Ur. 219 Erstes Blatt 185. Jahrgang Domtcrsfög, 19. September 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimatim Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ßernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfiläts Vuch- und Stetitbrutferei R. Lange in Gietzen. 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Wenn am Erntedankfest auf dem Bückeberg die Fahnen des Dritten Reiches hochgehen, schmetternde, Helle Fanfaren den Beginn des Festes künden, deutsche Bauern und Bäuerinnen aus allen Gauen des Reiches Kopf an Kopf gedrängt, unter freiem Himmel, freudig gestimmt, versammelt stehen, dann werden nicht nur ihre Herzen in Dankbarkeit höher schlagen, sondern mit ihnen die des ganzen deutschen Volkes. Zum dritten Male vollzieht sich dieses Wunder der Einswerdung von Stadt und Land. Fast haben wir es schon vergessen, daß es einmal eine Zeit gab, in der der Erntetag, mühsam hier und dort begangen, nur einen kleinen Teil des Volkes umfaßte, während der andere entweder mit gleichgültigem Unverstand oder gar lächelnd über „verstaubtes Bauernbrauchtum" abseits stqnd. Heute jubelt ein einiges Volk, denn es weiß, was es bedeutet, wenn der letzte Wagen mit dem goldenen Segen der Felder knarrend und schwankend in das Hoftor eingebogen und damit die Ernte des Jahres geborgen ist. Bunt von Farben Auf den Garben Liegt der Kranz. Es war eine bittere Lehrzeit, die das deutsche Volk durchmachen mußte, bis es begriff, daß die- fer bunte Erntekranz, dieses Zeichen vollendeten Herbstes ein Sinnbild deutscher Nahrung s f r e i h e i t ist. Denn auch über diese deutsche Nahrungsfreiheit glaubte eine Zeit sorglos und lächelnd hinwegsehen zu können; eine Zeit, die in dem Farmer in Uebersee den willigen und billigen Lieferanten, in dem geschäftigen, internationalen Börsenhändler den stets bereiten Makler dessen sah, was sie für des Leibes Notdurft und 'Nahrung gebrauchte. Bis dann ein jähes Erwachen diesen Traum menschlicher Verbrüderung erbarmungslos zerstörte! Heute weiß die Stadt, daß auch ihre Fcei- lheit aufs engste mit der Freiheit des Dorfes, des Deutschen Bauern verknüpft und schicksalhaft ver- Ibunben ist; daß auch der Bauer, der Erzeuger auf Dem Lande, zum willkommenen Verbraucher in der 'Stadt wird; und daß das Wort „Am stärksten ist ider Mächtige allein" für ein Volk, das den Willen ,zum Aufstieg, zur Selbstbehauptung und zur «ewigen Freiheit in sich trägt, neue Geltung hat. Aber ist es nur die wiedererlangte Nahrungs- Areiheit, die die Herzen des deutschen Volkes am Erntedankfest und Bauerntag höher schlagen läßt? Äst dieses Wiedererstarken deutschen Bauertums, das Jahr um Jahr auf dem Bückeberg unter wehenden SHakenkreuzfahnen sichtbarer wird, nur eine Frage Der Leibesnotdurft? Fließt nicht die Quelle des Deutschen Blutstroms am stärksten und lautersten im deutschen Dorf? Erneuert sich nicht won hier aus immer und immer wieder die Kraft unb die Seele des deutschen Volkes? Und stirbt nicht Lin Volk aus, entartet eine Rasse nicht, wenn sein Wauerntum in der Not des Alltags und in der Bedrückung der Armut dähinsiecht und dann ver- ifiegt? „Es gibt nichts Kostbareres auf dieser Erde als Lie Keime edlen Blutes". Wenn so der Reichsbauern- sführer Darre spricht, dann weiß er auch, daß diese Keime draußen in der gesegneten freien Natur Zum Wohle des ganzen Volkes sprießen iunö zum Licht drängen. Und wenn er hinzufügt .„Deutschland muß wieder ein kinderfrohes Land ebendigen Wachstums werden!", so weiß er eben» ifalls, daß lebendiges Wachstum nur an der Sonne ves freien Landes und nicht zwischen steinernen Mauern und auf Asphaltstraßen gedeihen kann. So auch nur ist das Wort unseres Führers „Das Deutsche Reich wird ein Bauernreich sein, oder es wird nicht fein!" zu verstehen. Wenn hämische Zungen vermeinen, es aussprechen zu müssen, daß wir doch nicht alle wieder Bauern werden können, daß wir das Rad des Weltgeschehens doch nicht zurück- izudrehen vermögen, so bekunden sie damit nur ihren Llnoerftanb und ihr Unvermögen, das Geheimnis der Scholle zu spüren. — Denn dieses Erspürthaben des Geheimnisses der schölle ist zum dritten der tiefe Grund, weshalb nm deutschen Bauerntag das ganze Volk in Dankbarkeit« ergriffen ist. Es hat zur heiligen Mutter Srbe zurückgefunden! Es atmet wieder den fri= ,'chen Erdgeruch der umbrochenen Ackerfurche. Es ifteht wieder aufrecht zwischen deutschen Feldern, deutschen Wiesen und deutschen Wäldern. Es reckt nie Arme wieder im Sonnenlicht zum Blau des Himmels empor. Es sieht aus dieser Erdoerbunden- ioeit heraus wie im letzten Arbeiter in der Fabrik auch im letzten Knecht und in der letzten Magd wieder seine Volksgenossen. Ja! Das ganze Deutschland ist's, das !oas Erntedankfest in dem ihm wiedergeschenkten, Scheren Wissen begeht, daß Freiheit und Brot, Blut und Ehre, nur aus dem heiligen Boden .'»eutscher Bauernerde erwachsen kann. Wir können nicht alle Bauern sein, so wenig wie wir alle Soldaten sein können. Aber deutsche Bauernart wll unser Wesen ebenso bestimmen wie deutsche Soldatenart! So verstehen wir auch das Wort Bismarcks „Ich bin stolz auf diese Bauernabstam- -nung!". Diese Abstammung war der Adel Bismarcks, wie der Dichter Hermann Löns sagt: Ein adlig Volk sind sie, diese Bauern, adlig an Blut und Sinn; denn Adel ist Rasse, einen andern gibt es nicht. Zuspitzung des Abessinien-Konflikts. Der Vorschlag des Fünfer-Ausschusses. Genf, 18. Sept. (DNB.)' Die Vorschläge zur Regelung des italienisch-abessinischen Streites sind vom Fünferausschuß heute vormittag endgültig a n- genommen worden. Der Plan soll von dem Grundsatz einer finanziellen, wirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Hilfeleistung für A b e f f i n i e n ausgehen. Diese Hilfe soll unter der Aufsicht des Völkerbundes zum Zwecke der Modernisierung des abessinischen Staatswesens gewährt werden. Die Spitze dieser Organisation soll der vom Völkerbundsrat zu ernennende Ober st e Berater bilden. Ihm und den ihm untergebenen Beamten soll eine internationale Polizeitruppe zur Verfügung stehen, jedoch soll weder der Oberste Berater noch seine beiden Stellvertreter einer der drei angrenzenden Mächte angehören, also weder Franzosen, Engländer oder Italiener sein dürfen. Der gleiche Grundsatz soll für die Zusammensetzung der internationalen Polizei gelten. Während so eine politische und militärische Kontrolle über Abessinien ausgeschlossen wäre, sollen die wirtschaftlichen Wünsche Italiens weitgehend berücksichtigt werden. Auch wird von einem gebietlichen Ausgleich im Süden und im Osten Abessiniens gesprochen, wobei daran gedacht sein soll, Abessinien gegen die Abtretung der Provinzen Ogaden und Danakil einen Gebietsstreifen entlang der englisch-französischen Somaligrenze mit Zeila und Dschibuti zuzuteilen. Diese territorialen Fragen sollen jedoch bis zur Annahme des Planes noch offen bleiben. Frankreich plädiert für Annahme. Paris, 19. Sept. (DNB. Funkfpruch.) Trotz der Sympathie, die unter Wahrung des Völker- bundsvorbehaltes die französische Oeffentlichkeit Italien entgegenbringen mag, hat d i e Haltung Englands in Paris doch zur Besonnenheit angeregt, so daß mehrere Zeitungen jetzt Mussolini beschwören, die Dinge doch nicht auf die Spitze zu treiben und s i ch mit dem Angebotenen zufrieden zu geben, ohne den Frieden in Gefahr zu bringen. Das „Echo de Paris" schreibt z. B.: England wolle Italien nur besondere wirtschaftliche Belange zu- erfennen, aber Mussolini lege auf die militärische Handlungsfreiheit besonderen Wert. Der Duce würde trotz allem klug daran tun, wenn er den Genfer Vorschlag grundsätzlich a n n e h m e; denn die englischen Flottenbewegungen ließen schwerwiegende Ereignisse befürchten, wenn die faschistische Regierung an ihrer militärischen Expedition festhalte. Mussolini würde, wenn er verhandeln würde, sich um den Frieden wohl verdient machen, und Frankreich würde nichts unterlassen, um ihm die Erfüllung dieser Absichten zu erleichtern. „Petit Parisien" erklärt unter Hinweis auf die Verwickelung der Lage durch die englischen Flottenmaßnahmen, eine Großmacht wie Italien könne ein so großzügiges und unverhofftes Angebot, wie das in Genf gemachte, annehmen, ohne dabei ihr Prestige zu opfern. Im Gegenteil die Durchführung der Genfer Anregungen könne den Ruhm Italiens nur steigern, und biete keinerlei Nachteile. Die Haltung des Völkerbundes bezeuge eine hohe Achtung vor der italienischen Macht, ein sympathisches Verständnis für Italiens lebensnotwendige Bedürfnisse und den heißen Wunsch, weiter mit ihm an allen Werken zusam- menzuarbeiten, die die Wahrung des Friedens und des gemeinsamen Erbes der europäischen Zivilisation zum Gegenstand haben. „Journal" berichtet aus Genf, in französischen Kreisen sei man der Ansicht, daß der Plan des Fünfer-Ausschusses bei loyaler Anwendung und wenn man den Italienern eine vorherrschende Rolle einräumen würde, in einigen Jahren in Abessinien zu einer Zusammenarbeit führen könnte, wie sie Frankreich in Marokko durchgeführt habe. Die Italiener müßten die Geduld haben, sich diskret unter dem Deckmantel des internationalen Mandats in Abessinien fe st zusetzen. Damit aber eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zustande komme, müßten die Engländer ihre Einschüchterungstaktik aufgeben. Das „Oeuvre" stellt zwar die Möglichkeit, daß die englischen und die italienischen Geschütze in zwei Monaten gegen einander donnern, nicht in Abrede, glaubt aber, daß Mussolini durch die englischen Vorbereitungen immerhin in den nächsten acht Tagen vielleicht dazu bewogen werden könne, den Genfer Vorschlag als Verhandlungsgrundlage anzunehmen. Der Duce sei sich darüber klar, daß die Engländer diesmal zum Krieg entschlossen seien, daß ihm nur die italienischen Streitkräfte zur Verfügung stünden und daß allerdings Frankreich hinsichtlich der Sühne- maßnahmen eine gewisse passive Haltung einnehmen werde. Italien läßt sich nicht mit Wösten abspeisen. Ironische Zurückweisung des neuen Fünfer-Vorschlags. Eine Unterredung mit Mussolini. Der Duce fordert militärische Genugtuung. London, 19. Sept. (DNB. Funkspr.) Der Berichterstatter des „Daily Mail", Ward Price, hatte eine Unterredung mit Mussolini, die sich auf Presseberichte bezog, wonach die V o r- schlagedes Fünfer-Ausschusses noch weniger günstig für Italien feien, als die englisch- französischen Vorschläge von Paris. Der Korrespondent berichtet, M ussolini habe erklärt: „Der plan ist nicht nur unannehmbar, sondern auch lächerlich. Es sieht so aus, als ob der Völkerbundsausschuß glaubt, ich sei ein Sammler von Düsten.. Ich werde den Bericht selbst erst später vor mir haben, aber wenn die von den Nachrichten- Agenturen telegraphierten Meldungen zulref- fen, dann scheinen die Vorschläge ironisch gern»* n f zu sein. Es wird anscheinend angeregt, Italiens Bedürfnis nach Ausdehnung in Ostafrika solle durch Abtretung von ein paar Wüsten befriedigt werden, einer Salzwüste und einer Sleinwüste. Dies sind nämlich die Wüsten von Danakil und Ogaden." Mussolini fragte lachend, ob man ihn für den Helden in einem der Bücher von Mark Twain, dem großen amerikanischen Humoristen, halte, der so verliebt in Echos war, daß er 3 ro e i Serge mit schönen Echos kaufte, und sich ein Haus dazwischen baute. Er fügte hinzu, er habe v 0 nden Franzosen vor kurzem 110 000 Quadratmeilen der Wüste Sahara erhalten. In diesem Gebiete wohnten genau 62 Menschen, die man nacf) langem mühseligem Suchen in einem einsamen Tal gefunden habe, wo zufällig genug Wasser vorhanden war. Das D a n a k i l - L a n d fei der Boden eines getrockneten Meeres und bilde eine Wüste weißen Salzes von 200 Meilen Länge. Dort wachse nicht ein Grashalm, und nicht einmal ein Abessinier könne dort Lebensunterhalt finden. Die Wüste von Ogaden sei eine Steinwüfte. Mit einer Sand- wüste könne man noch einiges anfangen. Einige Strecken der Lydischen Wüste in Italienisch-Nord- afrika seien bewässert und dadurch bewohnbar gemacht worden. Aber in einer ausgetrockneten Wildnis gewaltiger Felsblöcke könne nichts wachsen. Bei der Einrichtung einer internationalen Verwaltung und Gendarmerie sei Italiens Vertretung anscheinend nicht vorgesehen. Es scheine angeregt zu werden, daß die 2 0 0 0 0 0 italienischen Soldaten in Ostafrika nach hause gebracht werden sollten, und daß ihnen erzählt werden solle^ sie hätten nur einen Ausflug gemacht. Dies werde unter keinen Umständen geschehen. Der Ausschuß würde sich besser an die Hauptsache bei der abessinischen Frage gehalten haben, nämlich die Tatsache, daß es nichts derartiges gebe, wie eine abessinische Nation. Es handele sich um ein Herrenvolk, nämlich die Amharas, die über besiegte und zu Sklaven gemachten Stämme herrschten. Diese unterdrückten Rassen Abessiniens würden sich unter italienischer Herrschaft viel besser fühlen, während dem wahren Abessinien, dem Land der Amharas, geholfen werden könnte, eine anständige Stufe der Zivilisation durch ein Regime zu erreichen, das mit dem Anfangsregime im Irak oder dem noch in Marokko gültigen Regime Ähnlichkeit hätte. Englische Noiienkonzeniraiion im Mielmeer. Die drohende Nähe des Kriegsausbruchs hat im Mittelmeer Bewegungen hervorgerufen, wie sie feit über hundert Jahren in dieser weltpolitisch verhältnismäßig ruhig gewordenen See nicht mehr zu verzeichnen waren. Der Charakter des italienisch-abessinischen Konfliktes als eines Kampfes um die künftige Beherrschung des Mittelmeeres tritt immer deutlicher hervor. Namen, die in der früheren Geschichte und ihren Kämpfen um die Seeherrschaft eine große Rolle spielten, wie Gibraltar, Malta, Cypern, Suez, Alexandrien, die im Bewußtsein der heutigen Generation fast nur noch als Erinnerungspunkte einstiger Weltereignisse lebten, treten mit einem Schlage wieder plastisch in den Schein der Politik. Wie dem Schiffer das Gebaren bestimmter Seevögel das Heraufziehen eines Sturmes anzeigen, fo scheint der rege Verkehr von Kriegsschiffen, der sich jetzt im Mittelmeer zeigt, das politische Unwetter zu verkünden, das man in Genf vergeblich zu beschwören sucht. England hat feine ganze Mittelmeerflotte teils auf der Reede von Gibraltar, teils am Suezkanal Nie wieder soll es darum in Zukunft heißen: „Hie Stadt — hie Land!", „Hie Bürger — hie Bauer!" Eingedenk des Wortes Friedrichs des Großen: „Die Landwirtschaft ist die erste aller Künste, ohne sie gäbe es keine Kaufleute, Dichter und Philosophen", soll das ganze deutsche Volk, jeder an seinem Platz, gemeinsam den großen Acker bestellen, der da heißt: Deutschland! So, als ein freies Volk auf freiem Grund, haben wir aber auch ein Recht „in fröhlichem Gewimmel" den Tag des deutschen Erntefestes, den deutschen Bauerntag zu begehen. Die Teilnahme an dem großen Staatsakt der Reichsregierung auf dem Bückeberg fei unser aller Dank an den Führer für die Rettung des deutschen Bauerntums. Oas Erntedankfest-Abzeichen Wieder steht eine ganze Nation vor dem Danktag für die Ernte, wieder gedenkt ein schaffendes Volk des deutschen Bauern, der in zäher und mühevoller Arbeit im Laufe eines Jahres dem Boden all das abgerungen hat, was diese deutschen Menschen zum täglichen Brot brauchen. Die Scheuern sind gefüllt mit der diesjährigen Ernte, die gottlob nicht schlecht war, und mit stolzer Freude kann man daher in Stadt und Land den Erntedanktag am 6. Oktober begehen. Die Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit dem deutschen Bauerntum soll auch diesmal wieder dadurch zum Ausdruck kommen, daß überall ein Erntedankfest ab Zeichen getragen wird. Das diesjährige Erntedanktagsabzeichen besteht aus zwei Aehren, die mit einer Kornblume zu einem Sträußchen gebunden sind. Dieses Abzeichen wird im Grenzlandkreis Annaderg- Obererzgebirge von taufend fleißigen Händen hergestellt. Der Grenzlandkreis Annaberg-Ober- erzgebirge, hart an des Reiches Südgrenze, galt im den Städten wurde schon sehr früh das Banner der Freiheit aufgezogen. Schon früh rief hier unser Führer die Erzgebirgler zum Kampf auf (Frühjahr 1929 in Annaberg) und feit diesem Tage wird im Geiste des Nationalsozialismus eine treue Grenzlandwacht gehalten. Ehedem wurde diese Gegend durch Bergleute aus dem Harz besiedelt, als man reichen Silbersegen in den undurchdringlichen Wäldern entdeckte. Als dann später dieser Segen versiegte, stand eine brave Bürgersfrau, Barbara U 11 m a n n , auf und lehrte die Frauen und Mädchen das Klöppeln. Die Spitzenklöppelei hat sich dann zu einem Industriezweig entwickelt, der heute noch Tausende treue Waldbewohner ernährt. Krieg und Nachkriegszeit haben jedoch auch diese Industrie fast völlig vernichtet und furchtbare Erwerbslosigkeit hat den Kreis Obererzgebirge heimgefucht. Die Reichspropagandaleitung erkannte die Not im Obererzgebirge und vergab nach dort einen Riesenauftrag a u f Herstellung von 16 Millionen Ernte st räußchen. Ein Jubelsturm ging durch Städte und Dörfer dieses Landstriches. Langsam begannen sich wieder die Räder zu drehen. Allein 130 Galonmaschinenfabri- ken wurden bedacht und über 500 Maschinen wieder in Gang gesetzt. Gewaltig sind die Materialmengen, die für die Anfertigung erforderlich waren: A,5 Millionen (Salon, 22,5 Millionen Meter Papierbändchen in vier Zentimeter Breite, 1500 Kilo- Sachsenland von jeher als eine der ältesten nationalsozialistischen Hochburgen. Hier oben in den Dörfern des Gebirgskammss und gramm Kunftseiden-Roßhaar, 700 Kilogramm Zwirn, 1500 Kilogramm Binde- und Wickeldraht, 32 Millionen Stiele für Kornähren aus einem Kunstseidenprodukt, große Mengen Bindekaltleim usw. 16 Millionen Kornblumen, die zum Teil «im Grenzlandkreis Marienberg hergestellt wurden, rollten in 18 Eisenbahnwaggons an. Würde man die Abzeichen hintereinander legen, so ergäbe sich eine Strecke von über 1700 Kilometer. Die Abzeichen sind in Pappkartons zu je 100 Stück verpackt. Diese 160 000 Kartons übereinandergestellt ergeben eine Höhe von 4800 Meter. Insgesamt dürfte die Zahl der an dem großen Auftrag arbeitenden Volksgenossen rund 10 000 betragen. Das Erntedankfest - Abzeichen 1935 ist also ein Gruß des Obererzgebsrges und seiner fleißig schaffenden Bevölkerung, i'ft ein Gr u ß aus einem Notstandsgebiet, das hoch im Gebirge und hart an der Grenze des Reiches dringend der Hilfe der deutschen Volksgenossen bedarf. Erinnere sich darum ein jeder, wenn er das schmucke Abzeichen zum Erntedanktag trägt, des Grenzlandkreises Obererzgebirge und denke daran, das dort oben an der Grenze eine eiserne Schar steht und treu Grenzlandwacht hält. Ser deutsche Bauer beteiligt sich am 6. Oktober am Erntedanktag aus dem Bückeberg bei Hameln. 'CENI HZIUCN POKTSAID. HUPOU6 RDM Algier zusammengezogen. Insgesamt sind zwischen Gibraltar und Aden, dem britischen Flottenstützpunkt am Ausgang des Roten Meeres zum Indischen Ozean 14 4 Schiffseinheiten versammelt, 28 davon liegen vor Alexandrien, 20 längs der Küste von Palästina, 6 im Kanal von Suez, 20 vor Aden, 70 vor Gibraltar. Dauernd treffen noch weitere Verstärkungen ein. So sind gestern Teile der Heimat f l o t t e, und zwar die britischen Schlachtschiffe „H o o d" (das größte Schlachtschiff der Welt) und „R e n o w n", ferner das zweite Kreuzergeschwader und die 6. Z e r st ö r e r- Flottille (insgesamt 16 Schiffe) in Gibraltar ein- aetroffen. Aus Weihaiwei, dem britischen Flottenstützpunkt in Ostasien, ist ein Kreuzer in beschleunigter Fahrt nach dem Westen unterwegs. Auf den kleinen Inseln vor dem Akaba-Golf im RotenMeer werden überall Depots für die Versorgung der Schiffe angelegt, und um die Verbindung dorthin aufrechtzuerhalten, werden die Straßen auf der Sinaihalbinsel ausgebessert und Wasserstellen angelegt. In Alexandrien macht sich bereits eine heftige Steigerung der Lebensmittelpreise bemerkbar. Aus Malta kehren Hunderte von englischen Frauen und Kindern, zum großen Teil Angehörige der auf der Insel lebenden englischen Truppen nach England zurück. In den griechischen Häfen häufen sich die der griechischen Regierung nicht immer willkommenen Besuche englischer und italienischer Kriegsschiffe. Auf den Inseln des italienischen Dodekanes ist eine fieberhafte Tätigkeit an den Befestigungen und der Anlage von Kohlen- und Oel- lagern und eine scharfe politische Ueberwachung der Bevölkerung und des Seeverkehrs zu verzeichnen. Die Stellung Griechenlands als Mittelpunkt dieses bedrohlichen Aufmarsches wird zum besonderen Problem des Landes, das innerpolitisch gleichzeitig mit der schweren Frage eines Wechsels der Staatsform belastet ist. In Aegypten, für das ein kommender Krieg eine noch stärkere Gefahr bedeutet, liquidieren die wohlhabenderen Teile der starken italienischen Kolonie ihren Besitz, indes die italienische Propaganda eine eifrige Tätigkeit gegen Englands Stellung im Lande entfaltet. Die ägyptisch-libysche Grenze wird von den Italienern durch vorgeschobene Posten und Drahtverhaue gesperrt, und die italienischen Besatzungen in Tripolis und der Cyrenaika werden auf Kriegsfuß gebracht. Alle diese Anzeichen sprechen dafür, daß die Arbeit der Diplomaten in Genf von den beteiligten Regierungen und ihren militärisch verantwortlichen Beratern nicht mehr als aussichtsvoll angesehen werden und daß man sich auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Gewiß sind es vorläufig nur „Sicherungsmaßnahmen", aber man weiß aus der Entstehungsgeschichte aller Kriege, daß es immer so anfängt und daß in diesen Vorbereitungen an sich schon die Gefahr und die Begünstigung des Ausbruches liegt. „Die Gewehre werden von selbst losgehen", sagte Mussolini von der Lage in Abessinien. Dasselbe kann man auch von Kriegsschiffen sagen. Lustmanöver über Malta London, 19. Sept. (DRB. Funkspruch.) lieber Malta haben in der Nacht zum Donnerstag die angekündigten Luftmanöver stattgefunden. Die Hauptstadt La Valetta 'war in Dunkelheit gehüllt. Das Flugzeug-Mutterschiff „Courageous" griff die Insel an. Starke Scheinwerfer suchten den Himmel nach den „feindlichen" Flugzeugen ab. Generalmajor Andrew M c C u l l o ch , Befehlshaber der 52. Division, reist am Freitag von England ab, um den Oberbefehl über die britischen Truppen auf Malta zu übernehmen. Er ist 59 Jahre alt und ist im Burenkrieg und im Weltkrieg ausgezeichnet worden. England hat den Hafen von Gibraltar geschloffen. I ! IM* — r als müs. Unter» le kom- reinbart nbe dar sie sich eschrän» °t.s° enbet Din« sichel. PNcht, bllnq. Oer Schutz wie |o » «!uch emp. Dieber 1 ober [flehen Wen :elrei. ösiigen * Jungen etn. egen ck vegs bin wen du t ab|> die Ser- geeignet! geeigneten atschläge« aerft edea n M drohen. inbe M , sie am B. bes ' sich um [her oui aus eit? r anben öerbarj ) mag f t für jed die n)in ung fei^ enben s na- ’n. lich geb ien. 3m- entsch«. Siebenen m durch w. ju ns Ser- Schließ- i lieber- welie- )ie Btt» lerbung’ > Bezug langen ?onder- ifionen sm-vatr fttrsöe^ 'm 1 Ä -A ln ,111*.. ien S-H Artikels A olgreickb Md -echt Angebot InzeK nren ,u.K^ ft? j5> llr.219 Zweites Blatt Aus der Provinzialhauptftadt. Benutzt die natürlichen Heilfaktoren! Wenn der menschliche Organismus von einem Schaden betroffen wird, dann sammeln sich alle Lbwehr- und Heilkräfte. Liegt der Mensch fiebernd im Bett, so herrscht in ihm doch regstes, ja häufig z-steigertes Leben. Die Krankheitserscheinungen tfiirt) nichts anderes als das hauptsächlichste und wertvollste Mittel unseres Körpers, mit dem er sich crgen die Schäden wehrt. Hinter den Krankheits- e'fcheinungen verbirgt sich die eigentliche Krank- t"itsursache, und sie gilt es zu erkennen! Die Abwehrkräfte des Körpers, wie sie in der laut, in der Schleimhaut, den Atmungs- und Ber- diiuungsorganen, im Speichel und im Magensaft H geben sind, und wie sie in höchster Vollendung in Blut selber kreisen, werden ergänzt durch die Mtigkeit der Sinnesorgane und — durch unsere ^rnunft. Schmerzen, Mattigkeit, Fieber, Erbrechen mh Husten dürfen nicht als solche übertäubt und p kämpft werden. Sie stellen ja gerade die wert- v>lle Reaktion des Körpers dar! Lerne deinen Körper und seine Funktionen kennen! Unterstütze Ihn im Kampf gegen die Krankheit und schwäche richt seine Abwehrkräfte! Bei einer großen Zahl von chronischen Kränksten, die sehr viele Menschen treffen und sehr inge dauern, also viel Rot und Kummer und i-sten verursachen, spielt das Verhalten des litienten eine ebenso wichtige Rolle, wie der Rat ns Arztes. Wenn der Patient, wie das vielfach ir Fall ist, nicht die Geduld und den Willen zur 0?sundheit aufbringt, um ein vernünftiges gesundes E den zu führen, so hilft kein noch so „berühmtes" Littet, die Krankheit zu überwinden. Dies gilt insbesondere auch von der Belastung des Herzens d rch Alkohol, Tabak, Koffein, durch falsche Er- pchrung, durch einseitige Ueberfütterung mit Fleisch- ii b Eiweißnahrung und ganz besonders auch durch z. reichliche Ernährung. Lebe mäßig im Essen und 2 inken und gewöhne dich nicht an irgendwelche G' nußgifte! Zahlreich sind die Mittel, die uns die Natur gibt: T« Erde mit ihren Mineralien, mit ihren Quellen, t):s Pflanzenreich, das Tierreich, Elektrizität, Warme, Licht, Radium und Röntgenstrahlen. Aber «ich alle die Stoffe, welche die chemische Wissen- siaaft gefunden hat, stehen dem Arzt als Heilmittel V Verfügung. Benütze Heilmittel nicht wahllos ui) betrachte den Arzt nicht nur als Helfer in der 51--t, sondern betrachte ihn auch als einen Berater d nes täglichen Lebens und hatte dich an feine 5 rschriften! Luft, Licht und Wasser sind vorzüg- I'bie Kräftigungs- und Erfrischungsmittel für Kör- p- und Geist. Darum benutzt die natürlichen Heil- fctoren! Vermögen im Mülleimer. Rüchenabfälle, aber auch alle möglichen kleineren (Stgenftänbc, die „ausgedient" haben, oder viel- rnjr im Haushalt oder in der Wohnung lästig toiben, nehmen gewöhnlich ben Weg alles Jrbi- 1d n; entweber verbrennt man sie, ober überant- Miirtet sie bem Mülleimer ober Abfallkasten. Das |i(i an sich ganz in Drbnung, vom volkswirtschaft- Iden Standpunkt aus würbe es sich aber weit §r empfehlen, hoch noch eine „Schlußsichtung" biefer unbrauchbaren Sachen baraufhin vorzu- •men, ob sich nicht bas eine ober anbere boch tz verwerten läßt. Auf jeben Fall ist nicht alles, is im Hause zu nichts mehr taugt unb nur Platz chtt, gänzlich wertlos. Kluge Köpfe haben aus- Zechnet, baß 80 000 000 leere Konservenbüchsen izpielsweise 1300 Tonnen Zinn ergeben bei einer Glichen Einfuhr von 12 000 Tonnen Zinn. Der öatz an Rasierklingen stellt sich auf runb 17 Mil- r en Dutzenb. Wenn biese unb auch Stahlfebern tummelt werben, kann Deutschlanb 2 Millionen bn Stahl sparen. Bedenken wir weiter, baß mtschlanb im Jahre 1933 für 120 Millionen Mk. cutabak einführte. Ganz wesentliche Summen nten gespart werben, wenn bie Zigarren- rfl)nitte,' bie für Pfeifentabak Verwenbunq fin- i können, gesammelt würben. Aber auch Korken, Alte Gaffe. Von Peter Bauer I :öie ist eng wie ein Hohlweg unb verschaltet wie ei,! dämmeriger Flur. Ueberraschenb macht sie etwa in ihrer Weghälfte eine schwache Biegung, als Dolte sie ihr Einmünben in bie breite Straße noch »n roenig verzögern. Das verwehrt bem Auge ben luvchblick bis zu ihrem Ausgang, läßt sie länger itfijeinen, als sie es in Wirklichkeit ist unb ver- jiditet bie Atmosphäre bes Geheimnisvollen, bie aus illtn Winkeln weht. ! tiinige ber schmalen Giebelhäuser, bie sich bicht c".i nanberbrängen, haben in ihr Erbgeschoß kleine ßittmsmittelgeschäste ausgenommen. Tut einer ihrer litaaber zwei Schritte vor bie Tür, unb ber gegen- M wohnenbe Nachbar macht es ebenso, bann tref- Infficf) beibe auf ber Gassenmitte, unb alle Fenster pbe ier Erbe scheinen mitzuhören, was es Neues dö Darum wohl lehnt sich auch, wie ein Balkon pr sein Erbgeschoß, ein Stockwerk über bas an- b:r hinaus, so baß man sich aus ben obersten Fen- ' liinn von Hüben unb Drüben fast bie ausgestreckten hribe reichen kann, unb bas Zueinanbergeneigtsein briSiebel sich zu einem Spitzbogen geschlossen haben rüjbe, wenn man nicht boch auch ein bißchen Hirn- hill brauchte. ’ZHIes, was bie neue Straße laut unb erregenb noot, ist ber alten Gasse.fremb. Kein Auto unb rins es noch so schmal, würbe hier einfahren unb ] lii Muhe stören, kein Motorrabler ben Frevel ver- iie\i, hinburchzuknattern. Zwei kleine Mäbchen hieaen, vor ihrer Haustüre sitzenb, stillvergnügt mit ihci Puppen. Sie wissen sich wie in einer ge- i taugten Bucht behütet vor ber lärmenben Bran- : bes Verkehrs, bie zuweilen mit ein paar ftär- : k( mschlagenben Wogen verworren herüberrauscht, : irb können sorglos ben Kinberwagen mit einem ifcfleinften Schläfer in ber mitten Gasse stehen i piftn. Eine schwarze Katze, bie lautlos aus einer ! k.ll> rlucke auftaucht, reibt sich buckelnb unb schnur- i ftii ben Pelz an den Wagenrändern, indem sie sich lüi dein Trunkener schräg Dagegen stemmt und hin i ub tjer entlangrutscht. Schließlich beginnt sie sogar i inbiümmert und mit emsiger Zungenfertigkeit eine i-rächende Pfoten- unb Kopfwaschung, als ob sie Kellerstäubchen fortwischen wollte, bevor sie nn )oem gegenüberliegenben Fenster mauzenb Gin- 1 leg Degehrt. I/.e Geräusche unb Stimmen, bie in ber Gasse Ihn Ohr treffen, sind Leute des inneren häuslichen 1 Biüns, wie von einem Vorplatz oder Nachbarzim- t nr uus vernommen. In diesem Vertrautsein mit- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Donnerstag, (9. September 1935 Die Rückkehr der politischen Leiter. i ■ - < ■ 7 w Gestern vormittag kehrten — wie wir gestern mittag bereits berichteten — die Politischen Leiter ber Stadt unb bes Kreises Gießen aus Nürnberg zurück. — Unser Bilb zeigt bie Politischen Leiter auf ihrem Marsch vom Bahnhof burch bie Stabt zum Gedäube ber Kreisleitung in ber Lubwigstraße. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Wer an biesen beiben Abenben nicht bezahlt, wirb in München bei ber Hilfskasse abgemelbet. Auch werben bie Hilfskassenbeiträge vorher nicht angenommen. Wmterhilfswerk 1935/36. Ortsgruppe Gietzen-Mitte. Unterstützungsanträge für bas WHW. 1935/36 ber Volksgenossen aus. ben Straßen: 1. Neuenweg, Weibengasse, Kaplansgasse, Maigasse, Lubwigstraße können nur am 17. 9., von 15 bis 18 unb von 20 bis 22 Uhr auf ber Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werben. 2. Erlengasse, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolkengasse,. Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleichstraße am 18. 9., von 15 bis 18 Uhr unb von 20 bis 22 Uhr. 3. Seltersweg, Plockstraße, Hinbenburgwall, Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hinter ber Westanlage, Löberstraße am 19.9., von 15 bis 18 Uhr unb von 20 bis 22 Uhr. 4. Neustabt, Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße, Bruchstraße, Goethestraße am 20.9., von 15 bis 18 Uhr unb von 20 bis 22 Uhr. 5. Die Entgegennahme von Anträgen aus ben Straßen Schanzenstraße, Tiefenweg, Sanbgasse, Rittergasse, In Löbers Hof, Marktstraße, Marktplatz, Möusburg, Wagengasse, Kleine Mühlgasse, Alicenstraße, Bismarckstraße erfolgt nicht am 21. 9., sonbern am 23.9., von 15 bis 18 unb von 20 bis 22 Uhr. Kohlenscheine werben im kommenben Winterhilfswerk nur an kranke unb alte bebürftige Volksgenossen abgegeben. Alle anberen bebürftigen Volksgenossen haben Gelegenheit, ihren Winter- bebarf an Brennholz burch Lesen in ben Gießener Walbungen zu becken unb können baher keine Kohlenscheine erhalten. L e s e s ch e i n e werben auf ber Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, Freitags von 20 bis 22 Uhr aus- gegeben. Mietbücher, Quittungskarten unb alle sonstigen Unterlagen über bie Einkommensverhältnisse finb vorzulegen. Der Ortsgruppenamtsleiter. Silberpapier, bas aus Aluminium hergestellt wirb, Porzellan, Glasscherben, Zeitungen, altes Papier, Lumpen, Febern sinb auch bann nicht wertlos, wenn sie ihren Dienst getan haben; alle biese Sachen zu sammeln, bebeutet Vermehrung bes Volksvermögens. Unb butzenbhaft könnte man weitere Dinge anführen, bereu Augenblicksnutzen zwar zunächst nicht einleuchtet, bie aber in ber großen Masse zusammengetragen, Riesenberge ergeben können, beren fachmännische Schürfung bem Nationalschatz aanz beträchtliche Gewinne zuführen würben. Auf biese Weise -kann bie Hausfrau eine hervorragenbe Rolle als Mithelferin zur Steigerung bes Volksvermögens im Dienste an Vaterlanb unb Volk spielen. Besuch der Ausgrabung in Glauberg. Unter Führung bes Herrn Sczech findet am Sonntag, 29. September, eine Fahrt nach bem Kreise Bübingen statt. Wir lösen eine Sonntagskarte nach Büdingen, fahren bis Stockheim, wandern von dort nach bem Glauberg, besichtigen unter kundiger Leitung bie großen Ausgrabungen, bie über Deutschlands Früh- unb Vorgeschichte reichhaltig Auskunft geben, wandern bann weiter über bie Ronneburg nach Bübingen. Es wirb eine selten schöne Herbstwanberung geben. Kameraben aus allen Betrieben, folgt unserer Aufforberuna unb wandert mit. Es wird niemand zu bereuen gaben. Sonntagsfahrkarte kostet 3 Mark. Rucksack-Verpflegung. Ortsgruppe <^»'eüen-Nord. Abt. Hilfskasse. Bezahlung der hilfskassenbeilräge für bas letzte Vierteljahr 1935. Am Donnerstag, 19. September, und Freitag, 20. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr zahlen alle SA.-, RSA.-, NSKK.-, Reiter- unb Marine-SA.- usw. Angehörige, bie nicht Parteigenossen finb, ben Hilfskassenbeitrag für bas 4. Vierteljahr 1935 im Cafe Leib, Walltorstraße. Die GießenerKonfirmanden t>on!935. ^3n ber evangelischen Gesamt-Kirchengemeinde der Stadt Gießen werden in diesem Jahre insgesamt 499 Konfirmanden gezählt. Davon sind 275 Knaben und 224 Mädchen. Im einzelnen entfallen auf die Lukasgemeinde 120 Konfirmanden (75 Knaben und 45 Mädchen), auf bie Johannesge- meinte mit Militärgemeinbe 65 (40 Knaben und 25 Mäbchen), auf bie Matthäusgemeinbe 115 (51 Knaben unb 64 Mädchen), auf die Mar - fusgemeinöe 89 (43 Knaben unb 46 Mäbchen), auf bie Petrusgemeinbe 40 (21 Knaben und 19 Mädchen) auf bie Luthergemeinbe 70 (45 Knaben und 25 Mädchen). Das Etadttheater Gießen als Gast in Marburg. Aus dem Stadttheaterbüro wirb uns geschrieben: Wie in früheren Jahren bespielt bas Theater Gießen unter ber neuen Leitung von Jntenbant Schultze- Griesheim in ber kommenben Spielzeit erstmalig roieber das Stabttheater Marburg in regelmäßigen Gastspielen. Bisher fanben unter bem Druck ber Verhältnisse nur Gastspiele von Fall zu Fall statt in Abwechslung mit bem Staatstheater Kassel unb Gastspielen auswärtiger Ensembles. Nunmehr wirb roieber bas Stabttheater Gießen allein ben gesamten Winterspielplan bes Theaters in Marburg bestreiten, unb zwar regelmäßig alle 14 Tage. Kostenlose Gtenerbescheinignngen. Wer sich an ber Vergebung öffentlicher Aufträge von mehr als 5000 Mark beteiligen will, muß eine Finanzamtsbescheinigung barüber vorlegen, baß aus steuerlichen Grünben keine Bebenken bestehen. Da sich Firmen verschiebentlich gleichzeitig um mehrere derartige öffentliche Auftrag'sverteilungen bemühen, benötigen sie Abschriften ber Finanzamtsbescheinigung, bie jeboch von ben Finanzämtern meist abgelehnt roorben sinb. Die Firmen finb auf bie Möglichkeit hingewiesen roorben, sich beglaubigte Abschriften anfertigen zu lassen. Um bie bamit entstehenden Kosten zu vermeiden, hat sich die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel an den Reichsfinanz- minflter gewandt. Dieser hat den Bescheid erteilt, daß für die Vervielfältigung von Finanzamtsbescheinigungen die Lieferanten selbst zu sorgen hätten. Eine unbillige Belastung der Firmen durch die Vervielfältigungskosten könne bei der Größe der Au-fträge nicht anerkannt werden. Außerdem seien die Kosten bei photographischer Vervielfältigung nur gering. Die Finanzämter seien jeboch vom Reichsfinanzminister angewiesen roorben, bie Steuerbescheinigungen kostenlos mit vier weiteren Stücken zu erteilen, wenn bies sogleich mit bem Antrag auf Ausstellung ber Steuerbescheinigung erbeten wirb. Ehrenkreuz für Baltikum- und IreikorpSkämpfer. Der Reichsbunb ber Baltikum- unb Freikorpskämpfer, Abwickelungsstelle Gießen, hielt in ber „Stabt Mainz" unter Kamerab Euler eine letzte Sitzung ab, bie mit einer stillen Minute zum Gedenken ber 36 000 gefallenen Baltikum- unb Freikorpskämpfer eingeleitet würbe. Kamerab Euler gab eine kurze Uebersicht über bie Lage bes Bun- bes unb berichtete von ber Heilbronner Führersitzung. Auf Befehl bes Führers Major a. D. Bischoff würbe im Einvernehmen mit ber Reichsregierung ber Bunb in biefer Form aufgehoben. Die ehemaligen Baltikum- unb Freikorpskämpfer finb bie Alten geblieben unb orbnen sich unter, stets bereit zu neuer Tat. lieber bie weitere Organisation würben Entschlüsse herbeigeführt, bie bie Mitglie- ber in Ruhe abwarten sollten. Die Baltikum- und Freikorpsführer feien stolz barauf, vom Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler „bie letzten Sol- baten bes großen Weltkrieges unb bie ersten Kämpfer für ein neues Deutschlanb" genannt roorben zu sein. Aus äußere Anerkennung legten sie nie Werk. Durch eine Verfügung bes Herrn Reichs- unb Preußischen Ministers bes Innern vom 11. 9. 35 hat ber Bunbessührer bie Genehmigung erhalten, einanber können sich nur ehrliche unb herzliche Menschen baheim fühlen. Mucker unb Protzen würben zu Störenfrieben bes engen Beisammenseins. So scheint bie alte Gasse eine ibeale Erzieherin zur Gemeinschaft zu sein. Meine Schritte hallen fremb burch bie Stille unb verklingen erst in ber großen Straße, burch bie ber Strom ber Außenwelt wie mit tofenben Wasserfällen rauscht, unb wo bie Menschen auf getrennten Ufern wohnenb sich vor einanber verschließen. Oie neuen Fikme der „Europa^. Die „Europa" oerfenbet in biesen Tagen eine Uebersicht über ihre Probuktion 1935/36. Das Verleihprogramm für bie neue Spielzeit umfaßt 20 beutsche Filme unb zwei Auslänber ber Lonbon- Probuktion. Dazu gelangen jetzt zur Auslieferung bie beiben Carl-Froelich-Filme bes vergangenen Programms: „Lieselotte von ber Pfalz" unb „I ch war Jack M o r t i m e r". Im übrigen enthält bas neue Programm bie folgenben Filme: „Der Kurier bes Zaren" mit Abolf Wohl- drück und Hilde Hildebrand; einen Willi -Forst- Film, dessen Besetzung erst nach ber Fertigstellung bes Drehbuches bekanntgegeben wirb, unter ber Spielleitung von Willi Forst; „L i e b e s l e u t e" nach Motiven von Goethes „Hermann unb Dorothea" mit Gustav Fröhlich unb Renate Müller; „Der Student von Prag" mit Adolf Wohl- brück, Dorothea Wieck unb Eugen Klöpfer; „D i e klugen Frauen" mit Paul Hartmann, Albert Lieven unb Charlotte Daubert; „Die Geliebte von Paris" mit Renate Müller unb Adolf Wohlbrück oder Gustav Fröhlich; „Das Tal des Lebens" mit Käthe Gold, Marie-Luise Claudius, Fita Benkhoff, Romanowski) und Lingen; „Rose Bernd" nach dem Schauspiel von Gerhart Hauptmann mit Paula Wessely in ber Titelrolle; einen Harry-Piel-Film unter bem Titel „Der Dschun - gel r u f t"; eine Verfilmung des bekannten Schwanks „Der Raub der S a b i n e r i n n e n" unter ber Spielleitung von Carl Froelich; „Das Einmaleins ber Liebe" mit Luise Ullrich, Hörbiger, Lingen, Walbau und Henkels; eine Verfilmung von Hamsuns Roman „Viktoria" mit Luise Ullrich in ber Titelrolle; auch in dem Lustspiel „Das Mäbchen für alles" wirb Luise Ullrich die Hauptrolle spielen; „Die Herrin von Campina" mit Dorothea Wieck, Gustav Fröhlich und Hans Moser; heitere Themen behandeln ferner die Filme: „Der mutige See- fahrer", „Wenn der Hahn kräht" und „Die Pfingstor gel". die beiden letzten nach bekannten Bühnenstücken gleichen Namens; ein Abenteurer-Film heißt „Sehnsucht nach der Welt" nach bem Roman „Winke, bunter Wimpel" von Alfreb Karrasch (Hauptrollen: Paul Hartmann, Dorothea Wieck, Heinrich George); „Verfluchte Musik" mit Sybille Schmitz, Karin Harbt, Iba Wüst unb Paul Hörbiger; „Letzte Rose" heißt ein großer Ausstattungsfilm mit Helge Roswaenge, Georg Alexander und Fritz Kämpers. Die beiden Europa-Filme der durch „Die scharlachrote Blume" in Deutschland bekannt gewordenen London-Produktion heißen „Der E l e f a n t e n b o y" und „Das Gespenst auf Reisen". Das Produktionsprogramm der Europa enthält ferner eine Reihe von Kulturfilmen, vier Filme des Australien- Fliegers Bertram, farbige Zeichentrickfilme unb Kurzlustspiele, u. a. vier Euleiflpiegel-Filme mit Theo Lingen. Zeitschristen. — Im Septemberheft ber „Kunstkamme r" (Propyläen-Verlag, Berlin) schildert Hans Beilhack amüsant bie berufsstänbischen Probleme ber Bilb- hauer unb Maler vor zwei Jahrhunberten. Lothar Schreyer erzählt eine Geschichte um ben Marburger Elisabethschrein, unb Kurt Wehlte berichtet von ber technischen Seite ber Wandmalerei bei alten Meistern. Weitere Beiträge behandeln neuzeitliche Metallarbeiten, bayerische „Ostmark-Bausteine" und alte Spielkarten. Interessante Bildbeispiele zeigen die Veränderung der Landschaft durch menschlichen Eingriff. Das Heft enthält über 50 schöne Bilder. — Die bekannte Elternzeitschrift „M utter unb Kinb" (Verlag Staube, Berlin W 30) bringt im Septemberheft u. a. eine ausgezeichnete Abhanb- hing über bie Erziehungsfragen bes Kinbes im ersten Lebensjahr. Was hier über bie verschiebenen Erziehungsvorschläge gesagt wirb, bürste jebe junge Mutter interessieren. Auch in seinem übrigen Inhalt bringt bieses Heft viel Wissenswertes unb zahlreiche Anregungen für bie Mutter unb Hausfrau. Die Zeitschrift kostet vierteljährlich 1,30 Mark einschließlich Porto. — Einen lebenbigen Bericht von seinen Erlebnissen als „Musikjäger" in ber Lybischen Wüste gibt in ber letzten Nummer ber „I11 u st r i r t e n Zeitung" (Leipzig, I. I. Weber) ber junge beutsche Forschungs- reifenbe Hans Hickmann, ber im Auftrag bes staatlichen Phonogrammarchios Tonaufnahmen alter Volksgesänge bei ben Bewohnern einer Sahara-Oase machte. Eine mehrfarbige Reliefkarte Abessiniens, die ein überaus anschauliches Bilb von den geographischen Verhältnissen dieses Landes gibt, dient zur Illustrierung des Artikels „Abessinien als Kriegsschauplatz", der sich mit den strategischen Möglichkeiten in diesem Unruheherd unserer Tage befaßt. — Nachtaufnahmen aus dem alten Rom werden dem Freunde künstlerischer Photographie wie dem Bewunderer der Antike willkommen sein. Sochschulnackrichten. Professor Dr. Kurt Fischbeck, Extraordinarius für Chemie an der Universität Tübingen, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden. Professor Dr. Peter Kranz, Extraordinarius für Zahnheilkunde an der Universität München, ist zum ordentlichen Professor in der Münchener Medizinischen Fakultät ernannt worden. Während der Eröffnungssitzung der W ü r a b u r - g e r Tagung besForschungsdienstes (Reichsarbeitsgemeinschaften in ber LanbwirtschaftsroigLn- schaft) würbe bem Professor Dr. Hugo Neu- bauer (Dresben) im Namen ber lanbwirtschast- lichen Abteilung ber lanbwirtschaftlich-tierärztlichen Fakultät ber Universität Berlin burch Professor Schuch t bie Urfunbe seiner Ernennung zum „Doktor ber Lanbwirtschaft ehrenhalber" überreicht. Diese Auszeichnung erfolgte „wegen feiner hervor- ragenben Verdienste um die agrikulturchemische Wissenschaft, besonders für das Hineintragen biologischer Gesichtspunkte in die agrikulturchemische Är- beitsmethodik". Professor Neubauer war langjähriger Vorsitzender des Verbandes Deutscher landwirtschaftlicher Unterfuchungsanstalten unb ist im vergangenen Jahr zum Ehrenvorsitzenben bieses Ver, banbes ernannt roorben. Der Forscher hat auf bem Gebiet ber Bobenuntersuchungsmethoben Pionierarbeit geleistet unb seinen wissenschaftlichen Weltruf burch seine chemisch-physiologische Keimpflanzenme- thobe begrünbet Die Neubauer-Methobe ist ein unentbehrliches Hilfsmittel für bie richtige Anwenbung bes Düngers unb für bie Erzielung von Höchsterträ- gen geworben. Professor Dr. Alfreb Schwenkenbecher, Dr- binarius für innere Mebizin an ber Universität Marburg, unb Professor Dr. Enno ß i 11 m a n rt, Drbinarius für orientalische Philologie an ber Universität Tübingen, begingen ihren 60. Geburtstag. Professor Dr. Martin Wolfs , Drbinarius für Bürgerliches Recht an ber Universität Berlin, ist von ben amtlichen Verpflichtungen entbunben roorben morsen in den SanMenbläitevn nicht solle, was in dem vorgelegten Entwurf noch Nachdruck verboten! 24 Fortsetzung. ist Walther von Hollanders „Liebesroman", der damit ansängt, womit die meisten Romane aushören: das ist das Schöne und das Besondere an dieser Geschichte, die, voller Ernst und voller Heiterkeit zugleich, mit wirklichem Gefühl geschrieben ist von einem Dichter, der das menschliche Herz kennt, der mit dem Leben Bescheid weiß und der in seinen Romanen an die große deutsche Erzählertradition anzu- knüpsen scheint, welche mit dem Namen Theodor Fontanes bezeichnet ist. Hier haben wir eine echte Liebesgeschichte, die man mit lebendiger Anteilnahme liest, und deren Gestalten uns noch lange freundlich begleiten. Oer Noman beginnt war es sicher eine Sache. Seufzend beugte Näharbeit. — Herzklopfend riß ecke den Brief auf sie sich aufs neue über ihre Evi an der nächsten Straßen- und las ihn. rechtfertigen. Es ist auch nicht anzunehmen, daß sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners bessern. Bei Abwägung der Gläubiger- und Schuldnerinteressen konnte sich das Gericht bei dieser Sachlage nicht entschließen, die Zwangsversteigerung hinauszuschieben. Es erschien nicht gerechtfertigt, dem Gläubiger ein Opfer zuzumuten, und das Verfahren einstweilen einzustellen, wenn dieses nicht geeignet ist, den Zusammenbruch des Schuldners abzuwenden. Die Derkehrswerbung in Alsfeld. } Alsfeld, 18. Sept. Der Verkehrs - u n d Verschönerungsverein hielt seine diesjährige Mitgliederversammlung im „Deutschen Haus unter Leitung seines Vorsitzenden, Rektor Rohrbach, ab. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung durch den Schriftführer erstattete der Vereinsführer den allgemeinen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr. Er wies darauf hin, daß viele stille Arbeit geleistet worden sei und daß man zur Hebung des Verkehrs nichts unterlassen habe. Besonderes Augenmerk habe der Verein auf die Hebung des Stadtbildes und auf die Verschönerung der Anlagen gerichtet. Der Fremdenverkehr in Alsfeld habe im vergangenen Jahr nachweislich zugenommen. Er erstattete weiter Bericht über den in Aussicht genommenen Rhein-Main-Film, in dem das Gebeit Oberhessen eine entsprechende Berücksichtigung erfahren der Fall war. Rektor Rohrbach wies sodann auf die unbedingt notwendige Erhöhung der Mitgliederzahl des Vereins hin und bat auch weiterhin um Unterstützung der Bestrebungen des Vereins. Besonderen'Dank sprach er Bahnhofsvorsteher Luh in Alsfeld für seine wertvolle Mitarbeit aus. Fabrikant Hans Jakob Bücking berichtete über die Tätigkeit des Werbeausschusses. Er bezeichnete als nächste Aufgabe die Ausgabe eines neuen Prospekts über Alsfeld, dessen Entwurf bereits fertiggestellt sei, der in einer Auflage von etwa 10 000 Stück herausgebracht werden solle. Obertelegraphenbauführer Emrich berichtete über die Derkehrswerbung und stellte eine wesentliche Verbesserung hes Zugverkehrs auf der Eisenbahn, insbesondere auf der Strecke Gießen—Fulda, fest, um die sich der Verkehrsverein besonders bemüht habe. Bemängelt wurde die Me Geschichte eines Hochzeitsreise Und sie sang leise: „Zu jedem kommt einmal das Glück, Vielleicht kommt es heute zu dir ..." „Wunderbar!" rief Evi. „Du singst ja viel schöner als ich." „Im Gegenteil. Ich singe genau so wie du, Evi! Wir sind einander nämlich wunderbarerweise nicht nur so ähnlich, wir haben auch die gleichen Stimmen. Ich habe es sofort bemerkt, als ich dich das erstemal hörte." „Und Monika — du willst das wirklich für mich tun?" Sie sprang auf und fiel Monika um den Hals. „Monika — mein ganzes Leben werde ich dir dankbar sein dafür, daß du mir den heutigen Abend ermöglichst Und vielleicht — vielleicht werde ich dir später auch alles erzählen " „Wie du willst, mein kleines Ewchen! Ich werde dich jedenfalls niemals danach fragen." ♦ Unterdessen schlenderte Shirley Preston zur Wohnung Evi von Tanners. Sie hatte ein Schlafpulver genommen und war mit ruhigeren Nerven erwacht. Und nachdem sie sich sorgfältig anqekleidet und wieder einmal konstatiert hatte, ba$ sie sehr hübsch war, fühlte sie sich von neuer Hoffnung erfüllt. So schnell gab eine Shirley Preston ihr Spiel nicht auf. Sie kannte die Männer. Am leichtesten bekam man sie, wenn sie gerade eine Enttäuschung erlebt hatten. Und es müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn sie dem guten Gerling nicht diese für ihn unangenehme Enttäuschung bereiten könnte! Kurz nachdem sie das Haus betreten hatte, verließ sie es mit einem triumphierenden Ausdruck. Die Hausmeisterin hatte ihre Pflicht getan, und Frau Müller hatte ahnungslos sogleich bereitwillig erzählt, daß es das Kabarett zum „Roten Flamingo" war, in dem Evi jeden Abend etwa um neun Uhr auftrat. Nun, Shirley kannte alle Vergnügungsstätten der Stadt München. Es war kein schlechtes Lokal — leider. Immerhin auch nicht erstklassig, und für Gerling würde es schon genügen! Rasch entschlossen lief sie zu Maud, die sie in ihrem Atelier empfing, in dessen malerischer Unordnung sie sich so wohl fühlte, daß sie immer seltener Schwabing verließ, um ihre Freundin aufzusuchen. „Hübsch, daß du einmal kommst, Shirley! Hier hast du Likör! Hier hast du ein paar Kissen... Platz mußt du nehmen, wo du ihn findest..." „Ich kann leider nicht lange bleiben, aber ich komme, dich für den Abend einladen..." „Tut mir leid, Liebling! Aber mein Freund ist ein großer Künstler, der zu seinen Impressionen den Abend und die Nacht braucht. Ich leiste ihm natürlich Gesellschaft..." „Diesmal mußt du dich aber opfern, Maud! Nur eine kurze Zeit, du kannst dann wieder zurückfahren ..." Und Shirley erzählte der Freundin, was vorgefallen war, und auch ihren heutigen Plan. Nur die Szene auf Schloß Garatshausen beschönigte sie ein wenig. Niederlagen gestand die ! hübsche Shirley aus Prinzip' nicht einmal ihrer besten Freundin! Frau von Tanner sagte nichts. Aber sie kannte ihr Kind. Vielleicht war es möglich, daß Evi jemanden gefunden hatte, der ihr gefiel. Aber wenn ihr Kind es ihr noch nicht anvertraut hatte, dann sehr traurige und aussichtslose Zu jedem kommt einmal das Gliilk. ZRoman von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (6.) jemand mein Freund ist, dann vertraue ich ihm auch." „Ja, du bist gut, Monika! — Aber nun höre: Ich muß den heutiaen Abend frei haben, und ich muß doch singen. Und ich traue mich nicht abzusagen, denn ich fürchte, daß mich der Direktor, der sehr jähzornig ist, dann einfach hinauswirft. Er ist so einer, der sich um Verträge nicht kümmert, und überdies habe ich wöchentliche Kündigung. Und dann liegen wir auf der Straße — was soll ich da nur tun?" „ „Und es muß abends sein, gerade heute abend?" ,^Ja, Monika, glaube mir doch!" „Und wenn du jetzt zu dem Direktor gingest und ihn bitten würdest, dich zu beurlauben?" „Er tut es bestimmt nicht. Ich müßte ihm denn einen Ersatz bringen..." „Nun, und hast du denn niemanden?^ Vielleicht eine Kollegin, die gerade arbeitslos ist?" „Ich kenne niemanden. Ich spreche ja auch fast nie mit den Kolleginnen. Ich bin ihnen zu dumm Oberhessen. Zwangsversteigerungsverfahren und VollstreckunaSfchuhverordnung. LPD. Nidda, 18. Sept. In einem Zwangs- versteigerungsverfahren gegen öen Grundbesitz eines jüdischen Viehhändlers hat das A m t s g e r i ch t N i d d a einen Beschluß gefaßt, der von allgemeinem Interest- ift. Der Antrag des lud,, scheu Schuldners auf einstweilige Einstellung des Zwangsversteigerungsoerfahrens gemäß der ^Vollstreckungss ch u tz - V e r o r d n u n g vom 26. Mai 1933 ist durch das Amtsgericht Nidda mit einer Begründung a b g e l e h n t worden, m öer es u. a. heißt: Nach § 5 der Verordnung vom 26. Mai 1933 kann die Zwangsversteigerung eines Grundstückes einst- weilen eingestellt werden, wenn die Nichterfüllung der fälligen Verbindlichkeiten auf Umständen beruht, die in der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung begründet sind und die der Schuldner nicht abwenden konnte. Zweck und Sinn der Vorschrift des § 5 der Verordnung ist nur der, einem Schuldner, der unverschuldet infolge Umständen, die in der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung begründet sind, in Zahlungsschwierigkeiten gekommen ist, eine Frist zu gewähren, um ihn in die Lage zu setzen, später seinen Verbindlichkeiten nachzukommen und dadurch die Durchführung der Zwangsversteigerung zu verhin- ben Baltikum-Freikorps-, Grenzschutz- und Rhein- und Ruhrkämpfern einen Ausweis „Einsatz für Deutschland" auf Antrag und nach Prüfung auszustellen. Anträge müssen bis zum 18. Oktober und nicht, wie wir in der Montagnummer berichteten, bis November eingereicht werden. Die Bundesmitglieder erhalten den Ausweis gegen Rückgabe der Mitgliedskarte: gleichzeitig erhalten diese alten Kämpfer ein Ehrenkreuz verliehen. Nach der Erledigung der notwendigen organisatorischen Fragen schloß Kamerad Euler den Abend mit einem Treuegelöbnis zum deutschen Vaterland, dem sie in schwerster Zeit und stets gedient haben, und zu dem Manne, der Deutschland aus den Klauen des Bolschewismus entriß und ihm seine Ehre wiedergab. Gießener Ivochenmarktpreife. * G i e ß e n, 19. Sept. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Handelsklasseneier B 12, C 11, inländische "»gezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 9 bis 12, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Ruben 7 12, Rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15 bls 25 Römisch ko hl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 5 bis 6, Erbsen 30 bis .35,!Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bi- 6, Pilz- 30 bi- 40, Kartoff-n 4 . lich, über ein Jahr alt): la-Preis Theodor Fischet (Hof Zwiefalten); lb-Preis Lehr- und Versuchsgut Selgenhof. Ortssammlungen (ein Bulle und zehn weibliche Tiere): 1. Preis Ortsverein Rudingshain; 2a-Preis Wingershausen; 2b-Preis Schotten; 3a> Preis Ober-Mockstadt; 3b-Preis Unter-Seibertenrod. Milchleistungswettbewerb (Kühe mit drei Kälbern): 1. Preise K. L. Deubel (Unter. Seibertenrod), Th. Fischer (Hof Zwiefalten); la. Preis R. Laubach (Ober-Mockstadt); 2. Preist Theodor Fischer (Hof Zwiefalten), H. Laubach (Ober-Mockstadt), R. Laubach (Ober-Mockstadt) (2s Ed. Becker, H. K. Fischer, K. Repp I., A. Repp, K. Hartmann III., Th. Dambmann (2), sämtlich Rudingshain; 3. Preise Th. Fischer (Hof Zwie- falten) (2), K. Waas (Burkhards), Th. Cellarius (Schotten) (3), H. Stein VII. (Unter-Seibertenrod), Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (2). Milchleistungswettbewerb (Kühe mit zwei Kälbern): 2. Preise Th. Fischer (Hof Zwiefalten), H. Klein II. (Burkhards), H. Laubach II. (Ober-Mockstadt), E. Becker (Rudingshain); 3. Preis- Th. Fischer (Hof Zwiefalten), Th. Dambmann (Rudingshain), Lehr- und Versuchsgut Selgenhof, O. Weishaupt (Wohnfeld). Landkreis Gießen. > Queckborn, 19. Sept. Eine gute Ernt« bringen in diesem Jahre die Z w e t s ch e n. 3m den letzten Tagen wurden schon mehrere WaggE verladen. Anfangs betrug der Preis 8 Mark, rend jetzt 9 Mark pro Zentner bezahlt roerben. - Die Kartoffelernte ist zur Zeit hier in vollem Gange. Einen recht guten Ertrag brachten wieder: die Frühkartoffeln, während die späteren Sorten, Aber natürlich war die kluge Maud doch so ziemlich im Bilde. Sie schüttelte den Kopf. „Du solltest dich da nicht einmengen. Gönn' ihm doch der Kleinen, wenn er sie mag. — Du weißt; es ist mein Prinzip, um niemanden zu kämpfen." „Aber du weißt doch, daß mich wiederum nui die Männer reizen, die schwer zu erobern sind.. " Schließlich gelang es Shirley, Mauds Verspre« chen für den Abend zu erlangen. Und außerdem einen größeren Geldschein, denn Shirley war wieder einmal mit ihrem Geld vollkommen zu Ende un$ die nächste Monatsrate von der Bank aus Neuyor! war noch nicht fällig. Von Maud eilte Shirley sogleich zur Kasse b« „Roten Flamingo" und besorgte eine Loge. Und nun galt es also, ihre Einladungen geschM anzubringen. Johnie Klinke sollte womöglich auch mitkomme« Es mußte Gerling doppelt peinlich sein, Evi dih Zeugen auftreten zu sehen, andererseits würde er sich beherrschen müssen, besonders ihr gegenüber und gute Miene zum bösen Spiel machen. Hingegen wäre es doppelt angenehm, wenn Mo<> nika nicht mitkäme. Sie war ja so vernarrt in' diese Evi, daß sie sich sogar den Mann, den li doch gewiß schon sicher zu haben geglaubt batte wegnehmen ließ. Sie würde bestimmt Beschoß gungsversuche machen, wenn sie nicht überhal^ längst von Evi Tanners Engagement wußte. Au-- Frau Klinke war nicht gerade notwendig. Doch heute schienen Shirleys Pläne vom W begünstigt zu fein. Sie begegnete Johnie in der Halle, schon p Automantel. „Oh, Herr Klinke! Sie fahren fort?" „Ja — ich mache heute einen größeren Ausfluß Eine Besichtigung." Er lächelte vergnügt. „Ich fahre ganz allein, nur mit meinem Chau'' feur und einem zweiten Herrn, den Sie doch nick! kennen, Frau Preston!" In seiner Gutmütigkeit wollte Johnie einer eoer tuellen Bitte Frau Prestons, mitgenommen zu wc" den, zuvorkommen. Zu dem, was er vor hattt konnte er sie wirklich nicht brauchen. Aber Frau Preston sagte nur: „Sie bleiben doch nicht länger weg? — $c’ wäre so schade. Meine Freundin Maud hat eir? Loge in einem Kabarett genommen, in dem ga.rj ausgezeichnete Vorträge sein sollen. Sie sagt, m brauche dringend eine Abwechslung. Sie wissen P-- ich konnte mich in der letzten Zeit nicht entschließe"- in Gesellschaft zu gehen oder mich zu amüsierens Und nun wollte ich Sie einladen. Ich weiß, lieben das nicht. Aber einmal — mir zulie^ könnten Sie es doch tun, lieber Herr Klinke! Sor"' freut mich die Sache auch gar nicht." Sie machte ihre schönsten Schmeicheleien, uav Johnie, der froh war, so leichten Kaufs wegz^' kommen, nickte zustimmend. „Gut, ich komme! — Ganz bestimmt bin ich V, rück. Sie können auf mich zählen, Frau Preston (Fortsetzung folgt!) dem. Die Voraussetzung der einstweiligen Einstellung gemäß § 5 der Verordnung liegt hier nicht vor. Der Schuldner ist von Beruf Viehhändler. Sein Gewerbe liegt infolge Abwanderns seiner Kundschaft völlig darnieder. Unter den heutigen Verhältnissen ist in ländlichen Bezirken mit einem Aufschwung des vom Schuldner betriebenen Handels nicht zu rechnen. Der Rückgang des vom Schuldner betriebenen Geschäfts, das damit verbundene Zahlungsvermögen beruht auf persönlichen Verhältnissen und auf individuellen Umständen und ist nicht auf der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung begründet. Das Geschäft des Schuldners ist zurückgegängen, obwohl in den letzten drei Jahren der Viehhandel sich im allgemeinen günstig entwickelt hat. Nur der Rückgang des Viehhandels überhaupt infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse im allgemeinen würde eine einstweilige Einstellung gemäß § 5 der Verordnung ** Ausdehnung des Kraftfahrzeugbriefs. Der Reichs- und preußische Verkehrsmi- nister hat die Ausdehnung des Kraftfahrzeugbriefs für Altfahrzeuge angeordnet. In den nächsten Mo- naten werden die Eigentümer von Lastkraftfahrzeu- gen bis 1000 Kilogramm Eigengewicht und der Personenkraftwagen mit mehr als 2 Liter Hubraum, die vor dem 1. 5. 1934 erstmals zugelassen worden sind, von den Zulassungsstellen zur Ausfüllung von Vordrucken aufgefordert werden. und zu untüchtig." „Und wenn du zur Stellenvermittlung gingest? Dort gibt es doch sicher Mädchen genug? — Aber nein, das geht nicht. Wenn dein Direktor so jähzornig ist, so behält er zum Schluß die andere und kündigt dir. — Ja, was könnten wir denn nur tun?" Monika stützte die Hand und verfiel in Nachdenken. Aber sie dachte jetzt nicht darüber nach, wie sie Evi helfen könnte. Sie sah wieder Evi und Johnie Klinke vor sich. Ach, du kurzsichtige, kleine, harmlose Evi, die du mir dein Geheimnis nicht anvertrauen willst! Du möchtest heute abend so gern mit Johnie beisammen sein. Ihr habt euch gestern bestimmt nicht alles sagen können; ihr wollt ungestört sein. Und dann — es ist so schön, ein Geheimnis zu haben, man durste es ihr nicht stören, der kleinen Evi. Und dabei wäre doch alles viel einfacher, wenn Monika verraten dürfte, was sie wußte. Eigentlich brauchte sich doch Evi auch um ihren Posten nicht mehr zu sorgen. Zweifellos würde Johnie sie heiraten, und sie brauchte nie mehr aufzutreten ... Daß sie gar nicht daran dachte! Und die hatte man für berechnend halten können! „Monika, was soll ich nur tun? Du weißt wohl auch nichts?" Da hob Monika mit einer entschlossenen Bewegung den Kopf. „Doch, ich weiß, Evi! Bleib nur ohne Sorge heute abend fort. Ich habe eine Vertreterin für dich, die dir bestimmt deinen Posten nicht fortnehmen wird, wenn du ihn wirklich noch behalten willst..." „Ja?" Zögernd und doch auch hoffnungsvoll blickte Evi zu ihr auf. „Wo nimmst du sie denn her, Monika?" „Da..." Monika sprang auf und verbeugte sich vor der verblüfften Evi. „Fräulein von Jnnemann, unsere neue Sängerin ..." „Was, Monika? Du selbst willst für mich fingen?" „Ja, Evi, und ich kann es auch! Ich habe ein bißchen Stimme und Gehör, und deine Lieder kann ich auch alle. Soaar das mit dem Glück habe ich mir gemerkt. $örv zu ..." ky Q t U II 3 IV LC VC L U W | XAlkV VM/ivu “i ' kago (USA.) einen Stempel, der besagte, daß die Karte fehlgeleitet worden sei. Nun brachte der Be-1 eilt. — Die Drusch« Kirche und Schule re, wer Kirchenmusikalische Feierstunde. Die kleine Gemeinde Wisselsheim bei Bad- od) (ojs jr Kch> Ka el) gebildet. Als unterste Gliederung wurden 50 I Anspruch n Kreisgruppen errichtet. &en ^a^en* SJL-'Svort er Beteiligung der hiesigen Gemeinde, wie auch jedermm Gemeindegliedern aus Mittel-, Nieder-Seemen nassen! ir'ier i Aus den preußischen Nachbargebieten Die Hofmühle bei Klein-Rechtenbach fr I Mens, । tt ' । Die Bezirksgruppe unterhält neben der Hauptgeschäftsstelle weitere hauptamtlich besetzte Geschäftstellen in Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Mainz und Kassel und nebenamtlich besetzte in Hanau, Fulda, Limburg, Wetzlar, Worms und Gießen. Die Bezirksgruppe Hessen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, umfassend den Wirtschaftsbezirk Hessen, zählt zur Zeit 25 000 Mitglieder. Nach restloser Er- assung der letzten Außenseiter dürfte die Zahl aus 30 000 ansteigen. Der weitaus größte Prozentsatz entfällt auf die Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel, der in weitem Abstand die Fachgruppen Textilien, Kohlen, Tabakwaren, Papier- und Schreib- waren, Eisen, Drogen, Schuhe und weitere folgen. Entsprechend den Kammerbezirken wurden die Bezirksuntergruppen Frankfurt a. M. (Gebiet des Rhein-Mainifchen Industrie- und Handelstages) und Kassel (Gebiet der Industrie- und Handelskammer Postkarte wurde auch beim Postamt S ch t e r d i n - gen richtig abgestempelt. Nun aber fängt sie schon an, merkwürdig zu wandern, denn sie trägt links 1 Ober-Seemen, 16. Sept. Am gestrigen rntaq feierte der Zweigverein Schotten H Gustav-Adolf-Stiftung unter sehr l a r und Oberlahn. Regelmäßige Sprech st unden werden zur Beratung der Unternehmer wie folgt abgehalten: In Alsfeld, am Lieden 12, jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 10 bis 12 Uhr. In Büdingen, Braunes Haus am Marktplatz, Montags von 13.30 bis 15.30 Uhr. In Friedberg, Bismarckstraße 11, Freitags von 10 bis 12 Uhr. In Gießen, Horst-Wefsel-Wall 39, Dienstags von 9 bis 12 Uhr, Mittwochs (außer 1. und 3.) von 16 bis 18 Uhr, Donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Zn Nidda, Bürgermeisterei, Montags von 10 bis 12 Uhr. In Weilburg, Bürgerhof, Bogengasse, Donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Zn Wetzlar, Adolf-Hitler-Haus 1/10, Freitags von 15 bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist der Unternehmer- Rechtsberater zu persönlichen Rücksprachen nach vorheriger schriftlicher oder telephonischer Verabredung ebenfalls bereit. amte die Karte auf den richtigen Weg, so daß bet Irrläufer sein Ziel, wenn auch reichlich spät, doch noch erreichte. Bemerkt sei noch, daß der Bestimmungsort Biedenkopf keinen weiteren Zusatz trägt und auch die amerikanischen Postbeamten die Lage Biedenkopfs nicht näher bezeichneten. Kreis Wetzlar. Loge, j ngen W Bezirksgruppe Hessen der Wirtschastsgruppe Einzelhandel e, sch°" ; unten einen zweiten Stempel „Stuttgart Bp. 1. 14. 4.", ein Beweis, daß sie aus ihrer geordneten Bahn herausgekommen und bei der Würt- tembergischen Bahnpost Stuttgart-Frankfurt unter die Auslandsendungen geraten war. Von da ab deckt tiefes Dunkel ihr weiteres Geschick. Nach mehr als 4 4 Jahren ist sie jenseits des Ozeans wieder aufgetaucht und erhielt in Chi- leinelN^ Siedel । Die Deutsche Arbeitsfront Rechtsberatungsstelle Gießen. ■d ein. G- stav Adolf-Tagung im Kre se Schotten. Lck üb, ^Lauter, 18. Sept. Bei der Versteige- ceis jiiiir g der Zwetsch en der Gemeinde wurden h. Den Zentner am Baum 7 f :" ° c'1x*~e — ßaubflim^ bezahlt. - Schotten K. f)Q! - Deub Dorfe ist beendet. Die Dreschmaschine hat den Ort bereits verlassen. — Durch die Gaufilmstelle der NSDAP, wurde dieser Tage hier der Film „Lied der schwarzen Berge" vorgeführt. Zm Beiprogramm wurde ein Bildstreifen aus der Arbeit der NSV., insbesondere von der Kinder-Landverschickung gezeigt. — Auch in unserem Orte wurde nunmehr ein „Stürmer"- Kasten angebracht und seiner Bestimmung übergeben. Kreis Friedberg. LPD. Friedberg, 18.Sept. Ein merkwürdiger Unfall ereignete sich in der Gemarkung Reichelsheim. Dort trat ein junges Rind auf der Weide in ein W e f p e n n e ft. Sofort stürzte sich ein ganzer Schwarm auf das arme Tier und zerstach es so, daß es, von Schmerzen gepeinigt, die Flucht ergriff. Beim Dorfeingang riß das Rind eine Frau um, die hierbei mehrere Rippenbrüche daoontrug. § Münzenberg, 18. Sept. Dieser Tage unternahm hier im Hofe unserer Burg ein junger Mann von auswärts einen Selbstmordver- s u ch. Der junge Mann, der sich eine schwere Schußwunde beigebracht hatte, wurde zunächst in das Johanniter-Krankenhaus zu NiederWeisel gebracht, später in die Chirurgische Klinik zu Gießen übergeführt. Kurz nach seiner dortigen Einlieferung erlag er der Verletzung. Kreis Lauterbach. Die Bezirksgruppe Hessen ist der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, diese wiederum der Reicbs- gruppe Handel der gewerblichen Wirtschaft eingegliedert. Die bisherigen Landes- und Ortsverbände des Einzelhandels werden bis auf einen Verband, der Träger der wirtschaftlichen Einrichtungen bleiben wird, aufgelöst. In der Gründungsversammlung der Bezirksgruppe wurden die vom Leiter der Wirtschaftsgruppe genehmigten Satzungen vom neu bestimmten Beirat angenommen. Zn seinen einleitenden Ausführungen betonte der Leiter der Bezirksgruppe Hessen, Herr Wilhelm Köhler, daß die neue Organisation der gewerblichen Wirtschaft nicht zu vergleichen sei mit den früheren Znteressenoerbänden. Infolgedessen dürften auch die Arbeiten der neuen Vereinigung immer nur unter Berücksichtigung des Wohles des gesamten Volkes beurteilt werden. Noch werde die Produktivität des Handels nicht immer restlos an- erkannt, obwohl speziell auch der Einzelhandel als Risikoträger in der Wirtschaft genau wie andere Berufsgruppen produktive Arbeit zu leisten habe. Zm Opfern — so erklärte Herr Köhler — lasse sich der Einzelhandel von niemand übertreffen, von niemandem aber auch lasse er sich an der Ehre an* Die Abteilung Unternehmer - Rechtsberatung der Rechtsberatungsstelle der DAF. in Gießen wurde mit Wirkung ab 1.9.1935, nachdem der frühere Sachbearbeiter Pg. Dr. Münch auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist, neu besetzt durch den Gerichtsassessor und Dipl.-Volkswirt Pg. Dr. jur. Karl W i r t g e n. Das Tätigkeitsgebiet des Unternehmer-Rechtsberaters umfaßt die Provinz Oberhessen, sowie die politischen Kreise W e tz - Im Rahmen der gesetzlich verankerten Pflichtorganisation der gewerblichen Wirtschaft fand die konstituierende Versammlung der Bezirksgruppe Hessen der W i r t s ch a f t s g r u p p e Einzelhandel im Sitzungssaale der Industrie- und Handelskammer zu Frankfurt«. M. statt. Zum Leiter der Bezirksgruppe war schon in der großen Kundgebung des rhein-mainischen Einzelhandels am 24. März Herr Wilhelm Köhler (Frankfurt a. M.) vom Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. Hayler (Berlin), bestimmt und eingesetzt worden. Zu einem Stellvertreter berief Herr Köhler Herrn Dr. Mettenheimer, in Firma Anton Hartmann Sohn (Frankfurt a. M.) In den engeren Beirat (Verwaltungsausschuß) wurden berufen die Herren Balz ar, Hans Mayer und Treufch (Frankfurt a. M.). Zum Hauptgeschäftsführer der Bezirks- gruppe wurde Herr Dr. Tripp und zu feinem Stellvertreter Herr Stabe! zur Bestätigung durch den Leiter der Wirtschaftsgruppe oorgeschlagen. Der Beirat setzt sich zusammen aus den Leitern der wichtigsten Kreisgruppen und aus den Leitern der 31 Bezirks f a ch gruppen. K nilpeise unter her Trockenheit gelitten haben. Im b M e|iiiien bleibt der Ertrag unter dem des vergange- ii'rt Jahres zurück. M < Göbelnrod, 18. Sept. Am vergangenen PiMiomtag besichtigte Kreisfeuerwehrinspektor Bous- , QNj f'i e: (Gießen) unsere Pflichtfeuerw ehr. Den ' Ne, llceizier-Uebungen folgte ein Brandangriff. An- ns HiMenb sprach der Kreisfeuerwehrinspektor der seinen Dank für die Einsatzbereitschaft aus ind ermahnte sie, im Falle eines Brandes zur Er- irbe । — Der Unternehmer-Rechtsberater steht den Unternehmern, soweit sie Mitglied der DAF. sind, im Rahmen der allgemeinen Dienstordnung in der Erteilung von Rechtsauskünften, der Bearbeitung von Streitfällen und der Prozehvertretung in der ersten Instanz auf dem Gebiete des Arbeitsrechts, sowie der Sozialversicherung zur Verfügung. Viele Sreitigkeiten zwischen Unternehmern und Gefolgschaftsangehörigen können ohne Gerichtsverhandlungen bei Inanspruchnahme der Rechtsberatungsstelle beigelegt oder, vermieden werden. Für die G e f o l g s ch a s t s a n g e h ö r i g e n be- stehen an den oben angegebenen Plätzen ebenfalls Rechtsberatungsstellen, die mit Gefolgschafts- Rechtsberatern besetzt sind. Den Gefolgschaftsanaehörigen, soweit sie Mitglied der DAF. sind und für die, die in der Dienstordnung festgelegten Voraussetzungen für Gewährung von Rechtsschutz erfüllt sind, stehen die Gefolgschafts-Rechtsberater in den festgelegten Sprechstunden, die bei jeder Rechtsberatungsstelle zu erfahren sind, kostenlos zur Beratung und Vertretung zur Verfügung. Gewarnt werden die Mitglieder, sich von unberufenen Personen beraten und vertreten zu lassen. Die Rechtsberatungsstellen haben in der Zeit ihres Bestehens schon sehr viel dazu beigetragen, das Verhältnis zwischen Unternehmer und Gefolgschaft zu einem für beide Teile und zum Nutzen des Volkes ersprießlichen Zusammenarbeiten zu gestalten, indem Meinungsverschiedenheiten geklärt I und beigelegt wurden. j rs -umente ganz auf den Wortlaut bezogen sind. £16 wurde diese kirchen-musikalische Feier für Die (Itueinbe unb bie Ausführenben ein tiefes Erleb- s.jFrohen Herzens verließen alle das schöne Dors- * Wetzlar, 19. Sept. Der L a n d r a t des Kreises Wetzlar hat angeordnet, daß die Tauben in der Zeit vom 25. September bis 25. Oktober derart zu halten find, daß sie die bestellten Aecker jund Gärten nicht aufsuchen können. OreistLdtekampf im Nmgen. Der 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen tritt am kommenden Samstag im Cafä Leib mit einem erstklassischen Programm an die Oeffentlichkeit. Dem Verein ist es gelungen, die kampfstarken Ringer- Mannschaften von Offenbach (Bürgel) und Friedberg zu verpflichten. Die Offenbacher sind eine der besten Mannschaften des Kreises Frankfurt und auch den Friedbergern geht ein guter Ruf voraus. Die Gie* ßener Mannschaft ist durch Zuzug neuer Kräfte sehr verstärkt, so daß der Ausgang der Kämpfe völlig offen ist. Insgesamt gibt es 21 Kämpfe zu sehen. Die einheimische Mannschaft tritt in folgender Auf- stellung an: Bantamgewicht Walther; Federgewicht A. Funk, Leichtgewicht Klotz, Welter- gewicht Vetter I. R. 8, Mittelgewicht Tr e ch s- l e r bzw. Kaffenberger, Halbschwergewicht Bell off, Schwergewicht Emmerich. Im Ge- wichtheben ist der bekannte Offenbacher Sattler am Start, der von den Gießenern Fr. Funk und W e st b r o ck assistiert wird. Auch die Rundgewlchts- riege von Bürgel, sowie der ausgezeichnete Amateurartist Walter vom gleichen Verein, werden mitwirken. VfB.-Reichsbahn-Leichtathletik. Klub-Rückkampf gegen die Turngemeinde in Friedberg. Diese Klubkampf hat insofern eine besondere Note, da er in vier Klassen gestartet wird. Es kämpfen bie Aktiven, Frauen, die Jugend und die Alten Herren. Der Kampf wird also auf denkbar breitester Basis ousn geführt. Gewertet wird nach Länderkampfwertung, also Platzwertung. Der Erste erhält 4 Punkte, der und Gedern sein diesjähriges Jahres fest. Fah- , nengefchmückte Häuser und frohgestimmte Herzen entboten den Willkommgruh. Am Vormittag fand ein Jugend gottes- dienst statt, der auch von Erwachsenen sehr aut besucht war; er wurde gehalten von dem weithin bekannten Schriftführer des hessischen Hauptoereins der Gustav-Adolf-Stiftung Studienrat Storck, ■ Offenbach a. M. Nachmittags wurde in der festlich ' geschmückten, überfüllten Kirche der feierliche F e st - : gottesdienst gehalten, in welchem Studienrat Storck über die Textworte 2. Korinther, Kap. 1, Vers 3 und 4, predigte und unter sinnvoller Bezugnahme auf die Nöte der Volks- und Glaubensgenossen in der Diaspora an die Pflicht zu glaubensbrüderlicher Liebe in gewissenschärfender Weise erinnerte und daraus hinwies, daß Trübsal und Not der Diaspora tröften lehre durch wirksam werdende Liebe. Den Altardienst versah der Ortsgeistliche Knieriem. Der Kirchenchor verschönte den Fest- gottesdienst durch ansprechenden Vortrag mehrerer Chöre unter Leitung von Lehrer Jnderthal. Nach der Kaffeepause, während derer die auswärtigen Festgäste freundliche Bewirtung in den Häusern unserer Gemeinde fanden, wurde wiederum in der Kirche eine ebenfalls sehr gut besuchte Nachversammlung veranstaltet. Hier sprach zunächst der O r t s g e i st l i ch e Worte der Begrüßung und überbrachte auch zugleich die Gruße und Segenswunsche des Landesbischofs Lic. Dr. Dietrich und des k. Propstes der Provinz Oberhessen Propst Trommers hausen. Dekan Widmann, Schotten, der Vorsitzende des Zweigvereins Schotten der Gustav-Adolf-Stiftung, begrüßte danach im Namen des Dekanats Schotten und des Vorstandes des Zweigvereins die Anwesenden und wies unter Zugrundelegung des Schriftwortes Galater, Kap. 6, Vers 2, auf die Verpflichtung zur Gustav-Adolf-Arbeit hm, die warme Herzen und hilfreiche Hände brauche. Studienrat Storck sprach dann, die geschichtliche Entwicklung des über 100 Jahre wirkenden Gustav- Adolf-Vereins berührend, über das weltweite und glaubenstiefe Wesen der Gustav-Adolf-Arbeit und illustrierte dies an Hand einer Fülle von eindrucksvollen Bildern vom Arbeitsfelde des Guftav-Adolf- Vereins. Den Rechenschaftsbericht über die Arbeit des Zweigvereins in den Jahren 1934 und 1935 erstattete der Schriftführer und Rechner des Zweigvereins Pfarrverwalter Dr. Engel, Wingershausen; dieser Bericht zeugte von der Treue und Opferwilligkeit der Gemeinden im Zweigverems- gebiet. Auch in der Nachversammlung wirkte wieder- ' um der Kirchenchor mit und erfreute durch seine : klangrein vorgetragenen Lieder. Die Feftkollekten ergaben rund 64 Mark; außerdem wurden für über 14 Mark Gustav-Adolf- Schriften und Postkarten verkauft. Das Fest nahm in jeder Beziehung einen schönen Verlauf und wird sicherlich dazu beitragen, die Liebe zur und die Ver- l antroortung für die Gustav-Adolf-Sache zu stärken i und zu vertiefen im Sinne des Wahlspruchs des ' Gustav-Adolf-Vereins: „Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an den Glaubensge- greifen. Nach einstimmiger Beschlußfassung des neu berufenen Beirates über die erfolgten Bestellungen, die Geschäftsführung und den Haushaltsplan dankte Herr Köhler für das ihm erwiesene Vertrauen und brachte zum Ausdruck, daß er von jedem Amts- träger vertrauensvolle Mitarbeit im Sinne nationalsozialistischer Wirtschaftsführung erwarte. Nach einem weiteren Vortrag über die nächsten Ausgaben der Bezirksgruppe, gehalten vorn Geschäftsführer Dr. Tripp, wurden in einer Aus- spräche alle schwebenden Fragen geklärt. Zum Leiter der Kreisgruppe Gießen wurde Herr Horst, i. Fa. K. Horn, Gießen, bestimmt, an den sich die Mitglieder des Kreises, falls sie nicht die nächstgelegene Geschäftsstelle in Anspruch nehmen können, in allen Fragen zu roen- M'iUmg der Pflicht an der Volksgemeinschaft. — (i: )iefer Woche wurde hier mit der Kartoffel- ’MoHirrte begonnen. Der Ertrag steht hinter dem des Uchiik^iorahres zurück. — Die Zwei schenernte ist ausgefallen. Für den Zentner wurden 8,50 bis e>t ^$150 Mark bezahlt. tivilch 4 Grünberg, 18. Sept. Seit Ende voriger s FreMme waren im Walde zwischen ©runberg und ^öerbi bedungen Wildschweine beobachtet worden. 9 unter hefmbers auf ben an ben Walb grenzenben dann bjAe^rn und Wiesen konnte man die Spuren ihrer -iäligfeit bemerken. Im Walddistrikt „Flensunger Slop", der zum Jagdbezirk des Herrn Allmen- ültiig e r gehört, gelang es nun dessen Jagdhüter l gesteMIl Eifert in der vergangenen Nacht einen Prämii.M Zentner ft arten Keiler zu erlegen. Jn- e^enbe^rei ant war die Feststellung, daß der Mageninhalt ’ilig geschossenen Tieres, das im zweiten Jahre ammenbfjan), neben einigen Apfelresten ungefähr einen ftcns ej fiialb e n Eimer Engerlinge aufwies. Die ijer (jvfilfae Jagdbeute, die am Tage in dem Hof der ohnfchmdingerschen Fabrik aushing, wurde von vie- Ln neugierigen besichtigt. ive^ Ta t ' s- If s-K 3» < Ä ib versucht ihn als musikalischer Evangelist m mar Weise zu deuten. Im Gegensatz zu Buxte- Kantate, die sich in einzelne, in sich abge- Gießen siegt im Gchieß-Städtewett- kampf Gießen — Marburg—Wetzlar. Bei dem alljährlich zwischen Gießen, Marburg und Wetzlar stattfindenden Wettkampf im Schießen konnte sich die Gießener Mannschaft einen überlegenen Sieg sichern. Ausgetragen wurde der Kampf am vergangenen Sonntag auf den Ständen des Marburger Schützenvereins. Die Bedingungen lauteten: Wehrmannsbüchse, 30 Schuß auf 175 Meter, von denen je 10 liegend, knieend unb stehenb abgegeben werben mußten. Mit 2093 Ringen holte sich für bieses Jahr Gießens Mannschaft bestehend aus ben Schützen Appel, Wehling, W. Schilling, Georg und G. Schilling die heißumstrittene Wanderkette. Dieselbe wurde den Siegern von dem Herrn Oberbürgermeister der Stadt Marburg persönlich überreicht. Der Siegerehrung wohnten außerdem der Gausportleiter für den Gau Hessen, Herr Kramer- Biedenkopf, und der Bezirkssportleiter Herr K. R u p p e l - Alsfeld bei. Gießen: Appel 430 Ringe, Wehling 359 Ringe, W. Schilling 441 Ringe, Georg 417 'Junge, G. Schilling 446 Ringe; zusammen 2093 Ringe. Marburg: Sames 372 Ringe, Menz 417 Ringe, Briel 455 Ringe, Dula 364 Ringe, Mangold 425 Ringe; zusammen 2033 Ringe. Wetzlar: Henning 380 Ringe, Dr. Lang 352 Ringe, Heinen 372 Ringe, Zickelhau 426 Ringe, Art 426 Ringe; zusammen 1956 Ringe. Die besten Einzelschützen: V. Briel, Marburg, 455 Ringe; Gg. Schilling, Gießen, 446 Ringe; W. Schilling, Gießen, 441 Ringe. mitfonr ein, 6oi( its würi; ir W; achen. f n, weit-'' oernall tann, -afouNjä k sesch t überhq süßte. 2 .^otn 6 ! or Fisch ersuchsx ___________ __________ _ , , LMjeim versammelte sich am vergangenen Sonn- unb zei tMuchrnittag in ihrem alten, aus dem 16. Jahr- Jingsljir fingert stammenden Kirchlein zu einer schlichten ollen; zLirch en-musikalischen Feier. Einen An- lbertem lilitz »azu gab in erster Linie die Neuer st ellung Kühe rGiijnae r Orgel, die an diesem Tage ihrer Bestim- ‘I (Ünt ralug übergeben wurde. Den rechten Rahmen zu ilten); 1 Mir Feier bot im besten Sinne des Wortes der 2. Prk rickj Angabe des hessischen Denkmalpflegers reno- ßaub: »Ms Jnnenraum des Kirchleins. Gerade die alte tftabt) (i Mr k, mit der das gesamte Programm bestritten A. Nc: vmv'e, scheint in besonderem Maße an die Oert- ), fämß l W it der Aufführung gebunden zu sein. Deshalb hos W einige Mitglieder des Singkreises Gie- CM s e mit großer Freude der Einladung gefolgt, bei bertenr (Wzenheit der Orgeleinweihung in Wisselsheim bie Sttt-geftaltung ber musikalischen Feier unter Leitung (Ä • WdOtto Siegler zu übernehmen. ' ' ' Einleitung spielte Herr Lehrer Michel das Einleitung spielte Herr lietjrer M l tt) e i oas 1qUL • „jlcie Orgelpräludium in D-Moll" von Joh. Seb. dem sich die Kantate „Lobet Christen euren n’amL Mund" für dreistimmigen Chor, zwei Geigen und g.(ainkv Continua (Orgel und Cello) von Dietrich ^jiis.ehude anschloß. Das in seiner flüssigen Leben- tiflliit ansprechende Merkchen des berühmten Lü- beckr Orgelmeisters und Lehrers Johann Sebastian e ffrn: £ bringt als Einleitung eine kurze Sonate, auf )en. t (ner Hauptchor folgt. Nach einem prachtvollen, üßatof r Mischen, über der Generalbaßlinie schwebenden «s ansolo nimmt der Chor das Schlußthema des to^rbtr. 5 vMtchores wieder auf und führt es dreistimmig tr in ml z» finde. Darauf folgt ein instrumentales Ritornell. i)ten r If ie s reizvolle Wechselspiel zwischen Solo, Chor ren & ikib Instrumenten wiederholt sich, und schließlich ehbi: die Kantate mit dem großen Anfangschor. — bl Kaiser Konrad einige Zeit auf Hof Rechten- "" ' । :t gewohnt haben. Ein kleiner Teich bei Klein- ! Wenbad), der heute noch ben Namen „Kaisers- i renn k" führt, soll baher seinen Namen haben. Auf i cc Hofmühle, bie ganz bicht bei bem Hof Rechten- I cf liegt, wurde das Getreide für das Hofgut ge» ;rif-'en. Jetzt ist die Hofmühle wohl feit etwa ji Jahren Eigentum von 84 Befit- , rm und zwar nicht gemeinsames Eigentum, fon» jeder ist mit Vst Anteil im Grundbuche einge- trem ein Kuriosum, das bei Erbteilungen usw. ’ bin Grundbuchamt schon viele Sorgen bereitet hat. : vergangenen Jahr sollte hier eine andere Eigen- kn .form gesucht werden; leider sind jedoch die da- »il^en Ansätze bis heute noch nicht Tat geworden, tin der Mühle sind heute 84 Genossen aus Klein- Groß-Rechtenbach, Weidenhausen und Lutzellm- »I beteiligt. Nur die Genossen sind berechtigt, ihr giheibe auf der Mühle mahlen zu lassen. Etwa alle <•). Wochen kommt ein Genosse mit dem Mahlen an die Reihe. Der auf der Mühle angestellte Genosse erhält seine Beköstigung durch die Genossen, die mit dem Mahlen an der Reihe sind. Die Verwaltung der Mühle ging lange Jahre reihum, d. h. der Baumeister, so hieß derjenige, der ein Jahr lang für den geordneten Gang der Mühle verantwortlich war, wurde der Reihe der Nummern nach in der Versammlung der Genossen, die jedes Jahr immer am Tage nach Neujahr stattfand, bestimmt. Seit etwa zwei Jahrzehnten ist an die Stelle des „Baumeisters" ein geschäftsführender Vorstand getreten. In der alljährlichen Versammlung wurden alle Geschäftsvorkommnisse behandelt und wird nach altem Brauch der Müller für das laufende Jahre „ge-- ^"Ein 'Riesenwasserrad treibt die alte Mühle. In einem von alten Pappeln umsäumten Teich wird das Wasser gesammelt und auf die Muhle geleitet. Seit einem Jahrzehnt etwa ist die Mühle umgebaut worden und in trockenen Sommern wird der Kraftstrom zum Antrieb ber Mühle eingeschaltet. Aehn- liche alte Genossenschaftsmühlen bestehen noch in Lützellinden und Hochelheim. Eine Postkarte 44 Jahre unterwegs. Biedenkopf, 18. Sept. (LPD.) Schrieb da der Erbauer der Stadtkirchenorgel von Biedenkopf, W e i gI e in Echterdingen, am 13. April 1891 eine P o ft k a r t e an^ie Geschäftsstelle des Hinterländer Anzeigers". Eine hübsche, grün- bedruckte Fünf-Pfennig-Postkarte mit der stolzen Überschrift „Königreich Württemberg". Damals hatte ja Württemberg noch seine eigene Post. Die Lauterbach, 18. Sept. (LPD.) Ein älterer Mann, der in Metzlos bei Verwandten weilte, stürzte in der Dunkelheit nahe der Brücke über bie Straßenmauer. Am nächsten Morgen , .................. würbe bie Leiche bes Verunglückten gefunben. bis 8 Mark geboten Er hatte einen Schäbelbruch erlitten, ber fei» i r b e i t in unserem | nen raschen Tod herbeiführte. Zweite 3, der Dritte 2 und der Letzte 1 Punkt. In jeder Konkurrenz starten von jedem Verein zwei Mann. Folgende Konkurrenzen kommen zum Austrag: Aktive: 100, 400, 800, 3000, 4X100 Meter, 10X'/2-Runde, Hoch-, Weitsprung, Kugelstoßen, Diskus-, Speerwerfen. Jugend: 100, 1500, 4X100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen. Frauen: 100, 4 X 100 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen. Alte Herren: 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Schleuderball. Den Vorkampf in Gießen gewannen die Friedberger knapp mit 2 Punkten. Allerdings trat damals der VfB.-R. ohne feine Besten und besonders ohne eine gute Vertretung bei den alten Herren an. Allerdings werden die Friedberger auf eigenem Platz auch wieder stärker erscheinen, so datz der Kampf abermals als vollkommen offen bezeichnet werden kann. Auf jeden Fall stellt die Austragung eines Kampfes auf so breiter Grundlage beiden Vereinen das beste Zeugnis für ihre Arbeit aus. Oer Gaubeauftragte des Gaues XII dankt allen Mitarbeitern beim Gießener Gaufest des :Kf£. Der Gaubeauftragte des Gaues XII Hessen, Verleger Hans M e i st e r (Kassel), richtet jetzt das folgende Dankeswort an alle, die sich um die Durchführung des 1. Gaufestes des RfL. in Gießen (2. bis 4. August 1935) verdient gemacht haben: „Das Gasfest des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen — Gau XII Hessen — gehört der Vergangenheit an. Was an Pflichtbewußtsein, Einsatzbereitschaft und Treue für die Zielsetzung unserer nationalsozialistischen deutschen Turn- und Sportbewegung von Seiten der Parteistellen, der Behörden, der'Wehrmacht, Fliegerlandesgruppe, Polizei- des Arbeitsdienstes, der Heimatverbände (Landschaftsbund Volkstum und Heimat) und der Angehörigen des Reichsbundes geleistet worden ist, kann ich nicht jedem einzelnen der Beteiligten danken; daher bitte ich, den Dank auf diesem Wege aussprechen zu dürfen. Ohne die freudige Mitarbeit und ohne die begeisterte Anteilnahme der gesamten Gießener Bevölkerung wäre der Erfolg, den unser Gaufest zu verzeichnen gehabt hat, nicht möglich gewesen. Besonderer Dank gebührt der Heimatpresse, den Tageszeitungen sowohl als der Fachpresse, die in großzügigster und verständnisvoller Weise für unsere Veranstaltung geworben haben. Das Gaufest in Gießen bedeutet den Anfang eines neuen Geschehens, es war der verheißungsvolle Auftakt für die endliche Herbeiführung der Einheit und inneren Geschlossenheit der deutschen Leibesübungen in unserem Gau, und wir wollen uns weiter bemühen, daß der Gau Hessen dieses Ziel in Kürze in höchster Vollkommenheit erreicht, damit zur Olympiade im nächsten Jahr die geeinte nationalsozialistische deutsche Turn- und Sportfront bei uns zur Tatsache geworden ist. M e i st e r, der Beauftragte des Reichssportführers im Gau XII Hessen." Abturnen in Großen-Linden Als eine wohlgelungene Veranstaltung kann das am vergangenen Sonntag vom Turnverein Gro- ßen-Linden bei günstigem Wetter abgehaltene Abturnen angesehen werden. Unter Leitung des Ober- turnwarts Wilhelm Weiß wurden am Vormittage Wettkämpfe ausgetragen, bei denen recht ansehnliche Leistungen festzustellen waren. Nachmittags fand unter dem Vorantritt der Feuerwehrkapelle Butzbach, der sich die einzelnen Abteilungen des Vereins in ihren schönen Sportbekleidungen anschlossen, ein Umzug durch den Ort statt. Bei starker Beteiligung der Einwohner von Großen-Linden wurden im Laufe des Nachmittags bei der Turnhalle Massenfreiübungen, Reigen und Vorführungen an den einzelnen Geräten gezeigt. Die DarbieObst-Versteigerung. Am Freilag, dem 20., und Samstag, dem 21. d. IN., an beiden Tagen vormittags um 9.15 Ahr beginnend, versteigert die Gemeinde Münzenberg baumweise gegen Barzahlung etwa 600 Zentner Tafel- und Wirtschaftsäpfel sowie 40 Zentner Tafelbirnen, darunter 20 Zentner Mollebusch-Birnen. 5313D T r e f f p u n k t der Steigerer: am Freitag auf der Straße Rockenberg—Münzenberg, am Samstag auf der Straße Wohnbach—Münzenberg. Die Mollebusch- Birnen kommen am Freitag zur Versteigerung. M ü n z e n b e r g, den 17. September 1935. Bürgermeisterei INünzenberg. 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Wenn die deutsche Jmkerschaft, die noch immer einen beträchtlichen Teil der Gesamterzeugung an Honig an den letzten Verbraucher abgibt, schon in diesem Jahre mit neuem Mut und neuen Zielen an den Aufbau der deutschen Binenzucht herangegangen ist, so verdankt sie das in erster Linie der ziel- bewußten nationalsozialistischen Nährstandspolitik und den Führern der Reichsfachgruppe Imker im Reichsoerband deutscher Kleintierzüchter. Zunächst sei darauf hingewiesen, daß gerade von dieser Seite aus die Bemühungen fortgesetzt werden, den Absatz des deutschen Honigs durch genossenschaftliche Erfassung der Ernte und durch den m a r k e n m ä ß i g e n Schutz des guten Erzeugnisses (Einheitsglas) in die richtigen Bahnen zu leiten, wobei auch auf den ordnungsmäßigen Vertrieb durch Großhandel und Einzelhandel gesteigerter Wert gelegt wird. Die Bemühungen der Reichsfachgruppe zielen darauf ab, nicht nur das Absatzgebiet für den deutschen Honig in allen Beoölkerungskreisen durch sachgemäße Propaganda zu fördern, sondern auch die immer noch hohe Einfuhrquote an ausländischem Honig und von Wachs allmählich herabzudrücken. Die Einfuhr von Honig, die im Jahre 1913 rund 45 000 Doppelzentner betragen hat und im Jahre 1929 sogar auf rund 98 000 Doppelzentner gestiegen war, hat 1932 noch immer rund 45 000 Doppelzentner betragen. Die Einfuhr von Wachs hat sich in den letzten Jahren stetig um etwa 6000 Doppelzentner bewegt. Inzwischen kann angenommen werden, daß ein langsames weiteres Äbsinken der Einfuhrziffern stattgefunden hat. Die deutsche Gesetzgebung stellt außerordentlich hohe Anforderungen an das Lebensmittel „Honig", und außerdem hat eine erhebliche Zollerhöhung für Honig in den letzten Jahren stattgefunden, so daß sich auch schon aus diesen Gründen der Rückgang der Einfuhr weiter beschleunigen wird. Die Anerkennung der Bienenzucht als eines wichtigen Zweiges der Volkswirtschaft durch den neuen Staat hat der deutschen Bienenzucht große Aufgaben gestellt, die darin gipfeln, den Honig- und Wachsbedarf des deutschen Volkes nach Möglichkeit aus eigener Ernte zu decken und die Samenerzeugung in der Landwirtschaft durch ausreichende Bestäubung sicherzustellen. Man macht sich in der Oeffentlichkeit kaum einen Begriff von der volkswirtschaftlichen Bedeutung 'cktzr Bienenzucht, besonders nicht von deK Nutzen, den die Bienen durch Bestäuben der Blüten der ganzen Volkswirtschaft leisten. Der Anlage wert der gesamten deutschen Bienenwirtschaft wird hoch auf rund 130 Millionen Mark, niedrig auf etwa 100 Millionen Mark geschätzt. Der Ertrag an Honig und an Wachs erreicht im ganzen Reichsgebiet im Jahre einen Wert, der etwa zwischen 35 und 45 Millionen Mark schwanken dürfte. Es gibt in Deutschland heute rund 300 000 Imker mit etwa 2,1 Millionen Völkern. Bei einem durchschnittlichen Honigertrag von 20 Pfund ergibt das etwa jährlich 42 Millionen Pfund. Die durchschnittliche Wachsernte wird je Volk auf 1 Pfund berechnet, so daß 2,1 Millionen Pfund Wachs, die einen ebenso hohen Wert in Reichsmark ausgedrückt darstellen, erzeugt werden. Sehr viel größer ist jedoch der Nutzen, den die Bienen durch die Uebertragung des Blüten st aubes der Volkswirtschaft leisten. Bei der gesamten Uebertragung des Blutenstaubes, soweit er durch Insekten erfolgt, wird diese zu etwa 80 v. H. durch Bienen besorgt und nur zu etwa 20 v. H. durch andere Insekten. Man kann ohne weiteres behaupten, daß es ohne Bienen keine Früchte geben würde. Somit ist die Obsternte und die Oel- 3m „geteerten Seehund". (§in schreckliches Seemannsgarn von M. Lindow. Wie ein geteerter Seehund aussieht, wissen Sie wohl nicht. Ich ebensowenig, aber daß es sich in dem gleichnamigen Lokal gemütlich sitzt, sehr gemütlich sogar, und daß der Grog dort mehr Verwandtschaft mit Rum als mit Wasser hat, das weiß ich. Kapitän Kruse von der „Seejungfer" auch. Der Kapitän soll erst noch geboren werden, dem nie die Frage nach der Seeschlange vorgelegt wurde. Kruse meinte: „Na, natürlich gibts die, massenhaft habe ich sie gesehen. Wenn nur die verfluchte Seeschlangenkrankheit nicht wäre. Davon wissen Sie nichts? Na, wenn so einem Untier recht von Herzen wohl ist, srißt's alles, was ihm vor den Schnabel kommt, auch sein Schwanzende. Das oerschlingt's dann mit Behagen, immer weiter, bis es zum Schluß sich selbst ganz aufgeftessen hat und nichts mehr übrig bleibt. Nichts! Darum sind sie auch so selten. Einmal allerdings ging mein Bootsmann, Heinrich Hecht, über Bord und kam gerade in den großen Kreis hinein, der sich verengte. Und als die Seeschlange sich schon fast ganz aufgefressen hatte, stemmte er sich dagegen ... Bärenkräfte hatte er... und benutzte den Rest als Rettungsring. Im Museum für Meereskunde in Hawai können Sie das schöne Stück noch sehen, für drei Dollar hat er's dort verkauft. Weil man ihm nicht mehr gab, verriet er das Geheimnis nicht, und so zerbrechen sich die Gelehrten heute noch den Kopf darüber. Ja, das war dieselbe Fahrt... Kennen Sie die Nordostküste von Grönland, junger Mann? Nicht? Na, dann müssen Sie noch viel dazu lernen. Gemütlich ist's da gerade nicht, wenn das Schiff kentert und nur das Nötigste an Land gebracht werden kann. Und dann die Polarnacht... sechs Monate dauert die. Na, Konserven und Rum hatten wir .gerettet, und Eishütten bauen ist für Männer, wie wir damals waren, eine Kleinigkeit. Nur der Rum mußte zum Schluß rationiert werden, die Zeit möchte ich nicht noch einmal erleben. Herr Wirt, «ein großes Glas Grog! Aber die Dunkelheit! Die paar Polarlichter rechneten überhaupt nicht mit. w$a', sagte ich, ,Jungs, dann hilft das nicht, dann muß unser schöner Walfisch daran glauben!' Wir hatten ihn kürzlich harpuniert und nun lag er da rund wurde auf dem Grönlandeis langsam Gefrier- iflersch. ,Das Biest ist fett genug, bohren wir ein :Loch hinein und bringen einen guten Docht an, ldann ist die Lampe fertig!' Aber woher den Docht -nehmen? Da fiel mir Peter ein. Der hatte doch »einer seiner unzähligen Bräute, war's in Genua fruchternte im entscheidenden Maße von der Bienenzucht abhängig. Man rechnet damit, daß die durch die Bienenzucht heroorgerufene Samenernte wertmäßig etwa den zehnfachen Betrag der Honigernte ausmacht. Die Biene ist seit den ältesten Zeiten als Nutztier in allen Völkern bekanntgewesen. Die geschichtliche Ueberlieferung berichtet uns deshalb außerordentlich viel über die Bienenwirtschaft und ihre jeweilige Bedeutung für die Volkswirtschaft und Volksernährung. Als vor der Erschließung der überseeischen Kolonialgebiete der Rohrzucker noch nicht bekannt war, war der Honig nicht nur ein beliebtes Nah- rungs- und Genußmittel, sondern der eigentliche Süßstoff. Nachdem dann um die Mitte des 18. Jahrhunderts durch den Chemiker Marggraf der Zuckergehalt der Runkelrübe entdeckt wurde, ist der Honig erst endgültig von seiner beherrschenden Stellung in der Süßstoffwirtschaft verdrängt worden. Bemerkt sei noch, daß auch der gebräuchliche Trank der Germanen, der Met, aus Honig gewonnen wurde. Schließlich war auch das Bienenwachs in vergangenen Jahrhunderten der Lichtspender, da aus ihm die Wachskerzen im wesentlichen hergestellt wurden. Hier sei bemerkt, daß neuerdings Bestrebungen hier und da zu beobachten sind, den altdeutschen Met als Volksgetränk neben Wein und Bier wieder einzuführen. Nach Dr. Artur Schußler, dem bekannten Fachmann dieses volkswirtschaftlichen Gebietes, gibt es etwa 20 000 Bienenarten, wovon 3 bis 400 in Mitteleuropa vorkommen. Bekannt ist, daß die Honigbiene als Einzelwesen nicht leben kann. Die Bienen schließen sich deshalb zu Völkern zusammen. Das Bienenvolk, das den Bienenstaat" bildet, teilt sich in drei Gruppen, in die Königinnen, die die oder San Franzisko, ist ja auch gleichgültig, einen falschen Zopf entführt, den er zum Andenken immer mitschleppte. Ich mußte ihn erst in Eisen legen lassen, ehe er das Kleinod hergab. Aber dann brannte auch die Walfischlampe, daß es taghell war. Am Ende der Polarnacht kam denn auch glücklich ein Dampfer, der einen neuen Vulkan zu sichten geglaubt hatte, und rettete uns. Ja, die Vulkane! Einmal fuhr ich in der Nordpolgegend und mußte da vor Anker gehen. Was macht der verdammte Schiffsjunge Fiete? Macht sich an der Erdachse zu schaffen und zieht sie ein gutes Stück heraus, und dann, als sie nachgab, immer weiter und weiter! Na, natürlich entstand da am Südpol ein Loch, so tief, bis das Erdinnere frei war. Da gab's mal einen niedlichen kleinen Vulkan, der Feuer und Schwefel spuckte. Byrd und andere Forscher haben sich dann monatelang von gebratenen Pinguinen ernährt. Na, auf alle Fälle zog ich Fiete ein paar Hiebe mit dem Tauende über, die nicht von schlechten Eltern waren. Allzuviele waren's freilich nicht, denn bei der furchtbaren Kälte fror das Seil an seinem Hinterteile an und konnte erst auf der Heimrei-se in Hamburg operativ entfernt werden. Ja, und dann kam die Klage wegen des Zauberers, der da so um Neuseeland herum wohnte! Sogar aufs Konsulat mußte ich! Der fing nämlich jeden Mittag, den Gott werden ließ, an, von einer riesengroßen Kokosnuß zu faseln. Erst war sie doppelt so groß wie eine gewöhnliche, dann zehnmal so groß, und so weiter. Glücklicherweise konnte er nicht allzuweit zählen. Ganz übergedreht war er jedenfalls. Na, die Medizinmänner und die Aerzte konnten nichts mehr mit ihm anfangen und schrieben an das Institut für Tropenkrankheiten in Hamburg. Die hochgelehrten Herren konnten auch erst nicht weiter, aber so ein ganz Neunkluger, der kriegte raus, daß es eine Art ,Lügenstrahlen' gäbe. Gerade so, wie ein tüchtiger Sender Radiostrahlen ausfchickt, gingen von einem besonders starken Lügner Lügenstrahlen aus, die um die ganze Erde liefen. Und da, wo sie wieder zusammentrafen, da hätte das Dussel von Zauberer gerade seinen Kopf hingehalten und hätte lügen müssen, ob er wollte oder nicht. Und weil seine Schulbildung nicht besonders war, wären ihm eben nur Kokosnüsse eingefallen und sonst nichts. Ja, und dann ging die Peilung nach dem Schwarzsender los. Und was fanden sie? Den ,geteerten Seehund'! Und ausgerechnet ich wurde vorgeladen! Wegen seelischer Mißhandlung eines fremden Staatsangehörigen! Da hab ich denn gesagt: Meine Herrn Diplomaten! An der Geschichte bin ich so unschuldig, wie ein Känguruh an der Papageienkrankheit. Erstens lüge ich überhaupt nicht und zweitens halte ich meine belehrenden Vorträge so um Mitternacht, Eier legen und damit für die Vermehrung sorgen, die Drohnen, die als männliche Tiere für die Fortpflanzung sorgen und die Arbeitsbienen, die geschlechtlich unentwickelt sind und infolgedessen die gesamte bekannte fleißige Bienenarbeit durchführen müssen. Die Lebensdauer der Königinnen beträgt etwa zwei bis vier Jahre, die der Arbeitsbienen im Frühjahr sechs bis acht Wochen und später sechs bis neun Monate. Ein gutes Bienenvolk wird auf etwa 50 000 Arbeitsbienen geschätzt. Um die Bienenzucht zu heben, ist es zunächst notwendig, daß die sogenannte Bienenweide ausreichend gepflegt wird. Deshalb fordert die Reichsfachschaft der Imker auch die Förderung der Bie- nenweide bei Bepflanzung von Straßen und öffentlichen Anlagen. Bevorzugt wird in dieser Hinsicht der Spitzahorn, und der Bergahorn, die Eberesche, der Apfelbaum, die Akazie, die Linde, ferner auch die Erle, Silberpappel, der Haselnußstrauch, der Brombeer- und Himbeerstrauch, neben zahlreichen anderen Bäumen, Pflanzen und Sträuchern. Für die Landwirtschaft wird der Anbau von Bienennährpflanzen empfohlen, wozu vor allen Dingen die Luzerne, Raps und Rübsen und geeignete Kleebestände gehören. Auch für die Forstwirtschaft ergeben sich hier große Aufgaben, da sie dafür sorgen kann, daß bei der Aufforstung geeignete Pflanzen und Baumbestände berücksichtigt werden. Erfreulicherweise kann man feststellen, daß die deutsche Forstwirtschaft in immer größerem Umfange tatkräftig an diese Aufgaben herangeht. Die Reichsfachgruppe der Imker bemüht sich im übrigen, die deutsche Wanderbienenzucht und die deutsche Königinnenzucht ständig zu verbessern. - H. D. und der Kerl schnappt doch zwischen zwölf und eins über, am hellichten Mittag!' Na,- das erste wollten sie mir nicht glauben, aber, daß die Zeit nicht stimmte, das sahen sie ein und ich konnte gehen. Wohin? Natürlich zum ,geteerten Seehund. Da traf ich meinen alten guten Freund Klaus Börner, und wir haben uns ausgeschüttet vor Lachen, als ich die Geschichte erzählte und sagte: ,Ja, riesig schlau mögen die Herren wohl sein, aber wenn sie, wie wir beide, an der Altonaer Steuermannsschule studiert hätten, dann wüßten sie auch, daß in Neuseeland Tag ist, wenn wir Nacht haben!'" Kunst und Wissenschaft. Sfaaföfommiffar Hinkel über die Neuorganisation der Reichskulturkammer. Der Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Staatskommissar Hans Hinkel, gewährte während seines Frankfurter Aufenthalts anläßlich der Eröffnung des Neuen Theaters einem Redaktionsmitglied des „Frankfurter Volksblattes" eine Unterredung, in der er sich zu grundlegenden Fragen der deutschen Kulturpolitik äußerte. Die Neuorganisation der Reichskulturkammer, so erklärte Staatskommissar Hinkel u. a., die in diesen Tagen zum Abschluß kommt, bedeutet den letzten Schritt auf dem Wege zum Ziel einer konzentrischen Führung aller Kulturschaffenden durch die Beauftragten des nationalsozialistischen Staates. Jeder Volksgenosse erlebt heute, wie der Beginn einer neuen Kultur schaffenden Epoche und einer neuartigen Kunstvermittlung sich bereits bei den großen Feierstunden der nationalsozialistischen Bewegung spürbar macht. Bei personellen Entscheidungen wurde Vorsorge getroffen, daß von nun an, da die Reichskulturkammer in ihrem endgültigen Aufbau steht, auch die kleinste Gruppe von Kunst- und Kulturschaffenden von nationalsozialistischen Persönlichkeiten, die mit dem Herzen denken können, geführt wird. Weiter teilte Staatskommifsar Hinkel mit, daß in einigen Tagen der Reichsoerband deutscher Schrift st eller aufgelöst werde. Die schriftstellerisch Tätigen würden direkt Mitglieder der Reichsschrifttumskammer und von dort zu einzelnen Arbeitsgruppen (Lyriker, Erzähler usw.) zusammengefaßt. In der Reichsmusikkammer werde es in Kürze, von kleineren Nebenorganisationen abgesehen, nur noch zwei große Fachschaften geben: die Fachschaft der schaffenden Musik und die der nachschaffenden Musik. Der Präsident der Reichsmusikkam- mer, Professor Dr. Peter Raabe, werde dann gleichzeitig die nachschaffenden Musiker führen und der neue Leiter des jetzt noch vorhandenen Berufsstandes deutscher Komponisten, Professor Paul G r a e n e r, werde Leiter der Fachschaft „Schaf- Or. Todt besichtigt die Reichsaukobahn Frankfurt—Mannheim—Heidelberg. LPD. Darmstadt, 18. Sept. Die Reichs» autobahn F r a n k f u r t — M a n n h e i m — Heidelberg wird in ihrem zweiten Abschnitt Darmstadt—Mannheim—Heidelberg in diesen Tagen fertig erbat sein. Die Uebergabe für den öffentlichen Verkehr ist für die zweite Hälfte des Monats Oktober vorgesehen. Der Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, wird am kommenden Montag, 23. September, am Tage des Spatenstichs, anläßlich einer technischen Besichtigung die neue Strecke zusammen mit den Reichs st atthaltern und den Vertretern die beteiligten Stellen befahren. 12. Gausängertag in Darmstadt. LPD. Darmstadt lädt durch Ministerial» rat Ringshausen, dem Gauführer des Sängerbundes, und durch Kreisleiter und Oberbürger, meister M a m b o l d t zum 12. Gautag des Hess!» schen Sängerbundes für den 28. und 29. September ein. Am Samstag findet im Rathaussaal die Sitzung des Gauvorstandes mit dem Hauptmusik, ausschüß statt, der sich ein offenes Singen im Schloßhof und ein Begrüßungsabend im Saalbau anschließen. Der eigentliche Gausängertag wird im Orangeriesaal abgehalten und bringt Ansprachen des Gauführers Ringshaufen, feines Stell- Vertreters Schulrat Born und des Geschäftsführers Sommer- Berlin. Die öffentliche Kund- gebung im Orangeriegarten steht unter Leitung von Professor Dr. Noa cf. Gefängnis für staatsfeindlichen Plakatabreißer. LPD. Hanau, 18. Sept. Der 55jähriae Adam Heid aus Unterfranken, der sich bettelnd in der Gegend von Bergen im Kreise Hanau umhertrieb, riß dort von dem auf der Anschlagtafel angebrach- ten Aufruf der NSDAP., der sich gegen die Hetzer richtete, Stücke herunter und warf sie auf den Boden. Heid wurde wegen dieses offensichtlich staatsfeindlichen Verhaltens vom Schöffengericht in Hanau zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Zuchthaus für einen ungetreuen Kaffenrechner. LPD. Mainz, 18.Sept. Wegen fortgesetzter Untreue und Unterschlagung, sowie Anstiftung zu einer falschen Beurkundung wurde der 26jährige I. F r e y aus- Heidesheim von der Großen Strafkammer Mainz zu einem Jahr ein Monat Zucht» haus, 1000 Mark Geldstrafe, eventuell ein Monat Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Gegen Frey erging Haftbefehl. Der Angeklagte hatte im Oktober 1933 bis April 1934 als Rechner der Orts - und Landkrankenkasse Bingen aus Krankenkassen- und Reichsversicherungsgeldern insgesamt 119 0 Mark unterschlagen. Bei der Verhandlung gab er wohl die Fehlbeträge und die ihm nachgewiesenen Täuschungsmanöver zu, konnte sich aber zu keiner ehrlichen Erklärung über den Verbleib der Gelder entschließen. Als bei einer Revision die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden, floh er, ließ am Rhein Fahrrad und Kleieder liegen und hinterließ einen Brief, der Selbstmord vortäuschen sollte. In- zwischen hatte er in Alzey bei einem Landwirt unter falschem Namen Arbeit genommen, wurde aber verraten und konnte festgenommen werden. Ins Auto gelaufen und tödlich überfahren. LPD. Groß-Gerau, 18. Sept. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Dienstagabend auf der verkehrsreichen Straße Mainz—Darmstadt kurz vor der Ortseinfahrt nach Nauheim. Der siebenjährige Schüler Walter Urban aus Groß-Gerau, fenbe Musik". Das Endziel in dem Gesamtaufbau der Reichskulturkammer fei z. B. ein einfjeit- licherReichskulturkammerbeitrag, d.h. Verhinderung von Doppelmitgliedschaften und Ausgleich zwischen wirtschaftlich starken und wirtschaftlich schwachen Künstlern. Reichslagung für deutsche Vorgeschichte. Die zweite Tagung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte findet vom 28. September bis 6. Oktober gemeinsam mit der ersten Geschichtstagung des NS.-Lehrerbundes in Bremen statt. Das Programm ist überaus reichhaltig. Im Mittelpunkt steht die große Kundgebung für deutsche Vorgeschichte, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg über „Die Ausweitung des deutschen Gesamtbildes" spricht. Die Tagung selber bringt die Mitgliederversammlung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte und der Geschichtslehrer des NS.-Lehrerbundes, - eine Sitzung der Neichsgemeinschaft für deutsche Volksforschung, Abteilung Vorgeschichte, und vor allem die Grün- dungsoersammlung der neuen nordwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft für Vorgeschichte. Im Vortrags- programm stehen die Vorträge von Bundesführer Professor Hans Reinerth über „Völkische Dor- geschichtsforschung", von Oberstudiendirektor M. Edelmann und Profesior Dr. Voigtländer über geschichtliche Themen im Vordergründe. Besondere Beachtung verdient das Treffen der Hochschullehrer für Vorgeschichte, die aus dem ganzen Reichsgebiet zusammenkommen, um die einheitliche Aufrichtung der Vorgeschichtswissenschaft im nationalsozialistischen Geiste gemeinsam in Angriff zu nehmen. „Forschungsanstall für Kriegs- und heeresgeschichte." Die bisherige Kriegsgeschichtliche Abteilung des Reichsarchivs ist feit dem 1. April d. I. aus dem Reichsarchio ausgeschieden und in eine selbständige „Forschungsan st alt für Kriegs- und Heeresgeschichte" umgebildet worden, die dem Reichskriegsminister unmittelbar untersteht. Die bisher vom Reichsarchiv herausgegebenen amtlichen Werke: „Der Weltkrieg 1914 bis 1918", „Kriegsrüstung und Kriegswirtschaft" und „Das deutsche Feldeisenbahnwesen" werden weiterhin im Auftrage des Reichskriegsministeriums von der Forschungsanstalt für Kriegs- und Heeresgeschichte herausgegeben ebenso wie eine Reihe anderer amtlicher kriegsgeschichtlicher Schriften. Alle Anfragen und Eingaben kriegsgeschichtlicher Art sind daher künftig an die Forschungsanftalt für Kriegsund Heeresgeschichte (Potsdam, Am Reichsarchiv 8), dagegen Anfragen und Gesuche um Aktenbenutzung, Aktenauszüge oder Auskünfte aus den Akten nach wie ipor an das Reichsarchio zu richten. Was werden wir im Winter tanzen? Festigung des Gesellschafistanzes. — Llnd selbstverständlich Volkstanz.. Die Tanzlehrer waren in K i f f'in g en versammelt und haben dort ihre Jahrestagung abgehalten, auf der unter ariderem die obige Frage beantwortet wurde. Man weiß, daß die deutschen Tanzlehrer jetzt zu einem Verband innerhalb der Kulturkammer zusammengeschlossen sind und daß sie ihre Aufgabe darin sehen, einem guten deutschen Gesellschaftstanz den Boden zu bereiten. Viele Tänze wurden in Kissingen vorgeführt, alte und neue, viele haben gefallen, andere haben nicht gefallen und schließlich kam man zur Erkenntnis, daß man lieber keine neuen „Tänze" fördern soll, die dann doch nicht die Gunst des Publikums erobern, wie zum Beispiel den mißlungenen „Deutschländer", sondern daß man sich lieber darauf beschränken möge, die alten beliebten Tänze zu pflegen und ein wenig umzugeftalten. Foxtrott, Tango, Onestep und andere Tänze haben sich in Deutschland derart eingebürgert, daß man sie nicht mehr als „Negertänze" bezeichnen kann. Das Negermäßige, wenn sie es jemals an sich hatten, Haven sie schon längst abgelegt, es sind ruhige Gesellschaftstänze geworden. Es ist nur noch wenig daran zu ändern und hat gute einfache Run d- t ä n z e, wie sie der deutschen Art seit jeher am besten liegen. Es braucht deshalb niemand mit der Befürchtung in das neue Winterhalbjahr zu gehen, ganz neue Tänze vorzufinden, von denen er keine Ahnung hat und dann den Eckensteher und unfreiwilligen Zuschauer spielen zu müssen. War das in manchen früheren Jahren beinahe die Regel, so steht für diesmal fest, daß nichts umstürzend Neues zu erwarten ist. Wer es vermag, sollte trotzdem ein bißchen zum Tanzlehrer gehen. Man lernt auf alle Fälle etwas dazu Und dann sollte man sich, wenn's geht, die schlechte, oft niggerhaste Foxtrotthaltung von früher abgewöhnen, wenn man nicht unangenehm auffallen will. Es scheint, daß sich die Verhältnisse im Gesellschaftstanz weitgehend gefestigt haben. Früher war es ja auch nicht anders: was man in der Tanzschule lernte, reichte für ein paar Jahrzehnte, wenn inzwischen kein Tanzschritt aufkam, von dem man keine Ahnung hatte. Die Kinder lernten im allgemeinen, was die Eltern seinerzeit gelernt hatten, sie tanzten es ein wenig frischer und lebendiger, aber jeder Tanz ist ja im Laufe der Jahre gewissen Wandlungen unterworfen. Das war beim Walzer auch nicht anders, der'heute wieder zu allen Ehren gekommen ist, die er verdient, als einer der herrlichsten und zugleich schwierigsten Tänze, die es gibt. Daß auch der Volkstanz zu seinem Recht kommt, ist selbstverständlich. Man kann ihn sowieso nicht so streng vom sogenannten Gesellschaftstanz scheiden, wie das in früheren Zeiten mit einer klaren und überwundenen Tendenz geschehen ist. Man kann und soll den Ländler ruhig schon in der Tanzstunde lernen, man soll selbst die Probe darauf machen, daß eine richtige Mazurka gelernt und geübt sein will und man wird förmlich erstaunt fein, wie frisch, lustig und lebhaft ein Rheinländer ist. Es ist genug verraten, soweit es überhaupt etwas zu verraten gab. Und weil man schon dabei ist, Geheimnisse auszuplaudern, kann gleich noch unter vier Augen gesagt werden, daß die Tanzfreudigkeit in Deutschland groß wie nie ist, daß man im kommenden Winterhalbjahr viel und gern tanzen wird und ein wenig Beifall wird man den Tanzlehrern schon spenden dürfen, wenn dabei auch wirklich gut getanzt wird. Eberhard Adrian. Die ErbhöfeinHessen und Hessen-Nassau 1. 2. Wirtschaft Oie Obst- und Gemüseernte. Frod. Die Erhebungen, die der Reichsnährstand r August über die Ernte aussichten für d ie späten war wurde. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfutz 5 v.H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frankfurt a. Ul. SSerfln Berlin Frankfurt o. M Frankfurt (LUI Derlm AL tur* börte Datum Datum 17.9 185 I 184,75 152,9 I. ®. Farben-Jnbustrie Scheideanstall........ 154,65 108 108,65 116 । 114,75 110 I 109 । 93,25 | 93,25 93 114,4 114 116,5 । 116,75 132 ! 132 100,9 100,75 33 I 32,9 I 208 I 209,25 I 288 156 7 0 0 152,9 237 108 115 56 111 111,5 82 95 149,5 116 114,9 220,75 108,5 78,9 18,9 134 128,25 80,75 19 133,75 127 184,5 154,5 238 107,5 115,5 110,5 93 107,25 57,13 111 112,65 81,5 128,75 97,13 150 84,5 26,9 290 172 156,5 104,25 55,13 111 110,5 81 128,13 95,13 148,9 83 26,25 288 170,25 156,5 32,5 208.5 221 108 79,13 19 133,75 118,25 116,5 220,75 109,25 80,5 19 134,75 128 101 97,4 102,13 110,65 100,25 97 96,5 100,5 92,25 130,25 114,75 96,75 Mansselder Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth . 0 .. 0 5 .. 5 7Va 57,4 111,5 112,5 81,65 97 150 27,25 289,75 156,5 im August über die Ernte aussichten für die spaten Obstarten durchgeführt hat, zeigen, daß auch die weitere Entwicklung der Obstkulturen nur Aussichten auf eine insgesamt schwache mittlere Ernte bei dem Kernobst und dem späten Steinobst eröffnet. Fast überall werden die Ernteaussichten auch noch etwas ungünstiger beurteilt, als bei der vorhergehenden Erhebung, teilweise eine Folge der aufgetretenen Trockenperioden, die vielfach einen stärkeren Fruchtanfall zur Folge hatten, aber auch teilweise das Auftreten von Schädlingen begünstigten. Bei dem Kernobst sind in den einzelnen Gebieten allerdings größere Unterschiede festzustellen. Diese Entwicklung der Obstkulturen ist weitgehend als Auswirkung der im Frühjahr eingetretenen Witterungsschäden, insbesondere der Spätfröste, zu betrachten, die am stärksten bei der Ernte der Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. 100,5 97 97 107,4 28,5 1,5 9,35 9,3 9,3 11 100,65 97 97 107,4 28,25 9,4 9,25 9,4 10,75 4. In die Bezirkskarten Frankfurt a. M. 243 Oberhessen und 245 Gießen ist die Verbindung Frankfurt a. M. — Frankfurt- Höch st einbezogen worden. 5. Die Bezirkskarte Mainz 4 01 Rhein — Main ist durch die Aufnahme der Strecke Hanau — Aschaffenburg nach Osten ausgedehnt. Alle Einzelheiten können aus einem Ueberfichts- heft entnommen werden, das bei allen Fahrkartenausgaben und Mitteleuropäischen Reisebüros (MER) eingesehen, oder zum Preise von 25 Pf. bezogen werden kann. 100,5 97 97 107,4 28,5 1,5 9,45 9,3 9,25 10,9 100,65 97 97 107,4 28,25 9,4 9,25 9,25 11 kostet 30 Mark in dritter Klasse, 40 Mark in zweiter Klasse und 50 Mark in erster Klasse. Die Preise der Netzkarten für die ganze Reichsbahn sind neu festgesetzt worden. Gleichzeitig ist einigen aus Handels- und Win- schaftskreisen wiederholt geäußerten Wünschen m der Abgrenzung der Netz- und Bezirkskarten- gebiete entsprochen worden. Für das Rhein- Ma i n - G e b i e t ist folgendes von Bedeutung: Die Netzkarte 8 (Nordbayern) ist durch Aufnahme der Strecken Flieden—Hanau uno Elm-Schlüchtern und durch Einbeziehung des von der Strecke Mannheim—Graben-Neudorf —Bruchsal—Mühlacker—Bietigheim umschloss^ nen Gebietes erweitert worden. Hierdurch kann die Reise von Frankfurt a. M. nach Stuttgart und weiter künftig auch aus dem direkten Schnellzugsweg ausgesührt werden. Netzkarte 18 mit Mittelpunkt Leipzig ist neu geschaffen worden. 3. Die Bezirkskarte Frankfurt a. M. 24 2 W e st e r w a l d ist durch die Strecken Koblenz —Neuwied und Köln—Overath erweitert. Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Börse vor den ersten Kursen freundlich, gestützt auf die Ueber^eichnung der Reichsanleihe; auf die steifende Beschäftigung der Eisengießereien und die Erleichterung am Geldmarkt. Nach den ersten Kursen setzte ein allgemeiner Rückgang ein, wobei auf die Versteifung im Abessinien-Konflikt und auf schwächere Kursmeldungen aus dem Auslande verwiesen 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesierreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 171% desgl. von 1918.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... einstellen. Auf dem Tabakrippenmarkt haben wir im Laufe dieses Jahres bis Ende Juli eine Einfuhr von 23 000 Do-ppelzentner zu verzeichnen, die einen Wert von rund 330 000 Mark darstellen. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 233 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: bis 6 Wochen alte 20 bis 24 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 28 Mark, 8 bis 13 Wochen alte 28 bis 32 Mark. Tendenz mittelmäßig. * * Von der Frankfurter Börse. Nachdem die Zulassungsstelle die Zulassung der Anteilscheine zu 5,5prozentigen Liquidations-Goldpfandbriefen der Frankfurter Hypothekenbank zurückgenommen hat, wird die Notierung mit Ablauf des 30. September 1935 an der Frankfurter Börse eingestellt. — Mit Ablauf des 30. September 1935 wird die Notiz für öprozentige Deutsche Reichspost - Schatzanweisungen von 1933, ftolge 1, fällig 1. Oktober 1935, an der Frankfurter Börse eingestellt. Nhein-Mainische Börse. rNittagsbörse: Schwankungen. Berlin,!8 September Amerikanische Not« ......... Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Not« .. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 57i% Doung.Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auelos.-Rechten ............. 4*/»% Deutsche RelchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehemV% Hess. VolUNaat 1929 (rückzahlb. 102%) 4*/i% efjem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 61'2% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverlchr. R. 6 Oberhellen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutlche Komm. Sammelabl. Am leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6V2% ehem. 47i% Franks. Hyp^- Bank-Liqu.-Psandvciese....... 6%% ehem. 47i% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 47i% ehem. 8% Pr. Landerpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- oriefanst., Gold Komm. Cbl.V I Steuerguttch.BerrechnungSk. 85-39 Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof o Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ......... 7 Daimler 9)lo toten..... ......o Deutsche Linoleum ......6 Oren stein & Koppel....... O Westdeutsche Kaufhof O Chade............... o Äcrumulatoren-Habrik ...... 12 Lonti-Gummi.......... g Goldschmidt .... Rütgerswerke ... Metallgeselllchafi. Gritzner .. Mainkraftwerke Höchst o.®L.„ Süddeutscher Zucker....... Rundfunkprogramm. Freitag, 20. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Funkwerbung und Nachrichten. 9.15: Allerlei Melodien. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Die Wirtschaft im Dienste des Staates. Freiherr vom Stein und seine Gedanken zur staatlichen Handelspolitik. 16.45: Kampf um das Reich. Karl V. Deutschland in der Hand eines Spaniers. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk: HJ.-Sport: Das Leiftungsabzeichen. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Rundfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. 21: Tanzmusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportschau der Woche. 22.30: „Olympia neuer Zeit". Dr. Carl Diem. 23: Dort unten in der Mühle. Ein alter Müller schreibt die Chronik seiner Mühle. 23.30: Der Generalpostmeister in Frankfurt. Das Thurn und Taxissche Palais. 24 bis 2: Nachtkonzert. Pfirsiche in Erscheinung treten. Bei den Gemüsekulturen ist im ganzen die Entwicklung günstiger verlaufen, wenn auch eilt Teil der Gemüsearten gleichfalls in der Berichtszeit stärker unter WitterunHsschäden gelitten hat. Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um Trockenschäden, wobei vielfach aber noch durch die inzwischen aufgetretenen Regenfälle bei den Spätkulturen eine bessere Entwicklung erwartet werden kann. der mit seinem Großvater in der Nähe von Nauheim Zwetschen geholt hatte und hinter dem Handwagen, den der Großvater zog, herlief, rannte plötzlich nach links auf die Fahrbahn. Hier wurde Ser Junge von einem Personenauto, das auf der Fahrt nach Wiesbaden war, erfaßt und mehrere Meter weit geschleudert. Der Junge schlug mit dem Kopf auf das Straßenpflaster auf und erlitt so schwere Schädelverletzungen, daß er unmittelbar darauf v e r st a r b. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen unverbesserlichen Betrüger. LPD. Mainz, 17. Sept. Die Große Strajkam- mer Mainz verurteilte den 33jährigen Fredy K ö l - l e r m a n n aus Bochum wegen zahlreicher Betrügereien im Rückfalle und wegen Urkundenfälschung zu sechs Jahren Zuchthaus und sprach die Sicherungsverwahrung gegen ihn aus. Insgesamt 111 Fälle von Betrügereien konnten Köller- mann von dem Vertreter der Anklage nachgewiesen werden. Seit Jahren machte der Schwindler ganz Westdeutschland unsicher, und auch das Ausland blieb von ihm nicht verschont. Wichtige Verbesserungen der Retz- und Bezirkskarten für daevsthein Main Gebiet Wie schon kurz bekanntgegeben wurde, treten bei Reichsbahn-Netzkarten am 1. Oktober 1935 dadurch grundlegende Aenderungen ein, daß an Stelle der jetzt angegebenen Netzkarten für mehrere aneinander anschließende Netze künftig zu Netzkarten besondere A n s ch l u ß Netzkarten gelöst werden können. Das bisher schon bei Bezirkstarten anerkannte Verfahren wird also auch aus die Netzkarten übertragen. Eine Anschlußnetzkarte Die Feststellungen über das tatsächliche Ernteergebnis bei Gemüsearten, wie Stangenbohnen und Buschbohnen, grüne Erbsen und Gurken, zeigen, daß auch hier Die Vorschätzungen nicht voll erreicht worden sind, da in dem weiteren Verlauf der Ernte die Entwicklung der Kulturen ungünstiger vor sich gegangen ist. Auch das Ausland hat in diesem Jahre gerade bei Obst erheblich geringere Ernten zu verzeichnen. Die Preissteigerungen, die als Folge der freien Marktentwicklung in einigen Ländern vorliegen, können als beträchtlich bezeichnet werden. Demgegenüber wird in Deutschland die Marktordnung verhindern, daß zum Schaden der Erzeuger und Verbraucher das Obst als Spekulationsware dient. Die vorhandene Ware wird so gelenkt werden, daß sie zu angemessenen Preisen zum Verbraucher kommt. Damit wird durch planvolle Steuerung der Verwertung eine Vorratswirtschaft zum Preisausgleich zugunsten der Verbraucher verwirklicht, gerade in den Monaten, in denen sonst infolge zu Ende gehender Vorräte die Preise in die Höhe kletterten. Vom süddeutschen Tabakmarkt. Fwd. Ein Teil der süddeutschen Tabake, besonders das Schneidegut aus der badischen und pfälzischen Haardt, mußte zum Teil wegen der Trockenheit früher geerntet werden. Das etwas später gepflanzte Zigarrengut hat jedoch die einsetzende feuchte Witterung voll ausgenützt und geht bei prächtigem Stand seiner normalen Ernte entgegen. Die Blätter, die anfänglich noch etwas klein und ledrig waren, haben sich jetzt bei breiter und allgemein schöner Blattbeschaffenheit auf das Beste weiter entwickelt. Bei dem früh geernteten Schneidegut wird der Sandblattanteil nicht allzu groß werden, da das meiste Sandblatt als Grumpen mitgebrochen wurde. Den in den nächsten 14 Tagen einsetzenden Grurn- peneinschreibungen darf man mit größtem Interesse entgegensehen. Entsprechend der Eigenart dieses Materials, das rasch der Verarbeitung zugeführt wird, wird man mit einem guten Preisergebnis zu rechnen haben. Wie man allgemein hört, verläuft die Trocknung der Grumpen und Sandblätter sehr günstig. In den Spättabakgebieten, hauptsächlich in den Zigarrengutgebieten, wird jetzt mit dem Bruch des Sandblattes begonnen. Nur in vereinzelten Fällen hört man schon von einer Hauptguteinbringung. Der größte Teil der noch aus den Dergärerlagern stammenden Tabake aus letztjähriger Ernte dürfte, wen nicht schon abgerufen, verpackt und auf Abruf wartend sein. Die Nachfrage ist rege bei fester Stimmung. Auch lag besonderes Interesse für Tabake früherer Ernte vor. Da jedoch der größte Teil der Tabake der letzjährigen Ernte Nehmer gefunden hat, sind die Umsätze mengenmäßig nicht allzu bedeutend, dafür aber wird sich das Interesse besonders stark auf die Tabake der diesjährigen Ernte 18.9 100,75 97,4 102,65 110,5 100,4 18 9 io? 97,4 100,4 1 10,5 100,25 97 96,5 100,5 92 130,25 114,25 96,75 17 9 100,9 97,4 102,5 110,65 100,25 96,65 spräche. In diesem Zusammenhang mag darauf hingewiesen werden, daß die Zahl per Einsprüche in Gebieten mit alter Anerbenfolge im allgemeinen bei nur 10 v. H. liegt, während sie tn Gebieten mit seitheriger Freiteilung bis auf 30 v. H. steigt. In die Erbhöferolle waren bis zum L Juli 1935 eingetragen 527 703 (Darmstadt 5484, Frankfurt 2482) Hofe; bei ihnen steht die Erbhofsigen- schaft fest. Wie hoch die endgültige Gesamtzahl der deutschen Erbhöfe sein wird läßt sich heute noch nicht abschließend beurteilen. Sicher ist, daß mein gelegentlichen Presseäuherungen bis in die lunglte Zeit mitgeteilte Zahl von 845 000 Erbhöfen "ach den derzeitigen gesetzlichen Voraussetzungen der Erb ho s- eigenschaft und nach dem gegenwärtigen Stand der Besitzoerhältnisse in der deutschen Landwirtschaft nicht erreicht wird. Geht man davon aus, daß m das gerichtliche Verzeichnis rund 700 000 Hofe ausgenommen worden sind, so kann auch nicht bezweifelt werden, daß die Zahl der endgültig festgestellten Erbhöfe noch hinter 700 000 Zurückbleiben wird. Besonders aufschlußreich sickd die Erhebungen über die sogenannten E h e g a 11 e n e r b h ö f e. Hierunter versteht man solche Erbhöfe, die nur deshalb die Gröhe einer Ackernahrung erreicht haben, weil auch das Gesamtgut einer ehelichen Gütergemeinschaft und sonstiges im Miteigentum von Ehegatten stehenden Grundstücke in die Erbhofeigenschaft einbezogen worden sind. Durch diese erst in §5 der zweiten Durchführungsverordnung getroffene Regelung ist die Gesamtzahl der deutschen Erbhöfe erheblich ver- mehrt worden. In einzelnen Oberlandgerichtsbezirken übersteigt die Zahl der Ehegattenerbhöfe die Zahl der übrigen Erbhöfe nicht unwesentlich. Nur so war es möglich, im ganzen Reich einheitlich einen festen Stamm gesunder Bauernhöfe zu schaffen. Schluß!, börse 18-9 wT unverändert. Tagesgeld ziemlich leicht und wieder 3 v. H. Abendbörse weiter abgeschwächl. Auch an der Abendbörse setzte sich die gegen Schluß der Mittagsbörse eingetretene Abschwächung weiter fort, bei geringen Umsätzen überwog das Angebot. IG.-Farben gut gehalten, Harpener, Ges- jürel, Hanfwerke Füssen und Schuckert je 0,50 v. H. Bekula 0,13 v. H. schwächer. Siemens lagen mit 168 1 v. H. niedriger. Schiffahrtswerte etwa gehalten. Auch im Verlaufe der Abendbörse überwog Die Verkaufsneigung. Die zum Mittagsschluß besonders gedrückten Werte waren auf dieser Höhe gehalten. JG.-Farben schlossen 153, Altbesitz 110,50. Es notierten: Der. Stahlbonds 101,65, Z'/epro- zentige Schweizer Bundesbahn 175, Commerzbank 89,50, DD-Bank 89,50, Dresdner Bank 89,50, Reichsbank 179, Harpener 112, Mannesmann 84, Rheinstahl 108, Stahlverein 79,13, AEG. 37,75, Bekula 144,50, JG.-Chemie volle 163,50 dto. 50pro- zentige 144,50, Scheideanstalt 237, Deutsche Linoleum 149,50, JG.-Farben 153 bis 152,90, Gesfürel 124,25, Goldschmidt 108, Hanfwerke Füssen 91,25, Junghans 83, Moenus 84, Rhein. Elektr. Mannheim 141,50, RWE. 125,50, Schuckert 120,50, Siemens 168, Ver. Ultramarin 141, Reichsbahn-VA. 124,13, Hapag 15,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Sept. Am Getreidegroßmarkt war das Angebot in Weizen und Roggen nicht dringend. Kontingentsfreier Weizen reichlicher vorhanden, doch ist die Verwendungsmöglichkeit bekanntlich beschränkt. Das Mehlgeschäft hat sich etwas belebt. Futtermittel, besonders Kleie, nach wie vor ruhig. LPD D a r m st a d t, 18. Sept. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: In der „Deutschen Justiz", dem amtlichen Blatt der deutschen Rechtspflege, wird Über den. Fortschritt der Arbeiten zur Anlegung der Erdhoferolle nach dem Stande vom 1. Juli 1935 berichtet. Aus einem Vergleich der mitgeteUten Zahlen gegenüber dem Stand vom 1. Januar 1935 ergibt sich, daß die Arbeiten der Anerbengerichte während des ersten Halbjahres 1935 erheblich fortgeschritten sind. Allem die Zahl der Eintragungen in die Erdhoferolle hat sich um mehr als 200 000 vermehrt. Aus einer Zusammenstellung für sämtliche Oberlandesgericht^ bezirke ist zu entnehmen, daß im Deutschen Reich 1544 Anerbengerichte ihre Tätigkeit ausäben, davon im Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt 48, im Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt a. M. 31. . . Don den Gemeindevorstehern wurden in die G e- meindeverzeichnisse 954 451 (Darmstadt 10 680, Frankfurt 5475) Höfe ausgenommen. Hiervon wurden durch die Anerbengerichte 703 769 (Darmstadt 8456, Frankfurt 3306) in das gerichtliche Verzeichnis übernommen. Bei 15519 (Darmstadt 23, Frankfurt 2) Höfen ist noch nickt über die Uebemahme in das gerichtliche Verzeichnis entschieden. In das Verzeichnis der zur Zeit nicht eintragungsfähigen Höfe sind ausgenommen 235 657 (Darmstadt 2246, Frankfurt 2167). Gegen die Aufnahme bzw. Nichtaufnahme der Höfe in das gerichtliche Verzeichnis wurde in 112 439 (Darmstadt 1826, Frankfurt 1633) Fällen Einspruch eingelegt. Dem Einspruch wurde stattgegeben in 58 244 (Darmstadt 715, Frankfurt 861) Fällen, und er wurde zurückgewiesen in 35 446 (Darmstadt 736, Frankfurt 494) Fällen. Noch nicht entschieden ist über 8250 (Darmstadt 142, Frankfurt 51) Einschluß- kurs 17 9. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 199, W 16 202, W 19 206, W 20 208; Roggen R 12 162, R 15 165, R18 169, R19 171; Großhandelspreis der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 27,75, W 16 28, W 19 28, W 20 28,35; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 und 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 dis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W13 10,65, W 16 10,80, W 19 11, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50; Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag, Palmkuchen m. M., Ernduhkuchen m. M., Treber (getrocknet), Trockenschnitzel und Heu nicht notiert. Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt oder gebündelt, 2,40 bis 2,50. Tendenz: ruhig. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Frankfurter SchlaHtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 54 Rinder (15 Ochsen, 4 Bullen, 21 Kühe, 14 Färsen), 814 Kälber, 175 Schafe, 180 Schweine. Es kosteten: Kälber 44 bis 70 Mark, Hämmel 33 bis 42, Schafe 28 bis 40, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverkauf: Kälber rege, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. IG. Farben eröffneten gut gehalten 154,50, Metall ge feilsch a ft 0,50 v.H. schwächer. Montanwerte gedrückt, Buderus 0,75, Harpener 0,40, Stahlverein 0,75 v. H. schwächer. Etwas widerstandsfähiger Mannesmann und Rheinstahl. Der Kursrückgang von Aku auf 56,13 (57,40) verstimmte, nachdem in der letzten Zeit größere Meinungskäufe in diesem Papier erfolgt waren. Don Zellstoffwerten Waldhof 1 v. H. schwächer, Schiffahrtswerte etwa 0,13 v. H. leichter. Reichsbank 0,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,25 v. H. höher. Am Elektromarkte gaben AEG. 0,25, Siemens 1, Elektrische Lieferungen, Gesfürel je 0,50 v. H. nach, gut gehalten Licht & Kraft. Im einzelnen Daimler 0,75, Moenus 0,25 schwächer, Setter Maschinen gehalten. Der Rentenmarkt lag gegenüber Aktien widerstandsfähiger und teils freundlicher, Altbesitz 110,65 (110,65), Rumänen anfangs noch etwas-fester, auch Goldmexikaner 0,25 v. H. höher. Im Verlauf verstärkte sich die Geschäftsstille, aber auch der Kursdruck. IG. Farben gingen auf 153,25, also um 1,25 v. H. zurück. AEG. 0,75, RWE. 2,75 v. H. niedriger. Auch sonst betrugen die Kursrückgänge 0,50 bis 1 v.H. Renten ruhig und besser gehalten, Pfandbriefe und Städteanleihen wieder Philipp Holzmann o| Zementwerk Heidelberg ..... 6 Temenlwerl Karlstadt......... <| «y Sät tur* börse « • 117,75 V. 5* ... O .. 121 220 . BW 109,25 «y Z!L börse 17-9 I 18.9. Schluß« turS Schluß!. Abend, börse Schluß. turS Schlußk. Mittag, börse Datum 17.9. 18.9 17.9- 18 9- 4% desgl. Serie 11 ............. 11,5 11,5 — —- 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,7 6,7 6,75 6,5 4)4%Rumän.veretnh.Renlev.i913 9,75 — 10,13 9,9 4% Rumänische veretnh. Rente .. 5,45 5,45 5,55 5,5 40,75 2 7i% Anatolier ............... — 40,75 40,7 Hamburg-Amertka-Paket ..... o 15,5 15,25 15,75 15,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — 28,65 27,75 Norddeutscher Lloyd .........O 17,65 17,4 17,65 17,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 78,5 78,5 79,25 77,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 114,25 114 114,5 114,5 Commerz, und Prioat>Bank ... O Deutsche Bank und Dtsconto- 90 89,5 90,13 89,5 Gesellschaft................O 90 89,5 90 89,5 Dresdner Bank..............O 90,25 89,5 90,25 90 Retchsbank ..... 12 180,75 179 180,5 179 A.E.G......................O 39,25 37,75 39,25 37,79 Bekula.................... 10 144,75 144,5 144,9 144,65 Elektr. Lieserungsgelellschast... 5 112,5 112 112,75 1 111,5 Licht und Kraft ........... 6% 131,5 131,75 132 131 Reiten & Guilleaume.........O Besellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 103,5 — 103,5 102 126 124,25 136,25 124,75 Rheinische Elektrizität ........5 —— 141,5 —— I 71 Rhein. Wests. Elektr........ «S 128,4 125,5 127,75 1 126,13 Schuckert L Co............... 4 123,25 120,5 123,5 , 121 5 Siemens L Halske............ 7 173 168 173,5 169 Lahmeyer L Co........ 7 132 131 131,25 1 130,25 Buderus ....... O 101,5 100 101 100 106,13 Deutsche dtbN ............... 107 107 107,25 Gelsenkirchener........ g •*— Harpener..................< 113,25 112 113,5 112,5 Hoesch Eisen-Köln-Neuess« .. 0 93,5 93 93,25 92 Ilse Bergbau ............... < - 158,5 157 158,5 Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ......... ttf 127,5 127,5 128,5 127 90,5 90,25 89,5 Mannesmann-Röhr« ........ 85,75 84 85,9 84,5 17. September 18 September Amtliche Notierung Amtliche I Geld | Dotierung Brief Geld Brief Buenos Atrer 0,670 0,674 0,670 0,674 Brüssel..... 41,96 42,04 41,94 42,02 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,75 54,85 Danzig..... 46,81 46,91 46,81 46,91 London ..... 12,275 12,305 . 12,26 12,29 Helitngfors.. 5,41 5,42 5,405 5,415 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 167,63 168,02 167,73 168,07 Italien..... 20,30 20,34 20,30 20,34 Japan...... 0,721 0.723 0,720 0,722 Jugoslawien. Oslo..... : 5,664 5,676 5,664 5,676 61,64 61,76 61,57 61,69 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,13 11,15 11,12 11.14 Stockholm... 63,30 63,42 63,22 63,34 Schweiz .... 80,72 80,88 80,63 80,79 Spanten.... 33,97 34,03 33,95 34,01 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest ... — Neuyork.... 2,486 2,490 Bantnoten 2,485 2,489 Geld Bries . 2,437 2,457 41,80 41,96 54,59 54,81 12,225 12,265 16,325 16,385 167,31 167,99 19,46 19,54 61,41 61,61 — __ 63,05 63,31 80,45 80,77 33,59 33,73 — —