185. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 192 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 19.August 1935 Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer W W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▲ I ▲▲ bis8'/,Uhr des Vormittag, Heimat >m Md Di-Scholle ■ BW W MM HZ MM W M MM W f I II |r W M W 8 y ■ für Anzeigen -ZM- KDlviivIlvl ZllnilUvl ----- Auch bei Nichterscheinen ■ ■ » Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern fV^ Stellen-, Vereins., gemein» ZWM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v ’ behördliche Anzeigen 6Npf. 8i«niiurt?Ä‘nll686 Druck und Verlag: vriihl'sche Unioerfität;-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M°ng°n°b,chlüsi° Staff-, s Paris HM den Krieg für unvermeidlich Das Echo in England be, Englands Interessen in t des Tana-Sees erneut anzu- man ohne große Hoffnung entgegen. „Times" kritisiert die wenig höfliche Behandlung, die Mussolini Frankreich und England auf der Pariser Konferenz habe zuteil werden lassen, und sagt, der Ernst der italienischen Entscheidung könne gar nicht übertrieben werden. Mussolinis Ehrgeiz gehe weit über alles hinaus. tischen Vorschläge, die von den Italienern sofort abgelehnt worden seien, hätten die abessinische Souveränität derartig eingeschränkt, daß es wahrscheinlich schwierig gewesen wäre, den abessinischen Kaiser zu ihrer Annahme zu überreden. „Daily Telegraph" will wissen, daß ÄtaNen sich geweigert habe, En ' “ 1 11 ■* - dem Gebie----—-------- - erkennen. Den diplomatischen Verhandlungen steht Paris, 18. Aug. (DJIB.) Die um 15.30 Uhr aufgenommenen Dreierverhandlungen sind kurz nach 17 Uhr unterbrochen worden. Ministerpräsident und Außenminister Laval hat um 20 Uhr der presse folgende amtliche Mitteilung zugehen lassen: Laval als Vertreter Frankreichs, Eden als Vertreter Großbritanniens und Baron Aloifi als Vertreter Italiens waren in Paris zusammengetreten, um nach einer Möglichkeit für die friedliche Regelung des abessinisch-italienischen Streitfalles zu suchen. Dir haben noch nicht eine Verhandlungsgrundlage finden können, welche die Lösung des Konfliktes erlauben würde. Die Schwierigkeiten, auf die man bei der Prüfung der im Laufe der Erörterungen gemachten Anregungen gestoßen ist, lassen eine v e r t a g u n g der eingeleiteten Prüfung notwendig werden. Diese wird auf diplomatischem Dege fortgesetzt werden. Der Völkerbundsminister Eden wird vor seiner Abreise nach London am Montag mit Ministerpräsident Laval eine Zusammenkunft haben. Auch Baron Aloifi wird Laval einen Besuch abff a H e n, ehe er nach Rom zurückreist. Wie es zur Vertagung kam. Sine Richtigstellung. Berlin, 17. Aug. (DNB.) In der ungarischen Dresse war gemeldet worden, daß Graf v o n d e r Schulenburg, der Leiter der Auslandabteüung des Reichssportführers, eine Dame vom Tode des Ertrinkens gerettet habe. Graf von der Schulenburg erklärt diese Meldung für unzutreffend. Eine vom Schwimmen ermu- bete ungarische Dame sei von dem Motorboot, in dem sich der Präsident des ungarischen Landessenates für Körperkultur, der Reichssport, führet und seine Begleitung befanden, von den Insassen des Bootes übernommen und an Land gebracht worden. Die pariser Dreierkonferenz ergebnislos abgebrochen Mussolini lehnt die ihm von Eden und Laval gemachten Vorschläge ab. Diplomatische Verhandlungen werden fortgesetzt. London, 19. August. (DNB. Funkspruch.) Die Vertagung der Pariser Dreirnächte-Konferenz wird in der Londoner Morgenpresse als ein Zusammenbruch bezeichnet. England und Frankreich waren bereit, Italien eine Art wirtschaftlichen Monopols in Abessinien zuzugestehen. Italien sollte dafür die politische Unabhängigkeit und gebietsmäßige Unverletzlichkeit Abessiniens an- erkennen. Großbritannien sollte nur ferne Sonderrechte hinsichtlich des Tana-Sees behalten und Frankreich seine Sonderrechte hinsichtlich der Eisenbahn Dschibuti—Addis-Abeba. Italien scheint auch französische und britische finanzielle 5) 11 f e bei der wirtschaftlichen Erschließung Abessimens versprochen worden zu sein. Der Pariser Korrespondent der „Morning Post" sagt, die franzostsch-bn- Dann wäre aber der Arbeitslohn der betreffenden Bergleute monatelang mit den zusätzlichen Ansprüchen belastet gewesen, die sich aus der Unter» Versorgung insbesondere auf dem Gebiet der Bekleidung ergeben. Der Führer in Nürnberg, yau einer großen Kampfbahn für Sportveranstaltungen. Nürnberg, 17. Aug. (DNB.) Der Führer be- sichtigte am Samstag in Nürnberg eingehend das gesamte Reichsparteitaggel an be , insbesondere auch das neue Zeppe11nselb und den L u i t p o l d h a i n und uberzeuate sich vom Stand der Bauarbeiten. Anschließend hielt der Führer mit einer Reihe von führenden Mannern der Partei Besprechungen ab, die der Ausgestaltung des Reichsparteitages 1935 galten. Dazu waren u. a. erschienen die Reichsrnimster Dr. Goebbels, Darrö, Dr. Frank und Kerrl, die Reichsleiter Dr. Dietrich Rosenberg, Amann, Bormann, Reichsarbeitsfuhrer Hier! der Reichsleiter der NSV. Hilgen- feldt die Gauleiter Streicher, Wagner, weitgehende Befriedigung geboten hatte, indem Frankreich und England keine neuen D o r t e i l e f ü r f i d) in Abessinien suchen wurden. Da diese Vorschläge jedoch von der italienischen Regierung ab gelehnt wurden, war es schwierig, eine andere Formel zu finden, die mit der Selbständigkeit Abessiniens und mit dem Dölkerbundspakt zu vereinbaren wäre. Eden ist von Beginn der Verhandlungen an mit Nachdruck für die Innehaltung der Paktsbestimmungen eingetreten. Die fr a n- zösische Regierung blieb ihrerseits eben- falls dem Völkerbunde treu, da Frankreich feine gesamte Außenpolitik auf den Völkerbund aufgebaut hat. Daher hätten sowohl Laval wie Eden in keine Aussprache eintreten können, die sich außerhalb der Genfer Gesetze bewegen würde. Da außerdem Baron Aloisi nicht ein einziges Mal die genauen Absichten seiner Regierung hinsichtlich Abessiniens bargelegt habe, hätte man daraus die Schlußfolgerung ziehen müssen, daß Italien die Errichtung eines vollen Protektorats zum mindesten über einen Teil Abessiniens ins Auge gefaßt habe. Ern solcher Plan würde aber die Gegnerschaft des N^- gus finden. Paris, 19. August (DNB. Funkfpruch). „Der Krieg zwischen Italien und Abessinien ist unvermeidlich", das ist der Eindruck, den der Leser am Montagmorgen nach dem Scheitern der Dreier- Verhandlungen aus der Pariser Presse gewinnt. Man erklärt zwar in Nebensätzen, daß man. noch nicht jede Hoffnung auf eine friedliche Regelung aufzugeben brauche, aber an einen Erfolg der in der amtlichen Mitteilung angedeuteten, auf diplomatischem Wege fortzusetzenden Verhandlungen glaubt man nicht. Die heikle Lage Frankreichs im abessinischen Streitfall wird aus den Bemühungen ersichtlich, sich zwar dem englischen Standpunkt zur Aufrechterhaltung der Völkerbundsoerpflichtungen betont zu nähern, gleichzeitig aber die freundschaftlichen Beziehungen zu Italien nicht abreißen zu lassen. Das „Echo de Paris" schreibt, man müsse annehmen, daß Rom Abessinien in b er Farm eines Protektorats beherrschen wolle. Der Negus sei aber entschlossen, solche Absichten mit den Waffen zurückzuweisen. Man müsse sich fragen, ob Mussolini mehr baran liege, sich für bie lieber» läge von Abua zu rächen und sein Ansehen durch einen militärischen Erfolg zu verstärken, als Aus« dehnungsmöglichkeiten für feine Bevölkerung zu finden. Wenn es so fei, werbe keine Macht ihn zurückhalten können; nach Schluß ber Regenzeit im September werde er marschie- r e n, und damit beginne ein großes Abenteuer für Italien und für Europa. Da- den durch bie verstärkte Nachfrage nach ben von ihnen hergestellten Erzeugnissen bessere und sichere Verdienstmöglichkeiten erlangen. Auch bie Produzenten solcher Waren wie natürlich auch die Verkäufer werden aus ber Aktion Nutzen ziehen. Wirtschaftlich wirb also biefer Teil bes Hilfswerks eme ähnliche Wirkung haben, wie bte Ehestanbsdarlehen, für die ja auch die Mittel von bessergestellten Volks- teilen (den in Arbeit und Verdienst stehenden fleht- gen) aufgebracht werden. Es ist gewiß kein leichtes Schicksal, das unser Volk zu meistern hat. Ohne engen Zusammenhalt werden wir uns nicht durchsetzen können. Solidan- tät muß wenn sie lebendig bleiben soll, Gelegenheit zur Betätigung finden. Ehrliche Patrioten haben es in früheren Jahren schmerzlich bedauert, daß sich so wenig Gelegenheit zu zweckool en Opfern bot Die Hilfsaktion für ine Bergarbelterschaft geht unmittelbar vor der natürlichen Äonjunt« tuTbelebung vor sich, die bei Beginn ber kälte- ren Jahreszeit einzusetzen pflegt. Es hatte nahe- gelegen zu sagen, daß im Herbst und Winter für einen Teil der Bergarbeiter bessere Erwerbsbedingungen eintreten werden und daß man daher auf eine besondere Hilfsaktion verzichten tonne. zwischen liege der 4. September. Eden werde im Völkerbundsrat die Verantwortung Italiens für ben brohenden Krieg barlegen, Laval aber werbe sich, was es auch Frankreich kosten möge, ben Beschlüssen bes Rates an schließen müssen. Italien werde alsdann ben Völkerbund verlassen, der eine solche Krise vielleicht nicht überdauern werde. „Oeuvre" erklärt, daß noch niemals m der Geschichte der Kolonialgebiete einem Lande solche günftigen Angebote gemacht worden seien, wie Italien. Aber Mussolini ziehe kalt und ruhig den Konflikt vor. Die Italiener seien überzeugt, daß sie siegen würden, und Mussolini wolle nichts an- deres, als in den Augen seines Volkes zu triumphieren. Der „Motin" nimmt in letzter Stunde noch einmal Italiens Partei, man könne ben Halbbarbarenstaat Abessinien nicht wie anbere Staaten be» hanbeln. Als man vor 30 Jahren Abessinien m Einslußszonen aufgeteilt habe, habe sich eben gegeigt, daß Abessinien kein selbständiger Staat sei. Jetzt werde die Sprache der Kanonen bie Sprache ber Diplomaten ablösen. Der „Figaro" empfiehlt die Methobe unmittelbarer Besprechung en mit Mussolini, wie sie im Falle des französisch-italienischen Verhältnisses zum Erfolg geführt habe. Man möge also in Rom ober in einer anderen italienischen Stadt weiterverhandeln und Baldwin oder Sir Samuel Hoare mögen felbft bie Reise nach Italien antreten. rer Dauer ber Arbeitskampf abgebrochen wurde, , war zwar der eine Teil siegreich geblieben, aber Verluste hatten beide Teile erlitten. Nicht selten ; war der Hauptleidtragende das unbeteiligte Publi- , tum. Dies trat besonders deutlich in Erscheinung, wenn es sich um einen Arbeitskampf in einem Verkehrs- ober Versorgungsbetrieb gehanbelt hatte und das Publikum längere Zeit ohne die gewohnten städtischen Verkehrsmittel ober auch ohne lebens- wichtige Bebarfsgegenftänbe auskommen mußte. Uebrigens führten dann meistens beide Teile, die Unternehmer und die Arbeiter, die Leiben ber unversorgt bleibenden Verbraucherschaft ins Feld, um einen Druck auf den Gegner auszuüben und ihn ber Gewissenlosigkeit gegenüber öffentlichen Interessen xu zeihen. Keinen Ankläger gab es jeboch für Die Verluste, die der gesamten Volkswirtschaft durch die Stillegung der Produktion oft in einer Vielzahl von Betrieben zuyefügt worden war Auch um die Solidaritä innerhalb ber Berufs- unb Standesgemeinschaft war es früher oft rlcht schlecht bestellt, selbst wenn man das Wort „Solidarität" ständig im. Munde führte. In den Organisationen der Arbeitnehmer, den G e - werkschaften, gab es zwei grundverschieden eingestellte Gruppen: bie eine wollte wirklich eine Besserung bes wirtschaftlichen Loses der Arbeiter und Angestellten, die andere dagegen wollte eine solche Besserung nicht, um den revolutionären Elan lebendig zu halten. Beiden Gruppen war es nicht unlieb, wenn es innerhalb eines Wirtschaf szweiges Unternehmungen gab, bie nur fortgefuhrt werben konnten, wenn sich die Belegschaft mit bescheibenen Löhnen und Gehältern begnügte. Die Verhältnisse in solchen Unternehmungen wurden bann tn ben Versammlungen in brastlschen Farben geschildert unb zur Erregung ber Gemüter benutzt. Eine wirk liche Solidarität der Berufs- und Standesgenos- fen, bei der ein Teil für den anderen Opfer zu bringen bereit ist, war das nicht. , . . Der Feierschichtenausgleich vom 13. August bringt einem Teil ber Bergleute eine Verringerung ber Zahl ber Feierschichten, bem anberen Teil Dagegen eine Vermehrung biefer Zahl. Der imi neuen tanb herrschende Geist ber Kameradschaft unb Einsatzbereitschaft schließt es aus baß sich em^lne ba« gegen auflehnen, mit den schlechter gestellten Ar veitskameraden in einen Ausgleich emzutreten. D Hilfswerk der NSV. ist im Grunde eine ’ dar itätsbekun düng bes g es a mt e » Volks gegenüber einer Berufsgruppe, die besonders schwere Arbeit zu verrichten hat, und die m der letzten Ze unter Kurzarbeit unb bamit unter Lohnausfallen xu leiben hatte. Die Bezugsscheine, bie von ber NSV an solche Bergleute ausgegeben werben, bie in den letzten zwei Jahren besonders viel Feier- chichten verfahren mußten, werden aus Geldern eingelöst, die das ganze deutsche Volk zur Linderung der Not beigesteuert hat. Die gesamte Aktion ist vom Führer und Reichskanzler gebilligt unb an» aeorbnet worden. Die Spenden des deutschen Volkes sind dem Führer zu treuen Händen gegeben worden Es wird überall freudig begrüßt werden, daß jetzt eine Gruppe von Volksgenossen, die eine besonders schwere Zeit durchlebt haben, m den Stand gesetzt werden soll, eine bisher vernachlaj- siate Bedarfsdeckung nachzuholen. Erfahrungsgemäß nehmen die Familien, deren Ernährer in Kurzarbeit und Minderverdienst geraten, Abstriche in erster Linie an Bebarfsgeaen- ständen zweiter Dringlichkeit vor. Solcher Art sind die Waren die sich die Inhaber von Bezugsscheinen werden kaufen können, nämlich Wasche K etbungs- ftürfp iinh sonstiges Hausgerät. Bei der Betrachtung M » deutsch- Bergarbeiter,chast dar, die Belebung nicht Der* werden, die das Geschäft in den betreffenden Warengruppen erfahren wird Die in ber Wäsche-, Bekleidungs- unb Hausrat-Industrie beschäftigten Arbeitskräfte wer- Welche Vorschläge hat 3ialien abgelelml? Ueber die Italien gemachten Vorschlägeer- fährt man aus gut unterrichteten Kreisen folgendes: Man war bereit, Italien 1. umfangreiche wirtschaftliche Ausdeh - nungsmöglichkeiten in Abessinien anzubieten; ,. 2 dieSicherheitderGrenzenSomalis unb Erythreas zu gewährleisten; 3. den Schutzder italienischen Staatsangehörigen in Abessinien zu garantieren. Diese Vorschläge hätten Italien weitgehende Befriedigung gegeben. Gleichzeitig verlangte man jedoch die Achtung folgender drei Grundsätze: In französischen Kreisen wird erklärt, datz trötz der Bemühungen Lavals keine nennenswerte Angleichung zwischen dem italienischen unb bem englischen S t a n d- punkte möglich gewesen sei. Nachbem wahrend der drei Konferenztage über den Verlauf der Verhandlungen unb über bie im einzelnen gemachten Vorschläge mehr Vermutungen als Tatsachen bekannt geworden waren, kann man sich nunmehr ein klareres Bild von den einzelnen Abschnitten der Konferenz machen. Freitag sind dem italienischen Vertretet Anregungen ub ermittelt worden, bie dieser sofort nach Rom weiter geleitet hat. Der Samstag per ging in vergeblichem Warten a u f eineAnt- w o r t. Am Sonntagvormittag teilte Baron Aloisi bem französischen Ministerpräsibenten mit, daß Mussolini bie ihm gemachten Vorschläge verworfen habe. Darauf fand am Sonntagnachmittag zwischen Laval, Eben unb Baron Aloisi ein neuer Meinungsaustausch statt, der zwei Stunben bauerte. Die brei Vertreter mußten bie Unmöglichkeit feststellen, bie Verhandlungen fortzusetzen. Baron Alosi wies die ihm gemachten französischen unb englischen Anregungen zuruck mit der Begrünbuna, baß sie keine zufrieben- stellenbe Berpanblungsgrunblagen bilbeten. Zugleich verzichtete Aloisi aber barauf, irgenbeine Forderung zu erheben, die Stoff zu Verhandlungen hätte bieten tonnen. Darauf erklärte Eden, baß er b i s zu rau fee r- ft e n Grenze in ben Zug e sta nbn i s s e n gegangen fei, bie er im Namen seiner Regierung hätte anbieten können. Unter biesen Umftanben war eine „Vertagung" unvermeiblich. Forster, Generalinspektor Dr. Todt unb Oberbürgermeister Liebel. Der Führer hat bei ber Besichtigung bes Zeppelinfelbes Architekt Speer ben Auftrag gegeben, im ©tabion eine Kampfbahn für sportliche Großveranstaltungen zu schaffen, die ber Große ber Kampffelder und der Stabt der Re.chspartettage entspricht und 150 000 bis 200 000 Personen Platz bietet Architekt Speer hat den Auftrag angenommen. Soziale Solidarität. Von Dr. Carl Wellthor. Die doppelte Maßnahme zugunsten ber Bergleute vom 13. August ist von ber NSK., die als erste darüber berichtet, als ein Akt des Führers und Reichskanzlers bezeichnet worden, der sich vollster Solidarität und Einsatzbereitschaft des deutschen Volkes sicher sei. Bei ber Aktion vom 13. August hanbelt es sich zunächst um einen Feierschichtenausgleich innerhalb bes Ruhrkohlenbergbaus und dann um eine Hilfsmaß - name der NSV. zugunsten derjenigen Bergleute aller Reviere, die in ben letzten zwei Jahren über-burchschnittlich unter Kurzarbeit zu leiben hatten. Betrachtet man die einzelnen Maßnahmen näher, so findet man, daß an eine vierfache Solidarität appelliert wird, nämlich zunächst eine Solidarität zwischen Unternehmern unb Wirtschaftsführern auf der einen Seite, der Gefolgschaft auf der anderen Seite, sodann eine Solidarität innerhalb ber einzelnen Berufs- unb Stanbesgenossen, weiter eine Solibarität zwischen ber Volksgesamt- heit unb einzelnen notleibenben Gruppen unb schließlich eine Solibarität zwischen dem Volk und Teilen der Produktion sowie des Einzelhandels, die den Hauptteil des Ausfalls an Kaufkraft in der Berg« orbeiterfchaft zu tragen hatten. Die Solidarität zwischen den Betriebsführern und der Gefolgschaft ist bie Grunbibee, bie bei ber Auflösung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 an die Stelle des Klassenkampfs getreten ist. Wenn es früher an einem Wirtschafts- zwei Streitigkeiten über die Verteilung des Pro- outtionsergebniffes gab, — also zwischen Kapitalrente unb Unternehmergewinn auf ber einen Seite, Arbeitslohn auf ber anberen Seite, — gab es zwar zunächst Verhanblungen. Sehr häufig würben fie jeboch als ergebnislos abgebrochen und an ihre Stelle trat ein Arbeitskampf, Aussperrung oder Streik. Wenn bann nach kürzerer ober länge» 1. die Aufrechterhaltung der politi- schen Unabhängigkeit unb ber gebietsmäßigen Unversehrtheit Abessiniens; 2. bas Einverstänbnis bes Negus mit einer Regelung; 3. die UebereinstimmungderRegelung mit bem Dölkerbundspakt. Diese Vorschläge würben praktische Gestalt in ber Form angenommen haben, daß Abessinien an ben Völkerbunb bas Ersuch enge- richtet haben würbe, zur Entwicklung seiner Wirtschaft unb Verwaltung eine gemeinsame Hilfe fremder Mächte zu erhalten. Der Völkerbundsrat würde dann naturgemäß für diese Ausgabe bie europäischen Mächte bezeichnet haben, bie Besitzungen an ber abessinischen Grenze haben, also Englanb, Frankreich und Italien. Die Zusammenarbeit dieser Mächte würde in einem Abkommen nie» ber gelegt worben sein, bas eine Erweiterung bes Vertrages von 1906 barstellen unb bem Abessinien seine Zustimmung geben würbe. Weiter habe man z. 18. e tn Vierer-Abkommen auf der Grundlage des Vertrages von 1906 vorsehen können, das Italien was Abessinien annehmen oder der Völkerbund billigen könne. Non den geplanten diplomatischen Besprechungen dürfe man nicht viel erwarten. Ein unmittelbarer Konflikt zwischen Italien und dem Völkerbund sei anscheinend unvermeidlich. Wenn Mussolini sich nicht mit vernünftigen Zugeständnissen abfinden wolle, dann müsse man sorgfältig und ohne Ueberstürzung überlegen, welche Schritte England gemeinsam mit allen anderen Mächten des Völkerbundes unternehmen solle. England habe wichtige Interessen in Abessinien, die ihm einen besonderen Anspruch darauf geben, sich zu äußern, und es habe ein noch größeres Interesse an der Erhaltung des Friedensapparates des Völkerbundes. „Daily Telegraph" erklärt, weder Frankreich noch England sollten die Bemühungen um Erhaltung des Friedens aufgeben; wenn der Völkerbund das letzte Wort habe, dann werde dies Italiens Schuld sein. „M o r n i n g P o st" stellt fest, daß eine europäische Macht beabsichtige, Krieg als Werkzeug der Politik zu gebrauchen, und zieht daraus den Schluß, daß England mit der Wahrscheinlichkeit rechnen müsse, in der Zukunft einmal gegen seinen Willen in einen neuen und noch furchtbareren Krieg verwickelt zu werden. In dem liberalen „News C h r o n i c l e" heißt es, das einzig hoffnungsvolle Ergebnis des Pariser Zusammenbruches sei, daß er England und Frankreich einander bei der Verteidigung des Grundsatzes der kollektiven Sicherheit viel näher gebracht habe. „Daily Mail" erhebt Einspruch gegen jede Politik, die geeignet wäre, England und Italien zu veruneinigen. Mussolini an die Division vom „28. Oktober". Rom, 18. August. (DNB.) Mussolini richtete am Sonntag auf dem Flugplatz in B e n e v e n t bei Neapel eine Ansprache an die scheidenden Schwarzhemden der Division „28. Oktober", die nach dem Datum des Marsches auf Rom benannt ist. Mussolini führte aus: In dieser für Euch feierlichen und für die Nation entscheidenden Stunde sind Reden überflüssig. Schon Euer Name bedeutet das Kommando für Euch, Ihr werdet alle Hindernisse überwinden bis zu dem Ziel, das Euch gesteckt werden wird." Mussolini richtete hierbei die Frage an seine Schwarzhemden: „Wollt Ihr das?" Von allen Seiten scholl ihm hierauf ein brausendes „Si!" entgegen, worauf der Duce fort- srchr: „Das ganze italienische Volk nimmt von Herzen Anteil an diesem Euren mächtigen Bekräf- tigungsruf." * Die Sonntagszeitung des halbamtlichen „Gior- n a l e d'J t a l i a" bringt einen Leitartikel Gaydas, in dem er alle englischen Lösungsvorschläge von vornherein als Kartenhäuser geschlossen a b l e h n t, da sie in keiner Weise den berechtigten Forderungen Italiens entsprächen. Mit großer Deutlichkeit spricht das Blatt aus, daß es heute nur noch ein Mittel gebe, um die abessinische Gefahr zu beseitigen: Seine mili- tärische Macht, die sich für alle bedrohlich herausgestellt habe, derart niederzuschlagen, daß sie nie mehr schaden könne. Dieses Mittel zeige Italien mit auffälliger Klarheit gegenüber den englischen Kartenhäusern durch seine Million Soldaten, die in Afrika und Europa konzentriert seien. Die Kriegsvorbereitungen in Ostafrika schreiten fort. London, 19. August (DNB. Funkspruch). Wie aus Port Said berichtet wird, war der italienische Schiffsverkehr durch den Suez- Kanal am Wochenende besonders lebhaft. Die südwärts gehenden Dampfer hatten Tanks und Panzerwagen, Lastautomobile und sonstige Kraftwagen jeder Art sowie Bier und Wein geladen; auch kam ein riesiger Schwimmkran durch. Die Ankunft eines Dampfers mit 2000 Soldaten an Bord gab Anlaß zu großen Freudenkundgebungen der italienischen Kolonie. Die nordwärts fahrenden Schiffe waren teils leer, teils hatten sie Kranke an Bord. In Bank- und Schifffahrtskreisen werden die bisher von der italienischen Regierung gezahlten Kanalgebühren auf 750 000 Pfund Sterling geschätzt. In Hargeisa (Britisch-Somaliland) wird Montag eine Konferenz britischer Beamter ab- aehalten, um über die Maßnahmen Beschluß zu fassen, die im Falle des Ausbruchs eines italienifch- abefsinischen Krieges getroffen werden sollen. Vittgottesdienst in Addis Abeba. A d d i s A b e b a, 18. Aug. (DNB.) Unter außerordentlich großer Beteiligung der Bevölkerung fand am Sonntag auf Anordnung des Kaisers in der Hauptstadt ein feierlicher Bittgottesdienst für die Erhaltung des Friedens statt. Die kaiserliche Familie war anwesend. Unter den Be- suchern sah man auch den amerikanischen Geschäftsträger Endert. Nach Schluß des Gottesdienstes kam es zu großen Ovationen für die Amerikaner. Der amerikanische Geschäftsträger dankte in herzlichen Worten. Gegenüber Vermutungen, daß die abessinischen Somalis angeblich gegen die Person des Kaisers seien, wurde dem DNB.-Vertreter erklärt, daß an einer treuen Gefolgschaft auch der Somalis im Falle eines Krieges nicht zu zweifeln sei. Die Somalis hätten eine besondere Abneigung gegen Italien. Während der letzten sechs Monate seien einige tausend Somalis, die von Italien angeworben worden seien, mit den ihnen ausgehändigten Waffen, mit Pferden und der gesamten Munition nach Abessinien zurückgekehrt, von der Absicht beseelt, gegen Italien zu kämpfen. Man jnüffe die Uebertritte von Eriträanern und Somalis innerhalb der letzten Monate auf etwa 10000 schätzen. Gin Regiment Zuluneger dem Aegus angeboten. Ladysmith (Natals, 17. Aug. (DNB.) Der Häuptling des Zulustammes der Amakulwa Walter Kumalo hat dem Kaiser von Abessinien für den Fall eines Krieges mit Italien ein ganzes Regiment Zuluneger zur Verfügung a e st e l l t, das gewillt sei, jeden Widerstand zu brechen. Kumalo hat während des Weltkrieges mit Eingeborenenkontingenten in Frankreich an der Front gestanden. Oer Rationalsozialismus und die Kirchen Alfred Rosenberg spricht auf einer Volkskundgebung des Eichsfelds. Heiligenstadt, 18. Aug. (DNB.) Am Sonntag sprach hier Alfred Rosenberg auf dem Eichsseld. In dem sonst so ruhigen Städtchen waren 30 000 Menschen zusammengekommen, um die grundsätzlichen Ausführungen des Beauftragten für die gesamte weltanschauliche Erziehung der NSDAP, zu hören. Der Kundgebung wohnten u. a. der Gauleiter, Reichsstatthalter Sauckel und Ministerpräsident Marschler bei. Reichsleiter Alfred Rosenberg führte u. a. folgendes aus: Nach dem Siege von 1933 hätten alle Nationalsozialisten den früheren Gegnern gegenüber ein ritterliches Gefühl empfunden. Der neue Staat hätte seine Bereitwilligkeit erklärt, einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen. Das fei aber mißverstanden worden. In zunehmendem Maße könne heute beobachtet werden, daß die Gegner von früher bemüht wären, die gemeinsame Front im geheimen erneut aufzurichten. Es sei bezeichnend, wenn neben den Juden und Bolschewisten die Zentrumsemigranten einen konzentrischen Kampf auch heute noch gegen Deutschland führten. Der Jesuitenpater Muckermann habe für die Kirche nicht nur das Recht, über Moral und Religion zu urteilen beansprucht, sondern erklärt, daß auch die Bestimmungen über die „Fundamente des Staates" der Beurteilung der Kirche unterworfen feien. Wie die Fundamente eines Staates aussähen, für den die Zentrumsprälaten kämpften, das hätten wir in der Tätigkeit des Matthias Erzberger wie im Wirken der Novemberrepublik 14 Jahre lang gesehen, die nichts unversucht gelassen habe, die wirkliche Grundlage eines deutschen Staates zu zerschlagen und für immer das Erwachen der deutschen Nation zu verhindern. Als Folge vieler furchtbaren Korruption der Zentrumsführerschaft er- Säben sich heute die Devisenprozesse der rden mit nahezu logischer Konsequenz. Erschütternd sei zu sehen, daß der Begriff „Deutschland" bei den Angeklagten überhaupt keine Rolle spiele. Von diesem Staatsnihilismus sei es nur ein Schritt zu der Behauptung Muckermanns, nicht die Devisen schiebenden Ordensschwestern und «brüber seien Auld, sondern die Gesetzgebung des Deutschen Reiches sei sittenwidrig! Das sei die freche Leugnung der Berechtigung des deutschen Daseins überhaupt und so sei es uns Nationalsozialisten heute mehr als je klar gewor- den, daß die alten Kräfte des Zentrums politisch mit dem Weltbolschewismus in einer Front ständen und es bedürfe gar nicht der Aufforderung aus Moskau, daß sich katholische Jugendverbände mit Rotfront zu vereinigen hätten, um, wenn auch mit verschiedenen Zielen, die Gemeinsamkeit dieser gegen Deutschland gerichteten Tätigkeit nachzuweisen. „Wenn wir dieses feststellen, so sprechen wir doch die Hoffnung aus, daß die irregeführten unter unseren Gegnern doch noch den Weg zurück zur deutschen Nation finden." Mit dem Siege über die Novemberrepublik haben wir einen entscheidenden Schlag gegen die internationale bolschwestische Unterwelt geführt. Mr haben damit nicht nur das deutsche Volk aus einer tödlichen Umklammerung gerettet, sondern die Kultur ganz Europas vor dem Verderben bewahrt. Wer heute gegen Deutschland kämpft, kämpft für den Weltbolschewismus. Ich glaube, daß es an der Zeit wäre, zu überlegen, ob es im Interesse der geschichtlichen Wahrheit nicht notwendig erscheint, ein Untersuchungsgericht zu berufen, das aktenmäßig die von uns allen erlebte Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Marxismus im Jahre 1918 feststellt und die Tätigkeit der Zentrumsführer in der Separatistenzeit näher aufzeigt. Weiter ging Reichsleiter Rosenberg auf das Prinzip der Gewissensfreiheit ein und erklärte, daß nach wie vor die NSDAP, als Bewegung nicht an einem religiösen dogmatischen Kampf teilzunehmen gedenke, daß sie jede echte religiöse Ueberzeugung programmatisch achte, deshalb in dieser Frage aber nicht der einen oder anderen Konfession ein Monopol Hubilligen könne. „Was die nationalsozialistische Bewegung fordert, ist nur das seelische Selbstbestimmungsrecht eines jeden Deutschen. Das ist zu sichern gegen alle Angriffe. Die Aufgabe des Nationalsozialismus ist aber vor allen Dingen, die Lebensgrundlagen der gesamten Nation zu erkennen und diese zu festigen, auszubauen und für alle Zeiten zu schützen. Wenn von der gegnerischen Seite erklärt wurde, daß die Gewissensnöte zum Widerspruch zwängen, so glauben wir ihnen nicht!" Denn diese Gewissensnöte hätten die Konfessionen von 1918 bis 1933 haben müssen, wenn sie echt gewesen wären. Sie hätten aber alle kirchenfeindlichen Kräfte, weil sie sich fürchteten, geduldet, ja sie hätten mit ihnen die innigste Koalition gegen die deutsche Wiedergeburt geschlossen. Der Nationalsozialismus habe den Kommunismus vertrieben, die Gottlosenoerbände aufgelöst, die Freimaurerei für immer ausgeschaltet, er habe also das vollbracht, was alle Kirchen und kirchlichen Parteien zusammengenommen nirgends zustande gebracht hätten. Reichsleiter Rosenberg ging dann auf den Schutz des gesunden Blutes ein und erklärte, wenn die Natur auch nach kirchlicher Lehre von Gott geschaffen sei, so sei es eben Pflicht, diese gesunde starke Natur auch in uns Menschen zu schirmen. Wenn die Menschen durch die Errichtung der Weltstädte eine ungesunde Gegenauslese verursacht hätten, bann fei es heute ihre Pflicht, diese Schäden wieder gut zu machen. In der Erhaltung des Gesetzes zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses gebe es keine Kompromisse, und die alten Mächte würden sich damit abfinden müssen. Sie hätten einst den großen Albertus Magnus auf den Index gefetzt, später aber heilig gesprochen — und so würden sie auch dieses Gesetz einmal anerkennen, lieber die Proteste der Vergangenheit wird unser Jahrhundert zur Sicherung der Lebensgrundlagen des deutschen Volkes zur Tagesordnung übergehen. Wir sagen das aber alles nicht, um einen Kampf zu entfesseln, sondern nur, um nach der Feststellung der Unerschütterlichkeit unserer Anschauung allen Gutwilligen nach wie vor die Hand zu reichen. Sie werden einmal erkennen müssen, daß auch sie als ehemalige Gegner mit ihren Nachkommen die Vorteile aus dieser nationalsozialistischen Haltung ziehen müssen. Die Wiedergeburt des deutschen Volkes einzuleiten, das ist die Aufgabe unserer großen Epoche, die einmal Ernst Moritz Arndt verkündete: Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit. Der Austakt zum Internationalen Straf, rechtskongreß in Berlin. Empfang im Verliner Schloß. Der Reichsjustizminister begrüßt die fremden Gäste. Berlin, 18. Aug. (DNB.) Einen einzigarttgen Auftakt erhiell Sonntagabend der 11. Internationale Strafrechts- und Gefängniskongreß, der ab Montag in Berlin tagt. Der preußische Ministerpräsident, General der Flieger, Göring und Reichsminister Rust hatten der Kongreßleitung die Empfangsräume des B e r l i n e r S ch l o f s e s zur Verfügung gestellt, in denen im Auftrage des Führers und Reichskanzlers und der Reichsregierung Reichs- justizminister Dr. Gürtner die Teilnehmer des Kongresses und zahlreiche Ehrengäste empfing. Neben den vielen Juristen der 54 auf diesem Kongreß vertretenen Staaten sah man auch zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korvs, so u. a. die Botschafter von Frankreich und Polen, fast sämtliche in Berlin beglaubigten Gesandten und Geschäftsträger. Ferner waren erschienen die Reichs- Minister Dr. Gürtner und D r. Frank, die Staatssekretäre Dr. Freister, Dr. Schlegel- b e r g e r , v. Bülow, Koenigs und Milch, der stellvertretende Reichspressechef Ministerialrat I a h n ck e, der Präsident der Internationalen Strafrechts- und Gefängniskommission, R e i ch s g e - richtspräsident Dr. Bumke, der Generalsekretär der Kommission, der holländische Professor Dr. Simon von der A a, der Ehrenpräsident der Kommission, Sir Evelyn Ruggles-Brise, der Vizepräsident der Kommission, Lord Pol- warth, Oberreichsanwalt Dr. Werner, der Direktor der Akademie für deutsches Recht, Dr. Lasch, Kammergerichtspräsident Staatssekretär Hölscher, Generalstaatsanwalt Dr. Jung, sowie fast sämtliche Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte. Führer zu neuer Rechtskultur. Die Aufgabe des Nationalsozialismus auf dem Kongreß. Berlin, 18.Aug. (DNB.) Die Reichsfüh- rung des Bundes nationalsozialisti. scher deutscher Juristen hatt am Sonntag- vormittag die Teilnehmer an dem Kongreß, s o - weit sie Mitglieder des Bundes sind, zusammenberufen. Der Reichsjuristenführer, Reichs- niinister Dr. Frank, umriß die Aufgaben, die insbesondere den nattonalsozialisttschen Rechtswah. rern auf dem Kongreß gestellt sind. Sie seien die Repräsentanten eines im tiefsten Sinne wieder f r e i g e m o r b e n e n Volkes, sie seien unabhängig von irgenbwelchen Kompromißnotwendigkeiten und müßten ihren Stolz darin erblicken, die nattonalsozialisttsche Jdeenfreiheit auf dem Gebiet der Strafrechtspolitik so einbeutig, nachdrücklich und schöpferisch klar zum Ausdruck zu bringen, daß sie damit einen Teil des Gesamtwertes des Führers erfüllten. Die deutschen Vertreter würden unter der Devise „Rettung der Geisteskultur der Welt vor dem landesbedrohenden internationalen Judentum und Bolschewismus" kämpfen. Der nationalsozialisttfche Strafrechtspoli- tiker fei Repräsentant der Antiverbrecherfront der Welt gegenüber solchen Staatssystemen, die sich auf die Seite des gemeinen Verbrechers gestellt hätten, wie es der Kongreß der Kommunistischen Internationale gezeigt habe. Die nationalsozialistische Regierung fei entschlossen, s i ch auf keinerlei internationale Verhandlungen über bie Grunbsätze unserer Strafrechtspolitik einzulassen, sie könne in gar keiner Beziehung über Grundsätze in Bezug auf vorbeugende Maßnahmen, die mit der Eugenik Zusammenhängen, über Verschärfung des Strafvollzugs und Sicherungsverwahrung paktieren, denn hier gehe es nicht um Rechtsanschauung, sondern um die Erkenntnisse der unmittelbaren ße b e n s » notmenbigfeiten eines bis ins tiefste hinein getroffenen Dolkskörpers. Der Nationalsozialismus wolle nicht zum Ausbau einer Organisation beitragen, in ber Kompromisse geschlossen würben, fonbern wolle Führer sein in eine ganz neue Rechtskultur hinein. Reichsmimster Frank ruft zur Bildung der Antt- verbrechersronk aus. Berlin, 18. August. (DNB.) Aus Anlaß bes Zusammentritts des XI. Internationalen Strafrechts- und Gefängniskongresses hielt Reichs- Minister Dr. Frank namens der NSDAP, eine Begrüßungsansprache, in der er die Abordnungen des Auslandes auf das herzlichste willkommen hieß. Reichsminister Dr. Frank, der als R e i ch s l e i t e r des Reichsrechtsamtes der NSDAP, die maßgebende Führung der Rechtspolitik des Reiches hat, wies darauf hin, daß gerade auf dem Gebiete des Strafrechts- und Ge- fangniswefens, des Strafprozesses und der Strafvollstreckung in Deutschland unter nationalsozialistischer Staatsführung Außerordentliches an Neuerungen geschaffen worden sei. Wie der Nationalsozialismus in den Ausgangspunkten in den Mittelpunkt und in den Zielbereich des Gesamtwirkens ausschließlich das Volk als Leitbegriff gestellt habe, so sei auch die Strafrechts- und Gefängnispolitik eine Angelegenheit des Gefamtvolkes. Der nationalsozialistische Jurist ist in diesem Sinn ein fanatischer Verfechter des Vergeltungsprinzips, ja des Abschreckungsprinzips. Denn das Volk als wertvollster Bestandteil unseres staatlichen Daseins verdient diesen äußersten Schutz mit allen Mitteln. Die nationalsozialistische Regierung rechnet es sich mit Stolz an, daß dank ihrer Maßnahmen es geglückt ist, die Kriminalität in Deutschland im Vergleich zu den früheren Jahren anders gearteter Regierungen wesentlich herabzuschrauben. Wir haben Zeiten gehabt in Deutschland, wo Tag um Tag die Toten auf den Straßen lagen; wir haben Zetten erlebtr wo der Mord geradezu öffentlich propagiert wurdH Wir haben Zeiten erlebt, da im Solde Moskaus stehende Apostel erklärten: Schlagt den National sozialisten, tötet den Nationalsozialisten, wo ihr ihn trefft. Aus dieser Kampfstimmung allein heraus können Sie, meine Herren, die Härte und dis Entschiedenheit des n a t i o n a l s o z l a. listischen Regimes gegenüberden Der« derberdervolkischen Gemeinschaft oer, stehen und ebenso, daß wir auf dem Gebiete des vorbeugenden und sichernden Maßnahmen ganz revolutionäre Schritte gegangen find. Aufbauens auf dem Urgrund der gesunden Rasse haben wir den Begriff des Dolksangehörigen als blutmäßigeq Bestandteil einer Gemeinschaft erfaßt. So kommt es, daß unsere eugenische Gesetzgebung die Ausscheidung der Minderwertigen, für dis Fortpflanzung nicht berufenen Elemente aus die« fern Fortpflanzungsprozeß mit aller Entschieden« heit im Wege der Sterilisation betreibt , Der Appell, den ich an Sie, meine Herren, dis Sie hier aus der ganzen Welt in Deutschland zu» fammenfommen, richte, ist: dienen Sie dies fern Recht ber gesunben Kulturvölker ber Erbe gegenüber ben bewußten Verderbern unserer Gemeinschaft! Das nationalsozialistische Deutfchlanb reicht Ihnen in vollem Bewußtsein seiner Friebensmission bie Hand. Wollen wir gemeinschaftlich eine Antioerbrecherfront bilden und wollen wir aus dem Bewußtsein, baß bie Jahrtausenbe alten Kulturwerte unserer Völker in Gefahr find, uns nicht scheuer, bas Strafrecht zum wesentlichen Schutzinstrument unserer Kultur gegenüber ben Niedergangsverderbern biefer Zeit aufrichten. Rote -Kreuz -Auszeichnung für Dr.BumckeundprofSimon van derAa. Berlin, 18. Aug. Jrn Auftrag bes Füh - rersunb Reichskanzlers überreichte Reichs« justizminister Dr. Gürtner bem Präsibenten bet Internationalen Gefängnis- unb Strafrechtskommis« sion Reichsgerichtspräsibenten Dr. B u m k e unb bem Generalsekretär ber Kommission, bem hollänbischen Professor Dr. Simon vanberAa ben Stern des Ehrenzeichens bes Roten Kreuzes. Auflösung aller Freimaurerlogen. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat die Landesregierungen sowie den Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes angewiesen, sämtliche Freimaurerlogen, die sich nochnicht selbst aufgelöst haben, auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (RGBl. I S. 83) auszulösen. Lr hak ferner auf Grund des Gesetzes über die Einziehung von Volks - und siaatsfeindlichemver- mögen vom 14. Juli 1933 (RGBl. I S. 479) festgestellt, daß das Vermögen solcher Freimaurerlogen zu volks- und staatsfeindlichen Bestrebungen gebrauchtundbe stimmt war, und hat die Landesregierungen angewiesen, diese Vermögen zu beschlagnahmen und einzuziehen. Verbot der „pommerfchen Tagespost'- Stettin, 17. Aug. (DNB.) Die Dienststelle Pommern des Reichsministeriums für Volksauf» klärung unb Propaganba teilt mit, baß auf Er« such en des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda die in Köslin erscheinende Tageszeitung „Pommersche Tagespost" auf drei Monate verboten worden ist. Entgegen der vom Reichsministerium auf- gestellten Forderung, daß es nur eine Aufgabe für die Tageszeitungen gebe, nämlich ihren gesamten Inhalt aus nationalsozialisti- I ch e m Geiste heraus zu gestalten unb sie zum Träger ber nationalsozialistischen Weltanschauung zu machen, haben Verlag unb Schristleitung ber „Pommerschen Tagespost" gezeigt, daß sie nicht gewillt sind, diese Aufgabe zu erfüllen. Die „Pommersche Tagespost" hat schon wiederholt Anlaß zu Beanstandungen gegeben. Ein Verbot war daher im Interesse der Erzielung einer einheitlichen Linie der Betätigung der deutschen Presse erforderlich. Auflösung der Synode des Bischofs Zänker. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Unter Führung des Bischofs Zänker ist die Bekenntnisfront an Schlesien dazu übergegangen, an die Stelle der amtlichen schlesischen Prooinzialsynode eine eigene, unter Ausschaltung anderer kirchlicher Gruppen gebildete Synode einzusetzen und sie für die amtliche zu erklären. Gegen die ausdrückliche Warnung ber Staatsbehörbe würbe ein „Prä« f e s" gewählt unb würben „amtlich e" Kundgeb ungen an die Kirchengemeinden erlassen. Während sich sonst überall die „Bekenntnissynoden" von amtlichen Synoden deutlich unterscheiden, wurde hier der Versuch gemacht, unter Irreführung der Öffentlichkeit die „Bekenntnissynode", also die Synode einer kirchlichen Gruppe, für die amtliche Synode auszugeben. Die Synode des Bischofs Zänker ist daher im Interesse der öffentlichen Ordnung aufgelöst worden. , Sühne für den feigen Ueberfall auf Krefelder Hitler-Jungen. Düsseldorf, 17. August. (DNB.) Wie sei. nerzeit gemeldet, wurden am Sonntag, 4. August, in den Abendstunden in Krefeld-Böckum 15 Hitler-Jungen von einem Dutzend junger Burschen angepöbelt und angegriffen. Der (Befolg- sch aftss (ihrer wurde durch einen Fußtritt in ben Unterleib unb burch einen Schlag mit einem harten (Begenftanb auf den Kopf derart verletzt, baß er ins Krankenhaus gebracht werben muhte. Ein 1 4jähriger Junge würbe vom Fahrrad geriffen unb geschlagen. Die übrigen würben mit Steinen beworfen. Nach dieser „Hel» bentat" suchten bie Flegel bas Weite unb konnten zunächst unerkannt entkommen. Drei Tage später würben acht Täter ermittelt, von denen sieben Mitglieder einer katholischen Jungenschaft waren. Heute wurden die Beschuldigten dem Sondergericht in Düsseldorf vorgeführt. Es handelt sich um einen holländischen Staatsangehörigen und sieben Burschen aus Krefeld-Bockum. Nur einet gehörte ber genannten Jungenschaft nicht an. Dis Angeklagten würben wegen gefährlicher Körperverletzung zu zehn bis fünf Monaten Gefängnis Der urteilt „Wir sitzen alle in einem Boot!" Vertrauen und Gparwitte die Grundlagen des deutschen Wiederaufstiegs. — Reichsbankpräsident Or. Schacht auf der Königsberger Ostmeffe. Königsberg, 18. Aug. (DNB.) Die 23. Deutsche Ostmesse wurde in der Stadthalle Königsberg am Sonntagvormittag feierlich eröffnet. Im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier stand eine Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der nach Uebermittlung der ihm aufgetragenen Grüße des Führers, der Reichsregierung und des Mini- sterpräsidenen Göring und nach einem Dankeswort an den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen seiner Genugtuung Ausdruck gab über die große Beteiligung des Auslandes. In einer Zeit, in der man sich in manchen Auslandskreisen darin gefällt, jede in Deutschland eingeworfene Fensterscheibe zu einer Kulturschande zu stempeln, ohne zu bedenken, daß diese Kreise selbst mehr Fensterscheiben ein geworfen haben, als jemals die politischen Leiter der Welt mit ihren Friedensbemühungen bezahlen können. In einer solchen Zeit lege ich Wert darauf, namens der Regierung festzustel- len, daß wir den lebhafte st en Wunsch haben, mit allen Völkern und Ländern der Welt friedlichen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu treiben. In einer Zeit, wo Kredit und Vertrauen fast aus der Welt verschwunden sind, wollen wir zum Ausdruck bringen, daß Selbstachtung die Achtung anderer bedingt, daß Behauptung niederer Eigenart nicht die Herabsetzung der Eigenart anderer bedeutet, daß die Anerkennung fremder Leistung unsere eigene Leistung nur herauf setzen kann, und daß ein wirtschaftlicher Konkurrenzkampf auf die Dauer nur durch vorbildliche Leistung, nicht aber durch Methoden der Gewalt oder der Verschlagenheit gewonnen werden kann. Reichsbankpräsidenl Dr. Schacht wandte sich sodann gegen die Leute, die die Phrase an die Stelle der praktischen Arbeit setzten und erklärte: Meine deutschen Volksgenossen, über den Ernst unserer deutschen Aufgabe mit billigen Redensarten Hinwegzugleiten, hat nicht nur keinen Sinn, sondern ist verdammt gefährlich. Die ganze Welt rings um uns herum befindet sich in Rot, Sorgen und Schwierigkeiten, und es wäre geradezu lächerlich anzunehmen, daß wir davon eine Ausnahme machten. Im Gegenteil, unsere Aufgabe ist noch wesentlich schwieriger als die des Auslandes. Deutschland, das den größten Krieg aller Zeiten mit ungeheuerem Aufwand an Vlut und materiellen Opfern verloren hat, aus dem nach dem Kriege durch das törichste Friedensdiklat aller Zeiten Tribute bis zum Weißbluten erpreßt wurden, das in der Inflation um die letzten Ersparnisse feiner fleißigsten Arbeiter betrogen wurde, und dem schließlich die nun schon sechs Jahre dauernde Weltwirtschaftskrise die schlimmsten Wunden schlug, Deutschland, dieses vielgeprüfte Land, reißt sich zu einer riesenhaften Anspannung seiner ihm verbliebenen Kräfte empor, um die politische Freiheit der Ration zurückzugewinnen. Es tut dies, weil ihm ein Führer erstanden ist, der in Millionen die Uebeuzeugung hineinhämmert, daß kein Volk feine materielle Sicherheit ohne diese politische Freiheit gewinnen und bewahren kann. Mit grenzenlosem Mut, mit staatsmännischer Kühnheit und mit unbeirrbarem Verantwortungsgefühl vor der Geschichte hat Adolf Hitler das deutsche Volk zu dieser neuen, schier unmöglichen Anstrengung aufgerufen; und das für unmöglich gehaltene ist E r e i g n i s g e w o r d e n. Ein in zwei Jahrzehnten der Not erschöpftes Volk schüttelt unter seinem Führer die läh mende Schwäche ab, erhebt sich inmitten einer ihm nicht wohlgesinnten Welt, ehemaliger Kriegsgegner zu neuer Wehrhaftigkeit und gewinnt seine nationale Ehre und Freiheit vor aller Welt zurück, um sich für alle Zukunft ferne materiellen und kulturellen Grundlagen wieder zu sichern. Von dieser geschichtlichen Aufgabe ist die gesamte Staatspolitik beherrscht; alle Zweige dieser Staatspolitik, zu denen in erster Linie die Finanz- und Wirtschaftspolitik gehört, sind auf dieses eine Ziel ausgerichtet. Wer in diese Wirtschafts, und Finanzpolitik unbefugt und störend eingreift, ist ein Schädling. Die Politik unseres Führers kann nur gelingen, wenn das Volk in einmütiger Geschlossenheit, in einer einzigen Willenskonzentration sich dahinterstellt. Genau wie der Soldat in der Wehrmacht seine Pflicht tut, so muß jeder Volksgenosse auch in der Wirtschaft das Gefühl haben, daß er im Dienst des Ganzen steht. Der Wehrpflicht und dem Wehrwillen entspricht die Wirtschaftspflicht und der Wirtschaftswille. Dr. Schacht warnte die 10 v. H. der Unbelehrbaren, die bewußten Opponenten und Saboteure, an deren Adresse der Führer jüngst sehr deutliche Worte gerichtet haben. Er empfahl, nicht eigene Schritte zu unternehmen und führte dazu aus: Für Geheimbünde, auch wenn sie harmlos sind, ist k e i n P l a tz im Dritten Reich. Die Pfarrer und Kapläne sollen Seelsorge treiben und keine Politik machen. Die I u d e n müssen sich damit abfinden, daß ihr Einfluß bei uns ein für allemal vorbei ist. Wir wünschen unser Volk und unsere Kultur rein unb eigen zu erhalten, wie es die Juden seit dem Propheten Esra für ihr Volk als Forderung jeder Zeit aufgestellt haben. Aber die Lösung aller dieser Aufgaben muß unter staatlicher Führung geschehen und kann nicht ungeregelten Linzel- a k t i o n e n überlassen bleiben, die eine schwere Beunruhigung der wirtschaft bebauten und die deshalb auch immer wieder von den staatlichen wie von den Parteiorganen verboten worden sind. Er werde diejenigen, die disziplinlos handelten, dafür verantwortlich machen, wenn die finanz- und wirtschaftspolitische Durchführung der vom Führer gestellten Aufgabe unmöglich gemacht werde. Da unsere wirtschaft auf das engste mit derjenigen des Auslandes verflochten ist, so kann es keinem von uns gleichgültig sein, welche F o l g e n die erwähnten Störungen für uns im In- und Auslande haben. Es ist für die Führung unserer Wirtschaftspolitik unerläßlich, daß das Vertrauen in Deutschland als einem Rechtsstaat unerschüttert bleibt. Riemand in Deutschland ist rechtlos. Ohne gegenseitiges Vertrauen der Wirtschaften zueinander ist keine Wirtschaftspolitik zu führen. Daß dieses Vertrauen in der ganzen Welt heute so gering ist, ist einer der Hauptgründe für die lange Dauer der Wirtschaftskrisis. In einem Punkte timme ich zunäckt mit meinen ausländischen Kritikern überein, nämlich, daß die auswärtige Schuld, die wir haben, eine schwere Bela- t u n g für uns ist. Die Mißachtung despri- Daten Eigentums, die unsere Feinde im Kriege unb m den Friebensbiktaten gezeigt haben, hat leiber Schule gemacht. Das, was bie feinblichen Regierungen auf biesem Gebiete gesündigt haben, bürfen wir mit vollem Recht als bie größte Barbarei ber Weltgeschichte bezeichnen. Diese planmäßige unb überlegte Barbarei ist in ber Tat weit schlimmer als amerikanische Lynchjustiz ober Einzelentgleisungen, bie auch anderswo Vorkommen. !lls Deutscher habe ich nicht ben Wunsch, eine solche Barbarei nachzuahmen. Ich bebauere es auf Sehr maßgebliche unb sachverständige Leute im In- unb Auslände zerbrechen sich den Kopf darüber, woher denn eigentlich das Gelb für die Arbeitsbeschaffung kommen soll. Ich kann diese Frage, die mich selbst tätlich beschäftigt, nicht verübeln, aber ich kann versichern, daß weder Hexerei noch Trick dabei ist. Das Geheimnis beruht lediglich auf der einheitlichen unb t raffen Zusammenfassung der gesamten Finanz- unb Wirtschaftspolitik, wie sie nur ein autoritäres Staats- genüge ermöglicht. Mit einem demokratischen Parlament würbe die Ausgabe nicht zu lösen sein. Tatsache ist, baß bie Steuereinnahmen sich mit dem Fortschreiten ber wirtschaftlichen Beschäftigung erheblich gebessert haben. Die Flüf• sigkeit des Gelb Marktes hat es dem Reich gestattet, in beträchtlichem Umfange unverzinsliche unb verzinsliche Schatzanweisungen zu begeben. Die R e i ch s b a n k konnte, so weit es währungspolitisch vertretbar war, Hilfestellung leisten, weil bie Privatwirtschaft im sinkenden Ausmaß an sie herantrat. Die Auflockerung der Debitoren infolge gewinnbringenderer Beschäftigung hat es ermöglicht, Teile der für bie Arbeitsbeschaffung erforderlichen Kredite auch auf diepriva- ten Stellen des Bankgewerbes umzulegen. Das Gelb, das durch bie öffentlichen Auftrage in ben Wirtschaftsprozeß hineingegeben worden ist, wird also von der Wirtschaft selbst wieder dem Reich für seine großen Aufgaben zur Verfügung aestellt. Die sehr geringe Aus- weitung des Geldumlaufes und die etwas größere Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ist eine natürliche Folge ber erhöhten Umsatztätigkeit in ber Wirtschaft. Dir haben also zu Lasten der kurzfristigen Gelder Vorgriffe auf eine spätere Dauerfinanzierung gemacht. Diese spätere Konsolidierung ist selbstverständlich eine wichtige und unerläßliche Ausgabe, und ich stehe nicht an zu erklären, daß die Hauptschwierigkeit noch vor uns liegt. Es darf niemand vergessen, daß es dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung und insbesondere der Wehrhaftmachung zu danken ist, daß wir das große Heer der Arbeitslosen nahezu beseitigt haben. Die Summen, die hierfür erforderlich sind, sind, an normalen Wahstäben gemessen, unerhört groß, und sie müssen einmal auf Leistungen und Ersparnissen des Volkes fundiert werden. Immer und immer wieder müssen wir dem deutschen Volke sagen, daß wir nicht im Schlaraffenland leben. Die Gröhe der Summen, die für die Arbeitsbeschaffung ausgegeben werden, könnte an dieser ober jener Stelle leicht zu der Ansicht verleiten, daß es auf ein paar Willionen mehr oder weniger nicht ankommt. In einer Zeit, die es uns verbietet, an eine Verbesserung der Löhne heranzugehen, ist jeder unnötig ausgegebene Pfennig eine Erschwerung der Gesamtlage, und es kann nicht genug an das Verantwortungsgefühl aller geldausgebenden Stellen appelliert werden. Denn wir bei der bisherigen Finanzierung der Arbeitsbeschaffung den Weg über den kurzfristigen Geldmarkt gewählt haben, so ist das keine leichtsinnige Finanzgebarung, sondern eine wohl überlegte Heber- gangsmahnahme bis zu dem Tage, wo sich ausreichende Sparkapitalien für eine langfristige Konsolidierung angefammelt haben. Die Sparkraft unseres Volkes ist es, der wir letzten Endes diese Konsolidierung anvertrauen müssen. Sparkraft wird sich aber nur zeigen, wenn Sparwille vorhanden ist; und ich hoffe, daß die vielen Geldtheoretiker, die immer wieder Kunststücke präsentieren möchten, aus meinen Ausführungen erkennen werden, welches Unheil sie anrichten, wenn sie immer wieder allerhand Geldabwer- tungspläne und dergleichen propagieren. Der meinen Ausführungen gefolgt ist, der wird erkennen, daß die finanzielle Durchfüh- rung der großen Aufgabe des Führers steht und fällt mit dem Vertrauen In die S.icherheit und Beständigkeit der Schuldverschreibungen des Reiches und feiner Betriebe. Es wäre geradezu Selbstmord und würde die Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms und der Dehr- haftmachung unmöglich machen, wenn die bas äußerste, daß Deutschlanb zur Zeit nicht in ber Lage ist, ben Verpflichtungen an bas Auslanb infolge ber Transferfchwierigkei- ten in vollem Umfange nachzukommen, aber ich werde nicht aufhören, alle Bemühungen daran zu fetzten, soweit es irgenb möglich ist, bie nun einmal bestehenden Forderungen zu befriedigen. Ausländische Kritiker verbreiten gern die Meinung, daß Deutschland nicht imstande sein werde, die ausländischen Rohstoffe, die es braucht, herbeizuschaffen. Ls ist jetzt genau ein Jahr her, daß ich mit Billigung des Führers es zum Grundsatz der deutschen Handelspolitik erklärt habe, nicht mehr kaufen zu wollen, als was wir bezahlen können, und in erster Linie das kaufen zu wollen, was wir nötig haben, und erst in zweiter Linie, was für uns entbehrlich ober Überflüssig ist. Ls ist richtig, daß sich seitdem unsere Handelsbeziehungen sehr erheblich verschoben haben, aber gerade das hat für eine Reihe von Ländern ganz neue Möglichkeiten des Absatzes auf den deutschen Märkten geschaffen. Reichsregierung die Interessen der Sparer verletzen würde. Die Arbeitsbeschaffung wird au» ben ersparten Ueberschüsseu der Wirtschaft und Arbeit finanziert werden, niemals darf und kann die» auf Kosten der Währung geschehen. Riemals dürfen und können sich aber auch Wirtschaft und Arbeit dieser Aufgabe entziehen. Don Zeit zu Zeit taucht bei gewissen Leuten immer wieder einmal bie sogenannte Sachwert» Psychose auf, b. h. ber Versuch, sich burch Kauf von Sachwerten, Aktien unb sonstigen Sachwertanteilen einer vermeintlichen Entwertungsgefahr zu entziehen. Meine beutschen Volksgenossen, ber Herr Neichsfinanzminister unb ich, wir haben, glaube ich, bereits burch unsere bisherigen Maßnahmen gezeigt, baß wir solchen Schlaumeiern beizukommen wissen. Ich betone hier: Wir sitzen alle in einem Boot, unb es wirb niemanben Gelegenheit gegeben, auszusteigen. Es gibt nur eins: Vertrauen in bie Seetüchtigkeit bieses Bootes unb in bie Führung des Kapitäns, der dem deutschen Reichsschiff befiehlt. Dieser Kapitän aber hat am 21. März 1934 jene Rebe über bie beutsche Svarkapitalbilbung gehalten, bei der er die Worte sprach: „Wir werden die Die Jones ermordet wurde. Die Ermordung des britischen Journalisten Gareth Jones durch chinesische Banditen wird durch die Provinzialregierung von Tschachar bestätigt. Die britische Botschaft hat bereits scharfen P r o t e st bei der Nanking-Regierung angekündigt. Der Führer eines Salztransportes hatte südlich von Paotschan- ahsien einen Polizisten getroffen, ber berichtete, die Leiche eines Auslänbers mit brei Schußwunden gefunden zu haben. Ein Genbarmeriekom- mando stieß auf bie Banditen» unb verfolgte fite, wobei bie Banditen fünf Tote zurückließen. Nach Aussagen eines schwerverwundeten Gefangenen sei Jones von ben Anstrengungen ber langen scharfen Ritte burch bas Gebirge bei schlechter Nahrung so erschöpft gewesen, baß er schließlich bie Wie» derbe st eigung des Pferdes verwei» g e r t e. Um auf der Flucht nicht weiter behindert zu werben, erschossen daraufhin bie Banbiten Jones. Die Provinzialbehörben hatten die größten Anstrengungen unternommen, um Jones zu befreien. Der tapfere Gendarmeriewachtmeister Chang Puenchi, der ben DNB.-Vertreter Dr. Müller befreite, würbe bei seinem zweiten Besuch im Lager ber Banbiten halb totgeschlagen. Ein anberer Unter« Händler befinbet sich heute noch in ihrer Gefangenschaft, wenn er nicht auch inzwischen getötet worben ist. Erwerbsloser gewinnt einen Fernsehempfänger. Auf ber Berliner Funkausstellung kann jeher Besucher bei Erwerb eines Loses für nur 50 Pfennig einen Fernsehempfänger gewinnen. Wir zu erwarten war, finben bie Lose bieser Lotterie des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer reißenden Absatz, weil ber Kauf eines Fernsehempfängers heute für bie meisten Volksgenossen angesichts bes immer noch sehr hohen Preises bieses modern- sten Rundfunkgerätes nicht in Frage kommt. Der erste Fernsehempfänger ist jetzt von einem er» werbslosen Berliner Volksgenossen gewonnen worden. Da dem Erwerbslosen im Hinblick auf seine materielle Bedürftigkeit mit dem Gegenwert bes Fernsehempfängers in Bargelb mehr gebient ist, hat er wunschgemäß ben Gelbeswert bes gewonnenen Fernsehgerätes erhalten. Vadeverbote für Fremdrafsige in England. Wie „Dailv Telegraph" berichtet, weigert sich die englische Südbahn, farbigen Personen bie besonderen Fahrscheine zu verkaufen, bie eine Reife nach Drpington und bie Benutzung bes dortigen Schwimmbades ermöglichen. Ein Beamter der Eisenbahngefellschaft erklärte einem Vertreter bes Blattes, baß bie Gesellschaft bem Ersuchen bes Schwimmbabbesitzers entsprechenb handele, mit dem sie eine Abmachung hinsichtlich ber Ausgabe ber Sonderfahrscheine getroffen habe. Der Direktor bes Schwimmbades sagte auf Befragen, baß feit Eröffnung des Bades vor drei Jahren farbigen Besuchern der Zutritt verweigert werde. Dor etwa einem Monat seien einige indische Stuben» Iten aus London gekommen; sie seien aber zurück- qewiesen worben. Es sei nur angemessen, daß Farbigen von dem Verbot Mitteilung gemacht werde, bevor sie eine Eisenbahnreise vom 24 Kilometer antreten. Aus diesem Grunde sei die Eisenbahndirektion ersucht worden, den Farbigen keine Sonderfahrkarten zu verkaufen. „Daily Telegraph" meldet ferner auf Grund einer Rundfrage, in einem ober zwei Schwimmbädern in unb bei ßon» Kapitalbildung fördern unb uns babet keiner Mittel bebienen, Die irgenbroie bie Achtung vor Eigentum ober V e r t r a g s r e ch t e n hintansetzen. Das Vertrauen ber beutschen Sparer wirb auch in Zukunft von her Regierung b ur ch keinerlei willkürliche Eingriffe unb durch keinerlei leichtsinnige Finanzgebarung enttäuscht werden." Meine deutschen Volksgenossen, es gibt für keinen Deutschen eine bessere ober nützlichere Anlage für seine Ersparnisse, als daß er sie bem Deutschen Reich leihweise zur Durchführung ber Arbeits- b eschaf f una zur Verfügung stellt. Die Reichsregierung hat Durch ihre kühnen unb umfassenben Maßnahmen zur Beseitigung her Arbeitslosigkeit überhaupt erst wieher eine Sparbilhung ermöglicht. Jeher einzelne muß beshalb in seinem eigensten Interesse dazu betragen, haß bas gigantische Aufbauwerk des Führers fortgefetztund vollendet werden kann, in bem jeher feine Ersparnisse so lange in ben Dienst dieser vordringlichen, für jeden einzelnen lebenswichtigsten Ausgaben stellt, bis wieher normale Weltwirtschaftsverhältnisse zurückgekehrt sind. Nur so kann ber ftiebliche Bestand unb bie friedliche Arbeit unseres Volkes sichergestellt werben. Der österreichische Eportführer verbietet den sportlichen Verkehr mit Deutschland. Wien, 18. Aug. (DNB.) Der Oberste Sportführer hat verfügt, baß bis auf weiteres ber gesamte sportliche Verkehr mit Deutschlanb verboten ist wegen ber Angriffe im „Völkischen Beobachter" gegen die österreichische Regierung. Die Zurückziehung sämtlicher bewilligter Starts wurde angeoronet. Die sachliche Antwort auf einen polemischen Aufsatz einer deutschen Zeitung besteht in einem Startverbot für die österreichischen Sportler. Allerdings ein überzeugendes Argument. Waren es nicht gerade bie Wiener Zeitungen, bie bei ber Ernennung bes Reichssportführers von einer Verquickung von Sport und Politik sprachen. Dabei waren für bie einheitliche Zusammenfassung aller Körperkulturverbänbe ausschließlich staatspolitische Gesichtspunkte maßgebend, österreichische Sportler aber werden gemaßregelt für einen Zeitungsaufsatz, von bem sie wahrscheinlich auch nicht eine blasse Ahnung haben. „Neuigkeitsweltblatt^ unb „Telegraph" strotzen alltäglich von schwersten Beleidigungen bes deutschen Volkes unb seiner Regierung. Wenn deutsche Behörben ähnlich reagieren wollten, dürfte es baß) keinen Musiker, Schauspieler unb Geschäftsmann österreichischer Staatsangehörigkeit in Deutschlaick) mehr geben. Aus aller Wett. hon bestehe ein ähnliches Verbot. Der Besitzer eines der größten Freilustbäder nördlich von London habe erklärt: „Für uns hat sich bie Frage noch nicht ergeben. Sollte es allerdings dazu kommen, bann würde ich wohl mein Bestes tun, farbige Besucher fernzuhalten. Ich glaube, viele Leute würden an ihrer Anwesenheit Anstoß nehmen." — Der Besitzer eines großen Schwimmbades am ©üb- ufer ber Themse sagte: „Wir halten es für nötig, mit Rücksicht auf bie Gefühle ber Frauen, bie bas Schwimmbassin benutzen, farbigen Leuten ben Zutritt zu versagen. Es ist etwas anberes, ob man mit Farbigen gemeinsam in bem gleichen Wasser schwimmt, ober ob man mit ihnen in Autobussen unb Trambahnen zusammen fährt." (Eine jüdische Familie des Verbrechens nach dem Volksverralsgefeh Überführl. In Bonn a. Rh. konnte von ber Zollfahnbungs» stelle Köln eine iüdische Familie bes Verbrechens nach bem Voltsverratsgesetz überführt werden. Es hanbelt sich um ben 51 Jahre allen Metzger Leo Grüneberg, besten Ehefrau Henriette, geb. Levy, unb ben 26jährigen Sohn Karl Grüneberg, die sämtlich festgenommen wurden. Nach bem bisherigen Gestänbnis haben bie Verhafteten ben größten Teil ihres Vermögens, in angeblicher Höhe von 20 000 RM., nach bem Aus» l a n b e verschoben. Es besteht jeboch ber hringenbe Verdacht, daß es sich um einen bedeutend größeren Betrag handelt. Die Schiebungen wurden auf äußerst raffinierte Weise durchgeführt, z. T. mit Hilfe von in Holland wohnenden Verwandten sowie angeblich unbekannten Personen, die dafür entschädigt wurden. Durch das schnelle Zugreifen der Zollfahndungsstelle Köln konnten noch Vermögenswerte in Höhe von 14 0 0 0 Mark beschlagnahmt werben. Das Grunbstück bes (Brüneberg würbe mit Beschlag belegt. Im Interesse ber Belegschaft bes Metzgereibetriebes, bie natürlich keine Ahnung von ben verbrecherischen Machenschaften bes Grüneberg hatte, hat sich bie Deutsche Arbeitsfront sofort eingesetzt,^um ben Betrieb fortzuführen. kommunistische Strahentumutte in Amsterdam. In den nördlich des Hafens gelegenen Arbeitersiedlungen wurden Mitglieder der nationalsozialistischen Bewegung (NSB.), die für ihr Parteiorgan Propaganda machen wollten, von einer größeren marxistischen Menge umringt unb angegriffen. Polizeistreifen wurden von der Menge mit Steinen beworfen unb konnten nur unter Anwendung ber Schußwaffe bie Ordnung wiederherstellen. Aus verschmähter Liebe in den Tod. Ein aus bem Dorfe Bingert unweit von Bad Kreuznach ftammenber 29jähriger Mann unterhielt längere Zeit hindurch ein Liebesverhältnis mit einem in Bad Kreuznach in Stellung befindlichen Mädchen; dieses Verhältnis wurde in ben letzten Tagen von bem Mädchen gelöst. Der Mann wurde kurz darauf von feiner Mutter in einer Blutlache im Bett liegend aufgcfunben. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte fest, daß ber Mann sich mit einem Messer den Hals Durchgeschnitten hatte; er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf feinen Verletzungen er« legen ist. Ein gerissener Dieb gefaßt. Der Kölner Kriminalpolizei gelang es, einen Burschen festzunehmen, der vor einigen Tagen auf Einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik. seiner Arbeitsstelle in Arheilgen bei Darmstadt einen schweren Diebstahl ausgeführt hatte. Er war hier wenige Tage bei einem Mühlenbesitzer als Geselle beschäftigt und nutzte die Gelegenheit aus, um bei dem Bruder seines Arbeitgebers aus einer verschlossenen Kommode, die er mit einem Nachschlüssel öffnete, 4000 Mark zu stehlen. Nach dem Diebstahl ergriff er unter Zurücklassung seiner alten Sachen die Flucht, die ihn über Frankfurt nach Köln führte. In Frankfurt hatte er sich ganz neu eingekleidet und das gestohlene Geld mit vollen Händen ausaegeben. Bei seiner Festnahme war er noch im Besitze von 2440 Mark, die sichergestellt wurden. Zwei englische Dampfer im Rebel zusammengestohen. Infolge des dichten Nebels ereignete sich in der irischen See, 60 Meilen von Liverpool, ein schweres Schiffsunglück. Der mit 620 Personen besetzte englische Vergnügungsdampfer „Laurentic" und der englische Frachtdampfer „Napier Star" stießen mit derartiger Wucht zusammen, daß die beiden Schiffe, ineinander fest gerammt, losgeschweißt und ins Dock verbracht werden mußten. Der Bug des Dampfers „Napier Star" ist über 6 Meter eingedrückt worden. Sechs Matrosen verloren bei dem Unglück das Leben; fünf Matrosen sind verletzt worden. Wertvolle Funde aus Deutschlands Frühgeschichte? Beim Aufdecken eines 300 0 Jahre alten Grabes auf dem Fürst Fuggerfchen Besitztum Wellenburg bei Augsburg wurden die gut erhaltenen Ueberrefte eines Wagens freigelegt, dessen kunstvolle Ausführung Zeugnis von der hohen Kulturstufe einer vergangenen Epoche auf. deutscher Erde gibt. Außer dem Wagen, der eine Kostbarkeit ist, wurde noch eine Tonurne gefunden. Sie ist 35 Zentimeter hoch. Ihr Inhalt wird 3ur Zeit von Fachleuten untersucht. Alle Anzeichen lassen darauf schließen, daß es sich um einen Fund aus der Hallstattzeit handelt. Die Funde wurden von dem Grundstückseigentümer dem Maximilians- Museum in Augsburg überlassen. Riesenerfolg des Arbeitsfrontempfängers DAF. 1011. Bereits am ersten Tage der Rundfunkaus- ft e l l u n g in Berlin wurden, wie der Informationsdienst der DAF. mitteilt, 10000 ©tüd des Arbeitsfrontempfängers D A F. 1011 in Auftrag gegeben. Dieses erste Ergebnis ist ein Riesenerfolg des für alle deutschen Betriebe von der Deutschen Arbeitsfront geschaffenen Gerätes, der schlagartig beweist, wie notwendig die Schaffung des Gerätes war, das eigens-für die Bedürfnisse der Betriebe konstruiert wurde. England durch Streik 839 000 Arbeitstage verloren. Infolge von Lohn- und Arbeitsstreitigkeiten yin- ?en in den ersten sieben Monaten b t e • e s Jahres in Großbritannien 839 000 Arbeitstage verloren. Bestrafte Plakatabreißer. In Tauberbischofsheim wurden vor dem Amtsgericht im Schnellverfahren die 3,7 Jahre alte Rosalie Stephan und chr 33 Jahre alter Bruder Linus Stephan, beide aus Dettmar, zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie das von der Gauleitung heausgebrachte Plakat „Deutsches Volk, horch auf!" von ihrem . Scheunentor weggerissen hatten. Die Angeklagte Stephan hat schon 20 Jahre einer Jungfrauenkongregation angehört. Flüchtiger französischer Vankdirektor verhaftet. — 15 Millionen Franks unterschlagen. Der Pariser Polizei gelang es nach sechsmonatiger Suche, den früheren Bankdirektor einer Bank in Reims, Philippe, festzünehmen, der im, Laufe Der Augenblick her Katastrophe. ?”‘r"" O. W( B ,< M 5 W M r ■ Bei der Dammbruchkatastrophe in Ovada in Oberitalien wurde kurz nach Eintritt der furchtbaren Ueberfchwemmungen diese Aufnahme gemacht. Man sieht im Vordergründe die Turbinenhalle e i n e s E l e k t r i z i t ä t s w e r k e s. Rechts von den Bergen stürzen sich die Wassermassen herab, hüllen einen Teil des Tales in weißen Wasserdampf, während Gischt im Tale viele Meter hoch aufspritzt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) den. Nur noch der Reichsverband der jüdischen Kulturbünde darf den organisatorischen Zusammenschluß aller jüdischen Kulturorganisationen im Reichsgebiet darstellen. Sämtliche jüdischen Kulturorganisationen mit Ausnahme der Schul- und Kul- tusgemeinen müssen bis zum 15. September d. I. dem Reichsverband eingegliedert sein. Mitglieder können nur Juden oder Nichtarier im Sinne des Berufsbeamtengesetzes sein. Jedoch können auch Ehegatten von'Mitgliedern eines jüdischen Kultur- bundes, auch wenn sie selbst arisch sind, einer folgen Organisation angehören. Im Rahmen dieser Organisation können nur Kulturbundsmitglieder tätig sein, auch die sonstigen Teil- nehmer an Veranstaltungen des Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde müssen Mitglieder dieser Organisation sein. Die Vortragsfolgen werden von der Zentralleitung des Reichsoerbandes nach Vorlage bei dem Sonderbeauftragten feftgelegt. Sie bedürfen dann nicht mehr der Genehmigung einer zuständigen örllichen Dienststelle. Die lokalen Organisationen haben tunlichst Räume zu benutzen, deren Eigentümer, Mieter oder Pächter Nichtarier sind. Der Verkauf von Theater-, Konzert- und Vortragskarten ist auf den Mitgliederkreis des Reichsverbandes beschränkt, ebenso die Werbung auf die ausgesprochen jüdischen Zeitungen und Zeitschriften. Es ist selbstverständlich, daß sich die Veranstaltungen und der Inhalt der „Mitteilungen des Reichsoerbandes" in keiner Form gegen den nationalsozialistischen Staat, seine Einrichtungen und seine Gesetze wenden darf. Allen Mitgliedern des Reichsverbandes ist die Betätigung auf künstlerischem und kulturellem Gebiet nur im Rahmen des kulturellen Eigenlebens des in Deutschland ansässigen Judentums erlaubt. Die Richtlinien sind Beweis dafür, daß der nationalsozialistische Staat den nichtarischen Staatsangehörigen alle Möglichkeiten zur Betätigung ihres kulturellen und künstlerischen Eigenlebens gibt, wenn sie davon ablassen, sich in das Kunst- und Kulturleben des deutschen Volkes offen oder versteckt einzudrängen. der vergangenen Jahre etwa 15 Millionen Franks unterschlagen hat. Philippe hatte es damals verstanden, sich einer sofortigen Derhaf- haftung zu entziehen, und war im Februar d. I. aus Reims geflohen. Er wurde in einem kleinen Provinzort mit geschorenem Bart und unter falschem Namen lebend von zwei Pariser Kriminalbeamten verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Hinrichtung eines Mörders. In Rostock in Mecklenburg ist am 17. August 1935 der vom dortigen Schwurgericht am 8. April 1935 wegen Mordes zum Tode verurteilte Konrad Emil Meller hingerichtet worden. Meller hat' am 30. Januar 1935 die neunjährige Elly Kern mit unmenschlicher Rohheit ermordet, um sich an dem Vater des Kindes zu rächen, den er zu Unrecht für seine Entlassung aus • feiner Arbeitsstätte verantwortlich machte. Kunst und Wissenschast. Internationaler Physiologenkongreß in Moskau geschlossen. Der 15. Internationale Physiologen- kongreß, der. in Leningrad getagt hatte und zur letzten Plenarsitzung nach Moskau übergesiedelt war, wurde im großen Sitzungssaal des Konservatoriums offiziell geschlossen. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Molotow empfing das aus sechs Gelehrten bestehende Präsidium des Internationalen Physiologenkongresses, darunter Professor Dr. Otto Frank (Deutschland). Für die ausländischen Teilnehmer des Kongresses sprach Professor L a p i q u e (Frankreich), ' worauf Molotow die Kongreßmllglieder zu dem erfolgreichen Abschluß ihrer Arbeiten beglückwünschte. Am Abend fand ein großer Empfang im Kreml-Palast statt, der von Molotow, zu Ehren sämtlicher Teilnehmer am Physiologenkongreß veranstaltet wurde. Im Mittelpunkt dieses Empfanges stand eine große Rede Molotows, auf die mehrere ausländische Kongreßmitglieder antworteten. Der plattdeutsche Heimatdichter Georg Droste f. Nach jahrelangem Krankenlager starb in Bremen im 69. Lebensjahre der bekannte plattdeutsche Heimatdichter Georg Droste. Aus einfachen Verhältnissen stammend, erlernte Droste das Buchhändlergewerbe. Infolge einer Sehnerventzündung kam plötzlich Erblindung über den noch nicht Zwanzigjährigen. Mit 42 Jahren begann Droste seine eigentliche dichterische Laufbahn, in der er sich besonders durch seine Heimaterzählungen einen weit über seine Vaterstadt hinaus bekannten Namen machte. Er hat die Menschen und Verhältnisse der Hansestadt meisterhaft und mit Diel Humor geschildert. Einheitliche Kultnrorganisation der Inden. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Zwischen dem G e - Heimen Staatspolizeiamt und dem Sonderbeauftragten des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, Staatskommissar Hinkel, sind eindeutige Richtlinien für die Tätigkeit des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde im deutschen Reichsgebiet vereinbart worWetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Mit dem Eindringen etwas kühlerer Lustmassen von Nordeuropa her hat sich das festländische Hochdruckgebiet wieder gekräftigt. Sein Einfluß wird auch weiterhin für unser Wetter bestimmend bleiben, so daß, abgesehen von gelegentlicher Bewölkung, das trockene und auch überwiegend heitere Wetter erhalten bleibt. Aussicht für Dienstag: Morgens vielfach dunstig und nebelig, sonst heiter bis wolkig, trocken, schwache Luftbewegung. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des Schönwettercharakters. Lufttemperaturen am 18. August: mittags 21,8 Grad Celsius, abends 13,1 Grad; am 19. August: morgens 11,4 Grad. Maximum 22,5 Grad, Minimum 8,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. August: abends 17,6 Grad; am 19. August: morgens 14,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8,4 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton t.V.: Dr.F.W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich tn Gießen. Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 tßf„ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Mietgesuche Persof.od.fväter werden gesucht: 6 Zwei- u. Drel- 3lmm.-Wohngn. sowie ZMs-ll.SM 3imm.-!Dohngn. Wenn aus zweiter Hand, wird Vermittl.-Prov. gezahlt. Schrift!. Ang.unt.4729D andenGiesi.Anz. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 J-Mota), mit Zuhehör per sofort ob. später von ruhig. Ehepaar gesucht. Schr.Angeb.unt. 03481 a.d.G.A- IlllllllllllllllimilUlimi Gut möbliertes großes Zimmer in ruhig. Hause, am liebst, vart., von älterem Beamten i. R. zu mietenges. Schr. Ang. unt. 03484 an d. Gieß. Anz. iiiHiiiiiiiiiiiiiiiimiiiin NS.-Gemeinschaft, Ein Abend, an dem Tränen gelacht werden ! Willy Reichert ■ der Meister des Humors mit seinen Künstlern kommt am 24. August in die Gießener Volkshalle I u. a. die berühmten ■ für Spengler üJöWeare findet im September statt. Anmeldungen sind bis zum 1. Sevt. an den Vorsitzenden des Prüfungs- Ausschusses Hch. Blum, Graben- straße 9, zu richten. 4?mD Mttzubringen ist der Lehrvertrag und 6 - Mr. Prüfungsgebühren. Klempner- u.Jnstallateurinmmg für den Kreis Gießen. Rödiger, Obermeister. Von der Reise zurück 5 KARDOSCH-Sänger ABEND Hamburg: .... ist ein ganz großer Künstler.. .ununterbrochen durchbrausen Stürme d. Heiterkeit d.Säal PRESSESTIMMEN: München: . .man lachte wie noch nie .... dröhnender BeifaU in der überfüllten Tonhalle Bayreuth: .. . Reichert ist der Cäsar des Humors: er kam, sah und siegte n IIMTE D Mannheim: ., Reichert ist ein Künst- DU NI LR ler mit ganz großen Qualitäten.... - noch in der Erinnerung biegt .sich n 1111 n t K die Feder vor Lachen hliilhlii Preise der Platze: RM. -.40. -.60, -.80 und 1.-. Vorverkaufsstellen: Oberhess.Tageszeitung, Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Kreisdienststelle „ KdF.“, Schanzenstraße 18, Zimmer 8> Geschäftsstellen der DAF-Ortsgruppen, Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP., Walltorstraße 16. 4723d KleineAnzergen Im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. 2-3-ZJobno. p.l.od.lo.Sept. vonruh. Ehepaar zumiet.gef.Schr. Ang. mit Pr. unt. 4730V a.d.G.A. Gesuch: 08486 rziiMl Kochgelegenh. u. Bad, evtl, leer: Sv all art, Stadttheater Verschiedenes Tanzen lehrt in Einzel- stund. u. 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August 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 369283 374899 386256 391380 392256 393732 104254 111549 112619 132410 133316 212326 267655 366931 383691 195906 232028 303363 217519 305697 140167 159872 176006 187563 231034 313199 381711 158043 241313 350007 382972 189113 220031 302167 13062 28341 38709 46072 54210 63060 75163 91660 17734 33069 39705 50317 56411 65295 83015 161474 247315 356225 383095 243077 265146 27889.1 281740 302373 312205 326232 337439 347554 368799 378865 39975® 145584 162476 182467 188471 801192 24804 38216 43738 52647 60406 70406 86616 222817 232920 242981 262560 278070 281180 298917 311939 323618 335349 346471 366066 378737 397692 20215 33729 41609 50976 59112 67268 84520 20574 34304 43628 62396 59400 69467 84868 16982 32778 39056 50224 56274 65266 77677 100085 218521 306451 . 62 Gewinne zu 74228 125110 149136 161889 156724 156540 196049 210801 210818 218379 232647 253696 266144 283991 309583 310230 350100 392173 4 Gewinne zu 10000 M. 313408 398143 6 Gewinne zu 6000 3J£. 89359 176085 284456 18246?e245863U 3000 69456 112636 169447 : 15661 29521 38974 46570 65410 64514 77277 96923 111457 126470 139259 158553 174976 186730 198084 208292 220901 231778 242777 262206 275022 280822 298309 311720 319574 332092 345575 363538 378525 395585 1000 W11619 12715 37482 51871 127239 ------ ------ ------ 16 (Seminne xu 2000 M. 28173 60244 76357 136782 168589 289916 316030 365213 379926 392 «-Winne zu 300 M. 4365 4494 4734 4886 5576 5965 5983 7838 9410 11124 13044 ----- ----- ------ ------ 393184 Gewinne zu 600 M. 13436 14576 23549 23684 36596 72049 73903 81580 101484 130132 142287 106826 110460 111236 117901 118514 121061 134516 136798 138680 145627 145873 156491 164407 164960 165781 183073 183647 184534 191271 194605 197123 201249 203878 204527 212490 214226 217756 229039 230095 231411 238412 239038 240688 566507 259410 260591 58*799 267775 274888 2-8891 279630 280403 284202 295397 298197 306053 309330 311092 317440 317474 319318 328601 331290 332028 338448 340762 343123 348789 354346 358309 372776 373972 378073 383743 385509 388937 Sno Ferienglück! Erhotemg beim Bmseru Spendet für die Kmderlandverfchicknng des Hüfswerks „Mutter und jtinb'* 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 20000 M. 339731 8 Gewinne zu 5000 M. 41994 69527 308190 313159 2 Gewinne zu 3000 M. 98429 16 Gewinne zu 2000 M. 13820 45120 50234 102916 125182 196238 388010 390311 60 Gewinne zu 1000 M. 945 26105 51118 78969 80082 86064 174984 208826 226339 230056 237129 242865 280290 297627 326928 347732 374633 380883 383606 389351 390284 390846 395829 396315 397408 64038 60638 101167 Jnr Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je ie 500, 18436 zu je 300 Mark. 77819 95573 105341 123113 143223 153086 166081 184230 192946 214939 233637 264218 273710 290679 296214 314167 322208 336061 359422 374429 391704 13299 28275 66451 74639 94274 104504 120229 139419 150639 165558 184073 192139 202243 233319 257253 273395 290515 295579 310191 321546 335194 357809 371423 390691 102062 112644 133746 149029 155437 170589 190214 200415 227391 247133 272753 285629 293646 303793 319320 331490 351516 368800 382461 103503 118531 138936 149560 164284 172323 190350 202020 228574 264554 273056 289617 294562 308628 319687 333112 351738 369403 390504 107656 126483 144036 153501 166930 187117 194440 224164 240351 265621 276947 290766 297160 314869 325088 340644 359775 376321 *99961 111395 133644 144040 154295 168725 189323 195269 225020 244651 272711 277043 291044 303254 317076 327419 344603 362381 379444 28323 42018 43207 45044 45321 54036 62467 67999 68457 68986 74402 78098 85765 85773 86909 86952 101167 101724 ------ ------ 56 Gewinne zu 500 M. 25341 26628 59007 68819 81992 87439 108894 116191 119758 133230 133758 1*8384 163253 165306 180356 230531 275871 279613 281160 295879 328401 343408 351543 362370 371559 376498 388065 397255 296 Gewinne zu 300 M. 2834 8862 11315 16316 16°26 18637 20233 20608 23130 JSJK00',2 8uJe 300000, 2 zu je 100000, 2 zu ie 75000, 4 zu je 50000, 4 zu je 80000, 10 zu e 20000, 68 zu je 10000, 124 zu je 5000, 282 zu je 8000, 676 zu je 2000, 2042 zu je 1000, 3328 au h» Finn ... 4. QAA • £». man den Höfermayer-Sepp eines schönen mit einem gebrochenen Bein auf einer ins Dorf heruntertrug, mußte er seinen an den Nagel hängen. Aus war's mit dem Führer und Vaterland Ausdruck gebend, brachte er das freudig aufgenommene Sieg-Heil auf den Führer aus, worauf die beiden Nationalhymnen von der großen Menge gesungen wurde. Bürgermeister Fischer als Vertreter der Gemeinde gab einen kurzen Rückblick auf die Entstehung des neuen HJ.-Heirnes. Auf einem ehemals fast wüsten Platze sei nun eine herrliche Erziehungsstätte der deutschen Jugend entstanden. Er sprach dem leitenden Architekten Wilhelm Fink, sowie allen Handwerkern und Arbeitern den Dank der Gemeinde aus und ermahnte die Jugend zur Mitarbeit am großen Werk, das heiße: 'Deutschland! Er überreichte dem Gebietsführer Potthoff die Schlüssel zum Heim. Gebietsführer potthoff richtete zunächst herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung an die Ortsgruppe, die Gemeinde und die Kreisleitung. Die Jugend, so sagte er u. a., soll diesen Dank nicht nur durch Worte, sondern durch die Tat abstatten, indem sie sich des schönen Heims würdig erweist. Hiller-Jugend soll die Grundlage für das Bestehen unseres Volkes darstellen. Wir wissen. Bergführen! Zuerst wollte er schier verzweifeln, wenn er mitansehen mußte, wie seine ehemaligen Kollegen mit den Touristen in der Früh abzogen, hinauf in die Rotwand, die sein ureigenstes Gebiet gewesen war, aber dann setzte sich doch sein Lebenswille durch. Wie kann ich Geld verdienen? Der Gedanke beherrschte ihn schließlich ganz und gar. Zum Rentner ühlte er sich noch zu jung — und dann kam es ihm auch wie eine Sünde vor, alle die reichen Fremden aus aller Herren Länder, die durch sein Dorf kamen, so ganz ungeschoren ziehen zu lassen. Eines Tages — unvergeßbar in den Annalen der Ortschaft — erschien also der Höfermayer-Sepp mit einem Riesenfernrohr auf dem kleinen Marktplatz, montierte es auf ein Stativ, befestigte Schild daran und setzte sich auf einen Hocker Pg. K l o st e r m a n n bei der Weiherede. frisches Grün und Fahnen. Die nationalsozialistischen Gliederungen unserer Gemeinde und zahlreiche aus den Nachbarorten nahmen an der Feier teil. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 leitete mit einem schneidigen Marsch die Feier ein und begleitete anschließend das gemeinsam gesungene Lied „Volk ans Gewehr". Ortsgruppenleiter Or. Erößmann begrüßte neben den vielen Volksgenossen insbesondere Pg. Klo st ermann und den Gebietsführer Oberbannführer Potthoff. Er führte u. a. aus: Es scheine keine Gelegenheit günstiger, die Fahne zu weihen als an dem Tag, an welchem der Wunsch unserer Jugend, ein eigenes Heim zu besitzen, in Erfüllung gehe. Denn die Jugend solle diese Fahne einst weitertragen in die Zukunft unseres Volkes. pg. Klostermann-Gießen hielt die Weiherede. Er dankte der Ortsgruppe und der Gemeinde Klein-Linden für die Schaffung dieses Heimes und führte dann u. a. folgendes aus: Wenn wir, die politischen Leiter und Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung aufgefordert werden, ein Heim zu weihen, das der deutschen Jugend gehört, dann tun wir das mit ganz besonderer Freude. Wir gedenken dabei der Zeit, als wir anfingen, Politik zu treiben. Aus den Knaben von damals sind Männer geworden, die in voller Kraft dastehen. Von O. G Foerster. Nicht weit von Potsdam liegt ein altes Bauerngut das vier Jahrhunderte lang bis zum Weltkriege Erbbesitz einer Bauernfamilie war. Don Generation zu Generation wanderte in diesem Hause ein seltsames Familienheiligtum, das neben anderen Erinnerungsstücken in einer schon geschnitzten Truhe aufbewahrt wurde: ein schwerer Krückstock mit einem verzierten Elfenbeingriff... Dieser Stock gehörte einst Friedrich dem Großen, und er kam auf eine merkwürdige Weise an die Bauernfamilie. , - Dor rund 150 Jahren fuhr der Urahn ,enes Geschlechts einmal mit einer schweren Kornladung nach Potsdam zum Markte. Zwei starke Pferde zogen den Wagen. Das eine aber war wild und störrisch und blieb häufig stehen Der Bauer, der rechtzeitig auf dem Markt fein wollte, wurde schließlich ärgerlich und half, da alles Zureden umsonst war, ein wenig mit der Peitsche nach. Doch vergeblich — das Pferd wieherte zornig und blieb Lieder stehen. Da schlug der Bauer wütend etwas In diesem Augenblick aber fühlte er seinen Arm aufgehalten, eine feste Hand umklammerte seinen Rockärmel, und ein schwerer Stock drischt ihm un- barmherzig den Buckel. In höchster Wut faßt der Bauer da den Peitschen- stil fester wendet sich wild um und will die Peitsche gegen den Angreifer schwingen — da sieht er neben sich den König auf seinem Pferde halten, zornig mit dem Krückstock drohend und noch immer den Bauern an der Jacke festhaltend. Dem Bauern fällt vor Schreck die Peitsche aus der Hand. Friedrich aber ruft: „Ich will Ihn lehren Tiere zu schinden, Er Barbar! Fühlt Er nun, wie Schläge roch tun? Ein Gluck für »te arme sReftie daß ich gerade vorbeikomme. Hatte sie sonst wohl gar totgeschlagen, Er Unmensch!" Bewiesen'Scheltworten faßt indessen der-Bauer wieder Mut, um so mehr, als er fühlt, daß der König ihm Unrecht tut, und da er selber ein hitziger Dickkopf ist, vergißt er für einen Augenblick, daß man feinem König mit Respekt begegnen soll und fährt grimmig den Komg an. „Ho, ho! Herr Könia' Versuch Er es doch mal, die arme Bestie, dfe Sachen hat wie Eisen und doch nicht nom Fleck will, mit freundlichen Worten zur Raison zu bringen!" daß noch viele Gegner da sind, wir wissen aber auch, daß eine deutsche Jugend steht, die des Vertrauens des Führers sich würdig erweist. In der Vergangenheit gab es Zersplitterung der Jugend in viele Lager. Die Begriffe Heimat, Volk und Vaterland waren verlorengegangen. Da kam der Führer und steckte das gemeinsame Ziel: Deutschland. Adolf Hitler rottete alles aus, was hemmend im Wege war. Erst jetzt kann man wieder im freien Deutschland leben. Aus dem Vermächtnis der gefallenen Kameraden schöpften wir die Kraft, Deutschland und unserem Führerzudienen. Für die am Erscheinen verhinderte Obergau- sührerin sprach deren Stellvertreterin Elise Oaab -Lollar herzliche Dankesworte für die Schaffung des fchö- nen Heimes. Sie zeichnete dann kurz die Wege für die Erziehung der Mädchen zur deutschen Frau. Auch die Mädchen dürfen nicht lau sein, son- dern müssen mitarbeiten am Aufbau unseres Vaterlandes. Den Weg bereiten mit starker Hand, immer vorwärts schauen, nur für Deutschland leben, ist oberste Aufgabe des BDM. Bannführer Schreiber, Bann 116 Gießen Wortlos schraubte der Sepp fein Fernrohr auseinander. Aber so genau man Okular und Linsen auch untersuchte — da war nichts von Betrug und doppeltem Boden! Also mußte es doch wohl mit den Gemsen in der Rotwand seine Richtigkeit haben! Gekränkt schraubte Sepp sein Instrument wieder zusammen und.hinkte nach Hause. Für heute war ihm die Lustt am Geldverdienen vergangen. Am Abend machte er sich auf den Weg zum Schmalzler-Toni, dem einzigen Freund, der ihm ?eblieben war. Der hörte ihn erst wortlos an, ratzte sich dann am Kopf und meinte schließlich: „Na dann, Sepp — dann müssen wir eben unsere Scheibe droben in der Rotwand beweglich machen! Wir werden doch das schöne Geschäft nicht an den Nagel hängen! Und so geschah es dann auch! wir wollen Jünger und Apostel des Führers fein, wir haben nur dann unsere Mission erfüllt, wenn wir die Gedanken des Nationalsozialismus ins Volk hineingetragen haben. Die nationalsozialistische Revolution haben wir nur zu einem Teil hinter uns. Wenn heute Gruppen und Grüppchen schädlicher Volksgenossen Sturm lausen wollen gegen die Gedanken des National- ozialismus, dann sind wir heute noch viel besser n der Lage, gründlich gegen diese Gruppen zu tehen. Wenn wir einst über Marxismus, Kommunismus, Kapitalismus und die gegnerische Presse Herr wurden, so können wir das heute, wo uns die Macht zur Verfügung steht, erst recht. Unsere Langmut ist keine Schwäche. Wir verlangen von den Männern, die dem Jenseits dienen, daß sie uns politisch nicht ins Gehege kommen, und rufen ihnen zu: „Arbeitet ihr für das Jenseits und überlaßt uns die Arbeit für unser Reich, das auf dieser Welt gebaut werden soll." Wir werden nie zugeben, daß über einen Kampf der Konfessionen die Volksgemeinschaft zerbricht. Wir stehen gegen Reaktionäre, haben aber die Zuversicht, daß diese Kategorie aus- fterben wird. Wir haben die Jugend des Volkes auf unserer Selle, wir Nationalsozialisten predigen eine neue Weltanschauung, und diese ist so leicht verständlich, daß sie jeder Volksgenosse verstehen kann. Beethoven dirigiert. Wenn wir eine Symphonie von Beethoven anhören, von Meisterhand dirigiert, so überfällt uns zuweilen der Wunsch, den Schöpfer dieses bezwingenden Werkes selbst einmal auf dem Dirigentenpult zu sehen und zu vernehmen, wie er seine eigenen Wer^e auslegt. Ueber Beethovens Art zu dirigieren liegen uns verschiedene Berichte vor, die sein leidenschaftliches Temperament auch in der Leitung des Orchesters übereinstimmend zum Ausdruck bringen. „Beethoven hatte sich angewöhnt", berichtet Spohr, „dem Orchester die Ausdruckszeichen durch allerlei sonderbare Körperbewegungen anzudeuten. So oft ein sforzando vorkam, riß er beide Arme, die er vorher aus der Brust kreuzte, mit Vehemenz aus- einander. Auch schrie er manchmal, um das forte zu verstärken, mit hinein, ohne es zu merken." Seyfried beschreibt Beethoven in seiner Eigenschaft als Orchesterleiter folgendermaßen: „Das Diminuendo pflegte er dadurch zu markieren, daß er immer kleiner wurde und beim pianissimo sozusagen unter das Taktierpult schlüpfte. So wie die Tonmassen anschwellten, wuchs auch er wie aus einer Versenkung empor, und mit dem Eintritt der gesamten Jnstrumentalkrast wurde er, auf den Zehenspitzen sich erhebend, fast riesengroß und schien, mit den Armen wellenförmig rudernd, zu den Wolken hinaufstreben zu wollen. Alles war in regsamster Tätigkeit, kein organischer Teil müßig, und der ganze Mensch einem perpetuum mobile vergleichbar." noch Leute, die den Nationalsozialismus nicht ver- stehen wollen. Wir werden das Werk des Führers vorwärts- treiben und zu Lude führen mit dieser Jugend, die jetzt heranwächst. Diese Jugend ist der Garant für den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung in der kommenden Feit. Dann wird das Wort des Führers wahr werden, daß die Bewegung steht, solange es deutsche Menschen gibt. v Der Redner kam dann auf die Bedeutung der Hakenkreuzfahne zu sprechen. Die Fahne soll, so führte Pg. Klostermann weiter aus, das Symbol des Kampfes fein und bleiben, solange Deutsche leben. Er schloß mit dem Aufruf an die Jugend, 21 p o ft e I unseres Führers zu sein, und sein Werk in die Tat umzusetzen. Ein Hitlerjunge sprach hierauf für sich und seine Kameraden in Form eines Fahnenspruchs das Treugelöbnis zur Fahne. Drtegruppenieifer Or Erößmanri betonte in feiner anschließenden Ansprache, daß alle Parteigenossen beim Eintritt in die Partei gelobt hätten, der Fahne in guten und schlechten Tagen die Treue zu halten. Auch heute wollen wir, so sagte er u. a., der neuen Fahne im Gedenken an die gefallenen Kameraden Treue geloben, so daß nie wieder ein Tag der Schmach und Schande, wie im November 1918, kommen kann. Der Treue zum r * Klein-Linden, 19. August. Von strahlendem Sonnenschein begünstigt, wurde am gestrigen Sonntag das durch unsere Gemeinde erbaute HI. - Heim eingeweiht. Mit der Feier verband die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, die Weihe ihrer neuen Fahne. Unser Dorf, das starken Besuch aus den Nachbarorten aufzuweisen hatte, war mit den Fahnen des Dritten Reiches reichlich geschmückt, ein äußeres Zeichen der Verbundenheit der Einwohner mit der Partei. Auch den Festplatz und die Umgebung schmückten schen Gaul zum Weitergehen zu bringen. Freundliche laute Zurufe erweisen sich als ergebnislos, ebenso Zungenschnalzen und Peitschenknallen. Auch ein paar sanfte Peitschenhiebe haben keinen Erfolg. Der Gaul steht wie ein Klotz und rührt sich nicht Unser Volk hat Aufgaben ganz besonderer Art zu erfüllen. Volk, Rasse, Blut und Boden sind uns gegeben, um unseren Zielen näher zu kommen. In unserem Volk hat nur der zu führen, der zu ühren in der Lage ist. Heute wird der, der am meisten leistet und die meisten Opfer bringt, als der beste Volksgenosse angesehen. Wir predigen die Verantwortlichkeit des einzelnen. Leistung geht uns vor Geburt, Schulbildung und Zeugnisse. Wir wollen das Leben unserer deutschen Volksgenossen sicherstellen, deshalb verlangen wir Mut und Kämpfergei st. Wir müssen den Grundsatz hochhalten: Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Der Begriff der nationalen Ehre muß jedem eigen werden. Diese Ehre mit dem Leben zu verteidigen, müssen wir bereit fein. Leider gibt es heute gab hierauf den Befehl zum Hissen der Fahnen, zu dem die Jugend das Lied anstimmte „Vorwärts, vorwärts..." Damit fand der Weiheakt fein Ende. Die Feier war umrahmt von Sprechchören der Jugend. v Unter den Klängen des Mufikzuges der Standarte 116 nahm dann Gebietsführer Potthoff den Vorbeimarsch der Unterbanne 1/116 und IV/116 ab. , ... Im Anschluß an die Feier gaben Angehörige des Musikzuges in dem Gasthaus „Zur deutschen Eiche" ein Konzert. Alte deutsche Armeemarsche wechselten mit ausgezeichnet vorgetragenen Konzerttücken. Die Zuhörer liehen es an Beifall nicht fehlen. Aus der proviuzialhaupistadt. Jägerlatein. Das ist die merkwürdigste Sprache der Welt! Niemand braucht sie zu lernen und doch versteht sie jeder, der sie zum ersten Male hört. Und jedem ge- ällt sie. Das geläufige Sprechen soll freilich dafür um so schwerer sein ... Dazu muß man vor allem die Jagdsprache, d. h. die ehrwürdigen und oft recht sonderbaren Fachausdrücke des Weidwerkes genau beherrschen. Früher war man sich über die Berechtigung der Jägersprache oft strittig. Doch seitdem nun alle mög- lichen Sportarten bei uns festen Fuß gefaßt haben, hat sich das Publikum daran gewohnt, nicht nur deutsche, sondern leider auch viele fremdländische Fachworte anzuwenden. In der Jägersprache gibt es verschwindend wenige Worte, die aus einer fremden Sprache herübergenommen sind. Um so weniger hat man Ursache, ihre originellen Ausdrücke zu beanstanden. Diele bedeuten geradezu eine Bereiche- rung unseres Sprachschatzes wie: „Löffel" für die Ohren des Hasen, „Lauf" für Tierbein, „Gewehrs für die gekrümmten Hauzähne des Ebers, „Lichter für die Augen der Raubtiere u. v. a. Diese Ausdrücke werden wohl nie mehr verschwinden, während viele andere bereits wenig angewendet werden und der Vergessenheit anheimfallen. Dieser interessante Vorgang ist die natürliche Folge des Entwicklungsganges, den das deutsche Weidwerk genommen hat. Einen anderen Entwicklungsgang hat das Jägerlatein eingeschlagen. Es wird immer mehr Gemeingut des deutschen Volkes. Ganz natürlich! Das Weidwerk löst bei seinen Anhängern frohen Sinn und Humor aus, der noch nie so hoch im Werte gestanden hat, als in unseren Tagen. Das Jägerlatein besitzt zwei klassische, der Weltliteratur angehörende Werke. Das eine sind die Erzählungen des weiland Freiherrn v. Münchhausen, die wohl für immer unerreicht dastehen werden, neben. „Die letzten Gemsen in der Rotwand!" „Hier zu sehen!" Mit Windeseile verbreitete es sich in der Ortschaft, daß der Höfermayer-Sepp sich als Gemsengucker etabliert habe. Man wartete etwas skeptisch ab — Gemsen in der Rotwand waren nämlich recht selten — wie sich das Geschäft entwickeln würde, aber zu aller Erstaunen schien es sich ganz gut anzulassen. Besonders als der Sepp seine Reklametafel ins Englische und Französische übersetzen ließ. So mancher Gulden und Dollar und Schilling rutschte da in den Schlitz der Sammelbüchse — zumal alle Neugierigen auf ihre Kosten tarnen: stets gelang es dem Sepp nach kurzem Suchen, eine Gemse vor die Linse zu kriegen? Stockstill standen sie da — an einer unzugänglichen Stelle der Rotwand — und ließen sich anschauen! Allmählich fiel das auf. Irgendeiner, der bei der Artillerie gedient hatte, dachte an das Fadenkreuz, das auch immer so schön in der Mitte des Fernglases gestanden hatte — ging das mit den Gemsen mit rechten Dingen zu?! Bis eines Tages die Bombe zum Platzen kam. Eine wütende Volksmenge verlangte von Sepp, daß er sein Wunderperiskop auf der Stelle zerlegte — man werde ihm endlich auf die Schliche kommen! Der König besinnt sich nicht lange, läßt sich die tfVr wrÜultOu OC0 SWlUOCL Peitsche geben und versucht nun \db\t, den störri- ' frhon fRrtiif inm M»itt>raeüen in brinaen. Rreund- Beim Vorbeimarsch der HI.: In der Mitte im Vordergrund Pg. Klostermann, daneben rechts Gebietsführer Oberbannführer Potthoff, ganz rechts im Vordergrund Bannführer Schreiber.— (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff, Gießen.)_______________________________ vom Platze. „Sieht Er nun, Herr König?" hohnlackt der Bauer. „Sieht Er nun, daß hier mit schönen Redensarten nichts auszurichten ist? Er hätte besser getan, ließe Er mich mein Pferd hauen, als daß Er meinen Rücken für eine österreichische Armee hält und daraus lospaukt!" Friedrich schaut lächelnd dem aufgeregten Bauern ins Gesicht und sagt: „Mir scheint, Er hat Mutter- witz, Er Tausendsackermenter! Bitt' Er sich eine Gnade aus für die erhaltenen Schläge. Ich will sie Ihm gewähren." Da kommt, unter dem leuchtenden Blick der Adleraugen, der Bauer zu sich und sein despektierliches Benehmen tief bereuend, entgegnet er: „Majestät, nehmen Sie es mir nicht übel, daß ich so hart geredet mit Eurer Königlichen Majestät. Ich bin ein wohlhabender Mann und brauche kein Geld. Aber o Euer Majestät mir eine Bitte erfüllen wollen, o bitte ich: Schenken Sie mir den Krückstock, mit dem Sie mir das Fell gegerbt haben!" Der König schüttelt den Kopf: „Hier hat Er den Stock. Aber was will Er denn mit dem?" „Aufbewahren will ich ihn, allergnädigster Herr, für Kinder und Kindeskinder, als ein Ehrenzeichen, und damit ich mich der Schläge freuen kann bis an mein Lebensende." Er ist ein kurioser Kerl!" lacht der Fridencus. Aber nicht nur den Stock will ich Ihm für die Prügel geben — Er soll auch das Vierfache für fein Korn bekommen, das Er da zum Markt fährt. Ich will gleich Leute schicken, die das Korn abladen und Ihm das Geld aushändigen. Und nun nehm' Er mir die Schläge nicht krumm, auch der König kann sich irren!" Der Bauer sah bewegt dem König nach. Als er eine Stunde später auf dem Potsdamer Markt ankam warteten schon Knechte, die sein Korn abluden und ihm den vierfachen Marktpreis zahlten. Den Krückstock aber hütete der Bauer sorgsam in feiner Truhe, und wenn ihn Kinder und Enkel nach der Bedeutung dieses Andenkens fragten, dann l erzählte er ihnen, wie der große gerechte und ; kluge König ihn damit geprügelt und danach dies Umecht wieder gutgemacht hätte, .. 2919, wenden. 31 Fortsetzung. Nachdruck verboten! [en. uic u tauen -JJ teils g — dann quatschen sie sick der aber sie sind empfind- «, Die deutsche flrbcicofronr N.S.-6emkinschaft „Kraft durch frcuöc" „Zum Kuckuck mit diesen zarten Rücksichten auf Stimmungen und so! Entweder die beiden Menschen gehören zu sammen - ' aus, und damit basta! Oder aber sie sind empfindlich wie kleine Pensionsfräuleins — dann ist's besser ste trennen sich für immer. Mir ist die Sache zu dumm. Ihr rennt beide herum wie gescheuchte Hühner und verderbt einem die ganze Erholung. Wenn bls heute nachmittag keine Nachricht von Dietrich kommt, nehme ich die Geschichte in die Hand. Punktum!" Winzerfest am 31. August, 1. und 2. September ln der Gießener Volkshalle. An diesen Tagen findet das diesjährige Winzerfest statt, das voriges Jahr so großen Beifall gefunden hat. Dieses Jahr ist noch der Montag hinzugenommen worden, um dem Fest den richtigen Aus- klang zu geben. Namhafte Künstler werden für Stimmung und Unterhaltung sorgen. Der Reichswettkamps der GA. im Bereich der GA.-Gtandarte 116 geht zu Ende Fahrpreis beträgt einschl. Mittagessen 5,50 Mark. Anmeldeschluß 1. September. Bunter Abend Willy Reichert am 24. August in der Volkshalle zu Gießen. Für den Bunten Abend mit Willy Reichert in der Volkshalle sind Karten im Vorverkauf zu haben bei Oberhessische Tageszeitung, Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg; Musikhaus Challier; Ortsgruppe der NSDAP. Gießen-Nord, Walltorstraße; Kreisdienststelle der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18 II, Zimmer 8; olle Geschäftsstellen der DAF.-Ortsgruppen. Laienspielschar. Zur Vervollständigunb unserer neu aufgestellten Laienfpielschar suchen mir noch drei bis vier Herren (1 Klavier- und Geigenspieler), sowie noch zwei bis drei Damen. Personen, die dafür Interesse haben, wollen sich umgehend auf der Geschäftsstelle der NS.- Gemeinschaft ,Lraft durch Freude", Schanzenstr. 18, melden. Wir sanden zueinander Vornan von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) ----- t— Berlin zurückgekehrt. Täglich fragte er dort nach, ob irgendeine Spur des Verbrechers gefunden worden sei. das große Werk des Führers zu zerstören suchen. Aber sie finden uns gewappnet. Der Führer muß sich auf seine SA. verlassen können, darum müssen wir an uns weiterarbeiten, bis wir so werden, wie uns der Führer zur Durchführung und Vollendung seines Aufbauwerkes braucht. Die Kampfzeit war schwer, die schwerste Aufgabe steht uns aber noch bevor. Unser Kampf gilt denen, die schon vergessen haben, wer das Drille Reich schuf. Durch die Tat wollen wir beweisen, was die $21. zu leisten vermag. Durch die Tal und unerschütterliche Treue zum Führer wollen wir beweisen, daß die S2L wirkliche Trägerin des Dritten Reiches ist. SA.-Mann sein, heißt Kämpfer fein. Kämpfer für das Werk unseres Führers, Kämpfer für Deutschland! An die Einsatzübungen schlossen sich die Propagandafahrten an. Auf mit Schriftbändern versehenen Lastwagen fuhren die SA.-Männer, alte Kampflieder singend, durch die Straßen der Städte und Dörfer. Kernige Sprechchöre mahnten Spießer und immer noch abseits Stehende, daß die SA. fest entschlossen ist, heute, morgen und immer an die ihr vom Führer gestellten Aufgaben heranzugehen und sich für Führer und Vaterland einzusetzen. Nur ein starkes, mutiges Volk, das bereit ist, für seine Freiheit einzutreten, setzt sich in der Geschichte durch. Ein schwaches, feiges Volk geht dagegen immer zugrunde. Seit Wochen wetteifern die Stürme der SA.- Standarte 116 um die besten Leistungen. Mit Fleiß, Eifer und Begeisterung haben sie sich den einzelnen, mitunter recht schweren Prüfungen unterzogen. Galt es doch, in diesem vom Führer befohlenen Wettkampf unter Beweis zu stellen, daß auch die jungen SA.-Männer, die die Kampfzeit nicht mitgemacht haben, Kämpfer sind. Am gestrigen Sonntag fanden im Bereich des Sturmbannes III/116 unter- Führung von Obersturmbannführer Bender (Hungen), in Anwesenheit von Brigadeführer Schmidt (Bad- Nauheim) und Standartenführer Lutter (Gießen), die Einsatzübungen und Propagandafahrten statt. Die Aufgaben, die den Stürmen 9/116 (Gro- ßen-Buseck), 10/116 (Steinbach) und 32/116 (Lich) als Einsatzübungen aestellt wurden, sind im allgemeinen gut und rasch gelöst worden und haben bewiesen, daß der Ausbildungsgrad auch hier einen hohen Stand erreicht hat. Standartenführer Lutter sprach am Schluß der Hebung zu den SA.-Kame- raden und führte u. a. folgendes aus: SA.-Kame- raden! Wir stehen am Ende des vom Führer befohlenen Reichswettkampfes. Der Reichswettkampf ist befohlen worden, um festzustellen, wieweit die SA. ihren Aufgaben gewachsen ist und ob die junge SA. genau denselben Kampfgeist hat, wie die alte. Wir haben das Drille Reich errungen und lassen es uns nicht mehr aus der Hand nehmen. Ihr wißt, daß Männer an der Arbeit sind, die Strafe erhalten. Beim nächsten Mal sind sie rechtzeitig herabgesprungen, aber die Wärme des Lagers verrät ihr Verbrechen; einige Hiebe sind die Folge. Beim dritten Male überrascht sie ihr Herr, wie sie auf dem Sofa stehen und die verräterische Wärme wegpusten. Das ist ein herzerfreuender Humor, um dessen- willen man schon einige schlechtere Geschichten in den Kauf nehmen kann. Wütend ging er davon und ließ Karla auf ihrem Liegestuhl am See allein, um Doktor ßanggiffer aufzusuchen. Der machte gerade seinen vormittäglichen Rundgang bei den Patienten. Hauptmann Weckenroth sah ihn auf der Terrasse stehen. Ein Depeschenbote stand vor ihm. Langisser nahm das Telegramm, öffnete es. Sein Gesicht wurde sehr ernst. Dann kam er rasch auf seinen Schwiegervater zu. „Nachricht von Dietrich, Papa!" ~ und? Du siehst ja so erschrocken aus! Etwas Schlimmes?" „Dietrich Veltheim liegt schwer verwundet im Krankenhaus in Goldau? „Verwundet?" „Ja, Schuß durch Heberfall, telegraphiert der Chefarzt." Hauptmann Weckenroth war sehr erschrocken. Was konnte da nur passiert sein. 'M njert)e sofort hinfahren", entschied Lang- 60!er. „Kollege Buergli wird mich gern vertreten." „34) komme mit", erklärte Weckenroth, „es läßt mir ,a hier keine Ruhe." „Schön, Vater. Unb nun muß ich Karla langsam vorbereiten." ®Qr furchtbar erschrocken, als ihr Verlobter ihr die Nachricht dachte. Man beschloß, zu dreie« nach Goldau zu fahren, um nach Dietrich zu sehen. Doktor Langgisser erledigte nur das Nötigste, traf Ne önngenbften Anordnungen. Eine halbe Stunde Pa*ermU^ren die drei Menschen bereits im Auto Dem Gotthard zu. Sie sprachen bei der Fahrt faum ein Wort. Sie machten nur Rast, wenn es unbedingt nötig wat, um Benzin nachzufüllen. Dann zwang Doktor Langgisser Karla einen Bissen zu genießen, etwas Warmes zu trinken. „Du mußt Kräfte behalten, mein Liebes. Du kannst nicht wissen, wie du für Marlen und Dietrich jetzt nötig bist." Im Krankenhaus zu Goldau ließen sich die drei sofort bei dem Chefarzt melden. Der kam ihnen lebhaft entgegen. „Aya, Kollege Langgisser! Von Veröffentlichungen in der Fachpresse kenne ich Sie ja schon. Ich freue mich, Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen. Bitte, kommen Sie herein, damit ich Ihnen alles Nähere erzählen kann." Langgisser machte den Kollegen mit Karla und Hauptmann Weckenroth bekannt. Auf Karlas angstvolle Frage, wie es Dem Patienten ginge, meinte der Chefarzt beruhigend: „Ganz gut, mein gnädiges Fräulein! War Gott sei Dank nur ein Streifschuß durch Den Arm. Ernster war Die Gehirnerschütterung bei Dem widerwärtigen Fall aus Dem Wagen. Aber auch da scheinen wir über Den Berg zu fein. Der Kranke ist ja noch etwas matt, aber bei vollem Bewußtsein. Wir haben nur telegraphiert, weil er so DringenD danach verlangte. Einen Augenblick!" Er klingelte. Eine Schwester erschien. „Schwester Mathilde, sehen Sie, bitte, auf Station C, ob Der Patient von Zimmer 21 schläft, ober ob ich mit biesen Herrschaften hier herüber« kommen kann." Ein Sprung — er war oben auf dem Trittbrett Des Wagens, dem Manne an der Gurgel. Der hatte diesen Heberfall nicht erwartet, er stürzte mit einem röchelnden Aufschrei hintenüber. „Schurke", sagte Dietrich Veltheim wild zwischen zusammengebissenen Zähnen, „hab ich dich — du —" Er konnte nicht weitersprechen. Der andere, der noch am Wagen stand, hatte einen Augenblick völlig überrascht und schreckaelähmt dagestanden. Jetzt griff er in Die Tasche des Automantels, es blitzte stählern auf im Licht der Lampen; ein Knall, ein Feuerschein — mit einem Aufschrei fturzte Dietrich Veltheim, von einer Kugel getroffen, rücklings aus dem Auto auf Den Boden. „Damned", fluchte Der im Wagen, „was hast du gemacht?" Der andere kurbelte noch einmal an, rannte um das Auto herum. „Los Bill. — fort, ehe sie uns auf Den Fersen fmD. Wenn sie Den Schuß gehört haben, ist es aus!" Er sprang in Den Fond, gab Gas — Der Wagen fetzte sich m Bewegung, raste zum Tor hinaus. Da — ein furchtbarer Stoß, ein Aufschrei, ein Krachen. In der Angst Der Flucht hatten Die beiden Verbrecher Die Kurve nicht richtig genommen — Der Wagen war gegen Den steinernen Pfeiler Der Torausfahrt gerannt. Da rourDe es auch schon im Wirtshause lebenDig. Männer rannten heraus. Der hört D°ran — man ^tte Den Pistolenschuß ge= Em entsetzliches BilD bot sich ihnen. In einer Blutlache quer vor ihren Füßen, lag bewußtlos Der fremde Herr. In Der Toreinfahrt aber, in das zertrümmerte Auto eingeklemmt, schwer verletzt und wimmernd die beiden Gäste. In einem kleinen bescheidenen Hotelzimmer in Der Nahe des Lehrter Bahnhofs saß Georg Korda Marlen gegenüber. Sein blasses, übernächtiges Ge- sicht zeigte den Ausdruck äußerster Verzweiflung. Auch Marlen sah elend und abgespannt aus. Dunkle Schatten lagen um ihre Augen, und die gesunde Bräune, die Sonne und Gartenarbeit ihr gegeben, war gewichen. Durchsichtig zart waren ihre Züge in diesen Wochen Der Not geworden, Der äußeren Not Durch Den Schicksalsschlag, Der ihren BruDer getroffen. Unb Der inneren eigenen Not, von Der niemand etwas wußte. Sie hatte nicht einmal Karla von Dieser furchtbaren StunDe schreiben können, in Der Dietrich lhr gegenüber geftanben wie Der bitterste Feind. Sie hatte geschwiegen unb war ganz verstummt. Dann kam bas Hnalück mit Georg — unb nun fand sie vollends weder Kraft noch Zeit, zu Karla zu sprechen. Die Ereignisse überstürzten sich. Da sie sich ge- m?Loren h^te, keinen Pfennig mehr von Dietrichs Geld zu nehmen, blieb ihr nichts übrig, als iyr kleines Blumenparadies zu verkaufen. Denn Georg hatte für seine Versuche sehr viel Geld gebraucht, und sie hatte dafür gebürgt, immer in der Erwar- „Wieder nichts!" Er setzte sich müde Marlen gegenüber. „Wir werden ihn niemals finden — er wird vielleicht schon längst irgendwo in Amerika untergetaucht sein und hat meine Entdeckung als seine eigene verkauft. Marlen, wenn ich denke, wieviel Arbeit, Verzweiflung, wieviel schlaflose Nächte an dieser Sache hängen — wie glücklich ich war, als ich sah, ich bin auf Dem rechten Wege. UnD nun nichts, nichts — betrogen um Die Früchte meiner Arbeit. Unb nicht nur ich, auch Die Heimat ist Darum betrogen — Marlen, ich könnte wahnsinnig darüber werden." Marlen zitterte das Herz in Milleid um Den Bruder. „Georg, Du mußt nicht so verzweifelt fein. Viel- Ieid)t fängt man Die Schurken Doch noch." „Und wenn man sie nicht fängt, Marlen? Selbst wenn ich Die Versuche noch einmal machte, wenn id) alles hier noch einmal nachwiese — ich würde ja niemals das Geld für die Ausbeutung in großem Umfange in Deutschland bekommen. Soviel Gelb hättest bu ja auch nicht, Marlen." Gut, daß Georg jetzt nicht aufsah — Die völlige Verzweiflung in ihren Augen wäre ihm nicht entgangen. Er wußte ja immer noch nicht, woher ihr GelD stammte. Jetzt aber, wenn er neue Mittel von ihr fordern sollte, hätte sie es ihm ja Dod) sagen müssen. Das aber hätte ihn noch tiefer nlebergebrürft. Sie mußte ihn schonen, solange es ging, obwohl sie selbst nicht wußte, was aus ihr werben sollte. Aber es war ja nur noch eine (Sa^enfnft. Draußen ihr Grunb unb Hoben wurde morgen bereits verkauft. Bis jetzt war Georg noch nicht draußen gewesen. Er hatte ja den ganzen Tag mit Den Versuchen verbracht, den Betrügern auf Die Spur zu kommen. Wenn er aber fjerausfam bann mußte sie ihm klaren Wein einschenken. Unb bann? Ach — Daran mochte sie noch gar nicht denken. denn ihre Uebertreibungen enthalten gleichzeitig eine köstliche Satire auf die öde Renommisterei, die sich noch heute unter geistlosen Gesellen nach jedem Landtage breit macht. Einen ganz anderen Charakter trägt die Tiersage „Reineke de Vos". Mancher wird vielleicht Bedenken tragen, sie mit dem Jägerlatein in Verbindung ji* bringen. Dem sei entgegengehalten, daß die einzelnen Vorfälle, die abenteuerlichen Händel des Fuchses mit dem Wolf, dem Bären, dem Kater, Dem Hündlein Wackerlos, echte Schnurren sind, wie sie auch heute noch in manchen Jägerkreisen entstehen und mit Behagen ausgesponnen werden. Daß der Mensch darin fast gar keine Rolle spielt, ist eher ein Vorzug als ein Mangel, und aus der reinen Naivität des Zeitalters erklärlich, in dem die Geschichten entstanden sind. Man kann also das Tierepos „Reineke de Vos" als eine abgeklärte, ja als die idealste Form des Jägerlateins betrachten. Dutzende von Schnurren gibt es, in denen die Schlauheit des Fuchses verherrlicht wird. Das ist ein Jägerlatein der gefährlichsten Art, denn es verleiht dem Tier geistige Fähigkeiten, die es nie besessen hat und nie besitzen wird. Was ist denn nun Jägerlatein eigentlich? Ja, das ist schwer zu sagen. Die niedrigste Form stellt das bekannte Renommieren mit erschwindelten Jagderfolgen dar, das dem Sprichwort „Er lügt in seine eigene Tasche" das Leben gegeben hat. Da sitzt nach der Jagd eine fröhliche Tafelrunde beisammen. Grau- bärtige, würdige Herren erzählen ernsthaft wunderbare Erlebnisse, wie sie unvermutet auf ein seltenes Wild gestoßen sind, und es durch schnelles Handeln und glücklichen Schuß zur Strecke gebracht haben. Dem Erzähler wird lauter Beifall gespendet. Niemand wagt einen Zweifel an der Richtigkeit zu äußern, denn jeder hat eine Geschichte ähnlichen Kalibers auf der Pfanne, jeder brennt begierig Darauf, loszuschießen. Ist es nicht erklärlich, Daß sich in Den jüngeren WeiDgenossen Der GeDanke regt, sie könnten ihr durch schlechtes Schießen gesunkenes Ansehen durch ebenso abenteuerliche Geschichten wieder heben? In Den meisten Fällen machen sie Dabei Die traurige Erfahrung, Daß Die Graubärte Das Jägerlatein als eine Art von Vorrecht für sich allein in Anspruch nehmen unD Prahlen bei jüngeren Leuten durchaus nicht dulden. Etwas höher im Range stehen die Geschichten, Die Den rounDerbaren Hunden Des Münchhausen ihr Dasein verdanken. Der eine stand bekanntlich vor einem Volk Rebhühner fo lange, bis er verhungerte und zum Skelett eintrocknete, der andere erwies bei Der Verfolgung eines Hasen solche AusDauer, Daß er sich Die Beine ablief unD vom WindhunD zum Teckel wurde. UnD genau so, wie schwache Eltern in ihrem KinD ein Ausbund von Klugheit erblicken, verfällt mancher Jäger in Den Fehler, in seinem HunD ein Musterexemplar zu entDeden. Bewegt sich Das Gespräch noch in Der Gegenwart, also um Die Köter, Die schnarchenD unter Dem Tisch liegen, bann ist es noch erträglich, Denn es sucht nur Die am Tage begangenen Fehler Der vierbeinigen Gehilfen zu beschönigen. Sowie aber jemanD beginnt: „Ich besaß einmal einen Hund ..." bann tut man am besten Davonzuschleichen, Denn nun regnet's Hunde- geschichten. InDessen finDen sich Doch manche Weizenkörnlein unter Der vielen Spreu; sie roerDen ausgenommen unb manbern von Munb zu Munb weiter, bis sie schließlich in einer Iägerzeitung ober einem Witzblatt bas Licht ber Öffentlichkeit erblicken. Dazu kann man bie reizenbe Geschichte von ben beiben Dackeln rechnen. Die von ihrem Herrn auf bem Sofa schlafenb angetroffen werben unb bafür ihre Während Die Schwester davoneilte, gab der Chefarzt Den atemlos Zuhörenden eine genaue Schilderung Der Dinge. „Wo diese Betrüger fmD gefangen?" fragte Karla atemlos. „Wieso ftanD Das nur nicht in Den Zeitungen?" „Weil Die Polizei sich erst mit Den Deutschen Behörden in Verbindung setzen unb feststellen wollte, ob nicht noch andere Menschen an diesem Betrug beteiligt wären. Es hätte ja immerhin sein fön- nen, daß die Verbrecher Komplicen gehabt hätten. Man mußte aber alle mit einem Schlag haben, bic °ffenbar ungeheuer wichtige wissen- schaftliche Entdeckung aus ihren Händen retten." Sehr bewegt sagte Doktor Langgisser: „So hat also Dietrich Veltheim durch fein ent- schlossenes Zufassen Die Arbeit Georg Kordas ge- rettet. ” Der Chefarzt nickte. „Jawohl! Ohne ihn wären die Halunken bestimmt über die Grenze und irgendwo mit falschem Paß auf einem Schiff entkommen." Karla und ihr Verlobter sahen sich freudestrahlend an. Mit dieser Tat hatte Dietrich seine Schuld gegen Marlen abgetragen!, dachten sie gleichzeitig. Und Dann sahen sie Dietrich, bleich, mit verbun- oenem Arm. Aber mit klaren Augen schaute er öen Freunden entgegen. Seine Freude, sie wieder- zusehen, war rührend. „Nur nicht zu viel sprechen," mahnte der Chefarzt, der sie hierher begleitet hatte, „wir müssen uns noch schonen." _."Nur bas Nötigste, Herr Professor", meinte rietrid). Dann erzählte er in kurzen Worten noch einmal, was ihm seit seiner Abreise von Locarno zugestoßen war, und schloß: „Das Schlimmste ist, daß ich hier untätig liege und nichts für Marlen unternehmen kann." w t Fortsetzung folgtl) Allmählich wurde es Georg Korda klar, daß er einem Betrüger in die Hände gefallen. Die Hamburger Polizei versuchte nun, in Hamburg Nachforschungen anzustellen, aber ber Verbrecher hatte sich anscheinend wohl gehütet, Hamburg zu berühren. Niemand wußte, wohin er sich gewandt hatte. Nun waren schon viele Tage oergangt ®eorg war eben wieder vom Polizeipräsidium Bi 24. Kapitel. Karla und ihr Verlobter warteten in immer steigender Hnruhe auf eine Nachricht von Dietrich. Sie hatten sich ausgerechnet, wann er bei Marlen sein konnte. Er hatte ihnen ja versprochen, sofort ein Telegramm zu schicken oder sie telephonisch anzurufen, um ihnen Die glückliche Mitteilung seiner Versöhnung mit Marlen zu machen. Karla zweifelte keinen Augenblick Daran, daß Marlen Dietrich verzeihen würde. Aber als ein Tag nach dem andern verging unb alles stumm blieb, würbe sie doch ängstlich. Am liebsten hätte sie selbst Marlen telegraphiert, doch Doktor Langgisser hielt sie davon zurück. Wir können nicht wissen, Liebes, wieweit Die Dinge zwischen Veltheim und Marlen gediehen sind. Wenn wir da vor Der Zeit mit einer Frage hereinplatzen, schaden wir mehr, als Daß wir nützen." Karla sah wohl ein: Werner Langgisser hatte recht. Aber es wurde schwer, zu warten. Aber am allerungeduldigsten war Hauptmann Weckrn- roth. Reichssporlabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam^ Hniversitätssportplatz, Am Kugelberg: Donners« tags von 18.30—20.30 Hhr. Die Prüfung für Das Sportabzeichen ist anT Donnerstag, Den 22. August 1935. Leichtathletik. Leichtathletik fällt am 24. unD 31. August aus^ Schwimmen. Für Frauen unD Männer gemeinsam. Gießen. VolksbaD: Mittwochs von 20—22 Hhr. Wetzlar. Wetzlarer HallenbaD: Dienstags von 19.30—20.40 Hhr, Dienstags von 20.45—21.45 Hhr. (Nur für Frauen): Mittwochs von 20—21 Uhr, (Nur für Männer): Mittwochs von 21—22 Hyr. Tennis. Stäbtische Tennisplätze am Schützenhaus: Montags von 18—19 Hhr, Montags von 19—20 Uhr, Dienstags von 6.15—7.15 Hhr, Sonntags von 8—9 Uhr, Sonntags von 9—10 Uhr. NSDAP. — Amt für Dollswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Lebensmittetfammlung. Irn Bereich Der Ortsgruppe Gießen-Mitte tmrb am Mittwoch, 21. August, Die Lebensmittelsammlung durchgeführt. Die Sammlerinnen werden Die erhaltenen Spenden in bie Mit- gliebsfarten vom Lebensmittelopferring quittieren. Wir bitten deshalb Die Hausfrauen, bie Spenden sowohl als die Mitgliedskarten ab Mittwoch, 9 Uhr, bereit zu halten. Amt für Volkswohlfahrt. Regelung des ärztlichen Sonntagsdienstes. Um den Aerzten, die Tag unb Nacht ben hilfsbedürftigen Volksgenossen zur Verfügung stehen müssen, auch einmal einen freien Sonntag zum Ausruhen zu geben, ist von dem zuständigen Amtsleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Be- zirksstelle Gießen, für bie Provinz Oberhessen ein regelmäßiger Sonntagsbienft eingerichtet worden. Sportkurse »Krast durch Freude". Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Donnerstags von 20 bis 21 unb 21 bis 22 Hhr, Lyzeum, Dammstraße; Großen-Buseck, Montags von 19.45 bis 20.45 Uhr, Gasthaus Wagner; Lollar, „Zur Linde", Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr. Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam^ Freitags von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Damm- straße; Dienstags von 19 bis 21 Uhr, Hniversitätssportplatz, Arn Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr, Hniversitätssportplatz, Arn Kugelberg. Reiten. Für Frauen unb Männer gemeinsam. Freitags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Branbplatz; Montags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz; Mittwochs von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für Den Mittwochkursus sind noch einige Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzenstraße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr, oder Telephon Omnibusfahrt an die Ldertalsperre (Waldeck). Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am 25. August eine Omnibusfahrt an bie Edertalsperre (Waldeck). Der Fahrpreis beträgt einschließlich Schiffahrt 4,60 Mark. Anmeldeschluß am Mittwoch, 21. August. $onderzug an den Rhein am 15. September. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag, 15. September, die letzte Rheinfahrt. Die Fahrt geht ab Gießen mit bem Zug nach Mainz-Kastel, von Mainz-Kastel mit dem Dampfer nach Rübesheim. In Rübesheim wirb den Teilnehmern Gelegenheit geboten zur Besichtigung ber Stabt. Von Rübesheim geht Die Fahrt mit dem Dampfer weiter nach Koblenz. Die Rückfahrt geht ab Koblenz mit dem Sonderzug nach Gießen. Der tung, daß Georg ja bald große Summen durch seine Entdeckung verdienen würde. Und nun war alles vorbei. Die letzten Barmittel hatte sie als Belohnung für bie Ergreifung ber Hochstapler aus» gesetzt. Was nun aus ihr werden sollte, bas wußte sie nicht. Sie wollte jetzt auch nicht daran denken. Ganz tief wollte sie ihr eigenes Leid in sich ver- senken. Jetzt handelte es sich nur um den Bruder. Der war von Hamburg zurückgekommen, nachdem er von Tag zu Tag auf das Erscheinen seines amerikanischen Geschäftspartners gewartet hatte. Aber weder im Hotel, noch auf der Polizei konnte er etwas von Mister Beyer erfahren. Vergebens hatte er immer wieder im Schiffsbüro ber Hamburg-Amerika-Linie nachgefragt. Ein Mister Beyer war gänzlich unbekannt, auch hatte niemand, ber einen solchen Namen führte, einen Platz auf irgendeinem der Amerika-Schiffe belegt. Dreimal Fußball international geleitet von den Gebrüder Rüspeler (Krofdorf und Gießen), die es oer- Besichtigung kurz nach 5 Uhr beerbet. Nur ein deutscher Nuder-Europameister. Der Musik- und Spielmannszug spielte den Prä-! sentiermarsch. Gruppenführer Seydel schritt mit dem Oberführer.und den Adjutanten die Front ab. Hierbei begrüßte Gruppenführer S e y d e l die Standartenführer und prüfte die Kleidung der NSKK.'Männer. Nachdem die gesamten NSKK.- Männer in 12er-Reihen zusammengestellt waren, begann der Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer. Schon die einheitliche Kleidung hat dem Gesamtbild ein besonders gutes Aussehen gegeben. -Gruppen» ihrer S e y d e l äußerte sich sehr befriedigt über die sehr gute Haltung der NSKK.-Meiner. Der Kraftfahrinspekteur verabschiedete sich sodann mit drei« fachem Sieg-Heil auf unseren Führer. Nach kurzer 1. SV. Dreih ausen I — VfR. Lich I 0:1 (0:1). Dreihausen stellte eine sympathische Mannschaft und Lich gewann das Spiel 1:0 mit Glück. 2. SC. 21 Daubringen I — TD. Wißmar I 1:0 (0:0). Daubringen war körperlich kräf- tiger, die Spielstärke bei den Mannschaften aus- garettenpause traf der Führer der Kraftfahrinspek- tion-West Gruppenführer S e y d e l mit Stabs- sührer, Oberstaffelführer I e h l e n, pünktlich um 4 Uhr auf dem Trieb ein. Das erste Rennen des Tages ergab einen deutschen Sieg. Die Würzburger Verbandsmannschast, die schon im Dorlauf die beste Zeit gefahren war, errang nach einem schönen und spannenden Rennen für 1935 den Titel eines Europameisters. Mit ruhigem Schlage steuerte unser Vierer an der Spitze des Feldes dem Ziele zu, das er in 7:11,3 Minuten als Erster erreichte. Hinter ihm spielte, sich ein erbitterter Kampf um den zweiten Platz ab, aus dem schließlich die Franzosen siegreich vor den Italienern hervorgingen. Die Hakentreuzsahne wurde am Siegesmast aufgezogen. Heyrolh/Schmidt Zweiter im Zweier „ohne". Im Endlauf zum Zweier ohne Steuermann war Deutschland durch die Dresdener Heyroth/Schmidt vertreten. Im entscheidenden Augenblick versteuerten sich die Deutschen, der Bugmann „krebste", und schon hatten sich die Ungarn auf den letzten 100 Meter einen Vorsprung von einer Länge gesichert, den sie auch bis ins Ziel verteidigten. Hinter den in 7:55,4 siegenden Ungarn belegten Heyroth- Schmidt in 8:00,4 den zweiten Platz. Eineinhalb Längen hinter den Deutschen kamen die Oester- reicher ein. Verey-Polen siegt im Liner. Die Hoffnungen auf einen deutschen Sieg im Einer verwirklichten sich leider nicht. Der deutsche Meister Dr. B u h tz - Berlin, der an Stelle des Titelverteidigers Schäfer-Dresden gemeldet worden war, enttäuschte und wurde nur Vierter. Den Sieg brachte Verey-Polen an sich. Itallenersieg im Zweier „ohne". Nach einem ausgezeichnet klappenden Start lagen bei 300 Meter vier Boote auf gleicher Hohe. Bei Oie (Spiele her ^-Klaffe. In der ^.-Klasse verliefen die Spiele wie folgt: Vorrunde: SJLtfpoit Die Europameisterschaften der Ruderer Die benachbarten Aerzte vertreten sich gegensettig, so daß die ärztliche Versorgung der Bevölkerung m jeder Weise sichergestellt ist. Vornolizea. — Tageskalender für Montag: NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr: Reiten, Reitschule Schombs, Brandplatz; 18 bis 19.15 Uhr: Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbadevereins; 18 bis 20 Uhr- Tennis auf den Städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nach! der Verwandlung." Der Sporwerbeiag des Sportverein1920Lollar Iubitäums-Fuhball-Blihturnier. schäften nahmen an der Runde der 1. Kreisklasse teil und ebenso viele spielten in der 2. Kreisklasse. Schon früh morgens fanden sich die Spieler ein. Das Wetter war äußerst günstig. ** Goldene Hochzeit. Die Eheleute Werkmeister t R. Johann Jakob Simon und Frau Elisabeth, geb. Elmshäuser, Mühlstrahe 24 wohnhaft, können am kommenden Mittwoch, 21. August, in erfreulicher Rüstigkeit das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Herr Simon war Werkmeister bei der Firma Gebr. Pletz, Zigarrenfabrik. Das Jubelpaar ist schon seit über 40 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Dienstag, 20. August, kann der Schneidermeister Karl Schnell, Bahnhofstraße 58, seinen 70. Geburtstag begehen. Herr Schnell stammt aus Ober-Schmitten (Kr. Schotten), hat bei dem früheren Gießener Regiment Nr. 116 seiner Militärpflicht genügt und verblieb dann in Gießen, wo er seit 1891 seinen Beruf als Schneidermeister ausübt. Seit 1893 ist der Jubilar treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Die Gesellenprüfung für Spengler und Installateure betrifft eine Anzeige der Klempner- und Installateur-Innung für den Kreis Gießen in unserem heutigen Blatte. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Unglücklicher Sturz. Der 56 Jahre alte Anstreicher Hugo H i ß g e n , Dammstrahe 40 wohnhaft, erlitt bei einem unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberarms und mußte der Klinik zugeführt werden. teilen. Polens zweiter Sieg — im Doppelzweier. Im Doppelzweier setzten sich zunächst die Franzosen an die Spitze, Deutschland und Polen folgten mit entsprechendem Abstand. Bald waren die Ausreißer aber eingeholt und bei 1000 Meter wurde scharf um die Führung gekämpft. Der deutsche Doppelzweier Ritter-Remagen vom Berliner RE. setzte sich an die Spitze und lag mit Luftkastenlänge vorn. 300 Meter vor d-m Ziel ging das polnische Boot, in dem neben dem Einer-Europa- meister Derey noch dessen Landsmann Ustupski saß, in vier Zügen an die Deutschen heran und vorbei. | Ungarns Pannonia-Achter wird Europameister. Wie bei allen Regatten, so war auch in Berlin der abschließende Achter der Höhepunkt. Gleich nach dem Start setzten sich die 40er-Schlag rudernden Boote von Deutschland und der Schweiz an die Spitze. Der Rest des Feldes, geführt von Ungarn, folgte in achtbarem Abstand. Die Ungarn gingen nun zum Angriff über und bei 1000 Meter waren sie schon dicht an die führenden Boote heranaekom- men und bei 1500 Meter lag der Pannonia-Achter, der die im Vorjahre von Hungaria gewonnene Meisterschaft zu verteidigen hatte, vor Deutschland an erster Stelle. Hinter den Deutschen hatte sich das französische Boot placiert. Dor den Tribünen begann bann der scharfe Endkampf. Die Ungarn strebten dem Ziele zu und hinter ihnen gab es einen erbitterten Kampf um den zweiten Platz, aus dem sich die wieder stark aufgekommenen Schweizer schließlich den zweiten Platz sicherten, während der Berliner Achter auch noch Frankreich passieren lassen mußte. Ungarn siegte in 6:09,2 Minuten vor Schweiz, Frankreich, Deutschland, Dänemark und Italien. Nach zwei Tagen der Vor- und Hoffnungsläufe wurden die Europameisterschaften der Ruderer am Sonntag beendet. Die an die Tatsache, daß alle beteiligten sieben deutschen Boote schon im ersten An- hieb in die Endläufe kamen, geknüpften optimistischen Erwartungen erfüllten sich leider nicht, denn nur im Vierer mit Steuermann gab es mit der Würzburger Verbandsmannschaft (Menne, ©aber, Rom, Eckstein, St.: Pfadenhauer) einen deutschen Titelträger. In allen übrigen Wett- bewerben mußten sich die deutschen Teilnehmer mit Plätzen begnügen und auch den Sieg in der Länderwertung den Ungarn überlassen, denen bie Polen folgten. Der Entscheibungstag bot auf ber Regattastrecke ein buntes unb interessantes Bilb. Ueberall herrschte starkes Gebränge. Die große, über 10 000 Personen fassende Tribüne war dicht besetzt. Deutscher Sieg im Vierer „mit". Das Verkehrsunglück auf der Lumdaialbahn. Die Mitfahrerin Sir Blacketts berichtet. Marburg, 18. Aug. (LPD.) Bet dem ferneren Verkehrsunglück auf der Strecke der Lumdatalbahn, das den Tod des Englän- ders Sir Blackett zur Folge hatte, wurde be- kanntlich auch die Mitfahrerin, ein Fräulein Eisenträger aus Marburg, verletzt. Ihr Zustand ist jedoch, wie wir hören, zufriedenstellend. Bei ihrer polizeilichen Vernehmung erklärte sie u. a., daß sie bei der Fahrt nach Frankfurt bei Lollar von ber Hauptstraße Marburg—Gießen— Frankfurt abgebogen seien, um Frankfurt auf ber Straße Lonborf—Münzenberg zu erreichen. Als man bort auf eine Straßensperruna traf, entschloß sich Sir Blackett, einen Feldweg zu benutzen unb bann bie Hauptstraße mieber zu erreichen. Der Felbweg führte bekanntlich über bie Strecke ber eingleisigen Lumbatalbahn. Nach kur- zer Fahrt stellte es sich heraus, baß ber Felbweg infolge bes Regens so aufgeweicht war, baß er nicht weiter benutzt werben konnte. Sir Blackett drehte den Wagen um und fuhr wieder zurück, wobei die Bahn st recke nochmals über-! quert werden mußte Fräulein Eisenträger erklärte, kein Läutezeichen gehört zu haben. Sie hätten beide den herannahenden Güterzug erst bemerkt, als sie gerade die Gleise überfuhren. Ob Sir Blackett auf ähren Zuruf: „Da ist ein Zug!" gebremst habe, könne sie nicht sagen. Don den weiteren Geschehnissen kann sie nichts mehr berichten, denn sie ver- lor bei dem Zusammenstoß sofort das Bewußtsein. Oie Leiche in Gießen eingeäschert. Der tödlich verunglückte Direktor der Bank von England, Sir Basil Blackett, ist am Samstag- nachmittag von Marburg nach Gießen überführt worben, wo im Laufe des Samstag bie Einäsche- rung stattfand. Seine Gemahlin war am Samstag zur Ueberführung von London nach Marburg gekommen. 1. TV. Wieseck I — SV. 20 Lollar I 0:3 (0:1). Das Spiel selbst wurde sehr lebhaft durch- geführt. In kurzen Abständen fielen die Tore für ollar. 2. 1900 Gießen I! — SV. Cölbe (für Cölbe gewonnen). Trotz Verlängerung wurden 800 Meter änderte sich das Bild. Italien schob sich fein6 Tore erzielt. Das Los entschied für die nach vorn und kämpfte bis 1000 Meter mit dem Mannschaft des SD. Cölbe. deutschen Boot um die Führung. Bei 1400 Meter z. SD. 20 Heuchelheim I — TV. Wiß - zogen die Italiener Bergamo/Santin an bie Spitze, mar I. 2:0 (1:0). Die bessere Mannschaft gewann. Im Endspurt hatten die Italiener die größeren Im Zuspiel und Einanderverstehen war Heuchel- Nerven unb mit einer Länge Vorsprung siegten sie. heim überlegen. Deutschlanb würbe Zweiter. Eine Zwischenrunde fand nicht statt, da Heuchel- n , heim auf ein Weiterspielen verzichtete. Die Schweizer siegen im Vierer „ohne . , Das Endspiel Im Vierer ohne Steuermann gab es den erwar- * SD. Cölbe I - Lollar I 1:5 (1:3). In teten Sieg des Henley-Siegers Schweiz. Dik! Zu- J Abständen konnte Lollar fünfmal den Ball ncher setzten sich schon vom Start weg einschießen und wurde dadurch 1. Sieger in der unb lagen bei 500 Meter mit einer Lange ™r A ' , unb fid)erte sich das Anrecht auf ein preis- Deutschlanb, Oesterreich unb Italien an ber Spitze . ’’ Oelaemälde unb strebten fast unangefochten bem Ziele zu. Fast 9 n ~ in gleicher Linie gingen bie drei weiteren Boote aJIC JlVjMuhC. über die Ziellinie, und nur die Zielrichter konnten Vorrunde: die Placierung Osterreich-Jtalien-Deutschland fest- 6:0 Sieg Wer Finnland. Der deutsche Fußballsport eröffnete seine neue Spielzeit am Sonntag gleich mit einem großen Länderspiel. Finnland war in München der Gea- ner, unb bie stärkste beutsche Reichsmannschast spielte. Diese Tatsache füllte bas 1860er-Stabion mit über 35 000 Zuschauern bis auf ben letzten Platz. Die Erschienenen konnten sich an einem wunbervollen Spiel unserer deutschen Mannschaft erfreuen. Finnlanb hatte nicht viel zu bestellen, die deutsche Mannschaft lag meist im Angriff und diktierte vollauf das Spielgeschehen. Trotzdem hinterließen die Finnen den denkbar besten Eindruck. Sie kämpften mit dem Mute der Verzweiflung. Die beiden Mannschaften stellten sich dem tschechischen Schiedsrichter Pfitzner in den gemeldeten Aufstellungen, also mit: Deutschland: Jakob; Munkert, Janes; Grämlich, Goldbrunner, Schulz; Lehner, Siffling, Conen, Szepan, Fath. Finnland: Rinne; Karjagin, Oksanen; Diini- oksa, Malmgren, Leo Karjagin; Koponen, Weck- ström, Larva, Grönland, Salin. Es dauerte nicht lange, dann hatte Lehner für Deutschland bereits das erste Tor geschossen. Lehner war es auch, der in der 30. Minute auf 2:0 erhöhte. Zwischen diesen beiden Toren gab cs jedoch einige sehr gefährliche finnische Angriffe. Auch nach dem zweiten Tor hatten die Finnen noch gute Augenblicke, aber eine Minute vor dem Pausenpfiff wurde der deutsche Sieg durch Conen bereits mit einem dritten Treffer sichergestellt. Nach der Pause gab es sofort wieder einen deutschen Erfolg. Conen stellte das Ergebnis auf 4:0. Die Deutschen waren nunmehr drückend überlegen. Erst nach einer Viertelstunde konnten sich die Finnen wieder etwas freimachen. Vorher muß- ten sie aber noch einen fünften deutschen Treffer hinnehmen (durch Lehner). Das sechste Tor für Deutschland fiel zwanzig Minuten vor Schluß durch Conen. Die deutsche Manschaft gefiel in ihrer Gesamtheit. Jakob erhiett wenig Arbeit, die beiden Verteidiger ! Munkert und Janes verteidigten sicher. Goldbrun- ner hielt sich als Mittelläufer ausgezeichnet, auch I Grämlich und Schulz wurden ihren Aufgaben ge- I recht. Im Sturm überragten die beiden Außen I fiatf) und Lehner. Die Finnen hatten ihren besten Mann in dem Torhüter Rinne, der eine höhere Niederlage ver- I hinderte. Aur 1:0 gegen Luxemburg. In Luxemburg hatte das zweite Fußball-Länder- spiel gegen Deutschland nicht bas Interesse ausge- löst, wie ber erste Länberkampf gelegentlich ber Fußball-Weltmeisterschaft. Immerhin erwarteten 10 000 Zuschauer die beiden Mannschaften. Besichtigung des NSKK. Das NSKK. wird von Gruppenführer Seydel auf dem Trieb besichtigt. geglichen. 3. Niederwalgern I — Lollar II 0:1 (0:1). Niederwalgern war in der ersten Halbzeit überlegen. Lollar gewann das Spiel dank ihrer guten Hintermannschaft. 1900 Gießen III zog das Freilos. Zwischenrunde: 1. 1900 Gießen III — DC. Daubringen I (für 1900 gewonnen). Trotz Verlängerung konnte ein Tor nicht erzielt werden und 1900 III zog das Los „gewonnen". Die Spielstärke beider Mannschaften war ausgeglichen und die Torgelegenheiten wurden auf beiden Seiten verpaßt. 2. SV. Lollar II — VfR. Lich I 1:0. Erst in ber Verlängerung fiel für Lollar II das Siegestor. Endrunde: 1900 Gießen III — Lollar II 0:1 (0:0). Beide Mannschaften waren gut, aber Tore entscheiden und so wurde Lollar auch in der 8-Klasse Sieger. Als Preis erhielt die Mannschaft einen Fußballer auf einem Sockel. Alle Spiele wurden in echt sportlicher Weise durchgeführt. Zum Schluß fand noch ein 3ubi(äumsfpiel# Auswahlmannschaft der teilnehmenden Vereine gegen Lollar I, statt, das die Auswahlmannschaft mit 1:0 gewinnen konnte. Lollar I trat komplett an, bie Auswahlmannschaft in ber Aufstellung: Gilbert (Lich); Schneider (1900), E. Walter (Daubrin- qen); Kraft, Jäger, Schmitt (alle 1900); Gerharb 1(1900), Aug. Walter (Daubringen), Michel (Dmtb- standen, alle Spiele einwandfrei durchzuführen. Die Veranstaltung selbst war vor langer Zeit vorbereitet und mürbe mustergültig durchgeführt. 1900—ZG.-Sporiverein 1:0 (1:0). Bei der Spielvereinigung 1900 fand die neue Fußballsaison 1935/36 ihren Auftakt mit einem Kamps der ersten Mannschaft gegen die erste Elf des IG.-Sportvereins Frankfurt a. M. Das Spiel, das bereits am Samstagabend ausgetragen wurde, brachte kein besonders starkes Erlebnis. Die Mannschaft der Spielvereinigung spielte absolut nicht schlecht, sie kam aber nicht so zum Zuge, wie man es erwartet hatte. Das Spiel, das einen knappen l:0-Sieg brachte, hätte schon in der ersten Halbzeit eine eindeutigere Entscheidung erfahren müssen. Gerade in der ersten Spielhälfte arbeiteten sich die Blauweißen eine Reihe von Chancen heraus, die leider in der Aufregung vergeben wurden. Der Sturm zeigte sich dabei verschiedentlich geradezu hilflos. In ber ersten Halbzeit vollzog sich die Kampfhandlung meist ausgeglichen. Der Ball ging in stets flacher Kombination rasch hin und her, bie Zusammenarbeit auf beiden Seiten war aber nicht sehr gut. Vor allem enttäuschten die Frankfurter, von denen man weitaus mehr erwartet hatte. Durch ungenaue Abgaben auf beiden Seiten erhielt das Spiel einen zerrissenen Charatter. Nur einige wenige Angriffe der Gäste wurden dem Gießener Tormann ernsthaft gefährlich. Einige Male zeigte Schmidt aber auch glänzende Paraden. In der 40. Minute erst fiel das einzige Tor des Tages. Dieser Torerfolg war gleichzeitta der dramatische Höhepunkt des Tages. Der Ball kam bei einem Angriff ber Spielvereinigung schwach gegen das Gästetor angerollt, ber Tormann warf sich danach, bekam aber den Ball nicht sicher in die Hände. Die Gießener Stürmer sprangen hinzu, umspielten — etwas hart — den Tormann, der sich energisch einsetzte, bis schließlich Wilhelmi, der auf die andere Seite lief, zum entscheidenden Schuß ansetzen konnte. Bald darauf war Halbzeit. In ber zweiten Spielhälste gab es zwar noch manchen interessanten Kampf Mann gegen Mann. Die Spielvereinigung lief verschiedentlich zu schönen Kombinattonszügen auf, bie aber nicht mit dem entscheidenden Druck zu Ende geführt werden konnten. So blieben weitere Erfolge aus. Die Gesamtleistungen auf beiden Seiten waren nicht überragend. Sehr gut war die Gießener Verteidigung, die sich einen guten Teil bes Verdienstes an diesem Sieg zuschreiben kann. Aus beiden Seiten wurde sehr fair gekämpft, so daß der Schiedsrichter kein schweres Amt hatte. Vettere Lrgebnlsie. 1900 Liga — Treysa Liga 5:1 Wetzlar Alte Herren — Wetzlar Alte Herren 2:1. Wetzlar 1. Jgd. — 1900 1. Igd. 16:1. Wetzlar Schüler — 1900 Schüler 0:0. Watzenborn-Steinberg Schüler —1900 Schüler 0:5. Fußball-Austatt bei Df8.-Neichsbahn Alsfeld mit 8:0 geschlagen. Die Ligamannschaft warf alle Berechnungen über den Hausen und schlug die Alsfelder, auch m dieser Höhe, verdient. Sie zeigte, daß sie die Sperre dazu benutzt hat, ihr Können noch zu verbessern. Dieser Erfolg muh um so höher gewertet werden, als die Hiesigen noch auf die Spieler, die durch chren v_v_________, v Anläßlich feines 15jährigen Bestehens hatte der! ringen), Lotz (Lich), Knöß (Daubringen). Die Zeit verabschiedete sich auch der Oberführer Ri- SV. Lollar am geftrigen Sonntag eine Fußball- Mannschaften spielten äußerst fair, ckard Prinz von Hessen. Damit war die l Blitzrunde veranstaltet. Sechs verschiedene Mann- Die Spiele wurden geleitet vor Beide Mannschaften stellten sich im schönen Sta« dion von Luxemburg dem belgischen Schiedsrichter. Luxemburg: Hoscheidt; Maserus, Mousel; Theis, Bommertz, Fischer; Schmit, Baecker, Wanz, Menget, Touba. Deutschland: Iürissen; Grämlich, Busch; Stephan, Sold, Zielinski; Günther, Urban, Fricke, Gellesch, Elbern. Der Auftakt des Kampfes war für die deutsche Elf recht vielversprechend, brachte doch gleich die erste Spielminute unserem Angriff eine Riesenchance. Die Luxemburger hielten das Tempo der Deutschen überraschend leicht mit. Im Angriff der Deutschen waren die Flügel gut und immer wieder gefährlich. Zwei Minuten vor der Pause fiel der einzige Treffer des Tages, von dem aber noch niemand annehmen wollte, daß er schon die Entscheidung des Spieles bedeutete. Eine Rechtsflanke war zu Günther gekommen. Der deutsche Linksaußen wurde scharf bedrängt und knallte daher aufs Geratewohl direkt aus der Luft „in Richtung Tor". Hoscheidt wurde durch diesen Gewaltschuß so sehr überrascht, daß er zum Entsetzen der luxemburgischen Spieler und Zuschauer den Ball über die Hände ins Tor wischen ließ. Auch die ersten zehn Minuten der zweiten Spielhälfte hielt der Angriffsgeist der Deutschen noch an. Auf einmal lief der Ball flott und zweckmäßig durch die Reihen der Deutschen, so daß die Luxemburger nur selten zu einer erfolgversprechenden Aktion kamen. Aber dem Anariff der Gäste gelang trotz anhaltender Überlegenheit nicht ein einziger Treffer mehr. Zehn Minuten von Spielschluß gab es dann einen Zusammenprall zwischen dem luxemburgischen Verteidiger Maserus und dem deutschen Rechtsaußen Elbern. Der Luxemburger mußte verletzt aus» scheiden. Doch auch diese zahlenmäßige Schwächung der Einheimischen vermochte unsere Mannschaft nicht auszuwerten. Nach durchweg mäßigem Spiel blieb es bei dem knappen l:0-Sieg der deutschen 8-Mannschast. Sachsen-Aland 11:0(5:0). In ihrem ersten Spiel auf ihrer Deutschlandreise trafen die isländischen Fußballspieler am Sonntag auf eine Auswahlelf des Gaues Sachsen. Zu dem Kampf auf dem DSC.-Platz in Dresden hatten sich rund 12 000 Zuschauer eingefunden. Das Publikum bereitete den Gästen einen herzlichen Empfang und zeigte auch während des ziemlich einseitig verlaufenden Spieles, das die Sachsen überlegen mit 11:0 (5:0) gewannen, eine vorbildliche Haltung. Die Sachsen waren glatt eine Klasse besser. Auffallend war vor allem die schwache taktische Leistung der Isländer, die auch in technischer Beziehung noch manches lernen müssen. Erfreulich war ledialich, daß die Gäste bis zum Schluß unentmutigt weiterkämpften, obwohl sie während der ganzen Spieldauer kaum ein halbes Dutzend Torgelegenheiten hatten. Von der Motorbrigade Kurhessen des NSKK. sind etwa 500 Mann bestimmt, die zu dem diesjährigen Reichsparteitag nach Nürnberg fahren. Diese Führer und Männer trafen am gestrigen Sonntagvormittag in Gießen zu einer Besichtigung durch den Kraftfahrinspekteur ein. Kurz vor 11 Uhr traf der Führer der Motorbrigade Kurhessen, Oberführer Richard Prinz von Hessen, mit seinem Stabe ein. Der Oberführer besichtigte jeden einzelnen NSKK.-Mann, ob Kleidung und' Ausrüstung vollkommen in Ordnung waren. Hierauf formierten sich unter dem Kommando von Standartenführer Meyer die Formationen in 12er Reihen zu einem Vorbeimarsch vor dem Oberführer. „ In der Mittagsstunde wurden die NSKK,-Manner aus zwei Feldküchen gespeist. Wie man sah, hat es den NSKK.-Männern ganz vorzüglich gemundet. Hieraus folgte eine Ruhepause. Gegen 3 Uhr wurde wiederum angetreten, um nochmals schnell den Vorbeimarsch zu üben. Nach einer Zi- Menst verhindert waren, verzichten mußten. Die Gäste spielten einen rationellen Fußball, bei dem Technik nur insoweit angewendet wurde, als man sich von ihrer Bedienung Erfolg versprach. Im Übrigen zeigte besonders ihre Hintermannschaft bedenkliche Schwächen. Ihr Eifer muß hervorgehoben werden und ihr Widerstandswille, den sie auch dann noch zeigte, als sie bereits aussichtslos un Rennen lagen. Die Gießener spielten mit: Haas: Schmidt I, Leutheuser II; Heß, Knaus, Hauptfeld. Szponick, Fehling, Wlodareck, Erb, Ranft. Die gesamte Gießener Mannschaft spielte in der zweiten Halbzeit einen Fußball, der auch höheren Ansprüchen gerecht wurde. Während der ersten Viertelstunde sah man verteiltes Spiel, das vollkommen auf Durchbrüche beiderseits abgestellt war, aber zu keinen Erfolgen führjÄ. 9n der achtzehnten Minute erzwangen die Hiesigen eine Ecke, die in das Mittelfeld.abgewehrt wurde. Die Gastgeber spielten jetzt leicht überlegen und konnten öfter die gegnerische Hintermannschaft überwinden, scheiterten aber vorerst an dem Schlußmann der Gäste. Dann brachen die Alsfelder überraschend durch, und ihr Mittelstürmer stand frei vor dem Tor der Hiesigen. Aber Haas rettete tn letzter Sekunde, indem er dem Mittelstürmer den Ball vom Fuße nahm. Dann war Szponick durchgebrochen, sein Ball wurde aber zur Ecke ab- gedrängt. Die Ecke verwandelte Ranft zum ersten Tor für die Grün-Weißen. Dann erhöhte in der dreißigsten Minute Szponick aus einem Gedränge heraus zu 2:0. Auf der Gegenseite machte Schmidt eine große Chance der Gäste zunichte. Zwei Ecken für Alsfeld brachten nichts ein. Nachdem Wlodareck eine zwingende Gelegenheit ausgelassen hatte, war Halbzeit. Nach Wiederbeginn erhöhten die Gäste ihr Ecken- verhältnis auf 4:2. Dann übernahmen ober die Hiesigen das Kommando und diktierten das Spielgeschehen. Wlodareck erhöht durch einen Alleingang auf 3:0. Dann nutzte Erb einen Fehler der gegnerischen Verteidigung aus, dann spielte sich Ranft gut durch und gab uneigennützig zu Wlodareck, der auf 5:0 erhöhte. Einen Handelfmeter, von Wlodareck geschossen, brachte das 6:0. Die dritte Ecke für die Gastgeber drückte Ranft zum siebenten Tore ein. Unverdrossen kämpfen die Gäste weiter, ohne daß es ihnen vergönnt war, das Ehrentor zu erzielen, das sie auf Grund ihrer Spielweise verdient hätten. Ranft beendete das torreiche Treffen mit dem achten Tore. Kreisgebiets-Volksiumen des Kreises VID (Lahn-Dill) in Großen-Vuseck. Lieber 800 Teilnehmer. - Ein Bergfest! - prächtiger Verlauf. Kaum konnte das volkstümliche Turnfest des Kreises Lahn-Dill, das am gestrigen Sonntag Turnerinnen und Turner und viele Jugendliche in Großen-Bufeck vereinigte, einen schöneren Verlauf nehmen, als man ihn erlebte. Die Turner fanden aber auch, das sei besonders hervorgehoben, die günstigsten Vorbedingungen für ihre Werbeveranstaltung. Zunächst ermöglichte das herrliche und besonders in den Vormittagsstunden nicht allzuheiße Wetter eine glatte Abwicklung der Wettkämpfe. Hinzu kam ferner, daß die Mitglieder des Turnvereins Großen-Bufeck die notwendigen Vorbereitungen in geradezu vorbildlicher Weife getroffen hatten und nicht zuletzt, daß die Gemeinde Großen-Bufeck in großzügiger Weife für die Durchführung der Wettkämpfe einen großen Wiesenplan jjur Verfügung stellte. Der Wettkampfplatz, in einzigartig schöner Lage am Hang vor dem Ortseingang, gestattete allen den Teilnehmern einen beherrschenden Blick über das Busecker Tal, hinab auf das stattliche Dorf Großen-Bufeck, hinüber nach Lllten-Buseck, zum Hangelstein, zum Gleiberg und zum Vetzberg. Sicherlich hat das Fest dazu beigetragen, der Jugend die Heimat herzlich näherzu- bringen. Die gesamte Veranstaltung trug in hohem Maße feinen volkstümlichen Charakter. Die einzelnen Wett- tampfplätze waren so gestaltet, wie sie sich aus der natürlichen Umgebung heraus ergaben. Die Laufbahnen waren in die Wiese eingezeichnet, einige Latten kennzeichneten Start und Ziel. Sprung- aruben waren ausgehoben worden, für den Hochsprung hatte man einfach markierte Stöcke in das Erdreich geschlagen. Alle Vorrichtungen erwiesen sich als sehr zweckmäßig. Daß die Anlausbcchnen nicht völlig eben waren, erwies sich zwar als ein kleiner Mangel, durch den insbesondere die Zeiten beeinträchtigt wurden, der aber den Wert und die Bedeutung der Veranstaltung nicht mindern konnte. Es kam hier ja, bei aller Herausstellung des Kampfgedankens, nicht so sehr auf die Zehntelsekunde an, wie eben darauf, daß die Jugend im gemeinsamen Wettkampf auf breiter Front die Kräfte messen konnte. Und gerade in dieser Hinsicht war das Fest ein großer Erfolg. Gaben doch verschiedene Vereine sehr viele Meldungen ab. Großen-Bufeck nahm mit 101 Wettkämpfern teil, Wieseck mit deren 97, Gießen mit 155 Wettkämpfern. Aber auch in vielen anderen Vereinen hatte die Absicht, die Arbeit in die breite Masse zu tragen, gutes Echo gefunden. Nicht weniger denn etwa 800 Wettkämpfer traten zu den einzelnen Mehrkämpfen an. So wurde das volkstümliche Turnfest des Kreises Lahn-Dill ein Bergfest in des Wortes wahrster Bedeutung. Es entwickelte sich auf dem Berghang, nachdem die Teilnehmer in Riegen eingetei.lt waren, ein lebhafter Wettkampf-Betrieb, Hier wurde gelaufen und dort gesprungen, hier von den Mädchen der Vollball geworfen, und dort stießen die Knaben die Kugel, hier ging das Keulenweitwerfen vor sich und dort der Weitsprung. Don einem Kampfplatz wechselten die Riegen den Kampfplatz und führten so systematisch die Mehrkämpfe nach der in der Tur- nerschaft viel geübten Ordnung durch. Viele bewährte Kampfrichter hatten sich auch diesmal wieder zur Verfügung gestellt, so daß die Ergebnisse rasch ermittelt und zusammengetragen werden tonnten. Die gesamten Wettbewerbe sämtlicher 800 Teilnehmer konnten in den Vormittagsstunden zu Ende geführt werden. Die erzielten Leistungen dürfen, trotz der verschiedentlich schwierigen Lausbahnverhältnisse als sehr gut bezeichnet werden. Besonders die Jugend gab sich wieder viele Mühe, die für die Bewertung, als Sieger notwendige, Punktzahl zu erreichen. Mit großem Eifer verfolgte jeder einzelne Junge, jedes Mädchen fein Abschneiden den anderen gegenüber. In den Wettkampfbetrieb war auch diesmal wieder die völkische Aussprache eingeschaltet, die hier in dieser herrlichen Umgebung, auf grünem Wiesenplan, unter strahlend blauem Himmel, in schöner Kameradschaft, sicherlich vielen ein schönes Erlebnis wurde. Oie ersten Sieger: Im Nachstehenden seien die Tellnehmerzahlen, die Anzahl der Siegerinnen und Sieger, wie auch die ersten Preisträger der einzelnen Klassen genannt. Turner stufe: 79 Teilnehmer, 41 Sieger. 1. Sieger: Otto Linden st ruth, Mtv. Gießen, 104 Punkte. Jugend -Oberstufe: 86 - Teilnehmer, 43 Sieger. 1. Sieger: Max Roth, Tv. Reiskirchen, 103 Punkte. Jugend-Unterstufe: 73 Sieger. 1. Sieger: Egon Kley, VfB.-Reichsbahn Gießen, 129 Punkte. Schüler-Oberstufe: 156 Teilnehmer, 101 Sieger. 1. Sieger: Erich Rinn, Tv. Heuchelheim, 92 Punkte. S ch ü l e r - U n t e r st u f e: 169 Teilnehmer, 113 Sieger. 1. Sieger: Ewald Martini, Tv., Leihgestern, 77 Punkte. Altersturner: 14 Teilnehmer, 14 Sieger. 1. Sieger: Wilhelm Hofmann, Tv. Alten-Buseck, 76 Punkte. Turnerinnen: 9 Teilnehmerinnen,,6 Siegerinnen. 1. Siegerin: Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 97 Punkte. Turnerinnen-Oberstufe: 14 Teilnehmerinnen, 9 Siegerinnen. 1. Sieg: Erna Volk, Tv. Allendorf, 67 Punkte. Jugendturnerinnen-Unterstufe: 44 Teilnehmerinnen, 28 Siegerinnen. 1. Sieg: Elfriede Schmidt, VfB.-Reichsbahn Gießech 91 Punkte. S ch ü l e r i n n e n -> O b e rst u f e°: 82 Teilnehmerinnen, 54 Siegerinnen. 1. Siegerin: Else Seim, Mtv. Gießen, 86 Punkte. Schülerinnen • Unter ft ufet 63 Teilnehmerinnen, 47 Siegerinnen. 1. Siegerin: Erika van Bentheim, Mtv. Gießen, 75 Punkte. Einen umfangreichen Auszug aus der Siegerliste veröffentlichen wir noch. Anerkennung dem Berechnungs-Ausschuß. Besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang der Berechnungsausschuß, der, fernab all der Fröhlichkeit der Jugend und fernab des ganzen Wettkampfbetriebes uneigennützig und unter allem Verzicht auf das festliche Miterleben, in einem geschlossenen Raume schwere Arbeit leistete. Bereits am Nachmittag waren alle Ergebnisse errechnet und gleichzeitig für die Veröffentlichung geschrieben und vervielfältigt. Die Opferbereitschaft, die vom Berechnungsausschuß wieder einmal mehr unter Beweis gestellt wurde, verdient ehrliche Bewunderung. Oer Festzug. Nach einer kurzen Mittagspause trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung auf dem eigentlichen Festplatz, unmittelbar am Ortseingang (von Gießen her). Nach dem kurzen Kommando des Kreisvolksturnwartes Dr. Wilhelm Loh, formierte sich sehr rasch der Festzug, an dessen Spitze sich oer Spielmannszug der HI. und die SA.-Musikkapelle-Großen-Buseck setzten. Unter schneidiger Marschmusik zog man durch die Hauptstraßen des Dorfes. Dem Spielmanns- und Musikzug unmittelbar folgte ein Fahnenträger, der die Fahne des Dritten Reiches vorausführte, bann der Turner mit der großen weißen Fahne der DT. Dann folgte der Vorstand des Kreises Lahn-Dill, dem sich auch der Gauoberturnwart Rudolf P a u l- Gießen in herzlicher Verbundenheit mit den Turnern unserer Heimat eingereiht hatte. Dann folgten in geordneten Kolonnen die zahlreichen Turnerinnen und Turner, die Mädchen in ihrer schönen Gleichtracht/die Jungens im Turndreß. Auch örtliche Vereine, Gesangverein, Kriegerverein usw. hatten sich mit ihren alten Fahnen angeschlossen. Die Einwohnerschaft des Ortes brachte dem Festzug alle Sympathie entgegen. Gefallenen-Ehrung. Der Festzug nahm auf feinem Marsch durch die Sttaßen auf dem Platz vor der Kirche kurzen Aufenthalt zu einer Gefallenen-Ehrung. Während die Musikkapelle das Lied vom guten Kameraden spielte, wurde am Krieger-Ehrenmal ein Kranz niedergelegt. Kundgebung. Bald nach dem Eintreffen auf dem Festplatz fand eine kürze Kundgebung statt, die der Führer des gastgebenden Turnvereins Großen - Buseck, Herr Großer, mit einem kurzen Grußwort eröffnete. Anschließend hielt Bürgermeister Rebholz eine kurze Ansprache, in der er die Gäste zunächst in den Mauern Großen-Busecks herzlich willkom- men hieß und seiner Freude darüber Ausdruck gab^ daß man Großen-Buseck zum Festort gewählt habe. In Großen-Buseck habe das Turnen und der Sport von jeher eifrige Pflege erfahren. In feinen weiteren Ausführungen beschwor der Redner den Geist eines Friedrich Ludwig Jahn herauf, der in schwerer Zeit durch sein Schaffen das deutsche Volk zur körperlichen Ertüchtigung und zur Einheit aufgerufen habe. Er kam ferner auf die jüngere Vergangenheit und die Gegenwart zu sprechen, in der der Führer Adolf Hitler nach feiner Machtergreifung dem Turnen und dem Sport zu dem verhülfen habe, was beide fein sollten: Mittel zur Ertüchtigung des deutschen Menschen. Die Deutsche Turnerschaft sei in diesem Sinne nicht Selbstzweck, sondern sie fei eingegliedert in das große Aufbauwerk in unserem Vaterlande. Jeder habe hier mit» zu helfen, daß Deutschland wieder stark und frei weide, daß allgemein im gesunden Körper des deutschen Menschen auch ein gesunder Geist wohne. Kreisführer Dauperl (Wieseck) hielt anschließend ebenfalls eine kurze Ansprache der er zunächst voranstellte, daß die heutige Veranstaltung vor allem eine volkstümliche Veranstaltung sein solle. Das Volkstümliche solle zum Erlebnis werden. Ringsum von den Bergen und aus dem Tal grüße uns die Heimat. Das Volksturnen sei bewußt in den Heimatgedanken hineingestellt worden. Der Wettkampf solle hier verbunden werden mit dem Bestreben um die Bildung von Seele und Geist im Sinne eines Friedrich Ludwig Jahn. Die Turnerschaft sei stets Mithelfer auf dem Wege zur deutschen Einheit und betrachte die Aufforderung des Reichssportführers an die Deutsche Turnerschaft zur führenden Mithilfe an diesem Werke, als eine heilige Verpflichtung gegenüber Volk und Vaterland. Mit einem Gedenken an den Führer Adolf Hitler schloß der Redner seine Ansprache. Begeistert stimmten die Festteilnehmer in das dreifache „Gut Heil!" auf den Führer ein. Gemeinsam wurden dann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Im weiteren Verlauf des Nachmittags wurden von Turnerinnen prächtige Reigen vorgeführt, dis viel Anklang fanden. Die Jungens warteten mit interessanten, vielseitigen Bodenübungen auf und zeigten dabei persönlichen Mut. Scherzstaffeln lösten viel Heiterkeit aus. Die unvorbereiteten Freiübungen aller Wettkampfteilnehmer wurden von den vielen Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Schauvorführungen trugen stark werbenden Charakter. Die Siegerehrung, die in schlichter aber würdiger Weise durch den Kreisvolksturnwart vorgenommen wurde, beschloß den turnerischen Teil der festlichen Veranstaltung. Bei verschiedenen gesanglichen Darbietungen der örtlichen Gesangvereine, bei guter Musik der Kapelle, bei Unterhaltung und Tanz vergingen die restlichen Nachmittagsstunden wie im Fluge. Herzlich erfreut über den schönen Verlauf des Turnfestes machte man sich auf dem Heimweg. Auswahlfpiele. In Dresden: Sachsen — Island 11:0 (5:0). In München: Südbayern — Nordbayern 3:0 (0:0). In Ludwigshafen: Ostpfalz — Südhessen 3:1 (2:0). In Pirmasens: Pfalz — Saar 3:1 (2:0). In Hannover: Niedersachsen — Westfalen 5:3 (4:1). VERWAHRUNG Konrad Wenzel nach vollendetem 76. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen Gießen (Kirchstraße 13), den 17. August 1935. 4720 D Klein-Linden, den 19. August 1935. 03483 Älla Anrelgett-Sikiiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 21. August, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause Klein-Linden, Hügelstraße 23, aus statt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. August, um 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Kleine An sei gen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinan- Todesanzeige Am Freitag, dem 16. August, nachmittag® 3 Uhr,entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber Vateft Schwiegervater,Großvater, Bruder,Schwager und Onkel , zeigen in die Hei- Gletzen / Srbirlstratze 2 ailfleMrAuelHex Am Sonntag, dem 18. August, nachmittags 3.15 .Uhr, verschied plötzlich und unerwartet nach kurzen, schweren Leiden in der Medizinischen Klinik unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kath. Schupp Wwe., geb. Becker im 59. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Schupp, Familie Eberhardt Bast nebst Angehörigen Gießen, 19. August 1935. 47310 Datibringen, den 19. August 1935. 1728 0 Frau Wilhelm Walther VII. Wwe. und Kinder. Danksagung. Für die uns beim Heim gange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme und Kranzspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir ddn Vereinen und und Krankenschwestern sowie dem Herrn Pfarrer Gußmann für die trostreichen Worte am Grabe. Nachruf. Am 16. August starb nach kurzer Krankheit Herr Konrad Wenzel im Alter von 75 Jahren. Er hat 57 Jahre lang treu der Hirschapotheke seine Arbeitskraft gewidmet. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Inhaber und Mitarbeiter der Hirschapotheke. Heuchelheim, den 18. August 1935. Beerdigung findet Dienstag, den 20. August, nachmitt, um 4 Uhr,"vom Trauerhause Wilhelmstr. 29 aus statt. ____________________________________________________________4722P Sonntagabend 7 Uhr wurde unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Justina Süß Wwe., geb. Eberhardt nach langem, schwerem, in großer Geduld ertragenem Leid im Alter von 54 Jahren in die Ewigkeit abgerufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Rudolf Süß Marie Süß Emilie Süß und Geschwister Lichtspielhaus «Gießen Ab heute Montag täglich 4, 6 und 8.30 Uhr: Gustav Fröhlich Heinrich George Rose Stradner in ( DEMASKIERUNG ) Ein Film, dessen Handlung in einer Nacht abrollt, einer Nacht nicht nur der Verwandlung, sondern auch der Entscheidung. Menschenschicksale erfüllen und vollenden sich. Im Beiprogramm: Der Limburger Silberiehati (Kulturfilm); Im Kino anno daxnmal „ und Üfa-Ton-Woche. 4718a Stütze Gesucht selbständ.i.samt- lichenHausarbei- fassen, Flaschen ten, Koch. u. Ein- spülen ufro. 0348i IPUien U|TD. 03482 Paiooe, Bleichstr. 7 wecken perfekt, HIIHilMMiMIWWI bei Brühl, Schulstr. 7 TignMfl nicht über 18 I. alt, gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gwß.Anz. 4Wd sauberes, iungeS MANN [Stellenangebote] -Keine Ursprung«- xengnlsse, sondern nur Zeugnis abschriften dem Be- werbungSsthreiben beilegen I - Lichtbilder mtdBewerbungSunter- lagen wüsten zur Ber- metdung von Verlusten auf der Rücklette Namen und Anschrift bei Bewerber» tragen l flink u.zuverl., für sof. ob. l.Okt. in Dauerstellg. gesucht. Hilfe vorhanden, Alter 25 b.30 Jahre. Einsendung v.Zeugnissen aus nurguten Häusern, Bild u. Gehaltsanspr. erbeten an: 472*0 Frau Dir. Hbfnor, Eisenach (Thür.), Beethovenstr. 11. Verkäufe "| Prima Ferkel abzugeben. j786D Fr. Hennekerr Gießen, Marbur- ger Straße 6si Werbe-Drucksachen