M.M Erster Blatt 185. Zahrgang Mittwoch. ly.Zuni 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimatim Bild • Die Scholle Mavats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschliifse unter Sammelnummer 2251 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 8ranff?mrn?in 11688. Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätz-Vuch- und Stetnöructeret R. Lange in Sieden. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Utzr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Lrmähigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie deutsch-englische Klottenverständigung. Erfolgreicher Abschluß der Verhandlungen Ribbentrops in London. — Einigung auf der Grundlage des deutschen Vorschlags eines Verhältniffeö von 35:100 zwischen der deutschen Flotte und der Gesamtflotte des Britischen Reiches. — Sonderregelung für U-Boote. — Kein Raum mehr für eine Flottenrivalität. Oer Weg zu einer großzügigen MstungSverständigung beschritten. andere Verhältniszahlen gestellt worden wären, als es seit dem 15. März der Fall ist. Die Engländer haben sich gesagt, nachdem sie mit nüchternem Wirklichkeitssinn die Tatsachen und die neuen Kräfteverhältnisse erkannt hatten, daß es ihnen mit dem deutschen Angebot von 35 o. S). nicht so ergehen sollte wie mit den Sibyllinischen Büchern, deren letztes schließlich noch so viel kostete wie ursprünglich alle sieben, weil der Käufer den Preis nicht gleich bewilligen wollte. Diese Feststellung, daß die Engländer durchaus als praktische Politiker gehandelt haben, soll uns nicht daran hindern, die Haltung der englischen Regierung und ihre vernünftige Einstellung in den Verhandlungen freudig und dankbar anzuerkennen. müssen es sich . „ . _ sagen lassen, daß sie wahrscheinlich noch vor einem Jahre ein Abkommen mit Deutschland hätten haben können, in dem die Heeresstärten auf werde es den Franzosen klar machen, daß England das deutsch-englische Flottenabkommen als einen sehr wichtigen Schritt zu einer allgemeinen europäischen Regelung betrachte, die von England nicht weniger als von Frankreich gewünscht werde. „Daily Telegraph" will berichten können, daß die französische Rote an England eine ..leichte Entrüstung- Frankreichs zum Ausdruck bringe, daß England die alleinige Verantwortung übernommen habe, den Umfang der deutschen Flotte mitzubestimmen. Rach englischer Ansicht sei jedoch das Abkommen mit Deutschland nicht nur für England, sondern auch fürFrank- reich vorteilhaft. England habe deshalb der französischen Regierung ständig nahe gelegt, keine feindselige Haltung gegen das Abkommen einzunehmen. Reuter meldet, der Reise Edens nach Paris werde wahrscheinlich baldigst ein Besuch französischer Flottensachverständi- ger in London folgen, um nicht nur die Frage der deutschen Flotten-Aufrüstung, sondern das ganze Gebiet der Flottenbeg renz ung in Vorbereitung auf die internationale Flottenkonferenz zu erörtern. — „Worning Post- glaubt, daß möglicherweise auch italienische Flottensachver- sländige nach London eingeladen werden würden.. angelegenheiten, Anthony Eden, zu Besprechungen mit der französischen Regierung nach Paris begeben. Die Besprechungen werden die Flottenfrage und die allgemeine europäische Lage zum Gegenstand haben. Der Beschluß, Lden nach Paris zu entsenden, wurde, wie „Daily Telegraph- schreibt, am Dienstagabend gefaßt, nachdem eine französische Rote zur deutschenglischen Flottenverstandigung in London eingetroffen war. Der Besuch Edens in Paris habe hauptsächlich den Zweck, alle etwaigen französischen Zweifel zu zer- streuen, daß England überstürzt gehandelt habe, indem es ohne vorherige Rücksprache mit den anderen in Betracht kommenden Mächten ein unmittelbares Abkommen mit Deutschland abschloß. Die Sendung Edens sei mit seiner Reise nach Paris am Vorabend der Berliner Besprechungen zwischen englischen und deutschen Regierungsmitgliedern zu vergleichen. Auch damals sei Paris der Ansicht gewesen, daß den unmittelbaren Verhandlungen Sir John Simons mit Deutschland Besprechungen mit Paris und Rom hätten vorangehen sollen. Es seien jedoch bereits Anzeichen vorhanden, daß Frankreich den praktischen Wert des seht von England Eden fährt nach Paris. Das deutsch-britische Abkommen „ein sehr wichtiger Schritt zu einer allgemeinen europäischen Regelung". Die Engländer wissen heute ganz genau, was sie haben. Deutschland betrachtet die jetzt mit England getroffene Vereinbarung als die Schaffung eines Verhältnisses, das ein für allemal gilt. Für eine deutsch-englische Flottenrivalität ist in aller Zukunft kein Raum mehr. Indem die Engländer sich so schnell entschlossen, auf der Grundlage der deutschen Vorschläge zu einem Abkommen zu gelangen, bestätigen sie vor aller Welt, daß sie nun die Friedenskundgebung des Führers ernst nehmen und in ihre politische Rechnung einstellen. Das schafft für ganz Europa eine neue politische Atmo- Wendepunkt in der europäischen Geschichte werden, sphäre. Der 18. Juni kann zu einem entscheidenden Eine fruchtbare Methode zur Friedenssicherung Das Echo des Flottenabkommens in der englischen preffe. London, 18. Juni. (DRB.) Wie amllich ver-1 unternommenen Schrilles auf dem Gebiete der lautet, wird sich der Minister für Völkerbunds-1 Floltenbegrenzung noch einsehen werde. Eden prattische Friedensarbett. Zum ersten Male seit 17 Jahren, zum ersten Male, da Marschall Fach im Walde von Comviägne den deutschen Unterhändlern die Waffenstillstandsbedingungen diktierte, ist es zwischen Deutschland und einer der großen Siegermächte zu einem Abkommen gelangt, das der Reihe der Diktate, die auf Versailles folgten, ein Ende setzt. Am 18. Juni 1935 — wir wollen dies historische Datum festhalten — unterzeichneten in London die deutschen und englischen F l o t t e n d e l e g i e r t e n ein Abekommen, von dem wir hoffen wollen, daß es nicht das letzte in einer Reihe weiterer und ähnlicher Abkommen fein wird. Es ist heute noch zu früh und wohl auch noch nicht angebracht, auf die technischen E i n z e l h e i - t e n dieses deutsch-englischen Flottenabkommens einzugehen. Selbstverständlich ist auch seine technische Bedeutung äußerst groß. Aber nicht weniger bedeutend ist sein politischer Wert. Es ist tatsächlich der erste frei verhandelte Vertrag. Dem praktischen politischen Sinn der englischen Regierung ist es zu danken, daß sie die so oft verkündete Auffassung des Führers endlich einmal in einer so wichtigen Angelegenheit aufgegriffen hat, daß nämlich zweiseitige Verhandlungen und Verträge in viel wirksamerer Weise der Verständigung und dem Frieden zu dienen vermögen als alle kollektiven Pläne und Kombinationen. In dieser neuen Phase einer neuen europäischen Politik ist es gut, sich noch einmal des Ausgangspunktes und des K e r n p u n k t e s der Verhandlungen zu erinnern, von dem die deutsch-englischen Besprechungen, die sich mit einer kurzen Unterbrechung fast über zwei Wochen ausgedehnt haben und die in einem verständnisvollen und freundschaftlichen Geiste geführt wurden, ausgingen. Dieser Ausgangs- und Kernpunkt ist und bleibt die große Rede des Führers vor dem Reichstag am 21. Mai, bleibt Punkt 8 dieser Rede, in dem von der Begrenzung der deutschen Marine auf 35 v. H. der englisch e n die Rede ist, bleibt die bindende Erklärung des Führers und Kanzlers, daß die deutsche Forderung nach 35 v. H. eine endgültige und bleibende ist und daß Deutschland weder Die Absicht noch die Notwendigkeit oder dasVermögen hat, in irgendeine n e u e F l o t- tenrivalität einzutreten. Die großzügige und weitschauende Einstellung Adolf Hitlers, der die überragende Lebenswichtigkeit und damit die Berechtigung des dominierenden Schutzes des britischen Weltreiches zur See anerkannt hat, ermöglichte den Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens ebenso wie die verständnisvolle Haltung der brr- London, 19. Juni (DNB. Funkspruch). Das deutsch-englische Flottenabkommen, das die englische Regierung einer halbamtlichen Mitteilung zufolge als einen Beitrag von sehr großer Bedeutung für die ganze Zukunft der Flottenbegrenzung betrachtet, steht im Vordergrund der Betrachtungen der gesamten englischen Morgenpresse. Die „Time s" schreibt, das Abkommen fei endgültiger und umfassender, als man es anfangs hätte vermuten können. Beide Seiten feien of enfichtlich bemüht gewesen, eine Verständigung zu erzielen, und beide Teile hätten Z u - geständnisse gemacht — „der einzige Weg, auf dem internationale Vereinbarungen jemals erzielt werden können. Das tatsächliche Ergebnis schafft zum mindesten einen viel befriedigenderen Zustand, als er vor 1914 vorhanden war . Damals habe der deutsche Flottenbau das Tempo angegeben. Jetzt bestimme England feine eigenen Flottenerfor- derntfse und Deutschland regele die..semigen m einem Verhältnis von 35 zu 100. Die nächste Absicht der britischen Regierung sei es jetzt, ohne Zögern das mit dem deutsch-englischen Flottenabkommen begonnene gute Werk fortzusetzen, Frankreich und Italien sowie S o w j e t r u h l a n o ebenfalls zu Besprechungen einzuladen, um die deutsch-englische Verständigung in em allgemeines Abkommen für die Begrenzung der Flotten einzupassey. Nach einem Hinweis auf die französischen Befürchtungen sagt das Blatt, Deutschland werde bind) die Annahme von 35 zu 100 ber bnti- scheu Tonnage in eine Stellung versetzt, die eine dauernde Ueberlegenheit der französischen Flotten stärke bedeutet. Wenn Frankreich darauf bestehe, seine Flottenstarke zu e^r h ö h e n , dann mußten die britische und die deutsche Regierung ohne Zweifel ebenfal s Erhöhungen in Erwägung Z^hem Em überstürz tes Vorgehen anderer Lander wurde g e r a b e bas Hebel fördern, das die deutsch-englische Abmachung v e r h i n d e r n wolle. Man brauche wohl kaum zu sagen, daß England mit dem Ab s^luk des Flottenabkommens nicht die geringste Absicht auf eine Minderung seiner guten Beziehungen zu Frankreich und Italien oder etwa aus, eme Minderung der Lerpfüchtungen. durch die es bereits gebunden ist, verfolgt habe. Locarno stehe fest. England suche keine neuen Verständigungen auf Kosten alter Freundschaften. Im Gegenteil werde jetzt jede Bemühung gemacht werden, andere Länder in ein allgemeines Abkommen über die Begrenzung der Flottenstärke zu bringen. Die neue britische Regierung habe ihre Arbeit für den Frieden und die Festigung der Verhältnisse unter guten Vorzeichen begonnen. „Daily Telegraph" betont, in britischen Kreisen messe man dem von Deutschland gemachten Zugeständnis, daß es an dem festgesetzten deutschenglischen Flottenverhältnis ohne Rücksicht auf den Flottenbau anderer Länder f e st h a l t e n werde, große Bedeutung bei. Das bedeute, daß Deutschland nicht zu einer Verstärkung seiner eigenen Flotte berechtigt wäre, wenn die englische Regierung ein Aufrüstungsprogramm einer anderen Regierung außer Acht lassen werde. Man könne jedoch annehmen, daß die deutschen Vertreter die Versicherung erhalten hätten, daß England, in der Praxis verpflichtet sein werde, seine eigene Flotte im Falle irgendeiner Flotten-Aufrüstung einer ausländischen Macht, die von Deutschland als Bedrohung seiner Sicherheit betrachtet werde, zu o e r st ä r k e n. Die britische Aufrüstung werde dann Deutschland automatisch dazu berechtigen, eine entsprechende Verstärkung seiner Flotte oorzunehmen. Diese neue Methode könne bei gutem Willen zu greifbaren Ergeb n i s s e n führen. Sie sei eine praktische Grundlage für die späteren Flottenverhandlungen. Die liberale „News Chronicle" schreibt: Das deutsch-englische Abkommen ist ein Markstem in der Weltgeschichte. Es ist seit dem Kriege das erste Abkommen für Rüstungsbegrenzung, dem Deutschland willig beigetreten ist. Es e n t s p r i n g e Deutschlands eigener Initiative und ist auf einem Gebiete abgeschlossen, auf dem vor dem Kriege die deutsch-englische Rivalität am stärksten und am gefährlichsten gewesen ist. Man darf zumindest hoffen, daß dieses Abkommen der erste praktische Schritt zum endlichen Ausbau des Friedens und der Verständigung sem mag. Die konservative Zeitung „Corning Post nennt das Abkommen einen unzweifelhaften Forttischen Regierung. . Man muß sich schon in die Zeit vor dem Kriege zurückversetzen, um zu ermessen, welche Vorteile das neue Abkommen bietet. Man muß sich die Ziffern vor Augen halten, mit denen in einer ständigen und ewig wachsendnen Rivalität die deutschenglischen Beziehungen einer Belastungsprobe ausgesetzt wurden, die in den verhängnisvollen Juli- tagen des Jahres 1914 nicht mehr standhielt. Vom 18/Juni 1935 ab wissen Deutschland und England in der Flottenfrage, woran sie sind. Ein in sich aufs Feinste abgewogenes Abkommen wurde geschaffen, das das deutsch-englische Flottenverhaltms ein für alle Male regelt und die deutschenglische Flottenrivalität, die noch von der Zeit vor dem Kriege her wie ein Alpdruck auf uns lastete, für immer beseitigt. Wenn nun diesseits und jenseits der Nordsee Freude, Genugtuung und Anerkennung mit gutem Recht zum Ausdruck kommen werden, so muß zu diesem Zeitpunkt nicht vergessen werden, daß das deutsch-englische Flottenabkommen — das ist jedenfalls der aufrichtige Wunsch Deutschlands — den Auftakt bilden möge zu weiteren verständnisvollen Abkommen mit anderen europäischen Mächten. Zum erstenmal nach einer endlosen Reche von fruchtlosen Besprechungen und Konferenzen, in denen man das Rüstungsprogramm in Bergen von Papier begrub, wurde auf einem äußerst wichtigen Teilgebiet die R ü st u n g s - frage praktisch geregelt und damit em ebenso praktischer Beitrag zur Befriedung Europas geliefert. Ein Abkommen wurde erzielt, das beiden Seiten gerecht wird, das den Interessen des um seine Weltreichstellung besorgten britischen Reiches ebenso entspricht wie denen Deutschlands, das niemals in ein uferloses Wettrüsten emzutreten wünschte. „ ., . _ Es kann gar nicht ausbleiben, daß dieses Ergebnis der deutsch-englischen Verhandlunasmethoden Folgerungen auf die europäischen Abrüstungsplane nach sich ziehen wird, soweit solche Pläne ul^r- haupt ernsthaft und wahrhaft vorhanden sind. Die Franzosen sollen es wissen, daß Deutschland ihnen gegenüber zu jeder Zeit zu gleichartigen Verhandlungen mit der Zielsetzung bereit sind, Sicherheit, Verständigung und Frieden auf dem Boden der Gleichberechtigung zu gewährleisten. Heute müssen es sich die Franzosen von den Engländern sagen lassen, daß sie wahrscheinlich noch tz: schritt in der Sache des Friedens, da es die Lage kläre und die Stärke der deutschen Flotte dauernd estsetze. Im übrigen fjabe das Abkommen aber gewisse weniger günstige Seiten. In diplomatischer Hinsicht gäben d i e Umstände, unter denen es abgeschlossen worden sei, zu Befürchtungen Anlaß. England habe zum Beispiel diesen Schritt unternommen, ohne vorher seine Vertragspartner zu befragen. Stückweise Regelungen könnten wohl ganz gut sein, sie brächten jedoch die Gefahr mit sich, die auswärtigen Beziehungen in ein Chaos zu stürzen. Das pariser Echo. Paris, 19. Juni. (DNB. Funkspruch). In den großen Pariser Nachrichtenblättern wird das deutschenglische Flottenabkommen nicht nur als Sonderabmachung über ein bestimmtes Gebiet, sondern auch im Hinblick auf die Möglichkeit einer weiteren Annäherung zwischen Berlin und London gewürdigt. Der „Petit Pari- i e n" sagt, die Deutschen hätten den Briten das Abkommen vorgeschlagen, das die offenkundige Unterlegenheit der deutschen Kriegsmarine auf ewig festlege. Die Briten seien auf diesen „unverhofften, ausgezeichneten Handel" schleunigst eingegangen. Die Stellung des Londoner Kabinetts werde dadurch gefestigt. Mit dem bevorstehenden Besuch Edens in Paris wünsche England offenbar den unbestreitbar schlechten Eindruck zu verwischen, den der rasche Abschluß des deutsch-englischen Abschlusses in Frankreich hervorgerufen habe. Allgemein gesehen, enthalte das Flottenabkommen übrigens nichts, was für Frankreich oder für Italien besonders zu fürchten wäre. Der „Malin- spricht von „einem Ereignis von außerordentlichem Ernst-, das auf die Beziehungen zwischen Frankreich und England beträchtliche Rückwirkungen haben könne. Man habe in Paris diesmal nicht damit gerechnet, daß so schnell eine so umfassende Regelung erfolge. Wie könne man, wenn England so aus der Reihe tanze, sich die enge Zusammenarbeit in Zukunft vorstellen, nachdem die Einheitsfront der ehemaligen alliierten Hauptmächte aus der Kriegszeit eine der besten noch verbliebenen Ariedensbürgschaften gewesen sei? Das Flottenabkommen sei für Deutschland und besonders für Botschafter von Ribbentrop ein beträchtlicher Erfolg und stärke die Stellung des Reichskanzlers gegenüber den Mächten. — „I o u r- n a l" fyebt hervor, daß das Abkommen Frankreich die volle Entschlußfre-iheit lasse. Wenn England den Standpunkt vertrete, das Ad- kommen könne eine allgemeine Regelung der Flottenfrage nur erleichtern, so müsse man dem entgegenhalten, welchen Vorteil das Reich aus einem „Manöver in aufgelockerter Schützenlinie" ziehen könne. „Petit Journal- schreibt, man müsse anerkennen, daß das Abkommen zwar ein unbestreitbarer Erfolg der Hitler-Diplomatie sei, aber auch ein ebenso unbestreitbarer Erfolg für den britischen Admiralstab, der, ohne Zeit zu verlieren, die Aussicht verwirklichte, die ihm die Reichstagsrede des Führers geboten habe. Wenn Louis B a r t h o u, anstatt sich in seiner Denkschrift vom 17.April 1934 auf eine rein verneinende und unfruchtbare Haltung zu ver st elfen, sich nicht daraus beschränkt hätte, die Aufrüstung Deutschlands zu verurteilen, sondern versucht haben würde, mit dem Reich über die vorgeschlagene Begrenzung für das Landheer zu v e r h a n d e l n, das Frankreich vor allem angehe, dann würde man sich jetzt wahrscheinlich nicht in dieser Lage befinden. „Oeuvre", „Le Jour", „Ere Nouvelle", „Popu- laire" und „Echo de Paris" nehmen in scharfer Form gegen das Flottenabkommen Stellung, zum Teil mit gehässigen Angriffen gegen England, dem u. a. „Bruch der englisch-französischen Solidarität oorgeroorfen wird. „Echo de Paris" nennt dabei das deutsch-englische Flottenabkommen dos' Ende der englisch-französischen Politik nach der Londoner Erklärung vom 3. Februar, die am 17. April in Stresa durch den Beitritt Italiens bestätigt und verstärkt worden sei. Die zwischen Deutschland und England ausgetauschten Briefe seien für Adolf Hitler außerordentlich ermutigend. Er habe über den von den englischen und französischen Ministern verkündeten Grundsatz des unteilbaren Friedens triumphiert. Das Blatt umschreibt dann die nunmehrige französische Verhaltungslinie wie folgt: Etwaige französisch-englische Flottendesprechunaen dürfen nicht in London, son- dem müssen in Paris geführt werden. Frankreich darf nicht mehr weiter eine schiedsrichterliche Tätigkeit Englands anerkennen, die sich ohne Be- rücksichtiguna der französischen Belange auswirkt.. lieber den Luftpakt darf nicht gesondert verhandelt werden; der Grundsatz der Unteilbar- feit des Friedens muß wieder heraus- gestellt werden. M DerelsteSchMzlipraktischerMstungsbegrenzmg zu- (Scherl-M.) Rolle spielte. Sein Schwiegervater war der Deutsche Kommentare reundschaft zwischen ment für ein Ge- abqegeben wurden. Diese Erklärungen können folgendermaßen sammengefaßt werden: a) Das Stärkeverhältnis 35 zu 100 soll ständiges Verhältnis sein, d. h. die England und Deutschland gelegt. Die Auswirkungen dieses Abkommens lassen sich heute vielleicht noch nicht ganz übersehen: aber zweifellos dürfte die Vereinbarung ein wichtiger Eck- Pfeiler für die ganze zukünftige Gestaltung der Politik unseres Festlandes und damit auch Englands sein. Auf jeden Fall läßt sich sagen, daß hiermit der erste große praktische Schritt für die so notwendige Zusammenarbeit in Europa getan ist. Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt in ihrem Kommentar: „Das am Montag in London durch Botschafter von Ribbentrop mit der englischen Regierung zum Abschluß gekommene deutsch-englische Flottenabkommen ist ein europäisches Ereignis von außerordentlicher Bedeutung und Tragweite. Ist es doch die erste außenpolitische Uebereinkunft zwischen zwei Staaten überhaupt, in der die Frage der Rüftungsbegrenzung nach so un- angegebenen Umständen, mit ihrer Unterseeboottonnage über 45 v. S). der Gesamt-Unter- seeboottonnage der Mitglieder des britischen Commonwealth nicht hinauszugehen. Sollte eine Lage entstehen, die es nach Ansicht der Regierung des Deutschen Reiches notwendig macht, von ihrem Anspruch auf einen über die vorgenannten 45 v. $). hinausgehenden Prozentsatz Gebrauch zu machen, so behält sich die Regierung des Deutschen Reiches das Recht vor, der Regierung S. M. im Vereinigten Königreich davon Mitteilung zu machen und ist damit einverstanden, die Angelegenheit zum Gegenstand freund- chaftlicher Erörterungen zu machen, bevor sie dieses Recht ausübt. g) Da es höchst unwahrscheinlich ist, daß Die Berechnung des 35proz. Stärkeverhältnisses in jeder Schisfskategorie Tonnagezahlen ergibt, die genau teilbar sind durch die höchst zulässige Tonnage für Schiffe dieser Kategorie, kann es sich als notwendig Herausstellen, daß Angleichungen vorgenommen werden müssen, damit das Deutsche Reich nicht daran verhindert wird, seine Tonnage voll auszunutzen. Es ist daher abgemacht worden, daß die Regierung des Deutschen Reiches und die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich vereinbaren werden, welche Angleichungen zu die- em Zwecke erforderlich find. Es besteht Einigkeit rnrüber, daß dieses Verfahren nicht zu erheblichen oder dauernden Abweichungen von dem Verhältnis 35 zu 100 hinsichtlich der Gesamtflottenstärken führen soll. Es ist in Deutschland wie anderswo immer bar« um gestritten worden, ob die Kunst um der Kunst willen da sei, oder ob ihr eine erzieherische Ausgabe zufalle, ob darum, um mit Schiller zu sprechen, die Bühne nicht nur ein künstlerischer Spiegel des Lebens, sondern eine moralische Anstalt sein müsse. Diese Frage kann im Sinne einer ausschließlich weltanschaulichen Lösung nur da eine Antwort finden, wo die tragende Grundlage einer wahrhaften Volksgemeinschaft gegeben ist. Wir können in Deutschland noch nicht sagen, daß wir nach dieser Richtung hin das Ideal bereits erreicht hätten. Der Führer hat selbst zu wiederholten Malen gesagt, daß es der Arbeit von Generationen bedürfe, um die Selbstverständlichkeit des gemeinsamen Fühlens und Denkens in allen die Ration betreffenden Fragen zu schaffen. Aber die Fundamente sind unerschütterlich gesetzt, auf denen sich der Bau der die Volksgemeinschaft umspannenden und einigenden Weltanschauung errichtet werden soll. Das Ziel ist klar gesteckt. Auch die Kunst kann und darf sich nicht abseits von der allgemeinen Entwicklungsricbtung bewegen. Das ist der Sinn der großen programmatischen Ausführungen, die der Reichspropaqandaminister Dr. Goebbels anläßlich der R e i ch s t h e a t e r- woche in Hamburg gemacht hat. „Der Nationalsozialismus ist eine totale Gesamtschau aller öffentlichen Dinge. Er muß deshalb die selbstoer- ständlicbe Grundlage unseres gesamten Lebens werden." Das ist der Ausgangspunkt und der Zielpunkt dessen, was Goebbels als Forderung an die neue Kunst in Deutschland gestellt hat. Er hat es dabei nicht an harten Worten gegen diejenigen in der Kunst tätigen Kreise fehlen lassen, die sich dieser Notwendigkeit aus innerer Unfähigkeit oder aus Mangel an Mut dadurch entziehen, daß sie vom Nationalsozialismus überhaupt nicht reden famttonnage der deutschen Flotte soll nie einen Prozentsatz von 35 der Gesamttonnage der vertraglich festgelegten Seestreitkräfte der Mitglieder des britischen Common Wealth ober — falls in Zukunft keine vertraglichen Begrenzungen der Tonnage bestehen sollten — einen Prozentsatz von 35 der tatsächlichen (Befamttonnage der Mitglieder des britischen Common Wealth überschreiten. b) Falls ein zukünftiger allgemeiner Vertrag über Seerüstungsbegrenzung die Methode der Begrenzung durch vereinbarte Stärkeverhältnisse zwischen den Flotten der verschiedenen Mächte nicht enthalten sollte, wird die Regierung des Deutschen Reiches nicht auf der Einfügng des in dem vorhergehenden Unterabsatz erwähnten Stärkeverhältnisses in einen solchen zukünftigen allgemeinen Vertrag bestehen, vorausgesetzt, daß die für die zukünftige Begrenzung der Seerüstungen darin etwa angenommene Methode derart ist, daß sie Deutschland volle Garantien gibt, daß dieses Stärkeverhältnis aufrechterhalten werden kann. c) Das Deutsche Reich wird unter allen Umständen zu dem Stärkeverhältnis 35 zu 100 stehen, d. h. dieses Stärkeverhältnis wird von den Baumaßnahmen anderer Länder nicht beeinflußt. Sollte das allgemeine Gleichgewicht der Seerüstung, wie es in der Vergangenheit normalerweise aufrechterhalten wurde, durch irgendwelche anormalen und außerordentlichen Baumaßnahmen anderer Mächte heftig gestört werden, so behält sich die Regierung des Deutschen Reiches das Recht vor, die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich aufzufordern, die auf diese Weise entstandene neue Lage z u prüfen. d) Die Regierung des Deutschen Reiches begünstigt auf dem Gebiet der Seerüstungsbegren- zung dasjenige System, das die Kriegsschiffe in Kategorien einteilt, wobei die Höchsttonnage und — ober bas Höchstka- über der Geschütze für die Schiffe jeder Kategorie festgesetzt wird und das die jedem Lande zustehende Tonnage auf Schiffskategorien zuteilt. Folglich ist die Regierung des Deutschen Reiches bereit, grundsätzlich und unter Vorbehalt des nachstehenden Absatzes f) das 35proz. Stärkeverhältnis auf die Tonnage in jeder beizu - behaltenden Schiffsfategorie anzürn e n d e n und jede Abweichung von diesem Stärkeverhältnis in einer ober mehreren Kategorien von den hierüber in einem zukünftigen allgemeinen Vertrag über Seerüstungsbeschränkung etwa getroffenen Vereinbarungen abhängig zu machen. Derartige Vereinbarungen würden auf dem Grundsatz beruhen, daß jede Erhöhung in einer Kategorie durch eine entsprechende Herabsetzung in anderen Kategorien auszugleichen wäre. Falls kein allgemeiner Vertrag über Seerüstungsbegrenzung abgeschlossen wird, oder falls der zukünftige allgemeine Vertrag feine Bestimmung über Kategorienbeschränkung enthalten sollte, wird die Art und das Ausmaß des Rechtes der Regierung des Deutschen Reiches, das 35vroz. Stärkeverhältnis in einer oder mehreren Kategorien abzuändern, durch Vereinbarung zwischen der Regierung des Deutschen Reiches und der Regierung S. M. des Vereinigten Königreiches im Hinblick auf die dann bestehende Flottenlage geregelt. e) Falls und solange andere bedeutende Seemächte eine einzige Kategorie für Kreuzer und Zerstörer behalten, hat das Deutsche Reich das Recht auf eine Kategorie für diese beiden Schiffsklassen, obgleich es für diese beiden Klassen zwei Kategorien vorziehen würde. f) Hinsichtlich der Unterseeboote hat das Deutsche Reich jedoch das Recht, eine der g e • samten Unterfeeboottonnage der Mitglieder des britischen Commonwealth gleiche Unterseeboottonnage zu besitzen, ohne jedoch das Stärkeverhältnis 35 zu 10 0 hinsichtlich der Gesamttonnage zu überschreiten. Die Regierung des Deutschen Reiches verpflichtet sich indessen, außer den im folgenden Satz Ribbentrop bestätigt die getroffenen Abmachungen Ein Brief des deutschen Delegierten an den britischen Außenminister. London, 18. Juni. (DJIB.) Die deutsche Delegation hat sich mit der englischen Delegation heute über ein Abkommen in der Flottenfrage geeinigt Die Vestati - g u n g des Flottenabkommens erfolgte durch das folgende Schreiben des Botschafters von Ribbentrop an den englischen Außenminister Sir Samuel Hoare: „Exzellenz! Ich beehre mich, Ew. Exzellenz den Empfang des Schreibens vom heutigen Tage zu bestätigen, mit dem Sie die Freundlichkeit hatten, mir im Namen der Regierung S. M. im Vereinigten Königreich folgendes mitzuteilen: 1. Während der letzten Tage haben die Vertreter der Regierung des Deutschen Reiches und der Regierung S. M. im Vereinigten Königreich Besprechungen abgehalten, deren Hauptzweck darin bestand, den Boden für eine allgemeine Konferenz zur Begrenzung der Seerüstun- g e n vorzubereiten. Ich freue mich, Ew. Exzellenz nunmehr die formelle Annahme des Vorschlages der Regierung des Deutschen R e i ch e s, der in diesen Besprechungen zur Erörterung gestanden hat, durch die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich mitzuteilen, wonach die zukünftige Stärke der deutschen Flotte gegenüber der Gesamtflottenstärke der Mitglieder des britischen Common Wealth im Verhältnis 35 zu 10 0 stehen soll. Die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich sieht diesen Vorschlag als einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur zukünftigen Seerüstungsbeschränkung an. Weiterhin glaubt sie, daß die Einigung, zu der sie nunmehr mit der Regierung des Deutschen Reiches gelangt ist, und die sie als eine vom heutigen Tage ab gültige, dauernde und endgültige Einigung zwischen den beiden Regierungen ansieht, den Abschluß eine? zukünftigen allgemeinen Abkommens über eine See- rüstungsbegrenzung zwischen allen Seemächten der Welt erleichtern wird. 2. Die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich stimmt weiterhin den Erklärungen zu, die von den deutschen Vertretern im Laufe der kürzlich in London abgehaltenen Besprechungen bezüglich der Anwendungsmethoden dieses Grundsatzes Dienste. Nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst trat Hugenberg in das wirtschaftliche Leben über. So war er von 1909 bis 1918 Vorsitzender des Direktoriums der K r u p p w e r k e. In dieser Eigenschaft gewann er Einblick und Einfluß auf das industrielle und wirtschaftspolitische Verbandswesen. Daraus erwuchsen seine Beziehungen zu Presse und Film. In der Deutschnationalen V o l k s p a r t e i hat sich der Jubilar nicht in die vordere Reihe gedrängt. Seine Anhänger warteten jahrelang darauf, daß er der Partei eine neue Wendung geben würde. Es mußten Jahre vergehen, bis Hugenbergs Stunde gekommen war. Daß ihn ein heißer nationaler Wille beseelte, daß er an der Spitze großer Bewegungen und Unter- nehmungen in voller Uneigennützigkeit stand, brauchte nicht erst bewiesen zu werden. So heftig der Kampf oftmals gegen Hugenberg und seine kompromißlosen Losungen und Zielsetzungen gegangen ist, so hat dach niemand die Makellosigkeit der Persönlichkeit und die Echtheit ihres Wollens zu bezweifeln vermocht. Hugenberg war der Mann der starken, sachlichen Leidenschaftlichkeit, die er völlig der nationalen Sache widmete. Daher hat er bei der Machtergreifung Adolf Hitlers feine Partei und seine Person restlos der nationalen Erhebung zur Verfügung gestellt. Mit der Ueber- nähme der drei hauptsächlichen wirtschaftlichen Ministerien zeigte er den Willen zu umfassender Arbeit auf neuen Grundlagen. War diese Zeit des Wirkens auch van verhältnismäßig kurzer Dauer, so blieben doch manche seiner Erkenntnisse bis heute bestehen. Seine Verbundenheit mit dem neuen Deutschland kommt auch durch die Mitgliedschaft im Reichstag zum Ausdruck. endlich vielen mißlungenen Versuchen praktisch in Angriff genommen und gelöst worden ist. Darüber hinaus aber bedeutet dieses Abkommen einen weiteren entscheidenden Schritt in der prakttschen Friedenspolitik, die Adolf Hitler in offener und rückhaltloser Ueberwindung von Gegensätzen zwischen den Völkern in Europa eingeleitet hat. An die Seite der ersten großen realpolitischen Friedenstat der nationalsozialistischen Außenpolitik, der deutsch-polnischen Verständigung, ist mit dem deutsch-englischen Flottenabkommen eine politische Tatsache von nicht weniger weittragender Bedeutung getreten. Dieses Abkommen zeigt den europäischen Rationen, daß dort, wo der Wille zur gegenseitigen Verständigung vorhanden ist, jede politische Frage gelöst werden kann. Es ist der eindrucksvollste Beweis für die Richtigkeit der Politik des Führers und für ihre Fruchtbarkeit im Sinne einer wahren europäischen Friedenspolitik. Das deutsch-englische Flottenverhältnis hat auf der Basis von 35 zu 100 eine Regelung erfahren, die von dem Geist tatsächlicher Friedensbereitschaf t g e t r a g e n ist. hat doch der Führer in seiner letzten großen Reichstagsrede die englische Seeherrschaft anerkannt und zum Ausdruck gebracht, daß Deutschland nicht mehr fordert als die notwendige Sicherung seiner Grenzen. Der Gedanke an eine Flottenrivalität mit England ist aus der deutschen Politik von vornherein aus- geschaltet worden. Die Reichsregierung hat im Interesse der nationalen Sicherung der Küsten- und Flußmündungen die maßvolle Forderung von 35 v. h. der englischen Flotte ge- stellt und sieht in der Anerkennung dieser Voraussetzung die Basis für eine deutschenglische Verständigung. Richt an einigen Kreuzern oder A-Booten mehr ist dem Führer gelegen, sondern an der Schaffung einer dauerhaften Grundlage des europäischen Friedens. Der Führer ist der europäische Staatsmann ge- 3. Hinsichtlich Unterabschnitt c der obiaen Erklärungen habe ich die Ehre, Ihnen mitßuteilen, daß die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich von dem Vorbehalt Kenntnis genommen hat und das darin erwähnte Recht anerkennt, wobei Einverständnis darüber besteht, daß das Stärkeverhältnis 35 zu 100, falls zwischen den beiden Regierungen nichts Gegenteiliges vereinbart wird, aufrechterhalten bleibt* Ich beehre mich, Ew. Exzellenz zu bestätigen, daß der Vorschlag der Regierung des Deutschen Reiches in dem vorstehenden Schreiben richtig wiedergegeben ist und nehme davonKennt- nis,daß die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich diesen Vorschlag a n n i m m t. Die Regierung des Deutschen Reiches ist auch ihrerseits der Ansicht, daß die Einigung, zu der sie nunmehr mit der Regierung S. M. im Vereinigten Königreich gelangt, und die sie als eine vom heutigen Tage ab gültige, dauernde und endgültige Einigung zwischen den beiden Regierungen ansieht, den Abschluß eines allgemeinen Abkommens über diese Fragen zwischen allen Seemächten der Welt erleichtern wird. Genehmigen Ew. Exzellenz den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung. Gez.: von Ribbentrop Außerordentlicher bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches. Das Deutsche Nachrichtenbüro schreibt zum Abschluß des Flottenabkommens: Zwischen der englischen Regierung und der deutschen Flottenabordnung ist ein Flottenabkommen getroffen worden, das hoffentlich für die Zukunft von großer Bedeutung ist. Man kann sagen, daß das Abkommen durchdie großzügige und vorausschauende Einstel- 1 u n g des Führers und Kanzlers einerseits und durch die verständnisvolle Haltung der britischen Regierung andererseits möglich geworden ist. Das Abkommen ist vor allem deshalb bedeutungsvoll, weil hier zum ersten Mal nach vielen Jahren fruchtloser Verhandlungen und Konferenzen ein praktischer Schritt zur Rüftungsbegrenzung und damit zum Frieden im allgemeinen getan worden ist. Die deutsche Regierung steht grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß sie sich herzlich freuen würde, wenn die- jer Tat weitere Schritte folgen würden, dis dann in absehbarer Zeit zu einer Beruhigung und Befriedung nicht nur in Europa sondern in der Welt führen mögen. Das Abkommen regelt ein für allemal die deutsch-englischen Flottenbeziehungen. Jede Konkurrenz zwischen den Flotten der beiden Mächte ist künftig ausgeschaltet. Ein neues Kapitel in der Geschichte der beiden Länder ist aufgeschlagen und damit ein Funda- eine L,__________ _____ b nmte Oberbürgermeister Dr. Adickes in Frankfurt a. M. Zufall ober Schicksal führte den jungen Assessor aus dem Finanzministerium zur Ansiedlungskommission in der damaligen Provinz Posen. Dr. Hugenberg hat dort unter der Leitung der besten Männer der preußischen Verwaltung bald eine einflußreiche Stellung gewonnen. Seine finanzpolitische Begabung und sein organisatorisches Geschick leisteten dem Siedlungswerk und dem Genossenschaftswesen im Osten große feste Derhältniszahl zwischen den Flotten- rüftungen Deutschlands und Englands ist hier für die Zukunft jedes Wettrüsten ausgeschlossen und damit zum ersten Male ein positiver Anfang zur Abrüstung und Verhinderung des allgemeinen Rüstungswettlaufes gemacht. Wie zu Anfang des Abkommens ausgeführt wird, sieht man gerade auch in England in dieser Tatsache eine günstige Voraussetzung für den Abschluß einer Vereinbarung zur Beschränkung der Seerüstungen zwischen allen Seemächten der Welt. Ls wäre zu wünschen, daß dieser erste entscheidende Erfolg des Abrüstungsgedankens auch gerade dort gehört wird, wo man die Verhandlungen der letzten Tage nur wieder mit dem alten Geschrei nach neuen Rüstungen beantworten zu müssen glaubte. Es müßte auch die französische Diplomatie in der Lage sein, einmal ohne Vorurteil und Gefühlsaufwallungen die Tatsachen zu prüfen und zu erkennen, daß auch zur Klärung der ihr wichtig erscheinenden Probleme ein ähnlicher Weg der direkten Vereinbarung möglich ist. Im Berliner „L o k a l a n z e i g e r" heißt es: Das deutsch-englische Flottenabkammen hat eine politische Bedeutung, deren Größe nicht leicht übersetzen werden kann. Es bedeutet einen europäischen Beitrag zum Frieden der Welt. Es zeigt sich, daß auf dem Boden der Gleichberechtigung Probleme gelöst werden können, die über ein Jahrzehnt die politische Atmosphäre vergiftet haben. — Die „D A Z." erkennt an, daß sich die britische Regierung den oernünftigen Forderungen Deutschlands nicht versagt hat und verbindet damit rückhaltlose Zustimmung zu der in wenigen Wochen mit Erfolg durchgeführten Arbeit der deutschen Vertreter, in erster Linie des Botschafters von Ribbentrop. — Die „Kreuzzeitung" schreibt: London ist ein praktischer Anfang und Fingerzeig für eine ganz große europäische Gesamtlösung. Deutschland ist ebenso bereit, auf der gleichen Basis mit anderen Ländern Abkommen abzuschließen, die alle Fragen klären und endgültig bereinigen, die zwischen uns und diesen Partnern noch ungelöst sind. berliner presseslimmen. Berlin, 19.Juni. (DNB.) Die Flotteneinigung zwischen Deutschland und England wird von der Berliner Presse eingehend gewürdigt. Unter der Überschrift: „Der Sieg der ehrlichen Aussprache" heißt es im „Völkischen Beobachter" u. a.: Es sind gerade vier Wochen vergangen seit der großenRede des Führers über die Grundsätze der deutschen Außenpolitik, und heute übermittelt der Draht den erfolgten Abschluß der deutsch- englischen Flottenbesprechungen. Damit hat der Punkt 8 des vom Führer vorgeschlaaenen europäischen Programms seine rasche Realisierung gefunden. Wenn wir heute zu dem Verlauf der Londoner Verhandlungen Stellung nehmen, so erscheint uns nicht nur für das Verhältnis der beiden direkt beteiligten Länder, sondern für ganz Europa das überragende positive Moment darin zu liegen, daß man sich mit ganz klaren Vorstellungen und Begriffen von den gegenseitigen nationalen Aufgaben und Bedürfnisse nan den Tisch setzte. Die unmißverständliche Erklärung des Führers, daß Deutschland nicht die Absicht hat, in irgend eine neue F l o 11 e n r i v a l i t ä t einzutreten, war die Parole, mit der Deutschland die Verhandlungen begann. Deutschland mußte aber auch betonen, daß seine Machtlosigkeit zur See und die Schutzlosigkeit seiner Küsten es ihm verbieten, noch länger auf dem Umfang feiner Miniaturflotte stehen zu bleiben. Der Nationalsozialismus betonte schon verschiedentlich, daß er die politische Wirklichkeit in Europa nicht im Gegeneinanderrennen der Großmächte sehen will, sondern in jenem Rücken - gegen - Rücken - stehen, das jedem Partner Schutz und Gewähr- lei st ung der eigenen Freiheit gibt. Deshalb anerkennt der Nationalsozialismus auch die Konsequenzen einer vielhundertjährigen 'geschichtlichen Entwicklung der europäischen Völker sowohl wie der geographischen Gegebenheiten und begreift eine große englische Flotte als das lebenswichtige Verbindungsglied des britischen Imperiums, genau so, wie er für Deutschland die allseitige Sicherung seiner Stellung als Kontinentalmacht fordert. Deutschland konnte mit Recht hoffen, daß gerade auch in England das Verständnis für diese realpolitische Betrachtung sich zeigen werde. Durch die wesen, der der Politik der offenen Sprache das Wort geredet und ihr zur Geltung verhalfen hat. Und wie fein Friedenswerk mit Polen reiche Früchte getragen hat, so wird der sich anbahnenden Verständigung mit England ebenfalls der Erfolg nicht versagt bleiben. Der Führer hat den richtigen Weg aufgezeigt und beschritten. Wenn gerade das englische Volk die Hand des Führers ergriffen hat, dann mag das für die Nationen Europas ein verpflichtendes Beispiel sein. Denn gerade die politisch-nüchterne Erwägung, für die die englische Politik als klassisches Beispiel gilt, weist den Weg zu der Friedenspolitik, die — aufgebaut auf den Grundsätzen nationalsozialistischer Auffassung — vom Führer nicht nur ausgezeichnet, sondern im wachsenden Verständnis der europäischen Nationen mit gewaltigen historischen Leistungen in die Tat umgesetzt wird. Mit stolzer Freude dankt das national- ozialistische Deutschland seinem Führer an einem Tage, an dem sich erwies, daß sein Ruf an die Völker Europas nicht ungehört verhallt ist. Es ist ich bewußt, daß mit diesem neuen großen außenpolitischen Ereignis ein epochales Werk für die Zukunft Europas geschaffen worden ist. Nan-noien. Am 19. Juni feiert Geheimrat Dr. Alfred Hugenberg seinen 70. Geburtstag. Er dürfte Öen Tag in der Stille feines Ruhesitzes Rohbraken verleben. Hugenberg ist Niedersachse, Sohn eines Politikers, der im (Befolg Rudolf von Bennigsen» (er kann ir 5» «I stz ff net -°Ä neu« ® Wi6 n'*1 Foldern Freiet' en W,nunL Gestaltung Minen, d und basj Mverst« greisen ubc der Seine- rarstellt, d hemmende Sinne die für ihn ud auch nur aus denen Es ist ( des Minis bels wo und starkl Kräften, t schäft fün hinderniss ständnislo! Bühnenlei Mit den ? ner Form einer polil gesprochen^ einer wel iii Dergb rischen 6d Nur der wie im gri begeisterte Endes in ganz eien neuern deutsche [ Ä «Leit»Q bei tev N 2 Ne, Mit dei lationsger zeß geg gische von Eu liegt sachli Versailler: dem Deziri Mg und angehörig Dies der angezweii ausgelegt darüber । von dem sailler L hörige 15 Fahre kriegsjahr, derlei Sch nma von iDoroen. 9i hie Mgifd) heraus, da- gibt, solche an Belg erkenne d'eses Teni gegen d vohner mebVii "ezeichnun . Um nun 'M Fruhic, geführten sprachjgen bei Familie D kommen, deimatt Wndlich Me Ter! Nv°hlb- S"t, oh S ein N- Diey S erge Wattreue «erer y SA % Hl! SiS •orben ist. .Alfred Er dürfte ^ohbraken 'vhn eines Bennigsen, ®'4i 7 wt ?" sich 1)181 bat n- Denn L für die ende« ^ch-nüch. ol'tik L 9 der 1 Trund. im Dom ,m wach, °nen mit -l-°t um. National, ’n einem an die ft Es ist n außen. >r war der i in Flankte den jun- n zur A n - damaligen dort unter preußischen Stellung ge> ng und sein SiedlungS' Osten große 'M Staats- iche Geben Zorsitzender In dieser inM auf , Derbands- lehungen zu tionalen nicht in die ger warteten eine neue Fahre ver- mmen war. beseelte, daß und Unter- akeit stand, So heftig g und seine ehungen ge- Wtelloslgkeit ires Wollens ir der Mann hfeit die er Daher hat er s feine W itionalen Er- t der Heber* Blichen M' fassender Ar- ese Zeit des wW tenntnifse bis it mit dem die Mitglied' o immer d^ 5,5,et ■fflr gräli ch8 An .ginne -m- X mir nach ®rfin’ ' bb;e'Nion luf nenben uK°-rd-- r!E ,„tt kann ?r> ‘er‘ chstd/Mtio- it 'L all^ ^W,r und d^ . ölt rde ■ ■ ■ 1 \ . M Der Evangelische Bund unter neuer Leitung. Ein Grußwort seine«! Präsidenten Professor Heinrich Bornlannn. Das Präsidium des Evangelischen Bundes wurde, wie bereits berichtet, vor einigen Wochen dem seitherigen Kirchenhistoriker unserer Landesuniversität Gießen, Professor D. Heinrich Bornkamm übertragen. Der neue Präsident wendet sich in einem Gruhwort an die Mitglieder und Freunde des Evangelischen Bundes, das wir nachfolgend im Auszug wiedergeben: Die bisherige Leitung und der Zentralvorstand des Evangel. Bundes haben mich zum Präsidenten des Evangel. Bundes berufen. Doll Dankes für das dadurch bewiesene Vertrauen und im Bewußtsein der Verantwortung, die die Führnug des Evangelischen Bundes in der Gegenwart bedeutet, folge ich dem Rufe. Es gibt für die Arbeit des Evangel. Bundes keine strengere Forderung, als sich durch Besinnung über die Grundsätze kirchlichen Denkens und Handelns immer wieder für feine großen Aufgaben zu rüsten. Wenn wir unsere Waffen nicht stets aufs neue an den letzten Wahrheiten des evangelischen Glaubens schärfen, wird unser Kampf vergeblich sein. An dieser Arbeit mitzuhel- fen, betrachte ich als die tiefste Verantwortung, die mir auferlegt ist. .... In ehrfürchtiger Dankbarkeit gedenke ich meines Heimgegangenen Vorgängers D. Hermann Kremers, ber mit jugendlichem Feuer und doch schon ein vom Tod Gezeichneter das Steuer unseres Schiffes noch für allzu kurze Zeit ergriffen hatte. Der Geist dieses klaren, gedankenmächtigen Mannes wird mit uns fein, wenn wir nun selbst den Weg durch die Stürme der Zeit nach eigner Verantwortung suchen müssen. Der Evangel. Bund ist ein Mittel der evangelischen Verkündigung ins deutsche Volk hinein, an beides mit gleicher Strenge gebunden: an die Wirklichkeit des Evangeliums wie die Wirklichkeit unseres Volkes, dem er seinen Dienst tun soll. Unsere Aufgabe weist uns nicht in erster Linie unmittelbar auf bas politische unb kulturelle Leben unseres Volkes, fonbern wir haben ben Auftrag, ihm in feinem ganzen Sein Gott als ben Herrn alles Volkslebens zu zeigen. Nur aus ben Tiefen ber evangel. Botschaft, als angemanbte Verkünbiaung, haben wir unser Wort zu ben Gebieten unseres Volkslebens zu sagen, für bie wir uns eine befonbere Verantwortung auferlegt wissen: zu allem Geschehen bes öffentlichen Lebens, zu ben großen geistigen und religiösen Bewegungen, bie burch unser aufgewachtes unb für allerlei Samen empfängliches Volk gehen, zu ber religiösen Derkünbigung unb dem politischen Machtanspruch des Katholizismus. Unsere Arbeit soll, wie es einer evangelischen Arbeit ziemt, mit Freimut und Liebe geschehen, und über dem Ausreihen und Verwerfen, wo es nötig ist, wollen wir nie vergessen, daß wir gesandt sind zu bauen und zu pflanzen. Das Gespräch mit unseren katholischen Volksbrüdern soll, auch wenn es uns die Wahrheit des Evangeliums und die Geschichte unseres Volkes oftmals als ein Kampsgespräch aufzwingt, durchklungen sein von heißer, werbender Liebe. Ich bitte alle Redner, alle Leiter der Haupt- und Zweigvereine und alle Mitglieder des Evangel. Bundes daran mitzuwirken, daß das Wort und Schrifttum unseres Bundes durch Sachlichkeit und eine echte, aus der Liebe geborene Leidenschaft gekennzeichnet sei. 'Die gebotene Entschlossenheit und Schärfe, mit denen wir drohende Gefahren vom seelischen Leben unseres Volkes abzuwehren helfen wollen, dürfen nur Mittel fein, unser Volk vor die Entscheidung am Evangelium zu stellen. Der Evangel. Bund ist ein Stück der evangelische K i r ch e und trägt ihr Schicksal mit. Er bittet mit allen evangelischen Volksgenossen Gott, daß er das Leid der gegenwärtigen Kämpfe umwandle in eine Erneuerung und Verjüngung der Kirche unserer Väter. Er kämpft mit um einen dauerhaften und echten Frieden, um eine Kirche der Brüderlichkeit ohne Gewalt und Gewissensbedrückung, um eine Kirche, die sich nicht a b s ch l i e ß t vom Leben des Volkes, sondern sein Schicksal zutiefst mit durchlebt, ihr Wort ausstreut an das gesamte Volk und weiß, daß sie nicht um ihrer selbst, sondern um der Brüder willen da ist. Wir blasen zum Sammeln inmitten der Verwirrung der Geister, nicht um Kämpfe zu vermeiden, die um der Kirche und des Evangeliums willen unausweichlich sind, sondern um der Gefahr der Zersplitterung entgegenzuwirken und zu Helsen, daß das Ziel der einigen deutschen evangelischen Kirche niemals aus dem Äuge verloren wird. Wir werden nicht müde, unsere Mitglieder und alle evangelischen Volksgenossen um Hilfe auf diesem Weg zu bitten. Wir tun damit unserem Volk einen schlechthin lebensnotwendigen Dienst. Denn unser Volk darf in seinem Ringen um äußere Freiheit und innere Gesundung einer starken, gegenwartsnahen, einigen, evangelischen Kirche wie des täglischen Brotes. Wir stehen in bedingungsloser Treue zu diesem Ringen, zu dem Führer unseres Volkes, dem Gott diese unermeßliche Aufgabe auf die Schultern gelegt hat, und zum nationalsozialistischen Staat, der so vieles von dem verwirklicht und sich zum Ziel gesetzt hat, was die Sehnsucht Ungezählter in unfern Reihen war. Mit besonderer Wärme gedenken wir der hoffnungsvollen und schwer leidenden evangelischen Bewegung in Oesterreich. Es macht uns froh, die Sorgen und die Zuversicht unserer deutschen evangelischen Brüder drüben zu den unseren machen zu können. Richt minder aufrichtig wissen wir uns mit dem Protestantismus der Welt, insbesondere den im Protestantischen Weltverband zusammengeschlossenen Kirchen und Gruppen verbunden. Was die Völker heute entzweit, und was durch Mißtrauen untereinander auch die Glaubensgemeinschaft zerstört, macht uns nicht irre in der Zuversicht auf eine Einmütigkeit des Glaubens, die menschliche und völkische Grenzen zu überbrücken vermag. Wir bitten unsere Glaubensgenossen, gerecht und sachlich gegenüber unserm Vaterland zu urteilen und gegenüber den Kämpfen unserer evangelischen Kirche nicht kleingläubig zu sein, so wenig wie wir es sind. Was in ehrlichem und leidenschaftlichem Ringen an Geistes- und Glaubensleben in einem Volke geboren wird, ist noch immer von Segen auch für andere Völker gewesen. Gott allein weiß, was er mit unserer Kirche und unserem Volk vorhat. Unsere Zukunft ist in seinen Händen sicher bewahrt. Uns Menschen bleibt in dieser ernsten Stunde nichts anderes, als die uns anbefohlene Ausgabe in aufrichtiger Gemeinschaft und ganzer Hingabe anzugreifen. Dafür bitte ich um das Vertrauen und die Gefolgschaft unserer Mitglieder. Wir treten gemeinsam unter das Wort Luthers: „Ich wollte auch nicht, noch wäre zu raten, daß die Sache in unserer Hand stände. Ich hab ihrer viel in meiner Hand gehabt und alle verloren, nicht eine behalten. Die Sachen aber, die ich bisher aus meinen Händen auf Ihn habe werfen können, die habe ich noch alle heil und unverletzt." Der Führer beglückwünscht Hugenberg. Berlin, 18. Juni. (DRB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Reichsmi- ri i ft e r a. D. Geheimrat Hugenberg folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Hochverehrter Herr Geheimrat! Zu Ihrem heutigen 70. Geburtstage spreche ich Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche aus. Ich erinnere mich hierbei Ihrer stets treuen nationalen Gesinnung, gedenke in Anerkennung und Dankbarkeit Ihrer Mitarbeit im Dien st e des Wiederaufbaues Deutschlands. Mit herzlichen Grüßen Ihr Adolf Hitler." Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Geheimrat Hugenberg zu seinem 70. Geburtstag das folgende Telegramm: Zu Ihrem 70. Geburtstag übersende ich Ihnen, sehr verehrter Herr Geheimrat, dem aufrechten Patrioten, meine herzlichsten Glückwünsche. Möge auch weiterhin Ihre ganze Kraft dem Dienst an einem freien und souveränen Deutschland gewidmet sein. Mit Heil Hitler! D r. Goebbels." Reichssonnwendfeier der deutschen Jugend. Am 23. Juni überträgt der Reichssender Hamburg als Ursender in der Zeit von 24 bis 0.30 Uhr aus der Lübecker Bucht unter dem Titel „Nächtliche Feierstunde der HI." die Sonnwendfeierder deutschenJugend. Den Höhepunkt dieser Feier bildet eine Rede des Reichsjugendführers, die von Darbietungen mehrerer HJ.-Spielfcharen aus dem Reich umrahmt wird. Die Sendung wird vom gesamten Deutschen Rundfunk übernommen. Das Programm des tschechoslowakischen Kabinetts Makypetr. Prag, 18.Juni (DNB.) Nach Konstituierung der neugewählten Nationalversammlung legte Ministerpräsident Malypetr das Programm der neuen Regierung dar. Die Regierung werde folgerichtig auf der bisherigen Politik der staatlichen und nationaltschechischen Einheit beharren und die Dezentralisation der Verwaltung nach den praktischen Bedürfnissen fortsetzen. In der auswärtigen Politik werde die Regierung die bisherigen Richtlinien weiter befolgen. Die bundesgenösfischen Beziehungen der Tschechoslowakei zu Frankreich und zu den Staaten der Kleinen Entente seien durch nichts erschüttert. Das Ziel der Verwirklichung des Ost - und mitteleuropäischen Pak- t e 5 werde weiter verfolgt werden. Es sei zu hoffen, daß die Tschechoslowakei auf diesem Wege zu einem endgültigen freundschaftlichen Verhältnis zu Polen und zu einem guten, auf dauernden Frieden und dauernder Zusammenarbeit gegründeten Verhältnis zu ihrem größten Nachbarn, zu Deutschland, gelangen werde. „Unsere Politik ist eine Politik des Friedens und wird eine Politik des Friedens bleiben. Wir wissen jedoch, daß neben der Friedenspolitik, die wir grundsätzlich und folgerichtig verteidigen, es auch notwendig ist, daß wir auf schlechte Zeiten vorbereitet fein müssen und unseren Staat zu verteidigen imstande sind." Oie Kieler Woche. Am zweiten Wettfahrttag der Kieler Woche wurde das Rennen der Ausgleichsjachten „Rund um Fehmarn" ausgetragen. Die Boote, insgesamt 32, waren in mehreren Startgruppen auf ihre lange Reise geschickt worden. Der frische südwestliche Wind ließ einen schnellen Verlauf dieser Wettfahrt zu. Den Jachten war es freigestellt, die-Insel Fehmarn rechts oder links herum zu umfahren, so daß sich für den einzelnen Jachtenfahrer eine schwere Wahl ergab. Die Jachten, die außen herum um Fehmarn gegangen waren, schienen das bessere Teil erwählt zu haben. Von ihnen kam „Slfta' (Kriegsmarine) als erstes Boot, wieder im Kieler Hafen an. Nach den vorliegenden Ergebnissen hat diese Wettfahrt ihren Zweck voll erfüllt, den Ausgleichsseglern während der Kieler Woche genügend Gelegenheit zu geben, neben reinem Rennregattasport auch ihr seemännisches Können zu beweisen. Trotz der teilweise recht harten Brise ereigneten sich keine nennenswerten Havarien. Nur das Boot „Paul Bennecke" zerriß sich sein Segel während der Fahrt. Der dritte Tag hat mit seiner noch immer südwestlichen Brise ein tadelloses Segelwet- t e r mit sich gebracht. Die Straßen Kiels, die schon seit dem Beginn der Marine-Volkswoche in Flaggenschmuck stehen, hatten aus Anlaß der Reinsdorfer Katastrophe halbmast gesetzt. Auch am Olympiahafen sind die Fahnen der zehn Nationen an den hohen Masten auf Halbmast gesetzt worden. — Der Preis des Reichskriegsministers in der 50 Quadrat- meter-Seefahrtsklasse ist bereits durch den zweimaligen Sieg des Bootes der Kriegsmarine „Seebär" (Öblt.z.S. Lo o f) entschieden. Auf der Wettfahrt der 8-M-R-Klasse dürfte die Entscheidung fallen um den Pokal des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, nachdem sich „Olympia" Berlin und „Vaterland" Stettin bereits Anrechte darauf errungen haben. — Gegen starke deutsche und holländische Konkurrenz konnte am dritten Tage der Kieler Woche in der Internationalen Star- klasse „Pimm" (H ü t s ch l e r, Hamburg) mit einem weitüberlegenen Sieg (11 Minuten vor dem zweiten Preisträger Bremen, Alfers Wyc) ein Jahresanrecht auf den Preis des Deutschen Seglerverban- des in der Internationalen Starklasse erringen. Im Vorjahr hatte das schwedische Boot „Sunshine" diesen Preis gewonnen. Die Verteilung der Klassenpreise, insbesondere der Sonderpreise von der Wettfahrt rund um Fehmarn im Rahmen der Kieler Woche zeigte folgendes Bild: In der größten Gruppe siegte'die Jacht der Wassersportlichen Vereinigung „Alter Korpsstudenten" Berlin „Ettsi IV" knapp vor „Asta" (Kapitänleutnant R e i ch m a n n, Kriegsmarine). _ Den für die absolut schnellste Jacht ausgesetzten Cuttern Pipe-Preis errang „Asta", die als erstes Boot die Ziellinie passierte. — In der Gruppe B nahmen mehrere Jachten aus Ostpreußen und Danzig teil. Der Sieger dieser Gruppe, der den Preis dieser Klasse errang, war „Nirwana" (Danzig). In der Gruppe C1 war „Kläre" (Grammersdorf, Kiel) Siegerin. Die von der Nordseewoche her bekannte Ausgleichsjacht „Kaptain Harm" (H a l t ermann, Hamburg) wurde von „Seeadler" (Flensburg) als dem Sieger dieser Klasse, geschlagen. In der mit sieben Booten besetzten Gruppe E war „Seeadler" (DBS., Warnemünde) siegreich. „Carla" (Danzig) erhielt den zweiten Klassenpreis. Gruppe H stellte in „Swawa IV" (Tegeler See) den Sieger. Die Sieger der folgenden Gruppen K, L, M und N waren folgende: „Atalanta" (Weser- Jachtklub, Bremen), „Najade" (Deutsche Werke, Kiel), „Cormoran" (Blankenese), „Tümmler" (ASV. Kiel). Kleine politische Nachrichten. „Daily Telegraph" meldet, daß die englische Regierung nicht beabsichtige, das Arbeitsbeschaffungsprogramm Lloyd Georges, den sogenannten New Deal, anzunehmen. Nach Ansicht der Regierung seien die Pläne zu ungenau und zu spekulativ, um ihre Finanzierung durch das Schatzamt zu rechtfertigen. „Mor- ning Post" erblickt in der Tatsache, daß Lloyd George sich an die Spitze der Bewegung „Für Frieden und Wiederaufbau" gestellt hat, einen Beweis dafür, daß er mit der Regierung nicht einig gehe. * Wie „Preß Association" erfährt, entbehrt der in englischen Zeitungen veröffentlichte Bericht, wonach die britische Regierung beabsichtige, den Präsidenten des Staatsrates Macdonald in naher Zukunft in Durchführung einer diplomatischen Mission nach den Vereinigten Staaten zu entsenden, der Begründung. Der österreichische Innenminister Fey, der zu einem mehrtägigen Besuch in Budapest eingetroffen ist, stattete dem Reichsverweser, dem Ministerpräsidenten, dem Außenminister und dem Innenminister Besuche ab. Zum Nachfolger des so plötzlich geworbenen französischen Unterrichtsministers Marcombes wird der bisherige Handelsmarine, Minister Mario Roust an ernannt werden. Mit dem Posten des Handelsmarineministers wird William Bertrand betraut werden, der dieses Amt bereits unter Flandin bis zur kürzlichen Regierungskrise innehatte. Aus aller Welt. Zwei Dienerinnen in einem Bergfee ertrunken. Bei Bad Aussee im Salzkammergut ereignete sich ein Bergunglück. Zwei Wienerinnen verloren bei der Ueberquerung eines verharschten Lawinen- feldes oberhalb des Lahngangsees im Toten-Ge- birge den Halt, rutschten ab und stürzten in den See. Der zehnjährige Sohn der einen Wienerin und die neunjährige Tochter der zweiten Frau sowie ein zufällig in der Nähe befindlicher Bauer sprangen, als sie das Unglück sahen, sofort ins eiskalte Wasser, um die mit den Wellen Ringenden zu retten. Die beiden Frauen wurden aber von. einer unterirdischen Strömung erfaßt und ertranken- Die Kinder und der Bauer konnten selbst nur mit Mühe das Ufer wieder erreichen. Grohfeuer in einem italienischen Stadion. Im Stadion von Brescia (Lombardei) brach in der Nacht ein Feuer aus, das rasch großen Umfang annahm. Trotz sofortiger Löscharbeit der Feuerwehr konnte es nicht verhindert werden, daß die aus Holz gebauten Tribünen von den Flammen vollständig bis auf die zementenen Grundmauern zerstört wurden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die landregenartigen, später gewittrigen Niederschläge des gestrigen Tages brachten auch unserem Gebiet sehr erhebliche Niederschlagsmengen, die meist mehr als 20, teilweise mehr als 30 Liter Wasser pro Quadratmeter ergaben. Die Störung hat sich inzwischen zur westlichen Ostsee hin verlagert, und es steigt von ihrer Rückseite her der Luftdruck kräftig an. Es kann daher zunächst mit der Ausbildung eines Zwischenhochs und damit auch mit neuer Witterungsbesserung gerechnet werden. Die Großwetterlage zeigt jedoch noch immer große Lebhaftigkeit, doch werden voraussichtlich die noch bei Irland aufkretenden Störungen in mehr nordwestlicher Richtung gesteuert werden. Aussichten für Donnerstag: Zeitweilig aufheiternd und im wesentlichen trocken, bdi ab» flauenden Winden tagsüber wieder etwas wärmer. Aussichten für Freitag: Entwicklung noch nicht sicher absehbar, doch voraussichtlich weitere Besserung. Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 14 Grad; am 19. Juni: morgens 13,7 Grad. Maximum 17,1 Grad, Minimum 11,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juni: abends 16,1 Grad; am 19. Juni: morgens 14,8 Grad Celsius. — Niederschläge 16,3 mm. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprels RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. RM.2600000 * Zkll'kmseilsl srim spricht Donnerstag, den 20. Juni, 20.30 Uhr in der Ev. Gtadtmission, Löberstraße ^4 im Alter von 69 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Christian Lemmer Familie Vogel und Erna Lemmer. Mainzlar, den 18. Juni 1935. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 20. Juni, nachmittags 3.45 Uhr, in Mainzlar statt. 02618 SAelnkkgeselle für sofort gesucht K. Pfeiffer Büsifeld Kr. Ms selb. El) Mädchen für werktags von 8-17 Uhr gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsst. d. Gieß. Anz. 364oD Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Be- werbungsschreiben beb legen! — Lichtbilder undBewerbungsunter» lagen müssen zur Ver- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Nachlässe von 3 bis 20 v. s. erhalten Sie bet wiederholten Aufnahmen einer Anzeige Ordentl., fleißig, kinderliebes Mädchen mit Kochkenntnissen per I.Juli gesucht. 02617 Goethestr. 341. [Stellengesuche] Alt einst. Fräul. sucht Stellung in frauenlos. Haushalt, ält. Ehepaar oder Dame bei besch.Ansprüchen Schr.Angeb.unt. 02621 and.G.A. wir hierdurch unseren Gießen, den 18. Juni 1935. 3633 D guten Mutter sagen innigsten Dank. Für die uns erwiesene Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Gattin und unserer K. Frees Familie H. Frees. Tüchtiger Außenbeamter gegen Gehalt, Spesen und Provision von bedeutender Versiche- rungsgesellschaftpersofortgesucht. Auch Nichtfachleute, die erngear- beitet werden, finden Berücksichtigung. Eilangebote unter 3607D an den Gießener Anzeiger erbeten. Einspaltige Kleinanzeigen Wir suchen eine tüchtige durchaus branchekundige ^Verkäuferin mit gutem Geschmack und sicherem Auftreten, die befähigt ist, ein Lager selbständig zu führen, Personal zu beaufsichtigen und jede Art Kundschaft flott zu bedienen. Ausführliche Bewerbungen mit Bild, Lebenslauf, Zeugnissen und Gehaltsansprüchen an 3649D Manfred Volz werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die MUWmeterzeile vsrütfsntiistwMreßeu- Bsbnüofstrasie 918» 2-4. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und aelei-'n. Mietgesuche Berufstät.Dame sucht schön mit Zimmer in gutem arisch. Hause ab Aug. Preisofferte unt. 02623 a.d.G.A. | Vermietungen | Ginfamllienöm 5 Zimmer und Küche. Kammer und Baderaum, Verand.,Zentral- heizg. Preis 90 Rm.zwerm.Näh. d.Büro Kirchner Seltersweg 8 Je« Laden besonders f. Gemüsegeschäft geeignet sof. billig zu vermiet. 02025 Bisrnarckstr.lOv AlllWlW in der Marburg. Straße zu vermieten. 02616 Näheres Neustadt 10 Vt. Stellenangebote! 8-------B ZreHtaon für dort. Bezirksfiliale als Generalvertr. ges.,hoh. dauernder Berd. Beruf gleich (kosten!. )?^v Gehring & Co. G. m. b. H. Unkel Rh. 410 Todes-Anzeige. Heute morgen gegen 5 Uhr verschied plötzlich durch einen Schlaganfall meine liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Lemmer Wwe., geb. Amend Donnerstag, den 2O.Juni, nachm., 2 Mir, versteigere ich an Ort und, Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteig erungslokal,Zum Löwen' hierselbst,Neuenweg 28 -zwangsweise gegen Barzahlung: 3648D 1 Ovel-Wagen, 3 Chaiselongues, 2. elektr. Kühlschränke, 2 Klaviere, 1 Teppich, 1 Standuhr, 3 Schreibtische, 1 Lederklubsessel, 2 Bücherschränke, 1 Schreibmaschine, ein Küchenbüfett, 3 Sofas, iGrammo- phon, iKommode, 1 Kleiderscbrank, 1 Warenschrank, 1 Ladentheke, 19 Wagenvlane, 1200 m Jutegewebe, 100 m Segeltuch, 5 Paar Schlittschuhe, IIKilo Leim,1 Mantelkessel, 50 Schaufelstiele, 25 Spaten mit Stiele, 5 Gärtnerspaten, wn Gerichtsvollzieher in Gießen mim Ludwigstr. 33 I. Tel. 3239. Verschiedenes | Sie können sich dch. Anschaffung unserer neuesten Seißmangel eine Existenz gründ.Schonend. Behandl. d. Wäsche. Brechen der Knöpfe ausgeschl. Ferner Groß- und Kleinwaschanlag. In verseh. Größen n. Ausführungen. Günst.Zahlungs- beding. Auskunft u. Vorf. für Sie unverbindl.durch Will). Steinhauer Siegen l. W. 363SD Achenb. Str. 16. IGägemehl zum Räuchern sowie AbfaNholz abzugeben. 3639D Wellhöfer Marburg.Str. 24 Schellfische o.K.,Pfd.. .40 Limand., Heilb. Fi|p| v.Barsch 55-Z lHI"v.Seeaal52^ Donnerst..Markt geg.d. Reitbahn. K. Lemp. V®6* muhen- s- ANNlMvlZ abzugeb Bestell, erb. wir v Postk. DampIsägewerkLollar B.NuhnA.G., Lollar. Eine Bayerische Brauerei m.vor- zügüchen Bieren sucht in Gießen einen SpezialanssdiaDk zu errichten. Offert.erbet.unt. 8645v a.d.G.A. I . 4 Juwekluwelette MÄNTEL reine Seide — imprägniert federleicht- luftdurchlässig in großer Auswahl 39.50 36.00 28.50 CARLIXIhwack |JN HABER: CARL HEINZ SCHLÜTE^ 1 GIESSEN SELTERSWEG 81 3643 A VornehmI Geschmackvoll! Persönlich I Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famllien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen eowle Papieren billiget die BrühPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 muiiiiiuiiiiiuniiiiiiim Vermeiden Sie den „Waschtag“ Mangelwäsche Pfd 25^ Naßwäsche... Pfd.lM (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen . Ruf 3437 Nr.M Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, (9. Juni (935 Aus dem Reiche der Krau. Wir helfen der Mutter im Haushalt. Don Brigitte Lühr. „Wollt ihr beiden mir so ein bißchen im Haushalt helfen?" fragt Mutter ihre Kinder, Peter und Liefet, acht und fünf Jahre alt. Begeisterte Zustimmung! Kinder tun ja — in den Ferien besonders — so gern etwas, was sonst eigentlich die Erwachsenen machen. „Ihr müßt aber richtig arbeiten, nickt nur so em bißchen nebenbei Hand anlegen! Wer ein Amt übernimmt, der muß es auch ausfüllen!" Der gute Wille ist da, nun kommt es nur darauf an, daß Mutter die Sache richtig organisiert. Peter liebäugelt schon mit dem Staubsauger, er möchte zu gern einmal mit dem brummenden Ungeheuer hantieren — aber Mutter lehnt dieses Ansinnen strikt ab. „Wenn ihr beiden mir im Haushalt helfen wollt, dann müßt ihr mir eine wirkliche Arbeit abnehmen — mit dem Staubsauger hantieren, das ist Spielerei! Wir machen uns einen richtigen Arbeitsplan, so wie die großen Leute das in den Betrieben haben. Ein Haushalt ist auch eigentlich ein Industriebetrieb — wir wollen nach derselben Methode arbeiten!" Bleistift und Papier wird geholt, damit jedes Kind feinen Stundenplan bekommt! Mit den Vormittagsstunden wird angefangen. Zunächst werden die Zimmer gemacht. Erste Arbeit: Betten aus- legen! Das kann der Junge schon sehr gut allein machen. Während das Zimmer lüftet, werden die Stiefel geputzt. Ehrensache, daß der Junge seine Stiefel, Vaters und die vom Schwesterchen putzt. Das ist keine schwere Arbeit und macht sogar Spaß. Je weniger Schuhcreme verbraucht wird, desto blanker werden die Stiefel! Mutter setzt sogar eine kleine Sparprämie aus, das weckt den Ehrgeiz! Nach dem Frühstück wird abgewaschen! In den Ferien können die Kinder das sehr gut besorgen. Peter wäscht ab, und Liefet darf abtrocknen. Ihre kleinen Hände können die Frühstückstassen und -teller gut halten. Mittags wäscht dann Mutter ab, weil es sich da um große Stücke handelt. Nach dieser Arbeit mutz das Zimmer in Ordnung gebracht werden. Bettenmachen muß gelernt sein, aber ein achtjähriger Junge kann da schon gut helfen. Wenn zwei das Bettuch anfassen und gerade ziehen, geht es nämlich doppelt so schnell! Feucht aufwischen tut Mutter, nachreiben mit dem Bohnertuch können die Kinder. Staubwischen ist Kinderarbeit, jedes Kind bekommt seine bestimmten Möbelstücke, für die es verantwortlich ist. Am liebsten helfen die Kinder in der Küche, besonders dann, wenn ab und zu ein guter Bissen abfällt. Aber das ist nicht der Zweck der Hebung, dabeizustehen, wenn Mutter kocht, ist keine Hilfe. Aber der Mülleimer muß unbedingt herunter- aetragen werden, das kann der Junge sehr gut besorgen. Mutter hat sowieso sehr oft die Treppen zu laufen. Den Mülleimer betrachtet der Junge also von jetzt ab als seine Privatdomäne! Im leeren Eimer werden Kartoffeln aus Dem Keller mit ber- aufgebracht, das spart einen Weg. Auch Holz braucht Mutter nicht zu tragen, wenn sie Kinder als Hilfs- tr.'ppen hat. Einkäufe machen ist die Sehnsucht aller Kinder Warum soll man diese Sehnsucht nicht befriedigen? Es ist für alle Teile sehr praktisch, wenn die Sachen, die im Haushalt täglich gebraucht werden, und die man nur so „nebenbei" mitbringt, von den Kin- deren besorgt werden. Man kann auch dem Kind ruhig Geld anvertrauen. Je eher ein Kind lernt, damit umzugehen, desto besser ist es. Heber einen Betrag von etwa 2 Mark muß dann jedesmal abgerechnet werden. Pädagogisch richtig ist es, wenn man dem Kind Dinge in der Küche übergibt, für die es verantwortlich ist. Da gibt es z. B. das Salzfaß, das nie leer fein darf, die leeren Bierflaschen, die zum Kaufmann zurückgetragen oder eingetauscht werden müssen. Toilettenpapier muß auch stets Vorhandensein! An all dies muß das Kind denken, und für diese Dinge gibt Mutter ihm einen kleinen Geldbetrag, so daß es diese Dinge selbständig einkaufen kann. Abends wird dann abgerechnet! Nach und nach lernen die Kinder hierdurch die Preise in den Geschäften kennen — und vor allen Dingen haben sie bald das Gefühl dafür, daß auch das kleinste unscheinbarste Ding auf der Welt Geld kostet — und sie richten sich danach! Tischdecken ist ebenfalls Kinderarbeit! Es muß aber gelernt fein. Es genügt nicht, wenn man Messer und Gabel wie Kraut und Rüben durcheinander wirft. Ein gut gedeckter Tisch ist die Visitenkarte des Haushalts. Wenn Mutters Hilfstruppen im Haushalt richtig zugreifen, dann ist alle Arbeit doppelt so schnell getan! Bunte Sachen werden gewaschen. Von Ilse Mahl Immer wieder sieht man buntgemusterte Seidenkleider und Pullover, in der Sonne aufgehangt, fröhlich im Wind flattern, begegnet man verwaschenen Kindermützchen und formlos gewordenen Westen, fo daß die Regeln für ein einwandfreies Waschverfahren anscheinend nicht oft genug wiederholt werden können. Vor allen Dingen muß man jedes Kleid, jede Bluse und jeden Pullover als einen Fall für sich behandeln, denn es ist wichtig, daß der ganze Prozeß sich so rasch als möglich abwickelt. Der Haupttrick besteht also darin, den nassen Zustand des zu waschenden Gegenstandes auf ein Minimum von Zeit zu beschränken. Zunächst kommt die F a r b p r o b e Erne unauffällige Stelle des Stoffs wird mit f altem Watz er angefeuchtet und mit einem weißen Tuch gerieben. Zeigt das Tuch Farbspuren, so ist der Stoss nicht waschecht, und wir können die Reinigung nicht selbst vornehmen. Bleibt das Tuch weiß, !a spulen wir das Kleid oder den Jumper in kaltem Wasser leicht durch. Von einem erprobten Waschmittel, Seisen- pulver ober -flocken, etwa einen Eßlöffel voll aus äroei Liter Wasser, haben wir eine kalte Seifen« lauge bereitet, in der wir mit der Hand starken Schaum schlagen. Nun geben wir das nasse Kleidungsstück in das gut schäumende Seifenwasser und drücken es unter besonderer Berücksichtigung der schmutzigsten Stellen (Kragen, Aermelaufschläge usrv.) immer wieder aus, vermeiden aber dabei das Rei- ben, ebenso das Auswinden am Schluß. Erscheint uns der Stoff sauber genug, so spülen wir ihn so lange in kaltem Wasser, bis dasselbe klar bleibt. In das letzte Wasser geben wir einen Schuß Essig, der die Leuchtkraft der Farben erhöht und bei Seide den Glanz verstärkt. Das wicktigste ist aber das richtige Trocknen. Damit es so rasch wie möglich vor sich geht, haben wir ein paar saubere, trockene Handtücher, am besten Frottiertücher bereitgelegt. Mit ihnen dürfen wir auf keinen Fall sparen. Das größte breiten wir auf dem Tisch aus, legen das Kleidungsstück darauf, schieben zwischen Vorderteil und Rücken, möglichst auch in die Aermel und Taschen ebenfalls Tücher und rollen das Ganze sehr fest zusammen. Die Tücher ziehen alle Feuchtigkeit heraus und müssen noch ein oder mehere Male durch trockene ersetzt werden. Wo ll fach en bleiben nun, nachdem man ihnen die richtige Form gegeben hat, am besten eingerollt, bis sie ganz trocken sind, oder man breitet sie auf einem Tisch aus und deckt sie mit einem Tuch vollkommen zu. Seide wird sofort in feuchtem Zustand gebügelt, damit sie schön glatt wird. Etwas schwierig ist die Sache bei Kunstseide, die zumeist erheblich zusammengeschrumpft ist. In diesem Falle muß der Stoff beim Bügeln stark gezogen werden, damit er seine ursprüngliche Länge und Breite wieder erhält. Das gelingt auch, erfordert aber Geduld und Geschicklichkeit. Wer genau nach der Vorschrift verfährt, kann seiner Sache ganz sicher sein und wird von dem Erfolg nur angenehm überrascht as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS v:-\ ."V' ■ - ?. abcndkloDcr! 2. SOMMERÜCUC u Sommerliche Abendkleider aus Voile und Organdy zeigen unsere heutigen drei Entwürfe. Modell Nr. 1 ist aus cremfarbigem Voile mit kleinen, braunen Tupfen, die erhaben eingestickt sind. Das Kleid ist in Prinzeßform, und zwar in vier, unten sehr weit ausfallenden Bahnen geschnitten. Ein Volant ist in der Linie eines Bolerojäckchens dem Blusenteil ausgesetzt, ebenso schließt ein Volant den halblangen Raglanärmel ab. Die Volants sind rund geschnitten. Der Gürtel aus breitem, braunem Samtband hat hinten eine große Schleife, der große Florentiner hat ebenfalls eine Garnitur aus braunem Samtband. Das zweite Modell ist für sehr jugendliche Trägerinnen gedacht, es ist aus altrosa Voile. Die Mittelbahn und die Schulterstücke der weiten Puffärmel sind stark gezogen, der Gürtel aus schwarzer Lackseide wird hinten durch eine weiße Perlmutterschnalle gehalten. Aus weißem, bleukariertem Voile ist das dritte Modell. Der ebenfalls sehr weite Rock ist schräg in sechs Bahnen geschnitten, ein rundgeschnittener Volant umläuft in einem Stück Hals- und Aer- melausschnitte, um dann am Blusenoorderteil fortgesetzt das kurze, glockige Schößchen zu bilden. Ein breites Band aus bleu Taftseide wird dazu als Gürtel getragen, ebenso sind Kopf und unterer Rand des weißen Strohhutes gesteppte, bleufarbene Taftseide. H. Das interessiert die Hausfrau. Eine bunte Gesellschaft. Das kann man wirklich sagen, bunte Reihe herrscht in der Flickenkiste! Da ist das ausgediente Samtkleid neben dem zarten Ballkleid aus aller- feinster Seide ober weißem Chiffon als Nachbar zugeteilt. Auch das ausgewachsene Tenniskleid oder Bübchens blaue Samthöschen und Lieschens Spielkittelchen, die alle finden sich in dem Flickenkasten in bunter Reihe wieder. Sie geben zu allerlei Betrachtungen Anlaß über die Vergänglichkeit irdischer Schönheit, zu Anmerkungen über das Leben und seine wechselvollen Schicksale. Ihrer weisen Lehren wegen aber haben wir die Sachen nicht aufgehoben, sondern sie sollen noch ihre Verwendung finden. Das ist aber bei solch einem Tohuwabohu nicht leicht! Man kommt nicht auf einen guten Gedanken, wenn sich die Sachen alle noch in ihrer alten Zusammenstellung befinden. Das erste ist daher, wenn man ein Kleid ausrangiert, es richtig auseinanderzutrennen, sodann den Stoff zusammenzurollen, und alles dann nebeneinander aufzubewahren. Ist so die alte Einheit zerstört, so findet man leichter den Gedanken zu einer neuen Zusammenstellung. Bringen Sie etwas Ordnung m die bunte Reihe und Sie werden Freude daran haben und brauchen sich nicht des alten Ballastes zu schämen. Natron innerlich und äußerlich. Natron braucht man nicht nur bei Magenweh, Kopfschmerzen und anderen Krankheiten als probates Heilmittel, es spielt auch im sonstigen Wirtschaftsleben der Hausfrau eine wichtige Rolle. Menn das Backpulver ausgegangen ist, tut em Schuß Natron das gleiche, nur ist es nicht so schmackhaft. Am liebsten verwendet die Hausfrau aber das Natron, um ihre Schmucksachen sauber zu machen. Die Ringe und silbernen Taschen sind wirklich nicht leicht in Ordnung zu halten. Nimmt man die Seife, so bleibt sie in den feinen Rillen sitzen und nach getaner Arbeit sieht die Sache noch Die schlimmer aus als vor dem Reimgungsbad. Da ist e? am bequemsten, wenn man die 5" reinigenden Schmuckstücke tüchtig mit Natron emreibt unb sie dann mit kochend heißem Wasser übergießt. Was tut man gegen Kesselstein? Keine Hausfrau sieht es gern, wenn sich der Wassertopf inwendig mit einer Kessel st einschicht überzieht. Denn sie zerreißt ober zerbricht die schöne Emailleschicht. Man hat die verschiedensten Mitte! gegen den Wasser- oder Kesselstein in Betrieb gesetzt. Die einen schwören auf Abreiben mit Salz oder Zuckersäure und Sand. Das ist ein sehr wirksames Mittel, aber leider nicht ungefährlich, wenn man kleine Wunden an den Fingern hat — und welche Hausfrau ober Köchin hätte bie nicht? An- bere roieber empfehlen, ben Topf mit Kartoffel- schalen auszukochen, ein ganz praktisches Mittel. Die Methobe allerbings, einen Stein in ben Kessel zu legen in ber Hoffnung, baß sich aller Kesselstein auf ihn konzentriert unb bie Wänbe verschont, bürste nicht sehr wirksam sein. Es gibt aber ein ganz sicheres Mitel gegen Kesselstein, unb bas heißt: 23er» hinbern, baß er sich ansetzt! Dazu ist es nur nötig, bie alte Scheu zu überroinben, ben Wassertopf, innen mit Wasser unb Seife zu behanbeln. Reibt man ben Topf nach jebem Wasserkochen tüchtig mit dem scharfen Scheuerrohr aus, dann wird er immer schön und blitzblank bleiben. Warum so hoch? Die Küchenrahmen, an denen in gefährlicher Höhe kleine Mordinstrumente hingen, wie Hackemesser, Siebe, scharfkantige Porzellanbretter, Reibekeulen unb anbere nützliche ©egenftänbe finb ja glücklicherweise aus ber Mobe gekommen. Dafür aber finb bie obersten Schrankfächer in Küche unb Speiesekammer wahre Raritätenkammern geworben. Da ruhen frieblich nebeneinanber säuberlich gefaltetes altes Papier, selten benutzte Kuchenformen, Teile von Petroleumlampen, vielleicht auch im Sommer bie Schlittschuhe ber Kinber. Braucht jetzt bie eilige Hausfrau zufällig etwas von biefen Dingen, so entsteht in ben vollgepfropften Ecken unweigerlich ein Wirrwarr, leicht kommt etwas ins Rutschen, unb ehe man sich's versieht, fällt einem ber ganze Segen auf ben Kopf. Man sollte beshalb lieber bie Schublaben gleich über bem Fußboben für biefe abgebanften Küchengehilfen benutzen, wenn man sich nicht entschließen kann, sie gänzlich zu verbannen. 1 Fisch im Sommer. Ein Vorurteil und seine Richtigstellung. Viele beutsche Hausfrauen haben schon erkannt, baß ber Fisch, unb zwar ber Seefisch, ber Süßwasserfisch, ber Räucherfisch unb ber Dosenfisch, eine wertvolle Abwechslung in ihrem Speisezettel bieten, unb gerabe auch im Sommer kommen bie Vorzüge bes Fisches, seine leichte Verdaulichkeit und seine appetitanregende Wirkung, besonders zur Geltung. Die deutsche Hausfrau weiß auch, daß der Verbrauch von Fischen und Fischerzeugnissen einer großen Anzahl von schaffenden Volksgenossen Brot und Arbeit gibt. Hin^u kommt, daß — wie das Reichsnährstanosgesetz hervorhebt — die Fischerei ausdrücklich zum Nährstand rechnet. Wer also seiner Familie Fischgerichte oorsetzt, dient damit der Absatzförderung für ein wichtiges Nährstandserzeugnis. Die Fischwirtschaft als ein Glied des Nährstandes leibet nun aber darunter, daß heute noch die Er- zeugungs- unb Absatzverhältnisse unb ebenso bie Preisbilbung erheblichen Schwankungen unterliegen, alles Erscheinungen, bie weder im Interesse der Fischer, noch der Verbraucher liegen. Ebenso wie der Bauer einen gleichmäßigen, gesicherten Absatz braucht, ist das auch für den Fischer der Fall. Es kann zugegeben werden, daß zu bestimmten Zeiten des Jahres manchmal auch das Angebot an Fischen nicht ganz dem Bedarf entspricht, aber der Grund hierfür ist bann nicht etwa in einer man» gelnben Leistungsfähigkeit ber Fischerei zu erblicken, sonbern bie Fänge sind nun einmal abhängig von Wind und Wetter, unb keine beutsche Hausfrau sollte verkennen, unter welchen Strapazen unsere Fischbampferbesatzungen in ben kalten Wintermonaten ben Fisch aus bem Meere holen, wenn bie eisigen Stürme über bie Fischgrünbe fegen. Wer sich in ben schweren Beruf bes Seefischers hineingebacht hat, ber wirb nicht murren, wenn einmal biefe ober jene Fischart nicht ganz im gewünschten Umfange zur Verfügung steht. Mit dieser Abhängigkeit der Fischerei von bem Walten ber Natur wirb sich jebermann abfinben. Niemals aber wirb sich ber schaffenbe Mensch in ber Fischerei bamit abfinben, baß er wegen eines ganz unbegrünbeten Vorurteils in ber Verbraucherschaft zur günstigen warmen Jahreszeit zum Feiern gezwungen wirb. Unb boch ist es le-iber so. Wer nach bem Einsetzen ber warmen Witterung einmal bie großen Seefischereiplätze aufsucht, ber wirb z. B. in Wesermünbe unb Cuxhaven mit Erstaunen gewahr, daß mehr und mehr Fischdampfer in die Häfen zurückkehren, um vorerst nicht wieder auszulaufen, sondern untätig stillzuliegen. Auch heute noch angesichts aller jener Fortschritts in der Transporttechnik unb Warenbehanblung besteht in weiten Derbraucherkreisen bie irrtümliche Auffassung, es sei besser, währenb ber heißen Zeit ben Seefischoerbrauch einzusckränken. Die tatsächlichen Verhältnisse liegen jedoch erfreulicherweise ganz anders. Einmal befindet sich der Seefisch gerade im Sommer in seinem beften Ernäh - rungszustande. Er hat die Laichzeit überstanden und der Sommer bietet dem Fisch auf dem Grunde der Gewässer und des Meeres reichliche Nahrung. Dieser gute Ernährungszustand des Fisches gerade im Sommer erhöht nicht allein seinen Nährwert, sondern er verleiht auch dem Fisch einen ganz besonderen Wohlgeschmack. Der Verbraucher sollte sich diese Qualitätsbeschaffenheit um so nachdrücklicher zunutze machen, als sein Körper in heißen Tagen leicht verdauliche Speisen als eine angenehme Abwechslung empfindet. Aber wie steht es nun mit dem Einwand, daß die warme Jahreszeit die Frische des Fisches beeinträchtigen könnte? Die Antwort ergibt sich von selbst, wenn wir uns klar machen, in welcher Weise der Seefisch vom Meeresgrund bis in die Küche der Hausfrau gelangt. Kaum ist das Netz an Bord geholt, werden die Seefische sofort geschlachtet und in dafür besonders eingerichtete Räume kühl unter reichlicher Beigabe von keimfreiem Eis eingelagert. Die Löschung dieser Fänge in den deutschen Fischereihäfen geschieht mit solcher Vorsicht, daß die Kisten nur während der kühlen Nacht aus den Fisckdampfern in die Auktionshallen gebracht werden. Auch die größten Mengen an Seefischen werden in allerkürzester Zeit an den Küstengroßhandel versteigert, der die Fische sofort für ben Versanb verpackt. In besonbers für ben Fischverkehr vorgesehenen Eilgüterzüaen rollen die Fische ins Binnenlanb. Dabei roeroen die Sen- bungen großenteils in bie besonders konstruierten Kühlwagen für Seefische verlaben. In bem gleichen Eiltempo wie der Grohversanb, spielt sich auch bie Hebernahme ber eintreffenben Fischsenbungen im Binnenlanb burch ben Kleinhandel ab. Stets be- finbet sich ber Seefisch in einer sauberen, burch Eis gekühlten unb in langjähriger Erfahrung ausprobierten Verpackung. Der Fisch kommt also mit ber Wärme unb ber Glut ber Sonne überhaupt nicht in Berührung. Auch der Einzelhänbler hat seine Kühleinrichtungen, um ben Fisch bis zur Abgabe frisch zu erhalten. 3m eigenen Gast. Mit großem Ernst überwachen bie Jungens bie Vorbereitungen für ihre Beköstigung auf bem Marsch. Mutter weiß schon, baß ber Raum im Affen gut ausgenutzt werben muß. Aber nichts ist gräßlicher, als belegte Brote mitzuschleppen. Diesmal macht sie ein ganz listiges Gesicht unb packt eine Büchse ein mit ber Bemerkung: „Das gibt für Euch eine kräftige unb gute Mahlzeit. Ihr erwärmt es auf bem Lagerfeuer in ber Büchse, bie Ihr in kochenbes Wasser stellt. Wenn Ihr ben Inhalt herausschüttet, habt Ihr reines Fleisch in seinem eigenen Saft zubereitet, unb Ihr stippt Euer Brot in bie Brühe. Sollt mal sehen, wie prachtvoll bas schmeckt unb wie schnell Ihr satt seib." „Mutter, werben wir ba auch nicht so schnell roieber hungrig?" „Du Freßsack! Du weißt boch, baß Fleisch am längsten von allen Nahrungsmitteln vorhält. Soll ich Dir erst einen Vortrag über bie Wertstoffe von Fleisch halten?" „Nee, Mutter, is nicht nötig, wirb schon stimmen, was bu sagt. Also rin mit ber Büchse in ben Affen!" Aus aller Welt. 74 Kommunisten wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Mordversuch auf der Anklagebank. Vor dem zur Zeit im Hamburg weilenden Dritten Strafsenat des Preußischen Kammergerichts begann eine Verhandlung gegen 74 Kommunisten, denen Vorbereitung zum Hochverrat, Mordversuch, schwerer Landfriedens, b r u ch, schwerer Aufruhr und andere Delikte vorgeworfen werden. Das Gesamtoerfahren wird in drei Abschnitten verhandelt. Dem Gesamtverfahren liegen Vorgänge des 6. März 1933 zu Grunde. Als am Abend dieses Tages die Altonaer NSDAP, aus Anlaß des Wahlsieges einen Fackelzug veranstaltete, setzte plötzlich ein kommunistischer Feuerüberfall ein, der drei Todesopfer unter der unbeteiligten Zivilbevölkerung forderte. Außerdem wur- den sechs Personen, unter ihnen SA.-Männer und Polizeibeamte, bei diesem Ueberfall verletzt. LA.-Oberfcharführer erstochen. In einer der letzten Nächte wurde in Köln der 20jährige SA.-Oberscharführer Franz Schmidt aus Beuel bei Bonn von dem 29jährigen Christian Stöcker aus Beuel e r st o ch e n Die Motive zu der Tat sind noch nicht geklärt. Beim Besuch des Eifel-Rennens tödlich verunglückt. Leider hat der Massenverkehr am Sonntag beim Eifel-Rennen ein Todesopfer gefordert. In den Vormittagsstunden stürzten bei Brück an der Ahr zwei Motorradfahrer so schwer, daß der Beifahrer sofort getötet wurde. Der Lenker wurde schwer verletzt ins Adenauer Krankenhaus eingeliefert. Das vermißte Segelflugzeug in Polen gelandet. Das Segelflugzeug „Hermannsschacht", das sich an dem 4. schlesischen Segelflugwettbewerb beteiligt hatte und, wie gemeldet, seit mehreren Tagen vermißt wird, ist nach einer in der Segelflugschule Grunau eingegangenen Nachricht des Fliegers Mandetzky auf polnischem Gebiet im Kreise Moschin, 170 Kilometer von Grunau entfernt, glatt gelandet. Der Flieger hat mit diesem lieber- landfluge den bisher von Paul Steinig (Breslau) mit etwa 85 Kilometer gehaltenen schlesischen Streckenrekord um 100 Prozent Überboten. Raubmörder Baumann hingerichtet. Am 17. Juni ist in Frankenthal (Pfalz) der 1907 geborene Wilhelm Baumann hinaerichtet worden, der vom Schwurgericht in Frankenthal wegen Raubmordes an der Frau und der 21jährigen Tochter des Bauern Ed Amberger aus Maudach zum Tode verurteilt worden war. Der Führer und Reichskanzler hat von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil für die aus reiner Geldgier begangene, skrupellos und roh durchgeführte Tat allein die Todesstrafe die gerechte Sühne bedeutet. Dagegen hat der Führer und Reichskanzler die gegen den mitverurteilten Jakob Scheuermann erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthaus st rafe umgewandett. Der Gatten- und Kindermörder Siehlke hingerichtet. Im Strafgefängnis Berlin ist der 1900 geborene Erich Siehlke hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Berlin wegen Mordes in zwei Fällen zur zweimaligen Todesstrafe verurteilt worden ist. Der Verurteilte hatte am 28. Juni 1934 seine tags zuvor von ihm geschiedene Ehefrau und sein 3Vz Monate altes Kind überfallen und durch Beilhiebe getötet. Von dem Begnadigungsrecht ist kein Gebrauch gemacht worden, weil es sich bei dem schon mehrfach vorbestraften Verurteilten um einen ungewöhnlich rohen Menschen von unverbesserlicher verbrecherischer Gesinnung handelt, der den Plan zur Tat aus rachesüchtigen Gründen erdacht und in heimtückischer, viehischer Weise ausgeführt hat. Doppelmörder und Brandstifter stellt sich der Polizei. In dem an der deutschen Grenze liegenden belgischen Oertchen Germenich ereignete sich ein blutiges Liebesdrama. Ein 42jähriger Ziegeleiarbeiter, der schon längere Zeit bei einem Bergmann wohnte, hatte erfolglos versucht, sich die Gunst der 21 Jahre alten Tochter des Bergmanns zu erwerben. Als Mutter und Tochter schlafen gegangen waren, schlich er sich in das Schlafzimmer, ermordete beide und zündete dann die Betten an. Nach der Tat fuhr er mit dem Fahrrad nach Verviers, wo er sich der Polizei stellte. Ein zufällig an dem Mordhause vorbeikommender Eisenbahner bemerkte das Feuer und konnte eine weitere Ausdehnung des Brandes verhüten. Kindesmörderin zum Tode verurleill. In Greifswald wurde nach fünftägiger Verhandlung die 20 Jahre alte Ehefrau Herta N i ck e l t aus Altkofenow (Kreis Anklam) wegen Ermordung ihrer eineinhalb Jahre alten Tochter Jnge- borg dem Anträge des Oberstaatsanwaltes entsprechend zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß es sich um eine vorsätzlich und mit Ueberlegung ausgesührte Tat handelte und daß die Angeklagte daher wegen Mordes verurteilt werden mußte. Die Selbstmordwelle über Budapest. Die Selb st mordwelle über Budapest, der in einer einzigen Nacht 28 Personen zum Opfer fielen, setzte sich am folgende Tage fort. Die Blätter berichteten, daß weitere 24 Personen versuchten, ihrem Leben ein Ende zu machen. Davon sind sechs g e ft o r b e n. Weiter berichten die Blätter, daß eine junge Gutsbesitzerstochter ihren Verlobten auf einer Motorradfahrt wegen Untreue durch einen Das neue Einkommensteuergesetz vom 16. Oktober 1934 bestimmt, daß Beiträge des Steuerpflichtigen für sich, seine Ehefrau und seine Kinder, für die ihm Kinderermäßigung gewährt wird, an Bausparkassen zur Erlangung von Baudarlehen als Sonderausgaben vom Gesamtbetrag der Einkünfte abzugsfähig find. Beiträge an solche Bausparkassen, die weder ihre Geschäftsleitung, noch ihren Sitz im Inland haben, sind nur dann abzugsfähig, wenn diesen Unternehmen die Erlaubnis xum Geschäftsbetrieb im Inland erteilt ist. Die Höhe der Abzüge für Bau- fpartaffenbeiträge ist insoweit begrenzt, als diese zusammen mit den Beiträgen und Versicherungsprämien zu Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherungen, zu Versicherungen auf den Lebens- oder Todesfall und zu Witwen-, Waisen-, Dersorgungs- und Sterbekassen den Jahresbetrag von 500 Reichsmark nicht übersteigen dürfen. Dieser Betrag erhöht sich um 300 Reichsmark für die Ehefrau, um 300 Reichsmark für das erste Kind, um 400 RM. für das zweite Kind, um 600 RM. für das dritte Kind, um 800 Reichsmark für das vierte Kind und um je 1000 Reichsmark für das fünfte und jedes weitere Kind. Soweit sich die Erhöhung nach der Kinderzahl bemißt, tritt sie nur ein, wenn dem Steuerpflichtigen Kinderermäßigung gewährt wird. Zu diesen gesetzlichen Bestimmungen hat der Reichsfinanzminister nunmehr in den Ergänzungsrichtlinien für 1934 nähere Erläuterungen gegeben. Nach diesen Erläuterungen gilt folgendes: Unter „Bausparkassen" im Sinne des Einkommensteuergesetzes 1934 sind Privatunternehmungen, die nach den Paragraphen 112 bis 121 des Gesetzes über die Beaufsichtigung der privaten Versicherungsunternehmungen und Bausparkassen vom 6. Juni 1931 der Aufsicht unterliegen, und die ö f - Kopfschuß tötete und dann die Waffe gegen sich selbst richtete. Beide stürzten tot von dem in voller Fahrt befindlichen Motorrad, das herrenlos an einem Baurn zerschellte. Unwetter in Borbitallen. — Zwei Todesopfer. Ein Unwetter in der Gegend von Bergamo hat zwei Todesopfer gefordert. Zwei junge Mädchen, die mit ihren Fahrrädern unterwegs waren, wurden durch die ungeheure Gewalt des Windes gegen einen Karren geschleudert. Dabei wurde die eine sofort getötet und die andere schwer verletzt. Ein Arbeiter erlitt durch eine vom Winde herabgerissene Blechplatte so chwere Verletzungen, daß er kurze Zeit darauf v e r ft a r b. Bei Brescia schlug der Blitz in eine Viehherde und tötete 12 Kühe, einige Ziegen und ein Schwein. Airkusbrand in einer italienischen Stabt. In Valenza am Po wurde ein Zirkus durch Brand zerstört. Aus noch nicht geklärter Ursache brachen plötzlich aus einem Aufenthaltsraum der Künstler hohe Stichflammen hervor, die in wenigen Minuten das ganze Zirkusfeld in Flammen gehüllt hatten. Der Zirkusbau selbst, alle Hilfsgeräte der Künstler, die Balken der Zeltkonstruktion und fast alle Volkssitze fielen dem Brande zum Opfer. Drei Todesopfer bei einem TNotorradzusammenstoh. In der Nähe von Forli in Oberitalien stieß ein Motorradfahrer bei dem Versuch, zwei Automobile zu überholen, in voller Geschwindigkeit mit einem entgegenkommenden Motorrad zusammen. Beide Maschinen gerieten bei dem Zusammenprall m Brand. Drei Personen wurden getötet. Bentenpest in der chinesischen Provinz Fukien. — Bisher hundert Todesfälle. In Tfchuangtfchu und anderen Orten an der Küste der chinesischen Provinz Fukien ist die Beule n p e st ausgebrochen. Man hat bisher hundert Tote gezählt. Die Provinzialregierung trifft weitgehende Vorbeugungsmaßnahmen und hat bereits 7000 Impfungen veranlaßt. fentlidjen Bausparkaffen zu verstehen, die der Staatsaufsicht unterstehen. Andere Unternehmungen als die soeben genannten gehören zu den Bausparkassen im Sinne der Vorschrift auch dann nicht, wenn sie auch das Bausparen pflegen. Das gilt z. B. für B a u g e n o f f e n f d) a f • t e n. Baudarlehen im Sinne der Vorschrift sind nickt nur Darlehen, die wegen eines Bauvorhabens ausgenommen werden, sondern auch solche, die zum Zwecke des Erwerbs oder der Verbesserung eines fertigen Wohnhauses, ober zum Zwecke der Ablösung von Verpflichtungen (Hypotheken) ausgenommen werden, die wegen des Baues, des Erwerbs ober ber Verbesserung von Wohnungen eingegangen worben sind. Abzugsfähig sind nur Beiträge, die bis zur Erlangung des Baudarlehens entrichtet werden. Zu diesen gehören aber nicht nur die vertraglich bestimmten Beiträge, sondern auch die darüber hinaus geleisteten freiwilligen Beiträge, die bis zur Erlangung des Baudarlehens entrichtet werden. Die nach Erlangung der Baudarlehen entrichteten Beiträge sind nur insoweit abzugsfähig, als sich die Abzugsfähigkeit auf Grund anderer gesetzlicher Bestimmungen ergibt. Diese Beiträge enthalten in ber Regel vier verschiebene Beträge: 1. ben reinen Tilgungsbetrag, 2. bis Zinsleistung, 3. ben Verwaltungskostenbeitrag unb 4. ben Lebensversicherungsbeitrag. Der Tilaungsbetrag ist nicht abzugsfähig. Zinsen unb Verwaltungskosten- beitrag finb in b?r Regel Betriebsausgaben ober Werbungskosten, ersteres z. B. bann, wenn bas Baubarlehen zur Errichtung von Wohnhäusern für bie Gefolgschaft eines Betriebs verwenbet worben ist. Der Lebensversicherungsbeitrag gehört zu ben Sonberausgaben. Zinsen, Verwaltungskostenbeitrag unb Lebensversicherungsbeitrag finb also grunbsätzlich abzugsfähig, es fei benn, baß sie mit Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, bie für bie Einkommens- befteuerung außer Betracht bleiben. Danach sind z. B. bie nach Erlangung bes Baubarlehens entrichteten Beiträge in vollem Umfange vom Abzug ausgeschlossen, wenn bas Baubarlehen zum Zwecke ber Errichtung von steuer befreiten Kleinwohnungen, ober eines steuer befreiten Eigenheims ausgenommen worben ist. Wenn bie Zinsleistungen, Verwaltungskostenbeiträge unb Versicherungsbeiträge abzugsfähig finb, können bie Versicherungsbeiträge, bie verhältnismäßig gering finb, zusammen mit ben Zinsleistungen unb Derwaltungskostenbei- trägen in einer Summe zum Abzug zu- gelassen werben. Da ber Bausparer nach Erlangung bes Darlehens monatliche Beiträge in gleicher Höhe leistet, unb nicht zu erkennen ist, in welcher Höhe barin nichtabzuasfähige Tilgungsbeträge und abzugsfähige andere Leistungen enthalten sind und die Tilgungsbeträge und die Zinsbeträge sich auch von Jahr zu Jahr ändern, müssen die Beiträge jährlich in abzugsfähige und nicht abzugsfähige Teile zerlegt werden. Da dies für die Veranlagungsstellen und die Steuerpflichtigen mit Schwierigkeiten verbunden ist, ist mit den in Betracht kommenden Verbänden vereinbart, daß bie zustänbige Bausparkasse auf Verlangen bem Bausparer eine Bescheinigung ausstellt, aus ber bie nichtabzugsfähigen Tilgungsbeträge unb bie abzugsfähigen anberen Leistungen ersichtlich finb. Bei Vorlegung biefer Bescheinigung burch ben Bausparer ist vom Finanzamt nur zu prüfen, ob etwa ber Abzug ber nach Erlangung bes Baudarlehens entrichteten Beiträge in vollem Umfange zu versagen ist, weil die Leistungen mit Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, die für die Besteuerung außer Betracht bleiben. Abzugsfähig sind nur Beiträge zwecks Erlangung eines Bau darlehens, d. h. Beiträge auf Grund eines sogenannten Bausparvertrages, bet bem ber Abschluß auf eine beftimmte S u mm e gerichtet ist unb ber Bausparer sich bemgegenüber zu bestimmten Einzahlungen verpflichtet. Sonstige Spareinlagen finb auch bann nicht abzugsfähig, wenn sie bei Bausparkassen eingezahlt werben unb die gesparte Summe später zum Bau, oder Erwerb von Wohnungen verwendet wird. Manche Bausparkassen gewähren zinsfreie Baudarlehen. In der Regel sind bei diesen die Beiträge hoher und deshalb auf einen kürzeren Zeitraum bemessen. In diesen erhöhten Beiträgen können Zinsen nicht erblickt werden. Von den nach Zuteilung des Baubarlehens entrichteten Beiträgen ist deshalb auch nicht ein Teil als Zinsen nbzugs- fähig. Hier finb vielmehr bie Tilgungsbeträge, bie keinesfalls abzugsfähig finb, verhältnismäßig höher, als bei Bausparkaffen mit Verzinsung. Ein Teil ber „zinsfreien" Bausparkassen erhebt an Stelle von Zinsen einen Ausgleichsbeitrag, ber nicht ber Tilgung bes Darlehens bient. Dieser Ausgleichsbeitrag ist ebenso wie Zinsen zu behanbeln unb im Jahre ber Zahlung abzugsfähig. Von einem Sraffor überfahren und getötet LPD V l e b e n t o p f, 18. Juni. In ber Ortschaft Bo11enborf würbe bie Ehefrau Schneiber, als sie bie Straße überqueren wollte, von einem Traktor überfahren unb getötet. Der Frau waren beibe Beine abgefahren unb ber Brustkorb eingebrückt worben. Vausparkassenbeilräge und Einkommensteuer. Warum verkennst du mich, Barbara? JRoman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Derlag, Halle (S.) 13 Fortsetzung Nachdruck verboten! Nein, nein! Das ßanb hier hatte nichts Gutes gebracht. Franz war geneigt, auch bie jetzige trübe Stimmung im Hause wieber hier mit bem fremben Lanbe in Zusammenhang zu bringen. Barbara sprach inzwischen mit Oberinspektor Rockesch. Der war mit seinen Verhandlungen wegen des Holzoerkaufs noch nicht fertig geworben. Die Angebote ber tschechischen Holzfirmen waren schlecht. Rockesch wollte mit einer Großhanbelsfirma in Reichenau noch direkt verhandeln und fragte an, ob er noch bis morgen früh entbehrt werden könnte. Barbara beruhigte ihn darüber: „Don dem Tode der Zuchtftute wissen Sie schon?" te sie ihn. ockesch bejahte. Er schien gleicherweise über diesen Unglücksfall sehr betrübt zu fein. Barbara hatte schon auf der Zunge, ihn zu fragen, wie er zu der Tatfache der Obduktion zwecks Feststellung der Todesursache stände. Aber sie sprach es nicht aus. Warum, wußte sie selbst nicht. Kurz berichtete sie noch Rockesch von der Einstellung neuer Kräfte, um den Wiesenschnitt am Karpensteiner Wald zu fördern. „Sehr einverstanden, gnädigste Frau", war Rok- keschs Antwort. „Inspektor von Mackenroth ist wirklich tüchtig. Ich wollte es heute selbst anregen." Barbara hing ab. Wie anerkennend Rockesch von Inspektor von Mackenroth sprach, und wie schlecht ber bie Sympathie seines Vorgesetzten vergalt! Was hatte er nur eigentlich gegen Rockesch? Aber ba war sie wieber bei Mackenroth Unb sie wollte boch nicht an ihn benken. Denn schon stieg wieber biefer haßerfüllte Schmerz in ihr auf, ber sie peinigte unb krank machte. Sie fühlte einen heftigen Druck in ben Schläfen. Sie wollte sich eine Stunde hinlegen. Im Schlafzimmer hatte bereits bie Zofe bie Jalousien tief herabgelassen Eine angenehme Kühle empfing Barbara. Sie zog sich ein leichtes Haus- kleib an unb legte sich auf bas Ruhebett. Sie war mübe unb fanb boch keinen Schlaf. In ihr war eine schmerzliche Unruhe. Waren es bie Gebauten an Eckeharb von Mackenroth unb Magbalena? Ober war es bie eigentümlich elektrisck gelabene Atmosphäre, bie über bem ganzen Lande lag? Enblich fiel sie in einen leichten Schlummer, aus dem sie erst nach einer Stunde durch ein dumpfes Geräusch erwachte. Sie richtete sich, noch ganz verwirrt, auf. Da war wieder das dumpfe Geräusch. Nun erkannte sie es. Es war Donnergrollen, noch schwach aus der Ferne, aber doch schon deutlich vernehmbar. Barbara klingelte. Gleich darauf erschien die Zofe mit einer Tasse schwarzen Kaffee, wie Barbara ihn gleich nach der Mittagsruhe zu trinken pflegte. „Ist Fräulein Gerwig schon unten?" Barbara fragte es, während sie sich behaglich auf dem Ruhebett zurechtrückte und eine Zigarette zu ihrem Kaffee ansteckte. „Nein! Fräulein Gerwig ist noch nicht unten gewesen!" „Dann bestellen Sie ihr, ich mache einen Ritt hinüber zu den Wiesen." „Es steht ein Gewitter am Himmel, gnädige Frau", bemerkte das Mädchen, als es die Jalousien hochzog. Barbara sah hinaus. Wirklich, über dem Park stand eine dunstige Schwüle. Der strahlend blaue Himmel hatte sich mit einem grauen Schein überzogen. Die Sonne stach in einem fahlen Gelb hernieder. Am Horizont standen hochgereckte, weißliche Gewitterköpfe. Eine schwere, schwüle Stille lag in der ganzen Natur. „Das tut nichts!" meinte Barbara „Um so mehr muh ich sehen, wie weit die Leute mit dem Heu- schnitt sind. Bestellen Sie unten, man soll mir Arabella satteln. Ich käme sofort herunter." Wenige Minuten später stand sie im Reitkleid vor dem Spiegel. Er gab ihr das Bild einer schlanken, schönen Frau zurück, die jetzt im Reitdreß beinah etwas Jung-Knabenhaftes hatte. Barbara trug braunweiße, kleinkarierte Reithofen, dazu eine lichte rohseidene Hemdbluse mit einem kleinen, braunweißgepunkteten Schlips. Die Zofe reichte ihr die kleine Kappe und die Reitgerte. Bewundernd sah sie ihrer Herrin nach. Man wußte nie, wann die gnädige Frau schöner war: ob in den großen Toiletten bei gesellschaftlichen Veranstaltungen oder wie jetzt beim Sport. Unten führte der Reitknecht bereits das Pferd vor die Rampe. Barbara streichelte das schöne Tier. Das wieherte leicht und wandte feinen Kopf suchend nach der Herrin um. Schmeichelnd schnupperte es an Barbaras Hand. Die lachte: „Du Verwöhntes, muß denn immer genascht sein?" Aber sie holte aus der Tasche ihrer Reithosen den Zucker, den sie, wie immer, für Arabella bereit hatte. Sie fühlte die sanfte Berührung der samtigen Pferdeschnauze, wie Arabella jetzt den Zucker ihr aus der Hand ftaß. „Ich glaube, es kommt etwas!" bemerkte der Reitknecht respektvoll und sah mit besorgtem Blick hinüber zum Fluß, wo sich die Wetterwolken auftürmten. „Arabella ist heute auch schon so unruhig, gnädige Frau!" Barbara lächelte sorglos: „Und mir wird sie schon ruhig gehen — nicht wahr, Arabella?" Von dem Stallknecht unterstützt, schwang sie sich leicht auf das Pferd. Sie ergriff die Zügel. Dann streichelte sie Arabella noch einmal über die glänzende Mäyne, stieß einen ganz leisen Schnalzlaut aus und ritt davon. Als sie an der Mauer des Wirtschaftshofes ent- langritt, horte sie das Vieh in den Ställen unruhig muhen. Auch die Tiere fühlten das Wetter schon voraus. Hoffentlich waren die Leute an der Kar- penfteiner Wiese bald fertig, damit der Regen nicht über das Gras kam. Sie war jetzt doch sehr zu-* frieden, daß Mackenroth die Einstellung von ein paar neuen Schnittern befürwortet hatte. Sie machte ihren Ritt über ihr Besitztum. Die meisten Wiesen waren bereits geschnitten. Und wo noch Gras stand, war man bereits dabei, es auf die Wagen zu verladen. An den sonnigeren Wiesen war ein Teil des Grases bereits zu Heu getrocknet. Knechte und Mägde verluden die Heubündel auf den hohen Leiterwagen. „Herr Inspektor ist auf der Karpensteiner Wiese, gnädige Frau!" meldete ein junger Gutseleve, der die Beaufsichtigung des Landes hier hatte. Barbara nickte und ritt weiter. Die Karpensteiner Wiese war ein eingeschnittenes Landstück zwischen Fluß und Berglehne. Sie lag ziemlich weit ab und war der Endpunkt der Ste- chowschen Besitzungen. Barbara ritt die Chaussee am Walde entlang. Er stand in lichtgrünem Dor- fommerlaub. Ein leises Sausen ging durch die Kronen der Tannen und Eichen. Das Donnergrollen kam näher. Der Himmel über den Bergen war schieferfarben und drohend. Die Bergketten lagen blauschwarz mit dunkel gezackten Konturen da und schienen zum Greifen nahegerückt. Die Gewitterwolken türmten sich immer hoher auf. Schon hatten sie einen schwefelgelben Rand. Don weitem sah Barbara schon die Leute auf der Karpensteiner Wiese in emsiger Tätigkeit. Sie verhielt ihren Falben und schaute hinüber. Groß und schmal saß sie auf dem Pferde. Das rostbraune Haar lag glatt zurückgestrichen unter dem kleinen Hut. Sehr hochmütig sah sie aus und sehr schon, wie sie jetzt dort von dem Hügel herabschaute auf das Feld. 16. Kapitel. Eckehard von Mackenroth trabte auf feinem schweren Hengst über die Wiese. Barbara horte seine hallende Stimme bis zu sich herüberdringen. Er trieb die Schnitter zur Eile an, zwischendurch immer wieder nach dem Himmel schauend. Die Leute arbeiteten im Schweiß ihres Angesichts. Bald war das letzte Stück der Wiese gemäht. Eine Reihe der Leiterwagen, hoch bepackt mit dem duftenden Grün- futter, war bereits abgerollt. Nur wenige standen noch und harrten ihrer Fracht. Jetzt sprengte Mackenroth weiter. Nun stand er bei dem letzten Leiterwagen. Da sah er Barbara. Sein Herz tat einen jähen, ungestümen Schlag. War es Glück — war es Schmerz — war es Zorn? Er wußte es nicht. Ehe er sich darüber klar werden konnte, kam Barbara auf Arabella herangeritten. Gerade als sie vor Mackenroth das Pferd anhalten wollte, fuhr ein blendender Blitz aus den Wolken jenseits der Berge. Der Donner, der bisher nur schwach aus der Ferne gegrollt hatte, setzte mit einem krachenden Schlage ein. Barbaras Pferd stieg erschreckt hoch. Mackenroth konnte es gerade noch am Zügel fassen und heruntereißen. Nun stand es, schwer atmend, mit angstvollen Augen und zitternden Flanken da. Barbara war erblaßt, als das Pferd so plötzlich stieg. Aber sie gab der plötzlichen Bewegung des erschreckten Tieres sofort elastisch nach. Sie war nicht umsonst die berühmteste Reiterin Hamburgs gewesen und hatte nicht umsonst so manches Turnier gewonnen. „Nun, Arabella — was ist benn?" Sie klopfte dem Tier beruhigend den Hals. „Gnädige Frau, ich mochte dringend bitten, daß Sie nicht auf Arabella zurückreiten. Sie ist ein schrecklich nervöses Tier. Das Gewitter kann jeden Moment mit aller Kraft losbrechen. Der Weg ist weit. Ich fürchte, daß Sie mit Arabella Schwierigkeiten haben werden. Sie hätten überhaupt nicht jetzt vor dem drohenden Gewitterausbruch hierher kommen sollen!" In seinen Worten lagen Angst und Sorge. Aber Barbara in ihrer feindlichen Einstellung fühlte nichts als die Bevormundung und den Zweifel an ihrer eigenen Sicherheit: „Wollen Sie mir überlassen, zu entscheiden, Herr Inspektor, was ich tun soll und was nicht! Ich wünschte mich davon zu überzeugen, ob die Arbeiten hier auch vor Gewitteranfang richtig beendet sind!" „Darauf hätten gnädige Frau sich verlassen können!" war Eckehards eisige Antwort. „Ich habe nicht umsonst die zehn Schnitter angefordert. Ich habe gewußt, daß wir heute mit einem Gewitter zu rechnen hatten, und habe meine Maßnahmen entsprechend getroffen." „Ich wünschte mich aber von der Richtigkeit Ihrer Maßnahmen zu überzeugen, Herr Inspektor!" „Das soll heißen, daß Sie meiner Zuverlässigkeit nicht absolut trauen, gnädige Frau?" „Ich habe Ihnen nicht Rede und Antwort zu stehen, Herr Inspektor!" „Aber eine Antwort erbitte ich, gnädige Frau, und zwar die auf mein Abschiedsgesuch! Darf ich gehorsamst fragen, ob es genehmigt ist?" Barbara sah ihn mit sprühenden Augen an: „Das klingt ja gerade, als ob Sie mich zur Rede stellen, ober ob Sie ein Recht auf Lösung des Vertrages hätten, Herr Inspektor! Ob ich Sie vor ber Zeit freigebe ober nicht, liegt ganz in meinem Belieben. Während ber Ernte jedenfalls ist darüber gar nicht zu reden!" Sie wandte das Pferd, ritt davon, ohne Macken« roth noch einmal anzufehen. Der stand da und tarrte ihr nach. Ihre Worte waren wie ein Peil- chenhieb gewesen. Mußte er sich wirklich so behandeln lassen? Fortsetzung folgt Hr.140 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Mittwoch, 19. Zuni 1955 Gießener Bäckerinnung schreibt ent- Archur-Heinz Le h magn, Die uns: Die Weiter wird im ganzen Reich die Erlaubnis zur Einsicht in die Grundbücher an den Nachweis eines berechtigten Interesses, oder die Genehmigung des derzeitigen Grundeigentümers geknüpft. Vielfach haben nun die Grundbuchrichter die Angabe, die Einsichtnahme erfolge für sippenkundliche Zwecke, als berechtigtes Interesse nicht anerkannt. Die Genehmigung des Grundeigentümers ist oft schwierig zu erlangen, obwohl es dem Eigentümer ganz gleichgültig sein kann, ob der Inhalt der sein Grundeigentum betreffenden Eintragung im Grundbuch in einer weiter zurückliegenden Zeit einem Dritten bekannt wird. Der Eigentümer hat im wesentlichen beziehen, nicht zur Kenntnis Unbefugter gelangen. Beides läßt sich aber zumeist vereinen, da die Grundbücher vielfach in der Mitte des 19. Jahrhunderts umgeschrieben worden sind. Wo das nicht der Fall ist, wird sich auch ein Ausweg finden lassen, indem die notwendigen Auszüge und Abschriften von einem Angestellten des Amtsgerichtes angefertigt werden, falls überhaupt Bedenken gegen die Persönlichkeit des Antragstellers in der Hinsicht bstehen, daß er die erlangten Kenntnisse über die gegenwärtigen Verhältnisse des Grundstücks in unzuverlässiger Weise ausnutzen könnte. Um der Sippen- und Heimatforschung, für die die Grundbücher eine Quelle ersten Ranges sind, die Forschung zu erleichtern, hat sich der Herr Reichsjustizminister auf Anregung der Reichsstelle für Sippenforschung in dankenswerter Weise bereiterklärt, in geeigneten Einzelfällen auf einen an ihn zu richtenden Antrag im Verwaltungswege die Einsichtnahme unter Befreiung von den sonst zu zahlenden Gebühren und ohne Darlegung eines berechtigten Interesses zu gewähren. Wer also im Interesse seiner Forschung die Grundbücher einer bestimmten Gemeinde, oder ein einzelnes Grundbuchblatt einsehen will, wird gut tun, sich unter glaubhafter Darstellung des Zweckes (möglichst unter Beifügung einer Bescheinigung einer amtlichen oder gemeindlichen Stelle, daß es sich um eine ernsthafte Sippen- oder.Heimatforschung handelt) an den zuständigen Landgerichts- Aus einer Diebstahlsanzeige: „Ich bin durch Verheiratung in den Besitz eines Rindviehs gekommen." „Das Obergericht hat die Indentität des gepfändeten Schweins mit dem Richter erster Instanz als schlüssig erwiesen angenommen." „Als ich die Frau des Verhafteten zur Rede stellte, zeigte sie mir ein sehr flegelhaftes Entgegenkommen." * „Am Flußufer fand ich die Leiche eines neugeborenen Kindes. Diese Kindesleiche dürste von einem Dampfschiff stammen." Blütenlese aus alten Protokollen. Als Student hatte ich einmal eine wissenschaftliche Arbeit übernommen, für die ich das Material aus alten Gerichts- und Polizeiakten zusammenklauben mußte. Die Arbeit ist nie fertig geworden, dafür habe ich mir eine Sammlung köstlicher Protokollstilblüten angelegt, von denen hier ein Sträußchen gereicht fei: „Der Beschuldigte gab auf Vorhalt der Unwahrheit die Ehre." 1 „Stuf die Aufforderung, mir zur Wache zu folgen, antwortete der Verdächtige, ich solle ihm den Buckel lang rutschen. Nachdem dies geschehen war, schritt ich zur Verhaftung." „Er faß betrunken im Wirtshaus und beläftiate die anderen Gäste durch schamhafte Redensarten. „Der Blitz schlug gestern in eine Kuhherde. Eine Kuh war sofort tot, mehrere vorübergehend." Einsicht in die älteren Grundbücher $ür sippenkundliche Zwecke. Organisation vom Getreide zum Brot dar. Sie bedeutet eine Vereinfachung der Brotmarktverhältnisse und schließt den Kreis vom Bauern zum Bäcker. Ein wesentliches Verbindungsstück ist dabei der in Kraft getretene Mehlschlußschein, der es dem Bäcker zur Pflicht macht, das bezogene Mehl innerhalb von vierzehn Tagen zu bezahlen. Nur bei Einhaltung dieses Zahlungstermins können alle sich aus dem Kreislauf ergebenden Verpflichtungen erfüllt werden. Der Bäcker kann aber diese Zahlungsfrist seinerseits nur einhalten, wenn das kaufende Publikum in einsichtsvoller Weise bar bezahlt. Es ist also soziale und nationale Pflicht jedes Volksgenossen, seine Käufe bei dem Bäcker sofort zu bezahlen. Wer das nicht tut, schädigt nicht nur seine Volksgenossen und gefährdet die Existenz des Bäckers, sondern er treibt auch Sabotage am Aufbauwerk der deutschen Ernährungswirtschaft. Die Einsichtnahme in die älteren Grundbücher und Grundbuchakten für sippenkundliche Zwecke stößt erfahrungsgemäß auf zwei Schwierigkeiten. In einzelnen deutschen Ländern ist diese Einsicht mit der Erhebung einer Gebühr verbunden, die nach der Zahl der eingesehenen Grundbuchblätter mit einem gleichbleibenden Satz für jedes Grundbuchblatt (in Preußen 50 Pf.) berechnet wird. Wo die alte Grundbuchbezeichnung nicht bekannt ist, müssen aber die vorhandenen Grundbücher Blatt für Blatt durchgesehen werden. Das Gleiche ist der Fall, wenn eine Auswertung der Grundbücher beispielsweise für die Flurnamensammlung, oder sonstige heimatkundliche Zwecke erfolgt. Es entstehen dann Gebühren, die für den betreffenden Forscher, der zumeist für feine Arbeit keine Entschädigung erhält, nicht tragbar sind. Sicherstellung der deutschen Ernährung aus deutscher Scholle und ohne Devisen erfordernde Einfuhr ist ein dringendes Gebot der nationalen „Der Zeuge wollte anfangs die Strafanzeige unterdrücken, weil der Beschuldigte versprach, ihm den Mund mit einem Klafter Buchenholz zu stopfen." * „Als ich zur Namensfeststellung schritt, sagte der Beschuldigte, ich sei ein Esel. Letzteres kann mir das ganze Dorf bestätigen." * „Der Dieb wurde vom Eigentümer überrascht und mit Schimpfwörtern bedacht, die er aber ebenfalls Oie Bäcker an ihre Kundschaft Bitte gleich bezahlen! scheidend. NS.-Lehrerbund, Gießen. Abl. höhere Schule. Deutschkundliche Fachschaft. , Unsere nächste Sitzung findet Freitag, 21. Ium, in der Oberrealschule statt. Beginn 16)4 Uhr pünktlich. Gäste sind willkommen. Dr. Kiefer, Fachschaftsleiter. Sicherung der Verwaltung in den hessischen Gemeinden. Lpd. Als Führer der Landesregierung hat der Reichsstatthalter in Hessen mit Zustimmung des Reichsministers des Innern das folgende Gesetz beschlossen, das im Namen des Reichs verkündet wird: Artikel 1: Die städtischen Bürgermeister und besoldeten Beigeordneten, sowie die Berufsbürgermeister in Landgemeinden, deren Amtszeit auf Grund des § 1 der Verordnung zur Sicherung der Verwaltung in den Gemeinden vom 20. März 1933 für beendet erklärt worden ist, erhalten ihre Besoldung bis zum Ablauf des Vierteljahres, das auf den Monat folgt, in dem die Amtszeit für beendet erklärt worden ist, lunb alsdann Ruhegehalt nach Artikel 60 oder 61, j Absatz 1 der Hessischen Gemeindeordnung vom einsteckte. Drei Malergeneraiionen. Von Georg von der Dring. Als mein Großvater Georg Friedrich Suhren auf der Wanderschaft vom Balkan über Wien wieder nach Deutschland kam, ist ihm vor den Toren von Leipzig ein weißer Pinscher zugelaufen. Er nahm den Hund, der ihn nicht mehr verließ, nut m feine Heimat, in die kleine Hafenstadt an der Weser, und er nannte ihn Ruffel. Wenig später, in einem Winter zu Anfang der sechziger Jahre, malte er vom Rüssel ein Bild. Die Fenster der Werkstadt waren überfroren, die Stadt lag im Schnee, und der Strom führte Treibeis. Es war stille Zeit im Geschäft. Und also stellte der Großvater einen Schemel auf, hieß Rüssel die Pfoten darauflegen, versprach ihm Zucker, wenn er stillhalten würde, und begann ihn zu malen. Der Rüssel war ein braver Hund und verstand seinen Herrn. Manchmal aber wurde ihm die Aufgabe doch zu schwer, dann glitt er, klack! vom Schemel, und der Maler mußte aus per Phantasie Weiterarbeiten. Manchmal trat em junges Mädchen in die Werkstatt und durfte das Bild beurteilen. Sie liebten sich, und sie wurde tue Frau des Malers und war meine Großmutter. Von ihr weiß ich die Geschichte, und wenn sie chrem keinen Enkel später das Bild zeigte und ihm vom Rüssel erzählte, der längst tot war, so hat sie, wie mir heute scheint, auch von der Liebe gesprochen. 3n b» Wi°g° lag -in Töchterchen; da- war me.ne Multer. Und als der Siebzm-r Kneg kam, la« barm ein Sahn mit dem Namen Theodor Als Theodor Suhren ein Junge war und seine ersten Ä-lchnun- gen machte, erkannte der Großvater fern Talent und faßte den Plan, ihn ausbilden zu lassen. Mem On- fei durfte auf die Kunstfchulen «e.hen. und er war in Hamburg, in Düsseldorf und tn München. D e Reise von München war weit und teuer.unbfo tarn er selten nach Hause, nicht einmal ZUmWeih- nachtsfest. Dafür wurde ihm em großes Paket ge schickt, und die Großmutter pflegte dann meine ersten Kinderzeichnungen, lauter fahnengeschmu Segelschiffe, dem Onkel ins Weihnachtspaket zu legen. Ich weiß nicht mehr ob dieser Gedanke von mir ausginq; es ist gut möglich, denn ich bebte mei nen Onkel und dachte an ihn, fo klein i$ man Und dann war er eines Tages doch gekommen uno schenkte den Großeltern ein Bild von sich, em Selbst bildnis, das er in seinem Atelier in Nymphenburg vor dem Spiegel gemalt hatte, und es wurde ge- rahmt und hing an der Wand Es hing noch an der Wand, als er uns wieder verlassen hatte und nach Storttamerita gegangen war, mn sich dort ©ft* stenz zu gründen. Er hat sie gefunden und arbeitet immer noch, ein alter Mann. Hier aber, in meinem Hause, wenn ich sein Selbstbildnis anschaue, ist all das lebendig geblieben, was einst gewesen ist: Der Großvater, dessen liebster und höchst unbürgerlicher Traum es war, einen Künstler als Sohn zu besitzen ... der Sohn, der die Heimat auf immer verließ ... und ich, von dem man in der Kindheit voraussagte: Er wird einmal ein Maler werden wie die beiden. Der Großvater starb, und Onkel Theodor lebte in Amerika. Eines Tages stand ich vor der Kunstschule in Berlin, die sich damals noch in dem alten Gebäude an der Klosterstraße befand, und drückte die schwere Tür auf. Auch ich betrat den Weg, den der Großvater für gut gehalten hatte; aus seinen Ersparnissen habe ich die Kosten meines Studiums bestritten. Dann kam der Krieg. Als ich 1919 heimkehrte und jene beiden Bilder, den Rüssel und das Selbstbildnis des Onkels, in meinem Zimmer an die Wand hängte, zeigte es sich, daß ich durch Zeit und Leid einer der ihren geblieben war. Wir waren jetzt drei, und es war immer noch so wie einst- Wir hatten anderen Gewinn als Geldeswert und Geld. Ich suchte die halb vertrockneten Farbtuben wieder hervor. Mein kleiner Sohn und ich, wir holten uns Blumen aus dem Moorland, und es waren Sauerampfer und Klee, Skabiosen und Weidenröschen. Dieser Strauß wurde in einen braunen Krug gestellt und alsdann gemalt. Ich besaß damals einen hellen Kellerraum als Atelier. Links lagen Kohlen und Torf. Rechts stand das alte Fahrrad meines gefallenen Freundes, das ich geerbt hatte. Wir waren arm. Das ganze Volk roar arm; nur die Schieber rasten draußen in ihren Autos vorüber und kalkulierten nach dem Dollarftand. Das alles ist gewesen. Die Zeit schlägt ihre Wellen durch jedes Herz. Aber immer wird es solche Menschen geben wie den Großvater Suhren und den Onkel Theodor. Das fällt nicht aus der Welt. Wisent und Bison. über die eiszeitliche Form des Bisons (Bison priscus) sind wir aus den Slelettfunden in diluvialen Schichten und aus Zeichnungen an Höhlenwanden besonders in Südfrankreich und Bordspanien so gut unterrichtet, daß wir einen Vergleich mit den noch beute in Europa und Amerika lebenden Wildrmdnn. dem Bison und dem Wisent, anstellen können. Der Wisent vereinigt mit seiner beachtlichen Gröhe von Mannshöhe und einem Gewicht von fast zwanzig Zentner eine gewisie Eleganz und Leichtigkeit, wie Dr. Richard Rein in der im Hugo Bermuhler Verlag» Berlin «scheinende« Monatsschrift »Der nur Interesse'daran, daß die Eintragungen, die sich Präsidenten zur Herbeiführung der Genehmigung auf die gegenwärtigen Verhältnisse des Grundstücks I des Herrn Neichsministers der Justiz zu wenden. Wirtschaft. Um dieses Hochziel zu erreichen, hat der Reichsnährstand in zielbewußter Weise eine Organisation der deutschen Ernährung in die Wege geleitet, die bereits in der abgelaufenen Zeit ihre Früchte getragen hat. Millionenbeträge von Devisen konnten eingespart werden. Trotzdem trat keine Verknappung oder Preissteigerung des Brotes ein. Gleichzeitig vollzieht sich die Wiedergesundung des deutschen Bauernstandes. Cs ist klar, daß ein solcher Erfolg nur durch soziale und opferbereite Mitarbeit aller Beteiligten erreicht werden kann. Die in diesen Tagen in Kraft getretene Brotmarktordnung stellt den Abschluß der großen Marktbehörde der kommunistischen Partei angehört oder sich in ihrem Sinne betätigt haben. Auf Antrag des ausgeschiedenen Bürgermeisters entscheidet die Aufsichtsbehörde über das Dorliegen von Bedürftigkeit, über die Gewährung einer Beihilfe, sowie über ihre Höhe und den Zeitpunkt der Auszahlung der für die zurückliegende Zeit fällig gewordenen Beträge. Artikel 3: Die Besoldung nach Artikel 1 und die Vergütung gemäß Artikel 2 Absatz 1 bemessen sich nach den auf Grund der Angleichsvorschrif- ten (§ 40 des Reichsgesetzes vom 30. Juni 1933) erlassenen Anordnungen und Richtlinien. Deutsche Arbeitsfront. 3XS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude-. Schiffenbergfest am 29. und 30. Juni. — Konzert in der Kirchenruine. Arn Abend des 29. Juni findet in der Kirchenruine auf dem Schiffenberg erstmalig ein Jnstrumental- konzert mit Chor statt. Das Collegium musicum, der Akademische Gesangverein unter Leitung von Professor Temesvary bringen zwei Chöre von Mozart und eine Serenade für Streichorchester und Paukenspiel. Die Mitwirkung einiger Mitglieder des Stadttheaters ist ebenfalls zugesichert. Die Kirchenruine wird feierlich erleuchtet. Eintrittspreis 30 Pf. Eingeladen find alle Volksgenossen von Gießen und Umgegend. Heber bas Wesen der Musik. Am Freitag, 21. Juni, hält Professor Teines- v a r y den Schlußvortrag seiner Vortragsreihe „lieber das Wesen der deutschen Musik". Der Vortrag beginnt um 814 Uhr abends im Großen Hörsaal. Es spielt das Waltraut-Schättler-Quartett, das an einem anderen Tage schon viele Freude ausgelöst hat. Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Wissenschaft im Dienste des Volkes. Am kommenden Donnerstag, 20. Juni, findet im Physikalischen Institut, Stephanstraße 24, ein Ex- perimental-Vortrag des Herrn Professors Gerth- sen statt über das Thema „Die Erforschung des Durchganges der Elektrizität durch Gase", eines der interessantesten wissenschaftlichen Themen, die auch dem Laien zweifellos viel Freude bringen. Die Erforschung des Durchganges der Elektrizität durch Gase, die bis auf den heutigen Tag noch nicht zum Abschluß gekommen ist, vermittelte zunächst eine Fülle von wundervollen Aufschlüssen über das Wesen des Stoffes und die Natur der Strahlung. Daß sie auch die Grundlagen einer gewaltigen Industrie geschaffen hat, daß die ärztliche Wissenschaft ihr gewaltige Hilfsmittel entlehnen konnte, ist die Auswirkung des Forschers und kennzeichnet feinen Dienst am Volke. Rheinfahrt auf den 14. Juli verschoben. Wegen des in Koblenz stattfindenden Gauparteitages des Gaues Koblenz hat uns die Reichsbahn in letzter Stunde den beabsichtigten Zug nach dem Rhein nicht genehmigt. Unsere Rheinfahrt wird deshalb verschoben auf Sonntag, 14. Juli. Oie Pfarrstelle der Matthäusgemeinde. Wie nunmehr feststeht, wird die Pfarrstelle der Matthäusgemeinde in Gießen nicht besetzt, sondern sie ist dem Propst a. D. Knodt zur dauernden Versetzung übertragen worden. Propst a. D. Knodt wird also die Pfarrstelle dauernd verwalten, nachdem er bisher nur mit der einstweiligen Seelsorge in der Matthäusgemeinde beauftragt roar. Propst a. D. Knodt stammt aus einer Pfarrersfamilie und studierte in Gießen, Berlin und Basel Theologie. Nach der Schlußprüfung in Gießen und der Kandidatenzeit in Friedberg wurde er in Gießen in der Johanneskirche am Weihnachtsheiligabend 1905 ordiniert. Dann roar er Assistent des Pfarrers Dr. Naumann. Im Frühjahr 1906 übersiedelte er in die evangelische Diaspora in Steiermark, wo er bis 1908 Vikar in Graz roar. Dann wirkte er kurze Zeit in Mainz, hieraus als Pfarrverwalter in Hopf- mannsseld (Kreis Lauterbach), von 1910 bis 1920 in Schornsheim (Rheinhessen), dann bis 1927 in Wimpfen am Neckar, hierauf bis 1934 an der Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Tollwut. Von Dr. meb. vet. H. Müller. Die schwerste Hundekrankheit ist die Tollwut, die Hundswut, durch welche zunächst nicht bloß die übrigen Hunde und Haustiere, sondern auch Menschen aufs höchste gefährdet werden. Gewöhnlich tritt diese fürchterliche Seuche erst bei älteren Hunden ein, zumeist im Sommer bei sehr großer Hitze oder im Winter bei allzugroßer Kälte. Man erkennt die Wut daran, daß der Hund zunächst sein früheres Betragen ändert, tückiscd-freundlich wird und gegen seinen Herrn knurrt, oabei eine unae- wöhnliche Schläfrigkeit und Traurigkeit zeigt, beständig warme Orte aufsucht, öfters nach dem Futter schleicht, ohne zu fressen, begierig Wasser, aber immer nur in geringer Menge zu sich nimmt und sich überhaupt unruhig und beängstigt gebärdet. Untrügliche Kennzeichen sind, auch, daß er feine Stimme ändert, indem der Anschlag in ein rauhes, heiseres Heulen übergeht, daß er seine Freßlust verliert, nur mit Beschwerlichkeit schlucken kann, geifert, einen trüben Blick bekommt, gern viel fort- geht, ungenießbare Körper beleckt und verschlingt, ei zunehmender Krankheit um sich schnappt und ohne Ursache beißt. Im Verlause der Krankheit tritt aewöhnlich Verstopfung ein, die Ohren werden schlaff, das kranke Tier läßt den Schwanz hängen, sein Auge wird matt, der Blick schielend. Später rötet sich das Auge und wird entzündet. Der Hund ist unempfindlich für Liebkosungen, achtet nicht mehr auf des Herrn Befehl, wird immer unruhiger und scheuer, sein Blick starr oder feurig, der Kopf senkt sich tief herab, Augen- und Backengegend schwellen an, die Zunge wird stark gerötet und hängt aus dem Maule, an dessen Seiten zäher Schleim herabläuft. Bald knurrt er bloß noch, ohne zu bellen, kennt auch Personen und zuletzt seinen eigenen Herrn nicht mehr. So sehr er nach Getränk lechzt, so wenig vermag er es hinabzuschlingen; selbst wenn es ihm gewaltsam beigebracht wird, verursacht es ihm Würgen und krampfhaftes Zusammenziehen der Schlundmuskeln. Er legt sich nicht mehr nieder, sondern schleicht schielend mit gesenktem Schwanz unruhig umher. Jetzt erst entwickelt sich die Krankheit entweder zur stillen oder zur rasenden Wut. Bei der stillen Wut (melancholisches Stadium) sind die Augen entzündet, aber trübe und starr, die Zunge wird bläulich und hängt oft weit aus dem Maule heraus. Weißer Schaum überzieht die Mundwinkel; das Maul ist immer offen, der Unterkiefer gelähmt. Der Trieb zum Umherlaufen und Beißen ist nicht ausgeprägt. Das bedauernswerte Tier ist gegen äußere Einwirkungen unempfindlich und magert rapid ab. Die „rasende Wut" ist dadurch gekennzeichnet, daß die Tiere einen ungewöhnlichen Bewegungsdrang haben, umherschweifen und Gegenstände, wie Stroh, Nägel, Steine, Holz usw. verschlingen, in die Luft schnappen und gerne beißen. 10. Juli 1931 in der Fassung des Artikels 8 des zweiten Teils der Ersten Hessischen Verordnung zur Durchführung der deutschen Gemeindeordnung vom 1. April 1935. Artikel 2: Die übrigen Bürgermeister in Landgemeinden erhalten im Falle der Bedürftigkeit von der Gemeinde bis zum Ablauf des Vierteljahres, das auf den Monat folgt, in dem die Amtszeit für beendet erklärt worden ist, ihre Vergütung weiter. Nach Ablauf dieser Zeit können sie, soweit sie gemäß Artikel 2 des Versicherungsgesetzes für gemeindliche Beamte versicherungspflichtig gewesen sind, im Falle der Bedürftigkeit von der Gemeinde eine jederzeit widerrufliche Beihilfe erhalten. Diese Beihilfe wird jedoch nicht über den Zeitpunkt hinaus gewährt, in dem die Amtszeit bei regelmäßigem Ablauf beendigt gewesen wäre. Die Bestimmungen gelten n i ch t für Bür- germeister, die nach der Feststellung der Aufsichts- Raturforscher" ausführt; der vordere Teil des braunwollig behaarten Körpers überwiegt nicht so mächtig wie bei seinem Vetter, dem amerikanischen Biton. Dieser ist braun-schwarz wollig, und die auffallend starke Mahne geht bis fast zum Erdboden. Wahrend die Hörner beim Wisent kräftig gekrümmt sind, haben sie beim Bison eine kurze stumpfe Gestalt und sind von der Stirnbehaarung zum Teil bedeckt. Für beide Wildrindarten bestand lange Zeit die Gefahr des völligen Aussterbens. Man hat aber sowohl in Amerika als auch in Europa die Bestände durch verständnisvolle Hege wieder so bochbringen können, daß in der neuen Welt schon wieder rund 30000 Stück gezählt werden und daß dem Rückgang auch bei uns Einhalt geboten werden konnte. Das letzte Exemplar des europäischen Wisents auf deutschem Boden wurde 1755 zwischen Tilsit und Labiau geschosien. Bor dem Weltkrieg gab es in dem bekannten Urwald von Bialowies noch eine Herde von annähernd 700 Stück, die aber in den Wirren der russischen Revolution in unsin- niger Weise vernichtet wurden. Unter der Parole „Wisent in Rot" hat nach dem Kriege, besonders in Deutschland, eine Bewegung zur Erhaltung dieser vom Untergang bedrohten Wildart eingesetzt, und eine Reihe amtlicher Stellen und manche Private nahmen sich der Zucht an, in der auch bald erfreuliche Ergebnisie erzielt wurden. 3n gleicher Weise ist man in Schweden vorgegangen, und auch die polnische Regierung hat die Wisentzucht in den Wäldern von Bialowies wieder ausgenommen. 3m Jahre 1923 wurde in Frankfurt a. M. eine 3nter- nationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents gegründet. 3m vorigen Jahre sind die deutschen Wisentzüchter und -Halter zu einer Reichsfachschaft unter Leitung des Reichsjägermeisters Hermann Göring zusammengefaht worden, die in den drei Wildgehegen (Saupark Springe, Schorfheide und Boihenburg) und in den drei Zoologischen Gärten von Berlin, Hellabrunn und Königsberg über einen Bestand von zwanzig reinblütigen Wisenten und ungefähr ebensoviel Kreuzungstieren verfügt. - Die Hauptaufgabe der Wisentzucht ist die Reinzucht. Man ist bestrebt, das Bisonblut aus den Kreuzungen immer mehr herauszubringen. »Durch diese „Derdrängungszucht" ist es gelungen, die Zahl der Tiere mit Wisentblut auf einer größeren Höhe zu halten. Jedenfalls ist es durch diese Maßnahmen unter Zusammenwirken aller Beteiligten möglich geworden, das urigste deutsche Wild zur Freude aller Dvlksgenosten, die Sinn für Ratur, Jagd und altdeutsche Überlieferung haben, vor dem Aussterben zu retten.“ Als erste Hilfe beim Biß durch ein tollwutkrankes Tier ist erforderlich: Sofortige Meldung beim Arzt! Bis dieser kommt, brenne man die Wunde innerhalb der ersten fünf Minuten nach dem Biß bei Rotglühhitze aus und schnüre das Glied fest ab. Man handle sofort. Wer die unverzügliche Herbei- ziehung des Arztes unterläßt, riskiert sein Leben. Der Gebissene wird vom Arzt ohne Verzug der von Pasteur angegebenen Tollwutbehandlung zugeführt, die in den eigens dazu eingerichteten Instituten vorgenommen wird. Für den Erfola ist vor allem der frühzeitige Beginn der Behandlung Stadtkirche zu Offenbach, sodann bis November 1934 Propst der Propstei Oberhessen, seit Februar 1935 ist er Verwalter der Pfarrstelle der Matthäus- gemeinde. Katsche Reichsbanknoten zu 50 Mark im Umlauf. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: In den Tagen nach Pfingsten wurden in oer- schiedenen süddeutschen Städten viele falsche Reichs- banknoten zu 50 RM. mit dem Ausgabedatum 11. Oktober 1924 angehalten. Die meisten Falschscheine tragen die Nummern A 9227805, C 7666554 und F 8 810161. Kennzeichen: Papier gering schwächer, mitunter weißer als bas echte, falsche Pflanzenfasern, vereinzelt in dem pasteartigen Aufdruck gelagert: Wasserzeichen durch Aufdruck mit verschwommener Zeichnung schwach nachgeahmt. Auf der Vorderseite ist meist in dem stark glänzenden männlichen Bildnis der Nasenrücken schmäler gehalten, die Unterlippe ist linienartig begrenzt, und an dem linken Ohr, vom Beschauer aus gesehen, fehlt in seinem oberen vorderen Teile der aus echten Noten gut sichtbare Ohrmuschelansatz. Aus der Rückseite ist das Druckbild allgemein Heller, die Wortzahl „50" in der linken unteren Ecke ist nicht in der Mitte der Kreisrosette, sondern meist tiefer und nach rechts gestellt. Aus der Reihenfolge der Orte, an denen die Falschscheine angehalten worden sind, ist ersichtlich, daß die Scheine von reisenden Verbreitern abgesetzt sind. Die Verbreiter sind Ortsfremde und suchen zum Absatz ihrer Falschnoten meist offene Ladengeschäfte auf, in denen sie eine Kleinigkeit einkaufen. Für Mitteilungen, die zur Ergreifung der Hersteller oder Verausgaber der Falschscheine bzw. zur Ermittlung der Fälscherwerkstatt führen, ist vom Reichsbankdirektorium eine Belohnung bis zu 3000 RM. ausgesetzt. Verbilligtes Pflaumenmus. Mit Hilfe der vom Reichsminister der Finanzen, sowie von der rübenbauenden Landwirtschaft und der Zuckerindustrie zur Verfügung gestellten Mittel war es seinerzeit möglich, die Bevölkerung seit Beginn des Jahres mit einer in ihrer Qualität vorzüglichen Vierfrucht- und gemischten Marmelade, sowie mit Apfelnachpressegelee zu versorgen. Die für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Mengen sind nunmehr aufgebraucht. Um die Bevölkerung aber auch weiterhin mit einem billigen und doch hochwertigen Brotaufstrichmittel aus deutschem Obst und Zucker zu versehen, hat der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand eine Fortführung der Maßnahme durch Verbilligung von Pflaumenmus angeordnet: Das verbilligte Pflaumenmus wird nicht, wie bisher, zu 42 Pfennig, sondern zu einem Klem- verkaufshöchstpreis von 32 Pfennig je Pfund im Laden abgegeben und steht voraussichtlich vom 25. Juni ab in allen Geschäften zur Verfügung. Besonderer Wert wird wieder auf die Qualität des Pflaumenmuses gelegt. Die Qualitätsvorschriften sind deshalb verschärft worden, so daß dem Verbraucher trotz erheblicher Verbilligung ein in der Qualität wesentlich verbessertes Brotaufstrichmittel geboten wird. Die Durchführung der Maßnahme liegt in der Hand der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft. vornottzen — Tageskalender für Mittwoch. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Schulungsabend der Politischen Leiter im Lokal „Tannhäuser". Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr, Ortsgruppen-Schulungsabend im Cafö Leib. Ortsgruppe Gießen-Mitte: 20 Uhr, Singstunde im Schipkapaß. — NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad: 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der bunte Schleier". — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr: „Der Hochtourist". — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 20 Uhr, Kameradschaftsabend im Unteroffizier-Heim in der neuen Kaserne. — Deutsches Rotes Kreuz Alice-Frauenverein, Ortsverein Gießen: 14.30 Uhr, Mitgliederversammlung im Hörsaal des Physiologischen Instituts, Friedrichstraße. — Bezirk Oberhessen der Deutschen. Lebensrettungs- Gesellschaft: 19 bis 20 Uhr, Lehrgang zur Prüfung für den Grund-, Leistungs- und Leyrschein in der Müllerschen Badeanstalt. — Gießener Fünfziger- Vereinigungen: 21 Uhr, Besprechung der Führer über die gemeinschaftliche Waldpartie zum Lud- wigsbrunnen im Bahnhofsrestaurant. — Die Gesellschaft Liebig-Museum Gießen hält am Sonntag, 23. Juni, ihre Hauptversammlung ab. Gleichzeitig wird damit der dritte Familientag der Nachkommen von Justus von Liebigs Eltern verbunden sein. Auf die heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht. * ** Auszeichnung von Gießener Feuerwehrführern. Die langjährigen Mitglieder der Gießener Freiwilligen Feuerwehr, Brandmeister W. R ö d i g e r, Schriftführer Bourgeois und Geräteführer H. K r a u ß , wurden für verdienstvolle Tätigkeit in der Wehr durch die Verleihung des Hessischen Feuerwehr-Ehrenkreuzes ausgezeichnet. Die Ehrenzeichen wurden ihnen am Montagabend bei einem Feuerwehrappell überreicht. ** E i n Siebzigjähriger. Arn morgigen Donnerstag, 20. Juni, kann Sattlermeister Fritz Groß, Neuenweg 32, feinen 70. Geburtstag feiern. .Der Jubilar ist, insbesondere durch seine berufliche Tätigkeit, eine in Gießen und weiter Umgebung sehr bekannte Persönlichkeit. Im Jahre 1893 gründete er sein Geschäft, das er zu beachtlicher Höhe führte. Noch heute arbeitet er unermüdlich mit. Herr Groß, der in den Jahren von 1885 bis 1888 bei dem Dragoner-Regiment Nr. 23 in Darmstadt diente, ist ein Mitbegründer des im Jahre 1907 gegründeten Kavallerie-Vereins Gießen. Regelmäßig besucht er die Mitgliederversammlungen. Von Seiten des Vereins wurde ihm auch eine dementsprechende Anerkennung zuteil. Der Jubilar ist seit dem Jahre 1893, also seit 42 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Arbeitsjubiläum. Am morgigen Donnerstag, 20. Juni, kann der Feinmechaniker Karl Flett, Seltersweg 55, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Ernst Leitz, Optische Werke, Wetzlar, zurückblicken. ** Schulpersonalie. Uebertragen wurde dem Studienrat an der Weidig-Werner-Oberreal- schule in Butzbach Theodor Schweisgut eine Studienratsstelle an der Oberrealschule zu Alsfeld mit Wirkung vom 17. Juni 1935 an. **36LandhelferausEffen trafen gestern mittag auf dem hiesigen Bahnhof ein, wo sie im Bahnhofsrestaurant verpflegt wurden. Nach der Aufteilung durch das Arbeitsamt wurden sie auf den Weg nach dem Vogelsberg in der Richtung Fulda und Gelnhausen gebracht. ** Schützt die Eidechse! Sonnige Abhänge, Steinhalden, sonnige Raine, Wurzelstöcke in Walb- blößen, auch Hecken und Zäune sind die Aufenthaltsorte unserer nützlichen einheimischen Eidechsen. Sich sonnend, liegen die flinken Tierchen auf der Lauer und spähen nach Beute. Vor ihrem umsichtigen und klugen Auge ist die Mücke im Fluge nicht sicher. Auch der Falter am Blumenkelch fällt ihrer Gewandtheit zum Opfer, Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Larven, Grillen und Heuschrecken bilden ebenfalls ihre Nahrung. Darum schützt die Eidechsen! Sie vertilgen als Feld-, Wiesen- und Waldpolizei viele Schädlinge! Deutschlands schönste Eidechse ist die prächtige grüngefärbte Smaraad- eidechse. Andere Arten unserer Heimat sind die Zaun-, die Berg- und die Mauereidechsen. Mit den Eidechsen verwandt ist die Blindschleiche, ein harmloses, ebenfalls sehr .nützliches schlangenähnliches Tierchen, das in Wiesen und lichten Buchenbeständen nach Nacktschnecken und Regenwürmern jagt. Amtsgericht Gießen. Eine Gastwirtstochter aus L. hatte im Januar im Auftrage ihres Vaters die Gastwirtschaft über die Polizeistunde hinaus offen gelassen. Hierfür erhielt sie durch Strafbefehl eine Strafe in Hohe von 20 RM. (evtl. 4 Tage Haft) wegen Uebertre- tung des Gaststättengesetzes. Gegen diesen Strafbefehl legte die Verurteilte Einspruch ein. Gestern fand vor dem Amtsgericht Gießen die Hauptverhandlung statt, die in der Beweisaufnahme keine tatmildernden Umstände für die Angeklagte ergab, so daß das Gericht auf dieselbe Strafe wie im Strafbefehl erkannte. Zwei Gießener Wasserhäuschen-Jnhaber verkauften im April an einem Sonntag an Kunden, die nicht als Gäste bei ihnen verkehrten, Tabak- waren. Hierfür erhielten beide einen Strafbefehl in Höhe von 5 RM. (evtl. 1 Tag Gefängnis) wegen Vergehen gegen die Gewerbe-Ordnung in Verbindung mit dem Arbeitszeitgesetz. Gegen diesen Strafbefehl legten beide Einspruch em. Gestern fand vor dem 2lmtsgerki)t die Hauptverhandlung statt. Es ergaben sich auch hier für beide Angeklagte keine strafmildernden Tatumstände, so daß es unter weiterer Kostenbelastung bei den vorerwähnten Strafen verblieb. Weiterhin stand eine Strafsache wegen Diebstahls im Rückfall an, die aber ausgesetzt werden mußte, da der Angeklagte zur Hauptverhandlung nicht erschienen war. Nach Vollzug des erlassenen Haftbefehls wird neuer Termin zur Hauptverhandlung anberaumt werden. Kleine Strafkammer Gießen. Der 42jährige R. H. aus Gießen, der am 5. Oktober 1934 einem Verwaltungssekretär des Wohlfahrtsamtes ins Gesicht schlug und bei seinem Weggehen die Beamtenschaft mit den gemeinsten Ausdrücken beschimpfte, erhielt am 11. Januar 1935 von dem Amtsgericht Gießen eine Gesamt- gefängnisftrafe von 4 Monaten. Gegen dieses amtsgerichtliche Urteil wurde Berufung eingelegt. Gestern hatte er sich vor der Kleinen Strafkammer zu verantworten. Nach eingehender Beweiserhebung erkannte die Kleine Strafkammer das Urteil des Amtsgerichts unter Verwerfung der Berufung an. Der Frz. Jos. H. Sch. aus Herbstein, der eine alte Schuld mit einem bereits ungültigen 20-Mark- schein bezahlte, wurde vom Amtsgericht Herbstein wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe v o n 2 Monaten verurteilt. Infolge Berufung wurde gestern die Sache vor der Kleinen Strafkammer verhandelt, die nach der Beweiserhebung zu Gunsten des Angeklagten annahm, daß dieser sich nicht bewußt war, daß er mit einem ungültigen 20-Mark-Schein bezahlte. Das Gericht erkannte auf Freisprechung. Der K. H. aus Rodheim, der am 10. Dezember 1934 mit einem Langholzfuhrwerk die Straße Langd—Hungen befuhr und an einer Kurve sich zu weit auf der linken Seite der Fahrbahn hielt, so daß durch dieses unvorschriftsmäßige Fahren eine Radfahrerin zu Fall kam und durch lieber» fahren eine Quetschung der rechten Hand davon- trug, wurde vom Amtsgericht Nidda zu einer Geldstrafe von 50 Mark (evtl. 10 Tage Gefängnis) verurteilt. Infolge Berufung fand gestern die Hauptverhandlung vor der Kleinen Strafkammer statt, in der Freispruch erfolgte, da die Schuldfrage nicht einwandfrei geklärt werden konnte. Heist uns helfen! Rotkreuztages 1935. Oer Sinn des Am 22. und 23. Juni werden die Angehörigen des Deutschen Roten Kreuzes, die Rotkreuzschwestern und Sanitätsmänner allerorten, in Stadt und Land, auf allen Straßen und Plätzen das Abzeichen des diesjährigen Rotkreuztages verkaufen: eine hübsche kleine Plakette, die eine Rotkreuzfahne auf weißem Grunde zeigt und die Inschrift trägt: Helft uns helfen! Dieses Rotkreuzabzeichen ist ein Erzeugnis aus Kunststoff, bei dessen Aufbereitung aus Steinkohle bereits deutsche Arbeiter Lohn und Brot gefunden haben. Wer diese Plakette kaust, hilft unmittelbar dem Deutschen Roten Kreuz, mittelbar aber auch notleidenden Volksgenossen in einer Stabt, die seit Jahrhunderten der deutschen Puppenindustrie aufs engste verbunden ist, Reustadt bei Koburg, der Stabt bes Deutschen Puppen- mufeums. Infolge des starken Rückganges der Ausfuhr ist in diesem Städtchen der bayerischen Ostmark fast die Hälfte der 9000 Einwohner erwerbslos und wird öffentlich unterstützt. Kaum eine Stadt in Deutschland hat eine so erschreckende hohe Zahl von Arbeitslosen aufzuweisen wie Neustadt bei Koburg, das von der bayerischen Staatsregierung als ärmste treisunmittelbare Stadt Bayerns bezeichnet und zum Notstandsgebiet erklärt worden ist. Bei der Herstellung der Rotkreuzplakette in mehreren Millionen Stücken haben Hunderte von Heimarbeitern über ein Vierteljahr lang wieder Lohn und Brot gefunden. Der Rus „helft uns helfen!" ergeht an alle deutschen Volksgenossen. Sie mögen sich nicht nur am 22. und 23. Juni, sondern auch ständig daran erinnern, daß nach dem Stande von Ende 1934: 1303 671 Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes, Schwestern, Hilfsschwestern, Samariterinnen und Sanitätsmänner in ständiger Bereitschaft gehalten werden, um bei plötzlich auftretender Not und Gefahr sofort helfend etngreifen zu können. 7086 ständige Rettungswachen und Unfallhilfsstellen des Roten Kreuzes sind im Deutschen Reich vorhanden, ferner 25 655 Unfallmeldestellen und Depots von Krankenbeförderungsmitteln. Die Verbände des Roten Kreuzes verfügen über 626 eigene Krankenkraftwagen, 4239 Krankenfahrbahren und 29 881 Krankentragen. Dem Rettungsdienst zu Wasser dienen 87 Rettungsboote. Im vorigen Jahre ist von den Angehörigen bes Deutschen Roten Kreuzes 2 558 345 mal Erste Hilfe geleistet worben. Auf jebes ber 148 075 aktiven Mitglieder ber Sanitatskolon- nen kommen also im Durchschnitt jährlich 17 Hilfeleistungen! Der Ruf des Roten Kreuzes „Helft uns helfen!" wird nicht ungehört verhallen. Denn mit den aufgeführten Einrichtungen und Mitgliederzahlen ist bei weitern noch nicht genug getan. Die Reihen müssen gestärkt werden. Sie stehen jedem Volksgenossen zur tätigen Mitarbeit offen. Jeder ist willkommen, der sich in den Dienst der Hilfsbereitschaft stellen will. Wer die Rotkreuzarbeit am 22. und 23. Juni durch Spenden auf ber Straße und in der folgenden Rotkreuzwoche durch Spenden für die Haussammlungen unterstützt, bringt damit seinen Dank für die selbstlose Arbeit der Tausende und aber Tausende von ehrenamtlich Tätigen im Roten Kreuz zum Ausdruck. Jeder Pfennig hilft helfen! Kundgebung der Gruppe „Gesundheitswesen" in der DAF. 3u den Vertrauensratswahlen in den öffentlichen staatlichen Betrieben. Auf Veranlassung des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger (Landesregierung) werden am morgigen Donnerstag, 2 0. Juni, in den öffentlichen staatlichen Betrieben Vertrauensratswahlen durchgeführt. In diesen betrieben bestanden bisher keine Vertrauensräte. In unserer Stadt werden morgen in den Universitätskliniken, in der Heilstätte Seltersberg, in der Provinzial-Heil- und Pflege-Anstalt und in der Provinzial-Pslege- anstalt die Dertrauensratswahlen durchgeführt. Aus Anlaß der bevorstehenden Vertrauensratswahlen in den Betrieben der Gruppe „Gesundheit" in der DAF. fand gestern abend im Caf6 Leib eine Kundgebung statt. Nach der Eröffnung durch den Geschäftsführer der Deutschen Arbeitsfront Gießen, Pg. Jung, nach der (Einbringung der Betriebszellenfahnen, einem gemeinsamen Lied und nach einem würdigen Gedenken für die Opfer der Explosionskatastrophe von Reinsdorf sprach der Kreiswatter der OAK.pa Wagner über den Sinn der Vertrauensratswahl. Der Redner beschäftigte sich zunächst mit dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit und betonte, daß der Nationalsozialismus nicht Patentlösungen für alle Wechselfälle des Lebens bereithalte, sondern sich darauf beschränke, einige unumstößliche Fundamentalsätze festzuhalten. Die Grundsätze des Nationalsozialismus feie nsittlich groß — betrachtet in der Gegenüberstellung zu der materialistischen Lehre eines Karl Marx. Diese sittlich großen Forderungen seien das Gewaltige in der Bewegung. Deshalb lasse sich Nationalsozialismus auch nicht aus Büchern erlesen, ober aus Gesetzeswerken studieren. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit bedürfe keiner spitzfindigen juristischen Auslegungen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem wirtschaftlichen Denken in der Zeit der Zünfte, in der nur die Leistung und der Charakter gegolten habe, und der Meister seine Meisterschaft zu beweisen hatte. Sie erstrebten damals die Vollkommenheit der Leistung. Nach dem Ideal jener Meister müßten wir wieder streben. Nach der französischen Revolution sei dieser Gedanke der vollkommenen Arbeit abgelöst worden durch den Gedanken an den Verdienst. An Stelle der sittlichen Begriffe sei die „Vernunft" getreten. An Stelle des patriarchalischen Verhältnisses zwischen Meister, Gehilfe und Lehrling sei das Vertrags- rechtliche Verhältnis getreten. Das innere Verhältnis der Menschen als solchen gleichen Blutes und gleicher Rasse ging völlig verloren. In der Wirtschaft machte man den Preis zum Wesent- lichen. Schon heute könnten wir diese geistige Hal- tung nicht mehr verstehen. In seinen weiteren Ausführungen stellte der Kreiswatter in der Sinndeutung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit heraus, daß die Arbeit aller dem Wohle der Volksgemeinschaft zu gelten habe. Das fei der wesentlichste Fundamentalsatz des Gesetzes. Die Fragen um uns müßten gelöst werden vom Geiste der Volksgemeinschaft aus. Die Volksgemeinschaft müsse sich die ersten Rechte aus» bedingen, denn der einzelne, und sei es der genialste Mensch, sei wertlos ohne die Gemeinschaft rings um ihn. Deshalb müsse Betriebs- und Volksgemeinschaft gefordert werden unter dem Generalnenner: „Arbeit im Dienst an der Volksgemeinschaft!" Der Redner ging bann auf bk Begriffe „Führer" unb „Gefolgschaft" ein. Man müsse unterschei- ben zwischen bem „Vorgesetzten", ber nur „kraft feines Amtes" befehle, unb bem Führer. Führer könne nur ber Beste ber Gemeinschaft fein. Der Führer habe Tag um Tag um Vertrauen zu kämpfen, er habe nicht nur Selbstverständlichkeiten zu erfüllen, sondern er solle Kamerad sein. Dem wahren Führer mühten die Seelen der Menschen seiner Umgebung zudrängen. Wenn diese Auffassung von Führer und Gefolgschaft Raum gewinne, dann würden sich die Dinge in unserem Vaterlande s o gestalten, wie es seit Generationen ersehnt sei. Wir kehrten damit zurück zum germanischen Geist der Treue und der Pflichterfüllung. Neu sei der Begriff des 23er- trauensrates, der die Verbindung zwischen der Betriebsführung und der Gefolgschaft aufrechtzuer- halten habe. Er sei in keiner Weise mit dem zu vergleichen, was der ftühere „Betriebsrat" dar» stellte. Der vertrauensrat habe keine andere Aufgabe als die, das Vertrauen zwischen Führer und Gefolgschaft zur Schicksalsgemeinschaft zu vertiefen. Er müsse die Kräfte zusammenführen. Er diene keiner Gruppe, sondern nur dem Volke. Wir alle mühten uns bewußt fein, daß wir auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind. Wir haben Treue zu hatten, wir müßten bereit sein, die Betriebsgemeinschaft zu erleben. In diesem Sinne solle die Vertrauenswahl in den öffentlichen Betrieben vor sich gehen. Nachdem der Kreiswatter der DAF., Pg. Wagner, noch in einigen grundsätzlichen Ausführungen über den Begriff des Treuhänders und der sozialen Ehre gesprochen hatte, ferner die Verantwortung der Gegenwärtigen den kommenden Generationen gegenüber herausgestellt hatte, schloß er feine Ausführungen, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Kanzler Adolf Hitler, dem gemeinsam gefangenen ersten Vers bes Horst-Wessel-Liebes und ber Ausbringung ber Fahnen ber Betriebszellen, fanb bie Kunbgebung ihren Abschluß. Musik, ausgeführt von Mitgliebern bes Musikzuges ber SA.-Stanbarte 16, verschönte den Abend. Oberhessen. 80 Jahre und 92 Jahre alt. Trais-Horloff, 19. Juni. Morgen, am 2 0. Juni, kann unser alter Schäfer Georg Karl Wilhelm Michel seinen 80. Geburtstag feiern. Seinen Beruf übt er freilich schon seit etlichen Jahren nicht mehr aus, erfreut sich aber noch einer guten Gesundheit, wenn es auch mit bem Laufen nicht mehr so gut geht, nachbem er im vergangenen Jahr einen Fall getan unb eine leichte Lähmung bes einen Beines baoongetragen hat Seine ganze Liebe sind auch heute noch die Schafe. Sein sonntäglicher Gang führt ihn ins Gotteshaus. Er wird aber noch weit übertroffen von unserem alten Gemeinde- und Kirchenrechner Heinrich Karl Hu blitz, der am 21. Juni seinen 92. Oe-* b u r t s t a g feiern kann. Er ist der zweitälteste Mann im ganzen Kirchspiel. Auch er ist noch körperlich und geistig gesund und ziemlich rüftig, so daß er noch leichte Hilfsarbeiten im Haushalt machen kann. Auch kann er noch allein spazieren gehen. Das Rechneramt hat er schon vor vielen Jahren seinem Sohn übergeben. Laubacher Ausschußfest * Laubach, 18. Juni. Am Montag und Diens« tag wurde zum 395. Male bas alljährliche HLima t f e st ber Laubacher, ber Ausschuß, gefeiert. Montag morgen um 8 Uhr begann bas Fest mit bem traditionellen Frühstück ber Hauptführer ber 13 Sekttonen beim Hauptmann, in biefem Jahre Konrad Wilhelm Högel. Mit Musik zogen die Hauptführer mit den Ehrengaben des Schießens auf den Marktplatz, wo inzwischen die einzelnen Sektionen angetreten waren. Dann ging es in geschlossenem Zuge in den Schloßhof, wo der vom Grafen gestiftete, festlich geschmückte Hammel und die Hammelgabe der Gräfin abgeholt wurden. Leider setzte $u Beginn des Festzuges starker Regen ein. Auf Dem Festplatz auf der „Hälle" wurden zunächst die heute noch lebenden ehemaligen Haupt- männer, 27 an der Zahl, durch Überreichung einer Gedenkmünze ausgezeichnet. Dann begann das traditionelle Hammelschießen. Diesmal war bester Schütze und Gewinner des Hammels der gräfliche Leibjäger Heinrich Melchior. Die Hammelgabe, ein Kleid, bekam Johann Friedrich Rühl, die Ehrengabe auf dem Gabenstand schoß Georg Franz, die 1. Gabe Heinrich Rühl VI., bie 2. Gabe Heinrich Melchior. In feierlichem Zuge würben ben fiegreichen Schützen bie Gaben ins Haus gebracht. Am Abenb unb noch während der Nacht herrschte frohes Volksfesttteiben. Dienstag vormittag begann ber alljährlich mit bem Ausschußfest burchgeführte Markt: er litt aber sehr unter starkem Regen. Großvieh war nur sehr wenig aufgetrieben, bagegen standen etwa 200 Ferkel zum Verkauf, bie zu Durchschnittspreisen von 20 bis 25 Mark restlos abgesetzt mürben. Auch bas althergebrachte Jugenbfest am Nachmittag mit ben traditionellen Kinberspielen verregnete. Stadtvorstandssihung in Alsfeld. A Alsfeld, 18. Juni. In der Sitzung des Stabtvorstandes am heutigen Dienstag gelangten die Rechnungen der Stadt-, Hospital- und Armenkasse sowie des Schlachthofes und der Gewerbeschule vom Rechnungsjahr 1933 zur 23orlaße. Die Betriebsrechnung ber Stabtkasse er- §ibt eine Einnahme von 633 401,59 Mark und eine Ausgabe von 556 689,08 Mark, so baß ein Rech- nungsreft von 76 712,51 Mark verbleibt. Die Betriebsrechnung bes stäbtischen Schlachthofes schließt in Einnahme mit 34 155,84 Mark, in Ausgabe mit 27 502,72 Mark ab, so baß ein Rechnungsrest von 6653,12 Mark verbleibt. Aus bem Betrieb würben zur Kapitalrücklage 8000 Mark überführt. Der Abschluß ber Rechnung ber Gewerbeschule gleicht sich mit 18 097,87 Mark aus. Bauprogramm ber Alsfelber Baugenossenschaft 19 3 5. Die Alsfelder Baugenossenschaft m. b. H. erbaut in diesem Jahre auf bem von ihr erworbenen Gelänbe an ber Hochstraße zehn Wohnhäuser. Hierdurch wird die Verlegung ber Wasserleitung borthin notwendig. Diese wurde genehmigt und der erforderliche Kredit bewilligt. Die Ausführung wurde ber Firma H. und A. R ö ß n e r (Alsfeld) übertragen. Mit den Arbeiten ist bereits begonnen worben, die Häuser sollen noch im Herbst bezugsfertig werden. Aenberung von Straßen- und Baufluchtlinien. DckS hessische Hochbauamt hat an den projektierten Straßen im Grund und verlängerte Landgraf-Hermann-Sttahe verschiedene Abänderungsvorschläge bezüglich Straßen- unb Dorgartenbreite gemacht. Diese wurden angenommen. Die erforderliche Zurücksetzung ber (Einfriebigungen erfolgt auf Kosten der Stabt. Bezüglich ber neu projektierten Straße zwischen Junkerngarten und Klostermauerweg wurde bie vorgeschlagene Aende» rung der Breite ebenfalls angenommen und im Gegensatz zu ber vom Hochbauamt vertretenen Auffassung gleichzeittg beantragt, daß an dieser Straße von untergeordneter Bedeutung keine mehrstöckigen Gebäude errichtet werden dürfen. Die Ausführung Beim oer« DieDmchsiihmngdesDeutschenÄgendfestesMS Hörer dankten mit lebhaftem Beifall. Gutspächter Isenberg dankte dem Redner, der Ortswalter der DAF., Pg. Gail, hielt die Schlußansprache. Mit dreifachem „Sieg-Hell!" auf den Führer und mit den beiden Nationalhymnen fand die Versammlung ihren Abschluß. — Die hiesige Dreschge- n o s s e n s ch a f t hielt bei Gastwirt Gg. Stumpf I. ihre Generalversammlung ab, die vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Konrad Eckstein, eröffnet wurde. Direktor Wilhelm Erb erstattete den Ge° Beginn 14.30 Uhr (Mädchen 10 bis 14 Jahre): Pestalozzi, und Schillerschule (etwa 270 Teilnehmerinnen). Teilnehmer am Sonntag: Beginn8Uhr: BdM. (etwa 280 Teilnehmerinen) und Kaüfmän« nische Berufsschule (Mädchen 15 bis 18 Jahre) (etwa 50 Teilnehmerinnen). 3. Sportplatz der Spielvereinigung 1900. Obleute: Frl Jaeger (Lyzeum) für Samstag, 22. Juni; Herr Richtberg (1900) für Sonn- tag, 23. Juni. Kampfgericht: A) für Samstag stellt Lyzeum, Mädchenberufsschule, Goetheschule, Höhere Privatschule, Aliceschule; B) für Sonntag stellt Spielvereinigung 1900. Geräte: Für Samstag und Sonntag stellen die erwähnten Schulen und die Spielvereinigung 1900. Teilnehmer am Samstag (Mädchen von 10 bis 14 Jahren): Beginn 8 Uhr: Lyzeum, Goetheschule Höhere Privatschule (etwa 240 Teilnehmer rinnen). Beginn 14.30 Uhr: Jungmädel (etwa 200 Tell- nehmerinnen), Gruppe 3 und 4. Teilnehmer am Sonntag (Mädchen von 15 bis 18 Jahren): Beginn 8 Uhr: Mädchenberufsschule (etwa 230 Teilnehmerinnen). 4. Sportplatz BfB.-Reichsbahn. Obleute: Herr Paul (Realgymnasium) für Samstag, 22. Juni; Herr Fischer (DfB.-Reichsbahn) für Sonntag, 23. Juni. Kampfgericht: A) für Samstag stellt Gymnasium, Realgymnasium und Gewerbliche Berufsschule; B) für Sonntag stellt VfB.-Reichsbahn. Geräte: Für Samstag und Sonntag stellen die erwähnten Schulen und VfB.-Reichsbahn. TeilnehmeramSamstag: Beginn 8 Uhr: Jungmädel (etwa 200 Teilnehmerinnen) Gruppe 1 und 2; Beginn 14.30 Uhr: Jungvolk (etwa 320 Teilnehmer), Fähnlein 3 und 4. Teilnehmer am Sonntag (Knaben von 15 bis 18 Jahren): Gewerbliche Berufsschule (etwa 300 Teilnehmer). Beginn 8 Uhr. Anschriften. Ortsgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, Ludwigftraße 34II. Tel. 2562. Obleute: Stud.-Aff. Franz Lotz, Am Kugelberg 80; Tel. 5262; Karl Erb, In Löbers Hof 3; Stud. - Assessor Ludwig F o n t i u s, Stephanstraße 9; Tel. 3112; Carl Müller, Gnauthstraße 28; Frl. Jaeger, Frankfurter Straße 3, Tel. 2717; Georg Richtberg, Mühlstraße 32; Tek. 2851; Das diesjährige große Reichstreffen der deutschen Frontsoldaten in Kassel vom 6. bis 8. Juli entspricht nach den festlichen Zurüstungen und den bereits jetzt vorliegenden Anmeldungen durchaus der Bedeutung, die diesem ersten Reichskriegertag nach der wiedererstandenen Wehrhaftigkeit des Deutschen Reiches zukommt. Die vorgesehene Festfolge roirb Ausdruck dieses geschichtlich bedeutsamen Treffens sein. Für die Geschlossenheit des deutschen Frontsoldatentums werden die Paradeaufstellung auf der Karlswiese am Sonntag, dem 7. Juli, vormittags 10 Uhr, die Ansprache des Kyffhäuser-Bundesfüh- rers und der Vorbeimärfch am Friedrichsplatz zeugen. Den überzeugenden Beweis für die Leistungsfähigkeit der neuen deutschen Wehr aber werden die militärischen Vorführungen der Reichswehr am Sonntag, dem 7. Juli, nachmittags auf der Karlswiese erbringen. Turnerische und sportliche Darbietungen der verschiedensten Art, Vorführungen aus dem modernen Nachrichtenwesen werden die Darbietungen der Reichswehr einleiten. Besonderes Interesse werden die reiterlichen Darbietungen der Kavallerieschule Hannover erwecken. Es folgen weiter Einteilung und schematische Darstellung aller Waffengattungen und ihr formales Exerzieren und Gefechtsbilder unter Einsatz und Vorführung aller neuzeitlichen Waffen. Es ist Vorsorge getroffen, daß zu diesen Vorführungen der Reichswehr ausschließlich die deutschen Frontsoldaten Zutritt haben; für die Bevölkerung der Stadt Kassel finden die Vorführungen an einem anderen Tage statt. Ihre Ergänzung finden diese Hauptdarbietungen in Festveranstaltungen, die in der Hessenkampfbahn, am Fuldaufer, im Park Schönfeld und in der Stadthalle stattfinden. Für den Festabend des Sonntags sind besondere Veranstaltungen in den Festzelten, der Stadthalle, dem Ständehaus, im Stadtpark und im Vereinshaus vorgesehen. Feuerwerk und Herkules-Höhenbeleuchtung beschließen den Festtag. Die Stadt Kassel stellt für den Reichskriegertag ein ideales Festgelände zur Verfügung. Sie ist in der glücklichen Lage, sämtliche Feststätten innerhalb des bewohnten Stadtgebietes ganz nahe beieinander zu haben. Die Karlswiese vor dem Orangerieschloß, einem köstlichen Barockbau, ist eine weitgedehnte grüne Fläche, umstellt von den hohen, uralten Bäumen des Aueparks. Dieser wundervolle Park liegt im Tal der Fulda, die an seinem Ende in mächti- dem Bogen rauscht. Wenn die Teilnehmer des Reichskriegertags auf der Karlswiese zusammenströmen. blicken sie über die Balustraden des Orangerieschlosses zur Terrasse des Staatstheaters hinauf, das hier von der Höhe des Friedrichsplatzes ins Tal der Orangerie hinunterfteilt. Kassel, die Stadt des Reichskriegertages Reichstreffen der Frontsoldaten. — Die Festfolge. Turnl. Rudolf Paul, Großer Steinweg 6; Tel. 3970; Rudolf Fischer, Asterweg 63. Das Antreten der Teilnehmer. Die Schulen sind dafür verantwortlich, daß die Nichtorganisierten Teilnehmer pünktlich zur Stelle sind. Sie bestimmen jeweils einen Lehrer (bezw. Lehrerin), der dem Obmann zu Beginn des Wettkampfes die Teilnehmerzahl meldet. Soweit es noch nicht geschehen ist, sind die Kampfrichter, Riegenführer und Berechnungsausschuß umgehend dem zuständigen Obmann zu melden. Die Wettkampfarten sind den Schulen ^gegangen. Sie sind ausgefüllt bis Freitagmittag dem zuständigen Obmann zu übergeben. Der Name der Schule ist auf der Wettkampfkarte zu vermerken. Das für die Schulen Gesagte (Antreten, Melden der Einheiten und Wettkampfliste) gilt gleichfalls für die Gliederungen der Hitler-Jugend. Die Namen der Obleute sind aus dem vorstehenden Organisationsplan zu ersehen. Die Siegerverkündigung für alle Teilnehmer der HI. und der Nichtorganisierten findet am Sonntag, 23. Juni, gegen 17 Uhr, im Anschluß an das Werbefest der HI. auf dem Universitäts- Sportplatz statt. Hierzu haben alle Teilnehmer an den Wettkämpfen des Samstag und Sonntag zu erscheinen. Kampfrichter, Riegenführer und Berechnungsausschuß treffen sich jeweils eine Stunde vor Beginn der Wettkämpfe auf den betreffenden Sportplätzen zur Kampfrichterbesprechung. Geräte sind mitzubringen. Ortsgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. fchäftsbericht. Die Bllanz wurde von dem Rechner Konrad Meß vorgetragen und von der Versammlung genehmigt. Vorstand, Rechner und Aufsichts- rat wurden entlastet. Der Reingewinn wurde der Betriebsrücklage zugewiesen. Die satzungsgemäh ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Nach der Erledigung verschiedener interner Angelegenheiten sand die Versammlung ihren Abschluß. der Schindlerarbeiten am Dachgeschoß des Arbeitsdienstlagers wurden der Firma Carl Hölscher übertragen. Landkreis Gießen Ein kurzer Anmarschweg von wenigen Minuten führt von der karlswiese um die prachtvollen Anlagen des Staatstheaters herum zum Fried» richsplah, wo der Vorbeimarsch am kyffhäuser- Bundesfuhrer erfolgt. Er ist ein Platz von un- gewöhnlichen Ausmaßen, ein Platz, wie es nur wenige in dieser Gröhe und Geschlossenheit in Deutschland gibt. Man sagt, daß die gesamte Friedensstärke des ehemaligen deutschen Heeres auf seiner Fläche Platz finden würde. Die ehemaligen kurfürstlichen Schlösser, das Haus der Landesbibliothek (vor dem die Tribüne des Bundesführers und der Ehrengäste stehen wird), die alte Kriegsschule und die katholische Elisabethkirche bilden mit ihren Monumentalbauten die westliche Längsfront des Platzes. An diesen Monumentalbauten entlang wird sich auch der Vorbeimarsch vollziehen. Die obere Hälfte des großen Platzes wird in feiner Längsfront das riesige Festzelt tragen, das nach der Schlösserseite zu geöffnet ist und dem Publikum die Möglichkeit gibt, dem Vorbeimarsch aus unmittelbarster Nähe zuzuschauen. Die zentrale Lage des Friedrichsplatzes (fünf Minuten vom Aufmarschgelände der Karlswiese entfernt) gestattet nach dem Vorbeimarsch auch die schnellste Erreichung der Verpflegungsplätze für die Teilnehmer. Es gibt hierfür in Kassel keine großen Entfernungen. Die Stadthalle wird in 20 Minuten erreicht, der Park Schönfeld mit seinem entzückenden Schlößchen und der Schattenküble alter, hoher Eichen und Buchen, ist gleichfalls in 25 Minuten vom Friedrichsplatz aus zu erreichen, und wo Schulen und sonstige Quartiere für die Verpflegung herangezogen werden, ist der Weg aus dem Zentrum zu ihnen in wenigen Marschminuten zurückgelegt. Für die Verpflegung selbst sorgt in bester Weise die Organisation des Bayernzuges der NSDAP., so daß für eine reibungslose Abwicklung die Gewähr geboten wird. 3m übrigen hak die Feslleilung alles Aufgeboten, um den Gästen die Teilnahme an den einzelnen Festveranstaltungen auf die bequemste weise zu ermöglichen. Alle Feststätten, wie Hessenkampfbahn, Fuldaufer, Park Schönfeld, Stadthalle, Ständehaus, Stadtpark, Dereinshaus ufw. liegen innerhalb des Stadtgebiets und find auf schnellstem Wege zu erreichen. Die Festteilnehmer können sämtliche Linien der Straßenbahn benutzen; die Fahrt ist von Samstag, dem 6. Juli, 20 Uhr, bis Montag, 8. Juli, 6 Uhr, für die Teilnehmer, die das Festabzeichen besitzen, frei. Bei den einzelnen Veranstaltungen wirken zehn Militärkapellen mit. Einzelheiten über die Festveranstaltungen werden noch bekanntgegeben. W. L. !lm die KreiSmeisterschast im Faustball Gießen gewinnt die Vorrunde. Die erste Pflichtrunde um die Faustballmeisterschaft brachte den erwarteten Sieg der Gießener Mannschaft, die alle drei Spiele überlegen gewinnen konnte und, nach diesem ersten Kräfteoergleich zu urteilen, wohl den Kreis 8 auch wieder bei den Gaumeisterschaften vertreten wird. Das erste Spiel führte Gießen gegen Ballersbach, das mit seiner einfachen Spielweise gegen den Gaumeister nicht allzuviel herauszuholen vermochte und mit fast der dreifachen Punktzahl sich geschlagen geben mußte. Gießens zweites Spiel gegen Herborn sah nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit eine aus- geglichene zweite Hälfte, in der Herborn, angefeuert von den zahlreichen Zuschauern, ein ausgezeichnetes Spiel lieferte und das Halbzeitergebnis halten konnte. Das letzte Spiel, wieder gegen eine Mannschaft aus dem Dillgebiet, brachte nochmals einen hohen Sieg des Gaumeisters mit 20 Punkten Vorsprung. Ein erbitterter Kampf um den zweiten Platz entspann sich zwischen Herborn und Ballersbach, den die glücklicheren Herborner in der letzten Minute mit einem Punkt für sich entschieden. Die Ergebnisse: Gießen — Ballersbach 52:20; Gießen — Herborn 33:25; Gießen — Steinbach 50:30; Herborn gegen Steinbach 40:18; Steinbach — Ballersbach 19:34; Herborn — Ballersbach 27:26. Leichtathletische Zuqendersolge derSpielvereinigungl900inFrankfurt Am Samstag und am Sonntag führte der IG - Sportverein Frankfurt a. M. feine 4. Jugend- nationalen durch. Die Veranstaltung war wieder ausgezeichnet besetzt. Außer den mainischen Vereinen waren führende Vereine aus dem Reich, insbesondere Süddeutschland, vertreten. Die Spielvereinigung 1900 Gießen hatte in der A-, B- und D- Klasse gemeldet. Mit vier zweiten und fünf dritten Plätzen schnitten die Gießener Jungens sehr ansprechend ab. In der V-Klasse (Jahrgang 1923 und jünger), die bereits am Samstag Die Wettkämpfe austrug, war Schmück am erfolgreichsten. Im Weitsprung wurde er hinter Matthes (Darmstadt 98) Zweiter mit 3,85 Meter. Den dritten Platz belegte hier S ch n e u ck e r (1900) mit 3,78 Meter. Ebenfalls zweiter Sieger wurde Schmück im Kugelstoßen mit 5,72 Meter. Der erste Sieger (Matthes, Darmstadt) mit der gleichen Leistung wurde durch Stechen ermittelt. Auf den dritten Platz kam wieder ein 1900er und zwar Freilinger mit 5,71 Meter. Drittplacierte wurden ebenfalls noch Schmück über 100 Meter in 15,7 Sek., Schneucker über 50 Meter in 8 Sek. sowie die 4X100-Meter-Stafsel (Dinges, Schneucker, Schmück, Freilinger) in 65 Sek. hinter Polizei Frankfurt und Darmstadt 98. Die Mannschaften des JG.-Sportvereins blieben klar geschlagen. In der B-Klasse wurde bei stärkster Konkurrenz ein zweiter Platz im Kugelstoßen mit 12,44 Meter errungen. Mit einer ganz ausgezeichneten Leistung wartete Immel (1900), obwohl er noch als Neuling an- zusehen ist, über 1500 Meter in der Jugendklasse A auf. In einem etwa 15 Mann starken Feld durchlief er als Zweiter die Strecke in 4:30 Min. Sieger war Jllig (VfR. Heilbronn) in 4:25 Min., Dritter Röll (Kahl a. M.) in 4:30,6 Min. Fuhball in Daubringen. Daubringen I — Treis I 7:2 (1:0). Am Sonntagoormittag empfing Daubringen die erste Mannschaft von Treis zu einem Freundschaftsspiel. Es entwickelte sich ein lebhaftes Spiel, das zunächst infolge des Windes Treis im Feld- vorteil sah. In der 25. Minute flankte der Daub- ringer Linksaußen dicht vor das Tor, und der Halbrechte schoß unhaltbar ein 1:0. Treis unentmutigt, griff weiter an und wollte mit aller Gewalt gleichziehen. Daubringens Hintermannschaft, gut unterstützt durch den Mittelläufer, wehrte aber erfolgreich alle Angriffe ab. Nach Wiederbeginn änderte sich das Bild, Daubringen lag sofort im Angriff, und bald konnte der Halbrechte einen gut getretenen Eckball direkt aus der Luft ins Netz befördern. Das schönste Tor des Tages! In kurzen Abständen erzielten die Stürmer noch weitere fünf Tore, denen Treis zum Schluß noch zwei entgegensetzen konnte. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — SA.-Lager Braunfels L Arn Sonntagmorgen traten obige Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel an. Es entwickelte sich ein flotter Kampf, bei dem die Gäste anfangs, infolge ihres wuchtigeren Spieles, leicht überlegen waren. Rodheim kam dann langsam in Fahrt und schnürte die Gäste ganz in ihre Hälfte ein. Hier zeigte der Gästetorhüter gutes Können, jedoch konnte er nicht verhindern, daß ein Fernschuß des Rod- Heimer Mittelläufer sein Ziel erreichte. Mtt 1:0 mürben die Seiten gewechselt. Nach Halbzeit wurde das Spiel noch schneller. Ein gut oorgetragener Anbot e n e n Baden in der Lahn versank hier ein 10 Jahre alter Ferienjunge aus Bottrop plötzlich in der Strömung, die den Jungen, der nicht schwimmen konnte, abtrieb. Auf die Hilferufe < eilte der 11 Jahre alte Fritz Battenfeld herbei, 1 sprang mit den Kleidern in bas Wasser unb konnte 1 den verunglückten Kameraden mit weiteren inzwi« ’ scheu herbeigeeilten Helfern glücklich ans* Land bringen. § Mainzlar, 18. Juni. Am Sonntagabend ; fand im Saale von Gastwirt Müller ein ; Christliches Gesangs- und Jnstrumen- talkonzert statt, das von dem gemischten Chor ’ der landeskirchlichen Gemeinschaft „Tättge Liebe" : in Mühlheim an der Ruhr ausgeführt wurde. Der Chor folgte damit einer Einladung eines hiesigen ' Einwohners aus dem Ruhrgebiet. Mit einem reich- ; haltigen Programm guter kirchlicher Gesangskunst I bereitete der Chor den zahlreichen Zuhörern, die ! den großen Saal bis auf den letzten Platz füllten, eine große Freude. Reicher Beifall wurde den 1 Sängern und Sängerinnen zuteil. Als Solisten ; wirkten Hermann Marx (Kapellmeister des Hitler- ; Jugend-Orchesters in Mühlheim an der Ruhr) und . Frau Cläre Wiegand (Sopran), ebenfalls aus 1 Mühlheim, mit. Die Mitglieder des Chores wurden von der Bevölkerung sehr freundlich ausgenommen. Am Montag traten die Gäste die Rückreise an. wg. Großen-Buseck, 18. Juni. Die Heuernte hat allenthalben begonnen. In fast allen Orten fanden bereits Heugrasverfteigerungen statt. Die Preise lagen in normaler Höhe. Die inzwischen eingetretenen Regentage sind nicht unerwünscht. Sie kommen den Hackfrüchten sehr zugute. Das Setzen der Dickwurz ist beendet, das Hacken der Kartoffeln kann begonnen werden. — Dieser Tage spielten auf den Holzplätzen zu beiden Seiten des Landwehrweges einige Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren. Sie hatten sich aus Kiefern- Reisig eine Hütte gebaut und darin anscheinend mit Streichhölzern hantiert. Der Reisighaufen ging in Flammen auf, der herrschende Südwind trug das Feuer an einen Stapel Hartholz, so daß sehr schnell eine ziemliche Menge Holz in Flammen stand. Ein großer, ertragreicher Birnbaum sowie einige Zwetschenbäume fielen dem Feuer zum Opfer. Die Löscharbeiten waren sehr erschwert, da kein Wasser am Brandherd war. Man half sich deshalb in der Hauptsache mit dem Aufwerfen von Erdhaufen. △ Großen-Buseck, 18. Juni. Die Boden- nutz u n g s e r h e d u n g in unserer Gemeinde brachte in den Hauptkultur arten folgendes abgerundetes Ergebnis: Ackerland 702,5 Hektar, Gartenland 6, Wiesen 306, Weiden 6, Obstanlagen 10, Gemeindewald 390, Privatwald 35, Wege und Eisenbahnen 97, Friedhöfe 3, Gewässer 15, Oedland 2, Gebäude und Hofflächen 35,5, zusammen 1608,37 Hektar. Davon waren mit Getreide und Hülsenfrüchten 409 Hektar, mit Hackfrüchten 233 und mit Futterpflanzen 57 Hektar bebaut. — Die Schweinezwischenzählung in unserer Gemeinde ergab 1023 Schweine, 31 Zuchtsauen und 2 Eber. Ferner wurden 729 Schafe in zwei Herden gezählt. In den Monaten März^ April und Mai wurden 113 Ziegenlämmer geschlachtet. In der gleichen Zeit wurden 108 Kälber geboren. oo Langsdorf, 18. Juni. Am vorigen Sonntag wurde hier die alljährliche Feuerwehrinspektion abgehalten. Sie erhielt ihre besondere Note diesmal dadurch, daß zum erstenmal unsere junge freiwillige Wehr . besichtigt wurde. Beide Wehren bewiesen zunächst ihre Gelenkigkeit durch turnerische Hebungen. Danach wurde ihnen als praktische Aufgabe die Ausführung eines Brandangriffes gestellt, bei dem alle Löschgeräte in Anwendung kommen mußten. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier äußerte sich in der anschließenden Kritik sehr beifällig über die Lösung der Aufgabe. Bei einem gemütlichen Beisammensein gab der Dezernent das Kreisamts, Regierungsrat Grein, feiner Freude Ausdruck über die erfreuliche Entfaltung der Freiwilligen Wehr, die er hatte gründen helfen. — Unfere Gemeinde hat zu allgemeiner Freude an besonders schönen Punkten unseres Waldes Ruhebänke auf- stellen lassen, von denen man eine liebliche Fernsicht genießt. — Der hiesige Gesangverein hat erfreulicherweise am zweiten Pfingstfeiertag einen alten Brauch erneuert, der u. W. bis in die Gründungszeit des Vereins, also vor etwa 80 Jahren, zurückreicht. Die Sänger zogen, gefolgt von Groß und Klein, in den Hegerich, um dort bei frohem Lied des Chors und aller Teilnehmer, erquickt durch einen frischen Trunk, einen freudvollen Nachmittag zu verleben. Wir hoffen, daß diese schöne Sitte nicht mehr außer Hebung gerät. Kreis Bübingen. T) Bad Salzhausen, 18. Juni. Nach einer öffentlichen Kundgebung der Partei, ihrer Organisationen und vieler Volksgenossen fand am Sonntag hier dieTaufe des ersten von derNiddaerSegel- f l i e g e r - M a n n s ch a f t s e l b st g e d a u t e n Segelflugzeuges auf den Namen „Stadt Niddc? statt. . c kreis Alsfeld. —Homberg, 18. Juni. Dieser Tage wurde hier mit der Errichtung eines stattlichen Neu. baues für die Bezirkssparkasse Alsfeld, Zweigstelle Homberg, begonnen. Das Gebäude kommt in die Bahnhofstraße zu stehen und soll noch in diesem Jahre fertiggestellt werden. Der Plan wurde von Architekt Willi ? l s e l (Nieüer- Ohmen) entworfen. Die Maurermeister Klein und Klapp wurden mit der Ausführung des Baues betraut. — In der hiesigen Gegend gingen m den letzten Tagen Gewitter nieder, die vielfach auch Hagel mit sich brachten. Strichweise war der Hagel fo heftig, daß ungefähr 90 o. 5). de- Roggenbestan. des vernichtet worden sind. Verschiedentlich ist fest- zustellen, daß manche Aecker mit Setzpflanzen infolge der starken Gewitterregen völlig verschlammt sind. Alle Mühe und Arbeit war umsonst. st. Kirtorf, 18. Juni. Die Ortsgruppe KirtorfderDAF. veranstaltete in der Z e II e Lehrbach eine Versammlung. Zellenwalter Decher gedachte einleitend der Opfer der Arbeit bei der Reinsdvrfer Explosionskatastrophe. Anschließend sprach Pg. S ch ä f e r - Vadenrod Über den Nationalsozialismus und feine Leistungen. Die Zu- Am Deutschen Jugendfest in Gießen, das am 22. und 23. Juni auf allen Sportplätzen der Stadt sich abwickelt, nehmen alle 10- bis 18jährigen Jugendlichen beiderlei Geschlechts teil. Es wird ein Dreikampf, bestehend aus Lauf, Weitsprung und Ball- bzw. Keulenweitwurf, durchgeführt. Die Hitlerjugend führt den Dreikampf als Mannschaftskampf durch, während die durch die Schulen erfaßte nichtorganisierte Jugend sich im Einzelkampf mißt. Die Lehrer aller Schulen und die Turn« und Sportvereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen haben sich in den Dienst der Durch- führung des Jugendfestes gestellt, an dem sich annähernd 4000 Jugendliche beteiligen. Die technische Leitung liegt in Händen der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Für die Durchführung des Deutschen Jugend- festes 1935 in unserer Stadt besteht folgender Organisations-plan. 1. Sportplatz der Universität. Obleute: Herr Lotz (f. d. Hniversität) Samstag, den 22. Juni; Herr Erb (Tv. 1846) Sonntag, den 23. Juni. Kampfgericht: A) für Samstag stellt die Hniversität; B) für Sonntag stellt der Tv. 1846. Geräte: Für Samstag und Sonntag stellen die Hniversität und der Tv. 1846. Teilnehmer am Samstag: Beginn 8 Hhr: Jungvolk, Fähnlein 1 und 2 (etwa 320 Teilnehmer). __ Beginn 14.30 Hhr (Knaben 15 bis 18 Jahre): Gymnasium, Oberrealschule, Goetheschule, Kaufmännische Berufsschule, Vogtsche Handelsschule, Hö- Here Privatschule, Oefsentliche Handelslehranstalt (etwa 100 Teilnehmer). Beginn 16 Hhr (Mädchen 15 bis 18 Jahre): Lyzeum, Goetheschule, Vogtsche Handelsschule, Hb- Here Privatschule, Oefsentliche Handelslehranstalt, Aliceschule und Fröbelseminar (etwa 100 Teilnehmerinnen). Beginn 18 Hhr: Hitler-Jugend, Gefolgschaft IV. Teilnehmer am Sonntag: Beginn 8 Hhr: Hitler-Jugend, Gefolgschaft I, II und III. 2. Sportplatz des Manner-Turnvereins. Obleute: Herr Fontius (Oberrealschule) Samstag, 22. Juni- Herr Müller (Mtv.) Sonntag, 23. Juni. Kampfgericht: A) für Samstag stellt Ober- realschule, Pestalozzischule, Schillerschule, Vogtsche Handelsschule; B) für Sonntag stellt der Mtv. Geräte: Für Samstag und Sonntag stellen die erwähnten Schulen und der Mtv. Teilnehmer am Samstag: Beginn 8 Hhr (Knaben 10 bis 14 Jahre): Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Goetheschule Pestalozzischule, Schillerschule, Höhere Prwatschule (etwa 300 Teilnehmer). ♦ Heuchelheim, 18.Juni. Für 50jährige aktive Dien st zeit bei. der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr erhielten Ludwig Freitag III. und Wilhelm Kreiling III. ein herzliches, eigenhändig unterzeichnetes Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der ihnen für die treuen Dienste zum Besten der Gesamtheit seine besondere Anerkennung aussprach. * Ruttershausen, 18. Juni. des Leichtathletische Wettkämpfe der Universität Vorkämpfe um die Llniversitätsmeisterschasten. Aus aller Well Die Meulung des Schwimmens als Leibesübung. aufzubringen. TNeulerei in einem amerikanischen Iuchlhaus-Vergwerk. Nahezu 400 in dem Kohlenbergwerk des Staatszuchthauses von Kansas in Lansing beschäftigte Sträflinge meuterten kurz nach der Einfahrt in den Stollen aus unbekannten Gründen. Sie gas zurückgetrieben. Die Zuchthausbeamten haben beschlossen, die Gefangenen auszuhungern. Auf ihre Hilfesignale sind schwerbewaffnete Wächter eingefahren und haben den Einfahrtsschacht unten auf der Grubensohle gegen etwaige neue Angriffe der Meuterer verbarrikadiert. Die Meu- terer haben daraufhin den in dem 250 Meter tiefen ' Stollen gelegenen Mauleselstall in Brand gesteckt. Die Wächter haben, als sie das Feuer bemerkten, von den Barrikaden am Förderkorb aus sofort von den Schußwaffen Gebrauch gemacht. Es steht bisher noch nicht fest, ob bei den Gefechten unter der Erde jemand verwundet ober getötet worden ist. Zugzusammenstoß in Steiermark. — 65 Leichtverletzte. Im Bahnhof Bruck an der Mur (Steiermark), dessen Gleisanlagen sich aus Anlaß der Fertigstellung der neuen Mur-Brücke im Umbau befinden, ereignete sich ein E i s e n b a h n u n g l ü ck. Ein Personenzug stieß auf einen Schnellzug, der das Gleis bereits besetzt hatte. 65 Fahrgäste beider Züge wurden leicht verletzt. Der Verkehr wurde durch den Vorfall nicht wesentlich gestört. Todesurteil gegen eine Raubmörderin. Die 19jährige Eharlotte Klein aus Königsberg ist vom Königsberger Schwurgericht wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub und vorsätzlicher Brandstiftung zum Tode verurteilt worden. Charlotte Klein hatte ihre Dienstherrin Schwimmen allgemein wieder einen Wert bekommen. Das Schiwmmen ist eines der vorzüglichsten Mittel zur Ausbildung und Gesunderhaltung des menschlichen Körpers. Es besitzt in gleich hohem, wenn nicht noch höherem Maße als Turnen und Vewegungsspiel alle Eigenschaften, die es als Volkserziehungsmiltel allerersten Ranges geeignet erscheinen lassen. Seine gesundheitsfördernde und allseitig leibeserziehliche Wirkung, die es als Leibesübung mit dem Turnen und Bewegungsspiel gemein hat, wird bei ihm ergänzt und wesentlich gesteigert durch die gesundheitlich wohltätigen Wirkungen, welche das dabei den Körper umgebende Wasser hervorbringt. Zunächst ist es die hautreinigende Wirkung, die gerade unserer Arbekterbevölkerung so überaus Im heutigen nationalsozialistischen Staat finden die Leibesübungen wieder eine ganz besondere Förderung und insbesondere gerade das Schwimmen. Man hat erkannt, daß das Schwimmen nicht nur eine Leibesübung, sondern auch eine Brauchkunst für das Leben ist. Der Schwimmende genießt die Annehmlichkeit des Badens doppelt und vertraut sich mit Zuversicht einem Elemente an, das dem Ungeschickten, der nicht schwimmen lernte, zeitlebens gefährlich und furchtbar bleibt. Diese Vorteile, der Schutz den das Schwimmen gegen eine Gefahr gewährt, der die Menschen in vielen Gegenden ausgesetzt sind, der Gedanke an die Möglichkeit, einem anderen dadurch das Leben retten zu können, müssen vorzüglich in dem Herzen rüstiger und unverdorbener Jünglinge die Sehnsucht nach einer vollkommenen Kenntnis und Uebung in der Schwimmkunst erzeugen. Mit der Neubelebung der Leibesübungen hat nicht nur das rein sportliche Schwimmen, sondern das sprung besteht, stehen bis jetzt Merovingia, Germania und Chattia punktgleich an der Spitze. Hochschulwettkampf und Universitätömeisterschasten. Im Rahmen der Unioersitätsmeisterschaften findet am heutigen Mittwoch ein Hochschulwettkampf gegen die Hochschule für Lehrerbildung und gegen das Polytechnikum Friedberg statt. Von jeder Hochschule messen sich im Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenwerfen die vier Besten, außerdem ist noch eine 4X100-Meter-Staffel zu laufen. Für die Universität Gießen starten so bekannte Leute wie Luh, Acker, Felsing, Scharf, Müller, Schott usw. Aber auch die Friedberger haben tüchtige Kräfte in ihren Reihen. Die bekanntesten sind Stengel, Blumenschein. Wie dieser Kampf endet, ist noch nicht vorauszusagen. Neben unvorbereiteten Freiübungen der Grundausbildungssemester, sind noch die Läufe über 100 Meter, 3000 Meter, ferner die Staffelläufe der Korporationen, bemerkenswert. Ein Faustballspiel zwischen der Burschenschaft Germania und einer Freistudentenmannschaft dient zur Ermittlung des Universitätsmeisters. Als Abschluß roirt) ein Handballspiel zwischen der HfL. Friedberg und der Universität Gießen ausgetragen. Jedenfalls dürften, trotz der geringen Zahl von Teilnehmern, scharfe Endkämpfe zu erwarten sein, zumal den Siegern wertvolle Preise, die in liebenswürdiger Weise von der Professorenschaft gestiftet worden sind, winken. Gruppen- und Volksschießen Gießener Schützenvereins. In dem Bericht über das große Gruppen- und Volksschießen des Gießener Schützenvereins konnte am Montag Zu den Meisterschaften der Universität Gießen hatten sich am Montag auf dem Universitätssport- platz leider nur sehr wenige Zuschauer und, was wohl das bedauerlichste ist, nur sehr wenig Wettkämpfer eingefunden. Bevölkerten sonst Hunderte von Leichtathleten in die Kampfbahn, so mußte sich diesmal die Leitung damit begnügen, ungefähr 50 Leute zu betreuen. Auch die Leistungen waren nicht wie in den letzten Semestern. Spitzenkönner wie Luh, Acker, Kissel usw. hatten ihre Meldung nicht abgegeben. Allerdings mußte festgestellt werden, daß gute Breftenarbeit geleistet wurde. Stießen noch im letzten Sommersemester gerade 4 Mann über 11 Meter, so waren es diesmal schon erheblich mehr. In den bis jetzt abgewickelten Vor- und Entscheidungskämpfen gab es folgende Ergebnisse: Dreikampf offen: 1. Otto Lindenstruth, 1752,3 Punkte; 2. K. Felsing, 1736,1 Punkte; 3. W. Teupe, 1734,4 Punkte. Dreikampf der Grundausbildungssemester: 1. Landgraf, 1385,5 Punkte. Speerwerfen: 1. Jakob, 45,60 Meter. Diskuswerfen: 1. W. Teupe, 2. E. Winter. 800-Meter-Laufen: 1. Mayer, 2:10,6 Min.; 2. Mannes, 2:11,0 Min. Im Dreikampf der Korporationen, der aus einer 4-mal-200-Meter-Staffel, Kugelstoßen und Weitgriff der Rodheimer wurde von dem Halblinken in feiner Manier unhaltbar eingeschossen. Die Gäste drehten nun tüchtig auf und kamen durch eine un- olückliche Abwehr des Rodheimer rechten Dertei- vigers zu einem Erfolg. Nun fielen die Einheimischen merklich ab. Aus einem Eckball erzielten die Gäste den Ausgleich. Rodheim drückte dann wieder mehr. Plötzlich brach der Linksaußen der Gäste durch, und nur durch hartes Spiel des rechten Läufers konnte der Angriff gestoppt werden. Der verhängte Elfmeter faß unhaltbar in den Maschen. So tarnen die Einheimischen um den Sieg. Kurze Sportnotizen. nottut. Reinlichkeit ist nicht nur eine der ersten Vorbedingungen der Wohlanständigkeit, sondern auch des Wohlbefindens. Die Poren der Haut find fo bedeutungsvoll für die Ausdünstung und Ausscheiden verbrauchter Stoffe, daß ihre dauernde Verunreinigung nicht ohne schädliche Wirkung des Allgemeinbefindens bleiben kann. Nicht minder wichtig ist die abhärtende Wirkung, die ein richtig betriebenes Schwimmen stets zur Folge hat. Durch den Kältereiz des Wassers verengen sich die Gefäße der Haut; das darin befindliche Blut, etwa die Hälfte des Gesamtkörpers, wird zum Körper zurückgedrängt, staut sich in den benachbarten Muskel- chichten. Überwärmt diese und steigert den Stoffwechsel. Zu dieser Kaltwasserwirkung summiert sich die Muskelarbeit des Schwimmers. Sie facht die Verbrennungsvorgänge noch energischer an, so daß der im Wasser andauernde Wärmeverlust durch eine mächtig gesteigerte Wärmebildung ersetzt wird. Durch regelmäßiges Schwimmen wird die Fähigkeit des Zusammenziehens und Erweiterns der Hauptblutgefäße in solch hervorragender Weise ausgebildet, da sie bei jeder Einwirkung von Kältereizen auf die Haut sofort reagieren, d. h. bald sich verengen, bald sich erweitern, und einerseits die Haut wieder mit Blut füllen. Durch diese fortgesetzte Uebung der Hauptblutgefäße wird unsere Haut gegen plötzliche Wärmeentziehung fast unempfindlich und fomit das beste Schutzmittel gegen Erkältungen. » Wenn wir uns fragen, welche Leibesübungen für das weibliche Geschlecht von besonderem Werte find, um den Körper geschmeidig, frisch und schön zu erhallen, fo ist das Schwimmen mit in erster Linie zu nennen. Darum sollte das kühle Schwimmbad in der gymnastischen Ausbildung unserer weiblichen Jugend einen wesentlichen Bestandteil bilden, das Schwimmen die bevorzugte Domäne des weiblichen Geschlechts darslellen. Zu der Gesundheit erhaltenden tritt die Gesundheit fördernde Wirkung des Schwimmens hinzu. Schon durch die Kälte des den Körper umgebenden Wassers wird das Blut aus der Haut zurück- und zu den inneren Organen gedrängt, wird das Herz zu größerer Arbeit genötigt. Wir sorgen also auch gleichzeitig für eine gesunde und kräftige Entwicklung des Herzens. , _ Daß durch das Schwimmen auch bie Lungen eine bebeutfame Förderung erfahren, liegt auf bet Hand. Die Gymnastik bes Atmens wirb noch wesentlich gesteigert burch bas sportliche Schwimmen. Schnelles Schwimmen erschöpft in kürzester Zeit selbst kräftige Menschen. Für bie Ausbildung ber Lungen aber ist bies ganz besonders förderlich. Diese Wirkung bes Schwimmens — bie Kräftigung ber Atmungsmuskeln unb ber Lungen — ist aber ge- rabe von überroiegenber Bedeutung für feine Beurteilung als Leibesübung. Sie stellt bie spezifische Eigentümlichkeit bes Schwimmens bar, bie es vor allen anberen Leibesübungen voraus hat. Die wichtigste Zeil für bie Entwicklung von Lunge und herz ist aber die Zeit vom 14. bis 18. Lebensjahre, die Zeil des mannbaren Reifens. In diesen Reifejahren werden Herz und Lunge fast um das Doppelte ihres Volumens größer. Es kann daher gar keinem Zweifel unterliegen, daß ein geordnetes, planmäßig betriebenes Schwimmen gerade für diese Altersklassen eine unendliche Fülle von Wachstumsanregungen. in sich birgt und in vollendeter Weise dazu beiträgt, diese beiden edelsten Organe des menschlichen Körpers bis zum Höchstmaße der Größe und Leistungsfähigkeit auszubilden. Das Schwimmen erweist sich mithin als eine der wertvollsten Leibesübungen für die Tätigkeit auf dem Gebiete. Auch in Gießen besteht die Möglichkeit, sich einem schwimmsporttreibenden Verein anzuschließen, die im Sommer und im Winter ihre Tätigkeit entfalten. Die Vereine sind dem Reichsbund für Leibesübungen angefchloffen und jeder deutsche Volksgenosse arischer Abstammung kann sich einem dieser Vereine anschließen. München—Stuttgart in 2/ Stunden. Auf Veranlassung des Reichsbahnzentralamtes fand eine Probefahrt der neuesten und leistungsfähigsten elektrischen Lokomotive der Reichsbahn auf der Strecke München—Stuttgart statt. Während gegenwärtig die normale Fahrzeit drei Stunden drei Minuten beträgt, konnte die hier benutzte elektrische Lokomotive mit einem 500 Tonnen schweren Schnellzug, aus zehn D-Zugwagen bestehend, die 241 Kilometer lange Strecke in der bisher unerreichten Zeit von zwei Stunden und 17 Minuten, auf der Heimfahrt in zwei Stunden und 19 Minuten, zurücklegen. Die neue Lokomotive, die zur Verringerung des Luftwiderstandes Stromlinienform erhalten hat, ist imstande, dauernd eine Leistung von 4000 PS, eine Stunde lang von 4400 PS und vorübergehend sogar von 6000 PS der vierte Sieger im Kleinkaliberschießen nicht mitgeteilt werden. Den 4. Platz errang, wie nunmehr festgestellt wurde, mit 511 Ringen die Krieger- und Schützenkameradschaft Daubringen. Ferner ist in der ersten Spalte des Berichtes, in der vierten Zeile von unten, die Nummer des Motorsturms unrichtig wiedergegeben worden. Sie mußte 147 und nicht 116 lauten. Weltmeister Erich Metze ging beim Dauerrennen um das „Goldene Rad von Dortmund", das am Sonntag vor 4000 Zuschauern stattfand, an den Start und siegte im Gesamtergebnis vor dem Spanien Prieto, Pützfeld, Möller, Lukas und Lohmann. Das Rennen führte über 2 mal 50 Kilometer, doch mußte der zweite Lauf in der 77. Runde wegen Regen abgebrochen werden. fetzten 15 Bergwerksbeamte, die sich in der Grube befanden, als Geiseln fest und durchschnitten die Telephonverbindungen mit der Außenwelt. Nach vierstündigen Verhandlungen zwischen den Zuchthausbeamten und den Meuterern versuchten die Sträflinge plötzlich, den von den Beamten besetzten Förderkorb in den 250 Meter tiefen Stollen zu stürzen. Die Meuterer wurden jedoch durch Tränen- ermordet und beraubt. Stoffspezialhaus in Z Die Deutsche Arbeitsfront. A.S.-Gemeinschasl „Lrrast durch Freude" «Stadttbeatev Gietzeu Verkäufe Bess. Etagenhaus i. schön.Lage,bezieht), weg. Wegzug sehr billig zu verk. Angeb. unt. 02624 a.d.G.A. Sonntag, den 23. Juni, abends 1 Uhr TauzsaMviel Sanrrah Spohr Tanzgruppe Loste LNüllev M I lieber Hannah Spohr schreibt die „Bochumer Volkszeitung" am 6. Juni: „Der hervorragenden Tanzkünstlerin war auch m Bochum ein glanzender Erfolg beschieden. Selten dürfte der große Saal des Ernst-Moritz-Arndt-Haufes so brechend voll beseht gewesen fein wie gestern abend. Und keinen der Besucher dürste es gereut haben, diesen außerordentlichen Abend besucht zu haben." Industrie- und Wohngrundstück ca.!300qm groß, an Lauptverk.- Straße Gießens gelegen, günstig zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 3637Pa.d.G.A. BMW. 500, i. gut. Zust., zu verk. Anzuseh. ab Donnerstag i. Studentenhaus Preise der Plätze: RM. 0.60 bis RM. 1.50. harten im Vorverkauf: Geschäftsstelle der N.S.-Gemeinschaft „Straft durch Freude", Gießen, bei der Oberhessischen Tageszeitung, bei Ernst Challier u. im Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg. smiD (Leihgest. Weg) vart. rechts, zw. 8-15 u. 19-20 Uhr Faltboot Gesellschalt Liebig-Museum/GieOen. Einladung z. Hauptversammlung mit III. Familientag der Nachkommen von Justus von Liebigs Eltern am Sonntag, dem 23. Juni 1935 1. V orm. 11 y* Uhr i. Liebig-Museum Vortrag von Geh. Rat Sommer: Justus von Liebigs Briefe an seinen Bruder Carl in Darmstadt; Frische Seefische Filet, Marke „Fifi" lebende Aale Hart-Zweier gut erhalten, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 3636D andenGieß.Anz. Blaufelchen vom Bodensee 2 gut nähende empfiehlt billigst MuMinen 3646Ü Sl.^oilk. 4; *" '4 ziemlich § ■ Einerlei, es saß, still und verklärt da. allem...? der ee > 1 i abenl 3622A jre ' «i iern- wird Jen mb ien )n IS !N mark), ttgstel- finben, nPer- Gleis ? wur- i) ben qsderg Dlor- b und irurteilt stherrm ■Ine mb. «ich heb haben lern. Wach- schacht neue Meu-■ tiefen' d ge> ?r be- b aus ht. Es. chten getötet unqe ■ Es daß rnien Sülle d in ebel- zum aus-, । als ätig- nem bis itfab ribes- )olks- diefer Benjamin Franklin war nicht der Mann, die Idee ohne Ausführung zu lassen, wenngleich es auch galt, dem Himmel den Blitz zu entlocken. Bei einem Versuch, mit einigen stark geladenen Flaschen einen Hahn zu töten, hatten sich die geladenen Flaschen freilich aus Versehen schon über seinem Haupt entladen und ihn besinnungslos zu Boden geworfen; dennoch hatte er vor der viel stärkeren Entladung des Blitzes keine Angst. Da das Experiment zur Feststellung, ob der Blitz ebenso wie das elektrische Fluidum durch Spitzen .angezogen wird, nur von hochgelegenen Punkten aus gemacht werden konnte und Philadelphia keine Türme besaß, kam Franklin auf den Gedanken, den Versuch mit einem Drachen zu wagen. Er befestigte an einem Drachen eine aufrechtstehende eiserne Spitze, besorgte sich zum Steigenlassen des Drachens eine Hanfschnur, da Hanf die Elektrizität leitet, und brachte an ihrem unteren Ende einen Schlüssel an, welchen er wieder mit einer Seidenschnur versah, da die Seide den Strom nicht leitet und daher während des Experimentes von ihm in der Hand gehalten werden konnte. Als dann an einem Juninachmittag im Jahre 1752 ein Gewitter heraufkam, ging er mit seinem Sohn, der allein in seinen Plan eingeweiht worden war, ins Freie und schickte den Drachen in die tägiger Schlacht mag Bolivien von der Aussichtslosigkeit seiner Hoffnungen überzeugt haben. Die Verhandlungen gingen hin und her. Bald herrschte ein erstaunlicher Optimismus, daß das ganz Südamerika bewegende, teilweise tief erschütternde Problem unmittelbar vor einer glücklichen Lösung stände, bald griff wieder ein nach Lage der Dinge keineswegs gerechtfertigter Pessimismus um sich. Stets aber war es der argentinische Außenminister, dessen Zähigkeit, Energie und diplomatischem Geschick es immer wieder gelang, bei den Verhandlungen von dem jeweiligen toten Punkt wieder freizukommen. Das Abkommen über die Waffenruhe sollte bereits am 11. Juni um 23 Uhr unterzeichnet werden. Ein großer feierlicher Akt war vorgesehen; die Diplomaten im Frack, die hohen Militärs in Gala, so erwartete man den großen Augenblick. Da ereignete sich noch in letzter Minute ein Zwischenfall, der nicht ganz geklärt ist und wohl auch der Oef- fentlichkeit gegenüber nie ganz geklärt werden wird: man versuchte, die Unterzeichnung eines weiteren Abkommens zu erreichen, das sich mit den bisherigen Vereinbarungen nicht ganz deckte. Der para- guaysche Außenminister Dr. Luis A. R i a r t erklärte daraufhin, daß er unter diesen Umständen nicht in der Lage sei, seine Unterschrift unter die den Drohungen der Bevölkerung zu Die weitere Verbreitung in Europa ging itl* ilfi"1 irl* In der Garderobe saß das Kind mit der Pflegerin. Als er zur Tür hineinkam, ging ein Leuchten über sein Gesicht. „Bist du Tripstraps?" — „Ja!" — Das blinde Kind fuhr mit der tastenden Hand über sein Gesicht, über die langen Haare, den Zwergenbart. Es wirbelte in Benders Kopf. Was mochte dieses Kind für eine Vorstellung haben — von ihm, dem Zwerg, dem Theater, von Dokumente zu setzen, ohne vorher bei seiner Regierung Rückfrage zu halten. Ueberraschung, Befremden, Unwillen! Aber Dr. Saavedra Lamas hielt mit eiserner Energie die Vermittlergruppe zusammen. Die Regierung in Asuncion beharrte darauf, daß sie nur dem ursprünglich vorgesehenen Abkommen beitreten würde, und dem argentinischen Außenminister gelang es, um 2 Uhr morgens erneut eine Einigung auf das ursprüngliche Abkommen herbeizuführen, so daß am 12. Juni mittags die feierliche Unterzeichnung erfolgen konnte, die dem Ringen am Chaco ein Ende bereitete. Was der diplomatische Sieg Saavedra Lamas tatsächlich bedeutet, wird sich in der Zukunft sichtbar erweisen. Unverkennbar ist heute bereits: Südamerika hat bewiesen, daß es seine Probleme allein zu lösen imstande ist. Unverkennbar ist ferner, daß Südamerika entschlossen ist, auch in Zukunft seine Probleme allein zu regeln; das will sagen, daß Genf für Südamerika nur noch insofern Bedeutung hat, als es sich um die Regelung von Problemen außerhalb Südamerikas, also in der Hauptsache europäischer Probleme handelt. Unverkennbar ist schließlich, daß in Südamerika Argentinien heute die unbestrittene und unbestreitbare V o r - macht st ellung hat. Der Friede im Gran Chaco ist nach menschlichem Ermessen gesichert. Derjenige, der dem Kontinent den Frieden gebracht hat, ist unleugbar der argentinische Außenminister Dr. Saavedra Lamas. !un- Me der ge- > ifdje vor Hochschulnachnchten. Professor Dr. Hans Niederweyer, Extra- Ordinarius für römisches und bürgerliches Recht an der Universität Göttingen, ist zum ordentlichen Professor in der Göttinger Rechts- und Staats- wissenschaftlichen Fakullät ernannt worden. „©er Kerl konnte nicht zeichnend Zu einem Kunsthistoriker soll Adolph Menzel einmal über Dürer gesagt haben: „Ja, da haben Sie recht, über Dürer zu arbeiten! Endlich können Sie dabei mal den Leuten zeigen, daß Der Kerl nicht zeichnen konnte." Ein derart ablehnendes Urteil unter „Berufskollegen" gehört auch bei den Künstlern nicht zu den großen Seltenheiten, wie eine Reihe solcher Aussprüche beweist, die soeben in der bei Bruckmann in München erscheinenden Zeitschrift „Die Kunst für Alle" angeführt werden. Der Maler Friedrich Preller äußerte kurz und bündig über die Mediceische Venus: „Die is ä kokettes Schindluder!" Dan Dyck bemerkte von Frans Hals: „Wenn Hals in seiner Farbenmischung etwas mehr Zartheit oder Schmelz gehabt hätte, so wäre er einer der größten Meister gewesen." Greco äußerte über Michelangelo: „Michelangelo war ein guter Mann, aber malen hat er nicht gekonnt." Der französische Maler M e i s s o - nier urteilte über Giorgione: „Hat man je etwas Lächerlicheres gesehen wie die Idee dieses Giorgione: Nackte Frauen mitten in der grünen Landschaft und dazu die Flötenspieler! Wenn man sich heute einfallen ließe, so etwas zu malen, würde man schön ausgelacht werden." Nicht sehr viel freundlicher sind C a r r a ch i s Worte über Tin - toretto: „Seine Werke stehen in der Qualität bald über Tizian, bald stark unter dem Nichts. Das Experiment von Philadelphia. Eine Erinnerung an Benjamin Franklin, den Erfinder des Blitzableiters Von Hermann Lllbrich-Hannibal. LI H langsam. Zunächst rüstete die Republik Venedig ihre Kriegsschiffe mit Blitzableitern aus, einige englische Schiffe folgten, und dann ließ Friedrich Wilhelm II. in Preußen auf allen öffentlichen Gebäuden Blitzableiter anbringen. „Gottlosigkeit" eine Broschüre über den Nutzen der Erfindung drucken und unter der frommen Bevölkerung der Stadt verteilen lassen, um sich vor ~ ' * "" schützen. Friede im Gran Chaco Von unserem Or. M. I.-Äerichierstaiter. Nie große DRolte. Von per Schwenzen. Gert Bender war ein von seinem Beruf besessener Schauspieler. Keine Probe konnte ihm zu lange dauern, er setzte sich mit allen Sinnen und Kräften für seine künstlerische Aufgabe ein, die ihm nie zu groß war. Leider aber des öfteren zu klein. Er war peinlich darauf bedacht, daß er die ihm jeweils zustehende Rolle erhielt und nicht zuletzt von ihm hochgeschätzten Persönlichkeit etwas vergab. Und eines Tages war am schwarzen Brett am Bühneneingang angeschlagen: „Arrangierprobe Km- dermärchen", und Gert Bender hatte m der Kanzlei des Theaters eine Rolle ausgeliefert erhalten, die ihm mit dem Schwergewicht feiner künstlerischen Persönlichkeit unvereinbar erschien: den Zwerg Tripstraps! Er wurde sofort beim Direktor vorstellig und wollte sich — wie es im Theaterjargon heißt — „den Tripstraps abschmm- ken", die Rolle abgeben. Denn erstens war der Zwerg kein jugendlicher Charakterspieler, behauptete er, sondern allenfalls ein jugendlicher Komiker, wofür er, Gert Bender, nicht engagiert sei, und zweitens stehe der Zwerg im Schatten des Froschkonigs und dergleichen Spitzfindigkeiten mehr. Der Direktor hämmerte mit seiner kleine Bronzebuste von Josef Kainz auf den Schreibtisch, bis die Glas- platte sprang: „Und ich sage Ihnen, Bender, Sie spielen den Zwerg!" Bender wollte geltend machen, daß er als erster jugendlicher Charakterspieler überhaupt nicht verpflichtet sei, in einem Klndermarchen mitzuwirken Ein Kindermärchen sei ja doch künstlerisch nicht ernst zu nehmen, demnach fei die Besetzungsfrage überhaupt nicht so feierlich. Für den Tripstraps kämen verschiedene Anfänger in Frage, die glücklich sein würden, endlich einmal mehr als em Dutzend Worte von sich geben zu dürfen. Da kam er aber bei dem sonst so sanften Erektor, der überdies durch die zersprungene Glasplatte m Harnisch gebracht war, schlecht an: „Und nun spielen Sie den Zwerg erst recht, mein lieber Bender!" Gerade das eine hätten Sie nicht sagen sollen: Kindertheater etwas Zweitrangiges? Wer, glauben Sie, hat das Theaterspielen überhaupt erfunden, die Erwachsenen oder die Kinder? Ihre oberflächliche Betrachtung zeugt schon davon, oatz Sie noch lange kein erwachsener Schauspieler smo, sonst hätten Sie mehr Respekt vorm Kinde. Nichts ist wichtiger, verantwortungsvoller, als für Kinder zu spielen. Ich lege Ihne» bte Stalle doppelt ans Herz. Sie wird Ihnen, wenn Sie offenen Herzens drangehen, der Schlüssel zur richtigen Erkenntnis Ihres Berufes, sie wird Ihnen ein bleibendes Erlebnis werden!" Und sehr verdutzt und kleinlaut sah Bender sich hinauskomplimentiert. Die Proben begannen. Der Zwerg Tripstraps führte das arme Mädchen durch das Märchenland zu den Sternen... Statt der Märchentiere, die erst in den Werkstätten angefertigt wurden, standen einige Stühle und Schemel umher. Bender probierte zunächst mit Widerwillen und Hemmungen. Aber irgendwie waren ihm die polternden Worte des Direktors doch unter die Haut gedrungen. Er kämpfte sich in den verdammten Tripstraps hinein. Schon klang der Name ihm nicht mehr so lächerlich. Schon gewann er Freude daran, ein Geschöpf aus Walderde, Wurzeln und tierhafter Laune, boshaft und treu, unbeholfen und schlau zugleich, zu erfinden und zu gestalten. Obwohl er es seinem Standpunkt schuldig war, jedesmal seufzend die Bühne zu betreten, Randglossen zu den Anweisungen des Regisseurs zu machen und quer über sein Rollenbuch das schöne Wort „Bockmist" zu schreiben, mußte er sich doch selbst gestehen, daß er schon Freude an der Rolle gefunden, daß der Direktor schon heute recht behalten hatte. — Die Aufführung wurde, nicht zuletzt durch die jubelnde Anteilnahme der Kin- derschar in Parkett und Rängen, ein Erfolg, und Gert Bender konnte in den Blättern lesen, daß er ein vorzüglicher Tripstraps war. Am vierten Nachmittag aber, an dem er Die Rolle spielte, sollte das Erlebnis Wahrheit werden, von dem der Direktor — wenn auch in anderem Sinne — so prophetisch gesprochen hatte. Im zweiten Akt hatte Tripstraps auf seinen Wanderungen zwischen Mond und Sternen über das verdeckte Orchester ins Parkett zu steigen und sich mit den einzelnen Kindern zu unterhalten, ob sie ihm wohl den Weg zu dem Großen Baren aaen könnten. Alle konnten es, denn er hing, qanz groß und deutlich als Bär zu erkennen, cm Theaterhimmel. Gert Bender machte es jedesmal besonderen Spaß, sich in irgendeine Parkettreihe hineinzuzwängen, an teils Melnden teils scheu ergriffenen Kindern vorbei, sich irgendein Bur|ch- lein oder Mädelchen auszusuchen und nut ihm zu plaudern. Zunächst versicherte er, daß er em sehr artiger und kinderlieber Zwerg sei und dann fragte er, wo denn wohl der Große Dar, der chonste Stern, der tagsüber aus der Milchstraße trinke, zu finden wäre. Und ledesrnal erhielt er Auskunft. Diesmal aber geschah etwas Seltsames ©eri Bender nahm ein Meines Mädchen auf, setzte Nach den neuen Entdeckungen einiger deutscher, englischer und französischer Gelehrten auf dem Gebiete der geheimnisvollen elektrischen Naturkraft war es gegen die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in Europa Mode geworden, sich mit der Elektrisiermaschine die Zeit zu vertreiben. Man hatte an den Höfen, in den Salons, in allen gebildeten Kreisen und in allen Schulen Freude daran, mit der Elektrisiermaschine Vögel zu töten, Spiritus zur Entzündung zu bringen oder andere Kunststücke zu versuchen. Deshalb war es kein Wunder, daß Mister Colli n s o n, ein gelehrtes Mitglied der Königlichen Gesellschaft von London, auf den Gedanken kam, eine solche Maschine mit der dazu gehörigen Gebrauchsanweisung über den großen Teich an die Amerikanische Philosophische Gesellschaft in Philadelphia zu schicken, deren Mitglieder eifrig bemüht waren, sich durch Schriftwechsel über alle neuen Erfahrungen und Entdeckungen unterrichtet zu halten. Benjamin Franklin, der ehemalige Buchdrucker, der vor einiger Zeit in Boston schon eine Elektrisiermaschine zu Gesicht bekommen hatte, war als Gründer der Philosophischen Gesellschaft über das Geschenk aus London sehr erfreut und ergriff begierig die Gelegenheit, um die Versuche zu wiederholen, die er in Boston gesehen hatte. Er erwarb sich durch praktische Hebung bald eine große Fertigkeit zur Veranstaltung aller möglichen Versuche, um so mehr als sein Haus gewöhnlich von Menschen wimmelte, die das elektrische Wunder kennenlernen wollten, und wurde selber zu Versuchen und Enthüllungen angeregt. Er stellte nicht nur die erste elektrische Batterie her, die die Experimente mit höherer Wirkung möglich machte, sondern entdeckte auch die positive und die negative Betätigung der Elektrizität und kam schließlich zu der Heberzeugung, daß die Elektrizität und der Blitz ein und dieselbe Erscheinung und der Blitz nichts anderes als ein riesiger elektrischer Funken sei. „Das elektrische Fluidum", so schrieb er am 7. November 1749 in sein Tagebuch, „stimmt mit dem Blitz in folgenden Eigenschaften überein: 1. in dem Licht, das beide geben; 2. in der Farbe des Lichts; 3. in dem Zickzack ihres Ganges; 4. in der Schnelligkeit ihrer Bewegung; 5. darin, daß sie durch Metalle geleitet werden; 6. in dem Schlage bei ihrer Explosion; 7. darin, daß sie in Wasser und Eis bestehen; 8. im Zerreißen der Körper, durch welche sie fahren; 9. im Töten der Tiere; 10. im Schmelzen der Metalle; 11. im Entzünden brennbarer Stoffe; 12. im Schwefelgeruch, der beiden gemein ist. Das elektrische Fluidum wird durch Spitzen angezogen. Wir wissen nicht, ob dies beim Blitz ebenfalls der Fall ist. Da sie aber sonst in allen Einzelheiten, in welchen wir sie vergleichen können, übereinstimmen, so ist es wahrscheinlich, daß es auch in diesem der Fall sein wird. Machen wir den Versuch!" „Ich habe dich gerne, Tripstraps!" sagte es. Es war Gert Bender, als schnüre ihm etwas die Kehle zu — Glück? Trauer? „Bist du ein Zwerg?" — „Ja, ein ganz kleiner Zwerg mein Kind..." — „Ist es schön, ein Zwerg zu fein?" — „Ja, mein Kind — es ist wunderschön!" Höhe. Zunächst schien der Versuch nicht von Erfolg zu sein. Als er jedoch, nachdem der Regen Die Schnur durchnäßt hatte, den Knöchel seines Ringfingers an den Schlüssel hielt, bekam er einen stark e n Schlag. Unb immer wenn er sich wieder mit dem Finger dem Schlüssel näherte, entfuhren elektrische Funken. Zum Schluß seines Experimentes lud er noch eine Flasche mit der Elektrizität der Gewitterwolke, die über Philadelphia am Himmel stand. Eine außergewöhnliche Tat war vollbracht. Kein Erdenbürger vor Franklin hatte den zerstörenden Blitz herausgefordert, kein Sterblicher ihm so ins Auge gesehen wie er. „Prometheus hatte den Göttern einen Funken des himmlischen Feuers entwendet." Aber der Bericht, den Benjamin Franklin über „die Identität des Blitzes mit der Elektrizität" an die Königliche Gesellschaft von London schickte, fand zunächst keine besondere Aufmerksamkeit. Er wurde zwar in der Gesellschaft verlesen, aber von den Sachverständigen belacht. Als man diesen Bericht und andere Briefe Franklins über seine Experimente aber dem Doktor Fothergill zeigte, wurden sie auf dessen Veranlassung dem Druck übergeben. Sie erregten großes Erstaunen und wurden in viele Sprachen übersetzt. Der Abb6 Rollet, der Physiklehrer der königlichen französischen Familie, wollte sogar nicht glauben, daß die Briefe tatsächlich von einem Manne namens Benjamin Franklin aus Philadelphia stammten. Er dachte, sie wären von seinen Feinden in Paris fingiert, um sein System in Verruf zu bringen und veröffentlichte daher einen Band Gegenbriefe, in denen er die Wahrheit der Experimente von Philadelphia in Abrede stellte. Er mußte aber dennoch erleben, daß sich alle Physiker Europas von seiner Lehre abwandten und sich zu den Forschungen Franklins bekannten. (Durch Luftpost.) Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Buenos Aires, 12.Juni 1935. Der 12. Juni 1935 wird ein Markstein in der Geschichte Südamerikas sein: Mittags um 12.35 Hhr wurde im Weißen Saale des Regierungspalastes zu Buenos Aires zwischen den Außenministern B o - Hütens und Paraguays als Bevollmächtigten ihrer Regierungen ein Abkommen unterzeichnet, das zunächst zwar nur eine befristete Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Bolivien und Paraguay vorsieht, dessen Bestimmungen aber darüber hinaus unter der Garantie der Vermittlermächte Argentinien, Brasilien, Chile, Peru, Vereinigte Staaten von Nordamerika und Hruguay für die beiden kriegführenden Mächte derart bindend und verpflichtend sind, daß an ein Wiederaufleben der Feindseligkeiten nicht mehr zu denken sein wird. Praktisch ist damit der Friede in Südamerika wiederhergestellt! Ein mehrjähriger heißer Krieg, der fast bis zur Erschöpfung Der Gegner geführt hat, ist beendet. Die Friedenskonferenz wird keine leichte Aufgabe haben, denn die Probleme, die sich inzwischen aufgerollt haben, sind zahlreich und kompliziert, und oft noch werden die Verhandlungen auf des Messers Schneide stehen. Aber ob der Ständige Internationale Gerichtshof bemüht werden .wird, der als letzte, endgültig entscheidende Instanz in Zweifelsfällen vorgesehen ist, erscheint sehr fraglich. Denn Südamerika ist gewillt, seine Probleme allein innerhalb der südamerikanischenVöl- kergemeinschaft zu lösen, was durch den Abschluß des Abkommens vom 12. Juni über die Waffenruhe im Gran Chaco bereits eindeutig bewiesen sein dürfte. Die kriegerischen Ereignisse an der Chaco-Front hatten für die Nachbarländer Boliviens und Paraguays allmählich Folgen gezeitigt, die eine Beendigung des Krieges dringend wünschenswert erscheinen ließen. Verschiedene Versuche, den Konflikt beizulegen, waren zum Scheitern verurteilt, weil die Verhältnisse zu einer annehmbaren Lösung zweifellos noch nicht reif waren. Das Verhalten des Völkerbundes hatte die südamerikanischen Völker belehrt, daß von ihm eine befriedigende Regelung keinesfalls zu erwarten war. Also nahm Südamerika sein Schicksal in die eigenen Hände. Unb was dem Völkerbund in jahrelanger Tätigkeit nicht gelungen war, das gelang ber Vermittlergruppe, die sich unter Führung Argentiniens gebübet hatte, in genau Monats- f Am Abenb bes 11. Mai waren bie Vertreter Argentiniens, Brasiliens, Chiles, Perus unb ber Vereinigten Staaten zusammengetreten unb hatten offiziell bie „Vermittlergruppe" konstituiert, zu ber bann etwas später Uruguay hinzutrat Den Vorsitz führte von Anbeginn an ber argentinische Außenminister Dr. Saavebra Lamas, bessen Persönlichkeit sich als bie eigentlich führende bei der Vermittlungsaktion immer stärker bei ben 23er» hanblungen herausschälte. Die Aufgabe ber Vermittlermächte war keineswegs leicht. Die Gegensätze zwischen Bolivien unb Paraguay hatten sich im Laufe ber Jahre eher verschärft als gemilbert. Dazu kam, baß Paraguay, bas auf bem Schlachtfelb unbestritten ber Sieger ist, auf Grund mancher trüben Erfahrungen von bem nicht unberechtigten Mißtrauen erfüllt war, baß es burch bie Feber ber Diplomaten um ben Sieg bes Schwertes gebracht werben sollte. Dazu kam ferner, baß Bolivien sehr ernstlich innere Unruhen befürchten muß, wenn bei ber Rückkehr bes Heeres unb ber Kriegsgefangenen bie Wahrheit, baß Bolivien Hefen Krieg verloren hat, bekannt wirb. Deshalb hoffte es noch immer, burch Einsatz äußerster Kampfmittel bem Schicksal auf bem Schlachtfelde eine Wenbung zu geben. Der letzte große Sieg ber Paraguayer bei Jngavi nach elf- Da Franklin schon vor vielen Jahren verschie- bene Schritte zur Bekämpfung von Feuers- b r ü n ft e n unternommen hatte, führte ihn seine Beobachtung, baß eine Drahtspitze ben Blitz anziehe, zu bem Schluß, baß, wenn man solche Spitzen auf ben Oebäuben anbringt unb sie burch eine Drahtleitung mit ber Erbe oerbinbet, ber einschla- genbe Blitz abgeleitet wirb unb bie Ge- bäube von ber Blitzgefahr verschont bleiben. Aus biefer Folgerung entstaub ber Blitzableiter. Die Menschheit hatte zu ber neuen Erfinbung zunächst allerdings wenig Zutrauen. Sie wagte es nicht, die zugespitzten Drahtstangen auf ben Häuserbächern zu errichten. Den ersten Blitzableiter brachte Benjamin Franklin auf bem Hause bes Kaufmannes W e st in Philadelphia an. Er bestaub aus einem Eisenstab von 3 Meter Länge unb 27 Millimeter Durchmesser unb würbe burch eine metallene Leitung mit ber Erbe oerbunben. Nach brei Jahrzehnten hatten aber schon alle öffentlichen Gebäube Philadelphias Blitzableiter, bis auf bas Haus ber französischen Gesandtschaft. Der Gesanbte hatte sich bem Blitzableiter gegenüber zu ber ablehnenden Haltung seines Vaterlan» bes bekannt. Als im Jahre 1782 jeboch ein Blitz in bas Gesaubtschaftsgebäube schlug unb einen Offizier tötete, war auch er „blitzschnell" von ber Nützlichkeit ber neuen Erfindung überzeugt. In Europa würbe ber Blitzableiter burch den Schweizer Naturforscher S a u f f u r e, der die erste Moutblauc-Besteiguug veranlaßt hat, eingeführt. Er versah fein Haus in Genf im Jahre 1771 mit einem Blitzableiter, mußte aber wegen feiner es auf seinen Schoß und begann seine Zwergworte zu sprechen. Aber das Kind antwortete nicht. Es hielt den Kopf gesenkt, die Händchen vor die Stirn gepreßt wie in ungeheurer innerer Anstrengung oder Erregung. Ja, wahrhaftig, es zitterte. Die Mutter — war es die Mutter? —, die neben ihm saß, streichelte dem Kinde den Kopf und sprach beruhigend ein — aber es antwortete nicht, es ver- riet dem Zwerg nicht, wie er zum Großen Bär gelangen könne . . . Gert Bender war peinlich berührt. Dieses krankhaft schüchterne Kind unterbrach die Vorstellung! Er war gewöhnt, als ein beliebter und angenehmer Darsteller gefeiert zu werden, ob beim Fünf-Hhr-Tee bei Geheimrats oder hier in der Kinderschar. Etwas betreten gab er feine Bemühungen um die Kleine auf, um so mehr, als die umsitzenden Kinder ihm den gewünschten Ausschluß gaben. Da aber, als er gerade, und zwar mit einer ganz rollenwidrigen und konfusen Verbeugung gegen die erwachsene Begleiterin der Kleinen, gehen wollte — schrie das Kind wie in höchster Verzückung auf, die Arme ausgestreckt, etwas an ihm vorbei, mehr in Richtung der Bühne: „Tripstraps! Schwester, war das Tripstraps? Tripstraps, bleib da!" Er blickte überrascht hin — und begriff: Blind! Oben auf der Bühne quäkte schon der verdammte Frosckkönig, in dessen Schatten seine Rolle leider stand, Die Märckentiere drängelten schon schlurfend in der Kulisse, die Musikanten klapperten mit den Instrumenten, gleich begann das große Fabeltierballett mit Nachtigallensolo — er mußte unbedingt hinauf auf die Bühne. Rasch flüsterte er der Dame zu: „In der Pause Garderobe drei!" Er konnte sich kaum auf seine Rolle konzentrieren. Das Kind war blind. Es sah nichts von all dem Maskentrubel, den Zaubertieren, nicht Tripstraps mit dem rotbraunen Zottelbart, nicht den goldenen Bären, der über der Milchstraße hin... Es hörte nur — und in dem schwarzen Nachthimmel seiner Phantasie flammten Gestirne und Gestalten auf, rannen Worte und Klänge der Bühne zu erhabenerem Leben zusammen — oder nicht? Oder lebte das Wort in ihm eigen- wüchsig — losgelöst vom Körperlichen — er, Tripstraps, Gert Bender, er war eine Stimme, eine Wort- und Gedankenreihe, ein Suchen und Führen zum Goldenen Bären — der diesem blinden Kinde Begriff geworden, lieb geworden war. „Bleib hier!" hatte es gerufen. Der Froschkönig prustete ihn ärgerlich an, platschte ihn mit Wasser auf den Bauch — Himmel ja! Der Text! Er stand ja auf der Bühnett — irtschast ges aus dem Vorjahre von 3459 Mark ein Reingewinn von 283 655 (284 202) Mark, aus dem wieder 4,5 Prozent Dividende ausgeschüttet und der gesetzlichen Rücklage 15 000 (15 000) Mark zugewiesen werden sollen. 2912 Mark sollen vorgetragen werden. * Mitteldeutsche Hartsteinindustrie AG., Frankfurt a. M. Der Jahresabsatz 1934 betrug 345168 (349 487) Tonnen bei etwas gehobenem Jnlandsgeschäft. Auslandsumsätze waren fast unmöglich. Obwohl das geldliche Ergebnis wesentlich besser ist, konnte ein Reuoerlust nicht ganz vermieden werden. Der Leistungsertrag stellt sich auf 1,28 (1,25), ao. Erträge auf 0,005 (0,046) bei 0,78 (0,81) Personal- und 0,14 (0,18) sonstigen Aufwendungen. Rach 0,18 (0,2) Anlage- und 0,015 (0,251) anderen Abschreibungen und 0,126 (0,151) Zinsleistungen verbleiben RM. 22 220 (346 900) Neuverlust, der wieder vorgetragen wird. Im laufenden Jahre wurde der Vorjahresabsatz gehalten. Bei wetter gleichem Absatz wird für 1935 ein besseres Ergebnis erwartet, zumal inzwischen belastende Verträge aelöst sind und die Erneuerung der Betriebe vorläufig beendet sei. ♦ Rheinische AG. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, Köln. Wie aus dem Bericht für das am 31. 3. 1935 zu Ende gegangene Geschäftsjahr hervorgeht, stieg die Förderung um 8,6 v. $)., die Briketther- jtellung um 3,3 v. $). und der Brikettumsatz um 2,5 v. H. Ebenfalls konnte die Gefolgschaft erhöht werden. Die Stromerzeugung der Grubenzentralen betrug 122,5 (113) Mill. kWh, der Eigenverbrauch der Bergwerksanlagen 94,5 (89) Mill. kWh. Als Reingewinn wird in diesem Jahre nur ein Betrag von 5,41 (7,11) Mill. Mark einschl. 0,80 (0,80) Dortrag ausgewiesen, da das an der Zahlung der wieder 12prozentigen Dividende berechtigte AK. auf 33,96 (40,52) Millionen Mark zurückging. Im lau- senden Jahre lag der Brikettabsatz bisher etwas über dem des Vorjahres, so daß die Feierschichten eingeschränkt und die Brikettstapel größtenteils geräumt werden konnten. * I. P. Bemberg, AG., Wuppertal- Barmen. Die Generalversammlung genehmigte die Regularien für 1934 und die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 5 v. H. In längeren Ausführungen befaßte sich Direktor F r o w e i n mit der unter dem Namen Cuprama-Faser vertriebenen Spinnfaser, die technisch und wirtschaftlich weiter entwickelt werden soll. Gegenwärtig scheine aber die Zukunft noch nicht genügend geklärt, um die Aufnahme der Cuprama-Fabrikation in dem noch stilliegenden Siegburger Werk verantworten zu können. In der Produktion des Kunstseidengarnes habe die Gesellschaft ihr Verfahren weiter vervollkommnet, lieber die Aussichten in 1935 lasse sich keine Voraussage machen, indessen bemühe sich die Verwaltung, die wieder aufsteigende Erfolgslinie auch in Zukunft zu wahren. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Nachgebend. Frankfurt a. M., 18.Juni. Dor Beginn der heutigen Mittagsbörse gedachten die Börsenbesucher in einer Minute stillen Gedenkens der 60 Opfer des furchtbaren Explosionsunglücks von Reinsdorf, wobei der stellvertretende Börsenpräsident Eberle den Opfern der Arbeit einen warmen Nachruf widmete. Im vorbörslichen Verkehr rechnete man noch mit einer freundlichen Tendenz, doch zeigte sich beim offiziellen Anfang, daß seitens der Kundschaft wieder einige Verkaufsaufttäge vorlagen, die bei der starken Geschäftsstille ein weiteres Abgleiten der Aktienkurse auslösten. Die Kulisse verhielt sich weiterhin sehr abwartend. Die durchschnittlichen Rückgänge betrugen auf fast allen Marktgebieten 0,50 bis 1 v. H. Am Chemiemarkt gingen JG.-Far- ben um 0,90 v. $)., Goldschmidt um 1,50 v. H. und Deutsche Erdöl um 0,65 v. H. zurück. Elektroaktien tendierten uneinheitlich, lagen aber ebenfalls meist bis 1 v. H. niedriger, darüber hinaus gingen Licht 8c Kraft um 1,25 v. H. unter den Vortagskurs. Etwas höher lagen Chade A bis C mit 296,75 (296). Don Montanpapieren verloren Zarpener, Klöckner, Mannesmann und Stahlverein je 1 v. H., Rheinstahl waren mit minus 1,65 v. H. stärker gedrückt. Etwas fester lagen Rhein. Braunkohlen mit plus 1 v. S). Maschinen- und Motorenwerke notierten ebenfalls niedriger bei Verlusten bis 1 v. H., Daimler büßten sogar 1,50 v. H. ein. Von sonstigen Werten gaben Deutsche Linoleum 1, Conti Gummi 1,25, Westdeutsche Kaufhof und Kunstseide Aku je 0,50 v. 5). nach. Etwas festere Haltung wiesen Schiffahrtswerte auf, die bis 0,50 v. H. anzogen. Reichsbankanteile und Cement Heidelberg eröffneten gut gehalten. Der Rentenmarkt blieb still, doch vermochten sich die Kurse meist gut zu behaupten, nur Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderun- Berlangemng der Frachtnotstandsmaßnahme für Stroh und Torfmull. Zur Behebung der Futter- und Streumittel- Knappheit in landwirtschaftlichen Betrieben hat die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft mit Wirkung ab 30. 8. 1934 bei der Beförderung von Heu und Sttoh zur Verwendung in landwirtschaftlichen Betrieben im Deutschen Reich eine Frachtermäßigung gewährt, die für Heu 20 v. H. und für Stroh 30 v. H. der in dem Ausnahmetarif 19 B 1 vorgesehenen Frachtsätze betrug. Die Gültigkeit dieser Notstandsmaßnahme war bis zum 15. 6. 35 befristet. Da bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Stroh neuer Ernte zur Verfügung steht, hat der Reichsnährstanb bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft die Verlängerung dieser Notstandsmaßnahme beantragt. Nach einer Mitteilung der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft ist dem Anträge stattgegeben worden, und zwar wird die für Stroh vorgesehene 30proz. Frachtermäßigung 1 auch weiter gewährt, bis zum 15. 7. 1935. Für Heu ist dagegen eine Verlängerung des 20proz. Frachtennachlasses abgelehnt worden, so daß mit dem 16.6.1935 bei der Beförderung von Heu die Frachtsätze des Ausnahme- Tarifes 19 B 1 wieder zur Erhebung gelangen. In diesem Zusammenhang erscheint es notwendig, nochmals darauf hinzuweifen, daß als landwirtschaftliche Betriebe im Sinne der Notstandsmaß. nähme nur Bauernhöfe, landwirtschaftliche Güter und Weidebetriebe (Tierzuchtbetriebe) gelten. Dagegen werden städtische Tierhaltungen, wie Molkereien, Fuhrhattereien, Schlachthöfe, Rennställe und gewerbliche Betriebe, wie Häckselfabriken, Strohpressereien, Versorgungsstellen der Wehrmacht usw. nicht als landwirtschaftliche Betriebe im Sinne der Notstandsmaßnahme angesehen. Um in den Genuß der Frachtermäßigung zu gelangen, müssen die Frachtbriefe ausdrücklich den Vermerk tragen: „Zur Verwendung in landwirtschaftlichen Betrieben im Deutschen Reich". Auf Grund der Streumittel-Knappheit hat die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ebenfalls genehmigt, daß die am 25. 10. 1934 im Wege der Notstandsmaßnahme eingeführte Frachtermäßigung für Torfstreu, Torfmull und Streutorfsoden, die bis zum 16. 5. 1935 befristet war, ebenfalls bis zum 15. 7. 1935 verlängert wird. Auf Grund der Notstands- Maßnahme werden im Rückoergütungswege die Frachtsätze der Ausnahmetarife 20 B 2 um 15 v. H. und 20 B 3 und 24 B 3 um 30 v. H. gekürzt. Die Notstandsmaßnahme greift aber nur dann Platz, wenn das beförderte Torfstreu usw. ausschließlich nur als Streumittel in landwirtschaftlichen Betrieben im Deutschen Reich Verwendung findet. Als zu Streuzwecken verwendet gilt im Sinne der Tarifbestimmungen nur der Verbrauch von Torfstreu usw. zur Bereitung von Lagerstätten der Tiere. Als landwirtschaftliche Betriebe gelten Bauernhöfe, landwirtschaftliche Güter und Weidebetriebe (Tierzuchtbetriebe). Nicht dazu rechnen jedoch städtische Tierhaltungen wie Molkereien, Fuhrhattereien, Schlachthöfe usw. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat bei Gewährung der vom Reichsnährstand gestellten Anträge ausdrücklich darauf hingewiesen, daß eine abermalige Verlängerung über den 15. 7. 1935 keinesfalls mehr gewährt werden kann. * ♦ Dreifache Erhöhung der Erzförderung im Dillkreis. Nach dem Bericht der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG. über das abgelaufene Geschäftsjahr ist auf dem Erzbergwerk Dillenburg die derzeitige Förderleistung der Grube Königszug im Dillkreis voll ausgenutzt. Im West- felbe wurde das Lager in guter Bauwürdigkeit aufgeschlossen. Durch ein langfristiges Abkommen mit den Buderusschen Eisenwerken und dem Hessen-Nassauischen Hüttenverein konnte der Absatz gesichert und durch wechselseitigen Austausch markscheidender Feldesteile für eine möglichst wirtschaftliche Ausnutzung der Grubenanlagen gesorgt werden. Auf der Grube Königszug wurden im Jahre 1934 94146 Tonnen Eisenerze gefördert gegenüber nur 32172 To. in 1933. Auch im neuen Betriebsjahre ist die Förderung gleich günstig, was auch auf die Privatgruben zutrifft. *Hessen-Nassauische GasAG. Frankfurt a. M. - H ö ch st. Seit 1930 weist die Gas- abgabe der Gesellschaft erstmals wieder eine Zunahme auf. Gegenüber dem vorhergehenden Jahre ergab sich eine Steigerung in 1934 um 2,2 v. H. Im Berichtsjahre stiegen außerdem die Kohleverarbeitung und der verkaufsfähige Koksanfall. Der Teeranfall und die Benzolerzeugung wiesen einen leichten Rückgang auf, jedoch lag der erzielte Durchschnittserlös bei Benzol etwas höher als im Vorjahre. Nach Abschreibungen auf Anlagen von 0,25 (0,23) und anderen Abschreibungen von 37 281 (42 917) Mark ergibt sich einschließlich des Vertragen lagen je 0,13 v. H. niedriger. Ausländische Werte lagen ruhig. In der zweiten Börsenstunde hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an und infolgedessen schwächten sich die Kurse weiter um etwa 0,50 bis 1 v. H. ab. Man verwies in diesem Zusammenhang auf die Ausführungen Dr. Schachts in Danzig, in denen er darauf hinwies, daß nach der Periode der überstürzten Steigerungen am Aktienmarkt sich nunmehr wieder eine ruhigere und gesunde Kursentwicklung durchgesetzt habe, was ein Beweis dafür fei, daß Deutschland dank seiner Wirtschaftssouveränität völlig in der Lage sei, einer irregeleiteten Börsenspekulation des Publikums durch Zusammenarbeit von Aufsichts- und Selbstoerwaltungsorganen wirksam begegnen können. Am Kassamarkt blieben Bad. Ag. für Rheinschiffahrt weiter gesucht, Taxe 100 Geld (l. K. 76,50). Auch an den Rentenmärkten blieb es allgemein still und die Kurse unverändert. Auch Pfandbriefe und Stadtanleihen wiesen nur geringfügige Veränderungen auf. Von Industrie-Obligationen gaben 5proz. Stahlverein 0,50 v. H. nach, während 1951er und 1947er bis 0,40 v. H. fester lagen. Von fremden Werten gaben Ungarn bis 0,25 v. H. nach, Bagdad-Bahn II waren stark angeboten, Taxe 11 (l. K. 14). Rumänen bröckelten bis 0,50 v. H. ab, Mexikaner lagen etwas uneinheitlich. Tagesgeld unverändert 2,5 v. H. Abendbörse: Aktten wetter schwacher. An der Abendbörse setzten sich die Abschwächungen am Aktienmarkt infolge von weiteren kleinen Verkäufen der Depositenkundschaft fort. Angesichts der starken Zurückhaltung ergaben sich gegen ben schon schwachen Berliner Schluß weitere Rückgänge von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Südd. Zucker waren darüber hinaus um 2,50 v. H. auf 186 gedrückt. Die ausgeglichene Außenhandelsbilanz, die günstige Entwicklung im Reichsbankausweis sowie die Einigung in London über ein Flottenabkommen hinterließen keinen stärkeren Eindruck. Später war die Haltung widerstandsfähiger, da seitens der Kulisse aus technischen Gründen einige Rückdeckungen vorgenommen wurden. Am Rentenmarkt blieben die Kurse bei allerdings sehr kleinem Geschäft gut behauptet. Ausländische Renten bröckelten eher noch leicht ab. Am Einheitsmarkt gingen Bankaktien weiter zurück, so Commerzbank auf 90,75 (91,13), DD= und Dresdner Bank auf je 92,50 (93). U. a. notierten: Altbesitz 113,40, 5 v. H. Stahlverein 97, 5,50 v. H. Rheinische Hypvtheken-Liqui- dation 101,25, 4 v. H. Ungarn Gold 11,65, 4,50 v. H. Goldrumänen 10, 4 v. H. Rumänen 6,13, 4 v. H. SSB 191, Reichsbank 178, Buderus 103, Harpener 110,50, Mannesmann 85,25, Rheinstahl 111, Stahl- verein 81,50, AKU. 65, AEG. 44,25, Bekula 138,50, Conti Gummi 154, Dt. Erdöl 110,50, Scheideanstatt 233, Dt. Linoleum 161, Licht und Kraft 128,50, IG. Farben 150,75, Gesfürel 126,50, Holzmann 90,50, Metallgesellschaft 106,25, Moenus 87,25, Rheag 132, RWE. 127, Schuckert 118,50, Siemens 174, Sudd. Zucker 186, Reichsbahn-DA. 120,75. Jranffurter Obff- und ©emüfemarft Frankfurt a. M., 18. Juni. Der Gemüse- markt wies allgemein sehr starke Zufuhren, insbesondere von Gurken, Karotten, Kohlrabi und Wirsing auf. Das Geschäft war im Vergleich mit der Vorwoche stockend. Für alte Kartoffeln sowie für Kopfsalat zogen die Preise etwas an, im übrigen waren sie für alle Gemüsearten rückläufig. U. a. notierten (die Preise verstehen sich im Verkauf an den Kleinhandel in RM. für 100 Pfd., 100 Stück ober 100 Bündel): Blumenkohl Stück (Treibhaus) 15 bis 45, Bohnen (Treibhaus) 40 bis 50, Erbsen 25 bis 30, 22 bis 25 ital., Salat-Gurken (Treibhaus) 15 bis 35, Karotten Bdl. 5 bis 7, gelbe Kartoffeln 4.00 bis 5.00, neue ital. runbe 11 bis 13, Kohlrabi 3 bis 7, Kopfsalat 4 bis 6, Pfifferlinge 40 bis 45, Rettich Stück 3 bis 12, Spargel Al 35 bis 36, A2 26 bis 28, B 22 bis 24, C 11 bis 12, Spinat 8 bis 9, Tomaten (Treibhaus) 60 bis 75, 60 holl., Weißkraut 14 bis 15, Wirsing 4 bis 6, Zwiebeln mit Schlotten 5 bis 7, 8 bis 11 ital., 11,5 bis 13 ägypt. Am Ob st markt waren Erdbeeren stärker an- geboten, Nachfrage schleppend, Preise stark rückläufig. Kirschen sind im Verhältnis zur Nachfrage genügend angeboten, die Preise zogen an. U. a. notierten: Apfelsinen 28 bis 30 span., Aprikosen 33 bis 35 span., Bananen, Kiste 25 Pfd. 10 bis 12 Jam., Erdbeeren I 40 bis 48, II 30 bis 35, Kirschen 28 bis 42, ital. 36 bis 40, Pfirsiche 38 bis 50 span., Stachelbeeren grün 10 bis 15. Der deutsche Außenhandel im Mai Ausfuhr-tteberschuß von 4,4 Millionen Mark. Fwd. Die Einfuhr betrug im Mai 332,6 Mill. RM. Sie ist gegenüber dem Vormonat (359 Mill. RM.) nicht unbeträchtlich zurückgegangen (— 7,5 v. H.). Ungefähr gleich stark hat sich der Bezug von Lebensrnitteln und Getränken, sowie von Fertigwaren vermindert. Die Einfuhr van Rohstoffen und halbfertigen Waren war gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Bei Lebensmitteln ist vor allem die Einfuhr von Südfrüchten gesunken. Bei den Fertigwaren beschränkte sich die Abnahme in der Hauptsache auf die Textilerzeugnisse. An der Abnahme der Einfuhr sind hauptsächlich die europäischen Länder beteiligt. Erhebliche Rückgänge ergaben sich vor allem beim Warenbezug aus Frankreich (Textilrohstoffe, Garne), Italien (Küchengewächse), Norwegen (Tran), Spanien (Südfrüchte), Großbritannien (Wasserfahrzeuge) und Sowjetrußland (Oelkuchen). Erhöht war demgegenüber im wesentlichen nur die Einfuhr aus Polen und Griechenland. Im Verkehr mit Ueberfee war in der Hauptsache nur der Warenbezug aus Brasilien (Baumwolle), Argentinien (Getreide, Leinsaat, Wolle) und den USA. (Obst, Baumwolle) niedriger als im Vormonat. Dagegen waren im Verkehr mit Britisch Südafrika (Wolle, Kupfer), Chile (Salpeter), China (Oelfrüchte, Delfaaten) und Aegypten (Zwiebeln, Baumwolle) beträchtliche Steigerungen zu verzeichnen. Die Ausfuhr betrug im Mai 337 Mill. RM. gegenüber 340 Mill. RM. im April. Sie ist somit um rund 1 v. H. zurückgegangen. Die Abnahme ist jedoch preismäßig bedingt; die Ausfuhrmengen haben sich von April bis Mai leicht e r - höht. Abgenommen hat vor allem die Ausfuhr von Fertigwaren und Lebensmitteln. Dagegen hat sich die Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren erhöht. Gestiegen ist die Ausfuhr nach der Mehrzahl der europäischen Länder, vor allem nach Belgien-Luxemburg, Dänemark, Frankreich, Bulgarien und der Schweiz. Dem standen Abnahmen gegenüber beim Absatz nach Großbritannien, Italien, Niederlande und Schweden. Die überseeischen Länder haben im Mai durchschnittlich weniger Waren als «im Vormonat abgenommen. Steigerungen des Warenabsatzes waren gegenüber den USA. und Argentinien zu verzeichnen. Die Handelsbilanz, die im Vormonat mit 19 Mill. RM. passiv war, schloß im Mai mit einem Ausfuhrüberschuß von 4,4 Mill. RM. ab. Unlauterer Wettbewerb durch Chiffre-Anzeigen. LPD. Frankfurt a. M., 18. Juni. Nach einer Mitteilung der „Rhein-Mainischen Wirtschaftszeitung" hat das Einigungsamt für Wettbewerbs st reitigkeiten beim Rhein-" Mai Nischen Industrie- und Handelstag, Sitz Frankfurt a. M., festgestellt, daß ein Kaufmann sich des unlauteren Wettbewerbs schuldig gemacht hat, weil er in Tageszeitungen die von ihm vertriebenen Nähmaschinen unter Ehiffre - Anze i g e angekündigt und dadurch den Anschein erweckt hat, als ob es sich um ein Angebot von privater Seite handelte. Aus der Begründung des Urteils fei folgendes hervorgehoben: Nach heutiger Verkehrsanfchauung ist es als unlauter anzufehen, wenn ein Kaufmann die von ihm im regelmäßigen Geschäftsverkehr vertriebenen Waren nicht unter feinem Namen, feiner Firma oder feiner Gefchäftsbezeichnung, sondern unter einer Chiffre ankündigt. Von einem Kaufmann muß man erwarten, daß er für die von ihm angebotenen Waren, die Gegenstand seines regelmäßigen Geschäftsbetriebes find, mit feinem Namen ober feiner Firma einsteht. Die Ankündigung solcher Waren durch Gewerbetreibende unter Zeichen, Decknamen ober einer anberen Form der Verschleierung ist mit der Forderung nach Wahrheit und Klarheit in der Werbung nicht zu vereinbaren unb würbe, wenn sie für zulässig erklärt würbe, bem Schleichhandel unb anberp unlauteren Handlungen Vorschub leisten. Briefkasten der Redaktton. V. in G. Lehrlinge sind grundsätzlich kranken- kassen- und arbeitslosen-versicherungspflichtig. Die Versicherungspflicht kann jedoch abgelöst werden, wenn zwischen Meister unb Lehrling ein schriftlicher Lehrvertrag für eine Dauer von minbeftens zwei Jahren abgeschlosen ist. Die Beitragsbefreiung erfolgt aber nur, wenn ein ausbrücklich hierzu gestellter Antrag vorliegt. Die Beitragsentrichtungspflicht fetzt ohne weiteres ein Jahr vor Beenbi- gung ber Lehrzeit ein. Für biefes letzte Lehrjahr haben Meister und Lehrling bie Beitragslasten zu gleichen Teilen zu tragen. Die Beitragshöhe richtet sich nach ber Höhe ber Entgelte. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Divibende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt ¥i% ehem. 4/t% Franks. Hhp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6Vi% ehem. 4%% Rheinische 100,8 100,65 — — Hhp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,13 101,25 101,25 101,25 4y,% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4%% ebcm. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. C61.V1 96,75 96,75 96,75 96,75 Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 106,4 106,4 106,4 106,4 4% Oesterrelchtsche Goldrente.... 34,25 33,5 35 33,5 4,20% Oesterretchische Silberrente — 1,9 1,95 1,9 4% Ungarische Goldrente....... 11,75 11,65 11,8 11,7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,6 11,5 — 11,5 4y,% desgl. von 1913.......... 11,9 13,5 11,65 11,9 11,6 13,1 5% abgest. Goldmexikaner von 99 13,13 13,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l..................... w* *«• 13,25 Frankfurt o. 1R. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 17-6. 18.6. 17.6. 18-6. 4% desgl. Serie 11............. — — — 13 6% Rumqn. vereinh. Rente v. 1903 8,7 8,4 8,75 8,4 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.i913 — 10 10,9 10,5 4% Rumänische vereinh. Rente .. 6,5 6,13 6,5 6,25 2y*% Anatolier ............... 40,75 39,75 40 39,9 Hamburg-Arnerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................12 32,75 33,25 32,75 32,65 —— — 26,25 26 34,75 34,9 34,75 34,65 90,25 89,5 89,9 89,25 120,5 120,25 120 120 91,75 90,75 91,75 91 94 92,5 94 93 94 92,5 94 93 180 178 179,75 178,75 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert LCo...............4 Siemens L Halske............ 7 Lohmener LCo.............. 7 Buderus ............ o Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchen«..............0 Harpener .................. 0 Hoesch Eisen—Köln-Neueffen .. 0 Alse Bergbau........ 6 Alse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke .............8% Mannesmann-Röhren........0 46 44,25 46,13 44,75 139 138,5 139,25 138,75 116,25 113,5 116 114 130,65 128,5 130,5 128,9 101,25 100 101,25 100 127,75 126,5 128 127,4 130,5 132 130,65 — 128,25 127 128,25 127,25 120 118,5 120 119 178 174 177,25 175 129 128,5 128,25 128,75 104,5 103 104,4 102,75 111,4 110^5 111 110 112,5 110,5 112,5 111,25 —— — 106,13 104,9 —— 156 159 — 131 130 130,5 129 100 98 100,13 98 86,75 85,25 86,5 85,25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 17-6 18.6 17 6- 18.6. Mansfelder Bergbau....... .. 8 118 117,25 118,25 117,5 Kokswerke................ .. 5 - — 126,25 125 Phönix Bergbau........... .. 0 — — — — Rheinische Braunkohlen .... 12 230 230 230 230 Rheinstahl ................ 8 Vr 113,75 111 113,5 111,65 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 84,25 81,5 84,25 81,9 Otavt Minen ............. .. 0 17,5 16,65 17,4 16,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 122,75 121 122,5 121 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 120,5 120 121 120,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1V1 175 176 175,5 176,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 152,9 150,75 153,25 151,13 Scheideanstatt............. .. 9 235 233 — —- Goldschmidt .............. .. 0 104,75 103,25 104,5 102,75 Rütgerswerke............. .. 4 125 124,75 125,13 124 Metallgesellschaft........... .. 4 108 106,25 108 107 Philipp Holz mann......... .. 0 91,5 90,5 92,5 90,65 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 5 .. 4 118 135 118 135,25 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 112,5 111,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 66,65 65 67 65,5 Bemberg................. .. 0 126,13 124,5 126 124,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 119,5 118,5 119 117,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 87,25 87 87,5 86,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 136 9 136,5 Daimler Motoren.......... .. c 93,5 92,4 93 92 Deutsche Linoleum......... .. e 163,5 161 162,65 161,5 Orenstein L Koppel........ .. o — — 88,13 87,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 39,4 38,5 39,65 38,5 297,5 Chade .................... .. 0 296,5 296,75 297,5 Aecumulaioren-Fabrü...... 12 175,25 175 175,5 175 Conti-Gumm,............. .. 8 155,5 154 155,5 155 Gritzner.................. .. 0 40 40 40 40 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 90,75 89,5 Süddeutscher Zucker....... .. • 1 187 186 188,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 17-Iunt 18.3unl Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld I Brief Buenos ölire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 ' Kopenhagen 54,54 54,64 54,49 54,59 Danzig .... 46,76 46,86 46,78 46,88 London.... 12,2-15 12,245 12.205 12,235 Helstngfors. Paris ..... 5,345 16,355 5,355 16,390 5,38 16,365 5,39 16,405 Holland ... 168,05 168,39 168,18 168,52 Italien.... 20,42 20,46 20,42 20,46 Japan ..... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 61,39 61,5 61,34 61,46 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,085 11,105 11,065 11,085 Stockholm.. 62,99 63,11 62,93 63,05 «chweiz ... 80,92 81,08 81,00 81,16 Spanien... 33,91 33,97 33,89 33,95 Prag...... 10,335 10,355 10,345 10,365 Budapest .. — — — — Reuyork ... 2,479 2,483 2,478 2,482 Sanknoten. Berlin, 18-Iuni Geld Bries Amerikanische Noteo....... 2,43 2,45 Belgische Noten........... 41,82 41,98 Dänische Noten .......... 54,28 54,50 Englische Noten .......... 12,17 12,21 16,31 16,37 167,76 168,44 19,86 19,94 Norwegische Noten ....... 61,13 61,37 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling —— —— Rumänische Noten........ — —— Schwedische Noten........ 62,71 62,97 Schweizer Noten.......... 80,77 81,09 Spanische Noten.......... 33,42 33,56 Ungarische Äot« ................ •—