185. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. W Erst« Blatt 185. Jahrgang Freitag, 18. GNober 1955 Erscheint täglich, außer jmta M »nnafime wtt Mitjeigeit Sonntags und Feiertags ^F MD ® für die Miltagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A, .A Lä Ak A A A A A A A A A A A. A| bis 8^/,Uhr des Vormittags Gießener Familienblatter M MV W W M M "W IW HV Grundpreise für 1mm höhe HeimatimVild-DieScholle ■ WM B |> |T B H MM B f| II T i> 1111/1 für Anzeigen von 22 mm Monatrvezugsprelr: ■■ VI MM K< ■ W ■ X B B ■ "M || I W Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 WM JM ■ WM H WK ■ H «K B AT JK ■ H m A B B Bk B von 70 m m Breite Ohne Illustrierte „ 1.80 Sf BL. WL..' W B H B HL ■ HL* W M 50Rpf.,Platzvorschrist nach Zustellgebühr .. „ -.25 ■ M B B M ^F "V vorh.Dereinbg.25°/o mehr. ?ä»s KJ v infolge höherer Gewatt Stellen-, Vereins-, gemein- -WL General-Anzetger für Oberhessen ” V W ' behordlicheAnzeigenKNpf. Stan^urt am mein’11688 Druck uttö Verlag: vrühl'sche Univerfitäts vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Seschäftzftelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüffe Staffel s Aufruf der evangelischen Kirchenausschüsse. Der Weg zur Einigung in der Deutschen Evangelischen Kirche. lich", das sagt der Aufruf selbst, und man kann sogar einen Schritt weitergehen und sagen, daß das g u t s o ist. Denn ohne Spannungen und ohne weltanschauliche Kämpfe sind noch nie Weltanschauungen erwachsen, hat sich nie das pulsierende innere Leben einer Weltanschauung erhalten. Diese Spannungen müssen nur auf den Sektor beschränkt bleiben, in dem sie ausgetragen werden. Und das zu überwachen, dafür ist die Kirchenregierung und sind die Kirchenausschüsse da. Nach den bisherigen Erfah- runaen wird das deutsche Kirchenvolk zu den neuen Männern das Vertrauen haben können, daß sie ihrer Aufgabe gerecht werden. Will man das, was sich auf kirchlichem Gebiet in der letzten Zeit in Deutschland abgespielt hat, richtig werten, so sollte man seinen Bück nicht nur auf Deutschland richten. Denn die ganze Welt befindet sich in einer Gärung, in einem Umbruch weltanschaulicher Art. Mag der Liberalismus auch in einzelnen Staaten noch die regierende Herrschaftsform fein, so steht doch außer Frage, daß dieses Zeitalter seinem Ende zugeht, seine Aufgabe innerhalb der Geschichte der Völker erfüllt hat und nunmehr durch etwas Neues ersetzt werden muß. Die Unruhe auf sozialem, wirtschaftlichem, politischem und nicht zuletzt weltanschaulichem Gebiet resultiert daher, daß die Mensch- i heil sich in eine neue Zukunft hineintastet, zum großen Teil den Weg noch nicht sieht, den sie zu gehen i hat und aus alledem entstehen Unruhe und Unsicher- : heit, auch in weltanschaulichen Dingen. Wenn das überall in der Welt so ist und auf allen Gebieten menschlichen Lebens, dann ist es selbstverständlich, daß die Kirche davon nicht aus- und aller Rassen. Ebenso wie Gott das Bestehen verschiedener Völker und" verschiedener Rassen gewollt hat, ebenso regieren diese Völker und diese Rassen sich nach eigenen Gesetzen. Darin braucht keine Kollision mit dem Ethos des Christentums zu liegen, wenn diese Dolksgesetze auf moralischer Grundlage entstanden sind. Und das kann das deutsche Volk für seine völkischen Gesetze in besonders hohem Maße in Anspruch nehmen. Mit dem Aufruf und mit der bisherigen Arbeit der neuen Kirchenregierung sind, trotz aller Fortschritte, die Schwierigkeiten natürlich noch nicht gänzlich beseitigt. „Spannungen sind unausbleib- ren. Im Aufruf sei das gemeinsame Ziel für alle gegeben: In der durch Gott gegebenen Wirklichkeit des deutschen Volkes und des deutschen Lebens werde die nationalsozialistische Erziehung aufgebaut, auf der Grundlage von Rasse, Blut und Boden, auf dem Willen zur Freiheit und auf der nationalsozialistischen Würde und Opferbereitschaft bis zur Lebenshingabe für die Volksgemeinschaft. Wenn auf der Grundlage dieses Aufrufes nunmehr die Deutsche Evangelische Kirche in ihren einzelnen Vertretern, den Pfarrern, ans Werk gehe, so werde es nicht mehr möglich sein, daß über den Glauben irgendwo Streit ober Zwietracht im deutschen Volke entstehen könne. Hier sei die Grundlage gegeben, die ein Arbeiten innerhalb her Kirche ermögliche, was wahrscheinlich für sie selbst von größtem Vorteil sei. Die Pfarrer müßten erkennen, daß sie vor eine Schichsalsfrage, nicht vor eine Frage der Partei gestellt worden seien. So, wie der Glaube an die Partei die große Umwälzung in Deutschland hervorgerufen habe, so wie der Glaube an die Partei das deutsche Volk zum Gleichschritt geführt habe, so müsse nun der Pfarrer mit dem Volk marschieren, wenn er nicht Gefahr laufen wolle, daß es sich von ihm trenne. Wenn der Pfarrer die Stimme des Volkes höre, dann werde dies zum heil der Kirche und zum heil des deut- Betliti, 17. Oft. (DRV.) Der Reichski r ch e n a u s s ch u h und der Landeskirchenausschuß für die Evangelische Kirche der Altpreu- ßischen Union erläßt folgenden Aufruf: „Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 und der ersten Durchführungsverordnung vom 3. Oktober 1935 hat der Herr Reichs- und preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten uns in den Reichskirchenausschutz bzw. in den Landeskirchenausschutz für die Evangelische Kirche der Att- preutzischen Union berufen. Wir haben damit durch staatlichen Auftrag als Männer der Kirche die Leitung und Vertretung der Deutschen Evangelischen Kirche nnd der Evangelischen Kirche der Att- preuhischen Union übernommen. Wir wissen uns als Ireufjänber für eine Uebergangs- zeit, an deren Ende eine in fich geordnete selbständige deutsche Evangelische Kirche stehen soll. Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche ist das Evangelium von Jesus Christus, wie es uns in der heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist (Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche, Artikel 1). Alle Arbeit der Kirche, auch ihre Theologie und ihre Verwaltung müssen der Verkündigung dieses Evangeliums dienen. Aus dieser Glaubensgebundenheit ermahnen und bitten wir die evangelischen Gemeinden, in Fürbitte, Treue und Gehorsam zu Volk, Reich und Führer zu stehen. Wir bejahen die nationalsozia- listlscheVolkswerdung auf derGrund- age von Rasse, Blut und Boden. Wir bejahen den Willen zu Freiheit, nationaler Würde und sozialistischer O p s e r b e r e i t s ch a s t bis zur Lebenshingabe für die Volksgemeinschaft. Wir erkennen darin die uns von Gott gegebene Wirklichkeit unseres deutschen Volkes. Diesem deutschen Volk hat die Kirche die Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, unserem Herrn, dem Heiland und Erlöser aller Völker und Rassen. So rufen wir alle lebendigen Kräfte im evangelischen Deutschland zum Gehorsam des Glaubens und zur Tal der Liebe. Vor allem liegt uns in der gegenwärtigen Stunde daran, die im Kampf der letzten Jahre deutlich gewordenen unaufgebbaren Anliegen zu verstehen und d i e auf gebrochenen Kräfte z u positivem Einsatz zu führen. Rur auf diese Weise können die zerstörenden Folgen des Kirchenstreils überwunden werden. Rur so kann ein neues Vertrauen im evangelischen Deutschland und darüber hinaus in der ganzen Christenheit wachsen und wird die Kirche der Reformation dem deutschen Volk auch in den religiösen Auseinandersetzungen unserer Tage den schuldigen Dienst leisten können. Spannungen sind unausbleiblich. Sie müssen in Würde, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit ausgetragen werden. Das gilt für uns und unsere Gegner. So gehen wir ans Werk. Wir stehen unter dem Ernst einer schweren Verantwortung, sind aber getrost in der Gewißheit, daß Gott seine Kirche erneuern kann." Reichsminister Kerrl spricht über „Nationalsozialismus und Glauoe". — (Weltbild-M.) genommen bleiben kann. Die Kirche wird sich den Erschütterungen, denen die Menschheit ausgesetzt ist, nicht entziehen können und wenn in Deutschland die Auseinandersetzungen auf kirchlichem Gebiet und in der Sphäre Kirche und Staat besonders prägnante Formen angenommen haben, so kann das nicht wundernehmen, weil ja Deutschland den Schritt aus der versunkenen Epoche, in die neue Zeit hinein Berlin, 17. Okt. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für kirchliche Angelegenheiten, Kerrl, sprach vor der Presse über den Aufruf des Reichskirchenausschusses. Minister Kerrl betonte, daß dieser Aufruf eine völlige Wendung innerhalb des Lebens in der Evangelischen Kirche darstelle. Als er vom Führer berufen worden fei, die Streitigkeiten möglichst schnell zu Ende zu bringen, habe er sich gesagt, es könne gar nicht in Frage kommen, daß der Staat in Glaubens - und Bekenntnis f r a g e n eingreife. Der nationalsozialistische Staat habe von jeher die Auffassung vertreten, daß Partei und Staat auf dem Boden des positiven Christentums ständen, ohne sich an eine Konfession zu binden. Allerdings habe positives Christentum nichts mit engstirnigem Dogmatismus zu tun, sondern nur mit d e r T a t. Die Konsequenz des Nationalsozialismus, der aus dem Glauben und aus der Liebe zum deutschen Volk gekommen sei, habe von selbst die Grundlage für ein solches Programm gegeben. Der Rationalsozialismus greife niemals in die Glaubens- und Gewissensfreiheit des Einzelnen ein, sondern überlasse einem jeden, sich seinen Golt so vorzustellen, wie er es für richtig halte. Diese Auffassung sei von Partei und Staat immer vertreten worden. Wenn in den vergangenen beiden Jahren hierin scheinbar eine Verwirrung aufgetreten sei, so seien Partei oder Staat als solche niemals betroffen gewesen. Sie sei höchstens auf Einzelne zurückzuführen gewesen. Die Verwirrung sei notwendig gewesen. Denn in der Zeit eines so gewaltigen Umbruches, wie er durch die nationalsozialistische Revolution herbeigeführt worden sei, sei es selbstverständlich, daß auch über Wesen und Form des Glaubens an sich Meinungsverschiedenheiten auftreten. Deswegen sei es Unsinn, wenn man Bewegungen, wie zum Beispiel die deutsche Glaubensbewegung, die innerhalb der nationalsozialisti- An das evangelische Kirchenvolk. Bejahung der nationalsozialistischen Bolkwerdung aus der Grundlage von Hasse, Blut und Boden. - Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus aus der unantastbaren Grundlage des Evangeliums. schen Volkes werden. Die übergroße Mehrheit der deutschen Pfarrer werde sich fraglos diesem Aufruf froh anschließen. Der Minister drückte die Uederzeugung aus, daß auch das gesamte Kirchenvolk sich freudig zu diesem Ausruf bekennen und ihm gemäß handeln werden. Durch ihn werde dem Kirchenvolk die Möglichkeit gegeben, zu unterscheiden, wer die Zeit richtig verstanden habe. Er zeige, daß die Kirchenregierung aus dem richtigen Wege sei und die Ordnung, die hier begonnen habe, weiter fortführen werde. Minister Kerrl schloß mit der Versicherung, daß er sich streng an den Grundsatz halten werde, niemals in die innerkirchliche Ordnung einzugreifen, sondern daß er die Regelung der innerkirchlichen Dinge nur durch Männer der Kirche selbst vornehmen lassen werde NGOAp. und studentische Verbindungen. München, 17. Okt. (DNB.) Der Leiter des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Derichsweiler, sprach vor der Presse über die Stellung der NSDAP, zu der Frage der studentischen Verbindungen. Er führte aus: „Die Partei steht den studentischen Verbindungen und Korps voll«, kommen gleichgültig gegenüber. Sie denkt nicht daran, eine solche Verbindung aufzulösen oder auch nur sie unter Druck zu setzen. Für die NSDAP, ist die Lage einfach so, daß sie ausschließlich den NationalsozialistischenDeutschenStu- b entenbunt) als ihre Vereinigung der studentischen Jugend im nationalsozialistischen Sinne ansieht. Auf Grund des Totalitätsanspruchs kann neben diesem Studentenbunde eine andersgeartete politische Gemeinschaft nicht besteh en. Der Student von heute muß sich also entweder für diese politische Gemeinschaft entscheiden oder, wenn er nicht in ihr stehen will, kann er auch als Student ein geruhsames unpolitisches Leben führen. Wer aber später einmal im Staat, in der Bewegung oder in der Wirtschaft auf verantwortungsvollem Posten stehen will, der hat die Pflicht, sich schon auf der Hochschule als politischer Aktivist zu erweisen! Mit dieser Darlegung ist klar das Ziel der studentischen Verbindungen und Korporationen gegeben. So kam es, daß' die studentischen Der- bände und Korporationen sich auflösen und am 18. Oktober, zur Feier des Wartburgfestes, auch die Deutsche Burschenschaft sich feierlich auflösen wird. Das ist ein entscheidender Wendepunkt nicht nur für die Studenten allein, sondern für die gesamten Hochschulen und darüber hinaus. Der Begriff Student bekommt ein anderes Gesicht. Wir werden nicht nur einen Teil der Studenten weltanschaulich erfassen, sondern alleStudenten! Damit setzen wir den Grundstein zu einem neuen studentischen Leben, das für Jahrhunderte seine Prägung behalten wird. Unser Vorgehen wird bedachtsam sein, wir werden zunächst am 18. Oktober d i e ersten vier Seme- st er übernehmen, aber der Weg der studentischen Lebensformung wird einwandfrei der Weg der nationalsozialistischen Bewegung sein." Spanisch-portugiesischer Zreundschasts« vertrag Madrid, 17. Oft. (DNB.) Aue Anlaß do- Besuches des portugiesischen Außenministers in Madrid bringt die Presse eine Mitteilung, wonach in Kürze mit dem Abschluß eines spanisch« portugiesischen F r e u n d s ch a f t s - und Nichtangriffspakts gerechnet werden könne. Nach einem Artikel im „Diario das Noticias“ von Lissabon habe England die portugiesisch-spanische Freundschaft, die von großer internationaler Bedeutung sei, „sanktionier t". Ein Dreibund England-Spanien-Portugal werde die gemeinsamen Interessen im Atlantischen Ozean und im Mittelmeer vertreten. schen Weltanschauung entstanden sei, als Gottlosenbewegung bezeichne. Es sei ja bekannt, daß der nationalsozialistische Staat nicht nur den Kommunismus ausgerottet habe, sondern auch die Gottlosenbewegung. l^e deutsche Glaubensbewegung sei keine Gottlosigkeit, sondern hier ringe ein Glaube zum Durchbruch durch. Unsere Zeit sei so religiös wie vielleicht keine Zeit vor uns, wenn auch das Bewußtsein über die Form dieser Religiosität nicht immer bei jedem vorhanden sei. Staat und Partei nähmen auf diese einzelnen Glaubensrichtungen keinerlei Einfluß. Sie würden sich um kirchliche und konfessionelle Fragen auch in Zukunft nicht kümmern. Von dieser Richtung sei von selbst das Verhalten diktiert gewesen, das er als beauftragter Minister für die kirchlichen Angelegenheiten in dem Streit der Kirchen untereinander habe einnehmen müssen. Die einzige Möglichkeit, diesen Streit zu beenden, habe er darin gesehen, aus den verschiedenen gegeneinander kämpfenden Gruppen Männer zusam- menzusühren, denen er die Führung und Leitung der innerkirchlichen Angelegenheiten habe anvertrauen können. Dabei habe er sich bemüht, die Auswahl der in Frage kommenden Persönlichkeiten so sorgfältig wie nur möglich zu treffen. Er habe auch in langem Bemühen bicIUännergefunöen, die gewillt seien, das Beste für die Deutsche Evangelische Kirche zu leisten. Run hätten diese Männer in voller Einmütigkeit den Aufruf erlassen, der durch seine Veröffentlichung auch dem evangelischen Kirchenvolk selbst zur Kennt- nis komme. Dieser Aufruf scheide die Ebene des Glaubens von der Ebene des Lebens. Glauben und Leben kämen gleicherweise zu ihrem Recht. Kirche und Staat hätten es mit den gleichen Volksgenossen zu tun. Ihre Pflicht sei, sie miteinander und nie gegeneinander zu füh- Staat, Partei und Kirche. Heichsnnnister Kerrl über den neuen Anfang zur Ordnung der kirchlichen Dinge. bereits getan hat. Die Kirche mußte diesen Schritt in irgendeiner - Form mit tun. Und wenn man heute zurückblickt, 1 so wird man manchen kirchlichen Führern nachsagen müssen, daß sie diesen Schritt nur halb oder zögernd mitgetan haben. Das ist kein Vorwurf, denn gerade die kirchlichen Führer haben heiligstes Gut zu hüten und zu bewahren und man kann es verstehen, daß sie zögerten, weil sie noch nicht wußten, wie diese Zukunft in der Praxis, in der äußeren und zum Teil auch in der inneren Form aussehen würde. Ebenso verständlich, daß auf der anderen Seite der Staat dieses Zaudern mit Argwohn betrachtete, weil es Stellen gab, die hier im Ueber- eifer vielleicht die Grenzen überschritten haben, Die für ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Kirche und Staat errichtet sind und auch immer werden erhalten bleiben müssen. Die Grenze für den Staat liegt da, wo das rein Weltanschauliche anfängt. In diesem großen weltanschaulichen Ringen, das nun zwangsläufig einsetzen mußte, will der Umstand gewertet werden, daß schließlich auf religiösem Gebiet Gruppen in Erscheinung traten, die etwas Neues predigten, was sich in den Rahmen der christlichen Kirche nicht einfügen läßt. Als man auf Seiten des Staates glaubte, die Dinge nicht mehr sich selbst überlassen zu können, wurde ein besonderes Ministerium für kirchliche Angelegenheiten geschaffen und in der Person des Ministers Kerrl mit einem Leiter besetzt, der für sich selbst in Anspruch nehmen darf, Vertreter eines posttiven Christentums zu sein. Er hat seine Aufgabe in einer Beseitigung der Differenzen und in einem Ausgleich gesehen. Auf Grund des Gesetzes zur Sichrung der Deutschen Evangelischen Kirche wurde dann ein Reichskirchenausschuß gebildet, in den der Minister führende Geistliche der evangelischen Kirche und ihrer verschiedenen Richtungen berief. Und das Ergebnis dieser sorgsamen Zusammenarbeit zwischen dem Minister als Vertreter des Staates und dem Kirchenausschuß als dem Vertreter der Kirche liegt nun in dem Aufruf an das evangelische Kirchenvolk vor Der Aufruf bestätigt, daß „die unantastbare Grundlage das Evangelium von Jesus Christus ist, wie es uns in der Heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht ^treten ist". Damit ist abermals unterstrichen, daß der Staat nicht daran denkt, sich irgendwie in die rein religiösen Belange der Kirche emnnschen zu wollen Aber der Ausschuß befahl die nationalsozialistische Volkwekdung auf der Grundlage von Nolle Blut und Boden. Und dennoch spricht er von Jesus Christus als dem Erlöser aller Nolker Oie EA. der stärkste Kraftarm der Bewegung. Neichsminifter Or. Goebbels spricht zur Berliner GA. Berlin, 18. Okt. (DNB. Funkspruch.) Dor 15 000 SA.-Männern der Gruppe Berlin-Bränden- bürg führte im Berliner Sportpalast Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels in einer groß angelegten und zu Herzen gehenden Rede unter anderem folgendes aus: Deutschland ist heute wieder eine Großmacht, die im internationalen Spiel ein Wort mitzureden hat. Die Tatsache dieser gefestigten Stellung ist zurückzuführen, auf die unentwegte Beharrlichkeit, mit der der Führer und seine Bewegung die ge st ecktenZiele verfolgt haben. Alles, was es heute in Deutschland an neuen Kräften und Werten gibt, ist das Ergebnis unserer politischen Arbeit!" „Ich weih, dah es für diesen oder jenen von euch bitter sein mag, dah er persönlich nicht zu der öffentlichen Anerkennung kommt, die er eigentlich mit seiner Arbeit verdient hat. Aber so, wie die Grenadiere Napoleons zwar nicht im einzelnen dem Namen nach bekannt, aber insgesamt als die Napoleonische Garde in die Geschichte übergegangen sind, so werden auch diese alten Kämpfer in ihrer Gesamtheit als die unsterbliche, niemals wankende und niemals verzweifelnde Garde des Führers in die Geschichte eingehen und nie vergessen werden." Wenn heute die alten Parteigenossen feststellten, daß nahezu 5 Millionen Menschen mehr wieder an ihren Arbeitsplätzen stehen, wenn sie diese Arbeitsplätze durch die eigene Kraft der Nation gesichert und Deutschland wieder als machtvollen Faktor der Weltpolitik sähen, dann könnten diese alten Parteigenossen aus der Kampfzeit mit Stolz sagen: „Das ist uns zu verdanken! Wären wir nicht gewesen, dann wäre Deutschland zugrunde gegangen; weil wir da waren, darum ist Deutschland wieder auferstanden. (Stürmischer Beifall.) Deshalb könne die Partei auch niemals aufgelöst werden. Der Wunsch gewisser Elemente nach Auflösung der oder jener Parteiorganisation sei allerdings verständlich. Die Partei sei ihnen lästig, denn sie sei eine dauernde Mahnerin zur Besinnung, zur Arbeit und zum Opfersinn. Don diesen Elementen werde die Partei als überflüssig hingestellt. Sie sagten einfach, die Partei sei doch nicht mehr notwendig, weil heute alle Deutschen Nationalsozialisten seien. „Ich will es hoffen, aber leider kann ich es nicht glauben", bemerkte der Minister dazu unter stürmischer Heiterkeit der SA.-Männer. Die Partei sorge nicht nur dafür, dah unser Volk nationalsozialistisch denke, sondern sie bringe ihm auch das nalionalsoziali- stische Gemeinschaftshandeln bei. Dasselbe gelte von der SA. lleberfchlaue könnten sagen, es gebe ja keine innerpolitischen Gegner unserer Bewegung mehr, darum brauchte man auch keine SA. mehr. Diese Leute verwechseln ober Ursache und Wirkung. Die innerpolitischen Gegner find verschwunden, weil die Bewegung in ihren Organisationen Kraftarme besitzt. Und der stärkste Kraftarm der Bewegung ist die SA." (Stürmischer Beifall.) Darum werde die nationalsozialistische Regierung sich im Innern niemals auf die Bajonette der Armee, die zum Schuhe der Grenzen da sei, stützen, sondern auf die Kraft der im Volke verankerten Bewegung. Die Partei habe bei der Machtergreifung eine kranke Wirtschaft übernommen, die allmählich gesund aemacht werden mußte. Wenn wir an die große Aufgabe gingen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen und dazu die nötigen Rohstoffe zu beschaffen, dann mußte man natürlich, da wir ja nicht im Gelde schwimmen, hier und da auf unwichtige Dinge verzichten. Der Spießer kann es nicht verstehen, daß infolge der Beschaffung lebensnotwendiger Rohstoffe für dieses große Ziel einmal Butter und Schweinefleisch vorübergehend etwas knapp werden können. Der Spießer hat unsere Bewegung aber auch niemals verstanden. Wir legen auf sein Urteil wenig Wert, sondern erklären. es geht hier nicht um etwas mehr oder weniger Butter, sondern hier wird Geschichte ge- macht, uno wenn du das nicht verstehst, das anständige deutsche Volk versteht es desto besser. Ich stehe nicht an zu erklären, daß wir auch in Zukunft manche Opfer bringen müssen, nicht überflüssige, aber Opfer, die in der Natur der Sache liegen. Wenn ich andere Länder betrachte, so kann ich unsere Lage im Verhältnis dazu durchaus flicht als schlecht bezeichnen." (Diese Sätze werden immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen.) Wenn der Spießer nörgle, Hitler sei ja gut aber mit den „kleinen Hitlern" wäre nichts anzufangen, dann kenne er den Führer schlecht, wenn er ihn als Kronzeugen für seine Meckerei benutzen wolle. Diese sogenannten „kleinen Hitler" seien die Wegbereiter zur Rettung Deutschlands gewesen. Auf die Nürnberger Judengesetzgebung übergehend, stellte Dr. Goebbels unter dem Beifall der SA. fest: „Die Judenfrage wird nicht von einzelnen, sondern nach Gesetzen gelöst, die wir erlassen, weil wir eine antijüdische Regierung sind. (Minutenlanger Beifall.) Das zu tun, ist uns ein politisches Bedürfnis, an das wir von niemanden erinnert zu werden brauchen. Es bedarf dazu aber der Disziplin der Parteigenossen. Es kann nicht jeder so vorgehen, wie es ihm paßt, so wenig, wie der Soldat im Kriege selbst bestimmen kann, wann und wo eine Offensive gemacht wird." Wir haben das Glück, die verschworene Brüderschaft einer neuen, großen, revolutionären Idee gewesen zu sein. Spätere Geschlechter sollen von uns sagen: Sie haben das deutsche Erbübel der Zwietracht beseitigt und der Welt gezeigt, daß es noch Treue und Kameradschaft in Deutschland gibt. So wollen wir es nicht nur in romantischer Erinnerung, sondern auch im mutigen Kampf um die Zukunft mit jenem alten Wahlspruch halten: „Der Furcht so fern, dem Tod so nah — heil dir SA.!" Minutenlanger jubelnder Beifall war der Dank der SA. für diese Worte, die Dr. Goebbels für sie gefunden hatte. Die Schlußsteinlegung im Hause des deutschen Handwerks. Berlin, 17. Okt. (DNB.) Im Haus des deutschen Handwerks fand in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste die feierliche Schlußsteinlegung statt. Vom Dachfirst des Neubaues wehte die blaue Fahne mit dem goldenen Handwerkszeichen, flankiert von Hakenkreuzbannern. Auf der gegenüberliegenden Seite hatten alle am Neubau beteiligten Handwerksgruppen in ihren alten Trachten Aufstellung genommen. Unter den in der Ehrenhalle versammelten Gästen sah man die Reichsminister Dr. Schacht, Seldte und Dr. Frank, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer SS. Himmler, Reichsstatthalter Sprenaer, Vertreter der Bewegung und der Wehrmacht sowie die Landeshandwerksmeister und Reichsinnungsmeister mit dem Ehrenmeister Plate an der Spitze. Reichshandwerksmeister Schmidt erinnerte daran, daß das stolze Haus durch den Opfersinn der Handwerkskameraden errichtet werden konnte. Mit Stolz könne er sagen, daß das Zimmer, in dem Reichspräsident von Hindenburg als Ehrenmeister des deutschen Handwerks geweilt habe, in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten worden sei. Zum Wohle der gesamten Volksgemeinschaft werde man in dem neuen Haus auf der Linie, die der Führer gezeigt habe, Weiterarbeiten. Darauf wurde d i e Kapsel zu gelötet, die unter dem Schlußstein zu liegen kommt. In ihr sind enthalten ein Buch des Führers „Mein Kampf", ‘Die neue Gesetzgebung, die das Handwerk betrifft, die Satzungen der Organisation, Zeitungen und eine kleine Bildsammlung. Der Schlußstein trägt die Inschrift: „Im dritten Jahr der Regierung Adolf Hitlers wurde dieses Haus durch den Opfersinn der deutschen Handwerker unter W. G. Schmidt geschaffen. 17. Oktober 1935." Mit drei Hammer- schlügen legte der Reichshandwerksmeister Hand an den Schlußstein mit dem Wunsche, daß dieser Bau zum Segen des Handwerks, zur Achtung des deutschen Volkes und zum Schutze unseres geliebten Führers Adolf Hitler bestehen möge. Architekt Lottermoser überreichte dem Reichshandwerksmeister die Schlüssel zu dem neuen Gebäude. Der Reichsinnungsmeister des Bäckerhandwerks, Grüsse r, brachte, einem alten Brauche folgend, dem Reichshandwerksmeister Brot und Salz. Die Bäckermeister hatten ein 2Va Meter langes, etwa 60 Pfund schweres Brot gebacken und für das Salz einen Teigträger hergestellt. Reichswirtschastsminister Or. Schacht führte dann u. a. aus: Wie Dieses Haus, fo ist auch die neue Handwerksgesetzgebung kein Neubau, sondern fußt auf den unvergänglichen Fundamenten des deutschen Handwerks, der Handwerkerinnung, auf der die neue Pflichtorganisatian des deutschen Handwerks und der Handwerksgeist, auf dem die Magna Charta des Handwerks, der Große Befähigungsnachweis, gestaltet worden ist. Auf dieser festen Grundlage muß der Weiterbau des Handwerks nach innen und außen gestaltet werden. Diese Aufgabe fordert von den Führern des Handwerks wie von jedem Meister, Gesellen und Lehrling, unermüdliche opferwillige Arbeit für den Beruf und für das Vaterland. Alles, was zu dieser Aufgabe gehört, soll die Führung des Berufsstandes in diesem Hause zusammenfassen. Möge sie sich stets bewußt sein, daß sie nicht nur eine Pflicht gegenüber dem Handwerk zu erfüllen, sondern auch eine Dankesschuld übernommen hat gegenüber dem Führer und seiner Regierung, die dem alten deutschen Handwerk neue Lebensmöglichkeiten gaben in dem festen Vertrauen, hier eine freudige und erfolgreiche Mitarbeit an einer neuen und besseren Zukunft unseres Vaterlandes zu finden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley überbrachte die Grüße der schaffenden deutschen Menschen und gab dem Wunsche Ausdruck, daß in diesem schönen Hause immer der Geist der Gemeinschaft herrschen möge, der so unerhört groß jetzt im deutschen Volk zu Hause sei. Wenn Deutschland blühte, war das Handwerk ein wesentlicher Faktor und ein Garant, daß aus ihm Kräfte kämen, die dem Volke die größten Söhne auf dem Gebiete der Wirtschaft und auch der Kultur, ja auf allen Gebieten gaben. Gerade im Handwerk ist die schöpferische Kraft vielleicht mit am besten erhalten geblieben. Das Wort „Handwerk" gibt es nur bei uns in Deutschland. Das ist besonders bemerkenswert, denn hierin drückt sich aus, daß der Deutsche gern grübelt und bastelt und nachdenkt, aber nicht nur des Grübelns wegen, sondern weil er wünscht, daß diese Gedanken durch die Hand auch in die Tat umgesetzt werden. In diesem Sinne wünsche ich, daß dieses Haus der Ausgangspunkt eines hohen kulturellen Lebens für das Handwerk fein möge, vor allem aber wünsche ich, daß es ein heiliger Hort für die Gemeinschaft sein möge. Ich bin gewiß, daß, wenn wir im Sinne unseres großen Meisters Adolf Hitler immer die Vernunft in uns herrschen lassen, eine Blüte erreicht wird, die vor uns kein Geschlecht und kein Zeitalter je hatte. . - * V Reichsminister Dr. Schacht, Reichsorganisationsleiter Dr. L e y und Reichshandwerksmeister Schmidt beim Verlassen des Handwerkshauses. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Französisch-englische Enspannung? Erneute Rücksprache in Paris.-Eine Einigungsformel. Italiens Zustimmung noch ungewiß. Paris, 17. Okt. (DNB.) Ministerpräsident L a - v a I empfing Donnerstag abend den englischen Botschafter. Die Unterredung scheint nach Ansicht aut unterrichteter Kreise zu einer wesentlichen Entspannung zwischen den beiden Mächten aeführt zu haben, obwohl die praktischen Auswirkungen der gegenseitigen Vereinbarungen im wesentlichen von Rom abhängen dürften. Der englische Botschafter habe ein letztes Mal mit Nachdruck darauf bestanden, daß Frankreich der gegenseitigen Unterstützung im Falle eines Angriffs auf die englische Flotte im Mittel- meer zu stimme. Sir George Clerk habe sogar durchblicken lassen, daß sich seine Regierung im anderen Falle alsnichtmehranden Locarno- Pakt gebunden fühle Man behauptet sogar. daß verschiedene englische Minister mit dem Rücktritt Englands aus dem Völkerbund gedroht hätten, falls Frankreich nicht innerhalb von 48 Stunden eine befriedigende Antwort gebe. Der französische IMnislerpräsident habe, wie das „Oeuvre" meldet, am Donnerstagmorgen einige juristische Berater zugezogen, um sich mit ihnen über die beste Lösung zu unterhalten. Ausschlaggebend für seine weniger unnachgiebige Haltung seien aber die Ratschläge gewesen, die ihm der ehemalige Generalissimus der französischen Armee, General W e y g a n d, gegeben habe. Dieser habe darauf Hingedeutel, daß das deutsche Heer in weniger als zwei Jahren ganz (Europa überfluten würde (!!), wenn Frankreich sich nicht mit England einige. Außerdem werde man sich ln französischen militärischen Kreisen immer mehr fiat darüber, dah die militärische Starke Italiens durch den abessinischen Feldzug so stark geschwächt werde, dah man vielleicht in Zukunft nicht mehr mit dem militärischen Wachtfaktor Italien in Europa werde rechnen können (?). Auch „Echo de Paris" weist auf den entschiedenen Ton Englands hin. Schon vor einiger Zeit habe der englische Außenminister auf den Wunsch des französischen Botschafters in London, daß die Stresa-Front beibehalten werde, geantwortet, daß von Stresa überhaupt keine Rede sein könne, da es sich jetzt um die französisch-englische Freundschaft handele. Das Blatt glaubt Einzelheiten über die am Donnerstag zustande gekommene Einigung wiedergeben zu können, hiernach verpflichtet sich England, drei oder vier seiner grohen Einheiten aus dem INittelmeer zurückzuziehen, wenn ein Teil der italienischen Truppen von der libyschen Grenze zurückgezogen werden würde. Frankreich verpflichtet sich hingegen, der englischen Flotte im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffes Bei st and zu lei- st e n, falls England sich jeder Allein- mahnahme enthalte, und vor allem die Bl o ck a d e im Roten Rleer oder an irgendeiner anderen Stelle nur nach vorheriger Beauftragung durch den Völkerbund durchführe. Eine endgültige Antwort der französischen Regierung auf die englischen Vorstellungen ist jedoch noch nicht erfolgt. In gut unterrichteten Kreisen rechnet man aber damit, dah dies möglicherweise noch Ende dieser Woche der Fall sein werde. Inzwischen wird sich Laval mit Rom in Verbindung setzen, um zu versuchen, die für eine allgemeine Befriedung notwendige Aufhebung der militärischen Maßnahmen an der libyschen Grenze durchzusetzen. Die Aussichten nach dieser Richtung hin scheinen immer noch wenig günstig. Der römische Sonderberichterstatter des „Matin" weist jedenfalls darauf hin, daß man sich in Rom weigere, derartige Maßnahmen durchzuführen. Man erkläre, daß die Truppenzusammenziehungen in Libyen in keiner Weise gegen England gerichtet seien. Sie seien ausschließlich daraus zurückzuführen, daß zahlreiche eingeborene Stämme in Libyen aus der Lage Italiens Nutzen ziehen zu können glaubten, um irgendwelche Unruhe anzuzetteln. Für oder wider. England erwartet eine klare Entscheidung. London, 18. Okt. (DNB. Funkspruch.) In einer Pariser Reuter-Meldung heißt es: Laval muß sich für oder gegen die Zusammenarbeit mit Großbritannien entscheiden in dem Bewußtsein, daß Sir Samuel Hoare am nächsten Dienstag oder Mittwoch im Unterhaus eine sehr wichtige Erklärung über die französische Haltung abgeben wird. Dies ist vermutlich der Grund Dafür, daß Laval eine Kabinettssitzung schon auf Montag statt wie erwartet auf Mittwoch einberufen hat. Er ist ein zu verschlagener Staatsmann, um nicht vorauszusehen, welche Nachteile sich für Frankreich ergeben würden, wenn der britische Außenminister verkünden würde, daß die französische Regierung noch immer Ausflüchte macht. Es sei anzunehmen, daß Laval sich für die britische Politik entscheiden werde. Britische Truppenverstärkungen für Aegypten. London, 18.Okt. (DNB. Funkfpruch.) „Times* meldet aus Kairo: Infolge der Errichtung eines zeitweiligen Stützpunktes für die Mttelmeerflotte in Alexandrien und infolge der beträchtlichen Vermehrung der italienischen Streitkräfte in Libyen ist in Uebereinskimmung mit der ägyptischen Regierung beschlossen worden, die britische Garnison in Aegypten vorläufig durch eine Infanterie - Brigade zu oer ff arten, die in nächster Zeit in Aegypten eintreffen wird. Vrigadegeneral Priestrnan, der den Befehl über die neuen Truppen übernehmen wird, hat das britische Kontingent im Saargebiet während der Volksabstimmung befehligt.. Die britischen Luftstreitkräfte in Aegypten sind gleichfalls entsprechend vermehrt worden. Addis Abeba und Oiredaua sollen nicht bombardiert werden. Rom, 18.Okt. (DNB.) Verschiedene Staaten hatten sich an die italienische Regierung mit dem Wunsche gewandt, die beiden Städte Addis Abeba und Dire- daua nicht bombardieren zu lassen. Die italienische Regierung hat bereits Weisungen in dem gewünschten Sinne erteilt, allerdings unter der Vor- aussetzung, daß die betreffenden Städte nicht Truppen st ützpunkte und Lager für Kriegsmaterial werden. — General de Bono nahm in Adrigat eine große Truppenschau ab und ernannte bei dieser Gelegenheit Gugsa im Namen des Königs zum Ras von Tigre. Diese Ernennung rief nach dem italienischen Heeresbericht den stürmischen Beifall der einheimi- sehen Stammesführer und der Bevölkerung hervor. Die Erschließung des eroberten Geländes wird mit großen Anstrengungen fortgesetzt. Kraftwagen können ihre Frachten bereits von Senafe nach Adrigat befördern. Oer Führer besichtigt die Pläne zur Neugestaltung des Berliner Mestegeländes Der Führer und Reichskanzler besichtigte die in der Reichskanzlei aufgestellten Modelle der künftigen endgültigen Ausgestaltung des Berliner Messegeländes und der dort zur Errichtung gelangenden umfassenden Neubauten. Nach Vortrag des Reichsministers Dr. Goebbels entschied der Führer sich für einen der Entwürfe, der sich durch eine besondere Geschlossenheit der Komposition auszeichnet. Die Gefamtaussühruna der Pläne, die bekanntlich die Deutschlandhalle unD bew dahinterliegenden sogenannten Eisenbahnberg wie das angrenzende Waldgelände mit umfassen, dürfte sich über mehrere Jahre erstrecken. Aus aller Welt. Der Sinn der Kabineiisumbildung. Oie Stellung Schuschniggs und Starhembergs gestärkt. der Wehrmacht und der freiwilligen Miliz zu gewährleisten. Ferner wird die Vereinheitlichung der in einer Arbeitsgemeinschaft bereits erfaßten Jugendorganisationen als Staatsjugend unter vollkommener Wahrung bestehender Rechte der einzelnen Verbände, insbesondere unter Berücksichtigung der im Konkordat vereinbarten Grundsätze durchgeführt. Ein Ausruf StarhembergS. Der Vizekanzler fordert Disziplin des Heimatschutzes. Wien, 18. Okt. (DNB.) Im Rundfunk wurde ein Aufruf des Vizekanzlers Starhemberg verbreitet. Darin wird erklärt, daß dem neuen vereinheitlichten Wehrverband der Heimatschutz, die Ostmärkischen Sturmscharen, die christlich-deutschen ♦ Eine Reihe deutscher Industriezweige und Aktiengesellschaften hat in der letzten Woche wieder Be- richte veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß Beschäftigung und Ertragsfähigkeit der deutschen Wirtschaft unverändert im An st eigen sind, und daß sich auch das Auslandgeschäft meist befriedigend entwickelt. So hat z. B. die Maschinenfabrik Augsburg - Nürnberg einen Jahresabschluß veröffentlicht, der einen Reingewinn von 1,32 Millionen Mark aufweist. Aus diesem Gewinn kann nicht nur der aus dem Vorjahr verbliebene Derlust- vortrag abgedeckt, sondern auch zum ersten Male wieder eine Iprozentige Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Der Auftragsbestand dieser großen Maschinenfabrik hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 50 v. H. erhöht, und auch die Ausfuhr hochwertiger Maschinen nahm erheblich zu. Ferner haben die Klöcknerwerke und ihre Tochtergesellschaft, die Humboldt - Deutzmotorenwerke, ihre Dividende von 2,5 auf 3 v. H. heraufgesetzt. Auch bei diesem Konzern haben sich Absatz und Reingewinn bedeutend gebessert. — Der Absatz von Lastkraftwagen hat im Monat August eine weitere Steigerung erfahren, ebenso in noch höherem Maße der von Zugmaschinen. Die Nietenindustrie meldet eine starke Zunahme ihres Auslandgeschäfts. Bei der Adam Opel - AG. ist eine Exportsteigerung um 35 v. H. gegenüber dem Vorjahr festgestellt worden. Die arbeitstägliche Wagen stellung der Reichsbahn'für den Ruhrbergbau war im September um 13,3 v. H. höher als im vergangenen Monat. * Die italienische Po st Verwaltung hat den Post Überweisungsverkehr mit den fremden Postoerwaltungen eingestellt und gebeten auch den Verkehr nach Italien einzustellen. Postüberweisungen nach Italien werden daher vom 18 Oktober ab nicht mehr ausgefuhrt, dagegen werben Postanweisungen noch Italien weiterhin angenommen. Wien, 17. Okt. (DNB.) In politischen Kreisen erblickt man in der Umbildung der Regierung eine Stärkung des Kurses Starhembergs und zugleich eine Zurückdrängung des Wiener Heimwehrflügels. Bemerkenswert ist die Ausschaltung des bisherigen Landwirtschaftsministers R e i t h e r , der als Bauernführer die Politik Starhembergs und auch die der Heimwehren angegriffen hatte. Die Bedeutung des Erfolges des Heimatschutzes bei der Regierungsumbildung wird darin gesehen, daß die neuen M i n i st e r mit Ausnahme des Generalprokurators Dr. Winterstein als Heimwehrmänner gelten können. Der neue Finanzminister Dr. D r a x l e r gilt als Vertrauensmann des Fürsten Starhemberg. Seine Kanzlei vertritt auch die Interessen des Hauses Habsburg bei den Vermögensverhandlungen mit dem Staat. Als ein Beweis für die starke Ausschaltung des christlich - sozialen Elements wird auch der Umstand angesehen, daß der langjährige Finanzminister und frühere Landeshauptmann von Niederösterreich Dr. Karl B u r e s ch Minister ohne Portefeuille geworden ist. Der neue Landwirtschaftsminister Ingenieur Strobl, Präsident der steierischen Landwirtschaftskammer, hat als Freund des verstorbenen Bundeskanzlers Dr. Dollfuß gegolten. Man sagt ihm nach, daß er, ohne ausgesprochener Heimatschützler zu sein, stark mit den Heimatschutz sympathisiere. Das gleiche gilt von dem Bundesminister für soziale Verwaltung, dem Grazer Universitätsprofessor Debretsberger. Der neue Innenminister Ed. Baar-Baren- f e l s , bisher Landeshauptmann von Niederösterreich und als Landesleiter der Niederösterreichischen Heimwehr, steht im Rufe eines treu ergebenen Anhängers Starhembergs. Der ausgeschiedene Staatssekretär für den gesetzlichen Schutz der Arbeiter Großauer, der dem Kunschak-Kreis angehörte, wurde durch einen Mann des Heimatschutzes, den bisherigen Obmann der Metallarbeitergewerkschaft Theodor Z n i d a r i c, ersetzt. Der neue Justizminister Dr. W i n t e r st e i n gilt als der Vertrauensmann des Bundeskanzler s Dr. S ch u s ch n i g g. Die persönliche Stellung Schuschniggs ist durch die Kabinettsumbildung nicht angetastet, im Gegenteil, man glaubt sogar an eine Stärkung seiner Stellung, wie überhaupt alle diejenigen Richtungen und Männer, die nicht bedingungslos hinter Schuschnigg und Starhemberg standen, aus dem Kabinett schieben. Der Sozialminister Neustädter-Stürmer, der die Durchführung des Ständestaates geleitet hat, gehört ebenfalls nicht mehr dem neuen Kabinett an. Er war Heimatschützer, doch soll er Meinungsverschiedenheiten mit Starhemberg gehabt haben. Ferner gehören dem Kabinett nicht mehr an der Staatssekretär der Justiz K a r w i n s k y und der Staatssekretär für das Sicherheitswesen Hammer st ein-Equord. Beide waren Beamte. Den Heimwehrerfolg glaubt man aber besonders deutlich aus dem Umstande herauszulesen, daß das neue vereinheitlichte Schutzkorps „Freiwillige Miliz — Oesterreichischer Heimat- schütz" heißen wird. Der Name der Ostmärkischen Sturmscharen und des Freiheitsbundes wird daher in den Schutzkorpsoerbänden verschwinden. Unklar ist noch, ob die Reserveformationen und die zivilen Organisationen det Ostmärkischen Sturmscharen und des Freiheitsbundes ihre Namen weiter behalten werden. Denn das Schutzkorps umfaßt ja nur die aktiven, ständig im Dienst stehenden Milizmänner, während es außerhalb dieses Schutzkorps noch die große Zahl jener Wehrverbandsmitglieder gibt, die nur gelegentlich in Aktion treten und sonst ihren bürgerlichen Berufen nachgehen. In Wien herrscht völlige Ruhe. Gerüchte über eine Zusammenziehung der niederösterreichischen Heimwehr an der Grenze Wiens und über die Alarmierung der Wiener Heimwehr werden von zuständiger' Stelle als unrichtig bezeichnet. Die öffentlichen Gebäude wurden in verstärktem Maße gesichert. Die Kabinettsumbildung soll durch eine Kundgebung für Minister F e y beschleunigt worden sein. Fey erklärte Pressevertretern, daß ihn die Er- eignisse überrascht hätten.Ern Aenderung des Kurses werde nicht eintreten. Fey hat einen Landesbefehl an die Wiener Heimwehr erlassen, in dem es heißt. Ich befehle, daß sämtliche Kameraden und Truppen des Wiener Heimatschutzes vollkommene Ruhe und Diszplin zu halten haben, sich durch keinerlei Vorgänge, Gerüchte oder Agitationen zu Eigenmächtigkeiten und Disziplinlosigkeiten verleiten lassen. Kameraden! Ihr habt mir gestern eure Liebe und Treue gezeigt, und ich erwarte dafür von euch, daß ihr obigem Befehl restlos Folge leisten werdet. Internationale Automobil-Ausstellung in London. Die 29. Internationale Automobil- Ausstellung wurde in der Olympiahalle in London durch den Prinzen von Wales eröffnet. Unter den 54 Ausstellern, deren Motore durchweg beredtes Zeugnis von dem hohen Stand der heutigen Kraftwagenindustrie ablegen, befinden sich mehrere deutsche Firmen von internationalem Ruf. Schon bald nach Eröffnung der Ausstellung waren die Stände von Adler,Autounion und Mercedes-Benz von Interessenten umlagert. Der Prinz von Wales verweilte bei seinem Rundgang längere Zeit an den Ständen der deutschen Firmen, wobei besonders ein Horch-Wagen und der 5-Liter- Mercedes mit Kompressor seine Aufmerksamkeit aus sich zogen. Er ließ sich durch das. Personal über die Eigenschaften der verschiedenen Wagen unterrichten und bemerkte, daß er sich schon auf der Pariser Ausstellung deutsche Erzeugnisse angesehen habe. Der Auto-Berichterstatter der „Eveninq News" schreibt gleichfalls, daß dem Prinzen von Wales unter den ausländischen Wagen die deutsche Gruppe am meisten interessiert habe, deren wetterfeste Karosserien auf dem Festlande sehr beliebt seien. Ein die gegenwärtige außenpolitische Lage kennzeichnender Umstand ist, daß der für die italienische Firma Fiat reservierte Stand zur Zeit noch unbesetzt ist. Die Reichsbahnzentrale fürdendeut- schen Fremdenverkehr ist bei der diesjährigen Autoausstellung mit einem 13 Meter langen Stand vertreten, auf dem eine wirkungsvolle Karte das Straßennetz der Reichsautobahnen in den einzelnen Bauabschnitten darstellt. Der deutsche Teil der Ausstellung wird ergänzt durch die Ehrentafel der deutschen Rennwagen- und Motorradsiege im Jahre 1935. Die in Silberrahmen gehaltenen Tafeln sind von Mercedes-Benz, Auto- Union und BMW. zur Verfügung gestellt. Am Tage vor der Eröffnung der Ausstellung hatte Mercedes-Benz zu einer Vorschau Einladungen ergehen lassen, denen besonders von englischer Seite zghlreich Folge geleistet worden war. In einer Ansprache hatte Direktor Merlin (Stuttgart) auf den Reiseverkehr als völkerverbindendes Mittel hingewiesen und hatte seiner Freude über den großen Besuch von Engländern in Deutschland während dieses Jahres Ausdruck gegeben. Mit Interesse waren die Gäste hierauf den Schilderungen des deutschen Meisterfahrers Carracciola gefolgt. Carracciola hofft, im nächsten Jahr auch in England auf einem Rennen seine Fahrkunst beweisen zu können. Diese Ankündigung war mit großem Beifall ausgenommen worden. Dr. Goebbels zur Duchwoche an die HI. Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda, Pg. Dr. Goebbels, stellte aus Anlaß der B u ch w o ch e der Hitlerjugend folgende Worte zur Verfügung: Es ist unsere Hoffnung und unser Glaube, daß aus der in der Hitlerjugend zusammengefaßten jungen Generation dereinst die Schöpferkräfte erwachsen, die dem Nationalsozialismus auf dem Gebiete der Kunst und Literatur seine plastische Ausdrucksform verleihen. Dieser Aufgabe dient auch die Presse der Hitlerjugend, wenn sie sich in diesen Tagen mit ganzer. Kraft für das Gelingen der dritten deutschen Buchwoche einsetzt. Gez.: Dr. Goebbels. Starke Preissteigerungen für Molkereierzeugniffe in Holland. Die bereits seit einiger Zeit deutlich zu verzeichnende Neigung zu starken Preis st eigerungen für Butter und Molkereierzeugnisse in Holland hat sich in den letzten Tagen wesentlich verstärkt. Auf dem größten holländischen Vuttermarkt in Leeuwarden stieg am Donnerstag der Großhan- delsnettopreis um 6 Cents auf 71 Cents. Die Preisnotierungen für Edamer Käse haben in den letzten Tagen sogar um 25 v. H. angezogen. Zeitweise Außerbetriebsetzung des Großsenders Mühlacker. Der Großrundfunksender Mühlacker wird wegen dringender Ueberholungsarbeiten am Funkturm vom 21. Oktober ab auf etwa drei bis vier Wochen wochentäglich bis 16 Uhr außer Betrieb gesetzt. An seiner Stelle versieht der Rundfunksender Stuttgart-Degerloch auf der gleichen Welle den Sendebetrieb wochentäglich bis 16 Uhr. — Nach einer Mitteilung der Reichspostdirektion Düsseldorf ist der Rundfunksender Langenberg seit dem 17. Oktober früh 5.55 Uhr mit verstärkter Sendeleistung von 17 Kilowatt in Betrieb. Vatermörder zum Tode verurteilt. Das Dresdener Schwurgericht verurteilte den 42- jährigen Willibald Caspar aus Pirna-Popitz wegen M o r d e-s zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Angeklagte hatte am 19. März seinen in Arnsdorf lebenden 70jährigen Vater im Laufe einer Auseinandersetzung mit einem Eisenstab niedergeschlagen. An den Folgen der schweren Verletzungen war der Vater neun Tage später gestorben. Der Angeklagte, der ein liederliches Leben führte, beging die Tat, da sein Vater ihn nicht weiter mit Geld unterstützen wollte. Der Vater war wiederholt für die Schulden seines Sohnes ou^etommen. Turner, der Freiheitsbund und die Burgenländischen Bundesschützen angehören werden. Dann heißt es weiter: „Ich bin fest entschlossen, die Bedeutung des österreichischen Heimatschutzes im politischen Leben Oesterreichs zu erhalten und zu beweisen, daß der österreichische Heimatschutz seiner neuen Aufgaben würdig ist. Ich werde daher rücksichtslos gegen jeden einzelnen, wenn es notwendig ist auch gegen jede Gruppe oorgehen, die durch unoerant- 'wortlichen demagogischen Radikalismus wie durch Disziplinlosigkeit die Schlaasertigkeit des Heimatschutzes bedroht. Die politische Richtung bestimme ich. Ebenso liegt es an mir, das Marschtempo zu bestimmen, mit dem wir uns unserem Ziele, der Erreichung des christlichen Stände- st a a t e s, nähern. Undisziplinierte, Kleingläubige und Querulanten und solche, die nur an eigenen Vorteil denken oder ihrer persönlichen Eitelkeit dienen wollen, mögen rechtzeitig ausscheiden. Wien, 17. Okt. (DNB.) Amtlich wird u. a. mitgeteilt: Bundeskanzler Dr. S ch u s ch n i g a hat dem Bundespräsidenten Miklas einen Vorschlag unterbreitet, sämtliche Mitglieder seiner Regierung zu entlassen. Gleichzeitig gab der Bundeskanzler dem Bundespräsidenten seine Demission. Der Bundespräsident gab dem Vorschlag hinsichtlich der Entlassung der Regierungsmitglieder statt, nahm jedoch das Ersuchen des Bundeskanzlers um seine Enthebung vom Amte nicht zur Kenntnis, sondern er- uchte ihn, ihm unverzüglich Vorschläge hinsichtlich )er neuen Zusammensetzung der Regierung zu erstatten. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg kam diesem Auftrag des Bundespräsidenten nach und erstattete seine Vorschläge, die vom Bundespräsidenten genehmigt wurden. Im Kabinett wird somit Bundeskanzler Dr. Schuschnigg die Ressorts Bundeskanzleramt, Landesverteidigung und Unterricht führen. Außerdem wurden folgende Persönlichkeiten zu Mitgliedern der Bundesregierung ernannt: Ernst Rüdiger Starhemberg. Vizekanzler; Egon Verger-Waldenegg, Auswärtige Angelegenheiten; Eduard Baar-Baren- s e l s, innere Verwaltung und Sicherheitswesen; Universitätsprosessor Dr. Debrets- berger, soziale Verwaltung; Staatsrat Rechtsanwalt Dr. Draxler, Finanzen; Fritz S t o ck i n g e r, handel und Verkehr: Generalprokurator Dr. Vinterstein, Justiz; Ingenieur Strobl, Land- und Forstwirtschaft; Dr. Karl B u r e s ch, Vundesminisler ohne Portefeuille (Verwaltung gemeinsamer wirtschaftlicher Angelegenheiten). Ferner wurden zu Staatssekretären bestellt: Sektionschef Dr. Hans Pertner (Unterricht), General der Infanterie Wilhelm Zehmer (Landesverteidigung), Theodor Znidaric, bisheriger Obmann der Metallarbeitergewerkschaft (soziale Verwaltung für den gesetzlichen Schutz der Arbeiter und Angestellten). Ein Staatssekretär für die Behandlung der Angelegenheiten der Bergbauernschaften wird aus dem Bauernstände bestellt. Die Angelegenheiten des Generalstaatskommissars für Bekämpfung staats- und regierungsfeindlicher Bestrebungen in der Privatwirtschaft wurden mit dem Bundeskanzleramt Inneres vereint. Zu gleicher Zeit wird die Vereinheit- lichungder Wehrverbände in der vom Bundesführer der Vaterländischen Front und Führer der Wehrfront Ernst Rüdiger Starhemberg im Einvernehmen mit Bundeskanzler Dr. Schuschnigg bereits vor einiger Zeit angekündigten Form durchgeführk. Der neue gemeinsame Dehrverband führt die Bezeichnung ,,F r e i w l l l i g e M i l i z — O e st e r r e i ch i - scher heimatschutz" und wird der einzige Träger der Freiwilligen Wehrbewegung in Oesterreich sein. Um die zweckmäßige Ausbildung und Vereinheitlichung der gesamten Wehrkräfte des Volkes zu ermöglichen, wird für eine enge und siete Fühlungnahme zwischen Wehrmacht und Miliz vorgesorgt sein. Der Bundeskanzler und Bundesminisier für Landesverteidigung Dr. Schuschnigg hat dem Vizekanzler und Führer der Wehrfront Starhemberg die Vollmachten elngeräumt, die erforderlich sind, um die zweckmäßige und reibungslose Zusammenarbeit Llmöildung des österreichischen Kabinetts. Vereinheitlichung her Wehrverbände und Zusammenfassung her Jugendorganisationen Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Die deutsche Außenhandelsbilanz für den Monat September schließt wieder mit einem Ausfuhrüberschuß von 55 Millionen Mark ab. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine weitere Erhöhung des Ueberschusfes um 5 Millionen Mark. Um den gleichen Betrag ist die deutsche Ausfuhr gestiegen, während die Einfuhr ungefähr auf dem Stande des Vormonats stabil blieb. Sowohl innerhalb der Ausfuhr wie der Einfuhr sind Verlagerungen eingetreten, die aber zum großen Teil jahreszeitlich begründet sind. So hat z. B. die Ausfuhr deutscher Textilfertigwaren um 4,1 Millionen Mark, die von Wasserfahrzeugen um 3,6 Millionen Mark und die von Kinderspielzeug um 1,5 Millionen Mark zugenommen. Dafür hat sich der Export von Eifenerzeugnissen, Maschinen und Chemikalien entsprechend vermindert. Die Steigerung der deutschen Ausfuhr entfällt diesmal ausschließlich auf die Gruppe der Rohstoffe. Insbesondere hat sich der Export von Steinkohle und Koks um je 1,9 Millionen Mark erhöht. Was die Ausfuhrländer anbetrifft, so haben mehrere europäische Länder (so z. B. Belgien, Dänemark, England und Italien) mehr deutsche Waren bezogen. Dafür hat sich jedoch der Absatz deutscher Waren nach Frankreich und den meisten überseeischen Ländern (auch nach den Per- einigten Staaten) vermindert. Innerhalb der Einfuhr sind ebenfalls Veränderungen erkennbar, die den Bedarfsverschiebungen Deutschlands entsprechen. So ist aus den bekannten Gründen die Einfuhr von Butter, Fleisch, Schmalz und Eiern gesteigert worden. Dagegen hat die von Küchengewächsen, Holz, Baumwolle und Flachs erheblich abgenommen. In erhöhten Mengen sind ferner Mineralöle, Eisenerze, Zinn und Thomasphosphat- mehl eingeführt worden. Die Septemberbilanz kann, wenn auch der Ausfuhrüberschuß noch etwas erhöht werden konnte, indessen nicht darüber Hinwegtäuschen, daß die Aktivierung der Außenhandelsbilanz leider noch nicht das für die notwendigen Zahlungen anzustrebende Ausmaß erreicht hat. Elf Tote, siebzig Verletzte bei einem Zugunglück in Rio de Janeiro. In einer Dorortstation bei Rio de Janeiro raste ein Erpreßzug auf einen dort haltenden Personenzug. Sei dem Zusammen st oß wurden dib drei letzten Wagen des Personenzuges, der mit heimkehrenden Arbeitern voll besetzt war, vollkommen eingedrückt, elf Arbeiter wurden getötet und über 7 0 verletzt. Die Ursache des Unglücks soll eine Nichtbeobachtung des Haltesignals gewesen sein. Das empörte Publikum zerstörte die Einrichtung der Bahnstation völlig. Straßenbahnunfall in Berlin. Ein Straßenbahnunfall ereignete sich in Berlin-Lichtenberg. Dort stießen aus bisher noch nicht geklärter Ursache zwei Straßenbahnwagen zusammen. Insgesamt wurden 13 Fahrgäste, anscheinend leicht, verletzt. Das sofort am Unfallort erschienene Verkehrunfallkommando stellte sogleich Ermittlungen zur Klärung der Schuldfrage an. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der im Nordseegebiet zur Neigung gekommene Sturmwirbel ist rasch nach Finnland hin vorgestoßen. Unter seinem Einfluß setzten auffrischende Winde ein, die uns etwas kühleres und auch leicht unbeständiges Wetter brachten. Mit dieser Neigung hat die Wirbeltätigkeit wieder lebhaftere Formen angenommen, und es ist zu erwarten, daß die neu vorgedrungenen, zur Entwicklung kommenden Wirbel stärkeren Einfluß auf unser Wetter nehmen. Aussichten für Samstag: Nach anfänglich leichter Beruhigung und Besserung wieder neue und voraussichtlich stärkere Witterungsverschlechte- rung mit Regentätigkeit, zunächst abflauende westliche Winde, dann wieder lebhaftere südwestliche Winde, Tagestemperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 13,5 Grad; am 18. Oktober: morgens 11,2 Grad. Maximum 15,4 Grad, Minimum 9,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 11,8 Grad; am 18. Oktober: morgens 10,7 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einscyließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Df. mehr. All AU U PrsiÄM ft&ä pnm 1> Ami IE Mjg, Die Aktionen, die dem Ziele einer Verstär - kung der deutschen Rohstofferzeugung dienen, machen auf den verschiedensten Gebieten beachtenswerte Fortschritte. So berichtete Generaldirektor Wisselmann von der Preußag kürzlich über den Bau der neuen Zinkhü11 eb e i Oker im Harz, die 40000 Tonnen Zink jährlich nach einerrt neuen hüttentechnischen Verfahren erzeugen wird. Damit wird Deutschland in der Zinkversorgung hn wesentlichen vom Auslande unabhängig. Die deutsche Bleierzeugung ist von 8996 Tonnen im Monat Juli auf 10 271 Tonnen im Monat August 1935 gestiegen. Der Versorgung der Alu- miniuminouftrie mit Bauxit dient die Gründung der „Deutschen Bauxit-Vertriebsgesellschaft" in Berlin, die sich mit 40 Prozent an der Ungarin Bauxit AG. in Budapest beteiligen wird, um die Versorgung Deutschlands mit ungarischen Bauxiten auf eine feste Grundlage zu stellen. Um auch die Fettversorgung nach Möglichkeit auf inländische Rohstoffquellen umzustellen, ist vor einigen Tagen eine neue Verordnung erlassen worden, die die Verwendung von Leinöl für die Lack-, Farben- und Kittindustrie einschränkt, weil für diese Zwecke jetzt genügend andere inländische Stoffe zur Verfügung stehen. Im Flachsbau haben wir eine gute Ernte, die Anbaufläche belief sich auf rund 25 000 Hektar und damit ist in diesem Jahr die Hälfte unseres Bedarfes an Leinen gedeckt. Für das nächste Jahr ist die Verdoppelung der Anbaufläche vorgesehen, so daß wir voraussichtlich unseren Bedarf in der Gesamtheit decken können und nur ganz feine Gespinste einzuführen haben. Auch im Schiffbau holt Deutschland auf. Es ist das einzige Land, das nach Lloyds Register im dritten Vierteljahr dieses Jahres eine Steigerung zu verzeichnen hat und mit einer Bautonnage von 268 000 RT. fast die Hälfte des englischen Schiffbaustandes erreichte. Die Butter- und Schweinefleischverknappung, die durch außerordent- ! liche Umstände eingetreten war, läßt nach, die Mahnungen der Regierung, nicht die Nerven zu verlieren, haben gewirkt. Die Neuordnung des Vieh- marktes, vor allem des Auftriebes der Schweine und die Verhinderung der Abschlachtung minder- gewichtigen Viehes wird ihre guten Folgen zeitigen. Es ist doch bemerkenswert, daß wir an Rind-, Kalb- und Hammelfleisch überhaupt keine Minderzufuhr und damit keine Minderversorguna beobachteten. Allerdings muß sich auch die Hausfrau insofern in den nächsten Jahren umstellen, als die vermehrte Schafhaltung zur Wollerzeugung mehr geschlachtete Schafe auf den Markt bringt und damit muß das Hammelfleisch mehr als bisher in der Küche verwendet werden. Die Vratensotze Ausms Reichs-Wem-Werbe-Woche 1 Würfel 7"3 33 Am Montag, dem 11. November 1935, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer Nr. 221, das dem a) Falkenstein, Georg, Kaufmann, b) Falkenstein, Johanna, geb. Hartmann, dessen Ehefrau, beide in Gießen, als Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft zugeschriebene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band VII, Blatt 391: Alur I, 31t. 711, hofreite Auf dem Selfersroeg, Seltersweg Ar. 18, 129 qm, Betrag der Schätzung 47 000 RM., Steuereinheitswert (1.1. 31) 60 400 RM. 5959D Gießen, den 4. Oktober 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Christ _________5965D tveinwoche emvfeble ich meine Lokalitäten k Ludwig VSevau zum Gambvinns WeWeinstratze, am Lindenvkat? Schwaabs Weinstuben seit 1878 Waldweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard u. G. Wolff. Preis 9TJJL4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordönen Naturschönheiten in sich auf. zunehmen, dem singen und klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Berinühler Verlag Berlin-Lichterfelde verloren. Abzugeben geg. Belohnung a. 0. Fundbüro. zum Fest der deutschen Traube und des Weines! Auf Veranlassung des Reichsnährstandes findet im ganzen Reich in der Zeit vorn 19. bis 26. Oktober eine Deutsche Stenografenschaft Ortsgruppe Gießen Wir laden unsere Mitglieder, Kursusteilnehmer sowie deren Angehörigen, Freunde und Bekannten zu einem Hessischer Hof Samstag und Sonntag: SrchesWzem 5983 D Das Ereignis der Wein-Werbe- moche in Gießen 6962D acht Tage Mew-Mvmes im LSweNw°E' vom 19. bis 27. Oktob.täglich Hochstimmung mit der Hauskavelle. Tanz im „Hotel Hindenburg“ ein 6958d Die Kapelle D au b er t sh aus er und namhafte Humoristen wirken mit. - Die Urkunden vom Leistungsschreiben in Frankfurt werden ausgegeben, Gaugebietsführer Werner-Darmstadt ist anwesenj Modische Pelz-Garnierungen, wie Lamm, Seal, Lincoln, sind zu haben in einfacher Ausführung für 26.- Mk. - bessere 39.- Mk. und höher Zwangsversteigerung K 34,35 Am Montag, dem 28. Oktober 1935, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer Nr. 221, das den a) hebslreit, Ernst, in Gießen au XA, b) hebstreit, Elisabeth, geb. Gilbert, dessen Ehefrau, Geschäftsdrucksachen Rechnungen Brlefbl&tter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei BrOhl, Schulstr. 7 Dienstag abend Stadtpost 04456 schwarzer Pelz verloren abzugeben gegen Belohnung a. d. Fundbüro. | Vereine"] i.i. m Wanderabteilung Wanderung am 20.Oktober 1935 Krofdorfer Forst., Abmarsch 8.3V Neustadt, Tor. Verkaufe Freitag u. Samstag: Kleiderschränke, 1- n. 2-türig Betten, 1- und 2-schläfrig 04446 Neuwertig. Küche (komplett) z Sofa, Kautsch, Tische, Stähle Emaille-Herd Weiße Badewanne nsw.Ij. Schäfer Rodheim. Str. 50. Komb. Herd, Badewanne Betten Nachttisch Waschkom. m. Marmor und Svieg. zu verk. Reuning, 04455 Ludwigslr. 61II. {Verschiedenes Pelzwaren Pelzrevaraturen da gibt es ___Gsdie und rillen zu fragen.! Sofortige Häzvrirkung! 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Eilangebote unt. 04459 a.d. G.A. Nr. 244 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 18. Oktober (935 Unter -en Jahnen der Hitler-Lugend. Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen Oie Ergebnisse der Werbeaktio Die großangelegte Werbeaktion der Hitler. Jugend im Gau Hessen-Nassau ist be- kanntlich am 13. Oktober zu Ende gegangen. Die Veranstaltungen der Hitler-Jugend im Bereich des Bannes 116 umfaßten während dieser Zeit u. a. fünf Groß-Kundgebungen, in Gießen, Hungen, Lich, Lollar und Grünberg, wobei jeweils Redner aus dem Gebietsstab zu Worte kamen. Die Marine- und Flieger-HI. veranstaltete gemeinsam Vorführungen im Kreise Gießen. Dazu kamen rund 30 Singabende und Abendfeiern gemeinsam mit dem Jungvolk in Gießen und im Kreisgebiet. Eine Großkundgebung ver- anstaltete die Hitler-Jugend gemeinsam mit der Partei in der Volkshalle zu Gießen, wobei Gruppenführer Pg. Prinz August Wilhelm die Ansprache hielt. Zu nennen wäre ferner eine Radfahrer-Kolonne des Jungvolks, die sich in Stärke von etwa 200 Jungen mit Fanfaren und ihren großen schwarzen Fahnen mit der Siegrune durch die Stadt Gießen bewegte. Außerdem veranstaltete das Jungvolk im Nahmen der Aktion mehrere Fahrten aufs Land. Den Abschluß bildete der große Aufmarsch der Hitler-Jugend in Liin- burg in Anwesenheit des Reichsjugendsührers Baldur von Schirach. Die Fanale der Jugend haben die Aktion äußerlich weithin sichtbar eingeleitet und beschlossen. So flammten zu Beginn allein im Kreise Gießen über 80 Feuer auf. Zum Abschluß in Limburg bildeten die Feuer einen flammenden Kranz rings um die Stadt; von hier aus liefen sechs große Strahlen ins Gebiet, nach Gießen, Darmstadt und zum Odenwald. Im Kreise Gießen brannten sechs Feuer bis nach Allendorf a. d. Lahn. Erwähnt sei schließlich noch ein großer S t a s f e l l a u f zu Beginn der Aktion, der den Befehl des Gebietsführers zur Werbewoche vom Großen Feldberg aus zu den einzelnen Bannsitzen trug. Ein vorläufiges zahlenmäßiges Gesamtergebnis der Werbeaktion für den Gau bis einschließlich Sonntagabend haben wir bereits veröffentlicht. Die Zahl der Zugänge, d. h. also der Neuaufnahmen im Bereiche des Bannes 116, der den Kreis Gießen umfaßt, beträgt insgesamt 312; davon entfallen auf die Hitler-Jugend 62, auf das Jungvolk 250. Auf dem Lande find einzelne Orte 100prozentig erfaßt worden; d. h. also, daß in diesen Orten die gesamte männliche Jugend in den Reihen der Hitler-Jugend oder des Jungvolkes steht. In der Stadt Gießen sind nunmehr etwa 96 v. H. durch die Aktion erfaßt worden; schon vorher waren ungefähr 90 bis 92 v. H. ,ber Hitler-Jugend eingegliedert. Beim Jungvolk beträgt der Zugang annähernd 10 v. H. Für jeden in der Hitler-Jugend oder im Jungvolk Neuaufgenommenen ist eine ärztliche Untersuchung des körperlichen Zustandes und der Diensttauglichkeit vorgeschrieben. Das geschieht in sog. Reihenuntersuchungen, die in Gießen durch den Bannarzt Dr. Boßler und die zuständigen Referenden vorgenommen werden. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß körperliche Behinderung keinen Grund für die Nichtaufnahme eines Anwärters in die HI. bildet. Es ist im Gegenteil vorgesehen, geschlossene Einheiten für Gehörlose, für Körperbehinderte und für Blinde (im Gaubezirk haben wir keinen Fall) gesondert zusammenzufassen. Der Neuaufgenommene wird der für ihn zuständigen örtlichen Gefolgschaft zugewiesen. Der Bannbezirk 116, Kreis Gießen, umfaßt insgesamt 16 Gefolgschaften in Stärke von durchschnittlich 90 bis 200 Mann. Gießen allein umfaßt vier Gefolgschaften, dazu tritt eine fünfte mit dem Sitz in Klein-Linden. Der Neuaufgenommene wird zunächst einer K a m e r a d s ch a f t als der kleinsten Einheit innerhalb der Gliederungen der HI. zugewiesen. Drei Kameradschaften bilden eine Schar. Im Rahmen dieser Kameradschaft erfolgt nun eine n im Bereich des Bannes 116. gründliche Ausbildung der Jungen auf allen Gebieten weltanschaulicher und körperlicher Art, vor allem auf den Kameradschafts- und Scharabenden. Die Heimabende sind in erster Linie der weltanschaulichen Schulung gewidmet. Da wird gemeinsam gesungen, erzählt und vorge- lesen, auch werden bei aktuellen Anlässen wichtige Gedenktage behandelt und in entsprechender Form gewürdigt. Hinzu kommen in regelmäßigen Zeitabständen Appelle, Aufmärsche, Geländespiele, Fahrten und Lager. Das Schwergewicht im Außendienst liegt naturgemäß in den Sommermonaten, während im Winter der Hauptnachdruck auf eine gründliche und vielseitige Schulungsarbeit gelegt wird, damit der junge Mensch allmählich immer fester und selbstverständlicher in die große Kameradschaft und Gemeinschaft der deutschen Jugend unter den Fahnen Adolf Hitlers hineinwächst. Handball im Gau Nordhessen Eine erneute Verlegung hat es im nordhessischen Gauliga-Handball für den 20. Oktober gegeben. Das Treffen Spielverein Kassel gegen Kirchbauna wurde abgesetzt, dafür wurde als neues und einziges Treffen des Sonntags die Paarung Tv. Efchwege — Tv. Kirchbauna neu anberaumt. Die übrigen Spiele fallen mit Rücksicht auf die Gau-Begegnung zwischen Niedersachsen und Nordhessen in Hannover aus. Schiedsnchteransehungen im Kreis VIII (Labn-OiU) Tv. Atzbach — Tv. Dorlar (Petry); Tv. Groß- Rechtenbach — Tv. Garbenheim (Schneider, Münchholzhausen); Tv. Hörnsheim — Tv. Holzheim (Luh); Spv. 1900 Gießen — Hausen (Becker); To. Lich — To. Grüningen (Ohly); To. Homberg — Tv. Alsfeld (Engel, Otto); Tv. Nieder-Ohmen — To. Burg- Gemünden (Müller, Lang-Göns); To. Herbornseel- bach — Tv. Katzenfurt (Schmidt, Herborn); Tv. Heuchelheim — Tv. Hochelheim II. (Fischer, Gießen). Jugend: Tv. Wetzlar — To. Garbenheim (Brück); Tv. Dutenhofen — Tv. Niedergirmes (Weller); Sp. V. 05 Wetzlar — Tv. Münchholzhausen (Hederich); To. Lützellinden — Garbenteich (Ruppenthal); Tv. Lich — Tv. Grüningen (Ohly); MTV. Gießen — 1846 Gießen (Engel, Wilhelm); Spv. 1900 Gießen — Tv. Lang-Göns (Becker); Tv. Ruttershausen — Tv. Londorf (Hörr); Tv. Staufenberg — Tv. Krofdorf (Hermann); To. Straßebersbach — Tv. Dillenburg (Görzel); Tv. Katzenfurt — Tv. Herborn (Lindenstruth). Neuer Adler-Sieg in Ungarn. Bei einem Bergrennen in der Nähe von Budapest konnte Adler in der 2000-ccm-Sportwagen- Klasse wieder einen schönen Auslandserfolg buchen. Der Ungar Kovacs legte die 7 km lange Strecke mit dem deutschen Wagen in 6:50 Minuten zurück und erzielte damit die schnellste Zeit seiner Klasse. Tagesbester war Laszlo Hartmann auf Bugatti, der in der großen Rennwagenklasse 4:21,8 Minuten benötigte. Gestürzte Sprünge werden nicht mehr angezeigt. Verbindlich für alle Ski-Gaue. Der bemerkenswerte Beschluß des Ski-Gaues Sachsen, in Zukunft gestürzte Sprünge nicht mehr anzuzeigen, wurde nunmehr erfreulicherweise vom Fachamtsleiter Maier (München) für den gesamten Deutschen Ski-Verband für verbindlich erklärt. In Zukunft werden also gestürzte Sprünge nicht mehr berücksichtigt und bei offiziellen Presse- gibt Auskunft: 1174: Anordnung 11 der Ueberwacbungsstelle für industrielle Fettversorgung (Anordnung zur Einsparung von Leinöl). 1175: Vertretung deutscher Firmen in Lettland. 1176: Stellung von Anträgen auf Einfuhrbewilligungen in Lettland. 1177: Erteilung der Einfuhrbewilligungen für das dritte und vierte Vierteljahr in Rumänien. 1178: Ergänzungsbestimmungen zu den Vorschriften über die Begleitpapiere bei der Ausfuhr nach Belgien—Luxemburg. 1179: Bekanntmachung KP 41 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 1180: Zusammenstellung der bevorstehenden in- und ausländischen Ausstellungen und Messen. 1181: Gültigkeitsdauer deutscher Kontingentsbescheinigungen in Frankreich. 1182: Bekanntmachung KP 42 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. berichten nur mit einem Kreuz (ohne Weitenangabe) angezeigt. Dieses Vorgehen, das in Skandinavien schon seit langem als selbstverständlich angesehen wird, sollte sich sehr günstig auf die Leistungen verschiedener Skiläufer, die ihren Ehrgeiz nur darein setzen, möglichst „weite" Sprünge ohne Rücksicht auf Haltung und Sicherheit zu vollführen, auswirken. Um so mehr, als ja nach wie vor für „Gestürzte" zehn Punkte in Abzug gebracht werden. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Allendorf a. d. Lahn I. Am kommenden Sonntag treffen in Garbenteich die beiden Meisterschaftsfavoriten, die 1. Mannschaft des Sportvereins und die gleiche aus Allendorf an der Lahn (Meister der Verbandsspielserie 1934/35) aufeinander. Das Spiel wird vom Schiri Sack geleitet. Leider müssen die Platzbesitzer ohne ihren Mittelstürmer, der am Sonntag gegen Steinberg verletzt wurde, antreten. Die Blau-Weißen, die sich zur Zeit in guter Form befinden, werden — auch wenn sie mit Ersatz antreten — den Gästen den Sieg kaum überlassen wollen. Die Mannschaft aus Allendorf hat in den vorhergehenden Spielen bewiesen, daß sie wieder im Kommen ist und ungeschlagen an zweiter Stelle der Tabelle steht. Die Einheimischen werden dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Die Schülermannschaft spielt auf eigenem Platze gegen die Kleinsten aus Alten-Buseck. Kurze Sportnotizen Ueber 2 0 0 Teilnehmer wurden zu dem am 27. Oktober auf der 7,2 Kilometer langen Rennstrecke Saarlouis—Felsberg stattfindenden 3. Felsberg-Rennen gemeldet. In den Klassen der Motorradfahrer erscheint die erste Klasse der deutschen Fahrer am Start, in den Wagenklassen ist Hans Stuck auf seinem Auto-Union-Wagen der prominenteste Teilnehmer. Vier deutsche Firmen, und zwar Adler, Auto-Union (DKW-Wanderer - Horch), Mercedes- Benz und Opel, befinden sich unter den Ausstellern beim Londoner Autosalon, der am Donnerstag eröffnet wurde. Insgesamt sind 88 Firmen vertreten, darunter 41 englische und 22 amerikanische D i e Deutschen Jiu-Jitsu-Mei st er- schäften werden am 6 und 7. Dezember in München ausgetragen. Das Goldene Reiterabzeichen wurde SA.-Standartenführer Heinrich Wiese (Eutin), einem unserer besten und erfolgreichsten Amateur- Rennreiter, verliehen. Wiese vermochte sich erst am letzten Sonntag in Pardubitz auszuzeichnen, wo er neben einem Sieg in einem kleineren Rennen in der großen Steeple Chase den zweiten Platz belegte. Oberhessen. Eine Führennnenschule des Frauen- arbeitsdienstes in Hessen. heule EinwHhung der neuen Schule in Bingenheim. Das BingenheimerSchloß,in dem die neue Bezirksführerinnenschule des Frauen-Arbeitsdienftes untergebracht ist. (DNB.-Heimatbilderdienst. Photo: Reeck.) LPD. Bad-Nauheim, 17. Okt. In Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, sowie des Hauptamtsleiters der NSV., Hilgen- f e l d t, erfolgt am Freitagnachmittag die Ueber- gäbe der Bezirksführerinnenschule des Frauenarbeitsdienstes in Bingenheim (Kreis Büdingen), durch die Leiterin des deutschen Frauenarbeitsdienstes, Reichsführerin Frau S ch o l tz - K l i n k. Daß eine der sechs Bezirksführerinnenschulen des Frauenarbeitsdienstes auch in Hessen eröffnet wird, ist für unseren Gau eine besondere Auszeichnung. Die Schule ist in mehreren Gebäuden des ehemaligen Bingenheimer Schlosses untergebracht. Vorsicht am unbewachten Bahnübergang. LPD. Friedberg, 17. Okt. Nach eingebrochener Dunkelheit wollte der Landwirt Jak. B a y e r II. aus dem Kreisort Oppershofen mit einem mit Kartoffeln schwer beladenen Fuhrwerk den unbewachten Bahnübergang unweit der Bahnstation überfahren. Im gleichen Augenblick kreuzte ein Personenzug den Uebergang und erfaßte das Fuhrwerk. Es wurde vollständig zertrümmert. Dem Fuhrmann gelang es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Landkreis Gießen. § Lollar, 17. Oktober. Als Abschluß des ersten Luftschutz lehrganges, der hier von der Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes abgehalten wurde, versammelten sich gestern abend die Teilnehmer in der Gastwirtschaft „Zur Bergschenke" (Pg. Petra sch) zu einem Kameradschaftsabend. Der Schulungsleiter, Berufsschullehrer Eberle hob in seiner einleitenden Ansprache die Bedeutung der Ka- merschaft beim Luftschutz hervor. Hier fei ganz besonders der Einsatz des einzelnen für die Gemein- „Königswalzer." Lichtspielhaus. Dieses Lustspiel von E. Burri und W. Forster schwimmt sozusagen im Dreivierteltakt im Fahrwasser des tanzenden Wiener Kongresses und anderer, für eine bestimmte Produktionsserie der Ufa charakteristischer Filme, welche die Seifenblase einer winzigen Handlung mit einem bemerkenswerten Aufwand an Kosten, Personal und Ausstattung in Szene setzten und nicht selten zu internationalem Erfolg führten. Um den Erfolg wird man sich auch beim „Königswalzer" nicht zu sorgen brauchen, und man darf hinzufügen, daß die Handlung diesmal doch ein wenig mehr ausmacht, als nur ein mit Musik, Kostüm und Stimmung — was alles ja auch hier keineswegs fehlt — liebenswürdig aufgeputztes Nichtschen. Es beginnt ganz feierlich mit einer politisch-diplomatischen Mission zwischen den Höfen von Wien und München um die Mitte des vorigen Jahrhunderts: es handelt sich um öic Verlobung Franz Josephs von Oesterreich mit der Herzogin Elisabeth („Sisi") von Bayern, was die Kaiserin-Mutter zu verhindern wünscht; deshalb erhält der österreichische Gesandte in München, Graf Tettenbach, einen delikaten Auftrag. Aber dessen Neffe, -der jüngere Graf Tettenbach, „Ferdi", ein fescher Offizier, hat derweile ein kleines, galantes Erlebnis mit einem Münchener Bürgermädel im Englischen Garten, das durch einen Zufall auf- gebaufcht und weitergetragen wird, alsbald einen Skandal in der bayerischen Hauplstadt herauf- deschwört und schließlich wichtiger wird als das ganze österreichisch-bayerische Heiratsprojekt. Auf einem Hosball hat der leutselige König Max Gelegenheit, persönlich einzugreifen und das Glück einer jungen Münchnerin zu retten, eine Herzensgeschichte, die freilich schon durch ein wunderliches Doppelspiel des Zufalls sich hoffnungslos zu verstricken droht. Und erst im allerletzten Augenblick, als die aufgeregte Bürgerschaft bereits mit einer Revolution droht, gelingt es der klugen und gütigen Sisi die geistesgegenwärtig die Zusammenhänge durchschaut, alles zum Besten zu wenden, so daß Parade, Jubelgeschrei und Festmusik zur Begrüßung des Kaisers Franz Jcheph, der gekommen ist, seine Sisi zu holen, zugleich auch der Vereinigung des jungen Tettenbach und der Theres Tomasom gelten dürfen. Das alles wird vom Spielleiter Herbert Maisch (der vom Theater herkommt) mit Schwung und Glanz und großzügigen Mitteln in Szene gesetzt- eine Folge von bunten, bewegten Szenen, nicht ohne Humor und volksstückmäßige Zuge; Franz D o e l l e hat eine hübsche Musik dazu geschrieben und insbesondere den Königswalzer mit einschmeichelnder und sangbarer Melodieführung instrumentiert. Außerdem wird reizend gespielt: das Liebespaar machen Heli Finkenzeller und Willi Forst. Heli Finkenzeller ist eine begabte junge Münchener Schauspielerin, die sich neuerdings auch im Film nach vorn gearbeitet hat; ihre Theres hier ist ausgezeichnet, mit herzhafter Natürlichkeit und Wärme bargefteUt, und die Szene in der Opernloge mit Forst, der draufgängerisch und mit unbekümmertem Humor den Tettenbach gibt, ist überhaupt das Hübscheste an diesem „Königswalzer". Für die Opernszene aus „Don Juan" wurden so renommierte Berliner Kräfte wie Käte Heidersbach und Karl Hammes engagiert. H ö r - b i g e r ist ein gemütlicher und leutseliger Münchener Landesvater, der fürwahr ein Herz für feine Bürger hat. Carola Höhn gibt in einer überraschend gelungenen Maske die „Sisi". Theodor Danegger und Oscar Sima erscheinen als originelle bayerische Bürgertypen von anno Tobak, und Ellen Schwannecke ist der ahnungslos begeisterte Backfisch, der im Englischen Garten das ganze Malheur heraufbeschwört Im Beiprogramm gibt es einen Kulturfilm „Wiesbaden", einen ziemlich schwachen Kurzfilm der Ufa, die Wochenschau und den Vorspann zu „Vergiß mein nicht" mit Gigli. —r— Der Elch im deutschen Walde. Don Paul Eipver. Wenn man zur Herbstzeit in Ostpreußen ist, kann es schon geschehen, daß man plötzlich mitten im Wald ein Brummen hört oder das Husten eines alten Mannes. Bleibt man dann reglos still, versteht sich auf die Windficherung (oder hat ganz einfach Glück!), so wird sich mit einem Mal das grüne Geflecht der Sträuche und jungen Birkenkronen auseinanderschieben; ein schwerer, dunkler Kopf mit ausladendem Geweih kommt zum Vorschein; über die sumpfige Waldschneise trollt lang- gezogen und hochbeinig eines der urigsten Tierge- schöpfe: auch heute noch lebt der Elch im deutschen Wald! + 2öir wollen uns einmal die Entwicklungsgeschichte des Elches kurz vergegenwärtigen. Versteinerungs- funde beweisen, daß der Elch im Diluvium, also in der quartären Eiszeit, nicht auf den Norden Europas beschränkt war, sondern bis nach Dberililien gekommen ist. Auch in weit näherer „geschichtlicher" Zeit beherrscht er wohl alle deutschen Wälder; Cäsar traf ihn noch im herzynischen Wald, also im mitteldeutschen Berggebiet. Die germanischen Sagen künden allerwärts von ihm; auch das Nibelungenlied erwähnt ihn neben dem „Schelch" im Was- genwald. (Der Schelch ist übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach der kampfesstarke Hengst des germanischen Wildpferdes!) Allerdings wird die frühe Kunde über den Elch (auch „Elentier" oder „Elend" genannt) durch viele Uebertreibungen sehr verfälscht. So erzählt Plinius, der im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt gelebt hat, in seiner „Historia naturalis", daß der Elen wegen feiner viel zu großen Oberlippe nur rückwärts weiden könne. Im Laufe der Besiedlung Mitteleuropas wanderte der Elch mehr und mehr gen Norden; einige Wissenschaftler sind der Meinung, daß diese Bewegung noch immer nicht zu Ende gekommen sei; jedenfalls hat sich das Vorkommen des europäischen Elches in der Jetztzeit auf die Ostseegebiete und auf Skandinavien beschränkt. Noch um 1750 lebten „wilde" Elche auch in Sachsen, Schlesien, Pommern und Westpreußen, wurden aber in der zweiten Hälfte jenes Jahrhunderts dort völlig ausgerottet. Auch in Ostpreußen war der Fortbestand des Elches wiederholt sehr gefährdet. So ging in einem der Hauptreviere 1848, im Jahre der Jagdfreiheit, der Elchbestand auf 16 Stücke zurück. Strengste Schonung und eine Blutauffrischung durch eingeführte fchwedische Elche hielten jedoch die Vernichtung auf, so daß in Ostpreußens Wäldern nach zuverlässiger Schätzung um 11904 etwa 800 Elche vorkamen. Das neue Deutschland mit seinen vortrefflichen Tierschutz-, Jagd- und Schongesetzen hat sich des Elches ganz besonders angenommen. Der „schwarze Hirsch des Nordens" wird uns und unseren Nachfahren erhalten bleiben; peinlich genau ausgearbeitete Schutzbestimmungen sorgen jetzt für die Arterhaltung dieses größten Waldtieres unsrer Heimat. Auch der Abschuß ist in allen Bezirken nach dem notwendigen Geschlechterverhältnis geregelt; — es läßt sich nämlich nicht leugnen, daß Elche in unbegrenzten Massen für die heutige Forstwirtschaft nicht tragbar sind. Deshalb wurde eine Zentralstelle eingerichtet, die — soviel ich weiß — von Königsberg aus die Regelung des ostpreußischen Elchbestandes nach dem Gesichtspunkt der Zuchtauswahl besorgt. Aber der Reichsforstmeister ging noch einen Schritt weiter: künftighin soll der Elch nicht nur auf die ostpreußischen Wälder beschränkt bleiben. Am Darß, in der Schorfheide und wohl auch bereits in andere Wald-Naturschutzgebieten find Elchfamilien angefiedelt worden, die zunächst in sehr weiträumigen Wildgattern heimisch werden und sich vermehren sollen, in zukünftiger Zeit aber vielleicht ihre volle Freiheit erhalten und jene Waldschutzgebiete bann so ungehemmt durchstreifen werden wie das Reh, der Rothirsch, das wilde Schwein. * Ich bin seit gut zwanzig Jahren immer wieder auf Elchspuren gegangen, sah den Schaufler droben in Schwedens dunklen Forsten, auf der Kurischen Nehrung, in Ostpreußen, sah ihn als ziehenden Schatten aus der Ferne, wohl gedeckt und ziemlich nahe während eines Brunftkampfes, bei Gewitter trollend über die Dünen laufen zum schützenden Wald; ich traf auf Förstereien junge Elchkälber, die verwaist im Revier gefunden und nun von der tierfreundlichen Försterfamilie mit der Milchflasche aufgezogen wurden, sich zu treuen, wenn auch etwas großen Hof- und Hausgenossen entwickelten. Abenteuerliche Begegnungen hatte ich und komische! Soviel ist mir klar geworden: Bei der Elchpirsch in freier Wildbahn bleibt Glück die Hauptsache. Zwei Beispiele dafür: ein ostpreußischer Waldarbeiter schlief über Mittag im Gras am Waldsaum und träumte, daß über ihm ein alter Mann huste. Er fuhr hoch, sah im Erwachen, daß wohl der Laut Wirklichkeit war, jedoch keineswegs von einem Menschen kam. Acht Schritte entfernt stand vielmehr ein kapitaler Elchschaufler, schnaubte im Brunstzustand und machte Miene, anzugreifen. Der Waldarbeiter erschrak begreiflicherweise, riß sein Fahrrad hoch, das neben ihm am Boden lag, und in seiner Aufregung setzte er die Klingel in Betrieb, worüber der Elch nun seinerseits erschrak und floh. Ein andermal griff im Bezirk derselben Oberförsterei ein Elch auf der Waldstraße die Botenfrau an, die sich aber beherzt und erfolgreich zur Wehr fetzte, indem sie mehrmals ihren Regenschirm auf- und zuklappte. Ja, merkwürdige Dinge geschehen! Ich bin tagelang mitten im ostpreußischen Urwald gewandert, 20 Kilometer abseits jeder menschlichen Behausung, ohne auch nur den Schatten eines Elches zu sichten, indes gerade während dieser Zeit Abend für Abend ein Rudel von fünf Elchen sich wie zum Photographieren hinter dem Küchengarten der Dberförfteret aufstellte. Wenn man dann aber den „schwarzen Elchhirsch" vor sich hat, erlischt alle Mühsal vor solchem Erlebnis. Ein ausgewachsener männlicher Elch wird am Widerrist fast zwei Meter hoch, und seine Leibeslänge beträgt nicht viel weniger als drei Meter; das Gewicht 4 bis 500 Kilo. fest, verbracht werden. * Lang-Göns, 17. Oft. Bei der E i n t o p f - 'ammlung am vergangenen Sonntag gingen in Ruttershausen, 17. Oft. Wie wir seinerzeit berichteten, hatte der elfjährige Hitlerjunge Fritz Battenfeld im Sommer einen Ferienjungen aus Bottrop vom Ertrinfen in der Lahn gerettet. Dieser Tage wurde ihm nun als Anerfennung für seine mutige Tat von der Gebietsführung 13 der Hitlerjugend ein Buch „Waffenträger der Nation" mit eigenhändiger Widmung des Gebietsführers überreicht. ä "y Watzenborn-Steinberg, 17. Oft. Der hiesige Gesangverein „Sängerfranz" hielt im Vereinslokal „Zum goldenen Stern" eine außerordentliche Generalversammlung ab. Vereinsführer H o f begrüßte die Mitglieder. Da der Verein im kommenden Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken fann, standen die Vorbereitungen für die festliche Begehung des Jubiläums im Vordergrund der Besprechungen. Der Jubiläumstag soll in würdiger Weise, verbunden mit einem Sänger- } Alsfeld, 17. Oft. Nunmehr fand das wegen mehrfach oorgefommener Diphtheriefälle vom «September verlegte Kinderfest des Volfsfin- berg artens Alsfeld in der städtischen Fest- Halle,' der Turnhalle und unter Benutzung des Festplatzes, von herrlichem Herbstwetter begünstigt, statt. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an der Veranstaltung, der Besuch war sehr gut aus allen Schich- ten der Bevölferung. Der Vorsitzende des Dolfs- findergartenvereins, Pfarrer Bernbeck, richtete an die Teilnehmer herzliche Begrüßungsworte, in denen er seine Freude über die starfe Anteilnahme an dem Feste aus allen Kreisen der Bevölferung Ausdruck verlieh. Der BDM., Jungvolk, Turnerjugend und zahlreiche Helferinnen hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Kreisspiele der Kleinen des Volkskindergartens, Darbietungen der Turnerjugend, humoristische Darbietungen des BDM., sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, und die Späße eines Kasperl-Theaters in der Turnhalle erfreuten die Kleinen. Die Bewirtung der Festteilnehmer mit Kaffee und Kuchen, die gestiftet waren, brachten dem Verein ein recht gutes Ergebnis, ebenso die Verlosung schöner Gewinngegenstände. Die Kapelle der Gruppe des Arbeitsdienstes, Die sich in dankenswerter Weife ebenfalls in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt hatte, unterhielt die Teilnehmer in angenehmster Weise in der Festhalle. Die Veranstaltung, deren Ertrag dem Volkskinder- garten zufloß, war ein voller Erfolg. Handwerk und Hausbesitz gegen das Borgunwefen. Reichshandwerksmeister Schmidt und der Präsident des Zentraloerbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzer-Vereine e. D. Tribius haben folgenden gemeinsamen Aufruf ge gen das B o r g u n w e f e n und für die Hebung der Schuldnermoral erlassen: „Die letzten Jahre haben bewiesen, daß Hausbesitz und Handwerk mit die wichtigsten Stutzen der Arbeitsbeschaffung sind. Beide Gruppen sind aufeinander angewiesen. Ein großer Teil der Mieter von Wohnungen, Werkstätten und Laden gehört zum Handwerk; ein großer Teil der Handwerksaufträge stammt vom Hausbesitz. Handwerker und Hausbesitzer: jeder braucht Die einwandfreie Leistung des anderen Teiles. Und jeder braucht zugleich die pünktliche Bezahlung feiner Leistung. Für beide Teile gilt darum die Losung: r Macht ein Ende mit dem Borgunroefen und stellt euch um auf eine strenge Schuldnermoral, wie sie des erneuerten deutschen Volkes würdig ist! Das bedeutet zunächst für beide Teile: alle Zahlungstermine für Handwerker- rechnungen und Mieten werden genau eingehalten! Das bedeutet ferner: der Handwerker soll nicht leichtfertig die Stundung von Zahlungen in Aussicht stellen, und der Hausbesitzer soll keinen Druck auf einen Handwerker ausüben, damit er stundet. Wo irgend sofort bar bezahlt werden kann, da muß es auch geschehen. Wo Teil- Zahlungen und längere Zahlungsfristen unvermeidlich sind, da sollen sie genau festgelegt und streng eingehalten werden. Denn der Handwerker braucht sein Geld für die Weiterführung seines Betriebes, und der Hausbesitzer ist auf die pünktlichen Miet- Zahlungen angewiesen, damit auch er seinen Der- pflichtungen Nachkommen kann. In diesem Sinn: Schluß mit dem Borgunwesen, Schluß mit dem langsamen Bezahlen! Unsere Losung lautet: Pünktliche, zuverlässige Leistung und pünktliche, zuverlässige Zahlung!" Wirtschaft. Dersendung ausländischer Wertpapiere aus dem Besitz von Auswanderern. Fwd. Der Leiter der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat über die Verwendung ausländischer Wertpapiere aus dem Besitz von Auswanderern folgenden Runderlaß Nr. 198/35 DST. (—UESt.) vom 11. Oktober 1935 herausgegeben: In den letzten Tagen ist an der Berliner Börse eine erhebliche Steigerung der Kurse gewisser ausländischer, zum amtlichen Börsenhandel zugelassener oder in den geregelten Freiverkehr einbezogener Wertpapiere ($ 22 Abs. 2 Dev.-G) eingetreten. Es wurde festgestellt, daß diese Kurssteigerungen auf Käufe zurückzuführen sind, die von Personen ausgehen, die in das Ausland überzusiedeln beabsichtigen. Offenbar haben die Käufer die Kaufaufträge in der Erwartung erteilt, daß ihnen gestattet werden wird, die erworbenen Wertpapiere in das Ausland auszuführen. Abschnitt 4 Ziffer 56 Abs. 2b RI. sieht allerdings vor, daß eine Genehmigung zur Mitnahme solcher Wertpapiere in das Ausland erteilt werden fann. Durch diese Bestimmung sollte jedoch nicht ermöglicht werden, daß Auswanderer Wertpapiere in das Ausland überführen, die sie zu diesem Zweck vor der Auswanderung an deutschen Börsen erwerben, vergl. NE. 8/34 Ziffer lb. Ich ersuche, Genehmigungen nach Abschnitt 4 Ziffer 56 Absatz 2b der RI nur zu erteilen, wenn und soweit Auswanderer nachweisen, daß ihnen die Wertpapiere schon vor. dem 1. Januar 1933 gehört haben. Genehmigungen, die in letzter Zeit ohne solche Ein- schränfungen erteilt worden sind, ersuche ich, soweit dies möglich ist, zurückzuziehen. Die zurückgezogenen Genehmigungen können durch entsprechende neue Genehmigungen ersetzt werden, wenn und soweit für die auszufllhrenden Wertpapiere der bezeichnete Nachweis erbracht wird. Eine nähere Regelung der Mitnahme von Wertpapieren durch Auswanderer ist in Aussicht genommen. ♦ * Braunkohlen- und Brike 11 - Indu- ft r i e A G. Bubiag , Berlin. In der Auf- ichtsrcrt-Sitzung wurde beschlossen, der Hauptver- ammlung am 12. November vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 1934/35 für die Vorzugs-Aktien eine Dividende von 7 v. H. (wie im Vorjahre) auf das eingezahlte Kapital, und für die Stamm-Aktien eine solche von wieder 10 v. H. festzusetzen. Weiterhin wurde beschlossen, an die Gefolgschaft des Konzerns 400 000 Mark als Arbeitsprämien auszahlen zu lassen. * 3 (2,5) v. H. Dividende bei Klöckner. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Klöckner- Werke AG., Castrop-Rauxel, wurde der Abschluß für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 1934/35 vorgelegt. Es verblieb einschließlich 0,71 Mill. Mark Gewinnvortrag aus dem Vorjahre ein Reingewinn von 4,23 Mill. Mark, aus dem eine Dividende von 3 (2,5) v. H. auf das Aktienkapital von 105 Mill. Mark verteilt werden soll. Zum Vortrag verbleiben 1,08 Mill. Mark. * Humboldt-Deutzmotoren A G., Köln. Die Gesellschaft weist für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1934/35 einen Reingewinn von 921 644 Mark aus. Hieraus soll eine auf 3 (2,5) v. H. erhöhte Dividende verteilt werden. , Der Rest von 359 550 Mark soll vorgetragen werden. Absatz und Ausbringen der Werke in Köln und Oberursel stiegen auf'64,17 (46,30) Mill. Mark. Oie Belegschaft stieg auf rund 8700 Köpfe. Auch im neuen Geschäftsjahre sind Auftragseingang und Absatz befriedigend. Rhein-Mainische Börse. lUillagsbörfe eher schwächer. Frankfurt a. M., 17. Oft. Die Börse fetzte wiederum mit sehr geringen Umsätzen und am Aktienmarkt mit überwiegend etwas schwächeren Kursen ein. Es lagen erneut kleine Abgaben vor, während die Unternehmungslust trotz der Vielzahl günstiger Wirtschaftsnachrichten sehr gering blieb. Erst nach den ersten Notierungen vermochte sich der Abschluß der Klöcknerwerke etwas auswirken, doch wurden lediglich die Dortagskurse wieder erreicht. Zunächst ergaben sich zumeist Rückgänge von durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H. IG. Farben notierten mit 148,13 bis 148,50 (148,75), Scheideanstalt lagen behauptet. Von Elektroaktien waren besonders Licht und Kraft gedrückt mit 128,13 (129,75), außerdem büßten 6d)liefert 0,50 v. H., Gesfürel 0,65 o. H. und Elektrische Lieferungen 0,75 o. H. ein. Bekula und AEG. lagen voll behauptet. Montanpapiere eröffneten durchweg etwas niedriger, insbesondere Harpener mit minus 1,13 v. H. Hoher lagen nur Hoesch mit 91 (90) und Mansfelder mit 117 (116,50). Im einzelnen gaben Deutsche Linoleum 1 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H., Jul. Berger, Deutscher Eisenhandel und Metallgesellschaft bis 0,50 v. H. nach. Von Schiff- fahrtswerten bröckelten Norddeutscher Lloyd 0,13 v. H. ab. Südd. Zucker lagen mit 211 und Reichsbank mit 172,25 gut gehalten. Am Rentenmarkt war die Umsatztätigkeit ebenfalls gering. Altbesitzanleihe lagen geringfügig fester, im übrigen wiesen die Kurse kaum Veränderungen auf, nur späte Reichsschuldbuchforde- rungen bröckelten um 0,13 v. H. auf 96,40 ab. Don Ausländsanleihen blieben Ungarn behauptet, vierprozentige Mexikaner von 1904 erhöhten sich auf 6,75 (6,50), Anatolier gaben auf 38,50 (38,65) nach. Die Börse lag auch in der zweiten Stunde nahezu geschäftslos, und die nach den ersten Notierungen z. T. eingetretenen leichten Erholungen vermochten sich nicht immer zu behaupten. Die später notierten Papiere waren nur minimal verändert und gegenüber gestern etwa behauptet. Am Rentenmarkt traten keine Veränderungen ein, das Geschäft blieb sehr klein. Die heute erstmals amtlich notierten viereinhalbprozentigen Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahn von 1935 kamen mit 98,25 zum Kurs; der Umsatz war klein. Von Goldpfandbriefen gingen Rheinische Hypotheken wieder auf 96 (96,25) zurück, ferner gaben Nassauische Landesbank K. 0. 0,25 v. H. nach auf 93,25, während Rheinische Hypotheken K. 0. 0,25 v. H. an- zogen auf 93,50, Stadtanleihen lagen etwa behauptet, niedriger aber 4,50 v. H. Hanau mit 87,75 (letzter Kurs 89,25). Auslandsrenten lagen still. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse sehr ruhig. An der Abendbörse ergaben sich auf den meisten Marktgebieten bei ungewöhnlicher Geschästsstille kaum Kursveränderungen. Im Vergleich zum Berliner Schluß war die Haltung nicht ganx einheitlich, aber überwiegend behauptet. Kunstseide AKU. lagen auf höheren Kurs aus Amsterdam sehr fest mit 54,25 (52,13), ohne daß aber nennenswerter Umsatz stattfand. Im freien Markt sollen einige Umsätze noch zu 54,50 getätigt worden sein. Bemberg hiervon etwas mitgezogen und auf 102,50 (101,40) erhöht. Außerdem waren Westdeutsche Kaufhof er- neut fester mit 24, nachdem sie am Mittagsschlutz auf 23,25 nach 22 angezogen hatten. Doy anderen Werten lagen Bayerische Motorenwerke mit 119,50 (121,25) recht matt. Am Rentenmarkt herrschte ebenfalls Geschäftsstille. Etwas hoher lagen Altbesttz mit 111,75 (111,50). Don Auslandspapieren gingen 4 v. H. Schweizer^ Bundesbahn auf 187,50 (189) 5Ulla". notierten: Altbesitz 111,75, 7 v. H. Stahl- verein 102,13, IG. Farben-Bonds 122,40, Reichs- bahn°DA. 122,75, 4 v. H. Rumänen 4,80, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 187,50, Adca 73,25, Commerzbank 86,50, OO-Bank 86,25, Dresdner Bank 86,25, Harpener 108,50, Mannesmann 83,13, Rhein- stahl 104,75, Stahlverein 80,50, AKU. 54,25, BMW. 119,50, Bekula 142,40, Bemberg 102,50, Conti- Gummi 152,25, Daimler 93,40, Deutsche Erdöl 103,50, Deutsche Linoleum 142,75, Licht und Kraft 128,50, IG. Farben 148,50, Gesfürel 122, Junghans 82,75, Metallgesellschaft 103,75, Moenus 81,50, Schuckert 117,75, Westdeutscher Kaufhof 24, Sud- deutscher Zucker 211, Hapag 16. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Okt. Auftrieb: Rinder 57 (gegen 54 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 9 Ochsen, 2 Bullen, 24 Kühe und 22 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Bullen, 16 Kühe, 10 Färsen. Kälber 612 (661), Schafe 223 (223), Schweine 127 (126). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber, andere a) 71 bis 74 (am 10. Oktober 67 bis 70), b) 65 bis 70 (63 bis 66), c) 60 bis 64 (56 bis 62), d) 52 bis 59 (47 bis 55). Lämmer und Hämmel b2) 45 (43 bis 44), c) 43 bis 44 (42), d) 40 bis 42 (40 bis 41); Schafe e) 41 bis 43 (39 bis 40), f) 36 bis 40 (36 bis 38), g) 27 bis 35 (30 bis 33). Schweine a2) 57 (54), b) 55 (54), c) 53 (54), d) 51 (54). Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und sür Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 702 Viertel Rindfleisch, 132 ganze Kälber, 22 ganze Hammel, 485 halbe Schweine, 10 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo'in RM.: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76; Bullenfleisch b) 74 bis 78; Kuhfleisch b) 62 bis 68, c) 52 bis 62; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78. Hammelfleisch b) 87 bis 90 (am 14. Oktober 82 bis 85). Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Speck, hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 Zentimeter, 77 bis 80, Flomen 76 bis 80. Marktverkauf: rege. Schweinemarkt in Lang-Göns. 8. Lang-Göns, 17. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt herrschte reges Leben. Es waren etwa 50 Ferkel aufgetrieben, von hiesigen und auswärtigen Händlern. Die Preise bewegten sich in normaler Höhe. Für sechs bis sieben Wochen alte Ferkel wurden je nach Stärke und Güte 17 bis 22 Mark je Stück bezahlt. Gegen 10 Uhr war der Markt geräumt. Schweinemarkt In Vnhbach. pb. Butzbach, 17. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 277 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis zu 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 25 Mark, für ältere wurden bis zu 35 Mark bezahlt. Der Handel war zuerst mäßig, wurde nachher aber flotter. Es verblieb geringer Ueberstand. Rundfunkprogramm. Freitag, 18. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bauernfunk. 9.15: Nachrichten. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk: „In der Schriftleitung einer Zeitschrift". Ein Mehrgespräch von Dr. Sund. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon- zert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Nachrichten. 15.15: Stunde der Frau. Agnes Miegel. Eine Textfolge. 16: Kleines Konzert. Klaviermusik. 16.45: Wer bekommt Winterhilfe? Unterstützungsjäger werden gewarnt. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk 18.40: Was ist die Reichsplanung? Die Neugestaltung des deutschen Lebensraumes. Von Dr. V. Siebrecht, Darmstadt. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. Feierabend beim Arbeitsdienst. Ernstes Und Heiteres aus dem einsamen Sprottenbruch-Lager bei Primkenau in Schlesien. 21: Aus Puccini-Opern, die nicht Repertoire-Opern wurden. Als Einlage: Puccini und der Drehorgelspieler. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportschau der Woche. 23: Der Uhren und der Zeiten Schlag. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.» Lombardzinsfuß 5 v. H Frankfurt a.m. Berlin Schluß« kur« Schluß!. Abend« börse Schluß« furd Schlußk. mittag« börse Dalum 16.10- 17.10. 16-10. 17.10. 6% Deutsche ReichSanlelhe v. 1927 100,4 100,25 100,13 97,65 100,13 4% Deutsche RelchSanl. von 1934 97,65 97,65 97,75 bH% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,25 102 102 AuSlos.-Rechten ............. 111,4 111,75 111,65 111,9 4*/.% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 8% ehem.8°/<> Hess. VoltSstaai 1929 100,13 100,1 100,1 100,2 (rückzahlb. 102%) ............ 96 96 — 96,25 4H% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Wold R. 12........ 96,13 96,13 _ 96 tVi% ehem. Hess. Landeö-Hypo- thekenbank Darmstadt Lloui ... 100,75 100,4 — •W *y«% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.woldschuldverlchr. R.6 91,5 — — Oberhelsen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. — —> Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 112,5 112,5 112,75 112,75 4Vi% ef)cm.8% Franks.Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar Vit 1935 96,25 96,25 <*— 4’4% ehem. *y2% Franks. Hhp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 100,35 100,4 — _ BV.% ehem. 4ft% Rheinische Hyp.-Bank-Llqu.-Goldpfe..... 100,65 100,5 100,5 100,5 4K% ehem. 8% Pr. LandcSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 97 97 97 97 *yt% ehem. 7% Pr. Landespfand. kriesanst., Wold Komm. Cbl.VI 97 97 97 97 Steuergutich.Verrechnung«!. 85-89 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterretchische woldreme.... 26,5 26,25 26,9 26,5 4,20% Oesterreichische Silberrente —— 1,2 1,25 4% Ungarische Woldrente....... 4% Ungarische Staatörente v. 1910 9,25 8,95 9,2 9 9,13 9 9 8,9 4*4% deSgl. von 1018.......... 9 8,9 8,85 9 5% abgest woldmerikoner von 9f 10 — 10 8,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethc Serie l..................... — — — — Frankfurt a. m Tkrlln Schluß« (urd Schlupf. Abend« börse Schluß« lurd Schlußk. mittag« börse Datum 16.10- 17.10. 16-10. 17-10 4% vesgl. Serie 11 ............. _ _ _ 9,75 5% Rumän. vereint». Mente v. 1903 5,7 — 5,7 5,55 4V,%Rumän.vereinh.Remev.l913 8,4 8,4 8,4 8,4 4% Rumänische verctnh. Rente 4,8 4,8 4,85 4,8 2%% Anatolier ............. 38,65 38,5 38,8 38,6 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 16 16 16,4 16,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — —— —— —— Norddeutscher Lloyd ......... 0 18,25 18,13 18,4 18,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 76 75,5 76,5 76,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 111,25 111,25 111,75 111,25 Commerz- und Privat-Bank ... 0 86,5 86,5 86,5 86,25 Deutsche Bank und Dtsconto- wesellschaft................ 0 86,5 86,25 86,5 86 Dresdner Bank.............. 0 86,5 86,25 86,5 86 ReichSbanI ................ 12 172 172,25 172,5 172,5 A C.W...................... o 36,75 36,75 36,9 36,65 Bekula.................... 10 142.25 142,4 142 142,5 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 .109,75 109 110 109,25 Licht und Kraft ........... 6’A 129,75 128,5 130 128,65 Fellen & Guilleaume......... 0 102 101,5 101,5 101,75 Gesellsch.s.Eleklr.Unternehmung. 6 123 122 123 122,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 127 — — 129 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 122,75 122.5 122,75 122,75 Schuckert L Co............... 4 110,5 117,75 119 117,75 Siemen« & HalSke............ 7 168 168 168,5 168,5 Lahmeyer & Co.............. 7 128,5 128 128,5 130 Buderu« ................... 0 100,25 99,5 99,75 100 Deutsche Erdöl .............. 4 0 104,25 103^5 104,4 103,5 Harpener................... 0 109,75 108,5 109,65 108,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseo . 0 90 91,5 90,65 91,13 Ilse Bergbau ............... 6 — —- — 155,5 alle Bergbau Genüsse....... 6 124,5 124,75 124,75 124,75 U 89 88,75 88,5 89 ManneSmann-Röhrea....... 0 82,75 83,13 83 83 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« furd Schlußk. Abendbörse Schluß« furd Schlußk. mittag« börse Datum 16-10. 17-10. 16.10. 17.10. ManSselder Bergbau .. .......8 116,5 117,25 116,75 117,75 Kokswerke .•.......... .......6 — — 113,65 113,5 Phönix Bergbau...... .......0 — — — — Rheinische Braunkohlen .....12 215,5 215 214.5 214,75 Rhelnstahl ........... .....BVi 104,75 104,75 105 104,65 Bereinigte Stahlwerke. .......0 80 80,5 80,5 80,75 Otavl Minen ........ .......0 19,25 19,25 19,5 19,25 Kaliwerke Aschersleben. .......5 130,75 — 131 130,25 Kaliwerke Westeregeln. .......5 123 —- 123,5 124,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....7K 183 183 183 182 3- ®. Farben-Jndustrie.......1 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ....... 0 RütgerSwerke ......... 4 Metallgesellschaft........... 4 148,5 148,5 149,13 148,4 236 236 — 103 103 102,65 102,25 112 111,5 112,5 112 105 103,75 106 103,75 Philipp Holzmann ...........0| Zementwerk Heidelberg ......6 Lementwerk Karlstadt.........4| 89 117 130 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Wa» ...... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 6 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Ehade......................0 Acrumulatoren-Fabrik....... 18 Lonti«wummt...............8 Gripner....................01 Mamkrastwerke Höchst clDL... 4 Süddeutscher Zucker .........t| — — 102,4 101,75 51,25 54,25 51,75 52,13 100,75 102,5 101,75 101,4 109 108,5 108 108 78,4 78 78,13 78 — 124,5 125,5 93,5 93,4 93,4 93 143,4 142,75 144 143 25 79,75 79,75 22,4 24 22,4 23,5 293 290 292,5 291,5 — — 168,5 151 152,25 151,25 152,5 — 28,5 29,25 29 - - — 211 211 210,25 210,25 Devi enmarfl Berlin — { ranffurt a. M. 18.Oktober 17.Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld »rief Buenos Lire. 0,677 0,681 0,677 0,681 Brüssel..... 41,84 41,92 41,81 41,89 Mo de Jan. 0,142 0.14- 0,142 0,144 Sofia ...... 3,047 3,05' 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,47 54,57 54,53 54,63 Danzig..... 46,83 46,93 46,83 46,93 London ..... 12,20 12,23 12,21 12,24 Helstngfor».. 5,37 5,38 5,38 5,39 Part« ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,30 168,64 168,36 168,70 Italien..... Japan...... 20,24 20,28 20,24 20,28 0,712 0,714 0,713 0,715 Jugoslawien. OSlo.....; 5,674 5,686 5,674 5,686 61,25 61,3' 61,32 61,44 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,06 11,08 11,07 11,09 Stockholm... 62,89 63,01 62,96 63,08 Schweiz .... 80,94 81,1 i 80,92 81,08 Spanien.... 33,95 34,01 33,96 34,02 Prag....... 10,275 10,295 10,275 10,295 Budapest ... — — Reuyork.... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. Berlin, 17. Oftober Geld Srles---- Amerikanische Rote»..,.... 2,438 2,458 Belgische Noten........... 41,68 41,84 Dänische Noten ........ 54,32 54,54 Englische Noten .......... 12,175 12,215 Französische Noten ........ 16,33 16,39 Holländische Noten ........ 167,94 168,62 Italienische Noten......... 19,46 19,54 Norwegische Noten ....... 61,16 61,40 Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling — Rumänische Noten........ — — Schwedische Noten........ 62,79 63,05 80,74 81,08 33,60 33,74 Ungarische Rotes . ... ... — Freitag, 18. ®!fobet 1955 Lietzen« Anzeiger (Leneral-Mzelger für Gderhetzenl 244 Blatt Einweihung der neuen Infanterie-Kaserne in Gießen Das ll. Bataillon unseres Infanterie-Regiments bezieht feine schöne Ltnterkunst in der Waldkaferne 7 an 4 Herz, schen Vaterlandes. heute ! >3,0$ zum deut- f: 7 9 ti 3 le len Es mb in ilte 22 der M rie- zu irf, Der * N bmarsch des II. Bataillons von der bisherigen Unterkunft in der alten Kaserne. wähnte zunächst, daß am 18. Juli 1934 der Befehl an das Heer^sbauamt zur Errichtung dieser Kaserne erteilt wurde. Er habe heute die Ehre, zu melden, daß dieser Befehl ausgeführt sei. Aus der Baugeschichte ist mitzuteilen, daß der Rohbau Mitte Januar 1935 fertiggestellt war, an dem Bau rund 300 Unternehmer mit etwa 400 Aufträgen und zirka 5000 Arbeitern auf der Baustelle beschäftigt waren, am 5. Juni 1935 mit 900 Teilnehmern das Richtfest gefeiert wurde. Don den rund 400 Aufträgen entfallen auf die Stadt Gießen und die nähere Umgebung bis Friedberg, Wetzlar, Lollar und Lich rund 270 Aufträge, auf die weitere Umgebung (die Bezirke von Marburg, Kassel, Dill, Taunus und Vogelsberg) kommen rund 50 Aufträge, die übrigen verteilen sich auf die Bezirke von Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Odenwald und das übrige Reich. Der Redner betonte, daß alle Helfer am Bau treu und eifrig zusammengewirkt hätten, um ein schönes Werk zu schaffen. Er gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß die Gebäude in allen Teilen sich als zweckmäßig erweisen würden, und wünschte am das dem Aufbau des deutschen Volksheeres und so der Wiedererstarkung unseres geliebten deutschen Vaterlandes dient. Auch wir Soldaten sind stolz auf unseren Anteil an dieser ehrenvollen Aufgabe, das neue deutsche Volksheer zu schaffen, und so gehen unsere Gedanken in dieser Feierstunde voll tiefer Dankbarkeit und Verehrung zum Führer, der, mit starker Hand das Reichsschiff lenkend, dem deutschen Volke am 16. März dieses Jahres seine nationale Ehre und seine Wchrfreiheit wiedergab. Die Fesseln von Versailles sind gesprengt. Wieder wie ein Jahrhundert lang zuvor wird nun jeder wehrfähige Deutsche zum Soldaten erzogen werden. Wehrdienst ist wieder Ehrendienst, und die Wehrmacht wird wieder zur Schule des ganzen deutschen Volkes. Das ist eine herrliche, große Aufgabe, die uns Soldaten ernste Pflichten auferlegt. Denn nicht >.30: 1.30: tufe. iner 1.45: 11: ton« iirt). 1.10: )ten. üext« 5.45: äfler 8.30: ung? nies, rhal* -ichs- nchs« l Armen efien. )pem >rgel- unö wandte sich dabei in einer Ansprache an den Divisionskommandeur und an das Bataillon. Er er- Das II. Bataillon im Hofe der neuen Kaserne bei dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. mentskommandeur, Herrn Oberst V i e r o w, den Vertreter dos Herrn Reichsstatthalters, stellvertretenden Gauleiter Reiner. Ich begrüßte die Abordnungen der hiesigen Truppenteile und militärischen Dienststellen, den Rektor der Landesuniversität, die Vertreter der Stadt Gießen, der Partei und ihrer Gliederungen, die Spitzen der hiesigen Behörden, die Abordnungen unserer stolzen, ruhmgekrönten Traditionstruppenteils, des Infanterie-Regiments 116, die Vertreter der Presse und im besonderen die Betriebsführer und Arbeiter, die an diesem Werk mitschufen und nun heute ihr Werk vollendet Wiedersehen. Sie alle, meine Kameraden und Volksgenossen, haben durch Ihr Erscheinen Ihrer Verbundenheit zum Bataillon und zur Wehrmacht Ausdruck gegeben, für die ich Ihnen herzlich und aufrichtig danke. Für jeden aber, der hier mitschuf, sei es als Beamter, als Unternehmer, als Angestellter oder als Arbeiter, ist der schönste Dank das stolze Bewußtsein, daß er hier sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung einfetzen durfte für ein Werk, Soldaten und Zivilisten beim gemeinsamen Mittagessen; ein Teil der großen, mehrere hundert Köpfe starken Tischgemeinschaft. (Aufnahmen s7j: Photo- Pfaff, Gießen.) 1: i,2l$ 6,39 ;,62 >1,40 den Kasernengebäuden waren als Willkommen an die Soldaten mit frischem Grün geschmückt. Ser Einmarsch des Bataillons. Bereits von 11 Uhr ab wanderten viele Volksgenossen der Kaserne zu. Kurz vor 11.30 Uhr rückte das Bataillon, die Regimentsmusik an der Spitze, von der bisherigen behelfsmäßigen Unterkunft aus heran und hielt unter klingendem Spiel feinen Einzug in die neue Kaserne. Das Bataillon marschierte auf dem Kasernenhof in offenem Viereck auf. Rach der Meldung des Bataillonskommandeurs, Oberstleutnant Schmidt, an den Divisionskommandeur, Generalmajor Lüdke, schritt dieser gemeinsam mit dem Regimentskommandeur, Oberst V i e r o w , in Begleitung des Bataillonskommandeurs, die Front ab. Anschließend folgte die Uebergabe der Kaserne Der Bataillonskommandeur verliest im Anschluß an seine Rede die Mahnworte des Führers auf dem Reichsparteitag der Freiheit. allein Fertigkeiten sollen gelehrt und anerzogen werden, sondern jener soldatische Geist, durch den ein Volk erst stark wird, soll in der deutschen militärischen Jugend gepflegt und eingeimpft werden, auf daß sie in Vaterlandsliebe, Opfermut, Gehorsam, Treue, Zuverlässigkeit und Kameradschaft den höchsten Anforderungen gewachsen ist, die der Kampf mit dem Feinde stellen wird. Von dem Erfolg dieser unserer geistigen Arbeit, von dem Wehrwillen, von der Wehrfreudigkeit des ganzen deutschen Volkes wird, wieder wie einst, das Schicksal unseres Vaterlandes abhängen, und so sollen die herrlichen Worte des Führers, die er am Reichsparteitag der Freiheit der Wehrmacht zurief, uns stets Mah - nung und Vermächtnis fein für unsere Arbeit in unserer neuen Kaserne. Euch, ihr Kameraden vom Bataillon, rufe ich sie unter präsentiertem Gewehr noch einmal ins Gedächtnis zurück: „Die alle Armee, deren Fortführung ihr seid, deren Repräsentant und Traditionsträger ihr sein müht, hat auf dem Altar des Vaterlandes die größten Opfer dargebracht, die jemals von einer Wehrmacht ihrem Volke gegenüber gefordert worden waren. Zeigt euch dieser Opfer würdig und wert! Sorgt dafür, daß sich die Kation auf euch genau so verlassen kann, wie sie sich einst verlassen konnte auf unser altes herrliches Heer, auf unsere alte Armee und Wehrmacht. Sorgt ihr dafür, daß das Vertrauen der Ration euch immer genau so gehören kann, wie es einst der Armee gehört hat, deren Helm aus ruhmvollster Zeit ihr tragt. Dann wird das deutsche Volk euch lieben, es wird in euch seinen besten Teil sehen, sowie es Jahr für Jahr seine besten Söhne in diese einzigartige Organisation schickt. Dann wird dieses Volk an seine Armee glauben und wird jedes Opfer freudig dafür bringen in der Ueber- zeugung, dah dadurch der Friede der Ration gewahrt wird und die Erziehung des deutschen Volkes gewährleistet iff!" Kameraden, in diesem Geist wollen wir arbeiten und Deutschland dienen. Wir folgen dem Führer und feiner Fahne und bekräftigen dies mit dem Ruft das Bataillon. Regierungsbaural Geißler, der Vorstand des Heeresbauamts, n« n« ch 2; Ich 87 Ich I« N, Der Divisionskommandeur General Lüdke (in der Mitte) nimmt den Vorbeimarsch ab; rechts der stellv. Gauleiter Regierungsrat Reiner. Öc; Divisionskommandeur schreitet die Front des Bataillons ab; von rechts nach links: General Lüdke, jiir Bataillonskommandeur Oberstleutnant Schmidt, der Regimentskommandeur Oberst V i e r o w. Der Vorbeimarsch vor dem Divisionskommandeur; an der Spitze des Bataillons Oberstleutnant Schmidt. Run zu Ihnen, den verehrten Gästen, die . am Ehrentage des Bataillons unserer Einladung so bereitwillig Folge leisteten. Ich habe die Ehre, die Vorgesetzten des Bataillons hier zu begrüßen, den Divisionskommandeur und Standortältesten, Herrn General Lüdke, unseren hochverehrten Regi- ung irief___ "W* 1,89 ,144 ,053 4,63 6,93 2,24 5,39 6,42 8,70 0,2 ,715 ,686 1,44 ,9,0$ 1,09 13,08 11-08 |4,02 1,05 2,490 Schlüsse dem Bataillon, daß es in dieser Kaserne allezeit für die Ehre und Freiheit des deutschen Vaterlandes reiche, ersprießliche Arbeit in der militärischen Ausbildung leisten und sich in der Unter« kunft wohlfühlen möchte. Mit diesem Wunsche überreichte er dem Bataillonskommandeur den Schlüssel. Der Zalaillonskommandeur Oberstleutnant Schmidt sagte hierauf in seiner Ansprache: Im Namen des II. Bataillons Jnf.-Regts. 36 danke ich Ihnen, hochverehrter Herr Baurat, herzlich für Ihre freundlichen Willkommensgrüße und Ihre guten Wünsche für das Bataillon. Besonderer Dank aber gebührt Ihnen, als Vorstand des Heeresbauamts, Ihren treuen Mitarbeitern, den am Bau beteiligten Bau- firmen und allen den tüchtigen Arbeitern, die hier bei Wind und Wetter, ja vielfach in Wasser und Lehm, unermüdlich tätig waren, so daß heute dieses herrliche Bauwerk fertiggeftellt ist. Seien Sie davon überzeugt, daß wir es hüten werden und wir uns ganz besonders darüber freuen, daß durch gärtnerische Anlagen noch eine weitere Verschönerung unseres neuen Heims eintreten soll. Unser Dank gilt aber auch der Stadt Gießen, die dem Militärfiskus den Grund und Boden zur Verfügung stellte und die die sehr erheblichen Kosten für die Aufschließung des Baugeländes, für Herstellung der notwendigen Anschlüsse, für Kanalisation, Gas- und Strom übernahm. Hierbei hat auch die Reichsarbeitsdienstabteilung 2/225 fleißig mitgewirkt und schwere Arbeit bewältigt. In klarer Erkenntnis der vom Führer vorgezeich- M einer schlichten, eindrucksvollen Feier nahm m gestrigen Donnerstagmittag das II. Bataillon I's Jnf.-Regts. 36 Besitz von der neuen Bataillons- lafirne an der Licher Straße. Dort stehen der irmpe Unterkünfte zur Verfügung, in denen sich lie Soldaten wohlfühlen werden, da alle Raume mb Einrichtungen in weitestgehender Weife nach |?m Gesichtspunkt ausgestaltet wurden, den Sol- lalci das Leben in der Kaserne zur Annehmlich- l’it zu machen, soweit der militärische Dienst es ibpiiaupt nur gestattet. (bgen 11.30 Uhr hatte sich am Haupttor des lcisiinengrundstückes eine große Gemeinde gelade- iet Gäste um den Bataillonskommandeur, Oberft« luhant Schmidt, und die dienstlich anwesenden öorzesetzten versammelt. Von der Wehrmacht waren lef Divisionskommandeur General Lüdke, I?r Regimentskommandeur Oberst Vierow, ferner iigreife Offiziere des Standortes Gießen zugegen. IIi Stellvertreter des Reichsstatthalters und Gau- itzrs wohnte der stellv. Gauleiter Regierungsrat iner ber Feier bei. Die Parteiorganisation in iMen war durch Pg. Klo st ermann vertreten, I iefSA. durch Standartenführer Lutter, die SS. ry den Führer der SS.-Standarte 83 SS.-Ober- Mmführer Jakober, der Arbeitsdienst durch Üen Führer der Gießener Arbeitsdienstabteilung feldmeister Loesch Als Vertreter der Stadt tiili&en, die sich von jeher mit ihrer Garnison in s^hoister Weise verbunden fühlte, war Oberbürger- nOTer Ritter aus feinem Urlaub gekommen, um iiefem denkwürdigen Tage als Leiter der Garni- «dt selbst die Feierstunde mitzumachen. Für die •erjität war Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Pfähler zugegen Die Polizeidirektion war -) ihren Chef, Polizeidirektor M e u f e l, :eten. Die früheren Offiziere des ehemali- Gießener Regiments 116 vertraten der itzende der Gießener Offiziersvereinigung 116, sralmajor a D. Mohr, und einige weitere zlieder der Vereinigung. Ferner hatten sich die Teter der an dem Bau beschäftigten Firmen, n Angestellte und Arbeiter, die beteiligten Hand- "smeifter und viele weitere Volksgenossen ein- nben. Die Fahnenmasten trugen bie Hakenkreuz- M.e unb bie Reichskriegsflagge, bie Eingänge zu ncten Linie hat bie Stabt Gießen eng mit ben militärischen Stellen zusammengearbeitet unb burch ihr Entgegenkommen sehr wesentlich bazu beigetragen, baß bie Projekte für bie Vergrößerung ber Gießener Garnison alsbalb Wirklichkeit werben konnten. Sie stellte u. a. ben großen Exerzierplatz zur Verfügung unb hat burch Überlassung ber Pcstalozzischule unserer 6 unb 7. Kompanie ein freunbliches unb sauberes Quartier verschafft, in dem sich beibe Kompanien stets wohlgefühlt haben. Unseren Dank auch hierfür ber Stabt Gießen. Möchten Wehrmacht unb Stabt auch weiterhin in kichern Einvernehmen miteinanber arbeiten Wohle ber Stabt Gießen unb bes gesamten b B' *r, । r i Unser Führer und Ob er st er Befehlshaber der Wehrmacht Sieg-Heil! In die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe stimmte alles begeistert ein. Gemeinsam wurden hierauf die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes gesungen. Vorbeimarsch vor Hem Divisionskommandeur. Anschließend folgte ein schneidiger Vorbeimarsch des Bataillons unter Führung von Oberstleutnant Schmidt vor dem Divisionskommandeur General Lüdke. Für die Zuschauer, in deren Mitte sich viele alte Soldaten und Kriegsteilnehmer befanden, war dieser Vorbeimarsch der Kompanien eine ganz besondere Freude des denkwürdigen Tages. Besichtigung der Kasernengebäude. Während die Regimentsmusrk unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e auf dem Kasernenhofe durch schneidige Militärmärsche erfreute, besichtia- ten die Teilnehmer der Feier mit starkem Interesse die Gebäude und die Einrichtungen der Kaserne. Dabei konnte man überall die erfreuliche Feststellung machen, daß in dieser Unterkunft in der besten Werfe für die Soldaten gesorgt ist. Schöne helle Mannschaftsstuben, mit Bildern und Möbeln gut eingerichtet, reichlich Raum bietend für die Be- woyner, weiträumige Korridore und Treppenhäuser, ebenfalls mit zahlreichen Bildern geschmückt (Bilder des Führers, des verstorbenen Generalfeldmarschalls von Hindenburg, des Reichskrieasministers von Blomberg, des Generalfeldmarschalls von Mackensen, Schlachten- und Soldatenbilder der verschiedensten Art usw.), helle und luftige Unterrichtssäle, vortreffliche Bade- und Wascheinrichtunaen in großen Räumen, neuzeitliche sanitäre Anlagen, Zentralheizung, Trocknungsräume für nasse Uniformen, blitzblanke und modern eingerichtete Küchen, schöne Heime für die Freizeit, zweckmäßige Aufbewahrungsräume für Fahrräder usw. werden die Soldaten rasch und frohgestimmt heimisch werden lassen. Gemeinsamer Mittagstisch. Im Anschluß an die Besichtigung versammelte man sich in den Kantinenräumen zum gemeinsamen Mittagstisch. Dabei gab es aus der Soldatenküche eine hervorragende Gemüsesuppe mit Fleischeinlage (Leipziger Allerlei), die ausgezeichnet schmeckte. Die Küchenunteroffiziere und ihre Helfer am Werk lieferten mit diesem hervorragenden Essen, das auch vor dem strengsten Urteil einer vielerfahrenen Hausfrau voll bestehen konnte, ein vortreffliches Zeugnis ihres Könnens. Es ist daher nur verständlich, daß die meisten Teilnehmer mit größter Befriedigung „zwei Schläge" vertilgten und der Kochkunst in der Soldatenküche mit Recht die vollste Anerkennung aussprachen. Beim Mittagstisch hielt nach kurzer Begrüßung durch den Bataillonskommanoeur, Generalmajor a. D. Mohr, Gießen, als Vorsitzender der Offiziersvereinigung des ehemaligen Gießener Jnf.-Rgts. Kaiser Wilhelm Nr. 116, eine kurze Ansprache, in der er die wenig bequemen Einrichtungen in den früheren Kasernen mit den jetzigen schönen Räumen verglich und dabei die Hoffnung aussprach, daß sich die Soldaten in dieser schönen Kaserne wohlfühlen möchten. Er wies dann darauf hin, daß das frühere Gießener Regiment Nr. 116 sich durch hervorragendes Schießen besonders ausgezeichnet, zahlreiche Schieß- preise erhalten und seine (Redners) Kompanie zu seiner besonderen Freude für hervorragendes Schießen u. a. eine Büste seines Lieblingshelden, Friedrichs des Großen, als Schießpreis errungen habe. Es liege nahe, daß in Anknüpfung an jene hohen Schießleistungen des alten Regimentes die Offiziervereinigung der ehemaligen 116er ihrem Traditions- Bataillon zur Erinnerung an diesen Tag des Einzugs in die neue Kaserne einen Schießpreis stiftete, und zwar ein Bild des Mannes, der unserem deutschen Volke die Wehrfreiheit wiedergegeben habe und dem unser Volk dafür zu großem Danke verpflichtet sei. Hierauf überreichte der Redner ein großes Bild des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler als Wanderpreis für den Schießwettbewerb innerhalb der Kompanien des Bataillons an den Ba- laillonskommandeur Oberstleutnant Schmidt, der für diesen wertvollen Preis den herzlichsten Dank des Bataillons aussprach und dabei betonte, die Stifter des Preises dürften überzeugt sein, daß die Tradition der 116er beim Bataillon in besten Händen liege und das Bataillon auch im Schießen immer bestrebt sein werde, die besten Leistungen zu erreichen. Kaufmann Petri überreichte, als Vertreter derjenigen Offiziere, die unmittelbar nach dem Kriege in ihrer militärischen Weiterbildung von dem Bataillon die größte Förderung erfahren hatten, ein Bild, das einen Ausschnitt aus dem Eingreifen des Regiments in der Schlacht von Gravelotte darstellt. Als Vertreter der Landesuniversität erinnerte Se. Magnifizenz der Rektor, Professor Dr. Pfähler, an die gemeinsamen Aufgaben, die von der Universität und dem Regiment bei der Erziehung des jungen deutschen Nachwuchses zu erfüllen seien, ebenso an die enge Verbindung, die von jeher zwischen dem Regiment und der Universität geherrscht hat. Beide, das Regiment und die Universität, seien ein Bild der wahren Volksgemeinschaft. Das komme auch bei diesem gemeinsamen Mittagessen erfreulicherweise dadurch zum Ausdruck, daß rechts von ihm (dem Rektor) der Kommandeur des Regiments sitze, bei dem er (Redner) soeben seine Uebung gemacht habe, während ihm gegenüber der Schlossermeister Karl Braun, sein Sturmführer in der Gießener SA., zu Tisch sitze, der als Handwerksmeister an diesem Bau für das Bataillon mitwirkte. Um die gute Kameradschaft und enge Nachbarschaft zwischen der Universität und dem Regiment zu unterstreichen, habe die Landesuniversität eine Geldsumme zur Ausschmückung der Kasernengebäude gestiftet. Der Bataillons - Kommandeur, Oberstleutnant Schmidt, brachte den Spendern mit kurzen herzlichen Worten den Dank des Batillons für die freundlichen Gaben zum Ausdruck. Bei der zweiten Tischgesellschaft — der großen Teilnehmerzahl wegen mußte in zwei getrennten Kantinensälen gespeist werden — übermittelte Hauptmann Adam die Grüße des Bataillonskommandeurs und des Bataillons und bat um die weitere enge Verbundenheit zwischen der Bevölkerung und den Soldaten, wie sie an diesem denkwürdigen Tage sich in so schöner Weise gezeigt habe. Der gestrige 17. Oktober 1935, an dem das zweite Bataillon unseres Infanterie-Regiments sein neues Heim bezog, wird in der Geschichte der Stadt Gießen für alle Zeiten ein bedeutsamer Gedenktag bleiben. Mit dem Bataillon empfindet unsere Einwohnerschaft aufrichtige Freude über das schöne Werk, das hier als Stätte des Wirkens für Volk und Vaterland geschaffen wurde. Besichtigung der Kaserne durch die Bevölkerung. Wie der Bataillonskommandeur uns mitteilt, wird die neue Kaserne im Laufe des Monats November an einem Samstagnachmittag oder an einem Sonntag der Bevölkerung von Stadt und Land zur Besichtigung frei- gegeben werden. Wir möchten schon heute auf diese Möglichkeit, das schöne neue Heim unserer Soldaten kennenzulernen, besonders Hinweisen. Aus der Provinzialhauptstadt. Ich entrümpele! Zu meiner Wohnung gehört auch ein Dachboden. Ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt „oben" war. Es muß wohl schon lange her sein. Aber kürzlich war unser Luftschutzhauswart bei mir, hat von der Entrümpelung des Bodens gesprochen und mir dringend ans Herz gelegt, mich um die „ollen Kamellen" zu kümmern, die dort liegen. Und deswegen bin ich gestern mit meinem Aeltesten hinauf- geklettert, um nach dem Rechten zu sehen. Kisten, Koffer und Kasten standen da herum, und erst kam Als Auftakt für die Winterhilfsarbeit haben sich in diesem Jahr die Jungmädels verpflichtet, am 20. Oktober Kinderwäsche und Kinderkleidung zu sammeln. Gebt reichlich und bereitet den Bedürftigen und den Sammlerinnen durch eure Spende eine Freude! ich mir einigermaßen hilflos vor. Hier hatte sich wirklich die Vergangenheit ein Stelldichein gegeben, und sie forderte ihren Tribut. Der alte verwitterte Koffer erinnerte mich an meine erste Reise zu den Großeltern — vierzig Jahre sind darüber vergangen —, den jetzt zerbrochen in der Ecke liegenden Lehnstuhl habe ich einst beim Großvater gesehen. Die Bleisoldaten und die Eisenbahn waren auch da, aber weil auch noch mein Aeltester mit ihnen gespielt hatte, war jetzt kein Staat mehr damit zu machen. Das schönste waren noch die zerkritzelten Bilderbücher, die stark gealterten Schulbücher und die in Hülle und Fülle vorhandenen Schreibhefte. Warum hat man das alles eigentlich aufgehoben, fragte ich mich, indem ich in den Kisten wühlte, blätterte und las. Eine befriedigende Antwort auf diese selbstgestellte Frage fand ich nicht. Alles, was man allenfalls für das Aufbewahren solcher im Grunde überflüssigen Sachen ins Feld führen konnte, waren schlechte Vorwände für eine alte Gewohnheit, die wir alle, ohne viel zu fragen, von den Vorfahren übernommen haben. Aber die Zeiten sind anders geworden, mit der Gartenlaubenromantik ist es vorbei. Das Leben ist härter, der Kampf schärfer geworden, und wenn heute im Zeichen des modernen Flugzeugs eine völkische Gemeinschaft noch eine Zukunft haben will, muß sie ihre einzelnen Glieder mehr denn je dem Dienst an der Allgemeinheit verpflichten. In der Tat: Die Entwicklung des Flugzeuges in der Zeit nach dem Weltkriege zwingt alle Volksgenossen, sich im Frie- den mit den Möglichkeiten des Selbstschutzes vor Luftangriffen vertraut zu machen. Jeder muß wissen, daß mit leicht entzündlichem Plunder gefüllte Dachböden ein Paradies für Brandbomben und eine Riesengefahr für alle Bewohner des Hauses, übrigens nicht nur im Ernstfall, sind. Jeder muß mithelfen, diese Gefahren zu bannen und zunächst einmal an die Entrümpelung des Dachbodens Herangehen! Sortwfhen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 22 Uhr Fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum, Dammstraße; 20.30 bis 21.30 Uhr für Frauen und Männer und 21.30 bis 22.30 Uhr nur für Frauen Schwimmen im Volksbad: 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Prinz von Homburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Königswalzer". Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, als 3. Vorstellung im Freitag- Abonnement der „Prinz von Homburg" von Heinrich von ftleift. Spielleitung: Intendant Schultze- Griesheim. Ende 22.30 Uhr. Die Intendanz des Stadttheaters macht darauf aufmerksam, daß diese Aufführung des Kleistschen Schauspiels „Der Prinz von Homburg", das in der Neuinszenierung mit großem Erfolg die neue Spielzeit einleitete, die letzte öffentliche Vorstellung dieses heroischen Dramas ist. Deutsche Skenographenschaft, Ortsgruppe Gießen. Morgen, Samstag, 19. Oktober, im Hotel Hindenburg, Bunter Abend. (Siehe heutige Anzeige!) Gportantt »Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: All gemeine Körperschule für Frauen und Männer von 20.30 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) von 20.30 bis 21.30 Uhr, L-ollar, Kantinengebäude der Firma Buderus. Schwimmen von 20.30 bis 21.30, Volksbad, für Frauen und Männer; von 21.30 bis 22.30 Uhr, Volksbad, nur für Frauen. Reiten von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Hinein in die Sportkurse „Kraft durch Freude "I MiWlnMioöM Vornan von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Die Kapelle begann zu spielen. Die Melodien vieler der Rheinlieder des alten Musikers reihten sich aneinander zu einer klingenden, buntschimmern- Den Perlenschnur und alles lauschte wie gebannt. Man schwieg, als säße man im Konzert. Und die Melodien drangen ins Herz, machten den Sinn froh und heiter, brachten Augen zum Glänzen und Lippen zu heiterem Lächeln. Die Kapelle war aus- gezeichnet, rasender Beifall brach los, als der letzte Ton verklungen. Gleich darauf kam der junge Kapellmeister durch den Saal auf den Tisch in der Ecke zu und sich vor Wilderling tief verneigend, sagte er: „Im Namen aller hier, die eben Ihre prächtigen, zündenden Rheinlieder gehört, möchte ich Ihnen danken für das herrliche Geschenk Ihrer Lieder. Auch ich danke Ihnen sehr, ich werde niemals den heutigen Abend vergessen, an dem mir das Glück zuteil wurde, vor Ihnen zu spielen, was bald ganz Berlin, nein, ganz Deutschland spielen wird." Er ergriff spontan das gefüllte Glas, das ihm am nächsten stand, und sich halb dem Saale zuwendend, rief er laut: „Ein dreifaches Hoch dem großen Meister Wilderling und ein dreifaches Hoch seiner Loreley!" Wie viele Gläser sich da erhoben bei dem dreifachen Hochruf, wie viele Gläser danach geleert wurden bis zur Nagelprobe, wer weiß es. Konrad Wilderling neigte den Kopf, feine dicken Graulocken strudelten durcheinander. Er sagte laut: „Ich danke Ihnen allen!" Er lächelte: „Und meine Loreley dankt Ihnen auch." Der Kapellmeister entfernte sich nach tiefer Verbeugung, und Konrad Wilderling, der sich erhoben hatte, setzte sich wieder, meinte leise: „Das eben hat mir sehr wohl getan. Ich werde die Erinnerung daran wie etwas Wunderschönes mit heimnehmen in unser liebes altes Städtchen am Rhein." Er sah alle der Reihe nach an. „Wissen Sie, wie mir jetzt zumute ist? Stolz war ich noch eben und glücklich, oas heißt, traurig und mißgestimmt bin ich auch jetzt noch nicht, aber Heimweh spüre ich mit einem Male, Heimweh nach dem Rhein. Ich freue mich, ihn schon in wenigen Tagen wiederzusehen und zu Hause zu sein." Er griff nach seinem Glase: „Auf unseren geliebten Rhein wollen wir trinken, auf Deutschlands Stolz!" Man saß nicht mehr lange beisammen, und als man aufstand und Wilderling neben Bettina dem Ausgang zuschritt, hörten sie überall raunen und flüstern: Loreley! Wie ein Kosename, wie eine Auszeichnung, glitt das Wort in Bettinas Ohr, das der junge Kapellmeister vorhin laut ausgesprochen. Für den nächsten Tag lud Gräfin Jutta den alten Musiker und Bettina zu Tisch in ihre Pension, am Morgen danach wollten dann beide abreisen. Nach Hause! Die Künstlerfahrt hatte die Rheinlieder bekanntgemacht, die Künstlerfahrt war nun zu Ende. Als man sich draußen befand, nannte Gretel die Freundin lachend: Loreley! und Dr. Diendorf dachte: Ungefähr so, wie Bettina Hochwald aussah, stellte er sich die Loreley vor, wenn sie sich verkörpert zeigen könnte. Er verabschiedete sich draußen sofort, bestieg eine Taxe und fuhr heim. Er überfann den Verlauf des Abends. Am meisten dachte er an die kleine Komtesse, es lag so ein eigener Reiz um das zierliche Persönchen. Etwas Kindliches und Schelmisches. Auch sie war ein Rheinlandmädel wie Bettina Hochwald und wenn sich beide auch nicht ähnelten, hatten sie doch etwas Gemeinsames. Ein guter Menschenschlag lebte am Rhein, die blonden Frauen waren so überaus liebenswert. Er schrak zusammen. Liebenswerte Frauen gab es für ihn nicht mehr. Nur seine Mutter ließ er gelten. Wenn eine so feige zu lügen verstand wie es Wally Wald verstanden, verlor man mit dem Glauben an sie zugleich den Glauben an alle die schönen jungen Geschöpfe — dann wurde man hart und mißtrauisch gegen sie, wenn sie auch wohl noch lo liebenswert schienen. Er dachte mit spöttischem Lächeln daran, daß er vorhin, als ihm die kleine Komtesse von ihrem toten Hund erzählt, vorgehabt hatte, ihr einen Hund ähnlichen Aussehens zu schenken. Jetzt erschien ihm die Idee albern und kindisch. Er hatte nicht weit zu fahren und betrat leise die Wohnung, ging leise in sein Schlafzimmer. Er glaubte, seine Mutter schliefe bereits, Doch schon klopfte es an die Tür und seine Mutter trat ein. Sie lächelte ihm entgegen. Sie war ja so froh, daß sich ihr Sohn heute zu dem Konzertbesuch entschlossen. Er war sa nirgends mehr hingegangen, seit Wally gestorben, das aber war nur schon über ein halbes Jahr her. Und die Rheinreise war ihm auch nicht bekommen, in sehr gedrückter Stimmung war er davon heimgekehrt. Sie fragte: „Nun, wie war es, Gerhard, und hast du Konrad Wilderling sprechen können?" Sie ließ sich auf einen nahen Stuhl nieder und blickte den Sohn erwartungsvoll an. Gerhard Diendorf erzählte, und so erfuhr sie von ihm, daß er auch mit Bettina Hochwald, der Sängerin der Wilderlingschen Lieder, zusammengewesen, die ihm in der kleinen rheinischen Stadt, im Gold- schmiedeläochen ihres Vaters, den Amethystanhänger verkauft, den er ihr, der Mutter, mitgebracht. Weiter erwähnte er fein Wort. Keine Silbe durfte die Mutter erfahren von der Geschichte mit dem Bild im Silberrahmen und dem, was damit Fusammenhing, sonst zertrümmerte das gute Andenken, das feine Mutter Wally bewahrte und bewahren sollte. Nicht, weil Wally es verdiente, sondern weil er der armen Mutter einen unendlich großen Schmerz ersparen wollte. Nur deshalb schwieg er — nur deshalb. Er bestellte ihr die Grüße des Detters und daß der morgen kommen würde ihr ,Guten lag* zu sagen. Daß er sie beide gern zum Konzert eingeladen hätte, aber überzeugt gewesen wäre, man würde, der Trauer wegen, das Konzert doch nicht besuchen. Er erzählte auch von dem großartigen Erfolg der Rheinlieder und dem Beisammensein im Weinrestaurant. „Zum Mittagessen sind Onkel Konrad und Fräulein Hochwald bei der Gräfin Syden eingeladen", berichtete er, „ich bat beide, zum Kaffee zu uns zu kommen, gegen fünf Uhr." Er sah die Mutter an. „Ich dachte, es würde dir recht fein. Weißt du, die Sängerin mußte ich miteinladen, ich glaube nämlich, unterwegs auf der Reise macht Onkel keinen Schritt ohne feine Schülerin." Seine Augen leuchteten auf. „Singen kann das Mädel, fingen! Wenn die wollte, würde sie rasend viel Geld verdienen!" Die Mutter fragte: „Wie sind denn die gräflichen Damen, sind sie nett?" Er nickte. „Ja, sehr nett und liebenswürdig. Die Komtesse ist schon von der Schule her mit Bettina Hochwald eng befreundet." Sie lächelte: „Ich freue mich, daß du endlich einmal aus anderem Grunde draußen warst als nur deiner Kranken wegen. Bist noch zu jung, um dich so von der Welt abzuschließen, dein Leben soll noch lang und schön sein, wünsche ich. Und jetzt: Gute Nacht, mein lieber Junge." Sie reichten sich die Hände und er zog die Hand der Mutter an seine Lippen, sagte innig: „Du bist die liebste, gütigste Frau der Welt." „Ich danke dir, Gerhard, für etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte und es doch leider Polizeistundenverlängerung in der Weinwerbewoche. Dom VDA., Landesverband Hessen, Bezirk Giz ßen, wird uns geschrieben: Mit dem Herbst ist auch der uns vom vorige, Winter her gut bekannte Gast aus der deutsch« Sprachinsel G o 11 s ch e e wieder eingetroffen. W« im Vorjahr, wird dieser Volksgenosse allabendlij mit feinem Korb voll Süßigkeiten die ©aftftättei besuchen, wo man ihn und seinen Nummernbeutt daher den Gottscheer, der um der Erhaltung seine, Bodens willen im Winter als Hausierer arbeitet, freundlich auf wie im Vorjahr. Wir beweisen (j mit der es stets eng verbunden war, Abschied. Fi alle Zukunft wird den Gießener Teutonen die e hebende Erinnerung bleiben an schöne, für il ganzes Leben wertvolle Gießener Zeiten. Für das aktive Corps: A. Gros. Für die Altherrenschaft: Dr. L. Heß. Oie Gottscheer sind wieder da! Die Polizeidirektton Gießen teilt mit: Aus Anlaß der diesjährigen Weinwerbewoche wird die Polizei SÄ11 tju $el schon erwartet, um an „grab ober ungrab" an „tief' o®in usw. fein Glück zu versuchen. fiM)2t Im Zusammenhang mit der Weinwerbewoch, werben zu verschiedenen Tagesstunden Proben bei Patenweins aus Oppenheim am Rhein an drei Der schiedenen Plätzen in Gießen ausgegeben, und zwei am Selterstor, am Rathaus und im romantijf Schloßhof des Alten Schlosses. Im Schloßhof-Au , schank bietet sich außerdem die Gelegenheit zur Bel . _ sichtigung des Heidenturmes. Auf die heutige An zeige zur Weinwerbewoche fei aufmerksam gemacht.^- rti Corps Lemonia aufgelöst. Das Corps Teutonia hat nach über 96 Jahrei ehrenvollen Bestehens feine Fahne eingezoge, Wenn auch keiner der von verschiedenen Seiten gegen das Corpsstudententum erhobenen Vorwürs auf Teutonia zutraf, mußte doch das ganze (9t schehen der letzten Zeit zu seiner Auflösung führen Namentlich durften die der SA. angehörenben dorps brüber nicht vor die Entscheidung gestellt werden zwischen SA. und Corps zu wählen. Wenn nun mehr die grünrotgoldenen Farben aus dem Straßen bild verschwinden, so nimmt das Corps Teutoch von der Universität und der Bevölkerung Gießen^ mcubcrten diÄßend Rillten u h- recht ne l<>9 jein |c Sa jein W UM Jrißurni fc Mus -iHt’nr Mn J M - JU Die 1L* mar Pen$° 2(.t$Tra]t Mersha W stunde für den Bezirk der Stabt Gießen am Sams tag, 19., Sonntag, 20., unb Samstag, 26. Oktober allgemein gebührenfrei bis 4 Uhr verlängert. SjLftrc 1 1 ci' n Die Verhältnisse in der deutschen Spradjinftl m ö0’ Gottschee sind nicht leichter geworden. Nehmen nie] chfen - iti koste (M praktisch die über alle staatlichen Grenzen reichende Volksgemeinschaft der Deutschen, in der der Gotl- scheer Volksgenosse ein treues, schwer ringend» Glied ist. Wir bitten besonders die Gastwirte, dem Gottscheer Hausierer seine Arbeit in ihren Lokalen zu geftatien unb sie ihm so weit wie möglich zu erleichtern. Der Gottscheer wird sich stets durch seine blaue Karte aus- weisen. Sollten sich irgendwie Schwierigkeiten ergeben, so wende man sich schriftlich an die Geschäfts- stelle des VDA., Gießen, Schillerschule. Hausschlachtvngen nicht kontingentier! oder verboten. Der Schlachtviehoerwertungsverband Hessen-Ros' sau teilt mit: Hiermit bringen wir der Öffentlichkeit zur Kenntnis, daß alle Gerüchte, auf (Brunb bere: die Hausschlachtungen der Erzeuger fontingentiei ober verboten mürben, unzutreffend sind. irr a 1114 • De Fi 6.8 , ®i( ti Bem 3 Hw iv. ( Mimittlun tfrü 1929 ifl iÄm Be (men:, £ ' UN In wWchast) Dirltdjerui Der uns« Yeirrnäh fetert Br Koben • «Kaise iütimern Dittel z ■Seifet !«h!-i> ■ Srfeäl hft IH.lt iMnh nicht ist. Alle Mütter sollten für ihre Söhne dl liebsten, gütigsten Frauen der Welt fein bis übt das Grab hinaus. Daß es nicht fo ist, dar« tragen oft die Mütter, aber oft auch die Söhne di Schuld. Bei vielen Männern wird die Liebe zia Mutter matt und matter, wenn sie heiraten um die Liebe zur Lebensgefährtin ist doch eine gam andere Liebe, als die zur Mutter. Aber es gibt ■ viele kleine Herzen, barin ist nicht Raum genug m die Liebe $ur Mutter unb Frau zusammen." eil lächelte glücklich. „Die Gefahr, von dir einrntj weniger geliebt zu werden, die bestand nicht um besteht nicht. Gott sei Dank! Schön ist bas, reii bin ich, denn ich weiß und ich bebaure sie sehr, fl gibt so viele bettelarme Mütter." Sie entfernte sich fo leise wie sie gekommen um Gerharb Diendorf blickte ihr nach unb dachte, wil gut, daß diese so durch unb durch mütterliche Frou! nichts wußte von dem Brief, den er in Wallys Köfferchen gefunden. Er blickte auf eine Stelle der Wand, eine klein! Landschaft hing da. Vorher hatte dort ein M Wallys gehangen. Er wünschte eines Tages, do Bilb. sollte abgenommen werden und die Mutti hatte sofort eingewilliat in dem Glauben, er wollt durch ben Anblick der Bilder nicht immer wieder 0‘ seinen Verlust erinnert werden. Sie ahnte nicht, bl er fürchtete, fein Zorn könne ihn einmal über mannen, so daß er die Bilder gewaltsam von bl Wand riß. Er seufzte unb plötzlich mußte er lächeln. In D danken sah er die kleine Komtesse vor sich. <9 schaute ihn mit so warmem Blick an, und er fall Ob Gretel Syden auch solcher Falschheit fähig wesen wäre, wie Wally Wald? Er konnte sich bi nicht vorstellen. Aber hätte er es sich von Wally vorstellen ko nen, vorher — ehe er den Brief gelesen. Niemal — Er machte eine Handbewegung, als verscheui er ein zudringliches Infekt, denn wie zudringlii böse Insekten waren die Gedanken an Wally. Lieb wollte er an die kleine Komtesse denken, und nahm sich vor, sie nicht zu enttäuschen. Er wollt sie in der Pension besuchen unb sich das Bild oo Tyras anschauen. Wie ein Kind erschien ihm ba zierliche Madel, dem man gern einen Gefallen * weist. Er ging zur Ruhe unb als dqr Schlaf ins Zimmi trat, brachte er ein paar non den rheinischen ffieW des alten Wilderling mit, sie wurden zu SchlM meriiebern unb fangen Gerhard Dienborf ein. | (Fortsetzung folgt!) ** I n den Ruhe st and versetzt. Der Oben regierungsrat und Vortragende Rat bei der Ober rechnungskarnmer in Darmstadt Dr. August Heß der lange Jahre als Oberregierungsrat am Kreis amt Gießen tätig war, wurde auf feinen Antroi mit Wirkung vom 1. November ab in ben Ruht stand versetzt. ** Ei n Dreiundachtzigjähriger. Dr hiesige Schneidermeister Konrad Oehler, Neu stabt 8, kann am morgigen Samstag, 19. Oktober seinen 83. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Marn ist feit 50 Jahren treuer Lefer des „Gießener 2In Zeigers". ** SterbefäHe in Gießen. Es verstarb« in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober: I Lin Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartel«. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Dildunter- schriftcn, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitiae und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfol- gen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen- Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliche» Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. 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(5schtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ähre, Licher Straße 13; 3. Christine Müller, Pieh, 59 Jahre, Licher Straße 107; 5. Emilie zeb. Deichert, Wwe., 80 Jahre, Goethestraße 68; Die Beerdigung findet Montag, den 21. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Leider könne heute mancher Bauer noch nicht vom Juden lassen, der doch stets und erwiesenermaßen ein zweifelhafter „Freund" und Parasit am Volkskörper gewesen sei. Jeder Bauer müsse es sich gesagt sein lassem daß die Iudenfrage eine Lharakterfrage ist. Der Bauer müsse alles daran setzen, seines Standes würdig zu sein und zu bleiben. Ein tüchtiges Bauernvol'k fei für unser Vaterland ungeheuer wich- tig. In der Zeit vor dem nationalsozialistischen Umbruch sei der Bauer von den damaligen politischen Parteien immer nur betrogen worden. Heute sei das völlig anders. Die Regierung setzte alles auf den Bauern, verlange aber auch viel von ihm. Das, was die Regierung an gesetzgeberischen Maßnahmen veranlasse, habe, dessen dürfe der Bauer gewiß sein, seine Richtigkeit, auch dann, wenn der Bauer die Heute abend entschlief plötzlich und unerwartet unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Karl Ludwig Klein, Metzgermeister zer. ! er, ! ). M Söhne i bis S ist, d§ Söhne Liebe : traten i eine 6: es gibt genug' men. i )ir eto nicht! bas, n ii sehr, Nachruf! In treuer Kameradschaft stehen wir am Grabe unseres 1b. Kameraden rfteflen n. i oeM ten,4 । Er61 s R en t Gefall insÄ ä *! ImerMnen hffien den Wert der echten Kaisers Brust-Caramellen" erkannt. Jung und Alt greifen immer wieder auf dieses bewährte Mittel zurück, das bei Husten, Heiserkeit und Katarrh schleimlösend wirkt und Erkältungen vorbeugt. — eltN r sich ' nb er,11 it W nte Die aroßte Auswahl in BiuffltHtiDpen, BJöKOetruljen fioDtmöbeln und fioröroatea finden Sie im ans? KglMsMWZ.hMi Gegr. 1876. - Sonnenstraße 18. Deutsche Mutter! 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Mit dem bekannten Wort des Führers: „Das Dritte Reich muß ein Bauernreich fein!" schloß die Vortragende ihre sehr beifällig aufgenommenen Worte. Anschließend sprach der Kreisbauernführer Oberheffen-West Ott-Llsingen. Es sei, so führte er u. a. aus, nötig; daß sich der Bauer von Zeit zu Zeit in einer Versammlung oder in einer Kundgebung finde, um dabei einmal die Gedanken zu richten auf das, was gewesen sei, was um uns vorgehe und was vor uns liege. Der Führer habe uns Pflichten auferlegt, der wir gerecht werden müßten. Wir müßten uns dessen erinnern, daß es eine Zeit gegeben habe, da uns die Ernte nicht freuen konnte, da der Name Bauern mit wenig Achtung genannt wurde und volksfremde Regierung sogar ihre Aufgabe darin sah, den Bauernstand vernichten zu helfen. Der dem Bauern eigene und ihm oft zum Vorwurf gemachte Egoismus habe ihn glücklicher Weife in schwerer Zeit an der Scholle festgehalten. Der Kampf des Führers Adolf Hitlers um den Bauern fei schwer gewesen. Der Bauer sei aber nun dem Dritten Reiche gewonnen und zur Grundlage des Dritten Reiches geworden. Das was der Bauer mit feiner Hande schwerer Arbeit heute erzeuge, sei geadelt. Der Städter, der lange Zeit nichts vom Leben des Bauern gewußt habe, stehe heute dem Bauern mit weit mehr Verständnis gegenüber. Tragweite der Gesetze nicht sofort in ihren ganzem Außmaße erkenne. Der Bauer müsse sich gleichzeitig immer vor Augen halten, was wäre, wenn der Führer Adolf Hitler nicht die Macht im Staate übernommen hätte. So mancher Bauer säße nicht mehr auf feinem Hofe. Rußland sei uns stets ein mahnendes Beispiel. Dem Bauernstand sei nun aber Haus und Hof sicher für alle Zukunft. Der deutsche Bau sei Sachwalter der deutschen Erde geworden und könne ewiger deutscher Bauer sein. Noch große Aufgaben harrten unser. Noch sei im Osten viel Raum für den Bauern, noch sei dort das Land nur wenig besiedelt, noch wollten aber die Bauernsöhne nicht allzuweit fort von der Heimat, um im Osten dem Vaterlande zu dienen. Aber die Hoffnung sei doch wach und bleibe genährt, daß auch der deutsche Osten wieder ein Gebiet deutscher Dolkskrast roertie. Die Wehrmacht, die den deutschen Menschen über Stand und Rang und über die engere heimatliche Landschaft hinweg mit dem gesamten Deutschland verbinde, werde auch dem Bauernsohn die größere Heimat kennenlernen lassen und ihm eines Tages zum Bewußtsein bringen, daß im Osten unaufschiebbare Verpflichtungen zu erfüllen seien. Der deutsche Raum im Osten warte auf den deutschen Bauernsohn. Für all unser Handeln solle uns immer der Führer Adolf Hitler Beispiel sein. Er verlange nichts Unrechtes von uns, er verlange nichts Unmögliches und nichts, was uns zum Schaden gereichen könne. Das wisse der Bauer auch u:d deshalb stehe er wie ein Mann hinter dem Führer. (Lebhafter Beifall!) Nachdem die Referentin bei der Landesbauernschaft, Fräulein Bopp, die Bauersfrauen dazu aufgefordert hatte, sich mitten in die Volksgemeinschaft hineinzustellen und mitzuarbeiten in den Gliederungen der Partei, schloß der Ortsbauernführer Leonhardt Großhaus die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horft-Wefsel-Liedes ge- Kampf gegen artfremdes Leben, bemühte sich immer um Erhaltung von Hof und Heimat und strebte zum Ideal des germanischen Freibauern. Der Kampf sei leider allzu lange erfolglos geführt worden. Es fehlte die führende Idee und die Kraft, dem urwüchsigen arteigenen Recht gegenüber dem fremden römischen Recht zum Durchbruch zu verhelfen. . Die Volksgenossen in Stadt und Land seien einander lange Zeit fremd gewesen, kaum sei sich der Städter mehr dessen bewußt gewesen, daß er meist auch aus dem Bauernstand hervorglng. In der Stunde der höchsten Not sei der Führer Adolf Hitler gekommen, der die Voraussetzungen dafür schuf, daß die ein Jahrtausend lang gehegten Wünsche 5er Bauern ihrer Erfüllung entgegengehen. Um so mehr sei es heute unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß jeder bäuerliche Mensch dem Nationalsozialismus gewonnen werde. Der Bauer fei die Grundlage der Ration. (Er habe naturnotwendig große Verpflichtung der Volksgemeinschaft gegenüber. (Er müsse sich feiner Verantwortlichkeiten stets bewußt fein. Der Bauer solle aber auch stölz daraus sein, mit der Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes eine so hohe BUssion tragen zu dürfen. Es sei schwer, Verständnis aufzubringen für denjenigen, der hier Pflichten verletze oder vernachlässige. Durch die Tat müsse nationalsozialistische Gesinnung bewiesen werden. In ihren weiteren Ausführungen sprach die Rednerin von der Überalterung des deutschen Menschen, von dem fehlenden Nachwuchs, aber auch von öi Firma Fittingsfabrik Bänninger G. m. ^ b.iH Gießen, hat für das Winterhilfswerk 1935/36 ,, dm Betrag von 5 0 0 0 Mark gestiftet. Mit - -- - - - -- „ . Schriftleitung.) entlidj! Gießen. Gemäß § 77 Gesetzes über Arbeitsstil büDemffiung und Arbeitslosenversicherung vom 12. Ok- nMitowel! 1929 in der Fassung vom 27. September 1933 ist! ehe Beschäftigung in der Landwirtschaft (Acker-, Mchn-, Obst- und Weinbau, Wiesen- und Weide- ber Liwvrishaft) bezüglich der Arbeitslosenversicherung der LsvsilMerungsfrei. ____________________________ gefärbten," abwechslungsreichen Herbstwald afft setzt, bis wir die über die „Höhe Noll" füh- etibt markierte Waldstraße erreichten. 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In der Pause: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten: 9.15: Sendepause. 10.15: Schulfunk: „Freiheit in der Gemeinschaft." Eine Rede von Hanns Johst. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15.15: Jugend in Schulung und Freizeit! 16: Der frohe Samstagnachmittag des Reichssenders Köln. 18: Die Laube zu Sefenheim. Funkspiel um ein entlarvtes Idyll. 18.25: Stegreifsendung. 18.40: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 19: Militärkonzert. Eine Stunde mit den Kasseler Schützen. 1.9.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrichten. 20.10: Ruf der Jugend. 20.15: Großes Konzert. 22: Nachrichten. * Grünberg, 17. Oft. In Verbindung mit dem diesjährigen Gallusmarkt fand heute vor vielen Besuchern in der hiesigen Turnhalle eine Bauernkundgebung statt, die nach einem einleitenden Marsch von dem Ortsbauernführer Leonhard Großhaus eröffnet wurde. Als erste Rednerin sprach die Referentin bei der Landesbanernschast, Fräulein Johanna Bopp in längeren grundsätzlichen Ausführungen über die Stellung und die jeiftige Haltung der bäuerlichen Frau im Dritten Reich. Sie erzählte zunächst eine beispielhafte Episode rechten Verhaltens in Not und Bedrängnis und wies darauf hin, daß wir keinen Anlaß hätten über irgend etwas zu murren, da wir dessen doch sicher sein könnten, daß das Haus unseres Volkes und Vaterlandes fest gefügt fei. Jedes gesunde Volk müsse, so führte die Referentin u. a. weiter aus, ein Bauernvolk bleiben. Seit tausend Jahren führe der deutsche bäuerliche Mensch einen 5' iSiuftCarowllen •w mit Öen 3 Tannen in Ztzihnben in Apotheken, Drogerien itttröuo Plakate sichtbar._______5&70A eine V tein ..„und zum Bauen Abermann o5 chown Hochwald tarnen wir nach einer nochmaligen iltgerraft zur vorgesehenen Kaffeepause nach v Miirshain. lieber gute Feld- und Waldwege W ov:vierten wir, unterwegs noch den OGV. Homberg jirt Mybend, nach Nieder-Ohmen, wo Schlußrast ab- jenaken und die Heimreise angetreten wurde. Eine DoritHmUedjt schönem Herbstwetter begünstigte Wände- deM'rmg lag hinter uns. LI eine Strafkammer Gießen. w - Georg Haubach, Schreinermeister, 66 Jahre, lsteweg 56; 9. Ingrid Niederyausen, 1 Jahr, Öo kestraße 9; 10. Luise Hilke, geb. Metzler, 46 HW, Bruchstraße 6; 10. August Horst Röder, f Monate, An der Kläranlage 2; 10. Katharina Jrei tHif cs, geb. Hinlang, 71 Jahre, Neustadt 44; 13. Ol^,i( ael Wörner, Lehrer i. R., 72 Jahre, Schiffen- intii(08r( tr Weg 40; 14. Emilie Hahn, ohne Beruf, 91 mW, Kaiserallee 14; 15. Friedrich Omhover, zur )Lit Offizier, 30 Jahre alt, Friedensstrahe 18. DHC. Gießen. Man berichtet uns: Fast Banberer tarnen am letzten Sonntag mit der Wat D: Kammer hatte sich gestern mit einer Beru- arnbtftiui -fache zu befassen. Ein Gießener Einwohner an „fn:ir in erster Instanz wegen vorsätzlicher fahrlässiger aifdj?r Anschuldigung zu 50 Mark Geldstrafe verur- Pr°d)i.’0ilt worden. Die Verhandlung, die bis in die Wen iftniljiti Nachmittagsstunden hinein dauerte, führte W lekM kostenpflichtigen Zurückweisung der Berufung. «Einzahlungen für das Wmter- * Hilfswerk 1935/36 fit» auf das Konto 2938 bei der Deutschen Bank m» Diskonto-Gesellschaft. Zweigstelle Gießen, ofrr auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. 2H. III14 zu tätigen. Kreisamtsleitung Gießen der ‘HS'B. Eine erlesene Auswahl meiner täglichen Neueingänge schöner, moderner Damm-KonleHion und Kinder-Mäntel zeigen Ihnen meine Schaufenster. Nachstehend einige Beispiele: - Medel. o nichLWUZW Mal fcVVennählungs-Anzeigen ini vo» lieber Brühl'sche Druckerei ■Illi lllllllllll Nachlässe holten Veröffentlichungen einer Anzeige! ■II Illi ■>Se X *' U-------- ------------- w ., 9ihr nach Göbelnrod, dem Ausgangspunkt der 'Wiäfjigen Oktoberwanderung. 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