Ur. 165 Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 18. Zuli 1935 Erscheint tügltch, außer Sonntags und Feierlag, Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimatun Bild • Die Scholle wanatr.vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüste enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach* richten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche Unwerfitäts-Vuch- und Steinöruderci R. Lange in Gietzen. 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In der Renaissance hatte die Vernunft ihre geistige Herrschaft angetreten und sich später als Rationalismus des Gesamtlebens bemächtigt. Der Mensch, im Besitze dieses Lichtes „der kleine Gott der Welt", ?laubte sich, wenn nur die Vernunft zur Herrschaft omme, den unberechenbaren Zufälligkeiten und Gefahren des rein natürlichen, aus sich selbst quellenden Lebens entrückt. Dieses war nur Rohstoff und Vorstufe für eine vollkommenere, weil „vernünftige" Welt. Heute werden wir uns wieder der Selb- ständigkeit und Eigenwürde unseres rein menschlichen Seins bewußt, das nicht von logischen Sätzen, sondern aus den eigen« ft r e b i g e n Antrieben seines naturhaf- te n Wesens beherrscht wird. Es ist, als kehrten wir von einem unsicheren Jenseits in eine ursprüng- kiche Lage" zurück, in der das natürliche Diesseits wieder gilt und als gültige Macht die Vernunft in ihre Schranken zurückweist. Womit hatte sie diese Schranken übersprungen? Sie hatte etwa den Begriff der reinen (Bered)« tigfeit geschaffen. Wenn sie aber die „Welt" (pereat mundus) dem Sieg der Gerechtigkeit opferte, bann hatte die reine Vernunft wohl einen Sieg er- fochten, aber auf Kosten des Lebens. Wurde die Kunst zu einer Angelegenheit rein geistiger Beziehungen, zu reiner Wortkunst, zu erhabener Welt- entrückcheit, zu einer art pour Part, dann wurde sie lebensfeindlich. Der Pazifismus vermeinte, ein höchstes Dernunftziel aufzustellen, gefährdete aber durch die Erweichung des Wehrwillens das Leben aufs schwerste. „Geistiges Leben" nannte man oft, was kein Leben mehr war, sondern sich in reiner Gedankenwelt ohne Zusammenhang mit dem natürlich-selbständigen Leben bewegte. Und das mar der Grundirrtum des Rationalismus, daß er glaubte, das menschliche Leben werde sich allmählich den Grundsätzen der reinen Vernunft unterwerfen. Zwar hatte Kant längst ihre Grenzen aufgezeigt, aber praktisch blieb das Lebensgefühl des rafionali- ftischen 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart Herr- fchend, am bedenklichsten auf dem Gebiet der reinen Lebenspraxis, der Politik. Die große französische Revolution war der erste praktische Sieg des Rationalismus. Die „gesetzgebende Versammlung" erließ „eine feierliche Erklärung der Rechte des Menschen und Bürgers, damit die Beschlüsse der gesetzgebenden und der ausübenden Gewalt in jedem Augenblick mit dem Endziel jeder politischen Institution überhaupt ver- glichen werden können und dadurch ehrwürdiger werben; damit sich in Zukunft die Forderungen eines jeden Bürgers auf einfache und unantastbare Grundsätze stützen." Man glaubte ernstlich, damit für alle Zukunft das Leben geordnet und gegen den Einbruch der natürlichen Kräfte gesichert zu haben. Das Auftreten Napoleons wirkt wie eine strafende Ironie der Geschchte auf die Anmaßung der „Vernunft". Aber Napoleon blieb ein Zwischenspiel, und die Vernunft-Ideen der Revolution beherrschen noch heute als die „Ideen der Zivilisation" überhaupt bas Lebensgefühl der westlichen Völker und ihrer politischen Vasallen. So wurde die Demokratie heilig gesprochen, die Gleichheit ein Dogma; her Völkerbund als demokratische Friedensidee wurde ein Glaubenswert: ein „Vertrag", mochte er noch so unmoralisch durch Erpressung zustande gekommen und einseitig diktiert fein, wurde allem durch sein demokratisches Gewand geheiligt. Ist Wilson wirklich ein Idealist der Demokratie gewesen? Dann ist sein physischer und geistiger Zusammenbruch aus dem Zusammenstoß seines Ideals mit solcher Art Demokratie wohl erklärlich. Doch mag die Wirklichkeit dieser „Zivilisation" noch so brüchig sein, man täte Unrecht, wollte man hier nur politische Heuchelei zu reinen Machtzwecken wittern. Es sind Wahnideen, letzte und nachher übersteigerte Ausläufer der rationalistischen Geisteshaltung, die aus Trägheit und dem Bedürfnis, die eigne Zivilisation als die europäische gelten zu lassen, festgehalten werden; zumal die diplomatische Konzertkunst dieser schlechten Musikanten auf bie alten Instrumente eingespielt ist. Umgekehrt müssen wir verstehen, warum jene Völker unsere Abkehr von der Vernunft-Zivilisation als Rückfall in frühgeschichtliche Zustände und Barbarei bewerten. Muß doch eine Ideenwelt, wie die nationalsozialistische, die aus so irrationalen Quellen wie Rasse, Ehre, Boden usw. geflossen ist, den Erbpächtern des Rationalismus überaus unbequem fein. Zu ihrem Verständnis bedarf es einer Wandlung des Lebensgefühls, dieser eigentlichen Quelle aller Meinungen und Ueberzeugungen. Denn nicht aus dem reinen Denken stammen diese, Nicht aus der „Vernunft". Die natürliche Lebenswirklichkeit als letzte Kraft und Trägerin alles Seins bedient sich der Vernunft als eines menschlichen Werkzeugs. Zu dieser dienenden Stellung muß Die ins Selbstherrliche ausgewachsene Vernunft zurückgeführt werden. Die Vernunft will unerschütterliche Grundsätze, wenn diese auch das Leben vergewaltigen. Das Leben will erst einmal sich selbst, seine Erhaltung, seinen Fortbestand. Darum geht es heute darauf aus, die Vernunft zu einer biologischen Funktion zu machen. Ein spanischer Denker, der ausgezeichnete Ortega y ©affet, hat in seinem Buche „Die Aufgabe unserer Zeit" diese Wendung zum „spon- Abessinien braucht einen Hasen als Zugang zur Zivilisation. Eine Unterredung mit dem Kaiser von Abessinien./Nur ein Gebietsaustausch kommt in Frage. Protest gegen die einseitige Waffensperre. London, 18. Juli (DNB. Funkspruch). „Times" veröffentlicht ein Interview, das der Korre- vondent des Blattes in Addis Abeba mit dem Kaiser von Abessinien hatte. Der Kaiser erklärte, Abessinien wünsche, daß der Völkerbund ungefähr am 2 5. Juli bie Lage ) r ü f e und warte auf die Entscheidung, ohne nplomatische Schritte zu unternehmen. Abessinien erkenne den Wert des Schiedsvertrages von 1906 ür den Frieden an, aber Mussolini setze ) i e Entsendung von Truppen und Kriegsmaterial fort und drohe, persönlich zu erscheinen. Infolgedessen dürfte ein Vorgehen auf Grund dieses Vertrages jetzt keinen Wert haben, zumal ja Großbritannien die einzige der drei Signatarmächte fei, die auf einer Anwendung beharre. Der Kaiser erklärte sich sehr erfreut über die Haltung Hoares und Edens. In Abessinien werde keine Kritik daran iieübt, daß Großbritannien sich freie Hand bei der Bemühung um Frieden vorbehalte. Bisher habe weder Italien noch ein anderes Land Abessinien einen direkten Vorschlag über den Bau einer italienischen Eisenbahn von Erytrea nach Somaliland gemacht. Die Einzelheiten würden Schwierigkeiten machen. Aber Abessinien sei noch immer bereit, bie Frage zu erörtern. Hebet bie Möglichkeit territorialer Zugeständnisse äußerte sich der Kaiser sehr entschieden. Es komme nur ein Austausch von Gebieten in Frage. Wenn das Angebot des Hafens von Zeila noch fortbestehe, dann sei er zu einer Gegenleistung an Italien bereit Der Umfang des Gebietes könne noch nicht bezeichnet werden, aber hinsichtlich seiner Lage bestehe kein Zweifel. Abessinien lehne es unbedingt ab, eine der nördlichen Provinzen abzulreten, die Bezirke von Arussi. Galla. Vale. Ciban und Boran kämen nicht in Frage. Es könne sichnurumeinen Teil von Ogaden (an der Grenze von Italienisch-Somaliland) handeln. Aber Voraus- sehung fei, daß das Angebot auf Abtretung von Zeila bestehen bleibe. Während seiner europäischen Reise habe er der britischen und französischen Regierung gegenüber heroorgehoben, daß Abessinien einen Hafen an der Küste des Roten Meeres brauche. Dies fei noch immer wichtiger als Darlehen oder sonstiger finanzieller Beistand. Der Hauptgrund für die Absperrung Abessiniens gegen die Zivilisation sei das Fehlen eines Hafens. Zu der Drohung Italiens, in Genf die Frage der Sklaverei aufzurollen, erklärte der Kaiser, die Sklaverei beschranke sich nicht auf Abessinien, sondern existiere auch in Tripolis und Erytrea, was die Italiener selbst zugeben und was dem Völkerbund bekannt sei. Der Kaiser äußerle Ueberraschung darüber, daß Im Widerspruch zu dem Vertrag von 1931 der Entsendung von Kriegsmaterial nach Abessinien Schwierigkeit gemacht würden, besonders von der Tschechoslowakei und Belgien. Er sagte, wenn dies bestehen bleibe, während Italien nach wie vor Kriegsmaterial in seine Kolonien schicke, bann werbe Abessinien nicht im Stanbe sein, seine Unabhängigkeit aufrechkzu- erhalten. Der Kaiser schloß, wenn Italien ben Krieg erkläre ober wenn bie italienischen Truppen es wagten, bie Grenze zu überschreiten, werbe Abessinien sofort ben Kamps aufnehmen, unb gleichzeitig ben Völker- bunb anrufen. Die „Times" schreibt zu dem Interview u. a.: Es fei beachtenswert, daß der Kaiser das Fehlen eines Seehafens als Haupthindernis für einen Forts chritt seines Landes betrachte. Es fei sehr unwahrscheinlich, daß die Abtretung eines Teiles der unbewohnbaren Provinz Ogaden, auch wenn der verhältnismäßig fruchtbare Oberlauf des Schebeli-Flusfes dazu käme, Italiens Appetit nach „wertvollen Ländereien" befriedigen werde. Die Aeußerung über den Bau einer italienischen Eisenbahn deute darauf hin, daß Der Kaiser keinen Vorschlag er- wägen werde, der der italienischen Regierung die militärische Kontrolle über die Eisenbahn oder eine angrenzende Zone geben würde. Die Aeußerung über die Sklaverei sei nicht völlig überzeugend. Der Kauf von Sklaven würde zwar in Italienisch-Afrika und übrigens auch in den afrikanischen Schutzgebieten anderer europäischen Staaten geduldet, aber die Nachbarn Abessiniens beschwerten sich über Raubzüge v o n Sklavenjägern. Immerhin glaube niemand, daß die realistische italienische Regierung aus diesem Grunde ein großes Heer nach Oft- afrifa schicke. 3fl Avenols Mission gescheitert? Behandlung des Abessinienkonflikts vor dem Völkerbund kaum zu vermeiden. Paris, 18.Juli (DNB.) Die Bemühungen des Generalsekretärs des Völkerbundes, Avenol, in London und Paris zu erreichen, daß außerhalb des Völkerbundes Dreier-Verhandlungen zwischen England, Frankreich und Italien geführt würden, sind, wie Frau Tabouis im „Oeuvre" schreibt, gescheitert. Diese Regelung, die für Frankreich sehr a n - n e h m b a r gewesen wäre, sei an der Haltung der britischen sowie der italienischen Regierung zunichte geworden. Die Briten seien zu ihrer früheren Einstellung zurückgekehrt, den Streitfall vor dem Völkerbund zu regeln. Somit sei der Zusammentritt des Völkerbundsrat nach dem 2 5. Juli unvermeidlich geworden. Die Bemühungen des französischen Botschafters in Rom, die Absichten Italiens kennenzulernen, hätten ebenfalls zu keinem Erfolge geführt. Mussolini beschranke sich darauf, allen hochgestellten Personen, die sich ihm näherten, zu erklären, daß das Ansehen Italiens einen Feldzug in Abessinien verlange und daß er nicht mehr Verhandlungen zu führen wünsche. Zwar handele es sich hier nur um ein Manöver, denn im letzten Augenblick werde er sich mit Abessinien „vergleichen". Man suche daher angesichts der bevorstehenden Ratstagung zu einer neuen Taktik zu gelangen, die darin bestehe, Italien zu veranlassen, sich des Völkerbundes zu bedienen, anstatt sich gegen ihn zu wenden. Da Italien behaupte, umfangreiche Unterlagen für Anklagen gegen Abessinien wegen des dort herrschenden Sklavenhandels, wegen Grenzverletzungen, wegen Nichteinhaltung von Verträgen usw. zu besitzen, fei es empfehlenswert, diese Akten dem Völkerbundsrat zu unterbreiten. ,Echo de Paris" empfiehlt Italien ebenfalls, feine Vorwürfe gegen Abbeffinien dem Völkerbund vor- zulegen. Das Matt hegt jedoch über den Ausgang der Genfer Verhandlungen Zweifel und meint, man könne nicht sehen, wie auf friedlichem Wege eine Lösung zu erreichen sei. Unter diesen Umständen sei die Lage der französischen Regie- r u n g außerordentlich heikel. Werde sie gezwungen sein, nunmehr die Initiative zu ergreifen? Die französische Regierung stehe auf jeden Fall vor einer schwierigen Aufgabe. „Gazzetta del popolo" meldet. .. Mailand, 18. Juli (DNB. Funkspruch). „G a z- 3 e tt a bei P o p o l o" bringt aus der ägyptischen Zeitung „El Bassir" aus Alexandria die Behauptung, daß die englische Regierung an den Grenzen der englischen Besitzungen Sudan, Kenya und Britisch-Somaliland zahlreiche mit dem modern st en W a ffen ausgerüstete Truppenteile zusammenziehe, um für jedes Ereignis vorbereitet zu fein. Die Turiner „Stamp a" schreibt, England fetze feine alten Manöver mit anderer Musik und geänderten Methoden fort. England suche Italien durch schöne Worte hinter das Licht z u f ü h r e n. Es habe die Absicht, es soweit zu bringen, daß Italien die Geduld verliere. Die Mobilisierung des Völkerbundes fei eine längst überholte Hypothese. Italien setze seine Mobilisierung auf eine andere Art fort. Ohne vorherige Zustimmung Frankreichs fei übrigens jedes Völkerbundsmanöver zum Mißerfolg verurteilt. tanen" Leben, wie er es nennt, als eine „Wendung des allabendländischen Lebensgefühls um 90 Grad" gekennzeichnet. Er verlangt aus dem Lebensgefühl des modernen Menschen heraus, daß unser Denken nicht nur auf eine letzte Wahrheit ausgehe, sondern auch unsere innere Ueberjeu* gung achte. Unser Wollen soll sich nicht allein auf die Vollkommenheit an sich richten, sondern auch unsere Tatlust anregen. Unser Gefühl soll nicht eine blasse, reine Schönheit erreichen wollen, sondern auch unserem natürlichen Wohlgefallen Genüge tun. Auch für die politische Idee dürfen wir beanspruchen, daß sie nicht die höchsten Ansprüche der Vernunft zu erfüllen suche, sondern zuerst unser Leben selbst, seine Würde; Kraft und Zukunft sichere. Ebenso ist es mit der Kult u r überhaupt. Ortega deutet auf den „Schiffbruch der Kultur", wie der Krieg ihn offenbarte. In der historischen Stunde, da sie als höchster Ausdruck der Vernunft ihre Macht hätte ausleben müssen, da erwies sich ihr Kern als hohl; die Völker hatten keinen Glauben an sie. Sie wird als hoher Lebenswert nur dauern, wenn sie beständig aus der Quelle des lebendigen Menschentums gespeist wird. Nietzsche hatte prophezeit: „Was wir heute Kultur Gesittung, Erziehung nennen, wird eines Tages Dor dem unerbittlichen Richter Dionysos zu erscheinen haben." Dionysos hat sein Urteil gesprochen. Wie wir einst Kunst, Wissenschaft, Technik usw. zur Würde höchster Werte erhoben hatten, so handelt es sich nach Ortega „jetzt darum, das Leben, das bis jetzt eine nackte Tatsache, ein Zufall der Schöpfung war, zu sanktionieren, indem man aus ihm ein Prinzip, ein Recht macht." fiat man etwa früher gemeint, das „Leben" sei eine Art Zustand der Wilden, beherrscht von reiner Selbstsucht? Im Gegenteil, das Leben, sich selbst überlassen, neigt zur Selbstlosigkeit. „Das Leben ist die Verwirklichung des Altruismus in der Schöpfung, die ewige Wendung des Ich zum andern." Unser deutsches Erlebnis, das Erfahren eines höchsten Wertes, der Kameradschaft, im Kriege bestätigt diese zuerst verblüffende Meinung. Damit ist nach Ortega die Aufgabe unserer Zeit gestellt: „die Vernunft in die Biologie einzuordnen und dem Spontanen zu unterstellen". Erst leben und dann philosophieren! Dann wird alles Kulturelle, soweit es als Nur-Intellektuelles, Rein-Geistiges sich dem Leben als seiner Quelle und Mündung entzieht, ausgemerzt. Die Vernunft wird wieder Dienerin des Lebensdranges. Was dem Leben hilft, ist gut; was dem Gesamtleben schadet, verfällt in strenger Auslese der Vernichtung. Diese Gedanken Ortegas umschreiben in ihrer weltanschaulich gefaßten Form die Grundzüge unseres neuen Weltbildes. Sie bestärkten uns in der Ueberzeugung, daß wir, zwar von Druck und Not gezwungen, hoch aus eigner ungebrochener Lebenskraft früher als die Völker des Westens d i e neuen Ufer erreicht haben. Oie Reorganisation bei Hapag und Lloyd. Betriebsgesellschaften für den Stordatlantikdienst. B e r l i n, 17. Juli. (DNB.) Die Verwaltungen der Hamburb-Amerika-Linie und des Norddeutschen Lloyd teilen mit: Im Zuge der Reorganisation der deutschen Groß- reebereien sind die Verwaltungen von Hapag und Lloyd unter Zustimmung ihrer Aufsichtsräte übereingekommen, die Geschäftsführungihrer Dienstenachund oonNeuyorkaufzwei Betriebsgesellschaften zu übertragen. Zu diesem Zwecke wurde in Hamburg die Hamburger Nordatlantikdienst GmbH., in Bremen die Bremer Nordatlantikdienst GmbH, gegründet. Die bisher von Hapag und Lloyd im Neuyork-Dienst beschäftigten Schiffe bleiben Eigentum der beiden Reedereien. Auch wird die Führung der Dienste weiterhin unter der Flagge und dem Namen von Hapag und Lloyd erfolgen. Das Reich wird die Fortführung dieser Dienste i n ähnlicher Weise erleichtern, wie es in immer steigendem Ausmaße bei den auslän- dischenWettbewerbslinienfür den Nordatlantikverkehr geschieht. Die Geschäftsführung der Bremer Betriebsgesellschaft wird in den Händen des Herrn Heinz S ch ü n g e I, die der Hamburger Betriebsgesellschaft in den Händen des Herrn Victor Neumann liegen. Die genannten Herren, die bisher schon den Nordatlantikdienst beim Lloyd und bei der Hapag geleitet haben, werden gleichzeitig den Verwaltungen beider Betriebsgesellschaften angeho- ren, um auch für die Zukunft eine nach einheitlichen Gesichtspunkten erfolgende Geschäftsführung des Gemeinfchaftsdienstes sicherzustellen. Die Herren Schüngel und Neumann werden formell aus den Vorständen des Lloyd und der Hapag ausscheiden. Lloyd und Hapag werden ihnen jedoch wechselseitig Generalvollmacht erteilen. Die ohnehin schon schwierige Finanzlage der beiden Großreedereien hat sich infolge der Verluste der letzten Jahre, die sich namentlich aus der Zuspitzung des internationalen Wäh- rungs - und Subventionskampfes ergaben, weiter verschlechtert. Es erwies sich daher als notwendig, Sanierungsverhandlun- g e n einzuleiten. Mit einer starken Zusammenlegung des Aktienkapitals wird gerechnet werden müssen. In Camden Town (Südwest-London) wurden im Anschluß an eine f a s ch i st i s ch e V e « f a m mlu n g 15 Schwarzhemden und 2 Frauen von einer Menschenmenge von etwa 600 Personen bedroht. Sie flüchteten sich in eine Garage und mehrere von ihnen wurden durch Flaschen unb andere Wurfgeschosse verletzt. 50 Polizisten ermöglichten den Belagerten einen ungestörten Abzug. i *1 W X. M ® f M KM ä. O W W - ... -A 1 StM MHI vÄl*C BÄ. Oer Glaubens- und Raiionalitäienkampf inIrland Zortdauer der schweren Unruhen in Velsast Lavals Finanz- und Wirffchastsreform Das Echo der Aowerordnungen plötzlich auf einen Mann und mißhandelte i h n schwer. Als die Polizei mit gefällten Gewehren eingriff, entwickelte sich ein Straßen- k a m p f, die Menge versuchte, der Polizei die Gewehre zu entwinden. Ein Polizeioffizier wurde zu Boden gestoßen. Trotz Einsatzes von Militär und Panzerwagen wurden die Unruhen an anderen Stellen fortgesetzt. Im Friedhof selbst entwickelte sich ein Feuergefecht zwischen Drangiften und irischen Nationalisten, bei dem mehrere Personen verletzt wurden DerR etchskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht besichtigt am 19. Juli die Standort des Heeres und der Luftwaffe in Kaf - s e l und wohnt am 20. Juli Pionierübungen an der Weser bei. Die durch Militär verstärkte Polizei durchstreift mit Panzerwagen die Stadt, um nach Dachfchützen zu fahnden. Auf unserem Bilde sieht man ein Polizei- und Militärkommando vor einem Hause, in dem eine Durchsuchung nach Dachschützen vorgenommen wird. (Scherl-M.) Straßenkundgebungen verboten! Paris, 17. 3u(L (DRV.) Zur Bekämpfung und Protest gegen die Sparverordnungen der Regierung hat die Gewerkschaft der öffentlichen Ange st eilten für Freitag abend in Paris a u f dem Opernplah eine Kundgebung angelt die von 19 bis 20 Uhr dauern soll. Der Eisen bahnerverband hat sich dieser Veranstaltung angeschlossen, ebenso der Postbeamte n ve r b a n d. Auch die k o m m u n i st i s ch e G e- "°'Nch°N L.G.T.U. Hai beschlossen, sich an öer Protestkundgebung am Freitagabend auf dem Opernplah zu beteiligen. Die Regierung hat jedoch beschlossen, nach dem Nationalfeiertag des 14. Juli, jede Kundge- ;nUi!Vü-f mm ^raße zu verbieten, um in Ruhe die Aktion zur Verteidigung des Franken und zur Wiedergesundung der Wirtschaft weiter zu verfolgen. Dec Innenminister Hal diesen Beschluß ausdrücklich den Präfekten zur Kenntnis gebracht und sie aufgefordert, für die genaue Einhaltung dieses Verbotes zu sorgen. Siimmuna gedrückt. Paris, 18. Juli. (DNB. Funkspruch.) 24 Stunden nach der Veröffentlichung der 28 Einsparungsgesetze ist die Presse in der Beurteilung zurückhaltender als am ersten Tage, wo man noch den Mut der Regierung bewunderte und die Notwendigkeit der Maßnahmen unterstrich. Daß diese Notwendigkeit fortbesteht, wird nicht geleugnet, aber eine nähere Betrachtung der Verordnungen hat doch gezeigt, daß die vom französischen Volk verlangten Opfer härter sind als erwartet wurde. Vor allem ist man besorgt, ob den Abstrichen an 0 e n E l n k o rn rn e n auch ein entsprechender A u s- gleich in der Senkung der Lebenshaltungskosten folgen wird. Die sozialistische und k o rn rn u n i st i s ch e Linke ist sich einig in der Verurteilung der Verordnungen. Sie ermuntert die Opposition, die sich in den von den Gehaltskürzungen betroffenen Beamten - und Angestelltenkreisen zeigt. Da die Regierung jede öffentliche Kundgebung verboten hat, heben die Blätter der äußer- ' sten Linken in dicken Ueberschriften den Beschluß , der Beamtenoerbände und der Eisen- i bahner hervor, am Freitagabend öffentlich a u f , dem Opernplatz zu demonstrieren. Es ; scheint, als ob sich ein außerordentlich starker Wider- . stand gegen die Regierung herausbilde. Unmittel- [ bare politische Folgen dürften jedoch kaum zu erwarten sein. In parlamentarischen Krei- t Jen ist die Stimmung gedrückt. Man glaubt > jedoch nicht, daß die Finanzkommission t noch vor Mitte September zusammentreten wird, ; um die Maßnahmen der Regierung einer kritischen i Nachprüfung zu unterziehen. Selbst das rechtsstehende „Echo de Paris" ; gibt zu, daß die geforderten Opfer von außer- : ordentlicher Härte sind, doch würden sie fast k e i- ■ nem Franzosen erspart. Die Verordnung 1 gen stünden unter dem Zeichen der Gleich- ; heit und der Notwendigkeit. Würden die Maßnahmen scheitern, was allerdings unwahrscheinlich sei, so stehe Frankreich morgen vor dem Bankrott, vor der Inflation und vor einer politischen Krise, in der die soziale Ordnung zusammenbrechen würde. Das „I o u r n a I" meint, die Verordnungen bedeuteten den kühnsten Versuch, der je äu einer wirtschaftlichen Sanierung gemacht worden sei. Der offiziöse „Petit P a r i s i e n" erklärt, Laval führe seine Operation mit unveraleich- licher Methode, Hartnäckigkeit und Sicherheit durch. Der 16. Juli sei ein entscheidender Tag für die Verteidigung der französischen Währung und für die wirtschaftliche Wiederbelebung des Landes. Wesentlich skeptischer ist das „P e t i t I o u r - n a 1", das als Anhänger einer Inflation feine Meinung in den Worten zufammenfaßt: „Das Deflationsexveriment hat begonnen". In scharfer Opposition steht der „O u o t i d i e n", der erklärt, daß Laval weder die Banken anfasse, noch die Aktien-Gesellschaften, noch die Steuerhinterzieher. Das Blatt der sozialistischen Gewerkschaften nennt die Regierungsmaßnahmen einen hoffnungslosen Versuch, das wirtschaftliche Regime zu retten. Auf jeden Fall sei es ein Versuch, den man nicht ein zweites Mal werde machen können. Die Katastrophe sei näher gerückt. — Der Sozialistenführer Löon Blum beurteilt die Maßnahmen Lavals als „einfach, aber falsch"; vor allem seien sie ungerecht, weil nicht gleiche Opfer für alle gefordert würden. Die Kleinen hätten die Hauptlasten zu tragen, somit seien die Verordnungen ein Attentat gegen die Gerechtigkeit und zugleich gegen die Nation. — Den gleichen Vorwurf erhebt die kommunistische „H u m a n i t 6", die außerdem die Maßnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten als ungenügend bezeichnet. Laval begründet die Sparverordnungen. Paris, 17. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Laval verlas am Mittwochabend im Rundfunk eine kurze Erklärung. Unter Bezugnahme auf den Fehlbetrag im Staatshaushalt, im Haushalt der Eisenbahnen und auf die Finanzlage der Gemeinden, die vielfach noch schlechter fei als die des Staates, sowie auf das Steigen der öffentlichen Schuld innerhalb von fünf Jahren von 260 auf 340 Milliarden Francs als Auswirkung der bisher betriebe- nen ständigen Anleihepolitik erklärte der Ministerpräsident: Wenn man mehr ausgibt, als man besitzt, so führt das zum Zusammenbruch. Was für den Privaten gelte, treffe auch für den Staat zu. Ohne gesunde Finanzen gebe es keinen freien Staat. Wenn die Regierung keinen Mut habe, werde daraus Unordnung und Revolution entstehen, wenn die Regierung aber klug handele, könne eine Gesundung erzielt werden. Wenn sich die Regierung ihrer Psticht entzogen hätte, hätte sie Frankreich dem Zusammenbruch entgegengeführt. Die Verteidiger der Abwertung vergäßen, daß Frankreich seine Währung bereits um vier Fünftel abgewertet habe, die Befürworter der Entwertung wollten im Grunde Falschgeld ausgeben. Wir haben andere Wege eingeschlagen und verlangen von allen Franzosen (mit Ausnahme der Unterstützung beziehenden Minderbemittelten, der Arbeitslosen und der Alterspensionsempfänger) schwere Opfer. Durch diese Opfer wird aber der Haushaltsausgleich verwirklicht. Die Zahl und die Wich- tigkeit der Verordnungen beweise, daß die Regierung entschlossen sei, die völlige wirtschaftliche Gesundung durchzuführen. Allein das Ergebnis werde die Frage beantworten, ob die Regierung richtig gehandelt habe. Ruhige und kaltblütige Haltung der Bevölkerung würde ihr die weitere Erledigung der gestellten Aufgaben erleichtern. Die Festigkeit der französischen Währung, die Sicherheit der Finanzen Frankreichs und die Aufrecht» erhaltung der Ordnung im Innern würden ihm — Laval — das Ansehen verleihen, das er brauche, um im Namem Frankreichs bei den intern a- tionajen Verhandlungen sprechen zu können. Künftighin werde er Handlungsfreiheit haben. Die Regierung habe Mut benötigt, um das Finanz- Problem zu regeln. Aber wenn es sich um d i e 0 r • ganifierung der Sicherheit in Euro- p a handele, werde dazu noch die Begeisterung und seine — Lavals — heiße Entschlossenheit, seinem Lande und dem Frieden zu dienen, hinzutreten. Reichssendung: 10 Jahre Hitler-Buch „Mein Kampf-" Berlin, 17. Juli. (DNB.) Der Rundfunk veranstaltet am Donnerstag, 18. Juli, 19 Uhr eine Reichssendung unter dem Titel „Das Wort des Führers z e h n I a h r e H i t l e r - B u ch 'M e t n K a m pf . In dieser vom Deutschlandsender durchgefuhrten Sendung gedenkt der Rundfunk des bem £?r 10 Wen der erste Band von Adolf Hitlers „Mein Kampf" der Oeffentlichkeit übergeben wurde. Einleitend berichten zwei alte Kampf- und Parteigenossen, der ständige Begleiter Führers, SS.-Brigadeführer Schaub und Stadtrat Maurice, aus ihren Erinnerungen an die gemeinsam mit Adolf Hitler in Landsberg am Lech verbrachte Festungshaft.. Wasser- und Elektrizitätstarife den populären Schimmer sozialer Rücksichtnahme zu geben bestrebt war. Die einzige Möglichkeit, diesen Kreuzgang in die allgemeine Unzufriedenheit zu vermeiden, wäre eine ganz anders geartete Reform gewesen, etwa eine solch, die mit einer grundsätzlichen Aende - rung außenpolitischer Vorstellungen aus der übersteigerten Rüstung Frankreichs den fehlenden Bedarf für die friedlichen Aufgaben des Landes herausgeholt hätte oder die den ungeheuren Goldreichtum Frankreichs, der in Goldbarren im Werte von 80 Milliarden Franken in den Tresors der Bank von Frankreich wie ein vergrabener Schatz liegt, zur Grundlage einer produktiven Aufbauwirtschaft des Staates zu machen entschlossen war. So ungefähr hatte sich die vorige französische Regierung unter Führung Fl and ins, der einer der wenige tz modernen und Wirtschaftssachverständigen französischen Politiker ist, den Weg gedacht. Aber die französische Kammer,, die trotz großen Fortschrittsgeschreis ein langbärtiger Hüter des Alten ist, wollte solche Neuerungen nicht, so daß Laval genötigt war, das Reformwerk mit Kompromiß und parlamentarischer Routine anzupacken. Die Aufgabe ist, wie gesagt, auf bem Papier g e I ö ft. Die Gesamtsumme der verordneten Kürzungen und Einsparungen erreicht zusammen die Höhe von annähernd elf Milliarden Franken, was ungefähr dem errechneten Defizit des laufenden Etatjahres entspricht. Der französische Etat ist damit nominell in Ordnung gebracht und wird viel- ^e^cht^sogar einige Zeit in Ordnung bleiben, wenn sich die Voraussage der sozialistischen Agitation Die irische Frage. Die Vorfälle, die sich in Belfast, der Haupt- ftabt Nordirlands, abgespielt haben, lenken die Aufmerksamkeit aufs Neue auf die irische Frage, eine der größten Verlegenheiten der englischen inneren Politik, deren Bedeutung und Besonderheit bis an die Wurzeln des englischen Staatsgefüges herunterreicht und deswegen auch für die außenpolitische Geltung des britischen Reiches von großer Wichtigkeit ist. x Der Norden Irlands ist, wie man weiß, von einer Mehrheit von Protestanten bewohnt, die am 12. Juli, wie üblich, ein historisches Fest feierten. Es handelt sich um den Jahrestag einer Schlacht, durch die am Ende des 17. Jahrhunderts der letzte Widerstand des katholischen Irlands gegen die Herrschaft des protestantischen Englands gebrochen wurde, um einen Erinnerungstag also, der sowohl eine religiöse, als eine nationale Bedeutung fjat, was auch für die Beurteilung der Vorfälle zu beachten ist. Der Festzug wurde durch irländische Nationalisten, das heißt Katholiken, angegriffen, und in den Volksquartieren der Porkstraße kam es zu einer wilden Schießerei, die Opfer an Toten und Verwundeten forderte und die ^rft durch das Eingreifen der Polizei und des Militärs beendet werden konnte. Zwei Tage darauf brachen neue Unruhen aus, die schon den Charakter eines organisierten Aufruhrs hatten und die unter neuen Opfern zu schweren Plünderungen führten. Die Lage in Nordirland ist seither außerordentlich gespannt und kann nur durch das, was wir Belagerungszustand nennen, einigermaßen im Gleichgewicht gehalten werden. Die von den irischen Nationalisten des Nordens verschuldeten Unruhen sind ein Ausbruch der äußerst gereizten Stimmung, die feit den Jübiläumsfeier- lichkeiten der englischen Krone in ganz Irland be« steht. Bekanntlich hat sich der katholische Süden der 'Insel, der sich unter der Führung D e V a l e r a s nach dem Weltkrieg den Rang und die Stellung eines Freistaates erkämpft hat, mit eigenem Parlament, eigener auswärtiger Vertretung, an den Londoner Feierlichkeiten demonstrativ nicht beteiligt, während der Norden Irlands, Ulster, der unter einem britischen Generalgouverneur noch immer verwaltungsrechtlich und politisch zu England gehört, in seiner protestantischen Bevölkerungsmehrheit auch zäh an dieser Gemeinschaft und an der sie verkörpernden englischen Krone f e st h ö l t. Die Katholiken von Ulster, die den protestantischen Festzug angriffen, sind also zugleich die natürlichen Verbündeten De Valeras und seines politischen Zieles, die gange 9 n f e I mit ihrer protestantischen Mehrheit im Norden zu einem vollständig unabhängigen Freistaat zu vereinigen, den englischen Generalgouverneur in Nordirland zu beseitigen und Irland' auch aus den letzten Bindungen mit dem Britischen Reich zu lösen bzw. sie lediglich von dem eigenen Ermessen Irlands bestimmen zu nlassen. So nachgiebig die englische Krone und die Regierung der Nachkriegszeit in der Behandlung der irischen Frage bisher auch gewesen sind, so scheint es doch, daß die Grenze der Kompromißmöglichkeit in dem jetzigen Stadium des Problems erreicht ist, das die Belfaster Vorgänge verdeutlichen. Selbst wenn ein englisches Parlament die Verantwortung für eine völlige Loslösung ganz Irlands übernehmen wollte, würde dies von der Auf dem Papier gelöst. Bevor das französische Parlament bis zum Herbst in Ferien ging, hatte es der Regierung Laval die dem Kabinett Flandin oerweigerle Ermächtigung erteilt, durch Notverordnungen den schwankenden Staatshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dessen a9 *n diesem Etatjahr sich auf annähernd 11 Milliarden beläuft, so daß bei Fortdauer dieses Mißverhältnisses zwischen Einnahmen und Ausgaben dqs goldstrotzende Frankreich vor die Gefahr des Staatsbankerotts oder wenigstens schwerer finanzieller Erschütterung gestellt worden wäre. Die Regierung Laval hat mit der Verfügung der bitteren Notwendigkeiten gewartet, bis das N a t i o n a l f e st vom 14. Juli mit seinen bedrohlichen Spannun- gen vorüber war und unterbreitet nun nach einer funfzehnstündigen 'Kabinettssitzung in 23 Dekreten Dem französischen Volke das Ergebnis des Kompromisses, das Laval mit den verschiedenartigen Strömungen in den Parteien und in feinem Kabinett selbst zu schließen genötigt war. Gs ist das Schicksal solcher Kompromisse — wir wissen dies aus unserer eigenen deutschen Erfahrung in der parlamentarischen Zeit — daß sie n i r g e n d s b e f r i e d i g e n und daß ihr auf errechneter Erfolg sofort durch eine Station in Frage gestellt wird, die den Bestand der „schuldigen' Regierung und damit das ganze gesetzgeberische Werk bedroht. Dies ist hin gejagt, der politische Aspekt, den die Lage in Frankreich nach Erlaß der Notverordnungen bietet denn schon rufen Sozialisten und Kommunisten' xum Sturm gegen die Lavalschen „Elendsdekrete" schon kundigen sich Protestversammlungen der von' ihnen betroffenen Jnteressentenverbände an, schon sucht das immer geschäftige Parteistreben nach einer neuen parlamentarischen Koalition, um das umzu- stürzen, was soeben mit großer Mühe beschlossen wurde, so daß Frankreich wahrscheinlich binnen kur- gern aufs Neue das Bild eines innenpolitischen Kriegsschauplatzes bieten wird. Dies war vorauszufehen, denn die Aufgabe Lavals, den Etat ins Gleichgewicht zu bringen, ohne Interessen und „wohlerworbene Rechte" zu berühren, glich der Quadratur des Zirkels. Auch die berühmte „gerechte Verteilung" der Lasten, in die sich Regierungen in solcher Verlegenheit zu flüchten pflegen, mußte versagen, weil erfahrungsgemäß kein Geschädigter sich damit beruhigt, daß auch ein anderer geschädigt ist. So wirkt die Stoß- kraft der Unzufriedenheit in gleicher Weise auf die Beamten, deren Gehälter, auf die Zivilpensionäre und Staatsrentner, deren Pensionen und Renten man gekürzt- hat, wie auf die Kriegsinvaliden, die einen Abzug von zehn Prozent an ihren Gebühren erfahren, wie auf die Träger einer höheren Einkommensteuer, und sie wird dadurch kaum mefent» lid) abgemildert werden, daß man der großen Schröpfimgsreform durch Herabsetzung der Mieten, des Brotpreises, der Kohlenfteuer und der Gas-, genmärtig eine Periode feiner Entwicklung durch, in der hart und klar gestellte nationale Forderungen mit religiösen oder, besser gesagt, konfessionellen Ansprüchen in Widerstreit geraten sind. In England hat man teilweise für diese Erscheinungen der inneren deutschen Politik nur geringes Verständnis gezeigt, und es ist zu vermuten, daß selbst der englische Außenminister • Sir Samuel Hoare in' seiner letzten Unterhausrede sich diesen Verständnislosen anschließen wollte, als er von dem „Phänomenen" sprach, die England von ferne aus Deutschland wahrnehme Nebenbei bemerkt ist auch im friedlichen Schottland neulich eine katholische Prozession schweren Tätlichkeiten ausgesetzt gewesen. Wir meinen also, daß es sich weder in Deutschland noch in England um Erscheinungen handelt, die Gegenstand internationaler Aufmerksamkeit und Kritik fein sollten, sondern um persönliche Sorgen eines jeden Landes, zu deren Behebung wir der englischen Regierung allen Erfolg wünschen. Die Zahl der Todesopfer im Unruhegebiet von Beltast erhöhte sich am Mittwochmorgen auf 6 Personen. Das letzte Opfer war ein junger Mann im Alter von 22 Jahren, der in den Morgenstunden in der Nixtonstraße erschossen aufgefunden wurde. Die Polizei hat in verschiedenen Straßen Barrikaden aufgerichtet, um die feindlichen Parteien voneinander zu trennen. Neue schwere Unruhen ereigneten sich am Mittwochnach- . r. ..., , - - - -----mittag, als eines der Todesopfer der jüngsten Stra- prote st antischen Mehrheit Nordir- ßenkämpfe beerdigt wurde. Ein Teil der lands kaum kampflos hingenommen Menge, die den Leichenzug begleitete, stürzte sich werden, da sie, abgesehen von ihrem religiösen Zusammengehörigkeitsgefühl mit England und ihrer Anhänglichkeit an die englische Krone, durch eine Vereinigung mit dem katholischen Süden jeden Einfluß verlieren würde und der Gefahr völliger politischer, wirtschaftlicher und religiöser Aufsaugung ausgesetzt wäre. Wie aber die Frage zu lösen ist, ist eines der schwierigsten Rätsel, das jemals auch einer weifen und verständniswilligen Regierung gestellt wurde. Jedenfalls ist der jetzige Zustand, der wirtschaftlich zu einem Zollkrieg mit schweren Folgen für die irische Landwirtschaft geführt hat und der jeden Tag eine Wiederholung von Vorkommnissen wie die in Belfast bringen kann, auf die Dauer unhaltbar. Es handelt sich, wie gesagt, um ein Problem, in dem sich nationale und religiöse Gefühle und Interessen komplizieren. Vor solche Probleme sehen sich von Zeit zu Zeit alle Länder gestellt, die nicht das Glück haben, eine religiöse und nationale Einheit zu besitzen. Auch Deutschland macht ge- nicht erfüllen sollte, daß man durch die sinkende Kaufkraft der in ihrem Einkommen geschmälerten breiten Bevölkerungsschichten bald vor geringeren Steuereingängen und damit vor einem neuen Defizit stehen werde. Wie auch die finanziellen Folgen und Erfolge des Lavalschen Reformwerks zu beurteilen fein mögen, der politische Erfolg der Beruhigung und Festigung der in heftiger Gärung stehenden inneren Verhältnisse in Frankreich wird ihm kaum beschieden sein. Dafür ist nicht Laval und seine Mitarbeiter verantwortlich zu machen, sondern die Parteien der Kammer, die ihn auf diesen Weg gedrängt Haden. Man beschäftigt sich in Deutschland mit diesen innerpolitischen schwierigen Verhältnissen des westlichen Nachbarlandes mit so großer Aufmerksamkeit nicht etwa deswegen, weil sie uns Schadenfreude bereiten oder weil wir der uns oft nachgesagten naiven Meinung wären, daß innerpolitische Schwierigkeiten Frankreichs für uns selbst eine Erleichterung irgendwelcher Art, sei es außenpolitisch, diplomatisch oder wirtschaftlich, bringen könnten. Das Gegenteil ist der Fall. Wir wissen, daß nur eine ft arte französische Regierung und ein seines Besitzes in Frieden sicheres französisches Volk sich werden entschließen können, das Grundproblem der europäischen Politik, die deutsch-französische Verständigung, mit dem Blick in die weite Zukunft anzusehen und zu lösen, den das neue Deutschland ihnen verständlich zu machen unermüdlich bestrebt ist. Dies ist und bleibt der große Gesichtspunkt, unter dem Deutschland erfolglose innerpolitische Reformen in Frankreich bedauert und erfolgreichere begrüßen würde Der Adolf-Wer-Mrsch der Hitler-Jugend Tei- Wie die S t a a t s p o l i - mitteilt, Zahl ling, als Kreisphysikus in Eschwcge ftatb. Höfling eher-1 dichtete dieses berühmte Studentenlied im Jahre Breslau, 17. Juli, zeistelle Breslau Waen Rassenschande in Schutzhaft gekommen. verabschiedet wird. Ein ein Ehrenfähnlein des den Pflichten der Berichterstattung in gewissen len der ausländischen Presse festzunageln. wurden wegen unmittelbarer Der Führer und Reichskanzler an -er Gruft Heinrichs des Löwen, lleberraschender Besuch in Braunschweig. — Fahrt zum Kyffhäuser. sie vom stellvertretenden in einer schlichten Feier HJ.-Ehrenunterbann und Der amerikanische Senat hat mit 44 gegen 41 Stimmen beschlossen, aus dem Zusatz zu der Vorlage, durch die die Befugnisse der Agrar« behörde.erweitert werden sollen, die Be« stimmung zu st r e i ch e n , die den Landwirtschaftsminister Wallace ermächtigt, die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse festzu- setzen. Dies ist eine neue Niederlage für die Regierung Roosevelt, die diese Bestimmung als den w i ch t i g st e n Teil der Vorlage bezeichnete. Berlin, 17. Juli. (DNB.) Der Reichs-Jugend- Pressedienst teilt mit: Zum diessährigen Reichsparteitag veranstaltet die Hitler-Jugend einen großen Bekenntnis- und P r o p a g a n d a m a r s ch durch ganz Deutschland, der die Einheit der gesamten deutschen Jugend und den Leistungswillen der jungen Generation eindrucksvoll bezeugen soll: den A d'o l f - H i t l e r - M a r s ch. Aus allen Gebieten der HI. marschieren die Marscheinheiten mit sämtlichen Bannfahnen auf vorgeschriebener Marschstrecke nach Nürnberg. Am Tage der Eröffnung des Parteitages, am 10. September, treffen die Formationen in der Stadt der Parteitage ein und werden dort 'zu einer großen HJ-Fahnen- Einheit zusammengestellt. Aus den Standorten der 25 Gebiete der HI. marschieren die für den Adolf-Hitler-Marsch sorgfältig zusammengestellten Marschformationen in einer Stärke von etwa 50 bis 100 Hitler-Jungen Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Am 21 Juli sind 55 Jahre verflossen, daß der Dichter des bekannten Studentenliedes „D alte Burschenherrlichkeit ...", Dr. Eugen H ö f- Rassenschande in Verbindung mit Flottenmanöver vor König Georg. London, 17. Juli. (DNB.) Die Jubiläumsschau der englischen Kriegsflotte wurde am Mittwoch durch ein großes Manöver auf derHöhe von Portsmouth abgeschlossen. König Georg, begleitet vom Prinzen von Wales uno den Herzögen von Kent und York, nahm an den Manövern teil. Einen Höhepunkt der Hebungen bildete der Angriff eines feindlichen Bombengeschwaders, das durch zwei der neuen F e r n • lenkflugzeuge dargestellt wurde. Kurz nach ihrem Aufstieg wurden beide Maschinen von den Geschützen der Schlachtkreuzer getroffen und stürzten in die See ab. Im weiteren Verlaufe der Manöver wurden Zielübungen auf feste und bewegliche Ziele und auf das Fernlenkschiff „Vin- dictive" ausgeführt. — Am Nachmittag kehrte der König wieder nach Portsmouth zurück. Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sechs männliche Juden und sechs sogenannte deutschen Frauen in Schutzhaft genommen. Diese sehen ihrer lieber» führung in ein Konzentrationslager entgegen. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro ferner mitteilt, sind seit Ende 1934 in Sachsen auf Anordnung des sächsischen Innenministeriums 14 Frauen und 1 Mann wegen rassenschänd.erischer Beziehungen mit Juden in Schutzhaft genommen worden. Die jüdischen Partner wurden, soweit es sich um Ausländer handelt, des Reichs verwie-" f e n. Die übrigen find einem Konzentrationslager zugeführt worden. !ln formverbot für konfessionelle Lugendverbände in der Vfalz. Speyer, 17. Juli. (Lpd.) Die Regierung der Pfalz hat verboten: Das Tragen von einheitlicher Kleidung, von uniformähnlichen Kleidungsstücken sowie von Abzeichen einschließlich Fahnen, Wimpel und dgl., durch welche die Zugehörigkeit zu einem konfessionellen Jugend- oder I u n g m ä n n e r v e r b a n d zum Ausdruck gebracht wird: den konfessionellen Jugend-, Jungmünnerverbänden und -Vereinen wird jede sportliche — insbesondere g e - lände - und oolkssportliche — Betätigung verboten. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften werden mit Haft bis zu sechs Wochen oder mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Wegen Anstiftung zu Oev senschiebungcn verhaftet. Berlin, 17. Juli. (DNB.) Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Auf Veranlassung des Generalstaatsanwaltes bei dem Landesgericht Berlin wurde am Dienstag im Rahmen der Ermittlungsaktion gegen Angehörige katholischer Orden der Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Aachen, Dr.-Jng. Josef Pirlet verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis Berlm- Moabit eingeliefert. Gegen ihn liegt richterlicher Haftbefehl rangen Teilnahme an Devisenverbrechen vor. In der vor einigen Wochen durchgeführten Verhandlung gegen die Generaloberin der Kölner Augustinerinnen, Schwester Neophytia, geb. Maria Menke, die mit einer Verurteilung z u 5 Jahren Z u ch t h a u s, 5 Jahren Ehrverlust und 121000 Mark Geldstrafe endete, hatte sich der Verdacht ergeben, daß Professor Pirlet die Angeklagte zu ihren Devisenschiebungen angestiftet hatte. Dieser Verdacht hat sich inzwischen so verstärkt, datz nunmehr die Verhaftung des Beschuldigten erfolgen mußte. Auflösung von Stahlheimortsgruppen in Anhalt und Baden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das atlantische Hochdruckgebiet hat sich nunmehr so weit südlich verlagert, daß sich über ganz Mitteleuropa eine Westströmung eingestellt hat. Am Mittwochabend strich eine schwache kühlere Meeresluft unser Gebiet und brachte unter Bewölkungszunahme starkes Zurückgehen der Temperaturen. Eine zweite Kaltluftstaffel liegt über England, die zu ausgedehnten Niederschlägen Anlaß gibt, sie wird voraussichtlich in der Nacht zum Freitag bet uns eintreffen. Im ganzen ist auch weiterhin noch mit dem Fortbestand meist wolkigen Wetters mit zunehmender Niederschlagstätigkeit zu rechnen. Aussichten für Freitag: Heberwiegend bewölkt und vielfach Auftreten von Niederschlägen meist in Schauerform, bei westlichen Winden kühl. Aussichten für Samstag: Weiterhin überwiegend bewölktes Wetter mit Niederschlägen. Temperaturen am 17. Juli: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 21,2 Grad: am 18. Juli: morgens 19,1 Grad. Maximum 27,6 Grad, Minimum 15,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juli: abends 24,1 Grad; am 18. Juli: morgens 21 Grad. — Sonnenscheindauer 11,5 Stunden. und Führern, je nach der Länge des zurückzulegen- den Weges, Ende Juli bis Anfang September ab. Das Gebiet Ostland, das den längsten Anmarschweg hat, versammelt bereits am 20. Juli seine Fahnenabordnungen am Königsberger-SA.-Ehrenrnal, wo " ' ‘ Gauleiter Großherr Aus aller Welt. Doppelte Moral. Seltsame Berichterstattung der ausländischen Presse. Ein Teil der ausländischen Presse hat in übertriebener Form und im Ton moralischer Entrüstung d i e Vorgänge auf dem Kurfürstendamm in Berlin behandelt. Die Tatsachen sind bekamst. Jüdische Besucher eines Lichtspieltheaters haben gegen einen schwedischen Film demonstriert, der den Wesensunterschied zwischen Ariertum und Judentum zum Gegenstand der Handlung hat und der als staatspolitisch wertvoll erklärt worden ist. Darauf- hin haben auf dem Kurfürstendamm am folgenden Abend Kundgebungen gegen das Verhalten der Juden stattgefunden, die aber rasch beendet worden sind. Die amtlichen Verlautbarungen, die dazu ergangen sind, Haben gesagt, was zu sagen war und Habs« hinzugefügt, daß Ruhe und Ordnung bei uns in Deutschland vollständig gesichert seien. Dazu vergleiche man die sensationelle Behandlung dieser Vorfälle in der ausländischen Presse! Merkwürdig, daß Zeitungen in westlichen europäischen Hauptstädten für die Vorgänge auf dem Berliner Kurfürstendamm immerhin reichlich Platz fanden, wahrend sie für Vorgänge im eigenen Lande, die aber im Auslande Aussehen erregen, nicht eine Zeile übrig haben. Wenn in B e l - f a ft in Nordirland sich Straßenkämpfe abspielen, bei denen es Tote gibt, wenn in Edin- bürg hohe kirchliche Würdenträger, in einem Fall sogar ein katholischer Bischof, b e - schimpft und geschlagen werden, so ist darüber aus der großen englischen Presse so gut wie nichts zu erfahren. In Constantine im französischen Algier haben blutige Kämpfe der Mohammedaner gegen die Juden mit vielen Toten auf beiden Seiten ftattgefunben. Als es im zaristischen Rußland wirklich Judenpogrome gab, als mit Unterstützung von Behörden Juden nicht nur geschlagen, sondern totgeschlagen wurden, gab es in der französischen Presse keine Aufregung. Hnd zwar deshalb, weil die französische Presse nicht nur das politische Verhältnis zu Rußland zu pflegen hatte, sondern auch dafür werben mußte, daß die französischen Sparer fleißig zaristische Anleihen kauften. In einigen Staaten Amerikas haben Truvpen und Polizei ganze Straßenschlachten gegen Streikende geliefert. Auch darüber hat dieselbe Presse kaum eine knappe Notiz gebracht: die Presse, die sich nicht genug über eine Kundgebung in Berlin aufregen kann, bei der es keinen nennenswerten Schaden gegeben hat. Es genügt, diese doppelte Auffassung von Deutschen Jungvolks nehmen an der Feier teil und geben anschließend den Bannfahnen das Geleit bis zur Stadtgrenze von Königsberg. Der Marsch der Abordnung geht zunächst bis Pillau, von wo sie ein Dampfer des Seedienstes Ostpreußen nach Swine- münde bringt. In 35 Marschtagen geht es dann von der Ostseekuste über Stettin, Angermünde, Berlin, Potsdam, Wittenberg, Leipzig, Gera, Hof, Bayreuth nach Nürnberg. Die Marschleistung dieser Abordnung beträgt nahezu 800 Kilometer, die Gesamtmarschstrecke aller Gebiete beläuft sich auf 10 500 Kilometer, also mehr als ein Viertel des Erdumfanges. Da selbstverständlich während des Marsches Körperertüchtigung getrieben wird, gibt er auch die beste Gelegenheit zur' Abnahme der Prüfungen für das HI. - Leistungsabzeichen. Im Laufe des 10. September treffen die Abordnungen aller Gebiete in Nürnberg ein. Die 341 Fahnen mit den 1500 Begleitern werden zur HJ.-Fahneneinheit zusammengestellt und zur Besichtigung durch den Reichsjugendführer und zum Vorbeimarsch am Führer einheitlich ausgerichtet. Nach dem Eintreffen der insgesamt 45000 H i11 e r -Iu n ge n am 13. September treten die am Adolf-Hitler-Marsch beteiligten Fahnenabordnungen zu ihren Gebieten und kehren auch mit diesen im Sonderzug in ihre Heimat zurück. 1830, als er in Marburg zum Doktor der Ms« dizin promoviert wurde. Beinahe wäre der Ursprung des Liedes unbekannt geblieben. Erst bei der 350-Jahrfeier der Universität Marburg hat sich Höfling selbst als Dichter des Liedes, dessen Verfasser nahezu 50 Jahre verborgen war, bekannt, da er in seiner Bescheidenheit wenig 2Bert auf seine dichterischen Versuche legte. Höfling wirkte als Arzt in Hünfeld und kam Ende der sechziger Jahre al- Kreisphysikus nach Eschwege, wo er am 21. Juli 1880 starb. Dort wurde ihm von Studenten eine Gedenktafel errichtet. Auch in Marburg in der Wettergasse, wo er als Student wohnte, befindet sich eine Gedenktafel. Typhus in Rom. Nach einer Meldung der Agenzia Stefant sind in der Zeit vom 3. bis 9. Juli in Rom 1992 E r« krankungen an typhusartigem Fieber gemeldet worden, von denen 72 Fälle tödlich verliefen. Die Gesamtzahl der bis sttzt festgestell« ten Erkrankungen belief sich in der Zeit vom 1. Juni bis 9. Juli auf 3144 Fälle, von denen 133 tödlich verliefen. Nach Erklärungen des Gesundheitsamtes soll die Epidemie ihren Höhepunkt über« schritten haben. Windhose zerstört ein spanisches Dorf. Das Dorf Fuentes de Valdepero bei Valencia wurde von einer Windhose vollständig zer« st ö r t. Die zum größten Teil aus Lehm gebauten Häuser der 1500 Einwohner sind dem Erdboden gleichgemacht worden. Auf der Landstraße nach Fuentes de Valdepero wurden starke Bäume entwurzelt und auf die Wohnhäuser geschleudert. Der Verkehr ist unterbunden. Bei der Katastrophe sind, soweit bis jetzt feststeht, eine Person getötet und mehrere verletzt worden. Der Materialschaden ist sehr erheblich. Kleine politische Nachrichten. Im Hnterhaus erklärte Außenminister Hoare auf die Frage, ob irgendwelche Schritte getan worden seien, um die Lage im Memelgebiet zu regeln, daß die britische Regierung mit der französischen und italienischen Regierung hierüber in Verbindung gestanden habe. Die Dinge seien jetzt soweit fortgeschritten, daß man a u f eine Besserung der Lage hoffen könne. * In Anwesenheit des P a p st e s fand eine Sitzung der Ritenkongregation statt, die sich mit dem Leben und mit den Tugenden des seligen Justin de Jacobis beschäftigte, der als erster Italiener als Apostel des katholischen Glaubens nach Abessinien ging und im Jahre 1839 apostolischer Vikar wurde. Es besteht die Absicht, ihn heilig zu sprechen. Wie Agenna Stefani hinzufügt, ist das Andenken an diesen italienischen Apostel auch heute noch in Abessinien lebendig. Mit Rücksicht auf die günstige Entwicklung der Währungslage hat sich in Danzig die Möglichkeit ergeben, wesentliche Teile der Devisenvorschrift ten aufzuheben. Die Wirtschaft kann nun über ihre Devisenbestände und künftig anfallende Devisen völlig frei verfügen. Dadurch ist besonders der Hafen- und Hmschlagverkehr von den einengenben Vorschriften befreit, so daß er seine Aufgabe als Mittler des internationalen Warenaustausches wieder in vollem Umfange erfüllen kann. Braunschweig, 17. Juli. (DNB.) Heber» raschend traf am Dienstagabend der Führer und Reichskanzler in Begleitung von Reichsminister Kerrl, des bayerischen Staatsministers Wagner und anderen Persönlichkeiten in Braunschweig ein. Die ganze Stadt hatte Flaggenschmuck angelegt. Vor dem Börsenhotel, wo der Führer Wohnung genommen hatte, erschollen immer wieder die Rufe der begeisterten Braun- schweiaer „Wir wollen den Führer sehen". Als der Führer und Reichskanzler Mittwoch früh gegen 10.30 Uhr das Hotel verließ, erbrausten immerwährende Heilrufe, die ihn auf der Fahrt zum B u r g p l a tz ständig begleiteten. Auf den Stra- hen hatte die SA. mit ihren Fahnen und Standarten Aufstellung genommen und hinter ihr flaute sich die Menschenmenge in tiefen Gliedern bis an den Rand der Häuser. Auf dem Burgplah schritt der Führer die Front der Ehrenabordnung der SS. -Führer- schule Braunschweig ab und begab sich dann in den Dom, wo im Wittelschiff d i e Gruft des großen Riederfachsen-Herzogs Heinrich des Löwen freigelegt worden ist. In tiefer Ergriffenheit weilte der Führer einige IHinuten an der Gruft. Ministerpräsident K l a g g e s gab einen Heberblick über die Freilegungsarbeiten. Der Sachsen- und Bayernherzog Heinrich der Löwe wird immer mehr als ein Vorläufer einer wahren deutschen Nationalpolitik anerkannt. Sein Grab im Dom zu Braunschweig beginnt ein Wallfahrtsort für ganz Deutschland zu werden. Daher war es unwürdig, daß über den Zustand der Gruft unter dem Grabmal keine genaue Auskunft gegeben werden konnte. Unter Leitung maßgebender Sachverständiger, darunter Die Ursache des Dortmunder Grubenunglücks. Wie das Oberbergamt Dortmund mitteilt, wurde die Schachtanlage „Adolf von Hansemann", auf der sich am Montag das Grubenunglück ereignete, von - der Bergbehörde befahren, wobei festgestellt werden konnte, daß es sich bei dem Unglück um eine durch die Wirkung der Gesteinstaubschranke örtlich begrenzte Schlagwetterexplosion mit nachfolgender Entzündung von Kohlenstaub handelte. Tiefschlagwetter sind infolge von Gebirgsbewegungen plötzlich in größeren Mengen aufgetreten und vermutlich durch Funkenbildung an einem elektrischen Fahrdraht zur Entzündung gebracht worden. Fernsehversuche auf dem Brocken. Von Berlin über Magdeburg und Wernigerode kommend, traf in Schierke (Harz) der aus zwölf Wagen bestehende Fernsehsendezug des Reichspostzentralamts ein. Die Fahrzeuge, in denen. sich die fernsehtechnischen Einrichtungen befinden, sind dann zum Brocken aufgefahren. Auf der Brockenkuppe selbst sind in den letzten Tagen die erforderlichen Vorbereitungen für die Durchführung der Versuche getroffen worden: man Hal zwei etwa zehn Meter hohe Masten errichtet und einen Teil des Geländes planiert, auf dem dann die Fahrzeuge Aufstellung nehmen werden. Man rechnet für die Durchführung der Versuche mit einer Dauer von einigen Wochen. Die Versuche dienen der Feststellung 'der Fersehrnöglichkeit vom Brocken aus. Die Explosion des Petroleumlagers in Basel. Der durch eine Explosion hervorgerufene Brand eines Petroleumlagers in Basel konnte bis in die frühen Morgenstunden des Mittwoch noch nicht gelöscht werden. Gewaltige Rauchsäulen steigen vom Brandherd auf und verdunkeln den Himmel. Die Ursache der Explosion konnte bisher nicht festgestellt werden, doch vermutet man Selbstentzündung infolge der großen Hitze. In mehreren Schuppen waren Petroleum, Benzol, Leuchtgas und Gasöle untergebracht. Etwa 150 Gasölstahlflaschen, die ;e 15 Kilo wogen, explodierten. Der 150 Meter lange Schuppen sowie ein Mittelschuppen, in dem Kohlen uni) Briketts untergebracht waren, und die gesamten Vorräte an Del fielen den Flammen zum Opfer. Auch drei Güterwagen, die sich in der Nähe des Schuppens befanden, verbrannten. Ernste Lage im chinesischen Ueberschwemmungsgebiel. des Professors Eugen Fischer vom Kaiser-Wil- helm-Jnstitut Berlin und Direktor Schmidt vom Kaiser-Friedrich-Museum Berlin, seien die Ausgrabungen vorgenommen worden. Sie hätten gezeigt, in welch pietätloser Weise mit der Gruft in den vergangenen Jahrhunderten verfahren worden sei. Der aufgefundene gut erhaltene Steinsarg konnte einwandfrei als der des großen Niedersachsenherzogs identifiziert werden. Sein Inhalt war unberührt. Don den Ueberreften der (Scheine seiner Gemahlin, der Herzogin Mathilde, konnte nur ein Ledermantel und einige Asche gefunden werden. Ein dritter kleiner Sarg enthielt die (Scheine des ältesten Kindes Heinrichs des Löwen. Der Führer erteilte der braunschweigischen Staatsregierung den Auftrag, die Grabstätte Heinrichs des Löwen wieder herzurich- t e n. Der Führer gab persönliche Anweisungen für die Ausgestaltung und stellte gleichzeitig die erforderlichen Wittel in Aussicht. Anschließend besichtigte der Führer zusammen mit den Mitgliedern der braunschweigischen Staatsregie- rung und seiner Begleitung den alt en Dom und die Burg Dankwarderode, wo Heinrich der Löwe gelebt und gewirkt hat. Als der Führer und Reichskanzler auf den Balkon der Burg trat, brausten wieder über den von dichten Menschenmengen umsäumten Platz endlose Heilrufe, die orkanartig anschwollen, als der Führer kurz danach seinen Wagen bestieg, um dem Kyffhäuser einen Besuch abguftatten. Auf seiner Fahrt durch den Harz wurde er überall, wo er von der Bevölkerung erkannt wurde, be» gegiert begrüßt. Dessau, 17. Juli. (DNB.) Der R e i ch s st a 11 - Halter i n V r a u n s ch w e i g u n d A n h a 11, L o e b e r , hat mit sofortiger Wirkung die Auflösung sämtlicher Stahlhelmortsgruppen des Kreises Dessau-Köthen wegen Wider- sätzlichkeit gegen von ihm getroffene Maßnahmen angeordnet. — Das badische I n n e n m i n i st e - rium hatte schon einige Tage früher die Auflösung von 45 Ortsgruppen im Bereich des Landesverbandes Baden des NSDFB. (Stahlhelm) angeordnet. Der Bundesführer Reichsarbeits- minister S e l d t e läßt mitteilen, daß er sofort um Hebersendung der Akten ersucht habe, um die erhobenen Anschuldigungen nachprüfen zu können. Es bedürfe keines besonderen Hinweises, daß ein Verhalten, wie es in der Mitteilung des badischen Innenministeriums Mitgliedern des NSDFB. (Stahlhelm) zum Vorwurf gemacht werde, im schärfsten Gegensatz zu der Auffassung und Einstellung des Bundes zum Führer und nationalsoziaustftchen Staat stehen würde. schwemmungsgebiet zwischen Puntscheng und Kuyeh hat eine Ausdehnung von 80mal 320 Kilometern. Nach der Mißernte im Frühling sind alle Hoffnungen auf eine zweite Ernte zerstört. Auch im Pangtse- Gehict ist die Lage sehr ernst. In Hankau sind alle Mitglieder der Kuomingtang aufgeboten worden, um an der Verstärkung der Deiche mitzuarbeiten. Kohlengasexplosion in Kentucky. In einer Kohlengrube in Dan Lear (Kentucky, USA.) ereignete sich eine heftige Kohlengasexplosion, durch die die Grube zum Teil zerstört wurde. Neun Bergleute werden vermißt. Man befürchtet, daß sie ums Leben gekommen sind. Lastkraftwagen vom Schnellzug erfaßt. In Upper Sandusky (Indiana USA.) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. An einer ungeschützten Kreuzung raste ein Schnellzug in einen Lastkraftwagen hinein und e n t g l e i st e. 20 Personen wurden verletzt, davon drei schwer. Die Bluttat an dem Arbeitsdienstmann koch vor Gericht. Unter großem Andrang des Publikums begann vor dem Schwurgericht in Siegen der Mordpro- z e ß gegen den '68jährigen Invaliden und Jagdhüter Peter Sasse aus Kirchhundem, der in der Nacht zum 2. Mai d. I. den Arbeitsdienstmann Ernst Koch von der Abteilung 7/209 in Kirchhundem durch einen Herzschuß getötet hat. Der Angeklagte gab bei seiner Vernehmung zu, geschossen zu habem Am 1. Mai sei er durch mehrere Wirtschaften gezogen und habe etwa 22 Glas Schnaps getarnten. Auf nähere Einzelheiten könne er sich nicht mehr besinnen. In der Tatnacht habe er sich in einer Wirtschaft mit anderen Gästen unterhalten. Er habe dann ein unerklärliches, unbestimmtes Angstgefühl gehabt, so daß er sich seines Revolvers versicherte, den er als Jagd- Hüter zu tragen berechtigt war. Er sei dann um 0.35 Uhr zur Post gegangen. Vor der Post habe ihn dann sein Bewußtsein verlassen. Er habe Schritte hinter sich gehört und einen Schreckschuß in die Lust abgegeben. Dann habe er noch einmal geschossen. Heber diese wichtigste Phase der Ereignisse machte der Hauptbelastungszeuge Stroins- k i, ein Arbeitsdienstmann, der den Koch auf einer nächtlichen Streife begleitete, nähere Angaben. Stroinski sagte aus, Koch und er hätten auf ihrem Streifwege plötzlich einen Schuß gehört. Sie feien dann weitergegangen und hätten einen zweiten Schuß aus einer Ecke aufblitzen sehen. Durch diesen Schuß sei Koch tödlich verletzt worden. Stroinski hat dann mit einem hinzukommenden zweiten Arbeitsdienstmann den Sasse überwältigt. „0 alte Vurfchenherrlichkeit ..." Der Gelbe Fluß ist in der Schantung-Pro- vinz in den letzten Tagen um 1,5 Meter gestiegen. In einem Aufruf an die Bevölkerung erklärt der Gouverneur, daß die Lage noch niemals so ernst und bedrohlich gewesen sei. Annähernd tausend Ortschaften seien völlig überschwemmt. Die Z"^ der Flüchtlinge betrage zwei Millionen. Das Ueber- aus Frei- Prüfungsordnung für Aerzte geforderten Dor- aus- 82 Seiten. Kart. 1,20 Mark. neuen Menschen im Nach 10 tägigem Kranksein starb am Montag, 15. Juli, unser lieber Vater Herr Buchdruckereibesitzer Justus Christ 41630 Gießen, den 16. Juli 1935. [Stellenangebote] | Verkäufe Dentist Doering 03043 4167D Paul Gurenkoff, Geschäftsführer 4168 D Deutscher Buchdrucker- Verein E. V., Bez. Gießen Carl Scharfe, Vorsitzender Buch- u. Steindrucker-Innung für die Provinz Oberhessen Wilh. Baum, stellv. Obermeister Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Christ Karl Christ Helmut Wagenbach-Christ Eckhard Christ Vorverkauf: Siehe Plakate. Eintrittspr. von -.75 RM. an. - 4082 D Der neue Weg. Otto Hillmann Ver» Großes Reit-und Fahr-Tumier in Bad-Nauheim Samstag, den 20. Juli, und Sonntag, den 21. Juli 1935, auf der v.Tschammer u. Osten-Kampfbahn Große Springkonkurrenzen - Dressurprüfungen - Pferdeschau- Schau Vorführungen des Reichsheeres und der SA. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. - Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. tierärztlichen Akademie in Berlin untergebracht und erhalten die Gebührnisse ihres Dienstgrades weiter, müssen aber alle Kosten des Studiums und des Lebensunterhalts selbst tragen. Die Ausbildung in den Hochschulferien bezweckt Vervollkommnung und Festigung der bisherigen truppendienstlichen Ausbildung. In den Ferien der letzten Semester herrscht die ärztlich-wissenschaftliche Ausbildung vor (Famulieren). An Beförderungsmöglichkeiten ist Sanitätsrat Dr. Schliephake ist verreist Vertreten Herr Dr. Beyer Herr Dr. Wilhelm Klein Herr Dr. Hehl Herr Dr. Neumann-Spengel Praxis bis auf weiteres geschlossen Wir verlieren in ihm einen treuen, für seine Kollegen stets bereiten Berufskollegen, dessen wir stets gedenken werden. Oie Laufbahn des Sanitätsoffiziers Bestimmungen für Heer und Lustwaffe. Nach kurzer Krankheit verstarb am 15. Juli unser Vorstandsmitglied und Obermeister Herr Justus Christ. Eridi Baut*, Dortmund Deutschlands bester Straßenfahrer fährt seit Jahren das bewährte Diamant-Rad dem er seine Erfolge verdankt ^Ä. Lie werden von „Diamant“ begeistert sein. Lassen Sie sich die neuest Modelle vorführ, durch Jakob Schupp Fahrrad-Handlung, Bahnhofstraße 87 Möbliertes Zimmer (Süd viertel) sofort zu vermiet. AAAuseb.unt. 03040 and.G.A. vorgesehen: nach sechs Monaten Gefreiter, nach acht Monaten Unteroffizier, nach bestandener ärztlicher Vorprüfung, frühestens nach 16mona- tiger Dienstzeit, Fähnrich (im Sanitäts-Korps). Nach abgelegter ärztlicher Prüfung Unterarzt, nach Erlangung der Approbation Assistenzart. Hierzu muß ein Zuschuß von 700 bis 800 Mark für die erste Offiziersausstattung vorhanden oder durch Einzahlungen auf ein Sparkonto sichergestellt sein. Fahnenjunker (im Sanitäts-Korps), bei denen sich herausstellt, daß sie die volle Eignung zum Sanitäts-Offizier nicht erlangen werden, müssen scheiden. Dietrich Eckarts. Er versteht es, die Dichtungen Eckarts in Verbindung mit Kampf und Leben ihres Schöpfers zu deuten. Hier tritt uns, Eckart als einer der Deutschesten der Deutschen entgegert. Zn der Stunde der Not wurde er an der Seite Adolf Hillers ein ebenso unerbitllicher und harter Kämpfer, wie er ein fast kindlich gläubiger Dichter gewesen ist Er gibt damit Zeugnis für seine opferbereite Liebe zum deutschen Volk, die ihn zwang, die dichterische Aufgabe zugunsten der tagespolitischen Notwendigkeit zurückzustellen. — Alfred Rosenberg. Der Mann und sein Werk. Don F. Th. Hart. 2. Aufl. Kart. 1,40 Mark, Lwd. 2,40 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (124) — In knapper, schlagkräf. tiger Form wird in der Schrift von Hart neben dem Leben und politischen Wirken Rosenbergs vor allem seine Gedankenwelt eingehend beleuchtet. Es ist eine gedrängte Einführung in das Hauptwerk „Mythus des 20. Jahrhunderts", eine unversöhnliche Kampfansage an das durch das frühere System herausbeschworene Kultur-Chaos. Am Ende der Schrift stehen Aussprüche aus Rosenbergs Werken, sowie verschiedene grundlegende Aufsätze aus seiner Feder. Neu hinzugefügt wurde der 2. Auflage die große Ansprache in Lübeck 1935 „Europa, der Nor- den und Deutschland". Büchertisch. — Egelhaafs Historisch - politische Jahresübersicht für 193 4. Herausgegeben von Otto Liermann. — Carl Krabbe Verlag Erich Gußmann in Stuttgart 352 Seiten. Geheftet 9 Mk., gebunden 11 Mark. — (225) — Der vorliegende 27. Band der Historisch-politischen Jahresübersicht gibt in drei Abschnitten, in denen die internationale Politik, die deutsche Innenpolitik, die bemerkenswerten geschichtlichen Vorgänge des Auslandes behandelt werden, eine Rückschau auf das ereignisreiche Jahr 1934. Er berichtet u. a. von der Rüstungsfrage, der Paktpolitik, der Entwicklung der Saarfrage, vom Krieg in Arabien, China, Südamerika, der Revolution in Spanien, dem Bürgerkrieg in Oesterreich, der Vergewaltigung der Deutschen des Memellandes. Deutschlands Uebergang aus der Revolution in die Evolution, die Reichsreform als Grundsteinlegung des Dritten Reiches wird dargestellt. Durch Wiedergabe wichtiger Urkunden, Auszüge aus bedeutsamen politischen Reden will die „Jahresübersicht" zugleich eine Art Quellenbuch zur Geschichte der Gegenwart bilden. Das in der Praxis lang bewährte Buch ist dank seiner übersichtlichen Gliederung des umfangreichen Stoffes und seiner zuverlässigen Angaben auch in seinem neuen Bande kaum zu entbehren für jeden, der mit der politischen Entwicklung Schritt halten will. — „Sonnenwend e". Bearbeitet von Hans Niggemann. Fünfte gänzlich umgearbeitete Auflage (Sammlung „Feste und Feiern deutscher Art", Heft 4), 64 Seiten, kart. 1,80 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1935. — (198) — Im ersten Abschnitt werden wir mit dem Wesen der Sonnwendfeier vertraut gemacht. Einen großen Raum des Heftes nimmt „Die große Feier" ein, in der bis ins einzelne Vorbereitung, Verlauf und Nachfeier ausgezeichnet sind. Hier findet auch der Redner Stichworte für eine wirkungsvolle und inhaltsreiche Feuerrede. Sonnwendspiele, Feuersprüche und Gedichte in reicher und treffender Auswahl runden das Heft ab. Es ist dem Herausgeber zu danken, daß er nicht eine mythologische Untersuchung angestellt hat, sondern Erfahrungen aus dem eigenen Erleben weitergibt. Für die Führer der Parteigliederungen, insbesondere für SA., HI., BdM. und Arbeitsdienst dürfte diese Anleitung sehr schätzenswert sein. — Richard Wagners Kampf gegen seelische Fremdherrschaft Von Dr. Curt von Westernhagen. Geh. 2,80 Mark, Lwd. 4 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (125) — Der Verfasser stellt sich die Aufgabe, zu erforschen, was Wagner heute dem deutschen Volte auf die Fragen, die es im Innern bewegen und erschüttern, zu sagen hat: über den deutschen Sinn der Revolution und die Wiedergeburt des Mythos; über die ewige Bedeutung des Griechentums und das allgemeine Kunstwerk: über die Feier des Volkes und den Genius als Sprecher des Volkes; über die religiöse Erneuerung aus dem Geiste des germanischen Mythos und der deutschen Mystik; und über die heldischen Weisen der deutschen Geschichte. Es soll zum Bewußtsein kommen, daß kein anderer Genius die gleiche Kraft in sich trägt, die Kunst aus ihrer lebensfremden Verzauberung zu erlösen und mitten in das Leben der Nation zu führen,' wie Richard Wagner; — daß alle noch so gut gemeinten Versuche der Vereinigung von Kunst und Volk unfruchtbar bleiben müssen, wenn seine Fackel nicht voranleuchtet — Richard Euringer: Dietrich Eckart, Leben eines deutschen Dichters. 36 Seiten, kart. 1 Mark. Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg 1935. — (84) — Euringer umreißt mit feinem Einfühlungsvermögen Leben und Werk Deutscher Boxer Rüde, 5 Monate alt, zu verk. 03049 Iörster, Bahnhofstr. 71» iiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiii Kleiner Lieferwagen für Bäcker,Metzger oderBemüsehändl. geeignet, billig zu verkaufen, oaou Groß-Garage Am Aulweg. ililllllllilllllllliliiiiliiii Fast neues Damenrad zu verkaufen. Gießen osose Lindengasse 10. | Kaufgesuche | Gut erhaltenes Damenrad zu kauf, gesucht. Schristl. Angeb. mit Preis unter 03051 a. d. G.A. Neuorganisation der Heeresfachschulen. Der Leiter der Heeresfachschulen für Verwaltung und Wirtschaft, Ministerialrat Dr. Beyer, machte auf einer Tagung des Reichstreubundes der Berufssoldaten beachtenswerte Mitteilungen über die Neuorganisation der Heeresfachschulen: Zum 1. Oktober 1934 erhielt die Heeressachschule eine neue Organisation. Hat sich auch die äußere Form wieder einmal gewandelt, so sind doch die alten Aufgaben geblieben. Die Heeressachschule schafft nach wie vor die geistigen Grundlagen, die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen s ü r den späteren bürgerlichen Beruf des langdienenden Soldaten. Unangetastet bleiben die Ziele der Abschlußprüfungen I und II. Und wenn es in der „soldatenlosen" Zeit des Zwischenreiches aegen alle Widerstände gelungen ist, die allgemeine Anerkennung der Wehrmachtsfachschulen durchzusetzen, so wird heute ar ft recht dieser Zustand erhalten und weiter ausgebaut werden können. Bisher hatte sich die Heeressachschule in der Hauptsache nur mit den Anwärtern für Prüfung I und II befaßt. Im neuen Staat nimmt sie sich nachdrücklich auch all der verdienten Soldaten an, die für den unteren D i e n st oder für Angestelltenstellen in Betracht kommen. In einem besonderen zweijährigen Lehrgang schult sie diese Soldaten in den Elementen des Deutschen und des Rechnens und mit hoher Stundenzahl — genau wie alle übrigen Schüler — im Maschinenschreiben. So hofft das Reichswehr- minifterium in Zukunft, den Soldaten aller Begabungsrichtungen und -grade eine ihren Leistungen entsprechende Verwendung im bürgerlichen Leben zu sichern. Die Wehrmachtfachschule hat aber darüber hinaus noch den besonderen Auftrag, den in der Kaferne erzogenen Mann auch geistig in das neue Deutschland hinüberzuführen. Zu diesem Zwecke hat der Herr Reichswehrminister den nationalpoli- tischen Unterricht befohlen und ausgestalten lassen. Die Wehrmachtfachschule soll mit dafür sor- zieher gefordert werden müssen. Die Tätigkeit des Sanitätsoffiziers umfaßt die ärztliche Versorgung und Ueberwachung der Truppe im weitesten Umfange des Wortes, sie erstreckt sich ferner auf die ärztliche Behandlung der Familienangehörigen der Soldaten und besteht in den höheren Stellen neben der ärztlichen Tätigkeit auch in Verwaltungs- und organisatorischer Arbeit, Leitung von Lazaretten, Sanitätsformationen usw. Voraussetzung für die Einstellung als Fahnenfunker (im Sanitätskorps) sind u. a. Lebensalter nicht über 21 Jahre, Besitz des Reifezeugnisses einer höheren Lehranstalt, das nach § 6 der Prüfungsordnung für Aerzte zum Medizinstudium berechtigt (fehlende Lateinkenntnisse müssen bis zum Schluß des zweiten Semesters erworben werden), uneingeschränkte Tauglichkeit für den Heeresdienst und geeignete körperliche Anlagen für den heeresärzt- nchen Beruf, arische Abstammung. Die Anmellrung erfolgt in der Regel als Unterprimaner. Eingestellt werden nur Bewerber, die unmittelbar vorher die Reifeprüfung bestanden haben. Bewerbungsgesuche sind schriftlich vom Vater an den örtlich nächsten Wehrkreisarzt (IX: Kassel) zu richten. Dem Gesuche sind beizufügen: Geburtsurkunde, zwei beglaubigte Lichtbilder (kein Profilbild), bei Minderjährigen die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters zum Dienst in der Wehrmacht, Verpflichtung des Vaters, daß er gewillt und in der Lage ist, die Kosten für die Ausbildung usw. zu tragen, ein ausführlicher selbstgeschriebener Lebenslauf, das letzte Klaffen-Schulzeugnis; außerdem ein Zeugnis des Direktors der Schule über den Grad der Befähigung des Bewerbers, besonders hinsichtlich des Studiums, und über seinen Charakter (geistige Regsamkeit, Neigung zu selbständiger Tätigkeit), von Schülern der Oberrealschule eine Verpflichtung, die geforderten Kenntnisse der lateinischen Sprache zu erwerben, Angabe von mindestens drei Dertrauenspersonen, die über den Bewerber Auskunft erteilen können, Erklärung der Schuldenfreiheit des Bewerbers und des Vaters, Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung (bis Großeltern einschließlich). Im Laufe der nächsten Monate erfolgt die Einberufung zur psychologischen Prüfung bei einer der Prüfungseinrichtungen der Wehrmacht. Die Prüfung, Deren Ergebnis mitentscheidend für die Einstellung ist, dauert zwei Tage und hat den Zweck, über die geistigen Fähigkeiten, die Willenskraft und den Charakter des Bewerbers einen Eindruck zu gewinnen. Die Entscheidung über alle Gesuche trifft der Sanitätsinspekteur. Einstellungen als Fahnenjunker (im Sanitäts-Korps) erfolgen nur einmal im Jahr, und Zwar im April. Die Ausbildung umfaßt: Eine sechsmonatige Ausbildung mit der Waffe bei einem Infanterie-Truppenteil (als Abschluß muß ein militärisches Dienstleistungszeugnis erlangt werden, andernfalls erfolgt Entlassung), das medizinische Studium an der Universität Berlin, die medizinischen Prüfungen und das für Mediziner vorgeschriebene praktische Jahr. In besonderen Fällen kann Genehmigung zu vorübergehendem Aufenthalt an anderen Universitäten erteilt werden, militärische und heeresärztliche Fortbil- , düng in den Hochschulferien nach näherer An- ; Weisung der Heeresleitung. Das medizinische Studium ist das gleiche wie für 1 alle Medizinstudierenden. Die Belegung der in der I — Adolf Potthoff: Paul Ernst. — Einführung in sein Leben und Werk. Kart. 1,20 Mark. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München, 1935. — (144) — Ein langjähriger Freund des Dichters und einer der besten Kenner seines Werkes gibt in dieser Einführung schlicht und klar, zum Teil unter Heranziehung bisher unbekannten Materials, die erste zufammenfasiende Darstellung vom Leben und Schaffen Paul Ernsts. Wir erfahren von dem unablässigen und unerbittlichen Ringen des Dichters um fein Weltbild und feine Kunst, von der Sorge des einsamen Mannes um sein heißgeliebtes deutsches Volk, von der Weisheit und Güte des Menschen Paul Ernst, von seinem entsagungsvollen, nur der Arbeit an seinem Werk gewidmeten Leben. Kurze Einführungen in die Hauptwerke lassen die wesentlichen Grundlinien seines Wesens deutlich werden. Die Schrift gibt vor allem auch der sich ständig mehrenden Zahl von Lesern und Verehrern Antwort auf die immer wiederkehrende Frage nach dem Menschen Paul Ernst und seinem Leben. — Karl Escherich : Biologisches Gleichgewicht. Rede, gehalten am 30. Januar 1935 in der Aula der Ludwigs-Maximilians-Universität (München). Kart. 1 Mark. Verlag Albert Langen/ Georg Müller, München, 1935. —(61) — Die Rede des Rektors der Münchener Universität zeigt, wie der Wald als organische Ganzheit entsteht und wie der Mensch als Störer dieser Lebensgemeinschaft wirken kann, wenn er von Zweckmäßigkeitsgedanken sich leiten läßt bei. seiner Arbeit am Walde. Die Fähigkeiten zur Selbstregulierung sind nur dort gegeben und die Existenz nur dort gesichert, wo jedem Einzelglied in der großen Lebensgemeinschaft sein naturgegebener Platz gewährleistet wird. Aus diesen Erfahrungen und Lehren entnimmt der Wissenschaftler die Forderung nach einer Gesamtwissenschaft vom Leben der Natur, der Oeko» logie, die er als die oberste Synthese der Gesamt- Naturwissenschaft bezeichnet. Die Wichtigkeit dieser Wissenschaft auch für die politische Erziehung des Menschen ergibt sich aus dem naheliegenden Vergleich mit der menschlichen Lebensgemeinschaft in Volk und Staat. Die Rede fordert, daß die Wissen- schäft in ihren Fragestellungen sich orientiert an den vom Nationalsozialismus ausgestellten Problemen, und sie fordert zugleich, daß die gesamte Aufbauarbeit aus den extremen Reaktionen heraus unter das biologische Richtmaß gestellt wird, damit wir zu einem gesunden Gleichgewicht aller Kräfte im Inneren des Staatsganzen kommen. — Rudolf Pührer: gen, daß der Soldat bet seinem Ausscheiden tm Neubau des Reiches sich nicht fremd fühle; sie soll ihn geistig und seelisch einheimaten im Dritten Reich und zu fruchtbarer Mitarbeit befähigen in dem Kreiz, in den feine besonderen soldatischen Eigenschaften, seine Fähigkeiten und Leistungen ihn stellen. Die Sanitätsoffiziere ergänzen sich aus Freiwilligen, die nicht nur die nötige Befähigung und Hingabe für den ärztlichen Beruf, sondern auch nach körperlicher Eignung, Charakteranlagen und Persönlichkeitswert die Eigenschaften besitzen. Die von einem späteren Offizier als Führer und Erlesungen wird verlangt. Die Prüfungen sind zu den vorgeschriebenen Zeiten abzulegen. Das praktische Jahr ist in einer Klinik, einem Krankenhaus, Lazarett usw. nach Anweisung der Heeresleitung abzuleisten. Die Fahnenjunker (im Sanitäts-Korps) bleiben auch während des eigentlichen Studiums Soldaten. Sie werden in der Mili- EnM zu kauf, gesucht. Schristl. Angeb. mit, Größe und Preis an 03053 Carl Bellersheim Gladenbach. [Empfehlungen | JLDamenharl ■ (ßMlditshaare) u.auläst.Haarew nurd.dievonmn angew.,einz.sich Melh. unt. Gar imm.mitd.WurZ. 'chm erd. entfernt Frau B. Gulden. Svrechstd. jeden Freitag,Gießen, Astcenstratze40v. 9-7 Uhr durchg. Vornehm 1 GeschmackvollI Persönlich I Otsss drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien* Drucksache Bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Regieren billiget die BrOhl’sche Druckerei Schuletr, 7. 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Da Andenk.gut^Sel. zuges. Abz.Frarr Bergk, Schiffen- berg.Weg17.o,osa Nachlässe vonzus 20 v. S. erhalten Sie del wiederholten Auf- nahmen einer Anzeige lag, Leipzig 1935. — (42) — Erinnerungen eines jungen Deutschen an seine Kriegsgefangenschaft, zugleich ein Bekenntnis zum ' neuen Reich. Nr. (65 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, l8.Zuli (935 Aus der Provinzialhauptstadt. Kleine Wunden im Sommer. Von Or. Karl Gruthos. An heißen Tagen muh jeder praktisch tätige Arzt die Beobachtung machen, daß die Zahl der Kranken, die mit mehr oder weniger schweren Verletzungen und Infektionen der Haut 3u ihm kommen, zunimmt. Jede Jahreszeit hat ihr eigenes Krankheitsbild. Die Erkältungskrankheiten beherrschen das Frühjahr oder den Herbst, Kälteschäden häufen sich im Winter, im Sommer aber wissen wir, daß unsere Haut, dieses überaus lebenswichtige Organ, nur in höchst ungenügender Weise dem klimatischen Wandel sich anpassen läßt und daß sie eine auffallende Schutzlosigkeit gegen Infektionen aller Art zeigt. Hierbei wirken die verschiedensten Faktoren als Ursache: die starke Sonnenstrahlung, die erhöhte Tätigkeit der Schweiß- und Talgabsonderung, die Unbedecktheit erheblicher Hautbezirke, die sonst fest und dauerhaft verhüllt sind und die ein beliebtes Objekt für Insekten und Getier aller Art bilden, schließlich mechanische Verletzungen und Reizungen, wie sie der Aufenthalt im Freien und die vermehrte körperliche Betätigung mit sich bringen. Wer viel Sport treibt, sollte es sich zur Pflicht machen, auch die notwendigsten Kenntnisse über die Hygiene der Haut zu beherrschen. Denn ebenso wichtig wie die Beherrschung einer sportlichen Technik ist die Fähigkeit, das kostbare Instrument des eigenen Körpers sachgemäß zu verwenden und vor unnötigem Schaden zu bewahren. Eine besondere Beachtung bei der Behandlung der Haut verdient gerade für diejenigen, die sich durch sportliche und körperliche Hebungen ein gesundes und abgehärtetes Hautorgan verschaffen wollen, die Heilkraft des Lichtes. Bereits im Altertum mit Recht gepriesen und viel benutzt, ist die Wirkungskraft des Lichtes allmählich in Vergessenheit geraten, um zu Beginn des Jahrhunderts durch Rollier und andere Aerzte des Alpenlandes wieder in die Medizin eingeführt zu werden. Man erkannte den hohen Heilwert der im Sonnenlicht enthaltenen ultravioletten Strahlen, und die Physik hat als ärztliche Hilfswissenschaft die Möglichkeit gefunden, diese im Sonnenlicht nur in geringer Menge enthaltenen ultravioletten Strahlen in konzentrierter und genau meßbarer Form für die ärztliche Praxis verwertbar zu machen. Heute ist die künstliche Höhensonne ein unentbehrliches Requisit in der allgemeinen Behandlung fast jedes Arztes geworden. Wir aber wollen uns hier vor allem der besonderen Fähigkeit der Quarzlampenbestrahlung erinnern, die Heilungsdauer von Wunden abzukürzen und die Reinigung verunreinigter Wunden zu fördern. Wo gehobelt wird, da fliegen Späne. Es ist ganz unvermeidlich, daß angesichts der gesteigerten Arbeitskraft unseres Volkes, der Wiedereinführung der Wehrpflicht und der gewaltigen Leistungen des männlichen und weiblichen Arbeitsdienstes bei den Beteiligten die Zahl der kleinen Unfälle und Verletzungen zunimmt. Wie man eine großzügige Aufklärung betreibt zur Verhütung von Brandschäden in Wald und Feld, so sollte man auch die Vorbeugung gegen vermeidbare Hautschäden ernsthaft betreiben. Denn durch Unvorsichtigkeit und Unachtsamkeit kann auch hier aus einer kleinen Störung ein schwerer Schaden für die Gesundheit des einzelnen und damit für die Volksgesamtheit erwachsen. In fast allen größeren Städten und sicher auch auf dem Lande besteht die Möglichkeit, eine Wunde nach den modernsten wissenschaftlichen Grundsätzen mit Bestrahlung sorgfältig zu behandeln. Für Brandwunden eignet sich besonders die Quarzlichtbehandlung, weil durch sie die glatte Vernarbung, die gerade bei Brandwunden häufig unangenehme Störungen erfährt, gewährleistet wird. Ebenso haben sich die ultravioletten Strahlen bewährt bei den offenen Beinwunden, wie sie mit Vorliebe am Unterschenkel aufzutreten pflegen. Diese Fußgeschwüre, die in ihrer Hartnäckigkeit von Reiselektüre Von Hans Brandenburg. Reiselektürei — Wir hören den Mann mit der fliegenden Buchhandlung dies Wort am Zug entlang ausrufen, und der Reifende ersteht einen grell bebilderten Schmöker, den er, wenn er ihn ausgelesen hat, liegen läßt, um sein Gepäck nicht überflüssig zu belasten. Und doch ist er wenigstens der Käufer eines Buches, während sich die übrigen Insassen des Abteils mit illustrierten Zeitschriften begnügen. Die Seiten sind bald durchgesehen, nun kommt auf der letzten ein Kreuzworträtsel, und in dieses versinkt man für den Rest der Fahrt. Aber ob Buch, ob Blatt: beides gehört zusammen mit den Butterbroten, die man aus Langeweile in den längst satten Magen schlingt, mit dem übermüdeten Blick ins Freie, mit dem unerquicklichen Rüttelschlaf auf der Bank, mit dem leeren Gespräch, das man anknüpft. Alles das soll nur die Zeit tot- schlagen. Muß das sein? Ist nicht vielmehr solche Zeit im Eisenbahnzug ein kostbares Geschenk? Für Stunden, vielleicht für einen ganzen Tag einmal losgelöst aus allem sonst Alltäglichen, aus Arbeit, Pflicht, Gewohnheit und von Raum und Ort und damit sogar von uns selbst, sind wir dennoch nicht frei und in dieser Freiheit schon wieder neuen Versklavungen ausgeliefert, sondern — eine Wohltat für den Geist — in ein fliegendes Gefängnis gebannt. Das sind die schönsten Lesestunden. Darum gehört ein* Buch in den Koffer, das uns im Buchladen lange vergeblich lockte oder lange vergeblich auf unserer Borte stand, weil uns die Muße und Ruhe fehlte, es zum ersten oder zum zweiten oder 3um dritten Male zu durchwandern. Jetzt haben wir sie, jetzt, wo der Geist wandern kann, weil der Körper getragen wird, und man sage nicht, es fei bester, zum Fenster hinauszuschauen, denn diese ewige Bilderflucht gleitet schließlich stumpf an uns ab, doch sie erfrischt und schärft sich stets von neuem, wenn innerer und äußerer Blick abwechseln und unsere Augen über den Seiten eines Buches in die begleitende Welt da draußen eintauchen. So habe ich einen unvergeßlichen Reisetag mit Gottfried Kellers „Sinngedicht" erlebt, und für immer schlingt sich mir durch diesen Geschichtenkranz das farbige Landschaftsband des Maines und Rheines. Allein selbst am Ziel ihrer Reise, wenn es eine Urlaubsreise ist, selbst in den Bergen und am Meer bleiben die meisten Menschen bei ihrer falschen und schlechten „Reiselektüre". Sie wissen namentlich mit den Regentagen nichts anzufangen, wissen nicht, daß auch diese auf der Reife ein Geschenk sind, Tage ohne Unternehmung, aber auch ohne Störung, Tage der ruhenden Glieder und Nerven, die man nicht auch wieder über Zeitschrif- Aerzten und Patienten in gleicher Weise gefürchtet sind, reinigen sich nach der Bestrahlung in kurzer Zeit und die Wunde beainnt sich zu schließen. Von wie weittragend biologischer Bedeutung die Ultraviolettstrahlen sind, beweisen die aufsehenerregenden Untersuchungen Havliceks, der bei Operationen innerer Organe das Wundfeld ober einen Abschnitt der Darmschlinge kurzdauernd bestrahlt und auf diese Weise völlig die unangenehmen Operations- folgen der Thrombose ober Embolie zu oermeiben glaubt. Auch bie Einspritzung bestrahlten Blutes bei Eiterungen unb entzünblichen Krankheitsvoraängen hat sich nach Havlicek außerorbentlich bewährt. Wir sehen, bie Lichtbehanblung ist heute ein fast unerläßliches Hilfsmittel ber Wunbbehanblung geworben. Wer rechtzeitig auch bei geringfügig er» fcheinenben Verletzungen ben Arzt um feinen Rat fragt, wirb bie ©törenfriebe ber sommerlichen Freube nicht zu fürchten haben. Glücksmänner — die Werber für die Arbeitsschlacht. Fast täglich ist von Gewinnern bei ber Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung bie Rebe.. Natürlich finb es meist nur die großen Gewinne, von denen gesprochen wird, von' den Zehntausendern und ihren frohen Besitzern. Wenn hier einmal von einem kleineren Gewinn in Gießen erzählt wird, dann hat dies seinen besonderen Grund. Tagaus, tagein stehen die braunen Glücksmänner auf den Straßen und kommen abends in die Gaststätten, um ihre Glückslose an» Anbietern Sie wollen Werber sein für die Arbeitsschlacht und durch den Losverkauf mithelfen, einige Millionen für die Arbeitsbeschaffung freizumachen. Bei ihrem Bemühen müssen sie häufig erfahren, daß es noch eine große Anzahl von Volksgenossen gibt, die den Sinn der Arbeitsbeschaffungslotterie nicht völlig verstehen. „Ihr habt ja doch nichts in euren Kasten!" Das ist eine beliebte Ausrede, um den Kauf eines Loses abzuschlagen. Diese Volksgenossen beweisen damit, daß sie meist noch nicht einmal ein Los gekauft haben, sonst hätten sie sich über die Gewinnmöglichkeit informiert, die auf jedem Los bekanntgegeben ist. Es freut deshalb alle Mitarbeiter bei der Arbeitsbeschaffungslotterie, wenn ein fiasbrief gezogen wird, der auch dem einzelnen Glück bringt. So, wie am Montagabend, als ein hiesiger Gaststättenbesitzer ein Los kaufte und es feiner Tochter schenkte. Große Freude, als es ein 100-Mark-Ge- minn war, um so mehr als die glückliche Besitzerin demnächst zu heiraten beabsichttgt. ten ober über einem beliebigen Leihbibliotheksband des Hotels versitzen sollte. Der Körper erholt sich besser, wenn sich ber Geist auf bie rechte Weife erholt, unb auch an schönen Tagen soll man nicht immer etwas „unternehmen", bas ist oft nur Fortsetzung ber Stadthetze in anberer Gestalt, sondern manchmal bie erfüllte Ruhe einer Lesestunbe suchen. Es ist ein zwiefaches Leden, bas man bann führt, ein rounberbares Doppelleben, welches auch stier wieder das Außen und Innen ineinanberroebt. In einer Urlaubswoche bes letzten Winters habe ich im Hochgebirge nach stählenben Skifahrten bie langen Abenb in einer köstlichen Narrenburg am Oberrhein verbracht, inbem ich ben neuen großen Roman „D a s Riefenfpielzeug" von Emil Strauß las, ben man nur im Stabt- unb Alltagsleben „langweilig" finben kann. Als junger Mensch las ich meiner Braut in ber Somerfrische ben „Grünen Heinrich" vor: sie ruhte in ber Hängematte, unb bie Alpenwelt stieg, wie aus ben Zeilen bes Buches, sichtbar unb wirklich vor uns auf unb legte sich boch roieber auf ben Golbgrunb ber Dichtung. Unb einen rounberbaren Nachsommer ber Vorberge feierte ich mit Stifters „Nachs 0 mme r", Natur unb Kunst atmeten in ber gleichen Verklärung, unb Er- benlanbschaft unb geistige Lanbschaft würben eins. Die beiben letztgenannten Fälle finb Beispiele für bie schönste Art ber Reiselektüre, mit ber uns ein Dichter bie Seele berjenigen Lanbschaft, wo wir unsere Ruhetage verbringen, erst erschließt. „Wer ben Dichter will verstehn, muß in Dichters Lanbe gehn", sagt Goethe. Aber auch wer bie Lanbe verstehen will, muß sie burch bie Augen ber Dichter sehen unb burch sie erst sehen lernen. Ich verstaub Oberschlesien, weil Eichenborff es mir geschenkt hatte, Holstein verstaub ich burch Storm, bie Heibe burch Löus, bie Umgebung Hamburgs burch Liliencr 0 n, unb in ben Bayern- unb Böhmer- walb muß uns Abalbert Stifter begleiten unb leiten. Viele Leser haben mir versichert, baß ihnen erst mein Büchlein „Schöpfung nah um uns" ben Blick für Lanbschaft, Tier unb Pflanze geöffnet hat ober daß sie mit meinem Buche „Festliches Laub" als Führer burch München zum Hochgebirge reisten. Das ist mir ber teuerste Lohn für einen Teil meines Schaffens. Aber ich schließe mit biefer persönlichen Bemerkung über ben Dank, ben man mir erstattete, nur beshalb, weil ich biefen Dank so reichlich weiter- geben barf an biejenigen Bücher, bie mir selbst erst mit bazu verhalfen, mit offenen Augen zu reifen. Reiseführer unb Kartenwerke in Ehren, sie finb unentbehrlich — aber in Natur unb Kultur, in Geschichte, Menschen unb Sitten bes Laubes unb ber ßänber führen uns wahrhaft boch nur solche Bücher ein, bie keine bloßen Orieutieruugs- unb Nachschlagewerke, fonbern Werke bes nach- unb ueugestaltenben Geistes, „schaffeube Spiegel" finb. Unb nun mögen alle diejenigen, die wegen dem Nichtgewinn noch kein Los gekauft haben, einmal ben Losoerkäufer Nr. 134 fragen, wieviel 100-Mark- Gewiuue bei ihm in biefem Monat schon gezogen worben finb, bamit sie überzeugt finb, bah aus ben vielen Loskästen boch zu gewinnen ist. Deutsche Arbeitsfront. Amt für Berufserziehung. Die Kurzschrift - Vereinigung veranstaltet Samstag, 20. Juli, im Garten bes Restaurants „Karlsruhe" einen Kamerabschaftsabenb. Gäste finb willkommen! Bekanntmachung derNS.-Gemeinschast »Kraft durch Freude". Sonderzug zu dem Grohfluglag am 21. Juli nach Kassel. „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!" Nach diesen Worten bes Oberbefehlshabers ber beutfchen Luftwaffe, Hermann Goring, unb unter biefem Motiv finbet am Sonntag, bem 21. Juli 1935, in Kassel ber l.NS.-Volks flug- t a g statt, in besten Rahmen bie besten Flieger, Luftakrobaten unb Fallschirmabspringer (Übet, Oskar Dimpfel, List Schwab u. a. m.) Mitwirken. Der Souberzug I fährt ab Marburg. Die Fahrt kostet eiuschl. Eintrittspreis 3 Mark. Ab Gießen kostet bie Fahrt eiuschl. Eintritt 3,60 Mark. Dieser Preis ist wohl für jeben tragbar, bietet boch biefer Großflugtag, ber mit militärischen Hebungen ber verschiebensten Waffengattungen ausgestattet ist, ein sicherlich unvergeßliches Erlebnis. Schlußtermin für bie schriftliche Anmelbung: 18. Juli 1935. Sonderzug zu dem Großen Preis von Deutschland am 28. Juli 1935 auf dem Nürburgring. Zu diesem Zuge sind noch einige Karten zu 5 Mark (eiuschl. Eintritt) zu haben. Wir bitten die Arbeitskameraden, sich zu dieser Fahrt möglichst umgehend schriftlich zu melden, oder den Betrag von 5 Mark sofort zu bezahlen. Urlaubszug nach Danzig (Ostpreußen). Dieser Zug muß wegen technischer Schwierigkeiten leider ausfalleu. Wir bitten die Teilnehmer, die sich für diesen Zug schon voraugemeldet haben, sich eine andere Ferieusahrt auszusuchen. Sonderzug zum Autorennen am 28. Juli auf dem Nürburgring. Zu diesem Zug gehen in den letzten Tagen die Meldungenu derart zahlreich ein, daß wir alle Gießener Stadttheater. Franz und Paul von Schönthan: „Der Raub der Sabinerinnen". Wir haben diesen Schwant gestern sicher zum dritten Male in Gießen auf der Bühne gesehen, und wir können uns, im Augenblick, nicht besinnen, wie all er jetzt schon ist. Aber daß er unter den älteren Stücken seiner Gattung einer der erprobtesten und unverwüstlichsten ist, daran kann nicht gezweifelt werden, und das hat wohl auch der stürmische Heiterkeitserfolg wieder einmal bewiesen. Es braucht kaum daran erinnert zu werden, daß die Rolle des sächsischen Theaterschmiereudirektors Emanuel ©triefe zum Repertoire eines Schauspielers wie Bassermaun gehört hat. Mau muß sich, so oft man den „Raub der Sabinerinnen" sieht, immer aufs neue wundern, mit welcher Treffsicherheit das Ganze aufgebaut, eingefäbelt unb bis zur letzten Szene bes vierten Aktes burchgehalteu stt. Es gehört zweifellos Geschick unb Routine dazu, jede der zahllosen Pointen, Ueberraschuugen, Verwechslungen und Schwindeleien so vorzubereiteu und wieder aufzugreifen, daß sie im gegebenen Augenblick ihre Wirkung tun. Es klappt hier alles aufs Stichwort, und keiner der kleinen Witze und großen Effekte, über die die Leute vor Jahren schon gelacht haben, fällt unter den Tisch. Da ist Strieses Sondervorstellung in fünf verschiedenen Rollen hintereinander. Da ist die witzig ausgeknobelte Sache mit dem im Kreise herumge- pumpteu Geldschein, der in aller Kürze bei seinem rechtmäßigen Besitzer zu dessen eigner Verwunderung unversehrt wieder anfommt. Da ist die Geschichte vom Papagei im Pinienhain, welcher der Aufführung der Römertragödie mitten im zweiten Akt durch unklassische und unsachliche Zwischenrufe ein stürmisches Ende bereitet. Da ist auch, worauf sich manche schon den ganzen Abend gefreut hatten, die unfehlbare Szene mit dem ausgestopften, dreimal ein- und wieder ausgepackten Vogel bet den Reifevorbereitungen im letzten Akt. Und dabei ist von dem wilden Weinhändler aus Berlin unb seinem ungeratenen Sohn Emil noch nicht einmal bie Rebe gewesen, nicht von ber in Rührung zerfließenben Köchin Rosa, von ber jäh unb schrecklich unterbrochenen Babereise nach He- ringsborf, von ben erschwinbelten Stubentenstrei- chen bes Schwiegersohnes unb bem künstlich arrangierten Familienkrach fünf Minuten vor Beginn ber Vorstellung. Dies alles erlebte in völlig ungebrochener Frische eine fröhliche Auferstehung unter Herrn V 0 lcks Interessenten bitten, sich möglichst umgehend schriftlich anzumelben ober ben Fahrpreis, einschl. Eintrittspreis, in Höhe von 5 Mark sofort zu be* zahlen. Ausfallende Sprechstunden. Die Sprechstunden der Abteilung II der Hessischen Landesregierung fallen am Samstag, dem 20. Juli 1935, aus. IagdkreiS Gießen. 2Im 13. Juli fand im Hotel „Hindenburg" die erste Versammlung des Hegeringes Gießen statt. Der Hegeringleiter, Oberforstmeister Lipp, betonte in seinen Begrüßungsworten, daß diese Abende zwei Aufgaben erfüllen sollten: nämlich die Jäger im Sinne des Reichsjagdgesetzes erziehen und die Kameradschaft in einer gleichgesinnten Jä- gerschaft pflegen. Er wies ferner darauf hin, daß die Teilnahme an diesen Abenden für jeden Jagdscheininhaber, der im Gebiete des Hegerings wohnt, Pflicht ist. Es scheinen darüber noch Unklarheiten zu bestehen. Es kommt nicht darauf an, in welchem Hegeringbezirk das Jagdrevier liegt. Die Anwesenheitspflicht besteht nur für den Hegeringbezirk des Wohnortes. Selbstverständlich kann es nur ratsam sein, wenn ein Jagdpächter darüber hinaus freiwillig auch an den Hegeringversammlungen des Bezirkes teilnimmt, in dem sein Revier liegt. Das Fehlen einer Anzahl von Jagdscheininhabern mochte sich aus diesem Irrtum erklären. Es wird in Zukunft auf die regelmäßige Anwesenheit besonders geachtet werden müssen. Denn wer durch Nichterscheinen sein mangelndes Interesse an der Arbeit der deutschen Jägerschaft unter Beweis stellt, wird für die Folgen selbst einzustehen haben. Im Rahmen der regelmäßigen Besprechung einzelner Abschnitte des Reichsjagdgesetzes behandelte der Hegeringleiter selbst die „Wildfolge", während Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg über das Thema sprach „Welche Patrone darf und welche soll der Jäger zur Jagd verwenden?" Von besonderem Interesse war eine Schau ber Gehörne ber bis jetzt erlegten Abschußböcke. Sie sollte bezwecken, ben Begriff „Abschußbock" klären zu helfen. Es ergab sich babei, baß meist mit gutem Derstänbnis abgeschossen worben war. Fehler werben immer vorkommen, werben sich aber immer mehr oermeiben lassen, je großer bie Erfahrung des einzelnen auf biefem für viele Jäger noch neuen Gebiete ist. Die endgültige Wertung ber Einzelstücke erfolgt erst auf ber Kreisausstellung im Januar 1936. Hingewiesen würbe auf bie P f l i ch t s ch i e ß e n, die am 20. unb 21. Juli unb am 14. August jeweils von 15 bis 19 Uhr mit Pistole unb Flinte statt- finben. Betont würbe ferner, baß im Zeichen bes Reichsjagbgesetzes Hochsitze unb Pirschwege an nachbarlichen Grenzen sich überlebt hätten unb balbigft zu beseitigen seien. Der nächste Hegeringabenb würbe auf den 10. 21 u g u ft festgesetzt. Das Ergebnis des Rundfunksprecher- Wettbewerbs. Der diesjährige Rundfunksprecherwettbewerb des Reichssenders Frankfurt hat allenthalben ein über- rafchendes Interesse gesunden. Mehr denn 700 Be- Werber und Bewerberinnen drängten sich auf den ersten Anhieb zu den Ausscheidungskämpfen. Diese erkleckliche Zahl wie auch das größtenteils vorhandene Können machte es nicht leicht, die 52 Kreisgruppensieger zu ermitteln, die eines Tages in schärfstem Wettbewerb in Frankfurt a. M. noch einmal um die Palme des Sieges ringen — oder, besser gesagt — sprechen mußten. Der Frankfurter Ausscheidungskampf sah zuletzt noch 10 Sprecher am Mikrophon,, von denen, den Besten zu küren, Sache der Gesamthörerschaft des Reichssenders Frankfurt am 13. Juli in Bad Homburg gewesen bewährter Spielführung. Es klappte auch auf ber Bühne alles, wie es im Buche steht, unb bie Kernstellen unb bie Höhepunkte ber Situationskomik weckten Heiterkeit unb Beifall bei offener Szene, beren Ausstattung mit ben gutbürgerlichen Requisiten der neunziger Jahre Herr Löffler besorgt hatte. * Als Theaterbirektor ©triefe aus Leipzig erschien Herr Hub. Er verzichtete zwar barauf, in ber schon berühmt geworbenen Figur etwas von ber menschlichen Tragikomöbie biefer Wanberbühnenexistenz sichtbar werben zu lassen, was in einzelnen Szenen in ber Tat nahe liegt. Aber es blieb auch so noch eine Paraberolle, bie mit ihrem Wortschwall unb ihren aufgebonnerten Theatergebärden ihres Eindrucks in jebem Augenblick gewiß war. * Herr V 0 l ck hatte bie kaum minber bankbare Aufgabe, jenen vollbärtigen Gymnasialprofessor unb verschämten Autor einer blutrünstigen Römertragödie zu verkörpern, besten häusliches Leben in einem erschreckenben Gegensatz zum heroischen Pathos seiner antiken Helben steht. . ♦ „Luise Schubert-Jüngling machte auf hannöversch bas getreue, geschwätzige, theaterbegeisterte unb bis zu Tränen gerührte Faktotum Rosa, Herr Geiger mit robusten Gesten unb lärmenben Erzählungen ben zur Unzeit auftauchenben Gast aus Berlin. Frau © t i r I als zürnende Professorsgattin, Fräulein W i e l a n d e r als heulender und kichernder Backfisch, Fräulein Decker und Herr Lindt als das junge Ehepaar vervollständigten die Familie des geprüften Pädagogen. Herr Schorn, Strieses jugendlicher Held, und Herr Nieren als Schuldiener rundeten das Ensemble mit Geschick und Humor ab. — Das Publikum ging angeregt erheitert nach Hause. hth. Hochscbulnnchrichken. Der ordentliche Professor der wirtschaftlichen Staatswissenfchaften an der Universität Frankfurt, Dr. phil. Paul Arndt, wird mit Ende September d. I. wegen Erreichung der Altersgrenze von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Die Unversität Leipzig hat den Professor der Geschichte an der Universität Aberdeen, Dr. Dr. Charles Sanford Terry, anläßlich des Bachfestes in Leipzig auf Grund feiner Verdienste um die Erforschung der Lebensschicksale Joh. Seb. und Joh. Ehr. Bachs zum Doktor der Philosophie ehrenhalber ernannt. Charles Sanford Terry ist der Verfasser der früher an dieser Stelle besprochenen, jetzt in neuer Auflage erscheinenden großen Bach-Monographie des Insel-Verlages zu Leipzig. Georg Friedrich Händel der große deutsche Musiker, dem ganz Deutschland im Bach-Händel-Schütz-Jahr 1935 seine Huldigung darbrachte, ist der Held unseres neuen Romans. Ein junger Dichter schrieb hier mit hinreißendem Temperament und verblüffender Einsühlungs- krast einen leidenschaftlich bewegten, überaus fesselnden Roman, eine Erzählung von dramatischer Spannung und Lebendigkeit. Die kampferfüllten LondonerJahre des Meisters, sein aufreibender Theaterkrieg mit den Italienern und den Primadonnen, endlich die entscheidende Wendung von der Oper zum Oratorium bilden die Grundlage des heute wahrhaft aktuellen Romans. Er beginnt Freitag, 19.Iuli in de« FamMenblStleen ist. Aus selbstgewählten Themen besprachen damals in Frankfurt diese Zehn Drei-Minutenplatten, die an dem fraglichen 13. Juli bei einem „Bunten Abend" zur Sendung gelangten. Und erst die Horer- scha't! Nie war das Interesse stärker! Heber 4000 Stimmen sind dem Reichssender zugegangen. Die Siegespalme errang als erster Sieger: Ludwig Uhrig-Speyer a. Rhein, Korngasse 21. Ihm folgten, um den Turfjargon zu variieren, als zweiter tnw. dritter Sieger im Abstand von je einer — Sprecherlänge —: Adolf Becker- Rengshckdsen- Beiserhaus über Hornberg/Bezirk Kassel und August Gruber-Offenbach a. M., Birkenlohrstraße 55. Der Sprecherwettbewerb des Reichssenders Frankfurt ist abgeschlossen. Bezirkssieger Uhrig wird nach Berlin ziehen, um dort im Kampf um „den besten Sprecher" des diesjährigen Gesamtrundfunksprecherwettbewerbes sein Können erneut unter Beweis zu stellen. Warum Zitronen? — Trinkt deutsche O-stsäste! Spk Der Pressedienst der Landes- bauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: In den letzten Tagen ging durch die Presse eine Mitteilung des Reichskommissariats für Preisüberwachung, daß eine Preissteigerung für Zitronen unvermeidbar gewesen sei, weil in den letzten zwei Monaten die Einfuhrpreise für diese Früchte um das Doppelte gestiegen wären. .Jeden Tag reichlich Obst essen, es ist die beste Apotheke", sagt man mit Recht, denn reifes Obst enthält aufgespeicherte Sonnenenergie, die uns Lebensenergie gibt. Von den Zitronen kann man das allerdings durchaus nicht immer sagen, denn meistenteils werden sie in noch nicht reifem Zustande gepflückt und reifen erst später künstlich nach. Ganz anders unser deutsches Obst, das wir jetzt jeden Tag frisch und reif bekommen können, und daß nicht nur ein Genußmittel, sondern tatsächlich ein wichtiges Nahrungsmittel darstellt. Vitamine oder Er- oänzungsstoffe, die der Mensch unbedingt zum Leben braucht, sind darin enthalten, weiter natürlicher Fruchtzucker, Fruchtsäuren, aromatische Stoffe sowie die für den Körper wichtigen Mineralsalze. Gerade die Beeren zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Nährsalzen aus. Alle diese im Frischobst enthaltenen Nähr-, Ergänzungs- und Aufbaustoffe können wir, besonders im Süßmost, fast vollständig erhalten und zum großen Teil auch in Dicksäften sowie in eingemachtem Obst in jeder bekannten Form bei dem sie im übrigen durch den Zuckerzusatz entsprechend nährwertsreicher geworden sind. Unsere Obstverarbeitungsindustrien beliefern uns das Jahr über mit vorzüglichen Erzeugnissen, seien es nun Obst- oder Beerenweine, Süßmost, Obstkonserven, Marmeladen, Gelees und Konfitüren. Und was diese Fabriken im Großen tun, sollte jede Hausfrau, deren Wirtschaftsgeld nur irgend dazu reicht, für ihren eigenen Haushalt, ihre eigene Familie tun, nämlich Winterroorrat Herstellen! Bisher sind noch alljährlich unserer Volksernährung zuviel wichtige Nährstoffe durch Verderben verloren gegangen; das darf jetzt nicht mehr fein. Darum heißt es in diesen Monaten, in denen uns so reichlich Obst zur Verfügung steht, zuerst und vor allem deutsches Obst zu kaufen und die Früchte, die nicht sofort verzehrt werden können, haltbar zu machen. Jede einzelne Hausfrau, die mit Nachdenken an ihre Arbeit geht, kann dazu beitragen, kostbares deutsches Nahrungsgut zu erhalten, zum gesundheitlichen Nutzen ihrer eigenen Familie und zuM Wohle unserer deutschen Obstbauern. Daten für den 19. Juli. 1810: Königin Luise von Preußen in Hohenzieritz aest. (geb. 1776). — 1819: Der Dichter Gottfried Keller in Zürich geb. (geft. 1890). — 1834: Der französische Maler Edgar Degas in Paris geb. (gest. 1917). — 1863: Der Schriftsteller Hermann Bahr in Linz an der Donau geb. (geft 1933). Gießener Wochennwrklpreife. * Gießen, 18. Juli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 25, Gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 12 bis Der Mchswettkampf der SA Der Führer hat den Reichswettkampf für seine SA. angeordnet. Es sollen keine Einzelkämpfe aus- getragen werden, sondern lediglich Mannschaftskämpfe. Es ist ja nicht Aufgabe der SA., Rekorde zu erzielen, vielmehr soll der Reichswettkampf zur Stärkung des Kampfwillens und der Dienftfreuöig» feit beitragen. Weiterhin gibt ein solcher Mannschaftskampf ein klares Bild über den Stand der allgemeinen Ausbildung und stellt weiter tue Bewältigung einer einheitlichen Aufgabe in der SA. fest und dient letzten Endes als Vorarbeit zum Erwerb des SA.-Sportabzeichens. Die Grundeinheit bei der Bewertung des Wettkampfes ist der Trupp, denn der Führer eines Trupps kann feine Wannschaft am besten Übersehen und ihr durch seine Einwirkung einen einheitlichen Ausdruck geben. Es sind besondere Sportprüfer eingesetzt, die das Ergebnis der einzelnen Kämpfe feststellen. Sieger innerhalb einer Standarte wird der Sturm werden, dessen Trupps zusammen die höchste Punktzahl erreichen. Die Brigade stellt dann wieder aus allen Ergebnissen einer Standarte nach Punktzahl den Brigadesieger fest. Aus den Brigadesiegern werden wieder die Gruppensieger errechnet. Bei gleicher Punktzahl erfolgen entweder Ausscheidungskämpfe oder wird durch das Loos entschieden. Die 21 besten Stürme führen ihre Leistungen auf dem Reichsparteitag 1935 in Nürnberg dem Stabschef vor und wiederum hiervon die besten 7 Stürme der gesamten SA. werden dem Führer vorgestellt werden. Dieser, wohl schönste Preis für jeden Einzelnen, dem Führer für seine hervorragenden Leistungen vorgestellt und von ihm begrüßt zu werden, ist es wert, bei den sportlichen Wettkämpfen alles zu geben, was er nur zu geben imstande ist. Am vergangenen Sonntag nun nahmen in frühester Morgenstunde die Wettkämpfe im Bereich der Standarte 116 auf den beiden Sportplätzen in Gießen sowie in Allendorf a. d. Lda., Grünberg, Großen-Buseck, Steinbach, Hungen und Lich ihren Anfang mit den Leibesübungen. Bei herrlichem Sommerwetter herrschte auf allen Kampfplätzen reges Treiben. Es wurden im allgemeinen sehr günstige Ergebnisse erzielt, die bei weitem über dem Durchschnitt der Leistungen, die für die Erlangung des SA.-Sportabzeichens vorgeschrieben sind, hinausgehen. Infolge der zeitraubenden Errechnung der Ergebnisse liegen noch nicht alle vor. Eczie te Be eistun^en: I. Sturmbann 11/116 (Führer: Obersturmführer Bender, Gießen). Sturm 5/116 (früher Sturm 11/116 — Traditionssturm): 100-Meter-Lauf: Niemann 12 Sek.; Kugelstoßen: Luh 14,52 Meter; Weitsprung: Rech 5,80 Meter; Keulenweitwurf: Luh 64,20 Meter; 3000- Meter-Lauf: Hermann Schmidt 11,05 Minuten. Sturm 45/116: 100-Meter-Lauf: Koch 12 Sek.; Kugelstoßen: Strack 9,70 Meter; Weitsprung: Strack 5,95 Meter; Keulenweitwurf: Strack 58 Meter; 3000-Meter-Lauf: Brendel 10,48 Minuten. Sturmbann III/116 (Führer: Obersturmbannführer Bender, Hungen). Diese Ergebnisse liegen bereits abgerechnet nach Punktzahlen für je den gesamten Sturm vor. Sturm 10/116 (Steinbach): Antrittsstärke 100 v. H. 750 Punkte; 100-Meter-Lauf 893 Punkte; Weitsprung 882 Punkte; Kugelstoßen 692 Punkte; Keulenweitwurf 948 Punkte; 3000-Meter-Lauf 1278 Punkte; Gesamtpunktzahl: 5 4 4 3. Sturm 12/116 (Lich): Antrittsstärke 95 v. H. 610 Punkte; 100-Meter-Lauf 1093 Punkte; Weitsprung 657 Punkte; Kugelstoßen 712 Punkte; Keulenweitwurf 1005 Punkte; 3000-Meter-Lauf 1245 Punkte; Gesamtpunktzahl: 532 2. Bei dem Sturm 10/116 (Steinbach) verdient noch besondere Erwähnung, daß gerade die Angehörigen dieses Sturmes eine Anmarschstraße bis zu 8 Kilometer zum Sportplatz zurücklegen mußten und trotz-, dem mit 100 Prozent angetreten waren. Bei allen sportlichen Wettkämpfen zeigten die Stürme ein diszipliniertes Verhalten und gut kameradschaftliches Verhältnis. Weitere Ergebnisse der Wettkämpfe werden an dieser Stelle noch zur Veröffentlichung gelangen. Gleichzeitig sei nochmals darauf hingewiesen, daß am 18., 19. und 20. Juli im Nizza (Gießen) 20.30 l.hr weitere Wettkämpfe (1000-Meter-Querfeldeinlauf und 10-Kilometer-Gepäckmarsch) der Stürme 8/116, 5/116 und des Sanitätssturmes der Brigade 147 stattfinden. 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 30, (gelb) 20 bis 30, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln, das Bündel 6 bis 8, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln (neue), das Pfund 9 bis 11, der Zentner 7 bis 8 Mark, Pfirsiche 55 bis 60, Himbeeren 45 bis 55, Birnen 50, Kirschen 45 bis 55, Heidelbeeren 38 bis 42, Stachelbeeren 20 bis 35, Johannisbeeren 20 bis 26, Erdbeeren 50 bis 55, junge Hahnen 0,90 bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 45, Einmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das Bd. 8 bis 10 Pf. Vornotizen. —Tageskalender für Donnerstag: NSG. „Kraft durch Freude": 18.30 bis 20.30 Uhr Vorbereitung für das Reichssportabzeichen; 16 bis 18 Uhr Allgemeine Körperschule auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg; 20 bis 21 Uhr für jüngere und 21 bis 22 Uhr für ältere Frauen Fröhliche Gymnastik in der Schillerschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Alles hört auf mein Kommando". ** 50 Jahre aktiver Sänger. Dem in Gießen allgemein bekannten und geschätzten Obermaschinenmeister i. R. Georg Albrecht, Mitglied der Sängervereinigung „Liederkranz-Heiterkeit" Gießen 1837 wurde aus Anlaß seiner 50jährigen Teilnahme am deutschen Männergesang der Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes verliehen. Die Sängervereinigung „Liederkranz-Hei-terkeit" ehrte Herrn Albrecht für langjährige treue Mitgliedschaft durch Ernennung zum Ehrenmitglied. Herr Albrecht ist mit 76 Jahren noch^aktiver Sänger und besucht alle Singstunden. Ein besserer Beweis für Treue und Anhänglichkeit am deutschen Männergesang dürfte wohl kaum zu erbringen sein. Der Verein hofft, den Jubilar noch viele Jahre als Förderer des deutschen Lieds in seinen Reihen zu haben. ** Sterbesälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Juli verstorben in unserer Stadt: 1. Otto König, Reichsbahnsekretär i. R., 68 Jahre alt, Mittelweg 15; 4. Wilhelmine Klein, geb. Dohert, 58 Jahre alt, Brandgasse 2; 4. Otto Römer, Geschäftsreisender, 49 Jahre alt, Frankfurter Straße 23; 5. Karl August Steinberger, Amtsgerichtsrat, 70 Jahre alt, Hitlerwall 9; 12. Elfe Schreff, geb. Huff, 56 Jahre alt, Liebigstraße 94; 12. August Siebert, Lagerverwalter, 65 Jahre alt, Bückingstraße 2; 12. Katharine Kimmel, geb. Weißenbach, Wwe., 79 Jahre alt, Schillerstraße 27; 13. 'Rudolf Paul Müller, 2 Monate alt, Ludwig- straße 1; 15. Justus Christ, Buchdruckermeister, 59 Jahre alt, Wetzsteinstrahe 8. ** Förderung des Absatzes von Rübenkraut. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und dem Reichskommissar für Preisüberwachung hat der Vorsitzende der Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft eine Anordnung über die Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) erlassen. Die Aktion beschränkt sich auf die westlich der Weser liegenden Gebietsteile der preußischen Provinzen Westfalen und Hannover, auf die westlich der Fulda liegenden Gebietsteile der preußischen Provinz Hessen-Nassau und auf die Rheinprovinz, Oldenburg, Lippe-Detmold, Hessen, Baden, Württemberg sowie die bayerische Pfalz und das Saarland. In diesen Gebieten kann auf Grund der Anordnung eine Vergütung zur Verbilligung von Rübenkraut (Rüb-nsaft) gewährt werden. D-dln- gung ist dabei, daß das Erzeugnis den Vorschriften der Normatiobestimmungen entspricht. Es bestem die Verpflichtung, beim Absatz des verbilligten Ri», benkrautes (Rübensaftes) an den Verbraucher einen Kleinverkaufshöchstpreis von 0,18 Mk. je lose ausgewogenes Pfund einzuhalten. Die Verbilligung gilt jedoch nur für den Absatz an den ®er^£?u.^e1’ und nicht für den Absatz zur gewerblichen Weiterverarbeitung. ** Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Durch das von Jahr zu Jahr weites gehende Vorrücken des Kartoffelkäfers in granfreid) ist der deutsche Kartoffelbau, insbesondere in Westdeutschland, einer verstärkten Gefahr durch diesen Schädling ausgesetzt. Um dieser Gefahr, die den Bestand der deutschen Landwirtschaft und Damit den Bestand der gesamten Volkswirtschaft bedroht, möglichst frühzeitig mit allen Mitteln begegnen zu können, ist es notwendig, alle Kräfte auf dem Lande einzusetzen, daß ein erstmaliges Erscheinen des Käfers sofort erkannt und an die zuständigen Stellen weitergemeldet wird, um den Schödlina, bevor er Fuß gefaßt hat, zu beseitigen. Abgesehen von der Wachsamkeit aller landwirtscha-tl n Stellen, die von dem Reichsnährstand mit allen Mitteln lebendig gehalten wird, ist auch die Mitarbeit der Lehrerschaft, insbesondere bei den land- liehen Schulen, dringend erwünscht. Die in Frage kommenden Lehrkräfte werden durch ein Ausschrei- ben der hessischen Schulbehörde auf die Notwendigkeit der Mitarbeit aufmerksam gemacht. ** Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der 5. Klasse der laufenden 45./271. Lotterie findet vom 8. August bis 11. September statt. Schluß der Erneuerung am 1. August 1935. Schöffengericht Gießen. Der Fr. St. aus Tiefenbach wurde wegen Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt. Der Angeklagte fälschte eine Bescheinigung des Kreisveterinär- amtes über die Untersuchung von 326 Schafen. Auf diese Weise ersparte er sich die Untersuchungsgebühr. Einige junge Leute aus Trais wurden wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung zu Geldstrafen verurteilt. Einer von ihnen erhielt einen Monat Gefängnis. Rheinhessen. LPD. Mainz, 17. Juli. Der 36jährige Karl Laue hatte von Ende 1931 bis Frühjahr 1935 laut Sachverständigenprüfung 15 000 bis 20 000 Mark veruntreut. Er war bei einer Weltfirma angestellt und hatte den dieser von der Reichsbahn eingeräumten Fracht st undungskredit zu seinen unehrlichen Manipulationen benutzt. Die Große Strafkammer verurteilte ihn nun zu drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. LPD. Mainz, 17. Juli. Am 19. Juli jährt sich zum 50. Male der Tag, an dem Domdekan Protonotar Jacob M a y in Eichstätt die Priesterweihe empfing. Der aus Büdesheim gebürtige Jubilar steht im 75. Lebensjahr. Rundsunkproaramm Samstag, 20. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Konzert. 10: Sendepause. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Unterhaltung. Zwischen Zwei und Drei. 15.15: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstagnachmittag. Bei 42 Grad im Schatten. Hitzige Angelegenheit in vielen Graden. 18: Aus des süd- westdeutschen Landes Schicksalstagen: Die Land- storzerin. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saar- dienst. Ein Großindustrieller spricht für die Kleinindustrie. 19: Die Ostmark grüßt die Westmark. 20: Nachrichten. 20.10: Bunter Abend. 22.30: Nachrichten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtkonzert. Der Hund. Von Bill Behm. 3n Flandern war es. Wir lagen damals in einer Stellung fünfhundert Meter vor einem Wald, das, was man so Wald nannte, ein Gewirr von Ästen und Zweigen, entwurzelten Baumen. Granatlöchern, die mit Waffer gefüllt waren und Dreck. Biel Dreck gab es da, aber das war uns gleichgültig. Wir fluchten auf das englische Trommel euer, das jede Verbindung nach hinten unterband und die Zufuhr von Lebensmitteln unmöglich machte. Wir waren überhaupt leicht geneigt zu fluchen und die Etappenhengste zu beschimpfen, weil wir ausgehun- gert waren und seit Wochen im Graben lagen, während die Brüder im Fettpöttchen saßen, ohne sich um uns zu kümmern. ünö doch hielten wir aus, patschten bis zu den Knöcheln im Wafler in den Unterständen umher und warteten auf den Angriff der Tommys, der nach diesem ununterbrochenen Sperrfeuer zu erwarten toar. Aber er kam wicht. Weih Gott, was die Kerle auf der anderen Seite dachten. Es war nicht falt, aber olles war nah. Das letzte Brot verschimmelte und der Tabak, das war viel schlimmer, verwandelte sich allmählich in eine dunkle Brühe, die nicht mehr rauch- bar war. höchstens noch gut zum Kauen. So hockten wir und wart eten. kauten den Tabak, bis er nach nichts mehr schmeckte, fluchten oder riflen dämliche Witze und spuckten in die Gegend. Wir hatten da einen Hund bei der Kompagnie. Ein struppiges, gelbes Vieh mit langem Schwanz und hängenden Ohren, aber intelligenten Augen. Er war nicht wegzuschlagen, war nur manchmal tagelang verschwunden, um dann wieder aufzutauchen, als wenn nichts geschehen wäre. Ursprünglich hieh er einem Fell entsprechend „ vtrupp", aber allmählich hatte sich der Rame gewandelt und er wurde nur noch .Lehmann" genannt. Weih der liebe Himmel aus welchem Grunde. Lehmann liebte die Front nicht und sah seine Aufgabe darin, die Küche und die Schreibstube zu bewachen. aber aus irgendeinem dunklen Grunde war er diesmal mitgekommen und hockte mit uns im Graben. Er bekam nichts mehr zu sreffen. denn wir bekamen selber nichts. Drei Tage dauerte der Späh, drei Rächte. Wir hatten das Koppel schon auf das letzte Loch ge chnallt, weil der Magen knurrte, aber es half nicht viel. Anscheinend hatte man uns vergessen, und es muhte auf jeden Fall eine Verbindung hergestellt roerben.J3n jeder Rächt vernichten die Telephonsrihen ihve Drahte in Ordnung zu bringen, es war vergeblich. Während sie an der einen Stelle flickten, war der Draht an irgendeiner anderen Stelle längst wieder zerhauen. Freiwillige vor I Es meldeten sich genügend. Der erste, der es versuchte, war ein Hüne von Gestalt. Er kam keine dreißig Meter weit, da hatte es ihn er- wi cht und wir hatten Mühe, ihn in den Graben zurückzubringen. Der zweite war ein kleiner, zäher Bursche, flink wie ein Wiesel. Er sprang von einem Trichter in den andern und kam nicht wieder. Da gaben wir es vorläufig auf. Aber es muhte etwas geschehen und irgendeiner schlug Lehmann vor. Das war eine Idee. Wenn es überhaupt einem lebendigen Wesen gelingen konnte, durch das Sperrfeuer hindurchzukommen, dann war es der Hund. Lehmann wurde aus irgendeinem Unterstand hervorgeholt und wir empfanden plötzlich alle eine starke Zärtlichkeit für ihn. Jeder wollte ihn streicheln, und die letzten Bissen wurden hervorgeholt. Etwas verwundert lieh Lehmann alles über sich ergehen. Sorgfältig wurde die Meldung in einer alten Zigarettenschachtel an seinem Halsband befestigt, aber noch immer schien der Köter nicht zu begreifen, was wir von ihm verlangten. .Der geht erst gar nicht aus dem Graben raus", sagte einer. Lehmann hatte keinen eigentlichen Herrn, wie ihn sonst Hunde haben. Sein Herr war die Kompanie und jeder, der dazu gehörte, denn er kannte jeden von uns ganz genau. Immerhin aber schien er doch zu fbüren dah der Leutnant etwas besonderes bei der Kompanie war, denn er wurde sichtlich unruhig, als un er Leutnant ihn am Halsband nahm und ihn zu dem Laufgraben führte, der zwar vollkommen verschüttet war. aber doch eine für den Hund Bequemere Ablausmöglichkeit bot, als die Grabenwand. ^Lehmann fetzte sich hin und sah uns der Reihe nach „®et) nach Haus, Lehmann, geh zur Küche," rief der Leutnant. Vielleicht hätte der Hund leichter verstanden, wenn wir ihm hätten sagen können: Geh zum Herrchen. Jedenfalls sah Lehmann wie angewurzelt auf dem -ooden, mieste ein wenig und sah den Leutnant an. „Das Biest hat Angst." sagte einer von uns. „Los geh nach Haus, Lehmann, na los, dalli!" ®er Hund sah, ein wenig geduckt, als wolle er sich hinlegen und zitterte. Wir waren über das dumme Luder wütend, aber unser Leutnant sagte: .Laßt ihn nur er weih schon, was er soll." Weih der Teufel, was sich der Hund dachte oder worauf er wartete, aber plötzlich schob er mit einem kurzen Vellen aus dem Graben heraus. Unwillkürlich schrien wir Hurra und sahen ihm nach. Da der hintere Grabenrand sehr viel niedriger war, als der vordere, konnten wir ihn beobachten, ohne allzuviel von unseren Köpfen zu riskieren. Ich weih nicht, wie lange ein Hund braucht, um einen halben Kilometer zu rennen, sicher aber nur ganz kurze Zeit. Lehmann brauchte jedenfalls fast zwanzig Minuten. Er rannte nicht, er raste. Aber dann plötzlich war er in einem Granattrichter verschwunden. Gleich darauf heulte einer der dicken Brocken herunter und wühlte keine zehn Meter von dem Hunde entfernt die Erde auf. Der Hund erschien wieder und raste weiter. Wir hörten trotz des unaufhörlichen Lärms fein wütendes Dellen. Er lief nicht in gerader Linie, er lief im Zickzack, manchmal kam er ein ganzes Stück zurück, fo dah der Weg sich verzehnfachte. Aber er hielt sich. Sein Instinkt schien ihm die Gefahr der einschlagenden Geschoße vorher zu melden, und er verstand immer wieder auszuweichen,in Deckung zu gehen. Einmal wurde er von dem Luftdruck in ein Loch geschleudert. Er kam triefend heraus und schüttelte sich in aller Ruhe das Waffer aus dem Fell, bevor er weiter rannte. Es war das Aufregendste, was ich je erlebt habe. Wir vergahen alles um uns her und sahen nur auf den Hund, und kurze Rufe wurden laut, wenn er verschwand und wieder auf tauchte. Die zwanzig Minuten schienen sich zur Ewigkeit zu dehnen, aber immer näher kam der Hund dem schützenden Wald. Einmal blieb er sehr lange in einem Loch. „Verflixt, jetzt hat's ihn geschnappt," rief einer, als er gar nicht mehr zum Vorschein kommen wollte. Aber dann war er doch wieder da. Aus dieser Entfernung sah er klein aus und sein gelbes Fell hob sich kaum von dem Dreck ab. Er war selbst zu einem Stück Erde geworden, das zwischen den einschlagenden Granaten hin und her tanzte und dann plötzlich im Walde verschwunden war. Wir atmeten auf, als wenn wir selbst einer großen Ge ahr entronnen wären, obwohl die Luft mit dem singenden und pfeifenden Geräusch der Geschoffe, die jeden Augenblick sich einen von uns holen konnten, angefüllt war. Wir sprachen von nichts anderem als dem Hund und lobten mit glänzenden Augen seine Klugheit. Wir warteten wieder, aber unser Warten hatte ein Ziel bekommen. 3u der Rächt um drei wurden wir abgelöst. Wir waren todmüde, erschöpft, zermürbt, halb verhungert und verdurstet, aber als wir hinten ankamen, galt unsere erste Frage dem Hund. Lehmann schlief noch. Total erschöpft war er angenommen. Zitternd, die Zunge weit aus dem Halse, mit schlagenden Flanken war er erst zufammengebrochen, als man ihm das Halsband abnahm. Zwei Stunden lang hatte er wie tot dagelegen, dann halle er ein wenig gefressen, und nun lag er unter dem Tisch in der Schreibstube und schlief. Wir traten leise ans Fenster und sahen hindurch. Seine Beine zuckten, als träume er von der Gefahr, aus der er uns gerettet hatte. Ser Kuß und die Kuh. Zuweilen sehen sich die amerikanischen Richter vor Entscheidungen gestellt, die sie nur mit einem unverhohlenen Lächeln fällen können. So erging es den Mitgliedern eines Gerichtshofs in Virginia, vor dem ein Ehepaar, der fünfzigjährige George Branham und seine junge Frau, als erbitterte Prozehgegner auftraten. Es handelte sich um die Frage, ob ein Kuh ein rechtmäßiger Kaufpreis für eine Kuh sei. Die Richter wurden zunächst in jene Zeit zurückversetzt, in der der wohlhabende George Branham seiner heutigen Gattin den Hof machte. Er ist Farmer und versteht sich nicht aufs Sühholzraspeln. Eines Tages erschien er bei dem von ihm verehrten jungen Mädchen und schlug ihm einen Handel vor. Er möchte einen Kuh und zahle dafür mit einer preisgekrönten Kuh. An dem siebzehnten Geburtstag des Mädchens sollte der Warentausch vor sich gehen. Das junge Mädchen überlegte sich nicht lange und nahm das Angebot an. Aus dem Kuh wurde eine Verlobung, und bald darauf hielt die junge Frau mit ihrer preisgekrönten Kuh auf Branhams Farm ifjren Einzug. Rach den Flitterwochen muhte sie jedoch eine schwere Enttäuschung erleben. Der gute Branham berichtete ihr nämlich eines Tages, er habe die Kuh sehr günstig an einen Rachbarn, den Farmer Charlie Hibbits, weiterverkauft. „An Frau Hibbits!" berichtigte die aufgebrachte Gattin und sie ließ keinen Zweifel darüber bestehen, dah sie davon überzeugt sei, er habe von Frau Hibbits eine ähnliche Gegenleistung gefordert wie einst von ihr. George Branham schwor, er habe die Kuh gegen gutes Geld an Herrn Hibbits verkauft, aber feine 5rau erklärte gelassen, auch dazu habe er kein Recht gefjabt, denn die Kuh gehöre ihr. „Ein Kuh ist kein Kaufpreis für eine schöne Kuh," entgegnete der Gatte, und so fanden sich die beiden Branhams vor dem Richter, der ein Urteil fällen sollte. „Warum soll ein Kuh kein Kaufpreis sein?" Der Richter beriet sich mit den Schöffen und entschied schliehlich zu Frau Branhams Gunsten. Die Kuh muh ihr zurückgegeben werden, ob sie nun an Herrn oder Frau Hibbits weiterverkauft wurde. Damit erübrige sich eine Erörterung darüber, um welchen Preis die Kuh zum zweiten Male ihren Besitzer wechselte. Grundsätzliches zur Gestaltung des 1. Gaufestes des RfL. in Gießen. ^erchsstatihalier und Gauleiter Sprenger als Gast beim Gaufest. Wie der Gaubeauftragte des Gaues XII, Verleger Hl e i ff e r (Kassel) mitteilt, hat der Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger für die Gießener Festtage lein Erscheinen zugesagt. Er wird entweder am Samstag oder am Sonntag anwesend sein. Er hat dem Feste seine vollste Unterstützung zugesagt und zwei wertvolle Ehrenpreise gestiftet. ♦ Einladung an den Reichssportführer. An den Reichssportführer von Tschammer und O st e n wurde eine Einladung gerichtet und man hofft zuversichtlich, daß er dem Fest wenigstens zu einem Teil beiwohnen werde. Wrttkämpfe am Samstag. Meldeschluß: 25. Juli. Es gibt im Gau viele Turner und Sportler, die gern an den Wettkampfveranstaltungen des vom 2. bis 4. August in Gießen stattfindenden 1. Gaufestes des RfL. teilnehmen würden, denen es aus beruflichen Gründen nicht möglich ist, mehrere Werktage für das Fest zu opfern. Das gilt vor allem für die Landbevölkerung unseres vorwiegend ländlichen Gaues, die zur Zeit des Gaufestes mitten in den Erntearbeiten stehen wird. So ist es verständlich, daß aus den Kreisen der Turner und Sportler aus den verschiedensten Teilen des Gaues an die Gaufestleitung der Wunsch herangetragen worden ist, die Einzelwettkämpfe, die nach dem ursprünglichen Festplan aus den Freitag und Samstag verteilt waren, auf einen Tag, den Samstag, zusammenzulegen. Die Verantwortlichen für das Gaufest, der Gießener Hauptausschuß und DT.-Gauführer Brunst, traten am Montag in Gießen zu einer wichtigen Sitzung zusammen, die der Prüfung der vorgebrachten Wünsche galt. Man entschloß sich, nach reiflichem Ueberlegen im Einverständnis mit dem Gaubeauftragten des Reichssportführers dazu, den wirtschaftlichen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen und vielen Sportlern und Turnern, die den Freitag als Arbeitstag nicht verlieren können, den Besuch des Gaufestes zu erleichtern. Rian traf für den Feslverlauf die Aenderung, daß die Fesleröffnung nun nicht Donnerstagabend, sondern Freitagabend stattfindet und daß alle Fachämter die ausgeschriebenen E i n - zelwettkämpfe am Samstag zur Durchführung bringen. Damit ändert sich auch der für die Bürgerquartiere zu erstattende Betrag. Er beträgt für die ganze Festdauer nicht 4,50 Mark, sondern 3 Mark, wobei zu beachten ist, daß in den meisten Fällen gastliche Freiverpflegung mit dieser Art der Unterkunft verbunden sein wird. Für die Gemein- schaftsunterkünfte kann der Preis von 1,50 Mark für die Gesamtdauer des Festes jedoch nicht herabgesetzt werden, weil der Aufwand dafür der gleiche bleibt. Bereits überwiesene höhere Beträge für Bürgerquartiere werden zurückbezahlt oder bei Nachmeldungen der Vereine verrechnet. Ferner wurde beschlossen, daß für alle Fachämter der 25. Juli 1935 Rleldeschluhlag ist. Schon jetzt, volle acht Tage do? dem Meldeschluß, liegt bei der Geschäftsstelle ein verhältnismäßig gutes Meldeergebnis vor, besonders seitens des Fachamts I: Turnen. Die nun eintretenden Erleichterungen für den Besuch des Festes werden bestimmt bei allen Fachämtern lebhaft begrüßt werden und zu noch zahlreicheren Meldungen bzw. Nachmeldungen Veranlassung geben. Sitzung des presseausschuffes. Am gestrigen Mittwochabend fand im Hotel Köhler eine Sitzung des Presseausschusses für das 1. Gaufest des RfL. in Gießen statt. Die 23er« sammluna brachte neben einer Reihe organisatorischer Aufschlüsse auch grundsätzliche Ausführungen des Gauoberturnwartes R. Paul (Gießen) über die Gestaltung des Festes. Die Versammlung wurde durch den Vorsitzenden des Festausschusses Herrn Reining eröffnet. Der Gaupressewart der DT., Herr Oswald, referierte dann über die Art der Arbeit, die vom Presseaus- schuß zu leisten sein wird. Wie den Ausführungen im Laufe des Abends zu entnehmen war. sind die Vorarbeiten für das Gaufeft bereits soweit gediehen, daß man dem Fest in aller Ruhe entgegensehen kann. Eine wesentliche Aenderung hat die Festgestaltung dadurch erfahren, daß die Wettkämpfe auf einen Tag und zwar auf den Samstag zusammengedrängt werden mußten. Das Fest wird also nicht über den ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt von vier, sondern nur von drei Tagen zur Durchführung gelangen. Gauoberturnwart pau nahm in bemerkenswerten grundsätzlichen Ausführungen zur Durchführung des I. Gaufestes Stellung. Man habe, so führte er u. a. aus, noch keine Maßstäbe für die Durchführung eines Festes, das alle Leibesübungen vereinigen solle.. Der Gau habe nur «eine Großstadt, viele Mittel- und Kleinstädte und Zahlreiche ländliche Organisationen in sich vereinigt. Die Durchführung des Gaufestes fei unter diesen Umständen nicht leicht. Das Fest werde, nach dem ineu gefaßten Beschluß nunmehr auf drei Tage zu- jsammengedrängt. Es beginnt am Freitag, 2. August, «und endet am Sonntag, 4. August. Für die Durchführung des Gaufestes sind die Erfahrungen beim Deutschen Turnfest als Richtlinien maßgebend. Es soll ein Fest aller Leibesübungen treibenden Verbände sein. Der Festablauf. Der Plan der Veranstaltung liegt, wenn auch nicht endgültig, so doch in seinen wesentlichen Umrissen fest. Die Fesferöffnung. Am Freitag, um 19 Uhr, wird das Gaubanner am Bahnhof eingeholt. Die Festeröffnung findet auf t»em Oswaldsgarten statt, mit der gleichzeittg die Vannerweihe und Bannerübergabe verbunden fein wird. Die Teilnehmer an dieser Eröffnungsveran- Haltung formieren sich dann zum Marsch nach der Festhalle. Unterwegs findet eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal und eine Jahn- e t) r u n g am Zahnstein an der Ecke Berg- und 0artenftra§e statt. Der Vegrüßungsabend in der Festhalle bringt einige Ansprachen und ver- schiedene einzelne Darbietungen. Dieser Begrü- ßungsabend wird mit Rücksicht darauf, daß die Sportler und Turner am anderen Morgen frühzeittg zu den Wettkämpfen anzutreten haben, zeitlich nicht lange ausgedehnt werden. Besondere Aufmertsamkett wird, neben den Wettkämpfen, dem Festzug zuaewandt. Zn voraufgegangenen Sitzungen wurde beschlossen, daß im Festzuge nach Turnkreisen marschiert wird. Man rechnet zur Teilnahme an diesem Festzuge mit etwa 4000 Turnern und Sportlern. Die Fahnenanmeldungen haben bereits das erste Hundert erreicht. Der Festzug wird durch das Musik- torps der hiesigen Garnison eröffnet. Der Musik folgen zahlreiche Heeresangehörige im Sportdreß, aus denen sich demnächst der neu zu gründende Militärsportverein rekrutieren wird. Der Fahnengruppe folgt eine Trachtengruppe des Landschafts- oundes Volkstum und Heimat. Die Turnerinnen in ihrem Festkleid und die Sportlerinnen, die durchweg in blauem Rock und weißer Bluse erscheinen sollen, schließen sich an. Sodann marschieren die Turner in ihrem Festanzug, denen die Sportler folgen. Fuß- und Handballer werden im Sportdreß erscheinen. Zwischen den Festzugteilnehmern aus dem 1. und qus dem 2. Bezirk des Gaues Nordhessen werden die teilnehmenden Vereine aus unserer Stadt, soweit sie nicht dem RfL. angehören marschieren. Der Sonntag nachmittag bringt im Anschluß an den Festzug die große GemeinschaftsDeransfattung des Reichsbundes für Leibesübungen. Für diese Veranstaltung ist das nachfolgende Programm vorgesehen: 14.15 Uhr: Gemeinschaftstag des RfL. — Volkstänze der Turnerinnen. 14.30 Uhr: Entscheidung 100-Meter-Lauf der Männer und Frauen (1900-Platz). 14.50 Uhr: Handballspiel (1. Halbzeit) Marburg gegen Gießen (1900-Platz). — Faustballspiel (Turn- platz)- 15.20 Uhr: 4X400-Meter-Staffel (1900-Platz). — Schlußspiele des Gautennisturnieres (Städtische Tennisplätze). 15.40 Uhr: Handballspiel (2. Halbzeit, 1900-Platz). — Fußballschule (Jugendliche des Fachamtes 2, Turnplatz). 16.10 Uhr: 4X100-Meter-Staffel der Frauen und Männer (1900-Sportplatz). 16.20 Uhr: Fußballsviel (1. Halbzeit) Bezirk I (Kassel) — Bezirk II (Gießen), 1900-Platz. — Faustballspiel (Turnplatz). 17 Uhr: 10X'/r-Rundestaffel her Kreise (1900- Platz). 17.10 Uhr: Fußballspiel (2. Halbzeit, 1900-Platz). 17.50 Uhr: Allgemeiner Aufmarsch. — Gefallenenehrung. — Festfreiübungen der Turnerinnen und Turner (Festplatz). 18.30 Uhr: Siegerehrung. — Ausklang. Die Gefallenenehrung wird eine besondere Note erhalten. Während der Ehrung für die Toten des Wettkrieges und der Auf dem Univerfitätssportplatz in Gießen werden am kommenden Sonntag die diesjährigen Sommer- svielmeisterschaften des Gaues XII (Hessen) unter Leitung des DT.-Gauspielwartes Karl Denn (Kassel), ausgetragen. 10 Turnkreise haben ihre ermittelten Bestmannschaften gemeldet, die nun um den Gaumeistertitel und somit um die Berechtigung, bei der Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können, sich harte Kämpfe liefern werden. Leider ist dieses Mal das Schlagballspiel nicht vertreten. Soll das urdeutscheste Kampfspiel wirklich in Deutschland aussterben? Wir hoffen es nicht und glauben bestimmt, daß aud) in unserem Heimatgau sich wieder Schlagballmannfchaften bilden werden. Die diesjährigen Meisterschaften stehen also ganz im Zeichen des F a u st b a l l s. Auf vier Feldern wird in vier Klassen von früh bis spät durchgehend gespielt werden. In der 1. Turnerklasse stehen 10 Kreisbestmannsckaften (Tv. 1846 Gießen, Polizei Hanau, Tv. 1861 Eschwege, Tv. Wölfershausen, Tgd. Friedberg, Mtv. Gießen, CT. Kassel, Tv. Scheidt, Tv. Frankenau) gegenüber. Die größten Aussichten auf den Titel hat unstreitbar der 23erteibiger, Tv. 1846 Gießen, zumal sein Hauptgegner, die Turngemeinde Friedberg, mit einer stark geschwächten Mannschaft antreten muß. Nicht zu unterschätzen sind aber auch die Mannschaften aus Eschwege und Frankenau. In der 2. Altersklasse der Turner treten Tgd. Friedberg, CT. Kassel, Tv. Treysa, Tv. Straß- ebersbach und Tv. 1861 Eschwege an. Hier wird wohl der Meister unter den beiden erstgenannten Mannschaften zu finden sein. In der 3. Altersklasse gibt es einen Zweikampf zwischen CT. Kassel und Polizei Hanau, den wohl die Polizisten für sich entscheiden dürften. Bei den Turnerinnen hat der Titelverteidiger, Mtv. Gießen, einen schweren Stand. Henschel- werke Kassel, To. Jahn Eschwege und Tv. Treysa stellen Mannschaften ins Feld, die man als gleichwertig ansprechen darf. Zeitplan. - Die Begegnungen. Feld 1 = Turner I: 10.00—10.30: Gießen 1846 — Homberg; 10.40—11.10: Polizei Hanau — Eschwege 61; 11.20—11.50: Wölfershausen — Gießen; 12.00—12.30: Homberg — Polizei Hanau; 12.40—13.10: Eschwege — Wölfershausen; 13.20—13.50: Gießen—Hanau; 14.00—14.30: Wölfershausen — Homberg; 14.40—15.10: Eschwege —Gießen; 15.20—15.50: Hanau — Wölfershausen; 16.00—16.30: Homberg — Eschwege; Feld 2 - Turner I: 10.00—10.30: Friedberg — Mtv. Gießen; 10.40—11.10: Kasseler Turngemeinde — Scheidt; 11.20—11.50: Frankenau —Friedberg; Bewegung werden drei Flugzeuge über der Stadt und dem Trieb erscheinen. Bon einem der Flugzeuge aus wird ein Kranz abgeworfen. Am Samstag wird um 20.30 Uhr das Festspiel: „Deutsches Wollen — Deutsche Kraft" zur Aufführung gelangen. An diesem Abend wird Mini- fterialrat Ringshausen sprechen. Das sporttiche Programm der gesamten Veranstaltung konnte bisher im einzelnen noch nicht festgelegt werden, da man noch zahlreiche Meldungen erwartet, insbesondere deshalb, weil die Wettbewerbe erst am Samstag aus- getragen werden, für den sich mancher Turner und mancher Sportler leichter frei machen kann, als es für den Freitag möglich gewesen wäre. Auf den Zeitplan der sportlichen Veranstaltungen kommen wir bei gegebener Zeit zurück. Dank für Rlilarbeit und Unterstützung. Mit herzlichen Worten des Dankes gedachte Gauoberturnwart Paul des großen Entgegenkommens und der freudigen Unterstützung, die der Festleitung durch den Oberbürgermeister der Stadt Gießen, durch den Bürgermeister Hamm, durch die Wehrmacht und nicht zuletzt durch den Verkehrsverein Gießen zugesagt worden war. Der Verkehrsverein stellt als Beitrag zur Unkostendeckung den Betrag von 150 Mark zur Verfügung. In seinen abschließenden Worten wies Gauoberturnwart Paul darauf hin, daß der Gau XII der Deutschen Turnerschaft mit der Durchführung des Gaufestes beauftragt worden sei. Die Turnerschaft poche Nicht auf ihre Tradition, nicht auf ihre Kraft, nicht auf ihre Arbeit. Aber sie poche auf die Leistung der DT. im Reichsbund für Leibesübungen auf Grund der Anerkennung des Führers des Dritten Reiches. Mit einem Gruß an den Führer fand die gestrige Sitzung ihren Abschluß. Das Iesrgelände im Aufbau. Seit dem gestrigen Mittwoch sind zahlreiche Hände an der Arbeit, um das Festgelände für das Gaufest zu gestalten. Der Platz vor der Volkshalle wird völlig ausgenützt. Die große Fläche zwischen der Grünberger Straße und dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 wird mit dem Sportplatz der Spielvereinigung insofern verbunden, als die Bretterwand, die den Sportplatz an dieser Seite umgab, vorübergehend für die Zeit des Gaufestes beseitigt wurde. Der Platz links der Grünberger Straße wird für die verschiedenen Hebungen vorbereitet. Es wird ein großer Platz für Freiübungen geschaffen, Anlagen für Weit- und Hochsprung angelegt, sowie Raum für die Aufstellung von Recks, Barren und Pferden vorgesehen. Zahlreiche Auskleidekabinen werden ebenfalls errichtet. Unmittelbar vor der Liebigshöhe wird ein Turnplatz für Frauen hergerichtet. Zwischen zwei Podien für Volkstanz, für das Fechten und Boxen wird ein Musikpodium errichtet. Wirtschaft- und Kaffeezelte werden nicht fehlen. Für die Laufwettbewerbe und verschiedene leichtathletische Disziplinen stehen die Aschenbahn der Spielvereinigung 1900 und das Spielfeld dieses Sportplatzes zur Verfügung. Auf dem Gelände der Liebigshöhe wird ein Vergnügungspark erstellt. 12.00—12.30: Mtv. Gießen — Kasseler Tgmde.; 12.40—13.10: Scheidt — Frankenau; 13,20—13.50: Kasseler Turngemeinde—Friedberg; 14.00—14.30: Frankenau — Mtv. Gießen; 14.40—15.10: Scheidt — Friedberg; 15.20—15.50: Kasseler Tgmde.— Frankenau; 16.00—16.30: Mtv. Gießen — Scheidt; 17.00—17.30: Sieger Feld 1 — Sieger Feld 2. Feld 3 = Turner II: 10.00—10.30: Kasseler Turngemeinde—Friedberg; 10.40—11.10: Treysa — Straßebersbach; 11.20—11.50: Friedberg — Eschwege 61; 12.00—12.30: Straßebersbach — Kasseler Tgmde.; 12.40—13.10: Treysa — Eschwege; 13.20—13.50: Friedberg — Straßebersbach; 14.00—14.30: Kasseler Turngemeinde — Treysa; 14.40—15.10: Straßebersbach — Eschwege; 15.20—15.50: Treysa — Friedberg; 16.00—16.30: Eschwege — Kasseler Turngemeinde. Feld 4 — Turner III: 12.30—13.00: Kasseler Tgmde.— Polizei Hanau; 14.45—15.50: Polizei Hanau — Kasseler Tgmde.; 16.35—17.05: Endspiel. Feld 4 — Turnerinnen: 10.00—10.30: Mtv. Gießen — Treysa; 10.45—11.15: Henschelwerke—Jahn Eschwege; 13.15—13.45: Jahn Eschwege — Mtv. Gießen; 14.00—14.30: Treysa — Henschelwerke; 15.30—16.00: Mtv. Gießen — Henschelwerke; 16.05—16.35: Jahn Eschwege — Treysa. Deutschlands Leichtathleten zum Länderkampf gegen die Schweiz. Bereits vor den deutschen Meisterschaften fragen die deutschen Leichtathleten am 28. Juli in Zürich ihren ersten Länderkampf dieses Jahres aus. Zum 15. Male wird die Schweiz unser Gegner sein. Deutschlands Vertretung für diesen Kampf wurde wie folgt aufgestellt: 100 Meter: Hornberger- Frankfurt, Marxreiter-Regensburg; 2 0 0 Meter: Hornberger-Frankfurt, Neckermann-Karlsruhe; 4 0 0 Meter: Helmle-Frankfurt, Schäfer-Frankfurt; 80 0 Meter: Lang-Stuttgart, Fink-Stuttgart; 15 0 0 Meter: Abel-Mannheim, Creter-Darm- ftadt; 5000 Meter: Haag-Darmstadt, Meyer- Stuttgart; 110-Meter-Hürden: Huber- Stuttgart, Kumpmann-Haaen; Hochfprung: Kuhn-Eßlingen, Wittmann-Ludwigshafen; Weit- f p r u n g : Haffinger-Frankfurt, Wittmann-Ludwigshafen; Stab hoch: Müller-Kuchen, Sutter- Bruchsal; Kugel: Lampert-Saarbrücken, Konrad- München; Diskus: Lampert-Saarbrücken, Wür- felsdobler-München; Speer: Huber-Stuttgart, Kullmann-Karlsruhe; 4 mal 100 Meter: Marxreiter, Neckermann, Huber, Hornberger; 4 mal 400 Meter; Helmle, Schäfer, ßang, Funk. Von abenteuerlichen Segelflugen Am 21. Juli beginnt der traditionelle 16, Rhön-Segelflugwettbewerb. Er ist eine Art Generalprobe für die bevorstehenden Olym« pischen Spiele. Die besten deutschen Segelflieger werden sich an dieser, fast schon klassisch gewordenen Konkurrenz beteiligen. Es ist aus diesem Anlaß interessant, noch einmal die bedeutendsten und abenteuerlichsten Flüge der vergangenen Jahre kurz zu veleuchten« Ein Student fliegt Rekord. Vor zwei Jahren war es! Eine unerhörte Sensation lag in der Luft. Noch wußte man nicht, ob es dem jungen namenlosen Studenten, der noch durch keine besondere Leistung aufgefallen war, wirklich gelingen würde, auf seinem Flug alle bestehenden Rekorde zu schlagen. Man wartete! 20 Stunden schon hielt sich der ostpreußische Student der Philo« logie, Kurt Schmidt, mit kärglichen Lebens^ mitteln versehen, mit seiner Maschine in der Luft« Wie lange noch? Man hörte nur diese eine Frage. Es schien ausgeschlossen, daß ein Kurt Schmidt besser sein sollte, als die routiniertesten und erprobtesten Segelflieger Amerikas. Aber selbst die gespanntesten Erwartungen wurden weit übertroffen« Aus 20 Stunden wurden 25, noch immer blieb Schmidt in der Luft — aus 25 wurden 30, aus 30 fechsunddreißig und eine halbe! Es war eine phantastische Leistung, vollbracht von einem jungen Mann, von dem vorher noch niemand etwas gehört hafte, von einem Studenten der Königsberger Universität. 36*72 Stunden mit dem Segelflugzeug in der ‘ßuft! Das bedeutet Weltrekord und zwar einen der sensationellsten, die jemals aufgestellt wurden. Denn der letzte Rekord betrug um 14 Stunden weniger. Die Geschichte dieses größten Segelfluges aller Zeiten war reich an aufregenden Situationen und atemberaubenden Szenen. Ueber Nacht sozusagen wurde ein Unbekannter berühmt. Stunde um Stunde flog Kurt Schmidt, allein mit den lauernden Naturgewalten, in strömendem Regen, in gefährlichen Böen bis in den grauenden Morgen. ,^)ch fliege weiter bis zum Abend", schrie er nach 22 Stunden seinen Kameraden zu. Kurt Schmidt. 27 Jahre alt, ein kerndeutscher Name. Seine Leistung: Beweis einer phantastischen Willenskraft. 361/2 Stunden ohne Unterbrechung mit motorlosem Flugzeug ... Eine Frau segelt über den Dünen. „Nach knapp acht Stunden mußte ich dann aussteigen, leider, denn es war herrlich, in der Dämmerung die Dünen entlang über dem Wasser dahinzusegeln. Es war unbeschreiblich schön, an Hunger oder Langeweile habe ich nicht einen Augenblick denken können." Diese begeisterten Worte schrieb vor zwei Jahren eine Frau, die den Ehrgeiz hatte, ihren eigenen Weltrekord im Dauerflug zu verbessern. Es war die Hanna R e i t s ch , eine junge Fliegerin, der über den Rossittener Dünen ein Flug von 10 Stunden und 7 Minuten gelang. fianna Reitsch nahm auch im Jahre 1934 an einer aufsehenerregenden Segelflugexpedition teil, die nach Brasilien führte, um die Segelflugmöglichkeiten der Tropen zu erforschen. Außer dem „Rhönvater", Professor G e o r g i i, dem bekannten deutschen Flugmeteorologen, waren die besten deutschen Namen vertreten, darunter Leute wie Wolf Hirth, einer der ausgezeichnetsten Segelflieger der Wett, Peter Riedel und Heinrich Dittmar. Eine Stunde war Sensation! Der Segelflug hat in verhältnismäßig kurzer Zeit eine fabelhafte Entwicklung durchmessen. Es war eine Sensation, als es dem ersten Segelflieger gelang, eine Stunde in der Luft zu bleiben! Eine einzige Stunde nur! Was sagen Sie dazu, Herr Kurt Schmidt? Wie kommt es, daß es Ihnen gelungen ist, diese eine Stunde um 35 volle Stunden zu überbieten. Im Laufe weniger Jahre gelang es immer mehr Segelfliegern, die Geheimnisse der Winde zu enträtseln und die Zeitdauer des Fliegens zu steigern. Es ging in Etappen aufwärts: im Jahre 1922 blieben die Segelflieger Martens und Hentzen länger als drei Stunden in der Luft. Schon ein halbes Jahr darauf überbot der Franzose Bar- bot diesen Rekord um fast das Dreifache. Er hielt sich acht Stunden und 36 Minuten in der Luft. Der berühmte „fliegende" Dorfschullehrer Ferdinand Schulz schlug den französischen Rekord mit einer Flugdauer von acht Stunden 42 Minuten. Schulz ist später tödlich abgestürzt. Es hat vier Jahre gedauert, ehe es gelang, die Flugzeit von knapp neun Stunden auf 15 Stunden zu bringen. Oberleutnant Dinort wurde von dem Flieger Henschel geschlagen. Dann ging der Weltrekord an den Amerikaner Cook: er flog 21 Stunden und 30 Minuten. Schließlich gelang dem Königsberger Studenten der geniale Wurf mit beinahe 37 Stunden! W. H. Schauturnen des Turnvereins Kinzenbach. Am kommenden Sonntag hält der Turnverein „Gut-Heil" fein diesjähriges Schauturnen, gewissermaßen eine Leistungsprüfung feiner Aktiven, Jugendlichen und Turnerinnenabteilung über die in dem verflossenen Turnjahre 1934/35 geleistete Arbeit, ab. Die ganze Veranstaltung wird sich, wie im Vorjahr, im Freien abwickeln und sieht bei den Aktiven und Jugendlichen vornehmlich ein abwechslungsreiches Programm an den Geräten vor, während die Turnerinnenabteilung hauptsächlich Gymnastik, Keulenschwingen und Spiele zeigen wird. 22 Rennwagen im „Großen preis^ von Deutschland. Für den am 28. Juli auf dem Nürburgring stattfindenden „Großen Preis von Deutschland für Automobile" wurden insgesamt 22 Rennwagen gemeldet, die sich wie folgt verteilen: Fünf Mercedes- Ben z mit Caracciola, v. Brauchitsch, Fagioli, Geier und Lang; vier Auto-Union mit Stuck, Darzi, Rofemeyer und Pietsch; vier Alfa Romeo mit Nuvolari, Chiron, Dreyfuß und Baleftrero; sechs M a f e r a t i mit Etancelin, Siena, Zehender, Ruesch, Hartmann und Sosfietti; ein Bugatti mit Ta« rufst sowie zwei ERA-Wagen mit Raymond Mays und Ernst von Delius am Steuer. Das Mit- und Zahrturnier in Bad-Nauheim. Die Vorbereitungen zum Reit- und Fahrturnier in Bad-Nauheim am 20. und 21. Juli sind in vollem Gange. Von überall treffen bereits btt Pferde ein. Insbesondere hat das starke Aufgebot der Wehrmacht, die ja in allen Konkurrenzen ausgiebig vertreten ist, Nauheim und die mu° $.jf.4pod Gansommerspielmeisterschasten des Gaues Xll in Gießen. /CTAa^DigiSwiwtex; RM.2600 0 00 * Fb> taten an/. Oberheffen Oie 12. Etappe der ^Tour^. Einen Außenseiter-Sieg gab es auf der 12. Etappe der Tour de France von Cannes über 195 Kilometer nach Marseille, die der in der Gesamtwertung weit zurückliegende Franzose Pplissier im Endspurt vor dem „Touristen" Gramer mit 18 Minuten Vorsprung vor dem übrigen Felde nach einer Fahrzeit von 6:03.02 Stunden gewann. Schon kurz nach dem Start hatte Merviel einen erfolgreichen Ausreißversuch unternommen und in Hyres hatte er zwölf Minuten Vorsprung, doch stieß er hier mit einem Lastkraftwagen zusammen und mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Auch gegen die vorftoßenden Pelissier und Gramer wurde vom Felde nichts getan, so daß die Beiden einen großen Zeitvorsprung erreichten. Nach 6:21.04 Stunden kam dann die erste größere Gruppe, darunter auch Thierbach und Roth, in Marseille ein. Kurze Sportnotizen. Einen neuenLangstreckenflug-Welt- rekord haben die Italiener Stoppani und Babbi mit ihrem Flugzeug „Montfalcone" aufgestellt. Sie bewältigten die 4966 Kilometer lange Strecke Rom —Berbern (Britisch-Ostafrika) in knapp 25 Stunden. DieJnternationaleAlpenfahrtl935 wurde jetzt von dem Automobil-Club von Frankreich abgesagt, da die verlangte Mindestteilnehmerzahl nach der Zurückziehung der 74 deutschen Nennungen wegen Devisenschwierigkeiten nicht erreicht wurde. Dreister Diebstahl in der Badeanstalt. Mit 1200 Mark (!) zum Vaden gegangen. LPD. Bad-Nauheim, 17. Juli In der hiesigen Badeanstalt wurden einem Badegast aus seinen in der Kabine befindlichen Kleidern von einem bis- her noch nicht ermittelten Täter eine Geldbörse und eine Brieftasche mit insgesamt 1190 Mark Inhalt und Ausweispapiere auf den Namen S). Bulmahn lautend gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen find im Gange. Schafbockversteigerung in Lich. Cid), 17. Juli. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau veranstaltete hier seine erste diesjährige Schafbockoersteigerung, die einen sehr guten Verlauf nahm. Bezeichnend für die aufstrebende Schafzucht war der Besuch vieler auswärtiger Schafzüchter und -Halter, u. a. aus dem Taunus, aus Wetzlar, dem Marburger Gebiet und aus dem Vogelsberg. Die Leitung der Veranstaltung hatte der Vorsitzende des Landesverbandes, Verwaltungsinspektor Büchsenschütz- Lich. Zum Auftrieb gelangten rund 50 Böcke, und zwar etwa 13 Jährlings- und 34 Lamm-Böcke aus den bekannten Zuchten des Lehr- und Versuchsgutes Selgenhof, von Lich (Fürstliche Gutsverwaltung), Utphe (Otto Rinn), von Mittel-Gründau (Ludwig Schudt) und Lang-Göns. Der Versteigerung ging eine Prämiierung durch Landwirtschaftsrat Dr. Tornede - Biedenkopf und Dr. Linnenkohl- Kassel voraus, die gute Ergebnisse zeitigte. Die Versteigerung wurde mit einer Ansprache des Leiters des Tierzuchtamtes Gießen, Ober-Landwirt- fchaftsrat Dr. Wagner, der zugleich Geschäftsführer des Landesverbandes der Schafzüchter ist, eröffnet. Dabei wies der verdienstvolle Förderer der oberhessischen Tierzucht auf die Notwendigkeit und den Wert der Schafzucht hin, zu deren Förderung der Landesverband jedem Käufer eines Schafbockes einen Zuschuß in Höhe von 30 v. H. des Kaufpreises gewährt. Gleichzeitig hat die Landesbauernschaft Zur Unterstützung der Anschaffungen von Schafen für jeden Schafbock Prämien ausgesetzt, die aus 25 Mark für den ersten Preis, 20 Mark für den 2. und 15 Mark für den 3. Preis bestehen. ^Gleichzeitig hat sich der Landesverband entschlossen, auf den Tierzuchtversteigerungen am 26. Juli und 9. September in Wetzlar einige feiner Jährlingsböcke zur Versteigerung zu bringen, um auch den Nachfragen in diesem Gebiete Rechnung zu tragen. Bei der Versteigerung wurden sehr flotte Gebote abgegeben, so daß einigermaßen lohnende Preise erzielt wurden und das Aufgebot bis auf wenige Ausnahmen abgesetzt werden konnte. Käufer wur- ben Züchter aus Nassau, dem Vogelsberg und der Marburger Gegend. Den Spitzenpreis in Höhe von 460 Mark erzielte das mit dem 1. Preis für Lammbocke ausgezeichnete Tier der Gutsverwaltung ^senbach, das die Stadt Lich erstand. Der Durch- 15nüfsprc*3 für Jährlinge betrug rund 180, der für Lammböcke rund 210 Mark. Die Ergebnisse der Prämiierung: Jährllngsböcke: 1. Preise: Zwei Tiere von Otto Rinn, Utphe. 2. Preise: Zwei Tiere von Otto Rinn, Utphe. 3. Preise: Zwei Tiere der Fürstlichen Gutsverwaltung Lich. liegenden Orte in ein großes Heerlager verwandelt. Aber es sind nicht nur ihre wohl ausgewählten Pferde für die Wettbewerbe, auch die Schaunummern zogen schon mit Mann, Gespann und Fahr- Leug herbei. Dazu kommen die Vorbereitungen der SA.-Reiterei mit ihren vom Sattel gefahrenen Sechsspännern. Es sei auch heute schon auf die Preisverteilung am Sonntagabend im Kurhaus hingewiesen, die dem Reiterabend mit anschließendem Tanz voraus- geht. Die Preise selbst werden dort ab Freitag vormittag ausgestellt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Neuer deutscher Sieg in Island. Diesmal 6:0 (0:0). Bei weitaus besserem Wetter als am Sonntag trug die deutsche Nachwuchs-Fußballmannschaft vor 3000 Zuschauern ihr zweites Auswahlspiel gegen eine isländische Länderelf aus. In der ersten Hälfte beschränkten sich die Deutschen, einen technisch reifen rund taktisch klugen Fußball vorzuführen und in dieser Zeit gelang es auch den sich tapfer wehrenden Nordländern einen deutschen Torerfolg zu verhindern. Nach der Pause hatten die Isländer nicht mehr viel zu bestellen, die Ueberlegenheit unserer Nachwuchsspieler wurde immer deutlicher und in regelmäßigen Abständen schossen Seitz, FV. Kornwerstheim (4), Langenbein, VfR. Mannheim, und Büchner, Freiburg) sechs Treffer, die den Verlauf des Kampfes richtig Wiedergaben. Lammböcke: 1. Preise: Gutsverwaltung Eisenbach; Fürstliche Gutsoerwaltung Lich: Wilhelm Veite I., Lang- Göns. 2. Preise: Fürstliche Gutsverwaltung Lich für drei Tiere; Gutsverwaltung Eisenbach; Wilhelm Henrich II., Lang-Göns. 3. Preise: Gutsverwaltung Eisenbach für zwei Tiere; Ludwig Schudt, Mittel-Gründau, für drei Tiere; Fürstliche Gutsverwaltung Lich; Konrad Anton Wagner, Lang- Göns. Landkreis Gießen. -I- Wieseck, 16. Juli. Unsere Frauenhilfe veranstaltete am Sonntag für ihre Mitglieder ihren diesjährigen Ausflug nach Bad-Nauheim. Der Leitung war es gelungen, durch die Kurverwaltung eine Führung zu erreichen. So versammelten sich denn über 60 Teilnehmer im Sprudelhof, von wo aus unter fachmännischer Leitung die Führung durch die ober- und unterirdischen Anlagen der Badehäuser stattfand. Besonders die mächtigen Rohrleitungen der heilkräftigen Sprudel und der Fernheizkanal erregten die Bewunderung der Mitglieder. Zum Schluß der Führung im großen Lehrsaal des Badehauses angekommen, dankte Dekan Sattler dem Führenden der Badeverwaltung für all die interessanten und schönen Eindrücke, die die Teilnehmer auf diesem Gange sammeln konnten. Anschließend besichtigten die Mitglieder der evan- gelsichen Frauenhilfe kurz das prächtige Kerckhoff- Herzforschungs-Jnstitut. Gemeinsamer Kaffee und Abendtisch hielt die Teilnehmer noch lange in Bad- Nauheim. Großen-Linden, 16. Juli. Zu Beginn dieser Woche wurde mit der Roggenernte begonnen. Durch die große Hitze wurde die Reife der Frucht sehr beschleunigt. Die Wintergerste steht auf Haufen und kann schon eingefahren werden. Die Frucht- ernte ist im allgemeinen gut, Der Körnerertrag beim Roggen ist gegen voriges Jahr geringer. Durch den letzten schweren Gewitterregen liegt die Frucht Zum Teil auf dem Boden, so daß mit den Maschinen nicht soviel gemäht werden kann, als im vorigen Fahr. — Der obere Ortsteil war in der vorigen Woche ohne Leitungswasser, was von der Bevölkerung sehr hart empfunden wurde. • Kreis Büdingen. 8 Nidda, 17. Juli. Da die für dieses Jahr geplante Erweiterung der Wasserleitung nicht ausgeführt werden kann, so wendet sich die hiesige Büraermeisterei mit RiMcht auf die herrschende Wasserknappheit an die Bevölkerung und trifft folgende Maßnahmen: Das Begießen der (Bärten und Straßen durch Wasserentnahme aus der Wasserleitung, insbesondere mit Schläuchen ist verboten und strafbar. Sollte sich eine Einteilung der vorhandenen Wassermenge nicht in der Weise durchführen lassen, daß jeder Volksgenosse einen ausreichenden Teil erhält, so müssen auf Kosten der großen Verbraucher Wassermesser gesetzt ro?.r^n' Insbesondere wendet man sich gegen die Rücksichtslosigkeit von gewissenlosen Volksgenossen, die zur Erreichung eines kühlen Schluckes Wasser Zur Durstlöschung für diesen Zweck das köstliche Naß erst eimerweise fortlaufen lassen, an- tatt es für Haushaltszwecke zu sammeln. 2) Nidda, 17. Juli. Ein eigenartiger Schabernack wurde der benachbarten kleinen Gemeinde Aa uerbach gespielt, die in begrüßenswerter Weise ein ihren Verhältnissen entsprechendes Gelegenheit zu einer ÄMUMWWkl Kleinanzeigen für 5000 Kilo Pappen von Gießen nach .vrnntfurt am Main gesucht. Schritt!. Angebote mit Zeitpunkt u. 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Kreis Alsfeld. hielt 1875 Lichtspielhaus-Gießen Heute Donnerstag bis Sonntag: Adele Sandrock wie sie weint und lacht, in dem lustig.Tonfilm: Wolkenbruch bei Niederkleen vor 60 Jahren. * Niederkleen, 18. Juli. Am 20. Juli O Wetzlar, 17. Juli. Das diesjährige Kreis- verbandsfest der Frauenhilfe des Kreises Wetzlar erfreute sich eines sehr regen Besuches. Die Festtagung wurde durch einen Gottesdienst in der Kirche auf dem Hügel von Dillheim eingeleitet, lieber 1000 Personen fanden in der Kirche Platz und vor dem Gotteshaus wurden noch 50 Bänke aufgestellt, die ebenfalls alle besetzt waren. Nach einem gemeinsamen Lied hielt Pfarrer Kunze, der Geschäftsführer der Rheinischen Frauenhilfe, die Predigt, in der er zum Bekenntnis aufrief. Nach dem Gottesdienst begaben sich die zahlreichen Teilnehmerinnen in die Orte der nächsten Umgebung, nach Dillheim, nach Ehringshausen und nach Katzensurt, wo sie überall gastfreundliche Ausnahme fanden und reichlich bewirtet wurden. Am Nachmittag riefen die Glocken zur Nachfeier. Ortspfarrer Läufer wies darauf hin, daß die beiden Gemeinden das Silberjubiläum ihrer Frauenhilfen begehen könnten und außerdem der 90. Geburtstag des ältesten Mitglieds des Kreis- verbandes, Frau Horst aus Ulm, begangen werden könne. Die Verbandsvorsitzende Frau Pfarrer Müller- Dutenhofen, begrüßte die Vereine mit einem Worte des Jakobus. Die Geschäftsführerin des Verbandes Hessen, Fräulein Warendorf, hielt ebenfalls eine Ansprache und betonte, daß die Kirche dem Volk und dem Staate mit allen Kräften dienen wolle. Die Schlußansprache Pfarrer Kunze. —Homberg, 16. Juli. Aus Anlaß des in der Zeit vom 12. bis 17. August dahier stattfindenden Luftschutz-Lehrgangs fand im Rathaussaale eine Besprechung mit den Führern der örtlichen Organisationen, Verbänden, Vereinen, sowie mit den Vertretern der Behörden durch Unter* Truppwart d ' 011illie statt. Erwähnter Lehrgang wird hier in vier Sälen von 14 Lehrpersonen erteilt. Man rechnet dabei auf eine stattliche Zahl von Kursusteilnehmern. — Das Bafaltwerk Nieder-Ofleiden, Oberhessische Hartstein- Jndustrie, hat in letzter Zeit größere Auf - trägezu erledigen. Es wird deshalb in besonderen Schichten Tag und Nacht gearbeitet, auch sieht man lange Güterzüge, die das bearbeitete Material (Kleinschotter, Basaltgrus) befördern. — Zur Zeit wird hier in der Hauptstraße unter Leitung des Kulturbauamts Gießen ein Stück Kanalisation durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Seitenanschlüsse für die Dachkandeln und Küchenabwässer eingebaut. In der Vorstadt werden die Kanalisationsarbeiten bis zum Schuhhaus Fiedle r fertiggestellt. Nach Beendigung dieser Arbeiten wird mit der Pflasterung begonnen, die an die der Büßfelder Straße anschließen wird. Auf diese Weise wird die Staubvlage beseitigt, außerdem werden dadurch auch bessere Verhältnisse für jeglichen Verkehr geschaffen. Aus finanziellen Gründen kann die Kanalisation durch die ganze Stadt jetzt nicht durchgeführt werden. Leusel, 17. Juli. Der 34 Jahre alte Arbeiter Carl Schäfer von hier stürzte bei der Reparatur eines Daches ab und erlitt einen Unterschenke l b r u ch des linken Beines. Der Verunglückte mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreisverbandsfest der Frauenhilfe des Kreises Wetzlar. Schwimmbad in der Größe von 20 Meter zü 15 Meter mit einem Kostenaufwand von etwa 6000 Mark nahe dem Wasserleitungsbehälter am Orts« ausgange errichtet hat. Die geplante Eröffnungsfeier am vorigen Sonntag, wozu auswärtige Schwimmer als Gäste eingeladen waren, mußte jedoch unterbleiben, da das in den vorhergehenden Tagen zugeführte Wasser am Morgen dieses Tages verschwunden war. So geschah es mehrmals. Man stand vor einem Rätsel, bis man entdeckte, daß unberufene Hände die Ablaßvorrichtung in der Nacht in kaum merklicher Weise geöffnet hatten. Nach sachgemäßer Sicherung dieser Vorrichtung bleibt nun der Wasserbehälter gefüllt, so daß die Eröffnungsfeier demnächst nachgeholt werden kann. Von oem Uebeltäter hat man jedoch keine Wichtig« Neuerscheinung für Pflanzenfreundet Pflanzengeographie Deutschlands Dargestellt nach eigenen Beobachtungen und unter Berücksichtigung der Karlen und der Literatur von Dr.Kurt Hueck, Privatdozent an der Universität Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staat!. Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. 160 Seiten Text mit etwa 100 Karten und Ab- bildungen im Text, etwa 150 Abbildungen auf 180 einfarbigen Tafeln in erstklassigem Kunst- buchdruck und 10 mehrfarbig. Degetationskartea Auf zahlreichen und ergiebigen Forschungsreisen durch alle Teile der deutschen Landschaft und bei der Durchführung umfangreicher Kartierungsarbetten konnte der Verfasser sich mit eingehenden Studien, Untersuchungen und Feststellungen über die Degetationsverhältniffe aller deutschen Landschaitsgebiete jeweils an Ort und Stelle beschäftigen und so einen umfangreichen Wissensstoff auf Grund eigener Beobachtungen ansammeln, wie er noch in keinem Werke dargestellt worden ist. Dieses Werk bietet nicht aus Büchern zusammengetragene, althergebrachte Weisheit, sondern ist das Ergebnis lebendiger und neuzeitlicher Forschungsarbeit. Subskriptionspreis bei Bestellung bis spätestens 1. Oktober 1935: in 20 monatlichen Lieferungen je RM. 1,80 (später ie RM. 2,20), in Halbleder gebunden (Lieferung nach Fertigstellung) RM. 45,- (später RM. 50,-). Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt! Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde [ anzuziehen, denn das Wasser komme. Er selbst abef i lief nach dem etwa 10 Minuten entfernten Dorf, lief durch die beiden tiefgelegenen Straßen und rief immer fort: „Hilfe! Das Wasser kommt!" Als er am Ende der beiden Straßen ankam, hatte er gerade noch Zeit genug, sich in den höher gelegenen Schulhof zu retten. Mit großer Gewalt, in breitem Schwall kam das Wasser auch schon angeschossen. Es stieg sofort auf etwa 1,20 Meter Höhe und riß mit sich, was lose im Wege lag. Der reißende Strom führte aber schon tote Hühner, Katzen, Hasen, Ackergeräte, Jauchefässer, Körbe usw. mit sich. In raschem Fluß wälzten sich die Wassermassen nach Dornholzhausen zu. Dort war niemand gewarnt worden. Manches Tier, auch Schweine, kamen durch das Wasser um. Da unterhalb Dornholzhausens das Kleebachtal etwas breiter ausläuft, ging das Wasser auch nicht mehr so hoch und versickerte rasch im ausgedörrten Land. Die Einwohner des Gebietes unterhalb von Dornholzhausen wunderten sich über das viele trübe Wasser mit dem angeschwemmten Gut. In Dornholzhausen und weiter unterhalb hatte es nämlich nicht geregnet. In einer knappen Stunde war alles vorbei. Es hieß zunächst, die schlimmsten Folgen des Unwetters zu beseitigen. Sämtliche Brunnen mußten ausgepumpt werden, da auch sie das gelbe Schlammwasser enthielten, das von oben hineingelaufen war. Am Nachmittag des Tages nach der gewittrigen Nacht konnten sämtliche Bewohner bereits wieder zum Kornschnitt in das Feld gehen, der am Tage zuvor begonnen worden war. In den höher gelegenen Kornfeldern selbst war kein Schaden angerichtet worden. Bald erfuhr man auch, wo der eigentliche Wolkenbruch fiel. Der heftige Regen war an dem etwa % Stunden von Niederkleen entfernten Haus- berg niedergegangen. Interessant ist es, zu hören, wie die Bewohner des höher gelegenen Dorfteiles von der Not und der Herzensangst ihrer tiefer wohnenden Mitbürger während des Unheils nichts erfahren hatten. Kunst und Wissenschaft. Die deutsche Tanzgruppe auf dem Internationalen Tanzfest in London. Die deutsche Tanzgruppe aus Rothenburg ob der Tauber, die an dem Internationalen Tanzfest in London teilnimmt, trat zusammen mit den Vertretern anderer Nationen im Stadtpark von Greenwich auf. Beim Eingang in den Park marschierte die deutsche Gruppe an der Spitze des Zuges. Anschließend fand ein Empfang durch den Bürgermeister von Greenwich statt. Auf einen von der Landesgruppe der NSDAP, veranstalteten Tanzfest hatte die deutsche Kolonie Londons Gelegenheit, die Darbietungen der Volkstänzer aus der Heimat zu bewundern. Mit ihren Tänzen, darunter dem berühmten Schäfflertanz und dem mitteldeutschen „Schnappsack", riefen sie größte Begeisterung bei den anwesenden Gästen hervor. Die eigens mitgebrachte Kapelle unter Führung von Musikmeister Streckfuß spielte mit heimatlichen Weisen zu Tanz auf. Der Führer der deutschen Tanzgruppe, Diplomingenieur von Peinen, äußerte sich sehr befriedigt über den Empfang. Heidelberger Reichsfestspiele. Dem „Käthchen von Heilbronn", das die Heidelberger Reichsfe st spiele eröffnete, ist nun als zweite Aufführung im Schloßhof Shakespeares Lustspiel „Was ihr wo111" gefolgt. Auch für das Durcheinander in diesem Liebesspiel aus Illyrien bot der Schloßhof die herrlichste Kulisse. Die Aufführung in der Einrichtung von Albert F 1 orath verteilte die Szenen ausgezeichnet über - die Ostseite £es Schloßhofes und hielt sie doch so straff wie möglich beisammen, daß nichts zerflat- terte. In den Hauptrollen spielten Horst Caspar als Orsino, Gefion Helmke als Olivia, Heinrich George als Junker Tobias, Angela Sallo ker als Viola, Walter Süßenguth als Haushofmeister, Clemens Hasse als Junker Bleichen- roang, Albert Flora th als Narr, Gerda Maria Terno als lustiges Kammermädchen und Walter Kottenkamp als Antonio, — eine glänzende Besetzung, deren ungemein lebendige Darstellung die Zuschauer zu starkem Beifall begeisterte. Lotte Müller leitet die Tanze im „Faust" auf dem Römerberg. Sötte Müller, die Leiterin der Ausbildungsstätte für Tanz und Gymnastik in Frankfurt a. M., ist vom Generalintendanten Meißner für die choreographische Leitung der Tänze im „Faust I" im Rahmen der Römerbergfestspiele verpflichtet worden. — Die Tanzgruppe Lotte Müller hat kürzlich an dem Tanzabend von Hannah Spohr im Gießener Stadttheater mitgewirkt. keine prähistorischen Schädelfunde bei Düsseldorf. Die von einem Teil der deutschen Presse aufae- gnffene Meldung über den Fund von drei Ne- andertalschädeln bei Düsseldorf entspricht rote die Ausgrabungsleitung und der Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer für den Bezirk ?uffe -^rfr T•’*!?!?' "icht den Tatsachen. Es han- beit sich lediglich um kirchliche Frühbestattunaen, keinesfalls aber um prähistorische Schädelfunde ging im Kleebachtal ein Wolkenbruch nieder. Nachdem es die ganze Nacht über Gewitter gegeben hatte und nachdem gegen 4.30 Uhr die Nacht noch einmal durch einen grellen Blitz erhellt wurde, herrschte Ruhe. Die Einwohnerschaft des Dorfes begab sich nochmals zu Bett, um ein Stündchen zu schlafen. Oberhalb von Niederkleen liegt die Pulvermühle. Der Besitzer Schäfer, der sich über den guten Regen freute, war gerade im Begriff, die Mühle in Betrieb zu setzen, nachdem er seither, durch die anhaltende Trockenheit, nicht mahlen konnte. Plötzlich hörte er ein gewaltiges Rauschen. Als er durch dos Dachfenster sah, und nach der Richtung Ausschau l)ielt, aus der das Rauschen zu kommen schien, glaubte er dichten Nebel vor sich zu haben. Er stellte die Mühle ab, rief Frau und Kindern zu, sich rasch ■ Mit Adele Sandrock Marianne Hoppe, Wolfgang Liebeneiner I Georg Alexander 4162A Wilhelm Bendow I Vorher; 6utes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche I Hr.165 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerrtag.l8.Zuli 1935 Frankfurt a. M., 17. Juli, lieber die geistigen Zielsetzungen großer Ausstellungen dürfen die wirtschaftlichen Grundlagen und Auswirkungen nicht vergessen werden. Es ist wohl den Wenigsten bekannt, in welchem Umfange Ausstellungen auf die wirtschaftliche Entwicklung einwirken. Dies trifft insbesondere für solche Ausstellungen zu, die neben der kulturellen und politischen Zielsetzung auch die Wirtschaft fördern wollen, wie die große Ausstellung „Die Rhein-Mainische Wirtschaft", die vom 24. August bis 8. September 1935 auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. stattfindet. Aus diesem Grunde gab die Ausstellungsleitung am Mittwoch- nachmittag den Vertretern der Presse einen Einblick in die Vorbereitungsarbeiten dieser Ausstellung, wobei man erst einen Begriff davon erhielt, welche stärke Wirtschaftsbefruchtung allein von dem Aufbau und der Durchführung einer solchen Ausstellung ausgeht, ganz abgesehen von den späteren Nachwirkungen. Was benötigt man zu dieser Ausstellung? Der Laie kann sich nur schlecht ein Bild davon machen, welche ungeheuren Mengen an Holz, Stoffen, Nägeln usw. notwendig sind, um eine derartige Ausstellung aufzubauen. Natürlich ist es bei diesem Aufbau eine der wichtigsten Aufgaben, ein äußerlich schönes und gutes Bild zu bieten, aber trotzdem darauf zu achten, daß den Ausstellern keine unnötigen Ausgaben entstehen.. Dies wird in der Hauptsache dadurch erreicht, daß alles Material für die Aufbauarbeiten immer sorgfältig verwaltet wird, und dadurch zu mehreren Ausstellungen benutzt werden kann. Die Ausstellung „Die Rhein-Mainische Wirtschaft", die bekanntlich das gesamte Festhallengelände umfaßt, ist die größte Ausstellung, die wir seit Jahren in Frankfurt gesehen haben. Es sind nicht weniger als zehn Doppel-Waggons Holz nötig, um allein den äußeren Rahmen der Stände aufzubauen. Die Trennwände der einzelnen Stände haben in ihrer Gesamtheit eine Länge von etwa fünf Kilometer; wenn man die Tische, die hierin aufgestellt werden, aneinanderreiht, so kommt man auf die vorüberfliegende Landschaft oder das Weltmeer hat. Der Speisesaal trägt gleichfalls prachtvolle Gemälde, auf denen in zwangloser Reihenfolge die Haupteindrücke wiedergegeben sind, die man auf einer Fahrt von Friedrichshafen nach Pernambuco erhält. Da findet man die Zeppelinwerft mit dem Bodensee, Landschaftspartien aus Spanien, die Insel Jliza, sowie die Pflanzen- und Tierwelt der auf der Ueberfahrt berührten Gegenden, darunter die Küste von Afrika und natürlich auch Südamerika. Während so der Speisesaal den Fahrgästen Geographie vermittelt, ist in der großen Aufent- tz a l t s h a l l e in prächtigen Gemälden die Geschichte der Ozeanüberquerungen verewigt. Da findet man die primitivsten Schiffe der ersten Entdeckungsfahrer, die dann abgelöst werden durch die Verkehrsmittel unserer Tage. In Kabinen m i t fließendem Wasser, warm und kalt, sowie Duschbädern ist fünfzig Passagieren Unterkunft geboten. Die bequemen Betten kann man am Tage in der Decke verschwinden lassen oder auch in ein Couch verwandeln. So wird das stolze, neue Schiff in jeder Hinsick'' in aller Welt deutschem Unternehmungsgeist und deutscher Wertarbeit zur Ehre gereichen. schisfahrt unter dem Motto „Leichter als Luft". Die Serie beginnt mit den phantastischen Flugversuchen des Jesuitenpaters Francesco Lamas im Jahre 1670 und den ersten Ballonaufstiegen der Gebrüder Montgolfier, um dann in den modernen Verkehrsluftschiffen der Gegenwart einen monumentalen Abschluß zu finden. Im ersten Stock des Luftschiffes liegt der geräumige Speisesaal, zu dem die elektrisch gekochten Speisen im Aufzug aus der im Untergeschoß gelegenen Küche gelangen. Ein prächtiger Konzertflügel bietet dort Möglichkeiten künstlerischer Unterhaltung, wie natürlich auch für eine moderne Radioanlage Sorge getragen ist. Die beiden übereinanderliegenden Stockwerke sind von zwei je fünfzehn Meter langen Promenadendecks umgeben, durch deren unzerbrechliche, schräg liegenden Cellon-Fenster man Ausblick Das fliegende Grandhotel. £. 3.129" im Rohbau vollendet. — Jungfernfahrt im Herbst. Das schönste Lustschiff der Welt. 90000 Tagewerke Arbeit bringtDie Rhein-Mainische Wirtschaft" Wirtschaftliches von einer großen Ausstellung. Das neue deutsche Zeppelinluftschiff „L. Z. 129" ist im Rohbau nahezu vollendet. Es übertrifft mit seiner Länge von 248 Metern bei einem Gasinhalt von 190 000 Kubikmetern, den technischen Neuerungen und der unübertrefflichen Innenausstattung alle bisher gebauten Luftschiffe. Die Jungfernfahrt wird trotz aller Beschleunigung der Arbeiten -kaum vor Oktober erfolgen können. Deutsche Technik, Innenarchitektur und Kunst haben miteinander gewetteifert, in dem neuen „L. Z. 129" ein unvergleichliches Wunderwerk ZU schaffen. Schon die Vorarbeiten standen im Zeichen umwälzender Neuerungen auf allen Gebieten. Im Gegensatz zu den bisher in Friedrichshafen konstruierten Luftschiffen vollzog sich der Bau von „L. Z. 129" geräuschlos. Früher verursachte die „Nietenklopferei" einen ungeheuren Lärm, diesmal wurden jedoch die etwa fünf Millionen Nieten, mit denen das Gerippe zusammengehalten wird, durch eine Riesenzange zusammengedrückt, deren ungewöhnlich lange Hebelarme einen Druck von mehr als vier Tonnen ausüben. Die Ballonhülle erhielt an der Innenseite zur Hintanhaltung schädlicher Folgen starker Bestrahlungen einen roten Anstrich. Deutsche Chemiker und Techniker haben in einträchtiger Zusammenarbeit einen bereits praktisch erprobten gasdichten „F i l ruft o f s" hergestellt, mit dem die 50 000 Quadratmeter Oberfläche der siebzehn inneren Ballone gasdicht gemacht wurden. Die bisher zur Abdichtung der inneren, als Gaskammern dienenden Ballone verwandte sogenannte Goldschlägerhaut, die aus den Schlingdärmen von Ochsen und Kälbern meist ausländischer Herkunft gewonnen wurde, ist hierdurch überflüssig geworden. Außerdem hat man einen neuen Apparat erfunden, der es ermöglichen soll, während der Fahrt zum Gewichtsausgleich des Brennstoffverbrauchs Feuchtigkeit aus der Luft zu gewinnen, um hiermit das Schiff unterwegs nach Belieben mit Ballast — und Gebrauchs- waffer versehen zu können. „L. Z. 129" wird jedoch nach seiner Vollendung nicht nur das vollkommenste, schnellste und sicherste, sondern auch infolge seiner hervorragenden Innenausstattung von künstlerischer Vollendung das schön st e Luftschiff der Welt sein. Mit der Inneneinrichtung des Luftschiffes wurde der bekannte Berliner Architekt Professor Breuhaus betraut. In monatelangen Versuchen wurden die zweckmäßigsten Formen und Materialien für die Innenausstattung erprobt und gefunden. Holz hat Professor Breuhaus wegen feiner Schwere und leichten Brennbarkeit nach Möglichkeit als Werkstoff vermieden. Die Möbel im „L. Z. 129" werden daher durchweg aus verschiedenen Aluminium- I e g i e r u n g e n bestehen. Man findet da breite Bänke in den Wandelgängen, bequeme Armstühle und Tische verschiedener Größe. Auch die Sprungfedermatratzen der komfortablen Betten und die Waschbecken, ja selbst die Beleuchtungskörper, Blumenoasen und Aschenbecher bringen vollkommen neue Formen zum Ausdruck. Ein technisches Wunderwerk für sich ist der R a u ch s a l o n. Wenn man in die dort auf Aluminiumtischen stehenden Aschenbecher eine noch glühende Zigarre oder Zigarette wirft, so klappen ine Aschenbehälter sofort luftdicht zusammen, wodurch jedes Feuer automatisch erlischt. Die Wände des Rauchsalons werden mit abwaschbarem Leder verkleidet. Man sieht hierauf Bilder aus der Luftauf die stattliche Anzahl von etwa acht Kilometer. Mit den 1700 bis 2000 Sitzgelegenheiten, die in sämtlichen Ausstellungshallen benötigt werden, kann man etwa das Frankfurter Opernhaus (1805 Plätze) ausftatten. Um diese Wände zu bespannen, sind nicht weniger als 80 000 Meter Stoff notwendig. Wir können hiermit also ein Sonnendach über die Reichsautobahn von Frankfurt nach Heidelberg ziehen. Zur Befestigung dieser Stoffe und zum Aufbau der Stände werden etwa fünf Millionen Nägel benötigt. Eine besonders schwierige Aufgabe stellt die einheitliche Beschriftung dieser Stände dar, denn es sind etwa 30 000 Buchstaben anzubringen. Hierzu muß ein Buchstabenlager von 150000 Stück in verschiedenen Farben, Großen und Schriftarten bereit gehalten werden. 90000 Tagewerke Arbeit! Wir sehen schon aus diesem Materialverbrauch, daß die Arbeit des Aufbaues nicht klein ist. Wenn wir aber einmal einen Versuch machen, die Tagewerke zu errechnen, die eine solche Ausstellung mit sich bringt, so tritt hierbei erst die wirtschaftliche Tragweite voll in die Erscheinung. Natürlich läßt sich nicht genau errechnen, wie viele Tagewerke die Ausstellung einschließlich der Aufträge bringt. Das vorhandene Material kann nicht eingerechnet werden; die riesigen Aufträge, die zur Werbung und zur Organisation der Veranstaltung ausgegeben werden, müssen unberücksichtigt bleiben; ebenso die Arbeiten, die in den Betrieben der Aussteller eigens für diese Ausstellung durchgeführt werden, da alle diese Arbeiten nicht zuverlässig zu schätzen sind. Wir können daher nur die zusätzliche Arbeit auf dem Ausftellungsgelände ermitteln, die erheblich erhöht werden müssen, wenn die weitergehenden Wir- •fungen einbezogen werden. Schon allein die Vorbearbeitung des oben aufgezählten Materials nimmt etwa 3000 Tagewerke in Anspruch, bevor überhaupt mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen werden kann. Den Aufbau selbst kann man auf dem gesamten Festhallengelände mit etwa 22 000 Tagewerken berechnen, denn er nimmt volle sechs Wochen in Anspruch, und in den letzten beiden Wochen vor der Ausstellung sind immer 500 bis 700 Mann im Gelände tätig. Weit größer ist aber noch der Bedarf an Arbeitskräften während der Ausstellung selbst, denn die Aussteller können nur einen Teil ihres eigenen Personals mitnehmen, da dasselbe ja in den Heimatbetrieben benötigt wird. Es kommen weiterhin Aufsicht, Verwaltung usw. hinzu, so daß die Arbeit mit etwa 60 000 Tagewerken während der Ausstellung bestimmt nicht zu hoch gegriffen ist. Der Abbau geht natürlich erheblich schneller oonftatten, aber auch hierfür sind immer noch 4 bis 5000 Tagewerke notwendig, bis das Gelände wieder frei für eine neue Ausstellung ist. Also rund 90 000 Tage- werke zusätzlicher Arbeit werden durch diese Ausstellung beschafft, ohne den Arbeitseinsatz, der durch die Aufträge außerhalb des Ausstellungsgeländes und durch die reinen Verwaltungsvorarbeiten her- vorgerufen wird. Wir haben hier eine durchaus lohnintensive Arbeit, also einen Beitrag zur Arbeitsbeschaffung, wie er besser kaum vorzustellen ist. Rhein-Mainisches Leben im Bild. Ein besonderer Anziehungspunkt der Ausstellung wird eine Bilderfolge an den Rängen der Festballe sein, die in riesigen Gemälden das Rhein-Mainische Wirtschaftsleben darstellt. 21 große Bilder von 8 Meter Länge und 4,50 Meter Höhe zeigen uns typische Eindrücke Rhein-Mainischer Landschaft und Rhein-Mainischer Arbeit. 8 Bilder von 6 Meter Höhe und 3,50 Meter Breite stellen uns die Typen des Rhein-Mainischen Arbeiters der Stirn und der Faust dar, und 12 Wappensäulen kennzeichnen die Zusammenarbeit von Stadt und Land innerhalb unseres Gebietes. Auch hier einige Zahlen, die dem Laien verdeutlichen mögen, welche Arbeit in dieser Ausstellung stecken wird, wenn sie erst fertig ist. Nicht weniger als 6 Zentner Farbe werden zu dieser Bilderreihe benötigt, etwa 3 Zentner Leim sind notwendig, um die Bilder haltbar zu machen, und etwa 4 bis 5 Hektoliter Wasser zum Anrühren der Farben werden benötigt. Rundsunfproqranim. Freitag, 19. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Blasmusik. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9: Werbekonzert. 10: Sendepause. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. Musikalische Schattenspiele. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Walzen und Schieben — ganz nach Belieben. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Kampf um das Reich — Kaiser und Papst. Der Jnvestiturstreit, die erste Verfassungskrise des Reiches. 16.45: Japan, der Staat im Osten (III). Die Orientierungslinien der japanischen Exportpolitik. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Die Geburtsstunde des Fernsehens. Plauderei über Paul Nipkow. Von Heinz Gehlhar (Wachswiedergabe). 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. 20.45: Unterhaltungskonzert. 21.30: Kurioser Kaffeeklatsch. Sketsch mit Musik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: „Grüß enk God, all' Leut, was Zualosa send." (Eine bunte Reihe Volksmusik.) 24 bis 2: Nachtmusik. T || RASIERCREME IB A macht das Rasieren zum Genuß Große, langreichende Tube 50 Pf. Wir saudea zuemanoer. Vornan von Mathilde v. Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme Verlag Halle (S.) 5 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie wußte, welchen hohen Begriff er von der Ehe hatte. Nie hatte sie ihm zugetraut, um äußerer Vorteile willen sich zu binden. So war es ihr gar nicht nötig erschienen, daß ihr Name ausdrücklich im Testament genannt wurde. Dor der Welt sollte es den Anschein haben, als ob Dietrich ganz freiwillig zu ihr zurückgekehrt wäre. Nun hatte er ihr den entscheidenden Strich durch das Spiel gemacht. Sie hatte verloren. Es blieb ihr nichts, als abzureisen. , . Wütend riß sie die Kleider aus den Schränken, warf sie achtlos in den Koffer hinein. Eine Nacht mußte sie noch hierbleiben. Es ging heute abend fein Zug mehr von «Station Veltheim nach Dresden zurück. Sie mußte noch eine Nacht die Gastfreundschaft Dietrichs annehmen. Sie durfte gar nicht daran denken, daß sie heute abend mit ihm und diesem Justizrat Niemann zusammen am Tisch sitzen, Konversation machen, unbefangen erscheinen sollte. Aber wenn sie nicht bei Tisch erschien und sich das Essen auf ihrem Zimmer servieren ließ, würde die Dienerschaft noch mehr tuscheln. Nein, sie mußte schon Fassung bewahren. Schritte ertönten im Korridor. Da wurde sie wahrscheinlich schon zum Tee gerufen. Hastig setzte sie sich an den Toilettentisch. Wie blaß sie war! Sie legte etwas Rot auf und fuhr sich mit der Puderquaste leicht über die Wangen. Draußen klopfte es. „Herein!" rief Jutta. Der Diener erschien auf der Schwelle. „Gnädiges Fräulein, es ist Besuch für den jungen Herrn Grafen da. Aber der Herr Graf sind fortgegangen. Würden gnädiges Fräulein die Damen vielleicht empfangen?" „Wer ist es denn?" „Fräulein von Weckenroth und eine junge Dame, die ich nicht kenne." „Führen Sie die Damen unten in den Salon. Ich komme gleich." Ein rachsüchtiges Lächeln legte sich um Juttas Lippen. Karla Weckenroth, die kam ihr gerade recht. Karla Weckenroth, die Jugendfreundin Dietrichs! Seit der Pensionszeit hatte sie Karla nicht wiedergesehen. Aber die alte Feindschaft gegen sie loderte sofort wieder in ihr auf. Karla Weckenroth hatte immer etwas gegen sie gehabt. Am Ende war sie es, die Dietrich zu seiner jetzigen Haltung bestimmt hatte. Wie schön, daß Dietrich jetzt nicht da war! Nun konnte sie endlich einmal Karla Weckenroth sagen, was sie von ihr dachte. In dem großen Salon mit den schonen, alten Empiremöbeln standen Karla Weckenroth und Marlen Korda. Karla Weckenroth hatte sich den Pelz vom Diener abnehmen lassen. Sie stand klein, zart, mit ihrem blassen Gesichtchen vor Marlen, die sie um einen Kopf überragte. Marlen Korda hatte noch den Mantel an. lieber dem grauen, hochgestellten Stoffkragen leuchtete ihr klares, reines Gesicht mit dem zarten Munde und den großen, ernsten Augen. „Nein, Liebes!" sagte sie. „Laß mich bitte draußen im Wagen warten. Ich kenne Fräulein von Bergfelde gar nicht. Sie ist in tiefer Trauer um ihre Tante. Ich mochte da als Fremde nicht so mit hereingeschneit kommen. Ich bin ja auch nur mit- gefahren, um dich während der Fahrt.zu begleiten. Ich warte lieber draußen — um so mehr", fügte sie lächelnd hinzu, „als dein Dietrich ja nicht hier ist." „Ausgeschlossen", erklärte Karla entschieden, „ich lasse dich nicht draußen warten. Es ist viel zu kalt dazu." „Das gnädige Fräulein kommt sofort", meldete jetzt der Diener. - ,Kann Fräulein Korda vielleicht in einem anderen Zimmer Platz nehmen?" fragte Karla. „Ich möchte das gnädige Fräulein zunächst allein begrüßen." „Bitte sehr!" Der Diener öffnete die Tür zu dem Nebenzimmer und schaltete das elektrische Licht ein. Man sah in ein kleines, behagliches Zimmer, das mit Biedermeiermöbeln ausgestattet war. „Wenn das gnädige Fräulein hier Platz nehmen wollen?" Marlen nickte und folgte dem Diener. „Darf ich dem gnädigen Fräulein irgend etwas bringen?" „Danke!" Marlen sah auf dem Tische ein paar Zeitungen und Broschüren liegen. „Ich lese hier ein bißchen, bis Fräulein von Weckenroth zurückfahren will." Der Diener wollte ihr beim Ablegen des Mantels behilflich fein. Aber Marlen wehrte ab. Da der Hausherr nicht hier war, würde wohl auch Karla nicht lange bleiben. Sie wußte ja durch Karlas Erzählungen aus der Pensionszeit von Jutta von Bergfelde. Nach allem, was Karla berichtet.hatte, schien Jutta von Bergfelde kein besonders 'sympathischer Mensch zu fein. Das war auch mit der Grund, weswegen Marlen keine besonders große Lust gehabt hatte, Jutta von Bergfelde kennenzulernen. Sie öffnete den Mantel ein wenig, denn es war warm im Zimmer, fetzte sich in den grünen Ripssessel und begann zu lesen. Es waren Broschüren über fremde Länder. Vermutlich Zeitschriften, die Dietrich von Veltheim mitgebracht hatte. Interessiert blätterte sie. Da stand sogar ein Artikel von ihm selber. Und dies hier mußte er sein auf dieser Photggraphie. Sie sah einen großen, schlanken Mann mit Tropenhelm im Khakianzug inmitten einer Gruppe schwarzer Eingeborener. Das Gesicht des Mannes hatte einen klugen und energischen Ausdruck. „Dietrich von Veltheim, der bekannte Forscher, inmitten seiner Träger", stand darunter. Interessiert vertiefte sich Marlen in den Aufsatz und überhört ganz, daß im Nebenzimmer jetzt Stimmen laut wurden. Dort war eben Jutta von Bergfelde eingetreten. Karla Weckenroth erhob sich aus dem Sessel. „Guten Tag, Jutta!" Sie ging ihr entgegen. Wie sie neben Jutta stand, wirkte sie noch kleiner und hinfälliger gegen die schlanke, große Gestalt Juttas. „Guten Tag, Karla!" Jutta legte plötzlich ihre Hand in die Karlas. „Wie freundlich von dir, hierher zu kommen! Leider ist Dietrich nicht hier." „Dann darf ich auch dir mein Beileid aussprechen, Jutta! Du hast ja auch durch den Tod deiner Tante viel verloren. Ich habe gehört, daß ihr euch in den letzten Wochen vor dem Tode Frau Albertas sehr nahegekommen seid." Juttas blaue Augen überzogen sich mit einem feuchten Schimmer: „Ja, wir haben uns sehr gut verstanden, Tante Alberta und ich. Es ist mir, als wäre meine Mutter gestorben." Ihre Stimme zitterte. Karla machte ein etwas verlegenes Gesicht. In der ganzen Art, wie Jutta sprach mit diesem leidenden, schmerzvollen Ton, war für ihr unbestechliches Gefühl etwas Komödiantenhaftes. „Bitte, nimm Platz, Karla! Kann ich dir etwas reichen lassen? Oder" — ein lauernder Blick traf Karla — „willst du etwa schon gleich fort, weil du Dietrich nicht hier triffst?" „Nein, keineswegs!" Karla sprach zögernd. Sie konnte sich nicht helfett. Sofort im ersten Zusammensein mit Jutta stieg die Abwehr gegen die ehemalige Pensionsgenossin wieder^ in ihr auf. Während sie Platz nahm, prüfte sie unmerklich Juttas Haltung. Was. war es nur, das ihr an Jutta von Bergfelde unsympathisch war? Sie war doch ein wunderschönes Menschenkind, und gerade Karla, die durch ihren Unfall entstellt war, hatte eine um so leidenschaftlichere Bewunderung für Schönheit und Anmut. Das hatte sie ja auch sofort an Marlen so angezogen. Wer war eigentlich die Schönere? Jutta mit ihren veilchenblauen Augen, dem goldschimmernden Haar, der biegsamen Gestalt und den ebenmäßigen Zügen? Oder Marlen mit ihrem klaren, reinen Gesicht, den ernsten, grauen Augen, dem aschblonden, schlichten Haar und der schmalen, knabenhaften Gestalt? Vielleicht war Jutta eine vollkommene Schönheit. Aber dennoch, es ging etwas von ihr aus, was diese Schönheit minderte: Ihre Seele mar nicht schön. Karla wußte das aus vielen kleinen und unangenehmen Erlebnissen der Pen- sionszeit. Bei Marlen aber war alles lauter und klar wie Gold. Und diese seelische Schönheit strahlte wohl auf das Aeußere bei Marlen über. Darum hatte Karla auch Marlen gleich so innig liebgewonnen, als sie sie in dem Sanatorium in Wiesbaden tennengelernt J)atte. Sie konnte sich ein Leben ohne Marlen gar nicht mehr denken. Und doch würde sie sie hergeben müssen! Marlen mußte und wollte sich schließlich eine selbständige Existenz gründen. „Wo bist du denn mit deinen Gedanken, Karla?" fragte Jutta spöttisch. „Du siehst ja aus, als wärst du weit fort von hier. Immer noch die poetische Träumerin aus unserer Pensionszeit? Da begreife ich, daß du zu meinem teuren Vetter Dietrich paßt. Der ist auch immer in einer anderen Welt. Die Wirklichkeit erkennt er nicht an." Ein so gehässiger Klang lag in ihrer Stimme, daß Karla erschrocken aufsah. „Ich habe Dietrich als einen Menschen kennen» gelernt, der durchaus auf dem Boden der Wirklichkeit steht." Jutta lachte boshaft. „Nun, du mußt ihn ja genau kennen. Ihr wart ja, so hat man mir erzählt, geradezu unzertrennlich." „Wir waren sehr gute Freunde!" gab Karla schlicht zur Antwort. „Freundschaft zwischen einem jungen Mann und einem jungen Mädchen?" Wieder lachte Jutta spöttisch auf. Karla sah Jutta ernst an. „Ich weiß nicht, was du mit deinen Reden bezweckst, Jutta. Aber es sollte dir klar fein, zwischen m i r und einem Manne kann nur reine Freund- schäft sein. Etwas anderes ist doch ganz ausgeschlossen!" Ihre Stimme senkte sich. Es zitterte leise von Schmerz um ihren Mund. Jeder andere wäre von dem stillen Leid in Karlas Worten gerührt gewesen und hätte sich geschämt. Aber Jutta war so blind in ihrem Haß gegen alles, was mit Dietrich in irgendeiner Beziehung stand, daß sie nicht an sich halten konnte. „Ach so! Verzeih! Ich vergaß! — Vielleicht hast du recht. Da wärst du ja eigentlich der beste Ausweg für meinen teuren Vetter Dietrich." Karla wurde immer befremdeter. Was redete Jutta da eigentlich? „Willst du mir nicht erklären, was du eigentlich meinst, Jutta?" „Oh, sehr gern! Dietrich würde es dir ja doch erzählen: Tante Alberta hat eine Testamentsbestim- mung gemacht, daß Dietrich Universalerbe wird, unter der Bedingung, daß er innerhalb eines Jahres heiratet. Na, und nun sucht er eben eine Frau. Da ich ihm vor zwei Jahren und auch jetzt wieder einen Korb gegeben habe." Sie hatte das letzte mit erhobener Stimme gesagt. (Fortsetzung folgt!) irtfchast. f Nie Industne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 776: Abzweigung von Proviftonsvorschüssen im deutsch-französischen Warenverkehr beim Office Franco-Allemand. 777: Errichtung einer Ueberwachungsstelle für Edelmetalle. 778: Aenderung verschiedener französischer Ein- fuhrkontingente für Deutschland für das 3. Vierteljahr 1935, betr. u. a. Werkzeugmaschinen, Gegenstände für elektrische Zwecke, Wäschestücke, Kleider und andere Leklei- dungszubehörgegenstände, Papier und Kartonpapier, Pappe zu Schachteln, Möbel und Einzelteile davon. Orr Reichsbankausweis für die zweite Luliwoche. Der Status der Reichsbank hat auch heute wie in der zweiten Juliwoche eine normale Entlastung aufzuweisen. Ist auch die Verminderung der Ko- pitalsanlage der Reichsbank um 93,8 Millionen Mk. auf 4280,8 Millionen Mk. in der Berichtswoche an sich geringe! als in her gleichen Woche des Vormonats, so ist doch die Gesamtabdeckung der Ultimobeanspruchung des Noteninstituts im Juli mit 68,3 v. 5). gegen 59,0 v. S). Mitte Juli stärker. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 98,8 auf 3570,3 Millionen Mark abgenommen, dagegen die kurzfristigen Anlagen, die Lombardforderungen um 3,0 auf 48,1 Millionen Mk., Reichsschatzwechseln um 1,5 auf 1,7 Millionen Reichsmark, eine Kleinigkeit zugenommen. Ferner stiegen die Bestände an deckungsfähigen Wertpapieren um 0,3 auf 2336,0 Mark und an sonstigen Wertpapieren um 0,2 auf 324,6 Millionen Mark an. Auf der anderen Seite erhöhten sich die Eiroguthaben um 25,1 auf 742,9 Millionen Mark, und zwar entfällt die Zunahme teils auf die öffentlichen, teils auf die privaten Gelder. Die Steigerung bei den öffentlichen Giroguthaben dürfte mit dem Umsatzsteuertermin am 10. d. M. in Zusammenhang stehen. Die Abnahme der sonstigen Aktiven um 11,1 auf 655,1 Mill. Mark beruht zum Teil auf dem Abfluß von 8,9 Mill. Mk. Rentenbankscheinen in den Verkehr. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf am 15. Juli 5681 Mill. Mark gegenüber 5616 Mill. Mark Mitte Juni d. I. und 5523 Mill. Mark am 15. Juli 1934. Das bemerkenswerteste ist eine Zunahme der Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen im Laufe der Berichtswoche um 12,5 auf 102,3 Mill. Mk., wobei im einzelnen die Goldbestände um 8,1 auf 93,9 Mill. Mk., die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 4,4 auf 8,4 Mill. Mk. stiegen. In beiden Fällen ist die Erhöhung auf einen Eingang von Russengold zurückzuführen, von dem ein Teil im Ausland verblieb und an seiner Stelle Devisen hereinkamen. Oie Krühkartoffelerzeugerpreise ab 18 Juli 1935. Die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft setzt in ihrer Anordnung Nr. 13, die im Derkündungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 54 vom 17. Juli 1935 veröffentlicht wird, die Frühlartoffelerzeugerpreise ab 18. Juli 1935 wie folgt fest: a) für lange, gelbe Sorten mindestens 5,50, jedoch nicht mehr als 6 Mark, b) für runde, gelbe Sorten mindestens 5,10, jedoch nicht mehr als 5,60 Mark, c) für blaue, rote und weiße Sorten mindestens 4,70, jedoch nicht mehr als 5,20 Mark. Die Preise verstehen sich je Zentner, und zwar im geschlossenen Anbaugebiet waggonfrei Verladestation oder frei Bezirksabgabestelle, im nichtgeschlossenen Anbaugebiet waggonfrei Verladestation oder frei Uebergabestelle am Erzeugungsort. * * Vermehrter Schafbestand. Auf Anordnung des Reichs, und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft ist mit der Zwischen- zähtung der Schweine zu Anfang Juni d. I. auch eine Schafzählung verbunden worden, um einen Ueberblick über den Sommerbestand an Schafen im Deutschen Reich zu gewinnen. Nach Mitteilungen des Statistischen Reichsamtes wurden zu Anfang Juni insgesamt 4,5 Millionen Schafe gezählt. Hiervon waren rund 1,8 Millionen Tiere = 39,4 v. H. norf) nicht ein Jahr alt (Jungschafe). Die älteren Schafe (über 1 Jahr alt) waren größtenteils Mutterschafe und Zibben, von denen im ganzen 2,4 Millionen Tiere = 52,4 v. H. ermittelt wurden, während auf die männlichen Tiere (Schafböcke und Härnrnel) nur 372 000 Schafe = 8.2 v. H. entfielen. Gegenüber der Schafhaltung zu Anfang Dezember 1934 mit rund 3,5 Millionen Stück ist der jetzt fest- gestellte Junibestand um 1,1 Million Tiere gestiegen. Hierbei bleibt aber zu berücksichtigen, daß der Sommerbestand an Schafen regelmäßig über den bei der Dezember-Viehzählung ermittelten Schafbestand hinausgeht, da bei der Winterzählung bereits ein Teil der Schafe wieder abgeschlachtet ist. Nach der Ansicht des Bevollmächtigten für die Neuorganisation der deutschen Schafzucht dürfte nach Abzug der Schlachtungen aber eine tatsächliche Mehrung des Schafbestandes von etwa 600 000 Tieren anzunehmen sein. ♦ Nächste Schweinezählung am 4. Sepie m b e r 19 35. Die nächste Schweinezählung findet am 4. September 1935 statt. Folgende Ermittlungen werden mit dieser Zählung verbunden sein: 1. Der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen, Bullen, Ochsen, Kühen, Jungrindern, Kälbern, Schafen und Ziegen in jedem der vorhergehenden drei Monate. 2. Der im Juni, Juli und August 1935 geborenen Kälber. 3. Des Weidefett- viehes in den hierfür bedeutsamen preußischen und oldenburgischen Kreisen. Rhein-Mainische Börse. Milkagsbörse: Tendenz uneinheitlich. Frankfurt a. M., 17. Juli. Die Börse eröffnete bei allerdings sehr kleinen Umsätzen zumeist etwas freundlicher. Nach den ersten Kursen war aber die Haltung überraschend schwächer, da Abgaben in teilweise größeren Beträgen erfolgten, ohne daß hierfür zunächst ein Grund oekannt wurde. Die Aufträge aus dem Publikum waren klein und die Kursgestaltung am Aktienmarkt war ziemlich uneinheitlich. Don chemischen Werten zogen Rütgerswerke 2 v. H. an, Deutsche Erdöl blieben unverändert, während IG. Farben nach festerem Beginn (153,50 nach 153) auf 152,75 nachliehen. Größeres Angebot zeigte sich am Elektromarkt in AEG.-Aktien mit 46,75, 45,75 bis 45,90 (47,40), ferner ließen Schuckert 0,50 v. H. nach, dagegen setzten Felten ihre Befestigung um 1,13 v. H. fort. Don Bergwerkswerten lagen Ilse Genuß 1,75 v. H., Klöckner 1,13 v. H. und Harpener 0,25 v. H. höher, andererseits verloren Buderus, Mannesmann, Rheinstahl und Stahlverein bis 0,50 o. H. Matt lagen Reichsbankanteile mit 189 (190,50). Schiffahrtswerte blieben behauptet. Verhältnismäßig fest notierten Kunstseide AKU. mit 66,75 (65,40), Westdeutsche Kaufhof mit 36 (34,75), Allgemeine Lokal 8t Kraft mit 125,75 (124,25) und Deutscher Eisenhandel mit 106,50 (105). Höher lagen ferner Daimler, Zellstoffaktien sowie Maschinenwerte bei Erhöhungen bis zu 1 v. H. Am Rentenmarkt war die Geschä^stätigkeit gering, auch die' Kursveränderungen hielten sich in engen Grenzen. Etwas höher gefragt waren Kom- munal-Umfchuldung, ferner von Industrie-Obligationen 6 o. H. Stahloerein mit 103,75 (103,25). Ätt- besitz, Zinsoergütungsscheine und späte Schuldbuchforderungen lagen behauptet. Von fremden Werten zogen 4 o. H. Rumänen auf 6 (5,90) und 4 v. H. Goldmexikaner auf 8,90 (8,75) an. Im Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, da nach den Abschwächungen, die man auf größere Abgaben von Berlin zurückführte, allgemein Zurückhaltung herrschte. Die Kurse» bröckelten zumeist etwas ab, insbesondere AKU. auf 65,50 nach 66,75, Reichsbank auf 188 nach 189, ferner Hoesch auf 106,50 nach 107, IG. Farben auf 152,50, außerdem gaben Bemberg, Scheideanstalt und Gesfürel je 1 o. H. nach. Fester lagen Deutsche Linoleum mit 170,50 (169,50), ferner blieben Süddeutsche Zucker gefragt mit 193,50 (193); aus der am Freitag stattfindenden Bilanzsitzung erwartet man eine um 1 v. H. auf 10 v. H. erhöhte Dividende. Der Rentenmarkt blieb sehr still und unverändert. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligattonen lagen behauptet, während Liquidationspfandbriefe zumeist etwas abbröckelten. Stadtanleihen tendierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Auslandsrenten lagen ruhig. Tagesgeld war wieder gefragt und wurde auf 3 v. H. (2,75 v. H.) erhöht. Abendbörfe: sehr ruhig. An der Abendbörse herrschte mangels Anregungen Geschäftsstille und die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß meist nur knapp behauptet. Verschiedentlich erfolgten nach den Abschwächungen im Mittagsverkehr weitere kleine Abgaben, doch wurde das herauskommende Material auf ermäßigter Basis ausgenommen. In den meisten Fällen hatten die Kurse nominelle Notiz. Etwas niedriger lagen u. a. IG. Farben mit 152,75 (153,25), Scheide- anstatt mit 234 (234,50), Harpener mit 112,50 (113), Stahloerein mit 87,65 (87,50), AKU. 65,50 (65,75 , AEG. 45,40 (45,75), Metallgesellschaft 115 (115,50). Mäßig höher notierten Holzmann mit 93,50 (93), Gesfürel mit 129,25 (128,75) und Reichsbank mit 187,25 (187). Am Einheitsmarkt blieben Rheinische Hypotheken-Bank, die im Zusammenhang mit der Fusion der Berliner Hypotheken-Bank heute mittag auf 140 (133,75) angezogen hatten, unverändert, während Berliner Hypotheken-Bank in Anpassung an Berlin um 6 v. H. auf 136 heraufgesetzt wurden. Der Rentenmarkt lag ebenfalls still, aber freundlich. Leicht befestigt waren Altbesitz mit 112,25 (112), ferner wurden Kommunal-Umschuldung 10 Pfennig über der halbamtlichen Notiz von Berlin bezahlt; im übrigen lagen Renten ebenfalls ruhig und unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 112,25, IG. Farhen-Bonds 127,13, Reichsbahn-VA. 123,50, 4,50 v. H. Rheinische Hypotheken-Bank R 26/30 96,50, Bayrische Hypotheken-Bank 91,50, Pfälzer Hypotheken-Bank 88,65, Commerzbank 91,40, Berliner Hypotheken-Bank 136, Rheinische Hypotheken- Bank 140, Reichsbank 187,25, Harpener 112,50, Rheinstahl 112, Mannesmann 90, Stahlverein 87,5Ö, AEG. 45,40, AKU. 65,50, BMW. 126,50, Conti- Gummi 158, Dt. Eisenhandel 105,50, Dt. Erdöl 112,65, Scheideanstalt 234, Eßlingen-Maschinen 86> IG. Farben 152, Feldmühle-Papier 122,13, Gesfürel 129,25, Holzmann 93,50, Metallgesellschaft 115, Moenus-Maschinen 88, RWE. 133,65, Schriftgießerei Stempel 63, Schöfferhof-Binding 174,50, Hapag 33,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Juli. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt lag heute nahezu geschäftslos, Umsätze fanden nicht statt. In Futtergerste wurden keine Notierungen mehr vorgenommen. Es notierten: Weizen W 9 210, W 13 214, W 16 218, Roggen R 9 170, R 13 174, R 15 178. Hafer H 13 170, H 14 172. Weizenmehl W 3 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl R 13 Type 997 23,80, R 13 Type 815 24,30, R 15 Type 997 24,20, R 15 Type 815 24,70 plus 0,50 Mark Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 16,75, Weizenfuttermehl 13,25. Weizenkleke W 13 10,92, W 16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44 Mühlenfestpreise ab Müh- lenstation. Sojaschrot 13,00, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50 Fabrikpreise ab südd. Fabrik« station. Treber 16,75, Heu neuer Ernte 5,50. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 17. Juli. Der Auftrieb zum Frankfurter Pferdemarkt war wie stets im Juli gering; es standen nur rund 250 Tiere aller Gattungen zum Verkauf. Das Geschäft war zufriedenstellend, und bereits gegen Mittag war der Markt geräumt. Die Preise lagen höher als im Vormonat. Für die importierten ungarischen Arbeitspferde wurden Preise zwischen 1100—1300 Mark je Stück bezahlt. Fette Schlachtpferde 1. Qual, erzielten 35—38 und 2. Qual. 29—31 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht. Schweinemarkt in Homberg. —.— Homberg, 17. Juli. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 297 Stück, Ferkel. Für 6 bis 8 Wochen alte Tiere wurden pro Kopf 17 bis 22 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 20 bis 23 Mark und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 25 bis 34 Mark gezahlt. Der Geschäftsgang war schleppend, es verblieb ein geringer Ueberftand. Frankfurter Schiachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. Juli. (Vorbericht.) Auftrieb: 146 Rinder, darunter 17 Ochsen, 26 Bullen, 31 Kühe, 32 Färsen, 901 Kälber, 43 Schafe und 512 Schweine; dem Schlachthof direkt zugeführt: 3 Ochsen, 5 Bullen, 25 Kühe und 5 Färsen. Es kosteten: Kälber 32 bis 62, Lämmer und Hämmel 33 bis 38, Schafe 26 bis 35, Schweine 46 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig. Der deutsche Außenhandel im Juni und im ersten Halbjahr 1935. Ein- und Ausfuhr waren im Juni mit 318 Millionen Mark gleich groß. Gegenüber dem Vormonat ist die Einfuhr wertmäßig um etwas mehr als 4 v. H. gesunken. Die Ausfuhr hat gegenüber dem Mai um rund 5 v. H. abgenommen. Dieser Rückgang, an dem Fertigwaren und Rohstoffe be- teiligt sind, entspricht im großen und ganzen der jahreszeitlichen Entwicklung. Auch in den vergangenen Jahren ist die Ausfuhr in der Regel von Mai zu Juni zurückgegangen. Im Jahr 1934 war die Ausfuhr im Juni allerdings wenig verändert, was aber wohl darauf zurückzuführen war, daß das Ausfuhrnioeau durch den scharfen Rückgang im April 1934 beträchtlich abgesunken war. An dem Rückgang der Ausfuhr war die große Mehrzahl der Absatzländer beteittgt. Nach einer geringen Aktivität im Mai war die Handelsbilanz im Juni ausgeglichen. Im Juni des Vorjahres war sie mit 38 Millionen Mark passiv. Im ersten Halbjahr 1935 betrug die Einfuhr 2127. Mill Mark und die Ausfuhr 1962 Mill. Mark. Die Handelsbilanz schließt hiernach mit einem Einfuhrüberschuß von 165 Mill. Mark ab. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1934 ist die Einfuhr dem Wert nach um 7,6 v. H. zurückgegangen. Dem Volumen nach war der Einfuhrrückgang nicht ganz so stark, da in der Verminderung des Einfuhrwerts 3um Teil eine Senkung des Einfuhrdurchschnittswerts zum Ausdruck kommt. An dem Rückgang der Gesamteinfuhr waren in der Hauptsache Rohstoffe und Fertigwaren beteiligt, und zwar hat die Einfuhr in beiden Fällen sowohl wert- als auch mengenmäßig abgenommen. Die Lebensmitteleinfuhr entsprach dagegen ungefähr dem Vorjahrsstand. Die Ausfuhr war im ersten Halbjahr 1935 um rund 6 v. H. geringer als im Vorjahr. Diese Abnahme ist ausschließlich auf einen Rückgang des Ausfuhrdurchschnittswertes um annähernd 8 v. H. zurückzuführen. Das Ausfuhrvolu* men ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Wertmäßig hat die Ausfuhr bei allen Gruppen abgenommen. Mengenmäßig ist jedoch lediglich die Ausfuhr von Lebensmitteln und von Rohstoffen zurückgegangen. Die Ausfuhr von Fertigwaren hat gegenüber dem Vorjahr der Menge nach um rund 5 v. H. zugenommen. Aus den preußischen Nachbargebieten. Metzgereien im Kreise Wetzlar polizeilich geschloffen. LPD. Wetzlar, 17. Juli. Das Landrats - a m t teilt mit, daß in mehreren Gemeinden des Kreises Wetzlar einige Metzgereibetriebe polizeilich geschlossen werden mußten, weil sich die Inhaber weigerten, den Preis für das Pfund Rindfleisch von 80 auf 75 Pfennig zuriickzufuyren. Der Maßnahme liegt eine Anordnung des Regierunasprä- sidenten zugrunde, wonach der Preis von 75 Pfennig für das Pfund Rindfleisch auf dem Lande nicht überschritten werden darf. Für die Stadt Wetzlar ist mit Rücksicht auf die von den Metzgern zu zahlende Schlachthofgebühr ein Preis von 80 Pfennig zugelassen. ftteis Wetzlar. » LPD. Wetzlar, 17. Juli. Zwei Zigeuner, ein Mann und eine Frau, die sich seit einiger Zeit im Kreise Wetzlar Herumtrieben, wurden jetzt in Wetzlar verhaftet und dem Amtsgericht zutzeführt. Es wird ihnen zur Last gelegt, daß sie in verschiedenen Orten Flugblätter mit staats- feindlichen Aufrufen verteilt haben. Das Paar wurde auch schon von anderen Gerichten gesucht. Kreis Biedenkopf. m. Gladenbach, 17. Juli. Am vergangenen Sonntag wurde — wir berichteten bereite kurz darüber — die durch das Verkehrsamt in der Hinterländer Schweiz errichtete Waldbühne geweiht und dem öffentlichen Verkehr übergeben. Der SA.- Musikzug Gladenbach umrahmte die Feier mit einem Konzert. Bürgermeister Müller weihte die Bühne und nahm sie in die Obhut der Gemeinde. Er sprach zum Schlüsse seiner Ausführungen die Hoffnung aus; daß die Waldbühne ein Anziehungspunkt für recht viele Fremde sein möge und zur Verkehrswerbung beitragen möge. Im Mittelpunkt des Programms stand der Vortrag des Generals von Lettow-Vorbeck über: „Mein Feldzug in Afrika." Durch Vermittlung der NS.-Kulturgemeinde und der Kriegerkameradschaft Gladenbach war es gelungen, den Redner zu gewinnen. Der Vortragende sprach ausführlich über seine Erlebnisse in Afrika. In Schlußworten sprachen der Führer der Kriegerkameradschaft, Dr. M e i st e r und der Orts- gruppenleiter, Pg. Humbert, den Wunsch aus, daß die Waldbühne sich zum Wohl der Gemeinde entwickeln möge. m. Gladenbach, 17. Juli. Im benachbarten Dautphe wurde in den letzten Nächten wieder an zwei Stellen eingebrochen und Lebensmittel und der- gleichen gestohlen. Es ist dies schon der vierte oder fünfte Einbruch in ganz kurzer Zett in unserer enge« ren Heimat. Dillkreis. LPD. Herborn, 17. Juli Die Braune Messe — Deutsche Woche des Dillkreises steht nach wie vor im Mittelpunkt des Interesses der heimatlichen Be- völkerung. Am Mittwoch, dem dritten Ausstellungs- tag, konnten bereits 10 000 zahlende Besucher ge- zählt werden. Ganz unerwartet gut ist das Der- kaussergebnis bei den Ausstellern." Selbst die Auto- industrie konnte befriedigende Verkäufe tätigen. Jranffurt a. M. Berlin £4,75 33,75 I. ®. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ 153,25 152,75 93,51 941 119,5 - 135 1 -I 93 Banknoten. .... 7 31,75 31,65 0 öergoau yienu e........Hfl r ioo nc Kläcknerwerke .............ix?! ™,5 132,25 Marmesmann-Röhm» —H sul l° I -I I WH 38,75 194 106,5 112,9 134,5 128 183 133 106,5 112,9 92,25 92,25 191 105,5 112,9 Schlußkurs 34,75 295,5 176,5 157,5 221 114,5 88,5 18,5 128 126,5 198,5 10,9 10,6 10,65 12,5 10,9 10,6 10,8 12,5 37,4 87 117 91,4 93 93 187 .. 0 .. 0 .. 5 . 5 7 9 0 88,75 18,25 127 126 196 65,5 118 120,5 90,5 36 296 177 158 113,25 65,75 118,5 120,5 89,5 137,5 95,25 169,25 90,5 36 296 177,5 157,5 41,72 54,71 12,23 16,36 168,28 19,86 61,74 63,29 81,18 33^77 92,25 92,25 190,5 33,9 33,75 36,4 86,5 117,75 91,5 153 235,5 112 119,5 116,5 93,5 119,5 135 63,03 80,86 33,63 106 112,65 96 169,5 96 169,5 47,4 142,75 119 133,5 109 130 113,5 107,25 163 47,25 142 118,5 134 109,25 130,4 140,25 134,5 128,25 183,5 133,5 220,5 112 87,5 18,5 128,5 126,65 198 152,75 234 111,25- 121,5 115 220 111,75 87,65 17,9 127,75 126,5 198 45,4 142,4 117 133,5 109,25 129,25 140 133,65 126,5 182,5 134,75 112,5 105,75 160 45,75 141,65 117 133 109,25 128,75 139,5 133,75 127,5 183 134,5 37,65 I 95 ISS 37,5 94,5 W Schlußkurs 112,25 120 116,25 111,25 120 115,5 Goldschmidt .... Rütgerswerke ... Metallgeiellschast. 93 93 187,25 65,4 119 121,25 90 114,75 65,13 119 122 90 138,25 96,13 170 90,5 35,25 295,5 176,25 158 113,25 106,65 162,5 130,5 101,5 Sl,25 113 106 164 131,75 101,13 80,25 34,9 31 36,13 87,75 117,13 91,25 31,75 1,7 10,8 10,65 10,75 12,65 38,13 87 117,5 91,25 Siemens L HalSk^ Lahmeoer L Co. .. Hoesch Eisen—Köln-Neueste»' Äse Bergbau ......... Nie Bergbmi Genüsse — Gritzner....................q| Matnkrastwerke Höchst .. 4 Süddeutscher 4% Oesterretchilche Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yi% deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4°^Tuckijche Bagdadbahn-Anleche Serie 10,9 10,75 12,9 I Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Al. Mansselder Bergbau .. KokSwerke.......... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth A.E.G....................... Dekula Elektr. Lieferungsgesellschaft". 5 Licht und Kraft ........... «iz Felten 8 Guilleaume o fflhPiS!-ÄUn-ternc^,nu’n’0-5 Rheinische Elektrizität....... r Rhein. Wests. Elektr. ' 6 Schuckert & Go . Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Ce ment weck Karlstadt.. Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten . ....... Französische Noten ..... Holländische Noten............... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten...... Spanische Noten Ungarische -tote» .. Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Diskonto. Gesellschaft................ Dresdner Bank n Reichsbank ...............‘‘y 16 7 118,75 123,4 16.7 119,25 Seiet 2,446 41,88 54,98 12,27 16,42 168,96 19,94 61,68 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener Schlußk. börse 17.7 118 Datum .......8 ........ .......0 12 220,25 ..... Wi' 114,75 Schlußk. Mittag- börse 17.7. 118 122,5 Schultheis Patzenhofer 4 Aku fAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............. 7 Daimler Motoren ........... 0 Deutsche Linoleum....... g OrensteinLKoppel ......... 0 Westdeutsche Kaufhof......... Chade................... 0 Aecu mu l atoren-Fabrtk Conti-Gumm«............. g Datum 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 814% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I 8% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ *H% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6Yi% ehem. Hess. Landcs^iypo- thekenbank Darmstadt Ltout ... 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 vberhessen Provinz-Anleihe mit Ackllos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4V'i% ehem.8% Franks. Hyp.-Ban« Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 87i% ehem. 4)4% Franks. Hyp.° Bank-Liqu.-Pfandbricse....... 67i% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 47i% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand- vriefanst., Gold Komm. Obl.Vl Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Die hinter den Papieren Frankfurt 0.2)1 Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse 16-7 17.7 16 7 17.7. 100,25 97,75 103,75 99,9 97,5 103,65 100,25 98 100,25 97,9 112 112,25 111,9 — 100,4 100,4 — 100,4 97,25 97,25 97,13 97,25 96,25 96,25 — — 100,9 100,9 — — 92,5 92,75 — — 128 128 — — 116,13 116 116 116 96,4 96,4 — — 101,5 101,3 — — 101,75 101,75 101,65 101,75 97 97 97 97 97 107,3 97 107,3 97 107,3 97 107,3 Frankfurt a. M JBerHn Schlußkurs Schlußk. Abend- börsc Echluß- kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 16-7 17.7- 16.7. 17-7. 4% desgl. Serie 11 ............. _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,65 7,6 7,65 4)4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,25 10,25 10,13 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,9 6 5,95 5,9 2)4% Anatolier............... 40,25 40,4 40,4 40,4 16.Zuli 17-Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Seid Dries Geld I Brief Buenos Ätre-. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,77 54,87 54,77 54,87 Danzig..... 46,91 47,01 46,91 47,01 London ..... 12,265 12,295 12,265 12,295 HelsingforS.. 5,41 5,42 5,41 5,42 Paris ...... 16,41 16,45 16,405 16,445 Holland .... 168,87 169,21 168,70 169,04 Italien..... 20,50 20,54 20,50 20,54 Japan ...... ^rgostawien. 0,721 5,684 0,723 5,696 0,721 5,684 0,723 5,696 61,65 61,77 61,65 61,77 Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neu York ... 48,95 11,14 63,25 81,19 34,02 49,05 11,16 63,37 81,35 34,08 48,95 11,13 63,25 81,09 33,99 49,05 11,15 63,37 81,25 34,05 10,34 2,476 10,36 2,480 10,32 2,474 10,34 2,478 Berlin, 17 Zull Geld