Nr. 139 Erstes Blatt 185. Zahrgang Dienstag, 18. Zuni 1935 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat tm Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüsie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche UniverfitStLvllch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenSRpf. Mengenabschlüsse Staffel B machung, sailler V< nach den eine diplomatische Mission Mitarbeiter der „Daily Mail" davon, daß Macdonald vielleicht Sonberbot- reisen werde. Außenminister großen Bedeu- Verständigung zwischen einem Roosevelt, Staatsmännern fein könne. Der politische spricht ebenfalls London, 18. Juni. (DRV. - Funkspruch.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily h e r a l d" meldet in großer Aufmachung, daß der Präsident des Staatsrates Ramfay Macdonald Macdonald fährt nach Amerika? Englische Bemühungen um eine gemeinsame Fron! mit Washington keinem Kommando. Es ist deshalb besser, zeitweilig das gute und anerkannte Alte zu pflegen, als sich dem schlechten Neuen zu widmen, nur weil das Neue neu ist, was jedoch andererseits nicht von der Pflicht entbindet, mutig jederzeit nach dem g u t e n N e u e n Ausschau zu halten und es zu fördern. Darüber hinaus aber haben wir alle Kräfte, die auf den deutschen Bühnen tätig waren, in einer großen Organisation zusammengefaßt. Das war deshalb notwendig, weil die Organisationen des Bühnenschaffens zu machung, die ein neuer Schlag aegen den Versailler Vertrag sei. Dieser Einwand zähle indessen nicht sehr, da derjenige Teil des Vertrages, der den Zweck verfolgte, Deutschland an der Wiederaufrüstung zu hindern, heute ein toter Buchstabe sei. Die Weigerung, den Grundsatz der Gleichberechtigung Deutschlands anzuerkennen, habe bereits genügend Schaden angerichtet. Shakespeare wurde deshalb ein Weltkünstler, weil er der beste Engländer, Corneille deshalb, weil er der beste Franzose und Goethe deshalb, weil er der beste Deutsche gewesen war. Es gibt keine Kunst, die an sich international wäre; die Kunst ist international gültig, die in ihrer nationalen Wirksamkeit so vollendet ist, daß sie die Grenzen ihres eigenen Landes sprengt und den ganzen Weltkulturkreis auszufüllen in der Lage ist. Wir müssen protestieren gegen eine Bühnen- und Filmkunst, die versucht, uns Menschen vorzustellen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, die entweder schwarz in schwarz, oder weiß in weiß gezeichnet find. Wir fordern dagegen Menschen, die aus dem Leben herausgenommen find, Menschen von Das Blatt weist in diesem Zusammenhang auf kürzliche Reden Baldwins und Edens hin, in denen von der Notwendigkeit einer englisch- amerikani-fchen Zusammenarbeit die Rede war. Die Minister seien der Ansicht, daß eine offene, umfassende und zwanglose Besprechung wir in Selbständigkeit des Danziger Staates eng zusammenhängt, hat sie eine viel weitergehende, geradezu elementare Bedeutung, und der Versuch gewisser politischer Kreise, auf dieser Plattform innenpolitische Kämpfe auszutragen, wäre ein Verbrechen am Deutschtum. Nirgends kann die Verpflichtung, über dem Trennenden das Gemeinsame nicht zu vergessen, um im Notfälle diesen stärksten Selbstbehauptungsfaktor in seinem ganzen Ausmaß em- setzen zu können, größer sein als auf einem von Natur aus gefährdeten Auhenposten. Und dieses Gemeinsame ist das ewige Deutschtum dieser Stadt, ist ihr Glück und ihre Verpflichtung zugleich. _________ Oer Führer in München. München, 18. Juni (DNB.) Der Führer und Reichskanzler besichtigte Montagmtttag in Begleitung des Kreistagspräsidenten Christian Weber den alten Rathaussaal und sprach sich dabei anerkennend über die künstlerisch geschmackvolle Neugestaltung des Saales und der Nebenräume aus. Besonderes Lob zollte der Führer und Reichskanzler auch der Lösung der Verkehrsfrage durch den Bau eines dritten Durchfahrtbogens, dessen Plan von Stadtrat Weber stammt, der sich bekanntlich um die Regelung des Verkehrs in der Innenstadt große Verdienste erworben hat. Wie ungemein praktisch und allen Anforderungen eines starken Verkehrs Rechnung tragend dieser dritte Durchfahrtsboqen beim alten Rathaus ist, erwies sich bei der Abfahrt des Führers. Obwohl sich tau ende von Zuschauern angesammelt hatten und dem Führer begeisterte Huldigungen darbrachten, konnte die Abfahrt reibungslos und ohne die geringste Verkehrsstockung erfolgen. Die Uebergabe des Schlüssels für den alten Rathaussaal an den Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung, Reichsleiter Karl F i e h l e r , wird am kommenden Donnerstagnachmittag im Rahmen einer schlichten, der Kunststadt München würdigen Feier, vor sich gehen. Kurzer Besuch in Nürnberg. Fahrt nach Neinsdorf. Nürnberg, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler traf am Montagabend in Begleitung seiner beiden Adjutanten, SA.-Obergruppenfuhrer Brückner und SS.-Oberführer Schaub, sowie des Reichspressechefs Dr. Dietrich in Nürnberg ein. Am Dienstagvormittag verließ der Führer wieder Nürnberg, um sich zu den Trauerfeierlichkeiten nach Reinsdorf zu begeben. Der Führer an Korpsführer Hühnlein. Der Führer und Reichskanzler hat dem Korpsführer Hühnlein auf dessen telegraphische Mel- düng vom Ausgang des Nürburgrennens wie folgt geantwortet: „Haben Sie besten Dank für Ihre Meldung vom Siege deutscher Fahrer und deutscher Maschinen im Internationalen Eifelrennen auf dem Nürburgring. Ich habe mich über diesen neuen Erfolg des deutschen Kraftfahrsports aufrichtig gefreut und spreche den Siegern wie den Konstrukteuren de« erfolgreichen Maschinen meine herzlichsten Glückwünsche aus. (Gez.) Adolf H i t l e r." In einem sehr ausführlichen Leitartikel nimmt auch der „Manchester Guardian" zu dem bisherigen Derhandlungsergebnis Stellung, wobei der Verfasser die Dringlichkeit einer Flottenregelung zwischen England und Deutschland unterstreicht. Heute könne man sehen, wie viel besser es gewesen wäre, wenn bereits im vergangenen Frühjahr eine Begrenzung der Land- armeen zustandegekommen märe, als Deutschland halb so viel gefordert habe, wie es sich seitdem ohne die Erlaubnis anderer Staaten selbst genommen habe. Einige französische Blätter seien mißvergnügt, daß England selbständig verhandle. Aber sie müßten sich daran erinnern, daß die See für England so viel bedeute, wie die Landgrenze für Frankreich. Irgend jemand müsse die Vorarbeiten leisten, wenn überhaupt jemals ein Abkommen Zustandekommen solle. Für England sei das Abkommen, das jetzt feste Gestalt annehme, eine Mischung von gut und schlecht. Man könne die Deutschen heute ebenso wenig hindern, eine moderne Flotte z u bau- e n, wie man sie daran habe hindern können, Land- und Luftstreitkräfte aller Art zu schaffen, was Europa bereits zu feinem eigenen Leidwesen wisse. möglicherweise als englischer schafter nach Washington Rlinisterpräsident Baldwin, Hoare und Eden seien sich der tung einer englisch-amerikanischen bewußt. englischen Kabinettsmitglied und sowie anderen amerikanischen gegenwärtig von großem Ruhen Fleisch und Blut, die die Sorgen, Qualen und Freuden unserer Zeit auch in der eigenen Brust beherbergen. Die eben geschilderten Mängel fanden wir auf der Bühne vor, als ™:“ Deutschland die Macht übernahmen Sie konnten aber nur mit Behutsamkeit beseitigt werden, nicht von heute auf morgen, denn die Kunst gehorcht Vereinigten Staaten unternehmen wird. Ulan halte Macdonald für eine solche Aufgabe sehr geeignet,, da er bereits in der Vergangenheit diplomatische Erfolge in Washington erzielt habe. 3n englischen Regierungskreisen bestehe der Wunsch, auf einer Zusammenkunft englischer und amerikanischer Vertreter die dringlichen Probleme erörtert zu sehen, damit eine gemeinsame politische Linie festgelegt werden könne. Roch vor Ablauf dieser Woche beendet? London, 17. Juni. (DNB.) Preß Association hält es für möglich, daß die deutfch-engli- fchen Flottenbesprechungen noch vor Ablauf dieser Woche beendet werden könnten. In einem Leitartikel schreibt die „Liverpool Daily Po st", eine der führenden englischen Provinzzeitungen, die geplante Lösung sei so vernünftig, daß es störend sei, die französischen Kritiken hieran feststellen zu müssen. In Paris wende man sich beispielsweise gegen eine Ab- Das deutsche Kunst- und Kulturleben. Grundsätzliche Rede des Reichsministers Dr. Goebbels in der Reichsiheaierkammer auf der Hand. Am eindruckoollsten für alle Wett «ar sicherlich die Achsendrehung der Danziger Außenpolitik hinsichtlich des Verhältnisses zu Polen, wie sie nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus erfolgt. Es war in der Tat ein Akt von epochaler Bedeutung und weitreichendsten Wirkungen. Man wird diese Wirkungen nicht nur darin sehen können, daß das sog. Pulverfaß im Osten feinen bedrohlichen Charakter für Europa verlor, oder datz die Neuordnung der Danzig-polnischen Beziehungen auf dem Wege der direkten Verständigung den Völkerbund der Notwendigkeit enthob, sich auf saft jeder Ratstagung mit komplizierten Danzig-polnischen Streitfragen zu beschäftigen. So wichtig das alles sein mag — wesentlicher und noch mehr zu würdigen war der nicht leicht fallende Wille Danzigs, den Nachbar Polen, mit dem ein beiden Staaten gemeinsamer Wirtschaftsraum produktiv gestaltet werden soll, nicht mehr unter der Perspektive eines fremden, feindlich und bedrohlich wirkenden Willens zu sehen, sondern als Part ne r in eisern Verhältnis, dem im Interesse beider Staaten positive Seiten abgerungen werden müssen. Indem die Danziger Staatsführung diesen Weg beschritt, dessen Ungewohntheit an dem jahrelangen Kampfoerhältnis zu Polen ermessen werden kann, machte sie sich unter schwierigsten Umstanden zum Pionier einer modernen Verstän- digungspolitik, die offen und männlich den Ausgleich im Schnittpunkt der Interessen sucht. Dieser geradezu heroische Wille, einen nicht einmal selbst geschaffenen Tatbestand, der in Versailles mit Bedacht negativ gehalten worden war, ins Positive zu wenden, markiert eine Leistung Danzigs von europäischer Bedeutung. ' In innerpolitischer Hinsicht war es nur natürlich, daß das Erlebnis der nationalen R e v o l u - tion und der Volkwerdung im Reich trotz der staatlichen Grenzen in der tieferen Schicht des Volkstums auch nach Danzig hineinwirkte. Die Eristenz einer Art von Weimarer Verfassung, die den alten Parteien politische und organisatorische Wirkungsmöglichkeiten gibt, macht den geistigen Kampf 'in Danzig besonders schwer. Der deutsche Block Danzigs wird im wohlverstandenen Elgen- interesse, wie auch im Hinblick auf seine Verpflichtung gegenüber dem Gesamtdeutschtum bei diesem aeittiaen Ringen nicht seine besondere Situation übersehen dürftn. Die besondere Situation dieses Außenpostens stellt sich als die dem gesamten Deutschtum Danzigs auferlegte Pflicht dar ge- fcklofsen für die ungeschmälerte Aufrechterhaltung des vornehmsten Mittels feiner völkischen Selbstbehauptung einzutreten: für die staatliche Selbstandig- keit und jene Hoheitsrechte, die Danzig ferner ro tier sichern und verteidigen muß. So ist auch die Noten nach London. Paris, 17.Juni (DNB.) Die französische Note zu den deutsch-englischen Flotten- besprechungen ist am Montagabend an den französischen Botschafter in London übermittelt worden, der sie dem Foreian Office zustellen soll. Gleichzeitig hat Ministerpräsioent und Außenminister Laval eine Abschrift der Note dem britischen Geschäftsträger in Paris überreicht. London, 18. Juni (DNB. Funkspruch). Die Stellungnahme der i t a l i e n i sch e n Regierung zu dem geplanten deutsch-englischen Flottenabkommen ist, wie die zuständigen Stellen in London jetzt bestätigen, der englischen Regierung während des Wochenendes übermittelt worden. Danzigs Ausgabe. Von Dr.Hans von Malottki. Die MM blickt auf Danzig. Eigentlich ein erstaunlicher Vorgang, denn die heutige Welt hat yundert andere, sie unmittelbar berührende Dinge zu verfolgen, und dock — Danzig steht im Scheinwerferlicht einer gespannt zuschauenden internatio- , nalen Öffentlichkeit. Man wird schwerlich und in jedem Falle Mitgefühl mit dem harten Schicksal, ; das dieser Stadt widerfuhr, als ausreichende Erklärung ansehen können. Eher scheint es so, daß eine vom Kampf um eine bessere zwischenstaatliche Ordnung geschüttelte Wett mit magnetischer Kraft von einem Problem wie Danzig angezogen wird, dessen — in den letzten Wochen besonders auffällig in Erscheinung getretene — Auswirkungen auch die sonst lautesten Verteidiger des Versailler Systems merklich stiller werden lassen. Wir sehen Danzig anders. Nicht als interessantes Versuchsobjekt einer mehr als zweifelhaften Frie- denspraktizierung, sondern als wichtigen deutschen Außenposten, dessen Erhaltung Gegenstand aufrichtiger und natürlicher Anteilnahme des gesamten Deutschtums ist. Die augenblicklich besonders schwierige Wirtschaftslage Danzigs, die der verantwortlichen Staatsführung so einschneidende Maßnahmen, wie Währungsabwertung, Bankfeiertage, Devisenbewirtschaftung und ein Sparprogramm in ausgedehntestem Umfang geboten erscheinen ließ, zeigte zur Genüge, wie hart dieser Selbstbehauptungskampf für ein so kompliziertes Gebilde wie Danzig mit seinen vielfachen Bindungen und Abhängigkeiten infolge der verschiedensten Abkommen und Verträge ist. Dabei ist es die besondere Tragik Danzigs, sich ständig um die Abstellung von Gefahren und Unzuträglichkeiten bemühen zu müssen, die in der wahrlich nicht auf Wunsch der Bevölkerung vollzogenen Errichtung der Eigenstaatlichkeit begründet sind, in der Lösung aus sinnvollen wirtschaftlichen Zusammenhängen, die seit Jahrhunderten die sicheren Existenzgrundlagen der alten Hansestadt abgegeben hatten. So gesehen wird erst das ganze Ausmaß des herben Danziger Schicksals klar, die Folgen der gewalsamen Ausgliederung aus dem deutschen Staat und der Hineinzwängung in eine Existenz, deren vielfache Hemmungen und Fesseln alles andere denn eine Rechtfertigung des Prädikats „Freie Stadt" darstellen. In ihrer letzten Auswirkung bedeutete die Versailler Umwälzung für Danzig die ständige Gefahr eines Zustandes eingeengten und minderen Rechtes und damit auch die Gefahr der Aufreibung deutschen Volkstumes, das vom Mutterland und seinen Kraftströmen abgenabelt werden sollte. Teilt Danzig insofern das Schicksal mit anderen deutschen Volksgruppen, die sich ebenfalls die gewaltsame Ausgliederung gefallen lassen mußten, — in einem Punkt nimmt Danzig eine besondere Stellung ein: Danzig ist die einzige vom Reich getrennte Volksgruppe, die einen eigenen Staat besitzt. Hier zeigt sich ganz deutlich die besonders komplizierte und deshalb leicht zu Fehlurteilen führende Struktur Danzigs; denn die Eigenstaatlichkeit, so wenig sie gewollt war und so handgreiflich die Schädigung, gemessen an dem früheren Zustand der Reichszugehörigkeit, ist, — unter dem Gesichtspunkt des notwendigen Selbstbehauptungskampfes des Auslandsdeutfchtums stellt diese selbe Eigenstaatlichkeit zugleich doch einen Vorzug und eine Waffe dar, die andere in Fremdstaaten lebende Volksgruppen entbehren und deren sorgsamste Hütung daher wichtiges Gebot für Danzig ist. Ein ähnlicher Doppelsinn waltet auch im Verhältnis Danzigs zu Genf. Danzig steht unter unmittelbarer Garantie des Völkerbundes, der auch über die Einhaltung der Bestimmungen der Verfassung zu wachen befugt ist. Daß die Ausübung dieses Rechtes angesichts einer Verfassung, deren demokratisch-parlamentarische Grundlagen von der Mehrheit der Danziger Bevölkerung als überholt angesehen werden, als wenig angenehm und vom nationalsozialistischen Gestaltungswillen nur als hemmend empfunden werden kann, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Gleichwohl wird eiJie 9e naue Beurteilung nicht übersehen können, daß Genf für Danzig auch eine sehr wichtige positive Funktion auszuüben bestimmt ist, sofern es nämlich als Garant Danzigs auch die Mitverantwortung für die Danziger Existenz tragt, d. h. in diesem Sinne auch bei etwa emtretenden Konflikten mit fremdstaatlichen Stellen oder sonstigen, die Existenz Danzigs gefährdenden Entwicklungen zur Verfügung stehen muß. Daß unter diesen Umständen die Gestaltung der Danzig-Genfer Beziehungen außerordentlich verantwortungsvoll ist, liegt Hamburg, 17. Juni. (DNB.) Die große Kundgebung der Reichstheaterkammer anläßlich der zweiten Reichstheaterfestwoche in Hamburg am Montagnachmittag erhielt ihre besondere Bedeutung durch eine grundlegende Rede von Reichsminister Dr. Goebbels über das b e u t = ch e Kunst- und Kulturleben. Der festlich geschmückte Saal der Musikhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Dr. Goebbels, stürmisch begrüßt, erschien. Unter den Anwesenden bemerkte man Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, Staatssekretär Funk, den Regierenden Bürgermeister Krogmann und den kommandierenden General des 10. Armeekorps Generalleutnant Knochenhauer. Ferner waren alle leitenden Persönlichkeiten des Staates, der Wehrmacht und der Bewegung aus Hamburg, zahlreiche Behördenvertreter und Theaterleiter aus dem ganzen Reich, sowie viele führende Männer des deutschen kulturellen und künstlerischen Lebens erschienen. Als Auftakt der bedeutsamen Kundgebung spielte das Philharmonische Staatsorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Eugen I o ch u m die Eg- mont-Ouverture von Beethoven. Mit stürmischen Kundgebungen begrüßt, hielt AeichsinimsterSk. Goebbels )ie nachstehende Rede: Die Kunst ist eine Leidenschaft, die den ganzen Menschen erfordert und ausfüllt. Wer einmal von ihr ergriffen ist, kommt nicht mehr los davon. Es gibt kein größeres Glück, unter den Menschen, als ihr dienen zu dürfen, und ein Staatsmann kann sich nichts Höheres zur Ehre anrechnen, als ihr die Wege bereiten zu helfen. Die großen Würfe, mit denen die Künstler der Geschichte nach der Unsterblichkeit zielten, sind auch in die Unsterblichkeit eingegangen, und sie haben Millionen und Millionen Menschen Trost und innere Stärke im schweren Kampf des Lebens gegeben. Wir dürfen das den Künstlern auch niemals vergessen. Wenn sie ihre persönliche Eigenart besitzen, so haben sie ein Recht dazu. Dieses Ausleben der eigenen Jndividualiläl aber findet da eine Grenze, wo es sich mit den Interessen der Oeffenttichkeit stößt, denn niemand hat das Recht, sich nur als Individualität zu fühlen. Er hat darüber hinaus die Pflicht, dem Volke zu dienen und fein Leben und feine Arbeit in den Lchaffenskreis des Volkes einzu- fpannen. Diese Pflichten hatte das deutsche Künstlertum zu einem großen Teil in den furchtbaren Jahren feit dem November 1918 versäumt und vergessen. Es war jene Epoche des l’art pour Kart, wo der Künstler glaubte, nur dem Künstler und am Ende nur s i ch se l b st Rechenschaft schuldig zu sein. Eine Entwicklung, die den Künstler immer mehr von der Zeit und vom Volke trennte, und am Ende die Kunst zu einer bloßen artistischen Spielerei herabwürdigte. Es konnte nicht Wunder nehmen, daß diese Art von Kunst das Beiwort „deutsch" nicht mehr verdiente und mit dem deut, schen Volke gar nichts mehr zu tun hatte. In Wirklichkeit aber ist die Kunst nichts als der plastische Ausdruck eines Volkstumes, denn der Künstler ist das lebendigste Kind feines Volkes. Je tiefer er feine Wurzeln in das Schollenreich feines Volkstumes hineinverfenkt, um so höher wird er sich entfalten können. Das ist auch die einzige Möglichkeit, über die Grenzen eines Landes hinaus in die Wett zu wirken. Es gibt keine internationale Kunst, die nicht ihren internationalen Wert aus nationalen Ursprüngen geschöpft hätte. bloßen Gewerkschaften herabgesunken waren. Wenn man aber dem Künstler mit einer stark ausgeprägten Individualität die Möglichkeit gibt, sich organisatorisch auszuleben, dann wird man meistens nur sehr üble Erfahrungen machen. Wenn ein Stand, dann hat der Stand der schaffenden Künstler eine starke und leitende Hand notwendig. Man darf ihn in Fragen, von denen er nichts versteht, nicht sich selbst überlassen. (Beifall.) Deswegen haben wir die widerstrebenden Elemente unter ein Kommando zu bringen versucht, nicht, um ihnen in ihr künstlerisches Schaffen hineinzureden, sondern um ihnen jene organisatorische Grundlage zu geben, von der aus sie sich in möglichst konzentrierter Form der Oeffentlichkeit zur Schau stellen konnten. Denn der Kredit des deutschen Künstlertumes war m den damaligen Monaten bis zu einem letzten kleinen Rest aufgebraucht. Er bedurfte der Zunahme des politischen Kredits, um überhaupt wieder öffentlich kreditfähig zu werden. Es blieb deshalb auch nicht die Möglichkeit, uns mit bloßen Theoremen zu beschäftigen. Denn die Probleme brannten uns unter den Fingernägeln. Wir mußten handeln; große Dinge standen vor dem Ruin. Die künstlerischen Existenzen gingen zugrunde, die Ensembles liefen auseinander. Der Spielplan war verwüstet. Wir durften nicht nur theoretisch nach dem Besten ausschauen, das als Taube auf dem Dache faß, sondern wir mußten das Gute nehmen, das uns als Sperling in die Hand flog. Das haben wir getan. Es ist uns vielfach der Dorwurf gemacht worden, daß wir die deutsche Kunst zu einer bloßen Pro- paganda-Angeleaenheit herabwürdigten. „Herabwürdigten", wieso? Ist die Propaganda eine Sache, zu der man etwas anderes herabwürdigen konnte? Äst die Propaganda, wie wir sie verstehen, nicht auch eine Art von K u n st, und hat diese Art von Kunst nicht etwa dem deutschen Volke in den vergangenen 15 Jahren sehr große Dienste getan? Ist die nationalsozialistische Bewegung vielleicht mehr durch die Ideologen oder durch die Propagandisten an die Macht gekommen? Eine richtige Idee wird sich immer nur durchsetzen, wenn in ihren Dienst gestellt werden: Richtige Mittel der Macht. Und Macht konnten wir auf keine andere Weise erwerben, als durch Eroberung des Volkes. Das Volk wurde dabei nicht allein erobert durch die Ideen, sondern auch durch die Methoden, mit denen die Ideen vorgetragen wurden. Was wäre diese Bewegung ohne die Propaganda gewesen? Und wohin geriete unser Staats wenn nicht eine wirklich schöpferische Propaganda ihm heute noch das geistige Gesicht gäbe? Ist die Kunst nicht auch eine Ausdrucksform dieser schöpferischen Gestaltungskraft? Hieße es die Kunst her- abwürdiaen, wenn man sie in eine Linie stellte mit jener edlen Kunst der Volkspsychologie, die in vorderster Linie das Reich vom Abgrund zurückriß? Mit Theoremen allein kann man in solchen Notzeiten einem Volke nicht helfen, man muh ihm praktische Möglichkeiten geben, ein neues Leben anzufangen. Das haben wir getan. Wie viel uns noch zu tun übrig bleibt, das wissen wir am besten, die wir Tag für Tag an der Lösung dieser Aufgaben arbeiten. Es ist bei dieser Jahresversammlung der Reichstheaterkammer meine Pflicht, auf einige Schäden aufmerksam zu machen, die sich im vergangenen Spieljahr innerhalb des deutschen Theaterwesens gezeigt haben. Uns alle bewegt die Sorge um den Spielplan. Ich weiß, wie schwer es ist für einen Theaterleiter, einen Spielplan zusammenzustellen, der den modernen Erfordernissen genügt. Ich muß aber betonen, daß der Spielplan der vergangenen Saison zu ausdruckslos gewesen ist. Der Pendel ist zu stark nach der anderen Seite geschlagen. So wenig es genügen konnte, daß im ersten Jahre unserer Revolution nun jeder deutsche Theaterleiter nur im Nationalsozialismus machte, so wenig kann es anderseits gebilligt werden, daß heute Theaterleiter vielfach den Versuch unternehmen, vom Nationalsozialismus überhaupt nicht zu reden. Ls ist nicht an dem, dah die Ideale unserer Zeit künstlerisch nicht gestaltungsfähig wären. Sie verlangen nur künstlerische Kräfte, die groh genug find, sie zu gestalten. (Stürmischer, lang- anhaltender Beifall!) Wenn eine Idee die Kraft besitzt, ein 66-Millionen- Bolt auf das tiefste aufzuwühlen, dann ist sie an sich voll g e st a l t e r i s ch e r Vitalität. Sie muß dann aber auch G e st a l t e r finden, die die Kraft haben, diese Vitalität zu formen. Es genügt deshalb nicht, daß der Spielplan sich vom Negativen fernhält, um aber auch ebenso peinlich das Positive zu meiden. Es genügt nicht, ein ausdrucksloses Repertoire aufzustellen, das aus der Vergangenheit jene alten Schwarten hevorfucht, die zwar nicht direkt gegen den Nationalsozialismus geschrieben wurden, die aber auf der anderen Seite auch nichts von dem Geist unserer Zeit in sich tragen. Es reicht auch nicht aus, wenn man diesen alten Schwarten von anno dazumal ein paar nationalsozialistische Infektionen eingibt. Nur Klassiker und auf der anderen Seite nur naive Harmlosigkeiten, das ist für unsere Zeit zu wenig. Etwas muß schon hinzukommen. Es ist auch nicht rechtens, in der Not um das zu spielende Stück sich nun in zu starkem Umfange auf das Ausland zu werfen. Gewiß, wir sind großzügig in diesen Dingen. Wir schöpfen jede Fünft- lerstche Kraft. Wir haben Achtung vor der Leistung, ob sie dem französischen oder dem englischen oder dem italienischen Volk entspringt. Manchmal aber hat es bei der Uebersicht über manche Spielpläne den Anschein, als gebe es in Deuts ch l and überhaupt keine Dichter, und als hätte es bei uns überhaupt keine Dichter gegeben, als mühten beispielsweise Gesellschaftsstücke nur von Franzosen oder Engländern geschrieben werden. Diese Kalamität hat sich vor allem im Spielplan der Reichs- Hauptstadt bemerkbar gemacht. Die Provinz hat die Stücke gefunden, und es wäre doch allzu jämmerlich, der Reichshauptstadt das Zeugnis ausstellen zu müssen, daß sie von der Provinz belehrt werden müsse, wo Stücke zu finden seien. Man muß dann auch einmal den Mut zum Experiment haben. Ein Bühnenleiter muß etwas wagen! Ls ist zu wenig für die künstlerische Kraft eines Bühnenleiters, für eine Saison ein Serienstück zu finden und dieses Serienstück dann lediglich 300 oder 400 Mal aufzuführen, vor allem demoralisiert das Serienstück den Schauspieler, weil es dem Schauspieler keine künstlerische Möglichkeit gibt. Ls wird ein Schauspieler am Lnde dabei verblöden, wenn er 300 Mal ein und dieselbe Rolle spielen muh. Das Serien- . stück zerstört auf die Dauer die küustlerijche Moral. Ls läht keine Vergleichsmöglichkeit zu. Es ist kein Risiko mehr da. Man beurteilt das Bühnenleben nur nach dem Gesichtspunkt der Kasse. Die Kasse wird voll, und die Herzen werden leer. Die Bühne aber wird am Ende dann nur beherrscht von ein paar Bühnendiktatoren, die die Virtuosität besitzen, ein Serienstück zu schreiben. Das gleiche Problem ist die Frage: Star oder Ensemble? Es ist für einen Bühnenleiter so einfach, sich einen Star zu engagieren. Man weiß bann, dieser Star macht die Kasse o o l l, die anderen Schauspieler sind nur dritte oder vierte Garnitur und haben nur die Aufgabe, dem Star die Stichworte zu feinen Pointen zu geben. Dieser St ar unfug ist nicht etwa beseitigt, sondern er grassiert heute noch. Ich halte den Bühnenleiter nicht für einen echten Künstler, der am Anfang der Spielzeit nur Ausschau hält nach einem S e - rienstück, und nach einem Star. Besitze ich Serie und Star, dann kann ich getrost in den Winterschlaf gehen. Ein E n s e rn b l e zu erziehen, erfordert Zeit, Geduld und Liebe zur Sache, aber am Ende wird auch der große Künstler sich im Ensemble am wohlsten fühlen, denn auch er vergibt sich nichts, wenn er als dienendes Glied in einem künstlerischen Kollektiv mitspielt, im Gegenteil, auch er kann noch etwas dabei lernen. Und ist er wirklich ein größer Künstler, dann wird er die Kraft besitzen, sich sehr bald unter den Gleichen zum Ersten emporzuarbeiten. Ich komme nun zur Grundfrage des fünft- lerischen Lebens in Deutschland überhaupt: Wie stehl der Nationalsozialismus zur Kunst und wie stehl die Kunst zum Nationalsozia- lismus? Es wird hier und da der Standpunkt vertreten, daß der Nationalsozialismus eine politische Lehre sei und sich deshalb ausschließlich mit Politik beschäftigen müsse. Die Kunst gehöre dem Künstler, die Wirtschaft dem Wirtschaftler, die Börse gehöre dem Bankier, die Landwirtschaft dem Landwirt, der Kleinhandel dem Kleinhändler, das Handwerk dem Handwerker. Das würde auf die Dauer eine vollkommene Auflösung unseres öffentlichen Lebens nach sich ziehen. (Stürm. Zustimmung.) Der Nationalsozialismus ist nicht nur eine politische Lehre. Er ist eine totale und umfassende Gesamtschau aller öffentlichen Dinge. Er muß deshalb die selbstverständliche Grundlage unseres gesamten Lebens werden. (Langanhaltende Beifallskundgebungen.) Würde man die Wirtschaft ausschließlich zur Sache des Wirtschaftlers machen, die Kunst zur Sache des Künstlers und das Handwerk zur Sache der Handwerker, so würde man am Ende das ganze Staatsleben auflösen. Wir besitzen nicht den Ehrgeiz, dem Dirigenten oorzuschreiben, wie er eine Partitur zu dirigieren hat, aber was d e m Geist unserer Zeit entspricht, darüber behalten wir uns das souveräne Vorrecht vor, zu bestimmen. Die Politik macht die Technik der Dinge, aber sie gibt den Dingen ihren Kurs, sie kontrolliert ihren Einsatz und überwacht die Durchführung dieses Einsatzes. Was der Nationalsozialismus beseitigt und was er fördert, das ist seine Sache. Da er aber heute eine so ungeheure Machtfülle besitzt, deshalb ist er sich immerdar der ungeheuren Verantwortung bewußt, die er dabei trägt. Die Kontrolle, die über uns ausgeübt wird, ruht i m eigenen Gewissen. Deshalb treten wir mit einer ehrwürdigen Scheu an die großen Dinge des Lebens heran, denen wir dem künstlerischen Dasein unseres Volkes nicht von Amtswegen, mit muffiger und verstaubter Bürokratie, sondern deshalb, weil es uns heilige, leidenschaftliche und ernste Herzensangelegenheit ist. Denn es gibt auf der Erde nichts Erhabene- res als zu sehen, wie unter den Sterblichen die unsterbliche Gottheit in der Kun st Gestalt gewinnt. Immer wieder wurde die Rede des Ministers von stärksten Zustimmungskundgebungen unterbrochen, und als Dr. Goebbels geendet hatte, setzte minutenlanger Beifall ein. — Das Orchester spielte sodann die „Leonoren-Ouverture Nr. 3" von Beethoven. Mit dem Gesang der Lieder der Nation fand die Kundgebung der Reichstheaterkammer ihren Abschluß. Reichsminister Dr. Goebbels verließ unter dem begeisterten Jubel der Versammlung und der auf der Straße harrenden zahllosen Volksgenossen die Musikhalle. Gauleiter Sprenger über das Berufsbeamtentum. LPD. D a r m st a d t, 17. Juni. In einer Kundgebung der Beamtenschaft von Darmstadt und Umgebung sprach Gauleiter Sprenger, der mit lebhaften Heilrufen und Händeklatschen empfangen wurde. Der Gauleiter kennzeichnete die Beamten als Sachwalter und erste Diener des Staates. Er streifte bann bie Entartungserscheinungen einer überwunbenen Systemzeit, in ber bie Derbunden- heit mit bem Volke fehlte. Nach ber Machtübernahme war eine ungeheure Umstellung im Verwaltungsapparat nötig, getreu bem Grundsatz, ben ber Führer in „Mein Kampf" schon vertreten habe, baß nämlich ber Staat nicht ein Zweck, son - bern immer nur ein Mittel fei. Der Gauleiter befaßte sich bann ausführlich mit ber Säuberung ber Verwaltung unb vertrat ben Stand- punkt, baß eine gewisse Duldsamkeit, bie manchen Parteigenossen vielleicht nicht gefallen habe, nötig gewesen sei. Darüber bürfe aber nicht vergessen werben, daß der Kern des Aufbaues nur die NSDAP, fei unb in Auswirkung ber Reini- gungsgesetzgebung einmal ber Grunbfatz befolgt werben müsse, baß Beamter nur berjenige werden könne, der Nationalsozialist sei. Jeder Beamte sei durch seinen besonderen Treueid verpflichtet, nationalsozialistisch zu denken und zu handeln. Der Gauleiter erläuterte dann so manche treffenden Einzelheiten aus der' praktischen Arbeit heraus, die in tätiger Kameradschaft zu lösen und bei denen auch das Vorbild von oben nach unten zu geben sei. Er besprach weiter das neue Reichsbeamtengesetz, das in nächster Zeit Gesetz werde. Niemand werde dann Beamter werden können, der nicht durch die Auslese von HI., SA., Arbeitsdienst und Wehrmacht gegangen sei. Die Besoldungsfrage müsse solange ruhen, bis für alle Volksgenossen Arbeit und Brot gefunden sei und die Lebenshaltung aller dann gehoben werden könne. Schließlich erörterte der Gauleiter noch die Organisation der Beamten und erläuterte den Unterschied zwischen Partei- und Beamtenorganisation. Mit grundlegenden Ausführungen über die Auswirkungen von Staat und Volkstum schloß der Redner mit der Feststellung, daß wir a m Anfang eines neuen Staatsbegriffes und eines ganz neuen Beamtentums stehen. Die Beamten sollten sich immer ihrer besonderen Verpflichtung als Verwaltungssoldaten Adolf Hitlers bewußt fein! Arbeitstagung der Handwerksführung. LPD. Frankfurt a. M., 17. Juni. In ber Festhalle fanb am Montagnachmittag eine große Arbeitstagung statt, an ber bie Abteilungsleiter unb die Leitung der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk, die Gau- und Kreisbetriebgemeinschasts- roalter der RBG. Handwerk, die Landeshandwerksmeister, die Reichsinnungsmeister, die Kammerpräsidenten und die Kreishandwerksmeister teilnahmen. Im Mittelpunkt dieser Tagung, an der u. a. als Ehrengäste auch der Reichskommissar für ben gewerblichen Mittelstanb, Dr. W i e n b e ck, unb Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger teilnahmen, ftanb eine grundsätzliche Rebe bes Reichshandwerksmeisters. Reichshandwerksmeister Schmidt wies eingangs auf die symbolische Bedeutung dieser erftmafig in einem solchen Ausmaß stattfindenden Arbeitstagung des gesamten deutschen Handwerks hin und ehrte dann Gauleiter Sprenger für seine Verdienste um das deutsche Handwerk durch Ueberreichung der silbernen Plakette und des Amtszeichens des deutschen Handwerks. Sauleiter Sprenger verband mit seinen Dankesworten gleichzeitig die Versicherung, daß die Stadt Frankfurt am Main sich der Wahl zur Stadt des deutschen Handwerks in jeder Beziehung würdig zu erweisen wisse und alles tun werde, um die künftigen Reichshandwerkertage noch besser und schöner auszugeftalten. Reichskominiffar Or. Wienbeck schilderte bann bie Maßnahmen, bie man von Regierungsseite ergriffen habe, um bem Handwerk zu helfen, unb stellte babei gleichzeitig bie hohen Ausgaben und Ziele heraus, die nunmehr von dem deutschen Handwerk tatkräftig und mit Umsicht zu bewältigen seien. Die Tätigkeit der Verordnungen unb Gesetzgehungen s e i abgeschlossen. Das H a n b w e r k sei in ben Sattel gesetzt worben unb müsse nun zeigen, baß es reiten könne. Dor allem gelte es für bas Handwerk, den richtigen Ausgleich zu finden zwischen dem alten Handwerk und den neuen Formen, die die Produktion heute angenommen habe. In seinen bann folgenden Ausführungen äußerte sich Reichshandwerksmeister Schmidt u. a. zur Ab grenzungs frage zwischen Hanbwerk unb Inbustrie und erklärte sich bereit, hinsichtlich der besiehendea haudwertq lichen Nebenbetriebe in Industrie und Handel in weitestem Umfange Ausnahmebewilligungen zu gewähren. Es könne ihm aber nicht zugemutet werden, in der Abgrenzungsfrage in dem Augenblick eine Hauptaufgabe zu sehen, in dem die Wirtschaftslage des deutschen Volkes eine wirtschaftspolitische Aktivität zum Wohle der.Ge- samtheit notwendig mache. Der neue Staat habe die Organisation nach Zweckmäßigkeitsgründen vereinfacht. So habe man heute an Stelle von 19 000 Freien und Zwangsinnungen, die nur 60 v. H. des Handwerks erfaßt hatten, nur noch 16 000 Innungen, die jedoch das Handwerk lOOprozentig umschließen würden. Einen breiten Raum nahm in dem Rechenschaftsbericht die Aufgabenstellung der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk ein. Eindeutig legte der Red- ner die Bedeutung des Handwerks für das soziale Leben des Volkes dar. Das Handwerk, so schloß Reichshandwerksmeister Schmidt, das schon so oft totgesagt worden ist, lebt und hat den Willen und die Kraft in sich, neben dem Bauern eine tragende Säule des Staates zu fein und zu bleiben. Der Dank des Handwerks an den Führer. LPD. Frankfurt a. BL, 17. Juul. Reichshandwerksmeister Schmidt hat an den Führer folgendes Danktelegramm gefandt: „Wein Führer! Das in Frankfurt a. Bl. versammelte Handwerk dankt für die Grüße und Wünsche, welche Sie dem Reichshandwerkertag übermittelten. Ich melde den Abschluß der Organisationsarbeit auf der Grundlage der natlonalsozialistifchen Gesetzgebung für das Handwerk. Einsatz- und tatberelt sieht dieses Handwerk einig und geschloffen hinter Ihnen, mein Führer. Es wird seinen Leistungswitlen und Gemeinschaftsgeist unter Beweis stellen, und es wiederholt fein Ihnen gegebenes Treuegelöbnis. Schmidt, Reichshandwerksmeister." Glückwünsche für das Handwerk. Frankfurt a. M., 17. Juni. (LPD.) Aus An- laß des Reichshandwerkertages 1935 gingen bei Reichshandwerksmeister Schmidt u. a. folgende Telegramme ein: „Den aus Anlaß des Reichshandwerkertages 1935 ifi Frantsiirt am Waiy versammelten deutschen Handwerkern sende ich meine besten Wünsche für das Gedeihen handwerklicher Arbeit im nationalsozialistischen Reich. Rudolf Heß." „Am Reichshandwerkertag leider aus dienstlichen Gründen verhindert, wünsche ich Ihnen, sowie allen Ihren Mitarbeitern und allen dortigen Teilneh- mern heften Erfolg für bie im Zeichen bes Leistung)willen»s unb bes Gemeinschaftsgeistes bes beutschen Hanbwerks zu beroältigenbe Arbeit. Möge es bem beutschen Handwerk in seiner sichtbaren Einsatzbereitschaft für Führer unb Volk gelingen, an bem weiteren Wieberaufbau bes Dritten Reiches erfolgreich mitzuwirken zum Segen bes beutschen Volkes. Das beutsche Hanbwerk blühe unb gebeihe. Heil Hitler! Staatssekretär unb Chef der Reichskanzlei Dr. Lämmer s." „Dem von Ihnen geführten geeinten Hanbwerk entbiete ich anläßlich seiner machtvollen Tagung meine unb bes gesamten Bauerntums herzliche Grüße unb Wünsche für einen erfolgreichen Verlauf Ihrer Arbeit. Bauerntum unb Hanbwerk als bewährt in Väter Brauch, Sitte unb Leistung, bauen Schulter an Schulter an unserem ewigen Deutschland. Heil Hitler! Walter D a r r d , Reichsbauernführer unb Reichsminister." „Frontsolbaten unb Kriegsopfer bes Gaues Weser-Ems senben ben Männern bes beutschen Hanbwerks, besonbers ben im Kriege bewährten Hanbwerksmeistern, ihre solbatischen Grüße. Heil Hitler! Hans Oberlindober, ReichsFriegsopferführer." Giud-nien und Wehrpflicht. Freiwillige Meldung derJahrgänge 1910/13 bis zum .30. Juni. Berlin, 17. Iuni (DBB.) Reichsminisier Rust Hal folgenden Aufruf an die Deutsche Studentenschaft gerichtet: Deutsche Studenten! Der Herr Reichskriegsminister hat auf meine Bitte hin sich damit einverstanden erklärt, dah die Studenten der Geburtenjahrgange 1910 bis 1913 noch zum einjährigen Dienst in der Wehrmacht zugelaffen werden, wenn sie sich bis zum 3 0. Iuni dieses Jahres freiwillig melden. Damit wird ein dringender Wunsch der alleren Studenten, der immer wieder an mich herangetragen worden ist, erfüllt. Ich sehe darin keine Bevorzugung des Akademikers vor den anderen gleichaltrigen Volksgenossen. Vielmehr bedeutet die vollständige Erfüllung des Wehrrechles die Einlösung der besonderen Pflichten gegenüber der Volksgemeinschaft, die dem Studenten das Hochschulstudium mit feinen Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten aufetkgL Studenten der Jahrgänge 1910 bis 1913! Blei- bet euch sofort zur bevorzugten Einstellung bei den zuständigen Wehrbezirkskommandos. heil Hitler! Rust Reichsminisier für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. • Neuer Gchriii der Memel- Garanien in Kowno. London, 17. Iuni (DNB.) Oberstleutnant Bloore fragte am Wonlag im Anlerhaus den A u h e n m i n i st e r, ob er Willeilungen über die vollzogenen oder beabsichtigten Schrille machen könne, die England gemeinsam mit Frankreich in ber Wemelangelegenhelt zu lun gedächte, um sicherzustellen, daß die litauische Regierung die deutschen Einwohner von Blemel gerecht behandele und in Bezug auf den Wemelländischen Landtag die verfassungsmäßigen Zustande wieder herstelle. Außenminister Hoare antwortete, er hoffe in kürze in der Lage zu sein, dem britischen Gesandten in Riga Auftrag zur Weitergabe einer Witteitung an die litauische Regierung zu geben, und zwar gemeinsam mit seinem französischen und italienischen Kollegen. Unter diesen Umständen könne er zur Zeit keine weiteren Einzelheiten Mitteilen. „Sofortige bedingungslose Erfüllung des MemelstatutS." Kowno, 18. Iuni (DNB.) Eine neue und eindrückliche Bl e m e l n o t e ist bereits seitens der Signatarmächte — wie der pariser Berichterstatter eines Rigaer Blattes aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will — ausgearbeitet worden. In dieser Bote verlangen die Großmächte die sofortige bedingungslose Erfüllung des W e m e l ft a t u t s. Englischer Zeniralausschuß für Körperschulung. London, 18. Juni (DNB. Funkspruch). Unter bem Patronat bes englischen Königspaa- res ist — wie ein Vertreter bes englischen Kultusministeriums im Unterhaus mitteilte — ein Zentralausschuß für K ö rp e r s ch u l u n g gebildet worben, bem 40 führende Persönlichkeiten ber englischen Aerzteschaft, sowie ber Sport- unb Jugendorganisationen angehören. Zweck bes Ausschusses ist es, bie gesamte Nation, Männer, Frauen unb Kinber, zu gesunbheitsförbernber sportlicher Betätigung heranzuziehen, um bie körperliche unb seelische Gesundheit der Nation zu verbessern. Einige größere Organisationen unb Jugenbgrup- pen sind bereits mit ber Ausbilbung von Führern beschäftigt. Schweiz und Sowjetrußland. Bern, 17. Juni. (DNB.) Der Nationalrat lehnte bei Behandlung des bundesrällichen Geschäftsberichtes einen kommunistischen Antrag ab, in bem ber Bundesrat aufgeforbert wirb, seine Haltung gegenüber Sowjetrußland zu überprüfen und Schritte zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Moskau einzu- leiten« die kochfertige Soße in -r und !t Rust ätsche f meine dah die flänge hrigen en, wenn iahres in drin-' r immer erfüttt ng des n Volks- )ige Er- !t bejon- iein|d)aft, uit seinen iferlegt 1 Mel- n Lin- hrbezirks- t hoffe in ilifchen lleltec- lltoo- t gemein* itaNe* den könne Meilern füllung lchi. MO/13 'er des es beut» bewahr« Me. Quelle er* orden. 3n stleutnanl erhans igen über le machen Zrank» I ( ju hm he Kegle* • t von in Bezug ifag die e wieder ^dwerk 7°sung Zllche Zeichen Oanb« •le und ler an i und ein* eilens der 'n dein «folg, Dolles. Öl’». «c nJje . nativ. Ren fallen -eilneh. 7 des Nein, rls ,u 1 Hand. H. Unter Aus aller Welt die Für 4 Personen. Gedämpfte Nieren. betrag zur Verfügung gestellt. Zur weiteren Durchführung der Unterstützungs- öftion hat der Gauleiter in Gemeinschaft mit dem Neues japanisches Vorgehen in China. Wichtige Teiegraphenlinien und Funkstationen von japanischem Militär beseht. aftion hat der Gauleiter _ , , , Gauamtsleiter der NSD. Uebelför mit den Worten Präsident Schwede (Coburg), Inhaber des Ehrenbandes der DL., und Oberturnwart der DT. Ste- d i n g teil. Gauleiter Schwede (Coburg) führte dabei aus, in der DL. fei feit Jahrzehnten ein guter Geist gepflegt worden. Es gelte, ihn zu immer neuer Blüte zu bringen, dann werde auch die Organisationsform der DL. die Anerkennung finden, 3/4 Pfund Schweinenieren, 2-3 Eßlöffel Fell, 1 Zwiebel, 1 Würfel Maggis Äralensoße, 1 Eßlöffel Mehl, V2 Liter Wasser. Die feingefchnittene Zwiebel im Fett goldgelb dünsten, die gewässerten und Nein- geschnittenen Nieren dazugeben und ziemlich garschmoren. Den Würfel Maggi ö Bratensoße fein zerdrücken, mit dem Mehl zu den Nieren geben, kräftig durch- üünstem dann M LM MMtLü, All LMMreo und WJia MlMkll. ihr gebührt. Abschluß der Marinepokal-Segelwettfahrl In Kiel. — Preisverkeilung durch Admiral Dr. h. c. Raede r. fine große fjilfe für jede Küche MAGGI5 Bratensolle OieNation Hilst den Opfern vonReinsdors Ein Hilfsausschuß gebildet. Italiens Abessinien-Politik. Mussolinis angebliche Beweggründe: Wiedergutmachung des Versailler Unrechts. Paris, 17. Juni. (DNB.) Der römische Berichterstatter der Wirtschaftszeitschrist „Agence Econo- mique et Financiöre" will von einer hochgestellten faschistischen Persönlichkeit folgendes über die italienische Grundauffassung über die Abessinien-Politik erfahren haben: Bei der Verteilung der deutschen Kolonialbeute am Ende des Krieges hätten die zweitklassigen italienischen Diplomaten in Versailles die Erfüllung des Versprechens von 1915 nicht erreichen können. Man habe die Aufmerksamkeit der Italiener von den Kolonien auf die 2Ibr ta = frage, auf Fiume und Triest abgelenkt. Jetzt habe Mussolini mit seinem Plan in Abessinien den seiner Zeit begangenen Irrtum berichtigen wollen. Er wolle Abbesslnien und halte das in Anbetracht des im Kriege vergossenen italienischen Blutes für sein Recht und betrachte es als eine Wiedergutmachung des Italien in Versailles zugefugten Unrechts. Aber England, das noch mit den gleichen Diplomaten wie früher zu tun zu haben glaube schaffe einen neuen Anlaß, um Italiens Aufmerksamkeit von Ostafrika abzulenken. London erkläre, daß Italien dieWachtamBrenner übernehmen müsse, wenn die bereits bedrohte europäische Ztmlisatton nicht schweren Schaden erleiden solle Mussolmt aber habe das Spiel durchschaut. Er sei der Ansicht, daß die Brenner-Frage nicht a nd e r s liege als seinerzeit die Adria-Frage, dazu bestimmt, THufben, 17. Juni. (DNB.) Das japanische Oberkommando hat in der Nacht auf Sonntag die Tetegraphenlinie Schanhaikwan Tientsin militärisch beseht. Sämtliche Telephonämter an dieser Linie stehen unter japa- nischer Mlitäraufsicht. Das japanische Oberkommando hat außerdem zahlreiche Funk- stationen beseht und überwacht den ganzen Funkverkehr zwischen Nordchina und Nanking. Die japanische Presse berichtet, daß mit Genehmigung des japanischen Kriegsministeriums zahlreiche Flugzeuge nach Kalgan entsandt sind, wo die japanische Militärmission Verhandlungen mit den chinesischen Ortsbehörden über die Teilräumung der Provinz Tschachar führt. Diese Maßnahmen sollen erfolgt sein, um Zusammenstöße zwischen japanischen und chinesischen Truppen zu vermeiden. Der er sie Transport der japanischen Truppen wird am Montag in der p r o v i n z T s ch a ch a r und zwar in dem Teil, in dem sich bis jetzt noch chinesisches Militär befand, einmarschieren. Wei chmesischeKreuzer entflohen London, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Zwei chinesischekreuzer sind — einer Meldung aus Hongkong zusolge — auf geheime Anweisungen von Nanking bei Nacht und Nebel aus Kanton entflohen. Die Schiffe waren seinerzeit von der Nanking-Regierung desertiert und zu den Kantonesen übergegangen. Sie wurden von den Forts bei Kanton unter Feuer genommen. Sie entkamen mit leichten Beschädigungen nach Tscheungtschau, einer Jnfel bei Hongkong. Sie wollen in die britischen Gewässer ein fahren. Falls sie ihre Absicht verwirklichen, würden heikle Fragen des tn- ternationalen Rechts aufgeworfen fern. England toi« einen Sonderbeobachter. London, 17. Juni. (DNB.) Im Unterhaus fragte ein Abgeordneter die Regierung nach der Lage in China. Außenminister Hoare antwortete, seit einigen Monaten seien m der wirtschafttichen Lage Chinas offenkundige Schwierigkeiten eingetreten, die durch das kürzliche Anziehen des Silberpreises eine weitere erfahren hätten. Es fei bekannt, daß die britische Zweite Reichstheaterfestwoche in Hamburg. Oietrich-Eckart-Aufführung im Staatlichen Schauspielhaus. Italien über die wahren Absichten zu täuschen. Daher habe Mussolini in seiner Senatsrede erklärt, daß die österreichische Frage eine europäische ei. Das bedeute nicht, daß Italien nicht mehr bereit sei, die Unabhängigkeit Oesterreichs zu gewährleisten, im Gegenteil. Es bedeute aber außerdem, daß Italien neben der österreichischen Unabhängigkeit andere Belange habe und daß es vor allem um keinen Preis die abessinische Frage vernachlässigen werden. Flämische Frontkämpfer gegen die belgische Mlitärpolitik. Brüssel, 17. Juni. (DNB.) Am Sonntag fand in T h i e l t (Westflandern) eine Tagung des Flämischen F r o n t k ä m p f e r v e r b a n d e s tatt, an Der etwa 7000 Frontsoldaten aus der Provinz Westflandern teilnahmen. Im Gegensatz zu der hauptsächlich in Brüssel und im wallonischen Teil Belgiens vervreiteten Kriegsteilnehmerorgani- atton Fraternelles, die sich durchaus chauvinistisch «tätigt, wandte sich die Fos (Abkürzung für den Der erste Schauspielabend der zweiten Reichs- theaterfe st woche in Hamburg galt dem „Glöckner des Dritten Reiches", dem treuen Freund und Mitstreiter des Führers aus den ersten Kampfjahren der Bewegung, dem Dichter Dietrich Eckart. In Anwesenheit des Reichsministers Dr. Goebbels ging im Staatlichen Schauspielhaus Dietrich Eckarts deutsche Historie „Heinrich der h o h e n st a u f e" in Szene. Der Dichter stellt hier den Sohn Barbarossas, Heinrich VI., als eine Führergestalt hin, die aus dem tiefsten Wesen des Deutschtums heraus die Einheit des Volkes und die Ueberwindung aller Stammeszwietracht zur Wirklichkeit werden läßt. Kaiser Heinrichs Versöhnung mit dem Sohn des großen Hohenstaufen-Gegners, Heinrich des Löwen, läßt die stolze Stunde der deutschen Einigkeit anbrechen, in der das Reich, innerlich gefestigt, allen äußeren Feinden Trotz bieten kann. Der tapfere Gegenspieler des Kaisers, Richard Löwenherz, muß sich einem Deutschland beugen, das durch den großen inneren Sieg über die eigene Zwietracht unüberwindlich geworden ist. Die Festaufführung dieser Dichtung, die unschwer als ein Sinnbild unserer Zeit zu deuten ist, stand unter der szenischen Leitung Adolf Rotts, der den ideellen Schwung des Werkes unterstrich, aber auch die Zartheit und den Humor des Schauspiels zu ihrem Recht kommen ließ. In der Darstellung „Opfert für Reinsdorf einen Aufruf an die Bevölkerung von Halle-Merfeburg gerichtet, ihre Spenden auf das Sonderkonto Nr. 2646 bei der Stadtsparkasse Naumburg (Unglück Reinsdorf) zu überweisen. Es wird darauf hmgewiesen, daß auch weiterhin bei allen NSV. - Dienststellen Geld und Sachspenden unter ausdrück- lichem Hinweis auf den Verwendungszweck abgegeben werden können. pg.Hans Goebbels übernimmt zehn patensHafien. Wittenberg, 17.Juni (DNB.) Der Betriebs- führer der Provinzial-Feuerversicherungsanstalt der Rheinprovinz, Pg. Hans Goebbels, hat an Landsmannschastertag in Coburg. Reichssporlführer von Tschammer und Osten und Gauleiter Schwede (Loburg) bei den Landsmann- fchaftern. Der 67. Coburger Landsmannschastertag erhielt durch das gleichzeitig stattfindende Deutsche Turnerfest seine eigene Prägung. Bei vielen Veranstaltungen marschierten Turner und Landsmannschafter gemeinsam und verkörperten so das gleiche Streben der beiden wehrhaften Verbände. Sie wurden auch von Oberbürgermeister Dr. Schmidt und Reichsstatthalter Ritter von Epp gemeinsam begrüßt. Wie seit 1923 ging dem Landsmannschastertag em Schulungslager der Erstchargierten und Kameradschaftsführer voraus. Es wurde von grenz- und auslanddeutschen Landsmannschaftern die Lage im Memelgebiet, Deutsch-Oesterreich und den anderen Grenzgebieten behandelt. Das zweite Hauptgebiet, die Neuformung des landsmannschaftlichen Bundeslebens, war durch Stoßtrupparbeit einzelner Landsmannschaften vorbereitet worden. Im Rahmen des Schulungslagers sprachen Reichssportführer von Tschammer und O st en über die Aufgaben der jungen Führerschaft, Reichsdietwart der DT. Pg. Münch über Dietarbeit, Professor Dr. Werner, der erste hessische Ministerpräsident nach dem Umbruch, über Grundwerte volksdeutscher Weltanschauung, wobei die Judenfrage besonders berücksichtigt mürbe; stellv. Senatspräsident der Stadt Danzig, Huth, über das deutsche Danzig, wobei er ein leidenschaftliches Bekenntnis zum Waffenstudententum ablegte. Im Schlußwort stellte der Schulungsleiter Pg. T r e n k t r o g es als Aufgabe des Akademikers hin, das Leben des Volkes in die Hochschule, das der Hochschule ins Volk zu tragen. Auf dem Landsmannschastertag erklärte der Führer der DL., Stadtschulrat von Berlin, Dr. Meins Hausen, die DL. habe nur dann Daseinsberechtigung, wenn ihre geistige Grundlage mit der Idee Adolf Hitlers übereinstimme. Die Treue zum Bundesbruder ist uns heilig, aber über ihr steht die Treue zum Führer. Für die DL. gibt es daher in der Juden- und Freimaurerfrage keine Kompromisse. Wir wünschen Zusammenarbeit mit dem NSDStB. und hoffen, daß trotz mancher Gegenströmung dessen Abkommen mit der GStV. bald zu praktischer Gemeinschaftsarbeit wird. Wenn wir nicht wüßten, daß der Führer Lebensmöglichkeiten für das Korporationsstudententum wünscht, würden wir selbst abtreten, ohne dazu aufgefordert zu sein. Der Führer der DL. gedachte der im Laufe des Jahres verstorbenen Landsmannschafter, u. a. des Führers der SA. Gruppe Thüringen, Ministerialdirektors a. D. Dr. Zunkel, sowie des unvergeßlichen Hans S ch e m m, der noch im vorigen Jahre die landsmannschaftliche Arbeit gefördert hat. Er stellte weiterhin mit Stolz fest, daß Landsmannschafter im Saargebiet, in Danzig. Memel und an anderen Stellen in vorderster Front stehen, und gab der Begeisterung Ausdruck für die auch nom Korporationsstudententum ersehnte Wieder- Wehrhaftmachung Deutschlands. Am Kommers nahmen Reichssportführer von T s ch a m m er und Osten, Gauleiter und Ober- Regierung die Entwicklung mit Interesse verfolge, und sie habe jetzt veranlaßt, daß der wirtschaftliche «Berater der britischen Regierung, Sir Fre- eith-Roß, sich so bald wie möglich nach China begebe, um die britische Regierung über die Lage zu unterrichten. Trotz der Finanzkrise sei die politische Lage in den letzten Monaten nicht ungünstig gewesen. In Nordchina habe in den letzten zwei Wochen allerdings eine beunruhigende Entwicklung Platz gegriffen. In gewissen Einzelheiten widersprächen sich die Berichte, und die Lage sei schnellen Aenderungen ausgesetzt. Hoare teilte schließlich mit, daß er durch Vermittlung der britischen diplomatischen Vertreter in Tokio und Nanking mit der japanischen und der chinesischen Regierung in Verbindung stehe, und daß der Meinungsaustausch zur Zeit noch andauere. flämischen Frontkämpferoerband) auch in ihrer Thielter Tagung gegendie Ueberspannung des Militarismus. Die verschiedenen Redner äußerten sich scharf über die Mlitärpolitik des Kriegsministers D e v eze und forderten die Kündigung des französisch - belgischen Militärabkommens, des „Blutabkommens", das Belgien in eine Bündnispolitik Frankreichs hineinziehen könne. Die Flamen hätten im Kriege für ein freies Belgien gekämpft, sie seien aber irregeführt worden; denn das heutige Belgien sei ein „Vasall" Frankreichs. Die flämischen Frontkämpfer wollten Frieden und Abrüstung. Ein katholischer Propst in Polen verhastet. Warschau, 18.Juni. In Nowy Troki bei Wilna wurde der katholische Propst M a I i c f i verhaftet, da die Staatsanwaltschaft in einer öffentlichen Rede, die Malicki nach dem Tode des Marschalls P i l s u d s k i gehalten hatte, eine B e - leibigung der Gefühle des polnischen Volkes erblickte. sah man ein abgerundetes Zusammenspiel, in dem auch die kleinste Rolle voll zur Geltung kam. Ausgezeichnete Leistungen boten Richard haeußler als Kaiser, Gustav Knuth als Richard Löwen- Herz, Werner Hinz als Hartwig, Helmut heusch als Herzog von Braunschweig und Willi Favart als Probst Konrad. Die Aufführung sand starken Beifall, an dem sich auch Reichsminister Dr. Goebbels sehr lebhaft beteiligte. Der hamburgische Senat hat aus Anlaß der zweiten Reichstheaterfestwoche einen Faksimiledruck des Stammbuches von Friedrich Ludwig Schröder, des berühmten Direktors des Hamburger Theaters Ende des 18. Jahrhunderts, Herstellen und den in Hamburg zur zweiten Reichstheaterfestwoche weilenden Ehrengästen überreichen lassen. Das künstlerisch ausgeführte Büchlein gibt den wesentlichen Inhalt des Schröderschen Stammbuches wieder. 1780 beendete Schröder seine erste ruhmreiche Direktion des Hamburger Theaters und begab sich auf eine Kunstreise durch Deutschland. Dieser Reise entstammen die ersten Eintragungen seines Stammbuches, das Schröder nach damals noch allgemein üblicher Sitte bei sich trug. Die Größten der Zeit wetteiferten, ihre Perehrung und Bewunderung für den genialen Künstler und großen Menschen in dessen Stammbuch niederzu- legen. seinen Bruder, den Reichsminister Dr. Goebbels, folgendes Telegramm gesandt: „Als Betriebsführer der Provinzial-Feuer- versicherungsanstalt der Rheinprovinz übernehme ich die Ehrenpatenschaft über zehn kleine Kinder aus den durch die furchtbare Katastrophe in Reinsdorf in Not geratenen Familien. Zur Linderung der Not wird jedem dieser Kinder eine Ausbildungs - bzw. Aussteuerversicherung in höhe von 10 0 0 Mark übereignet. Dieser Betrag wird im Einvernehmen mit dem Vormund in der Zeit vom 14. bis 25. Lebensjahre zur Auszahlung kommen. Ich bitte, zehn von diesen armen Kleinen in meine Fürsorge zu geben. Ich würde mich freuen, wenn viele Versicherungsunternehmungen diesem Beispiel Folge leisten würden, heil unserem Führer! Dein treuer Bruder Hans." Kreisleiter heidenreich in Wittenberg wird gemäß der Aufforderung des Ministers sofort zehn Kinder auswählen. Eine Spende ans Amerika. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Das Central Relief C o m i tte e New Port hat an den Bürgermeister in Reinsdorf folgendes Telegramm gerichtet: „Unser Komitee, erschüttert von der Katastrophe, möchte 100 betroffene Familien durch Sie mit Lebensmitteln versorgen. Unser Lager bei Bachmann-Bremen ist angewiesen, 100 Nahrungsmittelkisten zu Ihrer Verfügung zu halten. Bachmann erwartet Ihre Dispositionen." Das Reinsdorfer Unglück hat die Anteilnahme der ganzen Welt wachgerufen. Eine Spende wie die des Central Relief Comittee in New Port wird nicht nur von den vom Unglück Betroffenen, sondern vom ganzen deutschen Volke mit aufrichtigem Dank in Empfang genommen. Weitere Tote erkannt. Wittenberg, 17. Juni. (DNB.) Im Laufe des Montag konnten wiederum fünf Tote er» f a n n t werden, und zwar handelt es sich um Helmut Schaumburg aus Wittenberg, Emil Kramer aus Wittenberg, Karl Best aus Coswig, Frau Thieme aus Wittenberg, Emil Müller aus Schkölen, Kreis Weißenfels. Damit sind 44 Opfer erkannt. Weitere Beileidsbezeugungen. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Der sowjet- russische B o t s ch a f t e r hat beim Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath vorgesprochen und ihm sein und seiner Regierung Beileid anläßlich des Explosionsunglücks in Reinsdorf ausgesprochen. Der Apostolische Nuntius hat bei einem Besuch im Auswärtigen Amt am Samstag auch das Beileid des hl. Stuhles aus demselben Anlaß zum Ausdruck gebracht. Der Reichsminister hat beijben Diplomaten den Dank ausgesprochen. Als Abschluß der Er st en Internationalen Marinepokal-Segelwettfahrt sand in Kiel die Preisoerteilung durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. h. c. Raeder statt. Dieser ersten Segelwettfahrt zwischen Marineoffizieren von fünf Nationen, so erklärte er, liege der Gedanke zu Grunde, die Kameradschaft zu stärken. „Sie werden verstehen", so fuhr Admiral R a e d e r fort, „daß ich stolz darauf bin, daß der Pokal von der deutschen Mannschaft gewonnen wurde. Allerdings waren wir als Gastgeber in diesem Falle im Vorteil, weil wir gewissermaßen das Gelände kannten. Ich habe mich aber selbst am ersten Tage davon überzeugt und mir berichten lassen, daß an allen Tagen alle Boote hervorragend gesegelt worden sind. Der Admiral nahm dann die Preisverteilung vor. Der Hindenburg-Gedächtnispokalwanderpreis des Führers ist an Deutschland gefallen. 1. Punktpreis: Preis des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine an Schweden; 2. Punktpreis: Preis der deutschen Flotte — an Deutschland; 3. Punktpreis: Preis des Marine-Regattavereins — an Dänemark; 1. Steuermannspreis an Polen; 2. Steuermannspreis an Holland. Anschließend dankte der älteste Offizier der ausländischen Segler, der dänische Orlogskapitän Westermann im Namen seiner Kameraden für die Gastfreundschaft, die Kameradschaft und für alles, was die ausländischen Segler in den Tagen ihres Kieler Aufenthaltes erlebten. Zum Schluß brachte Admiral Dr. h. c. Raeder ein dreifaches Hurra auf die Landesoberhäupter aus. Am zweiten Tage der Kieler Woche fiel die erste wichtige Entscheidung. Im Rennen der 6-Meter-Klasse siegte zum zweiten Male das norwegische Boot „White Lady" (Eigner: h. A. h a r t- n e r) und errang damit ein Jahresanrecht auf den Reichskanzlerpreis. „Graf Zeppelin" unterwegs. Wie die Deutsche Seewarte mitteilt, stand „Graf Zeppelin" am Montag um 9 Uhr (MEZ.) auf der höhe von Cap Blanco an der Küste von Marokko. Empfindliche Zuchthausstrafen für zwei Helfer Otto Strassers. Dem Antrag des Reichsanwaltes entsprechend verurteilte der Volksgerichtshof in Berlin den 34- jährigen Otto Gießler aus Oelsnitz hn Vogt- lande, einen besonders aktiven Anhänger der Schwarzen Front Otto Strassers, wegen Vorbereitung zum Hochverrat, zum Teil begangen im 'Auslands, zu acht Jahren Zucht- Wittenberg, 17. Juni. (DNB.) Aus allen Teilen des Reiches find in tiefer Verbundenheit mit den Hinterbliebenen der Opfer des Unglücks von Reinsdorf reichliche Spenden eingegangen. In jeder Weife wird versucht, das Los der vom Schicksal so hart Betroffenen zu erleichtern. Und ist der Verlust des Lebensgefährten, des Ernährers oder des Sohnes auch nicht zu ersetzen, so tut doch die Liebe wohl, die das ganze Volk den Brüdern und Schwestern in Reinsdorf zuteil werden läßt. Mit Einwilligung des Gauleiters und des Regierungspräsidenten ist ein Hilfsausschuß gebildet worden, dem der Kreisleiter heidenreich (Wittenberg), Landesrat Holz, Oberbürgermeister Dr. Rasch, Kreisamtsleiter der NSV. Home- mann, der Vorsitzende des Vertrauensrates der Wasaa Obersturmführer Gurte angehören. Dieser Ausschuß wird am Mittwoch über die endgültige Verteilung der eingegangenen Spenden beschließen, hierbei werden selbstverständlich die Familien, in denen minderjährige Kinder den Vater verloren haben, besonders berücksichtigt werden. Die Schwerverletzten, die für dauernd erwerbsunfähig bleiben sollten, werden den Angehörigen der bei dem Unglück ums Loben gekommenen gleichgestellt. Bereits jetzt schon hat der Regierungspräsident aus den vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gespendeten 100 000-Mark-Fonds den Hinterbliebenen eine vorläufige Unterstützung ausgehändigt als Vorschuß auf den endgültig feft- zusetzenden Betrag. Hinterbliebene mit Kindern erhielten 1000 Mark, ohne Kinder 500 Mark. In den Fällen, in denen der Sohn der Ernährer der Eltern war oder der Tod die Mutter von den Kindern riß, wurden 500 Mark zur Verfügung gestellt. Auch der Kreisleiter hat von den ihm zur Verfügung stehenden Fonds sämtlichen Hinterbliebenen 250 Mark, den Verletzten im Paul-Gerhard-Stift je 150 Mark und den Leichtverletzten 50 Mark überbracht. Diese Unterstützungsbeiträge wurden den Volksgenossen mit einem vom Kreisleiter und vom Landrat unterzeichneten Schreiben „im Namen des Führers und des deutschen Volkes" von den Beauftragten der Partei übergeben. Auch Gauleiter Staatsrat Jordan hat einen namhaften Geld- Abteilungen ausgestellt die Forscher wieder auf. e n s e n Am 16. Juni verschied unser langjähriges treues Mitglied Herr Wilhelm Semmler im 79. Lebensjahre. Gießen, den 18. Juni 1935. Gießen (Seltersweg 21), den 18. Juni 1935. 02601 3629 D Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 3612 D Am 17. Juni ist unsere liebe kleine Karl Wellhöf er und Frau Dr. Mehl Gießen, den 18. Juni 1935. von der Reise zurück 02613 3615 D drztl. empfohlen lick in die vermitteln einen Gießen, den 18. Juni 1935. 02603 Telefon 2375. 361OA k\\ommerfpronenj Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Am Sonntagabend entschlief nach kurzer schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser guter Schwager und Onkel Am 13. Juni 1935 ist meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante mit anderen Funden nach tion und Rückkehr aller werden. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Kronenberg Familie Klinkei. tGoldene Medaille der ß eive/x das? auch Ihre al Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Juni, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 19. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Wir bitten um vollzähliges Erscheinen. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 2972 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Danksagung, Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir herzlichen Dank. In tiefer Trauer: Elisabeth Semmler, geb. Schneider. Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertesWissen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift ,,Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde v „ bar sind. Solange noch kein Straßennetz gebaut ist, gangspunkt der wichtigsten Eisenbahn nach Abes- wird der Verkehr im Innern hauptsächlich von sinien. Es ist die einzige Eisenbahn des Landes. iMaultieren bewältigt. Nur in den Städten ..und für die Küche? An praktischem und gutem Geschirr werden Sie viele Jahre Ihre Freude haben. Lassen Sie sich ebenfalls für Ihre Küchenaussteuer beraten vom bekannten Fachgeschäft Auf den Spuren einer uralten afn'kanischen Kultur MalMer nahrhaft. preiswert Anfang Januar brachen die Forscher wiei Sie mutzten sich zunächst trennen. Dr. I reiste ans Ostufer des Margarita-Sees, um dort von einem Provinzchef eine Sondererlaubnis zu Frau Elisabeth Weber geb. Höhl für immer von uns gegangen. gegnet. In Abessinien selbst aber, sowohl in der Residenz Addis Abeba wie auch im weiten Land, das die Forscher durchreisten, haben sie von alledem nichts bemerkt. Das Volk geht friedlich seiner Beschäftigung nach, und in den Städten liegt wohldiszipliniert, von einer belgischen Militärkommission in wenigen Jahren ausgebildet, das aktive Militär. Die Expedition brach am 14. Oktober 1934 in Frankfurt auf und erreichte Djibouti auf dem Seewege. Djibouti ist französisch und gleichzeitig Aus- Vuchhallerfm) mit Mahnwesen vertraut, sofort von Fabrikbüro gesucht. Angebote mit Gehaltsansprüchen erbeten unter 02615 an den Gießener Anzeiger. Marion im Alter von 21/i Monaten von uns gegangen. Der bekannte deutsche Afrika-Forscher Professor Frobenius hat seine diesjährige zwölfte Expedition in das Innere Afrikas in drei Teilen durchgeführt. Drei Abteilungen sind in verschiedenen Gebieten Afrikas tätig. Die Gruppe, die im Süden Abessiniens ihr Forschungsgebiet gefunden hatte, hat ihre Arbeiten beendet und ist soeben nach Frankfurt zurückgekehrt. Der restliche Teil der Expedition arbeitet noch zusammen mit Professor Frobenius in der Libyschen Wüste und wird erst in einigen Monaten zurückerwartet. Auch diese Gruppe wird eine reiche wissenschaftliche Ausbeute mitbringen. Sie konnte eine große Anzahl neuer Felszeichnungen auffinden und durch Grabungen viele prähistorische Steinwerkzeuge zutage fördern. Sieben Monate weilte die jetzt heimgekehrte Abteilung, der die Frankfurter Forscher Prioatdozent Dr. A. I e n s e n , Studienrat Dr. Wohlenberg und Kunstmaler B a y e r l e angehörten, in Abessinien. Studienrat Dr. Wohlenberg erzählt uns von seinen Erlebnissen und der wissenschaftlichen Ausbeute der Expedition. Das Land der Abessinier und Kaiser Halle Selassie sind jetzt in den Mittelpunkt des mittelafrikanischen Konflikts gerückt, der auch in Europa lebhaftestem Echo be- NacbhiHe f. Eng!., Franz., Math, gesucht. Untertertia (Lyzeum). Schrift!, Angeb. u. 02612 an o. Gieß. Anz, Monteure können gute sE°a Pension haben. Näheres Walltorstr. 27, Kriegern handeln, denn neben dem Stein des Verstorbenen sind die Steine derer aufgestellt, die er erschlagen hat. Bis zu zwanzig und mehr kleine Steine von erschlagenen Feinden umgeben den Megalith-Stein des Toten. Unter großen Schwierigkeiten konnten die Forscher einen dieser Steine, die mehrere Zentner wiegen, mitnehmen. Er wird Beendigung der Expedi- Nachruf. Am 15. Juni verschied nach kurzem Kranksein unser langjähriger Direktor Herr Daniel Erb II. Fast 15 Jahre hat er unserer Kasse vorgestanden, viele Jahre war er als Kontrolleur tätig. In dieser langen Zeit hat er sich stets um die Entwicklung unserer Kasse große Verdienste erworben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Spar- und Vor schuß verein e. G. m. b. H., Wieseck 3626 D Wilhelm Semmler Wir betrauern tief den Heimgang unseres lieben Kollegen und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Reichsverband des Deutschen Einzelhandels mit Tabak war en e. V. Slamem Gießen 36nD Mittw., IS. Juni 20 bis 22.45 Uhr Sn MlMlsk Schwank von Krantz und Neal. Sommerpreise von 0.30 bis 1.50BI, Ornamenten wie die Megalithsteine. Auch hier war es stets eine Gruppe von Holz-Stelen. In der Mitte die Figur des Toten und daneben kleiner- Holz-Stelen der besiegten Feinde. Was nun noch fehlte, erfuhren die Forscher von der zutraulichen Bevölkerung, deren staatliche, soziale und kultische Verhältnisse sie genau studieren konnten. Ethnologie und prähistorische Forschung konnten hier in idealer Weise Zusammenarbeiten. Natürlich konnten die Forscher, um nicht in den Verdacht der Grabschändung zu kommen, keine der Holz-Stelen mit* nehmen. Sie ließen daher von den Einwohnern eine Gruppe Holzstelen anfertigen, die ebenfalls ausgestellt werden. Das war das entscheidende und höchst aufschlußreiche Ergebnis dieser Expediüon, daß die Forscher an Ort und Stelle eine uralte afrikanische Kultur fanden, die sich unberührt bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Die weitere Forschungsarbeit wird nunmehr am Schreibtisch zu leisten sein. A. M. Wetterbericht In tiefer Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Philipp Weber Gießen (Keplerstraße 9), den 18. Juni 1935. 2 o Nächster KomeradschastS- abend im Untffz. Heim d. neuen Kaserne am Mittwoch, d. 19. Juni 1935, um 20.30 Uhr. Anschließend Führerratssitzg. Erscheinendring, notwendig. Vertrieb und Spezialausschank: Restaurant Ändres U U Hautunreinigkeifen ducth OtO/vdcreys^U Jbs Drula Bleichwachs restlos beseitigt wenden (M.22Sfrtn) * Mur in Apotheken erhol hl ich bestimmt: Engel-Apotheke. Kohlen Koks 1075D Briketts Eiform Happel&Co. Mühlstr.18,Ruf3925 erhalten. Studienrat Dr. Wohlenberg und Kunstmaler B a y e r l e zogen längs der Seen weiter nach Bukissa, wo sie ein zweites Lager aufschlugen. Auch hier wurden wie bei Darassa Megalith-Friedhöfe und Gesichter-Stelen gefunden. Alle diese Steine wurden sorgfältig gemessen, photographiert und gezeichnet. Nach einer Woche wanderten Dr. Wohlenberg und Bayerle wieder weiter und trafen am gleichen Tage zusammen mit Dr. Jensen in Konso ein. Hier beim Stamme der Konsos schlugen sie ihr drittes und letztes Lage auf. Da sie in Unwissenheit ihr Lager mitten auf einem heiligen Versammlungsplatz aufgeschlagen hatten, mußten sie, als die Konsoneger eine bedrohliche Haltung einnahmen, zur Sühne ein Kalb opfern. Hier erwartete die Forscher die größte wissenschaftliche Ueberraschung. Sie fanden keine Megalith- Friedhöfe, aber die Friedhöfe der jetzigen Bewohner bestanden in engster Anlehnung an die alte und den wenigen Straßen, die der jetzige Kaiser ge- Megalith-Kultur aus Holz-Stelen mit den gleichen baut i)at, können Kraftwagen verkehren. Die Forscher mieteten zunächst einen Kraftwagen, der sie bis Sidamo brachte. Von da drangen sie mit einer Maultier-Karawane weiter ins Innere vor und schlugen südlich von Darassa in der Nähe einer Missionsstation ihr erstes Arbeitslager auf. Hier konnten die Forscher schon nach kurzer Zeit ganz bedeutende Funde machen. Vor etwa zehn Jahren hatte ein französischer Forscher in jener Gegend Spuren der uralten M e g a l i t h - K u l - t u r entdeckt. Es handelt sich dabei um einen noch nicht erforschten und auch noch nicht bekannten Kult auf phallisch-erotischer Grundlage. In der Nähe des Margarita-Sees konnten die deutschen Forscher tief verborgen in üppiger Vegetation ganze Megalith- Friedhöfe entdecken mit Hunderten von Phallus- Steinen von riesiger Größe. Die Verbindung von Phalluskult und Totenkult dürste mit diesen Funden erwiesen sein. Eine Ueberraschung aber war es auch für die Forscher, daß sie an der gleichen Stelle Megalith-Steine fanden, die mit Gesichtern gekrönt waren. Solche sogenannten „Gesichter-Stelen" waren bisher unbekannt. Es dürste sich dabei um Grabdenkmäler von Vornehmen oder bedeutenden Tüchtiges AllsmöWeii gegen gut. Lohn zum 1. Juli ge- 02614 ^eltersweg 40. |stellengesuche| Auf dem Lande gut eingeführter Vertreter sucht, da Saison seiner bisherigen Vertretung beendet, entsprech. Betätigung. Schr.Angeb.unt. 02600 and.G.A. 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Gießler unternahm mehrere Reisen in die Tschechoslowakei und brachte von hier üble Hetzschriften mit, die in Deutschland an Gesinnungsgenossen verteilt wurden., Hierbei hat ihm der mitangeklagte Knoll wichtige Dienste geleistet. Der Vorsitzende wies in der Urteilsbegründung auf die große Gefahr hin, die die Strasserbewegung für unsichere Elemente darstelle, und betonte, daß gegen eine Betätigung für Otto Strasser mit ganz empfindlichen Zuchthausstrafen eingeschritten werden müsse. Dabei sei zu berücksichtigen, daß die Strafe nicht nur eine Sühne für die Verfehlungen des Angeklagten, sondern auch eine Warnung für alle diejenigen darstellen solle, die sich noch in gleich verbrecherischer Weise betätigen. des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Eine am Montag bei Irland neu auftretende Tiefdruckstörung hat sich weiter nach Süden ent- wickelt und gleichzeitig rasch ostwärts verlagert, sie besitzt ein ausgedehntes Regengebiet, das am Dienstagvormittag Südengland, den größten Teil Frankreichs und wesentlich das westliche Gebiet Deutschlands umfaßte. Heftiger Druckanstieg von Südwesten und Süden deutet an, daß die Störung sich rasch nordostwärts verlagert und damit wieder Witterungsbesserung bei uns eintreten wird. Aussichten für Mittwoch: Wieder häufig aufheiternd und nur noch vereinzeltes Auftreten kurzer Niederschläge, bei lebhaften zunächst noch südwestlichen Winden wieder etwas wärmer. Lufttemperaturen am 17. Juni: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 13,3 Grad; am 18. Juni: morgens 11,7 Grad. Maximum 20,6 Grad, Minimum 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juni: abends 17,7 Grad; am 18. Juni: morgens 14,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,5 Stun- den. — Niederschläge 1,1 mm._____________ _ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlags Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr- Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf§ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Damit hat Frankreich eine ungeheuer wichtige Einfuhrkontrolle nach Abessinien. Von Djibouti fuhren die Forscher auf der französischen Bahn nach Addis Abeba. Drei Tage braucht die Bahn, bis sie im afrikanischen Tempo von 20 Kilometer in der Stunde — gefahren wird nur bei Tag — Addis Abeba erreicht. Addis Abeba ist die von Kaiser M e n e l i k geründete Residenz, die vom Kaiser H a i l e Selassie mit zielbewußtem Reformwillen umgestaltet wird. Der eigentliche Mittelpunkt der „Neuen Blume" (Addia Abeba) ist das Gibbi (die Hofburg) Kaiser Meneliks. Daneben aber sind Prachtbauten entstanden, Bahnhöfe, modernste Anlagen, zum Teil auch von deutschen Architekten erbaut. Natürlich mußten die Forscher gleich nach ihrer Ankunft die erforderlichen Formalitäten beim Kaiser erledigen. Es war gerade die Feier des fünften Krönungstages des Kaisers, der mit großem Schaugepränge begangen wurde. Dreimal wurden die Forscher vom Kaiser empfangen. Zusammen mit einem deutschen Pressevertreter und einem Vertreter der Ufa wurden sie auch zum H o f b a l l eingeladen. Würdig saßen der Kaiser und die Kaiserin während des ganzen Festes in schwarzseidenem Umhang über der weißen abessinischen Kleidung auf dem dreistufig erhöhten Throne. Der Kaiser kennt Europa, bekundete großes Interesse an den Arbeiten der Forscher und gewährte ihnen jede Unterstützung. Vor allem er-, hielten sie einen kaiserlichen Paß und Empfehlungsschreiben an die Provinz-Chefs, die ihnen das Land öffneten. Damit wohl ausgerüstet begaben sich die Forscher in das Innere des Landes. Abessinien ist das Land ohne Rad, Fahrrad, Kraftwagen oder sonstige Verkehrsmittel mit Rädern sind so gut wie unbekannt, weil sie unbrauch- Verschiedenes| la Speisekartoffeln empfiehlt [363oD H.Trethsler Steinstr. 73 Tel. 3581 An gut. bürgert Privatmiltagsiisch kann noch junge Dame teilncbm., preiswert. Wo? sagtd. Geschäfts- stelle d. Gieß. A. Vornehm/ GeschmackvollI Persönlich/ Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Dletet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen eowle Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres unverhofft von uns gerissenen lieben Entschlafenen Lehrer i. R. Philipp Cuntz sagen wir allen herzlichen Dank, vor allem Herrn Pfarrer Launhardt für seine trostreichen Worte. Die trauernden Hinterbliebenen Griiningen und Ober-Rosbach, den 17. Juni 1935 3631 D Ur. 139 Zweiter Blatt (Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Dienstag, l8. Zum 1935 Kundgebung des Landesbischofs zur Deutschen Glaubensbewegung. Das Landeskirchenamt der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen bittet uns um die Veröffentlichung des nachstehenden Berichtes: Auf Anordnung des Landesbischofs der Evange. lifchen Landeskirche Nassau, Lic. Dr. Dietrich, ist an den Pfingstfeiertagen in allen Gottesdiensten der Landeskirche Nassau-Hessen die nachstehende Kundgebung des Landesbischofs, Lic. Dr. Dietrich, verlesen worden: In letzter Zeit macht sich eine verstärkte Tätigkeit bewußt nichtchristlicher Kreise gegen Kirche und Christentum auch in unserer Landeskirche bemerkbar. Diese Gegnerschaft ist an und für sich nichts Neues. Seit alters ist das Kreuz ein Zeichen, dem widersprochen wird. Ein Teil derjenigen, die heute gegen das Christentum zum Kampf rufen oder zum Abfall von ihm auffordern, sind uns als frühere Freidenker bekannt. Wenn aber der christliche Glaube angegriffen wird, wenn gar Professor Hauer, der Führer der Deutschgläubigen, kürzlich in Hamburg einen öffentlichen Vortrag über die Frage hielt: kann ein Deutscher ein Christ sein? und uns Evangelischen damit die Zugehörigkeit zur Volksgemeinschaft um unseres Glaubens willen absprach, wenn schließlich die Deutschs Glaubensbewegung in ihren Kundgebungen den Eindruck zu erwecken versucht hat, als ob ihre Einstellung die allein dem Dritten Reich angemessene wäre, so müssen wir dagegen unsere Stimme erheben. In den drei Artikeln des christlichen Glaubens und in ihrer Auslegung durch Martin Luther ist aufs einfachste zusammengefaßt, woran wir uns halten. Uns trennt zunächst von den Deutschgläubigen ein für alle Mal die reformatische Erfahrung, daß der Mensch nicht von sich aus zu Gott gelangen kann, sondern daß er der Offenbarung von oben her bedarf. Es ist ein Selbsttäuschung, wenn der Mensch vermeint, aus eigener Vernunft oder Kraft, aus seinen Gefühlen heraus oder auf Grund irgend einer Moral zu Gott aufsteigen zu können. Dieser Wahn von der Selbstherrlichkeit des Menschen hat immer wieder die Auflösung aller Bindungen, die Mechanisierung und Materialisierung alles gottgeschenkten Lebens verschuldet und seine letzten Folgerungen in Rußland gezogen. Wir in der evangelischen Kirche sind im Gegensatz dazu tief innerlich überzeugt, daß nur der Glaube, in dem sich der persönliche, allmächtige Gott durch Christus ge- offenbart hat, Glaube zu heißen verdient. Die Deutsche Glaubensbewegung hat keinen Gott, der regiert, keinen Vater, der hilft, keinen Heiland, der erlöst. Wir können daher auch die Schöpfung nur unter der Hand des allmächtigen Gottes sehen Auch die natürlichen und geschichtlichen Bedingungen, die jetzt in ihrer großen Bedeutung für unser Volksleben neu entdeckt sind: Rasse, Blut, Boden, das natürliche und geistige Erbe unserer Ahnen, stellen wir unter das Licht und die Maje- tät des persönlichen, allmächtigen Gottes. Die Gegner des Christentums behaupten, sie müßten Deutschland von Christus und seinem Kreuz erlösen. Das kann nur fordern, wer die furchtbaren Mächte dieser Welt, Sünde, Tod und Teufel, nicht in ihrer ganzen Furchtbarkeit versteht. Uns ist im Gegensatz dazu das Leben, Sterben und Auferstehen Christi das einzigartige Zeugnis der Bemühung Gottes um eine verlorene Welt und der Erweis der göttlichen Barmherzigkeit, die auf uns gerichtet ist.' Die Gegner des Christentums jagen, das Christentum habe die Menschen entnervt. Sie kehren die Tiefpunkte der christlichen Kirchengeschichte hervor, anstatt den christlichen Glauben nach seinen Höhepunkten zu beurteilen. Aber gerade dss Christentum kennt auch echtes Heldentum; es weiß jedoch auch, daß der größte Held der ist, der sich vor dem noch größeren, nämlich vor Gott selbst beugt. Es kennt auch das Heldentum der Entsagung, auch das stille Heldentum des täglichen Lebens und den aufreibenden Kampf in der Enge des Werktages. Man kann Christentum und Kirche dem deut- fchen Volke, vor allem der Jugend, nicht aus dem Herzen reißen, ohne eine unheilvolle Zerstörung anzurichten. Der Führer selbst hat auf die Tatsache, daß das Christentum und das Schicksal des deutschen Volkes zusammengehören, hingewiesen, als er den Punkt 24 in sein Programm aufnahm und als er im März 1933 den christlichen Kirchen Schutz zusagte und sie zur Mitarbeit am Werk der nationalen Erneuerung aufforderte. Leider hat gerade der häßliche Kirchenstreit den Gegnern des Christentums einen unverkennbaren Auftrieb gegeben. Das sollte für uns alle eine Mahnung fein, dem unfruchtbaren Zwist, den die Gemeinden nicht wollen, den Abschied zu geben und uns zusammenzuschließen. So allein dürfen wir gewiß fein, daß Gott uns und unseren Kindern das Evangelium erhalten wird. Darmstadt, den 31. Mai 1935. Der Landesbischof: Lic. Dr. Dietrich f,- • tik/S'Z'/'" !■' WM WM Kreuzer „Karlsruhe" kehrt aus dem Auslande zurück. Nach halbjähriger Abwesenheit kehrte der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" von seiner Auslandreise zurück und machte an der Blücherbrücke in Kiel fest. Die Angehörigen der Besatzung und viele Zuschauer, die zur Marine-Volkswoche gekommen waren, erwarteten den Kreuzer. — (Scherl-M.) Vierzig Jahre Kaiser-Wilhelm-Kanal. Kanal dem Weltverkehr übergeben Die bisherige Kanalsohle von 22 Meter war aus 44 Meter verbreitert und um 2 Meter tiefer gelegt, die Breite des Wasserspiegels von 67 Meter auf 103 Meter gebracht. Besondere Kosten machten die riesigen Schleusenanlagen bei Brunsbüttel und Holtenau, die, auch heute noch wohl die größten der Welt, eine nutzbare Kammerlänge von 330 Meter haben, während die Schleusen des Panama-Kanals nur 305 Meter aufweisen. Wir können es uns heute überhaupt nicht vorstellen, wie Deutschland den Seekrieg hätte führen sollen, wenn nicht der Kanal es gestattet hätte, jederzeit und vom Feinde unbeobachtet Flottenabteilungen aus der Ostsee in die Nordsee zu werfen und umgekehrt, wie es die jeweilige Kriegslage verlangte Waren es also hauptsächlich militärische Gründe gewesen, die zum Bau des Kanals geführt hatten, und stand er, entsprechend der Kanalordnung, bevorzugt der Kriegsflotte in der Vorkriegszeit zur Verfügung, fo änderte fich dies nach Ausgang des Krieges; auch hier griff Versailles ein. Es wurde feftgetegt, daß der Kanal insofern eine „internationale Handelsstraße" fein solle, als er allen Handelsschiffen zur Verfügung stehen, und die Gebühren lediglich zur Aufrechterhaltung des Betriebes dienen dürften, also nur niedrig fein sollten. Dies hat begreiflicherweise zu einer starken Hebung des Schifffahrtsverkehrs im Kanal geführt. Im Jahre 1933 passierten den Kanal 40 471 Fahrzeuge (1913 waren es 53 282) mit über 14 Millionen (10 348 000) Netto- Register-Tons. Aus diesen Zahlen geht eindeutig hervor, wie die Schiffsgröße feit 1913 erheblich zugenommen hat. Allerdings find die Zahlen des bisher besten Jahres, 1928, noch nicht erreicht, da- mals kamen 54 000 Schiffe mit über 20 Millionen Netto-Register-Tons durch den Kanal. Anderseits weijt aber die deutsche Beteiligung eine erfreuliche Steigerung auf, sie erreichte 1933 einen Prozentsatz von 76,75 v. H. hinsichtlich der Schiffszahl und 55,50 v. H. bei der Tonnage. So hat der Kanal das, was man sich wirtschaftlich bei seinem Bau versprochen hat, durchaus gehalten. Die Abkürzung des Seeweges bei Benutzung des Kanals ist sehr erheblich; fährt der Frachtdampfer um Kap ©tagen etwa 22 Stunden, so benötigt er für die Kanalfahrt nur 12; das Segelschiff, das durch den Kanal geschleppt wird, macht sogar eine Ersparnis von mehreren Tagen und manchmal Wochen. So liegt auf der Benutzung des Kanals ein erheblicher wirtschaftlicher Nutzen. Dazu kommt die Verringerung des Risikos, das auf dem gefürchteten Wasserwege durch Skagerrak und Kattegat, am Kap ©tagen, dem „Schiffsfriedhof" vorbei, ruht. Am I8.3uni1895 erfolgte die Eröffnung. Der Gedante, die langgestreckte, Nord- und Ostsee voneinander trennende Halbinsel durch einen Kanal zu durchqueren und so die beiden Meere durch eine gefahrenlose Wasserstraße zu verbinden, ist alt. Schon zur Zeit der Hanse war er aufgetaucht. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gingen die Lübecker daran, von der Trave eine Wafferverbindung zur Del- venau, einem Nebenfluß der Elbe, herzustellen. Dieser Wasserweg, einer der ältesten in ganz Europa, ist der Stecknitz-Kanal, der noch heute besteht. Dann haben sich die Könige von Dänemart darum bemüht, durch den Bau eines Kanals die gefürchtete Umfeg- iung um Kap Stagen zu vermeiden. Auch Wallenstein trug sich mit dem gleichen Gedanken, doch kam er infolge Abberufung durch den Kaiser nicht mehr dazu, diesen Plan durchzuführen, wenngleich er bereits eine große Zahl Arbeiter angeworben hatte. Erst der Eider-Kanal (fertiggefteüt in den Jahren 1777 bis 1784) bedeutete eine wirklich brauchbare Wasserstraße, die aber seit Einführung der Dampfschiffahrt den Ansprüchen nicht mehr genügen konnte. Erst im Jahre 1878 kam Leben in alle Pläne und Projekte. Ein Hamburger Reeder, Dahlström, trat mit einer Denkschrift vor die Öffentlichkeit, in der er genaue Angaben und Berechnungen über einen zu bauenden Nordostfeekanal zwischen der Elbemündung und der Eider oder der Kieler Bucht einreichte. So entstand das Reichsprojekt Brunsbüttel — Rendsburg — Kiel, für das das Reichsgesetz vom 16. Mai 1886 („Herstellung eines jür die Benutzung durch die deutsche Kriegsflotte geeigneten Schiffahrtskanals") die gesetzliche Grundlage bedeutete. Am 3. Juni 1887 legte der greife Kaiser Wilhelm I. — es war sein letzter Besuch in Kiel — den Grundstein zum Bau des später nach ihm benannten Kaiser-Wilhelm-Kanals. Entblößten Hauptes tat der fast 90jährige die drei Hammerschläge mit den Worten: „Zu Ehren des geeinigten Deutschlands, zu seinem fortschreitenden Wohle, zum Zeichen seiner Macht und Stärke!" Acht Jahre wurde gebaut, 1895, am 18. Juni, konnte in Holtenau in feierlicher Weise die Eröffnung erfolgen. Vierzig Jahre Kaiser-Wilhelm-Kanal lassen die Frage berechtigt erscheinen: was hat diese Wasserstraße g e I e i ft e t, hat sie die an ihren Bau geknüpften Erwartungen erfüllt? Bei einer Länge von fast 100 Kilometer (Panama-Kanal 73, Suez- Kanal 160 Kilometer) hat der Kanal etwa 157 Millionen Mark gekostet, 65 Millionen Kubikmeter Erdreich hatten ausgeschachtet werden müssen. Die Erweiterung wurde in den Jahren 1907 bis 1914 mit einem Kostenaufwand von 248 Millionen ausgeführt, am 2 4. Juni 1914, also kurz vor Ausbruch des Weltkrieges, wurde der erweiterte Ernste Bibelforscher vor dem Hessischen Gondergerichi. LPD. D a r m ft a b t, 17. Juni. Vor dem H e s -- fischen Sondergericht hatten fich heute 13 AngehörigederErnstenBibelforfcher zu verantworten, da sie entgegen dem bestehenden Verbot Zusammenkünfte abgehalten hatten, wobei aus dem Ausland mitgebrachte Zeitschriften mit dem unglaublichsten hetzerischen Inhalt zur Verlesung kamen. Die Angeklagten Frau Amalie B o - t e n s, die in Holland wohnt, aber augenblicklich in Deutschland weilt und verbotene Schriften aus der Schweiz mitbrachte, sowie der 57jährige Franz Egle aus Frankfurt a. M., der Bezirksoberer war, und der 41iähriae Christian Kalt wasser, die die verbotenen Schriften weiterverbreiteten, wurden zu je oier^Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten je einen Monat Gefängnis, während zwei Angeklagte mangels Beweises freigesprochen wurden. Lautsprecher zur Verständigung der weisenden. Eine Neuerung der Reichsbahn. LPD. Frankfurt a. M., 17. Juni. Die Reichsbahn hat anläßlich des Reichshandwerkertages zum erstenmal in Frankfurt a. M. auf den Haupt- ankunftsbahnhöfen Frankfurt a. M.-Süd und Die Tankstelle. Von 3o Hanns Rösler. Ich habe die ideale Tankstelle entdeckt. Gar nicht allzuweit einer Stadt, märchenhaft am Waldesrand gelegen, ein See lag daneben, Blumen wuchsen um das Haus, ein unbeschreiblicher Ausblick ins Gebirge, alles in allem, die Tankstelle sah so aus, wie sie m den bunten Prospekten unserer großen Benzinfirmen abgebildet ist. Mein Wagen hielt, um fünf Liter Benzin zu tanken. Bevor noch der Wagen stand, eilten zwei bildhübsche blonde Mädchen, sichtbar Zwillmgs- schwestern und in gleichen Kleidern, heraus und begannen, ehe sie noch nach meinem Begehr fragten, die Scheiben zu putzen. Sie fangen dazu zweistimmige Volkslieder des Landes, erröteten, wenn sie mich ansahen, und lächelten, als sie meine Verlegenheit bemerkten. Inzwischen war auch der Vater der beiden Mädchen erschienen, bot mir sofort eine Zigarette an und lud mich ein, inzwischen auf einer Bank Platz zu nehmen, die zwischen Jasmin- sträuchern versteckk unmittelbar zwischen der Tank- stelle und dem Waldsee lag. Kaum saß ich dmst erschien die jüngste Tachi-r der Tankstelle nach schöner, noch blonder als die beiden Zw.llmgs- schmestern, sie brachte mir eine Tasse Kaffee: unb zwei Stück hausgebackenen Kuchen und setzte sich zu mir, ganz dicht neben mich. (Sogar eine Lerche begann zu fingen, es war, als ob auch fie daraus gewartet hätte, bis ich Platz genommen, und ihr Lied nur so lange zu singen beabsichtige, rote ich hier verweilte. Dom Walbesrand gegenüber näherten sich drei Rehe, ein Fuchs schnürte vorüber und über den See strichen drei Reiher. * . Inzwischen wusch man meinen Wagen, schmier e die Federn, kontrollierte die Reifen, prüfte die Bremsen und den Batteriestand, füllte Wasser nach aus der Blumenvase nahm man den schon muöen Flieder und steckte einen Strauß fnfchgepfluckter Wiesenblumen hinein. Ja nicht genug damit, Der rechte Scheibenwischer war ein wenig morjcy g - worden und man ersetzte umsonst beide Gummi- jtreijen durch neue. , . - f Ein zweiter Wagen hielt und verlangte D • wechjel und dreißig Liter Benzin. Aber er mußt weiterfahren. Man wies ihn an die nächste -tanr^ stelle, zwei Kilometer weiter, und bedauerte, letzl oe- schäftigt zu sein und dem Gast gegenüber nicht Den schäftigte zu jein und dem Gast gegenüber nicht Den Eindruck erwecken zu wollen, das Notroendiaite in Uebereile auszuführen Das Mädchen neben mir war von einer bezaubernden Schönheit, sie küßte mich zum Abschied mitten auf den Mund. „Liebst du mich denn?", fragte ich beinahe erschrocken. Sie lächelte freundlich: „Kundendienst, mein Herr." ♦ Als ich weiterfuhr^ brachte mir noch der Tankwart die neueste Tageszeitung und sämtliche Straßenkarten von ganz Deutschland. In der Schlüsselkette hing ein kleines silbernes Amulett, neben dem Führersitz eine wenn auch nicht sehr große, doch vorbildlich eingerichtete Reiseapotheke. Der Tankwart grüßte, die Mädchen winkten, die Rehe wechselten in den Wald zurück und ich vergaß ganz, daß ich eigentlich hier gehalten hatte, um fünf Liter Benzin zu tanken. So fuhr ich mit halbleerem Tank weiter, zwei Kilometer, bis zur nächsten Tankstelle. Und hier war eine mürrische dicke Frau, die den Schlüssel im Hause vergessen hatte, kein Wechselgeld besaß und sich nur ungern davon ab-- halten ließ, das Benzin in den Kühler und Wasser in den Tank zu füttern „Die Liebe und die erste Eisenbahn." Ein Biedermeier-Scherz der Ufa, der im Jubiläumsjahr der deutschen Eisenbahn nicht ohne kulturhistorisches Interesse ist. Die Handlung — nach dem Bühnenstück „Alt-Potsdam" - ist allerdings nicht sehr aufregend und das beschauliche Tempo, in dem der erste Zug der Strecke Berlin-Potsdam nach vielen Kämpfen, Intrigen und Schwierigkeiten über die Geleise wackelt, hat sich auch sonst auf diesen Film übertragen. Dabei hat sich die Spielleitung von Hasso Preis sichtlich viel Mühe gegeben, die Sache im Technischen, in Kostüm und Zeitkolorit so stilgerecht wie möglich herauszubringen. Gegen Ende wird es sogar emma richtig spannend, wenn die erste .Eisenbahn mit der vierspännigen Postkutsche um die Wet^ fahrt. Ein humorvoll-kleinbürgerliches Posthalter-Ehepaar geben Ida Wüst und Jakob Tiedtke; Kann Hardt ist die verliebte junge Dame, der es weniger auf die Eisenbahn als auf den Dampfwagen- Jnaenieur Miller ankommt, der in Znlmber und ©choßrock das abenteuerliche Vehikel selber steuert: Hans Schlenk; von den übrigen nennen roir die Nikolajewa, Gülstorff, a m per 5 und Westermeier, der recht lustig den berühmten Eckensteher Nante macht. Harald Bohmel schrieb eine hübsche Musik dazu. - Der Film lauft eit qestern im L i ch t s p i e l h a u s ; im Vorma- nromm ein Lust,Niel und em Kulturfilm mit Bil- . denn aus dem Lande der Pyramiden. — r — Eröffnung der Marburger Festspiele. Die schöne alte Universitätsstadt Marburg steht wiederum im Zeichen der Festspiele, die für ihre neunte Spielzeit ihre Pforten geöffnet haben. In den geschmückten Straßen wehen die Fahnen des Reiches und der Verbindungen, welche in diesem Jahre früher als sonst ihre Stiftungsfeste feiern. Dem ersten diesjährigen Festspiel, Shake- jpeares „Sommernachtstraum", welches zugleich die Festvorstellung anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Marburger NSDAP.-Ortsgruppe bildete, wohnte neben anderen hohen Parteivertretern Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch bei. Vor Beginn des Spieles überbrachte ein Vertreter des Reichs-Propagandaministeriums und der Reichs- theaterkammer deren Grüße und Glückwünsche. Ein ausgezeichnetes, ausgelassenes Ensemble schuf bann wieder einen „Sommernachtstraum", wie er wohl nur auf der wuchtig breiten Marburger Schloßparkbühne ausgebeutet werben kann. Der Geist ber Gejamtaufführung ist ber gleiche geblieben wie in ben vorhergehenben Jahren; es mürbe eine kaum zu übertreffenbe Glanzleistung geboten. L. Hessischer Dichtertag in Babenhausen. Im vergangenen Jahr hatte ber Hessische Dichtertag in Butzbach großen Anklang ge- funben. Der Dichtertag 1935, bas Treffen ber hessischen Dichter unb Schriftsteller im RDS. in Babenhausen fanb einen noch größeren Zuspruch. Unter bem Leitsatz „Die Heimat ruft" waren bie Dichter unb Schriftsteller mit vielen Gästen unb offiziellen Vertretern ber Einlabung ber Stabt Babenhausen gefolgt; bie Veranstaltung stanb im Zeichen ber Arbeit unb ber Verbunbenheit von Volkstum unb Heimat. In seiner Begrüßungsansprache hieß Bürgermeister Klein bie An- wesenben herzlich willkommen unb gab einen Abriß der Geschichte Babenhausens, der durch einen Gang durch die alten Straßen des schönen Städtchens vertieft wurde. Namentlich die Besichtigung der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Stadtkirche war ein seltenes Erlebnis, denn der Babenhäuser Altarschrein ist ein ebenso kostbares wie unbekanntes Kunstwerk im Mittelrheingebiet. Bei der offiziellen Feier gab Bürgermeister Klein u. a. die Stiftung eines Dichterpreifes für ben besten Aufsatz über Volkstum im nationalsozialistischen Sinne bekannt. Gaugeschäftsführer bes RDS. Pg. Schreiber bankte für bie herzliche Aufnahme, Kreisvresseamtsleitcr Kratz (Dieburg) schilderte ,bie Aufgaben der Künstler und Dichter im Leben der Nation. In einer Feierstunde wurden im Schloßhof Vorträge, Volkstänze und Musikvorträge geboten, denen die Einwohnerschaft starken Beifall zollte. Groß war auch die Anteilnahme der Bevölkerung am Bunten Abend im Hotel Deutscher Hof. Die Dortragsfolge brachte nach einem stillen Gedenken für die Opfer der Arbeit in Reinsdorf einen bunten Strauß von Darbietungen. Richtungweisende Worte sprach im Namen der (Bauleitung des RDS. Dr. Hans G e i s 0 w (Frankfurt a. M.). Umrahmt von Musikstücken der Kapelle der Babenhäuser Flieger, wurden Ausschnitte aus ernsten und heiteren Werken der Heimatdichter und Schriftsteller zu Gehör gebracht, so u. a. von Dorothea H 0 llatz, Paul Appel, Ernst Heber- mehl, Georg Löffler, Robert Schneider usw. Der Organisator des Dichtertages 1935, der Hanauer Dichter Heinrich Philipp Tempel, darf mit dem inneren und äußeren Erfolg des Tages zufrieden fein. Mittelrheinische Aerztetagung. Am Sonntag fand in Bad - Nauheim bie 7 3. Versammlung ber mittelrheini scheu Aerzteschaft statt. Professor R e i n ro e i n (Gießen) sprach über bie Erkennung unb Behanb- lung bes Ioma Diabeticum, jener tiefen Bewußtlosigkeit, bie bei Zuckerkranken auftreten kann Professor Martini (Bonn) machte interessante Ausführungen über bie Kreislauf-Therapie bei akuten fieberhaften Erkrankungen unb erwähnte habet Tierversuche, bei benen er ben Einfluß von Digitalisstoffen bei künstlich erzeugtem Fieber prüfte. Der Heibelberger Professor S ch e l l 0 n g sprach über bie Dehanblung bes akuten farbiaten Lungen-Oebems, einer Lungenerkrankung, bie mitunter bei Herzkrankheiten auftritt unb bie burch Nitrite besonders gut bekämpft werden kann. Professor Kirschner (Heidelberg) berichtete über neuere Bestrebungen in der ©chmerzbekämpfung in seiner Heidelberger Klinik. Dort erhalten nunmehr 20 v. H. aller Operierten eine allgemeine Narkose. Bei den anderen 80 v. H. gelingt es, durch besonders verfeinerte Methoden ber Lokalanästhesie, bie ©chäbigungen, bie burch all- aemeine Narkose entstehen können, zu uermeiben. Professor Fischer (Gießen) behanbelte bie Nieren- unb Blasentuberkulose, bei bereu frühzeitiger'Erkennung auf operativem Wege eine Heilung möglich ist. Professor von I a s ch k e (Gießen) berichtete zum Schluß über Stillschwierigkeiten unb ihre Bekämpfung in ber Praxis. — Am Vormittag würben bie beiben wissenschaftlichen Institute, die B"de« nnla^e un* das Kanitzkystift besichtigt. Den Abschluß bildete eirr -gemeinschaftliches Mittagessen. Frankfurt a. M.-Ost Großlautsvrecheran- lagen zur Verständigung der Reisenden benutzt. Die Anlage, die vom Reichsbahn-Zentralamt Berlin gebaut worden ist, hat sich ganz vorzüglich bewährt. Benutzt wurden dynamische Lautsprecher neuester Konstruktion mit insgesamt 100 Watt Sprechenergie. Reben Lautsprechern im Bahnhofs- ?iebäude und auf den Bahnsteigen waren auch Laut- precher auf den Sammelplätzen vor den Bahnhöfen eingerichtet. Mit diesen Lautsprechern wurden nicht allein die Reisenden auf die Abfahrtzeiten und Abfahrtstellen ihrer Züge aufmerksam gemacht, sondern auch während der Wartezeiten durch Heber« traaung von Musikstücken unterhalten. Eine besondere Freude war es für die Reisenden, daß sie von der Reichsbahn bei der Ankunft durch Lautsprecher begrüßt wurden und vor der Abfahrt „Gute Fahrt" gewünscht erhielten. ÄerZahresberichl 1934/35 der Oeffentlichen Handelslehranstalt Gießen. Dem von der Oeffentlichen Handelslehranstalt Dießen herausgebrachten Jahresbericht über das verflossene Schuljahr 1934/35 entnehmen wir einige Einzelheiten, soweit sie für einen breiteren Kreis der Oeffentlichkeit von Interesse erscheinen: Das verflossene Schuljahr der Oeffentlichen Handelslehranstalt zeigte auf allen Gebieten einen bemerkenswerten Aufschwung der Anstalt. Im laufenden Schuljahr betrug die Schülerzahl (Stichtag 10. Mai 1935) 182 Schüler. Die Schulräume befinden sich wie bisher in der Liebigstraße 16. Im Verlaufe des Jahres wurden Verbesserungen durchgeführt, so daß die Raumverhältnisse tragbar erscheinen, wenngleich sie spürbare Einschränkungen notwendig machen. Hinsichtlich der Schulleitung ist zu bemerken, daß ein Kuratorium nicht neu gebildet wurde. Die Anstalt untersteht unmittelbar der Industrie- und Handelskammer und dem Stadtschulamt. Die Leitung der Schule liegt in Händen von Diplom-Handelslehrer Dr. Kruse. In den Handelsschulklassen wurde der Unterricht wöchentlich um 2 bis 4 Stunden vermehrt. Mehr noch als früher wurde der Lehrstoff auf die Erfordernisse des wirtschaftlichen Lebens eingestellt und enge Verbindung mit der Wirt- schaftspraxis unseres Bezirkes hergestellt. Für die Mädchenunterklasse wurde der Handarbeitsunterricht mit wöchentlich drei Stunden neu eingeführt. Die Oeffentliche Handelslehranstalt unternahm, nachdem der Stoff im Unterricht eingehend behandelt worden war, ingesamt zwölf Betriebsbesichtigungen. Hinsichtlich der Schuleinrichtungen und der Lehrmittel sind Bereicherungen zu verzeichnen. In besonderem Maße wurde die warenkundliche Sammlung ausgebaut. Es wurden alle Gegenstände ausgenommen, die in unserem Wirtschaftsbezirk hergestellt werden. Alle Tische und ein Teil der Stühle wurden einer gründlichen Ueberholzung unterzogen. Der Schreibmaschinensaal wurde fast ganz neu mit Maschinen ausgestattet. Leider zogen die knappen Geldmittel enge Grenzen. Für das Schuljahr 1935/36 werden aber weitere Verbesserungen vorgenommen. Die Anschaffungen beliefen sich auf insgesamt über 2000 Mark. Zahlreiches Material wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Schulräume mit ihren Einrichtungen wurden der Deutschen Arbeitsfront für die zusätzliche Berufs Schulung zur Verfügung gestellt. Verschiedene größere Veranstaltungen (Reichsberufswettkampf, Prüfung der Handelskammerstenographen, Gehilfenprüfungen usw.) wurden ebenfalls in der Schule abgehalten. Ferner wurden verschiedentlich Räume für die Tagungen der HI. und des BdM. zur Verfügung gestellt. An den Reichsjugendwettkämpfen nahm der größte Teil der Schüler und Schülerinnen teil. Vor kurzem fand eine Zusammenkunft aller ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Anstalt statt, zu der 300 Personen erschienen waren. Die Unterbringung der Schüler und Schülerinnen erfolgte in Verbindung mit dem Arbeitsamt und mit der Arbeitsfront. 3n diesem Zusammenhang wird hervorgehoben, daß zu Ostern 1935 die Frage nach abgehenden Schülern und Schülerinnen so stark war, daß ihrer kaum genügt werden konnte. In weiten Kreisen des Wirtschaftslebens scheint sich die Ueberzeugung durchgesetzt zu haben, daß es richtiger ist, wenn die jungen Leute vor ihrer praktischen Tätigkeit sich erst theoretische Kenntnisse aneignen, um die Lehrzeit für beide Teile fruchtbarer zu gestalten. Enge Verbindung wurde mit der Wirtschaft und der Elternschaft gehalten. Die ganze Verwaltungsarbeit wurde von der Schule selbst erledigt. Für alle Schüler, die bisher die Schule besuchten, wurde eine Kartei angelegt. Schulbeginn und Ferien stimmten mit denen anderer Schulen überein. Die vom Ministerium angesetzten Feiern wurden in festlicher Weise begangen. Außerdem wurde eine größere Feier aus Anlaß des Abgangs von Schülern abgehalten. Die Prüfungen wurden in- der üblichen Weise durchgeführt. In beiden Klassen bestanden sämtliche Schülerinnen und Schüler. Im vergangenen Jahre wurde bedürftigen und fähigen Schülern voller oder teilweiser Erlaß des Schulgeldes gewährt. Die Industrie- und Handelskammer stellte der Schule einen Barzuschuß von 1000 Mark, die Stadt Gießen 2500 Mark in Lei- stungswerten zur Verfügung. Das Rechnungsjahr schloß ohne Fehl- und ohne Ueberschußbetrag. Das Lehrerkollegium beteiligt sich neben den lau-- fenden Konferenzen an allen Sitzungen der Fachschaft 6 im RSLB. Das gesamte Kollegium stellte sich für die zusätzliche Berufsschulung der Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung. Ebenso wirkten die Lehrkräfte der Anstalt bei der Durchführung der Kaufmannsgehilfenprüfung und beim Reichsberufswettkampf mit. Der weitere Aufschwung der Schule kommt in ihrer Schülerzahl für das neue Schuljahr stark zum Ausdruck. Wirtschaft. Oie Fndustrie- und Handelskammer Gießen qibt Auskunft . L77: Gründung von Korporationsausschüssen in Italien für die Kontingentverteilung. 878: Die Zahlungsmöglichkeiten mit den Ländern Süd- und Mittelamerikas. 879: Behandlung deutscher Einfuhrsendungen in Portugal. 880: Zu den Vorschriften über die Einfuhr von Maschinen und Apparaten in Italien. 881: Der banco Central, Chile, fordert zur Einzahlung eingefrorener deutscher Guthaben auf. 882: Italienische Vorschriften über die Hinterlegung der Auslandwertpapiere. 883: Umrechnungskurs im deutsch-schweizerischen Verrechnungsverkehr. 884: Abwicklung neuer Forderungen auf Treuhänderkonto Niederlande bei der Deutschen Ver- rechnungskasie. 885: Auswirkung der Belgaabwertung auf Lieferungsverträge. 886: Verrechnungsverkehr Riederlande-Deutfch- land. Neuregelung für Warenlieferungen nichtholländifchen Ursprungs. 887: Ursprungsbezeichnungszwang für Frauen- und Mädchenkleidung in Großbritannien. Oie Absatzregelung für Frühkartoffeln. In einer am 12. Juni in Kraft getretenen Anordnung befaßt sich die Hauptvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschaft mit der A b s a tz r e - aelung von Frühkartoffeln für 19 35. Diese Regelung erstreckt sich lediglich auf Frühkartoffeln, die vor dem 1. 8. 35 in den Verkehr gebracht werden. In den einzelnen Anbaugebieten haben die Kartoffelwirtschaftsverbände für die ordnungsgemäße Durchführung Sorge zu tragen. Auch in diesem Jahre unterscheidet man wieder zwischen geschlossenen und nichtgeschlossenen Anbaugebieten. In den geschlossenen Anbaugebieten liefert der Erzeuger die Frühkartoffeln an die Ortssammelstellen, die hierüber nach Anweisung der Bezirksabgabestellen verfügen. Der Geschäftsabschluß zwischen Erzeuger und Käufer erfolgt mittels vorgeschriebenem Schlußschein. In den nichtgeschlossenen (offenen) Anbaugebieten kann der Erzeuger an den Verteiler frei verkaufen, wenn er sich an die Güte- und Kennzeichnungsvorschriften hält. Der Verteiler ist nur dann zum Kauf beim Erzeuger berechtigt, wenn er im Besitz eines Schlußscheinheftes ist. Diese Regelung gilt nicht, wenn Frühkartoffeln in der eigenen Wirtschaft verwendet, ober am Ort der Erzeugung bzw. nächster Umgebung dem Verbraucher zugeführt werden. Der Wirtschaftsverband kann bestimmen, was als Ort des Erzeugers oder dessen nächste Umgebung anzusehen ist. Mit einigen Ausnahmen, die zum Schutz der Derbraucherschaft eingeführt werden, ist die diesjährige Absatzregelung gegenüber der vorjährigen nur unwesentlich geändert. Bei sackweiser Anlieferung von deutschen Frühkartoffeln müssen die Säcke mit der Bezeichnung „Deutsche Frühkartoffeln" und der Angabe des Anbaugebietes gekennzeichnet sein. Besonderer Wert wird auf die Qualitätssicherung gelegt. Deutsche Frühkartoffeln sind stets auf die vorgefchriebene Beschaffenheit zu prüfen. In den geschlossenen Anbaugebieten hat diese Prüfung durch einen beauftragten Prüfer, in den offenen Anbaugebieten durch Verteiler zu erfolgen. Die erfolgte Prüfung ist auf den Sackanhängern zu bescheinigen. Hervorzuheben ist die Bestimmung über die Preisfestsetzung für inländische Frühkartoffeln, wonach erstmals die verschiedenen Sorten berücksichtigt werden. Es ist dabei eine Einteilung in drei Gruppen erfolgt, und zwar a) weiße, rote und blaue Sorten, b) runde gelbe Sorten, c) lange gelbe Sorten. Für die ausländischen Frühkartofeln gelten die für den Jnlandsverkehr festgesetzten Preise. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Still, uneinheitlich. Frankfurt a. M., 17. Juni. Die Börse lag zu Beginn der neuen Woche außerordentlich still, das Geschäft setzte auf allen Marktgebieten schleppend ein, und die wenigen zunächst notierten Kurse kamen nur zu Mindestumsätzen zur Notiz. Die Grundstimmung war jedoch freundlich, da einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft der Haltung etwas Anregung gaben. Die Kulisse verhielt sich angesichts des sehr schmalen Auftragseinganges abwartend. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich, wobei anfangs meist kleine Rückgänge überwogen. Am Montanmarkt gingen Buderus, Mannesmann, Harpener und Mansfelder Bergbau bis 1 o. H. zurück. Don Elektrowerten setzten AEG. 0,13 v. H., Licht 8z Kraft und Siemens je 0,65 v. H. höher ein, während Geffürel 0,25 v. H. Lahmeyer 0,50 v. H. und Schuckert 0,75 v. H. verloren. Leichte Nachfrage fanden IG. Farben zu 152,90 (152,75), auch Rütgerswerke lagen 0,25 v. H. fester. Maschinenwerte zogen bis 0,75 v. H. an, während Motorenaktien etwas abbröckelten. Zellstoffaktien ließen bis 0,75 v. H. nach, außerdem gingen Deutsche Linoleum 1 v. H., AKÜ. 0,40 v. H., Eement Heidelberg, Deutscher Eisenhandel und Schiffahrts- sowie Verkehrswerte um 0,50 bis 0,75 v. H. zurück. Etwas höher gesucht waren erneut Westdeutsche Kaufhof zu 39,90 (39,25). Auch der Rentenmarkt wies nur sehr kleines Geschäft auf. Altbesitzanleihe und Zinsvergütungsscheine lagen je 0,13 v. H. freundlicher, Korn- munal-Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen eröffneten behauptet. Fremde Werte lagen noch unentwickelt. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein und kursmähig ergaben sich gegen die Anfangskurse kaum Veränderungen. Vorübergehend lagen Montanwerte und IG. Farben um Bruchteile eines Prozentes höher, später ließen sie wieder nach. Auch die später notierten Werte lagen uneinheitlich bei kleinen Abweichungen, nur Rhein. Braunkohlen kamen mit 230 nach 232,50 zur Notiz. Am Kassamarkt waren Bad. AG. für Rheinschiffahrt- und Seetransport auf 6prozentige (3prozentige) Dividen- benerHösung mehrprozentig höher gesucht, 1. K. 76,50. Am Rentenmarkt blieb es gleichfalls sehr still. Etwas schwächer lagen zertifizierte Dollar-Bonds, insbesondere 6prozentige Preußen mit 65 nach 66. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen bei kleinen Umsätzen meist unverändert, Liquidationspfandbriefe notierten etwas unregelmäßig. Industrie-Obligationen waren teilweise etwas fester. Don Auslandsrenten bröckelten Rumänen bis 0,50 v. H. und Ungarn bis 0,25 v. H. ab, Mexikaner blieben behauptet. Tagesgeld war zu 2,50 (3) v. H. wieder leichter. Abendbörse behauptet. Gleich dem Mittagsverkehr lag auch die Abendbörse sehr still, da Anregungen fehlten. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, es überwogen kleine Rückgänge um Bruchteile eines Prozentes. Darüber hinaus verloren Ph. Holzmann 1 v. H. auf 91,50, auch JG -Farben bröckelten um 0,40 v. H. auf 152,75, Aku um 0,65 auf 66,65 ab. Etwas befestigt waren Deutsche Linoleum auf 163,50 (162,65) und AG. für Verkehrswesen auf 90,25 (89,90). Westdeutsche Kaufhof hatten zu 39,40 (39,65) etwas mehr Geschäft. Am Rentenmarkt stockte das Geschäft in deutschen Anleihen bet behaupteten Kursen vollkommen. Von ausländischen Werten zogen 4proz. Schweizer Bundesbahn auf 191 (189) und 3,5proz. Schweizer Eisenbahnrente auf 153 (150) an, ferner stiegen Anatolier! und II auf 40,75 (39,50). Außerdem erhielt sich nach österreichischeh Vorkriegsanleihen Nachfrage, doch lag bei höheren Kursen auch kein Angebot vor. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 113,65, JG.-Far- benbonds 133,40, 4proz. Ungar. Goldrente 11,75, 1910er Ungarn 11,60, Ungar. Kronenrente 1 v. H., Commerzbank 91,75, DD-Bank 94, Dresdner Bank 94 Harpener 112,50, Mannesmann 86,75, Mansfelder Bergbau 118, Rheinftahl 113,75, Laurahütte 24, Stahlverein 84,25, Aku 66,65, Bekula 139, Bern- berg 126,13, Daimler 93,50, Deutscher Eisenhandel 94,75, Deutsche Linoleum 163,50, Licht 8- Kraft 130,65, JG.-Farben 152,90, Geffürel 127,75, Haufwerke Füssen 81, Holzmann 91,50, Rheag 130,50, RWE. 128,25, Rütgerswerke 125, Schuckert 120, Siemens 178, Westdeutsche Kaufhof 39,40, Südd. Zucker 187, AG. für Verkehr 90,25. Frankfurter Schlacßtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Juni. Auftrieb: Großvieh 634 (gegen 576 am letzten Hauptmarkt), darunter 60 Ochsen, 77 Bullen, 310 Kühe und 187 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Ochsen, 1 Kuh. Kälber 641 (510), Schafe 12 (—), Schweine 3874 (3672). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 11. Juni 42), b) 41 (41), c) und d) nicht notiert. Bullen a) 42 (42), b) 41 (41), c) 38 bis 41 (40), d) 32 bis 36 (—). Kühe a) 42 (42), b) 38 bis 41 (35 bis 40), c) 32 bis 37 (28 bis 34), d) 25 bis 31 (18 bis 27). Färsen a) 42 (42), b) 41 (41), c) 40 bis 41 (38 bis 40), d) 36 bis 39 (35 bis 37). Kälber a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 61 (54 bis 60), c) 47 bis 54 (44 bis 53), d) 38 bis 46 (30 bis 43). Hämmel b2) 40 (—). Schafe nicht notiert. Schweine al) 48 bis 52 (48 bis 52), a2) 48 bis 52 (48 bis 52), b) 46 bis 52 (47 bis 52), c) 47 bis 52 (46 bis 52), d) 44 bis 50 (43 bis 50), e) 40 bis 46 (39 bis 45), gl) 43 bis 46 (43 bis 47), g2) 37 bis 42 (36 bis 42). Marktverlauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberftand. lieber» stand: 140 Schweine. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 774 Viertel Rindfleisch, 408 halbe Schweine, 72 ganze Kälber, 35 ganze Hämmel, 5 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullen- fleisch b) 68 bis 74. Kuhflersch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58. Färfenfleifch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter (roh) 58 bis 63, Flomen 78 bis ß3. Marktverlauf: Rindfleisch lebhaft, Schweinefleisch ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Juni. Die Geschäftslage blieb allgemein sehr still. Weizen und Roggen aus hiesiger Gegend waren knapper angeboten, während andere Herkünste, insbesondere von der zweiten Hand, reichlich offeriert wurden. Die Mühlen nahmen nur geringe Mengen auf, zumal das Mehl- aeschäst sehr gering blieb. Futtergerste und Hafer, sowie ölhaltige Futtermittel und Kleie blieben knapp, die Nachfrage war noch verhältnismäßig stark. Am Rauhfuttermarkt war altes Stroh nicht mehr angeboten, neue Ware war noch nicht am Markt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Reichsmark: Weizen WIX 210, WXIII 214, WXVI 218; Roggen RIX 170, R XIII 174, R XV 178; Großhandelspreise der Mühlen de» genannten Preisgebiets. Futtergerste GIX 172, G XI 175, G XII 177; Hafer H XIII 170, H XIV 172; Großhandelspreise ab Station. Weizenmehl W XIII 27,70, WXVI 28,15; Roagenmehl, Type 997 RXIII 23,80, Type 815 RXIII 24,30, Type 997 R XV 24,20, Type 815 R XV 24,70 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie WXIII 10,92, WXV ll,13;Rog- genkleie RXIII 10,20, R XV 10,44 ;Mühlenfestpreise ab Mühlenftation. Sojafchrot 13, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50; Fabrikpreise ab Fabrikstation. Treber 17,25, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20,Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 5,20 bis 5,30, dasselbe, gebündelt 5,10. Kartoffeln: gelbfleischige, hiesiger Gegend, 3,10 Mark (unverändert) per 50 Kilo bei Waggon- bezug. Tendenz: geschäftslos. Schweinemarkt in Hungen. ch Hungen, 17. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 264 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 22 RM., sechs bis acht Wochen alte 22 bis 28, acht bis dreizehn Wochen alte 28 bis 33 RM. pro Stück. Der Handel verlief langsam. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Eine Zeitschrift, in der Bienenzucht und Obstbau gemeinsam behandelt sind, gibt es nicht. Fachzeitschriften für jedes der beiden Gebiete existieren. Verlage dieser Zeitschriften können wir aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht nennen. Abb. Sch. Der Mieter ist berechtigt, die Anlage zu beseitigen, er hat jedoch den ehemaligen Zustand der Zimmer auf seine Kosten wiederherzustellen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Frankfurt a.M. Berlin ®w- AL ”” Mrf e Odium 115.6 17-6. 17.6. 15.6. 113,5 113,65 113,5 113,65 100,13 100,13 100,2 100,2 98,75 98,5 98,5 96,5 96,5 96,5 153 153,25 100,5 100,5 92,25 92,25 127 127,25 Philipp Holz, Zementwerk 95,5 92,5 imann 115,4 115,75 115,75 115,4 Zementwerk Heidelberg Lernentwerk Karlstadt.. Betula 10 96 96,25 100,75 100,8 67,9 0 126,5 101 101,13 101,13 101,25 96,75 96,75 96,75 96,75 »olländtsche Noten 34,25 113,5 112,5 155 Grttzner 01 Mainkrastwerke Höchst a>M.... 4 Süddeutscher Am!«....... A 40 95,25 Ungarische Kote» •••••••••••••••» 100,13 97,65 96,75 106,4 100,13 97,5 100,13 97,75 102,65 11,9 13,5 105,5 112,5 104,5 111,4 127,5 120,25 176,9 129,5 105,25 111,75 119,75 87,5 Schlußkurs 100,13 97,3 102,9 96,75 106,4 Schluß!. Abend- börse 96,75 106,4 96,75 106,4 104,4 111 93,5 164 Belgische Noten. Dänische Noten 66,65 126,13 119,5 87,25 11;75 11,6 11,9 13,5 39,25 296 130,5 100 874fr 138,65 116,5 129,25 101,75 127,9 130 128,25 120,75 178 129,5 112,5 106,13 159 130,5 100,13 864 152,9 235 104,75 125 108 40 1 90,75 löu 139,25 116 130,5 101,25 128 130,65 128,25 120 177,25 128,25 152,75 235 106 124,75 108 139 115,75 129 101,25 127,5 104,5 125,13 108 113 104,9 159 130 100 8» Buderus Deutsche Erdül Gelsenkirchener »arvener >oesch Eisen—Söln-Neueft« Ilse Bergbau flje Bergbau Genüsse llöcknerwerke 63,03 81,01 33,58 39,4 296,5 175,25 155,5 93,5 163,5 Englische Noten .. Yranzojlsche Noten Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 •••• IS .... 8 105 125 108,5 35 1,95 11,8 62,77 80,69 33,44 131 100 112,5 67 126 119 87,5 136 9 93 162,65 88,13 39,65 297,5 175,5 155,5 139 116,25 130,65 101,25 127,75 130,5 128,25 120 178 129 34 1,85 12,13 11,75 12 13,65 111,65 67,25 125,5 119,9 87 136 93,4 164,25 89 39,13 296 175,75 156,5 41,98 54,55 12,22 16,36 168,31 19,94 61,42 ... 0 ... 0 ... 7 ... 0 ... 6 ... 0 ... 0 ... 0 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 41,82 54,33 12,18 16,30 167,63 19,86 61,18 33,5 1,8 12,1 12,13 13,4 | 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b^rA>Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablbs^Schuld mst Auölos.-Rechlen ............. 4xh% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934. I....... 6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold M. 12........ 67i% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldfchuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4Vi% ehemL% Franks. Hyp^Bank Goldpfe. 15 unkündbcü bis 193ö 67i% ehem. 47i% Franks. Hyp^ Bank-Ltqu.-Pfandbriese....... 67i% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Soldpse 47i% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- vrtesanst., Gold Komm. OBI.VI Gteuergutsch.BerrechnungSk. 35-89 Bemberg........... Zellstoff Waldbos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS...... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum... Orenstein L Koppel .. Westdeutsch« Kaufhof.. Ehade.............. Accumulatorea-Fabrir Conti-Gummi........ I. G. Farben-Juvustrie Scheide anstalt Goldschmidt . Rütgerswerke Metallgeiellschaft. Italienische Noten ......... Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ........ Schweizer Noten................. Spanische Noten..... 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberreüte 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 47i% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4%^yc Bagdadbaha-Anleihe Buenos atte-3 Brüssel..... Rio de Jan.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingsorS.. Parts ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jiigostawie». Wien......'. Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest... Neuyork.... Elektr.Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ...........6K Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.llnternehmung. 5 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert & (So Siemens L Halske... Lahmeyer L To. 9 0 3 6 Frankfurt a. UL Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 156. 17.6 15.6. 17-6. Mansfelder Bergbau .. ------- 1 118,75 118 118,75 118,25 Kokswerke........... .......6 — 125,5 126,25 Pböntr Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .......0 .....12 232,5 230 230,25 230 Rheinftahl........... .....67i 114,13 113,75 113,75 113,5 Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ .......0 .......0 84,4 17,5 84,25 17,5 84,5 17,5 84,25 17,4 Kaliwerke Aschersleben. .......5 122 122,75 122,5 122,5 Kaliwerke Westeregeln. .......5 122 120,5 122 121 Kaliwerke Salzdetfurth .....17i 175 175 175,5 175,5 Devi enmarkl Berlin — { Frankfurt a. ZIL 15. Juni 17.3uni Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Brief Frankfurt o. 3R. Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abend- börse Schluß« kurs Gchlußk. Mittag- börse Datum 15-6. 17.6. 15.6. 17-6. 4% desgl. Serie 11 ............. _ _ 13,25 — 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 9,13 8,7 9 8,75 4AA>Rumän.vereinh.Rentev.l913 11,13 — 10,9 10,9 4% Rumänische veretnh. Rente 6,65 6,5 6,55 6,5 2%% Anatolier............. 39,25 40,75 39,6 40 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 33 32,75 32,9 32,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 *— — 26,4 26,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 34,4 34,75 34,13 34,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 90,75 90,25 90 89,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 120 120,5 120,5 120 Commerz- und Prival°Bank ... 0 92 91,75 91,9 91,75 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 94,25 94 94,25 94 0 94,25 94 94,25 94 Reichsbank ............... 12 180,75 180 180 179,75 A.E.Ä...................... 0 46 46 46 46,13 0,658 0,662 0,658 0,662 41,98 42,06 41,98 42,06 0,149 0,151 0,149 0,151 3,047 3,053 3,047 3,053 54,72 54,82 54,54 54,64 46,765 46,865 46,76 46,86 12,255 12,285 12,215 12,245 5,40 5,41 5,345 5,355 16,355 167,88 16,395 16,355 16,390 168,22 168,05 168,39 20,42 20,46 20,42 20,46 0,721 0,723 0,717 0,719 5,649 5,661 5,649 5,661 61,59 61,71 61,39 61,51 48,95 49,05 48,95 49,05 11,12 11,14 11,085 11,105 63,19 63,31 62,99 63,11 80,92 81,08 80,92 81,08 33,91 33,97 33,91 33,97 10,35 10,37 10,335 10,355 2,480 2,484 2,479 2,483 Banknoten. Berlin, 17 Juni Geld Bries - Amerikanische Note».............. 2,431 2,451 KU39 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Dienstag, (8. Juni (935 Aus der Provinzialhauptstadt. Mehr Festlichkeit in der Familie! „Man muß die Feste feiern, wie sie fallen", so heißt es. Aber warum soll man sich unbedingt daran halten? Natürlich — Weihnachten ist nur einmal im Jahr, und Geburtstage gibt es auch nicht allzuoft zu feiern. Aber muß man immer erst den Kalender befragen, ob wieder ein Fest an der Reihe ist? Man kann fo viele Anlässe schaffen, um einmal in der Familie besonders vergnügt zu sein Man kann einigen Sonntagen im Jahr eine be- ondere Note geben, und schon bekommen sie einen estlichen Charakter. Ein Sonntag steht zum Bei- piel im Zeichen der Nelke. Ein paar Gäste werden eingeladen, man steckt ihnen beim Empfang eine Nelke an den Anzug und ans Kleid, man verteilt einige Vasen voll dieser duftenden Blumen im Zimmer, und diese Anordnung verleiht dem Raum und den Menschen ein einheitliches Aussehen, das sie festlich verbindet. Ein Musikabend, ein Gartenfest mit Lampions — es gibt ja so viele Gelegenheiten zum Feiern. Und man braucht sich gar nicht auf den Sonntag 3u beschränken. Wenn die Kinder einmal früh mit den Schularbeiten fertig sind, dann sagt die. Mutter plötzlich: „Los, zieht euch an, jetzt fahren wir hinaus!" Ich glaube, es gibt kein Kind, das sich über diese unerwartete Ankündigung nicht gefreut hätte Eine Ueberraschung ist der anderen wert, und die Kinder können auch einmal von sich aus ein Familienfest veranstalten. Wir haben zu Hause oft und heimlich kleine Theaterstücke einstudiert, uns den Text selbst geschrieben und in verschlossenen Zimmern geübt. Und am Tage der Aufführung zeigten sich die Eltern samt den Verwandten, die wir vor der „Bühne" hübsch ordentlich auf Stuhlreihen gefetzt hatten, über die Maßen erfreut und erstaunt, wenn es ihnen auch schwer gefallen sein mag, aus unserem eifrigen und lauten Heben nicht schon vorher Schlüsse zu ziehen. Es kommt also bei solchen Festen nicht auf große Geldausaaben an, sondern man braucht dazu, eine hübsche Idee, Phantasie und vor allem Bereitschaft zur Freude. Darum: Feiern wir Feste, wann immer wir Lust dazu haben! Totenehrung durch Blumen. Es ist eine uralte schöne Sitte, die Verehrung, von der wir für einen Heimgegangenen erfüllt sind, durch Blumenspenden zum Ausdruck zu bringen. Diese Sitte ist so tief mit dem Brauchtum des deutschen Volkes in Stadt und Land verbunden, daß ein Verzicht darauf nicht ohne Verletzung des völkischen Gefühlslebens erfolgen kann. Es ist daher ganz abwegig, die Fülle der Blumen, die anläßlich des Heimganges verdienstvoller oder hochgeschätzter Personen gespendet werden, als Luxus oder Prunkentfaltung zu bezeichnen. Ist es nicht ein vielleicht unbewußt begangenes, aber dadurch nicht weniger großes Unrecht, die Blumenspenden lediglich vom Standpunkt des Kostenaufwandes zu betrachten? Sind sich die Menschen, die gleichzeitig mit der Anzeige von dem Heimgang eines Angehörigen den Wunsch zu erkennen geben: „Blumenspenden verbeten" bewußt, daß sie damit einen schönen Brauch zerstören helfen? Es darf doch nicht denen, die dem Heimgegangenen über das Grab hinaus Dankbarkeit, Verehrung und Liebe bezeugen wollen, verwehrt werden, dies zu tun. Es ist bekannt, daß viele, die auf die Blumen verzichten möchten, es nicht tun, weil ihnen Blumen an sich unsympatisch sind, sondern, weil sie glauben, daß dieses Geld zum Besten armer Volksgenossen Verwendung finden könne. Diese Begründung ist aber vollkommen falsch, denn es ist sinnlos. Bedürftigen mit Mitteln helfen zu wollen, die man denen entzieht, die sie zu ihrer Existenzerhaltung nötig gebrauchen. Weder der deutsche Gartenbau noch die Blumenbinderei, die zusammen Hunderttausenden Brot und Arbeit geben, sind mit irdischen Glücks- gütern gesegnet. Ihnen die Einnahme nehmen, heißt Unterstützungsbedürftige schaffen. Zur Musterung angeireten... Der erste Musterungstag in Gießen. Die Musterungspflichtigen melden sich, die Papiere Wie überall im Deutschen Reich, so hatten sich gestern auch in Gießen die ersten Mannschaften der Jahrgänge 1914 und 1915 zur Musterung für das Heer bzw. zu dem Arbeitsdienst einzufinden. Die Wehrpflichtigen hatten sich im Wehrbezirkskommando, Liebigstraße 16, zu melden. Pünktlich waren alle zur Stelle. (Man tut gut daran, von vornherein keinen schlechten Eindruck zu machen!) Jeder hatte sich über seine Person auszuweisen. Die im Jahre 1914 Geborenen wurden für den Wehrdienst gemustert, die übrigen wurden für den Arbeitsdienst untersucht. werden geprüft und die Personalien eingetragen. Das äußere Bild, das sich in dieser Musterung bot, unterschied sich für den, der das Leben bei der Musterung in der Zeit vor dem Kriege kennt, kaum von dem der Vorkriegszeit. Mann für Mann standen sie hintereinander, um sich unter die kritischen Augen der Stabsärzte zu begeben. Da wurde denn, wie es üblich und notwendig ist, die Größe gemessen, das Gewicht geprüft, die Augen, das Gehör untersucht, es waren die obligaten zehn Kniebeugen zu machen, und dann legte der Arzt das Hörrohr an Herz und Lunge. Der Befund wurde in die Listen eingetragen. Schließlich konnte der ITluftetungs-flusroeis 1935 katsche!-- __■ •1 »> .««• *? AA*»V' Der Musterungsausweis, wie er bei der gestrigen Untersuchung ausgestellt wurde. (Aufnahmen |4|: Photo-Pfaff, Gießen.) Musterungs- bzw. Wehrdienstpflichtige auch enun Wunsch äußern, zu welcher Truppe er gerne möchte, und wenn seine Körperkonstitution mit diesem Wunsch in Uebereinstimmung zu bringen war, dann kam der entsprechende Vermerk in den Musterungsausweis. Nach dem Abschluß der Untersuchung gab der Wehrbezirkskommandeur noch einige grundsätzliche Aufklärungen über die Rechte und Pflichten der Gemusterten, die sich dann, sofern sie für tauglich befunden wurden, freudig auf den Heimweg begaben. Die Musterungen werden heute und in den kommenden Tagen fortgesetzt. Unsere Bilder vermitteln einen Eindruck von dem hochbedeutsamen Tag der ersten Musterung im neuen Deutschland. Die Prüfung auf Farbensicht. Der Jahrgang 1915 hat sich beim Arbeitsdienst zu melden. * 1 . 1 . MS. 1.....* K, "i Deutsche Arbeitsfront. Am 2. Juli erster DAF. Kursus in der neuen Gauschule. LPD. Der zuerst für Mitte Juni vorgesehene Beginn des ersten DAF.-Kursus in der neu eingerich-. teten Gauschule ist nunmehr endgültig auf den 2. Juli festgesetzt worden. Die DAF.-Schule erfaßt in ihrem ersten Lehrgang die Kreisschulungswalter und einige Kreiswalter, um sie weltanschaulich und fachlich für ihre Aufgaben durchzubilden * Neuordnung und Neuwertung der Arbeit in der Hausgemeinschaft. Die Gauverwaltung der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: „Treue um Treue" ist der tragende Grundsatz aller Zusammenarbeit im Haushalt. Wer grundlos »itmnrtor einaeaanaen. Man nennt 3. B. die wich' dannn yal er ganz \ ) Zeitwörter eingegangen. Man nennt z. B. die wich- Fliegerdeutsch. Von Kurt Aldag. Wie jeder Beruf und jede Sportart eine eigene Sprache haben, so gibt es auch eine Sprache der Flieger, die von einem Außenstehenden zuerst nicht immer richtig verstanden wird. Die Ausdrücke, die darin Vorkommen, sind keine Fachausdrücke im Sinne von technischen Bezeichnungen, sondern bilderreiche Wendungen und Wortschöpfungen. Hrsprünglich wurden sie nur von den Mitgliedern der Fliegertruppe des alten Heeres verstanden, doch heute haben sie dank der nicht aufzuhaltenden Entwicklung der Luftfahrt im ganzen deutschen Sprachgebiet Aufnahme gefunden. Jedes Flugzeug, sei es das kleinste Ein-Mann- Segelflugzeug oder der Riese Do X, wird „K i ft e genannt, weil bei einigen der ersten Flugzeugtypen, 3. B. Euler, Farman, Wright, der Führersitz einer Kiste glich, hinter der Motor und Druck- vropsller angebracht waren. Ein schlechtes Flugzeug wird geringschätzig „Eierklste" oder "Klamotte" genannt. Wer mit einem Flugzeug Bruch macht, der „zerwichst" die „Kiste". 3et>er i)er davon spricht, daß er mit einem Flugzeug „fahren will oder der in ein türloses Flugzeug von rechts einfteigt bzw. nach rechts aussteigt, muß eine Strafe zahlen, die meistens aus einer „Runde beim Kantinenwirt besteht. (Hebngens befinden sich Türen bei Flugzeugen immer an der linken Andere Steuerungsorgane des Flugzeugs sind Seitensteuer (Seitenruder) und Verwindung (Querruder). Beide ergänzen sich, um die Fall-, Steig- und Seitenböen zu parieren und den gewünschten seitlichen Kurs zu erreichen Reagiert ein Flugzeug nicht gut auf alle Steuerhilfen, so ist es „trage . Ausdrücke im übertragenen Sinn werden auch von der Verwindung gebraucht: Macht z. B. jemanb beim Billard- oder Kegelspiel Körperbewegungen nach der Richtung, in der di- Kug-W lausen sollen tigste Tätigkeit des Beobachters: das Orientieren (heute amtlich „Orten" genannt), das „Fran- z e n". Der Beobachter „franzt Strich", wenn das Flugzeug in gerader Linie gesteuert werden soll. Bei einem Verfliegen hat er sich „verfranzt". Man spricht von einer „Fliegerehe" zwischen „Franz" und „Emil", weil sie sich gut vertragen und verstehen müssen. Ein Flugzeugführer — die amtliche Bezeichnung ist heute „Flugführer" — ist eine „Kanon e", wenn er außerordentliche Flugfähigkeit besitzt. Vor der Landung nimmt der Führer Gas weg und geht in den Gleitflug über. Will er seine Flugfertigkeit zeigen, ober ist er gezwungen, auf kleiner Fläche zu lanben, so „b r e h t er Korkzie- h er", d. h. er macht einen Spiralgleitflug. Wenn das Flugzeug nahe über bem Boben ist, „fängt er es ab" unb läßt es „ausschwebe n". Dann zieht er bas Höhensteuer, woburch der Schwanzsporn zuerst auf dem Boden aufsetzt, das Flugzeug „rollt aus". Dieser Vorgang wird eine „Schwanzlandung" genannt. Die Zahl der Umdrehungen des Propellers ober die „Tourenzahl" beim Motor ist immer geringer, wenn bas Flugzeug auf bem Boben steht ( auf Stanb"), unb nimmt zu („ber Motor holt auf") in der Luft. Einige sinnfällige Bilder sind der Arbeit des Motors entlehnt: Spricht jemand sehr schnell, so redet er „mit 14 0 0 Touren" (Die normale Drehzahl der Flugzeugmotoren in der Minute während des Fluges). Verliert jemanb beim Kartenspiel unb gewinnt bann, „holt er auf ober „kommt auf Touren";, gewinnt er bauernb, fo ist er „auf vollen Touren" Die Umbrehungszahl eines Motors richtet sich ba- nach, ob der Führer Höhen- oder Tiefensteuer gibt ob er „zieh t" oder „druck t". „Ziehen heißt öen Knüppe l", den Steuerhebel zum Körper herziehen; das Höhenruder wird gehoben, baburch senkt sich der Schwanz, das Flugzeug steigt. Wenn der Führer „drückt", kehrt sich der Vorgang um. Beim Steigen läßt die Tourenzahl nach, weil der zu überwindende Widerstand größer ist. Seiten 4 Nachdem nun die „Kiste" aus dem "Stall' (Schuppen, Halle) geholt ist, werden Betriebsstoff und Kühlwasser aufgefüllt, der Motor wird "durchgedreht" und „angel affen . Sie Start- mannfchast ruft dem Piloten zu: „H als - und Beinbruch!" oder „Gluck a b! Die „Kiste rollt an", um kurz darauf vom Boden abge^ hoben zu werden. Statt Starten sagen Flieger auch „abhauen", „lossaufen", „losbrummen oder „loszwitschern". Wer das erstemal m einem Flugzeug aufsteigt, wird meistens tüchtig „g e ] a) a u - feit" (natürlich nicht in Verkehrsmaschtnen). Der Führer eines Flugzeuges wird jmmer „C m i l" genannt, der Beobachter „FrayS De-, Urheber letzterer Bezeichnung soll der Flieger eut- nant Blüthgen, ein Sohn des Dichters Victor Blüthgen, sein. Bei einem Manöver wurde er von dem kommandierenden General gefragt, wie |ein - --------)gen geantwortet cht: ich rufe ihn Beobachter heiße. Darauf soll Blüthl haben: „Exzellenz, das weiß ich nir Immer ,Franz<". geben, d. h. er hat Seitensteuer und Verwindungs- klappey gegenteiliger Wirkung eingestellt. Das höchste Lob für eine „Kiste" ist, daß sie schnell ist. Damit ist nicht nur gesagt, daß sie schnell fliegt. „Schnell" sind in der Fliegersprache die guten Eigenschaften überhaupt. Ein „schnelles" Mädchen ist ein schönes Mädchen. Das Gegenteil von „schnell" ist „l a u r i g". Schlechtes Wetter ist „lauriges Wetter". Bei verdorbenem Magen ist einem „laurig". In den Anfängen der Fliegerei konnte man nicht bei jedem Wetter fliegen, sondern nur bei „Flugwetter". War es dagegen unsichtig ober regnete es Binbsaden, bann war „Fliegerwetter" ober auch „F l a s ch e n w e 11 e r", weil man sich bann unbedenklich zur Flasche setzen konnte. Die Wetterberichte erhält der Flieger von den „L a u b f r ö - s ch e n", das sind die Beamten der Wetterwarten, die Meteorologen. Mit der Ausbreitung des Flugwesens dringen die Bezeichnungen und Wendungen aus dem Fliegerdeutsch immer weiter ins Volk. Ein Teil der Ausdrücke ist schon Allgemeingut geworden. Damit ist ihre Treffsicherheit am besten bewiesen. Geheimnisse alter Automaten. Vom Roboter, der bestimmte technische Aufgaben übernehmen soll, bis zum kleinen Kinderspielzeug herrscht der Grundgedanke, eine Beweaung und Tätigkeit, zu der bisher nur der Mensch fähig war, einem Automaten anzuvertrauen. Ein alter Mensch- heitslraum sucht in diesen Erstndungen seine Erfüllung. Schon im Altertum scheint es nicht an Bemühungen gefehlt zu haben, solche Automaten herzustellen. Sv erzählte man von den wandelnden Statuen, die Dädalus in Athen konstruiert habe, von einer fliegenden hölzernen Taube des Archytas aus Tarent und der sich fvrtbewegenden Schnecke des Demetrius Phalareus. Die seltsamen Maschinerien, von denen uns aus dem frühen Mittelalter berichtet wird, die Wasseruhr des Gerbert, die merkwürdigen Holzskulpturen im Dom zu Straßburg, die eiserne kriechende Fliege, die Regiomvntanus konstruierte, sie alle lasten erkennen, daß schon damals gelehrte Mechaniker sich mit der Herstellung von Automaten beschäftigten. Aber eine Industrie für solch selbsttätige Spielwerke entwickelte sich erst im Nürnberg des 17. Jahrhunderts, dessen Handwerker auch zu dieser mühsamen Arbeit die meiste Geschicklichkeit mitbrachten. Ludwig XIII. besaß schon als Kind 1608 eine Art Puppenhaus, in dem viele Gestalten verschiedene Bewegungen ausführten, die alle durch das Herabrinnen einer bestimmten Menge Sand veranlaßt wurden. Auch Ludwig XIV. erhielt in seiner Jugend ein höchst kompliziertes Spielwerk zum Geschenk: einen Galawagen mit acht Pferden und einem Kutscher auf dem Bock. Wenn das Werk aufgezogen wurde, dann knallte der Kutscher mit der Peitsche und die Pferde bewegten ihre Beine, während das Gefährt dahinrollte. Aber die Vervollkommnung all dieser Versuche automatischer Kunstwerke hat erst der berühmte Mechaniker Vaucanson erreicht. Vaucanson verfertigte im Jahre 1738 eine Flötenspielerfigur, die ungeheures Aufsehen erregte. Der Einfall, ein solches Werk zu schaffen, soll ihm bei einem Spaziergang durch die Tuilerien vor dem flötenspielenden Faun des Bildhauers Coysevox gekommen sein. Seitdem ließ ihm der Gedanke keine Ruhe mehr, er erzählte seinem Onkel von diesem Plan, doch der hielt die Absicht, ein musizierendes Menschenwefen zu fabrizieren, für ein Zeichen von Wahnsinn und wollte den jungen Mann ins Irrenhaus sperren lasten. Vaucanson lieh scheinbar von seinem Vorhaben ab, aber heimlich lieh er sich unzählige kleine Teilchen anfertigen und grübelte rastlos darüber, wie sie zusammengefügt werden sollten. Endlich war das grohe Werk gelungen. Der Diener, der ihn bei seinen Versuchen unterstützt hatte, war vor Erstaunen außer sich, als er plötzlich die Figur sich bewegen sah und vernahm, wie sie harmonische Töne hervorbrachte. In seiner Verwirrung fiel er vor seinem Meister auf die Knie, um ihn als Halbgott zu verehren. Vaucanson hob ihn auf, und in der Freude über den Erfolg fielen sich beide in die Arme. Der berühmte Flötenspieler Vaucansons war 51/. Meter hoch und stand auf einem Piedestal. in dein sich ein Teil des Mechanismus befand. Die phantastisch gekleidete Figur spielte auf der Flöte elf verschiedene Stücke, bewegte die Lippe« und hatte ein lebhaftes Mienenspiel. Auch einen Trommler hatte Vaucanson konstruiert. Seine unübertroffene Hauptleistung aber war eine Ente, die die Fähigkeit hatte, zu trinken, zu schnattern und einen durchdringenden Schrei auszustohen. Sie konnte mit den Flügeln schlagen, sich aufstellen und den Hals nach links und rechts drehen, alles auf die natürlichste Weise. Vaucanson soll seine Erfindungsgabe auch praktischen Dingen zugewandt und eine Maschine für Spihenfabrikation erbaut haben. Man lieh fie aber nicht aufkommen, weil sonst die Spitzenarbeiter ihr Brot verloren hätten. Ein wenig später, im Jahre 1776 verfertigten zwei berühmte Instrumentenmacher, die beiden Droz aus dem Uhrmacherort la Chaux-de-Fonds einen Knaben, der an einem Tischchen sitzt und schreibt, und ein kleines Mädchen, das Klavier spielt. Die beiden Droz konstruierten sogar ein ganzes Panorama, in dessen Vordergrund zwei Rokokodamen ein Menuett aufführten, während im Hintergrund ein Dauer seinen Esel trieb, etn Schäfer auf der Flöte spielte und eine Schäferin die Mandoline schlug. diesen Treueanspruch verletzt, vergeht sich gegen den Geist der Volksgemeinschaft. Es ist der feste Wille der Reichsfachgruppe Hausgehilfen der Deutschen Arbeitsfront, in ganz Deutschland gleiche Richtlinien und damit gleiche Arbeitsbedingungen für Hausgehilfen zu schaffen, um einig in Wille und Tat, Reibungen und Gegensätze einer vergangenen Zeit au beseitigen. Klare, eindeutige Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung für die Minderung und Beseitigung sozialer Spannungen. Das Gericht fordert sie als Beweismittel bei Auseinandersetzungen. Das Arbeitsordnungsgesetz will zweifellos weniger ein „Herrschen und Dienen", als vielmehr eine auf Treue, Kameradschaft und Disziplin aufgebaute Hausgemeinschaft herstellen. Die deutsche Hausfrau wird stets über diese Mindestbestimmungen hinausgehen, um zu beweisen, daß sie von der Forderung unseres Führers Adolf Hitler nach Gerechtigkeit (Sozialismus) tief durchdrungen ist. lieber der Arbeit der Reichsfachgruppe Hausgehilfen steht zum Besten für Hausfrau und Hausgehilfen im Zeichen der Deutschen Arbeitsfront: Volksgemeinschaft — Hausgemeinschaft. 7ISOAP. Ortsgruppe Gietzen-Süd. Einzug der hilfskassenbeiträge von den im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnenden SA.-Männern. Alle Angehörigen der SA., RSKK., Reiter-SA., Marine-SA. und SS., soweit sie nicht Parteigenossen sind und im Bereiche der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd wohnen, entrichten ihren Hilfskassenbeitrag für das 3. Vierteljahr noch am heutigen Dienstag, 18. Juni, zwischen 20.30 und 23 Uhr, in der Gastwirtschaft „Zum Tannhäuser", Frankfurter Straße Rr. 81. Nichtbezahlen des Hilfskassenbeitrags an diesem Abend hat Abmeldung bei der Hilfskasse in München zur Folge. AS.-Gemeinschast,,Krast durch ftreu&e* Noch 100 Plätze frei für die Rheinfahrt am 23. Juni. Anmeldungen werden noch auf der Geschäftsstelle „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Tanzgastspiel Hannah Spohr und Tanzgruppe Lotte Müller am 23. Juni. Das schon seit Monaten beabsichtigte Tanzgastspiel findet am 23. Juni, abends 7 Uhr, im Stadttheater statt. Alle Freunde dieser beschwingten, überall Freude bringenden Kunst sollten sich diesen Tanzabend ansehen. Hannah Spohr, längst in Gießen keine Unbekannte mehr, und die Tanzgruppe Lotte Müller, Frankfurt, bildeten den Kern der Tanzfestspiele, die im Januar d. I. von der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" vor fast 4000 Zuschauern im Hippodrom zu Frankfurt aufgeführt wurden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 18. Juni. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, dos Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12, Gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, Rote Rüben, das Pfund 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen (grün) 30 bis 40, Suppenspargel 25 bis 30, Spargel I 40 bis 48, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 12 bis 15, Tomaten 60 bis 70, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 45, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (alte) 4xk Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 15 bis 20 Pf., Aepfel 60 bis 70, Kirschen 40 bis 60, Erdbeeren 45 bis 70, Nüsse 50, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 10, 3 Stück 20, Salatgurken, das Stück 30 bis 45, Oberkohlrabi 8 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bünoel 8 bis 10 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr Zellenversammlung der Zellen 4 und 5 im Hotel Hopfeld, Vortrag Pg. Dr. Dombrowsky: „In- Gleiberglager -er kulturwissenschastlichen Fachschast. Von der kulturwissenschaftlichen Fachschaft wird uns bericytet: Von Freitag, 14., bis Sonntag, 16. Juni, fand auf dem Gleiberg ein Arbeitslager der kulturwissenschaftlichen Fachschaft statt, auf der zum ersten Male Dozenten der gesamten philosophischen Fakultät mit Studenten unserer Fachschaft im Rahmen einer Lagergemeinschaft zu- sommenarbeiteten. Absichtlich war die Teilnahme auf unbedingte Freiwilligkeit gestellt, so daß mit etwa 25 Teilnehmern eine günstige Grundlage für verantwortungsvolle Arbeit gegeben war. Don der Philosophie, Kunst, Dichtung, weiter von der Ge- schichte, kamen wir zu den politischen Tagesfragen unserer Zeit. Ueberall sollte nach dem Lebenswert der einzelnen Wissensgebiete gefragt werden, es sollte von uns aus eine eigene Haltung und Entscheidung zu den an uns herangetragenen Wissensgütern gefunden werden. Rur um diese geistige Auseinandersetzung wirksam zu fördern und vorzutreiben, haben wir die neue Form lagermäßigen Zusammenseins gewählt. Am heißen Morgen des 14. Juni schleppten wir unsere Räder auf den Gleiberg. Um 9.30 Uhr wurde angetreten. Um 10 Uhr sprach als erster Professor Glöckner in umfassendem Sinn über die „Aufgabe der Philosophie in unserer Zeit". Schon hier wurde die Ebene grundsätzlicher Auseinandersetzung mit dem überlieferten Bildungsgut erreicht. Der Sprecher bezeichnete hauptsächlich die umspannende, sinngebende Rolle der Philosophie innerhalb des Wissenschaftsganzen. Unter Mitarbeit der Studenten wurden die einzelnen Gebiete der Philosophie in ihrer Dringlichkeit für die Gegenwart herausgehoben. Nach dem Mittagessen sprach Dr. Schuchhardt über „Die deutsche Baukunst im Verhältnis zur griechischen Architektur". Er analysierte die höchste Verdichtung antiker Baugesinnung, das Parthenon, und zeigte, wie jeder Bauteil beseelt und seiner besonderen Aufgabe im Ganzen gemäß gestaltet wird. Dann berührte er an Hand von ausgewählten Lichtbildern die vier großen deutschen Versuche einer Erneuerung der antiken Kunst: die karolingische Renaissance, die deutsche „Renaissance" um 1500, den Klassizismus der Goethezeit und die neuen monumentalen Bauten Adolf Hitlers. In der Aussprache klärte sich durch Initiative von Professor Rauch die andere, zuvor absichtlich im Schatten gelassene, gotische Seite des deutschen Wesens und ihre Ausprägung in der deutschen Kunstentwicklung. Den letzten Vortrag des Tages hielt Professor D i e t o r über „Die Aufgaben des Germanisten im neuen Deulfchland". Durch Dorttag und Aussprache wurde klar, daß Dichtung nicht nach einseitig „politischen" Gesichtspunkten ausgewählt werden darf, sondern daß aus einer Einwirkung auf den ganzen Menschen allein auch die Kraft zur politischen Tat erwächst. Es gibt aber nichts, was diese Aufgabe eher erfüllen könnte als die deutsche Dichtung in Ihrer Gesamtheit. Nach dem Abendessen wanderten wir nach dem Vetzberg, kleterten da auf den Burgtrümmern und fangen noch ein paar Lieder des Volkes und der Bewegung. Der erste Tag hatte uns eine geistige Einführung, zugleich aber ein kameradschaftliches Zusammenfinden aufwachsen lassen, auf denen wir in den nächsten beiden Tagen weiter bauten. Der nächste Tag gehörte der Geschichte. Nach Wecken, Geländelauf und Frühstück sprach Professor von Raumer über den politischen Sinn der neueren Geschichte. Das hauptsächliche Ergebnis war, daß uns die Begriffe Volk, Staat, Reich in ihrer ganzen Wirklichkeit und Schwere klar wurden. Unsere gegenwärtige volksdeutsche Aufgabe wurde abgehoben von der sakralen Reichsidee des Mittelalters und dem leeren, unbezogenen Staatsbegriff der Aufklärung. Dann fangen wir auf der Burg noch ein paar Lieder und Kanons. Am Nachmittag sprach zuerst Professor T a e g e r über „Antike und deutsche Gegenwart". Er zeigte uns das Bild der Antike unter den Deutschen, von den ersten Germanenstürmen bis zu der Forderung unseres Tages. Die Aussprache wies darauf, daß die straffe Bindung des antiken Lebens, feine leibliche und seelische Zucht, seine unbedingte Eingeordnetheit in Staat und Mythos von unserer Jugend wieder begriffen werden kann, die nach Einheit in der Lebensgestaltung sucht. Dann sprach Dr. Wellenbad) über „Die Volkwerdung der Deutschen lm Mittelalter". Alle entscheidenden und heute brennenden Fragen der deutschen Frühentwicklung, Germanentum und Christentum, die Bedeutung Karls des Großen, die Beweggründe zur Jtalienpolitik der deutschen Kai- ser wurden angerührt und klar und sicher entschieden. Am Abend waren wir mit unseren Dozenten beim Kameradschaftsabend zusammen. Einfach und zwanglos wurden Lieder, Vorträge, Gedichte gebracht, auch das Lagerleben wurde in luftigen Versen besungen. Nach einer Polonaise durch die ganze Burg wurde getanzt, bis nach 12 Uhr Schluß gemacht werden muhte. Der dritte Tag brachte uns politische Tagesfragen von entscheidendem Gewicht: Unser Verhältnis zu den großen Deststaaten Frankreich und England: Professor Glaser sprach über Frankreich. Er berührte sachlich die Verschiedenheiten in Gesinnung und Lebensweise der beiden Völker und versuchte Stellen zu zeigen, wo eine Verständigung und eine Aneignung des Fremden ohne Preisgabe des eigenen Volkstums möglich feien. Die Aussprache brachte die Gewißheit, daß aus der menschlichen Verbundenheit der Gelehrten, der Frontsoldaten und vor allem der Jugend beider Nationen die Kräfte zu einem gegenseitigen Verstehen fließen müssen. Ganz besonders gedankt wurde dem Franzosen M. B e r t r a n Ö für eine Erklärung, die jede Notwendigkeit einer Gegnerschaft zwischen den beiden führenden Völkern verneinte. Professor Fischer, der über „Englands Verhältnis zu uns" sprach, betonte das germanische Bluterbe in den angelsächsischen Nationen. Er zeigte diese germanische Geisteshaltung im angelsächsischen Charakter an großen Gestaltungen und Dichtungen dieser Völker. Die Aussprache ergab, daß politische und kulturelle Annäherung sich gegenseitig stützen müssen: bei jedem Auseinanderfallen muß das gegenseitige Verständnis oberflächlich bleiben. Da die Sonne, die sich seit Samstag früh verkrochen hatte, Sonntags um die Mittagszeit wieder durchbrach, machten wir gemeinsam mit unseren Lehrern eine Wanderung, die uns die aufgerührten Fragen noch einmal gemeinsam durchsprechen ließ. Um 17 Uhr schlossen wir unser Lager. Wir hatten versucht, ehrlich um eine Lösung wesentlicher Fragen unserer Wissenschaftsarbeit zu ringen, und wir glauben, auf diesem Lager eine Strecke weit vorgestoßen zu sein. fektionskrankheiten". — NSG. „Kraft durch Freude". 19—21 Uhr: Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb auf dem Universitätsfportplatz am Kugelberg: 21—22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe und die erste Eisenbahn". — Be- zirk Oberhessen der Deutschen Lebensrettungs-Ge- sellschaft: 19—20 Uhr: Lehrgang zur Vorbereitung zur Prüfung für den Grund-, Leistungsund Lehrschein in der Müllerschen Badeanstalt. • ** Eine Siebzigjährige. Am heuttgen Dienstag, 18. Juni, kann Fräulein Laura Ilgen im Haufe Sinder, Ludwiastraße 16, ihren 70. Geburtstag feiern. Lange Zeit stand Fräulein Ilgen dem Haushalt des vor einigen Jahren verstorbenen Schlachthofdirektors Dr. M o d d e vor. Die Jubilarin ist eine eifrige Leserin des „Gießener Anzeigers". ** Keine Anrechnung der Wahlrechtausübung für Danzig auf dem Erho - fungsurlaub. Die Zentralabteilung der Hef- fiischen Landesregierung teilt mit, daß auf Grund eines Erlasses des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 4. Juni 1935 von einer Anrechnung auf den Erholungsurlaub bei Beamten, Behöroenangestellten und -arbeitern, denen zur Ausübung ihres Wahlrechts zum Danziger Volkstag am 7. April 1935 kurzer Urlaub erteilt worden ist, abgesehen werden kann. Die Gehalts- und Lohnbezüge find ungekürzt weiterzuzahlen. ** Jahresausflug des Eifenbahnver- eins Gießen. Am Sonntag unternahm der Eisenbahnverein Gießen, dem die Eisenbahner unserer Stadt und der Nachbarorte angeschlossen sind, eine Fahrt an den Rhein. Der Sonderzug am frühen Sonntagvormittag brachte die vielen Teilnehmer durch das Lahntal nach Nieder-Lahnstein. Eine fleißige Musikkapelle spielte frohe Weisen, und mit Gesang wurde in das Städtchen einmarschiert. Die meisten Reiseteilnehmer hatten Schloß Stolzenfels auf der linken Rheinseite als Ziel ausersehen. Das Schloß mit feinen vielen Sehenswürdigkeiten, schönen Fresken, Gemälden und Waffen wurde eingehend besichtigt. Die im 13. Jahrhundert entstandene Burg war im Jahr 1689 von den Franzosen zerstört worden, wurde aber fnäter nach den Plänen Schinkels von Friedrich Wilhelm IV. wieder aufgebaut. Der Turm im Innern des Schloßhofes bietet eine prachtvolle Sicht über den Rhein und seine Ufer. Am Nachmittag entwickelte sich in den Wirtschaften des Städtchens Kapellen und am Rheinufer ein frohes Leben. Andere Reiseteilnehmer fuhren zu Schiff rheinauf- oder -abwärts zur Besichtigung anderer Sehenswürdigkeiten, an denen unser deutscher Rhein so reich ist. Auch Koblenz, der Ehrenbreitstein, Braubach und der Rote Hahn bei Arenberg wurden ausgesucht. Viel zu früh mußte nach der Meinung aller Mitfahrer die Heimfahrt angetreten werden. In später Abendstunde langten die Reiseteilnehmer, befriedigt von den vielen schönen Eindrücken des Tages, wieder in unserer Stadt an. Am kommenden Sonntag wird ein zweiter Sonderzuq die übrigen Vereinsmitglieder mit ihren Familienangehörigen an die gleichen Stätten bringen. Spreamunven der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samskagnach- mittag geschloffen. NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. Warum verkennst du mich, Varbara? Roman von Liane Sanden. llrheberrechtschutz: FünsiTürme-Derlag, Halle (S.) 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 14. Kapitel. Die Tür hatte sich hinter Eckehard geschlossen. Barbara saß regungslos am Schreibtisch. Fast ohne es zu wissen, hob sie den Briefumschlag auf, der in einer festen steilen Handschrift beschrieben war. Es ging wie ein Fluidum aus von diesen Buchstaben, wie eine heiße, süße Welle, die über ihr Herz hinwegging, sie kraftlos zu machen drohte. Sie schluchzte auf. Wo war ihr Stolz? Wo blieb ihre Härte? Sie wußte ja ganz genau, daß Mackenroth an eine andere dachte. Magdalena und ir — wieder sah sie dies Bild vor sich: den Park heute früh, in Sonnenlicht getaucht Magdalenas hellblonden Kopf neben Mackenroths festgefügten, schönen Zügen. Warum wollte er so plötzlich fort? Sicherlich hing das auch mit Magdalena zusammen. Magdalena hatte ja erst vor einigen Tagen einen Brief von zu Hause bekommen. Man hatte bei ihr angefragt, wann sie zurückzukehren gedächte. In dem väterlichen Pfarrhause wurden alle Hände gebraucht. Die Frau Pfarrer schrieb, daß sie mit dem Einmachen der Erdbeeren beginnen müßte und den reichen Segen nicht allein bewältigen könnte. Sicherlich, so hing alles zusammen. Eckehard von Mackenroth wollte nicht einen Tag ohne Magdalena hier sein. Da schob er denn einen anderen Grund vor, um seinen Vertrag mit Barbara möglichst schnell zu lösen. Wie pflichtvergessen von ihm! Seit wann war es Mode, daß ein Inspektor mitten im Sommer kurz vor der Ernte fein Abschiedsgesuch einreichte? Alles hätte sie von Eckehard erwartet. Nur nicht das. Wie muhte er Magdalena lieben, wenn er über dem Wunsche, mit ihr zusammen zu sein, seine Pflicht vergessen konnte! Aber er sollte sich getäuscht haben. Sie bestand auf den Kontrakt. Sie hatte nicht Lust, jetzt mitten in der drängenden Arbeit sich nach einer neuen Kraft umzusehen. Dor der Erntezeit waren alle tüchtigen Gutsbeamten in festen Händen. Er mochte sich nur gedulden und feine Liebe zu Magdalena bezwingen. Pflicht war Pflicht. Und Vertrag war Vertrag. Barbara überlas flüchtig das kurze Abschiedsgesuch Eckehards. Dann steckte sie es in den Umschlag zurück. Sie würde ihm die Antwort münd- Uch geben. Energisch schlug jjö das Wirtschaftsbuch auf, das die Mamsell ihr allmorgendlich auf den Schreibtisch legte. Für die nächste Stunde durfte sie an nichts denken als an diese Obliegenheiten. Arbeit war das einzige, das über die Verwirrung' des Herzens hinweghalf. Zuerst mußte sie an Herrn von Geczy telephonieren, um die dort frei werdenden Arbeiter anzufordern. Geczy meldete sich nach kurzer Zeit selbst. Seine Stimme klang erfreut, als er sich nach ihrem Befinden erkundigte und ihr versicherte, wie reizend das Fest bei ihr gewesen wäre. „Leider hat es sehr traurig geendet", erwiderte Barbara und erzählte ihm von dem Perlust der Zuchtstute. „Und denken Sie, Herr von Geczy", sagte sie, „hier ist jemand, der mir einreden möchte, daß dieser Tod des kostbaren Tieres kein Zufall ist. sondern daß irgendeine Art Sabotage dahin- tersteckt." Herr von Geczy lachte auf: „Aber ich bitte Sie, gnädige Frau! Das ist ja lächerlich! Ich weiß nicht, was die Menschen jetzt immer haben. An natürliche Zusammenhänge glauben sie schon gar nicht mehr. Es muß immer irgendein Verbrechen dahinterstecken. Lassen Sie sich von solchen Schauergeschickten nicht erschrecken. Die Arbeiter stehen Ihnen zur Verfügung. Sie werden froh sein, so schnell wieder Verdienst zu finden. Ich werde Anordnung geben, daß sie sich schon zu Mittag bei Ihnen melden." Nachdem Barbara diese geschäftlichen Dinge erledigt hatte, begab sie sich auf ihren gewöhnlichen Rundgang durch das Haus und die Stallungen. Sonst geleitete Magdalena sie immer auf diesen Wegen. Als Landkind hatte Magdalena ja das größte Interesse an den wirtschaftlichen Dingen hier und bewunderte den großen Rahmen, in dem sich hier alles abspielte. Heute aber brachte es Barbara nicht über sich, Magdalena zu rufen. Sie mußte mit sich allein fein — sie konnte Magdalena jetzt nicht sehen. Magdalena war vom Frühstück aus in ihr Zimmer geflohen. Der schöne helle Tag war ihr ganz vergällt. Sie konnte über Barbaras unbegreifliches Wesen nicht hinwegkommen. Womit hatte sie die Freundin nur gekränkt? Sie fand und fand keinen Grund. Am besten war es, sie schrieb den Eltern, daß sie bald zurückkehren würde. Denn wenn die Perstimmung zwischen ihr und Barbara weiterging, war ihr Aufenthalt hier für sie beide nur qualvoll. ♦ Die Mittagsglocken lauteten, als Barbara von ihrem Rundgang heimkam. Sie ging in ihr Zimmer, um sich zu erfrischen. Der Porsornrnertag hatte eine fast julimäßige Hitze mit sich gebracht. Umgekleidet erschien sie bald darauf bei Tisch. Don den Fremdenzimmern her kam nun auch Mgd-Iens. , , „Guten Tag, Barbara!" sagte sie und spähte ängstlich in den Mienen der Freundin. „Guten Tag, Magdalena!" Barbara bemühte sich, die gewöhnliche Freundlichkeit in ihre Stimme zu legen. Doch Magdalena mit ihrer Feinfühligkeit spürte, es war etwas Gezwungenes darin. Während der Diener lautlos servierte, sagte Barbara: „Ich habe dich heute nicht heruntergerufen. Ich glaubte, es wäre dir für den Rundgang durch die Wirtschaft vielleicht zu heiß." Ihr blasses, schönes Gesicht wurde unwillkürlich rot. Sie schämte sich selbst ob dieser Lüge. Aber sie konnte Magdalena ja nicht sagen, was der Grund ihrer plötzlichen Abwehr gegen die Freundin war. Gezwungen fügte sie hinzu: „Du bist mir doch nicht böse?" Magdalena erwiderte hastig: „Nein, nein. Ich hatte auch zu tun. Ich habe einen Brief nach Hause geschrieben. Ich glaube, es ist besser, wenn ich möglichst bald Heimreise, Barbara." Barbara sah Magdalena scharf an. Die erschrak vor dem mißtrauischen Blick aus Barbaras Augen. „Warum willst du abreisen?" fragte Barbara kurz. „Weil weil..." Magdalena stotterte. Sie fand im Aagenblick nicht die richtigen Worte. Sie konnte doch Barbara unmöglich sagen, daß die Veränderung in ihrem Wesen der Grund für ihren eigenen Abreisewunsch war. „Es ist nur, die Mutter schrieb, sie wird allein nicht mehr gut fertig. Und ich bin ja nun schon viele Wochen bei dir gewesen. Es wird dir schließlich auch zuviel, Barbara." Ein Schweigen folgte, das Magdalena mit tiefem Weh erfüllte. Als Barbara sie hierher aufforderte, hatte sie geschrieben, daß sie Magdalena bis zum Herbst nicht wieder hergeben wollte. Ja, sie plante noch im Anschluß an die erledigten Erntearbeiten im September ober Oktober eine Reise nach dem Süden, zu der sie Magdalena einladen wollte. Auf den Einwurf der Frau Pfarrer, daß sie so lange ohne ihr Töchterchen nicht bleiben könnte, hatte Barbara geantwortet: „Denken Sie daran, meine liebe Frau Pfarrer, wie einsam ich bin. Ich habe keinen Menschen, an den ich mich hier recht anschliehen kann. Ich empfinbe es boch sehr stark, daß kaum noch befreundete Familien hier sind. Mit den anderen komme ich in keine rechte Fühlung. Magdalena ist meine einzige Freundin von der Kind- heit her. Gönnen Sie mir doch das Zusammensein mit ihr, solange Magdalena selbst will.. Auf diesen Brief hin war Magdalena gekommen. Kein Mißton hatte die Monate des Zusammen- lebens mit der Freundin hier getrübt, bis zu dem heuttgen Morgen. Der hatte die unbegreifliche Veränderung gebracht. Barbara fand ja nicht einmal ein Wort gegenüber Magdalenas Absicht der Abreise. Nicht einmal zu der einfachsten Höflichkeitsfloskel konnte sie sich aufschwingen. Magdalena fühlte, wie ihr der Schmerz würgend in die Kehle stieg. Sie stand auf: „Verzeih, bitte!" sagte sie mit erstickter Stimme. „Mir ist nicht gut! Ich möchte in mein Zimmer gehen!" Fluchtartig eilte sie davon. Franz, der gerade mit der Speise von der Anrichte her kam, sah ihr erstaunt nach. Auf Barbaras Stirn stand eine tiefe Falte. „So servieren Sie doch weiter!" herrschte sie den Diener an, der immer noch Magdalenas lichter Gestalt nachschaute. Sie zwang sich, ein paar Bissen zu essen, obwohl auch ihr der Appetit vergangen war. Nun hatte sie ja die lückenlosen Beweise! Heute morgen Mackenroths Abschiedsgesuch — nun Magdalenas Mitteilung, daß sie daheim erwartet würde. Alles fügte sich zusammen. 15. Kapitel. Mitten in ihr finsteres Grübeln klang das Telephon vom Herrenzimmer. Schon kam auch Franz und meldete: „Herr Oberinspektor Rockesch ruft aus der Kreisstadt an, gnädige Frau." Barbara ging hinein. Franz say ihr mit er- ftauntem und traurigem Gesicht nach. Was hatte nur die vergötterte Herrin heute? Sie war sonst immer so freundlich zu jedermann. Heute hatte sie ihn ein paarmal grundlos heftig angefahren. Fräulein Magdalena hatte auch so verstört ausgesehen. Er hatte es wohl bemerkt, wie sie mit den Tränen gekämpft hatte, als sie plötzlich den Tisch verließ. Nachdenklich räumte er den Tisch ab und bemühte sich, vollkommen lautlos zu sein. Er mußte doch unten einmal den Fall mit der Mamsell Friederike besprechen. Sie beide waren ja der Herrin aus Hamburg hierher gefolgt, kannten sie von Kind an. Und wenn sie beide über Barbara sprachen, dann sagten sie immer noch: „Uns lütt Fräulein!" Sie hatten sich beide nicht so recht an das fremde Land gewöhnen können und an die Tatsache, daß Barbara Frau von Stechow geworden. Wenn es nach Franz und Friederike gegangen wäre, bann hätte das lüft Fräulein einen ganz anderen Mann geheiratet — einen von den jungen Handelsherren aus Hamburg ober einen Mann wie — nun zum Beispiel wie ben Herrn Inspektor von Mackenroth. Das war ein Mensch, wie man ihn von baheim kannte. Der Herr von Stechow, bas war schon etwas Frembes. Franz unb Mamsell Frieberike hatten bas gleich gesehen, wie ber Herr von Stechow bas erste Mal als Bräutigam auf bas Gut bei Blankenese gekommen war. Aber bas lütt Fräulein war ja ganz blinb unb toll verliebt in ihren Bräutigam gewesen. (Fortsetzung folgt!) )SSe Tube j würgend der Kreiselten, an Luch Koder Rote Diel zu ahrer die 'X Abend- edigt von s, wieder Sonntag ; Vereins- ti an die r Stimme. in Zimmer h verkro- it wieder i unseren gerührten chen ließ, ir hatten her Fra- unb wir Veit dop 0N. -lagnoch. in den , gerwa- hnratter 1 dieser !che und Zen müs- 15 gegen- der gerade m, sah lhr tlbstcht der n höflich- ich. Cr Tesm. ind Der« "diguna r^isgabe Aus- Mensch, xontsol. Nationen a fließen m.Fran« die jede den bei- das Tele- auch Fr°nr Falte, hte sie den ins achter ein paar Ippetit oer- mlosen Be- chied5gefuch daheim er- nen- ^Senken A und chie 9e, >en uA.bie Schluß r mit er- Vas hatte ! mar fonst keute hatte fort V# , mit d-n > »ich nd b-E mußt- *“$ %* Km" achem d-- 1 £ lot* ° " egonge" e.9.n g°« Ä* X«®'‘ >t0°" »«” t°$>« । ÄS 1 Sie- b lalter-, Frag^ ? und »en, die Kai. 'Ntschie. Obecheffen SJJpor/ Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis) bringen nachstehend die Spiele 9 10 9 8 9 9 Tore 81:42 72:46 62:57 46:43 31:63 23:62 Punkte 16:2 12:8 11:7 8:8 4:14 3:15 Der vergangene Sonntag war reich an interessanten Spielen. So ist jetzt z. B. die Entscheidung in den Aufstiegspielen der II. Kreisklasse gefallen; Garbenheim gelang es nämlich, in einem dramatischen Kampf Burg-Gemünden knapp niederzuringen. Erwähnenswert ist ferner noch der schöne Sieg der Kreisauswahlmannschaft gegen den Kreis xl in Bad-Nauheim usw. Aufsliegspiele der II. Kreisklasse: Mto. Gießen II Tv. Dorlar Tv. Garbenheim Tv. Burg-Gemünden Tv. Katzenfurt Tv. Herborn Die Tabelle dürfte sich aber noch wesentlich ändern, da noch verschiedene Einsprüche gegen den Tabellenführer schweben, die bis jetzt noch nicht entschieden sind. Freundschaftsspiele: Tv. A l l e n d o r f (Lahn) — Tv. H e u ch e l h e i m 8:5 (3:2). Die Spielstärke der Allendörfer wächst von Spieltag zu Spieltag. Bor wenigen Wochen noch hätte es niemand für möglich gehalten, daß die Gäste .— wenn auch auf fremden Platz — so eindeutig verlieren würden. Beide Mannschaften zeigten ein außerordentlich schnelles Spiel, das von Ällendorf nur zeitweilig etwas zu laut durchgeführt wurde. „ _ v , Tv. Ällendorf (Lahn) Jgd. — Tv. Heuchel- heim Jgd. 6:5 (4:3). Auch das Jugendspiel beider Vereine konnten die Einheimischen, wenn auch nur knapp, gewinnen. Die Leistungen beider Mannschaften waren gleichwertig. Tv. Holzheim — Tv. Hornshelm 8:8 (4:2). Eine außerordentliche Leistung vollbrachten die Gäste, indem sie den sieggewohnten Platzbesitzern in einem ausgeglichenen und jederzeit außerordentlich spannenden Spiel ein gerechtes Unentschieden abtrotzen tonnten. klang die Tagung aus. 1 Schwimmbadeinweihung in Climbach. 1 £ Climbach, 17. Juni. Die Gemeinde Climbach : hat kürzlich eine größere Notstandsarbeit durch- 1 geführt. Es wurde ein neuer Brandweiher ■ erbaut, der gleichzeitig als Schwimm- 1 bad eingerichtet ist. Das Bad ist 22 Meter I lang, 8 Meter breit und faßt 180 Kubikmeter Was- J fer. Mit den Arbeiten wurde am 1. April d. I. begonnen. Die Betonarbeiten wurden am 25. Mai beendet. Der Erdaushub und die Betonarbeiten ' wurden von den Unternehmern I. Benner, Ällendorf a. d. Lumda, und L. D ö p p, Climbach, gemeinschaftlich ausgeführt. Hierbei wurden stets vier Notstandsarbeiter beschäftigt; auch hatte noch ; ein Teil der hiesigen Fuhrwerksbesitzer lohnende ■ Beschäftigung, durch das Abfahren der ausgehobe- - nen Erde, die nach dem alten Brandweiher verbracht werden mußte. Die außerdem noch zu er- ( ledigenden Schreiner-, Zimmer- und Jnstallgtions- arbeiten wurden sämtlich von hiesigen Handwerksmeistern ausgeführt. Zu dem Schwimmbad ist gleichfalls noch eine Umkleidehalle und ein Brausebad errichtet worden. Die Bauleitung lag in Händen des Hess. Kulturbauamtes Gießen. Die Gesamt- kosten schätzt man auf über 5000 Mark. Die Finanzierung soll durch einen Zuschuß der Hessischen Brandversicherungskammer, durch Zuschüsse einzelner privaten Feuerversicherungsgesellschaften und des Reichszuschusses als Notstandsmaßnahme soweit sichergestellt sein, so daß die Gemeinde selbst einen nicht mehr allzuhohen Betrag aufzubringen hat. Am kommenden Sonntag soll nun die offizielle Einweihungsfeier stattfinden. Die gesamte Durchführung der Feier hat die NS.-G. „Kraft durch Freude" übernommen. Die Gemeinde selbst kann stolz darauf sein, ein derartiges Schwimmbad — mit den neuesten Einrichtungen — zu besitzen. Um so mehr freut man sich auch auf die stattfindende Einweihungsfeier, mit der auch gleichzeitig ein größeres Volksfest mit Tanz verbunden ist. Man erwartet starken Besuch. Unser hochgelegenes Dorf, von herrlichen Waldungen umgeben, ist ein stets gern besuchter Ausflugsort. Landkreis Gießen. * Wieseck, 17. Juni. Der hiesige Turnverein 1862 e. D. hatte seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung in bas Dereinslokal Braun eingeladen. Vereinsfuhrer D a u p e r t eröffnete die Versammlung und begrüßte die Teilnehmer. Einleitend sang man gemeinschaftlich das Lied: „Es ist ein Ruf erklungen . Alsdann gab der Vereinsführer die Tagesordnung bekannt und erstattete anschließend einen kurzen Ueberblick über Vereinsgeschehnisse im letzten Vierteljahr. An wichtigen Begebenheiten seien erwähnt: Der Gerätemannschaftskampf in Großen-Lmden, die Wanderung am Himmelfahrtstag nach Kloster Arnsburg, die Reichssportwerbewoche, sowie einzelne Familienfeiern. Bei diesen Veranstaltungen konnte allgemein eine befriedigende Beteiligung festgestellt werden Der Vereinsführer sprach den Wunsch aus, daß für die . kommende Zeit im gleichen Sinn gearbeitet werde und auch für das bevorstehende Kreisfest in Sinn am 7. Mi,, sowie das Gaufest in Gießen vom 2. bis 4. August schon letzt werbend gewirkt werden möge. Zu der 75 Jahrfeier der DT. in Koburg hatte der Verein ebenfalls eine Mord- nung von' drei Mitgliedern entsandt. Die alte Grun- dungsfahne des Vereins, die mit in Koburg vertreten war, schmückte am Versammlungsabend das Vereinsheim, versehen mit der dortselbst verliehenen schönen Bannerschleife. Vereinsführer, Da upert berichtete sodann in einem etwa Inständigen Vortrag über die in Koburg gewonnenen Eindrücke, die für jeden Teilnehmer ein Erlebnis darstellten. Die mit großem Interesse folgenden Tumfreunde, dankten für feine ausführliche Schilderung. JJcit einigen schönen Volks- und Turnerliedern, sowie einem „Gut-Heil" auf Volk, Vaterland, DT. und unserem Führer Adolf Hitler sand die Ber- sammlung einen würdigen Abschluß. § Großen-Buseck, 17. Juni. Am Sonntag unternahm der hiesige A l i c e - F r a u e n - verein bei günstiger Witterung seinen diesjährigen Ausflug. Mit drei Autobussen, in denen die 101 Teilnehmer bequem Platz fanden, ging es in das schöne hessische Hinterland. Ln Tv. Herborn — Mtv. Gießen II 1:10 (1:4). In einem wenig befriedigenden Spiel, da sehr unter einem nicht objektiven Publikum zu leiden hatte, konnten die Gäste einen hohen Sieg feiern, in dem sich erneut die ausgezeichnete Form widerspiegelt, in der sich die Männerturner zur Zeit befinden. Tv. Garbenheim — Tv. Burg-Gemun- den 8:7. Die äußerst sympathischen Gäste aus dem Vogelsberg, die schon während der ganzen Runde eine Pechsträhne verfolgt, — die verlorenen Spiele gingen zum größten Teil nur sehr knapp aus — mußten sich auch in Garbenheim wieder knapp geschlagen bekennen. Beide Mannschaften zeigten gutes Können und waren sich mit wenigen Ausnahmen im Feldspiel gleichwertig. Die Platzbesitzer hatten eben das Glück auf ihrer Seite, das ihnen denn auch zu einem Siege verhalf. Die Spiele der Aufstiegrunde find nunmehr bis auf drei beendet. Wir ......Tabelle: ■y Watzenborn-Steinberg, 17. Juni. Nachdem am 28. April vergangenen Jahres die Landwirtschaftliche Bezugs- und Ab- a tz g e n o s s e n s ch a f t, der Landwirtschaftliche Konsumverein Watzenborn-Steinberg und der Konumverein Watzenbom-Steinberg zu einer Genossen- chaft zusammengelegt wurden, fand am Samtag- abend bei Mitglied Karl Philipp XI. die erste ordentliche Generalversammlung der neuen Genossenschaft „Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft e. G. m. b. H." statt. Johannes Philipp II., Vorsitzender des Auftichts- rates, eröffnete die Versammlung und begrüßte u. a. die Vertreter vom Ländlichen Genossenschaftsver- Die Ergebnisse der Gießener Zaltboot-Uegatta. Zweier-Faltboot für Junioren: 1. Frankfurter Kanu-Klub (Becker-Pullmann) 36:19 Min.; 2. Kanu-Klub Wetzlar 37:44,6 Min. Einer - Faltboot für d i e Jugend: 1. Gießener Paddlergilde (Zutt) 15:22,6 Min.; 2. band Rhein-Neckar, die Herren Dr. Hille mann und Revisor Bell, ferner Kreisbauernfiihrer O t t, Dr. K r ä m e r und W ö r n e r von der Kreisbauern- chaft. Hierauf gab Direktor Konrad Hanack )en Geschäftsbericht bekannt. Er streifte nochmals den Hergang der Verschmelzung der drei Genossen- chaften. Die vom seitherigen Genossenschaftsrechner Ludwig Schmitt vorgetragene Rechnung wurde genehmigt. Die Rechnung verzeichnet an Gewinn 2554,20 Mark; die Bilanzsumme betrug nach dem Zusammenschluß der drei Genossenschaften 38 381,39 Mark; die Reserven beliefen sich auf 11 500 Mark. Die Gewinnverteilung wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat vorgenommen. Dr. Hillemann gab dann Erläuterungen zum Einheitsstatut. Im Laufe des Abends ergriffen Dr. Hillemann und Kreisbauernführer Ott mehrmals das Wort und gaben den Genossenschaftlern Aufklärung und Richtlinien über die ordnungsmäßige und gesunde Führung einer Genossenschaft. Ortsgrupenleiter Philipp ergänzte diese Ausführungen und ermahnte zu einmütiger Zusammenarbeit. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 17. Juni. Die Befürchtungen, die wir hinsichtlich des Obstertrages unmittelbar nach den Frosttagen im Mai ausdrückten, haben sich leider bestätigt. Wir können in diesem Jahre nur eine ganz kleine Obsternte erwarten. Birnen und Kirschen, die sehr reich blühten, sind durch die starken Mai- sröste fast gänzlich vernichtet worden, Zwetschen und andere Steinobstsorten bringen wohl einige Fruchte. Doch machen sich gerade auch in diesem Jahre, trotzdem fast überall gespritzt wurde, die Baum- schädlinge unangenehm bemerkbar. Selten gab es soviel Blattläuse. Dazu kommen vereinzelt die Blutlaus und auch die Gespinstmotte. Die ganz spät blühenden Apfelsorten werden wohl in diesem Jahre die besten Erträge bringen. Die Beerensträucher und ihr reicher Behang haben fast nicht unter den Frösten gelitten, nur die frühen Erdbeerblüten sind erfroren. In den Gärten treten die Erdflöhe in großen Mengen auf. Die ersten Aussaaten mußten fast alle wiederholt werden, da die Schädlinge alles Grüne abnagten. — Das günstige Wetter der letzten Wochen hat die Feldarbeiten sehr gefördert. Wohl werden die D i ck w u r z in der Hauptsache mit Säemaschinen ausgesät und dann gelichtet, aber immerhin gibt es noch zahl- reichte' Anhänger der alten Methode, die den Samen im Garten aussäen und die Pfanzen spater an Ort und Stelle setzen. Für diese Arbeit war das Wetter der letzten Tage hervorragend geeignet. Die Kartoffeln haben sich kräfttg entwickelt und sind zum Teil schon gehäuselt worden Durch regste Arbeit mit der Egge und dem Pflug sind die Kartoffeläcker fast alle'ohne Unkraut. Die Heuernte hat — wegen des unbeständigen Wetters — nur vereinzelt eingesetzt. Auch hofften die Bauern, daß die Wärme der letzten Wochen noch em wenig das zarte Untergras begünftige. Doch wird wohl in diesen Tagen überall mit dem Grasschnitt begonnen werden, da die Qualität des Heues nach der Blute der Gräser von Tag zu Tag geringer wird. kreis Büdingen. D Nidda, 17. Juni. Die hiesige Ge n offen- schäft für Viehverwertung e. G. mb H., in 1933 gegründet, heute 255 Mitglieder zahlend, hielt ihre erste Generalversammlung ab Im Geschäftsjahr 1934 betrug der Umsatz 554 789,98 Mark. Verkauft wurden 418 Schweine, 189 Ander 483 Kälber, 37 Schafe und 8 .Ziegen für 105 854 Mark Der Ankauf von 103 Stuck Nutz- und Zucht cheb hatte einen Wert von 18 515 Mark. Die Beteiligung der Genossenschaft an der Zentralgenossenschaft für Viehverwertung m Hannover erbrachte einen Reingewinn non 198,71 Start monon WO Mark dem Reservefonds und 98,71 Mark Der Ve , triebsrücklage gutgeschrieben werden. Die General- ; Versammlung g°nchmi!ste die 2°hresrechnung ht? Rilani für das Geschäftsjahr 1934 und erteur dem Borstand und Aufsichtsrat Entlastung. Der ; Vorstand setzt sich nach oorangegangener Mahl zu. Leichtathletische Meisterschaften des Kreises Gießen. Der Sportkreis Gießen, umfassend die politischen Kreise Gießen, Wetzlar, Alsfeld, Schotten und den Dillkreis, führt feine leichtathletischen Meisterschaften am Sonntag, dem 23. Juni 1935, ab 14 Uhr in Gießen auf dem 1 9 0 0 - S p o r t p l a tz durch. Die Ausschreibung: Männer: 100 m, 200 m, 400 m, 800 m, 1500 m, 5000 m, Weit-, Hoch-, Stabhoch- und Drei- prung. Kugelstoßen, Diskus-, Speer- und Hammerwerfen. Frauen: 100-Meter-Lauf, Hochsprung, Diskus- und Speerwerfen. Hürdenläufe und Zehnkampf können aus technischen Gründen nicht durchgeführt werden. Es wird erwartet, daß von allen Volksturnen und Leichtathletik treibenden Vereinen des Kreisgebietes Meldungen abgegeben werden. Zur Gaumeisterschaft £ann nur zugelassen werden, wer sich auch an den Kreismeisterschaften beteiligt hat. Die Meldegebühr beträgt pro Einzelwettbewerb 20 Pf. Die Meldungen sowie Startgeldüberweisungen haben bis 21. Juni 1935 an Kreisfachamtsleiter Georg Richtberg, Gießen, Mühlstraße 32, zu erfolgen. Die Pässe müssen bestätigt sein und vorgelegt werden. Kreisverbandstagung derEvangelischen Frauenhilfen in Allertshausen. I Allertshausen, 17. Juni. In unserem kleinen Dörfchen fand am gestrigen Sonntag eine Versammlung der evangelischen Frauenhilfen aus dem nordöstlichen Teile des Kreises Gießen statt. Die Beteiligung war sehr gut, wohl 600 Teilnehmer aus den drten Ällendorf a. d. Lumda, Geilshausen, Mainzlar, Odenhausen, Treis a. d. Lumda, Beuern, Bersrod, Göbelnrod, Reinhardshain, Lehnheim (Kr. Alsfeld), Londorf, Kesselbach und unserer Gemeinde nahmen an dem Treffen des Kreisverbandes teil. Der Gottesdienst begann um 13.30 Uhr. Da unser kleines Bergkirchlein die vielen Menschen nicht hätte aufnehmen können, wurde der Gottesdienst auf dem freien Platz vor der Kirche abgehalten. Die Festpredigt hielt Pfarrer Becker (Gießen), der das Leben der ersten Christengemeinde nach Apostelgeschichte Kapitel 4 behandelte. Die Nachversammlung nach einer Kaffeepause wurde an demselben Platze abgehalten. Der Schülerchor unserer Volksschule fang unter Leitung unseres Lehrers einen mehrstimmigen Choral. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Bühler (Londorf), be- grüßte die vielen Tagungsteilnehmer und dankte für den zahlreichen Besuch. Frau Rau (Klein- Linden) gab an Stelle der verhinderten Kreisvorsitzenden, Frau K r e u d e r (Gießen), den Jahresbericht, aus dem u. a. zu ersehen war, daß die Besucherzahl an Den Tagungen des vergangenen Jahres ständig im Wachsen begriffen war. Es fanden im Berichtsjahr vier große Tagungen statt, und zwar in Steinbach (besucht von 407 Mitgliedern der evangelischen Frauenhilfen), in Mainzlar (935), in Klein-Linden (277) und in Langsdorf (507). Sodann hielt Frau Hofmann (Ossenheim, Kreis Friedberg) einen Vortrag über Mütterdienst). In längeren Ausführungen behandelte sie hauptsächlich die Mahnung „Erziehe dein Kind zur Wahrhaftigkeit und zum Gehorsam!" Sie sprach ferner davon, daß im Dritten Reich die kinderreiche Mutter wieder mehr geachtet werde, als in den vergangenen Jahren. Fromme, pflichtbewußte Mütter seien heute besonders nötig. Frau Rau dankte der gastfreien Gemeinde und den Rednern des Tages und sprach die Hoffnung aus, daß die Worte der Redner auf fruchtbaren Boden gefallen fein möchten. Mit dem gemeinsam gelungenen Choral „Ach bleib mit deinem Segen .. Ortsmitglieder statt. Der Sprecher des Abends, Ortsgruppenführer Lehrer Wagner (Launsbach), sprach über die Entstehungsgeschichte der lokalen Luftschutzorganisation und wandte sich dann seinem Hauptthema „Deutschlands Not, deine Not" zu. Die von tiefer Sachkenntnis und starkem Interesse getragenen Ausführungen fanden bei den Zuhörern freudige Aufnahme und der Redner herzlichen Dank für feine belehrenden Darbietungen. Es fei der Rod« Heimer Bevölkerung auch von dieser Stelle aus noch einmal gesagt, daß nach dem Willen der Reichsregierung den Luftschutzbestrebungen von allen Seiten stärkste Förderung und Beachtung zuzuwenden ist und daß der hohe Zweck des Reichsluftschutzbundes, Leben und Eigentum des deutschen Volkes zu schützen, eine Angelegenheit ist, die bas~ volle Interesse und die Tatbereitschaft jedes Staatsbürgers nicht nur verdient, sondern verlangt. Es werden diesem einleitenden Vortrage bald weitere wertvolle Ausführungen folgen, zu deren zahlreichem und pünktlichem Besuch schon heute aufgefordert wird. < Hörnsheim, 17.Juni. Am Sonntag feierte die hiesige evangelische Gemeinschaft ihr Jahresfest im Freien. Nach einem Posaunenvortrag, der Schriftverlesung und dem Gebet von Prediger Jung (Großen-Linden), der das Fest leitete, hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Koch, die erste Ansprache. Die Festansprache hielt Missionar Sator von der Rheinischen Mission. Die Schlußansprache von Prediger Jung wies hin auf das Streux Christi, an dem sich die Geister scheiden. Durch Musik- und Gesangvorträge des Gemischten Chores Hörnsheim und des Posaunenchores von Hochelheim und Hörnsheim wurde das Fest bereichert und Der« schönt. To. Lützellinden — Tv. Grüningen 6:3 (1:1). Die Einheimischen konnten, obwohl sie ersatzgeschwächt antraten, einen ziemlich sicheren Sieg landen, der nicht so hoch hätte auszufallen brauchen, wenn Grüningen anstatt zu spielen nicht dauernd reklamiert hätte. Tv. Lützellinden Jgd. — Tv. Grüningen Jgd. 10:3 (8:1). Um den Nachwuchs braucht es uns im Kreis VIII nicht bange zu sein. Es gibt heute kaum noch einen Verein, der nicht über eine Jugendmannschaft verfügt. Auch Lützellinden trat am Sonntag erstmals mit einer Jugend auf den Plan, die sich gleich ausgezeichnet schlug. Die spielerfahrenen Gäste mußten in einem schönen Spiel eine Niederlage hinnehmen, die allerdings etwas zu hoch ausgefallen ist. Tv. W i ß m a r — Tv. Dutenhofen 8:5 (6:3). Wißmar scheint wieder im Kommen zu sein. Nach dem oorfonntägigen Erfolg gelang es ihnen nun auch, die seinerzeit in Dutenhofen erlittene Niederlage wettzumachen. Sie schlugen die Gäste in einem recht schönen und spannenden Spiel ziemlich einwandfrei. Tv. Wißmar Jgd. — Tv. Dutenhofen Jgd. 4:8 (1:4). Tv. Wißmar Schüler — Tv. Dutenhofen Schüler 3:0 (2:0). Während die erst kürzlich aufgestellte Jugendmannschaft die Ueberlegenheit der Gäste anerkennen mußte, konnten die Jüngsten ihren Gegner in einem flotten Spiel sicher niederringen. Tvr Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Groß- Rechtenb ach 11:7 (6:2). Die Gäste sind wieder in ihren alten Fehler verfallen. Anstatt, wie es die Einheimischen in ihrem letzten Spiel taten, mustergültig zu kombinieren, gefielen sie sich in unzweckmäßigem Einzelspiel, das ihnen denn auch den Sieg kostete. Tv. G a r b e n h e i m II — -Tv. M ü n ch h o l z - Hausen II 6:14; Tv. Garbenheim Jgd. — Tv. Münchholzhausen Jgd. 8:11; Tv. Garbe n h e i m Schüler — Tv. Münchholzhausen Schüler 1:6. Der Turnverein Garbenheim hat zur Zeit im Handball Hochbetrieb. Das beweisen die vier Mannschaften, die er am Sonntag auf die Beine gebracht hat. Die drei Niederlagen sind nicht so tragisch zu nehmen, weil sie von Mannschaften eingesteckt werden mußten, die schon lange, Zeit zusammenspielen. fammen aus: Hermann Seum, Direktor, Hermann Koch, Geschäftsführer, sowie Rudolf Wolf von Wallernhausen und Hermann Uhl von Borsdorf. Die ausscheidenden Auffichtsratsmitglieder Heinrich E r k in Nidda und Wilhelm Keller von Geiß- Nidda wurden wiedergewählt. Es wurde beftimmt, daß sämtliches Schlachtvieh der Genos- e n an d i e Genossenschaft gelte- e r t werden muß, ausgenommen der Bedarf der ortsansässigen Metzger. Der Vertreter der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Pg. Sauer, Frankfurt a. M., machte interessante Ausführungen über den Aufbau der Viehoerwertungsgenossen- chast und die Marktordnung. Es sei nun die gesetzliche Regelung der gesamten Milch-, Getreide- und Viehwirtschaft erreicht. Damit nicht mehr und nicht weniger Vieh als notwendig auf den Markt gebracht wird, müssen die Metzger ihren Bedarf acht Tage vorher anmelden. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 17. Juni. In den letzten Jahren hat die Umlegung der Grund st ücke in unserem Kreise große Fortschritte gemacht. In 60 Gemeinden des Kreises ist Die Umlegung bereits beendet. 23 Gemeinden befinden sich im Umlegungsverfahren über ein Gebiet von etwa 50 000 Morgen. Aus einer Anzahl Gemeinden sind bereits neue Anträge auf Umlegung der Grundstücke an das Kulturamt in Wetzlar gestellt worden. <£ Rodheim a. d. B., 17. Juni. Auf Einladung des Gemeindegruppenfuhrers im Reichsluftschutzbund, Bürgermeister Peppler, fand im Benderschen Saale eine Versammlung der Biedenkopf wurde zum 1. Mal längere Rast gemacht und die Schloßruine sowie' das dortige Heimatmuseum besichtigt. Dann ging es weiter nach Dillenburg, wo auch viel Interessantes zu sehen war (der Wilhelmsturm, die unterirdischen weitausgedehnten Kasematten u. a.) Nach kurzem Aufent- *n(t in Burg, wo das schöne Gefallenendenkmal mit einem herrlichen Blick in das liebliche Dilltal besichtigt wurde, kam man nach dem altertümlichen Herborn, wo ein, wenn auch kurzer, Besuch des dortigen Heimatmuseums sich als sehr lohnend er- wies. Nachdem noch in Wetzlar der Friedhof angesehen worden war, kamen die Mitglieder des Vereins abends gegen 9 Uhr wohlbehalten wieder in der Heimat an. Der schöne Ausflug, der eine Fülle von Sehenswürdigkeiten vor Augen führte und vor allem das Erlebnis schönster deutscher Landschaft gab, wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. ♦ Bersrod, 17. Juni. Zur Entwässerung in den Fluren 6, 7 und 8 der Gemarkung Bersrod wurde hier eine öffentliche Wassergenösse n s ch a ft gegründet, deren Statut bereits von Der zuständigen behördlichen Stelle genehmigt wurde. Die Genossenschaft führt den Namen „Wassergenossenschaft Bersrod . £ Klein-Linden, 17. Juni. Zu Dem Bericht in Nr. 135 des „Gieß. Anz." über die Fertigstellung des neuen evangelischen Pfarrhauses ist ergänzend noch mitzuteilen: Der Bauausschuß setzte sich aus den Herren Wilhelm Jung XL, Beigeordneter, Johannes Germer und Heinrich L u h zusammen. Die Lieferung der Träger war der Firma Philipp Jung XVL übertragen. Kunststeinarbeiten lieferten Wilhelm Jung II. und Albert Deibel, Grob- schlosferarbeiten Wilhelm Schaum und Dachdeckerarbeiten Heinrich Köhler (Großen-Linden). Die Steinholzarbeiten führte die Hessische Steinholz- und Estrichfabrik G. m. b. H. - Gießen aus. Die Tapezierarbeiten erledigte Paul Seng von hier. Aus der Aufstellung ist ersichtlich, daß sämtliche Handwerkerarbeiten, soweit Dies möglich war, von einheimischen Handwerkern ausgeführt wurden. Frankfurter Kanu-Klub 15:42,8 Min.; 3. Kanu- Gesellschaft Hanau. Zweier-Faltboot für Anfänger: 1. Frankfurter Kanu-Klub (Bohne-Schiedel) 36:41,7 Min.; 2. Paddelsport Kassel 36:44,7 Min.; 3. Limburger Paddlergilde; 4. Gießener Paddlergilde; 5. Kanu-Klub Wetzlar. Einer-Faltboot für Senioren: 1. Paddelsport Kassel (Grotegut) 37:21,6 Min.; 2. Marburger Kanu-Klub (Kaphingst) 38:40,4 Min. Einer-Faltboot für Junioren: 1. Frankfurter Kanu-Klub (Becker) 1. Boot 39:49,4 Min.; 2. 2. Boot 42:02,1 Min. Zwei e r-F alt boot für Jugend: 1. Kanu- Gesellschaft Hanau (Zündel-Schweitzer) 14:15 Min.; 2. Paddelsport Kassel. Einer-Faltboot für Anfänger: 1. Limburger Paddleroereiniguna (Hettlage) 39:43 Min.; 2. Frankfurter Kanu-Klub 41:20,7 Min; 3. Frankfurter Kanu-Klub 2. Boot; 4. Paddlergilde Gießen. Zweier-Faltboot für Senioren: 1. Kanu-Klub Wiesdors (Liebrecht-Schorn) 34:54,8 Min.; 2. Paddelsport Kassel 37:02,2 Min.; 3. Storni- Gesellschaft Hanau aufgegeben. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 1. Jgd. — Tv. Staufenberg 1. Jgd. 7:5 (4:1). Obiges Treffen gestaltete sich zu einem interessanten Kampf, den die wurfkräftigeren Gießener knapp für sich entscheiden konnten. Beide Mannschaften, die erst neu gegründet sind, können ihre Spielstärke noch erheblich steigern. Das Treffen wurde von Schiedsrichter Birkenstock einwandfrei geleitet. “•-Oyj • r M NESTLE KINDE R N AHRUN G -- Deütsches'Erzeugrm DfD.-Reichsbahn Gießen. VfB.R. (Liga) — Sportverein Wetzlar (Liga) 3:3 (1:2). Trotzdem die Gießener auf die Mitwirkung von Hechler, Leutheuser I und Hauptfeld verzichten mußten, konnten sie auf dem gefürchteten Wetzlarer Gelände ein verdientes Unentschieden erringen. Nach den gezeigten Leistungen der Wetzlarer zu urteilen, besitzen sie die gleiche Spielstarke wie im vergangenen Jahre. In ihrem Schlußtrio und im Mittelläufer, der durch sein hervorragendes Kopfspiel zeitweise das Mittelfeld beherrschte, hatten die Gastgeber ihre besten Leute. Das hohe Gras des Spielfeldes zwang beide Mannschaften zu hohem Spiel. Die Gießener standen mit Bingel, Leutheuser, Lehrmund, Michel, Knauß, Heß, Szponik, Erben, Wlo- dareck, Ebb, Ranft. In der ersten Viertelstunde mußten die Gießener für Lehrmund, der noch nicht zur Stelle war, Leutheuser III einsetzen. Die Wetzlarer tragen gleich zu Beginn äußerst gefährliche Angriffe vor, aber Bingel, der zeigte, daß er noch nichts verlernt hat, kann immer wieder entschlossen klären. Szponik, der beste Mann auf dem Felde, bringt mehrmals durch seine gefährlichen Flankenläufe die Wetzlarer Hintermannschaft in Verlegenheit. Bei einem Angriff des linken Flügels der Gastgeber, ist Bingel schon geschlagen, aber Leutheuser III auf der Torlinie stehend, lenkt den scharf geschossenen Ball über die Latte. Dann fällt überraschend das erste Tor für die Gäste. Szponik hatte sich durchgesetzt, seine Flanke kommt nach rechts, von dort zur Mitte, ein kurzes Gedränge im Strafraum und der Wetzlarer Torhüter ist geschlagen. Die Gießener konnten sich dieses Erfolges nicht lange freuen, denn schon drei Minuten später erzielt der Halbrechte der Wetzlarer den Ausgleich. Eine Strafstoßentscheidung bringt die Gastgeber in Führung. Jetzt tritt Lehrmund ein. Knauß geht als Mittelläufer und die Gießener werden leicht überlegen. Als Ranft allein vor dem Tore steht, schien der Ausgleich fällig. Der Schiedsrichter pfiff Abseits. Nach Wiederbeginn steht Leutheuser III für Bingel im Tor. Die Wetzlarer sind jetzt gefährlich und der Tormann hat schwere Arbeit. Eine Flanke des Linksaußen kommt zum Rechtsaußen, der, während die Gießener reklamieren zum dritten Tore einschießt. Von diesem Zeitpunkt an bis zum Schlußpfiff sind die Gießener in Front. Sie kommen auf 3:2 heran und Knauß war es vorbehalten, vier Minuten vor Schluß nach einer Ecke durch überraschenden Schuß den Gleichstand zu erzielen. In den letzten Minuten verlief das Spiel sehr hart. Fußballabteilung des $t>.1846 Gießen. 1900 II — TV. 1846 I 2:2 (1:2). Die Turner hatten ihre beiden Außenläufer ersetzt, aber die Ersatzleute lieferten ein sehr gutes Spiel. Während der ersten 15 Minuten belagerten die Turner meist das 1900 Tor ohne aber zu Erfolgen zu kommen. Rogalsky schoß aus kurzer Entfernung scharf über die Latte. Wenig später setzte der Linksaußen Balser einen flachen Schuß aufs Tor, Schlarb verfehlte den Ball, der hinzueilende Rinderknecht berührt zwar das Leder noch, aber es landete doch im Netz. Ein Händespiel von Schneider führte zu einem Elfmeterball, den aber Schrod verschoß. Mit forschen Angriffen zogen nun die 1900 vor das Turnertor. Einmal rettete Schumacher durch Herauslaufen an der Strafraumgrenze, aber kurz darauf überlisten ihn die Stürmer von 1900 und durch Schmelz fiel der Ausgleich. Nach etwa 10 Minuten langsam verteiltem Spiel fiel wiederum durch Balser nach vorausgegangenem schönem Kopfballzuspiel von Schrod zu Tenesch, von diesem zu Balser das zweite Tor für die Turner. Mit 2:1 für 1846 werden die Seiten gewechselt. Die zweite Halbzeit begann sogleich mit energischen Angriffen der 1900er, die zum Ausgleich kommen wollten, doch stand die Hintermannschaft der Turner gut durch. Im Gegenangriff schoß Balser in guter Stellung scharf vorbei. In der Mitte der zweiten Hälfte jagte Tenesch einen Strafstoß auf 20 Meter aufs 1900er Tor, aber Schlarb hielt vorzüglich. Erst ein Foul von März führte durch Schmelz zum Ausgleich. Der Schlußpfiff trennte zwei fair kämpfende Mannschaften. Bei 1900 gefiel vor allem der aufopfernd kämpfende Kraft. Die Turner gaben ihr Bestes und verdienen ein Gesamtlob, ihr weitaus bester Mann war der rechte Verteidiger Fuchs, der wohl auch der Beste auf dem Spielfeld war. Sportverein 1920 Lollar. Das vorgesehene Spiel zwischen den ersten Mannschaften von Lollar und Großen-Buseck konnte nicht stattfinden, da der Gegner noch in letzter Minute absagte. Die zweite Mannschaft spielte in Großen- Linden gegen die zweite Mannschaft von Großen- Linden und gewann nach ansprechenden Leistungen überlegen mit 5:0 Toren. Alle übrigen Mannschaften des Sportvereins 1920 Lollar waren in Anbetracht des in Bad-Nauheim stattfindenden Repräsentativ- Spieles spielfrei. Oie neuen deutschen Handballmeister. Polizei Magdeburg — Hindenburg Minden 10:8 (3:4). In der prachtvollen Stuttgarter Adolf - Hitler - Kampfbahn wurde am Sonntag im Beisein einer 15 000 köpfigen Zuschauermenge die Deutsche Handballmeisterschaft der Frauen und Männer, für die sich Polizei Magdeburg und Hindenburg Minden bzw. Eimsbüttel Hamburg und DfR. Mannheim qualifiziert hatte, entschieden. Die Magdeburger Polizisten kamen im Kampf der Männer zu einem knappen Sieg, wenn sie auch technisch nicht den Mindenern überlegen waren. Schuld an der Niederlage der Soldaten war ihre allzu harte Abwehr, die den Frankfurter Schiedsrichter Schauermann nötigte, gegen sie zwei 13- Meter-Bälle zu verhängen. Schon in der 6, Minute fiel der erste Treffer für Minden, das bis zum Stands von 5:5 immer mit einem Tor in Front gehen konnte, aber den Polizisten gelang jedesmal der Ausgleich. Waren bis dahin die Mindener Elf leicht überlegen, so nahm jetzt Magdeburg das Heft in die Hand. Die Mindener Verteidigung wehrte zweimal hart ab und der Schiedsrichter verhängte zwei 13-Meter-Würfe, die beide verwandelt wurden. Nach einem weiteren Tor Magdeburgs kamen die Soldaten auf 8:6 wieder heran. Die Polizisten spielten nun „auf Zeit". Beide Mannschaften kamen noch zu je zwei Treffern, so daß der Kampf mit 10:8 endete. Die gleichen Mannschaften, die im Vorjahre um die Handballmeisterschaft der Frauen im Endspiel stritten, Bf2t Mannheim und Eimsbüttel Hamburg, standen sich auch in diesem Jahre im Kampf um den höchsten Titel gegenüber. Wie vor einem Jahr, so erwiesen sich auch diesmal die Norddeutschen als die Besseren, sie besiegten die Mannheimer Frauen mit 4:2 (3:1) und verteidigten damit ihren Titel mit Erfolg. Die Hamburgerinnen kamen zu einem verdienten Sieg. Die Hamburgerinnen gingen bereits in der fünften Minute durch Frl. Schlottmann in Führung und zwei Strafwürfe von Frl. Schmoll brachten den 3:0-Stand, aber noch vor der Halbzeit fiel der erste Gegentreffer der Mannheimerinnen durch Frl. Förster. Nach dem Wechsel waren beide Mannschaften noch je einmal erfolgreich, die Norddeutschen durch Frl. Schmoll und die Badener durch Frau Kehl. Bis zum Abpfiff des Spieles durch den guten Schiedsrichter Schramm (Dresden) blieb es dann bei dem 4:2. Kurze Sportnotizen. Die Abnahmen für das Turn- und Sportabzeichen des RfL. im Schwimmen finden im Monat Juni am Samstag, 22., um 17 Uhr, am Mittwoch, 26., um 19 Uhr und am Samstag, 29. Juni, um 17 Uhr in der Müllerfchen Badeanstalt in Gießen statt. * B e i einem Dmntum auf der Radrennbahn in Duisburg feierte Peter Steffes-Köln einen schönen Erfolg; Steffes gewann alle feine Läufe und siegte im Gesamtergebnis mit 12 Punkten vor Zims 8, Schorn 7, Küster 5 und Reiter 5 Punkte. Das Schlußspiel der Europazone im Davispokal zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei ist für die Tage vom 12. bis 14. Juli nach Prag angesetzt worden. Kunst und Wissenschaft. Stürmischer Erfolg Furtwänglers mit dem „Tristan" in Wien. Die Aufführung von „Tristan und Isolde" in der Wiener Staatsoper gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für Wilhelm Furtwäng- l e r, der die Oper dirigierte. Das Haus war ausverkauft, und Furtwängler wurde schon vor Beginn jeden Aktes mit minutenlangem Beifall begrüßt, der sich zum Schluß der Aufführung noch steigerte. Gedenkfeier für Victor Hugo an der Sorbonne. Die Gedenkfeier der Universität Paris und der Victor-Hugo-Stiftung fand anläßlich der 50. Wiederkehr des Todestages des Dichters Victor H u $ o in der Aula der Sorbonne statt. An der Feier nahmen teil der Präsident der Republik Lebrun, das diplomatische Korps, mehrere Minister, ausländische Abgesandte von Universitäten und literarischen Gesellschaften sowie eine Enkelin Victor Hugos. Ein Orchester spielte den Trauermarsch aus der Eroica von Beethoven. Der französische Unterrichtsminister schilderte die Jugend des Dichters und zeigte die Einflüsse der Zeit auf, die für das Werden des Dichters von Bedeutung waren. Nach einem Vortrag von mehreren Gedichten übermittelten die ausländischen Gäste ihre Glückwünsche. Zur Teilnahme an der 3 0 0 - I a h r f e i e r der französischen Akademie und der Gedächtnisfeier zum 50. Todestag Victor Hugos als Vertreter Deutschlands find der erste Vorsitzende der Deutschen Akademie der Dichtung Hanns I o h st, der Präsident der Reichsschristtumskammer Hans Friedrich B l u n ck und der Romanist Professor Curtius (Bonn) in Paris eingetroffen. Beim Empfang der deutschen Abordnung in der französischen Akademie wird Präsident Hans Friedrich B l u n ck eine Adresse überreichen, die mit den Worten schließt: Möge aus der Nachbarlichkeit — und das ist eine der schönsten Aufgaben deutscher und französischer Dichtung — einst eine ritterliche Freundschaft werden gleich wie sie im Mittelalter zwischen unseren Völkern bestand. Möge das Feuer der sieben Künste das Mißtrauen zwischen hüben und drüben überwinden, das die Politiker noch nicht zu zerstören vermochten. Ich grüße die Dichtung Frankreichs, die neben der unseren steht, Geist neben Geist. Schwester neben Schwester. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 19. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9: Nur Kassel: Musik am Morgen. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk: Zündet das Feuer an, das Feuer ist oben an. Eine Hörfolge um alte und neue Bräuche zur Zeit der Sonnwende. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Liederstunde Kasseler Komponisten. 15.30: Edergold — Flußaufwärts im Tal der Eder. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit und Leben. Veteranen des Lebens und der Arbeit. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Saar — Pfalz. Eine Wirtschaftseinheit. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Bauernfunk. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Leichte Unterhaltung. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.20: Pfälzer im Osten. Hör- folge über Leben und Wirken der Pfälzer im Osten Europas. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 20. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 7: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Lieder für Baß. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nur Frankfurt: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk: Wir spielen und fingen wieder mit der Plapperliese. 16: Kleines Konzert. 16.30: Revolutionär-Patriot-Dichter. Eine Ferdinand-Freiligrath- Hörfolge zum 125. Geburtstag des Dichters. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Der deutsche Film zwischen gestern und morgen. 19: Wie's einmal war: Tänze aus der guten alten Zeit. Konzert der Funktanzkapelle. 20: Nachrichten; anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.20: „Elwetritsche", lustiger Schwank von Leopold Reitz. 23: Zeitgenössische Musik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 19. Juni. Gießen. 16.30 und 19: Beichte. — Hungen. 6.15: Messe. Donnerstag, 20. Juni: Fronleichnamsfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu» nion; 9: Hochamt. 9.45: Prozession durch Wilhelm- straße, Ebelstraße und Liebigstraße. 11.30: Messe; 14.30: Festandacht. — Grünberg. 7: Messe. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 13: Andacht. — Hungen. 8: Messe, Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 21. Juni. Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen. Samstag, den 22. Juni. Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen. 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