185. Jahrgang Nr 294 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, \I. Dezember 1935 fllX a6*A**A** AfmÄt AAÜ Heimat im Bild-Die Scholle ■ Hl| gffi M W Ä W I I fl V H MW W W .JT M ▼ WWW M JF W für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: >W WW MM W B W X ■ ■ H W U W W< Q Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 MM M W M W MM W W M W JE JH W W WB W M W M . W anzeigen von 70 mm Breite ssr: *5 HL/wVI1VIWVV VI14iVIWÄVV WWWSsr S’Xä'üs KJ v '«w7 MG General-Anzeiger für Oberhessen Big richten: Anzeiger Stehen «/ w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. SranfMt'?Ä‘nil686 Druck uttöVerlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Lteindruckerei «.Lauge in Sietzen.Schkiftleilung und GeschSftrftelle: Schulstrahe 7 M-ng°nabichiüss° Staffel ö Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen von Laval Der Meisimen lehnt den Zriedensplan ab Die deutsch-englische Mlnngnahme Wortlaut des Antrages der Arbeiterpar- t e i, auf Grund dessen die Unterhaus-Aussprache über den Pariser Friedensplan am Donnerstag geführt werden wird, soll heute einer Versammlung von 154 sozialistischen Unterhaus-Mitglieder unterbreitet werden. Dem Antrag ist nicht die Form Fortschritt Europas und seine Befriedung nur gehemmt hat. Es kann auch nur begrüßt werden, wenn eine Situation heraufzieht, die die europäischen Großmächte zur selb st verantwortlichen Stellungnahme zu den drängenden Fragen dieses Kontingents zwingt. Denn sie haben einen natürlichen Führeranspruch, und die Erkenntnis der Notwendigkeit ihrer Zusammenarbeit kann der Zukunft mehr nützen als die unnatürliche Genfer Gleichmacherei und Anonymität. Freilich, wenn Herr d'Ormesson bereits von der alten Entente cordiale und der Rückkehr zur Stresa-Front berichten zu können meint, so wäre das der sicherste Weg, um Europa in einen neuen, noch verhängnisvolleren Irrtum zurückfallen zu lassen. England steht über kurz oder lang vor der Notwendigkeit, seiner Außenpolitik ein neues Fundament zu geben. Es wird, nach dem Genfer Experiment, eine stärkere Interessenverlagerung auf das europäische Festland suchen. Aber damit ist nur erst eine Aufgabe umschrieben. Die englisch-französischen Separatverhandlungen vom Oktober und November können schwerlich als vertrauenerweckender Auftakt angesehen werden, und auch die in Aussicht genommenen Abrüstungsgespräche mit Deutschland sind bisher nicht gerade günstig zu beurteilen. Der Besuch des englischen Botschafters beim Führer und Reichskanzlers ist in Deutschland mit interessierter Aufmerksamkeit beobachtet worden. Dir Zukunft wird erweisen, ob die englische Politik sich zu einer gerechteren und realeren Einschätzung der deutschen Position im europäischen Kräftespiel durchringen kann: d. h., ob sie endlich in der Zusammenarbeit der gleichberechtigten europäischen Großmächte die einzige sinnvolle Möglichkeit erkennt, dem friedensuchenden Kontinent erträgliche Lebensverhältnisse zu schaffen. eines Mißtrauensvotums gegeben worden, um es den Mitgliedern der Regierungsparteien zu ermöglichen, das Hoare-Laval-Abkommen zu kritisieren, ohne ihre eigene Regierung zu verurteilen. In den Wandelgängen des Unterhau- ses wurde am Montagabend die Möglichkeit einer Kabinettskrise oder eines Rücktritts des Äußenmi- nisters Hoare nach der Aussprache am Donnerstag nicht mehr ernst genommen. Das Urteil über den Pariser Plan lautet nach wie vor abfällig, aber die Stimmung gegenüber ihrer eigenen Regierung ist weniger kritisch geworden, da man mit Bestimmtheit erwartet, daß dem Parlament am Donnerstag mitgeteilt werden wird, Italien habe beabsichtigt, eine Oelsperre als Kriegshand- l u n g aufzufassen, und die britische Regierung sei nicht überzeugt gewesen, daß angesichts einer solchen Haltung Italiens das notwendige gemeinsame Vorgehen möglich ist. Man glaubt, daß die Wortführer der Regierung erklären werden, Großbritannien habe sich niemals zu mehr verpflichtet, als zu einem g e - meinsamen Vorgehen, und da ein solches gemeinsames Vorgehen in der Oelfrage nicht sicher gewesen sei, seien die Minister berechtigt gewesen, den nächstbesten Schritt zu tun, nämlich eine äußer st e Bemühung um eine Versöhnung zu unternehmen. London, 16. Dez. (DNB.) Der Kaiser von Abessinien gab in seinem Hauptquartier in Dessie dem Vertreter der englischen Nachrichtenagentur Reuter folgende Erklärung: Wir wünschen in aller Feierlichkeit und Festigkeit, die sich aus der Lage ergibt, zu erklären, daß unsere Bereitschaft, eine friedliche Lösung des Streites zu erleichtern, unverändert ist. Aber selbst eine grundsätzliche Annahme der französischbritischen Vorschläge durch uns würde nicht nur eine Art von Feigheit gegenüber unserem eigenen Volke, sondern auch ein Verrat am Völkerbund und an allen Staaten sein, die der Ansicht waren, daß sie von jetzt an zum System der kollektiven Sicherheit Vertrauen haben können. Diese Vorschläge sind in den Augen der Abessinier eine Verneinung und ein Abgehen von den London, 17. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Sondersitzung des Kabinetts am Diens- tagoormittag ist, statt wie üblich 11 Uhr, schon um 10 Uhr festgesetzt worden, da der Völkerbundsminister Eden um 14 Uhr nach Genf abreisen muß, um an der Sitzung des Völkerbundsrates am Mittwoch teilzunehmen. Eine der ersten Aufgaben Edens im Völkerbundsrat wird eine Erklärung über die Haltung der britischen Regierung sein, und über den Inhalt dieser Erklärung wird das Kabinett zu beschließen haben. Es gilt also so gut wie sicher, daß die britische Regierung sich nicht > e k l a g e n wird, wenn der Friedensplan in Genf ür unannehmbar erklärt wird. „Times" schreibt, so gut wie jedes Mitglied des Ministeriums sei der Meinung, daß derPlanein Fehler war, und daß, nachdem der Fehler begangen ist, der einzig mögliche Kurs darin bestehe, dies zuzugeben und sobald wie möglich vonneuem anzufangen. Aus diesem Grunde werde im Parlament allgemein geglaubt, daß der Pariser Plan bereits tot sei. Die Abgeordneten sähen ein, daß die Aussicht auf eine Oeb sperre gegen Italien sehr in die Ferne gerückt sei. Aber sie sollten zum mindesten die Zusicherung erhalten, daß keine Erleichterung des bestehenden wirtschaftlichen Drucks erfolgen werde. Es verlaute, daß bei den Pariser Besprechungen keine Zusicherung hinsichtlich einer Erleichterung der bestehenden Sühnemaßnahmen gemacht worden sei, und man hoffe, daß das gemeinsame Vorgehen unverändert aufrechterhalten werde. „Morning poft“ schreibt, es werde erwartet, daß in der kabinettssihung gegenüber dem italienisch-abessinischen Streif eine neue britische Politik sestgelegl werden solle, die eine A e n d e r u n g der allgemeinen Haltung der Regierung gegenüber dem Völkerbund einschliehen würde. Alan glaube all- Der Eindruck in London. London, 16. Dez. (DNB.) Die führenden Blätter zeigen großes Interesse für den kürzlichen Empfang des Berliner britischen Botschafters durch den Führer. Reuter meldet aus Berlin, trotz der Länge der Unterredung und ihres freundlichen Tones sei wenig Fortschritt erzielt worden. Der Führer habe anscheinend an den allgemein deutschen Standpunkt in der Abrüstungsfrage f e st g e h a l t e n. Das Ergebnis der Besprechungen macht es anscheinend unwahrscheinlich, daß die besprochenen Fragen im gegenwärtigen Augenblick weiter behandelt werden können. Die Unterredung mit Botschafter Phipps sei vor einiger Zeit vereinbart worden. Sie diente ausschließlich informatorischen Zwecken. Völkerbundsmitglieder gegeben habe. Eden sei nicht ganz einverstanden mit der Absicht der Regierung, sich völlig rückhaltlos zu äußern. Die Regierung würde nämlich genötigt sein, gewisse Enthüllungen darüber zu machen, wie weit andere Regierungen bereit waren, bei der Anwendung von Sühnemaßnahmen gegen Italien zu gehen. Anscheinend habe der britische Botschafter in Paris, Sir George Clerk, diesen Punkt gestern mit Ministerpräsident Laval erörtert. Es sei jetzt ein offenes Geheimnis, daß Hoare in Paris schon verschiedenen maßgebenden Stellen erklärte, es werde einer beträchtlichen Zeitspanne bedürfen, bevor Frankreich Mobilmachungsbefehle erlassen könne, um im Mittelmeer oder sonstwo nötigenfalls Hilfe zu leisten. Diese Tatsache sei restlos bestätigt worden. ist nicht so sehr, daß der des Angriffs beschuldigten Macht Zugeständnisse gemacht werden: viel schlimmer ist, daß man den Angriff selbst nicht abstoppen kann, ohne die Gefahr einesRiesenbran- d e s hervorzurufen, eines Riesenbrandes, der dann von einer einzigen Feuerwehr gelöscht werden soll, nämlich von England, während die internationale Feuerwehr sich damit begnügt, zuzuschauen." Hier wird in der Tat an den Kern der Dinge gerührt. England steht am Grabe seiner Hoffnungen; es sieht die Unmöglichkeit und Gefährlichkeit eines Experimentes, an dessen friedensichernden Charakter es ehrlich geglaubt hat, um dessenwillen es sich und andere Opfer auferlegt und sein Prestige aufs Spiel gesetzt hat. Daß England sich i n einer Zwangslage befand, die nur noch die Wahl zwischen dem „Riesenbrand" und einem resignierten Verzicht auf die Fortsetzung des bisherigen Weges offen ließ, — daran hat offenbar Baldwin gedacht, als er dem unwilligen Unterhaus das dunkle Wort zurief: „Meine Lippen sind versiegelt; könnte ich sprechen, ich würde garantieren, daß nicht einer von Ihnen gegen uns stim- m e n würde." Welche Folgen hat dieser vielbesprochene Stellungswechsel der englischen Politik? Eines ist zunächst klar: Die Versuche der Pariser Presse, die Vereinbarkeit des Friedensplanes mit dem Genfer Buchstaben nachzuweisen, sind absurd. Ein Angebot, das Abessinien unter dem Signum „Gebietsaustausch" große Teile seines Gebietes nimmt und wesentliche Teile des verbleibenden Landes unter dem Signum „Beistandsplan" fremden, die Souveränität des Negus schmälernden Interessen preis- 9ibt, — ein solches Angebot ist mit der Genfer Forderung der gebietlichen Unantastbarkeit und politischen Unabhängigkeit in keiner Weise zu vereinbaren. Wenn England sich zu diesem Angebot Grundsätzen, auf denen der Völkerbund aufgebaut ist. Ihre Annahme würde die Abtrennung abessinischen Gebiets und ein Auslöschen der Unabhängigkeit Abessiniens zugunsten eines Staates bedeuten, der Abessinien a n - gegriffen hat. Die Vorschläge ^bedeuten für Abessinien ein Verbot, an der wirtschaftlichen Entwicklung eines Drittels feines Landes frei und erfolgreich teilzunehmen. Sie vertrauen die Entwicklung feinem Feinde an, der praktisch zum zweiten Male versuchte, Abessinien zu erobern. Eine Regelung auf der Grundlage des Vorschlages würde eine Belohnung für d i e angreifende Macht und für die Verletzung internationaler Verpflichtungen bedeuten. Die lebenswichtigen Belange Abessiniens werden in Frage gestellt. Diese Tatsache geht für uns jeder anderen Ueberlegung vor. Beabsichtigt England eine Aendernng seiner MkerbundspoM? Oie Folge der letzten Enttäuschungen. - Edens Instruktionen für Genf. Aber statt der erhofften Wirkung stellten sich ganz andere Folgen ein. Die Front der Sanktionsmächte wurde undicht. Frankreich schwankte zwischen der Freundschaft mit Italien und seinen Völkerbundsverpflichtungen. Mehrfache Fragen, ob Paris sich zur Hilfeleistung verstehen würde, brachten keine Klarheit. Mit dem schärferen Anziehen der Sanktionsschraube stieg die Spannung in Europa. Es wurde immer deutlicher, was so oft bestritten worden war: die Maßnahmen, die den Krieg abkürzen sollten, schufen nur neue, größere Gefahren. Der Weg zum Frieden, auf dem sich England glaubte, erwies sich als ein Weg zum Kriege. In diesem Punkt hatte der Duce schärfer gesehen. Er hatte — im Gegensatz zu England — begriffen, daß mit den Sanktionen nicht der Frieden wiedergewonnen, sondern e i n neuer, größerer Krieg vorbereitet wurde. Und dieser Irrtum der Gegenseite wurde sein größter Trumpf. Hinter dem Nebel der Genfer Theorien und Ideologien wurde plötzlich eine gefährliche Wirklichkeit sichtbar. Sie sah anders aus, als London erwartet hatte. Denn nun tauchten Probleme auf, die nicht mehr die abstrakte Völkerbundsmacht England, sondern in erster Linie das lebendige Empire direkt berührten. Eine paradoxe Situation! England, das sich der Kollektivaktion verschrieben hatte, weil es damit der Notwendigkeit individuellen Handelns enthoben zu sein glaubte, geriet jetzt selbst, gerade auf diesem Wege, in eine höchst bedenkliche Situation. Der Krieg in Europa war in unheimliche Nähe gerückt, und Laval verfehlte nicht, diesen Tatbestand in entsprechender Form auszuspielen. Auf dem Untergrund dieser Entwicklung scheint der Friedensplan gewachsen zu sein, den Hoare und Laval der erstaunten Welt vorlegten. Dieser Friedensplan wird zumeist unter dem Gesichtspunkt gesehen, welche Zugeständnisse an Italien er im einzelnen enthält, ob Mussolini damit zufrieden sein werde usw. So bedeutsam das alles sein mag, — wesentlicher und politisch weit wichtiger ist die darin dokumentierte grundsätzliche Abkehr von einer Methode, die statt zum Frieden, zum Krieg führen muß; zu einem Krieg überdies, Den England nicht so sehr als Völkerbundsmacht und in kollektivem Rahmen zusammen mit den anderen Genfer Mitgliedern, sondern wahrscheinlich weit mehr aus eigene Äoften u n b eigene Gefahr führen müßte. Im „Daily Telegraph" ist das sehr offen und mit der tiefen Enttäuschung, die England heute empfinden muß, zum Ausdruck gekommen: „Was einem bei dem Friedensvorschlag in der Kehle stecken bleibt, Neue Wege. Don Or. Hans von Malottki. Das englisch - französische Friedensangebot an Mussolini hat ein enormes Durcheinander zur Folge gehabt. Das ist durchaus verständlich und natürlich. Denn die öffentliche Meinung Europas war feit Monaten mit allen Mitteln moderner Beeinfluffungskunst in eine ganz bestimmte Blickrichtung gedrängt worden, hatte sich daran gewöhnt, und daraus wieder war ein Gefühl der Sicherheit und Beruhigung gewachsen. Es war so etwas entstanden wie ein Glaube an eine europäische Solidarität, an eine gemeinsame Ausrichtung der Einzelinteressen in dem Schnittpunkt der kollektiven Friedenssicherung. Aus Friedlosigkeit, Unsicherheit und Unübersichtlichkeit schien sich endlich ein fester und klärender Punkt herauszuheben: der Genfer Bund und das durch ihn garantierte Recht. Dies war die psychologisch-politische Wirkung des Führeranspruches, den die englische Politik mit ihrem entschiedenen Bekenntnis zum Völkerbund angemeldet und seitdem konsequent verwirklicht hatte. Sie war um so größer, als England von der allgemeinen Nützlichkeit dieses seines Weges selbst fest überzeugt war. Es verabscheute den Krieg als Mittel nationaler Politik mit allem Nachdruck einer besitzenden und auf Ruhe bedachten Macht. Das Genfer Statut mit seiner Verpflichtung, jedwedem Angreifer den gesammelten Widerstand der übrigen Welt entgegenzusetzen, kam diesem Ruhebedürfnis sehr nahe und ließ den Weg nach Genf als durchaus angemeffen erscheinen. Das hatte Folgen verschiedener Art. Es trug zunächst den Beifall aller derer ein, die als ebenfalls Besitzende auf die Aufrechterhaltung des status quo bedacht waren. Kein Zweifel, daß die englische Politik im Grunde vom Völkerbund eine höhere Vorstellung hatte, daß sie neben der Wahrung der gegebenen europäischen „Ordnung" auch an ihre Abwandlung in den Fällen dachte und sie mittels der Genfer Liga durchzufetzen hoffte, wo diese Ordnung der Quell gefährlicher Spannungen war und nach Revidierung verlangte. Aber das war Zukunftsmusik. In dem italienisch-abessinischen Streitfall erschien aus mancherlei Gründen die Frontstellung gegen den Angreifer als dringlicher. Hatte Genf schon nicht den Krieg verhindern können, so sollte es ihn wenigstens abkürzen und zum baldigen Ende bringen. Es entwickelte sich das imponierende, neuartige Schauspiel der wirtschaft- lichenBelagerungdesBundesbrechers. Imponierend, weil es durchgeführt wurde, obschon es Opfer kostete. England selbst setzte seine B e» Ziehungen zu Italien aufs Spiel, das V e r - hältnis zu Frankreich wurde kompliziert und schwierig. In dem Glauben, dem Frieden zu dienen, schlossen sich auch solche Staaten gläubig dem Sanktionsverfahren an, denen nicht an einer weltanschaulich erwünschten Niederkämpfung des Faschismus gelegen war. dennoch verstanden hat, so beweist das im Gegenteil, daß es den Frieden — für sich und für die Welt — auf einem anderen Wege z u sichern versucht, nachdem die Genfer Theorien versagt haben: indem grundsätzlich den Belangen und Lebensnotwendigkeiten Italiens Raum gegeben werden soll, ohne daß allerdings Mussolinis Forderungen erfüllt werden. Ob ein solcher Akt des Revisionismus im Rahmen Genfs möglich ist, steht dahin. Die Situation ist heute so, daß auch England als der Gefangene eines Systems angesehen werden muß, an dessen Errichtung es selbst maßgebend beteiligt war. Grundsätzlich ist jedenfalls dieser erster Versuch, den Spannungen durch die Oeffnung gewisser Ventile zu begegnen, bedeutsam; denn er könnte auf die Absicht verweisen, von einer Methode zu lassen, die st e t s nur neue Spannungen erzeugte und der "Prüfung und Abstellung der Störungs Ursachen aus dem Wege ging. Das Problem der Friedenssicherung ist — wie auch die Dinge in Genf laufen werden — erneut zur Diskussion gestellt. Für England, aber auch für alle die Staaten, die im Vertrauen auf die Genfer Methode gutgläubig schwere Opfer auf sich genommen haben. Daß diese Staaten, zumal die kleinen, von tiefer Unruhe und Besorgnis erfaßt, beschwörende Appelle an die Londoner Adresse richten, daß sie sich an das Genfer Phantom klammern, daß der englische Stellungswechsel mit bitteren, deshalb noch nicht gerechten, Worten bedacht wird, — das alles ist begreiflich. Das Rad der Entwicklung allerdings wird dadurch schwerlich aufgehalten, und die Besorgnis, es sowohl mit England und Frankreich wie auch mit Italien zu verderben, setzt dieser Gegenaktion natürliche Grenzen. Wir Deutsche trauern dem weiteren Niedergang eines Systems nicht nach, dessen Sinnwidrigkeit den Anscheinend sei keine Rede davon, daß der britische Botschafter irgendwelche neuen Weisungen oder Vorschläge entgegengenommen habe, die es rechtfertigen würden, der Unterredung übertriebene Bedeutung beizumessen. „Daily Telegraph" fügt hinzu, es heiße, daß der Führer Punkte feiner Reichstagsrede d o m letzten M a i wiederholt habe. Damals habe er sich zu Besprechungen über ein ßuftab- kommen und zu einer allgemeinen R ü - stungsverminderung bereit erklärt. Auch „Morning Post" berichtet, daß die Besprechung kein fruchtbares Ergebnis gezeigt habe. Nur eine amtliche Verlautbarung aebe eine flüchtige Andeutung, als ob etwas zustandegebracht worden fei. Hitler habe feine Einwendungen gegen den Luftpakt wiederholt und wieder an die 13 Punkte der Reichstagsrede vom Mai Ruhigere Stimmung im Unterhaus. London, 17. Dez. (DNB. Funkspruch.) gemein, daß diese neue Einstellung durch die infolge der englisch-französischen Friedensbedingungen verursachte Krise notwendig geworden sei. Eine erste Mitteilung über die Art der Abänderung werde wahrscheinlich am Mittwoch von Eden im Völkerbundsrat gemacht werden. Hoare und Baldwin würden sie in ihren llnterhaus-Reden am Donnerstag noch näher bezeichnen. In gut unterrichteten Kreisen werde versichert, viele Minister seien außerordentlich überrascht gewesen, als sie die pariser Bedingungen erfuhren, und man nehme an, daß sie noch nicht re st los über die Umstände unterrichtet seien, die Hoare zur Annahme veranlaßten. Man glaube, daß Baldwin rückhaltlos über die Rolle sprechen werde, die die französische Regierung bei den Ereignissen gespielt habe, die zu den Friedensvorschlägen führten. Auch „Daily Telegraph" erklärt, Baldwin werde kein Blatt vor" den Mund nehmen und auf die ernste Gefahr europäischer Verwicklungen im Falle einer wirksamen Oelsperre gegen Italien Hinweisen. Die Regierung werde offen erklären, daß sie nicht einen Kurs steuern wolle, der hätte zum Kriege führen können, da es keine unbedingte Gewähr für eine wirksame militärische Unterstützung durch andere erinnert. Hoare habe am 5. Dezember im Hn- terhaus der Ansicht Ausdruck gegeben, es sei unwahrscheinlich, daß ein Fortschritt mit dem westlichen Luftpakt erzielt werden könne. Das Eraeb- nis der Berliner Unterredung habe somit in London keine Ueberraschung verursacht. In gut unterlchteten Londoner Kreisen glaube man, daß nach Hitlers Ansicht weder mit dem Luftpakt, noch mit der Frage der allgemeinen Abrüstung ein Fortschritt möglich sei, bevor der italienisch- abessinische Streit geregelt sei. Das Echo in Paris. Paris, 16. Dez. (DNB.) Die französische Presse schenkt der Unterredung des Reichskanzlers mit dem britischen Botschafter große Beachtung. Ihre Tragweite wird jedoch von den einzelnen Blättern verschieden beurteilt. „Exzelsior" betont, es handele sich nicht um englisch-deutsche Verhandlungen, die zu einer Ueberraschung nach der Art des Flottenabkommens führen werden, sondern um die Fortsetzung der im Februar begonnenen Verhandlungen zwischen London, Paris und Berlin zur Lösung der Probleme der Rüstungsbeschränkung und des Luftabkommens zwischen den Locarnomächten. „Petit Parisien" berichtet, in ausländischen diplomatischen Kreisen habe man allgemein den Eindruck, daß die Unterredung keinen wesentlichen Fortschritt in Richtung auf die angestrebten Ziele gebracht habe. „Figaro" will berichten können, daß die Unterredung in deutschen Kreisen keinen großen Eindruck gemacht habe. Man betrachte die deutsch-englische Unterredung als eine Sondierung und nehme an, daß ernste Verhandlungen nicht vor zwei bis drei Monaten beginnen, da man nicht mit einer früheren Lösung des italienisch-abessinischen Streites rechne. Der Berliner H a v a s Vertreter meldet u. a., es habe nickt den Anschein, als wolle Deutschland in den in der amtlichen Mitteilung erwähnten zwei Punkten seine abwartende Haltung auf» geben. Der Reichskanzler sei der Ansicht, daß der Augenblick zur Regelung der offenen internationalen Fragen noch nicht gekommen sei. Immerhin lege die deutsche Diplomatie Wert darauf, freundschaftliche Beziehungen zu England aufrecht zu erhalten. Der Berliner Berichterstatter des „I o u r" hebt hervor, daß man in Berlin mit Genugtuung feststelle, daß das Luftabkommen nicht mehr an die Verwirklichung der Gesamtheit des in der englisch-französischen Erklärung vom 3. Februar dargelegten S y st e m s der kollektiven Sicherheit gebunden sei. Die Tatsache, daß in der Mitteilung über die Unterredung des Reichskanzlers mit dem englischen Botschafter nur die Abrüstung und das Luftabkommen erwähnt sei, weise darauf hin, daß die verschiedenen in der Londoner Erklärung enthaltenen Punkte wie Abrüstung, Luftabkommen, Ostpakt und Donaupakt aufgehört hätten, ein unzertrennbares Ganzes zu bilden. Das habe die deutsche Diplomatie vor einigen Monaten nachdrücklich gefordert. Ein polnisches Urteil. Warschau, 16. Dez. (DNB.) Heber die U n - terredunq schreibt „Gazeta P o l s k a" aus Berlin, die Ansicht diplomatischer Kreise gehe dahin, daß die Verhandlungen zwischen Berlin, Paris und London in der Frage der Rüstungsbeschränkungen und des Luftpaktes erneut lebhaft geworden feten. Die Anknüpfung dieser Gespräche sei ein diplomatischer Erfolg des Reiches, ein neues Zeichen für den englischen Realismus und ein Beweis für die Besserung der diplomatischen Stellung Deutschlands. Reichskanzler Hitler habe wiederholt seine Bereitwilligkeit zu Rüstungsbeschränkungen erklärt und zwar unter der Bedingung der Gleichheit zwischen Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Die britische Diplomatie stehe diesen Vorschlägen bejahend gegenüber und sei der Ansicht, daß die Verbindung der Frage eines westeuropäischen Luftpaktes und eines Rüstungsbeschränkungsabkommens mit anderen mehrseitigen Paktplänen mehr schaden als nützen könne. Ein Kumpan des Terroristen Max Hölz hingerichtet. Berlin, 17. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Die I u st i z p r e s s e st e l l e teilt mit: Heute früh ist in Berlin der vom Volksgerichtshof am 25. Juli 1935 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zum Tode verurteilte Rudolf Claus hingerichtet worden. Claus ist einer der gefährlich st enK nm pane des Terroristen Max Hölz gewesen. Wie dieser, so hat auch Claus seine noch in aller Erinnerung stehenden Terrortaten weniger aus politischen Beweggründen als a u s h e m- mungsloser Brutalität und zur eigenen Bereicherung vollführt. Er ist schon einmal mit lebenslänglichem und später noch mit 8 Jahren Zuchthaus vorbestraft, aber infolge der Amnestiegesetze von 1921 und 1928 nach Verbüßung eines geringen Teiles der Strafen wieder freigelassen worden. Auch nach der nationalsozialistischen Erhebung hat sich Claus im gleichen Geist in gefährlichstem Ausmaß hochverräterisch be- fatigj. Dagegen hat der Führer und Reichskanzler die vom Volksgerichtshof am 2. August 1935 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Hnternehmens gegen den früheren kommunistischen Reichstagsabgeordneten Albert Kayser erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthaus strafe umgewandelt. Kayser ist bisher nicht vorbestraft. Ausweisungsbefehl gegen die vier Heimattreuen aus Malmedy. B r ü s s e l, 16. Dez. (DNB.) Die vier Heimattreuen Malmedyer Josef D e h o t t a y, Peter D e h o t t a y, Heinrich D e h o t t a y und Paul F o x i u s , denen durch urteil des Lütticher Appellhofes im Oktober dieses Jahres die belgische Staatsangehörigkeit auf Grund des Ausbürgerungsgesetzes vom 30. Juli 1934 abgesprochen worden ist, haben heute früh den Ausweisungsbefehl erhalten. Die vier Heimattreuen Männer müssen das belgische Staatsgebiet innerhalb 48 Stunden verlassen. Es ist ihnen verboten worden, das Land wieder zu betreten. Die Ausweisung erfolgt auf Grund einer königlichen Verordnung vom 14. Dezember 1935 in Verbindung mit dem Gesetz vom 12. Februar 1897, das die Ausweisung von Personen vorsieht, die gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung verstoßen. Unser Recht gegen den Kommunismus. Botschafter von Ribbentrop antwortet Lord Allen auf eine englische Eingabe an den Führer und Reichskanzler. Berlin, 16. Dez. Durch Vermittlung des bekannten. englischen Politikers Lord Allen of Hurt- wood wurde vor einiger Zeit an den Führer und Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der die F r e i l a f s u n a des wegen staatsfeindlicher Betätigung in ein Konzentrationslager eingelieferten kommunistischen Rechtsanwalts Hans Litten erbeten wurde. Die Eingabe enthielt außerdem gewisse .Betrachtungen über d i e Behandlung Littens und über das deutsche R e ch t s s y st e m im allgemeinen. Da die Eingabe zeigte, daß über das deutsche Rechtssystem und vor allem über seine Grundsätze in England immer noch Mißverständ- nisse herrschen, hat Botschafter von Ribbentrop folgenden Brief an Lord Allen gerichtet: Sehr verehrter Lord Allen! Ihr Schreiben an den Führer und Reichskanzler vom 31. Oktober wurde mir von der Reichskanzlei zur weiteren Behandlung übersandt, und ich komme weaen Ueberhäufung meiner Arbeit erst heute zu dessen Beantwortung. Zunächst muß ich Ihnen sagen, daß ich nach sorgfältiger Prüfung des von Ihnen dargelegten Falles zu meinem Bedauern nichtin der Lage bin, dem Führer und Reichskanzler die von Ihnen vorgeschlaaene Lösung zu empfehlen. Die Gründe sind folgende: Der Rechtsanwalt Hans Litten war einer der geistigen Führer des Kommunismus in Deutschland. Er ist wegen staatsfeindlicher Betätigung inhaftiert, und seine geistige Einstellung läßt eine Enthaftung unter diesen gegebenen Umständen nicht zu. Die in der Petition Ihrer englischen Rechtsfreunde im Hinblick auf diese Hast gemachten Feststellungen gehen teils von falschen Voraussetzungen aus, teils entsprechen sie nicht den Tatsachen und können deshalb nicht unwidersprochen bleiben. Revolutionen werden nicht in den Gerichtshöfen und nach den Regeln normalen Rechtsbrauches ausgefochten und entschieden, und im übrigen ist, entgegen Ihrer Eingabe, die Behandlung des Rechtsanwalts Litten völlig einwandfrei, und er genießt, wie ich höre, sogar noch gewisse Sondervergünstigungen. Ich möchte Sie aber, verehrter Lord Allen, nun meinerseits fragen: Kann ein Regierungs- und damit ein Rechtssyftem, das unverbesserliche Feinde der menschlichen Gesellschaft, die ein Volk dem Kommunismus ausliefern wollten, hinter Schloß und Riegel fetzt, wirklich ein so schlechtes Rechtssystem sein, wenn es dadurch gleichzeitig ein ganzes Volk von 65 Millionen wieder glücklich macht? Sind die Menschen für das Recht da oder das Recht für die Menschen? Muß ein solches Rechtssystem wirklich auf die Dauer um sein Ansehen in der Welt besorgt sein? Im Gegenteil, ich möchte demgegenüber die Behauptung aufstellen: Wenn Ihre englischen Rechtsfreunde, die diese Petition unterschrieben haben, sich die Mühe machen würden, die Ursachen des Niederganges meines Landes 1919, feit dem Versailler Vertrag, zu studieren, dann würden sie finden, daß eine stehengebliebene, den ungeheuren Problemen unserer Zeit nicht mehr gewachsene Rechtspflege und vor allem aber der Geist, in dem oft Recht gesprochen wurde, und dessen Träger wider das natürliche Empfinden des deutschen Volkes den Freiheitskämpfer Adolf Hitler nach denselben Paragraphen aburteilen konnten wie den Kommunisten Hans Litten, mit dazu beigetragen habe, ein großes Volk an den Rand des Abgrundes, nämlich des Kommunismus, zu führen. Daß wir heule nicht mehr gewillt find, diesen Geist in Deutschland jemals wieder auf- erstehen zu lassen und daß wir unverbesserlichen Trägern und geistigen Führern solchen Vernichtungswillen als Schädlingen der menschlichen Gesellschaft ihr Täligkeilsfeld möglichst beschranken, das würde jeder Ihrer Freunde von der Rechtsfakultät verstehen, wenn er die Entwicklung der vierzehn Jahre bis zum 30. Januar 1933 in Deutschland miterlebt hätte. Ja, mehr als das: ich bin fest überzeugt, daß Großbritannien und die gesamte Kultur- welt Adolf Hitler eines Tages dankbar dafür sein muh, daß er mit eiserner Konsequenz und, wenn es sein muß, auch härte die Träger dieses schleichenden und zersetzenden kommunistischen Giftes in Deutschland isoliert hat. Deutschland soll in Zukunft ein Rechtsstaat werden, der dem Wesen und Rechtsempfinden des deutschen Volkes in Wahrheit entspricht. Dies ist das Bestreben der Sucher und Gestalter einer neuen nationalsozialistischen deutschen Gesetzgebung. Ich werde mir in den nächsten Tagen erlauben, Ihnen das letzte Auslandsheft der Akademie für Deutsches Recht zu übersenden mit einem kurzen Geleitwort von mir, und ich glaube, daß es viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen würde, wenn Ihre Rechtsfreunde mit unserer Akademie für Deutsches Recht und deren Leiter, Reichsminister Dr. Frank, in lebendige Fühlung kommen würden. Im übrigen darf ich noch auf eins Hinweisen: Die in der Geschichte des deutschen Volkes größte geistige Revolution, die zu der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus am 30. Januar 1933 führte, ist unter dem Zeichen völliger Legalität vor sich gegangen und mit Methoden durchgeführt worden, die wohl in der Geschichte nicht ihresgleichen haben und die im krassen Gegensatz zu den grausamen und barbarischen Methoden stehen, mit denen die Revolutionen anderer Völker unserer Kulturwelt durchgeführt wurden. Ich glaube nicht falsch vorauszusehen, wenn ich sage, daß eine spätere objektive Geschichtsschreibung eines Tages den nationalsozialistischen Machtkampf geradezu als das Musterbeispiel für eine Revolution ansehen wird, wie sie nur eine Nation von höchstemKulturniveau überhaupt durchführen kann, kann es eine bessere Bestätigung hierfür geben als die Tatsache, daß ein lebender großer, internationaler. Geschichtsforscher uns kürzlich allen Ernstes sagte, die Welt würde sicher mehr Verständnis für die große nationalsozialistische Revolution aufgebracht haben, wenn sie mit den grausamen und barbarischen Methoden früherer Revolutionen durchgeführt worden wäre? Abgesehen aber von den eben geschilderten grundsätzlichen Erwägungen kann ich mich um so weniger entschließen, zu dem Wunsche Ihrer ehrenwerten Rechtsfreunde eine positive Haltung einzunehmen, als wir in einem ähnlichen Falle eine sehr schlechte Erfahrung gemacht haben. Dies liegt so: Dor längerer Zeit wurde ich von einem Ihrer Landsleute, einem hervorragenden Engländer, darauf aufmerksam gemacht, ein wie großes Hindernis auf dem Wege der deutsch-englischen Verständigung die Hast der der Welt aus dem Reichstagsbrandprozeß bekannten Bulgaren Dimitrow und Genossen sei und welch ausgezeichneten Eindruck auf die englische öffentliche Meinung deren Freilassung machen würde. Ich wußte, daß es sich hier um unverbesserliche Feinde der menschlichen Gesellschaftsordnung handelte und daß es das Beste wäre, sie würden nie mehr auf die Menschheit losgelassen. Trotzdem oder vielmehr in meinem ständigen Bestreben, die deutsch- englische Verständigung zu fördern, wurde ich mit zum Fürsprecher ihrer Freilassung. Die Bulgaren wurden nach Rußland geschickt und heute ist Herr Dimitrow Generalsekretär und damit der wahre Führer der Komintern! Er ist einer der eingefleischtesten Kommunisten und verschworensten Terroristen, der zum VII. Komintern-Kongreß in Moskau im vorigen Sommer ungefähr folgendes Kampfziel bekanntgab: 1. Das unverrückbare Kampfziel der Komintern ist die Weltrevolution und die Aufrichtung der internationalen Diktatur des Proletariats. Zur Erreichung dieses Zieles ist jedes Mittel recht, Propaganda, Bündnisse, Terror, Gewalt usw. 2. Das größte Hemmnis auf diesem Wege zur Weltrevolution, d. h. zur Aufrichtung des roten Imperialismus ist Adolf Hitler. Aus diesem Grunde muß der Nationalsozialismus mit allen Mitteln bekämpft werden. Fällt Hitler- Deutschland, ist der Weg für die kommunistische Weltherrschaft frei. In kurzer Zeit wird ganz Europa folgen, und die Zersetzung des britischen Imperiums und der noch übrig gebliebenen Nationalstaaten wird dann nicht äuszuhalten sein. Dieses saubere Programm ist das Ergebnis der Freilassung Dimitrows, d. h. also das Ergebnis liberaler britischer Weltauffassung und deutscher Gutmütigkeit und Großzügigkeit! Der Kuriosität halber darf ich übrigens hinzufügen, daß ich seinerzeit dem englischen Fürsprecher von dieser Freilassung Kenntnis gab, aber weder dieser noch die gesamte öffentliche Meinung und Presse Englands, die sich vorher über den Bulgarenfall fürchterlich aufgeregt hatte, nahm von dieser Tatsache die geringste Notiz. Ich glaube, solche Fehler sollten beide Nationen in Zukunft vermeiden. Mein lieber Lord Allen: Ihre Gegnerschaft gegen Versailles ist Deutschland und der Welt bekannt, und Ihr Einsetzen für eine deutsch-englische Freundschaft war für mich immer eine große Befriedigung in meinem, ich glaube nicht ganz unbekannten Kampf für diese Freundschaft. Ich weiß daher, daß nur edle Gefühle für Sie und Ihre Freunde zu Ihrer Eingabe vom 31. Oktober an den Führer und Reichskanzler veranlaßt haben. Wir Deutschen verstehen dieses britische Gefühl „for the underdog" (für den Unterlegenen) sehr gut und achten es, wie dies bei Angehörigen gleicher Rasse ja gar nicht anders sein kann. Gerade dieses Zusammengehörigkeitsgefühl von Menschen gleicher Rasse und gleichen Blutes aber sollte eine Garantie für die gemeinsame Erkenntnis sein, daß die Staatsraison Regierungen oft zwingt, harte Wege zu gehen, ohne daß hierdurch ein Volk seine in seinem innersten Wesen begründeten ethischen und weltanschaulichen Fundamente auch nur im geringsten preisgibt, ja, daß im Gegenteil diese harten Wege oft erst die Voraussetzung für die Erhaltung dieser ethischen und moralischen Grundlagen eines Volkes schaffen. An dieser Erkenntnis hat es dem heutigen England bisher noch etwas gefehlt. Ich glaube aber, daß auch diese Gedanken sich von Tag zu Tag mehr durchsetzen werden, und die Geschichte des Britischen Imperiums sollte hier der beste Lehrmeister sein! Indem ich hoffe, daß ich noch oft das Vergnügen haben werde, Ihnen auf dem Wege, der zur deutsch-englischen Freundschaft führt, zu begegnen, seien Sie, verehrter Lord Allen, versichert der höchsten Wertschätzung und der freundschaftlichen Gefühle Ihres Ihnen ergebenen gez. von Ribbentrop. Das Siaaisgrundgrsetz des Dritten Reiches. 6in Vortrag des Staatssekretärs Stuckart. Berlin, 16. Dez. (DNB.) Auf einer Arbeitstagung des Sozialamtes der Deutschen Arbeitsfront sprach Staatssekretär Dr. Stuck art über die staatsrechtlichen Grundlagen des Dritten Reiches. Er führte dabei u. a. aus: „Wenn auch die Weimarer Verfassung nicht ausdrücklich aufgehoben und durch eine neue Verfassungsurkunde ersetzten worden ist, wenn daher auch einige ihrer Bestimmungen heute noch Geltung haben, so hat sie doch infolge ihrer dem Nationalsozialismus fremden und uneinheitlichen Struktur jede Bedeutung als Staatsgrundge- setz verloren. Die nationalsozialistische Weltanschauung bedeutet auch auf staatsrechtlichem Gebiet vor allem die bewußte Heberwindung des liberalisti- fchen Denkens. In dem neuen Denken sind wahrer Nationalismus und echter Sozialismus ein und dasselbe. Nationalismus, der nicht zugleich Sozialismus ist, der nicht das Wohl aller Volksgenossen nach innen und außen über das Einzelinteresse stellt, ist ein Widerspruch in sich und eine Hnehrlichkeit. Sozialismus aber, der nicht seine Aufgabe in der Förderung des Ganzen sieht, also auch Nationalismus ist, schädigt die Gesamtheit. Die Staatsauffassung des Nationalsozialismus ist d i e deutsche Volksidee. Der Gegensatz zwischen Staatsidee und Staatsziel, der die gesamte deutsche Geschichte durchzieht, ist durch den Nationalsozialismus überwunden. Die künftige Reichsordnung baut sich a u f b e r vorhandenen völkischen Lebensordnung und auf den organisch gewachsenen Gemeinschaftsbildungen auf. Für die NSDAP, und das Dritte Reich gibt es keine wichtigere Aufgabe als durch Auslese und Zucht einen in Haltung, Denken und Fühlen, in Ehrbewußtsein, unbedingter persönlicher Sauberkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit einheitlichen Menschentyp als staatstragende Schicht zu schaffen. Die Partei muß als staats- und volktragende Gemeinschaft ein geistiges, weltanschauliches Kraftzentrum und zugleich ein tatsächliches Macht- i n ft r u m e n t in der Hand des Führers sein und bleiben. Sie bildet damit das Kernstück des Dritten Reiches und ist der eigentliche Träger des Staates. Der Führer hat bewußt davon Abstand genommen, eine geschriebene Verfassung zu geben. Er hat dafür eine organische Fortentwicklung entstehen lassen. Das Dritte Reich hat also heute bereits eine neue Verfassung, eine politische Grundordnung des deutschen Volkes. Diese findet zwar nicht in einer Verfassungsurkunde ihren Ausdruck, sondern in einer Reihe von grundlegenden Gesetzen und vor allem in den zur Gewohnheit gewordenen staatsrechtlichen Grund» anschauungen des Nationalsozialismus." Staatssekretär Stuckart erläuterte eingehend die wichtigsten Gesetzeswerke des nationalsozialistischen Staates und wies dabei nach, daß der nationalsozialistische Führer st ab in viel stärkerem Maße, als das bei einer demokratischen Verfassung möglich sei, auf der Souveränität des Volkes beruhe. Das Spmnstoffgeseh. Das von der Reichsregierung kürzlich verabschiedete Spinn st offgesetz tritt an die Stelle der im vorigen Jahre erlassenen Faserstoff-Verordnung. Das Ziel beider ist natürlich das gleiche, nämlich eine möglichst sparsame B e- wirtschaftung der aus dem Auslande eingeführten und oft mit kostbaren Devisen bezahlten Textilrohstoffe. Ein Hnterschied zwischen dem Spinnstoffgesetz und der Faserstoffverordnung besteht freilich in bezug auf die Mittel, mit denen das erstrebte Ziel erreicht werden soll. In der Faserstoff-Verordnung wurde das Hauptgewicht auf die 36 stündige Arbeitswoche gelegt. Durch diese Einschränkung der Arbeitszeit in den Textilbetrieben sollte einerseits der Verbrauch ausländischer Textilrohstoffe vermindert, andererseits aber den Arbeitern und Angestellten der Textilindustrie eine möglichst gleichmäßige und ausreichende Beschäftigung gewährleistet werden. Es zeigte sich aber im Laufe der Zeit, daß allein von der Einschränkung der Arbeitszeit her die Aufgabe der Regelung des Verbrauchs von Textilrohstoffen nicht ge» löst werden kann. Daneben erwiesen sich Verbrauchskontingente für die Verarbeitungsbetriebe als notwendig. Diesem Nebeneinander von Arbeitszeit- und Rohstoffverbrauchs-Regelungen wird durch das neue Spinnstoffgesetz ein Ende gemacht. Die Regelung des Verbrauchs ausländischer Textilrohstoffe erfolgt künftig nur noch unmitelbar durch Festsetzung von Derbräuchskontingenten, die aber ela stisch sind, da sie den jeweiligen Einkaufsmöglichkei- t e n von ausländischen Rohstofen angepaßt werden können. Der verarbeitenden Industrie bleibt es nach Möglichkeit überlassen, so viel und solange zu arbeiten wie sie es auf Grund der ihr zugeteilten Rohstoffmengen für möglich hält. Sie kann insbesondere durch feinere Ausfpiunung der ausländischen Textilfasern oder auch durch Beimischung einheimischer Textilfasern ihre Erzeugung steigern und dadurch auch ihren Arbeitern vermehrte Beschäftigung geben. Grundsätzlich wird natürlich die 36-Stundenwoche feftge- halten. Die Arbeiter und Angestellten werden gegen Entlassungen weitgehend geschützt und die Mehrschichtenarbeit wird erheblich eingeschränkt. Im übrigen aber hängt die Beschäftigung der Tex- tilinbuftrie künftig im wesentlichen von den De» arbeitungsfontingenten ab, die den Betrieben jeweilig einen Monat vor Beginn des Kalendervierteljahres zugeteilt werden. Für die Ausfuhr werden besondere Rohstoffmengen gewährt, so daß für die Betriebe ein starker Anreiz besteht, sich durch Steigerung der Ausfuhr von Fertigerzeugnissen ein Recht auf erhöhten Rohstoffbezug und damit auch auf Erhöhung der Verarbeitungsmengen zu erwerben. Ebenso wird für die Betriebe, die teilweise Zellwolle oder andere heimische Rohstoffe verarbeiten, durch Zulassung erhöhter Erzeugungsmengen ein Anreiz zur Verwendung und Beimischung von Zellwolle geschaffen. Das Spinnstoffgesetz fußt auf den bisherigen Erfahrungen und bemüht sich innerhalb der nun einmal notwendigen Schranken der Textilindustrie möglichst große Bewegungsfreiheit zu geben, namentlich auf dem Gebiete der Ausfuhr, auf dem ein Wettbewerb in bezug auf quantitative wie qualitative Leistungssteigerung nicht entbehrt werden kann. Der Führer und Reichskanzler hat den Gesandten in Athen, Dr. Eisenlohr, zum Oe» sandln kn Prng ernannt es Aus aller Welt ergehens gegen in Tat- 8 lose Filmlustspiel daraufhin zu untersuchen, ob in jeder Phase dem Parteiprogramm entspreche. Das Ltrieil im Prozeß Plein. 3000 Mark Geldstrafe für den Präsidenten der Frankfurter Obcrpostdirektion. Fr a n k f u r t a. M., 16. Dez. (LPD.) In später Abendstunde fällte die Große Strafkammer im Prozeß gegen den Präsidenten der Frankfurter Oberpost- direktion Otto Plein folgendes Urteil: Der Aneinheit mit öffentlicher Beleidigung des Gauleiters Sprenger zu 3000 Mark Geldstrafe, im Nichtbeitreibungsfalle zu 30 Tagen Haft verurteilt. Das Gericht sprach dem Gauleiter das Recht zu, das Urteil im Völkischen Beobachter und un Frankfurter Dolksblatt zu veröffentlichen. Der Angeklagte hatte auf einer Besichtigung Frankfurter Postämter mit einem Beamten der Postreklame in der Vorhalle des Frankfurter Postscheckamtes ein dort an einer Säule angebrachtes Plakat mit den zum öffentlichen Anschlag gebrachten Ausführungen der Partei gegen den politischen Katholizismus abgerissen. Gauleiter Sprenger hatte im Einvernehmen mit dem Reichspostminister Strafantrag gestellt, in dem auf die staatsgefährliche Einstellung hingewiesen wurde. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. Der Angeklagte fei nicht nur wegen Sachbeschädigung und böswilliger Entfernung des Plakats, sondern auch wegen Beleidigung zu bestrafen. Der Angeklagte habe sich eines böswilligen Angriffs auf die Partei und den Gauleiter schuldig gemacht. Es dürfe keinen Beamten geben. Nr. Goebbels über Berufung und Würde des Kritiker-Amtes. Richard Wagner und Bruckner angegriffen und mißverstanden worden seien. Indem der Kritiker sein Erlebnis künstlerisch gestalte, soll er selbst zum Diener der Kunst werden. Aber er soll auch nicht darunter leiden, daß seiner Berufsbezeichnung ein Makel des Unernstes und der Zweifelhaftigkeit angehängt wird. Der Beruf des Kritikers sollte davor geschützt sein, als ein hemmendes Element gewertet zu werden. Aus dem Erlebnis des Kunstwerkes solle der Kritiker in Verbindung mit seiner sprachlichen Meisterschaft eine künstlerische Leistung an sich schaffen. Als Vertreter der Presse sprach sodann in einem Schlußreferat der Letter der Fachgruppe der Kritiker. Schriftleiter C. 2TL Koehn. Er betonte u. a., der Kritiker habe sich als eine kulturelle Notwendigkeit erwiesen. Der Künstler wie der Kritiker seien den Wirkungen des gleichen Kulturwillens ausgesetzt: Es könne daher gar kein Zweifel darüber aufkommen, daß sie beide auch dem gleichen Ziele zustreben, das gleiche ideale Wollen haben — und mit den gleichen Schwierig- Nach der Kundgebung fand ein Propagandamarsch durch Mainz statt, der mit einem Vorbeimarsch am Gutenbergdenkmal abschloß. Der Abend vereinigte die alten Parteigenossen in den Lokalen, die ihnen während der Kampfzeit zu Versammlungsräumen gedient hatten. Die Leiche des verschollenen Obersten Fawcett aufgefunden? Wie Reuter aus Cuyaba in Brasilien meldet, ist in Matto Grosso die Leiche eines weißen Mannes gefunden worden, von der man vermutet, daß es sich um die sterblichen Ueberrefte des vor 10 Jahren verschwundenen britischen Forschers Oberst Faw- c e t t handelt. Der Leichnam wurde von Telegraphenarbeitern in der Nähe eines Dorfes gefunden, das von Eingeborenen des Chavantestammes bewohnt wird. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der Mann von Eingeborenen getö» t e t und die Leiche enthäutet worden ist. — Die Nachrichten um das Schicksal des Obersten Fawcett sind bekanntlich nie ganz verstummt. Im Jahre 1928 glaubte man endlich die Gewißheit zu haben, daß Fawcett noch unter den Lebenden weilt. Eine englische Expedition machte sich auf den Weg, ohne jedoch eine Spur des Vermißten zu finden. aeklagte wird wegen § 13 4 des Strafgesetzbuches Am Samstag gegen Mittag wurden die an der Tagung Teilnehmenden vom Reichsminister Dr. Goebbels in feinem Ministerium empfangen. Der Minister betonte, die fachmännische Kritik habe im wesentlichen die Aufgabe, das Gute und das Minderwertige voneinander zu scheiden und es miteinander in Vergleich zu setzen. Indessen sei der Beruf des Kritikers in erster Linie eine Sache der Berufung; der Kritiker dürfe sich also nicht in seinem Beruf an sich erschöpfen, er werde immer bann auf eine große Gefolgschaft rechnen können, wenn er es verstehe, den Instinkt der Zeit klar herauszustellen. Obwohl der Kritiker an der Formung des künstlerischen Werkes in keiner Weise beteiligt sei, müsse er doch andererseits so viel künstlerisches Verständnis und so viel Einfühlungsvermögen mitbringen, daß er g e - recht zu beurteilen vermöge. Gewiß solle die Kritik hart sein, den Dilettantismus abwehren und Rang- und Wertunterschiede machen. Aber auf der anderen Seite müsse sie sich in Erfüllung ihrer großen Aufgabe auch davor hüten, alles das, was sie nicht als höchstwertig empfindet, von vornherein abzulehnen und abzutöten. Die Kritik fd nie unfehlbar. Denn jeder INenfch fei eben der Träger einer bestimmten, eigenen Geschmacksrichtung. Es fei, fo fuhr der Minister fort, ein verhängnisvoller Fehler der kritischen Betätigung, den Eindruck zu erwecken, als wäre das einmal gefällte Urteil endgültig und unantastbar. Die Kritik soll vielmehr den Leser zu eigenem Nachdenken an- regen und ihn veranlassen, sich an Ort und Stelle selbst e i n U r t e i l z u b i l d e n. Der Kritiker, der ja immer nur ein persönliches Urteil abgeben kann, muh seine Ausstellungen mit einem gewissen Maß von Reserve und Vornehmheit vortragen. Diese Verantwortung liegt in seinem Recht zur Kritik eingefchlossen. Anderseits sei es durchaus unangebracht, von den Kritikern zu verlangen, daß sie es doch selbst „besser machen" sollen. Es ist nicht an dem, daß ein wirklich schöpferischer Kritiker zugleich auch ein genialer schöpferischer Künstler sein müsse. Es gibt im Gegenteil Menschen, die auf dem speziellen Gebiet der Auswertung eine ganz außerordentliche Begabung besitzen, daß man sich manchmal fragt, ob nun das Kunstwerk wertvoller fei oder die Kritik. Diese Menschen haben eine Witterung für das künstlerische, aber es ist die Frage, ob sie auch die Kraft besitzen, d i e künstlerische Form zu gestalten. Im übrigen ist es eine selbstverständliche Voraussetzung, daß sich der Kritiker auf fein Fach versteht. Es darf nicht dahin kommen, daß der Laie zum Kritiker erhoben wird, wie sich zum Beispiel niemand anmaßen sollte, eine Oper zu kritisieren, wenn er nicht selbst die Partitur lesen kann und sie gelesen hat. Kritik erfordert also ein unerhörtes Vertiefen in die Probleme der Kunstgestaltung. Kritik und Kunst dienen der deutschen Kultur Die Kritiker -er deutschen presse tagen in Berlin. Der Kritiker soll ein gereiftes und gerechtes, vornehmes und fachliches Urteil abgeben, ein Urteil, das den Wut nicht raubt und Ehrfurcht vor der £ei- ftung zeigt, das nicht abfchließt, sondern an» regt. 3n seiner inneren Einstellung muh er dem praktischen Arzt gleichen, der zu eingebildeten und wirklichen Kranken geführt wird und dessen haupktugend darin besteht, sich niemals eine Ungeduld anmerken zu lassen. Er solle sich peinlich davor hüten, momentanen Stimmungen zu unterliegen, fällt er doch sein Urteil nicht für sich, sondern für die Oeffentlichkeit. Darüber hinaus aber soll der Kritiker bei aller Schärfe des Urteils eines auch nicht auher Betracht lassen: Das gute, ehrliche und anständige Wollen! So wie die Ration neben der hervorragenden Leistung auch das gute Wollen als etwas Unentbehrliches empfindet, so muh auch die Kritik dieses gute Wollen in den Kreis ihrer Berechnungen mit hineinbeziehen. Sie soll da Rachsicht üben, wo es den Umständen entspricht." Der Minister gab den Kritikern mit eindringlichen Worten zu bedenken, daß sich manchmal selbst im primitivsten Dilletantismus der spielerische Wille des Volkes äußert und daß so mancher Künstler von Ruf und Rang einmal durch die Schmiere gegangen ist. Wäre er dort nicht entdeckt und entwickelt worden — er wäre vielleicht nie in ein Staatstheater gekommen! Viele haben sich erst Schritt für Schritt auf der Stufenleiter des künstlerischen Erfolges emporgearbeitet und nie wären sie an die Spitze gekommen, hätte es nicht die unterste Stufe gegeben. Deshalb darf man das Unten nicht darum verdammen, weil es ein Oben gibt. Wie leicht kann man mit all zu herbem Urteil einem von denen, die heute noch in den Anfängen stehen, eine Barriere vorlegen, die ihm fein ganzes Leben verbaut. Es gehe schon deshalb nicht an, überall die gleich harten Maßstäbe anzulegen, weil die Künstler gar nicht da seien, um alle Werke der Kunst mit .„»„x,,- erfu ihn mir den Grund seines Abscheus zu erklären, denen er weiß, daß die Haifische sie aussuchen. Ich „Äch, die Witwe des armen Kerls heiratet dem-1 weiß, daß das schon geschehen ist. Rund drei Jahrzehnte hat der Verfasser als Haifischfänger alle Meere der Welt befahren, er kennt die gefürchteten Räuber der Meere also aus gründlicher eigener Erfahrung und weiß in seinem im Verlag Julius Kittls Nachf., Leipzig, erschienenen Buch „H a i ! . - - Hai!..." von aufregenden Jagden und Abenteuern zu berichten. Während meiner Fahrten im mittleren Teil des Stillen Ozeans und die atlantische Küste hinauf und herab, habe ich viele Leute kennengelernt, die dickköpfig behaupteten, man verleumde den Haifisch, er greife keinen Menschen an. Doch niemals bin ich Eingeborenen oder Seefahrern begegnet, die sich darauf versteift hätten wie so ein Naseweis vom Festland. Niemals hat einer, der mit Haifischen und ihren Bräuchen Bescheid weiß, erklärt, der Fisch sei harmlos. Im Gegenteil, lange Geschichten von seiner tigergleichen Wildheit sind bei allen Fischern und Matrosen der Welt gang und gäbe. Die schwarzen Völker und auch die Menschen mit brauner Haut hegen wenig Furcht vor den raubgierigen Haifischen, weil sie wissen, daß das Tier sich in Gewässern, die nicht nach Blut oder frischem Fleisch riechen, nur ungern dunklen Gegenständen nähert. In Barbados sah ich, wie die Einheimischen sich Hände und Füße mit Teer beschmierten, auch wenn sie im flachen Wasser badeten, um nicht aus der tiefblauen See hervorzuleuchten. Sie wissen, Hand und Fuß werden immer zuerst angegriffen. Die Jungens, die ins Meer tauchen, um Geldstücke herauszuholen, find aber nicht bange, gelegentlich einen Hai unter Wasser anzurempeln — wenn Gefahr droht, springen sie einfach in ihr Kanu. Sonst kümmern sie sich nicht weiter darum und haben auch nichts für die Märchen übrig, die von Dolchen erzählen, mit denen Taucher angeblich die Panzerplatten des Fisches durchbohren. Der weißhäutige Australier dagegen zeigt eine erklärliche Abneigung, auch nur in der Brandung zu baden, weil dort schon manche der „Menschenfresser" ins Netz ge- wort. Als ich im darauf folgenden Jahre von St. Thomas nach Trinidad reiste, zeigte ich die Bilder wieder nach dem Essen im Rauchzimmer, und wieder war ein Herr aus Boston unangenehm von der Photographie berührt. In diesem Fall ein Jugendfreund des unglücklichen Pflanzers, dem der Anblick sehr schmerzlich zu sein schien. Und weitere sechs Monate später erzählte mir ein mir vollkommen fremder Herr aus Boston, em Dr. Harry A. Barnes, nach meinem Vortrag über Haifische, ein Verwandter seiner Frau habe in Westindien jemanden kennengelernt, der die Photographie einer Hand gezeigt hätte, die man im Magen eines Haifisches fand — die Hand eines feiner besten Freunde. Ich ließ ihn ruhig zu Ende erzählen, dann holte ich zu seinem Erstaunen dasselbe Bild aus meiner Tasche. Nachher kam es mir bedenklich vor, das Bild noch weiter zu zeigen. Ich wußte, wenn ich je noch einem Freund von Atkins begegnete, konnte ich überhaupt nicht wieder von diesem Vorfall sprechen. Erst im Jahre 1930, als ich in Cuba mit den Behörden wegen der Anlage eines einzigartigen Aquariums verhandelte und dort Beweise meiner Erfahrungen auf diesem Gebiet vorlegen sollte, wagte ich die Aufnahme noch einmal vorzuweisen. Die Wirkung war unerwartet, denn viele der Herren hatten Atkins persönlich gekannt. „Senor Atkins! Tiburon muy grande!“ Ja, em großer Hai... Wieder war das Bild seinen Freunden in die Hände gefallen, und ich beschloß, es nun niemals wieder zu zeigen. Doch andere Menschen ließen mir keine Ruhe. Wo ich auch hinkam, unweigerlich tauchte die Frage auf: „Fressen die Haifische auch Menschen?" Ich wußte Bescheid —, mir genügte das Bild von Iohnston mit dem Arm in der Hand. Es spricht deutlicher als seitenlange Berichte vom Hörensagen und Zitate. Schrecklich ist es und für viele Menschen sicher grauenerregend. Doch manch einer roirb dadurch vielleicht vor- I sichtiger beim Baden in Gewässern werden, von gangen sind. Iohnston und ich hatten den ganzen Vormittag über gefischt. Und wie sonst auch, benützen mir den Nachmittag dazu, den Tieren die Häute abzuziehen und sie zur Verladung fertig zu machen. Da ich es aber nun mal nicht lassen konnte, dem Hai den Mageninhalt zu durchstöbern, schnitt ich einem 3,50 Meter langen Braunhai den Bauch auf. Dabei fiel mir eine merkwürdige Ausbuchtung der Magenwand auf. Vorsichtig schlitzte mein Messer diese Stelle, und ein abgerundetes Knochenende trat hervor. Ich griff mit einer Hand zu, während die andere weiterarbeitete. An dem Knochen hing ein Fleischfetzen. Und als ich den Gegenstand herauszog, merkte ich zu meinem Entsetzen, daß es ein Menschenarm war? Ein Männerarm, der offenbar eben erst verschlungen worden war, denn die Hand saß noch unberührt daran — ein rechter Arm und eine rerfVe Hand. Die Mannschaft scharte sich um mich: an Weiterarbeit war vorab nicht zu denken. Der Aim war in tadellosem Zustande, ein Beweis, daß er nicht länger als Stunden in dem Haifischbauch gesteckt hatte. Handteller und Fingerspitzen waren faltig, genau wie auch sonst unsere Haut, die in längere Berührung mit Wasser kommt. Es war die Hand eines Mannes, der nicht an schwere Arbeit gewöhnt ist. Ringe oder Tätowierungen sah man nicht daran. Ich ahnte, daß sich noch mehr von der gleichen Materie finden würde und forschte weiter. Wirklich brachte ich fünf Brocken Menschenfleisch zutage, dazu ein Stück blauen Stoffes von einem Manner- anzuge. Offenbar hatte der Hai gut zu Mittag gegessen. Da sich weiter keine Knochen vorfanden, glaubten wir annehmen zu können, daß die Haifische den Körper in größerem Verband überfallen UMM T A i M ' >W Auf Schloß Lana erklärte Mafaryk in einem feierlichen Akt seinen Rücktritt vorn Amt des Präsidenten der tschechoslowakischen Republik. - Unser Bild zeigt Masaryk (in der Mitte, mit dem Arm m der Binde/ links neben ihm der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Malypetr; rechts Ministerpräsident Hodza und Dr. Samal, der die Rücktrittserklärung verliest. — (Weltbild-M.) Schachwettmeister Euwe. " - ■ I i e - > i‘«>* < . .3 In Amsterdam ging — wie bereits gemeldet — der Kampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen dem Russen A 1 j e ch i n und dem Holländer Euwe, den unser Bild zeigt, zu Ende. Euwe konnte bei einem Stande von 9:8 bei 13 Remispartien die Weltmeisterschaft erringen. — (Scherl-M.) Sportamt „Kraft durch Freude". WinterSporlsahrt nach Mgäu-Pfronken vom 25. Dezember abends bis 1. Januar 1936 abends. kosten 34,— R2N. Die Fahrt führt über Ulm—Memmingen—Kempten nach dem Allgäu. Die Teilnehmer an den Kursen des Sportamtes werden in Nesselwang untergebracht, während die Urlaubsteilnehmer in Pfronten-Ried, Steinach ufw. untergebracht werden. Pfronten ist allen Wintersportfreunden vom vergangenen Jahre her als ein ideales Skigebiet bekannt. Landschaftlich bietet es außerordentlich viele Reize. Es liegt in einem der schönsten Täler des bayrischen Allgäus, direkt an der Grenze zu den Tiroler Bergen. Unmittelbar steigen hier die gewaltigen Felsmassive der Alpen auf und geben dem Ort einen majestätischen Rahmen. Schöne Ausflüge in die herrliche Umgebung bieten jedem Besucher außerordentlich viel. Von den Bergen hat man einen weiten Ausblick auf die Großartigkeit der Alpen. Schöne Fußwanderungen oder Schlittenpartien zu den Königsfchlössern von Füssen, oder zu den Wild- fütterungen im Engetal und bei Hohenschwangau bieten viel Interessantes. All diese Vorzüge aber werden übertroffen von der Möglichkeit, in der Erhabenheit der alpinen Bergwelt sich auf den Brettern, die für viele das Schönste auf der Welt bedeuten, einmal so richtig austoben zu können, denn an Schnee und geeignetem Gelände ist hier wahrhaftig kein Mangel. Winlersporlfahrt nach Schwarzwald-Kniebis, vom 26. Dezember früh bis 29. Dezember 1935 abends. kosten 21,— RIN. Die Fahrt wird mit Omnibussen durchgeführt. Die Unterbringung erfolgt in Kniebis selbst und in den Nachbarorten. Neben dem Allgäu ist der Schwarzwald das bedeutendste Skigebiet, das für uns auch rein entfernungsmäßig ziemlich günstig gelegen ist. Wer nicht bis in das Allgäu fahren will, findet auch hier Wintersportmöglichkeiten in Hülle und Fülle. Unsere Urlaubsorte im Kniebisgebiet un= nie» Sie Die kennen kein Geld. Und die anderen Völker? gelangen erst gar nicht bis dorthin! entsteht kaum eine, denn jede Burg ist von der ganzen Sippe, im weitesten Sinne des Wortes, bewohnt. Im ganzen Kaukasus kommt die Familie als Sippe, ungefähr im Sinne des altteftamenb lichen Stammes, vor, der unter einem Oberhaupt auf Gedeih und Verderb zusammenhält und sich nicht einmal im Wohnsitz trennt. Es ist wunderbar, welch eine Fülle von Menschen in diesen Burgen beieinander hausen. Und nun das Volk: stark, kraftvoll, geschmeidig, gestählt im ständigen Kampf mit den Gewalten der Berge Kein Volk der Welt wohnt so doch auf den Gipfeln. . Woher sie kommen? Man weiß es nicht. Seltsame Sitten sind bei ihnen noch lebendig. Religiöse Tänze, dramen mit begleitendem Sprechchor. Als musikalische Begleitung ein Instrument, das der Lyra nicht unähnlich ist. Also ein Ueberbleibsel der attischen Tragödie? Vielleicht. Unb dann, bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts, bis zur endgültig' durchgeführten Angliederung an Rußland, ein Feudalsystem, das vollständig, bis in die kleinsten Züge hinein, dem mittelalterlichen Rittertum entspricht. Und ritterlich war auch die Kleidung, die aus der metallenen Rüstung bestand, wie wir sie aus den Museen kennen. Älso Nachkommen irgendeiner versprengten Kreuzfahrerschar? Als Antwort wieder nur ein Vielleicht. Es ist brennender Wunsch, dieses Rätsel zu lösen. Und man fragt, ob es nicht noch ein anderes Volk gäbe, diesem verwandt, das auf diese Fragen Antwort zu geben vermöchte? Ein solches Volk gibt es, aber es ist vielleicht noch geheimnisvoller und rätselhafter. Es sind die Chewsuren. Unzugänglicher noch sind die Täler, in denen es wohnt, die eisfreie Zeit zum Ueberschreiten der Felsen noch kürzer, aber die Existenz dieses Volkes im großen Rußland doch bekannter. Und das hatte einen seltsamen Grund, verwandt dem Grunde, der zum Entstehen der berühmten Kosakenrepubliken führte. Wie einst im Großfürstentum Moskau alle unruhigen Elemente, Verbrecher, Revolutionäre und sonstige Feuerköpfe sich in das Land jenseits der großen Ströme Kuban und Dnjepr flüchteten, um dort hinter den Stromschnellen, den parogi, die Saporoger Kosakenrepublik zu bilden (Gogol schildert dieses Leben in seinem meisterhaften Roman „Taras Bulba"), um dort von niemandem verfolgt, ein freies Leben zu führen, so galten den Eingeweihten die Täler der Chewsuren als gleiches Asyl, das vor jedem Verfolger schützte. Die Natur selbst gewährt hier ihren großmütigen Schutz. Monatelang sperren Eis und Schnee den Zugang, und selbst in der kurzen Zeit der Sommerwärme führt kein Pfad über die Schroffen ins Tal. Wie in den griechischen Felsenklöstern muß man sich an einem Seil an den steilen Felswänden herunterlassen. Unten im Tal findet man nichts als Geröll, von Regen und Eis ausgewaschen, spärliches Grün zwischen kargem Fels. Die Welt liegt irgendwo hinter unübersteigbarem Geklüft. Der Himmel ist unendlich fern über den gezackten Graten. In den Tälern aber wieder mittelalterliche Burgen mit Zinnen, .Türmen und Scharten. Ummauerte Höfe breiten sich, tiefe Verließe gähnen... da ist auch die Kemenate, einige dem Fels abgerungene Terrassen. Und hier lebt der Ritter noch wirklich und trägt das netzartige Stahlhemd, die enganliegenden Strümpfe (und im ganzen übrigen Kaukasus herrscht doch die weite orientalische Hose). Auf seiner Brust prangt das aufgenähte Malteserkreuz, entartet in seiner Form, aber doch noch deutlich erkennbar. Und der Ritter lächelt und erzählt, daß er gerade ausziehe zu Turnier und Spiel, zu Ehren einer Dame. Und ebenfalls dunkel ist hier Herkunft und Geschichte dieses Volkes. Aus dem Rankengestrüpp der Sage scheint hin und wieder ein Licht zu blitzen, das wirklich darauf hindeutet, daß einst versprengte Kreuzfahrer in diese Täler gedrungen sind. Von ihrem Christentum ist nur noch ein Schatten vorhanden, sie kennen die Apostel Paulus und Petrus, haben eine starke, 'ganz katholische Verehrung der । Jungfrau Maria, aber die Gestalt Christi ist ihnen auf denen aber ein unsicherer Fuß gleitet. Drei Viertel des Jahres sind auch sie vergraben unter Eis und Schnee. Es ist krasse Weltabgeschiedenheit, unserer Phantasie kaum vorstellbar. Seit Jahrhunderten verließ kein Swane seine Täler, in Jahrhunderten einmal findet ein Fremder zu ihnen den Weg. Dieses Volk muß schon unendlich lange an dieser Stelle leben, denn schon die Römer wußten von ihnen. Sie bauten sich damals eine Straße in das geheimnisreiche Land. Und war keinem gelang, ihnen gelang es. Sie holten sich Gold und Reichtümer von dort her. Gold gibt es auch heute noch in Mengen in Swanetien, doch kümmert sich manb darum. Die Swanen brauchen es nicht. Also sind die Swanen ein Volk, wild und zivilisiert, das in primitiven Hütten haust? Neues Wunder! Die Swanen (eben in Burgen, Ritterburgen, wie sie heute als Ruinen und Reste einer Vergangenheit in ganz Europa zu finden sind. Und es sind Burgen, die noch nie zerstört wurden ... hier ganz und gar Gegenwart. Ihre Mauern sind zum Teil sehr alt, ihre Erbauung weist auf das frühe Mittelalter hin. Aber keine andere Bauform hat sie bis heute verdrängt, und wenn wirklich Bedarf nach einem neuen Wohnsitz entsteht, so wird wieder eine neue Burg erbaut werden. Aber es schon Jahrtausenden. Es ist überwältigender Reichtum, wenn man ails der russischen Ebene durch die berühmten Kosakensiedlungen, über sanft ansteigendes Gelände in das Massiv des Kaukasus eindringt. Erstaunt und verwirrt steht man diesem Gebirge gegenüber, das unberührt, umgeistert von Geheimnissen, ungemd» dert von jeder Lieblichkeit, Schöpfungsweben um sich trägt Und doch ist etwas Bekanntes in diesen Formen, die wie der Traum eines phantastischen Künstlers anmuten. Irgendwo waren sie mir schon, halb unbewußt, wie eine Staffage ins Gedächtnis getreten. Und jetzt wußte ich: das Lächeln der Mona Lisa. Ja, bei Leonardo. In der Anna Selbdritt und anderen Gemälden, das waren sie. Genau diese Berge. Immer wie eine ferne Vision. Sollte Leonardo. der für feine Zeit weitgereiste, den Kaukasus gekannt haben? Da waren doch zwei rätselhafte Jahre in feinem Leben, über die jede Kenntnis fehlt5* Sollte Leonardo vom Nil aus ... ? Möglich. Vielleicht. Wieder ein paar ungelöste Fragen, die hier in der Luft zu liegen scheinen. Je weiter nach Süden umso verwirrender die Fülle der Probleme. Auch die Natur zeichnet diese Linie nach. Immer schroffer werden die Formen der Berge, die sich hinabtenfen nach Transkaukasien. Dort liegt das ßanb Smanetien wie eine Unwirklichkeit. Das Volk Swanen in Gmanetien. Klingt es nicht seltsam aus d7-fem Nomen? Frühmittelalterlich, wie .m CSn'umnt°in?$3eg uni)1 Steg führt in die welcher- lorcnen Täler der Swanen. Höchstens Felssteige, Geheimnisse des Kaukasus. Von Ilse Schmidt-Wissendorff Geheimnisvolle Scheide zwischen Orient und Okzident, seltsames Land, in manchen Teilen noch unerforschter als das Innere Afrikas, lebendiges Märchenbuch, auf dessen Seiten Rätsel über Rätsel geschrieben stehen, das ist der Kaukasus. Bewohnt von einer Fülle von Bevölkerun'gsgrup- pen — über hundert sind es bestimmt, die größtenteils weder art-, noch sprach-, noch stammesverwandt sind, deren Geschichte nicht minder im Dunkeln liegt — nimmt jedes dieser Völker das Recht für sich in Anspruch, das älteste und hervorragendste der Welt zu fein Und diese ganze brodelnde Weit ist dun übrigen Europa, zu dem es offiziell noch gehört, ganz unbekannt. Das alles ist schon Wunder. Und wunoerbar in Wirklichkeit ist ,edes dieses Volker, das in einsamen Tälern wohnt, eingeschossen von unübersteigbaren Felswänden. Versteckt, vergessen unentdeckt seit Jahrhunderten und vielleichi unbekannt. Auch ihre Sprache ist verlorengegangen, denn sie haben sich anscheinend mit vielen Völkern gemischt, denn von den verschiedensten Religionen sind in ihrem Bekenntnis Fetzen haften geblieben, die sich in diesem Tale, wie in einem Schmelztiegel miteinander verbanden. Als ganz artfremdes Element herrscht hier noch die Sitte, die wir von den Völkern der Südsee her kennen: das Frauenhaus, das fein Mann betreten darf, das die Frauen allmonatlich aufsuchen, und in das sie sich zur Entbindungzurückzuziehen haben, die ganz ohne irgendeine Hilfe vor sich geht. Rätsel über Rätsel, die uns hier entgegenstarren, wie die Felswände und das Gestrüpp. Undurchdringlich verflochten, Geheimnisse von Jahrtausenden, die mit den Wolken über dieses Gebirge zogen — das ist der Kaukasus. „Die blonde Garmen " Nach dem Theaterstück „Sie hat natürlich recht" von Roland Schacht hat die Rota einen Lustspiel- und Musikfilm gedreht, der, unter anderm, den Werdegang einer Operette schildert — von den kümmerlichen Anfangsstadien bis zur erfolgreichen Premiere. Die Operette heißt „Die blonde Carmen", und die Titelrolle singt Martha Eggerth, die sich neuerdings auf derartige Partien zu spezialisieren scheint; diese ist auf dem in einer Person vereinigten Gegensatz von naivem Naturkind und Koloraturprimaoonna aufgebaut, was ihr Gelegenheit zu pikanten Kontrastwirkungen und zu reicher Entfaltung ihres bemerkenswert hohen und biegsamen Soprans gibt; außerdem beginnt sie Sinn für kräftig ausgespielte grotesk-komische Szenen zu entwickeln, was ihr bisher abging. Der Spielleiter Viktor Janson hat neben etlichen guten Landschaftsbildern zwei wirklich filmisch empfundene und wiedergegebene Bilder geschaffen; das eine schildert einen musikalisch und auch sonst wildbewegten Rummelplatz (von jeher dankbares Objekt für den geschickten Kameramann), das andere läßt eine Bühnenszene der im Werden befindlichen Operette in der Phantasie des Theaterdirektors und gleichsam vor dem Auge des Beschauers sich entwickeln. Da» Drehbuch stammt von Hans H. Z e r I e 11, dle Musik (mit dem hübsch instrumentierten Gesang „Schön wie der junge Frühling") von Franz Grothe. Vom Ensemble verdient neben Ida Wüst und Wolfgang Liebeneiner diesmal Leo Slezak hervorgehoben zu werden, der in seinem augenrollenden Zorn und seinem donnernden Ko- mödiqntcn-Pathos .'wirklich komische Momente hat. — Ddr Fikm läuft seit gestern im Gloria- Palast. —r— LPD. Jugenheim, 14. Dez. Wie soeben be- Herdbuchzuchten errang Wirtschaft D, Warme Mineralquellen an der Bergstraße entdeckt? g; Hrch. Harth (9libba): Tauben: Hessische Kröpfer, schwarze, sg 2, sg 3, zweimal sg; L. Hassel- bach (Leihgestern): Italiener, rebhuhnfarbig: H. Haus (Dauernheim): Anbalusier, blau, g, berselbe auf Hessische Kröpfer, schwarze, sg 2, g; L. Heß kann! wirb, soll der Frankfurter Bodenforscher Oberingenieur W. Henning im Ttettbacher Tal in der Gemarkung Jugenheim eine Was - behauptet. Kunstserbe AKU. gaben 0,25 v. H., Bem- berg 0,40 o. H. nach. Etwas höher notierten Deutsche Linoleum mit 136,25 (135,25), ferner Eßlingen Maschinen mit 77,75 (77,50), Reichsbank unb Metall- gesellschaft lagen unveränbert. Am Rentenmarkt war bie Haltung für beutsche Anleihen etwas freunblicher. Kommunal- Umschulbung erholten sich auf 87,90 (87,60). Alt- besitz 109,90 (109,75), ferner Späte Reichsschulb- buchforberungen 97 unb Zinsvergütungsscheine 91,05. Don zertif. Dollar-Bonds waren einige Stäbte-Anleihen gefragt unb höher. Don Auslands- renten ermäßigten sich 5 v. H. äußere Goldmexika- ner auf 12,55 (13,13). Im Verlaufe hielt bie Geschäftsstille in vollem Umfange an, bie Kurse bröckelten am Aktienmarkt überwiegenb leicht ab. Deutsche Linoleum verloren 1 v. H. auf 135,25 unb Kunstseibe AKU. 0,75 v. H. auf 50,50 nach 51,25. IG. Farben blieben zu 146,75 ziemlich gut behauptet. Am Rentenmarkt erhöhten sich Zinsvergutungs- scheine auf 91,15 nach 91,05, im übrigen traten keine Veränberungen ein. Auch Pfanbbriefe unb Stabtanleihen lagen bei geringem Geschäft meist unoer- ändert. Tagesgelb weiter erleichtert auf 2,75 (3) v. H. Abendbörse ruhig, behauptet. Trotz der starken Geschäftslosigkeit war die Haltung an der Abendbörse nicht unfreundlich, die Kurse blieben auf den meisten Marktgebieten im Vergleich zum Berliner Schluß behauptet. Soweit Abweichungen zu verzeichnen waren, betrugen sie nur Prozentbruchteile. Kunstseide AKU. lagen weiter etwas schwächer mit 50,25 (50,65). IG. Farben blieben unter dem Eindruck des Lageberichts für das zweite Halbjahr 1935 mit 146,50 gut behauptet. * 3m übrigen blieben die Nachrichten, die bei Eonti gehören zu den besten Skigebieten, und jeder Teilnehmer wird hier auf feine Kosten kommen. heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30—21,30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen, für Frauen und Männer. Von 20—21 Uhr und von 21—22 Uhr, Voltsbad. Reiten. Von 21—22 Uhr, Reitschule Schömbs. Erfolge der heimischen Geflügelzucht auf der Landesfachgruppen-Geflügelausstellung Hessen-Nassau in Frankfurt. berg): Neuenglische Zwergkämpfer, birkenf.: RFC., bestes Tier der Klaffe, zweimal fg 1, dreimal sg 2, sg 3, g, H. Philippi (Steinfurth); Zwerg-Wyan- d'otten, hell: dreimal g, Hch. Kronz (Bübingen): Zwerg-Rheinländer, schw.: dreimal g, I. Kranz (Schotten): Zwerg-Wyandotten, rebhuhnf.: sg 2, g, derselbe: Tauben, gelercht: sg 1 Z, bestes Tier der Klasse, sg 1, bestes Tier der Klasse, sg 1, sg 2, zweimal g, derselbe: Koburger Lerchen, Jilber: RFE, g, W. Lang II (Hörnsheim-: Westfälische Totleger, silber: sg 1, zweimal g, A. Lenz (Klein-Linden): Zwerg-Rhodeländer: sg, dreimal g, L o tz (Reichelsheim-: Zwerg-Wyandotten, schw.: sg 2, zweimal g, K. Mank (Mendorf a. d. Lda); Italiener, filberf.: (Watzenborn-Steinberg): Italiener, gestreift, sg 1, Z, sg 2; O. Heß (Lang-Göns): Cayuga-Enten, schwarz, sg 1, bestes Tier der Klasse, zweimal sg 1, sg, g: W. Hofmann (Lollar): Rhodeländer sg E, sg 1, Z, sg 2, fünfmal sg: Hrch. Holler I. (Echzell): Tauoen: Hessische Kröpfer, fahl, sg, RFE, sg, derselbe auf Kupfergimpel, Schwarzflügel, sg, RFE, bestes Tier der Klasse, sg 2, sg 3: Gg. Jammer (Garbenteich): Zwerg-Holländer-Weißhauben, schw., sg 1, sg 2, zweimal g; A. Jung (Großen-Linden): Wyandotten, silber, zweimal g; R. Jun a (Zell): Italiener, rebhuhnfarbig, g, derselbe auf Emdener Gänse zweimal b; Albert Junker (Großen-Linden): Zwerg-Wyandotten, dunkel, sg 2; I. Kappes (Büdesheim): Wyandotten, blaugold, sa 1, derselbe Minorka, einfachkammig, schwarz, b; Tauben: Betatschte Weißschwänze, schwarz, sg, E, bestes Tier der Klasse, sg Z, bestes Tier der Klasse, sg 2. g, derselbe auf viele Tauben in rot sg 1, Z, sg, Hrch. Klein (Echzell): Zwerg-Wyandotten, gestreift, sg: L. Klinke! (Lollar): Wyandotten, schwarz, sg 1, E, derselbe aus Zwerg-Wydndotten, schwarz, sg 3, g; Hrch. Kraft (Wallenrod): Rheinländer, schwarz, sg, RFE, bestes Tier der Klasse, sg 1, sg 2, fünfmal sg, g; O. No hl (Reichelsheim, Wetterau): Tauben: Hessische Kröpfer, weiß, sg, g; O. Nuhn (Lollar); Eistouben: zweimal g, C. Hch. Ohlemutz (Gambach); Wyandotten, gestreift: sg 3, PH. Ost- Heim (Echzell); Wyandotten, rebhuhnf.: sg 3, g, derselbe; Tauben: Altd. Kröpfer: fg 1 SZ, bestes Tier der Klasse, noch dreimal sg Z, beste Tiere der Klasse, sg, g, H. Pfaff (Krofdorf): Italiener, schw.: g, W. Kraft (Krofdorf); Rheinländer, schw.: zweimal sg 3, sg, H. P f e i f f e r (Watzenborn-Steinberg); Neuengl. Zwergkämpfer, silber: sg Z, sg 1, weizenf.: sg 1 Z, sg 1, K. Philipp IV (Watzenborn-Stein- g, L. Mögt (Echzell); Zwerg-Wyandotten, weiß: fünfmal fg, viermal g, D. Muhl (Reichelsheim); Rhodeländer: sg, fünfmal g, C. Müller II (Lang- Göns); Antwerpener Bartzwerge, schwarz: fg 2, g, dieselben, porzellanf.: sg, dreimal g, K. Müller (Holzheim), Rhodeländer: dreimal 1g 3, zweimal fg, g, W. Müller (Hörnsheim); Italiener, silberf.: Dom 13. bis 15. Dezember fand in der Festhalle zu Frankfurt a. M. die erste Landesfachgruppe n - G e f l ü g e l - A u s st e l lu n g statt. Sie war mit mehr als 3000 Tieren aus allen Teilen des Gaues Hessen-Nassau beschickt. Viele Züchter aus unserem Heimatgebiet tonnten trotz starker Konkurrenz nennenswerte Erfolg für sich verbuchen. In der Gruppe Leistungsaeflügel aus Herdbuchzuchten errang Ludwig Emrich (Röthges) auf Weiße Leghorn viele Bewertungen „Sehr gut" und „Gut"; Johannes Nebel (Ortenberg) neben vielen Bewertungen „Sehr gut" und „Gut" einen Ehrenpreis und derselbe auf Rebhuhn- farbige Italiener die Bronzemedaille des Reichsverbandes Deutscher Kleintterzüchter. In der Gruppe Leistungsgeflügel aus Vermehrungszuchten bekam Ludwig Emrich auf einen Stamm Weiße Leghorn die Bronzemedaille des Reichsver- bandes Deutscher Kleintterzüchter. Die gleiche Auszeichnung errang der Geflügelhof Karl D e e g (Gießen) mit einem Stamm Weißer Leghorn aus dem Jahr 1935. Der Stamm Weißer Leghorn des Oberen Hardthofes wurde bei starker Konkurrenz mit der Note „Gut" bewertet. Aus der Gruppe Ausstellungsgeflügel feien die Züchter erwähnt, deren Tiere mit dem Prädikat „Gut" oder besser bewertet wurden. (Es bedeuten v: vorzüglich, sg: sehr gut, g: gut, E: Ehrenpreis, Z: Zusatzpreis, RFE: Reichfachgruppenehrenpreis.) Nachstehende Züchter konnten Erfolge erringen: Otto Arnold II. (Leihgestern): Gestr. Italiener: Zweimal g; Ed. Baer (Nidda): Wyandotten, schwarz, sg, g, derselbe auf Rebhuhn- farbige Italiener: fg, E, bestes Tier der Klasse sg, derselbe auf Deutsche Zwerge, goldfarbig: sg, 1 Z, bestes Tier der Klasse, sg 3, derselbe auf Deutsche Zwerge, schwarz: sg, Z, bestes Tier der Klasse, derselbe Deutsche Zwerge, weiß: sg 1; Fr. Bauer (Gießen): Rhodeländer: fg, E, bester Hahn der Klasse, sg, E, beste Henne der Klasse, viermal sg, Z, sq 2, Z, dreimal fg, zweimal g, derselbe auf einen Stamm Rhodeländer sg 1, Z, Heinrich Becker (Allendorf «. d. Lahn): Russische Orlofs sg 1, Z, sg 2; Gg. Heimborn (Gießen): Italiener, schw., zweimal fg, sg 3; E. Bender (Griedel): Italiener, gelb, fg 1, Z, bestes Tier der Klasse, zweimal sg, dreimal g, derselbe auf Schwarze Langschan: zweimal sg, g, derselbe auf Emdener Gänse, sg 1, Z, bestes Tier der Klasse, sg 1, sg 2; W. Bender (Lounsbach): Deutsche Zwerge, goldfarbig, fg 2, zweimal g; W. Biedenkopf (Münster): Tau- ven: Hessischer Kröpfer, rot, sg 1, Z, sg 1, derselbe auf Koburger Lerchen sg 1; W. Dinding (Echzell): Wyandotten, rebhuhnfarbig, dreimal g; H. Diet - r i ch (Ober-Widdersheim): Italiener, gestreifte, g; O. Wittert (Wetzlar): Zwergwyandotten, goto, fg 1, Z, bestes Tier der Klasse, sg 1, Z, zweimal fg 2, sechsmal g, derselbe auf Sebright, goto, zweimal g; L Eifert (Nieder-Ohmen): Reichshühner, weiß, fg, E, fg 1, fg 2, fg 3, g; W. Ester (Butzbuch): Italiener, rebhuhnfarbig, sg 2, fg, zweimal g, derselbe auf Rheinländer, schwarze, sg 2, sg; I. Fe ick (Echzell): Italiener, fchwarze, sg 1, Z, fg 3, sg, W. Frey (Lang-Göns): Italiener, rebhuhn- jarbig, sg 3, fg, dreimal g, derselbe Rheinländer, schwarze, sg 1, Z, derselbe auf Sebright, gold, fg, RFE, bestes Tier der Klaffe, fg 1, Z, fg 1, fg. 3, derselbe auf Luchstauben sg 3, sg, g; W. Gros (Echzell): Tauben: Hessische Kröpfer, blau, dreimal sg 1, sg 2, zweimal g; H Größer (Großen-Lin- den): Italiener, schwarze, sg, g; K. Guthe (Stein- furt): Italiener, schwarze, g; K. Habicht (Homberg a. d. Ohm): Zwerg-Langschan, schwarze, RFE, bestes Tier der Klasse, sg 1, Z, dreimal sg 3, s e r a b e r, wahrscheinlich sogar mehrere Adern, entdeckt haben, die etwa in einer Tiefe von 90 bis 100 Meiern stark strömen und stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser führen. Das Wasser soll in reichem Maße Chlor - Na - trium mit Eisenoerbindungen enthalten. Es soll sich um warmes Wasser handeln, etwa in einer Temperatur von 30 bis 35 Grad. Mit größter Wahrscheinlichkeit tonnte der Forscher feststellen, daß es sich hier um ein wertvolles Heilwaiier handeln dürfte und daß die Mineralwasserader so stark ist, daß sie, erbohrt, in Form eines Sprudels zutage treten dürfte. Schon bei den Ausgrabungen für das Schwimmbad hätte man das Vorkommen von falzhalttgem Wasser und auch von Kohlensäurebläschen iestt'tellen können. Das wurde die vorläufigen Forschungsergebnisse Hennings bestätigen. fg 2, K. Martini (Leihgestern); Italiener, schw.: Ö. May (Lang-Göns); Minorka, schwarz: zweimal ' " g t (Echzell); Zwerg-Wyandotten, weiß: I, viermal g, O. Muhl (Reichelsheim); sg 3, g, W. Pipp (Echzell); Rhodeländer: viermal sg, derselbe; Italiener, rebhuhnf.: sg E, bestes Tier der Klasse, sg 1 Z, sg 3, fg, g, A. Rathschlag (Nidda); Schönheitsbrieftauben: fg 1 Z, bestes Tier der Klasse, ig 1 Z, ffe 1, sg 2, sg 3, sg, H. R e i n - Hard (Allendorf a. o. Lda); Rheinländer^ G. L. Römer (Nieder-Gemünden); Russische Orloff: zweimal g, H. Roth (Nidda); Italiener, rebhuhnf.: fg, g, derselbe: auf Schönheitsbriestauben: fg 1, fg 3, derselbe; Pfautauben: fg 1, bestes Tier der Klasse, sg 1, sg 2, Rübsamen (Gießen); Peking-Enten: zweimal sg 2, sg 3, dreimal sg, H. Rühl IV. (Garbenteich); Neuengl. Zwergkämpfer: sg Z, dreimal fg 1, zweimal fg, zweimal g, O. Soedler (Nieder-Gemünden); Wyandotten, weiß: zweimal fg, derselbe; Federfüßige Zwerge: sg RFE, zweimal fg 1, R. Scheur ich (Butzbach); Zwerg-Plymouth- Rocks: fg 2, zweimal g, H. Schlier (Butzbach): Zwerg-Wyandotten, silb.: sg 2, fg 3, g, W. S ch l o f - (er (Klein-Linden); Italiener, silberh.: fg 3, g, W. Stamm (Atzbach); Italiener, gestreift: fg 2, g, Ä. Stoll (Lang-Göns): Rhodeländer: zweimal sg Z, dreimal fg, R. Stoffel (Echzell): Italiener, schw.: dreimal g, derselbe: Zwerg-Langshan, schw.: sg, g, Fr. Stotz (Laubach); Rheinländer, schw.: sg 1 Z, dreimal sg, zweimal g, A. Valentin (Krofdorf); Wyandotten, schw.: zweimal fg 1, ZE, sg 1 Z, fg 1, g, Otto Volk (Gambach); Wyandotten, rebhuhnf.: fg 2, fg, zweimal g, W. Volp II (Steinfurth); Weiße Leghorn, Stamm: fg 1, W. W a g n e r (Gleiberg); Zwerg-Paduaner: zweimal fg 1, L. Weigand IV (Großen - Linden); Antwerpener Bartzwerge: zweimal sg 1, beste Tiere der Klasse, zweimal sg 1, A. Wiedemann (Lich); Zwerg-Lang- shan: sg, dreimal g, derselbe; auf Stamm g, Fr. Wolf (Laubach); Cayuga-Enten: sg RFE, bestes Tier der Klasse, K. Zimmermann (Lollar); Thüringer Flügeltauben, schwarz: zweimal sg 1, g. Oie ZG.-ffarbenindustne im zweiten 1 Halbjahr 1935. Fwd. Die IG.-Farbenindustrie AG. teilt mit, daß die befriedigende Geschäftsentwicklung des Inland- 1 geschästes auch im zweiten Halbjahr 1935 bisher angehalten hat. Das Exportvolumen konnte bei ver- : stärkten Anstrengungen ebenfalls gehalten werden. Hhein-Mainische Börse. Mittagsbörse kaum behauptet. Frankfurt a. M., 16.Dez. Die Stagnation an der Börse war auch am Wochenanfang zu verzeichnen. Die Kurse zeigten im großen und ganzen nur wenig Aenderung. Teilweise erfolgten indes weitere kleine Abgaben zum Zwecke der Geldbeschaffung zum Jahres-Ultimo. Anderseits bleibt die Unternehmungslust mit Rücksicht auf das Näherrücken der Feiertage sehr gering, zumal da die Zurückhaltung der Privatkundschaft anhält, wodurch auch günstige Nachrichten aus der Wirtschaft ohne Wirkung blieben. Die Grundtendenz war weiterhin nicht unfreundlich. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung etwas uneinheitlich. IG. Farben zogen um 0,65 o. H. auf 146,90 v. H. an. Am Elektromarkt notierten Licht und Kraft excl. Dividende etwa 1,13 v. H. niedriger mit 125,25 (132), AEG. verloren 0,40 v. H., Bekula 0,25 v. H., RWE. und Elektrische Lieferungen blieben behauptet. Fester lagen Siemens mit 164,50 (163,25) und Gesfürel mit 123 (122,50). Montanwerte lagen nahezu geschäftslos und wenig verändert, etwas schwächer Stahlverein mit 72 (72,75). Weiter rückläufig waren wieder Daimler Motoren mit 86 (86,75), ferner gaben Aschaffenburger Zellstoff nach der letzten Befestigung etwa 1,50 v. H nach auf 80, Zellstoff Waldhof blieben1 Gummi von Umsatzsteigerung und Ausfuhrerfolgen und über weiter lebhaftes Geschäft auf dem rhein.» westfälischen Schrottmarkl berichten, angesichts der Geschäftsunlust ohne Einfluß. Am Rentenmarkt erreichten die Altbesitzanleihe nicht den hohen Stand von Berlin, sie notierte mit 110 (110,20). Etwas gefragt waren späte Reichsschuldbuchforderungen zu 97,13 und Zinsvergütung^ scheine zu 91,15. Kornmunal-Urnschuldung lagen mit 87,85 behauptet. Don Auslandsrenten gaben Mexikaner teilweise weiter nach, 5 v. H. äußere Gold etwa 12,13 (12,50), die übrigen Werte blieben auf Mittagsbasis behauptet. 1L a. notierten: Altbesitz 110, 7 o. H. Stahlverein 102,65, IG. Farben-Bonds 124,25, 4 v. H. Rumänen 4,75, 3,50 o. H. Schweizer Bundesbahn 170, 5 v. H innere Mexikaner 5,40, 4 o. H. Gold- meritaner 7,50, Adca 68, Commerzbank 83,65, Dresdner Bank 83,50, Reichsbank 175,50, Mannesmann 76, Rheinstahl 101,50, Etahlverein 71,75, AKU. 50,25, BMW. 116,50, Bekula 133, 2G. Chemie Basel volle 163,50, Conti Gummi 156,25, Daimler 85,75, Scheideam'talt 216, Deutsche Linoleum 135,25, Licht & Kraft 124,50, IG. Farben 14^ 50, Gesfürel 122,50, Goldschmidt 104,50, Holz- mann 85F0, Junghans 77,50, Metallgesellschaft 110, Moenus 78,50, RWE. 129,75, Westdeutscher Kaufhof 24,50, Südd. Zucker 196, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,13, Hapag 14,75. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Dez. Auftrieb: Rinder 989 (gegen 1041 am letzten Montagsmarkt), darunter 192 Ochsen, 50 Bullen, 615 Kühe, 132 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh. Auslandsrinder: 40. Kälber 407 (419), Schafe 72 (60), Schweine 3331 (2222). Ueberftanb: 96 Rinder, davon 13 Ochsen, 2 Bullen, 78 Kühe, 3 Färsen. 22 Schafe. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 (am 9. 12. 43), b) 43 (42-43), c) 40—43 (41—42), d) 36—39 (38—40). Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 41—43 (43), d) 38-40 (42 bis 43). Kühe a) 41—43 (43), b) 34—40 (37—42), c) 26—33 (29—36), d) 18—25 (22—28). Färsen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 41—43 (43), d) 34—40 (40 bis 43). Kälber andere a) 70—76 (70—74), b) 64 bis 68 (64—69), c) 55—63 (55—63), d) 42—55 (43—54). Lämmer und Hämmel b2) 48 (49), c) 45 bis 47 (46—48), d) 40—44 (42—45). Schafe nicht notiert Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), £2) 57 (57). Marktverlauf: Rinder lebhaft, geringe Qualitäten vernachlässigt, Ueberftanb. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel unb Schafe ruhig, Ueberftanb. Schweine wurden zuaeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 997 Viertel Rindfleisch, 29 ganze Kal- ber, 27 ganze Hämmel, 808 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch b 75—77, c) 67—75. Bullenfleisch b) 74 bis 77. Kuhfleisch b) 68—74, c) 58—68. Färsenfleisch b) 75—77, c) 67—75. Kalbfleisch b) 84—94, c) 74—84. Hammelfleisch b) 90—95. Schweinefleifck b) 74. Fettwaren nicht notiert. Marktverkauf sehr ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Dez. Am Getreidegroß, markt war das Angebot in Brotgetreide reichlich, ber Absatz an die Mühlen hielt sich in bisherigem Umfang. Futtergetreide war kaum angeboten, die Nachfrage blieb stark. Kleie und ölhaltige Futtermittel werden von den zuständigen Stellen verteilt. Futtermehle haben besseren Absatz, dagegen ist das Geschäft in Nachmehlen trotz ermäßigter Preise schleppend. Weizenmehl verzeichnet weiterhin befriedigendes Geschäft, Rvggenmehl liegt nach wie vor ruhig. Am Rauhfuttermarkt blieb die Tendenz bei knappem Angebot fest, die Preise für Heu und Stroh zogen an. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Reichsmark: Weizen W 13 205, w 16 208, W 19 212, W20 214; Roggen R 12 168, R 15 171, R18 175, R19 177, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste nicht notiert; Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230; Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 28,05, W 16 28,30, w 19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W 16 10,80, w 19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleis R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber nicht notiert, Trockenschnitzel 8,80,. Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8,70 bis 9,00, Weizen- und Roggen- stroh, drahtgepreßt, 3,60 bis 3,80, gebündelt 3,50 bis 3,70. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend, 3,10, gelbfleischige, hiesiger Gegend, 2,90 bis 2,95, weiß-, rot- und blauschalige, hiesiiger Gegend, 2,70 Reichsmark per 50 Kilo bei Waggonbezug, Fracht- Verrechnung Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Arantsun a. Di. Berlin Aronksuet d.UL ^Berlin Schluß« kurs tSchlußk. Abend« bflrfc (Schluß« kurs lSchlußl. Mittag« bSrse Schluß« hir» Schluß!. Abend« börie Schluß« fur< Schluß!. Mittag« bötle Datum 14-12 16-12 14.12 16 12 Votum 14 12 16.12 14-12- 16-12. e% Deutsche Reichsanlethe v. 1027 100,25 100,4 100,5 ICO,5 4 % vesgl. Serie II ............ — — — — 4% Deutsche Reichsanl. von 10»i 97,12 97,13 97 97,13 6% Wumän. vereint^ Rente v. 1908 5,9 5,8 — 5,75 6*/i% DMNli-Änleihe von io»o .. Deutsche «nl «Ablöse Schuld mit Auelos.-Rechten ............. 4*/e% Deutsche Retchöpostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 101,5 102 101,65 101,65 4'/,%Rumän.vereinh.Nentev.löl3 4% Rumänische vercinh- Rente . 8,65 4,8 4,75 4,85 8,5 4,8 109,75 100,25 110 100,25 109,8 100,3 110,2 100,1 2 *4% Anatolier .............. 39 39,13 39,4 39 «% eßcm.8% Hess. Vjolfeftaat 1020 (rückzahlb. 102%)............ 4'/,% ehern. 8% Hessische Lande»- banl Darmstadt «siold R. 12.... 97 97 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 15 16,25 14,75 16,13 15,13 24,75 16,25 15 25 16,25 96,25 96,25 96,25 _ B.W. für Verkehrswesen Akt. .. o 84,75 83,5 84,5 83,13 6>/,% ehern. iy.% Heil. Lande». Berliner Handelsgesellschaft ... 6 112,5 112,5 112,5 113 Hypothekenbank DarmstadtLiqui 4'/.% ehern. 8% Darmst. Komm LandeSb.Soldschuldverschr. 01.6 Lberhessen Provinz-Anleihe mit 100,75 100,65 — — Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dieconto« 83,5 83,65 83,5 83,65 92,5 92,25 — — Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 82,5 83 82,5 83,5 82,5 83 82,5 83,5 Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Aw 116 116 — 115 Reichsbanl ................ 12 176 175,5 176,25 175,5 leihe Serie 1 mit Au «los. «Rechten 4%% ehe m.8% Franks. Hyv.-Battt 112 112 112,5 112,4 «.«.«......................0 34,9 34,5 34,75 34,75 Äoldpse. 15 unkündbar bis 1035 6*A% ehern. 4'/,% Franks. Hyp^ Bank-Ligu^Psaiidbriese....... 6*4% ehern. 4*/t% istheinische 96,25 96,25 — — Bekula.................... 10 (Liektr. Lieferung-gelellichaft... S 133,4 109,5 133 109 133,65 109 133,25 108,75 100,65 100,65 — — Licht uno Kraft ........... 6*/, Felten & BuUleaume......... 4 132 107 124,5 106,25 132 106,75 124,25 106,25 ^>yp^Bank-Liqu.-eu und an, daß durch die jetzige Berechnung der Milch nach Kilo eine Preiserhöhung für den Erzeuger um 0,4 Pfennig eingetreten ist, die sich in der Gesamtmenge auch auswirken wird, da die Anlieferung von 12 Millionen Liter im Jahre 1934 auf 20 Millionen im Jahre 1935 angewachsen ist. Durch die Beschaffung modernster Maschinen wird eine bessere Ausnützung erfolgen. Kreisbauernobmann Langsdorf, Groh-Rechtenbach forderte vom Bauern das Vorangehen mit gutem Beispiel. In seinem Bezirk wurde festgestellt, daß Genossenschaften doppelt so viel Butter beziehen, als früher und daß von Lande Butter auf dem Schwarzweg in die .Stadt geschickt wird. Allen diesen Fällen wird nachgegangen werden, denn es geh't nicht um Sondervorteile, sondern um den Sinn der Erzeugungsschlacht. Stabsleiter Fischer von der Kreisbauernschaft Wetzlar hob hervor, daß der Führer auf die Disziplin des Volkes vertraut. Es sei wohl klar, daß die Butter knapp sei, aber es sei zu hoffen, daß durch die rührige Arbeit des Bezirksstellenleiters Weber und durch die Einsicht der Bauern, mehr Milch erzeugt werde. Es werde eine Milchkontrolle durchgeführt werden, um auch die schlechten Kühe, die teilweise von der futtereigenen Grundlage ohne Verwendung von Kraftfutter zehren, zu beseitigen. Eine Kuh müsse mindestens 2700 Liter Milch geben. Es müsse auch vor der Anschaffung des schwarzbunten Viehes gewarnt werden, weil das bodenständige Vieh das Rotvieh ist, das die fettreichste Milch liefere. Das Fettproblem sei nur durch die Genossenschaften zu lösen, darum müßten die Bauern alle Milch zur Ablieferung bringen. HL inber____ Mlerun« griti__ 42,01 0,141 3,053 54,79 46,90 12,275 5,405 1 ,465 168,70 20,02 0,716 5,656 61-61 49,05 11,13 63,26 80,80 34,13 iU 2,io mäßig kurzer Zeit in der Schweiz, wo sich der Christbaum überhaupt sehr langsam einbürgerte, zunächst nur in den protestantischen, erst später in den katholischen Gegenden. (Genau so verhielt es sich in Westfalen. Auch in Ostfriesland und im Baltikum taucht er erst in neuerer Zeit auf.) Daß der Christbaum aber jedenfalls im 19. Jahrhundert in der Schweiz sich fand, bezeugt uns Gottfried Keller, der schreibt: „Der erste Tannenbaum, den ich gesehn, das war ein Weihnachtsbaum im Kerzenschimmer." In Danzig kennt man den Christbaum seit 1815, im Sudetenland ist er seit 1820 heimisch. In wald- armen Gegenden behalf man sich jedoch auch noch im 19. Jahrhundert ohne Baum und legte z. B. in Mitteldeutschland „Weihnachtsgärtlein" an aus Moos und allerlei Wintergrün. Eingerahmt wurde das Gärtlein von zwei Reihen brennender Wachskerzen, zur Rechten und zur Linken lagen die Geschenke. In Dänemark hing man neben dem Schmuck auch die Geschenke an den Christbaum und ließ ihn schon am heiligen Abend plündern, was in Deutschland „Es war eine Bekannte von früher, aus der Heidelberger Zeit, weißt du", sagte er mit harmloser Miene. „Sie ist mit Costa befreundet, dessen .Goldfasan* leider um seine Lorbeeren gekommen ist. Ich konnte mich ihrer Gesellschaft natürlich nicht entziehen, hatte ja schließlich auch keine Ursache dazu." „Du brauchst nicht zu beichten — brauchst auch nichts zu beschönigen. Ich habe dir ja keine Vorschriften zu machen und denke auch nicht daran. Aber einen wohlgemeinten Rat wirst du wohl nicht Übelnehmen: Sieh dich vor — aus solchen Sachen erwachsen leicht die größten Dummheiten. Und wenn auch vielleicht nicht, so wäre es doch bedauerlich, wenn Annelies dahinterkäme und sich unnötige Gedanken machte." „Aber nein, dazu liegt wirklich keine Veranlassung DOr — die Sache ist doch ganz harmlos. Dir etwas vormachen zu wollen, würde natürlich keinen Zweck haben — also: Mia Rechberg war natürlich so eine kleine Jugendliebe. Aber welcher Mann hätte die denn nicht gehabt! Und heute ist man doch längst darüber weg — du brauchst dir also wirklich keine Sorge deswegen zu machen. Und Annelies auch nicht." „Na, wollen's hoffen —!" Ein prüfender Blick glitt über Günters Geßcht hin. Dann stiegen sie beide die Treppe hinauf. Die Frau Senator saß mit ihrem Gatten und Annelies im Wohnzimmer. Sie war zu Mittag auf- gestanden und aufgeblieben. Offenbar fühlte sie sich wieder besser. Man nahm es mit ihrem Kranksein auch nicht allzu tragisch. „Sie ist nicht gesund, wenn sie nicht immer ein bißchen krank sein kann! hatte Korbinian Sartorius einmal gesagt, und damit hatte er wohl recht gehabt. Für ihre Umgebung war es nicht immer erfreulich: aber man hatte sich mit der Mit daran gewöhnt und richtete sich danach. Günter trat mit etwas übertriebener Lustigkeit ins Zimmer. „Na, Herrschaften, bin ich lange geblieben? Es geht —!", lächelte Frau Eugeme. „Wir dachten schon, der Strolch würde heute überhaupt nicht wiederkommen." Er lachte leise und dunkel und trat zu Annelies heran Mit etwas unsicheren Händen umfaßte er ihren Kopf und hob ihr Gesicht zu sich auf. Er betrachtete es wie etwas, das ihm fremd geworden "W. 41,96 $ tz 61-57 den schwülen Nachmittag? War es nicht Mias Kuß, der ihm den Atem nahm und ihm das Herz aus der Brust zu reißen drohte? Er richtete sich fast gewaltsam wieder auf. „Schlaf wohl, Annelies!" wiederholte er gepreßt und ließ sie los. Er sah ihrer schlanken Gestalt nach, wie sie die Treppe zu ihrer Wohnung hinaufstieg, wie sie sich auf dem Treppenabsatz noch einmal umwandte und mit der Hand zurückwinkte. Er sah es wie ein fremdes Bild. Als wäre er selber ein Fremder m diesem Hause. 5. Kapitel. Der Dienstag war für Günter ein Tag großer Unruhe und Spannung. Heute wollte Mia anrufen. Es traf sich gut, daß Annelies am nächsten Vormittag einige Besorgungen zu machen hatte, die sie bis zum Mittagessen in Anspruch nehmen würden. Das war vorläufig die einzige Gelegenheit. Er wollte Mia also bitten, am Mittwochvormittag um elf Uhr ihren Besuch zu machen. Sie würde allerdings wohl Einwendungen dagegen machen, denn sie wußte, daß er um diese Zeit im Geschäft war. Er hörte im Geiste deutlich, wie sie mit leisem Spott fragen würde: „Hast wohl Angst davor, Bubi, vor den Herrschaften mit mir zusammenzutreffen?" Er wollte ihr also versprechen, etwas zeitiger aus dem Geschäft nach Hause zu kommen. Aber der Vormittag verging, ohne daß sie sich meldete. Auch am Nachmittag kam kein Anruf. Bei jedem Klingelzeichen, das ihn an den Apparat rief, hoffte er, ihre Stimme zu hören; aber es war immer umsonst. Jedesmal, wenn er das Privatkontor verließ, machte er der Zentrale Mitteilung, wo er zu erreichen sei. Der Geschäftsschluß kam — Mia hatte nichts von sich hören lassen. Hatte sie es vergessen? Hatte sie Abhaltungen gehabt? Vergessen — nein, das ganz bestimmt nicht. Und Abhaltungen — die Zeit zu einem kurzen Anruf blieb auf jeden Fall auch übrig. Es konnte also nur Absicht sein, daß sie ihn warten ließ. Aber was bezweckte sie damit? Wollte sie ihn in Spannung halten? Oder — ein unbehagliches Gefühl beschlich ihn — beabsichtigte sie etwa, ganz plötzlich und überraschend einzufallen? Zuzutrauen war es ihr schon. Man mußte es unbedingt verhindern, mußte selbst einmal anrufen, gleich morgen früh. (Fortsetzung folgt!) Geschäftsführer Fritz von der Hauptgenossenschaft unterstrich die weltanschauliche Grundlage dieser Probleme und kennzeichnete diejenigen, die keine Milch und Butter abliefern wollen, als Quertreiber, die auch den Nationalsozialismus verneinen und die agrarpolitischen Maßnahmen sabotieren. Es müsse auf restlose Ablieferung der Milch gedrungen werden, damit auch der Butterhändler feine Ware nur noch durch die Molkerei erhalten könne. rNolkereibesiher Grieb forderte die Rechner auf, schon in den Auftragsbüchern Kürzungen der Bestellungen aus der örtlichen Kenntnis heraus vorzunehmen, um eine gerechte Verteilung einzuleiten. Vezirkssiellenleiter Weber sagte in seinem Schlußwort, daß nur durch Disziplin und vollständige Einordnung in die Volksgemeinschaft diese Probleme beseitigt wurden zum Wohle des Vaterlandes und zum Siege des Nationalsozialismus. Die Versammlung brachte auf den Führer und Reichskanzler und den Reichsbauernführer ein dreifaches „Sieg-Heil!" aus. Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. Mn rin., der iinher inber. weine ’n 13 'chafe. ht in -43), en a) len a) 40 (40 b) 64 12-55 c) 45 ' nicht b) 55 en gl) lebhaft, ). M- Schafe ilt. waren. ;e Käl. ie. No- Ochsen- 74 bis eisch b) 74—84. b) 74. ’ ruhig. Zweigen hängen." Dornotizen. 23 Uhr „Maskenball". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die blonde Carmen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Gefangene des Königs'. —>- Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr: Weihnachtsausstellung oberhessischer Künstler. Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 23 Uhr Erstaufführung von Verdis Meisteroper: „Maskenball". Musikalische Leitung: Paul Walter; Spielleitung: der Intendant. 12. Dienstag-Abonnement. Oer Führer an die deutsche Jugend. Das neue Deutschland soll Erfüllung bringen der Sehnsucht vieler deutscher Generationen. Ein Reich soll erstehen, stark und kraftvoll. Seine Kraft und Starke aber kann nur liegen in seinen Bürgern. Seine Bürger werden aber einst nur das sein, was sie zu sein vorher gelernt haben. Was wir vom kommenden Deutschland ersehnen und erwarten, das müht Ihr, meine Jungens und Mädchen erfüllen. wenn wir ein Deutschland der Stärke wünschen, so müht Ihr einst stark sein, wenn wir ein Deutschland der Kraft wollen, so müht Ihr einst kraftvoll fein. Wenn wir ein Deutschland der Ehre wiedergestalten wollen, so müht Ihr einst die Träger dieser Ehre fein. Wenn wir ein Deutschland der Ordnung vor uns sehen wollen, fo müht Ihr einst Träger dieser Ordnung sein. Wenn wir wieder ein Deutschland der Treue gewinnen wollen, müht Ihr selbst lernen, treu zu sein. Keine Tugend dieses Reiches, die nicht von Euch selbst vorher geübt wird, keine Kraft, die nicht von Euch ausgeht, keine Gröhe, die nicht in Eurer Disziplin ihre würzet hat. Ihr seid das Deutschland der Zukunft, und wir wollen daher, dah Ihr so seid, wie dieses Deutschland der Zukunst sein soll und sein muh. Die Hitlerjugend sammelt vom 19.bis 2 2.Dezember für das Whw. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Die im Bereich der Ortsgruppe Gieß en-Ost wohnenden Angehörigen der SA., SS., NSKK. usw., die nicht Parteigenossen sind, müssen am heutigen Mittwoch, 18. Dezember, als letzten Termin die Hilfskassenbeiträge bezahlen. Die Zahlung hat von 20 bis 22 Uhr in der Ortsgruppen-Gefchäfts- stelle, Kaiserallee 141, zu erfolgen. Wer mit feiner Zahlung nicht pünktlich ist, wird bei der Hilfskasse abgemeldet. ASKOD. RSKOB.» Ortsgruppe Giehen. Morgen Mittwoch, 18. Dezember, 20 Uhr, findet im Cafe Leib gemeinsam mit „Kraft durch Freude" : unsere Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung und 1 Unterhaltungsvorführungen statt. Eintrittskarten : nur für Mitglieder sind bis morgen 12 Uhr in der 1 Geschäftsstelle zu haben. Prof. Or. Hirt 70 Jahre alt. Die Bezirk^stelle Gießen des Milchwirtschaftsverbandes Hessen, die außer dem Kreis Gießen auch den größten Teil des Kreises Wetzlar umschließt, veranstaltete am gestrigen Montagnachmittag im „Frankfurter Hof" zu Gießen eine stark befuchte Versammlung der Rechner der Milchabsatzgenossenschaften. Der Leiter der Bezirksstelle, Weber, erteilte sofort Oberrevisor Hartmann (Giehen) das Wort zu einigen buchtechnischen Erläuterungen für die Milchabsatzgenossenschaften. Dabei hob der Redner hervor, daß die Buchführung in den Genossenschaften des Kreises Gießen in sehr guter Ordnung sei. Er behandelte eingehend die auf Grund der Gesetzgebung erforderlichen Maßnahmen genossenschaftlicher Art. Oberrevisor Berg von der Kreisstelle Wetzlar betonte besonders den durch Gesetz angeordneten Zwang des Zusammenschlusses der Milchlieferanten, dem im Wetzlarer Gebiet noch nicht überall entsprochen worden ist. Außer der Gründung der Genossenschaften ist die Eintragung in das Genossenschaftsregister und der Anschluß an einen Revisionsverband dringende Verpflichtung. Vezirkssiellenleiter Weber 63,«J HO,7» 33,81 war, weil er es feit undenklichen Zeiten nicht gesehen hatte. „Und du —?", fragte er leise. Das warme Goldbraun ihrer Augen strahlte ihm entgegen. „Wenn es dir nur gefallen hat!", erwiderte sie, glücklich, ihn wiederzuhaben. „Du haft ja die ganze ÄZoche über zu arbeiten, warum sollst du dir nicht auch mal ein bißchen Zerstreuung gönnen!" Ein tiefes Gefühl der Beschämung überkam ihn. Wie selbstlos sie war! Und sie hatte keine Ahnung, mit wem er den Nachmittag verbracht hatte — „O ja, es war sehr nett!", sagte er, ihren Kops wieder aus seinen Händen lassend. „Uebrigens", wandte er sich der Frau Senator zu, „du wirst demnächst Besuch bekommen, Mama! Es war eine Dame dabei, die ich von Heidelberg her kenne, eine Frau Rechberg. Sie soll dir Grüße von einer Frau Konsul Berndt überbringen, einer Pensionsfreundin von dir, wie ich hörte!" Frau Eugenie wurde lebhaft. „Von meiner alten Sophie? Das freut mich aber. Wie lange haben wir nichts voneinander gehört! Da freue ich mich wirklich. Frau Rechberg — ich kenne sie wohl nicht. Ist sie auch in unserem Alter?" „Nein, es ist eine junge Frau! Junge Witwe. Sie hat auch gleich eine Eroberung gemacht. Schulenburg ist ganz vernarrt in sie." „Na, der! Der brennt ja gleich für jede hübsche Frau. Hat Frau Rechberg gesagt, wann sie kommen wird?" c. . „N ... nein! Ich habe vorläufig em bißchen gebremst. Ich wollte doch erst mal hören, ob es dir überhaupt recht ist, und ob du dich wohl genug fühlst, fremde Besucher zu empfangen." „Ach, ich.fühle mich doch wieder ganz wohl. Sie mag ruhig kommen." „So! Da kann man ja gelegentlich mal anrufen, sie wohnt gleich hier drüben im Continental-Hotel." Der Rest des Abends verging sehr schnell. Als Günter Annelies gute Nacht sagte, nahm er ihren Kopf wieder in seine Hände, ganz sacht und zögernd, als hätte er kein Recht mehr dazu. „Schlaf wohl, Annelies!" Sie hob ihm die Lippen entgegen. Er beugte sich herab. Rauschte es nicht über ihm und um ihn her in den Blättern der Waldbäume? Zog da vvr ihm nicht der Regen seinen silbergrauen Vorhang durch Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) in der Alten Pestalozzifchule; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis Mr. '• h. Mn Sold. 13,65, ines« i1,75, w )6,25, Lino- irben holz- '110, kauf- ugs- ibrige je i5, W16 68, R15 reife der tterqerfte ! 225 bis .3 28,05, zgenmehl ,50, plus ,1)1 17,00, 13 10,65, Menkleie 19 10,50, chrot mit N. 16,80, t notiert, 1 Fabrik- Noggen- idelt 3,50 r SeM bis 2,95, jenb,2'70 \ Fracht ii0' erst sehr viel später, in manchen Gegenden erst am Dreikönigstag geschieht. Mancherorts wird der Christbaum, oder wenigstens sein Wipfel, nach den Feiertagen an die Zimmerdecke gehängt und nochmals angezündet. Im Gailtal stellt man ein Fichtenstämmchen im Schnee an der Ecke des Gehöftes auf. (Bern weist man dem Weihnachtsbaum den Platz so an, daß man sein Widerspiel im Spiegel sieht. So schildert auch Theodor Storm in der von Weihnachtsduft durchzogenen Novelle „Unter dem Tannenbaum" den Christbaum feiner Kindheit: ..Vor uns, zurückgestrahlt von dem großen Wandspiegel, steht der brennende Baum mit seinen Flittergoldfähnchen, feinen weißen Netzen und goldenen Eiern, die wie Kinderträume in den dunklen E. B. Er stieg aus und half Mia aus dem Wagen. Sie sprachen noch ein paar gleichgültige Worte, die j der hören konnte, dann verabschiedete sich Günter. ÜQit raschen Schritten, ohne sich umzusehen, ging er nach dem elterlichen Hause zurück. Die Fenster des Wohnzimmers waren erleuchtet. !"b die Mutter wohl noch mit auf war? Man brachte lie Sache am besten gleich heute zur Sprache, dann rear man das Gefühl der Unsicherheit los. Vor- liufig wenigstens. Und man konnte in Ruhe weiter Überlegen. In der Diele traf er auf Korbinian Sartorius, ter mit langen Schritten rauchend auf und ab ging. „Machst du hier deinen Sonntagsfpaziergang, t'nkel" fragte er mit nicht ganz natürlicher Heiter- lsit. „Das nun nicht gerade. Den habe ich bereits linter mir. Aber ich habe heute abend schon etliche nm diesen heftigen Dingern geraucht, und die Frau Senator machte fo eine zarte Andeutung, daß sie fod) vorkomme wie ein Hering in der Räucher- Inmmer. Da rauche ich nun die vorletzte hier unten." Das war nur zum Teil richtig. Es war ihm vor cllem darum zu tun gewesen, Günter allein sprechen zu können. Er blieb jetzt dicht vor ihm stehen und nahm noch einen langen Zug aus feiner Zigarre. „Ja, also — ich war nämlich auch zum Rennen —" ,,Ach so — daher also —?" „Daher, jawohl! Denn ich hatte natürlich meinen Feldstecher mit. Und der Sattelplatz interessiert einen cTten Steppenreiter wie mich ganz besonders —" lieber Günter kam es wieder wie leichter Trotz. E ich etwa bevormunden lassen wie ein Schuljunge, tas gab es natürlich nicht. Es war jetzt auch gleich Gelegenheit, der Sache die Spitze zu nehmen. Onkel Korbinian besaß einen sehr scharfen Blick und ließ sch fo leicht nichts vormachen. Aus der Provinzialhauptstadt. Seit wann strahlen die Kerzen am Weihnachtsbaum? „Wie gern doch seh ich glänzen mit all den reichen Kränzen den grünen Weihnachtsbaum ingt Robert Reinick, und er ist nicht der einzige lichter, der von dem Zauber des Weihnachts- aumes sagt und singt, gehört doch für uns Heutige er strahlende Lichterbaum als ganz selbstverstand- ch zum Christfest. Aber noch nicht gar lange ist bas so, denn em ir die Gegend des Oberrheins für’s Jahr 1551 befugter Christbaum blieb wohl einzig in seiner rt. Zuerst bürgerte sich die Sitte des geschmück- in Christbaums in Straßburg ein. Don dort hetzen wir eine Nachricht aus dem Jahr 1605, die l jo lautet: „auff Weihnachten richtet man dannen- aume zu Straßburg in den stuben auff, daran mrfet man rosen auß vielfarbigem papier geschnit- !N, äpfel, Oblaten, zischgold, zucker usw." Wieder an einer — diesmal mit Lichtern geschmückten — anne hören wir im Jahr 1611 aus Schlesien, ort bescherte die Herzogin Dorothea Sibylla von rieg den armen Kindern zu Silvester unter dem !id)terbaum. Ganz allgemein üblich war der 1 hristbaum um’s Jahr 1642 in Straßburg, wo er , „nächst seltsamer Weise von der Kirche heftig beimpft wurde. (Uebrigens wehrten sich auch die eformierten der Schweiz lange Zeit gegen den Zeihnachtsbaum, in dem sie eine Veräußerlichung tiefen Sinns des Christfestes sahen). Vielfach waren nun die damaligen Christbäume uferen heutigen recht unähnlich, denn es waren tine Tannen. So berichtet 1708 Liselotte von der salz von ihren Kindertagen in Hannover, wo man im „Christkindel" Tische wie Altäre hergerichtet abe mit den Gaben für die Kinder. Auf die Tische eilte man Buchsbäume und befestigte an jedem roeig ein Kerzlein. Und offenbar ist nicht nur in annooer der Christbaum früher ein Buchsbaum eroefen, sondern auch in der Pfalz, wo er noch eute in manchen Gegenden „Boßbaum" heißt, lluch im schwäbischen Besigheim wird der Christ- aum „Buchsbaum" genannt.) In anderen Teilen er Pfalz hieß der Weihnachtsbaum um 1780 Zuckerbaum", wie wir aus einem Gedicht des ialers Müller erfahren. Der pfälzische Christbaum urde nicht am heiligen Abend, sondern erst am briftmorgen angezündet; fein Schmuck bestand über aus Zimmtwaffeln, Aepseln, Nassen, „Zucker- acfes", „Zuckerdings" und ausgeblasenen Eierhalen. Als Lichter dienten Nußschalen mit Rüböl Seinen 70. Geburtstag kann am 19. Dezember der frühere langjährige Ordinarius für vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft und Sanskrit an der Ludwigs-Universität Gießen, Professor Dr. phil. Hermann Hirt, begehen. Der in Magdeburg geborene Gelehrte wurde 1891 Privatdozent in Leipzig und 1896 außerordentl. Professor. Am 1. Oktober 1912 wurde er Ordinarius in Gießen, wo er nach mehr als 20jähriger stiller, aber erfolgreicher Lehr- und Forschertätigkeit 1933 sich emeritieren ließ. Er wurde aber nicht voll entpflichtet, sondern erhielt noch einen Auftrag für Sprachwissenschaft. Die Wissenschaft und namentlich fein Spezialgebiet hat er durch zahlreiche sprachwissenschaftliche Werke bereichert. Seine Forschung galt den Jndogermanen. Hierüber und über die indogermanische Grammatik hat er seine bedeutendsten Werke geschrieben. Seine . erfolgreiche Forschertätigkeit fand äußere Anerkennung durch die Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der Suomalais-Ugrilaisen Seuran (Finnisch-Ugrischen Gesellschaft) in Helsingfors, zum Ehrenmitglied der Linguistic Society of America und zum Auswärtigen Mitglied der Societas regia bohemica in Prag. Als Lehrer und Mensch erfreut er sich großer Verehrung.__ itnb Docht. Was nun sind die Vorläufer des Christbaums? i unächst wohl die Tannen- oder Buchszweige, mit jenen man am 24. Dezember die Bilder der Heilten schmückte. Erst allmählich dachte man daran, cüch die Tische zu zieren. Es entstanden nun die .Weihnachtspyramiden", die, sich drehend, von der 1 ecke herab hingen oder aufgestellt wurden, und i e der Erzgebirgler noch heute schnitzt, wie auch noch immer der arme Mann im Adlergebirge das .Christhäusel" errichtet aus Holzstäben, die er mit Buntpapier beklebt und, nachdem er sie in Aepfel L.pfterft hat, durch Schnüre verbindet, an die er Süßigkeiten für die Kinder hängt. Oder man fymückte auf dem Lande den großen „Weihnachts- vpsel", der auf vier Stäbchen stand und mit buntem H apier usw. geziert war, das „Weihnachtsscepter", fc e Lichterpyrämide auf einem Holzgestell, oder man taute den „Weihnachtsberg" auf. Vielfach hieß die tantbemalte Weihnachtspyramide auch „Paradiestau m" und war dann reichlich mit Buchs besteckt. Im Sudetenland wurde zu Weihnachten ur- nünglid) nur die Krippe aufgebaut und erst \ fpidi)ere>piclDereinigungl900 1900 1. Schüler — Garbenteich 1. Schüler 1:1. Die kleinen Blau-Weißen führten ein sehr schönes Spiel vor, obgleich sie vor dem Tore großes Pech hatten. Garbenteich ging gleich nach Beginn Des Spieles durch einen Fehler Der VerteiDiaung in Führung. Aber Die kleinen Gießener ließen sich nicht irre machen und Angriff auf Angriff rollte auf das gegnerische Tor. Endlich kurz vor Schluß gelang ihnen durch einen schön vorgetragenen Angriff Der verDiente Ausgleich. Deutschlands Olympia-Vorbereitungen. Tagung bes Deutschen Olympischen Ausschusses. Unter Dem Vorsitz feines Präsidenten, des Reichssportführers von Tfchammer und Osten, tagte Der Deutsche Olympische Ausschuß am Samstag im Haus Der Flieger zu Berlin. In Dieser Sitzung wurde eine Generalübersicht über Den Derzeitigen StanD Der deutschen Olympiavorbereitungen gegeben. Die von Den Fachamtsleitern erstatteten Berichte gewährten einen vortrefflichen Einblick in Die gewaltige und bis ins Kleinste durchdachte Organisation. Man konnte die feste Ueberzeugung gewinnen, daß alles getan ist, was nach menschlichem Ermessen geleistet werden kann. Einleitend schilderte der Reichssportführer kurz den Werdegang Des Deutschen Olympischen Ausschusses. Weiterhin gab er einen anschaulichen Abriß über Die in Den letzten beiden Jahren vom DOA. geleisteten Vorarbeiten für die deutsche Beteiligung an den Olympischen Spielen 1936. Der Grundton feiner Ausführungen war feine Warnung vor übertriebenem Optimismus. Vielmehr sei erwünscht, daß alle maßgebenden Männer bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf aufmerksam machten, daß bei einer Zusammenkunft der besten Athleten der Welt so viele überlegene Könner beieinander seien, daß es schon eine ganz außerordentliche Leistung ist, innerhalb einer solchen Konkurrenz überhaupt zu bestehen. Um nicht den Blick für die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit zu verlieren, sollen unsere Olympia- Kandidaten weder durch ein übertriebenes Selbstvertrauen sich zu überlegen fühlen, noch von der öffentlichen Meinung in den Himmel gehoben werden. Nach dem Reichssportstihrer sprach sein Stellvertreter Arno Breitmeyer über die Arbeit der Fachausschüsse in den Organisationskomitees für die Olympischen Spiele. Olympia-Inspekteur Busch teilte sodann die allgemeinen Richttinien für die weiteren Vorbereitungen mit. In 10 Punkten gliederte er die für die Sommerspiele noch zu leistende Arbeit. Den breitesten Raum der Sitzung beanspruchten die zum Teil sehr ausführlichen Berichte der Fachamtsleiter. Als Erster konnte Baron le Fort für den Wintersport das einzigartige zahlenmäßige Melde. ergebnis für die IV.Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen bekanntgeben. Die gleichen hoffnungsvollen Wünsche hegten V i e r e g g vom Fachamt Eissport und Erwin H a ch m a n n als Führer des Bobsportes für ihre Olympia -> Vertreter. Dberturnroart Martin Steding teilte mit, daß unsere Olympiaturner Das nach internationaler Wertung noch fehlende Können in den Freiübungen und an hängenden Ringen nahezu aufgeholt haben. Für Das Fachamt Schwerathletik sprach Dr. Herl, der in erster Linie von einem famosen Kameradschaftsgeist unserer Ringer in beiden Stilarten und Den Gewichthebern berichten konnte. Fachamtsleiter RüDiger betonte, Daß unsere Amateurboxer an Härte unD Ausdauer erheblich gewonnen hätten. Georg H a x, Der Führer Der Deutschen Schwimmer, konnte für Das zu Ende gehende Jahr eine geradezu beispiellose Leistungssteigerung nachweisen. Dr. Ritter von Halt gab bekannt, daß Das Fachamt Leichtathletik Die weitere Arbeit Den Vereinen unD Sportlehrern überlasse. Unsere Leistungen haben mit Denen Der Athleten in allen Weltteilen Durchaus Schritt gehalten, sie berechtigen zu Der Annahme, daß in den 23 Hebungen der Männer und den sechs Der Frauen je einer Der sechs Endplätze von den deutschen Olympia-Kämp- fern erreicht werden kann. Im Fußball, Handball, im Rudersport, Fechten, Schießen, Segeln, Kanusport, Reitsport, Radsport und im Modernen Fünfkampf, in allen Zweigen der olympischen Wettbewerbe, konnten die Fachamtsleiter oder ihre Beauftragten von einer erfolgreichen Tätigkeit berichten. * Amerikanische Olympia - Teilneh» wer treffen fast mit jedem gegenwärtig in Hamburg einlaufenden Nordamerika-Dampfer ein, ob» chohl die Winterspiele selbst erst im Februar stattfinden. Am Mittwoch kam der Skiläufer Washburn in Hamburg an, die Skiläuferin Hanna Locke hatte den gleichen Dampfer bereits in Le Havre verlassen. Handball im kreis VIII Cahn-Dill). Auch die Ergebnisse des letzten Sonntags lassen vor allem in der Bezirks- unb 1. Kreisklasse noch keine klare Sicht zu. Während in der Bezirksklasse Zwar ziemlich sicher angenommen werden kann, daß Der Meister entweder Lützellinden oder Wetzlar heißt, hat sich diese Frage in der 1. Kreisklasse noch mehr verdichtet. Es steht jetzt wohl fest, daß Der Sieger in Der Derzeitigen Spitzengruppe (Hörnsheim, Groß-Rechtenbach und Niedergirmes) zu suchen sein wird. Atzbach, das erneut zwei Punkte abgeben mußte, und Holzheim, dem es sicher auch nicht anders ergehen dürfte, werden kaum noch bestimmend eingreifen. In der 2. Kreisklasse hat die Jnteressenlosigkeit noch nicht nachgelassen. Denn auch neuerdings haben wieder verschiedene Mannschaften dem Gegner Die Punkte kampflos überlassen. Vezirksklasse. Mtv. Gießen — VT. Hochelheim 5:5 (2:2). Mit Diesem erneuten Punktverlust haben Die Gießener wohl keine Chance mehr, in Das Geschehen noch irgendwie einzugreifen. Wenn man sich vor Augen hält, mit welchem Elan sie zu Beginn der Runde von Sieg zu Sieg eilten, so kann man Das eigentlich schlecht verstehen. Und trotzdem hat es seine Richtigkeit. Die Hochelheimer waren wohl gut, eine in sich gefestigte Gießener Vertretung hätte sie aber trotzdem schlagen müssen. So war es schließlich so, daß Uneinigkeit und Eigennützigkeit der einzelnen Spieler besonders in der zweiten Halbzeit für den unnötigen Punktverlust verantwortlich zeichneten. Tv. Heuchelheim — Tuspo Marburg 8:12 (3:5). Heuchelheim war keineswegs so schlecht, wie Das Ergebnis besagt. Im Gegenteil. Cs hätte sehr leicht einen Sieg der Einheimischen geben können, wenn einzelne Spieler anstatt mit dem Mund zu spielen, sich von vornherein richtig und vor allem zweckmäßig eingesetzt hätten. Nach einem guten Start (es hieß kurz nach Beginn bereits 3:0 für Heuchelheim) verlor die Mannschaft immer mehr an innerem Zusammenhalt. Als bann noch zwei Spieler bas Feld verlassen mußten, war Die NieDerlage endgültig besiegelt unb zwei wertvolle Punkte, die schon sicher in der Tasche waren, weg. Tv. Wetzlar — Tv. Münchholzhausen 16:1 (10:0). lieber dieses Spiel ist nichts zu sagen. Das Ergebnis spricht für sich. In dieser Form werden die Wetzlarer, wenn nicht alles trügt, und wenn nicht der derzeitige Spitzenreiter aufpaßt, unangefochten die Spitze erringen. 1. Kreisklasse. Tv. Atzbach — Tv. Hörnsheim 4:6 (1:2). Das obige Spiel hatte trotz feiner Wichtigkeit niemals ben Charakter eines Punktekampfes. Beide Mannschaften spielten sehr fair zusammen, baß man es wirklich bedauern muß, nicht allsonntäglich solche Treffen zu sehen. Trotzdem Atzbach drei Mann ersetzen mußte, konnten sie das Spiel ziemlich offenhalten, mußten sich aber zum Schluß doch noch geschlagen bekennen. Mit diesem erneuten Punktoer- lüft Dürfte Atzbach nicht mehr in den Endkampf kommen. TV. Holzheim — TD. Groß-Rechtenbach 6:6 (5:3). Die Einheimischen machten Den Fehler, daß sie Groß-Rechtenbach unterschätzten. Sonst hätte es nicht Vorkommen Dürfen, daß, nach' nem bereits eine 5^-Fühnmg bestand» dtz SM Az 0i<'ntL «s'< Uinge". ii -r billige Tv. Tp, Jo» «Ä« i|t SloV [l Pff -Holz nn unM i n Wichen epS Sie«« Sineinde tzyensreich jicmemder «einen kö Hschied c jicier im Kligung: tarn Alta Blumen i Mn ßolzh mnndeglik ■rem tret Bie Land ■ romm Hohe Za tiatai Büi 6d)rnrat U ■Unter den |I)er Di bas von Wer best Johannes Dammes jmsrede. ’ ist greifend aria „Meir 'iftcuet /ich murbe fh Sdjriftlefun Mchien C ©orantritt »er Geisti Wedhof. ifongoerein Gierenden Wachrufen Ksahn-L Hungen, M meinte Ueim ur FFrauenhi! i «Mischten Othoralge1 r 5n der ($ e ein Trau nrer Göl Wir! Pfarrer Htember 18 Ach der Mealgymn Philologie Kriifunqe! I:|lent in $ bin holzhei Ms 1925 m bis 1 Meiden am j E>e und I inn seiner f »bleiben. 1 ■ Men ' 'deutschen 1 ^feorga: ilCn eine 1 bund gei . St, -öurg Ct Watve SMbitn "einer ( iMen i @ ber ^Werpi £ Sonn . d°r, eil 1 ielpunkt J toll LnKrbn por bet1 ! ten Werl g 1 5 (0:1). Mit diesem Sieg der Katzenfurter ist die Spiele von Misterfrage in der Staffel Dill entschieden. Katzen- 19. Januar Viktoria Hamburg starten. furt ist Staffelbester. Oberheffen So rantritt des Posaunenchores, der Schulkinder und blriben. Landkreis Gießen fl SckariackberMMllbrMW i verspiele i? )ie gleich« egg dof nann aß mpia > Ser- d d m tc h wurden 223 vorgenommen. 0 Reiskirchen, 17. Dez. Am Sonntagabend veranstaltete die hiesige RS. - Frauenschaft im Saale „Zum Hirsch" eine A d v e n t s f e i e r. Zu Beginn richtete die Führerin Frau Frank einige Worte der Begrüßung an die Erschienenen. Rach dem Gesänge einiger Ädventslieder durch den Singkreis und die Frauenschaftsmitglieder, sowie dem Vorlesen einiger Weihnachts- und Adventsgeschichten durch die Führerin stärkte man sich an Kuchen und Kaffee. Mit dem Schlußwort und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer war die Feier ’e mit, tag naler Wn> 'eiübun^i aufgeHol! 4 Lollar, 16. Dez. Im Rahmen der Werbe- alrion des R e i ch s l u f t s ch u tz b u n d e s hielt der priter der Gemeindegruppe Lollar, Lehrer Eberle, 'Dir der RS. -Frauenschaft einen interessan- |tei Werbevortrag. Er umriß klar den Zweck des 2. ftschutzes im allgemeinen und kam dann auf die Kioßen Aufgaben zu sprechen, die besonders der deutschen Frauen in dieser lebenswichtigen Selbst- Li?feorganisation harren. Durch diesen Appell konnte, eine Anzahl Frauen für den Reichsluftschutz- bimd gewonnen werden. griff rollli w Cchlul genen An Noch zwei Tage! Dom 19. bis 22. Dezember sammelt die deutsche Zugend. „Mllionen sind wir und nur eine Seele.“ Zeigtalle, daß ihr Kameraden seid! 1. QtMgn Spiel en. Wr uni JWr mü Toten. ^1900 iler 1:1, -hr schön« oßes Pej beginn de- für das Winterhilfswerk statt. Die Kameraden beteiligten sich sehr zahlreich. Der aufgebrachte Betrag wurde dem Winterhilfswerk überwiesen. — Bei der Viehzählung wurden in unserer Gemeinde 28 Pferde, 451 Stück Rindvieh, 117 Schafe, 402 Schweine, 48 Ziegen, 128 Gänse, 1470 Hühner, 26 Enten und 16 Bienenvölker festgestellt. In den Monaten September, Oktober und November waren 46 Kälbergeburten zu verzeichnen. + Grünberg, 16. Dez. Der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Höhen-Clubs hielt am Sonntagabend im Gasthaus „Wilden Mann" seine Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Oberstudiendirektor Hüthwohl, erstattete einen ausführlichen Jahresbericht. Ein ehrendes Gedenken widmete er den im Vereinsjahre verftorbe- D Weickartshain, 16. Dez. Heute morgen erlitt der Betrieb der hiesigen Gewerkschaft eine unliebsame Unterbrechung. Das Tragseil, das die b e l a d e n e n K ö r b e befördert, r l ß , und sämtliche Körbe stürzten zu Boden. Durch einen stürzenden Korb wurde an einem Lagerhaus Schaden angerichtet. K Steinbach, 16. Dez. Die Evangelische Frauenhilfe und der Evangelische Frauenchor führten am gestrigen Sonntag die Sammlung hochwertiger Nahrung s° und Stärkungsmittel in der Gemeinde durch. Dank dem Eifer der Sammlerinnen und der Bereitschaft der Gemeindeglieder ist das Ergebnis als sehr erfreulich zu bezeichnen. Neben einer Menge kleiner Gaben von Wurstwaren, Fett, Kakao, Kaffee, Konserven und Wein, die sich zu einer guten Summe vereinigten, wurden noch ca. 30 Mark gespendet. Besonderen Dank haben die Frauen und Mädchen verdient, die sich mit solcher Energie in den Dienst des WHW. gestellt haben. I Großen-Linden, 17. Dez. Am morgigen 18. Dezember feiert Friedrich Rinker seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar war 37 Jahre Schäfer in unserer Gemeinde und war ein treuer, äußerst zuverlässiger Mann. △ Großen-Linden, 16. Dez. Die hiesige NS. - Frauenschaft veranstaltete in ihrem Lokal eine stimmungsvolle A d v e n t s f e i e y. Die Frauenschaftsleiterin Frau T e x t 0 r hielt eine kurze Ansprache, die Lehrerin Frl. Müller erfreute durch Gedichtvorträge und das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten, Leni Schultheis begleitete auf dem Klavier den gemeinsamen Gesang einiger Weihnachtslieder. — Die Seitenwände der hiesigen Turnhalle haben im Laufe der letzten Jahre durch Witterungseinflüsse mancherlei Schäden erlitten. Die Wetterseite, die besonders erneuerungsbedürftig ist, soll nun im kommenden Frühjahr neu hergerichtet werden. < Leihgestern, 16. Dez. Im Mittelpunkt unseres zweiten Gemeindeabends am Sonntag stand der von Lehrer S ch l a u d r a f f gehaltene Vortrag über Adolf S t 0 e ck e r. Klar und lebenswahr wuchs das Bild dieses Mannes vor dem geistigen Auge der Gemeinde. Aus kleinen Verhältnissen herausgewachsen, unter der Kanzel des Domprediaers Lange in Halberstadt zum Theologen bestimmt, den Blick geweitet auf einer Hauslehrerstelle in Riga und auf einer Reise nach Rom, führte der Weg des jungen Predigers rasch auswärts von der Dorfkirche zum Kaiserdom. Seggerde, ein kleines Dorf, Hammersleben, ein Jndu- ftrieort und drei reiche wunderbar gefegtnete Jahre hatten Stoecker in Metz als Garnifonpfarrer an der Arbeit gesehen. Da erreichte ihn ein Ruf, der ihn „mit magnetischer Kraft" zog, der Ruf an das Königliche Hof- und Dompredigeramt nach Berlin. Jahre heißen Kampfes folgten für den Gründer der christlich-sozialen Arbeiterpartei und Reichstagsabgeordneten, über denen die Worte standen: „Viel Feind, viel Ehr", aber zugleich auch Jahre einer gesegneten Arbeit für den Leiter der Berliner Stadtmission, an der er seine christlich-sozia- . len Gedanken m die Tat umsetzte, und die noch , heute als sein Werk zu betrachten ist. Der Vortrag, dem die Gemeinde mit gespannter Aufmerksam- : feit folgte, eingerahmt von Liedern der Gemeinde, Zugend. Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar 9:8 (5:4). Die Wetzlarer Jungens haben sich wider Erwarten sehr gut geschlagen. Es hätte sogar bei etwas Glück ein Sieg herausspringen können, so ausgeglichen war der ohne Zweifel schöne Kampf. Tv. Lich — Tv. Lang-Göns II 13:2 (6:1). Lich kommt leider etwas zu spät. Hätte diese Form schon bei Beginn der Runde bestanden, so wäre es um die Spitze bestimmt anders bestellt gewesen. Lang-Göns hatte diesmal zwar Ersatz in seinen Reihen, das entschuldigt aber keineswegs. Kurze Sporlnotizen. Der bekannte amerikanische Tennisprofi Dines, der bisher mit William T. Tilden „zusammenarbeitete", hat sich von „Big Bill" getrennt und will nun Veranstaltungen auf eigene 3u einen n konnte, \ Da, e't tonnt, ach hch ein l©ei rvei L Dejan, wer wie- Wte 3! hatt, 1 derzeit Teilneh' tig in N >fer ein, J 'ebrvar statt >r MWN , Code halt! Havre ver y Staufenberg, 16. Dez. Gestern fand auf Burg Staufenberg eine Dorstandsfitzung der Hei- m,at Vereinigung Staufenberg statt, ^nchdem unter Leitung des Vorsitzenden eine Reihe K iner Gegenstände, wie „Bepflanzung des neuen qinßen Saales und weitere Durchforftungsarbeiten r f der oberen Burg" erledigt waren, wurde das Sinterprogramm besprochen und beschlossen, daß am 2. Sonntag im Monat Januar, also am 12. Ja- nt ar, ein Winterfest ftattfinöen soll, in dessen Mit-, ------------ r • ~ lepunft ein Lichtbildervortrag von Dr. W a l d r a ch-' s ch a ft Kyffhauser ijnpie6' d-! "Ä i*5 F 5WiiSi beendet. ...... □ Harbach, 16. Dez. Auf Privatgrundstucken werden gegenwärtig unter Anleitung des rührigen Obstbaumwartes Wilhelm Stark aus Saasen zahlreiche Obstbäume gesetzt. Bei der seinerzeit erfolgten Bestellung hatte man nur solche Sorten ausaewählt, die ertragreich sind und dem Boden und Klima entsprechen. Die Gemeinde beabsichtigt, im nächsten Jahre große Flächen mit Zwetschenbäumen anzupslanzen. Auf Anordnung des Bürgermeisters Heinrich Münch VII. wurden bereits im Vorjahre 75 Kirfchbäume, 45 Apfelbaume und eine große Menge Zwetfchenbäume gefetzt. Diese Maßnahme fanb allgemein großen Anklang. ch Ettingshausen, 16. Dez. Dieser Tage sand, veranstaltet von der hiesigen K r i e g e r k a m e r a d - Schaft Kyff Häuser, ein Opferschießen den ernannt: Karl Philipp IV., Georg Wall- b 0 11 II., Otto Schäfer, Karl S ch m a n b t III. und Georg Wallbott III. mit Ehrendiplom und Ehrennadel bedacht. Im Namen der Geehrten sprachen Balth. P i tz III. und Karl Philipp IV. dankende und ermahnende Worte. Für das Wintervergnügen wurde der 18. Januar bestimmt. Bürgermeister Schäfer überbrachte im Namen der Gemeinde allen Geehrten die besten Glückwünsche und erläuterte dann den im Frühjahr entstehenden Turnhallenbau, damit dann für alle größere Veranstaltungen ein ausreichender Raum zur Verfügung steht. Hierzu forderte er die Unterstützung und Mithilfe des Vereins. Nachdem der erste Teil des Abends in üblicher Weise geschlossen worden Rechnung durchführen. Die drei Olympia-Abfahrtsstrecken im Kreuzeck-Gebiet für die Olympischen Winterspiele 1936 sind ab Samstag, 14. Dezember, polizeilich gesperrt. Diese Maßnahme wurde getroffen, um eine Ueberbeanspruchung der Strecken zu vermeiden. Einer Schweizer Meldung zufolge soll Heiner Stuhlfauth demnächst das Trammg des FC. Kreuzlingen übernehmen. Der Marathonsieger der Olympischen w.i Los Angeles Juan Zabala wird am Januar bei einem 12-Kilometer-Lauf des SC. Düile ? s J" N, S« los in Jen na* ^ulüjsij Der Ortsgeistliche, Pfarrer Launhard, hielt über von dem Heimgegangenen für seine Trauer- feer bestimmte Wort aus der Offenbarung des Jchannes „Selig find, die zum Abendmahl des L:mmes berufen sind", eine eindrucksvolle Gedacht- ri-reöe. Propst Trommershaufen sprach in «rireifenben Worten über ben Lobgesang ber Ma- Ti: „Meine Seele erhebt den Herrn unb mein Geist fr.net sich Gottes, meines Heilandes". Die Feier nirrbe stimmungsvoll umrahmt durch Gebet, Ehriftlesung, Gemeinde- und Chorgesang der Gerichten Chöre Holzheim und Bleichenbach. Nach tod) gleichziehen konnten. Das Unangenehme bei )et Sache ist schließlich noch, daß das Spiel kurz oor Schluß abgebrochen werden mußte, weil ein einheimischer Spieler den Anordnungen des Schieds- richters nicht Folge leistete. Durch diesen Vorfall wird wahrscheinlich auch der zweite Punkt verloren aeten, der aber Groß-Rechtenbach wie gerufen kommt. nen Mitgliedern, wobei er besonders die Verdienste des mit 58 Jahren dahingeschiedenen, in VHC.- Kreisen gut bekannten DHC.-Bruders Karl M ö l- l e r heroorhob. Die Mitgliederzahl ist seit Ende 1934 von 85 auf 83 gesunken. 5 Mitglieder mit 25- jähriger Mitgliedschaft erhielten als Auszeichnung das VHC.-Abzeichen in Silber: Stabszahlmeifter 1. R. August Haas, Postmeister i. R. Gustav Schäfer, früher in Hungen, Frau Witwe Kumpf, Holzhändler Fr. Dahmer und Lehrer Val. Roth. Durchgeführt wurden 13 ordentliche und 2 außerordentliche Wanderungen mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 13 Wanderern. Die dem Zweigverein obliegenden Markierungen in seinem Bezirke wurden in oiesem Jahre von Reallehrer i. R. Kohlbach sämtlich erneuert, wofür ihm ber Dank bes Vereins ausgesprochen würbe. Der Zweigverein hat sich stark für ben Klub- Haus-Neubau auf bem Hoherobskopf eingesetzt, schon einen ansehnlichen Betrag zum Bau- fapital aufgebracht unb hofft, ihn noch steigern zu können. An 11 fleißige Wanberer mit 12 unb mehr Punkten konnten Wanberauszeichnungen verliehen werben: 1. Rektor i. Rh. Sentier mit 12 Punkten (19. Mal), 2. Reallehrer i. R. Rud. Kohl- bach mit 17 Punkten (14. Mal), 3. ©tubienrat i. R. Jul. Walther mit 15 Punkten (8. Mal), 4. Fräulein Math. K a u ß mit 12 Punkten (7. Mal), 5. Frau Walther mit 14 Punkten (6. Mal), 6. Dberftubienbireftor Hüthwohl mit 23 Punkten (6. Mal), 7. Hans Walther mit 14 Punkten (4. Mal), 8. unb 9. Poftinfpektor Becker und Frau mit je 15 Punkten (3. Mal), 10. Fräulein Irma Eiertänzer mit 13 Punkten (2. Mal), 11. Studienrat Weinel mit 15 Punkten (1. Mal). Die von Bankier I ö ck e l vorgetragene Rechnung ergab einenkleinen Ueberfchuß. Eine für das Winterhilfswerk vorgenommene Tellerfammlung ergab 5,56 Mark, der Zweigverein wird den Betrag auf 10 Mark erhöhen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teil der Versammlung hielt Oberprimaner Karl Alban (Freienseen) einen fesselnden Vortrag über einen dreiwöchigen Klassenausflug: Schwarzwald Bodensee—Allgau. Sehr zur Veranschaulichung trug eine große Anzahl Lichtbilder bei. Die Aufnahmen hatte ber Leiter bes Ausfluges, ©hibienaffeffor Rausch, angefertigt. Gießen, des stellvertretenden Vereinsführers, stehen wird. Um auswärtigen Mitgliedern (Gießen und Marburg) den Besuch zu erleichtern, soll die Tagung bereits um 16 Uhr beginnen. -i- Treis a. d. Lumda, 15. Dez. Am Freitagabend hielt Missionar Michelfelder von der Basler Mission, der mehrere Jahre in China gewirkt hat, und sich gegenwärtig auf Heimaturlaub befindet, in der hiesigen Kirche einen Missions- vortrag und zeigte im Anschluß daran farbige Lichtbilder von chinesischem Land und Volkstum und aus der Missionsarbeit. - Die Sammlung für die Innere Mission durch die Konfirmanden ergab etwa 14 Zentner Kartoffeln, 2 Zentner Gemüse und andere Lebensrnittel. Die nationale Solidaritätssammlung ergab 56 Mark. — Gestern abend hatte der K r i e g e r d e r e 1 n bei Kamerad Amend seine Vierteljahrsversammlung, bei der nach Erledigung einiger geschäftlicher Mitteilungen Lehrer Strack (Allendorf a. d. Lumda) emen Vortrag über die Rassenfrage hielt, der mit Beifall aufgenommen wurde. — Da ein geeigneter Platz für das neu zu errichtende Gemeindebackhaus nicht gefunden werden konnte, wird das alte zur Zeit wieder fachmännisch instandgesetzt, so daß es wohl für Jahrzehnte wieder in Ordnung ist. ♦ Beuern, 16. Dez. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die Ortsgruppe A l t e n - B u s e ck des Reichsluftschutzdund es, der auch die Gemeindegruppe Beuern angegliedert ist, in der Gastwirtschaft „Germania" eine Werbeversa m m l u n g. Erschienen waren etwa hundert Frauen und Männer, im besonderen Krieger- verein und F r a u e n s ch a f t. Der Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Bufeck), hielt einen längeren Vortrag über bie Notwendigkeit bes zivilen Luftschutzes. Die geopolitischen Verhältnisse Deutschlanbs, seine Sage im Herzen Europas, bie Art seiner Besieblung, bie Ranblage seiner lebenswichtige Industrien, die Verantwortung gegenüber der Zukunft des deutschen Volkes zwingen uns, schon in der Gegenwart alles zu tun, was ein Volk zu seiner Selbsterhaltung von jedem einzelnen fordern kann. Dies gilt auch für ben Luftschutz. Der Dortragenbe schilberte bie Methoben eines mobernen Luftkrieges, bie Arten unb Wirkung ber Bomben usw. Doch ein geschultes unb willensstarkes Volk kann auch ber schwierigsten Lage Herr werben. Der Neichsluftschutzbunb will bas ganze beutsche Volk mit bem Gebauten bes Luftschutzes nertraut machen, Männer unb Frauen für ben Dienst im Luftschutz gewinnen. In ber nächsten Zeit wirb auch in unserer ©emeinbe erneut burch Werbezettel für ben Neichsluftschutzbunb geworben. Mit ber Hoffnung, daß recht viele Frauen unb Männer, bie noch nicht Mitglieb bes Reichsluftschutzbunbes finb, nun ihren Beitritt vollziehen unb sich im Luftschutz auch aktiv zur Verfügung stellen, schloß ber Redner seine Ausführungen. Zahleiche Lichtbilber veranschaulichten ben interessanten Vortrag. wg. Großen-Buseck, 16. Dez. Die jüngste Viehzählung in unserer ©emeinbe hatte fol- genbes Ergebnis: Pferbe 105, Rinbvieh 1021, Schafe 412, Schweine 1141, Ziegen 222, Febervieh 4354, Bienenstöcke 100. An Kälbergeburten waren 133 zu verzeichnen. Nichtbeschaupflichtige Hausschlachtungen war, verbrachte man noch einige gemütliche Stunben. c^) Eber stabt, 16. Dez. In einer Versammlung ber Freiwilligen Feuerwehr berichtete ber zweite Kommandant der Wehr Ferdinand L ö b r i ch über seine Eindrücke und Erfahrungen bei dem Feuerwehr-Schulungskursus in Mainz. Im Anschluß an den Vortrag wurden einige interne Angelegenheiten der Wehr erledigt und sodann die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. )( Lich, 16. Dez. Die Evangelischen Frauenhilfen 1 unb 2 veranstalteten im Ge- meinbefaal, der beidemal voll besetzt war, finnige Adventsfeiern. Adventslichter brannten auf ben weißgebeckten Tischen, bie alten unb trauten Adoentslieber erklangen, bie Geistlichen hielten Ad- ventsansprachen. Am Schluß konnten bie Frauen je einen Tannenzweig mit einem Abventszweig unb paffenbem Abventswort mit nach Haus nehmen bzw. ben wegen Krankheit ober aus sonstigen Grünben verhinderten Frauenhilfsschwestxrn überbringen. Für bas Frauenerholungsheim in Nieber- Rumstabt und seinen Erweiterungsbau wurde eine Gabe von 20 Mark gestiftet. —/— Lich, 16. Dez. Für ben am 1. Dezember als Schulleiter ber Volksschule Lich wegen Erreichens ber Altersgrenze in ben Nuhestanb versetzten Rektor Erb fanb auf Einlabung von Bürgermeister Geil im Sitzungssaal ber Bürgermeisterei eine schöne unb erhebenbe Abschiebsfeier statt, bie noch einmal Zeugnis von ber Beliebtheit unb den Verdiensten ablegte, die sich Rektor Erb in 30jähriger Tätigkeit als Lehrer unb Rektor ber hiesigen Schule erworben hat. An ber Feier nahmen als gelabene Gäste neben bem Stabt- unb Schuloorstcmb bie vorgesetzte Dienstbehörbe, bie Ortsgruppenleitung, sämtliche Lehrer unb Lehrerinnen ber Volks- unb Fortbilbungsschule, sowie bie hier im Ruhestanb lebenben Lehrer, ber Vertreter bes Frankfurter Waisenhauses unb bie Geistlichen beiber Konfessionen teil. Bürgermeister Geil hob bie großen Verbienste bes aus bem Amte scheiben- ben Rektors um Schule unb Stabt hervor unb überreichte als Zeichen ber Anerkennung unb Dankbarkeit ein prachtvolles Werk von Geheimrat Walbe „Die Baubenkmäler Hessens, Kreis Gießen, süblicher Teil" mit ber eingehenben Beschreibung ber Vaterstabt Lich, das bem Geehrten sichtbar Freube bereitete. Schulrat Nebeling (Gießen) sprach in warmen Worten ber Anerkennung ben Dank ber Dienstaufsichtsbehörbe für bie Arbeit bes Erziehers an ber Jugenb bes beutfchen Volkes aus. Lehrer Hilb als fteUoertretenber Rektor grüßte unb bankte im Namen ber Arbeitskameraben für bie vertrauensvolle Zusammenarbeit. Direktor Beckmann (Frankfurt a.M.) fanb ehrenbe Worte für bie förbernbe Mitarbeit im Dienst ber vielen Waisen- Kinber, bie bie Betreuung von Rektor Erb burch viele Jahr erfahren durften und in Lich eine zweite Heimat gefunden haben, Stiftsdechant Kahn und Vfarrer C r ö n I e i n gedachten der hervorragenden Dienste, die Rektor Erb ber Kirche im Religionsunterricht unb ben verschobenen Aemtern geleistet hat. Zum Schluß bankte Rektor Erb für alle Ehrungen, gab verschiebens Zahlen über bie Entwicklung ber Schule in Lich bekannt unb versprach, auch weiterhin seine ganze Kraft unb Zeit feiner ■ Vaterstabt Lich, bem beutfchen Volk unb feinem ; Führer zu roibmen. Mit einem Siegheil auf ben Führer, bas Bürgermeister Geil ausbrachte, unb bem Lied ber Bewegung schloß bie einbrucksvolle Feierstunbe. Ein gemütliches Beisammensein im Parkhotel schloß sich an. * Birklar, 16. Dez. Unsere Gemeinde wird ■ in Zukunft Aufträge nur noch an diejenigen , Betriebe vergeben, deren Betriebsführer und Ge- 1 folgfchaft geschlossen in der Deutschen Ar- , beitsfront stehen. 4- M u s ch e n h e i m , 16. Dez. Am Samstagnach- , mittag ereignete sich im hiesigen Walde ein Un- Advents und Weihnachtsgedichten der Schulkinder und dem Schlußwort des Ortsgeistlichen, ließ bie Zuhörer etwas ahnen von ber beinahe unglaublichen Schaffenskraft biefes Gottesmannes, aber auch von bem Bekenntnismut und ber Liede, mit ber er fein Volk auf betenbem Herzen trug. Watzenborn-Steinberg, 16. Dez. Der Vorftanb bes Gesangvereins „Eintracht hatte bie Mitglieber am Samstagabenb in bas Vereinslokal „Zum grünen Baum" eingelaben. 93er- einsführer Karl Ruckelshausen gebuchte zunächst ber gefallenen Mitglieber, gab einen lieber- blick über bas abgelaufene Geschäftsjahr unb erteilte bann bem Rechner Georg K 0 lmer bas Wort zur Nechnungsablage. Aus biefer ging hervor, baß ber Verein einen Ueberfchuß zu verzeichnen hat. Dis Rechnung würbe für richtig befunben, worauf bem Vorftanb Entlastung erteilt würbe. Anläßlich feines 60. Geburtstages würbe Chormeifter Georg Harnisch, burch besten Stabführung ber Verein heute auf beachtlicher Höhe steht, ein Geschenk überreicht. Ebenso würben bie Ehrenmitglieber Baltha- jer P itz V., Christoph Häuser unb Heinr. Wallbott für ihre 50jährige Vereinszugehörigkeit mit je einem Geschenk geehrt. Zu Ehrenmitgliebern rour- 2. Kreisklasse. Allendorf (Lahn) — TV. Wetzlar II. Die Wetzlarer sagten kurz vor Spielbeginn ab, so Daß das Treffen ausfiel. , . , m 1$. Nauborn - TV. Dutenhofen Nau- bflrn trat nur mit 8 Mann an und °°r!chenkte |o uimötiaerweife die Punkte. Dutenhofen und Allen- bdrf stehen nunmehr punktgleich an der Spitze, um d es allerdings noch einen fcharfen Endkamps Pfarrer Freitags Beisetzung. = j) 0 [ 3 1) e i m, 16. Dez. Heute Nachmittag fand In unserer überfüllten Kirche die Trauerfeier für den in Bleichenbach, feiner letzten Wirkungsstätte, heim- ghangenen Pfurrer Freitag statt, lieber 27 Jchre hatte er von 1897 bis 1925 als Pfarrer und Seelsorger ber Pfarrei Holzheim mit feiner Filial- gineinbe hier gewirkt. Die Erinnerung an seine sesensreiche unb aufopfernbe Tätigkeit in seinen ©meinben ist noch so sichtbar kbenbig, baß man Minen könnte, er hätte erst vor kurzem von uns U schied genommen. Davon legte die erhebende Fier im Gotteshaus und die überaus große Bete ligung Zeugnis ab. Die sterbliche Hülle war vor * m Altar aufgebahrt und mit einer Fülle von innen und Kränzen bedeckt. Außer den Gemem- i Holzheim und Dorf-Gill waren auch viele Ge- indeglieder aus Bleichenbuch gekommen, um ■cm treuen Seelsorger die letzte Ehre zu erweisen ? Lundeskirche Nussuu-Hessen rour durch Propst ^rommershuusen-Frunkfurt u. M. unb eine ?ße Zuhl Geistlicher, besonbers aus den Deka- ten Büdingen unb Hungen, vertreten. Auch ber lc,gjährige Superintenbent Oberhessens, Oberkirch nrat D. Wagner unb Propst Knodt waren Utter den Trauergästen. Tv ^Londorf — Tv. Treis ; T v. ©rü- nqen — T v. L i ch. In diesen beiden Spielen ten ebenfalls die ©äste nicht an, so daß es auch r billige Punktgewinne gab. Tv. Homberg - Tv. Nieder-Ohmen i 2 (3:2). Der hohe Sieg des Tabellenzweiten formt nicht überraschend. Der Neuling Nieder- O men hatte nickt viel zu bestellen. Tv. Kahenfurt — Tv. Straßebersbach -.ff* reit! 3:01« -Izh-U t)ts zu l"t DOK m endigung des Gottesdienstes bewegte sich unter HN in bi rantritt des Posaunenchores, der Schulkinder und n beruh!'' tr Geistlichkeit ein langer Trauerzug nach dem ite, bafem ^dhys. Nach dem Chorgesung des Männerge- ) Ausdm loiqüereins und der Einsegnung durch den am- . der M tiirenden Geistlichen legten unter entsprechenden ite für ta Abrufen Dekan Hoch-Selters und Stiftsdechunt beisM ia h n - ßid) für die Dekunute Büdingen unb Ä:ngen, bie Vertreter ber Kirchenvorstände unb it bafi ta E meinden von Bleichenbuch, Aulenbiebuch, Holz- ' toeitl« Bitm und Dors-Gill sowie die Vertreterin der Unfere ii. Jouenhilse Kränze nieder. Mit einem Lied des ge- in afc Achten Chors Bleichenbach und g-memfam-n ije berechtt C orulgesang fand bie erhebenbe Feier ihr Ende 3 Uebunqei fr ber Gemeinde Bleichenbach hatte bereits geitern ie einer d« th. Trauergottesdienst stuttgefunden, m bem Pfar- mnia» ir Göbel-Wolf tiefempfundene Worte über ff franbbat ßcs Wirken des Heimgegangenen sprach, a'-ln Km Pfarrer Ludwig Freitag wurde um 29. Sep- ?rne'n M fember 1870 in Heuchelheim geboren Noch dem Le- !uch der Volksschule seines Heimutortes und des $eau; vli ulgymnasiums in Gießen studierte er zunuchst ^»ilologie und dünn Theologie. Noch bestandenen ei Prüfungen wurde er am 15. April 1897 Pfurrassi- Ihut in Schotten, wurde dann als Pfurrverwulter In Holzheim am 3. Advent 1897 eingeführt, wirkte bis 1925 hier und in Dorf-Gill und zuletzt von 1(25 bis 1935 in Bleichenbach, wo er nach schwerem L'iden am 13. Dezember viel zu früh für seine Familie und die Gemeinde starb. Sein Gedächtnis wiro in seiner früheren und letzten Gemeinde im Segen Brauerei Ihring-IVIelchlor «l Lieh Kx. M Zur Zeit im Ausstoß für die Festtage empfiehlt ihre hervorragenden Qualitäts-Biere / la Bockbier (ff. Starkbier) Spezialität „Hessenquell“ 7307 D glücksfall. Ein Arbeiter aus Holzheim wurde von einem stürzenden Ast getroffen und erlitt einen Beinbruch. * Inheiden, 17. Dez. Der Bohrmeister und Zimmermann Heinrich Eppelmann und Frau können am morgigen Mittwoch, 18. Dezember, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Kreis Zriedberg. ch Butzbach, 16. Dez. Gestern fand im Saale des „Hessischen Hof" die Weihnachtsfeier des Fechtvereins Waisenschutz, Zweig- oerein Butzbach, statt. Nach einem sinnreichen Dorspruch, einigen Darbietungen des Schülerchores und nach einer Ansprache wurde ein Weihnachtsspiel in zwei Bildern von einer hiesigen Laienspielschar aufgeführt. Anschließend fand die Bescherung der 47 Halb- und Vollwaisen statt, deren Geschenke zumeist aus Kleidern, Anzügen, Schuhen und Wäsche bestand. Die Familienfeier am Abend wies ebenfalls starken Besuch auf. Nach einigen Stücken Unterhaltungsmusik folgte ein Lustspiel, das ebenfalls von der Laienspielschar Butzbachs gegeben wurde. pb. Butzbach, 15. Dez. Am Samstagnachmittag hielt die Kleinkinderschule unter Leitung der Kindergärtnerin Frl. Wolfram ihre diesjährige Weihnachtsfeier mit Bescherung im Saal des „Hessischen Hof" ab, wobei die Leiterin kurze Begrüßungsworte sprach und Pfarrer Schneider eine Ansprache hielt. Verschönt wurde die Feier durch Vorträge des Chors der Stadtschule unter Leitung von Lehrer Buß, sowie Darbietungen einzelner Abteilungen der Kinderschule. Etwa 150 Kinder konnten beschert werden. — Im Zuae der Verreichlichuna der Justiz findet in der hiesigen Zellen st rafan st alt insofern eine Veränderung statt, als vom 1. Januar 1936 ab die Strafanstalt nicht mehr mit Gefängnissträflingen belegt wird, sondern nur mit solchen Sträflingen, die eine Zuchthaus st rafe von 1—5 Jahren zu verbüßen haben. Zu diesem Zweck wurden bereits etwa 150 Gefängnissträflinge von hier in das Gefängnis nach Freiendiez überführt. Nach und nach sollen die hiesigen Insassen in andere Gefängnisse verlegt werden. Kreis Schotten. * S ch o t t e n, 16. Dez. Auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes wurden am Montag in Schotten die Volksschule und die Realfchule geschlossen, da zwei Fälle von Diphtherieerkrankungen festgestellt worden waren. Kreis Alsfeld. T Deckenbach, 16. Dez. Zum Tage der n a - tionalen Solidarität wurden in unserer Gemeinde etwa 55 Mark gesammelt. Die Eintopfgerichtsammlung im November brachte 20,80 Mark, im Dezember 19,15 Mark. In Höingen wurden vom Eintopfgericht 5,10 Mark gesammelt. Kreisgeflügelschau Alsfeld in Tlieder-Ohmen.