K M $ vn.» und Verlag: vrühl'sche Univerfilätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 b a t t e". über- Des Wrers Triumphzug durch München d a n - De- cya ft C u ? a 'S Klarheit und Logik Von Michsminister Or. Goebbels. habe sich gesagt, daß sich die ganze europäische Lage verändert habe und daß der IS Jahre ulte Vertrag nicht mehr zeitgemäß sei. Dies sei offenbar auch der Standpunkt Hitlers bezüglich des Versailler Vertrages. Kein gerecht denkender Kritiker könne leugnen, daß einige Abänderungen dieses Vertrages notwendig geworden seien und daß eine große Nation nicht'dauernd in Fesseln gelegt werden fönne. „News Chronicle" sagt, es wurde wahrscheinlich unklug sein, aus der deutschen Antwort den Schluß zu ziehen, daß Deutschland den Standpunkt der britischen Note anerkennt, wonach eine Erhöhung der Friedensstärke der deutschen Armee auf 36 Divisionen eine Vereinbarung schwieriger, wenn nicht unmöglich machen würde. Jede Erwartung, daß Deutschland sich unter einem Druck bereitfinden würde, den Aufruf vom Samstag zurückzuziehen, dürfte enttäuscht werden. Dies bedeute aber nicht, daß der Berliner Besuch zwecklos sei. Deutschlands Antwort komme vielleicht darauf hinaus, daß es jetzt, wo es die Gleichheit erlangt habe, bereit sein werde, nicht nur den Vorschlag von Sicherheitspakten, sondern auch eines allgemeinen Abkommens zur Begrenzung der Rüstungen zu erörtern. einbarten Umfanges und für die früher vereinbarten Zwecke abgehalten werden. Das Haus wird sehen, daß die Punkte, die wir nach unserer Ansicht vorbringen mußten, von der deutschen Regierung jut Crörtetung angenommen werden. Hierauf fragte Lansbury, ob geplant sei, die Lage mit der Regierung der Vereinigten Staaten und anderen Unterzeichnern des Frre- densvertrages zu erörtern, oder ob eine Sitzung der Dölkerbundsversammlung in Aussicht genommen sei. Simon erwiderte: „Ich kann Lansbury versichern, daß diese, beiden Elemente zur Zeit erwogen werden." r. , Ein anderer Abgeordneter stellte hmslchtlich des Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8l/9UI)r des Vormittag, Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 70mm Breits 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25% mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein, nützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzer. gen 5 Rpf., Familienanzer. ■ gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B geben als bloße Worte. „Daily Mail" vergleicht die jetzige Lage mit der von 1871, wo die russische Regierung erklärte, daß sie sich an die ihr nach dem Krimkriege auferlegten Einschränkungen des Parisers Vertrages von 1856, die sich auf die russischen Seerüstungen im Schwarzen Meer bezogen, nicht mehr gebunden halte. Die einzige Folge sei damals ein milder britischer Protest gewesen. Man Berlin, 18. März (DRV.) Der englische Bof- schqfler Sir Eric Phipps Hal heule nachmittag den Reichsminisler des Auswärtigen ausgesucht und ihm die Role überreicht, in der die Einwendungen der englischen Regierung gegenüber dem Reichsgeseh über den Ausbau der Wehrmacht vom 16. März enthalten sind. Am Schluß dieser Rote ist d i e A r a g e w i e d e r- halt, ob die Reichsregierung bereit sei, anläßlich des Besuches von Sir John Simon in Berlin die im Londoner Kommunique vom 3. Februar enthaltenen Punkte zu erörtern. Der Reichsminisler hat diese Anfrage in bejahendem Sinne beantwortet. — Wie Reuter meldet, werden Außenminister Sir John Simon und Lordsiegelbewahrer Eden am nächsten Sonntag nach Berlin abreifen. w einer ft a r t en militärischen Ueber- legenheit Deutschlands nicht einverstanden erklären könne. Simons Besuch in Berlin werde somit den Charakter einer Erkundungsfahrt im Namen Großbritanniens haben. „M o r n i n g P o st" ergeht sich in einer Polemik über den „herausfordernden Aufruf" vom Samstag, fügt aber hinzu, Simon habe trotzdem beschlossen, nach Berlin zu gehen. Der Besuch werde nicht vergeblich sein, wenn er dazu beitrage, von den Deutschen eine etwas zusammenhängendere Deutung ihrer Absichten zu erhalten. Wenn Deutschland in trotziger Isolierung bleiben wolle, dann gebe es für die anderen Mächte keine andere Wahl, als die Vereinbarung gemeinsamer Sicherheitsmaßnahmen, und Deutschland werde für diese „Einkreisung" nur sich selbst Ml |q*2 Er? = ? »3e? 2 3 6!° w? - JTS-C/ " 'n''j. -d Simon und Eden kommen am Sonntag nach Berlin Eine englische Hofe znm »euischen Wehemachlgeseh. - Beulschlan» znr «enriernng »er Londoner Erklärung vom 3. Februar auch weiter in vollem Umfang bereit. vorgeschlagenen Luftpaktes die Frage, ob Frankreich das Versprechen gemacht worden jet, daß England bereit sei, mit Frankreich allein ein gegenseitiges Schutzabkommen einzugehen, falls es unmog- l i ch werde, einen erweiterten Pakt unter Einschluß Deutschlands abzuschließen. Der Lordsieqelbewahrer Eden antwortete hierauf mit Wein". Auf die weitere Frage: „Glauben Sie, daß es im Falle eines Scheiterns einer Zusammenarbeit mit Deutschland wünschenswert ist, daß sich möglichst viele der zu einer Zusammenarbeit m einem Kollektiosystem bereiten Länder zusammenschließen?" antwortete Eden: „Das ist eine dere Frage. Sie steht jetzt nicht zur zu danken haben. Wenn Hitler aber Simon zeugen wolle, daß sein Heer nicht bezwecke, Deutschland auf Kosten von anderen zu vergrößern, dann müsse er greifbarere Beweise seines Friedenswillens Der 15 Zähre alle Vertrag nicht mehr zeitgemäß. Eine große Nation kann nicht dauernd in Fesseln gelegt werden. London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse befaßt sich eingehend mit der britischen Note und der deutschen Antwort. Aeußerungen der Zufriedenheit über die Haltung Deutschlands werden dabei allerdings meist von Vorbehalten begleitet. „Times" unterstreicht den britischen Einspruch gegen eine einseitige A b - änberung eines vielseitigen Vertrages aus grundsätzlichen Erwägungen heraus, gibt ober zu, daß „mildernde Umstände" im Falle eines Vertrages vorhanden seien, der einer der Parteien aufgezwungen wurde. Was die deutsche Heeresstärke betreffe, so sei es klar, daß Frankreich und nicht nur Frankreich sich mit dd ZS? /a* Ä n f'« ßß K - 2 ■» « 15 3 ^55 -r.dh «8*1 JS- d * n? Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte Eietzener Familienblätter Heimat km Bild • Die Scholle Monatr-vezugspretr: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1 80 Zustellgebühr .. „ --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrontfurt am Main 11686 „Eine ErkundunMahrl." Englische preffeslimmen zur Berliner Heise GimonS. worden ist. Simon im Unterhaus. Die britische Anfrage in Berlin. London, 18. März. (DNB.) Der Oppositionsführer Lansbury fragte am Montagnachmittag im Unterhaus den Außenminister, ob er im Hinblick auf die von der deutschen Regierung angekündigte Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland und auf die Erhöhung der Friedensstärke der deutschen Armee auf 36 Divisionen eine Erklärung über-die von der britischen Regierung beabsichtigten Schritte abgeben könne. Außenminister Sir John Simon bejahte die Frage und fuhr fort: „Die englische Regierung ist bereits mit der französischen und der italienischen Re- gierung in dieser Angelegenheit in Verbindung getreten und hat den britischen Botschafter in Berlin beauftragt, der deutschen Regierung eine Rote zu überreichen. 3m letzten Absatz dieser Rote würde eine Anfrage an die deutsche Regierung gestellt, und zwar heißt es da. die britische Regierung fühlt sich veranlaßt, die deutsche Regierung auf die in der Rote vorgetragenen Erwägungen hinzuweisen. Sie wünscht Gewißheit darüber, ob die deutsche Regierung immer noch wünsche, daß der Besuch in dem vorher vereinbarten Umfang und für die vorher vereinbarten Zwecke stattfindet. Ich habe nunmehr, so erklärt Simon weiter, einen Bericht von dem britischen Botschafter in Berlin erhalten, dessen hauptsächlichen Inhalt ich dem Unterhause mitteilen möchte. Er berichtet mir, daß die Rote nach der Ueberreichung vom Reichsauhenminister von Reurath geprüft wurde. Als Ergebnis ist dem britischen Botschafter mitgeteilt worden, daß die deutsche Regierung immer noch wünscht, daß der Besuch stattfindet. (Beifall.) Sie stimmt auch zu, daß die Besprechungen innerhalb des früher o er - Ms t Zu dem englischen Schritt in Berlin schreibt die Deutsche Diplomatisch-Politische Korrespondenz u. a.: Deutschland lehnt nicht Verhandlungen über d i e internet tonale Rüstungsregelung ab Es wünscht sie nach wie vor und will ihren Erfolg. Was es aber ablehnt, ist, zu verhandeln über ein Spezialsystem für Deutschland oder sogar über jenes Minimum an Sicherheit, das jeder Staat und erst recht jede Großmacht für sich in Anspruch nimmt. Irgendeine Kritik an Art und Zeitpunkt des Schrittes zum Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht ist daher abwegig. Die Grundlagen, auf denen im Sinne des englisch- französischen Communipues vom 3. Februar verhandelt werden soll, sind durch die deutschen Maßnahmen nicht umgestoßen, sondern g e k l art worden Der Stilklausel „Keine einseitige Aenderung bestehender Entwaffnungsverpflichtungen konnte wohl niemand in der Welt die Bedeutung beilegen, daß die immerhin an ihr Abrüstungsversprechen gebundenen Staaten die Zwischenzeit zu einer massiven Rüstungserhöhung benutzen wurden, tote konnten in keiner Weise glauben, tun und las- f e n z u können, was sie wollten, und gleichzeitig in der Auffassung leben, ddß folgend)* tige Reaktionen in Deutschland auch weiterhin ausbleiben würden. Die vor der Tür stehenden Verhandlungen, die der englische Außenminister in Berlin mit der deutschen Regierung führen wird, werden Gelegenheit geben, über die Frage einer internationalen Regelung der Rüstungen wie auch über die anderen im Londoner (Kommunique enthaltenen Fragen zu sprechen. Es ist ein positives Ergebnis des heutigen Besuches des englischen Botschafters beirn^Reichs- außenrninifter, daß die in den letzten 48 Stunden oon interessierter Seite künstlich erzeugte Ungewißheit über den Termin der anberaumten deutsch-englischen Besprechungen beseitigt Ilr. 66 Giftes Blatt >85. Zch'Mg Dienstag. I». März M5 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Die deutsche Oeffentlichkeit verzeichnet mit einigem Erstaunen die Reaktion, die die B e k a n n t - gäbe des Gesetzes zum Wiederaufbau der Wehrmacht in den zuständigen Kreisen Der europäischen Hauptstädte hervorgerufen hat tote glaubte, vermuten zu dürfen, daß die Welt mit sichtlicher Erleichterung und einem Gefühl innerer Befriedigung diese Tatsache zur Kenntnis genommen hätte. Denn die offene und rückhaltlose Darlegung der deutschen Absichten stellt in Wahrheit ein Element der Bern h igu n g dar, das für die logische und fruchtbare Betrachtung der europäischen Situation erfreulich, wenn nicht geradezu unentbehrlich ist. Das Geheimnis, das die deutsche Wehrfrage in Den ver- qangenen Monaten und Jahren umgab war ge- raDe von offiziellen und nichtamtlichen Stellen des Auslandes oft und lebhaft beklagt worden, vor allem im Hinblick darauf, daß ohne uneingeschränkte Kenntnis der Absichten Deutschlands eine Konsolidierung des Friedens, wie man sagte ausge- schlossen erschien. Mehr als einmal ist deshalb non diesen Stellen Dem Wunsche Ausdruck gegeben war- den Deutschland möge der Geheimniskrämerei ein Ende machen und klipp und klar Dartun, wohin es steuere was es wolle und welche Pläne es verfolge. Die Erfüllung dieses Wunsches war um so Drin- aender geboten, als die meisten ausländischen Zei- hingen, zum Teil maßgebenden Charakters, sich m nagen und phantastischen Schätzungen ergingen Die in Den tatsächlichen Verhältnissen ferne Begründung . fanden, darüber hinaus aber nur geeignet erschienen, die Völker in eine höchst gefährliche kriegerische Psychose zu versetzen. Kein anderes Gebiet gut so wenig wie gerade das militärpolitische als geeignet, übertriebenen und ausschweifenden Mutmaßungen Raum zu geben. Was hier nottut ist Klarheit; denn nur aus der Klarheit läßt sich jene realistische Logik entwickeln, die allein die innere Kraft beißt eine verworrene Situation aufzuhellen und aus ihr die entsprechenden Elemente der Sicher, h e i t und politischen Stabilität zu kristallisieren. Wie sehr die Welt das Bedürfnis verspürte, über den deutschen Rüstungsbestand Klarheit zu erhalten, mag man aus Der Tatsache ersetzen, daß sie s j ch selbst mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Unterlagen zu verschaffen versuchte, die ihr von Deutschland vorenthalten wurden. Die historische Tat des Führers am vergangenen Sams- tag hat diesem auf vage Vermutungen angewiese- nen Verfahren ein Ende gemacht. D i e W e 11 weiß nun, woran sie ist. Das soll nicht heißen, als habe sie das vorher nicht gewußt: sie hat durch die Proklamation und das Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht nun unumstößliche Sicherheit erhalten über das, was ihr bereits zur Kenntnis gekommen war und von dessen Kenntnis sie auch in ihren amtlichen und nichtamtlichen Der- autbarungen keinen Hehl machte. In der englischen Unterhausdebatte vom 28. November 1934 erklärte Winston Churchill: „Wei- ches ist nun das neue große Ereignis, das in den letzten 18 Monaten über uns hereingebrochen ist: Deutschland rüstet wieder auf! ... Nach dem, was wir hören, was uns erzählt wird und was aus allen möglichen Quellen zu uns dringt — obgleich darüber in der Oeffentlichkeit wenig gesprochen wird — besitzt Deutschland schon ein mächtiges wohl ausgerüstetes Heer mit ausgezeichneter Artillerie und ungeheuren Reserven an ausgebildeten Mannschaften Die deutschen Waffenfabriken arbeiten prak- tisch kriegsmäßig, das Kriegsmaterial strömt aus ihnen — bestimmt feit den letzten zwölf Monaten — in immer größerem Umfang." Es wird h-er also bereits am 28. November 1934 in der Rede eines englischen Politikers ein deutscher Wiederauf« rüstungsstand vorweggenommen in einem Umfange, wie er selbst durch das Gesetz vom 16. März nicht begründet ist. Auch die Folgerung, die Churchill aus dieser Tatsache zieht, kann von Deutschland gutgeheißen werden: „Auch hier besteht kein Grund zu der Annahme, daß Deutschland uns angreifen wird." Und schon am 28. November 1934 erklärte Churchill in eben derselben Rede, daß die Zeit gekommen sei, „da das Geheimnis, das die deutsche Wiederaufrüstung umgibt, gelüftet werden muß". Die Antwort, die Baldwin im Namen der englischen Regierung auf Churchills Rede gibt, ist ebenso bezeichnend. Er erklärt hier: „Eine der Ur- fachen der heutigen Malaise in Europa ist, rote ich beweisen werde, nicht nur die Furcht, sondern d'S Unkenntnis außerhalb und. Geheimhaltung innerhalb Deutschlands." Kann man es der deutschen Regierung verdenken, wenn sie vier Monate später mit einer offenen Darstellung die Ursachen dieser Malaise beseitigt und Furcht und Unkenntnis ein Ende bereitet! Baldwin erklärt dort weiter: „Ich bin der Ueberzeugung, und ich spreche hier mit einem Gefühl der Verantwortung, wenn ich von dem Zustand der Furcht rede, der'in ganz Europa herrscht, nicht nur derart, rote ich ihr Ausdruck gab, sondern Furcht vor ehv'rrt unbekannten Terror, der hereinbrechen kann, eine Furcht, die in der Hauptsache auf Der Unkenntnis dessen beruht, was in Deutschland vorgeht." Die Proklamation des Führers an das deutsche Volk und an die Weltöffentlichkeit oom »ergangenen Samstag erklärt ausdrücklich, daß die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland k einerlei kriegerische Absichten in sich schließe, im Gegenteil nur Der Erhaltung des Friedens dienen solle. Der Furcht vor einem hereinbrechenden unbekannten Terror ist also durch Beseitigung der Unkenntnis über die . deutschen Absichten ein Ende gemocht. orm s. Mörz 1935 berichtet der „Motin übet 3übrCt auf feiner Fahr. 7-2-O £ 0 x Kameraden bei den französischen FronlkSmp- fern der Wunsch nach einem neuen Konflikt zwischen den beiden großen Kulturnationen Europas nicht vorhanden ist. Daß die Frontkämpfer der beiden Länder Nationalisten sind, erklärt sich aus dem Verständnis des eigenen Einsatzes. Daß sie nur einen FriedenderEhre tragen können, erklärt sich aus jedem einzigen äoldalenemp- finden, das international ist, dem des soldatischen Ehrbegriffes. Dah sie den Frieden für ihre Völker wünschen, erklärt sich daraus, dah sie den Krieg in eigener Anschauung kennengelernt haben und deshalb den IN ul haben, vom Frieden zu sprechen. Ich glaube, daß auch die Frontsoldaten der anderen Nationen ebenso denken, denn im anderen Falle- hätte die „Föderation interalliöe des anciens com- sbattants- (FIDAC) — Interalliierte Frontkämpfervereinigung — nicht den Beschluß gefaßt, mit den deutschen Frontkämpfern Fühlung zu nehmen. Gerade bei den alten Frontsoldaten der anderen Nationen glaube ich Verständnis dafür zu finden, daß es unfair ist, nur auf die eigene Sicherheit bedacht zu sein und den Partnern das Recht auf Sicherheit zu bestreiten. Deutschland ist d a s H e r z Europas. Der Körper Europas muß, wenn er leben will, Rücksicht auf die Lebensfähigkeit fernes Herzens nehmen. Wenn Europa eines Tages in seinem Kulturbestand von irgendeiner Seite her bedroht sein sollte, so wird das deutsche Herz Europas zuerst den Härte st en D r u ck solcher Gefahren zu bestehen haben. D,e Sicherheit der europäischen Kultur ist also gleichzusetzen mit der Sicherheit der deutschen Nation. Und ein stark es D e u t s ch l a nd , das seine Nachbarn achtet, ist, geachtet von ebenso st ar k e n N a ch b ar n , die einzige Gewähr für den Fr t e d en Europas und damit für den Frieden der Welt. Das deutsche Volk will keinen Krieg, sondern nur das gleiche Recht aller anderen. Der Führer über die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit. München, 18. März (DNB.) Der Führer und Reichskanzler beantwortete nach seiner Ankunft in München dem bekannten englischen Journalisten der Rothermere - Presse, Ward Price, einige Fragen. Auf die Frage, ob Deutschland auch in Zukunft genau s o bereit sei, mit England und Frankreich zu verhandeln, wie es dies in einer Note vom 15. Februar zum Ausdruck gebracht hat, antwortete der Kanzler: „Die Herstellung der deutschen Wehrhoheit ist ein Akt der Wieder- Herstellung der verletzten Souveränität eines großen Staates. Anzunehmen, daß ein souverän gewordener Staat weniger ;eneigt sei, zu einer Verhandlung als ein nicht- ouveräner, würde absurd sein. Gerade weil wir ein souveräner Staat sind, sind wir auch bereit, mit anderen souveränen Staaten zu verhandeln." Ward Price fragte dann den Kanzler, ob nach wie vor Deutschland sich an die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages gebunden hielte, worauf der Kanzler erwiderte: „Durch den Akt der Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit ist der Versailler Vertrag nur in jenen Punkten berührt, die durch die Verweigerung der analogen Abrüstungsverpflichtung der anderen Staaten tatsächlich ohnehin schon läng st ihre Rechtskraft verloren haben. Die deutsche Regierung ist sich klar darüber, daß man eine Revision territorialer Bestimmungen internationaler Verträge nie durch einseitige Maßnahmen Hervorrufen kann. Zum Schluß fragte Ward Price den Führer, welchen Eindruck die Proklamation vom 16. März auf das deutsche Volk gemacht hätte. Des Führers Antwort war: „Sie haben ja. Ward Price, im übrigen die Stimmung des deutschen Volkes in Berlin gesehen und sahen sie nun im Süden des Reiches, in München. Sie ist in keinem Ort in Deutschland anders. Dies mag Ihnen aber etwas zeigen: Das deutsche Volk empfindet den Akt der deutschen Regierung von gestern überhaupt nicht so sehr als einen militärischen, als vielmehr einen moralisch e n. Es hat 15 Jahre lang gelitten unter Bestimmungen, in denen es ein selbstverständliches Eigenrecht jedes Volkes verletzt sah. Hätte die Welt eine internationale Abrüstung durchgeführt, das deutsche Volk wäre mehr als zufrieden gewesen. Daß die übrige Welt rüstet und Deutschland jedes Selbstverteidigungsrecht bestreitet, wurde als ungeheuerliche und entwürdigende Vergewaltigung empfunden. Dah diese wehrlose Stellung aber außerdem noch zu einer ununterbrochenen Folge von Demütigungen führte, läßt erst das stolze Glück begreifen, das die Nation nunmehr nach der Wiederher st ellung ihrer Ehre empfindet. Wenn Sie einen dieser Millionen aber nun fragen würden, ob er denn nun an Frieden oder Krieg denke, dann würde er Sie vollkommen verständnislos ansehen. Denn alle diese jubelnden Menschen werden ja nicht bewegt von irgendeinem Gefühl des Hasses gegen irgendeine andere Nation, sondern ausschließlich vom Gefühl des Glückes, daß das eigene Volk nun wieder freigeworden ist. Sie alle bewegt nur der eine Gedanke, daß sie sich nunmehr wieder, ohne sich schämen zu müssen, einem großen Volke zurechnen dürfen. Sie verstehen dies nicht und können dies nicht verstehen. Würden Sie aber Aehnliches durchlebt haben wie das deutsche Volk, dann würden Sie vielleicht die Empfindungen begreifen, die einen Menschen erfassen, den man eineinhalb Jahrzehnte lang in einer ehrlosen Stellung hielt und der sich nun seine Ehre selb st zurückgegeben hat. Und deshalb ist es mir auch möglich, in derselben Proklamation, in der ich die nationale W e h r h o h e i t des Deutschen Reiches wieder herstelle, laut und deutlich für den F r i e d e n zu plädieren und unsereMitarbeit an der Sicherung des Friedens zur Verfügung zu stellen. Denn das deutsche Volk will keinen Krieg, sondern es will ausschließlich das gleiche Recht aller anderen. Das ist alles. Mißvergnügen in Paris. eine Unterredung mit dem Marschall Petaln. Der Marschall erklärte dabei: „Die Verlängerung der Militärdienstzeit ist unbedingt erforderlich und dringend, denn es handelt sich nicht um eine theoretische, sondern um eine praktische Frage. In Anbetracht der intensiven Wiederaufrüstung Deutschlands und der Gefahr eines überraschenden Angriffs. Wie sollen wir die Nichtverletzung unserer Grenzen sichern? Das benachbarte Heer besteht aus 600 000 Mann, die sofort verfügbar sind." In seiner Rede zur Eröffnung der Lyoner Messe vom 10. März erklärte der französische Ministerpräsident Flandin: „Die Aufrüstung Deutschlands, die die Unterzeichner des Versailler Vertrages machtlos gewesen seien zu verhindern, habe für Frankreich den Eintritt in die rekrutenmageren Jahre viel gefährlicher gestaltet." — In seiner großen Kammerrede vom 15. März zur Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit erklärte der französische Ministerpräsident: „Nach den allen bekannten Plänen wird Deutschland im Jahre 1936 mindestens über 600 000 Mann verfügen." Ja, diese angebliche Tatsache wurde von der französischen Regierung ausdrücklich als Grund und Ursache für die Wiedereinführung der zwei- jährigen Dienstzeit in Frankreich ins Feld geführt. Muß es da in Deutschland nicht Verwunderung erregen, wenn die Weltöffentlichkeit nun mit einem Male unter Außerachtlassung dieser dokumentarisch festliegenden Tatsachen Erstaunen und Ent- rüstung spielt angesichts der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland, die nur einen Seil dessen im Ziele führt, was hier von amtlichen Stellen schon als feststehend in der innerpolitischen Diskussion der betreffenden Lander vorgebracht wird? Wäre es nicht mutiger, konsequenter und auch logischer, würde es nicht dem Realismus einer neuen Tatsachenbetrachtung mehr entsprechen, wenn man sich dort überall auf jenen Standpunkt stellte, den der englische Publizist I. L. G a r v i n in seinem Aufsatz vom 3. März 1935 im „Observer" einnimmt, wenn er schreibt: „Hinsicht- lich der Aufrüstung ober Abrüstung muß Deutschlands absolute Gleichberechtigung unter den Großmächten als eine moralische Voraussetzung ein für allemal anerkannt werden. Sie muß so uneingeschränkt anerkannt wer- den, als hätte es nie einen Weltkrieg und nie einen Frieden von Versailles gegeben." 15 Jahre lang hat Deutschland darauf g e w a r - t e t, daß die Unterzeichner des Versailler Vertrages die dort übernommene Verpflichtung auf Abrüstung entsprechend dem deutschen Beispiel einlösten. Statt dessen hat die Welt auf gerüftet und sich ansonst nur mit theoretischen und platonischen Debatten beschäftigt. Oft genug hat der Führer öffentlich erklärt, daß er bereit sei, das letzte Maschinengewehr zu verschrotten, wenn die Welt ein Gleiches tue. Seine Erklärungen sind immer unbeantwortet geblieben. Deutschland mußte einmal aus dieser Situation die Konsequenzen ziehen, vor allem im Hinblick darauf, daß nun die anderen Länder eine Verstärkung ihrer Heeresbestände vornahmen unter Zugrundelegung eines unkontrollierten Materials, das sich größtenteils auf phantastische Vermutungen gründet. Ein ungerüstetes Land ist inmitten einer hochgerüsteten Welt eine stete Aufforderung zum Krieg. Nicht das bewaffnete, sondern das unbewaffnete Deutschland hat Europa beunruhigt. Durch die Wiedereinführung der Wehrpflicht wurde jene Balance wiederhergestellt, die notwendig ist, um zu fruchtbaren Diskussionen über die großen ungelösten Probleme der Weltpolitik zu kommen. Deutschland will am Frieden mitarbeiten; es hat ihn so nötig wie alle anderen Völker. Die Welt tut gut daran, nun an die lohnendere Aufgabe zu gehen, aus der geschaffenen Situation jene Elemente zu entwickeln, die wirklich zu einer dauerhaften Beruhigung führen können. Alle Völker sind von einer tiefen Sehnsucht danach erfüllt. Niemand in Europa, der auch nur eine Spur von Verantwortlichkeitsgefühl in sich trägt, glaubt daran, daß die Schäden eines Krieges, die durch 17jährige Friedensarbeit nicht zu beseitigen waren, durch einen neuen Krieg beseitigt werden könnten. In dieser Situation, die alle Möglichkeiten zu einer wahrhaften Verständigung der Völker bietet, ist Klarheit und Logik nötig. Nichts wäre gefährlicher, als ein neues Gebäude von Illusionen und Wunschträumen aufzurichten. Je eher die Verantwortlichen Vernunft und gesunden Menschenverstand obwalten lassen, um so durchgreifender wird die glückliche Wendung sein, in der Europa sich neu gestaltet. Die so oft beklagte Geheimnistuerei ist nun zu Ende, die Atmosphäre bereinigt. Deutschland will als gleichberechtigte Nation der Welt entgegentreten mit der ernsten Bereitschaft, am Frieden Europas und an der Versöhnung der Völker nach besten Kräften mitzu- arbeiten. Mit tiefer Dankbarkeit hat das deutsche Volk von dem großen und mutigen Entschluß des Führers Kenntnis genommen. Nicht Kriegsbegeisterung und Revanchelieder waren seine Antwort darauf. Voll Stolz und Würde fühlt es sich wieder ruhend in der Sicherheit seiner eigenen Kraft, denn fein Schicksal liegt wohlbehütet in Adolf Hitlers Hand. Das 3a des Frontsoldaten. Eine Unterredung mit dem Führer des Reichskriegsopferbundes. Berlin, 19. März. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Reichskriegsopferführer O b e r l i n d o b e r, der im Auftrage des Führers auch die Fühlungnahme mit den ausländischen Frontkämpfern pflegt. Auf die Frage, wie verdeutsche Frontsoldat die Proklamation des Führers empfindet, erwiderte Oberlindober: Wir freuen uns alle über diesen Schritt deshalb, weil er Klarheit schafft und weil er uns nach außen die Sicherheit gibt, die jede anständige Nation zu ihrem Leben braucht. Im Kriege draußen konnten wir nur bei einem Volke von Sicherheit sprechen, das s e l b st diese Sicherheit schuf durch seine eigene Manneskraft. Gerade bei den alten Soldaten hat dieser Schritt des Führers den tiefsten Widerhall gefunden. Die zweite Frage: Was werden die auslän» discden Frontkämpfer zu dieser Lage in Deutschland sagen? beantwortete der Reichskriegsopferführer folgendermaßen: Ich habe in erster Linie Fühlung mit den französischen Frontkämpfern. 2HU ihnen habe ich immer auf der Dosis der gegenseitigen Achtung mich unterhalten können und konnte feststellen, dah zwischen denen, die im Kriege die h a u p t l a st des Kampfes getragen haben, haß und Feindschaft nicht mehr vorhanden sind. Ebenso konnte ich feststellen, daß genau wie bei meinen deutschen Oer Eindruck der englischen Note. — Paris, 19. März. (DNB.-Funkspruch.) Die französische Regierung hat noch keinen Beschluß über ihre Haltung gegenüber der Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland gefaßt. Ministerpräsident Flandin hatte eine längere Unterredung mit Kriegsminister Maurin und anschließend mit dem Präsidenten der Republik. Außenminister Laval empfing den englischen Geschäftsträger, der ihm den Wortlaut der englischen Note an die Reichsregierung übermittelte. In gut unterrichteten Kreisen erklärt man, daß einen gleichen Protest gegen die Maßnahme der Reichsregierung nun auch die französische Regierung durch ihren Botschafter in Berlin werde erheben lassen. Auch die italienische Regierung werde in. ähnlicher Form auf den Beschluß der Reichsregierung reagieren. Außenminister Laval werde am Mittwoch dem Ministerrat einen genauen Ueberblick über die Lage geben. Erst dann sollen die Einzelheiten des beabsichtigten Schrittes in Berlin festgelegt werden. In der Pariser Presse verhehlt man nicht eine gewisse Mißstimmung über den Beschluß des englischen Kabinetts, Sir John Simon doch nach Berlin zu entsenden. Durch diese Haltung sei eine gemeinsame Protestaktion der drei Mächte England, Frankreich und Italien unmöglich geworden. Man versucht sich damit zu trösten, daß zwischen Paris und Rom volle Uebereinftimmung bestehe. „Echo de Paris" spricht von einer englischen Kapitulation, auf die man in Paris nicht gefaßt gewesen sei, und die hier Ueberraschung und Ratlosigkeit ausgelöst habe. „Journal" erklärt, die Verhandlungen in Berlin erfolgten unter ganz entgegengesetzten Bedingungen als die, die u r - s p r ü n g 1 i ch zwischen Frankreich und England beabsichtigt worden seien. Das „Oeuvre" fügt hinzu, daß man der französischen Regierung sicherlich nicht die Schuld in die Schuhe schieben dürfe, wenn das Reicksgesetz über die Wiedereinführung der Wehr- pflikyt sich immer mehr zu einem ausgesprochenen diplomatischen Erfolg gestalte. Der halbamtliche „Petit Parisien" verhehlt ebenfalls nicht seine Mißstimmung über die Haltung Englands. Das Londoner Kabinett fei zu feiner Stellungnahme wahrscheinlich durch die Haltung der öffentlichen Meinung veranlaßt worden. Frankreich habe aber keine Veranlassung, diesen Standpunkt zu teilen. Frankreich, das mehr als jedes andere Land durch die Wiederherstellung einer deutschen Militärmacht berührt werde, roeroe sich jedenfalls nicht mit einem harmlosen Prote st schritt begnügen. „Das deutsche Volk ist stolz aus seinen Führer." Paris, 19.März. (DNB. Funkspruch.) Die Pa- rifer Morgenpresse bringt Auszüge aus dem Artikel Dr. G o e b b e l s', der als sehr geschickt bezeichnet wird. Der Berliner Sonderberichter- ' st a t t e r des „Journal" sucht bei dieser Ge- Ein französisch-italienischer Schritt. legenheit die Frage zu beantworten, was das deutsche Volk von der Wiedereinführung der Wehrpflicht halte. Man könne versichern, so schreibt er, öuß die Begeisterung i n allen Schichten der Bevölkerung sehr groß sei. Das AnsehendesFührersfei wohl noch nie so groß gewesen, wie in diesem Augenblick. Das deutsche Volk sei stolz auf seinen Führer, dessen Volkstümlichkeit hundertmal größer ist als die des ehemaligen Kaisers. Dabei müsse man bemerken, daß es gerade d i e Arbeiterklasse sei, die die allergrößte Begeisterung zeige und die am g l ü ck l i ch st e n über die Wiederherstellung des alten deutschen Heeres sei. Adolf Hitler könne mit Recht erklären, daß er sich auf d i e Massen stützen könne, und zwar au alle Volksschichten. Größte Zurückhaltung in Washington. Keine Verwicklung in europäische Verhältnisse. — Eine bessere Geistesverfassung abwarten. Washington, 18. März. (DNB.) Die Re- gierung der Vereinigten Staaten hat bisher weder amtlich noch nichtamtlich zum deutschen Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht Stellung genommen. Norman Davis hatte Besprechungen mit Staatssekretär Hüll. Dabei wurde auch die Frage erörtert, welche Auswirkung der deutsche Schritt auf die Möglichkeit der Fortsetzung der Genfer A b - rüstungsverhandlungen haben werde. Staatssekretär Hüll erklärte, bisher habe er aber weder mit der deutschen Regierung noch mit anderen Regierungen Fühlung genommen. Bei der Kabinettssitzung am Dienstag wird Staatssekretär Hüll über die neue Lage Dortrag halten. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats, Senator Pitt man, bezeichnete die durch die deutsche Aufrüstung geschaffene Lage als „f e h r ernft". Sie fei jedoch das unvermeidliche Ergebnis der Tatsache, daß die im Weltkriege beteiligten Mächte es nach Friedensschluß unterlassen hätten, sich zusammenzusinden und irgendein neues Derteidigungssystem anzunehmen, das sich nicht auf militärische Bündnisse gründe. Die Vereinigten Staaten sollten s i ch nicht in bie europäisch en Verhältnisse verwickeln lassen. Nach seiner Ansicht könnten die Vereinigten Staaten nichts zur Erleichterung der Lage beitragen, und deshalb würde ihr Eingreifen die Lage nur noch erschweren. Es gezieme der amerikanischen Regierung, alle Schritte wirtschaftlicher oder finanzieller Natur hinsichtlich Europas zu verschieben, bis eine bessere Geistesverfassung in Europa geschaffen sei. Senator Pittman hat zweifellos der im Bundeskongreß vorherrschenden Ansicht Ausdruck verliehen. „Wenn Sie wüßten?".... Als in der vergangenen Woche die französifchtz Regierung der Kammer das Gesetz über die Ernährung Der zweijährigen Dienstzeit vorlegte, trat in der Debatte auch der Führer der radikalsozialisti- chen Fraktion, der frühere Ministerpräsident Her- r iot, im Gegensatz zu einer namhaften Anzahl einer Parteifreunde warm für die Vorlage ein. Zur Begründung sagte er einen Satz, der für die Stimmungsgrundlage außerordentlich bezeichnend ist, mit der Diese folgenschwere Maßnahme vor dem ranzösischen Volk gerechtfertigt wird. Er rief aus: ,W e n n S i e wüßten, was ich hier nicht a g e n darf, ebensowenig, wie ich über unfern Nobilmachungsplan öffentlich reden kann, fo mürben Sie ohne weiteres anerkennen, daß alle Bedenken gegen das Gesetz schweigen müssen." So dunkel diese Andeutung war, so wußte doch jeder Abgeordnete, was damit gemeint fei, und nur eine kleine Anzahl hat die innere Kraft, sich der fug- gestiven Wirkung der geheimnisvollen Anspielung zu entziehen. Sie zielte natürlich auf die Informationen, die der Generalstab und die Regierung über Die Rüstungen Deutschlands und seine angeblichen Absichten zu besitzen behauptet und mit deren internen Verbreitung feit längerer Zeit die Widerstände gegen die ursprünglich sehr unpopuläre Verlängerung der Dienstzeit langem zermürbt wurden. Es fing damit an, daß der Berichterstatter des Kammer-Ausschusses für das Heeresbudget, der Abgeordnete Archimbaud, solche vertraulichen Mitteilungen zum Besten gab und damit das Gruseln vor der deutschen Gefahr zu der ausschlaggebenden Begründung des Gesetzes machte. Tatsächliche und greifbare Mitteilungen über diese Enthüllungen sind freilich n i e in die Oeftentlichkeit gedrungen, und auch Herriot hat sich gehütet, bestimmte Tatsachen anzuführen, die entweder auf das kritische Urteil der Hörer stoßen oder eine leichte Widerlegung deutscher amtlicher Stellen hätten finden können. Aber gerade das Geheimnisvolle der Andeutung hat die gewollte Wirkung getan, und die französische Kammer hatte nicht den Mut und die Einsicht eines Gerichtshofs, der sich weigern würde, ein Urteil auf Grund unbewiesener und nicht einmal klar umschriebener Behauptungen zu fällen. Noch bedenklicher wird dieses Verfahren, das die Mitwirkung einer demokratischen Instanz an wichtigen Sta'atsentscheidungen vollständig verfälscht, wenn man weiß, auf welche Quellen diese Informationen über Deutschland zurückzuführen sind. Der Abgeordnete Archimbaud hat im Kam- merausfchuß selbst mitgeteilt, daß es sowjet- russische Stellen seien, denen er fein Material verdanke. Da dies in der französischen Oeffentlich- keit und auch in England doch einiges Bedenken erregt hatte, wurde versucht, diese kompromittie- renbe Tatsache zu leugnen. Sie bleibt aber wahr, was Archimbaud auch öffentlich bestätigen mußte. Die nahen Verbindungen Herriots mit d e r Sowjetregierung und ihrer Pariser Vertretung sind zu bekannt, als daß man daran zweifeln dürfte, daß auch seine Informationen den- elben Ursprung haben. Er ist es gewesen, der auf feiner Reise nach Sowjetrußland die ersten Verbindungen schuf, die nachher von Barthou und Litwinow zu dem Plane des Osteuropapaktes und zu dem weiteren Projekt eines französisch-russischen Bündnisses ausgestaltet wurden. Und Herriot, der sich einst gerühmt hat, als Ministerpräsident die Aera einer deutsch-französischen Verständigung eingeleitet zu haben, hat sich nun dazu hergegeben, das sowjetrussische Gift in bie französische Volksvertretung zu leiten und damit sein früheres politisches Ziel in einem entscheidenden Moment der europäischen Politik auf das schwerste zu gefährden, wenn es überhaupt noch verfolgt werden kann. Wie Reichsminister Dr. G o e b b e l s jn feinem an der Spitze des heutigen Blattes veröffentlichen Leitartikel überzeugend barlegt, ist es einer der wesentlichen Gesichtspunkte für den Entschluß der Reichsregierung zur öffentlichen Proklamierung ihres Rüstungsplanes gewesen, diesen dunklen Machenschaften den Boden zu entziehen und völlige Klarheit zu schaffen. Das bescheidene Maß, mit dem sich die deutsche Rüstung auf die Möglichkeit der Verteidigung gegen einen fremden Angriff. beschränkt, könnte für Die französische Oeftentlichkeit zu der nachträglichen und allerdings zu späten Erkenntnis führen, daß hier mit den Einrichtungen der Demokratie, auf die der Franzose so stolz ist, ein freventliches Spiel getrieben wurde. Es ist nicht anzunehmen, daß der französische Generalstab den wirklichen Stand der deutschen Rüstung und die absichtlichen Uebertreibüngen der sowjetrussischen Informatoren nicht kannte. Daß er den Wunsch hatte, die zweijährige Dienstzeit durchzusetzen, ist verständlich, weil alle Ressorts nun einmal den Drang zur Vergrößerung und Erweiterung ihres Bereichs haben. Daß sie mit allen erlaubten Mitteln auf die Volksvertretung einzuwirken versuchen, um ihre Wünsche durchzufetzen, ist ebenso verständlich und gehört zum Mechanismus der parlamentarischen Demokratie. Daß aber eine.ausländische Macht in bie< fern Prozeß eine so ausschlaggebende und verhängnisvolle Rolle spielt, wie sie die sowjetrussischen Agenten bei der Einführung der zweijährigen Dienstzeit in Frankreich gespielt haben und daß sich orominente Männer der französischen Demokratie dafür zur Verfügung stellten, bleibt immerhin eigenartig und verdient, geschichtlich festgehalten zu werden. Nach Pariser Blätterstimmen ist das französische Volk „resllos empört", „vor den Kopf geschlagen", „entsetzt und bis ins Innerste erregt". Wir mochten indessen annehmen, daß diese Attribute des Schreckens nur in den Köpfen der Pariser Redakteure stecken; denn wenn es sich wirklich so verhielte, wie die Pariser Blätter die Lage schildern, so wäre es doch mehr als auffällig, daß bei dem großen Fußball-Länderwett- k a m p f zwischen Deutschland und Frankreich in Paris 40 000 Zuschauer nicht nur die Disziplin wahrten, sondern auch die Hissung der Hakenkreuzflagge und das Anstimmen der deuftchen Nationalhymne mit achtungsvollem Beifall begrüßten. Aber es ist ja nicht das erstemal, daß von den franzosi- schen Zeitungen eine dichte Nebelwand der Verhetzung, der Verleumdung, ja der Lüge auf- gebaut wird, um hinter ihr das dunkle und gefährliche Spiel der Rüstungsinteressenten und der parteipolitischen Demagogen zu treiben. Von einer Ueberraschung kann hier nun wirklich nicht die Rede fein, und die französische Presse widerlegt sich selbst, wenn sie auf der einen Seite in Leitartikeln die Ueberraschung in allen Tonarten abwandelt und auf der anderen Seite führende Politiker unv Generale erklären läßt, daß sie schon lange geahnt und gewußt hätten, was kommen würde. Das deutsche Volk sehnte sich nach SU ar* Helt und nach Logik, denn gerade das deutsche Volk hat die geringste Neigung, mit fernen Zielen Versteck spielen zu wollen. Das deutsche Volk hat 16 Jahre lang gewartet nicht nur darauf, daß die anderen ihr Abrüstungsversprechen e nlosen sondern auch darauf, daß seine eigene Wehrlosigkeit und Abrüstung nicht die Lockung zu einem Präventivkrieg darstellt. Das deutsche Volk hat m den lebten Tagen und Wochen aus England, aus Frankreich, aus der Tschechoslowakei und aus der Sowjetunion fast Stunde für Stunde neue Meldungen über neue Rüstungsmaßregeln vernommen. Führende ausländische Politiker und Militärs haben, wie Dr. Goebbels in seinem Aufsatz noch einmal bündig darlegte, die eigene Aufrüstung gefordert. Als der Führer öffentlich erklärte, daß er bereit sei, das letzte Maschinengewehr zu verschrotten, wenn die anderen das gleiche täten, da stand das deutsche Volk genau so hinter ihm, wie heute bei der Proklamation der allgemeinen Wehrpflicht. Wir wissen sehr wohl, daß den anderen Völkern im Augenblick nicht wohl zumute sein kann. Auch in der Politik gibt es so etwas wie ein Trägheitsmoment. Wir begreifen, daß es für die Franzojen nicht leicht ist, ihr überspitztes Buchstabenrecht mit dem Recht der Wirklichkeit in Uebereinstimmung zu bringen. Wir Gememschafi studentischer Verbände als Gesamtvertretung des Korporationsstudententnms. Berlin, 18. März (DRB.) Bereits am 28. Jan. d.J. haben die R e i ch s l e i t u n g der NSDAP, und der N a t i o n a l s o z i a l i st r s ch e Deutsche Studentenbund die Gründung der Gemeinschaft studentischer Verbände im Interesse der unbedingt notwendigen endlichen Beruhigung des Korporationslebens an den Hochschulen auf das wärmste begrüßt. Nunmehr ist zwischen der Reichsleitung der NSDAP, (durch Reichsleiter Dr W a g n e r als Beauftragten des Stellvertreters des Führers) und dem NSDStB. (durch dessen Führer, Reichsamtsleiter Derichsweiler) einerseits und der Gemeinschaft studentischer Verbände (Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers) andererseits am 12. März 1935 eine Vereinbarung getroffen worden, deren wesentlichste Stellen lauten: „ . „Nachdem die Gemeinschaft studentischer Verbände für die ihr angehörenden Verbände^ und Korpo- tums unablässig Sorge zu tragen, zum anderen durch stetige innere Erziehungsarbeit immer mehr in d e n nationalsozialistischen Staat hineinzuwachsen und seinen Ansor- derungen gerecht zu werden, ist jede Unstimmigkeit zwischen diesen Verbänden und Korporationen einerseits und dem NSDStB. andererseits zu vermeiden. ... ... Die NSDAP, und der NSDStB. werden künftig die Gemeinschaft studentischer Verbände als Gesa m t v e r t r e t u n g der studentischen Korporationsverbände betrachten und erwarten, daß die Korporationen und Verbände, die sich zu den gleichen Grundsätzen wie die Gemeinschaft studentischer Verbände bekennen, dieser aber noch nicht angehören, den baldigen Anschluß ^^Die Verbände sind sich darin einig, daß die Vertretung aller w a fj e n st ude n t und Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisami Gießen ^75 Erscheint Di-n-.ag und Sreilag. 19.2W Aur durch die Post zu beziehen. 1935 Vekanutmachuug. Betr.: Sammlung von Geldspenden von dem Reichsverband für Kriegs- patenichaslen e. V. in Berlin N 24. Auf Grund des § 1 Abs. 2 des Sammlungsgesetzes vom 5. November 1934 _ RGBl. 1 S. 1086 — und der hierzu ergangenen Durchsührungs- verordnung vom 15. Dezember 1934 — RGBl. 1 S. i2o0 — Hal der Herr Reichs- uno Preumiche Minister des Innern dem Reichsverband für Kriegspatenschaften E. V. in Berlin N 24 unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs die Genehmigung zur Sammlung von Geldspenden durch Versand von Werbeschrelven an solche Personen, die schon bisher ihr Interesse für die Arbeit des Verbandes durch Gewährung von Spenden gezeigt Haven, erteilt. . ,. Diese Genehmigung gilt für das ganze Reichsgebiet, und zwar bis zum 31. März 1935. Gießen, den 15. März 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. Bekanntmachung. Betr.: Genehmigung zur Sammlung von Geldspenden. Auf Grund der §§ 1 und 2 des Sammlungsgesetzes vom 5. November 1934 — RGBl. I S. 1086 — und der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 14. Dezember 1934 — RGBl. I S. 1250 — hat der Herr Reichs- und Preußische Minister des Innern folgenden katholischen kirchlichen Organisationen: 1. dem Bonifatiusverein E. V. für das kath. Deutschland und seinen Zweigvereinen, Paderborn, 2. dem Bonifatius-Werk E. V. für die auslanddeutsche Diaspora, Paderborn, 3. dem Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung (Franziskus-Xave- rius-Missionsverein, Aachen, Ludwigs-Missionsverein München) und seinen Zweigvereinen, 4. dem Päpstlichen Werk der hl. Kindheit, Aachen, unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs die Genehmigung erteilt: a) zur Sammlung von Geldspenden 1. bei öffentlichen kirchlichen Veranstaltungen, 2. durch Versand von Bittschreiben und Veröffentlichung von Ausrufen in Vereinsorganen und in der kirchlichen Presse, b) zur Werbung von Mitgliedern durch Versand von Werbeschreiben und mündliche Werbung. Diese Genehmigung gilt für das ganze Reichsgebiet, und zwar bis zum 31. Dezember 1935. Gießen, den 15. März 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. P otizeiverordnung über die Entwässerung von Grundstücken in der Gemeinde Treis a. d. Lda. Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, betr. die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vom 8. Juni 1911, der Artikel 2, 32 79 und 80 des Gesetzes vom 30. April 1881, die Allgemeine Bauordnung betreffend, und der §§ 3, 4, 6, 8 und 9 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der Allgemeinen Bauordnung betreffend, wird nach Anhörung des Gemeinderats und mit Genehmigung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung - Abteilung Id vom 3. März 1935 zu Nr. Id 16968 für die Entwässerung der Grundstücke in der Gemeinde Treis/Lda. folgende Polizeiverordnung erlassen: § 1. An den Straßen, in denen unterirdische Kanäle hergestellt werden oder bereits bestehen, ist jedes bebaute Grundstück für sich mit einer Entwässerungsanlage zu versehen, die sämtliche Abwasser (mit Ausnahme von Klosett- und Pissoir-Abgängen) aufnimmt und dem Kanal zufuhrt. Die Herstellung, Veränderung und Erweiterung der Entwässerungsanlage ist auf der Bürgermeisterei schriftlich unter' Beifügung einer Planskizze anzuzeigen und darf nur nach einer von der Rur^ermelsterei erteltten Erlaubnis und nach den dabei gegebenen mündlichen oder schriftlichen Genehmigungsbedingungen erfolgen. Gemeinsame Entwässerung mehrerer abgenommen sind. § 7. Steinzeug- Sandsange einem ver- a) Die Entwässerungsleitungen dürfen nur aus glasierten röhren hergeitellt weroen. Die Sinkkasten-Einläuse und müssen aus tiisen, Steinzeug oder Beton bestehen und mit zinkten Schlammeimer bzw. Lauffänger versehen werden. b) Der Anschluß der Hausleitungen an die öffentlichen Kanäle erfolgt durch ein Einlaß,tück, dessen Lage von der Baubehörde bestimmt wird. c) Alle Röhren müssen wasserdicht miteinander verbunden werden. Steinzeugröhren sind mit Teerstricken und Asphaltkitt, gußeiserne Rohren mit Hanfstricken und Blei zu dichten. d) Die liegenden Abflußleitungen für das Küchen- und Hofwasser sollen in der Regel aus Rohren mit 15 Zentimeter Lichtweite bestehen. Dieses Maß darf nur ausnahmsweise bei kurzen Strängen vermindert werden. Für die Leitungen aus Waschküchen und für Regenabfallrohre genügen 10 Zentimeter Lichtweite. e) An allen Ausgüssen, Spülbecken, Badewannen usw. sind Geruchverschlüsse anzubringen. f) Die Regenstandrohre müssen etwa 1 Meter über der Erdoberfläche, mindestens aber über Sockelhöhe, aus Gußeisen (NA - Röhren) von 70 Millimeter Durchmesser ausgeführt werden. § 4. Die Anschlußleitungen müssen in gutem Gefälle, frostfrei mit wenigstens 1 Meter Rohrbedeckung verlegt werden. Liegt die Leitung unter dem Fußboden eines Kellers, so genügt eine Deckung von 30 Zentimeter. Die Einläufe in die Ableitungsrohre find mit festen Sieben und Rosten zu versehen, so daß feste Sperrkörper nicht in die Leitung gelangen können, außerdem müssen stets geeignete Schlammfänger, Laubfänger usw. eventuell mit entsprechenden Eimern vorhanden sem. § 5. Die unmittelbare Einleitung von Säuren, Fetten, feuergefährlichen Flüssigkeiten (Del, Benzin), Laugen und dergleichen in den Kanal ist verboten. Es sind die hierfür gegebenen gewerbepolizeilichen Dorschrif^n zu beachten. Desgleichen ist das Einwerfen und Einschütten von Kehricht, Schlamm, Asche usw. in die Sinkkasten sowie das Einschutten und Ablaufenlassen von Abwässern in die Straßengossen unzulässig. § 6. Die einzelnen Rohrstränge, Einläufe usw. dürfen nicht eher verfällt werden, bis sie von dem Beauftragten der Bürgermeisterei besichtigt und Die Anschlußleitungen vom Hauptkanal bis zur Grundstücksgrenze gehen kostenlos in den Besitz der Gemeinde über, die hierfür die ständige Unterhaltung übernimmt. § 8. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften werden, soweit nicht andere Strafvorschriften anzuwenden sind, nach Art.79 und 80 der Allgemeinen Bauordnung mit Geldstrafe bis zu 150 RM. ober mit Haft bestraft. Außerdem kann gemäß Art. 80, Absatz 2 der Allgemeinen Bauordnung zwangsweise die vorschriftsmäßige Veränderung oder Beseitigung der ohne vorherige Erlaubnis ober vorschriftswibng errichteten Anlagen auf Kosten bes Schulbigen angeorbnet werben. § 9. Vorstehende Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Gießen, den 11. März 1935. Hessisches Kreisamt Gießen: I. V.: Grein. Grundstücke ist unzulässig. Alle nach der Straße abwässernde Dächer müssen innerhalb von 12 Monaten nach ergangener Aufforderung mit Dachrinnen und bis zum Boden reichenden Abfallröhren versehen werden. § 2. Die Anschlußleitungen vom Hauptkanal bis an die Grundstücksgrenze werden durch die Gemeinde ausgeführt, lieber das Aufbringen der Kosten der Anfchiufzleitungen beschließt jeweils der Gemeinderat. § 3. vermißen, rranu s e *1 ° 8 1,1 würzkräfüg. Sie gebrauchen weniger Kaffee als sonst und erzielen -ennoch einen vollen, herzhaften Geschmack, köstlichen Duft und schöne goldbraune Zarbe. Diese Beschränkung ist jetzt dadurch entbehrlich geworden, daß einer unnötigen Einfuhr durch zotl- unb devisenpolitische Maßnahmen vorgebeugt ist. Die Vorschrift über die Verwendung deutscher Baustoffe ist daher auf gehoben worden. Die Frage, w e l ch e B a u st o f s e bei der Errichtung des Neubaues verwendet worden fmö, ist also künftig für die Steuerbefreiung ohne Be- beutung. Oer Ostafrika-Konflikt. Eine Unterredung mit dem Kaiser von Abessinien. ßonbon, 19. März. (DNB. Funkspruch.) „Times" veröffentlicht eine Unterredung m i t dem Kaiser von Abessinien. Der Kaiser habe sich beklagt, daß Italien sich nach wie vor weigere, der Ernennung emes V e r - söhnungs- und Schiedsausschusses zuzustimmen. Abessinien sei bereit, die italienischen Forderungen zu erfüllen, falls eine unparteiische Körperschaft die abessinische Verantwortung für die Grenzzwischenfälle feststelle; es werde sich aber durch die militärischen Vorbereitung Italiens nicht lüchtern lassen. Bisher sei weder an der noch in einem anderen Gebiete des Lan- e Mobilmachung vorgenommen worden. Der sche Außenminister Herouy erklärte, Jta- ndele mit seinen militärischen Vorbereitungen derspruch zur Völkerbundssatzung. Die Ant- bessiniens bestehe darin, seine Sache in die e b er anberen Völkerbungsmit- er zu legen. Italien habe 30000 Mann eübter unb kampfbereiter Truppen an der Abessiniens zusammenge^ogen und meh- mdert Flugzeuge an verschiedenen Punkten >rt. Es sei undenkbar, daß es sich dabei um »idigungsmaßnahmen handele. In sten zwei Monaten habe Italien nichts ge- n den vom Völkerbundsrat vorgeschlagenen iungs- und Schiedsausschuß zu bilden. Die schen Noten vom 20., 21. und 27. Februar im 8. März seien unbeantwortet g e - e n. lien schafft eine Landwehr, rt, 18. März (DNB.) Wie Agenzia Stefan! , wird der Kammer demnächst eine Reihe itwürse über die Neugestaltung d e r wehr (Territorialarmee) zuaehen. 11. a. ist chaffung mehrerer Landwehr- k e vorgesehen. Ihre Behörden übernehmen ndwehrangelegenheiten, die bisher von den is- und Armeekorpskommandos m i t v e r - • t wurden. Die Dienststellen des aktiven sollen durch diese Entlastung die Möglichkeit 1, sich umso nachdrücklicher ihrer e i g e n t - t Aufgabe, der Schulung und Vorberei- ür den Ernstfall, zu widmen. Der Haupt- ben man aus biefer Neugestaltung ziehen oirb barin bestehen, baß durch die Drganisa- r Schutz und die Verteidiguna des Heimat- auf feste und dauernde Grund - i gestellt wird. Die Armee wird nach der nung einen Chef des Generalstabs und zwei ,ef5 haben, einen für die Feldarmee und einen Landwehr. Jünf spanische Fischer ertrunken. Malaga f enterte infolge starken Wellenein Fischerboot. Die fünfköpfige Besatzung n den Wellen um. Nur eine Leiche, die das Fischnetz verstrickt hatte, konnte geborgen Wetterbericht üeichswetterdlensles. Ausgabeort Frankfurt. r Zentraleuropa hat sich ein Hochdruckgebiet iut, das sich zwar langsam ostwärts verlagert, jedoch ein starkes Eingreifen der vom Atlan- gehenden lebhaften Wirbeltätigkeit auf unser verhindert. Die Witterung wird daher zu- überwiegend freundlich bleiben und tagsüber Zunahme bringen. .. .. .sichten für Mittwoch: Zeitweise jbelbilbung, sonst vielfach aufheiternd und tm ichen trocken, mittags ziemlich warm, meist unb südliche Winde. sichten für Donnerstag: Zunächst fortbauer ber im ganzen freundlichen und rn, tagsüber ziemlich warmen Witterung. -.emeperaturen am 18. März: mittags 11,6 Celsius, abends 6,6 Grad; am 19. Marz, is 2,1 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum X — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am rj: abends 6,6 Grad; am 19. März: jnorgens ab. — Sonnenscheindauer 0,5 Stunben. ptschristleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange, twortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, uilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Ernft Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, wörtlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor el. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: jche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. sbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf<> gebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Verkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. |eit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. eine Unterredung mit dem Marschall Petain. Der Marschall erklärte dabei: „Die Verlängerung der Militärdienstzeit ist unbedingt erforderlich und dringend, denn es handelt sich nicht um eme theoretische, sondern um eine praktische Frage. In Anbetracht der intensiven Wiederaufrüstung Deutschlands und der Gefahr eines überraschenden Angriffs. Wie sollen wir die Nichtverletzung unserer Grenzen sichern? Das benachbarte Heer besteht aus 600 000 Mann, die sofort verfügbar sind." In seiner Rede zur Eröffnung der Lyoner Messe vom 10. März erklärte der französische Mimsterprasl- dent Flandin: „Die Aufrüstung Deutschlands, die die Unterzeichner des Versailler Vertrages machtlos gewesen seien zu verhindern, habe für Frankreich den Eintritt in die rekrutenmageren Jahre viel gefährlicher gestaltet." — In seiner großen Kammerrede vom 15. März zur Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit erklärte der französische Ministerpräsident: „Nach den allen bekannten Plänen wird Deutschland im Jahre 1936 mindestens über 600 000 Mann verfügen." Ja, diese angebliche Tatsache wurde von der französischen Regierung ausdrücklich als Grund und Ursache für die Wiedereinführung der zwei- jährigen Dienstzeit in Frankreich ins Feld geführt. Muß es da in Deutschland nicht Verwunderung erregen, wenn die Weltöffentlichkeit nun Male unter Außerachtlassung dieser doku festliegenden Tatsachen Erstaunen ui rüstung spielt angesichts der Wieden der allgemeinen Wehrpflicht in Deutfd nur einen Teil dessen im Ziele führt, von amtlichen Stellen schon als feststehe innerpolitischen Diskussion der betreffend, vorgebracht wird? Wäre es nicht mutic quenter und auch logischer, würde es nicht alismus einer neuen Tatsachenbetrachtr entsprechen, wenn man sich dort überall Standpunkt stellte, den der englische Pub G a r v i n in seinem Aufsatz vom 3. Mär< „Observer" einnimmt, wenn er schreibt: lich der Aufrüstung oder Abrüstung mus lands absolute Gleichberechtigung unter t Mächten als eine moralische V setzung ein für allemal anerka den. Sie muß so uneingeschränkt anerkc den, als hätte es nie einen Weltkrieg einen Frieden von Versailles gegeben." 15 Jahre lang hat Deutschland darauf t e t, daß die Unterzeichner des Versailler ' die dort übernommene Verpflichtung auf i entsprechend dem deutschen Beispiel einlösi dessen hat die Welt a u s g e r ü st e t und si nur mit theoretischen und platonischen Del schäftigt. Oft genug hat der Führer öfst klärt, daß er bereit sei, das letzte Maschir zu verschrotten, wenn die Welt ein Gle Seine Erklärungen sind immer u n b e a n t geblieben. Deutschland mußte einmal a Situation d i e Konsequenzen ziel allem im Hinblick darauf, daß nun die and. der eine Verstärkung ihrer Heeresbeständ. men unter Zugrundelegung eines unkon Materials, das sich größtenteils auf ph, Vermutungen gründet. Ein ungerüstetes inmitten einer hochgerüsteten Welt eine \ forderung zum Krieg. Nicht das bewaffnet, das unbewaffnete Deutfchla Europa beunruhigt. Durch die Wie! rung der Wehrpflicht wurde jene Balanc hergestellt, die notwendig ist, um zu fruchtb kussionen über die großen ungelösten Prol Weltpolitik zu kommen. Deutschland i Frieden mitarbeiten; es hat ihn wie alle anderen Völker. Die Welt tut g nun an die lohnendere Aufgabe zu gehen geschaffenen Situation jene Elemente zu e die wirklich zu einer dauerhaften Beruhig ren können. Alle Völker sind von einer ties sucht danach erfüllt. Niemand in Europa, nur eine Spur von Verantwortlichkeitsgefi. trägt, glaubt daran, daß die Schäden eines die durch 17jährige Friedensarbeit nicht Ligen waren, durch einen neuen Krieg bese den könnten. In dieser Situation, die alle Möglich einer wahrhaften Verständigung der Völl ist Klarheit und Logik nötig. Nic gefährlicher, als ein neues Gebäude von ‘ und Wunschträumen aufzurichten. Je eher antwortlichen Vernunft und ge Menschenverstand obwalten lassen, durchgreifender wird die glückliche Wend: in der Europa sich neu gestaltet. Die so ofi Geheimnistuerei ist nun zu Ende, die At bereinigt. Deutschland will als gleichberech tion der Welt entgegentreten mit der err reitschaft, am Frieden Europas und an söhnung der Völker nach besten Kräfte: arbeiten. Mit tiefer Dankbarkeit hat das deuts von dem großen und mutigen E n t s ch l Führers Kenntnis genommen. Nicht begeisterung und Revanchelieder waren fc wort darauf. Voll Stolz und Würde füh wieder ruhend in der Sicherheit seiner Kraft, denn sein Schicksal liegt wohlbe Adolf Hitlers Hand. Kameraden 6d den französischen Frontkämpfern der Wunsch nach einem neuen Konflikt zwischen den beiden großen kul- turnationen Europas nicht vorhanden ist. Daß die Frontkämpfer der beiden Länder Hall o n a l i st e n sind, erklärt sich aus dem Der- ständnis des eigenen Einsatzes. Daß sie nur einen Frieden der Ehre tragen können, erklärt sich aus jedem einzigen Soldatenempfinden, das International ist. dem des soldatischen Ehrbegriffes. Daß sie den Frieden für ihre Völker wünschen, erklärt sich daraus, daß sie den Krieg in eigener Anschauung kennengelernt haben und deshalb den Mut haben, vom Frieden zu sprechen. Ich glaube, daß auch die Frontsoldaten der anderen Nationen ebenso denken, denn im anderen Falle' hätte die „Föderation interalliöe des anciens com- Fbattants“ (FIDAC) — Interalliierte Frontkämpfervereinigung — nicht den Beschluß gefaßt, mit den deutschen Frontkämpfern Fühlung zu nehmen. Gerade bei den alten Frontsoldaten der anderen Nationen glaube ich Verständnis dafür zu finden, daß es unfair ist, nur auf die eigene Sicherheit bedacht zu sein und den Partnern das Recht auf Sicherheit zu bestreiten. Deutschland ist d a s Herz Europas. Der Körper Europas muß, wenn er leben will, Rücksicht auf die Lebensfähigkeit feines Herzens nehmen. Wenn Europa eines Tages in seinem Kulturbestand von irgendeiner Seite her de- droht sein sollte, so wird das deutsche Herz Europas zuerst den h ä r t e st e n Druck solcher Gefahren zu bestehen haben. Die Sicherheit der europäischen Kultur ist also gleichzusetzen mit der Sicherheit der deutschen Nation. Und ein starkes Deutschland, das seine Nachbarn achtet, ist, geachtet von ebenso starken Nachbarn, die einzige Gewähr für ben Frieden Europas und damit für den Frieden der Welt. Das deutsche Volk will keinen Krieg, sondern nur h/td Aitatrilta aWa* ahSamm „Wenn Sie «Wen? .... Als in der vergangenen Woche die französifchg Regierung der Kammer das Gesetz über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit vorlegte, trat in der Debatte auch der Führer der radikalsozialisti- schen Fraktion, der frühere Ministerpräsident Her- r i o t, im Gegensatz zu einer namhaften Anzahl feiner Parteifreunde warm für die Vorlage ein. Zur Begründung sagte er einen Satz, der für die Stimmungsgrundlage außerordentlich bezeichnend ist, mit der oiese folgenschwere Maßnahme vor dem französischen Volk gerechtfertigt wird. Er rief aus: „W enn S i e wüßten, was ich hier nicht sagen darf, ebensowenig, wie ich über unfern Mobilmachungsplan öffentlich reden kann, so mürben Sie ohne weiteres anerkennen, bah alle Bedenken gegen das Gesetz schweigen müssen. So dunkel diese Andeutung war, so wußte doch jeder Abgeordnete, was damit gemeint fei, und nur eine kleine Anzahl hat die innere Kraft, sich der fug- gestiven Wirkung der geheimnisvollen Anspielung zu entziehen. Sie zielte natürlich auf die Informationen, die der Generalstab und die Regierung über die Rüstungen Deutschlands und seine angeblichen Absichten zu besitzen behaup- Vekanntmachung. Betr.: Vorerhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme 1935. An die Bürgermeistereien des Kreises. Der Herr Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat für 1935 eine ausführliche Bodenbenutzungsaufnahme angeordnet. Die zentrale Durchführung dieser Erhebung für Hessen obliegt dem Hessischen Landesstatistischen Amt in Darmstadt, die Durchführung m den Gemeinden ist Aufgabe der Bürgermeistereien Zunächst findet vom 25. März bis 6. April 1935 eine Vorerhebung in den Gemeinden statt. Die erforderlichen Zählpapiere hierzu gehen Ihnen vom Landesstatistischen Amt unmittelbar zu. Sollten sie bis 26 März nicht in Ihren Besitz gelangt sein, so wollen Sie unverzüglich beim Landesstatistischen Amt (Fernruf Darmstadt Nr. 2657) rekla- mieren. foer Vorerhebung wollen Sie ortsüblich bekannt machen, damit die Betriebsinhaber sich über die Größe ihres Grundeigentums und die von ihnen zugepachtete wie verpachtete Mche rechtzeitig Gewißheit verschaffen. Die Betriebsinhaber sind auf Grund der Verordnung über Auskunftspflicht vom 13. Juli 1923 unter Strafandrohung zur Auskunftserteilung verpflichtet. Die Erhebung bient nur statistischen Zwecken; bie Zählpapiere bürfen keiner anderen Behörde als dem Landesstatistischen Amt zugänglich gemacht werden. Hauptaufgabe der Bürgermeistereien nach Durchführung der Bor- erhebunq ist die Ueberprüfung der Vollständigkeit und Glaubhaftigkeit der der von ben Betriebsinhabern gemachten Angaben. Zu biefer Ueber-- prüfunq finb der Ortsbauernführer unb gegebenenfalls weitere fach- unb ortskunbige Personen zuzuziehen. Das Ortsgrunbbuch ist ausgiebig zur Kontrolle zu benutzen. Besonderes Augenmerk ist auch darauf zu richten, daß die von den Ortseinwohnern außerhalb der Gemeinde- qemarkung bewirtschafteten Flächen in besondere Zähllisten eingetragen unb ben zuständigen benachbarten Bürgermeistereien zugeleitet werben Das Einsenbeformblatt ist bis spätestens 15. April 1935 ausgefullt unmittelbar an das Landesstatistische Amt in Darmstadt zurückzusenden. Die Ueberprüfung und Richtigstellung von Eintragungen m den Zahllisten ist nötigenfalls auch noch nach diesem Zeitpunkt fortzufuhren da die Angaben in den Zähllisten die Grundlage für die im Mai statt- smdende Ausfüllung von Betriebsbogen bilden werden. Gießen, 18. März 1935. Hessisches Kreisamt. J V.: Weber._________________ mit der Nachweisung anzumelden, daß wegen solcher Ansprüche bei Gericht Klage erhoben worden ist. Gießen, ben 18. März 1935. Kreisamt Gießen. I. V.: Webe r. Betr.: Schulbücher für Volksschulen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Den abschriftlich nachstehenden Erlaß teilen wir Ihnen zur Kenntnis und nachdrücklichen Beachtung mit. Gießen, den 15. März 1935. Kreisschulamt Gießen. I. V.: Nebeling. Abschrift. Der Reichs- und Preußische Minister Berlin W 8, den 5. Februar 1935 für Wissenschaft, Erziehung und — Postfach —. Volksbildung E II a Nr. 139. An bie Unterrichtsverwaltungen ber Länber. PP. Im Anschluß an meinen Erlaß vom 16. August 1934 — R U H C 5110 — (für bie preußischen Behörden im Zentralblatt S. 262 veröffentlicht) weife ich erneut barauf hin, baß im fommenben Schuljahre 1935/36 mit Ausnahme bes Lesebuches für bas 5. unb 6. Schuljahr unb ber Fibel mit Neueinführungen von Schulbüchern für bie Volksfchulen nicht zu rechnen ist Ich lege Wert barauf, baß alle Schüler im Besitz ber vorgefchrlebenen Schulbücher finb unb bitte, bie Schulaufsichtsbeamten anzuweifen, bei ben Besichtigungen besonders darauf zu achten. Im Auftrage: gez.: H u b r i ch. Bekanntmachung. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Alle seither an das Hess. Staatsministerium Ministerialabteilung Ila in Darmstadt gerichteten Berichte, Gesuche und dergleichen sind von jetzt ab zu richten an: . rr Den Herrn Reichsstatthalter m Hessen Bekanntmachung. Betr.: Den Auswanderungsagenten Wilhelm Jullmann in Gießen. Der Auswanderungsagent W. Jullmann in Gießen, ^^"^vsstraße Nr 67, ist aus den Diensten der American Line und der Red Star Lme ausgeschieden. Seine Konzession als Auswanderungsagent dieser Schifffahrtslinien ist damit erloschen. . Die genannten Schiffahrtslinien haben bei dem unterzeichneten Kreisamt die Rückgabe der für Jullmann in feiner Eigenschaft als Auswanderungsagent geleisteten Sicherheit beantragt. Dieser Asikrag roiru hiermit öffentlich bekanntgemacht. Ansprüche, welche der Rückgabe Der Sicherheit entgegengesetzt werden sollen, sind innerhalb eines Jahres vom Tage der Bekanntmachung an bei dem unterzeichneten Kreisamt — Landesregierung — Abt. II. Gießen, den 15. März 1935. Kreisschulamt Gießen. I. V.: Nebel i n g. Bekanntmachung. Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen und oberirdischen Fernsvrechlinie an der Straße Steinberg—Grüningen liegt bei dem Postamt in Gießen auf die Dauer von 4 Wochen aus. Darmstadt, den 11. März 1935. Telegraphenbauamt. Das 3a des Fronisolda Eine Unterredung mit dem Führ, Reichskriegsopferbundes. Berlin, 19. März. (DNB.) Der , Beobachter" veröffentlicht eine Unterred dem Reichskriegsopferführer O b e r l i n der im Auftrage des Führers auch die nähme mit den ausländischen Frontkämpfe Auf die Frage, wie der deutsche Fri b a t die Proklamation des Führers empf widerte Oberlindober: Wir freuen uns diesen Schritt deshalb, weil er K l schafft und weil er uns nach außen die h e i t gibt, die jede anständige Na ihrem Leben braucht. Im Kriege draußen wir nur bei einem Volke von Sicherheit das selbst diese Sicherheit schuf durch sei Manneskraft. Gerade bei den alten Sold dieser Schritt des Führers den tiefsten hall gefunden. Die zweite Frage: Was werden die a bischen Frontkämpfer zu dieser Deutschland sagen? beantwortete der Rei opferführer folgendermaßen: Ich habe in erster Linie Fühlung mit den französischen Frontkämpfern. Mit ihnen habe ich immer auf ber Basis der gegenseitigen Achtung mich unterhalten können unb konnte fesistellen, daß zwischen denen, die im Kriege bie Hauptlast des Kampfes getragen haben, haß unb Feinbschaft nicht mehr vorhanben finb. Ebenso konnte ich feststellen, bah genau wie bei meinen bentschen Druck der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen Proiepschritt begnügen. „Das deutsche Volk ist stolz auf seinen Führer." Paris, 19.März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse bringt Auszüge aus dem Artikel Dr. Goebbels', der als sehr geschickt bezeichnet wird. Der Berliner Sonderberichterstatter des „Journal" sucht bet dieser Gesicht könnten die Vereinigten Staaten nichts zur Erleichterung der Lage beitragen, unb deshalb würde ihr Eingreifen die Lage nur noch erschweren. Es gezieme der amerikanischen Regierung, alle Schritte wirtschaftlicher oder finanzieller Natur hinsichtlich Europas zu verschieben, bis eine bessere Geistesverfassung in Europa geschaffen fei. Senator Pittman hat zweifellos der im Bun- deskongreh vorherrschenden Ansicht Ausdruck verliehen. ------u o,---J- «v. *«r gebaut wird, um hinter ihr das dunkle und gefährliche Spiel der Rüstungsintereffenten und der parteipolitischen Demagogen zu treiben. Von einet Ueberraschung kann hier nun wirklich nicht die Rede sein, und die französische Presse widerlegt sich selbst, wenn sie auf der einen Seite in Leitartikeln die Ueberraschung in allen Tonarten abwcmdett unb auf ber anderen Seite führende Politiker und Generäle erklären läßt, daß sie schon lange geahnt und gewußt hätten, was kommen würde. Das deutsche Volk sehnte sich nach Älat* Gemeinschaft studentischer Verbände als Gesamt Vertretung des korporationsftudententums. ^Die Verbände sind sich darin einig, daß die Vertretung aller wa ff enstudentr scheu und rt- ____i«n Nliqsckllieülich An- Friedlicher Leistungswettbewerb das Streben der deutschen Jugend Oer Reichsjugendführer eröffnet den Reichsberufswettkampf. Berlin, 18. März. (DRV.) Für neu errichtete Kleinwohnungen und Eigenheime besteht nach dem Gesetz vom 21. September 1933 und der Durchführungsverordnung vom 26 OTrober 1933 in dem dort bezeichneten Rahmen Steuerbefreiung bis zum Jahre 1938 bzw. 1943. Nach § 7 der Verordnung war die Steuerbe- freiuna bisher davon abhängig, daß nur ! . - ' m n t c» verwendet werden. tums unablässig Sorge zu tragen, zum anderen durch stetige innere Erziehungsarbeit immer mehr in den nationalsozialistischen Staat Hineinzuwachs en und seinen Anfor- derunaen gerecht zu werden, ist jede U n stimmt akeit zwischen diesen Verbänden und Korporationen einerseits und dem NSDStB. andererseits z u v e r m e i d e n. ... Die NSDAP, und der NSDStB. werden künftig die Gemeinschaft studentischer Verbände als Gesa m t v e r t r e t u n g der studentischen Korpora t i o n s v e r ba n d e betrachten und er- warten, daß die Korporationen und Verbände, die sich zu den gleichen Grundsätzen wie die Gemeinschaft studentischer Verbände bekennen, dieser aber noch nicht angehören, den baldigen Anschluß In der Transformatorenhalle der AEG. in Oberschönweide eröffnete der Reichsjugendführer den Zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend. In der 5)aüe waren mehrere Hundert Wett- tampfteilnehmer in ihrer braunen Werkskleidung anqetreten Der Eröffnung wohnten Relchsarbetts- minister Seldte sowie zahlreiche Vertreter der nationalsozialistischen Parteigliederungen, der Reichsjugendführung und der Behörden bei. Lied- vorträqe, eine HJ.-Spielschar und Fanfarenklange des Jungvolkes umrahmten die Veranstaltung. Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch erinnerte die deutsche Jugend an jene Zeit, da Uneinigkeit das deutsche Volk zerriß, da man nur von Jnter- essentenaruppen und -Kliquen sprach. Alles das aber wurde überwunden durch die Entschlossenheit einer jungen sozialistischen Bewegung, die aus dieser Uneinigkeit und Zerrissenheit die große Eintracht und Kameradschaft des deutsch e n V o l k e s schuf. Als ein überzeugender Ausdruck dieser Kameradschaft, als ein Symbol dieser neuen sozialistischen Zeit stehen der deutsche Jungorbeiter und die Jungarbeiterin in ganz Deutschland heute am Anfang unseres großen Werkes der Kameradschaft, um der Nation und der Welt zu beweisen, daß wir alle in Deutschland a u f G e - deih und Verderb z u s a m m e n g e h o r e n, und daß keine Macht der Welt uns le wieder trennen den. Ferner sollen 3 00 00 Mädchen im S a - n i t ä t s w e s e n ausgebildet werden. Außerdem sind Maßnahmen für die Förderung des Interesses der Bauern am Flugzeugwesen getroffen worden. Mit Genehmigung der sowjetrusslschen Militärbehörden sollen im Jahre 1935 1100 Fliegerzellen gebildet werden, die die Aufgabe haben, die Bauern mit der modernen Entwicklung der Luftfahrt bekanntzumachen und zu versuchen unter L7t IS!"3U finben-&ie für ie ” > °7n ^US,° d77i'e7°° Stund^und'di-s°n" B^üfswÄ kampf eröffnet haben wollen als Ausdruck ihrer friedlichen Gesinnung und ihrer Bereitschaft zu friedlicher Aufbauarbeit am Werk Adolf Hitlers. , Der Reichsjugendführer bezeichnete weiter den Reichsberufswettkampf als die erste Station aus dem Wege zu einem großen Gesetz zur Ordnung der gesamten Verhältnisse des deutschen Jungarbeiters, dem B e r u f s a u s b i l d u n g s g e s e tz und dankte dem anwesenden Reichsarbeitsminister Seldte in herzlichen Worten dafür, daß er sich bereit erklärt habe, sich für dieses Gesetz der Reichsjugendführung einzufetzen. Der Reichsjugendfuhrer schloß mit einem brausend aufgenommenen Sieg- Heil auf den Führer, den ersten Arbeiter Deutschlands, und auf die deutsche Arbeit. Wenige Minuten, nachdem der Reichssugendsuh- rer geendet hatte,'war die Halle erfüllt von dem Dröhnen der Maschinen und dem Hämmern der Werkzeuge. Eine gewaltige Sinfonie der Arbeit bildete den würdevollen Abschluß dieser Eröffnungs- kundgebung und damit zugleich den Auftakt zum Leistungswettstreit der gesamten deutschen Jugend. Kein Zwang zur Verwendung deutscher Baustoffe für steuerbefreite Kleinwohnungen und Eigenheime. heit und nach Logik, denn gerade das deutsche Volk hat die geringste Reiguna, mit fernen Zielen Versteck spielen zu wollen Das deutsche Volk hat 16 Jahre lang gewartet Nicht nur darauf daß die anderen ihr Abrüstungsverfprechen einlosen sondern auch darauf, daß seine eigene Wehrlosigkeit und Abrüstung nicht die Lockung zu einem Präventivkrieg darstellt. Das deutsche Volk hat in den letzten Tagen und Wochen aus England, aus Frankreich aus der Tschechoslowakei und aus der Sow- ietunion fast Stunde für Stunde neue Meldungen über neue Rüstungsmahregeln vernommen. Führende ausländische Politiker und Militärs haben, wie Dr Goebbels in seinem Aufsatz noch einmal bündig darlegte, die eigene Aufrüstung gefordert. Als der Führer öffentlich erklärte, daß er bereit sei, das letzte Maschinengewehr zu verschrotten, wenn die anderen das gleiche täten, da stand das deutsche Volk genau so hinter ihm, wie heute bei der Proklamation der allgemeinen Wehrpflicht. Wir wissen sehr wohl, daß den anderen Völkern im Augenblick nicht wohl zumute sein kann. Auch in der Politik gibt es so etwas wie ein Trägheitsmoment. Wir begreifen, daß es für die Franzosen nicht leicht ist, ihr überspitztes Buchstabenrecht mit dem Recht der Wirklichkeit in Uebereinstimmung zu bringen. Wir wußten, daß ein Sturm sich erheben würde. Aber gegen diesen Sturm nützen Papierschirme aus Leitartikeln und Noten wenig. Vielleicht muß dieser Sturm sogar sein, damit die dumpfe Atmosphäre gründlich gereinigt wird. Die Parole des Tages lautet: Klarheit, Logik und gesunder Menschenverstand. Englische Mflungsbedürfniffe. London, 18. Mai. (DNB.) Bei der Einbringung der Voranschläge für das englische Heer im Unterhaus erklärte der Finanzsekretär im englischen Kriegsministevium, Hacking: Infolge der Entwickelung in der Luft, sei es für England nicht mehr möglich, sich in der Hauptsache auf die Flotte als Abwehr gegen feindliche Ueberfalle zu verlassen. Die Bereitstellung von 1,5 Millionen Pfund (etwa 17,7 Millionen RM.) für die Verbesserung der Hafenvert-eidigungen im englischen Weltreich könne unmöglich als eine Herausforderung betrachtet werden, obwohl man hoffe, daß es als ein Abschreckungsmittel gegen Angriffe aufgefaßt merte. (Beifall.) Neben den militärischen Bedürfnissen Englands im Rahmen des britischen Weltreichs habe die Tätig k e i t des Völkerbundes die Verantwortlichkeiten Großbritanniens erhöht. Dies habe der Fall S a a r g e b i e t gezeigt, da England die meisten Truppen gestellt habe. Die Bereitstellung regulärer Truppen in England sei nicht nur für die Ueberseegarnisonen bestimmt, sondern auch um eine Streitmacht im Falle eines Notzustandes zu haben. Niemand könne wissen, wann ein solcher Notstand eintrete und welche Ausmaße er an nehm en werde, aber es sei die unzweideutige Pflicht Englands, darauf vorbereitet zu sein. Auf der Territorialarmee ruhe die Sicherheit Englands, da die reguläre Armee sich auf die Unterstützung der Territorialarmee verlassen müsse. Angesichts der Ausdehnung des Wir- kungskreises von Bombenflugzeugen müsse nicht nur die Luftverteidigung Londons, sondern auch der I n d u st r i e g e b i e t e in Nord- und Mittelengland ausgebaut werden. In der zweiten Jahreshälfte wolle man einen Plan in Kraft setzen, der zusätzliche Einheiten dafür vorsieht. Ein weiterer wichtiger Punkt der englischen Derteidigungsmaßnahmen sei das Offiziers- ausbildungskorps an den englischen Schulen. Die Schulen und Universitäten hätten in dieser Hinsicht äußerst wertvolle Dienste geleistet. Alle Parteien müßten eine geeinte Front bilden in dem einfachen, klaren Beschluß, daß unsere Armee besser ausgerüstet und leistungs- fähiger wird, um sich und England besser gegen einen etwaigen Angriff verteidigen zu können. Die Aufgaben der englischen Armee sind vielfältiger als die irgendeines anderen Heeres in der Welt. Die Gebiete, die sie beschützt, find größer als die irgendeines anderen ausländischen Staates. Trotzdem ist unsere Armee kleiner als die irgendeines anderen Kolonialstaates. Militärische Ausbildung der Dorfjugend in Sowjetrußland. Moskau, 19. März. (DNB.-Funkspruch.) Nach einer neuen Vereinbarung zwischen dem Hauptausschuß der kommunistischen Jugend und der Gesellschaft Ossoaviachim werden umfangreiche Maßnahmen für die militärische und fliegerische Ausbildung der Dorfjugend getroffen. Nach einer Vereinbarung zwischen den beiden Organisationen sollen im Jahre 1935 140 000 junge Bauern auf Staatsgütern und Kollektivbauernwirtschaften ausgebildet wer- B e r l i n, 18. März (DNB.) Bereits am 28. Jan. d. I. haben die R e i ch s l e i t u n g der N S D A P. und der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund die Gründung der Gemeinschaft studentischer Verbände im Interesse der unbedingt notwendigen endlichen Beruhigung des Korporationslebens an den Hochschulen auf das wärmste begrüßt. Nunmehr ist zwischen der Reichsleitung der NSDAP, (durch Reichsleiter Dr W a g n e r als Beauftragten des Stellvertreters des Führers) und dem NSDStB. (durch dessen Führer, Reichsamtsleiter Derichsweiler) einerseits und der Gemeinschaft studentischer Verbände (Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers) andererseits am 12. März 1935 eine Vereinbarung getroffen worden,deren wefent- Wetterbericht des Reichswetterdienfles. Ausgabeorl Frankfurt. lieber Zentraleuropa hat sich ein Hochdruckgebiei aufgebaut, das sich zwar langsam ostwärts verlagert, vorerst jedoch ein starkes Eingreisen der vom Atlantik ausgehenden lebhaften Wirbeltätigkeit auf unser Wetter verhindert. Die Witterung wird daher zunächst überwiegend freundlich bleiben und tagsüber Wärmezunahme bringen. Aussichten für Mittwoch: Zeitweise Frühnebelbildung, sonst vielfach aufheiternd und tm wesentlichen trocken, mittags ziemlich warm, meist östliche und südliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Zunächst noch Fortdauer der im ganzen freundlichen unö trockenen, tagsüber ziemlich warmen Witterung. ßufttemeperaturen am 18. März: mittags 11,6 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 19. Marz: morgens 2,1 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 18. März: abends 6,6 Grad; am 19. März: piorgens 4,4 Grad. — Sonnenscheindauer 0,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil' Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans ®ecf, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts-Buch- und Skeindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf- Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 vU mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Der Reichsiugendführer gedachte dann der Ein- führung der allgemeinenWehrpsNcht durch di- Reichsregierung und des tzeldengedenk- tages. Es gibt in der ganzen weiten Welt keine Jugend, die dem Gedanken des Krieges ferner und der Idee friedlicher Arbeit naher stunde, als die deutsche. Das spreche ich hier im Namen all I ± Berufswett- I>7ut1 ch"-' Bau statt- lichsie Stellen lauten: „Nachdem die Gemeinschaft studentischer Verbände für bie ihr anqehörenden Verbände und Korpo-i w “ V1 vi'? " " 9fn- rationen fid) verpflichtet hat, einerseits für die E h r e n a n g e l e g e n h e i t e n ausschlietzlich An- Erhaltung und Stärkung der Werte gelegenheit des Allgemeinen Deutschen desdeutschenKorporationsstudenten-lWaffenringes ist. Diese Beschränkung ist jetzt dadurch entbehrlich geworden, daß einer unnötigen Einfuhr durch z o l t- und devisenpolitische Maßnahmen vorgebeugt ist. Die Vorschrift über die Verwendung deutscher Baustoffe ist daher auf gehoben roor- den. Die Frage, w e l ch e B a u st o f f e bei der Errichtung des Neubaues verwendet worden sind ist also künftig für die Steuerbefreiung ohne Bedeutung. Der Ostafrika-Konflikt. Eine Unterredung mit dem Kaiser von Abessinien. London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) „Times" veröffentlicht eine Unterredung m 11 dem Kaiser von Abessinien. Der Kaiser habe sich beklagt, daß Italien sich nach wie vor weigere, der Ernennung eines Ver - söhnungs- und S ch i e d s a u s s ch u s s e s zuzustimmen. Abessinien sei bereit, die italienischen Forderungen zu erfüllen, falls eine unparteiische Körperschaft die abessinische Verantwortung für die Grenzzwischenfälle feststelle; es werde sich aber durch die militärischen Vorbereitung Italiens nicht e insch ächte r n lassen. Bisher sei weder an der Grenze noch in einem anderen Gebiete des Landes eine Mobilmachung vorgenommen worden. Der abessinische Außenminister H e r o u y erklärte, Italien handele mit seinen militärischen Vorbereitungen im Widerspruch zur Völkerbundssatzung. Die Antwort Abessiniens bestehe darin, seine Sache in Die Hände der anderen D ö l k e r b u n g s Mitglieder zu legen. Italien habe 30 000 Mann kampfgeübter und kampfbereiter Truppen an der Grenze Abessiniens zusammenge^ogen und mehrere hundert Flugzeuge an verschiedenen Punkten stationiert. Es sei undenkbar, daß es sich dabei um Derteidigungsmaßnahmen handele. In den letzten zwei Monaten habe Italien nichts getan, um den vom Dölkerbundsrat vorgeschlagenen Versöhnungs- und Schiedsausschuß zu bilden. Die abessinischen Noten vom 20., 21. und 27. Februar und vom 8.März seien unbeantwortet geblieben. Italien schafft eine Landwehr. 9t D m, 18. März (DNB.) Wie Agenzia Stefani mitteilt, wird der Kammer demnächst eine Reihe Gesetzentwürfe über die N e u g e st a l t u n g d e r Landwehr (Territorialarmee) zuaehen. U. a. ist die Schaffung mehrerer Landwehrbezirke vorgesehen. Ihre Behörden übernehmen die Landwehrangelegenheiten, die bisher von den Divisions- und Armeekorpskommandos mitver- w alt et wurden. Die Dienststellen des aktiven Heeres sollen durch diese Entlastung die Möglichkeit erhalten, sich umso nachdrücklicher i h r e r e i g e n t - lichen Ausgabe, der Schulung und Vorbereitung für den Ernstfall, zu widmen. Der Haupt- vorteil, den man aus dieser Neugestaltung ziehen wird, wird darin bestehen, daß durch die Organisation der Schutz und die Verteidigung des Heimat- bodens auf feste und dauernde Grundlagen gestellt wird. Die Armee wird nach der Neuordnung einen Chef des Generalstabs und zwei Unterchefs haben, einen für die Feldarmee und einen für die Landwehr. Fünf spanische Fischer ertrunken. Bei Malaga kenterte infolge starken Wellen- ganas ein Fischerboot. Die fünfköpfige Besatzung kam in den Wellen um. Nur eine Leiche, die sich in das Fischnetz verstrickt hatte, konnte geborgen werden. .......... ■ i A Es ist eine wahre Zreuöe, die neue, feine, trockene, grießartige Kafseewürze Franck Spezial zu gebrauchen. 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Der Dortr« sprach Mach slehung des seine iedenss um dann flU das chochizev vorholen d^ dclbootes. 2 dem Bahns sportgebiet, unterwegs. । Weg durch der Skier, 1 entlang uni höhere Reg Geiste aus t herrlichen 5 und Schnee den tiefverh Luther schln rischen Bam höher über vorbei und i Geiste mit ih die gesamte । Alpen hinw Stunden in gesinnten § Skiläufer I hohen Gen seinen Sius1 tragikomisch Rande. 3m zwei Vortragende des Kanusp in gleicher I den und § von dem A geholt mb 11(10 Meter weit führen, schildern, ma- Wn begleite dache und - 9*fd)tige sen hindurch in denen es vielen Bilde wiedergeged bietet, oder dos Boot: Tischt vers er ferner Gottes fre lernten Fe Umgebung Aus aller Well Als General-Vertrieb ein. bedeut. Die Union, Gießen. 01139 Gießen, den 19. März 1935 1612 D | Vermietungen] | Mietgesuche"] | Wohnungstausch"] Empfehlungen j [Verschiedenes^ Abfallholz GuteZeugn.vor- äÄ A.Moch«achko!ssv vormittags gesucht. m Haushalt und Kochen erfahren. 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Damit sind die hausfraulichen Tugenden der Prinzessin Ingrid aber keineswegs erschöpft. Berühmt sind die Stickereien der Prinzessin. Hier hat die zukünftige Königin allerdings einen Lehrmeister gehabt, wie ihn keine andere Frau der Welt aufweisen kann, nämlich ihren Großvater, den König Gustaf von Schweden. Von den Liebhabereien des Königs kennt man im allgemeinen nur das Tennisfpiel, das der König unter dem Pseudonym „Mister G." auf allen europäischen Tennisplätzen mit Hingabe betreibt. Weniger bekannt ist, daß „Mister G." auch wie wenige andere zu sticken versteht. Kaum ein Familienfest im Hause Bernadotte vergeht, ohne daß ein Ofenschirm oder ein Kissen, von königlicher Hand gefertigt, den Gabentisch ziert. Die Schweden sind durchaus mit solchen bürgerlichen Neigungen der Mitglieder ihres Königshauses einverstanden. Man hat es den schwedischen Prinzen, die bürgerliche Mädchen geheiratet haben, auch keineswegs übel genommen, daß sie eine so „unfürstliche" Wahl getroffen haben. Auch mit der „Enterbung" dieser „Herren Bernadotte" ist es nicht so schlimm. Herr Lennart Bernadotte hat z. V. durch seine Heirat mit Fräulein Nißvandt die Sympathien des Volkes, und seiner Verwandten ebensowenig verloren wie der schwedische Prinz S i g v a r d , der vor einiger Zeit die Berlinerin Fräulein Patzek heiratete. Wie weit der bürgerliche Stil des Hauses Bernadotte geht, kann man daraus ersehen, daß jemand, der den König von Schweden anrufen will, die Telephonnummer unter K. im Mittwoch, £0. März 1935, ver- MlnWen WWneliWUk | !?8*u mC L 0 w*e n", zwangsweise - gegen Barzahlung: 1597D (An Ort und Stelle, Bekanntgabe im obig.Lokal) 1 Frarno-Lieferwagen, 1 Klebepresse, 1 Schubin.- Nähmaschine, 1 Nähm., Schreib- Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 [Stellenangebote Lauffrau od.Mädchen für 1-2 Stunden Garagen ** per wfort 0. spät. ZliWMiue 32 PS alsStraß.- u. Ackermafchine zu gebrauchen, in sehr gutem Zustand, zu verkauf. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. 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Martha Genenger (Krefeld) vom Start auf und davon und brachte die Strecke in 3:00,8 Minuten hinter sich. Ueberraschend Luther schlug seine Zuhörer sehr rasch in den zauberischen Bann dieser reinen Welt und führte sie höher über Grate und Schründe, unter Wachten vorbei und über Gletscherbrüche, um schließlich im Geiste mit ihnen vom Gipfel eines Berges aus über die gesamte großartige Wunderwelt der winterlichen Alpen hinweg zu blicken. Er schilderte dann die Stunden in der Hütte, das Leben unter gleichgesinnten Kameraden, alle die Freuden, die dem Skiläufer begegnen können und schließlich den hohen Genuß einer raschen Abfahrt. Daß er bei seinen Ausführungen auch den Anfänger in seiner tragikomischen Rolle nicht vergaß, versteht sich am Rande. Im zweiten Teil seines Vortrages führte der Vortragende in Wort und Bild die hohe Schule des Kanusportes vor Augen. Auch hier erlebte man in gleicher konsequenter organischer Folge alle Freuden und Härten eines begeisternden Sportes mit, von dem Augenblick an, da das Paddelboot hervorgeholt und dann in die reinen Gebirgswässer in 1100 Meter Höhe eingesetzt wird. Es würde zu weit führen, wollte man hier all das im Einzelnen schildern, was der Gast hier zu vermitteln wußte. Man begleitete ihn im Paddelboot in die Wildbäche und Floßgassen, durch Strudel und über gischtige Wellen, in den Wildwassern zwischen Felsen hindurch bis herab in die besiedelten Gegenden, in denen es dann auch ruhigeres Wasser gab. In vielen Bildern war die Welt des Wasserwanderers wiedergegeben, wie sie sich von den Booten aus bietet, ober wie sie sich vom Ufer aus zeigt, wenn das Boot in den Wellen schaukelt und oftmals im Gischt verschwindet. In lebendigen Farben schilderte er ferner das Lagerleben, das reine Erleben in Gottes freier Natur, in der von allem Alltag entfernten Ferienfreiheit in großartiger landschaftlicher Umgebung. Q „Peer Gynt" als Film Lichtspielhaus. Dr. Gerhard B u h tz , Privatdozent an der Universität Heidelberg, ist als ordentlicher Professor für gerichtliche' Medizin und naturwissen- schaftliche Kriminalistik an die Universität Jena berufen worden: er wird dort als Nachfolger von Professor Dr. Ernst Giese die Leitung des — richtsärztlichen Institutes übernehmen. Vor einigen Tagen erschien der sogenannte spann zu diesem Film: aber es war diesmal die übliche Folge von wirkungsvoll herausgeschnittenen und ineinander montierten Szenen und Bil- zwei deutschen Rekorde verteilten sich auf beide Tage. Am Samstag verbesserte Fischer (Bremen) über 100 Meter Kraul (einen eigenen Rekord von 58,8 auf 58,6. Doch wurde dieser Rekord von ihm schon am Sonntag überholt. S l e t a s verbesserte den deutschen Rekord über 100 Meter Brust auf 1:13,8. Mißglückt ist dagegen der Angriff auf den Weltrekord Cartonnets über 200 Yards, den Sietas und der Göppinger Schwartz unternahmen. Sietas blieb als Sieger mit 2:25,8 um 2/io Sekunden hinter der Bestzeit. Auch die übrigen herausgeschwommenen Zeiten brachten zum Teil hervorragende Leistungssteigerungen, selbstverständlich ging es dabei nicht ohne Überraschungen ab. Die Gaue Niederrhein und Niedersachsen bestritten das Wasserball-Programm. Am Samstag behielt die Niederrhein-Sieben mit 6:3 (3:2) die Oberhand, verlor aber am Sonntag 5:7 (2:1). £üfgel)efmann=$ranffurf Deutscher Billardmeister. Der jüngste Teilnehmer an der Deutschen Billardmeisterschaft, Lütgehetmann (Frankfurt a. M.), ist als Sieger aus dem Turnier hervorgegangen und hat damit den Titel eines Deutschen Billardmeisters errungen. Er gewann die Stichpartie um die Meisterschaft gegen Joachim in 39 Aufnahmen mit 400 zu 298 Punkten. Maxie Herber und Ernst Baier in Neuyork. Der Eiskarneval im Neuyorker Madison Square Garden wurde zu einem großen Erfolg für das deutsche Europameisterpaar Maxie Herber-Ernst Baier. Ihr glänzend aufeinander abgeftimmtes Kunstlaufen löste immer neue Beifallsstürme bet den 16 000 Zuschauern aus. Zugabe um Zugabe wurde verlangt, die zu erfüllen den Deutschen nicht leicht war. Überraschenderweise fand das große Können der Schwedin Divianne H u l t h 6 n weit- : aus weniger Anklang. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hans Duhm, Extraordinarius für altteftamentliche Wissenschaft an der Uniüerfi- tät Göttingen, hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius an die Universität Breslau angenommen. Professor Dr. Kurt Böhmer, Extraordinarius an der Universität Kiel, ist als ordentlicher Professor für gerichtliche Medizin und als Direktor des gerichtsärztlichen Institutes an die Medizinische Akademie in Düsseldorf berufen worden. An die Universität Jena wurden berufen Privatdozent Dr. Walther Brouwer auf Lehrstuhl für Pflanzenbau und Pflanzenzucht der Privatdozent Dr. Asmus Petersen auf Lehrstuhl für landwirtschaftliche Betriebslehre, beide von der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin; ferner der Professor Dr. August Kühl in Rothe- n o m auf den Lehrstuhl für wissenschaftliche Mikroskopie und angewandte Optik. Oie Bewerbung. In der Zeitung stand dieses Inserat: Elegantes Fräulein, 1,55 bis 1,63 groß, als Verkäuferin für Eisbude an belebter Ausflugsstraße Sonntagsnachmittags gesucht. Vorzustellen usw. Else hat sich natürlich sofort gemeldet. Aber sie kam sehr enttäuscht wieder und erzählte: Wir waren an die 20 Bewerberinnen. Aber da war ein Herr, der hat jede mit dem Zentimetermaß nachgemessen, vom Scheitel bis zum Absatz, und hat gesagt, wir wären alle zu groß. In der Zeitung hätte es anders gestanden. Wir wären ungeeignet und könnten wieder gehen. Da habe ich denn doch erst noch einmal gefragt: „Entschuldigen Sie bitte, Herr Direktor, aber warum darf denn eigentlich eine Eisverkäuferin nicht über 1,63 groß fein?" Da ist der Herr ziemlich böse geworden und hat gesagt: „Das geht Sie gar nichts an. Ich will's Ihnen aber trotzdem sagen: weil meine Eisbude bloß 1,64 hoch ist. Sie können doch nicht mit dem Kopp durch die Decke, Fräulein!" Der Vortragende begann von ganz vorne. Er sprach zunächst in interessanter Weise über die Entstehung des Wortes „Alpen", über das Wasser und seine lebensspendende und freudenbringende Kraft um bann gleich in lückenloser Folge eine Skitour in das Hochgebirge zu schildern, angefangen beim Hervorholen der Skier bis zum Hervorholen des Paddelbootes. Man sah und hörte von dem Leben auf bei der Abfahrt in das Winterverschneite Dorf, vom Anschnallen Weg durch das Tal, den Bachlauf entlang und dann dem allmählichen Aufstieg in höhere Regionen. Er führte feine Zuhörer im Geiste auf die Märchenwelt des Winters, zeigte in herrlichen Bildern die Kunstwerke, die Rauhreif und Schnee zu zaubern vermögen, führte sie durch den tiefverschneiten Wald höher und höher. C. I. Dr. Fritz W e n d h a u s e n führte Regie. Er hatte eine starke Chance und hat sie auszunutzen verstanden. Er stellte die Fabel in eine große und echte Umgebung; hier ist nichts von verstaubten Kulissen, Soffitten, Versatzstücken und bemaItem Horizont Hier ist Norwegen in der ursprünglichen Eigenart seiner Landschaft, hier sind Berg und ^els und Fjord Himmel, Wolke, Fluß und Wasserfall echte weiträumige, uneingeengte Natur. Hier versanken die starren Grenzen des Theaterspielraumes; die Weltfahrt öffnete mächtige Perspektiven, und die Kamera zauberte ein buntes und bewegtes Panorama der Erde; Afrika wird — für den Beschauer jedenfalls — genau so lebendig wie Norwegen zuvor. Und auch sonst boten sich der Spielführung eine Fülle dankbarer Motive für eine großzügige optische Erfassung der Vorgänge: die Bauernhochzeit, das Taucherabenteuer, die Kupferbörse, das Pferderennen, die Anitra-Episode, der Seesturm Leitsätze und Kernsprüche, die das Ideengebäude der Fabel tragen, — der berühmte Imperativ: Sei du selbst! und die späte Erkenntnis: Hier war mein Kaisertum! — die sind stehen geblieben, und also verschlägt es nicht viel, wenn die einzelnen Stationen von Peers Aufstieg und Weltfahrt nüchtern und zeitgemäß gekennzeichnet und mit Namen genannt werden; daß er nicht nur „Kaiser von Afrika" wird, sondern porher auch em Taucher nach den gesunkenen Schätzen eines Goldschiffes, dann Begründer einer Leitfirma „Peer Gynt Company“ der an allen Plätzen der Erde Geschäfte macht der auf dem Balkan verbotene Waffenlieferungen tätigt, die als Heiligenbilder deklariert sind, der Rennpferde im Derby laufen laßt, und dem viele Frauen durch bTe Hände gehen, bis er arm, alt und schiffbrüchig in die Heimat Zuruckfindet zu der einen der ewigen Braut, die m unerschütterlicher Treue auf ihn gewartet hat. Der Eindruck wird noch verstärkt durch die Gnegsche Musik^ deren berühmteste Motive — Hochzeltsfest und Solveigs Lied, Aases Tod und Anitras Tanz — non Dr. Giuseppe Becce übernommen worden sind. Kurz nach dem Wechsel glichen die Gäste, durch einen Deckungsfehler begünstigt, aus. Von nun nn setzte ein hartes Ringen um die Führung ein. . Hochelheim schickte seine beiden Außenstürmer immer wieder nach vorne, und sie konnten denn auch eine Führung von 7:4 herausarbeiten. Die Einheimischen versuchten zwar mit aller Macht, auch ihrerseits etwas Zählbares zu erringen, sie scheiterten aber immer wieder an der zahlreichen Deckung der Gäste. Noch einmal konnten sie den ausgezeichneten Gästehüter bezwingen. Dann machte sich Hochelheim frei und konnte durch einen unhaltbaren Schuß die alte Differenz wieder Herstellen. Damit ist dem Turnverein Hochelheim der große Wurf gelungen. 2. ftteisflaffe. Aufstiegfpiele. Tv. Dorlar — Tv. Herborn 18:2 (8:1). Man hatte zwar mit einem Siege der Einheimischen gerechnet. Daß dieser aber so klar und eindeutig errungen würde, hatte niemand erwartet. Dorlar war von Beginn an überlegen und schoß seine Tore wie es wollte. Mit dieser Mannschaft wird der Sieger der 2. Kreisklasse sehr wahrscheinlich Dorlar heißen. Tv. Burggemünden — Tv. Garben- heim 6:4 (5:1). Daß es schwer ist, in Burggemünden zu Punkten zu kommen, hat nun zuerst Garbenheim erfahren müssen. Garbenheim, bei Halbzeit noch im Hintertreffen, kam nach der Pause stark auf, zum Ausgleich langte es aber trotzdem nicht mehr. Tv. Katzenfurt--- Mtv. Gießen 5:11 (3:4). Das Spiel trug keinesfalls den Charakter eines Pflichtspiels. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes, so daß der Schiedsrichter ein leichtes Amt hatte. Die Einheimischen konnten zwar zu Beginn den Nicht ohne Neid und nicht ohne den leidenschaftlichen Wunsch, auch einmal in gleicher Umgebung zu fein, wie sie hier der Redner seinen Zuhörern vor Augen stellte, folgte man den Worten und den Bildern. Anhaltender Beifall war verdienter Lohn für die außerordentlich unterhaltsame Stunde, die C. I. Luther bereitet hatte. Nach dem Vortrag fanden sich die Freunde der weißen Berge und der wilden Wasser noch zu kameradschaftlicher Unterhaltung in der Pulvermühle ein. 58. Stiftungsfest der Gießener HudergeseUschaft 1877. Am Samstag feierte die Gießener Rudergesellschaft 1877 ihr 58. Stiftungsfest. Nach der Begrüßung durch den Dereinssührer Herrn E. Niemann fand die Ehrung der Iubilare statt, die 25 Jahre ununterbrochen der GRG. 77 angehörten. Es waren die Herren: Arthur S ch a r m a n n , Fritz Schuchard, Gustav Schmidt, August Schmal! und Willi S p ö r h a s e. Herr Arthur Scharmann wurde wegen besonderer Verdienste um die Gesellschaft vom Vereinsführer mit der goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet. Nachdem der stellvertretende Vereinsführer Herr Levermann ür die Belange der Jugend gesprochen hatte, leitete ein gemeinsames Lied zu Ehren der Iubilare zum gemütlichen Teil über. Kurz vor 24 Uhr gedachte Dr. van Schrick, der inzwischen die Leitung des Abends übernommen hatte, der im Weltkrieg gefallenen Toten der GRG. und der zwei Millionen, die für Deutschlands Ehre und Wiederauferstehung gefallen sind. Nach dem Lied vom guten Kameraden fand mit einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland die Feier einen würdigen Abschluß. ' ± , Am kommenden Samstag wird im Bootshaus der Gießener Ruderqesellschaft ein Filmvortrag unter dem Titel „Sport in Amerika" von dem Sportjournalisten Paul E l s ch n e r, Frankfurt, ge- Durch diesen Wirbel von Bildern, Szenen, Gestalten, Gesichtern geht in einer mächtig ansteigenden, auf ihrem Gipfel zu jähem Absturz sich zuruckbie- genden Kurve das Leben des Abenteurers Peer Gynt. Albers gibt, das ist merkwürdig, m ferner Auffassung und Ausgestaltung der Rolle für unser Empfinden gerade das am mindesten, was er m ' , • > ii HnrnhriiiTllfn nd: Ganz allmählich fetzt jetzt wieder der Freundschaftsspielbetrieb ein, und am gestrigen Sonntag sand bereits eine ganze Anzahl Treffen neben den immer noch nicht beendeten Spielen der Gauklasse statt. In der Bezirks- bzw. Kreisklasse steigen die Aufstiegspiele, mit deren Beendigung die Runde 1934/35 erledigt ist. In der Gauklasse wurden die beiden Spiele Tv. Wetzlar — Tura Kassel und CT. Kassel — SpV. 1900 Gießen abgeblasen. Das einzige Spiel kam zwischen Tuspo 86/09 Kassel und Tuspo Bettenhausen zustande und endete mit einem hohen 10:5: (7:1-)Sieg der Platzbesitzer. Bezirkskiaffe. Tv. K e s s e l st a d t — Tv. Pohl-Göns 13:11 (4:3). Hier standen sich zwei wirkliche Meistermannschaften gegenüber, die ein begeisterndes Spiel zeigten. Ein rassiger Kampf sah den Glücklicheren Um ihn herum eine gewählte und qualitätsvolle Besetzung. Ausgezeichnete, altbewährte Schauspieler in nicht einmal besonders umfänglichen Rollen: Lucie Höflich gibt der Aase ihre große, warme Mütterlichkeit und einen herben und derben Humor, der dieser zähen skandinavischen Bäuerin nicht übel zu Gesicht steht. Kayßlers starke Persönlichkeit, seine kluge und überlegene Menschengestaltung formen die Züge eines bei Ibsen nicht vorkommenden amerikanischen Schwerindustriellen. Sehr gut Otto Wernicke in der konsequent geführten Rolle des rücksichtslosen und brutalen Geschäftemachers Parker Geschickt und kontrastreich abgestuft die Reihe der Frauen von der stillen, zarten, hingegebenen Solveig der Marieluise Claudius bis zu der schmalhüftigen, dunklen und großäugigen Exotin Zehra Achmed, die die Anitra tanzt. Die Tschechowa gibt mit eleganter Selbstverständlichkeit die schillernde, sirenenhafte Erscheinung der Baronin v. d Brugge, Lizzi W a l d m ü l l e r das pikante Figürchen der Tatjana, Ellen Frank die Ibsensche'Ingrid, die den Mädchenreigen um Peer Gynt bei den Klängen des Hochzeitstanzes eröffnet. Der Film, eine Produktion der Bayerischen FilmGmbH., erschien gestern zum ersten Male in Gießen und fand ein zahlreiches, offenbar lebhaft interessiertes Publikum. Ob Albers ober Peer Gynt die eigentliche Anziehungskraft bildete, vermögen wir natürlich nicht zu entscheiden. —r— Was ist also geschehen, welche Verwandlungen hat die Kamera vorgenommen? Sie find, um es gleich zu sagen, nicht sehr wesentlich und tiefgreifend: Auftakt und Ende stimmen hier und dort nahezu vollkommen überein; was zwischen diesen beiden Polen liegt, — das ist gewiß nicht wenig; es wurde ein großer, breit ausladender, viel Zeit beanspruchender Film daraus — kann etwa am ehesten als eine Modernisierung der ursprünglichen Fabel angesprochen werden. Man hat die abenteuerliche Weltfahrt Peer Gynts auf eine Formel gebracht, die uns näher liegt, auf einen Nenner, Der dem Besucher eines modernen Spielfilmes ohne welkeres geläufig fein und einleuchten muß. Man hat den romantischen Naturspuk aus des Dichters skandinavischer Heimat über Bord geworfen, die „Grüngekleidete" und den Dovrealten, die Trolle, Hexen und Erdgeister, den Knopfgießer und die „magere Person" beifeiteaetan. Aber die beiden dem; vielmehr zeigte sich auf der Leinwand allein der Träger der Hauptrolle, Hans Albers, aber in Zivil, und sagte, verbindlich und in zwanglosem Plauderton, einige Worte über das Stück, d. h. über die Zentralfigur, die er hier zu spielen hat. Er schilderte Peer Gynt als den Träumer, Phantasten und sogar als den lustigen Lügner, wie wir ihn von Ibsen her kennen. Nun also, nichts Neues. So sehen wir ihn, und so ist er im Grunde auch im Film geblieben. Was Albers daraus gemacht hat, davon soll noch die Rede fein. In feiner kleinen Ansprache erinnerte er auch daran, daß Peers Lügen und Phantastereien einmal in seinem ganzen abenteuerlichen Leben einen rechten Segen und reines Glück bringen: das ist die berühmte Szene von Aases Tod, die in ihrem alten, zerlumpten Bett als in einem heiter klingelnden Schlitten vorn geliebten Sohn schmerzlos in die Gefilde der Seligen und ein phantastisch herauffabuliertes Traumschloß geführt wird. Hier haben wir eine Szene, wo Film und Schauspiel völlig überemfttmmen und sich decken. Aber freilich: es ljanielte sich ja nicht um eine einfache Verfilmung der norwegischen Dichtung, sondern um eine, Neugestaltung „nach Motiven aus Ibsens Drama" halten. TV. Herrnsheim an Ostern in Gießen. Die Handballabteilung des DfB.-Reichsbahn hat sich für den 1. Ofterfeiertag den Altmeister der DT., den TSV. Herrnsheim, eingelaben. Herrnsheim steht in dem Gau Südweft an dritter Stelle. Die Turner befinden sich wieder sehr gut in Form, konnten sie doch in ihrem letzten Spiel den Deutschen Meister Polizei Darmstadt 6:3 schlagen. Deutsche Handbaümeisterschast "1935 ohne Titelverteidiger. Das wichtigste Ereignis des süddeutschen Handballsonntags war die Entscheidung im Gau Sudwest. Der deutsche Meister, Polizei Darmstadt, verspielte seine letzte Aussicht, noch Gaumeister zu werden und an den Endspielen 1935 teilzunehmen durch eine nicht ganz unerwartete Niederlage in Herrnsheim, während der SV. 98 Darmstadt durch einen Heimsieg über Tgf. Offenbach feinen Vorsprung auf vier Punkte erweiterte und damit Gaumeister wurde. Reichs-Olympiaprüfungsschwimmen in Düsseldorf. Lin IBclfretorb, zwei Luroparekorde und zwei deutsche Rekorde. Das Zusammentreffen der gesamten deutschen Schwimmsport-Elite bei den Reichs-Olympia-Pru- sungswettkämpfen in Düsseldorf wurde zu einem sportlichen Ereignis von größter Bedeutung. Die Begeisterung der Zuschauer kannte keine Grenzen, als in den beiden Tagen ein Weltrekord, zwei Europarekorde und zwei deutsche Rekorde aufgestellt wurden. Den Weltrekord schwamm Europameister Erwin Sietas (Hamburg) über 200 Meter Brust Ernst Sietas. belegte hier Frl. Wollschläger (Duisburg) den zweiten Platz. Der Sonntag brachte einen zweiten Europarekord durch den Bremer Fischer über 100 Meter Kraul. Fischer schob sich bei 50 Meter an den führenden Magdeburger Schwartz heran, zog dann unwiderstehlich davon und schlug mit einem Meter Vorsprung in 58,2 Sek. an. Des Ungarn Dr. Barany alter Rekord stand auf 58,4. Auch die Von weißen Bergen und wilden Waffern. L. 3. Luther erzählt... Die Paddlergilde Gießen hatte für den Samstagabend den bekannten Sportschriftsteller, den eifrigen Skiläufer und Wasserwanderer C. I. Luther aus München zu einem Vortragsabend eingeladen Leider war der Kreis der Zuhörer nicht so groß, wie es der Vortrag verdient hätte. Die anwesenden Zuhörer aber waren Sportler, die den Ausführungen des Redners in jeder Hinsicht zu folgen bereit und imstande waren. C. I. Luther erzählte in überaus rascher und flüssiger Rede, in einer fast dichterisch zu nennenden bilderreichen und gleichzeitig sehr humorvollen Sprache zunächst vom Skilauf. In engster und idealster Verbindung mit dem gesprochenen Worte zeigte er aber auch gleich eine Reihe feiner zum großen Teil künstlerischen Lichtbilder, in denen das Erlebnis des Wintersportes fast ebenso nachdrücklich seinen Niederschlag fand, wie im gesprochenen Worte. Spiel um die Kreismeisterschaft der 1. Kreisklasse. Tv. Heuchelheim — Tv. Hochelheim 5:8 (4:3). Auch im Rückspiel mußte Heuchelheim eine Niederlage hinnehmen. Leicht wurde jedoch den Gästen der Sieg nicht gemacht. Mit dem Wind spielend eröffnete Heuchelheim in der dritten Minute den Torreigen. Die Verteidigung der Gaste verschuldete mehrere Strafwürfe, von denen zwei verwertet werden konnten, so daß also Heuchelheim bereits klar mit 3:0 führte. Der Gäftefturm, der zuviel Einzelspiel pflegte, konnte sich vorerst noch nicht durchsetzen. Erst gegen Schluß der ersten Halbzeit wurde es wesentlich anders. Strafwurfe und ein 13-Meter-Ball für die Gäste ergaben nachdem auch die Platzmannschaft nochmals erfolgreich sein konnte, den Halbzeitstand von 4:3 für Heuchelheim._________ ■ tonte? Peer, den Träumer, den Lügner, den Phantasten. Das spielt alles zu Anfang auch nut, aber der dominierende Eindruck ist zunächst: Naturbursche. Urwüchsiges unbekümmertes Temperament, jugenö-- licher, gutmütig-prahlhansischer Kraftmensch, der seine alte Mutter aufs Hüttendach setzt, der halsbrecherische Wagenfahrten macht, himmelhohe Bäume umhackt, mächtige Floße steuert und in einer gediegenen Hochzeitskeilerei Sieger bleibt. Der „Sieger , der Draufgänger, als den wir ihn aus früheren Rollen kennen, kommt dann später immer mehr zum Durchbruch; Albers ist als Schauspieler durchaus Aktivist. Seine Vitalität gibt sich ganz an die Rolle hin und findet viele Möglichkeiten überzeugender Entfaltung. Wie weit er damit dem Charakter des Ibsenschen Helden entspricht oder nahe kommt, ist Auffassungssache. Jedenfalls ist er hier m allen Dingen mehr Abenteurer als Träumer, mehr Gewaltmensch und Selfmademan als Phantast. Die Licbesfzenen und die lyrischen Passagen liegen fei» ■ nem Wesen am allerwenigsten. ungestümen Angriffen der Gäste standhalten, mit ihrer Ausdauer war es aber nach der Pause vorbei. Freundschaftsspiele. Tv. Allendorf (Lahn) I — Münchholzhausen II 4:10 (0:6). Die Einheimischen sind bedeutend besser geworden und ihr Spiel war in bezug auf Zusammenarbeit der einzelnen Spieler zweckmäßiger als das der Sieger. Tv. Hörnsheim — Tv. Groß-Rechtenbach I 11:5 (4:3). Groß-Rechtenbach hatte einen schlechten Tag. Während die erste Hälfte ausgeglichen war, gehörte die zweite Hälfte den Platzbesitzern. Sie warfen ihre Tore in regelmäßigen Abständen und konnten einen zahlenmäßig etwas zu hoch ausgefallenen Sieg landen. Auch die zweite Mannschaft,'die seit langer Zeit wieder zum erstenmal spielte, konnte ihren Gegner sicher niederringen, 9:2 (5:0). Tv. Launsbach — Tv. Dutenhofen 6:5 (2:4). Die Launsbacher sind auf heimischem Gelände schwer zu schlagen. Trotzdem ist der Aus- gang des Treffens ein Erfolg für Dutenhofen und ein Zeichen dafür, wie richtig intensives Training ist. To. Lützellinden — Tv. Wohnbach 11:5 (5:4). Die Gäste spielten sehr hart. Bei ausgeglichener ersten Halbzeit übernahm Lützellinden nach der Pause die Führung. Der Gegner wurde in seine Hälfte eingeschnürt und nur die zahlreiche Verteidigung konnte eine höhere Niederlage verhindern. Lützellinden war besonders in der zweiten Halbzeit den Gästen haushoch überlegen. Tv. Lützellinden II — Tv. Wohnbach II 10:9 (6:4). Die beiderseitigen Mannschaften waren sich ziemlich ebenbürtig. Allerdings spielten die Einheimischen mit nur 10 Mann, so daß also der Sieg doch verdient war. Tv. Treis — Tv. Lollar 6:12. Die beiden Mannschaften lieferten sich ein schnelles und sehr schönes Spiel, das die Gäste verdient gewonnen haben. Treis ist im Kommen und dürfte bald einen starken Gegner abgeben. Tnspo Butzbach I — Münchholzhausen I 10:15 (5:7). Die Gäste konnten, trotzdem sie Ersatz in ihren Reihen hatten, das Spiel sicher für sich entscheiden. Die Platzbesitzer ergingen sich zuviel in Einzelaktionen, während Münchholzhausen durch gutes Stürmerspiel gefallen konnte. Die beiderseitigen Jugendmannschaften trennten sich ebenfalls mit einem Siege der Gäste 11:9 (6:3). To. Dornholzhausen — Tv. Kirchgöns 6:3 (2:2). Das am vergangenen Sonntag nicht zum Austrag gekommene Spiel der beiderseitigen ersten Mannschaften wurde gestern nachgeholt. Der einwandfreie Sieg bedeutet für die Einheimischen einen großen Erfolg, zumal die Gäste in der Bezirksklasse zu den besten Mannschaften gehören. To. Dornholzhausen Jgd. — To. Ebersgöns Jgd. 8:4 (4:1). Die Platzbesitzer, die über die größere Spielerfahrung verfügen, haben verdient gewonnen. Sportverein 1933 Vetzberg. Vetzberg I — Tv. Kinzenbach I 2:1 (0:0). Die 1. Fußballmannschaft des Turnvereins Kinzenbach weilte am Sonntag zum fälligen Verbandsspiel in Vetzberg zu Gast. Beide Mannschaften, Vetzberg wie Kinzenbach, traten mit Ersatz an. Für die Gäste ergab sich dadurch eine Umstellung. Die Mannschaft verstand sich schlecht. Das Zuspiel war ungenau. Vetzberg bot eine gute Gesamtleistung, und die Elf war mit großem Eifer bei der Sache, so daß sie den Sieg vollauf verdiente. Man sah von Anfang an ein schnelles Spiel, aber trotz guter Kombination aus beiden Seiten blieben die Erfolge vorerst aus. Die erste Halbzeit verlief torlos. In der zweiten Hälfte des Spieles vermochte zunächst der Rechtsaußen der Gäste erfolgreich zu sein. Nach kurzer Zeit konnte jedoch der Halbrechte der Platzbesitzer den Ausgleich erzielen. Das Spiel gewann nun zusehends an Spannung, aber erst zehn Minuten vor Schluß fiel die Entscheidung. Der Linksaußen der Gastgeber konnte mit einem Bombenschuß den Siegestreffer erzielen. Die Anstrengungen der Gäste, wenigstens den Ausgleich zu erzielen, blieben vergeblich. Schiedsrichter Bender leitete sehr gut. FußbaU im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I — Leihgestern I 3:3. Das, was man nicht erwartete, ist zur Tatsache geworden: der Neuling Großen-Linden erfocht gegen die in stärkster Aufstellung angetretenen Leute der Spielvereinigung 1926 Leihgestern ein Unentschieden. Sofort nach dem Anstoß entwickelte sich ein span- dender Kampf. Beide Mannschaften gingen sehr aus sich heraus. Die Gäste konnten zuerst in Führung gehen. Funk führte mit einem Prachtschuß für seine Farben das erste Tor für Leihgestern. Wenige Minuten später erhöhte derselbe Spieler auf 2:0. Man rechnete nun schon mit einer eindeutigen Niederlage der Großen-Lindener. Es kam aber anders. Die Platzbesitzer rafften sich auf und lieferten dem Gegner eine mehr und mehr gleichwertige Partie. Eine hohe Vorlage des Großen-Lindener Mittelläufers konnte vom Mittelstürmer gut ausgenommen und mit dem Kopf zum Tor eingelenkt werden. Durch einen Elfmeter konnten die Gäste aber die alte Tordifferenz wieder Herstellen. Die Großen-Lindener gaben sich aber nicht geschlagen, spielten sogar in der Folge zeitweise überlegen und drückten dies in zwei Torerfolgen aus. Wenn die Turner von Großen- Linden in dieser Weise weiterspielen, wird es noch manche Ueberraschung geben. Der Schiedsrichter amtierte sehr gut. Großen-Linden II — Lang-Göns I 5:3. Die 2. Mannschaft von Großen-Linden konnte in ihrem ersten Spiel einen Sieg buchen. Kurze Sportnoüzen. Nur 12 Wagen werden im Großen Auto- Preis von Frankreich auf der Bahn von Linas— MontllMy an den Start gehen. Sie verteilen sich wie folgt: drei Mercedes-Benz, drei Auto-Union, zwei Alfa Romeo, zwei Maserati, ein Bugatti und ein „Sefac". * Abgesagt wurde der Große Automobil-Preis von Luxemburg, der in diesem Jahre zum ersten Male zum Austrag gelangen sollte. * Europameister im Eissegeln der 15- gm-Klasse wurde der Deutsche G. Tepper-Ogonken, der auf dem Stinsee bei Riga mit seinem „Silber- streifen" in seiner Klasse den Sieg errang. * Eine neue Fußball-Niederlage erlitt die Schweiz beim Länderkampf gegen die Tschechoslowakei in Prag. Die Schweizer wurden mit 1:3 (0:2) geschlagen. Elsaß konnte der schweizerischen ö-Mannschaft eine hohe 1:6-Niederlage beibringen. Wirtschaft. Regelung der Holzpreise. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Durch die amtliche Veröffentlichuna vom 8./10. Oktober v. I. wurden Richtlinien für die Rundholzprcis- bildung bekanntgegeben und zugleich angedeutet, daß die Holzpreisgestaltung in Zukunft nicht mehr dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage überlassen wird. Diese Richtlinien erfaßten noch nicht Qualitätsholz, so daß vielfach für dieses überhöhte Preise gefordert wurden. Durch nachstehende Verordnung zur Regelung des Preises für Kiefern- schnittholz vom 13. Februar 1935 hat der Reichskommissar für Preisüberwachung eine Preisbegrenzung festgesetzt: „Bei der Preisstellung für cknbesäumte ostdeutsche Kiefernstammware, unsortiert mit 60 v. H. oder mehr 1. Klasse, Rest 2. Klasse, 5 bis 8 Meter lang, Schnittstärken von 24 bis 80 Millimeter, normale DB. und DL., darf der nachweislich am 1. Januar 1935 erzielte Preis im Waggonverfand oder für Mengen über 20 Kubikmeter nicht überschritten werden. War dieser Preis höher als 105 Mark je Kubikmeter Würfelmaß ab Versandstation östlich der Elbe, so ist die künftige Preisstellung auf diese Grundlage zurückzuführen. Die Preisbemessung sämtlicher anderen Güteklassen, Abmessungen und Herkünfte (z. B. aus Süddeutjch- land) ist nur in entsprechendem und verkehrsüblichem Verhältnis zu vorstehender Anordnung zulässig." Der Reichsnährstand weist alle in Frage kommenden Verkäufer von Rundholz ausdrücklich auf diese Anordnung hin und gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Verkäufer von Rundholz von ihren Abnehmern keine Preise fordern, die für diese im Hinblick auf den gebundenen Schnittholzpreis untragbar sind. * Der Schiffsverkehr auf der Lahn. Nach der Statistik hat der Schiffsverkehr auf der Lahn im Monat Februar einen starken Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt wurden nur 3229 Tonnen verfrachtet. Zu Berg wurden 586 und zu Tal 2643 Tonnen verschifft. Im Berichtsmonat hatte die Lahnschiffahrt außergewöhnlich stark unter den verschiedenen Hochwasserwellen zu leiden. Vom 11. bis 27. Februar mußte der gesamte Schiffsverkehr eingestellt werden. * Ilse Bergbau A G. — wieder 6 v. H. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der Hauptversammlung am 13. April die Verteilung einer Dividende von wieder 6 v. H. auf die im Umlauf befindlichen Stammaktien und Genußscheine vorzuschlagen. Mein-Mainische Mittagsbörse. Fest. Frankfurt a. M., 18. März. Die überraschende Entscheidung der Reichsregierung über die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurde von der Börse günstig ausgenommen. Man erwartet auch vom Auslande allmählich eine sachlichere Auffassung über diesen Schritt. Die Tendenz war im Anschluß an das Wochenende weiter fest. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung allgemein nach oben gerichtet, nur wenige Werte lagen etwas schwächer. Größeres Geschäft vermochte sich indes nicht zu entfalten, da sich die Privatkundschaft weniger am Geschäft beteiligte als die Börse selbst. Die Kulisse wird weiterhin von günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft beeinflußt, viel beachtet wurde vor allem auch der zweite Konversionserfolg. Im Durchschnitt traten am Aktienmarkt Erhöhungen von 1 v. H. ein. Darüber hinaus lagen einige Spezialwerte etwas lebhafter und bis zu 3 v. H. gesteigert. Zunächst waren Daimler-Motoren mit 98,25 (96) gesucht, auch Adlerwerke Kleyer erhöhten sich um 1 o. H. auf 88. Ferner traten Zellstoff Waldhof mit 115,50 bis 115,75 (114,50) und Aschaffenburg mit 82 (81) mehr hervor. Kräftig erhöht waren außerdem Linoleumwerte, Deutsche Linoleum 154 (152,40), Cdnti - Linoleum Zürich 155,50 (153,75). Den stärksten Gewinn verzeichneten Gebr. Junghans mit 86,25 (83). Am Montanmarkt hatten Stahlverein mit 79,40 (78,13) lebhafteres Geschäft, Mannesmann gewannen 1 v. H. und Rheinstahl 0,25 v. H., während Harpener 0,25 v. H. nachgaben. Fest lagen auch Elektro-Aktien, besonders Siemens mit 142,50 (140) und Gesfürel mit 118,25 (117), ferner zogen AEG. bei etwas stärkeren Umsätzen auf 35,50 (35,25) und Licht und Kraft auf 121 (120,65) an. IG. Farben erhöhten sich auf 143,75 (143,25), Deutsche Erdöl auf 101,40 (100,50) und Metallgesellschaft auf 91,75 (91). Höher gesucht waren noch Eßlingen-Maschinen mit etwa 71 (69) und Mainkraftwerke mit 93 (92). Zement Heidelberg mit 120, Moenus - Maschinen mit 86, Hanfwerke Füssen mit 79,50 und Feinmechanik Setter mit 76 lagen gut behauptet. Schwächer waren andererseits AG. für Verkehr (— 1,75 v. H.) und Bemberg (—1,75 v. H.), auch Reichsbank gaben 0,25 v. H., Schiffahrtswerte bis 0,25 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. nach. Am Rentenmarkt war das Geschäft recht still. Altbesitz kamen mit 112,25 (112,90) überraschend etwas niedriger zur Notiz, nachdem vorbörslich ein Kurs von 113 genannt worden war. Zinsvergütungsscheine blieben mit 90,90 und Kommunal- Umschuldung sowie Stahlverein-RM.-Obligationen gut behauptet, späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 98,25 (98) und Wiederaufbauzuschläge mit 70,75 (70,50) etwas fester. Im Verlaufe war die Kursgestaltung uneinheitlich und das Geschäft war wenig lebhaft. Etwas fester waren noch Stahlverein mit 80 nach 79,40, Gesfürel mit 119 mach 118,25, Metallgesellichaft mit 92 nach 91,75, Marisfelder mit 93,75 nach 93,25. Schwächer lagen Zement Heidelberg mit 118,50 nach 120, Daimler mit 97,25 nach 98,25, Conti-Linoleum mit 154 nach 155,50, IG. Farben mit 143,50 nach 143,75, ferner gaben Mannesmann 0,40 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. nach. Deutsch- Atlanten-Telegraf kamen nach Briefstreichung mit 117 (zuletzt 124, Taxe am Samstag 118) zur Notiz. Am Rentenmarkt waren Altbesitz 0,13 v. H. erholt, während späte Schuldbücher, Kommunal-Um- schuldung und Zinsvergütungsscheine bis 0,13 v. H. nachgaben. Pfandbriefe waren weiter gefragt und höher, besonders Kommunal-Obligationen mit plus 0,50 v. H. Auch Stadtanleihen zogen bis 0,25 v. H. an. Freundlich lagen ferner Staatsanleihen. Fremde Werte waren ruhig. — Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert. Abendbörfe behauptet. An den Abendbörse vermochte sich angesichts des geringen Ordereinganges kein besonderes Geschäft zu entwickeln, zumal auch die Kulisse nur wenig Unternehmungslust zeigte. Bei fester Grundhaltung blieben die Kurse auf Der zum Teil leicht ermäßigten Mittagsschlußbasis gut behauptet. Am Montanmarkt waren Stahlverein zu 79,90 (79,75) lebhafter gefragt, daneben konnten sich Mansfelder auf 95 (94,75) befestigen. Etwas höher lagen auch IG. Farben mit 143 (142,75), ferner erhielt sich für Scheideanstalt zu 20/ 50 (Nachbörfe 208 Geld) etwas Interesse. Elektroaktien lagen ziemlich unverändert, nur AEG. gingen auf 35,50 bis 35,25 (35,75) zurück. Don Zellstoffaktien gaben Waldhof leicht nach auf 115 (115,25), auch Daimler Motoren bröckelten auf 96,25 (96,75) ab. Der Kassamarkt lag still und ohne Besonderheiten. Von Bankaktien notierten Commerzbank mit 82,50 und Adca. mit 77 je 0,25 v. H. leichter. Am Rentenmarkt herrschte bei unveränderten Kursen fast völlige Geschäftsruhe. Nur Kommunal- Umschuldung und Zinsvergütungsscheine wiesen kleinen Umsatz auf. Von Stadtanleihen zogen Mainzer von 1928 auf 93 (92,90) an. Schutzgebiete bröckelten weiter leicht ab auf 10,75 (10,80). U. a. notierten: Altbesitz 112,25, 6 v. H. Stahlverein 99, Adca. 77, Bank für Brauindustrie 112, Commerzbank 82,50, DD.-Bank 84, Dresdner Bank 84, Rhein. Hyp. Ba,nk 130, Harpener 101, Mannesmann 79, Mansfelder 95, Rheinstahl 98, Laura- Hütte 22, Stahlverein 79,90, AKU. 52,50, AEG, 35,50 bis 35,25, Bekula 141, Bemberg 116,25, Daimler 96,25, Scheideanstalt 207,50, Deutsche Linoleum 153,50, Licht und Kraft 120,25, IG. Far- ben 143, Gesfürel 119,50, Hanfwerke Fussen 79, Holzmann 89, Junghans 87,25, Schuckert 101,25, Siemens 141,50, Westdeutsche Kaufhof 38, Zellstoff Waldhof 115, Südd. Zucker 169, Reichsbahn- Vorzugsaktien 120. Frankfurter Schlacktviehmarkt Frankfurt a. M., 18. März. Auftrieb: Großvieh 1157 (gegen 1124 am letzten Montagsmarkt, Dem 11. März), darunter 319 Ochsen, 103 Bullen, 451 Kühe und 284 Färsen. Zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: 5 Ochsen, 2 Duucn, u Kühe. Kälber 786 (551), Schafe 30 (75), Schweine 3845 (3818). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 39 bis 40 (am 11. März 39 bis 40), b) 35 bis 38 (35 bis 38), c) 31 bis 34 (31 bis 34), d) 27 bis 30 (28 bis 30). Bullen a) 37 bis 38 (38 bis 39), b) 34 bis 36 (34 bis 37), c) 30 bis 33 (30 bis 33), d) 28 bis 29 (—). Kühe a) 35 bis 37 (34 bis 35), b) 29 bis 34 (28 bis 33), c) 23 bis 28 (23 bis 28), d) 15 bis 22 (15 bis 22); Färsen a) 39 bis 40 (40), b) 35 bis 38 (36 bis 39), c) 30 bis 34( (31 bis 33), d) 24 bis 29 (26 bis 30). Kälber a) 47 bis 50 (53 bis 55), b) 39 bis 46 (46 bis 52), c) 31 bis 38 (38 bis 45), d) 23 bis 30 (28 bis 37). Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 37 bis 38 (37 bis 38); Schafe nicht notiert (—). Schweine al) 50 bis 52 (49 bis 52), a2) 50 bis 52 (49 bis 52), b) 49 bis 52 (48 bis 52), c) 47 bis 52 (47 bis 52), d) 45 bis 50 (44 bis 50), e) 40 bis 45, gl) 45 bis 47 (45 bis 48), g2) 40 bis 44 (40 bis 44). Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, nahezu ausverkauft (Ueberstand: 26 Ochsen, 1 Kuh, 11 Färsen). Kälber ruhig, ausverkauft. Hammel und Schafe ruhig, Ueberstand (8). Schweine mittelmäßig, geringer Ueberstand (40). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. März. Der Getreide- großmarkt lag- weiter sehr still. Brotgetreide war ausreichend angeboten, fand bei den Mühlen aber nach wie vor nur wenig Aufnahme. Futtergetreide mar für die Nachfrage kaum angeboten, ferner blieb das Angebot in Kleie und sonstigen Mühlennachprodukten sowie für ölhaltige Futtermittel ungenügend. Das Mehlgeschäft blieb schleppend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 208, WXIII 212, WXVI 216; Roggen RIX 168, RXIII 172, R XV 176, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 170, G XI 173, G XII 175; Hafer H XIII 168, H XIV 170, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200; Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05; Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W XIII 10,82, W XVI 11,02; Roggenkleie R XIII 10,08, R XV 10,32, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13; Palmkuchen m. M. 13,30; Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab süddeutsche Fabrikstation. Trockenschnitzel 9,50; Heu 10,50; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 5 bis 5,40. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,95, gelbfleischige hiesiger Gegend 2,80 bis 2,90 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: leicht gebessert. Schweinemarki in Alsfeld. * Alsfeld, 18. März. Der heutige Schweine, mar F t mar mit 427 Ferkeln zum Verkauf beschickt.^ Nach schleppendem Handel verblieb ein erheblicher Ueberstand. Man bezahlte für sechs bis acht Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 25 bis 30 Mark. Rundfunkproaramm Mittwoch, 20. März. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Nur Kassel: Werbekonzert. 9.15: Nur Kassel: Das Affendenkmal in Windhausen. Eine kuriose Geschichte um Baron von Schliefen und seine „Afrikaner". 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Unterhaltungskonzert des Symphonieorchesters Pforzheim. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 14.55: Wetterbericht der Reichswetterdienststellen Frankfurt und Aachen. 15: Nachrichten. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugend packt an! Der dritte Tag des Reichsberufswettkampfes. Funkbericht. 18.15: Aus Zeit und Leben. 18.45: Das Leben spricht! 19: Tanz der Instrumente. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Das neue Marschpotpourri des Reichssenders Frankfurt. 21.30: Lieder aus der italienischen Schweiz. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. ■Öemn Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Gchluß- kurs Schlup«. Mittag- börse Datum 16 3 18 3 163 18 3 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99,8 100,3 99,9 100 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,25 96,25 96,25 96,25 B’/z/o Doung-Anleihe von 1930 .. 102 102,65 102,75 102 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechien ............. 112,9 112,25 112,9 112,4 4l/i% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% efcm.8% Hess. Volksstaat 1929 99,6 99,8 99,8 99,7 (rückzahlb. 102%)............ 97,75 97,75 97,7 — - 4Vi% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,75 96,75 - - __ 5%% ehem. Hess. Landcs-Hypo- thekenbank Darmstadt Staut ... 100 99,9 — __ 4/2% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 95,5 93,9 — _ Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. — —— _ — Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,65 113,5 113,5 113,75 4*/x% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1985 97 97 — _ 5’4% ehem. 4*/2% Franks. Hyp.- Bank-Llqu.-Pfandbriefe....... 100 100 _ 5y2% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bans-Liqu.-Goldpfe..... 100,25 100,13 100,4 100,25 471% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97,5 97 97,5 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. £61.VI 97 97,5 97 97,5 Steuergutsch.VerrechnungSk. 35-89 105,9 1 105,9 105,9 105,9 4% Oesterreichische Goldrente.... 28 28 28 — 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,2 1,2 1,2 1,2 4% Ungarische Goldrente....... 7,8 7,65 7,9 7.7 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 7,25 7,2 ■— — 4*4% bessgL von 1913.......... 7,13 7,25 7,25 7,35 5% abgest. Goldmerikaner von 99 10,25 10,25 10,25 10,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 8,25 Serie I..................... 8,25 — — Frankfurt a. M Serlin Schluß- kurs Schlupt. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 16 3 18 3 16 3 18-3 4% vesal. Kerie 11 ............ 8,25 8,25 8,7 —— 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 43 4,25 4,4 4,4 4*/,%Rumän.veretnh.Rentev.i9i3 6,75 6,75 — 6,55 4% Rumänische vereinh. Rente 3,9 3,9 4 4,05 2 %% Anatolier ............ 35,75 35,5 35,75 Hamburg-Amerika-Paket .... . 0 31,25 31,13 31,25 31,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — — 27,25 Norddeutscher Lloyd ........ . 0 34,25 34,13 34 33,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . 0 84 81,5 83,5 81 Berliner Handelsgesellschaft .. . 5 109,5 109,5 109 109,5 Commerz, und Privat-Bank .. . 0 83,75 82,5 83,75 82,75 Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft............... . 0 84,75 84 84,75 84 Dresdner Bank............. . 0 84,75 84 84,75 84 Reichsbank ................ 12 160-5 160 161 159,5 A.E.G..................... . 0 35,25 35,5 35,4 35,75 Bekula.................... 10 141,5 141 141,65 141 Elektr. LieferungsgeseUschaft.. . 6 109,5 110,75 110,65 110,25 Licht und Kraft ........... 6 7i 120,65 120,25 120,75 120,5 Felten L Guilleaume........ . 0 — 88,9 89,13 88,5 Gesettsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 117 119,5 117,75 119,25 Rheinische Elektrizität ....... . 5 113,75 —— 113,5 113,25 Rhein. Wests. Elektr......... . 6 _ _ ■ > Schuckert L Co.............. . 4 101,13 101,25 101,75 101,75 Siemens & Halske........... . 7 140 141,5 142,5 142 Lahmeyer LCo............. . 7 121 122 122,5 122 Buderus .................. . 0 91,9 92,75 92,25 92,9 Deutsche Erdöl........... 100,5 töi ,4 101,5 102 Gelsenkirchener............. . 0 Harpener................. o 102 101 102 101,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuesse« . 0 88,25 89,4 Ilse Bergbau ............. . 6 149,75 — 150 150 Ilse Bergbau Genüsse .... . 6 124,13 124,75 124 Klöcknerwerke ............. 271 86,5 87,5 86,9 87 Mannesmann-Röhren...... . o 79 79 78,5 79 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittagbörse Oatum 16.3 18-3 16 3 18 3 Mansfelder Bergbau .. ......8 93,25 95 94 94,75 Kokswerle ........... .......5 — —— 105,75 106 Phönix Bergbau...... .......O _ — Rheinische Braunkohlen .....12 211,5 212 212,5 212 Rheinstahl........... .....371 98,5 98 98 98,5 Bereinigte Stahlwerke. .......O 78,13 79,9 78,13 79,75 Otavt Minen ........ .......O 12,25 12,13 12,25 12,13 Kaliwerke Aschersleben. .......5 111,25 111 112 Kaliwerke Westeregeln . .......5 112 110,5 112,5 111,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....ly« 145 144 I. G. Farben-Jndustrie....... 7! 143,25 143 143,13 142,75 Scheideanstalt............... 9 207 207,5 — Goldschmidt ................ O 97,4 97 97,4 97 Rütgerswerke ............... 4 107,5 107,5 108,25 108 Metallgesellschast............. 4 91 92 91,5 92,25 Philipp Holzmann........... O 88,5 89 89 89,4 Zementwerk Heidelberg ...... Cementwerk Karlstadt......... 5 4 120 11M = — Schultheis Patzenhofer ....... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 4 _ — 104,5 104,5 O 53,4 52,5 53,25 52,65 Bemberg................... O 117,75 116,25 117,25 116,25 Zellstoff Waldhof ............ Zellstoff Aschaffenburg ....... O 114,5 115 114,75 115,25 O 81 82 80,5 81 Dessauer Gas ............... 7 — — 124,5 123,75 Daimler Motoren............ O 96 96,25 96,25 96,5 Deutsche Linoleum........... 6 152,4 153,5 153 153,25 Orenstetn & Koppel .......... O — — 85 86,75 Westdeutsche Kaufhof......... O 39,25 • 38 38,9 38 Chade...................... O 213 209 214 208 Accumulatoren-Fabrtk....... 12 159 Conti-Gummt............... 8 155,75 157,5 157 157,75 Gritzner....................O| 35,65 I 35,5 Matntraftwerke Höchst a-M...» 4 — — Süddeutscher Zucker.........91 169 | 169 36,65 I 169 I 35,13 Devisenmarkt Berlin — 1 krankfurt a. M. 16. März 18.März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Srief Geld Brief Buenos Aire 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 58,17 58,29 58,17 58.29 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,21 53,31 52,72 52,82 Danzig .... 81,16 81,32 81,16 81,32 London.... 1,915 11,945 11,805 11,835 HelstngforS. Paris ..... 5,265 16,43 5,275 16,47 5,215 16,43 5,225 16,47 Holland ... 168,27 168,61 168,23 168,57 Italien..... 20,85 20,89 20,85 20,89 Japan ..... 0,699 0,701 0,4694 0,7696 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 £4(o..... 59,89 60,01 59,33 59,45 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 10,81 10,83 10,72 10.74 Stockholm.. 61,44 61,56 60,87 60,99 Schweiz ... 80,72 80,88 80,72 80,38 Spanien... 33,95 34,01 33,99 34,05 Prag...... 10,38 10,40 10,38 10,40 Budapest .. —- -— — Neuyork... 2,487 2,491 2,486 2,490 Banknoten. 8er1in,lk.Mü'rz Geld 25 rief Amerikanische Noten...... 2,438 2,458 Belgische Noten. 57,93 58,17 Dänische Noten Englische Noten 52,51 52,73 11,77 11,81 Französische Noten....... 16,42 16,48 Holländische Noten....... 167,81 168,49 Italienische Noten........ 20,83 21,91 Norwegische Noten ...... 59,17 59,41 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten....... — —— Schwedische Noten....... 60,66 60,90 Schweizer Noten 80,44 80,76 Spanische Noten 33,52 33,66 Ungarische Noten r x - Dienstag. V.Mrz WS Vor der ganzen Am 18. März 1915 starb Deutschlands volkstüm- und „Aboukir", am 22. September 1914, rief er in und der Mchek Wochen Wochen gestellt. Die holländischen Wiegen lassen erkennen, daß sie aus einem behäbigen und reichen Lande stammen. Eine englische Chippendalewiege wird viel bewundert, auch Norwegen ist mit Wiegen aus dem Folklore-Museum in Oslo vertreten, selbst eine russische Abteilung fehlt nicht. Reichgeschnitzte Wie- gen stammen aus Kopenhagen. Die japanischen Wiegen weichen stark von den europäischen ab, nehmen es aber an Kunstwert durchaus mit ihnen auf. Sie find kleiner und viel zierlicher als die anderen Wiegen gehalten. Außer den Wiegen fmd zahlreiche Gegenstände für die Kinderstube ausgestellt. Der Glanzpunkt ist die Wiege der kleinen Prinzessin Maria Pia. Das Kunstwerk ist ganz aus Schildpatt gearbeitet und hat monatelang die besten Vertreter des italienischen Kunstgewerbes beschäftigt. Oie französische Frauenbewegung auf dem Marsch. Bedeutsame politische Folgen. Bon unserem Z.-Äerichterstaiter. Zunächst waren es nur einige intellektuelle Kreise, wie die Advokatinnen, allmählich gesellte sich zu ihnen die Schar der weiblichen Angestellten, die ihre Rechtsansprüche erhoben, und schließlich stießen auch die Hausmütter dazu. So kann man von einer „Frauenbewegung in Frankreich" erst seit kurzem sprechen, aber sie hat bereits eine gewaltige Ausdehnung angenommen. Es gibt kein französisches Blatt, das sich den Forderungen der Frauen heute noch versperrte. Der „Mahn" ließ die Frauen sogar abstimmen, ob sie größere Rechte erhalten wollten, und meldete mit Stolz eine sehr rege und zustimmende Wahlbeteiligung. Der Herzogin de La Rochefoucauld gelang es kürzlich, zum erstenmal so etwas wie eine Einheitsfront aller französischen Frauen zu schaffen, also auch der Verkäuferinnen und Arbeiterinnen, und die Rechtsparteien stellten den Antrag, der Frau zunächst wenigstens das Gemeinde- w a h l r e ch t zuzugestehen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, 10. März 1935. Nan weiß, daß die französische Frau die Fa- mifie regiert. In höherem Grade als irgendwo aOers ist sie die Seele der Familie und die Trieb- fe^r des Geschäfts. Sie beherrscht den Gatten, der noch einer Zeit des Sichaustobens normalerweise eir Mädchen seines Standes heiratet und sich dann wilig der Autorität seiner zumeist jüngeren und einseitig erzogenen Frau unterwirft. Man muß den schichten Arbeiter hören, wenn er von der Mere spricht, um die Verehrung der Mutter ganz zu verstehen. Die Französin zeichnet sich durchweg !ch Bienenemsigkeit aus. Im Geschäft steht sie en Mann, aber sie verwirft riskante -schäfte. Sie beschränkt sich mehr auf das ch st lieg ende, und damit ist jener Haushaltesche Zug in die französische Volkswirtschaft ommen, dieser Mangel an Initiative, der der izen Wirtschaft das Gepräge gibt. Die Kinder werden durchweg verhätschelt, es geschieht für das Kind, aber über Gründlichkeiten bestimmt nur die Mutter, und dl Erziehung der Kinder verläuft, soweit sie männ- liiken Geschlechtes sind, nach ihren Maximen, bis fit den Kinderjahren entwachsen, in die Internate Eonmen. Die Mädchen werden durchweg kirchlich etogen und streng gehütet, bis sie heiratsfähig sind. Ilre realistische Findigkeit und ein gewisser klarer Snn für das Notwendige vermittelt selbst dem jmgen und weniger fein gebildeten Mädchen jenes Scheinpassen, das schon die Mutter bewies; und dlrchweg füllt die Französin jeden Platz gut aus, se es in der Familie, im Büro oder in der Gesell- i-— Irz____ 58.29 °,203 3,0a3 52,82 Bb 32 11,835 5,22 16,; 168'Z 0,7$ 5,66 59-{6 49, lfl.74 GO,* SO,* 34,05 1> 2,490 treibe« ? war i aber ? treibe ferner üblen« el un« 0. rige je : 208, R XIII Müh- ! GIX I 168, Mion. Mark Leizen« enmehl Mark Veizen- WXVI 2, alles :ot mit 13,30; eije ab 0; Heu ht ober hiesiger >,80 bis nbezug. W artt, Wen, irett Iber 818). It in -40), 34), 8(38 s 33 s 37 lS 28 'n a) -) 30 Kcil- 6 bis 8 bis irnnel H. s 52 s 52 > 45, (40 ), 11 unb nittel- Am 18. Marz 1915 starv ^euricymnos um- mhmm'chaft seines g,“ JÄW» S'ÄÄs - «'S»;!• “it dreier englischer Panzerkreuzer „Hogue", „Cressy" mit ihm zusammen m den Heldentod gegangen ift rechtigung politische Formen angenommen die Galanterie ist durch das Schlachtgeschrei Frauen nach größeren Rechten verdrängt worden. Berlin, im März 1935. Seit im Sommer 1931 die Krolloper geschlossen wurde, verfügte die Reichshauptstadt nur über zwei Opernbühnen. Schon damals konnte jedoch kein Zweifel darüber bestehen,'daß die Schließung der zweiten Staatsoper nur aus Sparsamkeitsgründen erfolgte. Von einem lähmenden Wettbewerb oder gegenseitigem Wegfangen der Besucher durch drei nebeneinander bestehende Operntheater konnte m der Millionenstadt Berlin nie die Rede sein. Es war also nur die Frage der Finanzierung und der Publi- kumsorganisation zu lösen, wenn man der Staatsoper und dem Deutschen Opernhaus wieder eine dritte Musikbühne zur Seite stellen wollte. Schon die Krolloper ist ihrer Bestimmung nach eine „soziale Oper" für breiteste Besucherjchichten gewesen. In diesen Aufgabenkreis ist jetzt unter völlig veränderten Verhältnissen das Theater des Westens ein- getreten, indem die Direktion dieses Privattheaters eine Deutsche Volksoper in ihrem Hause errichtet hat. Durch einen Garantievertrag mit der NS.-Kulturgemeinschaft „K r a f t d u r ch Freude" werden jeden Abend 1500 Plätze an die Mitglieder dieser Organisation zum Einheitspreis von 85 Pf. verlost, so daß für den freien Verkauf nur wenige Karten übrig bleiben und das geräumige Theater Abend für Abend von gänzlich neuen Besucherschichten aus allen Volkskreisen gefüllt wird. Dieser mutige Vorstoß ist ein Erfolg nach drei Seiten geworden: Ein Privattheater, das nicht leben und mcht sterben konnte, ist ohne einen Pfennig Subvenhon wieder flott gemacht worden; für 157 Menschen wurde angemessene Arbeitsmöglichkeit geschaffen, und rund 40 000 Volksgenossen, die für den Besuch der anderen Opernhäuser praktisch nicht in Frage kamen, sehen für billiges Geld monatlich je eine Opernaufführung. Das neue Unternehmen hat seine Feuerprobe bereits bestanden, so daß mit Bestimmtheit anzunehmen ist, daß diese volkskulturell höchst Oper und Konzert in Berlin Musikbrief aus der Beichshauptstadt. Zeitschriften. — Ein neues Heft der „K u n st k a m m e r" (Propyläen-Verlag, Berlin) ist erschienen. In 40 ausgezeichnet gedruckten Bildern sieht man Bild- Hauer-Arbeiten von Georg Kolbe, Bernhard Bleeker, Joachim Utech, daneben moderne Wandmalerei, Kunstschmiede- und Holzeinlege-Arbeiten, Möbelkunst und moderne Architektur: den neuen Bahnhof in Oberhausen. Eine schöne Seite zeigt eine Gruppe von Tilmann Riemenschneider und einen charakteristischen Ausschnitt daraus. Des 250. Geburtstages von Johann Sebastian Bach hat man mit der Wie- Vergabe eines eigenartigen Noten-Druckes gedacht. Von den Text-Beiträgen sei ein Aufsatz von G. H. Theunissen erwähnt: „Vom Sinn der Kunstkritik heute". _ — Die deutsche Apotheke im Dienste der Volksgesundheit: das ist das Grundthema der neuen Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung" (3. 3. Weber, Leipzig). In einer Reihe von interessanten Beiträgen berichtet sie von der verantwortungsvollen' Tätigkeit des Apothekers, dem neben dein Arzt die höhe Aufgabe der Gesunderhaltung des Volkes zufällt, und dessen Ausbildung jetzt, in Anbetracht der hohen Berufsanforderungen, erweitert und nach neuen Bestimmungen geregelt ist. Daß die Bedeutung der Arzneiversorgung schon von unseren Vorfahren erkannt wurde, davon zeugen die Histon» schen Artikel. Die zahlreich eingestreuten Bilder berühmter Apotheken aus den verschiedenen Jahr- Hunderten machen die Aufwärtsbewegung der deutschen Arzneiversorgungsstätte sinnfällig. Auch dek deutschen Heilpflanzen, die schon im Leben unserer Vorväter eine Rolle spielten und auch in der wo- bcrnen Wissenschaft wieder zu Ehren kommen, ist gedacht. Wiegenaussteiluna Zugunsten des anläßlich der Geburt eines Töchterchens des italienischen Kronprinzenpaares gegründeten Mutterheimes ist in Genua eine Wiegenschau eröffnet worden, die — neben vielen italienischen Wiegen — aus den meisten europäischen Staaten und selbst aus überseeischen Ländern Wiegen auszuweisen hat. Wer diese Wiegenparade besichtigt hat, begreift, daß sie aus die Frauen eine große Anziehungskraft ausüben muß. Jede der ausgestellten Wiegen ist ein Kunstwerk. Am zahlreichsten und mit sehr schönen Wiegen ist natürlich Italien ver- treten. Von Deutschland sind leider nur zwei, aller- dinas sehr wertvolle Wiegen aus dem Münchner Museum ausgestellt. Oesterreich hat einige Prunk- mieaen nach Genua entsandt, auch die Schweiz ist sth7 gut vertreten. Ungarn hat aus dem Ethnographischen Museum zu Budapest Wiegen aus- Anzeige aus Leipzig: „In Leipzig auff der Peter- straßen / In Herrn Böttgers Hause / ist zu bekommen / eine / von langen Jahren her / mehrmals approbierte und privilegierte Stein-Tinktur / so ein Arcanum Bezoardicum universale genannt / welches besonders der wütenden Pest und anderen ansteckenden Seuchen widersteht". Eine amtliche Anzeige in den „Wöchentlichen Breslauischen Frag- und Anzeigungsnachrichten" von 1788 lautet: „Von Veiten der hiesigen König!. Oberamtsregierung wird zu jedermanns Wissenschaft und Achtung bekannt gemacht, daß die Henriette Wilhelmine verwitt. von Niebelschütz, geb. von Wiplar zu Krieg, ihrer verschwenderischen Lebensart wegen, unter die Curatel genommen worden, ihr daher fein Credit zu geben ift, und sie keine Contracte gültig schließen kann. König!. Preuß. Breslauische Oberamts-Regierung. Auf für den Stellenmarkt erfüllte die Zeitung damals schon eine wichtige Aufgabe. Zwei Anzeigen aus dem Jahre 1788 bzw. 1793 bezeugen das: „Eine Frau von mittleren Jahren, die die Wissenschaft von der Köcherey hat, ist willens auf kommende Ostern bey einer guten Herrschaft sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt, als Wirtschafterin im Dienste zu gehen Nähere Nachricht gibt die Bettverlöhnerin Frau Schenkin, wohnhaft auf der Weideqasse bei Züchner Ehrlich eine Stiege hoch", und „Sin ehrbarer Mann offeriert sich als Hofmeister bey einer hohen Noblesse, und versichert so wohl in verschiedenen Sprachen, als in andern Wissenschaften zu einer guten Education, einer vollkommenen Genugthuung; .nachzufragen ist im Kugelzippel bet) Madam Thunel in No. 1305 . verdienstvolle Bühne im Herbst mit erhöhtem Einsatz das Spiel beginnen wird. Dann werden die letchten Spielopern, die naturgemäß das Tätigkeitsfeld der Deutschen Volksoper beherrschen, auch mit künstlerischen Mitteln gepflegt werden, die berechtigte Ansprüche erfüllen. Man kann jedoch auch gegenwärtig schon der qualitativen Leistungshöhe etwa der Aufführung von Lortzings „Zar und Zimmermann" die Anerkennung nicht versagen, zumal ein darstellerisch so köstlich charakterisierender Sanger wie Rolf H e i d e den troddeligen Kürgermeifter von Saardam spielt und mit guten Stimmitteln ausstattet. Uebrigens ist jede Einstudierung in allen tragenden Rollen doppelt besetzt, und der Direktor des Theaters, Walter H o ch t r i 11, holt am Din- gentenpult, abwechselnd mit Werner Aldr e ch t, alles aus Orchester und Sängern heraus, was sie zu geben vermögen. * Von den beiden anderen Opernbühnen markte im März bisher nur das Deutsche Opernhaus mit einer Neueinstudierung auf. Für Ver - d i s intime „ Traviata " hat Paul H a f e r u n g ein neues szenisches Gewand geschaffen, das die Handlung in die Gesellschaftskleider von 1935 unö in Jnnenräume gepflegtester Modernität stellt. Inr Maskenfest des dritten Akts wirbelt der Regisseur Hans Batteux die farbenprächtige Narren- Versammlung, vermehrt um die vollständige Tanzgruppe des Hauses, mit allen Künsten eines Meisters der Szene durcheinander, so daß die Aufführung eine Augenweide wird und einen dankenswerten Beitrag zum ewigen Problem der modernen Opern- infzenierung liefert. Musikalisch betreut Artur Rother die Partitur mit großer Liebe zu der breitgesponnenen Melodik. Als Ausgleich vergegenwärtigt man sich jedoch die beschwingte Art, mit der die Italiener die Musik ihres Landsmannes aufführen. Dabei zeigt sich, daß italienisches Bria jiaft. feie Loretten- unb Kokottennaturen verschwinden Dir der Ueberzahl der anständigen Mädchen. Man sicht die Dinge als Fremder falsch, wenn man nach seien das französische Leben beurteilen wollte. Der Srom der alltäglichen Existenz verläuft in strengerer Borden, und tatsächlich gibt bie Frau d em Linde das Gesicht. Aber es ist eben em c-beres Frankreich als es die fremden Besucher sehen, suchen und zu sehen erwarten. Es is! nüchtern, fleißig und gänzlich ohne jene Roman- rlrasen, die Literaten deklassierter Art für die Jnlbfeibene Welt" verbrechen und die man heft, ucch denen man aber nicht lebt. Dabei ist, rechtlich betrachtet, die Französin rechtlos! Sie ist nicht wählbar, nicht wahlfähig iiri) in jeder Beziehung heute noch dem Code Na- rlleon unterworfen. Sie darf über nichts verfugen, nicht einmal über >das, was in Deutschland als „k »gebrachtes Gut" der Frau nicht genommen imben kann. Sie darf ohne Erlaubnis ihres Gat- tei nicht ins Ausland reifen, unb selbst wenn sie rillleicht im Geschäft alles erwarb wahrend der Mmn faulenzte, gehört ihr nichts. Uebertne Sinbereryet)una hat sie rechtlich keine Befugnis, Ld bie Tatsache, daß bei Ehescheibungen die Km- itr bem Manne zu gesprochen werden, selbst wenn er ein Lump ist, bleibt die strenge Folge dieser ÜnfteUung. ... ... So lange im Geschäftsleben unb in der Familie grie Zeit herrschte, b. h. die Folgen der Wirtschafts- kr se nicht verspürt wurden, baute die G a lan» t r i e bie Brücke. Nur der Brauch, bie Frau ZU aiitcn, verhalf ihr schließlich boch zur Allgewalt. 2ber in der letzten Zeit sind die Französinnen t n s Erwerbsleben eingebrungen; bie Zwangsläufigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung führte dozu daß ber Frau im Wirtschaftsleben auch eine giüßere Summe Recht gegeben werden mußte, teitbem hat ber Kampf um die Gleichbe- Starkbierzeü. Von Mara Mägander. Noch liegt das letzte bunte Konfetti im Winkel, noch hängt der traurige Fetzen einer vergessenen Tbpierid)lange am Kronleuchter, da fahren drau- fc.m die Wagen schon wieder mit einer neuen Deko- rdtion für die Münchener Brauhäuser und Gast- ltriten vor. Diesmal ist es kein vergänglicher Pa- piertani), kein Gold- und Flitterkram, diesmal ist es dir erste Frühlingsgruß des Waldes der die Sale sämückt. Kräftiger Tannenduft verbreitet sich m den braßen und vermischt sich auf das angenehmste mit bim noch besseren Geruch des Starkbiers. Prmz Karneval ist tot. Es lebe Gambrinus! Was ist das für eine herrliche Zeit! Noch um- iummt von Faschingmelodien gibt sich der Manche- ntr neuen Genüssen hin. Und jetzt sind es nicht die Singen und Jüngsten, die auf ihre kosten kommen. Auch der geruhsame Herr tn den besten Jahren kcmmt zu „seinem Sach" und die Jungfrauen alt ’ rin Semesters fühlen sich in den siebenten Himmel mrsetzt. Ja, die Frauen schätzen das Starkbier foga b sonders. Süß und süffig fließt es durch die Kehle, löst die Zunge und bewegt das Herz. Der Herr Kehrmofer macht jetzt feine Frühlings- Elt. Starkbier ist wirksamer als jeder Wald- unb Isiefentee. Jeden Abend ober auch schon zum yrmp (moppen einige Maß „Benno", „Papentator , ,4ni= mator", „Doppelspaten", „Agitator" ober „l^b» jiauenbier", dös gibt a neue Kraft! Das regt die durch die Winterkälte schlaff gewordenen Lebens- g ifter wieder an. Und wenn erst gar die Krone aler Starkbiere, der „Salvator" fließt, dann ist das ILünchner Herz restlos zufrieden. Ist das ein Betrieb in den großen Festhallen! Ine Oberlandler spielen ihre heimatlichen Weisen, d»ß 's nur so schebbert". Der Breznmann schwingt [tine knusprige Ware, die reizend Absatz findet. Radieschen lächeln rosig und frühlingsfrisch und sind fi zum Anbeißen appetitlich, daß man ihnen nicht Vnderstehen kann. Ein altes Weiber! bietet die ersten kichneeglückerln unb Märzoeilchen an. Verführerisch psigt der Duft der frisch am Rost gebratenen L.chweinswürstl in die Nase. Am Spieß drehen sich gelbbraune Brathändln unb warten auf ihre Kunden. Liebes- und Ehepaare, die der Fasching entzweit het, finden sich beim Starkbier wieder zusammen. ^Lielbst der wüsteste Grantler wird ein umgänglicher linb vergnügter Mensch, und die strenge Ehefrau Sr-rgißt das Predigen. Die Stimmung steigt mit itoer Maß. Trotzdem ist die Fvauenbewegung auf dem Mansch. Alle Mittel ängstlicher Demokraten und Marxisten werden bie Durchdringung der französischen Frauen mit ben Ideen politischer Rechte nicht hindern. Ein neues Geschlecht wächst heran, das sich zwar die überkommene Galanterie gern gefallen läßt, aber stets fragt, ob diese Galanterie auch j u r i st i s ch bie Gleichberechtigung der Frau voraussetzt. Schon diese Fragestellung ist bedeutsam, weil sie in den früheren Epochen nicht vorhanden war. Aber da die Frau in Frankreich erfahrungsgemäß fertig bringt, was sie will, wird sie auch die politische Gleichberechtigung erreichen. Das ist eine Voraussage, die die Linksparteien nicht ohne Grund sich einzugestehen fürchten, weil sie eine Schwenkung der gesamten Politik und Wirtschaft nach rechts zur Fvlge haben kann. Das war ein schwerer Schlag für die Parteien der Mitte und der Linken, denn sie wissen, daß die französische Frau, auch die der untersten Schichten, durchaus konservativ und klerikal gesinnt ist und baß die Herrschaft der Demokratie gefährdet ist, wenn die Frau zur Urne geht. Dennoch konnten sie die Forderung der Frauen nach dem Recht der Teilnahme an den Gemeindewahlen nicht mit parlamentarischen Mitteln mehr bekämpfen, wie es noch vor wenigen Jahren geschah. Der Marxist Bracke fand dagegen eine typisch „parlamentarische" Lösung: Er brachte in der Kammer den Antrag ein, ben französischen Frauen alle politischen Rechte, also auch das Wahlrecht zum Senat und zur Kammer, zu geben. Dieser Antrag fand mit 426 gegen 104 Stimmen eine' gewaltige Mehrheit. Aber Bracke hat von vornherein damit gerechnet, daß der Senat, ber bisher das Frauenstimmrecht ablehnte, sich nicht um ben Kammerbeschluß kümmern wird. Da der Senat eine radikalsozialistische, also sehr linksdemokratische Mehrheit hat, die den Frauen die einfachsten bemokratischen Rechte verweigert, bürste diese Spekulation richtig sein. Zunächst bleibt der Kammerbeschluß auf Einführung des Frauenstimmrechts einige Wochen im Kammerausschuß für Stimmrechtsfragen liegen, ehe er an ben Senat gelangt. Der Senat aber wird ihn ab lei) nen, — unb damit stehen bie Frauen wieder mit leeren Händen da denn bei den Gemeindewahlen im Mai fallen sie durch diese Verzögerungstaktik der Marxisten aus! I. 6.30: oral. 7: 9: Kur s Affen- ichte uni er". 10: haMe ialdienst. hten aus ijert des chrichten- richt der chen. 15- Jugend lettW n. 18.45: ente. 20: esfpiegel- Das neue rt. 21-30: Das ist im Leben schon sehr schön gemacht, daß gleich nach dem Fasching das Starkbier uns lacht! So singen sie lustig im Chor und verbrüdern sich aufs neue. Der Ueberaang vom Leichtsinn des Fasching zum Ernst des Lebens wird durch die Stark- blerzeit erheblich erleichtert. Wir segeln sozusagen auf den Wogen des Starkbiers in den goldenen Münchener Frühling hinein. Alic Zeitungsinseraie. Die Zeitung ist jedem von uns so selbstverständlich geworden, daß wir uns kaum mehr vorstellen können, wie sich die Menschen vorher ohne diese wichtige Einrichtung geholfen h?ben. Em Blick auf die ersten Zeitungen gibt uns die besten Aufschlüsse über das Kulturleben vergangener Jahrhunderte unb über ben Bedeutungswanbel, ben bie Presse im Laufe ihrer Entwicklung erfahren hat. Die ersten Anfänge bes Zeitungswesens werden wohl nie ganz erhellt werden können. Die Kenntnis vom Breslauer Zeitungswesen beginnt beispielsweise mit dem Jahre 1629, wenn auch schon in der vorauf gegangenen Zeit Zeitungen bestanden hoben können, wie Alfred Karl G r o e g e r in den „Schlesischen Monatsheften" ausführt. Damals bemühte sich ein Breslauer Buchdrucker um die behördliche Erlaubnis „wöchentliche Avisen" drucken zu bur en, die jedoch höchstens eine Stärke von vier Blattern erreicht haben mögen und deren Inhalt ohne lebe Orbnung zusammengestellt worben ist und Zchor wahrscheinlich so, baß jebe einlaufenbe Nachricht ber vorher eingetroffenen angefügt wurde. Die Auflage hat zuerst kaum hundert Stück uberichntten. Besondere Aufmerksamkeit verdient das der Anzeigen, die für Breslau erst im „Brehlau- jfchen Merkurius" von 1698 nachgewiesen werden können, zunächst in der Form von Buchhandler- anzeigen zur Ausfüllung freigebliebenen Raumes und erst später als Selbstzweck. Bereits 1707 gibt es Anzeigen von anderen Kaufleuten, sogar aus anderen Städten, und 1737 waren die Geschafts- und Prioatanzeigen ber Breslauer Bürger schon so zahlreich, baß bie bamalige Zeitung, ber „^oMsi- sche Nouvellen Courier", nicht mehr genugenb Platz bot weshalb bem Buchhänbler Korn das Privileg erteilt wurde, selbständige „Frag- unb Auze'gungs- nachrichten" zu drucken. Der Inhalt der ersten Anzeigen gibt uns wertvolle Aufschlüsse über die kulturellen Verhältnisse in ber damaligen Zeit, sie sprechen in einer unmittelbaren Frische zu uns, die niemals von einer geschichtlichen Darstellung erreicht werben kann. So finben wir im „Nouvellen Courier Breßlau" vom Jahre 1708 die folgende keineswegs MchbKEnd sein Mtz ni« flSndlgem I Ewfter Mi es dagegen im Berliner KettMKben Rubato; vielmehr verpflichtet es die Sänger zu äußerster Prägnanz im Duett und zur Verlagerung des in Deutschland auch bei Verdi so beliebten „Ausdrucks" in den bei canto der in sich gefchloffe- aus. Nicht, daß die Hochflut der Konzerte aller Gattungen nachgelassen hätte. Aber die Zierde der Reichshauptstadt, die Philharmonischen Konzerte leiden unter dem Mangel an einem ständigen Dirigenten. In kluger Voraussicht der Möglichkeit, den freigewordenen Platz Furtwänglers an der Spitze des Philharmonischen Orchesters in der früheren Weise wieder zu besetzen, und auch wohl aus Mangel an geeigneten Kräften ist eine Dauerberufung nicht erfolgt. In die Leitung des siebenten, achten und neunten der zehn großen Konzerte haben sich Gastdirigenten geteilt. Schu- r i ch t interessierte vor allem durch eine feinnervige Aufführung der Balletsuite „Daphnis und Chloe" von Ravel. Abendroth war nach seinem erfolgreichen Gastspiel mit dem Leipziger Gewandhausorchester der gegebene Mann für das nächste Konzert und erwies an Karl Höllers „Hymnen für Orchester" feine innige Vertrautheit mit der modernen Orchestersprache, die er in ihrem ganzen Reichtum an Gegensätzen und rhythmischen Feinheiten beherrscht. Max Fiedler verteidigte seinen bedeutenden Ruf als Brahms- dirigent mit bestem Erfolg und erweiterte ihn vor einer kritischen Hörerschaft um eine bedeutende Gestaltung der fünften Symphonie Beethovens. Aber das Gastdirigentenwesen hat auch bereits auf die Sonderkonzerte übergegriffen, die die Philharmoniker mit Erich Kleiber angesagt hatten. Das erste der beiden noch ausstehenden leitete Leopold R e i ch w e i n. Als Kernstück eines stillos zusammengewürfelten Programms brachte er Bruckners „Fünfte" in glanzvoller Beleuchtung aller Einzelheiten zur Aufführung, ohne jedoch das Riesenwerk immer mit dem großen Bogen zusammenfassen zu können, den Bruckner fordert. nen musikalischen Form. Als Verdi-Sänger von vornehmer Kultur erwies sich Hans Reinmar in der Rolle des Vaters Germont. Walter Ludwig entfaltet seinen lyrischen Tenor mehr und mehr zu erfreulicher Weite des Umfanges und der Tonbildung, während die bewährte Margret Pfahl die Violetta stärker von der Tragödin als von der Verdi-Sängerin her gestaltete. Dem Mangel an guten neuen Operetten sucht Nico Dostal im Schiller-Theater abzuhelfen. „Die Vielgeliebte" ist die Hollywooder Schauspielerin Dena Darlo, die Ferien von ihrem Ruhm machen will. Mit einem eleganten Asienforscher verbringt sie unerkannt idyllische Tage in einem sizilianischen Fischerdorf, bis sie die Rolle ihres Doubles fallen lassen muß und als die Vielgeliebte erkannt wird. In einem Hollywooder Filmatelier erholt sich der erschrockene Liebhaber jedoch bald wieder und läßt seine Trauung mit der einsamen Weltberühmtheit gleich filmen. Zu diesem Textbuch Rudolf Köllers hat Nico Dostal ge- schmackvolle Schlager geschrieben, die mit viel Geigenklang sich in die Ohren schmeicheln, wenn auch manche bekannte Weise von Grieg bis Lehar hindurchklingt. Die hübsche Aufführung unter Walther Brügmanns szenischer und des Komponisten musikalischer Leitung bekommt Niveau vor allem durch die Darstellerin der Titelrolle: In Lillie E l a u s von der Wiener Staatsoper steht eine wirkliche Sängerin auf der Bühne; sie hat einen weichen, in der Höhe unbeschreiblich reizvollen Sopran, mit dem sie ein wahres Tongeschmeide ausbreitet, das ebenso gleißt wie ihre bezaubernde Erscheinung. Die einheitlichen Lehrverträge im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet. Keine alten Muster verwenden! Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung des Amtes für Berufserziehung Gau Heffen-Naffau, Sitz beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, hat bekanntlich für den Kaufmannsberuf und die Facharbeiterlehrlinge der metallverarbeitenden Industrie einheitliche Lehrvertragsmuster im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet vorgeschrieben. Durch diese Lehrverträge ist ein grundsätzlicher Wandel in der Lehrlingsausbildung eingetreten. Bei der Vorlage dieser Lehrverträge zur Eintragung in die Lehrlingsrolle ist nun — wie uns von der vorgenannten Dienststelle geschrieben wird — mehrfach festgestellt worden, daß Schreibwarenhandlungen den Lehrherren oder Lehrlingen überholte und ungültige Lehrvertragsformulare ausgegeben haben mit dem Hinweis, daß dieses die neuesten Lehrverträge seien. Da die überholten Lehrvertragsmuster vom Amt für Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront und den Industrie- und Handelskammern nicht anerkannt werden, sind die Lehrherren und Lehrlinge durch den Kauf geschädigt. Die Lehrherren und Lehrlinge werden deshalb darauf aufmerksam gemacht, daß nur die Lehrverträge gültig sind, die den nebenstehenden Aufdruck tragen: * Der Lehrvertrag für die metallverarbeitende Industrie trägt die gleiche Umrandung, wie der hier wiedergegebene Vertrag für den Kaufmannsberuf. An Stelle der zwei geflügelten Merkurstäbe trägt er jedoch zwei mit einem Eichenzweig umwundene Hämmer. für den Laufmannsberuf Betfdw Ne UWtva b=Hellen--Nassan'Srtz beimW —- ■— ■ ■ . ■ —A ■ — M fron 8er fotgrntx, tu ftoti gUfdilaumÖtt glückt» ewgdhfltt ebgcftblcfftn on6 een 6cn eigne MnOig ontrrfTrieben teorfrm Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Möbelwagen. Wiederum ist die große Zeit der Möbelwagen da! Schwerfällig, ein wenig plump, die Straßen- audsicht und oft auch den Verkehr sperrend, rumpeln sie wie friedliche Tanks durch die Stadt von einem Ende zum andern. Oftmals werden sie auf Güterbahnhöfen verladen und machen große Reisen. Kinder sehen den Möbelwagen mit weiten Augen sehnsüchtig nach! Wer doch auch so kreuz und quer durchs Leben fahren könnte! Erwachsene haben ihre besonderen Gedanken über Möbelwagen. Denn entweder kommen Möbelwagen zu früh, oder sie kom- men zu spät. Meistens kommen sie zu spät! Oft sind Möbelwagen Zeichen der Freude. Besonders wenn es der erste Möbelwagen ist, der in die junge Ehe einrollt. Mitunter sind Möbelwagen aber auch Zeichen der Einengung, des Abstiegs, der Trauer. So haben also auch Möbelwagen ihre Schicksale! Und man könnte sich dranmachen, und eine Geschichte der Möbelwagen schreiben. Aber sie würde zu lang werden. Und darum sei hier nur die Geschichte eines Möbelwagens erzählt ... Jenes Möbelwagens, dem es beschieden war, ein Kriegsschicksal zu erleben! Wir hatten gerade den Anfang mit der Winterschlacht in Masuren gemacht. Am 8. Februar 1915 zogen wir in die brennende Stadt Bialla ein. Eine Stunde vorher hatten die Russen sie verlassen. Unsere Kompanie hatte den Ostgang und den Bahnhof zu sichern. Posten wurden ausgestellt. Aber wohin mit dem Rest der Kompanie? Die Häuser brannten lichterloh, auf der Straße wehte schneidend kalter Wind, es fror Pickelsteine! Da entdeckten wir jenen Möbelwagen, der traumverloren mitten auf der Straße stand. Hinein in ihn! Seine dicken, gepolsterten Wände schützten wenigstens vor Wind und Schnee. Wir lagen in dem Möbelwagen etwas sehr drunter und drüber, ein bißchen zu eng, aber doch mollig warm. So wurde er unsere Rettung, denn in jenen Nächten hatten Frost und Kälte viele Opfer gefordert. Doch unser Stolz auf die Entdeckung, daß Möbelwagen ein vorzügliches Soldatenquartier abgeben, wurde am nächsten Morgen jäh gedämpft. Wir fanden an der Außenwand der großen Wagentür eine Aufschrift: „Besten Dank für Nachtquartier!" Als Datum war ein Tag des August 1914 angegeben. Also schon einmal hatten deutsche Feldgraue hier Unterschlupf gefunden. Der Zufall wollte es, daß ich später einem Kameraden begegnete, der mir die Tatsache bestätigte. Kaum hatte ich begonnen, „un- ern" Möbelwagen zu preisen, als er mir ins Wort iel und sein Prioritätsrecht anmeldete! So ergab sich, daß dieser Möbelwagen einmal vor dem Russeneinfall und einmal nach ihm Obdach für deutsche Truppen gewesen war. In der langen Zeit der Russenbesetzung hatte er aber brav an seinem Ort gestanden und gewartet. Sein Vertrauen aus den deutscher Waffen wurde nicht enttäuscht. Was mag aus diesem Möbelwaaen geworden sein? Und wie war er überhaupt aus der rheinischen Stadt, deren Name auf seiner Außenwand prangte, nach der kleinen ostpreußischen Stadt Bialla gekommen? Wer hatte ihn zu so weiter Fahrt benutzt? Wo waren die Möbel geblieben? Wo die Familie, deren Eigentum sie gewesen waren? War sie den Russen zum Opfer gefallen? Geflohen? Vertrieben? War Bialla ihr Schicksal geworden? Niemand weiß es. Nur der Möbelwagen könnte erzählen. Aber Möbelwagen sind verschwiegen, sie plaudern nicht. Und vielleicht ist es gut so! Denn wenn Möbelwagen erzählen könnten, wir würden vielleicht unseres Lebens nicht mehr froh ... B. vornotizea. — Tagestalender für Dienstag: Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Traum ein Leben . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Peer Gynt". — Handels- und Gewerbebank, Gießen, 20.30 Uhr im Hotel Hindenburg: 76. ordentl. Generalversammlung. — NS.-Kriegsopferoersorgung, Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr im Cafä Leib, Mit- gliederversamEmg. — Oberhessischer Kunstvereln Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr, III. Jahresausstellung. — Stadttheater Gießen: Heute abend zum erstenmal in dieser Spielzeit die dramatische Dichtung: „Der Traum ein Leben" von Franz Grillparzer. Spielleitung Karl Löser; Mitwir- kende: Damen: Stirl, Wielander; Herren: Sieten, Geiger, Kühne, Lüpke, Neuhaus, Quadflieg-, Sold. Herr Schorn wird in der Rolle des Zanga mit Herrn Neuhaus wechseln. Ende 22.45 Uhr. — Eine Ortsgruppenversammlung der Ortsgruppe Gießen - M i t t e, zu der alle Parteigenossen und die Angehörigen der Gliederungen zu erscheinen haben, findet am kommenden Freitag, 20.30 Uhr, statt. Redner ist der stellvertretende Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hahn. — Die Evangelische Frauenhilfe veranstaltet am kommenden Donnerstag, 15 Uhr, im Cafe Leib eine Derbandsversammlung, in der Frl. Dr. N o p i t f ch über den evangelischen Mütterdienli sprechen wird. Auf die heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht. Kein Gemeinschastsempfang der SA. am Donnerstag. Nachdem der Chef des Stabes der SA. den Aufmarsch der alten SA.-Garde in Berlin auf einen späteren Zeitpunkt verlegt hat, wie wir in unserem gestrigen Blatte bereits meldeten, findet auch der von der SA.-Standarte für kommenden Donnerstagabend in der Volkshalle vorgesehene Gemeinschaftsempfang der Gießener SA. nicht statt. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinfchafi „firaft durch Freude". Sonntag, 24. März, Anfang 15, Ende 17.30 Uhrr Geschlossene Vorstellung der NS.-Gemeinschaft,Kraft durch Freude" im Stadttheater „Frischer Wind aus Kanada". Lustspiel von Hans Müller (Nürnberg). Preise: 0,60 RM., 0,80 RM., 1,00 RM., 1,30 RM. Die Karten sind bei den KdF.-Betriebswarten zu bestellen. Ferner Kartenverkauf auf der Kreisgeschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10. Neunte Symphonie von £. van Beethoven. Heute abend um 20.15 Uhr zweite Probe (Sopran und Alt) im Großen Hörsaal der Universität. Weitere Beteiligung erwünscht. Zwischendurch mal was anderes! Sei es nun die pikante „Knorr Ochsen- schwanz-Suppe" oder die neue herzhafte »Lrnorr Jager-Suppe"! Wenn Sie dem „Herrn des Hauses" etwas ganz Besonderes bieten wollen, so geben Sie diesen würzigen Suppen noch einen Schuh Rotwein zu. 1 Würfel» 2 reichliche Teller = 10 Pfennig. Schon seit 5 0 fahren: Suppen - gute Suppen! OieIfflandstöchter und ihre Kreier. ZRoman von J. Schneider-Hoerfil. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa. 8. Fortsetzung Nachdruck verboten! Mitten in diesen Frieden hinein kam eine Alarmnachricht aus der nahen Stadt. Der Hausarzt ließ Frau Henriette ans Telephon bitten und unterrichtete sie schonend, daß ihr Gatte vor zehn Minuten — ja, so etwas mochte es gewesen sein — einen Gehirnschlag erlitten habe. „Tot?" rief sie entsetzt und sah zugleich Luzies Gesicht neben sich auftauchen, die den anderen Hörer an sich riß. Nein, nicht tot. Herr Jfslcmd wäre sogar transportfähig. Ob er alles Nötige veranlassen oder ob ihr Herr Gemahl ins Krankenhaus gebracht werden solle. „Heim!" schrie Luzie fassungslos. „Vater muß heimgebracht werden! Henriette, sag's ihm doch!" Frau Jffland, selbst blaß und erschüttert, nickte nur. „Ich schicke sofort einen Wagen", beschied sie dem Arzt. „Das ist nicht nötig, gnädige Frau. Auch nicht zweckentsprechend. Ich verständige gleich die Sanität. In einer halbe Stunde ist Ihr Gatte zu Hause. Wenn Sie wünschen, daß ich selber mitkomme —" „Bitte!" Klaudine, durch Luzies Schrei herbeigerufen, hatte m wortloser Betäubung das Gespräch verfolgt. Dor einer Stunde noch hatte sie zusammen mit dem Vater gefrühstückt und ihn dann, wie immer, nach Dem Hof begleitet, wo der Gaul gesattelt bereitstand. Nichts, aber auch gar nichts hatte die schreckliche Vermutung aufkommen lassen, daß eine solche Katastrophe im Anzug war. Der Vater wollte nach der Stadt, wo er sich mit einigen Herren zu einem Frühschoppen verabredet hatte. Und nun das! Zwanzig Minuten später brachte man Kaspar Jffland heim: Das Gesicht vergilbt, den Mund Der- schoben, das eine Auge von Dem herabhängenden Lid verdeckt. Die Sanitäter trugen ihn nach dem großen Schlafzimmer, dessen Fenster in den herbstlichen Garten mündeten, und wo von Klaudine und dem Diener alles vorbereitet war. Der Hausarzt Dr. Vierland sprach im gedämpften Ton zu Frau Henriette, daß eine Besserung durchaus nicht ausgeschlossen sei, obwohl auch das Gegenteil eintreten könne. Vorläufig ließe sich nichts tun, als abwarten und dem Kranken möglichste Ruhe zu verschaffen. Und das wäre ja keine Schwierigkeit in diesem Frieden von Haslbach Von irgendwelchen Diätvorschriften wolle er ab* ehen, denn die Nahrungsaufnahme würde vorläu- ig ohnehin nur eine ganz minimale [ein. „Soll ich jemand von Den Verwandten verständigen?" fragte Klaudine, an den Tränen würgend. „Ich halte es nicht für nötig, Fräulein Jffland." Der Arzt trat wieder an das Bett und fühlte den Puls des Kranken. Er schlug unverändert langsam und setzte stoßweise aus. — ♦ Margot kam eben vom Schwimmen zurück. Ihr Gesicht brannte noch von James Picks Küssen, und ihre Augen spiegelten ihre große Liebe wider. James war seinerzeit nicht abgereift, weil das Wettschwimmen mit Nießling verschoben worden war. Erst in der kommenden Woche sollte er zum Start antreten. Als sie glückstrahlend über den Hof schritt, sah sie Luzie auf sich zulaufen. Der Schrecken, als die Schwester sich ihr wortlos an den Hals warf, war lähmend. „Vater?" fragte sie in unbewußtem Ahnen. Luzie schluchzte auf. „Wir haben überallhin nach dir geschickt. Du warst nirgends zu finden. — Er lebt ja noch!" rief sie ihr nach, als Margot sich losriß und die Stufen ins Haus hinaufrannte. Klaudine stand mit verschwollenen Augen vor der Tür des Schlafzimmers und hielt die Schwester zurück. „Er hat eine Einspritzung bekommen und darf durch nichts erregt werden. Warte noch, bis Henriette kommt. Sie hat nur an die Schule telephoniert, daß man Fritz schonend vorbereite." Margot lehnte zitternd gegen die Mauer. „Was soll dann werden, wenn Vater stirbt?" wimmerte sie verzweifelt. „Es ist ja noch nicht so weit", versuchte die Ael- tere zu trösten und bedeckte ihr Gesicht mit beiden Händen. Frau Henriette kam und sah die Töchter außer Fassung. „Papa darf nicht erregt werden", sagte sie mahnend und legte, als Luzie die Treppe heraufeilte, den Finger an die Lippen. „Wir wollen ganz ruhig sein." Die Tür öffnend, ließ sie die Mädchen eintreten. Kaspar Jffland hatte jetzt die Augen offen. Auch das herabgefallene Lid hatte sich wieder etwas erholt und gemahnte nicht mehr so fürchterlich an einen Toten wie vorher. Er hächelte Henriette zu und griff dann nach Klaudines Hand, die die seine an die Lippen drückte. „Nun — würde ich ... deinen ... trainierten Körper brauchen ... Margot." Es war mehr gelallt, als gesprochen und wirkte unsagbar niederdrückend. „Du mußt Geduld haben, Papa!" bat Klaudine. „Es wird alles wieder gut." Aber sie hörte selbst aus ihrer Stimme die Hoffnungslosigkeit dessen, was sie eben gesagt hatte. „Hans", lallte Jffland. „Bitte ... Henriette!" Sie beugte sich sofort über ihn. „Möchtest du, daß «dein Bruder kommt?" „Bitte." „Ich werde sofort telephonieren." Wie eine einzige Stunde alles verändert, dachte Luzie und schlich hinter den Schwestern aus dem Zimmer, denn der Vater lag wieder in vollkommener Apathie. Die Fenster im Korridor standen weit offen und liehen Gesang und Rufe von den Feldern herein. Schwalben kreuzten knapp über dem Sims und schossen freudetrunken durch die blaue Lust des Spätoktobertaqes. Auf der Straße, die dicht am Park vorüberführte, raffelte ein Wagen. Der Knecht, der ihn lenkte, mochte froher Laune [ein, denn er pfiff laut vor sich hin und knallte Dazu mit der Peitsche. „O Gott, laß meinen Papa nicht sterben!" bat Luzie und hielt die Hände um den Knaus des Treppengeländers geschlungen. Gestern noch waren sie zusammen über die Felder geritten, und der Vater hatte ihr im Jungwald einen Wechsel gezeigt. Heute abend hatten sie auf den Anstand gewollt. Von draußen war plötzlich nichts mehr zu hören, denn Klaudine hatte Die Fenster geschlossen. ♦ So ist das Leben! Solange es im gleichen Trab dahingeht, nimmt man sich nicht Zeit, auch nur einmal im Jahre Zwiesprache mit seinen nächsten Angehörigen zu halten. Da saß man nun am Rhein und hatte Autos und Flugzeug, aber der Weg nach Haslbach, wo der einzige Bruder saß, war immer zu weit gewesen. Und nun war die Nachricht gekommen, daß Kaspar im Sterben lag ... Hans Jffland senior hatte fahrige Hände, die dem Bedienten die Krawatte aus den Fingern rissen, und das Knopfloch des Kragens nicht finden ließen. „Hat meine Frau sich schon entschlossen, ob sie mitkommen will?" wandte er sich hastig an den hinter ihm hilfsbereit Stehenden. „Die Zofe hat bereits Auftrag erhalten, zu packen, Herr Kommerzienrat." „Sagen Sie, daß es eilt! — Hat Kölbe alles nachgesehen? — Herr von Wellisch soll noch einmal zu mir kommen." Jffland schloß nachdenklich die Knöpfe feiner Weste. Da fuhr man nun im grauen Reiseanzug, um Kaspar nicht zu erschrecken, und der lächelte vielleicht über dieses Täuschungsmanöver, das keinen Zweck mehr hatte ... Was wohl die neue Schwägerin sagen würde, wenn er sie nach kaum einem Vierteljahr Derheiratetsein schon wieder als Witwe zurückließ? Ein leichter Luftzug veranlaßte Jffland, sich um« Zusehen. Seine Frau war eingetreten. „Du bist schon bereit, Maria?" Die noch immer schöne Frau nickte. „Wie lange warst du eigentlich nicht mehr in Haslbach?" „Sechs Jahre ungefähr." „Mein Gott, so lange! Ich finde, daß man sich herzlich wenig um die Verwandten gekümmert hat. „Leider!" stimmte er zu und bekam dabei Der« schleierte Augen. Sie trat ganz nahe an ihn heran und strich teilnehmend über seinen Arm. „Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, Hans. Wenn aber — — bann könnten wir möglicherweise etwas von unserem: Versäumnis gutmachen. Ich würde gern eine von. den Nichten zu uns nehmen, als Gast — auch- als Tochter, wenn du willst." „Wie gut du bist, Maria." „Das ist doch nur selbstverständlich." Sie trat auf Den Balkon, denn Herr von Wellisch, der Privat« sekretär ihres Mannes, kam eben ins Zimmer, und' sie hatte jetzt keinerlei Interesse für Geschäfte. Ihre Gedanken eilten in diesen Augenblicken weit weg vom Köln zu dem Sohn, der auf einer Amerikareise begriffen war. Er würde nicht zur Beerdigung kom» men können. „Schrecklich", dachte sie. „Nun ist mir die Beerdigung schon eine gegebene Tatsache geworden .., Der Rhein trug im Glanz der sich neigenbeit Sonne seine Wellen und Wellchen in zartes Ros« getaucht. Ein Dampfer fuhr vorüber und zog eine schwarzgraue Rauchfahne hinter sich her. Dick und dunkel legte sie sich in breiten Schwaden über bas Wasser. Das deutete auf Regen. Auch die Weinberge standen unwirklich nahe und zeigten nichts von dem feinen Hauch, der Beständigkeit des schönen Wetters verhieß. Maria Jffland wandte den Kopf nach rückwärts und hörte, wie die beiden Männer noch immer mit' einander konferierten. Wie doch der Mensch, solang« er lebt, mit allem, was Geschäft heißt, bis ins Innerste verstrickt ist. Da lag drüben in der bar)’ rischen Heimat der einzige Bruder im Sterben, und nicht einmal in dieser Stunde gehörten ihm di« Gedanken feines nächsten Verwandten voll und ganz Endlich vernahm sie, wie der Sekretär sagte: „G$ wird alles, wie Sie es bestimmt haben, geregelt werden, Herr Kommerzienrat. Gestatten Sie, daß ich Ihnen und der gnädigen Frau eine gute Reis« wünsche." Aus einem Seitenweg des Parkes kam ein Mann im Lederdreß, die Brille über der Kappe hochge' schoben. Es war Kölbe, der Pilot: Etwas jung, etwas selbstsicher, aber sehr zuverlässig. Das Letztere hatte bei feiner Wahl den Ausschlag gegeben. „Bereit?" rief Frau Maria hinunter und sah ar der Art, wie er die Hand an die Mütze legte, doh man jederzeit starten konnte. Als man zehn Minuten später vor dem warte»' den Flugzeug stand, wehte bereits Westwind, um» Jffland sah besorgt nach der schweren Wolkenwand, die sich hinter den Weinbergen hochschob. KiM schenkte ihr keinen Blick. (Fortsetzung folgt 1) 0 etSn *'ne - SdrirVN Die >xxX «Beran! Kn J L (Denise w ltog, jn bere; irre#\ at W IltiWjAart in der 1 «m Sonntagu «ehinerzahl MW V. finilii Jn. 'e, te», EVtff fein fen sch I-h' b und kannten । nehmen, daß e aber auch die flärung mid » ais der M - Weil fü »ev Am vorigen Ringes Gießen Ringe des Unt trag der GA.- Referentin von } Aufgaben und hören. Gin paai Clise Daab, 1 -heben...", ein Grundgedanken diesem Vaterlan mit, den Abent Käthe Türk BM.-Mädel Warum sind n unser Bund, n feil? Dann fpi all an den Gr gäbe der Frai kennen. Wie wir, wenn wi daß die Deut schweres Lebe führen haben werden ihnen sich jti tynen wunberbare 5c deutschen 5d)u(e mit die (Hkttt, i schicken. Woran liegt »nit Grenzschwir mal ist es bu Lage bedingt. ’ durch unsere I wieder in der kämpfen müsse An dieser Q stehen von £ Ostdeutschen t Madel mitarb und Briefe kc ihr Mitfühlen em lebendiger 1° allmählich x'ner Verein« sind aber gemacht wort e Schulun MeJür P01' einer 6c ”V.gWd)e »efe*8 Seiten 0rJ>. 61 Die Vortra ^nnifcher Bk L" Io V EsbundderDeutschenBeamtene.Ä. Kreis Gießen. 'er C» B “Äa{ her. 2**^ u uch.bie 3elÄjP jtänbi9,en iifrii£4d8rr Ochse» neue hey e"! Wm ses" ewaS 5en, so ge* openmxt i PfeM abren*. suppen! Uhr. Der V-Zug Nr. 17 Wiesbaden—Mainz—Frank- urt a. M.—Berlin-Schl.-Bf. wird im neuen Fahrplan um 23.52 in Gießen eintreffen und um 0.02 Uhr weiterfahren. Strecke Gießen—Köln. f Um 9.43 Uhr wird ein neuer Pz. von Gießen nach Wetzlar verkehren. Um 21.16 Uhr wird ein neuer Eilzug von Gießen nach Siegen verkehren. (Siegen an 22.25 Uhr.) Um 7.48 Uhr wird ein neuer Eilzug von Siegen in Gießen ankommen. (Siegen ab 6.40 Uhr.) Um 10.24 Uhr wird ein neuer Pz. von Wetzlar in Gießen ankommen. Strecke Gießen—Koblenz. Um 6.03 Uhr wird ein neuer V-Zug von Gießen nach Trier fahren. Um 14.57 Uhr wird ein neuer Eilzug von Gießen nach Koblenz fahren. Um 15.44 Uhr wird ein neuer Eilzug von Koblenz in Gießen eintreffen. Um 23.29 Uhr wird ein neuer V-Zug von Trier in Gießen eintreffen. ** Arbeitsvergebung. Das Städtische f)od)-- und Tiefbauamt veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über vie Vergebung von Bauarbeiten zwischen der St epi er- strahe und der Bahnstrecke Gießen—Fulda. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders ■eube“. 17.30 Ufr schäft,Sc r Wind ai Wrnbm l, 1,30 Rj ^warten j der Kreir ner 10. eihoven. obe (Sopic ersität. W Fahrplanverbessemngen der Reichsbahn auf -en Strecken in Oberheffen. mir die geworben - sich ne'fl der Lichter in tiefer Nacht. Der Vortragende, der mit fernen fein ernsuhienden Erläuterungen die Bilder in ihrem verschiedenartigen Charakter verständlich werden ließ, fand für seine außerordentlichen Ausführungen lebhaften und langanhaltenden Beifall. Kameradschastsabend in der Fachgruppe Gastwirtsgewerbe. Die Fachgruppe Gastwirtsgewerbe in Gießen hielt gestern einen ersten Kameradschastsabend in der „Stadt Mainz" ab, zu dem srch zahlreiche Betriebskameraden mit ihren Angehörigen und einige Betriebsführer eingefunden hatten. Bel der Verschiedenheit der Beschäftigungsdauer der Gasthausangestellten ist es sehr schwer, für alle Fachschaftsangehörige einen geeigneten Zeltpunkt für solche Veranstaltungen zu finden, anderseits ist es aber gerade für die Angehörigen dieses schweren und anstrengenden Berufes notwendig, Volksgemeinschaft zu pflegen und einen kameradschaftlichen Abend zu erleben. So herrschte hier frohe Stimmung. Je weiter die Zeit über Mitternacht vorschritt, desto zahlreicher wurde der Besuch. •3 Ra Br hr. ?' A be der ©liebe, ominech, er stelle sfronl, ty Hlfe« 5 Uhr,- m der s itütlerbh. je sei ac Strecke Frankfurt a. M —Kassel. In der Nacht nach Sonntagen verkehrt wieder der Personenzug Nr. 4457 Gießen—Marburg, Abfahrt um 1.35 Uhr. Um 9.26 Uhr wird ein neuer Personenzug von Frankfurt a. M. in Gießen eintreffen. Bis zum 31. August wird um 9.38 Uhr Sonntags ein beschleunigt verkehrender Personenzug von Frankfurt a. M. in Gießen eintreffen. Um 9.43 Uhr wird ein neuer Personenzug von Gießen nach Marburg verkehren. Um 10.25 Uhr trifft ein neuer Ellzug von Frankfurt a. M. in Gießen ein. Der jetzt um 10.27 m Gießen ankommende und um 10.32 Uhr absah- renbe Eilzuq 71 Frankfurt a. M.-Hannover-Ham- burg—Altona wird künftig erst um 11.15 Uhr m Gießen eintreffen und um 11.19 Uhr abfahren. Der seither werktags • von Lang-Göns bis Gießen verkehrende Pz. Gießen an 10.08 Uhr, wird fortfallen. w Um 14.05 Uhr wird ein neuer Pz. von Frankfurt a. M. in Gießen eintreffen. Auf ihn geht der Personenverkehr des gegenwärtigen Eilgüter- Strecke Gießen—Fulda. Um 11.23 Uhr wird täglich ein neuer Pz. Dort Gießen nach Fulda verkehren. Um 13.33 Uhr wird werktags ein neuer Pz. von Gießen nach Grünberg verkehren. Der Pz. Nr. 558 Mücke—Gießen, z. Zt. Gießen an 7.25 Uhr wird im neuen Fahrplan schon um 6.58 Uhr in Gießen ankommen. Um 15.05 Uhr wird werktags ein neuer Pz. von Grünberg eintreffen, desgleichen um 17.57 Uhr täglich ein solcher von Fulda. Strecke Gießen—Gelnhausen. Um 10.30 Uhr wird täglich ein neuer Zug von Gießen nach Gelnhausen abfahren, desgleichen, ein solcher täglich um 12.33 Uhr. Um 20 Uhr wird ferner täglich ein neuer Zug von Gießen nach Nidda verkehren. Um 7.30 Uhr wird werktags ein neuer Zug von Nidda in Gießen eintreffen. Um 12.05 Uhr wird täglich ein neuer Zug von Gelnhausen in Gießen ankommen. Strecke Gießen—Lollar—Londorf—Grünberg. Um 13.27 Uhr wird werktags ein neuer Pz. über Lollar—Londorf nach Grünberg abfahren. Der Personenzug Nr. 2559 Gießen—Londorf, Gießen ab 21.17 Uhr, wird auch im neuen Fahrplan täglich in diesem Plane verkehren, er wird also nicht, wie im vorigen Sommer, Sonntags später verkehren. Um 16.12 Uhr wird werktags ein neuer Pz. von Grünberg über Londorf—Lollar in Gießen ein- treffen. Strecke Vehlar—Lollar. Um 12.06 Uhr fährt ein neuer Zug von Wetzlar ab und trifft um 12.38 Uhr in Lollar ein. Aus der zuges mit Personenverkehr Nr. 5351, Gießen an 14.19 Uhr, über. Der Personenzug 793 Frankfurt a. M.—Hannover, Gießen an 15.26, ab 15.54 Uhr, wird künftig chon um 14.57 Uhr in Gießen eintreffen und erst um 16.09 Uhr abfahren. An Stelle des jetzt verkehrenden Eilzuges Nr. 77 Frankfurt a. M.—Kassel—Eichenberg—Gera, Gie° e n an 15.44, ab 15.48 Uhr, wird künftig ein neuer V-Zug von Stuttgart über Frankfurt nach Bremen—Wesermünde und Berlin-P. verkehren, Gießen an 15.45, ab 15.49 Uhr. Um 16.33 Uhr trifft ein neuer Pz. von Frank- urt a. M. in Gießen ein, ebenso um 23.03 ein neuer Zug von Frankfurt a. M. in Gießen. Der jetzt Sonntags um 24 Uhr von Frankfurt am Main in Gießen ankommende Pz. Nr. 713 wird künftig schon um 23.37 Uhr eintreffen. Die seither mit dem Hamburger V-Zug Nr. 75, Gießen an 22.07, ab 22.11 Uhr, geführte Wagengruppe nach Berlin-P. wird als neuer V-Zug Nr. 179 Saarbrücken—Mainz—Frankfurt a. M. nach Berlin-P. verkehren, Gießen an 23.42, ab 23.44 daß nm ß ‘ kümmert W im dabei an und M richt ist . — Df von unseligem einet. Saft - 1<: Sellerie 10 bis 40 Pf. * Ein neuer* Personenzug kommt um 8.45 von Kassel in Gießen an. Pz. 786, der gegenwärtig von Kassel bis Frankfurt a. M. verkehrt, Gießen an 9.49, ab 9.56, verkehrt im neuen Fahrplan nur von Marburg bis Frankfurt a. M. Um 11.00 Uhr wird ein neuer Eilzua nut Halt in Butzbach, Bad-Nauheim, Friedberg, Dilbel-Nord und Frankfurt a. M.-West von Gießen nach Frankfurt a. M.-Hbf. verkehren. Um 11.50 Uhr wird ein neuer Personenzug nach Frankfurt a. M.-Hbf. den Bahnhof Gießen verlassen. Pz. 776, der gegenwärtig von Hannover bis Frankfurt a. M. verkehrt, Gießen an 14.33 ab 14.46 Uhr, wird künftig in Gießen endigen. Gießen an schon um 14.03 Uhr. Ein neuer Personenzug, Nr. 796, wird um 14.52 Uhr von Gießen nach - " ' " “ "en von 1000 und 1500 km. Das der Flug in der Stratosphäre. Wenn diese Geschwindigkeiten erreicht würden, könne es leicht geschehen, daß der Flieger die Sonne an einem Tage zweimal ausgehen sehe. Vielleicht sei dem Flugzeug, wie man es wünschen mochte, auch eine große sriedenbringende, völkerverbindende Wirkung Der rührige Fachgruppenleiter Goltermann begrüßte die Besucher dieses ersten Kameradschafts- i abends und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es i nicht der einzige Abend bleiben möge, der der ! Pflege der Kameradschaft und Volksgemeinschaft in den eigenen Reihen diene. Die Grüße der Kreis- ' amtswaltung überbrachte Herr Piper Dabei führte er u. a. aus, daß gerade das Gaststatten- qeroerbe es nötig habe, das Gemeinschaftsleben mit dem Betriebsführer zu pflegen. Der schwere Beruf des Gafthausanqeftellten und des Betnebsfuhrers dürfe die Geselligkeit nicht hintanstellen. Die Kameradschaftsabende seien getragen von dem tieferen Sinn, nach dem Willen des Führers wahre Volksgemeinschaft zu fördern. Wir wollten mit unseren Arbeitskameraden und unseren Familienangehörigen außerhalb des Berufes zusammenkommen um in freudigen Stunden Entspannung von der eigenen Arbeit und neuen Antrieb für die kommenden Tage zu erhalten. Nur wenn Betriebs- kamerad und Betriebsführer in beiderseitigem Einvernehmen zusammenhalten, werde die wahre Volksgemeinschaft auch in unserem Gewerbe sich auswirken können zum Wohle des Einzelnen und zum Wdhle des gesamten Gewerbes, das wirtschaftlich und erzieherisch eine besondere Stellung m der Aufbauarbeit des Reiches einnehme. Der Redner schloß mit den besten Wünschen für einen guten Verlauf des Abends. Eine sleißiqe Musikkapelle sorgte für gute Unterhaltung und bei Tanz und angeregter Unterhal- tung blieben die Berufskameraden mit ihren Angehörigen noch lange beisammen. Gießener Wochenmarktpreife. * G i e ß e n, 19. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inlandi che) 9 Wirsing, das Pfund 25 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Ruben 10 bis 12,JRote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12 Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 M-' Suppenhühner 75 bis 90, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, meister Rohm (Wiefeck) berichtete dieser über die kürzliche Landesverbandstagung. Weiter sprach er über die Ereignisse im Handwerk, besonders im Zimmergewerbe in den letzten Monaten. 3um Schluß erfolgte noch die Einführung und Der- pflichtung des Gefellenwarts Sohl (Treis an der Lumda). Anschließend sprach der stellvertretende Landesverbandsoorsitzende und Bezirksleiter Zim- mermeister Hartmann (Darmstadt). Er übermittelte die Grüße des Reichs- und Landesverbandes und führte dann u. a. folgendes aus: Wir muffen dankbar sein für das, was in den letzten zwei Jahren für das Handwerk geschehen ist. Standes- ehre und Berufsstolz müssen wieder in den Vordergrund gestellt werden. Die Erziehungsarbeit ist das Schwerste, was im gegenwärtigen Augenblick zu leisten ist. In den Betrieben muß nationalsozialistische Wirtschaftspolitik Einzug halten. Der Redner schilderte dann die Organisationsverhaltnisse in früherer Zeit, sowie die Entwicklung der Handwerkerorganisationen nach der nationalen Erhebung. Er zeigte dabei die Schwierigkeiten, die zur Erhaltung einer besonderen Fachorganisation für das Zimmerhandwerk zu überwinden waren. Weiter erläuterte er die Bestimmungen der Ersten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Handwerks, um sich dann mit den beiden später erschienenen Verordnungen zu befassen. Der langersehnte große Befähigungsnachweis sei von außerordentlicher Bedeutung für das Handwerk. Der Meistertitel fei das Höchste, was im Handwerk verliehen werden könne, es würden aber an die Prüflinge künftig große Anforderungen gestellt werden. An dem Städtebau und den Fachwerkbauten früherer Zeit hatte das Zimmerhandwerk großen Anteil. Es müsse künftig wieder echte Zimmermannskunst zur Geltung kommen, auch sei es Pflicht aller Berufs- i angehörigen, für den Baustoff Holz zu werben. । Zum Schluß sprach der Redner noch über Kalku- > lations- und sonstige Berufsfragen. f chicken. Woran liegt es, daß gerade wir Deutschen so mit Grenzschwierigkeiten zu kämpfen haben? Einmal ist es durch unsere besondere geographische Lage bedingt. Möglich waren unsere Grenzverluste durch unsere Uneinigkeiten, die ja zum Teil auch wieder in der Lage begründet sind, die wir bekämpfen müssen und bekämpfen können. An dieser Einigkeit und dem gegenseitigen Verstehen von Süd- und Norddeutschen, West- und Ostdeutschen wollen und können auch die BDM.- Mäd,el mitarbeiten. Durch Hand- und Bastelarbeiten und Briefe können sie den Mädeln an der Grenze ihr Mitfühlen zeigen, können durch ihre Antworten ein lebendigeres Bild ihres Lebens bekommen und so allmählich als Gesamtheit an die Notwendigkeit einer Vereinigung glauben. Anschaulicher als Briefe sind aber Fahrten in diese Gebiete, wie sie schon gemacht worden sind und auch dieses Jahr, mit einer Schulung verbunden, gemacht werden sollen. Käthe Türk zeigte im Lichtbild noch Aufnahmen von einer Sommerfahrt des vorigen Jahres nach der bayerischen Ostmark. — Wir schlossen den Abend mit dem Lied: „Wer Jetzig Zeiten leben will .. Nr. p. Supf: Das neue Welterlebnis. Die Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein) bereitete ihren Mitgliedern mit dem gestrigen Vortragsabend in der Aula der Uni- oerfitat eine große Freude. Dr. Peter S u p f sprach an Hand von vielen Lichtbildern über das Thema ,Das neue Welterlebnis". Zu Beginn des Jahrhunderts sei, so führte er u. a. aus, ein neues Reich, das Luftreich, erobert worden. Der Beginn dieses Jahrhunderts werde einmal in späterer Zeit als eine einzigartige Epoche bezeichnet werden. Unser Jahrhundert sei das der Fluazeit geworden Der Mensch, bisher ein Flächenwesen, werde jetzt zum Raumwesen. Er gewinne neue Perspektiven m seinem Verhältnis zur Erde. Dank der modernen -photographischen Kamera werde gleichzeitig vielen Menschen eine neue Blickwelt erschlossen. Unsre Erde erscheine uns, aus der Luft gesehen, in einer fremden und geheimnisvollen Schönheit und völlig ver- Die Reichsbahn hat jetzt den ab 15. M a i d. I. in Aussicht genommenen Fahrplan bekannt- gegeben. Erfreulicherweise enthält dieser eme große Zahl neuer Zugoerbindungen. Auf fast allen Strecken sind wesentliche Verbesserungen in der Fahrplanlage wahrzunehmen. Besonders ist man dazu übergegangen, auf Strecken, auf denen gegenwärtig noch große Lücken in der Zuglage bestehen, neue Reisezüge verkehren zu lassen. Nachstehend bringen wir die für den oberhessstchen Bezirk in Aussicht genommenen wichtigen Abweichungen ab 15. Mai gegenüber dem jetzigen Fahrplan. Strecke Kassel—Frankfurt a. 7N. Der Personenzug 792 Marburg—Frankfurt a. M., gegenwärtig Gießen ab 6.40, wird im neuen Fahrplan erst um 6.51 Uhr in Gießen abfahren. Neu verkehrt D 180 Berlin-P.—Frankfurt a. M. —Mainz—Saarbrücken, Gießen an 7.11, ab 7.13 Die Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen , Beamten e V., Kreis Gießen, werden gebeten, sich n der Veranstaltung des Bundes (ieimattreuer kchlesier (Deutscher Ostbund), flehen die am Frei- tg, 29. März, um 20,15 Uhr .m Caf6 Leib ftattfin- >t und in deren Mittelpunkt der Filmvortrag „Ost- reußen ruft!" steht, rege zu beteiligen. Karten für die Beamten sind bei den 8achschafts- litern und Vertrauensleuten des RDB. zum Preise ton 0,30 Mark erhältlich. . . Heil Hitler! 3.33.» Gust. Ulrich. ASLB. (Sießen-Land. Am morgigen Mittwoch, 15.30 Uhr, findet eine Tagung der Fachschaft Volksschule (beide Gruppen) m Hotel Köhler zu Gießen statt. Der Bezirk Großen-Buseck versammelt ie Arbeitsgemeinschaft Volksschule morgen ebenfalls u einer wichtigen Tagung. Oer Reichslustschuhbund Gießen in der Lustschutzausstellung. Am Sonntag unternahm die Ortsgruppe Gießen es Reichsluftschutzbundes mit einer stattlichen Teil- ehmerzahl eine Gemeinfchaftsfahrt nach Frankfurt um Besuch der großen Luftschutzausstellung des Präsidiums, die allen Besuchern einen umfassenden Anblick in die Ausgaben des Selbstschutzes bei Luftgefahr bot. Die Führung in kleinen Gruppen urch Fachleute gab Gewähr für die restlose Aus- (ärung in allen Punkten. Sehr interessante pratsche Vorführungen und lehrreiche Filmdarbietun- icn rundeten das Bild ab. Alle Teilnehmer äußeren sich sehr befriedigt über den Ausstellungsbesuch mb kannten die Ueberzeugung mit nach Hause nehmen, daß einerseits Luftschutz nottut, anderseits aber auch die Bevölkerung bei genügender Auf- lärung und Ausbildung sich gegen die Gefahren tus der Luft erfolgreich schützen kann. Arbeit für Grenz- und Auslandsdeutschtum im BOM. ** Anzeigepsicht für Motorbetriebe, i Jeder Gewerbetreibende, in dessen Werkstatt ober I Betrieb ein burch elementare Kraft (Dampf, Winb, i Wasser, Gas, Elektrizität usw.) bewegtes Triebwerk : in gleichviel welchem Umfange zur Verwenbung < kommt, hat bie erfolgte Aufstellung unb Jnbetrieb- i nähme innerhalb acht Tagen nach beren Beginn der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Zuwiberhanb- . lungen werben bestraft. ** Die Deutsche Arbeitsfront ber Ortsgruppe G i e ß e n - S ü b hat ihr Büro im Hinterhause Frankfurter Straße 23 eingerichtet. Dort finben bie Sprechstunben Montags, Mittwochs unb Freitags, je von 19 bis 21 Uhr statt. ** Sterbefälle in Gießen. Es starben m Gießen in ber Zeit vom 1. bis 15. März: 1. März: Christoph Mootz, Oberbahnwärter i. R., 74 Jahre alt, Wetzlarer Weg 80; Elise Kirchner, ohne Beruf, 88 Jahre alt, Sicher Straße; Johanna Wilhelmine Hoos, geb. Docke, Wwe., 80 Jahre alt, Sicher Straße. 2. März: Günter Schmitt, 1 Jahr alt, Sonnenstraße 11; Cläre Froelich, geb. Goebel, 33 Jahre alt, Im Gartfelb 8. 3. März: Emilie Hajek, geb. Faster, Wwe., 74 Jahre alt, Am Riegel- pfab 72; Wilhelm Göbel, Lehrer, 50 Jahre alt, Cranachstraße 5. 5. März: Hermann Hofmann, Schmied, 56 Jahre alt, Frankfurter Straße 140. 6. März: Dorothea Andreas, geb. Sudheimer, Wwe., 80 Jahre alt, Löberstraße 19. 8. Marz: Klara Weidenhaus, 9 Jahre alt, Liebigstraße 23; ' Erwin Kirchner, 9 Jahre alt, Steinstraße 37 9. März: Marta Sievers, geb. Müller, Wwe., 68 ' Jahre alt, Kirchenplatz 23. 10. März: Otto Euler, • Lagerist, 42 Jahre alt, Seltersweg 20. 11. Marz: > Margarete Mulch, geb. Hartmann, 55 Jahre alt, Damwstraße 34. 13. März: Katharina Pfaff, geb. ' Eifert, 52 Jahre alt, Ludwigstraße 27. ** Die Zimmerer-Innung für ben Kreis Gießen hielt am Samstagnachmittag im Restaurant „Zum Anbres" bahier eine Versammlung ab. Nach kurzer Begrüßung burch Ober- Am vorigen Donnerstag traten bie Mäbel bes Ringes Gießen unb bie Führerinnen ber anberen Ringe bes Untergaues abenbs an, um einen Bor- rag ber GA - (Grenz- unb Auslanbsbeutschtum-) Referentin vom Obergau, Käthe Türk, über bie Aufgaben unb Ziele ber GA.-Arbeit im BDM. zu oören. Ein paar kurze Worte ber Untergauführerin Liste Da ab, bas Lieb: „Uns war bas Los gegeben ...", ein Sprechchor unb ein Gebicht, beren Hrunbgebanken auf Deutschlanb unb unsere Pflicht diesem Daterlanb gegenüber gerichtet waren, halfen mit, ben Abenb zu einer Feierstunbe zu gestalten. Käthe Türk begann mit ben Fragen, bie jebes VDM.-Mäbel beschäftigt haben ober beschäftigen: Warum finb wir im Bunb, welche Bebeutung hat unser Bunb, was gibt ihm seine Lebensnotwenbig- F eit? Dann sprach sie über bie GA.-Arbeit. Ueber- «ll an ben Grenzen können wir bie wichtige Auf- gabe ber Frau, bas Deutschtum zu erhalten, erkennen. Wie schwer biese Aufgabe ist, verstehen wir, wenn wir immer unb immer roieber hören, daß bie Deutschen jenseits ber Grenzen ein so chweres Leben um ihres Deutschtums willen zu rühren haben. Don ben nichtbeutschen Staaten werben ihnen Versprechungen gemacht, damit sie sich zu ihnen bekennen sollen. Sie bauen selbst wunderbare Schulen ihrer Sprache, verbieten bie deutschen Schulen unb verlocken ober zwingen somit die Eltern, ihre Kinber in frembe Anstalten zu Frankfurt a. M. verkehren. Der jetzt verkehrende Eilzug Gera—Elchenberg— Kassel—Frankfurt a. M., Gießen an 14.39, ab 14 41 Uhr, wird im neuen Fahrplan durch einen neuen v-Zug, Nr. 186, Berlin-P. und Wesermunde —Bremen—Dassel—Frankfurt a. M.—Stuttgart ersetzt. Dieser neue v-Zug soll um 15.38 in Gießen eintreffen unb um 15.40 Uhr abfahren. Um 16.48 Uhr wirb ein neuer Personenzug von Gießen nach Frankfurt a. M. verkehren. Der jetzige Personenzug Gießen—Lang-Göns, Abfahrt in Gießen um 18.48 Uhr, wirb durch einen neuen Personenzug Gießen—Frankfurt a. M., G i e- ßen ab 18.40 Uhr, ersetzt. Der neue Zug halt bis Vilbel auf allen Bahnhöfen, ab dort fahrt er bis Frankfurt a. M. durch; Ankunft in Frankfurt a. M.- Hbf. um 20.01 Uhr. Bis 31. August wird Sonntags um 20.56 Uhr em beschleunigt verkehrender Personenzug von Gießen nach Frankfurt a. M. verkehren. In ber Nacht nach Sonntagen wirb roieber ber Personenzug Nr. 784 von Kassel bis Gießen burch- geführt, Gießen an 0.19 Uhr. 3U Sif* 50 g so-- in ffiürfeln, 2 Sß.Sff-1 (40 g) MM V, £«« ‘Sltnffhbrübe 1 Eßlöffel Essig, Pfeffer unb Salz, 1 Teelöffel Maggis Würze, 1 prlfe Zucker. Die Zwiebeln wuRsi'g schneiden und im ausgelassenen Speck mit dem Mehl hellgelb rösten. Mit der ^^chbruhe auffüNer, unb dk Soße mch! gut durchkochen. Mit Essig, Pfeffer, Salz, einer Prise Zucker und Magg. s Würze pikant abschmecken. gegeben. Zum Schluß seiner emleitenben Ausführungen I sprach ber Rebner in roeitgreifenber geistiger Per- pektive über bie Sehnsucht bes Menschen nach bem ! Licht, über bie Verroanbtschaft bes Stoffes m seinem Ausbau mit ben Wellen bes Lichtes unb über bie Abhängigkeit ber Masse von ber Geschwindigkeit. Aller Bewegungsdrang des Menschen fei Dielleit^ aus seinem atomaren Aufbau zu erklären, der sich in seelische Schwingungen, in die Sehnsucht nach dem Licht, umsetze. Im weiteren Verlaufe des Abends sah man dann eine Fülle der herrlichsten Lichtbilder, die in umfassender Weise bas Antlitz unserer Erbe zeigten, merEroürbige Spiele bes Lichtes unb ber Formen offenbarten unb viele Dinge, bie uns oertraut erschienen, in neuer Perspektive barstellten unb im Betrachter eine Ueberraschung nach ber anberen auslösten. Der Rebner eröffnete bie Reche ferner Lichtbiiber mit phantastisch schönen Wolkenbilbern, zeigte Wolkenlanbschasten von außerorbentlichem Reiz, er sprach aber auch von ben Gefahren bes Nebels für ben Flieger unb von ben Möglichkeiten ber Technik, biese Gefahren zu überroinben. Im Silbe sah man mertroürbige Lichtspiele der Sonne, man verfolgte im Geiste ben roanbelbaren Schatten bes Flugzeuges unb bes Luftschiffes, sah bas Meer in starrer Ornamentik unb bann bie Lanbschaft, bie meerumbranbete Insel, bie Sanbwüsten Afrikas, bie Steinwüsten Palästinas, bie trostlose enblose Sumpflanbschaft ber sibirischen Tcnka usw. Ferner bie Alpen, bie Welt ber Gletscher, bie Korbil- leren unb bie Anben, ben heiligen Berg ber Japaner, norwegische Fjorbe, Berge unb Bergseen ber Schweiz. Nicht weniger interessant waren die Bilder, die Menschen unb Tier aus großer Hohe zeigten. Die Lichtbilberserie würbe beschlossen mit einer bunten Reihe ber Erscheinungen unserer Erbe. Man sah Stäbte unb Flüsse, Häfen unb charakte- i ristische Lanbschaften, Forts unb Negerborfe, Pyra- t miben unb bie Großstabt, schließlich als Abschluß - bie Stabt Rio be Janeiro im phantastischen Glanze irf/ Sie kc sch, der Geschäfte-/' n weit weg ■ lw-« roanbelt. Schon lange Zeit sei ber Mensch erfüllt von dem Wunsche, immer schneller zu werben. Das Rad, das Schiff, ber Motor unb vieles anbere mehr seien erfunben, in ber Luft aber sei erst ein schrankenloser Bewegungsraum erobert worben. Bei ben Verkehrsflügen ber Lufthansa rechne man mit 200 bis 300 Stunbenkilometer, bas neue Heinkel-FlugzeuH fliege bereits 380 km. Ein italienischer Offizier konnte tn Rekorbflügen schon über 700 km in ber Stunbe erreichen. Aber bas alles genüge ben Menschen nicht, Die Ingenieure bächten unb rechneten bereits mit hmgeroiejen. n^ri* ,°ch Ä Vlensch. ° ü itf f;n ihmr eine “ 6 Berlin jät Weh' Dienstag i Millionen ( luftfahcknin desverteidigi durchgeführt größte w hat. Pünktli der Reichsh ihren Ansar diese Zeit 1 tiefe Du artiger, pho kürlich den Heimes Kam plötzlich ein her die grel spieltheater, Schaufenster^ Ampeln uni Helle verbr rabenjch Hochhäusern belebten <51 verkehrsreic besonders dächtnis Stadt- 1 Vierteln mi - überall auf das no sich das gl fast voll 3n den G verkehr au, fyirflidjtern. und Fahrrad hla Lick Dvhnhau üin Et« konnte. W Linden tem Kontrvll mäßig wen And doch feen lk! Groh-Le mit der i )u könne nur abg 5lund ..eingefch Verdu H Ahr daß im g 120000 sichln Autobus sich mit burch di lediglich D'e Bei M-inÄ' infolge h° Sertfpre «MS-- ülnttti p* Segei Rur noch « 8eiM‘":; @W”’j -s £Kebüi »?2». 6«.i „Tin eigei fernst x Fernzügen ü "den nc der ^.^genK Ur3 vor & *unöi( Ä* ’ btr 5 UÄ,i‘ ä dH und^'nr L 7QUsbi **s M -etbo) »Sä Strecke Mücke—Laubach—Hungen. Wie bekomme ich einenReichsjagdschein? Obecheffen der feto eintreffen. | VL7 t l II ll t, | | C It. -----------U ---- . ' ' . . ' , Der jetzt nur werktags um 7.57 in Lauterbach es jedem ermöglicht, feinen Körper bis ms hohe abfahrende und um 1140 in Gedern eintreffende 1 Alter hinein durch regelmäßige Leibesübungen ge- Geschmackvoll Vornehm Persönlich BrühPsche Ala MelgmAMellgelellslvosl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften (Men.SWslMM.? Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache Mainz, Adam-Karrillon-Gtraße 62 __________________ML Die Pressestelle des Gaujägermeisters für Oberhessen teilt mit: Da am 31. März 1935 alle z. Z. in Deutschland lausenden Jagdscheine ungültig werden und die Jagd ohne Jagdschein nicht ausgeübt werden darf, aber auch jeder Eigenjagdbesitzer und Jagdpächter einen neuen Jagdschein, und zwar einen Reichsjagdschein, ab 1. April besitzen muß, einerlei ob er die Jagd ausübt ober nicht, erscheint es geboten, die Jäger auf folgendes aufmerksam zu machen. Die Durchführungsbestimmungen zum Reichsjagdgesetz fehlen noch. Jedoch wird der Weg zum Reichs- jagdfchein im wesentlichen folgender fein: Der Jäger hat an den Kreisjägermeister, der für seinen Wohnort zuständig ist, (nicht an denjenigen, in dessen Kreis das Revier liegt) den schriftlichen Antrag auf Erteilung eines Jahresjagdscheines zu stellen. Diesem Antrag ist beizufügen: 1. Der Nachweis einer ausreichenden Jagd - Haftpflicht - Versicherung (150 OOO bzw. 15 000 RM.); 2. der Nachweis des Bezuges einer der drei amtlich anerkannten Jagdzeitungen „Deutsche Jagd" (Neumann, Neudamm), „Wild und Hund" (Parey, Berlin) und „Deutscher Jäger" (Mayer, München). Es ist in dem Antrag ferner anzugeben, wann, wo und unter welcher Nummer der letzte Jahresjagdschein eines deutschen Landes gelöst wurde, und schließlich darf die Angabe des Alters nicht fehlen. Vermutlich werden in Zukunft besondere Antragsformulare benutzt werden müssen. Der Kreisjägermeister hat zu prüfen, ob die Erteilung eines Jahresjagdscheines mit den Bestimmungen des Reichsjagdgesetzes, §§ 22 bis 24, in Gegenftrecke fährt ein neuer ‘ Lollar ab und trifft um 9.15 Ui meinfchaft erhalten hätten und deshalb auch einer der stärksten Pfeiler des neuen Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers seien? Sein kurzer Hinweis, daß der heutige Tag neben seiner Geltuyg für den Verein auch ein geschichtlicher Tag im Leben des deutschen Volkes bleiben werde, da die Reichsregierung das Gesetz der allgemeinen Wehrpflicht verabschiedete, wurde von lebhaftem Beifall unterbrochen. Mit dem Dank an den überfüllten Saal, insbesondere auch an die Turnerjugend, von denen jeder einen Spargroschen der Büchse des Winterhilfswerkes zuführte, Falt fein lebhaft aufgenommenes „Gut heil" dem Führer und dem Vaterland. Spontan folgten je ein Vers des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Nach dem Abmarsch der Jugend boten in abwechslungsreicher Folge die einzelnen Abteilungen je einen ~ ..... *■ ‘ Vereins. Von reicher Folge die einzelnen Abteilunge Ausschnitt aus dem Arbeitsgebiet des V> den einfachsten Uebungen der Kleinsten bis zum Gipfelturnen der aktiven Turner am Reck fanden alle Vorführungen lebhaften Beifall und zeigten das weit verzweigte Gebiet turnerischer Arbeit, die Einklang zu bringen ist. Bestehen keine Bedenken, so wird darüber eine Bescheinigung ausgestellt. Erst dann darf das Kreisamt einen Jagdschein ausstellen. Es ist also umsonst, sich unmittelbar an das Kreisamt zu wenden, wie das seither üblich war. Da sich die Veröffentlichung der Durchführungsbestimmungen länger hingezogen hat als zu erwarten war, muß mit einem starken Andrang in den letzten Märztagen gerechnet werden. Wir empfehlen allen Jägern, die es noch nicht getan haben, dringend, sofort die obengenannten Unterlagen sich zu besorgen, damit sie ihre Anträge sofort einreichen können, wenn die Bestimmungen endgültig bekannt sind. Näheres folgt. Wer noch keinen Jagdschein besessen hat, braucht keinen Antrag einzureichen. Denn er bekommt den Jagdschein erst nach dem erfolgreichen Bestehen einer Jägerprüfung. Auch über diese werden in Kürze Mitteilungen gemacht werden. Der zukünftige Jagdschein läuft vom 1. April bis 31. März. Wird er im Laufe des Jahres gelöst, so ist trotzdem die volle Gebühr (höhe noch nicht bekannt!) zu zahlen. Alles Warten ist also zwecklos, es gibt nichts mehr zu sparen. Auch der Pachtlustige, der an sich zur Zeit keinen Jahresjagdschein besitzt, muß vor der Verpachtung einen Paß lösen, sonst kann er nicht mitbieten. Zum Bieten wird nur derjenige berechtigt fein, der einen Ausweis des Kreisjägermeisters vorlegt, wonach er den gesetzlichen Vorbedingungen gerecht geworden ist. (Nachdruck erwünscht!) Oberveterinärrat Dr. Willi Klump Sophie Klump,verw.Meyer, geb.Winn beehren sich ihre am 16. März stattgefundene Vermählung anzuzeigen Güterzug mit Personenbeförderung fällt fort. An dessen Stelle verkehrt ein neuer Pz. Lauterbach ab 10.21, Gedern an 11.46 Uhr. Um 11.46 Uhr fährt ein neuer Zug in Stockheim ab und trifft um 12.47 in Dilbel-Nord ein. Der jetzt zwischen Hartmannshain und Dilbel- Nord verkehrende Pz. beginnt schon in Herbstein, dort ab 11.55, Hartmannshain 12 32, Stockheim 14.00, Vilbel-Nord 15,02 Uhr. Bis Gedern verkehrt er nur Samstags und Sonntags. Der jetzt zwischen Lauterbach und Stockheim ver- Alles aus Holz Jedes Stück dieser praktischen Küchengeräte ist aus trockenem, astfreiem Holz gearbeitet. Besteckkasten, Servierbretter, Kochlöffel, Schneidebretter, Quirle, Nudelrolle, Fleischklopfer,Kartoffeldrücker,Loch- Rührlöffel. Bitte, lassen Sie sich ganz ohne Kaufzwang diese Holzgeräte zeigen bei J. B. 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Nach zwei Gedichtvorträgen von den Schülerinnen Minna O ß w a l d und Elli Deibel und der Begrüßung durch die Führerin der Frauenschaft, Frl. Fay, ergriff die Reichsrednerin Frau Dege- n e r (Berlin) von der Bundesleitung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland das Wort über das Thema „Die deutschen Brüder außerhalb der Reichsgrenzen". Aus den fast zweistündigen Ausführungen, von einer großen Anzahl Lichtbilder bestens ergänzt, fei folgendes wiedergegeben: lieber hundert Millionen Deutsche wohnen auf der Erde, also jeder dritte außerhalb der Reichsgrenzen. Da wir ein Volk ohne Raum sind, könnten unsere ehemaligen Besitzungen unseren Bevölkerungsüberschuß völlig aufnehmen. Die Tragfähigkeit des Lebensraumes ist auf der Erde ganz verschieden belastet. In Südamerika, Australien und Afrika sind noch große Siedlungsgebiete. Dabei wies die Rednerin auf das nationalsozialistischste Volk der Erde hin, die Japaner, die sich infolge ihrer starken Vermehrung neuen Lebensraum in Mandschukuo schaffen mußten. Die Welt bietet für insgesamt 8 Milliarden Menschen Lebensmöglichkeit, bewohnt wird sie erst von rund 2 Milliarden Menschen, davon sind über 1 Milliarde Asiaten (Mongolen). In den weiteren Ausführungen wurde die volkswirtschaftliche Bedeutung der uns vom Feindbunde entrissenen Gebiete hervorgehoben. Der an Polen gefallene deutsche Korridor war vor dem Kriege die große Korn- und Kartoffelkammer des östlichen Deutschlands. Besonders vergewaltigt wird das Deutschtum im Memelland. Insgesamt betrug der Verlust an Land 72 463 qkm, an Größe Bayern gleich, mit 7,1 Millionen Einwohnern. Eine große Anzahl guter Lichtbilder führte die Anwesenden im Geiste vom Straßburger Münster und dem deutschen Tore in Metz über das Waldgebiet Eupen und Malmedy nach dem schönen Nordschleswig und der verlorenen deutschen Ostmark. Nach herzlichen Dankesworten seitens der Versammlungsleiterin wurde die Tagung in üblicher Weise geschlossen. CO Klein-Lind e>«, 18. März. Unter den Klängen der Gießener Militärkapelle und dem Ge- leit vieler Leidtragenden wurde heute nachmittag unser letzter A l t v e t e r a n , Landwirt Philipp Jung IX. zu Grabe getragen. Er hatte in den Feldzügen von 1866 und 1877 71 in der Reitenden Batterie des ehemaligen Großh.Hess.Artillerie-Regts. Nr. 25 gekämpft. Pfarrer Bremmer würdigte die Verdienste des Verstorbenen, der viele Jahre lang als Kirchenvorsteher und zuletzt als Ehrenkirchen- vorsteher in der Kirchengemein^ mitarbeitete. Wilhelm Rinn als Vertreter der „Nationalen Sängervereinigung Eintracht - Harmonie" ehrte den verstorbenen Sängerveteranen als den letzten Gründer des ehemaligen Männergesangvereins Eintracht, während die Nationale Sängervereinigung letzte Grüße über das Grab fang. Für die Gemeinde legte Beigeordneter Wilhelm Jung XI. dem langjährigen Ortsgerichtsmitglied einen Kranz nieder, während der Kriegerverein durch feinen Vorsitzenden Friedrich Schimmel dem letzten Altveteranen und langjährigen treuen Mitglied unter ehrendem Nachruf ebenfalls einen Kranz widmete. Altveteran Jung hätte in wenigen Tagen feinen 90. Geburtstag begehen können, er war der älteste männliche Einwohner unserer Gemeinde. )( G r o ß e n - L i n d e n , 19. März. Der einzige hier noch lebende Kriegsteilnehmer von 1 8 7 0 / 7 1, Ludwig Menges, Gastwirt „Zum Ritter", feiert heute seinen 8 7. Geburtstag. s. Lang-Göns, 18. März. Am Samstagabend fand im Saalbau Hebbel eine Veranstaltung der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" statt, in deren Mittelpunkt das To t e n t a n z f p l e l von Alois Lippi stand. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden Heinrich Faber, der feinem Bedauern über den schlechten Besuch Ausdruck gab, sprach Herr Kraus, der mit einer Laienspielschar aus Alsfeld das Spiel aufführte, einige erläuternde Worte und las Gedichte von Walter Flex und Baldur von Schirach, dazwischen trug der Lobeda- Ehor Gießen passende Gesänge vor. Dann begann das Spiel, das durch die Leitung des Herrn Kraus, durch die einfachen, aber doch packenden Szenenbilder, durch die klare Sprache und durch die schauspielerische Kunst aller Mitspieler einen außerordent- lich tiefen Eindruck hinterließ. > Muschenheim, 18. März. An Ein- topfspenden wurden im Winter 1934/35 in unserer Gemeinde' der stattliche Betrag von 270 Mark aufgebracht. Bei der Edelweiß-Sammlung wurden 32 Mark gespendet. Die zweite Geldsammlung, die im Februar durchgeführt wurde, ergab 36,50 Mark. Die Lebensmittel« Pfundsammlung im Monat März brachte einen Ertrag von 80 Pfund. Für Ferienkinder konnten 15 Pflegeftellen bereitgeftellt werden. Die vorerwähnten Zahlen lassen die Opferbereitschaft der Einwohner unseres Dorfes erkennen. * Stangenrod, 18. März. Der hiesige 50 Jahre alte Landwirt Karl Weber geriet, als er mit einem Fuhrwerk auf den Acker fahren wollte, plötzlich unter d i e Räder bes Wagens und wurde überfahren. Mit einer Bruftquet- fchung mußte der Verunglückte nach Gießen gebracht werden. Sein Zustand ist den Umständen entsprechend gut. Kreis Lauterbach. * Angersbach, 18. März. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich in unserem Dorfe. Beim kindlichen Spiel kam die 7jährige Marie Schad unglücklich zu Fall und stieß dabei m rt d e m Kopf auf die Erde auf. Das Kind hatte zunächst nicht viel gespürt, den kleinen, alltäglich erscheinenden Unfall nicht beachtet, auch iben Eltern nichts davon gesagt. Der so nebensächlich erscheinende Sturz bekam jedoch eine ernstere Bedeutung, als sich am Tage darauf Lähmungserschei- nungen einstellten, die Veranlassung waren, daß das Kind sofort zur Behandlung nach Gießen gebracht wurde. Nach den ärztlichen Feststellungen hat sich ein Blutgerinnsel im Gehirn gebildet, das 'die Lähmungserscheinungen hervorrief. Der Zustand des Kindes ist ernst. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 18. März. Hier ereignete sich ' ein f d) ro e r e r Unfall. Die etwa 36 Jahre alte : Frau Marie H o f aus Hattenrod, die hier zu Be- ' such weilte, kam mit ihrem Fahrrad auf dem Heim- i wyg schwer zu Fall. Als sie einem entgegenkom- । menben Kraftwagen ausweichen wollte, verlor sie । die Herrschaft über ihr Rad und fuhr dabei auf 1 einen vor ihr fahrenden Radfahrer auf. Die be- i dauernswerte Frau blieb besinnungslos liegen und 1 mußte in die Gießener Klinik gebracht werden. i Dort wurde ein Schädelbruch festgestellt. Der - Zustand der Verunglückten ist ernst. ankommen. 1 Strecke Hungen—Friedberg. Der zur Zeit nur Sonntags verkehrende Pz. Hungen ab 20.23, Friedberg an 21.05 Uhr, verkehrt im neuen Fahrplan täglich. Um 21.35 Uhr wird werktags ein neuer Zug in Friedberg abfahren und um 22.18 Uhr in Hungen , eintreffen. < Der jetzige Sonntagszug Friedberg ab 22.08 Uhr, ' Hungen an 22.50 Uhr, wird künftig erst um 22.34 ( Uhr in Friedberg abfahren und um 23.17 Uhr in ■ Hungen eintreffen. Strecke Burg- und Meder-Gemünden—Kirchhain. ; Der gegenwärtige Sonntagszug Burg- und Nieder-Gemünden ab 11.32, Kirchhain an 12.10 Uhr, । verkehrt künftig früher und zwar Burg- und Nieder-Gemünden ab 11.12, Kirchhain an 11.54 Uhr. Sonst nur geringe Abweichungen. Strecke Nidda—Friedberg. Der jetzt um 10.30 Uhr in Nidda abfahrende und um 11.20 Uhr in Friedberg ankommende Pz. wird im neuen Fahrplan schon um 9.18 Uhr in Nidda abfahren und um 10.08 Uhr in Friedberg eintreffen. Der jetzt werktags, außer Samstags, um 18.16 Uhr in Echzell ab fahrende und um 18.41 Uhr in Friedberg ankommende Pz. wird künftig täglich zwischen Nidda und Friedberg verkehren. Er wird um 17.50 Uhr in Nidda abfahren und um 14.40 Uhr in Friedberg eintreffen. Ein neuer Zug wird um 11.31 in Nidda abfahren und um 12.22 Uhr in Friedberg eintreffen. Der jetzige Sonntagszug Nidda ab 18.50 Uhr, Friedberg an 19.42 Uhr, wird im neuen Fahrplan nicht mehr verkehren. Als Ersatz wird der zur Zeit nur werktags verkehrend Pz. Nidda ab 20.05, Friedberg an 20.53 Uhr, im neuen Fahrplan täglich verkehren. Der jetzt nur werktags, außer Samstags, zwischen Friedberg und Echzell verkehrende Pz. Friedberg ab 17.45, Echzell 18.10 Uhr, wird im neuen Fahrplan bis Nidda durchgeführt; Nidda an 18.35 Uhr. Der jetzige Sonntagszug Friedberg ab 20.45, Nidda an 21.36. verkehrt künftig später, und . zwar Friedberg ab 22.26, Nidda an 23.15 Uhr. Ein neuer Zug wird künftig täglich um 10.15 Uhr in Friedb erg ab fahren und um 11.05 Uhr in Nidda eintreffen. Strecke Nidda—Schotten. Im neuen Fahrplan wird täglich ein neuer Zug um 10.32 in Schotten ab f ahr en und um 11.13 Uhr in Nidda eintreffen. Sonntags wird je ein neuer Zug um 19.11 und um 21.40 in Schotten ab fahren und um 19.52 bzw. 22.21 Uhr in Nidda ankommen. Der jetzt nur werktags verkehrende Pz. Nidda ab. 20.50, Schotten an 21.32 Uhr, wird täglich verkehren. Dafür fällt der jetzt Sonntags verkehrende Pz. Nidda ab 21.40, Schotten an 22.22 Uhr fort. Ein neuer Sonntagszug wird im neuen Fahrplan um 23.19 in Nidda ab fahren und um 0.01 in Schotten eintreffen. Ferne» wird täglich ein neuer Zug um 11.20 in Nidda abfahren uml2.02 Uhr in Schotten eintreffen. Strecke Vilbel-Nord—Stockheim—Lauterbach. Der jetzt zwischen Heldenbergen-Windecken und Lauterbach verkehrende Pz., Abfahrt 6.36, Ankunft 9.23, verkehrt im neuen Fahrplan ab Vilbel-Nord, dort ab 6.07, Heldenbergen-Windecken 6.36, Stockheim 7.10, Lauterbach an 9.23 Uhr. Der jetzt zwischen Vilbel-Nord und Hartmannshain verkehrende Pz., Stockheim an 9.22, ab 9.38, wird im neuen Fahrplan bis Herbstein verkehren, ab Gedern jedoch nur Samstags und Sonntags, Vilbel-Nord ab 8.18, Stockheim ab 9.32, Gedern 10.19, Herbstein an 11.28 Uhr. Um 11.16 wird ein neuer Zug in Vilbel - Nord abfahren, Heldenbergen - Windecken an 11,43, ab 11.44, Stockheim an 12.13, ab 12.17, Gedern an 12.56, ab 13.00, Grebenhain - Crainfeld 13,37, ab 13,40, Lauterbach 14.26. Sonntags wird ein neuer Zug um 18.47 in Grebenhain-Crainfeld abfahren und um 19.34 in Lauterbach eintreffen. Sonntags wird ein neuer Zug um 8.12 in Lauterbach abfahren und um 9.01 in Grebenhain-Crain- Bücher von den Wundernder Kleinwelt Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm.VonK.O.Bartels. 164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 DieMikroskople.EineEinführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr.W.Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen des Verfassers......................................RM. 3.60 EinfachsteLebensformendesTier-u.Pflanzenreichs. Naturgeschichte der mikroskopischen Süßwasserbewohner von F. Eyferth. Fünfte, von Prof. Dr. W. Schoenichen vollständig neu bearbeitete Auflage Mit über 1500 Abbildungen. 2 Bände in Halbleder gebunden RM. 38.—. Neue Ganzleinen- Ausgabe RM. 30.— Die Infusorien des Süß wassere und Meeres. Hilfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung in deren Biologie. Von Prof. Dr. J. Lepsi. Mit 550 Abbildungen. Gebunden RM. 4.— Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde kehrende Pz. wird wie folgt bis Vilbel-Nord durch- geführt: Lauterbach ab 18.00, Grebenhain-Cram- feto 18.47, Gedern 19.26, Stockheim 20.14, Dilbel- Nord an 21.24. Der jetzige Sonntagszug Lauterbach ab 16.43, Stockheim 20.27, wird im neuen Fahrplan später verkehren, und zwar Lauterbach ab 1827, Stockheim 20.27, Heldenbergen-Windecken an 20.50 Uhr. Samstags wird ein neuer Zug um 20.12 in Lauterbach abfahren und um 22.17 in Stockheim eintreffen. Der jetzige Sonntagszug Mücke—Hungen, Abfahrt 11.44, Ankunft 12.29 Uhr, wird künftig erst um 12.07 Uhr in Mücke absahren und um 12.51 Uhr in Hungen eintreffen. Ein neuer Zug wird Sonntags um 18.42 Uhr in Mücke absühren und um 19.30 Uhr in Hungen eintreffen. Ein neuer Zug wird Sonntags um 17.35 Uhr in Hungen absahren und um 18.08 Uhr in Mücke Turnverein Wieseck am Samstag mit einem großen Turnabend in den Dienst des Winterhilfswerkes. Sämtliche Abteilungen des Vereins, in 16 Riegen mit etwa 180 Teilnehmern einschließlich der Gesangsabteilung, waren daran beteiligt. Mit dem Liede „Wenn wir marschieren, dann leuchtet ein Licht" erfolgte der Aufmarsch der gesamten Turnerjugend. Ein Chorspruch der Jugend, der in sinnvoller Weise auf die Bedeutung des Abends hinwies, und ein Bekenntnis über das Wesen der Deutschen Turnerschaft im Sinne des Turnvaters Jahn und des wiedererwachten Deutschlands unter der Führung Adolf Hitlers in der von Jahn erträumten Gemeinschaft ablegte, klang aus mit dem Schwur der Turnerjugend, für allezeit Hüter dieser Gemeinschaft zu sein. Vereinsführer D a u p e r t wies in einer markanten Ansprache nochmals auf den Schwur der Jugend und den Zweck des Abends hin. Er zeigte den Weg und die Arbeit der DT.- Vereine von Jahn bis Hitler auf, die in dem neuen Deutschland die langersehnte völkische Ge- Am Donnerstag, dem 21. März, nachmittags 3 Uhr, im (Sdf£ Leib MMS-VklsWNIlW Vortrag von Fräul. £)r.51opitfd): Evangelischer Mütterdienst 1593q Bekanntmachung. Betreffend: Die Abgabe von organischem Dünger „Biohurn". Es wird hiermit bekanntgegeben, daß an der Kläranlage der Stadt Gießen von jetzt ab bis auf weiteres der hochwertige Pflanzendünger „Biohum abgegeben wird. Nähere Auskunft kann daselbst eim geholt werden. 1596C Gießen, den 16. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Bekanntmachung. Die Bauarbeiten für einen Eisenbetonkanal sowie einen Schmutzwasserkanal zwischen Keplerstraße und der Eisenbahn Gießen—Fulda sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 1610D Die Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke find ab Mittwoch, den 20. März, bei uns erhältlich. Die Angebote find bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 30. März 1935, vormittags 10 Uhr, an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt Gießen, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 19. März 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert. Waschen Spannen und Bügeln 59 D (auch nur Spannen) von Vorhängen Gardinen Strickdecken In sachgem. Ausfuhr. Großwäscherei Edelweiß yiaumen- Mus£;cken. Pflaumen u. Zucker 10-Pfund-Eimer 2.85 25-Pfund-Eimer 8.80 Emaille-Eimer: 10 Pfund M. 2.90 29 Pfund M. 7.90 ab hier selt29Jahren ERICH HENKELMANN Magdeburg 113. Bretter Sperrholz Latten 167SD Dachpappe Carbolineum Happel&Co. Müh!str.18,Ruf3925