185. Jahrgang Die LMslGenW tnft m VivleMswerk onl. Der gemeinsame Kampf gegen die Rok in den vergangenen Jahren hat der Welt bewiesen, dah das nationalsozialistische Deutschland für seine notleidenden Volksgenossen mit der gleichen Tatkraft eintritt, mit der es den Reubau des Reiches in Angriff genommen hat. Der einige Wille gab dem deutschen Volk Ehre und Freiheit zurück. Die geschlossene Kraft der Ration brachte 5 OOO 000 Volksgenossen in Arbeit und Brot Die Kameradschaft der deutschen Volksgenossen überwindet die aus dunkler Vergangenheit verbliebene Rot und lindert die bittersten Sorgen. Auch für das jetzt beginnende Winter- Hilfswerk 1935/36 ruft die Reichsregierung das gesamte deutsche Volk ohne Unterschied zum gemeinsamen Kampf gegen hunger und Kälte auf. Der nationalsozialistische Staat, die nationalsozialistische Bewegung, ihre Regierung und das einige deutsche Volk betrachten das Winterhilfswerk als ihre höchste Ehrenpflicht. Tue jeder seine Schuldigkeit an dem Platze, auf den er gestellt ist. Berlin, den 18. Oktober 1935. Die Reichsregierung. det aus Rom, die Zusammenkunft werde vorläufig die Wirkung haben, die Luft von den Mih - verständnifsen zwischen England und Italien zu reinigen. In Rom seien Hoffnungen auf eine friedliche Regelung des italienisch-abessinischen Streits auf Grund der letzten Entwicklung geäußert worden, man glaube, dah sich die Möglichkeiten für die Eröffnung von Besprechungen verbessert hätten. „Rews Lhronicle" berichtet, man glaube, Mussolini habe dem französischen Botschafter die winde st bedingungen für eine Einstellung der Feindseligkeiten in Abessinien vorgelegt. land stellen: 1. Keine neue Blockade oder britische Maßnahme ohne förmliche Ermächti» gung des Völkerbundes. 2. England soll keine neuen Maßnahmen ohne vorbereitende französisch - englische B e s p r e ch u n g e n und ohne eine förmliche Ermächtigung des Völkerbundes unternehmen. Dieser ungenaue Hinweis gewähre Laval beinahe unbegrenzte Möglichkeiten für eine Verzögerung der Besprechungen. London, 19. Oft. (DRB. Funkspruch.) wie die englische Presse übereinstimmend meldet, hat der britische Botschafter in Rom Sir Eric Drummond in einer Unterredung w u s s o l i n i am Freitag erneut versichert, dah England keinerlei kriegerische Absichten gegen Italien habe und keine militärischen Süh ne mahnahmen plane. Gleichzeitig wurde die Frage der britischen Flottenansammlung im Wittelmeer und der italienischen Truppenverstärkungen in Libyen zur Sprache gebracht. Die Be- richte, wonach bereits ein Abkommen über die Zurückziehung der gegenseitigen Streitkräfte erzielt worden fei, sind vorläufig unbestätigt. Reuter mel- London, 19. Okt. Die französische Antwort auf die englische Anfrage hinsichtlich der französischen Unterstützung im Falle eines italienischen Angriffes auf die englische Mittelmeerflotte umfaßt neun Schreibmaschinenseiten. Sie ist am Freitag dem britischen Botschafter in Paris überreicht worden. Nach einer Mitteilung der britischen Botschaft in Paris lautet die Antwort auf alle von England aufgeworfenen Fragen durchaus bejahend. „Frankreich sagt ja" lautet daher die Überschrift der Meldungen in den britischen Morgenzeitungen, obwohl einige Blätter wissen wollen, daß die französische Antwort mit gewissen Bedingungen verknüpft sei. Gleichzeitige Meldung aus Rom, daß Besprechungen Mussolinis mit dem britischen und dem französischen Botschafter „h e r z l i ch" verlaufen seien und daß nach einer amtlichen irömischen Mitteilung „die Türen nicht geschlossen sind", veranlassen die Presse zu einem gedämpften Optimismus in der Beurteilung der Ge- jamtlage. Reuler meldet, der Bericht dah Laval mit ja geantwortet habe, fei in London mit groher Befriedigung aufgenommen worden, hiermit fei die Vorbedingung für eine Entspannung im Wittelmeer erfüllt, wenn die französische Flotte der englischen ihre Unter- stützung leihe, sei Grohbritannien gewillt, einige der im Wittelmeer angefammelten Flottenverstärkungen zurückzuziehen. Bevor die britische Flotte jedoch auf einen normalen Stand im Wittelmeer zurückgeführt werden könne, mühten zwei Bedingungen erfüllt werden: 1. Italien müsse seine Trup- penoer ft Artungen in Libyen zurückziehen, 2. müsse eine „fühlbare Besserung in der allgemeinen Lage" eintreten, womit gemeint sei, dah die italienischen Prefseangriffe gegen England eingestellt werden sollen. Bisher sei noch keine Verständigung zwischen der britischen und der italienischen Regierung in die- „Frankreich sagt ja!" Oie französische Antwort sagt England Unterstützung im Falle eines Angriffs bei der Durchführung wirtschaftlicher Sanktionen zu. Fühlungnahme zwischen Rom und London England versichert, keine militärischen Sanktionen zu planen. Frankreich macht beträchiliche Vorbehalte Unterstützung nur bei gemeinsam beschlossenen Sanktionen. Eigene Beurteilung bleibt Vorbehalten. Ur. 245 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, 19. Moder 1935 B’SS iTlA€*A**A*Al**AA*AA*t «= Heimat im Bild-Die Scholle ■ M MM 1/ MM W W MM M W ■ ■ ■ X lyll I |z I für Anzeigen von 22 mm monat$:Be3ugspret$: ■ ■ ■■ WZ | B WZ B / I II *4kWZ III WZ B Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 ■ ■ ■■ ■ ■ Ä H JÄ ■ ■ ■ M ■ ■ anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte . 1.80 V ■ ■ ■ NL B Br HW W W 50Rpf.,Platzvorschrlft nach Zustellgebühr.. „ -.25 ■ B B 'V B W M vorh.Dereinbg.25°/o mehr. »äss: Lr V infolge höherer Gewalt w e ä •• zSa < < ** Cn'nrBerems«,gemein« MZM General-Anzelger für Oberhessen MMZ richten. Anzeiger Gießen behördliche Anzeigen 6Rpf. StanZÄn 11686 Druck unb Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinbrutferd R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 tigkeit die Klingen kreuzen. Italien ist hier zwar in den letzten Tagen in den Hintergrund getreten, seitdem der Völkerbund Rom als Angreifer bezeichnet hat und der Sanktionsapparat in Gang gefetzt wird. Aber zwischen Frankreich und England hat die diplomatische Auseinandersetzung über die beiderseitige Einstellung zu den Sanktionen Formen angenommen, wie man sie in dieser Zuspitzung feit der Note Curzons an Poincare zu Beginn des Ruhrkampfes in den britisch-französischen Beziehungen nicht mehr gewohnt war. Frankreich hatte seine Politik, die hinter dem Schlagwort „Sicherheit das Ziel der Vorherrschaft auf dem Kontinent verbirgt auf ein Spiel mit vielen Bällen eingestellt. Der größte Ball, die englische Freundschaft, schien den Händen Lavals eben zu entgleiten, wenn er nicht einen anderen, den erst vor wenigen Monaten aufgenommenen italienischen Ball wieder fallen lassen wollte. Laval selbst hat Frankreich m diese Zwickmühle hineinmanövriert. Im Januar galt sein Besuch in Rom dem Bemühen, Italien für sein europäisches Paktsystem zu gewinnen. Dazu mußten aber erst die einem engen Vertrauensverhältnis der lateinischen Schwestern" entgegenstehenden Kolonialdifferenzen bereinigt werden. Das durfte keinesfalls auf Kosten Frankreichs geschehen. Tunis, das ebenso viele italienische Bewohner zählt wie Franzosen, mußte ganz aus dem Spiel bleiben. Italiens Drang über Libyen hinaus nach Südwesten an den Tschadsee und damit aus der Wüstenzone in kolonisationsfähige Gebiete zu gelangen, muhte aufge- fanqen werden, denn er kollidierte mit den Jnteres- en des großen Kolonialreichs, das sich Frankreich hier in Westafrika aus eigenen Erwerbungen und geraubten deutschen Kolonien aufgebaut hat. Mit ein paar Oasen zur Arrondierung Libyens mußte Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen fer Frage erzielt worden. Die französische Antwort erkläre, dah die französische Regierung mit der britischen Auslegung vom Abschnitt 3 des Artikels 16 der Völkerbundssahung einig gehe, wonach die gegenseitige Unterstützung der Völkerbundsmitglieder einem Staat gegenüber automatisch fällig ist, der als Teilnehmer an kollektiven Sühnemaßnahmen von einem zum Verletzer der Satzung erklärten Staat angegriffen wird. Ein wichtiger Abschnitt in der Rote besage jedoch, dah im Falle der Herausforderung dieses Angriffes durch individuelle Mah- nahmen der Abschnitt 1 des Artikels 16 in Kraft trete. Die französische Rote bestätige die automatische Anwendung von Absatz 3 des Artikels 16 nur im Falle von Gemein- fchaftsmahnahmen. „Daily Herold" meint, Laval habe ohne Besorgnis Ja sagen können, da er überzeugt sei, , daß es nicht zur Erfüllung des französischen Versprechens kommen werde. England habe Laval mitgeteilt, daß es zur Zurückziehung von zwei Schlachtkreuzern aus dem Mittelmeer bereit sei, wenn Paris, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse ist im Hinblick auf die weitere Entwicklung der italienisch-englischen Spannung und die französisch-englische Zusammenarbeit ausgesprochen o p t i m i st i s ch. Man rechnet damit, daß die englische Regierung nunmehr dem von Laval geäußerten Wunsch nachkommen und einige Flotteneinheiten aus dem Mittelmeer zurückziehen wird und daß auch Mussolini der englischen Forderung auf Zurückziehung eines Teiles seiner Truppen aus Libyen stattgeben dürfte. Der französische Ministerpräsident scheint jedoch auch weiterhin einige Vorbehalte gemacht zu haben. So schreibt „Echo de Paris", Frankreich erkläre sich hinsichtlich der Auslegung des § 3 des Art. 16 mit England solidarisch, vermeide es aber vom englischen Geschwader im Mittelmeer zu sprechen, was mit anderen Worten heißen wolle, es erkenne dieses Geschwader nicht als den Verteidiger der Völkerbundssatzungen an. Besonderen Nachdruck lege die französische Note auf die „gemeinsam beschlossenen Sühnemaßnahme n". Oeuvre schreibt: Vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet, erkläre sich Frankreich bereit, die aus Artikel 16 hervorgehenden Verpflichtungen zu übernehmen. Politisch gesehen, bestehe es aber auf dem bisherigen Standpunkt, wonach die französisch-englische Solidarität nur dann zur Pflicht werde, wenn die Sühnemaßnahmen g e- meinfam beschlossen worden feien. Italien veranlaßt werden könnte, seine england- feindliche Haltung zu mäßigen. — „Daily Mail" will wissen, daß das britische Angebot einer Zurückziehung von zwei Kriegsschiffen aus dem Mittelmeer mit der Bedingung einer Ersetzung dieser englischen Schiffe durch zwei französische Kriegsschiffe verknüpft worden. Die liberale „News Chronicle" berichtet, die französische Note werde folgende Forderungen an Eng- EinZamitDorbehalten. Die Nachrichten vom ostafrikanischen Kriegsschauplatz sind spärlich und eintönig geworden. Die Italiener sind daran gegangen, die ersten Erfolge, lie sie nach dem Ueberschreiten der abessinischen Grenze mit der Einnahme von Adua, Adrigat und! Ilksum davontragen konnten, auszubauen zu Stützpunkten für neue Operationen, die die italienischen Truppen wohl über Tigre hinaus an das -igentliche abessinische Gebirgsmassiv heranführen sollen. Daß damit die Schwierigkeiten für die ita- I enische Kriegsführung ins Ungeheure wachsen, ist ovch dem Marschall oe Bono klar. Er verwendet Leshalb, ohne sich von Rom drängen zu lassen, alle Sorgfalt auf den Ausbau der rückwärtigen Der- lindungen und sucht gleichzeitig durch eine großzügige Propaganda unter der Bevölkerung des besetzten Gebiets für die italienischen „Befreier" sich Italien hier zufrieden geben, dafür erhielt es jedoch freie Hand in Dftafrifa. Laval hat sich zwar wohl gehütet, den Inhalt der römischen Abmachungen bekanntzugeben, aber daß Italien sie so aufgefaßt hat, beweist die Eile, mit der es daran ging, sich seinen Lohn zu sichern. Laval mußte sich' freilich sagen, daß dieser Hinweis auf Ostafrika Italiens Ausdehnungsdrang zwar von den französischen Kolonien ablenke, aber die Schroen- kund von Südwesten in die südöstliche Richtung mußte Italiens Wünsche nach einem ostafrikanischen Kolonialreich notwendigerweise mit den Interessen Englands in Widerstreit bringen, besonders, sobald Italien dann Miene machen sollte, von der Zange Gebrauch zu machen, in der es Aegypten und den Sudan zwischen Libyen und einem um Abessinien vergrößerten Jtalienisch-Ostafrika halten würde. Laval hat dies entweder nicht bedacht oder die Empfindlichkeit Englands in allen Dingen, die die Verbindungswege des Weltreichs berühren, doch beträchtlich unterschätzt. Denn er konnte unmöglich annehmen, daß sich Frankreich aus allen Weiterungen einfach werde heraushalten können, die aus einem Zu ammenprall der durch die römischen Abmachungen in eine so eindeutige Richtung gelenkten italie- ni chen Kolonialwünsche mit den Interessen Englands zwangsläufig entstehen mußten. Laval, erntet nur die Früchte feiner römischen Politik, sie sind selbst für den Magen eines Auvergnaten schwer verdaulich. m ..... Es wurde schon gesagt, daß die englische Politik sich in der glücklichen Lage sieht, daß die materiellen Interessen des Britischen Reiches sich mit den ideellen Interessen des Völkerbundes gleichsam parallel schalten lassen. Die britischen Staatsmänner haben mit unnachahmlicher Virtuosität, an zahllosen Bei- ctimmung zu machen. Die italienischen Heeresberichte melden als ersten großen Erfolg dieses Zropagandafeldzuges, daß der Fürst von Makale, 'Ras Gugsa, ein 27jähriger Schwiegersohn des 'Regus, dessen politischer Ehrgeiz im Schatten des §aiserhofes zu kurz gekommen zu sein scheint, mit tinem allerdings nur sehr geringen Teil seiner Gruppen — man spricht von 1500 Mann feiner Leibwache — zu den Italienern übergegangen ist, He ihn als Belohnung und als Ansporn für andere Stammesfürsten gleich zum Ras von Tigre ernannt haben. Auch im Süden scheinen sich die Italiener noch auf Vorbereitungen für ausgedehntere Ope- tationen zu beschränken. Aufklärungsflüge und Luftbombardements über den Versammlungsräumen der abessinischen Truppen kennzeichnen die ehr vorsichtige Taktik der italienischen Heeres- eitung die ja auch hier beim Durchschreiten des preiten Wüstengürtels der Provinz Ogaden große Schwierigkeiten zu überroirtben haben wird Jenen ein mit allen modernen technischen Waffen ausgerüstetes Heer nur nach sorgsamem Ausbau ter Anmarschstraßen und Anlegen vom Etappenstationen für den Nachschub von Wasser Proviant irnb Munition Herr zu werben vermag. Die italie- «ischen Heeresberichte lassen ja schon burchblicken, daß an ben erzielten Erfolgen bem Arbeiter nun- t eftens das gleiche Verdienst gebührt wie dem Soldaten. Und neutrale Kriegsberichterstatter, die die italienischen Truppen begleiten, wissen auf Grund tigener Beobachtungen bereits ein Lied davon zu fingen, daß Chinin der beste Bundesgenosse der Italiener sei, mit anderen Worten also, daß Wassermangel im Süden und das mörderische Tropen- Ilima im nördlichen Aufmarschgebiet — Massaua, her Haupthafen Eritreas, ist mit einem Jahresdurchschnitt von 30 Grad Celsius einer der heißeren Orte der Erde — das italienische Sanitätswesen vor ungeheuer schwierige Aufgaben stellt. Das lebhafte Kommen und Gehen italienischer Lazarettschiffe durch den Suezkanal zeigt die Schwierigkeit, die italienischen Expeditionsarmeen marschfähig zu erhalten. Aber die große Vorsicht, mit der die italienische Heeresleitung zu Werke lieht und sich vor überstürzten Operationen hütet, obwohl die politische Lage einen schnellen Erfolg des ostafrikanischen Feldzuges wünschenswert machen würde, läßt annehmen, daß de Bono Ruck- chläge unter allen Umständen vermeiden will und deshalb nicht in die Fehler verfallen wird, die 1896 zu der Niederlage von Adua und zum Verlust des ganzen Feldzuges geführt haben. Die Blicke der interessierten Zuschauer haben sich mter diesen Umständen von Ostafrika weggewandt en italienischen Gegner aufnimmt. Mr treffen Hunderte von Eingeborenen, Die entweder auf den »ufrechterhalten. 1-250 greifen, kann solche Leistungen vollbringen. I SUPERB und alles nur „Mokri" - das ist die gewaltige Menge der Produktion eines Jahres! Nur ein Betrieb, in welchem alle Arbeitsgänge Jägerart über die Schulter geworfenen Gewehrkolben, deren Lauf von der Hand gehalten wird, die bisweilen schrill ansteigenden Kriegslieder dieser Kinder des schwarzen Erdteils, die Blut für den weißen Mann zu vergießen bereit sind, wirken eindrucksvoll. Sämtliche schwarzen Krieger gehen bar- fuß. Es ist unglaublich, was sie zu leisten vermögen. Ihr Mut ist sprichwörtlich. Nicht umsonst hat seien sie die Vollstrecker des Willens jener Männer, die einst im gleichen Kampfesgeist die Fahne der Revolution emporrissen. Die Dozentenschaft werde mit den Studierenden festgeschlossen in unerschütterlicher Kameradschaft für die neue deutsche Universität kämpfen. So stehen wir am Wendepunkt der Deutschen Hochschule, an einem Wendepunkt der Universität und der Wissenschaft in Deutschland. Bundesführer Glauning verlas darauf folgende Kundaebuna. „Die Deutsche Burschenschaft ist der Bund der auf der völkischen Burschenbewegung von 1815 beruhenden Studentenverbindungen. Getreu dem Vermächtnis der Urburschenschaft bekennt sie sich rückhaltlos zum Geist der nationalsozialistischen Revolution. Diesen Geist gegenüber vorhandenen Be- harrungsbestrebungen eines in der Form konservativen. in der geistigen Haltung liberalen Korpora- tionsstndententums vertreten zu müssen, hat sie als ihre Pflicht betrachtet. Nachdem infolge der Auflösung der Gemeinschaft studentischer Verbände der Weg zur endgültigen Neugestaltung des Studentenlebens frei geworben ist. sieht die Deutsche Burschenschaft ihre Sonderausgabe als erfüllt an. Sie glaubt, daß das Wesen der Urburschenschaft am besten verwirklicht werden kann im NS D StB. und daß diese Gliederung die e i n z i g e G e m e i n - schaftsform ist, zu der der deutsche Student sich heute mit sittlicher Berechtigung zusammenschlie- ßen kann. Auf Grund der mir am 6. Oktober 1935 von allen Bundesleitern und Sprechern in Leipzig einstimmig erteilten Vollmacht löse ich daher mit dem heutigen Tage den Verband Deutsche Burschenschoftauf und stelle d i e aktiven Burschenschaften dem NSDStB. als Kameradschaft mit der Bitte zur Verfü- gung, daß er die Tradition der Urburschenschaft zu treuen Händen übernehmen möge. Dies aber bedeutet- Die besten K'-äbe der Deutschen Studentenschaft, vereinigt im NSDStB." Eisenach, 18. Okt. (DNB.) Am Tage der Wiederkehr des Wartburgfestes von 1817, am 18. Oktober, vereinte sich die Deutsche Burschenschaft mit dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund auf der Wartburg zum leßten Wartburgfest der Deutschen Burschenschaft, mit dem dieser Verband seine Auflösung und Eingliederung in die Reihen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes verkündet. Die Burschenschaften gehen als Kameradschaften in den NSDStB. auf, der somit am 18. Oktober die Tradition der Deutschen Burschenschaft übernahm. Aus dem ganzen Reich waren die Burschenschafter nach Eisenach gekommen, etwa 3500 an der Zahl. Auf dem Karls- platz sammelten sich die Burschenschafter, und in langem Zuge ging es hinauf zur Wartburg. Voran die Fahnen, an der Spitze des Zuges die Fahne der Urburschenschaft. Im Wartburghof erklang das erste Bundeslied der Deutschen Burschenschaft: „Sind wir vereint zur guten Stunde". Bun^esfübrer gab dann einen Rückblick auf die Geschichte der Burschenschaft. Was im Jahre 1817 verkündet wurde, sei durch die nationalsozialistische Bewegung zur Tat geworden. Der Wahlspruch der Deutschen Burschenschaft „Ehre, Frei h.e i t, D a t er- land" habe durch das nationalsozlalistische Deutschland Verwirklichung gefunden. Deshalb hätten sich die Burschenschafter auf der Wartburg zusammengefunden, um sich aus eigenem Entschluß und mit einhelliger Begeisterung dem NSDStB. einzuglie- dern. Im Namen der Deutschen Burschenschaft gelobte der Bundesführer, daß die Burschenschafter in Zukunft nichts anderes sein wollten, als Nationalsozialisten. Der Rektor der Friedrich-Schiller Universität Jena, Professor Wolf Weyer-Lrtach, ging auf die große Wende auf allen Lebensgebieten unseres Volkes ein. Wenn die Burschenschafter nunmehr eintreten in die Reihen des NSDStB., dann General M a r a v i g n a, als es galt, einen Engpaß vor Adua zu nehmen, Askaris eingesetzt, die mit aufgevflanztem Seitengewehr zum Sturm vor- gingen. Mehrere, die bei dem ersten Angriff leicht verletzt worden waren kehrten zum Verbandsplatz zurück, ließen sich verbinden und gingen wieder ins Feuer, um den Tod ihres Leutnants zu rächen. Der vom Reichsminifter für kirchliche Angelegenheiten, Kerrl, gebildete Reichskirchenausfchuß und Preußische Landeskirchenausschuß erließen einen gemeinsamen Aufruf an das evangelische Volk. — Dieses Bild zeigt die Ausschüsse nach ihrer ersten Tagung. Von links nach rechts in der ersten Reihe sitzend: Superintendent Zimmermann, Berlin (Preußen); Generalsuperintendent i. R. D. Zöllner, Düsseldorf (Reich); Generalsuperintendent i. R. D. Eger, Naumburg (Reich und Preußen); Präsident Koopmann, Aurich (Reich). — Zweite Das letzte Wartburgsest der Deutschen Burschenschaft. Die Eingliederung in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund. Die Uebergabe der Fahne an den NSDStB. Nach der Verlesung dieses Auflösungsbeschluffe- wurden die Fahnen der Burschenschaft in den Rittersaal der Wartburg unter den Klängen des Badenweiler Marsches eingebracht. Die Burschen« schafter senkten die Fahnen, legten Band und Mutzß ab und Bundesführer Glauning übergab die Fahne der Urburschenschaft an den Reichsamtsleiter des NSDStB., Derichsweiler, der die Fahne mit dem Gelöbnis übernahm, sie stets in Ehren zu halten. Der 18. Oktober 1935, so sagte er, beweise der Welt, daß die studentische Jugend, wie man in gewissen Auslandskreisen glaube, nicht im Lager der Reaktion stehe, sondern daß die studentische Jugend die Jugend Adolf Hitlers ist. In würdiger Form habe eine Studentenbewegung ihr Ende gefunden und im gleichen Augenblick sei neues studentisches Leben erstanden. Die Deutsche Burschenschaft hat mit Band Mütze in Ehren hmgegeben, was ihr teuer tour, doch gab sie es, auf daß noch Größeres daraus werde. Ihr aller Glaube gelte nur dem Einen, dem Volk, dem Staat, unserem Führer Adolf Hitler und seinem ewigen Deutschland. Die Verpflichtung der Kameradschastsführer. Den Abschluß des Wartburgfestes bildete die feierliche Verpflichtung 'der Kamerad- schaftsführer und die Ueberführung der Fahnen der Urburschenschaft in das Ehrenmal. Der Reichsamtsleiter der NSDStB. Derichsweiler gedachte dabei der Toten der Deutschen Burschenschaft. Sodann wurden die Kameradschaftsführer mit Handschlag und Ehrenwort zum Gehorsam gegenüber dem Führer und zur Disziplin gegenüber den Vorgesetzten des NSDStB. verpflichtet. Anschließend wurde die Fahne der Urburscyenschaft langsam vom hohen Fahnenmast heruntergeholt und in das Ehrenmal eingebracht, während die Hakenkreuzfahne in die Höhe stieg. Stürmisch begrüßt trat dann Gau- , leiter Adolf Wagner ein, der in einer Ansprache , diese Stunde, in der die Burschenschaft sich in eine Gliederung der Partei einreiht, eine der glücklichste ; seines Lebens nannte. Gauleiter Wagner wünschte der nunmehr im NSDStB. aufgegangenen Bur- ' schenschaft Erfolg bei ihrer künftigen Arbeit. Mit ’ einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der Nationallieder schloß die denkwürdige Stunde am Ehrenmal der Deutschen Burschenschaft. Der Führer untersagt unzulässige Eingriffe in die Filmzensur. Berlin, 18. Okt. lDNB.) Der Führer und R e i ch s k a n z l e r hat in einer analleStaats- und Parteiftellen gerichteten Verfügung un- zuläffige Eingriffe in die Filmzensur durch Einzelpersonen, Organisationen, Berufsstände, Verbände und ihre Presseorgane untersagt. en Zeltlagern man überall begegnet. Auf den lnmarfchstraßen herrscht lebhafter Laslautooerkehr, Maultierkarawanen und nachrückende Truppen form nen und gehen. Wir sind mehr als einmal durch teckengebliebene Wagen aufgehalten worden. Am eindrucksvollsten ist zweifellos der Besuch m Zeltlager desGenerals Santini im tal von Adigrat: gewaltige Tafelberge umgeben lie Tiefebene, in der gegen die Felsen gedrückt das -000 Bewohner zählende Dörfchen liegt: eine typisch abessinische Siedlung mit der die Flachhäuser über- ragenden runden koptischen Kirche, die im Innern prachtvolle Wandmalereien biblischen Inhalts birgt. Etwas abseits vom Dorf der Ghebi, der Palast des geflüchteten Unterras Gabriel. Er hat, als die Italiener anrückten, an feine Leute Munition verteilen und auf die Erkundungsflugzeuge feuern lasen. Diese erwiderten mit einigen Bombenabwürfen, wobei zwei Einwohner getötet und fünf ver- letzt worden sind. Daß Adigrat einen Trümmerhaufen bilde, wie in einigen ausländischen Pressemeldungen zu lesen war, entspricht nicht den Tatsachen. Im Tal weiden bie Pferde und Maulesel des Feldlagers. An einer hochgelegenen Stelle stehen die Reste des einstigen italienischen Forts von Adigrat, das der damalige Unterleutnant und heutige kommandierende General Santini nach der Aduaniederlage von 1896 räumen mußte. Heute weht wieder die italienische Flagge auf den Mauerresten, und General Santini lezeichnet es als den „schönsten Tag seines Lebens", nese Tatsache erlebt und mitverwirklicht zu haben. In Adigrat unterhalten die französischen Lazaristen eine katholische Missionsstation unter her Leitung eines Schweizer Paters. Sie soll einige Erfolge unter der Bevölkerung zu verzeichnen haben. Aufgefallen ist uns der bei der Truppe Herr- chende Geist, aufgefallen auch die Freundlichkeit, nit der bie eingeborene Bevölkerung Reihe, stehend: Oberkirchenrat H a n e m a n n, Mün- chen (Reich); Pfarrer Küßner, Lotzen (Reich und Preußen); Pfarrer Wilm, Dolgelin in der Mark (Reich); Landesbischof Diehl, Speyer (Reich); Oberlandeskirchenrat Dr. Mahrenholz, Hannover (Reich); Superintendent Dr. Schmidt, Oberhausen (Preußen); Domprediaer Martin, Magdeburg (Preußen); Oberkonsistorialrat Ka- m i n s k i, Königsberg (Preußen). — (Scherl-Bilder- dienst-M.) e Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Vom Atlantik ist ungewöhnlich rasch ein mächtiger Sturmwirbel ins Nordseeaebiet vorgestoßen. Er verursacht dort allgemein heftige Stürme, die sich auch hoch bis zu uns hin bemerkbar machen. Der Sturmwirbel, der mit seinem Zentrum am Samstagmor- gen bei Schottland lag und dort Barometerstände von etwa 710 Millimeter zeigte, wird rasch ostwärts weiterziehen. Dabei wird unter verstärkten Böen kalte Luft nach Deutschland vorstoßen und Schauer- tätigten bedingen. Aussichten für Sonntag: Voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag unter heftiger, aus Westen verstärkter Niederschlagstätigkeit Abkühlung, dann wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, in höheren Gebirgslagen teilweise Schnee oder Graupeln, kräftige westliche Winde. Aussichten für Montag: Zunehmende Beruhigung, doch nicht durchaus beständig. Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 19. Oktober: morgens 8,4 Grad. Maximum 14,3 Grad, Minimum 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Oktober: abends 9,8 Grad; am 19. Oktober: morgens 8,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4,1 Stunden. — Niederschläge 0,3 mm._______________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis NM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Hunderte von Eingeborenen, Die entweder auf den Feldern arbeiten oder neugierig am Wege stehen. Immer wieder erheben sich ihre Hände zum römi- chen Gruß, als ob das immer so gewesen wäre! Man muß den Italienern zugeben: sie. verstehen mit der Bevölkerung umzugehen. Sie versuchen sie durch kleine Gefälligkeiten und Freundlichkeiten, wie z. B. durch Verteilung von Lebensrnitteln, zu zewinnen und zugänglicher zu machen. Außerdem !etzt eine intensive politische Bearbeitung ein. Jedem Armeekorps sind Landeskenner beigegeben, die mit einem Stab von Mitarbeitern die Fühlung mit den Bewohnern der besetzten Gebiete ausnehmen und Eine besonders tatkräftige Hilfe bei dieser „Aufklärungsarbeit" leisten die einst im italienischen Sold befindlich gewesenen Askaris, die sich den Militärbehörden zur Verfügung stellen und von 'ich aus für die Sache Italiens werben. Es ist gelungen, auf diese Weise innerhalb weniger Tage eine ganze Reihe von Bewohnern der besetzten Gebiete zum Eintritt in die irregulären italienischen Truppen zu bewegen und die anderen wenigstens zur Herausgabe der in ihrem Besitz befindlichen Waffen zu überreden. Was das bedeutet, wird ohne weiteres klar durch die Tatsache, daß jeder Abessinier, gleich welcher Rasse, das Waffentragen als rin ihm von altersher zustehendes Recht ansieht. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, daß das Volk von Tigre in den Italienern seinen „Befreier" rblickt. Ein gewisser Fatalismus, der stets das liecht des Stärkeren anerkennt, scheint bei der Unterwerfungsbewegung mitzusprechen. Ob es den Italienern gelingen wird, das restlose Vertrauen her unterworfenen Volker zu gewinnen, dürfte ab= hängen nicht nur von ihrer Art der Behandlung, lonbetti auch von d e m weiteren Gang der Ereignisse. Gerüchte nehmen unglaublich jchnell ihren Weg in Abessinien. So konnte die Tatsache, daß der im Tigregebiet nicht gerade beliebte Ras Seyum keineswegs dem Negus die Treue gebrochen, sondern sich nordöstlich von einer Talmuloe verschanzt hat, ein moralisch wertvoller Faktor für Abessinien werden, den die Italiener keineswegs unterschätzen. Die Nacht ist bereits angebrochen, als wir den Rückweg antreten. Nach der glühenden afrikanischen Sonne, die die von Schakalen und Hyänen benagten Gebeine vieler gefallener Kamele und Maultiere zum Bleichen bringt, nach der Fahrt i>urd) Schluchten und Furten, Sümpfe und Tümpel, Hohen und Tiefen eine jener sternklaren afrikanischen Hochlandsnächte, deren Kälte bis auf die Knochen bringt. Der Weg ins Hauptquartier zuruck ist unter ben gegebenen Umftänben eine gewagte Sache. Wir nehmen spät abenbs bie Gastfreunb- jdjaft eines Zeltlagers in Anspruch unb kehren auf Zickzackwegen, uns immer roiber oerirrenb, lob mübe nach Asmara zurück, von bort am nächsten Tage ins Hauptquartier. . Ein befonbers eindrucksvolles Bild bietet sich hier am Mittwoch. Von fern her ertönt eintöniger Gesang- mehrere Bataillone Askaris zie° ben an bie Front. Jeber Abteilung voran italienische Ofsziere auf Mauleseln, hinterher berittene eingeborene Unteroffiziere. Die Kakiumsormen bie hochragenben bunten Mützen, die nach adrikanischer 0 0 0 Alte best. eingef. Versichenrngsanstalt sucht für alsbald einen Fachmann als und Umgegend: Mein 04487 eign., ai z. verr. Lang- Mineral-Oele Gewinn. Schr. Kleiöersammlung -es WHW Klarere Vertreter Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1. Ziehungstag 18. 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S)afe, an, sich " dachte, wieviel Räusche mögen in den langen Jahrhunderten durch Dürkheims Gassen geschleppt und in seinen alten Häuschen ausgeschlafen worden sein Die Weinstöcke umarmen mit grüner Inbrunst die Häuser, als sollte es bedeuten: Wir lassen euch nicht! Rein, sie lassen die Häuser nicht. Einen fröhlichen Zweig hängen sie noch über die Tur, schwer und reich an blauen Trauben. Em gastliches Symbol der Natur: Hier ist die Erde Herrin, die Mutter Natur, die feurige Sonne Wohltäterin und Freundin aller Winzer und Weinbauern. Die helle Straße nimmt mich und den leichten Vormittagswind der durch die Gassen rennt, mit hinaus in sonnenglänziges Land, an die Lehne der Hügel hin. Mich lockte das Wemland der Pfalz, lieber dem Rhein stand Nebelgewölk, doch gegen die Ferne hin, wo sich der Höhenzug der Haardt erhob, war leises Blau ausgegossen, das einen heiteren Mittag verhieß. In E l l e r st a d t bereits strömte die schimmernde Laubflut der Weingärten bis ins Rüben- und Kartoffelland. Die Weinfelder und Weingärten färbten ich herbstgelb und leicht laubrot, Übertupft von den milden Flammen des Herbstes. Riesige Starenschwärme erhoben sich, schwärzliche Schleiergespinste, die in der Luft schwebten. Eine geflügelte Armee von Beerendieben sauste zwischen die Stöcke nieder und verkrallte sich ins Rebenlaub. Auch Krähen ernteten schwerfällig, bis ein greller Schuß die Plünderer aus ihrer Schwelgerei herauspeitschte und zu anderen Lagen trieb. Die Berge laufen in einer anmutig geschwungenen, melodisch hingesteigerten Linie und sie blicken mit grünen Waldhäuptern und Sonnenblitzen auf Bad Dürkheim herab, wo man sich sowohl in kräftigen Weinen, als auch in stärkenden Wassern baden kann. Der Wein wächst mitten herein in die Stadt, er ist hier ganz zu Hause. Ueberall zwischen den Häusern blumenreiche Gärten, Obstbäume, Rebenlauben, Weingehänge. Durch die enge Hauptstraße rollen die schwergeschirrten Weinfuhrwerke. Die großen Fässer sind gefüllt, die Achsen knarren, die Fuhrleute machen fröhliche Gesichter. Sie duften nach Traubensaft, Zehnuhrschoppen und Pfeifenqualm. Aus den Kellern dunstet es säuerlich. Der Most dampft in der Finsternis. Ich schlage mich durch'enge, winklige Gassen, wo uralte Häuschen stehn. Unter den Torbögen werden Fässer gesäubert, Kufen mit Wasser ausgeschwappt und dunkle Bütten rein geschwenkt. Aus allen Kellerluken, die weit aufgetan sind, quillt der Dunst des Herbstes. Ein buckliges, krummes Gäßchen klettere ich empor Es hat einen wunderschönen Namen: S t r a u ch e l g a s s e. In dieser Bezeichnung ist die ganze Lustigkeit des neuen und des alten Weins enthalten. Mondschein ist dabei und die Vorstellung eines späten, friedlichen Weinfreundes, der mit langem Schatten durch die Gasse torkelt... dem Goethe geschrieben hat: „Setze mir nicht, du Grobian, Mir den Krug so derb vor die Nase! Wer mir Wein bringt, sehe mich freundlich Sonst trübt sich der Elfer im Glase ..." vW ■ Obst- -Hütte trogel) 'zäunt. Ifitf ‘nbütte ^vvel) •ästen, H 04453 'lttg, 4 I. cht 5900D täts, sut, dtbof. voiZbil lNenLie Mtif. lenes] Besser freilich, als am Korken zu riechen, ist es, am Glase zu riechen und dann zu trinken und hin und wieder die spielenden Lichter zu betrachten, die sich in der grüngoldenen Flut bilden. Dabei kann man stundenlang allein bleiben und allerlei merkwürdige Gedanken hegen. Der alte Herr hier zum Beispiel, dem es gerade schmeckt, mag sich daran erinnern, daß sie bei seiner Taufe, was ja nun schon eine beträchtliche Weile her ist, wie die Fa- milienüberlif'ferung berichtet, eine letzte, schon arg verstaubte Flasche von jenem berühmten Kometenwein aus dem Jahre 1811 getrunken haben, von Wir kennen ihn gor nicht, den alten Herrn, wissen weder, wie er heißt, noch wo er wohnt, aber er gefällt uns gut, und wir glauben, daß dies ein Mann fei, mit dein man ein verständiges Wort reden kann, der zu erzählen und auch zuzuhören versteht, der Sinn für Humor und Sinn für die Schönheiten und kleinen Freuden des Lebens hat. . Wir möchten wohl einmal einen Abend lang mit ihm zusammen in einem ruhigen und gemütlichen Winkel hinter einer guten Flasche vor Anker gehn, und mir glauben, daß wir für diesen Abend nicht übel untergebracht wären ... Wir kennen ihn gar nicht, aber wir grüßen ihn im Stillen und sagen „Zum Wohle!", und wir können uns vorstellen, daß so ähnlich wie dieser jener selige Reisende ausgeschaut hat, dem der Dichter Rudolf G. B i n d i n g auf der Heimreise von riner ..Moselfahrt aus Liebeskummer" im Zuge be- g-mn"t ift: der faß ihm gegenüber im Abteil, ein stiller Mann sprach kein Wort, schaute nur hinaus in Sie Landschaft und zog von Zeit zu Zeit verstohlen einen Korken aus der Westentasche, in Er- ’nnerung versunken, selig lächelnd, um ein Weilchen fromm daran zu riechen ... Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst v. Niebelschüh. M. !g. einer ungS- (I. St.) 936 ges. ageb. v. dem u. d.G.A. öm.sucht Mk. Weber- icherheit m. Ml W M w»D 2O.Cft, >.30 IM iimnem. ■2,50- 4 lini. e von ’l.Cit litt Boi f. enE TeutW - Keul verkauf« hrinz iviburg. >iel vo» iKlenü 2-2,1 im iS n* -A KM < HW„ ?S 30» Prim •ffi s» ••ft vorüber und taucht hinunter in die würzige Kühle des Bremer Ratskellers, und als er da nach einer guten Weile wieder zum Vorschein kommt, meint er, das muß nicht mit rechten Dingen zuaehen, denn der Mond steht am Himmel, und ruhig fließet der Rhein, und drüben liegt Bacharach mit der gotischen Werner-Kapelle darüber, und unten im „Alten kurkölnischen Saal" sind alle Fenster erleuchtet .. Jetzt, denkt sich der alte Herr, ist es Zeit, daß ich heimgehe. Und während er bedächtig heimgeht, muß er sich auf einmal verstellen, wenn man allen Wein, den er fo bis jetzt in seinem Leben getrunken hat, zusammenlaufen (affen könnte, was das wohl Aber da sind nicht nur Menschengesichter, alte And junge, nahe und ferne, runzlige und rosige, da tun sich auch, wenn die Lichter so spielen im schräg gehaltenen Glase, die Landschaften auf in all ihrer Fülle, Schönheit und Köstlichkeit, und der alte Herr muß daran denken, wo er schon überall gewesen ist in seinem Leben, und bekommt auf einmal Heimweh und Lust, wieder dort zu sein, wo der Wein vor ihm als Traube am Rebstock hing, oder wo er yor Jahren seinen Wein getrunken hat, fern von hier auch in Deutschland, aber nicht allein, sondern mit'drei oder vier guten Freunden oder mit einem Mädcken zu zweit. Das mag in Oestrich gewesen fein im Rheingau oder in Bernkastel oder in Mosel- Lrn und auf einmal sieht er sich so ganz m Gedanken auf der Würzburger Mainbrucke stehen unter der snächtigen Gestalt des festigen Man. dann geht er mit Lächeln am steinernen Roland Der Elfer hatte es übrigens bekanntlich in . , und ist auch noch ein rundes Jahrhundert später ein erlesener und kostbarer Jahrgang gewesen. Wohl dem Manne, der noch ein paar Flaschen da- 4)on in seinem Keller hat. Er wird sie zu schätzen wissen und wird vielleicht wiederum zur Taufe feines Enkelchens eine oder zwei davon heraufholen, und wenn es auch kein Kometenwein ist, so stammt er doch aus einem gesegneten Sommer und Weinherbst in Deutschland und ist wert, bei einem besonderen und feierlichen Anlaß getrunken zu werden, an einem Tage, an dem man den Blick i vom Vergangenen ins Zukünftige schweifen laßt und. wieder zurück ins Gewesene, von Kindtaufe zu Kindtaufe, vom Enkel zum Urgroßvater, vom Elfer zum Elser, und dazwischen liegt ein ganzes Leben voller Arbeit und Liebe, mit Glück gesegnet, mit Trauer beladen, mit Wiegenliedern, Hochzeitsglocken und Grabgesang... Der alte Herr ist ganz nachdenklich geworden, und während er wieder einen Schluck tut, blickt er zurück und sieht viele Gesichter und Gestalten an sich vorüberziehen, Männer, Frauen und Kinder, die Lebenden und die Toten. Und an die, welche seinem Herzen am nächsten stehen oder einmal gestanden haben, denkt er am längsten und trinkt ihnen im stillen zu. itei foirb ; ?b«S „535 ®«ren «leibst «ltlich! Edens- 1 '"sind enver- , durch W «r auf 'ei der «Le. war, leiben. .36. Auf der Trauvenstraße des Herbstes 6on Friedrich Schnack. adio • Photo o Seltersweg 67 Telephon 3170 Oktober-Phantasie bei einem Glase Wein. „Der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines ..." Jetzt ist die Zeit, denkt sich der alte Herr, wo die blauen Rauchschwaden vom Kartoffelfeuer über die Felder und aus den Schrebergärten wehen, wo am Abend der Ofen wieder bullert, wo die Nüsse reif sind und die braunglänzenden Kastanien so appetitlich aus ihrer grünstachligen Hülle herausgucken und von den Buben aus dem gelben Herbstlaub hervorgestochert werden .. gerade die richtige Zeit, um mit Verstand und Bedacht und Genuß und in der Weisheit des Alters einen edlen Schoppen zu trin- tcn. Dabei ist es an manchen Tagen noch so einladend warm und freundlich unterm Oktoberhim- mel, daß man getrost einen Schluck im Freien riskieren kann. Gerade die richtige Zeit, denkt er sich, Öen Blick in der Weinkarte spazieren zu führen und sich an den bunten, romantischen und poesievollen Namen im Vorgeschmack zu ergötzen, die man da mit Preis und Jahrgang reinlich verzeichnet findet. „Winkler Hasensprung" liest der alte Herr und zwinkert behaglich, „Niersteiner Fuchsloch Spätlese", „Oppenheimer Sackträger", „Ellenzer Goldbäum- chen", „Cröver Paradies" und „Wehlener Sonnenuhr" — die nehm ich, denkt er und schmunzelt ganz listig, weil ihm dabei einfällt, daß er auch schon ebenso berühmte, jedoch bedeutend weniger poesie- volle Namen auf der Weinkarte gelesen hat. (Viel- Leicht trinkt er aber nur einen offenen Schoppen oder vielleicht einen Patenwein — „Nehmest die, wo des Bündche um de Hals hat", sagt das freundliche, rosige Wirtsmädel, und die muß es ja wissen.) j Seht ihn euch an, den alten Herrn, wie er da isitzt, wie er mit sorgsamen Fingern das Glas zum 'Munde führt, wie er vor Andacht und Hingabe ganz kleine Augen bekommt, wie er mit der Kennerschaft des erfahrenen Mannes erst die Blume wittert, wie er dann vorsichtig kostet und schmeckt, wie er den ersten Schluck im Munde rollen läßt und ihn nach der Weise der Wissenden kauend genießt . . bos ist der Richtige, schmeckt er mit Befriedigung und tut einen volleren Zug. — das labt Zunge und Gaumen, stillt den Durst, macht ein fröhliches Herz, weckt viele Erinnerungen und gute Gedanken .. die sanft und langmütig hinunterreichen in den Horizont. Aus ihren Kuppen blaut da und dort Wald. Aber der Wald hat hier wenig Recht, denn der Weinstock hat die Hügel genommen, sich ausgebreitet und dieser Landschaft einen festlichen Zug verliehen. Mitten durch lauter Weingärten zieht diese Straße, die Dürkheim mit Wochenheim, Forst, Deidesheim und Neustadt a. d. Haardt verbindet, lauter Orten, die aus den Strömen des Weins ihr Leben und ihren Unterhalt schöpfen. Eine einzige Traubenftraße, festlich, herbstreich, von Sonne beschirmt, besäumt von Weinlaub, behängt mit Traubenglück. In den Weinbergen nah und weit tönt Lachen der blaublusigen Winzer und Winzermädchen, die sich zu den Reben niederbücken. Zwischen den Pfaden laufen bedächtig die Männer mit den Bütten, die ihre Traubenladung in die weiten Maischkufen schütten und einer zerstampft mit dem Maischstock die grünen Traubenberge. Der Atem derSonne weht über die abfallenden Flanken der Hügel und die Breiten der Weinäcker, und noch immer kocht Süßigkeit aus der pfälzischen Erde empor in die Beeren. In all diesen Orten loht die Flamme des Weines, indes der Herbst sein Rotlaub über die Häuser zusammenschüttet. Der Wein fließt von den Bergen. Man hat die angenehmste Vorstellung, wenn man bei Forst im Weinberg eines Weingutsbesitzers den schönen funkelnden Namen „Goldbächle" lieft. Es sind Goldbäche ... In Deidesheim tut sich die Weinlandschaft noch festlicher auf und umschließt diese kleine hübsch- gelegene Stadt üppig und liebevoll. Zwischen den Häusern, an Gärten schüttelte mir der Wind zum Gruße reife Mandeln aus den Mandelbäumchen — und so hatte ich gleich eine Nuß zu knacken. Die Weinfuhren nahmen kein Ende. In allen Gassen ächzten die Wagen. Ich lief hinter den Bauern und Fässern her und stand plötzlich im geräumigen Hof des Deidesheimer Winzervereins, dem ältesten Winzerverein der Pfalz, wie mir ein Traubenfahrer auf gut Pfälzisch versicherte. In der Kelterhalle des Win- zervereins hatten große hydraulische Eisenkeltern tüchtig zu tun, um Herr 3U werden über die vielen Traubenkufen, die ihren Inhalt in die großen Kelterwannen ergossen hatten. In Bächen rauschte der Traubenmost aus den Blechschnauzen der Keltern in weite Bottiche. Armdicke Schläuche saugten den Most aus den Bottichen hinunter in die große Kellerei. In langen Galerien lagern da unten Die hohen kühlen Fässer bis hinein in die hinteren Gewölbe. Mystisch redet und raunt die Stimme des Weines. Ein verworrener Chor der Traubengeister poltert in den gewaltigen Fässern. Ich lege mein Ohr an eine Daubenwand: drinnen pulsiert das feurige Blut. Die Mutterwärme des Sommers, der Sonne und der Erde kocht das künftige flüssige Gold. Die unterirdische Schwarzkunst des Kellers und feines Die landläufige Meinung, daß die schönen K ü n st e am besten im Schatten des Oelbaums gedeihen und der rauhe Kriegsgott den Musen und Grazien nicht sonderlich günftia sei, kann sich auf eine lange Tradition berufen. Aber ist sie richtig? Gibt es nicht auch Beispiele genug in der Kulturgeschichte der Menschheit, die zu beweisen scheinen, daß Kunst und Krieg, so wenig man ihnen eine dauerhafte Ehe prophezeien mochte, durchaus keine absoluten Gegensätze darstellen? Daß sie sich zuweilen sogar ganz ausgezeichnet vertragen? Dies ist jedenfalls der Stand- punkt des italienischen Dichters M a r i n e 11 i, der als der Begründer des Futurismus schon einmal mit großer Leidenschaft für den Krieg in Libyen eingetreten ist, weil er im Kriege das erregende und bewegende Prinzip erblickt, das seiner Meinung nach die Kunst brauche, um hinter dem Leben nicht zurückzubleiben. Marinetti also, der Wert darauf legt, daß die Welt von ihm Notiz nehme, hat sich vor kurzem in die afrikanische Armee e i n r e i h e n lasten, nicht ohne bei seiner Abfahrt einen flammenden Aufruf an die gesamte Künstlerschaft Italiens zu richten, in dem er diese zur Teilnahme an der Niederwerfung Abessiniens feierlich auffordert. In diesem Manifest erklärt er den Krieg als den „wahren Inspirator der Dichter und Künstler". Somit wäre also der Oelbaum seiner seit unvordenklichen Zeiten innegehabten Vorrechtsstellung durch einen Federstrich Marinettis enthoben; er ist sozusagen fristlos entlassen, und die neun Musen, die sich auf Raffaels vatikanischem Fresko noch so gemütlich auf dem Parnaß tummeln, mögen nebst Anhang zusehen, wo sie bleiben. Aber, wie schon angebeutet: ganz so grotesk, wie diese Verpflanzung des Musenhaines vor die Kanonenmündungen aus- sicht, ist sie eben doch nicht. Sie ist sogar, von Marinetti aus gesehen, ganz konsequent. Der Fute- rismus verlangt ja von der Kunst nicht Statik, sondern Dynamik, nicht Harmonie und Schönheit im Sinne des klastischen Ideals, sondern im Gegenteil d i e Bewegung des Fanatismus, das Exzentrische, die Atomzertrümmerung um ihrer selbst willen. Und man muß es dem Kriege schon lassen — dynamisch ist er. Und zertrümmern tut er auch! Die Logik Marinettis ist also gar nicht so ohne, zumal jein Futurismus infolge Nahrungsmangels schon bedenklich aus der Mode gekommen war und eines äußeren Auftriebes dringend bedurfte. Aus England kam jüngst eine galante Nachricht. In einer medizinischen Zeitschrift wurde nämlich von einer vor kurzem in den Vereinigten Staaten durchgeführten Untersuchung berichtet, in der man den Jntelligenzgrad bei durchschni11 - l i ch begabten Kindern festzustellen bemüht war, um zu sehen, ob der Geschlechtsunter- schied auch das Gehirn und dessen Tätigkeit beeinflußt. Bei diesen Jntelligenzprüfungen nun, deren Opfer 500 Kinder normal veranlagter, aber auch geistig besonders hochstehender Eltern waren, wurde herausgefunden, daß die Mädchen gegenüber . den Knaben ein um etwa 20 Prozent höheres ■ Jntelligenzniveau aufweisen. Zum Trost der Herren der Schöpfung sei aber verraten, daß unter der männlichen Jugend mehr große Einzelbegabungen (freilich auch mehr außergewöhn- : lief) Minderbegabte) heranwachsen, als unter den ■ Mädchen, die jedoch angeblich über eine bessere : Durchschnittsbegabung verfügen. Gegen das Verfahren selbst ist nichts einzuwenden, i sobald es sich seiner natürlichen Begrenztheit bewußt bleibt und nicht bloß mit schematischen Frage- : bogen arbeitet. Ob man auf diesem Wege, der die • späteren Einwirkungen und Erleuchtungen in der i Entwicklung naturgemäß ganz außer acht lassen i muß, überhaupt zu einem entscheidenden Urteil ge« > langen kann, erjcheint uns allerdings als höchst zweifelhaft, besonders da solche Jntelligenzprüfun- i gen mit dem Vorhandensein einer „Normal"-Jnte(- Kellermeisters hat etwas Geheimnisvolles: der Vorgang des siedenden, keimenden und schwellenden Weines ist das Gleichnis der Verwandlung. Auf einer Leiter klettere ich an einem der rumorenden Fässer empor: oben im Spundloch sitzt ein Ventil von Steingut, das die Gärdünste entweichen läßt. Ein warmer Gasstoß rauscht ins Gesicht, so daß ich zurückfahre, lieber die Fässer ergießen sich die Schwaden der Kohlensäure, die am Boden des Kellers zusammenrinnen und von einem elektrischen Sauger weggeschlürft werden. Ein solcher Keller kann seine sechshunderttausend Liter fassen. Das ist ein ganzer See, auf dem man mit einem Boot herumruoern konnte. Diese Fluten sind aber gewiß nur ein Teil der Deidesheimer Weinströme. Der Kellermeister sagte mir einen weinfeuchten Vers von Scheffel, der „Weinkehle" auf „Lein- höhle" zu reimen wußte, und als ich denn einen Schluck „Leinhöhle" getan hatte, war ich mir darüber klar, daß Scheffel kein schlechter Kenner war. Ich war nun bald auch davon überzeugt, daß der Deidesheimer „H e r r g o 11 s a ck e r" für Leute aus Askalon kein übler Ruheplatz ist. Aber das beste Nirwana für Weintrinker schien doch die Deidesheimer „Maushöhle" zu sein: wer dahin fährt, Der- gißt die Welt. Da es aber noch andere Weine auf dieser Welt gibt, tauchte ich aus dem kühlen Reich der Fässer wieder empor ins Herbstlicht und durchschlenderte kreuz und quer das weingesegnete Städtchen. Singende Winzerinnen mit weißen Kopftüchern kamen mit Weidenkörben, darin sie Trauben trugen, aus ihren Weinbergen. Und sie gingen alle durch einen alten Hof, über dem auf einem Schild der Name einer Bank geschrieben stand. Im Hof der Bank hielten viele mit Fässern beladene Fuhrwerke. Und blaugeschürzte Küfer waren damit beschäftigt, sie zu entleeren, Trauben zu keltern, Most abzufangen, Fässer, Weine, Mädchen, Trauben und Küfer schienen der Bank zu gehören. Und so sagte ich mir: diese da, Schutzgeist der Weinberge, haben ihr Kapital verflüssigt! Sie haben Reben gepflanzt und Trauben geschnitten. Mögen sie Gold ernten ... für ein großmächtiges Faß voll würde. Da muß er ja lächeln, denn die Vorstellung erheitert ihn sehr. Aber als er dann vor seiner Haustür steht, ist er wieder ernst geworden, denn es ist ihm auch dabei eingefallen, wieviel Sorge und saure Arbeit sich um dieses Faß gemüht hat, um dieses Faß und um jedes Faß in ganz Deutschland Jahr für Jahr... und daß die, welche Den Wein trinken, nicht bloß an sich selber denken sollen beim Trinken, sondern auch an jene, welche den Weinberg gepflanzt und gepflegt, die Traube gepflückt und gekeltert haben; und daß es ein weiter und mühseliger Weg gewesen ist vom Rebstock im Wingert bis zur Flasche und zum Glas auf dem freundlich gedeckten Tisch. hth. nellen- sachten 3tl.Se« Ent« bis 30 sieben, g. unt. d.G.A, aber -3000 cht.Die bohen &tbr. ■ uxvttt i.O, it ebü. rtbroert M. t. 3 bis eg. gute Venn. , Sckr. 6019 D Ngenz rechnen, die z. B dem Geheimnis des Genies gegenüber vollkommen machtlos ist. * In einigen pommerschen Landkreisen sind Wettbewerbe zur Ermittlung der schönsten und am besten gehaltenen Dorf st raßen veranstaltet worden — ein erfreuliches Zeichen dafür, daß die staatliche Werbetätigkeit für Denkmalspflege und Heimatschutz immer weitere Gebiete ergreift. In demselben lobenswerten Bestreben, die ihm anvertraute Stadt vor weiterer Verhaßlichung durch den Geschäftsgeist zu schützen, ist dem Bürgermeister der braunschweigischen Stadt Schöningen eine originelle Idee gekommen. Er beauftragte drei Bürger aus verschiedenen Berufsschichten damit, e i n „Sündenregister d ir s Stadtbildes" aufzustellen, das alles enthalten sollte, was ihnen bei dem täglichen Gang durch die Straßen des Städtchens als anstoßerregend und verbesserungsbedürftig auffiel. Ein auf Grund dieser Beobachtungen einberufener Ausschuß hatte dann in engster Fühlung mit den beteiligten Hausbesitzern über die Mittel zu beraten, die zur Beseitigung der gemeldeten Miß- stände geeignet wären. Das ist praktischer Heimatschutz, der konsequent durchgeführt, sehr wohl dazu führen könnte, die gesamte Bürgerschaft für die Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Stadt zu interessieren und das Gefühl dafür zu wecken, daß in einem wohlgeordneten Gemeinwesen jeder einzelne für die gedankenlose Minderung des überkommenen Erbes mitverantwortlich zu machen ist. So war es Jahrhunderte hinöllkch, und so kann es auch in Zukunft werden, wenn das sittliche Gebot „Gemeinnutz geht vor Eigennutz", dessen Nichtbefolgung die deutsche Stadt zu einem beziehungslosen Durcheinander gemacht hat, erst wieder zum ordnenden Prinzip auch des städtischen Bauwesens geworden ist. * Welche Bücher bevorzugt der heutige Amerikaner? Eine Statistik, die unlängst im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel erschienen ist, berichtet über die Absatzziffern von 65 Büchern, die an der Spitze stehen. Da gibt es denn einige lieber- raschungen. Zunächst die, daß dem fortschrittlichen Bürger im freien Amerika die alten Autoren entschieden mehr zusagen als die neueren: Feins von den meistgelesenen Büchern ist nach dem Weltkriege erschienen! Ueberraschend ist weiter, daß der sonst so freisinnige Yankee eine besondere Vorliebe für religioje Bücher bekundet, wobei von den vierzehn Millionen Bibeln und 22 Millionen Neuen Testamenten (in den letzten 60 Jahren) gar nicht einmal die Rede sein soll. Dann folgen in der Gunst des lesenden Publikums die Bücher sentimentalen Inhalts, die dem rücksichtslosen Geschäftsgeist des modernen Amerikanertums offenbar als seelischer Ausgleich dienen. Daß schließlich Mark Twain, Jack London, Zane Grey, Sinclair Lewis und des Obersten Lindbergh „Wir" nicht zu kurz kommen, versteht sich von selbst. Auch nach den Gründen für diese Sympathien brauchen wir nicht lange äu fragen. Ein amerikanisches Fachblatt gibt diese Antwort: „Die Amerikaner wollen nichts, was sie zu anstrengender geistiger Tätigkeit zwingt, denn Be haben mehr Neigung für Glauben und leichte nterhaltung als für das, was die moderne Welt wissenschaftliches Verständnis nennt". Daß hier Glauben und leichte Unterhaltung in denselben Topf geworfen werden, läßt ja tief blicken, aber es ist „amerikanisch". Mussolinis Taktik. Don unserem römischen E..Korrespondenten. Rom, Mitte Oktober. Die große Sensation: Der Krieg ist noch nicht ausgebrochen! Warum weigerte sich der italienische Ge- sandte in Addis Abeba, das Land zu verlassen, trotzdem ihm die Pässe zugestellt wurden? Warum setzte er seiner gewaltsamen Entfernung Widerstand entgegen, wie die abessinische Polizei wissen will, und begann sich in seinem Hause zu verschanzen? Weil sich Italien mit Abessinien nicht in Kriegszustand befindet. Wer hat jemals etwas von einem Ultimatum gehört? Von einer Kriegserklärung? Das müßte doch alles erst einmal vorausgehen. Warum kämpfen die Abessinier nicht, sondern gehen mit Roß und Wagen ins italienische Lager über? Warum entbietet der Schwager des Negus und Kronprätendent Hailö Selassiö Gugsa dem Abgesandten des Königs Viktor Emanuel Gruß und Freundschaft? Warum steht der äthiopische General in vollem Waffenschmuck vor dem italieni- schen Generalissimus De Bono und nimmt mit ihm die Parade ab? Warum werden in Adua italienische Schulen eingerichtet, Brot verteilt, Sklaven befreit? Warum überbringt der Bischof von Aksum feier- lich die Schlüssel der heiligen Stadt, singt und jubelt das Volk? Weil Italien nicht als Eroberer kommt, sondern als Befreier. Das ist die neueste Wendung in dem italienisch- abessinischen „Konflikt". Mit einem Schlage hat sich das Bild gedreht, der Schlüssel für das ganze unselige Mißverständnis, das Genf so viel Kopfzer- brechen machte, ist gefunden, in allen Leitartikeln der römischen Presse wird die zum Wohle der Menschheit erfolgende zivilisatorische Befreiungs- und Befriedungsaktion ins Licht gerückt. Für den nüchternen Beobachter klafft ein unüberbrückbarer Abgrund zwischen Genf und Rom, zwischen der italienischen und nicht- italienischen Presse, zwischen Schein und Wirklich- leit. Würden sich bloß die Heeresberichte und Kriegsartikel widersprechen, United Press und Ste- fant! Aber es ist so, daß man sich an den Kopf greift und der Mann auf der Straße „non capisce piü niente", überhaupt nichts mehr ver- st e h t. Haben nun die Kanonen wirklich gebrüllt ober geschah das bloß im Tonfilm? Wenn die Abessinier überglücklich über den italienischen Einmarsch sind, warum freut man sich nicht auch in Genf, beim Völkerbund, der jetzt hier nicht mehr Societä delle Nazioni heißt, sondern Societä delle Sanzioni? Hat er nicht das Völkerglück auf feine Fahnen geschrieben? Warum will er nun, jede menschliche Solidarität vergessend, die Unterdrücker bewaffnen gegen die Unterdrückten, die Barbarei gegen die Kultur verteidigen, ohne die Spur von Mitleid für dieses Land von Sklaven, Gequälten, zu Seuchen und Hungertod Verurteilten? (So steht das in der Zeitung.) Und weiter, wörtlich: „Wenn man bedenkt, daß sich das Befreiungswerk in ganz kurzer Zeit unter geringer Mühe vollbringen ließe..Das heißt, wenn man Italien machen ließe, statt es mit Gewalt daran zu hindern, Der Wissenschaft und der Geschichte zu bienen, indem es das hoye Ideal der G"rechtigkeit und Humanität verwirklicht! Wer kommt da noch mit? Nun, des Rätsels Lösung ist, daß Italien sich als gelehriger Schüler Englands zeigen und das ersehnte Land „von innen her- aus" erobern möchte. Wie war es doch in Indien, in Aegypten und so weiter? Wie machen es die Franzosen in Marokko, Algier und Tunis? Scheinkönige und Scheinsultane, Maharadschahs und Emirs und Beis können -viel wirksamer sein, vor allem auf die Dauer, als Maschinengewehre. Schon vor Monaten haben die Franzosen Mussolini den guten Rat gegeben, sich doch Marokko als Beispiel zu nehmen, er könne dann ohne Schwertstreich zu seinem Ziele kommen. Damals fand der Vorschlag wenig Verständnis in Rom, denn England hatte sich noch nicht in Harnisch geworfen, man glaubte mit Abessinien allein fertig zu werden, nur gestützt auf das Militär. Inzwischen ist manches vorgefallen, was ein Realpolitiker wie Mussolini nicht übersehen kann. Es märe eine Leichtfertigkeit, große Möglichkeiten, wie sie durch die freiwillige oder nahezu freiwillige Unterwerfung wichtiger Stämme und einflußreicher Häuptlinge gegeben scheinen, außer Acht zu lassen. War Macchiavelli nicht ein Italiener? Wie lautete die weiseste Formel der altrömischen Staatskunst? Divide et impera! Manche werden darin nun freilich ein letztes 23er- zweiflungsmanöver erblicken, das unter dem Druck der britischen Flotte und der Genfer Sanktionen eingeleitet werden soll; sicherlich fehlt es nicht an Zivilstrategen, die eine Verschleierungstaktik wittern, um die Abessinier in Sicherheit zu wiegen, während sich die Divisionen zangenartig vorschieben; gleichviel, nur der Erfolg ist ausschlaggebend. Mit jedem gefügigen Stamm sichert sich Mussolini jedenfalls für die Friedensverhandlungen einen Stein im Brett. Und zunächst eine nicht zu unterschätzende Waffe im Kampf gegen den Völkerbund, denn es kann nicht ausbleiben, daß das unter italienischer Schutzherrschaft stehende abessinische Gebiet eines Tages nach Genf schreiben wird, es sei mit seinem Schicksal recht zufrieden. Oie Japaner in Brasilien. Von sachverständiger Seite wird uns der folgende interessante Beitrag zur Verfügung gestellt: Seit die Vereinigten Staaten durch strenge Einwanderungsgesetze den Zuzug in dieses frühere Reservoire für alle Länder mit überschüssiger Bevölkerung gesperrt haben, ist vorzüglich Brasilien mit seinen weiten, wenig dicht bevölkerten und wirtschaftlich fast noch unerschlossenen Gebieten bas Haupteinwanderungsland geworden. Aus der brasilianischen Einwanderungsstatistik kann man die auch weltpolitisch interessante und bedeutsame Tatsache ablesen, welche großen Länder nach dem Kriege nicht mehr in der Lage sind, ihren Bevölkerungüberschuß selbst zu ernähren, und die ihn deshalb an fremdes Volkstum abgeben müssen. Die an der Spitze stehende portugiesische Einwande- rung fällt natürlich nicht unter diesen Gesichtspunkt, da sie durch den alten politischen Zusammenhang zwischen Brasilien und die Gemeinsamkeit der Sprache bedingt wird. Nach Portugal stehen jedoch Japan, Italien und Deutschland in vorderster Reihe der brasilianischen Einwanderung, also die drei Großmächte, denen der Rahmen der politischen und wirtschaftlichen Weltgestaltung nach dem Kriege zu eng geworden ist und die deshalb zu der friedlichen Ausdehnung der Auswanderung genötigt sind, solange dieser Rahmen nicht, sei es durch Krieg, wie es Japan in China und Italien jetzt in Abessinien unternimmt, ober durch eine Neuordnung des Anteils an Kolonisation und Rohstoffgebieten, wie es Deutschland anstrebt, gesprengt wird und eine gerechtere Befriedigung aller Bedürfnisse verbürgt. Für den brasilianischen Staat bildet die portugiesische, deutsche und italienische Einwanderung kein besonderes Problem, da sie auch bei Beibehaltung ihrer Gewohnheiten, Sitten und Sprache, besonders bei geschlossener Siedlung, im allgemeinen in der zweiten Generation Mit dem Lande staatsbürgerlich verwächst und einen nach jeder Richtung befriedigenden Zuwachs an Volkskraft darstellt. Anders verhält es sich mit der japanischen Einwanderung, die besonders nach dem großen Erdbeben vom, Jahre 1923, das weite Landstrecken in Japan verwüstete, einen so großen Umfang angenommen hat, daß die „gelbe Gefahr" heute in Brasilien, wie einst in Nordamerika vor den Ein» Wanderungsgesetzen, eine der großen politischen Diskussionsfragen geworden ist. Allein im Jahre 1933 sind 3573 japanische Familien, wohlgemerkt F a - mitten, nicht Personen, und 1934 3275 Familien in Brasilien angesiedelt worden; allein im Staate Sao Paulo leben heute 150 000 Japaner und von den 86 000 Kaffeepflanzungen sind 4,79 Prozent in japanischen Händen, was zeigt, daß es sich nicht nur um Einwanderung japanischer Arbeitskräfte, sondern auch japanischen Kapitals handelt. In der Tat ist gerade die Einwanderung nach Brasilien von der japanischen Regierung planmäßig gefördert und organisiert worden, vor allem durch Gründung des „Amazonischen Instituts" im Jahre 1930, das sich in der Nähe von Tokio befindet und in dem die Schüler besonders für die brasilianischen Verhältnisse v o r g e f ch u l t werden. Gerade in den letzten Monaten hat eine Kommission von japanischen Wirtschaftlern ganz Brasilien bereift, um im Zusammenhang mit der Einwanderungsfrage auch die wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen zwischenJapan und Brasilien auf eine breitere Basis zu stellen. Es handelt sich dabei neben der Förderung der brasilianischen Baumwollausfuhr nach Japan, die schon so stark geworden ist, daß z. B. im Staat Sao-Paulo die Baumwollkultur die althergebrachte Kaffeepflanzung zu verdrängen beginnt, in der Hauptsache um die Erschließung der großen Manganerzvorkom- men, die man im Staat Bahia gefunden hat. Das japanische Syndikat der Banken, Werften und der Metallindustrie ist an Brasilien mit dem Angebot einer Anleihe von 100 Millionen Pfund Sterling herangetreten, das die Grundlage für eine sehr enge wirtschaftliche und bei Ausdehnung auf den Schiffsbau und die Rüstungsindustrie auch politische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern finden würde. Die Annahme oder Ablehnung dieses großzügigen Plans, dem man sicherlich auch in London und Washington mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, steht nun stimmungsmäßig stark unter dem Einfluß der sehr widerspruchsvollen Beurteilung der japanischen Einwanderung in Brasilien selbst. Die brasilianische Regierung hat unter dem Druck des Schlagworts von der „gelben Gefahr" im letzten Jahre ein Einwanderungsgesetz erlassen, das dem der Vereinigten Staaten nachgebildet ist, aber nicht streng durchgeführt wurde. Begünstiger der japanischen Einwanderung sind im allgemeinen die Landbesitzer, die erklären, ohne die arbeits» same, sparsame und nüchterne japanische Arbeiter- jchaft nicht auskommen zu können. In der Tat sind die Anforderungen der brasilianischen Landwirtschaft nach japanischen Arbeitskräften größer als das Angebot; so wurden im Jahre 1933 8200 Familien angefordert, während nur 3800 zur Verfügung standen. Diejem rein wirtschaftlichen Gesichtspunkt setzt sich das auch in Brasilien erwachende R a s s e g e- j ü h l entgegen, das insbesondere gegenüber der asiatischen Einwanderung feststellt, daß sie im neuen Volkstum nicht aufgeht, sondern, wie sich der bekannte brasilianische Soziologe und Historiker d'Oliveira Vianna ausdrückt „unlöslich wie Schwefel" ist und in den verschiedensten Landesgegenden richtige „Sackgeschwülste" bildet. Der an dieser Frage entbrannte Rassestreit hat indessen auch andere Meinungen auf den Plan gerufen, die die für Brasilien nicht sehr schmeichelhafte und zukunfts- jrohe Theorie vertreten, daß es wie einst das mongolische und türkische Asien von seinem Schicksal und seiner Natur dazu bestimmt sei, ein „Schmelz- lieget aller Rassen" zu werden. Die Verbindung der Einwandererfrage, besonders der japanischen, der in ihr liegenden rassemäßigen, soziologischen und staatlichen Probleme, mit den wirtschaftlichen Nützlichkeitserwägungen und Vorteilen, die sich aus dem japanischen Angebot einer engen Zusammenarbeit ergeben, wird in der nächsten Zeit der Hauptgegenstand der brasilianischen Politik sein. Er ist auch für die Weltpolitik von größter Bedeutung; einmal, weil sich damit entscheidet, ob das japanische Expansionsbedürfnis hier ein Ventil finden wird und sich damit die internationale Spannung im Fernen Osten und b*em pazifistischen Raum verringert; des weiteren wird die Diskussison der brasilianischen Rassenfrage kennzeichnend dafür sein, wie weit die neuen Erkenntnisse und Anschauungen in Völkern lebendig geworden sind, die von Kolonien zu einem eigenen Volkstum erwachsen sind und aus weiteren Rassenvermischungen eine Gefährdung ihres nationalen Lebens befürchten müssen. Schwierigkeiten der Kriegsberichterstattung. Von Dr. Friedrich Bubendey, ehem. Offizier-Kriegsberichterstatter der Obersten Heeresleitung. In Abessinien ist Krieg. Millionen und aber Millionen von Händen in aller Herren Länder greifen täglich zur Zeitung, um d i e neue st en Nachrichten vom Kriegsschauplatz zu lesen und sich über den Fortgang des blutigen Ringens an beiden Fronten unterrichten zu lassen. Aber die Erwartungen der Leser werden meistens enttäuscht. Aus den amtlichen und nichtamtlichen Quellen tröpfelt es nur, gleichsam als wolle dieser Mangel an Nachrichten das spärliche Fließen abessinischer Wasserstellen versinnbildlichen. Irgendetwas, so denkt der verwohnte Zeitungsleser von heute, ist da nicht in Ordnung. Womöglich schiebt er die Schuld gar den Berichter st attern zu, die auf den Kriegsschauplatz geeilt sind. Er tut ihnen bitter Unrecht! Denn wenn jemand daraus erpicht ist, von sich hören zu lassen, dann der Kriegsberichterstatter! Die Frage aber ist: hört und sieht er selbst etwas? Und wie kann er das Gehörte und Gesehene auf dem schnellsten Wege der Welt vermitteln? Eine Antwort auf diese Fragen wie überhaupt einen Einblick in den Zusammenhang von Kriegsschauplatz und Berichterstattung gewinnen wir am besten, wenn wir uns über das Wesen, über die Träger und über die Möglichkeiten der Kriegsberichterstattung klar werden. Das Wesen der Kriegsberichterstattung besteht erstens in der Uebermittlung von Nachrichten, zweitens von Schilderungen über die Vorgänge an und hinter der Front, und drittens in rückblickenden Zusammenfassungen größerer Zeit- und Kampfabschnitte. Das erste, was wir erwarten und erhalten, ist die Nachricht vom Kriegsschauplatz, der Tatsachenbericht, der uns meldet, ob ein Vormarsch angetreten ist, ob eine Kampfhandlung ftattgefunben hat, wer Sieger wurde, ob Städte ober Plätze erobert, Gefangene und Kriegsbeute gemacht wurden. Diese Nachrichten sagen uns also, was geschehen ist. Den Nachrichten folgen die Schilderungen von den Kampfhandlungen und den Begebenheiten im Hintergrund. Sie sind unmittelbare ober mittelbare Einbrücke ber Geschehnisse. Sie ergänzen bie Nachricht, vervollständigen sie, runben sie ab unb geben uns überhaupt erst einen Einblick in bie kriegerischen Ereignisse, in bie Haltung unb Stimmung ber Truppen, über bie Größe bes Sieges ober ber Nieberlage, und erlauben uns eine gewisse Beurteilung über den möglichen Fortgang des Kampfes, was uns die Nachricht noch nicht gestattet. Diese Schilderungen, die aufzeigen, wie alles geschehen ist, besitzen vor den Nachrichten also einen großen Vorzug unb werben vom Leser „verschlungen", weil erst sie ihn ben Krieg, wenn auch aus ber Ferne, miterleben lassen. DieRückblicke über größere Zeit- unb Kampfabschnitte finb zusammenfassenbe Berichte von mehreren, wichtigen Kampfhandlungen, bie bereits von einer höheren Warte aus ein Bilb ber strategischen Kriegslage vermitteln. Diese Berichte erklären uns das warum der Vorgänge. Oft sind sie schon Vorläufer der späteren Kriegsgeschichte. Die T r ä g e r der Kriegsverichterstattuntz sind einmal die Heeresleitungen, dann die auf den Kriegsschauplatz entsandten Zeitungs- b e r i cf) t e r ft a 11 e r unb enblich bie Kriegsteilnehmer selbst. Welche Fülle bester Kriegsberichte uns in ben Felbpostbriefen unserer Kämpfer im Weltkrieg beschert würbe, ist bekannt. Auf ber Gegenseite hat es biefe Träger der Berichterstattung ebenfalls gegeben. Diese Berichte ber Kriegsteilnehmer jinb beshalb bie besten, weil sie unmittelbar, lebendig und wahr« heitsgetreu finb. Allerbings finb sie aus bem Blickfelb bes Einzelkämpfers heraus geschrieben und ermangeln baher des Ueberblicks, dessen wir zum Verständnis der Kriegslage bedürfen. Gleichwohl sind sie begehrte Mosaiksteine, aus denen sich das Gesamtbild zusammensetzen läßt. Den zum Kriegsschauplatz entsandten Vertretern der großen Nachrichtenbüros und Zeitungsoerlage fällt Die berufliche Aufgabe zu, vom Krieg zu berichten. Diese Aufgabe ist ungemein schwer! Könnten sich diese beruflichen Kriegsberichterstatter wirklich auf bem Kriegsschauplatz ungehindert unb frei bewegen, sie würben uns Berichte liefern, an benen wir unseren Wissensburst vollauf stillen könnten. Aber biefen beruflichen Kriegsberichterstattern jinb zwei große Schranken gesetzt. Einmal burch bie Tatsache, baß es eben i h r Beruf ist, zu be- richten. So sehr es nämlich einer Zeitung willkommen fein muß, baß ihr Berichterstatter so weit wie möglich „nach vorn" kommt, so wenig barf sich ber Berichterstatter ber Gefahr aussetzen, verwunbet ober gar getötet zu werben. Denn bamit fänbe bie Berichterstattung ihr ungewolltes Enbe. Der Zeitungsberichterstatter muß sich seinen Lesern e r - halten! Diese Pflicht engt bie Berichterstattung stark ein. Zum anberen finb biefe Berichterstatter oft bie „Gefangenen" ber Heeresleitung, in beren Hauptquartier sie weilen. Es braucht nicht umständlich beschrieben, sondern nur daran erinnert zu werden, warum manche Heeresleitung ein so wachsames Auge auf die Kriegsberichterstatter haben muß, und warum es der Heeresleitung am liebsten ist, wenn bie Zeitungsvertreter nur bas schreiben, was ihnen in bie Feber biftiert wirb. Der Kriegsberichterstatter leibet selbst unter biesem „Diktat" unb mit ihm ber — Leser! Auch bie Zensur, ber ein Kriegsberichterstatter alle Berichte vorlegen muß, macht oft aus einem umfangreichen spalten- langen Aufsatz eine — Kurzgeschichte. Der britte Träger ber Berichterstattung ist bie Heeresleitung. Sie gibt entroeber den Nachrichtenbüros Einzelberichte, deren Wortlaut amtlich festgelegt ist. Selten überschreiten diese Berichte den Umfang einer Nachricht. Anders bei den Rückblicken über größere Zeit- unb Kampfabschnitte, beren Verfasser entroeber schriftstellerisch befähigte Generalstabsoffiziere ober besonbere nichtmilitärische 23er- trauensperjonen sind, denen dann die notwendigen amtlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Der Weltkrieg hat auf der deutschen Seite zu diesen eben geschilderten drei Trägern der Berichterstattung noch eine vierte, völlig neue Gattung von Kriegsberichterstattern gestellt: Es waren die „Offizier - Kriegsberichter st atter", amtlich OKB. abgekürzt. Ihre Tätigkeit kann hier nur kurz gestreift werden. Es war der als Roman- dichter und Kriegsschriftsteller bekannte Major der Reserve Walter Bloem, dem als Leiter der „Feldpressestelle im Generalstab des Feldheeres" in Charleville die Einrichtung dieser Offizier- Kriegsberichterstattung zu danken ist. Diese Offizier- Kriegsberichterstatter waren Frontofsiziere, also Soldaten, und, da beruflich in der Presse vorgebildet, zugleich Zeitungsfachmänner und somit besonders für die Kriegsberichterstattung geeignet, da bei ihnen die zwei oben geschilderten Einschränkungen, denen die zivilen Kriegsberichterstatter unterliegen, fortfielen. Selbstverständlich aber unterstanden auch die Offizier - Kriegsberichterstatter der Zensur, und zwar der der Nachrichtenoffiziere der Armee, deren Stabe sie zugeteilt waren. lieber die Möglichkeit der Kriegsbericht- erftattung können wir uns kurz fassen. Sie geschieht brieflich (Feldpostbrief, Zeitungsbericht) ober . über ben Draht als Ferngespräch ober Fern- f melbung. Heute, wie wir gelesen haben, auch durch Funkmeldung. Die Möglichkeit aber, Berichte über den Draht oder Funk weiterzugeben, ist sehr beschränkt, da meist alle Fernleitungen von ber Heeresleitung und ihren Dienststellen beschlagnahmt sind. So sind die beruflichen Kriegsberichterstatter auch auf diesem Gebiet auf das Wohlwollen der Kommandostellen angewiesen. Die deutschen Offizier- Kriegsberichterstatter waren auch hier im Vorteil, da ihnen der Weg über bie Dienstleitungen bis zum Großen Hauptquartier (Fernschreiber) unb bamit zum Vertreter bes beutschen telegraphischen Nachrichtenbüros jeberzeit offenftanb. Wie weit unb schwer ber Weg einer Nachricht | ober eines Berichtes vom Kriegsschauplatz bis zum I Tisch bes ßefer^ift geht aus biefen Ausführungen hervor. Wenn wir nun noch die fast unvorstellbaren Schwierigkeiten, bie der afrikanische Erdteil und das Wüstengebiet Abessiniens bilben, hinzurechnen, so kann es uns nicht wundern, warum bisher nur so unvollständige unb wiberspruchsvolle Berichte über ben italienisch-abessinischen Krieg zu uns gelangten. Wir können nur hoffen, daß es sich in Zukunft bessert. Italienischer Passagierdampfer durch Feuersbrunst vernichtet. Der 13 000 Tonnen große italienische Passagier- bampfer „Ausonia" fiel am Freitagvormittag vor ber Einfahrt in den Hafen von Alexandria einer Feuersbrunst zum Opfer. Der Brand wurde durch zwei heftige Explosionen an Bord des Schiffes verursacht, die so laut waren, daß man sie in der Stadt anfänglich für Kanonenschüsse hielt. Das Feuer verbreitete sich mit Windeseile über das ganze Schiff, das bald in hellen Flammen stand. Durch das entschlossene Eingreifen der Besatzungen der im Hafen liegenden britischen Kriegsschiffe konnten die von panischem Schrecken befallenen Passagiere gerettet werden; lediglich ein Todesopfer ist zu beklagen. Zwei Mitglieder der Schiffsbesatzung wurden schwer verletzt. Während des Brandes drängten sich Zehntausende von Neugierigen am Ufer unb verfolgten mit gespannter Aufmerksamkeit bas unheimliche Schauspiel. Zur Zeit ist bas Schicksal ber „Ausonia" noch ungewiß. Das Schiff ist vollstänbig ausgebrannt unb gleicht einem qualmenben Haufen von verrostetem unb glühenbem Eisengestänge. Vor der Alexandriner Hafenbehörde finden gegenwärtig Besprechungen der zuständigen Stellen statt, in denen entschieden wird, ob das nicht mehr ver- wendungssähige Wrack versenkt werden soll. An der Unglücksstelle vor der Hafeneinfahrt beträgt die Meerestiefe 13 Meter, so daß man bas Wrack unter Umständen abschleppen müßte. Bei bem vernichteten Dampfer hanbelt es sich um ein den regelmäßigen italienischen Liniendienst zwischen Trieft— Haifa unb Alexandria versehendes Schiff. Das Unglück wurde durch eine Keffelerplosion verursacht. Die verletzten Mitglieder der Besatzung sind auf einem im Hafen liegenden englischen Hospitalschiff untergebracht worden. Sämtliche Passagiere finb unversehrt geblieben. B*' MagenbeschwerdenuSodbrennen Bullrich-Salz ZÜ UHfhselnisijchimM^, Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse/Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfa ti- gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Neues Gesetzgebungswerk -er Reichsregierung mit unmacht, wenn der andere Verlobte unfruchtbar ist, jo Kinder aus der Ehe nicht erwartet werden innen. t sehr । i der tana offensichtlich in Die Direktion. 6O64D hier man» : der der Feld, izier. izier« alfo vor« ner ttung lerten iricht« ndlich iricht- chten« iaren. richt» hieht oder durch -richte sagier« ,g not einer mürbe d der unsre hielt. >er das erforderlichen Vorschriften im Einvernehmen dem Reichskriegsminister. inne des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nach- ruchfes leidet. Eine Ausnahme wird lediglich dann Um die Weltmeisterschaft im Schach. Im Schachweltmeisterschaftskampf zwischen A l j e ch i n und Euwe wurde in Utrecht die 7. Partie begonnen. Aljechin hatte die weißen Steine, Euwe verteidigte sich französisch. Aljechin behandelte die Eröffnung sehr originell und riskant. Da aber Euwe etwas zu vorsichtig spielte, unternahm Aljechin einen starken Angriff und gewann zwei Bauern. Die Partie wurde nach 40 Zügen abgebrochen und sollte am nächsten Tage fortgesetzt werden. Euwe gab aber ahne weiteres Spiel die Partie auf. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 4, Euwe 1, remis 2. 100 OOO rNark-Gewinn gezogen. In der 1. Klasse der 46. (272.) Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wurde auf die Nummer 3 9 9 4 9 8 ein Gewinn von 10 0 0 0 0 Reichsmark gezogen. In der ersten Abteilung fallen die Gewinne auf Achtellose nach Altona, in der zweiten auf Viertellose nach Bayern. Universitätsprofessor in Brünn von einem Geisteskranken erschossen. Der Leiter der psychiatrischen und neurologischen Landesklinik beim Brünner Landeskrankenhaus Universitätsprofessor Dr. Hubert Prohaska wurde von dem 36jährigen Angestellten der Arbeiterunfalloersicherung Mojmir Resa erschossen. Rosa, der g e i st e s k r a n k ist, war vor kurzem in stand, kungen allencn ich. ein In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß ein Teil der Beamten sich unverschuldet in einer Notlage befindet, aus der sich der einzelne durch eigene Kraft nicht zu befreien vermag. Die Ueberführung dieser Beamten in geordnete wirtschaftliche Verhältnisse ist auch staatspolitisch von großer Bedeutung. Die Durchführung einer Entschuldung kann nur mit Mitteln stattfinden, die die Beamten selber aufbringen. Der Reichsbund der Deutschen Beamten und der BNSDJ. haben für ihre Mitglieder diese Aufgabe übernommen. Bei den Kreiswaltern des Reichsbundes der Deutschen Beamten sind Entschuldungsstellen gebildet worden aus ehrenamtlich tätigen und zur Verschwiegenheit verpflichteten Beamten. Diese prüfen die Anträge der verschuldeten Beamten und verhandeln mit den Gläubigern, um im Einverständnis mit beiden Parteien E n t s ch u ld u n g s p l ä n e aufzustellen. Sie vertreten außerdem, wo es notig ist, eine Umschuldung. Bei der Umschuldung tritt an die Stelle des oder der abzufindenden alten Gäubiger ein Geldgeber, der das Darlehen zu mäßigen Zinsen und tragbaren Rückzahlungsraten gewährt. Dieser Plan läßt sich nur durchführen, wenn den Gläubigern ausreichend Sicherheit geboten wird durch Abtretung des Dien ft einkommens in Hohe der monatlichen Raten, der Zinsen und gegebenenfalls eine Lebensversicherungsprämie, durch Abtretung einer Lebensversicherungspolice oder Gewährung anderer gleichartiger Sicherungen für den Todesfall, ferner durch Bürgschaft des Reichsbundes der Deutschen Beamten für die Fälle, in denen der Beamte im Dienststrafverfahren aus dem Dienst entfernt wird oder freiwillig aus dem Dienst ausscheidet. Da ein Teil der Beamten durch landesgesetz' liche Vorschriften an der Abtretung eines Teiles des Diensteinkommens gehindert war. konnten diese Beamten nur unter großen Schwierigkeiten und ungünstigen Bedingungen ein Darlehen aufnehmen. Die Grenze von 1200 Mark ist festgelegt worden, um den Beamten auch zu gestatten, einen Teil der unter der allgemeinen Pfändungsgrenze liegenden ^Bezüge abzutreten und so die Beamten des unteren Dienstes in die Entschuldung einzubeziehen. Hier und da vermögen Beamte auch bei Abtretung von Dienstbezügen, die innerhalb der Pfändungsgrenze von 1800 Mark liegen, ohne Gefährdung des nötigen Lebensunterhalts auszukommen, wenn sie in ländlichen Bezirken eine kleine Landwirtschaft betreiben, im eigenen Hause wohnen oder Kinder zu den Kosten des Haushalts beitragen. Das Jngenieurkorps der Lustwaffe. lahmt statter n der Mr- orteil, n bis ib da» zischen ichricht 5 zum ungen [baren ib das en, so nur so » über mgten. Zukunft snöglichen. Die großen nationalen Aufgaben, |t die Reichsregierung bei der Finanzierung der lnbeitsbeschaffung zu lösen hat, können nur dann hiöältigt werden, wenn auch die Staatsbanken k einheitlichen Führung der Reichsregierung . Lstehen. Das Gesetz gibt hierfür die Grundlage. Das Gesetz über das Jngenieurkorps der Luftwaffe legt fest, daß derjenige Angehöriger des Jngenieurkorps der Luftwaffe werden kann, der die Bedingungen zur Aufnahme in das Beamtenverhältnis der Luftwaffe erfüllt und den vom Reichsminister der Lustfahrt festzufetzenden technischen und militärischen Anforderungen entspricht. Die Angehörigen des Jngenieurkorps der Luftwaffe find Angehörige der Wehrmacht und unterliegen den Bestimmungen über die Dienst- und Rechtsverhältnisse der Beamten der Lustwaffe. Das Gesetz regelt das Beamtenverhältnis der Angehörigen des Jngenieurkorps der Luftwaffe und überläßt dem Professor Dr. Lehnich, der neue Präsident der Reichsfilmkammer. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Präsident der Reichsfilmkammer Dr. Fritz Scheuermann hat den Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, gebeten, ihn von seinem Amt als Präsident der Reichsfilmkammer zu entbinden, um die Möglichkeit zu haben, sich in größerem Umfange als bisher filmwirtschaftlichen und anwaltlichen Aufgaben zu widmen. Reichsminister Dr. Goebbels hat diesem Wunsche entsprochen mit dem Ausdruck des Dankes an Dr. Scheuermann für die am Neuaufbau des deutschen Films in den letzten Jahren geleistete erfolgreiche Arbeit. Dr. Scheue r- m a n n, der Mitglied des Präsidialrates der Reichsfilmkammer bleibt, übernimmt die Leitung der Filmkreditbank. Reichsminifter Dr. Goebbels hat zum Präsidenten der Reichsfilmkammer den württembergifchen Staatsminister SS.-Oberführer Pg. Prof. Dr. Lehnich berufen. Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels an Stelle des zurückgetretenen Oberregierungsrates Raether den Leiter der Fachschaft Film Hans Weidemann zum Vizepräsidenten der Reichsfilmkammer bestellt. Aus aller Wett. Schwere Erdstöße im Staate IHontana. iiit r Schau' f noch 1159/* Haufen att, hr vek- Binder Ö8* b*! tf unter erstich^ t reget- Das Ehegesundheitsgesetz. 'Das Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des Rutschen Volkes, kurz Ehegesundheitsgesetz genannt, hingt Bestimmungen, die die Möglichkeit geben, in -Wissen Fällen Eheverbote auszusprechen. C ne Ehe darf nicht geschlossen werden, wenn einer fcir Verlobten an einer mit Ansteckungsgefahr verladenen Krankheit leidet, die eine erhebliche Schädigung der Gesundheit des anderen Teiles ober lir Nachkommen befürchten läßt, wenn einer der Erlebten entmündigt ist ober unter vorlauter Vormundschaft steht, wenn einer der Ver- öten, ohne entmündigt zu sein, an einer geisti - )e n Störung leidet, die die Ehe für die Volks- smeinschaft unerwünscht erscheinen läßt, wenn 1er der Verlobten an einer Erbkrankheit im ich der Versuch strafbar ist. Die Verfolgung wegen Uenbeten Vergehens tritt nur bann ein, wenn bie he für nichtig erklärt wird. Das Gesetz findet eme Anwendung, wenn beide Verlobten oder der lünnliche Verlobte eine fremde Staatsan- ) ^Hörigkeit besitzen. Die Beschränkung der Nachbarrechte D)ie Verlobten haben vor der Eheschließung durch n Z eugnis des Gesundheitsamtes, । s sog. Ehetauglichkeitszeugnis, nachzuweisen, daß n Ehehinbernis nicht vorliegt. Eine Ehe ist nich- g, wenn sie entgegen ben obigen Verboten ge- 0 [offen wird, und wenn die Ausstellung des : khetauglichkeitszeugnisses oder die Mitwirkung des :7anbesbeamten bei ber Eheschließung von ben Verölen durch wissentlich falsche A n - aben herbeigeführt worden ist. Sie ist rner nichtig, wenn sie zum Zwecke der Umgehung 15 Gesetzes im Auslande geschlossen wurde. \e Nichtigkeitsklage kann nur vom Staatsanwalt ihoben werden. Die Ehe ist von Anfang an gül- i,, wenn das Ehehindernis später wegsällt. Mit Gefängnis nicht unter drei Monaten wirb bestrafst W2r eine verbotene Eheschließung erschleicht, wobei Arbeitsgemeinschaft zur Schulung der Bewegung. Berlin, 19.Dtt. (DNB.) Am Freitag, den 18. Oktober 1935, wurde durch den Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Rosenberg, die Arbeitsgemeinschaft zur Schulung der gesamten Bewegung gegründet und erstmalig zu einer Arbeitstagung einberufen. Diese Arbeitsgemeinschaft hat die Aufgabe, fortlaufend den Austausch der Erfahrungen auf dem Gebiet der Schulung zu fördern. Die Ergebnisse werden durch die Mitglieder, die sich zusammensetzen aus den Schulungsleitern aller Gliederungen der Bewegung, unmittelbar in der Schulungsarbeit verwertet. Die Arbeitsgemeinschaft hat ferner die Aufgabe, bie Einheit der nationalsozialistischen Weltanschauung und die Einheitlichkeit ber Schulungsarbeit sicherzustellen unb bie enge Zusammenarbeit ber einzelnen Gliederungen untereinander zu gewährleiesten. Reichsleiter Rosenberg wirb ben Schulungsbeauftragten ber Gliederungen Anweisungen über die Ausrichtung der Schulung geben. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind für die Einhaltung der gegebenen Anordnung verantwortlich. Zum Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft wurde Hauptstellenleiter Scheidt bestellt. In der Gründungsversammlung nahm Reichsleiter Rosenberg das Wort zu grundlegenden Ausführungen. Bei einem kameradschaftlichen Zusammensein sand eine Aussprache aller Beteiligten statt. Mitarbeiter Otto Strassers vor dem Botksgericht. Berlin, 18. Oft. (DNB.) Nach dreitägiger Verhandlung verkündete der Volksgerichtshof das Urteil gegen zwei politische Abenteurer, die zum Mitarbeiterstabe des ins Ausland geflüchteten National- bvlfchewisten Otto Strasser zählten. Der 35jäh- rige Herbert Blank erhielt wegen Vorberei- ting zum Hochverrat unter erschwerenden Umstanden vier Jahre Zuchthaus und ber 42 Jahre alte frühere Kampfkreisleiter Walter Schreck aus Kahla zehn Jahre Zuchthaus unb zehn Jahre Ehrverlust. Beide Angeklagten werben unter Polizeiaufsicht gestellt. Blank gehört zu ben bekanntesten Vorkämpfern ber „Schwarzen Fron t". Als er sich mit Strasser wegen politischer Meinungsverschiedenheiten entzweit hatte, suchte Schreck einen Ausgleich herbeizuführen. Schreck arbeitete feit Juni 1934 planmäßig in Thüringen an bem Ausbau eines geschlossenen Funktionärapparates, ber seinen zersetzenden Einfluß in allen möglichen nationalen Verbänden entfalten sollte. Blank schrieb einen Hetzartikel und stellte ihn Otto Strasser auf dem Wege über Schreck zur Verfügung. Der amerikanische Staat Montana wird seit sechs Tagen von schweren E r d st ö ß e n heimgesucht, die von bonnerartigem Getöse begleitet sind und bereits ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert haben. Der Mittelpunkt des Erdbebengebiets ist die Stadt Helena, wo bereits 60 Erdstöße von mehr oder weniger großer Stärke beobachtet wurden. Ein besonders starker Stoß zerstörte bie Lichtleitung, so daß die ganze Stadt in völlige Dunkelheit gehüllt war. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine furchtbare Erregung, und vor allem in den Theatern und Lichtspielhäusern spielten sich wahre Schreckensszenen ab. Die Besucher ber Vorstellung kämpften unter einem ununterbrochenen Regen von Mörtel unb Gipsbrocken verzweifelt um bie Ausgänge. An verschiedenen Stellen der Stobt brach Feuer aus. Mehrere Häuser stürzten ein. Unter ihren Trümmern liegen vermutlich noch zahlreiche Menschen begraben. — Leichtere Erdstöße, die mit bem Erbbeben in Mon- '' 7’ Zusammenhang stehen, würben auch im Staate Idaho unb in ber Bundeshauptstadt Washington verspürt. ländischen Front zur Regierung zum Ausdruck brachte. Sodann defilierten die 10 000 Heimwehrleute, die aus Niederö st erreich unb bem Burgenland nach Wien gebracht wurden, mit Stahlhelm unb geschultertem Gewehr vor bem Bun- beskanzleramt. Die Wiener Heimwehr, deren Führer Major Fey ist, nahm an dem Aufmarsch in geschlossenen Formationen nicht teil. Einzelne Wiener Heimschützer ohne Waffen haben sich in den Fackelzug eingereiht. Anschließend wurde e ein Fackelzug der zivilen Verbände der Vaterländischen Front veranstaltet. Kunst und Wissenschaft. Wechsel im Präsidium der Reichsfilmkammer. b t Folgerung, indem es die nachbarrechtlichen Dor- Idjriften des bürgerlichen Rechtes, die die Rechte dcs einzelnen in den Vordergrund stellen, dort ad- qt berte und einschränkte, wo es die Rücksicht auf Luftfahrt in- zur Ergänzung Berlin, 18. Ott. (DNB.) Das Reichskabinett wrabschiebeie in der heutigen ersten Sitzung nach dir Sommerpause ein Gesetz über die Staatsbanken. ' ?rner ein Gesetz zum Schuhe der Erbgesundheit i « »\\®X ne°benSU-ce Lieferant der Heereskieiderkasse Theaterstücke Laienspiele, Aufführungen all.Art Musik-Challier Neuenweg 10 . 6992d Kataloge bitte zu verlangen. In Hamburg ist der 1902 geborene Alfred Wegner hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Hamburg wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Wegner, der seit 1929 sich nicht mehr um eine feste Arbeitsstelle bemüht hatte, sondern von seinem Vater unterhalten worden war, hat diesen in grauenvoller Weise ermordet, weil der Vater sich weigerte, ihm Geld für die Anschaffung eines Motorrades zur Verfügung zu stellen. Raubmord an einem Aulosahrer. Bei Schedeberg westlich von Apenrade (Dänemark) wurde der 43jährige Autofahrer K i r k e b y aus Sonderburg in seinem Wagen liegend tot aus- gesunden. Der Schädel war vollkommen zertrümmert worden. Die Tat ist anscheinend in der Nacht verübt worden. Soweit sich bisher übersehen läßt, handelt es sich um einen Raubmord. Von dem Täter fehlt noch jegliche Spur. Die polizeilichen Ermittlungen sind cingeleitet worden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat folgendes Telegramm an den bayerischen Ministerpräsidenten Siebert in München gesandt: „Zum heutigen Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Adolf Hitler". * Preß Association meldet, daß das Befinden des Präsidenten der Abrüstungskonferenz Arthur Henderson, der seit längerer Zeit krank darnieder- liegt, „sehr ernst" sei. ♦ Ausländische Zeitungen berichten, daß der Reichs- tagsabgeordncte Dr. H u g e n b e r g in schwererkranktem Zustand in eine Berliner Klinik eingeliefert worden sei. Wie DNB. erfährt, ist diese Meldung völlig unbegründet. Dr. Hugenberg weilt auf seinem Gute Rohbraken. : Klaviere, e RarmoDiums w mdinemök u.vreisw. gestimmt u.rev ß-EWS tiioßen. Ludwigstrafje 5p. Televb. 2403 Verkanlü.neu ii nein Klan < — 60130 MMlaiitetee ill teils, I»(Me Samstag und Sonntag niufir.Stiinmnng nnö Oumor Bürgerlicher Mittagstisch 6oiov Reichhaltige Speisekarte Zu einer fröhlich. Stunde ladet ein: GJIVeinbrenner, j. V.: W. Brücker, EinspaItlge Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die MIHimeterzelle veröffentlich« Preisliste und Proben kostenlos UWWLtz 2lESSBi-HINDENBUR6W<5 — Karl Buchholz: Daß oder das: Komma oder Punkt? Sattelfest in deutscher Sprache von Karl Buchholz. 1,80 Mark. (Falken- V'erlag, Berlin-Schildow) — (298) — Ist die Halskrause, die der Pfarrer trägt, ein „Bäffchen" oder ein „Beffchen"? „Nutzt mich das nichts" oder: „mir das nichts"? Diese und tausend andere Sprachschwierigkeiten behandelt der Verfasser. Es ist sozusagen „das tägliche Brot" der deutschen Sprache, das hier geboten wird. Das Material ist leicht übersichtlich für den täglichen Handgebrauch zusammengestellt. Lebendige Beispiele, nicht trockne Regeln, lehren die Klippen umschiffen. — Unter dem Titel „Hundert Jahre K u r- h e s f i scher und Kasseler Kun st verein" hat Dr. Helmut Kramen in Kassel, der unfern Lesern aus verschiedenen Beiträgen in der „Heimat im Bild" nicht unbekannt ist, eine Geschichte der Ausstellungen des Kunstoereins zu Kassel geschrieben, die über das lokale Interesse hinaus schätzenswerte Anregungen und Beiträge zur kurhessischen Kunstgeschichte vermittelt. — Gaupp - Stein-Jonas, Kommentar zur Zivilprozeßordnung, 15. Auf- Eb's Spezial - Ausschank der Aktienbrauerei zum Löwenbräu, München Oktoberfest-Bier Hellquell O,4-Ltr.-6I. 0.40 Aus Anlaß der Wein-Werbewoche am Samstag u.Sonntag ab 19 Uhr Schrammel- Musiki — Ausschank der Paten-Weinel — Walter von Schoen: Auf Vorposten für Deutschland. Unsere Kolonien im Weltkrieg. Mit 28 Bildern und 4 Karten. Verlag Ullstein, Berlin. Kart. 2, Leinen 2,85 Mk. — (283) — Hier werden nach einer kurzen Einleitung über die Entstehung der deutschen Kolonien die Ereignisse geschildert, die sich fern der Heimat während des großen Krieges abspielten. Das Buch, dem der Verfasser das bekannte Telegramm des Gouverneurs von Tsingtau: „Einstehe zur Pflichterfüllung bis zum äußersten" als Motto vorangestellt hat, beginnt mit der Schilderung der paradiesischen Inselwelt im Stillen Ozean, die nicht verteidigt werden konnte und fast kampflos in Feindeshand fiel, erzählt von dem Heldenkampf der 4000 Tfingtauer gegen eine Velagerungsarmee von 63 000 Japanern, ist das Hohe Lied der Pflichterfüllung und des Kampfes für die Waffenehre. Südwest-Afrika hat fast ein Jahr Widerstand geleistet; die Kameruner Truppe hat eineinhalb Jahre lang gekämpft In Ostafrika wehte noch nach viereinhalb Jahren die deutsche Fahne an der Spitze einer unbesiegten Schar, die gegen eine mehr als zwanzigfache Uebermacht kämpfte und ihre Waffen erst senkte, als der Zusammenbruch der Heimat ihrem Kampf ein Ziel setzte. Dr. med. Adolf Nosch Else Rosch geb. Kaffe-Ampi Vermählte Mite m £omm neu renoviertes Lokal. 04493 3nt Mittetet beute Samstag u. morgen Sonntag Konzert SvezialitätrRivvchen mitKraift. Beide Vorträge im Saale des Cafö Leib in Gießen 5999V i" ............. — -vic neue uujie cicjciuny jiagcn Volkswörterbuchs ist dem^ Gedächtnis seines Be- gründers Ferdinand Wrede gewidmet, gestorben Onkel! Albert l König; der Kinder! Xum erstenmal hier! Sonntag nachmittag 3.30 Uhr im Kath. Vereinshaas Gastspiel der RuhrtanQ-PuppenMIifie Zwei Stunden werden Tränen gelacht! 25 Puppen stellen sich euch vor und zeigen euch drei der schönsten Aufführungen .Jedes Kind erhült ein Geschenk. — Zur Verteilung gelangen. Trompeten, Flöten, Bälle, Flieger, Fingerringe, Spiele, Armbanduhren usw. Kinder 20 Pf. 04454 Erwachsene 30 Pf. Gießener Konzertverein Einladung zum Konzert-Abonnement 1935/36 In diesem Jahr sind 9 Konzerte vorgesehen u. zwar: Gustav Eley (Bariton) Georg KnlenkampH (Violine) Wilhelm Backhans (Klavier) Die Kammermnsikvere:nlgnng d. Stadt. Orchesters Vier Symphoniekonzerte des verstärkten Städt. Orchesters mit Solisten Preise der Abonnements: II. Platz RM. 15-, I. Platz KM. 20-, auf Wunsch in Raten zahlbar. Annahme von Anmeldungen, ausführliche Prospekte und jede gewünschte Auskunft in der Musikalienhandlung von Ernst Challier, Neuenweg 10 5,,93p 19. Februar 1934; es ist die erste Lieferung, die feil Anfang 1934 erscheint, nach einer längeren Pause, die durch Krankheit der Bearbeiterin bedingt war. Um so nötiger ist es, alle Freunde und Bezieher im Hessischen an das große Volkswerk zu erinnern und wieder zu seiner sachlichen und geldlichen Um terstützung aufzufordern. 512 Spalten umfassen nun schon die vorliegenden Lieferungen von L bis Ohk führend. Die achte Lieferung beginnt bei „Nest- tautz" und birgt wieder eine Fülle in sprachliches wie in volkskundlicher Hinsicht höchst anziehender Artikel, wie Neujahr, Nikolaus, Nuß und ihre Sippen, nicht, nichts, nie, nur, oben (Ober),Ochse,Ofen. Karten sind diesmal gewidmet den Begriffen „nicht wahr", wo das südliche hessische „gelte" gegen nörd- liches, grob gesagt preußisches, „nicht wahr" und „nicht" steht; ferner „Wiederkäuen", „niemand" und (die Kuh ist) „brünstig". Die neue Lieferung reiht sich würdig den früheren an. Mögen die weiteren s. 'Vieren PH 11 \ ,5A A'chü! 0 ihlj .-.vü >,.NH '.Nord, 0 unh- See. !■) J« ., Niel, flotten, 91931 ’Jinm At. bei Jreu, te bet Ein. ^n ver. ldliche» chtev i Pro, 1 hippe« ng bei cht bik oenben teifunq Hnf >ank- nhrvev Taigen tgesagl. i, ßett. 6onj, nb, Li. e r r e) in j)o|. nserem krischet ibeftens or, bii iit ben- kriegs- nMch pichst gung raße U-C. Geldspenden für das Winter- Hilfswerk 1935/36. Die Kreisamtsleitung Gießen der NSV. nimmt auf das Konto 2938 der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft, Zweigstelle Gießen, und auf bas Postscheckkonto Frankurt a. M. 16114 Geldspenden für das WHW. an. Bisher gingen an Spenden ein von der: Brauerei A. und W. Denninghoff KG. 3000 Mk. Brauerei Jhring Melchior 3000 „ Bänninger G. m. b. H. 5000 „ schütz Schön, seit 1892. Ferner hat die Wehr noch eine größere Anzahl Mitglieder, die über 25 bis 35 Jahre aktiv Dienst tun. In den acht Jahrzehnten hat die Wehr stets dem Wohl der Stadt gedient. Der Wehr gehören heute noch 120 Mitglieder an, von denen 70 aktiv Dienst tun. Das Gerätehaus der Wehr befindet sich zur Zeit in der früheren Oberhessischen Werkstatt, nachdem im vergangenen Jahre das Grundstück in der Neustadt, auf dem das Gerätehaus stand, an einen anderen Besitzer verkauft wurde. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 19. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (holländische Kühlhaus) 11, (inländische, frische) Handelsklasse B 12, C 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 5 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 6 bis 10 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30. Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 30 Mark, Birnen, das Pfund 10 bis 20 Vf., Zwetschen 18 bis 20, Nüsse 35 bis 40, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 80 bis 85, Enten 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 55 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 8 bis 12. ♦ ** Jugendliche Ausreißer festgenom- men. Vor einigen Tagen berichteten wir in einer Meldung aus Marburg, daß dort die 15 Jahre alte Ida Nüsser und die 19 Jahre alte Katharina Otterbein verschwunden seien und vermißt würden. Nunmehr ist es der Gendarmerie gelungen, die Ida N ü s s e r in einer Schaubude auf dem Gallusmarkt in Grünberg ausfindig zu machen und dem Elternhause wieder zuzuführen. Ferner entdeckte man ebenfalls in einer Jahrmarktsschau zwei 15 Jahre alte Mädchen aus Gießen, die ebenfalls ihrem Elternhause entlaufen waren und sich in einer Schaubude auf dem Jahrmarkt als Schaustellerinnen betätigten. Auch diese beiden wurden in Gewahrsam genommen und dem Elternhause zur Verfügung gestellt. Amtsgericht Gießen. Der H. B. in Gießen wurde wegen Vergehens gegen die Reichsversicherungordnung durch Strafbefehl mit sechs Monaten Gefängnis belegt. Gegen diesen Sttafbefehl verfolgte der Angeklagte Einspruch. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde folgendes festgestellt. In den Jahren 1934/35 unterließ es der Angeklagte vorsätzlich, als Arbeitgeber die für die Ortskrankenkasse an den Löhnen seiner Arbeiter abgezogenen Beträge für die Krankenkasse zu verwenden. Das Gericht wird die Entscheidung in einer Woche verkünden. WWMMkl. Römern von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten! 23. Kapitel. Arme kleine Gretel! Am nächsten Morgen saßen Mutter und Sohn beim Frühstück. Die Uhr zeigte auf halb acht. Frau Diendorf schenkte dem Sohn ein und legte ihm Butterbrötchen vor, da schrillte das Telephon. „Heute fängt es früh an", meinte Frau Diendorf, hoffentlich läßt man dich erst in Ruhe frühstücken." Der Sohn hatte schon den Hörer zur Hand genommen und rief dann hastig: „Jawohl, Frau Gräfin, ich werde sofort kommen. In einer Viertel- stunde kann ich dort sein." Er hängte ab und erklärte: „Die Gräfin Syden hat angerufen, Mutter, ihre Enkelin ist erkrankt. Anscheinend handelt es sich um eine starke Erkältung und die Komtesse besteht darauf, ich syll sie behandeln." Er trank seinen Kaffee im Stehen, antwortete auf eine Frage seiner Mutter: „Nein, danke, essen mag ich nichts, Mutter, ich muh mich eilen, die Gräfin scheint in Sorge um die Enkelin." Ab acht Uhr stand immer sein Auto vor der Tür. Heute war es noch nicht da. Er hinterließ Weisung, es sollte ihn in der Hardenbergstraße, Pension von Voßhardt, abholen, er aber nahm sich eine Taxe, ©ar nicht schnell genug ging ihm die Fahrt, denn die kleine Komtesse tat ihm sehr leid. Dr. Diendorf bezahlte die Tore und stieg, nachdem ihm der Portier geöffnet, öie mit dicken roten Läufern belegte Treppe zum ersten Stockwerk der Pension hinauf, ein Mädchen, das aussah wie eine aus einem Film herausgetretene hübsche Zofe, führte ihn zur Gräfin Syden, die ihn in ihrem Wohnzimmer empfing. Sie trug ein einfaches blaues Hauskleid und war. sichtlich erregt. Sie drückte ihm die Hand, sagte halblaut: „Das ist nun eine ganz abscheuliche Geschichte. Gretel hat in der Nacht viel gehustet und wenig geschlafen, gegen Morgen klagte sie dann über Schüttelfrost und jetzt bat sie ganz glühende Wangen. Sie hörte, wie ich das Mädchen ersuchte, den Hausarzt oder sonst irgenbeinen nahewohnenden Arzt zu holen und bat saft heftig, ich solle Sie her bitten. So, Herr Doktor, das zur Erklärung, und nun wollen mir zu meiner Enkelin gehen. Sie öffnete die Tür zum Nebenzimmer, das ihr und der Enkelin als Schlafzimmer diente. Die Komtesse lag im Bett und hob bei seinem Eintritt den Kopf. Ihre Augen glänzten und ihre schmalen Hände fingerten in unruhigem Spiel über die (Steppbede von dunkelroter Seide. Sie erkannte den Eintretenden sofort, nickte ihm mit schwachem Lächeln zu. „Ich bin krank geworden, Herr Doktor, bitte, helfen Sie mir rasch, ich habe Kopfweh und mir ist so konfus zumute. Heute kommen doch Bettina und Herr Wilderling zu Tisch zu uns und da muß ich natürlich aufstehen." Gerhard Diendorf trat ganz nahe an das Bett heran und faßte nach der einen Hand Gretel Sydens. „Guten Morgen, Komtesse, nun will ich erst einmal sehen, was Ihnen fehlt und wie ich Sie am schnellsten wieder gesund machen kann." Er fühlte den Puls, behorchte den Herzschlag und hatte doch schon auf den ersten Blick gesehen, was dem zierlichen Mädchen fehlte. Eigentlich hatte es ihm die Gräfin schon gesagt. Die Komtesse hatte sich sehr erkältet und fieberte. Bis jetzt war das noch nicht besonders schlimm, aber es konnte schlimm werden. Jedenfalls war Vorsicht geboten. Keine Aufregung durfte sie haben, Ruhe und Stille mußten um sie herum sein. Dr. Diendorf sagte ein paar beruhigende Worte zu der Gräfin und wandte sich dann wieder an Gretel Syden. „Dom Aufitehen kann weder heute noch morgen die Rede fein, Komtesse, so schnell geht cs leider nicht mit dem Gesundwerden. Sie haben sich eine zu tüchtige Erkältung zugezogen und es ist einfach unmöglich, daß Sie heute mit Fräulein Hochwald und meinem Onkel Wilderling zusammen speisen können." Es zuckte weinerlich um ihren Mund. „Ich hab' mich aber doch so darauf gefreut!" Er tröstete: „Ihre Freundin und auch meinen Dnkel, Konrad Wilderling, können Sie daheim am Rhein ja so oft sehen, wie Sie nur wollen, und es ist nicht schlimm, wenn aus dem Zusammensein heute nichts wird." Sie sah ihn groß an, sagte langsam: „Wenn Sie meinen." Die Gräfin freute sich, wie schnell es Dr. Dten- borf gelang, Gretel zu überzeugen, daß sie nicht auf- stehen durste, ihr war bas nicht gelungen, Gretel hatte sich vorhin durchaus ankleiden wollen, weil sie noch allerlei für die zwei Gäste vorbereiten wollte. Es klopfte an die Tür des Nebenzimmers und die Gräfin entfernte sich mit einer Entschuldigung, zog die Tür, die Wohn- und Schlafzimmer verband, hinter sich ins Schloß. Gerhard Diendor horte gleich darauf die Gräfin nebenan mit jemand leise sprechen. Gretels Hände pielten schon wieder über die seidene Steppdecke hin und sie sagte: „Ich hab' mich so sehr auf Bettinas Besuch gefreut, allerlei Ueberraschungen hatte ich vor und hatte mir ausgedacht, nach Tisch müßte fie etwas fingen. Drüben im Unterhaltungszimmer. Alle, die in der Pension wohnen, sollten es hören und mich glühend um die Freundin beneiden." Er mußte lachen. Eine recht kindliche Idee war das! Er schrieb ein Rezept und als er es getan, beobachtete er, wie Gretel Syden plötzlich müde die Augen schloß, er horte, wie sie etwas murmelte, was er nicht verstand. Er spürte Ungeduld, die Gräfin blieb so lange fort. Er ging zur Tür, die zum Wohnzimmer führte, und öffnete sie, ohne anzuklopfen. Er sah die Gräfin und eine andere Dame, sie schienen in Mei- nunasverschiedenheiten geraten zu sein. Vor der Gräfin stand eine Vierzigerin, deren Haar perücken- hast steif onduliert das scharfe Gesicht umrahmte. Sie sagte eben, wenn auch leise, so doch betont: ,,2ch habe mich heute früh selbst überzeugt, die Krankheit der Komtesse verspricht eine wenig harmlose Entwicklung. Ich kenne mich darin aus. Bei der Baronin Steen fing es auch so an, nachher wurde ein schweres Fieber daraus und daran starb sie. Meine Pension stand wochenlang leer, alle Gäste zogen aus." Die Gräfin erwiderte erregt: „Sie dürfen doch nicht im Ernst von mir verlangen, ich soll meine Enkelin hier fortbringe? Es wäre doch Heller Wahnsinn, das kranke Kind wegzuschaffen. Und wohin auch?" „In ein Krankenhaus!" war die prompte Antwort. Beide Frauen hatten den Eintritt Dr. Diendorfs überhört. Sie standen am Fenster des großen Zimmers und wandten ihm den Rücken. Dr. Diendorf trat näher. Zwar dämpfte der Tep- pich feinen Schritt, aber mcht vollkommen, beide wandten sich im gleichen Moment um. Dr. Diendorf nahm das Wort. „Es handelt sich um eine starke Erkältung mit vorläufig leichtem Fieber und es ist durchaus nicht notig, Komtesse Syden deshalb in ein Krankenhaus ZU bringen, meine Damen." Er sah dabei die Pensionsinhaberin an. Die hob den Kopf hoher: „Ich heiße Frau von Voßhardt." Sie sagte nach kurzer Pause: „Genau wie bei der Komtesse fing die Krankheit der Baronin Steen an, die Krankheit, an der fie starb. Ihr Tod wurde sehr teuer für mich. Alle Gäste zogen aus. Ein Sterbefall in einer Pension beschwort eine Panik herauf. Das darf ich nicht noch einmal riskieren." Sie hob die Hände gen Himmel, als erbitte sie von droben Hilfe in ihrer Not. Dr. Diendorf maß die aufgeregte Pensionsinhaberin mit verächtlichem Blick. „Also darf sich keiner Ihrer Gäste erlauben, Husten oder Schnupfen zu bekommen, ohne daß Sie ihm empfehlen, gleich ins Krankenhaus zu übersiedeln." Er wandte sich an die Gräfin: „Ich lause schnell selbst in die nächste Apotheke, um ein Rezept unfertigen zu lassen, und wenn ich wieder- komme, werde ich Ihnen einen Vorschlag machen." Er wandte sich an Frau von Voßhardt, sagte sehr unliebenswürdig: „Ich glaube, die Frau Gräfin wird Ihrem Wunsch, mit ihrer Enkelin die Pension zu verlassen, wahrscheinlich schnellstens nachkommen." Er sah die Gräfin an. „Ich werde gleich wieder zurück sein, inzwischen bitte ich Sie zu Ihrer Enkelin zu gehen. Wir erörtern das wichtige Thema nachher weiter." Gräfin Jutta begriff gar nichts. Wie konnte Dr. Diendorf der Voßhardt versprechen, fie würde deren Wunsch, die Pension zu verlassen, wahrscheinlich schnellstens nachkommen? Es siel ihr ja gar nicht ein, Gretel in ein Krankenhaus bringen zu lassen. Ganz ausgeschlossen war das. Aber es ging von öem jungen Arzt eine so wohltuende Ruhe aus, daß sie sich vorläufig nicht weiter den Kops zerbrach, sondern, ohne noch ein Wort an Frau von Voßhardt zu richten, auf die Tür zum Nebenzimmer zuschritt. Gretel sah ihr entgegen. „Wo ist denn Dr. Diendorf? Warum ist er fort? Ich war so müde und schloß die Augen. Nur für Sekunden, glaube ich. Inzwischen ging er weg." Sie strich sich über die Stirn. „Alles strudelt in meinem Kops durcheinander, Großchen", klagte sie. Die @räfin setzte sich auf den Bettrand. "Dr. Diendorf besorgt selbst die Medizin für dich und er meint, du würdest bald gesund, die Er- kältung wäre nicht schlimm." Sie sagte es in beruhigendem Ton, Gretel tat ihr sehr leid, ihre Wangen brannten jetzt in flammender Rote. Gretel warf den Kopf hin und her. „Die Kissen machen warm und zugleich ist's, als ob sie immer wieder eiskalt würden? (Fortsetzung folgt!) Oberheffen Jahren war hier eine Straße vorgesehen und fern, daß sein Gespann nicht gefährdet war 20 hatten. Landkreis (Sichen xhema Ott Fischer 1900: Sack Dörr >ur Zeit wird von Sauber eine fünf ein der wie folgt: Union: chens Straf« s bi» Ange« Hand« Zähren h, als i den ür die :d die ,u von -Neben- Schottens Bürgermeister fährt nach Amerika. ie bei Steen wurde i. Ein Panik .eren." tte sie \ maß lichem Turnhalle) errichtet. Durch den Bau dieser Brücke wird eine sehr schöne Verbindung zwischen Nieder- Hofen und Amthausstraße, die seither nur in einem schmalen Holzsteg für Fußgänger bestand, hergestellt. Schon bei der Feldbereinigung vor rund lom- einer e alte arina mißt zelun- \ dem i und entzwei nsallg ch in )d)QU« urben -Hause Blickhan Wagner Kolter Allermann Rosenberger entsprechender Raum freiaelassen worden. Wenn Weg von der Niederhofen-Straße bis zur mben, e daß 15 zu „3ch i ein lebet' hen." Heb! Sräsin ension chkoM' gleich teDr. deren ,einlich ! nicht laßen, g von e aus, Brücke vollständig mit Steinen ausgebaut sein wird, haben wir eine sehr schöne und gerade Ver- bindungsstraße nach dem Bahnhof, die die Hauptverkehrsstraße in der Breitgasse (Richtung Frankfurt a. M.) um eine große Zahl von Fuhrwerken aus Hochelheim, Dornholzhausen usw., die zum Bahnhof wollen, entlasten wird. Auch für den dörflichen Verkehr, der Tummelplatz für das Jungvieh befindet sich gleich links neben der Brücke, besonders an den Markttagen, wird diese Brücke vorzügliche Dienste leisten. )—( Aus der mittleren Wetterau, 18. Okt. Die Zuckerrübenernte ist gegenwärtig in vollem Gange. Der Rübenertrag fällt besser aus, als man nach der langen Trockenheit des Sommers erwartet hatte. Die Verladung der Zuckerrüben zur Verwertung in der Zuckerfabrik in Friedberg hat bereits begonnen; zum Teil werden die Rüben mittels Fuhrwerks nach der Zuckerfabrik gebracht, aus den entfernteren Gegenden erfolgt der Versand durch Verladung an zentral gelegenen Güterbahnhöfen. Kreis Bübingen ch Nidda, 18. Okt. Um eine bessere Uebersicht an der Straßenkreuzung Nidda — Bad Salzhausen mit der Bahnstrecke Nidda—Schot- Zn Kisten und Kasten liegen noch io manche warme Sachen für unsere kleinsten. Die Fungmädel werben am Sonntag auch zu Dir kommen unb um Wäsche unb kleibung für die ärmsten kinber bitten. Gib ihnen, was Du übrig hast — wir alle wollen boch, bah alle beutschen kinber gesund bleiben unb stark werben. — Also hilf auch Du! Die Kreisführung des WHW. Gießen. Gebhard Berger Leichter Kirsch Henkelmann Hammer Jäger Koch Mank Heilmann Langsdorf Lippert Zeiler von Eckartsborn her. Walter wollte sich vergewif- und Mark, insgesamt also 155,45 Mark. s. Lang-Göns, 18. Okt. Hi der hiesigen Baufirma Ludwig L Meter breite Betonbrücke über den Gönsbach (im Wiefengrund zwischen dem Dorf und der ten zu schaffen, wurde in den letzten Tagen die hohe Bahnböschung mit einem Teil der anschließenden Mauer eines Gartens abgetragen. Durch diese Maßnahme dürften die Verkebrsverhältnisse an dieser stark befahrenen Stelle wesentlich verbessert worden sein. }) Bad Salzhausen, 18. Okt. Im Laufe der Sommermonate herrschte in unserem Bade ein besonders ftarfer Verkehr von Badegästen und Wochenendbesuchern. Nach dem Abschluß der Saison haben das staatliche Kurhaus und oas Kaufmanns-Erholungsheim in den letzten Tagen geschloffen. Das Reichsblindenheim wird Ende dieses Monats von den letzten Gästen verlassen werden. Die Abgabe von Bädern im Badehaus ist nunmehr ebenfalls beendet. O r t e n b e r g, 18. Okt. (LPD.) Der in den 50er Jahren stehende Landwirt Heinrich Walter aus dem Nachbarort Selters wollte am Freitagmorgen mit seinem Pferdefuhrwerk Basaltstaub im hiesigen Steinbruch von de Groote & Bauer holen. Er ließ sein Fuhrwerk auf der Straße Ortenberg— Eckartsborn stehen und ging in den Steinbruch, vor dessen Eingang unmittelbar die Gleise der Eisenbahn vorbeilaufen. Kurz vor 8 Uhr kam ein Zug Generalversammlung der Ortsgruppe Gießen des:Rf£. Gestern abend hielt die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen ihre Generalversammlung ab. Dr. Möckelmann begrüßte die Teilnehmer. Er gab zunächst bekannt, daß die Ortsgruppe zwei Neuaufnahmen (Militärsportverein „Generalfeldmarschall von Hindenburg" und die Frauengemeinschast für Körperschulung) zu Der« zeichnen hatte. Der Billardklub sei ausgeschieden, da der Verein aufgelöst wurde. Dr. Möckelmann wies dann auf die Notwendigkeit der gegenseitigen Fühe lungnahme hin, wenn eine gedeihliche Zusammenarbeit im RfL. möglich sein solle. Er betonte, daß für größere Veranstaltungen Unbedingte straffste Zusammenarbeit erreicht werden müsse. Er forderte ferner dazu auf, das Winterhilfswerk auch in die- fe*i Jahre wieder tatkräftig zu unterstützen. Sehr erfreulich sei es, festzustellen, daß die Stadtverwaltung Gießen in diesem Jahre für die Belange des Sportes, insbesondere für die Förderung der Olympiavorbereitungen, einen erheblich höheren Betrag zur Verfügung stellte, als im Vorjahre. Nachdem der Redner einen gedrängten Rückblick auf die sportlichen Veranstaltungen des Jahres gegeben hatte, nachdem Herr R e i n i n g über den Verlauf und die Ergebnisse des Gaufestes berichtet hatte, sprach Dr. Möckelmann über die Vorschläge, die der Stadtverwaltung hinsichtlich der Schaffung einer größeren Sportplatzanlage gemacht worden sind. Der Plan, dessen Verwirklichung zwar nicht in der Gegenwart, wohl aber etappenweise in nächster Zukunft angestrebt werden solle, sieht u. a. eine Kampfbahn mit Spielfeld, Uebungsfelder, Aufmarschplatz, Tennisplätze, ein Sommerschwimmbad usw. vor. Als dringliche Aufgabe wurde eine Erweiterung des Hallenschwimmbades bezeichnet. Nachdem noch auf die nunmehr harmonische Zusammenarbeit mit der Hitler-Jugend hingewiesen worden war, nachdem auch Rechenschaft 'abgelegt worden war über die Verwendung vorhandener Gelder schloß Dr. Möckelmann seinen Jahresbericht. Herr Gerhardt referierte anschließend kurz über die neuen Bedingungen für die Abnahme des Reichssportabzeichens. Im weiteren Verlauf des Abends sprach Dr. Möckelmann noch über die Satzungen des Reichsbundes für Leibesübungen, über die bevorstehenden Zusammenfassungen im Deutschen Sport und gab damit einen Ausblick auf das, was m der Organisation der Deutschen Leibesübungen dem- lief trotz der Warnungen der Steinbrucharbeiter hinaus und direkt vor die Lokomotive des Personenzuges. Er wurde auf der Stelle getötet. Kreis Schotten. ■ Schotten, 18. Okt. Die Teilnehmerinnen an dem freiwilligen Mädchen-Arbeitsdienstlager, das hier in der Schützenhalle untergebracht und von etwa 20 Mädchen in den letzten Wochen besucht war, verabschiedeten sich nach dem Ablauf des Kurses von der Bevölkerung Schottens und der Umgebung, bei der die Mädels wackere Hilfe im Haushalt und in den landwirtschaftlichen Betrieben geleistet hatten, mit einem Abschiedsabend in der stark besuchten Turnhalle. Die Unterhaltung des Abends war recht vielseitig gestaltet worden. Die Mädels erfreuten durch die Aufführung eines Märchenspiels, durch Schattenspiele, Gedichte, Lieder und Szenen in Wort und Bild, ferner bereicherte ein Blasorchester die Darbietungen des Abends in schönster Weise. Ortsbauernführer Rühl sprach über die Verbundenheit des freiwilligen weiblichen Arbeitsdienstes mit der Bevölkerung von Schotten und Umgebung, Bürgermeister Mengel sprach den Mädchen den Dank und die Abschiedsgrüße der Stadt Schotten aus. Bei Tanz und froher Unterhaltung nahm der Abend einen schönen Verlauf. hatte, wie sehr sich die Regierung um eine glückliche Erfüllung aller Aufgaben zum Gedeihen des Ganzen bemüht, ermahnte er alle Volksgenossen, treu zur Sache des Führers zu stehen und mit« zuhelfen an dem großen Ausbauwerk des Führers. Mit dem Treugelöbnis zu Führer und Vaterland und dem Gesang des ersten Verses des Horft- Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. — Bei der E i n t o p f s a m m l u n g in unserer Ortsgruppe am vorigen Sonntag gingen folgende Spenden ein: Oppenrod 11,30 Mark, Burkhardsfelden 41,80 Mark, Großen-Bufeck 102,35 w Klein - Linden, 19. Okt. Am Donnerstag- abend wurde in Gegenwart sämtlicher Gliederungen der NSDAP, und vieler Volksgenossen je ein Stürmerkasten der Deutschen Arbeitsfront und der Hitlerjugend eingeweiht. Der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Wagner- Gießen, unb Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann hielten Ansprachen und ermahnten, getreu den Richtlinien unseres Führers den Kampf für die nationalsozialistische Bewegung durchzuführen. Unser Dorf besitzt jetzt drei Stürmerkasten, einer hängt am Maiplatz, der zweite an der Geschäftsstelle der Deutschen Arbeitsfront in der Frankfurter Straße, der dritte nm Heim der Hitlerjugend in der Wetzlarer Straße. wg. Großen-Bufeck, 18. Okt. Im vollbesetzten Saale des Gastwirts Wilhelm Wagner sand gestern abend eine Kundgebung der NSDAP, statt. Im Anschluß an einen Sprechchor der Hitler-Jugend sprach Kreisleiter Seipel- Friedberg als Hauptredner des Abends über die politischen Tagesfragen unserer Zeit. Er nahm dabei mit Entschiedenheit Stellung gegen das Treiben Der Staatsfeinde und Dunkelmänner und betonte Die Notwendigkeit für jeden einzelnen Volksgenoffen, sich im Interesse der Volksgesamtheit den Maßnahmen der Regierung zu unterstellen. Nachdem der Redner sich mit den wichtigsten Einzelfragen unserer Zeit beschäftigt und dabei dargelegt Bürgermeister M e n g e l. Wie von uns bereits berichtet, fährt Bürgermeister Menge! von Schotten nach Neuyork, um dort als Gast des „S ch o t t e n e r Männer- chors" in Neuyork an dessen 50-Jahr feier teilzunehmen. Bürgermeister Menge! wurde von den deutschen Landsleuten im „Schottener Männerchor" in Neuyork als Ehrengast und Vertreter der alten Heimat eingeladen. Die Hin- und Rückfahrt und den Aufenthalt in Neuyork bestreiten die Gastgeber, die sich jetzt schon sehr darauf freuen, den Vertreter der oberhessischen Heimatstadt in ihrer Mitte zu sehen. Bürgermeister Menge! wird Mitte November an Bord des Dampfers „New Dort" abreifen. (Aufnahme: Konrad, Hungen.) Einweihung der Bezirksführerinnenschule des weiblichen Arbeitsdienstes. Bingenheim (Kr. Friedberg), 18. Okt. (LVD.) In dem alten Gebäude des Bingenheimer Schlosses hat der' Frauenarbeitsdienst ganze Sache gemacht. In wenigen Monaten wurden aus den dem Verfall nahen Räumen freundliche Zimmer geschaffen, die heute die Führeranwärterinnen des weiblichen Arbeitsdienstes aufnehmen. Don den sechs Bezirksführerinnenschulen, die in Deutschland die Führerinnen des weiblichen Arbeitsdienstes f,ür ihre kommende Arbeit schulen, hat der Gau Hessen- Nassau die jetzige Bezirksführerinnenschule in Bingenheim, die die Führeranwärterinnen der Gaue Hessen-Nassau, Rheinland und Westfalen aufnimmt. In Anwesenheit der Reichsfrauenführerin Sch oltz-Klink, des Hauptamtsleiters der NSV. H i l g e n f e l d t, des Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger, des stellvertretenden Gauleiters Reiner, des Landesbauernführers Dr. Wag« n e r, des Gauamtsleiters der NSV. Bürgermeister Haug (Darmstadt), Vertretern von Behörden und Verbänden, sowie der Lagerleiterinnen des ganzen Gaues wurde die Bezirksführerinnen- schule Bingenheim am Freitag ihrer Bestimmung übergeben. Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten fand im Schloßhof eine kleine Eröffnungsfeier statt. Die Lagerleiterin Hilde Wagner begrüßte die Gäste mit herzlichen Worten und wies darauf hin, daß die Führerinnenschule den jungen Mädchen richtungweisend sein würde fürs ganze Leben. Ein Bauernspiel, aufgeführt vom Frauenarbeitsdienst, gab Einblicke in das kulturelle Schaffen der jungen Mädchen. Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink erläuterte kurz den Aufbau des Frauenarbeitsdienstes und bat Den Gauleiter, die Bezirksführerinnenfchule in feine Obhut zu nehmen. Gauleiter Sprenger wies Darauf hin, daß der Arbeitsdienst eine gute Grundlage für die Frau fei. Mit dem im Arbeitsdienst liebernommenen und Erlebten würde nationalsozialistische Aufbauarbeit geleistet. Der Gauleiter sicherte der Führerinnenschule weiteste Unterstützung zu. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer schloß die Feierstunde. Anschließend an die offizielle Eröffnungsfeier fand ein gemeinsames Abendessen statt, das die Mädchen in ihren Küchen zubereitet nächst zu erwarten sein wird. Unter Punkt „Der- schiedenes" wurden in reger Frage und Antwort meist organisatorische Fragen geklärt. Ferner wurden die Vorbereitungen für die Olympia-Werbeveranstaltung am 2. Novemlnr in Cas6 Leib besprochen. Der Werbewart für den Hilfsfonds, Herr Pitz, sprach kurz über die Bedeutung der Olympia 1936. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß Dr. Möckelmann die Versammlung. 1900—„Hmon" Aiederrad. Mit Union Niederrod erscheint wieder ein Vertreter aus der Gauliga des Gaues Südweft. Wenn der Name und Ruf der Niederräder nicht fo strahlend und glänzend ist, wie der feiner großen Nachbarn — Eintracht und Fußball-Sportverein Frankfurt —, fo stehen sie in spielkultureller Hinsicht den beiden wohl kaum etwas nach. Die Erfahrungen haben gelehrt, daß gegen Niederrad nur mit einer erprobten und kampsstarken Elf etwas zu erreichen ist. Aber nicht nur auf eigenem Platze ist Union gefürchtet, nein, sie versteht auch auf dem Platze oes Gegners zu spielen, zu kämpfen und zu gewinnen. Das haben die seitherigen Verbandsspiele bewiesen. Die Leute van Union bewiesen durch einen beachtenswerten Sieg in Pirmasens (3:2), daß ihre seitherigen Erfolge nicht Zufall waren, sondern auf Grund ihrer guten Leistungen verdient waren. Die Gießener Blauweißen halten wohl keinen Vergleich aus. Ihre Spielstärke reicht an die des sonntäglichen Gegners nicht heran. Frühere Ergebnisse als Maßstab anzuleaen wäre verfehlt. Wohl gab es einmal Zeiten (auf dem alten Platz an der Hardt), da konnte Niederrad gegen die 1900er fein Spiel gewinnen. Doch wie sich die Zeiten ändern, so hat sich auch hier verschiedenes geändert. Eins aber muß man den Leuten vom Trieb lassen, sie verstehen sich ihrem Gegner anzupassen. Je größer der Gegner, je größer die Leistung. Die Aufstellung der beiden Mannschaften lautet Die markantesten Erscheinungen in der Niederräder Elf sind Leichter, Kirsch und Rosenberger. Leichter neben seinem einzigen Vereinskamerad. Kirsch ist der Torschütze der Mannschaft. Rosenberger, der Senior der Mannschaft, ist noch einer von der alten Fußballgarde. Blickhan ist ein ruhiger und besonnener Torwächter. Wagner und Kolter, zwei unerschrockene Verteidiger, zeichnen sich durch kluges Stellungsspiel und befreiende Abschläge aus. Allermann, ein Mittelläufer über Durchschnitt. Gebhard und Sack sind zwei schnelle Außenstürmer. Die Aufstellung der Blauweißen ist die derzeit stärkste Vertretung. Fischer hat in den letzten Spielen der unteren Mannschaften bewiesen, daß seine Aufstellung in der Ligamannschaft berechtigt ist. Lippert und Zeiler werden riesige Arbeit zu verrichten haben. In der Läuferreihe steht Heilmann in der Mitte. Es ist feststehende Tatsache, daß mit Heilmann als Mittelläufer das Spiel der 1900er steht und fällt. Im Sturm wurden einige Umwandlungen vorgenommen. Dörr steht auf Rechtsaußen, weil Henkelmann (früher Heuchelheim) auf Linksaußen eingesetzt wird. Im Jnnensturm wird, falls die ausstehenden Spielberechtigungen eintreffen, noch eine Veränderung vorgenommen. Man erwartet ein ehrenvolles Ergebnis. 1900 II — Leihgestern I. Nur restloser Einsatz aller Spieler hat Aussicht auf Erfolg, denn die Gäste gehen bestimmt mit großem Schwung und Eifer an ihre Ausgabe heran. 1900 III — Steinbach I. Beide Mannschaften haben am vergangenen Sonntag mit hohen Tordifferenzen gewonnen. Wer diesmal das bessere Ende für sich behalten wird, muß man abwarten. Die Spiele der Bezirksklasse. Watzenborn-Steinberg — Naunheim (Rüspeler, Gießen). Bissenberg — Frohnhausen (Zitzer, Gießen). 05 Wetzlar — Sinn (Müller, Frohnhausen). Dillenburg — Niedergirmes (Keller, Naunheim). Das interessanteste Spiel des Sonntags wird ohne Zweifel in Steinberg ausgetragen werden. Der Tabellenletzte trifft hier auf den Tabellenführer und wird alles daransetzen, wenn möglich ein Unentschieden, wenn nicht einen Sieg herauszuholen. In Bissenberg wird ein Spiel gleichwertiger Mannschaften ausgetragen. Man traut dem Gastgeber einen knappen Sieg zu. Die Wetzlarer sollten in der Lage sein, die Gäste aus Sinn zu schlagen. Trotzdem werden sie hart um den Sieg kämpfen müssen. Dillenburg wird sich kaum die Gelegenheit gegen die Niedergirmeser, zu zwei weiteren Punkten zu kommen, entgehen lassen. VfB.-ReichSbahn Gießen. Die Liga und die zweite Mannschaft sind spiel- frei. Die dritte Mannschaft muß nach Grüningen und hat einen schweren Stand, da die Gastgeber als sehr spielstark bekannt sind. Die Gießener sind in ihren Leistungen in letzter Zeit sehr schwankend und müssen endlich wieder einmal eine Leistung zeigen, die ihrem wahren Können entspricht. Der Ausgang ist als offen zu bezeichnen. Die erste Jugend fährt nach Wiefeck. Trotzdem sie auf fremden Gelände spielt, dürfte sie auf Grund ihrer seitherigen Leistungen den Sieger stellen. Die zweite Jugend empfängt die gleiche der Wetzlarer Sportfreunde. Die Hiesigen in neuer Ausstellung sollten ein gutes Spiel zeigen können. Die Schüler empfangen ebenfalls die gleiche der Sportfreunde Wetzlar. Beide Mannschaften können ein technisch schönes Spiel liefern. Watzenborn-Steinberg I — DfV.-R. I 1:5. Dom vergangenen Sonntag ist noch der Spielbericht des Spieles der 1. Mannschaft gegen Watzen- born-Steinberg nachzutragen. Die Gießener zeigten in Watzenborn-Sternberg ein sehr gutes Spiel und waren dem Gastgeber sowohl im Zusammenspiel, als auch in Schnelligkeit überlegen. Die gesamte Mannschaft arbeitete ganz auf Erfolg. Dabei waren die Teutonen nicht einmal schlecht, sondern hatten nur das Unglück, auf einen Gegner zu stoßen, der einen seiner besten Tage hatte. Kurz nach Spielbeginn gingen die Gießener durch Wlodareck, der einen Fehler des gegnerischen Läufers geschickt ausnutzte, in Führung. Trotz leichter Überlegenheit der Gäste, konnte aber kein weiterer Erfolg erzielt werden, da Lang und Fett der Steinberger Verteidigung ein überragendes Spiel lieferten. Nach Halbzeit erhöhten die Gießener auf 3:0 durch Fehling nach guter Vorarbeit von Ranft. Nachdem Szponick auf 4:0 durch Bombenschuß erhöht hatte, ging der Steinberger Lang in den Sturm und brachte sofort System in diese Fünferreihe. Der Erfolg war das Ehrentor der Teutonen. Kurz vor Schluß stellte wiederum Szponick das Endresultat durch einen scharfen Schuß her. „ FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Der Tabellenführer Naunheim bei den Teutonen. Zum 5. Verbandsspiek tritt am kommenden Sonntag die 1. Mannschaft der Teutonen auf eigenem Platze dem Tabellenführer und auch Meisterschaftsfavoriten Naunheim gegenüber. Wohl war die einheimische Elf in den bisher 4 ausgetragenen Spielen stets unterlegen, erfreulicherweise aber wurde bis jetzt der Mannschaftsgeist noch nicht bezwungen. Die Mannschaft wird sich auch weiterhin unverdrossen in den kommenden schweren Verbandsspielen ihren Gegnern stellen, um die einzigartig in wenig Jahren erkämpfte Zugehörigkeit zur Bezirksklasse ehrenvoll zu verteidigen. — Nun steht allerdings am kommenden Sonntag wohl die stärkste Mannschaft der Klasse Gießen-Dill den Einheimischen gegenüber. Man erwartet ein fesselndes Kampfspiel. In Schiri H. R ü s p e l e r (Gießen) hat man sicher den gerechten Spielleiter. Die unteren Mannschaften der Teutonen sind sämtlich spielfrei. Kreisklaffenspiele des Gonntags. Albshaufen — Heuchelheim (Niersbach, Wetzlar); Rodheim — Grünberg (Böcher, Gießen); Lollar — Großen-Bufeck (Deis, Nauborn); 1900 2. — Leihgestern (Kleemann, Bissenberg); 1900 3. — Steinbach (Happel, Steinberg); Bissenberg 2. — Burgsolms (Wolf, Allendorf); Steindorf — Sportfreunde Wetzlar (Offenbacher, Gießen); Holzhausen — Ehringshausen (Kaletsch, Wetzlar); Nauborn — Ulm (Grote, Mainzlar); Großen-Linden — Lich 2. ((3er- yarvt, SkeknVE: ©rüningen — DfD.-R. 3. (Lind, Wetzlar); Garbcnteich — Allendorf (Sack, Heuchelheim); Wißmar — Lollar 2. (Post, Wieseck); Vetzberg — Fellingshausen (Seitz, Heuchelheim); Alten- Buseck — Rodheim 2. (Lotz, Launsbach); Tv. 1846 Gießen — Launsbach (Keller, Lich); KrofH-rf — Heuchelheim 2. (Hofmann, Wieseck); Treis — Geilshausen (Kreiling, Gießen); Saubringen — Grünberg 2. (Decker, Garbenteich); Londorf — Großen- Buseck 2. (Körber, Alten-Buseck). Heuchelheim fährt nach Albshausen und löst damit eine alte Rückspielverpslichtung ein. Heuchelheim sollte das bessere Ende für sich behalten. Rodheim hat Grünberg zu Gast und wird in der Lage sein, sich die ersten Punkte zu holen. Ein wichtiges Spiel steigt in Garbenteich, denn Allendorf hat noch keinen Punktverlust und hat damit dieselben Aussichten auf die Gruppenmeisterschaft wie Garbenteich. Vetzberg hat bis jetzt keine besonderen Leistungen gezeigt und muß kämpfen, damit die Punkte nicht nach Fellingshausen wandern. Alten- Buseck hat sicher wenig Mühe, die Gäste aus Rodheim zu schlagen. Krofdorf ist jetzt wieder spielstark genug, auch das Lokalspiel gegen Heuchelheim 2. zu gewinnen. Geilshausen reist nach Treis und wird dort zu beweisen haben, daß der 10:1-Sieg gegen Flensungen kein Zufall war. Daubringen — Grün- berg 2. und Londorf — Großen-Buseck 2. sind einseitige Angelegenheiten der Platzherren. Sportverein 1920 Lollar. Die 1. Mannschaft spielt auf eigenem Platze gegen den Rivalen Großen-Buseck. Der Gegner steht mit nur einem Verlustpunkt hinter Lollar auf dem zweiten Tabellenplatze. Die Gäste haben ihre Spielstärke erst am letzten Sonntag unter Beweis gestellt. Aus diesem Grunde wird auch der Kampf erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein. Allerdings dürfte man der Lollarer Elf auf Grund der bisher gezeigten Leistungen einen knappen Sieg zutrauen. Im Spiele der 2. Mannschaft gegen Wißmar ist schlecht der Sieger vorauszusagen; denn dieser Kampf stellt einen Lokalkampf dar. Die letzten Spiele konnte Lollar meistens gewinnen. Die Lollarer 2. Elf dürfte in der Lage sein, auch diesen Kampf knapp zu gewinnen, zumal ihr ja die stärkste Vertretung zur Verfügung steht. Alle unteren Mannschaften sind spielfrei. D. f. R. Lich. Lichs Zweite Mannschaft geht nach Großen-Lin- den, wo sie auf die dortige erste Mannschaft treffen wird. Die Siegesaussichten für Lich dürften sehr gering sein. — Die Licher Jugend empfängt die gleiche vom Sportverein Londorf. — Die erste Mannschaft ist spielfrei. Fußballabteilung des $t>.l 846 Gießen. Am Sonntag empfängt die erste Mannschaft der Turner die gleiche vorn Tv. Launsbach. Die Gießener haben durch Spielerabgänge etwas an Spielstarke elngebüßk, doch fötTferi sie gegen Launsbach klar Sieger werden. Handball imKreis Lahn-Dill (Gau XII) Durch den Aufmarsch der Gruppe Hessen der SA. fällt ein großer Teil der angesetzten Spiele aus. So finden beispielsweise in der heimischen Bezirksklasse nur zwei Treffen statt und auch in der Kreisklasse ist das Programm nicht allzu groß. Tv. A tz b a ch — Tv. Dorlar: Ein Lokal- treffen, das vielleicht Aufschluß über die Stärke beider Mannschaften gibt. Wenn nicht alles täuscht, möchte man nach den Leistungen der letzten Zeit die Platzbesitzer in Front sehen; es kann aber auch anders kommen. To. Groß-Rechtenbach — Tv. Garbenheim: Garbenheim hat sich anscheinend wieder auf sich selbst besonnen. Die Mannschaft hat im letzten Spiel ansprechendes Können bewiesen. Das Spiel ist noch nicht entschieden. Tv. Hörnsheim — Tv. Holzheim: Der spannendste Kampf wird in Hörnsheim steigen. Die Einheimischen werden alles versuchen, um ihre Spitzenstellung zu festigen, während Holzheim mit Macht nach vorne strebt. Die Voraussage geht auf einen knappen aber sicheren Sieg von Holzheim. II. Preisklasse: Tv. Lich — Tv. ©rüningen To. Homberg — Tv. Alsfeld To. Niederohmen — Tv. Burggemünden Tv. Herbornseelbach — Tv. Katzensurt Tv. Heuchelheim — Tv. Hochelheim II. Ob ©rüningen in Lich gewinnen wird, steht dahin. Auf heimischem Gelände ist Lich gefährlich. — Nach dem guten Spiel vom vergangenen Sonntag hat Alsfeld in Homberg noch nicht gewonnen. Die Einheimischen werden immer besser. — Niederohmen wird feine Chance haben, das Lokaltreffen zu gewinnen. Heuchelheim hat selbst auf eigenem Platz gegen Hochelheim noch nicht gewonnen. 3ugenbflaffe: Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar Tv. Dutenhofen — Tv. Niedergirmes SpV. 05 Wetzlar — Tv. Münchholzhausen Tv. Lützellinden — Garbenteich Tv. Lich — Tv. ©rüningen e Mtv. Gießen — 1846 Gießen SpV. 1900 Gießen — Tv. Lang-Göns Tv. Ruttershausen — Tv. Londorf Tv. Staufenberg — Tv. Krofdorf To. Straßebersbach — Tv. Dillenburg Tv. Katzenfurt — Tv. Herborn. Wetzlar wird alle Mühe haben, das Spiel in Garbenheim zu gewinnen; wir glauben sogar, daß es ein ziemlich ausgeglichenes Rennen geben wird. — Dutenhofen hat keine Aussicht, selbst auf eigenem Platz gegen den vorjährigen Kreismeister zu gewinnen. Auch der Sportverein 05 Wetzlar hat keine Chance, gegen Münchholzhausen auszukommen. Anders wird es dagegen in Lützellinden werden. Hier erwartet man die Heimischen als Sieger, lieber das Spiel Lich — ©rüningen ist eine Vorhersage schlecht zu treffen, weil sich beide Mannschaften noch nicht gegenüberstanden. Das Lokaltreffen in Gießen sollte vom Mtv. gewonnen werden. Die 1900er werden selbst auf eigenem Platz keine Möglichkeit haben, gegen die wohl zur Zeit spielstärkste Mannschaft der Jugendklasse, Lang-Göns, zu gewinnen. In Ruttershausen wird sich's entscheiden, wer in Zukunft Spitzenreiter bleiben wird. Krofdorf hat in Staufenberg kaum etwas zu bestellen, wird aber, wie auch schon am Sonntag, seinen Mann zu stellen wissen. Preußen. Kreis Wetzlar. < Hörnsheim, 18. Okt. Die erste Eintopfsammlung für das WHW. 1935/36 erbrachte in unserem Orte den Betrag von 47,15 Mk. Bei der Vorerhebung von Naturalspenden für das WHW. wurden von der Ortsbnuernschaft rund 125 Zentner Kartoffeln und 25 Zentner Brotfrucht gezeichnet. Kreis Biedenkopf. 0 Niederweidbach, 18. Okt. Es ist beabsichtigt, in unserem Orte eine Fortbildungsschule für Mädchen zu errichten. Die Gemeinde hat das bisher unbewohnte Haus Nr. 7 in der Hauptstraße dafür zur Verfügung gestellt. Das Gebäude wird gegenwärtig für feinen neuen Zweck hergerichtet, so daß die Schule schon bald eröffnet werden kann. Voraussichtlich wird der Unterricht am 1. Dezember beginnen. Den Unterricht erteilt eine Lehrerin aus Gladenbach. Die Schule wird die Mädchen aus den Orten Wilsbach, Roßbach, Oberweidbach, Bischoffen und Niederweidbach erfassen. — Die Kartoffelernte ist in unserer Gemarkung abgeschlossen. Man war angenehm überrascht, daß das Ergebnis besser ausfiel, als man es zu hoffen wagte. Oie Bürgersteuer in Darmstadt. Darmftadt, 17. Okt. (LPD.) In einer Sitzung der Ratsherren wurde eine Vorlage der Stadtverwaltung, die Bürger ft euer für 1935/36 von 500 v. H. auf 600 v. H. zu erhöhen, genehmigt. Der Mehrertrag wird voraussichtlich 150 000 Mark ergeben. Auftreten spinaler Kinderlähmung in Bensheim. Bensheim, 18. Okt. (LPD.) Auf Antrag des Gesundheitsamts Bensheim hat das Kreisamt wegen Auftretens spinaler Kinderlähmung ein Versammlungsverbot erlassen. Bisher handelt es sich nur um einzelnen Fälle. Der gefährliche Charakter dieser Krankheit macht aber nach amtsärztlicher Ansicht den Erlaß des Versamm« lungsverbots trotzdem zur Notwendigkeit. ^unDfunFprogramm. Sonntag, 20. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45t Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45! Bekenntnisse zur Zeit: „Konto Deutschland fnt Hauptbuch der Welt". Don Hans Schwarz van Berk. 10: Morgenfeier der HI. Einweihung der Paul-von-Hindenburg-Jugendherberge. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. Hans Brandenburg liest aus eigenen Werken. 11.30: Von deutscher Art und Kunst: „Der heroische Deutsche/' Eine Funkfolge. 12: Mittagskonzert. 14: Kinder- stunde: Kasperle und Fips, der Affe. Ein Hörspiel von Käte Mann. 14.45: Das Recht zur Kritik! Es spricht: Gauamtsleiter Pg. Bickendorf. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: HJ.-Funk: Wir fingen auslandsdeutfche Lieder. 18.30: Unter* Haltungskonzert. 19: „So betet, daß der Wein gerät". Herbst in Wingert und Gaffen. Funkbogem 19.50: Sportbericht. 20: „Das Käthchen von Heilbronn" oder „Die Feuerprobe". Dramatisches Märchen in fünf Auszügen von Heinrich von Kleist. 21.30: Kammermusik für Blasinstrumente. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Eröffnung der Bodensee-Kampfbahn in Konstanz. 22.35: Sportspiegel des Sonntags. 23: Zum guten Schluß: Weißen mit „Schuh'. Ein unterhaltendes Konzert, x 1 Montag, 21. Oktober. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30 f Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bauernsunk« 10.15: Schulfunk: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Märchenspiel von Erich Colberg. 10.45$ Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.20$ Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert« 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15$ Kinderfunk. 16.30: HJ.-Funk: BDM.-Sport. 17: Nachmittagskonzert des Landesorchesters ©au Wütt- temberg-Hohenzollern. 18.30: HJ.-Funk: Dichter der jungen Generation. Wolf Justin Hartmann! „Langemarck". 19: „Heimat im Westen!" Bunts Grenzlandstunde des Reichssenders Saarbrücken« 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Vom deutschen Wein für den deutschen Wein. Das Glückhafft Weinschiff« 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Die Sorge um den Rundfunkkünstler. Vom berufsständischen Aufbau innerhalb der Rundfunkkammer. Herbert Packebusch, Geschäftsführer der Reichsrundfunkkammev (Wachswiedergabe). 22.30: Aus der Alemannischen Chronik: Das Hornberger Schießen. Ein Hörbild von Dr. Walther Schort. 23: Nachtkonzert. Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtkonzert. kommt,'sagt Karl Lotz IV. Wieseck, den 19. Oktober 1935. 6033 D 6024 D Sie w Danksagung. F Gießen, den 19. Oktober 1935. 5980 D VOR Edgar 6O31A KneOerkameradschail 1874 Giessen. Fuß Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Nach schwerem Leiden entschlief heute im 86. Lebensjahr unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater Für die mir beim Heimgang meiner lieben Gattin in so reichem Maße erwiesene Teilnahme sage ich herzlichen Dank. Gießen, den 18. Oktober 1935 Martha Curschmann, geb. Güngerich Else Brill, geb. Güngerich Professor Dr. Fritz Curschmann Lapdgerichtsdirektor Dr. Ernst Brill Dr. Fritzheinrich Curschmann Hanna Curschmann Dr. Paul Frick Lotte Frick, geb. Brill Luise Ledeganck Ata Meisen MeMleWo« Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Mtzen, SWisme vl. r Alexander Takäcs Bezirks-Schornsteinfegermeister Die Einäscherung findet auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt Vervielfältigungen aller Art in Re- klameausführg. vromvt u. billig. Büro Benner, Gießen, Selters- weg77H. c>45ii Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Vogtsche Privat- Handeisschule Gießen Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1- und y2 jährig en Handelslehrgänge I Beginn: 21. Oktober I Anmeldungen und Aus- | künfte Goethestraße 32 I 5620A Sonnen- AillllMch abzugeb Benell erb. rntr n '14oftl Damplsägewerklollar B.NuhnA.6.,Lollar. benötigen Sie , Ofenschirm, , -Ofenvorsetzer, Kohlenschütter, ! 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Aus der Freude am Beob- achten ist ein wertvoller naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Kart. 3,30, geb. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde A09 c\e besu=^Qesc^ I MB«’ erv^et Nr. 245 viertes Blatt Gketzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag,'9. Oktober (935 Der Mensch und seine vierbeinigen Helfer und Freunde Die Gemeinschaft zwischen Mensch und Tier ist ,ü alt wie das Menschengeschlecht überhaupt. Die ältesten Aufzeichnungen erzählen davon schon in iinschaulicher Weise. Man denke z. B. nur an die Geschichte von der Arche Noah. Natürlich haben ich im Wandel der Zeiten die Formen des Verhält- üsses Zwischen Mensch und Tier in vielerlei Hin- icht geändert, aber die Innigkeit der Beziehungen wischen dem Menschen und seinen Haustieren ist is auf den heutigen Tag die gleiche geblieben, und f.e wird unvermindert fortbestehen, da der Mensch kamerad, aber auch ein wichtiger Teil der Versorgung mit den unmittelbaren Bedürfnissen des Lebens. Mit welcher Liebe hängt der rechte Bauer an seinem Vieh! Für ihn gilt der schöne Grundsatz, daß jederzeit erst die Sorge um den vierbeinigen Arbeitskameraden kommt, dann erst der Mensch an sich selber denken darf. Diese Einstellung entspringt nicht etwa nur der rein wirtschaftlichen Zweckerwägung, sondern sie ist geboren aus der starken Liebe zum Tier, die beim Landbewohner schon von der Kinderzcit her durch den täglichen Umgang mit den vierbeinigen Haus- und Arbeitskameraden ein wichtiger Wesensbestandteil des bäuerlichen Denkens und Fühlens überhaupt ist. Man beobachte nur einmal unauffällig bei Spaziergängen draußen auf dem Lande, mit welcher liebevollen Sorgfalt und Genauigkeit der rechte Landmann im Umgang mit seinen Tieren verfährt. Das gilt beim Pflügen auf dem Acker mit den Pferden oder mit den Kühen genau so, wie beim Fahren im Gespann, oder daheim auf dem Hofe bei der Versorgung der Tiere mit Futter, Trank oder Streu Und wenn der Landmann sich selbst und seinen menschlichen Mitarbeitern das Aeußerste an Tätigkeit aufbürdet, wohl auch das Tier zu angestrengterer Arbeit heranzieht, immer aber ist er darauf bedacht, seine vierbeinigen Helfer nicht bis an die letzte Grenze ihres Kräftevorrates anzustrengen. Einen packenden Beweis für diese liebevolle Rücksichtnahme auf das Tier erhielten wir vor einigen Wochen in einem Orte im Kreise Gießen, wo nach Meinung von Stadtleuten Der hilfsbereite Hirte. — (Aufnahmen |9|: Neuner, Gießener Anzeiger.) •<. •< j" 1 Standpunkt aus unbedingt richtig war. Der rechte Tierpfleger wird auch niemals im Winter seine Vierfüßler, soweit sie bei Wind und Wetter arbeitend im Freien sind und währenddessen vielleicht eine Zeitlang stillstehen müssen, ohne den Schutz einer Decke auf dem Rücken lassen; er wird bei glatter Straße die Pferde rechtzeitig mit geschärften Stollen versehen; er wird die Peitsche nicht zum Schlagen, sondern nur als unentbehrliches Leitinstrument, wozu sie da ist, benutzen; er wird nicht versäumen, die Hütte des Hofhundes beim Eintritt kalter Witterung mit einem schützenden Vorhang zu versehen, dem pflichtgetreuen vierbeinigen Wächter des Hofes die wärmende Lagerstreu häufig zu erneuern, ihm mehrmals täglich lauwarmes Wasser, außerdem ausreichende und wärmefördernde Nahrung zu reichen, ihm aber auch alltäglich eine gewisse Zeit der völlig unbehinderten Bewegungsfreiheit auf dem Hofe zu gewähren. Und wie in der laufenden täglichen Fürsorge, so wird der rechte Tierpfleger seinem vierbeinigen Schützling auch dann ein treuer Freund und Helfer sein, wenn das hilflose Tier irgendeinen Schaden an seinem Körper hat, der nur durch Menschenhand und Menschenkunst behoben werden kann. Wie rührend offenbart dieses schöne Verhältnis zwischen Mensch und Tier unser Bild von dem jungen Schäfer mit seiner Herde in der Nähe von Gießen; wie ruhig läßt das Tier seinen Helfer arbeiten, und wie interessiert schauen die beiden vierbeinigen Beob- achter dem Vorgang zu! Fürwahr, eine eindrucksvollere Bekundung der Liebe zwischen Mensch und Tier kann man sich gar nicht denken, als sie allein schon aus diesem einen Bilde zu uns Menschen spricht. Und diese fürsorgende Liebe dankt das Tier uns Menschen in so reicher und nutzbringender Weise alle Tage und zu jeder Stunde. * In der Stadt tritt die Vielseitigkeit der Beziehungen zwischen Mensch und Tier in der Regel natürlich nicht so in Erscheinung, als auf dem Lande. In den Stadthäusern dreht es sich in der Hauptsache um den Wauwau oder die Mieze, die als Hausgefährten ihr Dasein führen; vielfach dem „Herrchen" oder dem „Frauchen" zur Freude, manchmal aber auch zum Verdruß; in vereinzelten Fällen als getreuer Wächter, auf den sich die Hausinsassen unbedingt verlassen können. Aber auch hier ist das Maß von Liebe zwischen dem Tierhalter und seinem vierbeinigen Schützling in der großen Mehrzahl aller Fälle außerordentlich tief, wobei besonders die Kinderwelt mit ganzem Herzen dabei ist. In welcher Familie mit einem Hund oder einer Katze wäre es nicht schon dagewesen, daß nicht nur einmal, sondern häufig ein Familienglied oder auch alle auf irgendeine Annehmlichkeit, eine Speise oder ein Getränk Verzicht geleistet hätten, nur damit das Hündchen oder das Kätzchen nicht zu kurz komme! In dieser Hinsicht offenbart sich vielfach sogar eine Selbstlosigkeit und Opferfreudigkeit, wie sie — leider! — manche Menschenkinder untereinander, selbst innerhalb der Familie, nicht immer üben. Und auch hier ist die vergeltende Liebe des Tieres zu seinen menschlichen Betreuern ein Sonnenstrahl der Freude, der immer wieder das Leben der Menschen frohmacht, der alle Mühe und alle Geduld lohnt, die man häusig mit einem solchen vierbeinigen Trabanten hat. Allerdings soll es gelegentlich auch Vorkommen, daß der gute Wauwau in Dasein in vielerlei Hinsicht mit der Existenz !"r Nutztiere verbunden weiß. Bei dieser Gernein- yaft handelt es sich zum Teil vor allem um ine Zweckverbindung, so weit die Tiere als Helfer ei der menschlichen Arbeit in Betracht kommen, um andern Teil um ein nur auf Liebe und 'reude begründetes Verhältnis, wenn ein Dier- nßler ohne den Zweck des wirtschaftlichen Nutzens ^halten wird * Am nächsten steht das Tier dem Volksgenossen auf im Lande. Hier ist es der unentbehrliche Arbeitsauf das mit zwei Kühen bespannte Fuhrwerk getrost noch einige volle Säcke hätten aufgeladen werden können, während der Bauersmann mit Entschiedenheit den Standpunkt vertrat, daß diese vermehrte Last für seine „Liese" und seine „Bleß" zu schwer sei und trotz allen Drängens die Mitnahme der fraglichen Säcke auf eine andere Fuhre verschob, die er am nächsten Tage zu machen hatte. Wenn jene Stadtleute hinterher sich die Sache in Ruhe überlegt haben, so mußten sie sicherlich zugeben, daß der Standpunkt des Bauersmannes aus der Liebe zu seinen Tieren sich ergab und auch vom menschlichen einmal Unheil anrichtet, ja vielleicht sogar ein polizeiliches Strafmandat seinem Herrchen auf den Tisch liefert, für welches das Herrchen in den Geldbeutel greifen muß. Dann wird das Herrchen auch wohl zum Stöckchen greifen und feinem Vierfüßler das Fellchen gerben, nur darf „Herrchen" dabei nicht allzu fräftig und nicht allzu ausdauernd drauf- fchlagen, weil das erstens — vom Hundestandpunkt aus gesehen — nicht schön ist, zweitens — vom Menschenstandpunkt aus betrachtet — mit den Erfordernissen der rechten Erziehung und Pflege des Tieres, wie auch feines Schutzes nicht in Einklang jX In treuer Hut von Schäfer und Hund. Starke Helfer auf dem Acker. Der Hund braucht nicht nebenher zu rennen. Liebevolle Pflege des treuen Wächters, 3. - — 1 ’ MM i« **- Erholung auf der Weide. Sorgsame Pferdepflege. Ein frischer Trunk erguickt. gebracht werden kann. Man hüte eben fein Tier, erziehe es beizeiten mit geduldiger Güte und dulde nicht, auf liebevolle Weise, daß es sich von irgendeinem Artgesellen Unarten abguckt und angewöhnt. Und wenn man auf diese Weise in der Stadt sein Tier hegt und pflegt, ihm nach Kräften beisteht bei der Gestaltung seines Lebens, dann wird man auch immer Freude an seinem Vierfüßler haben und sich — wenn einmal die Scheidest und e in Aussicht stehen sollte — nur schwer ober überhaupt nicht von ihm trennen können, bis schließlich eine höhere Macht dem innigen Verhältnis zwischen Besitzer und Tier ein Ende bereitet * Jeder wahre Tierfreund wird es aus vollem Herzen begrüßen, daß durch gesetzgeberische Maßnahmen des Dritten Reiches dem Tierschutz weit größere Auswirkung gegeben wurde, als in früheren Jahren. Dor allem ist in diesem Zusammenhang mit Genugtuung zu verzeichnen, daß durch Reichsgesetz das Schächten der Tiere verboten ist. Wer jemals einem solchen Dorgana bet- gewohnt und die furchtbaren Qualen des geschäch- teten Tieres gesehen hat, der wird diesem Gesetz der nationalsozialistischen Regierung rückhaltlos zustimmen. Daneben wird das Reichstierschutzgesetz vom 24. November 1933 den schon jahrzehntealten Forderungen der Tierfreunde an die Gesetzgebung gerecht. Alle Bestimmungen dieses erfreulichen Gesetzes sind von dem Gedanken geleitet, Roheit und Pflichtvergessenheit von Menschen gegenüber dem Tiere entgegenzuwirken und das Mitgefühl des Menschen für die hilflose Kreatur zu erwecken und zu fördern. Zur Beherzigung für alle, die es angeht, seien am Schlüsse dieser Betrachtung die grundlegenden Paragraphen des Reichstierschutz, gesetzes'vom 24. November 1933 mitgeteilt. Das Gesetz bestimmt: § 1. 1. Verboten ist, ein Tier unnötig zu quälen ober roh zu mißhandeln. 2. Ein Tier quält, wer ihm länger dauernde ober sich wieberholenbe erhebliche Schmerzen ober Leiben verursacht; unnötig ist bas Quälen, so- weit es keinem vernünftigen, berechtigten Zwecke bient. Ein Tier mißhanbelt, wer ihm erhebliche Schmerzen verursacht; eine Mißhanblung ist roh, wenn sie einer gefühllosen Gesinnung entspringt. Dieser Paragraph schützt das Tier gegen tierquälerische Handlungen. Die Begriffsmerkmale der „Öffentlichkeit" und der „Aergerniserregung" des früheren § 360 des RStrGB. find endgültig ver- fchwunden. Zur Strafbarkeit der Quälerei genügt es, daß sie unnötig ist. § 2. Verboten ist: 1. ein Tier in Haltung, Pflege ober Unterbringung oder bei der Beförderung derart zu vernachlässigen, daß es dadurch erhebliche Schmerzen oder erheblichen Schaden erleidet; 2. ein Tier unnötig zu Arbeitsleistungen zu verwenden, die offensichtlich feine Kräfte überfteigen, ober bie ihm erhebliche Schmerzen bereiten, ober denen es infolge feines Zustandes nicht gewachsen ist; 3. ein Tier zu Abrichtungen, Filmaufnahmen, Schaustellungen oder ähnlichen Veranstaltungen zu verwenden, soweit sie mit erheblicher» Schmerzen oder erheblichen Gesundheitsschädi- gungen für das Tier verbunden sind; 4. ein gebrechliches, krankes, abgetriebenes oder altes Haustier, für das das Weiterleben eine Dual bedeutet, zu einem anderen Zwecke als zur baldigen schmerzlosen Tötung zu veräußern oder zu erwerben; 5. ein eigenes Tier auszusetzen, um sich des Tieres zu entledigen; 6. Hunde auf Schärfe an lebenden Katzen, Füchsen oder an anderen Tieren abzurichten oder zu prüfen; 7. einem über zwei Wochen alten Hund die Ohren oder den Schwanz zu kürzen. Das Kürzen ist zulässig, wenn es unter Betäubung vorgenommen wird; 8. einem Pferd die Schweifrübe zu kürzen (kupieren). Das Kürzen ist zulässig, wenn es zur Behebung einer Untugend oder einer Erkrankung der Schweifrübe durch einen Tierarzt unter Betäubung vorgenommen wird; 9. an einem Tier in unsachgemäßer Weise oder ohne Betäubung einen schmerzhaften Eingriff vorzunehmen. Die Kastration ist als schmerzhafter Eingriff anzusehen bei Pferden, bei über drei Monate alten Rindern und Schweinen und bei geschlechtsreifen Schaf- und Ziegenböcken. Einer Betäubung bedarf es nicht, sofern der mit dem Eingriff verbundene Schmerz nur geringfügig ist oder bei gleichen oder ähnlichen Eingriffen am Menschen eine Betäubung im einzelnen Falle nach tierärztlichem Ermessen nicht durchführbar erscheint; 10. ein in einer Farm gehaltenes Pelztier anders als unter Betäubung oder sonst schmerzlos zu töten; 11. Geflügel durch Stopfen (Nudeln) zur Futteraufnahme zu zwingen; 12. lebenden Fröschen die Schenkel auszureißen oder abzutrennen. Dieser Paragraph zählt eine Anzahl von Tatbeständen auf, die eine strafrechtliche Ahndung erfordern, ohne daß eine unnötige Tierquälerei oder eine rohe Mißhandlung vorzuliegen braucht. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Lage am Frankfurter Getreidegroßmarkt hat auch in dieser Woche keine wesentliche Veränderung erfahren. Die Anlieferungen der Landwirtschaft in Brotfrucht und Futtergetreide blieben klein, weil die Bauern ihre Feldbestellungsarbeiten und vor allem die Bergung der Hackfruchternte fortfetzen. Das Angebot in Brotgetreide war für den zur Zeit nur geringen Bedarf der Mühlen völlig ausreichend. Besonders Weizen begegnete keinem Interesse. Nur vereinzelt erfolgten zusätzliche Käufe in kleberreichen Sorten. Für Roggen bleiben die Absatzmöglichkeiten besser, zumal das Angebot kleiner war. Futterweizen und -Roggen, sowie kontingentfreies Getreide lagen sehr still, so daß die Vorräte eine weitere Zunahme aufweisen. Braugersten haben weiterhin feste Tendenz, doch entwickelte sich infolge der kleinen Zufuhren an wirklich hochwertigen Sorten kaum Geschäft. Etwas flotter wurden gute Jndustriequalitäten umgefetzt, doch ist auch hierfür das Angebot erheblich schwächer geworden. Angesichts dieser Lage standen Futtergersten wieder nicht zur Verfügung, während der Bedarf sehr stark bleibt. Das Angebot in Hafer war ebenfalls sehr schwach, der Konsum war zumeist wieder auf geringe Zufuhren aus Ostdeutschland angewiesen. Am Futtermittelmarkt blieb das Geschäft gering. Kleie kommt nach wie vor wenig zum freien Verkauf an den Großmarkt; die anfallenden Mengen werden direkt zugeführt. In ölhaltigen Futtermitteln erwartet man noch die Zuteilung für Oktober. Nachmehle fanden nur wenig Interesse. Heu und Stroh haben weiter feste Tendenz, doch erfolgten zu den wieder erhöhten Preisen kaum Umsätze. Der Mehlmarkt hat mehr und mehr die Form eines laufenden Bedarfsgeschäfts angenommen. Lebhaft gefragt-blieb Roggenmehl Type 815. Wochenbericht vom Frankfurter Echtachtviehniarkt. Der Schlachtviehmarkt hatte wieder sehr lebhaftes Geschäft, da der verstärkte Fleischverzehr angehalten hat. Die Auftriebe hielten sich im wesentlichen auf der Höhe der Vorwoche, nur bei Schafen war eine Zunahme zu verzeichnen. Trotz der zum Teil recht geringen Qualitäten setzten sich zumeist weitere leichte Preiserhöhungen durch, insbesondere bei Kälbern und Schafen. Auch für Rinder hielt die feste Tendenz an. Am Großviehmarkt waren 816 (881) Tiere angeboten, der prozentuale Anteil an Kühen war hoch (381 Stück). Für Ochsen blieben die Preise unverändert, wogegen Kühe, Bullen und Färsen 1 bis 2 Mark höher notierten. Nach flottem Handel wurde ausverkauft. Am Schweinemarkt war die Beschickung schwächer mit 407 (539); dazu kamen noch 747 (1145) halbe Schweine des Fleischmarktes. Es erfolgte wiederum eine Zuteilung unter Bevorzugung der reinen Schweinemetzger. Am Kälbermarkt setzten sich erneut Erhöhungen um 2 bis 3 Mark durch. Die 873 (815) aufgetriebenen Tiere waren von mittlerer Qualität und wurden lebhaft abgesetzt. Für Schafe hielt die lebhafte Nachfrage an, die durch den höheren Zutrieb von 301 (271) Stück auch befriedigt werden konnte. Die Preise verbesserten sich um 1 bis 3 Mark, insbesondere für beste Qualitäten. ♦ * Der deutsche Bergbau im September. Die deutsche Steinkohlenförderung zeigt im September eine Zunahme, die arbeitstäglich gegenüber dem Vormonat 6,7 v. H., gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat 8,1 v. H. beträgt. Die Bestände konnten etwas verringert werden; die Feierschichten gingen zurück. Im Braunkohlenbergbau konnte die arbeitstägliche Rohkohlengewinnung gegenüber dem Vormonat um 10,9 v. H., die Briketterzeugung um 11,4 v. H. gesteigert werden. Der Eisenerzbau behauptete seinen Stand bei zunehmender Belegschaft. Metallerzbergbau. Die Notierungen für Metall zogen zwar an, doch sind die Preise immer noch ungenügend. Die Erdölproduktion war leicht rückgängig. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse ruhig, aber freundlich. Frankfurt a. M., 18. Oft. Die Börse brachte am Aktienmarkt bei freundlicher Tendenz zumeist leichte Befestigungen. Das Geschäft vermochte sich indes noch nicht nennenswert zu beleben, wenngleich das Gesamtausmaß der Umsätze gegenüber den Vortagen eine leichte Zunahme aufwies. Die in letzter Zeit und auch heute wieder vorliegenden Wirtschaftsnachrichten fanden etwas mehr Beachtung. Es lagen wieder einige Sonderbewegungen vor. So setzten Kunstseideaktien ihre an der Abendbörse begonnene Befestigung fort, AKU. 55 (54,25), Bemberg 104,50 (102,50). Außerdem lagen Westdeutsche Kaufhof bei etwas größerem Geschäft mit 24,90 bis 25,25 um 1,25 v. H. höher. Die Gerüchte von einer Uebernahme dieses Konzerns durch eine amerikanische Gruppe werden geteilt ausgenommen. Elektrowerte zogen his 1 v. H. an, etwas mehr erholt waren Schuckert mit 119,50 (117,75). Montan- aftien lagen dagegen uneinheitlich, etwas höher Stahlverein und Harpener , dagegen Hoesch und Mannesmann bis 0,50 v. H. niedriger. IG.-Farben hatten zu 148,65 (148,50) nur wenig Geschäft. Zellstoffaktien lagen unregelmäßig. Waldhof 109,75 (108,50), dagegen Aschaffenburg 77 (78). Sonst eröffneten Reichsbank 0,13, Eßlingen Maschinen 0,25, Metallgesellschaft 0,25 v. H. höher und Deutscher Eisenhandel mit 103 unverändert. Der Rentenmarkt lag ebenfalls freundlich bei kleiner Nachfrage. Altbesitz 112 (111,75), späte Schuldbuchforderungen 96,50 (96,40). Auch Kommu- nal-Umschuldung waren etwas höher gefragt. Von Industrie-Obligationen gaben 6 v. H. Stahlverein auf 101,90 (102,13) nach, 6proz. Hoesch lagen mit 103,50 unverändert. Von Auslandrenten bröckelten Ungarn Gold auf 9 (9,20) ab, Anatolier zogen auf 38,60 (58,50). Im Verlaufe erfuhren die Kurse bei kleinsten Umsätzen kaum Veränderungen. Etwas Geschäft erhielt sich für Kunstseide AKÜ. zu 56,25 nach 55, auch Kaufhof wurden noch umgesetzt bei allerdings etwas abbröckelndem Kurs (etwa 25 nach 25,25). IG.-Farben erhöhten sich aus 148,75 nach 148,65, dagegen bröckelten Montanpapiere eher etwas ab. Die später stotterten Werte lagen zumeist etwas höher, so u. a. Rheag jnit 129 (127), Siemens mit 169 (168), AEG. mit 37,40 (36,75), Daimler mit 93,75 (93,25). Tagesgelb unv. 3 v. H. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse entwickelte sich nur geringes Geschäft, da Aufträge fehlten. Die freundliche Tendenz konnte sich jedoch erhalten, wenngleich die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß nicht immer ganz behauptet blieben. Besonders Montan- werte bröckelten leicht ab, auch Aku lagen nicht ganz gehalten. Etwas höher notierten IG.-Farben und Metallgesellschaft. Am Rentenmarkt bestand zu den Mittagskursen eher Nachfrage, bei unveränderten Kursen fanden aber keine nennenswerte Umsätze statt. U. a. notierten: Altbesitz 112,13, 6proz. Stahlverein 101,90, 4,5prvz. Mainz von 1928 91,50, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 180, Commerzbank 86,75, Dresdner Bank 87, Harpener 109,50, Mannesmann 82,90, Rheinstahl 105,50, Stahlverein 80,75, Aku 55,65 bis 55,90, BMW. 120,50, Bemberg 104,50, Daimler 93,65, Deutsche Erdöl 104,25, Scheideanstalt 236,50, Licht und Kraft 129,40, JG.- Farben 149, Feldmühle Papier 112,13, Gesfürel 122,50, Metallgesellschaft 104, Moenus 81,50, Schuckert 119,25, Siemens 169, Westdeutsche Kauf- Hos 25,25, Hapag 16. Frankfurter Obst, und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 18. Okt. Der Gemüsemarkt hatte sehr gutes Angebot von Blumenkohl, Eskarol, Spinat und Weißkraut. Tomatenzufuhren nachlassend. Rosenkohl kam erstmals in geringen Mengen an den Markt. Bei lebhaftem Geschäft lagen die Preise im allgemeinen unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl 10 bis 35, Eskarol 4 bis 8, Feldsqlat 25 bis 40, Gewürze! gr. Bdl. 25 bis 40, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,30 bis 3,60, Oberkohlrabi 4 bis 5, Unterkohlrabi 5 bis 6, Kopfsalat 4 bis 10, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 35 bis 40, Petersilie 18 bis 20, Pfifferlinge 45 bis 50, Steinpilze 35 bis 40, Rettich 4 bis 10, Römischkohl 5, Rosenkohl 18 bis 25, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 3% bis 6, Sellerie je nach Gr. 5 bis 30, Spinat 4 bis 8, Schwarzwurzel 18 bis 25, Tomaten I 12 bis 15, II 8 bis 10, Haus-Tomaten 18 bis 20, Weißkraut 2% bis 4, Filterkraut 4 bis 5, Wirsing 3 bis 6, Weiße Rüben 8 bis 10, Zwiebeln 5% bis 6. Am Ob st markt war das Angebot allgemein gut. Gute Tafeläpfel und Tafelbirnen blieben gefragt, geringere Sorten find schwer verkäuflich. Preise kaum verändert, beste Auslesen über Notiz. Ausländische Aepfel, Nüsse und Trauben waren ebenfalls gut angeboten. Das Geschäft war bei unveränderten Preisen allgemein lebhaft. U. a. notierten: Aepfel I 18 bis 25, II 12 bis 16, Wirtschaftsäpfel 9 bis 14, Goldparmänen I 20 bis 25, II 15 bis 18, Boskop I 20 bis 25, Anhalter 14 bis 16, Schafsnase 10 bis 14, Tiroler 20 bis 25, Jugoslawen 12 bis 25, Birnen I 18 bis 25, II 12 bis 16, Kochbirnen 6 bis 10, Dr. Diehls Butterbirne 15 bis 20, Vereins-Dechant 20 bis 25, Mollenbusch 118 bis 22, II 12 bis 15, Neue Poiteau 14 bis 25, Bananen, Kiste 25 Pfund netto 5,50 bis 6 Bros., Kastanien 15 bis 20, Preißelbeeren 35 bis 40, Quitten 22 bis 28, Trauben 14 bis 15, holl. 38 bis 40, ital. 17 bis 20, span. 20 bis 23, bulg. 18 bis 22, Walnüsse 30 bis 35, Zitronen 5 bis 6 (Stück). Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 18. Okt. Die Lage am Buttermarkt blieb gegen die Vorwoche unverändert. Die Zufuhren an frischer Butter bleiben sehr knapp, seitens der Reichsstelle erfolgen weiterhin Abgaben aus Beständen, sowie zusätzliche Mengen dänischer Butter. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Groß-Handelsverkaufspreife an den Einzelhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine Molkereidutter 143—145, Molkerei- butter 140—142, Holländische Butter 145—148. Der Anfangspreis versteht sich für Butter im Faß, während der Endpreis den Zuschlag für ausgeformte Stücke bis 500 Gramm darstellt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 18. Okt. Der Markt liegt weiter fest. Die Anlieferungen an deutschen Frischeiern haben noch keine Zunahme erfahren. Das Geschäft beschränkte sich somit in der Hauptsache auf Kühlhauseier, in denen ausreichende Zufuhren vorlagen, auch Bulgaren und Holländer wurden umgesetzt. Das Geschäft blieb lebhaft. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Groß- handelsverkaufspreife an den Einzelhandel): Deutsche Markeneier (Frischware) S 12%, A 11% bis 11%, B 10% bis 11, C 93/4 bis 10, D 9%. Hol- länder S 12%, A 11% bis 11%, B 10% bis 11, C 9Vi bis 10. Bulgaren 10% bis 10%. Deutsche Markeneier (Kühlhausware) S 11 bis 11%, A 10% bis 10%, B 9% bis 9%, C 9 bis 9%, D 8Vt bis 8%. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 20. Oktober. 18. nach Trinitatis. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Propst Knodt; 18: Pfr. Becker; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. — Johannes- kirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11. Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld; 18: Pfarrajfistent Zschau; 20: Bibelbesprechung im Iohannessaal, Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Anthes. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfr. Trapp. — Wiesest. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — AlteN'Buseck. 9.30: Beichte, Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls; 13: Christenlehre. — Albach. 9.15: Beichte, anschl. Gottesdienst und Abendmahl I. — Steinbach. 13: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Rödgen. 9: Hl. Abendmahl für Verheiratete. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die 50- "bis 60jährigen; 13: Kindergottesdienst, 1. Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Hl. Abendmahl für die alten Gemeindemitglieder von Staufenberg. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die alten Gemeindemitglieder von Mainzlar. — Daubrlngen. 20: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst, anschl. Kindergottes- dienst (Abendmahl fällt aus). — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Kollekte, Christenlehre für die männliche und weibliche Jugend; 14: Stiftspfr. Naumann. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfr. Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst, Kollekte; 13.30: Schlußfeier der Christenlehre. — Bettenhausen. 8.45: Iugendgottesdienft; 9.30: Hauptgottesdienst, Kollekte. — Rlünzenberg. 11: Gottesdienst mit Beichte und hl. Abendmahl für die Jugend, Kollekte für die Bekennende Kirche. — Trais-Münzenberg. 9: Gottesdienst mit Kollekte für die Bekennende Kirche. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 10.45: Kindergottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst, anschl. Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls, darnach Hausabendmahl. — Wir- berg. 10: Gottesdienst, anschl. Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. — Veitsberg. 13: Gottesdienst, anschl. Feier des hl. Abendmahls. —Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst, anschl. Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. Mittwoch, 23. Oktober. Klein-Linden. Erster Abend der Frauenhilfe. Reuapoflolifche Gemeinden. Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, 20. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst (nur im Lokal Händelstraße); 16: Gottesdienst (in beiden Lokalen). Mittwoch, 23. Oktober. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, 19. Oktober. Gießen. 16,30 und 19 Uhr: Beichte. Ein fremder Priester wird Beichte hören. Sonntag, 20. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Dre- öigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lau- bach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 21. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. Dienstag, 22. Oktober. Gießen. 18 Uhr: Rosenkranzandacht. Mittwoch, 23. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. — Hungen. 6.15: Messe. Donnerstag, 24. Oktober. Gießen. 18 Uhr: Rosenkranzandacht. Freitag, 25. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. Samstag, 26. Oktober. Gießen. 18 Uhr: Rosenkranzandacht. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 20. Oktober. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, 22. Oktober. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Evangelische Sladtmission (Löberstraße 14). Sonntag, 20. Oktober. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, 23. Oktober. 20.15 Uhr: Öffentlicher Farnilien-Abend. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst. Azt: Dr. Neumann-Spengel; Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Holzapfel. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besoffenen Dividende an. — Reichsbankdlskom 4 o H., Lvmbardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M Serlin Schluß» furd Schloßt. Abend» börse Schlußkurs Schluß!. Mittag» börse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß» kurs Schlußk. Mittag- börsc Oalum 17-10. 18.10 17.10. 18-10. Datum 17-10. 18.10. 17-10. 18-10 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 i% Deutsche Reichsanl. von 1934 WZ. Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld tntt Auslos.-Rechten ............. 4l/i% Deutsche ReichSpostschatzan. Weisungen von 1934. I....... 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ f von Collenberg. Aus dem in den nächsten Tagen erscheinenden Buche „Generalfeldmarschall von Mackensen, ein Leben der Pflicht", Verlag Karl Sie- gismund. Berlin. Im Mai 1880 erhielt Mackensen das schönste Kommando, das einem jungen Offizier zufallen kann, Das Kommando zum Großen Generalstabe. Auch Das hatte er erreicht, ohne den gewöhnlichen Weg Dazu beschritten zu haben, er war nicht aus Kriegs- »kademie gewesen. So konnte ihm sein Abteilungs- chef mit Recht die Freude darüber zum Ausdruck Dringen, daß er den Erfolg lediglich der eigenen Kraft zu verdanken habe. Andererseits bedeutete es wieder eine Erschwerung für ihn, die Akademie nicht gesucht zu haben, denn manches, was dort die Kameraden im theoretischen Unterricht gelernt hat- ttn, mußte nachgearbeitet werden. Es gelang, obwohl die zur Verfügung stehende Zeit knapp war. Red)t anschaulich schildert General van den Bergh }en Dienst, der gefordert wurde: ,-Die zum Gene- lalstabe kommandierten Oberleutnants trugen im i llgemeinen die Hauptlast der zu bewältigenden Ar- t eit, wenigstens im Hinblick auf die ungeheure und lorgfame Kleinarbeit, die zu leisten war, um die Interlagen für die wichtigen Maßnahmen der Lan- fesoerteidigung zu beschaffen. Es ist erklärlich, daß fi.e als die Jüngeren und damit als die Gehilfen ber Generalstabsoffiziere rücksichtslos ausgenutzt wurden; andererseits spornte die Ehre, bei dieser :userwählten Körperschaft Dienst zu tun und ihr lielleicht selbst einmal später angehören zu dürfen, s.e zu einer Hingabe an die Arbeit an, die fast liner Selbstentäußerung gleichkam. Tatsächlich kam in Abteilungschef, wenn er einem seiner komman- ! ierten Herren einen umfangreichen, aber kurz- (triftigen Auftrag erteilte, kaum je auf den Gedan- len, dieser könne etwa durch Familienfeste, Geselligst oder ähnliche verwerfliche Zerstreuung behindert fein oder gelegentlich gar die vermessene Absicht haben, um Erholungsurlaub zu bitten. Die Belastung der genannten Offiziere wurde aber noch l-rheblich verschärft durch die Ausbildung in Taktik, leer sie neben ihren sonstigen Arbeiten fast das !«nze Jahr hindurch unterzogen wurden. In voller Erkenntnis, von welch ausschlaggebender Bedeutung !ie Pflege dieser schwierigen Wissenschaft für das Wohl und Wehe der Truppe, für Sieg oder Niederlage in der Schlacht fein mußte, lebte und webte ber ganze Generalstab in der Gedankenwelt der hö- iaeren Truppenführung und beurteilte daher seine amtlichen Angehörigen, besonders scharf aber feinen jungen Nacherfatz, vorwiegend nach den Kenntnissen imf diesem Gebiet." Mackensen farti in die russische Abteilung und batte sich mit den Verhältnissen dieses Landes sowie Ian Armeen der Balkanstaaten zu befassen; er Diurbe also von Anfang an für feine spätere Tätiget im Weltkriege sehr gut vorbereitet. Er fand An- rEennung, und im April 1882 wurde er in den |!t:ebenetat des Großen Generalstabes versetzt. Damit trat er nun tatsächlich in den Kreis der Aus- i-wählten ein. Im September erfolgte seine Beför- i*rung zum Hauptmann, und im Dezember wurde r in den Großen Generalstab einrangiert. Er melkte sich bei Generalfeldmarschall Graf Moltke, und j: eser empfing ihn mit den Worten: „Ich habe Sie fär den Generalstab ausgewählt wegen Ihrer sehr ^uten taktischen Arbeiten." Er hatte ein großes Ziel k-reicht, das jedem strebsamen jungen Offizier als Deal vorschwebt, und stand doch wieder an einem Infang, nämlich zunächst als Führergehilfe am An- f ng zur hohen militärischen Laufbahn, die weiter- j n erkämpft werden mußte. Aus dieser Zeit wird uns ein Beispiel feiner Z»ameradfchaftlichkeit berichtet. Man weiß, daß es it feiner Stellung ungemein viel zu tun gab; ge- ube sie mutbe als eine ber schönsten, aber auch anstrengendsten des Generalstabsdienstes gewertet. Ü.ennoch fand er Zeit, einem jüngeren Offizier zu Mfen. Dieser hatte sich während des Kommandos zir Kriegsakademie durch Sturz mit dem Pferde (me Verletzung zugezogen, und es war zweifelhaft, lv er wegen des hierdurch bedingten Versäumens ks Unterrichts eine ausreichend günstige Qualifi- Ltion erhalten konnte, um nach Berlin in die ; »roße Bude", wie man zu sagen pflege, einberufen werden. Da nahm Mackensen sich seiner an, i-üte ihm Aufgaben, verbesserte seine Ausarbeitun- i> n und sprach alles auf bas eingehenbste mit ihm sirch, ihm hatte es jener in erster Linie zu verdanken, baß er schließlich die karmesinroten Strei- in doch noch erhielt. Man sieht, er war roeit davon entfernt, ein Streber zu sein. Seine unermüdliche Tätigkeit galt nicht dem eigenen Vorteil, sondern der Loche; er wußte nicht nur von den militärischen Tugenden, unter denen die Kameradschaft mit an erster Stelle steht, sondern er handelte auch in ihrem Knapp zwei Jahre hatte der Aufenthalt in Dusfel- borf gewährt, als nach dem Manöver des Jahres b87 die Zeit herangekommen war, da er wieder in b.n Front-Dienst zu tun berufen wurde. Seine freunde schenkten ihm als Scherz eine Dose, au llaelcher ein kleiner hochkletternder Asse abgebilbet nxir, mit ber Wibmung: „Dem mit affenartiger Ge- [oominbigteit zum Generalfeldmarfchall avancieren- gat11. > ö n Hauptmann Mackensen." Bis dahin hatte es I großen Organismus ^er muffen. Seid gewiß: Euer Schicksal ruhte in guter Hand! Es mürbe über jeden von euch bei den Erfatz- behörden, den Wehrersatzinspektionen und Wehrbezirkskommandos nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Ueberlegt, welche Aufbauarbeit in diesem Jahre von allen militärischen Behörden zu bewältigen war, welche Mühe es machte, die Ersatzverteilung nach mehr als zwanzigjähriger Unterbrechung wieder in geortmete Bahnen zu Im folgenden Jahre erfuhr sein Dasein eine neue Wendung. Auf Moltke war als Chef des Generalstabes ber Armee Graf Walderfee unb diesem Graf Schliessen gefolgt. Dieser große Geist und Lehrmeister des Generalstabes wußte keinen besseren in feine nächste Nähe zu berufen als den Major Mackensen. Am 21. Februar 1891 wurde er fein Erster Adjutant. Er kam nun wahrhaft in die hohe Schule unb fanb bie Möglichkeit zu lernen, wie sie selten einem anderen vergönnt ist. Er sah den weiten Flug ber Gedanken und doch wieder die genauste Bearbeitung auch von Einzelheiten durch den Meister der Kriegskunst. Er lernte ihn kennen in seiner gemessenen Zurückhaltung und wieder in dem klassi- schen Stil seiner Schriftsätze. Er hörte seine knappen Aeußerungen, aber erkannte zugleich die Fülle und Tiefe seiner Gedanken. Rastlose Tätigkeit wukde verlangt; aber als Entgelt erhielt er bie Erziehung zum Heerführer. lenken! r, Glaubt mir: Es ist nicht so von entscheibenber Bedeutung, bei welchem Wehrmachtsteil, bei welcher Waffengattung und in welchem Standort ihr eurer Dienstpflicht genügt. Eine jede Waffen- ‘ tu n g ist notwendig, ist unentbehrlich im v : Wehrmacht, ein jeder Wehrmachtsteil, eine jede Waffengattung hat ihre Vorzüge, hat ihre Nachteile, ihre Schönheiten, ihre Schattenseiten. Waffenstolz ist verständlich, aber er darf nicht zur Ueberhebung führen. Wer auf dem Pferderücken, dem Sitz des Kraftfahrzeuges sich fünf Fuß über den Erdboden erhebt, sollte nicht ge- ringschätzig auf den herabblicken, der im Straßenstaub der Marschkolonne an einem Tage mehr Schweißtropfen vergießt, als er in Wochen und Monaten. Er soll nicht vergessen, daß der Infanterist nach wie vor die Hauptlast des Kampfes zu tragen hat und ihm daher die höchste Ehre gebührt. Der Infanterist mag sich aber im Frieden trösten, daß ihm nach Abschluß jeder Gefechts- und Marsch- Übung Feierstunden winken, die für die Kameraden der berittenen und motorisierten Waffen mit der Pflege von Pferd und Gerät ausgefüllt sind. Glaubt mir auch: I n jedem Standort läßt es sich für den Soldaten leben, auch ein kleiner Standort hat feine besonderen Reize und allzuoft und allzuweit führt euch euer Weg überhaupt nicht aus dem Kasernentore hinaus. Seid froh, wenn ihr nicht immer an Mutters Schürzenband hängt, wenn eure Dienstzeit euch Gelegenheit gibt, auch andere Gaue und Stämme eures Vaterlandes kennenzulernen. . , ,. Nutzt die wenigen Tage, die euch bis zur Einstellung verbleiben! Kräftigt und stählt euren Körper in Spiel und Sport, macht eure Glieder geschmeidig und gelenkig! Härtet euch ab! Haltet euch rein! Beschwert euch aber nicht das Gehirn mit allerhand militärischer Bücherweisheit! Ihr bekommt nur falsche Begriffe und Vorstellungen! Geht lieber noch ein wenig bei Mutter in die Lehre! Lernt, wenn ihr es bisher noch nicht begriffen habt, wie man einen Knopf annähen, einen Riß ausbessern, ein Paar Strümpfe stopfen und waschen, die Stube ausfegen und aufräumen soll! Habt feine Sorge, daß ihr den Anforderungen Ihr Jungen von 21 Jahren, ihr Kinder des Schicksalsjahres 1914 seid vom Führer und Reichskanzler aufgerufen, eure Dienstpflicht in der Wehrmacht zu erfüllen. Ihr seid bereits gemustert, ihr seid zum größten Teile für tauglich befunden, ihr habt Wünsche geäußert, zu welchem Wehrmachtsteil, zu welcher Waffengattung euch euer Herz zieht. Jetzt ist entschieden, ob ihr zu den Erlesenen gehören werdet, an die der (Einberufungs- befehl ergangen ist, oder ob ihr als Ueberzählige der Ersatzreseroe überwiesen seid, ob ihr das Weiß des Infanteristen, das Rot des Artilleristen, das Gelb des Kavalleristen, das Rosa des Kraftfahrers, das Schwarz des Pioniers, das Braun des Funkers, das Lichtblau des Fliegers oder das Dunkelblau des Matrosen tragen werdet, ob ihr auf flinkem Pferde Feld und Flur durchstreifen, auf knatterndem Motor die Straßen entlangbraufen, im Flugzeug die Luft durchsegeln, mit dem Torpedoboot die Wellen durchfurchen werdet oder ob ihr euch wie die Musketiere und Grenadiere des Weltkrieges auf eure eigenen Füße werdet verlassen Der Kampf zwischen dem Artilleristen und dem Festungserbauer ist uralt. Als auf deutschem Boden die „Faule Grete" die Mauern der Raubritterburgen zusammenschoß, da glaubte man das letzte Stündlein der befestigten Plätze geschlagen. Aber schon sand der Festungserbauer neue Wege, ihren Schutz, Wall und Graben, zu verstärken, gab ihnen mit Beton und Eisen bis auf die Tage des Weltkrieges ihren alten Wert zurück. Als dann gleich zu seinem Beginn die deutschen und österreichischen Mörser die Forts von Lüttich in Trümmer legten, als Namur und Antwerpen, die französischen Grenzfesten fielen, da erging man sich in den gleichen Prophezeiungen, da stellte man die „Dicke Berta" der ,,Faulen Grete" an die Seite, wiegte sich in dem Wahne, daß gegen die Durchschlagskraft neuzeitlicher Geschosse kein Panzer, keine Betondecke Schutz gewähren könne. Verdun hat uns eines Besseren belehrt. Es hat uns Artilleristen einsehen lassen, daß unsere Erfolge im Anfang des Krieges gegen veraltete Befestigungen errungen oder glücklichen Zufallstreffern zu danken waren. So wurde z. B. das Fort Loncin, in das sich der Kommandant von Lüttich zurückgezogen hatte, dadurch in einen Trümmerhaufen verwandelt, daß eine 42-Zenti- meter-Granate das Munitionslager des Forts in die Luft jagte. Die neuzeitlichen Verteidigungsanlagen von Verdun aber hielten der wochen-, ja monatelangen Beschießung durch schwere und schwerste Geschütze stand. Auf das Fort Moulainville wurden 8500 Granaten, darunter 330 von 42 Zentimeter, 770 von 30,5, 28 oder 21 Zentimeter verfeuert. Andere Forts haben wahrscheinlich das Dreifache, wenn nichr Vierfache auszuhalten gehabt. Decken und Wände in Stärke von 2,50 Meter Beton unb 1,73 Meter Eisenbeton genügten, alle Mühe umsonst sein zu lassen. Ein 42-Zentimeter-Schuh auf die Betondecke des Forts Tavannes warf nur einen Trichter von 80 Zentimeter Tiefe auf, ein zweiter Schuß, der in das gleiche Loch ging, vertiefte den Trichter nur um 20 Zentimeter. Die Franzosen haben daraus die Folge gezogen und haben in der Nachkriegszeit ihre Grenzen stärker denn je mit Befestigungen gespickt. Um die Artillerie ist es dagegen in der Nachkriegszeit verhältnismäßig stille geworden. Auch die in ihrer Rüstung nicht gehemmten Mächte haben allem Anschein nach auf eine Neudewaffnuna ihrer Artillerie verzichtet. Aber niemand kann wissen, ob die Zukunft nicht einen Umschwung bringt, ob nicht wieder die Artillerie in die Vorhand kommt und von der Erde oder aus der Luft, aus dem Geschützrohr oder dem Bombenabwurfraum des Großflugzeuges Geschosse schleudert, die auch jene Betondecken und Panzerkuppeln durchbrechen, die bisher widerstanden haben. Der englische Militärschriftsteller Oberst Fuller scheint wenigstens dieser Ansicht zu sein. Er spricht bodenständigen Befestigungen, die sich aller Tarnung zum Trotz der Kamera des Fliegers, den Meistern der Spionage, doch nicht entziehen können, jeden praktischen Wert ab, da sie, einmal entdeckt, der Sprenggranate, der Gasbombe der Zukunft zum Opfer fallen würden. Er hält aber auch in Zukunft Stützpunkte, wie sie Festungen und befestigte Plätze seit Jahrtausenden für ein Feldheer darstellen, für unentbehrlich. Nur sollen sie sich in bewegliche „rollende" verwandeln, deren wechselnder Platz nicht so leicht festgestellt werden kann. In ihnen müßten die mechanisierten Heere, die mit Nachschubkolonnen nur im beschränkten Umfange belastet werden dürften, alles für die Erhaltung ihrer Kamps- und Lebenskraft Notwendige finden. Dazu müßten sie ihnen dichtauf folgen und in der Lage fein, sich selber gegen Angriffe von der Erde oder aus der Luft zu schützen. Das b e f e ft i g t e Lager des Altertums, des Mittelalters, beginnt wieder lebendig zu werden. Wie sich Fuller solch ein Lager denkt, ob als eine Wagenburg gepanzerter Kampf- und Transportwagen nebst Flaks oder als einen mit Graben und Wall, Tankfallen und Ballonsperren umfriedeten Parkplatz, verrät er nicht. Phantasiegebilde mag mancher Leser darum denken. Aber in der modernen Kriegstechnik ist kein Ding unmöglich, und man wird gut tun, sich auf allerhand lieber- rafchungen einzuftellen. eurer Dienstzeit körperlich und geistig nicht gewachsen seid. Gewiß, es weht ein rauher, aber auch ein herzlicher Ton durch die Kasernenstuben. Es muß in dem einen kurzen Dienstjahr viel verlangt werden. Aber die Vorgesetzten sind erfahrene Ausbilder, die ihre Forderungen nicht überspannen, die wissen, was ein junger Körper leisten kann. Es wird euch, die ihr zum größten Teil durch die Schule der HI., der SA., der SS., des Arbeitsdienstes gegangen seid, nicht allzu schwer fallen, sie zufriedenzustellen. Freilich mit ganzem Herzen, mit ehrlicher Begeisterung müßt ihr dabei sein, müßt euch innerlich und äußerlich zusammenreißen, müht die Zähne zusammenoeißen können. Es werden Stunden kommen, wo ihr meint, da es über eure Kraft geht; bann denkt an eure Väter, und wieviel mehr sie im Wirbel ber Materialschlacht auf sich zu nehmen hatten, unb ihr werbet euch sieghaft durchsetzen und zu wahren, willensstarken Soldaten werden! Befürchtet nicht, daß die militärische Zucht und Ordnung euer eigenes Selbst unterdrücken wollen, sie wollen es euch mir in Fleisch und Blut übergehen lassen, daß ihr nicht um eurer selbst, sondern um der Gemeinschaft, um eures Volkes willen auf Erden seid, daß ihr allein nichts, Seite an Seite mit euren Volksgenossen unter einem starken, zielbewußten Führerwlllen alles bedeutet! Schreckt nicht zurück vor den Schwierigkeiten in der technischen Handhabung neuzeitlicher Kampfgeräte. Bei näherer Bekanntschaft gehört nur ein bißchen gesunder Menschenverstand und leidliches körperliches Geschick dazu, sie zu meistern. Freut euch auf eure Dienstzeit. Sie wird euch bei aller Anspannung manche frohe Stunde bringen. Ihr werdet ein Jahr lang frei fein von den so oft niederdrückenden Sorgen und der Haft des Erwerbslebens, von der Enge und dem Dunst der Fabriken und der Schreibstuben. Ihr werdet wieder eins werden mit der Natur, werdet wieder Augen bekommen für die Andacht eines Sonnenaufganges, die Stille einer Mondnacht. Ihr werdet euch das große Erlebnis helfender Kameradschaft, das uns über so manche bittere Kriegsstunde hinweggetragen hat, in tiefster Seele zu eigen machen. Ihr werdet plaudern und lachen, fingen und spielen. Ihr werdet auch nach Soldatenart vor derben Scherzen nicht zurück- schrecken. Nur um eines bitte ich euch: Wahrt die Grenzen, wo solche Scherze eures Men- schenturnes nicht würdig wären, wo sie empfindsame Gemüter unter euren Kameraden schmerzlich verwunden könnten. Soldaten von morgen! Wir Soldaten von gestern glauben an euch! Wir vertrauen euch ein großes Erbe an. Bewahrt es zum Segen unseres Vaterlandes als die vom Führer bestellten Waffenträger der Nation! A. L. Versuchsmarsche. Wir haben im Kriege so manchen Kilometer heruntermarschiert. Marschleistungen wie jene ber 115. Infanterie-Division auf bem Umfassungsflügel in der Wilna-Schlacht just jetzt vor 20 Jahren m i t 180 Kilometer in fünf Tagen waren keine Ausnahme ober gar Höchstleistung, sondern finb vor allem bei Rückmärschen, wo bie Sorge, vom Feinbe eingeholt zn werden, die Schritte beflügelte, oft übertroffen worden. So marschierte die bei Wörth geschlagene Infanterie Mac Mahons in zwölf Stunden 5 1 Kilometer, eine feiner Bri- gaben in 38 Stunden sogar 12 0 Kilometer auf sehr schwierigen Wegen. Wir wissen, was Marschleistungen für die Kampfführung bedeuten und freuen uns, wenn der Nachwuchs im Marschieren wetteifert, wenn die Hitler-Jugend aus allen Teilen Deutschlands nach Nürnberg marschiert, Reiterstürme im Sternritt Hamburg zustreben, das Regiment Göring im Kraftwagenmarsch Deutschland durchmißt. Vom Ausland hören wir von Marschversuchen mit den verschiedensten Beförderungsmitteln. So erprobte das amerikanische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 7 im Mai dieses Jahres auf einem Marsch von 885 Kilometer in drei Tagen ferne ihm neu zugewiesenen Motorfahrzeuge. Es wurden am ersten Tage 335 Kilometer in 10 Stunden, am zweiten Tage 190 Kilometer in 6V2 Stunden, am Dritten Tage 360 Kilometer in 11 Stunden zurückgelegt. Am schwierigsten soll dabei der Durchmarsch durch die großen Städte am ersten Tage und die Ueberminbung stark durchschnittenen Geländes am dritten Tage gewesen sein. Eine russische fünf Mann starke Fahrradstreife legte die 914 7 Kilometer lange Strecke C h a b a r o w sk — M o s k a u in 57 Tagen zurück. Das macht einen Tagesdurchschnitt von 161 Kilometer. 34 turkmenische Kavalleristen durchritten die 4300 Kilometer lange Strecke von der persischen Grenze bis Moskau in 90 Tagen (46,5 Kilometer Tagesdurchschnitt). Eine russische Skipatrouille von fünf Unteroffizieren brauchte im vergangenen Winter für die 7000 Kilometer lange Strecke von Nertschinsk (einer Stadt im Fernen Osten) bis Moskau 83 Tage (Tagesdurchschnitt fast 85 Kilometer) und schlug damit den Rekord für Langstr eckenskilauf, den bisher ein anderes sibirisches Regiment mit 5000 Kilometer in ebenfalls 83 Tagen gehalten hatte. By. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gaben u. ausführlichem Text. 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Der Freiwillige, der nach zwölfjähriger Dienstzeit aus der Reichswehr ausschied, mußte alle Bindungen mit der Wehrmacht lösen. Der Durchbruch des Führers zur Wehrfreiheit hat ihn uns wiedergeschenkt. Zum er st en Mal seit siebzehn Jahren traten jetzt Scharen junger Deutscher am Ende der zwölf oder achtzehn Monate, zu denen sie sich als die letzten Freiwilligen der alten Reichswehr verpflichtet hatten, aus den Kasernentoren in das bürgerliche Leben. Sie werden bis in das letzte Dorf die Kunde tragen von dem neuen Leben, das die Wehrmacht durchpulst. Sie wer- „Lebe wohl, du altes schönes Städtchen, Von dir ziehen wir sehr trauervoll..." Anderen Tags ging man wieder hinter dem Pflug, stand wieder hinter dem Schraubstock. Die Dienstzeit versank. Aber sie leuchtete weiter durch das ganze Leben als Erinnerung an eine stolze Zeit, in der man zum Manne heranreifte, sich seiner Pflichten gegen Staat und Volk bewußt wurde. Ein-, zweimal im Jahre nahm die Erinnerung wieder sichtbare Gestalt an, stand man einen Tag auf der Kontrolloersammlung wieder ein-, zweimal machte man singen wird: „Und ruft das Vaterland uns wieder Als Reservist und Landwehrmann, So legen wir die Arbeit nieder Und folgen seinen Fahnen dann. rndhtefBeketteln und ^Ufdumen vonVolants, Verfaubem vorüFahikanten, TthopflödiQrTdvjpfannäheii vereinfachte Weißftickerei, fonftiges Sticken und Stopfen. 'fiteßerufund Uterus den durch die eigene Haltung im Beruf und in der Volksgemeinschaft lebendige Zeugen werden, daß die Wehrmacht wieder zu dem geworden ist, was sie seit Jahrzehnten war und nach dem Willen des Führers bleiben soll: Die soldatische Er. ziehungsschule des Volkes. Sie werden sich aber auch darüber klar sein, daß mit dem letzten Schritt aus der Kaserne ihr mili. tärisches Erleben noch nicht abgeschlossen ist, daß sie auf Grund des Wehrqesetzes vom 21. Mai 1935 bis zum 31. März des Kalenderjahres, in dem sie ihr 35. Lebensjahr vollenden, in der Reserve und von da ab bis aurn 31. März des auf die Vollendung ihres 45. Lebensjahres folgenden Jahres i n l.. Landwehr zu verbleiben haben, daß die Hauptstärke jedes Volksheeres, um das Wort des Marschalls Foch zu gebrauchen, „im Kriegsfall aus Zahl und Tüchtigkeit der Reserven beruht." Sie werden die Verpflichtung in ffch Festigung und Erweiterung ihres soldatischen Wis- sens und Könnens, die Erhaltung ihrer körperlichen und geistigen Rüstigkeit Sorge zu tragen. Die Erfahrungen des Auslandes gehen dahin, daß Reserveübungen heute noch wichtiger sind als in der Vorkriegszeit. Wir sind gewiß, daß der deutsche Reservemann der Zukunft allen Anforderungen, die an ihn in Friedenszeiten gestellt werden, freudigen Herzens nachkommen wird, daß — falls das Vaterland einmal in Not kommen sollte — er gleich seinen Vätern und Großvätern in den Kriegen der Vergangenheit denken und handeln, daß er wie sie 1109er egene> iniot11 00 4t ne stellge ch b' n -'N olge ierSc slndFreudenspender und treue Begleiter auf der Wanderung. Schon ““D von 45 Mark an in bequemen Monatsraten bei Geller Der Optiker am Bahnhof (Heben. Uischk Ketin ®i MN, i Nt l Wlbi'5 btrta 'i* ii 3|id tig li et.hau tanb de |rn und li.i ö) e £ [IHM 3t iti n." Di hnn W< Kür.b'ii, Äla Ättzeisen-AkiiengeieMHaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften ______Gießen / GGulfivaSe $ 9.85 8.90 7.90 6.50 5.90 4.90 Schotten für flotte Sportkleider, ea. 70 cm 2.65 1.95 1.75 Einfarbige Wollstoffe ca. 100 cm breit, reine Wolle, neue Farben, neue Gewebe 3.50 2.95 Woll-Cloquö i Lund Makonj i aldwin «er feil Sfiiemi b bei Ciiöe m, dc irivechu tinlb" q Jxi5 Ber ^qn fpn Et H vuez Mlen: P< , Mionen | i w bet S y. - Die wenigen Tage, die nach der Rückkehr dem Manöver bis zur Entlassung noch blieben, waren mit Abgabe dbr Sachen, Ausstellen den „Alten", den Kompaniechef nachzuahmen, schonte mit gutmütigem Spott auch keinen der anderen Vorgesetzten vom Spieß bis zum jüngsten Kapitulanten. Feierlich wurde der Löffel als Sinnbild des Kasernenlebens begraben und mit einem Parademarsch vor den gesamten Vorgesetzten und dem jüngeren Jahrgang der offizielle Teil geschlossen. Lange stand man dann noch um die lodernden Wachfeuer und sang die alten Reservistenlieder, die nach Volksliedart zwischen Gefühlsüberschwang und derbem Witz wechselten: „Eine Frau wird sich genommen, Kinder kommen kompanieweis an ..." Damit ist dieser moderne Dauerbrand- Kohlenherd jederzeit kochbereit. Er ist für jede Kohle geeignet und braucht wenig Feuerung. Bitte, lassen Sie sich beraten bei ! J. B. Häuser Gießen, Am Oswaldsgarten / Ruf Nr. 2145/2146 Der Reservemann. Von Alberi Lehsten. Wenn die jungen Deutschen der Vorkriegszeit bei der Musterung ihres Jahrgangs für wehrtauglich befunden wurden, dann schmückten sie Hut und Jacke mit bunten Bändern und Blumen und zogen mit lärmender Fröhlichkeit durch Gassen und Felder. Zwei oder drei Jahre wurde ihnen die Kaserne Heimat. Oft stöhnten sie unter ihrem Zwang und ihrer Enge und sahen voll Sehnsucht nach dem Tage aus, der ihnen die Freiheit wiederbringen würde. Sie hingen an das Innere ihrer Schranktür den „Reservekalender", der getreulich an jedem Tag verzeichnete, wieviele Tage ihn noch vom Entlassungstage trennten und dazu vermerkte, ob es an ihm „Brot" oder „Geld" gäbe. Sie grüßten sich, wenn sie die Stube betraten, als „alte Knochen" mit dem Spruch: Reserve hat noch 23, noch 17 Tage, dann ewige Ruh!" Und doch schlich, je näher der Tag kam, ein leises Bangen durch ihr Herz. Sie wurden sich immer klarer bewußt, daß der Lebenskampf, der draußen ihrer wartete, härter sein würde als aller Schliff und Drill beim „Kommiß", und daß sie ihn bestehen mußten ohne die leitende Hand fürsorgender Vorgesetzten und ohne die stützende Kameradschaft einer großen Schicksalsgemeinschaft. Sie feierten viel und nicht immer still Abschied. Am letzten Biwakstage hob es an. Mit gerollten Achselklappen und schieffitzenden Mützen sammelte sich der scheidende Jahrgang. Der Redegewandteste, mit Strohschärpe und Strohbandelier geschmückt, übernahm von den Schultern des Strammsten das Kommando, wußte in Tonfall und Redewendung Kranksein?! Nein!! u.a. Sicht, Rheuma, Ischias,Verkalkung. NeueWege z.Gesundheit! Kosten!. Prospekt durch B. Körber, Darmstadt, Heidelberger Str.83, Generalv. v. Dr. Fritz Bahr. 5673d Kist ui feigen i Alleinverkauf Fritz Goebel Ortenberg. Ausstell.-Raum: Gießen# Seifersweg 47 Ruf 3637 Annahme von Reparaturen für Büro’Mascliinen aller Art. 634«d Gaalbau Waldlust Alieu-Buseck °«-'° Sonntag, den 20. Oktober, ab 4 Uhr ViWieMM jifcf bi litriii,. ■ i)n Fahrrad - Ersatzteile bei Fahrrad - Borne mann, Gießen. Sonnenstraße 5. r,2c.oA li"! . '«'h ca. 130 cm br., das reinwoll. Modegewebe 7.50 6.50 5.50 Cloquö ca. 95 cm breit, sehr große Auswahl in guten Kunstsei den-Qualitäten 5.50 4.90 3.60 2.95 Satin-Drucke ca. 95 cm breit, reichhaltige Auswahl neuster Muster 5.50 4.90 3.90 2.95 CARLlMnwArx .onRÖhr„nd füllkräftig und keimfrei I 602? A der Papiere ausgefüllt. Der Photograph bannte noch einmal den ganzen Jahrgang mit dem Offizier- und Unteroffizierkorps in der Mitte auf die Platte und stellte von jedem Einzelnen drei Kopfbilder her, die sorglich in die Figuren des Buntdruckes geklebt wurden, der je nach der Waffengattung den Musketier, Dragoner oder Kanonier dreimal im Dienst-, Ausgeh- und Paradeanzug am Geschütz oder auf feurigem Pferd zeigte und der den Ehrenplatz in der guten Stube erhalten sollte. Und dann kam die Stunde, wo es — die Regimentsmusik voran — schon im schlichten Rock des Bürgers, zum letzten Mal in Marschkolonne, den Pappkarton in der Linken, den Stock mit der Kompanietroddel in der Rechten, zum Bahnhof ging, Freunde und Freundinnen drängten sich an den Zug. Der Schaffner pfiff, die Musik setzte mit dem „Muß i denn, muß i denn ..." ein, und aus allen Abteilen klang es brausend: Besichtigen Sie meine Ausstellungen Markfstraße 10 und Hindenburgwall 20 3» Alke liast all' Boxen Jagdhütten, Lager- und Geräteschuppen Wellblechbauten lür jeden Verwendungszweck. Fahrradständer Eisenwerk Siegen 0. m. b. H. Jlarienhorn-Sießen, Postf.95 Vertreter gesucht! 5215V ifüeeüie Bezugsquelle Meue üäiBsetetiern mit Daunen, ungerissen, doppelt gerein. Pfd.2.—, allerbeste Qualität 2.50. nur kleine Federn mit Daunen 3.50 Halbdaunen 5.— u. 550, gereinigte, gerissene Federn mit Daunen 3.25 u. 4.25, hochpr. 5.25 allerf. 625, la Volldaunen 7—u. 8.—. Für reelle, staubfr.Ware Garantie. Vers.geg.Nachn. abSPid. portofrei. Pa.Inlette mit Garantie billigst. Nichtgefall.auf m. Kosten zurück. Willy Manteuffel, Gänsemästerei, Neutrebbin 26 d (Oderbr.). e038v Aelt. u. größtes Bettfedem - Versandgeschäft des Oderbruches. Gegr. 1852. 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