Ur. !66 Erster Blatt 185. Jahrgang 8rettag.19.Zuli 1935 Erschemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblatter Heimat tm Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt .^ernfprechanschlüfle »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronlfurt am Main 11688 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttätr Buch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Es hatte auch keine politische Partei gegeben, die wandlungsfähiger war als das Zentrum. Schon in der Vorkriegszeit gab sich das Zentrum zwar als die politische und parlamentarische Vertretung der Katholiken in Deutschland, ober wenn es darauf ankam, pfiff das Zentrum nicht nur auf die katholische Kirche, sondern auch auf das Oberhaupt dieser Kirche, auf den Papst in Rom. Wie es 1887 geschah, als Papst Leo XIII. dem Reichskanzler Bürst Bismarck dafür gefällig sein wollte, daß dieser den Kulturkampf abgebrochen hatte. Fürst Bismarck brauchte für die Militärvorlage im Reichstag eine Mehrheit, die sich damals ohne das Zentrum nicht bilden ließ. Papst Leo XIII. ließ dem Zentrumsführer W i n d h o r ft mitteilen, daß Zentrum solle den Fürsten Bismarck unterstützen. Windhorst lehnte ab. Fürst Bismarck mußte den Reichstag auflösen, um eine Mehrheit für die Militäroorlage zu erhalten, ohne die die militärische Sicherheit des Reiches gefährdet war. Die Nachfolger Windhorsts haben die Spuren des Meisters nicht verlassen. Gerade das Zentrum war ja immer der Tummelplatz für ehrgeizige Streber, so konnte ein Mensch wie Erzberger der Führer des Zentrums werden. Es ist auch noch in Erinnerung, daß das Zentrum im Novemberstaat mit den Marxisten gemeinsam dies Gebilde trug, wobei es für das Zentrum die Hauptsache war, überall Vorteile für den politischen Katholizismus und „seine Anhänger" herauszuholen. Auf die katholische Kirche oder gar auf die katholische Religion kam es nicht an, denn für beide hatte das politische Zentrum nichts übrig. So mächtig und einflußreich das Zentrum auch im Novemberstaat war, so reichte doch beides nicht aus, um irgend etwas von Reichswegen gegen die Gottlosenbewegung zu tun. Das konnte das Zentrum auch nicht gut wagen, denn es war ja selbst im Bunde mit dem gottes- und religionsfeindlichen Marxismus Die Gefahr einer bolschewistischen Revolution hat Adolf Hitler von uns abgewendet. Was sie für die christlichen Kirchen bedeutet hätte, das zeigt das russische Beispiel. Im Lande der Sowjets gilt das Bekenntnis zur Kirche als ein Ausdruck staatsfeindlicher Gesinnung. Gottlosigkeit ist den kommunistischen Parteimitgliedern zur Pflicht gemacht. Der Führer hat den Kirchen in Deutschland die Freiheit der Betätigung gerettet. Der nationalsozialistische Staat ist darüber hinaus in religiösen Dingen nicht gleichgültig. Das nationalsozialistische Parteiprogramm, das die weltanschauliche Grundlage dieses Staates darstellt, enthält das ausdrückliche Bekenntnis zum positiven Christen- tum. Aus diesen Tatsachen darf der nationalsozialistische Staat nun aber auch das uneingeschränkte Recht ableiten, die Kirchen aus ihren wahren Aufgabenkreis zu beschränken und jeden Uebergrisf aufs politische Gebiet zu unterbinden, zumal wenn solche lieber» griffe mehr ober weniger versteckt gegen Grund- aussassungen dieses Staates gerichtet sind. Die Kirchen müßten es im Grunde dankbar begrüßen, wenn ihre Diener zur vollen Konzentration auf ihre religiösen Ausgaben und priesterlichen Pflichten gezwungen werden, weil dadurch auch verhindert wird, daß in den Herzen der Gläubigen Konflikte geschaffen werden. Der Erlaß, den jetzt der preußische Ministerpräsident General Göring veröffentlicht hat, stellt denn auch mit Befriedigung fest, daß der größere Teil der kirchlichen Oberen es verurteilt, wenn untere Geistliche sich aufs politische Gebiet begeben, daß sie aber anscheinend gegen gewisse Teile des Klerus, dessen Treiben sie verurteilen, machtlos seien. Der höhere Klerus muß also dem Ministerpräsidenten Göring zu Dank ver^ pflichtet sein, wenn er nun nach dieser Richtung mit aller Entschlossenheit die ihm verfügbaren Machtmittel einsetzt. Es wird gewiß nicht immer ganz leicht sein, die Grenzen zwischen seelsorgerischer und politischer Betätigung scharf zu ziehen. Dessen ist sich auch General Göring bewußt, wenn er die unteren Verwaltungsstellen anweist, ihre Machtmittel „mit aller Besonnenheit" anzuwenden. Der Staat denkt nicht an einen Kultur- kampf, er will auch den Anschein eines Kulturkampfes vermeiden. Es ist interessant zu erfahren, daß es sich bei den Geistlichen, gegen die sich dieser Erlaß wendet, fast durchweg um solche handelt, die vor der Machtergreifung politische Funktionäre des Zentrums waren. Daraus ergibt sich, daß ihre Ausfälle und Entgleisungen keineswegs auf seelsorgerische und religiöse Antriebe zurückzuführen sind, sondern einem gekränkten politischen Ehrgeiz entspringen. Das Zentrum mußte nach der Eroberung der politischen Macht durch den Nationalsozialmus von der Bildfläche verschwinden. Das war ein Segen für das deutsche Volk, denn der politische Parteiklüngel war eine der Ursachen, die das deutsche Volk in der Vergangenheit daran gehindert hatten, eine einige, freie und große Nation zu werden. Das politische Zentrum hat auch ohne alle Schwierigkeiten die Segel gestrichen, denn es fühlte ganz deutlich, daß es eine harte und starke Faust war, die das Steuerruder des Reiches ergriffen hatte. Hier gab es nur ein Sichfügen. Aber feit einiger Zeit ist beobachtet worden, wie alte Zentumsleute vorsichtig versuchten, vor allem über Jugendverbände und Gesellenverbände, den verlorenen polischen Einfluß wiederzugewinnen. Beichtstuhl und Kanzel wurden von einzelnen politischen Fanatikern im Priesterrock erneut zu dem Versuch mißbraucht, die Einheit des Volkes zu erschüttern. Merken diese Leute, die in so taktloser Weise Formeln und Symbole des neuen Deutschland in den kirchlichen Bereich tragen, gar nicht, wie sie sich am Geist wahrer Religion versündigen und wie sehr sie ihre Gläubigen, statt ihnen zu helfen und sie zu trösten, in ihres Herzens Ruhe bedrängen und schädigen? Der Erlaß Görings wird geeignet sein, verblendeten und gewissenlosen Hetzern die Augen zu öffnen. Gegen den Mißbrauch geistlicher Autorität W politischen Zwecken. Berlin, 17. Juli. (DNB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der preußische Ministerpräsident und Ches der Geheimen Staatspolizei General Göring hat in einem Erlaß an d i e Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten sich mit der ablehnenden Haltung gewisser Kreise des katholischen Klerus gegen den Nationalsozialismus und seine Einrichtungen befaßt. In bewußter Verkennung der außerordentlichen Leistungen des nationalsozialistischen Staates und im Gegensatz zu der bereitwilligen Anerkennung, die ihm das gesamte Volk für seine erfolgreichen Anstrengungen auf allen ßebensgebieten zollt, glaubt eine Anzahl katholischer Geistlicher immer noch, die ihnen an« vertrauten Volksgenossen an der nationalsozialistischem Idee irre machen zu sollen, nur weil sie ihren politischen Einfluß schwinden sehen. Der Ministerpräsident lehnt die Entfesselung eines Kulturkampfes gegen die katholische Kirche nach wie vor auf das Bestimmteste ab. Er hält es aber für unbedingt notwendig, mit aller Energie gegen diejenigen Bestrebungen vorzugehen, die von dem politischen Katholizismus her dem nationalsozialistischen Staate im Kampfe entgegentreten. Demgemäß hat er, um dem Treiben solcher anti- nationalsozialistischen katholischen Geistlichkeit, deren Einstellung und Haltung immer noch in der Gedankenwelt der ehemaligen Zentrumspartei wurzelt, ein Ende zu bereiten, die Staatsbehörden angewiesen, mit allen geseh- lichen Mitteln gegen solche Mitglieder des Klerus vorzugehen, die die Autorität ihrer geistlichen Stellung zu politischen Zwecken mißbrauchen. Der Erlaß führt unter anderem aus: Die Linie der Staatsführung in der Behandlung des politischen Katholizismus ist eindeutig und klar vorgezeichnet. Der nationalsozialistische Staat g e - währleistet .die Unversehrtheit der christlichen und damit auch der katholischen Kirche; er gewährt ihr und ihren religiösen Einrichtungen seinen Schutz. Die Zeiten, in denen der Wille und die Macht des Staates nicht hinreichte, die Kirche vor den zersetzenden Einflüssen der G o t t l o s e n b e w e g u n g wirksam zu schützen, sind vorüber. Für die Kirche entfällt damit jede Veranlassung, über das Gebiet religiöser Betätigung hinaus politische Einflüsse aufrechtzuerhalten ober von neuem anzustreben. Sie darf daher weder Gott an- rufen gegen diesen Staat, eine Ungeheuerlichkeit, die wir in offener und versteckter Form allsonntäglich erleben, noch darf sie eigene politische Kräfte unter der fadenscheinigen Begründung organisieren, sie müsse vom Staat her drohende Gefahren abwehren. Wir dulden Bestrebungen nicht, deren Träger früher das Zentrum war. Wir bekämpfen sie, auch wenn sie unter dem Deckmantel religiöser Betätigung in Erscheinung treten; wir bekämpfen sie um so entschiedener, je mehr sie sich in hinterhältige und verlegene Formen kleiden. Dazu gehört es, wenn Kleriker, die sich mit der politischen Totalität des Nationalsozialismus nicht abfinden wollen, in letzter Zeit mehr und mehr die Ausdrucksformen, Wortprägungen und Symbole des nationalsozialistischen Kampfes auf ihren angeblichen „Kampf" übertragen. Sie wenden jedem Volksgenossen in Fleisch und Blut übergegangene Abkürzungen — wie HI. auf „Herz-Jesu-Jugend", BdM. auf „Bund der Marienmädchen" und Abwandlung des Deutschen Grußes auf Jesus Christus an. Sie verleiten die ihnen zur religiösen Betreuung anoertrauten Volksgenossen bis zu scheinheiligen Ausrufen wie: „Unser himmlischer Führer Jesus Christus, Treu Heil!" Von der Kanzel setzen sie staatliche Einrichtungen und Maßnahmen ohne Scheu herab. In manchen Landesteilen vergeht fast kein Sonntag, an dem nicht die religöse Ergriffenheit des Gottesdienstes zur Vorlesung sogenannter „Kanzelerklärungen" über rein politische Dinge mißbraucht wird. Die kirchlichen Oberen sind nach dem von ihnen geschworenen Bischofseid der Regierung Achtung schuldig und verpflichtet, sie auch vom Klerus achten zu lassen. Nach ihren Erklärungen verurteilen sie auch das geschilderte Treiben," anscheinend sind sie aber gegen gewisse Teile des Klerus machtlos. Da alle Warnungen nur zu einem Mißbrauch der bisherigen Nachsicht geführt haben, erwartet der Ministerpräsident nunmehr von allen Strafverfolgungsbehörden, daß sie die ganze Härte der bestehenden Bestimmungen in Anwendung bringen. Der Erlaß führt dann die zahlreichen Fälle auf, in denen Kleriker ihren staatsfeindlichen Einfluß geltend zu machen versucht haben und legt dar, wie diesem Gebaren zu begegnen ist. Grundsätzlich wird festgestellt, daß von den Geistlichen, soweit sie — namentlich im Religionsunterricht — imStaatsdienst tätig sind, verlangt werden muß, daß sie sich nicht nur während des Unterrichts jeder negativen Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus zu enthalten haben, sondern daß sie darüber hinaus, wie alle anderen Staatsdiener, für den nationalsozialistischen Staat positiv e i n 3 u t r e t e n haben, sich also mit ihrer ganzen Persönlichkeit rückhaltlos hinter ihn stellen müssen. Nur dann könne der Nationalsozialismus den Geistlichen die religiöse Miterziehung der Jugend anvertrauen. Der Ministerpräsident stellt ferner fest, daß die sogenannten konfessionellen katholischen Jugendverbände sich immer mehr von ihrer ausschließlich religiösen Betätigung entfernen. Wenn nicht eine vollständige Umstellung hierin eintritt, sind die Verbände als politische anzusehen und zu verbieten. Das Tragen von Uniformen und alle volkssportliche Betätigung ist ausschließlich der Staatsjugend und den anderen Gliederungen der Partei Vorbehalten. Der Ministerpräsident macht es allen Staatsbehörden zur Pflicht, die aufgezeigten Mißstände entschieden zu unterbinden, sich dabei aber dre ganzen Schwere der Verantwortung bei der Anwendung der gesetzlich gegebenen Handhaben bewußt zu sein. Die Macht des nationalsozialistischen Staates gestatte es, die aufgezeigten Mittel mit aller Besonnenheit anzuwenden; daß er mit der katholischen Kirche grundsätzlich in friedlichen und geordneten Verhältnissen leben will, hat er durch den Abschluß des Konkorda- t e s deutlich genug bewiesen. Im übrigen müßten die Entscheidungen von der Uebereinftimmung mit dem Empfinden der Volksgemeinschaft, die sich bas Gefühl für Recht unb Unrecht rein bewahrt hat, getragen fein. Dann werben auch biejenigen, gegen bie sich bie im Interesse ber Staatsführung notroenbigen Maßnahmen richten, in ben Augen bes Volkes nimmermehr als „Märtyrer" angesehen werben. Der Gottesglauben und die Religion der katholischen Volksgenossen wird nicht angetastet, wir überlassen der katholischen genau so wie der evangelischen Kirche die völlige Freiheit des Glaubens und der Lehre. Politisch aber ist nur eine Staatsauffassung in Deutschland vorhanden und denkbar: Die nationalsozialistische Idee. Wir wollen keinen Kulturkampf, da wir nur ben politischen Kampf kennen; in diesem aber waren unb bleiben wir siegreich. Zu biefem ©runbgebanfen betont ber Ministerpräsident, baß ber politische Katholizismus burch eine positive national- s o z i a l4 st i s ch e Aufbaupolitik überrounben werben muß, wobei er auf bie befonbers wichtige Rolle hinweist, bie bie HI. im weltanschaulichen Ringen um bie Jugenb spielt. Der Ministerpräsibent macht beshalb allen Behörben bie nachbrück- lichste Förberung ber HI. zur Pflicht. Zusammenfassung der Zuständigkeiten des Reiches und Preußens in Kirchenanaeseaenßeiten. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Im Reichsgesehblatt Teil I Nr. 80 vom 18. Juli wird folgender Erlaß veröffenllicht:: Auf den Reichsmini st ex ohne Geschäftsbereich K e r r l gingen die bisher im Reichsund Preußischen Ministerium des Innern sowie im Reichs - und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung bearbeiteten kirchlichen Angelegenheiten über. Wegen der Ausführung dieses Erlasses treffen die beteiligten Reichs- und preußischen Minister nähere Be st immun g. Berlin, den 16. Juli 1935. Der Führer und Reichskanzler: A d o l f h i l l e r. Kultur und Ernährung. Von Professor Or. Karl A exander v. Ty-zka. Schon vor mehr als 100 Jahren hat ber französische Philosoph Brillat-Savarin in seinem bamals vielgelesenen Werk „Die Physiologie des Geschmacks" ben Satz aufgestellt: „Das Schicksal ber Nationen hängt von ihrer Ernährung ab". Dieser Ausspruch hat sich bewahrheitet. Die Völker, bie wirtschaftlich, kulturell unb zivilisatorisch an erster Stelle stehen, weisen auch bie beste Ernährung auf. Dieser Zusammenhang zwischen Kultur und Ernährung spiegelt sich sehr anschaulich auf einer Landkarte wieder, in ber man biese beiben Faktoren einträgt. Dann zeigt sich, wie parallel mit fteigenber wirtschaftlicher unb bamit kultureller unb zivilisatorischer Entwicklung bie Ernährung besser unb gehaltvoller wirb. Gehen wir nämlich von ber Mitte Europas, etwa bem 20. Längengrab östlich von Greenwich aus, bem Meribian, ber Ostpreußen, Polen, bie Tschechoslowakei, Ungarn unb Jugoslawien je etwa in ber Mitte schneidet, so wirb bie Ernährung nach Westen zu immer reicher an Fleisch unb anberen tierischen Erzeugnissen, fetthaltiger unb ber Zuckeroerbrauch steigt. Dagegen wirb nach Osten zu bie Ernährung immer ärmer an biefen qualitativ wertvollen Nahrungsmitteln, immer stärker wirb ber Anteil pflanzlicher Nahrungsmittel, immer geringer ber Fleischverbrauch, sowie ber Fett- unb Zuckergehalt ber Nahrung. Einige Zahlen, bie ich meinen Untersuchungen über bie Ernährung ber Völker ber Welt entnehme, mögen bies illustrieren. Aus 1000 ber Gesamtkalorien kommen in Polen 220 animalische, b. h. tierische Probukte, in Italien 263, in Deutschland) 324, in Frankreich 330, in Englänb 335, in ben Vereinigten Staaten von Amerika 413; bagegen in Rußlanb nur 200, in Ostasien sogar nur 36 bis 50. Der Fleischverbrauch allein zeigt folgenbe Skala: Polen 110 pro Mille ber Gesamtkalorien, Italien 125, Deutschland 155, Englanb 201, Vereinigte Staaten 215, bagegen Rußlanb 105, Ostasien nur 3. Unb bie gleiche Tenbenz zeigt auch ber Fett- und der Zuckeranteil der Nahrung: Auf 1000 Kalorien entfallen Fette in Polen 210, in Italien 234, in Deutschland 282, in England 324, in den Vereinigten Staaten 373; dagegen in Rußland knapp 200, in Ostasien 63. Und Zucker: Polen 41, Italien 48, Deutschland 78, England 138, Vereinigte Staaten 167, dagegen Rußland 38, Ostasien 23. Geht man den Ursachen des Zusammenhangs zwischen Kultur und Ernährung nach, so wird offenbar, daß hier der Arbeitsweise und Beschäftigung der Volker eine ausschlaggebende Bedeutung zukommt. Volker, deren Angehörige in der überwiegenden Mehrzahl i n d e r Urproduktion, der Land- und Forstwirtschaft, beschäftigt sind, die also schwere körperliche Arbeit zu verrichten haben, ernähren sich vorwiegend mit pflanzlichen Erzeugnissen; ihre Kost weist einen sehr hohen Verbrauch an Vege- tabilien auf, ist aber arm an Fleisch und Fett. Mit zunehmender Industrialisierung treten jedoch immer mehr die pflanzlichen Nahrungsmittel zurück, dagegen basiert die Ernährung in stärkerem Maße auf tierischen Erzeugnissen, Fleisch wird bevorzugt, die Kost wird fetthaltiger und der Zuckerverbrauch steigt. Man kann in dieser Hinsicht geradezu von einer Gesetzmäßigkeit sprechen. Je stärker ein Land durch-industrialisiert ist, in je höherem Maße die menschliche Arbeitskraft durch die Maschine ersetzt ist, je größer der Anteil der Bevölkerung, der eine mehr sitzende und stehende Lebensweise in Büros, Kontoren ober Maschinensälen hat, befto größer ist auch ber Anteil animalischer Nahrungsmittel unb desto fettreicher ist die Kost. Das ist kein Zufall und auch keine Laune des Geschmacks, sondern ist phvsiologiscb bedingt durch die veränderte Arbeits- und Lebensweise. Der schwer körperlich arbeitende Mensch kann feinen notwendigen Bedarf an Eiweiß — ein Nährstoff, der dem Körper den lebenswichtigen Stickstoff zuführt —, in der Hauptsache durch pflanzliche Nahrungsmittel decken. Die große Menge Nahrungsmittel, die er aufnimmt, liefert ihm das notwendige Eiweiß. Der überwiegend geistig tätige Arbeiter ist aber infolge feiner mehr sitzenden oder stehenden Lebensweise nicht imstande, eine so große Menge Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, da er nicht genügend Gelegenheit hat, durch Muskeltätigkeit sich „auszuarbeiten"; und der sonntägliche Sport, so begrüßenswert er auch ist, ist doch nur ein recht kümmerlicher Ersatz. Sein Eiweißbedarf ist dagegen infolge feiner geistigen, Nerven beanspruchenden Tätigkeit ein besonders ft a r f e r. Er ist daher gezwungen, sich eine Kost zu wählen, die bei einer geringeren Menge Nahrungsmittel viel biologisch hochwertiges Eiweiß enthält; er muß also außer pflanzlichen Nahrungsmitteln auch Fleisch und andere tierische Erzeugnisse, wie Butter, Eier, Käse in ausreichender Menge zu sich nehmen, wenn er sich gesund und leistungsfähig erhalten will. Denn die tierischen Nahrungsmittel enthalten nicht nur verhältnismäßig viel mehr Eiweiß als die pflanzlichen, sondern das tierische Eiweiß ist auch biologisch hochwertiger. Um z. B. 100 Gramm Eiweiß täglich aufzunehmen, gebraucht man nur 500 Kalorien Fleisch, dagegen 5000 Kalorien Kartoffel, also zehnmal soviel. Zu den überwiegend geistig tätigen Personen gehören aber in den modernen Industriestaaten, in unserem Vaterlande, wie auch in England, Holland und den Vereinigten Staaten nicht nur die Gelehrten und Forscher, sondern auch das Heer der Büro- und Kontorangestellten und ebenfalls die größte Mehrzahl der Industriearbeiter, denen die Maschine die schwere körperliche Arbeit abgenommen hat und ihnen eine beaufsich- OerVölkerbun-wir-mit-em Abeffinienstreit befaßt Japan sei in gewisser Hinsicht wirtschaf11 tch die Verlautbarung ohne Wissen des sapani. e i n v e r st a n d e n ist. ning einem Ausruf an das mit Der und Kaiser wird mit seinem sterben, als die Freiheit Tode zu verteidigen. Volk lieber kämpfen verlieren." wiederholen. Mit Gottes Hilfe hat Abessinien diesen Krieg gewonnen, es hat aber den Ausgang der Adua-Schlacht politisch nicht ausgewertet. Dir haben alles getan, um den Frieden zu wahren. Um der Ehre der Ration willen aber lehnen wir ein italienisches Protektorat ab. Wir haben ein reines Gewissen und find schuldlos am Krieg. Abessinien kämpft bis zum letzten Mann für seine Unabhängigkeit. Abessinien wird den modernen Waffen Italiens die Bereitschaft entgegensetzen, sein Land und seinen Kaiser bis zum Japan sei in gewisser Hinsicht wirtschaftlichischen Botschasters erfolgt sei. Man neigt interessiert, wobei auf die beträchtliche Aus- auch zu der Auffassung, daß das japanische Ausfuhr nach Abessinien hingewiesen wird. 9n japani- wärtige A m t die Erklärung Sugimuras für schen Kreisen wird die Vermutung geäußert, daß überflüssig hält und deshalb nicht mit ih r England läßt den Singen ihren lauf. Abessiniens Kaiserpaar. KaiserhatleSelassie während eines Empfanges mit seiner Gemahlin im kaiserlichen Palast zu Addis Abeba. Im Hintergrund die Prinzessin Jahai (d. h. die Sonne). jScherl-M.f Rom habe am Mittwoch an Mussolini Die Einladung gerichtet, auf der Sitzung des Döl° kerbundsrates über Abessinien den i t a • zusammenzustehen. Die Frauen forderte er auf, sich als Pflegerinnen bereitzuhalten. „Es lebe Abessinien! Wir sterben für Abessiniens Freiheit! Gott mit uns!" Unter Tränen der Begeisterung brachen die Versammelten in stürmische Beifallsrufe aus. Die Rede hat auf die Bevölkerung tiefen Eindruck gemacht. Ueberall finden riesige Volksversammlungen unter freiem Himmel statt, bei denen Priester Ansprachen halten und die Leitgedanken der Parlamentsrede erläutern Die Versammlungen werden mit gemeinsamen Gebeten abgeschlossen. Ruhe und Zuversicht herrschen im ganzen Lande. Die Regierungskreise hegen immer noch die Hoffnung auf eine friedliche Lösung und auf ein Nachgeben Italiens. Die vor einigen Tagen gegründete „Vereinigung der Äugend Abessiniens" hat starken Zulauf. Sie zählte am Donnerstag 14 000 Mitglieder. Der Kaiser schloß , , abessinische Volk, alle Stände-, Klassen- und Religionsunterschiede beiseitezulassen und im Kampf und Sklaverei bezichtigt, die tatsächlich bereits beseitigt sei. Der Kaiser betonte, daß sein Land alle Verträge gehalten habe und daß es sich auch bereitgefunden habe, die Völkerbunds-Entscheidung anzunehmen und Italien au entschädigen, falls der Völkerbund hierüber entschieden hätte. Trotz all dieser Verständigungsbereitschaft habe jedoch Italien weiterhin Truppen und Kriegsmaterial in seine beiden Kolonien entsandt. Der Kaiser erklärte dann wörtlich: „Run steht der Krieg vor der Tür. Trotz unseres gezeigten Friedenswillens rückt der Krieg stündlich näher. Es ist unsere Pflicht, unser Land zu verteidigen. Auch im Jahre 1896 hat Abessinien keinen Krieg gewollt. Damals haben die Italiener unser Land mit Eroberungsabsichten angegriffen und wollen dies heute seine Erfahrungen bei der Unterwerfung seiner nordafrikanischen Kolonien Tripolis und Cyre- naita gewachsen zu sein hofft. Insbesondere in die Person des Generals Rodolfo G r i z i a n i, der den Oberbefehl in Somaliland führt, setzt man die größten Erwartungen, zu denen seine außergewöhnliche militärische Karriere, sein abenteuerliches Soldatenleben und die Eigenart seiner Persönlichkeit in gleicher Weise zu berechtigen scheinen. Er hat von früher Jugend an ein fanatisches Interesse an den Kolonien und namentlich an Afrika gezeigt, wohin ja die großen römischen Traditionen weisen Nach Beendigung feiner Rechts- studien trat er 1907 als Freiwilliger in die Kolonialarmee in Eritrea ein und nahm in den Jahren 1911/12 an dem wenig erfolgreichen Krieg in Tripolis teil. Im Weltkrieg machte er eine schnelle Karriere und war bei seiner Beendigung der jüngste Oberst der italienischen Armee mit der Aussicht auf weitere schnelle Beförderung. Aber der Friedensdienst sagte dem unruhigen und abenteuerlichen Manne nicht zu-, er nahm seinen Abschied und ging dorthin, wo „etwas los" war: nach Mazedonien, in den Kaukasus und nach Kleinasien, bis man ihm ein Kommando in Tripolis übertrug, wo die italienische Herrschaft sich auf die Küstenplätze beschränkt sah, während des Innere des Landes nach wie vor in den Händen der einheimischen feindlichen Stämme, namentlich der S e n u s s i war, die in Omar el Muktar, einer Art von mohammedanischen Heiligen, einen gefährlichen Führer hatten. In zweijährigen, sehr schwierigen Kämpfen, in denen er alle Künste des Kolonial- und Wüsten- krieaes anwandte und die er in einem interessanten Buche beschrieben hat, gelang es Graziani, den ganzen Süden von Tripolis mit Fest an und den Süden der Cyrenaika mit den Oasen von Kufra der italienischen Herrschaft zu unterwerfen, die Grenzen der neuen Kolonie gegen Tunis und Aegypten endgültig zu sichern und die immer wieder aufflam- menben Empörungen der Stämme zu unterdrücken. Als Meisterwerk seiner kolonialen Kriegführung die Ziehung einer 300 Kilometer langen Stacheldrahtbefestigung gerühmt, die vom Mittel- meer<»Sj an9 der ägyptischen Grenze bis zur Oase von Dscharabub lief und die Tag und Nacht durch Panzerwagen befahren wurde, so daß die Verproviantierung und Bewaffnung des Aufstandes von Aegypten aus unmöglich wurde. Die Schilderer dieser interessanten Persönlichkeit rühmen den suggestiven Einfluß auf seine Soldaten, Arabische Sympathie. Jerusalem, 18. Juli. (DNB.) Emir Ab- dallah von Transjordanien erklärte einem Pressevertreter sein tiefstes Bedauern darüber, daß eine christliche Macht wie Italien eine andere christliche Nation wie Abessinien zu unterjochen suche. Als Araber drücke der Emir Abessinien seine volle Sympathie aus. — Arabischen Blättern zufolge haben sich Fellachen aus Nablus an den abessinischen Konsul in Jerusalem mit der Bitte um Aufnahme in das abessinische Heer gewandt. Auch sonst seien viele Fellachen bereit, im Falle eines Krieges im abessinischen Heer zu kämpfen. Der abessinische Kaiser erklärte dem Korrespondenten der ägyptischen Zeitung „Al Ahram", daß er es als unfreundliche Handlung betrachten würde, wenn die ägyptische Regierung das Ueberflie- gen ägyptischen Gebietes durch italienische Flugzeuge gestatten würde. Eine solche Erlaubnis würde einer Erleichterung des italienischen Vorgehens gegen Abessinien gleichkommen. Der Kaiser sagte, er sei über die S y m p a • thieäußerunaen, die von östlichen Staaten an Abessinien gerichtet worden seien, beglückt. Er wies schließlich auf die sehr freundschaftlichen Beziehungen hin, die seit Jahrhunderten zwischen Aegypten und Abessinien bestünden, und druckte die Hoffnung aus, daß eine Vereinbarung über die Frage des Tanasees bald erreicht werden würde. Japan und derAbefsinienkonW Eine Neutralitätserklärung ohne Auftrag. Tokio, 19. Juli (DNB. Funkspruch). In Kreisen des Auswärtigen Amtes beschäftigt man sich lebhaft mit einer Meldung aus Rom, wonach der dortige japanische Botschafter am Dienstag den italienischen Regierungschef auf Weisung seiner Regierung formell erklärt haben soll, daß Japan keinerlei Absicht habe in den italienisch-abes- sinischen Streitfall e i n z u g r e i f e n, und daß Japan keine politischen Interessen in Abessinien habe. Dazu wird hier erklärt, der Botschafter habe außer den allgemeinen Weisungen, die ihm schon vor längerer Zeit erteilt worden seien, keinen besonderen Auftrag erhalten Man erwarte noch den eingehenden Bericht des Botschafters aus Rom. Im übrigen fei die Haltung Japans in dieser Frage unverändert. Eine Einmischung in den italienisch-abessinischen Konflikt sei nicht beab- i ch t i g t. Dagegen werde die allgemeine politische Entwicklung in der Haltung von Genf hier aufmerksam beobachtet. „Abessinien käinpst bis znm letzten Bann für seine Unabhängigkeit." Großer Eindruck der parlarnerrtsrede des Kaisers auf die Bevölkerung. Addis Abeba, 18. Juli (DNB.) Der Kaiser von Abessinien nahm am Mittwochvormittag die Parade von 3000 Mann der kaiserlichen Garde ab und begab sich sodann in das Parlament, um seine angekündigte große Rede zu halten. Das Parlament war von ungeheuren Menschenmassen umlagert. Alle Führer Abessiniens hatten sich eingefunden. Der Kaiser erklärte, daß Italien trotz der ständigen Beteuerungen seiner Friedensliebe seine Rüstungen für einen Eroberungskrieg sortsetze. Abessinien habe dagegen dreimal den Völkerbund zur friedlichen Lösung des Streitfalles angerufen. Der Kaiser erwähnte den englischen Versuch, durch eigene Gebietsabtretungen den Frieden zu erhalten Mussolini habe jedoch alle Friedensangebote zurückgewiesen, habe Abessinien beleidigt und es der Barbarei London, 19. Juli (DNB Funkspruch). „Mvr- Post" berichtet, der britische Botschafter in habe am Mittwoch an Mussolini die Linder 70er Jahre bahnte sich langsam die Wandlung an: 1849 gehörten nach einer damals durchgeführten Zählung zwei Drittel der Bevölkerung zur Landwirtschaft, 1867 nur noch die Hälfte. 1882 rund 40 o. H., 1895 etwa ein Drittel, 1907 nur 27 o. H und 1933 sogar nur 21 v. H Dementsprechend stieg die Zahl der in Industrie, Handel, Verkehr und den freien Berufen beschäftigten Personen von kaum 25 o. H. um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf fast 70 v. H im Jahre 1933. Von den rund 32 Millionen Erwerbstätigen, die die Berufszählung von 1933 ermittelt hat, sind heute über 20 Millionen auf eine Kost angewiesen, die neben pflanzlichen Erzeugnissen auch tierische Nahrungsmittel, vor allem Fleisch, in ausreichender Menge enthält, um ihnen genügend Eiweiß zuzuführen und damit Körper und Geist gesund und leistungsfähig zu erhalten. Dies zu betonen erscheint mir heute notwendig, denn eine gute und zweckentsprechende Ernährung ist die Vorbedingung für die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit unseres Volkes. Es machen sich jetzt aber wieder Strömungen bemerkbar, die unter der Angabe zu einer „naturgemäßen Ernährungsweise" zurückzu- kehren, auf eine mehr vegetarische Ernährung und insbesondere auf eine Einschränkung des Fleisch- genufjes hinzielen. Fleisch wird geradezu für einen Nährschaden gehalten. Selbstverständlich kann e i n Uebermah schaden-, und daß eine kleine Anzahl Begüterter manchmal zu viel Fleisch verzehrt, soll keineswegs bestritten werden. Für die große Masse unserer werktättgen Volksgenossen trifft dies aber keineswegs zu. Sie verzehren höchstens zu wenig, nicht zu viel Fleisch. Nach den letzten großen amtlichen Erhebungen kamen in Arbeiter- kreisen auf die „Vollpersonen" 46,3 Kilogramm und in Angestelltenkreisen 48,5 Kilogramm Fleisch im Jahr. Nach der Stattstik der Schlachtungen wurde im Jahre 1933 für die Gesamtbevölkerung ein Fleischverbrauch von 49 Kilogramm pro Kopf ermittelt. Das ist keinesfalls zuviel. Eine Einschränkung des Fleischgenusses der großen Masse unserer Bevölkerung würde im Gegenteil die Leistunasfähigkeit unseres Volkes beeinträchtigen, denn unser Volk braucht entsprechend seiner Arbeit und Lebensweise eine an tierischen Erzeugnissen reiche Nahrung. Dagegen ist den vegetarischen Ernährungsformern darin beizustimmen, daß der Verbrauch an Gemüse und Ob st noch gesteigert werden muß. Nach den letzten Erhebungen kamen in Arbeiterkreisen nur knapp 40 Kilogramm Gemüse und 31 Kilogramm Obst aus die „Vollperson" Das ist im Hinblick darauf, daß diese Nahrungsmittel die lebenswichtigen Vitamine enthalten, zu wenig. In dieser Hinsicht — nicht bezüglich des gestiegenen Fleischverbrauchs — hat sich unsere Ernährung gegenüber der unserer Vorfahren verschlechtert. Diese erhielten unmittelbar aus ihrem eigenen Grund und Boden die frischen vitaminreichen Früchte in reicher Menge; der Großstädter muß sie kaufen und spart vielfach daran, da ihm die Einsicht fehlt, wie notwendig diese zu seiner Gesunderhaltung sind. Unser deutsches Volk steht im Begriff und ist gewillt, sich neu aufzubauen Dazu gehört aber auch eine kräftige der Arbeit- und Lebensweise entsprechende Ernährung. Hier richttge Aufklärung zu schaffen, die auf den Forschungsergebnissen der Wissenschaft fußt und nickt einseitig, wissenschaftlich völlig haltlose Behauptungen zu propagieren, ist dringend notwendig. Trauer über -em Ruhrgebiet. Die Beisetzung der Opfer des Grubenunglücks aus Zeche „Adolf von Hanfemann'. Dortmund 18. Juli. (DNB.) Am Tag der Beisetzung der Opfer des Grubenunglücks auf Der Grube „Adolf von Hansemann", wehen überall die Fahnen halbmast. Dortmund, das Ruhrgebiet und darüber hinaus ganz Deutschland trauern um die Toten der Arbeit. 15 verunglücke Ruhrkumpels treten ihren letzten Gang an: sie haben treueste Pflichterfüllung mit dem Leben bezahlt. Der Stadtteil Mengede geigt würdigen Trauerschmuck. Hinter Den spalier- bildenden Formationen der NSDAP, stehen Tausende von Volksgenossen, die die toten Knappen auf ihrem letzten Weg noch einmal grüßen wollen Nachdem die Abordnungen mit Hunderten von Fahnen in weitem Umkreis um das mit den Symbolen des neuen Deutschland geschmückte Rednerpult Aufstellung genommen haben, erklingt der Choral „Näher, mein Gott au Dir" Generaldirektor Dr Brandt spricht als Vertreter der Gelsenkirchener Bergwerks°AG. den toten Knappen Dank für ihre Arbeit und ihre Pflichterfüllung aus Oberberghauptmann Schlattmann bringt das Beileid der Reichs- und preußichen Staatsregierung zum Ausdruck. Darauf sprach Jteirfyfliorganifationeileifer Or. Ley Ihr, meine lieben Hinterbliebenen, trauert mit uns allen, und wir mit Euch um diese Helden, die auf dem Felde der Arbeit fielen. Ich hatte die traurige Ehrenpflicht, dem Führer den Tod dieser Tapferen zu melden. Er läßt Ihnen durch mich sein Beileid ausdrücken, und ich kann versichern, es ist nicht das übliche Beileid wie früher, sondern es ist tief empfunden. Heute in unserem herrlichen Deutschland seht Ihr eine große Familie, und wenn einer von uns fällt, so empfinden wir, daß ein Herz- stück uns hinweggetragen wurde. Ihr Toten seid gefallen in diesem Kampf um Deutschlands Größe und Eyre auf dem Schlachtfeld der Arbeit, und so werdet Ihr Toten ewig in unserer Mitte fein, Ihr, die unbekannten Bergleute, die Ihr das Schicksal Deutschlands mitgezimmert habt Und so möge auch Euch, Ihr lieben Hinterbliebenen, der Trost bleiben: Diese Tapferen sind nicht umsonst gefallen, aus dem Tod dieser Helden und all derer, die oorangegangen sind, erwächst ein neues Deutschland, erwächst neues Leben, denn wir haben den Tod überwunden, weil wir eine Hoffnung in uns tragen und diese Hoffnung heißt Deutschland! Anschließend sprachen die Geistlichen beider Kon- sessionen. In stummer Ergriffenheit verharrte die i Trauergemeinde, als die Sarge auf die mit schwär- i A€m Tuch behängten Leichenwagen gehoben wurden. ' Bergleute mit angezündeten Grubenlampen und ! SA.-Männer mit brennenden Fackeln begleiteten die i vier Wagen mit den 15 Särgen auf der Fahrt zum evangelischen Friedhof, wo ein großes gemeinsames Grab die toten Arbeitskameraden aufnimmt. i 1 denen er mit unbedingter Hingabe an die folonifa- l torische Berufung Italiens in Afrika beispielhaft vorangeht. Obwohl das Oberste Kommando aller in Ostafrika stehenden Truppen der in Eritrea residierende General De Bono, einer der Führer des Marsches der Schwarzhemden auf Rom im Spätjahr 1922, innehat, fällt nach den italienischen Kriegsplänen Graziani die eigentliche militärische Führung des Feldzuges zu, da der Vormarsch nach Abessinien nicht von Eritrea, sondern von Somali aus, durch die Wüste von Ogaden erfolgen soll, die dem langsam ansteigenden äthiopischen Bergland vorgelagert ist. Man wird also von dem General Graziani, in dem das traditivns- freudige Italien einen neuen „Scipio Africanus" sieht, bald sehr viel hören. Englands Friedensmifsion. Wie Sir Samuel Hoare seine Aufgabe auffatzt. London, 18. Juli. (DNB.) Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare erklärte am Donnerstag auf einem Frühstück der Foreign-Preh- Association u. a.: „Mein Ziel im Foreign Office wird es sein, Öen Tatsachen ins Gesicht 3 u sehen; es gibt viel unangenehme Tatsachen in der Welt der heutigen Außenpolitik; ich werde versuchen, Frieden zu machen und die Aussöhnung vorzubereiten. Wie sehr auch die Ansichten voneinander abweichen mögen, so werde ich doch zum mindesten versuchen, die persönlichen Beziehungen so freundlich wie möglich zu halten. Es besteht heute ein Wirbel von Problemen, die ebenso entzündbar, halsstarrig und dringend sind wie irgendwelche Probleme, denen sich die Welt seit 1914 gegenübergesehen hat. Aber wir müssen unseren Blick nicht von den Tatsachen, wie sie sind, wegwenden. Das ist die gefährlichste Sache in der Welt. Wir müssen versuchen, die vielen unzweifelhaft vorhandenen Schwierigkeiten nicht zu übertreiben, sondern zu mildern." Mehr Ilugabwehrgeschühe für die englische Flotte. London, 19. Juli (DNB Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" von amtlicher Seite erfährt, ist die brittsche Kriegsmarine im Begriff, ihre Luftabwehrausrüstung zunächst zu verdoppeln, um sie später z u vervierfachen Damit fei stillschweigend anerkannt, daß ein Angriff aus der Lust auch Kriegsschiffen gefährlich werden könne. Mit dem Fortschritt der Flugwissenschaft werde die Wirksamkeit solcher Angriffe noch furchtbarer werden. Die neuesten englischen Schlachtschiffe und Kreuzer waren bisher nur mit vier Luftabwehrgeschützen, Kaliber 10 Zenttmeter, ausgerüstet. Die tigenbe Aufmerksamkeit und geistige Spannkraft er- fordernde Tätigkeit gegeben. Auch unser deutsches Volk gehörte früher einmal au den Völkern, die sich überwiegend von pflanzlicher Kost ernährten. Das war zu jener Zeit, als noch der weit überwiegende Teil in der Landwirtschaft tätig war. So betrug im Jahre 1816 der Fleischverbrauch pro Koos der Bevölkerung nur 13,6 Kilogramm und 1840 21 Kilogramm, gegenüber 50 Kilogramm 1913. Aber etwa von der Mitte lienischen Standpunkt öffentlich darzu- legen. Bisher sei keine Antwort bekannt. Die Anzeichen seien aber u n g ü n ft i g. Die Zu- fammenfunft des Völkerbundsrates werde wahrscheinlich am 29. Juli erfolgen. Die Weigerung Italiens, sich mit bloßen wirtschaftlichen Zugeständnissen zu begnügen, und die Weigerung Abessiniens, irgendeine Art politischer Abhängigkeit anzunehmen, seien unüberwindliche Hindernisse. Es sei daher beschlossen worden, den Dingen ihren Lauf z u lassen lieber die Haltung des britischen Vertreters auf der Sitzung des Völkerbundsrates habe das Kabinett am Donnerstag beraten. Eine endgültige Entscheidung werde aber erst in der nächsten Woche getroffen werden. Es verlautet, daß das Kabinett entschieden für die Anwendung des Grundsatzes kollektiver Sicherheit sei. Natürlich könne dieser Grundsatz In verschiedener Weise ausgelöst werden. Wenn z. B. die Italiener die von ihnen fortgesetzt Abessinien zur Last gelegte 21 n g r i f f s 1 u ft beweisen würden, so würde der Völkerbund vielleicht entscheiden, daß Abessinien Unreckt habe und würde Italien beauftragen, für Ordnung z u sorgen. Es sei natürlich noch die Frage, ob diese Lösung endgültig angenommen werde, aber sie gehöre bestimmt zu denen, die ins Auge gefaßt worden seien. Allerdings müßte Italien feine Haltung gegenüber dem Völkerbund in diesem Falle ändern Frankreich in heikler Lage. Was lagt der NatsPräfdent Litwinows Paris, 19.Juli (DNB.-Funkspruch.) Nachdem bis zur Stunde keine Einigung zwischen Rom, Paris und London über eine friedliche Lösung des abessinischen Konflikts hat gefunden werden können, scheint man in Paris fest mit dem Zusammentritt des Völkerbundsrates Ende Juli zu rechnen. „Niemand kann den Völkerbund hindern, nach dem 25. Juli zusammenzutreten", schreibt Pertinax im „Echo de Paris" und fügt hinzu, daß Frankreich sich in Genf in einer heiklen Lage befinden werde. Auf der einen Seite wolle es feine Freundschaft mit Italien nicht beeinträchtigt sehen, zum anderen könne es aber nicht aktiv an der Zerstörung von Grundsätzen Mitwirken, die es bisher unterstützt habe, denn dann werde es feine Verbündete verlieren Im „Deuore" stellt Frau labouts ähnliche Betrachtungen über den abessinischen Streitfall an. Die Anregung der französischen Regierung, Italien möge selbst in Genf feine Anklagen gegen Abessinien oortragen, sei in Rom sehr ungünstig aufgenommen worden. Man scheine nun zwischen Paris und London eine freundschaftliche Lösungsmöglichkeit zu suchen. Auf jeden Fall aber könne s i ch niemand der Einberufung des Völkerbundsrates widersetzen, falls Abessinien sie verlange. Für diesen Fall sei es bedeutsam, die Haltung zu wissen, die der Präsident des Rates, Litwinow, dem Streitfall gegenüber einnehme. Die Sowjet- regierung scheine ihren Standpunkt noch nicht feftgelegt zu haben. Die Meldung von einem bevorstehenden Besuch Litwinows in Pans träfe im übrigen nicht zu. Zwar fei Litwinow nach Paris eingeladen worden, aber der Besuch fei noch nicht feftgelegt. Wenn Litwinow Moskau jetzt verlasse, so nur, um in Frankreich eine Heil kur durchzumachen, und um Genf näher zu fein. Der Krieg, den Italien zur Eroberung Abessiniens zu führen sich anschickt und mit dessen Eröffnung man jeden Tag zu rechnen hat, wenn es der europäischen Diplomatie nicht noch in letzter Stunde gelingt, ihn zu verhindern, stellt Italien vor schwere und eigenartige Aufgaben, denen es jedoch durch Wer wird Italiens Truppen in Ostasrika führen? Schlachtschiffe „Nelson" und „Rodney" hatten schon sechs Geschütze von etwas größeren Kaliber. Jetzt aber werden die Schlachtschiffe „Warspite" und „Malaya" mit acht Luftabwehrgeschützen von großer Tragweite ausgerüstet, deren Feuer einheitlich geleitet sein wird. Auch das Kaliber werde vermutlich herausgesetzt. Jedes dieser Schiffe werden daher künftig im Stande sein 80 bis 100 Brisanzgranaten in der Minute aus ein Ziel in der Luft abzufeuern. Don den Schlachtschiffen, die 1937 auf Stapel gelegt werden würden, werde jedes mit 16 Luftabwehrgeschützen so» wie zahlreichen Maschinengewehren ausgestattet. Keine Sabotage bei dem Krastwagen- ungtück Schuschniggs. Wien, 18. Juli. (DNB.> Der Pressedienst der Linzer Sicherheitsdirektion meldet, daß die Unter- luchung des zertrümmerten Kraftwagens, mit dem der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und seine Gattin verunglückten, nunmehr abgeschlossen ist. Als Ergebnis der Untersuchung wird folgendes verlautbart: „Die festgestellten Beschädigungen, Lockerungen und Bruchflächen der einzelnen Teile des Wagens weisen alle jene Merkmale auf, welche auf eine Entstehung unmittelbar durch den Unfall schließen lassen. Es wurden weder Anfetlungen noch Verletzungen gefunden, die durch fremde Hand entstanden sein könnten. Sabotagehandlungen sind daher als Ursache des Unfalls ausgeschlossen. Materialfehler wurden an dem Wagen trotz sorgfältigster Ueberprüfung nicht gefunden. Kein Teil des Leistungsgestänges weist Merkmale früherer Lockerungen auf. Alle anderen Teile des Wagens lassen keineswegs den Schluß zu, daß ein technischer Mangel den Unfall herbeigeführt habe. DerUniformbefehl fürdieSA.-Gruppe Berlin-Brandenburg wieder aufgehoben. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Führer der SA.- Gruppe Berlin-Brandenburg gibt folgende Anord- nung bekannt: Die Anordnung der Gruppe vom 16. d. M. betreffend ständiges Tragen des Dienstanzuges außerhalb des Beru- f e s wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. SA.-Männer! Ihr habt EureEinsatzsreudig- keit und Einsatzfähigkeit voll und ganz bewiesen! Die dunklen Gestalten der Drahtzieher und ihre Gefolgsmänner sind Euch be- kannt! Sie werden uns immer bereit finden. D i e SA. wacht! Heil Hitler! Der Sturm gegen Lavals Notverordnungen. Sine Kraftprobe der Linken? — Protestkundgebungen trotz Verbots. P a r i s, 19. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Obwohl Regierung und Polizei die für Freitagabend beabsichtigten Kundgebungen gegen die Not- Verordnungen verboten haben, werden in den marxistischen Blättern und in der kommunistischen „HumanitL" die An ge hörigen der Beamtenverbände, die Eisenbahner, die Postangestellten, die Staatsarbeiter, die Lehrer und weitere von der Gehaltskürzung betroffene Gruppen, aufgefordert, heute 18.30 Uhr auf dem Opernplatz zu demonstrieren. Der Beamtenoerband erklärt in einem Aufruf an seine Anhänger: „Die Kundgebung findet statt, selbst wenn sie verboten ist". In den Aufrufen zur Kundgebung, die in gewaltigen Lettern auf den ersten Seiten der marxistischen Presse veröffentlicht werden, heißt es, daß bei der Kundgebung verletzende Handlungen und Worte gegen die Armee und gegen die Polizei vermieden werden müßten, weil diese ebenfalls unter den Notverordnungen zu lei- den hätten, genau wie die Demonstranten. „Nieder mit den Elendsverordnungen", heißt es in einem Aufruf der radikalen linken Presse. Um die „Gleichheit" der den französischen Bürgern auferlegten Opfer zu charakterisieren, veröffentlicht die „Humanitö" an der Spitze des Blattes in großer Aufmachung folgende Berechnung: Ein Einkommen von 90 000 Franken wird mit 192 Franken zusätzlicher Steuern belegt, ein Beamter aber, der 10 100 Franken verdient, muß 1010 Franken opfern. Der Ausschuß für Angleichung der so- zialistischen und der kommunistischen Partei war am Donnerstagabend zusammen- getreten, um zu den Notverordnungen der Regierung Stellung zu nehmen. Der Ausschuß hat beschlossen, die sozialistischen und kommunistischen Or- gamijationen und sonstigen Linksgruppen und Ge- werkschaftsverbände zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Notverordnungen zusammenzuführen. Die Stadträte sollen aufgefordert werden, Protestkundgebungen gegen die Verordnungen zu organisieren. Der Generalrat der Seine und die Generalräte der Provinz sollen nach dem Willen des Ausschusses ebenfalls einberufen werden, um die Rückwirkungen der Verordnungen auf die Gemeindefinanzen zu prüfen, und um die Abwehr zu organisieren. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Das Arbeitseinkommen des deutschen Volkes ist nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes im 1. Vierteljahr 1935 auf 7645 Millionen Mark gestiegen. Es hatte im 1. Vierteljahr 1935, also am Höhepunkt der deutschen Wirtschaftskrise, nur noch 6080 Millionen Mark betragen. Bis zum 1. Vierteljahr 1934 war dann bereits eine Steigerung um 701 Millionen Mark erfolgt. Im letzten Jahre hat sich der Zuwachs auf 860 Millionen Mark erhöht. Insgesamt ist also das Arbeitseinkommen nunmehr bereits wieder um 25 v. H. gestiegen. Im Vergleich zu dem vergangenen Vierteljahr brachte das 1. Quartal 1935 eine kleine Verminderung des Gesamtarbeitseinkommens (um etwa 45 Millionen Mark), die aber lediglich saisonmäßig gegründet ist. Das schnelle Wiederansteigen des aus der Arbeit stammenden Volkseinkommens in den letzten zwei Jahren beweist aufs deutlichste, wie erfolgreich der von der Re.ichs- regierung zielbewußt in Angriff genommene Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise gewesen ist. * Im Auslande ist die Arbeitslosigkeit noch keineswegs auf der ganzen Linie zurückge- drängt worden. Und auch dort, wo mit Hilfe von Währungsabwertungen oder anderen Eingriffen eine Belebung der Wirtschaft erreichte wurde, ist diese bedeutend geringer als in Deutschland. Aus einer von dem internationalen Arbettsdienst zusammengestellten Uebersicht geht hervor, daß sich zwar in den meisten Ländern die Wirtschaftslage ein wenig gebessert hat, daß aber andererseits auch die Zahl der Länder, in denen in letzter Zeit sogar ein weiteres Ansteigen der Arbeitslosigkeit eintrat, keineswegs klein ist. Genannt werden hier insbesondere Frankreich, Spanien, die Niederlande, Polen, die Schweiz, Irland und Bulgarien. Auch bezüglich der Entwicklung der Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten, in der Tschechoslowakei und in Oesterreich ist die Beurteilung nicht klar und eindeutig. Dagegen war in England die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen im Monat Juni d. I. um rund 46000 niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres, in Italien um 186 000, in Deutschland aber u m 640 000. Auch diese Uebersicht beweist klar, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in Deutschland nach wie vor weitaus am erfolgreichsten geführt wird. ♦ Die deutsche Außenhandels st ati st ik zeigt im Monat Juni eine ausgeglichene Bilanz. Im ersten Halbjahr 1935 ergab sich freilich noch immer ein Einfuhrüberschuß von 165 Millionen Mark. Aber die deutsche Außenhandelspolitik ist dem Ziele, Ausfuhr und Einfuhr ins Gleichgewicht zu bringen, doch schon recht nahe gekommen. Vor allem geht aus dieser Statistik auch hervor, daß der mengenmäßige Rückgang der deutschen Ausfuhr zum Stillstand gebracht werden konnte. Das deutsche Exportvolumen war im ersten Halbjahr 1935 sogar ein wenig höher als im gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres. In manchen Industriezweigen ist in letzter Zeit eine den Durchschnitt weit übersteigende Belebung des Auslandgeschäftes festgestellt worden. Zu ihnen gehört u. a. die Automobilindustrie. Der E x - port deutscher Personenkraftwagen wird für die ersten fünf Monate des Jahres 1935 auf 8749 angegeben, während in der gleichen Zeit des Vorjahres nur 4278 deutsche Personenautos ausgeführt wurden. Ebenso ist der Export deutscher Lastwagen von 998 auf 1557, der deutschen Motorräder von 1073 auf 2283 gestiegen. Auf der ganzen Linie ist also eine außerordentlich starke Zunahme des Exports der deutschen Auto- mobiüncuftrie festzustellen. * Die kürzlich veröffentlichten Zweimonatsbilanzen der deutschen Sparkassen zeigen eine abermalige Verbesserung der Liquidität. Die Sparkassen haben ihre wachsenden Einlagenbestände, hauptsächlich in Wechseln, Schatzanweisungen und Wertpapieren angelegt. Allein der Wertpapierbesitz der Sparkassen hat wiederum um mehr als 91 Millionen Mark zugenommen. Das ist außerordenttich erfreulich, und es ist nur zu wünschen, daß auch die Sparer und Kleinkapitalisten,die ihre Gelder unmittelbar an der Börse anlegen, dem Beispiel der Sparkassen folgen und die Anlage in Rentenwerten mehr als bisher bevorzugen. Die Maßnahmen, die bis jetzt ergriffen worden sind, um das Publikum von seiner spekulativen Betätigung am Aktienmarkt abzuschrecken, haben bisher nur geringe Wirkungen ausgeübt. Es hat aber den Anschein, als ob sich doch nunmehr eine größere Zurückhaltung zeigen wird. Wenn hierdurch erreicht wird, daß dem Rentenmarkt mehr Kapital zufließt und dadurch die Aussichten auf eine Konsolidierung öffentlicher Schulden sich bessern, so wird man sicher von drastischeren Maßnahmen gegen die unerwünschten Börsenspekulationen gern absehen. Es ist zu wünschen, daß sich die notwendige Entwicklung am Rentenmarkt so wie bisher in ruhiger und organischer Weise vollzieht. ♦ Wir stehen jetzt an der Wende des alten zum neuen E r n t e j a h r. Während 1934 die schon fast als Dürre zu bezeichnende Trockenheit und Hitze dem Bauern und mit ihm dem ganzen deutschen Volke schwere Sorgen über die Beschaffenheit der Ernte verursachten — die sich dann aber als überflüssig herausstellten, die tatsächlichen Ernteergebnisse waren wesentlich besser, als man zunächst gefürchtet hatte — steht in diesem Jahre auf Grund der Schätzungen des Reichsnährstandes fest, daß wir eine Getreidernte von 22 Millionen Tonnen zu erwarten haben, also rund eine Million Tonnen mehr als im vorigen Jahr. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich diese Zahl noch etwas erhöhen wird. Infolgedessen kann man damit rechnen, daß Deutschland unter Einbeziehung der Uebertrags» bestände aus dem alten Erntejahr für Weizen und Roggen ohne Einfuhr auskommen wird. Obwohl beim Futtergetreide die Verhältnisse nicht so günstig liegen, hofft man auch hier, zum mindesten für längere Zeit, keine Einfuhr nötig zu haben, da im neuen Wirtschaftsjahr Brotgetreide zu Futterzwecken unbedenklich in erheblichem Maße in Anspruch genommen werden kann, ohne deswegen die menschliche Ernährung zu beeinträchtigen. Von besonderer Bedeutung war die Erklärung des Ministerialdirektors Moritz, daß der Brotpreis im neuen Wirtschaftsjahr stabil bleiben wird und nur in einigen wenigen Orten zum Ausgleich von Abweichungen in der Festpreisgestaltung für Brotgetreide vielleicht eine mäßige Enhöhung eintreten wird. — * Die Warenmärkte waren in der Berichtswoche vielfach fester gestimmt. So zogen die W o l l - preise an, während die Baumwollmärkte unsicher waren und selbst die amerikanische Anbau- beschränkung in Baumwolle für weitere zwei Jahre keine feste Stimmung erzeugen konnte. Die Kolo- n i a l w a r e n wurden etwas verteuert, die M e • taUe liegen um durchschnittlich 3 v. H. höher als zu Beginn des Juli, vor allem durch einen anscheinend unhaltbaren Optimismus bezüglich der Gestaltung des Kupfermarktes, dagegen liegt der Zehn Jahre „Mein Kamps". Zwei Kampf- und Leidensgenoffen drs Führers aus der Festungshaft in Landsberg berichten über die Entstehung des Werks. B e r I i n, 18. Juli. (DNB.) Arn 18. Juli 1925, heute vor zehn Jahren, wurde das Werk des Führers „M ein Kampf" der Oeffentlichkeit übergeben. Dieser Markstein in der Geschichte der Bewegung war am Donnerstag Anlaß einer Reichssendung des deutschen Rundfunks. Engste Mitkämpfer des Führers, SS.- Oberführer Schaub und Stadtrat Maurice, gaben in einem Zwiegespräch ein packendes Bild der Werdezeit der Bewegung und der Sinngebung des Nationalsozialismus. Wer den durch schmählichen Verrat bedingten Zusammenbruch der Aktion vor der Feldherrnhalle zu München miterlebt hat, der kann den endlichen Sieg erst recht würdigen, der ohne das Werk des Führers nicht denkbar ist. Aus dem scheinbaren Niedergang erwuchs der Aufstieg. Morgen für Morgen, so erzählten die Kampf- und Leidensgenossen, wenn nur die ersten Sonnenstrahlen über die Festungsmauern zu Lands berg am Lech leuchteten, tippte der Führer Wort um Wort auf der kleinen Schreibmaschine. Die Sähe reihten sich, sie wurden Inhalt des Glaubens an die Wiedergeburt unseres Vaterlandes. Köstliche Feierstunden bereitete es dann, wenn der Führer schließlich in stillen Abendstunden fertige Kapitel vorlas. Der Führer hat in sein Buch sein eigenes Innere hineingelegt, sein eigenes Leben verankert: das ist die schönste Feststellung der Gefährten Adolf Hitlers aus dieser Zeit der Festungshaft. Während alles Vermögen, jeder Sachwert der Bewegung beschlagnahmt wurde, entstanden zu Landsberg durch die Worte des Führers nicht nur die ideellen Grundlagen des neuen Staates und das Lehrbuch der Parteigenossen und des ganzen deutschen Volkes, sondern auch durch den materiellen Erfolg die Möglichkeit zum Neuaufbau der Partei. Die Kampfjahre zogen bann in Ausschnittbildern am Hörer vorüber. Von 1923 klangen die Namen der Toten auf, die ihre Pflicht bis zur letzten Konsequenz taten und ihr Leben dem deutschen Volle opferten. Jahre um Jahre verrannen. Keines war ohne Kämpfe, jedoch jedes förderte den Aufstieg. Vor dem Grundsätzlichen, was der Führer schrieb, steckten schon damals die Marxisten die Kopfe in den Sand. Sie wußten nur zu genau, daß ihre Lügenlehre hier ihren Bezwinger fand. Immer höher wuchsen die Auflageziffern, und im gleichen Schritt faßte die Bewegung Boden. 1926 konnte mit diesem einzigartigen Rüstzeuge dann Dr. Goebbels den Kampf um Berlin aumehmen, den er zu einem so glückhaften Siege führen konnte. Jrn kleinsten Ort wirkten die Worte des Führers. Das Ausland wurde aufmerksam, und schließlich überschritt die Auflageziffer die halbe Million. Eindrucksvoll war dann der Hörbericht, wie d e r S i e g des Jahres 19 3 3 die Auflageziffer vom 600. Taufend über anderthalb Millionen z u zwei Millionen in unseren Tagen steigerte, ein Erfolg ohnegleichen in der Weltgeschichte, der nur möglich war, weil das Buch „Mein Kampf" d i e Grundlage der deutschen Weltanschauung, die Richtschnur des Lebens und Strebens jedes Deutschen geworden ist. Index für Getreide am 15. Juli mit 96,4 zwar höher als in der Vorwoche mit 94,4, aber gegen 99 am 1. Juli liegt (Betreibe schwach und gegenüber dem Stand von 121,3 Ende August 1934, dem Höchststand, ist ein deutlicher Abfall zu verzeichnen. Vor allem der kanadische Weizenmarkt ist durch die riesenhaften Mengen der Vorräte, die zwecks Preishaltung aufgestapelt wurden, und jetzt, in Erwartung einer guten kanadischen Weizenernte, auf den Markt drücken, vollständig in Zerrüttung. Hier zeigt sich die Ueberlegenheit des deutschen Systems, wonach (Betreibe und andere landwirtschaftliche Produkte dem spekulativen System der freien Kräfte entzogen wurden. * Alarmierende Meldungen kommen vom Vordringen Japans in Südamerika. In den ersten vier Monaten 1935 hat Japan dort die größten Absatzgewinne erzielt und bamit gewissermaßen feine Drohung wahrgemacht, daß es die südameri- kanischen Märkte allmählich erobern werde. Allein in Argentinien hat Japan um volle 149 v. H. mehr abgesetzt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, während die e n g l i s ch e E i n f u h r sogar noch g e - fünfen ist. Das starke Anwachsen der japanischen Verkäufe in Argentinien z. B. aber auch in anderen südamerikanischen Ländern, ist um so bemerkenswerter, als von 1933 bis 1934 die Steigerung der japanischen Ausfuhr nach Südamerika sehr gering war. Die größten Erfolge sind auf Kosten der englischen Textileinfuhr errungen worden, denn die japanischen Preise sind um durchschnittlich 25 bis 40 Prozent niedriger als die Preise von Manchester und der südamerikanische Massenbedarf richtet sich iy erster Linie nach den Preisen und nicht nach, der Qualität. Die Aenderung des Mliiärstrafgesehbuches. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Das im Reichsgesetzblatt vom 17. Juli veröffentlichte Gesetz enthält die Aenberungen, die auf Grunb des Wehr- g e f e tz e s im Militärstrafgesetzbuch erforderlich wurden. Es enthält folgende Grundzüge: 1. Das Militärstrafgesetzbuch ist nicht mehr allein auf Heer und Marine, sondern auf d i e ganze Wehrmacht abgestellt. Die Ehrenstrafe der Entfernung aus dem Heer ober der Marine wirb durch die Ehrenstrafe des Verlustes der Wehr- Würdigkeit ersetzt. 2. Für die Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes werden besondere Strafbestimmungen wieder eingeführt. 3. Die Chrenstrafe der Dienstentlassung für Mannschaften wirb beseitigt, abgesehen von folgenden Fällen: a) Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bis zu 3 Jahren (über 3 Jahre Verlust der Wehrwürdigkeit), b) Gefängnis von längerer als einjähriger Dauer wegen vorsätzlich begangener Tat, e) Unfähigkeit zum Bekleiden öffentlicher Aemter, d) Anordnung der Unterbringung in eine Trinkerheilanstalt ober eine Entziehungsanstalt ober in einem Arbeitshaus ober Untersagung der B e - rufsausübung. Auf Grund des Wehrgesetzes gilt als Grundsatz, daß der ' während der Erfüllung feiner aktiven Wehrpflicht bestrafte Soldat die Strafzeit nach Strafverbüßung nachzudienen hat. Kunst und Wissenschaft 4. Internationale Konferenz für Erziehungsfragen in Genf. Die 4. Internationale Konferenz für Erziehungsfragen hat in diesen Tagen in Genf getagt. Sie hat sich hauptsächlich mit Fragen der Berufsausbildung der Lehrerschaft beschäftigt. 1 Bei dieser Gelegenheit haben die Berichte der deutschen Abordnung unter Führung von Regierungsdirektor Ehrlicher vom Reichserziehungsministe- rium über die Entwicklung des Schulwesens im Dritten Reich besonderes Interesse gesunden. „Hlinna von Varnhelm" bei den Heidelberger Reichsfeslfpielen. Das dritte Werk, das im Rahmen der Heidelberger Reichsfestsviele aufgeführt wurde, ist Lessings herrliches Lustspiel „Minna von B a r n h e l m". Es wird im Königssaal des Heidelberger Schlosses gegeben, dessen bühnenmäßige Herrichtung an der Nordfeite des Saales einige" kleine Aenderungen für diesen Sommer erfuhr. Das Lustspiel wurde unter der Spielleitung von Alb. Flo- rath ganz als das von Heiterkeit und Witz sprühende Spiel gegeben und gefiel in dieser, vor allem von den weiblichen Rollen getragenen Form dem Publikum außerordentlich gut. Die Besetzung zeigte eine Auswahl aus den besten deutschen Schauspielern: Kaethe Dorsch als Minna, Gerda Maria T e r n o als Franziska, Horst Caspar als Teil- heim, weiter Walter Werner, Walter Kotten- kamp, Albert Florath, Gustaf Grueckd- gens und Walter Süßenguth. Es gab oft mitten im Spiel Beifall bei den wundervollen Einzelleistungen, aber auch am Schluß langanhaltenden Applaus für die prächtige und eindrucksvolle Gesamtleistung. Deutsch-französisches Studentenlager an der Ostsee. Die Deutsche Studentenschaft führt in der Zeit oom 21. Juli bis 20. August aus dem „Jnselhos" bei Zempin auf Usedom ein deutsch-französisches Studentenlager mit dem Charakter eines Arbeits- und Sportlagers durch. An diesem Lager nehmen 15 Franzosen, Mitglieder der Entente Franco-Allemande, und 15 Deutsche, zum größten Teil Studenten, sonst junge Künstler, teil. In diesem Lager werden die Studenten Erdbewegungen, Erntearbeiten und auch Ausbesserungsarbeiten am Grundstück vornehmen, das von zwei jungen Brüdern, deren einer Bauer und der andere Architekt ist, bewirtschaftet wird. Unter der Leitung des Architekten werden in der Freizeit künstlerische Arbeiten in Holz, Metall und Bambus angefertigt, die später in einer Ausstellung gezeigt werden. Neben dieser Arbeitstätigkeit wird viel Sport getrieben; außerdem sind Filmvorführungen und Vorträge vorgesehen. Trägerin des Lagers ist die Deutsche Studentenschaft. Die Lagerleitung hat Feldmeister stud. phil. Gerhard Schuz-Ranck, ein alter Vorkämpfer des Arbeitsdienstes, die Durchführung und Organisation liegt in den Händen des Amtsleiters Günther N e e l e n. Großer Erfolg der deutschen Tanzgruppe in London. Die erste öffentliche Vorstellung des Inter, nationalen Volkstanzfestes in der 2(1- berthall in London brachte den Veranstaltern einen ungewöhnlichen Erfolg. Die riesige Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Sämtliche Darstellungen wurden von den Zuschauern mit lebendigem Interesse und starkem Beifall ausgenommen. An dem Erfolg des Abends hatten auch die deutschen Teilnehmer ihren Anteil, die die Vorstellung mit dem Rothenburger Schässlertanz eröffnen konnten. Die exakten Figuren dieses 500 Jahre alten Volkstanzes rissen die Zuschauer immer wieder zu stärksten Beifall hin. Die „Times" widmet dem Auftreten der deutschen Tanzgruppe lobende Worte und schreibt: „Der Rothenburger Schäfflertanz war ein vollendetes Beispiel des wahren Volkstanzes, der durch eine ungebrochene Tradition in feiner Reinheit bewahrt worden ist." „Daily Telegraph" schreibt: „Man erinnere sich beim Rückblick auf den Abend besonders an die Fröhlichkeit des Rochenburger Schäfflertanzes." Aus aller Welt. Der 2Horb an dem Arbeilsdienfkmann koch. In dem Prozeß wegen der Ermordung des Arbeitsdienstmannes Koch in Siegen begann die Vernehmung des Vikars Ruhpieper aus Kirchhundem. Dem Zeugen wird oorgehalten, daß er gelegentlich abfällig? Aeußerungen über Regierung und Partei gemacht habe. Der Kreis- teiter stellte Ruhpieper ein denkbar ungünstiges Zeugnis aus und machte ihn verantwortlich für die Vergiftung der Atmosphäre in dem kleinen Sauerlanddorfe. Dieser politischen Brunnen- oergiftung des Vikars sei mittelbar auch der Angeklagte zum Opfer gefallen. Weitere Zeugenaussagen schilderten dann übereinstimmend die Ereignisse am Abend des 1. Mai. Aus den Aussagen geht hervor, daß der Angeklagte Sasse an diesem Abend durch seine Redensarten seine konfessionelle Verhetzung dokumentiert habe. 3n den Bergen tödlich abgestürzt. Die feit voriger Woche als vermißt gemeldeten Münchener Bergsteiger, die 25jährige Berta Semmel m a n n und der 30jährige Fritz L i e b I, sind jetzt von einer Expedition der Rettungsstelle. Berchtesgaden an der Ostseite der Watzmann-Jungsrau tot aufgefunden worden. Sie dürsten etwa 40 bis 50 Meter hoch abgestürzt sein. Schwerer kraslwagenunfall österreichischer Offiziere. Einige österreichische Offiziere mit ihren Angehörigen unternahmen in drei Kraftwagen eine Fahrt zum Col di Lana in den Dolomiten, auf dem sie während des Krieges gekämpft hatten. Auf der Fahrt rutschte ein Kraftwagen, stürzte, sich etwa 20mal überschlagend, einen steilen Berghang hinunter und blieb in einem großen Granattrichter liegen. Die Insassen wurden aus dem Wagen ge« schleudert und erlitten schwere Verletzungen. Die Gemahlin eines Offiziers trug einen lebensgefährlichen Schädelbruch davon. Ein Mann erlitt einen Beinbruch, einem anderen wurde der Arm fast ausgerissen. Außerdem waren sämtliche Verunglückten im Gesicht schwer verletzt. Sie wurden in das Krankenhaus Belluno gebracht. Der Tod in der Schwemme. In Oberzeuzheim bei Limburg ritt der 24jährige Albert Horn mit seinem Pferd in die Schwemme bei der Mühle Reichwein. Plötzlich verlor das Pferd den festen Boden, der Reiter fiel in den Bach, der an dieser Stelle große Tiefe hat, und kam nicht mehr zum Vorschein. Die Leiche wurde geborgen. Rach ärztlicher Feststellung hat der junge Mann einen Herzschlag erlitten. Die englischen Frontkämpfer wieder in Berlin. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Führer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhard, hatte die Vertreter der British Legion, die wieder von Hamburg nach Berlin zurückgekehrt waren, zu einem F r ü h st ü ck im Hotel Esplanade eingeladen. Zahlreiche Vertreter der deutschen Frontkämpferoerbände hatten der Einladung gleichfalls Folge geleistet. Die Fahnen des neuen Deutschlands und der Union Jack schmückten den Festsaal. Oberst a. D. Reinhard hob in seiner Begrüßungsansprache die kameradschaftliche Verbundenheit aller Frontkämpfer hervor. In seiner Antwort betonte Major Fetherstone-God- l e y, daß die ehemaligen Frontkämpfer durch ihre Zusammenarbeit untereinander ihren Ländern ebenso gut dienen wie dem Frieden im allgemeinen. Das Programm sah eine Arbeitsbesprechung über die künftige Ausgestaltung der gegenseitigen Beziehungen vor. Im Namen seines Verbandes lud dabei Major Fetherstone-Godley die deutschen Kameraden zur Teilnahme an der nächsten Jahrestagung der British Legion Pfingsten 1936 nach England ein. Die deutschen Frontkämpfer nahmen diese Einladung mit großem Beifall auf. In der Zwischenzeit soll eine Englandreise deutscher Frontkämpfer dem Studium des Versorgungswerkes der British Legion und einem eingehenden Meinungsaustausch über dis sozialen Einrichtungen dienen. Als besonders wichtig wurde festgestellt, daß die Jugend der Völker im Frontkämpfergei st e erzogen werde. Im Anschluß an den Besuch der Pariser Julitagung der FIDAC, mit der die deutsch-englischen Front- tämpferbegegnungen freundschaftliche Fühlung halten wollten, wurden Maßnahmen zu einer engeren Verbindung zwischen Frontkämpfern und Jugend vorgesehen. Die Besprechungen zeichneten sich durch den kameradschaftlichen Geist und den herzlichen Ton aus, in dem alle Fragen erörtert wurden. Am Nachmittag waren die englischen Frontkämpfer Gäste des Reichsverbandes deutscher Offiziere, der ihnen auf einem Ausflug nach Potsdam historische Stätten der preußischen Geschichte zeigte. Am Dienstag hatten die britischen Frontkämpfer auch dem Invalid enhaus in der Scharnhorst- straße einen Besuch abgestattet und wurden von dem Bundesführer des NS. Deutschen Frontkämpfer« Bundes (Stahlhelm) Franz Seldte begrüßt, der als Reichsarbeitsmini st er hier Hausherr ist. Auch der General von Lettow-Vorbeck war anwesend, der als der unbesiegte Verteidiger Ostafrikas gerade bei seinen einstigen englischen Noch vor wenigen Jahren gab es in Deutschland Hunderte ja Tausende von kleinen Stenographen- oereinen und Grüppchen und Dutzende von Systemen. Jedes wurde als das einzig richtige angepriesen. Erst das Jahre 1935 brachte die Einigung. Die deutsche Einheitskurzschrift wurde zur amtlichen deutschen Kurzschrift erhoben, im Einvernehmen mit dem Deutschen Stenographenbund wurden alle Vereine und Gruppen in der Deutschen Stenographenschaft geeinigt. Heute sind in dieser Einheitsorganisation 200 000 Stenographen und 2000 Ortsgruppen zusammengefaßt. In ganz Deutschland wird nur noch die deutsche Einheitskurzschrift im. Anfängerunterricht gelehrt. Im Behördendienst ist die deutsche Einheitskurzschrift Voraussetzung. Wenn man bedenkt, daß von den Lehrkräften der Deutschen Stenographenschaft jährlich 2 0 0 0 0 0 Schüler in der Kurzschrift unterrichtet werden und außerdem noch in 6000 Schulen Stenographie- Unterricht erteilt wird, dann kann man sagen, daß heute schon ein großer Teil des deutschen Volkes die Kurzschrift beherrscht. In Deutschland gibt es seit 90 Jahren Stenographenvereine. Am 24. Juni 1844 wurde von den Schülern Stolzes in Berlin der erste deutsche Stenographenverein gegründet. Zwei Jahre später 1846 wurde in Leipzig der erste Stenographen- oerein nach dem System G a b e l s b e r.g e r gegründet. Seit dieser Zeit wurden überall Stenographenvereine ins Leben gerufen. Wie Pilze schossen neue Systeme aus der Erde, alle fanden Anhänger, die sich zusammenschlossen. So entstand schnell ein allgemeines Durcheinander auf stenographischem Gebiet, bis im Jahre 1868 sich die meisten Steno- graphenvereine zum Deutschen Stenographenbund zusammenschlossen. Der Streit der Systeme aber dauerte fort, bis er 1933 durch die endgültige Einführung der deutschen Einheitskurzschrift entschieden und beseitigt wurde. Natürlich werden auch heute noch in der Deutschen Stenographenschaft die alten Systeme weiter gefördert, die neu hin- Gegnern in höchstem Ansehen steht. Ferner nahmen an der Besichtigung Vertreter der NSKOV-, des Kyffhäuserbundes und des RDO. teil. Ministerialdirektor Dr. Engel gab einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Hauses und feines Friedhofes. Im Anschluß daran wurde der Ehrenplatz preußisch-deutscher Geschichte, -der benachbarte I n - validenfriedhof besucht. zukommenden Schüler aber werden ausnahmslos in der Einheitskurzschrift unterrichtet. Trotz ihrer Jugend hat die deutsche Kurzschrift einen Siegeszug umöie Welt angetreten. Die Verwendung von Buchstabenteilen als Kurzschrift, wie sie in der deutschen Kurzschrift durchgeführt ist, hat sich als zweckmäßig erwiesen und durchgesetzt. Heute wird in Mittel- und Osteuropa fast durchweg deutsche Stenographie geschrieben. Nur die W e st st a a t e n schreiben eigene, meist ältere Systeme. In England hat schon vor mehr als 200 Jahren John Byrom eine Kurzschrift erfunden, die geometrische Zeichen verwendet und die heute noch geschrieben wird. Schon 1726 wurde in England der» erste Stenographenoerein gegründet. Zum erstenmal veranstaltet in diesem Jahre die Einheitsorganisation der Deutschen Stenographenschaft ihren ersten Deutschen Stenograph e n t a g vom 2. bis 5. August in Frankfurt am Main. Schon feit Monaten werden in Gauleistungsschreiben die besten Stenographen ermittelt, die nach Frankfurt kommen, um an dem Reichs- leistungsschreiben teilzunehmen, dem größten stenographischen Wettbewerb, der je stattgefunden hat. 5000 Stenographen, d i e besten aus ganz Deutschland, werden sich an dem Reichsleistungsschreiben beteiligen. Weit über 10 000 Stenographen werden in Frankfurt erwartet, darunter auch viele ausländische Stenographen, die ebenfalls an dem Reichsleistungsschreiben teilnehmen. So kommen allein aus Polen, in der Hauptsache aus dem ab getrennten ehemals deutschen Gebiet, 235 Stenographen nach Frankfurt a. M. Die führenden Kurzschriftler Belgiens, Bulgariens, Hollands, Italiens, Jugoslawiens, Oesterreichs, Spaniens, Schwedens und Ungarns haben ihr Erscheinen zugesagt. Aber auch aus Dänemark, England, Frankreich und Portugal liegen Anfragen vor. Das rege Interesse, das die deutsche Tagung im Auslande gefunden hat, ist eine Folge der guten Beziehungen, die die Deutsche Steno- graphenschaft mit den Kurzschriftlern der ganzen Welt pflegt. In nicht weniger als 20 außerdeutschen Ländern wird heute Unterricht in deutscher Kurzschrift erteilt. Die Deutschen im Ausland werden durch das Gaugebiet Ausland betreut. Neben dem Wettbewerb in deutscher Sprache werden auch fremdsprachliche Leistungs- schreiben veranstaltet. Geschrieben wird in drei Abteilungen von 80 bis zu 300 Silben und mehr. Der Führer hat für die beste Arbeit einen Ehrenpreis gestiftet. Daneben werden noch viele Staatspreise und andere Preise zur Verteilung kommen. Zum erstenmal wird auf dem diesjährigen Steno«, graphentag auch ein Reichsleistungsschreiben im Maschinenschreiben veranstaltet, auf dem der deutsche Meister im Maschinenschreiben ermittelt wird. Zu diesem Wettbewerb sind nur Zehnfinger-Blindschreiber zugelassen. So wie Amerika und auch viele andere Staaten schon feit Jahren ihren Meister im Maschinenschreiben haben, so wird also hier erstmalig ein deutscher Meister im Maschinenschreiben ermittelt werden. Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Die allgemeine Rückströmung über Mitteleuropa hat sich weiter verstärkt und zeigt jetzt lebhafte Formen. In Süddeutschland und im Alpengebiet kam es dabei zu sehr ergiebigen Niederschlägen. Die Regenzone liegt jetzt links der ostdeutschen Grenze und dahinter heitert es sich bei schwachem Druckanstieg zunächst wieder auf. Ein neues vom Westen herankommendes Fallgebiet wird aber bald neue und stärkere Verschlechterung bringen. Aussichten für Samstag: Vorwiegend bewölkt und vielfach verbreiteter Niederschlag, teilweise gewittrig einsetzend, bei lebhaften südwestlichen Winden nur mäßig warm. Aussichten für Sonntag: Ziemlich schwüles und unbeständiges Wetter mit einzelnen Schauern, aber zwischendurch auch aufheiternd. Lufttemperaturen am 18. Juli: mittags 23,6 Grad Celsius, abends 18,3 Grad: am 19. Juli: morgens 15,2 Grad. Maximum 24,3 Grad, Minimum 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juli: abends 24 Grad: am 19. Juli: morgens 20,2 Grad. — Sonnenscheindauer 9,7 Stunden. — Niederschläge 0,2 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyxiot, für den übrigen Teil i. 93.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Fünftausend Stenographen schreiben um die Wette. Auch das Ausland zeigt großes Interesse für den Deutschen Stenographentag vom 2. bis 5. August in Frankfurt a M. 4183 D Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verlust sagen wir innigsten Dank. Frau L. Steinberger und Familie. Gießen, im Juli 1935, 4180 D Ernst Müller und Frau Gretha, geb. KimmeL Für die Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter sagen innigen Dank Köln-Sülz, Marsiliusstra&e 78, den 19. Juli 1935. ------------------------------------- 03055 Zwangsversteigerung K19/35 Arn Mittwoch, dem 31. Iuli 1935, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, die den 1. Frau Luise Pappel Wwe., geb. Herbert, zu °/s und 2. Kaufmänn Hans Wilhelm Emil Happel zu 3/a, beide jn Gießen, Rodheimer Straße 42, zugeschriebenen Grundstücke versteigert: 4176D Grundbuch für Gießen, Band 48, Blatt 2417. 4. Flur XXVIII Nr. 287 Grabgarten hinter den Schießgärten an der Rodheimer Straße 1481 qm, Schätzungsbetrag = 2 962 RM. 5. Flur XXVIII Nr. 288 Wiese daselbst 9460 qm, Schätzungswert = 13 460 RM. . Sa"l6422RM. Der Steueremheitswert (1.1.35) beträgt zu 4 2962,— RM., zu 5. 18 900,— RM. d Gießen, den 13. Juli 1935. 3m Auftrage des Amtsgerichts Gießen. Karle, Ortsgerichtsoorfteher. Gott dem allmächtigen Vater hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, meine liebe Mutter, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene Seibert geb. Vogelhöf er im Alter von 29 Jahren, nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Adolf Seibert und Kind nebst allen Angehörigen. Wieseck, den 19. Juli 1935. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 20. Juli, nachmittags 3 Uhr, von dem Sterbehause Gießener Straße 48 aus statt. Nachlasse von z vis 20 v. s. erhalten Sie bei wieberholten Auf. nahmen einer Anzeige Stellenangebote] Klint Ursprungszeugnisse, lonbern nur Zeugnis, ablckrtsten dem Be- werbungS,chreiben beilegen I - Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ver. metdung von Verlusten auf der Rücklelte Ra. men und Anschrift des Bewerbers tragen! Aelteres 4170d UaMättii mit nur guten Zeugniss.gesucht. Babnhotttr. 83. Laboratorium Geschlossen vom 20. Juli bis 5, August UM » V | 03057 I kaufen Sie immer IllUUUl vorteilhaft bei Louis Vetter, Kaiserallee 19 Bierau & Müller Mindenburgwall 7 I. 03041 Leupin-Creme unv Seife vorzügliches Hautpflegemittel, feit langen fahren bewährt bei Netzie-HaoWen Ausschlag, Wundsein usw. Drogerie Winterboff, Kreuzvl.10: Löwen-Trog.W.KilbingerNachf. Zelterswea 69.-my Jn neuer Auflage erscheint soeben Ferientage auf Sylt von Margarete 2?oie Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Barges 62 Seiten. Kartoniert NM. -,90 Ein frohes Ferienbüchlein für alle, die auf der wunderreichen Insel Sylt Er« holung und Freude suchen. Es erzählt von den Schönheiten dieser Insel mit ihren Dünen, ihrem Wattenmeer und ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt. 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Wir bitten die Kamer. der Einladung d.I/I.«N. Gießen s.Samstag,20.d.M.zum Austrag sportl. Wettkämpf.14.30 Uhrauf d.V.stB.« Sportplatz Und der abends 20.30 Uhr in derVolks- halle stattfindenden Preisverteilung mit anschl. kam. Ab end recht zahlreich Folge zu leisten. Beschluß. K2835 Die am 7. August 1935 stattfindende Versteigerung der Grundstücke der Emil Weißenberg Ehe« leute, früher in Gießen, jetzt in Haifa (Palästina), erfolgt auf Antrag des Konkursverwalters über das k Imogen des Emil Weißenberg und außerdem infolge Beitritts der Deutschen Hypothekenbank in Meiningen, Hauptverwaltung Weimar, zum Zwecke der Zwangsvollstreckung. ----- Für das Amtsgericht Gießen: Karls, Ortsgerichtsoorfteher. ZwangsversteigerungK 28/35 2lm Mittwoch, dem 7. August 1935, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, die den a) Weißenberg, Emil, b) Weißenberg, Flora, geb. Elsoffer, dessen Ehe- frau, Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft (beide z. Z. in Haifa, Palästina wohnhaft) zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band II, Blatt 79. 1. Flur I Nr. 562 Hofreite in der Juden- -> 27) 241 qm 2. Flur I Nr. 562 8/io, Straße daselbst 6 qm Schätzungsbetrag zusammen = 47 050,— RM (Steuereinheitswert [1.1.1931] - 63 600,—RM) Gießen, den 27. Juli 1935. 41740 Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Dem wirklichen Pbotofreund sind ochf gute Bilder bestimmt lieber <* 20 Pfennige Ersparnis. Aber auch diese 20 Pfennige kann er einsparen, ohne deshalb schlechtere Bilder zu machen, denn der neue „Kodak"- Film „S.-G." kostet auch nur eine Mark. Es sei offen gesagt: Als die Kodak A.-G. ihren neuen orthochromatischen „S.-G."-Film schuf, rechnete sie mit einem Verkaufspreis von RM 1,20. Aber die Kodak A.-G. will nicht, daß ihre Freunde sich von anderen sagen lassen müssen: „Wir photographieren jetzt billiger!" Ganz im Gegenteil, die Kodak-Freunde sollen sagen können: „Seht, solche Bilder bekommen wir mit dem „S.-G."- Film und zahlen trotz aller seiner Vorzüge auch nur eine Mark für die 6x9- Spule. Wir fürchten uns nicht vor grellen Kontrasten oder Gegenlicht und kennen keine Angst vor der Belichtungszeit, denn der„S.-G."-Film gleicht kleine Irrtümer ganzvon selberaus. Und wir bekommen auch bei starkem Maßstab fabelhafte Vergrößerungen, denn das Korn des „S.-G."-Film$ ist so fein, daß wir auch aus kleinen Teilausschnitten unserer Negative große selbständige Bilder werden lassen können. OXA Wer aber bei Tag und bei Nach» knipsen will, der nimmt besser den panchromatischen Universal - Film „Panatomic". Allerdings muß er dann 20 Pfennige für die 6x9-Spule mehr anlegen. ohne daß das Korn die Oberfläche zerreißt. Kodak KODAK A. G., BERLIN SW68 Nr. <66 Zweites Blatt GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Freitag, ly.Zuli 1955 Das Opfer der Königin Luise. Zu ihrem 125. Todestage am 19.3uli. Von Or. Hermann Oreyhaus In den letzten Jahrzehnten hat die Geschichtsforschung ihr Lebensbild in aller Klarheit zeichnen können. Paul Bailleu schuf durch eine Reihe von Vorarbeiten sowie durch die große Biographie, die ich m zweiter und dritter Ausgabe herausgeben durfte, die Grundlagen dazu. Briessammlunqen sowie die Veröffentlichung der Aufzeichnungen des Königs über „Leben und Sterben der Königin Luise' gaben mir im Verein mit eigenen Studien über die Stellung der Königin in der Literatur Die berühmte Marmorstatue von I. G. S ch a d o w, die die damalige Kronprinzessin Luise mit ihrer Schwester Friederike, der späteren Königin von Hannover, darstellt. (Scherl-M.) ihrer Zeit Gelegenheit, in einer neuen Biographie die von Bailleu gelegten Grundlinien zu vertiefen und zu erweitern. Immer mehr konnte der Gedanke verfestigt werden, daß die Königin Luise keine politische Frau im üblichen Sinne war. Trotzdem hat sie in hohem Grade politisch gewirkt. Um dies zu erkennen, muh man die Bahnen nur quellenmäßiger Erkenntnis etwas verlassen. Immerhin bleiben sie Ausgangspunkt, wenn man sich ins Gebiet des Psychologischen begibt und versucht, von hier aus das letzte Geheimnis ihrer Wirkung zu ergründen. Festzustellen ist zunächst, daß die Königin Luise keineswegs eine philosophisch veranlagte Natur war, wenn sie sich auch gern von ihrer Umgebung mit den geistigen Strömungen ihrer Zeit bekannt machen ließ. Im ganzen blieben aber alle diese Dinge Außenbezirke ihres geistigen Lebens. Ihr ganzes Dasein war Impuls, ein Erleben ihres Jchs — wie ihrer Umwelt in dem Sinne naiv, wie ihn Schiller in seiner Abhandluna über naive und sentimentalische Dichtung bezeichnet: „Unbekannt mit den Regeln, den Krücken der Schwach- heit und den Zuchtmeistern der Verkehrtheit, bloß von der Natur oder dem Instinkt, seinem schützenden Engel, geleitet, geht es (das wahre Genie) ruhig und sicher durch alle Schlingen des falschen Geschmackes, in welchen, wenn es nicht so klug ist, sie schon von weitem zu vermeiden, das Nichtgenie unausbleiblich verstrickt wird. Nur dem Genie ist es gegeben, außerhalb des Bekannten noch immer zu Hause' zu sein und die Natur zu erweitern, ohne über sie hinaus zu gehen." Diese Kennzeichnung deckt sich mit Aeußerungen der Königin Luise, wenn sie behauptet, „daß ein reines Herz keiner Philosophie bedürfe" oder: „Ueber Pflichten gegen Gott, gegen die Menschen und sich selbst, über Pflichten als Gattin und Mutter, über häusliche und öffentliche Angelegenheiten, darüber zu debattieren, war unglaublich, denn, sagte ich mir, es ist nur ein Weg, glücklich zu werden, nämlich der, der Stimme seines Gefühls, seines Herzens zu folgen". Wer war liebenswürdiger als diese jugendliche Herrscherin, die schon im Alter von einundzwanzig Jahren auf einen Thron berufen wurde? Wie keine zuvor, hat diese Königin die Herzen aller Preußen für sich gewonnen. Es gab niemanden, der nicht die unbegrenzte Fortsetzung dieses Glückes gewünscht hätte. Und doch zerbrach es, noch ehe es das erste Jahrzehnt gefüllt. Luise kam auf der Flucht in den Osten ihres Reiches das Gefühl eines tragischen Schicksals an, als sie das Lied des Harfners aus Goethes „Wilhelm Meister" in ein Taschenbuch schrieb und darüber bittere Tränen vergoß. Sie suhlte, was es bedeutet: „Denn alle Schuld rächt sich auf Erden". Offen bekannte sie dem Vater ihre Schuld in den Worten: „Wir sind eingeschlafen auf Den Lorbeeren Friedrichs des Großen, welcher, der Herr seines Jahrhunderts, eine neue Zeit schuf. Wir sind mit derselben nicht fortgeschritten, deshalb überflügelt sie uns." Allein aus solcher Erkenntnis heraus in königlicher Kühnheit den Kampf gegen das Schicksal aufzunehmen, diesen Ausweg vermied sie. Sie blieb Frau und Mutter und Überlieh den Männern das Feld. Sie fühlte einen anderen Beruf, der zwar jud)t nach dramatischer Spannung greift, der aber deshalb nicht weniger heroisch ist: den Weg des persönlichen Opfers! Der Gedanke des Opfers taucht in der Königin auf, schon ehe ihr das größte Opfer ihres Lebens, die Begegnung mit Napoleon in Tilsit, nahegelegt worden war. Die Friedensverhandlungen kamen nicht recht vom Fleck, da die Wünsche des Zaren Alexander, die auf die möglichste Erhaltung Preußens abzielten, von Napoleon nicht die erwartete Anerkennung fanden. Damals schrieb die Königin an den Zaren von Memel aus die bezeichnenden Worte: „Meine Gesundheit ist etwas gestört durch all diese Unruhe; das ist gleichgültig, wenn Sie und der König allem widerstehen. Ich bin ein so unwichtiges Wesen; mag ich erliegen, wenn nur der König gerettet wird, wenn nur meine Kinder ein Los, eine Zukunft haben, wenn nur der König unabhängig, glücklich lebt: wie glücklich wäre ich, für all das ein Opfer zu fein" Während Luise diese Zeilen in Memel schrieb, wurde in Tilsit im Kreise Napoleons wie in der Umgebung des preußischen und russischen Herrschers erwogen, die Königin zur Erleichterung der Verhandlungen nach Tilsit zu bitten. Und wirklich kamen am 6. und 7. Juli 1807 die denkwürdigen Begegnungen zwischen Napoleon und Luise zustande, die für die Königin groar einen Sieg bedeuteten —- Napoleon unterließ hinfort in seiner Presse die ehrenkränkenden Schmähungen gegen sie — die aber Preußen keinen Vorteil brachten, wenigstens keinen unmittelbaren. Der sogenannte Frieden von Tilsit hat immer als einer der härtesten Friedensschlüsse der Geschichte gegolten.. bis er 1919 von dem Vertrag von Versailles erheblich übertroffen wurde. Der Gedanke „Opfer und Aufopferung ist mein Leben", wie Luise an ihren Vater schreibt, beherrscht die letzten Lebensjahre. Das zeigt eine Erwägung, die sie anstellte, als Napoleon 1810 unter den Fürstentöchtern Europas nach einer Gemahlin suchte und diese in der Habsburgerin Marie Luise fand. Da bemerkt die Königin Luise in einem Brief an ihren Vater: „Gott sei ewig gelobt, daß meine Tochter tot zur Welt kam", (es handelt sich um ihr erstes Kind), „die wäre jetzt im sechzehnten Jahre ... Denken Sie sich's nur recht lebhaft, wenn wir in diese Versuchung gekommen wären! Auf einer Seite alle Empfindungen, die dem Menschen natürlich sind, die dem mütterlichen Herzen so natürlich sind. Diese hätten unaufhörlich geschrien — Nein! tue diese Untat nicht, mache dein Kind nicht zeitlich, vielleicht auch ewig unglücklich. Und wieder auf der andern Seite, sechs Millionen Untertanen, die mit einem Ja aus Jammer, Elend, Tränen statt Brot in eine glückliche Lage gekommen wären durch ein einziges Geschöpf, das leidend sich opferte." Wenn etwas, dann kennzeichnet dieser Hingabewille die Königin Luise. Er ist der Ausfluß eines Frauentums, wie es Goethe in feiner „Iphigenie" gestaltet hat. Es war an der letzten Feier ihres Geburtstages am 10. März 1810. Tags zuvor waren die unerhörten Tributforderungen Napoleons bekannt geworden. Die Lage erschien verzweifelt. Da griff die Königin in den Gang der Verhandlungen. Bereits auf ihrer Geburtstagsfeier begann sie mit ihren Bemühungen. Sie erläutert ungewollt das herrliche Sonett, das ihr Heinrich von Kleist vortragen durfte, in dessen Schluß es heißt: „Dein Haus scheint wie von Strahlen mir umschimmert; Du bist der Stern, der voller Pracht erst flimmert; Wenn er durch finstre Wetterwolken bricht!" Sie ist nicht nur selbst zu jedem Opfer bereit gewesen, durch ihr Beispiel hat sie auch den Opferwillen im Volk entzündet und damit die Voraussetzung für die Befreiung geschaffen. Als Luise im Sommer 1810 in Hohenzieritz in der Blüte ihres Frauentums einem tückischen Leiden zum Opfer fiel, da schien das kein Schicksalsschlag zu sein, ein solcher Tod konnte nur ein Opfer bedeuten: ein Opfer der Fremdherrschaft, das das schuldige Volk entsühnte, aber auch zum Befreiungskampf verpflichtete. Von diesem Eindruck ist selbst Goethe ergriffen worden, wenn er in feinem Festspiel „Des Epime- nides Erwachen", die Gestalt der Hoffnung als eine Verkörperung der Königin Luise betrachtet wissen will und ihr die Worte in den Mund legt: „Denn wie ich bin, so bin ich auch beständig. Nie der Verzweiflung geb' ich mich dahin; Ich mildre Schmerz, das höchste Glück vollend ich; Weiblich gestaltet, bin ich männlich kühn. Das Leben selbst ist nur durch mich lebendig, Ja über's Grab kann ich's hinüberziehn, Und wenn sie mich sogar als Asche sammeln, So müssen sie auch meinen Namen stammeln." Durch ihren Opfergeist hat die Königin Luise die Seele des deutschen Volkes gewonnen. In ihm liegt eine zeugende Kraft. Sie darf auch heute noch wirken. Der hundertfünfundzwanzigste Todestag der Königin ist eine stille, eindringliche Mahnung. 6teuererieid)teriingen für LohnsteuerpsWige. In Ergänzung des neuen Einkommensteuergesetzes vom 16. Oktober 1934, das auch die Lohnsteuer regelt, sind in jüngster Zeit Erlasse und Verordnungen ergangen, die für viele Lohnsteuerpflichtige, also für Beamte, Angestellte und Arbeiter Erleichterungen bringen. Diese Ermäßigungen der Lohnsteuer geschehen aus Billigkeitsgründen, die nachstehend nur angedeutet werden können. Es ist jedem Steuerpflichtigen der Anspruch auf die Steuerermäßigungen zu haben glaubt, zu raten, sich die Lohnsteuerkarte von seinem Betriebsführer aushändigen zu lassen, um sie mit einem entsprechenden Antrag beim Finanzamt seines Wohnsitzes einzureichen. Diese Anträge müssen möglichst sofort gestellt werden, da die Steuerermäßigung erst vom Zeitpunkt der Antragstellung an gilt und eine rückwirkende Ermäßigung nicht statt- finbet. Es wird viele Lohn- und Gehaltsempfänger geben, die auf Grund der bisherigen Vorschriften keine Ermäßigung der Lohnsteuer erhalten konnten, aber jetzt eine Ermäßigung zusteht. Ebenso wird vielen auf Grund der neuen Vorschriften eine höhere Ermäßigung als nach den bisher maßgeblichen Vorschriften zugebilligt werden können. Nur auf Antrag hat das Finanzamt des Wohnsitzes des Gefolgschaftsmitgliedes, wenn besondere wirtschaftliche Verhältnisse die steuerliche Lei- stungssähigkeit des Steuerpflichtigen wesentlich beeinträchtigen, einen nach Ermessen zu bestimmenden Betrag steuerfrei zu lassen und auf der Steuerkarte zu vermerken. Als Verhältnisse dieser Art gelten insbesondere außergewöhnliche Belastungen durch Unterhalt oder Erziehung einschließlich Berufsausbildung der Kinder, durch gesetzliche oder sittliche Verpflichtungen gegenüber Angehörigen, auch wenn diese nicht zum Haushalt des Berufstätigen zählen, durch Krankheit, Körperverletzung, Verschuldung, Unglücksfälle ober durch befonbere Aufwenbungen, bie einer Witwe mit minderjährigen Kindern infolge ihrer Erwerbsfähigkeit für ben Haushalt erwachsen unb Angehörige im Sinne biefer Vorschriften sinb: 1. Der Verlobte, 2. ber Ehegate, auch wenn bie Ehe nicht mehr besteht, 3. Verwanbte in geraber Linie unb Verwanbte zweiten unb britten Grabes in ber Seitenlinie, 4. Verschwägerte in geraber Linie unb Verschwägerte zweiten Grabes in ber Seitenlinie, 5. burch Annahme an Kinbesstatt in geraber Linie Derbunbene, 6. Pflegeeltern unb Pflegekinber. Die steuerliche Leistungsfähigkeit ist nur bann beeinträchtigt, wenn bei einem Lohn- ober Gehaltsempfänger besondere wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen, die ihm schwerere Belastungen auferlegen, als andere mit gleichem Einkommen unb Ber- mögensverhältnifsen unb gleichem Familienstanb im allgemeinen zu tragen haben. Die Tatsache, baß bas Einkommen niebrig ist unb baß eine größere Zahl von Kinbern unterhalten unb erzogen werben muß, kann für sich allein zu ber Gewährung eines steuerfreien Betrags nicht führen. Die Voraussetzung für bie Anwenbung biefer Bestimmungen wird in ber Regel gegeben fein, wenn bie Belastung bei einem Jahreseinkommen bis zu 5000 Mark bei Steuerpflichtigen ohne Kinber 10 v. H., mit ein ober zwei Kinbern 8 o. H. unb mit mehr als zwei Kinbern 6 v. H. beträgt. Außergewöhnliche Belastungen sind insbesondere folgende: 1. der Unterhalt eines Kindes erfordert größere Aufwendungen als bei der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Es ist dabei belanglos, ob das Kind minderjährig August piepmuul 23on Ulrich (Sander. Gleich links vom Dünenweg, dicht an den Booten, daß er morgens kaum zwanzig Schritt bis an das Wasser zu gehen hat, da wohnt August Scharping, den sie „August Piepmuul" nennen, weil er Tag und Nacht nicht die Pfeife aus dem Munde kriegt. Sie gehört bei ihm zum Gesicht, auch wenn sie keineswegs immer im Gange ist. Sie steht ihm auch gut, als Abschluß zu der etwas lang geratenen und geraden Nase, und als Gegengewicht gegen die kleine, kecke Fliege an der Unterlippe. Es ist ihm übrigens einmal passiert, daß er sich in der Bahn ein paar Zähne mit der Pfeife aus dem Munde schlug, als er plötzlich nach Enten sehen wollte und das Fenster geschlossen war. Viele Zähne hatte er sowieso nicht. Aber beißen konnte er wie ein Iltis. Einmal ist er auch beinahe ertrunken, weil ihm bie Pfeife beim Angellegen in bie See gefallen war unb er sie schnell noch greifen wollte. Er fiel aus bem Boot, unb Friedrich Jonas hat ihn mit vieler Mühe unb Not noch wieder binnenbords bekommen, denn August war schon im Absacken. Einmal hat er sich im Dunkeln auch die Pfeife an der Stalltür in den Rachen gejagt, daß er dachte, nun müsse er Feuer speien. Es gehört eine gewisse Ruhe und Freundlichkeit dazu, immer einen Knösel im Munde zu tragen, auch wenn man nicht ein Fitzelchen Tabak mehr im Hause und kein Geld hat, sich welchen zu kaufen. Stets lustig und vergnügt, immer geschäftig, unverdrossen und hilfsbereit ist August Piepmuul seinem schweren Gewerbe nachgegangen. Er war darum überall gern gesehen und wurde seine Fische chnell los. Auch war er sehr geschickt und konnte ich alles selbst machen, was heute beinahe schon elten geworden ist, wo es für jeden Jux einen Konzern gibt. Es ist dann auch meist danach. Einmal wollten die anderen ihm einen Schabernack spielen und hatten ihm heimlich Pulver in die Pfeife gestopft, als er sie einen Augenblick beiseite gelegt hatte. „Dunderwettschock!" hat er gerufen, als die Pfeife hochgegangen war, „Dunderwettschock! Juch waar ick!" war mit versengten Augenlidern und halb geblendet, schwarz angelaufen und hitzig vor Zorn 'wie ein Teufel auf die anderen losgegangen und hatte sich mit ihnen ziemlich ernsthaft geschlagen. Einmal hatten sie ihm auch Harzer Käse an das Mundstück geschmiert; er hat es aber nicht gemerkt, sich nur gewundert, daß ihm der Tabak heute so süß schmeckte. Heiraten, das wollte er nicht. Mit den Langhaarigen hatte er nicht viel im Sinn, obwohl ihn manche ganz gern mochten Gr blieb lieber bei seinen Ettern. Dann aber bat er eines Tages doch dran glauben müssen. Erna Olson gewann sein Herz dadurch, daß sie ihm die Prunkpfeife ihres verstorbenen Vaters schenkte, mit Bernsteinmundstück und einem geschnitzten Meerschaumkopf. Der Vater hatte sie von einem Badegast geschenkt bekommen, dessen Tochter er einmal aus dem Wasser geholt hatte. Und noch einmal sollte eine Pfeife m sein Leben eingreifen. Eines Morgens fand August Piepmuul eine wunderschöne Bruyerepfeife am Strande, die offenbar verloren worden war. Er lieferte sie auf dem Badebüro ab, kam mit dem Besitzer in ein Gespräch und verstand sich mit ihm so gut, daß er ihm eine Hypothek zum Hausbau gab und weiter nichts an Zinsen haben wollte, als in jedem Sommer sechs Wochen mit seiner Familie bei August Piepmuul wohnen. Nun konnte er auch von Den Eltern los; die Pfeifen hatten ihm zu Frau und Haus verhalfen, Piepmuul ist ein glücklicher Mensch geworden Zwanzig gegen Einen. Kriminalskizze von Peter Eyk Hätte man nicht gewußt, an welchem Platz tn Zimmer 222 des Polizeipräsidiums der Kriminalkommissar Schmidt zu fitzen pflegte, und wo sich der Stuhl des Angeklagten befand, dann hätte man leicht auf den Gedanken kommen können, daß dieser Verhaftete hier, der so elegant und schnittig aussah wie der Jdealdetektiv aus einem erfolgreichen Kriminalroman, der bekannte Beamte sei, während Schmidt selbst eher den Eindruck eines treuherzigen Opfers 'der Justiz machte. Aber dieser Beamte mit den gutmütigen Augen war um so gefährlicher, als er von den smarten Jungens seiner dienstlichen Bekanntschaften nicht für ganz voll genommen wurde. Er sah ja auch z u gutmütig aus. „Herr Kommissar, ich bin unschuldig — bin vollkommen unschuldig!" „Aber daran zweifelt ja niemand, mein lieber Primel! Es ist mir selbst unangenehm, daß ich diesen zwanzig Anzeigen hier nachgehen muß. Da hat nämlich ein Mann, dessen Personalbeschreibung leider auf Sie paßt, Zimmer in guten Pensionen gemietet und hat den Pensionspreis regelmäßig für eine Woche im voraus gezahlt. Bis hierhin finde ich die Sache sehr ehrenwert, denn ich pflege das nicht zu tun. Nur hat aber dann der fragliche junge Mann jede Wirtin sofort mit zehn Mark in einen weit entfernten Delikatessenladen geschickt, weil er angeblich nur dort zu kaufen pflegte, und bann in ihrer Abwesenheit die Wohnung ausgeräumt und die Wertsachen fortgeschafft. Stets ist ein großer Schaden entstanden und stets fehlte der neue Mieter." Der Kommissar lehnte sich in seinem Stuhl zurück und fuhr nach kurzer Pause fort: Aber das geht Sie ja alles nichts an, Herr Primel, ich will auch nicht persönlich werden, ich sage ja nur: es wird behauptet, daß dieser Pensionsdieb aussah wie Sie!" „Aber das ist doch absurd, Herr Kommissar, ich habe eine einwandfreie Vergangenheit, bin ein ehrlicher Kaufmann, mein Vater war Sanitätsrat, mein Großvater kommandierender General — ich würde es niemals fertig bringen, eine Dame auf diese unanständige Art hereinzulegen!" „Bin fest überzeugt, Herr Primel. Fest über« Zeugt!" „Na also! Dann darf ich Sie wohl jetzt bitten, aus dem Präsidium entlassen zu werden!" „Aber selbstverständlich, Herr Primel, sofort. Nur müssen Sie mir noch eine kleine Rechtfertigung vor den geschädigten Damen verschaffen. Sie sehen doch den Vorhang hier neben mir? Hinter diesem Vorhang befindet' sich eine Tür zum Nebenzimmer und dort sitzen nun diese zwanzig Damen. Ich möchte Sie also nur bitten, durch jenes Zimmer hinauszugehen. Da Sie den Damen ja vollkommen unbekannt sind, ist der Fall damit erledigt und Ihre Unschuld erwiesen! Die Damen sind natürlich etwas erregt, aber das braucht Sie ja tn keiner Weise zu berühren! Und mir nehmen Sie bitte den kleinen Umweg nicht übel!" Herr Primel stand auf, war sehr weiß im Gesicht geworden und schlenkerte unentschlossen mit den Armen. Seine Blicke gingen zwischen dem Vorhang und dem Kommissar hin und her Schließlich sagte er ziemlich kleinlaut: „Wenn Sie durchaus daraus bestehen, daß ich durch dieses Zimmer hinausgehen soll, Herr Kommissar, möchte ich doch lieber ein Geständnis oblegen." — „Na, also, mein junger Freund, ich stelle mir das für Sie auch bedeutend harmloser vor, denn ein Monn gegen zwanzig betrogene Frauen, das hätte doch immerhin gefährlich werden können!" Nachdem Herr Primel #ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, sollte er von einem Beamten in das Polizeigefängnis zurückgeführt werden. Da rief ihn der Kommissar noch einmal zurück und sagte, indem er den Vorhang hochhob: „Nur der Ordnung wegen, mein Lieber, möchte ich Ihnen sagen, daß hinter diesem Vorhang gar keine Tür ist! Diesmal sind Sie reingefallen!" Herr Primel fand erst in seiner Zelle die Sprache wieder! «-Alles hört auf mein Kommando Das Einzige, was an diesem hübschen und lustigen Film Dorbeigeraten ist, ist der Titel: er macht einen auf etwas anders gespannt, als man hinterher zu sehen bekommt. Der Inhalt ist an sich nichts Besonderes, aber die Art, wie der Film (Produktion: ABC.; nach einer Idee von Dr. Ernst D e • g e n e r von W. F. F i ch e l s ch e r) gedreht ist und gespielt wird, ist erfreulich und unterhaltsam. Es handelt sich um das Schicksal eines Theaterstückes, das mit dem Schicksal eines jungen Liebespaares auf eine verzwickte und vergnügte Weise verbunden ist. Was die beschwingte und begabte Regie von Georg Z o ch zu leisten vermag, sieht man z. B. daran, wie sie das optische Motiv eines Rummelplatzes filmisch auswertet, oder wie sie dem immer dankbaren Kulissenbetrieb, der hier eine ziemliche Rolle spielt, zu Leibe geht. Adele S a n d r o ck als Neuberin wirkt diesmal gar nicht komisch um jeden Preis, sondern angenehm menschlich, dabei auch sprachlich, worauf einmal hingewiefen werden sollte, vorbildlich diszipliniert. Dann ist da Marianne Hoppe, ganz famos, junge Liebhaberin mit Temperament, mit Herz und Heiterkeit. Liebeneiner ist ihr Partner, sehr eingefühlt in die Aufgabe, die sich ihm hier bietet. Georg Alexander in einer Daterrolle, etwas überraschend, aber gepflegt und elegant wie stets. — Walter Meißner hat eine liebenswürdige Musik dazu geschrieben. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Im Beiprogramm: ein Schwank und ein Kulturfilm mit interessanten Aufnahmen von einer deutschen Ceylon-Expedition. Die Wochenschau kennen wir schon. ■—r— Hochschulnachnchten. Der Dozent für Zahnheilknnde an der Frankfurter medizinischen Fakultät Dr. med. Hermann Groß hat die Berufung auf eine Gastprofessur an der Kaiserlichen Zahnärztlichen Akademie in Tokio angenommen Der Dozent der Physiologie Dr. Emil Lehn- a r tz an der Universität Frankfurt hat von Der Rvckefeller-Stiftung ein Stipendium zur wissenschaftlichen Arbeit im Ausland erhalten und ist für das Wintersemester 1935/36 beurlaubt worden, um in London im National Institute for Medical Research und im University College zu arbeiten. Professor Dr. Jürgen Harms, Ordinarius für Zoologie und vergleichende Anatomie an der Universität Tübingen, hat einen Ruf als Nach- folger von Professor Plate an der Universität Jena angenommen. Wirtschaft. ober volljährig ist und ob es zum Haushalt des Steuerzahlers gehört oder nicht. 2. Dem Steuerpflichtigen erwachsen Ausgaben durch Krankheit, Todesfall, Unglücksfall oder durch sonstige Umstände. 3. Der Steuerpflichtige unterhält bedürftige Angehörige. Hier ist auck an die Ledigen gedacht, die bedürftige Angehörige unterstützen. Für die Entscheidung der Frage, ob ein Steuerzahler durch die Unterstützung bedürftiger Angehöriger außergewöhnlich belastet ist, gilt das folgende: a) Es ist unerheblich, ob die Unterstützung auf Grund gesetzlicher Unterhaltspflicht oder ohne eine solche aus sittlichen Gründen frei- willig gewährt wird. b) Die Aufwendungen des Unterhaltsgewährenden kommen als steuerfreie Aufwendun- nur insoweit in Betracht, als sie unter Berücksichtigung der Verhältnisse des Unterhaltsempfängers notwendig und angemessen sind. Aufwendungen, die das hiernach gegebene Matz überschreiten, bleiben unberücksichtigt. c) Wird einem bedürftigen Angehörigen der volle Unterhalt gewährt, so werden die Kosten des Lebensunterhalts, je nach den Verhältnissen, mit bis zu 80 Mark monatlich angenommen werden, wenn der Unterhalt durch Aufnahme in den eigenen Haushalt erfolgt. Auf diesen Betrag sind zur (Ermittelung der Belastung des Unterhaltsgewährenden die eigenen Einkünfte des Unterhaltsempfängers anzurechnen. Bezieht also beispielsweise ein Unterhaltsempfänger, der zum Haushalt des Steuerzahlers gehört, monatlich 30 Mark als Rente oder Zinsen, jo kann die Belastung des Steuerzhlers durch den Unterhalt nur bis zu 50 Mark monatlich angenommen werden. d) In Fällen, in denen der Unterhaltsempfänger zum Haushalt des Unterhalts-gewährenden gehört, ist die durch ihn etwa geleistete Haushaltshilfe auf den Wert des Unterhalts nicht anzurechnsn. Sind die Voraussetzungen gegeben, so Hal das Finanzamt den Betrag, den es als angemessen anerkennt auf der Steuerkarte als steuerfrei einzutragen. Zweck der Bestimmung ist, der sozialen Gerechtigkeit und der steuerlichen Gleichmäßigkeit zu dienen und harten zu mildern und zu beseitigen. Bei Anwendung der Bestimmungen, insbesondere bei der Anforderung von Unterlagen und Nachweisungen darf in keinem Falle kleinlich verfahren werden. Diese Bestimmungen haben feine rückwirkende Kraft. Erstattungen von Lohnsteuer dürfen auf Grund dieser Bestimmungen nicht vorgenommen werden. Die erneute Prüfung von Anträgen, die für das Kalenderjahr 1935 bereits entschieden sind, aber erneut gestellt werden, ist zulässig. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, daß für Kriegs- und Zivil- beschädigte blondere Steuererleichterungen vorgesehen sind. Während bei den Steuerpflichtigen im allgemeinen ein Pauschbetrag von 200 RM. als steuerfreie Werbungskosten angenommen wird, steigt dieser Pauschbetrag (ebenso auch für die Sonderausgaben) von einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 25 v. H. an von 275 bis zu 700 Mark. Bei erwerbstätigen Schwerbeschädigten, die Pflegezulage oder erhöhte Verstümmelungszulage erhalten, und Blinden sind diese Pauschbeträge 1200 Mark. Bemerkenswert ist auch, daß nach den neuen Bestimmungen Entschädigungen bei Entlassung aus i dem Dienstverhältnis, die freiwillig oder auf Grund! des § 58 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit gewährt werden, steuerfrei bleiben, soweit sie nicht den letzten Jahresarbeitsverdienst übersteigen. Endlich sei noch darauf hingewiesen, daß auch bei mitoerbienenben Ehefrauen Steuererleichterungen eintreten können. Wenn bisher ber oerbienenbe Mann als auch die oerbienenbe Frau getrennte Lohnsteuer zahlten, werben bie Verbienste jetzt au» sammengezählt. Danach zahlt ber Mann allein Die gesamte Lohnsteuer, bie meist weniger betragen wirb, als wenn beide Eheleute getrennt ihre Steuer zahlen. Auch diese Steuerermäßigung tritt nur a u f Antrag ein. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß die Steuer, ermäßigung bei Beschäftigung einer Hausgehilfin auch gewährt wird, wenn sie nicht die volle Kost und die Wohnung im Haushalt des Steuerpflichtigen erhält. Wenn eine unverheiratete Schwester des Steuerpflichtigen dessen Haus- arbeiten verrichtet, können bie Aufwenbungen für die Schwester unter dem Gesichtspunkt ber besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse als steuermindernd in Frage kommen. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 979: Weitgehender Abbau der Devisenzwangswirt- schäft in Danzig. 980: Richtpreisanordnung XXVII für unedle Metalle vorn 17. Juli 1935. 981: Bewirtschaftung der französischen Etnfuhrkon- tigente für genähte Wäschestücke. Einkaufspreise der Mühlen für in änd»schen Roggen und Weizen. Der Vorsitzende des G e t r e i d e w i r t s ch a f t s- oerbanbes Hessen-Nassau gibt bekannt: Auf Grund der §§ 6, 28 und 30 der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft vorn 10. Juli 1935 — RGBl. I S 1006 — und des § 8 der Satzung für Getreidewirtschaftsverbänbe — RNDbl. Nr. 52 vorn 13. Juli 1935 — ordne ich mit Zustimmung des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, des Reichskommissars für Preisüberwachung und des Vorsitzenden der Hauptoereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft folgendes an: Der in § 28 Abs. 1 der Verordnung zur Dränung der Getreidewirtschaft vom 10. Juli 1935 bezeichnete Betrag beim Kauf der Mühle vom Nichterzeuger wird auf 4 Mark für die Tonne festgesetzt. Ein weiterer Zuschlag zum Kaufpreis kann im Falle eines wirtschaftlichen Bedürfnisses ohne besondere Genehmigung bis zur Höhe von 2 Mark je Tonne berechnet ober gewährt werden. Die Anordnung tritt am 16. Juli 1935 in Kraft. Oie Erzeugung der Land» rkschast. Der Wert der deutschen landwirtschaftlichen Erzeugung beträgt nach den neuesten Berechnungen des JfK. im Wirtschaftsjahr 1934/35 etwa 11,1 Milliarden Mark. Er ist damit feit dem Tiefstand im Jahre 1932/33 um 2,4 Milliarden Mark oder 27 v. H. gestiegen. Diese Zunahme ist sowohl auf bie gebesserten Preise als auch auf die gestiegene Er- zeugung zurückzuführen. Mengenmäßig ist die landwirtschaftliche Erzeugung seit 1932/33 um fast 10 v. H. gestiegen. Bei der Berechnung eines Mengenindex der gesamten Agrarproduktion wurden im vorliegenden Falle die Durchschnittspreise der Jahre 1927/28 bis 1928/29 verwendet. Der so berechnete Mengenindex der gesamten Agrarproduktion zeigt, daß der Pro- duktionswert in den Jahren der Krise nur deshalb zurückgegangen ist, weil die Preise gesunken waren. Im Wirtschaftsjahr 1932/33 war die Erzeugung mengenmäßig sogar um 2 o. H. höher als im Jahre 1928/29. Bis zum Jahre 1934/35 konnte eine weitere- Steigerung der erzeugten Menge um fast 10 v. H. erzielt werden. Insgesamt hat seit dem Jahre 1924/25 die landwirtschaftliche Produktionsmenge um rund 30 v. H. zugenommen. Während noch 1932 jede weitere Steigerung der Produktion sinnlos erschien, da alle landwirtschaftlichen Märkte zerrüttet waren, ist es gegenwärtig durch organischen Umbau ber gesamten Agrarproduktion wieder gelungen, reiche Ernten zu einem Segen für die Land- und Volkswirtschaft zu gestalten. ♦ * D i e deutsche Rohstahlgewinnung im Juni. Die Rohstahlgewinnung im Deutschen Reich betrug im Juni 1935 (24 Arbeitstage) 1 249 101 Tonnen gegen 1 314 545 Tonnen im Mai (25 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im Juni 1935 durchschnittlich 52 046 Tonnen hergestellt gegen 52 582 Tonnen im Mai 1935. Rhein-Mainische Börse. IHUfagsbörfe: Tendenz schwächer. Frankfurt a. M., 17. Juli. Die Börse eröffnete auf fast allen Marktgebieten des Aktienmarktes in schwacher Haltung. Die Derwaltungs- mitteilungen von Hapag und Norbd. Lloyd, insbesondere der Hinweis, daß mit einer starken Zusammenlegung des Aktienkapitals gerechnet werden müsse, hat allgemein verstimmt. In Schiffcchrts- roerten lag starkes Angebot vor, der Börsenvor- stand hat indes eine Aussetzung der Notierungen beschlossen. Im Freiverkehr wurden Hapag mit 28,50 (33,75) gehandelt, für Nordd. Lloyd nannte man einen Kurs von 30,50 (37,40). Im übrigen war bie Kursentwicklung uneinheitlich, aber überwiegend schwächer. Das Angebot war nicht groß, bei ber herrschenden Zurückhaltung mangelte es aber an Aufnahme. Nach Festsetzung der ersten Notierungen waren zumeist leichte Erholungen zu verzeichnen. Don chemischen Werten büßten IG. Farben 1,50 v. H., Scheibeanstalt 0,50 v. H. unb Deutsche Erböl 0,65 v. H. ein. Elektroaktien tarnen zunächst kaum zur Notiz, AEG. lagen 0,90 v. H. niedriger, dagegen zogen Schuckert 0,50 v. H. an. Accumulatoren blieben zu 177 voll behauptet. Montanaktien lagen zumeist schwächer, insbesondere Klöckner mit minus 2 v. H., ferner verloren Buderus 1,40 v. H., Mansfelder 1,50 v. H., Stahlverein 1 v. H. unb bie übrigen Werte 0,50 bis 0,75 v. H. Hoefch blieben mit 105,75 aehalten. Von sonstigen Werten setzten Daimler 1,40 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 1,25 v. H., Westbeutsche Kaufhof 0,75 v. H., AKU. 0,40 v. H., Deutscher Eisen- handel 0,75 v. H. und Gement Heidelberg 0,50 v. H. niedriger ein. Etwas fester notierten Reichsbank mit 187,75 (187,25) unb Moenus Maschinen mit 88,25 (88). Der Rentenmarkt lag etwas fester, bas Geschäft war allerbings unbebeutenb. Altbefitz erhöhten sich auf 112,40 bis 112,50 (112,25), ferner waren Kommunal-Umfchuldung gefragt unb von Jnbustrie-Dbligationen gewannen 6 v. H. Hoesch 0,25 v. H. Im übrigen blieben bie gestrigen Kurse behauptet. Nachdem nach den ersten Kursen teilweise leichte Erholungen eingetreten waren, wobei IG. Farben um 1,25 v. H. auf 152,50 anzogen, lag der Verlauf stark zurückhaltend und bie Kurse bröckelten zumeist wieder ab, teilweise würben sogar bie An- fanaskurse noch unterschritten. IG. Farben gingen wieder auf 151,50 zurück. Hoesch verloren 0,75 v. H., Kaufhof 0,50 v. H., Reichsbank und AG. für Verkehr je 0,50 v. H. und Moenus Maschinen 0,25 v. H. Don den später notierten Werten lagen Deutsche Linoleum, Siemens je 2,50 v. H., Lemberg 1,50 v. H., Holzmann 1 v. H., RWE. und Licht & Kraft je 1,25 v. H. niedriger. Am Kassamarkt waren Konserven Braun auf den neuerlichen Devisenausfall angeboten, Taxe 65 (71). Don Hypothekenbankaktien waren Franks. Hyp. gesucht, Taxe 99 (95,90). Rhein. Hyp.-Bank lagen mit ca. 140 unverändert, Berliner Hyp.-Bank notierten noch etwas höher,- ca. 138 (136). Am Rentenmarkt zogen Altbesitz weiter etwas an, ferner waren verschiedene Umtausch-Obligationen beachtet und etwas fester. Goldpfandbriefe lagen teilweise um 0,13 v. H. höher, Liquidations- Pfandbriefe unb Kommunal-Obligationen lagen unverändert. Stabtanleihen notierten uneinheitlich, aber meist etwas fester. Auslanbsrenten lagen geschäftslos. — Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendborfe knapp behauptet. An der Abendborfe herrschte nach den Abschwächungen im Mittagsverkehr starke Zurückhaltung. Am Aktienmarkt erfolgten noch kleine Abgaben, so daß im Vergleich zu den Berliner Schlußkursen Mit dem Auftrieb der wirtschaftlichen Tätigkeit ist das gesamte industrielle Arbeitereinkommen vom 2. Halbjahr 1932 bis November 1934 um 77 v. H. gestiegen. Es betrug für das ganze Jahr 1934 etwas mehr als 8 Milliarden gegen nicht ganz 6 Milliarden Mark im Jahre 1933, wie in einer Sonberbeilage zu „Wirtschaft unb Statistik" (Beschäftigung, Arbeitszeit unb Arbeitereinkommen in ber deutschen Industrie) ausgeführt wird. Die Zunahme der Lohnfumme läßt erkennen, wie stark sich das aus der industriellen Produktion unmittelbar fließende Lohneinkommen erhöht hat.. Sie sagt aber nicht, daß das zusätzlich auf den Markt tretende Arbeitereinkommen etwa in gleichem Maße gestiegen ist. Will man bas zusätzliche Arbeitereinkommen ermitteln, so muß man von dem Gesamtbetrags der verdienten Lohnsummen die früher gezahlte Arbeitslosenhilfe absetzen. An den im Jahre 1934 verdienten Lohnsummen waren die Textilindustrie und bie Bauinbustrie mit je rund 11 v. H. am stärksten beteiligt. Das durchschnittliche Monatseinkommen der jeweils in der Industrie beschäftigten Arbeiter hat sich vom zweiten Halbjahr 1932 bis November 1934 um 18 v. h. erhöht. Die Industriearbeiter konnten also 1934 durchschnittlich mehr für Verbrauchsgüter ausgeben, als. 1932. Die Zunahme des durchschnittlichen Monatseinkommens ist weniger darauf zurückzuführen, daß sich die Löhne erhöht haben. Die Tarife sind während des Auftriebs im ganzen kaum geändert worden. In der Steigerung des durchschnittlichen Monatseinkommens kommt einmal zum Ausdruck, baß sich bie Arbeitszeit gegenüber dem Herbst 1932 weiter erhöht hat. Ferner ist sie darauf zurückzuführen, daß sich die Zusammensetzung der Betriebsgefolgschaften seit 1932 beträchtlich verändert hat. Der Anteil der weiblichen Arbeitskräfte an der Gesamtzahl der beschäftigten Arbeiter ist gcfun- Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. H. überwogen. IG. Farben ermäßigten sich auf den nachbörslichen Stand von 151,90 (152,75), ferner gaben Deutsche Erdöl 1 v. H. auf 111,50 und Siemens auf 179,50 (180,50) nach. Montanaktien bröckelten durchweg 0,25 bis 0,50 v. H. ab, auch Elektroaktien sowie Kunstseide AKU. und Scheibeanstalt waren Im gleichen Ausmaß niedriger. Gut behauptet blieben Süddeutscher Zucker mit 193. Am Einheitsmarkt erhielt sich Nachfrage nach Hypothekenbank-Aktien: Frankfurter Hypotheken 99 (98,75), Meininger Hypotheken 100 (99,50), Pfälzer. Hypotheken 89,50 (89), dagegen gaben Rheinische Hypotheken auf 138 (139) nach. An den Rentenmärkten blieb die festere Tendenz bestehen, das Geschäft war aber bei behaupteten Kursen sehr gering. U. a. notierten: Altbesitz 112,75, 6 o. H. Stahlverein 102,75, IG. Far- ben-Bonds 127, Reichsbahn-DA. 123,65, 4 v. H. Ungarn Gold 10,60, Commerzbank 91, OO-Bank 92,25, Harpener 111,25, Mannesmann 90, Rheinstahl 111,75, Laurahütte 23,25, Stahlverein 86,50, AKU. 65,25, AEG. 43,75, BMW. 126,50, Conti- Gummi 155,25, Deutsche Erdöl 111,50, Scheide- anstatt 233, Dt. Linoleum 166, Licht und Kraft 132, IG. Farben 151,90, Feinmechanik Jetter 86,50, Gesfürel 126,50, Holzmann 92, Mainkraft 94, Moenus 87,50, RWE. 132,50, Schuckert 126, Siemens 179,50, Süddeutscher Zucker 193, Rütgers- werke 118,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. Juli. Auftrieb: Rinder 155 (gegen 51 am letzten Donnerstagmarkt), darunter befanden sich 20 Ochsen, 29 Bullen, 34 Kühe unb 72 Färsen. Zum Schlachthof direkt 3 Ochsen, 5 Bullen, .20 Kühe, 10 Färsen. Kälber 901 (776), Schafe 43 (42), Schweine 512 (450). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber a) 59 bis 60 (59 bis 62), b) 51 bis 58 (53 bis 58), c) 43 bis 50 (44 bis 52), d) 30 bis 42 (32 bis 43). Hämmel b2) Weidemasthämmel 36 bis 38 (36 bis 38). Schweine b) 50 bis 53 (52 bis 53), c) 50 bis 53 (52 bis 53), d) 46 bis 52 (51 bis 53). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine anfangs mittelmäßig, später abflauend, Uebsrstand. Ueberstand: 44 Rinder, darunter 2 Ochsen, 7 Bullen, 15 Kühe und 20 Färsen; ferner 59 Schweine. Ochsenfleisch b) 76 bis 80 (am 15. Juli 78 bis 80), c) 66 bis 74 (66 bis 74). Bullenfleisch b) 70 bis 78 (70 bis 76). Kuhfleisch b) 60 bis 68 (66 bis 74), c) 50 bis 60 (52 bis 62). Färsenfleisch b) 76 bis 80 (78 bis 80), c) 66 bis 74 (68 bis 78). Kalbfleisch b) 74 bis 84 (unv.), c) 68 bis 72 (unv.). Hammelfleisch b) 75 bis 78 (unv.). Schweinefleisch b) 72 bis 77 (70 bis 75). Fettwaren: Speck hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 Zentimeter, 63 bis 68 (58 bis 63), Flomen 75 bis 80 (unv.). Marktverlauf ruhig. fräffe, vor allem die der Facharbeiter, ist verhältnismäßig stärker gestiegen. Wie sich der Auftrieb der Wirtschaftstättgkeit für den Haushalt des einzelnen im Jahre 1932 noch beschäftigten Arbeiters ausgewirkt, wie sich also fein Realeinkommen entwickelt hat, wird durch die Gestaltung von Lohnsatz, Arbeitszeit und Lebenshaltungskosten bestimmt. Der Lohnsatz hat sich seit 1932 im ganzen nicht verändert. Die Arbeitszeit ist, abgesehen vom Baugewerbe, in allen Wirtschaftsgruppen von 1932 bis 1934 ft ä r f e r gestiegen als die Lebenshaltungskosten. Das Realeinkommen der Industriearbeiter hat sich somit im Durchschnitt gegenüber 1932 leicht erhöht. Mit der Steigerung der Lebenshaltungskosten um die Mitte des Jahres 1934 ht es sich freilich wieder verringert. Immerhin bleibt das Realeinkommen des Industriearbeiters über dem Stand von 1932. Büchertisch. — Anläßlich seines hundertjährigen Bestehens überreicht der Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh die Festschrift „Carl Bertelsmann. Eine Verlagsgründung vor hundert Jahren". 112 Seiten, nebst Bildern und zwei Tafeln, Preis 1,50 Mark. — (220) — Es ist ein Lebensbuch, Einblick gewährend in das Werden eines „Strebend- sich-Bemühenden", des Gründers des Verlages. Alles, was da geschrieben steht von Wanderschaft und Liebe, Kampf und Schaffen und Durchhalten, von echtem Vatertum, von kernvoll deutscher und christlicher Wesensart, ist so gegenständlich geschildert, daß sich das Buch wie eine Erzählung lieft, in der ein Stück deutscher Kultur lebendig wird. Wer zu lesen versteht, wird für sich und seinen Lebenskampf mancherlei gewinnen. Die Entwicklung des Einkommens des Arbeiters. Leichte Erhöhung der Kaufkraft bei gleichen Lohnsätzen. ken. Die Zahl der höher bezahlten Arbeite- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe der zuletzt befch lossenen Dividende an. — Reichsbankdlskoru 4 o. H., Frankfurt a.DI. Lerim Schluß« furt Schluß«. Abend- börse Schluß- turs Schluß!, mittag« böric Oülum 17 7 18 7 17 7 18.7. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99,9 100,13 100,25 100,4 *% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,75 97,9 98 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,65 104 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuid mti Auslos.-Rechten ............. 112.25 112,75 — 112,8 **/«% Deutsche RelchSvostlchatzan- Weisungen von 1934, 1....... 100,4 100,4 100,4 100,1 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 192S (rückzahlb. 102%) .......... 97,25 97,25 97,25 97,25 *¥*% ehem. Hessische LandeSbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,4 — 6’/>% ehem. Hess. LandcS-Hypo- thekenbank Darmstadt Ciaüt ... 100,9 100,9 — — 4¥i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 92,75 93 — Lberhcssen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ........... 123 128,5 — —— Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116 116 116 116 *¥i% ehem.8% Franks. Hyv.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,4 96,5 - i%% ehem. *yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,3 101,25 _ 6yt% ehern. 4Vi% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. 101,75 101,9 101,75 101,9 ehern. 8% Pc. LanveSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4H% ebcm. 7% Pr. Landeöpfand- vriefanft., Gold Komm. C6I.VI Lteuergutich Berrechnungsk. 35-89 97 97 97 97 97 97 97 97 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterreich«, che Goldrente.... 31,75 32 _ 31 4,20% Oesterreichische Silberreate 1,7 1,7 1,7 4% Ungarische Goldrente ....... 10,9 10,6 10,9 10,7 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 10,6 10,5 10,6 10,5 4^r°/<» desgl. von 1913 10,65 10,8 10,8 6% obgesi. Goldmexikaner von 99 12,5 12,5 12,5 12,25 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... WM» «HP W— Frankfurt a. M Stalin Schlußkurs Schluyl. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 4% desgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd ......... o A G. für Verkehrswesen Alt. .. 0 Berliner Handelsgesellschast ... 5 Commerz, unv Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ i-j A.E.»....................... Bekula.................. io Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ...... gy Felten L Guilleaume......... o Geieilsch.s.Eleklr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... N Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Lo.............. 4 Siemen- L Halske............ 7 Lahmever S Co.............. 7 Buderus ................... q Deutsche Erdbl ..............4 Gelsenkirchen«............... Larpener ..................( Hoesch Eisen—Köln-Neueft« .. 0 Ilse Bergbau ............. z Ilse Bergbau Genüsse........ « Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhre» ........ 0 17-7 7,6 10,25 6 40,4 33,75 37,4 87 117 91,4 93 93 187,25 45,4 142,4 117 133,5 109,25 129,25 140 133,65 126,5 182,5 134,75 106 112,65 112,5 105,75 160 132,25 101,5 90 18 7 7,5 10,25 5,8 40 86,5 117,25 91 92,25 92,25 187,4 43,75 141,65 116,75 132 108 126,5 132,5 126 179,5 113,25 105 111,5 111,25 105,5 160 130 99,75 90 17-7 12,4 10,13 5,9 40,4 33,9 33,75 36,4 86,5 117,75 91,5 93 93 187 45,75 141,65 117 133 109,25 128,75 139,5 133,75 127,5 183 134,5 105,5 112,9 113 106 164 131,75 101,13 90,25 18 7- 7,4 10 5,9 40 30 86,65 117,25 91 92,5 92,5 188,5 44,25 141,25 115,75 132 108,5 127 138 132,75 126,4 180,5 133 104,5 112,5 111,75 105,55 163,5 129,75 100,5 90,25 Frankfurt a. TR. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend, börse Schluß, kurs Schlußk. Mittagbörse '-Datum 17 7 18 7 17 7 18.7 Mansfelder Bergbau.........1 Kokswerke .................. 6 Phönix Bergbau........... 0 Rheinische Braunkohlen ..... 13 Rheinstabl ................ 8'/, Vereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3. ®. Färben-Industrie.......7 Scheideanstalk...............9 Goldschmidt ...... 0 RülgerSwerke ....... 4 Metallgesellschafk.............4 Philipp Holzmann .......... 0 Zementwerk Heidelberg ......6 Eementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzen Hofer ....... 4 Aku lAUgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................. 0 Hellstoff Waldhof ............ 0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum........... g Orenstcin & Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... Q Accumulatoren-Fabrik.......u Eonti-Gummi .............. g Gritzner.................... 0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zuck« ......... fl 118 220,5 112 87,5 18,5 128,5 126,65 198 152,75 234 111,25 121,5 115 93,5 119,5 135 65,5 118 120,5 90,5 96 169,5 36 296 177 158 37,5 94,5 193 116,25 220,25 111,75 86,5 18,13 127,75 126 197 151,9 233 110,75 118,5 114 92 119 135 65,25 116,5 120,5 89,25 94,75 166 34,75 177 155,75 37,9 94 193 118 122,5 220 111,75 87,65 17,9 127,75 126,5 198 153,25 111,25 120 115,5 113,25 65,75 118,5 120,5 89,5 137,5 95,25 169,25 90,5 36 296 177,5 157,5 36,75 194 115,75 121,5 220,75 112,5 87 18,4 127 126,5 198 192,75 111,25 119 114 92 113 65,9 116,5 120,5 88,5 136,25 94,65 166 88,65 35,25 294 177,5 155,75 37^9 Lornbardztnsfutz 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 17. Juli 18-Juli Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Notierung Geld | 23 rief Buenos Sire-. Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfor».. Paris ...... Holland .... Italien ..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 0,658 41,885 0,139 3,047 54,77 46,91 12,265 5,41 16,405 168,70 20,50 0,721 5,684 61,65 48,95 11,13 63,25 81,09 33,99 10,32 2,474 0,662 41,965 0,141 3,053 54,87 47,01 12,295 5,42 16,445 169,04 20,54 0,723 5,696 61,77 49,05 11,15 63,37 81,25 34,05 10,34 2,478 Banknoten. 0,658 41,885 0,139 3,047 54,77 46,91 12,265 5,41 16,41 168,75 20,50 0,721 5,684 61,65 48,95 11,13 63,25 81,12 34,00 10,34 2,474 0,662 41,965 0,141 3,053 54,87 47,01 12,295 5,42 16,45 169,09 20,54 0,723 5,696 61,77 49,05 11,15 63,37 81,28 34,06 10,36 2,478 Senin, 18 Iuli Geld Brie, Amerikanische Rote».............. Belgische Noten................ , 2,426 41,72 54,71 12,23 16,37 168,33 19,86 61,44 63,03 80,89 33,64 2,446 41,88 54,93 12,27 16,43 169,01 19,94 61,68 63,29 81,21 33,78 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten ............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Not« ................ nu66 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 8rettag,l9.Zull 1955 Aus der Provinzialhauptstadt. Gang in die Felder. Der Tag erwacht. Aus grauem Wolkendunst kämpft sich die Sonne hervor und verspricht einen klaren Tag. Tau liegt auf Gräsern und Blüten. Ein neuer Arbeitstag ist angebrochen, ein Tag, der doppelt zählt an Arbeit in der schweren Erntezeit! Die Gerste ist eingefahren, schon wartet der Roggen aus den Schnitt. Ja, ist es denn wirklich schon so weit? Kaum hat die Bäuerin den Ueber- gang gespurt vom grünen Wachsen zur goldgelben Reife. heute wird der Roggen gemäht. Der Bauer fährt aufs Feld mit den Mägden und Töchtern. Und auch die Kleinen fahren mit. Ferienglück! Aus der Stadt hat sich ein kleiner Ferienbesuch dazugefunden Run hat das Mädel schon ganz dicke rote Backen bekommen, und wie sie da barfuß und braunge- brant neben dem Knecht auf dem Bretterwaqen sitzt, da könnte man sie schon für eine richtige ge- sunde Bauerndirn halten. Rasch, steckt ihnen die Bäuerin noch ihr Frühstück zu, dann sieht sie dem Wagen nach, wie er vom Hofe fährt und geht schnell ins Haus. Der Mittag ist rascher da, als sie es sich wünscht bei der vielen Arbeit, die bis dahin geschafft sein mutz. Am Nachmittag packt sie in einen großen Korb die Schnitten und gießt Kaffee in die große blaue Kanne. Seit Jahren ist es schon so, daß sie beim Roggenschnitt den Leuten die Vesper aufs Feld bringt. Dann bespricht sie mit dem Bauern den Stand der Ernte, rafft selber mal ein paar Garben Roggen ab und gönnt es sich auch, einen Augenblick om Feldrain zu sitzen und über die Felder zu sehen. Im Schatten einer Erle schenkt sie den Leuten den Kaffee ein, verteilt die Schnitten und macht dem Streit der Kinder um die beste Schnitte ein handgreifliches Ende. Und wenn die Leute dann wieder bei der Arbeit sind, dann sitzt sie noch einen Augenblick im Schatten der Erle allein. Sie läßt den Blick weit über die fruchtbare Ebene gleiten, bis dahin, wo in der Ferne die Berge blauen. Und sie sieht in diesem Augenblick nicht nur den Stand des Weizens auf diesem und den Stand des Hafers auf jenem Felde, sondern sie freut sich am Spiel der Farben, am fahlen Gelb des Roggens, das sich abhebt vom üppigen Grün der Rüben, und sie blickt in den Himmel über sich, in dem eine Lerche trillert. Selten genug sieht sie so die Heimat. Und sie ver- steht es auf einmal, was die Jungen hinaustreibt, wenn sie am Sonntag über die Felder und durch die ichattigen Wälder wandern. Die Heimat erleben, sie einmal so schauen, wie sie es gerade auch tut, nicht mmer nur vom Standpunkte der Arbeit aus, das ist der tiefe Sinn dieser Wanderungen, der vielen noch nicht aufgegangen ist, wenn sie meinen, daß Landmenschen sowieso immer draußen sind, daß sie »lso nicht noch am Sonntag „herumzuziehen" brauchen. Wind weht vom Westen her, in schimmernden Wellen streicht er über die reifen Kornfelder und trägt einen herben Geruch dieser Reife zu ihr Heriber. Die Bäuerin steht auf, räumt das Geschirr in !>en Korb und geht dann dem Dorf zu. Ihr Schritt ist wieder eilig, denn die Arbeit wartet, aber doch gluckt sie hier und da an den Feldrändern eine weiße Marguerite oder den leuchtend roten Mohn und fib >rig glänzende Gräser. Ein froher Feldstrauß grüßt Väter in der Wohnstube und spricht von dem Gang dmrch die Felder. M. O. Oie Reichsbahn als Bindeglied zwischen Stadt und Land. Die Eröffnung der Nürnberger Reichsbahnaus- iitelluna „100 Jahre deutsche Eisenbahn" !»ildet den Auftakt für eine Anzahl von Veranstal- umgen im Jubiläumsjahr unserer deutschen Eisen- Oie Hurra blüht... Das blühende Yucca-Feld. (Aufnahme: Vogt-Gießen.) In dem südlichen Teil unserer Gießener Gemarkung, nahe bei dem Throm'schen Garten ist seit einigen Jahren ein Acker mit einer fremdartig anmutenden, in unsere Felder gar nickt recht passenden Pflanze ausgestellt. Ein Schopf langer starrer spitzer Blätter, an deren Ränder weißliche oder bräunliche Fäden herabhänaen, bilden einen Halbstrauch, aus dem sich zur*Blütezeit ein etwa 80 Zentimeter hoher Schaft mit rispigen Trauben gelblich-weißer Blüten erhebt. Es ist die Virgi« nische Palmlilie Yucca filamentosa, deren prächtige Blütenstände zurzeit die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen. Die vorhandenen 27 Palmlilienarten gehören zur Familie der Liliengewächse und bewohnen das südliche Nordamerika und Zentralamerika. In milden Gegenden Deutschlands hält die hier zu Versuchszwecken angepflanzte Yucca filamentosa auch im Wilster im Freien aus, was auch bei der hiesigen Pflanzung der Fall ist. Als Zierpflanze sieht man diese Palmlilie bei uns in Deutschland häufig, besonders im Süden unseres Vaterlandes schmückt sie Ziergärten und Friedhöfe. Schon vor Jahren wurde die Anpflanzung von Yucca filamentosa zur Fasergewinnung angeregt. Ob ihre Kultur zu dem gewünschten Erfolg führt, werden die im Gange befindlichen Versuche festzustellen haben. Die Bestäubung der Blüten erfolgt in der Heimat der Palmlilie durch Vermittlung einer Motte, die bei uns fehlt. Zur Erreichung der Befruchtung müssen die Blüten der in der Kultur befindlichen Pflanzen künstlich bestäubt werden. Naturfreunden ist ein Besuch der zur Zeit in Blüte stehenden interessanten Yucca-Pflan- zung zu empfehlen. bahnen. Diese haben sich im Laufe des Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Lebensnerven des deutschen Volkslebens entwickelt, der für alle Beoölkerungsfchichten von mehr oder minder großer Bedeutung ist. Vom Standpunkt der deutfchen Landwirtschaft aus gesehen, haben die deutschen Eisenbahnen bedeutsame Aufgaben als Bindeglied zwischen Stadt und Land, aber auch beim Schutz gegen ausländische Ueberfremdung zu erfüllen gehabt. Die Tatsache, daß im deutschen Eisenbahnwesen frühzeitig staatliche Einflüsse zur Wirkung kamen, hat dieses Verkehrsmittel als Faktor einer nationalen Wirtschaftspolitik stets in den Vordergrund treten lassen, wie es Friedrich List, der Vorkämpfer für die deutsche Einheit, schon vor mehr als hundert Jahren betont hatte. In dem Maße, wie die Getreideeinfuhr aus den neu erschlossenen überseeischen Agrargebieten sowie den alten europäischen Kornkammern und die Einfuhr von Obst, Gemüse, Südfrüchten, Milch, Eiern, Ge- stügel und Fleisch aus Uebersee und den europäischen Ländern ^unahm, erlangte das Beförderungsproblem auch innerhalb der deutschen Landwirtschaft eine immer stärker werdende Beachtung. Die Baupolitik der großen Eisenbahnnetze hat diesem Gesichtspunkt in vollem Maße Rechnung getragen. Während in manchen Ländern die Eisenbahnen in Ueberspannung privatwirtschaftlicher Gedankenrichtung nur die sogenannten guten Linien bauten, so daß die Eisenbahn fast nur den reichen, durch höchste Fruchtbarkeit, Bodenschätze oder günstige Verkehrslage gekennzeichneten Gebieten zugute kam, wurden in Deutschland planmäßig auch die armen Gebiete, also die Gebiete, die nur von der Land- und Forstwirtschaft leben müssen, in das Hauptbahnnetz einbezogen. Außerdem wurde eine Fülle von Nebenbahnen und von Kleinbahnen geschaffen. Dabei stand es von vornherein fest, daß fast alle diese Bahnen keine unmitelbare Rente abwarfen und vielfach nickt einmal ihre Betriebskosten decken konnten. Aber trotzdem wurden sie gebaut und hinsichtlich Fahrplan und Tarif möglichst pfleglich behandelt in der bewußten Absicht, hierdurch die deutsche Land- und For st wirtschaft zu unter st ütze n. Diese gemeinwirtschaftliche Baupolitik wurde unterstützt durch zahlreiche Maßnahmen bau-, betriebe- und verkehrstechniscker Natur, die auf die schnelle, pünktliche und billige Beförderung der hochwertigen, aber oftmals schnell verderblichen Erzeugnisse des heimischen Land- und Gartenbaues in die Stadt abzielten. Gerade heute, wo wir weitgehend auf die Versorgung aus eigener Scholle angewiesen sind, müssen wir erkennen, daß die deutsche Reichsbahn eine der wesentlichsten technischen Voraussetzungen dafür schastt, daß der Bauer sicheren Absatz, der Städter aber gute frtscheNahrungs- mittel erhält. Deutsche Arbeitsfront. Jl$(S. „Arafl durch Freude". Urlaubszug Lübecker-Bucht vom 20. bis 27. Juli. Die Fahrkarten zu obiger Fahrt können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18 II, Zimmer 8, abgeholt werden. Der Zug fährt in Gie- Den ab 22.55 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt am 27 Juli abends von Hamburg um 22.17 Ühr, so daß die Teilnehmer am 28. Juli um 6.56 Uhr wieder in Gießen eintreffen. Für eine Nordseefahrt am 27. Juli sind noch -Plätze frei. Anmeldungen hierfür werden von der Geschäftsstelle Gießen, Schanzenstrahe 18, entgegengenommen. Sonderzug zum Autorennen um den Preis von Deutschland am 28.Juli auf dem Nürburgring. Zu diesem Zuge gehen in den letzten Tagen die Meldungen derart zahlreich ein, daß wir alle Interessenten bitten, sich möglichst umgehend schriftlich anzumelden ober den Fahrpreis einschl. Eintrittspreis ab Gießen in Höhe von fünf Mark sofort zu bezahlen. (Schriftliche Anmeldungen sind bindend.) Amt für Verufserziehung. Die Kurzschrift - Vereinigung veranstaltet Samstag, 20. Juli, im Garten des Restaurants „Karlsruhe" einen Kameradschaftsabend. Gäste sind willkommen! Sportturse „Straft durch Freude". Achtung! Verlegung von Sportkurfen! Während der Schulferien werden folgende Kurse in die Turnhalle der Schillerschule, Schillerstraße, verlegt: Donnerstags von 20 bis 21, Donnerstags von 21 bis 22 Uhr, Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen: Freitags von 20 bis 21 Uhr, Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer. Das neue Vierteljahresfportprogramm ist eingetroffen und kann auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Der Sportamts-Stütz- pnnkt Gießen hat bisher folgende Kurse ausgestellt: Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Donnerstag von 20 bis 21 Uhr, Schillerschule, für Jüngere,- Donnerstag von 21 bis 22 Uhr, Schiller- schule, für Aeltere: Freitags von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantinengebäude der Firma Buderus. Leichlathlelik. Für Frauen und Männer gemeinsam. Samstags von 17 bis 19 Uhr. Universitätssportplatz am Kugelberg. Obige Kurse sind offene Kurse. Eintritt ist jederzeit möglich. Für folgende geschlossene Kurse ist vorherige Anmeldung auf dem Sportamt erforderlich. Wir fanden ineinander. Roman von Klothilde v. Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme Verlag Halle (S.) t Fortsetzung Nachdruck verboten! Karla zuckte peinlich berührt zusammen. Warum ührte Jutta diese alte Geschichte auf? Sie hatte niemals begriffen, wieso Dietrich sich mit Jutta von Bergfelde hatte verloben können. Hätte sie len Jugendfreund in der Zwischenzeit gesprochen, sie hätte ihn vielleicht darüber befragt. Dietrich nnb Jutta — sie hatte bie beiden einfach nicht zu- □mmen denken können. Ordentlich befreit war sie cewesen, als sie in Wiesbaden hörte, es sei zwi- chen Dietrich und Jutta zum Bruch gekommen, ülber daß Jutta sich jetzt rühmte, Dietrich den Laufpaß gegeben zu haben, das tat Karla weh. „Und das weiter?" fragte sie. „Ich begreife richt, warum du mir von diesen längst vergangenen Dingen sprichst!" „Weil doch Dietrich jetzt unbedingt innerhalb eines Jahres eine Frau haben muß. Bei mir hat tr fein Glück. Das weiß er. Wir hatten gerade >orhin eine Aussprache, in der er nochmals ver- lichte, mich zu gewinnen. Aber ich liebe ihn nicht, ir ging ganz verzweifelt von mir." „Armer Dietrich!" sagte Karla leise vor sich hin. Jutta beobachtete sie lauernd: „Es scheint dir ja sehr nahe zu gehen. Siehst du, und darum habe ich über die Geschichte mit dir gesprochen. Vielleicht würdest du eine Frau für lietrid) wissen? Denn daß er heiraten wird, um bie Erbschaft nicht zu verlieren, ist jo Har." Carla erhob sich. Zorn stand in ihrem sanften, flirten Gesicht. ' „Wenn du mit deinen hinterhältigen Worten mich rreinft, dann trifft mich das nicht, Jutta. Ich yöchte dir nur das eine sagen: „Ich halte es für ausgeschlossen, daß Dietrich ohne Liebe heiratet." Jutta lachte grell auf: „Er wird es! Verlaß dich drauf! Innerhalb eines Jahres ist er verheiratet. Auch ohne Liebe' ter schöne Besitz hier ist ihm mehr wert als Liebe zik einer Frau. Na, und irgendein Mädel wird sich doch finden, das stoh ist, Gräfin von Veltheim zu werden." r „ „Willst du bitte klingeln? Der Diener soll mir meinen Mantel bringen!" sagte Karla kurz. „Ich dachte, du würdest bleiben, bis Dietrich kcmmt." „Nein, danke. Ich möchte heim." Karla drückte selbst auf den Klingelknopf, der mben ihr an der Wand befestigt war: „Meinen Mantel, bitte!" sagte sie zu dem Diener. Und geben Sie bitte meiner Freundin Bescheid — Mir fahren." „,Das gnädige Fräulein toartei wnfcn im Auto! meldete der Diener. „Ach, du bist nicht allein?" fragte Jutta „Nein!" antwortete Karla kurz.. Sie hatte nicht die geringste Lust, jetzt nach diesem Erlebnis irgend etwas von Marlen zu sagen. Der Auftritt mit Jutta hatte sie im tiefsten aufgewühlt. In welcken Abgrund von Schlechtigkeit und Bosheit hatte sie da geblickt? Gottlob, daß Dietrich vor dieser Frau bewahrt worden war! Selbst wenn er ohne Liebe heiraten würde, er könnte es nicht schlimmer treffen, als tpenn er mit Jutta eine Ehe eingegangen wäre. Sie brachte es nicht über sich, Dietrich auch nur einen Gruß durch Jutta bestellen zu lassen, oie wollte ihn morgen anrufen. Vielleicht würde er herüberkommen. Nach Veltheim setzte sie feiirn Fuß mehr, solange Jutta im Hause war. „Leb wohl, Jutta!" Sie streckte der ehemaligen Pensionsoenossin nicht einmal die Hand hin. Sie hatte das Gefühl, als erniedrigte sie sich selbst, wenn r!* Jutta nur anrührte.- Jutta sah ihr mit einem rachsüchtigen Läckeln nach. Sie hatte ihrer Wut und ihrem Zorn wenigstens etwas Luft gemacht. Sie haßte Karla, wie sie Dietrich haßte und alles, was zu ihm gehörte. 5. Kapitel. Unten tm Wagen faß Marlen. Ganz eng in die Ecke gedrückt faß sie, den Mantel eng um sich gezogen. Und doch zitierte sie. Aber es war nicht Kälte, sondern die Empörung über das, was sie, ohne zu wollen, mit angehört hatte. Die Auseinandersetzung zwischen Jutta und Karla war von Juttas Seite zuletzt so laut geführt worden, daß Marlen wohl oder übel jedes Wort hatte verstehen müssen. Sie konnte sich von diesem Eindruck nicht befreien. Was hatte sie da hören müssen? Dietrich Veltheim war ihr durch Juttas Erzählungen als ein Jdealmensch erschienen. Und dieser Dietrich hatte einen Menschen, wie diese Jutta von Bergfelde geliebt? Sie hatte Jutta ja niemals vor sich gesehen, wußte von ihr nur durch Karlas Schilderungen Marlen war ein Mensch, der von anderen Menschen immer das Beste glaubte, einer von denen, die selbst mit eigenen Augen sehen wollen, ehe sie urteilten. Doch nun hatte sie ja mit eigenen Ohren gehört. Ein Mädchen, das so häßlich und hämisch von seinem früheren Verlobten sprechen, das so beleidigend gegen Karla sein konnte, war ein schlechter Charakter. Und von ihr hatte sich Dietrich umgarnen lassen? Und damit nicht genug. Jutta behauptete auch noch, Dietrich Veltheim würde, nur um sich das Erbe nicht entgegen zu lassen, ein ungeliebtes Mädchen heiraten. Wie schrecklich war bas alles! Welche Enttäuschung auch für Karla, die in dem Jugendfreund das Beste und Liebste sah! Marlen zitterte vor Empörung und Entsetzen. Sie faßte sich mühsam, als jetzt durch das hell- erleuchtete Portal des Schlosses Karla kam. Karla ging langsam mit gesenktem Kopf. Ihr Gesicht sah traurig aus. Sie hatte offenbar die Auseinandersetzung mit Jutta von Bergfelde noch nicht überwunden. Schnell stieg Marlen aus, ging Karla entgegen, faßte sie sorglich unter. „Komm, Liebes!" sagte sie zärtlich und geleitete die Freundin in den Wagen. Karla sprach kein Wort, bis der Chauffeur sorglich die Decken um die beiden jungen Mädchen gelegt und den Schlag geschlossen.hatte. Aber dann brach sie plötzlich in Tränen aus. „Aber Karla! Liebe Karla!" Marlen umfaßte die Freundin zärtlich. „Was ist denn nur?" „Ach nichts, Marlen!" Karlo bemühte sich, ihre Tränen zu unterdrücken. Sie konnte um alles in der Welt Marlen nicht sagen, was sie da oben erlebt hatte. Hoffentlich hatte Marlen nichts gehört. „Du bist doch schon lange unten?" fragte sie Marlen. Marlen begriff, was in der Freundin vorging. Offenbar schämte sich Karla für Jutta und Dietrich bei dem Gedanken, Marlen hätte das Gespräch da oben mit angehört. „Ich bin bald heruntergekommen, als ich dich im Nebenzimmer sprechen hörte." Marlen wurde ob der Notlüge rot. Aber besser, nicht die Wahrheit sagen, als zuzugeben, daß man dieses Benehmen Juttas von Bergfelde und die häßlichen Verdächtigungen gegenüber Korlas Jugendfreund Dietrich mit angehört hatte. Allmählich beruhigte sich Korla. Daß Marlen nicht Zeugin dieser Unterredung gewesen, machte ihr alles etwas leichter. Aber es wollte kein fröhliches Gespräch wie sonst zwischen den beiden Freundinnen aufkommen. Schweigend, mit geschlossenen Augen, saß Karla in der Ecke des Wagens. Sie sah bloß und ermüdet aus. Marlen wagte es nicht, sie zu stören. Sie selbst war ja in ihren Gedanken immer noch bei dem Erlebnis von vorhin. Schweigend kamen die beiden jungen Mäd^en in Karlas Vaterhaus wieder an. Sie fanden niemand zu Haufe vor. Hauptmann Weckenroth, Karlos Vater, war zu einem Herrenabend bei einem befreundeten Gutsbesitzer gebeten. „Ich glaube, für dich wäre es am besten, Karla, du legtest dich gleich zu Bett", meinte Marlen. Sie sah mit Besorgnis das abgespannte Gesicht der Freundin, über das es hin und wieder schmerzlich zuckte. Karla nickte. Sie fühlte sich wirklich sehr ermüdet. Außerdem schmerzten sie Schulter und Bein wieder heftig. Seelische Aufregungen wirkten immer auf ihr körperliches Befinden ungünstig ein. „Weißt du was, Karlo", schlug Marlen vor, „du nimmst jetzt ein heißes Bad. Das Abendbrot bringe ich dir ans Bett, und wir machen uns noch ein gemütliches Plauderstündchen. Ich sage der Mamsell Bescheid." Karla nickte. Plötzlich umschlang sie Marlen und lehnte ihre Wange an die der Freundin: „Wenn ich dich nicht hätte, Marlen, würde ich doch manchmal schrecklich, schrecklich einsam sein. Ach, ich darf gar nicht daran denken, daß du wieder von hier fortgehen willst." Aber als ein Schatten über Marlens klares Gesicht flog, sagte Karla schnell: „Ich bin doch ein richtiger Egoist, Marlen. Ich weiß ja, du möchtest dir wieder eine Existenz gründen, und ich begreife das ja. Habe keine Sorge, wenn es so weit ist, bann bin ich die erste, die sagt: Geh und baue dir dein eigenes Leben auf!, so schwer es mir auch wird." „Run, noch ist es nicht so weit, Karla, Du weißt ja: vorläufig bin ich euch nur zu dankbar, daß ich bei euch unterfchlupfen konnte nach dem Zusammenbruch des Sanatoriums in Wiesbaden. Und nun nicht mehr lange herumgestanden. Liebes. Schnell ins Bad und dann ausruhen!" Während Karla sich im Badezimmer entkleidete, dachte sie wieder einmal über den Beginn ihrer Freundschaft mit Marken nach. In dem Wiesbadener Sanatorium hatten sie sich kennengelernt, in dem Karla zur Kur weilte. Das Sanatorium war bekannt durch feine sorgsame, ärztliche Leitung und dem modernen, schönen Sanatoriumsbau inmitten eines herrlichen Parkes. Der eine Teil des Parkes war waldartig angelegt. Der andere bestand aus unendlich weiten Rasenflächen mit Staudenbeeten, Rosenbosketts und einer Fülle herbstlicher Blumen. Daran schloß sich der Obstgarten und das Gewächshaus. Karla liebte es, schon am frühen Morgen eine Wanderung durch den Park zu machen, wenn die anderen Patienten des Sanatoriums noch schliefen. Sie war nie glücklicher als in der Natur. Dort vergaß sie ihre Schmerzen, ihre Einsamkeit und gab sich ganz dem Zauber von Himmel, Sonne, Erde und Blühen hin. Sie durchstreifte den Park und die Gartenanlagen des Sanatoriums nach allen Richtungen. Bei diesen Wanderungen hatte sie Marlen kennengelernt. Marlen war als Gärtnerin in dem Sanatorium angestellt. Karla sah sie zum ersten Male, als sie gerade inmitten eines blühenden Staudenbeetes stand und sorglich die verblühten Blumen von den frischen sonderte. Karla war das klare, feine Gesicht der jungen Gärtnerin aufgefallen, und sie hatte ein Gespräch mit ihr begonnen. Freimütig erzählte Marlen auf Karlas Fragen von ihrem Werdegang. Sie war auf einer Frauenschule am Rhein zur Gärtnerin ausgebildet worden und hatte nun yier ihre erste Stelle. Ihr Vater war als Offizier im Felde gefallen, als Marlen noch klein war. Die Mutter war ihm bald nachgefolgt. Marlens kleines Vermögen war für die Ausbildung draufgegangen, und sie war glücklich, so schnell hier eine erste Stelle gesunden zu haben. (Fortsetzung folgt.) gestellt. Reiten. ** Zur Pflege derHauskatze! Die Katze Dsv ASndel-Koman Von großem Wert sind die tiefgehenden Forschun- sien des verstorbenen Professors Dr. August Nies m Mainz, die auch in den Blättern des historischen Vereins veröffentlicht wurden. Bei den Zielen, die heute der Sippenforschung gestellt sind, erwachsen Arbe^am Werk. ,inb |d,on 6ie Nidda trugen die Feiernden nach ihren Heimatsitzen. Aber keiner schied, ohne daß er sich vorgenommen hatte: Wir kommen auch zur nächsten Tagung in Oberhessen. Neue Badeanlage bei Hausen. nen Anlage kann mit nicht sehr erheblichen Mitteln für unsere Gemeinden eine Badegelegenheit geschaffen werden, die für die hiesigen Verhältnisse ausreicht, aber auch schon fett Jahren ein dringendes Erfordernis war. Zuchtfohlenmärkte in Sroß-Bieberau und Hungen. jederzeit auf eine tüchtige, saubere und noble Weise fertig geworden. So gut wie etwa im „Demetrius" oder im Moliereschen „Misanthrop" fügte sie sich in das sehr anders geartete Ensemble und in den grundsätzlich abweichenden Sprech- und Darstellungsstil des modernen Schauspiels. Wir denken da neben dem „Kaiser von Amerika" von Shaw und „Im Spiel der Sommerlüfte" vor allem an Hauptmanns spätes Drama „Vor Sonnenuntergang", wo sie als junge Liebhaberin zusammen mit ihrem Lehrer P r a s ch zu einer der geschlossensten Aufführungen der damaligen Spielzeit in erster Linie beitrug. Und auch an manche mundartlich-heitere Rollen, wie etwa im „Datterich" oder im „Schinderhannes", sei hier erinnert. Beatrice Doering ist dann mit P r a s ch nach Darmstadt ans Hessische Landestheater übergesiedelt und hatte damit wohl den entscheidenden Schritt zu neuen Möglichkeiten, neuer Entwicklung und einem größeren Wirkungsfeld getan. Die Nachricht von dem jähen Hinscheiden der hochbegabten und sympathischen jungen Künstlerin wird in Gießen allgemeine und aufrichtige Anteilnahme Hervorrufen. Viele alte Theaterfreunde werden heute mit uns der Schauspielerin Beatrice Doering und ihrer noch unvergessenen Leistungen in Dankbarkeit und Trauer gedenken. Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Dienstags von 19 bis 21 Uhr Donnerstag von 16 bis 18 Uhr, Unioersitätssportplatz am Kugelberg; Freitags von 20 bis 21 Uhr, Schillerschule. Reichssportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstag von 18.30 bis 20.30 Uhr, Universi- tätssportplatz am Kugelberg. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19 Uhr, Montags von 19 bis 20 Uhr, Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr, Städtische Plätze am Schützenhaus. Für die Anfänger- kurse werden Bälle und Schläger vom Sportamt „echte rttvaft war in ihm mächtig" besinnt beute in de« Samitteublatteru Oie Gießener Schauspielerin Beatrice Doering f. Die in unserer Stadt allgemein gut bekannte und sehr geschätzte SchauspielerinBeatriceDoering, die einzige Tochter des hiesigen Dentisten Doering, ist einem tragischen Unfall zum Opfer gefallen. Beatrice Doering, die sich zu einem Ferienaufenthalt auf der Insel Sylt befand, verunglückte in den Dünen an der Nordspitze der Insel. Sie wurde unter großen Sandmassen verschüttet. Leider konnte ihr keine Hilfe gebracht werden. Alle Bemühungen, sie in das Leben zurückzurufen, blieben vergeblich. UnS9r ber5 9exad)t wurde noch des Mannes, des- Es mnr hflunh der erste Familientag 1845 folgte. S* JBQnr beE damalige Steuerkommissar in Hungen. 10 ^Umflrn9er' der dort 1870 starb. mnnnh^ann rl8*” ?e^tes mit vielfachen Interessen, eü sich a"ck) der Familienforschung zu, und stellte einen Stammbaum der aus Aarau in der ■lW0,oeMoWemen S’Unfin9er die er bis über JBet diesem Gedenken wurde auch die Originalem. Mm.Familientag 1845 den Anwesenden ge- CF mtifinhnnr x;„r n- _ ,—dvlt ein Abbild des t-bl€fer ^ge. Sehr dankbar waren die Feiernden für eine Stunde, die sie ihrem Vetter ttn^Er hßti)Cl$rh90 0 °1 3U Lang-Göns oerbantx alter ^-ik^- n ^'lder der einzelnen Familien aus in L4?- Ä^chwelt und kopiert und zeigte sie nun "lch°nen Lichtbildern. Da konnte man in die ein taa/n ^nemsehen, sah Bilder von Geburts- pn WnnA h^allOnen und ähnlichen Gelegenhei- ®ro^Il.^ter snh sich wieder in der Zeit nhJ ^ugelkleide in die Mädchenschule ®ro&.Dater mit blankem Schädel erschien als Jüngling mit lockigem Haar. Daß die Jugend gerade diese Bilder, die ihre Eltem die Oma und den Opa in ihrer Jugend zeiat-n k^» der- lebhaft begrüßte, läßt vÄte^ Schnell verliefen schöne Stunden. Die Züge in Die Leitung der Zusammenkunft übernahm Ober- medizinalrat Dr. Schäfer, der bei dem gemeinsamen Kaffee die Erschienenen begrüßte und Sinn und Zweck der Familientage deutete. Man wird ihm recht geben müssen, wenn er ausführte, daß gerade in unserer Zeit, in der die Famikienforfchung wieder so zu Ehren gekommen ist, alle Bestrebungen, einen Familienzusammenhalt herzustellen und zu vertiefen, besonders bedeutungsvoll sind. Und hier hat die Familie Bernbeck Vorbildliches geleistet. Da sind zu nennen die alle zwei Jahre periodisch wie- derkehrenden Familienfeste. Ein Korrespondenzblatt der Familie Bernbeck sorgt dafür, daß die Farni- liengleider auf dem Laufenden gehalten werden über das, was an Freud und Leid in den einzelnen Hausern sich ereignet. Eine ständige Rubrik „Aus alten Tagen" fördert den Zusammenhang und das Zusammenhalten, der sich immer mehr verzweigenden Familie. Denn alle Glieder der Familie Bernbeck sind Nachkommen des Pfarres Johann Daniel Bernbeck, der 1757 in Gießen geboren wurde, und von 1784 ab Pfarrer auf dem Wirberg bei Grimberg war. Don seinen 13 Kindern blieben 8 am Leben. Ihre Nachkommen bilden die „Stämme" der heutigen Familie Bernbeck, zu denen dann noch der Stamm Theodor Strack-Londorf kam. Mit Stolz sieht die Gesamtfamilie auf den Stammbaum, den Geheimer Justizrat Wahl, früher Oberamts- riSchlitz, jetzt im Ruhestand in Darmstadt, ausstellte. Von großem Wert sind die tiesnebent,-« in deren eigenen Interessen, befolgt. Sehr aufschluß- reich war die Belehrung über die Kennzeichen, die man auf kalkarmen Böden wahrnimmt, wobei man auch gleichzeitig die Notwendigkeit des Saatgutwechsels ersehen kann. Die Beiteiligung an diesem Rundgang war gut, fast sämtliche Landwirte und sonstige Interessenten nahmen daran teil, ein Beweis dafür, daß man hier für derartige Lehrgänge großes Interesse zeigt. Bei diesem Rundgang konnte noch festgestellt werden, daß der jetzige Stand eine gute Ernte verspricht. Sämtliche Fruchtarten und ebenso die Hackfrüchte stehen gut. — In dem hier kürzlich errichteten Schwimmbad herrscht täglich großer Betrieb, es wird von den Einheimischen stark in Anspruch genommen. Auch von auswärts, aus der näheren und weiteren Umgebung wird das Schwimmbad oft besucht. In der vergangenen Woche ist das Bad von rund 80 Auswärtigen besucht worden. * Hattenrod, 19. Juli. Gestern brach im Anwesen des hiesigen Einwohners Ernst Graulich Feuer aus. Em Holzschuppen war in Brand geraten und fiel dem Feuer zum Opfer. Die Freiwil- lige Feuerwehr, die sofort alarmiert wurde und dem Feuer zu Leibe ging, konnte den Brand auf seinen Herd beschränken und die übrigen Gebäude vor Schaden bewahren. .* Rüddingshausen, 19. Juli. Der 44jäh- nge Former Otto Feldmann von hier geriet mit einer Hand in eine Maschine und erlitt schwere Verletzungen. Er mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. „ * $ * *.0 9 estern, 18. Juli. Beim Baden in der Lahn bei Dutenhofen geriet der hiesige 17jäh- rige Helmuth Brück in die Gefahr des Er- trinkens. Vier jungen Burschen aus Dutenhofen gelang es, ihn zu retten. Kreis Bübingen. $ & & a' 18. Juli. Die Generalversammlung her hiesigen Bezugs - und Absatzgenossenschaft, die 52 Mitglieder zählt, fand in diesen Tagen im „Darmstädter Hof" statt. Nach dem Geschäftsbericht, von Direktor L. Wagner vorgetragen, hat sich der Geschäftsgang in 1934 gegenüber Mit Beatrice Doering ist eine der begabtesten Schauspielerinnen aus dem Leben geschieden, die wir je in Gießen gehabt haben. Sie kam als ganz junge Anfängerin unter dem damaligen Intendanten Dr. P r a s ch an das Gießener Stadttheater und hatte das Glück, in Prasch einen Theaterleiter zu finden, der einen sicheren Blick für die in ihr schlummernden Fähigkeiten hatte, der wirklich intensiv und ernst mit ihr arbeitete und alles aus ihr herauszuholen wußte, was an sprachlichem Ausdruck und darstellerischer Gestaltungskraft in Beatrice Doering zur Entfaltung zu bringen war. Auch Frau Prasch- Greoenberg, die Mutter des Intendanten, die damals häufig in Gießen zu Gast war, hat sich der jungen Kollegin liebevoll angenommen und ihre Entwicklung nach besten Kräften aus der reichen Erfahrung ihres gesegneten Theaterlebens zu för- der verstanden. Beatrice Doering kam in eine Glanzzeit des Gießener Theaters hinein, sie hat hier auch eine strenge Lehrzeit durchmachen r:üffen — die Proben dauerten nicht selten bis in e frühen Morgenstunden —, aber sie hat wohl , Aber gespürt, was diese Arbeit für sie bedeutete und sie hat alle Erwartungen gerechtfertigt, ja übertroffen, die man damals auf sie setzen konnte. Intendant Prasch gab ihr bald eine große Chance, und als Luise Millerin in „Kabale und Liebe" von Schiller bewies die junge Schauspielerin sogleich, was sie zu leisten vermochte und welcher Art ihre schauspielerischen Gaben waren. Beatrice Doering hatte das Zeug dazu in sich, eine jener großen Heroinen zu werden, die schon damals auf dem deutschen Theater immer seltener wurden. Sie wuchs schnell in das Fach der jugendlichen Heldin und Liebhaberin hinein und begann mit erstaunlicher Willenskraft, mit Schwung und zunehmender prachlicher Sicherheit und Reife in das klassische Fach hineinzuwachsen, wo sie dann ihre stärksten Erfolge erzielte. Nach der Schillerschen Luise — uns persönlich als eine ihrer stärksten Leistungen noch heute sehr gegenwärtig — spielte sie die Jungfrau von Orleans, das Gretchen, das Klärchen im „Egmont", die Shakefpearefche Julia, und ^er Ohren hatte zu hören, der empfand sofort, daß die junge Schauspielerin mit diesen Aufgaben ihr eigentliches Feld entdeckt hatte. Dabei war die Theaterleitung einsichtig und Beatrice Doering elbst juna, anpassungs- und wandlungsfähig genug, um eine Reihe von Rollen zu finden, die außerhalb dieses immerhin verhältnismäßig engen Fachbereichs lagen, und das kann ihrer Entwicklung, die chon in Gießen schnell die erfreulichsten Fortschritte machte, nur förderlich gewesen sein. Sie mußte an einer Bühne wie dem Gießener Theater grundsätzlich und immer darauf gefaßt fein, alles zu spielen, was man ihr gab; und sie ist mit allen ihren Aufaaben Sommerspielzeit des Stadt- ^ittrood), 24. Juli, gelangt im ßr baS Lustspiel „Sonne für Renate" von ffrlch Ebermayer zur Aufführung. Der Autor ver- steht sein Publikum mit Geschmack und sicherem Buhnengriff zu unterhalten; er bleibt ausgefahrenen Gleisen fern und stellt mit graziösem Schwung ^nf$aVUfr Sreh£er' die uns viel angehem ©em Lustspiel „Sonne für Renate", das im November 1934 am Staatstheater Danzig urau geführt rouröe, enthält so viel muntere Drolerie, daß man leinen Hellen Spaß hat. Auch der witzige Dialog ist gepflegt genug, unfern Ohren wohlzutun. Das, was den Reiz des Stückes ausmacht, ist zunächst das lustige nette Milieu. Eine prickelnd lustige Auf- fuhrung unter Kar! 2 o e f e r s sorgsamer Spiel- leitung die das Publikum von Anfang bis Ende m frohe Laune versetzen wird. Harmlos-lustig, mit kleinen Irrungen, Zufälligkeiten, alles fein manier- ich zurechtgemacht, so präsentiert sich dieses Lust- piel dem geneigten Publikum als ein heiteres Lust- iPiel, bei dem es viel zu lachen gibt. "Straßensperrung. Wegen des Ausbaues f*pnKmnn2ftra^ ?irb Eichgärtenweg zwischen Woftstraße und dem nächsten nördlich gelegenen Felbwege für die Zeit vom 22. Juli bis 10. ÄL935{ furt den gesamten Fahrzeugverkehr UrnfP H^n Äerrtr ?ie ausgestellten Sperr, und Umleitungsschilder sind zu beachten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags 21 bis 22 Uhr, Dienstags 21 bis 22 Uhr, Mittwochs 20 bis 21 Uhr, Freitags 20 bis 21 Uhr, Freitags 21 bis 22 Uhr, Reitschule, Brandplatz. Für den Montag-Kursus ist noch ein Platz frei, für den Mittwoch-Kursus sind noch sechs Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzenstraße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr, oder Telephon 2919, wenden. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. acht Sportmarken ä 1 Mark = 8 Mark, bzw. für Nichtmitglieder 8 Sportmarken ä 1,50 Mark = 12 Mark. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19,15 Uhr Badeanstalt des Männerbadevereins; Mittwochs von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Volksbad; Samstags von 16 bis 17.15 Uhr Lollar, Lahnbad. Bekanntmachung derNG.-Semeinschast »Kraft durch Freude". Sonderzug zu dem Grohfluglag am 21.3uli nach Kassel. „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!" Nach diesen Worten des Oberbefehls- Habers der deutschen Luftwaffe, Hermann Göring, und unter diesem Motiv findet am Sonntag, dem 21. Juli 1935, in Kassel der 1. N S. - D o l t s f l u g - tag statt, in dessen Rahmen die besten Flieger, Luftakrobaten und Fallschirmabspringer (Übet, Oskar Dimpfel, List Schwab u. a. m.) mitwirken. Der Sonberzug I fährt ab Marburg. Die Fahrt kostet einschl. Eintrittspreis 3 Mark. Ab Gießen kostet bie Fahrt einschl. Eintritt 3,60 Mark. Dieser Preis ist wohl für jeben tragbar, bietet boch dieser Großflugtag, der mit militärischen Hebungen der verschiedensten Waffengattungen ausgestattet ist, ein sicherlich unvergeßliches Erlebnis. Schlußtermin für die schriftliche Anmeldung: 18. Juli 1935. Sonberjug zu dem Großen Preis von Deutschland am 28. Juli 1935 auf dem Nürburgring. Zu diesem Zuge sind noch einige Karten zu 5 Mark (einschl. Eintritt) zu haben. Wir bitten die Arbeitskameraden, sich zu dieser Fahrt möglichst umgehend schriftlich zu melden, ober den Betrag von 5 Mark sofort zu bezahlen. llrlaubszug nach Danzig (Ostpreußen). Dieser Zug muß wegen technischer Schwierigkeiten leider ausfallen. Wir bitten die Teilnehmer, bie sich für diesen Zug sckon vorangemeldet haben, sich eine andere Ferienfayrt auszusuchen. Besondere Kammern für Zagdsachen bei den Gerichten. Orten, wo viele Mäuse sind, halte man sich an diese Vorschrift, denn die Katze kann nie von Mäusen allein satt werden. Auch von Milch allein kann ich die Katze nicht ernähren. Sie braucht wie jeder Bierfüßler auch feste Nahrung. Nicht jede Katze rißt Teigwaren und Vegetabilien. Ein vorzügliches Katzenfutter find Pansen (Kaldaunen), die durch den Fleischwolf zerkleinert wurden. Frisches Wasser muß für die Katze stets erreichbar sein. Das Baden oder Waaschen einer Hauskatze unterlasse man. Oberhessen. Familientag der Familie Bernbeck. * Bad Salzhausen, 18. Juli. Dieser Tage hielt in unserem schönen Bade die Familie Bernbeck ihren Familientag ab. Die Zu- sammenkunft, zu der Obermedizinalrat Dr. Schä- fer, der seit vorigen Herbst hier als Arzt ansässig ist, angeregt hatte, galt als Jubiläumsfeier der alle zwei Jahre stattfindenden Familienfeste der Familie Bernbeck. Am 15. Juli 1845 fand nämlich im Ballfaale unseres Kurortes der erste bernbeckische Familientag statt, und am gleichen Orte kamen aus diesem Anlaß über 70 Angehörige der Familie zusammen, um im jetzigen „alten Ballsaale ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen und ver- wandschaftliche Bande wieder fester zu schließen. Hände weg vom Rehkitz! Es ist bestimmt nicht immer böser Wille, sondern oft sogar sorgliche Liebe, die die Menschen dazu bringt, sich den Tieren des Waldes zu nähern. Da sehen wir die Ricken mit ihren oft ganz jungen Kitzen am Rand des Waldes äsen, wir freuen uns über die anmutigen Bewegungen des Muttertieres und die possierlichen Sprünge des Jungen und halten uns möglichst still, um die Tiere nicht zu verscheuchen. Da hat uns die Ricke aber doch gewittert, steht einen Augenblick starr und flüchtet dann ins niedrige Gebüsch. Das Kitz begreift nicht so schnell, warum die Mutter davongelaufen ist, es fühlt sich außerdem sehr wohl auf der sonnigen Wiese und hat gar keine Eile, es der Mutter nachzutun. Wir warten nun mit aufkeimender Sorge darauf, daß die Ricke das Kleine holt und es in Sicherheit bringt, denn das Kitz ist, wie wir sehen, noch gar nicht fähig, die Gefahren für sein Leben zu erfassen. Es gibt ja so böse Menschen, denken wir, wollen wir nicht das kleine Reh ein wenig streicheln und es über seine Einsamkeit hinwegtrösten? Und da machen wir den ersten Fehler. Sobald wir das Kleine, das uns arglos näherkommen läßt, berührt haben, hat es den Menschengeruch angenommen und wird später von seiner Mutter, die ganz in der Nähe wartet, mit Angst und Entsetzen verstoßen werden. Nehmen wir aber das Kitz zu uns nach Hause, um es dort zu zähmen unb zu pflegen, so bedeutet das den sicheren Tod des jungen Tieres. Es kann sich nicht an die anderen Lebensverhältnisse gewöhnen und geht bald ein. Außerdem kann uns in diesem Falle der Vorwurf des Diebstahls nicht erspart bleiben. Im Interesse der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der sonstigen Behandlung der Jagdsachen empfiehlt der R e i ch s j u st i z m i n i st e r in einer Verfügung, die Bearbeitung dieser Sachen bei jedem Gericht nur einer Abteilung zu übertragen. Als Iagdsachen im Sinne dieser Verfügung gelten alle Zivilprozeßsachen, die nach den Bestimmungen bes Reichsjagdgesetzes und feiner Ausführungsverordnungen zu beurteilen sind, ferner Jagdpachtver- trage und sonstige jagdliche Angelegenheiten betreff fen, wie Jagdwaffen, Jagdgeräte ober Jagdhunde, ^m Nachoerfahren über Wild- und Jagdschadens- sachen sollen die Akten des polizeilichen Vorverfahrens emgeforbert werden. Das Ergebnis des Nachver- fahrens ist der Ortspolizeibehörde mitzuteilen, lieber alle feit dem 1. April 1935 anhängig gewordenen oöer anhängig werdenden Jagdsachen' soll eine be- führt^we^en' unb Entscheidungssammlung ge- Gleichzeitig ist eine Verordnung über die Rechts- Sf- rlntl Ehrengerichtsverfahren der Deutschen Jagerschaft ergangen. Das Amtsgericht hat auf Er- r!?enaC5x^renflerid)ts die erforderlichen richter- lichen Handlungen oorzunehmen. Wenn Zeugen ober Vernehmung vor dem Ehrengericht nicht erscheinen ober wenn die eidliche Ver- ra?■2eu?cn "der Sachverständigen erfvr- b !Äc-2' Gleichzeitig wird angeordnet, daß für das genchtruhe Nachoerfahren in Wild- und ' Jagd- Zn^bsachen ausschließlich das Amtsgericht zu- fXb 9 Ä An y en Bezirk die mit dem Vorverfahren befaßte Ortspolizeibehörde ihren Sitz hat. Hornotizen. — Tage skatender für Freitag NSK „Rfdft frurd) Freude": 20 bis 21.15 Uhr, allgemeine ■e ln der Schillerfchule; 20 bis 21 Uhr unb 21 bis 22 Uhr, Reiten, Reitschule Schömds Brandplatz. - LAtspielhaus, Bahnhofstraße: „Alles hort auf mem Kommando". Der Pressedienst der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Der Landesverband der Pferdemchter in Hessen-Nassau hat sich neben anderem zur Ausgabe gemacht, unsere Bauern und sonstigen Interessenten mit bodenständigem, einwandfreiem Pferdematerial zu versehen. Zu diesem Zweck kommen alljährlich Fohlenversteige- rungen zur Durchführung. Nachdem am 2. und , 3. d. M. die Versteigerungen in Reichelsheim und N i e d w e i s e l mit großem Erfolg ftattgefun» I den haben, folgen am 23. d. M. Groß-Bieberau und am 24. d. M. H u n g e n. Für beide Veranstaltungen ist nach den vorliegenden Anmeldungen mit großem Auftrieb zu rechnen. An Auswahl wird es also nicht fehlen. Was die Qualität des vorzustellen- den Materials anaeht, so bieten die Produkte der Zuchthengste der Landesbauemschaft Hessen-Nassau und der Stammbuchstuten des Pferdestammbuches im Verein mit den bekannt besten Aufzuchtgebieten unseres Bezirks Gewähr dafür, unter Aus- f.-haltung des jüdischen Händlers Qualitätsware von Züchter zu Züchter erwerben zu können. Vor der Versteigerung findet jeweils um 8 Uhr Prämiierung der Fohlen statt. Die Versteigerungen beginnen anschließend. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 18. Juli. Gestern ereignete sich hier ein Verkehrsunfall. Ein 21jähriges Mädchen, das sich mit seinem Fahrrad aus einer engen Straße am Ortsausgang nach Atzbach unterwegs befand, wurde von einem Berliner Kraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Es erlitt dabei Verletzungen am Kopf und Hautabschürfungen. Die Verunglückte mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. + Staufenberg, 18.Juli, lieber zwei Tage dieser Woche unternahm die hiesige Oberklasse unter der Führung des Lehrers Rabenau einen größeren Ausflug. Die Fahrt wurde sehr früh und von Lollar aus angetreten. Erstes Reiseziel war Schotten. Nach der Ankunft wurden sofort die Ru^säcke geschultert und der Marsch nach dem Hoherodskopf angetreten, bevor die Hitze des Tages wirksam wurde. Zu guter Stunde langte die Jugend aus dem Berge an. Nachdem man den Platz ausgesucht hatte, auf dem der Führer Adolf Hitler vor einigen Zähren gesprochen hatte, wurde kurze Rast gemacht und dann der Weg nach dem Taufstein fortgesetzt. Vom Aussichtsturm aus hatten die Kinder einen herrlichen Rundblick auf die heimalliche Landschaft. Von hier aus begab man sich dann in schöner Wanderung über Herchenhain uyd Hartmannshain nach Volkhardthain. Hier wurden die Quartiere bezogen, für die der Bürgermeister inzwischen gute Vorsorge getroffen hatte. Die Kinder lernten gleichzeitig in recht eindrucksvoller Weise die Gastfreundlichkeit der Vogelsberger Bauern kennen. Am anderen Morgen wurde der Marsch nach Gedern fortgesetzt und von dort aus die Heimfahrt angetreten. 6 Allendors a. d. Lda., 17. Juli. Heute unternahm die hiesige evangelische Frauenhilfe unter Leitung von Ortspfarrer Andres in zwei Omnibussen einen Ausflug. 65 Personen nahmen teil. Die Fahrt ging zunächst nach Kloster Arnsburg. §lclL-n)urb€P unter Führung von Pfarrer Köddin, Ederstccht, die alten Klosterräume und sonstigen Sehenswürdigkeiten besichtigt. Nach eingenommenem Mittagsmahl hielt Pfarrer Andres in der alten w "I .spelle eine kleine Andacht, und nachdem der Nachmittagskaffee eingenommen war, ging Die Fahrt , weiter nach Münzenberg. Nach kurzem Aufenthalt Besichtigung der Burg wurde die Heim- fahrt über Lich angetreten. In Lich wurden Schloß- park und Kirche besichtigt. Wohlbehalten und vom ' Zlusflug vollbefriedigt trafen die Teilnehmer gegen 1 ^O.Uhr wieder hier ein. 1 x m 6 2uli. Am Sonntag, 14. Juli, ' ranö hier em ©emarfungsrunbganq, unter oon °»n- Landwirtschafts-Assessor Bernhard stelle Werkschule und Beratungs- i Lms™ !n' Die hierbei gegebenen Rat- | flnnn unhnb9r pra,fti^er Beispiele, sanden vollen ' au± Hi? aTnerfennung. Hoffentlich werden sie j auch für tue Folge von den Rundgangsteilnehmern, j * Watzenborn - Steinberg, 18. Juli. Auf Anregung des hiesigen Turnvereins „Gut- Heil" hat sich unsere und die Gemeindeverwaltung Hausen bereit erklärt, den unterhalb der Station Schifsenberg an dem Wege nach Hausen zu gelegenen großen Weiher zu einer Badegelegenheit auszubauen. Die vorerst notwendigsten Arbeiten wurden inzwischen ausgeführt und konnte die endgültige Inbetriebnahme am vergangenen Sonntag erfolgen. Die zahlreich erschienenen Zuschauer bewiesen wohl am besten, daß die Schaffung dieser Badegelegenheit allseitiße Zustimmung gefunden hat. In seinen Begrüßungsworten wies Bürgermeister Schäfer darauf hin, daß die Anlage vor kurzem gelegentlich durch Vertreter der Staatsregierung besichtigt wurde, die sich anerkennend über die Anlage selbst ausgesprochen, lieber den Wert des Schwimmens sprach alsdann Lehrer Philipp, wobei er in humorvollen Worten die Einstellung einzelner Stellen in früheren Jahren auch zu der jetzt geschaffenen Badegelegenheit streifte. Seine werbenden Worte galten aber nicht nur dem Schwimmen, sondern auch der Olympiade in Berlin im nächsten Jahre, die zu unterstützen nicht nur sportliches Interesse bedeute, sondern darüber hinaus Pflicht eines jeden Volksgenossen sei, der hierzu in der Lage. Un- ter Leitung des Vereinsführers des Turnvereins „Gut-Heil", Otto Jung, fanden alsdann die ein- . •v-t' i - - d - - - - «v ~ - - - - e v . ™ »vmqv deinen Vorführungen im Schwimmen statt. Durch soll am Tage drei Mahlzeiten haben. Selbst ans wettere ergänzende Ausbauarbeit an der vorhand-- eiben her Künstlerin je Anteil« mbe wer* Beatrice i Leistun* i'w 6*ften ' M wir JJ junge "en Dr. Jb hotte 11 hüben Ummem. Jnb ernst Auholen oarstelle, ;n9 zur [Mdj. dien, bi, Ich her Jnb ihre r reichen ?u fön ! ? eine ,f'e hat Machen 1 bis in at wohl »«beutete la über« wte. In. Chance, ebe" von sogleich, 2lrt ihre e Doe. -ner gro. .auf bem :ie wuchs G)in unb aunlicher chmenber klassische stärksten Luise - eistungen e sie bie Klärchen unb ner daß bie den ihr war bie oering ig genug, luherhalb Fachbe- lung, bie ortschritte rußte an ibfylidj en, was .uVwbtn le Weise metrius" e sie sich b in ben istellungs- ba neben unb „Im iptmanns 30 sie als i Lehrer ührungen beitrug. Rollen, 'Hannes", bann mit Lanbes- coohl ben jlichkeiten, en Wir« "‘tittq '-ring Sesallen. i|,Qufent. in ‘e würbe lr konnte ul)Ul’8tn1 brgebljch aufschkuß* eichen, bie jobei man Saatgut* an biesem wirte unb ein Be* Lehrgänge mg konnte ,tanb eine irten unb bem hl.er ht taM heimischen auswärts, wirb bar nenWoZ >n beiucht ch imÄ «raulich Lranb e Fren-ä' 3urbe uiw s* Isa S em von 1933 erheblich gesteigert. Der Umsatz in j33 betrug 60 243 Mark, der in 1934 dagegen 3775 Mark. Folgende Lieferungen wurden !i 1934 an die Genossen verteilt: 1486 Zentner üngemittel, 239 Zentner Futtermittel, 62 Zentner Saatgut, 6 Zentner Bindegarn, 35 Ballen Torfmull, 1126 Zentner Winter- und 274 Zentner Sommer- Kreide. Die Bilanz schließt mit 4038,29 Mark ab. 2n ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedern Herrn. C r t unb Willi Gruber wurde letzterer wiederge- vählt. Zum Vorstand wurden erneut gewählt: Lud- tng Lupp, Herrn. Koch, Hch. Erk, ch. Kirch- ho f. An SteÄe des seitherigen Direktors L. Wag- ner, der eine Wiederwahl ablehnte, wurde Ludwig Lupp Vorsitzender des Vorstandes. — Wlld- schweine verursachten in letzter Zeit erhebliche Flur- schäden in den benachbarten Gemarkungen Wallernhausen und hauptsächlich Michelnau namentlich auf den dem Walde nahgelegenen Kartoffeläckern, wo sie eine große Anzahl von Knollen aus der Erde wühlten. Auf den Getreideäckern wühlten sie ebenfalls größere Flächen um. * Äüßfeld, 19. Juli. Der hiesiae 31jährige Bergmann Ludwig A l b a ch erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Verletzung der linken chand und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Aus den preußischen Nachbargebieten. Zu Wohnsiedlungsgebieten erklärt. LPD Wetzlar, 18. Juli. Nach einer Mittei- hing des Regierungspräsidenten in Wiesbaden sind ntt Wirkung vom 10. Juli 1935 u. a. folgende Gebete des Regierungsbezirks Wiesbaden zu Wohnsiedlungsgebieten erklärt worden: Aus bim Kreise Wetzlar die Stadtgemeinde Wetzlar wd die Landgemeinden Albshausen, Altenberg, War, Bergsolms, Dorlar, Garbenheim, Hermann- ftiin, Klein-Altenstädten, Laufdorf, Münchholz. h:usen, Nauborn, Naunheim, Oberbiel, Oberndorf, «Leindorf und Waldgirmes. Die genannten Gebiete unterliegen damit den Vorschriften des Gesekes über die Aufschließung von Wohnsiedlungs- goieten vom 2. September 1933. Dieses Gesetz virfolgt den Zweck, in welchen Gebieten, in denen oine besondere Ordnung der Besiedlung die allge- rr inen Interessen oder das Wohl der Siedler be- ehträchtigt werden würden, die Nutzung des Bodens — insbesondere im Hinblick auf die Er- io dernisse der Landwirtschaft und Forstwirtschaft, di- Industrie, des Verkehrs, der Bebauung sowie aich der Erholung und des Schutzes des Heimat- bi2es — nach Möglichkeit planvoll zu r i g e I n. Dor dem Ertrinken gerettet 3pb. Wetzlar, 18. Juli. Ein junges Brautpaar ai» Butzbach badete im Ebersgönser Weiher. Das Didchen bekam plötzlich Angst und ging unter. Sie zo: ihren Bräutigam, der ihr helfen wollte, mit sich uo brachte ihn mit in Gefahr. Ein Polizeibeamter, de zufällig oorbeikam, rettete die beiden. ’ Zpd. Wetzlar, 18. Juli. Ein in dem benach- brten Oberndorf zu Besuch weilendes zwölfjähriges Mdchen, das einen Spaziergang nach Braunfels ui ernehmen wollte, wurde am Ende des Blauen Brges von einem Kraftwagenfahrer angehalten b gegen seinen Willen mitgenom- n. Der Wagen fuhr mit dem Mädchen bis in d i Nähe von Bermbach (Oberlahnkreis). Erst als Kind sagte, es würde den Vorfall der Gendar- i ide anzeigen und es habe sich die Nummer des \ \ gens gemerkt, brachte der Kraftwagenfahrer das \ t dchen nach Braunfels zurück und setzte es in der ll ihe des Amtsgerichts ab. Dlllkrels. Dillenburg, 18. Juli. (Lpd.) Der 38 Jahre oli* Reichsbahnassistent Adolf Haas in dem be- nchbarten Sechshelden, der sich gestern abend apf seil em Fahrrad zu seinem Gartenland begeben BtoJte, prallte zwischen Dillenburg und Sechshelden ntt einem Kraftwagen zusammen, der mit zwei (ligen Leuten aus Kierspe besetzt war, die sich ecke morgen in Altena zur Musterung stellen wollten. Haas wurde zu Boden geschleudert; er erlitt schwere Verletzungen, an deren Folgen er heute morgen im Krankenhaus gestorben ist. Lpd. Herborn, 18. Juli. Im Basaltsteinbruch bei Heiligenborn wurden zwei Arbeiter durch her- abstürzende Gesteinsmassen verletzt. Bei dem Ar- beiter Romp.i waren die Verletzungen derart schwer, daß er Aufnahme im Herborner Krankenhaus finden mußte. Das Rhein-Main-Gebiet in der Wettwirtschast. LPD. Frankfurt a. M., 18. Juli. Zu den Gebieten, aus denen die Weltwirtschaft stärkste Anregungen empfängt, gehört auch das Rhein- Mainische Wirtschaftsgebiet. Schon die Tatsache, daß hier die Zentrale des weltumfassenden I. G. Farben-Konzerns liegt, kennzeichnet diese weltwirtschaftliche Bedeutung deutlich. Die Wirtschaft dieses Gebietes wird in einer großen Ausstellung zu Frankfurt a. M. „Die Rhein-Mainische Wirtschaft" vom 24. August bis 8. September 1935 mit den Mitteln neuzeitlicher Ausstellungstechnik dargestellt werden. Die Ausstellung umfaßt eine Ausstel - lungsflä che von rund 35000 Quabrat- meter und gibt ein anschauliches Bild von dem Aufbau der Rhein-Mainischen Wirtschaft und seinen wichtigsten Wirtschaftsgruppen. Sie will die große Bedeutung des Ryein-Mainiscken Wirtschaftsbedrks sinnfällig und umfassend vor Augen führen. Gleichzeitig soll sie eine Leistungsschau darstellen und damit den verschiedenen Wirtschaftsgruppen Gelegenheit bieten, für sich und die Rhein-Mainische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu werben. Der kaufmännische Wille der einzelnen Aussteller in seiner Verbindung mit dem Leistungsvermögen der Rhein-Mainischen Wirtschaftsgemeinschaft werden die Entwicklung und das Ergebnis ihres Schaffens in einprägsamer Weise darstellen. Die Deutsche Reichsbahn gibt für alle Besucher, die ihren ständigen Wohnsitz außerhalb des Deutschen Reiches haben, bei Lösung eines MER.-Fahr- scheines bei einer ausländischen Vertretung des Mitteleuropäischen Reisebüros eine Fahrpreisermäßigung von 60 v. H. auf den normalen Schnellzugsfahrpreis. Der Fahrschein hat eine Geltungsdauer von drei Monaten. Der Mindestaufenthalt muß sieben volle Tage betragen. Die Fahrt muß an einem beliebigen deutschen Grenzbahnhof ober Grenzhafen beginnen und enden, sowie eine von Grenzort zu Grenzort ununterbrochene Folge von deutschen Eisenbahnstrecken umfassen, jedoch ist eine beliebig häufige Unterbrechung gestattet. Für Kinder vom 4. bis 10. Lebensjahr beträgt der Fahrpreis die Hälfte des ermäßigten Preises. Aus aller Well. Schweres Erdbeben in Tokio. hJ fin schweres Erdbeben wurde in der Stadt tolio und in nördlicher Richtung bis Sendai wahr- ^rammen. Die Bevölkerung verließ die Häuser, da djnerroiegenbe Folgen befürchtet würben. Bisher Dir ben jedoch keine Schäden gemeldet. Die Erdstöße Vierten mit kurzen Unterbrechungen etwa zwanzig Dliiuten an. Sowjetschiffe im Packeis eingeschlossen. 2 ie ersten Sowjetschiffe, die in diesen Tagen unter Mer Ankündigung der Sowjetpresse die Ausfahrt nach dem Fernen Osten auf dem Wege der nörd- !i00-71. Die Haupthalle wird ein 25 000 Personen Eßendes Riesenstadion enthalten, das für Maffen- i Vorführungen, Zirkusvorführungen, Boxkämpfe und 1 Schwimmveranstaltungen geeignet ist. Riesige Oelspeicherexplosion im Staate Reuyork. In Brockport im Staate Reuyork explodierten zwei je 225 000 Liter fassende Gasolit-Tanks in dem dortigen Oelspeicher. Die Flammen bedrohten einen großen Teil der Stadt. Die örtliche Feuerwehr konnte zunächst des Brandes nicht Herr werden; man mußte die Feuerwehr der 30 Kilometer entfernten Stadt Rochester zur Unterstützung herbei- holen. Der Gelbe Fluh steigt weiter. Die Lage im Ueberfchwemmungsgebiet des Gelben Flusses verschlimmert sich immer mehr. Neue Regenfälle in der Provinz Schantung beschleunigen das Vordringen der Fluten, die den Weischan-See in der Provinz Kiangsu bereits erreicht haben. Die Fluten überlaufen auf ihrem Weg mühelos alle schwachen Eindeichungen der kleinen Flüsse. Hunderttausende haben ihren Grundbesitz verlassen und sind in die Taians-Berge geflohen. Die Behörden von Kiangsu haben jetzt mit dem Bau eines 60 Kilometer langen Deiches f üblich bes Weischan-Sees begonnen, für den 100 000 Arbeiter eingestellt werden mußten. Man hofft, durch diesen Deich ein weiteres Vordringen der Fluten zu verhindern. Der Wasserstand im Oberlauf des Gelben Flusses ist plötzlich um 2 Meter gestiegen. Es ist leider mit einer weiteren Ausdehnung der Ueberschwemmung in den Provinzen Schantung und Hvpei zu rechnen. Neues für den Bucheriisch. -E. G. KolbenheyeriArbeitsnotund *Bt~tf djaftsf rif e biologisch gesehen. SitirL 1,20 Mark. Verlag Alb. Langen Gg. Müller, München, 1935. — (164) — Die Broschüre erweist bn charfsinniger Untersuchung die Notwendigkeit eiirei biologischen Denkens im Wirtschaftsleben, wenn tilie Arbettsnot und Wirtschaftskrise der Gegenwart Mil endgültigem Erfolg bezwungen werden sollen, sHe c'roeift die Art dieses Denkens an verschiedenen vve'c-itlichen Fragen der Wirtschaft, und sie stellt eiiine neuartige Grundeinstellung dar, bie zu neuer Liebensmöglichkeit führen kann. kf-FerdinanbEhm: Maria Bellina, Horrem Ganzleinen, 235 Seiten, 3,90 Mark. Aus- II ei?ning: Otto Klemm-Leipzig. Verlag: Ferbinanb Okhn Komotau. — (207) —Ein fpannenber Roman Akademischen Derlaasgesellschaft Athenaion in Potsdam herausgibt, läßt in seinen soeben erschi neuen Lieferungen 5 bis 7 großzügige Anlage und gründliche Durcharbeitung der Einzelgebiete des umfangreichen Gesamtthemas erkennen. Sehr sorgfältig ist auch Auswahl und Reproduktion der Bilder, namentlich in dem in diesen Lieferungen begonnenen Abschnitt über die Volkstracht, den Dr. Eva Nienholdt bearbeitet hat, wird die Bedeutung eines vielseitigen Anschauungsmaterials, wie sie dieses Werk bietet, deutlich. — Das Handbuch der Kulturgeschichte bringt in seinen neuesten Lieferungen 10 bis 12 einen besonders fesselnden Beitrag über die „Deutsche Kultur zwischen Völkerwanderung und Kreuzzugen" aus der Feder des Wiener Staatsarchivars Dr. Paul Kletler. In ihm wird jene Zeit behandelt, in der der germanische Mensch sich mit ben beiben großen Mächten auseinandersetzen mußte, die sein Leben beeinflußten: der Antike und dem Christentum. Das Werk führt bis an die Schwelle der Epoche, in der Ritter und Bürger bie Träger ber „höfischen Kultur" werben. Das Zeitalter ber Dttonen nimmt ben größten Raum des Buches ein. rtiit wirkungsvollen Schilberungen feiner Gestalten, t!er Landschaft und eines Teiles der Kämpfe LDsqen Oesterreich und Italien; im Mittelpunkte uilie riebe eines Deutschen zu einer Italienerin. ÖBeifr verspüren in bem großen Völkerringen, wie schaik ihr Eigenschicksal mit bem ihres Vaterlanbes ettifriipft ist. -DasHanbbuchberdeutschenVolks- unde, bas der Direktor des Vaterländischen Mu-l Der deutsche Mensch im frühen Mittelalter wird in inu in Hannover, Dr. W. P ehle r, bei der «all seinen Lebensäußerungen lebendig, und es entsteht das Bild einer kulturellen Entwicklung, bie ebenso großartig wie vielseitig unb verästelt ist. Charakteristisch für biefes reiche Bild der mittelalterlichen Kultur ist das Nebeneinander und Ineinander von Gegensätzen und als deren Folge jene ungeheure Spannung, die am einfachsten auf die Formel diesseits — jenseits, in politischem Sinne Kaisertum — Papsttum gebracht wird. In einer weiteren Lieferung beginnt bann ber Schweizer Literarhistoriker Emil Ermatinge mit einer interessanten Schilderung beutscher Kultur im Zeitalter der Aufklärung. — In der Reihe ber „Deutschen Volkstänze" erschienen als Heft 9/10 und 11/12 bie „Hessischen Dolkstänz e", erster unb zweiter Teil: Tanzweisen aus Hessen, gesammelt, mit Tanzbeschreibungen versehen, unb mit Unterstützung des Referenten für Jugendpflege im Hessischen Kultusministerium, Schulrat H a s s i n g e r, herausgegeben von S)ans v. d. A u, im Bärenreiter-Verlag zu Kassel. — (188/189) — Die hübsche und wertvolle Sammlung alten Dolkstanzgutes aus Hessen sollte gerade heute viele Freunde finden; sie gibt zur Wiederbelebung ber vielfach schon verlorenen Weisen Anregungen. Weitere Ergebnisse des Reichswettkampfes der GA. der Standarte 116. Sturmbann IV/116,Obersturmführer Höbet Celbesübungen. Pi.-Sturm 15/116 (Trupp l): 100-Meter- Lauf 246 Punkte, Beftteiftung Ernst Bellof, 12,1 Sek.; Kugelstoßen 307 Punkte, Bestleistung Willi Werner, 10 Meter; Weitsprung 307 Punkte, Bestleistung Willi Werner, 5,25 Meter; Keulenweitwurf 429 Punkte, Bestleistung Willi Werner, 55 Meter; 3000-Meter-Lauf 222 Punkte, Bestleistung Ernst Bellof, 12 Minuten. Pi. - Sturm 16/116 (Trupp I, II, III): 100- Meter-Lauf 525 Punkte, Bestleistung Luckhardt, 13 Sek.; Kugelstoßen 483 Punkte, Bestleistung Marx, 9,10 Meter; Weitsprung 538 Punkte, Bestleistung Fr. Weber unb Röhm, je 5,31 Meter; Keulenweitwurf 588 Punkte, Bestleistung Weil, 49 Meter; 3000-Meter-Lauf 479 Punkte, Bestleistung Horn, 10,22 Min. Scharführer E. Reuter vom Stab IV/116 erzielte folgenbe Bestergebnisse: 100-Meter- Lauf 12,1 Sek.; Keulenweitwurf 60 Meter und Weitsprung 5,70 Meter. Kleinkaliberschießen. (Je 5 Schuß liegend aufgelegt und liegend freihändig.) Der Pi. - Sturm 16/116 erzielte hierbei insgesamt 1277 Punkte. Bestleistungen: a) liegend aufgelegt: Kinkel 57 Ringe; b) liegend freihändig: Altendörfer 52 Ringe. Sturmbann 1/116, ObersturmführerFaulstich, Allendorf, Lda. Celbesübungen. Sturm 1/116: 100-Meter-Lcmf 1281 P., 3000-Meter-Lauf 2139 P., Keulenweitwurf 1292 P., Kugelstoßen 1053 P., Weitsprung 1127 P. = 6892 P. Da der Sturm zu 100 Prozent angetreten: + 750 Punkte. Gesamtpunktzahl: 7642 Punkte. Bestleistungen: 100-Meter-Lauf V r e i s , 12,9 Sek.; 3000-Meter-Lauf Lang, 8,54 Minuten. Sturm 3/116: 100-Meter-Lauf 866 Punkte, 3000-Meter-Lauf 1574 P., Keulenweitwurf 1192 P., Kugelstoßen 1043 P., Weitsprung 1254 P., = 5929 Punkte. Da der Sturm zu 100 Prozent angetreten: + 750 Punkte. Gesamtpunktzahl 6679. Bestleistungen: 3000-Meter-Lauf: Feid und Knüss je 9,12 Minuten; Keulenweitwurf: Martin, 69 Meter; Kugelstoßen: Martin 11,25 Meter; Weitsprung: Martin 5,80 Meter. Sturmbann II/l 16,Obersturmführer Bender Sturm 5/ 1 1 6: 1000 Meter Ouerfeldeinlauf 200 Punkte. Sturm 45/116: 1000 Meter Ouerfeldeinlauf 200 Punkte. Bei diesem Ouerfeldeinlauf waren folgende Hindernisse zu überwinden: ein 1 Meter hohes feststehendes Hindernis, ein 2,50 Meter hohes feststehendes Hindernis, Ueberfrfjreiten eines Schwebebalkens von 3 Meter Länge und ein Sprung über einen 3 Meter breiten Graben. Die Hebungen wurden als Mannschaftsleistung in verhältnismäßig guten Zeiten bestanden. Der Wettkampf geht weiter! 19. Juli: Nachrichten-Sturm, 20.30 Uhr, Querfeldeinlauf im Nizza (Gießen). 21. Juli: Leibesübungen des Nachrichtensturms auf dem Mtv.-Sportplatz zu Gießen. — Sturm 7/116 morgens 5 Uhr auf dem Sportplatz zu Lang-Göns, Leibesübungen. — Sturm 6/116, 6 Uhr vormittags Kleinkaliberschießen in Großen- Linden. — Sturm 9/116, vormittag 5 Uhr, 10-Kilometer-Marsch und Ouerfeldeinlauf in Gro- ßen-Buseck. — Sturm 10/116, in Steinbach, vormittags 5 Uhr, 10-Kilometer-Marsch und 1000 Meter Ouerfeldeinlauf. — Sturm 11/116, morgens 5 Uhr, in Hungen, 10-Kilometer-Marsch unb 1000 Meter Ouerfeldeinlauf. — Sturm 12/116, morgens 5 Uhr, in Lieh, 10-Kilometer-Gepäckmarsch und Ouerfeldeinlauf. Am 23., 24. und 26. Juli, jeweils 20.30 Uhr, kommen auf ber Straße nach Hausen für die Stürme 45/116, 8/116 (früherer Sturm 12/116, Gießens ältester SA.-Sturm) und Sanitätssturm der Brigade 147 die 10-Kilometer-Märsche zum Austrag. Die 10-Kilometer-Märsche werden insofern ein besonderes Bild geben, da für diese Hebung ein „Hmziehen während des Marsches" unb das Heberwinden eines mangelhaften Steges vorgeschrieben sind. Faustball im Turnkreis VIII Mu-Dill). Es ist recht interessant unb verdient deshalb fest- gestellt zu werden, daß auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Meldungen zu den vom Fachamt 1 ausgeschriebenen Sommerspielen (Faustball) eingegangen sind. Obwohl dieses alte Turnerspiel von vielen Seiten verkannt wird, hat es immer nach seine Freunde und wird sie auch behalten. Denn gerade die Eigenart feinet Durchführung hält den Spieler im Bann. Man begegnet immer wieder dem Einwand,daß ber Faustball zu wenig begeisternb sei. Das soll zugegeben werden, allerdings mit der Einschränkung, daß das im höchsten Fall für den Zuschauer, keinesfalls jedoch für den Spieler zutrifft. Aber auch für den Zuschauer hat es seine Neize. Dann darf nicht unberücksichtigt gelassen werden, daß gerade das Faustballspiel eines unserer schwersten Spiele ist unb baß schon eine ganze Portion Hebung dazu gehört, um eine einigermaßen spielstarke Mannschaft zur Stelle zu haben. Faustball in höchster Vollendung werden die besten Mannschaften des Gaues Hessen am kommenden Sonntag auf bem Hniversitätssportplatz in Gießen zeigen, wo sich bie einzelnen Kreismeister im Kampf um die Gaumeisterschaft gegenüberstehen. Neben den Gaumeisterschaften werden am kommenden Sonntag im Kreis die Vorrundenspiele der unteren Klassen beginnen. In Gießen treffen sich: Tv. 1846 Gießen II., MTV. Gießen I., Tv. Heuchelheim und To. Lützellinden; in H o l z h e i m : Tv. Lieh, Tv. Garbenteich, To. Grüningen und To. Holzheim; in W e tz l a r: To. Wetzlar, To. Katzenfurt, Tv. Blasbach unb Polizei Wetzlar; in Lützellinben: Tv. Allendorf a. d. Lahn, Tv. Hochelheim, To. Holzheim II. und To. Lützellinden II.; in Steinbach/Dill: Tv. Steinbach, Tv. Straßebersbach, Tv. Herborn II. und Tv. Fleisbach; in Katzenfurt: Tv. Katzenfurt II., To. Wetzlar II. und Tv. Straßebersbach II.; in Holzheim: die Jugendmannschaft von Holzheim und Grüningen. Heber die Spielstärke ber einzelnen Mannschaften kann nichts gesagt werden. Es ist mit ziemlich ausgeglichenen Spielen zu rechnen. Am 28. werden bann in ber Rückrunde die Mannschaften ermittelt, die in Gießen bie Endspiele an einem zu bestimmenden Tage austragen werden. Fachamt für Handball! (Kreis VIII, Cahn-Dill.) Am kommenden Sonntag, 21. Juli, findet im Bayerischen Hof eine Schiedsrichter- unb Anwärter- Zusammenkunft statt, die wegen ihrer Wichtigkeit stark besucht sein muß. Ich fordere deshalb yiermit nochmals alle Vereinsspielwarte auf, dafür Sorge zur tragen, daß niemand unentschuldigt fehlt. A. L u h, Kreisspielwart. Der Heffenkamps beim Lausest des M in Gießen Reue Wege ber Dettkampfgeslattung. Um eine allseitige Ausbildung des deutschen Menschen in möglichst vielen Zweigen der Leibesübungen zu erreichen, hat die fachliche Leitung bes Gaues XII einen Wettkampf ausgeschrieben, ber in seiner Zusammensetzung wohl als etwas ganz neues angesehen werben kann. Er verbindet ein immerhin feines Können an den Geräten mit guten Durchschnittsleistungen in der Leichtathletik (Wurf, Lauf und Stoß). Er fordert ferner, daß der Bewerber im Schwimmen, dieser Brauchkunst des Lebens, ben notwenbigsten Ansprüchen genügt, wie er selbstverstänblich auch ooraussetzt, daß der Teilnehmer auch im Schießen als Ausbruck des wehrhaften und wehrfähiaen Mannes beroanbert ist. So steht ber Hessenkampf, wie man diesen neuen Mehrkampf benannt hat, ganz im Dienste einer vielseitigen Betätigung auf bem Gebiete ber Leibesübung unb bilbet bamit eine wertvolle Bereicherung ber Wettkampfformen. Der Neunkampf, zu dem jeder Turner und Sportler seine Meldung abgeben kann, besteht — wie wir den Ausschreibungen für bas Gaufest entnehmen, aus folgenben Hebungen: Reck-Kür, Barren-Kür, Pferbsprung-Kür, 100-Meter-Lauf (16 bis 12 Set), Weitsprung 3 bis 6 Meter, Kugelstoßen (1/ Kilogramm aus bem Kreis) 5 bis 11 Meter, 50-Meter-Schwimmen (beliebig), Wassersprung-Kür, Schießen (Kleinkaliber): 12er-Ringscheibe, je drei Schuß lieaend, knieend, stehend freihändig. Wertung: 50 Ringe - 0 Punkte, je 3 Ringe = 1 Punkt. Ein Aufruf an alle Vereme des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII Der mit der Durchführung des Gießener Gaufestes des RfL. vom Reichssportführer beauftragte DT.-Gauführer unb Gaufachamtsleiter des Fachamtes I hat sich mit folgendem Aufruf an alle Vereine des VfL. gewandt. Möge der Ruf allenthalben gehört unb verstanden werden! Vom 2. bis 4. August dieses Jahres werden in der Feststadt Gießen Hessens Turner und Sportler zusammenkommen, um in Gemeinschaft ihr Gau- fest — das erste Fest des Reichsbundes in geeinten Dritten Reich — zu begehen. Der DT.-Gau, dem die Durchführung dieser" ersten gemeinsamen Veranstaltung übertragen worden ist, wird sich alle Mühe geoen, um die Festtage den Besuchern zum Erlebnis werden zu lassen. Es liegt nun an Euch, meine lieben Turn- unb Sportkameraden, durch recht zahlreiche Beteiligung ein Bekenntnis zur Zusammenarbeit im Reichsbund auch im Gau XII abzulegen. Wenn wir alle den ehrlichen Willen mitbringen, auch im Hessengau die große Turn- und Sportkameradschaft zur Tat werden zu lassen, so muß bas Werk gelingen! Dann wird Gießen zu einer machtvollen Heerschau ber gesamten Leibesübungen werden, wird ein Treuebekenntnis fein zum Reichssportführer und damit zu Staat unb Führer. In der Hoffnung, daß mein Ruf ein freudiges Echo in den Herzen der hessischen Turn- und Sportkameraden findet, grüße ich mit Heil Hitler! gez. Hermann B r u n ft, DT -Gauführer und Gaufachamtsleiter des Fachamtes I. Kleine Gaufest-Nachrichten Meldeschluß: Spätester Zeitpunkt für die Abgabe ber Meldungen zum Gaufest ist ber 25. Juli. Das gilt für alle Fachämter! Die Turn- unb Sportvereine melden an ihre zuständigen Fachämter. Der Gießen, Seltersweg 87, ZRuf 2169 E . D Gießen, Seltersweg 45 - Spezialhaus für moderne Damen-Hüte vorm.Gmil Schmidt, Neuenweg 16 Fernsprecher Nr. 2382 GIESSEN SELTERSWEG 81 btlE Kaufleuten e Reuter Seltersweg 61, Fernsprecher 2465 G JNHABER: CARL HEINZ-SCHLÜT ER | Nichts geht über einen soprattischenStadtkoffer,in welchem man alle seine Bade- oder Wochenendsachen untesbringen kann. Auch reizende kleine sowie große Handtaschen, überhaupt alle Lederwaren holen so viele schon immer bei Sitzen muß er der Badeanzug, denn die Paßform, der elegante Schnitt und die schöne Farbe sind ausschlaggebend, wenn Sie die Freuden des Badens ungehemmt genießen wollen. SolcheMo« Q delle bekommen Sie preisgünstig bei Zuviel Wasser ist ungesund. Deshalb nehmen so viele Orangeade, Zitronats oder Himbeersaft mit ins Wochenend, um sich ein genußvolles Getränk zu bereiten, gutes Wasser gibt's überall. Also Fruchtsäfte von den Zum Wochenende die richtigen Schuhe: Luftige und bequeme Halbschuhe für Damen und Herren. Zum Gehen am Strand die praktischen Sandaletten, für das Wasser Badeschuhe. Reiche Auswahl hat preisgünstig Schuhhaus Darre Wer gerne Radtouren macht, sollte auch ein zuverlässiges stabiles Rad haben.Kommen Sie mal bitte herein, damit ich Ihnen die neuen preisgünstigen Fahrräder sowie Motorräder zeige. - Sie werden überrascht sein, wie günstig Sie bedient werden. Auf Wunsch auch Teilzahlung im Fachgeschäft für Fahrräder und Motorräder Richard Bornemann Oer flotte Hochsommerhut schützt vor allzu praller Sonne. Schon für wenig Geld können Sie sich aus einer reichen Auswahl ein keckes leichtes Modell aussuchen, welches das Haar vor heißer Sonne bewahrt. Adolf Mohr seiner stolzen Ueberlieferung dem Volke um Main und Rhein erhalten. Das Feldbergfest blieb, wenn es auch als Turnfest technisch neue Formen brachte, immer das Volksfest, das in keinem Jahre etwas von seiner Anziehungskraft verloren hat. Ein Markstein in der Entwicklung unseres Berg- und Heimatfestes ist die diesjährige Veranstaltung, die am 20. und 21. Juli auf der Bergeshöhe durchgeführt wird. Die volkstümlichen Wettkämpfe, Einzel- und Mannschaftskämpfe, die im Mittelpunkte des Festes stehen, erfolgen auf breitester volksgemeinschaftlicher Grundlage. Turner und Sportler treten als Kameraden im Reichsbund für Leibesübungen gemeinsam an, und zu ihnen kommen die Kameraden von den Wehrverbänden, die mit ihren Wannschafts- wehrkämpfen den Volkssport des neuen Deutschland als ein Ideal alter deutscher Leibesübung im Sinne Iahns darstellen werden. Mit 2000 Teilnehmern an den Kämpfen des diesjährigen Festes erlebt das alte Bergfest eine Beteiligung wie noch nie zuvor. Der Ruf des Feldbergfestausschusses und des Gaubeauftragten, Gruppenführer Beckerle, an Turner, Sportler und die Kameraden in den Wehrverbänden ist überall freudig ausgenommen worden. Und nun ergeht nochmals ein Ruf an die vielen Freunde des altbeliebten Bergfestes, die zu Tausenden als Besucher anwesend sein müssen, soll das Wie schön ist das, wenn Sie später im Photo-Album blättern und sich an schöne Wochen- enbstunden erinnern, die Sie im Photo festgehalten haben. Neue Modelle an Photoapparaten sowie alles, was dazugehört, hat preiswert Optiker Carl Leisler ö Hillebrandstraße 2 Gommerkleiöung Regenmäntel alles in besten Qualitäten und in größter Auswahl Wer am Wochenende gerne wandert, bergsteigt oder gerne ein sportliches Spiel dabei haben will, holt sich die gute, zuverlässige Ausrüstung beim Fachmann im altbekannten ® Sporthaus GchWaN Größtes u. ältestes SportgeschäftOberhessens/Mäusburg!6,Ruf3234 D i e DT.-Vertreter für die Tagungen des Internationalen Turnverbandes am Wochenende in Brüssel sind: Oberturnwart Carl S t e d i n g , Gauführer Dr. Obermeyer und Henni W a r n i n g - hoff. Den Vorsitz der Tagung führt der Präsident des Internationalen Turnverbandes, Graf Z a m o y s k i (Polen). Für die deutschen Ruder-Meister- schäften war am Donnerstag in Essen die Startverlosung. Das Meldeergebnis ist ganz ausgezeichnet. Richt weniger als 47 Boote wurden für die eigentlichen Meisterschafts-Wettbewerbe — sieben Rennen — gemeldet. Für die Meisterschafts- und internationale Essener Hügel-Regatta wurden insgesamt von 63 Vereinen 178 Boote mit 854 Ruderern genannt. Heinrich Böhringer Goethestraße 22 Das duftige Sommer-Kleid in nur modernen Mustern, reizenden Schnitten, so richtig leicht und sommerlich, das finden Sie in ganz arotzer Auswahl und jedem Geldbeutel angepaßt im Spezialhaus CARLISiqwäck Mit dem zuverlässigen OPEL ins Wochenend! Sommerliche Unterwäsche für Damen, leicht, elegant, tadellos sitzend, in allen Farben und in den verschiedensten Modellen. Auch Damen-Strümpfe in ganz großer Auswahl finden Sie preisgünstig im Spezialhaus Frdr. Teipel Gießen Markt 16 Bahnhofstraße 47 das Doppel bestreiten, während das deutsche Paar noch nicht endgültig feststeht, wahrscheinlich wird jedoch von (Tramm mit Kaj Lund gepaart werden. Oie 13. Etappe der „Tour". Die 13. Etappe der Tour de France über 168 Kilometer von Marseille—Montpellier war wieder in zwei Teile geteilt, lieber 112 Kilometer nach Rimes siegte in 4:09,16 Stunden Bergamaschi vor Verwaecke und Lowie. Die Deutschen Thierbach, Umbenhauer, Weckerling, Ickes, Händel, Stach kamen alle in gleicher Zeit (4:15,54) ein, Roth wurde in 4:17,01 48. und Kutschbach in 4:22,16 52. Das Zeitfahren Rimes—Montpellier über 56 Kilometer gewann die französische Mannschaft in 1:16,04 vor Belgien, Italien und Deutschland. Kurze Sportnotizen. Deutsche Schwimmersiege gab es bei einem Schwimmfest in Brünn. Die Mitglieder der deutschen Mannschaft gegen Ungarn gingen hier an den Start und gewannen alle von ihnen bestrittenen Rennen. Die besten Zeiten erzielten dabei Fischer (59,6 für 100 m Kraul), Schlauch (1:11,5 für 100 m Rücken) und Schwarz (2:47,8 für 200 m Brust). Fräulein Groth (Breslau) siegte über 100 m Kraul *in 1:12,1 Minuten. 4 38 Junioren wurden für die Junioren- Meisterschaften in Kassel zugelassen, gemeldet hatten sich nicht weniger als 700 Athleten. Sattlerei / Lederwaren / Kinderwagen LNeSNH (9r0p Aeuenweg 32 Gießen Ruf Nr. 3379 Zum 82.8eldbergsest. Das älteste Volksfest der Lande um Main und Rhein. Preise von 1850.- an ab Werk Motorwagen-Vettaufsges.m.b.S.,SranlfurierStt.52,Auf2847 Die deutschen Bergturnfeste sind immer Feste wahrer Volksgemeinschaft gewesen. Es ist das Erbe Fr. L. Jahns, das uns seit über hundert Jahren unverfälscht erhalten geblieben ist. Die ersten Kampfplätze solcher Art waren auf der Hasenheide bei Berlin, wo der deutsche Turnvater und der Schöpfer der völkischen deutschen Leibeserziehung seine Saat ausgestreut hatte. In fast unveränderter Weise ist dem deutschen Volke dieses Gemeingut natürlicher Leibesübungen durch die Bergfeste erhalten worden. In der Natur, weitab vom Getriebe der Menschen, auf naturgegebenen Lauf- und Sprunghahnen wurden die Wettkämpfe abgehalten, und dies ist bis auf den heutigen Tag durch die Bergfeste weitergeführt worden. Das älfeffe der deutschen Bergfeste ist das Feldbergfest, dessen Geschichte bis auf Ernst Worih Arndt zurückgeht, der bei der ersten Zusammenkunft vaterlandsbegeisterter Wanner auf dem Gipfel des Feldbergs am 18. Oktober 1815 am Bergfeuer die Feuerrede hielt. Noch Jahrzehnte vergingen, bis 1844 das erste Fest der Turner und Sänger auf dem Berge durchgeführt werden konnte, und seitdem hat das alte Fest der Lande um Rhein und Main eine fesselnde Geschichte gehabt. Ost hemmte und störte die Re- vktion die Entwicklung des Festes, dem man vor ollem in den 40er und 50er Jahren Fesseln anlegte. Aber der Geist der Väter des herrlichen Bergfestes hat sich immer wieder durchgesetzt und das Fest mit fein wird, ferner bas Festabzeichen al- eine schöne Erinnerung an das erste Gaufest des RfL. im Hessengau. r ri o . Ein Festsviel zum Gaufest: Zu den Gauen des RfL., die im Rahmen ihres Gaufestes ein Festspiel aufführen, gehört auch unser Hessengau. Das Spiel „Deutsches Wollen —Deutsche Kraft" ist von dem bekannten Heimatdichter Georg H e ß verfaßt. Der Uraufführung am Festsamstagabend (3. August) wird Ringshausen- Darmstadt vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat beiwohnen. Auch zu Haufe auf dem Balkon ober im Garten läßt sich das Wochenc nbe gut verbringen. Sie sollten sich es nur mit einem bequemen Sessel, Liegestuhl ober Sonnenschirm angenehm machen. Kommen Sie mal vorbei, bamitSie die Neuheiten sehen bei ber Bortman!! G. Gießen, Neustabt 5 - Ruf 4165 Ö Reparaturwerkstätte, Sonnenstr. 5 Gausestleitung wird die Arbeit wesentlich erleichtert, wenn möglichst sofort die Meldebogen ausgefertigt und weitergegeben werden. Jeder Verein sollte sich am 1. Gaufest des RfL. beteiligen, wenn nicht mit Wettkämpfern, so wenigstens doch mit Festzugsteilnehmern und Festbesuchern am Sonntag. Das ist jeder Verein des RfL. der Feststadt, die große Opfer bringt, schuldig. Fe st buch und Festabzeichen: Alle Inhaber von Wettkampfkarten oder Festkarten erhalten kostenlos das F e st b u ch , das ein wertvoller „Wegweiser" durch die Veranstaltungen des Gaufestes wen« man im Freien biwakiert dürfen die nötigen Kochgeschirre und sonstigen praktischen Dinge wie Thermosflaschen,Marmelad.- Dosen usw. nicht fehlen. Lassen Sie sich zeigen, welche Neuheiten RWra IhnenDorteilebringen. MN.Mstt V Am Oswaldsgarlen Fest wieder werden das herrliche Volks- und Heimatfest an geschichtlich denkwürdigem Ort, wo jeder Stein und jede Scholle Geschichte erlebt und in sich ausgenommen hat. Zu festlichem Erheben über den Alltag hinaus werden alle Freunde natur- naher Leibesübung, werden alle Volks- und Heimatfreunde aufgerufen. Erdverbunden mit der heimatlichen Scholle, in Jahnfcher Auffassung von der Leibesübung unser Volksturnen hineingestellt in die weite Gottesnatur, soll und wird unser Feldbergfest wieder dazu beitragen, allen Teilnehmern neue Kraft und neuen Schwung für ihre zukünftige Arbeit zu geben. Das 82. Feldbergfest wird lebendiger Zeuge deutscher Kraft, vaterländischer Begeisterung, treuer Heimatliebe und verantwortlicher Arbeit werden und alle im Reichsbund für Leibesübungen vereinten Turner und Sportler mit den Kameraden in den Wehrverbänden zu einem fest gefügten Bunde deutscher Menschen zusammenfassen. Auch Gießener Turner und Turnerinnen werden das Feldbergfest nach altem Brauch wieder besuchen. Der Mtv. Gießen stellt eine Mannschaft im Kampf um den Jahnschild, während die Turnerinnen des Mtv. am Kampf um den Brunhildenschild teilnehmen. W. Schmidt (1900) als Starter in Kassel. Bei den am Sonntag in Kassel erstmalig zur Austragung kommenden Deutschen Junioren- Leichtathletik - M e i st e r s ch a f t e n ist dem Uebungsleiter der Gießener Olympia-Trainingsgemeinschaft der Leichtathleten Willi Schmidt (1900) das verantwortungsvolle Amt des Starters übertragen worden. Oie Auslosung für den Tenniökampf Deutschland — USA. Am Donnerstagnachmittag wurde in London die Auslosung für das Jnterzonen-Schluhspiel um den Davispokal zwischen Deutschland und den USA. vorgenommen, die folgenden Spielplan ergab: Samstag, den 20. Juli, 14.30 Uhr: Henkel — Donald Budge; von (Tramm — Allison; Montag, den 22. Juli, 15 Uhr: Doppel. Dienstag, den 23. Juli, 14.30 Uhr: Henkel—Allison; von Gramm — Donald Budge. Auf amerikanischer Seite werden Allison-van Ryn Sonnenbrand Ist für die Gesundheit In jedem Falle von Nachteil. / Bewahren Sie sich davor und holen Sie sich das richtige Sportöl, Hautöl oder die zweckmäßige Creme, wobei Sie kostenlos beraten werden bei ßlfhin/ior D/tfM Löwen-Orogerie/Photo-Spezial- XV« jtllVlIiyvl geschäst/Seltersweg69,Ruf3616 3» D W ein