185. Jahrgang Gießener Anzeiger be- hat Saarbrücken, 18. Febr. (DNB.) Der Sonntag stand bereits ganz im Zeichen des großen Augenblicks der kommenden Nacht: Um 24 Uhr fiel d i e deutsch-saarländische Zollgrenze. Die aufgezwungene wirtschaftliche Abschnürung des Saargebietes vom Reich nahm nach 15 Jahren ihr Ende. Ueberall sieht man die grünen Unif armen der deutschen Zollbeamten, die dieser Tage im Saargebiet eintrafen und heute Nacht ihre Posten an der saarländisch-französischen Grenze bezogen. Sie wird nunmehr gleichzeitig politische und wirtschaftliche Grenze des Reiches fein. Die französischen Z o l l s p e r r e n sind überall schon aufgehoben worden, die französischen Beamten haben sich bereits auf ihre neuen Posten an der saarländisch-französischen Grenze begeben. Saarbrücken, 16. Febr. (DNB.) Samstag hat das holländische Truppenkontingent das Saargebiet verlassen. Bereits -um 7 Uhr wurde das Material auf dem Güterbahnhof Saarbrücken verladen -und von dort aus nach Holland abtransportiert. Vor dem Bahnhof Saarbrücken sammelten sich viele Hunderte von Neugierigen an, um den Abzug der Truppen mitzuerleben. Eine englische Militärkapelle und eine englische Ehrenkompanie hatten Aufstellung genommen. Auf dem Bahnsteig erschien der Oberbefehlshaber der internationalen Truppen, der englische General Brind, sowie zahlreiche Offiziere der drei übrigen Truppenkontingente. Un- Zur mitternächtlichen Stunde ist die neue ranzösisch-saarländi'sche Zollgrenze errichtet worden. 500 deutsche Zollbeamte haben an zahlreichen Grenzstellen nach Frankreich ihren Dienst angetreten. Auf der Straße von Saarbrücken nach Metz herrschte heute nacht ein ungewöhnlich reger Betrieb. Tausende waren herausgeströmt, um Zeugen zu sein, wie die Grenzstelle an der Goldenen Bremm ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Deutsche Front hatte einen eindrucksvollen F a ck e l z u g veranstaltet, dem sich unzählige Schaulustige angeschlossen hatten. Vor dem vorläufigen Zollhaus, das einstweilen noch aus einer einfachen Bretterbude besteht, haben sich zahlreiche Zollbeamte versammelt, die an dieser wichtigsten und verkehrsreichsten Grenzstelle Dienst tun sollen. Als VertreterderReichs- regierung übergab Geheimrat Waffen- h e n s ch vom Reichsfinanzministerium Punkt 24 Uhr feierlich die neue Zollstelle ihrer Bestimmung. Unter begeisterter Zustimmung der Menge wurden die Fahnen des neuen Deutschland gehißt und daraufhin spontan das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Sodann sprach der Reichsfachschaftsleiter der deutschen Zollbeamten Mehling zu seinen Berufskameraden, um ihnen Glück zum' Beginn ihrer schweren und verantwortungsreichen neuen Tätigkeit zu wünschen. Er erinnerte daran, daß dieser feierliche Akt der Einrichtung deutscher Zollstellen an der saarländisch-französischen Grenze nur dem tapferen Aushalten der Saarbevölkerung zu verdanken sei. Sodann gab er der Hoffnung Ausdruck, daß die deutschen Zollbeamten im guten Einvernehmen mit ihren französischen Kollegen ihr Amt versehen würden, und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Deutschland und seinen Führer Adolf Hitler. Etwa 100 Meter weiter waren die französischen Grenzposten aufgezogen in deren Begleitung sich Garde Mobile befand. Unablässig erging die Menge zwischen den beiden Zollstationen, um interessiert zuzuschauen, als d i e e r st e n Autos die neue Zollgrenze passierten und sofort von den Beamten genau untersucht wurden. Allgemeine Heiterkeit erregte es, daß die neue Zollschranke nicht immer den Wünschen der Zollbeamten gefügig war und meist zu rasch auflegen hätten das Saarvolk achten und schätzen gelernt. Sie würden sich gerne ihrer Tätigkeit im Saargebiet erinnern. Das holländische Truppenkontingent verließ das Saargebiet. Heule wird das beuisch-sranMche Saar adkommen in Aeapel unlerzeichnei. Rom, 17. Febr. (DNB.) In der Saarfrage ist zwischen der deutschen und der französischen Delegation eine Einigung in allen Punkten erzielt worden und damit das ganze Vertragswert über die Rückgliederung des Saargebietes ans Reich im Wortlaut endgültig feft gelegt worden. Der Wortlaut wurde von den beiden Delegationen paraphiert. In der amtlichen Mitteilung darüber heißt es: „Die Verhandlungen, dre zwischen der deutschen und der französischen Delegation unter Mitwirkung des Drererkomitees des Dölkerbundsrates und des Finanzunterausschusses des Völkerbundes gepflogen wurden, um die verschiedenen Fragen betreffend die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland zu regeln, haben zu einer Reihe von Vereinbarungen geführt, die am Samstagnachmittag paraphiert worden sind. Das Dreierkomitee begibt sich mit den Delegationen am Sonntag zur Vornahme der Unterzeichnung des Vertragswertes und zur Abfassung des dem Völkerbundsrat vorzulegenden Schlußberichtes nach Neape I." Die feierliche Unterzeichnung wird dort am Montagvormittag um 10 Uhr im Hotel Excelsior vor sich geljen. Es handelt sich vor allem noch um dre Unterzeichnung folgender Vereinbarungen: 1. Das Hauptabkommen zwischen Deutschland und Frankreich über die Uebertragung des Eigentumes des französischen Staates an den Saar- gruben und Eisenbahnen auf Deutschland unddieEntrichtungderPauschalsumme von 900 Millionen französischen Franken an Frankreich. Zur Bezahlung dieser Summe werden die fremdenZahlungsmittel, deren Umtausch und niederschnellte oder überhaupt nicht zu heben war, so daß bald beträchtliche Verkehrsstockungen entstanden. Erst langsam verzog sich die Menge und trat nach diesem historischen mitternächtlichen Augenblick den Heimweg nach Saarbrücken an. Der Oberste Gerichtshof schließt seine Pforten. empfangen und durch die Hallen geleitet. Ueberall, wo Göring sich zeigte, wurde er stürmisch gefeiert. Bei der Besichtigung bekundete Göring größtes Interesse und ließ sich mehrfach Einzelheiten erklären. Heimbumers Wühlarbeit. Major Hennessy verläßt das Saargebiet. Saarbrücken, 16. Febr. (DNB.) Der Chef der saarländischen Polizei, Major Hennessy, hat vor seiner Abreise folgende Mitteilung an die Presse gegeben: „Es trifft zu, daß ich Samstag das Saar- gebiet verlassen werde. Ich wollte bereits vor einiger Zeit von hier fort, da meine hiesige Position unmöglich geworden war. Aber da ich von gewissen Bemühungen Kenntnis erhielt, mich los zu werden, blieb mir keine andere Wahl, als hierzubleiben. Die Bemühungen gipfelten in einem Brief, den der Direktor des Innern, Heimburger, an mich richtete und der in einem Interview mit Pressevertretern dazu benutzt wurde, zu beweisen, daß ich mir die Mißbilligung der Regierungskommission zugezogen habe. Dieser Brief ist nunmehr offiziell zurückgezogen worden. Ich habe daher Urlaub für die Zeit bis zur Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland erbeten und erhalten. Leider ist es wahr, daß meine Beteiligung und Mithilfe, einen Polizeiputsch z u u n t e r d r ü ck e n , der von einer der politischen Parteien vorbereitet war und an dem ein Teil der Polizei beteiligt war, zu Meinungsverschiedenheiten mit Herrn Heimburger führte, dessen enge Beziehungen und häufiges Zusammentreffen mit dem Führer dieser Partei zu meiner Kenntnis gebracht wurden. Beweise, die ich sodann in dieser Angelegenheit erhielt, führten zu meiner Mitteilung an das Ober st s Abstimmungsgericht, daß ich weitere Untersuchungen für notwendig hielt. Das eingeleitete Verfahren wurde jedoch von einer hochgestellten Instanz unterbunden. Ehe ich das Saargebiet verlasse, fühle ich mich veranlaßt, besonders zu betonen, daß die Aufgabe der neutralen Oie Zollschranken sind gefallen. Das Saarland wieder deutsches Zollgebiet. — Oie neue deutsch-französische Zollgrenze errichtet. — Eine mitternächtliche Feierstunde an den neuen Schlagbäumen. m o t o r. Die Kraft, die bisher an eine gewaltige Zentrale, an eine endlose Schienenbahn, an eine umfangreiches Leitungsnetz gebunden war, wurde damit' unabhängig, selbständig — Verkehrs- f Vergleiche hinken immer und bleiben darum doch lehrreich. Also sei der Vergleich nicht gescheut: das Bismarck-Reich ging in seiner staatlichen Fürsorge von den Bedürfnissen der Großkraftmaschine und der an ihr hängenden Wirtschaft aus; das Dritte Reich wendet seine Fürsorge in erster Linie dem Kleinmotor und der mit ihm zusammenhängenden Wirtschaft zu. Es baut ein System von Autostraßen, es fordert und fördert die Herstellung von Treibstoff aus heimischen Rohstoffen. Und es strebt dem Volksauto zu dem Auto, das für jeden 20. Deutschen kein unerschwinglicher Besitz mehr ist. Die Dichtigkeit des Binnenverkehrs erfährt eine gewaltige Steigerung, da sie sich aber planmäßig, in geregelten Sahnen vollzieht, so dient sie dem innern Zusammenschluß des Volkes und der Ertragssteigerung seiner Wirtschaft Stadt und Land rücken enger zusammen, Landesgrenzen, die als Gebilde der Erinnerung immer noch bestehen, werden wieder einmal durchbrochen und von der Industrie des Kleinmotors, deren belebender Mittelpunkt das Auto ist. strahlt Leben in die verschiedensten Wirtschafts-Gebiete der Neuzeit aus. Der weltumspannende L u f t v e r- kehr braucht den Kleinmotor so nötig, wie die Landesverteidigung, wenn sie endlich auf die Höhe der Zeit gebracht werden soll. Und nicht zu vergessen die Landwirts ch a f t. Mit melancholischen Blicken schaut der brave Aaer- gaul auf das eiserne Pferd, den Traktor der keine Ermüdung kennt und in bezug auf Ehrung so wundervoll anpassungsfähig ist, daß er sich heute schon mit dem Holz der heimischen Waltz e r zufrieden gibt! Ein Jahrhundert l)at das edelste Haustier, das Pferd, sich neben dem Dampfroß" und feinen Abkömmlingen behauptet; sollte seine Stunde jetzt geschlagen haben? Nur keine Bange: so wenig das Polksauto das Zufuß- aeben aus der Mode bringen wird, so wenig wird der Traktor das Pferd völlig verdrängen. Schon geführt werden. , Der Kraftwagen ist aus dem Kulturleben von , heute nicht mehr fortzudenken. Hört man, daß in ; Frankreich auf je 20, in England auf je 25 Einwohner ein Auto kommt, in Deutschland dagegen erst auf je 70, so begreift man, welche Möglichkeiten hier noch der Erschließung harren. Und hört man weiter, daß vor drei Jahren noch auf je 111 Deutsche erst ein Auto kam, so zweifelt man nicht, daß das neue Deutschland den Abstand, der es noch von Frankreich und England trennt, in absehbarer Zeit aufholen — oder auch überholen werde. Es handelt sich hier um eine Entwicklung, die mitgemacht werden muß, wenn man nicht rückständig werden will. Auf die Empfindung altmodischer Leute, denen bei diesem Tempo schwindlich wird, kann wirklich keine Rücksicht genommen werden. Es handelt sich hier um Notwendigkeiten, die im Wesen der neuzeitlichen Kultur begründet sind, und gegen die sich unmöglich stemmen kann, wer das Wesen der Neuzeit aus Ueberzeugung bejaht. Unter technischem Gesichtspunkt gesehen, ist das, was man Neuzeit nennen kann, verhältnismäßig jung. Knapp 100 Jahre alt! Der erfte JRa5 poleon gehört, technisch gewertet, noch ins Mittelalter. Denn die Grenze liegt da, wo die Menschheit gelernt hatte, andere Kräfte als bisher in den Dienst des Völkerverkehrs zu stellen. Bis tief ms 18 Jahrhundert hinein waren das allein die Kräfte von Mensch und Tier, von fließendem Wasser und wehendem Wind. Zwar, das Feuer kannte die Menschheit schon seit ungezählten Jahrtausenden. Aber die Versuche, durch Vermählung von Feuer und Wasser die Kraftquelle des Dampfers zu erschließen, blieben kümmerlich. Bis es im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts dem Mechaniker von der Universität Glasgow, James Watt, gelang, die Dampfmaschine in eine Form zu bringen, die Zukunft hatte. Damit war eine Kraft in den Dienst der Menschheit gestellt, die im wahrsten Sinne des Wortes unbegrenzte Möglichkeiten eröffnete. Erfindungen sind nicht das, wofür sie gemeinhin gehalten werden. Sie sind nicht Kinder der Laune und der Zufalls, sie sind Kinder eines, von Tag zu Tag dringlicher werdenden Bedürfnisses. Für die Zerstörung eine neue Kraft in den Dienst des Menschen zu stellen — dies Bedürfnis hatte sich schon länger geltend gemacht. Und das Schießpulver war erfunden worden. Mit einer ergiebigen Kraftquelle für den Aufbau ließ die Menschheit sich länger Zeit. Aber mit fortschreitendem 18. Jahrhundert rückte, in Europa wenigstens, die Menschheit immer dichter zusammen. Dabei wurde der Verkehr zwischen den Volkern immer lebhafter, er bemächtigte sich mehr und mehr des aamen Erdballes. Die Aufgaben, die hier erwuchsen, waren mit den alten Kräften nicht mehr zu bewältigen. Der Dämon Dampf mußte, zu Äilfe gerufen werden. Aber es dauerte doch noch bis ins dritte Jahrzehnt des 19 Jahrhunderts ehe die fierrfdiaft über die Dampfkraft so weit gediehen war/ um sie in den Dienst des Verkehrs stellen zu können. In Deutschland ist g-rade vor einem Jahrhundert zwischen Nürnberg und Furth die erste Eisenbahn eröffnet wordem Frankreich und England waren damals schon fett rukd zwei und drei Jahrhunderten Einheitsstaaten. Deutschland war ein Staatenbundei, Zusammen- gehalten von einem geographischen Begriff und dem Wunschtraum der Einheit. Aber die Eisenbahn durchbrach die Grenzen der Kleinstaaten, sie wurde der praktische Lehrmeister für die Wirt^aftsemhelh Anfangs hatte zwar das blühende Gewerbe der Fuhrhalterei überall geschrien diese "Erfindung des Teufels" fei sein Ruin. Nichts de rglei ch n ift wahr geworden! Das Fuhrwesen blühte der neuen Erfindung der Eisenbahn weiter aber d e neue Erfindung bestimmte fortan das Tempo der weiteren Entwicklung. Durch Bismarcks Revolution von oben holte Deutschland in dem einen Jahrzeym zwischen 1862 und 1871 ein gut Teil von dem auf was Frankreich und England tn ihrer staatlichen Entwicklung voraus > hatten. In einem bis oahm unerhörten Tempo vollzog es den Ueb^gang vom staatlichen Kleinbetrieb zum staatlichen Großbetriebs Im neuen Reich wurde der Großbetrieb dann rasch tonangebend auch für die Wirt,cyasl. Großkraftmaschinen trieben die Entwicklung zum Industriestaat auf eine treibhausartige yoye. Kleingewerbe und Landwirtschaft mochten sehen, wo sie blieben. Ihnen kam zeitweilig die Elektrizität zu Hilfe. Die ließ sich, von einer Zentrale aus, über einen weiteren Raum nutzbringender verteilen als die Dampfkraft. Sie brachte Kraft auch m die kleinste Werkstatt, und vielfach auch aufs Land. Aber: — sie blieb abhängig von der Zulel- t u n g. Das war ein Uebelftanb, den zu überwinden ein immer dringlicheres Bedürfnis wurde. Und dies Bedürfnis gebar den leistungsfähigen Klein- Tempo des Lebens. Von Dr. Paul Harms. Der Nationalsozialismus hat seine Zeitgemäßheit nicht zuletzt dadurch erwiesen, daß er auch in der Technik entschlossen die Führung übernommen hat. Kennzeichnend für die letzten Jahre des verflossenen Systems war eine mattherzige Scheu vor dem Tempo der technischen Entwicklung, vor der man sich am liebsten in eine blutleere Geistigkeit zurückgezogen hätte. Die nationalsozialistische Opposition dagegen arbeitete mit Kraftwagen und Flugzeug, und stellte, als sie die Macht erobert hatte, dazu noch den Rundfunk in den Dienst ihrer Staatsführung. Diese Vertrautheit mit allen Hilfsmitteln, die die Technik dem Leben von heute zu bieten hat, führte alsbald zu einer tatkräftigen Wiederbelebung der deutschen Automobil-Industrie, deren Früchte auch in diesem Jahr in der großartigen Autoschau am Kaiserdamm in Berlin der Welt vor Augen Br. 41 Stifts Blatt 185. Jahrgang Montag, 18. MiiaNM _ Ä Annahme von Anzeigen Erscheint tagItd), aufeer jMf • V für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags «eH» ▼ kJ* . W ▲ ▲ ▲ ▲ A. ▲ bis 8^Uhr des Vormittags flAk-iAetA-M'A'fti' hB A# Heimat im Bild - Die Scholle ■ H M HZ M H H ffl ■ ■ VI M H M V Bi BH M Jr W für Anzeigen von 22 mm MM-z QHvnvIlvl AlnvlUvl Auch bei Nichterscheinen W M AM Ermäßigte Grundpreise: »on einseln« Nummern V\A " Stellen-, Vereins-, gemein. ZMZ! General-Anzeiger für Oberhessen WM richten: Anzeiger Gießen v w • behördliche Anzeigen 6Rpf. Sraatfurt Äa‘in 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Universttätr-Vuch- und Sleindruckerei rr. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabfchlüste Staffel b gegen Reichsmark morgen im Saargebiet beginnt und vor allem die Kohlenlieferungen aus den Staatsgruben herangezogen. Für die hierfür erforderliche Rechnungsführung hat die Bank für internationalen Zahlungsausgleich ihre Mitarbeit zur Verfügung gestellt. 2. Ein deutsch-französisches Abkommen über die Sozialversicherung. 3. Ein deutsch-französisches Abkommen, in dem die Bedingungen für die Weiterarbeit oder die Liquidierung französischer Privatversiche- rungsgesellschafen im Saarland festgelegt werden. 4. Die weitere Ausbeutung der Warndt- Gruben durch französische Privatgesellschaften. Die Privatverträge sind heute in Saarbrücken mit den Pächtern abgeschlossen worden. Diese Frage bildete auch den Gegenstand der Regierungsverhandlungen. Außer einer schon in Basel erfolgten Verständigung über die Weiterbeschäftigung der deutschen Bergarbeiter auf französischem Hoheitsgebiet wurde auch eine Vereinbarung getroffen, Baron Aloisi als Schiedsrichter über die Auslegung einer Bestimmung des römischen Abkommens vom 3. Dezember v. I. zu bestellen, um das Ausmaß der zulässigen Kohlenausbeute näher zu begrenzen. 5. Eine Abrede der deutschen Regierung mit der Regierungskommission des Saargebietes über den Uebergang der Verwaltung im Saarland auf die deutschen Behörden. Saarlouis, 16. Febr. (DNB.) Mit der vorstehenden Rückgliederung des Saargebietes , nunmehr auch der Oberste Gerichtshof in Saarlouis feine Pforten geschloffen. Damit verschwindet ein letzter Teil der der deutschen Saarbevölkerung auferlegten fremdländischen Regierungsgewalt. Nachdem der Zivilsenat bereits Mitte der Woche seine Tätigkeit eingestellt hatte, hielt nun der Strafsenat seine letzte Sitzung ab. Nach ihrer Beendigung sprach Staats- anwaltschaftsrat Ludes einige kurze Worte des.-,,.«-------.-----» . . ~ Dankes an den Senat für feine langjährige Tätig- ter dem Spiel der holländischen Nationalhymne feit. Obergerichtspräsident Allenberg (Schweiz) verließ der Zug um 9 Uhr den Saarbrücker Bahn- dankte im Namen des Senates. Er und feine Kol- f Hof. weil man mit dem Volksauto nicht auf die Berge klettern, auf dem Traktor — nicht reiten kann! Auch hier wird die neue Form der Kraftquelle über die altgewohnte nicht einfach hinweggehen, sie wird sich neben s i e schieben und ihr doch genügend Raum lassen zum Weiterleben. Das Tempo freilich, das wird in Zukunft die neue Form bestimmen. . Davor braucht niemandem schwindlich zu werden. Das Tempo eines Fern-v-Zuges ist nur unheimlich, wenn man daneben steht; dabei kann man, wenn man nicht aufpaßt, sogar glatt umgeworfen werden. Wer aber drinnen sitzt, empfindet das Tempo gar nicht selten als — nervenberuhigend. Das ist es: man muß dabei fein, man muß m 11 = gehen, man muß sich einer Entwicklung, die mit innerer Notwendigkeit aus dem Wesen der Neuzeit erwächst, nicht griesgrämig entgegenstemmen wollen. Man muß sie im Kleinen zu meistern suchen, rote die Staatsführung mit Erfolg bemüht ist, sie im Großen zu meistern. Denn vergessen wir nicht: mir Deutschen haben viel Versäumtes nachzuholen! Uns kann das gesteigerte Tempo des Lebens, wie roir es täglich und stündlich empfinden, und nirgends stärker als auf der Berliner Autoschau, nur recht fein. Ministerpräsident Göring auf der Auiomobilausstettung. Die internationale Automobilausstellung hatte am Sonntag einen Rekordbesuch zu verzeichnen. 78 bis 80 000 Besucher aus allen (Bauen des Reiches besichtigten die Ausstellung, so daß die Zahl der Besucher seit der Eröffnung vor vier Tagen nahezu 200 000 erreicht hat. Die Zahl der Son- derzüge, die am Sonntagmorgen in der Reichshauptstadt eintrafen, war ganz ungeheuer, und die Beteiligung an diesen Fahrten übertraf alles bisher Dagewesene. Auch Sonderomnibuffe waren aus allen Teilen des Reiches in Berlin eingetroffen. Gegen 16 Uhr erschien auf dem Ausstellungsgelände Reichsluftfahrtmini st er General Göring. Er wurde vom Generalsekretär des Reichs- verbändes der Automobilindustrie Dr. Scholz fm Gegensatz zum früheren „humanen" System die demnächst durch englische Bombenflugzeuge böm- Pollzeioffiziere sehr stark erleichtert wurde durch Vke überwältigende Disziplin und die gute Ordnungsliebe, bewiesen von dem Volk, dem ich in seiner schweren Prüfungszeit einen kleinen Teil zu dienen die Ehre hatte. Rückgang der Verbrechen im neuen Deutschland. Berlin, 16. Febr. (DNB.) Ueber den Rückgang der Kriminalität im Deutschen Reich seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus veröffentlicht der „Völkische Beobachter" eine Aufstellung. Danach wurden im gesamten Reichsgebiet im Jahre 1932 bei den Amtsgerichten 439 269 Strafurteile gefällt, während die entsprechende Ziffer für das Jahr 1933 361211 ist. Im gesamten Reichsgebiet wurden 1932 3408 Schwurgerichtsurteile gefällt, im Jahre 1933 dagegen 3332. Zu dieser Aufstellung schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Diese Abnahme der Kriminalität ist in erster Linie auf die große Erziehungsarbeit zurückzuführen, die der Nationalsozialismus in allen Zweigen des öffentlichen Lebens begonnen hat, zum andern aber auch darauf, daß im neuen Deutschland verbrecherischen Elemente ganz genau wissen, daß sie für ihre begangenen Vergehen weit schärfere Strafen zu erwarten haben. Abgesehen vom Werden eines neuen starken Moralbegriffes in unserer Volksgemeinschaft schreckt die strengere Gesetzgebung manchen leichtsinnigen und haltlosen Menschen vor der Straftat zurück. Die Gerichte können in dem Bewußtsein, daß der heutige Staat nicht durch unangebrachte Gnadenmaßnahmen ihnen in den Arm fällt, schärfer und energischer als früher nach den bestehenden Strafgesetzen zu Recht erkennen. Die Tatsache, daß der Verbrecher nur in ganz seltenen Ausnahmefällen aus die Gewährung von Gnade rechnen kann, schreckt von der Begehung einer Straftat ab. Den größten Einfluß neben der Erziehungsarbeit der Bewegung und der Verschärfung der Strafgesetze au die erhebliche Verminderung der Kriminalität in Deutschland hat das starke Sinken der Erwerbslosenziffern und damit als direkte Folge die Behebung allgemeiner wirtschaftlicher Not, aus deren immer weiteren Bekämpfung eine noch weiterLehende Verminderung der Kriminalität zu erwarten ist. bardiert, um ihren Wert und ihre Sicherheit zu prüfen. Falls diese Versuche befriedigend ausfielen, würden weitere bombensichere Unterstände und Gebäude an militärischen Punkten, wie z. B. bei dem Truppenübungsplatz Aldershot sowie in Colchester, Chatham und Catterick und an allen wichtigen Flugplätzen errichtet werden. Schließlich sei geplant, in der Nähe des unteren Themselaufes einen Riesenunterstand zu errichten, in dem ein gesamtes Flugzeuggeschwader Platz finden könne. Neues Kreditabkommen für 1935. In Berlin wurde' ein neuer Vertrag über Aufrechterhaltung der ausländischen Bankkredite an die deutsche Wirtschaft vereinbart, der wiederum eine Laufzeit von einem Jahr umfaßt. Das zugrundeliegende Kreditvolumen ist von seiner ursprünglichen Höhe von 6,3 Milliarden Mark auf einen tatsächlich noch in Anspruch genommenen Betrag von etwa l3/< Milliarden Mark zusammengeschrumpft. An feiner Verminderung waren autze* dem Rückgang der Devisenkurse mehrer- Währungen und neben den erheblichen Rückzahlungen im ersten Vertragsjahre, besonders die Ab Forderungen in Reichsmark be, teiligt, die feit der Schaffung des Registermark» Systems den Gläubigern anheimgestellt sind. Vom 1. März,1933 bis zum 31. Dezember 1934 sind nicht weniger als eine Milliarde Mark auf diese Weise in Reichsmark zurück gezahlt worden, von denen der größte Teil für Reisezweckg Verwendung gefunden hat. Die Verwendung von Registermark für den Reiseverkehr hat zu einer Steigerung des Ausländerbesuches beigetragen. Es kann erwartet werden, daß ihre günstige Wirkung bestehen bleibt und zugleich die Verminderung der verbliebenen Schuld fortgesetzt wird. Die Ermäßigung der Zinssätze beträgt V« bis V2 v. Sy Ueber die weitere Inanspruchnahme der offenen Kredite sind Abreden getroffen, bei denen insbesondere die Wünsche der Reichsbank Berücksichtigung gefunden haben. Am Todestage König Alberts. Reichsaußenminister von Neurath soll nach London eingeladen werden. Das britische Kabinett besprach die deutsche Antwort. Sanz Belgien gedenkt des tragischen Geschicks seines Herrschers. London, 18. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die britische Regierung hat beschlossen, unverzüglich mit der deutschen Regierung über den vorgeschlagenen Fünfmächte-Luftvertrag und andere die Rüstungs- begrenaung und Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund berührende Fragen zu verhandeln. Als Ergebnis der Besprechungen, die während des Wochenendes zwischen den Mitgliedern des englischen Kabinetts geführt wurden, soll nach einer Meldung der „Daily Mail" vermutlich Freiherr von Neurath in absehbarer Zeit nach London ein geladen werden. Die britische Regierung arbeite an endgültigen Vorschläaen, die sie anfangs dieser Woche der französischen R e - aierung unterbreiten werde. Dies entspreche den mit Flandin und Laval getroffenen Abmachungen. Die britischen Minister seien zwar enttäuscht darüber, daß die deutsche Antwort auf die englisch-französische Erklärung mit Ausnahme des Luftpaktes nur in sehr unbestimmter Form eingehe. Sie glaubten aber, daß im Laufe der Verhandlungen der Umkreis der Besprechungen genügend erweitert werden könne, um eine freimütige Prüfung der Fragen der Gleichheit und der Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund einzuschließen. Von dem britischen Botschafter in Paris werde dieser Tage ein Bericht über d i e Aufnahme der deutschen Antwort in Paris erwartet. Die deutsche Note verspreche nichts. Sie lasse aber d i e Tür zu weiteren Verhandlungen offen. In der weiterrechnenden Frage einer allgemeinen europäischen Regelung werde die Bereitschaft au einer gründlichen Prüfung versprochen. Mehr sei nicht zu erwarten gewesen. Wie „Daily Telegraph" berichtet, wird die französische Regieruna keinen Einwand gegen unmittelbare englisch-deutsche Besprechungen über den vorgeschlagenen Luftpakt erheben. Man glaubt, daß ein Besuch des britischen oder französischen Außenministers in Berlin sich natürlicher ergeben werde, wenn die deutsche Regierung Zeit gehabt habe, die Prüfung des gesamten Inhaltes der Londoner Erklärungen zu beendigen. Im Interesse praktischer Ergebnisse halte man in London im jetzigen Stadium der Verhandlungen den Besuch eines deutschen Regierungsmitgliedes in London für zweckmäßiger. „Daily Heralb" führt aus, der nächste Schritt fei offenbar eine Beratung zwischen London und Paris über die deutsche Antwort. Hierauf sei mit B e - fprechungen zwischen London und Berlin zu rechnen. Die französische Regierung teile die Auffassung einiger französischer Journalisten von der Unzulässigkeit eines solchen Verfahrens (das einen Keil zwischen Frankreich und England treiben werde) nicht. Englisch-deutsche Besprechungen seien eine ebenso angemessene Methode, wie englische-französische Besprechungen. Der Grundgedanke fei ja, daß Deutschland mit den anderen Mächten auf völlig gleichem Fuße stehe. Der einzig wichtige Punkt fei, ob eine solche Besprechung im jetzigen Stadium zweckmäßig sein werde. Vielleicht werde man es nach sorgfältiger Erwägung für besser halten, die Dinge eine Weile ruhen zu lassen. „News Chronicle" nennt es befriedigend, daß die französische Regierung gegenüber der deutschen Antwort mehr Vertrauen und größere Vernunft zeige, als die Mehrheit der Pariser Zeitungen. Die französische Regierung halte anscheinend englisch-deutsche Besprechungen nach Absendung einer Antwort auf die deutsche Erwiderung durchaus für wünschenswert. Der wesentliche Inhalt dieser Antwort würde vermutlich in einem Ersuchen um größere Klarheit hinsichtlich Deutschlands Haltung in den Punkten bestehen, die die deutsche Note im Dunklen lassen. Gme pariser Stimme. Paris, 18. Febr. (DNB. Funkspruch). Der „Homme Libre", das Blatt Gustav Heroes, schreibt: Wir können uns nur an die Londoner Formel halten. Damit ist auch gesagt, daß wir uns mit der einfachen Beseitigung der militärischen Vorschriften des Versailler Vertrages nicht einverstanden erklären können. Diese Streichung setzt voraus, daß Teil V des Vertrages d u r ch ein allgemeines Rüstungsbeschränkungsabkommen e r - setzt wird und daß der N o r d o st p a k t und der Mitteleuropäische Pakt ausgenommen werden muß. Die Londoner Vereinbarungen bilden ein geschlossenes Ganzes. Wir könnten es Deutschland nicht erlauben, nur die Teile herauszunehmen, die sich auf die Stärkung feiner These von der Gleichberechtigung beziehen, dagegen diejenigen beiseite zu lassen, die unsere Thesen von der Gleichheit und der Sicherheit betreffen. Wir haben in London ein ganz bestimmtes Programm angenommen. Bleiben wir einig, denn das Geheimnis des Friedens liegt in der englisch-französischen Zusammenarbeit. Bombensichere Unterstände längs der englischen Küste. London, 17. Febr. (DNB.) Die englische Sonntagszeitung „Reynolds" meldet, daß zur Zeit an allen strategischen Punkten längs der englischen Küste bombensichere Unterstände erbaut werden. Mehrere dieser Unterstände würden Brüssel, 17. Febr. (DNB.) Am heutigen Tag hat sich zum erstenmal der Tag gejährt, da König Albert auf so tragische Weise ums Leben gekommen ist. In ganz Belgien fanden Gedächtnisfeiern statt. Die Hauptveranstalter der Feiern waren die Armee und die zahlreichen Verbände der ehemaligen Kriegsteilnehmer. Die Krypta in Laeken, wo König Albert seine letzte Ruhe gefunden hat, war den ganzen Tag über das Ziel von Tausenden. Vier hohe Generale der Armee hielten den ganzen Tag über am Grabe die Ehrenwache. In den frühen Morgenstunden fand am Grabe eine stille Gedächtnismesse statt, an der nur die Mitglieder der Königlichen Familie teilnahmen. Nach der Messe defilierten zahlreiche offizielle Abordnungen am Grabe vorbei, darunter die Mitglieder des königlichen Hauses, die Beamten der Hofverwaltung, Abordnungen beider Parlamente, sämtliche Staatsminister, die Mitglieder des diplomatischen Korps, Maltheser- ritter und andere Abordnungen. Eine stimmungsvolle Feier fand gleichfalls in den frühen Morgenstunden in Marches-les- Dames an d e r Unglücks st ütte statt, wo der Bischof von Namur an einem an dem Unglücksfelsen errichteten Altar eine stille Messe las. Schon am Samstag hatte König Leopold, der nur von feiner Schwester, der Prinzessin von Piemont, begleitet war, an dieser Stelle, die jetzt „Fxlsen des Königs" heißt, in stiller Andacht verweilt. Eine Gedächtnisrede Alandms. Der Wille zum Frieden darf nicht stumpf werden. Paris, 17. Febr. (DNB.) Der französische Ministerpräsident Flandin hielt eine Rundfunkrede zu Ehren König Alberts I. Flandin schilderte König Albert als eine der edelsten Figuren der Weltgeschichte und versicherte das belgische Volk der französischen Freundschaft und Treue. Nach einem Hinweis auf die Rolle des Königs während des Weltkrieges erklärte Flandin, daß es manchmal den Anschein habe, als ob der glühende Wille zum Frieden, den die Menschheit in schwerer Prüfung geschmiedet habe, etwas a b ft u m p f e. An sich vollkommen normale Rivalitäten und Konkurrenzen zeigten wieder einen gewissen Drang, sich in drohende Gegnerschaften umzuwandeln. Aber die Vereinigung der geistigen Kräfte dürfe eine solche Entwickelung nicht dulden, weil sie nur wieder zu einem Massenmorden führen würde. Es gebe in allen Staaten zu viele Leiden, als daß nicht jeder feine ganze Anstrengung auf die notwendige und dringende Heilung des Elends und der Arbeitslosigkeit richten müsse. Das s o z ia l e Gefühl sei unzertrennlich vom nationalen Gefühl, niemand habe das besser verstanden als König Albert. Das materialistische Zeitalter beginne, sich nach anderen Genüssen als rein physischen zu sehnen. Durch eine in der Geschichte häufig beobachtete Wiederkehr der Dinge mache sich heute wieder der Wunsch nach einem Ideal geltend, der gewisse Zeitalter der Geschichte geadelt habe. Der teilweise Bankrott des mechanischen Fortschrittes in dem Versuch der Standardisierung des Glücks habe dazu geführt, daß sich heute wieder die Schalter des menschlichen Mitgefühls öffneten. Der Mensch fei ein Versuchsfeld, das außergewöhnlich nutzbringend fein könne. Gespannte innerpolitische Lage in Belgien. Brüssel, 17. Febr. (DNB.) Der Generalrat der Sozialistischen Partei hat gemeinsam mit dem Vorstand der m a r x i st i s ch'e n Gewerkschaften beschlossen, die Regierung in der Kammer wegen des V e r b o t s der für den 24. Februar geplanten Massenkundgebungen in den Straßen Brüssels zu interpellieren. Die Interpellation wird von dem Führer der belgischen Marxisten, Vandervelde, der gleichzeitig Vorsitzender der 2. Internationale ist, begründet werden. Ministerpräsident T h e u n i s hat es in einer Besprechung mit Vandervelde abgelehnt, das Verbot zurückzunehmen. Die innerpolitische Lage in Belgien ist .infolge dieses neuen Konfliktes zwischen Regierung und Opposition wieder ziemlich gespannt. Die Sozialisten hoffen, die Regierung in der Kammer durch ihre Jnterpellationsdebatte in die Minderheit zu versetzen und den Sturz des Kabinetts T h e u n i s herbeizuführen. In Regierungskreisen ist man zuversichtlich. Es hat aber ein gewisses Aufsehen erregt, daß heute verschiedene der Regierung nahestehende Blättetr, darunter die „Libre Belgi- que", an dem Verbot der Regierung Kritik geübt haben. Tschiangkaischek wünscht Zusammenarbeit mit Japan. Schanghai, 17. Febr. (DNB.) General T sch i- a n g k a i s ch e f gewährte einem japanischen Pressevertreter ein Interview, in dem er die Notwendigkeit einer chinesisch-japanischen Zusammenarbeit unterstrich. Diese Zusammenarbeit müsse sich auf Ehrlichkeit stützen und vom Geist der Gerechtigkeit getragen fein. Es sei zu bedauern, daß Japan den ursprünglichen Geist orientalischer Zivilisation aufgebe und sich von der Theorie „M acht i ft Rech t" leiten lasse. Japan müsse die geiste und psychologische Einstellung des chinesischen Volkes berücksichtigen und müsse sich stets vor Augen halten, daß ursprünglich in China feine japanfeindliche Gefühle anzutreffen gewesen seien. China habe sich vom Joch der landfremden Mandschu-Dynastie befreit. Die Entwickelung in den Nordostprovinzen des chinesischen Reiches sei die Ursache unauslöschlichen Kleines Flieger-Kolleg. Von Görge Spervogel. Kisten und Maschinen. Als der Neue fein Bett und Spind zugewiesen bekommen hatte, tat er vor allen Dingen einmal feine Stadtkluft beiseite; denn darin kam er sich hier im Segelfliegerlager nun doch zu sonderbar vor. Mannomann, vier Wochen lang nichts anderes als Segelfliegen — vier Wochen, eine wunderbare Ewigkeit! Die Tür ging. „Aha, du bist also der Neue. Komm man mit, ich will dir erst mal den ganzen Kram Zeigen. Schon mal in einer Kiste gesessen?" — „Kiste?" — „Na, dann bist du ja wohl noch ein 6Qn3 blutiger Hangrodelanwärter. Aber zum Schwanzpiloten wirst du es bestimmt bald, gebracht haben, tröste dich." — „Soso ..." — „Denn wollen mir erst mal die Kisten begucken gehen, die Maschinen, genauer gesagt, also die Segelflugzeuge, damck du ganz genau im Bilde bist." — „Sind denn die ... die Kisten, sind denn das Maschinen, wo sie doch motorlos sind?" fragt der Neue einigermaßen verwirrt. „Tja, das ist nun mal so. Ein Motor ist keine Maschine, und eine Kiste wird Ma- schine genannt. Da muß man sich an gewöhnen. Komm, wollen losgehen." Der „A n f a n g", hinter dem es anfängt. „$ßie geht das denn nun eigentlich genau vor sich, wenn man fegelfliegen lernt?" — „Du fragst ein vlßchen mel auf einmal", lacht der Führer. „Aber ich will versuchen, es dir zu erklären. Oder warte mal, ich hole eben mal den Hannes her, der ist ein ganz alter Sack und hat auch schon Gruppen geschult. He! Hannes! Ist Hannes bei euch drüben?" Hannes wird gerufen und kommt aus der Schuppentür. „Was'n los? Ja, ich komme mit. Aha der Neue. Heil Hitler! Ich heiße Hannes. Also, Paule was liegt an?" Soundso, sagt Paule. „Zuerst", beginnt Hannes, „kommst du mit dem Zögling an den A^ang. Zögling ist der Schul- maschinentyp, A-Hang ist der Hang, wo die Anfänger geschult werden. Klar?" — „Klar." — „Na, da lernst du denn zuerst die Kiste geradehalten"; du wirst reingesetzt, die Maschine steht gegen den Wind, und du mußt nun die Flügel horizontal und die Nase der Kiste steif in den Wind halten, alles durch richtiges Umgehen mit dem Steuerknüppel. Ja, und dann kommen die ersten Rutscher hangabwärts, die ersten kleinen Sprünge, und bann immer ein Scheibchen mehr. Dazwischen als Würze immer wieder Seilausziehen, Kiste bergaufholen, - Soilausziehen, raufholen und so. Oder eben Schwanzpilot, das heißt, du hilfst hinten die Maschine festhalten, bis das Seit weit genug ausgezogen ist, und die Kiste losgeht. Auf Kommando natürlich nur, verstanden? Und so oder ähnlich fliegt man eines Tages feine A, Zeitdauer je nach Begabung." „Du mußt dir merken", wirft Paule ein, „daß du beim Hangrodeln, wie Hannes es dir eben geschildert hat, in der Kiste ein überflüssiges Wesen bist; denn die Kiste fliegt ganz von selbst am allerbesten, und du kannst nur Murks machen. Aber man muß eben lernen, wenn es nicht nötig ist, nichts zu tun, und wenn nötig, mit Glück oder Verstand das Richtige." — „Und nach der A, wo du bewiesen hast, daß du dich ein paar Sekunden lang in der Luft lebend erhalten kannst, kommt die B-Prüfung, wo du vorzuführen hast, daß du auch schon eine Kurve fliegen kannst, und daß du nicht immer nur das willst, was die Kiste im Augenblick will. Also, die A-Prüfung, das find fünf Dreißigsekundenflüge geradeaus, die B fünf Flüge zu sechzig Sekunden mit eingelegter 8-Kurve. Was nun die C anbetrifft, so hat man da zu beweisen, daß man nicht nur ein Gleit-, sondern auch ein Segelflieger ist — oder werden will. Bedingungen: Fünf Minuten Flua mit einer Maximalhöhe von mindestens fünfzig Meter über „bem Startplatz und Ziellandung am Startplatz." — „Und dann kann man alles?", fragt der Kleine begeistert. — „Dann fängt es eigentlich erst richtig an", sagt Hannes. Abgeschmiert, abgekocht und a b g e f o f f e n Denn was nun anfängt, ist der Thermikflug mit den großen Hochleistungsmaschinen, das Hinarbeiten auf das Segelflieger-Lei st ungsabzei- ch e n. Dessen Bedingungen sehen so aus: ein, Streckenflug von fünfzig Kilometer, ein Höhenflug von tausend Meter und ein Dauerflug von fünf Stunden. Wer dieses Leistungsabzeichen hat, kann mit gewissem Recht von sich behaupten, er wäre ein Segelflieger." — ..Haben Sie — hast du es schon?" — „Nee. Es ist noch unterwegs." — „Bist du denn schon mal abgestürzt?" — „Auch nicht. Nur einmal hat mir beim Landen eine Klamotte die Kiste kaputtgebufft. So ein dicker Stein, nicht wahr? Aon oben konnte ich ihn nicht ausmachen. Kein restloser Bruch; die Kiste war nur ein bißchen angetötet. Aber bu hast doch mal so etwas Aehnliches erlebt, Paule?" „Ja ..., also, bas war so ein Tag mit schonen Wolken unb nettem Wind, ich ging los und hing vor dem Hügel und krebste da herum und kriegte keinen Anschluß. Es war eine neue Maschine, die ich noch nicht kannte, unb ich dachte zuerst, es wäre nichts an ihr dran, trotzdem sie wunderbar weit klafterte; aber sie flog wie ein nasser Sack. Ich dachte schon immerzu, jetzt oder nie koch stduab; es war ein ewiges Absaufen." „Das ist so etwas wie gegen seinen Willen landen, verstehste?" schmiß Hannes ein. „Träge war die Maschine nicht, sie kam immer schnell, das heißt also, sie gehorchte der Steuerung schön leicht. Ich legte also meine Kurven, und nun stell dir vor, links von mir steigt der Hügel an, die Flügelachse steht senkrecht zum Hang, der Wind kommt von rechts. Die Kiste klafterte sehr weit, sagte ich, und so kam es, daß der obere Flügel — in dieser Sage oben — in eine höhere Luftgeschwindigkeit kommt als der untere; denn über dem Boden verlangsamt sich ja der Wind; die Kiste wird also einfach umgeschmissen, ich schmiere über den Flügel a b. Im ersten Augenblick denke ich, steig aus und schmeiß die Kiste hin; aber es war nicht sicher, ob in dieser Höhe der Fallschirm richtig klarkam, und eine trudelnde Kiste hat immer noch bessere Flugeigenschaften als der menschliche Körper alleine. Jetzt fällst du also auf den Pinsel, dachte ich, schade um die neue Maschine. Da legt sich die Kiste wieder ordentlich, ob von selbst ober durch mein Pumpen, mein Drücken unb Ziehen am Knüppel, ba, ich fege mit einem mörderischen Schuß über die Häupter der beinah trauernd Hinterbliebenen dahin. Nach dem Schrecken habe ich aber in der gleichen Maschine und am gleichen Tage noch meine fünfzig Ueberlanbfilometer gemacht. Es waren eben zu schöne Wolken ba." I n Wolken nach Petroleum bohren... „Wie ist das eigentlich in so einer Wolke?" will jetzt der Kleine wissen. — „Manchmal etwas trübe" meint Hannes nachdenklich. „Es kommt zu leicht vor, daß man da oben, ohne es zu wollen, anfängt n a ch Petroleum zu bohre n." — „Na, na", läßt sich der Neue etwas ungläubig vernehmen, „Petroleum?" — „Ein etwas pedantischer Herr", sagt Paule. „Wenn bu nach Petroleum bohrst, gehst du doch senkrecht abwärts, nicht? Na also." „Das ist nämlich etwas sonderbar", fährt Hannes fort, „wenn du erst mal im Dreck drinsitzt, will sagen im Nebel, in der Wolke, dann verlierst bu alles Gefühl für deine Lage. Ob bu auf dem Kopf ober auf der Seite liegst, bu merkst es nicht. Na, und nach den Gesetzen der Schwerkraft unb des Wegs des geringsten Widerstandes, nicht wahr? Verstanden?" „Ja... und in jeder Wolke gibt es also Aufwind?" „Nicht in jeder. Es gibt junge unb alte Wolken. Die jungen finb richtig. Das ist so: wo Aufwind ist, entstehen Wolken; denn oben ist es kühler als auf dem bestrahlten Boden, unb wo es kühl ist, kon- benfiert. sich der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, es bildet sich also ein Wasserdampfnebel, eine Wolke, Bei der Kondensation wird wieder Wärme frei, bas gibt neuen Aufwinb." „Wie merkt man denn, daß es irgendwo Aufwind gibt?" „Das muß man riechen. Wenn man Glück hat, gibt es Vogel, die man beobachten kann. Die wissen es am besten. Ich bin einmal stundenlang mit einem Habicht um die Wette gesegelt. Wir haben uns gut vertragen ba oben." „Und in der Wolke, wenn man nichts sieht, wie merkt man ba den Aufwind?" „Eine gute Maschine dreht von selbst in den Aufwindkanal. Sonst muß man sich auf seine Instrumente verlassen. Du siehst ja am Höhenmesser, ob es rauf ober runter geht. Wenn es zu schnell abwärts geht, wenn du also Petroleum bohrst, fangen die Spanndrähte im Luftzug an zu zwitschern. Unangenehmer ist es schon, wenn bu w i e eine reife Pflaume bahängst, die Kiste so überzogen hast, daß sie keine Fahrt mehr macht. Da schmiert man leicht ab." „Mensch", sagt der kleine Neue, „Junge, Junge!" Sein Gesicht leuchtet in stiller Begeisterung. „Denn wollen wir man zum Schuppen rüber® gehen und uns die Kisten mal ansehen." Abends schreibt der Neue den ersten Lagerbrief nach Hause. In ihm kommen herrliche Ausdrücke vor, vom Abschmieren angefangen über Abkochen und Krebsen bis zum auf den Pinsel fallen wie ein nasser Sack und nach Petroleum bohren. Ein wunderbarer Brief, bas muß zugegeben werden. Am nächsten Morgen, als der Junge im Zögling sitzt und ihn im Winde geradehalten soll, fest'und sicher auf dem Erdboden, sieht die Sache schon anders aus. Eine ziemlich verdammte Masse anders. ?.,n paar Tagen aber schon nicht mehr so sehr. Zögling zum Hangrodeln ist keine Hochleistungs- fifte, sagt sich der Junge und schreit zum erste» Male: „Ausziehen! Laufen! Los!!" das Volk Selbst - Ein Ortanartiger Sturm raste über Deutschland g mit neun London nach ist infolge erung und ie Sozia- imer durch lderheit ibineth Mgskreisen visses Auf- Regierung ihre Beigi- ritif ge> SM. i Presie- itawbity mehrere Todesopfer gefordert. In Bres»au wurde am Sonntagvormittag eine Verkäuferin auf dem Ring von einem herabfallenden Mauerstück erschlagen. Bei Halle wurde ein fünfjähriger Junge, der auf einer Wiese am Stadtrand abgebrochenes Astwerk sammelte, von einem umstürzenden Baum begraben und auf der Stelle getötet. In der Dewaheim-Kolonie im Mülheimer Stadtteil Dümpten wurden so schwere Verwüstungen am gerichtet, daß 36 Familien mit etwa 200 Personen zum großen Teil wohnungslos geworden ind. Zwei Personen mußten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Im Thüringer Wald war am Samstag der Postautobusverkehr von Friedrichsroda nach Finsterbergen unmöglich, da die Straße von etwa 70 vom Sturm gefällten Baumen gesperrt war. Im Bezirk der Reichsbahndirektion Dresden wurden durch den Sturm verschiedentlich Die Carolus-Druckerei vorm. Anton Heil G. m. b. H. in Frankfurt a. M. teilt u. a. mit: Das Mißverhältnis zwischen Abonnentenstand und den nicht weiter abbaufähigen Kosten für den Apparat einer Großstadtzeitunq zwingt uns zu dem Entschluß, die Rhein-Mainische Volkszeitung ebenso wie die Offenbacher Volkszeitung am 28. Februar ds I. zum letzten Male erscheinen zu lassen. Dte Druckerei, der Buchverlag sowie die Buchhandlung werden von der Schließung der Zeitung nicht berührt. lut et. Das Wasser steigt ziemlich schnell und rückt die Hochwassergefahr, wie schon in der vorletzten Woche, wiederum in bedrohliche Nähe. wurden Bäume entwurzelt und Telegraphendrähte zerstört. Auch in London selbst richtete der Sturm Sachschaden an. Mehrere Flüsse sind über ihre Ufer getreten. Der Windermere-See ist infolge der außerordentlich starken Regenfälle der letzten Zeit erheblich über seine Ufer getreten. Senerolrat gemeinsam en Ge. ,n9 in bet Jen 24. Feigen in Die Jnter- ichen Mai. Vorsitzen, et werben, einer Be- , bas Lei- Jm Alter von 71 Jahren ist in Wiesbaden der frühere Regierungspräsident Dr. Wilhelm von M e i st e r gestorben. Der Verstorbene war ein Sohn des Mitbegründers der Höchster Farbwerke Karl Friedrich Wilhelm Meister. Er wurde 1892 Landrat in Höchst und leitete von 1905 bis 1919 den Regierungsbezirk Wiesbaden. ♦ Aus dem Asow-Donez-Gebiet' wird gemeldet, daß Bauern auf offener Straße zwei jugendliche Kommunisten erschossen haben. Durch die politische Polizei wurden sechs Störungen im Zugverkehr verursacht. Sturm an der Wasserkante. Drei Fischer ertrunken. Der schwere W e st st u r m, der Sonnabendnachmittag wieder über dem ganzen norddeutschen Küstengebiet und der See tobte, wütete auch am Sonntag weiter. Er richtete in Hamburg und Umgegend erheblichen Gebäude- und Baumschaden an. Die Bewohner in der Nähe des Hafens haben sich auf Hochwassergefahr vorbereitet. In der Nordsee ruht fast der gesamte Schiffsverkehr. Bei Cuxhaven sind zahlreiche Schiffe vor Anker gegangen, um besseres Wetter abzuwarten. Auch auf der Unterelbe ankern Fahrzeuge aller Größe und Nationalitäten. In der Nacht zum Sonntag fetzte unter starken Regen- und Schneeschauern über der Danziger Bucht ein heftiger Nordwestfturm ein, der sich in den Morgenstunden zum Orkan steigerte. Der Sturm hielt mit fast unverminderter Stärke den ganzen Sonntag über an. Zahlreiche Sturmschäden werden aus Danzig und den Vororten gemeldet. Der Sturm drückte mehrere Schaufensterscheiben ein, auch wurden Bäunte entwurzelt. Der Strießbach, der infolge der Schneeschmelze über die Ufer getreten war, hat einzelne kleinere Gehöfte überschwemmt. Der Sturm hat auch zahlreiche Schäden an den Lichtleitungen verursacht. Auf der Ostsee vor Bodenwinkel an der Danziger Nehrung kenterte etwa 300 Meter vom Strande entfernt ein mit vier Fischern* besetztes Boot. Drei von ihnen fanden den Tod in den Wellen. Der vierte wurde mit dem gekenterten Boot- an das er sich geklammert hatte, eine Stunde nach dem Unglück an Land aetrieben. Die Mosel um über 2 Meter gestiegen. Seit Samstag ist die Mosel infolge der starken Niederschläge im Hochwald, in den Vogesen und in der Eifel um über zwei Meter g e - stiegen. Der Trier-Pegel, der noch am Freitag- beftimmung, Gleichberechtigung, sowie nach Schaffung einer modernen Nation im Geiste der Unabhängigkeit und des S e l b st - vertrauens gebe keinen Grund für internationale Verwirrungen. Die Lösung schwebender und trennender Fragen ließe sich auf dem Wege diplomatischer Verhandlungen erreichen. Bom BeichsberufSwettkampf. pitän zur See, 1892 Konteradmiral, 1895 wurde er zur Disposition gestellt und erhielt 1901 den Charakter als Vizeadmiral. Während des Krieges war Aschenborn Kommandeur des Freiwilligen Kaiserlichen Motorboot-Korps, das er in Friedenszeiten elber gegründet hatte. Aschenborn war Vorstandsmitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft und Präsident des Kaiserlichen Motorklubs und des Kaiserlichen Jachtklubs. Zeppelin-Kapitän Flemming f. Von der Kundgebung im Sportpalast. Die Redner i des Abends, Reichspropagandaminister Dr. G o e b - ! bels, Reichsjugendführer Baldur v. Schirach i (Erster von rechts) und Reichsorganisationsleiter । Dr. Ley (Dritter von rechts), im Gespräch mit einem Pimpf. Die bevölkerungspolitische Auswirkung i des Reichserbhofgesehes. Berlin, 15. Febr. (DNB.) Die Akademie ' für deutsches Recht teilt mit: Der Ausschuß ; für Erbhofrecht der Akademie für deutsches Recht ' tagte am 14. Februar unter dem Vorsitz von Ministerialrat Dr. Saure im Preußenhaus. Es wurde die bevölkerungspolitische Auswirkung des Reichserbhofgesetzes und die damit zusammenhängenden Fragen besprochen. Der Ausschuß, an dessen Sitzung u. a. die führenden Bevölkerungspolitiker teilnahmen, ist sich darüber einig, daß die zunächst hier und da geäußerten bevölkerungspolitischen Bedenken gegen das Reichserbhofgesetz grundlos sind, daß vielmehr im Gegenteil das Reichserbhofgesetz die Grundlage dazu bietet, daß das Bauerntum durch eine möglichst große Kinderzahl seine Verpflichtung zur Erhaltung der Nation erfüllt. Meine politische Nachrichten Am Freitag empfing der Reichsaußenminister Frhr. v. Neurath den italienischen Botschafter Cerutti und alsdann den belgischen Gesandten Grafen Kerkhove und unterrichtete sie über die deutsche Antwort auf das Londoner Kommunique. * Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichsorganifationsleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, zu feinem Geburtstag telegraphisch herzliche Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Ihre Glückwünsche Haden ferner, u. a. drahtlich, ausgesprochen: Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Seldte, Reichssportführer von Tschammer-Osten, viele Gauleiter der NSDAP., die Bezirks- und Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront,'viele Gefolgschaftsmitglieder und Betriebsführer aus allen Gauen Deutschlands. * Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik bei der Reichsleitung der NSDAP., Bernhard Köhler, veranstaltet am 4. März in Leipzig gelegentlich der Frühjahrsmesse eine große Kundgebung, die die Geschlossenheit von Partei, Staat und Wirtschaft vor aller Oefsentlichkeit bartun soll. Es sprechen Reichsbank- präsident Dr. Schacht, der Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. Goerdeler und der Präsident der Reichswirtfchaftskammer Pg. Hecker. * Zum Verbot der Wochenschrift „Der Reich's- w a r t" teilt die Deutsche Glaubensbewe- gung mit, daß ihr jeweils nur die als solche gekennzeichnete Beilage des „Reichswart" zur Verfügung stand. Das Verbot der Wochenschrift ist wegen eines in dem übrigen politischen xeu er= schienenen Artikels erfolgt, mit dem sich die deutsche Glaubensbewegung in keiner Weise identifizieren kann. * In dem Bericht des Deutschen Nachrichtenbüros über die Rede, die Staatssekretär Rein- hardt am 9. Februar über die neue Durchführungsverordnung zum Einkommensteuergesetz gehalten hat, hieß es: „Außerdem wurden Junggesellen über 55 Jahre den kinderlos Verheirateten gleichgestellt, so daß fie nicht unter die erhöhe Einkommensteuer der Ledigen fallen." In diesem Satz muß es richtig anstatt Junggesellen heißen: „Verwitwete und geschiedene Personen über 55 Jahre." menarbeit unb oom in. Es sei ichen Geist ch von bcr isse. Nm lellmz des müsse K h in Um >n gewesen er land» befreit ;en des chi> kslöschlichen unklar gehalten, sie bedeuteten aber trotzdem einen Wendepunkt. Der erste Schritt auf dem Wege der Besserung der chinesisch-japanischen Beziehungen sei also bereits erfolgt. Um weiter daran zu glauben, müsse Hirota seinen Worten nunmehr Taten folgen lassen, aus denen t— ____ hervorragender Pionier der deutschen Luft- chiffahrt, Luftschiffkapitän Hans Kurt Flemming, t im Alter von 48 Jahren den Folgen einer Operation erlegen. Mit ihm verliert der Luftschiffbau Zeppelin und die deutsche Luftfahrt einen ihrer erfahrensten und zuverlässigsten Zeppelin-Kapitäne. Flemmig war aktiver Seeoffizier. 1916 wurde er zur Marinelustschiffabteilung kommandiert und als Kommandant vieler Marineluft- . .Seim 'St 8 fe b'i % St K ? * eM; Chinas die neue Einstellung Japans erkennen könne. Das Streben Chinas nach ~ Der Abessinien-Konflikt. Oer Große Faschistische Hat billigt Italiens militärische Maßnahmen. Personen verhaftet. Die Tat ist eine Folge der Zwangsmaßnahmen örtlicher kommunistischer Stellen, die die Bauern, die sich der Kollekti- visierung widersetzen, verfolgt hatten. Aus aller Welt. Vizeadmiral a. D. Afchenborn f. In Kiel ist Vizeadmiral a. D. Richard Aschen- born, einer der ersten Vorkämpfer der deutschen Kriegsmarine, im Alter von 86 Jahren gestorben. Er wurde 1848 geboren, besuchte das Gymnasium in Hirschberg in Schlesien und trat 1862 als Volontär-Kadett in die damals Preußische Marine ein. 1864 nahm er an Bord der „Vineta" an dem Gefecht bei Danzig teil. Als Korvettenkapitän war er 1885 Kommandant des kleinen Kreuzers „Nautilus" unb1 erhielt auf der Reife nach China in Kapstadt den Befehl, nach Angra Pequena zu gehen, um über die Ansiedlung des Bremer Kaufmanns L ü d e r i tz zu berichten, dessen Erwerbungen von England auf Grund angeblicher früherer Eigentumsrechte angefochten wurden. Auf seinen Bericht hin erfolgte die Schutzerklärung des Reiches für das Lüderitzsche Gebiet. 1886 wurde Aschenborn Ka- chiffe dem Vaterland durch erfolgreiche Fahrten über England und der Nordsee wertvolle Dienste geleistet. Dann war er im Grenzland als Baltikumkämpfer. 1919 berief Dr. Eckner Flemmig als Führer des Derkehrsluftschiffes „Bodensee", das täglich zwischen Friedrichshafen und Berlin verkehrte. 1921 unternahm er eine Studienreise nach Nordamerika zur Beobachtung der Wetterverhältnisse auf der Strecke Neuyork—Chicago und 1922 eine meteorologische Studienreise nach Westindien als Vorbereitung für die geplanten Südamerikafahrten. 1924 nahm er an der Ueberfahrt des ZR III nach Amerika teil. Von Oktober 1924 bis Februar 1925 war er als Führer der deutschen Jnstruktionsbesatzung für das Reparationsluftschiff „ZR III" (Los Angeles) auf der amerikanischen Luftschiffstation Lakehurst NI. tätig. Seit Indienststellung des Luftschiffes „Graf Zeppelin" hat Kapitän Flemming auf zahlreichen Fahrten dieses Luftschiff geführt. Glückwünsche zum 80. Geburtslage des Großneffen des Turnvaters Jahn. Der Großneffe des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn, Hermann Jahn, der in Berlin-Friedenau wohnt, vollendete dieser Tage sein 8 0. Lebensjahr. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hatte folgenden Glückwunsch gesandt: „Zu Ihrem heutigen 80. Geburtstage spreche ich Ihnen in dankbarem Gedenken an das Wirken Ihres Großonkels, des Turnvaters Jahn, und zugleich in Würdigung Ihrer eigenen Verdienste um die deutsche Turnerei meine herzlichsten Glück- und Segenswünsche aus. Gez.: Adolf Hitler." Der Reichsfportführer und Führer der Deutschen Turnerschaft von Tfchammer und Osten beglückwünschte Jahn in einem Schreiben, in dem er auf die Verbundenheit des neuen Deutschland mit dem Geiste Friedrich Ludwig Jahns hinwies, der vor 150 Jahren die Urgesetze einer deutschen Volkserziehung aufgestellt habe. Der stellvertretende Führer der Deutschen Turnerschaft, Karl S t e d i n g , und der Führer des Turngaues Brandenburg, SS.-Standortführer von Berlin und SS.-Oberführer Major a. D. Breit- haupt, sprachen ihre Glückwünsche persönlich aus. Im brennenden Hause tot aufgefunden. Von einem Hitlerjungen wurde in Oderborg (Mark) aus einem Häuschen am Melkensteig starke Rauchentwicklung wahrgenommen. Er alarmierte die Feuerwehr, die in der Küche des Hauses eine Frau, vermutlich die Hauseigentümerin, t o t auffand. Die Leiche soll schwere Verletzungen, zum Teil sogar Verstümmelungen, aufweisen, so daß mit einem Verbrechen, zu dessen Vertuschung der Brand angelegt worden ist, zu rechnen ist. Von der Staatsanwaltschaft Pranzlau wurde die Berliner Mordkommission zur Klärung des Falles angefordert. Großfeuer legt zwei Wohnhäuser in Asche. In Rhens (Landkreis Koblenz) brach ein Groß- feuer aus, durch das zwei Wohnhäuser vollkommen eingeäschert und weitere sechs Gebäude stark beschädigt wurden. Die Flammen fanden an den in den Speichern der beiden Häuser lagernden großen Heu- und Strohvorräten reiche Nahrung. Nur mühsam konnten die Bewohner der brennenden Häuser das nackte Leben retten. Der Sohn einer vom Brande betroffenen Familie stieß bei dem Versuch, noch Kleidungsstücke in Sicherheit zu bringen, auf feine am Boden liegende Mutter, die bereits dem Erstickungstode nahe mar. Obgleich das Zimmer bereits an allen Ecken in Flammen stand, gelang es ihm, feine Mutter lebend zu bergen. Bei den Löscharbeiten schlug plötzlich der Giebel eines Hauses um und fiel auf die benachbarten Häuser, deren Dächer sofort von den Flammen erfaßt wur- 1 den. Der energischen Arbeit der Feuerwehr gelang es schließlich, das Feuer einzudämmen. Wintersporlplähe am Arlberg vom Verkehr abgeschnitten. Infolge des Witterungsumschlages der letzten Tage sind die bekannten Wintersportplätze Zürs, Lech, Zug und Warth am Arlberg wieder von jedem Verkehr und von der Außenwelt ab- geschnitten. Auch für Skiläufer ist der Weg ins Tal wegen der großen Lawinengefahr nicht 1 möglich. Die Flexenpaßstraße ist unpassierbar. , Der Tod im Brunnenschacht. Auf einer Baustelle außerhalb des Dorfes Col- . bitzow bei Stettin ereignete sich bei Ausschachtungs- : arbeiten für einen Brunnenbau ein Unglück, dem ■ zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Ein - Sohn des Inhabers der ausführenden Firma Kurt : Below aus Scheune wurde, als er in vier Meter , Tiefe im Schacht beschäftigt war, durch nachstür- i zende Kiesmassen verschüttet. Bei den sofort i aufgenommenen Rettungsversuchen trat nach ein- = stündiger Tätigkeit nochmals ein großer Erdabsturz t ein. Diesmal wurde ein Gehilfe des Brunnen- • bauers, der 30 Jahre alte Bruno Junge aus - Niederzahden, der sich besonders eifrig bei den Rom, 17. Febr. (DNB.) Dem Großen F a - chistischen Rat machte Mussolini die Mitteilung, daß mehr als 70 000 Schwarzhemden aus allen Teilen Italiens die Bitte geäußert haben, in die Truppe eingereiht zu werden, die für das östliche Afrika in Berett- chaft stehen. Taufende alter Frontkämpfer äußerten denselben Wunsch. Die Mitteilung wurde mit viel Beifall ausgenommen. Der Große Rat nahm eine Entschließung an, in der a ll e diplomatischen Schritte gebilligt werden, die di e Beziehungen zu Frankreich auf eine neue Grundlage stellen und die schwebenden Fragen seit Beendigung des Weltkriegs einer Lösung näherbringen. Begeisterte Billigung fanden die militärischen Maßnahmen zur Festigung der Sicherheit und des Friedens in den italienischen Kolonien Ostafrikas, die bereits in die Wege geleitet wurden, ebenso wie die, die in der weiteren Folge sich als notwendig erweisen werden zur Sicherung der italienischen Interessen und der B e f r i e - düng der eingeborenen Völkerschaften. Mit tiefer Genugtuung wurde ferner der Umstand zur Kenntnis genommen, daß 13 Jahre staatspolitischer Erziehung durch den Faschismus genügt haben, um d i e EinberufungderRefervisten des Jahrgangs 1911 in der größten Ordnung und Ruhe abzuwickeln. Die Sitzung wurde geschlossen mit einem Gruß an die Truppen, die abgehen und an die, die noch abgehen werden. Nach einer amtlichen Mitteilung sind zwei Bataillone f a s ch i st i s ch e r M i l i z in Stärke von ungefähr 3000 Mann von Rom nach Messina verladen worden, wo sie nach Italienisch- Ostasrika eingeschifft werden sollen. Vor der Abreise hat Mussolini in Begleitung des Generalstabschefs der faschistischen Miliz, General T e - ruzzi, die Parade der beiden Bataillone ab genommen und eine kurze Ansprache an sie gerichtet. Gleichzeitig besichtigte der italienische Kronprinz in Neapel ein weiteres Bataillon faschistischer Miliz, das ebenfalls feine Reise nach Jtalienisch- Ostasrika antreten wird. nicht. A jt unb de; icht wahn also Aus' tte Wolke«. >o Aufwind kühler a» Wist, ton- -r Lust, ging Wolke« me frei, das >nbn)O Aus- 5 sieht, °>ie in den Alls' srg ^e, W* :rrM‘ jj, :n ftp >xs oll'Ig'u (Ul' ÄS S-K J»11 Das pariser Echo. Paris, 18. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der Beschluß des Großen Faschistischen Rates, einige Milizbataillone nach Ostafrika zu entsenden und nötigenfalls weitere Milizabteilungen aufzubieten, wird in Paris als die Einleitung zu einer militärischen Aktion größeren Stils in Afrika aufgesaßt, die über den Rahmen einer reinen Verteidigungsmaßnahme hinausgehen könnte, und auch als der Beweis für die Entschlossenheit des Duce, die regulären Truppen im Hinblick auf etwaige Verwicklungen in Mitteleuropa im Mutterland zu belassen. So schreibt der „Matin" u. a.: Italien wird die Hilfsquellen der Landesverteidigung des Mutterlandes in keiner Weise schwächen. Aber die nach dieser Richtung geplanten Maßnahmen scheinen gerade in einer weitergehenden Mobilisierung zu bestehen. Die bis jetzt in Abrede gestellten Truppenoerschickungen werden nun amtlich zugegeben, und die Mobilmachung wird verstärkt. Rom ist entschlossen, von Addis Abeba eine Wiedergutmachung zu verlangen und läßt sogar eine ausgedehntere spätere Aktion in Afrika für seine Sicherheit und seine koloniale Ausbreitung durchblicken. Japan melbet sich zu Wort. Io Ei o, 18. Febr. (DNB.) Nach japanischer amtlicher Mitteilung hat der japanische Botschafter in Rom, Sugimura, eine längere Besprechung mit Staatssekretär Suvich gehabt, die dem italienisch-abessinischen Konflikt galt. Der Botschafter Japans hat in dieser Besprechung der italienischen Negierung den japanischen Standpunkt zur Kenntnis gebracht und die Hoffnung auf eine friedliche Lösung ausgedrückt. Sugimura wies weiter darauf hin, daß Japan in Abessinien starke wirtschaftliche Interessen habe, lieber die Stellungnahme der italienischen Regierung wird in der japanischen Presse noch nichts mitgeteilt. Schwere Schäden in Berlin und Leipzig. Ein außergewöhnlich starker Sturm verursachte zahlreiche schwere Schäden in allen Teilen von Berlin. Mehrere Bäume wurden entwurzelt. In der Jnnensiadt stürzte ein Baugerüst ein. Verkehrsunfälle, die glücklicherweise glimpflich verlaufen sind, ereigneten sich auch infolge des Sturmes. In Berlin-Schmargendorf wurde der Schornstein eines Privathauses umgerissen. Bei den Aufräumungsarbeiten durch die sofort herbeigerufene Feuerwehr stürzte ein zweiter Schornstein ein. Durch die fallenden Trümmer wurde der 55jährige Oeberfeuerwehr- mann Paul Becker so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb. . In der Nacht zum Sonntag raste über Leipzig ein orkanartiger Sturm hinweg, der schweren Schaden anrichtete. Vielfach stürzten Schornsteine ein; Dächer wurden abgedeckt, Zäune eingedrückt und zahlreiche Bäume entwurzelt. Am Bahnhof Knauthain stürzte ein Lichtmast über die Straße. Ein Kraftwagen fuhr dagegen, dabei wurde eine Person verletzt. Auch Schaufenster wurden eingedrückt. Die gesamte Feuerwehr war von 3 Uhr morgens an alarmiert, um die Verkehrshindernisse zu beseitigen. Auch in der näheren und weiteren Umgebung wütete der Sturm, namentlich im Muldetal unterhalb von Wurzen. Hier wurde im Arbeitslager Canitz durch die Gewalt des Sturmes das 60 Meter lange und 12 Meter breite Dach des Lagergebäudes über die 80 Meter entfernt liegende Dorfstraße hinweg gegen die gegenüberliegenden Häuser geschleudert. Personen kamen auch hier nicht zu Schaden. Auch über England ... Schmerzes für das chinesische Volk. Um eine chinesisch-japanische Zusammenarbeit Wirklichkeit werden zu lassen, könne diese Tatsache nicht übersehen werden. Die steten Angriffe und vielfachen Erniedrigungen reizten das chinesische Volk auf. Sich ihrer zu enthalten, sei die Vorbedingung für eine Verbesserung der Beziehungen. Hierfür sei zunächst erforderlich, geordnete Verhältnisse wiederherzustellen, denn erst dann könne die rein wirtschaftliche Zusammenarbeit xum gegenseitigen Besten in Angriff genommen roeroen. Die Erklärungen Hirotas seien zwar noch etwas 3 beoba^ «f wieder eilend, bet habe. N'lchei, -landardi. daß sich suchen 1 em Der- W lein , Der orkanartige Sturm, von dem ganz I abend 1,19 über Null gezeigt hatte, wies am Sonn- Deutschland in der Nacht zum Sonntag und wäh- tagabenb einen Wasserstand von 3,85 Meter auf. rend des Sonntages heimgesucht wurde, hat außer Am Oberlauf der Mosel wie auch unterhalb Trier zahlreichen Sachschäden und Verkehrsswrungen auch ind weite Strecken des Ufers bereits uoer- Ein ungeheurer Sturm fegte am Samstag über große Teile Englands und richtete beträchtlichen Schaden an. Mehrere Schiffe konnten infolge des Unwetters nicht ausfahren. Der Dienst der Imperial Airway auf der Luftlinie London— Brüssel—Köln wurde eingestellt. Im Gegensatz dazu wurden von Flugzeugen der Deutschen Lufthansa zwei neue Schnelligkeitsrekorde aufgestellt. Eines der Flugzeuge flog mit neun Fluggästen an Bord die Strecke von London nach Amsterdam in genau einer Stunde. Dies bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 335 Kilometer die Stunde. In vielen Teilen des Landes Bergungsarbeiten betätigt hatte, verschüttet. Obwohl ihn Arbeitskameraden in wenigen Augenblicken aus den Erdmassen befreien konnten, war er bereits t o t. Möglicherweise ist er einem Herzschlag erlegen. Die Freilegung des tödlich verunglückten Vrunnenmeisters gelang erst nach mehrstündiger angestrengter Arbeit. Oer erste Fliegerhandtverkerwett- bewerb in Berlin. Der vom Deutschen Luftsportoerband veranstaltete erste deutsche Fliegerhandwerkerwettbewerb wurde in Berlin-Wilmersdorf feierlich eröffnet. Reichshandwerksmeister Schmidt dankte Reichsminister Göring und dem Deutschen Luftsportverband für die Durchführung einer glücklichen Idee. Der Irrglaube ist schwer auszurotten, daß der technische Fortschritt der Totengräber des Handwerks sei. Den besten Gegenbeweis sehe man hier vor sich: Unsere Segelslugzeugbauer! Sie gehören — ebenso wie die Kraftfahrzeughandwerker, die Rundfunkmechaniker, die Aluminiumschläger und viele andere — den jungen Handwerkszweigen an, die gerade der technische Fortschritt immer wieder von neuem entstehen läßt. So steht das Handwerk im Ringen um das kulturelle Gesicht unseres neuen Zeitalters und leistet mit seinen uralten, heute verjüngten Erziehungseinrichtungen das seine, um den neuen deutschen Menschen werden zu lassen. Präsident Lörtzer ging auf den Sinn des Wettbewerbes ein. Wenn bisher in der Fliegerei immer nur die Leistung des Piloten anerkannt worden sei, solle jetzt auch der Fliegerhandwerker, der durch seine Arbeit erst die Leistungen des Piloten ermögliche, öffentlich anerkannt werden. SA.-Männer schaffen eine Berufsschule für erwerbslose Kameraden. — 48 000 Arbeitsstunden freiwillig geleistet. Ein einzigartiges H i l f s w e r k hat die Karlsruher SA. in vorbildlichem Opfersinn geschaffen. Ein leerstehendes vierstöckiges Fabrikgebäude wurde von Grund auf zu einer Berufsschule für erwerbslose SA.-Männer umgebaut. Der Umbau wurde ebenfalls nur von SA.-Männern vorgenommen, die insgesamt 48 000 Arbeitsstun - den freiwillig leisteten, um die Durchführung dieses großen Hilfswerkes zu ermöglichen. Die Berufsschule soll in der Art einer Scheinfirma aufgezogen werden, die über alle Abteilungen von der Werkstatt bis zur Direktion verfügt. Muffelwild im Westerwald. Der Kreisjägermeister für den Kreis Altenkirchen (Westerwald) will den Versuch machen, in geeignet erscheinenden Waldungen des Kreisgebiets Mufflonwild oder Muffelwild einzusetzen, von dem man annimmt, daß es in den klimatischen Verhältnissen des Westerwaldes sehr gut gedeiht. Der Mufflon ist ein auf Korsika und Sardinien lebendes Wildschaf, das bereits mit Erfolg in mitteleuropäischen Gebirgen, z. B. im Taunus und in der Tatra eingebürgert worden ist. Englisches Militärflugzeug abgestürzt. — Acht Tote. Ein dreimotoriges englisches Militärwasserflug- aeug, das sich auf dem Fluge von Neapel nach der Wasserflugzeugstation Calafrana auf Malta befand, ist kurz vor Messina im Nebel gegen eine Hügelkette gestoßen und brennend abgestürzt. Sämtliche acht Insassen fanden dabei den Tod. Mädchenmord In Spandau. — Einem Heiratsschwindler zum Opfer gefallen? Vor etwa vierzehn Tagen war in Spandau von einem Schüler eine weibliche Leiche an der Bordschwelle einer einsam gelegenen Straße aufgefunden worden. Mit Hilfe der Presse konnte ermittelt werden, daß die Tote die Hausangestellte Alma Garbe aus Berlin-Wilmersdorf war, die angeblich zu ihrem Bräutigam nach Spandau gefahren war. Der Name dieses „Bräutigams" war unbekannt. Schließlich konnte der 25jährige Paul Polte verhaftet werden, der schon mehrfach die Polizei wegen Heiratsschwindeleien beschäftigt hatte. Polte erklärte, die Garbe das letzte Mal im Dezember gesprochen zu haben. Er wollte auch nicht den Abschluß einer Lebensversicherung zu seinen Gunsten für die Garbe veranlaßt haben. Nach den bisherigen Ermittlungen hat sich Polte auch in vielen anderen Fällen mit Heiratsschwindeleien befaßt und Frauen um Barmittel geschädigt. Das Auto, das er besitzt, ist von Mitteln erworben worden, die er einer Frau abgegaunert hat. Die Polizei suchte nun festzustellen, wann und wo Polte in Begleitung der Garbe gesehen worden ist. Doppelmord an einem alten Ehepaar. In ihrer Wohnung in Froburg bei Borna in Sachsen sind der 74jährige Bäckermeister Hermann Derlei und dessen 64jährige Ehefrau mit schweren Schädelverletzungen durch Hammerschläge und mit durchschnittenen Kehlen t o t aufgefunden worden. Der Täter, ein 25 bis 30 Jahre alter Mann, lief einer gerade zu Besuch kommenden Bekannten des Ehepaares Derlei in die Hände, stieß die Frau zur Seile und würgle sie. Da sie sich energisch wehrle, kam der Täter ins Stolpern und fiel die Treppe hinunter. Er konnte durch die Hintertür und den Garten fliehen. Der Flüchtling konnte bisher nicht gefaßt werden. Da Derlei auch Geld verlieh, ist es möglich, daß der Täler an Derlei herangetreten war, um von ihm Geld zu leihen. Schwere Bluttaten aus verschmähter Liebe. In Wildenberg und Widdersdorf in der Nähe von Abensberg (Niederbayern) ereigneten sich zwei schwere Bluttaten. Der 33 Jahre alle Johann 3 i r n g i b l aus Widdersdorf Hal, anscheinend aus verschmähter Liebe, auf die 24jährige Hausangestellte Anna G o e ß w a l d in Wildenberg einen Schuß ab-- gegeben und das Mädchen im Gesicht schwer verletzt. Kurze Zeil darauf begab sich Zirngibl nach Widdersdorf, wo er die 28jähriae Bauerntochter Lehner tötete. Die Suche nach Zirngibl war bisher ergebnislos. Feuerkampf mit ausbrechenden amerikanischen Sträflingen. In Oranito (Oklahoma, USA.) verübten mehr als 30 in dem Slaalsgefängnis untergebrachte Verbrecher einen Ausbruch. Sie schossen dabei mit Revolvern, die auf ungeklärte Weise in ihren Besitz gekommen waren. Bei dem Feuergefechl am Haupttor des Gefängnisses fand ein Gefängniswärter den Tod, während mehrere Sträflinge verwundet wurden. 17 Verbrecher entkamen, die anderen konnten wieder eingefangen werden. Schon 1932 waren aus demselben Gefängnis 23 Sträflinge ausgebrochen. Es ist übrigens das einzige amerikanische Gefängnis für männliche Verbrecher, dessen Leitung in den Händen einer Frau liegt. Altonaer Fischdampferbesahungen stiften 50 000 Pfund Salzheringe für bas WHW. Durch vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Altonaer Fischdampfer-Reedereien, der NS.-Volks- wohlfahrt und der Ortsoerwaltung der DAF., Gau- roaltung Seeschiffahrt, sowie durch den tatbereiten Opfersinn der Fischdampferbesatzungen war es möglich, für das Altonaer Winterhilfswerk über 50000 Pfund gesalzene Heringe zu spenden. Es handelt sich um die überschüssige Menge aus dem Deputat, das jedem Fischdampfermann für jede Reife in Höhe von 35 Pfund Heringen zuslehl. Die NSV. Hal den Fischdampferleuten als Dank und Anerkennung für ihre Opfertat Freikarten für Theater und andere Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Der Altertumsfund im Steinbruch. Im Steinbruch der Gemeinde Eigendorf bei Montabaur wurde vor einigen Tagen bei Aufräu- mungsarbeilen eine Fe^senkommer f r e i gelegt, die nach den gemachten Funden zu schließen, früher von Menschen bewohnt worden ist. An den Wänden der Kammer befanden sich Stein in - s ch r i f t e n und Abbildungen verschiedener Tier- gattungen. Unter den letzteren war besonders oft die Darstellung eines Elches vertreten. Die weitere Untersuchung förderte noch einen zweiten Raum zutage, in dem aus Stein angefertigte Waffen und verschiedene Wildfanggeräle in großer Zahl und gut erhaltenem Zustand gefunden wurden, ebenso Knochengerüste von Menschen und Tieren sowie ein Elchgeweih. Die wertvollen Fundftücke wurden zunächst auf dem Bürgermeisteramt in Elgendorf sichergestelll, von wo sie wahrscheinlich dem Kreis- Heimatmuseum in Montabaur zugeführl werden. Die Ausgrabungen werden in der Erwartung weiterer Funde fortgesetzt. Buntes Allerlei Untröstlicher Liebeskummer. Fast vierzig Jahre Hal Henry Plumper aus Rochester in Süd-England als Erwachsener sein Leben im Bell verbracht, als ihn der Tod endlich von seinem Leiden erlöste, das nicht etwa in einer Krankheit bestand, sondern in unstillbarem Liebeskummer. Eine Schöne, die den damals zwanzigjährigen Plumper nicht erhörte, riß den enttäuschten Liebhaber zu dem Schwur hin, er werde so lange im Bett bleiben, bis sie die Seine würde. Sie aber zog es vor, einen anderen zu heiraten, und Plumper hielt seinen Schwur. Fast vierzig Jahre Hal er im Bell gelegen, seine Geldmittel müssen es ihm wohl erlaubt haben. Schließlich wurde er von dem langen Liegen so geschwächt, daß er nicht mehr stehen und sitzen konnte. Kein weibliches Wesen durfte ihn bedienen. Vielleicht ist er in dem Bewußtsein gestorben, von allen Engländern den größten Spleen gehabt zu haben. Büchertisch. — Ein praktischer Werbehelfer für das neue Geschäftsjahr ist der Zeitungs-Katalog des R ei ch s v e r b a n d e s der deutschen An- z e i g e n m i 111 e r e. 23., Berlin - Wilmersdorf, Nikolsburger Straße 10, der für das Jahr 1935 jetzt erschienen ist. — (18) — Die Neuordnung des Herr Friedrich von Düring. Gießen, den 15. Februar 1935. 962 D . Verschiedenes Gießen, 15. Februar 1935. Die stud. Reformverb. imV.D.B Adelphia. 957 D Ueber 40 Jahre hatte der Verstorbene seine ganze Schaffenskraft in vorbildlicher Pflichtauffassung unserem Hause gewidmet. Ausgestattet mit vorzüglichen Fachkenntnissen und Charaktereigenschaften, war er uns stets ein hochgeschätzter Mitarbeiter und Berater, dem wir für alle Zeit ein treues Gedenken voller Dankbarkeit und Verehrung bewahren werden. Heute verschied nach kurzer Krankheit in Darmstadt, woselbst er im Ruhestand seinen Lebensabend verbrachte, unser allverehrter Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin, Gote und Tante Angestellter ^ucht RM. 200,— von Selbstgeber zu leiben bei monatlich. Rückzahlung. Schr.Ang. imt.0650 an den Gieß. Anzeiger. 38« Aozelgen-Mlengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Leitungen u. Beiticbnften Gießen / Gchulstraße 2 Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Februar, um 2 Uhr mittags statt. ________________________________________963 0 Angeb. an (om» Luise Becker Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäschePfd.25^ Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen S9d Ruf 3487 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Schäfer IV. Gemeinderechner i. R. Reiskirchen, den 18 Februar 1935. Unterfertigte bedauert tief das Ableben ihres Ib. A. H. Geh. Justizrat Georg Heinrich Kolb (aktiv 1874-1878) Landgerichtsdirektor i. R., Mainz. Georg Philipp Gail A.-G. Zigarrenfabriken. SlMtimtel Gienen. 82eD Di., IS.Febr., 20 b. 22.30 Uhr: 19. Dienst.-Ab. Gewöhn!. Preise Tie Hosen des Herrn V.Bredow Komödienspiel in 3 Akten von Paul Bener. Frau Katharine Schäfer geb. Enders nach kurzer schwerer Krankheit im 79. Lebensjahre zu sich zu nehmen. Junges Mädchen vom Lande, 17 Jahre, Haushal- tungsschule bes., mit guten Kochkenntnissen, sucht Stelle in einem Privathaushalt. in Gießen oder nächster Umgeb, per 1. 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HcrrDr. Schmid: Die Biologie einiger Eingeweidewürmer des Menschen und der Haustiere und ihre Bedeutung für die Bekämpfung. Mit Lichtbildern und Vorweisungen. - 3. Kassenbericht. Vorstand. - Gäste willk. 959D Henneberg, Vorsitzender. WiirtMerMtl Dienstag, 19. Februar 0644 Mm föettfedem von &€o. sind füll kräftig und keimfrei! _____________________________ 960 A Hohe Provision! Für den Verkauf von la Phosphatmehl usw. werden noch einige tüchtige Vertreter mit guten Beziehungen zur Landwirtschaft gegen hohe Verdienst- mogllchkeit sofort gesucht. Säiriftl. Angebote mit kurz. Ang. überbish. Tatrgk. unt. 961D an d. Gieß. Anz. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Anzeigenwesens hat wesentliche Verbesserungen des Textteiles notwendig gemacht. So wurde jedem Blatt die Nummer der Anzeigenpreisliste voraus- gestellt, die bei Drucklegung des Katalogs gültig war, ferner wurden die dem Werberat der deutschen Wirtschaft erstatteten Auflagenmeldungen für das dritte Vierteljahr 1934 eingefügt. Die Einwohnerzahlen sämtlicher deutscher Städte, die jetzt in das Ortsverzeichnis eingefügt find, wurden durchweg nach den Ergebnissen der Volkszählung 1933 wiedergegeben. Der Bedeutung des Exports für die deutsche Volkswirtschaft Rechnung tragend, wurde die deutschsprachige Presse im Ausland in einem besonderen Anhang zusammengefaßt. Die für die Ausfuhr und für das Deutschtum im Ausland gleich wichtigen Wochenausgaben deutscher Zeitungen sind in die Gruppe „Unterhaltung, Volkstum. Politik" ausgenommen. Eine weitere Verbesserung ist das sechzehnseitige Kartenwerk. Die wichtigsten Bestimmungen aus den Werberatsgesetzen sind dem Textteil oorangestellt. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Stichwortverzeichnis erleichtert den Ueberblick über das Gesetzeswerk, das sich auf die Anzeigenwerbung bezieht. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der gestern noch im Oftseegebiet liegende Sturmwirbel, der auch uns anfänglich Böen bis 30 Meter Geschwindigkeit pro Sekundenmeter brachte, ift rasch nach Rußland abgezogen. Dementsprechend ift schnell Beruhigung eingetreten. Ueber Großbritannien zeigt sich jedoch bereits ein neues Tiefdruckfallgebiet, dos rasch auf das Festland wandert und auch uns neue Witterungsverschlechterung bringen wird. Die Ge-- samtwetterlage bleibt weiterhin noch sehr unbeständig. Aussichten für Dienstag: Zunächst überwiegend bedeckt und verbreitete Regenfälle sowie bei lebhaften südlichen Winden mild, später wieder mehr veränderliche Bewölkung. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der ziemlich milden und unbeständigen Witterung mit einzelnen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 17. Februar: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 6,3 Grad; am 18. Februar: morgens 4,9 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Februar: abends 3,3 Grad; am 18. Februar; morgens 2,9 Grad. — Niederschläge 1,1 mm. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden. Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, —5 Grad Celsius, 170 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. —BnBamMiimiiwiiiiiiniii m i u—«i n ii'wii i Lichtspielhaus Gießen Heute Montag: PREMIERE Ein unvergeßliches Kunstwerk, von dem die Presse schreibt: Neben „ Maskerade“ wird man diesen Film eine künstlerische Großtat nennen! dH; L ll Zwei Frauen um Chopin Hauptpersonen: Hanna Waag (die bekannte Gießnerin) Sybille Schmitz, Wolfg.Liebeneiner Paul Henkels, Gustav Waldau 955 a Regie: Geza v. Bolvary Im Beiprogramm: Geheimnisse der Mumien, sehr interessanter Kulturfilm Die neueste Ufa-Ton-Wochenschau iiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiia Bücherfürden Naturfreund und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. Von K.O.Bartels.164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Waldweben.DieLebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenlcben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext v. K.Gerhard u.O.Wolff. Ganzleinenband RM.4.80 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W.Schoenichen. Broschiert RM.3. -,gebunden RM.4.— Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg.... .................Broschiert RM. 2 —, gebunden RM. 3.- Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Nr. 41 Zweiter Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, l8.§ebrnarlyZ3 LleberaN deutsche Landsleute in Chile! Vorbildliche Kulturarbeit des Deutschtums in Südamerika. Bon Kurt Bauer, puertro Baras ((Wie). Viele, viele tausend Meilen von unserm Vaterland, jenseits des hohen und schroffen Andenwalles Südamerikas erstreckt sich über fast 4000 Kilometer das schmale Land Chile, viermal so lang als die Strecke von Köln nach Königsberg. Wer dorthin reisen will, kann sich etwa in Hamburg einen der Fracht- und zugleich Personendampfer der. Kosmos- und Rolandlinie anvertrauen Sie fahren diesen Weg nach Südamerikas Westküste seit 1875, seit dem Bestehen der Linie; nur bequemer ist es heutzutage und genußreicher, aber auch viel unterhaltender, auf ihnen durch den Kanal von Panama zu kommen, das Meisterwerk moderner Technik und Organisation, als in den verflossenen Jahrzehnten immer um die 8-Spitze durch die kalte, manchmal eisigkalte Wunderwelt der südpatagonischen Kanäle. Inmitten des bekanntesten Kanals, der Magellan- straße, die den Namen des Portugiesen Fernando de M a g a l h a e s trat, jenes tapferen und klugen Erdumseglörs in spanischen Diensten, liegt die südlichste Stadt der Welt: Punta Arenas. Hier treffen wir deutsche Landsleute, hier eilen Kinder deutschen Blutes in ihre deutsche Schule. Hier verdienen Deutsche unter fremdem Himmel ihr tägliches Brot im Handel oder als Angestellte auf einer der Riesenfarmen internationaler Schafzüchter, manchmal gar als Besitzer von vielen Tausend Schafen im patagonischen Kamp im Schnee, im Frost, im Wind, im ewigen Wind, der keine Blumen duldet und Bäume, Büsche, Blätter an den Boden drückt... und das Heimweh wachhält für Maiengrün und Blumen. Punta Arenas bewohnen wenig Deutsch-Chilenen; denn es sind meist Reichsdeutsche, die diese Handels- und Gewerbekolonie bilden, eine von den vielen an der Westküste, wie Talcahuano Aber selten blieben diese Pioniere der Arbeit bis an ihr Lebensende dort. Selten auch wächst in den Gewerbe- und Handelskolonien der Deutschen die Zahl der Ansässigen. Es flutet ab und an. Ganz im Gegensatz zu den Siedlungen der Deutsch- Chilenen. Um diese zu erreichen, kann der Reisende in Hamburg einen der schönen und schnellen Dampfer der Hamburg-Südamerika-Linie oder in Bremerhaven einen Sierradampfer des Norddeutschen Lloyd nehmen nach Buenos Aires, der Millionenstadt des argentinischen Kamps. In einer der billigen Mittelklassen trifft er schon bei der Ueberfahrt heimkehrende Deutsch-Chilenen, die entweder studienhalber oder besuchshalber in Deutschland weilten. Von Buenos Aires führt die Hauptbahn einen Tag durch argentinische Steppe, in der viel Italiener siedeln; bis Mendoza braucht man 24 Stunden. Zwischen Mendoza, der Weinstadt mit deutscher Schule, und Los Andes auf chilenischer Seite durchfährt man 243 Kilometer allerschönster Landschaft, die der Wanderer je schaut. Von Los Andes ab ist die Bahn elektrisch. Beim Eisenbahnknotenpunkt Llai-Llai wenden wir uns mit dem Transandino südlich zur Hauptstadt Santiago. In Santiago sitzt eine große Reihe deutsch-chilenischer Familien: Aerzte, Rechtsanwälte, Kaufleute, Gelehrte und einige Gewerbetreibende. Heutzutage ist Santiago der Sitz des Deutsch-Chilenischen Bundes. Der D.-C. B. wurde während des Krieges gegründet zur Verteidigung deutscher Interessen, nicht zuletzt zur Verteidigung deutscher Ehre und zum Kampfe gegen die schamlose Lügenwerbung der Feinde Deutschlands. Die Zeiten sind nun vorbei. Heute sammelt sich im Bunde alles, was für d e u t- f ch e Kultur arbeitet. Deshalb unterhält er eine große Wanderbibliothek; deshalb druckt er auch in seinem Wissenschaftlichen Archiv die Arbeiten deutscher Forscher und Gelehrten des Landes. Der Bund veranstaltet Vorträge, Konzerte und Ausstellungen. Er gibt die „Deutschen Monatshefte in Chile" heraus,' wirbt für gute Beziehungen zwischen Deutschland und Chile, kurz: er leistet eine glänzende Arbeit für unser Volkstum. Santiagos deutsch-chilenische Bevölkerung ist wichtig, aber sie wohnt am Rande des eigentlichen großen deutsch-chilenischen Siedlungsgebietes, dem wir uns nähern, wenn wir von Buenos Aires aus über Bahia Bianca reisen und dann nach Westen vorstoßen, bis die Bahn endet. Einige gute Stunden Autofahrt bringen den Reisenden bis Bariloche am Nahuel-Huapi See, der letzten argentinischen Stadt. Von hier aus führt ein immer mehr bereister Weg durch die „Chilenische S ch w e i z" über die Kordillere mitten hinein ins deutsch-chilenische Seegebiet: Llanquihue. Der Llanquihue-See ist um die Hälfte größer als der Bodensee. 187 Kilometer muß man reiten, wenn man um ihn herum will. Drohend steht über ihm nordwärts im schneeweißen Haupte der Vulkan Osorno, südöstlich grollt der Vulkan Calbuco, weit hinten ragt in blauer Ferne der zackige Tronador hervor. Weithin weidet fettes Vieh auf grünen Wiesen. Weithin wogt gelber Weizen, weithin ziehen sich dunkle Kartöffelsträucher. Freundlich blinken helle Fenster an der festen Straße. Fern ist der Urwald. Eisenbahn und Dampfer verfrachten goldenen Honig, gelbe Butter, fetten Käse, prachtvolles Holz, schöne Möbel, feste Kisten, derbe Fässer, kühlen Apfelwein, kräftiges Leder, bodenständiges Edeloieh Weizen und Kartoffeln. Die Arbeit der deutschen Einwanderer war für Chile allenthalben ein Segen. Erst vor kurzem bestätigte uns der Präsident von Chile diese Tatsache. Der Deutsch-Chilene ist trotz seiner geringen Zahl ein wichtiges Glied in der Kette des bodenständigen Auslandsdeutschtums und hat seine Daseinsberechtigung mehr als einmal glänzend bewiesen. Oberheffen. mit Concepcion, Valparaiso, Antofagasta, Jquique. Concepcion ist eine stille Stadt und weckt auf Schritt und Tritt altspanische Erinnerungen. Ihre deutsche Kolonie schuf sich eine Realschule, die mustergültig zu nennen ist wie das deutsche Krankenhaus, an dem der Arzt Christoph Martin amtiert, der ein Jahrzehnt lang der Führer und die Seele deutsch - chilenischen Kulturwissens im Deutsch-Chilenischen Bunde gewesen ist; aber auch in Concepcion überwiegt reichsdeutscher Einfluß, und sein Wahrzeichen wächst nicht weit von der Stadt empor: ein Bismarckturm zur Erinnerung an die Chilekämpfer für Deutschland während des letzten Krieges. Nicht weit von der Küste (Coronel) lag Graf S p e e s Geschwader im siegreichen Gefechte mit englischen Kriegsschiffen; nicht weit davon warteten jahrelang die wenigen Ueber- lebenden der Falkland-Schlacht auf die Stunde des Friedens (Quiriquina). Fast noch stärker ist reichsdeutscher Einfluß in Valparaiso, der Stadt der Erdbeben und der Stürme; in deren Hafen man merkt, daß der Stille Ozean mit Unrecht seinen Namen trägt. In Stockwerken klettert die Stadt hügelaufwärts. Fahrstühle sausen empor auf die Hügel: Concepcion und Alegre, wo die Deutschen siedeln, wo ihre Kirche, Schule und Turnhalle der deutschen Kultur dienen. Valparaiso ist Ausfuhrhafen; hanseatischer Wagemut fuhr schon vor hundert Jahren hier vor; heute beherrschen große deutsche Häuser den Handel und werfen ihre Netze über das Land aus. Nördlich davon, unter ewiger Sonne zwischen dem 16. und 26. Breitenkreise dehnen sich in 50 Kilometer Breite mächtige Salzlager aus. Chile- Salpeter und Jod sind weltbekannt. Hier arbeitet auch deutsches Geld; deutsche Ingenieure, Kaufleute und Händler halten auf wüster, rostroter und gelbglitzernder Erde jahrelang aus, um ihr Geld zu verdienen. Mancher nüchterne, sparsame und zähe Deutsche schuf sich hier die Grundlage zu einem Vermögen. ___ Neuer Bürgermeister in Friedberg. LPD. Friedberg, 16. Febr. An Stelle des freiwillig von seinem Amt zurückgetretenen Bürgermeisters Dr. S e y d wurde der stellvertretende Kreisleiter Vieth kommissarisch mit der Leitung der Bürgermeistergeschäfte betraut. Der zurückgetretene Bürgermeister war seit 1919 im Amt. Gtadtvorstand Lauterbach. A Lauterbach, 16. Febr. Der hiesige Stadtvorstand trat zu einer Sitzung zusammen, in der nicht weniger denn 42 verschiedene Punkte zur Beratuna standen. Bürgermeister Peter umriß in seiner Ansprache die kommunalpolitischen Aufgaben des Jahres 1935 für die Stadt Lauterbach. Er wies auf die neue Deutsche Gemeindeordnung hin, die am 1. April in Kraft trete und manche Veränderung bringen werde. Getrost und zuversichtlich könne die Stadt Lauterbach in das Jahr 1935 blicken. Der Voranschlag sei im wesentlichen fertiggestellt und zeige ein günstiges Bild. Im neuen Voranschlag sind erhebliche Mittel für Arbeitsbeschaffung vorgesehen. Daneben wird es möglich sein, weitere Schuldentilgungen vorzunehmen. Für die Erfüllung sozialer Ausgaben sind gleichfalls größere Beträge vorgesehen. Zum Schluß seiner Ansprache dankte Bürgermeister Peter allen für die seitherige treue Mitarbeit. Im Verlaufe der Sitzung wurde beschlossen, den Bau der neuen Wasserleitung noch in diesem Jahre durchzuführen. Die Quellenfassung dafür ist bereits vorgenommen. Da mit der Erbauung der neuen Wasserleitung eine erhebliche Verbesserung der Brandreserve gesichert ist, wird auch die Brandversicherungskammer einen beträcht- lichen Bauzuschuß leisten. Der Ausbau bzw. die Fertig st ellung verschiedener Straßen wurde gutgeheißen und die notwendigen Mittel genehmigt. Desgleichen wurden die Mittel für die Urbarmachung von Oedungen bei der Steinmühle, im Kies und vor dem Hainig genehmigt. Sämtliche Arbeiten sind als Notstandsarbeiten auszuführen. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms 19 3 5 sollen zu den bereits aufgeforsteten 50 Morgen Land am Altenberg noch weitere 50 Morgen angepflanzt werden. Zu diesem Zwecke wurden vom Hofgut Sickendorf 18 Morgen Gelände erworben. Ferner wurde beschlossen, daß der P r ä m i e n m a r k t am 5. Juni in althergebrachter Weise stattfinden soll. Für die Instandsetzung des Krankenhauses Eichenhof und den Einbau einer Heizanlage in das Krankenhaus wurden die Mittel ebenfalls genehmigt. Nachdem noch über verschiedene Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen Beschluß gefaßt war, fand die Sitzung ihren Abschluß. Landkreis Gießen. } Rödgen, 16. Februar. Gestern konnte der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Bahnarbeiter i. R. Ludwig Spuck, im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder seinen 9 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist noch recht rüstig und nimmt an den Geschehnissen unserer Zeit lebhaften Anteil. Er hat 45 Jahre im Dienste der Reichsbahn gestanden und half die ersten Vermessungsarbeiten zum Ausbau der Strecke Gießen—Fulda durchführen. Watzenborn - Steinberg, 17. Febr. Die erste Jahres-Hauptversammlung der Milch- absatz - Genossenschaft Watzenborn- Steinberg fand am Samstagabend im Saale Das ForscheranW Sven Hedins Zu seinem 70. Geburtstag am 19. Februar. 23 on Alfons von Czibulka. Es war im Jahre 1295, daß einer in Venedig eingelaufenen Galeere drei anscheinend sehr vornehme Mongolen entstiegen. Nicht allzu lange war es her, daß der Mongolensturm, bis an das Herz des Abendlandes rührend, die Staaten und Menschen vor sich hergeweht hatte wie Blätter im Herbste und in den Kirchen der Christenheit Tag für Tag die Worte gesprochen worden waren: „Herr, erlöse uns von der Wut der Tartaren!" Dennoch schien dem europäischen Menschen von damals die Welt Ostasiens fremder, ferner und unerreichbarer als uns Heutigen der Mond. So ist es nur natürlich, daß diese der Galeere entstiegenen Fremden in Venedig wie die Meerwunder begafft wurden, um so mehr als sie eine Schiffsladung an Gold Edelsteinen und anderen Kostbarkeiten mit sich führten. Noch größer wurde das Staunen, als ich der älteste dieser die Lagunenstadt m Aufruhr versetzenden Ankömmlinge als em Landsmann, als der seit einem Menschenalter verschollen gewesene Reisende Marco Polo entpuppte, der fast noch als Knabe ein Vierteljahrhundert zuvor ausgesa^ ren war und nun wohlbehalten und zudem reich wie der Kaiser von China in seine Vaterstadt heim- kehrte. An dieses Urbild der berühmten Weltfahrer, an Marco Polo den Venezianer, muß man sich erinnern, will man Bedeutung und Leistung S v e Hedins verstehen. Denn seit Marco Polos fernen Tagen beruhten unsere Kenntnisse von der geheimnisvollen Welt Zentralasiens durch fast 600 Jahre im Grunde auf des Venezianers abenteuerlichen Erzählungen. Wohl hatten m der Mitte des vorigen Jahrhunderts der Münchener Adolf von Schlagintweit, der dann auf einer feiner Reifen enthauptet wurde, und der rustifche General Nikolai Michajlowitsch P r f ch e w a l s k l 1 da und dort schon den Vorhang bewegt, Ihinter dem sich die Welt Zentralasiens den europäischen; Mmen verbarg, aber unsere noch aus dem Mittelalter stammende Anschauung hat erst Sven Hedin zu einem klaren Bilde gewandelt. Wie Berge im Sonnenaufgang, so tauchten durch seine Fahrten uno Forschungen Landstück um Landstück, Gebirge um Gebirge, Seen,. Ströme und Wüsten aus dem weiten Nebelmeere, das noch vor fünfzig Jahren über jene ferne Welt sich breitete. Und man kann verstehen, daß der sonst so Bescheidene, als er auch die Quellen des Indus und Brahmaputra gefunden und das riesenhafte Alpengebirge des Transhimalaja entdeckt hatte, in freudigem Stolze schrieb: „Der ganze große weiße Fleck nördlich des Brahmaputra, der niemals auch nur von einem Punditen durchquert wurde, ist jetzt mit Bergen, Seen, Flüssen und Tempeln ausgefüllt. Es ist vielleicht die größte geographische Entdeckung, die auf der Erde noch zu machen war." Doch ist damit, daß man sich ins Gedächtnis zu- rürfruft, daß Hedin den Pamir und weite Gebiete nördlich des Kuen-lun erforschte und geographisch erschloß, den Tarimfluß hinunterfuhr und dem diesen Strom aufnehmenden rätselhaft wandernden See Lop-nor sein Geheimnis entriß, die Quellen des Indus und des uralten Sagenstromes Brahmaputra entdeckte, achtmal die von kaum einem Geographen auch nur geahnte Kette des Transhlmalafa überschritt und versunkene Städte aus dem Sandmeere der Wüste Gobi hob, zu Sven Hedins Forschergestalt nicht das Entscheidende gesagt. Bedeutsamer noch für uns Menschen von heute ist das Heldische seines Wesens, die Synthese von gelehrtem Forscher und echtem Soldatentum. Liest man seine bei Brockhaus erschienenen Werke, etwa „Transhimalaja", „Auf großer Fahrt", „Mein Leben als Entdecker", „Rätsel der Gobi" oder das wundervolle Buch feiner Schwester Alma „Mein Bruder Sven", so kann man sich des Erstaunens, ja der Verblüffung über seine unbändige Arbeitskraft so wenig erwehren wie der Bewunderung über Ausmaß und Verwegenheit feiner Entdeckungszüge. Neben aller körperlichen Anstrengung und seelischer Spannung, trotz aller Gefahr und Ermüdung fand er immer noch Zeit und Kraft, Tag für Tag' sorgfältigste und umfassende wissenschaftliche Arbeit zu leisten. 6000 Quartjeiten allein umfassen die Tagebuchblätter einer einzigen seiner großen Fahrten. . Nichts vermochte ihn von seinem Wege und feiner Arbeit abzubringen. Ein gefährliches Augenleiden, das er sich während feines ersten Aufenhalts am Kaspischen Meere schon als Zwanzigjähriger geholt hatte, quälte ihn fein Leben lang. Mitten in den Sandstürmen der Wüsten, in den Schneeorkanen der tibetischen Hochgebirge befielen ihn qualvolle Rückfälle seiner Regenbogenhautentzündung. Ost drohte das Gespenst völliger Erblindung. Aber sein beispielhafter Wille brachte es zuwege, daß auch in solchen Zeiten seine Arbeitskraft kaum wesentlich nachließ. Selten nur ließ er sich von einem Plane abbringen. Als er zum zweitenmale nicht allzufern von 'Lhasa zur Umkehr gezwungen wurde und tibetische Machthaber ihn drohend fragten, wie er es denn habe wagen können, das verbotene Land von neuem zu betreten, gab er die kühne Antwort: „Solange ich in einem Sattel sitzen kann, werde ich immer wiederkommen!" Und hört man nun auch noch, daß er auf feiner grauenvollen Durchquerung der gnadenlosen Wüste Tekla-makan schon halb verschmachtet und schon von den Schatten des nahenden Verdurstungstodes umflattert, auch nicht einen Augenblick lang seine wissenschaftlichen Beobachtungen unterbrach und alle hundert Schritte stehen blieb, um mit Chronometer und Kompaß die Wegrichtung festzulegen und Skizzen aufzunehmen, so zeigt dies alles schon jenes Soldatische seines Wesens, ohne das alle feine berauschenden Züge, seine die Geographie des Innern Asiens begründenden Erfolge unmöglich gewesen wären. Nur dieses Heldische seiner Gestalt ermöglichte es ihm, unbeirrbar, allen Gefahren, allen physischen und seelischen Mühen zum Trotz Wege zu gehen, die kein Europäer vor ihm gegangen war Hanna Waag, die bekannte Gießener Filmschau- fpielerin, als Constantia in dem Film „Abschieds* walzer", der Leben und Liebe des Komponisten! Chopin behandelt. des Lokals „Zum goldenen Stern" statt. Das Aufsichtsratsmitglied Karl Hirz I. begrüßte im Namen des Vorstandes und Aufsichtsrates und gedachte bann des verewigten Aufsichtsratsmitgliedes Karl Sommer I., der in üblicher Weise geehrt wurde. Sodann berichtete Direktor Schmand über das erste Geschäftsjahr 1934, an dessen Schluß die Genossenschaft 206 Mitglieder zählte, lieber den Geschäftsgang im Berichtsjahre ist folgendes zu sagen: Der Umsatz betrug insgesamt 41 360,39 Mark. An Milch wurden an die Molkerei Gießen 235 957 Liter geliefert; in unserer Gemeinde wurden 71105,5 Liter durch die beiden Milchverteiler ausgetragen. Der Milchpreis betrug vom Januar bis einschl. Oktober 13 Pf., ,m November 13,3 Pf., im Dezember o. I. 13,5 Pf. Einige Dergleichszahlen seien hier aufgeführt: Im Januar des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden 10 134 Liter nach Gießen geliefert und in der Gemeinde 5464,5 Liter verbraucht. Nach der Abrechnung des diesjährigen Monats Januar wurden nach Gießen 34 828 Liter geliefert und am Orte 6759 Liter verbraucht. Somit wurden täglich 1100 Liter Milch in ine Molkerei geliefert und der Verbrauch am Ort von 175 Liter täglich auf 218 Liter gesteigert. Sodann erstattete der Rechner Karl Philipp IX Bericht über bie Rechnung: Einnahme für Milch gelb 39 446,27 Mark, Ausgabe für gelieferte Milch an bie Genossenschaften 36 856,76 Mark. Die Bilanz setzt sich zusammen: Aktiva 1460,09 Mark, Passiva 1220,16 Mark, somit einen Reingewinn von 239,93 Mk. Der Vorstand unb der Aufsichtsrat wurden entlastet. Karl SchmandtV. wurde als Direktor wieder bestimmt. Für bie ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder K. Sommer I. und K. Kol - mer wurden K. Häuser XI. unb Hch. Schäfer bestimmt. Unter Punkt „Verschiebenes" gab der Direktor noch einiges über den Milchpreis bekannt. Die anschließende Aussprache war rege. Für das Winterhilfswerk wurden 15 Mark bereitgestellt. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und Reichsbauernführer Darre wurde der geschäftliche Teil geschlossen. * Leihgestern, 17. Febr. Das neun Jahre alte Töchterchen des Spenglers Martini von hier kam unglücklich zu Fall unb erlitt einen Bruch bes linken Oberschenkels. Das bedauernswerte Kind mußte der Gießener Klinik überwiesen werden. 4- Lich, 16. Febr. Gestern abend fand im hiesigen Stiftschen Gemeindesaal eine Verpflich - und Erfolge zu erzielen, die jeder andere für unerreichbar gehalten hätte. So sehr ist Sven Hedin Soldat seiner Idee und seiner Sendung, daß er, der vor nun einem halben Jahrhundert zum ersten Male die Grenzen Asiens sah, an dem Tage, an dem er in sein achtes Jahrzehnt hinüberschreitet, immer noch unermüdet und von seinen Zielen besessen das Innere jenes Erdteils erforscht, der ihm zu Lebenssinn, Ruhm und Schicksal geworden ist. und es fügt sich zu seinem Bilde, wenn die Presse vor kurzem berichten konnte, daß er sich trotz feines hohen Alters freudig bereit erklärt hat, an dem zur Erforschung Brasiliens geplantem Zeppelinfluge teilzunehmen. Sven Hedins Leben zeigt noch einmal jene heroischen Züge, die so vielen Entdeckern und Weltfahrern eigen waren, den unerschütterlichen, durch nichts zu brechenden Willen, den fanatischen Glauben an ihren guten Stern, den rastlosen, schon bä1 monischen Drang nach immer neuem Schauen und Erforschen unb jenes unaufhaltsame Vorwärtsstürmen einen ber übrigen Welt oft phantastisch erscheinenden Ziele zu. Aber noch mehr! Sein Soldatentum erklärt es auch, daß alle seine Reisen in Anlage und Durchführung meisterlichen Feldzügen gleichen, was sich in Organisation, Aufbau und Leitung nun an jener großartigen, seit acht Jahren tätigen Asienexpedition in solchem Maße zeigt, daß man Sven Hedins Forschergestalt vielleicht damit am klarsten und einprägsamsten umreißt, wenn man ihn den größten Strategen und Taktiker ber Entbeckerkunst nennt. Zeitscknbeu. — Georg Friebrich Hänbel unb seinem Werk ist bie neueste Nummer ber „I 11 u st r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) gewibmet — feiert boch bie musikalische Welt am 23. Februar ben 250- jährigen Geburtstag bes großen Meisters, dessen Musik in ihrer Große, ihrer heldenhaften Klarheit und Kraft niemals zeitgemäßer war als gerade jetzt. Der bekannte Musikschriftsteller Joseph Müller-BIat- tau hat es unternommen, das Leben und Wirken Händels darzustellen, und bie zahlreichen zeitgenössischen Illustrationen, bie in biefes ßebensbilb hineingewoben sinb, -gestalten ben interessanten Beitrag zu einem abgerundeten Ganzen. — Zugleich ist auch bes großen Händelforschers Friebrich Chrysanber gedacht, bem wir es verdanken, daß bie Kunst Hän- bels vor bem Schicksal bes Vergessenwerbens bewahrt wurde, und ber durch seine Händel-Ausgabe zu einem (Erneuerer ber Händelschen Musik wurde. Einige Händel-Anekdoten bringen uns den Menschen Händel nahe. . Wirtschaft. tungsfeier der Ortsgruppe der NS.- Frauenschaft statt. Nach Begrüßungsworten der Frauenschaftsführerin, Frau Lucie Schäfer, hielt Kreisschulrat N e b e l i n g (Gießen) eine Ansprache, in der er Wesen und Wollen des Nationalsozialismus, Sinn und Zweck der Gesetze und Maßnahmen der Regierung Adolf Hitlers ausführlich erläuterte. Im Anschluß hierqn nahm er die feierliche Verpflichtung der einzelnen Frauenschaftsmitglieder vor. ? L i ch , 17. Febr. Die hiesige Gefolgschaft der Hitlerjugend veranstaltete am Samstagabend in der festlich geschmückten Turnhalle einen wohlgelungenen Werbeabend, zu dem auch der Unterbannführer Buß (Watzenborn-Steinberg) und der Adjutant des Führers des Bannes 116 erschienen waren. Nachdem die Hitlerjugend unter den Klängen des Spielmannchuges in den Saal einmarschiert war, bearüßte der hiesige Gefolgschaftsführer Wilhelm Lerch die zahlreich Erschienenen und legte in einer kurzen Ansprache den Zweck der Veranstaltung dar, wobei er dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Veranstaltung das Verhältnis zwischen Elternschaft und Hitlerjugend weiterhin festigen und noch herzlicher gestalten möge. In bunter Folge wickelte sich dann das umfangreiche Programm ab, Musikvorträge, kleinere Theaterstücke, Sprechchöre, lebende Bilder, Lieder und Gedichte wechselten miteinander. Alle Darbietungen wurden mit reichem Beifall ausgenommen. Mit dem Liede der Hitlerjugend und einer Huldigung an den Führer wurde der Abend beschlossen. * L i ch , 17. Febr. Die 83 Jahre alte Witwe Annemarie Schmidt von hier zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberarmes zu und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. < Queckborn, 17. Febr. Der hiesige Kriegerverein und die SAR. II veranstalteten am gestrigen Samstagabend in Görnerts Saal einen Deutschen Abend, zu dem alle Gliederungen der Partei und alle Vereine eingeladen waren. Der Vereinsführer, Kamerad L i n k m a n n , begrüßte die stattliche Versammlung und erteilte dem Sturmbannführer der SAR. II, Oberleutnant a. D. B o ritz a r d (Gießen) das Wort. Kamerad B o n h a r d sprach von den Aufgaben der Kriegervereine im Dritten Reich, dem Sinn echten Frontsoldatentums und wahrhafter Kameradschaft. Mit einem Sieg- Heil auf den Führer und das Vaterland schloß er feine Ansprache. Ein Chor des Gesangvereins leitete zu dem zweiten Teil des Abends über, in dessen Mittelpunkt der Film stand „Ein Man will nach Deutschland". In packenden, eindrucksvollen Bildern zeigte der Film, wie zwei junge Deutsche, bei Ausbruch des Weltkrieges in Südamerika beschäftigt, trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten dem Rufe ihres Blutes und der Pflicht folgen und den Weg nach Deutschland finden. Der weitere Verlauf des Abends hielt die Jugend beim Tanz noch lange beisammen. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 17. Febr. Die hiesige Fasel- marktgesellschaft wählte an Stelle des nach Oppenheim versetzten Bürgermeisters Dr. S ch e l -- l e r unseren neuen Bürgermeister Dr. Mörschel zum Vorsitzenden. Der Markt wird am 21. März in der seither üblichen Waise abgehalten. Wie der anwesende Leiter des Tierzuchtamtes Gießen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner- Gießen, mitteilte, wird mit dem Markt, wie bisher, eine Versteigerung von Zuchtbullen und Zuchtebern stattfinden. Ein Flamingo gefangen. LPD. Marburg, 16. Febr. In der Nähe des südwestlich von hier gelegenen Ortes Damm wurden vor einigen Tagen zwei Flamingos beobachtet. Ein jüngerer, anscheinend erschöpfter Flamingo konnte lebendig eingefangen und dem Marburger Tiergarten übergeben werden. Ob sich die in Nordafrika beheimateten Tier von dort aus bis in die hiesige Gegend verflogen haben oder ob sie aus einem inländischen Tiergarten entwichen sind, konnte noch nicht festgestellt werden. * Zahlungen für d i e Einfuhr aus Sowjet-Rußland. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat angeordnet, daß mit Wirkung vom 16. Februar 1935 für die Einfuhr sowjetrussischer Waren Devisenbescheinigungen der lieber« wachungsstelle erforderlich sind. * Keine Lieferfristen für deutsches Thomasmehl. Der Verein der Thomasmehlerzeuger teilt unter anderem mit: Die im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand im November und Dezember eingeräumte Frühbezugsvergütung hat den deutschen Werken einen sehr starken Abrufseingang gebracht. Den Werken ist es gelungen, diese starke Abrufmenge in drei Monaten restlos zum Versand zu bringen. Die Werke sind heute in der Lage, eingehende Aufträge unverzüglich ohne Lieferfrist zu erledigen. Khein-Mainische Mittagsbörse. Sehr still. Frankfurt a. M., 16. Febr. Die Börse lag am Wochenschluß sehr still. Von der Kundschaft waren nur minimale Aufträge eingctroffen. Die Kulisse bekundete starke Zurückhaltung, zumal nennenswerte wirtschaftliche Anregungen fehlten. Meldungen über einen bevorstehenden Abschluß der Berliner Stillhalte-Verhandlungen blieben angesichts der herrschenden Geschäftsstille ohne Einfluß. Die Kursbildung an den Aktienmärkten war ziemlich uneinheitlich, wobei sich die Abweichungen nach beiden Seiten die Waage hielten. JG.-Farben eröfneten mit 141,50 (141,75). Am Montanmarkt waren Mannesmann auf die Mitteilung über die Geschäftslage mit 78,90 (78,50) mäßig höher, anderseits gaben Nheinstahl 0,50 und Gelsenkirchen 0,25 v. H. nach. Am Elektromarkt konnten sich AEG. um 0,13, Mainkraft um 0,50 und Lah- meyer um 1 o. H. verbessern, Licht und Kraft gingen um 0,25 v. H. zurück Von Zellstoffaktien Letzten Aschaffenburg 0,90 v. H. schwächer ein, Waldhof lagen 0,25 v. H. freundlicher. Schiffahrtspapiere blieben knapp gehalten. Sonst eröffneten noch Daimler 0,65, Cement Heidelberg 0,25, Westdeutsche Kaufhof 0,90 v. H. niedriger, anderseits Moenus Die E i n f u hr betrug im Januar 404 Millionen Mark. Gegenüber dem Dezember 1934 ist sie somit leicht gestiegen. Während die Einfuhr von Lebensrnitteln nach der starken Steigerung des Vormonates um 13 v. H. gesunken ist, hat dagegen die Einfuhr von lebenswichtigen Rohstoffen im Ganzen um rund 10 v. H. zugenommen. Gestiegen ist insbesondere die Einfuhr von Textilrohstoffen. So betrug die Zunahme bei Wolle (roh und bearbeitet) 9 Mill. Mk., bei Baumwolle 5 Mill. Mk. und bei den übrigen Textilrohstoffen rund 4 Mill. Mark. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß die Einfuhr von Textilrohstoffen um die Jahreswende regelmäßig ihren jahreszeitlichen Höchststand zu erreichen pflegt. Im übrigen haben die in den vergangenen Monaten abgeschlossenen Kom- vensations- und Verrechnungsgeschäfte gerade bei Textilrohstoffen die Einfuhrmöglichkeiten wesentlich gebessert, während die entsprechenden Ausfuhrgeschäfte erst später in der Statistik erscheinen werden. Abgesehen hiervon ist eine nennenswerte Zunahme nur bei Eisenerzen und Kupfer festzustellen. In beiden Fällen hält sich jedoch die Steigerung in wesentlich engeren Grenzen. Die Einfuhr von Fertigwaren war im ganzen kaum verändert. Die Ausfuhr hat von 354 Millionen Mark im Dezember 1934 auf rund 299 Mill. Mk. im Januar das heißt um etwa 15 v. H., abgenommen. Dieser Rückgang ist in erster Linie jahreszeitlich zu erklären. Im Januar 1934 ging die Ausfuhr um 17 v. H., im Januar 1933 um 20 v. H. und im Januar 1932 sogar um fast 27 v. H. gegenüber dem jeweiligen Vormonat zurück. Der Rückgang der Ge- Maschinen 0,25 und Feinmechanik Setter 0,13 v. H. höher. Weiter gesucht waren auf Dioidendenhoff- nungen Deutsche Linoleum mit 138,25 (136,50). Etwas gebessert waren außerdem Hanfwerke Füssen mit 70,50 (70). Kunstseide AKU. blieben von der Dividendenerhöhung bei der englischen Kunstseidegesellschaft Courtaulus unberührt und lagen mit 53,75 unverändert. Ertwas schwächer waren noch Deutsche Erdöl mit 99 (100,13), Reichsbank lagen mit 164 unverändert. Auch an den Rentenmärkten ging es sehr ruhig zu. Altbesitzanleihe bröckelten auf 112,25 (112,50 v. H.) ab, späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine blieben etwa behauptet. Im Verlaufe war die Haltung überwiegend schwächer. Das Geschäft schrumpfte noch mehr zusammen, und die Zurückhaltung wurde allgemeiner. An den variablen Aktienmärkten traten durchschnittliche Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Moenus Maschinen verloren 0,75 auf 86 und JG.-Farben fast 1 o. H. auf 140,50. Leicht gebessert waren nochmals Hanfwerke Füssen mit 71 (70,50). Am Kassamarkt lagen einige Industrie-Aktien fest, besonders Gebr. Roeder, Darmstadt, mit 105,50 (101), Motoren Darmstadt mit 90 (87), ferner waren Hess.-Nass. Gas zu 93 (1. K. 89) und Klein, Schanzlin zu 81 (79) gesucht. Auch am Renten- markt gingen die variablen Kurse im Verlaufe meist um 0,13 v. H. zurück. Gold- und Liquidationspfandbriefe blieben unverändert, Kommunal-Obli- gationen und Stadtanleihen waren teilweise bis 0,50 o. H. höher. Staatsanleihen lagen ruhig. Der Auslandrentenmarkt lag geschäftslos. Tagesgeld blieb zu 3,50 v. H. unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n f f u rt a. M., 18. Febr. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Es waren aufgetrieben 1124 Rinder, darunter 309 Ochsen, 98 Bullen, 400 Kühe, 317 Färsen, 478 Kälber, 48 Schafe, 3763 Schweine. Es kosteten: Ochsen 22 bis 39, Bullen 23 bis 35, Kühe 13 bis 35, Färsen 22 bis 39, Kälber 23 bis 48, Lämmer und Hämmel 32 bis 36, Schweine 38 bis 53 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Hümmel und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. samtausfuhr gegenüber dem Dezember 1934 entfällt zum ausschlaggebenden Teil auf Fertigwaren. Die Ausfuhr von Rohstoffen war nur wenig vermindert. An dem Ausfuhrrückgang ist die weitaus große Mehrzahl der Absatzländer beteiligt. Die Handelsbilanz schließt demnach hn Januar mit einer erhöhten Passivität, nämlich mit einem Einfuhrüberschuß von 105 Mill. Mk. gegenüber 46 Mill. Mk. im Dezember ab. Ebenso wie im Dezember ist auch der hohe Einfuhrüberschuß im Januar mehr oder weniger als eine vorübergehende Erscheinung zu betrachten, z. T. handelt es sich zweifellos um eine Saisonerscheinung. Auch in den meisten Vorjahren war von Dezember zu Januar ein Rückgang des Ausfuhrüberschusses bzw. eine Steigerung des Einfuhrüberschusses zu verzeichnen. Hierzu ist nach Informationen des Fwd. zu bemerken, daß es sich bei der Steigerung des Einfuhrüberschusses von 46 Mill. Mk. im Dezember auf 105 Mill. Mk. im Januar zum Teil zwar auch um eine Saisonerscheinung handelt, wie sie in früheren Jahren üblich gewesen ist. Dennoch erfordert die Höhe dieses Einfuhrüberschusses die ernsteste Beachtung und zwingt zu einer Ueberprüfung der ganzen bisherigen Clearing-Verträge, die in der Richtung einer Verminderung unseres Exportes so stark gewirkt haben. Es hat sich gezeigt, daß die Verträge, die gegen deutsches Anraten geschaffen worden sind, um die Zinsforderungen her Auslandgläubiger sicherzustellen, den deutschen Aussuhrhandü immer mehr einschränken, ohne in jedem Falle die gewünschte Zinszahlung zu erreichen. Der deutsche Außenhandel im Januar. Biehmarklordnvllg und Srzeugungsschlachi. Briefkasten der Redaktion. Eine langjährige Abonnentin. Der Richtsatz der Kleinrentnerhilfe beträgt für einen alleinstehenden Rentner 45 Mark und für eine alleinstehende Rent- nerin 42,50 Mark monatlich. Aufwertungszinsen sind auf den Richtsatz anzurechnen, soweit sie die Freigrenze von monatlich 22,50 Mark übersteigen. Don einem Zinseinkommen von monatlich 35 Mark sind somit 12,50 Mark auf den Richtsatz anzurech- nen, während ein Zinseinkommen von monatlich 20 Mark anrechnungsfrei bleibt. Im letzteren Falle wäre somit der volle Richtsatz zu gewähren, vorausgesetzt, daß nicht noch sonstiges anrechnungsfähiges Einkommen oder unterhaltsfähige Angehörige vorhanden sind. Die Presse - Abteilung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Die Schaffung von Festpreisen ist auf dem vielgestaltigen Gebiet der Viehmärkte außerordentlich schwierig. Mindestens ist eine lange Zeit aufmerksamster Beobachtung aller zuständigen Stellen nötig, ehe man an eine gleichbleibende gerechte Preisgestaltung gehen kann. Die Viehmarktordnung verfolgt deshalb zunächst das Ziel, das Angebot auf den Bedarf der einzelnen Märkte abzustimmen. Sinn und Ziel der Marktordnung ist: „Gerechter Preis für Bauer und Tierhalter, ohne den Verbraucher über Gebühr zu belasten." Diese Regelung der Viehmärkte geschieht durch rechtzeitige vorhergehende Feststellung des Bedarfs bei den Abnehmern (Metzgern) und den entsprechenden Lieferungszulassungen (Kontingenten) an die Verkäufer (Agenturen). Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, die — soweit nicht nach Koblenz oder Mannheim geliefert wird — in das Gebiet der „Bezirksvereinigung für Schlachtviehverwertung Hessen" fällt, ist durch die Viehmarktordnung und ihre praktische Anwendung eine große Stetigkeit der Preise und ein Wegfall nennenswerter Ueberftänbe erreicht worden. Die Märkte von Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz und Darmstadt, die eine Zeit die schlechtesten des Reiches waren, liegen heute in ihren Preisnotierungen über den rheinischen Märkten und mit an der Spitze aller Märkte Deutschlands. Die planmäßig vorgenommenen Marktregelungsmaßnahmen und die Herausnahme der O-Rinder bildeten die Grundlage , für die Verengung der Preisunterschiede der einzelnen Güte oder Gewichtsklassen. In Bauernkreisen hört man nun oft die Ansicht: Die Notierungen stimmen nicht! Hierzu muß folgendes grundsätzlich gesagt werden: Die Notierungskommission arbeitet im Interesse aller beteiligten sehr scharf. Ebensowenig ist das beste Rind, das der Bauer im Stalle hat, immer ein ^-Rind. Bei einem Auftrieb von 1000 Rindern auf dem Großmarkt, sind andere Dergleichsmöglich- keiten gegeben, als im heimischen Dorf. Wenn nun die Notierungen auf dem letzten Markt für gering genährte Kühe 14 bis 19 Pfennig war, und der Bauer hat nur 12 Pfennig bekommen, so hat dies seinen Grund in der gesetzlichen Berechnung der Kommission, 15 v. H. der Verkäufe nach unten und oben aus den Preisnotierungen herauszulassen. Diese Maßnahme liegt gerade in dem Interesse der Allgemeinheit der Erzeuger; denn nach den Notierungen des Marktpreises richtet sich ja der Preis auf dem Lande. Die Marktpreise bilden die Landpreise. Gerade im Interesse des Bauern muß weiter gefordert werden, daß man sich auf dem Lande nach der Preisbildung der Märkte richtet und nicht etwa ^.-Schweine für 45 Pfennig verkauft, wenn die Notierung bis 53 Pfennig reicht. Vier Pfennig dürfen in den Überschußgebieten unserer Landesbauernschaft die äußerste Grenze des Nachlasses von der Marktnotierung fein. Die Lage an den Viehmärkten im ganzen Reich ist zur Zeit etwas weich. Zu einem gewissen Verbrauchsrückgang auf der einen Seite kommt ein durch die Futtermittelknappheit hervorgerufenes größeres Angebot. Aufgabe einer vorschauenden Marktordnung ist es, den Bedarf zu decken, wenn das Angebot auf dem Lande nachläßt. Nicht möglich sind die hierbei geübten Kontingentierungsmaßnahmen aber für Kälber, denn die Abmelkwirtschaften, deren Zahl sich durch den guten Werkmilchpreis vermehrt hat, können ihre Kälber nicht halten. Hier liegt die einzige Möglichkeit zur Vermeidung eines Preisrucks beim Bauern: gute Kälber halten, denn sie bringen immer Geld. Gruß aus Amerika. Laß aus weiter Fern' dich grüßen, Oberhessen, Heimatland, Ganz besonders dich, mein Gießen, Dir mein Herz bleibt zugewandt. Wenn auch Land und Meer uns trenner Mehr als fünfzig Jahre schon, Werd' ich doch stets gern mich nennen Oberhessens treuen Sohn. Andre mögen lobend weisen Hin auf manchen andern Gau, Ich, für mein Teil, werde preisen Vogelsberg und Wetterau; Hinterland nicht zu vergessen. Das man hat von dir getrennt, — Es gehört zu Oberhesse», Wenn man es auch preußisch nennt. Mn an manchem Ort gewesen, Nirgends fand ich Heimatglück, Werd' vom Heimweh erst genesen, Kehr' nach Hessen ich zurück. — Wo gewandelt meine Ahnen, Wo ich glücklich war als Kind, Alle diese Plätze mahnen: Komm zur Heimat, komm geschwind! Karl Buff, Union, Illinois Itundfunkproqramm Dienstag, 19. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.10: Wasserstandsmeldungen, Wetterbericht. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau. Der BdM. eröffnet den Reichs-Berufswettkampf. 16: Nachmittagskonzert. 18: In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18.15: Italienischer Sprachunterricht. 18.30: Aus Wirtschaft und Arbeit. Australien — ein kommender Kontinent? Zwiegespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.50: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.10: Aus dem großen Haus in Darmstadt: „Toska". Musikdrama. In der Pause 20.50 bis 21.05: Aus dem Leben Puccinis. 21.45 bis 22.05: Nachrichten. 22.35: Der blinde Thomas. Ein Schicksalsbild von Karl Heinrich Waggerl. 23: Nachtkonzert. 24 bis 1: Nachtkonzert. 1 bis 2: Nachtkonzert. Sprem^rn. oen oer Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 6% ehem.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 6%% Dvung-Anleihe Don 1930 .. Deutsche Anl..Ablos..Schuld mit Auslos.-Rechten ............. DeSgt. ohne Auslos.-Rechte...... 6% elfem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6^2% Hess. Landes-Hypothekem bank Darmstadt ytqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% elfem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bl3 1935 6% elfem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6Yi% ehern. 4Vt% Franks. Hyp.. Bank-Llqu.-Psandbriefe....... 6%% ehern. 4-4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 6% eifern. 8% Pr. Landespfand, bciefanstalt, Pfandbriefe R. VJ 6% ehern. 7% Pr. LandeSpfand» briefanstall, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. *% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente *% Ungarische Goldrente....... *% Ungarische StaatSrente v. 1910 *Vi% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a-SL Berlin Frankfurt a. M Schluß» lurs Schloßt. Abmd» börse Schluß» kurs Schlußt. Mittag, böne Schlußkur«! Schluvr Abend» börse 15-2 1 16 2. 15.2. 16.2- äDatum 15-2. 16-2 99.13 99,13 99.5 99,4 4% vesgl. Serie 11 ............. 8 4 8,4 4,4 — —- — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4.25 101.5 101,5 101.75 101,5 S'/,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 7 7 112.5 112,13 4% Rumänische vereinh. Rente 8 ¥<% Anatolier ............... 413 4,13 112.4 112 34,75 34,75 96.75 96,75 96.5 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o 31.13 95.75 95,75 — — Hansa-Dampsschifs...........o Norddeutscher Lloyd ......... 0 34.25 33,9 99.25 99,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 87-25 86,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 114-5 114,75 114 114,75 — — Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconp» 83.25 83 113.5 113,75 113.75 113,65 Gesellschaft........... o Dresdner Bank........o 83-75 83-75 164 83,25 83,25 164 95.75 95,75 96 95,75 Reichsbank ...... 12 95.75 95,75 _ _ A-E.G..................... o 30.65 30,5 139,75 106 99.13 99,13 Bekula.................. n 140-9 106-65 — — ßlettt. Lieferungsgesellschaft... 6 99.5 99,5 99.5 99,75 Llcht und ftroft ........6 gelten & Guilleaume......... 0 118 5 87.25 118,25 86,9 97 97 97 97 »AUIA^ektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 114-5 114,75 97 105-25 97 105,3 97 SchuckerlSCo. ... 99.5 144-75 119 99 T 144,75 120 97 Siemens L Halske...... 105.25 105,3 Lahmeyer L Eo............. io — 26 26 25,75 Buderus ........... 0 91.25 100.13 91 99,5 8 1,175 7,85 12 8.05 1.3 Deutsche Erdöl.......IIIIII 4 7,95 Gelsenkirchener........ ö 70.75 99.5 70 99,25 7.65 7.7 11-13 7,6 7,7 11 7.6 7.8 11 7,55 7,7 10,75 Harvener.................. 0 vocid) Eisen—Köln-Neuessen .. o Ilse Bergbau ............... g — *— — — Ilse Bergbau Genüsse........ g 121-9 86.75 7» t 121,5 86,5 78.5 8.4 8,4 - - Klocknerwerke........ Ö ManneSmann-Röhren ...... o Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß» lurs Schluß!. Mittag- bürsc Schluß» kurs Schluß!. Abmd» börfe Schluß« kurs Echlußk. Mittag» börse 15-2 16-2 Batum 15-2. 16.2 15.2. 16-2- — — Mansselber Bergbau.........0 92.25 92 92.5 92,65 44 —•> Kokswerke ........ o — — 101-9 101,75 7-1 —— Phönix Bergbau.............0 55.9 55 55.75 55,13 4-13 4,13 Rheinische Braunkohlen .....10 207.25 207 207.5 205,25 349 34,25 Rheinstahl..................o 96.5 95,75 96-9 96 Bereinigte Stahlwerke........0 46.5 46,25 46.65 46 Otavi Minen ...............0 12.5 12 25 31 28 27/65 Kaliwerke Aschersleben........6 106.25 105 106 105 Kaliwerke Westeregeln........5 106 104 105-25 104,75 33-9 34 Kaliwerke Salzdetfurth.....iy2 — 150 87-25 86,9 115 114,75 3- G. Farben-Jnbustrte.......7 141-75 141 141.9 141,25 83.25 82,75 Scheideanstalt.......... 9 207 206,5 Goldschmidt ....... 0 92.5 83.75 83,25 Rütgerswerke.......... 0 103-65 102,65 103-5 103,65 83-75 83,25 Metallgesellschast.............0 95-5 94,25 95-75 164 75 164 PHÄpv Holzmann........... 0 84 84 30.4 30,4 Hementweck Heidelberg ......0 116-5 116,25 140.9 140 Zementwerk Karlstadt.........0 127 127 106.13 105 118-5 118 Schultheis Patzenhofer .......0 — —— 103 102,75 87 86,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53-75 53,65 54.4 53,13 114.5 114,75 Beinberg..................0 —— —- 118-75 118 110 109,25 Zellstoff Äaldhos ............0 52.5 52,75 52-25 52 99.9 99,75 Zellstoff Aschaffenburg ...... 0 75-25 74,13 74.75 74,5 145 145,5 Dessauer Gas .............. 7 — —— 127-4 127,75 119 119,5 Daimler Motoren ............ 0 51.13 50,4 51-4 50,13 Deutsche Linoleum .......... 0 136.5 138,5 136 137,5 91.25 91 Orenstetn & Koppel..........0 — .— 84.5 84,13 100 99,5 Leonhard Tietz..............0 39.65 38,75 39.25 38,5 70-5 99 70 99 Ebade......................10 196-75 Acrumulatoren-FabrS........ 0 159,5 159,75 87-5 — 121.75 87,4 121 5 Eonti-Gummt........ 0 143-5 143 Gritzner........ 01 34 e s 86.5 86,5 Moinkraftwerke Höchst a,®L... 4 89.5 3490 iS 78-65 7« Süddeutscher Zucker .........8 124.25 164 162 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 15. Februar 16.Februar Amtliche Jlotierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Sitte-. 0.638 0.642 0,638 0,642 Brüssel----- 58.17 58-29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0.194 0.196 0,194 0,196 Sofia ...... 3.047 3-053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54.22 54.32 54,19 54,29 Danzig..... 81.27 81.43 81,29 81,45 London ..... 12-145 12-175 12,135 12,165 HeliingforS.. Paris ...... 5-36 5.37 5,355 5,365 16.425 16-465 16,43 16,47 Holland ... 168.28 168.62 168,35 168,69 Italien..... 21.20 21.24 21,20 21,24 oaoan ...... 0.707 0-711 0,707 0,709 Jugoslawien 5-649 5.661 5,649 5,661 Oslo..... : 61 03 61-15 61,00 61,12 Wien....... Lissabon.... 48.95 11.02 49.05 11-04 48,95 11,015 49,05 11,035 Stockholm... 62-60 62.72 62,57 62,69 Schweiz .... 80-72 80 88 80,72 80,88 Spanien.... 34-06 34-12 34,05 34,11 Prag....... Budapest ... 10.40 10-42 10,405 10,425 Renyork... 2-491 2-495 2,491 2,495 Berlin, 16.Februar Geld Srie, Amerikanifche Roten.............. 2,443 2,463 Belgische Noten.................. 57,96 58.20 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten ............... Holländische Noten ............... 167*93 168'ei Italienische Noten................ 21,33 21,41 Norwegische Noten .............. 60,84 61,08 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. spanische Noten................. Ungarische Note« ................ Nr.Hl Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, !8. Zebruar 1955 Schaufenster-Wettbewerb. Auftakt zum Reichsberusswettkamps Kundgebung auf dem Marktplatz. — Gute Leistungen im Wettbewerb. Die Arbeit der Prüfungskommissionen. Die Hitler-Jugend, die in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront in diesem Jahre zum zweiten Male den Reichsberufswettkampf durchführt, eröffnete am gestrigen Sonntag auch in unserer Stadt diese große Heerschau beruflichen Könnens des Nachwuchses mit dem Schaufenster-Dekoratlons-Wett- bewerb. Am Sonntagvormittag fand im Haus der Deutschen Angestelltenschaft (DAF.) in der Lonystraße eine letzte orientierende Sitzung von Betriebsführern und Betriebsgefolgschaftsmitgliedern, die sich M - Textilgeschäft (dekoriert von H. G e i ß). zu Prüfungskommissionen zusammengefunden hatten, statt. Den eigentlichen und äußeren Auftakt fand der Reichsberufswettkampf mit einer Eröffnungskundgebung auf dem uns, alles für Deutschland!" schloß der Redner seine Ausführungen. Mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und den Reichsjugendführer sowie mit dem Liede der HI., „Vorwärts, vorwärts", fand die Kundgebung ihr Ende. Der Schaufenster-Dekoraüons- Wettbewerb. Der Wettbewerb war sehr sorgfältig vorbereitet. Die Wertung der einzelnen Leistungen geschah nach genauer Abwägung der möglichen Leistungen. Die Teilnehmer am Wettbewerb waren durchweg Lehrlinge bzw. Junggehilfen, die entsprechend ihrer Lehrzeit in verschiedenen Leistungsklassen (I, II und III) eingeteilt waren und auch entsprechend bewertet wurden. Ferner hatte man noch eine Unterteilung nach Fachgruppen vorgenommen. Für die Beurteilung der einzelnen Leistungen hatten sich durchweg Fachleute zur Verfügung gestellt, die in drei voneinander getrennten Kommissionen ihres Amtes walteten. Jede dieser Kommissionen setzte sich aus drei Mitgliedern zusammen, die unabhängig voneinander ihre Wertungen trafen. Die Wertung erfolgte nach vier verschiedenen Gesichtspunkten, und zwar nach Idee und Planung, nach Beurteilung der Anwendung von Dekorationsmitteln, nach der technischen (handwerklichen) und künstlerischen Ausführung und nach der Werbewirkung. Bei der Wertung im einzelnen mußte dabei berücksichtigt werden, daß die Dekorationen meist von Lehrlingen erstellt werden mußten, die in der Dekoration noch keinerlei wesentliche Erfahrungen gewinnen konnten. Zu berücksichtigen waren ferner die mancherlei Schwierigkeiten, die sich aus der häufigen räumlichen Beschränkung ergaben und bei verschiedenen Branchen mit' den zur Verfügung stehenden Waren ein großer äußerer Eindruck nur schwer erreichbar sein konnte. Ein Rundgang durch die Stadt, der vor der eigentlichen Prüfung der einzelnen Schaufenster durch die Prüfungskommissionen stattfand, ergab zunächst den Eindruck, daß das allgemeine geschmackliche Niveau recht erfreulich war, daß verschiedene Fenster eine sehr feine und sehr geschmackvolle Ausstattung erfahren hatten. Wenn auch da und dort — abgesehen von einem Plagiat — die helfende Hand der Erfahreneren spürbar war, so fühlte.man doch auch, wie die Lehrlinge sich selbst um eigene Ge- man mit großer Liebe und mit Sorgfalt den Arbeiten der Lehrlinge gerecht zu werden bemüht war. Das Ergebnis der Wertung. Auszeichnung mit Ehrenurkunde. Gruppe I (Eisen-, Stahl- und Haushaltwaren, Glas- und Porzellanwaren, Beleuchtungs- und Elek- trowaren, Möbel, Teppiche, Tapeten und Linoleum): Hans Lerch und Ludwig Häuser bei I. B. Häuser, Neustadt. Karl Volk bei Gebrüder Schmitt, Seltersweg 77; Erna Fink bei Ad. Reinig, Seltersweg 30. Gruppe II (Bekleidungsgegenstände und Textilien, hierunter neben Schuh- und Lederwaren auch Lurus- und Galanteriewaren): E. Schimmel bei C. Röhr & Co., Bahnhofstraße 44, H. G e i ß bei H. Kaeß, Nachfolger, Kreuzplatz 15; Liefe! Schäfer bei Franz Bette, Mäusburg 10; Irma Bender bei Schuhhaus Neumeyer, Sonnenstraße 20. Gruppe III (Kolonialwaren, Nahrungs- und Genußmittel, Drogen, Chemikalien, Seifen): H. Schmück bei August Wallenfels, Marktplatz 17. Sehr gute Leistungen.- Gertrud Schäfer bei Chr. Arnold, Bahnhofstraße 31; Fr, Vonderheid und K. Weidig bei Otto Täubert, Seltersweg 70; A. Engel bei Emil Jöckel in Reiskirchen, Hauptstraße; A. Mün- n i ch bei Textilhaus Graf, Marktstraße 4/8; W. Kühne bei H. Lehmbecker, Seltersweg 73; R. Klotz bei W..Lr G. Schuchard, Seltersweg 44; Hilde Heck bei Julius Bach, Seltersweg/Plockstraße; Fr. Jung bei Th. Köhler, Seltersweg 17. Gute Leistungen: K. Andermann bei Karl Hensel Nachf., Walltorstraße 10; F. Dunkel bei H. Hochstätter, Brandplatz 1; W. S«ch mitt bei Edgar Borrmann, Neustadt 5; Erna Mähler bei Ad. Reinig, Seltersweg 30; Elsbeth LeiÄner bei Heyd & Sohn, Seltersweg 12; H. Hübner bei Ad. Plack, Neuen Bäue 17; H. R ü h l bei C. Schwaab, Seltersweg 19; H. Erk bei Möser G. m. b. H., Seltersweg 38; H. ©ulfe, Emmericher Waren-Expedition, Seltersweg 49; G. Troß bei Germania-Drogerie, Frankfurter Straße 39; Irmgard Ludwig bei Fritz Magnus, Seltersweg 33; O. Dörr bei Fr. Vogt 8- Co., Seltersweg 44; O. Schultheiß bei Kurt Holderer, Seltersweg 85; L. Rabenau bei Kaiser- Das Schaufenster eines Feinkostgeschäftes (dekoriert von H. Schmück). magazin, Bahnhofstraße 33; L. Mohr bei E. R. Niederhausen, Bahnhofstraße 49. Oer Leiter des Kreisgruppenamts Mertes gab noch eine kurze zusammenfassende Betrachtung, wies auf den Sinn der im Schaufenster-Wettbewerb geleisteten Arbeit hin und dankte allen, die zur Durchführung behilflich waren. Er gab noch bekannt, daß die dekorierten Schaufenster während dieser Woche zu sehen sein werden und teilte ferner mit, daß die mit den Ehrenurkunden ausgezeichneten Wettbewerbsteilnehmer die künstlerisch ausgestalteten Ehrenurkunden umgehend zugestellt erhalten. Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand der Schaufenster-Wettbewerb und die Arbeit der Prüfungskommission ihren Abschluß. Am Abend fand eine kurze Rundfahrt statt, bei der man sich von der Wirkung der Schaufenster bei künstlicher Beleuchtung überzeugen konnte. Verschiedene Schaufenster erfuhren dabei eine wesentm H/ W fa ? 4 'ft ■ ■ -A*:' *** - Marktplatz. Eine Gefolgschaft der HI. und Mädels vom BdM. gebracht Die Eröffnung^kundgebung auf dem Marktplatz. — (Aufn.: Photo-Pfaff.) Hüte! Wirkungsvolle Dekoration von R. Klotz. 1535: ter und Klare Gestaltung als Schaufenster (dekoriert von L. Häuser). liche Steigerung ihrer Werbewirkung und hinterließen den besten Eindruck. Soweit es im Laufe des gestrigen Sonntags zu beobachten war, konnte festgestellt werden, daß die im Wettbewerb ausgestatteten Schaufenster sich der besonderen Aufmerksamkeit des Publikums erfreuten. Eine der besten Dekorarionen des Wettbewerbs (hergestellt von E. S ch i m m e l). Aufruf! Kameraden des Bannes 116! Wiederum wie im Vorjahre hat die Reichsjugendführung in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront zum 2. Heichsberufswetttampl. aufgerufen, hier soll gezeigt werden, daß die Hitler- Jugend bestrebt ist, den Grundsatz der Leistung auf den besonderen Bereich des Berufes zu übertragen. Deshalb sehen wir alles daran, um die Förderung der beruflichen Ertüchtigung zu erwirken. Die Erziehung zur beruflichen Auslese muß dringlich befolgt werden, um genügend Facharbeiter für alle Zukunft heranzubilden. Der hitlerjunge zeichnet sich da allein durch seine Einsatzbereitschaft aus. Daher gibt es nur einen ehernen Grundsatz, nach dem die Jugendbewegung Adolf Hitlers gewertet und gesichert wird: Die Leistung für die Gemeinschaft! Darum Kameraden der HI.! Beteiligt euch am Reichsberufswettkampf! Der Führer des Bannes 116: heim, Vannführer. Reichsstaithatter Sprenger besucht die Berliner Hessen. Der Landsmannschaft der Hessen in Berlin wurde — wie man uns aus Berlin berichtet — am Donnerstag eine außergewöhnliche Ehrung zuteil. Zu ihrem „Hesseabend" im Hotel „Russischer Hof" war Reichsstatthalter Sprenger erschienen. Nach Begrüßung durch Oberfinanzrat Schäfer, Vereinsführer der Landsmannschaft, der dem Reichsstatthalter für die hingebende, selbstlose Aufbauarbeit zum Wohle des Hessenlandes dankte, sprach Reichsstatthalter Sprenger als einer der größten Gefolgsmänner des Führers. Mit Beifall wurden feine Worte vom innersten Wesen des Nationalsozialismus, über die Volkslumsarbeit, die nur in der heimatlichen Scholle die besten Wurzeln zum Blühen und Gedeihen unseres Vaterlandes findet, ausgenommen. Geht hinaus in die Felder zum ackernden deutschen Bauern, wenn ihr in der Großstadt die Heimatnähe verliert. Ihr fühlt's mit dem Herzen, wenn es der Verstand nicht begreifen will, rief Sprenger seinen Hessen zu. Ein flottes Programm, Lieder, Tänze, heimatliche Mundart unter Mitwirkung von Rest Langer (Rezitationen), Käthe P ü r s ch e l (Lautenlieder), Ilse Richter (deutsche Tänze), Blaß (nationalsozialistische Dichter Annacker, Baldur von Schirach u a.) und von einigen Mitgliedern der Landsmannschaft trugen dazu bei, den Abend so wirkungsvoll gest. der Arzt, Philosoph, Schwarzkünst- . Schriftsteller Agrippa von Nettesheim in Grenoble (geb. 1486); — 1546: gest. Martin Luther in Eisleben (geb. 1483); — 1564: gest. der Baumeister, Bildhauer und Maler Michelangelo Buona» rotti in Rom (geb. 1475); — 1745: geb. der italienische Physiker Alexander Graf Volta in Como (gest. 1827); — 1855: geb. Otto Liman von Sanders, preußischer General der Kavallerie und türkischer Marschall, in Stolp in Pommern (gest. 1929); — 1857: geb. der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger in Leipzig (gest. 1920). staltung bemühten. Verschiedentlich sah man Schaufenster noch etwas-überladen, andere dagegen wieder in weiser Beschränkung der verwandten Ware. Manche ßehrlinge bemühten sich mit gutem Erfolg um den Einsatz selbstgefertigter dekorativer Mittel, durch die Schaffung von Blickfängern und gut wiedergegebener Schrift. Eine Reihe der Wettbewerbsteilnehmer wird sich aber im Schriftschreiben noch verbe fern müssen. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das Ergebnis des Schaufensterdekorations- Wettbewerbes ein durchaus befriedigendes zu nennen ist. Die Prüfungskommission unterwegs ... Um die Mittagsstunde begannen die Prüfungskommissionen mit ihrer Arbeit. Als Prüfer wirkten die Herren Dr. K r u s e , Maternus, Ehrmanntraut, A. Wallenfels, Schimmel und Zöller, sowie die Herren Schulte, Br io la und Krombach. Die Prüfung der Schaufenster nahm etwa zwei Stunden in Anspruch. Nach einer kurzen Mittagspause wurden in gemeinsamer Besprechung im Haus der Deutschen Angestelltenschaft. Lonystraße, die nach Punkten festgehaltenen Bewertungsergebnisse zusammengestellt und von den einzelnen Prüfern Stellung zu den Leistungen genommen. Es entwickelte sich hierbei eine rege Aussprache, die erkennen ließ, daß zu gestalten, daß allen die Heimat wirklich nahewar. -Sz- Daten für den 18. Februar. fanden sich zur Kundgebung mit Fahnen bzw. Wim- j peln ein. Die Prüfungskommissionen und eine An-1 zahl Volksgenossen nahmen daran teil. Zu Beginn' sangen Hitler-Jugend und BdM. zwei Lieder, außer-: dem hörte man, von der HI. vorgetragen, einen Sprechchor, der in seinem Sinn in die Zukunft wies. Sodann sprach der Sozialamtsleiter der HI. Becker. Die Jugend sei sich, so führte er u. a. aus, des-! sen bewußt, daß sie nicht nur mit ihrer ideellen '■ Haltung, sondern auch mit einer bestmöglichsten be- > ruflichen Leistung dem Staate und der Volksgemeinschaft dienen'müsse. Die Jugend verschließe sich, bei aller ihrer Frische und Fröhlichkeit, nicht den Aufgaben, die aus Lebensnotwendigkeiten erwüchsen. Der Schaufenster-Dekorations-Wettbewerb sei nur Teilaufgabe des Reichs-Berufswettkampfes, nur ein aufrufendes Signal für den großen Wettbewerb. Die Jugend habe sich bewußt eingeschaltet in die Berussausbildungsarbeit und in Die Berufsberatung, um hier mitzuhelfen an der Ausbildung des deutschen jungen Menschen. Die Erwachsenen sollten sich herzlich darüber freuen, daß die Jugend in all ihrer Arbeit das Leistungsprinzip voransetze. Alle seien bereit, am Aufbau des Vaterlandes mitzuhelfen. Als nächster Redner sprach der Kreisjugendwaller bei der HI. Frihges Die Jugend, so führte er u. a. aus, trage nicht nur neuen Impuls in das deutsche Leben, sie sei auch mit allen Kräften bestrebt, ihren Mann im beruflichen Können zu stehen. Die Jugend sei es auch gewohnt, Härten zu ertragen, die ihr zu ihrer Zeit nie erspart geblieben seien. Die Parole für den zweiten Reichsberufswettkampf laute: Durch Sozialismus zur Nation." Nach einem weiteren Liede sprach dann noch der Leiter des Kreisberufsgruppenamtes, Wertes. 45 Jungkaufleute nehmen am Schaufenster-Wettbewerb teil, weil sie sich der Bedeutung der Werbung für die deutsche Ware im Schaufenster bewußt seien Die Oeffentlichkeit unserer Stadt solle em Bild gewinnen von der Leistungsfähigkeitdes Nachwuchses im kaufmännischen Beruf. Der Wettbewerb solle den verantwortlichen Führern im Beruf ^lgen, wo mit einer zusätzlichen Berufsschulung eingesetzt werden müsse. Der Beruf solle von der Kaufmannsjugend nicht als ein Mittel zum Zweck des Gelderwerbs betrachtet werden, sondern als Lebensinhalt im Bewußtsein der Verpflichtung der Volks- und der Berufsgemeinschaft gegenüber. In dieser Form fei auch jeder berufen, am Aufbau ®ater- lanbes mitzuhelfen. Mit den Worten „ N l ch t s s u r •w.. ' Hitler-Zugen- und Rundfunk Der Bann 116 der Hitler-Jugend in Gießen bittet uns um «die Veröffentlichung folgender Zeilen: Mit der immer weiter fortschreitenden Entwicklung der Technik wurde auch der Rundfunk mehr und mehr ausgebaut und vervollftänidigt. War anfangs fein Aufgabenbereich klein unb begrenzt, so gewann er jedoch im Laufe der Zeit immer größere Bedeutung, als Ausdrucksmittel und Sprachrohr politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Schaffens. Diese Erkenntnisse hatten sich die Novemberparteien insofern zu Nüße gemacht, als sie es meisterhaft verstanden, ihn zur Verbreitung ihrer eigensüchtigen und volkszersetzenden Ideen zu verwenden. In den Jahren vor der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus war es so weit gekommen, daß sich auf sämtlichen Gebieten des öffentlichen Lebens Männer an führende Stellen gesetzt hatten, deren ganzes Denken, Fühlen und Handeln alles andere war als deutsch. Das galt auch in besonderem Maße vom Rundfunk. Sie sind uns zur Genüge bekannt, die Männer des „auserwählten Volkes", jene Clique des Judentums, die schon zu allen Zeiten ihre Aufgabe und Bestimmung darin sah, das Leben der anderen Völker durch ihre planmäßige Zersetzungsarbeit zu stören. Und sie Haden es oft genug bewiesen, daß sie ihre unselige Mission mit allen nur zur Verfügung stehenden Mitteln zu erfüllen bestrebt waren. Mit Schrecken denken wir an die Zeit zurück, in der sämtliche Gebiete ber Kunst von dem zerstörenden Geiste jüdisch- marxistiscyen Gedankengutes durchdrungen waren. Kunst war nur noch ein Begriff, der für eine Schicht geistiger Aristokraten da war. Das Volk verstand nichts davon. Im Rundfunk, im Theater, im Film, in der Literatur, überall zeigte sich das jüdische Wirken, die jüdische Arbeit. Die Folgen waren unübersehbar. Man zeigte dem Volke „Kunstwerke" und gaukelte ihm eine Welt des Scheinbaren vor. Wohl konnte man es beeinflussen, konnte man ihm seine Ideen aufoktroyieren, aber das Endziel wurde nicht erreicht. Und das war die Vernichtung all der Kräfte und Fähigkeiten, die das deutsche Volk vor den andern auszeichnen. Sie haben das Volk in Klassen zerrissen, haben ihm einen großen Teil seines Selbstvertrauens genommen, aber ihre Gedanken haben nicht die Urtiefen der Volksseele berührt. Trotzdem ist das Unheil, das sie angerichtet haben, ein großes. Es war daher für die nationalsozialistische Regierung eine Selbstverständlichkeit, daß auch der Rundfunk von jenen Elementen gereinigt und gesäubert wurde. Indem er nunmehr in den Dienst für Volk und Vaterland gestellt wurde, ist er seiner eigentlichen Bestimmung übergeben worden. Der Rundfunk ist neben der Presse heute das wichtigste technische Hilfsmittel zur Erziehung und Schulung des Menschen in nationalsozialistischem Sinne. Er bringt uns große Geschehen nahe, läßt uns teilnehmen an Aufmärschen, Feierstunden und Festen. Er ist nicht räumlich gebunden, sondern überbrückt vielmehr Grenzen, verwischt Trennungs- linien und knüpft somit ein ünsichtbares Band der Gemeinschaft, das uns alle umschließt. Die Bedeutung des Rundfunks für die Hitler- Jugend ist dadurch gekennzeichnet worden, daß durch den Willen des Reichsjugendführers eine Abteilung „R" (Rundfunk) in der Reichsjugendführung sowie in sämtlichen Gebieten und Bannen errichtet worden ist. Sie hat die Aufgabe, mitzuhelfen an der gewaltigen Schulungs- und Sozialarbeit, indem sie es ermöglicht, daß Durch Rundfunkübertragungen unser Wollen und unsere Gedanken hinaus- getragen werden zu den vielen Kameraden, dio draußen überall an den Lautsprechern unseren Veranstaltungen zuhören. In Gesprächen, Hörspielen und Hörfolgen, in Funkdichtunaen, Chorspielen und Liedern soll all das unserer Jugend nahegebracht O und veranschaulicht werden, was große Geister unseres Volkes schufen. Wir wollen wieder in Ehr- furckt vor den Großen unserer Geschichte stehen und wollen klar erkennen, was ihre Taten für uns bedeuten. Wir wollen Vergleiche ziehen zu unserer heutigen Zeit und daraus lernen; denn eine richtige Geschichtsbetrachtung ist mit zum großen Teile Voraussetzung für die Kenntnis des Nationalsozialismus. Alle diese Veranstaltungen wollen wir aus eigener Kraft und nur durch uns allein durchführen. Dir haben den festen Willen, und besitzen einen Glauben, der Berge verseht. Weil wir aber auch wissen, daß allein Taten überzeugen können und niemals große Worte, wollen wir arbeiten und schaffen. Wir haben mitgeholfen, ein neues Reich bauen. Unser Erleben war groß und tiefgehend. Die Taten, die wir sahen, waren gigantisch und heldenhaft. Sollte unsere aufnahmebereite Seele nicht fähig sein, aus dieser Fülle des Erlebens heraus unserem Wollen Form und Gehalt zu geben? Man wirft dem Nationalsozialismus oft vor, daß es ihm bis heute noch nicht gelungen ist, seinem Wollen in großen Werken der Kunst Ausdruck zu geben. Dem gegenüber muß aber betont werden, wie Reichsminister Dr. Goebbels schon oft erklärt hat, daß die kommenden Künstler, die unserem Erleben und Schaffen künstlerische Gestalt verleihen, noch heute unbekannt in unseren Reihen marschieren. Unsere Die Straßenlotterie des Winterhilfswerkes geht weiter. „Hilfe im rechten Augenblick", das haben die grauen Glücksmänner der Straßenlotterie des Winterhilfswerkes unsichtbar auf ihre Kästen geschrieben. Die Gewinnmöglichkeiten für jeden einzelnen sind außerordentlich groß. Selbst der, der eine Niete zieht, wird getröstet durch die Beigabe der hübschen Bildkarten, von denen viele mit der wertvollen Winterhilfswerk-Briefmarke versehen sind, vor allem auch durch den Prämienschein, der zur Teilnahme an der Verlosung berechtigt, die im März in München stattfindet. Aber neben der Freude und Spannung, ob der Losbrief Glück bringt, bleibt die Gewißheit, daß mit dem geringen Betrag von 50 Pfennig für jeden Losbrief unendlich viel Gutes gestiftet wird. Die Einkünfte der Straßenlotterie, die unter der Aufsicht der Reichsleitung der NSDAP., Abteilung Lotterie, München, gespielt wird, kommen restlos dem großen Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugute ; werden reftlos eingesetzt zum Kampf gegen Hunger und Kälte. Jeder, der sich selbst mit einem Glückslos eine Freude bereitet, hilft damit auch seinem Volke. Die grauen Glücksmänner sind die Soldaten der Winterhilfe. Ha ft du auch schon ein Los für dein Volk gekauft? Sturm über Oberheffen. In der Nacht zum Sonntag und am gestrigen Sonntagvormittag brauste ein heftiger Sturm über Oberhessen und unseren Gießener Bezirk dahin. Der schwere Südweststurm erreichte nach den Messungen von fachmännischer Seite sogar die Stärke 12, einzelne Böen erreichten eine Geschwindigkeit von 30 Sekundenmeter. Zum Teil war der Sturm von starkem Regen begleitet. Im Gießener Stadtgebiet wurden an verschiedenen Stellen Gartenzäune um- aerissen, ferner dürres Holz von den Bäumen geschleudert, im großen und ganzen aber bei weitem Aufgabe soll es sein, sie herauszufinden und ihr Talent zu fördern. Indem wir die Möglichkeiten zu künstlerischer Entfaltung bieten, ebnen wir den Boden, streuen die Saat, hüten den Keim. Ob die Pflanze einst gedeiht und zum Baume wird, das liegt in dem vom Schicksal ausersehenen und berufenen Menschen selbst. So brechen wir von vornherein jenem Vorwurf die Spitze ab, der uns der Technisierung der schöp- ferischen Arbeit bezichtigt. Wenn wir auch vorerst noch gezwungen sind, bei unseren Festen und Feiern Stücke aufzuführen ober aus Büchern vorzulesen, bie nicht von uns selbst verfaßt finb, so soll uns bies eine mahnenbe Verpflichtung sein, aus eigener Kraft etwas zu schaffen und zu gestalten. Wir wollen bahin kommen — nachdem nun die Heimbeschaffungsaktion beendet ist —, daß in jeder Einheit ein Rundfunkgerät steht. Unser Ziel aber soll es fein, mittels dieser Rundfunkübertragungen aus allen Teilen des Reiches, die Ideen der Hitlerjugend hinauszutragen in das deutsche Land. Der Ruf der deukschen Jugend soll erschallen, soll die Dassen aktivieren, soll über die Grenzen dringen und all den Volksgenossen draußen im Auslande Kunde bringen von einer neuen Jugend. Er soll sie mahnen, ihr Deutschtum heilig zu bewahren, wie auch wir sie nicht vergessen wollen. In diesem Glauben und mit dem festen Willen zur Arbeit wollen wir mithelfen, den deutschen Rundfunk zum Ausdrucksmittel der jungen Nation zu machen. K. R. nicht so viel Schaden angerichtet als bei dem Sturm, der einige Tage vorher über unser Gebiet hinweg- gina. Wie wir von der Leitung des Städtischen Elektrizitätswerkes hören, waren auch in der elektrischen Stromzufuhr im Stadtbezirk und im lieber« lanbgebiet die Störungen durch den Sturm erfreulicherweise nur vereinzelt und geringfügig. In den Waldungen in der Nähe von Gießen sind zum Teil wiederum ansehnliche Baumbestände, die in dem stark durchfeuchteten Boden nicht genügend Halt hatten, von dem Sturm umgelegt worden. Auf der Landstraße kurz vor Reiskirchen waren mehrere Bäume quer über die Straße gestürzt, so daß der Fährverkehr für einige Zeit unterbrochen werden mußte, bis die Hindernisse beseitigt waren. Aus Eberstadt (Kreis Gießen) wird uns gemeldet, daß der Sturm dort großen Schaden auf dem Friedhof angerichtet hat. Zahlreiche Grabdenkmäler wurden umgestürzt und zerbrachen dabei. Unverschlossene Fenster wurden zertrümmert, ferner riß der Sturm dicke Aeste von den Bäumen glatt ab. Bauernsiedlung. Mit einem Vortrag über das zeitgemäße Thema der Bauernsiedlung beschloß bie Vereinigung ber Freunbe bes Seminars für Genossenschaftswesen am Landwirtschafts-Institut der Universität Gießen ihre Winterarbeit. Der Leiter ber Vereinigung, Dr. Pfaff, unterstrich die Bedeutung der Siedlung vom wirtschaftlichen und vom bevölkerungspolitischen Gesichtspunkt aus. Die heutigen Bestrebungen gehen dahin, die nachgeborenen Bauernsöhne der Landwirtschaft zu erhalten und sie dann, wenn die Heimat ihnen keine Möglichkeit zur Selbständigkeit bietet, an anderen Stellen des Reiches anzustedeln. Der Referent der Reichsstelle für die Auswahl deutscher Bauernsiedler, Dr. E i s i n g e r (Frankfurt am Main), von der Landesstelle Hessen- Nassau behandelte in sehr interessanter Weise diese Fragen. Er sagte, daß die Erkenntnis einer weitschauenden Staatsführung unsere Regierung vor die Aufgabe stellt, neben der Umschichtung der in den Industrie- und Großstabtbezirken Beschäftig gungslosen auch eine Neuansiedlung von Bauern durchzuführen. Ihr Ziel ist eine gefunbe Mischung von Bauernhöfen unb Großgrunbbesitzen unter planmäßiger Ausnutzung bes Bodens. Zu diesem Zwecke erfolgt die Aufteilung bes Großgrundbesitzes namentlich dort, wo z. B. jenseits der Elbe oer Einzelbesitz keine restlose Nutzung des Bodens gewährleistet. Die Gesetzgebung hat Einrichtungen geschaffen, bie in Zusammenarbeit mit bem Reichs» nährstanb bie Voraussetzungen für lebensfähige Bauernsieblungen schafft. Dem Reichsnährstand fällt babei die Aufgabe zu, bauernfähige Siedler auszuwählen und sie zu betreuen, die befähigt sind, bas ihnen anvertraute Lanb zum Besten ber Volksgemeinschaft zy bestellen. Bei dieser West-Ostsied- luna bringt die Landesbauernschaft ihre Anwärter in Vorpommern, Brandenburg, der Grenzmark und in Niederschlesien unter. Die tüchtigsten Siedler kommen aus dem Vogelsberg und bem Westerwald. Neben diesen Aufgaben verfolgt das Siedlungsamt die Ziele einer inneren Kolonisation. Neben bem neu erschlossenen Lanb wirb bie Aufteilung von Streulanb unb Pachtlanb unb auch bes von ben Standesherrschaften aufgegebenen Bobens zur Auf- runbung von Erbhöfen benutzt ober für bie Errichtung neuer Bauernstellen verwenbet. In Hessen, das aus dem Gebiete des Siedlungsverfahrens vorbildlich ist, haben Austeilungen schon freiwillig stattgefunden. 1934 konnten rund 20 Bauernstellen im Gau Hessen-Nassau errichtet werden, 30 neue Stellen werden in der Gegend von Bierstadt und im Hessischen Ried geschaffen, so daß insgesamt 50 neue Bauernstellen entstehen. Dem beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Aussprache an, in bie auch Professor Dr. S e s s o u s unb Dr. Psass eingriffen. Heiteres Militärkonzert bei „Kraft durch Freude". Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" in ber Deutschen Arbeitsfront veranstaltete in Gemein- chaft mit der Gießener Militärkapelle unter der Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e am gestrigen Sonntagabend ein Konzert, das einen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm. Der Saal des Cafe Leib war viel zu klein für die zahlreichen Besucher, so daß viele umkehren mußten. Der Gedanke, die gern gehörte Militärmusik in den Rahmen einer Veranstaltung mit karnevalistischer Prägung einzu- spannen, mußte sich ausgezeichnet auswirken, weil unser Musikkorps unter der Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e bei ben Gießenern unb überall sich großer Beliebtheit erfreut. Mit großem Beifall würbe das Musikkorps empfangen, unb gleich der „Mainzer Narrhalla- Marsch" verhalf der heiteren Laune zum Ausdruck, so daß bald mitgesungen wurde. Die Ouvertüre zur Oper „Orpheus in ber Unterwelt" leitete zu bem humoristischen Fantasiestück „Die Zauberklarinette" über, in ber Herr Breidenbach als Solist reichen Beifall erntete. Nach bem Tanz-Potpourri über bekannte Studentenlieder „Ein Walzer-Kommers" unb einem weiteren Potpourri „Besuch bei Millöcker" war eine karnevalistische Stimmung mit ausgiebigem „Schunkeln" hervorgezaubert, so daß sich Obermusikmeister K r a u ß e zu Beigaben bereitfinden mußte. Die von ber Gauamtsleitung ber NS.-G. „Kraft durch Freude" aus Frankfurt "für diesen Abend gewonnene Künstlertruppe „Tautners lustige Kumpanei" hatte es nun nicht schwer, mit ihren gesanglichen, humoristischen und tänzerischen Darbietungen die Besucher bei bester Stimmung zu erhalten. Elisabeth Nau w irth als Ansagerin, ober wie sie es verdeutschte „Quasselstrippe", verstand es nicht nur, sich durchzusetzen, sondern auch ihre Scherze anzubringen. Leider kamen die ersten Rheinlieder, darunter das bekannte „Zu Rüdesheim in der Drosselgasse", bei ber Ausgelassenheit im Saale nicht recht zur Geltung. Der in Gießen schon bekannte Karl R o u l wartete mit Couplets in säch. sisch-hessischer unb Nassauer Munbart auf, die die Aus ber provinzialhaupifiabi. Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrochtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). 9. Fortsetzung Nachbruck verboten! Währenb er durch die abendlich belebten Straßen Hamburgs zurückfuhr in sein Hotel, um sich umzu- kleiden, sah er nichts von bem fröhlichen Leben unb Treiben Hamburgs. Vor seinen Augen war ein scheues, zartes Mädchenantlitz, waren zwei goldbraune Augen, die mit einem angstvollen unb doch sehnsüchtigen Ausbruck in die seinen schauten. Unb bie Trauer um ben Vater würbe gelinder bei dem Gedanken, daß er mit Helma auf Gernrode zusammen fein wollte. Da fiel ihm plötzlich auf die Seele: Würde die Welt nicht tuscheln, wenn er mit diesem jungen Menschenkinde allein auf dem einsamen Schlösse fein würde? Sie war zwar feine Schwester, aber doch nur vor dem Gesetz, nicht nach dem Blut. Und jetzt wurde ihm klar: Er selbst sah Helma nicht an, wie ein Bruder seine Schwester ansah — er sah sie an wie ein junger Mensch ein Mädchen, das er liebt. Wie war das so schnell möglich? Er hatte das Leben kennengelernt, viele unb schöne Frauen aller Länber hatten feinen Weg gekreuzt, unb mit mancher war er ein Stück bes Lebensweges zusammen gegangen, ohne doch jemals baran zu denken, sich zu binden. Aber Helma, die kleine Schwester, sie war ihm auf einmal teuer und begehrenswert geworden wie keine andere der glänzenden Frauen, die ihm heiße Blicke, Küsse und Zärtlichkeiten geschenkt. Das Sanfte, Aengstliche, bies, was ihn an« mutete wie deutscher, zagender Frühling, hatte ihn mit Allgewalt ergriffen. Vielleicht wäre Helma so gewesen, wie er sie aus ber Kinberzeit in Erinnerung hatte, entschlossen, mutig — er hätte nicht anbers als brüderlich für sie gefühlt. Aber gerade dieses Empfinden, sie brauchte Schutz unb Schirm, ließ sein Herz inniger für Helma fühlen. Daheim im Hotel packte er feine Sachen vollenbs aus. Enblich hatte er bie Seibe gefunben, die er für Helma mitgebracht. Liebevoll ließ er den weichen, glänzenden Stoff durch seine Hände gehen. „Kleine Helma", sagte er babei, „wenn bas Jahr der Trauer vorbei ist: Ob dich bieje weihe, weiche Seid? einhüllen wird in das Brautgewand? Ob der Ring, den ich in meiner Brusttasche trage, der Verlokrungsring sein wird, der dich an mich bindet?" Er schloß die Augen, und wie eine Vision stieg bas Schloß der Väter vor ihm auf, der Rittersaal, in bem bisher alle Frauen der Gernsheims getraut wurden. Würden die Ahnenbilder an ben Wänden auch einmal in Zukunft herabsehen auf sein unb Helmas Glück? Gott mochte es geben. Nur ein bitterer Tropfen würbe in diese Freude fallen — der Vater fehlte. Eben hatte er ihn noch wie lebend vor sich gesehen. Träumte er denn schon am hellen Tage? Wußte er denn überhaupt, ob Helma ihn lieben würde? Wer konnte wissen, ob in den Jahren seiner Abwesenheit nicht irgendein anderer Mann bas Herz der kleinen Schwester gewonnen hatte? Erregt stand er auf, ging in bem Hotelzimmer hin unb her. Aber nein, bas konnte nicht sein. Das Schicksal konnte nicht diese 'herbe Enttäuschung für ihn in Bereitschaft haben. Es würde ihn nicht in die Heimat zurückgeführt haben, um ben Vater und außerbem noch den Verlust seiner ersten, wahren Liebe zu betrauern. Denn er fühlte es ganz stark, Helma war seine erste wirkliche Liebe. Was vor ihr war, waren Leidenschaften gewesen, aber nicht bas wahre, unmittelbare Empfinden, das einen Mann nur einmal einer einzigen Frau gegenüber ergreift Er würde um Helma werben, zart, behutsam — er würde sie erringen. Dieser blasse, süße Mund sah noch unerweckt aus — und ein Instinkt sagte ihm, noch kein Mann hatte ihn berührt. Und ihr Herz, ihr kleines hilfloses Mädchenherz, sicher war es noch nicht in ber Hut eines Mannes, sonst hätte Helma nicht dies eigentümlich Verstörte, Wurzellose, das ihr nach ihrer Art als Kind niemals zuzutrauen gewesen. Sie fühlte sich wohl seit bem Tode ihres Pflegevaters nicht mehr heimatberechtigt, nicht mehr sicher auf Schloß Gernrobe. Höchste Zeit war es, daß er dem armen verflat- terten Vögelchen zu Hilfe eilte! Ein Lächeln lag babei um seine Lippen, als er sich nun anschickte, sich für den Abend umzukleiden. Der Smoking war gerade frisch gebügelt vom Hotelschneider gekommen. Horst musterte sich im Spiegel; ber gab ihm sein Bild, schlank und elegant, zurück. Horst sah auf seine Armbanduhr. Es war noch etwas Zeit. So konnte man sich noch hinsetzen unb ein paar Notizen für die Verhandlungen in Berlin machen. 12. Kapitel. Pünktlich zur festgesetzten Stunde fuhr ein Mietauto mit einem jungen Mädchen in schwarzem Abendkleide unb weichem, schwarzem Pelz vor bem Restaurant vor, vor dem Horst schon wartend auf und ab patrouillierte. Horst eilte herbei. Er hatte schon von fern durch die Scheiben des Wagens Helmas feinen, zierlichen Kopf erkannt. Nun half er ihr behutsam heraus, wobei er entzückt einen Blick über ihre anmutige Erscheinung schweifen ließ. Helma sah jetzt bezaubernd aus. Sie trug keinen Hut. Aus dem hochgestellten weichen Pelzkragen des Sealmantels hob sich ihr Kopf wie eine Gemme ab; bas Haar legte sich in weichen Wellen um bas süße Gesichtchen, das jetzt von einer zarten Röte belebt war. Unter dem Mantel kam ein weiches (Beriefe! von schwarzem Tülle hervor — und das schwarze Spitzenjäckchen, das ber Trauer wegen Arme unb Hals verhüllte, vermochte nicht die vollkommene knospende Schönheit zu verhüllen. Weiß und zart schimmerte die Haut unter ber verhüllenden schwarzen Spitze hervor. Der zierlichste Fuß, ben man sich denken konnte, setzte sich aufs Trittbrett des Autos, um dann leichtfüßig ben roten Läufer vor bem Hotel zu betreten, ber ins Innere des eleganten Restaurants führte. „Wie siehst du entzückend aus, Helma!" flüsterte Horst, als er an der Seite des jungen Mädchens nun durch die blitzende Glastür schritt, ihr an der Garderobe fürsorglich den weichen Pelzmantel abnahm, die Hilfeleistung ber (Barberobiere ablehnenb. Das Mädchen errötete. Die Röte glitt wie ein rasiger Schimmer über Nacken und Gesicht. Sie antwortete nicht, sondern sah nur wieder mit diesem hilfeflehenden, scheuen Blick zu Horst auf. Kaum waren sie beide ein paar Schritte durch die Halle gegangen, als ihnen aus ber Richtung des Speisesaaltzs ein großer, etwas schwerer Herr mit einem eigentümlich hell-schwammigen Gesicht und kleinen dunklen Augen entgegenkam. Man sah ihm ben süblänbischen Typ sofort an. Er sprach ein paar Worte mit bem Geschäftsführer, ber burch bie Halle kam. Dann ging er rasch auf Horst zu. Das Mäbchen an feiner Seite zuckte zusammen, als ber Frembe sich jetzt mit einem verbinblichen Lächeln an Horst roanbte: „Verzeihung, Senhor, habe ich bie Ehre und bas Vergnügen, mit Herrn von Gernsheim zu sprechen?" Horst verbeugte sich. „Jawohl. — Senhor Ba- ftieni?" „Richtig, Herr von Gernsheim!" Der Fremde streckte Horst die Hand entgegen, eine zur Massigkeit feiner Erscheinung auffallend magere, krallenartige Hand. Horst wußte nicht, warum er im Augenblick gegen diese Hand ein Mißtrauen, eine Abneigung hatte. Aber ehe er sich darüber Rechenschaft zu geben vermochte, sprach schon der Herr weiter: „Darf ich Sie bitten, mir die Ehre zu erweisen, mich Ihrer Verwandten vorzustellen?" „Gestatte, liebe Helma", sagte Horst, „daß ich dir Senhor Bastieni vorstelle, Besitzer des größten südamerikanischen Zeitungskonzerns. Ich höbe dir ja von ihm gesprochen." „Jawohl", sagte Helma. Erstaunt hörte Horst einen fremden, wie zerbrochenen Klang in ber Stimme Helmas — sah, wie sie kreibeweiß würbe unb mit starren Augen Ba- ftieni ansah. Täuschte er sich ober lag in dem Lächeln, mit dem Bastieni jetzt Helma begrüßte, etwas wie eine starre, befehlende Drohung? Aber das war ja Unsinn — er hatte Halluzinationen. Denn schon war wieder bas harmlose Lächeln auf dem dunklen Gesicht des Südamerikaners — und auch Helmas Blässe war einer natürlichen Gesichtsfarbe gewichen. „Ja, als Bastieni nun sagte: „Ich hoffe, mein gnädiges Fräulein, Sie zürnen mir nicht, baß ich Ihnen Ihren Herrn Bruber schon am ersten Tage durch geschäftliche Besprechungen entziehe!", ba sagte Helma lebhafter, als sie bisher sich im Gespräch mit Horst gezeigt: „Oh, bitte, Senhor — es ist mir ein Vergnügen, Sie kennenzulernen." Und zwischen den beiden Herren dem Speisesaal zugehend, wo Senhor Bastieni einen schönen Platz in einer Ecke bestellt hatte, plauderte sie so lebhaft unb angeregt, wie Horst es ihr nach ihrer sonstigen Schüchternheit niemals zugetraut. Auch während des nun folgenben opulenten Mahles, das der südamerikanische Geschäftsmann mit allem Raffinement ausgesucht hatte, behielt Helma ihre geradezu auffallende Gesprächigkeit und Munterkeit bei. Horst wurde immer verwunderter. Er schob es nun auf bie Wirkung des Sekts, ben der Süd» amerifaner von Anfang an hatte servieren lassen. Helmas Wangen glühten, ihre Augen hatten einen starren und fremden Glanz, ihre Art zu reden etwas Fieberhaftes, lleberlebenbiges. Ab und zu trank ber Südamerikaner ihm unb Helma zu, immer den Blick fest auf Helma gerichtet. Sie erwiderte diesen Blick bann immer mit einem starren Lächeln. Horst würbe innerlich immer unruhiger unb fühlte, wie Zorn in ihm aufftieg. Kaum konnte er sich so weit beherrschen, bie geschäftlichen Angelegenheiten, um derentwillen er mit Senhor Bastieni zusammengekommen war, zu besprechen. Was fiel denn diesem Kerl ein, hier offensichtlich mit Helma zu flirten? Am liebsten wäre er auf- gestanden und mit Helma fortgegangen. Aber er konnte keinen Skandal provozieren. Und er hatte a auch fein Recht, Helma irgend etwas zu verbieten. Noch war alles, was sie und ihn verband, nur ein süßer, zarter Traum in ihm, dem noch keine Wirklichkeit gegenüberstand. Aber dennoch diese Bereitwilligkeit, mit der Helma auf die Blicke des Süd- amerikaners einging, und das eigentümliche Lächeln, mit dem sie nun auch feine versteckten Schmeicheleien hinnahm, ließ Horsts Blut zum Sieden kommen. Schon nach Verlauf einer Stunbe, kaum daß man den Mokka serviert hatte, schützte er Müdigkeit vor unb versuchte, den Abend zu beenden. Abek das gelang nicht. (Fortsetzung folgt!) 9JL-$poit Deutsche Zreiballon-Meiflerschaften abgesagt leisten können. Die zweite Mannschaft spielte in Alten-Buseck 2:2. Sie war dadurch, daß zwei Mann den Zug versäumten, gezwungen, mit neun Mann zu spielen. Weitere Ergebnisse: 1. Jugend — Leihgestern 8:1; 1. Schüler — Sportfreunde Wetzlar 2:0^ Handball im DfB.-Reichsbahn. Münchholzhausen — VfB. Reichsbahn la 9:17 (3:11)* Was die Handballer des VfB.-Reichsbahn in Münchholzhausen zeigten, verdient Anerkennung. Ein Kombinationsspiel mit entschlossenem Torschuß brachte schon in der ersten Halbzeit die klare Ueberlegenheit zum Ausdruck. Von den elf Toren der ersten Halbzeit waren neun klar herausgespielte Chancen. Da zum Sturm noch eine einsatzbereite Deckungsreihe vorhanden war, konnte der Gastgeber nur schwer zu Erfolgen kommen. Auch Fischer im Tor vollbrachte einige Glanzleistungen, besonders in der zweiten Halbzeit, als Münchholzhausen alles auf eine Karte setzte, das Resultat zu verbessern. Die letzte Hälfte des Spieles war hart und kam spielerisch nicht auf die Höhe der ersten Halbzeit. Der Schiedsrichter mußte hier I etwas schärfer durchgreifen. ** Justiz personalie. Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Ulrichstein Heinrich B i t t o r f mit Wirkung vom 1. April 1935 zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Gießen. o, , „ ** Ein Siebzigjähriger. Am heutigen Montag, 18. Februar, kann der Werkmeister i. R. Wilhelm Werner, Wernerwall 29 wohnhaft, nach arbeitsreichen Jahren seinen 70. Geburtstag begehen. ** Fahrplanänderungen. Zur Herstellung des Anschlusses an den Samstags verkehrenden Personenzuq 1727 Wetzlar—Gießen, Gießen an 13 35 Uhr, verkehrt der Personenzug 798 w Gießen—Butzbach, Gießen ab 13.32 Uhr, nur Samstags 7 Minuten später, also Gießen ab 13.39 Uhr, Bützbach an 14.08 Uhr. An den übrigen Werktagen verkehrt Personenzug 798 Gießen—Butzbach, wie seither, Gießen ab 13.32 Uhr. Personenzug 787 W Gießen—Niederwalgern verkehrt von jetzt ab regelmäßig eine Minute später, also Gießen ab 13.39 Uhr, Niederwalgern an 14.02 Uhr. Im Kampf mit den Sturmböen. Vier Ballone losgerissen. Von der Organisations- und Sportleitung wird mitgeteilt, daß bei der Füllung der Ballone am Samstagabend starke Böen auftraten. Gegen 23 Uhr wurden vier Ballone, die zu einem Drittel Reichsstatthalter Sprenger begrüßt die Teilnehmer. Als Auftakt für die Freiballon-Meisterschaft fand am Freitagabend im Festsaal des „Alten Palais" der Empfang der Freiballonfahrer durch den Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger statt. Neben den Teilnehmern waren erschienen Gauleiter Sprenger und Staatsminister Jung mit ihrer Begleitung, als Vertreter des Reichsluftfahrtministers Kommodore Baur de Petaz sowie Geheimrat W. v. Opel, der Neffe des Führers Wilhelm Hitler und die Mitglieder des Organisationsausschusses mit Verwaltungsdirektor Löwer Leibesübungen sollen Lebensgewohnheiten werden. Der Reichssportführer teilt mit, daß das Sportamt „Kraft durch Freude" vom 20. bis 27. Februar eine großangelegte Werbewoche durchführt. Jeder Volksgenosse, der den Leibesübungen noch remd gegenübersteht, soll während dieser Zeit kotenlos an Sportkurfen teilnehmen können. Nach Ablauf dieser Woche sind die Gebühren auf 20 Pfennig — für weniger verdienende Volksgenossen nur 10 Pfennig — festgesetzt, so daß ie wohl jeder aufbringen kann. Die Leibesübungen ollen zu einem Stück Lebensgewohnheit werden, die den Feierabend ausfüllt. Nordhessische Handball-Gauliga. Die drei führenden nordhessischen Mannschaften konnten ihre sonntäglichen Spiele siegreich gestalten. Die Casseler Turngemeinde siegte über den Lokalgegner Tura mit 7:6 und verteidigte mit 20:4 Bunkten die Spitze. Tuspo 86/09 Kassel war in Gie- ;en zu Gast und brachte der einheimischen Spvg. 1900 mit 13:4 (6:2) eine katastrophale Niederlage bei, mit der Gießens Meisterschastsaussichten endgültig vorbei sind. Tuspo Kassel steht mit 18:6 Punkten an zweiter Stelle, gefolgt von Tuspo Bettenhausen mit 16:6 Punkten. Die Bettenhäuser waren über Kurhessen Kassel mit 4:3 erfolgreich. Im vierten Spiel des Tages schlug der TV. Eschwege den vorjährigen Gaumeister TV. Wetzlar mit 7:4. Die erste Niederlage von Hanau 93. Die Fußball-Punktspiele in Rordhessen. Das interessanteste Treffen der sonntäglichen Fußball-Meisterschaftsspiele im Gau Nordhessen war die Begegnung des vorjährigen Gaumeisters Borussia Fulda mit dem bisher in ganz Deutschland einzig ungeschlagenen Verein, dem Tabellenführer Hanau 93. Die Hanauer mußten in Fulda ihre erste Niederlage einstecken, die mit 0:1 (0:1) allerdings recht knapp ausfiel. Ihre Meisterschaftsaussichten haben sich durch diese Niederlage etwas verschlechtert, denn die 93er müssen aus zwei Spielen noch drei Punkte erringen. Die übrigen Spiele hatten weder für die Meisterschaft noch für den Abstieg eine Bedeutung. Der Spielverein Kassel verlor in Friedberg etwas unverdient 1:0 (1:0), und Kassel 03 fertigte zu Hause Hessen Hersfeld sicher mit 5:1 (4:1) ab. Fußballergebnisse aus anderen Gauen. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Spfr. Saarbrücken 2:1; FK. Pirmasens — Borussia Neunkirchen 3:2; Phönix Ludwigshafen — Kickers Offenbach 3:2; Saar 05 Saarbrücken — Union Niederrad 2:5. Gau Bayern: ASV. Nürnberg — Jahn Regensburg 3:2; FC. Schweinfurt 05 — Spvg. Fürth 2:0; BC. Augsburg — Bayern München 1:3. BfB-R. - Ockershausen unentschieden 1:1. Das Spielfeld war leider in schlechter Verfassung. Die Ockershäuser fanden sich mit dem Boden besser ab und konnten das Spiel durch ihre steile Spielweise leicht überlegen gestalten. Den Torchancen nach hätten die Hiesigen das Spiel gewinnen müs- Die für den Sonntag in Darmstadt ausgeschriebenen Deutschen Freiballon-Meisterschaften hatten ein Rekord-Meldeergebnis von 17 Teilnehmern erfahren, zu denen sich noch drei Ballone außer Konkurrenz gesellten. Leider mußte der Wettbewerb, der als Ausscheidungsrennen für den Gordon- Bennett-Flug gelten sollte, in der Nacht zum Sonntag abgesagt werden. Die Neuansetzung erfolgt in einigen Wochen. Schließlich gab der Heimatdichter Diez noch nahezu zwei Dutzend der lustigsten Schnurren — manchmal herzlich-derber Humor — zum Besten, die die Zuhörer nicht eher aus dem Lachen entließen, bis der Vortragende endgültig die Bühne räumte. Einen lustigen Abschluß fanden die mundartlichen Darbietungen des Abends durch Georg Heß, der angesichts der aufgeräumten Stimmung nicht auf einen Lorbeeren auszuruhen vermochte und in Hüttenberger Mundart von der innigen Verbundenheit zwischen Diez und ihm sprach. Seine beschwingte Rede endete damit, daß sich beide zum Schluß mit großer Geste gegenseitig in die Arme fielen. Frl. Lore Strauch trug zur Bereicherung des mundartlichen Teils des Unterhaltungsabends mit zwei hübschen Gedichten bei und fand dafür ebenfalls herzlichen Beifall. Dr. Michel beschloß den anregenden Abend mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied. Tanz volkstümlichen Gepräges, von Karl B e n k humorvoll inszeniert, ließ den Abend ausklingen. Jahreshauptversammlung des „Hubertus" Gießen (im RdH ) Am Samstag fand im Saale des Hotels , Schütz die außerordentlich gut besuchte Jahreshauptversammlung des „Hubertus" Gießen statt. Der Vereinsführer gab zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, zwei erfahrene und vorbildliche Jäger und zugleich treue Mitglieder als Jägermeister begrüßen zu können, und zwar Oberforstmeister Nicolaus als Gaujägermeister für Oberhessen und Kreisjägermeister für den Kreis Gießen und Förster R i ch t b e r g als Kreisjägermeister für den Kreis Alsfeld. Er wünschte ihrer Arbeit vollen Erfolg. Auf die Dankesworte des Gaujägermeisters, der darin ausführte, daß die Arbeit nur mit voller Unterstützung der Jägerschaft geleistet werden könne, gab Vereinsführer Pascoe unter dem Beifall der Versammlung die Versicherung ab, daß die Hubertusmitglieder und die Vereinsführung zu jeder Mithilfe bereit feien, damit das Werk vollendet werde, das alle guten Jäger schon so lange ersehnten. Der Vereinsführer erstattete sodann den Jahresbericht, der das Bild einer außerordentlich regen Vereinstätigkeit bot und vor allem auch durch einen an der Spitze. Der Herr Reichsstatthalter ließ sich die Teilnehmer von der Ortsgruppenleitung des Deutschen Luftsportverbandes Dr.-Jng. Mörath persönlich oorstellen und begrüßte jeden einzelnen mit Handschlag. Er führte dann u. a. aus: „Namens des Schirmherrn der Wettfahrt, des Reichsluftfahrtministers Reichsminister Göring, begrüße ich Sie auf das herzlichste. Er hat mir aufgetragen, seine Grüße zu übermitteln und bedauert unendlich, daß er der Einladung nach Darmstadt nicht hat Folge leisten können. Ich begrüße Sie als Reichsstatthalter in Hessen, und es gereicht mir zur besonderen Freude, daß diese Wettfahrt von Darmstadt ausgeht, wo die deutsche Fliegerei von jeher großes Entgegenkommen gefunden hat. Wie sie wissen, bemüht 'sich die Technische Hochschule in Darmstadt ganz außergewöhnlich, der Luftfahrt die besten Dienste zu leisten und alle Kräfte in den Dienst der Fliegerei und den Flugsport überhaupt zu stellen. Meine Herren, ich weiß, daß bei diesem Wettbewerb für Sie ungeheure Anstrengungen bevorstehen. Sie werden Ihre Kraft um so mehr anspannen, da beim Erfolg die Aussicht besteht, an dem größeren Wettbewerb, dem Gordon-Bennett- Rennen, teilzunehmen. Wenn es Ihnen draußen auf der Strecke morgen einmal schlecht geht, dann beißen Sie die Zähne zusammen und denken Sie an unser großes Vorbild Adolf Hitler, dann wird es wieder gehen." Die Anwesenden stimmten dann begeistert in das ,Sieg-Heil" auf den Führer ein und begaben sich dann in die Darmstädter Festhalle, wo drei neue Segelflugzeuge auf die Namen „Sprenger", „W. Merck" und „Groenhoff" getauft wurden. gefüllt waren, „Nordmark", „Bielefeld", „Herford" und „Dortmund", aus den Netzen gerissen, wobei ein SA.-Mann durch Oberschenkelbruch verletzt wurde. Die weitere Füllung wurde unterbrochen^ Wegen des starken Sturmes waren die Hatte- mannfchafken auf das Doppelte der normalen Zahl verstärkt worden. Einzelne Ballone waren sogar an Lastkraftwagen verankert. Die Sportleitung hatte um 19.45 Uhr angeordnet, daß sich an jedem Ballon der Führer oder Ballon- meister aufhalten müsse. Nachdem sich das Wetter vorübergehend gebessert hatte und anscheinend eine völlige Beruhigung eintrat, setzten gegen 1.30 Uhr früh plötzlich neue heftige und bis zu 90 Grad in der Richtung wechselnde Sturmböen ein, die den großen Ballon „Graf Zeppelin" den Händen der sich mit äußerster Kraft wehrenden Haltemannschaften entrissen und auf den Nachbarba.llon „Union" zutrieben, der ebenfalls mitgerissen wurde; obwohl der Ballonmeister die Reißleine der „Union" zog, wurde der Ballon einige Meter in die Höhe geworfen. Unglücklicherweise halle sich der 34jährige S2L- ZHann Hans Pellljean aus Darmstadt in den Waschen des Rehes verfangen und wurde in die Höhe gerissen. Er stürzte aus einigen Weter Höhe ab, wobei er einen Wirbelsäulenbruch davontrug und auf der Stelle starb. Die gleiche Sturmbö hatte noch zwei weitere Ballone erfaßt, deren Reißleinen jedoch automatisch funktionierten. Daraufhin ließ die Sportleitung sämtliche Ballone aufreißen, um weitere Unfälle zu verhüten. Die Sturmböen waren so stark, daß in der Nähe des Startplatzes zahlreiche Bäume entwurzelt wurden. Nach dem ersten Zwischenfall hatte die Sportleitung gehofft, die Wettfahrt nach den strengen Vorschriften der Gordon-Bennett-Konkurrenz doch noch zum Austrag bringen zu können. Aber nach dem tödlichen Unfall wurden die Deutschen Meisterschaften verschoben. Die Sportleitung sprach den Haltemannschaften und dem Sanitätspersonal für ihr aufopferungsvolles Verhalten wärmste Anerkennung aus. Mit dem Reichsstatthalten und Gauleiter Sprenger stattete am Sonntagvormittag die Organisationsund Sportleitung den drei Leichtverletzten im Darmstädter Krankenhaus einen Besuch ab. Der drei Hinterbliebenen des im Dienst verunglückten SA.-Mannes wird sich die Wettbewerbsleitung an- nehmen. Der Ballonschaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Ausreißer sind bis auf zwei bereits zurückgebracht worden. Sie waren kilometerweit abgetrieben worden. Auch Zugspihflug verschoben. Das gleiche Schicksal wie die Deutsche Freiballon- Meisterschaft erlitt auch der Zugspitzflug. Die Windgeschwindigkeit auf dem Münchener Flugplatz Oberwiesenfeld betrug bis zu 130 Stdkm., so daß die Flugl'eitung für alle Maschinen Startverbot erlassen mußte. Es ist beabsichtigt, den Flug am Montag oder am Dienstag nachzuholen. ganz besonders guten Besuch aller Versammlungen gekennzeichnet war, ein Zeichen dafür, daß die Mitglieder in ihnen die Anregungen fanden, die sie uchten. Besonders hervorzuheben ist dabei, daß die Umstellung des Vereins aus der Tätigkeit eines allgemeinen Jagdvereins auf die eines Gebrauchshundevereins nur einen verschwindend kleinen Mitgliederverlust nach sich zog. Für dieses Treuebekenntnis dankte der Vereinsführer besonders. Die Kassenprüfung ergab keine Anstände, so daß dem Vereinsführer und dem Schatzmeister Entlastung erteilt werden konnte. Oekonomierat Hoffmann unterstrich dabei besonders die Verdienste des Vereinsführers, während Fabrikant Rinn der Tätigkeit des Schriftführers, Studienrat H ö l z e l, besondere Anerkennung zollte. Die seitherigen Satzungen mußten durch neue, entsprechend der veränderten Zielsetzung und dem Führerprinzip, ersetzt werden. Der vom Vereins- ührer vorgelegte Entwurf wurde einstimmig an- zenommen. Die Führerneuwahl ergab einstimmige Wiederwahl des Vereinsführers August Pascoe, zu einem Stellvertreter wurde Dr. van Bentheim leftimmt. Der Vereinsführer berief als Schriftführer Studienrat H ö l z e l, als Schatzmeister Regierungsrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg. Das Jahresprogramm sieht u. a. eine Verbandsjugendprüfung am 13. April und eine Verbandsgebrauchsprüfung am 27: und 28. September vor. Für die 1 Welthundeausstellung, die am 26. bis 28. April in Frankfurt stattfindet, und eine Ausstellung ganz besonderer Art sein wird, wurden durch die Versammlung zwei Preise bewilligt, und zwar für den besten Rüden und die beste Hündin der Jagdgebrauchshundeklasse, stammend aus Zucht im Gau Hessen-Nassau. Der Vereinsführer selbst ist durch die Fachschaft Deutsch-Drahthaar (im RDH.) zum Sonderleiter der Drahthaar-Ausstellung bestimmt worden. Der Jahresbeitrag wurde herabgesetzt, von der Erhebung eines Eintrittsgeldes für die Zukunft abgesehen, um Freunden des deutschen Gebrauchshundes die Mitgliedschaft zu erleichtern. Im Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen berichtete Pascoe kurz Über den Verbandstag der Fachschaft Jagdgebrauchshundewesen in Berlin, während Hälzel anschließend Über „Die gegenwärtige Lage der jagdlichen Gesetzgebung" sprach. Ausgehend von der Tatsache, daß sowohl bei Pächtern wie Verpächtern eine große Unkenntnis der Gesetzesvorschriften herrsche, behandelte er vor allem die Ueberleitungsvorschrift Hessens vom 9. Januar 1935 in ihren Auswirkungen. Die durch viele Beispiele aus der Praxis unterstützten Erläuterungen fanden größtes Interesse, wofür eine lebhafte Aussprache Zeugnis ablegte, und wurden mit großem Dank begrüßt. Mit einem „Horrido" auf Reichsjägermeister, Weidwerk und „Hubertus" schloß der Vereinsführer die ergebnisreiche Sitzung. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr im Studentenheim, Leihgesterner Weg, Mitgliederversammlung. — Amt für Beamte, Kreis Gießen: 20 Uhr im Cafö Leib Schulungsveranstaltungen des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Kreis Gießen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abschiedswalzer". — Stickerei- und Spitzen-Werkschau: 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. sen. Die Stürmer überboten sich aber im Auslassen von Erfolgsgelegenheiten. Für ihr aufopferndes Spiel verdienen beide Mannschaften ein Gesarntlob. Die Gießener spielten mit Janz, Göbel, Schwarz, Lehrmund, Knauß, Heß, Wagner, Ranft, Hauptfeld, Fehling, Ritter. Janz lieferte ein gutes Spiel. Göbel, der neue Mann, war überragend. Schwarz ist ein guter Zerstörer. Die Läuferreihe bewies erneut, daß sie der konstanteste Mannschaftsteil ist. Hauptfeld ist kein Sturmführer. Die Stürmerreihe fand sich nichts Die Leistung des Schiedsrichters war gut. Ockershausen hat Anstoß, der von Knauß abgefangen wird. Der Gegenangriff der Hiesigen wird geklärt, und schon vergibt der Rechtsaußen dadurch, daß er in die Erde trat, eine Torgelegenheit. Ockershausen drängt. Ecken von links und rechts können die Gäste nicht verwerten. Dann fällt überraschend das Führungstor für die Gastgeber. Wagner verwandelt durch Kopfstoß, für den gegnerischen Tormann unhaltbar. In der Folge rufen die Gäste gefährliche Situationen im Strafraum hervor. Ein Alleingang Fehlings, der bedrängt daneben schießt, beendet die Drangperiode der Ockershäuser. Plötzlich ist Hauptfeld durch, er umgeht den Verteidiger, plaziert abev den Ball auch neben das Tor. Eine Ecke für Ockershausen. Göbel stoppt den Ball ab und gibt zurück zu Janz, der zu spät die Situation erfaßt und dem nachsetzenden Mittelstürmer den Ausgleich gestattet Nach der Pause sind die Ockershäuser stark überlegen. Trotzdem haben die Gießener kurz hintereinander zwei Torchancen, aber auch jetzt können Fehling und Ranft das leere Tor nicht finden. Scherer, die treibende Kraft im Ockershäuser Sturm, versucht auf eigene Faust dem Spiel eine Wendung zu geben. Seine Alleingänge bleiben aber im Schlamm stecken. Bei einem Kampf um den Ball im Mittelfeld läßt sich Knauß zu einer Unsportlichkeit hinreißen und muß das Feld verlassen. Trotz der zahlenmäßigen Schwächung der Gießener kommen die Ockershäuser zu keinem Erfolg. Das Endergebnis entspricht dem Spielverlauf. Ausgelassenheit noch zu steigern vermochten. Zwischen zwei ansprechenden tänzerischen Leistungen von Elfriede Schmidt sang Richard Stahl beifällig aufgenommene Rheinweinlieder. Eine besondere Freude bereitete das Musikkorps im zweiten Teil seiner Darbietungen mit zwei Solls für Xylophon" und zwar von Riedels „Herzklopfen" und Peters „Zirkus-Renz-Galopp", wobei der Reichswehrsoldat D o h m e n als Solist auftrat. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als nach den „Liedern einer Liebesnacht" vertraute Weisen vom Rhein bis zur Donau, Studenten- und vor allem Soldatenlieder vom Musikkorps zum Vortrag kamen. Obermusikmeister K r a u ß e mußte immer wieder Zugaben bringen, damit das „Schunkeln" nicht zu kurz kam. Es war ein Abend voll heiterster Laune und angeregtester karnevalistischer Stimmung. Die Veranstalter können mit dem Erfolg zufrieden fein. Oie Stickerei Werkschau in Gießen. Zur Stickerei-Werkschau des Reichsbunds Volkstum und Heimat wird uns von dessen Ortsringführer geschrieben: Die Stickerei-Werkschau, die der Reichsbund Volkstum und Heimat zur Zeit im Turmhaus am Brand veranstaltet, erfreut sich eines äußerst regen Besuches aus allen Bevölkerungsschichten unserer Stadt und der umliegenden Orte. Schon über 700 Erwachsene und über 1000 Kinder statteten dieser wertvollen Ausstellung ihren Besuch ab. Weitaus die meisten Arbeiten entstammen der ehemaligen Stickereiklasse der Zeichenakademie in Hanau; sie war eine der wenigen Stätten, die sich zu Ende des 19. Jahrhunderts um die Erhaltung des kostbaren Formenschatzes und der Arbeitstechniken altdeutscher Stickereikunst bemühten. Seit 1907 ist diese Stickereiklasse in Hanau geschlossen, und es ist das Verdienst von Frl. P e f e I e r, Stickereimeisterin in Hanau, den Wert der damals geleisteten Arbeit für eine Wiederbelebung der künstlerisch wertvollen und handwerklich gediegenen Handarbeit erkannt und zugleich in die Praxis umgesetzt zu haben. Es wurde schon in dem Bericht über die Eröffnungsfeier eine Uebersicht über die reichhaltige Ausstellung gegeben: feinste Kreuzstich- und Hol- beinmufter, die aus bäuerlicher Hauskunst stammen, altdeutsche Rotstickereien in erstaunlicher Vielfalt, reizvolle Spitzenstich- und Durchbrucharbeiten, Nadelmalereien, Goldstickereien, Klöppelspitzen usw. Moderne Gebrauchsgegenstände, wie Kragen, Mundtücher, Kissenplatten, Läufer u. a., zeigen die Anwendung der alten Techniken und geben einen Begriff von der großen künstlerischen Bereicherung, die Gegenstände des täglichen Gebrauchs erfahren können, wenn an Stelle mechanischer Vervielfältigung die Wiederanknüpfung an ererbtes Kulturgut tritt. Seit gestern wurde die Ausstellung noch durch zwei große japanische Wandbehänge bereichert, die durch ihre reizenden Farbtöne sehr gefällig wirken. In der Feinarbeit steht jedoch die deutsche Nadelmalerei weit über der japanischen. Die Ausstellung will keine museale Schau fein, sondern verwandte schöpferische Begabungen an- regen und kann daher allen Frauen und Mädchen warm empfohlen werden. Um auch den wirtschaftlich schwachen Volksgenossen den Besuch zu ermöglichen, wurde der Eintrittspreis auf nur 10 Pfennig festgesetzt. Angehörige von Erwerbslosen haben freien Zutritt. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 24. dieses Monats, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Eine fachkundige Führerin steht jeweils zur Verfügung. Ein Abend Humor beim Reichsbund Volkstum und Heimat. Mitglieder und Freunde des Reichsbundes Volkstum und Heimat fanden sich am Samstagabend zu einer Veranstaltung im Katholischen Dereinshaus ein, die ganz im Zeichen heimatlichen Geistes stand. Insbesondere kam der Humor zu feinem Recht. Der Ortsringführer Lehrer Dr. Michel hielt einleitend eine launige Ansprache, in der er darau hinwies, daß der Re'ichsbund Volkstum und Heimat kein Muckerbund fei, sondern auch den deutschen Humor pflegen wolle, weil wir ja alle wüßten, daß der Humor eine sehr wesentliche deutsche Wesensart ist. Den Auftakt der wohlgelungenen Veranstaltung bildete der „Radetzky-Marjch", vom hiesigen Volkstanz kreis getanzt. Bei den Darbietungen des Tanzkreises waren die verschiedenartigen Gegenüberstellungen interessant. So sah man hintereinander einen „Schwedisch-Schottisch", der im Rheinland zum Teil noch getanzt wird, ferner einen märkischen Tanz und schließlich einen böhmischen Volkstanz. Die einzelnen Tänze ließen die verschiedenen Temperamente erkennen und gefielen durch ihren Figuren-Reichtum. Mit besonderem Interesse verfolgte man bann vier hessische Tänze, einen Schwälmer Tanz, einen Wald-Schottisch, einen Spott-Tanz auf die Müller und schließlich noch ein kleines Tänzchen auf den bekannten Spruch: „Es geht nichts über die Gemütlichkeit . Karl Benk, der Leiter des Tanzkreises, der sich auch als Ansager für den Abend glänzend bewahrte, erwies sich ferner als Sänger und wußte mit einigen humorvollen Liedern (die zum Teil von den Zuhörern mitgesungen wurden) sehr gut zu gefallen. Selbstverständlich durfte auch einer der drastischen „Rüpeltänze" nicht fehlen. Sehr lustig waren das mimische Tanzspiel von den sieben Schwaben und das folgende Lied von den schwäbischen Musikanten. Unterstützt wurden diese beiden Darbietungen besonders durch die originelle mittelalterlich-bäuerliche Kleidung der Mitwirkenden. DerTanzkreis wartete schließlich noch mit drei nordischen Tanzen au „Lange Reihe", „Ballett-Quadrille und „Der fünfte9 Junae") und beschloß seine Darbietungen mit zwei Tänzen nach Musik von Johann Str ß („Annenpolka" und „Mädchenwalzer ). Be allen Darbietungen fiel angenehm auf, daß sich Die JJni- glieder der Gruppe einer außerordentlich svrgsaltt- gen Interpretierung befleißigten und damit ihre im Stillen geleistete unermüdliche Arbeit unter Be- “’elne^ftarfe eigene Note erhielt der Abend durch die Anwesenheit des hessen-nassauischen Heimatdichters Rudolf Diez, der, ein rüstiger und humorvoller 72jähriger Mann, im Laufe des Abends mit einer Fülle der prächtigsten Schnurren in hesien- nasfauifcher Mundart aufwartete. Von seinen vielen prächtigen kurzen Gedichten wurde Zunächst die Parodie auf das Scheffelsche Lied „Behüt dich Gott, es wäre Jo schön gewesen" viel belacht, in der er die verschiedensten deutschen Mundarten Revue pa - fieren ließ. In einem sinnigen Gedicht gedachte er ferner der zwei Millionen Gefallenen des Weltkriegs und bewies damit, daß die Mundart durchaus geeignet ist, auch feinste Gefühlswerte und ernste Gedanken auszudrücken. Feiner Humor sprach wiederum aus feinem „Wörterbuch" und aus dem Gedicht „Im Lande zwischen Dill und Rhein". Holland 3:2 geschlagen •t Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2323 a B/13 8. Ziehungstag 16. Februar 1935 4229 5817 01964 103587 105531 135909 17125 140017 2 2 öS®. 2. 958D Hessische Bürgermeisterei Albach. Lenz. Adrehbuchder Stadt und des Kreises Giehen 1935 117659 124661 147846 157968 167916 189887 201338 215406 221484 243138 252558 271395 281977 312028 332038 355603 378621 390769 29926 48371 59777 76546 87482 ! 117434 131078 147108 154705 165411 172905 184339 199389 217423 233920 239265 256222 276168 285433 294173 305084 317037 326693 332323 347692 363300 373154 396771 15252 34125 50615 62932 79745 96993 ! 122835 128624 151516 160017 175810 191586 204916 217886 237260 243392 262775 273923 287197 322707 341678 360067 383355 394528 102799 113224 124001 141322 155527 161096 176456 194850 211469 219189 238721 250085 265239 280248 301933 326458 353584 365303 385835 10397 19049 39685 58879 73618 82976 103354 115884 124099 142966 157299 165098 185155 200466 213693 220123 239977 250898 268802 280627 307996 328348 354400 369284 388197 289122 27975 341935 145017 344829 198846 255459 281967 360267 393358 11630 19323 44877 59703 73889 87071 108537 130126 142436 154583 164401 172856 180108 197652 215194 231616 237891 254858 272984 284933 290550 301835 316005 327865 332244 338739 363089 371888 395465 125213 148050 158806 170321 190631 201418 217807 235191 243320 256766 273678 286830 316199 341582 359345 378920 394140 106078 123396 136517 154969 160437 175827 193372 205938 218148 237855 243829 264021 277749 298749 325139 352098 360931 385014 220182 261050 289688 369569 224592 268185 296833 367661 129128 235253 270251 304080 385912 120159 139450 148993 161745 168018 175576 185822 203647 220851 234472 244241 269883 279039 286516 298417 310089 322019 331029 336884 354509 366209 379434 398375 18864 38732 57141 73449 82239 186363 245826 276679 351541 393163 15581 35142 62467 63588 80433 99262 1 16060 35625 55789 69359 81455 120718 139943 151618 161882 172208 177634 187371 209439 221547 235283 250366 272739 280696 287845 299025 312008 324679 331542 336969 360228 367409 385602 163697 245685 276454 329548 389314 126322 142267 151794 163278 172569 178117 195372 211183 226844 236964 253418 272769 281668 290208 300294 314029 325587 332180 338726 360682 370880 391520 Vereins- und Kassen - Vorstände sowie andere am Dereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Gewinnauszug 5. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klassen-Lotterie 119426 132273 147373 157997 166862 173529 184458 202910 218629 234113 240188 262761 278474 285997 294303 306764 321842 330788 335527 349769 364975 378303 398186 Die Hauslisten werden jetzt bei den Hausbesitzern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohnerausnahme ist es erforderlich, dag jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. - Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. und zum Bauen Hohmann, Conen, Rohwedder, Kobierski. Holland: Halle: van Run, van Diepenbeek; B. Pauwe, Anderiessen, van Heel; Wels, Bente (Brok), Bakhuys, Smit, van Gelder. Schiedsrichter war der Schwede Olsson, der im allgemeinen gut zu gefallen wußte. Wie die Tore fielen ... Schon nach 2Vr Minuten hatte Deutschland die Führung errungen. Conen übernahm einen Steilpaß von Grämlich und schoß zum 1:0 ein. In der zwölften Minute war es dann zur Verblüffung der Holländer Kobierski, der eine Kombination zwischen Rohwedder, Conen und ihm mit dem zweiten Treffer abschloß. Nach der Pause übernahmen dann die Holländer das Kommando. Nach sieben Minuten bekam Bakhuys freistehend plötzlich den Ball und schoß aus 15 Meter Entfernung unverzüglich ins Netz. Drei Minuten später gelang es Smit, den Ausgleich für Holland zu erzielen. Dann dauerte es bis 10 Minuten vor Schluß, bis die Entscheidung fiel. Die deutsche Mannschaft drängte gerade, als Hohmann einen Ball von denen erhielt und aus 15 Meter einen kräftigen Schuß losließ, der für Halle nicht zu halten war. ° 3 ü Q "Z tta ö Watzenborn-Steinberg schlägt Dillenburg 3:1. Das einzige Verbandsspiel der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen gelangte gestern aus dem Platz in Watzenborn-Steinberg zum Austrag. Die 1. Elf des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg konnte die Gäste mit 3:1 geschlagen entlassen. Kombinations-Sprunglauf bei den JZS.-iiennen. Willi Bogner Dritter in der Kombination. Die FlS^ennen in der Hohen Tatra wurden am Samstag mit dem Kombinations-Sprunglauf auf der Jarolimek-Schanze fortgesetzt. Den weitesten Sprung des Tages stand der Pole Br. Czech mit 67,5 Meter. Der frühere deutsche Meister Vin- j a r e n g e n - Norwegen kam sogar auf 71 Meter, Bekanntmachung. .Der Gemeindevoranschlag für 1935 liegt vom 19- d. 2TL ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht und Vorbringung etwaiger Einwendungen offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Albach, den 16. Februar 1935. Der Geschäftswelt Zur Benachrichtigung, dah neben der Hausliste eine Firmen- liste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adrehbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, daß fie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; fie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 30000 M. 66837 4 Gewinne zu 10000 M. 273807 357742 4 Gewinne zu 5000 M. 314909 332604 8 Gewinne zu 3000 M. 58489 94411 187497 201245 20 Tagesprämien. Auf lebe gezogene Nummer sind zwei Prämien an i» 1000 RM gefallen, und zwav je eine auf d?e Lo gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II- MF'KrNLM» 122867 124044 2'61=1" Im Gewinnrade verblieben: 440 Taaesprämien ?u l000 Mark 2 Gewinne zu je 1060000, 2 zu KlOOOOp, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 4 zu Je ’e 20000, 42 zu je 10000, 152 zu je 302 zu je 3000, 686 zu je 2000, 1506 zu e 1000, 3546 zu je 500, 14184 zu je 300 Mark? Höhere technische Lehranstalt RheanafdiesTedtnikum, Bingen Ingenieur-Ausbildung in Maschinenbau, Elekro- technik, Eisenhochbau, Auto-, Flugzeug- u. Land maschinen-Bau. — Prospekte kosten los. 966V »1r,2A?emlnnc 2U 1000 3R. 59129 217504 219652 252925 331554 332434 354433 367718 385119 394093 mi7o°q® ?ninKen3U 599 18187 38204 44625 49240 64129 70159 90419 104998 119999 19R1ni 141944 145352 147295 156259 160255 7?Q69 i92694 202150 213590 237456 269399 270649 279853 292257 296186 297719 306967 91917« 365707 356373 356871 358544 359459 363514 vou(U r 20 Gewinne zu 2000 M. 1993 31854 95983 167361 198178 199067 264304 284158 336295 356861 44 Gewinne zu 1000 M. 3919 6729 36996 74642 85644 92035 113303 115465 117994 169288 236107 241347 250011 271867 275272 278609 324590 3,29647 369300 369401 371434 382359 96 Gewinne zu 500 M. 5088 9144 9919 32860 38806 40939 44119 46955 51104 53544 53806 54885 67632 70812 80321 82977 83493 87880 110483 127503 ------ ------ ------ ------ Bekanntmachung bett, die Regelung der örtlichen Frischmilchmärkle vom 27. 3uli 1934. Auf Grund des Paragraphen 8 dor Satzung für Milchversorgungsverbände (Reichsgesetzblatt I N. 36 vom 29. März 1934) und in Ergänzung meiner Anordnung vom 12. August 1933, betr .die Errichtung von Milchabsatzgenossenschaften und den Verkehr mit Milch im Gebiete des Milchversorgungsverbandes Rhein-Main, erlasse ich über die Regelung des Ver- kaufes von Milch ab Hof folgende Anordnung: § 1. Der Verkauf von Milch ab Hof des Erzeugers ist verboten. Alle Milch, die in den Verkehr gebracht werden soll, muß an eine Sammelstelle abgeliefert werden. § 2. 3n Gemeinden, in denen die Errichtung einer Sammelstelle eine außerordentliche Belastung der Erzeuger darstellt, kann auf Anweisung der zuständigen Bezirksstelle des Milchwirtschaftsoerbandes Hessen von der Errichtung einer Sammelstelle Abstand genommen werden. iiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Torfstreu □ Torfmulls Kunstdünger stets aut Lager. S.Trechsler Sleinsl.7ZLel.3581 llllllllllllllllllllllllllllll GfMeringe Heute 8640 frische Sendung 3 Pfund 50 Pf. alle and. Sorten Seefische bill. bei Hoch Nachfolger Mäusburg15,Tel.3612 4 Gewinne zu 5000 M. 31702 347638 6 Gewinne zu 3000 M. 75387 ---- .. 22 Gewinne zu 2000 M. 14468 i < rzo 35°42747810 7"52 89329 95219 H9510 ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Narhläccp von3bis20v*erhaltenSiebei IiQUIIIQOOU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange, (Sieben Schulstratze 7 Fernsprecher 2251 Zwangsversteigerung. Dienstag, den 19.Februar,14Uhr, tollen im „Löwen" hier, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Anzugstoffe, Klaviere, Radios, Motore, Schreib-, ISchub- macherausputz-, 1 Rechen-, 1 Bobr- unö 1 Rofchaarzurmnaschine(n), 1 (>101110^6161,o-emgIäier,(Jiö= und Kassenschranke, Registrierkassen, 1 qVe*&al.?e' 1 Fahrrad, Kalk, i Bandschlelfmaschlne mit Motor, 1 Gasherd, 24 Paar Damenstiefel, 1 Photoavvarat u. a. m. 856d . Scharmann @6^(1)^001^16661:, Gießen Wernerwall 33. Telefon 3108. § 3. Auf Antrag der betreffenden Gemeinde, der Milchabsatzgenossenschaft oder der Molkereigenossenschaft kann die Bezirksstelle folgende Regelung der Milchversorgung der Gemeinde zur Durchführung bringen: 1. Der Verkauf von Milch ab Hof des Erzeugers wird gestattet, und die Erzeuger werden nach Maßgabe ihres Viehbestandes und unter Berücksichtigung der unmittelbaren Milchabgabe zur Abgabe einer monatlichen pauschalen Aus- gleichsabgabe abgeschätzt und eingestuft. Der Verkauf von Milch wird von der zustän- digen Milchabsatz- oder Molkereigenossenschaft bzw. durch eine von der Bezirksstelle zu bestimmenden Vertrauensperson durch Ausgabe von Gutscheinen geregelt. Die Gutscheine werden von Mitgliedern der Organe der Genossenschaft oder durch die Verttauenspersonen unmittelbar an die Verbraucher verkauft. Eine Abgabe von Milch ab Hof des Erzeugers darf nur gegen Gutscheine, nicht gegen Barzahlung erfolgen. 362 Gewinne zu 300 M. 14645 ----- ' 283 ffieroinnc ju 300 SW. 16842 26524 28811 92537 W s s H 104024 104793 105392 ------ 119467 ------ „ § 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit einer Geldstrafe bis zu 1000 Mark im Ein- zelfalle bestraft und die Ordnungsstrafe durch die Finanzämter nach den Vorschriften der Reichsabgabeordnung beigetrieben. § 5. Diese Regelung tritt mit Wirkung vom 15. August 1934 in Kraft. Frankfurt a. M., den 27. Juli 1934. 8- d- R.: gez.: Dr. Bojunga, Geschäftsführer. Milchversorgungsverband Rhein-Main. Der Vorsitzende; gez.r W i r t & Amtliche Bekanntmachungen des Krersamts Gießen. Betr.: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs der Aenderung der Wege- und Vorflutverhält. Hilfe in Flur 8 der Gemarkung Gießen infolge Herstellung von Güterzug-Aufstell- gleisen auf Bahnhof Gießen. Die Herstellung von Güterzug-Aufstellgleisen auf bem Bahnhof Gießen hat eine Aenderung der Wege- und Vorflutverhältnisse in Flur 8 der Gemarkung Gießen zur Folge. Der Plan und das Bauwerks- verzeichnis hierfür liegen in der Zeit vom 20. $e- bruar bis 5. März 1935 einschließlich auf der Bürgermeisterei Gießen zur Einsichtnahme für Interessenten offen. Innerhalb dieser Frist können Ein- Wendungen gegen den Plan schriftlich bei dem Kreis- amt Gießen vorgebracht werden. 9400 * An die Bürgermeistereien des Kreises. Zufolge eines Ersuchens des Milchwirtschaftsoer. bandes Hessen teilen wir Ihnen im folgenden die Bekanntmachung des Milchoersorgungsverbandes Rhein-Main vom 27. 7.1934 über die Regelung der örtlichen Frischmilchmärkte mit Der Milchwirtschafts, verband Hessen weist darauf hin, daß diese Verordnung, die den Abhofverkauf grundsätzlich verbietet und nur in bestimmten Fällen eine Ausnahme gestattet, weiterhin zu Recht besteht. 9390 Reichsverband für Leibesübungen eingegliederi worden, dessen Fachamt „Schießen" sie angehören. Die Ortsvereine behalten ihre Selbständigkeit und bleiben wie bisher bestehen. Für die nächste Zeit sind folgende Schießveranstaltungen bzw. Wett- kämpfe festgesetzt worden: Das Kreisschießen am 7. Juli in Steinbach; das Pokal-Schießen am 4. August in Gießen, wobei Allendorf (Lumda) den Pokal zu verteidigen hat; ferner das B c - zirksfchießen, das in Friedberg stattfinden wird, dessen Termin aber noch vom Gau festgesetzt werden wird. An diesem Wettkampf beteiligen sich diejenigen Vereine, die die besten Resultate bei dem Kreisschießen erzielt haben. Freundschaftswettkämpfe finden statt zwischen dem Post- Sportverein Gießen und den Vereinen Steinbach und Allendorf, und zwar am 23. Juni in Allendorf, am 28. Juli in Steinbach und am 15. August in Gießen. Hierbei beteiligen sich Gruppen von je 12 Mann. Ein weiterer Freundschaftswettkampf findet zwischen den Vereinen Queckborn, Lauter, Geilshausen, Hausen, Harbach, Wetterfeld und Rüd- dingshausen statt, und zwar am 5. Mai in Queckborn, am 26. Mai in Lauter und am 16. Juni in Geilshausen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Opfer- schießen für das Winterhilfswerk, das jeder Verein abzuhalten hat, und das am 24. März stattfinden muß, zugewandt. Jeder Schütze hat dabei 50 Pf. zu entrichten, die dem WHW. zufließen und für die er 10 Schuß abgeben darf. Kurze Sportnotizen. Toni Merkens hat zur Zeit in Deutschland keine Gegner. Bei den Radrennen in Köln gewann er überlegen das aus 15 Dreierläufen bestehende Fliegerrennen und zusammen mit feinem Lands- mann Klöckner fuhr er auch im Zweistunden- Rennen einen Sieg heraus. Düsseldorfer Schwimmerinnen, und zwar die Kampfmannschaft von „98", waren in Amsterdam beim Damen-Schwimmklub zu Gast, der die Deutschen mit 42:36 Punkten besiegte. Die deutschen Damen konnten bei der ungewöhnlich hohen Wassertemperatur von 27 Grad ihre Bestform nicht erreichen. S|z|: o ö-E Deutschland konnte seinen 14. Länderkampf gegen Holland am Sonntag vor 40 000 Zuschauern in Amsterdam knapp mit 3:2 (2:0) Toren gewinnen. Das ist ein großer Erfolg, da man nicht zu Unrecht annahm, daß der Kampf gegen Holland mit zu den schwersten zählen würde, die der DFB. je aus- getragen hat. Die Annahme wurde bestätigt, denn der Amsterdamer Kampf stand lange auf des Messers Schneidet 2:0 führte Deutschland bei der Pause, dann kam Holland auf 2:2 heran, und erst in der zehnten Minute vor dem Schlußpfiff gelang Deutschland der Siegestreffer. Zwischendurch hatte Holland mehr als einmal Gelegenheit, die Entscheidung zu seinen Gunsten zu gestalten. Deutschland nicht in bester Form... Deutschlands Mannschaft befand sich nicht in bester Form. Verschiedene Spieler hatten besonders nach der Pause recht schwache Momente. Buchloh im Tor war gut, aber nicht fehlerlos. Die Verteidiger Stührck und Busch fanden sich erst nach zehn Minuten zusammen und in der Läuferreihe verlor Münzenberg nach der Pause zeitweise die Uebersicht. Grämlich und Zielinski bzw. Janes, der nach 25 Minuten für den verletzten Zielinski eintrat, genügten. Im Sturm überragte Conen als Mittelstürmer. Hohmann fand sich auf dem Halbrechten Posten nicht ganz zurecht, und Lehner auf Rechtsaußen litt darunter. Kobierski schoß ein schönes Tor, war jedoch zeitweise gar nicht im Bilde. Rohwedder war der technisch beste Mann der Fünferreihe. Hollands Elf so und anders. Die holländische Mannschaft spielte vor der Pause ohne jeden Zusammenhang. Nach der Pause war sie wie ausgewechselt. Da klappte alles wie am Schnürchen. Halle im Tor ist ein würdiger Nachfolger van der Meulens, die beiden Verteidiger van Run und van Diepenbeek waren sehr sicher. In der Läuferreihe gefiel der Mittelläufer Anderiessen mit seinen gefährlichen Steilvorlagen. Der Sturm hatte seine besten Leute in dem Halblinken Smit und dem Mittelstürmer Bakhuys. Der Halbrechte Vente wurde kurz vor der Pause verletzt und durch Brok ersetzt. Die beiden Mannschaften: Deutschland : Buchloh; Stührck, Busch; Grämlich, Münzenberg, Zielinski (Janes); Lehner, ® ~ E I 3 u ~ e 1 Q E .5 u o . 3 E «LL. ,4-9' k.Q-0 öS ~ 3 h Äi e-e a-~ e -E <3. stürzte aber bei diesem Sprung. Zwei sehr schöne Sprünge stand Willi Bogner mit 57,5 und 56,5 Meter und sicherte sich damit den dritten Platz in der Kombination? Der Norweger Oddbjorn Hagen wurde FIS--(5ieger 1935 mit 427,60 Punkten vor V a lonen - Finnland. Willi Bogner war mit seinem dritten Platz zugleich auch bester Mitteleuropäer und konnte so gute Leute wie den Norweger Hoffsbakken und den Deutschen Meister 1935 Roeen hinter sich lassen. Walter Motz kam als zweitbester Deutscher auf den 13. Rang und Walter Wagner wurde Vierzehnter. Jtiefferfee Deutscher Eishockey-Meister EB. Füssen im Endspiel 2:1 geschlagen. Vor 5000 Zuschauern wurde am Sonntag im Olympia-Kunsteisstadion zu Garmisch-Partenkirchen das Endspiel um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft zwischen dem SC. Riessersee und dem ED. Füssen ausgetragen. Während Füssen mit der kompletten Mannschaft antrat, mußte Riessersee einen Ersatzmann einstellen. Schon in der 10. Minute konnte Füssen den ersten Treffer erzielen. Im mittleren Spielabschnitt mußten beide Torhüter die schärfsten Schüsse halten, doch konnte keine der beiden Mannschaften zu einem Erfolg kommen. Das letzte Drittel entwickelte sich zu einem erbitterten Kampf. Riesserfee drängte in den letzten Minuten mächtig und konnte zunächst auch den Ausgleich erzielen. Bald darauf gelang ihnen sogar der Siegestreffer. Gegen Ende wurden noch einige Strafminuten verhängt. Zu Toren kam aber keine Mannschaft mehr, so daß das Spiel mit dem sehr knappen Ergebnis von 2:1 (0:1, 0:0, 2:0) für den SC. Riessersee, der damit zum zweiten Male den deutschen Meistertitel errang, endete. Sportprogramm 1935 der Kleinkaliberschützen. Kreis Giehen-Nord. Der Verband der Kleinkaliber-Schützenvereine für ben Kreis Gießen-Nord, angeschlossen dem Reichsverband deutscher Kleinkaliber-Schützenvereine, hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Faulstich unter Leitung des Kreissportleiters, Telegraphensekretär Karl Schmidt (Gießen) seine diesjährige Frühjahrsbesprechung. der Vereinsführer und der Vereinsschießleiter ab. *4 O -Q't «U, c o o 3 ' m ■; C u 4; 40; .'=-3 £ £ =±L ci w qe : c 360 Stundenkilometer erreichte Sir Malcolm Campbell bei seinem ersten Versuch auf . . ,, v der Rennstrecke von Daytona Beach, obwohl sich die Die Klemkaliber-Schutzenvereme sind letzt dem Strecke noch nicht in bester Verfassung befand. > Nüoironer