Nr.15 Erster Blatt 185. Zahrgang $rdfag,18.3oituor 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat lm Bild - Die Scholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte N 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerilsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: 5ronkfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Unlverfitätz-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. 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Sein gelber polierter Mongolen- chädel leuchtet matt in dem gebrochenen Licht des Saales. Jetzt schießt ein tückischer triumphierender Blitz aus den schiefen müden Augen unter den buschigen Brauen auf die hereintretenden Deutschen. Die Energie des durch ein langes Leben getragenen Hasses richtet die schon zur Mumie getrocknete Greisengestalt straff auf. Er eröffnet die Sitzung. „Der Tag der Abrechnung ist gekommen", tönt die rauhe Stimme durch die lautlose Stille.--- Der Ort, den man zur Aufnahme dieses historischen Racherufes erkoren hatte, und das letzte Lebenswerk des Mannes, 'der ihn prägte, illustrierte feine Bedeutung. Achtundvierzig Jahre vorher hatte derselbe Saal die glänzende Der- fammlung deutscher Fürsten und Heerführer gesehen, aus der das einst unter französischen Schwertschlägen zerbrochene Deutsche Reich in einer neuen festeren Form nationaler Einheit und unter neuer Führung wieder geboren wurde. Achtundvierzig Jahre hatte Clemenceau daran gearbeitet, daß sein Schwur, dieses Werk der deutschen Einheit zu vernichten, sich erfülle. Jetzt lag seine gelbe Hand auf dem Vertrag, den er in zähem Ringen gegen das Gewissen und die Vernunft der Verbündeten erkämpft hatte. Er war sich gewiß, daß dieser Vertrag die Zerstörung des Deutschen Reiches bedeutete, wenn auch kein Artikel und Paragraph davon sprach. Aber die deutsche Kaiserkrone war zum zweiten Male zerbrochen, und die französischen Truppen standen am Rhein, dem Herzstrom Deutschlands, ohne den es nicht leben kann. Gewiß: nur 15 Jahre und nur zur Besetzung, sagte der Vertrag, sein Vertrag, den er gegen den unzufriedenen Voincare mit den Worten verteidigte: „Sie sind jünger als ich; ich werde in 15 Jahren nicht mehr leben, aber dann werden unsere Truppen immer noch am Rhein stehen, uno sie werden dort bleiben!"--- Man hatte im Deutschland der Nachkriegszeit den 18. Januar als den Erinnerungstag der Erstehung der deutschen Einheit nicht vergessen, aber er hatte auf gehört, ein Festtag der Nation zu sein. Eine neue historische Lehre begann sich breit zu machen, die in der zeitmäßig gegebenen und bedingten dynastischen Form der Bismarckschen Schöpfung das Wesentliche sehen wollte; für sie war mit dem Kaiserreich auch das Werk zerschlagen und zu einer Episode deutscher Geschichte geworden. Sie kannte und wollte den Tag als den Anfang eines Irrtums nicht mehr festlich empfinden und in die Erinnerung der kommenden Generationen einpflan- Aen. Gegen diese Anschauung erhob sich der Widerstand derer, die die republikanische neue Form des Reiches vor allem für unerträglich hielten, sie zu einer anderen vorübergehenden Episode machen wollten und zur Wiederaufrichtung des Kaiserreichs Aurückstrebten. Für sie wurde der 18. Januar zur Sammlung und Parole ihrer Partei, das Symbol der nationalen Einheit zu einem innerpolitischen Kampfruf. Er wurde in den Schulen des einen deutschen Landes angeordnet, in denen eines anbe» rnn verboten, von der Reichsregierung übersehen oder geduldet, je nach der Kräftemischung der Koalition der Parteien, die das Erbe der Nation zu verwalten hatte. — * Aber diese nahm s e l b st ihre Geschichte und ihr Geschick in die Hand! An den Grenzen Deutschlands, dort, wo die Zersetzungsarbeit des Versailler Der-- irags fortwuchern sollte, in Nordschleswig, in O st - und W e st p r e u ß e n und in O bersch l e s i e n zeigte es sich bei den Abstimmungen, daß die von Bismarck geschaffene Einheit nicht das Werk dynastischer Politik, sondern eine nationale Forderung war,die nicht mehr preisgegeben werden konnte. Die Deutschen in den bedrohten Gebieten stimmten nicht für die Weimarer Republik und nicht für das Kaiserreich, sondern für Deutschland; sie wollten ein Glied der Nation bleiben und ihr auch in Unglück und Schwäche treu bleiben. I h r e n klaren Bekenntnissen war es vor allem zu danken, daß dunkle Verbindungen, die die französische Poli- t-k in Anlehnung an historische Erinnerungen nut ehrgeizigen und verblendeten Politikern im Süden des Reiches anknüpften, sich vor dsm Volkszorn nicht an das Licht des Tages wagten; s i e gaben der Bevölkerung am besetzten Rhein die Kraft, ihr Leiden standhaft zu ertragen und dem Tag der Befreiung entgegenzuleben. Noch im Oktober 1923 sprach Poincarä in der französischen Kammer in verhüllten, aber klaren Worten die Zuversicht aus, in der Clemenceau starb, daß die rheinische Separatistenbewegung das Besicht der deutsch Frage grundlegend ändern werde. Am 12. Febr 1924 machte das Blutgericht von Pirmasens auch diese Prophezeiung zuschanden. Was wir in diesen Tagen mit unseren Brüdern an der S a air ’ lebten und erleben, ist nur die letzte und hero sch Steigerung dieses Erlebnisses unzerstörbaren deutschen Einheitsbewußtseins, das uns auch m oen trübsten Stunden der letzten Vergangenheit den Glauben an das Reich der Deutschen bewahren Hetz. Der Tag der Vergeltung ist in dem von Clemen- yau gemeinten Sinne nicht eingetroffen. Der Der- tag von Versailles ist die Rache für den Sieg der b vHcfrn Waffen geworden, aber er hat Die Ystto- ^Ich wichtigere und bleibende Bedeutung des 18. Das Saargebiet kehrt am l.M'rz ungeteilt zu Deutschland zurück. Genf, 17.Januar. (ORB.) Oer Völkerbundsrat hat am Donnerstagabend einstimmig die ungeteilte Zuteilung des Gaargebietes an Deutschland beschloffen und den Zeitpunkt der Rückgliederung auf den 1. März 1935 festgesetzt. Genf, 17. Jan. (DNB.) Kurz nach 20 Uhr begann die Tagung des Völkerbundsrates, in der die endgültige Entschließung über die Rückkehr des Saargebietes an Deutschland gefaßt wurde. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Tagung begann damit, daß der Vorsitzende der Abstimmungskommission im Einklang mit seinen früheren Berichten nochmals ausdrücklich feststellte, daß die Abstimmung sich völlig ordnungsmäßig vollzogen habe. Der Vorsitzende des Dreierausschusses Baron A l o i s i sprach hierauf der Abftimmungskommisfion sowie der Regierungskommission den Dank des Völkerbundes für die von ihnen geleistete Arbeit aus Insbesondere dankte er Knox für das Geschick, mit dem er das Saargebiet in der schwierigen Zeit des Abstimmungskampfes im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens verwaltet habe. Die Mitglieder des Dreierausschusses hätten festgestellt, daß die Bevölkerung des Saargebietes in allen Abstimmungsbezirken sich mit Mehrheit f ü r den Anschluß an Deutschland ausgesprochen haben. Der Völkerbundsrat müsse nach dem Vertrage nunmehr über d i e Souveränität entscheiden, unter die das Saargebiet unter Berücksichtigung des von der Bevölkerung ausgesprochenen Wunsches gestellt werden solle. Unter diesen Umständen glaube der Dreierausschuß dem Völkerbundsrat'die nachfolgende Entschließung Vorschlägen zu können. 1. Der Ral beschließt die Vereinigung des ungeteilten Saargebietes mit Deutschland so, wie es in Artikel 48 des Versailler Vertrages fesigelegk ist, unter den Bedingungen, die aus diesem Vertrag hervor- gehen. und zugleich mit den besonderen Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit der Volksabstimmung eingegangen worden sind. 2. Der Rat seht den 1. Rlärz 1 9 3 5 a ls Zeitpunkt der Wiedereinsetzung Deutschlands in die Regierungsrechte des Saargebietes fest. 3. Der Rat beauftragt seinen Ausschuß, in Verbindung mit der deutschen Regierung, der französischen Regierung und der Regierungskommission des Saargebietes die Bestimmungen f e st z u f e h e u, die im Hinblick auf den Wechsel der Regierung im Saargebiet erforderlich sind, ebenso wie die Ausführungsbestimmungen der oben genannten Verpflichtungen. 3n dem Falle, daß diese Bestimmungen nicht bis zum 15. Februar 1935 festgesetzt werden können, wird der Dreierausschuß dem Völkerbundsrat feine Vorschläge unterbreiten. Dieser würde dann die notwendigen Entscheidungen treffen im Einklang mit den Paragraphen 35c und 39 des Anhanges zum Art. 50 und den besonderen Verpflichtungen, die von den beiden Regierungen aus Anlaß der Volksabstimmung übernommen worden sind. Der französische Außenminister Laval schloß sich dem Dank an die beiden Saarkommissio- nen an und führte weiter aus: Die Abstimmung hat stattgefunden. Das Votum ist klar und der darin ausgesprochene Wille kategorisch. Das Saar- oolk hat sein Schicksal frei gewählt. Der Völkerbundsrat muß die Rückgliederung der Saar an Deutschland beschließen. Indem Frankreich, wie ich erklärt hatte, die Volksabstimmung im voraus angenommen hat. hat es seine Treue zu dem Grundsatz der Dertrags- einhaltung bewiesen. Der Völkerbund hat wieder einmal der Sache des Friedens einen Dienst geleistet. Die Aufgaben des Rates find noch nicht beendet. Der Dreierausschuß muß im Benehmen mit den beiden interessierten Regierungen und der Regierungskommission uns die Bedingungen vorschlagen, unter denen der Uebergang der Souveränität erfolgen soll, und die verschiedene Formen der Liquidierung des gegenwärtigen Regimes ausarbeiten. Der Völkerbungsrat wird so eine der heikelsten Missionen zu erfüllen haben, die ihm durch den Vertrag zugewiesen worden sind. Die zu regelnden Fragen find zahlreich. Sie find verwickelt. Aber die bisherigen Verhandlungen erleichtern den endgültigen Abschluß. Ich habe bereits dem Dreierausschuß genaue Vorschläge unterbreitet. Der Regierungschef des Deutschen Reiches hat sich vorgestern an die Saarländer gewandt und hat ihnen gesagt, daß ihre Rückkehr zum deutschen Vaterlande mit keinem Makel behaftet sein dürfe, und daß sie die höchste Disziplin bewahren müßten. Durch diese Sprache hat Reichskanzler Hitler, dessen bin ich sicher, seinen Willen aussprechen wollen, daß alle Repressalien gegen diejenigen vermieden. werden, die von ihrer vertraglichen Meinungs - und Abstimmungsfreiheit Gebrauch gemacht haben. Sie müssen die Garantie ihrer Sicherheit in den Verpflichtungen finden, die die deutsche Regierung im Juni und Dezember letzten Jahres frei und feierlich übernommen hat. Die Endregelung darf keine Bitterkeit zurücklassen. Sie muß, das ist die Hoffnung der Weltöffentlichkeit, in Würde erfolgen. Aus Gründen der Menschlichkeit hat Frankreich den Zutritt zu seinem Gebiet den aus dem Saargebiet kommenden Flüchtlingen, die sich nach der Volksabstimmung an feiner Grenze einfinben sollten, nicht versagt. Es muß aber volles Einver- ftänbnis darüber herrschen, daß das Problem der Saarflüchtlinge internationalen Charakter behält. Seine Lösung wäre Aufgabe des Völkerbundes. Laval begründet die französische paktpolitik. Indem er die Rückkehr zu Deukfchland begrüßte, hat Reichskanzler Hitler noch einmal feinen Friedenswillen betont. Er hat erklärt, daß der Akt vom 13. Januar einen entscheidenden Schritt auf dem Wege der Versühnung der Völker bedeute, und daß das Deutsche Reich keine territoriale Forderung gegenüber Frankreich habe. Ich nehme davon Kenntnis. Die Annäherung zwischen unseren beiden Ländern ist in der Tat eine der wesentlichen Voraussetzungen der wirksamen Gewährleistung des Friedens in Europa. Frankreich ist friedliebend und verfolgt kein selbstsüchtiges Ziel. Es will der Würde, auf die ein großes Volk mit Recht bedacht sein muß, nicht in der geringsten Weise Abbruch tun. Aber die Geschichte lehrt Frankreich, daß es in Sicherheit leben muß. Die anderen Rationen haben dasselbe Recht, lind um eines der Elemente dieser Sicherheit zu suchen, darf keine Regierung zögern, ihren Teil am Abschluß von Pakten zu übernehmen, die gerade den Zweck haben, jedem der unterzeichnenden Länder die unerläßlichen gegenseitigen Bürgschaften zuzusichern. Erst gestern hat der französische Botschafter in Berlin der Reichsregierung eine Rote über den Ostpakt, über den wir die Verhandlungen fortsehen, überreicht. Bald werden wir nach der konkreten Form suchen, die den römischen Abmachungen gegeben werden kann, damit ihre wohltuende Wirkung sich auf alle interessierten Länder erstrecke. So saßt Frankreich seine Sotidaritäts- pflicht auf, und das Gefühl dieser Pflicht ist für seine Schritte bestimmend. Der Friede ist ein Werk der Geduld, der Kühnheit und des Willens. Er wird von allen Völkern gefordert. Er ist die Voraussetzung, ohne die das Elend sich in der Welt verschärfen wird. Er schließt den nationalen Stolz nicht aus. Frankreich ist nach wie vor bereit, seine Verantwortung bei der zuverlässigen Organisierung des Friedens zu übernehmen. Es fordert alle zur Mitarbeit auf. Ich habe Wert darauf gelegt, diese Erklärung vor dem Völkerbundsrat abzugeben, denn im Rahmen der Genfer Institution und in strenger Uebereinstimmung mit den ihr zugrundeliegenden Grundsätzen wird Frankreich das Werk des Friedens, dem es zugetan ist, fortsehen. Auch die anderen Machte stimmen zu. Der englische Großsiegelbewahrer Eben erklärte, die soeben erreichte Verständigung mache sowohl ben Parteien wie bem Völkerbund Ehre. Es sei wohl nicht zu viel gehofft, wenn man annehme, baß sie zur internationalen Verstänbigung beitragen werbe. Der Bericht bes Dreierausschusses sei in berufenen konstruktiven Geist abgefaßt wie bie Rebe bes französischen Außenministers, bie man soeben gehört habe. Der sowjetrussische Volkskommissar Litwinow nannte bie Lösung ber Saarfrage einen Erfolg für bas Selbstbestimmungsrecht ber Völker. Es könne nun kein Zweifel mehr über bie Nationalität ber Saarbeoölkerung fein: S i e wolle beutsch bleiben mit allen bamit ver- bunbenen Folgen. Die enbgültige Lösung ber Saarfrage sei ein Schritt auf bem Wege zum Frieben, boch seien hier noch längst nicht alle Schwierigkeiten beseitigt. Der Friebe werbe aber nicht gesichert ba« durch, baß gewisse Staaten ihre eigenen Wege gingen, fonbern nur burch gemeinsame Abmachungen, bie allen offen stäuben. Man müsse auch wissen, baß burch private Erklärungen biefes ober jenes Staatsmannes ber Friebe noch nicht garantiert sei. Dazu sei eine kollektive Sicherung notwendig. Der türkische Außenminister Rüschty Aras als Präsibent bes Völkerbundsrates sprach ber Regierungskommission seinen Dank für ihre im Interesse bes Völkerbundes unb bes Friedens geleistete Arbeit aus. Knox bat ben Völkerbunbsrctt um die Ermächtigung, weitgehenbe Amnestiemaßnahmen im Saargebiet zu treffen unb biejenigen Maßnahmen aufzuheben, bie nur für bie Abstimmungszeit getroffen würben. Diese Ermächtigung würbe ber Regierungskommission ohne Aussprache erteilt, bi« Entschließung bes Dreierausschusses einstimmig angenommen unb die Sitzung geschlossen. Januar, die Schaffung ber nationalen Einheit Deutschlanbs, nicht zerstören können. „Setzt Deutschland in ben Sattel, reiten wirb es schon können", sagte Bismarck. Es ritt zu Zeiten schlecht, aber cs ließ s i ch nicht abwerfen. In Not unb Gefahr ist bas Reich fester zusammen- geschmiebet, als es Bismarck, gehemmt burch die Bedingungen seiner Zeit, vermocht hatte. Der Bund der deutschen Staaten und Fürsten ist zu einer deutschen Volksverbundenheit geworden. Die Grundlage unb bie Möglichkeit solcher Entwicklung aber hat ber 18. Januar 1871 gelegt, nicht als Tag ber Kaiserproklamation, wie ihn unsere Väter nannten, fonbern als Geburtstag des Reiches unb ber beutfefjen Nation! Wirtschaftliche Probleme des Handwerks. Berlin, 17. Jan. (DNB.) Unter Vorsitz bes Reichshandwerksmeisters W. G. Schmibt tagten in Berlin bie Landeshandwerksmeister. Die im Dienst ber Arbeitsbeschaffung gebilbeten Lieferungsgenossenschaften sollen zu einem weit verzweigten System mit einer einheitlichen Spitze a u s- geb aut werben, so daß große Auftraggeber ihre Aufträge entweder über bas ganze Reich verteilen ober sie von einer Stelle aus zenral vergeben können. Als neue Spitze ber Lieferungsgenossenschaften ist bie „Reichszentrale für Handwerks- tiefer ungen e. G. m. b. H." gegründet worden; ihr angeschlossen sind bie Lanbeslieferungsgenossen- {dpften ber einzelnen Hanbwerkszweige in ben Treuhänberbezirken. Während bie Lieferungsgenossenschaften für bie Dauer bestimmt sind, hat sich namentlich im Bau- Handwerk eine andere Form eingebürgert, bie „A rbeitsqemeinschaft" von Hanbwerkem, die sich nur für bie Heb ernannte unb Durchführung eines einzelnen Auftrages zusammengeschlossen haben. Für bie handwerkliche Arbeitsbeschaffung im Bauwesen spielt bie vom Hanbwerk 1934 gegründete „TreubauAG. fürBaufinanzier ungen im Reich e" eine wichtige Rolle. Die Treubau finanziert und betreut Bauten. Sie ist babei zugleich Treuhänder für ben Bauherrn, für bie Kreditgeber und für bie ben Bau ausfüljrenben Handwerker. Durch ein neuartiges, solides Finanzierungssystem überbrückt sie die Spanne zwischen bem Eigenkapital bes Bauherrn unb den Baukosten, prüft ben Bauvoranschlag unb überwacht bie Durchführung des Baues, so daß nur bauerfyafte unb grünbliche Hanbwerksarbeit geleistet wirb. Mit Befriebigung konnte festgestellt werben, baß die Zwangsbewirtschaftung gewisser Rohstoffe zwar ' für den Handwerker eine Erschwerung bedeutet, aber i es ist auf bem Gebiet der unedlen Metalle bereits eine Vereinfachung des Verfahrens erreicht worben. Im ganzen bekommt ber Handwerker diejenigen Rohstoffmengen, die er braucht unb an« fordert. Für die Förderung bes Außen- I) a n b e l s bietet bas Handwerk erhebliche Möglichkeiten. Der Reichsstand ist bemüht, eine ständige Vertretung bes Handwerks in Leipzig durchzuführen. Zunächst hat ein notleidender Handwerkszweig von besonderer kultureller Bedeutung, nämlich die Musikinstrumentenmacher, einen Zuschuß für die Vertretung auf ber Leipziger Messe erhalten. Amerika senkt den Bierzoll. Washington, 18. Jan. (DNB. Funkspruch ) Präsibent Roosevelt unterzeichnete Donnerstag eine Verordnung, durch bie ber Bierzo11 auf einen halben Dollar für bie Gallone (r u n b 4,5 Liter) ermäßigt wird. Die 93er- orbnung tritt in 30 Tagen in Kraft. Diese Bierzollsenkung betrifft naturgemäß in erster Linie bi t großen Bier-Export1änber (Deutsch- l a n b, Englanb unb bie Tschechoslowakei). Die Unterzeichnung ber Verordnung geschah in ber Erwartung, daß der durch die Zollsenkung steigende Absatz von ausländischem Bier auch die Ausfuhr bestimmter amerikan i s ch e r Erzeugnisse nach ben Ländern bes europäische» 1 Bierexports erhö h e n werde. Freude im Saarland. Der Auszug der Emigranten. Saarbrücken, 17.Jan. (DNB.) Durch die noch immer überreich beflaggten Straßen Saarbrückens rollen fast unbemerkt Möbelwagen, meist französischer Herkunft. Sie halten vor Häusern in den eleganteren Villenvierteln Saarbrückens. Wohnungen werden geräumt, die meist erst vor wenigen Monaten bezogen worden sind. Emigranten aus Deutschland, die hier von Devisenschmuggel und Hetzpropaganda gegen Deutschland lebten, Drahtzieher und Geldgeber der Ltatus-guo-Propaganda suchen sich unauffällig aus dem Staube zu machen. Sie haben einsehen müssen, daß das Saargebiet ihnen nicht länger als Asyl dienen kann. Niemand nimmt sonderlich Notiz von ihrem Auszug. Man atmet erleichtert auf, endlich diese Landplage los zu werden. Verschiedene Emigranten lassen sich von Freunden aus Nancy, Straßburg und Forbach mit französischen Wagen abholen, um schneller verduften zu können. Dichte Posten von Grenzbeamten sind überall an der französischen Grenze aufgebaut. Nur mit den schwer erhältlichen Bescheinigungen des französischen Konsulats in Saarbrücken ist die Einreise nach Frankreich möglich. Die „Prominenz" ist resllos verschwunden. Matz Braun und Fritz Pfordt haben über Genf die Flucht ergriffen. Sie schützen einstweilen die Wahrnehmung ihrer Belange bei den gegenwärtigen Ratsverhandlungen vor. Ueberall jedoch ließen sie durchblicken, daß sie dem Saargebiet endgültig den Rücken gekehrt haben. Johannes Hoffmann versuchte, für seine Person polizeilichen Schutz zu erlangen. Als ihm dieser abgelehnt wurde, zog er es gestern vor, in Richtung Forbach auf und davon zu gehen. Nach amtlichen Angaben von der französisch-saarländischen Grenze hatten bis Donnerstagabend, 20 Uhr, 4 7 4 Emigranten die französische Grenze überschritten. Die schweizerische Regierung soll Matz Braun die Einreiseerlaubnis in die Schweiz verweigert haben. Matz Broun sei deshalb noch Forbach zurückgekehrt. „Jour" berichtet, daß 28 saarländische Kommunisten, die ohne Papiere von den französischen Grenzbehörden ausgenommen worden seien, sich sofort nach ihrem liebertritt mit französischen Kommunisten verbrüdert hätten. Die saarländischen Kommunisten seien unter dem Gesang der Internationale in Forbach eingezogen. Französischerseits habe man dies doch für etwas „sehr unangebracht" gehalten und die Kommunisten deshalb aufgefordert, sofort den französischen Boden zu verlassen. Oie deutsch-saarländische Zollgrenze besteht weiter. Saarbrücken, 17.Jan. (DNB.) Die Nachricht von der Errichtung einer französisch-saarländischen Zollgrenze hat vielfach zu der Auffasiung geführt, als sei damit die deutsch- saarländische Zollgrenze automatisch aufgehoben worden und der Warenverkehr über die saarländisch-deutsche Grenze könne ohne Beachtung von Zollvorschriften vonstatten gehen. Diefe Ansicht beruht auf einem Irrtum. Die Zoll- Se zwischen dem Saargebiet und dem deutschen erlande besteht vorläufig unverändert weiter, und die bestehenden Zollvorschriften sind vorläufig noch nicht außer Kraft gesetzt. Der Abschied der Abstimmungskommission. Herzliches Verhältnis zur Bevölkerung. Saarbrücken, 17. Jan. (DNB.) Der schwedische Abstimmungskommissar von Dudweiler Dr. S v a n st r ö m hat heute mit der gleichfalls bei der Abstimmungskommission beschäftigten Holländerin Frl. Greta de Wrede den Bund fürs Leben geschlossen. Das junge Paar legte besonderen Wert darauf, im Saargebiet, wo sie sich fermen» gelernt hatten, zu heiraten und sich in Dudweiler, der monatelangen Wirkungsstätte des jungen Ehemannes, trauen zu lassen. Die über das ganze Gebiet verteilten A b st immun g s k o m m i s s a r e , die die Abstimmungsvorbereitungen in bestimmten, chnen zugewiesenen Bürgermeistereien zu überwachen hatten, sind mit viel innerlicher und ehrlicher Begeisterung bei ihrer Arbeit dabei gewesen. Sie haben bei aller ihnen obliegenden Neutralität persönlich allen Anteil an dem Schicksal dieses deutschen Gebietes genommen, und ihren ganzen Ehrgeiz dahin eingesetzt, daß die Abstimmungsvorbereitungen so lückenlos und vorbildlich wie möglich getroffen wurden. Die Bevölkerung wird den Abstimmungskommissaren bescheinigen, daß sie enge Berührung mit ihr suchten und fanden. Die deutsche Bevölkerung zollt ihrer unparteiischen Arbeit ebensolche Anerkennung wie ihrem menschlichen Interesse. Es ist hier gerade im Stillen viel gute und aufopferungsvolle Arbeit geleistet worden, für die wir den Menschen, die aus aller Herren Länder kamen, dankbar sein können. Wir glauben ihnen auch nach unserem Wahlsieg die Ehrlichkeit, mit der sie die klare Lösung der Saarfrage begrüßten. Sie, die sicher nicht mit schlechten Eindrücken aus dem deutschen Saarland in ihre Heimat zurückkehren, erkannten, welcher Geist in diesem abgesprengten und dem neuen Deutschland durch ein überwältigendes freiwilliges Bekenntnis wieder zugeführten deutschen Gebiet herrscht. Viele unter den uns jetzt verlassenden Ausländern fragen, wann der Führeran die Saar komme. Sie möchten diesen großen Tag mit der Bevölkerung, mit der sie sechs und mehr Monate zusammen waren, erleben. 1OOOOO RM. zur Linderung der Not im Saargebiet. Berlin, 17. Jan. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern, Dr. Frick, hat an den Saarbevollmächtigten, B ü r ck e l, folgendes Telegramm gerichtet: Zur Linderung der Not des Saargebietes in den ärmsten Bevölkerungskreisen und zur Unterstützung von hilfsbedürfttgen Hinterbliebenen derjenigen, die für die Saarheimat ihr Leben hingegeben haben, stelle ich Ihnen einen Bettag von 100 000 RM. zur Verfügung. Natürlich gebe es, wie Laval in seiner Rede im Völkerbund gesagt habe, noch wichtige Punkte, die endgültig zu regeln wären. Aber wenn der jetzige gute Wille bestehen bleibe, dann würden sich diese Formalitäten unter der geschickten Leitung des Ausschusses von Baron Aloisi innerhalb der festgesetzten Frist von sechs Wochen erledigen lassen. Untergeordnete Fragen müßten hinter der Hauptsache zurückstehen, und diese sei, wie Laval gestern gesagt habe, die Annäherung zwischen Deutsch, land und Frankreich. Die Ostpaktbesprechungen. Warschau, 18. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die halbamttiche „Gazeta P o l s k a" bringt an der Spitze des Blattes unter der Ueberfchrift „Das Projekt des Ostpaktes auf dem toten Punkt" eine Sondermeldung der polnischen Telegraphenagentur aus Genf, der zufolge „in dortigen informierten Kreisen festgestellt werde, daß tue Genfer Besprechungen keine neuen Elemente zur Frage des Ostpaktes ergeben hätten". Diese in sehr allgemeinen Wendungen gehaltene Meldung wird in Warschauer gut unterrichteten Kreisen dahin er- läutert, daß sie einen Niederschlag der Gespräche zwischen Minister Laval und Beck darstelle. Sie bestätige also die Berichte französischer Blätter aus (Senf, die ebenfalls hervorheben, daß sich die polnischen Bedenken gegen den Ostpakt auch nach der Unterredung Lavals mit Beck nichtver- ringert haben. Eine berufsständische Verfassung für Estland. Reval, 17. Jan. (DNB.) Estland wird eine neue Verfassung auf berufsständischer korporativer Grundlage erhalten. Zu diesem Zweck wird eine verfassunggebende Versammlung einberufön werden, an der Vertreter der berufsständischen Kammern, der Kommunalselbstverwaltungen, der völkischen Minderheiten, der Kirche, der Universität, des Schutzkorps, der Gerichte, der Kriegsteilnehmer, die mit dem Freiheitskreuz ausgezeichnet sind und ferner Volksvertreter, die auf der Grundlage des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechtes gewählt worden sind, teilnehmen werden. Die politischen Parteien sollen verschwinden. An ihre Stelle treten die berufs« ständischen Kammern, die in einem öffentlich-rechtlichen obersten Staatsorgan zusammengefaßt werden, das in Zukunft an d i e Stelle des Parlaments tritt. Propaganda der Tat. Werber für das Deutschtum kehren aus dem Ausland heim. London, 18. Jan. (DNB.-Funkfpruch.) Die elf deutschen Seeleute, die im Dezember o. I. die heldenhafte Rettung der Schiffbrü- chigen des norwegischen Dampfers „Sisto" vollbracht hatten, trafen am Donnerstag in England ein. Sie verließen in Southampton ihr von Amerika nach Deutschland heimkehrendes Schiff, den Hapagdampfer „Neuyork" und begaben ich nach London, wo am heutigen Freitag die feierliche Uederreichung der Ehrsnmedail- l e n und einer besonderen Schiffplakette durch die weltbekannte englische Versicherungsgesell- ch a f t Lloyd stattfindet. Die deutschen Seeleute, rie in voller Uniform an Land gingen, fanden in England eine sehr herzliche Aufnahme. Kapitän von Maschke war eigens aus Hamburg nach England gefahren, um die Rettungsmannschaft abzuholen und sie bei ihrem Londoner Besuch zu begleiten. Der erste Offizier, Wiesen, der Führer der Ret- tungsmannschaft, erklärte, daß er sich ganz besonders über die englische Auszeichnung freue, da die Ehrenmedaille von Lloyd nur sehrselten ner- liehen werde und in diesem Fall eine völlig selbstlose Anerkennung der Rettungstat bedeute. Wiesen berichtete auch sehr erfreut über die schöne Auf- nahmederRettungsmannschaftinAme, r i f a. Besonders freuten wir uns darüber, so erklärte Wiesen, daß uns Präsident Roosevelt ein Glückwunschtelegramm schickte. Aber die größte Freude für uns war der wunderbare Sieg Deutschlands im Saargebiet, den wir auf hoher See erfuhren und freudig feierten. Besonders schön war es, daß viele ausländische Fahrgäste uns zu dem Abstimmungsergebnis beglückwünschten." An Bord der „Neuyork" befanden sich auch die beiden deutschen Fliegerinnen Thea Rasche und Elli Beinhorn. Elli Beinhorn erklärte, daß sie außerordentlich befriedigt über ihre Amerika- Reise sei. „Ueberall in den mittelamerikanischen Staaten — Panama, Nicaragua, Mexiko usw. — wurde ich aufs herzlichste begrüßt und bei jeder Gelegenheit unterstützt. Höchststehende Persönlichkeiten, darunter auch Staatsoberhäupter haben mich als Vertreterin der deutschen Fliegerinnen bs- arützt und meine Unternehmungen gefördert." Auch Thea Rasche hatte sehr viel Interessantes über ihren Aufenthalt in Amerika zu berichten. Sie hatte als einzige Frau in dem holländischen Douglas- Flugzeug an dem Luftrennen nach Australien teilgenommen. Eine besondere Ehrung wurde ihr durch Frau Roosevelt zuteil, von der sie im Weißen Haus in Washington empfangen wurde. Thea Rasche berichtet, daß besonders im Westen Amerikas sehr viel Anerkennung und Freundlichkeit für das neue Deutschland vorhanden fei. Lloyd George verkündet einen großen: iederanfbanplan für England. Die Senser Entscheidung wird überall begrüßt. Ein erfreulicher Anstatt. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" weist auf die Verdienste hin, die sich der S a a r a u s s ch u ß mit seiner Vermittlungstätigkeit erworben habe, sowie auf das Ent- geaenkommen, das Frankreich nicht nur am Schluß der Verhandlungen der letzten 48 Stunden, sondern in hoffnungsvoller Weise für die Zukunft auch in den Erklärungen des französischen Außenministers an den Tag gelegt habe. Die Ausführungen Lavals, so schreibt das Blatt, waren zwar viel weniger positiv als die vorgestrigen Ausführungen des Führers, außerdem waren sie durch viele neue Probleme belastet. Aber sie sind immerhin ein Auftakt, ein erster Schritt, der hoffentlich zu einer deutsch-französischen Aussöhnung führen wird. Im Lichte dieser Ausführungen Lavals wollen wir auch die kommenden deutsch-französischen Verhandlungen betrachten, „bie in Rom, Saar- drücken und Basel stattfinden dürsten, und die hoffentlich eine außerordentliche Tagung des Völker- bundsrates ebenso überflüssig machen werden, wie alle , willkürlichen Auslegungsversuche der Texte, zu deren Ausarbeitung die Verhandlungen der letzten Tage geführt haben. Echo der pariser presse. Paris, 18. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse zeigt sich im allgemeinen mit dem Ausgang der gestrigen Völkerbundssitzunb und der mit Deutschland zustandegekommenen Einigung zufrieden. „Excelsior" erklärt, man müsse, um ehrlich zu sein, zugeben, daß diese Einigung zum großen Teil dem Weitblick und dem verträglichen Geist der Reichsregierung zu verdanken sei, der auch vom französischen Außenminister anerkannt werde. Die Lösung der Saarfrage eröffne günstige Aussichten für eine deutsch - französische Annäherung, allerdings könne diese Annäherung sich nicht ausschließlich auf mündliche Versicherungen stützen, sondern müsse sich, um dauerhaft zu sein, auf einer Gesamtheit von Abkommen a u f b a u e n , die für die Zukunft jede Beunruhigung ausschlössen. Auch das „Journal" ist der Ansicht, daß die deutsch-französische Zusammenarbeit in den letzten 48 Stunden eine bedeutende Rolle gespielt habe, um mit der Kleinigkeitskrämerei und Bürokratie des Völkerbundes fertig zu werden. Das Blatt wirft dem sowjetrussischen Vertreter vor, sich bei seinen Ausführungen s o ungeschickt wie nur möglich benommen zu haben. Er habe mit jener ihm eigenen Ironie gesprochen, die sich gegen i h n f e l b ft richten müsse, wenn er das freie Bestimmungsrecht der Völker erwähne, das gerade bei dem unterdrückten russischen Volk eine s o eigentümliche Anwendung finde. Es sei doch immerhin bemerkenswert, daß ausgerechnet die Sowjets sich einbildeten, den zivilisierten Nationen Lehren ertellen zu können. Der Außenpolitiker des „Echo de Paris", Per- t i n a x, ist natürlich mtt den in Genf getroffenen Vereinbarungen nicht einverstanden, sondern spricht von einer Demütigung der internationalen Autorität. Die deutschen Unterhändler hätten brutal alles gefordert und nur widerwillig ein Kompromiß angenommen. Der Völkerbund, der sich seiner Machtlosigkeit bewußt gewesen sei, habe sich den Forderungen der Reichsreaierung gefügt. Auch der „Jour" ist der Ansicht, daß die erste Handlung der Reichsregierung nach der Saarabsttrnmung keine Handlung der allgemeinen Befriedung gewesen sei, denn sie habe sich gegenüber den Forderungen des Völkerbundes sehr unnachgiebig gezeigt. Die Ausführungen des französischen Außenministers finden allgemeine Zustimmung. Auf die friedfertigen Erklärungen des Führers, so schreibt der „Pettt Parisien", habe Laval mit einem Programm der Wiederversöhnung und des Friedens geantwortet. Auf die Gleichberechtigungsforderung des deutschen Volkes habe er mit dem Recht Frankreichs und feiner Freunde auf Sicherheit geantwortet. Sein Hinweis, daß er Wert darauf gelegt habe, seine Erklärung vor dem Völkerbund abzugeben, habe bedeutet, daß Frankreich weder Koalitionen noch zweiseitige Verträge wünsche und Deutschland auf Genfer Boden verhandeln müsse, wenn es aufrichtig mit Frankreich Zusammenarbeiten wolle. Das „Journal" unterstreicht, daß der französische Außenminister absichtlich die Tür für eine Verständigung mit Deutschland sehr weit geöffnet habe. Man könne Laval nicht ben Vorwurf machen, den Wünschen des Reiches nicht weit genug entgegengekommen zu fein, denn er habe nicht nur die berühmte Erklärung vom 11. Dezember 1932 über die Gleichberechtigung in der Rüstungs- und Sicherheitsfrage wiederholt, sondern sie noch ausdrücklich unterstrichen. Das „Oeuvre" bemerkt, daß jeder Mensch hinter dieser Rede des französischen Außenministers den leidenschaftlichen Einsatz für den A b - chluß eines Ost Paktes erraten habe. Die französische Note, die in dieser Angelegenheit An- ang der Woche in Berlin überreicht worden sei, etze als Preis für die Anerkennung der Gleichberechtigung den Beitritt Deutschlands zu diesem Ostpakt voraus. London hochbefn'ebigt. London, 18. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse be g r ü ß t mit Erleichterung die Nach- richt von der Beseitigung der Hindernisse, die eine Klärung der Saarfrage im letzten Augenblick zu verzögern drohten. „Daily Telegraph" beglückwünscht Baron Aloisi und seinen Ausschuß und preist die Vernunft und den guten Willen, den Deutschland und Frankreich bewiesen hätten. Die Festsetzung der Saarübergabe auf einen so frühen Zeitpunkt wie den 1. März sei eine erfreuliche Nachricht. Wichtig für die Zukunft sei der Beweis guten Willens, der darin zum Ausdruck gekommen sei, daß Deutschland und Frankreich ohne Zeitverlust ihre verschiedenartigen Ansichten aufeinander abgestimmt hätten. „Times" sagt, in dem bewundernswerten Geist der Vernunft, der jetzt vorherrsche, seien die deutschen wie die französischen Forderungen erfüllt worden. Die französische Delegation habe einige etwas anspruchsvolle Forderungen gestellt: es fei ZU hoffen, daß beide Seiten einander weiterhin in großzügigem Geiste begegnen würben. London, 17. Jan. (DNB.) Der ehemalige eng- lifche Ministerpräsident Lloyd George eröffnete in Banger (Wales) seinen feit Wochen angekündigten Feldzug für ein New Deal, d. h. eine völlig neue Verteilung der Kräfte. Lloyd George wandte sich gegen die Theoretiker, die in der öffentlichen Arbeitsbeschaf- f u n g fein Mittel für die Behebung der Arbeitslosigkeit und für den Wiederaufbau sehen wollen. Es ist hohe Zeit, daß unsere Regierung die hoffnungslose Politik des Abwartens aufgibt, die nur dazu geführt hat, daß trotz aller Versicherungen über eine langsame, aber stetige Wiederbelebung des Handels die Arbeitslosenziffer heute noch höher steht, als im vergangenen Jahre. Der Redner gab einen Ueberblick über die i n - ternationale Lage, als deren Hauptproblem er die Friedensficherung bezeichnete. „Ich glaube, die Lage ist jetzt für einen neuen V e r- such einer allgemeinen Befriedung reif. Eine starke Politik unter kühner, entschlossener und fester Führung Großbritanniens kann die heikle und gefahrvolle internationale Lage bessern. Nur eine solche Politik kann die Gefahren bannen, die den Frieden im Osten und im Westen bedrohen. Die Welt wird nicht zögern, die internationalen Meinungsverschiedenheiten zu regeln, wenn Großbritannien in der Abrüstungsfrage und im Fernen Osten eine klare Führung übernimmt. Die erste Bedingung für den Erfolg ist ein völliges Einvernehmen mit Amerika. Die gemeinsamen Bemühungen dieser beiden Länder können den Frieden der Welt sichern. Lloyd George entwickelte alsdann einen Plan für den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Er empfiehlt die Einsetzung eines ständigen unabhängigen und mit allen Vollmachten ausgerüsteten Wirtschaftsrats aus Vertretern der Industrie, des Handels, der Finanzen, der Arbeiterschaft und der Wirtschaftswissenschaft. Das Parlament müsse sich daraus beschränken, die gesetzgeberischen Grundlagen für Das Rahmenprogramm ZU schaffen, während die Durchführung der Einzelheiten der Exekutive überlassen bleiben soll. Lloyd George schlägt ferner die Wiederherstellung des Grundsatzes des alten Kriegskabinetts vor, „das zweifellos das aktivste und wirksamste Instrument war, das England in feiner Geschichte erlebt hat". Das gewöhnliche Kabinett besteht aus rund 20 Männern, die von den Einzelheiten der verwaltungsmäßigen Arbeit so in Anspruch genommen sind, daß ihnen sowohl die Zeit als auch die Energie fehlt, um ihre Aufmerksamkeit den wirklich wichtigen Problemen zu widmen. Stattdessen empfiehlt Lloyd George eine Kabinett aus nicht mehr als fünf befähigten Männern, dia von der Kleinarbeit ihrer Ministerien frei sein müssen. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Lloyd George der Landwirtschaft. Während in England nur 7 v. H. der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebe, betrage der entsprechende Prozentsatz in dem dicht bevölkerten Belgien 19 v. H. und in Deutsch- land sogar 30,5 v. H. Da in England die Marktvoraussetzungen gegeben sind, bestehe kein Grund, warum nicht die Bodenfläche besser aus- genutzt werden solle. England hat Tausende von Millionen für die Zerstörung des Krieges ausgegeben, warum soll es heute davor zurückschrecken, einige hundert Millionen bereitzustellen, um die Schäden zu beheben, die der Krieg verursacht hat. Eine große Prosperitätsanleihe würde von einem begeisterten Publikum überzeichnet werden. Wirtschaftspolitische Umschau. Don unserer Berliner ZRebattion. Der ungeheure Aufstieg der deutschen Eisenerzeugung wird durch die Feststellung blitzlicht- artig beleuchtet, daß im Jahre 1934 in Deutschland doppelt so viel Eisen und Stahl produziert worden ist wie im Jahre 1932, dem Jahre des konjunkturellen Tiefstandes. Zu dieser außerordentlich günstigen Entwicklung der Eisenwirtschaft hat neben den großen Wirtschaftsbelebungsaktionen der national- ozialistischen Regierung zweifellos auch die Neu- ordnung im deutschen Eisenhandel' beigetragen, die dazu geführt hat, daß der Wettbewerb zwischen dem freien Handel und dem Werkshandsl durch eine vernünftige Zusammenarbeit ersetzt worden ist. Der gestärkte Handel vermag nun seiner Aufgabe der ,Lagerhaltung wieder besser nachzu- kommen. Infolgedessen ist die Produktion gleichmäßig er geworden, und es gibt nicht mehr jene großen Schwankungen zwischen einer stoßweisen Bedarfsdeckung und einem plötzlichen Nachlassen der Nachfrage. Ein Teil der in den Krisenjahren aus- geblasenen Hochöfen ist im letzten Jahre wieher in Betrieb gesetzt worden: Während vor einem Jahre nur noch 42 deutsche Hochöfen arbeiteten, ist deren Zahl jetzt auf 72 gestiegen. Neben dem Jnlandsver- brauch hat sich, wenn auch in geringerem Ausmaß, auch der Export von Eisen erhöht. Er betrug in den ersten elf Monaten des verflossenen Jahres 1,69 Millionen Tonnen gegenüber 1,20 Mil- lionen Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Allerdings erweist sich die B i n d u n g der deutschen Eisenindustrie an das internationale Ex- fl o r t k a r t e l l in steigendem Maße als ein Hindernis für die Ausweitung der deutschen Eisenausfuhr. Deutschland muß daher dafür eintreten, diese internationale Exportregelung, die an sich vorteilhaft für die Gesamtwirtschaft ist, so elastisch wie möglich zu gestalten. Denn es braucht teils aus allgemeinen deoisenwirtschcfftlichen Gründen, teils wegen seines hohen Erzeinfuhrbedarfs einer möglichst großen Eisen- und Stahlausfuhr. Der Aufschwung der deutschen Eisenwirtschaft, der sich als sehr dauerhaft und gesund erwiesen hat, wird sich zweifellos auch im laufenden Jahre weiter fortsetzen. Damit darf man schon deswegen rechnen, weil in der aufstrebenden deutschen Wirtschaft noch ein umfangreicher Ersatz der in den Jahren des Niedergangs nicht erneuerten Produktionsmittel notwendig ist, der durch eine verständnisvolle Steuergesetzgebung zielbewußt gefördert wird. * Die in jedem Winter zu beobachtende Zunahme der A r b e i t s l o s.i g k e i t hat im Monat Dezember 1934 zu einem Wiederonsteigen der Arbeitslosenziffer um 252 000 auf 2,60 Millionen geführt. Die Steigerung war aber beträchtlich geringer als in den vergangenen Wintern, denn im Dezember 1933 hatte sie 344 000, im Jahrs 1932 sogar 418OOO dettagen. Zu zwei Dritteln ist sie durch die Unmöglichkeit einer Winterbeschäftigung der Arbeiter in den Außenberufen, Mr i bei Ion. oben be« lud) iber >atte ra. utte r sie urbe. efien Weit ter Her« Tla» ieri' mm der soll, lung tts ;3n« 1 er* aus der om« die int« fsen cht bia 'ein Iews u n Aus aller Welt Ein mit Recht stets sorgsam beachtetes Merk- Zeichen der Konjunkturentwicklung ist der Kohlen- verbrauch. Er ist in Deutschland bis in die letzte Zeit hinein ständig gestiegen. So erreichte die westoberschlesische Steinkohlenförderung in der ersten Woche des Jahres 1935 mit einer arbeitstäglichen Leistung von 58 388 Tonnen und einem wöchentlichen Absatz von fast 275 OOO Tonnen einen neuen Rekordstand. Die größte deutsche Steinkohlenbergbau - Gesellschaft, die Zarpener Bergbau - AG. in Dortmund, hat im letzten Jahre ihre Förderungsziffer von 4,80 auf 5,55 Millionen Tonnen erhöhen ckönnen. Das milde Urteil des Leningrader Gerichtshofes hat große Aufmerksamkeit erregt. Auf Anweisung von höherer Stelle wurde am Mittwoch und Donnerstag eine rege Propagandatätigkeit entfaltet. Als Ergebnis dieser Aktion ist zu verzeichnen die Forderun v " ' ' verbundene Dynamik der verschiedenen Nationen nicht mehr durch subjektive Willkür gegeneinander gerichtet werden kann, sondern im eigenen Interesse einer organischen Zusammenarbeit alle Nationen Rücken an Rücken stehen. Oie Volksdeutsche Schulung der Landjahrerzietzer. Die ersten fünf Schulungslager des D A. für Landjahrerzieher und Helfer, die von Kunst und Wissenschaft. Neuer Konzertmeister für Opern- und rUuseumsorchester in Frankfurt a. Nk. Der aus der Mannheimer Städtischen Hochschule für Musik und Theater hervorgegangene Ausbil- dundsschüler Helmuth Schuhmacher, der im Vorjahre den ersten Preis bei dem Wettbewerb der Reichsmusikkammer in Berlin erhielt, wurde nunmehr als erster Konzertmeister an das Opernhaus- und Museumsorchester in Frankfurt a. M. be- rufen. Schuhmacher war bisher im Nationaltheater- Orchester in Mannheim tätig. Der Komponist Richard wetz f. Nach längerer Krankheit ist in Erfurt der Kom- ponist Richard Wetz verstorben. Der Verstorbene war Professor an der Musikhochschule in Wei-, mar und Mitglied der Preußischen Akademie für Musik. Professor Wetz ist als Schöpfer bedeutender Chor- und Orchesterwerke hervorgetreten. Die Uraufführung von wascagnis neuer Oper „Nero". Die bereits kurz gemeldete Uraufführung von Mascagnis neuer Ober „Nero" in der Mailänder Skala bildete den Höhepunkt des italienischen Musiklebens in diesem Winter. Das bis auf den letzten Platz von einem ausgesuchten Publikum besetzte Haus trug ein durchaus festliches Gepräge. Die Uraufführung war nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. Unter den Zuhörern bemerkte man Galeazzo Chino, den Minister für das Pressewesen und Propaganda, den Duca von Bergamo, den Vizepräsidenten der Academia d'Jtalia, F o r m i ch i. Die Aufführung selbst war szenisch und musikalisch bis in die letzten Feinheiten durchgearbeitet. Masco g n i beschreitet mit seiner Musik im „Nero" keine neuen Wege. In den beiden ersten Auszügen liegt der Schwerpunkt allein auf der Melodie, im dritten Auszug tritt das dramatische Moment stellenweise stärker in den Vordergrund, doch bleiben auch hier die stärksten Wirkungen in der berauschenden Melodik. Das ganze Stück bietet den Sängern unzählige Gelegenheiten, mit ihren herrlichen Stimmen zu glänzen. Allen voran ist die gesangliche und chauspielerische Leistung des Tenors Aureliana Berti le zu erwähnen, der die Titelrolle fang. Glänzende Leistungen boten auch Mergherita Caro f i o, Bruna Rasa und Ettore Parmeg- g i a n o. Mascagni, der sein Werk selbst dirigierte, erntete mit den ausführenden Künstlern stürmischen Beifall. Oie Weltanschauung in der Außenpolitik Ein Vortrag Alfred Rosenbergs vor Berliner Diplomaten. Der Ala-Zeitungskatalog 1935. Die Ala-Anzeigen-AG. hat soeben ihren Katalog der deutschen Zeitungen und Zeitschriften für 1935 herausgebracht. Der Inhalt dieses 60. Jahrganges weift mancherlei Neuerungen auf, die für den Wer- bungtreibenden von besonderem Wert sind. Der Katalog enthält diesmal die Zeitungen mit vollständigem Material in alphabetischer Reihenfolge nach Städten, so daß der Inserent schnell das gewünschte Material findet. Weiter sind wichtig: die Gruppierung der Städte nach Einwohnerzahl und eine Abteilung, die wichtige, nach Wirtschaftsgebieten geordnete Marktzahlen liefert. Der Zeit- schristenteil wurde in Zeitschriften allgemeinen Inhalts (mit den Unterhaltungsblättern und den Illustrierten-Zeitschriften) und Fachzeitschriften geglie- - dert, letztere nach Fachgruppen. Im Interesse der s schnelleren Auffindung sind die einzelnen Abschnitte des Kataloges durch verschiedenfarbiges Papier voneinander unterschieden. Die ausländischen Zei- hingen und Zeitschriften sollen in Spezialkatalogen veröffentlicht werden. Die Emission neuer 4,5 proben tiger Pfandbriefe macht weitere Fortschritte. Besonders interessant ist die Genehmigung der Ausgabe von lOMillionen Mark 4,5prozentiger Pfandbriefe der Deutschen Zentralbodenkredit AG. Denn der Erlös dieser Emission soll zum Umtausch 6,5- und 7prozentiger Auslandspfandbriefe, die im Besitz von Inländern sind, verwendet werden. Man will hierdurch die Beschwerden ausländischer Kreise über eine angebliche Bevorzugung deutscher Inhaber von Auslandsemissionen abstellen. Die inländischen Inhaber dieser Auslandspfandbriefe werden künftig keine höheren Zinsen als die ausländischen erhalten. Im übrigen ist festzustellen, daß die Kurse der meisten deutschen Ausländsanleihen nach der Saar-Abstimmung beträchtlich gestiegen sind. Das ist wichtig als Symptom der Beurteilung der politischen und wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands im Auslande. * Immer stärker stellt sich heraus, daß die Revolutionierung der amerikanischen W i r t s ch af t gleichbedeutend ist mit einem Bruch des Wirtschaftsindioidualismus. Der Leiter der Latein-Amerika-Abteilung, der Freund des Präsidenten Roosevelt, Sumner W e ll s, hat jetzt eine wirtschaflliche Auslegung der Monroe-Doktrin gegeben, die völlig von den bisherigen amerikanischen Regeln absticht. Noch Wilson hatte im Jahre 1913 verkündet, die Monroe-Doktrin als politisches Mittel seit durch die wirtschaftliche Doktrin zu ergänzen, wonach der Pankee auch wirtschaftlich in Latein-Amerika das Vorrecht haben und seine Interessen durch die militärische Macht der Union unterstützt werden müßten. Wells stellt jetzt demgegenüber die These auf, wonach amerikanisches Kapital im Ausland keine Sonderrolle genießt, sondern sich den Gesetzen des Landes anzupassen hat, in dem es angelegt wurde. Zwangsweise Beitreibung unter dem Schutz amerikanischer Truppen sei künftighin ausgeschlossen. Diese Theorie bedeutet also Den A b - bau der Monroe-Doktrin, die auch wirtschaftlich einen Vorrang der Union vor den europäischen, aber auch den Interessen Latein-Amerikas begründete, und daher ist diese Erklärung ebenso sensationell wie in der amerikanischen Wirtschaft die Erklärung Roosevelts Aufsehen erregt hat, wonach er a l s sozialer Reformator auftritt. Die Einführung der Arbeitslosenversicherung ist für Amerika eine soziale Tat. Der ausführliche Bericht darüber geht von dem Grundsatz aus, daß der Staat für das Wohl all feiner Mitglieder, vornehmlich der Arbeitslosen, zu sorgen hat. Es werden Gedanken ausgesprochen, die in Deutschland seit anderthalb Menschenalter zur Durchführung gelangten, so, wenn präzise Vorschläge über eine einzuführende Altersrenten- versicherung gemacht werden. Aber für die Vereinigten Staaten ist damit zum ersten Mal das Recht ausgesprochen worden, daß der Staat planmäßig die Wirtschaft beherrscht und daß die Wirtschaft Instrument des Staates ist. Noch vor zwei Jahren hätte niemand unter den amerikanischen Wirtschaftsführern derartige in Deutschland selbstverständliche Einrichtungen befürwortet. Aber die Tätigkeit des einzelnen Wirtschaftsführers war derartig unkontrolliert, daß sie schließlich zu dem Zusammbruch einer überspannten Privatwirtschaft und damit zu einer Verschärfung und Zuspitzung der sozialen Gegen- sätze führte. Hier hat Roosevelt, wie einst Bismarck, ; erkannt, daß das liberale Wirtschaftssystem durch die Krise sich selbst verneinte, und er hat energisch < und großzügig ein soziales Programm aufgestellt, \ das den amerikanischen Arbeiter gegen Arbeits- i losigkeit und gegen die Leiden des Alters schützt, \ die Kosten dafür der privaten Wirtschaft nimmt i und sie dem Staate überweist. Man versteht, wes- « halb Roosevelt bei den amerikanischen Massen un- i geheuer populär ist, denn er hat zum ersten Mal , in der amerikanischen Geschichte der letzten 125 j Jahre den Satz ausgesprochen, daß der Staat nicht c Objekt einer Bande beutelustiger Kapitalisten ist, - Berlin, 17. Jan. (DNB.) In einem Vortrag vor Vertretern der Diplomatie behandelte Reichs- lciter Alfred Rosenberg das Thema „Die W elta nsch a uu ng in der Außenpolitik". Anhand der jüngsten europäischen Enwicklungen eit dem großen Ringen von 1914 bis 1918 legte er dar, daß das politische und soziale Leben im letzten Grunde doch weltanschaulich bestimmt ist, wenn sich der im Werktag hingegeben« Mensch dessen auch eiten bewußt ist. All« die Gärungen, wenn auch mit ehr verschiedenen Vorzeichen, in Rußland, Ungarn, Deutschland, der Türkei, sie sind für jeden aufmert* amen Beobachter der Weltpolitik nur zu deutliche Anzeichen für den Verfall einer alten Welt und für ein Bemühen, so oder so, sich « i n e a n d e r e Welt zu schaffen. Nach jahrhundertelangem Sieg der universellen Weltkirche kamen die verschiedensten Ge- genberoegungen, und mitten im Kamps zeigt sich eine neue charakteristische Wendung des europäischen Geistes: Das Schwergewicht vom konfessionellen Höchstwert verlegt sich immer merkbarer nach der nationalen Seite hin. Im 19.Jahrhundert tritt eine Absenkung dieses Wertgefühls durch eine neue Form des europäischen Nationalismus ein. Denn zugleich wurden W i r t - chaft und Handel immer einflußreicher und das Wort Walther Rathenaus „Die Wirtschaft ist das Schicksal" war das Leitmotiv der meisten sozialen Handlungen der Völker. Als Protest erhoben ich in allen Völkern Millionenmassen und lauschten der Predigt einer sozialen Erlösung mit Hilfe der ebenso über alle Völker hinweggreifenden marxistisch-kommunistischenJnterna- t i o na I e. — Alle die verschiedensten Weltanschauungen haben aber doch eine gemeinsame Gebärde. Ihre entscheidende Haltung ist eine universali- tische. Der weltanschauliche Bruch, wie wir ihn heute erblicken, besteht nun darin, daß die geistige Auseinandersetzung nicht mehr innerhalb einer universalistischen, sonoern innerhalb einer nationalistischen Weltanschauung ausgetragen wird. Entgegen allen früheren weltanschaulichen Gruppen ist in Deutschland durch die national- ozialistische Bewegung ein neuer und doch uralter st a d t und wieder zurück in großen Verkehrsflugzeugen der Lufthansa befördert werden sollen. Acht Millionen Achat-Steine für das WHw. Das Winterhilfswerk-Abzeichen für den Monat März wird aus einem Achat-Stein mit Metallfassung bestehen. Seine Herstellung ist dem Edelsteingewerbe und der Metallindustrie in Jdar-Oberstein übertragen worden, die damit einen Millionenauftrag erhielten und bis zum Ablieferungstermin vollauf beschäftigt sind. Man rechnet mit einer Abnahme von rund 8 Millionen Stück, darunter allein 800 000 für den Gau Groß-Berlin. 1200 Edelsteinschleifereien sind mit der Herstellung der Steine in Jdar-Oberstein beschäftigt; auch die Metallindustrie hat mit den Vorarbeiten für die Fassung der Steine begonnen. Von der eigens zur Abwicklung des Auftrages eingerichteten Geschäftsstelle sind in den letzten Wochen bereits über 100 000 Mark für die abgelieferten geschliffenen Steine gezahlt wurden. , Zweiunddreißig Kinder! Vor wenigen Tagen ging die Nachricht durch die Presse, daß der Führer und Reichskanzler bei dem 19.Kinde des Zuschneiders Langer in Ratidor die Ehrenpatenschaft übernommen hat. Wie der Oberschlesische Anzeiger dazu berichtigend mitteilt, ist Langer glücklicher Vater nicht nur von 19, sondern von 32 Kindern, die von drei Ehefrauen geboren wurden, und von denen 29 am Leben sind. Diese Kinderzahl ist selbst für das kinderreiche und kinderfreudige Oberschlesien ein Rekord. Rattenkrieg in Kassel. In der letzten Zeit haben sich im Kasselerer Altstadtviertel und in den angrenzenden Stadtteilen Ratten in großen Mengen bemerkbar gemacht. Sie bilden wegen der Möglichkeit der llebertragung von Krankheitskeimen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Die Bekämpfung der Rattenplage soll durch ein gleichzeitiges Auslegen von Rattengift in ganzen Stadtteilen erfolgen. Sechs Jahre Zuchthaus wegen Amtsunterschlagung. Die Große Strafkammer Kassel verhandelte gegen den 35jährigen Walter Alfred Harder aus'Hofgeismar wegen erschwerter Amtsunterschla- ä u n g. Der Angeklagte hatte in seiner Stellung als Direktor der Kreissparkasse in Hofgeismar Verfehlungen begangen, die bei seiner Festnahme eine Höhe von 21779,83 Mark erreicht hatten. Harder verbrauchte die veruntreuten Gelder auf Reisen und in leichter Gesellschaft. Seiner Familie floß nichts zu. Das Gericht verurteilte ihn zu sechs Jahren Zuchthaus, sechs Jahren Ehrverlust und einer Geldstrafe von 4000 RM. sondern für Arbeit und Brot, für das Glück der größtmöglichen Zahl sorgen muß.-Die nordameri- kamsche Union wird also auch wirtschaftlich ein moderner Staat insofern, als mit dem Wesen des Staates nach modernen Anschauungen, vor allem auch seine sozialpolitische Wirksamkeit verbunden ist. Zehn Jahre Gefängnis für Sinowjew. Leningrad, 17. Jan. (DNB.) Der Oberste Gerichtshof der Sowjetunion in Leningrad hat in dem Hochverratsprozeß gegen Sinowjew und Genossen folgende Strafen verhängt: Sinowjew zehn Jahre Gefängnis, weitere vier Angeklagte je zehn Jahre Gefängnis, sechs Angeklagte je acht Jahre Gefängnis und weitere Angeklagte fünf bis sechs Jahre Gefängnis, darunter Kamenew fünf Jahre. Das Privateigentum der Angeklagten wird vom Staat beschlagnahmt. Das Vundeskommissariat des Innern (OGPU.) hat 7 6 Personen, die zur Sinowjew-Opposition gehörten und angeblich mittelbar oder unmittelbar an den letzten Derschwörungsversuchen beteiligt waren, für zwei bis fünf Jahre nach Sibirien verbannt. Unter den Verbannten befinden sich zahlreiche Kommunisten, die bedeutende Aemter in der Sowjetunion bekleidet haben. Sie gehörten zum Teil zur alten Garde der kommunistischen Bewegung. In der Begründung des Urteils gegen Sinowjew und die übrigen Mitangeklagten wird erklärt, daß \ der Erschießung Sinow- ,einer Genossen. — Das Urteil soll in seiner letzten Fassung nur darauf zurückzuführen sein, daß Sinowjew und Kamenew sich nicht unbedeutende Verdienste während der sowjetrussischen Revolution erworben haben. Diese Tatsache fei für den Obersten Gerichtshof bestimmeick) bei der Festsetzung des Strafausmaßes gewesen. Es verlautet, daß die politische Polizei auf die Spur einer anderen Organisation g e ■ kommen sei, die unter Führung Safarows stand und die dieselben Ziele verfolge wie die Sinowjewgruppe in Moskau. Zur Safarowgruppe gehörte auch das ehemalige Mitglied der Kom- munistifcken Partei I e l k o w i t s ch , dessen Aussage in Diesem Prozeß von großer Wichtigkeit gewesen sei. her Hauptabteilung Schulung und Vortragswesen des Volksbundes für bas Deutschtum im Ausland in Verbindung mit dem Reichs-Erziehungs-Mini- sterium durchgeführt werden, schlossen mit einer Gedenkfeier für die Saar und die früheren Abstimmungskämpfe deutscher Grenzlande. Dann begannen vier weitere Lager in den VDA.-Hei- men. Leitgedanke ist überall die volksdeutsche Idee der Verbundenheit aller Deutschen als Grundlage der nationalen Erziehung. Die Teilnehmer werden eingeführt in die Geschichte und heutige Lage der Auslandsvolksgruppen, in grenzdeutsche Fragen und in die Formen volksdeutscher Arbeit. Sport, Singestunden und Filmvorführungen ergänzen diese Vorträge und Aussprachen. Das Reichs-Erziehungs- Ministerium hat rung 6 0 0 Landjahrerzieher einberufen, um ihnen in den VDA.-Lehrgängen diese Sonderschulung zu vermitteln. Zwisctenfa'l im Hauptmann-Prozeß. In der jüngsten Verhandlung im Haupt- mann-Prozeß erkannte der Tankstellenwärter, dem der Angeklagte die letzten Zehn-Dollar-Gold- noten des Lösegeldes zahlte, die zur Verhaftung führte, Hauptmann einwandftei wieder. Ein Sonderagent der Justizbehörde sagte aus, aus dem Löse- geld stammende Noten seien im Staate Neuyork, in Chikago und sogar in Asien aufgetaucht. Bisher seien 19 o85 Dollar wiedergefunden worden, davon 14 600 Dollar in Hauptmanns Garage. Thomas S i s f, gleichfalls Agent der Bundesjustizbehörde, schilderte als Zeuge die Verhaftung Hauptmanns. Währens Sisk die Auffindung des Lösegeldes in Hauptmanns Garage beschrieb, erhob sich der Angeklagte plötzlich und rief dem Zeugen zu, er solle aufhören zu lügen. Der Wächter Hauptmanns zog ihn auf den Stuhl zurück, und auch die Zuhörer, Die bei Hauptmanns Ausruf aufgesprungen waren, setzten sich wieder. Der Richter Iren« chard erklärte Hauptmann, er werde sich zur angemessenen Zeit äußern können. Nach diesem Zwischenfall erzählte der Zeuge Sisk, daß in der Brieftasche Hauptmanns eine Goldnote über 20 Dollar, die aus dem Lösegeld stammte, gefunden worden fei. Hauptmann habe gesagt, dies sei ein Teil seiner Ersparnisse und sei seine letzte Goldnote. Während die Wohnung Hauptmanns durchsucht wurde, so sagte Sisk wetter aus, habe der Angeklagte verstohlen zum Fenster hinausgeblickt, anscheinend nach der Garage hin. Auf die Frage, ob das Geld in der Garage verborgen fei, habe Hauptmann den Besitz von Geld bestritten. Unter dem Boden der Garage fei ein Krug gefunden worden, von dem Hauptmann zunächst nichts wissen wollte. Am nächsten Tage habe er jedoch zugegeben, in diesem Kruge drei Wochen vor seiner, Verhaftung Geld aufbewahrt zu haben. Auch bei dieser Aussage rief Hauptmann dem Zeugen zu, er solle nicht lügen. Nachdem der Generalstaatsanwalt erklärt hatte, er wolle beweisen, daß der Angeklagte nach dem 2. April 1932 nicht mehr gearbeitet habe, wurde die Verhandlung vertagt. 75. Geburtstag des Abtes Alban Schachleitner. In Feilnbach bei Bad Aibling begeht am 20. Januar Abt Alban Schachleitner seinen 7 5. Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische. Abt Schachleitner war einer der ersten katholischen Geistlichen, die sich o"en zum Nationalsozialismus bekannten und dafür kämpften. Wegen feiner deutschen Gesinnung mußte er 1918 seine Wirkungsstätte Kloster Emmaus unter dem Druck der Tschechen verlassen. Berühmt find seine Predigten und fein rück- haltsloses Bekenntnis zum deutschen Vaterland. Freiflüge der Lufthansa für bedürftige Saarländer. Als die Deutsche Lufthansa am Tag der Saar- abftimmung den Wunsch eines 86jährigen ehemaligen Gardegrenadiers im Saargebiet hörte, der noch einmal feine alte Garnisonstadt Berlin roieberfeben wollte, übermittelte sie ihm sofort die Einladung, diese Reise in einem Lufthansa-Flugzeug zu machen. Nunmehr hat die Deutsche Lufthansa in einem Telegramm an den Saarbevollmächtigten des Führers Gauleiter B ü r ck e l gebeten, ihr zehn bedürftige Saarländer namhaft zu machen, die ebenfalls ohne Ko ft en von der Saar zur Reichshaupt- Höchstwert proklamiert worden: Die nationale Ehre. Er konnte aber zu dieser mythischen Stärke nur anwachsen, weil eine große, ehrbewußte Nation einen Zusammenbruch erlebt hatte, nach dem es nur eine Entscheidung, ein Entweder-Oder gab. Dieser blühende deutsche Nationalismus kann nicht etwa gefahrdrohend für den berechtigten Nationalismus der anderen Völker werden, sondern ganz im Gegenteil gerade er kann durch seine geistige Oberhoheit über andere Lebensäußerungen des Staates allein die Garantie für jenen ge rech ten Ausgleich geben, nach dem die ganze Welt sich sehnt. Der autoritäre Staat ist imstande, sowohl eine nicht berechtigte Kulturpropaganda in Völkern anderer Raffe zu verhindern, wie eine regellose Wirtschaftsexpansion zu unterbinden, die die deutsche Nation nur zu leicht von Wirtschaftskonflikten zum politischen Zusammenstoß mit andern Völkern führen könnte. Der deutsche Nationalismus, die aus Blut und Boden gegründete Weltanschauung, ist nicht universalistisches Dogma. Sie glaubt aber, daß sie mit ihrem Bekenntnis zurückkehrt zu einer ehrfürchtigen Bewunderung der Natur und ihrer Gesetze. Aus diesem Grunde hat die nationalsozialistische Bewegung höchsten Respekt vor einer ganz anders gearteten arteigenen Rasse und einem ebensolchen Staatswesen. Es erscheint bezeichnend, daß das Zeitalter einer nahezu regellosen Expansion über den ganzen Erdball zu einem Zusammenstoß führte und zu der Erkenntnis, daß nunmehr das Zeitalter einer Zusammenballung gekommen ist. Jedes Volk wird hier feine Form finden. Die Abstimmung im Saargebiet hat der ganzen Welt gezeigt, wie tief das neue Lebensgefühl das ganze deutsche Volk durchdrungen hat. 'Damit ist । aber auch die Möglichkeit für eine stabile außenpolitische Haltung gegeben, die uns in der Gestalt vorschwebt, daß die mit dem Leben der Tatbestand des Hochverrats vorliege. Die Untersuchung habe zwar ergeben, daß Sinowjew und andere Teilnehmer der Verschwörung n i d) t u n m 111 e I b a r an her Ermordung Kirows Anteil gehabt haben. Dagegen sei erwiesen, daß Sinowjew und seine Genossen genauestens über die revolutionären Absichten der terroristischen Leningrader Gruppe unterrichtet waren, die unter Führung Nikolajews am 1. Dezember 1934 den Mord an dem Sekretär der Partei Kirow ausge- sührt hat. also in Landwirtschaft, Baugewerben, Verkehrs» gewerben usw. verursacht. Aber auch eine Reihe anderer Gewerbezweige, wie z. B. die Bekleidungs-, Süßwaren- und Spielzeugindustrie, muß alljährlich in den Wintermonaten eine Unterbrechung der Pro- duktionstätigkeit vornehmen. Diese saisonmä» feigen Schwankungen der Beschäftigung kann man wohl mildern, aber niemals ganz beseitigen. Für die Beurteilung der allgemeinen Lage des Arbeitsmarkts ist jedoch die Tatsache ausschlaggebend, daß die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland am Ende des Jahres 1934 um f a ft 1,5 Millionen niedriger war als im Jahr zuvor. Das ist das erfreuliche Ergebnis der deutschen Arbeitsschlacht im letzten Jahre. * Man hatte vor einiger Zeit der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß durch die Faserstoffverord- nung und ihre Auswirkungen die Lage eines Teils der deutschen Textil- und Bekleidungs- Industrien eine Verschlechterung erfahren könnte. Die jetzt vorliegenden Berichte einiger großer Textil» Unternehmungen, so insbesondere der der Deutschen Baumwoll AG. in Osnabrück, zeigen, daß das nur in sehr geringem Maße der Fall gewesen ist. Die Entwicklung der deutschen Baumwollindustrie war sowohl in Hinsicht auf ihre Beschäftigung und Produktionsleistung als auch auf ihre Ertragsfähigkeit durchaus befriedigend, so daß z. B. die Deutsche Baumwoll AG. wieder eine gegenüber der vorjährigen nur unbedeutend ver- rtngerte Dividende ausschütten wird. Auch die Bekleidungsfachgruppen im Reichsbund des Textil- emzelhandels haben kürzlich bekanntgegeben, daß von einem Warenmangel im Wirtschaftsjahr 1935/36 keine Rede sein könne. In der Damen- und Mäd- chenkonfektion übersteige bas Angebot sogar die Nachfrage. le Oosea eed lobe« moa 8M 0,15 bis V** HEELLEUKG“emeä Gaar-Dankfei'ern in der Provinz. Wieseck. X Die Befreiuungstage unserer Saar wurden in Wieseck festlich begangen. Am Montagabend waren die politischen Leiter der Ortsgruppe, sowie der SA.- Reservesturm am Bahnhof Gießen angetreten, um den einzigen Saardeutschen der Gemeinde, Michael Becker, gemeinsam abzuholen. Am Dienstagabend marschierte ein Fackelzug, bestehend aus den Mitgliedern der einzelnen NS.-Organifationen und dem Kriegerverein mit den Fahnen, zum Philosophenplatz, wo die Fackeln zusammengelegt wurden. Im Feuerschein hielt sodann Ortsgruppenleiter Karl Euler eine Ansprache, in der er in zündenden Worten den Sieg der Saar feierte. In knappen Umrissen gab er noch einmal ein Bild von der Leidensgeschichte dieses urdeutschen Gebietes, das in Treue fest in der entscheidenden Stunde sich zu Deutschland und damit zum Führer bekannte. Gemeinsame Lieder, begleitet von der Kapelle, umrahmten die würdige Feierstunde. Am Mittwochabend fand in der gutbesuchten Kirche ein Dankgottesdienst statt. Der Ortsgeistliche, Dekan Sattler, verglich Deutschland mit der Mutter, der ihre Tochter in der Fremde die Treue gehalten. Er kennzeichnete die Saarabstimmung als ein Wunder, das als weitere Frucht des großen Wunders der nationalen Revolution unserem Volke geschenkt worden sei. So dürfe Deutschland noch einmal ein Erntedankfest mitten im Winter feiern. Die Feierstunde wurde mit zwei Liedern, in denen auch die Saarbevölkerung ihrem Dank Ausdruck gegeben hatte, dem Lied „Wir treten zum Beten" begonnen und dem Lied „Nun danket alle Gott" beschlossen. Die Kollekte dieses Tages wurde dem Fonds der örtlichen Kriegerehrung zu- geführt. Alten-Vufeck. F Auch in unserer Gemeinde wurde der Tag des deutschen Sieges an der Saar würdig und mit großer Begeisterung gefeiert. Schon während der Verkündung der Ergebnisse im Rundfunk wurden aus vielen Fenstern Flaggen gezeigt, und bald waren alle Häuser hiermit geschmückt. Abends bewegte sich ein stattlicher Fackelzug durch unsere Dorfstraßen. Anschließend versammelten sich alle Teilnehmer im Rühlschen Saale, der die Menge kaum fassen konnte. Zunächst hielt Ortsgruppenleiter Freund eine begeisternde Ansprache über die Bedeutung des Tages. Sodann berichtete unser Saar- deutscher R. Sarg über die vielen Erlebnisse und Eindrücke seiner Reise. Lebhafter Beifall belohnte die fesselnden Ausführungen. Ortsgruppenleiter Freund sprach die Schlußworte und schloß die erhebende Feier in der ^üblichen Weise. Albach. — Auch in unserem Dorfe wurde der Sieg Deutschlands an der Saar am 15. Januar gefeiert. Um 19 Uhr versammelte sich die Gemeinde zu einem Dankgottesdienst im Gotteshaus. Pfarrer Döll predigte über Psalm 121, 1 und 2, „Aug und Herz empor zum echten Dank der Tat". Mit dem Liede „Run danket alle Gott" begann, mit „Großer Gott dich loben wir" schloß die Feier im Gotteshause. Bon der Kirche aus zog die Gemeinde in den Saal von Will, wo eine schlichte Kundgebung, veranstaltet vom Stützpunkt Albach, stattfand. Stützpunktleiter Schäfer sprach über das Abstimmungsergebnis. Die Kundgebung schloß in der üblichen Weise. Harbach. CO Der glänzende Wahlsieg unserer treuen Volksgenossen an der Saar fand in unserem Dorfe begeisterten Anklang. Frühmorgens hörte man an verschiedenen Plätzen die Ergebnisse ber* Abstimmung und die anschließenden Reden des Saarbevollmächtigten B ü r ck e l und unseres F ü h - r e r s. Kurze Zeit darauf prangten alle Straßen in reichem Flaggenschmuck. Um 20 Uhr bewegte sich ein prachtvoller Fackelzug durch die Straßen des Dorfes. Auf dem Kreuzplatz fand sodann eine Siegesfeier statt, an welcher die gesamte Bevölkerung teilnahm. Propagandaleiter Otto Münch eröffnete die Veranstaltung und übergab Lehrer S ö h n g e n die weitere Ausführung. Nach dem Saarlied trugen verschiedene Schüler passende Gedichte vor. Dann hielt Lehrer S ö h n g e n eine kernige Ansprache. Er führte u. a. aus: „Die märchenhafte Behauptung Clemenceaus im Jahre 1919, im Saargebiet feien 150 000 Franzosen ansässig, ist nun glatt widerlegt. Das Saarvolk ist kerndeutsch. Das beweist nicht nur das Wahlergebnis, sondern auch die mannhafte Disziplin der Saarbewohner. Nur deutsche Menschen können sich derart beherrschen, wie es das Saarvolk trotz übelsten Terrors in den letzten Wochen und Monaten getan hat. Nur an deutsche Manneszucht und Selbstbeherrschung gewöhnte Menschen vermögen ein derartiges Leid zu ertragen und zu überstehen, wie es die opferwilligen und treudeutschen Saarbewohner 15 Jahre lang in der Lage waren. Für diese Treue sind wir dem Saarvolk zu heiligem Dank verpflichtet. Sie soll uns ein Vorbild sein in der Treue zu Führer und Vaterland." Nach dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler fanden weitere Gedichtvorträge statt. Anschließend wurde das Horst-Wessel- und das Deutschlandlied gesungen. Propagandaleiter Otto Münch schloß hierauf die Feier. Londorf. Anläßlich des großen Sieges an der Saar oer= anstalteten die hiesige Hitler-Jugend und der BdM. einen Fackelzug, dem sich die gesamte Bevölkerung von Londorf und Kesselbach sowie sämtliche Formationen aus beiden Ortschaften anschlofsen. Der hiesige Musikverein, der sich ebenfalls beteiligte, umrahmte die Feier mit einigen schneidigen Märschen. Vor der Volkshalle wies der Scharführer der HI. Wilhelm Kraus auf die Bedeutung des Tages hin. Sodann setzte sich der Zug in Bewegung nach Kesselbach, wo Pg. Schaaf nochmals auf die Bedeutung der Feier hinwies. Mit dem Saarlied fand die würdige Feier ihren Abschluß. Weickartshain. D In würdiger Weise wurde in unserem Dorfe am Dienstag der Rückgliederung des Saargebiets zum Mutterland gedacht. Morgens hatten sich zahlreiche Einwohner die Arbeit so eingerichtet, daß sie um 8 Uhr das Ergebnis am Radio hören konnten. Sehr schnell waren dann die Straßen mit einer stattlichen Anzahl Hakenkreuzfahnen geschmückt. Abends bewegte sich ein Fackelzug (unter Vorantritt des Musikvereins, folgend Jungvolk, Jungmädel, HI., SA., SAR., Frauenschaft, Arbeitsfront sowie die übrigen Dorfbewohner) vom Marktplatz durch die Straßen in den Schulhof. Hier hielt Lehrer Langohr eine Ansprache, in der er den 13. Jan. in kernigen Worten zu schildern wußte. Die ersten Verse vom Saar- und Deutschlandlied wurden gesungen. Ortsgruppenleiter Melchior schloß die Feier mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Holzheim. > Anläßlich des Saarsieges fand hier am Dienstagabend ein großer Fackelzug statt, an dem sich alle Formationen der NSDAP, und alle örtlichen Vereine sowie die Schuljugend und viele Einwohner des Dorfes beteiligten. Unter den Klängen des Posaunenchors und des Spielmannszuges des Turnvereins setzte sich der Zug in Bewegung, der durch die Hauptstraßen des Dorfes führte. An der Bismarcklinde fand eine würdevolle Feier statt, bei der die Schuljugend Sprechchöre und gesangliche Darbietungen zu Gehör brachte. Der Gesangverein „Harmonie" sang einige Lieder. Die Versammelten sangen gemeinschaftlich das Saarlied, Zellenwart Pg. Kuhl hielt dann eine Dankesansprache. Mit dreifachem Sieg-Heil auf das Saarland, den Führer Adolf Hitler und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihr Ende. Langsdorf. oo Am Montagabend versammelte sich die Gemeinde anläßlich der Saar-Abstimmung in der Kirche. Da die hiesigen Mitglieder der SA. und SA.-Reserve in ihren Standort befohlen t^aren, konnte man keine öffentliche Kundgebung veranstalten, darum begnügte man sich mit einem Dankgottesdienst. In diesem richtete der Zellenleiter Fabian einleitende Grußworte an die Gemeinde. Der Prediger wählte als Text die Inschrift auf dem Grabmal des deutsch-völkischen Vorkämpfers Philipp Köhler-Luppe, Psalm 94, 15: „Recht muß doch Recht bleiben" und würdigte die Vorgänge an der Saar als einen gottgewirkten Sieg des Rechtes. Butzbach. pb. In der evangelischen St. Markuskirche fand Mittwochabend anläßlich des überwältigenden Sieges an der Saar ein Dankgottesdienst statt, den Pfarrer Linden st ruth abhielt. Er dankte Gott für die Führung unseres Volkes und des Saarvolkes, das nunmehr nach 15 Jahren von seiner Drangsal und Not erlöst werde und wieder zu seinem Heimat- und Vaterlande komme. Als Gemeindelieder wurden gesungen: „Lobe den Herren" und „Nun danket alle Gott". Scholten. 8 Um das Abstimmungsergebnis im Saargebiet entgegenzunehmen, versammelten sich zu einem gemeinsamen Empfang die SA., SA.-Reserve und die Angehörigen aller hiesigen Aemter. Eine Viertelstunde nach der Übertragung prangte die Stadt in vollem Fahnenschmuck, überall sah man Freude in den Gesichtern über das große Wahlergebnis. Am Abend fand auf dem freien Platz am „Frankfurter Hof" eine große Kundgebung der ganzen Bevölkerung, der PO. mit ihren Untergliederungen und der gesamten SA., SA.-Reserve und des Arbeitslagers Eichelsachsen statt. Kreisleiter K r o m m richtete an die Menge eine begeisterte Ansprache mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Hierauf folgte die Ueber- tragung der Rede des Gauleiters aus Frankfurt. Im Anschluß hieran setzte sich ein großer Fackelzug durch die Straßen der Stadt in Bewegung. Mittwoch abend fand ein feierlicher Dankgottesdienst mit Predigt von Dekan W i d m a n n in der Stadtkirche statt. Laubach. 2) Die Feier aus Anlaß der Saarabstimmung gestaltete sich hier zu einem schönen Fest. Am Morgen des 15. Januar hörten die Schulen gemeinsam in der Realschule die Radioübertragung. Als das Ergebnis bekannt war, flatterten bald überall die Fahnen. Abends bewegte sich ein langer Fackelzug, der unter dem Kommando des Obersturmbannführers Hahn stand, durch die Straßen unserer Stadt, voran die Fahnen der SA. usw., die Jugend mit ihren Wimpeln; SA.-Kapelle und Spielmannszug des Jungvolks stellten die Marschmusik. Auf dem Marktplatz fand die Feier statt. Der vereinigte Männergesangoerein „Eintracht-Harmonie" trug zwei Lieder vor. Im Mittelpunkt stand die Ansprache des Ortsgruppenleiters H e n z e, der der großen Freude über die Saarbefreiung Ausdruck gab. Das Sieg-Heil auf Führer und Saar wurde mit Begeisterung aufgenommen. „Nun danket alle Gott", so klang es dann zum nächtlichen Himmel. Nach besonderen Bekanntmachungen durch den Ortsgruppenleiter, wovon besonders erwähnenswert die Tatsache ist, daß die Stadt Laubach für die NSDAP, und ihre Gliederungen einen Teil des alten Gymnasiums als Stätte aufbauender Arbeit zu Verfügung gestellt hat, beschloß gemeinsamer Ge- sang des Deutschlandlieds und des Horst-Wessel-Lieds die Kundgebung. Die Bevölkerung kam dann in den Lokalen der Stadt zusammen, wo u. a. auch ein Teilnehmer der Saarabstimmung seine Erlebnisse erzählte. Am Mitwochabend fand die kirchliche Dankfeier statt, an der SA. und SAR. mit ihren Fahnen geschlossen und die Gemeinde sehr zahlreich teilnahm. Das Frauenarbeitsdienstlager fang zwei Lieder; der Ortspfarrer legte feiner Predigt Psalm 28, Vers 6 bis 9: „Gelobet fei der Herr" zu Grunde. Groß-^elda. Das Ergebnis der Abstimmung an der Saar hat auch bei uns größte Freude ausgelöst. Bald prangte das ganze Dorf im Flaggenschmuck. Die Schuljugend ließ die Glocken erschallen, um den Sieg zu verkünden. Abends fand ein Fackelzug der Parteiorganisationen statt, anschließend wurde in der „Traube" gemeinsam am Rundfunk die Kundgebung auf dem Römerberg in Frankfurt gehört. Eine Reihe von Mitbürgern erklärte sich bereit, Volksgenossen von der Saar im Sommer hier einen Urlaub verbringen Zu lassen. Wettervoraussage. Mit einer Nordost-Strömung sind kältere Luftmassen nach Deutschland vorgestoßen und haben auch bei uns neue Abkühlung gebracht. Eine wesentliche Frostoerschärfung ist jedoch vorerst unwahrscheinlich, da über Skandinavien zur Zeit wieder milde Ozeanluft ostwärts vordringt und sich bis zu uns hin, wenn auch unter Abkühlung, bemerkbar machen wird. Dabei ist auch das Auftreten einzelner Niederschläge zu erwarten, die im Gebirge voraussichtlich als Schnee fallen werden. Aussichten für Samstag: Zeitweilig auf- heiternd, dock überwiegend bewölkt und auch einzelne Niederschläge (im Gebirge Schnee), bei Winden aus nördlicher Richtung, Temperaturen um Null. Lufttemperaturen am 17. Januar: mittags 3,3 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 18. Januar: morgens —1,1 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum —1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Januar: abends 0,2 Grad; am 18. Januar: morgens 0,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 0,3 Stunden. Wintersport-Wettermeldungen. Röhn: Wasserkuppe: bewölkt, —7 Grad, Gesamtschneehöhe 34 cm, verharscht; Ski und Rodel mäßig. Vogelsberg: Hoherodskopf: bedeckt, — 8 Grad, Gesamtschneehöhe 28 cm, verharscht; Ski und Rodel gut. Sauerland: Winterberg: bewölkt, — 6 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Neuschnee 4 cm, verharscht; Ski und Rodel gut. Schwarzwald: Feldberg: bewölkt, — 4 Grad, Gesamtschneehöhe 100 cm, Pulverschnee; Ski und Rodel sehr gut. Alpen: Garmisch-Partenkirchen: bewölkt, — 1 Grad, Gesamtschneehöhe 51 cm, Pulverschnee; Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. U ALI TAT LuvedjMtq und ricMiq Gießen, Frankfurter Straße 27 (z.Z. Kalk). Schwesternhaus) 285 d 15. Veranstaltung im Dienstag-Abonnement. 275D Gießen, den 19. November 1934. 33D Kaufgesuche Oanzleinenband RM.4.80. Gießen, Hauptstr 41. Gebrauchtes, 'vcuiuiiujicö/ --------- ----r — - '■■ Kinderbett WWW A^D^nswü.unt. ^rchr.Angeb.unt. 0237 cu d. 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Die Lieferung eines Waggons Kanalmaterial soll unter den vorgenannten Bedingungen am Dienstag, dem 29. Januar 1935, oorm. 10 Uhr, vergeben werden. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 17. Januar 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t. Stadttheater (ziehen Stadttheater und Konzert-Verein veranstalten am Dienstag, dem 22. Januar 1935 das 3. Symphoniekonzert Leitung: Professor Dr. Temesvary Solist: Hermann Kraus, Frankfurt a. M. Ausführende: Stadttheater-Orchester u. Reichswehr-Kapelle Programm: Mozart. Symphonie in Es-Dur- Beethoven, Violinkonzert in D-Dur, op. 61 - Beethoven, Fünfte Symphonie in C-Moll, op. 67. StMWkkl Gießen. 204d Tarnst.,19.Ian.. 20 bis 22.30 Uhr lGeschl.Borstell.) NS.-Kulturgern. Deutsche Bühne. KeinKartenverk. Der König. Drama v Herrn v. Bötticher. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. 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Die Kapelle der Motor-SA. übernahm die Führung, und unter Musik marschierte der Zug weiter nach Großen-Linden. — Die Butzbacher Kapelle erfreute die zahlreich Erfchienenen noch mit einigen Musikstücken. Die Sturmsahne in Gießen auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Genehmigung für den Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen. ? UH 44 Im Bezirk Grünberg versammelt sich die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" am morgigen Samstag, 14 Uhr, im Gebäude der Volksschule zu Grünberg. Um 15.30 Uhr folgt die Tagung des Bezirksvereins im Gasthaus „Zum Wilden Mann . Die für die B e z i r k e L o n d o r f und G r u n - berg für Samstag nacknnittag angesetzte Pflicht- turnftunde in Londorf fällt aus. LPD Das Staatspresseamt gibt nachstehende Mittellunq des Reichsverkehrsministers bekannt: Auf Grund des Gesetzes über bu Beförderung von Personen zu Lande vom 4 Dezember 1934 bedürfen Unternehmer, die gewerbsmäßig Personen mit Kraftfahrzeugen aller Art befördern wollen, einer Genehmigung. Die Erteilung der Genehnu. gung hängt u. a. davon ab, ob ein Bedürfnis vor- lieqt Nähere Vorschriften über das Genehmigungsverfahren und die Genehmigungsbedingungen ergehen im Laufe der nächsten Monate. Von der Neuregelung werden hauptsächlich die Unternehmer betroffen, die ihr Gewerbe bislang noch ohne besondere staatliche Genehmigung ausuben konnten, z. -ö. die Mietwagenbesitzer. Ich weise auf die Rechtslage hin und bemerke, daß alle, die zur Zeit den Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen bedienen unv diejenigen, die diesen Verkehr erst fetzt beginnen wollen, damit rechnen müssen, daß ihnen die ob 1 April 1935 erforderliche Genehmigung versagt wird. Das Gesetz schreibt nicht vor daß Unterneh. mern, die beim Inkrafttreten des Gesetzes bereit» Gelegenheitsverkehr betreiben, die Genehmigung erteilt werden mutz. Weiterführung der Jettverbilligung im Jebruar und März. Das festlich beleuchtete Rathaus Saarbrückens am Tage der Saarbefreiung. straße Über den Adolf-Hitler-Wall und die Mar- burger Straße in der Richtung nach L o l l a r. Am Donnerstag, 24. Januar, soll die Fahne dem Führer in der Reichshauptstadt Übergeben werden. * Das Ehrenzeichen der Kriegsopfer des' Saar- gebiets ist ganz aus schwarzem Tuch gefertigt Die Fahne trägt das silbergestickte Zeichen der National sozialistischen Krieasopferversorgung, das breite Schwert mit dem Eisernen Kreuz und dem Haken kreuz in der Mitte. Die Fahnenspitze war mit einem prächtigen Strauß von frischem Grün und Bluten ^^Allenthalben wurde der Fahne mit dem deutschen Gruß Ehrerbietung erwiesen. für Gesangvereine. (SBK.) Seit Jahren schon haben die deutschen Gesangvereine darüber Klage geführt, daß ihnen bei Benutzung von Schulräinnen zu Uebungszwecken durch unverhältnismäßig hohe Entschädigung usw. Schwierigkeiten bereitet werden. Nunmehr hat der Minister'für Wissenschaft, Erziehung und Volks- bildung einen Erlaß an die Unterrichtsverwa tun- qen der Länder gerichtet, in dem die Tätigkeit der Gesangvereine vollste Anerkennung fmbet. „Die Bestrebungen der Chor- und Volksmusikvereine — so schreibt dos Ministerium —, „die sich m immer steigendem Maße der Neugestaltung deutschen Musiklebens und der Pflege deutschen Volkstums widmen, verdienen weitgehende Förderung, -jd) halte es daher für angebracht, daß Chor- und Volksmusik- vereinen, die sich durch Inanspruchnahme von Schulräumen einen für ernste Arbeit geeigneten DNB. Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung werden für die Monate Februar und März in dem seit 1. November 1934 geltenden Um fange fortgeführt. Es werden grüne Stammabschnitte ausgegeben, die je zwei Reichsverbill.gungsschelne> A und8 sowie einen Bestellschein für. Mel Pfund Kon- ummargarine enthalten. Die Gültigkeitsdauer der Scheine ist, wie bisher, jeweils auf einen Monat begrenzt. Ihre Verwendung vor Beginn sind nach Ablauf der aufgedruckten Gültigkeitsdauer ist daher unzulässig. Da zahlreiche Fälle bekanntgeworden sind, in denen Verkaufsstellen die Scheine vorzeitig em- aelöst haben, hat der Reichsarbeitsmimster im In- teresse einer gleichmäßigen Fettversorgung der minderbemittelten Bevölkerung in einem Erlaß an die Landesregierungen vom 9. Januar 1934 daraus hin- gewiesen, daß 'solchen Verkaufsstellen im Wiederholungsfälle von der unteren Verwaltungsbehörde die Annahme der Scheine auf bestimmte Zeit oder dauernd untersagt werden kann. Symphonie-Konzert im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Dienstag, 22. Januar, findet im Stadttheater das 3 Symphoniekonzert des diesjährigen Konzertwln- ters statt. Ausgeführt wird das Konzert vom Stadt- theaterorchester und der Reichswehrkapelle Musikalische Leitung des Abends hat Professor Dr. Te- mesvary ; als Solist wurde Hermann K r a u s (Frankfurt a. M.) verpflichtet. Das Programm sieht folgende Werke vor: Mozart, Symphonie in Es=Dur Köchel Verzeichnis Rr. 543) - Beethoven Violin- konzert in O-Dur, op. 61 - Beethoven Fünfte Symphonie (Schicksals-Symphonie) in E-Moll, op. bl. Schulräume als llebungslokale Fast alle Mittel, die sich mehr oder weniger gegen die Seborrhoe bewähren, beruhen auf dem Prinzip, die Durchblutung der Kopfhaut zu v^bessern. Es gibt manche Medikamente, die die Storung Der Talgdrüsen heilsam zu beeinflussen scheinen vor allem den Schwefel, den Teer und das neuerdings viel angewandte Cholesterin. Das Hauptgewicht aber muß man auf eine leichte Reizung der Kopfhaut legen, die auf verschiedenste Weise erreicht werden kann. Der Alkohol, der fast immer die Grundlage der Kopfwasser bildet, führt diese Reizung herbei. Eine gründliche tägliche Massage, auf die kein Glatzenkandidat verzichten dürfte, erfüllt den gleichen Zweck, und nicht zuletzt sind es die ultravioletten Strahlen der künstlichen Höhensonne die imstande sind die darniederliegende Tätigkeit der Hautblut- qefäße wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Die Quarzlampe hat vor der medikamentösen Behanb- lung ben Vorzug, baß bie ultravioletten Strahlen in die Tiefe der Kopfhaut bringen, eine starke Durchblutung Hervorrufen und außerbem eine keimtötende Wirkung haben. Es kommt also vor allem darau an, die Ursache eines Haarausfalles ,n ;edem besonderen Falle durch den Arzt feststellen zu lasten. Oft kann der Arzt schon auf den ersten Blick sagen, ob sich eine Behandlung „lohnt ober ob alle Mühe vergeblich sein wirb. Wo einmal dw Haarwurzeln veröbet sind, da kann auch das beste und teuerste Mittel keine Haare mehr hervorzaubern Fast immer aber gelingt es, den chronischen Prozeh bes Haarausfalls wenigstens zu verlangsamen, ober, wenn man rechtzeitig eingreift völlig zum Still- stand zu bringen. Das wichtigste Heilmittel ist die Sorgfalt und 'Geduld des Patienten bei der langdauernden Anwendung an sich einfacher Maßnahmen, wie sie etwa die Kopfmassage oder eine Hohen- sonnenbehanblung darstellen. NSLB., Kreis Gießen. empfang vor dem Gefallenendenkmal in Klein-Linden; im Bilde rechts die Stnrmfahne. Sie schwarze Sturmsahne passiert Oberhessen Zn allen Orten der Marschstraße feierlicher Empfang. Sjicr batten sich inzwischen zahlreiche Mitglieder der PO Führer der SA., der SS., der Hitlerfugenb, ho« Funaoolks ferner Vertreter der städtischen und staatstchen Behörden, Mitglieder der NSKOB., der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regiments- Vereine und verschiedener anderer Organisationen eingebunden. Der Arbeitsdienst hatte eine Abt-.- lima entsandt, die nut Spaten und Tornister angetreten war, das Musikkorps der Reichswehr unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e hatte Aufstellung genommen und spielte zur Eröffnung der nun folgenden Kundgebung das Saarlieb. Die Ansprache hielt ber * Lang-Göns, 17. Jan. Die feierliche lieber« nähme der Sturmfahne der Kriegsopfer im Saargebiet fanb heute gegen 12 Uhr in unserer ©emeinbe statt. Die Fahne würbe von der Butzbacher SA. unter Musikbegleitung ber dortigen Feuerwehrkapelle überbracht. Die SA.-Reserve von Lang-Göns marschierte dem Zuge entgegen und fügte sich ein. Unter den Klängen der Musik und Dorantritt der hiesigen Reiter-SA. nahmen sodann die Formationen Aufstellung vor dem Ehrenmal der Gefallenen. Jungvolk, BDM. und die Schuljugend bildeten mit Fähnchen in den Händen Spalier. Die schwarze Sturmfahne, geschmückt mit ©run des deutschen Waldes, stand in der Mitte. Ihr galt der erste Gruß der Anwesenden. Ein Vertreter des Kreises Gießen übernahm sie und wies in einer kurzen Ansprache auf die harten Opfer hin, die wir alle im Weltkrieg bringen mußten, die Saarländer aber mußten noch 15 Jahre lang Unerhörtes erdulden. Nun sind auch sie frei, und die Fahne gehl ihren Weg durch die deutschen Gaue, um alle an den großen Sieg im Saargebiet zu erinnern unb alle Grüße dem Führer zu überbringen. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der Nationallieder fand die Feier ihren Abschluß. Die Fahne wurde der SA.-Reserve Lang-Gons Donnerstag passierte' die s chwarz e S t u rQ™ ’ 'n «?Ä" marsch nach Berlin gebracht wird, auch un ere Stad? Der Weg der Fahne durch das Stadtgebiet gestaltete sich zu einem sehr eindrucksvollen Ereignis. Schon lange vor der Zeit waren die Marschstraßen von einer großen Menschenmenge gesäumt die immer dichter wurde, je näher der Zeitpunkt des Eintreffens der Fahne kam 6 Pünktlich zur festgesetzten Ze,t traf dw schwarze Sturmfahne an, der Stadtgrenze von Gießen em. Der Musik zug unb der Spielmannszug der Standarte'116 empfingen die Fahne. Die Begleitung der «^nhntinrminDe die aus einem SA.-Mann, zwei WtSrnber PO. unb 3 SS -Männern bestand, 2Ritgh€öern £ ^A. Klem-Linden, Hitler- Jugend aus Gratz-n-Linden, Mitglieber ber Nasto- Gauamtsleiter der NSKOV. Ziegler-Irankfurt a. M. Seit zwei Tagen, so führte er u. a. aus, befänden, sich Kolonnen auf dem Marsch durch das deutsche ' Land, um das Unterpfand der Treue der Front-1 kämp'fer und Kriegsopfer des Saargebiets, die schwarze Sturmfahne,. in die Reichshauptstadt zu bringen. 15 Jahre lang habe das Saargebiet in Knechtschaft leben müssen, 15 Jahre habe über den deutschen Menschen an der Saar kein Freiheitsbanner wehen dürfen. Diese Fahne sei die einzige gewesen, die das Hakenkreuz trage und von ben fremben Machthabern im Saargebiet gebulbet worden sei. Nun solle diese Fahne dem F u h r e r gebracht werden. Sie solle als ein Zeichen der treuen Verbundenheit der Frontkämpfer und Kriegsopfer an der Saar mit SA., SS., HI-, mit allen Organisationen des Dritten Reiches, des neuen Deutschlands, gelten. Die Fahne solle aber nicht nur ein Unterpfand ber Treue sein, sonbern auch das Symbol für bie zwei Millionen gefallener deutscher Solbaten. bie kämpften unb fielen für Deutschland niemals für Frankreich ober einen Status quo. So werbe bie Fahne von hier aus weitergebracht, unb unsere besten Wünsche begleiteten sie auf bem weiten Weg burch bie beutschen Laube. „Angesichts Dieser ! Fahne schwören wir alle", so schloß ber Rebner, dem Führer unverbrüchliche Treue unb geloben, stets unsere Pflicht zu erfüllen." Mit breifachem „Sieg-Heil!" auf ben Führer Abolf Hi11e r, bas begeistert ausgenommen würbe, klang bie KunD- gebung aus. Anschließend wurden unter Begleitung des Musikkorps der Reichswehr das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Hierauf erfolgte die Llebergabe der Jahne an bie Gießener Staffelmannschaft, die aus je drei Angehörigen der SS. und der SA. bestand. Unter Dorantritt des Spielmanns- und des Musikzuges der SA.-Standarte setzte sich dann die stattliche Kolonne in Bewegung. Die Begleitung der Fahne ' übernahm nun ein Gießener Sturm, ferner eine Abteilung der SS., zahlreiche Mitglieder der PO mit den Fahnen der Ortsgruppen, Vertreter der Ortsgruppe Gießen der NSKOV., den Schluß des Zuges bildete eine Abteilung des Arbeitsdienstes. Durch das dichte Spalier der großen Menschenmenge führte der Marsch durch die Landgrafen- Unter ben kosmetischen Leiden steht zweifellos an , allererster Stelle in Bezug auf Häufigkeit und au ; Bedeutung für den Kranken der Haarausfall. Die Unzahl der Mittel, die seit Jahrhunderten tm Kamps gegen die ausfallenden Haare angepriesen und erprobt werden, beweist leider zur Genüge, wie genug die Sicherheit ist, das Leiden wirksam zu bekämpfen. Ä J Der wichtigste Grund für die zahlreichen Mißerfolge IM I besteht in der Vielzahl der Ursachen, die zum Haar- nl I ausfall führen können. Man kann nicht erwarten, ™ daß es ein einziges Mittel gegen so Zsih reiche Krank- M heitsquellen gibt. Oft ist der Haarausfall erbringt WW Es gibt ganze Familien, in denen die Glatze heimlich ist und wieder andere, bei denen sie kaum vorkommt. Dann muß man grundsätzlich unterscheiden zwischen einem Haarausfall, der durch irgendeine akute Gesundheitsstörung bedingt ist, etwa durch eine örtliche Hautkrankheit, eine Ansteckung mit Hautpilzen, eine fieberhafte Allgemeinerkrankung (Grippe) usw., oder durch ein chronisches Leiden Die Aussichten auf Heilung für einen Haarausfall | nach akuten Krankheiten find sehr Diel günstiger zu beurteilen, als der chronische Haarausfall. Dieser ist fast stets die Folge einer Erkrankung der Talgdrüsen der Kopfhaut, einer Art von Katarrh, der sogenann- ten Seborrhoe. Diese Krankheit — wenn man sie bei ihrer Harmlosigkeit überhaupt als Krankheit bezeichnen darf — beginnt ganz allmählich nut einer 3„ @ie6en. »Ä» frühen Nachmittagsstund-n g-stng-n mmSrte Schuppungen'lnss^allmählich nach aber nun fetzt xp« Mufikmaes Der S'A.-vranoarie nu mui fujici.it n bie ftattlidie Kolonne zum Stadtzentrum, viel be« ein langsamer und unaufhaltsamer' achtet Don ber riefigen Menschenmenge Pünktlich ber, wenn nicht energisch gegen gangen M^eSteten W(14J58 Uhr) trafen bie Mar- wirb, wenigstens bei Mannern, unweigerlich zur schierenden ouf^dem Lanbgraf-Philipp-Platz em. gefürchteten Glatze fuhrt, fmiereiiu^ii u«i____ » WiMliphor her cr-n -rr- hi» firl 't W = 20. 1. 2. 4. Die Schöffen und Geschworenen für 1035/36 1. 2. 3. 11. 14. SffiÄÄ *- >** «a »«»ÄIÄÄfegiS.S Ä ’ lt°h-n. zusammen und tauschten ihre Meinungen aus Jt“<9 otelem mit Interesse aufgenommenen Vor-1 - a 5. Oberheffen 13. 14. 17. E Ich-» -rhandenen Schneede-t. aufgelegt wer-1 Lin^us^"^ Krame? uL'Lr ■ 18. 19. 20. 12. 13. 7. 8. 1. 2. 3. 6. 7. 8. 15. 16. 17. 18. 5. 6. 15. Rektor Dr. Crößmann, Klein-Linden. 16. Karl Wrede, Direktor, Wernerwall 1. Wilhelm Mattern III., Telegraphenarbeiter, Großen-Buseck. Bürgermeister Fr. Karl Rinn, Heuchelheim Dr. Ludwig Kruse, Privatdozent, Gießen, Aulweg 34. Wilhelm Kahl, Bürgermeister, Alten-Buseck. Bayrischer Bauerwinier. Don Hans Brandenburg. Heinz Himmler, Kaufmann, Gießen, Goethe- straße 55. Hilfsschöffeo für das Landgericht: Hitfsschöffen für das Schöffengericht: ■ Friedrich Schlüter, Kaufmann, Hitlerwall 19. . Karl Waag, Kaufmann, Gießen, Seltersweg 60. Louis Vielmetter, Hausmeister, Gießen, Goeche- straße 55. Wilhelm Bratherig, Drogist, Gießen, Selters- weg 69. Heinrich Schmitt, Reichsbahn-Betriebsassistent, Gießen, Stephanstraße 25. Karl Schwender, Obersekretär, Gießen, Steinstraße 73. Hans Elfenthal, Res.-Lokomotwführer i. R., Gießen, Steinstraße 12. Dr. Erich Görres, Chemiker, Gießen, Bahnhof- straße 40. Friedrich Walther, Derb.-Kreisleiter, Gießen, Am Kugelberg 12. Louis Schußler, Kaufmann, Gießen, Hitlerwall. Für das Jahr 1935/36 sind folgende Schöffen und Geschworene ausgelost worden: _____ Großen-Buseck. Otto Schmelz, Druckereibesitzer, Wieseck, Lichtenauerweg 17. Dr. Karl Walbrach, Bibliothekar, Gießen, Lud- wigstraße 1. Hauptgeschworene für das Schwurgericht: Bruno Grahlmann, Oberingenieur, Gießen, Iheringstraße 6. Rudolf Leithäuser, Bankbeamter, Gießen, Sie- phanstraße 43. Hans Gail, Bürgermeister, Lich. Heinr. Leidner, Kabelmonteur, Gießen, Hamm- straße 35. Hauptschöffen für das Schöffengericht: 2. Josef Schütter, Dentist, Gießen, Großer Steinweg 21. 3. Otto Wagner, Landwirt, Leihgestern. 4. Friedrich Esau, Landwirt, Großen-Buseck. c Robert Hofmann, Arbeiter, Rödgen. Heinrich Häuser, Bahnarbeiter, Trohe. 3. Wilhelm Bernhard, Mechaniker, Wieseck. 4. Adolf Mandler, Werkmeister, Wieseck. 5. Erich Roth, Mainzlar. 6. Karl Gilbert, Kaufmann, Lollar. 7. Hermann Kneipp II., Bürgermeister, Langsdorf. 8. Forstwart Ernst Schäfer, Dorf-Gill. 9. Heinrich Wehrum, Verb.-Kreisleiter, Gießen, Am Riegelpfad 94. 10. Karl Horst, Kaufmann, Gießen, Marktstraße 28. " Otto Schwarz, Derb. - Kreiswalter, Gießen, Frankfurter Straße 43. Otto Franz, Hausmeister, Gießen, Sandgasse 18. Johann Müller, Kaufmann, Gießen, Horst- Wessel-Wall 44. ' Karl Hildesheim, Hüttenarbeiter, Lollar. 9. Eduard Reusch, Reichsbahnassistent, Gießen, Moltkestraße 22. 10. Wilhelm Philipp, Polizeidiener, Watzenborn- Steinberg. Unrich Faulstich, Sattler, Allendorf a. d. Lda. 12. Wilhelm Wehn, kaufmännischer Angestellter, Mainzlar. 13. Georg Textor, Kaufmann, Großen-Linden. 14. Erich Ohly, Angestellter, Gießen, Hindenburq- wall 16. Auslandsabend der Gießener Siudenlenschast UN- der Akademischen Auslandsstelle der Universität. 10. Heinrich Lutz, Oberpfleger, Gießen, Am Kugel- berg 19. 5. Christian Fey, Bauunternehmer, Lich. 6. Karl Keßler, Töpfermeister, Wieseck. 7. Karl Haas, Bankbeamter, Gießen, Bismarckstraße 31. 8. Emil Eidmann, Bankbeamter, Gießen, Schiller- straße 17. 9 ^Christ, BuckHrucker, Gießen, Wetzstvin- I 19. Karl Schneider HL, Arbeiter, Gießen, Bleichstraße 5. 4 Adost Mirz, Oberingenieur, Gießen, Liebig- 5. Heinrich Damm I., Elektromeister, Reiskirchen. 6. Otto Marsteller, Polsterer, Grüningen, Hauptstraße 18. 7. Karl Kullbach I., Forstwart, Garbenteich. 8. Peter Jöckel, Verwaltungssekretär, Gießen, Marburger Straße. 9. Karl Euler, Bürgermeister, Wieseck. 10. Alexander Röder, Dr., Bibliothekar, Gießen, Gnauthstraße 2. Hilfsgeschworene für das Schwurgericht. 1. Christian Zimmer, Photograph, Gießen, Goethe- straße 25. 11. Christian Plitt, Former, Gießen, Seltersweq9. 12. Fritz Pfeil, Bankbeoollmächtigter, Gießen, Bismarckstraße 20. Haupkschöffen für das Landgericht: 1. Karl Wenzel, Bürgermeister, Lang-Göns. 2. Heinrich Faber VI., Elektromeister, Großen- Linden. Wilhelm Poppe, Fabrikant, Gießen, Friedrichstraße. Otto Bonharüt, Geschäftsführer, Gießen, Kepler- straße 1. Heinr. Friedrich, Steuerbeamter, Gießen, Keplerstraße 5. Heinr. Stein, Ingenieur, Gießen, Bergstraße?. Eduard Gräf, Ingenieur, Gießen, Friedrichstraße 16. Friedrich Jakob Heyd, Kaufmann, Gießen, Seltersweg 18. 2. Willi 3un$ XL, ___o,.................... 3. Hermann wchwalm, kaufm. Angestellter, Lollar' Mainzlarer Weg 36. 4. Ernst Weimer, Druckereibesitzer, Lollar, Lumda- straße. 1- Heinrich Ihm, Bürgermeisterei-Sekretär, Wieseck. "L, Beigeordneter, Klein-Linden. Seit einigen Semestern ist es eine schöne Sitte, die Ausländer und Ausländsdeutschen zu Aus- länderabenden einzuladen, um ihnen dort die Mög- l'chkeit zu geben, sich mit reichsdeutschen Studenten auszusprechen und dadurch mit ihnen in einen näheren Kontakt zu kommen. Der erste Abend dieser Art fand am 16. Januar im Studentenheim statt. Der Leiter des Auslands- amtes und der Akademischen Auslandsstelle, stuck, rer. pol. Grieb, begrüßte die Gäste und beson- ders die Ausländer und Ausländsdeutschen. Dar- auf sprach Professor Bechtel über Ostfragen. Er sprach nicht als Politiker, sondern als National- okonom und warf die Frage auf, wie die Dinge im Osten wieder gutgemacht werden könnten, die durch den Versailler Vertrag eine so ungerechte Losung gefunden hätten. Er zeigte an Hand von Karten die Bevölkerungsverhältnisie, die sprachlichen und wirtschaftlichen Zustände in den abgetre- nung, von Mitglied Wilhelm Kehl geführt, war von den Mitgliedern Karl Jung und August Adolph geprüft und für richtig befunden; sie sand Genehmigung der Generalversammlung. Die neuen Satzungen des Deutschen Sängerbundes wurden einstimmig angenommen. Zum Ehrenmitglied wurde Friedrich Schimmel ernannt. Mit 'dem Sieg-Heil auf den Führer und dem gemeinsam ge- ^ungenen^Horst-Wessel-Lied wurde die Versammlung + Steinbach, 17.Jan. Am heutigen Tage wurde eine der ältesten Frauen unserer Gemeinde zu Grabe gebracht, Frau Maria Katha- rina Keßler, geb. Haas. Die Verstorbene erreichte auf. Fraulein Hilde sortiert ihr Lager, ein paar Blusen müssen zur Reinigung, der Chef will etwas wissen und dazwischen kommt eine Kollegin und holt Fraulein Hilde nach oben in die Werkstatt Nachmittags tun die Füße schon etwas wehneue Kunden kommen. Der Betrieb setzt wieder ein' Kurz vor 19 Uhr kommt noch jemand, und es dauert wieder mal furchtbar lange. Es wird 19 es wird 19.10 Uhr. Endlich! Gottfeidank! Fräulein Hilde aeht nach Haufe. Sie hat dieses und jenes ^V'k.^^igetragen zum Umsatz der gesamten Wirtschaft. Ob es genügt? Ob man mit ihr zufrieden ist? Und sie geht durch die langsam dunkel werdenden Straßen, blickt in die Schaufenster. Und zuhause warten Strümpfe darauf, gestopft zu werden, und etwas lesen muß man auch, und der Brief an die Tante ist schon lange fällig, und etwas nähen wäre auch mal wieder nötig. Tausend Dinge, die sich nicht aufschieben lassen. Und so wird es spät und später. Einmal gehts dann noch hinaus in ein Caf6, etwas spazieren oder zu Bekannten. Fräulein Hilde ist jung, will auch etwas von ihrem Leben haben. Und dann kommt wieder die Nacht und an ihrem Ende der Wecker, der Punkt 7.15 Uhr die schönsten Träume auseinanderreißt. Ein Leben voll Arbeit, ein Leben mit Schönem und Häßlichem, ein Leben, das der Allgemeinheit dient und sich dessen oft kaum recht bewußt ist. Tiere a?s Kriegsopfer. Nur wenigen ist bekannt, daß im Weltkriege sechzehn Millionen Militärpferde und Kriegshunde im Kriegsdienst für ihre Herren gefallen sind. Außerdem wurden auch Maultiere, Esel, Kamele, Elefanten, Ochsen, Renntiere, Affen, Mäuse, Tauben, Kanarienvögel im Kriege verwandt An den Affen wurde die Wirkung der Kriegsgase in Laboratorien erprobt. Frettchen wurden als Rattenfänger in den Schützengräben verwandt. Mäuse und Kanarienvögel gaben in den U-Booten Auskunft über richtige oder mangelhafte Sauerstoffzufuhr Die Brieftauben, es wurden über 100 000 verwendet haben sich glänzend an allen Fronten bewährt Die Hunde waren die treuen Begleiter der Patrouillen und Samariter und haben tausenden Verwundeten das Leben gerettet Selbst Goldfische mußten zur Untersuchung des Wassers nach Giftgasen ihr Le- den einsetzen. In Archangels zogen Rennttere die Munition, die dort aus den Schiffen ausgeladen wurde. Seelowen, die in besonderen Tanks die Nähs von U-Booten ankündigen sollten, erwiesen sich allerdings als Versager. In mehreren Staaten sind den Tieren, die ihr Leben ebenfalls für das Vater« land Hingaben, Denkmäler errichtet worden. Rahmen schaffen wollen, bei Berechnung der Ent- schäüiaung Entgegenkommen gezeigt wird. Es wer- den ihnen im allgemeine nur die Kosten für Be- Heizung, Beleuchtung und Reinigung — allenfalls bescheidene Gebühren für die tatsächliche Abnutzung •— in Rechnung zu stellen fein." Damit ist den Vereinen eine wertvolle Hilfe zuteil geworden; denn die Ausgaben für den Uebungsraum nehmen oft im Haushaltsplan der Vereine einen großen Raum ein. Gebührenlockerung in Beitreibungssachen. Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen mitteilt, hat die Reichs-Rechtsanwalt-Kammer eine von der Reichsgebührenordnung für Rechtsanwälte abweichende Gebührenordnung in Beitreibungssachen zugelassen, um, wie in den Richtlinien betont wird, „den rechtssuchenden Volksgenossen die Berufstätigkeit des Anwaltsftandes zu den geringsten tragbaren Gebühren zur Verfügung zu stellen und es zu ermöglichen, daß die sogenannten „Beitreibungsfachen" wieder in größerem Umfange, als in der vergangenen Krifenzeit, dem Anwalt als dem rechtskundigen Berater der Volksgenoffen übertragen werden." Diese Neuerung wird insbesondere von den Handel- und Gewerbetteibenden begrüßt werden, da die Aufttaggeber für den Fall der fruchtlosen Beitrei- bu-ng nicht mit dem vollen Kostenrisiko, sondern nur mit einem wesentlich herabgesetzten Hundertsatz der Forderung belastet werden. Nähere Auskunft erteilt die Kammer. Zum Schluß sprach noch der Vertreter der Ausländer und Ausländsdeutschen^ Herr Ernesto Wetzel, der den Dank der Gäste zum Ausdruck brachte. Er betonte, er sei schon an vielen deutschen Universitäten gewesen, und erklärte anschließend, der Zusammenhalt und die enge Verbindung, wie sie hier in Gießen zwischen Professorenschast und Studentenschaft einerseits und den Ausländern an- bereits bestünden, fei vorbildlich. Zum Schluß beglückwünschte er im Namen der in Gießen studierenden Ausländer und Ausländsdeutschen das Hauptschöffen für da» Große Jugendgericht: 1. Stadtratsmitglied Blum, Gießen, Stetnstt. 78. 2. Gustav Frey, Gießen, Kaiserallee 31. 3. Geora Heß, Oberzollinspektor, Gießen, Bismarckstraße 40. 4. Prof. Dr. Karl Hummel, Gießen, Gg.-Phll.- Gail-Sttaße 8. 5. Adam Lotz, Stadttatsmitglied, Gießen, Bruch- straße 10. den denn es kommt nur darauf an, daß die bün-- genöe. Kraft spater mit den Schmelzwässern eingesogen wird. Wenn aber die weiße Winterbecke ein- mal trägt, dann ist es Zeit, das Heu, das man in i Stadeln barg, mit dem Schlitten hereinzuholen ober aud) ms Holz zu gehen. Der oberbayerische Bauer hat wie seinen Torfstich so auch sein Waldstück, das seinen Bedarf deckt. Und wer rüstig ist, dem bietet Das Forstamt darüber hinaus Gelegenheit, Geld au verdienen und die Kräfte zu üben, statt daheim !auI ^f der Ofenbank zu liegen. Im Eigenen und im Fremden gibt es da genug mühsames und Idjones Manneswerk, wenn ganze ober gespaltene Stamme durch Schneisen hinabgestoßen sind oder wenn gefettete Bergriesen zu Tale geschleift werden. Dennoch bleiben Stunden und Tage genug für bas Haus, für die Ruhe. Die Nächte sind lang, und wer die hochgetürmten bayerischen Bauernbetten kennt, der weih, daß es Winterbetten sind. Im Sommer mag man die kurze Spanne bis zum JRoraengrauen darin irgendwie — wörtlich gesprochen — verschwitzen — alles ist recht, so müde ist man; aber wenn man lange liegen bleiben darf wahrend das Waschwasser gefriert, dann rollt man sich Zwischen Ober, und Unterbett wie ein Igel zu- sammen. Brennholz und Torf sind längst geschichtet und getrocknet, nicht nur die Küche, fonbern auch die Stube ist jetzt Wohnraum, die Oesen haben zu fressen, manche werden von der Küche oder vom Gang aus geheizt, und es gibt Luken in Stuben- bccfen, durch die auch in den Schlafstock die Wärme steigt Welcher Bauer ober Bauernsohn nebenher ein Handwerk gelernt hat, der hat nun, wenn es draußen schneit oder der Frost klirrt, nützlichen Zeit- vertreib. Der Schusterhammer etwa pocht oder der Webstuhl läßt mit seinem Doppelschlag erbonnernb bte Balken des Hauses wie Schiffsplanken schwin- gen. Gebastelt wird, geschnitzt und gelaubsägt. Auch Wirtshaus und Sitzung kommen zum Recht, auf Dem Marktplatz brennt am Sonntagmittag ein wuchtiger Holzstoß, an dem die Wirkung eines neuen Feuerlöschapparates gezeigt werden soll, und abends öffnet sich der Vorhang der Liebhaberbühne, auf der die Bauern Schauspieler sind. r.,?*6 Minder brauchen nun zuhause weniger zu helfen, dafür muffen sie im Winter auch nachmit- tags zum Unterricht. Aber der alte Schulweg ist ™br da, er ist unter verwehten Schneehaufen imAa en-Jlnb mirb na9 mehreren unnützen Ver- suchen mcht mehr ausgeschaufelt. Die breite Straße mufc man benutzen, und man nimmt den Rodel °u .dem man zu Dorfe faust. Ueber den Heim- roeg fallt schon die Nacht, man zieht den Rodel mit Landkreis Gießen. a. Klein-Linden, 17. Jan. Der Männer- gefangoerein „21 rion" hielt in feinem Ver- ^nslokal „Zur deutschen Eiche" feine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vereinswalter Fried- rick Müller begrüßte die Erschienenen herzlich, besonders den Vertreter der NSDAP., Ortsgrup- penleiter Dr. Crößmann. Der Vereinswalter gedachte dann in ehrenden Worten der Verstorbenen des Vereins und wies auf die Bedeutung des 13. Januar für unser Volk und Vaterland hin. Aus dem Jahresbericht war zu ersehen, daß der Verein auch im verflossenen Jahr eine rege Vereinstätig, feit entfallet hat und sich eines guten Besuches der Gesangsstunden erfreuen kann. Die Vereinsrech- trag sprach Professor Fischer zu den Gästen und machte sie auf eine Fahrt aufmerksam, die die Ausländer mit einem Teile Oberhessens bekannt- wachen soll. Die Fahrt soll nach Friedberg, Bad-Nau- heim und zur Saalburg gehen. Professor Fischer zeigte hier, daß die Ausländer und Ausländsdeutschen an historische Stätten unserer deutschen Geschichte geführt werden. Voruottzea. — Tageskalenber für Freitag: Stadt- Heater, 20 bis 22.30 Uhr, „Der König". — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße, „Regine". — Lichtspielt Haus, Bahnhofstraße, Nachtvorstellung, 22.45 Uhr. „Nagana". — Astoria-Lichtspiele, Selterswea, „Reserve hat Ruh'". — Stadttheater Gießen: Heute Abenb Hermann von Böttichers Drama „Der König"; Spielleitung Kurt L ü p k e. — Gesellschaft für Erd- und Völker-, künde. Am Donnerstag nächster Woche findet ein Lichtbilderoorttag von Professor Dr. Panzer über ..Reisen und Forschungen in Ostasien" statt. Siehe heutige Anzeige. ** E i n M i l i t ä r g o 11 e s b i e n ft aus Anlaß der heutigen Wiederkehr des Reichsgründungstages fand heute Vormittag für die Truppen des Standortes Gießen statt. ** Universitäts-Gottesdienst. Von der Pressestelle der Universität wird uns mitgeteilt: Am Sonntag, 20. Januar, 9.30 Uhr, findet in der Kapelle des Alten Friedhofs ein Umoersitäts-Gottes- bienst statt. Die Predigt hält Herr Professor D. Bornkamm. ** Von der Deutschen Lebensret- tungs - Gesellschaft. Dem Musiklehrer Joh. N e b e l i n g , Gießen, Thomastraße 37, wurde nach erfolgreich abgelegter Prüfung von der Haupt- Geschäftsstelle der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft, Berlin, die goldene Nabel für ben Lehrfchein mit Urfunbe überreicht. Don Ll X Uscher. 715 Uhr: 6er Wecker raffelt auf dem Seinen Asch am Bett. Gähnen, aufstehen, waschen. Mit Riesengeschwindigkeit eilt der Uhrzeiger voran. 7.30 Uhr: der Morgenkaffe dampft, Zucker hinein, Milch Hinein, im Stehen ein paar Schluck, die linke Hand J-fQreift ?05 Frühstück, die Handtasche. Noch ein -Bhd auf die Uhr: Um Himmelswillen, höchste Zeu! In wetten Sätzen die Treppe hinunter, auf die r?wenn es ganz, ganz eilig ist, zur Haltestelle. Dort ist die Bahn gerade fort. Dann durch Die Straßen, an den Menschen vorbei, die einem im Wege stehen. Bon den Türmen schlagen die ersten Uhren, fünf Minuten, drei Minuten, zwei und jetzt ist Fräulein Hilde beim Portier. Span» nenb wie ein Film ist das jeden Morgen, schaffe ich s ober schaffe ich's nicht? Wenn's doch ein happy end gäbe! Ünb nun geht's los. Wer zählt bis Völker, nennt bie Namen...! Der Chef, ber Abteilungsleiter, die Direktrice leiten ben Zustrom ber Kunben, Fräulein Hilde nimmt sie in Empfang, hört die Wünsche und vergißt, daß sie vor einer Stunde noch in ihrem stillen Zimmer schlief. Fräulein Hilde klettert die Leiter hinauf und hinab, schleppt Ballen, rollt sie auseinander, rollt sie wieder zusammen. Der Kunde, die Kundin weiß nicht immer, was man kaufen soll. Fräulein Hilde ist Verkäuferin, sie muß es wissen, sie muß es ergründen. Ob bie rote Bluse beim Waschen auch rot bleiben wirb unb ob berJRorf dort sich gut trägt, was „man" überhaupt „trägt" unb ob etwas in Farbe, Größe, Qualität oder sonst in einem Punkte „paßt". Es ist nicht einfach. Frau Schmidt hat einen anderen Geschmack als Frau Schulz und diese wieder einen anderen als Fräulein Bartel. Fräulein Hilde, die Verkäuferin, muß das auf ben ersten Blick merken So geht es zwischen ben Tischen und Etagen, Kassen unb Fahrstühlen auf unb ab. Dort brobt eine Beschwerde, hier quittiert ein dankbares Lächeln für ein — ad) so seltenes — Lob. Drüben märtet Äunbfdjaft, die darf man nicht zu lange stehen lassen, daneben müht sich eine Kollegin, ber Fräulein Hilbe helfen muß, und über dem Ganzen thront bie Uhr, die mit einem Male wieder so lang- lam vorwärts geht. Dann wird es Mittag und dann ist es Mer im Geschäft. Fräulein Hilde räumt x W bapenfAcn Bauern gliedert sich den Festen sonst läuft es eigenttich ohne Einschnitt hm. auf die letzten eingeführtsn Fuder folgt !SDn »lebe.r der Pflug, auf die Ernte die Saat. Ober wenigstens finb es' boch nicht vier Jahreszeiten, bie bas Bauernjahr bestimmen, so sehr jebe 9frQ?e für bcn Dauern ihre befonbere fnnnVn Indern es zerfallt in zwei, in einen langen Sommer und einen langen Winter, in eine c.00 Natur spendet, unb in eine, wo ihr todjofc empfangt unb trägt. An bie Natur ist a Das ganze Heben bes Bauern gebunden, unb Som- ITnh iS xt)n' fo lang er erntet, im Freien schafft unb bas Haus nur als Unterschlupf benutzt, Winter unh'r. h?a-nfl tor,Lroie. ?ie ^atur' bei sich einkehrt unb ruht, im Ruhen jedoch schon wieder rüstet. Winter also ist auch für den Bauern endlich vorwiegend häusliches Leben. Ich kann hier die Unterschiede zwischen den bayerischen Bauern bes Getreidelandes und des Weidelandes nicht berückfich- tigen auch nicht die Besonderheiten, die durch Vorherrschaft von Gemüse und Obst ober von Hopfen ober gar oon Mais unb Wein bebingt finb - Ich fu?fVn?iC1[TfS*en.S8Xri’ä“niffc notroenbig. fier Viehwirtschaft unb Feibwirtschaft, wie sie bie örunboerbaltrnffe finb bis in bas Gebirge hinauf. ®a ist überall schon ber Kirchweihtag Winterbeqinn wW °uch das Vieh nach braunen Ls letzte Zras abmeiben, b,e Wintersaat nach langst nicht alle be- ftellt sein, unb mögen nach Kartoffeln. Kraut unb Kuben ber Emsuhr harren. Die Tenne ist gefüllt bie Einfahrt zum erstenmal frei, so batz bie Schaukel ber jubelnben Jugenb briiberhinsliegen k°nn, unb bie Kirche verlangt ben Erntebank ünb Darf mehr Denn je an sich erinnern, daran, bah auch ®ott seine Häuslichkeit hat. Ja, Häuslichkeit wird gefeiert, das Haus frisch gerichtet, wird wieder Mittelpunkt des Lebens und gibt fein Bestes her für Inwohner wie für Gäste. Auf das fröhliche Fest des Kirchweihtages folgt Das ernste Fest des Allerseelentages. Nach Kirche und Haus wird nun auch Die Wohnstatt Der Toten neu geweiht. Der heimlichen Penaten in Familie unb Gemeinde. Aus den Tennen klingt Das Summen Der Dreschmaschinen oDer auch noch Der uralte Takt Der Flegel. Und ins Freie wird der Mist gefahren und über den Boden ausgebreitet; es sind Fladen, in : Denen der Kreislauf des Lebens endigt und beginnt. Sie werden von Schnee zugedeckt und Dürfen auch : einer Ichon oorhonbenpn Srh• 6. Hermann Thomas, Gießen, Alterweg 40. 7. Wilh^ Stephan III., Telegr.-Arbeiter, Großen- 8. Chr. LD. Fischer, Landwirt in Lich. 9. LD. Weller V., LanDwirt und Postagent in Wieseck. hilssschöffen für das Große Jugendgericht: 1. Ernst Kreuder, Sparkassen-Angestellter, Gießen, FrieDenssttaße 15. 2. Heinr. Sahm, Oberpostinspektor, Gießen, Wernerwall 5. 3. Heinr. Trechsler, Kaufmann, Gießen, Stein- straße 75. Hauptschöffen für das kleine Jugendgericht: 1. Gg. Schellhorn, OberftuDienrat, Gießen, Asterweg 35 2. Otto Schneider, Berufsschullehrer, Gießen, Kaiseralle 83 3. OberftuDienrat Wolkewitz, Gießen, Hitlerwall 4. Wilhelm Jäger II., LanDwirt, Leihgestern 5. Ferd. Jakobi, Lehrer, Lollar 6. Wilh. Volk, Fabrikant, Großen-LinDen 7. Heinr. Göbel, Bürgermeister, Hausen 8. Lehrer Möller, Klein-Linden 9. Friedrich Karl Kreiling, kaufm. Angestellter, Heuchelheim 10. Adam Stein, Pensionär, Daubringen 11- Wilhelm Kullbach, Taglöhner, Garbenteich 12. Karl Gottfr. Philipp, Ziegeleiarbeiter, Watzenborn-Steinberg. httfsschöffen für das kleine Jugendgericht: 1. Hermann Wagner, Kasseninspektor, Gießen, Seltersweg 60 2. Otto Friedrich, Hausmeister, Gießen, Kirchstraße 16 3. Willi Wenderoth, Ermittler, Gießen, Am Kugelberg 14. 3. Wilh. Schäfer, Postschaffner, Lich. 4. Karl Wagner IV., Landwirt, Gros sirrenden Flockenfall und träumt von Weihnachten, wo mitten in der Nacht Die Kirche unD Die Woh- nung hell wird und Das ChristkinD eine neue Pappe bringt. Die Den langen Winter verkürzt. Lob der Derkäuferin. ihrem Geburtstage. Ihren Mann, den Zimmer- meister Heinrich K e ß l e r I., mit dem sie am 1. Juni 1933 noch die diamantene Hochzeit feiern konnte, überlebte sie nur um wenig mehr als ein Jahr. Der Gatte war bei seinem Tode 90V« Jahre alt. 8 Söhne, von denen 2 als Opfer des Weltkrieges starben, und eine Tochter gingen aus ihrer Ehe hervor. $ Alten-Buseck, 17. Jan. Die durch hiesige SA.-Manner durchgeführte Eintopfsammlung erbrachte für die Ortsgruppe Alten-Buseck den stattlichen Betrag von 70,40 Mark. Hiervon entfielen auf Alten-Buseck 35,65 Mark, Rödgen 24,25 Mark und auf Trohe 10,50 Mark. — Die H o l z h a u e r e i im Gemeindewald Daubringen wurde am Montag beendet. Im Staatswald Nieder-Seilbach wurde am Dienstag eine Rotte aus Treis (Lumda) eingestellt, damit die Holzhauerei früher beendet werden kann. Die Arbeiten im Gemeindewald Alten-Buseck werden in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen. co Lollar, 17. Jan. Die Sammlung am Sonntag vom Eintopfgericht ergab in der hiesigen Ortsgruppe einen Betrag von 277,60 RM. Das Ergebnis ist wesentlich höher als an den vorhergehenden Eintopssonntagen. — Am nächsten Sonntag wird hier die Kreisführerschule der NSj) AP. mit einem feierlichen Akt eröffnet. Sie befindet sich in der hiesigen neuen Schule, in der zwei Säle für die Kreisführerschule eingerichtet sind. 00 Ettingshausen, 17. Jan. Die am vergangenen Sonntag für das Eintopfgericht durchgeführte Sammlung erbrachte in der hiesigen Ortsgruppe folgende Beträge: Ettingshausen 28,27 Mark, Queckborn 26,60 Mark, Münster 12,75 Mark; insgesamt also 67,62 Mark. -s-Grünberg, 18. Jan. Bei der gestern hier abgehaltenen Holzoer st eigerung aus der staatlichen Försterei Harbach, bei der größere Mengen Buchenholz aus den Forstorten in der Gemarkung Göbelnrod zum Ausgebot kamen, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 8 Mark, Buchenknüppel 6 Mark je Raummeter. Eine Versteigerung im städtischen Walde hat bis jetzt noch nicht stattgefunden, trotzdem auch hier wegen des erhöhten Hiebsatzes — 4800 Festmeter gegenüber 3200 Festmeter im Vorjahre — größere Mengen zum Verkauf kommen werden. 4= Lauter, 17. Jan. In diesen Tagen feiert unsere Mitbürgerin Frau Eleonore Tröller in voller körperlicher, geistiger Frische ihren 8 2. Geburtstag. Ihr Ehegatte konnte im November vergangenen Jahres sein 81. Lebensjahr vollenden. Im Jahre 1932 konnten die Eheleute im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der goldenen Hochzeit feiern. > Holzheim, 17. Jan. In der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember v. I. wurden hier im Ob» dachlosenheim, das sich im Rathaus befindet, 715 Personen Nachtquartier gewährt. co Eberstadt, 17. Jan. Bei der im benachbarten Klosterwald abgehaltenen Holzverstei- g e r u n g wurden für je zwei Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenscheite 18 bis 22 Mark, Buchenknüppel 14 bis 16 Mark, Eichenscheite 11 bis 13 Mark, Eichenknüppel 5 bis 6 Mark, Fichtenknüppel 4 bis 5 Mark, Buchenreisig (10 rm) 10 Mk., Eichenreisig (10 rm) 7 Mark. co Langsdorf, 17. Jan. Die erste öffentliche Holzversteigerung in unserem Gemeindewald hatte ein für die Finanzlage der Gemeinde befriedigendes Ergebnis. Es kosteten Buchenscheitholz pro rm im Durchschnitt 9 Mark, Buchenknüppel 5,50 Mark. Buchenreisig 1 Mark, Buchenstockholz 4 Mark. Für Lärchenschnittholz wurden pro rm 5 Mark geboten. Von anderen Holzarten kamen nur unbedeutende Mengen zum Verkauf. — Ein hiesiger Landwirt hielt kürzlich eine freiwillige Güte r v e r st e i g e r u n g ab, bei der folgende Preisbildungen zustandekamen: Eine Wiese von 4300 Quadratmeter galt 1760 Mark, ein weitenlleaener Acker von 4400 Quadratmeter 1320 Mark, ein Obstbaumstück von 700 Quadratmeter auf wenig ertragreichem Boden 286 Mark, ein Grabstück von 450 Quadratmeter 460 Mark. Diese Preise, die der wirtschaftlichen Rentabilität des Ackerbaues nicht entsprechen, bewiesen, daß das Landbedürfnis in hiesiger Gemeinde noch längst nicht befriedigt ist. Kreis Bübingen. * Selters, 17. Jan. Gestern kam hier die fünf» zehnjährige Gertrud Schauerauf eisglatter Straße so unglücklich zu Fall, daß sie einen Unterschen- k e l b r u ch erlitt und zur Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. Kreis Alsfeld. LPD. Alsfeld, 17. Jan. Seit 1. Dezember v. I. wurde die auf einem Gute als Hausdame angestellte geschiedene Frau Erna Schickedanz aus Offenbach vermißt. Die Frau war zuletzt in der Gegend des Dorfes Ohmes gesehen worden. Vor einigen Tagen wurden planmäßig Streifen in dem in Betracht kommenden Gelände veranstaltet, wobei man erst das Fahrrad und die Handtasche der Vermißten, am folgenden Tage die Frau selbst tot in einem Waldstück bei Ohmes auffand. Die Tote, deren Ableben offensichtlich durch Erhängen eingetreten ist, war infolge der langen Zeit schon fast unkenntlich. Man nimmt an, daß die Frau aus Gram über die Ehescheidung freiwillig in den Tod gegangen ist. £ Windhausen, 17. Jan. Landwirt Eduard Schmidt hat durch Vermittlung der Ortsbauern- schäft, sowie Siedlungsgesellschaften sein Gehöft an Landwirt Schaaf von hier übergeben, um in Altenburg einen Teil des Bredowschen Gutes zu bewirtschaften, das z. Zt. versiedelt wird. Es wurden damit zwei leistungsfähige Bauern- Höfe geschaffen. Wie man hört, wurde ein Drittel bar bezahlt, während sich der Rest im Laufe von 40 Jahren mit dem Pachtpreis amortisiert. So wird unternehmungslustigen Landwirten die Möglichkeit gegeben, zu siedeln, ohne daß sie Gefahr laufen müssen, eines Tages von Haus und Hof zu kommen, wenn sie vielleicht einmal durch eine Mißernte die Zinsen nicht aufbringen können. ss. Grebenau, 17. Jan. Bei der gestrigen Polizeijagd auj Wildschweine in den Waldungen des Forstamtes Grebenau wurde e i n Keiler zur Strecke gebracht. Der glückliche Schütze war Georg Schmidt, Grebenau. Hochherzige Tat eines alten Invaliden. Dillenburg, 17. Jan. (LPD.) Ein alter Invalide aus dem Dillkreis, der von der Deutschen Arbeitsfront eine zusätzliche Rente von 24 Mark monatlich erhält, kam am Dienstag freudestrahlend zum Geschäftszimmer der Deutschen Arbeitsfront und bat, ihm vom 1. Januar ab 5 Mark monatlich von seiner Unter st ützung einzu behalten und sie dem ä l t e st e n bedürftigen Saarinvaliden zu überweisen. Den Einwand, daß er ja selbst sehr bedürftig sei, ließ er nicht gelten, er müsse seiner großen Freude und Dankbarkeit, so meinte er, mit einer Tat Ausdruck geben, die für ihn ein empfindliches Opfer bedeute. Zwischenfall bei einer Beerdigung. LPD. Lampertheim, 17. Jan. Ein ungewöhnlicher Vorfall ereignete sich bei der Beerdigung einer älteren Frau. Die Gruft war nicht breit genug ausgehoben, und um diesen Fehler zu beheben, stieg ein Arbeiter in das Grab. Dabei stürzte die Erde nach; er wurde verschüttet und so unglücklich von Stützbrettern blockiert, daß er fast erstickt wäre. Nach seiner Rettung mußte er in ärztliche Behandlung übergeführt werden. SJL-Spoit OerOFB-Bundesjugend-Sportlehrer spricht in (ließen. Der Jugendsportlehrer des Deutschen Fußballbun- des Gabriel aus Berlin hält vom 28. Januar bis 3. Februar 1935 in unserem Gau Vorträge über den Umbruch der Jugendorganisation des DFB. und über die hierdurch anfallenden Arbeiten, die in der nächsten Zeit von ollen Vereinen in ihrem Jugendbetrieb zu leisten sind. Zu den Vorträgen sind alle Dereinsführer, Vereinsjugendleiter, Jugendlichen und die Schiedsrichter eingeladen, soweit ihnen am gleichen Abend die Heimkehr an ihren Wohnort möglich ist. Der Bundesjugend-Sportlehrer spricht am 28. Januar in Hanau, 29. Januar in Bad-Nauheim. 30. Januar in Gießen (Leiter: Kreisführer Henkel), 31. Januar in Marburg, 1. Februar in Corbach, 2. Februar in H. Lichtenau, 3. Februar in Kassel. Marburg gewinnt die deutsche Hochschul-Fuhbattmeifferschaft Im Kampf um die Deutsche Hochschul-Meisterschaft im Fußball siegte in Nürnberg die Universität Marburg gegen die Universität Würzburg mit 5:3 (4:3) Toren. Oie Winternachtfahrt verleat. Die Winternachtfahrt des Gaues 3 Hessen des DDAC., die ursprünglich für den Monat Januar vorgesehen war und gemeinsam mit der Motorbrigade Hessen der NSKK. durchgeführt werden sollte, muß um einige Wochen verschoben werden, weil die neuen Richtlinien im Kraftfahrsport, die im Interesse einer einheitlichen Arbeit im Reich notwenda sind, noch nicht in ihrer endgültigen Form festliegen. Sieg der deutschen Tennislehrer. Nach dem l:0-Stand des ersten Tages konnten die deutschen Tennislehrer, die im Haag einen Län- dertarnpf gegen Holland bestritten, noch einen sicheren 4:1-Sieg erringen. Messerschrnidt -Frankfurt a. M. verlor sein zweites Einzelspiel gegen Goedraad 4:6, 6:1, 1:6, 6:3, 6:1. Najuch gewann seine beiden Einzelspiele, ebenso fiel das Doppel an Deutschland. Oie Spiele -er Bezirkskiaffe, Gruppe Gießen-Oill. W.-Steinberg — 1900 Gießen (Krug, Friedberg); DfB.-R Gießen — Naunheim (Falk, Marburg); TuSV. Bissenberg — Wetzlar (Künstler, Friedberg); Dillenburg — Frohnhausen (Rüspeler, Gießen). Oie Spiele der Kreisklassen am Sonntag. 1900II — Großen-Buseck (Willer,Wetzlar); VfB.II gegen Heuchelheim (Kaletsch, Wetzlar); Lich — Krofdorf (Schneider, Gießen); Wieseck — Leihgestern (Keller, Naunheim); Aßlar — Wetzlar II (O. Rüspeler, Gleiberg); Spfr. Wetzlar — Burgsolms (Küster, Berghausen); Werdors — Naunheim II (Grote, Mainzlar); Nauborn — Tgde. Wetzlar (Deibel, Gie- ßen); Holzhausen — Leun (Volkmar, Wetzlar); Al- lendorf — Garbenteich (Niersbach, Wetzlar); Treis gegen 1900 III (Schnabel, Wieseck), Alten-Buseck gegen Londorf (Offenbacher, Gießen); Werdors II gegen Bechlingen (Wolf, Allendorf); Oberndorf gegen Leun II (Lind, Wetzlar); Bonbaden r- Berghausen (Kreiling, Gießen); WetzlarIII — Burgsolms II (R. Würz, Holzhausen); Spfr. Wetzlar II — Aßlar II (Kröner, Oberbiel) Ehringshausen — Tgde. Wetzlar II (Knavp, Werdorf); Rodheim — Vetzberg (Weinandt, Leihgestern); Fellingshausen — Launs- bach (Sack, Heuchelheim); Hohensolms — Heuchelheim II (Dietzel, Wetzlar). Schülerspiele: Nauborn — Aßlar (Trautmann, Büblingshausen); Büblingshausen — Spfr. Wetzlar (Dörr, Werdorf). , ■ -rin" Über sich ergehen. Die Meisterin war die Leiterin der Ballettschule, an der Gisela ihre AusIhre scharfen Augen folgten jeder Bewegung der Schülerin. Aber es war nichts zu tadeln. Gisela übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Das verwöhnte Publikum, das nicht allzu geneigt war, den Unterhaltungseinlagen im allgemeinen zuviel Aufmerksamkeit zu schenken, schaute interessiert auf. Dieses junge Geschöpf war ja hinreißend schön. Berührte sie den Boden überhaupt oder schwebte sie nur darüber hin? Es war etwas in Giselas Art zu tanzen, das das Auge bannte, das gleichsam einspann in die Harmonie der Bewegungen, die mit dem Rhythmus der zarten Musik so ocr» schmolzen. Der Beifall war für diese Umgebung ungewöhnlich stark. Frau Merenthien strahlte. Ein ebensolcher Erfolg war die dritte und letzte Nummer Giselas, ein russischer Bauerntanz, non Gisela aber künstlerisch variiert und mit solch einer Glut des Empfindens getanzt, daß sie die Zuschauer packte und mitriß. Gisela befand sich in einem Rausch des Triumphs und Glücks. „Der Erfolg gibt mir recht!" lächelte sie ihrem schönen Spiegelbild zu. „Ich werde auf diesem Wege vorwärtskommen. Man wird mich feiern, vergöttern. Ach, Mutter ... ach, Gerlinde, du kleines dummes Schäfchen! Wenn ihr hier bei mir ge- roefen wäret heute, bann würbet ihr wohl anderen Sinnes werden. Man muß sich selber seine Zukunft schaffen." Da trat Frau Merenthien bei ihr ein. „Gisela, ich gratuliere Ihnen, Kind! Sie haben sich selbst übertroffen. Doch wir wollen uns nicht allzu lange hier aufhalten. Ich sehe, Sie haben sich bereits umgefleibet. Das ist gut. Wir wollen gleich hinuntergehen. Wir sind für heute abend gebeten, noch hierzubleiben. Ein paar Stammaäste möchten Sie gern kennenlernen." „Mich?" Gisela beherrschte nur mühsam ihre Erwartung, während sie in dem schlichten Abenb- kleide, das ihre junge Schönheit so ganz besonders betonte, neben Frau Merenthien in das elegante Lokal hinunterschritt. Frau Merenthien schritt auf einen Tisch zu, der zwischen Palmen in einer lauschigen Nische stand, und an dem sich aroei Herren im tadellosen Abendanzug erhoben, als sie die Damen gewahrten. „Dottor von Sachs", stellte der eine sich vor. Dann deutete er auf seinen Begleiter. „Mein Kollege, Doktor Zenker." „Freut uns außerordentlich, meine Gnädigste, daß Sie uns die Ehre erweisen wollen, den Rest des Abends in unserer Gesellschaft zu verbringen", wandte dieser sich an Gisela. Das junge Mädchen strahlte. Frau Merenthien strahlte. Sekt kam. Die Stimmung an dem kleinen, versteckten Tische steigerte llch von Stunde zu Stunde Doktor von Sachs und Gisela tanzten. „Elfchen ..." Doktor von Sachs drückte Gisela während des Tanzes an sich. Dem Mädchen fiel es nicht auf, baß ber offizielle Ton so schnell einem anberen gewichen war. Sie sah nicht, baß in ben Augen bes Mannes bas Begehren brannte ... ober wollte sie das nicht sehen? „Wissen Sie, daß wir eigentlich schon alte Bekannte sind?" fragte Doktor von Sachs plötzlich unvermittelt. Gisela lächelte ahnungslos. „Nicht daß ich wüßte, Herr Doktor!" ,^)eu, kleiner Racker! So jung und schon so ...*, er verschluckte das Wort, das er scheinbar auf der Zunge hatte, und vollendete: „Ich müßte mich doch sehr tauschen, wenn ich Sie neulich in der ,Femina' gesehen haben sollte. Hatte ben ganzen Abenb schon ein Auge auf Sie. Aber Sie waren ja so engagiert Gingen übrigens sehr früh weg. Glaube, schon so gegen zwölf Uhr ober nach zwölf ..." Währenb feiner Worte hatte er Gisela scharf fixiert, bie ohne Zögern erroiberte: „Nun ja! Ich gebe zu. Sie haben sich nicht geirrt, Herr Doktor! Ja — ich war einmal in der ,Femina' zum Tanz. War reizend an dem Abend. Hm! Schließlich bin ich ja keinem Rechenschaft schuldig." „Gewiß nicht, kleines Mädchen! Nein, nein! Nur nicht verplempern! Wäre schade um so eine kleine süße Maus wie Sie. Die Herren Kavaliere Oh, man weiß ja Bescheid. Sie fuhren dann übrigens mit einem Herrn im Auto weg. Sah es zufällig. Ging zur selben Zeit. Ich hatte irgendwie kein Interesse mehr an dem Rummel. Die Sonne war weg. Und diese blassen Sternchen da interessierten mich nicht weiter." Gisela erinnerte sich nur zu genau. Es war ein hübscher Abend gewesen. Mit einer Kollegin war sie dort gewesen in der „Femina". Man hatte ein bißchen getanzt, geraucht ... Ein Bekannter der Kolleain hatte sie mit seinem Wagen heimgebracht, weil sie schließlich doch ein bißchen Unruhe bekam. Aber zu Hause schlief alles, als sie heimkam. Nun, die Sache war gut vorbeigegangen. Sie hatte bei der Mutter ein bißchen gemogelt, als sie fragte. Und dann krähte kein Hahn mehr danach. „Oh, mein Herr! Von Verplempern kann feine Rede fein. Sie brauchen wirklich nicht meinen Schutzengel zu spielen. Ich beschütze mich schon selbst. Uebrigens ein drolliger Schutzengel, wenn man Sie so ansieht ..." Gisela lachte übermütig und entzückend, was Doktor von Sachs wieder aufs neue entflammte. „Ah, meine Schöne, ich verstehe ... Sie spielen auf meine ergrauten Schläfen an. Oh ... das machen die Sorgen!" (Fortsetzung folgt!) Fußbattabteilung des Turnvereins Fellingshausen. Vetzberg — Fellingshausen 2:5 (2:3). Obige Mannschaften trafen sich am Sonntag zum fälligen Verbandsspiel in Vetzberg. Fellingshausen mußte mit Ersatz antreten, Vetzberg war verstärkt. Obwohl Fellingshausen vorerst nur 10 Spieler zur Verfügung hatte, konnten sie bald mit 2:0 in Führung gehen. Ein verunglückter Abschlag der Verteidigung ging dann aber an dem verduzten Tormann vorbei ins eigene Tor. Zwei Minuten danach konnte der junge Linksaußen der Gäste die alte Tordifferenz wieder Herstellen. Aus einem Gedränge heraus konnte Vetzberg sogar auf 2:3 verkürzen. Bei diesem Stande blieb es bis drei Minuten vor Schluß. In dieser Zeit versuchte Vetzberg mit aller Macht den Ausgleich zu erzielen, der lange in der Luft hing. Man glaubte schon, daß es bei diesem Stande bleiben würde, als es Fellingshausen gelang, in einem prächtigen Endspurt innerhalb von drei Minuten auf 2:5 zu erhöhen. Sandball im Sau XII (Lahn-Sitt) Dezirksklasse. Durch Niederlagen des Tabellenersten und -zweiten in Marburg und Roth rückt die Mannschaft der Marburger Kurhessen immer weiter vor. Wenn sie auch nach Gewinnpunkten noch nicht an erster Stelle liegt, so besagt dies wenig, denn die Mannschaft weist insgesamt nur 3 Verlustpunkte auf, gegen nunmehr 10 und 11 von Münchholzhausen und Kirch- göns. Falls die Mannschaft kommenden Sonntag in Kirchgöns gewinnt, sollte es schon eine Art Vorentscheidung zu ihren Gunsten bedeuten. Es wird dann um den zweiten Platz noch einen heißen Kampf zwischen Münchholzhausen, Kirchgöns, Lützellinden und Roth geben. Goßfelden wird kaum hier noch eingreifen können, während Mtv. Gießen und Tuspo. Marburg am Ende der Tabelle liegen. Für kommenden Sonntag sind wieder wichtige Treffen auf dem Programm. Es spielen: Tv. Münchholzhausen — Tv. Roth: Ein bedeutsames Treffen kommt in Münchholzhausen zur Durchführung. Die Gäste stellen einen gefürchteten Gegner dar. Der Gastgeber muß schon die beste Leistung bieten, falls er die wichtigen Punkte Zuhause sehen will. Auf Grund des eignen Platzes rechnet man mit einem knappen Erfolg der Platzherren. Tv. Kirchgöns — Kurhessen Marburg: Zwei Anwärter auf den ersten Platz treffen in diesem Spiel in Kirchgöns zusammen. Es sind dies zwei Mannschaften mit grundverschiedenen Spielweisen, die hier Zusammentreffen. Wir rechnen mit einem «harten und erbitterten Kampf, der ein knappes Ergebnis zeitigen wird, zugunsten der Gäste. Ein Resultat im entgegengesetzten Sinne sollte ebensowenig überraschen. Tv. Goßfelden — Tuspo Marburg: Die Marburger Gäste werden in Goßfelden sicher zu keinem Ergebnis gelangen und eine Niederlage einstecken müssen. Kreisklasse I: Staffel I. Die Lage in dieser Staffel hat sich nach der Niederlage der Hochelheimer Mannschaft gegen Dornholzhausen zugespitzt, obwohl Hochelheim noch die Tabelle, anführt. Hörnsheim und Dornholzhausen haben sich in den letzten Spielen gut gehalten, ebenso Groß-Rechtenbach, Atzbach und Krofdorf, während Wetzlar weit ab am Ende der Tabelle rangiert. Erfreulicherweise wurde nur ein Mann verletzt. Durch diesen Sturz wurde die Innenkante der Bahn derart, beschädigt, daß eine Fortsetzung der Rennen unmöglich war und die Rennen abgebrochen werden mußten. Von den 18 Teilnehmern des ersten Laufes hatte der Bob „Olympia" mit H. Kilian am Steuer mit 1:23,91 die beste Zeit gefahren. Kurze Sportnotizen. Die Schweizer Fußballmannschaften für die Länderkämpfe gegen Deutschland am 27. Zanuar wurden wie folgt aufgestellt: für Stuttgart: Bizzozero; Minelli, M. Weiler: Guinchard, Iaccard, Lörtscher; Amado, Poretti, Frigerio, Tam Abegglen, Jaeck; für Luzern: Schlegel: Gäbet, Buhler; Bichel, Imhof Binder; von Känel, Spagnoli, Billeter, Aebi, Friedli. * Bei der schweizerischen Springer- t o u r n e e auf der Bolgenschanze in Davos belegten Weisheit (Oberschönau), Haselberaer (Traunstein) und Meine! (Äschberg) die nächsten Plätze hinter dem siegenden Birger Ruud. «belle ohne jeden Verlustpunkt an und hat über 100 Plustore zu verzeichnen. Als nächst bessere Mannschaften folgen Wißmar, Launsbach, während sich die andern gleichwertig sind. Kommenden Sonntag kommen Spiele zur Durchführung, die nur im Mittelfeld der Tabelle eine Aenderung bringen können: So steht in Wißmar der Lokalkampf Tv. Wißmar — Tv. Launsbach zur Debatte. Wißmar liegt etwas günstiger in der Tabelle und hat sich dies auch durch die etwas besseren Leistungen verdient. Wer nun am Sonntag das bessere Ende für sich haben wird, muß das Äpiel lehren. Wißmar sollte auf Grund des eignen Platzes die klarere Gewinnchance besitzen. In Dorlar trifft der Tv. D o r l a r — Tvgg. Rut, tershausen zusammen. Eine klare Sache für die Gastgeber. Kreisklasse III. Tv. H o lz h e i m II — Tv. K r o f d o r f II. Man hält die Platzherren für etwas stärker und erwartet einen knappen Sieg. Tv. Krofdorf — Tv. Hochelheim: Der Tabellenführer weilt in Krofdorf zu Gast und wird einen Sieg in der Höhe des Vorspiels kaum mit nach Hause nehmen. Die Platzherren zeigten vergangenen Sonntag ansprechende Leistungen. Falls Hochelheim seine Stellung halten will, muß ein Sieg Herkommen. Kreisklasse II: Staffel I. Diese Staffel sollte von den vier Mannschaften der Kreisklasse die stärkste sein und hat auch in der Mannschaft des Tv. Dorlar eine Mannschaft, die sich zur Zeit auch sicher in der ersten Kreisklasse be= Kommenden Sonntag stehen folgende Treffen auf ihaupten kann. Die Mannschaft führt bis dahin die Ta> dem Programm. ' " • ‘ «*»•-- *■ • - Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Atzbach: Zwei gleichwertige Mannschaften, die sich ein erbittertes Ringen liefern werden und erst nach der Pause zu einer Entscheidung kommen sollen. Spo. 05 Wetzlar — Dornholzhausen: Trotz der bisherigen Mißerfolge der Wetzlarer Mannschaft sollten die Gäste das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Llnsere Bobfahrer bei den Deutschen Wintersport-Meisterschaften. ♦ ■ - - Professor Or. Ludwig Bernhard f. Professor Dr. Ludwig Bernhard, Ordinarius für Nationalökonomie an der Universität Berlin, ist im Alter von 59 Jahren g e ft o r b e n. Von feinen Werken fanden besondere Beachtung „Die Polenfrage"; „Sozialpolitik"; „Das'System Mussolini"; „Der Hugenbergkonzern"; „Akademische Selbstverwaltung". Als Professor der Nationalökonomie an der Königlichen Akademie zu Posen hat er sich um die Ansiedlung deutscher Bauernsöhne in der Ostmark verdient gemacht. Während des Krieges war er wirtschaftspolitischer Berater im Stabe Hindenburgs, nach dem Kriege ein unermüdlicher Vorkämpfer um Deutschlands Erneuerung. Professor Bernhard galt als einer der besten Kenner des Faschismus. Am Samstag beginnen im Rahmen der Deutschen Wintersportmeisterschaften die Deutschen Bobmeisterschaften m Garmisch-Partenkirchen. Hier geben wir ein Bild vom letzten Training auf der Olympiabahn am Riessersee wieder. Bobrennen abgebrochen. Der Donnerstag brachte in Garmisch-Partenkirchen bei herrlichem Winterwetter die Eröffnung der Wintersportwoche mit den Viererbobrennen um den Wanderpreis des Deutschen Bob-Verbandes. Trotz der günstigen Vorbedingungen konnte der Wettbewerb nicht durchgeführt werden. Nach dem ersten Hauptlauf stürzte in einer Vorkurve der Bayernkurve der von Graf Schweidnitz gesteuerte Berliner SC.-Bob „Eva". * Das letzte Probespiel der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft sah die Schweizer am Mittwochabend in Zürich nur knapp 1:0 über Racing Straßburg erfolgreich; Frigerio schoß den Siegtrefser. Gießen, den 18. Januar 1935. Klein-Linden, Newyork 3235 E3Z6 A steht, zu volkstümlichen Frankfurter Straße 278 D Knickerbocker# Großstädtische Auswahl Winter-Mäntel Anzüge carlM)WACK GIESSEN SELTERSWEG 81 249 A 283 A Leuptn-Creme und Seife Einspaltige Kleinanzeigen JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER II Vornehm/ Geschmackvolli Persönlich! 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