhalten. „Times" erklärt, es sei tatsächlich außerordentlich wünschenswert, daß ein Mitglied oder mehrere Mitglieder des britischen Kabinetts — von deutscher Seite werde auf die Mehrzahl Wert gelegt — einen Besuch in Berlin abstatten, wo allein eine vertrauliche Besprechung mit dem Manne möglich sei, der in Deutschland die Entscheidungin der Hand habe. Ebenso wichtig aber sei es, den Eindruck zu beseitigen, daß hinter dem englisch-französischen Ursprung des neuen Plans irgendwelche dunklen Absichten zu suchen seien. Simon habe bei seinem Weihnachtsaufenthalt in Paris nicht genügend Zeit gefunden, mit den französischen Ministern die vielen schwebenden Fragen durchzusprechen. Deshalb habe er einen Besuch in London vorgeschlagen. Das Ergebnis der Londoner Besprechung sei bei weitem weitreichender geworden, als die Urheber je gehofft hätten. Die Ergebnisse seien dann Deutschland in genau derselben Weise mitgeteilt worden, wie Italien und Belgien. Italien und Belgien hätten ebenso wenig wie Deutschland von dem bedeutsamen Vorschläge einer westeuropäischen Luftkonvention gewußt, bevor das gemeinsame Kommunique ausgegeben war. Deutschland sei somit bisher auf keinem anderen Fuß als dem voller Gleichberechtigung behandelt worden. Immerhin fei es Tatsache, daß in Rom, Paris und London wichtige Besprechungen statt- gesunden hätten, bei denen Deutschland nicht beteiligt war. Das Ergebnis der Besprechungen sei aber gewesen, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sich enger gestalteten als jemals feit dem Kriege. Ebenso feien die franko- f i sch - b r i t i sch e n Beziehungen niemals herzlicher gewesen. Schließlich feien Frankreich und Rußland einander stetig nähergekommen. Für die Deutschen ergebe sich aus alledem der Eindruck, daß Deutschland ausgeschaltet bleibe, während andere Länder auf Grund fortgesetzter Zusammenkünfte dauernd bessere Freunde würden. Runmehr wünsche Adolf Hitler gerne den ganzen Umkreis europäischer Fragen mit einem Vertreter des Landes durchzufpre- chen.das der Garant des Locarnopaktes sei. Deshalb müsse der englische Besuch in Berlin Tatsache werden, und zwar je eher desto besser, besonders da Sir Iohn Simon in ungefähr einer Woche wiederum zu einem nichtpolitischen Besuch nach Paris gehen werde. Vor einem Jahr sei es sehr viel leichter gewesen, auf Grund eines deutschen Angebots zu einer Einigung zu kommen. Dies habe sich jetzt geändert. Heute werde Deutschland sich sicherlich nicht mit einem Zahlenverhältnis deutscher Luftstreitkräfte zu denen anderer Länder begnügen, das es selbst vor einem Jahre vorgeschlagen habe. Heute verlange es Gleichheit in jeder Beziehung — Gleichheit auf dem Gebiet militärischer Geltung. Es sei unendlich besser, wenn ihm das geforderte a u f Grund freundschaftlicher Vereinbarungen zukomme und nicht auf Grund einer Reihe herausfordernder Handlangen auf deutscher Seite und von widerwilligen Zugeständnissen seitens der anderen. Deshalb fordert „Times" von den Nutznießern des Versailler Vertrages, daß sie nicht zauderten, Deutschland für frei von den Rüstungsbeschränkungen im Teil V des Versailler Vertrages zu erklären unter der Voraussetzung, daß alle Länder in gleicher Weise sich einer planmäßigen R ü st u n g s b e g r e n - 3 u n g unterwerfen. Paris, 20. Febr. (DNB.-Funkfpruch.) Eine grundsätzliche Entscheidung über die Behandlung der deutschen Antwort ist vom gestrigen Ministerrat nicht getroffen worden. Außenminister L a - v a l hat die deutsche Antwort erläutert und ist alsdann unter Bezugnahme auf einen telegraphischen Bericht des französischen Botschafters in London, Cardin, über seine Besprechungen mit Sir John Simon auf den französisch-englischen Meinungsaustausch eingegangen. Frankreich kenne die englische Gradlinigkeit zu gut, als daß es die geringste Befürchtung über die Einhaltung des gemeinsamen Standpunktes hegen könnte. Die französische Regierung würde es begrüßen, wenn die von Deutschland angeregte zweiseitige Aussprache die Regelung sämtlicher schwebenden Fragen erleichtern könnte. Frankreich und England könnten sich, so erklärt Wie gestern schon kurz gemeldet, hat das amerikanische Bundesgericht mit der knappen Mehrheit von fünf gegen vier Stimmen folgende Entscheidung getroffen: Dem Kongreß stand nach der Verfassung das Recht zu, durch das Gesetz vom 5. Juni 1933 die Goldklausel in privaten Verträgen für nichtig zu erklären, da ihm die Gewalt über die Festsetzung der Währung zu- steht, und Personen, die beim Abschluß von Privatverträgen diese Klausel eingefügt haben, dies auf i h r eigenes Risiko und ohne amtliche Ermächtigung getan haben. Dagegen kann der Kongreß, der seinerzeit die Ausgabe von Liberty- Bonds mit einer Goldklausel beschloß, diese Verpflichtung, die durch den guten Glauben und durch den Kredit von Kongreß und Regierung garantiert war, nicht nach Belieben kündigen und sich dadurch einseitig einer lästigen Schuld entledigen. Insoweit ist das angeführte Gesetz verfassungswidrig. Die Bondsinhaber können die Bundesregierung jedoch nur verklagen, wenn sie einen tatsächlichen Schaden erlitten hätten, während sie für entgangenen Gewinn keinerlei Entschädigung beanspruchen können. Sollten ausländische Besitzer amerikanischer Bonds ihre Regierungen auffordern, bei den Vereinigten Staaten gegen die Entscheidung Einspruch zu erheben, so wird dazu erklärt, daß die Bonds rein innere Schuldverschreibungen seien. Ausländer, die solche kauften, unterstellten sich in jeder Beziehung dem Gesetz der Vereinigten Staaten. Um die Bedeutung dieses Urteils zu verstehen, muß man sich an die Kämpfe erinnern, die bei uns während der Inflation um die Aufrechterhaltung des Rechtssatzes „M a r k gleich Mar k" geführt worden sind. In den Vereinigten Staaten handelt es sich zwar nicht um eine Inflation im eigentlichen Sinne, sondern um eine künstliche Abwertung des Dollars. Um so schwieriger war es für das oberste amerikanische Gericht, zu der Frage der Gleichsetzung dieses künstlich und planmäßig abgewerteten Dollars mit dem Golddollar Stellung zu nehmen. Mehrfach hatte das Oberste Bundesgericht die endgültige Entscheidung verschoben, ein Beweis, wie außergewöhnlich schwierig es war, die rechtliche Stellungnahme in der Goldklauselfrage mit den politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Ein Spalt schien zwischen den nationalen Erfordernissen des Landes und den bisher geübten formalen Rechtsgrundsätzen aufgerissen zu sein. Die amerikanische Rechtsprechung hat es aber verstanden, diesen Spalt zu überbrücken. Das Gericht ist zu der Auffassung gelangt, daß eine Einlösung in Gold dem Gläubiger einen unberechtigten Gewinn zuschanzen würde. Theoretisch dagegen ist in der Entscheidung des Obersten Bundesgerichts die Regierungspolitik scharf kritisiert worden. Vor allem steht das Bundesgericht auf dem Standpunkt, die Uedertra- gung legislativer Machtbefugnisse an den Präsidenten, also der Befugnisse, die lediglich dem Kongreß zustehen, sei unzulässig. In der Theorie ist also die Diktatur Roosevelts in Wirtschaftsdingen tot, in der Praxis aber erlebt sie eine Verstärkung ihrer Macht. Das salomonische Urteil wird erklärlich, wenn man sich vergegenwärtigt, wasaufdemSpiele st a n d. Die Goldklausel in den laufenden Verträgen waren ungeheuer hoch. Man berechnet, daß die Bundesregierung etwa 15, die Staaten und Gemeinden 28, die Privatfirmen etwa 155 Milliarden Dollar mehr aufwenden müßten, wenn die Verträge nach ihrem Wortlaut in Gold ein-gelöft würden. Das wäre geradezu eine Zerrüttung der Basis bes,Vertraue ns gewesen, die Folgen wären ungeheuerlich, und der Bundesgerichtshof ist davor zurückgeschreckt, da papierene Rechte nicht dazu da sind, damit die Welt zugrunde gehe. In der amerikanischen Oeffentlichkeit wurde häufig die Meinung vertreten, die amerikanische Regierung werde es überhaupt nicht zur Fällung eines Urteilsspruches kommen lassen, sondern sich vielmehr auf den Standpunkt stellen, daß es nicht die Ausgabe der Gerichte sein könne, in einer Frage von so ungeheurer politischer und wirtschaftlicher Bedeutung die von der Regierung im Interesse des Landes als notwendig erkannten Maßnahmen auf ihre rechtlichen Grundlagen hin zu untersuchen und damit ihre Wirksamkeit zu gefährden. Aber Präsident Roosevelt hatte zu den obersten Richtern des Landes das Vertrauen, daß sie neben den rechtlichen auch die politischen und nationalwirtschaftlichen Gesichtspunkte der Währungsaktion der Regierung zu würdigen wissen würden. In diesem Vertrauen hat er sich, wie das Urteil beweist, nicht getäuscht. Das oberste amerikanische Gericht hat einen grundlegenden Unterschied zwischen privaten und Regierungs-Verpflichtungen gemacht. Es hat die Aufhebung der Goldklausel für private Schuldverpflichtungen als verfassungsmäßig anerkannt. Diese Frage ist es, auf die es im wesentlichen ankommt. Wenn das Gericht andererseits die Aufhebung der Goldklausel für Regierungsverpflichtungen als verfassungswidrig bezeichnet hat, so ist das von geringerer praktischer Bedeutung. Denn die Regierung kann jederzeit durch besondere gesetzgeberische Maßnahmen die Rückzahlung und Verzinsung der staatlichen Anleihen in Papierdoll ar regeln. Die Anerkennung des Rechts der Regierung für die privaten Schuld^ Verpflichtungen den Papierdollar dem Golddollar gleichzufetzen und die Einlösung in Papierdollar gemäß den vereinbarten Bedingungen anzuordnen, bedeutet daher einen entscheidenden Sieg Roos e- v e l t s, der nun die Möglichkeit hat, auf der ganzen Linie den Papierdollar an die Stelle des Golddollars zu fetzen, ohne daß das auf gerichtlichem Wege angefochten werden kann. Die amerikanischen Richter haben also einen Weg gefunden, das formale Recht mit den Bedürfnissen des Staates und der Wirtschaft in Uebereinstim-- mung zu bringen. Wie man auch die Maßnahme der Dollarabwertung unter weltwirtschaftlichen und währungspolitischen Gesichtspunkten beurteilen mag, wird man es billigen müssen, daß nunmehr eine sichere Rechtsgrundlage geschaffen worden ist. Ein anderer Urteilsspruch hätte nur neue Unsicherheit und neue Währungsschwankungen Hervorrufen können, ohne daß es praktisch möglich gewesen wäre, die einmal vorgenommenen Maßnahmen wieder rückgängig zu machen. Die jetzt gefällte Entscheidung wird daher voraussichtlich zu einer Festigung der Devisen- wie auch der Waren- und Effektenmärkte führen. Das aber ist es, was die Weltwirtschaft heute in erster Linie braucht. Schweden und das neue Deutschland. Die Schwester Karin Görings spricht in Berlin. DNB. Berlin, 19. Febr. Im Preußenhaus sprach auf Einladung der Nordischen Gesellschaft Gräfin Fanny Wilamowitz - 331*0 Ikendorfs, die Schwester der verstorbenen Gattin des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring. Der Saal war mit den Flaggen Deutschlands und Schwedens geschmückt. Die Schwester Karin Görings wurde lebhaft begrüßt. Sie gab ihrer Freude Ausdruck, hier im neuen Deutschland sprechen zu dürfen. Sie fühle sich nicht in der Fremde, sondern wolle a l s Freundin betrachtet werden. Was jetzt in Deutschland vor sich gehe, fei nicht Geschichte, sondern Geschichtswende, und nirgends in der ganzen Welt würden die Ereignisse des Dritten Reiches so verfolgt wie in Schweden. Bewundernd erkenne man an, daß hier gehandelt werde und nicht gejammert, daß man nicht die Arbeitslosigkeit beklage, sondern sie beseitige, daß man nicht die Armen bemitleide, sondern eine Kette helfender Hände schaffe. Nur die, die nicht wissen, was Deutschland in den vergangenen Jahren durchgemacht habe, werden über das eine oder über das andere den Kopf schütteln. Die Vortragende führte sodann ihren Hörern im Lichtbilde ihre Heimat, S ch w e d e n , vor und ließ vor ihren Augen dieses Land in seiner ruhmreichen Geschichte, seiner herrlichen Natur und seinen Bewohnern mit ihren altüberlieferten Sitten und Gebräuchen erstehen. Sie wies darauf hin, daß man es in Schweden besonders dankbar anerkenne, daß das Dritte Reich der Gefahr der Entwertung der höchsten Werte des Volkes erfolgreich entgegentrete und äußerte als ihren großen Wunsch, daß Gott das freie und stolze neue Deutschland segnen möge. Auf vorgeschobenem posten. Die europäische Kultursendung des Memeldeutschtums. Basel, 19. Febr. (DNB.) das „Berner Tageblatt" schreibt über die Zustände im Memelgebiet und den Prozeß gegen die Führer der beiden großen deutschen Parteien: „Das Ergebnis der Untersuchungen und Zeugenverhöre ist für einen objektiven Betrachter bisher sehr mager gewesen. Es zeigt sich, daß man den Angeklagten f einerlei politisch belastende Beziehungen zu offiziellen deutschen Stellen nachweisen kann, daß es sich vielmehr um nichts anderes als um eine rege geistige Verbindung des abgetrennten deutschen Volksteiles zu seinem Mutterlande handelt. Don einer zielbewußten Einmischungspolitik der deutschen Regierung und einer staatsfeindlichen Haltung der deutschen Memelländer kann aber nicht die Rede sein. Die litauische Regierung begnügt sich auch keineswegs damit, die nationalsozialistischen Tendenzen der Deutschen zu brandmarken, sondern sie hat es im Grunde auf das Deutschtum als solches abgesehen. Dies beweist ganz klar ihre radikale Kulturpolitik. Aber das Aufgeben des Deutschtums im Memelgebiet wäre nicht nur der Sieg einer unentwickelten Kultur über eine hochstehende, sondern es bedeutete ein Vordringen Asiens in den europäischen Kulturraum. Dr. Goebbels an die Reichspresseschule. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing den ersten Lehrgang der R e i ch s p r e s s e s ch u l e, in der die jungen Schriftleiter in Ausbildung einer abschließenden menschlichen und fachlichen Generalprobe unterzogen werden. Die Schule untersteht dem Reichsverband der Deutschen Presse und dient der Förderung und Auslese des Schriftleiternachwuchses. Der Minister erinnerte an die grundlegenden Aenderungen im Pressewesen. Heute sei die Presse sozusagen zu einem öffentlichen Beruf gestempelt. Die angehenden Journalisten müßten sich immer vor Augen halten, daß sie nicht für sich, sondern für d i e Oeffentlichkeit wirken. Es gelte d i e Verbindung zum Volk zu behalten. Ueberall gebe es Menschen, die das Volk nicht kennen und die deshalb auch das Volk nicht kenne. Das fei besonders in den Jahren vor der Machtergreifung in der Presse so gewesen, und man könne sich deshalb nicht wundern, daß ein Teil des Leserpublikums dadurch auch seinerseits das Vertrauen zu dieser Art Presse verloren habe. Die Verbindung zum Volt kann man nur finden durch unsere B e w e g.u n g, die der Treuhänder und Dolmetsch des Volkswillens ist. Ich kann deshalb nur wünschen, daß Sie zu dieser Bewegung e in sehr tapferes und ein sehr persönliches Verhä11nis bekommen. Wir vertrauen auf die junge Generation! Ich mochte Sie deshalb bitten, in den kämpferischen und künstlerischen Journalisten des Nationalsozialismus Ihre Vorbilder zu sehen. Wenn diese Männer auch manchmal nicht die technische Routine besitzen — sie sind den anderen überlegen in der Leiden« der Unterbrechung durchführen. Mehr kann Ihnen niemand bieten! Wir wissen, was Sie fordern: volles Format u. wirklich guten Tabak. Das gibt ihnen V^WirtschaftS r heitlich Gebiet lernen, anders wuchs. verweilte Dr. Goebbels fast zwei Stunden auf den Personenwagenständen. Der Minister, der ein sehr guter Wagen- und Motorenkenner ist, folgte den technischen Erklärungen mit größtem Interesse. Auch nach dem wirtschaftlichen Erfolg fragte der Minister mehrfach und erhielt von allen Firmen den Bescheid, daß die Ausstellung bisher schon einen Erfolg gebracht hat, der weit über dem des Vorjahres zu derselben Zeit liege. — Reichsminister Dr. Frick stattete der Ausstellung gleichfalls einen längeren Besuch ab. Kvrpsführer Hühnlein stellte dem Minister die in Berlin anwesenden Gruppenführer des NSKK. vor und gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, den Minister zum ersten Male in seiner Eigenschaft als Ehrenführer des NSKK. begrüßen zu können. Der Minister versicherte, daß er stets für eine enge Zusammenarbeit der Verkehrspolizei mit dem NSKK. eintreten werde. Er besichtigte dann die Ausstellungshallen und zeigte sich von den gewaltigen Fortschritten der Kraftwageü-, Motorrad- und Lastkraftwagenindustrie in hohem Maße befriedigt. Minisierbesuch auf der Automobil-Ausstellung. Reichsminister Dr. Goebbels stattete der Automobilausstellung einen mehrstündigen Besuch ab. Sein besonderes Interesse richtete er auf die deutschen, vielfach siegreichen Rennwagen. Dann führen, er müsse auch auf gesundheitlichem erziehen. Die Elternschaft müsse wieder ihrem Arzt treu zu werden; eingestellte Eltern gefährdeten ihren Nach- Jrn Rahmen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik wurde der deutschen Kraftfahrzeugindustrie eine klare festumrissene Aufgabe gestellt: Deutschland muß den D o r s p r u n g, den die ihm benachbarten und auf gleicher kultureller Höhe stehenden Nationen in ihrer Motorisierung nach dem Kriege gewonnen haben, wieder einholen. Die Erfüllung dieser Aufgabe stellt aber an die einzelnen Kraftfahrzeugfabriken Anforderungen, die besonders schwer zu erfüllen sind, weil die vorausgegangenen Jahre für unseren Wirtschaftszweig besonders schwierig gewesen sind. Wenn auch schon die technische und kaufmännische Bereitschaft für diese Aufgabe vorhanden war, so fehlte es doch auf der ganzen Linie an den finanziellen Mitteln hierzu, nachdem die falsche Wirtschaftspolitik des alten Systems unsere Industrie in ihren Grundfesten auf das schwerste erschüttert hatte. Mit den programmatischen Leitsätzen bei der Eröffnung der Acktomobilausstellung im Jahre 1933 zeigte der Führer den Weg. Zwei Jahre sind seit diesem Tage vergangen und haben der gesamten Kraftoerkehrswirtschaft einen beispiellosen A u f st i e g gebracht. Schon jetzt ist die deutsche Produktion ebenso groß wie die Frankreichs und Englands. Durch besser Ausnutzung ihrer Anlagen wurde die finanzielle Lage der Werke wesentlich entlastet, so daß die Vorbedingungen einer gesunden technischen und wirtschaftlichen Fortentwicklung gegeben sind. Das ist ein bedeutender Schritt vorwärts, obwohl wir erst am Anfang stehen. Viele Aufgaben sind zu erfüllen. Die Industrie darf nicht ruhen und rasten, um ihre Erzeugnisse noch weiterhin zu vervollkommnen und darüber hinaus immer wieder neue Werte zu schaffen, um die technische Führung Deutschlands, als dem Erfinderland des Automobils, aufs neue zu bestätigen. Darüber hinaus müssen Mittel und Wege gefunden und geschaffen werden, um die Kapazität der Werke auf eine Höhe zu bringen, die durch eine stückmäßige Steigerung eine Preisbildung ermöglicht, die neue Käuferschichten auf Oie Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Krankenkassenpraxis Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Reichsarbeitsminister hat in einer neuen Verordnung die bisherigen Vorschriften über die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen ergänzt Die Verordnung erweitert den Kreis der nationalen Kämpfer erheblich, die bei der Zulassung bei den Krankenkassen bevorzugt werden. Ferner schafft sie neuen Raum für junge Anwärter dadurch, daß sie die Kassentätigkeit von Aerzten und Aerztinnen, die auch ohne Kassenpraxis eine gesicherte Lebens st ellung haben, unter gewissen Voraussetzungen ruhen läßt. Indem sie an Stelle des Wortes „Zahntechniker" überall das Wort „D e n t i st" setzt, erfüllt sie einen alten Wunsch dieses Berufsstandes. Im übrigen enthält sie Bestimmungen zur Erleichterung des Praxisaustausches und bringt viele Vereinfachungen und Klarstellungen im Gesetzestext. Ein neues pflanzenzuchtverfahren? Wie der Zeitungsdienst des R e i ch s n ä h r ft a n- des mitteilt, wird in letzter Zeit wieder für ein Pflanzenzuchtverfahren geworben, auf das Diplomlandwirt O B r e n d e l ein Patent genommen hat. Da,-, Verfahren soll als Aptation zu den merkwürdigsten Kombinationen führen. So sollen Kreuzungen von Mais und Bohnen, Sonnenblumen und Rüben, Bohnen und Hirse, Gelb- und Rotklee möglich sein Auch sollen Birnen mit Pfirsichgeschmack, Kartoffeln mit Rettichgeschmack und ähnliche Wunder erzielt werden können. Gegen dieses Verfahren wurden von vornherein die größten Beden- k e n erhoben, es wurde von sehr maßgebender wissenschaftlicher Seite als aussichtslos und undurchführbar beurteilt. Trotzdem hat eine Reihe der namhaftesten züchtungswissenschaftlichen Institute Brendel Gelegenheit gegeben, die Richtigkeit seines Verfahrens in einwandfrei durchgeführten Versuchen zu beweisen. Diese Versuche find fehlgeschlagen: sie haben ergeben, daß es sich bei dem Brendelschen Plgn um theoretische und praktische Unmöglichkeiten handelt. Hier und da von Brendel vorgewiesene angebliche Züchtungserfolge wurden als längst bekannte, auf anderen Ursachen beruhende Erscheinungen fest- gestellt, die mit dem Ziel des Bvendelschen „Züchtungsverfahrens" nicht das geringste zu tun haben. Trotz dieser seit fast 10 Jahren immer wieder erwiesenen Unmöglichkeit und Unbrauchbarkeit seines Verfahrens bemüht sich O. Brendel auch heute noch, Interessenten zu finden, die auf seine Vorschläge eingehen und ihr gutes Geld hierfür zur Verfügung stellen. Dies zu verhindern, liegt im allgemeinen Interesse. Daher wird vor den unverantwortlichen Bemühungen Brendels nachdrücklich g e - warnt. Oie Kontrolle der Waffenfabrikation. Genf, 19. Febr. (DNB.) Im Ausschuß für Waffenherstellung und Waffenhandel erklärte der Vertreter Amerikas, Wilson, die amerikanische Delegation habe einen Plan über die mögliche Verwendung der zivilen Luftfahrzeuge für militärische Zwecke ausgearbeitet, der sowohl für die Herstellung wie für die Ausfuhr aller Flugzeuge eine Anzeige vorsehe. Besonders wirksam müsse die Kontrolle bei den ausgesprochenen Kriegsflugzeugen sein. Der Vertreter Frankreichs, Aubert,' meinte, daß die Einfuhr nach Waffen nachgeprüft und mit den Kontrollmöglichkeiten in Uebereinstimmung gebracht werden müsse. Der britische Vertreter Lord Stanhope bezeichnete gewisse Zivilflugzeuge vielen Militärflugzeugen als gegenwärtig überlegen. Aus diesem Grunde müsse auch die Her st ellung und der Handel mit Z i v i l s l u g z e u g e n kontrolliert werden. Venthoff, als Vertreter Sowjetrußlands forderte, auch die Roh- st o f f e in die Lifte der Waffen aufzunehmen, die für den chemischen Krieg und für Brandbomben dienen. Obendrein enthält sie noch Bilder, wie sie niemals als Beilage gebracht wurden: „Die Nachkriegszeit“, eine Bildersammlung von bleibendem Wert; denn in Wort und Bild werden hier alle bedeutenden Ereignisse in der ganzen Welt von 1918 bis 1934 geschildert - aus einer Zeit also, die jeder miterlebt hat. Gegenwartsprobleme der deutschen Krastfahrzeugindustrie Von Elaus Detlef von Oertzen, Vorstandsmitglied der Auto-Union A.-G. fügen. Auf den Zwischenruf: „... und wenn sie nun kein Geld haben?" antwortete der Innenminister: „Wir haben genug damit zu tun, die arbeitslosen Franzosen zu ernähren!" Oie fremden Truppen verlassen das Saargebiet. Saarbrücken, 19. Febr. (DNB.) Heute mittag s ch a f t l i ch k e i t, mit der sie ihrem Beruf dienen, und in der ernsten und heiligen Ueberzeugung, mit der sie sich ihrer Aufgabe hingeben. Die Hauptsache liegt im Herzen, im Gefühl, in einem gesunden Instinkt, der sich niemals vom Denken des Volkes trennt. Dann werden Sie wirkliche Journalisten des Dritten Weiches sein und als solche einem großen Volk und einem großen Staat dienen können. Oer Arzt als Hüter der Volksgesundheit LPD. Kassel, 19. Febr. In einer von der Aerzteschaft und den in der NS.-Volkswohlfahrt tätigen Volksgenossen stark besuchten Versammlung sprach der Stellvertreter des Reichsärzteführers, Ministerialrat a. D. Reichsamtsleiter Dr. med. F. Bartels (Berlin) über die Aufgaben des Amtes für Volksgesundheit. Der Ty p des Hausarztes, der die Familie betreute, der ihr Freund und Berater war und sie gesundheitlich führte, sei in der Vergangenheit verlorengegangen. Der „treusorgenden Hand" des vergangenen Staates seien Geisteskranke, Fürsorgezöglinge usw. unterstellt worden, für die riesige A n st a l t e n errichtet wurden, während der gesunde Mensch keine Arbeit hätte finden können und die Großstadtkinder keine Grünflächen gehabt hätten. Diese weltanschauliche Einstellung der Fürsorge für geistig minderwertige Menschen fei auch heute noch nicht ganz überwunden. Das Amt für V o l k s g e f u ndheit habe die Aufgabe, in erster Linie den Menschen zu helfen, die gesund seien. Jeder Volksgenosse müsse wieder voll gesund und leistungsfähig werden, und zwar habe die Arbeit einzusetzen, bevor der Mensch krank sei. Der Arzt müsse nicht nur gesund- Kleine politische Nachrichten. Der 50jährige frühere K o m m u n i st S ü n t k e N e r j e s aus Leherheide wurde in Bremerhaven unter dem Verdacht verhaftet, am 21. Januar 1923 zwischen Herrstedt und Weberstedt einen D b erlern oj ä g c r und einen Polizeiwachtmeister erschossen zu haben. Er hat ein G e - st ä n d n i s abgelegt. Die Pariser FinanEitschrift „Le Capital" weist darauf hin, daß die A u s b e u t u n g d e r saarländischen Gruben für Frankreich einen a n • sehnlichen Reingewinn eingebracht habe. Während der 15 Jahre Ausbeutung durch die französische Grubenverwaltung seien dem französischen Haushalt aus den Saargruben f a st 5 0 0 M i Ilio- nen Franken zugeflossen. Unter Berücksichtigung des jetzt abgesetzten Wertes dieser Gruben sei dies ein verhältnismäßig hoher Gewinnsatz. hat das erste englische Truppenkontingent das Saargebiet verlassen. Das in Neunkirchen, St. Wendel und Homburg stationierte Bataillon des Essex-Regiments wurde abtransportiert. Das Regiment hatte kurz vor seiner Abreise in Landsweiler seine Jazzkapelle wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt, wobei ein Reinertrag von 860 Franks für das Winterhilfswerk erzielt werden konnte. — Kurz vor ihrer Abreise hat auch die schwedische Kompanie in Reckingen der Deutschen Front den Betrag von 1020 Franks mit Bestimmung übergeben, diese Summe im Rahmen des Winterhilfswerks für Kriegerhinterbliebene zu verwenden. — Am Dienstag haben die im Kreise Saarlouis stationierten italienischen Grenadiere das Saargebiet verlassen. In Saarbrücken waren zahlreiche ausländische Offiziere zur Verabschiedung erschienen. Die italienische Truppenabteilung unter Führung des Kommandanten Silvestri wird die Reise nach Italien ohne Frankreich und dieEmigranten Gegen Mißbrauch des Asylrechts. Paris, 19. Febr. (DNB.) In der Kammer richtete der marxistische Abgeordnete M o u t e t an den Innenminister eine Anfrage wegen der M a s - senausweisungen von Ausländern aus Frankreich und der Vorschriften über die B e - Handlung politischer Flüchtlinge. Innenminister Regnier antwortete: Unerwünschte Elemente, von denen die anderen Länder nichts wissen wollten, strömten fortgesetzt nach Frankreich. In den Strafgerichtsakten häuften sich die Straftaten von Ausländern. Das Land habe die Pflicht, für feine innere Sicherheit zu sorgen. Es habe das Vorrecht, politischen Flüchtlingen Asylrecht zu gewähren; es wünsche aber keinen Mißbrauch. Ausländer, die nicht politische Flüchtlinge seien, würden weiter geduldet, wenn sie im Besitz der Arbeitskarte seien; andernfalls würden sie a u s g e w i e s e n. Wegen gemeiner Verbrechen Verurteilte seien in Frankreich unerwünscht. Viele unerwünschte Elemente würden an die Grenze abgeschoben, kehrten aber bei Nacht und Nebel wieder nach Frankreich zurück. Der Innenminister prüfe zur Zeit die Möglichkeit, diesen Männern in den französischen Kolonien einen Wirkungskreis zuzuweisen. Die politischen Flüchtlinge dürften in Frankreich bleiben unter der Bedingung, -daß sie f i ch a n st ä n d i g ! a u f f ü h r e n und über Existenzmittel ver- breitefter Basis erschließt. Dabei darf natürlich die Industrie nicht in. den alten Fehler verfallen, daß sie, wie frühere bittere Erfahrungen gelehrt haben, durch übersteigerte Investitionen sich übernimmt. Wenn auch die gesamte Automobil-Industrie, Betriebsführung und Gefolgschaft, Mann für Mann zum höchsten persönlichen Einsatz bereit sind, für den großen Kampf um die wirtschaftliche Wiedererstarkung unseres Volkes alles einzusetzen, so wäre doch die Autoindustrie allein nicht in der Lage, die Anforderungen, die sich aus einer weiteren Motorisierung Deutschlands ergeben, zu erfüllen. Der allgemeine Fortgang des Gefundungs- prozeffes der deutschen Wirtschaft, die Eingliederung von Millionen bisher arbeitsloser Volksgenossen und die dadurch erreichte Hebung der i-n n e r e n Kaufkraft sind ebenso wichtige Voraussetzungen dafür. Die Hemmnisse, die frühere Regierungen durch die bekannte Kraftfahrsteuerpolitik der Motorisierung entgegenstellten, sind durch die Initiative und die Tat unseres Führers gefallen. In einem Punkte jedoch ist Deutschland leider noch erheblich schlechter gestellt als andere Länder: Der Preis des Betriebsstoffes ist bei uns um ein vielfaches höher, als zum Beispiel in Holland oder in der Schweiz. Wenn auch die deutsche Industrie durch die Konstruktion möglichst sparsamer Wagen dem deutschen Käufer hierfür einen gewissen Ausgleich geschaffen hat, so ist zweifellos die durch die Betriebsstoffpreise bedingte Verteuerung der Unterhaltung eines Fahrzeuges doch ein großes Hemmnis. Hier ist der Schlüssel, mit dem man die weitere Motorisierung fördern oder drosseln kann. Denn mehr als der Anschaffungspreis dürften bei der Erschließung weiterer Käuferschichten die Unterhaltskosten, also die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeuges die ausschlaggebende Rolle spielen. In den ersten zwei Jahren nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik hat die deutsche Kraftfahrzeugindustrie eine Schlüsselstellung in der deutschen Wirtschaft erreicht. Auch im dritten Jahr wird sie in der Arbeitsschlacht in vorderster Reihe kämpfen. Die deutsch-schweizerischen Wirtschaftsverhandlungen haben zu einer Einigung in einigen Punkten geführt, die die Durchführung des Verrechnungsverkehrs betreffen. Außerdem sind neue Vereinbarungen über die Einfuhr von Käse aus der Schweiz nach Deutschland getroffen worden, lieber die schweizerischen Wünsche zum deutschen Zolltarif und die deutschen Wünsche zur Handhabung der Einfuhrkontingentierung der Schweiz konnte bisher eine Einigung nicht erzielt werden. ♦ Das gegen den früheren Sekretär des Amerikanischen Schatzamtes und Botschafter in London Andrew Mellon, einen der reichsten Männer der Welt, unter der Anschuldigung der Steuerhinterziehung eingeleitete Verfahren wurde begonnen. Die Regierungsanwälte vertreten den Standpunkt, daß Mellon noch mehr als drei Millionen Dollar an Steuern schul- d i g ist. Der Rechtsanwalt Mellons bezeichnete ihn als einen gutherzigen Menschenfreund, der aus politischen Gründen verfolgt werde. * Die belgische Kammer hat nach stürmisch verlaufener Debatte, in der die Sozialisten die Regierung wegen des Verbotes der sozialistischen Straßenkundgebungen interpellierten, mit einer Mehrheit von 89 gegen 73 Stimmen der Regierung Theunis erneut das Vertrauen ausgesprochen. Der Tumult war zeitweise so stark, daß der Präsident der Kammer ohnmächtig dem Orkan, der im Sitzungssaal tobte, zusehen mußte. In der Nähe des Parlaments waren umfangreiche polizeiliche Absperrungsmaßnahmen getroffen worden. Zu Zwischenfällen ist es außerhalb des Parlaments jedoch nicht gekommen. Aus aller Weit. Deutscher Stenographentag 1935 in Frankfurt a. 2TL Der Deutsche Stenographentag 1935 — der erste im neuen Deutschland — wird in der Zeit vom 2. bis 5. August in Frankfurt a. M. abgehalten. Als Tagungsort wurde die Festhalle ge- wählt, deren Riesenraum für die Aufnahme der fünfzehntausend Stenographen, die aus allen Gauen des Reiches und aus dem Ausland erwartet werden, Platz bietet. In einem Nebensaal der Festhalle, dem Bach-Saal, wird gleichzeitig eine umfassende Ausstellung veranstaltet, die eine lückenlose Uedersicht über alle mit der Kurzschrift zusammenhängenden Dinge bieten wird. Den Hauptpunkt des umfangreichen Tagungs-Programms bildet das Leistungsschreiben für Kurzschrift und ein Maschinen-Leistungsschreiben, bet dem die deutsche Meisterschaft ausgetragen werden soll. Aus allen Teilen des Reiches liegen bereits Anfragen vor. Auch das Ausland hat bereits fein Interesse bekundet. Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille. In gleicher Weise wie die Ritterschaft des „Pour le mente" und die Ordensgemeinschaft des Goldenen Militär-Verdienstkreuzes haben sich jetzt auch d i e Inhaber der „Rettungsmedaille am Bande" und der „Erinnerungsmedaille ; f ü r Rettung aus Gefahr" sowie der gleichwertigen Auszeichnungen für Rettung aus Gefahr anderer Länder zu einem K a m e r a d f ch a f t s - ; bunb zusammengeschlossen, der den Namen trägt „Reichsbund der Inhaber der Ret- ■ tungsmedaille". Der Ehrenführer, Dr. M a - r e tz k y , Bürgermeister der Stadt Berlin, hat zum i Reichsführer Studienrat Hoppe ernannt und in : feinen engsten Führerftab Major Lancelle, । Oberführer bei der Obersten SA.-Führung, Ritter : des „Pour le m£rite", und Hauptmann a. D. Ernst : Engelbrecht vom Stabe des Bundesamts des : NSDFB. (Stahlhelm) berufen. Als Geschäftsführer i des Reichsbundes wurde Kapitänleutnant a. D. von > Einem verpflichtet. Auch Staatssekretär P f u n d t- , n e r, der gleichfalls Inhaber der Rettungsmedaille i ist, hat sich auf Bitte des Reichsehrenführers grünt)- = fätzlich bereiterklärt, nach Fertigstellung der neuen = Satzungen dem Bunde und dem Führerrat beizu- : treten. Alle Kameraden des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), welche In» Eckstein 5 o.Mdst.dick u. rund, 3'/- Pf. Das Musterbeispiel einer wahren Volkszigarette um st. Kirtorf, 19. Febr. Im Saale der Gastwirt- Heidelberg, Professor Dr. G r o h, hat an Sven > st. Hedin folgendes Telegramm gerichtet: „Ihrem | schäft von Becker fand eine gut besuchte Ton- und die deutschen am zahlreichsten. Bon den deutschen Telegrammen wird natürlich das Telegramm des Führer und Reichskanzlers von der gesamten schwedischen Presse besonders erwähnt. Der deutsche Gesandte Prinz zu Wied hat der Schwester Hedins persönlich seine Glückwünsche ausgesprochen. Der Rektor der Universität Oberhesserr. Kreis Alsfeld. <£ Rieder-Ohmen, 18. Febr. Der erste Kochkursus, an dem 17 Mädchen von hier teilnahmen, wurde dieser Tage zu Ende geführt. Heute hat nun der zweite Kursus unter Leitung der Kochlehrerin Frl. Kraus begonnen. — In der Nacht zum Sonntag kam der im 88. Lebensjahr stehende Altveteran Johannes Sehrt in seiner Stube so unglücklich zu Fall, daß er einen Schenkelbruch davontrug. Da der alte Mann in letzter Zeit schon immer etwas kränklich war, ist er heute mittag verstorben. Der Dahingeschiedene war einer der ältesten Einwohner unseres Dorfes. Nie Neger in Neuyork ergreifen Partei für Abessinien. London, 20. Febr. (DNB.) Die Meldung von dem italienisch-abessinischen Konflikt hat in dem Neuyorker Stadtteil Harlem, wo Hunderttausende von Negern wohnen, große Aufregung heroorgeru- fen. Ein Boykott gegen i t a l i e n i s ch e Gaststätten, Speiseeisverkäufer und Straßenhändler wird organisiert. Oberst Herbert Julian, der als bester Negerflieger der Welt gilt, hat angekündigt, er werde in Begleitung von zehn anderen Negerfliegern mit zwei schnellen Kampfflugzeugen nach Aden fahren und die Maschinen von dort aus auf dem Luftwege nach Abessinien bringen. Er erklärte, Abessinien sei nur in der Luft unterlegen, und, wenn dieser Nachteil ausgeglichen sei, habe es nichts zu befürchten. Infolge des ungeeigneten Geländes konnte jedoch keine Landung ausgeführt werden. Im Laufe des Mittwoch startet aus Archangelsk ein Flugzeug U 2, Guznezow nach Archangelsk zu bringen. Haber der „Rettungsmedaille am Bande", der „Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr" oder der gleichwertigen Auszeichnungen für Rettung aus Gefahr anderer Länder sind werden ersucht, ihre Anschrift dem Kameraden Ernst Engelbrecht, Berlin W 9, Potsdamer Straße 12, sofort mitzuteilen. Das Ergebnis des Zugspihflugs 1935. Das Ergebnis des diesjährigen Zugfpitzflu- ges in München lautet vorläufig folgendermaßen: Ludwig Elflein und sein Orter Pfeil von der Fliegerlandesgruppe Königsberg auf Heinkel blieben mir 1623 Punkten siegreich und gewannen den Zug- fpitzpokal. Elflein benötigte für den Flug 30:01 Minuten und erhielt allein für die Auffindung von fünf Blickzielen und den Zielabwurf 1475 Punkte. Die Stuttgarter Kappus-Waldmann auf Klemm gelangten mit 1510 Punkten auf den zweiten Platz vor dem Berliner Krafftvon Delirien fingen 1450 Punkte, der die gleiche Maschine wie die Sieger flog. Die weitere Reihenfolge lautete: S t e i n h o f f (Fliegerortsgruppe Bad Frankenhausen) auf Klemm 1435 Punkte, 5. Kertscher- Stoever (Fliegerlandesgruppe 10) auf BSW. 1420 Punkte, 6. Die - mer (Prestele - Seemos) aus Klemm 1405 Punkte, 7. Boetzig - Kückens (Verkehrsfliegerschule Schleißheim oei München) auf Fokkewulf 1345 P. Nach der Bekanntmachung der vorläufigen Placierung ergriff der Dorjahressieger, Neichsminister Heß, das Wort. Er beglückwünschte Mitbewerber E l f l e i n zu seinem Erfolge, wobei er seiner Freude über die Riesenbeteiligung und den glatten Verlauf Ausdruck gab. Er wies darauf hin, daß unser Führer Adolf Hitler diesen Aufschwung im deutschen Luft- fport ermöglicht habe, unterstützt von Reichsluftfahrtminister Göring. Reichswehrauto überschlägt sich. — Ein Toter, vier Schwerverletzte. Bei der märkischen Ortschaft Groß-Glienicke nordwestlich von Cladow hat sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Ein Lastkraftwagen der Nachrichtentruppe überschlug sich während der Fahrt. Zehn Soldaten wurden verletzt in das Standortlazarett Potsdam und in das Krankenhaus Spandau eingeliefert. Dort ist der Funker Roy inzwischen seinen Verletzungen er- legen. Der Funker Lüdtke liegt in bedenklichem Zustand danieder. Vier Soldaten haben schwere Verletzungen davongetragen, während die übrigen Verletzungen leichter Natur sind. Bis auf den Fahrer und den begleitenden Unteroffizier, die beide unverletzt blieben, waren alle Soldaten aus dem umkippenden Wagen herausgefchlöudert worden. Fünf Todesopfer des Stuttgarter Gasunglücks. Das schwere Gasunglück in Stuttgart-Ostheim hat im ganzen fünf Todesopfer gefordert. Wenige Stunden nachdem die ins Katharinen- Krankenhaus eingelieferte Frau Streik der fchwe- ren Vergiftung erlegen ist, ist auch ihr zehnjähriger Sohn Wilhelm gestorben. Damit ist die ganze Familie ©treib, Vater, Mutter und beide Söhne, dem Gasunglück zum Opfer gefallen. Sven hedins Geburtstag. — Eine Flut von Glückwünschen. Während Sven Hedin seinen 7 0. G e b u r t s- t a g fern von der Heimat und von Europa in Chinas Hauptstadt Nanking verbringt, hat feine Schwester Alma Hedin in der Stockholmer Wohnung ihres Bruders am 19. Februar alle Hände übervoll zu tun gehabt. Die Glückwunschbriefe, Telegramme und Adressen, sind am Geburtstage zu einer Flut angestiegen. Dazu kommen noch die zahl- reichen Blumenspenden und Besuche von Gratulanten. Unter der Unmenge von Glückwünschen aus allen Teilen der Welt waren wohl die schwedischen Ehrendoktor, dem kühnen Forscher, dem ver-1 stehenden Freunde deutscher Art und Arbeit, übermittel die Universität Heidelberg verehrungsoolle Wünsche zum 70. Geburtstage." Motorkutter im Sturm vor Wangeroog gesunken. — Zwei Fischer ertrunken. Der Motorkutter „Dorothea" aus Fedderwardersiel ist im Sturm vor Wangeroog gesunken. Der Fischer Bruns aus Fedderwardersiel und sein Bestmann Rudolf Werner aus Nordenham sind ertrunken. Der Kutter, der sich beim Mu- schelfang befand, war infolge des Sturmes abgetrieben worden. Als die Motorkappe und andere Teile des Bootes bei Wangeroog angeschwemmt wurden, versuchte das Fedderwardersieler Rettungsboot vergeblich, die beiden Fischer zu retten. Zwei Linder werden Opfer hungriger Wölfe. In der Nähe der westbulgarischen Stadt Küste n d i e l überfiel ein Rudel Wölfe zwei außerhalb der Stadt wohnende Schulkinder, die sich auf dem Heimwege befanden. Das eine Kind wurde von den Bestien zerrissen und buchstäblich aufgefressen, das andere Kind, das sich auf einen Baum geflüchtet hatte, wurde einige Stunden später von des Weges kommenden Bauern erfroren im Geäst aufgefunden. Die Rettung der russischen Flieger Goljudew und Guznezow. Der Flieger Goljubew, der sich, wie bereits gemeldet, in einem Funkspruch von Jdschirna (40 Kilometer von Archangelsk) aus bei der Rettungskommission in Archangelsk gemeldet hatte, ist von den beiden nach ihm geschickten Flugzeugen zusammen mit dem Bordmechaniker und dem Passagier seines verunglückten Flugzeuges nach Archangelsk gebracht worden. Im Laufe des Dienstag nachmittag gelang es einem Flugzeug, den zweiten Fluggast des Flugzeuges Goljubews, Guznezow, zu entdecken, der das notgelandete Flugzeug bewachte. Ihm wurden mittels Fallschirm warme Kleider, Lebensrnittel und Skier heruntergeworfen. Dücheriifch. Die diesjährigen Steuererklärungen zur Einkommensteuer und Körperschaftssteuer für 1934 find bis zum 2 8. Februar abzugeben. Auf die Veranlagung des im Jahre 1934 erzielten Einkommens finden bereits die Vorschriften des neuen Einkommensteuergesetzes und des neuen Körperschaftssteuergesetzes Anwendung. Eine gute Hilfe bei der Ausfüllung der Steuererklärung gibt die von Rechtsanwalt Dr. Fritz Koppe herausgegebene Erläuterungsschrift „Die Einkommensteuererklärung 1935", die zum Preise von 1,50 RM. im Jndustrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 35, Genthinerstraße 42, erschienen ist. (33) Die Broschüre bringt eine Uebersicht über die wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzes, über die Steuererleichterungen für Ersatzbeschaffungen, für Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden und Gebäudeteilen, für Aufwendungen zur Förderung des zivilen Luftschutzes und Sanitätsdienstes. Darauf folgen die amtlichen Vordrucke, die bei der Abgabe der Erklärungen zu benutzen find und mit Musterbeispielen und Erläuterungen in Zweifarbendruck versehen sind. Es folgen die Einkommenfteuertabelle und eine Zusammenstellung der abzugsfähigen und nichtabzugsfähigen Ausgaben. Besonders zu beachten find die Ausführungen von Staatssekretär Fritz Reinhardt über den Inhalt der ersten Verordnung zur Durchführung des Einkommensteuergesetzes und die Ausführungen von Ministerialrat Zülow über den Inhalt der ersten Verordnung zur Durchführung des Körperfchafts- fteuergefetzes. In gleich verständlicher Weife werden in zwei anderen Schriften die Umsatzsteuer» und die Vermögenssteuer-Erklärung erläutert. (Preis jeder Broschüre ebenfalls 1,50 RM.) Jeder Deranlagungspflichtige vermag an Hand dieser Erläuterungsschriften die verschiedenen Erklärungen in jedem Punkte richtig abzugeben. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Vom Ostatlantik wandern fortgesetzt äußerst kräftige Sturmwirbel nordostwärts über Skandinavien hinweg. Dabei treten vornehmlich über Großbritannien unter Sturm auch heftige Regenfälle auf, dis zum Teil auf das Festland übergreifen. Bei uns herrscht jedoch noch absteigende Luftbewegung und mit ihr heiteres Wetter vor, das in der vergangenen Nacht Anlaß zu leichten Strahlungsfrösten gab. Auch der zur Zeit zwischen Island und England liegende Sturmwirbel wird uns mit seinen äußersten Ausläufern erreichen. Aussichten für Donnerstag: Vorübergehend starke Bewölkung und besonders nach Norden zu auch Regenneigung. Bei auffrischenden südwestlichen Winden vor allem nachts wieder milder. Aussichten für Freitag: Bei südwestlichen bis westlichen Winden leicht unbeständig, aber nicht durchweg unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 19. Februar: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 20. Februar: morgens —1,1 Grad. Maximum 11,3 Grad, Minimum —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Februar: abends 4,3 Grad, am 20. Februar: morgens 1,9 Grad. — Sonnenscheindauer 8,2 Stunden. film ° Beran ft altung der NS. - Gaufi l m st e l l e statt. Musik leitete den Abend ein. Im Filmprogramm sah man u. a. einen Naturfilm unter dem Titel „Eine Fahrt von München zur Zugspitze". Hauptdarbietung des Abends war das Filmwerk „Das Ringen um Verdun". Die Vorführung hinterließ einen tiefen Eindruck. Raubmörder zum Tode verurteilt. LPD. Mainz, 19. Febr. Der 33jährige Franz Josef Becker aus Gonsenheim bei Mainz hatte am 14. Oktober 1934, 17 Uhr, in Mainz im Hause Schillerplatz 3 die ledige 68jährige Katharina Grau erdrosselt und ihr zugleich eine Handtasche mit 422,50 Mark geraubt. Das Schwurgericht in Mainz verurteilte ihn heute wegen Raubmords nach UebSrlegung und wegen Raubes zum Tode und lebenslänglichem Ehrverlust. Preußen. Das Glück am rechten Platz. LPD. Gladenbach, 19. Febr. Einem Einwohner in Holzhausen, Maurer von Beruf und Vater einer großen Familie, die mit Glücksgütern nicht gesegnet ist, hat Fortuna großes Heil widerfahren lassen. Es fiel ein L o s a n t e i I in Hohe von 3 0 000 Mark in die Hände dieses Mannes. Das ganze Dorf nimmt freudigen Anteil an dem großen Glück, das in diesem Hause Einkehr gehalten hat. Don Koksmassen verschüttet und erstickt. LPD. Frankfurt a. M., 19. Febr. Dienstag morgen ereignete sich auf dem Lagerplatz einer Kohlenfirma in Frankfurt a. M.-Griesheim ein schwerer Unfall. Der 14 Jahre alte Willi Keiper, der in einem Kohlenbunker beschäftigt war, mürbe von nachstürzenden Kohlen- maffen verschüttet. Man ging sofort daran, den Jungen von den Koksmassen zu befreien, doch war er bereits erstickt, als man ihn an die Luft schaffen konnte. Kreis Wetzlar. © Wetzlar, 19. Febr. 50 oberhefsische Bauern aus Grünberg und Umgebung besuchten unter Führung von Landwirtschaftsrat D i e n ft (Löhnberg) und Diplom-Landwirt Schmidt (Wetzlar) unseren Kreis. Der größte Teil der neu erbauten Silos, unter denen sich auch 18 gefüllte befanden, wurde besichtigt. Die Bauern hörten aus dem Munde der Silobesitzer einiges über die Eingliederung der Silo- wirtschaft in ihre Betriebe, insbesondere über den Winter- und Sommerrübenfruchtbau und die Einsäuerung. Uebereinstimmend berichteten die Silobesitzer über die unerwartet gute Wirkung des Silofutters durch Steigerung der Milcherträge. Diplom- Landwirt Dr. Schmidt (Wetzlar) gab anschließend im Wagnerschen Saale zu Hermannstein noch einige Aufklärungen über die Vorbereitung und Durchführung des Silobaues und über Futterfragen. Stabsleiter Fischer von der Kreisbauernschaft Wetzlar begrüßte die oberhessischen Bauern und schilderte dann eingehend die Siloaktion im Kreise Wetzlar. > Lützellinden, 18. Febr. Im Rathaussaale fand im Auftrage eines hiesigen Einwohners eine freiwillige Landversteigerung statt, zu der sich zahlreiche Interessenten eingefunden hatten. Zur Versteigerung kamen drei Parzellen Ackerland. Der Kaufpreis betrug (zahlbar in drei Jahresraten, und zwar 1. Rate nach erfolgter Ueberfchreibung, 2. Rate am 1. April 1936 und 3. Rate am 1. April 1937) für eine Parzelle am Nebental, Größe 23,05 Ar 800 RM., für eine Parzelle am Waldweg, Größe 15,60 Ar, 560 RM. und für eine Parzelle am Lindbach, Größe 12,61 Ar, 600 RM. = Erda, 18. Febr. Bei den Holzversteigerungen im hiesigen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Buchenrollen und Scheitholz 22 bis 24 Mark, Buchenknüppel 17 bis 19, Eichenrollen und Scheitholz 12 bis 14, Eichenknüppel 9 bis 11, Kiefernknüppel 6 dis 8 Mark je zwei Raummeter. Buchenreifer (5-Meter-Haufen) 6 bis 10 Mark, 10-Mcter-Haufen kosteten 12 bis 16, Eichenreifer (10 Meter) 4 bis 12 Mark. Winterspork. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —1 Grad, 170 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. UditSDielhans Heute letzter Tag: Mietaher Morgen Donnerstag: 991a Das grobe Ereignis! Forster Rudolf in dem einzigartigen N.D.L.S -Spitzenfilm: Das Geheimnis des Carlo C ave 11 i Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Br^ii'schen Druckerei Vermietungen Gr, leeres Zimmer zu vermieten. 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Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schul- Einspaitige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht Donnerstag,den21.Februar 1935, narlnn. 2 Uhr, versteigere idi an Ort nnd Stelle l Bekanntgabe erfolgt int Bersteig.-Lokal, Neuenweg 28 dayier) zwangsweise gegen Barzahlung: iooiD 4 Büfetts, 1 Kredenz, 2 Diwans, 3 Sofas, 1 Chaiselongue, 1 Ber- tiko, 1T isch, 4 Klaviere, ITeppich, 1 Kautsch, 1 Blumenkrippe, vier Grammovbone, 2 Sckireibmasch. 3 Schreibtische, 1 Tisch, 1 Radioanlage, 1 elektr.Bohner, IStaub- sauger, 1 Wasckkomm., 1 Wanduhr, 4 Warenschr., 1 Registratur- schrank, 1Regiftriertasse, 3 Laden - theken, 1 Backofen, 1 Eiskonservator, 3Glasschr., 1 Badeofen m. Wanne, 1 Bücherschr. 1 Elektromotor, 30 Fl. Metallvutz, 20 Fl. Autopolitur, 16 Kanister desgl., 6 Kami.Oberschmieröl,IMarttel- kess.,25Tliermosft.,5P.Schlittsch. 11> / OT IM O 1.'^ B |f Blick über einen Teil des Windbruches im Gemeindewald Staufenberg. KM. z I'. r i ' '■ y MM. M' Kn 'W : Gemeindewald Staufenberg: Der Sturm brach starke Stämme wie Streichhölzer. Gemeindewald Staufenberg: Entwurzelte Bäume. Große Erdbällen wurden mitgerissen. Der Sturm in der Nacht zum Sonntag richtete — wie wir gestern bereits eingehend meldeten — starken Schaden in den Wäldern an. Ganz besonders schwer wurden, wie unsere Bilder zeigen, die Gemeindewaldungen von Beuern und Staufenberg betroffen. Die Stämme liegen hier in wirrem Knäuel mehrfach übereinander. Die Baumkronen schlugen ineinander und bilden ein schier undurchdringliches Dickicht. Die meisten Bäume wurden vom Sturmwind entwurzelt, andere wurden in halber Höhe geknickt und ragen mit zersplitterten Stümpfen in die Luft. Der Sturm traf insbesondere die slachwurzelnden Fichtenbestände. Eichen und Buchen wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Sturmschäden. < Odenhausen a. d. Lda., 19. Febr. Der orkanartige Sturm hat auch in unseren Wäldern Schaden angerichtet. Außer Windfall wurden starke Bäume geradezu abgedreht. Innerhalb des Dorfes ist größerer Schaden glücklicherweise nicht entstanden. <£ Nieder-Ohmen, 19. Febr. Der Sturm in der Nacht zum Sonntag hat einige Masten der Buderusschen Drahtseilbahn umgelegt, ferner das Dach der Verladestation abgehoben und am Bahnhof eine Schranke abgerissen. + Frankenbach, 19. Febr. Der Sturm in der Nacht zum Sonntag richtete in unserem Dorfe erheblichen Schaden an. Von den höhergelegenen Häusern wurden zahlreiche Ziegeln abgerissen und vom Sturm weit fortgeschleudert. Insbesondere wurde die Dreschmaschinenhalle in Mitleidenschaft gezogen, die fast völlig abgedeckt wurde. Sn den Nadelholzwäldern der Gemeinde sind etwa 250 Festmeter Stammholz umgerissen worden. Einige Stämme kamen dabei über die Straße Frankenbach —Gladenbach zu liegen, so daß der planmäßige Postwagen Frankenbach—Eiserne Hand—Wilsbach erst mit Verspätung, nachdem die Hindernisse aus dem Wege geräumt waren, die Fahrt fortsetzen konnte. Stämme und Baumkronen bilden ein dichtes, schier undurchdringliches Gewirr. Aus der Provinzialhauptstadt. Das Bockbier. Die kleine Amtsstadt Einbeck (Eimbeck) in der Nähe Hildesheims war schon im Mittelalter wegen ihres guten Gebräus berühmt. „Aimpeckisches" Bier, „Aimpockisches Bier", „Einbockbier" weisen auf die Herkunft des Labetrunks hin, dem das altbekannte Bockbier" feinen Namen verdankt. Wenn im Zeitigen Frühjahr der „Bock angestochen" wird, der mit mehr Malz und weniger Hopfen als andere Biersorten eingebraut wird und deshalb süßer, aber auch alkoholreicher und schwerer als anderer „Stoff" ist, so bedeutet dies nicht nur in der Haupt-, Kunst- und Bierstadt des Bayernlandes, sondern auch anderswo ein Ereignis, das mit Musik — Bockmusik — und anderen Lustbarkeiten gefeiert zu werden pflegt. Mit dem gehörnten Ziegenbock, der erhobenen Hauptes an das überschäumende Bierglas gelehnt die Zecher zum Faßanstich einlädt, hat das „Bockbier" zunächst nichts zu tun. Diese Bezeichnung steht vielmehr im engen Zusammenhang mit dem Namen der vorerwähnten alten Braustadt Eimbeck, deren Erzeugnisse einst mit denen von Bremen und Hamburg, mit der „Gose" von Goslar, mit der Braunschweiger „Mumme" und schon im 16. Jahrhundert mit dem Hannoverschen „Broihan" in scharfen Wettbewerb traten. Stadtarchivar F e i s e von Eimbeck, der sich mit der historischen Entwicklung des Brauwesens seiner Vaterstadt eingehend befaßte, weiß von einer hohen Blütezeit des Eimbecker Braugewerbes zu berichten. Als Luther im Jahre 1519 von der Leipziger Disputation nach Wittenberg zurückgekehrt sei, so berichtet er, habe ihn der Rat dieser Stadt mit einer Kanne Eimbecker Bieres begrüßt, der ihm auch zu seiner Vermählung im Jahre 1525 u. a. ein Faß des gleichen Labetrunkes gespendet habe. Zu einer bekannten Erzählung vom Einbecker Bier gehört auch die geschichtlich übrigens bestrittene Mitteilung, daß auf dem Wormser Reichstage, wie gleichfalls in Feises Geschichte des Eimbecker Brauwesens zu lesen ist, der Herzog Erich von Braunschweig den Doktor Luther mit einer Kanne Eimbecker Bier erquickt habe. Der Vorgang wird gewöhnlich so erzählt: Luther hatte seine berühmte Antwort gegeben. Herzog Erich schickte ihm die Kanne Bier. Luther vernahm darauf, daß der päpstlich gesinnte Fürst der Spender sei, daß er aber, um Luther jeden Argwohn zu nehmen, schon selbst aus der gleichen Kanne getrunken habe. (!) Luther trank dann auch und sagte, so wie der Herzog sich seiner erinnert habe, so möge sich Christus des Herzogs in seinem letzten Stündlein erinnern. Wenn heute das Bayernland und insbesondere München die Stätten des Biers und des „Bocks" sind, so ist dies auf das Eimbecker Bier zurückzuführen. In den in der einstigen Freien Reichsstadt Memmingen schon vor über hundert Jahren erschienenen „Skizzen aus dem Münchener Leben" befindet sich neben einem Stahlstich des alten Bockkellers in München eine Dichtung zum Preise des letzteren, und ein Münchener berichtet einem Schwaben: Einst lebte hier in Bayern Eine schöne Herzogin. Ihr zu huldigen, sie zu feiern, War des Herzogs ganzer Sinn. Die Herzogin wird guter Hoffnung, der Herzog ist überglücklich. Allein die Fürstin hat ein heimliches Verlangen, das sie dem Gemahl trotz inständiger Bitten zuerst gar nicht gestehen will. Endlich öffnet sie die Lippen: „Bier" — seufzt sie voll Purpurglut, ,„Bier von Eimböck< möcht' ich nippen, Es ist gar so süß und gut. An des Herren Vaters Hofe War's gewöhnlich unser Trank, Und die Fürstin und die Zofe Wußten dieser Sitte Dank. Keines hab' ich angetroffen, Das mir so, wie dies behagt, Und ich fürchte für mein Hoffen!, Wird der Wunsch mir nun versagt." Der Herzog ist sehr besorgt, wie er diesen Wunsch erfüllen soll. Eimböck ist zu weit, das Bier würde unterwegs sauer werden. Doch Bayerns Hoffnung hängt an der Erfüllung dieses Wunsches. Darum muß ein wackrer Bräu Von dorther nach München eilen — Und im fürstlichen Gebäu Brauet Bier er ohne Weilen. Bald liegt ein Prinzlein auf der Herzogin Schoß. Eimböcks Bier wird gepriesen. Auch andere dürfen den köstlichen Stoff genießen. Ein Knappe taumelt unter lautem Singen davon. Er stößt dabei auf den Herzog, läßt sein Glas fallen, und es zerbricht. „Ei, mein Sohn, wer warf dich nieder?" Fragt der Herzog unfern Mann. Und der Knappe stammelt wider: „Ein — böck — ein bock hat's getan." Der Herzog ist wohlgelaunt. Und da gerade ein Vöcklein daher gesprungen kommt und an den Stufen des Kellers meckert, ruft der Fürst: „Ha, der Bock dort stieß ihn nieder." Und so heißt es noch heute, hat einmal einer einen zuviel getrunken. Zum Beweise der Wahrheit seiner Erzählung beruft sich der ungenannte Dichter auf das Wappen im alten Bockkeller, das (auf der Abbildung) Faß, Bock und den angetrunkenen Knappen zeigt. Es trägt die Jahreszahl 1514. Parallel mit dieser Geschichte läuft eine Ueberlteferung aus Eimbeck, wonach eine bayerische Prinzessin, die nach schwerem Liebesleid an Eimbecker Bier genas, ihrem herzoglichen Vater in den Ohren gelegen habe, ihr das Getränk wieder zu verschaffen. Der Bezug aus Eimbeck wird ihm auf die Dauer zu teuer; er verschreibt sich einen Braumeister aus Eimbeck und läßt ihn in München das Eimbecker Bier brauen. Kleine Ursachen haben bekanntlich oft große Wirkung. Auch die Sprachforschung (Schmeller, Bayerisches Wörterbuch) führt den Namen „Bock" oder „Bockbier" auf die Ausdrücke „Ainpockisches", Ainpecki- sches" Bier, „Einbockbier" zurück, Bezeichnungen, die sich auch auf allen Rechnungen des Münchner Hofbräuhauses finden. Das Einbecker Brauwesen hatte wechselvolle Schicksale, auf die hier aber nicht eingegangen werden kann. In der Geschichte des deutschen Brauwesens spielt es eine besondere Rolle. Einst ging ein Drittel des Einbecker Bieres über See, hauptsächlich nach Brasilien. Es errang eine führende Stellung am Weltmarkt. Gewiß aber ist, daß die Bezeichnung „Bock" ihren Ursprung der alten Brau- stadt an der Jlme verdankt und als besondere Bezeichnung für das gute deutsche Bier m aller Welt in Geltung ist. vornottzen. — Tageskalender für Mittwoch: NSLB. Bezirk Gießen-Stadt und Gießen-Land, Arbeitsgemeinschaft für Fibelbesprechung: 15.30 Uhr Zusammenkunft in der Schillerschule zu Gießen. — Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Die Hosen des Herrn von Bredow". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abschiedswalzer". — Goethebund Gießen: 20 Uhr in der Neuen Aula Vortrag von August Winnig über „Vom Proletariat zum Arbeitertum". (Mitglieder des NSLB. Kreis Gießen und Reichsbund Volkstum und Heimat sind eingeladen.) — Reichstreubund: Kameradschaftsabend im Unteroffiziersheim der Kaserne II. — Stickerei- und Spitzen-Werkschau, 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. — Verbraucher-Genossenschaft Gießen: von 15 bis 18 Uhr im Cafe Leib Leistungsschau. 20 Uhr Jahresversammlung. Fristverlängerung für Steuererklärungen DNB. Die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen für Veranlagung zur Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1934 und für die Abgabe der Vermögenserklärungen hat der Reichsminister der Finanzen bis zum 15. März 19 3 5 verlängert. Deutsche Arbeitsfront. kreiswaltung Gießen. Um verschiedene Mißverständnisse aufzuklären, weisen wir darauf hin, daß Maschinisten und Heizer auf Dampfstraßenwalzen unter den Geltungsbereich des Reichs- und Bezirkstarifvertrages für Hoch-, Beton- und Tiefbauarbeiten vom 3.3.1933 fallen. Verschiedentlich ist die Auffassung zutage getreten, daß die Entlohnung nach dem Metallarbeitertarif, ober nach freier Vereinbarung erfolgen könne. Durch zwei in letzter Zeit ergangene Urteile, und zwar des Landesarbeitsgerichtes Dortmund, sowie des Arbeitsgerichts Frankfurt a. M., ist jedoch in obigem Sinne entschieden worden. Die Betriebsführer, die Maschinisten und Heizer auf Dampfstraßenwalzen beschäftigen, werden gebeten, sich zwecks weiterer Auskunft umgehend mit der Gaubetriebsgemeinschaft 4 Bau, Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77, in Verbindung zu setzen. NSLB. Abi. höhere Schule. Deulschkundliche Fachschaft. Unsere nächste Sitzung findet Freitag, den 22. Februar, um 16 Uhr in der Oberrealschule statt. Gäste willkommen. Dr. Kiefer, Fachschaftsleiter. , Reifeprüfungen an Gießener höheren Schulen. Am vergangenen Montag und am gestrigen Dienstag wurden sowohl in der Studienanstalt als auch in der Oberrealschule die Reifeprüfungen durchgeführt. Die 11 Oberprimanerinnen, die sich in der Studienanstalt der Prüfung unterzogen, konnten sämtlich bestehen. Don den 36 Schülern, die in der Oberrealschule geprüft wurden, bestanden 33 Schüler- * ** Zulassung von F i n a n z a n w ä r t e r n zum Vorbereitungsdienst. Das Hessische Staatsministerium, Abteilung Id (Finanzen), teilt mit: Es werden demnächst etwa 12 Finanzamtsanwärter zum Vorbereitungsdienst für die Laufbahn der Beamten des gehobenen mittleren Finanzdienstes zugelassen. Gesuche um Zulassung sind bis zum 5. März 1935 bei der unterzeichneten Abteilung oinzureichen. Den Gesuchen müssen beigefügt sein: 1. ein Lichtbild aus neuerer Zeit, 2. das Abgangszeugnis einer Realschule mit siebenjährigem Kursus oder dem Nachweis der Reife für die Unterprima eines Gymnasiums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule, 3. ein von dem Bewerber verfaßter, eigenhändig geschriebener Lebenslauf, 4. ein polizeiliches Leumundszeugnis. Anheimgestellt wird weiterhin, auch Nachweise über Betätigung in Jugendbewegung, Hitler-Jugend, SA., SS. ober Arbeitsdienst vorzulegen. Der Bewerber muß deutscher Reichsangehöriger sein und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Er und, wenn er verheiratet ist, auch seine Ehefrau müssen arischer Abstammung sein. Ferner ist volle Gesundheit unbedingtes Erfordernis. Der Vorbereitungsdienst ist grundsätzlich unentgeltlich abzuleisten. Die Gesuche sind nur zusammen mit den erforderlichen Zeugnissen und Nachweisen einzureichen. Eine einstweilige Bewerbung ohne die Zeugnisse und Nachweise ist zwecklos, da es für die Auswahl unter den Bewerbern nicht auf die Reihenfolge des Eingangs der Gesuche ankommt. Gesuche, denen die Zeugnisse und Nachweise nicht beigefügt find, werden ohne weiteres zurückgewiesen. Die Einforderung 1. des Nachweises der arischen Abstammung des Bewerbers, gegebenenfalls auch berjeniger feiner Ehefrau, 2. bes Reichsange- hörigkeitsausweises, 3. eines Gesundheitszeugnisses behalten wir uns vor. ** Freie evangelische Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Crainfeld (Kreis Lauterbach). Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Bewerber müssen mindestens acht Jahre die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. ** Das Zurückschneiden der Hecken an öffentlichen Fahr- und Fußwegen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. ** Zahlungsanmahnung. Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen mahnt in unserem heutigen Anzeigenteil die rückständigen Beiträge vom Monat Januar zur Zahlung bis zum 25. Februar an. Säumige Zahlungspflichtige feien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Im Bergwerk verunglückt. Gestern vormittag erlitt der Bergmann Heinrich W a cf aus Frankenbach in dem Bergwerksbetrieb bei Großen- Linden einen schweren Unglücksfall. Der bedauernswerte Mann glitt bei der Arbeit aus und stürzte nach rückwärts zu Boden, wobei er mit dem Hinterkopf hart aufschlug. Beim Wiederaufrichten rutschte er erneut und stürzte diesmal nach vorne zur Erde nieder, wobei er heftig auf das Gesicht fiel. Durch den doppelten Sturz erlitt er erhebliche Kopfverletzungen, u. a. eine leichte Gehirnerschütterung. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz überführte den Verunglückten nach der Klinik. ** Wiedersehensfeier der 12. Kompanie Leibgarde-Jn fanterie-Regi- ment 115 in Darmstadt. Am 1. und 2.Juni findet in der alten ©arnifonftaöt Darmstadt eine Wiedersehensfeier der 12. Komp. Leibgarde-Inf.« Reg. 115 statt. An die Kameraden der 12. Kompanie in Krieg und Friede^ ergeht der Rus, unverzüglich ihre Anschriften an den Leiter des Ausschusses, Kamerad Dr. Hans Jünger, Darmstadt, Rheia« Die Deutsche Arbeitsfront. NS.-Semeinschast „Krast durch Freude". straße 14, zu richten. Erwünscht ist auch, daß die Kameraden die Adressen anderer ehem. Angehöriger der 12. Kompanie 115 an vorstehende Adresse gelangen lassen, denn es soll erreicht werden, alle Kameraden zu erfassen. Amtsgericht Gießen. Der 26jährige E. Sch. aus Gießen wurde wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnis st rase von drei Monaten verurteilt. 6 Wochen der Strafe wurden dem Angeklagten bedingt erlassen. Der Verurteilte war als Werber und Kassierer beim Reichsluftschutzbund tätig. Mittels Dietrichs öffnete er sämtliche Türen der Büroräume und entwendete aus einer Schublade, nachdem er das Vorhängeschloß erbrach, eine Geldkassette. Der Täter gedachte mit dem Inhalt ins Ausland zu entkommen. Er fand jedoch lediglich den Betrag von 13 Mark vor, den er in Bier umsetzte. In Anbetracht der Tatsache, daß der Angeklagte sich selbst der Polizei stellte, noch nicht vorbestraft ist und in vollem Umfang geständig war, erkannte das Gericht aus die gesetzliche Mindeststrafe. Kleine Strafkammer Gießen. Der W. K. F. aus einem Orte bei Gießen wurde vom Amtsgericht Gießen wegen Sachbeschädigung zu 5 0 Mark Geldstrafe evtl. 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legten der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde folgendes feftgeftellt: Die Nachbarin des Angeklagten, deren Anwesen unmittelbar an das des Angeklagten grenzt, beabfichtiate durch bauliche Veränderungen ihrem Anwesen mehr Licht zuzuführen. Nachdem der Umbau schon teilweise begonnen war — es handelte sich um die Anlage eines Fensters — zerstörte dies der Angeklagte mittels einer Eisenstange. Das wiederholte er, als die Arbeiten bereits beendet waren. Die Kammer verwarf gestern beide Berufungen, so daß das vorinstanzliche Urteil aufrechterhalten bleibt. Große Strafkammer Gießen. Vor den Schranken des Gerichts stand gestern eine Ehefrau aus einem Orte bei Gießen, der die Anklage fahrlässige Tötung zum Vorwurf machte. Die Angeklagte, die sich in erschütternden häuslichen Verhältnissen befindet, brachte im Verlauf des vorigen Jahres ein Kind zur Welt. Schon vor der Niederkunft trug sie sich mit dem Gedanken, zusammen mit dem Neugeborenen in den Tod zu aehen. Während der Entbindung befand sich die Angeklagte allein im Haus, während der Ehemann die Zeit im Wirtshaus verbrachte. Die Angeklagte verfiel in eine Ohnmacht. Als sie wieder aufwachte, war das zur Welt gekommene Kind tot. Unter Würdigung der vorgenannten Umstände erkannte die Kammer auf 4 Monate Gefängnis, von denen 3 Monate durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Wegen Verbreitung unwahrer Behauptungen über das Winterhilfswerk wurde der H. L. aus L. vom hiesigen Schöffengericht zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Die Kammer erkannte unter Abänderung des vorinstanzlichen Urteils auf 10 0 Mark Geldstrafe. Sodann befaßte sich die Kammer mit dem H. M. aus O. Der Angeklagte war für die Landesversicherungsanstalt tätig. Als solcher hatte er für die Versicherten die Versicherungsmarken zu kleben. Der Angeklagte nahm jedoch die Versicherungsbeiträge entgegen, ohne die Marken zu kleben. Außerdem unterließ er es, die geklebten Versicherunasmarken an die Anstalt abzuliefern. Auf diese Weise eignete er sich den Betrag von etwa 992 Mark an. Diesen Schaden' hat der Angeklagte vollkommen gedeckt. Das Gericht verurteilte ihn wegen Unterschlagung zu einer Gefängnis st rafe von 10 Monaten und 100 Mark Geldstrafe, sowie in die Kosten des Verfahrens. Wir machen nochmals auf den Beginn der Sportkurse des Sportamtes Frankfurt a. M. der NSG. „Kraft durch Freude" aufmerksam. Am Mittwoch, 2 0. Februar, 20 Uhr, in der Turnhalle des Lyzeums, ein Kursus: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Am Freitag, 2 2. Februar, 20 Uhr, in der Turnhalle des Lyzeums, ein Kursus: Allgemeine Körperschule (für Männer und Frauen). Kosten der Kurse: DAF.-Gebühr: 20 Pf. (für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront); Normal-Gebühr: 40 Pf.; pro Abend etwa VA Stunde. Anmeldungen werden bei Beginn der Kurse und auf der Geschäftsstelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, entgegen genommen. Beteiligt euch alle am 2. Reichsberufswettkampf vom 18. bis 23. Rlärz, zu dem die Reichsjugendführung in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront aufruft. Dieser Reichsberufswettkampf soll zeugen von dem ernsten Arbeitswillen der Hitler-Jugend und davon, daß wir das bei uns herrschende Lei - stungsprinzip auch übertragen wollen auf die Berufsarbeit, daß wir eine Auslese der besten Facharbeiter Herausstellen wollen. Vor allem aber soll Wir erhalten folgende Zuschrift: Jede Führerin — auch die der kleinsten Einheit — muß genau fühlen und wissen, wozu sie erziehen will; (denn daß die Erziehungsaufgabe d i e Aufgabe unseres Bundes ist, ist ja bekannt). Wer sagt uns nun diese Grundgedanken? Zu allererst müssen wir an das Buch unseres Führers denken, der im zweiten Teil über die Aufgaben der heutigen Erziehung schreibt. Er erklärt dabei alle seine Anschauungen durch praktische Beispiele, während Ernst Krieck in seinen Büchern Ansichten darlegt, die von der Wissenschaft, der Philosophie abgeleitet sind. Der Nationalsozialismus will uns zu deutschen Volksbürgern erziehen; das ist immer und überall das Ziel: in der Schule, in der Familie und vor allem im Bund. Unser Führer stellt die körperliche Ertüchtigung in den Vordergrund, und zwar für die Mädchen ebenso wie für die Knaben. „In einem gesunden Körper lebt auch ein gesunder Geist." Daß wir diesen Gedanken verstanden haben, beweist der Nachdruck, den wir auf unsere Sportstunden legem Eng mit der körperlichen Erziehung hängt die Charakterbildung zusammen, da sie ja zum großen Teil durch die sportliche Ausbildung erfolgt. (Denken wir an Spiele, Gruppenturnen usw.) Auch unsere kleineren und größeren Wanderungen und Fahrten sollen uns zur Kameradschaft führen. Außerdem sollen sie jeden einzelnen stählen und abhärten und „ihn lehren, Unbilden zu ertragen". Unsere Heimabende dienen der geistigen Schulung und damit natürlich auch wieder der charakterlichen Bildung. Das ist klar, wenn man an die Auswahl Am Mittwoch, 2 0. Februar, veranstaltet der Goethe-Bund einen Vortragsabend des oftpreußifchen Dichters August W i n n i g. August Winnig, dessen Buch „Der weite Weg" uns allen in bester Erinnerung ist, ist der Mann, der in den Jahren ärgster Bedrängnis um das nationale deutsche Arbeitertum gekämpft hat, wie kein anderer. August Winnig ist der Mann, von dem Rosa Luxemburg einmal sagte: „Ich würde Sie, wenn ich Sie in meine Hände bekomme, sofort füsilieren lassen". Unter allen alten Gewerkschaftlern ist keine Persönlichkeit, die so wie August Winnig verdient, vom ganzen deutschen Volk geachtet, ja geliebt zu werden. In anerkennenswerter Weise hat der Goethe- Bund Karten zum Preise von 5 0 P f. zur Verfügung gestellt. Die Karten können auf der Geschäftsstelle der NSG. „Kraft durch Freude" abgeholt werden. er zeigen, daß wir erkannt haben, wie notwendig dieses gemeinsame Schaffen ist, dies Herausstellen der Leistung auf allen Gebieten, die sich wieder auswirken soll im Di en st an der Gemeinschaft, dem Dien st am Volk, der für uns der h ö ch st e i st. Die Führerin des Untergaues 116: m. d. F. b. Elise Da ab. des Stoffes, her im Heimabend besprochen werden soll, denkt. Hier müssen wir wohl an die Forderung Ernst Kriecks denken, die Forderung nach einer volkstumsverbundenen Erziehung. So versuchen wir, unseren Mädels die deutsche Kultur (deutsche Dichtungen, z. B. der Arbeiterdichrer Heinrich L e r s ch , Karl B r ö g e r usw.), die deutsche Geschichte, die deutsche Landschaft nahezubringen. Zur Kenntnis der deutschen Geschichte gehört doch vor allem das Wissen um das gegenwärtige Geschehen, und dem soll unser wöchentlicher Zeitungsbericht im Heimabend mit einer gründlichen Aussprache dienen. Im Anschluß an solche Besprechungen werden wir auch oft auf grundlegende nationalsozialistische Anschauungen und Gedanken zu sprechen kommen, über die unsere Mädel vor allen Dingen Bescheid wissen müssen. Hier muß die Führerin ihren Takt beweisen: z. B. soll sie nicht viel über Kameradschaft reden, sondern diese lieber beweisen. Wenn wir über die Gesetze sprechen, die in den letzten zwei Jahren entstanden find, dann müssen wir uns ihre Grundgedanken vor Augen halten und können dann ihre Durchführung und Verwirklichung erkennen. Hier ist nur in ganz wenigen und groben Umrißlinien die Hauptaufgabe des Bundes und ihre Durchführung geschildert. S. B. Hofguts-Besichtigung. * Londorf, 18. Febr. Am vergangenen Sonntag fand eine Besichtigung des Hofgutes Schutt in Londorf durch die Jungbauern der HI. der Gefolgschaft 7/116 unter Führung des Referenten für Bauernfragen im Bann 116, Mengök, statt. Nach einer kurzen Erklärung des Herrn Schutt fr. über das gesamte Hofgut begann der Rundgang durch die Gebäude. Man konnte überall wesentliche und für den Landwirt vorteilhafte Neu» erungen feststellen, so z. B. die Futteranlage. Ein für unsere Gegend seltener Erwerbszweig, dir Schnapsbrennerei, die hier als Nebenbetrieb gilt, wurde ebenfalls besichtigt. Am Schluffe der Besichtigung hielt Herr Schutt fr. noch einen lehrreichen Vortrag über die Pferdezucht. Man weiß, daß das Hofgut auf diesem Gebiete sehr große Fortschritte gemacht hat und deshalb auch die beste Pferdezucht in unserer Gegend besitzt. Zu bemerken ist noch die peinliche Sauberkeit, die überall herrschte. Man kann mit Recht sagen, daß dieses Hofgut für jeden Landwirt in jeder Beziehung als Musterbetrieb gelten kann. Opern- und Operettenabende in Alsfeld. △ Alsfeld, 18. Febr. Die Deutsche Musikbühne (R e i ch s w a n d e r o p e r), die schon seit Jahren regelmäßig ihre gediegene Kunst auch in unsere Stadt trägt, gab am Sonntagabend ihr erstes diesjähriges Gastspiel mit der Aufführung von Beethovens Oper „Fidelio". Der vollbesetzte große Saal des „Deutschen Hauses" zeugte von starkem Interesse für die musikalische Bühnenkunst. Auch aus der Umgebung Alsfelds waren zahlreiche Besucher erschienen. Die künstlerischen Leistungen der Deutschen Musikbühne ermöglichten es, daß eine Aufführung von bedeutendem Format zustande kam, die volle Zustimmung verdient. Bühnenbild und szenische Gestaltung ließen die Handlung abgerundet und eindringlich erstehen. Das Solistenensemble, dem zum Teil tüchtige Gesangskräfte angehören, wurde den teilweise erheblichen Schwierigkeiten des Werkes in hohem Maße gerecht. Ein Gesamtlob verdient das ausgezeichnete, aus 36 Musikern bestehende Orchester, das unter der straffen Leitung von Kapellmeister Georg P i l o w f k i Beethovens innige und tiefangelegte Musik zu großartiger Wirkung gelangen ließ. Der vor der letzten Verwandlung gespielte große Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 wurde zu einem besonderen musikalischen Erlebnis. Das begeisterte Haus spendete den Künstlern herzlichen Beifall, der zuletzt auch den musikalischen Leiter auf die Bühne rief. Der Stadtverwaltung, die diese einzigartigen Gastspiele in tatkräftiger Förderung ermöglicht, gebührt Dank und Anerkennung für ihre dadurch geleistete hochstehende Kulturarbeit. Am Montagabend folgte das zweite Gastspiel mit Johann Strauß' Meisteroperette „Die Fledermaus". Der Besuch war noch stärker als am Vorabend; der große Saal war bis auf den letzten verfügbaren Platz besetzt. Die prickelnde Rhythmik, die herrlichen Melodien und die gewählte und geschickte Instrumentation der Fledermaus-Partitur haben auch heute noch nichts von ihrer Kraft und Frische eingebüßt und sorgten auch diesmal wieder in der ausgezeichnten Aufführung durch die Reichswander- oper für eine frohe, von den Alltagssorgen losgelöste Stimmung bei den dankbaren Zuhörern, die noch oft und gern an diese Gastspiele zurückdenken werden, die für unsere Stadt zu einem außergewöhnlichen künstlerischen Ereignis wurden. Berüchtigte Fahrraddiebe festgenommen. LPD. Frankfurt a. 'Hl., 19. Febr. Wegen mehrfacher Fahrraddiebstähle wurden der wegen Fahrraddiebstahls vorbestrafte 24jährige Georg S ch u n k und sein 16jähriger Bruder Karl fest genommen. Den Brüdern konnten bis jetzt 15 Fahrraddieb stähle und ein Einbruchsversuch nachgewiesen werden. Wie die Ermittlungen ergaben, hat Georg Schunk die entwendeten Fahrräder an Fahrradhändler und Privatpersonen weiterverkauft. Die Brüder- Schunk stehen im dringenden Verdacht, weitere Fahrraddiebstähle ausgeführt zu haben. Aufruf! Kameradinnen des !lntergauesil16 des Bundes Deutscher Mädel Oie Aufbauarbeit in -er HL. Wie und wozu sollen wir unsere Mädel im BdM. erziehen? Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrschtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 11. Fortsetzung Nachdruck verboten! „Bei Ihnen wohnt im Hotel ein ausländisch aussehender Herr, dick, mit gelblichem Gesicht", be- aann Martins. Er wollte gerade eine ganz genaue Beschreibung geben, da unterbrach ihn Herr Stiewe: „Bin schon im Bilde!" sagte er. „Na, das wundert mich nicht, daß sich die Kriminalpolizei nach dem mal erkundigt. Ich war schon lange der Meinung, daß mit dem was nicht stimmt. Da ist etwas mulmig, meine Herren! Was, weiß ich allerdings nicht." „Um das herauszubekommen, Herr Stiewe, sind wir ja gerade gekommen! Erzählen Sie uns, bitte, was Sie wissen über diesen Herrn; es bleibt natürlich ganz unter uns!" „Ja — also, dieser Herr ist ein Südamerikaner namens Callero! Er wohnt seit einigen Wochen bei mir — und niemand weiß, was er eigentlich treibt. Er behauptet, er wäre Chemiker und hätte eine Anstellung hier in einer Fabrik. Nun, meine Herren — wie kann man eine Anstellung haben und fast den ganzen Tag zu Hause hocken? Das geht doch nicht. Manchmal kommt Herr Callero mit großen Kartons und Paketen zurück. Und dann scheint er in seinem Zimmer irgend etwas zu schmurgeln und zu kochen, denn durch das Schlüsselloch steigen mitunter so chemische Dämpfe auf, daß ich schon immer Angst hatte, es würde noch einmal ein Unglück geben. Mit so chemischen Sachen soll man nicht in einem Privathause hantieren, dazu gehört ein Laboratorium. Ich hab' das auch dem Herrn energisch gesagt — und er erklärte, daß er sowieso in den nächsten Tagen abreifen würde. Und da er gerade in der letzten Woche seine Miete wieder einmal bezahlt hatte, so hab' ich für die paar Tage Fünf gerade fein lassen." „So?! Sonst hat er also auf Stottern bezahlt?" „Ja! Er hing offenbar ganz von einem Manne ab, der ihn ab und zu besuchte und der eine Art Landsmann von ihm zu sein schien. Wenigstens sah er auch ein bißchen gelb und exotisch aus." „War dieser andere Mann vielleicht groß, schlank und elegant — mit schwarzen Augen?" fragte Mar- Uns. „Akkurat so!" bekräftigte der Wirt. „Dieser andere schien Geld zu haben. Denn immer, wenn er kam, wurde mein Mieter wieder flott. Im übrigen aber scheinen sich die beiden nicht sehr zu lieben, denn es gab oft in spanischer.. Sprache solchen Zank, daß man es bis ins Treppenhaus hörte. Sie scheinen beide etwas nervös zu fein. Der Herr Callero zum Beispiel fragt alle halben Stunden nach Zeitungen, Briefen, Telegrammen. Wer das tut, der hat kein gutes Gewissen, das weiß ich aus meiner Erfahrung als Wirt. Der hat irgend etwas ausgefressen. Aber nun hat es ja bald ein Ende, denn ich hörte vorhin, wie der Schlanke zu dem Kellner sagte: „Nun, mein Freund Callero wird bald von hier abreifen." Die beiden Herren sahen sich bei diesen Worten des Wirts bedeutungsvoll an. Dann schüttelte Martins dem dicken Wirt herzlich die Hand: „Vielen Dank, lieber Herr Stiewe! Sie haben uns einen großen Dienst erwiesen durch Ihre Mitteilungen, und vielleicht ein großes Unglück verhütet!" Der Wirt wurde bleich: „Um Gottes willen! Es handelt sich doch nicht um ein Verbrechen hier in meinem Hotel?" „Seien Sie ganz ruhig! Ihnen und dem Hotel droht keine Gefahr! Und'daß auch von einem anderen Menschen hoffentlich die Gefahr abgewendet wird, dazu haben Ihre Mitteilungen wesentlich beigetragen!" Dann verabschiedeten sie sich von Herrn Stiewe. Im eifrigen Gespräch gingen die beiden Herren dem Polizeipräsidium zu. Dort führte Martins ein Gespräch mit dem Postamt in Gernrode, wo in dem Amtszimmer des Postmeisters ein schlanker Mann im Monteuranzug saß und mit dem Postmeister zusammen eine Zigarre rauchte. Als das Gespräch gemeldet wurde, sprang er lebhaft auf und hörte mit angespannter Aufmerksamkeit, was ihm da von der Hauptstadt aus mitgeteilt wurde. Dann ging er mit einem Gruß hinaus in die dunkle Nacht in Richtung auf das Schloß zu, das er vorsichtig umkreiste. 14. Kapitel. Im Schloß Gernrode schlief alles, als sich Fanny, die Zofe, von einem Manne trennte, der da in der Dunkelheit auf sie gewartet hatte. „Ich kann nicht mehr!" flüsterte Fanny, und Tränen liefen ihr über das Gesicht. „Ich halte es nicht mehr aus!" „Dumme Gans!" gab der Mann scharf zurück. „Willst du im letzten Moment die Couraye verlieren? Dann ist es aus mit uns, bas weißt du! Wenn du aber vernünftig bist, dann wird alles gut. Wir haben Zeit gewonnen, und die werden wir nutzen. Wenn wir in vierzehn Tagen drüben sind und reich, dann wirst du alles hier schnell vergessen haben!" Das Mädchen wischte sich die Tränen ab: "Ach. kann ja doch nicht gegen dich handeln!" fagte sie mutlos. „Ich kann mich ja nicht von dir trennen!" "Na also, bann sei vernünftig unb tue, was wir dir gesagt haben! Unb nun gute Nacht — ich hab' noch zu schreiben!" Der Mann brückte einen flüchtigen Kuß aus den Munb bes Mäbchens, bas ihn in sehnsüchtiger Angst anschaute. Dann ging er schnell ben Weg zu bem Dienerschaftsgebäube bes Schlosses, inbessen bas Mäbchen ben Gang zum Schloß hinaufeilte. Beibe ahnten nicht, baß ein Mann in Monteur- fleibung hinter ber großen Buche verborgen gestan- ben unb bie Unterrebung mitangehört hatte. Als bie Schritte ber beiben verhallt waren, kam ber Mann vorsichtig aus feinem Versteck hinter bem alten Baum hervor: Jetzt wirb es Ernst!, bachte er unb fah hinauf zu ben bunflen Fenstern, hinter benen er Helma von Babenberg schlafenb wußte. Noch vierzehn Tage — nun, in benen kann man wirklich allerlei erreichen. Dann schlich er vorsichtig bis an bie bichte Allee, bie vom Schloß aus hinein in ben bunflen Park führte, unb ging, im Schatten ber Nacht unb ber hohen Kastanienbäume, tiefer hinein in ben einsamen Park, bis er zu ber ©übfeite bei ben Treibhäusern unb Versuchspflanzungen angelangt war. Beim Schein einer Blenblaterne öffnete er mit einem Nachschlüssel bie niebrige Tür zu bem ersten Treibhause unb begann oerschiebene Werkzeuge auszupacken, mit benen er irgenbwelche geheimnisvolle Manipulationen ausführte. Nach einer Stunbe etwa war er mit feiner Arbeit fertig, packte sorgfältig seine Geräte zusammen unb verschwanb vorsichtig. Er warf, an ber Süb- mauer angekommen, fein Bünbel über bie Umfassung, bann kletterte er geschickt nach unb befanb sich nun auf ber Lanbstraße. In einer Viertslstunbe war er roieber im Dorfe Gernrobe, wo er auf bie Bahnstation zu marschierte. Martins war äußerst überrascht, als fein Freunb Hopman plötzlich mitten in ber Nacht auf ber Bilbsläche erschien. Gerabe mühte sich Martins, ein briefliche, zusammenhängenbe Darstellung besten an Hopman zu fabrizieren, was er ihm kurz burch das Telephon angebeutet — ba ftanb Hopman schon vor ihm. „Deinen Liebesbrief kannst bu bir sparen!" lächelte er, wie er bas vollkommen fassungslose Gesicht bes alten Freunbes sah. „Ich weiß, mit beiner schriftstellerischen Begabung ist es äußerst schwach — unb ba bin ich lieber zur münblichen Derhanb- lung gekommen." Martins atmete auf unb zerriß ben angefangenen Brief in viele kleine Stückchen. Er wollte gleich, eifrig wie er war, mit feinem Bericht beginnen. Aber Hopman winkte ab: „Nein, mein Lieber, fo schnell schießen bie Preußen nicht. Du kennst meinen Grunbsatz: Niemals auf nüchternen Magen Geschäfte." „Wieso bist bu benn jetzt, tief in ber Nacht, noch nüchtern?" fragte Martins entsetzt unb wollte schon in Richtung Speisekammer bavonstürmen. „Was soll ich bir machen? Die gute Werner, unsere Wirtschafterin, schläft ben Schlaf bes Gerechten. Aber ich kann bir ja was machen: Spiegeleier mit Speck." Hopman lachte: „Nee, mein guter Junge, mit bem nüchternen Magen meinte ich in bezug auf Alkohol! Bebenke, ich bin boch biefe ganze Tage als wohlbestallter Monteur auf Wanberung in ber Umgegenb von Gernrobe herumgestrichen. Na — unb was ein roanbernber Monteur ist, bei bem langt’s boch höchstens zu einem Schnaps ober einem Grog, wenn er sich nicht verbächtig machen soll." „Aha, ich verstehe —!" Martins hatte sich bereits bem Weinschrank genähert, ber wohl eingebaut in einer Ecke bes Herrenzimmers ftanb. „Sofern bu mir noch nicht ben guten Rheinwein ausgetrunken haft, mein Junge, bann mal ben — unb hinterher vielleicht noch einen guten Schlaftrunk in Gestalt eines Glühweins, unb zwi- schenburch, so schön eingebettet, bann deinen Bericht! Man muß immer System in eine Sache bringen!" Bald saßen die beiden Freunde behaglich bei einem Glase alten Niersteiners und einer guten Zigarre — und Martins berichtete von den Ereignissen, die sich während Hopmans Abwesenheit von Berlin zugetragen. Hopman saß ganz ruhig da und sog mit geschlossenen Augen an seiner Zigarre — „Irgend etwas stimmt mir da nicht, Martins!" sagte er nach einem langen Schweigen nachdenklich. „Die ganze Angelegenheit ist so glatt — ich glaubte auf der richtigen L^rte zu sein, aber etwas warnt mich —, dachte, ich könnte das Netz schon zusammenziehen, aber ich habe fo ein verdammtes Gefühl. Da ist noch eine Lücke, Martins, verlaß dich darauf! Da ist noch eine Lücke, durch bie mir einer entschlüpft!" „Aber es paßt boch alles ganz folgerichtig in- einanber, Hopman, wie bu es mir gefdjilbert hast!" „Ja, es paßt zu schon, mein Junge!" war Hopmans rätselhafte Antwort. „Unb barum eben. Aber nun wollen wir bie Geschichte einmal beschlafen, vielleicht kommt mir ba bie Erleuchtung!" „Was macht übrigens bie kleine Gernrober Schönheit?" fragte Martins beim Schlafengehen ins Babezimmer hinein, wo sich Hopman einer begeiferten Reinigung seines äußeren Menschen unter Zuhilfenahme von Unmengen Wasser, Seife unb Babesalz hingab — alles Luxusgenüsse, bie er in feinem Monteurbasein ebenso hatte vermissen müssen wie bie gute Brasil unb ben Rübesheimer. Aber Hopman plantschte nur noch stärker, ließ die Brause laufen — und in dem Geplantsch unb Geplätscher gingen feine Worte verloren. (Fortsetzung folgt 1) 3 Junge deutsche Nation und anderen geht's ebenso. Heute sind alle auf den Beinen. Der „Saal" ist voll. Auf Holzbänken sitzen Bauern und Bäuerinnen. Die Männer, die Pftife im Mund, die Bäuerinnen in der Strickjacke oder Schürze ... „Extra feingemacht" haben sie sich nicht, und das sollen sie auch nicht. Sie gucken sich um. Der verräucherte Gasthaussaal sieht heute so festlich aus. Ueberall Tannengrün, dazu auf jedem Tisch ein weißes Tuch, ein Strauß Winterastern und — em bedruckter Zettel. Da holt mancher Bauer bedächtig die Brille aus der Tasche, lieft und summt schließlich eine Melodie; denn auf jedem dieser Zettel steht nichts anderes als der Text eines bekannten Volksliedes. Auf einer Art Galerie stehen die Dsrfbuben mit aufgestützten Armen. Die kleinen Mädel hocken auf dem Holztreppchen, das zu der winzigen Buhne führt und versuchen, etwas von dem zu erhaschen, was die „Großen" hinter dem krampfhaft zusammengehaltenen Kattunvorhang treiben. Endlich geht der Vorhang auf! BdM.-Madel stehen im Halbkreis und singen. Sie haben dankbare Zuhörer. Dann treten sie weg, und das Spiel von „Der goldenen Gans", das sie den Dorfkindern beibrachten, steigt. Diese Jungen und Madel stehen zum ersten Male auf der „Bühne", aber sie spielen frisch von der Leber weg und reden, wie ihnen der hessische Schnabel gewachsen ist. Väter und Mütter da unten strahlen... Und dann sitzen wir BdM.- gen Hauses, dessen Wände mit teuflischen Masken und Fratzen „geschmückt" sind, die man sonst nur im Völkerkundemuseum, Abteilung Südsee, entdecken kann. Dort nicht echter als hier! Aus der blumenübersäten Terrasse proben Käthe von Nagy und der Schauspieler Skoda, eine Neuerscheinung am Filmhimmel. Man stelle sich vor: Um beide herum Scheinwerfer, Lärm, Beschäftigte und Neugierige. Alles scheint ablenken zu wollen. Und doch müssen die Spieler sich mit Geduld darüber hinwegsetzen und sich nur auf die zu erarbeitende Szene konzentrieren. Hilpert führt Regie und erklärt seine Auffassung über die Art der Ausdrucksmittel gerade dieser Szene. In seine Worte hinein tönt der Ruf eines Arbeiters: „Willy, schmeiß mal die Palme rüber!" — Aber das darf nicht stören! Immer wieder wird geprobt. Dann kommt der Augenblick, da jeder Laut erstirbt: „Achtung, Aufnahme!" Und nun hört man nur noch die klare Stimme der Nagy. Sie erzählt das Märchen von dem Teufel in der Flasche. Daraus entwickelt sich ein kleiner dramatischer Höhepunkt, und das kaum Glaubliche ist vollbracht. Diese Scheinwelt der Kulissen aus Leim, Farbe und Pappe wird durch Stimme, Mimik und Geste einer Künstlerin zum AdeiB erweckt. Wir sind von einer Spannung gepackt, die mit dem Erlöschen der Jupiterlampen und dem neuen Lärm jäh abbricht. Im danebengelegenen Atelier wird der äußere Rahmen geschaffen für einen Abschnitt des Films vom Reichsparteitag. Hier ersteht das Hofbräuhaus, und in wenigen Tagen werden sich Massenszenen abspielen, bei denen zuzuschauen sich lohnen würde. Da wir aber nichts weiter entdecken können, kehren wir in die „Südsee" zurück. Hier sehen wir jetzt den Produktionsleiter R i t- ter, der seinerzeit den Film „Hitlerjunge Ouex herstellte. Er spricht von seiner Arbeit und seinem brennenden Wunsch, einen Stoff zu gestalten, der dem Leben der Pimpfe oder dem der deutschen Mädel entnommen ist. Aber ein Künstler, kein Kit- scher müsse die Idee geben. Dann erst könne ein Bildstreifen geschaffen werden, der weder langweilig noch eine Wiederholung des Quex wäre. Irgendwo in den endlosen Reihen der Jugend müsse doch, meint Herr Ritter, einer marschieren, der das Zeug dazu habe, den großen Wurf gelingen zu lassen! — Eine Aufforderung also zum Mitwirken an der Gestaltung eines Jugendfilms. Ob sie ihr Echo findet? w-A* Mädel unter den Dorfleuten. Heute wird nicht von Steuern und Getreide geredet, heute werden unsere schönen alten Volkslieder gesungen... Oer Fabrtentopf. Er ist der Liebling der Kameradschaft, jeder möchte ihn auf seinem Rücken reiten lassen. — Vor Zeiten war er so blank, daß mir im Lager Leines Spiegels bedurften. Heute geht er in tiefer Trauer. — Innen ist seine zarte Schönheit noch erhalten, denn er wird jeden Tag dreimal geschrubbt. — Seine Oberfläche ist rauh und hart wie sein Leben, und sieht aus wie eine Luftaufnahme des Himalaja aus 14 000 Meter Höhe. Seine Beulen stammen noch aus der Zeit, wo es an Fußbällen und Kesselpauken mangelte. — Er ist zu allem zu verwenden. Als Sitz, wenn auch die Henkel dabei zum Teufel gehen oder als Totschlagswaffe. Auf einer Fahrt ist sein Deckel einem von uns ans Schienbein geflogen, der ihn dann wutergrimmt in die Büsche schleuderte. Seitdem ist er ohne Kopfbedeckung. Wir gehören zusammen, er und wir. Einmal verlor ihn einer auf der Landstraße und einmal blieb er im Eisenbahnwagen stehen, aber immer wieder kehrte er zurück. Ja, treu ist er, und wo wir nicht sind, kann er nicht sein. Er ist etwas Herrliches, unser Topf! Magazinen. , , .... Hinterher aber, als er mir alles nochmals erklären sollte, hatte er es schon wieder „vergessen . Na ja! natürlich auch den. Er quasselte nur Oer „Stift" von 8 bis 11 Uhr Ein Hitler-Zunge schildert seinen Alltag. gehörigen Schriftwechsel. Telefongespräche schrillen. Dann die Versandabteilung. Pakete werden aufgeschnürt, Versandpapiere verglichen. Packpapier, Wellpappe, Oelpapier wird-zerschnitten. Maschinenteile und Werkzeuge werden eingefettet, verpackt und abgestempelt. Scheren und Binsaden arbeiten. Kisten werden aufgebrochen, ausgepackt und fortgetragen. Präzisionswerkzeuge werden in neuen Kisten verkeilt, damit sie beim Versand nicht verrutschen und beschädigt werden können. Nägel und Hammer, Schablonen und schwarze Pinsel sind am Werk. — Hier sah. man mich auch erst Über die Schulter an, bis ich ostentativ den dicken Bindfaden zerriß. (Donnerwetter, muß der Neue Kräfte in seinen Händen haben. Sieht gar nicht so aus!) Aber das ist nur ein Trick, den hat mir Charly in Hamburg vorgemacht: Manilagarn, dreimal um den Daumen 'führen, um die Handkante legen und durch die Schlinge ziehen, energischer Ruck: Bindfaden kaputt! Wenn wir frühstücken, sitzen wir auf Kisten, baumeln mit den Beinen und sehen zum Fenster hinaus. Draußen steht ein Baum, ein kümmerlicher zwar, aber ein Baum! Wir sehen auf ihm Schnee liegen, dann springen die Knospen auf, das volle Laub wird wieder bunt, Kastanien knallen auf den Hof, und dann sind seine Aeste wieder schwarz und regenblank. Einer erzählt aus seinem Heimatdorf im Hunsrück... Die Pause ist um. Ich werde losgeschickt. Auf der Straße treffe ich jemand, der sich noch, wie ich vor kurzem. :n den Hainen altrömischer Lyrik ergehen muß. „Ich muß zur Bank" — „Wir handeln mit Werkzeugmaschinen" — „Ich komme gerade von der Handelskammer" — wie sich das anders anhört! Die Zeiger rücken auf fünf vor. Aus meist privaten Gründen sucht jeder den Geschäftsschluß zu beschleunigen. Auch der „Alte" hat wohl heute etwas vor, er unterschreibt auffallend schnell die Abend- post, einiges wird auf morgen verschoben. Die Unterschriftsmappen wandern. Ein Gebirge von Hügeln sortierter Briefe wächst auf. „Wiegt über, also 24 Pfennig. Drucksache bis 250 Gramm, also 15 Pfennig." Die Portokasse, Marke „Francotyp", orgelt los, auf jeden Umschlag das rote Signum 2U pressen. Die weißen Kittel werden wieder in die Schränke gehängt. Karteikästen und Schreibmaschinen decke ich zu. Schluß! Und bedeutend langsamer als vor acht Stunden gondle ich, der Stift, durch die Toreinfahrt nach Haus. D. Ein unglaubliches Gewirr von Kabeln Scheinwerfern, ein tropischer Urwald aus Papier, Palmen im Topf und andere Requisiten füllen das Tonfilmatelier. Aber vor uns zeigt sich em ziemlich geordnetes Bild. Da ist die Veranda einer unverkennbaren Südseevilla und gestattet unserem Blick den Eintritt in die geräumige Halle des lusti- Jetzt bin ich Stift. Kurz vor acht geht es hinunter ins Geschäft und um 17.10 Uhr wieder zuruck. Dazwischen liegt der Tag. Es ist immer dasselbe Gerüst, aber was dazwischen liegt, ist immer anders; und das ist gut. Wie ich eigentlich dazu gekommen bin, Stift zu werden, weiß ich nicht recht zu sagen. Jedenfalls habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich auf ems meiner vielen Bewerbungsschreiben einmal plötzlich eine Antwortkarte in der Hand hielt, die nicht so anfing: „Bezugnehmend auf Ihr gesl. Schreiben vom 12. d. M. bedauern wir, Ihnen mitteilen zu m$ßenn ich jetzt morgens die bunten Mutzen im Dauerlauf sehe, weiß ich, daß es auch für mich, höchste Zeit ist. Wenn dagegen der bebrillte Herr mit dem Vollbart erst auf der Elsenbahnbrucke ist, kann ich das Rad langsamer laufen lassen Die Reinmachefrauen räumen gerade das Schlachtfeld, wenn ich zur Tür hereinkomme. In den Buro- räumen hängt noch die Nacht. Andere Lehrungen, Stenotypistinnen, Buchhalter, alle stellen sich so langsam ein. (Montags dauert das am längsten) Die Mäntel werden mit weißen Kitteln vertauscht. Der erste Buchhalter tadelt die Taktik einer Handballmannschaft, ein anderer erzählt von Reiseplanen für den Sommer. Zuerst durfte ich mich noch nicht an den Gesprächen beteiligen, weil ich noch neu war; denn ich bin in einer alten Firma, die noch streng auf Formen sieht! Dann kommt die erste Post, und mancher gähnt noch mit strammen Kinnbacken oder mit dem Gesicht zur Wand, um dann anzllfangen m Briefen ^Der^^Alte" tritt ein! Jeder beugt sich emsig über seine Arbeit. Ich fange an, eingegangene Briefe alphabetisch zu ordnen und m die Reglitratur- mappen einzuheften. Die dünnen Durchschlage werden mit Verstärkungsringen beklebt, damit sie nicht reiften. Oft kommen Städte vor, die mir mehr bedeuten, als den Sitz einer Firma. Bin ich ^rtig, dann geht es zur Kartei. Auf weißen und gelben Karten müssen Aufträge eingetragen werden Rückständige Bestellungen sind anzumahnen (es ist saft immer derselbe Wortlaut). Inzwischen ist schon die zweite Post angekommen. Das Tempo steigert sich. Die Schreibmaschinen klappern. Der Prokurist diktiert hastiger. Em Auftrag ist hereingekommen. Der „Alte" ruft nach dem dazu- Als das Frühstück gerade am besten schmeckte, fing es im Hause an zu brummen. Wir auf und bin. Die Rotationsmaschine lief. Das war em Rie- fenbieft. 20 Meter lang, 5 HJleter breit und gut 3 Meter hoch. An beiden Enden fraß sie rasend schnell Papier Und in der Mitte spuckte sie Zeitungen aus. Vier Männer liefen dauernd um sie herum. Guckten hier und schraubten da. Kletterten rauf und krochen in ihren Bauch. Ottsche war auf einmal auch oben. Wir hinterher. Da drehten sich rastnd schnell Zylinder. Das Papier kam weiß zwychen sie und bedruckt zum Vorschein. Eine dicke Walze schob sich träge hin und her. Als wir sie einmal an- aßten, hatten wir schwarze Finger und gleich darauf hochrote Köpfe. Es hatte nämlich einer gesehen und schon erhob sich ein Donnerwetter „Das wäre gefährlich! Was uns denn emftele? So was! Ist doch unerhört!" Jeder bekam noch eine Zeitung in die Hand, em wehr oder weniger freundliches Wort und dann waren wir verabschiedet. , Schade. Aber interessant mar s! Und am Leben find wir auch noch. Unkraut vergeht nicht. Georg Häring. 'Hier sind Maschinen! Oha! Drei, vier, fünf S u(f. „Lümtype-Sehmafchinen", erklärte man uns. Ottsch wich urplötzlich zurück, als von fo em langer Metallarm kam, emen Augenblick stehen blieb und dann wieder zurucksuhr. Es H Menge gelber Dinger daran, die. nach k Z <5 oben" an einer sich drehenden Schnecke entl g wan- berten und nacheinander abfielen. Ich habeh die Maschine geguckt, aber auf dem Boden lag nichts. Die Dinger waren also scheinbar oben die Maschine hineingefallen. So war es a ck) . Der Maschinensetzer holte tief Luft und er uns seine Maschine. Die gelben Dinger waren Matrizen, die ausgegossen würden und bann eine oru fertige Zeile ergäben. Daß sie da oben entlang wanderten und nacheinander abfielen, hätte den Zwea, sie wieder in das Magazin zurückzubefördern. Er setzte sich dann vor eine riesige Schreibmaschinentastatur und tippte los. Tatsächlich, unten fielen wieder so gelbe Dinger raus, wurden von der Maschine aufgereiht und schon war eine Zeile ferttß. Der Setzer nahm sie in die Hand, guckte daraus und sagte dabei irgendeinen auswendig gelernten Satz her. Er behauptet, der stünde auf der Zeile. — Aber wie soll ich das glauben. Ich habe nur eine Menge Erhebungen gesehen. Ottsche wollte das ' lesen können und hat alles verstan- so von Matrizen, gießen und Oer ^000-Meter-Lauf. Gerd und Fritz kannten sich sehr lange sie kamen zusammen in dieselbe Jungenschaft und schienen unzertrennlich. Und dann, an einem Morgen, zankten sie sich. Irgendein lächerlicher, kleiner Anlaß brachte emsame Tage für beide. Das Sportfest des Jungbannes rückte immer näher. Schon bildete es Gesprächsstoff in der Schule auf dem Heimabend, auf Fahrt, überall wurde geübt und vorbereitet. Besonders für den 1000-Meter- Lauf galt es, vorzügliche, beherrschte Leistungen aufzustellen. Schon hatten die Fähnlein ihre Lauser be= stimmt. Unter den wenigen Auserwahlten war auch Gerd. Fast einen Monat Hatter er trainiert, seine anfangs mittelmäßigen Zeiten wurden besser und besser, und jetzt konnte er sich mit den anerfann guten Läufern messen. Man sprach ihm ernsthaft den zweiten ober dritten Platz zu. Einige Tage vorher wurde eine Probe angesetzt. Die Mannschaften und Riegen traten an. Endlich Befehl: Fertigmachen zum 1000-Meter- ßHüf* Frühsport im Schnee. Aus einem BdM.-Mntersportlager. Draußen vor der Führerschule ist es noch still. Dächer, Laternen und Lattenzäune des kleinen Dorfes haben hohe weiße Schneemützen auf. Immer aber noch hängt der Himmel grau über dem Land. „Aufstehen, runter zum Frühsport!" — lieber die Treppen eilen hastige Schritte. Im Nu stehen zwanzig Mädel mit dunklen Trainingsanzügen unten im weißen Schnee. Mit zusammengekniffenen Augen blinzeln sie in den neuen Tag. Die schlaftrunkenen Augen können die blendende Weiße noch nicht fassen. „Rechts um!" — Im Dauerlauf geht es durch dicken Schnee. Er backt sich unter unseren Füßen fest; wir wachsen um Zentimeter. Die Luft ist kalt und klar. Wir atmen tief, pumpen die frische Morgenluft in uns. Gut tut das! Weiter geht der Lauf. Tiefer hängen die Zweige der Bäume unter der Schneelast. Bücken müssen wir uns, ja fast kriechen müssen wir. Im Schritt geht es dann weiter. Wir können uns umblicken. Weit drüben schimmern Lichter — die Stadt. Hier aber ist Schnee und nochmals Schnee. In tiefer Stille liegt der See vor uns zu Eis er- Jungvolk-Trommler. (Aufn.: Baumann i. Fa. Photo-Pfaff.) Gemeinschaft Viel^e sprechen von der Gemeinschaft, aber nur wenige sind schon von ihr erfaßt und leben sie. Für das Jungvolk ist sie d i e große Aufgabe. Tausende kamen zum Jungvolk, und noch Tau- sende werden kommen. Sie wohnen in Zwölfzimmerwohnungen und in grauen Mietskasernen. Sie tragen feine Anzüge und geflickte Hosen. Ihre Väter sind Fabrikbesitzer, Arbeiter und Bauern. Früher haben sie nie von einander aehört. Sie sind sich aus dem Wege gegangen. Der Arme dem Reichen, weil er glaubte, daß er nicht zu ihm passe und der Reiche dem Armen, weil er der Ansicht war, es läge unter seiner Würde, mit solchen zu verkehren. v Das Jungvolk erfaßt alle diese Jungen, und laßt sie erleben, wie sie alle zufammengehören. Im Dienst kommen sie einander näher. Sie tragen gleiche Uniform. Die äußeren Kennzeichen ihres Standes gelten nicht mehr. Die inneren verschwinden durch das tägliche Beisammensein, durch den wöchentlichen Dienst auf Fahrt und Lager. ir fS^ . Vorbild ist die Gemeinschaft der Frontsoldaten des Weltkrieges, die auch aus allen Schichten kamen. Nichts unterschied sie mehr. Sie waren alle gleich im Grau der Uniform und im Stahlhelm, im Schmutz und Schlamm des Grabens/ Sie teilten miteinander, aßen und schliefen gemeinsam. Einer stand zu dem anderen: alle waren sie Kameraden. Was sie aus- zeichnete, war nur die Leistung. Sie erhob den einzelnen zum Führer. Im Volk von morgen werden alle Klassenunterschiede vergessen sein, wenn das Jungvolk heute seine Pflicht tut. Die Männer, die einmal als Jungen von der Gemeinschaft erfaßt wurden, werden sie nie wieder lassen können. Ihnen wird Sozialismus Kernstück ihres Lebens fein. 5) e i n 3. Ein Wander- und Fahrtenamt der HI. In diesen Tagen wurde innerhalb der Abteilung H (Jugendherbergswesen) in der Reichsjugendführung ein Wander- und Fahrtenamt gebildet. Dieses Amt soll alle mit der Vorbereitung und Durchführung von Jnlands-Großfahrten und -Wanderungen der Hitler-Jugend, des deutschen Jung» Volkes und des Bundes deutscher Mädel zusammenhängenden Aufgaben bearbeiten. Es wird schon Bekenntnis. • Die ein Kleid mit uns tragen, sind mit uns gleichen Schlags. Die ein Kleid mit uns tragen, teilen auch unsere Welt! Darum ist unsere Bindung zu gleichem Geist so fest. Darum ist unsere Haltung aus gleichem Geist gestärkt! Da, wo sich Gleiche grüßen, gilt ein Bekenntnis das Wort: Neu zueinander zu stehen im Geist, der die Tat erweckt! Willy Pommerening. Pimpfe im Zeitungsbetrieb. Oben" — hielt ein Herr einen Vortrag. Heber Manuskripte, Redigieren und ähnliches. Auch über Nachrichtenübermittlung, wobei Heia sofort an die ollen Morsekisten dachte, die er beim Dienst im Fähnlein benutzt. Aber Morsen is mch bei erntr Leitung, da nehmen sie lieber die Strippe. Jeden- ictfls sahen wir, wie einer von den vielen Leuten die da herumschwirrten, einen Zettel nahm auf den ein Mädchen eben etwas ^schn^be" hatte, feurcblas allerlei durchstrich, druberschrieb und schließlich ein paar geheimnisvolle Zeichen darauf machte Das Durchstreichen und Druberschreiben nannte er dann: „Redigieren. Na, meinetwegen. . starrt. Wir laufen wieder. Der Schnee leuchtet und blitzt. Wie schwarze Kleckse sehen unsere Fußstapfen aus. Jetzt stehen wir im Kreis. Atmen tief die falte reine Winterluft ein. Unser Atem gibt kleine Nebelwolken. Der Wind verweht sie. „Ties beugen", die Hände patschen in den Schnee — „und aufrichten, ganz lang strecken!" Wir greifen nach den dicken Schneewolken, die dort oben wie Mehlsäcke hängen. Ganz hoch recken wir uns. „Und wieder runter" — in den Schnee! Fein ist das. Bautz, sitzen wir alle wie schwarze Wichtelmanner im weißen schimmernden Märchenwald, schlagen mit Armen und Beinen vorsichtig einen „Adler in den Schnee. Kalt ist bas, puh, schnell wieder auf Lachend werden die Figuren im Schnee begutachtet. Dort fliegt schon der erste Schneeball! „Vorsicht, wir schießen", ertönt der Warnungsruf... Und bann sausen die weißen Bälle durch die Luft, hm und her, her und hin... Wie das stäubt, denn der Schnee ist arg kalt und fein. Richtige Schneemänner sind wir alle schon längst geworden... Doch weiter geht die Schlacht! Hei, der sitzt wieder. Und patsch', aut getroffen. Dick klebt der Schnee an uns. Ein Pfiff. Schade, der Frühsport ist zu Ende. Wir laufen zur Führerschule zuruck Schnell sehen wir uns noch einmal um. Schnee, lauter Schnee. In der Luft treiben die glitzernden Flocken Frühsport und jagen einander. — Wir sind ganz wach und frisch geworden. Das tat gut im Schnee. Die Tagesarbeit kann beginnen. Oer Oorfabend. Winterabend in einem hessischen Dorschen. Auf ber vom Regen aufgeweichten, tiefdunklen Dors- straße gehen viele Menschen. Man sieht sie nicht, man hört sie nur. Alle haben dasselbe Ziel: Hoppes Wirtshaus. Zwei Burschen unterhalten sich. Sagt der eine: „Du, Henner, bin neugierig, was der BDM. zu bieten hat auf diesem Dorfabend/ JDetn Alles schaute gespannt auf die weißen Turnhemden drüben am Start. Dann aber mußten die Jungen einzeln laufen, der Sportroart wollte den eigentlichen Kampf erst am Festtag selber veranstalten. Hinter Gerd knallte die Startpistole, er schnellte hoch und jagte in die breite Bahn, dachte nur an Sieg, gab das Letzte. Der Fähnleinführer, der am Ziel die Stoppuhr bediente, wurde weggerufen. Er gab das kleine, tickende Instrument einem Jungen und zeigte ihm, wie man stoppte. Dieser Junge war Fritz. Cr sah Gerd nur noch 200 Meter entfernt, sah ihn im Geiste als Sieger des Kampfes. Die Stoppuhr brannte wie Feuer in der Hand. Gerd fauste über den Kreidestrich. — Er wußte nicht, daß Fritz gestoppt hatte, müde setzte er sich auf den Rasen und wartete, dann wurden alle Läufer gerufen: die Ergebnisse! — Das war also der Lohn für allen Eifer, alle Mühe eine bittere Enttäuschung! Für ihn gab es kein Sportfest mehr, mit dieser Zeit wurde er \a das Gespött aller Zuschauer. Gerd saß abends in seinem Zimmer und grübelte manchmal kämpfte er mit einem würgenden Gefühl in der Kehle, das heraufkroch und in den Augen brannte ... _ „ Plötzlich klingelte es. Der, den er am allerwenigsten jetzt erwartet hatte, stand auf der Schwelle. Fritz stotterte etwas: „Du, Gerd, ich muß dir was sagen was Wichtiges. Du mußt-, übermorgen mit dabei sein!" Dann schluckte er und sagte, wie 65 n)Qf — Schnell hatte es sich herumgesprochen, daß Gerd und Fritz wieder Freunde waren, allen aber war es unbegreiflich, wie Gerd nach einem der schlechtesten Uebungsergebniffe erster Sieger im großen 1000-Meter-Lauf wurde. — h a 1 0. Kleiner Besuch in Neubabelsberg. Oberheffen Fest der Silbernen Hochzeit an dem die Truvpführer Ferdinand' G a n s II. qab sodann die rrnmo fRomoinho fr»iihint>n 91 nfpil nnnm nCD 02171 ' «x ______________ - i___m TT «nX a*-- aanze Gemeinde freudigen Anteil nahm. Nach dem ' Morgengottrsdienst versammelten sich die Frauen bis 18, Eichenrundscheit 14 bis 10 bis 12, Eichenreifer 1. Klasse Raummeter Buchenreiser 12 bis wg. Großen-Buseck, 19. S A. - R e s e r v e 34/R116 4 bis 6 und lünf 14 Mark. Febr. Die hiesige hielt am vorigen Worten für die so zahlreich erwiesenen Ehrungen und Glückwünsche. Nachmittags erschienen die Konfirmanden und die obersten Schulklassen, um dem Jubelpaare einen prachtvollen Blumenstock zu überreichen. Abends sang der Männergesangverein, und in später Stunde klangen einige feierliche Choräle Les hiesigen Posaunenchors durch die nächtliche Stille. O Alten-Buseck, 19. Febr. Heute fand im Gemeindewald Alten-Buseck die zweite Holz- die vorhandenen Geldbeträge die Durchführung des aufgestellten Planes ermöglichen. Anderseits will es durch wirtschaftliche Ratschläge eine möglichst weitgehende Ausnutzung der meist geringen Barmittel erreichen. Wo es erforderlich ist, wird es versuchen, die Fahrten soweit wie möglich auch finanziell zu unterstützen. Zu diesem Zweck hat bereits jetzt der Reichsverband für deutsche Jugendherbergen einen Betrag von 5000 Mark in Wandergut- scheinen zur Verfügung gestellt. Notwendig ist ein Stamm von gut ausgebildeten Wanderführern. Das Wander- und Fahrtenamt der Reichsjugendführung wird darum vor allem Wanderführerlehrgänge durchführen, die den dazu geeigneten Kameraden eine entsprechende Ausbildung vermitteln. Bestimmungen über die SA.-R. II bekannt und ermahnte die noch abseitsstehenden Kameraden, sich der SA.-R. II anzuschließen. Der Vereinsführer überreichte den beiden Mitgliedern Wilhelm W a g- n e r III. und August Pfeiffer für 25jährige Vereinszugehörigkeit das Hasfia-Abzeichen. Mit einer Tellersammlung zugunsten des Winterhilfswerkes, mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland und mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes wurde die Versammlung beschlossen. Die Kasse, von Rechner Ludwig Kratz vorbildlich geführt, wies einen befriedigenden Stand auf. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde beschlossen am Kirchgang des Volkstrauertages geschlossen teilzunehmen. Landkreis Gießen. 8 A l t e n - B u s e ck , 19. Febr. Am (Sonntag feierten unser Ortsgeistlicher Pfarrer Friedrich Georg Naumann und Frau Mathilde, geb. Manns, das £ Daubringen, 19. Febr. Am Samstag fand im Gemeindewald Daubringen die erste H o l z- versteigerung statt, bei der gute Preise erzielt wurden. Es kosteten: Buchenscheit (gespalten) 20 bis 24 Mark, Eichenrundscheit 14 bis 16, Kiefernrundscheit 15 bis 17, Kiefernknüppel 11 bis 14, Kiefernreiser 1. Klasse 5 bis 7, 2. Klasse 3 bis 5, Fichtenrundscheit 8 bis 10 und Fichtenknüppel 5 bis 7 Mark je zwei Raummeter. Q] Lollar, 19. Febr. Am Sonntag hielt die Spar -und Darlehenskasse Lollar e. G. m. b.H. im Gasthaus „Zum Schwanen" ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Säubert eröffnete die Versammlung, indem er die zahlreich erschienenen Genossen, sowie den Verbandsvorsitzenden Oberrevisor Hartmann begrüßte und der im vergangenen Jahr durch den Tod verlorenen Genossen gedachte, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Aus dem von Direktor Geißler verlesenen Geschäftsbericht und dem von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Zaubert erstatteten Bericht des Aufsichtsrates ging hervor, daß die Kaffe aufs beste fundiert ist und auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine außerordentlich günstige Entwicklung genommen hat. Die Zahl der Genossen beträgt 194, die Zahl der Geschäftsanteile 233, der Umsatz ist erheblich gestiegen, die Bilanz ist außerordentlich günstig. Nachdem die Jahresrechnung und Bilanz genehmigt worden waren, erfolgte Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. Weiter wurde beschlossen, gemäß dem Vorschlag des Aufsichtsrates eine Dividende von 5 v. H. zu verteilen. Der Bericht über die gesetzliche Revision gab dasselbe günstige Bild und erwähnte besonders die vorzügliche Führung der Kasse, was auch Oberrevisor Hartmann nochmals besonders anerkannte. Alsdann wurde die Annahme des genossenschaftlichen Einheitsstatutes beschlossen. Da der frühere Direktor Nein am 1. Oktober zurückgetreten ist, war die Wahl eines neuen Direktors notwendig. Es wurde als solcher Bankbeamter E s p i ch gewählt. Oberrevisor Hartmann machte dann noch interessante Ausführungen über das neue Bankgesetz und beantwortete eine Reihe von Anfragen. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes schloß die Versammlung. * Ruttershausen, 19. Febr. Der hiesige Kriegeroerein hielt dieser Tage seinen Familienabend ab, der mit einer Ansprache des Vereinsführers Karl Erdmann eröffnet wurde. Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der Geist Samstag im Saale des Gastwirts Wagner einen Kameradfchaftsabend ab. Nach dem Einbringen der Sturmfahne in den Saal richtete der Führer des Sturms, Oberscharführer Roll, an die Kameraden und die Gäste eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die SA. heute noch genau so wichtig sei, wie in der Kampfzeit, daß ihr jetzt allerdings andere Aufgaben zufielen, als früher. Der SA.-Mann fei der Vermittler des nationalsozialistischen Gedankenguts an die Volksgenossen, denn heute am inneren Aufbau unseres Vaterlandes mitzuarbeiten, müsse der größte Stolz und die höchste Aufgabe des SA.-Mannes fein. Der Redner forderte zu echter und wahrer Kameradschaft und zum unverbrüchlichen Glauben an den Führer auf, damit in diesem Glauben die großen Aufgaben erfüllt werden könnten. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes folgte der gesellige Teil des Abends. Der Trupp Großen-Buseck führte ein volkstümliches Festspiel auf, der Trupp Burkhardsfelden brachte ein Militärstück aus früherer Zeit und der Trupp Beuern ein Lustspiel zur Aufführung. Sämtliche Darbietungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Im übrigen wurde der Abend durch musikalische Darbietungen und Ge- sangsvorträge, sowie Gedichte bereichert und schließlich mit Tanz abgeschlossen. wg. Großen-Buseck, 19. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt bei Mitglied Wilhelm Wagner seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Wilhelm Schmidt X. hieß die Kameraden willkommen, gedachte des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg, sowie der entschlafenen Kameraden Philipp Hörbel und des Freiherrn Dr. Ludwig von Nordeck zur Rabenau. Sodann wurde der Jahresbericht erstattet. Versteigerung statt, bei der sehr gute Preise erzielt wurden. Es kosteten je zwei Raummeter: Buchenscheit 24 bis 26 Mark, Buchenknüppel 16 ..... “' '' 16, Eichenknüppel und die Kameradschaft der Frontkämpfer in den Kriegervereinen feste Wurzel gefaßt habe und wei- terlebe. Der Abend war der Musik, dem Tanz und der kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland fand der Abend feinen Abschluß. — Der Landwirt Johann Geißler V. konnte dieser Tage seinen 8 0. Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische feiern . Dem Jubilar wurden zahlreiche Glückwünsche zuteil. < Großen-Linden, 19. Febr. Am Samstagabend fand das diesjährige Winteroergnugen des Gesangvereins „G e r m a n i d" im Saale des Gastwirts Schaum statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einem Marsch und dem Sängergruß begrüßte der Dereinsfuhrer, Landwirt Wilhelm Wenzel, bie Besucher und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch weiterhin dem deutschen Lied und dem deutschen Männergesang beistehen würden. Der Redner schloß mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des deutschen Volkes. Der erste Teil der Dor- tragsfolge brachte abwechselnd Cböre und Musikstücke unter der Leitung von Musiklehrer Heinrich Blaß, die von sorgfältiger Arbeit und sehr viel Interesse an dieser edlen Kunst zeugten. Der zweite Teil brachte ein Theaterstück, das von Mitgliedern des Vereins unter starkem Beifall aufgeführt wurde. Ebenso beifällig ausgenommen wurde ein Duett, das Frl. E. Klotz und Herr K. Degen vortrugen. Die Herrn K. Degen, H. Schwarz und W. Keßler sangen eine humoristische Szene, die öfters von Lachsalven unterbrochen wurde. Im Verlaufe der Vortragsfolge ehrte der Vereinsführer W. Wenzel noch einige verdienstvolle Mitglieder durch Ueberreichung der Ehrennadel. Bei Tanz wurden anschließend noch einige gemütliche Stunden verlebt. # Leihgestern, 19. Febr. Im Mittelpunkt unseres dritten Gemeindeabends — der erste galt dem Gedanken: Luther und unsere Zeit, der zweite, von Missionar Ruff, handelte von der Mission in China — stand der Vortrag unseres Ortspfarrers über „ Guftav-Adolf-Tage in Ostpreußen und Danzig". Selbst Teilnehmer an der großen Guftav-Adolf-Tagung in Königsberg im Oktober vorigen Jahres, führte der Vortragende die Gemeinde in Ostpreußens Hauptstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und machte sie bekannt mit den Verhandlungen der Tagung selbst, deren Höhepunkt die Festpredigt in der Schloßkirche bildete, mit der sich daran anschließenden Gabenoerteilung. Dann folgten die Zuhörer einer Fahrt durch das Kurische Haff bis nach Nidden im ehemaligen deutschen Memelgebiet, und gewannen einen Einblick in die Leiden seiner Bewohner, die kerndeutsch in ihrem Wesen trotzig und tapfer beim Abschied erklärten: „Sagen Sie in der Heimat, wir lassen uns hier oben trotz allem, was geschieht, nicht unterliegen." Quer durch Ostpreußen ging die Reise bis nach Treuburg, wo der Redner eine Gustav-Adolf-Pre- *bigt zu halten hatte, Trakehnen, Rominter Heide, zurück über die masurischen Seen, verträumt von Tannenwäldern umschlossen, mit ihrem Glanzpunkt Rudczanny. Die unvergeßliche Wallfahrt an einem sonnigen Herbsttag nach dem Tannenbergdenkmal und dem Sarg des Generalfeldmarschalls erlebte die Gemeinde mit, wie die Feier in der trutzig aufragenden Marienburg. Den Abschluß der Fahrt bildete ein Besuch von Danzig, der deutschen Stadt im polnischen Zollgebiet, mit feiner alles überragenden Marienkirche. Wie reich muß diese Stadt gewesen sein, wie kunstsinnig feine Bewohner, wie haben sie Reichtum in Schönheit zu verwandeln gewußt. Eine Reihe von Lichtbildern ließ die Zuschauer etwas ahnen von jenem Land, das mit feinen langgedehnten fruchtbaren Feldern, Weiden und Wiesen, seinen Höfen fleißiger oftpreußifcher Bauern, feinen Sitten und Gebräuchen, besonders auf kirchlichem Gebiet, die Brücke bildet von Deutschland zu dem fernen Osten. y Watzenborn-Steinberg, 19. Februar. • Am Sonntagabend feierte der hiesige Männer- : gesangverein „Sängerkranz" im Ver- 1 einslokal „Zum goldenen Stern" unter Leitung : seines Dirigenten Rudolf Nicolai (Großen-Buseck) sein 59. Stiftungsfest. Vereinsleiter Karl H o f begrüßte die Besucher in dem vollbesetzten Saal, in : dem auch viele Gäste von auswärts anwesend : waren. Zu Gehör kamen Chöre von Heinrichs, : Waellraut, Jsemann, Möhring, Gellert, Stilz. Chöre t und Musikstücke wurden vom Publikum mit Beifall in allernächster Zeit feine Tätigkeit aufnehmen. Seine Hauptaufgaben liegen in einer Regelung der Großsahrten der HI., des Jungvolks und des BdM. Vor allem gilt es zu erreichen, daß in Zukunft bisher bevorzugte Landschaften nicht mehr zu sehr überlaufen werden. Das Amt wird deshalb eine größere Anzahl Fahrten in bisher wenig b e - rückf ichti gte Gebiete Deutschlands lenken. Dadurch soll die landschaftliche Schönheit vieler ganz zu Unrecht benachteiligter Landesteile bekannt, die Verbundenheit mit der Bevölkerung jener Gebiete bestärkt und schließlich auch eine gewisse wirtschaftliche Belebung erzielt werden. Weiterhin hat das Wander- und Fahrtenamt die Aufgabe, die finanziellen Voraussetzungen der Großfahrten zu überprüfen. Es will verhindern, daß Fahrten begonnen werden, ohne daß unseres Ortes vor Lern Pfarrhaus, Las mit frischem Tannengrün prächtig geschmückt war. Nach einem Lied des Frauenchors gratulierte Bürgermeister Ka h l im Auftrag der Gemeinde und des Kirchen- vorstandes dem Jubelpaar. Frauenschaftsführerin Frau Sara überreichte das Gemälde einer Dorfkirche zum Andenken an das frohe Fest. Pfarrer Naumann dankte mit herzlichen und bewegten aufgenommen. Ehrenvorsitzender Joh. Harn ksH überreichte dem Sangesbruder Karl Burger für 40jährige aktive Sängertätigkeit einen Sessel. Den Abschluß des Abends bildete eine schöne Operette. Die Musik wurde von der Kapelle Schleuss ausgeführt. T Garbenteich, 19. Febr. Im Saale „Zum grünen Baum" feierte der hiesige Gefangner. ein „Victoria" am Samstagabend fein 56. Stiftungsfest und verband damit jein diesjähriges Wintervergnügen. Nach einem flotten Eröffnungsmarsch der teilweise aus Mitgliedern des Vereins zusammengesetzten Musikkapelle begrüßte der Vereinsführer L. Stein die außerordentlich zahlreich erschienenen Besucher. Besonderen Gruß entbot er den Gästen, Zellenleiter der Ortsgruppe der NSDAP., Hermann Stoll, und dem Vereinsführer des hiesigen Gesangvereins „Frohsinn", Hch. Lang. U. a. betonte er, daß sich die früher im deutschen Volke fehlende Volksgemeinschaft auch in unserem Orte gut eingeführt habe und zu deren Festigung und' Weiterverbreitung der Abend seinen Teil beitragen solle. Seine Ausführungen beschloß er mit einem Sieg-Heil auf unser Vaterland und feinen Führer Adolf Hitler. Der erste Teil des Abends brachte dann Konzert der ansprechenden Kapelle, abwechselnd trug der stattliche Chor unter der Stabführung von Chorleiter Karl Sommer Volkslieder von Heinrichs, Lang, Hirsch, Graener, Werner, Rein und Rebbert vor. Sämtliche Darbietungen zeugten von eifrigen Proben und viel Liebe zum deutschen Volksliede und fanden dankbare Zuhörer. Der zweite Teil des Abends wurde mit einem Volksstück mit Gesang in vier Akten ausgefüllt. Alle Rollen wurden gut wiedergegeben und fanden starken Beifall. Anläßlich ihrer 25jäh- rigen Mitgliedschaft ernannte der Vereinsführer die Mitglieder Georg Stumpf, Johannes Weigel und Heinrich Wallbott XV. zu Ehrenmitgliedern und überreichte jedem eine entsprechende Ehrenurkunde. Im Namen der neuen Ehrenmitglieder dankte Johannes Weigel für die Ehrung und versprach dem Verein auch für die Zukunft Treuen Anschließend beglückwünschte das langjährige Ehrenmitglied Heinrich Mohr die Geehrten des Abends, hieß alle willkommen in den Reihen der Ehrenmitglieder, feierte in kernigen Worten das deutsche Lied, insbesondere das deutsche Volkslied und beendete seine Ausführungen mit einem Heil auf die edle deutsche Sängersache. Verlosung und Tanz beschlossen den in allen Teilen gut gelungenen Abend. # Lich, 18. Febr. Die Ortsgruppe Lich bes Reichsluftschutzbundes veranstaltete am Samstag in Steins Saalbau einen wohlge- lungenen Kameradschaftsabend, der einen sehr guten Besuch aus allen Teilen der Bevölkerung aufwies. Der Schulungsleiter der Ortsgruppe, Lehrer H i l d , begrüßte die Erschienenen, wobei er kurz auf den Zweck des Abends einging. Hierauf hielt Frau Big euer, Leiterin der NS.-Frauen- fchaftsgruppe Arnsburg, eine Ansprache, in der sie über ihre Erlebnisse bei den Fliegerangriffen auf Freiburg i. Br. im Weltkriege 1914/18 berichtete. In überaus anschaulicher Weise wußte die Vortragende die großen Gefahren der damaligen Fliegerangriffe und die mannigfaltigen Leiden der Bevölkerung vor Augen zu führen. Zum Schluffe ihrer interessanten und überzeugenden Ausführungen forderte sie zur bereitwilligen und freudigen Unterstützung aller Maßnahmen auf, die zum Schutze gegen etwaige Luftangriffe getroffen werden. Der Leiter der Ortsgruppe, Brauingenieur Maidhos (Lich), dankte der Rednerin und sprach noch über verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung bei Fliegerangriffen. Seine Ansprache gipfelte in der Aufforderung an die dem Luftschutzgedanken noch Abseitsstehenden, nunmehr sich voll und ganz in den Dienst der guten Sache, die zum Schutz von Gut und Leben aller Volksgenossen geschaffen fei, zu stellen und ihren Beitritt zum Reichsluftschutzbund zu erklären. Mit dem Gruß an den Führer und den Reichsluftfahrtminister Hermann Göring schloß er feine Ausführungen. Kreis Friedberg. £ Steinfurth, 18. Febr. Unser Männer- gefangoerein „Frohsinn" hielt im Lokal von Hch. Michel seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Vereinsführer Philippi gab den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr, das ein Jahr des Erfolges und des Fortschrittes war. Am 2. März findet auf einstimmigen Beschluß ein Familienabend statt. £ n h k- h> i tc !' r r ! ( l 1 n ll i> ll v 997 a 1 ui 1 Qel Hl iNk UjU 72326 75062 84184 87397 380169 395340 zu C 19375 41734 54720 322243 340597 353285 366172 378933 21824 41943 54721 28102 48279 56965 76170 93718 29414 50572 61399 76204 94001 103608 121404 139924 154820 174401 194579 217201 229597 242004 253989 267512 278519 298100 321071 340375 351675 362147 377140 12877 34437 51028 67002 78763 97539 ! 105429 122650 140640 154983 174774 195780 220729 232536 243998 255470 269050 283511 298210 124818 142499 156339 188969 199799 224421 234952 246108 265647 271384 286368 303032 327408 343347 353924 367347 113432 131883 147116 160801 189894 203740 226501 238151 246808 266025 261632 291709 310513 329630 345413 357298 368264 116330 134967 147328 162092 191214 208248 227050 239327 249732 266877 275261 293394 317949 332346 346451 358453 369402 24026 44989 56676 76148 93260 102019 120030 138257 149535 163309 191508 210489 227597 239755 250031 267101 276947 297447 319657 337814 350480 359367 369873 Gietzen / Gchulttvatze Z iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH 4 Gewinne zu 5000 M. 136197 232787 12 Gewinne zu 2000 M. 177066 271009 815574 331844 342602 390506 44 Gewinne zu 1000 M. 10807 35567 53351 79250 103546 121733 152495 173370 174083 178615 237957 252025 255845 280635 290506 299299 306004 310082 314584 341510 354822 378230 66 Gewinne ju 500 M. 11999 35707 39811 44667 51981 74375 76519 88485 89847 90009 92111 112195 121224 158748 185575 192520 196256 207341 211831 212031 220428 231076 241594 248656 284815 302094 306485 318188 334839 343248 359973 389610 391121 304 Gewinne zu 300 M. 932 5224 5436 5649 7445 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen je 10000, 188 5000, 280 zu je 8000,' 624 zu je 2000, 1328 / 1000, 3212 zu ie 500. 12784 zu ie 800 Mark. Im Gewinnrade verblieben: 400 Tagesprämien äu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu ie 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 4 zu e 80000, 8 zu 20000, 40 zu e 10000, 188 zu e 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 103962 :132944 160930 170005 181393 228466 243926 257685 307572 345131 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIO Ä»a Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen 17186 37715 52606 72242 81816 _____ _____ ____ 97629 93187 98229 100974 । 112826 ------ ------ SviseheSeeMche z- Kochen im Ausschnitt Aen Beifall. John Gläser als'Sly war schauspielerisch und stimmlich auf der Höhe, Elsa K m e n t als Dolly nicht minder. Herbert Hesse als Graf von WestmorelaiiS und Robert vom Scheidt als Schauspieler John Plake gaben ebenfalls ihr Bestes. Im ganzen kann man sagen, daß das .interessante Werk entschieden eine Bereicherung des Spielplans der Frankfurter Oper darstellt. fr- Zugendspieie der Gpielvereinigung 1900. Nidda 1. Jugend — 1900 1. Jugend 2:3. 1900 1. Jugend fuhr am Sonntag nach Nidda, um gegen die dortige 1. Jugend eine alte Rückspielverpflichtung zu erledigen. Das Spiel litt sehr unter dem grundlosen Boden und dem stürmischen Wind. So konnten die Gießener ihre Technik nicht richtig zur Entfaltung bringen. Trotzdem spielten sie, besonders in der ersten Halbzeit, stark überlegen und konnten durch zwei Tore des Linksaußen eine 2:1- Führung erzielen. Nach dem Wechsel kam Nidda etwas mehr auf und konnte durch einen Elfmeter auf 3:2 herankommen. Der Stand der Spiele indernordhessischen Handball-Gauliga. Oer Bottsheld von Tirol. Zum 125. Todestage von Andreys Hofer am 20. Februar. Von Hans Sturm. Auf einer Station in Höhe der Waldgrenze etwa, sind drei Minuten Aufenthalt. Alles steigt aus und bewundert die Aussicht. Der Führer der elektrischen Lokomotive schaut, die Pfeife im Mund, etwas spöttisch zu aus seinem kleinen Fensterchen. Em Flugzeug, metallisch schimmernd im Sonnenlicht, gleitet über die scharfkantigen Grate. Der Zug taucht jetzt in einen Tunnel ein; die Lampen brennen, vor den Fenstern gleitet langsam gewachsner Fels, abwechselnd mit Betonmauern. Im Fels sieht man noch die Spuren der Gesteinsbohrer. Der Tunnel will kein Ende nehmen. Von Zeit zu Zeit wandern Schilder vorbei mit Höhenzahlen: das soll uns zeigen, wie wir im Berg höher und höher steigen: „St. Moritz, acht- zehnhundertsoundsoviel Meter" — „St. Bernhard, zweitausendundsoundsoviel Meter". Heiterkeit erregt ein Schild: „2000 Meter über Leipzig!" Jetzt fahren mir schon vier Kilometer unterirdisch, es fängt an, langweilig zu werden. Da bricht Licht in den Tunnel, Kunstlicht. Der Zug hält auf einer unterirdischen Station, die genau so aussieht, wie eine Station der Untergrundbahn. „Alles ausfteigen!" Einen Augenblick meine ich wirklich in Berlin zu sein, ich habe die tauschende Vorstellung, gleich ginge es die Treppe hinauf in eine Schlucht hoher Häuser. Es geht aber durch eine Schwingtür — die erste, die ich je auf einem Bahnhof fah: Tageslicht strömt entgegen. Etwas verblüfft stehen wir, statt wie erwartet im Freien, in einer eleganten Bahnhofshalle. Ein Plakat zeigt einen riesigen Schnelldampfer mit der Unterschrift: „Schnellster Weg nach Amerika". Es erweckt die Illusion, als fei unmittelbar hinter der Bahnhofshalle das Meer, nicht der höchste Gipfel Deutsch- Das an sich schon recht umfangreiche Spielprogramm der deutschen Fußball-Nationalelf in den nächsten Monaten hat noch eine Erweiterung er- ahren. Zu Frankreich im März, Belgien im April, Spanien und der Tschechoslowakei im Mai, Schweden und Norwegen im Juni kommt als weiterer Gegner anfangs Mai Irland hinzu. Die Vertreter des Freistaates spielen zunächst gegen die Schweiz und wollen sich auf der Rückreise mit einer deutschen Auswahlmannschaft messen. Der Austragungsort Spieles steht noch nicht fest. Zugspitzflug.konnte am Montag vom Flugplatz Oberwlesenfeld bei München aus gestartet werden. Von 67 gemeldeten Teilnehmern erfüllten 58 Bewerber ihre Startverpflichtung. Reichsminister Rudolf Heß, der den Flug im Vorjahre gewonnen Die Lage in der oberen Klasse hat sich durch die sonntäglichen Siege der Spitzenvereine nicht verändert. Die Tabelle zeigt z. Z. folgendes Bild: hatte, startete als Erster Recht schwierig und umständlich gestaltete sich die Errechnung der Ergebnisse des diesjährigen Zugfvitz- luges und erst gegen Mitternacht konnte der Leiter der Flieger - Landesgruppe Bayern, Rittmeister Braun, das vorläufige Ergebnis bekanntgeben. Den ersten Platz belegten die Ostpreußen Ludwig E l f l e i n und sein Orter Pfeil (Königsberg) auf Heinkel mit 1623 Punkten. Für die Zurücklegung der Flugstrecke benötigte Elflein 30:01 Minuten. Er erhielt allein für die Auffindung von fünf Blickzielen und für den Zielabwurf 1475 Punkte. Der Ausgang des Wettbewerbs bewies^ daß mach den neuen Bestimmungen die leichteren Maschinen gegenüber den chwereren im Vorteil waren. Ausschlaggebend für die Placierung war aber neben der reinen Fluggeschwindigkeit in diesem Jahre noch die Fähigkeit des Beobachters, denn für das Auffinden der aus- gelegten Blickziele konnte sich ein in der Flugzeit langsamer Flieger immer noch gegenüber einem schnelleren Konkurrenten durchsetzen, wenn dieser in der Auffindung der Ziele nicht so geschickt war. Die beste Zeit für den Flug erreichte der Bayreuther Schmitt auf BFW. mit 21:39 Minuten, ihm am nächsten kam der Sieger des Vorjahres, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß auf BFW. mit Kasseler Turngemeinde Tuspo 86/09 Kassel Tuspo Bettenhausen 1900 Gießen Kurhessen Kassel Tv. Wetzlar Tv. Kirchbauna Tv. Eschwege Tura Kassel Handball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII) Vezirksklaffe: Tv. Lützellinden — Tv. Roth 5:3 (1:1). Die Gastgeber hatten für dieses Spiel Ersatz ein» stellen müssen, siegten aber trotzdem sicherer, als das Ergebnis vermuten läßt. Die erste Hälfte verlief ziemlich ausgeglichen. Roth leistete energischen Widerstand und konnte bis zur Pause das Ergebnis Remis halten. Nach dem Wechsel setzte sich aber das überlegene Können der Platzelf entscheidend durch und erbrachte einen sicheren und verdienten Zugspitze. Von Heinrich Hauser. Der Anblick des Zuges war zunächst eine Enttäuschung; er sieht ziemlich genau aus wie eine < Münchner Trambahn mit zwei Anhängern. Unsere Reisegesellschaft hat recht verschiedenartige Elemente, zünftige Spvrtsleute, Spvrtgigerl, Stadtmenschen, von denen viele sichtlich zum ersten Male in den Bergen sind, verwirrt und voller Staunen; wenig Eingeborene". Es dauert eine Weile, bis der Zug sich in Bewegung setzt. Die frischgebackenen Sportsleute in ihrer sehr bunten Skiausrüstung gehen ungeschickt in den nagelneuen Skistiefeln wie Pinguine und behauchen die Scheiben. Eiy fünfjähriges kleines Mädchen dagegen, das winzige Schneeschuhe bet sich trägt, hat schon den Gang eines alten Seemannes, weit ausholend, mit den Aermchen rudernd, das süße, rotwangige Gesicht dabei todernst und voller Wichtigkeit. Junge Engländer mit k ernen gestutzten Schnurrbärten fallen auf in bayerischer Tracht die ihnen schlecht 3jJ Gesicht steht. Die neugekauften Gamsbarthüte spielen vom Grün ins Gelbliche, künstliche Verwitterung. h Wir fahren. Zunächst ist das nichts Besonderes, obwohl alles eifrig Auslug halt Die Fenster bereifen natürlich von innen, aber die Mensch dem sich, daß gleich alles beschlagt, und wischen ärgerlich immer wieder ihre Gucklöcher. Ich sitze draußen, im ungeheizten Vorraum, wo die Sche klar bleiben, neben einem alten Jäger, dem strahl blaue Augen aus dunkel verwittertem Gesicht lachi n. Seine Kugelbüchse ist ein altes, vielgebrauchtes Stuck, der ursprünglich brünierte Lauf blank geschabt, oi Mündung mit einer Lederkappe verschlossen. Neven uns lehnt ein Bündel Skier. Die Fahrt e5 bergan und langsamer. Weiter wird der Bück uno großartiger. Wie Bataillone stürmen Walder die Steilhänge hinauf, aber ihre Reihen lichten sich, K höher sie kommen, wie von feindlichem Feuer gemäht. Lärchen überragen kahl die Fichten, vereinzelt sieht man auch Buchen und Birken. Alle Baume aber erscheinen schmaler von Wuchs und steiler gereckt als die der Ebene. Talwärts und aufwärts: immer großartiger wird die Schau; vereiste Seen liegen in großer Tiefe wie erblindete Augen. Im Schnee neben dem Bahnkörper sehe ich geheimnisvolle Runen, eine Keilschrift, für die ich zunächst keine Deutung finden kann. Bis ich darüber die Drähte der Stromleitung sehe und mir klar wird, daß die Spuren im Schnee von dem Reif herrühren, der von der Leitung abgefallen ist. Viele Wildfährten: Der Jäger erzählt, daß das Wild nach Sonnenuntergang, wenn es kalt wird, zu Tal zieht. Ein Rudel Rehe äst ruhig an einer Futterkrippe im Tv. Dvr 1 a,r — Tv. Dornholzhausen 7:7 (4:1). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Dorlar. Die Gäste gaben einen jederzeit fairen und starken Gegner ab und kamen zu einem verdienten Unentschieden. Das Spiel war für Dorlar in gewisser Beziehung eine Vormeter zeigt 21 Grad Kälte. Ich verzichte daher auf den Fußsteig abwärts, auf dem man sich mit bloßen Händen an ein Drahtseil klammern müßte, und steige wieder in die Gondel. Beim Hotel angekommen, geht man in den Speisesaal; der Zug fährt erst in einer Stunde. In den Menschen, die vom Skigelände kommen, rotwangig, mit verbrannten Gesichtern, gehen seltsame Veränderungen vor. Ich beobachte ein Paar: ein schönes, rothaariges Mädchen und einen Mann mit kühnem, hagerem Gesicht, sie 20, er höchstens 26, hätte ich geschätzt. Wie aber die Gesichter in der Wärme erblassen, wie der Mann sich eine Brille aufsetzt, um die Speisekarte zu studieren, da ist das Mädchen plötzlich 30 und er mindestens 40 Jahre alt. Elegante Hausdiener schleppen elegantes Gepäck 3um Zug. Man drängt sich zur Abfahrt. lanbs. Zwei Eskimohunde, schwarz, mit wunderbar dickem Fell kommen uns wedelnd entgegen. Ansichtskarten. Enzianschnaps und Ebelweiß werden verkauft. In erleuchteten Glaskästen hängen Woll- jumper. Blick in den Speisesaal mit eleganten Gedecken. Wegweiser „Zum Fahrstuhl". Um Himmelswillen, wo sind die Berg^? Endlich gelangen wir ins Freie auf eine Terrasse. Wind pfeift, Schnee stiebt. Tief unter uns liegen Schneefelder, abfallend in weiten, geschwungenen Linien, besteckt mit winzigen roten Fähnchen, zwischen denen schwarze Gestalten auf Schneeschuhen gleiten. Dohlen fliegen dicht, schweben auf breiten Schwingen, fallen auf die Terrasse ein und puren Brotkrumen. Sie gleichen den frechen Möwen an der Alster, sie leben vom Fremdenverkehr, wie alles hier. Die Reisenden sind wie benommen. Sie haben olche Kälte nicht erwartet und nicht diesen schnei- Spiele Tore Punkte 12 101:66 20:4 12 103:64 18:6 11 78:67 16:6 12 70:84 12:12 13 89:85 12:14 12 80:95 10:14 11 80:84 8:14 13 67:96 7:19 10 41:68 3:17 Bereitung für die nun bald einsetzenden schweren Aufstiegspiele. Die Mannschaft bewies in diesem Kampf, daß die Staffelmeisterschaft mit Recht errungen wurde und kann mit guter Zuversicht den kommenden Aufstiegspielen entgegensetzen. Der Verlauf des Spieles zeigte in der" ersten Hälfte die Mannschaft der Gastgeber in flüssiger Zusammenarbeit überlegen spielend. Die zweite Halbzeit brachte ein entgegengesetztes Bild und sah die Gäste forsch im Angriff. Die Mannschaft holte auf und hatte schließlich bis zum Schluß ein verdientes Unentschieden erreicht. Ser Abschluß der FIG-Kennen. Englund (Schweden) 50kilometer-Dauertaüf- Sieger. Die Rennen des Internationalen Ski-Verbandes wurden am Dienstag mit dem 50-Kilometer-Dauer- lauf zu Ende geführt. Der einzige Deutsche, der zu diesem Wettbewerb gemeldet war, Herbert Leu- p o l d (Breslau), hatte seine Nennung zurückgezogen, so daß die deutsche Mannschaft schon am Sonntag abreisen konnte. Von den 136 gemeldeten Läufern erschienen nur 59 am Start, von denen jedoch nicht alle am Ziel eintrafen. Als erster gab der Schwede Larsson auf, ihm folgten bald Nurmela (Finnland) und sein Landsmann Valkama. Am Ziel kam als Erster der Schwede Wiklund an, doch erzielte Nils Englund (Schweden) mit 4:14:23 die beste Zeit und wurde Sieger. Auf dem zweiten Platz folgte Karppinen (Finnland) in 4:26:42 vor dem Norweger Brodahl in 4:32:31. Bester Mitteleuropäer war überraschend der Schweizer Kilian Ogi, der in 4:35:32 den fünften Platz belegte. Michael Etaksrud Weltmeister im Eisschnellauf. In Oslo kamen am Wochenende die Weltmeisterschaften im Eisschnelläufen zum Austrag, an denen nach zehnjähriger Pause auch Deutschland wieder beteiligt war. Gegen die starke Klasse der Nordländer konnten sich unsere Vertreter jedoch nicht durchsetzen. Im Gesamtergebnis belegte der deutsche Meister Willi S a n d t n e r-München den 14. Platz, während sein alter Rivale, der Berliner Heinz Sarnes, auf den 16. Platz kam. Weltmeister wurde der Norweger Michael S t a k s r u d vor seinen Landsleuten Ballangrud und Engestangen. Staks- rub hatte in den Läufen über 5000 und 10 000 Meter den ersten, über 500 und 1500 Meter den dritten Platz belegt. Sie Kunstlauf-Wettmeisterschasten. In Budapest wurden am Wochenende die Kunstlauf-Weltmeisterschaften der Männer und Paare abgewickelt. In beiden Wettbewerben konnten sich die Titelverteidiger Karl Schäfer- Wien und die Ungarn Rotter-Szollas' wieder erfolgreich durchsetzen. Deutschland war nur bei den Paaren vertreten und zwar anstelle der in Amerika weilenden Europameister Maxie Herbe r-Ernst Baier durch die Berliner Hempel-Weiß, die auf den sechsten Platz kamen. um Fälschungen zu vermeiden, und enthalten die nötigen Angaben und Sicherheitseindrucke." „Werden sie heute schon ausgegeben?" „Wir warten damit bis Ende des Jahres, bis dahin erhalten die Käufer von Eintrittskarten vorläufige Platzzuweisungen." „Hat der Vorverkauf schon rege eingesetzt?" „Die erste Bestellung ist bereits im September 1932 eingegangen, seitdem sind zahlreiche Einzel- aber auch Sammelbestellungen aus dem Auslande eingetroffen." „Nach welchen Richtlinien verteilen Sie die Karten?" „Wir geben zunächst nur die Olympia-Stadion- Pässe aus, die für alle Veranstaltungen im Stadion selbst, also für die gesamte Leichtathletik, für die Zwischen- und Schlußrunden im Fußball, das Schlußspiel im Handball, für den Schlußtag des Reitens, die Eröffnungs- und Schlußfeier, das Festspiel, Baseball verbunden mit Militärkonzert und die Vorführungen gelten." „Sie gelten also nicht für die übrigen Wettkämpfe?" „Das ist technisch leider unmöglich, weil wir nur 16 000 Schwimmplätze, 12 000 Plätze für Boxen, 20 000 Plätze für Turnen usw. haben und mit dem Verkauf einer erheblich größeren Anzahl von Olym- pia-Stadion-Plötzen rechnen müssen. Lediglich die Presse- und Teilnehmerkarten sowie die Karten der Offiziellen berechtigen zum Besuch aller Veranstaltungen." „Was macht nun der glückliche Inhaber eines Stadion-Pasfes, wenn er nach der ersten Woche der Spiele abberufen wird?" „Der Olympia-Stadion-Paß wird nicht auf den Namen ausgestellt und ist jederzeit »übertragbar4, die einzelne Karte im Stadion-Paß gilt aber, wie beim Eisenbahn-Fahrscheinheft, nur bei Vorzeigen des ganzen Heftes." „Wann werden die Sammelkarten für die einzelnen Sportarten ausgegeben?" „Dom 1. Juli 1935 ab und keinesfalls früher." '.Gibt es auch Sammelplätze für Leichtathletik oder Fußball und glauben Sie, daß für diese beiden Sportarten noch Karten übrig bleiben?" „Gewiß, aber die besten Plätze gehen natürlich vorher für Olympia-Stadion-Pässe weg." „In welcher Reihenfolge gehen Sie vor?" „Wir können uns da nur nach der Reihenfolge des Geldeingangs richten." „Kann man sich durch Ratenzahlung einen Platz sichern?" „Sie sehen selbst, daß wir bei der Vielseitigkeit des ganzen Betriebes nicht noch eine Kreditbuchhaltung einvichten können." „Sind Ermäßigungen vorgesehen?" „Auch diese Frage ist im Finanzausschuß geprüft und ein für allemal abgelehnt worden. Dafür sind die einzelnen Preisklassen wie zum Beispiel von 100, 60, 40 RM. für die Stadion-Pässe da, so daß sich jeder nach seinem Geldbeutel einrichten kann: es ist auch in der In- und Auslandpresse anerkannt worden, daß wir in der Preisbemessung bescheiden geblieben sind, und wir haben rührende Beispiele von einfachen Sportfreunden, die feit 1931, der Übertragung der Spiele an Berlin, gespart haben und nun in der Lage sind, sich die besten Plätze zu sichern. Nicht wenige von den Bestellern sind uns als hervorragende Sportleute und ehemalige Olympiakämpfer bekannt. Die Olympischen Spiele werden das Stelldichein der ehemaligen aktiven Sportlerschaft aus der ganzen Welt werden." ganzenden Erklärungen eines Vorstandsmitgliedes zum kürzlich veröffentlichten Berliner Börsenprospekt anregten, zumal auch die Dividendenfrage besser zu beurteilen sei. Im Freiverkehr waren Muag zu 70,25 gefragt. Am Rentenmarkt war das Geschäft gering, etwas fester lagen weiterhin Kommunal-Umschubdung und Altbesitzanleihe. Von fremden Werten waren Schweizer Bahnanleihen weiter höher. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, 7proz. Stahlverein 97,13, 6proz. Franks. Hypotheken-Bank Gold Reihe 1 bis 4 95,75, 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 162, 3,5proz. Schweizer Bundesbahn von 1912 152,50, Commerzbank 82,50, DD-Bank 82,50, Dresdner Bank 82,50, Reichsbank 162,50, Ge-ica- kirchen 70,40, Harpener 99,25, Mannesmann 78,50, Phönix 56, Rhein. Braunkohlen 204, Rheinstahl 95.75, Stahlverein 46,50, Aku 55,25, AEG. 30, Bemberg 118,50, Conti Gummi 143, Daimler 50,40 bis 50,50, Deutsche Erdöl 100, Scheideanstalt 205,75, Deut che Linoleum 138, IG.-Farben 141,25 bis 141,13, Ges- fürel 114 50, Holzmann 84, Labmeyer 118,50, Metallgesellschaft 94,50, Moenus 86, Schuckert 100, Siemens 146,50, Reichsbahn-VA. 118,65, Hapag 30,40, Norddeutscher Lloyd 34,25. Rinhermarft in Mienen Auf dem gestrigen Ninder-Nutzoiehmarkt standen 682 Stück Großvieh, 108 Fresser und 142 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 460 Mk.; 2. Qualität 230 bis 310 Mk.; 3. Qualität 110 bis 180 Mk.; Schlachtkühe a) 160 bis 300 Mk., b) 75 bis 130 Mark. Rinder bis Xjährig 60 bis 90 Mark, bis 2jährig 100 bis 170 Mark; tragend 180 bis 320 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 35 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverlauf: lebhaft. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 19. Febr. Das Angebot in deutschem Gemüse bleibt trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit sehr gut, die Nachfrage läßt allerdings zu wünschen übrig. Für Spinat und Winterkohl gingen die Preise leicht zurück, im übrigen erfuhren sie keine Aenderung. Ausländischer Blumenkohl war stark, Kopfsalat gut angeboten. U. a. notierten in Pfennigen: Blumenkohl, Steige 18 Stück 375 bis 450 (italienischer), Eskarol, Steige 18 bis 30 Stück 225 bis 250 (italienischer), Feldsalat, Freiland 25 bis 35, Mistbeet 40 bis 60, Gelbe Rüben 2,5 bis 3, Gewürzel, großes Bündel 30 bis 35, Kopfsalat, Steige 24 Stück 300 bis 400 (spanischer), Meerrettich je nach Güte 10 bis 28, Rosenkohl 20 bis 25, Rotkraut 8,5 bis 10, holländisches 7,5 bis 10, Spinat 12 bis 14, italienischer 15 bis 18, Weißkraut 4 bis 5, holländisches 4,5 bis 4,75, Wirsing 5 bis 9, Winterkohl 7 bis 8, Zwiebeln 8, italienische 7 bis 8. Am Ob st markt blieben die Zufuhren in Aep- feln ausreichend. Bei guter Nachfrage blieben die Preise unverändert. In Apfelsinen bestand großes Angebot bei lebhafter Nachfrage und kaum veränderten Preisen. U. a. notierten in Pfennigen: Aepfel I 25 bis 30, II 20 bis 22, Wirtschaftsäpfel 15 bis 20, Schafsnasen 10 bis 18, Apfelsinen, blond 15 bis 18 (spanische), kernlos 20 bis 25 (spanische), italienische, blond 17 bis 19, Blut 21 bis 23, Birnen 9 bis 15, Mandarinen 22 bis 24 (italienische), spanische 18 bis 22, Zitronen, 300 Stück 700 bis 800* (italienische). Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 19. Febr. Auftrieb: Ochsen 23 (zum Schlachthof direkt 6), Bullen 28, Kühe 444 f 10), Färsen 152 (3), Kälber 260 (16), Schweine 710 (37). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 38, b) 31 bis 36, c) 27 bis 30. Bullen a) 33, b) 29 bis 32, c) 24 bis 28, d) 21 bis 23. Kühe a) 33 bis 35, b) 27 bis 32, c) 21 bis 26, d) 13 bis 20. Färsen a) 38 bis 40, b) 33 bis 37, c) 25 bis 32. Kälber b) 38 bis 45, c) 31 bis 37, d) 25 bis 30. Schweine b) 49 bt^52, c) 47 bis 51, d) 44 bis 50. Marktverkauf: Großvieh belebt, ausverkauft. Kälber mäßig belebt, geräumt. Schweine ruhig, Ueberstand. ORunhfunfprogramm Donnerstag, 21. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenfpruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Volksliederfingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30 Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Der nordische Mensch: Weltbild und Lebensraum. Altgermanisches Lebensgefühl. Von Univ.-Prof. Konstantin Reichardt. 18.35: Katechismus für Sprachsünder. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Klavierwerke von Robert Schumann. 21: Opernkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Aus dem Karienvertrieb der Olympischen Spiele. Eine Unterredung. Wirtschaft. Aus dem Kartenvertrieb der Olympischen Spiele. Ein bemerkenswerter Abschnitt in der Vorbereitung der Olympischen Spiele ist gekommen: die Einlaßkarten werden verkauft. Anderthalb Jahr zuvor kann man sich den Platz sichern, von dem aus man das Fest des Jahres 1936 miterleben will. Da lohnt es sich, einen Blick in das Getriebe der Kartenstelle zu werfen, die im Olympischen Hauptquartter an der olympischen Feststraße, auf halbem Wege vom Stadtmittelpunkt bis zum Olympischen Stadion eingerichtet ist. Das Hochhaus am Knie birgt neben den Geschäftsräumen des Reichssportführers und des Reichsbundes für Leibesübungen auch das Organi- fationskomitee für die XI. Olympiade. Der Leiter der Kartenstelle gibt uns bereitwilligst Auskunft: „Ich höre, Sie haben sich schon in Amerika mit dem Kartenoertrieb befaßt? Lassen sich die Erfahrungen übertragen?" „Nur zu geringem Teil. Die amerikanischen Universitäten zum Beispiel verkaufen die Eintrittskarten für ihre Sportfeste zwar Monate vorher im Vorverkauf, sie haben aber die Besucherkartei der ehemaligen Universitätsangehörigen, die einen Einheitspreis bezahlen, so daß die eigentlichen Schwierigkeiten unseres Kartenvertriebes drüben unbekannt sind. Auch erleichtert die drüben übliche Scheckzahlung die technische Abwicklung ungeheuer. Ich muß aber hinzufügen, daß gerade der in bezpg auf das Kartenverkaufswesen ausführliche Bericht der X. Olympischen Spiele von Los Angeles uns einen außerordentlich nützlichen Anhalt gegeben hat." „Worin biegen denn die Schwierigkeiten für die Berliner Veranstaltungen?" „Diese lassen sich leicht erkennen. Die Olympischen Spiele dauern vom 1. bis 16. August. In diesen 16 Tagen wickeln sich Wettkämpfe in 20 verschiedenen Sportarten ab, und zwar vormittags, nachmittags und abends, auf elf verschiedenen Schauplätzen, ungerechnet die Vorkämpfe auf weiteren Plätzen der Stadt, so daß heute insgesamt 228 für die Kartenausgabe verschiedene Veranstaltungen festliegen. Bei diesen unterscheiden wir im ganzen vier Preishöhen, 1., 2., 3. Sitzplatz und Stehplatz, Las schon über 900 eigene Kartenarten ergibt; außerdem sind alle Sitzplätze numeriert und in Blocks geteilt, das Stadion allein weift 60 verschiedene Blocks auf, von denen jeder im Unterring 40, im Oberring 31 Reihen besitzt. Die Zahl der Plätze der einzelnen Reihen beträgt zwischen 61 und 119. Auch die andern Zuschauerplätze im Schwimmstadion, Hockeystadion, Reiterplatz, der Festwiese, Dietrich-Eckart-Freilichtbühne, Fechthalle, Deutschlandhalle, Radrennbahn, Ruderregattabahn Grünau, Schießplätze Wannfee und Begleitdampfer Kiel haben ihre eigene Einteilung." „Um wieviel Karten handelt es sich denn überhaupt?" „Um etwa 2 Vk Millionen Karten, von denen sicher mehr als die Hälfte zu DauerkarteN- heften zusammengefaßt wird; daneben laufen noch die nach dem olympischen Protokoll vorgeschriebenen Ehren-, Teilnehmer- und Dienstkarten sowie die Pressekarten." „Wie wird eine solche Karte aussehen?" „Die endgültigen Entwürfe liegen noch nicht vor. Sie werden jedenfalls banknotenähnlich hergestellt, * Die Zugehörigkeit zum Reichsnähr- ft a n d. Der Reichsnährstand teilt mit, daß Viehhändler, Viehkommissäre und auch die Viehkastrierer ausschließlich dem Reichsnährstand angehören und nicht verpflichtet sind, bei der Wirtschaftsgruppe „Ambulantes Gewerbe" ihre Anmeldung zu vollziehen. Khein-Mainische Mittagsbörse. Still aber freundlich. Frankfurt a. M., 19. Febr. Die Geschäftstätigkeit wies an der heutigen Börse zwar keine Belebung auf, da aus dem Publikum nur wenig Orders Vorlagen, die Grundstimmung war aber freundlich. Die Kulisse, die in den letzten Tagen meist glattgestellt hatte, schritt zu einigen Rückkäufen, vereinzelt beobachtete man auf dem ermäßigten Kursstand auch kleine Meinungskäufe. Bei gegen die Abendbörse nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung überwogen meist durchschnittliche Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Am Aktienmarkt zeigte sich für Montanwerte etwas stärkeres Interesse. Gut erholt waren besonders Harpener mit 99,50 (97), ferner zogey Phönix 1 v. H., Stahlverein 0,75 v. H., Gelsenkirchen 0,65 v. H., Mannesmann 0,50 v. H. und Klöcknerwerke 0,25 v. H. an. Van Kaliaktien konnten sich Aschersleben um 1 v. H. erholen. Chemieaktien verzeichneten nur kleines Geschäft, wobei IG. Farben zunächst 0,50 v. H. verloren, später aber 0,25 v. H. zurückgewannen. Scheideanstalt, Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft lagen unverändert, Rütgerswerke 1 v. H. fester. Elektrvaktien notierten etwas uneinheitlich. Leicht ermäßigt waren AEG. (—0,13 v. H.), Elektr. Lieferungen (—0,25 v. H.) und Lahmeyer (—0,50 v. H.), dagegen setzten Ges- fürel 0,50 v. H., Schuckert 0,25 v. H. und Siemens 1 v. H. fester ein. Verkehrswerte lagen freundlich, AG. für Verkehr 4- 0,65 v. H., Hapag und Nordd. Lloyd je + 0,25 v. H. Feste Haltung wiesen Kunstseide AKU. mit 54,65 (53) auf. Etwas höher eröffneten außerdem: Daimler 48,90 bis 49 (48,65), Deutsche Linoleum 138 (137,50), Westdeutsche Kaufhof 39,40 (38,90 v. H.), Zement Heidelberg 118,50 (118) und Hanfwerke Füssen 71,75 (71,50). Etwas leichter lagen Reichsbank mit 163 (163,50) und Moenus Maschinen mit 85,50 (85,75). Der Rentenmarkt war freundlich gestimmt, hatte aber im ganzen nur kleines Geschäft. Nur Kommunal - Umschuldung waren zeitweise etwas lebhafter und gegen die Abendbörse unverändert, auch Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforde- rungen und Zinsvergütunosscheine erfuhren keine Veränderung. Reichsbahn-VA. erhöhten sich um 0,13 v. H. auf 118,65. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft stark zusammen, da die Kulisse wieder Zurückhaltung bekundete, zumal das Publikum weiter fernblieb. Die Kurse wiesen nur geringfügige Veränderungen auf, etwas schwächer lagen IG. Farben mit 140,75 bis 141 bis 140,50, ferner kamen Rheinische Braunkohlen mit 203,75 (205), Kali Westeregeln mit 102,25 (104) zur Notiz. Andererseits waren Zellstoff Aschaffenburg mit 75,13 etwa 1,50 v. H. höher. Arn Kasfarnarkt blieben Klein, Schanzlin zu 84 (1. K. 81) gesucht, Andreae-Noris Zahn wurden nach Pause mit 122 (126) wieder notiert. An den Rentenmärkten stagnierte vas Geschäft im Verlaufe fast vollkommen, die Aurfe blieben aber gut behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Für Stadtanleihen bestand weiteres Kaufinteresse bei zumeist bis 0,50 v. H. höheren Kursen. Staatsanleihen lagen still. Von fremden Werten konnten sich Schweizer Bundesbahnanleihen um weitere 1 bis 2 v. H. erholen, 5 v. H. Goldmexikaner äußere wurden mit 10,90 (11) notiert. — Tagesgeld war zu 3 v. H. (3,25 v. H.) weiter erleichtert. Abendbörfe freundlich. Die Abendbörse verkehrte in freundlicher Haltung, wenn auch größere Umsätze nicht stattfanden. Gegen den Berliner Schluß traten zumeist Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. ein, insbesondere bei Montanwerten; höher lagen ferner IG.-Färben, Aku und Bemberg. Etwas größeres Geschäft hatten Daimler- Motoren mit 50,40 bis 50,50 (49,90), wobei die er- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., • Frankfurt a.M. Berlin Schluß- fürs Schlußt. Abend- börsc Gchluß- lurs Gchlußk. Miltagbörse Saturn 18.2- 19 2. 18-2- 19-2- 6% Deutsche Retchsanleihe t>. 1927 99,13 99,13 99,5 99,5 6% ef)em.7% Dt. Reichsanl. D. 1929 — — — — 6ya% Dvung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit 101,25 101 101,13 101,13 AuSlos.-Rechten ............ 111,9 112 111,9 111,9 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — 6% el)em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt 96,75 97,5 — 97,5 Gold R. 12.................. 6y3% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ligui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 95,75 95,75 — — 99,13 99,13 — — Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,13 113,25 113,13 113,25 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 95,75 95,75 _ 95,75 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 95,75 95,75 _ 95,75 ßy2% ehern. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 99,13 99,13 _ 6Vt% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 99,5 99,65 99,75 99,75 6% ehern. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 6% ehern. 7% Pr. Landespfand» briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 97 97 97 97 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 105,4 105,4 105,4 105,4 4% Oesterreichische Goldrente.... 25,75 26 26 26,4 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,2 1,2 1,25 1,25 4% Ungarische Goldrente ....... 7,75 7,85 7,85 7,85 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,5 7,5 7,5 4V,% desgl. von 1913.......... 7,7 7,6 7,6 7,5 5% abgest. Goldmexikaner von 99 . 11 10,9 11.13 11 4% Türkische Zollanleihe von 1911 — — — -— 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie l..................... 8,4 8,5 — — Frankfurt a. M Lerlin Gchluß- kurs Gchlußk. Abendbörse Schluß» kurs Gchlußk. Mittagbörse Datum 182. 19-2 18.2 19.2 4% t>e-3gl. Serie 11 ........ 8,4 8,5 _ — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,4 4,3 4,3 — 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.1913 7 7,05 7.05 — 4% Rumänische vereinh. Rente 4,1 4,13 4,13 4,2 2y4% Anatolier ........... 34,4 34,25 34,25 34,4 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 30 30,4 30,13 30,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —— 27,5 28,5 Hansa-Dampfschiff ......... 0 — — —— —— Norddeutscher Lloyd ......... 0 33,9 34,25 33,65 34,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 86 86,65 86,25 86,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 114 112,75 114 113,25 Commerz- und Prioat-Bank .. 0 82 82,5 82 82 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 82,5 82,5 82,5 82,25 Dresdner Bank.............. 0 82,5 82,5 82,5 82,5 Reichsbank ................ 12 163,5 162,5 164,25 162,25 A.E.G..................... 30,13 30 30,25 30,13 Bekula..................... 0 140 139,5 139,4 139,4 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 105,25 105 104,5 104,75 Licht und Krafl ......... 6 118 118,13 118 118,5 Felten & Guilleaume......... 0 85,5 85 85,4 85,25 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung 5 114 114,5 114,5 114,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 — 109,4 110,25 109,75 Schuckert & Go............. ö 99,75 100 100 100 Siemens L Halske............ 7 144,5 146,5 144,75 146,5 Lahmeyer L Co............. 10 119 118,5 118,5 118,5 Buderus ................... 90,65 91 90,5 90,4 Deutsche Erdöl .............. 99 100 100 99,9 Gelsenkirchener............. 69 70 4 69 70,4 Harpener................... 97 99*25 97 99 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu .. 0 86,5 86,75 Ilse Bergbau ............... 6 — — 143 146,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 121,5 121,5 — 121 Klöcknerwerke ............... 0 85,75 86 85,13 86,5 Mannesmann-Röhreu........ 0 77,5 78,5 77,75 78,4 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 18.2 19.2 18-2 19.2. Mansfelder Bergbau....... .. 0 92 92,5 92,5 92,5 Kokswerke ............... .. 0 —— —— 102,25 104,13 Phönix Bergbau........... .. 0 54,5 56 54,65 56 Rheinische Braunkohlen .... . 10 205 204 203 203,75 Rheinstahl ................ .. 0 95,5 95,75 95,75 95,5 Vereinigte Stahlwerke...... .. o 45,5 46,5 45,65 46,75 Ltavi Minen ............. .. 0 12,5 12,25 12,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 103,5 103,25 102,25 103,13 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 '04 102,25 102,25 102,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y- 148 147 148 147 I. G. Färben-Industrie..... 7 141,25 141,13 141,25 140,9 Scheideanstalt............. .. 9 205,75 205,75 Goldschmidt .............. .. 0 91,75 91,5 92 91,75 RütgerSwerke ............. .. u 103 104 103,4 104,75 Melallgesellschaft........... .. 0 94,5 94.5 94,75 94,75 Pbiitvv Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Zementwerk Karlstadt....... .. 0 .. 0 .. 0 83,25 118 127 84 118,5 127,13 83,5 84,75 Schultheis Patzenhofer ..... .. 0 — __ 101 101,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53 55,25 53,13 55,13 Bemberg................. .. 0 —— 118,5 116,25 116,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 52 51,25 51 100,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. Ü — 75 73,5 75 Dessauer Gas ............. --- — 128 127,9 Daimler Motoren.......... .. 0 48,5 50,5 48,5 49,9 Deutsche Linoleum......... .. 0 137,5 138 138 138 Orenstein & Koppel........ .. 0 —— — 84,5 85 Leonhard Tietz ............ .. o 39,9 39,65 39 39,65 Ebade .................... ..10 194,5 -— 194,5 199 ölccumulätoren-Fabrik...... .. Ü 158,75 158,5 159,5 Conti-Gummt .,........... .. 0 142,5 143 142,25 143 Grttzner.................. .. 0 34,13 34,13 34,4 34,4 Mainkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 90,25 89,75 Süddeutscher Zucker....... - 8 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 18.Februar 19.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Dries Geld Brief Buenos Aire^ 0,640 0,644 0,640 0,644 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,194 0,196 0,194 0,196 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3 053 Kopenhagen. 54,35 54,45 54,12 54,22 Danzig..... 81,31 81,47 81,31 81,47 London ..... 12,17 12,20 12,115 12,145 Helsingfors.. 5,372 5,382 5,35 5,36 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,«'/ Holland .... 168,38 168,72 168.36 168,70 Italien..... 21,20 21,24 21,20 21,24 Japan ...... 0,709 0,711 0,707 0,709 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,17 61,29 60,90 61,02 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,04 11,06 10,99 11,01 Stockholm... 62,75 62,87 62,47 62,59 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,03 34,09 34 04 34,10 Prag....... 10,407 10,427 10,407 10,427 Budapest ... — — • — Reuyork... 2,49" 2,502 2,480 2,484 Berlin, 19.Februar Geld tSriei Amerikanische Noten.............. 2,432 2,452 Belgische Noten.................. 57,96 58,20 Dänische Noten ................. 53.91 54,13 Englische Noten ................. 12,08 12,12 Französische Noten............... 16,42 16,48 Holländische Noten............... 167,94 168,62 Italienische Noten............. Norwegische Noten .............. 60,74 60,98 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... _ _ Schwedische Noten............... 62,26 62,50 Schweizer Noten................. 80,44 80,76 Spanische Noten................. Ünaariiffie Noten ................