r.16 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, ly.Ianuar 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat Im Bild • Die Scholle Monats vezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: 8rontfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche llniverfitätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Siesten. 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Am Donnerstag gewährte der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler dem bekannten englischen Journalisten und Vertreter der Rothermere -Presse Mister Ward Price ein Interview, in dem er sich zu einer Anzahl außenpolitischer Fragen äußerte. Ward Price richtete zunächst folgende Frage an den Führer: „Unter welchen Bedingungen kann Deutschland zum Völkerbund zurück k e h re n ?" Der Führer antwortete: „Ich und niemand in Deutschland denken daran, für einen eventuellen Diedereintritt in den Völkerbund „Bedingungen" zu stellen. Ob wir noch einmal in diese Korporation zurückkehren oder nicht, hängt ausschließlich davon ab. ob wir ihr als v o 1 t st ä n d i g gleichwertige Nation angehören können. Dies ist keine „Bedingung", sondern einfach eine Selbstverständlichkeit. Entweder sind wir ein souveräner Staat oder wir sind es nicht. So lange wir dies nicht sind, haben wir in einer Gemeinschaft souveräner Staaten nichts zu suchen. So lange die nationalsozialistische Bewegung Deutschland führt — und das wird für die nächsten paar Jahrhunderte der Falt fein, auch wenn unsere Emigranten noch so oft das Gegenteil beschwören — wird sich an dieser Einstellung nichts mehr ändern. 3m übrigen habe ich dies bereits in meiner Mairede 1933 ausdrücklich erklärt. 3ch möchte dabei betonen, daß die Unterscheidung in „moralisch" gleichberechtigt und „sachlich" gleichberechtigt vom deutschen Volk als eine Beleidigung empfunden wird. Ob 69 Millionen Menschen auf dieser Delt moralisch gleichberechtigt sind oder nicht, kann letzten Endes niemand entscheiden als höchstens das betroffene Volk selbst. Entweder man ist sachlich gleichberechtigt, dann muh man es von vornherein auch moralisch sein, und wenn man umgekehrt moralisch einmal gleichberechtigt ist. bleibt es unverständlich, wieso man dann die fachliche Gleichberechtigung bestreiten oder einfach verweigern kann. Frage: Wird dazu nötig sein, die Trennung der allgemeinen Völkerbunds bestimmun- aen vom Versailler Vertrag burchzu- Der Führer antwortete: Solange der Völkerbund nur ein Garantievertrag von Siegermächten ist, führt er seinen Namen überhaupt zu Unrecht. Daß ouf die Dauer dieser Bund — der doch dem Willen der Gründer nach vermutlich eine Ewigkeitserschei- vung sein soll — nicht verkoppelt werden kann mit einem Vertrag, dessen zeitliche Begrenzung schon In seinen inneren Gebrechen und Unmöglichkeiten liegt, kann vielleicht von den derzeitigen Interessenten bestritten werden, wird aber einst geschichtlich als selbstverständlich gelten. Frage: Sollte die Anerkennung der Gleichberechtigung im voraus ftattfinben oder könnte die Gewährung der Gleichberechtigung und die Rückkehr gleichzeitig erfolgen? Der Führer antwortete: Die deutsche Gleichberech- (ianna ist die Voraussetzung für jede Beteiligung Deutschlands an internationalen Abmachungen und Vereinbarungen Mit dieser Forderung stehe ich keinesfalls vereinsamt in der Welt da, sondern ich befinde mich in der an- ständigsten Gesellschaft. Denn: Kein Volk von Ehrgefühl und keine Regierung von Bflichtbewuhtsein könnten hier anders denken oder gar anders handeln. Auf der Welt sind schon sehr viele Kriege verloren gegangen. Wenn man nach jedem verlorenen Kriege in der Vergangenheit den unglücklich Unterlegenen für immer feine Ehre und feine Gleichberechtigung aberkannt hätte, mühte der Völkerbund schon jetzt mit lauter nicht gleichberechtigten und damit letzten Endes ehr- losen und minderwertigen Nationen vorlieb nehmen. Denn es gibt ja kaum einen Staat ober eine Nation» bie nicht einmal das Unglück hatten, selbst wenn sie tausendmal im Recht waren, einem stärkeren Oegner ober einer stärkeren Koalition zu unterliegen. Bisher hat sich bieser gräßliche Unsinn in ber Welt noch nicht elnzubürgern vermocht, unb wir finb entschlossen, bafür zu sorgen, baß Deutsch- fqnb nicht bas erste Exempel für bis Einführung eine» solchen Wahnsinns abgibt. Frage: Ich fragte neulich eine hochstehende politische Persönlichkeit in Frankreich, warum denn will Frankreich die vollendete Tatsache der Wiederher st ellung der deutschen Rü st ungen nicht anerkennen? Wir Engländer halten es immer für vernünftiger, solche Tatsachen ins Auge zu fassen. Dieser Politiker hat mir geantwortet: Ja, wir glauben, daß Deutschland eine Politik der Versöhnung nur so lange treiben wird, bis die Reichswehr sich in der Lage fühlt, einen Krieg erfolgreich führen zu können. Man befürchtet in Frankreich, daß die Annäherungsbestrebungen an die französischen Frontkämpferverbände nur eine Tarnung sind, hinter der die zukünftigen aggressiven Absichten verborgen werden sollen. Welches ist Ew. Exzellenz Erwiderung zu diesen Befürchtungen? Der Führer antwortete: „Dieser Politiker hat noch nie ein Volk geführt. Ober könnte er sonst glauben, bah man ein Jahrzehnt lang vom Frieden reben kann, um bann plötzlich mit demselben Volk so mir nichts dir nichts einen Krieg z u beginnen ? Wenn ich vom Frieden rede, drücke ich nichts an- deres aus, als was der tiefinner st e Wunsch des deutschen Volkes ist. 3ch kenne die Schrecken des Krieges. Gemessen an seinen Opfern sind alle Gewinne unbefriedigend. Die katastrophalen Folgen einer solchen allgemeinen europäischen Schlächterei würden in Zukunft noch schlimmere fein. 3ch glaube, dah der kommu- n i st i f ch e Wahnsinn der einzige Gewinner wäre. 3ch habe aber nicht 15 Jahre dagegen gekämpft, um ihn dann auf einem Umweg erst recht auf den Thron zu heben. Das ich will, ist das Glück meines Volkes. 3ch habe nicht gesehen, dah der Krieg das höchste Glück ist, sondern im Gegenteil, ich sah nur tiefstes Leid. Deutschland wünscht ein ehrliches Verhältnis zu allen Nachbarvölkern. 3ch spreche daher zwei Bekenntnisse ganz offen aus: 1. Deutschland wird von sich aus niemals den Frieden brechen; 2. wer uns anpackt, greift in Dornen und Stacheln. Denn ebenso, wie wir den Frieden lieben, lieben wir die Freiheit. Wenn ich auf der einen Seite, ohne dazu gezwungen zu sein, Frankreich namens des ganzen deutschen Volkes die Versicherung abgebe, dah wir keine territorialen Forderungen mehr erheben werden, und damit durch uns selbst jede Revanchevoraussehung beseitigen, so gebe ich auf der anderen Seite aber genau fo die heilige Versicherung ab, dah uns keine Not, kein Druck und keine Gewalt jemals zum Verzicht auf unsere Ehre und unsere Gleichberechtigung bringen wer- den. 3ch Halle eine solche Feststellung für notwendig, denn Verträge haben überhaupt nur einen Sinn zwischen ehrliebenden Völkern und ehrbewuhten Regierungen. Deutschland aber mochte ein ehrliches Verhältnis zu den Nachbarvölkern Herstellen. Wir haben dies im Osten getan, und ich glaube, daß man nicht nur in Berlin, sondern auch in Warschau über die uns gemeinsam gelungene Entgiftung der Atmosphäre glücklich sein wird. 3d) bin weiter überzeugt, dah, wenn man erst einmal diesen weg des gegenseitigen Verstehens und der Rücksichtnahme beschritten hat, dabei am Ende mehr herauskommt, als durch noch fo umfangreiche, aber innerlich unklare Pakte. 3ch werde es mir jedenfalls tausendmal überlegen, das deutsche Volk in Abmachungen verstricken zu lassen, deren Konsequenzen nicht ganz eindeutig zu übersehen sind. Wenn wir schon aus eigenem willen keinen Krieg zu führen beabsichtigen, dann aber noch viel weniger für fremde, Deutschland nicht bewegende 3nter- essen. 3m übrigen haben wir schon öfter als einmal uns bereiterklärt, mit den um uns fiegenben Staaten verpflichtende Ni ch t a n g ri f f s- pakte abzuschliehen. Frankreich wird unter Druck gesetzt. Der Nichteinmischungspakt im Donaubecken. — Frankreichs Verbündete machen Vorbehalte zu den römischen Abmachungen. London, 19. Ian. (DNB.°Funkspruch.) Bei den Besprechungen Lavals mit den Vertretern der Kleinen Entente, des Balkanbundes und Sowjetrußlands in Genf, sollen sich, wie Pertinax dem „Daily Telegraph" meldet, große Schwierigkeiten in der Frage der römischen Abmachungen über einen Nichteinmischungspakt im Donaubecken ergeben haben. Die'genannten Staaten hätten dem Abkommen zwischen Mussolini und Laval vorläufig ihre Zustimmung versagt. Ihre Ablehnung werde durch den Inhalt eines vorläufigen Protokolls beleuchtet, das die drei Außenminister der Kleinen Entente bei ihrer Zusammenkunft in Laibach unterzeichnet hätten und das folgenden Inhalt habe: „Weder die kleine Enlenle noch der Balfan- bund werden der geplanten Konvention für das Donaubecken beitreten, wenn Laval ihnen nicht die Versicherung gibt, dah Frankreich einen Vertrag der Zusammenarbeit mit Ruhland unterzeichnen wird, falls Deutschland und polen den Ostpaktplan erneut ab 1 ehnen. Auherdem behalten sich die Kleine Entente und der Valkanbund die (Erörterung über die Art und Weise ihren etwaigen Beitritt zur Donaukonvention vor." Auch der sowjetrussische Außenminister Litwi- n o w habe eine ähnliche Haltung eingenommen. Die erwähnten Staaten bestünden alle darauf, daß die gewünschte Zusicherung Lavals vor seiner und des Ministerpräsidenten Flandins Reise nach London erfolge. Diese Tatsache sei bezeichnend für die Solidarität, die jetzt zwischen Sowjet- rußland und der Kleinen Entente und dem Balkanbund bestehe. Laval werde, daher in den nächsten Tagen weitgehende Entschlüsse zu fassen haben. Er werde zwar seine Gesprächspartner in Genf nicht entmutigen, ihnen aber erklären, daß das französische Kabinett als ganzes diese Angelegenheit regeln müsse. England wirbt um Vertrauen. Genf, 19. Jan. (DNB.) Lordsiegelbewahrer Eden sprach im Rundfunk über das Ergebnis der Saarabstimmung. Es sei keine unvernünftige Hoffnung, wenn man glaube, daß die Lösung dieser heiklen europäischen Frage ein neues Zeitalter der Versöhnlichkeit eröffnen werde. Damit aber dieser Auftakt zu weiteren greifbaren Ergebnissen führe, sei es notwendig, daß die Nationen in gemeinsamer Arbeit mehr zustandebrächten a l s bloße Aeußerungen des guten Willens, wenn diese auch noch so herzlich gemeint seien. Um endlich einmal das bedrückende Gefühl der Unsicherheit, unter dem Europa zu leiden habe, loszuwerden, müssen wir uns ernstlich zusammentun, um das Vertra.uen zwischendenNationenzu festigen, denn dieses ist der ausschlaggebende Faktor für einen dauerhaften Frieden. In einer Rede in Belfast (Nordirland) wandte sich Schatzkanzler Neville Chamberlain gegen den „skandalösen Versuch politischer Wider- facher, der Regierung Kriegsabsichten zu unterstellen". Niemals sei eine frevelhaftere und dümmere Beschuldigung erhoben worden. England habe bis zum Gefahrenpunkt abgerüstet, aber anstatt diesem Beispiel zu folgen, hätten a n - dere Mächte gerüstet. „Wenn wir zu unserem Teil an der Schaffung eines Gefühles der Sicherheit in Europa beitragen wollen, dann müssen wir ausreichend gerüstet sein. Ich wage zu sagen, daß das was im Saargebiet geschehen ist, uns deutlich die Marschrichtung angibt, damit wir eines Tages den internationalen Frieden auf eine fefte_ unb dauerhafte Grundlage stellen können. Es würde falsche und närrische Sparsamkeit sein, die Ausgaben cinzu- schränken, die notwendig sind, um dis Wiederholung eines Krieges zu verhindern." Willkommen im Mich! Das Saarland ist deutsch und will zurück zum Reich. Daran gibt es nach dem überwältigenden Sieg der deutschen Sache am 13. Januar nichts mehr zu deuteln. Nicht einmal in Saarlouis, der Stadt mit dem ftanzösischen Namen, oder in den nach Frankreich zu gelegenen Grenzbezirken haben die Anhänger des Status quo trotz aller skrupellosen Hetze und Verleumdung mehr als acht Prozent der Stimmen erzielen können. Ganz zu schwel* gen von den offenen Parteigängern Frankreichs. Die 150 000 Saarfranzosen, mit denen einst Giemen- ceau den Präsidenten Wilson übertölpelt hatte, sind in den fünfzehn Jahren des Dölkerbundsregirnes unter dem Einfluß der rührigen französischen Kultur* Propaganda auf ganze 2000 zusammengLsthmolzen. Wahrlich eine vernichtende Desavouierung, die noch vor wenigen Tagen in französischen und englischen Blättern der Welt weismachen wollten, daß das Saarland vom Nationalsozialismus nichts wissen wolle und sicher die Hälfte, wenn nicht mehr der Saarbewohner für einen autonomen Saarstaat er* klären würden. Mit einem gewaltigen Ruck haben die Federgewaltigen in Paris und London seit dem denkwürdigen Dienstaa, dem Tage der Bekanntgabe des deutschen Abstimmungssieges, das Steuer herumgeworfen und erklären nun mit einer stau* nenswerten Wendigkeit, wie hochwillkommen die Rückkehr des Saarlandes im Interesse einer end* gültigen Bereinigung des deutsch-französischen Der* hältnisses und einer Sicherung des Friedens sei. Emigranten und Separatisten, die früher als Kron* zeugen für die „wahre Stimmung" im Saargebiet fungieren mußten, die man sich nicht gescheut hatte, als Redner in Pariser Versammlungen auftreten zu lassen, um dem deutschen Nationalsozialismus eins auszuwischen, werden jetzt plötzlich auch in Paris und London mit ähnlichen Namen belegt, die in Deutschland schon immer für Landesverräter üblich waren. An der französischen Grenze wirb kräftig gesiebt, und manchen, der noch vor kurzem in seinen Hetzreden von deutschen Konzentrationslagern fabelte, erwartet nun eine ähnliche Einrich* tung in Frankreich. Dieser ebenso schnellen wie gründlichen Sinnes- Wandlung kann der diplomatische Apparat, der sich zunächst mit den praktischen Folgerungen aus dem Abstimmungsergebnisse zu befassen hat, kaum folgen. Der Bericht des Dreierausschusses an den Völker* bundsrat, dessen Entscheidung nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages das Schicksal des Saarlandes unterliegt, war nach dem klaren Votum des Saarvolkes zwar schnell fertiggestellt. Aber die Franzosen inszenierten noch ein kleines Rückzugsgeplänkel. Ihnen fehlt die Gabe, im psychologisch richtigen Augenblick großzügig zu sein. Sie Hammern sich an Buchstaben und Formeln, und wenn aus ihnen nichts mehr herauszuholen ist, so suchen sie durch irgendeine Hintertür noch nach Vorwänden, um eine klare Sache undurchsichtig, eine einfache Angelegenheit verwickelt zu machen. So verpassen sie die Gelegenheit einer großzügigen Geste unb belasten wider bessere Erkenntnis mit Rudimenten einer verlorenen Schlacht ein sich anbahnendes neues Verhältnis. Um ein diplomatisches Druckmittel in der Hand zu behalten, wollten sie für die Rück- alieberung der Saar fein Datum festgesetzt wissen, bevor nicht die Bedingungen für die Rückgliederung festgesetzt waren. Sie haben sich schließlich bestimmen lassen, mit dem 1. März als Datum der Rückgliede* rung heute schon ihr Einverständnis zu erklären, unter der Bedingung, daß der Dölkerbundsrat auf Vorschlag des Dreierausschusses die Verpflichtungen für die Rückgliederung selbst festlegt, wenn die beiden interessierten Regierungen sich bis zum 15. Fe* bruar nicht darüber geeinigt haben sollten. Auf der gleichen Linie französischer Hintertürenpolitik liegt die Erörterung der Entmilitarisierung des Saargebiets. Daß über diese im Versailler Vertrag ganz eindeutig geregelte Angelegenheit überhaupt eine Debatte entstehen konnte, muß schon wunder- nehmen. Für das Saargebiet gibt es kein Sonderregime, es fällt felbstverständlich in die entmilitari* fierte Zone, die die Artikel 42 und 43 des Der* failler Vertrages für das linksrheinische Deutschland und 50 Kilometer rechts des Flusses festgelegt haben. Irgendwelche weiteren Bestimmungen sind vertragswidrig, besondere Verpflichtungen überflüssig und beide für Deutschland undiskutabel. Es würde also eine schnelle Verständigung nur fördern, wenn dieser Gegenstand möglichst schnell aus der Debatte verschwände. Irgendwelche Vorbehalte ständen im Widerspruch mit der durch die Entscheidung des Völkerbundsrats geschaffenen Tatsache, daß das Saargebiet nach seiner Rückgliederung aufhört, eine besondere staatsrechtliche Rolle zu spielen, vielmehr mit allen Rechten und Pflichten ein Bestandteil des Deutschen Reiches wird. Die durch die Abmachungen von Rom für einen bestimmten Personenkreis getroffene, aber nur für eine Übergangszeit geltende Sonderregelung wird Deutschland selbstverständlich loyal einhalten, bar- über hinaus kann es aber irgenbwelcher Beschränkung seiner Souveränität in bem bis babin vom Völkerbunb verwalteten Gebiet nicht zustimmen. Unb wenn nun gar ber französische Außenmimster Laval in seiner Antwort an ben Führer seine komplizierte Paktpolitik in Zusammenhang mit bek Lösung bes Saarproblems bringt, so muß dem entgegengebalten werben, baß es hier keinerlei Kompensationen gibt. Je schneller und reibungsloser die Rückgliederung der Saar vonstatten geht, um fa unbefangener wird Deutschland an die erneute Erörterung des Fragenkomplexes um die Begriffs Gleichberechtigung und Sicherheit Herangehen. Franke reich dient also seinem eigenen Interesse am besten, wenn es in den kommenden Tagen alles tut, was 3U einer schnellen unb lückenlosen Bereinigung oe» Saarproblems helfen kann. krank' u r - Der Danziger Senatsprä'sident vor dem Völkerbundsrat.. Die nationalsozialistische Regierung Danzigs hält sich streng im Rahmen der Verfassung. Deutsche Naggen über den Amtsgebäuden des Saarlandes Heimburger befiehlt ihre Einholung. Instanzen des Rates in Anspruch zu nehmen. Dies wird jedoch gestört durch das Vorgehen von Personen, welche sich dem in der Verfassung verankerten Mehrheitsprinzip nicht beugen wollen. Der Vertreter der polnischen Regierung stimmte der Vertagung der von Danziger Staatsbürgern vorgebrachten Beschwerde zu. Er glaube, daß direkte Besprechungen zwischen der Danziger Regierung und der Zentrumspartei die beste Methode sei. Die polnische Regierung habe bei dem Danziger Senat den aufrichtigen Wunsch noch Zusammenarbeit und den Geist guter Verständi- gungsbereitschaft angetroffen. Polen bezweifle nicht, daß der Danziger Senat diesen selben Geist bei den obengenannten Besprechungen zeigen werde. Die Vertagung der Beschwerde der beiden katholischen Priester im Sinne des Berichterstatters wurde beschlossen. Senatspräsident Greiser ging dann um den Ratstisch herum zu dem Berichterstatter Eden und schüttelte ihm dankend die Hand. Er verabschiedete sich darauf mit dem zum ersten Male im Ratssaale gesehenen Hitlergruß. Die Beschwerde des Prinzen pleß zurückgewiesen. Die Beschwerde des Prinzen Pleß gegen die über ihn verhängten polnischen Zwangsmaßnahmen wurde durch Beschluß des Völker- bundsrates zurückgewiesen. Der Berichterstat- ter hatte erklärt, daß keine Schlechterstellung des Prinzen gegenüber anderen Staatsbürgern erfolgt fei und damit kein Verstoß gegen die Bestimmungen des deutsch-polnischen Abkommens über Oberschlesien. Er habe sich nicht darum gehandelt, zu entscheiden, ob die Steuermaßnahmen an sich hart seien, sondern baruni, ob der Prinz von Pleß einer besonderen Diskriminie- r u n g durch die polnischen Gerichte ausgesetzt ge- wesen sei. Es sei n i ch t b e w i e s e n , daß man unter gleichen Verhältnissen einen zur Mehrheit der Bevölkerung gehörenden Staatsbürger anders behandelt haben würde, ebensowenig die Behauptung, daß die gegen den Prinzen von Pleß ergriffenen Maßnahmen die Polonisierung seiner Besitz u n g e n . bezweckt hätten. Der Bericht richtet ober die vorsichtige Mahnung an Polen, darüber zu wachen, daß die Maßnahmen der polnischen Behörden nicht zu politischen Zwecken mißbraucht werden, zu Zwecken, die mit den Verpflichtungen der polnischen Regierung nicht vereinbar sein würden. Daß die deutsche Regierung die Pleß-Frage selbst der Kompetenz des Haager Gerichtshofes ent- zogen habe, fei für die Beurteilung an sich nicht entscheidend, müsse aber einen Einfluß auf den etwaigen Versuch ausüben, den Haager Gerichts- Hof noch einmal mit dieser Frage zu befassen. In dieser umständlichen und nicht widerspruchsfreie» Lölterbuadsjprachs soll nun die Beschwerde flaue zugeteilt werden wird. So sind die drängendsten Probleme wirtschaftlicher Art. Das wirtschaftliche Fundament des Saarlandes ist die Kohle. Don 750 000 Erwerbstätigen samt Angehörigen entfallen 212 000 auf den Bergbau. Die Absatzfrage für den saarländischen Kohlenbergbau ist für die nächste Zeit dadurch gelöst, daß nach den römischen Abmachungen der Preis für den Rückkauf der Saargruben zum großen Teil in Gestalt von Kohlenlieferungen an Frankreich zu erlegen ist. Frankreich hat an diesen Lieferungen alles Interesse, da es die Saarkohle für die Aufbereitung der lothringischen Minette benötigt. Zudem wird alles getan werden, um der Saarkohle in steigendem Maße wieder die süddeutschen Absatzmärkte zu erschließen, die sie vor dem Kriege vorwiegend versorgt hat. Weiteren Absatz würde der Ausbau der saarländischen Energiewirtschaft bieten und ihr An- schluß an die großen Stromverteilungsnetze und Ferngaspläne des Reichs. Ein Abkommen zwischen der Ruhrgas-AG. und der Saar-Ferngas-Gesellschaft sichert letzterer bereits einen hohen Anteil an der Ferngasversorgung des südwestdeutschen Wirtschaftsgebiets. Die Saareisenindustrie bezog 84 Prozent ihres Bedarfs an Erzen aus dem lothringischen Minettegebiet. Es ist nicht anzunehmen, daß Frankreich zu einer Sperrung des Erzbezugs schreiten wird, die Zusammenarbeit zwischen Saarkohle und lothringischer Minette sind naturgegeben, Frankreich würde seiner eigenen Wirtschaft am schwersten schaden durch irgendwelche Repressalien, denen die Saarindustrie durch Bezug schwedischer Erze leicht ausweichen könnte. Um der ausgedehnten und leistungsfähigen weiterverarbeitenden Industrie ausreichende Beschäftigung und Absatz ihrer Erzeugnisse zu sichern, wird die deutsche Wirtschaft bei der Verteilung ihrer Aufträge das zurückgekehrte Saargebiet bevorzugt berücksichtigen. Erste Ansätze dazu sind ja bereits geschehen. Auch die landwirtschaftliche Produktion, die trotz der Kleinheit der Einzelbetriebe, für die saarländische Gesamtwirtschaft eine bedeutende Rolle spielt, hat in Süddeutschland ihren natürlichen Markt, während sie in Frankreich die Konkurrenz des aus dem begünstigten Klima Südfrankreichs und Algiers stammenden Obstes und Gemüses nicht aufzuholen vermochte. So kann das Volk an der Saar, das sich am 13. Januar in einer so überwältigenden Demonstration zu seinem deutschen Volkstum bekannte, überzeugt fein, baß im nationalsozialistischen Reich alles getan wird, um den zurückgekehrten Brüdern das deutsche Vaterhaus fo wohnlich wie nur denkbar zu machen. Jn höchstem Grade versöhnlich und friedlich." „Daily Mail" zum Interview des Führers. L o n d o n, 19. Jan. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Mall" schreibt zu der Unterredung des Führers mit Ward Price: „Die Erklärung Hitlers war i m h ö ch sten Grade versöhnlich und fried- l i ch- Diejenigen, die sich in engster Fühlung mit oem Führer befinden, sind von seiner Ern st- Hastigkeit und seiner Ehrlichkeit überzeugt, und wenn Hiller das Recht Deutschlands auf materielle und moralische Gleichberechtigung mit den anderen Mächten betont, dann ist er einer weitgehenden Unter st ützung außerhalb Deutschlands sicher. Hitlers Ansehen in Deutschland und in Europa, heißt es weiter, sei noch niemals höher gewesen als heute. Diejenigen englischen Zeitungsberichterstaller, die aus mißverständlichen Ansichten über die politische Lage eine große Mehrheit für den Status quo im Saargebiet v o r a u s s a g t e n, würden jetzt die nationalsozialistische Propaganda wegen der ungeheuren Mehrheit zu Hitlers Gunsten anklaqen. Aber sie haben dem englischen Publikum nicht'erzählt, welche dunklen Kräfte dieser Propaganda gegenüber ft anben. Große Gelb- summen seien in das Saargebiet geflossen, um biß Opposition gegen Hitler zu finanzieren. Es wäre von ungeheurem Interesse, zu erfahren, woher die Gegner Hitlers ihre Gelder bekamen, das Blatte spricht von den „roten Quellen", die den kommunistischen Aufruhr i n Spanien finanziert hätten. „News Chronicle" schreibt, daß die französischen Generalstabsstellen in der Angelegenheit der Entmilitarisierung der Saar ihre ganze gewohnte Kleinlichkeit zeigen. Der französische Generalstab habe die Deutschen in dieser Beziehung bereits stark verärgert. Laval habe aber bisher anscheinend Mut gehabt, seinen allzu militärischen Beratern kein Gehör zu schenken. Es sei nützlich für den Frieden, baß er diese versöhnliche Stellungnahme beibehalle. Dazu gehört auch der richttge Takt in der Einstellung zum Saarvolk selber. Es hat daran leider auch rn den letzten Tagen noch manchesmal gehapert, und wenn dies auch nicht allein auf das französische Konto geht, so würde ein Wink aus Paris — wie ja bisher oft erfolgreich erprobt — gewiß nun auch einmal in anderem Sinne Wunder tun. Da ist z. B. Herr Heimburger, Direktor des Innern unter der Regierungskommiffion des Saargebiets. Er besitzt die Unverfrorenheit, am Tage nach dem deutschen Abstimmungssieg drei von ihrem direkten Vorgesetzten, dem britischen Major Hennessy wegen Verdachts der Meuterei verhaftete, als separatistische Lumpen vom ganzen Saarvolk verachtete Polizeikommissare freizulassen und wieder in ihre Aemter einzusetzen. Das ist eine Provokation, und Herrn Heimburger, der als Elsässer ftanzösischer Staatsangehöriger ist, sollte man wenn Mr. Knox sich nicht dazu aufzuschwingen vermag, aus Paris sehr ernstlich bedeuten, baß feine Personalpolitik höchst unzeitgemäß ist und er selber am besten tue, was seine separatistischen Schützlinge schon früher für zweckmäßig gehalten haben, nämlich die Koffer packen und sein bisheriges Tätigkeitsgebiet auf dem schnellsten Wege in Richtung Fordach verlassen. Der französische Außenminister Laval glaubte an die Mahnung des Führers zur Disziplin erinnern zu müssen, um alle Bitterkeit zu vermeiden, die aus etwaigen Repressalien gegen Gegner der Rückgliederuna Zurückbleiben könnte. Die Mahnung des Führers illustriert am besten den deutschen Willen dazu. Aber man muß auch auf der anderen Seite soviel Takt zeigen, die in fünfzehn langen Jahren drangsalierte und gepeinigte Bevölkerung des Saarlandes nicht auch heute noch durch die Frechheiten eines Heimburger und Konsorten bis aufs Blut zu reizen. Die Rückgliederung der Saar wirft auch als rein innerpolitisches Problem, das es ja nach der Entscheidung des Dölkerbundsrats zu unser aller Freude wieder geworden ist, eine Reihe von Fragen auf, die heute schon in Angriff genommen sind. So ist bestimmt worden, daß das ehemalige Saargebiet vorerst ungeteilt beisammen bleibt, also nicht wieder in seine preußischen und bayerischen Verwaltungs- bezirke zerfällt, sondern unter dem Gauleiter der Pfalz eine Einheit bleibt, bis es im Zuge der Reichsreform einem der neuzubildenden Reichs- Genf, 19. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der fran- zösische Außenminister Laval hat am Freitagabend die von ihm in feiner Rede am Donnerstag bereits angekündigte Denkschrift über die Saarflüchtlinge dem Völkerbundssekretariat zu Händen des Dreierausschusses zugehen lassen. Laval beabsichllgt, in der heutigen Dölkerbundsrots- sitzung selbst zu dieser Angelegenheit zu sprechen. Die Denkschrift soll erst später veröffentlicht werden. Die Agentur Havas glaubt bereits eine Inhaltsangabe veröffentlichen zu können. Die französische Regierung erkläre, daß nach ihrer Ansicht der Völkerbund, der 15 Jahre hindurch tatsächlich und rechtlich das Saargebiet verwaltet habe, gewisse Verpflichtungen übernommen habe. Insbesondere müsse er für bie durch d i e Emigranten ent stehenden Ko st en aufkommen und sich mit der Frage des Schutzes der Emigranten beschäftigen. Obgleich Frank- reich vor allem für die französischen Bürger, die an der Saar ansässig waren und jetzt nach Frankreich zurückkehren würden, sorgen müsse, habe die französische Regierung auch den Saar- e Migranten gegenüber die Grenzen nicht schließen wollen. Eine Polittk der offenen Tür könne die französische Regierung jedoch nur dann betreiben, wenn ihr bie Mitarbeit des Völkerbundes zugesichert werde. Sie bitte deshalb, die Frage der saarländischen Flüchtlinge auf die Tagesordnung der gegenwärtigen Völkerbundsratssitzung zu setzen. Werden die internationalen Truppen am 1. Februar zurückgezogen? &enf, 19. Jan. (DNB.-Funkspruch.) In französischen Kreisen verlautet, daß man im Völker- bundsrat bereits übereingekommen fei, mit der Zurückziehung der internationalen Truppen aus dem Saargebiet am 1. Februar z u be- ginnen. Die italienischen Truppenabteilungen sollen zuerst das Saargebiet verlassen. Oer Führers Dank an die Gaar- Abstimmungsberechtigten von Heffen. Der Landesgruppenleiter des Bundes der Saarvereine, Postamtmann A n s ch ü tz , hatte bei der Abfahrt der Abstimmungsberechtigten von Hessen und Hessen-Nassau zur Saarabstimmung dem Führer die Grüße der Abstimmungsberechtig- ten telegraphisch übermittelt. Daraufhin ist folgende Antwort eingegangen: „Der Führer und Reichskanzler hat mich beauftragt, Ihnen für das Begrü- ßungstelearamm vom heutigen Tage feinen, herzlichen Dank auszusprechen. Er bittet, diesen den Abstimmungsberechtigten von Heften und Heften-Nassau zu übermitteln." Matz Braun darf in Paris nicht sprechen. Paris, 18. Jan. (DNB.) In Abwesenheit des Außenministers Laval hat Ministerpräsident F l a n- bin dem Ministerrat über den Stand der Verhandlungen, die nach der Saarabstimmung einge« leitet wurden, sowie über die Maßnahmen berich- tet, die bereits getroffen wurden. Der Innenminister teilte dem Mimsterrat mit, daß er Matz Braun untersagt habe, in einer heute in Paris stattfindenden Versammlung das Wort zu ergreifen. Die „Große Kundgebung", die die m a r x i st i s ch - kommunistische Einheitsfront am Frei- tagabend unter der Schirmherrschaft der Liga für Menschenrechte und unter dem Motto „Kampf gegen die faschistischen Vereinigungen" einfarufen hatte, fand vor einigen Tausend Anwesenden statt. Mehrere Hundert Kundgeber, die keinen Einlaß mehr in den Saal fanden, mußten von der Polizei zerstreut werden. Die Kundgebung verlies ohne Zwi- schensälle. Von den Führern der saarländischen Se parati st en war niemand erschienen, nachdem der Innenminister den Saaremigranten jede Einmischung in die französische Innenpolitik oer- boten hatte. Genf, 18. Jan. (DNB.) In der Freitagsitzung des Völkerbundsrats stand die Danziger Frage zur Verhandlung. Der Senatspräsident der Freien Stadt Danzig Greiser stellte mit Genugtuung fest, daß der Berichterstatter Eden dem Rat den Vorschlag gemacht hat, die Behandlung der zwei E i n g a • oen der katholischen Priester und der Zentrumspartei auf Mai zu verschieben. Der Berichterstatter hält es für richtig, so sagte der Senatspräsident weiter, den Völkerbundsrat darauf aufmerksam zu machen, daß sowohl in Aufrufen des Senats, wie auch in Verwaltungsmaßnahmen bie Möglichkeit einer Entwicklung angedeutet scheine, welche mit der vom Völkerbund garantierten 23 er- fassung der Freien Stadt Danzig vielleicht nicht mehr in Einklang gebracht werden könnte. In der Verfassung der Freien Stabt Danzig ist ausdrücklich der Grundsatz der Demokratie verankert, nach welchem d i e Mehrheit der Bevölkerung die Dil- lensrichlung der von ihr beeinflußten Regie- rungstätigkeit bestimmt. Diese Willensbildung der Danziger Bevölkerung ist in den Volkstagswahlen von 1933 zu mehr als 50 v. H. und in Kreistagswahlen in zwei Danziger Kreisen vom November 1934 3 u 80 v. h. eindeutig zugunsten der Rationalsozialistlschen Deutschen Arbeiterpartei in Danzig zum Ausdruck gekommen. Es ist danach für die Regierung der Freien Stabt Danzig einefelbstverständ- liche Pflicht, in ben von der Verfassung gezogenen Grenzen ihre nationalsozialistischen Ziele zu verwirklichen. Ich darf besonders betonen, daß für die nationalsozialistische Regierung der Freien Stadt Danzig während ihrer ganzen Amtszeit Wortlaut und Sinn der Verfassung maßgebend sind, obwohl es manchmal schwer mar, die von der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung gewünschten Ziele im Rahmen dieser Verfassung zu erreichen. Trotz dieser innerpolitischen Hemmungen darf die nationalsozialistische Regierung für sich das Verdienst in*Anspruch nehmen, die Verständigung mit Polen geschaffen zu haben. Der gerade für den Völkerbund seit einem Jahrzehnt unangenehme Konfliktstoff ist durch diese von Versöhnungs- und Versländi- gungswillen zeugende Tat des Nationalsozialismus aus der Welt geschafft worden, hierdurch hat die Idee des Nationalsozialismus einen vollgültigen Beweis ihrer unantastbaren Friedensbereilfchaft geliefert. Die Freie Stadt Danzig wünscht auch in Zukunft Streitigkeiten zwischen Danzig und Polen i n dlrekter Aussprache zu klären, ohne die des Prinzen Pleß endgültig begraben wer« ben. Der Zufall will es, daß derselbe Rat wenige Minuten später in der Frage der griechische'» Minderheiten in Albanien beschlossen hat, die Frage dem Haager Gerichtshof zu überweisen. Es ist kein Geheimnis, daß die Sachverständigen ursprünglich durchaus geneigt waren, dem Prinzen Pleß Recht zu geben, daß aber politische Gründe für den negativen Entscheid mafei gebend waren. Oesterreichs Kurs. Wien, 18. Jan. (DNB.) Bei einem Empfang der ausländischen Presse stellte der Leiter der Vaterländischen Front Oberst Adam als Erfolg des letzten halben Jahres einen erheblichen Fortschritt der inneren Beruhigung fest. Der Gedanke, innere Gegensätze durch Ekrasit und Handgranaten auszutragen, sei überwunden. Wirtschaftlich sei eine Ausfuhrsteigerung und eine allgemeine Belebung festzustellen. Besondere Schwierigkeiten mache allerdings noch die Lage der Gebirgsbauern und die Viehzucht. Die österreichische Währung stehe unerschüttert da. Der Staatshaushalt sei ausgeglichen. Die Konversion der Dölkerbundsanleihe fei glatt durchgeführt. Gerüchte über eine bevorstehende neue Jnnenanleihe dementierte Adam. In Europa sei die Aussicht auf Bildung von gegeneinanderstehenden Blocks einigermaßen beseitigt, die römischen Vertrage wären zum mindesten ein Ansatz zu einer Belebung in der gesamteuropäischen Lage. Auch das Ergebnis der Saarabstimmung bedeute die Beseitigung eines Unruheherdes. Die österreichische Regierung halte fest an ihrer bisherigen Linie. Sie wolle ein unabhängiges Oe st erreich nicht etwa aus Gefühlserwä» gangen oder aus Tradition, sondern aus der lieber- Zeugung, daß das deutsche Oesterreich eine eigene zlufgabe habe. Hundertprozentiger Oesterreicher sein, hindere nicht, durchaus deutsch zu empfinden, deshalb könne und werde der hundertprozentige Oesterreicher auch in allen Volksdeutschen Fragen sein deutsches Herz sprechen lassen. Oer ungansch-süvslawische Konfliki. Gens, 18. Jan. (DNB.) Nach unzähligen Der- Handlungen hinter den Kulissen ist die ungarisch- südslawische Streitfrage wegen des Marseiller Mordanschlages im Völkerbundsrat behandelt worden. Jede Aussprache wurde vermieden. Der Berichterstatter Eden erinnerte nur daran, daß Ungarn eine Denkschrift eingereicht habe. Einige Ratsmitglieder seien aber noch nicht in der Lage, ihm für feinen Bericht diejenigen Bemerkungen zu liefern, die sie berücksichtigt haben wollen. Die Frage wurde darauf von der Tagesordnung abgesetzt. Die ungarische Absicht, die Streitfrage schon jetzt in klarer Weise zu beenden und jede spätere Wiederaufnahme auszuschließen, ist damit noch nicht erreicht worden. Die ungarische Denkschrift erklärt: 1. Nach peinlich genauer Untersuchung muß fest- gestellt werden, daß es unmöglich ist, irgend- eine Verbindung zwischen Der ungarischen Regierung oder den ihr unterstellten Behörden und dem Attentat von Marseille festzustellen. Ungarn ist in keiner Weise für dies Verbrechen verantwortlich. 2. Einige Vertreter unterer Behörden haben die kroatische Emigration nicht mit der wünschenswerten Schärfe im Auge behalten. Wo Nachlässigkeit festgestellt werden konnte, sind entsprechende Bestrafungen vorgenommen worden. 3. Die Bestimmungen über die Kontrolle von Ausländern und die Aushändigung von Pässen sind verschärft worden. Die Regierung habe die Forderungen des Rates mit aller Genauigkeit durchgeführt, wie es die Entschließung vom 10. Dezember v. H. verlange. Sie habe dadurch gezeigt, daß sie sich ihrer internationalen Verantwortung bewußt sei. Saarbrücken, 18. Jan. (DNB.) Freitag ist es nochmals zu erhebenden vaterländischen Kundgebungen gekommen, wurden doch- auf allen Gebäuden der Behörden zum erstenmal die siegreich en Fahnen Deutschlands gehißt. Riesige Menschenmengen hatten sich vor den Postämtern Saarbrückens, vor den Amts- und Landgerichten versammelt. Spontan sangen die Versammelten das Horst-Wessel- und das Deutschland-Lied. Die Gefolgschaften waren überall vollzählig vertreten, um das große Ereignis mitzuer- leben. Auch die Saarbahnen sind diesem Beispiel gefolgt, nachdem der unrühmliche Saarbrücker Eisenbahnpräsident Nicklaus sich empfohlen hatte. UeberaU grüßen die Beamten mit dem Deutschen Gruß. Selbst die Landjäger der Re- gierungskommission wenden ihn an. Aber gewisse Stellen der Regierungskommission, die noch immer nicht begriffen zu haben scheinen, daß der Wille des Saarvolkes und der feierliche Beschluß des Völkerbundsrates das Saargebiet zu deutschem Gebiet erklärt hat, mißbrauchen ihre Machtbefugnisse zu einem letzten Schikaneversuch und haben angeordnet, daß die Fahnen noch in der Nachtzurn Samstag eingeholt werden müssen. Herr Heimburger scheint große Gelüste zu zeigen, feine Unpopularität noch weiter zu steigern. Gehißte Fahnen werden eingeholt, verhaftete Aufwiegler freigelassen, wenn es dem Emigrantenprotektor paßt. Wir hoffen, daß es eine der ersten Maßnahmen des aus Genf zurückgekehrten Präsidenten der Saarregierung, Knox, fein wird, seinen in der Zwischenzeit völlig über die Stränge geschlagenen Direktor des Innern augenblicklich seines Postens zu entheben. Auch in der kurzen, bis zur Rückgliederung noch verbleibenden Zeit legt das deutsche Saarvolk keinen Wert darauf, sich dauernd -an den grotesken Maß» nahmen des Herrn Heimburger reiben zu müssen. Die Saarflüchtlinge. Eine französische Denkschrift in Genf überreicht. Großes Interesse für das Programm Lloyd Georges. London, 18. Jan. (DNB.) Das neue politische Programm Lloyd Georges, mit dem der greife Staatsmann seine Rückkehr zur Politik einleitete, wird in den politischen Kreisen Englands lebhaft besprochen. Unerwarteterweise zeigt fid) bei den Konservativen das größte Interesse für die Ausführungen Lloyd Georges, wäh- rend der Arbeiterpartei das Programm nicht radikal genug ist. Maßgebende Kon- ervative erklärten, daß Lloyd George zwar die Leistungen der Nationalregierung übermäßig verkleinert habe, daß aber manche seiner Pläne ehr bemerkenswert und von wirklicher Bedeutung feien. Die liberale Partei begrüßt die Ausführungen Lloyd Georges als „Mutiges Programm praktischer Maßnahmen". Der Faschisten- fübrer Sir Oswald Mosley erklärte, daß der Plan Lloyd Georges für eine weitgehende Arbeitsbeschaffung feinen eigenen Zielen ent- spreche. Der Schatzkanzler der nationalen Regierung, Neville Chamberlain, erklärte, daß die Vorschläge Lloyd Georges, obwohl sie der Genauigkeit entbehrten, nichtsdestoweniger von der Regierung geprüft werden würden, sobald sie vollständig seien. Kunst und Wissenschaft. Festsitzung der kaiserlich Leopoldinisch-Larolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle. Zum Gedenken an den Gründungstag veranstaltete die Kaiserlich Leopoldinisch-Carb- linische Deutsche Akademie der Naturforscher in der Universität Halle-Wittenberg eine Festsitzung. Der Präsident der Akademie Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Emil Abderhalden gab einen Ueberblick über die Geschichte und Bedeutung der Akademie und schilderte ihre Geaenwarts- unö Zukunftsaufgaben. Im Mittelpunkt Der Festveran- staltung stand der Dortrag des bekannten Neu- rologcn Pros. Dr. Otfried Fo er st er (Breslau) über den Schmerz und seine operative Bekämpfung. Der Präsident der Akademie verkündete anschließend die Verleihung von zwei Cothenius-Me- daillen. Diese vom Leibarzt Friedrichs des Großen gestiftete Medaille wird nur selten ver- liehen. Die Medaille wurde Geheimrat Professor Dr. Hans Spemann, Direktor des Zoologischen Instltuts der Universität Freiburg, für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiete der Ent- wicklungsmechanik verliehen und Professor Dr. Otfried Fo erster, Direktor des Neurologischen Forschungsinstituts Breslau, für seine für die Physiologie, Pathologie und Therapie grundlegenden Forschungen auf dem Gebiete des Zentralnervensystems. Endlich verlieh der Präsident den Preis der August-Forel-Stiftung dem Privatüozeut Dr. Otto Gras (Dortmund)» n mmt. Wettervoraussage. Unter den Linden einen Kronz niederlegen und am häufige (Slip die Erkält^ sehr leüM allgemM ie [e gfefintihliqifr fhanflavin wen Uetz Ws W^und Merle» inatme» andern. Fieber zum Abschlüsse gebracht werden. Besuch des Stabschefs Luhe bei der Reichsmarine. EM ei” eine oeilt dieses Manche Hauptmann übertragen worden sei. zlls Muurgan das Bild Isidor Fischs vorgelegt wurde, erkannte er diesen als den Mann, der Hauptmann im Frühjahr 1933 fünf- oder sechsmal zu seiner Firma begleitet habe — Am Dienstag dürfte die Anklagebehörde die Beweisaufnahme beenden, worauf dann von Mittwoch an etwa 50 Entlastungszeugen und vier Handschriftsachverständige vernommen werden würden. Der Prozeß dürfte binnen zwei Wochen Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Prühl'iche Universitäts-Buch^ und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM: 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Deutschland und weit darüber hinaus bekannte Lindenwirtin in Godesberg am Rhein — Aennchen Schumacher — ihren 7 5. G e ■ burtstag. Schon mit 18 Jahren übernahm sie Mrmblock gegen Europa zusammenzuschmelzen, fj-xb viel aussichtsreicher, als man gemeinhin an- In Wiesbaden-Erbenheim Landjugendschulung s ch a s t s k u r s u s, der rom 21 Kameraden des Kyffhäuserbundes aus ^ehrtäaiHen Besuch i . worden sind, tro' lief im Rahmen der ein Hauswirt» BdM. in Derbimdung (Eine opferwillige Tat. Bei der Schristleitung einer Kasseler Zeitung erschien ein älterer Mann und gab einen Brief ab, dem 14,40 RM. beigelegt waren. Wie aus dem Brief hervorging, ist der Mann ein Rentner, der den zehnten Teil seines monatlichen Einkommens opfern will zu Gunsten des Rückkaufs der Saargruben und zu Gunsten der Saarbevölkerung. Die Tat spricht für sich mehr als alle Worte. Die Llndenwirtin wird 75 Jahre alt In bester Gesundheit und geistiger Frische feiert am 22. Januar die viel besungene und in ganz auf Föhr weiter. Kameraden des Kyffhäuserbundes aus dem Saurgebiet In Berlin. Ansteckung ■üübemie Wkchutz . dem Saargebiet, die zu einem mehrtaaigen Besuch in die Re'.chshauptstadt eingeloden worden sind, trafen in Berlin ein. Sie wurden vom Bundesführer, Oberst a. D. Reinhard, und im Auftrage des Bundes der Waffenringe von General der Infanterie a. D. Exz. Freiherr v. Matter herzlich begrüßt. Dann marschierten die Kameraden von der Saar in geschlossenem Zuge mit 14 Traditionsfahnen des Saargaues und von Hunderten von Berliner Kameraden begleitet zum Bundeshaus Auf dem gan- 3eri Wege scholl ihnen der begeisterte Jubel der ~ —1 1. Die Gäste aus rur in Indien zu kämpfen. . Gerade in der jüngsten Zeit wurde m Japan eine ligader Asiaten gegründet. In Kobe fand im tuli eine Versammlung statt, an der neben Japanern om ch einflußreiche indische Nationa - l st e n , z. T. Mohammedaner,, teilnahmen wie der cud) in Europa bekannte Bose, ferner A. M. toae, fhabja Mahinda Partab. Hier wurde offen das Pro- p-amm verkündet: China, Japan, Indien, Afghani» san, die Türkei, Persien, Arabien und Aegypten zusammenzufchließen. Daß der Boden dafür r4rbereitet ist und Japan die Führerrolle erhält, be» b:irf keiner Auslegung. Wenn es zur Entscheidung timmt, darf England gewiß nicht darauf zählen, daß b* Mohammedaner wie einst im Weltkrieg sich von «e-iglischen Pfunden für eine Sache gewinnen lassen, be Japan mit seinem Pen und seiner Propaganda g^gen alle Europäer in Asien besser macht ... Montag die geschichtlichen Stätten Potsdams be- suchen. Besuch französischer Bauernführer beim Reichsnährstand. In Fortführung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Vertretung des französischen Bauerntums und dem deutschen Reichsnährstand, die gelegentlich des Reichsbauerntages in Goslar angeknüpft werden konnten, werden in den nächsten Tagen beim Reichsnährstand in Berlin B e s p r e - chungen mit Vertretern des französischen Bauerntums stattfinden, um die Grundsätze für eine künftige Zusammenarbeit zwischen dem Bauerntum beiderseits der Grenzen klarzustellen. Die französischen Vertreter treffen unter Führung des Herrn Augö-LaribL in Berlin ein. Abt Schachleilner wird 74 Jahre alt. Abt Alban Schachleitner feiert am kommen» den Sonntag in Feilnbach (Oberbaijern) seinen 7 4. Geburtstag. Er tritt somit in sein 75. Lebensjahr ein, so daß entgegen einer anderslautenden Mitteilung erst im nächsten Jahre sein 75. Geburtstag gefeiert wird. Der Abt, der sich größter körperlicher und geistiger Rüstigkeit erfreut, dankt im voraus für olle ihm etwa zugedachten Glückwünsche. Landjugendfchulung in Hessen. Die Mannschaft der Rettungsboote des Hapog- .dampfers „Neuyork", die in der Nacht zum Kairo, Januar 1935. 19. Dezember bei schwerer See im Atlantischen Ozean ~ nrAfeUn HninorfitÄt hPr die 16köpfige Mannschaft des norwegischen Fracht- Sett 2 a p anvondergrohten Unwersttt er bamp^r9 i st o" rettete, wurde i n L o n d o n in rohammedamschen Leit, At Kar , n K a r r o sich Anwesenheit des deutschen Botschafters von l e h r e r o e r s ch r l e b --der Einfluß Al Azars ch von dem Versicherungshause Lloyds i^ so groß, daß Ibn Saud der Wahobttc^sich threm I Medaillen „Für Rettung von Menschen- >: pruch im Vemenkneg fugte-- sind im Zusammen- tebpn See" ausgezeichnet. Vor der Feier» h»ng mit den weltpolitischen Begebenheitendie Hoff- bei Cloyds brachte die City von London ihre rangen des Mohammedamsmus stark gestiegen, s^nerfennung für die mutige Rettungsmannschaft Inb diese Hoffnungen sind e u r o p a e r f e i n d 11 d). Neuyork" durch einen EmpfangimMan» Svm europäischen Westen trennt selbst die fort» \tl0n a D u । e, den d e r Lordmajor gab, zum K-schrittensten Mohammedaner eine ^^st. Japan ist Ausdruck. Der Erste Offizier Wiesen an der Spitze iliien verwandter, und die lapanischen Bestrebungen, re|Mr nxl(fercn Matrosen wurde in der riesigen Mohammedamsmus aller Lander zu einem Empfangshalle des Manfion House von dem Lord- 7"^"" ff,,rAnn rnlnmmen^usckmeUen, ber Amtskette trug, begrüßt. Der Lord- iel aussichtsreicher, als man gememom an- mQ brürfte jedem einzelnen die Hand und brachte An und für sich ist la der Japaner Nicht | ü>armc Anerkennung für die tapfere Tat zum Ausdruck. ,, .... .. . Als die Mannschaft, bereits geschmückt mit der deutschen, amerikanischen und norwegischen Rettungsmedaille, den Saal "bei Lloyds betrat, erhob sich unter den Hunderten von Mitgliedern der Firma, die die Tribünen und den Saal füllten, tosender Beifall. Der Vorsitzende von Lloyds, Aubrey, schilderte die Rettungstat, die Tapferkeit der Bootsbesatzung, ldie ihr Leben bei schwerer See aufs Spiel gesetzt habe, die Steuermannskunst des Kapitäns der „Neuyork", die außerordentliche Geschicklichkeit, mit der Idie Rettung gehandhabt worden sei, sowie die Sorg- Grohfeuer in London und Portsmouth. Die Londoner Hafengegend wurde nachts durch ein Großfeuer alarmiert. Der Brand brach in einem Lagerhaus aus und zerstörte riesige Mengen von Schmierfett. Die in der Nähe befindlichen gro- hen Oelfabriken waren mehrere Stunden lang in Gefahr, von den Flammen ergriffen zu werden. Die gesamte Londoner Feuerwehr und zwei Löschboote wurden zur Bekämpfung des Brandes heran» Stabschef Lutze folgte am Freitagmittag einer Einladung der Reichsmarine. Er begab sich in Kiel in einer Barkasse an Bord des im Hafen liegenden Kreuzers „Königsberg". Der Flottenchef, Vizearmi- rat Förster, geleitete die Gäste an Bord, wo sie sich mehrere Stunden aufhielten. Kurz nach 15 Uhr verließ der Stabschef die „Königsberg" und begab sich darauf zur SA.-Gruppe Nordmark. Ueberall wurde der Stabschef in den Straßen von den Fuß- gängern, die ihn erkannten, stürmisch begrüßt. Ein großer Fackelzug mit anschließender SA.-Führer- vesprechung soll den Ausklang des Besuches bilden. Heute reift der Stabschef nach Flensburg und Wyk Mohammedanisch-japanische|Großartige Ehrung -er Rettungsmann Koaiilion. schaff von der „New Hort" in London. Von unserem -ert.-Äerichierstatter. 1 (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) zrx Vor Ansteckung (BA$EQ1 schützen , ., . Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. sonders groß. Zahlreiche Menschen sind erfroren. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, Lin Raltenaifl-Vrozeß in Moskau. für Feuilleton: Dr Hans Thynol, für Den übrigen , . . . m . k. n Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, 2n Moskau hat Prozeß gegen 13 ^Irbeiter oeranfmorffiff) für den Inhalt der Anzeigen: Theodor der Moskauer Hauptftelle für Ratte n b ekarn p-' - --- - ----- - - - - - fung begonnen. Den Angeklagten wird Fahrlässigkeit bei der Aufbewahrung und Beförderung von Giften zur Lastt gefegt. In der Nacht jum 3. miguft v. I- waren mehrere Angestellte des Moskauer Güterbahnhofes unter Dergiftunaserscheinun» gen erkrankt. Nach der Anklageschrift mußten 30 Personen den Krankenhäusern zugeführt werden. Die Untersuchung habe ergeben, daß bei der Auf- bewahrung der für die Rattenbekämpfung erforber- lichen Gifte nicht die nötige Vorsicht gewaltet hat. Sogar Todesfälle seien zu verzeichnen gewesen. Der Prozeß wird zehn Tage dauern. Der Raubmord im Blebricher Schlohpark Überwachung erklärte, daß ein Anlaß zu Miets» vor dem Schwurgericht. fteigerungen derzeit nicht anerkannt werden könne, cm , k Hausbesitzer, die trotzdem glaubten, auf Mietssteige» Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hat gegen I ni(f)t verzichten zu können, nähmen eine den Heinrich R ost, der, wie gemeldet, arn <59lDefter» $rogc Verantwortung auf sich. Der Reichskommissar nackmittag im Schloßpark .gebrich eine F au falls unberechtigte Mietssteigerungen feftge- VA? E" und bera ubt I stellt werden sollten, eine Verschärfung des klage au Mord erhoben. Die Schwurgenchtsver- Handlung findet am 4. Februar statt. Da sich igzg j M l ° t e r, q u g - - erwägen. und 1933 in Biebrich mehrere Raubüberfälle ereigneten, die der von Rost ausgeführten Tat ähneln,, n , .. , . , , ist die Kriminalpolizei zur Zeit eifrig bemüht, fest- Die Zufuhr polarer Luft, die sich geftern bei leb- zust-llen, ob Rost auch zu diesen Raubübersallen haf^n Nordostwmden unangenehm bemerkbar in «exiehnnfl steht machte, ist abgewandert. Um das immer noch bei $ » Al u- tw. t « : . England liegende mächtige Hochdruckgebiet strömen Frecher Raububecfall in Hamburg. zur Zeit Luftmassen maritimen Ursprungs über In einem Hamburger Kontor erschien ein etwa Skandinavien hinweg, die auf großem Umwege auch 28 Jahre alter Mann, der den Buchhalter und einen bis zu uns gelangen. Sie haben bereits zum Auf- Boten, die beim Einpacken von Lohngeldern waren, kommen von Bewölkung geführt, doch wird sie keine mit der P i st o l e in Schoch hielt. Er raffte das irgendwie nennenswerte Niederschläge verursachen. Geld, das auf den Tischen lag, zusammen und warf Aussichten für Sonntag: Vielfach dunes in einen Pappkarton. Dann forderte er den ftig, sonst wolkig bis aufheiternd, nachts leichter Buchhalter unter Bedrohung mit der Waffe auf, Frost, Tagestemperaturen etwas über Null. den Geldfchrank zu öffnen. Der Räuber leerte den Aussichten für Montag: Fortdauer der Schrank und verließ das Kontor. Ein Helfer des meist wolkigen Witterung mit leichten nächtlichen Räubers hielt sich während des Ueberfalls ebenfalls Frösten. mit einer schußbereiten Pistole vor dem Kontor auf Lufttemperaturen am 18. Januar: mittags 0,2 und ließ niemand ins Hous. Er bedrohte durch das Grad Celsius, abends —0,3 Grad: am 19. Januar: Schalterfenster den Buchhalter -und den Angestellten morgens 0,1 Grad. Maximum 1,7 Grad, Minimum mit seiner Pistole, bis der G e l b r ä u b e r in bem — 1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe vor dem House stehenden Kraftwagen sah. Dann am 18. Januar: abends 0,2 Grad: am 19. Januar: sprang er schnell in dey fahrbereiten Kraftwagen, morgens 0,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer Nach den Ermittlungen sind Lohngelder in Höhe 3,2 Stunden. von etwa 10 000 Mark aeraubt worden. Der zur IDinterfport. Tat benutzte Personenkraftwagen war kurz vorher Rhön. Wasferkuppe: bewölkt,—7 Grad, Schnee gestohlen worden. 38 cm, Rauhreif, Ski und Rodel gut. (Stimmige Kälte in Amerika. - Zahlreiche Menschen ! Do g eis her g. Hoherodskops: bedeckt -8 Grad, »rfrnren Schnee 28 cm, verharscht, Ski und Rodel gut. _r_, m ... Sauerland. Winterberg: N"bel, —6 Grad, 2n den nordwestlichen Gebieten der Vereinigten Schnee 33 cm verharscht, Ski und Rodel gut. Staaten herrscht grimmige Winter kalte. Sch w a r zw a l d. Feldberg: bewölkt, —13 GraD, Heftige Schnee st ür m e haben schwere Der- Schnee 70 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. wehungen verursacht. Die Schneedecke betragt Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, —15 stellenweise 1,50 Meter. Bis zu 5 Meter hohe @rai) Schnee 45 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel Schneewehen haben an vielen Stellen den Elsen- ^hr aut bahn- und Straßenverkehr lahmyelegt. In den' * — Staaten Montana und Minnesota ist die Kälte be- gezogen. — In der Torpedo- und Minenabteilung der englischen Marine in Portsmouth brach ebenfalls ein schwerer Brand aus. Glücklicherweise befanden sich in dem Gebäude keine Sprengstoffe. Diele Apparate und Dersuchsgegenstände sowie wichtige Papiere und Bücher fielen jedoch den. .Flammen zum Opfer. Den vereinten Kräften von silberne Lloydsmedaille und jedem der übrigen Mit- Matrosen, Hafenpolizei und Feuerwehr gelang es, glieder der Mannschaft die bronzene Medaille, Kapi- den Brand von der photographischen Abteilung, in tön von Maschke nahm eine bronzenerer sich tausende von Filmen und andere leicht ent» Tafel entgegen, auf der die Heldentat der Be- zündbare Stoffe befanden, abzuriegeln und auf satzung der „Neuyork" verzeichnet ist. Die Tafel soll seinen Herd zu beschränken. an der „Neuyork" angebracht werden Crdbebenstöße in Fiume. Der Erste Offizier W i e e n erwiderte: Ehren- ^ölkerung von Fiume wurde durch meh» aaste im Heim der größten seefahrenden Nation zu I Erdstöße in große Erregung versetzt. Der ."'c^E^ute für seine Mannschaft und lhn LrStoß war nur schwach und wurde nicht aU- Ausdrucken konnten. Als er metter er-1 emein bemertt Dann folgten jedoch weitere meh- i ^r^: unserer Tat erfüllten wir nur u n I ? Sekunden andauernde Erdstöße. Die erschreckten sere Pflicht und t r M)au5beroo^ner verließen ihre Wohnungen und eilten E die Tradition der Seefahrt hochzuha I auf bie Straßen. Das Erdbeben verursachte allge- nucbternen englischen Seeleute 3U Sc fa meine Panikstimmung, vor allem in dem dicht ge» funbgebungen hinreißen, wie sie wohl kaum zuvor ^«tro Fenice. Das Beben Hot jedoch nur m den Raumen von Lloyds vernommen worden Skalen Charakter. Sachschäden sind nicht eingetre» ’n^‘ X- . r , A s Ru^ » ifation in b6n Dienst dieser Ausgabe gestellt, dols Baumbach dar Lied von der „Lmdenwirtm roe,[ er über alle Sonderinteresten hinaus tatkräftig aus st- dichtete, wurde es alsbald von zahllosen Gemeinwohl Mitarbeiten wolle. Rhembesuchern gelungen. I Gin Vertreter des Reichskommissariats für Preis» gläubig" im europäischen Sinne. Als im Jahre 1552 der Jesuitenpater Organ» t; n o in Japan erschien, schlossen sich die Japaner \ Scharen dem Christentum an, und es schien, als (Ulte innerhalb von 10 Jahren ganz Japan katholisch nerden. Nachdem sie jahrzehntelang eine beherr» foenbe Rolle gespielt hatten, wurden die Jesuiten WO unter Jeyashu durch Dekret vertrieben, nb bie Patres würben ans Kreuz geschlagen, ent- jiuptet ober ins Meer versenkt. Seitbem hat bas christentum in Japan keine wesentlichen Fortschritte gemacht. Die Doktrinen bes ulto» ... . Inmmebanismus sagen den Japanern mehr ta(t und Aufmerksamkeit, die den geretteten See- in uni) nicht nur Studenten der kairotischen Uni- Ieuten bei ihrer Ankunft auf der „Neuyork" zuteil vrrsität Al Azar sind von der Regierung nach Japan geworden sei. Aubrey überreichte dann Wiesen die fr-rufen worden, sondern die „M o h a m m e b a • lösche Vereinigung" i n T o k i o unter Mosm i.ek entfaltet eine rege Propaganda. 3al)lread)e Ja- iiner sind Mohammedaner geworden: Moscheen und typischen islamischen Glaubensschulen erheben sich cus japanischem Boden. Und bis in das klemste mo» , limm^anische Dorf ist bie Kunde gedrungen, der jlCUCr ZWlscheNwil iSitabo von 3«pan ftubi = re i m X o ran unb im HgUptmaNN-prozeß. nerbe nach feinem Uebertritt als „ä a l i j a i i e t i f laubigen" den Kampf gegen ben Im H a u p t rn a n n»P r o z eß ereignete sich Besten unb für alle Völker führen, die sich mit abermals ein Zwischenfall. Als die Zeugin b-m (Europäertum nicht verföhnen können. Ella Achenbach aussagte, baß ihr Frau Haupt- 'lahonfnHc nprfudien die Japaner alles, UM die mann ein oder zwei Tage nach der Entführung Jedenfalls versuche nur wirt- erzählt habe, sie unb ihr Mann feien gerabe von SatHi*m1onb"nbou* lulturM an sich zu f-st-ln. einer Reife zurückgekehrt, sprang bie int Zuhörer- Zostlich, sono ch fölittionen raum fifeenbe Frau Hauptmann auf unb rief: „Das ist Mein in «h'n° zahlt man etwa , 1 » n„ Ausruf rief int Gerichtssaal grohe ^nner b«. Sllam.1 n MM.onen^ „I^^ttg hervor. Als her Richter Frau Zaupt. T AVu 1 Vwifiinnon Mobammedanern ist Japans mann aufforberte, solche Zwischenrufe Nicht zu ; SI-av^^tt°htwi-schon wi-berholen. antwortete sie. sie Hütte ben Gerichts- »’S»; eä ift rntrh nicht nur in ber Garage Hauptmanns aus. Hierauf roanbte sich nirtschaftlich im ^orbrmgen , rtgt Staatsanwaltschaft ber Erörterung ber Frage ^N mit früher Sorge betrachtet. Jebensalls yai dankkonten Hauptmanns zu. Der Attgestellte >.r Saticr von Aethtopten nur einen Freuno au, °m-r Maklerfirma, TOuKigan, tagte au-, Haupt- Aelt: Japan. . mann habe bei dieser Firma ein Konto unterhalten, Man unterschätze diese Gefahr eines Zusamme - fpäter auf den Mädchennamen von Frau rnrtens der Japaner mit ben ^ohammedane ^QUptmann übertragen worden sei. Als Mnlligan lickt' Es ist nicht belanglos, wenn die jawrnyche Jt fxfthnr 5k iick <, nnrapfpnf mürbe, erkannte Lrung offiziell die mohammedanische ^ropagunba in eigenen Lande unterstützt und das höchste Buch b s Islam, den Koran, ins Japanische übersetzen ließ, lie japanische Regierung hat beschlossen, m Aeayp- tn eine Legation zu errichten, die spanischen Kon- K late in Bombay unb Amm merben ©eneraltDn. l late. Neue Generalkonsulate werben m Delhi und S.agbab errichtet, unb alle diese Missionen sind oder r.erben B r e n n PU n k t e der pr o, a P ^Nischen Propaganda. In den mohammebanischen gebeten sieht Japan einen großen Absatzmarkt. Die j-panischen Waren sind überall bedeutend billiger c-s die europäischen, und der Farbige tragt tm all- c meinen lieber japanische Kleider, bevor er euro» »ische kauft. Denn immer ist im Farbigen gegen Weißen Haß und nicht einmal Achtung Die Ja-1 inner erwarten, daß bie Millionen ber Farbigen liine Hilfe ben Europäern leisten, wenn die Stampf» Hnbe schlägt, unb sie dürften sich barm kaum ge- liiuscht haben. Der Japaner mit feinem unergrunb- lihen Lächeln, feiner Behutsamkeit, seiner Kultur mb seiner Farbigkeit ist ben Mohammedanern aller ^jungen vertraut. Er ist „ihres g l e ich e n , rn-r der Europäer gilt stets als Ausbeuter als Zmechter ber Farbigen, unb feine Denk» unb Leb en s- tisife bleibt jedem, der keine weiße Haut tragl, hemb, verhaßt und — besonders seit im Weltkriege mb danach England unb Frankreich Farbige be- t öffneten unb ins Felb führten — verächtlich. Das Erwachen ber islamitischen Völker ist eine Tatsache, bie zumeist übersehen wirb. Aber man d-nke nur daran, daß es als einziges Land ber Türkei gelang, von einem Diktatfrieden loszu- k mmen, daß die Siege der Türken unter S-mal ffiafcha Über di- Griechen einen Enthusiasmus er. °»ckten, der bei der -nohammedanifch-n L-vol °rung yfrifa unb Asien nachwirkte. Unb baß Italiens ?«h7fchlag, sich an ber kleinasiatischen Küste festzu- sHen, diesen Enthusiasmus noch vermehrte. Die n --o-- Sffäftiauna Persiens unter seinem neuen Schah fpalferbilbenben Berliner entgegen, md bellen erfolgreiches Streben, sowohl russische rote ,bem Saar gebiet werden am Samstag am Ehrenmal b••iti^^^e ®eeinf^unung5Der^u^^e;Q.^uf^^uttdn führten «1 einem engen Zusammenarbeiten zwischen Kerna^ ^scha und dem Schah, der bei seinem letzten Besuch i ; Ankara geflissentlich bie alten Straßen zog wah' mb er bie bequemeren durch das ^o- shewisten mied. Die Erfolge des Wahabltenkonig b n S a u d kamen hinzu. Sie waren gegen Eng- l.md errungen. Man verspürt diese Wellenbewegung l.s in bas fernste mohammedanische Dorf, und seit- b?m Japan ben Ruf „Asien ben Asiaten ausstieß, ffit Japan die Idee eines europäerremen 2i|iens m tie Massen warf, hat vor allem die britische Re- xierung mit ständig wachsenden Schwierigkeiten nta)t 15 U.25J Vermietungen ^Wartet- Sterne 25 A Warta- siel! L bis alles 6# W §--la Senin im 11 werte niettE1 anert Leite' beits' dah burd mun nuni Sor< 0i mach der । jangr und dem gegen könnt nun beim in ( Z wer Mk wer alln wui ber übe nat der list' dur $en Akt Rei lei uns mei nen Wer Sin bezr in: den gest foni 3ur liste x rufs nur an l 'vcrga lende mani kam, scha die \ Den sätzli beits iugei vollk den S kam sind ®ar mar Drg teid näd An ruf: Dei für. 9 Go; • mit fach ftän M S)an unö pW Oer । Qeget 1. 2 3 4 D1 8a, erst! liche gab bra scha Se.i ftrii duk näd land man Ernst Qithäuser Silbe Leithausec, geb. Oambmann zeigen ihre Vermählung an Gießen, am 19. Ianuar 1935 306 D Joghurt u. 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Ianuar 1935, bei uns erhältlich. Die Angebote sind im versiegelten Briefumschlag ohne Fir- menaufdruck, mit entsprechenden Aufschriften versehen, spätestens zum Eröffnungstermin am Donnerstag, dem 31. Januar 1935 vormittags 9% Uhr auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Aster- weg Nr. 9, abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Anbieter erfolgt. 344D Zuschlags- und Bindefrist 2 Wochen. Gießen, den 19. Januar 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: Gravert. f. kleinen Haushalt (2 Person.) z. 1. ob. 15.Febr. gesucht. Sckr. Ang. unt. 0272 a. d. G. A. Illlllllllülllllllllllllllli WlSlÜiMk Will' nMMt in reichbebilderten, leichtversttindl. Werken und in verschiedenen Preislagen biet.n unsere Derlagserzeug- nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse Leistungsfähige 331 v Bremer Kallee-Großhandlung und Rösterei sucht bestens eingeliihrlen Haedelsverlreler f.Roh-u.Röstkaffee.Avsttibrl. Eilang, mit Res. v. nur Fachleuten erb. 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Wellhöfer, Telephon 2313/ Marb.Str.24. Betr.: Baulandumlegung im Eichgartengebiet. Nachdem das Ministerium der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, den Plan für die unö den Antrag auf Umlegung der Grundstücke Flur III Nr. 197, 198, 199, 200, 201, 202, 202 /io, 2205/io 221 222, 223, 224l/io, 2245/io, 225, 226, «•£ 227^0,328, 330, Stur XVIII Wr 58, 76 77 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 85 /io, 85• /io, 86 (teilweise), 87 (teilweise), 113 (teilweise), 114, 115 der Gemarkung Gießen genehmigt hat, üegen die Vorarbeiten in der Zeit vom 21. bis 29. 3anuar 1935 während der Dienststunden im Stadthaus Bergstraße, Zimmer Nr. 15, offen. Wir bringen dies gemäß Artikel 21 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntnis, daß Einwendungen während diefer Zeit bei der unterzeichneten Stelle schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden können. Mieter und Pachter denen ein vorbezeichnetes Grundstück auf Grund des Miet- oder Pachtverhältnisses überlassen ist, werden aufgefordert, etwaige Ansprüche aus dem Miet- oder Pachtverhältnis geltend zu machen. yUlJC Gleichzeitig fordern wir hiermit die Beteiligten auf, die Einträge in die Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit sie den bestehenden Verhältnissen Nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von einem Monat bei dem zuständigen Amtsgericht berichtigen ober ergänzen zu lassen, damit die bestehenden Rechtsverhältnisse beim Umlegungsverfahren berücksichtigt Bekanntmachung. Die nächsten Diehmärkte in Gießen finden statt: Dienstag, den 22. Januar 1935: Rindvieh- (Ruh- vieh-) Rlarkt, „ , , .. Mittwoch, den 23. Januar 1935: Schweinemarkt. Auftrieb'szeit an beiden Markttagen von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 19. Januar 1935. .. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Deshalb aber nicht verzweifelns Doppelherz ist das bewährte Kräftigungsmittel für alle,diesi* matt und elend fühlen. Doppe* herz erneuert Blut und M Körpersäfte. Bei Schlaf- losigkeit,Nervositätund WWW Mattigkeit als Kräftigungsmittel unentbehrlich. Flaschen xv 1,95 RM, 3,70 RM, 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RAA* Zu haben in nachstehenden Drogerien : C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberjr: Karl Schott u. sämtL Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drogerie Karl Klein. oooV Montag, den 21. Januar, abendS 8 Uhr, im Matthäusfaal, Kirckftraße 9 Vortrag von Herrn OberkriegsgcrichtS- rat Kock xl Herrn Referendar W. Kow. MM das gut bürgerlich kochen kann u. alle Hausarb. versteht, ver 1. Febr. gefucki. Hausangestellte, welche üb. gute Zeugn. verfüg., erfahren 9täher. b. d. Geschäftsft. b.Gieß.Anz. 0255 Tüchtiges [0274 IIIMdcta mindestens 22 I. alt, z.l. Februar gesucht. Vorzust. werktags nachm. 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Mädchens suche ick 1. 2. ein tückt., solides Tages-0^ Mädchen Schanzenitr. 6p. Sofort o.l.Febr. nwerl., sauberes Halbiags- Mädchen gesucht. 0269 Stevbanstr. 61. |Stellengesuche| Lunges Madel 21 Jahre alt, sucht Stelle im Haushalt bei Famil.-Anschluß Schr. Ang. unt. 339D a. d.G.A. Kaufgesuche Etagenhaus wo in ein. Stock 3-4 Zimm, sind, v. Besitzer selbst v. Privatmann z. kaufen gesucht. Sckr. Ang. unt. 0267 a. d. G. A. Wir kauf. a.Priv. Pianos Flügel Lichtenstein, Ffm., Zeil 104. Tel.26864. 349V Gebr., gut erb. Kleinschreibmaschine gegen bar z. kauten gesucht. [0258 Bürgermeister Schneider, Frankenbach, Kreis Wetzlar. des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er« höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. •Berlange'i Sie Pro spekte undProbe- hefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" öngoBermüölet Benag Beriin-^ditprfeiOe IIIIHIIIIIHIIHIIIIHIIHII [Verschiedenes Studienreferend. Treiteil. gebr. Matratze rn.Keilz.kauf.ges. Sckr. Ang. unt. 0247 a. d. G. 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Frankreich fordert ein- roanöfreie Papiere sowie ein gültiges Visum Wie aus unserem Bilde zu ersehen ist überwach' ein großes Aufgebot von Beamten an der saarländisch- französischen Grenze die Paßkontrolle. >: 1 I ‘. t WM v > Der Sonderbeauftrage des Führers und Reichs« kanzlers für das Saargebiet, Gauleiter B ü r ck e l, bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof in Berlin, wo er von zahlreichen Freunden herzlich empfangen und zu dem unter seiner Führung erkämpften Abstimmungssiege beglückwünscht wurde. dem Zweck, ein bestimmtes wirtschaftliches Ziel zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist die Jnstandsebungsaktion des letzten Jahres, die Hausbesitz und Handwerk zueinander geführt und damit auch der Arbeitslosigkeit ein entscheidendes Halt geboten hat. Der Hausbesitzer hat durch diese Wirtschaftslenkung eine Möglichkeit erhalten, sein Besitztum durch Reparaturen wieder vollwertig zu machen. Der Handwerksmeister hat Aufträge bekommen und Arbeitskräfte eingestellt, und der Staat schließlich hat durch erhöhte Umsatz-, Gewerbe- und Einkommensteuern das wieder hereingeholt, was er an Zuschüssen gewährt hat. So hat die Wirtschaftslenkung vielen geholfen und gleichzeitig ein Beispiel gegeben, wie man auch in der privaten Wirtschaft vorgehen muß, um ein großes volkswirtschaftliches Ziel und schließlich auch geschäftlichen Vorteil zu erreichen. Aus alledem kann man ersehen, daß die Wirtschaftslenkung in ihrer praktischen Auswirkung nicht nur auf das Organisieren hinausläuft, sondern auf eine tatsächliche Durchsetzung des Gemeinschaftsgedankens und auf eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des einzelnen und des Ganzen. Jugend in der Wirtschaft. . Wanderausstellungen der Nebnngs- wirtschaft der Deutschen Arbeitsfront. In allen Teilen des Reickies sind unter starker Anteilnahme der Oeffentlichkeit und mit Unter- stützung der Partei, der Behörden und der Wirtschaft, Ausstellungen der der zusätzlichen Bern f s s ch u l u n g dienenden Uebungsfirmen und Uebungsbüros — den zu Uebungszwecken nachgebildeten Arbeitsstätten — durchgeführt worden. In Frankfurt a. M. übernahm Oberbürgermeister Staatsrat Dr. K r e b s die Schirmherrschaft. Der Aufbau der Ausstellungen zeigte, daß es sich bei der Uedungswirtschaft nicht um die Verwirklichung eines nüchternen Organisationsplanes handelt, sondern daß hier ein Hineinwachsen in den lebendigen Wirtschaftsorganismus stattgefunden bat Seiten frische, mittragende und mitarbeitende Kräfte zufließen. Deshalb kann gesagt werden, daß es ge- Besonders deutlich wurde das dem Besucher durch die Arbeitsschau „Der Bau einer Siedlung". Von der Projektierung bis zur Fertigstellung ist hier eine groie Siedlungsanlage von Kaufmannsgehilfen, Büro- und Behördenangestellteu um» Technikern in Form der Uebungsfirmenarbeit durchgeführt worden. Man darf überzeugt sein, daß die Beteiligten durch die mit der Mitarbeit gewonnene Erkenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge einen neuen Sinn ihrer Berufsarbeit entdeckten. Zahlreiche Schaubilder zeigten in übersichtlicher Anordnung den Aufbau der deutschen Uebungswirt- schaft und den Ausbildungsweg des Lehrlings in den verschiedenen Berufsgemeinschaften. An die Stelle der Ware treten in der Uebungswirtschaft Muster, Modelle, Warenproben usw. Die Ausstellungen sollten dazu dienen, weitesten Kreisen einen Einblick in das Aufgabengebiet der Uebungswirtschaft zu vermitteln. Die Verschiedenartigkeit der Besucher zeigte, daß dieses Ziel in großem Umfang erreicht worden ist. Sowohl die Führer der Parteistellen und der maßgebenden Betriebe, als auch die jungen Kameraden, die in den kaufmännischen und technischen Büros tätig sind, als auch Lehrlinge, die am Schraubstock stehen, haben die Ausstellungen besichtigt. Die in großer Zahl erschienenen Betriebs- und Wirtschaftsführer nahmen einen starken Eindruck mit. Gerade die Betriebsleiter waren der Einsicht zugänglich, daß diese Form der Berufsschulung notwendig durch die Entwicklung der Arbeitsteilung auch in den geistigen Berufen bedingt fei'. Der Leiter eines Großunternehmens erklärte nach dem Besuch der Ausstellung in einer Betriebsversammlung: „Wenn ich noch einige Jahre jünger wäre, so würde ich keinen Augenblick zögern, mich einer Uebungsfirma der DAF. zur Verfügung zu stellen". Solche Anerkennung aus dem Munde eines Betriebsleiters darf nicht nur von den Berufskameraden in der Uebungswirtschaft mit Genugtuung zur Kenntnis genommen werden, sondern die Träger dieser Wirtschaft auch zu der Hoffnung berechtigen, daß ihr von allen lungen ist, das Interesse zu wecken, für eine Arbeit, die von jungen Menschen getragen wird, die das Bestreben haben, in wahrer Erkenntnis der großen Volksgemeinschaft sich so zu formen, daß sie, gleichviel auf welchen Platz im Wirtschaftsleben gestellt, ihn ausfüllen. »SÄ so*j ITAI 6 V- i 2». ?<:.'■< MSKW (IREHAKA W L rmRxrrA^A TRIPCXITAHIA Neue italienische K o l o n i a l b ri e f m a r k e n. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) 121 jährige erhält einen Orden. (uh) Singapore. In Anam ist es Sitte, daß man die mit einem hohen Alter gesegneten Männer durch Ordensaus- zcichnung ehrt. Nie aber hatte man bisher gehört, daß auch Frauen auf diese Weise ausgezeichnet würden. Was vielleicht auch daran lag, daß sie meist gar nicht so alt wurden ... Nun aber tauchte eine Greisin auf, die von sich behauptete und das bis zum gewissen Grade nachweisen konnte, daß sie 121 Jahre auf ihrem leicht gebückten Rücken trage. Da raffte sich denn der Herrscher von Anam zu einer besonderen Maßnahme auf: Er erließ ein Edikt, in dem er betont, daß es zwar nicht Sitte fei, daß man in Anam die alten Frauen ehre, aber ein Alter von 121 Jahren stelle schließlich ja doch ein Wunder dar. So wolle er sich denn dazu ent- schließen, der Alten wenigsten den Orden 3. Klasse mit Band und Schleife zu verleihen. Das war, wie gesagt, das erste Mal, daß man in Anam eine Greisin ehrte. Die zärtlichen Verwandten. (ht) Chardin. Diese Geschichite ist einem Herrn — nennen wir ihn einfach Schulze — kürzlich in Mukden passiert. Besagter Herr Schulze hatte einen chinesischen Boy „Koch" in seinen Diensten, der eines Tages ganz plötzlich gegen 16 Uhr an den Blattern starb. Sehr unangenehme Sache ... aber zum Glück erschienen schon zwei Stunden später die untröstlichen Angehörigen des toten Boy mit dem Sarg, um die Leiche abzuholen. Herr Schulze, heilfroh, den Blatterntoten so rasch wie möglich aus dem Hause zu bekommen, wußte die Trauer der klagenden Hinterbliebenen ganz besonders zu würdigen und zahlte ihnen anstandslos — und noch dazu weit über Tarif! — das in solchen Fällen übliche „Totengeld". Worauf die Korona mit dem Sarg, der Leiche und den obligaten Dankesbezeugungen verschwand. Am nächsten Tage — wer beschreibt das Erstaunen des Herrn Schulze? — erscheint, auch mit einem Sarg bewaffnet, ein zweiter Trupp Chinesen, der ebenfalls den teuren Toten abholen will. Erregte Debatten in beiden Lagern . . . Kein Zweifel: Trauertrupp Nr. 2 waren die richtigen und allein „zuständigen" Angehörigen des toten Boy, während der Trauertrupp Nr. 1 ein rühriges Schwindelkon- fortium war, das, die Gunst der Stunde nutzend, Herrn Schulze in der geriebensten Form um Leiche und Totengeld geprellt hatte. Wohl oder übel hatte Herr Schulze um „des lieben Friedes willen" erneut, und zwar sehr erheblich zahlen müssen, denn er wollte ja schließlich nicht in den Verdacht einer unrechtmäßigen „Leichenbeseitigung" kommen ... „Was glauben Sie wohl, wie ich die nächsten drei Tage im Druck gesessen habe", pflegt Herr Schulze am Stammtisch diese Geschichte zu beenden, „denn so ganz sicher, daß der Trauertrupp Nr. 2 nicht auch ein Schwindlertrupp war, bin ich heute immer noch nicht.. Briefanschrift: „Santa-Claus". (th) Neuyork. Lohnt es sich denn überhaupt, diesem jämmerlichen Ort Santa-Claus mit seinen 78 Einwohnern im Staate Indiana auch nur ein Wort zu widmen? Freilich gibt es Tausende ähnlicher Dörfer, aber immerhin heißen sie nicht Santa-Claus, Und nur wegen dieses kleinen Namens müssen wir von der kleinen Siedlung reden. Denn wenn Weihnachten naht, werfen alle braven Kinder Amerikas ihre Wünsche in schönen Briefchen in den Postkasten. Auf den Umschlag aber malen sie den in USA. üblichen Namen des Weihnachtsmannes „Santa Claus". Die amerikanische Postverwaltung hat nur ein Ziel: alle Briefe recht bald und richtig zuzustellen. Da man keinen Herrn „Santa Claus" im Postfachregister kennt, nahm man zur eigenen Entlastung an, daß es sich um den Ort Santa-Claus handeln müsse. Und so kamen denn in diesem Jahr nicht weniger als 423 789 Briefchen in Santa-Claus an. Eben jetzt sind die letzten Nachzügler gekommen, teilweise schon die „Dankbriefchen" oder die „Beschwerden" an den Weihnachtsmann. In Santa- Clous aber heizt man eine Woche lang den Kanonenofen des Postbüros mit den Santa-Claus- Briefchen, die man sackweise auf dem Hof stapelte. Die zehnjährige Schachpartie. Dr. D. London. Jetzt ist sie zu Ende gegangen, und James Brown ist matt — die Schachwelt atmet auf! Denn was als höchst interne und private Angelegenheit begann, hat im Lause der Jahre das Interesse immer weiterer Kreise erregt, und sobald wird diese zehnjährige Rekordpartie nicht aus den Annalen des Schachspieles gestrichen werden. Im Jahre 1924 saßen zu London in ihrem Klub zwei Fliegeroffiziere, beide leidenschaftliche Schachspieler, stumm über einer harmlosen und keineswegs außergewöhnlichen Partie zusammen. Da ereilte den einen von ihnen, James Brown, der drahtliche Befehl, sich umgehend mit einer Fliegerstaffel nach Indien einzuschiffen. Brown sauste davon, aber nicht ohne mit seinem Kameraden vereinbart zu haben, daß man die begonnene Partie vorerst mal brieflich weiterspielen wolle. Brown war am Zug — und sechs Wochen nach seiner überstürzten Abreise kam sein Brief an mit dem fälligen Zug. Der Partner antwortete, und sein Brief mit dem Gegenzug lief ebensolange, da Browns Bestimmungsort postalisch besonders ungünstig gelegen war. Schachbrief folgte auf Schachbrief, immer erbitterter wurde die Partie, dazwischen schob sich eine langwierige Erkrankung des in England weilenden Partners und eine Abkommandierung des „Inders" in die Einsamkeit der Dschungel. So geschah es denn, da diese seltsame und einmalige Partie sich tatsächlich über ein ganzes Jahrzehnt erstreckte. Bis jetzt endlich ein Brief von James Brown in London eintraf, in dem er sich als geschlagen bekannte — sein König war mattgesetzt, da gab es keinen Ausweg und keinen noch so genialen Winkelzug mehr. Allem Verlauten nach aber sollen die beiden Brief-Schachler derartigen Geschmack an dieser Art des Spiels gefunden haben, da sie umgehend eine neue Partie verabredeten... Ein Zwerg ist grotz geworden. (j) Amfterda m. Der holländische Zwerg Moers hat einen bekannten Amsterdamer Arzt auf Schadenersatz verklagt. Weil dieser ihm ein Präparat verabreichte, das zu einem raschen Wachstum führte. Peter Moers ist heute tatsächlich so groß wie andere Leute auch, und infolgedessen mußte er feinen Beruf als ,LZarietezwerg" aufgeben. Der Arzt versichert, er habe ihm nur Hustentropfen verabreicht. Der Zwerg aber behauptet, es fei ein Drüsenpäparat darin gewesen und der Beklagte habe es heimlich an ihm erproben wollen. Der wilde Mann. x (m) Brüss 6 l. Es kommt gewiß nicht häufig vor, daß sich ein Gerichtshof ins Gefängnis setzt, um einen Angeklagten abzuurteilen. Dieser Fall ist soeben in Charleroi eingetreten. Und zwar in dem Verfahren gegen einen gewissen Forvilly, der des schweren Betruges beschuldigt wurde. Der Angeklagte hatte kurz nach seiner Verhaftung, bei der schon etliches polizeiliches Blut geflossen war, beim ersten Verhör einen tätlichen Angriff auf den Untersuchungsrichter unternommen und ihm das Nasenbein eingeschlagen. Unter wütendem Widerstand, von vier Polizisten ins Gefängnis zurückgeführt, hatte er zwei von diesen trotz seiner Fesselung knockout geschlagen und in seiner Zelle alles zertrümmert, was nicht niet- und nagelfest war ... Als nun gegen Forvilly verhandelt werden sollte, erinnerte sich das Gericht der Behauptung, daß Vorsicht die Mutter der Pozellankiste sei und beschloß, die Verhandlung im Gefängnis selbst vor sich gehen zu lassen, um etwaige unliebsame Zwischenfälle zu vermeiden. Forvilly wurde von einem starken Wärteraufgebot in eine Zelle gebracht, die sich einem der Arbeitssäle des Gefängnisses gegenüber befindet, hort mit starken Fesseln an die Wand geschlossen, und bann nahmen Richter, Staatsanwalt, Verteidiger, Gerichtsschreiber und Zeugen in dem Saale Platz, dessen Tür ebenso weit offen stand roie die der Zelle. Um darüber hinaus auch die vom Gesetz für solche Verhandlungen geforderte „Öffentlichkeit' zu gewährleisten, wurden sogar die nach dem Gefängnishof hinausgehenden Fenster des Saales geöffnet, so daß die Gefangenen, die gerade Freizeit hatten und dort ihren Rundgang machten, jedes Wort der Verhandlung hören konnten. Für das Gericht zweifellos keine ganz reine Freude, denn draußen herrschte an jenem Vormittag gerade schneidende Källe. Forvilly, der sich Übrigens ganz ruhig verhielt, wurde denn auch binnen einer halben Stunde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Wahlpropaganda auf dem Rücken. „Verstößt es gegen die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen wie auch gegen die guten Sitten, wenn jemand beim Wahlkampf Propaganda für eine politische Partei dadurch macht, daß er sich den Namen ihres Kandidaten auf den nackten Rücken schreiben läßt und damit durch die Straßen spazieren geht?" Mit der Beantwortung dieser Frage hatte sich unlängst das Gericht in Louoier zu befassen. Anläßlich der letzten Gemeindewahlen ließ sich nämlich ein gewisser Desmonds in dem Städtchen Amfreville-la-Champagne (Dep. Eure) den Rücken bemalen und trug so als lebende Plakatsäule den Namen eines auf der Kandidatenliste stehenden Freundes durch die Straßen. Sehr zur Empörung der politischen Gegner, die darin eine Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen erblickten, die besagen, daß Wahlplakate nur an den von den Behörden dafür bestimmten Stellen angebracht werden dürfen. Desmonds aber beruft sich darauf, daß sein Rücken sein uneingeschränktes persönliches Eigentum sei, mit dem er machen könne, was er wolle. Auf die erste Klageeinreichung der Gegner Desmonds' antwortete sowohl der Staatsanwalt in Louvier wie auch der Oberstaatsanwalt in Rouen mit Ablehnung. Da nun jedock die damals im Wahlkampf besiegten Gegner die Angelegenheit zu einer Frage der öffentlichen Moral erhoben haben, hat die Staatsanwalt der Klage Raum gegeben. Der Saphir der Marie Louise. (d) Rom. Ein Vorfall, der eine gewisse Aktualität durch die Tatsache erhält, daß gerade eben das Schicksal der österreichischen Kaisertochter Marie Luise, der zweiten Gemahlin Napoleons, in einem großen deutschen Film über die Leinwand läuft, ereignete sich unlängst an der westitalienischen Küstenstadt Massa. Dort erschien bei einem Juwelier der 34jährige Merlini, als Nichtstuer in der ganzen Stadt bekannt. Er bot einen ziemlich großen, in Gold eingefaßten Saphir zum Verkauf an. Mit Kennerblick erkannte der Juwelier sofort, daß dieser Saphir aus einem Halsbande herausgebrochen sein müsse, und da die Persönlichkeit des Verkäufers sowieso schon Verdacht bei ihm erweckt hatte, packte er Merlini am Kragen und übergab ihn einem Polizisten. Auf der Wache erzählte Merlini, daß sich dieser Saphir im Nachlaß seiner im November verstorbenen Mutter befunden habe, was auch sofort von der gleich vernommenen Schwester des Festaenom- menen bestätigt wurde. Ein als Sammler und Kenner einen großen Ruf genießender Bürger von Massa wurde als Sachverständiger hinzugezogen, und er erkannte in dem Saphir alsbald ein Glied einer Halskette, die die spätere Herzogin von Parma, Marie Luise von Oesterreich, von dem Grafen von Neipperg, zum Geburtstag als Geschenk erhalten hatte. Diese Kette war mit anderen Pretiosen zwei Jahre später bei einem Diebstahl entwendet worden. Als die Feststellungen so weit gediehen waren, entsann sich Merlini, daß sein Urgroßvater als Kammerdiener im Dienste Marie Luisens in Parma gestanden hatte. Er muß also der Dieb oder zum wenig- sten der bezahlte Mitwisser des Diebstahls gewesen sein. In der Wohnung der Merlinis wurden aller« dings keine weiteren Glieder der Kette, geschweige denn andere Pretiosen, vorgefunden. Wahrscheinlich sind sie von den Vorfahren von Zeit zu Zeit „verschärft" worden. Da man den heutigen Merlini für die Sünden seines Urgroßvaters nicht verantwortlich machen kann, mußte er freigelassen werden. Das Männlein ans Ton. Von Nikolaus (Schwarzkopf. In meinem Dorf, einem Häfnerdorf, steht fast auf jeder Dachnase ein Männlein aus Ton. Ein dicker Kopf mit Soldatenmütze, dem Polizeidiener nicht unähnlich, glotzt da vom Giebel herunter und muß den Müttern helfen, böse Buben zu erziehen. Die Häfnersburschen kneten solche Menschenfratzen, die an altheidnische Bräuche erinnern, in übermütigen Stunden, bemalen sie wüst, brennen sie im Geschirr, stecken sie auf die Dachnasen, und die bösen Buben werfen mit Schneeballen und Steinen nach ihnen. Als Knabe sah ich einmal zu, wie solch ein wüstes Männlein aus dem Brennofen genommen wurde. Ich stand an der Tür des Ofens, und in der ausströmenden Glut erschienen zwei nackte Mannesarme und reichten die Fratzen ins Helle heraus, und aus der dunkle Tiefe erscholl eine Stimme: ,Zetzt kommt der Teufel". Unter der preußischblauen Soldatenmütze bauschten sich schwarz die Augenbrauen wie Wurzelbürsten, die Nase hing wie eine rote Dickrübe über den knallroten Lippen, die einem Ochsenmaul glichen, die grasgrünen Augen standen wie Froschaugen aus der verrunzelten Stirn heraus, und die grünlichen Wangen dickten sich über den gelben Hvlskragen herunter und lagen fast bis auf den kaum angedeuteten Schultern. Seitdem hab ich nie mehr mit Stein ober Schneeball nach den Männlein geworfen. Oft, wenn ich etwas Schlimmes getan hatte, fürchtete ich mich vor den Männlein. Eines Tages hatte ich eine schwere Sünbe begangen: beauftragt, im Felbe einen Sack voll Ziegenfutter zu holen, hatte ich, um meinen Sack rasch mit bestem Futter zu füllen, an einem fremben Kleeacker gegrast. Der schwere Sack brückte mir, als ich ihn heimtrug, fast das Genick ab. Die Leute guckten mich an, als ich ins Dorf kam, unb ich eilte burch die Gassen, um rasch ins Erbseneck, wo unser Haus stand, zu gelangen. Die Mutter saß hinterm Fenster unb nähte; sie streckte ben Kopf heraus unb rief: „Nun, aber warum so eilig?" Ich antwortete nicht. Den Ziegen schüttete ich den gestohlenen Klee hin; sie machten sich barüber her, aber sie konnten nicht alles auf einmal fressen: ein Haufen mußte übrig bleiben, unb wenn Sie Muter in ben Stall kam, .zu melken, mußte sie sehen, was da lag. Am liebsten hätte ich ben Klee selber aufgefressen. Ich belog bie Mutter unb sagte, ein Bauer tjabe mir ben Klee geschenkt. Sie war zufrieben, aber ich war nicht jufrieben. Denn auf dem Dach des Polizeidieners, b£r neben uns wohnte, stand seit kurzem ein neues Tomnänn? nigen unb hatte oben auf feiner eisernen Klapptür ein dickes Schloß liegen. Im selben Augenblick, wie ich das Geld in den Schlitz einfdjlupjen lassen wollte« kam mir ein neuer Gedanke: die sieben Pfennige unserem Nachbar, dem Polizeidiener zu geben, denn sein Häuschen war kleiner als das unsere, und seine Frau jammerte jeden Tag, wie schlecht es ihr gehe. Unten in meiner Seele bewegte sich freilich auch ein wenig Angst vor dem Polizeidiener, er könne erfahren, daß ich der Uebeltäter war, unb könne nachträglich noch mich zur Rechenschaft ziehen. Ich führte ben Gebauten sofort aus, lief heim ins Erbseneck, sah ben grünen Dienstrock bes Polizei? bieners vor dem Haus am Traubenstock hängen unb schob mein Geld in bie Rocktasche. Meine Mutter, bie über bie Näharbeit gebeugt am Fenster saß, schaute zu mir herunter, unb ich rief ihr zu: Ei, ich hab ja gemeint, in der Rocktasche nistete ein Rotkehlchen! Mein Gelb war ich los, meine Schulb war ge» sühnt. Ich trieb mich im Hof umher, zu sehen, ob der Nachbar das Geld fände. Er zog gegen Abend den Rock an, hörte meine Pfennige klimpern, griff in bie Tasche, zog das Geld heraus, überzählte es unb rief mich zu sich. Ich hatte wieder ein wenig Angst, aber der freundliche Mann reichte mir bas Geld unb sagte: ich solle ihm eine Zigarre holen. Wie der Blitz lief ich davon, brachte die Zigarre, und ich sah, wie mein Sündengeld in herrlich blauen Rauch aufging. Die Polizeidienerin rief: Was ist mir bas aber ein feines Kraut am hellen Werktag! In ber Nacht schlief ich besser als sonst, unb bäs Tonmännlein ließ mich in Ruhe. So wenig hatte es noch mit mir zu tun, baß ich Lust empfanb, am nächsten Tag mit einem Apfelkrutzen nach ihm zu werfen, was ich aber boch nicht tat. Ein paar Jahre später brannte bas Polizeibiener- haus ab. Das Männlein würbe vom Wasserstrahl ber Feuerwehr beklatscht, rollte burch bie aus ben Ziegeln züngelnben Flammen herab unb zerbrach. Ich kann sagen, baß ich bei weitem nicht so gut geraten wäre, wenn nicht biefe Tonmännlein meine Jugenb betreut hätten. lein. Ein Bildhauer aus Frankfurt, ber in einer Töpferwerkstätte bie Töpferei erlernte, hatte ben Polizeibiener gebeten, ihn lebensgetreu in Töpfererbe abbifben zu bürfen. Da war ein Polizeibiener- kopf entstanden, ber sich sehen lassen konnte, keine Fratze, keine Maske, nein, ber wahrhaftige Nachbar, wie er mit seinen verhuschten Augen in die Welt guckte, streng unb hart unb voller Unerbittlichkeit. Dieser gewaltige Kopf stak seit ein paar Tagen auf ber benachbarten Dachnase, unb nun, ba ich wegen meiner Sünbe nicht recht einschlafen konnte, entbetfte ich plötzlich braufeen hinterm Fenster im Monblicht oben auf der Nase ben Mann aus Ton, ben Polizeibiener. Der Monb stanb neben ihm unb rückte immer bichter an ihn heran. Als er bann wirklich mit seinen beiben Hörnern ihn an Kappenschilb unb Kinn erfaßt hatte unb mit seinem grellen Licht hinter bem Dickkopf verschwand, legte sich ber Dickkopf vor mich auf meine geblümelte Bettbecke unb glotzte mich an. Nun konnte ich erst recht nicht mehr schlafen. Ich dachte an meinen Diebstahl unb begann zu beten. Ich betete zum Männlein, unb ich versprach ihm, morgen meine Schulb zu begleichen, beichten zu gehen unb bem Pfarrer alles zu sagen. Mit biesem festen Vorsatz schlief ich, als ber Monb mit ben Hörnern am Fensterrahmen hing unb das Tonmännlein also vor mir verschwunben war, enb- lich ein. Am nächsten Morgen lief ich in ben Hof, sah wie bie Frau Polizeibiener ihrem Mann ben Säbel umschnallte, unb rief einen freunblichen „Guten Morgen" ins Fenster. Der Polizeibiener bankte luftig; er wußte also von nichts. Am tommenben Samstag beichtete ich meine Sünbe, ber Pfarrer gebot mir, ben Schaben, ben ich angerichtet hatte, nach Kräften gutzumachen und sprach mich los. Ich jubelte zwar, aber ich wußte nicht, wem ber Acker, ben ich beraubt hatte, gehörte. Unb ba ich auch nicht banach fragen wollte, um mich nicht zu verraten — benn jebermann sah, wie aus bem Kleebestanb ein Stück herausgerissen war — beschloß ich, meine Schulb anbermeitig zu begleichen. Ich hatte fieben Pfennig erspart, bie in meinem Sonntagskittel staken, unb bie wollte ich in ben Opfer- stock unserer Kirche werfen, benn im kleinen Katechismus stanb geschrieben: wenn man nicht wisse. wem man gutmachen mülle, bann solle man ben Schabenersatz in bar einem Armen geben ober in den Opferstock werfen. Ich betrat unter Mittag mit meinen fieben Pfennigen die Kirche. Kein Mensch war drinnen, ber Opferstock stanb neben bem großen Weihwasserkessel Hochschulnachrichten. Der türkische Minister für Hygiene unb soziale Fürsorge hat bem Direktor bes Hygienischen JnsU- tuts ber Universität Marburg, Professor Dr. Wilhelm Pfannen st iel, nach ber erstmaligen Ablehnung seiner Berufung an bas Zentral-Hygiene- Institut in Ankara die Uebernahme der Gesamtleitung des Instituts unb ber wissenschaftlichen Organisation ber Gesunbheitspflege in ber Türkei angeboten. Da sich Professor Pfannenstiels Wunsch nach vorläufiger kommissarischer Besetzung feines Marburger Lehrstuhls währenb seines als zeitlich befristet vorgesehenen Auslands-Aufenthaltes nicht ^rMelL.M,._h0pel-5ynchron-f eberung«: Limousine, 2-türig RITI 2650.- Cabr.-£im., 2-türig. .... RITI 2750.- Limousine, 4-türig . « • • . RITI 2950.- Cabriolct, 4-sitzig RITI 3250.- Opel 6 3yL2 £tr. mit »Opel - Synchron - f eberung« : Limousine, 4-türig RITI 3400.- Cabriolet, 4-sitzig RITI 3800.- Die jetzt zur Ablieferung gelangenden IDagen sind 1935er Mobelle, wie fie auf ber Internationale» Automobil-Ausstellung Berlin gezeigt werden. Preise ob IDerh Adam Opel A.6., Hüffelsheim a.M. N M G Frankfurter Str. 52 • Telephon Nr. 2MT A D S H E RUSSE M M Motor wagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H Frankfurter Universität gewährt 20 Saar-Studenten freies Studium. LPD. Frankfurt a. M.. 18. Jan. Der Kampf um die Saar ist beendet, nicht aber der Kampf für die Saar, denn jetzt gilt es, die unseren Brüdern an der Saar in der Kampfzeit gegebenen Versprechungen einzuhalten und ihnen für die bewiesene unerschütterliche Treue nach der Rückkehr ins Vaterland in allen Fragen tatkräftig zur Seite au stehen. Die Johann-Wolfgang-Goethe- Universität hat in der Kampfzeit in vorderster Reihe gestanden und ist sich auch jetzt ihrer Aufgabenpflichten bewußt, soweit die wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung des Saarlandes in Be- Spenden für das Winterhilfswett Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen, die das Winterhilfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahenfammlungen, hausfammlungen. Eintopfgerichte ufw.), find nur auf Konto der Bezirkssparkasse Gießen, 311. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. 2TC. 7lr.. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen. tracht kommt. Daher hat die Universität beschlossen, 20 saardeutschen Studenten Befrei- u n g von ihren Studien gebühren zu gewähren. Darüber hinaus wird sie einer bestimmten Anzahl von Saar-Studierenden durch Gewährung eines Stipendiums die Möglichkeit geben, ihr Studium, Staats- und Doktorexamen in Frankfurt zum Abschluß zu bringen unter der Bedingung, Daß ihre wissenschaftliche Abschlußarbeit sich mit dem Problem des Saarlandes befaßt. Zubilare auf dem Lokomotivführerstand LPD. Frankfurt a. M., 18. Jan. In diesen Tagen finden in den 13 Ortsgruppen des Vereins Deutscher Lokomotivführer im Bereich der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. die Ehrungen der diesjährigen Jubilars unter Teilnahme der Dienst.stellenleiter statt. Es sind etwa 150 Lokomotivführer, die 25 Jahre auf dem Lokomotivführer st and hinter sich haben. Alle Jubi- lare teilen sich gern mit allen andern Betriebskameraden in das Lob, daß die Deutsche Reichsbahn als die sicherste gilt, und alle Betriebskameraden haben ihr Verdienst daran, wenn es den Jubilaren gelungen ist, 25 Jahre lang ohne Konflikt mit dem Staatsanwalt auf ihrem Posten zu stehen. Ministerpräsident und Clown. Ein interessantes Momentbild aus dem Londoner Olympia-Zirkus, an dessen Vorstellungen der englische Premierminister Macdonald teilnahm. Der Premierminister Seiner Britischen Majestät wird von dem ersten Clown des Zirkusses, Joe Craston, begrüßt. — (Photo: Scherls Bilderdienst.) i r W gfi h Der deutsche Apfel — und ein Schwarzbrot mit Butter und einen Apfel dazu: etwas Besseres und Gesünderes kann es gar nicht geben. Wir waren in Deutschland Heuer mit einer reichen Apfelernte gesegnet. Wir haben natürlicherweise viele Apfelsorten geerntet, die sich nicht allzu lang gehalten haben. Wir haben auch viel Aepfel technisch verwerten müssen, aber immerhin, es sind noch Aepfel genug vorhanden, die wir im Winter zum Rohessen verwenden können. Wir haben im Apfel ein Obst vor uns, das neben seiner Haltbarkeit und neben seinen Vorzügen hinsichtlich des Geschmackes, hinsichtlich der Verdaulichkeit neben feinem reichlichen Gehalt an natürlichen und vollwertigen Nährstoffen immer wieder auch als ein Erzeugnis unseres deutschen Heimatbodens von großer Bedeutung anzusehen ist, das unter allen Umständen geeignet ist, das fremdländische Obst weitgehend auszufchalten. Selbstverständlich müssen wir, da wir durch Verträge gebunden und verpflichtet sind, bestimmte Mengen ausländischer Erzeugnisse in unseren Markt aufnehmen. Aber das Vorhandensein von Mandarinen und Apfelsinen — über deren Wert wir an sich nichts Nachteiliges sagen können — darf doch einen ehrlichen Deutschen niemals dazu veranlassen, nun ausgerechnet wieder das heimatfremde Erzeugnis zu bevorzugen zum Nachteil der auf dem eigenen Boden gewachsenen Frucht. Gerade der Apfel ist unser Winterobst. Man denke nur, welchen Vorteil der etwas rauhere Apfel für die Verdauung und für den Stoffwechsel mit sich bringt im Vergleich zu der reinen Saftfrucht der Apfelsinen und Mandarinen. Daß die Banane für uns keine Bedeutung hat, darüber ist sich wohl jeder Volksgenosse klar, denn wir bekommen sie ja unreif, nur sozusagen geschminkt zu uns herein, und wenn sie schließlich auch angenehm zu essen ist, die in ihr enthaltenen Werte sind doch nicht die, die wir von einem ausgereiften Apfel unserer Heimaterde erwarten können. Wie wertvoll ist- z. B. auch der Genuß von Aepfeln für das Gebiß. Und immer wieder müssen wir uns vergegenwärtigen, daß wir im deutschen Apfel, auch rein wirtschaftlich gesehen, ein landwirtschaftliches Produkt haben, das wir unter allen Umständen pflegen und fördern müssen. verlangt deutsches Obst in euren Obstläden! Hegt durch den Mehrverbrauch die deutsche Mehrerzeugung an! Dadurch werdet ihr Mitkämpfer der Erzeugungsschlacht des deutschen Volkes! Der Mehrverbrauch kann auch dazu angetan sein, bessere und haltbarere Sorten, als wir sie bisher hatten, zu züchten und anzubauen. Wir müssen nach wie vor danach trachten, daß wir auf allen Gebieten möglichst auf eigenen Füßen stehen können, und es mag noch so wesenlos und klein erscheinen: im einzelnen, im Rahmen des Ganzen ist jede Maßnahme, die unsere Selbständigkeit fördern kann, eine vaterländische Pflicht, der sich kein volksbewußter Deutscher entziehen darf. Stadtgesundheitsamt Frankfurt a. M. Büchertisch. — „D e r Naturforsche r", vereint mit „Natur und Technik". Vierteljährlich 2,50 RM. Einzelheft 1,— RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Im Januar-Heft dieser führenden naturwissenschaftlichen Zeitschrift zeigt u. a. Professor Dr. Hans Weinert, über welche Tatsachen wir verfügen, und welche Schwierigkeiten uns noch entgegenstehen bei den Forschungen über die Entstehung der heutigen Menschenrassen. Ein außerordentlich interessantes jahreszeitliches Thema behandelt Dr, M. Eisentraut: „Ueberwinterung im Tierreich". Seine Darlegungen werden auf das Anschaulichste unterstützt durch eine Fülle hervorragender Naturaufnahmen. Prioatdozent Dr. Kurt Hueck bringt an Hand von Luftaufnahmen Beispiele von Frost-Strukturböden aus Deutschland. Dr. Rein beleuchtet vom Standpunkt des Naturschutzes aus und nach der rechtlichen Seite hin die jetzt vielfach von Pelztierfarmen und anderen Stellen ausgehende „Einbürgerung fremder Wildarten". Ferner berichtet das Heft von der „Naturwissenschaftlichen Arbeit und tonwertrichtigen Photographie" und von der Förderung und Verarbeitung des „Deutschen Graphits". Zahlreiche zeitgemäße kleine Berichte und Forschungsergebnisse aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten schließen das wertvolle Heft, das jeder an den Naturwissenschaften Interessierte gern zur Hand nehmen wird. ,«rsV 323 D 0268 333 D 341 D Brennholz-Berfleiaerung im Gemeindewald Langsdorf. Aus den Distrikten Weckmannsscheuer, Höllenfritz, Brühlwiese und Seekopf werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Straße Langsdorf—Nonnenroth am Mittwoch, dem 23. Januar d. I., vormittags 9% Uhr, versteigert: 302D Scheiter rm: Buche 600, Hainbuche 12, Eiche 20, Kiefer und Fichte 7. Knüppel rm: Buche 15, Hainbuche 4, Eiche 8, Esche 2, Kiefer 2, Fichte 19. Reisig rm: knüppelreifig: Buche 18, Hainbuche 1, Fichte 7, Eiche 2. Kl. 44. Langsdorf, den 17. Januar 1935. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. __Kneipp. Auto- Batterien wenig gebraucht, z. 3. am Lager. V.Altbofk, Horst-Wessel- Wall 31. 0256 Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14.13. Am 17. Januar 1935 verschied nach kurzer Krankheit meine innigst- geliebte Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabeth Schneider, geb. Horst im 63. Lebensjahre. Holzversteigerung. Donner9tag, den 24. Januar 1935, vormittag, 10 Uhr, in der Gastwirtschaft Delling, Odenhausen. Aus den Forstorten Noll 7 und 23, Streitswaldswasen ^Odenburg 15 Rangen 23, Hörnes 37 und 40, des Schuhforstes Rabenau werden versteigert- 330V Scheiler rm: Buche 320, Eiche 4, Fichte 4, Kieser 12, finuppelrm: Buche 500, Eiche 6, Fichte 11, K'-fer 42; Seifig rm; Buche 1200; Stöcke rm: Buche 90, Eiche 3. Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Londorf, den 18. Januar 1935. Hessisches Forstamt Rabenau. Am 12. Januar entschlief nach kurzer Krankheit plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Mann, mein herzensguter Vati, unser lieber treuer Sohn, Bruder und Schwager Flugmeteorologe Dr. phil. Hans Rühl im fast vollendeten 43. Lebensjahre. Die Einäscherung fand am 17. Januar im Krematorium Wilmersdorf statt. In tiefem Schmerz: Käthe Rühl geb. Burmeister Annemarie Rühl Wilhelm Rühl u. Frau Toni geb. Brückmann Dr. phil. Carl Blaß u. Frau Hanna geb. Rühl. Berlin-Tempelhof, Januar 1935. Kaiser-Korso 77. Holzversteigerung der Fürst zu SolmsLichschen Oberförsterei Hohensolms. Freitag, 25. Januar, werden in der Windelbach versteigert: rm Scheitholz: Buche 129, Eiche 4; knüppel- Buche 145, Eiche 26, Erle 22, Nadel 4; Wellen Ress Holz: Buche 7700, Eiche 650; ferner 18 Eiche- Deichselstangen, 35 ausgesuchte Fichte-Derbstangen II. und III., 70 Bohnenstangen. 270D Besonders auf die guten Wellen, zum Teil Forst- wellen, wird hingewiesen. Zusammenkunft: 9.30 Uhr Provinzialstraße: Gießen—Gladenbach, Eingang zur Windelbach. Weitere Versteigerungen: 1. Februar: Hohensolms; 7- Februar: Pfaffenmark; 8. Februar: Bieber. Todesanzeige Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat, muß scheiden Gott dem Allmächtigen hat es gefallen meinen innigstgeliebten Mann, den treusorgenden Vater seiner Kinder, unseren lieben Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Gümbel heute 18 30 Uhr, nach langen, schweren Leiden im Alter von 49 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzuruten In tiefer Trauer: Marie Gümbel nebst Kindern Lützellinden, Lang-Göns, Hörnsheim, Großen-Linden, Westerburg, Leun, den 18. Januar 1935 Die Beerdigung findet Montag, den 21. Januar, nachmittags 2 Uhr statt In tiefer Trauer: Familie Johannes Schneider. Klein-Linden, den 18. Januar 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 2 Uhr, statt --------------------------- 307 d Gegen spröde, aufgesprungene ^aUL 322A »Eldro« Glycerin-Milch Flasche 40 Pf. und 70 Pf. Drogerie Elges Seltersweg 68 a Karotten stumvfe, bandverlesen, liefert bill. frei Gießen Ludw. Schäfer XIII., Landwirt, Naunheim bei Wetzlar. 0214 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verla-s- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verla g-n Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher44 Hugo Bermühleg Verlag • Berlin-Lichterfelde N 3 P h IÜ Q C P von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- •■Uwlllflvvv holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Oichfchen Obersörsterel Lich. Montag. 28. Januar, wird das Brennholz aus den Distrikten konzebühL Graudorn. Brunnenwald. Schwarzwald, herren-höhler. Mühlwäldchen und Langeberg in Steins Saal zu Lich versteigert. Es kommen zum Ausgebot: rm Scheitholz: Buche 590, Elche 29, Nadel 31; Knüppel: Buche 408, Eiche 192. Birke 34, Nadel 44; Stockholz: Buche 132, Eiche 36 k-H^e^ser: Eiche 24; Wellen Reisholz: Buche 12 500, Eiche 2700, Hartlaub 1600; fr. 39 rm Eichen- Gartenpfosten, 13 rm Esche (2 m lang), Eichen, und Flchten-Schlagreisig. — Besonders auf die guten Aorslwellen im Höhler (Dippelöcher), Konzebühl und Langeberg wird hingewiesen. — Empfohlen wird vorherige Besichtigung des Holzes. Auskunft: Förster Heuser, Fasanerie, Fernruf 219, Langeberg: Förster Kipper, Lich. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. 327D Zusammenkunft: 9.30; Reihenfolge: Scheitholz. Knüppel (11.00), Stockholz (12.30), Reisholz (1.00k Pfosten (2.30), Langeberg und Mühlwäldchen (3.00). Dienstag, 29. Januar, werden im Riedwald versteigert.- rm Scheitholz: Buche 160, Eiche 10, Nadel 6: Knüppel: Buche 90, Eiche 25, Nadel 3; Stockholm Buche 90, Eiche 3; Wellen Aftreifer: Buche 3900* Eiche 300; Forstreifer.- Buche 350, Eiche 1050 fr' 10 rm Gartenpfosten, 5 rm Nadel-Knüppelre'iser. Eichen- und Fichten-Schlagreiser. Zusammenkunft 10.00: Riedwaldstraße—Laubacher Straße. weitere Versteigerungen: 4. Februar: Pfaffen- hohler, Kellersberg, Fuchsstrauch, Fasanerie (mit Schnittholz); 5. Februar.- Meilbach; 11. Februar: Hard, 12. Februar: Münchwald. Näheres in den Samstags-Zeitungen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Katharine Neeb, geb. Mohr heute morgen 8.30 Uhr nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden im 62. Lebensjahre zu sich zu rufen. In tiefer Trauer.- Peter Neeb, Bürgermeister i. R. und Kinder Hattenrod, Gießen, den 18. Januar 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 3 Uhr, in Hattenrod statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen sagen wir innigen Dank. In tiefem Schmerz: Wilhelm Bepler und alle Angehörigen Kinzenbach, den 19. Januar 1935 Nr. 16 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, V). Januar 1935 Aus -er Provinzialhauptstadt. „Cfö soll nit verderben „Ungebeugtes Volk" heißt ein Erzählungbuch des fudetendeutschen Dichters Hans Watzlik. Zwei von den Erzählungen singen das Hohelied von dem schollentreuen deutschen Bauern. Der Dreißigjährige Krieg ist verbraust. Da sucht der Eibenstöcker aus der Asche seines Hofes die übriggebliebenen Körner heraus. „Zwei rauhe Tage kniete er gebückt über das mühselige Werk, und da er es vollbracht hatte, sagte er: „Herrgott, ich dank' dir, daß du mir langsamem Mann die Geduld gibst! Und so soll es nit unter mir verderben, mein Flecklein Deutschland!" Nun weht das Wort zu uns her in die Gegenwart: „Und so soll es nit unter mir verderben, mein Flecklein Deutschland!" Es weht zu dir, zu mir her, gleich ob wir Bauern sind oder nicht. Jeder hat sein Flecklein Deutschland unter sich: seinen Schaffens- Platz, seine Daseins-Statt oder seinen Winkel „Halt dich brav!" Müssen wir dabei nicht an das Mütterlein von der Saar denken, das sich welken Leibes und krank an den Ort der Abstimmung schleppte und sagte: „Ich bin deutsch geboren und werde deutsch sterben!" Fürwahr, solche „Liebhaber des Winkels" (Luther prägte das Wort) kann unser Vaterland brauchen innerhalb seiner Grenzen und rundum in der Welt. Jedem ward sein Flecklein Deutschland anvertraut von Gottes und Geschickes wegen, und auf diesem Grunde haben wir mit höchster Verantwortung zu stehen als ein Glied der großen Gemeinschaft- Dein, mein Flecklein, auf dem wir schaffend stehen und leben, ist ein Lehen. Gott gab es uns in diesem Volke und gerade in ihm. Also nicht ein Zufallsort ist es, sondern der Platz unserer Bestimmung, und zu dem „Ergreifen unserer Bestimmung" im Sinne Fichtes gehört auch die Anschauung von der Werthaltung unseres Lebens-Platzes. Geschah uns das Schlimmste, daß er wie bei dem Eibenstöcker zu einer Brandstätte ward, dann sollen auch wir versuchen, es zu einem neuen Saatfelde zu machen, und sei der Anfang noch so dürftig. Wenn Deutschland im Laufe seiner mächtig-bewegten Geschichte nicht so viele herrliche „Eibenstöcker" gehabt hätte, wäre aus jedem Niederbruche nicht immer wieder ein Aufbruch geworden. Es lebe jedes unverwüstliche Herz, überall, wo es über seinem Daseinsgrunde schlägt! Ein solcher kann ja nicht verderben, wenn die Liebe allzeit das Ihre tut: Furchtlos, treu und fröhlich! Wo Liebe ist, da ist auch Leistung! Wo Leistung ist, da ist auch Ehre. Und eines jeden Ehre ist ein Teil der großen Dolksehre. So sei's: Dein, mein Flecklein Deutschland: Unsere Ehrstatt, unsere Wehrstatt, und geb's Gott, auch unsere Nährstatt! Ins Herz nehmen wollen wir, ganz tief, was der Dichter Otto Gmelin in seinem Buche „Frühling in Deutschland" sagt: „Lausche dem ewigen Sang deines Landes! Halte dich rein wie die lichtdurchflossenen Tage; halte dich klar wie die silbernen Nächte. An die Maschine trag' es und an deinen Schreibtisch, ins Büro und in das Gelärme der Großstadt! Dein ist das Land, und dein ist der Himmel, und nur aus ihm bist du und all' dein Werk!" Spenden für das Winterhilfswerk 1934/35. Der hessische Staatsminister teilt allen unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts ein Schreiben des Reichsministers der Finanzen vom 14. Dezember 1934 zur Kenntnisnahme und Be- achtung mit. In diesem Schreiben führt der Reichsfinanzminister aus: „In meinem Schreiben vom 15. Oktober 1934 habe ich als Monatsspende, die zum Erwerb der Schüler und Föhrerschulungslehrgänge der $3. Die Ministariotabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum bringt den Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und den Kreis- und Studtschulämtern auszugsweise die von dem Reichs- und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung für die Beurlaubung von Schülern zu Führerschulungslehrgängen der Hitler-Jugend erlassenen Richtlinien zur Kenntnis. In diesem Auszug heißt es: „Zur Sicherung des Führernachwuchses der Hitlerjugend werden laufend Führerschulungslehrgänge ab» geholten. Es ist voran festzuhalten, daß die Heran- Ziehung von Schülern der mittleren und höheren Lehranstalten zu derartigen Lehrgängen nach Möglichkeit nur während der Ferienzeit zu erfolgen hat. Es wird sich jedoch mit Rücksicht auf die räumlichen Verhältnisse, die zur Verfügung stehende Zeit und die notwendige gemeinsame Besetzung der laufenden Lehrgänge mit Schülern und Jungarbeitern eine Heranziehung einzelner Schüler auch während der Schulzeit nicht vermeiden lassen. Soweit Schüler während der Schulzeit zu solchen Lehrgängen herangezogen werden, darf nach Maßgabe der nachfolgenden Richtung Urlaub erteilt werden: 1. Der Urlaub soll nur erteilt werden, wenn bei Begabung, Fleiß und Leistungen des Schülers durch die Unterbrechung des Unterrichts dauernde Nachteile für seine unterrichtliche Ausbildung nicht zu erwarten sind Der Urlaub darf nicht erteilt werden, wenn zu befürchten ist, daß der Schüler infolge der Unterbrechung des Unterrichts das Klassenziel nicht erreichen wird. Schülern des letzten Schuljahres darf innerhalb der Zeit von 6 Monaten vor Schuljahrschluß kein Urlaub erteilt werden. 2. Der Urlaub darf die Höchstdauer von 4 Wochen nicht überschreiten. 3. lieber die Beurlaubung entscheidet der Schulleiter nach Fühlungnahme mit den Klassenlehrern und den übrigen am Unterricht des Schülers beteiligten Lehrern. 4. Die Urlaubserteilung bedarf der Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Diese sind, soweit es angebracht erscheint, darauf hinzuweisen, daß bei Beurteilung der Schulleistungen eine Rücksichtnahme auf die Teilnahme an dem Lehrgang nicht erfolgen kann. 5. Die Urlaubsanträge sind von dem zuständigen Gebietsführer unter Benutzung der von der Reichs- jugendführung mit meinem Einverständnis herausgegebenen Formblätter an den Anstaltsleiter zu richten. Gibt der Schulleiter dem Antrag statt, so ist das Formblatt mit entsprechender Stellungnahme dem zu beurlaubenden Schüler auszuhändigen. Kann der Urlaub nicht erteilt werden, so ist das Formblatt mit kurzer Begründung der Ablehnung dem zuständigen Bannführer der Hitlerjugend zuzuleiten. 6. Die gleichen Richtlinien gelten für Beurlaubungen bei der Einberufung zu Geländesportkursen und Luftschutzübungen. Ziffern 1 bis 4 der Richtlinien gelten auch für die ausnahmsweise stattfindenden Beurlaubungen von Schülern für die Ausleseschulung der Obleute des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande. Ob und inwieweit Beurlaubungen auch in anderen ähnlichen Fällen stattfinden können, bleibt meiner Entscheidung Vorbehalten." Plakette des WHW. berechtigt, für die Monate November und Dezember 1934 einen Betrag von 20 Prozent und für die Monate Januar bis März 1935 einen Betrag von 15 Prozent der für diese Monate zu entrichtenden Lohnsteuer als angemessen bezeichnet. Zur Klarstellung weise ich darauf hin, daß vom Monat Januar 1935 ab diese 15 Prozent von der nach dem Einkommensteuergesetz vom 16. Oktober 1934 zu entrichtenden neuen Lohnsteuer zu berechnen sind Um Härten zu vermeiden, soll indesien die Spende der Lohnsteuerpflichtigen zum WHW. im Einzelfall die Dezemberspende (20 Prozent der alten Lohnsteuer) nicht übersteigen. Die Sonderspende der veranlagten Einkommensteuerpflichtigen (monatlich 3 Prozent der nicht durch Lohnabzug getilgten Einkommensteuerschuld für 1933) wird hierdurch nicht berührt." Den Adel der Arbet kennzeichnen die diesmaligen deutschen Wohlfahrtsbriefmarken. Es find Darstellungen gewählt worden, die die friedliche Tätigkeit des deutschen Volkes in all seinen Ständen am Wiederaufbau des Reiches ausdrücken sollen. Sie zeigen Bilder von Männern der schaffenden Welt nach Entwürfen von Professor Ferdinand Spiegel und dürfen als erheblich schöner als manche der bisher erschienenen Wohlsahrtsbriesi marken bezeichnet werden. Es ist damit jedenfalls wieder eine Briefmarkenserie in den Verkehr gekommen, die nicht allein bei dem Sammler, sondern auch beim Publikum Anklang finden wird. Die Wohlfahrtszuschläge fließen in erster Linie dem Winterhilfswerk zu. Sie sind besonders bei den am meisten gebräuchlichen Werten derart gering gehalten, daß die Verwendung der Wohlfahrtsbriefmarken kaum eine Belastung bedeutet und daher die kleine Mehrausgabe von jedermann getragen werden kann, wenn man des guten Willens ist, durch Pfennige mit dazu beizutragen, den Zweck des Wohlfahrtsbriefmarkenvertriebs zu fördern und zu unterstützen. Wer möchte überdies zurückstehen, wenn Dank und Freude der Aermsten das Ergebnis sein werden? Die Richard-Wagner-Wohlfahrtsbriefmarken lieferten im Vorjahre im ganzen Deutschen Reich einen Reinertrag von etwa 825 000 RM., ein Beweis dafür, daß auch durch zahlreiche kleine Spenden die großen Sammlungen des Winterhilfswerks wirkungsvoll ergänzt werden konnten. Durch die Opferfreudigkeit der Bevölkerung und die tatkräftige Mitarbeit aller am Betrieb beteiligten Kreise gelang es, in Hessen eine Absatzsteigerung von über 100 Prozent zu erzielen. Doch wie sagt ein Dichterwort: „Genug ist nicht genug — genug kann nie genügen". Darum ergeht auch heute wieder an alle die Bitte, zu Frankierungszwecken ausschließlich Wohlfahrtsbriefmarken als vollgültige Postwertzeichen im In- und Auslandverkehr zu benutzen. Erhältlich sind die Marken außerpostalisch durch die NS.-Volkswohlfahrt, deren Kreisamtsleitungen, Ortsgruppen-, Block- und Zellenwarte sowie durch die Übrigen anerkannten Organisationen der freien Wohlfahrtspflege. Die postalische Gültigkeit der Marken währt bis 30. Juni 1935. NSSDT. (früher KDAI ). Der Kreisamtsleiter macht die Mitglieder des NSBDT. auf einen Vortrag im Bund für Volkstum und Heimat aufmerksam, den Professor Dr. Rauch am nächsten Mittwoch, 23. Januar, im Studentenhaus, Leihgesterner Weg, über das Thema „Die alten Fachwerkbauten Gießens" halten wird. Der Besuch dieses mit Lichtbildern ousgestatteten Vortrags wird den Mitgliedern des NSBDT. bestens empfohlen. Kameradschastsabend der Motor-SS. Der SS.-Motorsturm 7/30 veranstaltet heute abend 8 Uhr mit seinen „Fördernden Mitgliedern" im Cafe Leib einen Kameradschaftsabend. Die musikalischen Darbietungen, welche die Kapelle der 2. SS.-Standarte Frankfurt a. M. und bedeutende Solisten des Frankfurter Opernhauses bestreiten, werden allen Teilnehmern einen genußreichen Abend verschaffen. Deutsche Tänze werden den Abend beschließen. Es soll in dieser Vorbesprechung die Freude des Ueberraschtwerdens durch vorzeitiges Herrmann Kraus, Frankfurt a.M., spielt im dritten Symphoniekonzert des Konzertvereins das Violinkonzert in l)-Dur von Beechoven. Ausplaudern nicht gestört werden; nur soviel sei gesagt: die Teilnehmer an dieser Veranstaltung echter deutscher Volksgemeinschaft werden sich noch lange und gern der gemeinsam verlebten frohen Stunden erinnern. Die „Fördernden Mitglieder" nebst Angehörigen und Gästen sind herzlich eingeladen. Zwei Veranstaltungen des Neichsbundes Volkstum und Heimat. Am kommenden Mittwoch tritt der Reichsbund Volkstum und Heimat mit zwei Veranstaltungen an die Oeffentlichkeit, die beide der Erhaltung hoben* ständiger Kulturformen dienen sollen. Am Nachmittag wird der Landschaftsführer im RVH., Ministerialrat Ringshausen, in unserer Stadt eine Spitzen- und Stickerei-Werk* schau eröffnen, die das Interesse für Frauenarbei* ten und die damit verbundenen, in deutschem Volks* tum wurzelnde Heimgestaltung wachrufen soll. Diese Schau alter Spitzen, Stickereien und Mustertücher aus den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahr* hunderts wird jeder deutschen Frau Anregungen geben, besonders über den technischen Lehrerinnen Wege zeigen für einen an hessisches Volkstum gebundenen Stickereiunterricht. Die Ausstellung dauert 14 Tage, der Ausstellungsraum wird noch bekanntgegeben. Für Mittwochabend lädt der RVH. alle Heimat* freunde ein zu einem Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Rauch über „Da s alte Gießen". Unsere alten Fachwerkbauten lind andere heimische Baudenkmäler werden im Lichtbild gezeigt. Der „Frohsinn-Quartettverein" wird durch Vortrag von Heimatchören die Veranstaltung bereichern. Nach den bisherigen Erfahrungen ist wieder mit einem starken Besuch beider Veranstaltungen des RVH. zu rechnen. Genehmigungszwang für Veranstaltung von Musikfesten. Der Präsident der Reichsmusikkammer hat unta dem 9. Januar folgende Anordnung, Musikfeste betreffend, erlassen: In der letzten Zeit haben wiederholt Gemeinden und Provinzen Musikfeste veran- Oer Zinnteller. Von Wilhelm Scharrelmann. Einmal, es ist in einem Hungerjahr gewesen zur Winterszeit und hat schon so scharf gefroren gehabt, daß alle Gräben bis in den schwarzen Moorgrund hinein zugefroren gewesen sind, sitzt die junge Frau eines armen Holzschuhmachers im Teufelsmoor abends noch spät und mutterseelenallein auf der Diele an ihrem Herde und wartet auf ihren Mann. Der ist auf Arbeit gewesen im Nachbardorf. Ader die Stunden vergehen, und er kommt nicht und kommt nicht. Zuletzt gibt sie es auf und denkt, er ist vielleicht bei seinen Verwandten über Nacht geblieben, stellt ihr Spinnrad und die Wolle an die Seite, nimmt die Pfanne vom Nagel und will sich ein paar Bratkartoffeln zum Abendbrot machen. Da es aber in der Zeit gewesen ist, daß sie ihr erstes Kind erwartet hat und sie mit ihrem Mann feit langem, Abend für Abend, immer nur Bratkartoffeln gehabt hat, ist plötzlich ein so großes Verlangen nach etwas anderem über sie gekommen, daß sie sich gar nicht hat lassen können und alles darum gegeben hätte, wenn sie sich einmal wieder an einem Pfannkuchen hätte satt essen können. Sie hat aber nichts von dem, was dazu gehört, im Hause gehabt, nicht mal ein Lot Mehl und nur ein einziges Ei, das Sins ihrer wenigen Hühner trotz der Kälte und wohl nur aus Versehen gelegt gehabt hat. Wie sie noch sitzt und in den blauen Rauch des Feuers blickt, und mit sich kämpft, ob sie nicht we- nigstens das Ei zu ihren Kartoffeln in die Pfanne schlagen soll, hört sie plötzlich Schritte beim Hause meint, daß ihr Mann doch noch gekommen ist, und geht hin und stößt den Riegel von der Tür. Als sie aber hinausguckt, sieht sie, daß es zu schneien begonnen hat und ein Fremder vor ihrer Tür steht, der einen Packen auf dem Rucken tragt und da steht, so weiß wie ein Müllerknecht, der eben aus der Mühle kommt. Da meint sie, daß es ein Handelsmann ist, der bei dem Schnee vom Wege abgekommen ist, wundert sich freilich, daß so einer noch zu der späten Stunde unterwegs ist, mag aber weiter nicht fragen und sagt nur: „Kumm rin un warm Di." r , . Das hat der Mond — denn er ist es gewesen — bei der bitterkalten Nacht nicht ungern gehört, ist doch ein Ostwind über das Moor gegangen, so rauh und scharf wie eine Zweimännersäge. Sie rückt also ihre Kartoffeln vom Feuer, setzt die Pfanne auf den Tisch im Unterschlag, legt em paar Gabeln auf und nötigt den Fremden mit zu essen. Der läßt sich auch nicht lange bitten und langt zu, bescheiden und still und ganz in der Weise, wie er die Leute im Moor von jeher hat essen sehen. Die Frau aber muß bei jedem Bissen an den Pfannkuchen denken, den sie so gern gegessen hätte und seufzt über ihrem heimlichen Verlangen so laut auf, daß der Fremde sie fragt, ob ihr etwas fehle und er ihr helfen könne. Da erschrickt sie ein wenig, daß sie sich verraten hat, will aber nicht sagen, was sie bedrückt, und steht lieber vom Tisch auf, damit der Fremde aufhören soll, mit Fragen in sie zu dringen. Als er aber immer noch nicht nachläßt, stößt sie zuletzt doch heraus, daß sie für ihr Leben gern einmal wieder Pfannkuchen äße, aber fein Mehl und nur einziges Ei im Hause habe, und muß sich darüber heimlich eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Der Mond nun, kaum, daß er ihren Wunsch vernommen hat, antwortet ihr, wenn sie weiter keinen Kummer habe, solle ihr bald geholfen fein. Er wolle ihr einen Pfannkuchen backen, wie sie in ihrem Leben noch keinen gegessen habe. Sie meint aber, daß es nur Spaß ist und sagt: „Kannst du ok backen van wat un van nicks, denn tühn man nid) lang un back em man fix", hat aber nicht wenig erstaunt aufgesehen, als der Mond sogleich alles, was zu einem Pfannkuchen gehört, aus seinem Sack genommen, Wasser dazu aus dem Eimer beim Herde geschöpft und in einer Schüssel, die er aus dem Tellerrack an der Wand genommen, einen so herrlichen Teig bereitet hat, daß der Frau die Augen darüber groß geworden sind. Wie er dann den Kuchen in der Pfanne aufs Feuer gestellt und ihn auf beiden Seiten schön braun gebacken hat, ist ihr schon von dem Duft das Wasser im Munde zusammengelaufen, daß sie die Zeit nicht hat abwarten können, bis er fertig geworden ist und sie sich hat dahinter setzen können. Wie sie noch ißt und gar nicht satt werden kann wie ein überhungriges Kind, sieht sie, daß der Fremde, ein zufriedenes Lächeln auf seinem breiten runden Gesicht, seinen Sack wieder zuschnürt und sich anschickt weiter zu wandern. Da will sie sich gern dankbar erzeigen und ihm etwas schenken für seine Mühe und die herrlichen Zutaten zu dem Pfannkuchen und beginnt herumzukramen, was sie ihm denn wohl geben könne, und findet nichts Rechtes. Ohne Dank aber, mit einem bloßen Wort, soll er nicht gehen. Da fällt ihr zuletzt das Halstuch ein, das sie einmal von ihrer Mutter bekommen und immer sorgsam geschont hat. Das ist aus himmelblauer Wolle gewesen und mit Silberfäden durchwirkt. Wie sie es nun dem Fremden schenken und es ihm bei der Kälte draußen gleich um den Hals legen will und dabei ganz dicht vor ihn hin- tritt und der helle Schein aus seinem Gesicht in das ihre fällt, wird ihr so wunderlich zu Sinn, daß sie meint, es sei ihr in ihrem Leden noch nicht so gewesen. Der Fremde will aber ihr Tuch nicht nehmen, schüttelt nur den Kopf und geht so still zur Tür, wie er hereingekommen ist. Da wird sie traurig, daß er nun doch ohne Dank bleiben soll. und will ihm wenigstens den Weg zeigen, damit er sich nicht von neuem verirrt. Darüber hat der Mond lächeln müssen, so still und gut, wie nur er lächeln kann, hebt die Hand zum Gruß und ist schon sacht davon. Sie aber geht ihm nach und fühlt die Kälte nicht, kann ihn jedoch draußen nicht erreichen, soviel Mühe sie sich auch Darum gibt. Da verlegt sie sich zuletzt aufs Rufen, er solle umkehren und einen anderen Weg nehmen, sonst gerate er in das tiefste Moor! Wirklich glaubt sie auch, daß er sie gehört hat und sich umwendet. Als er aber näher kommt, erkennt sie, daß es der Fremde nicht ist, sondern ihr Mann, der vor sie hintritt. Der wundert sich nun nicht wenig, daß sie bei ihrem Zustand in Nacht und Schnee im Moore herumirrt, und meint, daß sie ihm hat entgegengehen wollen. Sie ist aber wie verstört und weih nichts zu sagen und sieht ihn nur groß an, daß ihm ganz fremd dabei wird. Erst als er sie wieder ins Haus geführt hat, kommt sie zu sich und nötigt ihn an den Tisch, damit er den Rest von dem Pfannkuchen esse, den ihr der Fremde gebacken hat. Aber da ist fein Pfannkuchen gemeßen, und nur der blanke Zinnteller steht da ünb gleißt im Mondschein wie Silber. Da hat es dem Mann keine Ruhe gelassen, und er ist noch in derselben Nacht auf die Nachbarschaft gegangen, ein wenig Mehl und Zucker zu dem Ei zu borgen, das seine Frau für ihn geschont hat, und hat ihr einen Pfannkuchen gebacken, so schön, daß sie still und mehr als satt davon geworden ist. Der Mond hat aber auf diese Weise doch noch seinen Willen gekriegt... Blitzchen kriegt neue Zahne. Von Herbert Grünhagen Pap liegt auf der Chaiselongue, Blitzchen sitzt auf seinem Brustkorb. Sie sitzt dort oben wie auf einem hohen Turm. Vor den Fenstern pfeift der Ostwind herum und spielt mit dem Schnee und der Dämmerung, hier auf dem Turm aber ist es warm und hell. Blitzchen ist einundeinhalbes Jahr alt. Wenn sie gesund ist, fährt sie durch die Wohnung wie ein kleines Segelschiff. In ihrem Hellen Lebenssegel sitzt ein milder Wind, daher schlingert und schwankt sie ein bißchen, wenn sie so fährt. In der Küche hat sie eine besondere Freundschaft mit den Eierbechern. Sie hat schon eine ganz schöne Anzahl ums Leben gebracht. Wenn Ta Lene das Geschirr wäscht, muß Blitzchen einen Löffel und einen Lappen haben, und Dann wischt sie mit Inbrunst am Löffel herum. Blitzchen hat einen großen Brummkreisel. Der ist roten und gelben Streifen bemalt Oberdrauf sitzt ein roter Knops aus Holz. 2m Bauch des Kreisels sitzt eine Schnecke Zieht man den Knopf hoch un!) drückt ihn wieder herunter, so dreht sich der Kreisel. Und während er sich dreht, macht er eine summende Musik. An dem arbeitet nun Blitzchen uner* müdlich herum, und er dreht sich ein bißchen, aber er kriegt keinen Schwung und er macht keine Musik. Doch Blitzchen ist mit ihrem Kreisel sehr ftolfc Pap hat eine gewaltige Lunge. Er baut grvßtz Türme aus lauter Kästen und dann bläst er sie um. Das ist eine begeisternde Sache. Blitzchen pustet unb bläst, und schwupp — ist der Turm um. Nimmt man's genau, hat ihn Blitzchen mit der Hand um* geschlagen. Heute sitzt Blitzchen ganz still auf Paps Brust. Sie ist ein bißchen blaß. Sie mag nicht viel essen, sie kriegt Zähne. Acht winzige, weiße Zähnchen hat sie schon. So einen Zahn zu gebären, Teufel, das ist eine Sache. Blitzchen sitzt da, still und blaß, und tippt auf Paps Westknopf. Pap fragt sich, warum es so schwer fein mag, einen Zahn hervorzubringen. Blitzchen hat eine halbe Stunde gequiekt, als ob sie am Bratspieß stäke. Ma bat sie auf den Arm genommen, Ma hat gelungen, Ma bat Blitzch-ms kleinen Kopf an ihre Brust gelegt, Ma hat Blitzchen gewiegt, Ma hat sie auf die Fensterbank gestellt und ihr die Schnee* flocken gezeigt, Ma hat die Eierbecher schön in eine Reihe gestellt und den Brummkreisel Musik machen lassen — Blitzchen aber hat gebrüllt und gebrüllt und keine Träne gemeint. Dann hat Ma sie wieder ins Bett gelegt und fein zugedeckt. Und Ma war kaputt unb Blitzchen hat weitergequiekt. Ma bat gedacht, ob sie Bauchweh hat, vielleicht war die Milch nicht in Ordnung, unb sie wirb es ber Milch* frau sagen — aber nein — Blitzchen soll Zähn« kriegen. Unb ein Zahn, nein, dos ist nicht so einfach. Aus einmal aber war Blitzchens Gebrüll wie abaeschnitten. Blitzchens Augen hatten einen nassen, verschwimmenben Glanz. Unb als Pa kam, lächel* ten l'e ihn an ^ur daß nochmal unb nochmal ein erschütternbes Schluchzen burch sie hin ging. Nun spielt sie mit Paps Westenknopf. Dann steckt sie zwei Finger in ben Munb unb lutscht. Paps Brille, fällt ihr ein, ist eigentlich auch ganz hübsch, unb sie roanbert langsam mit dem Zeigefinger auf Paps Brillengläser herum, aber bas Spiel, Paps Schlips aus ber Weste zu ziehen, ach, bas strengt heute viel zu sehr an. Mama, sagt sie leise unb zärtlich vor sich hin, unb bann roanbert bie Spitz« ihres linken Schuhs ein bißchen von links nach rechts, unb Blitzchens Augen wandern hinter ber Spitze her. „Da", sagt sie. „Da". Pa berounbert ben Stiefel, ben ihr Oma geschenkt hat, gehörig. Unb bann wandert, „da", Blitzchen mit dem rechten Schuh, unb auch ben wirb Pa gehörig bewundern. Unb ein paar Tage später wird Ma sagen „Giut mal. Pap, zwei Zähne." Reichsgliilidungskommers des Allgemeinen Deutschen Waffennngs in Gießen Reichsgriindungsieiem in den GießenerSchnlen 1871 und die Entwicklung des Zweiten Reiches Aus Anlaß der gestrigen Wiederkehr - es Ta- g e s d e r R e i ch s g r ü n d u n g am 18. Januar im Sjüegslfaal dös Schlosses zu Versailles fanden in den Gießener Schulen Gedenkfeiern statt. Sprechchöre von ______ _ , der Chor „Mein Vaterland, ich liebe dich". Der Schulleiter gab in seiner Ansprache einen geschichtlichen Rückblick und würdigte das große Werk Bismarcks, die Gründung des Deutschen Reiches, in der die Sehnsucht der besten Deutschen aller Zeiten seine herrlichste Erfüllung fand. Das Treugelobnis des Bismarckreiches: „Allzeit Mehrer des Reiches Am gestrigen Freitagabend versammelte sich der Gießener Allgemeine Deutsche Waffenring zu einem feierlichen Reichsgründungs-Kommers im Saale des Cafä Leib. An dem Kommers nahmen die Korps, die Landsmannschaften, die Akademische Turnverbindung „Rheinfranken" und die Verbindung „Kloster" teil. Außerdem hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden. Für die Universität Gießen erschien der Rektor Seine Magnifizenz Prof. Dr. Pfah - l e r, für die Stadt Gießen Oberbürgermeister R i t- t e r, für den Standortältesten Hauptmann B o h l - s e n, für den Präsidenten oes Landgerichts Landge- richtsdirektor S ch m a h l. Oer Führer des Gießener AOW. Theo Eellarius begrüßte nach einem gemeinsam gesungenen Lied die Gäste, insbesondere den Redner des Abends, Seine Magnifizenz den Rektor der Universität Erlangen, Standartenführer Prof. Dr. Reinmöller, der im politischen Kampfe für das neue Deutschland stets in vorderster Front stand. In seiner kurzen Ansprache gab der Leiter des Kommers seiner Freude über das Erscheinen der Gäste Ausdruck und betonte, daß ihre Anwesenheit als ein Zeichen der Verbundenheit mit dem ADW. und mit der Universität angesehen werde. In kurzen Umrissen kennzeichnete der Redner die gegenwärtige Situation im Allgemeinen Deutschen Waffenring und betonte, daß der ADW., wenn er auch zahlenmäßig verloren habe, heute um so fester und geschlossener dastehe. Mit besonderer Genugtuung habe der ADW. aus Anlaß des vor einigen Tagen in Berlin abgehaltenen Allgemeinen Deutschen Waffenstudententages den persönlichen Dank des Führers und Reichskanzlers für stets erwiesene Treue ent- gegennehmen können. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. Pfähler dankte für die Einladung zu diesem Reichsgründungskommers. Angesichts des Tages der Reichs- gründung müßten sich, so führte er u. a. aus, unsere Herzen willig der Vergangenheit öffnen, weil in ihr Kräfte für die Zukunft ruhten. Am 18. Januar müßten wir uns immer wieder desien vergegenwärtigen, daß im deutschen Menschen ein Erbfeind sei: das „Sich-auseinandersetzen-müssen", das „Richt- zueinander-können". Diese Dickköpfigkeit sei aber nicht nur Schwäche, sondern könne auch Stärke sein. Im Gegeneinanderstehen schärften wir unsere Waffen. Die Geschichte strafe uns anderseits aber auch immer wieder, wenn wir mit dem Erbübel nicht fertig würden. Jeder habe diesen Feind in sich zu bekämpfen. Damit ihm der Sieg leichter werde, müsse jeder immer wieder zurückschauen. Die Nachfahren erwarteten von uns, daß der 18. Januar 1871 ein Anfang gewesen sei. Der Tag und sein tieferer Sinn uns ein Auftrag, den wir stets neu erfüllen müßten. Große Verbände müßten sich immer wieder einmal auseinandersetzen. Wenn aber das große Reich geschmiedet weroe, so müsse jeder zu seinem Teil und in seinem Kreise den Ring enger schmieden helfen, auch wenn dies nicht leicht falle. Rach einem Lied sprach der Redner des Abends, Seine Magnifizenz der Rektor der Universität Erlangen, Gtandartenführerprof.Or.Reinmöller Aus alter Zeit erklinge uns, so führte er u.a. aus, das Bekenntnis zum Vaterland. Altes Hochziel sei Stadt Gießen im Laufe dieser Woche wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter, 1. Klasse 11 Mk., Buchenscheiter, 2. Kl. 9 Mk.; Eichen- scheiter, 1. Klasse 8,50 Mk. je Raummeter; Buchen- knüppel 8 Mk., Eichenknüppel 5 Mk., Buchenreisig, 3. Kl., 15 Pfennig je Welle; Duchenstöcke 6,50 Mk. je Raummeter; Eichenstöcke 5 Mark je Raummeter. Das Holz wurde restlos verkauft. ** Das Museum im Alten und im Reuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh(Nutzvieh-)Markt statt, am kommenden Mittwoch folgt Schweinemarkt. ** Die Baulandumlegung im Eich- gärtenHebiet betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf diese wichtige Bekannt- machung besonders hingewiesen. ** E i n Reichsbetriebsappell der Reichsbetriebsgemeinschaft 17 „Handel" der Deutschen Arbeitsfront, an dem überall in Deutschland die Betriebsführer und Be- tiebsangehörigen des Einzelhandels teilnehmen, findet am kommenden Montag, um 8 Uhr beginnend, statt. Die Veranstaltung wird über sämtliche deutsche Sender verbreitet. ** Wintersport-Sonderzug nachGar- misch-Partenkirchen. Die Reichsbahn veranstaltet in Verbindung mit dem MER.-Reisebüro in der Zeit vom 13. bis 24. Februar eine Sonderzugfahrt nach Garmisch-Partenkirchen und Tegernsee. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. es st-ets gewesen, das Leben für das Vaterland einzusetzen. In diesem Geiste müssen alle Kämpfer für das Vaterland seit Jahrtausenden vor uns stehen. Sie alle überschatteten uns aus lichten Höhen, stets Kraft gebend zu neuem Kampfe. Im Jahre 800 sei ein Kaiser erstanden, den man als den Verkörperet deutschen Wesens ansehen zu müssen glaubte. Durch ihn sei aber nur das „römische Reich deutscher Nation" gegründet worden, dessen Titel ein Widerspruch in sich selbst sei. Es könne nur ein deutsches Reich deutscher Nation geben. Demgegenüber sei der Cyeruskerfürst Armin Verheißung einer begeisternden Idee gewesen, eine Verheißung, die das Karolingerreich nie habe erfüllen können, weil es im fernen Rom verankert gewesen sei. Im Norden des Reiches fei aber der Funke von Armins Geist lebendig geblieben, ein Funke, der aufflackerte, als der Burggraf von Nürnberg nach Norden ritt und sich in der Folge die Entwicklung Brandenburg-Preußen-Deutfckland angebahnt habe. In dem Worte des großen oran- denburgischen Kurfürsten: „Bedenke, daß du ein Deutscher bist!" finde dieser Geist seinen Ausdruck, und dieses Wort leuchte wie eine Brandfackel am deutschen Himmel in unsere Gegenwart und Zukunft hinein. Das Wort Friedrichs des Großen: „Ich bin der erste Diener meines Staates" paffe wie kein anderes in unsere Zeit, da wieder ein Führer an der Spitze des Reiches stehe, geboren aus deutschem Blut und Boden. In der Gegenwart seien wir wieder einmal auf der deutschen Heerstraße angetreten. Niemals habe ein Volk der Welt mehr geleistet und gelitten, als das deutsche Volk in den Jahren des Weltkrieges. In der Zeit des Niederbruches nach dem Kriege sei aber auch niemals der deutsche Funke erloschen. Aus kleinem Kreise sei uns Adolf Hitler erstanden, der Deutschland vor dem Sturz in die Schlucht des Bolschewismus' bewahrt habe. Diese Tat solle und werde in der deutschen Geschichte stets lebendig bleiben. Von dem Cheruskerfürsten bis Adolf Hitler sei der Ring nahezu geschlossen. Im Morgentau des Dritten Reiches wüchsen nun neue Früchte heran, und an uns sei es, die neue Zeit zu nutzen. Die Früchte des Dritten Reiches dürften uns nie wieder verlorengehen. An uns liege es, treu hinter dem Führer zu stehen, damit die Heerstraße Brandenburg — Preußen — Deutschland vollendet werden könne. Mit dem Führer und allen Deutschen marschierten wir in das Dritte Reich, damit es rausche in allen Eichen: „Deutschland ist einig! Das Hochziel ist erreicht!" Mit einem Treuegelöbnis zum Führer und zum Reich schloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Im weiteren Verlaufe des Abends sprach Hauptmann Bohlsen im Auftrag des Standortällesten und des Ofifziers- korps, dankte für die Einladung und wies auf die enge Verbundenheit hin, die bisher stets zwischen der Wehrmacht und dem Waffenstudententum bestanden habe. Seine kurzen Ausführungen wurden mit großer Freude ausgenommen. Nach einigen weiteren gemeinsam gesungenen Liedern und nach einer Sammlung für die Winterhilfe, die den Betrag von 100 Mark erbrachte, wurde der offizielle Teil mit dem feierlichen Landesvater beschlossen. meine" und mit einem Sologesang „Deutschkind, du darfst nicht untergehen" ein. Die Oberstufe sang hierauf das Lied „Volk will zu Volk". Den anschließenden Vortrag hielt Lehrer Dem, der den geschichtlichen Wert des 18. Januar 1871 und die Bedeutung der mit diesem Tag verknüpften Persönlichkeit Bismarcks aufzeiate. Im Anschluß daran gedachte der Schulleiter Lehrer Krausch des Dichters Arndts dessen Todestag sich am 29. Januar d. I. zum 75. Male jährt und dessen geistige Vorarbeit für den Tag des 18. Januar 1871 gewürdigt wurde. Die Feier wurde durch einige vaterländische Gedichte, vorgetragen von Schülern der zweiten Klasse, ausgeschmückt und in der üblichen Form beschlossen. Die Schillerschule versammelte sich in der letzten Vormittagsstunde in der mit den Farben des neuen Deutschland festlich geschmückten Turn- Halle. Eingeleitet wurde die Feier durch ein Musikstück und den „Wach-Aus-Chor" aus den „Meistersingern". Dann folgten abwechselnd Gedichte unb ~ “ E. Geibel, Ernst Moritz Arndt unb hing und die soziale Fürsorge beleuchete, auf -en Sozialismus der damaligen Gesetzgebung einging und schließlich zeigte, wie das Dritte Reich den wahren Sozialismus der Tat endgültig geformt unb vollendet hat, so daß dieser Sozialismus nunmehr Sache des ganzen Volkes geworden ist. Die Rede klang aus in einem Gelöbnis der Treue zum Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und zum deutschen Volke, dem das Treugelöbnis mit freudig aufgenom- menen Sieg-Heil-Rufen dargebracht wurde. Mit dem anschließenden gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Die Feier in der Studien« n st alt (Lyzeum) war umrahmt von Musik und Gedichtvorträgen. Ein Marsch bildete den Auftakt. Dann hörte man einen Gedichtvortrag (Schlußwort aus dem Siegeschor aus „Epomenides Erwachen"). Ein Chorlieb und ein weiterer Gedichtvortrag („Don Daterlanb und Freiheit" von E. M. Arndt) leiteten über zu der Ansprache von Referendar G e ß n e r. Der Redner zeigte in seiner Ansprache den leidvollen Weg deutschen Schicksals, den durch die ganze deutsche Geschichte gehenden Kampf um die Einheit, die dann endlich von Bismarck geschaffen und von Adolf Hitler vollendet worden sei. Die Besinnung auf die deutsche Vergangenheit lasse uns die Leistung der beiden großen Kanzler erst in ihrer ganzen geschichtlichen Bedeutung erkennen, sie lasse uns bewußt werden, wie begnadet wir seien, Träger des neuen Werdens zu sein, aber auch, wie groß unsere Verantwortung sei. Nur aus dem großen und tiefen Glauben an Deutschland lasse sich diese Aufgabe erfüllen. Mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Die Goetheschule vereinigte sich zu ihrer Gedenkstunde in der Turnhalle. Lehrer Dietrich leitete die Feier mit dem Chor „Freiheit, die ich Das Realgymnasium verband die Reichsgründungsfeier mit einer Erinnerungsstunde an den deutschen Dichter Ernst Moritz Arndt. Prof. Dr. Schmoll entwarf in je ine r Ansprache ein kurzes Lebensbild von Ernst Moritz Arndt und kennzeichnete ihn als Künder deutschen Wesens und deutscher Größe in einer Zeit tiefster Erniedrigung, dessen Gedanken auch im Dritten Reiche wertvoll seien. Besonders die Jugend müsse den Mann, der ihr Freund gewesen fei, als Vorbild und Berater kennen und lieben. An den Gedanken des Vorredners anknüpfend schilderte Prof. Dr. (Em m e t in einer großangelegten Rede den Tag von Versailles am 18. Januar 1871, den Aufstieg und den tragischen Zusammenbruch des Reiches Bismarcks, ferner die Erfüllung der Sehnsucht der besten Deutschen in dem von dem Führer Adolf Hitler geschaffenen Dritten Reich. Darbietungen des Chors und des Orchesters, sowie Gedichtvorträge und Sprechchöre von Schülern umrahmten die beiden Ansprachen. In der Oberrealschule wurde die Feier in der Aula mit dem Gesang des Chores „Treue Liebe bis zum Grabe" eingeleitet. Die Festansprache hielt Studienrat Obermann, der über den 18. Januar stattet, die sowohl in der Durchführung der Musik- Programme, als auch in der sonstigen Gestaltung die Bezeichnung „Musikfeste" keinesfalls verdienten. Ich ordne deshalb an, daß alle Programme von Musikveranstaltungen, welche die Bezeichnung Musikfeste führen, außer dem Tlufif beauftragten der betreffenden Stadt auch rechtzeitig dem Präsidenten der Reichsmusikkammer zur Genehmigung vorzulegen sind. Don mir nicht genehmigte Musikfeste werden durch die zuständige Polizeibehörde verboten. Gtraßenverbefferung und Arbeitsbeschaffung. Zur Verbesserung der Straßenverhältnisse auf oberhessischen Provinzialstraßen und zugleich zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten schreibt das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Oberhessen im heutigen Anzeigenteil die Vergebung der Lieferung von Straßenunterhaltungsmaterial aus. Es handelt sich habet um die Lieferung von 26 000 Kubikmeter Unterhaltungskleinschlag aus Hartbafatt und 9000 Kubikmeter Bindematerial (Splitt, Kies). Von den 26 000 Kubikmeter Kleinschlag soll mindestens ein Mertel in Handschlag beschafft werden. Näheres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. Puppentheater im Dienste des VOA. Seit einigen Tagen hat in der Turnhalle der Pestalozzischule (Wernerwall) ein Puppenspieler mit seinem kleinen Theater Einzug gehalten. Es handelt sich um einen Solinger Puppenspieler und seine Frau, die sich mit den einfachen Mitteln ihres kleinen Theaters wirkungsvoll in den Dienst der Sache des VDA. stellen. Die Puppenspieler unterhalten mit ihren Aufführungen die Gießener Schulkinder auf das beste. Das kleine Theater wirkt dabei in einer überaus glücklichen Verbindung von Scherz und Ernst. In humorvollster und leicht faßlicher Form werden an die Kinder Gedanken des Auslandsdeutschtums herangetragen. Unter manchem lustigen Scherz verbirgt sich ein Teil der Tragik der Deutschen im Auslande, ihr Heimweh, ihre Sorgen und Schmerzen. Mit großer Aufmerksamkeit wurde bisher in jeder Vorstellung das Auftreten des Kasperls verfolgt, der auch hier die Hauptperson ist. Mit dem Zeppelin startet er schnell nach Südtirol und nimmt die Kinder mit. Gespannt werden seine Abenteuer mit dem italienischen Polizisten verfolgt, der den Kasperl in das Gefängnis werfen wollte, weil er deutsch sprach. Schlau wußten die Kinder zu verhindern, daß Kasperl durch einen Werber der Fremdenlegion übertölpelt wurde. Nickt weniger interessant war das zweite Stück: ,Kasperle in Kamerun". Er landete mitten auf einer deutschen Farm, wurde von dem deutschen Farmer herzlich begrüßt, erlebte allerlei Abenteuer mit einem Krokodil und kehrte schließlich mit besten Grüßen an die Heimat in seinem Zeppelin zurück. Die Kinder waren mit dem Herzen und mit ganzer Seele bei dem lehrreichen Spiel. Das Puppentheater, das noch einige Tage in Gießen gastiert, wird in der Folge auch verschiedene oberhessische Orte aufsuchen und sicherlich überall den Kindern große Freude machen. Bunter Gas-Abend im Lass Leib. Vom städtischen Gaswerk wird uns geschrieben: Die bereits ongekündigte Verlosung der Gewinne des vom städtischen Gaswerk Gießen veranstalteten Weihnachts-Preisausschreibens findet am 24. Januar öffentlich im Cafä Leib statt. Diese Art der Verlosung wird manchen Teilnehmer interessieren. An diesem Abend wird den Teilnehmern außerdem mancherlei geboten. Die Hausfrau dürfte insbesondere der vielseitigen Zubereitung der Eintopfgerichte, der Schmackhaftigkeit an Kostproben gezeigt wird, ihre Aufmerksamkeit schenken. Ernste Gedanken über Arbeitsbeschaffung wird der Innungs-Obermeister der Installateur-Innung bringen, während der bunte, heitere Teil des Abends von Paul Nieren vom Stadttheater und seinen Mitwirkenden bestritten wird. Grotesk-, Kunst- und Kochtänze werden mit musikalischen Darbietungen der Kapelle E i n • brod abwechseln. Auch den' Bedürftigen unserer Stadt soll eine Freude bereitet werden. Durch eine Tombola, die 100 Gewinne — gestiftet von den Mitgliedern der Gas-Gemeinschaft Gießen — bringt, soll dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1934/35 ein ansehnlicher Betrag zugewiesen werden. Es wird an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß nur soviel Einlaßkarten zu diesem Abend ausgegeben werden, als Sitzplätze im Cafä Leib vorhanden sind. Wer daher ganz sichergehen will, löst im eigenen Interesse im Vorverkauf eine Einlaßkarte, die ab Montag erhälllich sind. (Siehe heutige Anzeige.) Gießener Dochenmarklpreise. * Gießen, 19. Ian. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, fiifche Landeier 11 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 9, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 22 bis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, Honig 45 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Gänse 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. Vornottzen. — Tageskalender für Samstag: FM- Kameradschaftsabend des SS.-Motorfturms 7/30. Beginn 20 Uhr im CafL Leib. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, Deutsche Bühne, „Der König". —- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Regine". — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße, 10.45 Uhr, Nachtvorstellung, „Nagana". — Astoria-Lichtsviele, Selters- weg, „Reserve hat Ruh'". — Oberh. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 17 Uhr, kostenlose Führung durch die Ausstellung. — GRG., 20.30 Uhr, Stammtisch im oberen Bootshaus (ehern. Rudersport). — Männerturnverein, 20 Uhr, Familienabend im Katholischen Vereinshaus. — TageskalenderfürSonntag: Stadttheater, 15 bis 17.45 Uhr, „Peterchens Mondfahrt". 19.15 bis 22.15 Uhr, „Der Zigeunerbaron". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Regine". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Reserve hat Ruh'". — Stadttheater Gießen: Sonntag, den 20. Januar, 15 Uhr, zum letzten Male unser dies- jähriges Weihnachtsmärchen: „Peterchens Mond- fahrt" von Bassewitz, Spielleitung Karl Volck. 19.15 Uhr auf vielseitigen Wunsch Johann Strauß' romantische Operette: „Der Zigeunerbaron", Leitung Wrede, Cuj 6. — Dienstag, 22. Januar, zusammen mit dem Konzertverein Gießen bas 3. Syn- Im Landgraf. Ludwigs - Gymnasi- u m wurden nach einem von dem Schülerchor unter der Leitung von Oberreallehrer Blaß gesungenen Eingangslied von Schülern vorgetragen Ernst Moritz Arndt: Aus dem Katechismus für den deutschen Kriegs- und Wehrmann die Abschnitte „Von Vaterland und Freiheit"; „Von Soldatenehre". Die beiden Freiheitsgedichte „Wer ist ein Mann?"; „Das deutsche Vaterland". Die Gedächtnisrede anläßlich des Reichsgründungstages hielt Studienrat Frank. Mit die- er Feier war gleichzeitig das Gedächtnis an Arndts 165. Geburtstag verbunden. Arndt wurde gewürdigt als Wecker des Volks- und Nationalgewissens, als Vorkämpfer des deutschen Gedankens, als Wegbereiter des Zweiten Reiches und Künder des Dritten Reiches. Im zweiten Teil feiner Ansprache wurde die Entstehung und Entwicklung des Bismarck- reiches, seine Größe und fein Sturz den Schülern ge- Zelgt. Nach einer Huldigung an den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches wurde die Feier mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied be- w v ........ sprach, dabei besonders die wirtschaftliche Entwick- phoniekonzert, ausgeführt vom Stadttheaterorchester und der Reichswehrkapelle, Leitung Professor Dr. T e m e s v a r y. Als Solist Hermann Kraus, Frankfurt. — Mittwoch, 23. Januar, und Freitag, 25. Januar, das Schauspiel „Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen, Spielleitung hat Wolfgang Kühne. — Sonntag, 27. Januar, zum letzten Male die romantische Operette: „Das Land des Lächelns" von Lehär. — D i e Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinbe veranstaltet am kommenden Montag einen Vortragsabend, bei dem die Herren Oberkriegsgerichtsrat a. D. K o ch und Referendar W. K o ch über ihre Eindrücke und Erlebnisse bei der Abstimmung im Saargebiet sprechen werden. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Verband Deutsche Frauenkul- t u r veranstaltet am kommenden Montag eine Klei- der-Lehrschau. Aus die heutige Anzeige sei besonders hingewissen. ** Wechsel in der Leitung des Verso r gu n g s a m t e s. An Stelle des in den Bereich des Reichsluftfahrtministeriums übergetretenen bisherigen Amtsleiters Regierungsrat Dr. P i s k e ist Regierungsrat Richard Klahr, bisher beim Haupt- versorgungsamt Westfalen in Münster, zum Leiter des Versorgungsamts Gießen bestimmt worden. ** Eine Fünfundachtzigjährige. Frau Katharine Bob Wwe., Kaiserallee 2, kann am morgigen Sonntag, 20. Januar, ihren 85. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau ist langjährige treue Leserin des Gießener Anzeigers. ** Städtische Brennholzversteige- rangen. Bei den Brennholzversteigerungen der zu sein, nicht in kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung", ist vom neuen Dritten Reich und feinem Führer wieder erneuert und zur schönsten Vollendung weitergeführt worden. Auch sie bieten der Welt die Friedenshand zu ehrlicher Verständigung und zu einem Frieden der Freiheit, Ehre und Gleichberechtigung zur Wahrung der heiligsten Güter Europas und Deutschlands. Mit dem Schwur: „Das Reich muß uns doch bleiben", einem Treuegelöbnis zu Reich und Führer und dem Lied der Deutschen klang me erhebende Feier aus. Die Feier in der Pestalozzischule vollzog sich ebenfalls in sehr würdiger Weise. Die Turnhalle war mit Flaggen des Dritten Reiches geschmückt. Die Feier rouroe durch ein Lied einer Schulklasse (Lehrer Albach) eröffnet. Die Rede hielt Lehrer W ö r n e r, der zunächst auf die Bedeutung und den Sinn des 18. Januar hinwies und in kurzen Umriffen auf die deutsche Geschichte einging. In klaren Vergleichen zwischen dem Zweiten und dem Dritten Reiche, dem Reiche Bismarcks und Adolf Hitlers, schuf der Redner das Verstehen für die Bedeutung eines einigen Deutschland. Die Schüler folgten mit großer Aufmerksamkeit. Der Vortrag klang im Deutschlandlied aus. Nachdem noch eine Schulklasse unter Leitung von Lehrer Roth einen Sprechchor zum Vortrag gebracht hatte, schloß Lehrer A l b a ch mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und das deutsche Vaterland die Feier. Gemeinsam wurde dann das Horst« Wessel-Lied gesungen. — In ähnlicher Form vollzog sich auch die Feier in der neuen Pestalozzischule in den Eichgärten. RunSfunkprogramm. Sonntag, 20. Januar: 6 35: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgeneier. 9.45: Deutsche Schatzkäsllein. 10.15: Charge- ang. 11: Will Vesper liest aus eigenen Werken. 11.15: Bekenntnisse zur Zeit „Blätter und Steine" von Ernst Jünger. 11.30: Sie werden aus Saba alle kommen. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert: Reichswehr musiziert im Schloßhof Gottorp. 12.55: Ein Arbeiter erzählt aus seinem Leben. 13.10: Umtausch gestattet! Frischen Flachs gegen alte Bärte — Schall & Platt. 14: Kinderstunde. „Kinder spielen Rundfunk". 15: Stunde des Lan- des. 16: Nachmittaaskonzert. 18: Jugendfunk. 18.30: Schlummerstunde. Vom Kramen in alten Bkiefen. 19: Sportbericht. 19.15: O wie schön ist ein Feiertag! 20: Die Zaubergeige. Märchendrama mit Musik. 21: Ringelspiel des Alltags. Heitere Szene. 21.30: 11. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. Walter Gieseking spielt. 22.05: Nachrichten. 22.10: Nach- richten aus dem Sendebezirk. 22.20: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntags. Von München: „Wintersport-Echo aus Garmisch-Partenkirchen". 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. IHontag, 21. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Rat- chläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14-30; Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Jugend- unk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.15: „Genie des Herzens". Funkfolge um Matthias Claudius. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: „Drunten im Unterland". 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Kammermusik. 23: Fröh- lieber Klang zur nächtlichen Stund. 24 bis 2t Mutzt- konzert. Oberheffen Oberhessischer Schäfertag in Lich anderer Väterbrauch in unserer Am 2. Januar wurden in alten denen Gemeindediener für ihr verpflichtet. Zur Erhöhung der Datum noch ein Zeit weitergeführt: Tagen die verschie- Amt erkoren und iat, und beschlossen, eine Werbung in der näheren ind weiteren Umgebung zu entfalten. Nach den züglich einiger geringer Unkosten zugeführt werden. oo Langsdorf, 18. Jan. Der 2. Januar pflegt für unsere bäuerliche Bevölkerung von besonderer Bedeutung zu fein, weil da der „Jahresschluß", die Generalversammlung der Viehversicherung s- k a s s e, stattfindet. Der Freund der Geschichte freut sich dieses Datums. Denn nicht nur liegt in der mundartlichen Bezeichnung für den 2. Januar: „Der letzte Neujahrstag" die Erinnerung daran, daß einst der Jahresbeginn durch zwei Feiertage begangen wurde; es wird mit diesem ~ ' ..... , . Feierlichkeit mußte natürlich ein herzhaftiger Weinkauf betätigt werden. Die alten Rechnungen weisen manchen Ausgabenposten auf für zerbrochenes Trinkgerät, womit dar- J) Lich, 18. Jan. Bei der gestern im Licher Stadtwald abgehaltenen ersten Holzverfteige- r u n g, bei der größere Mengen Buchenholz aum Ausgebot kamen, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter 8 bis 9 Mark, Hainbuchen 6 bis 7 Mark, Buchenknüppel 6 bis 7 Mark, Buchenstöcke 4 Mark, Eichenscheiter 5 bis 6 Mark je Raummeter, Buchenreisig 10 Mark für hundert Wellen. > Lich, 18. Jan. Die am vergangenen Sonntag vom Eintopfgericht durchgeführte Samm- hing erbrachte in unserer Stadt den Betrag von 254,20 Mark. Beim Verkauf der Saarplaket- t e n gingen etwa 20 Mark. Von der Veranstaltung des Alice-Frauenoereins Lich zugunsten der Winterhilfe konnten dem Winterhilfswerk 216,30 Mark abgetan wird, daß jene Solennitäten oft genug ein klirrendes Finale erlebten. Zwar findet heute der „Jahresschluß" der Viehkasse am selben Datum statt und auch im gleichen Raum, unserem altehrwürdigen Rathaus; aber dem nüchternen Gegenstand entsprechend geht es dabei wesentlich sachlicher und trockener her. Aber ein gutes Stück altgermanischer Kultur des Dorfes tut sich dabei kund: das ganz auf nachbarliche Kameradfchaftshilfe gerichtete Dorf zeigt hier einen Teil feiner Kraft, denn unsere Viehversicherung beruht ganz auf der genossenschaftlichen Selbsthilfe des Dorfes. Darum feien hier einige beachtenswerte Zahlen der heurigen Rechnungsabla- gen mitgeteilt: die Rindviehversicherung zählt 135 Mitglieder. Ihr Viehbestand stellt einen Schätzungswert von rund 210 000 Mark dar. An Versiche- rungsprämie ipird ein Viertel Prozent erhoben, oder ungefähr 2100 Mark. Der Entschädigungssatz beträgt für abständiges Vieh etwa 50 Pro- zent, bei vollwertigem Vieh meist 75 Prozent des Schätzungswertes. Es wurden im Jahre 1934 an Entschädigungssummen etwa 1980 Mark vergütet. Die Verwaltungskosten und sonstigen Lasten sind gering, sie betragen nur ungefähr 10 Prozent des Jahresaufkommens, da für die Leitung der Kasse eigentlich nur Anerkennungsgebühren entrichtet werden. Der Rindviehkosse ist die Pferdeversicherungskasse angegliedert. Sie zählt 63 Mitglieder. Das versicherte Vieh stellt einen ungefähren Wert von 50 000 Mark dar. Dreiviertel Prozent wurden an Versicherungsprämien erhoben, oder etwa 620 RM. An Entschädigungssummen wurden 1120 RM. ausgeworfen. Diese Zahlen beweisen, daß eine solche genossenschaftliche Selbsthilfe ein Segen für eine Bauernschaft ist und in Zeiten schwe- ren Wirtschaftsdruckes für den bäuerlichen Betrieb unentbehrlich ist Kreis Bübingen. -s- Büdingen, 18. Jan. Das evangelische Dekanat Büdingen hat für das gegenwärtige Kirchenjahr 1935 die Abhaltung eines M i f f i o n s f e ft e s für die Berliner Ostasien-Mission des Allgemeinen evangelisch-protestantischen Missionsvereins vorgesehen, .für welches die veranstaltende Kirchengemeinde noch nicht feststeht. Da im Dekanat zwölf Kirchengesangoereine bestehen, beschloß man erstmalig die Veranstaltung von zwei Kirchenge - sangsfesten, von denen das eine in der Gemeinde Wenings abgehalten wird. Zum Deka- natsrechner für den Gustav - Adolf - Verein, Zweigverein Büdingen, wurde Pfarrer Ludwig Kientz in Ober-Mockstadt bestimmt. od Ui i b b a , 18. Jan. Im Parteihaus ber NSDAP, zu Nibba fanden unter dem Vorsitz des Kreisschulunagswalters der DAF. Pg. Jacob (Kohden) vier Schulungsabende statt, an denen die Betriebsführer der größeren Betriebe des Kreises Büdingen und alle Mitglieder ber Vertrauensräte bieser Betriebe teilnahmen. Das neue Gesek zur Drbnung ber nationalen Arbeit wurde in vier Abschnitten eingehend erläutert und besprochen, 1 Betriebsführer, Gefolgschaft, Vertrauensrat; 2. Betriebs-, Tarifordnung: 3. Treuhänder ber Arbeit, soziale Ehrengerichtsbarkeit; 4. Kündigungsschutz. Die Vorträge Über die einzelnen Abschnitte des Gesetzes hielt ber Leiter ber Rechtsberatungsstelle Schotten, Bürgermeister Menget (Schotten). Am gestrigen Schulungsabend nahm auch der Äau- schulungswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Demmer (Frankfurt a. M.) teil, ber beherzigenswerte Worte über den hohen Sinn und Geist des neuen Gesetzes an die Teilnehmer richtete. Kreis Alsfeld. Nieder- Gemünden, 18. Jan. Der elf Jahre alte Schüler Karl Weicker brach auf dem E i s ein und zog sich dabei einen U n t e r schenke lb r u ch zu. Der Junge wurde auf ärztliche Anordnung in die Gießener Klinik gebracht. •cp Büßfeld, 18. Jan. Unser Polizeidiener Richter konnte sein 2 5 jähriges Dienst- jubiläum begehen. Der Gemeinderat bereitete dem Jubilar eine herzliche Ehrung und überreichte ihm als äußeres Zeichen der Anerkennung einen Ruhesessel. t Bleidenrod, 18. Jan. In ber hiesigen Gastwirtschaft von Friedrich hielt Landwirtschaftsrat Dr. Lehr von der bäuerlichen Werkschule in Alsfeld vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen VorNeobachtungen, die man bei den früheren Schäferfesten in Hungen, Laubach usw. gemacht hat, ist mit lebhaftem Interesse für diese Veranstaltung und infolgedessen mit starkem Besuch von auswärts zu rechnen. Das Programm liegt in großen Zügen bereits fest. Der Vormittag wird geschäftlichen Verhandlungen und belehrenden Vorträgen gewidmet lein. Nachmittags schließt sich das eigentliche Schä- icrfeft an, das mit einem Festzug beginnt. Nach dem Festzug findet ber historische Schäferlauf tast, ber mit ber Wahl unb Krönung ber Schäfer- Königin unb des Schäferkönigs endet. Am Abend beschließt in den verschiedenen Lokalen ber Stabt Konzert unb Tanz bas Schäferfest, bas bei gutem Wetter zu einer schönen unb erfolgreichen Veranstaltung werben wirb. Wie verlautet, werben an bieser Veranstaltung verschiebens führenbe Persönlichkeiten, u. a. Staatsminister Jung, Lanbes- bsuernführer Wagner, teilnehmen. Landkreis Gießen. > Lollar, 18.Jan. Der hiesige Turn - unb Gesangverein hielt im Vereinslokal „Gastbaus zum Schwanen" seine biesjährige Hauptver- ammlung ab, zu ber fast alle Mitglieber erschienen waren. Der Vereinsführer, PH. H a r b u s ck, be- ,rußte zunächst bie Mitglieber. Der Schriftführer, 2. Hettche, verlas alsdann den Jahresbericht, eus dem hervorging, baß ber Verein im verflossenen Jahre mit Ernst bas deutsche Lied gepflegt und lich stets auch in den Dienst ber Volksgemeinschaft lefteUt hat. Hierauf erstattete ber Rechner, E. Äeinrich den Kassenbericht. Nach Erledigung ber Tagesordnung bankte ber 1. Führer seinen Mit- irbeitern. Seinem schon lange aehegten Wunsch entsprechen!) legte er sein Amt nieder unb übertrug einem Stellvertreter, R. Krehbiehl die Führung des Vereins. Dieser bankte dem seitherigen 1. Führer, ber über 28 Jahre an leitenber Stelle in Verein geftanben, für seine aufopfernbe Tätigleit unb ernannte ihn im Namen bes Vereins zum Lhrenvorsitzenben. Nachbem ber Vereinsführer in einigen sinnigen schlichten Worten unserer beut» chen Brüher unb Schwestern an ber Saar gebacht batte, fanb bie Versammlung mit den beiben Chören „Erinnerung" unb „Mahnung" einen würbigen Ausklang. M-... 4 87-75 89-25 - - Süddeutsch«, Zucker ......... 8 162 164 163 185 Fran'fun a. M. Berlin Schluß- iure Schlug. Abend- böri Schluß» lurs Schluß,. Mittagbörse Datum 17-1 18-L 17-1- 18-1 4% oesgl. Serre H 8 8 — — 5% Rumä». oeretnh. Rente v. 1903 4-6 4-9 4-7 4-75 4^%Rumaa.veretnh.Rentev.l9l3 6-75 6-75 6 9 6-9 4% Rumänische vercinh. Rente 4-4 4-4 4-15 4-45 2¥*% Anatolier ..... 33-5 34 33-4 34 Hamburg-Amerika-Paket 0 27-5 28-75 27-65 28-75 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 — — 24-5 24-5 Hansa-Dampfschiff ......... 0 — - • — — Norddeutscher Lloyd ........ 0 30-13 30-9 30 30-75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 80 81-5 80-4 81-13 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 96-75 101 -5 97 99-5 Commerz- und Privat-Bank . 0 76 78-5 75-5 77-25 Deutsche Bank und Disronto- Gesellschaft............... t) 79-5 82 79-5 81-5 Dresdner Bank.............. 0 80-75 83 80-75 82-5 Reichsbank ................ 1L 155-75 157 176-25 157 A.E.G...................... 0 29-25 30-5 29 30 Beknla..................... 0 136-9 138-5 136-9 138-75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 103-13 103-75 103 104 Licht und Kraft ... 6 115 115-5 115 115-4 gelten L Guilleaume....... 0 67-13 83-25 82-5 83-25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 111-5 112-75 112 113 Rheinische Elektrizität ........ 5 110-5 110-5 109-75 110-5 Schuckert L Co.............. 6 99 100-25 99 100-25 Siemens S Halske............ 7 141-5 142-25 142 142 Lahmeyer & Co............. 10 118-5 118 118 118 Buderus ................. 0 88-25 91 88-75 91-5 Deutsche Erdbl.............. 4 103 102-75 102-75 102-5 Gelsenkirchener.............. 0 67-4 68-13 67-65 68-65 Harvener................... 0 100 100-75 100 101-5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 — 83-75 84-25 Ilse Bergbau ....... 6 —— — —— —• Ilse Bergbau Genüsse ........ 6 119-5 119-9 119-5 120 Klocknerwerke ............... 0 78-5 80-4 78-75 80.5 Diarmesmann-Rohrer»........ 0 77 78-25 76-5 77-9 17.Januar 18.Januar Amtliche Jloticrung Amtliche Notierung Geld Srief Geld 1 25 rief Buenos Ätrei 0-628 0-632 0-628 0-632 Brüssel----- 58-17 58-29 58-17 58-29 Rio de Jan. 0-194 0-196 0-194 0-196 Sofia...... 3-047 3.053 3-047 3-053 Kopenhagen. 54.43 54-53 54-39 54-49 Danzig----- 81.22 81-38 81-24 81-40 London ..... 12-19 12-22 12-18 12-21 HelsingsorS.. 5-385 5-395 5-375 5-385 Paris ...... 16-41 16-45 16-415 16-455 Holland ... 168-21 168.55 168-27 168-61 Italien..... 21-30 21-34 21-30 21-34 0-709 0-711 0-709 0-711 Jugoslawien 5-649 5-661 5-649 5-661 Oslo..... : 61-26 61-38 61-19 61-31 Wien....... 48.95 49-05 48-95 49-05 Lissabon... 11-065 11.085 11.055 11-075 Stockholm... 62-86 62-98 62-81 62-93 Schweiz .... 80-72 80-88 80.72 80-88 Spanien.... 34-02 34-08 34-02 34-08 in.49 10-40 10-42 Budapest ... Reu york... 2-500 2-506 2-497 2-501 Serlin,18.Zanuar Selb 2-449 2-469 57-96 58-20 54-18 54-40 12-145 12-185 16.38 16-44 167-85 168.53 21.11 21-19 51.27 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumchrische Noten............... *■* Schwedische Noten............... 62-59 62-85 Schweizer Noten................. 80-44 33-78 80-76 33-9'2 Für den Winter Gießen Plockstraße 14—16 IIIIWE R BEKLs£m 11 340A 11 Tage Reisen und 290 D Avendkaffe 30 Pfennig. 329 A Gasgemeinschast Gießen Es ladet ein der neue Wirt BSlÄUfchtSS LKhOU H ESA-Eiweißkraftfutter Wunder-Kochherd 334 D r Elo y ö reifen Tihö immcr Nach wie vor in erstaunlich großer Auswahl zu unseren bekannt niedrigen Preisenl und Tegernsee mit Reichsbahn-Sonderzug vom 13. bis 24. Februar 1935 zum Wintersport nach Garmisch-Partenkirchen Samenhaus HESEMANN Gießen, Lindenplatz, Ruf 3851 AUSKUNFT UND PROSPEKTE DURCH UNSERE VERTRETUNGEN• Jlorööeutfcher Kloyö Bremen In Giefcen: H. 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Frau Anna Nohl Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit er- läuternden Bildunterschristen, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von prof. L)r. Deegener, Universität Berlin, preis: karton. Reichsmark 3.90, gebund. Reichsmark 4.80. In meisterhaften Lichtbildern hat hier einer der feinsinnigsten Beobachter die wunderbarsten Jratururfunben jener kleinen Tierwelt zusammengetroqen, deren Leben Gewohnheiten im öllqcme'nen sehr wenig bekannt sind. Auch in den kleinsten Dingen offenbart die Natur ihre Schönheiten, die uns Menschen tief beglücken können, wenn wir sie zu sehen verstehen. Verlangen Sie kostenlos bas bebilderte Werbeblatt Reinwollene Kleiderstoffe (einfarbig und gemustert) Reinwollene Mantelstoffe Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Donnerstag, 24. Januar, 20.15 Uhr in der Univ.-Aula Vortrag mit Lichtbildern von Prof. Dr. Wolfgang Panzer, Berlin Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde Ich teile hierdurch Mit, daß ich die seitherige Metzgerei Nohl, Ederstraße Nr. 6 pachtweise übernommen habe und unter dem Namen Metzgerei Heinrich Seipp weiterführen werde. Ich bitte um geneigtes Vertrauen. Gießen, den 17. Januar 1935. Heinrich Seipp, Metzgermeister _________________________________________351 D Illis kannst Du hms Du Mtst er^änhn. Ätta Slnreisen-SMiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gietzen / Gehulfivatze £ Stoffspezialhaus BERNARDLSOHN M- 5.000 ö Forschungen in Ostasien Eintritt für Mitglieder frei. Einzelkarten 75und40 Pf. Samstag, den 19. Januar: BunterAbend Stimmungs-Kapelle und ?????? im „Thüringer Hof“ HammstraBe 7 305d Zum Haberkasten Metzgerei und Wirtschaft Landgraf-Philipp-Platz Heute Samstag, den 19. 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