185. Jahrgang Gietzener Anzeiger Hr.2Z0 «Elftes Blatt 185. Zahrgang Montag, 18.Nooembek IM Sonntags* unb feiertags M A. W" » Annahme von Anzeigen Siegener' FamiU-nblLtter Ä AA jA ▲▲ AA Ak jA ▲ A A4 bis 8-/, Uhrdes Vormittag, Heimat im Bild. Die Scholle H MM H ■/ MM» MM I* KT MW MM feSV Grundpreise für I mm höhe Monats-Bezugspreis: M W M M ■ ■ K ■ f| || B M ■ für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.l.95 IV L M W M MM ■ ■ ■ X D BI ü II | M< M Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 MMF W ßM ■ ME M Bl wk2k Eg jök JM M ■ W ra» M Hk ■ vEjL H anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. „ -.25 ▼ 1F ■ H ■ W V H M fl IflL W ML 50Rps.,Platzvorschristnach Auch bei Nichterscheinen ■ ■ ~ ▼ W vorh.Vereinbg.25°/g mehr. WÄS V -rmätzigte Grundpreiie: MK General-Anzeiger für Oberhessen WW Zrantturt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Buch- und Zteindruckerei R.Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Me?gen?bsch?üsi?staM^ Oer erste Tag der Sanktionen. Der Völkerbundskrieg. Von unserem römischen E.-Verireier. Rom, Mitte November. Je näher der schwarze Montag heranrückt, an dem die ersten Kriegshandlungen des Völkerbundes beginnen — sollen, um so mehr muß der Gleichmut auffallen, mit dem die italienische Nation der eigenartigen Offensive entgegensieht. In der Karikatur sieht das so aus: angetrieben von ihrem britischen Auftragsgeber und Aufseher, haben 52 Arbeiter, von denen jeder eine Nation verkörpert, im Schweiße ihres Angesichts eine Mauer rings um Italien aufgerichtet, hinter der es verhungern und ersticken soll. Schaut man aber über den Mauerrand hinweg und in den Todesring hinein, so sieht man la bella Italia pomade in einem Faulenzer sitzen, und merkt mit ihr, daß die Mauer nicht weniger als vier große Lücken aufweist, durch die der Weg offen ist nach Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Amerika und Brasilien. Das ist in der Tat die Auffassung des Volkes und sie könnte ja genügen, um feine Gelassenheit zu erklären. Deutschland, die unbeteiligte Großmacht, hat eine gute Presse, wie seit langem nicht mehr, und rechnet der Mann auf der Straße schon etwas voreilig mit der wohlwollenden, statt nur mit der unbedingten Neutralität des „Ex-Feindes", wenn nicht gar mit feiner entscheidenden Unterstützung, so legt sich der nachdenkliche Politiker ernsthaft die Frage vor, wo denn nun eigentlich die natürlichen Freunde und Gegner der italienischen Großmacht sitzen. Ist es wirklich reiner Zufall, daß Gus dem Genfer Block so etwas wie ein Dreibund herausgebrochen ist: Deutschland, Oesterreich- Ungarn und Italien? Man braucht die Frage nur zu stellen, um alle die alten Erinnerungen zu wecken, die einst zum Zusammenschluß dieser Mächtegruppe führten. War sie unnatürlicher als die Entente mit England und Frankreich, den beiden Mächten, die Italien im Mittelmeer e i n s ch l i e ß e n und nach Form und Inhalt die Schlüsselgewalt ausüben? In . MM' , a MU ■ ll fiorono, 17. Nov. (DNB.) Nachdem der Litauer Borchertas seinen Auftrag zurückgeben muhte, und auch der Litauer L a b r e n z vom Fraktionsführer der Einheitsliste eine Abfuhr erhalten hat, ist nunmehr der Landtagspräsident Bald- f 3 us, Mitglied der Einheitsliste, vom Gouverneur milder Bildung des Memeldi rekto- riums beauftragt worden. Batdszus gehört seit der Abtrennung des Wemelgebietes zu den Führern der memetländischen Landwirtschaft und hat als solcher der Landwirt- schaftskammer des Memelgebietes angehört. Er hat auch im Iahre 1926 dem Direktorium als Landesdirektor angehört. Ferner war er seit 1925 bis 1932 Mitglied des Memetländischen Landtages als Angehöriger der Memeltandischen Landwirtschaftspartei. Von 1930 bis 1934 war er kommissarischer Landrat des Kreises heydekrug. Als Ende 1934 das verfassungsmäßige Direktorium Schreiber durch den Gouverneur gewaltsam abgeseht wurde, hat das statutswidrige litauische Direktorium Reisgys ihn sofort dieses Amtes enthoben. Batdszus ist als Kandidat der memelländischen Einheitsliste in den Landtag gewählt worden und hat von allen Abgeordneten die Höch sie Stimme nz a h l erhalten. Es wird vermutet, daß die Beauftragung des Landtagspräsidenten mit der Bildung des Direktoriums im Zusammenhang mit dem Besuch des englischen Gesandten in Kowno steht. Japans Forderungen an Nordchina. Peiping, 16. Nov. (DNB.) Der japanische Sonderbotschafter, Generalmajor Doihara, hat den nordchinesischen Behörden d r e i F o rberu n - gen Japans überbracht: 1.Sofortige Zurückziehung der Truppen des Gouverneurs von Hopei Sch an g- tfchen aus dem Raum Peiping—Tientsin 2. Zusammenschluß der Provinzen Hopei Tschachar und Schantuug unter einer Am Abend der Verkündung des Reichskultursenats fand die feierliche Wiedereröffnung des Deutschen Opernhauses mit einer Fest- aufführung der „Meistersinger" statt. Man sieht von rechts nach links: Reichskriegsmmister Generaloberst von Blomberg, Reichsrninister Dr. Goebbels, Frau Heß, den Führer, Frau Goebbels, den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß (nach der Seite abgewandt), Frau Göring und Reichsminister General der Flieger Göring. — (Preffe-Jlluftration Hoffmann-M.) autonomen Regierung, 3. Abschluß eines Militärabkommens zur Unterdrückung des Kommunismus. General Sungcheyuan und Hanfuchue haben in ähnlich lautenden Telegrammen die Nankingregierung aufgefordert, die Diktatur der Partei aufzuheben, die Volksrechte wiederherzustellen und Nordchina eine gewisse, vor allem finanzielle Autonomie im Rahmen der chinesischen Republik zu gewähren. Sie erhielten darauf aus Nanking die Antwort, abzuwarten, bis der nach Hankau abgereifte T s ch i a n g k e i s ch e k die Zeit finde, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Kunst und Wissenschaft. Hanns Johsis Schauspiel „Thomas Paine" als Festvorslellung für den Reichskullursenat. Aus Anlaß der Jahrestagung der Reichskulturkammer und zum Abschluß der ersten Arbeitstagung des Reichskultursenates fand im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin, Gendarmenmarkt, in Anwesenheit des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsrninister Dr. G o e b b e l s des Vizepräsidenten Staatssekretär F u n k, der drei Retchs- fulturroalter und des gesamten Kultursenats sowie der ausländischen Gäste, die zur Jahrestagung der Reickskulturkammer in Berlin anwesend sind, eine Festvorstellung statt, in der ein Schauspiel des Präsidenten der Reichsschriftlumskammer, Hanns Job ft Thomas Paine" in der Reichshauptstadt erftaufgeführt wurde. Unter den Ehrengästen sah man den Ministerpräsidenten G ö r i n g, die Reichs- minifter Fr i ck und Graf Schwe r i n vo n K ro - fiat den Reichsleiter Bo uhler, den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, General der Artillerie Frei- Herrn von Fritsch, die Staatssekretäre Lammers Reinhardt und Willikens und viele andere führende PerfönlichkeUeu aus Staat und Bewegung, Kunst und Wissenschaft. Die Berliner Erstaufführung , des „Thomas Paine" fand dank der glänzenden Wiedergabe begeisterte Aufnahme. Um die Weltmeisterschaft im Schach. Im Schachkampf um die Weltmeister- schäft wurde in Amsterdam die 20. Partie gespielt. Euwe hatte die weißen Steine und eröffnete mit dem Damengambit. Im Mittelspiel erzwang Euwe durch eine hübsche Kombination einen Bauern. Aljechin gewann diesen Bauern zwar im Endspiel zurück, aber mit Stellungsnachteil. Die Partie wurde nach 40 Zügen in einer für Aljechin hoffnungslosen Stellung abgebrochen. Die Partie sollte am nächsten Tage fortgesetzt werden. Alje - ch i n gab sie aber ohne weiteren Kampf auf. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 7, Euwe 6, remis 7. Die nächste Partie wird in dem kleinen holländischen Ort Ermelo gespielt werden. Aus aller Wett. holländische Straßenbauer besichtigen die Autobahnen. Die Vereinigung der holländischen Straßenbauunternehmer besichtigte auf Einladung des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, unter Führung des Reichsbahndirektors Pückel und des Leiters der deutschen Fachgruppe „Straßenbau", Generaldirektor Milke, die Autobahn Frankfurt — M a n n h e i m—H eib elb er g. Die hervorragen- den technischen Leistungen, vor allem aber die erstaunlich schnelle Durchführung der Arbeiten haben die holländischen Gäste immer wieder begeistert und ihnen gezeigt wozu das neue Deutschland unter der tatkräftigen Leitung seines Führers fähig ist. Nach einer Besichtigung Heidelbergs und feines Schlosses kehrten die Gäste nach Frankfurt zurück, wo sie die gesammelten Erfahrungen und neuen Eindrücke untereinander austauschten. Nach einer Autofahrt am Rhein entlang waren die Holländer in Koblenz Gäste der Westdeutschen Basaltindustrie. Begeistert von unserem schönen Vaterland und überwältigt von den Leistungen des nationalsozialistischen Deutschlands kehrten die holländischen Gäste über Köln und Düsseldorf in ihre Heimat zurück. Vor ihrer Abfahrt sandten sie an Generalinspektor Dr. Todt ein Danktelegramm, in dem die Bewunderung für die großartigen Leistungen auf dem Gebiete des Straßenbaues zum Ausdruck kommt. hessische Denlistenlagung in Frankfurt a. 2U. Die 2) e n t i ft e n von Hessen-Nassau und Hessen versammelten sich dieser Tage in Frankfurt zu einer Fachtagung, die sich in Pflichtfortbildungskurse und Amtswalterbesprechungen gliederte. Staatspolitische und fachwissenschaftliche Vorträge und Vorträge über Krankenkassenfragen waren die hauptsächlichsten Referate. Eine besondere Note erhielt die Tagung durch die Anwesenheit des Reichs-» dendistenführers Karl Schäffer, Mitglied des Sachoerständigenbeirates für Volksgesundheit der NSDAP.-München. Im Rahmen dieser Tagung wurde auch dem Lehrinstitut für Dentisten starke Aufmerksamkeit gezollt. Das Institut ist für die erwerbslosen Volks« Von 10 machen’s 8 verkehrt! DiicI-u"i«ä ganz klar auszudrücken: von 10 Menschen, die Zahnpflege treiben, putzen sich 8 wohl morgens die Zähne, aber abends vor dem Schlafengehen versäumen sie diesen wichtigen Dienst an ihrer Gesundheit. Dabei ist die gründliche Reinigung der Zähne mit einer verläßlichen Qualitäts-Zahnpaste wie Chlo- rodont am 91 b e n b wichtiger als in der Frühe, weil sonst die Speisereste im Laufe der Nacht in Gärung übergehen und dadurch Zahnfäule (Karies) Hervorrufen. Darum lieber 2 Minuten spater zuBett, alseinen Abend ohne C hlorodoutr genossen ein stets bereiter Helfer in allen Nöten der Zahnerkrankung. Achtzehnjähriger wegen Mordes zum Tode verurteilt. Dor dem Schwurgericht Trier gelangte ein scheußliches Verbrechen zur Aburteilung. Dem 18jährigen Josef Breuer aus Conzerath im Kreise Bern- kastel legte die Anklage zur Last, die 74 Jahre alte Mutter seines Stiefvaters im Walde erschlagen und öv? Tote um einen Betrag von 15 Mark b e« raubt zu haben. Mit ihm angeklagt war seine Mutter wegen Anstiftung zum Mord, da der Bursche angab, von seiner Mutter zu der grausigen Tat gedrängt und verführt worden zu sein. Der jugendliche Angeklagte wurde wegen Mordes gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Das Gericht befürwortete mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten trotz des scheußlichen Verbrechens die Umwandlung der Todesstrafe in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Grohfeuer in einer Torfbrikeltfabrik. Im Madruck-Werk in Stallach bei Kochel (Oberbayern), das Torfbriketts herstellt, brach ein B r a n d aus, der eine Explosion zur Folge hatte. Das Feuer dehnte sich schnell auf einen großen Teil des Jnnenraumes aus und zerstörte die westliche Wand. Nach Stunden war der Brand soweit eingedämmt, daß nur noch alle Vorratsbunker in Flammen stehen. Diese Bunker sind zum großen Teil mit Staubtorf, gröberem Torf oder mit Fertigerzeugnissen gefüllt. Bei den Löscharbeiten wurden ein Arbeiter und ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Jleun Tote bei einer politischen Schießerei in Argentinien. Bei einer Nachwahl zu den Gouverneurswahlen, die am 3. November stattfanden, kam es in der kleinen Ortschaft Plaza Merchedes in der argentinischen Provinz Cordoba zu einem blutigen Zwischenfall. Eine Gruppe von Radikalen, die 30 Mann stark war, wollte einen Wahlumzug veranstalten. Dabei kam es zu einer Schießerei mit der Polizei. Neun Tote und mindestens sechs Verletzte blieben auf dem Kampfplatz. Unter den Toten sind einige Polizeioffiziere und drei Polizeibeamte. Vier Polizisten wurden lebensgefährlich verletzt. Bei der Untersuchung des Vorfalls beschuldigten sich beide Seiten des Angriffs. Die Radikalen sind nicht Ortsansässige, sondern waren aus der Stadt Cordoba nach der Ortschaft gekommen. Plaza Merchedes hat nur etwa 500 Einwohner und ist weder an eine Bahnlinie noch an ein Telegraphen- oder Fernsprechnetz an- geschlossen. Dieser Umstand erschwert die Untersuchung außerordentlich. Die Provinzialregierung macht in einer amtlichen Erklärung die radikale Gruppe für den Zwischenfall verantwortlich. Das Unwetter in Frankreich. Nach einer Meldung aus Grenoble ist infolge des wieder einsetzenden Regens zu befürchten, daß die von einem Erdrutsch schwer heimgesuchte Karthäus er- Brennerei neue Schäden erleidet. In den letzten Tagen ist ein als Lagerraum dienendes Gebäude von etwa 50 Meter Länge und 15 Meter Breite eingestürzt. Ein zweites Gebäude droht ebenfalls einzustürzen. Es besteht wenig Hoffnung, das Hauptgebäude, in dem sich die Deftil- lationsanlagen befinden, zu retten. Eine Pionierabteilung von etwa 400 Mann versucht eine Ausdehnung des Erdrutsches zu verhindern. Durch die bisherigen Verwüstungen sind 300 Personen obdachlos geworden. Es besteht die Gefahr, daß durch den Erdrutsch der unweit der Brennerei fließende Gebirgsbach aufgestaut wird, jo daß man dann mit einer Überschwemmung rechnen muß. Die Wolkenbrüche haben die Eisenbaynstrecke zwischen Marseille und Grenoble bei dem Bahnhof Dolx so überschwemmt, daß der Bahnverkehr eingestellt werden mußte. In Le Havre war der Nordweststurm, der bereits am (Sonntagmorgen eingesetzt hatte, im Lause des Tages so stark geworden, daß der Cu- nard-Dampfer „Ausonia" nicht in den Hafen einlaufen konnte. Ein Schlepper wurde vom Sturm gegen eine Brücke getrieben. Schornstein, Mast und Kommandobrücke des Schleppers gingen dabei über Bord. Schießerei bei einem Ball in Marseille. In einem Vorort von Marseille kam es vor einem Ballsaal aus unbekannten Gründen zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf etwa 40 Schüsse fielen. Als die Polizei hinzukam, fand sie vier Personen, darunter den Wirt des Lokals, schwer verletzt auf. Ein Araber aus Algier ist während der Ueberführung ins Krankenhaus gestorben. Am Aufkommen von drei weiteren Personen wird gezweifelt. Die übrigen Beteiligten hatten beim Erscheinen der Polizei das Weite gesucht. Schwerer Verkehrsunfall des Münchener Ratsherrn Grimminger. In einer der letzten Nächte ist der SS.-Standar- tenführer Ratsherr Grimminger in München von einem schweren Verkehrsunfall betroffen worden. Als er sich auf dem Heimweg von einem Konzert befand, geriet plötzlich ein Kraftwagen auf der infolge des Nebels glattgewordenen Fahrbahn ins Schleudern und fuhr auf die Gehbahn. Der Wagen erfaßte den Ratsherrn und schleuderte ihn zur Seite, so daß er mit einem Schädelbruch und anderen Verletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Ratsherr Grimminger ist einer der ältesten Kämpfer Adolf Hitlers. Er ist der Träger der Blutsfahne vom 9. November 1923 und hat auch in diesem Jahre bei dem historischen Marsch vom Bürgerbräukeller zur Feld- herrnhalle die Blutsfahne vor dem Führer getragen. Unglück beim Bau einer Schwebebahn in der Tatra. Beim Bau einer Schwebebahn in der Nähe von Zakopane in der Tatra (Karpathen) ereignete sich ein Bauunglück. Ein Arbeiterwagen, der an einem Drahtseil hochgezogen wurde, kippte um, und elf Arbeiter stürzten 12 Meter tief ab. Einer von ihnen wurde getötet, die anderen zehn mehr oder weniger schwer verletzt. Hinrichtung des Mörders Dollo. In München ist der vorn Schwurgericht beim Landgericht München II wegen Mordes zum Tode verurteilte Alvis Dollo hingerichtet worden. Dollo hatte am 15. November 1934 in Starnberg seine 26 Jahre alte schwangere Geliebte, die er um ihr Vermögen betrogen und dann verlassen hatte, ermordet. Reichsminisler Rust beglückwünscht Jakob Schaffner. Reichsminister R u st hat dem Dichter Jakob Schaffner zu seinem 60. Geburtstage folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Zum 60. Geburtstag sende ich Ihnen meine besten Glückwünsche. Ich gedenke dabei Ihrer großen Verdienste um das deutsche Schrifttum und wünsche Ihnen noch viele Jahre erfolgreichen Wirkens, gez. R u ft. Oberhessen. Kreis Büdingen. I Nidda, 15. Nov. Der hiesige Zweigverein des Ob st - und Gartenbauvereins des Kreises Büdingen hielt feine erste Winterveranstaltung im Gasthaus „Zur Krone" ab. Einleitend wies der Vorsitzende, Lehrer i. R. Bopp, auf die Wichtigkeit der Aufklärung im Obst- und Gartenbau hin. Ferner machte er auf die Reichsbeihilfe für Neu- anpflanzungen von Obstbäumen im Herbst aufmerksam. Sodann sprach Dr. N i g g I • Darmstadt über das Thema: „Die Bedeutung von Moostorf, mull und Kalk im Obst- und Gartenbau". Zahlreiche Fragen an den Redner bekundeten das rege Interesse der Zuhörer. Obstbauinspektor Metternich - Büdingen trug im weiteren Verlaufe der Versammlung zur Aufklärung auf dem Gebiete des Obst- und Gartenbaues bei. Nach Dankesworten des Vorsitzenden an die Redner wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Kreis Alsfeld. <£ Nieder-Ohmen, 15. Nov. Die zweite Eintopfsammlung brachte in der Ortsgruppe Nieder-Ohmen den Betrag von 105 Mark ein. — Gestern fand hier an bedürftige Volksgenossen die Verteilung von Kleidungsstücken statt. st Kirtorf, 15. Nov. Der Vvlksbund für das Deutschtum im Ausland hielt in der Gastwirtschaft Becker eine Versammlung ab, die durch ein Lied der Schüler der Oberklasse und einen Gedichtvortrag eingeleitet wurde. Der Amtsleiter der Ortsgruppe Kirtorf der NSV., Pg. Lehrer Erdmann, leitete den Abend. Reichsredner Pg. P e tz o l d hielt sodann einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über den heldenhaften Kampf der deutschen Brüder in den Grenzgebieten. Der Erfolg des Abends fand in mehreren Neuaufnahmen feinen Ausdruck. Der Abend wurde in der Üblichen Weife geschloffen. ss. Grebenau, 15. Nov. Die Mechanische Kleiderfabrik Georg DietrichBücking in Alsfeld, die vor einigen Jahren hier eine Filiale errichtete und zur Zeit über 100 Mann (Männer und Frauen) beschäftigt, will nunmehr ihren B e - trieb vergrößern und etwa weitere 40 Personen neu ein ft eilen. Nachdem die Firma im vorigen Jahre ihren Betrieb schon vergrößert und die frühere Scheune einschließlich Saal der Gastwirtschaft Jvhs. Krug in Fabrikräume umgewandelt hatte, werden jetzt noch etwa 15 laufende Meter angebaut, damit in diesen Räumen 150 Mann beschäftigt werden können. Diese Vergrößerung des Betriebes wird in unserer industrie- armen Gegend lebhaft begrüßt. Mit den Bauarbeiten ist dieser Tage begonnen worden. — Dieser Tage fand in der Turnhalle eine Versammlung des VDA., Ortsgruppe Grebenau, statt. Reichsredner Pg. P e h o l d schilderte die große Not unserer Ausländsdeutschen, die trotz aller Leiden und Entbehrungen ihrem deutschen Vaterlande die Treue halten. Die Versammlung wurde bann in der üblichen Weise geschlossen. Rundfunkprogramm. Dienstag. IS. November. 6 Uhr: Choral: Morgenspruch: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.181 Die deutsche Frau: Marianne von Stein. Ein Spiel. 16: Konzert. 16.30: HJ.-Funk. Unsere Instrumentalgruppe. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Die deutsche Hanse. Hörspiel von Dr. Karl Klinghardt. 19: Und jetzt ist Feierabend. Das Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders spielt. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Opernkonzert. Von Briefen und Taschentüchern, Nadeln und Schlüsseln, Kisten, Waschkörben und anderen Theater-Requisiten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende» bezirk. 23.30: Volkstümliche Weisen. 24 bis 2t Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleilung.) A. R. Grundsätzlich unterliegt die Bestimmung des Zinsfußes bei Gewährung eines Darlehns der freien Vereinbarung von Gläubiger und Schuldner. Ist jedoch ein höherer Zinssatz als 6 v. H. für das Jahr vereinbart, so kann der Schuldner nach dem Ablauf von sechs Monaten das Kapital unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen: dieses Kündigungsrecht kann durch Vertrag nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden. (§ 247 BGB.) Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch immer kommen im Azorengebiet Tiefdruckwirbel zur Entwicklung, die von hier aus über England nordwärts wandern, aber auch Teilwirbel ins Mittelmeergebiet entsenden. Ein solcher ist für einen starken Temperaturensturz in den Hochalpen und stärkere Schneefälle in den Ostalpen zur Zeit verantwortlich. Für uns besteht immer noch eine Grenzlage zwischen der Wirbeltätigkeit im Westen und dem Hochdruckgebiet über Osteuropa, so daß sehr unzuverlässiger Witterungscharakter herrscht. Eine wesentliche Aenderung der derzeitigen anormalen Großwetterlage ist vorerst noch unwahrscheinlich. Aussichten für Dienstag: Anfänglich Witterungsbesserung, doch vielfach wieder dunstig ober nebelig, so baß roieber neue Verschlechterung und Regenneigung einsetzen, östliche und südöstliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der unbeständigen Witterung mit Neigung zu meist geringfügigen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 17. November: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 18. November: morgens 2,6 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. November: abends 5,3 Grad; am 18. November: morgens 4,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,0 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein» bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 21. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 6649 D In tiefer Trauer.- Im Namen aller Angehörigen: Frau Milly Köhler. Dr. Karl Köhler. Gießen (Schiffenberger Weg 19), den 17. November 1935. Am Samstagabend 12 Uhr verschied sanft aus einem arbeitsreichen Leben nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, mein herzensguter, treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Karl Köhler, Kaufmann im fast vollendeten 70. Lebensjahre. UfEDDC DRUCKSACHEN VV CROC Brühl, Gießen ...und zum Bauen Abermann Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 efl47A Teleph. 2417 j Dienstag | Billige Fische LICHTS IP II1E1HÄÜS Ab heute Montag: Der neue Afrika-Expeditions-Film von Martin Johnson und Osa Johnson: BABOOMA Afrika, wie es wirklich ist, von der Ton- Kamera in seinen geheimsten Winkeln belauscht Zehntausende von Zebras, Antilopen, Gnus, Löwen, Nashörnern, Giraffen auf der Flucht vor dem Motorengeräusch. - Krokodile und Flußpferde an den Ufern der Seen. — Ein Rudel Löwen vor dem Flugzeug. Angreifende Nashörner. Spannende und erregende Aufnahmen. Landschaften von nie gesehener Schönheit! Ein herrlicher, unterhaltender Film Dazu: Beiprogramm und die Ufa-Ton-Woche. Spielzeiten täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr. 6645A Wir basteln um jedem In der Familie ein hübsches Weihnachts- Geschenk zu machen. Werkzeuge, Laubsägen u. Holz gibt es für wenig Geld bei J. B. 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Straße 24 Tel» 2313» lssisO Bei Husten und Weh Jungs Kräutertee Kräuterhaus LderMäusbnrg SkMWker Gießen 8«iRumän.vereinh.Rentev.l913 8,25 8,25 8,3 8,5 4% Rumänische vereinh. Rente 4,8 4,75 4,75 4,75 2%% Anatolier ............. 38 75 39 3R 75 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15 15,13 15,4 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —- 28,5 28,65 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,65 16,9 16,5 16,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 81,5 80,5 80,5 81,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 108,75 108,75 109 110 Commerz- und Privat-Bank ... 0 85,5 84,5 85 84,5 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ 0 85,25 84,75 84,5 84,75 Dresdner Bank.............. 0 85,25 85 85 85 Reichsbank ................ 12 181,5 132,75 181,5 183 A.E.G...................... 0 37,75 36,75 37,4 37 Bekula.................... 10 141 141,4 141,25 141,25 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 112,5 111,25 112,4 111,75 Licht und Kraft ........... 6 yt 129 — 129 128,5 Felten & Guilleaume......... 4 104,5 104,25 104,75 104,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 124 122 123,25 121,9 Rheinische Elektrizität ........ 6 126,75 — 127,5 129,75 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 124 123,5 123,4 123,25 Schuckert LCo............... 4 118,75 117,5 118,5 117,5 Siemens L Halske............ 7 164,75 165,13 164,5 164,13 Lahmeyer & Eo.............. 7 123,75 125,5 124,5 Buderus ................... 102 100,75 102 100,75 Deutsche Erdöl .............. 4 103,5 102,75 103,25 102,5 Harpener................... 0 109,75 109 109,75 109,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 86 85 85,75 85 Ilse Bergbau ............... 6 150 152,5 151,5 152,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 125 125 125,4 125,25 Klöcknerwerke ............... 83,5 83 83,5 83 Mannesmann-Rühren o 82 81,13 81,25 80,9 Fram,Ul u. i. Zierim Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Oatum 15-11. 16.11. 15-11. 16.11. ManSselder Bergbau....... .. 6 116 116,5 116,5 117 Kokswerke................ .. 6 — — 115,25 114,4 Rheinische Braunkohlen .... . 12 210 — 210 210 Rheinstahl................ .. 4 105,5 104,5 105 104 Vereinigte Stahlwerke...... .. O 79,25 77,75 78,4 77,9 Otavi Minen ............. .. O 18,65 18,65 18,65 18,65 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 126,5 126 126,5 126 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 122,5 122,5 123,25 123 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 % 181 181,5 184 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 148,65 148 148,4 148,25 Scheideanstall............. .. 9 217 217 Goldschmidt .............. .. 5 105,5 105,25 105,75 105 Rütgerswerke ............. .. 6 113 112,5 113,5 113 Metallgelellschaft........... .. 4 107,75 108,4 107 107,5 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementweü Karlstadt....... =! 87,5 114,5 129 88,25 115,5 129 s 88,24 Schultheis Pahenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 4 _ — 104 103 .. O 52,9 52,25 52,4 52,4 Bemberg................. .. 5 103,25 103 102,9 102,9 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 110,25 111,5 110,25 111,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 76 76,5 76 75,75 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 126,75 126,25 Daimler Motoren.......... .. O 91,5 90,65 91 .75 90,9 Deutsche Linoleum......... .. 8 136,65 137 136,5 136,5 Orenstein & Koppel ........ .. O — 78,5 77,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 26,9 25,5 26,25 25 Chade.................... 7'/, 297,5 296,5 294,65 296,5 Accumulaloren-Fabrik...... 12 170 170 168,25 Eontt-Gummt............. .. 8 157 157,5 157,5 157,5 Gritzner.................. .. o 27,75 27,5 - Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 88,5 88,5 - - Süddeutscher Zucker....... 10 202 202 200 202 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Banknoten. 15-November 16-November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »ries Geld Brief Buenos Airev 0,678 0,682 0,676 0,680 Brüssel..... 42,00 42,08 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,60 54,70 54,60 54,70 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,225 12,255 12,225 12,255 Helsingfors.. 5,39 5,40 5,39 5,40 Paris ...... 16,37 16,41 16,37 16,41 Holland .... 168,73 169,07 168,73 169,07 Italien..... 20,16 20,20 20,16 20,20 Jaoan ...... 0,713 0,715 0,712 0,714 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 LSlo..... : 61,39 61,51 61,39 61,51 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,09 11,11 11,09 11,11 Stockholm... 63,02 63,14 63,02 63,14 Schweiz .... 80,78 80,94 80,79 80,95 Spanien.... 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag....... Budapest ... 10,265 10,285 10,265 10,285 Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin, 16.November Geld »rief " Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,84 42,00 Dänische Noten ................. 54,39 54,61 Englische Noten ................. 12,19 12,23 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 168,31 168,99 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,23 61,47 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,85 63,11 Schweizer Noten................. 80,61 80,93 Spanische Noten................. 33,57 Ungarische Noten................ Ur. 270 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Montag, (8. November (035 das Tannenholz und hinterdrein fielen sacht dunkle Rosen. Eine getragene Stimme erklang und sprach non Trost und ewigen, Frieden. Edle Kräuter wurden geräuchert. Ein Lied schwang über die Grude, verwehte hinter den Lebensbäumen, und hinterließ lastende Stille. Die kohlenden Briese schrumpften, stürzten zusammen und versanken zu Asche, und in der Asch» flammte ein letztes bengalisches Rot aus, so wie ea am Schlüsse großer Ereignisse zur Erhellung de» Hintergrundes gewöhnlich abbrennt. Und als alle» zu Ende war, begann die Spreu der Briefe weißlich zu schimmern, ähnlich dem Märzenstaub, wenn der Winter vorüber ist und der Frühling noch nicht begonnen hat. Schütterling stand schwerfällig auf und tastete sich hinaus. Dann lieferte er die Schlüssel ab und begab sich zur Bahn. Vas flreife Brautpaar. Als kürzlich in Tindale-Crescent, das in der englischen Grafschaft Durham gelegen ist, ein Brautpaar das Aufgebot bestellte, sah der Standesbeamte verwundert auf. Bor ihm stand ein siebzigjähriger Mann und ein Fräulein von 04 Fahren. Der Bräutigam war wenige Tage zuvor aus Kanada nach England gekommen, um sich zu vermählen. In wenigen Worten ist die seltsame Geschichte dieser treuen Liebe erzählt. Als Matthew Store»), so heißt der Bräutigam, noch ein lunger Mann war, bewarb er sich um die Hand der schönen Frances Jane Ela»)ton. Obwohl sie ihm nicht abgeneigt mar, schlug sie seinen Antrag ob. Sie erklärte, sie habe ihrer Mutter auf dein Totenbett versprochen, daß sie bei ihren, Vater bleiben und biß an das Ende seines Lebens für Ihn sorgen werde. An dieses Versprechen fühle sie sich gebunden, und wenn Matthew Store,) sie liebe, so solle er ihr die Erfüllung dieses Versprechens nicht allzuschwer machen. Da versprach der junge Freier, solange geduldig warten zu wollen, bis Frances Jane (Llayton, die er als feine Braut betrachte. Ihr Wort elngelöft habe. Er verließ England und ging nach Kanada: die Entfernung konnte ihn so wenig bewegen, das Verlöbnis aufzugeben, wie die langen Jahre des Wartens. Im Jahre 1800 hatte er Jane Elayton feinen Antrag gemacht, und als ihr Vater vor einigen Wochen verstarb, kehrte er zurück, um die Braut heimzuführen. Sechsunddreißtg lange Jahre waren darüber hingegangen. Run soll die Hochzeit in der Stille stattfinden. Aber alle guten 'Wünsche der Mitmenschen oegleiten die beiden, die eine so lange Zeit wie Im Märchen — aufeinander gewartet haben und die nun endlich zusammengekommen sind. die an eit ihrer iolk und dieser Aus der Provinzialhauptstadt Neue Meister und Meisterinnen des oberhessischen Handwerks. Feierliche Verpflichtung und Ueberreichung der Meisterbriefe. gebührende Existenzmöglichkeit zu schaffen. Bon Erkenntnis ausgehend betonte er die Rot- Als Vertreter des Kreisamtes Gießen überbrachte Negierungsrat W c b e r die besten Grüße und Wünsche der Behörde. Er erinnerte kurz an den Niedergang des Handwerks unter dem frühere,, politischen System und stellte demgegenüber die fruchtbare Aufbauarbeit heraus, die seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus auch für das Handwerk geleistet wurde. Sein Wunsch an das Handwerk ging dahin, es möchte stets getreulich die Verpflichtung für Führer und Vaterland erfüllen. Pg. S d) i m m e l sprach als Vertreter der Deutschen Arbeitsfront. Er betonte besonders die Tat- sacke, daß die jetzigen Iungmeister und Jung- meisterinnen als erste „ach der Einführung des Befähigungsnachweises den Meisterbrief erhalten, und er leitete von dieser Tatsache besondere Verpflichtungen gegenüber Führer und Volk her. Er unterstrich weiterhin, daß nunmehr das Leistungsprinzip in, Handwerk volle Geltung habe und damit jedem Handwerksmeister besondere Aufgaben zugefallen sind. Weiter machte er auf die große Planung der Aufbauarbeit des Nationalsozialismus aufmerksam, deren Auswirkungen natürlich nicht von heute auf morgen zu erwarten feien, sondern allmählich und immer weiter greifend und tiefer wirkend sich ergeben würden. Er forderte die Zuhörer auf, dieser Aufbauarbeit mit großer Zielsetzung allezeit vertrauensvolles Verständnis entgegenzubringen und sid) dabei immer bewußt zu bleiben, daß der nationalsozialistische Staat es als seine vornehmste Aufgabe ansehe, jedem deutsche,, Volksgenossen die Nie Nicke Wer«. Bürger von Gießen! Wenn ihr in diesen Vor- winterlugen durch die Wälder und Felder euerer schönen Heimat schweift, so stoßt ihr allerorten auf die Spuren der Dicken Wera. Wera! Nid)t einmal Dera! Die Vöglein im Walde, die Tiere aus dem Felde, sie werden nod) in diesen kalten Tagen an jedem Margen, den der Schöpfer uns neu werden läßt, an ihre liebe gute Dicke ÜÜera und damit weh mutsvoll auch an die marinen Sommertage erinnert, in denen Wera unter uns wandelte. Berühmten Männern pflegt man stets nur ein Denk- m a l zu fetzen. Auf jeden Fall nur ein Denkmal in jeder Stadt. Und auch dieses erst nod) ihrem Tode. Ich hoffe und wünsche, daß die Dicke Wera nod, heute unter den Lebenden weilt und gönne es ihr auch von Herzen, wenn sie Inzwischen einen weiteren halben Zentner ihrer zarten Gestalt einverleibt hat. Aber warum gerade ihr diese Unzahl von Gedächtnisstätten? Denn die Zahl der Denkmäler, die in Gestallt ellenlanger Plakate von ihr noch heute künden, die man ihr also schon zu ihren Lebzeiten setzte, muß, allein nach den ihr in und um Gießen geklebten und noch heute klebenden Gedenkschriften gemessen, unermeßlid) fein. Mit Recht? Nur „ca. 506 Pfund" gibt diese „schwerste Jungfrau der. Welt" als Ihr „eminentes" Lebendgewicht der staunenden Mitwelt an. Ich wage nicht, and) nur an einer dieser Ihrer Schmuck- bezeichnungen zu zweifeln. Die Folgen könnten für mich Normalpfündker verderblich fein. Fräulein Oder für die Güte des offenbar unverwüstlichen Papiers ober der Druckerschwärze, die hier gleichfalls nicht umzubriuge», ist? Doch Scherz beiseite. Die Äunftftätte, die den Einwohnern unserer Stadt diesen hohen Genuß ver» schasste, sollte aus den, reichen Gewinn, der aus den Taschen ihrer sckönheitvtrunkenen Besucher zweisel- los ihr zugeflossen sein wird, doch auch noch jetzt die Mittel ausbringen können (ober vielleicht gar n, ässe „?), um uns nun endlich die Erinnerung an diese holde Dome endgültig ans dem Herzen zu reißen. Vielleicht hoben gerade die, die Schon« Wera selbst bewundern dursten, ein ganz besonderes Interesse hieran und beteiligen sid) mit einem größeren ober kleineren Beitrag? Gor mancher Arbeitslose wird fiel) eine besondere Freude daraus machen, hier seine Fähigkeiten zu zeigen! Und sei unser aller Schmerz auch nod) so groß. Oder sollte and) die Dicke Wera, trotz Naturschutz und trotz Verschönermigsverein, von sid) sagen dürfen: Es soll die Spur von meinen Erdentagen nicht In Aeonen untergehnl? Im Interesse der Schönheit unserer Wälder wollen mir dies nicht hassen. E. M Vornoiizen. Tagevkalender für Montag. 316(9. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 »ihr Reiten, Reitschule SchÖmbs. - Stadttheater: 20 bl» 22 Uhr Tanz Gastspiel: Palucea tanzt. — (Moria- Palast, Seltersweg: „Liselotte von der Pfalz". —< Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Baboona". Slabllljcaler Gießen. Heute abend einmaliges Tanzgastspiel von Deutsch« lanvs atzet 1 änjerin P a i u < » a Am Flügen Victor Schwinghammer. Außer Abonnement. Dauer van 20 bis 22 Uhr. Ortsgruppe Gietzen-Mitte. Die Sprechstunden für das Hilfswerk „M u t- t e r unb K i n d" finden von jetzt an Freitags von 16 bis 17 Uhr statt. Deutsche Arbeitsfront. Abteilung für Arbeitsführnng und verufserziehung In der ttreivwallung Gießen. Die Abteilung beginnt mit folgenden Lehrgängen: Hvchfrequenztechnik am Donnerstag, 21. November, um 18 Uhr in der Arbeitssd)ule der DAF., Louystraße 18, Raum 2. Höhere Mathematik am Montag, 18. No« oember, um 16 Uhr in der Arbeitsschule der DAF., Lonystraße 18, Raum 2. Der Beginn weiterer Lehrgänge wird jeweils recht, zeitig bekanntgegeben. Interessenten an diesen Lehrgängen können noch bei Unterrichtsbeginn ihre Anmeldung abgeben. Ner Busttafl in Hessen. Der Bußtag am Mittwoch, 20. November, Ist auch In Hessen staatlich geschützter Feiertag. Es hat Ar- beitsrnhe zu herrschen, die Läden sind geschlossen , zu halten. Für Veranstaltungen am Bußtag gelten die bekannten Einschränkungen. Starter Besuch in der Waldkaserne. i Der Einladung des II. Bataillons Inf.-Rgt. 36 , zur Besichtigung seiner neuen Waldkaserne an der ' Sicher Landstraße wurde am gestrigen Sonntngvor- । mittag im" nachmittag außerordentlich zahlreich ' Folge geleistet. Nicht nur aus der Stadt, sondern i auch aus dem Kreise Gießen und darüber hinaus > aus den angrenzenden Kreisen waren die Besucher, t in der Hauptsache natürlich alte Soldaten, zu Fuß, ) mit der Bahn, mit Autos oder mit Kraftomnibussen gekommen, um sich in den schönen Räumen bi । Wawkaß । ne gi Ündklch unizuseyen Unter den . Besuchern befanden fid) auch viele Frauen vom > Lande, die bei dieser Gelegenheit vor allem einmal - den beim Bataillon dienenden Sohn in seinem Sol« , datenhelm aufsuchen und sid) von seiner guten lln- । Erbringung überzeugen wollten. Alle Besucher ' wurden von den Soldaten In ka»neradsd)aftllck)er Im Saale des Cafö Leib zu Gießen versammelten sich am gestrigen Sonntagvormittag viele Handwerksmeister aus Gießen und aus allen Teilen der Provinz Oberhessen zu der feierlichen Verpflichtung zahlreid)er junger Handwerksmeister und Handwerksmeisterinnen und der Ueberreichung der Meisterbriefe an diesen Nachwuchs unseres ober- hessischen Handwerks. Der Saal des Eafö Leib war bis zum letzten Plätzchen vollbesetzt, als gegen 10.15 Uhr die Feier begann. Der Musikzug der SA.^tandorte 116 unter Leitung des Musikzugführers H e r r m a n n gab mit seiner ausgezeichneten Musik der Feier einen würdigen Auftakt. Dann begrüßte der Vorsitzende der Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen, Buchbindermeister Steinhäuser (Gießen), die große Versammlung, insbesondere die Vertreter der Partei, der Handwerkskammer, der Behörden, der Kreishandwerkerschaften, der Innungen und die Prüsungsmeister. Er wies weiter dar- auf hin, daß fünftig nicht jeder Handwerker zu- gleid) Meister fein könne und daß die Verleihung der Meisterwürde eine besondere Auszeichnung für den Handwerker bedeute, zu deren Erlangung bestes handwerkliches Können und die gute charakterliche Eignung die Voraussetzungen seien. Er empfahl den Iungmeistern und Jungmeisterinnen, fid) alle« ßeit dieser hohen Verpflichtung bewußt zu sein und m vorbildlicher Art ihren handwerklichen Beruf zu erfüllen im Dienste des ganzen deutschen Vater« landes. Als Vertreter der Hessischen Handwerkskammer sprach deren Geschäftsführer Dr. Reif (Darmstadt). Er wies zunächst auf die große Tradition des deutschen Handwerks in früheren Jahrhunderten hin, deren Grundlagen in vielerlei Hinsicht mit der natio- nalsozialistischen Weltanschauung übereinstimmten. Mit dem Zerfall der Zünfte und der Einführung der Gewerbefreiheit fei später der Gemeinschaftsgeist im Handwerk vernichtet worden, und eine ort- und rassefremde Kultur sei nickt imstande gewesen, dem Deutfdjen Handwerk in gebührendem Maße Rechnung zu tragen. Erst durch den Nationalsozialismus sei auch dem Handwerk wieder ein guter Boden zum Aufbau bereitet worden. Auf diesem Boden müsse das Handwerk wieder zu der guten deutschen Volks« fulttir zurückkehren, in deren Mittelpunkt der deutsche Mensch und fein Können stehe. Weiter ermahnte der Redner alle Handwerker, insbesondere den jungen Nachwuchs, fid) stets der Verpflichtungen gegenüber dem Berufsstand, den Mitarbeitern und allen Volksgenossen der deutschen Station bewußt zu lein und unter diesem Gesichtspunkt auch bei der Ausnahme von Lehrlingen für den handwerklichen Nachwuchs zu verfahren. Neben dem handwerklichen Können dürfe aber auch die charakterliche Veranlagung nicht außer Acht gelassen werden. Eignungs- Prüfungen vor der Einstellung der Lehrlinge und Zwischenprüfungen während der Lehrzeit müßten den Wertmaßstab zur Beurteilung der jungen Hand werter bilden. Ein besonders strenger Maßstab sei bei den Meisterprüfungen anzuwenden, denn Handwerksmeister dürfe nur derjenige fein, der nad) jeder Richtung hin die volle Befähigung dazu besitze. Schließlid) wies der Redner auf die umfangreiche und für das Handwerk, wie and) für die ganze Volksgemeinschaft gedeihliche bisherige Neformorbeit der notionalsozialiftifchen Reichsregierung auf dem Gebiete des Handwerks hin und betonte dabei, daß jeder deutsche Handwerker eine große Aufgabe zu erfüllen habe bei der Unterstützung und Förderung der Aufbaumaßnahmen der Negierung. Diese Aus° gäbe stellte er besonders den Iungmeistern und Jungmeisterinnen vor Augen, und mit den Glückwünschen der Handwerkskammer zur Erlangung der Wera ist ja oud) eine vorsichtige Dame, an die man auf diesem Gebiet nur schwer wird herankommen können. Damit keiner ihrer Bewunderer, etwa mit einer Briefwaage im Gewände, ihr zu nahe trete und bann, je nad) dem Tageskurs vielleicht um ein halbes Pfund betrogen, etwa das mühsam verdiente Eintrittsgeld zurückfordere, gibt sie in anerkennenswerter Selvstbeschränkung selbst ja nur „c a. 506 Pfund" als ihren jungfräulichen Weltrekord an. Aber sei dem wie ihm sei. Ihr Rekord sei ihr neidlos gegönnt. Und mögen die Reize ihrer eminenten Jungfräulichkeit nod) so hinreißend fein: das, was sie uns als Spuren ihrer Gießener Erdentage an Plakaten, die nod) heute an Bäumen und Zäunen, an Telegraphenstangen und an sonstigen hervorragenden Gegenständen prangen, hinterließ, ist weder hinreißend nod) In seinem tiefsten Grunde erkennbar. Oder hat Fräulein Wera oud) hier ein besonderes Privileg? Wie wäre es, wenn es alle so machen wollten? Nicht nur die Dicken, sondern auch die Dünnen. Die Langen und die Kurzen? Die Herren und die Damen mit ober ohne Stopf, mit ober ohne Unterleib ober was sonst ber Meiisd) ohne 6d)aben entbehren kann? Es wäre wahrhaftig nicht aiiszudenken! Dann sähe man wlrklick) einmal ben Walb vor Bäumen nicht mehr. Vorausgesetzt, baß bie Bäume unseres bescheibenen Erbballes Dann hierzu überhaupt ausreichten. Ober soll hier für bie Gute bes Leimes Reklame gemacht werben, mittels beffen man biefe Gebenktafeln anfcheinenb unzertrennlich ber Natur auf ben Rücken klebte? Meisterwürde oerbanb er bie Ermahnung jungen Meister unb Meisterinnen, allez ei hohen Verpflichtung gegenüber Führer, Vi Vaterland eingedenk zu sein. Wendigkeit, oud) im Handwerk kurzsichtige Kritiker mrückzuweisen und In vollem Vertrauen )u dem Führer und seinen Mitarbeitern alle Kräfte ein- zusetzen, Damit im Nahmen des Relchsstanoes des deutschen Handwerks oud) von der Seite der Handwerker her wirkungsvolle Mitarbeit zum Nutzen des deutschen Volkes geleistet werde. In diesem Sinne und mit diesem Wunsche svrach er den Iungmeistern und Jungmeisterinnen die herzlichen Glückwünsche der Partei und der Deutschen Arbeitsfront aus. Im Ansck)luß an einen stimmungsvollen, feinen Musikvortrag des Musikzuges der Standorte 116 fand unter Leitung des Kreishondwerksmeisters Stühle r und unter Assistenz des Friseur-Obermeisters GÖtz unb bes Metzgermeisters Adolf M ö h l jun. bei geöffneter Jnnungslode, bie von brennenden Kerzen umgeben war, die feierliche Losspred)ung ber Iungmeister unb Jungmeisterinnen von ihrer Gesellenpilicht unb ihre Verpflichtung als Meister unb Meisterinnen statt. Dieser feierliche Akt wurde eingeleitet mit dem gemeinsamen Gesang „Siehst du im Osten das Morgenrot". Dann wurde' nach altem handwerklichem Brauch die Jnnungslode geöffnet, sodann gemeinsam der Gefallenen des proben Krieges und der Gefallenen des nationalsozialistischen Freiheltskompfes gebad)t, währenb bie Musik leise das Lieb vom guten Kameraben spielte. Hierauf traten zwei Iungmeister unb eine Jung- Meisterin vor bie Jnmmoslabe, während fid) alle übrigen Iungmeister und Jungmeisterinnen von ihren Plätzen erhoben, um gemeinsam unter der Leitung des Kreishandwerksmelsters S t ü l) l e r die vorgeschriebene Verpflichtung als Meister und Meisterinnen des deutsd)en Handwerks abzulegen. Die eierlidje Handlung sand ihren Abschluß mit dem reudlgen Treugelöbnis ziim Führer und Neichs- kanzler Adolf Hitler, ziim beut(d)en Vaterland und zum beutfdwn Handwerk. Den dreimaligen Sleg-Heil-Nufen folgte der gemeinsame Gesang der ersten Verse des Horst-Wessellieds und des Deutschlandliedes. Danod) wurde die Innungslade gefchlof- । Jen, die Kerzen gelöscht, die feierliche Vervflichtimg war beendet. Niinmehr wurden die Meisterbriefe ausgehändigt. Den Abschluß ber Feier bilbete ein frohgestimmteo I geselliges Beisammensein. Die Mdonna aus der Zeltbahn. Von (Sricf? Grisar. Johann Peter Hebel erzählt uns in seinem „Schatzkästlein" eine nette Geschichte von einein Bauern, ber eine Tür in eine Apotheke schleppt unb erklärt, es sei, als ber Arzt zu seinem kranken Weibe gekommen sei, kein Stück Papier und keine Schreibfeder im ganzen Hause gewesen, nur ein Stück Kreide. Da habe ber Arzt ihm bas Rezept für feine Frau auf bie Tür gemalt, unb da sei er nun mit der Tür, und man möge ihm bas Trank- lein brauen, bas feiner Frau auf bie Beine helfe. garth half fid), wenn er sich unooroeieuv. ........ M-nsch-n fleHenü6er (ab bef en •=üae er für eines feiner figurenreichen Bilber feft- ballen wollte, damit, baß er, was chm an feinem feeaenüber intereffierte, auf bie 3mßerndflel malte, unb es fo nach Haufe brachte. Intereffant ist auch, was man von V an o flb ^nrerenani I ' gelt, als Von Gogh noch l6 her torube einen jungen Bergmann, BÄRitt ton i6m äÄ Ä Das ist eine nette Geschichte, unb von einem Zimmermann, dem fein Bauherr eine Skizze zu feinem Bau auf ben Wirtshaustisch gemalt hat unb ber nun ben flauen Tifch mit auf bie Baustelle schleppt, wirb sie ähnlich erzählt. Aber bas sind wohl nur Geschichten. Doch kann es immerhin wohl mal vorkommen, baß wer etwas aufschreiben mochte, unb er hot kein Papier. Das ist bem berühmten Mathematiker Empöre so ergangen. Der ging eines Tages in seine Probleme versunken durch bie Straßen von Paris. Plötzlich zog ihn eme mathematische Ueberlegung so in ihren Bonn, baß er. Da er geraDc kein Papier zur Hanb hatte, seine Sonnet mit Kreibe auf bie Nückwonb einer vor ihm haltenden Droschke schrieb. Zum Unglück jebod) setzte sich die Droschke in Bewegung, so baß Ampöre, wenn er seine Ueberlcgungen unb Formeln nicht im Sucy lassen wollte, nichts tun konnte, als mit gezuckter Kreibe hinter ber fahrenben Droschke herzulaufen. Glücklicher war in einem ähnlichen Falle Johann Strauß baran, bem bas Motiv zur Eimiebler- Romanze einfiel, als er mitten in ber Nacht aus einem Traum erwachte. Er wollte feine Frau, Die neben ihm schlief, nicht stören, unb so suchte er im Dunkeln nach Papier unb Bleistift, um bas Motiv xu notieren. Er fanb jebod) nur ben Bleistift unb so blieb ihm nichts übrig, als bie Anfangstakte bes Motivs in Buchstaben auf bie Bettbecke zu schreiben, von wo er sie am anberen Morgen Übertrag. Der englische Maler Hoc * unvorbereitet einem : Mö- Mit bumpfem Knall würben bie Türen des belwagens geschlossen. Dann rollte er langsam davon, weit fort nad) einer fremden Stadt -2um letzten Male stieg Sckütterling hinaus in das arohe Atelier, wo er so viele Jahre gelebt und gemalt hatte. Sein Schritt klang laut und hohl durch den leeren Raum. Das kahle, mächtige Nord- lenster das sonst voller Pflanzen gewesen war, starrte'auf nackte, nüchterne Wände. Die Stellen, wo die Bilder gehangen hatten, hoben sich scharf von der Tünche ab. Das dicke Ofenrohr fah wie eine ^Sch^itteriimg riaMum Fenster und nahm Abschied von der Stadt, die ihm eine zweite Heimat gewor- den war. Der Dunst ber Dämmerung lag auf ben Dächern unb bas Gewirr ber Firste schmolz zu einer einx acn grauen Ebene zusammen, aus ber bie roten Campen bes fernen Gaskessels herausschwelten. Unten im Brauereigarten, wo bie Kastanien gilbten und bas Laub auf ben Tischen lag, jagte ein» Katz« einem mtrbelnben Blatt nach. Da er jebod) roeber Papier nad) Bleistift bei fid) trug, hob er ein Stück Kohle vom Boben unb zeichnete bamit bie Gestalt bes Bergmanns auf bas Vorsatzpapier ber Bibel, bie er bei sich trug. Auch von bem 1845 verstorbenen Maler Joseph Danyauser wirb eine Geschichte bieser Art erzählt. Einen Tag vor seinem lobe hatte Danhau- fer fid) aus bem Bette erhoben, um von seinem Atelier Abschieb zu nehmen. Dabei kam ihm ber Gebaute, baß seine Frau von ihm kein Porträt aus letzter Zeit besitze. Er fuhr, bie Linien seines Gesichtes nachzieheno, mit bem Bleistift auf bem Spiegel umher, bis er, zufammengebrochen, auf fein Lager getragen würbe. Was aus biefen seltsamen Silbern geworben ist, ist ungewiß. Man hat keinen Fingernagel Hogarths aufbewahrt, bie Bibel Van Goghs mag wohl Ir- genbroo noch existieren, ber Spiegel Danhausers ist verschollen, aber ein anberes Bilb, bas auf merk- mürbige Art zustanbe gekommen ist, hängt in einem Museum in Berlin. Es ist eine Mabonna, bie ber Maler Erich Heckel im letzten Kriege in einem flanbrischen Schützengraben auf eine Zeltbahn gemalt hat. Weil er wohl Farben, aber keine Lein- manb zur Hanb hatte. Heute hängt biefe Zelt- bahn im ehemaligen Kronprinzenpalais Unter ben Linben als ein lebendiger Beweis dafür, daß die Kraft, die einen Künstler zeigt, zu schaffen, stärker ist als alle Hemmnisse, die Mangel an Material und die Ungunst äußerer Umstände Ihm entgegen- stellen. Abschied im November. (Erzählung von Gert Lynch. Schütterling stand, fdmute und sann, bis es dun- fei wurde unb allenthalben bie Lichter aufglommen. Da roanbte er sich ab unb erinnerte sich, baß noch etwas zu erlebigen war. Eine letzte Pflicht hatte er noch, ehe er bas Atelier unb bie Stadt für immer verließ. Da bie Lampen abgefchraudt waren, suchte er unter ben Abfällen einen Kerzenstummel heraus, zün- bete ihn an unb stellte ihn auf das Ofenblech. Dann fetzte er fid) mit untergeschlagenen Füßen davor, griff nad) der Pappschachtel neben dem Ofen und offnte sie.. Sie war bis an den Rand mit Briefen gefüllt. Zarte, lavendelblaue Briefe, die alle die gleiche zierliche Handschrift trugen und einen (elfen Duft ausströmten, Den Schütterling mit acroel- teten Nüstern einsog. Briefe, Die von Der glücklichsten Zeit seines Lebens zeugten und eine lichte Zukunft verhießen hatten. Eine feierliche Stimmung kam über Schütterling. Er faltete jeden einzelnen Brief auseinander, bauschte ihn auf und legte ihn aus den Ofenrost. Einmal fand er ein bleiches vierblättriges Kleeblatt zwischen den Seiten, dort ein dürres Veraißmein- nicht. Als er auf eine Haarsträhne mit [eibenem Schleifchen stieß, zögerte er. Doch bann schüttelte er ben Kopf unb ließ auch bieses Angebinbe im Ofen versck)winben. Die Kerze, vor ber er hantierte, flackerte unruhig, unb bie Schatten huschten wie schwarze verstörte Vögel über Decke unb Wänbe. Im Kamin sang ber Wind auf einem hohen, gequälten Ton, und auf die Scheiben des schrägen Fenster» klatschten einige dicke Tropfen. Schütterling knüllte den letzten Brief zusammen und stopfte iyn in den Ofen. Dann nahm er die brennende Kerze, warf sie in den Paplerhaulen, schlang die Arme um feine Knie und fah in den entstehenden Brand. Ein Dehnen, Strecken und Knistern ging durch die Briefe. Nauchspiralen pufften hervor. Eine kleine blaue Zunge leckte hindurch und fchmlegte fid) an die Knäuel und Bäusche. Gelbe unb braune Kreis- selber entstanden, wuchsen unb blähten sid) auf, unb schließlich sprang eine wabernde Flamme empor unb hüllte alles in ihren Mantel. Und die Briese begannen zu glühen und wurden lebendig, bogen unb roanbten sich, bäumten sich auf unb umschlan- gen sich, wisperten unb tuschelten von all ihren Heimlichkeiten unb heißem Geschehen. Mohnblumen lohten wie Adenbrot aus großen, ernsten Kränzen hervor. Ein sd)warzer Zug bewegte sich langsam zwischen Hügeln unb Scheinzypressen entlang. Kreuze überschnitten sich, unb die Glocken läuteten. Weiße Tauben flogen über frisch aufgeworfene Muttererde. Eine Truhe wurde an Seilen hinab- gelassen. Ein paar Schollen polterten plump auf Weise herumgeführt, so twfe sie sich ein erschöpfende» Bild von den norbllblidjen Einrichtungen dieser Kaserne machen kannten Allenilialben kannte man hören, doß die Besucher die besten (Icinbrüife non der Unterbringung der Soldaten erhalten haben, und daß insbesondere die alten Soldaten, die eine Kaserne natürlich mit sachkundigen Blicken durchwandern, ihre aoliste Anerkennung bekundeten. Der Aweck dieser Besichtigung, die Berbundenheit zwischen Soldaten und Volk noch mehr al» bisher zu vertiefen und die unlösliche Gemeinschaft beider auch bei dieser Gelegenbett zu betonen, ist durch den gestrigen Tag zweifellos in vollem Umfange erreicht worden. Vic flrotfommltiiifl unseres Jungvolks Wie Int Vorjahre, so hat auch biesmal wieder das Jungvolk in Stadt und Kreis Gießen in eifriger und lehr anerkennenswerter Weise feine Aufgabe der Brotsammlung für hilfsbedürftige Familien in Offenbach erfüllt. In den Landorten wurde die Sammlung bereits am Donnerstag und Freitag voriger Woche durchgeführt, in der Stadt Giesse» fand die Abholung der Brote am Samstag statt, nachdem am Tage vorher die Buben des Jungvolks mit den Spendelisten zur Cinzeidmung von Haus zu Haus und von Wohnung zu Wohnung gepilgert waren. Dabei wurde den kleinen und eifrigen Helfern erfreulicherweise volles Verständnis entgegeu- gebracht uud ihr selbstloses Mühen in schönes Weise durch reiche Brotspenden belohnt. In der to t o ti t G i e ß e n brachten die Buben insgesamt r n n d 4 0 0 0 B r o t e zusammen, in Stadt u u d St r e i v Gies) e n i n s g e s a in t ergab sich eine Brotspende von 1 3 534 Stück. 21 in Samstag waren denn auch bis in den späten Abend hinein vielfach zahlreiche Kräfte bei der Verladung dieser Brotspendeu in bereitgestellte Kraftfahrzeuge tätig. Am gestrigen Sonntag wurde die grosse spende, die wiederum von der Opserfreudigkeit unserer Volksgenossen in Stadt und Kreis Giessen eindrucksvoll Zeugnis ablegt, nach Offenbach gebracht, wo nunmehr dank dieser hingehenden Opferfreudigkeit der Spender und der kleinen Sammler in zahlreichen hilfsbedürftigen Familien manche Not und Bedrängnis der täglichen Ernährung gemildert werden kann. Den Buben des Jungvolks als Sammler, den Spendern des Brotes, sowie den lleberbringern des Transports gebührt für dieses vortreffliche Hilfsweri aufrichtiger Dank und volle Anerkennung. Labskaus. Mancher wird fragen: Was ist Labskaus? Und viele werden darauf keine, oder nur eine ungenügende Antwort geben. Kommt der Fragesteller aber au einen alten Mariner, einen Seemann von echtem Schrot und Korn, dann wird dieser ihm nicht nur erschöpfend sagen, was Labskaus ist, fon dern bei dieser Erklärung wird auch fein Gesicht erstrahlen in der Erinnerung an den hoben Genug, den jeder rechtschaffene Seemann beim Labskaus gehabt hat und immer wieder findet. Labskaus ist nämlich ein besonders beliebtes Leibgericht der Seeleute, das aber nicht nur auf den Schiffen und an der Wasserkante, sondern überhaupt den alten Seebären prächtig schmeckt, auch wenn es tief im Biunenlande, wie am Samstagabend im Hause der Marine-Karneradschasi Gießen nm Strande der Lahn, verzehrt wird. Und wer als Neuling zum ersten Male beim Labskaus-Essen als Esser mitarbeitet, der wird sich vorbehaltlos und frohgestimmt dem Lob der Seemänner auf das Labskaus-Gericht anschließen. Es handelt sich dabei um ein Gericht, das aus zusammengekochten Kartoffeln, Gemüse und Fleisch besteht, in dickbreiiger Form auf den Teller kommt, und dazu noch Salzhering und Gurke als außerordentlich schmackhafte Zugabe erfordert. Diese Zusammenstellung mag den Neuling zuerst etwas komisch berühren, sobald er aber gekostet hat, wird er zugeben, daß es sich hierbei um ein ganz ausgezeichnet schmeckendes Essen handelt. Uebrl- gen» kann man es auch als Eintopfgericht nur empfehlen! Wer all dieses Wissen um Labskaus besitzt, wird sich nicht wundern, dasi am Samstagabend bei dem von der M arine - Ka m e rads d) oft G i e si e n im Kameradschastsbaus an der Lahn veranstalteten alljährlichen Labskaus-Essen wiederum Hochbetrieb herrschte. Die alten und die jungen Mariner, auch diejenigen, die noch keine Planken des Schiffes unter den Füßen gehabt haben, aber im besten Geiste des alten Seemanns tätig sind für die Aus« breitung der seemännischen Tradition und die Forderung aller Arbeit zur Wiedererstarkung unserer deutschen Flotte, sie alle und dazu noch eine Anzahl Gäste und die Frauen der .Kameradschaft» Mitglieder füllten den Raum des Kameradschaftshauses bis zum letzten Platze, um gemeinsam und froh- geftiimnt die Labskaus-Schlacht zu schlagen. Bor deren Beginn boten einige Kameraden der Marine-SGndartenkapelle 34 einen schönen Auftakt mit guter Musik. Dann begrüßte der Kamerad- schaftsführer L i di mit kurzen, herzlichen Worten die große Labskaus-Korona, wobei er hervorhob, daß die Männer der Marine Kameradschaft das ganze Jahr über burd) mancherlei Dienst am deutschen Wiederaufbau in Anspruch genommen sind, aber einmal im Jahre gemeinsam mit ihren Angehörigen und mit den Gästen sich zusammenfinden zu einem frohen, in der Tradition der Marine verwurzelten Ereignis: beim Labskaus-Essen. Danach gedachte er dankbar des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, dem das dreimalige Sieg-Heil aalt, und bann gab der Kameradschaftsführer das Kommandv „Backen und Banken, d. h. in der Seemannvfprache zum Beginn des Essens. Sogleich kamen die Schüsseln mit dem Labskaus auf den Tisch, die Salzheringe und die Gurken standen bereit, und nun begann „die große Schlacht". Da gab es keinen und keine, die nicht mindestens zwei Schläge vertilgt hätten, manche schafften sogar drei Schläge. Ein Beweis dafür, daß es allen ganz aus gezeichnet geschmeckt hat und daß alle, and) die Erstlinge, begeisterte Anhänger des Labskaus sind. Dazu gab es ein gutes Glas Bier ober einen guten Aeppelwein, kein Wunder, baß im Handumdrehen allenthalben frohgemute Stimmung herrschte. Und bann brachte, nachdem die Labskaus-Schlacht geschlagen war, der weitere Verlauf bes Abenbs schöne gesellige Unterhaltung, bei der Männlein und Weiblein sich von den Strapazen bes Alltags erholen konnten Mit einem lustigen Lieb, dem Labs- kaus-Lied 1985, wurde nach der Melodie „Eine Seefahrt, die ist lustig" allerlei Interessante» an» dem Erleben in der Gießener Marine-Kameradschaft erzählt, wobei in dieser heiteren Fassung auch manchem ein kameradschaftlicher und wohlgemeinter „Rippenstoß" versetzt wurde, der natürlich so käme- rabfdjaftlldi aufgenommen wurde, wie er gemeint war. Ferner unterhielten sich in einem Zwiegefang die Männer und Frauen über ihre gegenseitigen Rechte und Pflichten, über das Bestimmungsrecht und die Gehorsamspflicht, über Gewohnheiten und Untugenden in der Ehe und im Leben usw. in recht unterhaltender Weise, um schließlich doch gemeinsam Ihrs volle Einigkeit frstzustellen. Der Führer der Marine-Kameradschaft Friedberg, Main. Fuchs, überbrachte die Grüße seiner Kameraden und betonte dabei die guten kameradschaftlichen Beziehungen zwischen Gießen und Friedberg. Kamerad- schaftsführer L l ch nahm bann die Ehrung zweier Iubilare vor Er überreichte dem Kameraden L i e • b a u für 40jährige Mitgliedschaft und dem Kameraden Marl Ni a r 11 n für 25jährige Zugehörigkeit zur Marine-Kameradschaft Gießen die vom Bundesführer verliehenen Ehrenzeichen und stellte dabei den jüngeren Kameraden diese beiden verdienten Mitglieder al» Vorbild treuer Pflichterfüllung im Geiste unserer Marine hin. Der weitere Verlauf des Abends brachte bann noch mancherlei musikalische und gesellige Unterhaltung, bei der sich alle bis weit nach Mitternacht prächtig unterhielten In anerkennenswerter Weife wurde auch der hilfsbedürftigen Volksgenossen durch eine Sammlung für das Winterhilfswerk gedad;t. Es war ein schöner Abend, den die alten Mariner hier wieder einmal zustande gebracht hatten. Rücksichtsloser Motorradfahrer. Der Polizeibericht meldet: Am 14. November gegen 19 Uhr wurde auf der Straße Am Wartweg gegenüber dem Physiologischen Institut ein junger Mann nach eingetretener Dunkelheit von einem Motorradfahrer, dessen Maschine nutzt beleudju. war, umaefahren. Der Fahrer ließ den Verletzten auf der Straße liegen und fuhr unerkannt davon. Der verletzte Fußgänger wurde später von Studenten in bewußtlosem Zustand aufgefunden, die die Ueberführung in die Klinik veranlaßten. Personen, die über den Vorfall Wahrnehmungen gemacht haben, auch die Studenten, die den Verletzten sanden, werden ersucht, bei der Kriminalpvlizeistelle Gießen vorzuspred)en. ** Wegfperr e. Wegen Errichtung eines Wohnhauses auf dem Grundstück Marburger Straße 5 8 wird der Weg nach den Wiesen längs dieses Grundstückes von Montag, 18. November, ab auf die Dauer von 6 Wochen polizeilick) gesperrt. Die ausgestellten Sperrschilder sind zu beachten. ** A u f s r e i e m F u ß b e 1 a s s e n. Im Anschluß an den Polizeibericht vom Samstag über die Festnahme zweier Männer, denen Diebstähle in Universitätsinstituten zur Last gelegt werden, ist mit- zuteilen, daß der im Verdacht stehende Albrecht S ck) n e 11 e r aus Oberlahnstein nach seiner ridjter- liehen Vernehmung zunächst auf freiem Fuß belassen wurde. Damit ist natürlich über die Frage seiner Sck)uld oder Unsck)uld nod) in keiner Weise ein abschließendes Urteil gefällt worden. Tagung des ASLV., Bezirk Gießen-Land. Am Samstagnachmittag hielt der Bezirks Verein „Gteßen-Land" des NSLB. eine Versammlung im Hotel Hovfeld ab, die außerordentlich gut besucht war. Nach gemeinsamem Gesang begrüßte der Obmann, Rektor Siegfried (Großen-Linden) die Er- schienenen und nahm sogleid) das Wort zu seinem Vortrag über „Soldatentu m u n d N atio- nalsozialis in u s". In fesselnder Weise und mit begeisterten Worten führte der Redner u. a. aus: Es ift fein Zufall, daß der Gestalter des neuen Reiches ein Frontsoldat ist. Wohl hatte unser Führer und Reichskanzler geistige Vorgänger (Nietzsche, Wagner, El^mberlain u. a.), aber sie waren nur Propheten. Sie sahen im Geiste wohl das kommende Reich, aber sie waren keine Gestalter. Nationalsozialismus ist erlebte Kameradschaft, nicht nur Freundschaft. Echte Kameradschaft sieht unter dem Motto: Einer für alle und alle für einen! So erlebten unsere Frontsoldaten den Krieg. Diese echte Kameradschaft. die im Schützengraben und beim Strumangriff erwuchs, soll unter allen Partei- und Volksgenossen herrschen. Es soll nicht immer nur gemäkelt und auf alte Verdienste hingewiesen werden. Das ist bei echter Kameradschaft nicht der Fall. And; im Kriege wurden alle neu eintreffenden Soldaten als vollwertige Kameraden begrüßt und behandelt. In der Zeit des Zusammenbruches gab es in Deutschland wohl einzelne Persönlichkeiten, die versuchten, aus dem Wirrwarr der politischen Parteien, der Konfessionen, der Gruppen und Grüppchen eine Einheit zu formen. Aber da war alle Muhe vergeblich. Erst Adolf Hitler gelang es, die Deutschen zu eine m Volke zusammenzuführen. Er trug den Geist der Kameradschaft, der im Weltkrieg alle zusammen- geschmiedet hatte und alle für das Vaterland kämpfen und bluten ließ, hinein in das deutsche Volk. So wurde nach dem Völkerringen und dem deutschen Zusammenbruch da» geeinte deutsche Reich geschaffen. Aus dem Soldatentum, aus der Kameradschaft erwuchs der Nationalsozialismus. Dem Redner wurde reicher Beifall zuteil. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen hielt Zeichenlehrer Schäfer (Gießen) einen Vortrag über das Thema. „Ist Kunsterziehung im Zeichenunterricht der Volksschule m L g l i ch ?" Nach einleitenden Worten über den Zeichenunterricht in der Schule, wie er in den letzten Jahrzehnten meistenteils betrieben wurde, zeigte der Vortragende an Hand von zahlreichen Lichtbildern, wie wir in der Schule dafür wirken müssen, daß bei den Kindern Schönheits- und Stilgefühl geweckt werden können. Man darf dabei keineswegs in den Fehler verfallen, daß man den Kindern Vorlagen gibt und sie banad) zeichnen läßt. Kinder sehen alle Gegenstände ganz anders als die Erwachsenen, und sie formen sie auch anders. Die ersten Lichtbilder zeigten, wie die dörfliche Baukunst (vorgeführt an Beispielen geschlossener Hvfreiten aus der Pfalz) im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr verkümmerte. Wo nod) vor etwa hundert Jahren Ebenmaß und künstlerische Gestaltung herrschten, da machten fid) — um die Jahrhundertwende und nod) früher — Geschmacklosigkeiten und Kitsch breit. Hier müßte der Zeichen- unterridjt helfend und stützend eingreifen, damit nicht eine vollständige Verödung eintritt. Aber man müßte die Kinder frei gestalten lassen. Sie dürfen nid)t nur das nachahmen, was ihnen die Erwachse- neu vorsetzen. Im Lichtbild wurden sodann sehr viele Schüler- Zeichnungen, von vorschulpflichtigen Kindern bis zu den Sechzehnjährigen, vorgeführt. Der Redner verstand es, In äußerst anziehender Weise darzulegen, wie hier die Entwicklung der Kinder, ihre Auffassungsgabe und Gestaltungskraft fid) langsam stärkten und zum Teil bis zu künstlerisch hochstehenden Leistungen führten. Sehr interessant waren die Vergleiche, die zwisd;en der Darstellung alter Kunst und den Kinderzeichnungen gezogen wurden. Ein großer Wandteppich, der von einer ganzen Klasse in gemeinsamer Arbeit geschaffen wurde, bildete den Höhepunkt der Darbietungen und zugleich den Abschluß. Die Versammlung spendete dem Vortragenden sehr starken Beifall, oen^ der Vorsitzende, Rektor Siegfried, in seinem Schlußwort noch einmal unterstrich. Mit Sieg-Hell auf den Führer und dem Horst- Wessel-Lied fand die Tagung ihr Ende. Oberheffen. 3. Kreis-Geflügelschau in Grünberg. + Grünberg, 17. Nov. Am Samstag und Sonntag fand in' der hiesigen Turnhalle die 3. K r e i s - G e f 1 ü g e l s ch a u der Geflügelzucht vereine des Kreises Gießen statt. In 244 Nummern gab die Ausstellung ein übersichtliches Bild von dem Stand der Geflügelzucht in den verschiedenen Kreisvereinen. Die Leitung der Ausstellung lag in den Händen von Uhrmachermei' (ter Friedrich Iöcke 1, Ehrenvorsitzender des hiesigen Geflügelzuchtvereins, und Spenglermeifter Otto Pfeffer, derzeitiger Vorsitzender des Ge- flügelzuchtvereins. Zur Eröffnung war der Kreisvorsitzende H e ß (Watzenborn Steinberg) anwesend. Als Preisrichter wirkten Otto Södler (Nieder Gemünden) und Friedrich Rühl m a n n (Himbach bei Büdingen). Da» pramiierungvergelmiv. (Zur Preisdewertung: v vorzüglich, fg = sehr gut, g - gut, E B Ehrenpreis Z B Zuschlagspreis.) H ü h n e r : Wvandottes, silberfarbig: Alfred Jung (Großen-Linden) 2 fg, 1 g Wvandottes, weiß: Otto Pfeffer (Grünberg) g. Plymouth Rocks, gestreift: Heinrich Pfeiffer (Großen Buseck) 3 fg, 1 g, 1 E. Sussex, bunt: Otto May (Lang Göns) 2 fg, 1 g, 1 E. Rhodeländer: Ludwig Nicolai (Großen Buseck) 1 fg. Modeländer, rot: Karl Stoll (Lang Göns) 3 fg, 1 g; Friedrich Bauer (Gießen) 3 fg, 1 g, 1 E: Karl Schä- fer (Lang-Göns) 2 g; Wilhelm Görlach (Lang- Göns) 2 fg. Barnevelder, fdiwarz: Heinrich Länder (Steinberg b. Gießen) 1 fg, 1g. Leghorn, weiß: Hermann Rau (Klein Linden) i fg. Ruf fische Orlosfs, bunt: Heinrich Becker (Allendors a. d. Lahn) 2 fg, 1 g, 1 E, 1 Z; Ludwig Sommer (Gießen) 1 fg, 2 g. Italiener, schwarz: Heinrich Alles (Holzheim) 2 g. Richard Radetzky (Lich) 1 fg, 2 g: Willi Dechert (Lang-Göns) 1 fg; Willi Zahrt (Lang Göns) 1 fg, 1 q; Heinrich Ranft (Allendors a. d. Lda.) 1 fg, 2 g; Georg Leimborn (Gießen) 3 fg, 2 g, 1 E; Karl Arnold (Großen Buseck) 2 g. Italiener, weiß: Wilhelm Jung (Holzheim) 2 fg. Italiener, gelb: Richard Schmidt (Kolbenmühle Harbach) 1 fg. Italiener, rebhuhnfarbig: Alfred Hahn (Großen-Buseck) 2 fg, IE. 1 Z; Willi Freu (Lang-Gons) 3 sg, 5 g, 1 E: L. Wagner (Alten Buseck) 1 g; Heinrich Pfeffer (Leihgestern) 2 b: Richard Schmidt (Kolbenmühle) 1 fg. Italiener, silberfarbig: Ludwig Wagner (Grünberg) 3 fg; Wilhelm Schlosser (Klein-Linden) 3 sg, 2 g, 1E, 1Z. Wilhelm Lotz III. (Allendors a.d. Lda.) 1 sg, 1 g; Willi Bopf (Lang-Göns) 1 sg, 1 g. Italic- ner, schwarz-weiß: Ludwig Wagner (Grünberg) 1 fg, 2 g. 1Z Italiener, gestreift: Ludwig Heß (Watzenborn) 3 fg; Ludwig Nicolai (Großen-Buseck) 1 fg, 1 g. Italiener, gestreift, grau-weiß: Otto Arnold (Leihgestern) 1 fg, 3 g. Rheinländer, schwarz: Heinrich Alles (Holzheim) 2 sg; Heinrich Jost (Großen Buseck) 1 sg, 1 g: Heinrich Reinhard (Allendors a.d. Lda.) 1 g: Wilhelm Klos (Gießen) 2 sg, 1g, 13; Josef Stork (Gießen) 2fg; Wilhelm Henkel (Lang-Göns) 3 sg. Minorka, schwarz: Otto May (Lang-Gons) 4 fg, 2 g, 1 (E( 1 Z. Altsteirer, wild- farbig: Otto Eckhardt 1. (Lang-Göns) 2 fg. Silber- nmfthälfe: Heinrich Lotz (Nieder Bessingen) 2 sg. Hühnerstämme: Wvandottes, weiß: Otto Pfeffer (Grünberg) 1 sg, 1 E. Wvandottes, silberfarbig: Alfred Jung (Großen-Linden) 1 g. Rhodeländer, rot: Karl Stoll II. (Lang-Göns) g; Friedrick) Bauer (Gießen) 1 g, 1 E. Z w e r g l) ü h n e r. Zwera-Wyandottes, weife: Heinrich Dörr IV. (Münster) 1 b. Ziverg-Myan- dottes, dunkel: Albert Junker (Grofeen-Linden) 2 fg, 1 E; Karl Alles 111. (Lich) 2 g. Zwerg-Wvandottes, rebhubnfarbig: Wilhelm Biedenkopf (Münster) 1 fg, 3 g; Albert Junker (Großen Linden) 1 fg, 1 Z. Zwerg Wvandottes, goldfarbig: Alfred Jung (Gro- ßcn-Linden) 1 fg. Zwerg-Rhodeländer, rot: August Lenz (Klein-Linden) 4 fg, 1E. Zwera-Langfchan, schwarz: Albrecht "Wiedemann (Lick)) 5 fg, 1 g, 1 E, 1 Z; Friedrich Trechsler (Lich) 1 g, 1 b; Heinrich Länder (Steinberg bei Gießen) 1 g. Antwerpener Bart-Zwerge, schwarz: Wilhelm Zahrt (Lang-Göns) 1 g: Ludwig Weigand IV. (Großen-Linden) 2 sg, 1 g, 1 E. Zwergpaduaner, chamois: Hrch. Dörr IV. (Münster) 1 fg, 2 g. Sebright-Zwerge, goldfarbig: Willi Frey (Lang-Göns) 5 fg, 1 E. Sebright- Zwerge, silberfarbig: Karl Burger (Steinberg bei Gießen) 3 fg, 3 g, 1 Z. Deutsche Zwerge, gold- farbig: Otto Weife (Watzenborn-Steinberg) 1 fg, 3 g. Deutsche Zwerge, Silberhals: Wilhelm Schmidt (Wieseck) 3 fg, 1 Z. Neuenglische Zwergkämpfer, birkenfarbig: Karl Philipp IV. (Steinberg' bei Gie- feen) 3 fg, 2 g, 1 Z. Neuenglische Zwergkämpfer, Silberrücken: Heinrich Pfeiffer (Watzenborn-Stein- berg) 2 fg. Neuenqlische Zwerqkämpfer, fUberhalfiq: Heinrich Pfeiffer (Watzenborn-Steinberg) 1 fg. Neu- englische Zwergkämpfer, weizenfarbig: Heinrich Pfeiffer (Watzenborn Steinberg) 1 fq,‘ 1 q. Neu- englische Zwergkämpfer, Entenflügel: Heinrich Pfeif- fer (Watzenborn-Steinberg) 1 sg. Zwerghühner- Stämme: Zwergpaduaner chamois: Hrch. Dörr IV. (Münster) 1 fg, 1 Z. Taub e n. Schönheitsbrieftauben, rot: August Heiß (Lollar) 3 fg, 1 g. Steinheimer Bagdetten, weife: Karl Sieg (Münster) 4 fg, 1 g, 1 E. Altdeutsche Kröpfer, rotfahl: Karl Weiß IV. (Watzenborn) 1 fg. Altdeutsche Kröpfer, blau, mit Binde: Karl 'Weiß IV (Watzenborn) 2 fg, 1 g. Koburgcr Lerchen, gelercht: Wilhelm Biedenkopf (Münster) 3 fg, 1 g; Heinrich Schönhals (Grünberg) 3 fg, 1 g, l E Koburqer Lerchen, silberfarbig: Wilhelm Lang (Nieder-Beffingen) 2 fg, 2 g. Luchstauben, geschuppt: Willi Frey (Lang-Göns) 5 fg, 1 g, 1 Z. Thüringer Flügeltauben, schwarz: Karl Zimmermann (Lollar) 2 fg, 1 g. Schonheitsbrieftauben: Karl Zimmermann (Lollar) 1 fg. Französische Bagdetten, weife: Heinrich Ruhl IV (Garbenteich) 2 fg. Elsterkropfer: Wilhelm Becker (Lollar) 1 sg, 1 g. ' _ Wassergeflügel, ßaufenten. milbfarbiq: Heinrich Dörr IV. (Münster) 1 fg. Laufenten, weife: Richard Schmidt (Kolbenmühle bei Harbach) 3 fg, 2 g. Gajuga-Enten: Otto Heß (Lang-Göns) 7 fg, 1 Z Entenstämme: Laufenten, weiß: Richard Schmidt (Kolbenmühle) 1 fg. iOO<3ol?rfeier der Alsfelder Bezirkssparkaffe. }) Alsfeld, 16. Nov. Mit ihrer diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung, die am heutigen Samstag stattfand, verband die B e ■ z i r k s s p a r k a s s e Alsfeld die Feier ihre» hundertjährigen Bestehens. In der M i t a l i e d e r v e r s a m m l u n g , an der als Gäste Regierungsrat Dr. Lotz für die Aufsichtsbehörde, Oberbürgermeister a. D. Rahn als Vertreter des Hessischen Sparkassen- und Girvver- bandes, sowie Direktor Seipp als Vertreter der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen teilnahmen, erstattete nach einleitenden Begrüßungsworten des Direktors Trips der stellvertretende Direktor, Recknier Krieger, den Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1934. Diesem war zu ent- nehmen, daß die im Jahre 1933 eingesetzte Besse- rimg der Lage im Bank- und Kreditwesen sich im Berichtsjahr 1934 weiterhin fortgesetzt hat. Die Kasse konnte eine wesentliche Verbesserung ihrer Liauiditätsverhältnisse erreichen. Die Spareinlagen weisen eine weitere Steigerung auf. Sie betrugen nach der Bilanz für den 31. Dezember 1934 — 5 491 047,09 RM. Der Gesamtumsatz auf einer Seite des Hauptbuches beträgt 31 628 907 RM. Die offenen Reserven betragen über 300 000 RM. Hierauf sprach Oberbürgermeister a. D. Rahn über aktuelle und allgemeine Fragen des Sparkassen- wesens unter besonderer Berücksichtigung des Reichsgesetzes über bas Kreditwesen. Direktor Seipp sprack) über die öffentlichen Bausparkassen und richtete einen Appell an die Gemeindevertreter, in der Oeffentlichkeit hierüber aus klärend 3U wirken. Als neue Mitgliedsgemeinden wurden ausgenommen Bleidenrod, Dannenrod, Kestrich. Die Gesamtzahl der Garantiegemeinden beträgt danach 64. Als weiteres Aufsichtsratsmitglied wurde Wiegel (Ermenrod) aufgenommen. Anschließend an die Mitgliederversammlung, die im Sitzungssaale des Rathauses abgehalten wurde, fand die Jubiläumsfeier Im „Deutschen Haus" statt. Direktor Trips eröffnete die Feier mit einer Festansprache, in welcher er darauf hinwies, daß die Kaffe ihrem Charakter als gemeinnütziges Unternehmen feit ihrer Gründung bis auf den heutigen Tag treugeblieben fei. Mit Befriedigung könne die Sparkasse auf ihre segensreiche Tätigkeit zurückblicken. Seit dem langen Wege ihrer Gründung habe die Kasse Hunderte von Existenzen gründen, stützen und fördern helfen. Taufenden von Menschen habe sie die Sorgenlast abgenommen ober gemildert. Die Kasse werbe and) im zweiten Jahr- hunbert ihres Bestehens bestrebt [ein, mit der gleichen Liebe und Hingabe ihre großen Ausgaben im Dienste bes Gemeinwohls zu erfüllen. Direktor Trips gebuchte sodann des bekannten, langjährigen früheren Rechners der Kasse, des Rendanten Karl Weber, der fast ein Menschenalter hindurch für die Kasse tätig gewesen fei, der in dieser Woche im 94. Lebensjahre verstorben fei. Die Versammlung ehrte fein Andenken in der üblichen Weife. Direktor Trips schloß seine Ansprache mit der Hoffnung, daß die Kasse tatkräftig mithelfen werde, das deutsche Vaterland und das deutsche Wirtschaftsleben aufzubauen und zu fördern im Geiste unseres großen Führers. Regierungsrat Dr. Lotz vom Kreisamt Alsfeld überbradjte im Auftrage bes Herrn Reichsstattbalters bie Glückwünsche ber Lan- besregierung sowie des Kreises Alsfelb, wobei er darauf hin wie v, daß bei der Gründung ber Sparkassen vor 100 Jahren bereu Ziele, Bekämpfung bes Wuchers und Schutz der ärmeren Bevölkerung, nationalsozialistischen Gebanken entsprochen hatten. Für bie Kreisleitung Alsfelb ber NSDAP, gratulierte Kreisorganisationsletter Ma 1 kmu s in Vertretung bes dienstlich abwesenben Kreisleiters, für die Ortsgruppe der NSDAP. Ortsgruppenleiter K i m m e l. Oberbürgermeister a. D. R a h n als Vertreter des Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes sprach sich bei seinen Glückwünschen in besonders anerkennenden Worten über die Bezirkssparkasse Alsfeld aus, die in bester Ordnung fei, und gedachte dabei der großen Verdienste des früheren Direktors ber Kaffe, Iustizrat Dr. Reh, der gleichfalls als Ehrengast erschienen war. Direktor Seipp (Darmstadt) als Vertreter ber Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen beglückwünschte bie Kasse zu ihrem Jubiläum in herzlichen Worten. Bürgermeister Dr. Völsing betonte in seiner Glückwunschanivrache, baß zwischen ber Stabt Alsfelb als größte Garantiegemeinbe ber Bezirkssparkasse unb dieser stets besondere Beziehungen bestanden hätten Die Stadt habe auch bei der Umwandlung der Kasse im Jahre 1917 in eine Anstalt des öffentlichen Rechts die Initiattve ergriffen, weil sie bie segensreiche Tätigkeit ber Kasse am Gemeinwohl dankbar anerkannt habe. Die Bezirkssparkasse besitze auch heute, wie in ihrer gesamten Vergangenheit, bas vollste Vertrauen ber Bevölkerung in Stadt unb Lanb. Er wünschte ber Kasse, bie bas erste Jahrhundert ihres Bestehens trotz aller Stürme bewegter Zeiten siegreich überstanden habe, auch für die Zukunft weiteres Wachsen unb Gebeiben. Als Vertreter ber oberhessischen Sparkassen übermittelte ber Leiter ber Bezirkssparkasse Gießen, Direktor Hopsen müller (Gießen), bie Glückwünsche bie- fer Kassen. Er wies babei insbefonbere auf die hohe Bedeutung der Sparkassen für ihre Betätigung im Wirtschaftsleben im nattonalfozialistischen Geiste hin. Direktor Trips schloß die Veranstaltung mit einer Dankesansprache und dreifachem Sieg- Heil auf den Führer. Anschließend fand ein kameradschaftliches, einfaches Mittagessen im „Deutschen Haus" statt. Den Teilnehmern war Gelegenheit geboten, in einem besonderen Zimmer bie ältesten Urkunden der Sparkasse aus dem Gründungsjahre, darunter auch die erste ausgegebene Aktie,^ zu besichtigen. Auf Einladung von Direktor Trips schloß sich eine Besichtigung der neuen, modern ausgestatteten Räume ber Alsfelder Bezirkssparkasse an. Landkreis Gießen £ Wieseck, 18. Nov. Gestern fand im Saale von Heinrich Braun eine Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe Wieseck. statt. Ortsgruppenmalter Pg. Jung (Wieseck) eröffnete die Kundgebung und begrüßte die Besucher. Darauf nahm Pg. Trefz (Berlin) bas Wort. In längeren Ausführungen ging er auf die Tagesfragen ein. Er sprach u. a. über Staatskapitalismus, Privatkapitalismus, behandelte außerdem die Iudenfraae, das Christentum und die national- sozialistische Weltanschauung. Mit einem Schlußwort des Ortsgruppenwalters Pg. Jung wurde die Versammlung nach dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wesiel-Liedes geschloffen. wg. Großen-Buseck, 18. Nov. Ein hiesiger Einwohner verlor am Freitag auf dem Wege von Großen-Buseck nach Lich das Sparkaffenbuch seiner Tochter, in dem 100 Mark in Zwanzigmarkscheinen lagen. Das Buch und das Geld wurden noch am Vormittag des gleichen Tages geftigden und von dem ehrlichen Finder auf der Bürgermetsheret Op» penrod abgegeben. Beides konnte dem Eigentümer! zurückerstattet werden. — Das Jungvolk sammelte auch in unserem Orte mit großer Begeisterung Brot für die notleidenden Volksgenossen in Offenbach. lieber 400 Brote wurden gespendet. Q Harbach, 16.Nov. Bei der Brotsammlung durch das Jungvolk hat die hiesige Einwohnerschaft erneut ihre Gebefreudigkeit bewiesen. Es wurden 53 Laiv gespendet. Wenn man bedenkt, daß etn beträchtlicher Teil der Ortsbevölkerung finanziell schwer zu kämpfen hat, dann muß man sich immer wieder über den Opferwillen besonders freuen. Es ist dies der beste Beweis, daß Harbach den Nationalsozialismus der Tat tief erfaßt hat. # Harbach, 16. Nov. Hier fand in der Gastwirtschaft Herzberger eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung statt. Sie war zwecks Werbung für den Luftschutzbund einberufen worden. Der Leiter der hiesigen Untergruppe, Bürgermeister Heinrich Münch VII., eröffnete die Versammlung. Dann erteilte er dem Schulungsleiter, Lehrer Söhngen, das Wort zu einem Vortrag über die Ziele des Reichsluftschutzbundes und seine praktische Bedeutung in Kriegszeiten. Der Redner verstand es, die Zuhörer von der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des Bundes zu überzeugen. Sämtliche Anwesenden erklärten ihren Beitritt. Während die Untergruppe Harbach seither nur fünf Mitglieder hatte, zählt sie jetzt 5 3. Die Werbung ist damit nicht abgeschlossen. Werbewart Schmidt wird bemüht fein, auch noch den letzten Volksgenossen zum Eintritt zu bewegen. Im Laufe der nächsten Woche erfolgt die Ernennung der Blockwarte, der Blockfeuerwehrleute und der Laienhelfer. Die Ausbildung derselben wurde dem hiesigen Feuerwehrkommandanten Wilhelm Schmidt übertragen. + Grünberg, 17. Nov. Am Samstag vollendete Frau S e i f a r t, Witwe des verstorbenen Seilermeisters Georg Seifart, bei guter Gesundheit ihr 8 5. Lebensjahr. 0 ©rüningen, 16.Nov. Bei der Brotsammlung, die vom Jungvolk durchgeführt wurde, sind in der Ortsgruppe Grüninaen insgesamt 216 Laib Brot für notleidende Volksgenossen in Offenbach gespendet worden. Hiervon entfallen auf die Zelle Dorf-Gill 65 Laib, auf die Zelle Grü- ningen 71 Laib und auf Zelle Eberstadt 80 Stück. cxd Eberstadt, 16. Nov. Bei der vom Jungvolk durckgesührten Brotsammlung wurden hier 80 Vierpfünder-Laib Brot gespendet. Die Knaben gingen in keinem Hause leer aus, es gab jeder nach feinen Kräften. * Nieder-Beffingen, 16. Nov. Die 7jäh- rige Schülerin Irmgard Lang, Tochter des Landwirtes Lang Hierselbst, kam so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen Oberschenkelbruch zuzog und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen" der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. Kreis Schotten 0 Laubach, 15. Nov. Ein zahlreich besuchter Pflichtabend der NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Laubach fand' gestern im Versammlungssaal im Gräflichen Schloß statt. Auch viele Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe hatten sich eingefunden. Zu Beginn des Abends gedachte die Leiterin der Toten vom 9. November 1923, dann wechselten Lieder und Verlesungen einzelner Aufsätze aus der NS.-Frauenwarte. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Oberamtsrichter Dr. Schmitt über „Die Familie im Spiegel des Rechts". In anschaulicher Weise verstand er es, vor allem die Bedeutung der nationalsozialistischen Gesetzgebung zum Schutze der Familie den Zuhörerinnen klar zu machen. Oberster Grundsatz, der die Gesetzgebung des Dritten Reiches beherrscht, ist der der Volksgemeinschaft. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die nachgenannten Gesetze geschaffen worden: Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, das Ehegesundheitsgesetz, das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre, das Erbhofgesetz, die Schaffung der Ehestandsdarlehen, hie Gewährung von Beihilfen an bedürftige kinderreiche Familien Der Redner verstand es, feine Zuhörerinnen von der wahrhaft staatsmännischen Bedeutung dieser Gesetze zu überzeugen, die in der Zukunft ihren unschätzbaren Wert offenbaren werden. Er schloß mit einem Appell, der Regierung Adolf Hitlers Dank zu zollen für die Schaffung dieser Gesetze zum Schutze der deutschen Familie und der immer festeren Verankerung der deutschen Volksgemeinschaft. Em dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und der nationale Gesang beschloß den Abend. Sn sich Fußball-Sonntag der ileberraschnngen Platze Die Sie können Kaffee nicht vertragen? auf Kaffee Hag umstellen! den und Einen etwas über Erwarten hohen Sieg erfocht 1900s Zweite gegen Garbenteich. In der ersten Halbzeit war die Ausbeute recht mager. Nach dem Wechsel klappte es jedoch besser, und die Platzbesitzer konnten sich einen klaren Vorsprung sichern. Als die Gäste noch ihren Torwart ersetzen mußten, fiel ihre Niederlage fogar ziemlich deutlich aus. ders. Zwei Strafwurfchancen wurden von Gästen erfolgreich ausgenutzt, damit sich Sieg Punkte sichernd. Schiedsrichter V o p f (Nieder-Weise!) gab Mühe, konnte jedoch vielfach nicht überzeugen. 1900 II — Io. Garbenleich 8:2. waren schon dadurch gesunken, daß außer Schüler im letzten Augenblick auch noch Schott II. ersetzt werden mußte. Hier liegt gleichzeitig die Erklärung für die Niederlage. Die gute Kasseler Hintermannschaft konnte von dem Gießener Jnnensturm allein nicht entscheidend geschlagen werden. Die Mannschaften. Es standen sich gegenüber: 19 00: Enders; Funke, Cremers; Betz, Knop, Hoffmann; Herbert, Steines, Hamann, Krüger, Gurt. Kur Hessen: Schuch; Kleinwegen, Naewie; Heim, Ritter, Kapellen; Jaeckel, Orthen, Fischer, Pilgermann, Thiel. Der Kampf. Das Spiel fing vielverheißend für die Spielvereinigungsleute an. Nach etwa 3 Minuten Spielzeit kam Krüger frei an den Wurfkreis und sandte unhaltbar ein. Zwei Minuten später erhöhte derselbe Spieler auf 2:0, und zwar durch Strafwurf. Der Kasseler Stürmer Thiel hatte hierbei weniger Glück und warf vorbei. Seinem Nebenmann gelang jedoch kurz darauf 'aus dem Hinterhalt der erste Gegentreffer. Der Kampf wogte hin und her. Im 1900er Sturm war Hamann gut durchgekommen, wurde aber unfair beim Werfen gehindert. Krüger vollstreckte das Urteil in Form eines dritten Tores. Als kurz darauf den Kurhessen ebenfalls ein Strafwurf zugefprochen wurde, hieß es 3:2. Nun kamen schwarze Minuten für die Blauweißen. Der Sturm fand sich nicht recht und in der Hintermannschaft herrschte große Verwirrung, hauptsächlich dadurch, daß von einzelnen Spielern nicht Platz gehalten wurde. Die Folge davon war, daß die Gäste nicht weniger als fünf Tore vorlegen konnten. Das Schicksal der Blauweißen schien besiegelt zu sein. Die Mannschaft riß sich jedoch^zu- sammen. Bis zum Halbzeitpfiff wurden durch Steines und Krüger zwei Tore aufgeholt Dramatische zweite Halbzeit. Nach dem Wechsel kämpfte 1900 unverdrossen weiter und bald hatten Krüger und Hamann schöne Kombinationen erfolgreich abgeschlossen und den Gleichstand von 8:8 'herbeigeführt. Doch Kurhessen ging erneut in Führung. Die 1900er quittierten dies durch ein neuntes, zehntes und elftes Tor, verstanden es aber nicht, den Vorsprung zu halten. Die Kasselaner legten sich mächtig, teilweise nicht gerade rücksichtsvoll, ins Zeug. Sie kamen nicht nur auf 11:11 heran, sondern schufen auch eine 12:11-Füh- rung. Noch immer gaben die Platzbesitzer die Partie nicht verloren. Als sie nun gar durch Krüger ausgeglichen und durch Steines eine 13:12-Führung erreicht hatten, glaubten wohl die wenigsten Zuschauer noch an eine Niederlage. Doch es kam an- S.Upori Knappe Handballniederlage der 1900er gegen „Knrheffen" Kassel. 1900 Gauliga-„Knrheffen" Kassel Sauliga 13:14 (5:8). VfB.er ließen sich auf eigenem von den Sinncrn schlagen und dürsten damit end- Kußbatt-Ergebniffe der Bezirksklasse. VsB.-R. Gießen — VC. Sinn 1:2. Dillenburg — 1900 Gießen 6:0. Frohnhausen — 05 Wehlar 6:1. Niedergirmes — Naunheim 0:1. den Spielen gegen die Kasseler Kurhessen scheint die 1900er ein wenig glücklicher Stern zu begleiten. Wie im Vorjahre, so konnten auch diesmal die Gäste erst unmittelbar vor Schluß Sieg und Punkte sicherstellen. Das gestrige Treffen gestaltete sich zu einem hochdramatischen Kamps, dem ungeheures Tempo und technisch hochstehende Leistungen das Gepräge gaben. Ein unentschiedener Ausgang wäre wohl den beiderseitigen Bemühungen am ersten gerecht geworden. Aber die 1900er Aktiven Lehrmund, Haupt, Ritter, Erben, Wlodareck, Schmidt I und Ranft. Die Gießener hatten Anstoß und konnten sofort einen Freistoß erwirken, der aber abgewehrt wurde. Die Gäste spielten steil und konnten kurz hintereinander zwei Ecken erzwingen, von denen die zweite von Haas durch energisches Fausten blendend ab- gewehrt wurde. Auf der Gegenseite führte ein schnelles Zusammenspiel von Ranft, Ritter und Schmidt. Durch letzteren, der mit wuchtigem Schuß das Leder unter die Latte jagte, zum ersten Erfolg. Unentmutigt griffen die Gäste an. Der Rechtsaußen konnte feinen Bewachern davonziehen, feine Flanke verfehlte Haas und der Linksaußen schoß zum Aus- aleich ein. Schon drei Minuten später konnte derselbe Spieler aus 25 Meter Entfernung die Führung erzwingen. Haas stand zu weit vor dem Tore und mußte den haltbaren Ball passieren lassen. Jetzt drehten die Gießener mächtig auf. Haupt gab schräg über das Feld zu Ranft, dieser sofort zu Wlodareck, der freistand, aus 5 Meter daneben schoß und damit eine sichere Torgelegenheit vergab. Auch Ritter konnte zweimal aus guter Stellung das Tor nicht finden und schoß daneben. Kurze Zeit später schoß Ranft zu schwach, so daß der Sinner Tormann halten konnte. Zwei Ecken für die Hiesigen, die nichts einbrachten, und dann war Halbzeit. Nach Wiederbeginn kämpften beide Mannschaften im Mittelfeld, ohne vorerst Torchancen herausarbeiten zu können. Die Gäste zogen ihre Halbstürmer zurück und spielten schon jetzt auf Zeit. Da den Hiesigen auch nichts gelingen wollte, verfielen sie in den alten Fehler und stellten um.Das Spiel verlor jetzt jedes Niveau. Der Schlußpfiff sah die Sinner als glückliche Sieger. Der Schiedsrichter war dem Spieler ein gerechter Leiter. gültig aus der Spitzengruppe ausscheiden. Die 1900er leisteten sich die Sensation des Sonntags und verloren mit Klassenunterschied. Es war vorauszusehen, daß die Wetzlarer in Frohnhausen verloren, aber die Höhe der Niederlage ist überraschend. Die Naunheimer landeten in Niedergirmes einen glücklichen Sieg. Die besseren Torgelegenheiten hatten die Gastgeber. VfB.-R. Liga erneut geschlagen. Man wußte in diesem Spiele im voraus, daß die Gießener einen sehr schweren Stand haben würden und man könnte sich daher leichter mit der Niederlage abfinden, wenn diese auf das Versagen der Ersatzleute zurückzuführen wäre. Aber gerade Haupt, Schmidt und Ritter ließen nicht erkennen, daß sie nur als „Ersatzleute" spielten. Haas spielte wieder leichtsinnig. Die Verteidigung und die Läuferreihe taten ihre Pflicht. Erben zeigte diesmal im Sturm eine größere Aktivität. Die übrigen befriedigten bis auf Wlodareck. Die Sinner überraschten nach der angenehmsten Seite. Die ganze Mannschaft war bedeutend schneller als die Gießener und auch ihr Kopfspiel viel ausgeprägter. In spielkultureller Hinsicht konnten sie aber auch nicht befriedigen. Ihre treibenden Kräfte waren die Außenstürmer. Dem Unparteiischen Keller (Naunheim) stellten sich die Hiesigen mit: Haas, Schmidt I., Leutheuser II., Heß, vfv.-N.N — Lollar I 4:8 (3:3). Ein sehr hartes Spiel beider Mannschaften! Nur die erste Halbzeit war in den Leistungen ansprechend. Der Sieg der Lollarer ist verdient. Schwere Niederlage der Spielvereinigung 1900. Dillenburg — 1900 6:0 (2:0). Das war eine Ueberraschung. Mit diesem Spielausgang hatte niemand gerechnet. Die Mannschaft schien aber auch von allen guten Geistern verlassen. Nicht ein einziger war richtig im Bilde. Glaubte man etwa im Handgalopp zu gewinnen? Anders dagegen der Gastgeber! Da wurde mit Hingabe und Aufopferung gekämpft, und als er kurz nach Halbzeit mit 3:0 in Führung lag, witterte er seine große Chance und nutzte sie redlich aus. Dillenburg drückt und geht in der 12. Minute durch einen Weitschuß seines Halblinken in Führung. Anaespornt durch diesen Erfolg wird ihr Druck stärker. Nur mit Mühe gelingt es den Blauweißen, weitere Erfolge abzuwehren. Kurz vor der Pause fällt der zweite Treffer. Einer Vorlage an den Rechtsaußen geht Fischer entgegen, kann sie aber nicht erreichen. Der Ball kommt zum Mittelstürmer und der schießt ins leere Tor. Nach der Pause erhofften die wenigen Reisebegleiter einen Umschwung in ihrer Elf. Aber weit gefehlt! Nach wie vor ist Dillenburg überlegen. Als auf einen Strafstoß von 30 Meter, den der Halbrechte mit Kopfstoß verwandelte, der dritte Treffer fiel, war die Mannschaft nicht mehr zu halten. Angriff auf Angriff rollt auf das Tor der Gäste und in kurzen Abständen fallen die restlichen Tore. Ganz zuletzt, als Heilmann verletzt den Platz verlassen hatte, kommen die Blauweißen mit einigen Vorstößen vor das Tor des Gegners, aber selbst aus drei Meter Entfernung bringen sie den Ball nicht über die Linie. Als der Schlußpfiff ertönte, herrschte eitel Freude bei den Zuschauern ob des unverhofft hohen Sieges der Platzherren. Bei der Krittk der Mannschaften kommt Dillenburg besser weg. Vor allem der Sturm und hier besonders die linke Seite zeigte gutes Verständnis. Auch die Läuferreihe arbeitete recht eifrig. Die Verteidigung wurde auf keine allzu große Probe gestellt. 1900, mit der Mannschaft: Fischer; Schad, Lippert; Hers, Heilmann, Mank; Hammer, Wilhelmi, Jäger, Schäfer, Henkelmann, erntete in diesem Spiel keine Lorbeeren. Durch den vollkommenen Ausfall der Läuferreihe war dem Sturm jegliche Unterstützung genommen und die Verteidigung durch Ueberlastung der gegnerischen Angriffe in harte Bedrängnis gebracht. Die Mannschaft durfte sich aber in der zwei- ten Halbheit nicht auf diese Art und Weise deklassieren lassen. — Schiedsrichter Post (Wieseck) war ein aufmerksamer Leiter. Fußball der Gauliga-Manuschasteu. Gau Nordhessen: Borussia Fulda — VfB. Friedberg 4:0; Spielverein Kassel — 1. FC. Hanau 93 2:2; Hessen Hersfeld — Kurhessen Marburg 2:2. Gau Südwest: FK. Pirmasens — Eintracht Frankfurt 0:0; FSV. Frankfurt — FV. Saar- brücken 2:1; Kickers Offenbach — Wormatia Worms 1:1 Opel Rüsselsheim — Borussia Neunkirchen 2:2; Phönix Ludwigshafen — Union Niederrad kampflos für Union. Gau Bayern: Spvgg. Fürth — ASV. Nürn- > berg 1:1; Wacker München — 1. FC. Nürnberg : 2:2; Bayern München — FC. 05 Schweinfurt 3:1. ; HandballimKreisLahn-Nill(GauXII) > Ergebnisse des Sonntags: Mtv. Gießen — Tuspo. Marburg 6:5 (2:3); TV. t Heuchelheim — TV. Wetzlar 4:10 (0:8); TV. Münch- t holzhausen — TV. Roth, Roth nicht angetreten; i TV. Gr.-Rechtenbach — TV. Dorlar 11:5 (8:2); . TV. Atzbach — TD. Holzheim 5:5 (2:2); TV. Nau- I born — TV. Mendorf (Lahn) 5:6 (0:4); TV. Wetz- : lar II — TV. Dutenhofen 4:10; TV. ©rüningen — ' TV. Hausen 12:8 (8:4); TV. Mandeln — TV. ■ StraßebSrsbach 3:3 (1:3). Jugend: TV. Wetzlar — SpV. 05 Wetzlar 4:4 (2:2); TV. Münchholzhausen — TV. Garben- i heim 13:1 (7:0); TV. Garbenteich — TV. Lieh 10:0 : (8:0); TV. Lützellinden — TV. Lang-Göns II 12:1 . (3:1); TV. Lang-Göns I — Mtv. Gießen 13:1 (7:1); , TV. Herborn — TV. Katzenfurt 3:4 (1:3). WUMZWNWU Koman von $ranf $. Braun. 14 Fortsetzung Nachdruck verboten! Oberinspektor Reußing leistete der Aufforderung denn auch Folge. Er trat vom Fenster zuruck, von wo er die beiden auf dem Gansemarkt noch hatte unterfangen sehen. Er nickte der Wirtm zu und ging zur Tür. Sie hielt ihn schüchtern und dreist zugleich auf. „Haben Sie etwas hären können? wollte sie Reußing war so in Gedanken, daß er vergaß, diese Frage zurückzuweisen. Er schüttelte den Kops. „Gar nichts , gestand er ehrlich. Da ließ sie ihn hinaus. Als sie sich allein in der Wohnung wußte, betrat sie Jollys Zimmer und wischte Staub an den sonderbarsten Orten. Sogar in Jollys Handkoffer, auf dem der Schlüssel steckte. Sie hatte feinen Auftrag dazu. Die Kriminalpolizei konnte sich denken, daß offen- stehende Koffer keine belastenden Geheimnisse enthalten würden. Reußing hatte schon selber einen Blick in das Zimmer geworfen. Sie fand denn 'auch weder blutige Messer, noch gestohlene Brieftaschen. Die Wahrheit zu gestehen, das enttäuschte sie beinahe ein bißchen. 7. Kapitel. Kriminaloberinspektor Reußing war ein vorsichtiger Mann. Er wartete einen Nachmittag lang und zögerte zuzupacken. Er rechnete, daß Jolly ahnungslos sei und in seine Behausung am Gänse- markt zurückkehren würde. Aber die Beamten, die ausaeschickt waren, ihn festzunehmen und vorzuführen, kamen ohne Jolly zurück. Der Vogel war gewarnt und entflogen. Oberinspektor Reußing entschloß sich trotzdem noch immer nicht für den Haftbefehl gegen Jolly. Was er von dem Manne wußte, wog, als Beweis gebracht, so gut wie nichts. Nur sem Gefühl sagte ihm, daß, wo Basilius die Hand im Spiel hatte, auch Jolly dabei sein würde. Basilius hatte im Augenblick, als die Tat geschah, mit dem Sekretär des Konsuls gesprochen. Beweise, auch nur gut fundierte Derdachtsgründe, daß Jolly den Sekretär Zerny niedergeschlagen und getötet hatte, besaß er nicht. Peinlich, wenn man einen Fehlgriff tat, wenn die beiden Halunken die Schwurhand erhoben und alles weit von sich wiesen. Er beschloß, es bei einer Ueberwachung des Basilius au lassen. Aus die Art kam die Polizei dann früher oder später auch dem Jolly auf die Spur. Er erfuhr nicht mehr an diesem Abend, daß Basilius seit Mittag sein Hotel verlassen und nichts über seine Rückkehr hinterlegt hatte. Vielleicht hätte ihn das sonst doch gewarnt. Denn er kannte Basilius und wußte, daß der sein unerbittlicher Feind war. So meinte er Basilius gut beschattet und vielfach überwacht. Dieser Irrtum ward sein Verhängnis. Reußing wohnte in der Eibenstraße, einer stillen, fast verkehrslosen Wohnstraße. Nummer 7 war ein mäßig großes Etagenhaus; wie alle anderen Häuser der Straße vor dem Kriege gebaut, war es ein bißchen unmodern mit weinumrankten Baikonen und Loggien. Der Oberinspektor verließ die Straßenbahn an der Ecke und bog in seine Straße ein. Es war qeaen acht Uhr abends, aber der Tag war trübe gewesen, und es war schon recht dunkel. Die Gaslaternen hatten ein gelbes Licht, das em Wind noch dazu alle Augenblicke duckte; etn leichter Nebel fiel herab. Am Straßenrand stand ein Auto. Es war etn Privatwagen, aber Reußing kannte zufällig die Nummer; diesen Wagen konnte man mte en. Er schritt vorüber; den Fahrer bemerkte er nicht. Wenig vor seinem Hause kam ihm ein Schutz- mnnn entaeaen. Er kannte den Beamten Nicht, £ber ber Mann erkannte ihn wohl. Der Schutzmann 0r“|err Dberinfpetfor", fagte er und die Erregung mar feiner Stimme anzumerken gut, dich ich Sie treffe Sm Hausflur Nummer 7 liegt em Mann an der Erde. Er ist gestochen worden. Reußing setzte sich s°s°ri neben dem Beamten m Trab „In Numm-r 7 in — .HausI haben Sie etwas Dort dem Tater gesehen? „Nichts, Herr Oberinspektor, aber ich kann den Verletzten nicht verstehen, er spricht eine fremde Sprache." „Das werden wir gleich herausfinden." Reußing durchzuckte ein Gedanke, den er nicht zurückweisen konnte. War da im Hausflur, in feinem Hausflur, ein Unschuldiger überfallen worden, hatte der Messerstich ihm gegolten? Sie waren vor dem Hause angelangt. Der Aufgang zwischen den Vorgärten war mit Fliesen belegt. Die Schritte hallten. Der Schutzmann blieb ein wenig zurück. Er knöpfte seinen Mantel auf, der ihn hinderte. „Im Hausflur", sagte er. Reußing nickte und öffnete die Tür. Er sah Den Mann am Boden. Das Flurlicht war nicht sehr hell. Er trat nahe heran und beugte sich herab. Der Mann lag auf der Seite. War er tot? Reußing rief ihn gedämpft an. Ein Röcheln antwortete ihm. Er kniete sich hin. „Wer sind Sie, was ist Ihnen geschehen? Können Sie Antwort geben?" Er war dicht über den Liegenden gebeugt; vorsichtig rührte er ihn an, versuchte, ihn auf den Rücken zu drehen. „Wo sind Sie verletzt?" In der Sekunde geschah es. So rasch ging alles, daß niemand eine Gegenwehr gefunden hätte. Im Moment, wo Reußing den Mann herumdrehte, ihn auf den Rücken legte, erkannte er auch das Gesicht. Basilius! Instinktiv gewarnt, wollte er sich auf* richten, von diesem Menschen konnte nichts Gutes kommen — da fuhren ihm zwei Hände an die Kehle, und Basilius riß ihn zu sich herab. Reußing vermochte keinen Laut von sich zu geben; er konnte nichts tun, als versuchen, mit beiden Händen die Krallen von seiner Gurgel abzureißen. Aber er kam nicht dazu. Der Schutzmann war da. Ein Tuch, em Wattebausch wurde ihm vor das Gesicht gehalten. Er spürte noch den Aethergeruch, Chloroform. Schurken... Da war es schon aus. Basilius erhob sich, sein Gesicht wies ein infernalisches Grinsen. Er betrachtete den reglosen Reußing. „Endlich", knirschte er, „warte, alter Freund." Jolly, der falsche Schutzmann, meinte leise: „Es scheint, er hat dich noch erkannt. Sahst du, wie er in letzter Sekunde zurückprullte?" „Gewiß. Das schadet nichts. Er soll uns ja kennen lernen!" Ihr Lachen war gleichzeitig. Sie hoben den Bewußtlosen auf, nahmen ihn rechts und links unter den Armen und traten auf Die Straße. Ein Herr kam ihnen entgegen. Er blieb stehen. Der Aufzug war nicht alltäglicher Art. Aber Jolly kam der Fremde gerade zurecht. „Fassen Sie bitte mit an, Herr", sagte er, „Schlaganfall auf der Straße. Wir wollen ihn in das Auto dort bringen." rer Herr faßte mit an. Eigenhändig schloß er die Wagentür. Der Zivilist saß am Steuer. Bei dem Bewußtlosen blieb der Beamte in Uniform. „Das nächste Krankenhaus ist beim Schlump", sagte er noch dienstbereit. Basilius nickte und fuhr an. Er fuhr ein rasches Tempo. Das war gut. Denn Jolly zog sich gerade um und nahm die Verwandlung in einen bartlosen Zivilisten wieder vor. Der Schupomann konnte jetzt nichts mehr nützen. „Wie lange bleibt er noch ohne Bewußtsein, Jolly?" Mit 60 Kilometern fuhr er die belebte Varmbecker Straße hinunter! „Ich konnte natürlich in der Eile nicht die Tropfen abzählen. Aber sein Herz geht regelmäßig. Sterben wird er uns nicht vor der Zeit, Basil." „Lege ihm Handfesseln an. Vielleicht kommt er sehr plötzlich zu sich, oder er markiert nur die Ohnmacht und —" „Basil, Mensch, ich habe ihn doch natürlich sofort gefesselt!" Jolly war umgekleidet. Er drehte sich weit zurück in seine Ecke. Ihm blieb Zeit, nachzudenken. Die Affäre hatte eine Wendung genommen. Dieser Reußing mit seinem Schnüffeleifer hat nicht nur Basilius, sondern auch ganz besonders ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem, vielleicht würde er doch morgen Lena Bassenberg an- rufen und mit ihr eine Zusammenkunft verabreden. Brachte die Frau dann das Geld, wollte er Wort halten und ihr des Basilius zweite Ehe mit der Frau Oberst Filimon da in Arad verraten. Wenn sie sich dann aus Ungarn ober Rumänien die Beweispapiere kommen ließ, mußte Basilius abziehen; er hatte bei der Geschichte 30 000 Mark verdient, die ihm Basilius nie abgegeben haben würde, wenn der Ziegeleiverkauf geglückt wäre. (Fortsetzung folgt!) Das goldene Jubiläum des Männerlurnveeeins Gießen Studienrat Adolf Fischer ! .iu >1" f VA Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Platze des Männerturnvereins. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) =f = <■ tc iM; L £ • 1 I die die ; V der Pro- erinnerte e o.E v- L § *3 e L 9 :c N c •e> :s § Regierungsral Weber vom Kreisamt Gießen die Glückwünsche vinzialdirektion und des Kreisamtes. Er an den bekannten Satz „Nur in einem MnnschastsgerätewMampf der Turnvereine Krosdorf-Rodheim-Kinzenbach. <5.- E u □ x: Ä Ä-5 ^5 E g Die Feier des 50jährigen Bestehens des Männerturnoereins Gießen, die der Verein mit seinen zahlreichen Anhängern und Freunden am Samstag und am Sonntag begehen konnte, nahm in allen Teilen einen würdigen Verlauf. Das Jubiläum wurde in drei verschiedenen Veranstaltungen begangen. Der Samstag brachte im Cafe Leib einen turnerischen Abend, der Sonntagvormittag eine Gefallenen- Gedenkfeier^auf dem Turnplatz am Schiffenberger Weg, der Sonntag abend eine kameradschaftliche Zusammenkunft im Hause des Gesellschaftsvereins. Ser turnerische Abend. Der turnerische Abend am Samstag im Saale des Cafe Leib nahm einen überaus ' anregenden Verlauf. Der Verein nahm die Gelegenheit wahr, vor -'inem breiten Kreis Rechenschaft abmlegen über die Arbeit, die in seinen Hebungsstunden geleistet wird. Vor allem erbrachte der Abend die Bestätigung der wertvollen Arbeit der Ertüchtigung der Juaend. Nach einem, dem Charakter der Feier trefflich angepaßtem Dorspruch hielt der Vereinsführer Karl Müller eine kurze Begrüßungsansprache. Er hieß vor allem die Vertreter der NSDAP, und ihrer Gliederungen, die Vertreter der Provinzial- und Kreisbehörden, der Stadt, der Wehrmacht, der Universität, der E O, II ft! = 3 tionalmannschaft überraschend hoch mit 5:1 (2:1) Toren. D i e deutsche Olympia-Hockey-Kernmannschaft spielte in Bremen gegen die Mannschaft des Gaues Niedersachsen und siegte knapp mit 2:1 Treffern. Die Gaue Mittelrhein und Südwest trugen in Koblenz einen Boxkampf aus, der 8:8 unentschieden endete. Kunstturnmeister des Gaues Süd- w e st wurde bei den in Mainz ausgetragenen Titelkämpfen der Mombacher Georg G ö b i g mit 212,1 Punkten vor R. Lüttinger (Ludwigshafen) mit 210^5 Punkten. D i e Rekordfahrten des Adler-1,5-Liter- Stromlinien-Wagens auf der Avus wurden am Samstag abgebrochen, weil der Wagen einen Defekt an der Nockenwelle erlitten hatte. Nach erfolgter Reparatur wurde die Fahrt am Samstagabend jedoch wieder ausgenommen. Italiens Radfahrer tagten in Rom und beschlossen dabei, sich 1936 wegen der Sanktionen nicht an der Tour de France und am Radrennen in Spanien zu beteiligen. Dagegen gehen sie bei der Radrundfahrt durch die Schweiz an den Start. Außerdem sollen die BeziehungeiO zu Deutschland und Ungarn ausgebaut werden. P hönix Ludwigshafen wurde von Deutschen ^uhball-Bund wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen für die Zeit vom 11. No- oember bis 10. Dezember 1935 für alle Ligaspiele gesperrt. Die termingemäß in diese Zeit fallenden Meisterschaftsspiele werden den jeweiligen Gegnern als gewonnen angerechnet. Polizei-Fünfkampfmeister wurde der Berliner Oberwachtmeister K r a n e i s mit 32 Punk- ten vor Wachtmeister A r e n d e s (Nürnberg) mit 45 Punkten und Oberwachtmeister Hoffmann (Berlin) mit 48 Punkten. Die Wettbewerbe wurden am Mittwoch und Donnerstag in Berlin ausgetragen. Der Oe st erreicht sche Schwimmverband wurde jetzt aufgelöst, weil in ihm angeblich volitische Tendenzen aufgetaucht sein sollen. _ „ ......gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist", der in das na- ^3 o £ Q E'A Oy ’S« Zu einem turnerischen Ereignis wurde der Gerätewettkampf der Turnvereine Krofdorf, Rodheim und Kinzenbach, der in seinem Turnus zum zweitenmal am Samstagabend stattfand. Als die Mannschaften der drei Vereine unter den Klängen einer Musikkapelle einmarschierten, war der Saalbau Peusch bis auf den letzten Platz besetzt. Der Vorsitzende des Turnvereins Kinzenbach Ludw. B e p p - l e r begrüßte in einer kurzen Ansprache Turner und Zuschauer, stellte die beiden Kampfrichter Rinn (Heuchelheim) und Groh (Atzbach) vor und wünschte dem Kampf einen reibungslosen Verlauf. Die Mannschaften, bestehend aus je vier aktiven, zwei Alters- und zwei Jugendturnern, setzten sich aus folgenden Teilnehmern zusammen: R o d h e i m : K. Pausch, Wilh. Becker, K. Gissel, K. Failing, Alb. Schlierbach, Otto Schlierbach, Rud. Reeh, Otto Bender. Krofdorf: Christian Schmidt, K. Wagner, Wilh. Röhrsheim, Walter Schneider, Otto Röhrs- heim, K. Würtz, Ad. Leib, Eduard Heyer. Kinzenbach: Wilh. Schmidt, Rich. Mandler, Ewald Viehmann, Alwin Pfaff, Ewald Leib, Reinh. Viehmann, Wilh. Beppler, Rich. Beppler. Im Verlauf des Kampfes kam gleich beim ersten Gerät, dem Barren, der Tv. Krofdorf gut auf. Er erzielte 135 Punkte, Rodheim 123 Punkte und Kinzenbach 119 Punkte. Die Hebungen am Pferd brachten Krofdorf 117 Punkte, Rodheim 114 Punkte und Kinzenbach 103 Punkte. Die Freiübungen, von je einem Turner der Mannschaften geturnt, ergaben für Krofdorf 15, für Rodheim 14 und für Kinzenbach 16 Punkte. Die Resultate am Reck waren: Krofdorf 103, Rodheim 116 und Kinzenbach 113 Punkte. Die niedrige Punktzahl Krofdorfs erklärt sich aus der Tatsache, daß ein guter Turner dieser Mannschaft stein nach Lich, den der Verein allein bestritt, von den Gauturnfesten, vom Mittelrheinischen Kreis- turnfest usw. Diele vorzügliche Porträts zeigten verdiente Männer des Vereins. Auf vielen Bilder» konnte sich mancher Turner und manche Turnerin wiedererkennen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ehrungen. Im weiteren Verlauf des Abends stand die Ehrung verschiedener verdienter Mitglieder im Mittelpunkt des Interesses. Kreisführer Dauperl-Wiefeck übermittelte zunächst nach einer kurzen Ansprache Gauehrenbriefe für die Turnbrüder Karl Lang und Louis Frech, für ihre aufopfernde Arbeit im Dienste der Turnsache. Der Ehrenbrief des Kreises 8 (Lahn-Dill) wurde den Turnbrüdern Konrad Steinhäußer (Wuppertal-Elberfeld), Adalbert Bindewald, Christian Franz, Karl Tertor, Dr. Fritz Schliephake, Dr. Kurt Spohr, Otto Bergen, Theodor Baumann, Fritz Wenzel, Wilhelm Georg, Ferdinand Nennstiel (sämtlich Gießen) und Ferdinand Bach (Großen-Linden) zuteil. Sodann gab der Vereinsführer davon Kenntnis, daß die Mitglieder Heinrich Elges, Gustav Hamann, Adolf Schäfer (Berlin) und Wilhelm Weiß (Bremen) zu Ehrenmitgliedern des MTV. ernannt wurden. Die Ehrenurkunde für über 2 5 jäh - rige Zugehörigkeit zum MTV., für bewiesene Treue und verdienstvolle Mitarbeit erhielten Engelbert Bürd, Heinrich Dechert, Georg Dreher, Wilhelm Gerhardt, Otto Gutjahr, Rudolf Leißler und Peter Ritsert. Für 25jährige Mitgliedschaft und bewiesene Treue wurden ferner folgende Mitglieder ausgezeichnet: Johannes Altaufen, Ser narb Blümig, Gustav Geiße, Heinrich Guthardt, Jakob Häuser, Ernst Hebstreit, Heinrich Horn, Georg Keil, Theodor Kleinhenn, Valentin Lotz, Georg Merkel, Hugo Möhl, Ernst Schmidt, Heinrich Steinhäuser, Georg Todt und Wilhelm Jullmann. In das dreifache „Gut-Heil!" auf die geehrten Turnbrüder stimmte jedermann kräftig ein. Der weitere Verlauf des Abends galt dem Tanz und dem kameradschaftlichen Beisammensein. Die Jubiläumsfeier in ihrer Gesamtheit nahm, wie es nicht anders zu erwarten war, den denkbar würdigsten Verlauf. Um den deutschen Handball-Pokal. Für die Vorschlußrunde um den Deutschen Handball-Pokal haben sich die Gaue Südwest, Baden, Niederrhein und Schlesien qualifiziert. Die Ergebnisse der Zwischenrunde lauteten: Südwest — Mitte 14:10, Niedersachen — Baden 5:9, Westfalen — Niederrhein 7:8, Schlesien — Sachsen 7:4. Gauliga-Handball-Ergebnisse Kurhessen Marburg — CT. Kassel 7:9; Tuspo. Bettenhausen — Tuspo. 86/09 Kassel 6:9, abgebr.; 1900 Gießen — Kurhessen Kassel 13:14; TV. 61 Eschwege — Spielverein Kassel 6:7. 7!eue Schwimm-Rekorde. Weltrekord schwamm Adolf Kiefer abermals, und zwar im Magdeburger Wilhelmsbad im 200- Meter-Rückenschwimmen mit 2:25,6 Min. und verbesserte damit seine eigene Höchstleistung um 1,6 Sek. Im 100-Meter-Brustschwimmen stellte der Dortmunder Jugendschwimmer Joachim Balke mit 1:12,5 Min. im toten Rennen mit dem Amerikaner Brydenthal einen neuen deutschen Rekord auf. Die amerikanischen Schwimmer gingen dann am Sonntag in Hildesheim noch einmal an den Start. Ser Führer im Prinzregenten-Gtadion. Eishockey: Süd gegen Korb 2:0. Der Führer und Reichskanzler wohnte am Samstag dem Münchener Eissportfest im Prinzregenten- Eisstadion bei. Vor 7000 Zuschauern siegte im Eishockeyspiel Süddeutschland über Norddeutschland mit 2:0 Toren. Am Sonntag fand im Olympischen Eisstadion zu Garmisch-Partenkirchen vor 4500 Zuschauern eine Veranstaltung statt, bei der eine deutsche Auswahlmannschaft die Olympia-Kernmann- schaft mit 2:1 Toren schlug. Kurze Gportnotizen. Im dritten Rugby - Länder kämpf gegen Holland errang Deutschland auch den dritten Sieg. Die Holländer wurden in Köln mit 11:5 (5:0) sicher geschlagen Belgiens Fußballmannschaft schlug in Brülle! vor 15 ooo ZuscdxutLrn bw schuld ische Nx». Schulen, des Abeitsdienstes, nicht zuletzt des Gaues Hessen der DT., des Bezirks und des Kreises 8 (Lahn-Dill), den Gauehrenturnwart und den Leiter der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen herzlich willkommen. Sein Gruß galt ferner den freundschaftlich verbundenen Vereinen, dann dem 86jährigen Turnbruder und Mitbegründer des Vereins, Steinhäußer, der die weite Reife von Wuppertal-Elberfeld hierher nicht scheute, ferner den hochbetagten Turnbruder Louis Frech und Adalbert B i n d e w a l d. In feinen folgenden Ausführungen erinnerte der Redner an den Tag der Gründung (18. November) und gedachte in Dankbarkeit der Männer, die sich von Anfang an für den Verein einsetzten. Den Gründern könne heute nach 50 Jahren gesagt werden, daß ihr Erbe in Treue verwaltet worden sei, eingedenk der Pflichten als Turner und Deutsche. Die Einstellung des Turners sei völkisch, deutsch. Arbeits- und Opferbereitschaft zeichneten ihn aus, Hilfsbereitschaft sei ihm in dtzn Turnstunden anerzogen worden. Pflege der Kameradschaft sei jedem Herzenssache. Turnergeist sei identisch mit den Begriffen Volk, Heimat, Vaterland, die von jeher heilig gehalten wurden. Sie würden es bleiben bis zum letzten Atemzug. In diesem Sinne gedachte der Pereinsführer und die stattliche Zuhörerschaft der gefallenen Helden des Weltkrieges und jener, die für das Dritte Reich fielen. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Für gute und schwere Tage der Gegenwart und der Zukunft gelte das Gelöbnis der Treue zueinander, mitzuhelfen am Aufbauwerk des Führers, für ein starkes freies, großes und glückliches Vaterland. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Horst-Wessel-Liedes' und des Deutschlandliedes klang die Ansprache des Vereinsführers aus. Im weiteren Verlauf des Abends übermittelte sprach aus reichem gefckichtlichem Wissen um Sendung Friedrich Ludwig Jahns, über Person, bas Leben und Wirken dieses Vorkämpfers der vaterländischen Sache, zu einer Zeit, da es verboten war, von deutscher Einigkeit zu reden. Er schilderte Jahn als den Begründer zweier vater- ländischer Bewegungen, als den Begründer des Turyertums und der Burschenschaften. An einem gleichnishaften Beispiel schilderte der Redner die glühende Vaterlandsliebe Jahns, der in tiefstem Schmerz versank, als er von der Niederlage bei Jena hörte. In seinen abschließenden Worten erinnerte der Redner daran, wie klar und eindeutig infolge einer plötzlich auftretenden körperlichen Behinderung freiwillig auf seine Hebung verzichtete. Trotzdem ging Krofdorf mit einer Gesamt- Punktzahl von 370 Punkten als Sieger aus dem Kampf hervor. An zweiter Stelle folgte Rodheim mit 367 Punkten uno an dritter Stelle Kinzenbach mit 351 Punkten. (Die Sieaerreihenfolge des ersten Kampfes war: Krofdorf, Kinzenbach, Rodheim.) Als die besten Einzelturner zeigten sich: 1. O. Bender (Rodheim) mit 54 Punkten; 2. O. Röhrsheim (Krofdorf) mit 52 P.; 3. K. Würtz (Krofdorf) mit 50 P.; 4. Ad. Leib (Krofdorf) und K. Failing (Rodheim) mit je 49 P.; 5. Wilh. Beppler (Kinzenbach) mit 48 P.; 6. Wilh. Röhrsheim (Krofdorf) und Rud. Reeh (Rodheim) mit je 47 P.; 7. Rich. Beppler (Kinzenbach) mit 45 P.; 8. Ewald Viehmann (Kinzenbach), Walter Schneider (Krofdorf), K. Gisse! und O. Schlierbach (Rodheim) mit je 44 P.; 9. Alb. Schlierbach (Rodheim) und Reinhard Viehmann (Kinzenbach) mit je 43 P.; 10. Karl Wagner (Krofdorf), Ewald Leib und Alwin Pfaff (Kinzenbach) mit je 42 Punkten. In seiner Ansprache zur Siegerehrung dankte der Vereinsoorsitzende Ludw. Beppler den Teilnehmern für die gezeigten Leistungen und stellte die gerechte Wertung des Kampfgerichts fest. In werbenden Worten für die deutsche Turnsache wandte er sich dann an die zahlreich anwesenden Kinzenbacher Jugendlichen, wobei er diesen unter Hinweis auf ihre zukünftige Militärdienstpflicht ernstlich ins Gewissen redete, mehr als bisher Leibesübungen zu treiben, um sich auch dadurch als Förderer und Kämpfer des Dritten Reiches zu zeigen. Ein begeistert aufgenommenes „Gut Heil!" auf Führer, Vaterland und Turnertum schloß den ersten Teil des Abends, dem ein geselliges Beisammensein folgte, in dessen Verlauf die Kinzenbacher Turnerinnen mit beifällig aufgenommenen Gymnastik-Hebungen aufwarteten. der Führer Adolf Hitler die hohe Bedeutung Jahns und des von ihm' begründeten Gedankengutes zu würdigen weiß. Zum Abschluß der Feier legte Studienrat Fischer am Zahnstein einen Kranz nieder. Oer Samilienabenb. Den Abschluß der Feierlichkeiten aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Mtv. bildete der sehr harmonisch verlaufene Familienabend in den Räumen des Gesellschaftsoereins. Nach kurzen Worten herzlicher Begrüßung hielt Turnbruder Engelbert Burd einen mit größter Aufmerksamkeit verfolgten hochinteressanten Lichtbildervortrag über die Geschichte des Vereins. Mit großer Sorgfalt hatte der Redner die geschichtlichen Begebenheiten im Verein zusammengetragen und aus eigenem Miterleben ergänzt, so daß ein vollkommenes Bild der Vereinsgeschichte zustandekam, die nicht nur als charakteristisch für den Verein, sondern für die Turnerschaft überhaupt am gesehen werden konnte. Verschiedene Bilder und Darstellungen konnten sogar als von kulturhistorischem Wert genannt werden. Der Redner wußte in Wort und Bild die wichtigsten Begebenheiten der Vereinsgeschichte vor dem geistigen Auge der Zuhörer lebendig zu machen, er erinnerte an den Turnstundenbetrieb in früherer Zeit, an die Arbeit in den Frauenriegen, in der Fechterriege, er sprach von den Turnfesten und den Glanzzeiten des Männerturnvereins, während derer die Mannschaften Überall als hervorragend tüchtig bekannt waren. Man hörte von dem großen Staffellauf vom Taufschaft hinwies, die von den Gießener Schwarzen her bis auf den heutigen Tage bestehen geblieben sei. Aus Anlaß des Jubiläums solle aber der Blick nicht nur rückwärts gerichtet fein, sondern auch vorwärts. Der Tag des Festes bedeutete für den Verein nicht nur einen Abschnitt in feiner Geschichte — die nächsten Tage würden, so führte er weiter aus, auch eine Neuordnung im deutschen Sport, eine Neugestaltung des RsL. bringen. Mit dem Wunsche, daß der Mtv. seine tätige Kraft auch in den neuen RsL. hineintragen möge, schloß Dr. Mödelmann. Der weitere Verlauf des Abends war den turnerischen Vorführungen gewidmet. Die Abteilungen des Vereins traten mit den mannigfaltigsten Darbietungen auf, die einen Einblick gaben in die Arbeit, die in den Hebungsstunden des Mtv. geleistet wird. Zunächst zeigte die männliche Jugend luftige Kampfspiele, Ballspiele und kühnes Springen am Pferd. Die jüngsten Schülerinnen des Vereins gefielen mit einem schönen rhythmischen Ballspiel, daß in seinem Takt durch Keulen wirkungsvoll unterstützt wurde. Sehr gut unterhielten ferner die Laufschule der weiblichen Jugend und die feinen Hebungen am Schwebebalken. Jugendturner zeigten dann mutige Sprünge am hohen Pferd und lösten damit viel Beifall aus. Jugendturnerinnen warteten dann ihrerseits auch mit Ballgymnastik auf und zeigten einige schöne Hebungen am Barren mit ungleichen Holmen. Das Keulenschwingen wie auch die Sprungübungen am Kasten fanden alle Aufmerksamkeit. Zwei tänzerische Darbietungen der Turnerinnen fanden starken Beifall Höhepunkte der turnerischen Darbietungen stellten die Vorführungen der Riege der Kreisbesten am Red und am Barren dar, die begeistert ausgenommen wurden. Die Altersturner stellten mit ihren Freiübungen ihre Elastizität unter Beweis und ernteten besonders lebhaften Beifall. Ein Sprechchor der Turnerjugend, sowie der würdige Fahnenausmarsch beschlossen den Reigen der Darbietungen des Abends. Mit einem kurzen Schlußwort, mit der Verlesung einiger Glückwünsche (u. a. des Gaubeauftragten des Reichssvortführers Meister-Kassel, des Generalleutnants Lüdtke, des Staatspräsidenten a. D. Professor Dr. Werner) schloß der Vereinsführer den anregenden Abend Oie Gefallenengedenkfeier Zu der Gefallenen-Gedächtnisfeier, die am Sonntagvormittag auf dem Turnplatz des Mtv. am Schiffenberger Weg stattfand, hatten sich viele Teilnehmer eingefunden. Nach dem Aufmarsch der Jugend in zwei Säulen, voran die Fahnen, sang der Bauersche Gesangverein als ernste stimmungsvolle Einleitung einen Choral, der durch den innigen Vortrag zur rechten Vorbereitung für die Feier wurde. Dann hielt Pfarrer kalbhenn eine Ansprache, in der er das Opfer der Helden würdigte, die im Kriege fielen, er schilderte sie als Männer, von turnerischem Geiste erfüllt, die mit Begeisterung für ihr Vaterland zu Felde zogen, er schilderte sie als deutsche Menschen, wie sie eben in Turnvereinen heranwachsen, in einer Schule des Volkstums und des Deutschbewußtseins. In beredten Worten forderte Pfarrer Kalbhenn zur Dankbarkeit auf jenen gegenüber, die ihr Höchstes für ihr Vaterland gaben. Im Anschluß an die Gedenkrede legte der Vereinsführer Müller mit ernsten Worten des Gedenkens im Namen des Vereins einen Kranz am Ehrenmal nieder. Mit dem Liedvortrag „Das Heldengrab" fand die Feier ihren Abschluß. Zahn-Ebrung. Eine weitere, eindrucksvolle, kurze Feier fand am Jahnftein (Ecke Berg- und Gartenstraße) statt. Ehrenmitglied Schneider (Dehlar), der ehemalige Vertreter des Mittelrheinkreises der DT., hielt eine weitere Ansprache, in der er eingangs betonte, daß wir alle mithelfen wollten, der Jugend den Weg leichter zu machen, wie sich auch die heute Aelteren dessen bewußt seien, daß sie aus den Schultern der Vorhergeganaenen standen. Der Wahlspruch der vergangenen 75 Jahre der Deutschen Turnerschaft lautete: „Frisch, fromm, fröhlich, frei!" Kein anderer Leibesübung treibender Verband, auch nicht in einem anderen Lande, kennen einen so tiefen, lebensvollen Wahlspruch. Möchten Sie niemals, so rief der Redner aus, den Wahlspruch vergessen und — immer danach handeln. Dann werde es um den Verein, um die DI. und um das Vaterland gut bestellt sein. Die DT. habe nichts hervorzuheben, aber auch nichts zu verschweigen. Der Geist der Volksverbundenheit, der stets ihr Wollen leitete, soll den Turnern immer erhalten bleiben. Mit einem dreifachen „Gut Heil!" auf den Mtv. klang die Ansprache aus. Schließlich ergriff noch der Führer der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen Dr. rNöckelmann das Wort, der gleichzeitig im Auftrag feiner Magnifizenz des Rektors der Hniversität, Prof. Dr. Pfähler, sprach und zunächst auf die enge Verbundenheit zwischen Turnerschaft und Studententionalsozialistische Programm übernommen worden sei. In den vergangenen Jahrzehnten sei in den Schulen viel zu wenig Wert auf die Leibesübungen gelegt worden. Heute sei das anders. In der Ausbildung der Jugend in körperlicher Hinsicht hätten sich die Turnvereine bisher große Verdienste erworben. Die Arbeit der Turnvereine fei wertvolle Aufbauarbeit im Dritten Reich. Anschließend sprach der Mitarbeiter im Gauführerstab der DT., der Bezirksführer des Bezirkes II und Kreisführer des Kreises 8 (Lahn-Dill) Earl Daupert-Wiefeck. Er übermittelte die Grüße des Gaues Hessen der DT., des Bezirks Sieg und des Kreises 8. Der Mtv. habe, so führte er u. a. aus, im Laufe der 50 Jahre seines Bestehens im Gau viel wertvolle Arbeit geleistet. Der Verein könne stolz auf feine Errungenschaften sein. Turnbrüder und -schwestern hielten dem Verein jahrzehntelang die Treue. Diese Treue binde im Glauben an Volk und Vaterland. Diese Treue der Mitglieder zu ihren Vereinen sei der DT. belohnt worden in der Stellung der Turnerschaft im RfL. Echtes Turnertum sei Grundlage der Arbeit in den Vereinen. Wenn auch die deutsche Leibesübung jetzt ein anderes Gepräge erhalten werde, so bilde doch Jahnsches Gedankengut die Grundlage. Der Führer Adolf Hitler habe Friedrich Ludwig Jahn in seine Ehrenrechte eingesetzt. Jahnsches Gedankengut soll in Zukunft hineingetragen werden in den RfL. Mit dem Wunsche, daß die weitere Arbeit des Vereins reiche Früchte tragen möge, schloß der Redner. i .L 2 = ua' S=' E ?=■ ., u L- Q