Hr. 217 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag. 17. September 1955 SIS ÄXa€*a**a**M***a*aaw Heimat im Bild-Dio Scholle ffl Hw H M W Ha M W WWW V W M WWW WWW • W für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: ■■■■ Ä< Mklf W W &< ■ /■ || W Breite 7 Rpf.. für Text- Mit 4 Beilagen RM.1.95 HF M W K W BH W W 'M W JL H W W VB W H W tHk ■ anzeigen von 70 mm Brett« ssr 'S v/ IV11V14V" H' A'v 141V 4W4V > ssss« ZML General-Anzeiger für Oberhesten KM achten: Anzeiger Gießen • v w ' behördliche Anzeigen 6Npf. ?t26 Uhr geöffnet wurde, war innerhalb weniger Minuten die gesamte Halle bis auf den letzten Platz besetzt. Zur festgesetzten Zeit erscheint, vom überfüllten Haus mit einem enthusiastischen Jubel begrüßt, d e r Führer, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß und Gauleiter Streicher, hinter ihm die Reichs- und Gauleiter, die Gruppen- und Obergruppenführer der SA. und SS., die Gebiets- und Uber» gebietsführer der HI. und die Hauptamtsleiter der Gliederungen der Bewegung. Zum letztenmal auf dem Parteitag dßr Freiheit zietzen dann unter den Klängen des Nibelungenmarfches die ruhmreichen Standarten in feierlichem Zuge, geführt von der Blutfahne und der Leibstandarte Adolf Hitler, in die Halle, von den weit über 30 000 Kongreß» befuckern mit erhobener Rechten begrüßt. Als die Standarten unter dem großen Hakenkreuz aufmar» lich vorhandener Elemente einer gemeinsamen Herkunft und damit einer inneren Zusammengehörigkeit. So wie aber jede Geburt mit Schmerzen verbunden ist, so ist auch die Geburt von Völkern nicht schmerzlos. Wer will die Geschichte anklagen, daß sie einen Weg ging, den die Vorsehung nicht weiser wählen konnte, um am Ende das von uns Anklägern selbst erwünschte Ergebnis zu fordern und zu erreichen. Es war daher in dieser Periode der deutschen Volkwerdung der Gegensatz zwischen Staatsidee und Staatsziel und Volkstum damals ein zwangsläufiger. Bedauerlich, aber notwendig, so lange nicht das Volkstum aus der unbewußten Beengung der Stämme hinauswuchs unD überging in die erst langsam empfundene und endlich als notwendig und natürlich erkannte Ebene der Nation. Die Männer aber, die in diesem Prozeß geschichtliche Vollstrecker waren, handelten im Auftrage einer Vorsehung, die wollte, daß wir Deutsche z u I e i n e m Volk wurden. (Beifall.) | Zwei Erscheinungen erheben sich hier heraus zur kann sie im einzelnen vielleicht bedauern, aber man soll nicht die Geschichte verdammen, weil der Weg, der von Dutzenden deutscher Stämme zu einer einzigen deutschen Ration führte, als mehr oder minder harte Vergewaltigung über Zehntausende un6 oft so wertvolle Gefallene und Traditionen geht und gehen mußte. Es ist daher auch falsch zu wehklaaen über die eigenreligiösen und eigenstaatlichen Opfer, die dieser Weg der deutschen Volkwerdung erforderte. Was in diesen Jahrhunderten fiel, es mußte fallen. Es ist auch nicht richtig, die inneren Beweggründe jener analysieren zu wollen, die uns als die Gestalter der ersten größeren und großen deutschen Staatsgebilde in die Augen fallen und uns bekannt sind. Die Vorsehung, die wollte, daß a u s D e n deutschen Stämmen ein deutsches Volk wird, hat sich ihrer bedient, um diese Volkwerdung zu vollziehen. (Beifall.) Wer will von uns die innere Seele, ihre Gedanken und treibenden Kräfte jener großen germanischen Kaiser enthüllen oder gar analysieren, die mit hartem Schwert über die einzelnen Stammesschicksale hinweg nach einer größeren Zusammenfassung deutscher Menschen streb- ten! Und es ist wieder eine Fügung Der Vorsehung, daß sich ihnen zwei Hilfen anboten, ohne die sicherlich die germanische Staatengründung und damit die Voraussetzung zur deutschen Volkwerdung ent- weder überhaupt nicht gelungen wäre oder be- stimmt nicht in dieser verhältnismäßig kurzen Zett. Denn uns treten ja die Volker ins geschichtliche Blickfeld, wenn sie sich, und zwar als organisatorische Einheit anschicken, den Zenit ihrer Kraft, ihres Lebensdranges und ihrer Lebensauswirkung zu erreichen. Die Dauer der vorausgegangenen Entwicklung bleibt meist verborgen. Ohne den Blick auf die antiken Staaten des Altertums und ohne die weltanschauliche Hilfe des Christentums würden keine germanischen Staatenbildun- I gen zu jener Zeit denkbar gewesen sein. Der Weg -es Führers. In vielen Betrachtungen, die die ausländische tfiejfe dem Nürnberger Parteitag vorausschickte, rcren Mahnungen und Warnungen und Hoffnun» c n ausgesprochen, die am Wesen des National- jizialismus und des Führers vollkommen vorbei- pigen. Auch in wohlwollenden Auslassungen kam Kr Wunsch zum Ausdruck, daß das neue Deutsch- lcnd den Ueberschwang einer revolutionären Zeit jmßigen und sich in Der Kunst Des Kompromisses fixen möge, die im nationalsozialistischen Regime i»(h in Den Kinderschuhen stecke. Darin unter» Reibet sich aber der Führer von anderen Staats- riännern, daß er Den Begriff des Kompromisses rcht kennt, daß für ihn für alle Zeiten gilt, was 'jt einmal ausgesprochen hat. Arn Ende Der 25 Punkte des Parteiprogramms ssücht Der Satz: „Die Führer versprechen, wenn jiitig unter Einsatz ihres eigenen Lebens, für Die Durchführung Der vorstehenden Punkte rücksichtslos -Pnzutreten". Auch den Kleinmütigen in Deutsch- Md selbst, Denen ab und zu Der Gedanke gekom- ‘T«n fein mag, daß Das Programm gewandelten ^sitverhältnissen angepaht werden könnte und daß tis notwendigen internationalen Rücksichten der .eine ober der andere Punkt fallen gelassen werden Milte, merken heute, daß die Ablösung Der Revolution durch die Evolution nichts anderes bedeutet «s die systematische Durchführung aller einmal auf« f stellten Grundsätze und Forderungen, und daß tafe Durchführung nur um so gründlicher wird, tenn sie mit staatlichen Mitteln und mit sicherer ckmählicher Untermauerung erfolgt. >Es sind gleich Drei Programmpunkte, die durch I2 neuen Gesetze sehr gründlich verwirklicht werden. „Staatsbürger kann nur sein," so lautet Der A Programmpunkt, „wer Volksgenosse ist, Msgenoffe kann nur sein wer deutschen Blutes it. ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude tmn daher Volksgenosse sein." Statt der Bezeich- ring Staatsbürger ist im neuen Gesetz Diejenige j-s Reichsbürgers gewählt worden. „Wer rscht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutsch- lmd leben können und muß unter Fremdengesetz- flbung stehen." Diese weitere Forderung des Par- t Programms wirb baburch erfüllt, daß nunmehr ene Unterscheidung zwischen der S t a a t s a n g e - Hörigkeit nach dem Gesetz von 1913 tinb ber y eichsbürgerschaft geschaffen roirt). Die üiaatsangebörigteit ohne bie gleichzeitige Reichs- b.irgerschäft wirb in ihrer bisherigen Bedeutung g nz außerordentlich stark herabgemindert, indem bim Reichsbürger allein die vollen politischen Rechte mich Maßgabe der Gesetze und im Sinne des 6. 'iTogrammpunttes zugebilligt werden, in Dem es j.hiißt: „Das Recht, über Führung und Gesetze Des Staates zu bestimmen, darf nur dem Staatsbur- u.ale Beziehungen zwischen Deutschtum und Ju- ; it ntum herzustellen. Die in Deutschland lebenden Ungehörigen des jüdischen Volkes, Die t^re dflich- als Gastoolk erfüllen, werden im Rahmen Der r-uen Gesetzgebung für ihr völkisches Eigenleben d n gleichen staatlichen Schutz genießen wie andere nationale Minderheiten. Der Führer hat allerdings burüber keinen Zweifel gelassen, daß diese groß- inqige Regelung nur solange von Bestand sein viird, als nicht eine neue internationale Hetze gegen b:is nationalsozialistische Deutschland entfachen wird. Der Gedanke an Deutschland, und nur am Deutschland, ist es, aus dem alle Ent- ioieibungen unb Hanblungen bes Führers entfprin» a n. Wir lehnen gewiß Die Zusammenarbeit mit aiberen Staaten nicht ab; wir wünschen sie unD «Lichten auf Der Grunblage eines wahrhaften Friedens gemeinsam mit ihnen am Wieberaufbau der Welt arbeiten. Aber Das Deutschlanb ber Freiheit unb ber Wehrhsheit kennt keine Furcht vor autze- rin Feinden. So wenig wir irgenbjemanb mit 2ixv- criff bebrohen, so wenig lassen wir uns es gefallen, beiß Rechte unseres Volkstums wiber Recht unD zwischenstaatliches Gesetz mit Füßen getreten wer» t n. Die ernsten unb gar nicht mißzuverstehenben Worte, bie gegenüber Litauen gesprochen wur- t m, stammen im letzten Grunbe aus bemselben Ceift, aus dem die neuen Gesetze geboren wurden, cus dem Geiste nämlich des Kraftbewußtseins und t-r Furchtlosigkeit, ber keine Wiberstänbe kennt und 2irohungen nicht beachtet, wenn es um Sicherung unb Erhaltung unseres Volkstums, wenn es um b-e nationalen Lebensnotwendigkeiten geht. Dann snb wir mit dem Führer nur von dem einen Ge- tafen beherrscht: Deutschland, nur Deutschland! lieber diesem Deutschland weht nun allein noch be Fahne, die als Symbol für den Kampf der Zu- k mft aefchaffen wurde, das H a k e n k r e u z b a n- rier In feinem „Kampf" hat Adolf Hitler die Übernahme ber fchwarzweißroten Fahne in ber früheren Zusammenstellung abgelehnt. „Die em- iae Flagge", 0 sagt er, „paßte wirklich auch nur B? Has einftiqe Reich." ,.S° heilig und teuer diese c ten einzig-schönen Fnrben in ihrer lugenbfrischen Zusammenstellung jebem anständigen Deutschen sein Hüffen, der unter ihnen gekämpft und das Opfer ton so vielen gesehen hat, so wenig gilt diese Fahne cis Symbol für einen Kampf her ßufunft. Er hat cllerbings die Farbenzufammenstellung beibehalten, lie darum nach dem neuen Gesetz auch weiterhin be Farben bes Reiches bleiben. Er begrünbet bas Der Führer spricht. Parteigenossen unb Parteigenossinnen! Nationalsozialisten! Welche Zeit könnte uns mehr verpflichten, ben Blick von ben Vorgängen unb Erscheinungen einer begrenzten Gegenwart hinweg in bie Vergangenheit unb Zukunft zu richten, als bie Woche bes Reichsparteitages. Denn was biese Tage auch alles an berauschenden Eindrücken umschließen, bas Ergreifenbste ist für uns alle aber immer wie- ber bi e Erscheinung unseres Volkes, bie wir in unserem ganzen Leben nie unb nirgenbs bes- er unb erfreuender wahrnehmen können als hier. Wen bewegt nicht bas Gefühl, baß in biefen Stunden Hunde'rttausende an unseren Augen vorbeimarschieren, die nicht Einzelwesen sind der Gegenwart, andern zeitloser Ausdruck der Lebenskraft unseres Volkes, aus der Vergangenheit kommend und in bie Zukunft weifenb. Sie finb bie Boten bes geschichtlichen Seins Der Deutschen Nation! In ihrer strahlenDen Jugenb sehen wir einen sichtbaren (Garanten Der unoerDorbenen Lebenskraft unserer Rasse. In Diesen Hunberttausenben von Männern aber fühlen wir Zeugen bes strotzenden Lebenswillens. So ist unser Volk durch Jahr- so- In der Wirkung steht diese Farbenzusammen- ste'llu'ng allerdings hoch über allen andern. Es ist der strahlendste Akkord, den es gibt." Aber wir haben jetzt n ur noch eine Fahne, die auf die- fem Farbenakkorb beruht, bie Hakenkreuzflagge. Auch durch biefes Gesetz beweist ber Führer, baß er sich im letzten Ziel niemals von einer grünblich burch- dachten Auffassung unb von einer Forberung ab« bringen läßt, wenn er auch, wie burch bte Flaggen- oerorbnung vorn März 1933, seelische Ueberganas- erleichterungen zuläßt. Jetzt, wo wir nur noch bie eine Fahne, das Hakenkreuzbanner, über Deutschland Die blutsmäfjige Zusammenhörigkeit dieser beut» chen Stämme mochte bei manchem einzelnen unter rember Bedrohung wohl als Einsicht herrschen, sie ehlte aber als eine Erkenntnis des Natürlichen und damit Notwendigen der Gesamtheit so gut als vollkommen. Weder eine jeiftige, noch eine organisatorisch-politische (Gemein- amkeit bestand, die stärker gewesen wäre als bie Gefühle ber stammesrnäßigen Gebunbenheit. Daß ber erste unb überlieferte beutsche Einigungsver- uch noch zu Lebzeiten Des verwegenen Helben scheiterte, ist uns bekannt, aber nur wenigen kommt bie Tatsache zum Bewußtsein, baß in ben Stürmen ber Völkerwanberung, also kaum 300 Jahre päter, bie Geschichte schon nicht einmal mehr be» timmt die einzelnen Bestandteile dieser ersten Zu- ammenfassung Deutscher überhaupt auch nur wie- berfinbet. Aus dieser Tatsache können wir folgende Erkenntnis ableiten, daß nämlich die Zufarnrnen- fugung der Angehörigen der damaligen deutschen Stämme zu einer Ration nicht über den Weg einer bewußten oder gar gewollten Volkwerdung, sondern nur über den Weg einer aus anderen Absichten angestrebten Staats- bildung zu erreichen war. Das heißt also, die erste staatliche Zusammenfügung deutscher Menschen konnte nur über einer Vergewaltigung des völkischen Eigenlebens der einzelnen deutschen Stämme Zustandekommen. Damit trat aber auch solange ein Gegensatz zwischen Staatsorganisation und individuellem Volkstum ein, als nicht die Deutschen von bewußten Angehörigen ihrer Stämme zu bewußten Angehörigen einer Ration wurden. Ein harter und für viele Jahrhunderte schmerzlicher Prozeß. Unzählige individuelle Fähigkeiten und Symbole sind ihm zum Opfer gefallen. Man Das Dritte Gesetz, dessen Grundgedanke die 3 einerhaltung der Art ist, schafft völlig Lire Verhältnisse zwischen dem deutschen und Dem irischen Volk. Dadurch, daß das Judentum als iia t i 0 n a I e Minderheit betrachtet wird, terben alle Forberungen rassebewuhter Juben, wie ; f? eben erst auch roieber auf dem Zionlstenkongreß khoben worben finb, von bem nationalsozialistischen ' üseutschlanb als Dem ersten Staat ber Welt erfüllt mb damit die Möglichkeit geschaffen, wieder nor- Die Ausgabe der Partei in derMrungderAatiov Innere Unmöglichkeiten srüherer Staatssysteme Das Volk ist Kernpunkt Partei und Staat 11 der nationalsozialistischen Weltanschauung öl 3! lü M H I! H II Dl Itei :6 ib « ß H W M Äi w ine le « A lii M TI K «L tu n|( in « st 6C 01 Partei und Armee können damit im höchsten Sinne des Dörtes nur sozialistische Institutionen fein (Beifall), insofern fte bei ihrem Aufbau nicht auf kapitalistische Gesichtspunkte zu sehen haben, sondern ausschlieh- lich aus das Moment der volklichen Geeignetheit. Sie haben daher als oberstes Gesetz ihrer Existenz die Erkenntnis zu vertiefen, daß sie als Orgyrifafion am schärfsten von dem Prinzip abhängig sind, die h ö ch sl e Fähigkeit stets an den ihr gebührenden platz zu stellen. Sie sind aber damit Erscheinungen zugleich einer besseren, weil wirklichen Demokratie, einer Demokratie, die nicht das Unzulängliche dank der Anonymität der parlamentarischen Wahl und Abstimmung zu bestimmendem Einfluh erhebt und damit die Gesamtheit belastet, sondern der All- Organisation zu bilden, in der die politische Auslese der Ration ihre sortdauernde ewige Ergänzung findet, dann ist es ihre pflicht, dafür zu sorgen, dah der Staatsführung ein weltanschaulich stabiler Charakter ver- liehen wird. Sie hat daher den geschichtlichen Befehl zu erfüllen, in ihrer Organisation die Voraussetzung zu schaffen für die Stabilisierung der Führung int Staat durch die Auslefe, Aus- bildung und Abstellung tiefer Führung. Sie mutz dabei den Grundsatz vertreten, datz alle Deutschen weltanschaulich zu Rationalsozialisten zu erziehen sind, datz weiter die besten Rationalsozialisten Parteigenossen werden, und dah endlich die besten Parteigenossen di/ Führung des Staates übernehme«. (Heilrufe und Händeklatschen.) Die 3bee bet $eIbftt>erIetbigung unb bamit bet Wehrpflicht besitz, ihren organi- fatorifdjen halt unb Musbtucf im Heere. Die nalianalfozlalislifch« 3bee hat ihren organifatorifchen Sih >n bet Varlei. Die Partei repräsentiert die politische Auffassung, das politische Gewissen und den politischen Willen. (Begeisterte jubelnde Zustimmung.) Ihre Aufgabe ist es, erstens für die ihrer Weltanschauung entprechende Führung des Volke» auf allen Gebieten des Lebens zu sorgen, und zweitens diese politische Auffassung in die dauernde Ordnung eines festen Systems zu bringen und damit für alle Zukunft sicherzustellen und zu stabilisieren. Sie hat daher den geschichtlichen Auftrag zu erfüllen, die inner- volkliche Substanz unseres Volkes zu untersuchen, kennen zu lernen mit allen ihren Werten und Schwächen, und sie hat aus ihrer gewonnenen Einsicht die praktischen Folgerungen zu ziehen. I. Sie hat im gesamten nationalen wirken auf allen Gebieten des Lebens aus diesen Erkenntnissen heraus die grotzen Ziele zu sehen und zu bestimmen. II. Sie muh das tatsächliche öffentliche Leben in Heberelnftlmmung bringen mit den pflichten, die sich aus diesen Beengungen des inneren Wesens unseres Volkes ergeben. III. Sie hat diese Aufgabe dabei zuversichtlich und selbstsicher zu erfüllen, ohne sich im geringsten beirren zu lassen durch den ihr zugetragenen Zweifel an der Berechtigung eines solchen Unterfangens. 3n der Tatsache ihrer geschichtlich unbestreitbaren Existenz Dieser Ralionalsoziallsrnus aber ist dann die weltanschauliche Grundlage der Existenz und damit der Organisation des Deutschen Reiches als nationalsozialistischer Staat. Sie ist als Weltanschauung — wenn sie sich nicht selbst preisgeben will — gezwungen, intolerant z u fein (lebhafte Zustimmung), d. h. die Richtigkeit ihrer Auffassungen und damit auch ihrer Entscheidungen unter allen Umständen zu vertreten und durchzusehen. (Wiederholte Zustimmung.) Der eine solche geschichtliche Mission übernimmt, der hat sich harten Prinzipien zu unterwerfen. Rur härteste Grundsätze und eine eiserne Entschlossenheit vermögen es, eine infolge ihrer innerlich nicht ganz einheitlichen Zusammensetzung ohnehin belastete Ration zu einem widerstandsfähigen Körper zusammen- zusügen und damit polltifch erfolgreich zu führen. fcnen. Durch viele Jahrhunderte fand auf der Ebene dieser beiden Erscheinungen die staatliche, d. h. äußerlich organisatorische Zusammensas- fung der deutschen Stämme statt. Unzählig sind die Opfer, die dieser Prozeß erforderte, tragisch das Schicksal zahlreicher dabei Gestürzter und Gefallener. Wie grotz aber auch die Irrungen und Wirrungen in diesen Zeiten gewesen fein mögen, in diesem pendelschlag und Wellenspiel der Jahrhunderte vollzog sich dennoch unter schmerzvollen Wehen die Geburt der deutschen Ration. Als die religiöse Krise über das deutsche Volk hereinbrach und das Christentum sich in Konfessionen aufzuspalten begann, verschob sich allmählich die Bedeutung der einen Basis unserer germanischen Staatenbildung immer mehr zugunsten der zweiten. Die unsicher gewordene weltanschauliche Grundlage ließ die Organisationsform des rein Der Zwang zur Unbedingtheit sichert allein das Leben der Ration Der Sozialismus als Grundlage von Volk und Heer Oie höchste Fähigkeit an dem ihr gebührenden platz. liegt die pflicht zu diesem Handeln, (Beifall) in dem L r f o l g ihrerArbeitdie nachträglich feftgeftellte Berechtigung. Diese Berechtigung aber entzieht die Geschichte erfahrungsgemätz nur dem, der entweder zu schwach war, vor ihr zu bestehen oder zu unfähig und damit zu ungeeignet. (Händeklatschen) Gottes Gnade wird auf die Dauer nur dem zuteil, der sie verdient. Wer aber im Namen eines vom Allmächtigen g» schaffenen Volkes spricht und handelt, handelt s, lange in diesem Auftrag, als er sich nicht an bei Existenz und der Zukunft des in seine Hand gelegt» Werkes des Schöpfers versündigt. (Tosende Zustlw mung, Bravo- und Heilrufe.) Daher ist es gut, baf die Eroberung der Macht stets mit schwerem Kamp, verbunden ist. Was selber schwer erobert wurde wird zumeist auch tapferer verteidigt. (Beifall.) Lt stabiler aber das Regime der Staaten ist, um |i größer der Nutzen für die Völker! Denn es nun die Aufgabe der Partei ist, eine - Der Ausgangspunkt der nationalsozialistischen Lehre liegt nicht im Staat, sondern im Volk, d. h. um die Richtigkeit, mithin Zweckmäßigkeit der äußeren volklichen Örganisationsformen überprüfen, beurteilen und korrigieren zu können, ist es notwendig, über sie als Mittel hinweg den Zweck zu begreifen. Deshalb liegt der Brennpunkt jeder nationalsozialistischen Betrachtung in der lebenden Substanz, die wir nach seinem geschichtlichen Werdegang als deutsches Volk bezeichnen. Dor 2000 Jahren war dieses Volk als reale Erscheinung nicht vorhanden. Daher bauten die später erstehenden germanischen Staatsbildungen ihre Existenz auf anderen Grundlagen auf. Heute aber ist dieses Volk eine geschichtliche Realität geworden, es lebt unb es gibt uns damit zum ersten Mal die Möglichkeit, Mittel und Zweck genau zu unterscheiden. Indem wir nun im Volk das Bleibende und Seien» d e erkennen, sehen wir in ihm den einzigen Zweck. Seine Erhaltung erst schafft die Voraussetzung der Existenz und Wirksamkeit von Ideen. Umgekehrt läßt seine Vernichtung alle Ideen als wert- und wesenslos erscheinen. Auch Religionen haben nur dann einen Sinn, wenn sie der Erhaltung der lebenden Substanz der Menschheit dienen. (Lebhaftes Händeklatschen.) Denn sind erst die Völker als solche zugrundegangen, bleiben weder die Religionen n och d i e Staaten als Ewigkeitserscheinungen übrig. (Erneute Zustimmung.) Jedes Volk nimmt in seinen völkischen Tod auch die es beherrschenden politischen und religiösen Erscheinungen und Ideen mit. Da sich aber im menschlichen Leben so oft die Mittel allmählich als Zweck zu fühlen beginnen, ist anzunehmen, daß z. B. wie immer auch die Priester der Azteken genau so wie die der Inkas überzeugt waren, und es damit behaupteten, daß diese alten Mexikaner für sie und ihre Lehren geschaffen waren. Allein indem diese Völker zugrundegingen, ist auch von den Lehren und Priestern nichts mehr So wenig aber wie der krankhafte Pazifist die Härte und Ausschließlichkeit der preußischen Er- ziehung in der Armee begreifen will, so wenig wollen heute manche einsehen die Notwendigkeit der nationalsozialistischen Unduldsamkeit, d. h. aber in Wirklichkeit ihres selbstsicheren Derantwortungs- Ungewollt und unbewußt bauen sich alle menschlichen Berufe nach Veranlagungen auf. Die Berufswahl ist nichts anderes als die Wahl, die die Berufe vornehmen, indem sie die für sie geeigneten Menschen an sich ziehen. Die solideste deutsche Institution der Vergangenheit war die, die am schärf-! ften diese Auswahl zu ihrer eigenen Ergänzung betrieb, nämlich das Heer. So wie die Armee sich bewußt auf einer Auslese der sich zum Waffenhandwerk hingezogen fühlenden Menschen aufbaut, so muß es umgekehrt die Aufgabe der Partei sein, in ihrer Organisation die zur politischen Führung fähigen Elemente der Nation zu sammeln und zu fördern. (Bravo und Händeklatschen.) Diese Befähigung hat aber mit Kapital, Bildung, Geburt usw. genau so wenig zu tun, wie auch die Fähigkeit zum Soldaten nicht abhängig ist von sonstigen bürgerlichen Eignungen. (Brausender Beifall.) Ausschlaggebend ist ausschließlich die innere Veranlagung und damit Eignung. Sie ist zugleich die Berufung. So wie die Armee dieser bewußten Berufung die dauernde Heimstatt und damit wieder die Voraussetzung für die innere Fort- erhaltung und die äußere Auswirkung dieser Fähigkeit gibt, so muß die Partei in ihrer Organisation der politischen Berufung die Form der äußerlich sichtbaren Erscheinung und damit die Grundlage und Möglichkeit des Aus- und Weiterbildens geben. Die parlamentarisch-demokratisch-konstitutionelle Monarchie oder die parlamentarisch-demokra- lifche Republik waren für Deutschland unmöglich und früher oder später zum Zusammenbruch bestimmt. Ueberhaupt geht es einfach nicht an, eine Gemeinschaft aufzubauen nach zwei oder drei sich gegenseitig unbedingt widersprechenden Grundsätzen. Es Ist nicht möglich, den Grundsatz der allgemeinen Gleichheit zur Basis des politischen Lebens und umgekehrt den Grundsatz der individuellen Verschiedenartigkeit des Wertes zur Basis des Wirtschaftslebens zu bestimmen. (Stürmische Zustimmung.) Es ist nicht möglich, die Staatsverwaltung und die Armee aufzubauen auf dem Gesetz der persönlichen Verantwortlichkeit, die politische Gesamtftaatsführung aber auf dem Gedanken der parlamentarischen Demokratie und damit der persönlichen Verantwortungslosigkeit. (Händeklatschen.) Ls war unmöglich, die individuelle Verschiedenartigkeit der Leistungen und damit der verschieden gegebenen Eln- sluhnahmen politisch zu leugnen, wirtschaftlich jedoch in seiner Auswirkung zum Privateigentum anzuerkennen. Aus dieser Zerrissenheit der grundsätzlichen Auffassungen des parlamentarisch-demokratischen Reiches erklärt sich auch die Unsicherheit und damit unentschlossene Halbheit in der Stellungnahme zu den es bedrohenden Gefahren. Und hier -em-lnhelt nützt, indem sie auf allen Gebiet«, bet Lebensführung und de» Lebenskämpfe, zunächst in ihrer eigenen Organstatton d e t höchsten Fähigkeit die größte Bet- antwortung übertragt. Go wie die Arme- als in sich geschloffene Jnsti, tution aber nicht nur sich selbst als militärisch Führung des Volkes erhält, jonbem jugtM). bil Aufgabe besitzt, das gesamte Volk tm Sinne ihr, militärischen Mission zu erziehen, auszubiHen uh zu formen, fo hat die politische Part« die Ausgabe nicht nur als die tragende Organisation d-i politischen Führung s°^ulebm f°nden die Nation im Sinne ihrer Lehr auf fassung fort' gesetzt zu erziehen, aus- und lveUerzubilde^ und dabei die als fähig erkannten, ersichtlich Don der Vorsehung selbst wieder zur Führung beruf«, nen Volksgenossen in den inneren Verband '.yrer Organisation zu übernehmen. (Bravorufe, Hand«, klatschen.) endlich im Staate des absoluten König-> t u m s ihren letzten und dann wieder ab klingend en Ausdruck fand. Denn wenn die konfessionelle Spaltung die religiöse Plattform erschütterte, „dann zer- kümmerte die Geistesrichtung der f r an 3 o f 11 ch e n Revolution die monarchisch-staatliche. Das Ferment der Dekomposition, wie Mommsen das Juden- tum nennt, begann, sich die Gedanken eines volks- verbundenen sozialen Gewissens anzueignen, um sie in ein ebenso unsinniges wie gefährlich wirksames Gegenteil zu verwandeln und dann als mar x i N l- s ch e n Sozialismus auf die Menschheit loszulassen. lieber den Umweg der formalen parlamentarischen Demokratie erfolgte die Auflösung des Königtums und damit des rem orgamfaton- schen Staates. Daß die christlichen Konfessionen durch die Beteili- qunq an der parlamentarischen Demokratie in die Ebene dieses Kampfes der Anarchie herabstiegen, hat die langsame Auflösung nicht zu verhindern ver- macht, wohl aber dem Christentum unfag- barenSchadenzugefügt. (Stürmischer Bei- fall) Denn wer unter dieser Voraussetzung ferne politische Betätigung sucht, würde — ob gewollt oder ungewollt — Verbündeter des internationalen Marxismus und hilft mit an der Zerstörung der Existenz dieses unter ganz anderen Voraussetzungen einst entstandenen und gewachsenen staatlichen Gebildes. (Erneuter Beifall). Jede Mitarbeit auf dieser Ebene bedeutet die Anerkennung der Prinzipien, unter denen die Auflösung stattfand, bedeutet die Zustimmung zu Erscheinungen, Vorgängen und Methoden, die in ihrer inneren Unwahrheit und, vom deutschen Standpunkt aus ge- sehen, Unlogik dem Staat und der Nation nur zum Schaden gereichen konnten. war entscheidend, die bewußte Methode b e s I Marxismus, bestimmte, als ausschlaggebend und wichtig erscheinende Grundsätze und Grundlagen der volklichen und staatlichen Moral abzulehnen und durch konkrete Auffassungen zu er- setzen. Denn damit wurde der Verbrecher gegen die menschliche Gesellschaft aus der Vereinsamung gelöst und zum Glied einer neuen Gemeinschaft erhoben. Indem der Lan- desverrat als Tugend gepriesen wird, entgeht der Verräter der Verachtung. Indem die Feigheit vor dem Feind eine offene Verherrlichung erfährt, wird der Feigling zum Helden verwandelt. Da man den D i e b st a h l als Korrektur einer unrichtigen Enteignung feststellt, erhebt sich der Dieb zumBaumeister einer neuen Ge-1 sellschaftsordnung. Da der Mörder nur als das! Ergebnis einer unglücklichen soziologischen Beran-! lagung erklärt wird, wird er am Ende noch vor der Gemeinschaft als bedauernswertes Opfer bemitleidet. Jede Tugend wird auf diese Weise zur Untugend und jede Untugend zu einem neuen Ideal. Diesem Sturm des bolschewistischen Judentums mußte der demokratische Staat in seiner Unsicherheit fast automatisch und wehrlos erliegen. Die Monarchie versagte demgegenüber ebenfalls genau so wie Die christlichen Konfessionen. (Tosender Beifall.) Sie alle waren in ihrem Widerstandsvermögen unwirksam gegenüber diesem neuartigen Angriffsverfahren. Daß eine Reihe anderer Staaten darüber noch nicht zusammengebrochen sind) beweist nicht das Gegenteil, sondern immer nur die lange Dauer solcher geschichtlichen Prozesse. (Erneute starke Zustimmung.) Eine wirkliche Rettung jedenfalls ist nur dort gelungen, wo aus der Tiefe der völkischen Lebenskräfte in Idee und Form eine neue Abwehr einsetzte. Diese Abwehr kann nicht erfolgreich fein, wenn sie sich auf rein passive kampshanblungen beschränkt. Sie hat nur bann Aussicht, endgültig der bolschewistischen Zerstörung Herr zu. werben, wenn sie, aus einer unangreifbaren Weltanschauungsgrundlage aufbauend, zu einer positiven Gestaltung der volklichen Existenz und damit auch der staatlichen Fassung gelangt, hierzu ist aber vor allem nötig, für die richtige Beurteilung der völkischen Probleme als Ausgangspunkt einer allgemeinen Betrachtung festen Boden unter die Füße zu bekommen. Ganz gleich wie man sich das Weltbild gestaltet. Immer wird der Standpunkt des Betrachters ausschlaggebend sein. Höhe unumstößlicher Toisachen: Erstens dos Ehri- Staatlichen immer ftärfer i>«rDOrtr‘tejjn- tbi‘ stentum bot dieser ersten germanischen Etaatsbil- •" h»« nhloIutEn fcontfl Dung, d. h. dieser ersten Zusammenfassung aller deutschen Stämme zu einer höheren Einheit das weltanschaulich-religiöse und damit moralische gemeinsame Ideengut. Es stürzte, was fiel, weil es fallen mußte, wenn unser Volk aus den Wirrnissen seiner kleinen Stammes- existenzen zur Klarheit und Kraft einer größeren staatlichen und damit volklichen Einheit emporsteigen wollte. Zweitens: Das von der antiken Staatsidee her inspirierte Königtum als Ablösung des früheren Herzogswesens führte zu einer Organisation und vor allem zur stabilen Erhaltung des Geschaf- oolution, das heißt der nationalsozialistischei g, Revolution, b. h. bie Machtübernahme muß attmalb > । lich ihre Dollenbung finben in ber U e b e r n atyM ,, der Führung. Dies erfordere ein lang«! Uebergangsstadium. Da die Fermente biti j alten Staates, d. h. also der alten Parteiwelt, nid sofort restlos überwunden unb beseitigt roerbu i, konnten, ergibt sich an vielen Stellen bie Noto»' j bigteit einer sorgfältigen Ueberwachunq jj der noch nicht restlos nationalsozialistisch sicheiss stellten Entwickelung. Es kann daher vorkomm: .. Daß die Partei gezwungen ist, dort, wo der Lar der Staatsführung ersichtlich den Nationalsozialist' , schen Prinzipien zuwiderläuft, ermahnend^ j wenn notwendig, korrigierend einzugreis« ' (Brausender Beifall.) Allein auch diese Äorrettd kann heute nur mehr erfolgen über die von bu J Partei bereits besetzten und hierfür zuständigr-i nationalsozialistischen Staatseiffi r i d) t u n g e n und nationalsozialistischen Staat stellen. (Händeklatschen.) Das letzte Ziel aber mJ fein, durch die restlose Erfassung aller Deutschen tels der nationalsozialistischen Aufklärung unb Leh in ber Partei unb im Archängerkreis ben gesamt Volks- unb Staatsaufbau in ber Zukur überhaupt nur noch Nationalsozialist» °' zur Verfügung zu stellen. bewuhtfeins. Der Vorwurf, bah solches Wesen bä Deutschen fremb sei, ist unsinnig. Es steht hier iN haupt nicht zur Diskussion was bem DeuW fremd oder nicht fremd sein soll (tosender sondern was unserem Volke nützlich^ (Jubel.) Vielleicht wird es auch dem Rekruten, A zum Heer einrückt, im Anfang fremd oorfomnil gegebenen Befehlen blind gehorchen zu müW (Heiterkeit.) Allein es ist der Gesamtheit nühW unb bamit am Enbe auch ihm selbst. (Starker fall.) Wenn eine Organisation bie Auslese ber 1 die ihr zugedachten Aufgaben geeigneten MenMj einmal mit Sicherheit in ihren Reihen oereiiwj geht auch auf sie das Recht über, bie g r u nj faßlichen Bebingungen aufzustellen für b< Bedingungen dieser ihrer erwählten Mission. 6»1 jedenfalls dem deutschen Wesen entsprechender, j träglicher und würdiger, durch eine harte polifcj Bewegung einheitlich unb mit Erf geführt zu werben, als burch bie Gewährt Des Auslebens bes Wesens unb ber Veranlagung ber Einzelnen in t a u f e n b Teile zu AerM] l e n und am Enbe gemeinsam ber Spielball «J überlegeneren, weil einheitlicheren Volkskraft U bamit fremben Staatsführung zu werben. (®^ mische, begeisterte Heilrufe.) Unb bas möge jeder In Deutschland bedenkest Die Nationalsozialistische Partei hat Ungeheul^ Die Partei hat mithin aus ihrer Organisation für die Zukunft dem deutschen Staat die oberste und all- übrig geblieben. I gemeine Führung zu geben, und zweitens durch ihre Wenn es heute der Bolschewismus fertig ßel)rtätigteit bem natiD^^aWalifti|^d)en Staat bas brächte, gewiße Völker auszurollen. dann tvür- ihn tragende ^/'°n°lst>z>°I,ststch- Volr zu erziehen, den weder staal.lche noch religiöse vorslellun- ^7^ ergibt MJ.e ^g^erung gen ober Lehren oder sonstige organisatorische y staatsaufgabe ist die Fortführung ber hi- Erscheinungen davon übrig bleiben. Die Vor- ftorifd) gewordenen und entwickelten Derwal- sehung hat, indem sie den Menschen schuf, in hing ber ftaatlicfjen Organisation im ihm auch unb in seiner Erhaltung den Zweck Rahmen unb mittels ber Gesetze. des menschlichen handelns geschaffen. (Großer Parteiaufgabe ist: Beifall.) Es kann daher bas Ziel jeder Idee Aufbau ihrer inneren Organisation zur Her- und jeder Einrichtung in einem Volk urfprüng- Stellung einer stabilen, sich selbst forterhaltenden ewi- llch und natürlich nur sein, das von Gott ge- gen Zelle der nationalsozialistischen schaffene Volk als Substanz körperlich und geistig Lehre. gesund, ordentlich und rein zu erhalten. 2. Die Erziehung des gesamten Dot- Aus der Annahme dieses Grundsatzes ergibt sich k e s im Sinne der Gedanken dieser 2dee. der erste Maßstab für die Prüfung aller Erschei-1 3- Die Abstellung der Erzogenen an nungen, und daran sind sie zu meften, ob sie ab- den Staat zu I-mer Führung und °h feine stralt genommen richtig sind, oder nicht, d.h. rich. Gefolgfchast. Im übrigen gilt das Prinzip der Re. tig im Sinne ihres Nutzens für die Bolkserhaltung Ipektierung und Einhaltung der beiderfeltigen Kam- ober schädlich infolge ber burch sie geförberten petenzen. Schäbigung ober gar der drohenden Vernichtung Dies ist dasZiel. eines Volkes. Ist aber damit der Sinn des Allerdings befinden wir uns auch heute noch Lebensringens und -kämpfens geklärt inmitten der Liquidierung einer Re- und anerkannt, fo ist uns dann nur die Aufgabe1 gestellt, bie Voraussetzungen für bie Er- ü 11 u n g dieser Zweckbestimmung zu suchen und zu sichern. Wenn die Nationalsozialiskische Partei ihrem Zweck als Mittel dienen will, bann muh sie zunächst der politischen Führung der Nation jene Auslese sichern, die auf fast allen Lebensgebieten ftattfinbet unb somit bort tatsächlich als Führung vorhanben ist. W la en M Q IccIl me/VL ^ßchh 61 MMHMMMMW vi z MW" OSRAM UHnummniHiiiniiiiii Strqfte C - flame gOSRAM befolgt wird, d. h. so wie die Partei die Unterordnung fordert des Volkes unter den Willen der 75 1.47 40 0.97 lese, In. unj. Sli Watt: Preis: RM Aus diesem festen Boden heraus wird d l e v e r - faffung des neuen Deutschen Reiches wachsen. Die Partei als weltanschauliche Gestalterin und politische Lenkerin des deutschen Schicksals hat der Ration und damit dem Reich den Führer zu geben. Je selbstver- stündlicher und unumstrittener dieser Grundsatz auf- gestellt und gehalten wird, um so stärker wird Deutschland sein. (Erneute langandauernde Heil!» Rufe.) Die Armee als die Repräsentantin und Organisatorin der Wehrkraft unseres Volkes aber muh demvonderBewegungderRation gegebenen Führer in Treue und Gehorsam die organisierte, ihr anvertraute militärische Kraft des Reiches stets bewahren und zur Verfügung stellen. Denn nach der Proklamation des jeweiligen neuen Führers ist dieser der Herr der Partei, das Oberhaupt des Reiches und der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, wenn diese Grundsätze das unerschütterliche Fundament des deutschen Volks- und Staatsaufbaues werden, wird Deutschland allen kommenden Stürmen gegenüber zu bestehen vermögen. (Jubelstürme.) Die beiden tragenden Erscheinungen des neuen Reiches aber mögen beide bedenken, dah nur z u - sammengefaht sie ihren Aufgaben genügen können. Die Partei gibt dem Heer das Volk, und das Volk gibt dem Heer die Soldaten, beide gemeinsam aber geben damit dem Deutschen Reich die Sicherheit der inneren Ruhe und diekraft zu seiner Behauptung. (Aber- malige begeisterte Beifallsstürme.) heute kann ich als Führer des Reiches und der Ration selbst noch helfen und raten. Allein die Grundsätze müssen vom persönlichen den Weg zum Ewigen führen. Führer werden kommen, und Führer werden sterben, aber Deutschland muh leben. And diese Bewegung allein wird Deutschland zu diesem Leben führen (Minutenlanger Bei- fall, Händeklatschen und Heil leiste.) Ans alle aber wird man einst messen nach der Art und der geschichtlichen Haltbarkeit dessen, was wir heute bauen! Wir, meine Parteigenossen, 2Hif- ührer des Volkes und der Armee, sind vom Schick- al ausersehen worden, im höchsten Sinn des Wortes Geschichte zu machen. Das Millionen Menschen verwehrt wird, hat uns die Vorsehung gegeben. An unserem Werk wird sich die pätesie Rachwelt noch unserer erinnern. Als Bemerkenswertestes und vornehmstes aber soll sie der- allem dann unmöglich, von der Gesamtheit der Ration den Anordnungen der Partei gegenüber mehr Respekt und Gehorsam zu fordern, als der einzelne Parteigenosse ihn seinem vorgesetzten Führer selbst zu geben bereit ist. (Heil-Rufe und stürmischer Wann ich die Augen schliehen werde, weih ich nicht. Aber dah die Partei roeiterteben wird, das weih ich, und dah sie Über alle Personen, über Schwache und Starke hinweg die Zukunft der deutschen Ration erfolgreich gestalten wird, das glaube ich und das weih ich! (Beifallsorkan, der die Halle erschüttert.) Denn sie garantiert die Stabilität der Führung des Volkes und des Reiches, und in Ihrer eigenen Stabilität garantiert sie dieser Führung die nötige Autorität. MMS' ■w IN -laich । *ne ih' Jen u ’M« °nb( sonde lng ft rzuU Ech n 9 bertf >nb ifo Oie presse im nationalsozialistischen Staat Heichsleiter Amanns Ausführungen vor dem Nürnberger parteikongreß. Deutsche Wissenschaft und Technik schufen einen neuen Leuchtkörper für Osram• Lampen. Die neuen Lampen werden Osram -^-Lampen genannt und geben, je nach Größe, bis 20 Prozent mehr Licht. Es lohnt sich also, die bisher verwendeten Osram •Lampen durch die neuen Osram - M-Lampen zu ersetzen. Mit Osram-0* Lampen zu besserem Licht! Erhältlich in den Elektro-Fachgeschäften. Ermäßigte Preise—trotz höherer Lichtleistung! blchtz •w btt Btt. geschaffen. Richt unsere Wirtschaftsführer, nicht uifere Professoren und Gelehrten, nicht Sotda- frt und nicht Künstler, nicht Philosophen, Den- fc und Dichter haben unser Volk vom Abgrund ziruckgerissen, sondern ausschließlich das pstitlsche Soldatentum unserer Partei. (Minutenlanger Jubel, der keine grenzen kennt.) Ihre Wirkung spüren wir erst h den Anfängen, ihre fortlaufende Bedeutung ah er wird einmal die Rachwelt ermessen. Alles Umile eher zugrundegehen, nur sie nicht. Denn ei ist etwas Wunderbares, dah es dem deut- fd-cn Volk gelang, die ungeheure Kraft bet Autorität zu gewinnen, die in dem Mehrn und in der Festigkeit einer solchen leroegung ruht, wie viele einsichtsvolle Männer oberer Völker würden glücklich sein, wenn ihre Monen über eine ähnliche solide fundierte au toritäre Organisation verfügten, wie sie das hmtige Deutschland besitzt (Lebhafte Zustirn» niung) und anher ihm nur wenige andere Sflaaten. Ie unsicherer und verworrener die yitumftänbe zu werden drohen, um so auher- «identlicher steigt der Wert einer Einrichtung, tteeinemvolkwiederklareundein- brütige Grundsätze gibt, und die den 2Iut hat, die schwersten Probleme der Gegen- roirt, die in ihrer Reuartigkeit von keiner andren Erscheinung behandelt oder gar gelöst «urden sind, aufzugreifen und zu beantworten. (Erneute begeisterte Zustimmung.) 60 1.28 100 1.86 le> ®* 'S» -s» stete" J eihe" ; die üL spreche^ die w ; Ser"A »erht»'1 soziolW , muh K . jeriuf n Ion; [ermenh ; 'teiwel^ 1 itigt ®' bie Roe ; rwach^ tisch D ' vorfonr wo der' jonalsozic hnend einzuss ese Äo"1 die do- juR ,taats! ische" b -iel aber Deutschs mg und» den gess ■ n * % ozialls Partei, so muh in der Partei bie Unterordnung unabänderliches Gesetz fein für bie innere Führung. (Brausender Beifall.) Es gibt keine Entbinbung von dem Gehorsam gegenüber diesem Grundsatz. Wer ihn an irgendeiner Stelle verletzt, verletzt ein Prinzip, das ihn bisher gedeckt hat und das ihn damit selbst verläßt. Wer einmal selbst, und gleich an welcher Stelle, diesem Prinzip untreu wird, soll nicht mehr erwarten, dah dieses Prinzip für bie Parteigenossen unter ihm ihm selbst gegenüber bann mehr Wert und Gültigkeit besitzen wird. Dies ist der tiefste Sinn des altgermanischen Wortes, dah die Untreue den eigenen Herrn erschlägt. Es ist vor Die Verschling des neuen Reiches. Mr zusammengefaßt können Partei und Armee ihren Aufgaben genügen. verschiedener und unsicherer daher das natio- ttlvzialistische Weltbild des einzelnen noch manches- ra in der Zeit des ersten erschlossenen Suchens, setens, Begreifens ist, je mehr sich dies alles noch niier Entwicklung befindet, um so nötiger cifle es aber bann, baß einer Vielheit von Er- «rr tniffen unb Folgerungen vorgebeugt wird durch -ie«starke und wenn nötig auch schroffe Führung er Partei durch die Erhaltung und blinde Aner- «ir ung ihrer Autorität. Dies ist höchstes nationales Jn! reffe und damit höchste Pflicht jedes mit seinem Bo” fühlenden unb dafür ringenden Menschen. W tische Gepräge erhielt das vorrevolutionäre Pressewesen aber durch jene schwarzrotgoldene Parteipresse und die Presse, die nur einen Willen kannte: Unter jedem herrschenden System unter Verzicht auf die Vertretung einer eigenen Weltanschauung Geld zu machen. Reben der Gesamtheit dieser Presse, die aus etwa 3000 Zeitungen bestand, kämpften nur 100 nationalsozialistische Zeitungen einen heldenhaften Kampf für die Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung. Unsere Aufgabe besteht darin, dem deutschen Volke eine Presse zu schaffen, die ihm verpflichtet und verantwortlich ist und die das Leben und Erleben der deutschen Volksgemeinschaft widerspiegelt. Der Grundsatz der persönlichen Veranl- roortung des Verlegers für seine Zeitung soll auch weiterhin der deutschen presse sein Gepräge geben. Die Zeitung kann nicht als Ware wie jede andere angesehen werden, OSRAM, BERLIN Ö 17 — Senden Sie mir kottenlos Ihre 32teUige bebilderte Druckschrift „Vom guten Sehen bei künstlicher Beleuchtung** einst feststellen, dah in einer Zeil der Treulosigkeit । und des allgemeinen Verrats sich In Deutschland in unserer Zeit ein Bund der gegenseitigen treuesten Gefolgschaft bilden konnte wie nie zuvor. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) And dieses eine wissen wir dann: Lin Blatt der Weltgeschichte wird einst uns, den Männern gewidmet sein, bie aus Ralionalsozialisti- scher Partei und deutscher Armee gemeinsam das neue Deutsche Reich bauten und sicherten. (Heil'.-Rufe.) Dann werden wir einst im Pantheon der Geschichte verewigt nebeneinanderstehen, in unlöslicher Treue verbunden so wie In der Zeit des grohen Kampfes und der grohen Erfüllung. (Neuer rauschender Beifall.) Meine Parteigenossen! Der 7. Reichsparteitag eilt nun seinem Ende entgegen. Tief bewegt gehen bie Hunderttausende unserer Kämpfer zurück in bas Leden, b. h. in den Kampf. Er wirb sie gerüstet finden, in neuem Mut, in neuer Beharrlichkeit und erfüllt von neuer Entschlußkraft. Sie werden zu- rückdenken an diese geschichtlichen Tage und Stunden in innerer Ergriffenheit und sich sehnen und freuen auf die Woche, da der nächste Reichsappell die alten Kampfgenossen und bie junge Garde wie» der zusammenführen wird. (Begeisterte Zustim- mung.) In dieser glückvollen Zuversicht grüßen wir unser deutsches Volk und unsere einzige n a t i o n a l s o z i a l i st l s ch e Bewe- g un g. Die Nationalsozialistische Partei, unser deutsches Volk und Reich unb seine Armee — Sieg-Hell! Ein orkanartiger Beifallssturm bricht los, unb immer wieder erschallen die Heil-Rufe der begeisterten 35 000, so daß sich der St e l l v e r t r e t e r des Führers kaum Gehör verschaffen kann. Er tritt an das Mikrophon und ruft: „Dem F ü h - r er, der die Vergangenheit überwand, der bte Gegenwart gestaltet, der bie Zukunft sichert, Adolf Eitler — Sieg-Heil!" Mit ohrenbetäubender Stärke stimmen die Massen ein, bis das Deutschland-Lied unb der Freiheitssong Horst Wessels erklingen. Dann erklärt Rudolf Heß: „Der Kongreß des Parteitages der Freiheit ist geschlossen." Der Badenweiler Marsch begleitet den Auszug des Führers, der sich unter unbeschreiblichem Jubel vollzieht. 1U gegenüber diesem drohenden Wirrwarr die ! oroe, feste Führung in der Armee eine einheitliche , fein» unb Richtung gibt. Das deutsche Volk hat heute schon in Millionen j 8U?ftttTT Volksgenossen bie Gemeinsamkeit einer starken ^tnah,,«anschaulichen Grundlage des Denkens unb bes üor tyj-d) daraus ableitenben Handelns gewonnen. Es ist 1U uibPaM ein Standpunkt gefunden und erschlossen roor- )e der für Jahrhunderte bestimmend »erblenl bittmirb. Allein in der inneren Zweckmäßigkeit die- chiiaen b* Grundlage liegt der Ausgangspunkt aller künf- baXii' 1^6 -e! stbehauptung unb mithin ber Derteibigung bes ™ I : !e! ns wirb irgendwie im tief innersten Wesen 1 roc'! nnl Gefühl aller Menschen vorhanden sein. Allein let er hir praktische nützliche Auswertung und Auswir- )ichU ]iir. erfolgt nur durch bie bisziplinierte attonte ‘förung, bie diesem Selbstoerteidigungskrieg in Mm 'Er lebendigen Organisation des Heeres gegeben luöe. Nur sie allein verhindert, daß er sicher bei iiüci vorhandenen Selbsterhaltungstrieben zu einem i»inen Kamps der Auffassungen, Einsichten unb MjAjlt 'Dh nun gen aller gegen alle führt. Sie bändigt ben jn A«' itjlben Willen bes einzelnen, um einen unbänbigen ' BBtien aller zu erzielen! (Starker, sich wieberholen- /ojfö'i ’fc'BeifaÜ.) Unb befonbers bann, wenn bie Auf- unHal dsf ngen über die Notwendigkeit des Kampfes, über i |en Sinn einer Kampfführung, über das Wesen 'in« Krieges ober über bie Art ber Kriegsführung 1 fccd’feln unb auseinanbergehen, ist es um so nötiger, Ich muß in biesem Zusammenhang hier Stellung nehmen gegen bie befonbers von bürgerlicher Seite so oft vorgebrachte Phrase: „Der Führer — Ja, aber die Partei, das ist doch etwas an- deres!" Nein, meine Herren! Der Führer ist bie Partei, und bie Partei i ft ber Führer! (Tofenber, minutenlanger Beifall und v Heil-Rufe.) So wie ich mich nur als Teil dieser Partei fühle, fühlt sich bie Partei nur als r|e in Teil von mir. (Erneuter tosender Beifall.) die verlegerische Tätigkeit zuerkannt worden. Es versteht sich von selbst, daß zwischen der Partei und der parteieigenen Presse ein besonders enges Verhältnis besteht. Die besondere Verbundenheit der Partei mit ihrer Presse bewirkt den Appell an ihre Angehörigen, die Mitglieder ihrer aktivistischen Gliederungen und die deutsche Beamtenschaft, in erster Linie die partei- elgene Presse zu beziehen und durch die tägliche Verbundenheit mit diesem Instrument der Partei die Volksgemeinschaft und Verschworenheit aller Kämpfer des Nationalsozialismus immer wieder zu erneuern. Diese besondere Verbundenheit der Partei mit der parteieigenen Presse ist die eine gestellte pressepolitische Aufgabe, die andere ebenso wichtige besteht in der Mitarbeit, die im Privatbesitz befindliche Presse zu einem immer bewußteren und ausgeprägteren Teil der großen deutschen Presse im Sinne des Nationalsozialismus au gestalten. Diese Presse ist überwiegend in ernster Arbeit auf dem Wege, immer mehr und mehr dem nationalsozialistischen Denken über die Dresse AU entsprechen. Sie bedarf hierzu der tatkräftigen Hilfe insbesondere der auf dem Gebiet der Presse tätigen Parteigenossen. Der Wille des Führers zur Aufrechterhaltung der Vielgestaltigkeit der deutschen Presse hat notwendig zur Folge, daß auch im Zeitungswesen derjenige, der die Sache des Nationalsozialismus zu seiner eigenen macht, die ehrliche Unter st ützung des Nationalsozialismus findet. Ich habe die innere Gewißheit: Kraft der nationalsozialistischen Idee wird die deutschePresse lebenund gedeihen, Volk und Reich treuer Helfer sein und durch ihr Beispiel zu ihrem Teil an der Verwirklichung des Appells des Führers gegen die Vergiftung der Beziehungen der V ö l ker mitarbeiten. Nach Reichsleiter Amann sprachen noch Reichsleiter Dr. Todt über den großartigen Erfolg der Reichsautobahnen und ber Leiter des Reichsrechtsamts der NSDAP. Dr. Frank über die Neugestaltung des deutschen Rechts. Dann wird der Kongreß auf Samstag vertagt. MussolmiwarntvoreinemneuenWeltkrieg Paris, 17. Sept. (DNB. Funkspr.) Mussolini erklärte einem Berichterstatter des „Malin" die Kräfte des Internationalismus hätten in der Person Italiens den Faschismus erniedrigen wollen. Es sei diesen Kräften aber nur gelungen, ihn zu reizen. Der Groll Italiens werde lange anhalten: denn wenn das italienische Volk auch für Freundschaft empfänglich sei, habe es doch niemals Beleidigungen vergessen können. Italien liebe den Frieden, wolle ihn aber nur begründen auf der Gerechtigkeit. Italien habe für das englische Volk eine aufrichtige und im Laufe der Jahre treue Freundschaft empfunden. Es finde es aber heute ungeheuerlich, daß das englische Volk, das die Welt beherrsche, ihm ein armseliges Stückchen Boden unter der afrikanischen Sonne versage. Er, Mussolini, habe immer und in jeder Form Großbritannien die Versicherung gegeben, daß seine Belange in Abessinien gewissenhaft gewahrt werden würden. Aber die Belange, um derentwillen England so scharf in Opposition zu Italien trete, erstreckten sich auf etwas anderes, und das gestehe England nicht ein. Es handele sich nicht um ein Pokerspiel, aber Italien habe in seinem Spiel eine Karte, die den Einsatz seines ganzen Lebens darstelle, und es werde diese Karte ausspielen. Italien verfolge seinen geraden Weg. Nie werde es gegen eine europäische Jia- Hon eine feindselige Haltung begehen. Wenn man aber gegen Italien eine Kriegshandlung begehe, gut, das bedeute dann eben Krieg. Italien wünsche ihn nicht, habe aber auch keine Angst davor. Wolle man denn anstatt der Verluste, die eine koloniale Operation mit sich bringe, wie sie England und Frankreich nach einander unternommen hätten, daß die Zahl der Toten in die Millionen gehe? Dann sollten aber auch die, die die Katastrophe entfesselt hätten, vor der Geschichte die Verantwortung dafür tragen. Er, Mussolini, begreife nicht jene Leute, die eine ganze Stadt in Brand stecken wollen, weil ein haus brenne. Italien wolle durch seine koloniale Operation Sicherheit und Ausbreitungsmöglichkeiten für seinen starken Bevölkerungszuwachs. Die Gewehre würden da unten ganz von allein losgehen, stünden doch dort 400 000 bewaffnete Abessinier und 250 000 Italiener, die auch Gewehre hätten. Mussolini wies dann auf die in Italien herrschende Ruhe und auf die Mobilmachungsmöglichkeiten des neuen Italiens hin. Eine Million sei mobilisiert. Innerhalb eines Tages könne er 10 Millionen der politischen Streitkräfte mobil machen, ohne dabei die für die Landesverteidigung tätigen Arbeiter aus ihren Werken herausnehmen zu müssen. Wenn man es wage, beispielsweise militärische Sühnemaßnahmen gegen Italien einzuführen, dann werde Italien noch mehr aufbieten können. Wolle Frankreich, dessen freundschaftliche Bemühung für Italien und dessen europäische Anstrengung er anerkenne, solche Sühne- maynahmen? Mögen sich die anderen gesagt fein lassen, daß Sühnemaßnahmen dieGefahreiner U m - schmelzung der Landkarte Europas mit sich bringen würden. Das wäre das klarste Ergebnis, das jene erreichen würden, die aus Selbsucht Italien das Recht zum Leben absprechen wollen. Es wäre aber doch von Bedeutung und es wäre politisch wichtig, Italien auf die Seite der Länder zu stellen, die den vorhandenen Zu st and wahren wollen. Man würde im Gegenteil aber sehen, was es koste, wenn man Italien in die Reihe derer verweise, die eine andere Verteilung — und wer weiß? — vielleicht mehr Gerechtigkeit fordern. Oberst Beck weist Angriffe Litwinows auf den polnisch-deutschen Pakt zurück. Scharfe Erklärung des polnischen Außenministers im Völkerbund gegen den sowjetrussischen Außenkommiffar. Genf, 16. Sept. (DNB.) Im Völkerbundsrat hat der Außenkommissar der Sowjetunion Litwinow am Samstag eine große Rede über Friedenssicherung und Abrüstung gehalten, in der er sich auch gegendie Vertragspolitik Polens und Deutschlands wandte. Man wisse, erklärte Litwinow u. a., von einer politischen Auffassung, die den Gedanken der kollektiven Sicherheit bekämpft und zweiseitige Pakte befürwortet, und zwar nicht einmal zwischen allen Staaten, sondern nur zwischen Staaten, die willkürlich zu diesem Zwecke gewählt würden. Diese Auffassung könne m i t friedlichen Absichten nichts gemein haben, nicht jeder Nichtangriffspakt werde zum Zwecke der Festigung des allgemeinen Friedens abgeschlossen. Während die Nichtangriffspakte der Sowjetunion mit ihren Nachbarn eine besondere Bestimmung über die Außerkraftsetzung des Paktes im Falle eines Angriffes eines Teiles gegen einen dritten Staat enthielten, wisse Sowjetrußland von anderen Nichtangriffspakten, die keine solche Bestimmung enthalten. Das bedeute, daß ein Staat, der durch einen solchen Nichtangriffspakt seinen Rücken oder seine Flanke gedeckt habe, eine Erleichterung erhalte, um u n g e ° straft dritte Staaten anzugreifen. Die Befürworter solcher Pakte träten allerdings auch für die Lokalisierung des Krieges ein. Wer Lokalisierung des Krieges sage, meine aber Freiheit zum Kriege und seine Legalisierung. Ein zweiseitiger Nichtangriffspakt könne auf diese Weise ein Mittel der Sicherheit des Angriffs werden. Man habe somit zwei scharf um- rissene politische Auffassungen: einerseits Sicherheit der friedliebenden Nationen, anderseits Sicherheit für den Angriff. Die letztgenannte Theorie werde glücklicherweise von sehr wenig Ländern geteilt. Sie Reichsminister Goebbels begrüßt General Litzmann. (Pfaff.) 1 ? SM MW brandmarke diese vor der ganzen Welt als wahrscheinliche Störer des Friedens. Gegen diese Polemik wandte sich am Rlontag in der Völkerbundsversammlung der polnische Außenminister B e ck mit folgender scharfer Erklärung: Die am Samstag vorn sowjetrussischen Delegierten Herrn Litwinow gehaltene Rede zwingt mich, auf dieser Tribüne folgendes zu erklären: In einigen Sähen seiner Rede, die in ihren Anspielungen sehr deutlich war, hat Herr Litwinow geglaubt, m i t offenkundiger Voreingenommenheit und in völlig willkürlicher Weise gewisse diplomatische Akte, die mein Land abgeschlossen hat, beurteilen zu können. Gegen ein solches Vorgehen möchte ich hier in aller Form Einspruch erheben. Es ist klar, daß für meine Regierung derartige Auffassungen über die polnische Politik vottkommen gleichgültig sind. Ich bin jedoch als Vertreter eines Gründer- Mitgliedes des Völkerbundes davon überzeugt, daß ein derartiges ungewöhnliches Vorgehen innerhalb dieser Versammlung einer totalen Zusammenarbeit, die die Voraussetzung unserer gemeinsamen Arbeit ist, nur schaden kann. Litwinow meldete sich nochmals zu Wort. Als er die Rednertribüne bestieg, verließ die polnische Delegation den Saal. Er erklärte, er sei davon überzeugt, daß die sowjetrussische Delegation nicht die einzige gewesen sei, die die Erklärung Becks in Erstaunen versetzt habe. Er, Litwinow, habe in seiner Rede Polen nicht erwähnt und auch nicht über die polnische Politik gesprochen. Seine Ausführungen haben lediglich zwei verschiedenen Systemen von Pakten gegolten. Er habe dazu erklärt, daß gewisse Regierungen zweiseitige Pakte vorzögen. Dabei habe er auf die eventuellen Folgen aufmerksam gemacht, die solche Pakte nach sich ziehen könnten. Seiner Ansicht nach könne die internationale Verständigung durch eine offene Erörterung solcher Probleme nur gewinnen. Es könne nicht behauptet werden, daß sein Land dem gleichgültig gegenüberstehe, was andere Staaten, und besonders Nachbar st aaten von der russischen Politik dächten. Im Gegenteil sei es ihm angenehm, wenn ihre Politik von diesen günstig ausgelegt werde. Er schloß mit der Betonung seiner Freundschaft zu Polen, deren Aufrechterhaltung eines der Hauptziele der sowjetrussischen Außenpolitik sei. polen, Rumänien und Ecuador zu Botsmitaliedern gewählt. Genf, 16. Sept. (DNB.) Die Völkerbundsversammlung hat. mit 42 Stimmen Polen, mit 50 Stimmen Rumänien, das an die Stelle der Tschechoslowakei getreten ist, und mit 45 Stimmen Ecuador, das an Stelle Mexikos getreten ist, mit einem Mandat von drei Jahren als Mitglieder in den Rat bestimmt. Schweres Autounglück im Westerwald. Auf der Straße zwischen Stotterbeck und Kircheib verunglückte bei Asbach (Westerwald) ein mit 25 Personen — Mitgliedern einer Kölner Sportangler-Vereinigung — besetzter Lieferwagen, mobei drei Personen den Tod fanden und vie, weitere Insassen Verletzungen davontruge. Aus bisher noch nicht einwandfrei geklärter Ursach war der Lieferwagen von der Fahrbahn abgetan men und hatte mehrere Bäume gestreift. Zm Männer und eine Frau wurden aus dem Wage, geschleudert und trugen so schwere Verletzungei davon, daß sie bald darauf st a r b e n. Die Ehc> fr au eines der tödlich Verunglückten mußte mi schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugefüh« werden. Drei weitere Insassen, die leichtere Verletzungen erlitten hatten, konnten nach Anlegung von Notverbänden den Heimweg antreten. Di, Polizei hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet Der Kanarienvogel als Lebensretter. Daß ein K a n a r i e n v o g e l die Ursache bei Rettung zweierPersonen vom Gastoi wird, dürfte selten vorkommen. In der Kölnischer Allee in Kassel hatte ein älteres Ehepaar nidji wahrgenommen, daß der Gashahn aus Versehen geöffnet worden war. Plötzlich bemerkte der Mann! daß sein Kanarienvogel leblos von der Stange fiel Als er die Küche betrat, lag seine Frau bereit- ohnmächtig auf dem Boden. An der frischen Lusi erholten sich die beiden alten Leute bald wieder, jedoch mußten sie sich in ärztliche Behandlung begehen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Vom Atlantik ist rasch ein Sturmwirbel über 3t- land bis zur Nordsee vorgestoßen. Sein Sturmfeld hü auch die deutschen Küstengebiete erfaßt und mach! sich bis zu uns hin bemerkbar. Die Zufuhr feuchter Meeresluft gab am Dienstag auch bei uns zunächst Anlaß zu verbreitetem Regen, der im Laufi des Tages in Schauer übergehen wird. Da über den Atlantik ein neuer Wirbel im Entwickeln ist, bleibt der Gesamtwitterungscharakter auch weiterhin sch wechselhaft und unbeständig. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wölkt mit wiederholten Schauern, bei anfangs M» liehen Winden ziemlich kühl, später wieder zunch menbe Niederschlaastätigkeit. t Aussichten für Donnerstag: Bei lebhaften westlichen Winden unbeständig und zu Niederschlägen geneigt. Lufttemperaturen am 16. September: mittags 17,9 Grad Celsius, am 16. September: abends 13,4 Grad, am 17. September: morgens 11,6 Orab; Maximum 18,8 Grad, Minimum 11,1 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefi am 16. September: abends 15,7 Grad Celsius, am 17. September: morgens 14,1 Grad; Sonnenschein- dauer 8,5 Stunden; Niederschläge 1,0 Millimeter. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Uyinrrsitäts-Buch- und Stein« druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pst mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Danksagung. Wir danken innigst für die unserm lieben entschlafenen Bruder, Onkel, Paten und Schwager Konrad Becker, Oberzahlmeister a. D. erwiesene Liebe und Verehrung während seiner Leidenszeit, sowie die wohltuende Anteilnahme an unserm herben Verlust. Die trauernden Verwandten. Gießen, 17. September 1935. 6286D | Mietgesuche | Student sucht gilt möbl. Zimmer mit Schreibtisch (Nähe Klinik) z. 1.11.1935. Sev. Eing. u. Zentralheizung bevorz. Schr.Angeb.unt. k2800 a.d.G.A | Vermietungen | Schöne 3-Zimm.-WohDung und Küche (Neubau) mit Gartenanteil Nähe Gießen (Bahnstat.) zum 1.Oktober zu vermieten, oaou Zu erfragen: Wieseck Marburg.Str.15 Höherer Neichsbenmter sucht ver 1. Okt. moderne Stt-Wog. möglichst m. 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Jede Formation hat ihren eigenen Feuerstoß, um den herum die Soldaten stehen, sitzen und kauern. Hier ist die Stimmung ernster, dort herrscht ausgelassene Fröhlichkeit. Die Münchener spielen Oberbayern. Bier Grenadiere sind in Röcke gesteckt worden und parodieren nun eine Kirmes im Alpenland. An einem anderen Lagerfeuer kommt man uns mexikanisch. Kameraden sind mit Lassos auf der Jagd um das Lagerfeuer herum. Ein Truppenteil führt wilde Stierkämpfe vor, bei einem anderen spielt sich ein komischer Boxkampf ab. Die Matrosen schunkeln zu einem St. Pauli-Lied. Ueberall, wo der Führer ans Lagerfeuer tritt, in den geschlossenen kreis der Soldaten, da ist er int Au umringt und umdrängt von der Jugend der Kation, die int grauen Rock oder in der weihen Matrosenbluse ihren Dienst für Deutschland tut. Spontan fliegen die Arme hoch, und ein Siegheil auf den Führer folgt dem anderen. (Eine enge Kameradschaft zwischen den Soldaten und ihrem Obersten Befehlshaber hat sich entwickelt. 9er Führer im Biwak der Wehrmacht. An den Lagerfeuern der jungen Soldaten als Kamerad unter Kameraden. ten stehen die Gewehrpyramiden, und links und rechts liegen die Tornister, auf den Tornistern die Stahlhelms, in mustergültiger Ordnung, so daß auch in der Dunkelheit jeder sofort seine Sachen finden kann. In einigem Abstand von den Zelten brennen mächtige Lagerfeuer, um die herum sich ein nächtliches Soldatenleben entwickelt, das von den chunderttausenden, die auch am Abend die Ränge der Zeppelinwiese füllen, mit größtem Interesse verfolgt wird. Einen märchenhaften Anblick bietet die Ehrentribüne, die von verdeckten Scheinwerfern angestrahlt wird. Das ganze Feld wird beherrscht von dem silbernen Hoheitszeichen, das in gewaltigen Ausmaßen die Ehrentribüne krönt. Links und rechts von der Tribüne sind Geschütze, Kampfwagen, Maschinengewehre, Gewehrpyramiden, von Posten beschirmt, aufgestellt, hinter ihnen die ruhmreichen Feldzeichen der alten Armee, darunter auch die ältesten noch erhaltenen Fahnen des hessischen Grenadierregiments in Darmstadt aus dem Jahre 1621, des 3. Ost- preußischen Grenadierregiments aus dem Jahre 1626, des 1. Garderegiments zu Fuß aus dem Jahre 1688. Der Führer begrüßt Kriegsverletzte auf dem Adolf- \ Hitler-Platz zu Nürnberg. (Scherl-Bilderdienst-M.) i und zeigte die verschiedensten Bewegungsformationen. Die Aufklärungsabteilung beendete ihre Hebung mit dem Oeffnen einer von gegnerischen Pionieren angelegten Sperre, die in wenigen Minuten beseitigt war und so schnell wie sie gekommen, war die Abteilung auch wieder verschwunden. Dann marschierte in das Geviert ein Inf an- terieregiment in Marschkolonnen, das plötzlich von Artillerie, beschossen und zu letzter Entscheidung gezwungen wurde. Die Kompanien schwärmten unter entsprechender Siche- rung aus, brachten ihre leichten und schweren Maschinengewehre und mehrere Minenwerfer in Stellung und konnten so den überraschenden Angriff des Panzer-Spähtrupps, der aus 14 MG.- Kampfwagen bestand, abschlagen. Dem Angriff einer leichten'Panzerkompanie und einer Kampfwagenabteilung begegnete die Panzerabwehr mit einem ohrenbetäubenden Gruppenfeuer. Ingolstädter Pioniere bauten das „Großkraftwerk Franken" in der Mitte des Zeppelinfeldes auf. Eine Flakabteilung und ein Flug- zeugabwehr-MG-Zug übernahmen die Sicherung des Kraftwerkes. Alsbald entwickelte sich ein großartiges Kampfbild. Aufklärungsflugzeuge, die kettenweise in verschiedenen Höhen herannahten, wurden unter das zusammengefaßte Feuer der Flakbatterien genommen und von einer Jagd- gruppe abgedrängt. Es war ein prachtvolles Bild, als die schnellen Kampfmaschinen wie die Raubvögel auf die schweren Bomber stießen. Die Flakabteilung mußte einen Stellungswechsel vornehmen und diese Gelegenheit nutzte der Feind aus, um mit verschiedenen Geschwadern schwerster Bomber dasWerk anzugreifen und durch Bombenabwürfe völlig zu zerstören. Gleichzeittg unternahm Fliegeroberst Übet einen schneidigen ' Sturzkampfangriff aus vielen tausend Meter Höhe, wobei er geschickt eine über dem Felde hängende Regenwolke auszunutzen verstand. In geringer Höhe brauste Dbetft Übet über bas Feld und wich dem verstärkten Feuer der Flak-MG. durch einen glänzenden Kurvenflug aus. Große Teile des Großkraftwerkes flogen in die Luft und brannten aus. Nur die beiden großen Schornsteine blieben vor der Zerstörung bewahrt. Während die Pioniere die traurigen Reste ablöschtep und entfernten und die Flakabteilung abrückte, zeigten die beteiligten Streitkräfte formales Exerzieren der Jagdgruppe. Um 14 Uhr fuhr der Führer vom Deutschen Hof mit seinem Stabe hinaus zum Zeppelinfeld, wo ihn Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg als Oberbefehlshaber der Wehrmacht, ferner der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritfch, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe General der Flieger G ö - ring und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. e. h. Raeder begrüßten. Dann rollte vor dem Führer jAies unvergleichliche Bild ab, daß schon am Vormittag den Zuschauermassen gezeigt worden war. Nur war der Einsatz noch stärker, das 'Bild noch wirkungsvoller, und so waren die Beifallsstürme, die nach jeder Vorführung über das Feld brausten, Lahn für die schneidigen Vorführungen des jungen deutschen Volksheeres. Besonders umjubelt wurden die Flieger und Kurz vor 22 Uhr geht der Führe, nun begleitet vom Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg und den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, zur Ehrentribüne hinauf. Dann rücken gegenüber in breiter Front die Musi k k o r p s an. Daneben gruppieren sich Soldatenchöre. Um %22 Uhr meldet der Kommandeur dem Führer: „Mein Führer! Großer Zapfenstreich der Wehrmacht zur Stelle!" Dann locken die Trommeln, und aus allen Biwaks auf dem großen Felde marschieren die Truppen vorbei. Die Serenade des Großen Zapfenstreiches wird mit dem Pappenheimer Reitermarsch eröffnet. Dann singen die Soldaten und Matrosen alte Soldatenlieder. Der Hurra-Marsch des Bayerischen Infanterie-Regiments „König" beschließt die Serenade. Der Große Zapfenstreich wird aus dem Großen bayerischen, preußischen und sächsischen Zapfenstreich gebildet, dem sich die „Harmonische Retraite", gespielt vom Trompeterkorps des Artillerieregiments Nürnberg, anschließt. Dann steigt ernst und feierlich das Gebet zum Himmel. Es ertönt das Kommando „Stillgestanden!" „Das Gewehr über!" „Präsentiert das Gewehr!", und während in den Biwakfeuern bengalisches Licht aufflammt, das den Platz gespenstisch erleuchtet, erklingen das Deutschlandlied und das alte Kampflied der Bewegung, das Horst-Weffel-Lied. Bei den Worten „Die Fahne hoch" steigen im Mittelfeld an drei schlanken Masten die Nationalflagge und die der Wehrmacht auf. Dann meldet der Kommandeur des Zapfenstreiches: „Mein Führer! Großer Zapfenstreich beendet!" und der Führer antwortet ihm weithin vernehmbar: „Ich danke!" Während die Biwakfeuer langsam verglühen, marschieren die Truppen, die am Zapfenstreich teil- genommen haben, durch die Stadt zum Hotel des lieber der Zeppelinwiese liegt seit dem Eintritt der Dunkelheit ein gewaltiger elfzackiger Stern, gebildet aus den Scheinwerferbatterien der Flug- zeugabwehrbatterien, die ihre Lichtbündel fo an den nächtlichen Himmel werfen, daß sie sich genau im Zenith des Zeppelinfeldes treffen. Rings um das Feld haben die Truppen ihre Zelte aufae- schlagen. Vor den langgestreckten niederen Zel- Führers. Vor ihnen her und zu beiden Seiten scheint ganz Nürnberg mitzumarschieren. Die Kameraden der Kampfoerbände der nattonalsozialiftischen Bewegung geben ihnen das Geleit. Die ganze Straßenbreite ist von den jungen Prachtgestalten ausgefüllt, die strammen Schrittes, vorbildlich ausgerichtet und von dem Jubel der Massen begleitet, ihren Abschied von der Stadt des Reichsparteitages feiern. Festlicher Ausklang. A m „Deutschen Hof" wartet der Truppe eine neue Freude und Ueberraschung: Der Führer ist noch einmal herausgetreten vor das Haus und grüßt die Musikkorps, die Fahnen und die beteiligten Verbände. Man kann sich keinen schöneren Ausklang dieses Reichsparteitages der Freiheit denken als diesen Zusammenklang der Herzen, diese Begeisterung für die Waffenträger der Natton, die Verbrüderung zwischen Grau und Braun und Schwarz. Die Menge fühlt es, daß es ihre Soldaten find, die hier vorbeimarschieren, und so kennt der Jubel kein Ende, wenn der Führer den Verbänden durch Gruß dankt. Einzelne Formattonen werden mit Sonderapplaus bedacht. Ein lautes „Ah!" geht burch die Menge, als bie schwere Artillerie oorbeifährt, unb minutenlang bauert das Hänbeklatschen. Einen Sonderbeifall erhalten dann auch die schlesischen Tankfahrer in ihren schwarzen Baretts unb ihren totenkopfgeschmückten schwarz- blauen Uniformen. Es ist Mitternacht, als die letzten Fahrzeuge den „Deutschen Hof" passieren. Der Reichsparteitag der Freiheit hat sein Ende gefunden. Langsam verglimmen die Lichter, verloschen die Scheinwerfer, die die Alt-Nürnberger Giebel und gotischen Chore der Kirchen bestrahlten, jene steingewordenen Zeugen echtesten Deutschtums. Interessante Gefechtsbilder mit modernen Kampfmitteln. Motor und Flugzeug in erster Reihe der Vorführungen. Nürnberg, 16. Sept. (DNB.) Der letzte Tag des Reichsparteitages der Freiheit, der Tag der Wehrmacht, begann mit regnerischem und trübem Wetter. Erfreulicher Weise aber klärte es sich frühzeitig auf, so daß bie unübersehbare Menschenmenge, bie bie gewaltige Zeppelin-Wiese umsäumte, den Vorführungen der Wehrmacht mit ungetrübter Freude beiwohnen konnte. Alle Tribünen waren dicht besetzt. Gleich bie ersten Darbietungen bes umfangreichen Programms losten großen Beifall aus. In unwahrscheinlichem Tempo raste eine motorisierte Aufklärungsabteilung auf das Feld, jagte wie vom Teufel besessen um das gewaltige Viereck die Tanks, die wohl viele Tausende zum ersten Male in Deutschland in dieser Massierung gesehen haben. Nach den Vorführungen begann bann die Paradeaufstellung der Truppen. Die Marineunteroffiziers - Lehrabteilung in weißen Blusen unb Mützen unb dun- kelblauen Hosen, bie Luftwaffenregimenter in ihren stahlblauen Uniformen unb Stahlhelmen, bie Bataillone bes Jnfanterieregi- mentsNürnberg.bieJngolftäbterPio- n i e r e , eine Eskabron bes Reiterregiments Rathenow, bie Nachrichtenabteilung Dresben, bie motorisierte Aufklärungsabteilung München, die Panzer- Abwehrabteilung Schwerin, das motorisierte Artillerieregiment Ulm, die Erfurter Kraftradfchützen und die Fürther Flakabteilung. Mit klingendem Spiel rückte das Fahnenbataillon auf das Zeppelinfeld ein, die 120 Feldzeichen der alten deutschen Wehrmacht, deren Tradition nun das junge Volksheer fortführt, wurden ehrfurchtsvoll begrüßt. Generalmajor v. Schobert meldete dem Führer bie zur Aufstellung angetretenen Truppen. Dann hielt ber Führer als oberster Befehlshaber ber beutfchen Wehrmacht folgenbe Ansprache: DerFührerspttchlzurWehrmachl Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht! Zum zweitenmal treten Verbände des Heeres und der Marine auf diesem Platz an. Zum erstenmal im Zustand der neuen Wehrfreiheit. Nun sind zu euch gestoßen die neuen Verbände unserer deutschen Wehrmacht, die nun dem deutschen Volk in einem solchen Bild gezeigt werden können. Der Deutsche war stets ein guter Soldat. Der Dienst der Waffe war für unser Volk kein Zwangsdienst, sondern in allen Zeiten unserer Geschichte ein höchster E h r e n b t e n ft. Um so schmerzlicher und niederdrückender war es für den deutschen ehrliebenden und anständigen Mann, nicht Soldat sein zu dürfen. Unb wenn, dann unter ent- roürbigenben und demütigenden Bedingungen. Wie sehr dieser Zustand nun überwunden ist, zeigt euch, meine Soldaten, und am heutigen Tag dem ganzen deutschen Volk dieses Bilb ber Vereinigung bes beutfchen Mannes als Solbaten mit ber mober- nen technischen Waffe. Nun wirb wieder jeder deutsche junge Mann, soweit er von der Nation als würdig angesehen wird, in eure Reihen einrücken. Unb ihr werdet nun wieder Dienst tun mit den Mafien, die heute in der Welt allgemein sind. Dieser Dienst erfordert von jedem einzelnen von euch Opfer. Jeder von Euch muß bringen ein Opfer an persönlicher Freiheit, er muß bringen Gehorsam, Unterordnung, aber auch Härte, Aus- dauer unb über allem höchstes Pflichtbewußtsein. Volk und Heer sind eins im Opfer für das Ganze. Allein diejenigen irren sich, die glauben, daß dieses Opfer dem beutfchen Mann abgepreßt werben muß. Das haben zu allen Jahrhunberten die deutschen Männer freiwillig aeleiftet, unb sie waren stolz auf diese ihre Leistung. Und nicht nur im Frieden hat der Deutsche als Soldat dieses Opfer freudig der Nation gebracht, sondern nicht minder auch bann, wenn bie Not des Reiches ihn aufrief zum Schutz von Volk unb Vaterland. Der Deutsche war nicht nur ein guter Friedenssoldat, sondern er war ft e t s auch ein tapferer Kämpfer. Was bedeuten nun aber alle die Opfer, die von euch und von uns heute gefordert werden, gegenüber den Opfern, die vor 20 Jahren von Millionen von uns und un seren Kameraden gefordert worden sind. Möge jeder von euch, wenn er je den Dienst des Soldaten als schwer empfinden sollte, bedenken, daß acht Tage Trommelfeuer von den Bataillonen und Regimentern unserer alten Armee mehr an Opfern forderten als der Dienst des Friedens eines ganzen Jahres. Das deutsche Volk in Waffen ist darüber nicht zerbrochen. (Es zerbrach, nur weil es feine innere Freiheit, feinen inneren Glauben an fein Recht verloren hatte. Dieser Glaube aber ist heute wiederge- fomltien, und diesen Glauben, meine Soldaten, haben nicht nur hunderttausende von euch, sondern Millionen und Millionen unserer Volksgenossen umhüllen euch mit diesem heißen Glauben, mit dieser heißen Zuversicht und mit dieser warmen Liebe. Unb wenn ihr persönliche Opfer bringen müht an Gehorsam, an Pflichterfüllung, an Unterorbnung, an Härte, an Ausbauer, an Leistungsfähigkeit: Der- acht nicht meine Solbaten, bas ganze beutfche Volk bringt auch für euch große Opfer. Es ist für bas beutfche Volk schwer, bas aufzu- bauen, was hier unb an zahllosen anberen Orten Deutschlanbs heute steht. Schwere Opfer muß unser Volk bringen unb bringt sie boch gerne. Denn es möchte erstens seine Söhne nicht schlecht gerüstet wissen unb zweitens, es möchte nicht Deutschland weiterhin wehrlos sehen. Unb so bringen wir biese Opfer benn fortbauernb gemeinsam — bas Volk für euch, ihr für bas Volk! Beide für Deutschland, unser Volk unb unser liebes Deutsches Reich! Unb wir bringen biese Opfer außerbem in ber Ueberzeugung, baß es keines Krieges bedarf, um uns bafür zu entlohnen. Ihr seid Hüter der ruhmreichen Tradition der alten Armee. Einst hatte Deutschland eine stolze und tapfere Armee, hatte heldenhafte Kämpfer. Das ist bei deutschen Soldaten das Natürliche. Aber sie war nicht nur im Krieg die große Wehr der Nation, sie war im Frieden bie herrliche Schule unseres Volkes. Sie hat uns alle zu Männern gemacht und der Blick auf sie hat uns den Glauben immer aufrechterhalten an die Zukunft unseres Volkes. Und diese alte herrliche Armee, sie ist nicht tot, sie ruhte nur und ist wieder auferstanden nun in euch! Ihr, meine Kameraden, tragt an ber Spitze eurer Waffe unb an eurem Helm ein unerhört hohes Vermächtnis. Ihr feib nicht etwas künstlich Gemachtes, etwas Trabitionsloses, was keine Vergangenheit hat, fonbern, was es auch in Deutfchlanb sonst gibt, es tritt zurück hinter bem, was ihr an Trabi- tion zu verkörpern habt unb verkörpern könnt. Ihr braucht wahrlich ber beutfchen Armee keine Ruhmes- titel zu erwerben, ben besitzt sie bereits, ihr braucht ihn nur zu bewahren! Unb wenn wir hier in Stahl und Erz gerüstet stehen, bann ist es nicht beshalb, weil wir es für nötig empfinben, bes beutfchen Volkes Ehre zu reparieren. Soweit biese Ehre vom Solbaten getragen würbe, hat sie uns niemanb in ber Welt bisher zu nehmen vermocht! Deutschlanb hat seine militärische Ehre nicht verloren, unb am we- nigften im letzten Krieg. Wir brauchen biese Ehre baher uns auch nicht zurückzuholen. Wohl aber sorgen mir in Zukunft dafür, daß nicht so viel Ehre, so viel Heldenmut und so viel Opfer vergeblich sind, so wie es einst war. Zeigt Euch dieser Opfer würdig und wett. Diese alle Armee, deren Forlfuhrung ihr seid, deren Repräsentant und Traditionsträger ihr sein müßt, hat auf dem Altar des Vaterlandes die größten Opfer dargebracht, die jemals von einer Wehrmacht ihrem Volke gegenüber gefordert worden waren. Zeigt euch dieser Opfer würdig und wert! Sorgt dafür, daß sich die Ration auf euch genau fo verlassen kann, wie sie sich einst verlassen konnte auf unser altes herrliches Heer, auf unsere alte Armee und Wehrmacht! Sorgt ihr dafür, daß das Vertrauen der Ration euch immer genau fo gehören kann, wie es einst der Armee gehört hat, deren Helm aus ruhmvollster Zeit ihr tragt. Dann wird euch das deutsche Volk lieben, es wird in euch feinen besten Teil des deutschen Volkes sehen, fo wie es Jahr für Jahr feine besten Söhne in diese einzigartige Organisation |ujiaL Dann wird dieses Volk an feine Armee glauben und wird jedes Opfer gern und freudig dafür bringen in der Ueberzeugung, daß dadurch der Friede der Ration gewahrt wird und die (Erziehung des deutschen Volkes gewährleistet ist. Denn ihr seid Männer geworden und wir wollen, daß die ganze deutsche Jugend durch diese herrliche letzte Schule geht und genau fo Mann wird, wie ihr es seid. Wir wollen ein hartes Geschlecht heranziehen, das stark ist, zuvertäfsig, treu, gehorsam und anständig, fo daß wir uns unseres Volkes vor der Geschichte nicht zu schämen brauchen. Das ist die Bitte der Ration, die Hoffnung und Forderung der Ration an euch! Und ich weiß, ihr werdet diese Forderung und diese Hoffnung und diese Bitte erfüllen, denn ihr seid des neuen Deutschen Reiches neue Soldaten! Mit gläubigen Gesichtern lauschten die jungen Soldaten ben Ausführungen bes Mannes, ber auch ihr Führer ist unb bem sie gemeinsam verschworen sinb bis an ihr Enbe. Noch ber Rebe bes Führers rückten bie Formationen roieber ab unb kurz herauf begann ber große Vorbeimarsch ber Einheiten: Hitler muß stolz sein, sagt die „TimeS^ ß o n b o n, 17. Sept. (DNB.-Funkspruch.) In bem »Times"-Bericht aus Nürnberg über bie Vorführungen ber Wehrmacht heißt es, was auch bie Zukunft bringen möge, Hitler muh, wie feint Rebe an bie Solbaten aeige, stolz fein, wenn er bie Leistung feiner ßeroeaung zur Wiederherstellung Deutschlands betrachte. Die $)in* gerissenheit und Begeisterung der Menge beweise, daß man diese Leistung des Nationalsozialismus ganz und gar s e i n er P e r s ö n l i ch k e 11 danke. Französische Stimmen zum Tag der Wehrmacht. Paris, 17. Sept (DNB.-Funkspruch.) lieber die Vorführungen der Wehrmacht berichten die französischen Blätter in Wort und Bild. Eine umfangreiche Schilderung der Darbietungen findet sich in allen Blättern. Der nach Nürnberg entsandte Sonderberichterstatter des „Journal" wohnte vorher den französischen Wanövern in der Champagne bei. Er will, soweit ein Vergleich möglich ist, sagen können, daß die Deutschen über ein ausgezeichnetes Material verfügen, das aber den Franzosen nicht überlegen zu sein scheine. Die deutschen Mannschaften bedienten sich des Materials aber schneller und besser. Allerdings dürften die in Nürnberg zusammen- gezogenen Truppen besonders sorgfältig ausgewählt worden sein. Als psychologische Bedeutung des Tages hebt der Berichterstatter hervor, daß die wiedererstandene Wehrmacht unter der neuen Fahne inmitten der Nationalsozialist!- schen Volksmasse, die Deutschland sein Heer rotebergegeben habe, auftrat. Er fei überzeugt, daß nichts ein Regime schwächen könne, das in den Augen der Deutschen das Vaterland gerettet habe. Der Nürnberger Sonderberichterstatter des „Ma- tin- beschreibt ausführlich die motorisierten Kampfmittel, die gezeigt wurden. Die deutsche Wehrmacht, so hebt er hervor, verwende ein praktisches Material, das fest gebaut und mit starken Motoren ausgerüstet sei. Die Uniformen seien schön und zweckentsprechend. Auffallend sei der Zusammenhang zwischen der Volksmenge u n d d e m h e e r. Die Bevölkerung habe die Truppen m i t g r o h e r V e g e 1 st e r u n g und die Offiziere mit Achtung und Bewunderung begrüßt * Der nach Nürnberg entsandte Sonderberichterstatter des „Petit Journal'^ schreibt, Hitler habe mit einer außerordentlichen Begeisterung und Kraft gesprochen. Die Zuhörer hätten gejubelt vor Freude und Stolz. Das Wort Apotheose reiche nicht aus, um den unglaublichen triumphierenden Eindruck dieses geschichtlichen Rückblickes zu schildern. Nur der Der- gleich mit dem Fackelzug am Abend des 30. Januar 1933 nach der Machtübernahme erscheine angängig. Der Nationalsozialismus habe sich auf der ganzen Linie in seiner ideologischen Vollständigkeit und in seinem Totalitätswillen durchgesetzt. Hitler habe alle Zweifel beseitigt, alles Zögern abgeschnitten. Er bleibe mit seiner Partei und seine Partei bleibe mit ihm. — „F i g a r o" schreibt, die ' Volksmenge in Deutschland nehme die Worte Hitlers wie die eines Propheten auf. Sie b r a u ch e diese Stimme, die ihr Mut und Selb st vertrauen wiedergebe. polnische Stimmen. Warschau, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) In einem Eigenbericht der „Gazeta Polska" heißt es, der Parteitag habe mit einem starken Akkord abgeschlossen. Der Tag der Wehrmacht habe gezeigt, daß die heutige deutsche Wehrmacht nur ein autonomes Glied des nationalsozialistischen S t a a t e s sei und sonst nichts. Der zweite politisch sehr bemerkenswerte Akkord des Tages sei die Rede des Führers in der Schlußsitzung des Parteitages gewesen. Noch niemals habe der Kanzler mit solcher Sicherheit die souveräneRolle der Nationalsozialistischen Partei im Staate proklamiert. Aus dem Parteitage gehe die Partei gestärkt hervor. Der Kanzler habe ihre Rolle im Staate auf das deutlichste unterstrichen, in einer Form, die keiner Erörterung unterliege. „Kurjer Poranny" sagt, die militärische Parade habe die Kraft des Heeres zeigen sollen, das jedoch nicht als Kriegswerkzeug gebraucht werden solle, sondern als ein Instrument, das die soldatischen Tugenden und die Ehre der Nation pflege. Der Kanzler habe deutlich erklärt, die Wehrmacht, die die alten Traditionen fortsetze, besitze genug ruhmvolle Karten in ihrer Geschichte und sei nicht gezwungen, neue Lorbeeren zu suchen. Die Wendung, die von Friedensliebe zeuge und keineswegs die erste ihrer Art in offiziellen Erklärungen des Kanzlers sei, müsse unterstrichen werden. Weiter heißt es, der Kanzler habe seine große politische Schlußrede mit einer parallelen Apotheose der Partei und der Armee geschlossen. Nachdem er vorher festgestellt hatte, daß die Partei der höchste und endgültige Richter sei. Wirtschaft Kirche und Schule lontan- iten. 8.10 Sende- Alsfeld, 16. Sept. Auf dem heutigen 3 er- kelmarkt waren 446 Schweine, darunter 259 Händlerschweine, aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 25 bis 30 Mark. Der Handel ging flott, es verblieb nur ein Ueberftand von etwa 60 Tieren. Nundfunkprogramm INittrooch. 18. September. gendorganifationen gehören alle Knaben und die Mädchen, bis auf zwei, an. Jüdische Schüler in Heften. Der Leiter des Schulwesens in Hessen hat Ende August an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und Stadtschulämter folgende Fragen zur Deantwortung bis 15. September gerichtet: 1. Wieviel jüdische Schüler (Schülerinnen) besuchen zur Zeit die öffentliche Schule? 2. Wieviel Schüler (Schülerinnen) sind in eine jüdische Bezirksschule übergetreten und in welche? 3. Wieviel jüdische Volksschüler könnten der Entfernung nach eine jüdische Bezirksschule besuchen? 4. Ist ihnen bekannt, aus welchem Grunde dies seither nicht geschehen ist? Jüdische Bezirksschulen bestehen in Hessen: in Darmstadt, Worms, Mainz und Offenbach. Die Errichtung einer solchen in Höchst i. O. ist beabsichtigt. In Frankfurt a. M. besteht außerdem eine jüdische höhere Schule (Philantropin), eine jüdische Realschule mit Lyzeum und eine jüdische Volksschule'. (Sporfamt „Kraft durch Freude-. Heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule: Don 18.3C bis 19.45 Uhr für Frauen und Männer Universitätssportplatz. Reiten: von 21 bis 22 Uhr Reitschule Schömbs. Leibesübungen: ein Gebot der Selbsterhaltung! F r a n k f u r t a. M., 16. Sept. Zum Wochenbe- ginn eröffnete die Börse vollkommen still und ohne jede Anregung. Immerhin überwog bei dem kleinen Geschäft die Abgabenneigung. Eine weitere Abwärtsbewegung der Kurse wurde aufgehalten durch das günstige Zeichnungsergebeis der neuen Reichsanleihe, für die heute der letzte Zeichnungstag war. Am Chemiemarkt waren nur IG.-Farben und Scheideanstalt, die sich um 0,40 bzw. 0,75 v. H. reduzierten, im Handel. Aus dem Elektromarkt waren AEG. unverändert, Elektr. Lieferungen 0,25 ♦ Vergebung behördlicher Auftrage zugewerblichen Fu h r l e i st u n g en n u r a n Mitglieder der anerkannten S p itzen- v e r b ä n d e. Der Reichs- und Preußische Verkehrs- Minister hat für den Bereich seiner Verwaltung an- geordnet, daß bei der Vergebung von Aufträgen aus Fuhrleistungen ausschließlich Mitglieder der von ihm anerkannten Spitzenoerbände des Reichsverbandes des Fuhrgewerbes und des Reichsoerbandes des Kraftfahrgewerbes oder ihrer Untergliederungen zu berücksichtigen sind. Bewerber um solche Auftrage müssen sich daher in Zukunft durch ihre Mitgliedskarte als Mitglied eines der genannten Verbände oder ihrer Untergliederungen ausweisen. * Diskonterhöhung in Holland. Die Niederländische Bank hat gestern ihren Diskontsatz, der mit Wirkung vom 3. August d. I. von 6 auf 5 o,H. ermäßigt worden war wieder um 1 v. H. auf 6 v. H. erhöht. Es handelt sich bei dieser Maßnahme des Noteninstitutes ganz offensichtlich um eine Reak- tion auf die seit mehreren Tagen wieder in Erscheinung getretene Gulden-Beunruhigung. Rhein-Mainische Börse. INitlagsbörse still und etwas leichter. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7.00: Nachricht, Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: waren AEG. unverändert, Elektr. Lieferunge und Schuckert 1,25 v. H. niedriger. Von M, werten gaben Rheinstahl 1, Vereinigte Stahl 1,13 v. H. nach. Ebenso kamen die Schiffahrtswerte niedriger zur Notiz, wie Nordd. Lloyd mit minus 0,65. Im übrigen sind noch erwähnenswert Zellstoff Waldhof mit minus 1 und von Kunstseide- werten Aku mit minus 0,75 v. H. Etwas gebessert waren dagegen Reichsbank mit plus 0,13 und Süddeutsche Zucker mit plus 0,50 v. H. Auch auf dem Rentenmarkt war die Kursbewegung sehr eng. Die Hauptwerke wie Altbesitz mit 110,75 bis 110,90, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,25 und Zinsvergütungsscheine mit 93,25 bis gewicht) in Mark: Ochsen a) '42 (42) b) 42 (41 bis 42) c) 40 bis 41 (38 bis 40), d) 38 bis 39; Bullen a) 42 (42) b) 42 (41 bis 42), c) 41 (36 bis 38). d 38 bis 40 (36 bis 38); Kühe a) 41 bis 42 (4t bis 42), b) 35 bis 40 (35 bis 40), c) 28 bis 34 (28 bis 34), d) 22 bis 27 (20 bis 27); Farfen a) 42 (42), b) 42 (41 bis 42), c) 40 bis 41 (38 bis 40), d) 36 bis 39; Kälber a) 66 bis 70 bis 70), bj 59 bis 65 (59 bis 65), c) 53 bis 58 (53 bis 58), d) 44 bis 52 (42 bis 52); Lämmer Hammel b2) Werde- masthämmel 42 (41 bis 42) c), 40 bis 41 (38 bis 40); Schafe nicht notiert; Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54), e> 50 (50). 61) 54 (54), g2) 54. - Marktverlauf: Rinder flott, ausverkauft: Kälber mittelmäßig, ausverkauft; Hümmel und Schafe ruhig, Ueberftand; Schweins wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren: Es notierten (per 50 Kilogramm) in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Bullenfleisch b) 74 bis 78; Kuhfleisch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72; Ham- melfleisch b) 78 bis 80; Schweinefleisch b) 74 bis 80; Fettwaren d) roher Speck unter 7 Zentimeter 77 bis 80, Flomen 76 bis 80. — Beschickung: 581 Viertel Rindfleisch, 79 ganze Kälber, 33 ganze Hümmel, 265 halbe Schweine. Der Marktverlauf war lebhaft. Schweinemarkt in Alsfeld. 93,35 lagen unverändert. Die übrigen Werte waren leicht abgeschwächt. Von Auslandrenten notierten Anatolier unverändert 40,75, 4proz. Ung. Gold schwächten sich um 0,05 ab. Auch im weiteren Verlaufe des Geschäftes konnte sich keine Belebung der Umsatztätigkeit durchsetzen. Bei leicht überwiegendem Angebot machte die Kursabbröckelung weitere Fortschritte. Besonders bei Siemens & Halske kam Material zum Angebot, fo daß der Kurs 2 v. H. niedriger festgesetzt wurde. Von Auslandrenten waren 4proz. Rumänen gefragt und etwas höher. Tagesgeld unverändert 3,25 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse lag still bei im wesentlichen unveränderten Kursen. Am Chemiemarkt wurden IG. Farben mit 154 notiert. Der Elektromarkt lag eher etwas leichter, so AEG. 38,75, Thür. Lie- serung 119, Schuckert notierten mit 122,50 (Berliner Schluß 123,25), Siemens lagen auf dem ermäßigten Mittagskurs behauptet. Am Rentenmarkt herrschte gleichfalls Geschäftsstille. Altbesitz 110,75. Am Auslandsrentenmarkt waren Rumänen etwas gefragt aber unverändert. 5proz. innere Mexikaner lagen mit 5 behauptet. Von später notierten Werten lagen Rheinstahl, Aku niedriger. Die Börse schloß ruhig. Es notierten: Altbesitz 110,75, Farbenbonds 125,25 v. H., 4proz. Ungarn Gold 9,40 v. H., 4proz. Rumänen 5,45 v. H., 3,5proz. Schweizer Bundesbahn 175, Adca 77,50, Commerzbank 90,25, DD.- Bank 90,25, Dresdner 90,25, Harpener 112,50, Mannesmann 85,50, Rheinstahl 108,50, Stahlverein 80,40, Aku 58,25, Conti Gummi 157, Deutscher Eisenhandel 105,50, Scheideanstalt 239, Deutsche Linoleum 150,75, Licht & Kraft 131,50, Ehlinger Maschinen 81, IG. Farben 154, Gesfürel 125, Goldschmidt 108,50, Hanfwerke Füssen 91, Holzmann 92,75, Iunghans 84, Metallgesellschast 110,50, Moe- nus 84,75, Rhein.-Elek. Mannheim 143, Schuckert 122,50, Thür. Lieferung 119, Schöfferhof Binding 170, Deutsche Reichsbahn-Verwaltungsaktien 124,25, Hapag 15,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Sept. Der Getreidemarkt wies eine stetige Tendenz auf. Kontingentsware wurde genügend ausgenommen, für unkontingentierte war dagegen weniger Aufnahmefähigkeit vorhanden. Futterartikel blieben gefragt. Gerste und Futtermehl waren mit 19,25 franco Frankfurt a. M. pause. 10.15: Schulfunk. Robert Schumann. Ein Lebensbild. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag. 15: Nachrichten. 15.15: I. Volksmusik. II. Am Jsteiner Klotz. Hörszene. 16: Kleines Konzert. 16.30: Die Sense fang durchs Korn. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht. 18.45: Saardienst. 19: Spezialitäten. Kleiner musikalischer Feierabend. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Deutscher im fremden Land. 20.45: Lachender Funk. „... und Mittwochs wird die Woch' geteilt." 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Mit dem Rundfunk - Uebertragungs- roagen zum Manöver des Wehrkreises IX Kastel in Grafenwörth. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Ausbildung am Gchulfilmgerät. = Großen-Linden, 16. Sept. Dom 12. bis 14. September fand hier in der neuen Schule ein Kurzlehrgang zur Ausbildung der Lehrer in der Bedienung der Schulst l m g e r ä t e statt. Die Teilnehmer — 25 Lehrer aus dem Kreise Gießen — waren von der Kreisbildstelle einberufen worden und waren in der Kreisführerschule untergebracht. Geleitet wurde der Kursus von den Lehrern Heller (Gießen), Reinheimer (Großen-Linden) und Schädel (Treis a. d. Lumda). Am 12. September eröffnete Rektor Siegfried (Großen-Linden) mit herzlichen Begrüßungsworten den Lehrgang und wies dabei auf die große Bedeutung des Sch ul film es hin. Er wünschte den Arbeiten den besten Erfolg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich alle Lehrer in Großen-Linden recht wohl fühlen möchten. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen sprach Lehrer Reinheimer über alle theoretischen Fragen des kinematographi- schen Vorganges, über die Grundfragen der Elektrizität, der Optik, sowie über Bildschirme und die mechanischen Einrichtungen der Vorfuhrungsgeräte. Am Abend des ersten Tages wurden einige Unterrichtsfilme vorgeführt. Der zweite und dritte lag des Lehrgangs'waren mit praktischen Hebungen an den Geraten ausgefüllt. Im ganzen hat der Kreis Gießen bis jetzt sechs Filmgeräte. Es ist bekannt, daß nach einem Erlaß des Unterrichtsministers R u st In absehbarer Zeit alle deutschen Schulen mit einem Filmgerät ausgestattet werden sollen. Zu diesem Zwecke werden seit etwa zwei Jahren von allen Schulkindern besondere Lehrmittelbeiträge erhoben. Am zweiten Tag wurde ein Kameradschaftsabend im Caf6 Dem veranstaltet. Auch hier sprach Rektor Siegfried herzliche Worte der Begrüßung. Der Abend verlief in angenehmer Unterhaltung; da fast alle Teilnehmer im Krieg gewesen waren, wurde manches Erlebnis aufgefrischt. Am Samstag schloß Rektor Siegfried den Lehrgang und wünschte, daß die geleistete Arbeit unserer Schule und der deutschen Jugend zugute käme. Vorläufig wurden im Kreise Gießen sechs Bezirke gebildet, in denen die Geräte untergebracht werden. Von ihrem Standort aus werden sie dann an die verschiedenen Orte ausgeliehen. Diese Bezirke sind: Gießen, Großen-Linden, Treis a. d. Lumda, Grünberg, Großen-Buseck und Lich. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 16. Sept Unter starker Beteiligung der Gemeinde fand anf Sonntag der Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts statt. Die inzwischen schon begonnene Konfirmandenstunde besuchen 37 Kinder, nämlich 21 Knaben und 16 Mädchen. Sieben Knaben und zwei Mädchen sind Schüler der höheren Lehranstalten von Gießen, die übrigen besuchen die hiesige Volksschule. Den nationalsozialistischen Ju- angeboten. Auch Mais und Melasse fanden nicht immer genügend Abnahme. Das Geschäft war sehr ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen w XIII 199, W XVI 202, W XIX 206, W XX 208, Roggen R XII 162, R XV 165, R XVIII 169, R XIX 171 Großhandelspreise der genannten Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W XIII 27,75, W XVI 28,—, W XIX 28,—, W XX 28,35, Roggenmehl R XII 22,45, R XV 22,80, RXVIII 23,30, RXIX 23,50 und 0,50 Mark Frachtausgleich'. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W XIII 10,65, WXVI 10,80, WXIX 11,—, WXX 11,10, Rogaen- kleie R XII 9,95, RXV 10,15, R XVIII 10,40, RXIX 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag, Palmkuchen m. M., Erdnußkuchen m. M., Treber getrocknet und Trockenschnitzel oroie Heu nicht notiert. Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt ooer gebündelt 2,40 bis 2,50. Tendenz: ruhig. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 3,10, weiße, halbe und blauschalige hiesiger Gegend 2,80 Mark. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Sevt. Auftrieb: 773 Rinder (842), davon 175 Ochsen, 102 Bullen, 261 Kühe, 235 Färsen. Zum Schlachthof direkt 1 Bulle, 2 Kühe, 377 (393) Kälber, 39 (54) Schafe, 760 (1019) Schweine. (Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf den letzten Montagsmarkt vom 9. September.) Es notierten (pro 1 Zentner Lebend-1 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. Lombardzinsfuß 5 v. H Jranffurt 0.3JL Berlin Schluß» hirt Schluß«. Abend- bflrfe bflrfe Datum 14.9 16 9 14 9 | 16.9 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 Poung-Anieihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4’/»% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% el?em.8% Hess. BolUstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ V/i% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltaut ... 4y.% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldoerschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mst AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. ßüv leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 »yL% ehem. 4/.% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psondbriese....... 6y»% ehem. 4H% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 4yt°/o ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4)4% ehcm. 7% Pr. Landespsand- briesanst., Gold Komm. C6I.VI Eteuergutsch.BerrechnungSk. 85-39 100,75 97,4 102,65 101 97,4 102,13 101,13 97,4 102 101,13 97,4 110,9 110,75 111 110,75 100,2 100,25 100,25 100,25 97 97 97 — 96,5 96,75 — — 100,5 100,5 — — 92,5 92,5 — — 130,25 130,25 - — 115 114,75 114,65 114,5 96,75 96,75 - — 100,65 100,5 - - 100,5 100,65 100,4 100,5 97 97 97 97 97 97 97 97 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Etlberrente 4% Ungarische Golbrenle ...... 4% Ungarische SlaatSrente v. 1910 4y,% deSgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von SS 4^Dürlijche Bagdadbahn-Anleihe 28,75 28,25 29 28,5 9,5 9,4 8,5 9,45 9.5 9,25 9,4 9,3 9,45 9,45 9,3 10,75 10,5 10,9 — — — — ■* Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abmdbörse Schlußkurs Scblußk. Mittagbörse Datum 14.9. 16 9 14.9. 16 9. 4% deSgl. Serie II ........... 11,5 11,5 — — 5% Rumän. verelnh. Rente v. 1903 6,4 6,6 6,6 6,95 4^%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 9,3 10 9,6 10,2 4% Rumänische vercinh. Rente 5.425 5,45 5,45 5,5 »y*% Anatolier............. 40,75 — 40,8 40,75 Hamburg-Amertka-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 15,75 15,5 16,25 15,5 0 28,5 29 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18,25 17,25 18,13 17,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 80 79,25 80,5 78.25 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 115 —— 114,65 114,5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 90,5 90,25 90.5 90 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ 0 90,75 90,25 90,75 90.25 Dresdner Lank.............. 0 90,75 90,25 90,75 90.25 Reichsbank ................ 12 182,4 181 181,75 181 A.E.V...................... 0 39 38,5 39,13 39 Bekula.................... 10 145 144,75 144,9 144,25 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 112,5 112,25 112,75 111,9 Licht und Kraft ........... 6 y. 131,5 131,5 132,25 132 Felten & Guilleaume......... 0 105,5 104 105,13 103,5 124,75 Gesellsch.f.Clektr.Uniernehmuna. 5 126,5 125 127,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 — 143 143 Rhein. West,. Elektr.......... 6 128,5 —— 128,75 127 Schuckert L Co............... Siemens L Halske............ 4 124 4 122.5 124,25 123,25 7 174 5 172,5 174,5 172 Lahmeyer & Co.............. 7 131,75 131 131,25 131,25 101,5 101,5 102 101 Deutsche Erdöl .............. 4 108,75 108 108,9 107,25 Gelsenkirchener.............. 0 —> — - Harpener .............. 0 113,5 112,5 113,5 113,5 Hoesch Eisen —Köln-Neuessen .. c 94,75 94 95 93,13 Hlse Bergbau .............. — W 160 160 Ilse Bergbau Genüsse........ e 129,5 128 129 128 Klöckneriverke ......... 1 91,75 90,5 91,5 90,25 Mannesmann-Rohre» ........ 0 86,9 85,5 86,75 I 85,65 Frankfurt .. < — —1 Süddeutscher Zucker .......... 1 H 207 I 208 1 208,5 I 208,5 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. ZIL 14. September 16 September Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | Aries Buenos Atre» 0,668 0,672 0,670 0,674 Brüssel..... Rio de Jan.. 41,93 42,01 41.96 42,04 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,Q47 54,53 3,053 Kopenhagen. 54,86 54,96 55,03 Danzig..... 46,80 46,90 46,79 46,89 London ..... 12,285 12,315 12,30 12,33 Helsingfor«.. 5,415 5,425 5,42 5,43 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 167.23 167,57 167,33 167,67 Italien..... Japan ...... 20,30 20,34 0,724 20,30 20.34 0,722 0,723 0,725 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5.676 Oslo..... : 61,74 61,86 61,78 61,88 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,14 11,16 11,15 11,17 Stockholm... 63.34 63,46 63,42 63,54 Schweiz .... 80,76 80,92 80,76 80,92 Spante».... 33,93 33,99 33.94 34,00 Prag....... Budapest ... 10,27 10,29 10,27 10,29 Reu york ... 2,485 2,489 2,485 2,489 Äerlin,16 September "cheld ' w • Amerikanische Not«.............. Belgische Noten.................. 2,437 41,80 57451 41,98 Dänische Noten ..«S.......... 54,77 54 99 Englische Noten ................. 12*265 12,305 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,325 166,92 16,385 167,58 Italienische Noten................ 16,46 19,54 t Norwegische Noten .............. 61,60 61,84 Deutsch Oesterreich, * IOO Schilling Rumänische Noten............... _ Schwedische Noten............... 63,25 63,51 Schweizer Noten................. 80,58 80.90 Spanische Note»................. 33+58 3ÜZJ Ungarische Note» ••»«••••»«•••••• Nr. 217 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen) Dienstag, 17.$eptcmberl955 Heimkehr derAürnberg-Fahrer der Gießener SA Der Aufmarsch der Fahnengruppe vor dem Standartengebäude. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) gründet seinen Anspruch auf die geogra- wegen gi phische & unbegrenzten Geldmitteln: welcher kultivierte Mensch hat nicht von den geistigen Möglichkeiten eines solchen Paradieses geträumt? An derlei Dinge hat aber Rockefeller nicht gedacht. NurdreiBücher, immer dieselben, haben für ihn nie an Jntersse verloren: die Bibel, ein Band Erläuterungen zur Bibel für den täglichen Gebrauch und die Predigten des Reverend Jowett. Täglich nach dem Frühstück werden ihm aus einem dieser drei Bücher einige Seiten vorgelesen. Er hört aufmerksam zu, läßt manche Stellen wiederholen und geht dann einige Minuten schlafen... Schwedische, holländische und anglo-russische Gesellschaften und russische Staatsunternehmungen sind am Abbau beteiligt bzw. beteiligt gewesen. Der auf Spitzbergen vorkommende Gips, Marmor, Phosphat, Asbest, einige Eisenerze haben den Aufschwung nicht gefördert. Marmorgewinnunq scheitert an der Spältigkeit des Gesteins, und der Abbau von Phosphat durch eine schwedische Gesellschaft am Nordfjord war nur von kurzer Dauer." Haber, einem richtigen Bücherwurm, bekannt ge- worden. Rockefeller wußte, daß er es mit einem verschwiegenen, am Geschäft desinteressierten Men- chen und guten Juristen zu tun hatte, und holte ich gern bei ihm Rat, ohne sich jedoch jemals für eine Bücher zu interessieren. Eines Tages fiel ihm indessen die Menge von Büchern auf, und er fragte einen Freund: „Machen Ihre Schmöker Sie glücklich?" Und auf die bejahende Antwort des Bibliophilen bemerkte John D.: „Das einzige, was mir Vergnügen macht, ist Dividenden einzustecken!" Fast ein halbes Jahrhundert Muße mit praktisch dartengebäude wurde die große Marschkolonne der Nürnberg-Fahrer, gefolgt von den Stürmen des Sturmbanns II, von einer großen Menschenmenge begleitet und von vielen weiteren Volksgenossen, die zu beiden Seiten der Marschstraßen standen, oder aus den Fenstern ihrer Wohnungen Zeugen des eindrucksvollen Ereignisses waren, begrüßt. Es war eine durch gleiche Willensrichtung und gleiche Tat- und Opferbereitschaft engoerbundene Gemein- schäft, die auch bei dieser Gelegenheit wieder öffentlich bekundet wurde. Dor dem Standartengebäude drängte sich viel Volk zusammen, um hier dem Abschluß der Nürnberg-Fahrt unserer Gießener SA. beizuwohnen. Nachdem die Marschkolonnen durch das dichte Spalier der Männer und Frauen, von Jung und Alt, marschiert waren und auf dem Platze des Standartengebäudes Aufstellung genommen hatten, erlebten die Hunderte von Männern und Frauen den denkwürdigen Ausklang der schlichten, eindrucksvollen abendlichen Feier mit der nachstehenden Ansprache von Standartenführer Lutter: SA.-Kameraden! Der dritte Reichsparteitag seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus liegt hinter uns. Wer das Glück gehabt hat, Parteitage mitmachen zu können, muß eingestehen, daß der die s j ä h • rige Reichsparteitag wohl das schönste Erlebnis für den SA.-Mann gewesen ift 3m vorigen Jahre, als die schwarzen Stunden über der SA. lagen, als unsere Feinde frohlockten: „3eht ist es aus mit der SA." hat der Führer gesagt: „wer die SA. beleidigt, beleidigt mich." Die SA.-wänner Go lebt ein amerikanischer Milliardär Aus dem Tageslauf des Petroleumkönigs Rockefeller. Don R. Eourau. in das Herz des Beschauenden dringt. Mit einem Wort: je größer die Freude ist am künstlerischen Genuß. Es ist kein Zufall, daß der Begriff „Kraft durch Freude" von den Männern des Dritten Reiches geschaffen wurde, und daß unter diesem Begriff eine der gewaltigsten sozialen Kulturideen in die Tat umgesetzt wurde, eine Tat, die die ehrliche Bewunderung der übrigen Welt erregt (so weit diese zu objektiver Beurteilung fähig und willens ist). Erstrebt aber dieses hehre Werk vor allem die Einbeziehung von Millionen wenig bemittelter Volksgenossen in alle Aeuherungen des gesamtdeutschen Lebens, so sollte das Wort „Kraft durch Freude" darüber hinaus allen künstlerisch Schaffenden eine ständige Mahnung sein an die große Verantwortung, die sie dem Volksganzen gegenüber haben. Unter allen Kunstzweiaen ist Der Film derjenige, der zugleich in seiner Wirkunasgrundlage sich immer breiter über das Volk ausoehnt und es nahezu teresies. Die Bildungen aus der Steinkohlenzeit und das Kohlenvorkommen in Kreideschichten sind wirtschaftlich nicht sehr bedeutend, doch damit sind die Kohlenschätze der Insel nicht erschöpft. „Der Haupt- wert beruht auf tertiärer Kohle, die unserer Braunkohle zeitlich verwandt, in ihrem Aussehen aber mehr der Steinkohle ähnlich ist. An mehreren Stellen der Westgebiete lagernd, ist sie bisher am meisten abgebaut worden. Diese Kohle eignet sich gut zur Kesselfeuerung und kommt im Heizwert der Steinkohle nahe." Vor etwa zwanzig Jahren wurde die Menge der hier vorhandenen Kohlen aus 4 bis 5 Milliarden Tonnen geschätzt; die Kälte, in der mehrere hundert Meter tief das Wasser gefroren ist, so daß keine Wasserführung gebaut zu werden braucht, erleichtert den Abbau. Die hier angesiedelten Bergleute, die in meist einstöckigen Holzhäusern wohnen, haben einen eigenen Kaufladen, ein Postamt, eine Sendestation, Aufbereitungsanlagen, Förderstollen, Maschinenschuppen und in dem primitiv ausgebauten Hafen eine Verladebrücke. Die Haupthemmnisse eines raschen Aufblühens dieser Siedlungen liegen in den klimatischen Verhältnissen, die dem Abbau große Schwierigkeiten bereiten. Unter hohen Betriebskosten versucht man in der kurzen Sommer- zeit so viel wie nur irgend möglich zu fördern, um den Wettbewerb der billigen englischen Kohle ertragen zu können. An vielen Stellen ruht die Förderung allerdings wieder oder ist sie wesentlich eingeschränkt worden; nur Green Harbour im Eisfjord macht dem äußeren Eindruck nach eine Ausnahme, da sich hier das Interesse des an das Eismeer anstoßenden Rußland bemerkbar macht, für das die Kohlen Spitzbergens trotz der erwähnten Schwierigkeiten auch größere Bedeutung haben. Der Aufschwung der Kohlenförderung hatte ein politisches Eingreifen Norwegens zur Folge gehabt, dem im Vertrag zu Sövres 1920 die herrenlose Inselgruppe zugesprochen wurde. 1915 wurde sie bann als Svalbard dem Lande einverleibt. „Nor- Film als Lebensfreude. Don Max Ingolf. Ein Blick auf die zur Zeit vorliegenden Produk- tionssolgen der deutschen Filmindustrie läßt erkennen, daß diesmal die Filmstoffe mit einer Sorgfalt und mit spürbarem Verantwortungsgefühl ausgesucht wurden wie kaum je zuvor. Und wenn auch jedem großen Wollen, jedem geplanten Werke erst die gelungene Tat krönendes Diadem, erst die vollendete Gestalt Kraft und wirkendes Leben sein kann, so ist doch der schöne Wille zu begrüßen und anzuerkennen, die Kunst der Leinwand — und von einer solchen können wir ja bereits ehrlich sprechen — zu einem bedeutsamen Erziehungs- und Werbemittel deutschen Kulturlebens zu formen, ihr Aufgaben anzuvertrauen, deren rechte Lösung unser Volk bereichern und sein Ansehen nach außen in ungeahntem Maße fördern wird. Je schwerer der politische, wirtschaftliche unb geistige Kampf eines Volkes ist, um so wesentlicher ist das Einströmen neuer Kraftquellen durch Erlebnisse, die Freude und Schönheit ins Dasein tragen. Wo ein Volk bis zur äußersten Anspannung ringt mit allen dunklen Mächten in ihm und um es herum, wo nur durch stahlharte Führung und gläubigen Zusammenschluß aller der leiblich-sichtbare und der geistig-sittliche Lebensraum der Nation für alle Zukunft. gesichert werden kann und auch dann immer wieder von neuem geschützt werden muß, da ist es nicht möglich, Lebensmut und Siegeswillen wachzuhalten in Millionen schaffender Menschen, ohne ihrem Alltag durch kleine und große Freuden mancherlei Art Licht und Wärme zu geben. Zwei Dinge geben dem deutschen Menschen dieses Licht und diese Wärme: der überquellende Reichtum unserer Heimat mit ihrem vielgestaltigen Zauber und das Werk der Kunst, jenes Reich, das auch in seinen leichtesten und luftigsten Gebilden priesterlichen Charakter hat. Denn es ist Ausstrahlung der uns bewegenden seelischen Kräfte, Spiegel unserer Art und unseres Schicksals. In diesem Bezirk deutscher Kunst aber wachst — roer wollte das heute noch ernstlich leugnen? — der Film zu immer umfassenderer Bedeutung empor Er ist eines der wirksamsten Mittel zur For- munq deutscher Menschen, denn der Ueberzeugungs- kraft bildhafter Vorgänge kommt so leicht nichts gleich Um so stärker aber wird jede filmische Idee __ sei sie heiter oder von schwerem Ernst — sich dem Genießenden einprägen je reiner sie im Gesamtbild der Filmszene künstlerisch gestaltet ist, je unaufdringlicher sie durch die reine Harmonie von Spiel, Ton, Architektur und szenischer Bewegung Heber das Leben des amerikanischen ; „Petroleumkönigs" Rockefeller ist vor i einiger Zeit eine aufschlußreiche Darstellung | öon (Sourau erschienen, deren deutsche i Uebertragung aus dem Französischen im I Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig, heraus- i gebracht worden ist. Rockefeller wird nun bald hundert Jahre alt, „vorausgesetzt, daß ihm Gott bas Leben läßt" Er rechnet sehr bamit und hat bereits die 23 e ft immun g e n für seinen hundert st en G e - b u r t s t a g getroffen. An diesem Tage wird er persönlich ein Orchester dirigieren, das die ihm lieben Volkslieder spielen wird, sehr alte Weisen, die er in seiner Kindheit gehört hat, denn seither hat feine musikalische Erziehung kaum Fortschritte gemacht. Außerdem sollte das Programm auch eine (Solopartie mit seinem alten Freund Biggar enthalten, aber Biggar ist inzwischen gestorben. Und Rockefeller, der fein ganzes Leben hindurch außerordentlich pünktlich war, wird dem armen Biggar ein klein wenig böse fein, weil er das feit so langer Zeit vereinbarte Rendezvous versäumt. Seit jenem Tag, an dem er das Schicksal der „Standard Oil" einem anderen anoertraut hatte, sind fast vierzig Jahre vergangen, vierzig Jahre eines Lebens mit genauer Zeiteinteilung in größter Zurückgezogenheit, in dem jede Mahlzeit, jede Mittagsruhe, jede Bewegung den Vorschriften eines vorher festgelegten Stundenplanes entspricht. Anfangs brachten die von Rockefeller aufrechterhaltenen lockeren Beziehungen zur Außenwelt — die Präsidentschaft in der „Standard" und einigen philanthropischen Institutionen — noch einige Abwechslung in diesen gebieterischen Stundenplan. Aber im Laufe der letzten zwanzig Jahre sind diese unvorgesehenen Vorfälle von selbst verschwunden. Nichts stört mehr die einförmige und inhaltlose Regelmäßigkeit, an der der alte Trustschöpfer Gefallen findet. Im Sommer wie im Winter wird pünktlich um sieben Uhr aufgestanden und um zehn Uhr schlafen gegangen. Damit er ganz sicher geht, muß ihn der mit dem Wecken beauftragte Kammerdiener jeden Abend pünktlich an die Regel erinnern: „Es ist zehn Uhr." Und John. D. gehorcht augenblicklich diesem respektvollen Befehl. Der Tag wird durch fünf den Mahlzeiten und Spaziergängen folgende Ruhepausen zu zehn bis fünfzehn Minuten unterbrochen. Diese Hygiene bekommt dem Neunzigjährigen offenbar sehr gut, er hat sich aber anfangs mit einiger Mühe an sie gewöhnen müssen, da er von Natur aus früher wenig Schlaf brauchte. Seither hat er es durch Willenkraft erreicht, zur gewollten Stunde pünktlich einzuschlafen. Auch dies ist eine bemerkenswerte Eigentümlichkeit, die für feine geistige Disziplin Kohlen auf Spitzbergen. Während auf der südlichen Halbkugel schon in einer Breitenlage, welche etwa der von Tilsit ober Schleswig entspricht, die menschlichen Dauersiedlun- gen aufhoren, ist der Mensch mit seiner wertschaffenden Arbeit im Norden weiter polwarts bis nach Spitzbergen gedrungen. Da die klimatischen Bedingungen an sich ungünstig sind, so ist die Möglichkeit, hier Dauersiedlungen einzurichten, dem Golfstrom zuzuschreiben, der als Helfer den Menschen in seinem Kampf um die Herrschaft über die Erde und ihre Schätze unterstützt Die Inselgruppe, deren Südspitze etwa zwei Schiffstagereisen nordwestlich der nördlichsten Stadt Europas, Ha mm er fest, und deren nördlichster Punkt noch etwa tausend Kilometer vom Pol entfernt ist, trat schon früh in den Gesichtskreis des Europäers; Norweger sollen auf seetüchtigen Schiffen um 1200 die Insel zuerst entdeckt und ihr den Namen Svalbard, Kalte Küste, gegeben haben. Aber erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts kümmerte man sich wieder um die Insel, als der Engländer Henry Hudson auf den unerschöpflichen Reichtum der Wal-, Robben- und Fischgrunde auf- merksam machte. Den Flotten der Fischer folgten die ersten Sommersiedlungen, wobei man die günstigsten Stellen der einige Monate eisfreien Westküste aufsuchte. Wenn die Siedlungen auch im Winter nrieber z-rsielen, fo gab es dach an der Nardwest- ecke auf Amsterdam eine holländische Niederlassung um eine Transiederei, die nach dem Tran (Smeer) den Namen Smeerenburg führte und die ihrem wirtschaftlichen Wert den aufblühenden Han- delsplützen auf Java gleichgesetzt wurde. Seit etwa dreißig Jahren steht nun, wie Dr. I. Wagner in der Frankfurter Wochenschrift für Wissenschaft und Technik „Die Umschau" ausführt, das Kohlenvorkommen auf der größtenteils vergletscherten Insel im Mittelpunkt des Jn- geschlagene Stunde. Für Rockefeller ist dies eine Frage der Hygiene, denn er hält überstürztes Kauen für gefährlich. Nichtsdestoweniger darf man sich aber nicht etwa den legendenhaften Appetit Ludwigs XIV. bei Rockefeller vorstellen. Ganz im Gegenteil. Don den zahlreichen Speisen ißt John D. nur ganz geringe Mengen. In den drei täglich bei Tisch verbrachten Stunden nimmt er nur soviel Nahrung zu sich, als etwa drei oder vier belegte Brötchen ausmachen. Den Alkohol — bei ihm herrscht ein ab- solut „trockenes" Regime im amerikanischen Sinn des Wortes — hat Rockefeller nie als Getränk benützt. An die Stelle von Cocktails treten einige Löffel Olivenöl in der Woche, zum „Schmieren" der Gelenke. Ein Mensch, der sich seit mehreren Jahrzehnten derart nährt, leidet bestimmt nicht an übermäßiger Beleibtheit. Tatsächlich wiegt John D. etwas mehr als ein kleingewachsener Jockey im Durchschnitt wiegen mag: kaum hundert Pfund. Sein Körper ist unwahrscheinlich abgemagert. Der Kopf scheint viel zu schwer zu sein. Dieses Mißverhältnis wird noch durch die Größe der Ohren und die Breite des Mundes unterstrichen. Aber die Lippen find schmal und trocken und die Nase fein geformt. Eine Perücke, die einen völlig kahlen, Schädel bedeckt, steigert die Ungewöhnlichkeit des Gesichtsaus- drucks. „Der Kopf einer Rothaut, die aus dem Sprunge ist, den Tomahawk loszuschleudern", sagen die einen. Zweifellos kommen diejenigen der Wahrheit näher, die ihn mit „irgendeinem alten Mönch aus der Zeit der spanischen Inquisition" vergleichen; die sehr kleinen Augen haben einen erstaunlich lebhaften Ausdruck behalten. restlos erfaßt und anderseits eine immer ernstere geistige Durchdringung und Formung erfährt. Es ist heute bereits so, daß neben Presse und Rundfunk der Film das dritte große öffentliche Organ ist, durch das die lebendigen Blutströme des pulsierenden Lebens fliehen und die Volksschichten im gemeinsamen (Erlebnis einen. Nur mit dem Unterschied, daß der Film in seiner Stoffwahl fast unbegrenzt und unabhängiger vom aktuellen Geschehen des Tages ist. Gerade dadurch aber kann er, dem die einzigartige Ueberzeugungskraft bildhafter Vorgänge zur Verfügung steht und der Vergangenheit und Zukunftsahnen auf die Leinewand zu bannen vermag, die geheimsten Töne unserer Seele zum Klingen bringen. Man muß wissen, mit welcher Inbrunst gerade die naiven, unverbildeten Volksschichten, Arbeiter, Bauern, Handwerker, kleine Angestellte, Kaufleute, aber auch ein guter Teil der im besten, wahrhaften Sinne „Geistigen" (der wirklich Gebildeten, d. h. an Leib und Seele durch Schulung und Zucht Geformten) die Vorgänge auf der Leinwand verfolgen. Die unwillkürlichen Ausrufe des Entzückens ober ironischen Spottes, die einen gelungenen Witz, eine Szene von eindrucksvoller Schönheit, eine danebengeratene Geste begleiten, sind nicht immer, gewiß nicht, aber in den meisten Fällen doch ein sicheres Barometer für die innere Fügung, die „Struktur" eines Films. Denn für gute künstlerische Leistung hat das Volk im allgemeinen ein sicheres Gefühl, und daß gerade die yilmliebünge mit einer fanatischen Hingabe vergöttert werden, weiß jeder. Eine derartige freubige Aufnahme des Filmkunstwerks durch das Volk, das nach Stunden schwerer Arbeit im Lichtspielhaus Erholung, Anregung, Entspannung sucht, gilt es zu nutzen. Die Zeiten, da die Filmfreudigkeit mißbraucht werden konnte zur Verzerrung oder gar Vergiftung des Denkens und Fühlens breiter Massen, sind vorüber. Penn der nationalsozialistische Staat hat das deutsche Herz zurückgeführt zu seinem eigenen Pulsschlag und allen wesensfremden Rhythmus darin ausgeschaltet für alle Zeit. Dieses Herz wird aber stets freudig schlagen, wenn ihm in einem gelungenen Filmwerk vielleicht nicht gerade die tiefste Deutung — das tun Dichtung, Theater und Musik — wohl aber die Grundstimmungen unseres Lebens in immer neuen Akkorden entgegentönen. Am gestrigen Montagabend kehrten die S A. - Kameraden der Standarte 116, die das Glück hatten, in Nürnberg vor dem Obersten SA.- Führer stehen zu dürfen, vom Reichsparteitag hier- her zurück. Eine große Menschenmenge hatte sich zum Empfang der Nürnberg-Fahrer im Bahnhofsgebäude und auf dem Bahnhofsplatz, sowie unterwegs eingefunden. In der Bahnhofshalle war es notwendig geworden, angesichts der großen Menschenmenge durch Absperrung eine Durchgangsstraße für die Heimkehrer zu bereiten. Pünktlich um 21.47 Uhr lief der Sonderzua auf dem Bahnsteig 1 ein. Der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte empfingen die heim- kehrenden Kameraden mit den schneidigen Klängen des Badenweiler Marsches, während Die Besucher des Bahnsteigs mit dem deutschen Gruß grüßten. Im Handumdrehen waren die Heimkehrer dem Zug entstiegen und hatten ihre Marschformation auf dem Bahnsteig gebildet. Die Fahnen wurden entrollt und an die Spitze der Marschkolonne getragen, dann ging es durch das dichte Spalier der Volksgenossen in der Bahnhofshalle hinaus auf den Bahnhofsplatz, wo die zum Empfang angetretenen Stürme des Sturmbanns II Spalier bildeten, hin- ter dem sich eine weitere große Menschenmenge drängte. Nun ein kurzes Kommando des Standartenführers Lutter, und in straffem Marschrhythmus begann der Einmarsch in die Gtadt unter den Klängen des Spielmannszugs und des Musikzuges der Standarte. Vom Bahnhofsplatz aus durch die obere Bahnhofstraße, die Liebigstraße, die Frankfurter Straße, den Seltersweg, die Sonnenstraße, über den Brandplatz bis zum Stan- phische Lage und auf die Tatsache, daß es zur Erforschung der Insel beisteuerte. Doch hat es die Ausbeute nur teilweise in die Hand genommen. Wenn er ausgeht, verdeckt er sie, wie wenn er fürchten würde, zu leicht erkannt zu werden. Der durch schwarze Brillengläser und eine sehr tief herabgezogene Mütze doppelt verdeckte Blick, der dicht eingemummte Körper, der ein wenig krumme Rücken, Das alles macht es möglich, daß ihn nur sehr wenige Menschen auf der Straße erkennen. Wie sollte man auch, wenn man diesen unscheinbaren Alten vorübergehen sieht, auf die Idee kommen, über.welche märchenhafte Macht er früher verfügt hat? Dagegen legt er Wert darauf, im häuslichen Kreise gut auszusehen. Er trägt sehr feine Wäsche, hat etwa sechzig Anzüge nach der letzten Mode und ungefähr hundert Krawatten. Mehrmals am Tag zieht er sich um — zur Mahlzeit, zum Golfspielen und zu den Ausfahrten —, und wie ein junger Dandy respektiert er die gesellschaftlichen Vorschriften. Selbst wenn er allein bei Tisch ist, trägt er abends unbedingt Smoking oder Frack. Rockefeller hat es sich zur absoluten Regel gemacht, jede Aufregung, welcher Art sie auch fein möge, von sich fernzuhalten. „Ich rege mi ch niemals auf", sagt er, „ich bin immer gut gelaunt." Sein einziger Aerger ist der Verlust eines Golfballes ober das Verscheiden eines alten Freundes. „Ich habe mehr als hundert Mitarbeiter fter- ben gesehen, bemühe mich aber stets um neue Beziehungen." Und diese Beziehungen nimmt er mit Vorliebe zu jungen Leuten auf, zweifellos um den Schmerz zu vermeiden, sie vor sich sterben zu sehen. Die Verwaltung feines riesigen Reichtums und seines philanthropischen Werkes hätte ihm noch einige Sorgen bereiten können. Aber er hat daran gar kein Interesse mehr und hat alles seinem einzigen Sohn übergeben, den er verfügen läßt, wie es ihm beliebt. Außer ihm hatte der Oelkönig vier Töchter, von denen drei noch am Leben sind. Seine geistigen Interessen sind gleich null. So war es sein ganzes Leben lang. Als er noch in Cleveland wohnte, war er mit einem Bücherlieb3 Tagsüber gibt es drei genau bestimmte Zerstreuungen, von denen nicht abgewichen wird: Golf in der Frühe, eine Spazierfahrt tm Auto am Nachmittag und am Abend „Numerica", ein in Amerika weit verbreitetes Spiel mit Zahlen. All dies wird ebenso pünktlich eingehalten wie die Mahlzeiten. Wehe dem Gast, der zu dem um acht Uhr angesetzten Frühstück verspätet ins Speisezimmer käme! Es ist dann sogar immer noch besser, wenn man die Zeit der Abfahrt des Autos verpaßt, falls man von John D. eingeladen wird, an (einen nachmittäglichen Spazierfahrten teilzunehmen. Dann fährt er mit schadenfrohem Vergnügen einfach ohne zu warten fort, aber das verlegene Gesicht, das man bei feiner Rückkehr macht, stimmt ihn nachsichtig. . Jede von feinen drei Mahlzeiten, das Frühstück am Morgen mit einbegriffen, dauert eine die Aus der Provinzialhauptstadt an- Nachdruck verboten! 22 Fortsetzung. werden die Hilfskassenbeiträge vorher nicht genommen. gasse, In Kobers Hos, Marrtpraye, lucuusumg, Wagengasse, Marktplatz, Alicenstraße, Bismarckstraße am 21. von 15 bis 18 Uhr und von Winterhilfswerk 1935/36 Ortsgruppe Gietzen-Mitte. Die Kreisrundfunkstelle der NSDAP., sowie Geschäftsstelle des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer befindet sich ab heute im Selters- weg 77 (früher Radio-Haus Kogel). D»e Geschäfts- stunden find täglich (außer Samstag) von 17 bis 19 Uhr. Der technische Leiter ist nur Dienstag und Freitag von 19 bis 20 Uhr zu sprechen. Die Kreisrundfunkstelle erteilt kostenlos Auskunft in allen Rundfunkfragen. Kostenlose Rohren- und Geräteprüfungen werden im allgemeinen nur für die Mitglieder durchgeführt, jedoch können minder- bemittelte Volksgenossen auch diese Einrichtung kostenlos benützen. Eintrittskarten zu dem Sack-Groh-Konzert zu ermäßigtem Preis für die Mitglieder können bereits jetzt schon in der Geschäftsstelle vorbestellt werden, da mit einem großen Andrang zu rechnen »st. Die deutsche Arbeitsfront n.9.=6emcinfd)aft „firaft durch freubc Finkel, der in sinnvoller Weise das Aufbauwerk unseres Führers darlegte. Nach einem kurzen kameradschaftlichen Deisam- mennsein, wobei der Musikzug für die musikalische Unterhaltung sorgte, gingen die einzelnen NSKK.- Männer gegen halb zwei Uhr nach Hause. Die Kreismndfunkstelle nach Settersweg 17 verlegt. Herrn von Gerling, und ich habe vorhin einen kleinen Spaziergang mit ihm gemacht..." Sie machte eine bedeutungsvolle Pause, aber sie mußte bemerken, daß die ahnungslose Evi gar keine Eisersucht zeigte. „Nun, und da ist ihm vorhin eine Kleinigkeit aus der Brieftasche geglitten, und ich glaube, es wäre den beiden Beteiligten peinlich, wenn ich es wüßte, während doch Herr von Gerling sicher zu Ihnen Vertrauen hat... Nehmen Sie es also und geben Sie es Herrn von Gerling zurück! Und ich glaube, Fräulein von Jnnemann sagen Sie gar nichts. Sie würde sich vielleicht kränken, daß er mit iyren Geschenken so wenig achtsam umgeht. Geben Sie es ihm nur persönlich! Sie haben ja sicher genügend Gelegenheit, allein mit ihm zu sprechen. Sie klopfte Evi mit einem spöttischen Lächeln auf die Schulter und wandte sich ab. Evi aber fühlte, wie plötzlich ihre Finger zu zittern begannen; auch sie hatte sofort Monikas Bild erkannt. Wie hübsch Monika auf dem Bilde war! Natürlich besaß Friedrich Gerling ihr Bild. Wahrscheinlich liebte er sie auch; Monika war ja so liebenswert! Aber warum hatte er sie selbst bann im Park geküßt? Evis Augen füllten sich mit Tränen. Es hatte doch auch keinen Zweck, darüber nachzudenken. So ober so — Gerling konnte boch niemals baran benfen, ein armes Mädchen und noch dazu eines, das jeden Abend in einem Kabarett auftreten mußte, zu heiraten. Da war es ja viel besser, wenn es ftüher zu Ende war. Vielleicht war es gerade gut, daß sie ihm selbst dieses Bild zurückgeben konnte. Es würde ihm erleichtern, ihr die Wahrheit zu sagen. — Jetzt hatte auch Evi ihre Freude verloren, und so wurde es eine bedrückte Heimfahrt; denn selbst Frau Klinke konnte angesichts so Dieter verschlossener ober sogar verstörter junger Gesichter ihren guten Humor nicht bewahren. 15. Kapitel. Es würbe boch später, als man zuerst angenommen hatte, bevor man München erreichte. Als das Auto vor bem Hotel hielt, erkannte Evi, daß sie nur gerade noch knappe Zeit hatte, sich zu Hause nach Muttchen umzusehen, bevor sie auftreten mußte. Sie verabschiedete sich daher hastig. Monika legte den Arm um sie und küßte sie herzlich. Dann lief Evi schon die Straßen hinunter. Aber auch Shirley, deren erregte Nerven noch immer fieberhaft arbeiteten, hatte plötzlich einen Einfall. Sie verabschiedete sich gleichfalls hastig. Si6 wollte Gewißheit haben. Sie wollte einmal herausbekommen, wohin diese geheimnisvolle Evi immer so eilte. Es konnte ja gar nicht schwer sein. Evi, die tief in Gedanken mar, würde sie sichet nicht bemerken. Als Evi die Elektrische bestieg, stieg sie ebenfalls ein. Und als Evi nach einer langen Fahrt endlich ausstieg, lief sie auch sofort mit gesenktem Kops weiter, ohne daß sie eine Ahnung hatte, daß u)< jemand folgte. So konnte Shirley einige Augenblicke später das Haus erreichen, in dem Evi wohnte. Sie zögerte nicht lange, sondern betrat den fPjw1 lich beleuchteten Fluy. Gortsetzung W* Zu jedem kommt einmal das GM. Roman von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Aus parteiamtlichenDekanntmachungen Der NS. - Lehrerbund im Kreise Gie- h e n — Mädchenerziehung — gibt bekannt, daß am morgigen Mittwoch, 18. September, um 15.30 Uhr, im Zeichensaal der Goetheschule eine Zusammenkunft ftattfinbet, in ber Bericht über bie Erziehe- rinnentagung in Saarbrücken Erstattet und ein Vortrag über „Die Stellung der Frau bei den nordischen Völkern" gehalten wird. Die Lehrerinnen der Volksschulen, der höheren Schulen und der Berufsund Fachschulen sind eingeladen. Shirley Preston war außer sich vor Zorn über die Zurückweisung, die sie bei Gerling erlitten hatte, zurückgeblieben. Diese Demütigung würde ihr Stolz niemals vergessen. Aber sie wußte, daß sie sich beherrschen mußte, denn sie wollte diesem eingebildeten Mädchen, dieser kleinen Tanner, nicht den Triumph gönnen, daß sie ihr ihre Niederlage vielleicht vom Gesicht ablesen konnte. Und bann: War Gerling für sie verloren, so mußte sie eben boch daran denken, diesen langweiligen Patton, den Iohnie Klinke, einzufangen. Es war ja auch das Klügere; Maud hatte ganz recht gehabt, zu warnen und zur Vernunft SU predigen. Aber tzaüs von 20 bis 22 Uhr. 4. Neustadt, Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße, Bruch- stratze, Goethestrahe am 20.9„ von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr. 5. Schanzenstraße, Tiefenweg, Sandgasse, Ritter- gasse, In ßöbers Hof, Marktstraße, Mäusburg, Unterstützungsanträge für das WHW. 1935/36 der Volksgenossen aus den Straßen: " ~ " Mai- haben unserem Führer dieses Dort gebankt durch univanbelbare Treue, wie vorher auch. Die SA. hat in diesem Jahre vom Führer eine besondere Aufgabe bekommen, den Reichswett- L a m p f. Er sollte eine Probe sein, ob die SA. auch für größere Aufgaben geschult sei. Daß wir den Reichswettkampf durchführten, hat unsere Feinde nicht so sehr berührt, als wie er durchge- führt worden ist, denn dabei hat sich gezeigt, daß die alte SA. noch lebt, daß wir die Träger der Bewegung sind und daß wir den revolutionären Geist noch haben. * Da sind unsere Feinde in die Mauselöcher gekrochen, und was jetzt von ihnen noch übrig bleibt, stirbt an der eigenen Dummheit. Wir hatten nicht zu hoffen gewagt, daß der Führer uns jetzt schon vor größere Ausgaben stellen würde. Aber er hat uns diese Aufgabe gestellt, und wir werden es »hm danken, indem wir alles daransehen, die Aufgabe restlos zu erfüllen, wie es bei der alten SA. und auch jetzt in ber gesamten SA. immer gewesen ist und immer bleiben wird. _.., . _ M Der schönste Dank, den ber Führer der SA. ausgesprochen hat, liegt in den Worten: „3 ch grüße meine alte S A". Das waren stolze Worte der Anerkennung, schönere Worte kennt der SA.-Mann nicht. Der SA.-Mann ist selbstlos und treu. Das Lob des Führers ist ihm Dank genug für seine ganze Arbeit und für sein ganzes Leben. SA.'kameraden, lch danke euch, daß ihr das alte Ansehen der Gießener SA. hochgehalten habt. Der Führer hat dem Führer ber Gruppe Hessen beim Vorbeimarsch der Brigade 14 7 zugerufen: Tadellos!" Wieder ein Wort des Führers, das uns mit stolzer Freude erfüllt, uns aber auch ein Ansporn fein soll, immer unser Bestes herzugeben. Ich bin stolz darauf, solche Manner führen zu dürfen! SA., ftillgeftanben! Die Fahnen hoch! Wir grüßen unseren Führer in alter SA.- Ireue mit dreimaligem Sieg-Heil! Voll freudiger Begeisterung stimmten bie ©21.- Kameraden und die große Menschenmenge in den Gruß an den Führer ein. Darauf wurden gemein- fam die vier Verse des Horst-Wessel-Liedes gelungen, anschließend in feierlicher Weise die Fahnen der Gießener SA. in den Fahnensaal des Standartengebäudes getragen. Hierauf wurden die SA.- Männer vom Standartenführer nach ihren Standorten entlassen. Die Heimkehr des NSKK. Gegen 23.45 Uhr trafen die Nürnbergfahrer der M o t o r ft a n ö a r t e 1 4 7 auf dem Gießener Bahn- Hof ein. Der Musikzug der Motorstandarte 147 begrüßte die Führer und Manner der NSKK. mit einem schneidigen Marsch. Zur mitternächtlichen Stunde ging es zum Empfang durch die Stadt in das Cafe Leib, wo der Führer der Motorstandarte 147, Staffelführer Nagel, packende Worte an die NSKK.-Männer richtete. In kurzen Zügen schilderte er die Tage des Reichsparteitages, wo sie das Glück hatten, unserem Führer in die Augen zu sehen. Nach einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren Führer wurde spontan das Horst-Wessel- Lied angestimmt. Zur Begrüßung der Nürnbergfahrer sprach der Führer des Motorsturmes 3/M 147, Oberscharführer 20 bis 22 Uhr. Mietbücher, Quittungskarten und alle sonstigen Unterlagen über bie Einkommensverhaltnisse finb vorzulegen. Der Ortsgruppenamtsleiter. Ortsgruppe Gießeu-Güd. Abteilung hilfskasse. Vetr.: Bezahlung ber httfskassenbeitrSge für bas letzte Vierteljahr 1935. Am Montag, 16., unb Dienstag, 17. September, in ber Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle Angehörigen ber SA., SS., NSKK., Reiter» unb Marine-SA., bie nicht Parteigenossen finb, den Hilfskassenbeitrag für bas 4. Vierteljahr 1935 im Restaurant „Zum Tannhäuser", Frankfurter Sttaße 83. Wer an biefen beiben Abenben ben Beittag nicht bezahlt, wird bei ber Hilfskasse in München adge- melbet Ortsgruppe Gießen Nord. Abt. Hilfskasse. Bett.: Bezahlung ber hilfskassenbeiträge für das letzte Vierteljahr 1935. Am Donnerstag, 19. September, unb Freitag, 20. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle SA., R.-SA., NSKK., Reiter- unb Marine-SA. usw. Angehörige, bie nicht Partei- genossen sind, den Hilfskassenbeitrag für das 4. Vier- teljahr 1935 im Caf6 Leib, Walltorstraße. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wirb in München bei ber Hilfskasse abgemeldet. Auch Orts- unb Vetriebswanberwarle von Gießen, Lollar unb Heuchelheim. Am Sonntag, 22. September, findet eine Wanderung nach dem Dünsberg statt. Treffpunkt ist in Bieder am Bahnhof. Abfahrt mit der Biebertalbahn in Gießen ab 8.20 Uhr, Sonntagskarte 0,80 Mark, ober mit bem Rab 8 Uhr ab Lahnbrücke. Rucksackverpflegung. Die Wanberung geht von Bieber nach dem Dünsberg, bann nach Frankenbach burch bas Strupbachtal nach Bieber. Führer: Wanderwart Paul Werner, Lollar. Melbungen über bie Teilnehmerzahl bis Donnerstag, ben 19. September, auf ber Geschäftsstelle, Schanzensttahe 18. Fehlanzeige erforberüd). MilitLrlonzerie im Saargebiet. In den nächsten Tagen werden mehrere Militärkapellen der Wehrmachtsteile von Gießen und aus Nachbargarnisonen eine gemeinsame Konzertreise nach dem Saargebiet antreten. Dabei wirb auch das Musikkorps des Infanterie-Regiments Gießen beteiligt fein. Die Musikkapellen konzer- tieren im Saargebiet in Saarbrücken, Saarlouis, Völklingen, Neunkirchen und St. Ingbert, ferner auf der Rückreise noch in Ludwigshafen. Die Konzerte finden vom 21. bis 25. September statt. Anordnung über die Kennzeichnung von Wein. Fwd. Der Reichsbeauftragte für bie Regelung des Absatzes von Weinbauerzeugnissen hat mit Zustimmung bes Reichsministers für Ernährung unb ßanb- wirtschaft unb bes Reichsministers bes Innern eine Anorbnung über bie Kennzeichnung von Wein erlassen. Nach ber Anorbnung muß bei deutschen Weinen, die in Flaschen feilgehalten ober verkauft werben, bas Gebiet ober Untergebiet ihrer Herkunft, bei aus- man benn Macht über fein eigenes, leibenschaft- liches Temperament? Plötzlich stieß ihr Fuß gegen etwas Weiches, bas am Boden lag. Sie bückte sich und erkannte im nächsten Augenblick, daß es Gerlings braune Brieftasche war. Wie interessant! Keinen Augenblick zögerte Shirley, sie zu öffnen unb ihren Inhalt einer aufmerksamen Prüfung zu unterziehen. Aber ber Inhalt enttäuschte sie: zwei Briefe, bie barin lagen, waren rein geschäftlichen Inhalts, bann einige Visitenkarten. Nichts, was Shirley Preston zu finben erwartet hatte. Aergerlich wollte sie bie Brieftasche wieder auf den Boden werfen — benn sie bachte natürlich nicht baran, sie etwa Gerling nachzutragen —, als sie in einem Seitenfach noch etwas ertastete. Hastig öffnete sie den Verschluß unb hielt eine kleine Pyelographie in ber Hand. Sie hielt sie nahe an die Augen und erkannte sofort, trotz ber immer stärker roerbenben Dämmerung, baß es ein Bild Monika von Jnnernanns in einem länb» lichen Kleibchen war. Sie lachte höhnisch auf. Also so war biefer Gerling! Er war gewiß nicht der Mann, ber von jebem x-beliebigen Mädchen Bilder bei sich trug. Er hatte also Monikas Bilder bei sich, trotzdem er bis über beide Ohren in Evi verliebt war! Nun, das Bild konnte man brauchen. Vielleicht würde bann bie hergelaufene Person mit ihrem schüchternen Betragen doch nicht so siegesgewiß bleiben, wie sie es wohl im stillen war. Hastig schob sie das Bild in ihre Handtasche und warf bie Brieftasche bann roieber achtlos zur Seite. — Als sich bie Jugend wieder zu ihr gefunden hatte, sah Frau Klinke immer wieder nachdenklich von einem zum andern. Was hatten sie nur aller Gerling war finster und brachte kaum ein Wort über die Lippen. Frau Preston war hochrot im Gesicht und suchte krampfhaft irgendeine Erregung au verbergen. Iohnie war sehr nachdenklich, was die Querfalte auf feiner Stirn feiner Mutter verriet, und sichtlich waren seine Gedanken ganz woanders. 2lm schlimmsten aber war es mit Monika. Ihr liebes Gesicht war blaß, unb Frau Klinke hätte sich sehr irren müssen, wenn Monika nicht gemeint hatte; aber um bie ernsten, traurigen Augen lag ein Ausbruck, ber tiefe Herzensgüte verriet. Uno roieber merkte Frau Klinke, wie sehr ihr Monika ans Herz gewachsen war! Wie gern hätte sie sie gefragt, wer ihr benn etwas angetan hatte. Nur bie kleine Evi von Tanner, bie boch ben ganzen Nachmittag bie Stillste von allen gewesen war, wirkte nun, als wäre eine Last von ihr abgetanen. „3a, bie Jugend", seufzte Frau Klinke ganz leise, „ein Buch mit sieben Siegeln. Und dabei bin ich überzeugt, wenn sie sich mir anvertrauen würden, ich brächte es ihnen ins rechte Geleis. Aber sie wollen ja nicht..." Hier unb ba blickte Evi zu Gerling hinüber. Nun, ba sie sich mit 3ohnie ausgesprochen hatte, konnte sie ihm roieber frei in bie Augen sehen. Aber er vermiet) ihren Blick. Dafür griff plötzlich Shirley Prestons Hanb nach ihr unb zog sie zur Seite. „Ich möchte Ihnen etwas sagen, mein liebes Mernes Stäulein! Sie find doch ja bssteundet mit länbischen Weinen bas Land, in bem ber Wein erxeuat ist, angegeben sein. Auf ben Flaschen muß bef Seinen in- und ausländischer Herkunst bet Name, die Firma sowie der Ort derjenigen gewerblichen Hauptniederlassung angegeben fein, bte ben Wein abgefüllt hat. Es kann weiterhin ber Herkunftsangabe ber Name ber Traubensorte beigefügt werden, aus der der Wein gewonnen ist Wie es in der Anordnung weiter heißt, wirb der Reichsbeauftragte mit Zustimmung bes ReichsernSh. rungsrninisters und des Reichsministers des Innern die Gebiete und Unterbiete abgrenzen, deren Namen als Herkunstsbezeichnung angegeben werben Die Anordnung, bie am 1- November 1935 in Kraft tritt, besagt schließlich, daß bte Vorschrift über bie Herkunftsbezeichnung auch bann Anwendung findet, wenn der Wein „offen" angeboten ober Der- kauft wirb. Förderung des Seidenbaues im Kreise Gießen. Nach bem Beispiel anberer Kreise soll ber Seiden» bau auch im Lanbkreis Gießen tatkräftig geforbert werden. Interessenten mit ober ohne Gigenlanb, bie in Zukunft Seibenbau betreiben wollen und Aufklärung über ihn wünschen, melben sich bei ber Reichsorganisation ber deutschen ©eidenbauer, ber Reichsfachgruppe Seidenbauer im Reichsoerbanb Deutscher Kleintiertüchter, Geschäftsstelle Celle, Im Französischen Garten. Kennwort Gießen ist bei Anfrage anzugeben. Gießener Wochenmarttpreise. * G i e ß e n, 17. Sept. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Han- delsklasseneier B 12, C 11, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing (gelb und grün), das Pfund 9 bis 12, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 10, Rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15 bis 20» Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 4(\ Kartoffeln, 4, der Zentner 3,50 bis 3,80 Mk., Frühäpfel 10 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche (deutsche) 40, (Italiener) 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45, Birnen 15 bis 25, Zwetschen 12 bis 15, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, En- bioien 5 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40, Ra- dieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. vornokizen. — Tageskalender für Dienstag. NSG. ,Kraft durch Freude": 18.30 bis 20 Uhr allgemeine Körperschule auf dem Unwersitätssportplatz, Am Kugelberg; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf oon Monte Christo". • ** Straßensperre. Wegen Ausführung oon Pflasterarbeiten wird die ProoinAialstraße Grün- berg—Lehnyeim—Homberg (Abteilung Büßfeld— Homberg) Dom 23. September ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Wäldershausen—Maulbach—Appenrod. ** Auf gehobenen Straßen sperren. Auf der Prooinzialsttaße Treis — Allend or/ a. d. Lumda und auf oer Strecke Allendorf-— Londorf, an der WeDenmühle, sind die Straßen- sperren wieder aufgehoben worden. ♦♦ Dein Gewand aus Deutscher Meist e r h a n d." Unter diesem Geleitwort oeranftaltet Einen Augenblick lang war Friedrich oon Gerling wie betäubt. Der heiße Atem der Leidenschaft, der ihm von dieser besinnungslos erregten Frau entgegenschlug, raubte ihm die klare Besinnung. Er hätte kein Mann sein müssen, um nicht wenigstens einige Augenblicke lang in ihren Bann zu versinken. Während sie ihn feschielt, flüsterte sie an feinem Ohr: ,Komm — komm, überlege es dir nicht so lange! Vergiß die kleinen dummen Mädchen! Ich weih es wohl, die eine bist du schon überdrüssig geworden, und mit der andern wird es dir gerade so gehen, während ich ..." Aber da fühlte sie sich plötzlich zur Seite geschoben. Gerling erwachte aus seinem Traumzustand. Er richtete sich stolz auf und sagte mit gedämpfter, aber fester Stimme: „Bitte, beherrschen Sie sich, gnädige Frau..." Sie streckte die Arme aus und suchte ihn von neuem festzuhalten. „Ich liebe dich — ich liebe dich — du darfst mich nicht zurückstohen..." Aber nun fühlte Gerling nur noch Ekel vor dieser maßlosen Frau, die sich ihm anbot. „Bitte, lassen Sie diese hysterischen Szenen — sie verfangen bei mir nicht. Wenn mein Verhalten Ihnen jemals Grund gegeben Haden sollte, solche Schlüsse zu ziehen, so bebaure ich es von Herzen, und bitte dafür um Entschuldigung. Doch ich bin überzeugt, es war ein Mißverständnis..." Shirley Preston richtete sich nun ebenfalls auf. „Nein, Herr von Gerling, es war kein Mißverständnis. An dem Abend, da wir allein waren, da merkte ich es wohl, daß Sie auch für mich mehr empfanden, als Sie heute zugestehen wollen. Aber am nächsten Tage tauchte dann die kleine, hergelaufene Person auf..." „Frau Preston!" Blaß vor Zorn, konnte Gerling sich kaum mehr beherrschen. ,Lawohl, ich sage es noch einmal, wenn Sie es hören wollen, und ich werde auf ihre Schliche kommen, verlassen Sie sich darauf... Wer ist sie benn überhaupt, dieses geheimnisvolle Mädchen aus der Fremde? — Aber sie soll sich hüten! Einer Shirley Preston nimmt man den Mann nicht so einfach weg wie einem Fräulein von Jnnemann, die durch die Laune einer verrückten Amerikanerin aus ihrem Dorf hervorgeholt wurde..." Gerling hatte seine Fassung wiedergefunden. Er hatte längst den Weg zur Hauptallee eingeschlagen und Shirley Preston allein gelassen. Mochte sie doch reden, was sie wollte! Er hörte Ä6 Nicht mehr. Wichtig war nur das einet Daß diese ganze Szene wie ein Blitz in sein zwiespältt- tiges Inneres hineingeleuchtet hatte! Er hatte es ich nicht eingestehen wollen, immer noch nicht, aber jetzt wußte er es: Er liebte Evi von Tanner, mit ber großen, unbebingten Liebe, bereu ein Mann nur einmal in seinem Leben fähig ist. Eine tiefe, hoffnungslose Trauer griff mit eisig kalten Fingern nach seinem Herzen. Unb auch diese beiden hatten nicht bemerkt, daß gerade in bem Augenblick, ba Shirley Preston an Gerlings Halse hing, Monika von Jnnemann aufgetaucht war. Ihre scharfen Augen hatten die beiden sofort erkannt, unb instinktmäßig machte sie sofort kehrt, um sie nicht zu erschrecken. Gewiß mürbe es ihnen peinlich sein, wenn sie es wußten! Sie war ein wenig üoerrascht. Herr von Gerling war ein so guter Kamerad; sie dachte, daß er ihr oon allem erzählte, was ihm am Herzen lag. Und sie hatte manchmal ben Eindruck gehabt, daß er Shirley Preston durchschaute und sie mit ironischer Nachsicht beurteilte. Unb nun schien er sie zu lieben! Das war merfroürbig; aber zugleich atmete Monika auf. Wenigstens würde Shirley Preston nun ben armen Iohnie in Ruhe lassen. Gerling kannte bie Welt. Wenn er sich so zu einer Frau hingezogen fühlte, so würde es ihm vielleicht gelingen, sie mit seinem eisernen Willen zu beherrschen, während sie Iohnie Klinke bestimmt zugrunde gerichtet hätte. Und in Gedanken an ihn schlug sie den Weg zum Schloß ein unb wurde Zeuge des Gesprächs zwischen Iohnie und Evi, zwar nicht der Worte, aber ber liebevollen unb vertrauten Art, wie sie zuein- anber sprachen, Auge in Auge getaucht, währenb Iohnie Evis Hand hielt. Das ist gut, dachte Monika, bas ist sehr gut! Das habe ich ja gewollt. Er wird bestimmt glücklich mit dieser lieben, kleinen Evi von Tanner. Und auch ich habe sie schon so lieb. Wenn ich eine Schwester hätte, ich könnte sie nicht lieber haben, ich könnte ihr nicht mehr als alles Glück wünschen! — Aber sie konnte es nicht hindern, daß sie draußen auf einer Bank hinsank und aufschluchzend den Kopf in die Hände barg. „Werde glücklich — du mein geliebter, du mein über alles geliebter Iohnie!" Denn jetzt wußte sie es, jetzt erkannte sie, was langsam unb unbewußt im täglichen Zusammensein herangereift war — um plötzlich wie eine leuchtende, alles überstrahlende Flamme emporzuschießen — es war die Liebe! _________ _ ^saenossen aus den (Straßen: 1. Neuenweg, Weidengasse, Kaplansgasse, ---- gasse, Ludwigstrahe können nur am 17.9„ von 15 bis 18 unb von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werden. 2. Erlengasse, Kreuzplah, Katharmengasse, Wolken- gasse, Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleichstraße am 18.9.. von 15 bis 18 Uhr und oon 20 bis 22 Uhr. 3. Seltersweg, Plockfttaße, Hindenburgwall, Bahn- Hofstraße, Grabenstraße, Hinter ber Westanlage, Löberstraße am 19.9„ von 15 bis 18 Uhr unb Schüssen. Jugendklasse. q zu acht Mona- Tagen Haft. Die be- hohen Niederlage. VKlasse: Handball im Kreis VIII (Lahn-Sill) und vor allem auch ein anderes Ergebnis erwartet. Die Ausdauer, die die Gießener nach einem unen^ chiedenen Spielstand in der ersten Halbzeit nach der Pause vermissen ließen, wurde ihnen zum Verhängnis. Grüningen siegte auch verdient. To. Hochelheim II — Tv. Heuchelheim II 6:2 (1:0). Hochelheim war im Sturm besser und hatte außerdem auch mehr Glück mit seinen ten Gefängnis und 14 schlagnahmten Weine, etwa zehn Stück, wurden eingezogen. Schlamp hatte im Herbst vergangenen Jahres aus 27 000 Liter Wein 43000 Liter gemacht. Die Ueberstreckung versuchte er mit Glyzerin und Milchsäure zu decken. Die oorge- schriebenen Weinkontrollbücher führte er überhaupt nicht oder nur mangelhaft. hausen — Bellersheim 12:1. Entscheidung: Reiskirchen siegt mit 12:2 über Ettingshausen und ist damit Bezirkssteger der Mädchen von den ein- bis dreiklassigen Schulen im Bezirk Grünberg. Bei den vier- und mehrklassigen Schulen wurden die Knaben und die Mädchen der hiesigen Volksschule Bezirkssieger gegen die Oberrealschule. Ein «.tüchtiger" Weinpantscher. LPD. Mainz, 16. Sept. Die Große Strafkammer verurteilte den 21jährigen Hans W. S ch l a m p in Nieder-Saulheim wegen Weinpants^herei und Urkundenfälschung Um die Mnnschasts-Zugendmeisierschast im Gau Aordheffen. Im Bergwerksbetrieb verschüttet * H u n g e n, 17. Sept. Am gestrigen Montag spät abends wurde in dem Bergbaubetrieb der Grube „Vereinigte Wilhelm" bei Hungen der 42 Jahre alte Bergmann Johs. Rahn aus Hungen während der Nachtschicht durch plötzlich herabstürzende Erdmassen verschüttet. Den Arbeitskameraden gelang" es, den Verunglückten bald aus seiner schlimmen Lage zu befreien. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den bedauernswerten Mann nach der Chirurgischen Klinik in Gießen. Heber seine Verletzungen war bis heute vormittag noch keine endgültige Mitteilung zu erlangen. l'on einer wildgewordenen Kuh angegriffen. * Stangenrod bei Grünberg, 17. Sept. Hier wurde gestern nachmittag die Frau eines Landwirts von einer K u h, die plötzlich wild wurde, vor dem Stall angegriffen und so heftig attackiert, daß die Frau vor dem wütenden Tiere flüchten mußte. Immerhin hat das Tier der Frau eine Verletzung am Unterarm durch einen starken Stoß mit den Hörnern beigebracht, durch den der Unterarm der Frau aufgerissen wurde. Dann erst gelang es der Frau, sich vor dem Tier in Sicherheit zu bringen. Die Verletzte mußte mit einer starken Fleischwunde von der Gießener Sanitätskolonne nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Regu(terung6arbeifen an der Nidda LPD. Friedberg, 16. Sept. Die Regulie- rungsarbeiten an der Nidda schreiten rüstig fort. Die Arbeiten in der Richtung Ober- florstadt sind nahezu beendet; es wird nun in Richtung nach Dauerheim weitergearbeitet. Bis zum Wasserfall sind die Arbeiten fertig, von dort aus erhält die Nidda ein neues Flußbett, das gerade durch das Wiesengelände führt. Die Arbeiten werden noch bis Ende Oktober dauern. Die feit- herige Ueberfchwemmungsgefahr des Wiesengrundes ist nun erheblich vermindert worden. 24,6 Sek.; 2. Huppert, DfB.-R., 25,1; 3. ®eifer, 1900, 25,5 Sekunden. Weitsprung: H. Moll, VfB.-R., 5,62 Meter; 2. Lehrmund, 1900, 5,34; 3. Volk, 1900, 5,16 Meter. 800 Meter: 1. Lehr- mund, 1900, 2.17,2 Min.; 2. Koch, 1900, 2.22,4; 3. KrämerI, DfB.-R., 2.31,8 Minuten. 4X100- Meter-Staffel: 1. 1900, 47,9 Sekunden; 2. VfB.-R. 49,1 Sekunden. v-klasse: Hochsprung: 1. Kley, DfB.-R., 1,55 Meter; 2. Schieferstein, DfB.-R., 1,46; 3. Kirchner, 1900, 1,35 Meter. Kugelstoßen: 1. Kley, DfB.-R., 12,34 Meter; 2. Goß, 1900, 11,80 ; 3. Schieferstein, DfB.-R., 10,60 Meter. S p e e r w e r f e n:1. Kley, DfB.-R., 43,73 Meter; 2. Zimmer, 1900, 37,46; 3. Goß, 1900, 37,17 Meter. 4X100-Meter- Staffel: 1. VfB.-R. 49,3 Sek.; 2. 1900 49,9 Sek. 800 Meter: 1. Horst Moll, DfB.-R., 2.17 Mm.; 2. Röhm, 1900, 2.20,4 ; 3. Kirchner, 1900, 2.24,3 Minuten. Weitsprung: 1. Kley, DfB.-R., 5,92 Meter; 2. Goß, 1900, 5,30 ; 3. Hinrichs, 1900, 4,91 Meter. Oklasse: 2. Kreisklasse: TV. Allendor f-Lahn — TD. Krofdorf 4:10 (2:3). Die Allendörfer haben ihre Anhänger wieder einmal bitter enttäuscht. Nach einem verheißungsvollen Start, der ihnen eine 2:0-Führung erbrachte, noch so überzeugend zu verlieren, das kann nicht jeder Mannschaft passieren. Es scheint uns in der Hauptsache daran zu liegen, daß sich einzelne Spieler nicht in die Mannschaft einpassen können. TD. Garbenteich — TD. Ebersgons 14:0 (8:0). Garbenteich gewann in einem ausge- zeichneten Spiel wie es wollte. Lobenswert ist die Ausdauer und das Aushalten der Gäste trotz der Der 1886 in Gießen geborene Karl Ernst Rumpf,] zur Zeit in Untersuchungshaft, machte am 26. Fe- liruar d. I. in einer Wirtschaft in Friedberg in angetrunkenem Zustand abfällige Bemerkungen über die Reichsregierung. Er wurde zudreiMonaten Gefängnis verurteilt, die mit der Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Wegen Verleumdung des Reichsstatthalters verurteilte das Gericht die Therese Baaderhuber aus Gießen zu drei Monaten Gefängnis, abzüglich sechs Wochen erlittener Untersuchunashaft. Am Nachmittag beschäftigte sich das Gericht mit dem Otto C h r i st aus Grünberg, der an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat! zu 200 Mark Geld st rase verurteilt wurde, die durch die Unterbringung in einem Konzentrationslager als verbüßt gilt. Der Angeklagte hatte in angetrunkenem Zustand Unwahrheiten über Mitglieder der Reichsregierung verbreitet. Der Erich Friedrich Reinhard aus Hochweisel wurde wegen Veraehens gegen § 1 des Gesetzes zur Abwehr heimtückischer Angriffe aeaen die Reichs- regierung und Vergehens gegen ß 185 RStGB. zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten unter Anrechnung von 3% Monaten Untersuchungshaft verurtellt. Gautagung des Fachamts Skilauf. ... und eine „Oberhessifche Kirmes". Am kommenden Samstag und Sonntag, 21. und !:2. September, findet die große Gautagung des Fachamtes Skilauf im RfL. und Gau XII/XIII des Oeutfchen Skiverbandes (Verband Mitteldeutscher Skivereine) in Gießen statt. Die großen Umwälzungen auf allen sportlichen Vebieten und die bevorstehende Winter-Olympiade werden die Hauptpunkte der Tagesordnung der geschäftlichen Sitzungen, die am Samstagnachmittag mb am Sonntagmorgen im Hotel Prinz Carl stattenden, darstellen. Aus allen Teilen des Gaugebietes rroie Kastel, Gersfeld, Efchwege, Fulda, Hanau, Hersfeld, Offenbach, Darmstadt, Frankfurt a. M., Mainz, Bingen, Limburg, Wetzlar, Herborn, Betz- )«orf, Marburg und allen oberhessischen Skiorten) hegen bereits heute zahlreiche Meldungen zur Teil- latjme vor. Zum ersten Male werden auch die Ski- iibteilungen der Deutschen Turnerschaft, die dem Fachamt Skilauf unterstellt sind, an dieser Gau» Mgung teilnehmen. Als Höhepunkt des geselligen Teiles der Tagung wird unter Teilnahme des Landschaftsbundes Dolks- imm und Heimat (Ringleiter Georg Heß, Leihgestern) ein großer Festabend „Oberhessische Kirmes" m den Räumen des Gesellschaftsvereins am Samstagabend veranstaltet werden. Besonderes Jntereste dürfte die Mitwirkung einer Lrachtengruppe des Landschaftsbundes aus der Hihön erwecken. Dieser Abend soll die starke 93er» vundenheit der Skiläufer mit den Sitten und Gebräuchen der Bevölkerung unserer heimatlichen Ski- pebirge zum Ausdruck bringen. Alle Mitglieder der Vereine des Reichsbundes f ür Leibesübungen sind zur Teilnahme an diesem Abend berechtigt. „ IETeutonia" Watzenbom-Steinberg Die Teutonen verlieren ihr erstes Derbandsspiel in Frohnhausen mit 3:1 (2:0). Das erste Derbandsspiel der Watz enborn-Stein - berger in Frohnhausen unter ausgezeichneter Lei- -ung von H. R ü s p e l e r (Gießen) endete mit einer 8:1-Niederlage. Ausschlaggebend für den Sieg der Platzmannschaft war die bei weitem härtere und wuchtigere Spielweise. Frohnhausens Elf, eine aus» Zesprochene Kampfmannschaft, kämpfte mit letztem Einsatz um die wertvollen Punkte. Darin war jeder einzelne dem der Teutonen überlegen. Bei den Iästen verfiel man wieder einmal auf den alten Fehler, vom Läufer über die Sturmmitte zu Erfolgen kommen zu wollen. Dies war bei der ausgezeichneten Hintermannschaft der Einheimischen nicht möglich. Trotzdem wurden die Außenstürmer Tncht eingesetzt. Durch schnelle Flankenwechsel wäre Ballweitwerfen: 1. Funk, DfB.-R., 62,50 Meter; 2. Kraft, 1900, 57,15; 3. Sturm, VfB.-R., 51,50 Meter. 80 Me ter : Sieger wurden hier in gleicher Zeit Adolf, Schmidt, Schneuker, 1900 und Funk, Sturm, DfB.-R. Alle liefen 12,2 Sekunden. Hochsprung: 1. Schmück, 1900, 1,19 Meter; 2. Schneuker, 1900, 1,15; 3. Kraft, 1900 und Funk, DfB.-R., 1,10 Meter. Weitsprung: 1. Funk, VfB.-R., 4,07 Meter; 2. Schmück, 1900, 3,87; 3. Schneuker, 1900, 3,78 Meter. 5 X80-Meter- Staffel: 1. 1900 61,9 Sek.; 2. DfB.-R. 63 Sek. Landkreis Gießen. wg. Großen-Buseck, 17. Sept. Einer der ältesten Einwohner unseres Ortes, der Landwirt Philipp Schmidt, Schloßstraße, konnte dieser Tage seinen 83. Geburtstag feiern. — In dec vergangenen Woche wurden hier die Z w e t s ch e n versteigert. Der Zentner Zwetschen am Baum wurde mit 4—5 Mark bezahlt. Die Versteigerung der Aepsel und Birnen dürfte in etwa 8—10 Tagen erfolgen. — Die hiesige SA. zieht demnächst in ein günstiger gelegenes Heim, und zwar in das Rathaus, um. Das bisherige Heim war nur behelfsmäßig eingerichtet. — Zur Vervollständigung der Feuerwehr- Ausrüstung wurden durch die Gemeinde 8 0 Meter neues Schlauchmaterial beschafft. — Die Schweinezwischenzählung in unserem Orte verzeichnete folgende Bestände: 1 Zuchteber, 31 Mutterschweine, 82 Ferkel unter 8 Wochen, 329 Tiere bis zu einem halben Jahr, 601 Schweine bis zu einem Jahre alt und zwei Schweine über 1 Jahr alt. § Lollar, 16. Sept. Das Preisschießen, das — wie bereits gemeldet — die Kriegerkameradschaft Lollar an den letzten Sonntagen auf dem Schießstand am ehemaligen Klopf- wcrk veranstaltete, fand gestern seinen Abschluß mit der Preisverteilung. Während des gesamten Schießens war eine sehr starke Beteiligung festzustellen. Insgesamt kamen 27 wertvolle Preise zur Verteilung Als bester Schütze ging Kamerad S ch e e r mit 36 Ringen aus dem Wettkampf hervor und erhielt somit den ersten Preis. Dann folgten eine Anzahl Schützen mit 35 Ringen, aus denen die folgenden Preisträger nach der Reihenfolge der erzielten Schüsse ausgeschieden wurden. Als zweiter, dritter und vierter Preisträger seien noch erwähnt dis Kameraden Pfeffer, Brück und Dietz, dis alle die 35 Ringe in der Reihenfolge 11, 12, 12 geschossen hatten und nun durch Stechen ihre genaue Placierung bestimmten. 00 Klein-Linden, 16. Sept. Die Ortsgruppe Klein-Linden der N S. - G e m e i n s ch a f t „K r a f t d u r ch Freude" unternahm am Sonntag ihre zweite Fahrt in diesem Sommer. Der Autobus brachte die Teilnehmer an die Eder» He Damenschneiderinnung des Kreises Gießen eine Nodenschau, bei der sie mit etwa 60 neuesten Modellen an die Oeffentlichkeit treten will. In dieser Schau sollen Höchstleistungen deutscher handwerk- kcher Qualitätsarbeit und deutschen Könnens geleigt werden. (Siehe heutige Anzeige.) ** Fahrpreisermähigungder Reichsbahn zur Frankfurter Messe und 1. Frankfurter Gastwirtsmesse. Zu der -om 22. bis 25. September in Frankfurt a. M. 'tattfinbenben Messe und zur ersten Frankfurter Tastwirtsmesse vom 21. bis 29. September gibt die ^eichsbahnverwaltung von allen Fahrkartenaus- gaben im Umkreis von 100 Kilometer um Frank- nurt a M und von den Bahnhöfen Bebra, Fulda, .Hünfeld und Hersfeld Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit der Fahrkarten: Während der ganzen Dauer der Ausstellung mit je dreitägiger Gel- iiungsbauer. Die Rückfahrt muß jeweils am drit- i«n Geltungstage spätestens um 24 Uhr angetreten »erben. Mit den am 28. und 29. 9. gelösten Sonntagsrückfahrkarten muß bie Rückfahrt spätestens am >0.9., 12 Uhr, angetreten werben. Die Karten find zur Rückfahrt nur gültig, wenn sie von der Ausstel- imgsleitung abgestempelt sind, ausgenommen wählend der planmäßigen Geltungsdauer (Samstag ■_2 bis Montag 12 Uhr). *♦ Schafräude in Hattenrod. Bei der Schafherde des Karl Theis in Hattenrod ist die Schafräude festgeftellt worden. Die Schutzmaßnahmen sind angeordnet. Gondergericht in Gießen. Das Gericht befaßte sich gestern in Gießen unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Haeckler, Oarmstadt, zunächst mit dem Karl Wolf aus Effol- derbach. Die Sache wurde abgesetzt, um beim Reichsjustizministerium anzufragen, ob nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung an der weiteren Verfolgung kr Angelegenheit ein Interesse besteht. Ballweitwerfen: 1. Schwarz, VfB.-R., 69,35 Meter; 2. Büdenbender, VfB.-R., 60,10; 3. Kraft, 1900, 57,25Meter. 80 Meter: 1. H. Mootz, VfB.-R., 10,6 Sek.; 2. Oßwald, VfB.-R., 10,8; 3. Schwarz, VfB.-R., 10,9 Sekunden. Hochsprung: 1. Schwarz, VfB.-R., 1,37 Meter; 2. Karell, 1900, 1,33; 3. Oßwald und Büdenbender, VfB.-R., 1,28 Meter. 5 X 80 - M e t e r - S ta s s e l: 1. DfB.-R. Sportverein 05 Wetzlar — Tv. Wetz- l a r 6:6 (1:3). Dieses Lokaltreffen nahm einen gerechten Ausgang bei beiderseits sehr schönen Leistungen. To. Münchholzhausen — Tv. D u t e n - Hofen 15:3 (9:2). Die Mannschaft von Münchholzhausen wird immer besser. Sie war ihrem gewiß nicht schlechten Gegner haushoch überlegen. Tv. Lützellinden — Tv. Holzheim 8:1 (5:0). Der Nachwuchs Lützellindens zeigte sehr schöne Leistungen; aber auch Holzheim war nicht schlecht. Der Ausgang gibt den wirklichen Spielverlauf wieder. Tv. Garbenteich — Tv. Lang-Göns 5:15 (4:7). Bis zur Halbzeit konnte Garbenteick noch einigermaßen Stand halten. Nach der Pause war es damit allerdings vorbei. Die Gäste, deren Spiel- stärke bekannt ist, warfen nun in regelmäßigen Abständen ihre Tore. Tv. Wißmar — Tv. Treis 9:6 (5:1). Die Einheimischen wurden auf eigenem Platz und das noch ziemlich sicher von dem „Neuling" Treis geschlagen. Allerdings verlor Wißmar in der zweiten Halbzeit einen Spieler. Freundschaftsspiel: 55,4 Sekunden; 2. 1900 59,1 Sekunden. Weit» sprung: 1. Schwarz, DfB.-R., 4,57 Meter; 2. Mootz, DfB.-R., 4,44; 3. Korell, 1900, 4,31 Meter. In den Bezirks- und Kreisklassen haben mit dem ggeftrigen Sonntag die Derbandsspiele ihren Anfang Benommen. Die Gauklasse wird sich am kommenden SSonntag anschließen. Im Bezirke Gießen gab es befreite eine große Anzahl von Spielen und, was noch wie! wesentlicher ist, ausgezeichneten Sport. Bezirksklasse: 2Mv. oetlied in Lützellinden. Die 1. Mannschaft verlor ihr 1. Verbandsspiel in Lützellinden 5:11 (5:4). Lützellinden präsentierte sich iiin einer sehr guten Form und gewann das Spiel merbient. Es hat sich einmal mehr erwiesen, daß die »Gastgeber auf eigenem Gelände schwer zu schlagen sssind. Auf diesem kurzen, äußerst schmalen Platz werden noch mehr Mannschaften kapitulieren müssen. Die Männerturner, mit Ersatz spielend, zeigten ein schwaches Spiel. In erster Linie konnte sich der •©türm nie zu einer einheitlichen Aktion finden, ab» ggefehen von zehn Minuten in der ersten Halbzeit, jjn der vier Tore fielen, eins schöner als das andere. Dann war es aber mit der Kunst aus. Planloses -Spiel, ohne Ueberlegung, ohne körperlichen Einsatz, ließ keinen Erfolg mehr zu. Hinzu kam noch das geigensinnige Spiel des Halbrechten. Die Läuferreihe onühte sich redlich ab, konnte auch vor dem Wechsel moch gefallen, später geriet sie zu sehr ins Schwim- lmen Die Verteidigung arbeitete bis auf kleine Deckungsfehler gut und den Tormann traf an den seif Erfolgen der Gastgeber keine Schuld. Lützellinden roerfügt über einen ganz ausgezeichneten Tormann; 5bie Verteidigung und Läufer spielten sehr hart, lunb setzten dem Gießener Sturm stark zu. Der »Sturm spielte sehr schön zusammen, bester Mann iwar der Linksaußen, der nicht genügend bewacht wurde. Der Schiedsrichter war dem Spiel nicht gewachsen. Die Schülermannschaft des Mtv. gewann ihr Freundschaftsspiel gegen die gleiche des Tv. 1846 10:0. Die Mtver zeigten sich ihrem Gegner stark überlegen und gewannen das Treffen auch in dieser Höhe verdient. Tv. Hochelheim — Tv. Heuchelheim 6:4 (4:0). Die Platzbesitzer hatten erstmalig wieder ihre komplette Mannschaft zur Stelle. Diesem Umstande vor allem ist es zuzuschreiben, daß Sieg und Punkte in Hochelheim blieben. Die Halbzeitführung konnte Heuchelheim in der zweiten Halbzeit zwar aufholen — der Verteidiger von Hochelheim mußte verletzt ausscheiden — konnte aber trotzdem den Sieg nie gefährden. DfB.-R. Gießen — To. Münchholzhau- s e n. Die Gießener habe.n auf die Punkte verzichtet, ohne einen näheren Grund anzugeben. 1. Kreisklasse: Fast sämtliche Ergebnisse der 1. Kreisklasse kommen überraschend und werfen alle Voraussagen über den Haufen. Die Mannschaften sind anscheinend ziemlich schwankend in Form. TV. W. - Niedergirmes — TV. Garben- heim 18:9 (7:5). Ein außerordentlich torreiches Ergebnis. Das Spiel selbst nahm als einziges den erwarteten Ausgang, hätte allerdings nicht so hoch auszugehen brauchen, wenn die Hintermannschaft von Garbenheim auf ihrem Posten gewesen wäre. TV. Groß-Rechtenbach — TV. H ö r n s - heim 7:7 (1:2). Die Hörnsheimer haben sich wider Erwarten gut gehalten und trotz Ersatz wenigstens einen Punkt gerettet. Rechtenbach trat in neuer Aufstellung an und fand sich zuerst nicht recht zu- sammen. Nach der Pause klappte es auf beiden Seiten bedeutend besser. Die Leistungen waren recht gut. Der unentschiedene Ausgang war gerecht. TV Albach- TV. Atzbach 6:7 (3:4). Mit diesem Ausgang hatte wohl niemand gerechnet, zu- mal man gerade von Atzbach in letzter Zeit wenig gehört hatte und zumal es auch mit zahlreichem Ersatz antreten mußte. Wenn es trotzdem gelang, auf dem heißen Boden in Albach zu gewinnen, so liegt das daran, daß alle Spieler von einem unbeugsamen Siegeswillen beseelt waren. Die । Platzbesitzer dagegen sind noch nicht richtig in Fahrt. TV. Dornholzhausen — TD. Dorlar 8:7 (4:5). Der Ausgang dieses Treffens stellt die größte Ueberraschung dar. Dorlar ging mit großer Aussicht in den Kampf und verlor. Allerdings ist das Ergebnis fo gering, daß das nicht weiter tragisch genommen zu werden braucht. Ebenso wie Dornholzhausen, hätte auch Dorlar gewinnen können. der einheimischen Hintermannschaft wohl eher bei- Der Ausschreibung des Kreisiugendwartes z zukommen gewesen. Daß diese Niederlage im ersten Mannschaftskampf der Sugenb der Le Derbandsspiel der Serie 1935/36 für die Teutonen waren nur die beiden Gießmer Vereine Spielver- nicht deprimierend, sondern vielmehr belehrend ge» einigung 1900 unö der DfB.-R. gefolgt. kam s wirkt haben sollte, dürfte der nächste Sonntag in zu einem Klubkampf 1900 . Watzenborn-Steinberg, wo der vorjährige Meister gesagt, daß beide Vereine gute $0”nßt Sportverein Wetzlar 05 zum Derbandsspiel anzu- hatten, wenn auch die DfB.-Rer von den 23 K treten hat zeigen kurrenzen 18 gewinnen konnten. Sechsmal siegten die Die zweite Mannschaft spielte in Watzenborn- 1900er. (3n einer Konkurrenz wurden zwei Erste Steinberg gegen die erste Mannschaft vom Turn- vergeben). Da es nach fünften roie bei ber Deut» verein Allendorf a. d. Lahn und verlor mit 3:2 schen Dereinsmeisterschaft für Aktive ging, wurde Toren. - Jugend- und Schülermannschasten waren immer die erreichte Punktzahl durch du- Anzahl der Inieffrei gewerteten Teilnehmer geteilt. Es wurde also IM- P • *4 er e * < v i „ mer der gesamte Durchschnitt festgestellt. Von man» SrCl^floffCttfpIClC des (5ot1ttfog0. Lfjen Jugendlichen wurden Prachtleistungen voll- SpielDereiniaunfl 1900 II - tzeuchelheim I bracht. Helmut Möll DsB^R, gewann die MO Grünberq - Lollar 1:6; VsB.-R. II — Leihgestern Meter in der guten Zeit von 24,6 Sekunden. M o l l 2:2; Grüningen - Garbenteich 0:4; VsB.-R. III - und Kley gewannen den Hochsprung 'N chrer: Klas- Großen-Lrnden 4:1; Launsbach - Wißmar 0:3; I fen mit je 1-55 ®benfo betbe ben aßeitf^rung. Vetzberg - Alten-Buseck 1:4; Flensungen - Hl-r ist besonders die L°'stung Kleys mit 8 92 Meter Daubringen 0:6; Treis - Lollar III 5:2; Großen- hervorstechend. Eine Zute Zeit l,°s d e Stassel der Buseck II — Grünberg II 5:3; Geilshausen — Rüd> 11900er m der A-ftlafle. Sie 800 Meter v gewann dingshausen 2:5; Burgsolms — Albshausen 3:0; Horst Moll, VsB.-R^ in der achtbaren ZeOvaii Burgsolms II - Niedergirmes II 2:1; Steindorf 217 Minuten. In d» c-Klaße gewann der BsB.-R^ — Bissenberq II 8:0; Aßlar — Werdorf 1:0; Nau- alle Konkurrenzen. In der v-Klasse warketen die dorn - Hermannstein 8:2; Aßlar N - Wetz- 1900er mit guten Lei tungen ,m Hochsprung und Inr ITT 7-4 „ 80 - Meter - Laufen auf, wahrend die VfB.-Reichs- bahner den Weitsprung und das Ball-Weitwerfen OCPUItDCttiättlpfC in 6)rÜtWCr$* I an sich brachten. Nachdem schon in der vorigen Woche mit der Von Anbeginn des Kampfes hatten die DfB.-Rer Austragung der beiden Wettkampfipiele, Fußschlag, einen Vorsprung, den sie bis zum Schluß nicht mehr ball für die Knaben und Grenzball für die Mädchen abgaben. Nach genauer Prüfung des Resultates begonnen war, wurde heute die Entscheidung her- ging der Kampf wie aus: m .. beiaeführt 1- DfB.-Relchsbahn, Gießen 16 307,86 Punkte. Ä. Spiele der Knaben: Vorrunde: 2. Spielvergg. 1900, Gießen 16053^15 Punkte. Queckborn — Lindenstruth 60:37, Etttngshaufen — Der VfB.-R. gewann also mit 254,71 Punkten Dor- Reiskirchen 77:41, Reinhardshain — Bersrod 64:35, fprung. Lauter — Stangenrod 68:33. Zwischenrunde: -Ai* GrGCbttiffC: Ettingshausen — Queckborn 98:43, Reinhardshain - Lauter 96:11. A-Ätaffe: Entscheidung: Ettingshausen gewinnt mit H o ch s p runfl: 1. Almut Moll, VfB.-R., 74:45 über Reinhardshain und ist damit Bezirks- 1,55Meter; 2. Schäfer, 1900,1,43; 3. Lehrmund^l900, fieger der Knaben der ein- bis dreiklassigen Schulen 1,38 Meter. K u g e l st o ß e n : 1. K. Ries, VsB.-A, im Bezirk Grünberg. 11,30 Meter; 2. Volk, 1900, 10,70; IkJBogt, 1900, ö. Spiele der Mädchen: Bvrrunde: 1 f Meter 6 p e . rwer se n: 1. Schäfer 19M, • Reiskirchen — Reinhardshain 5:3, Ettingshausen! ,.mx i 1 ?nn p t« r . < V angU VkB -R , - Weickartshain 14:4, Beltershain - Lindenstruth Meter. 200 Meter. 1. H. Moll, VfB.-R., . 5:3, Stangenrod — Lauter 9:1. Zwifchen- i runde: Reiskirchen — Stangenrod 17:2, Ettings- j Obecheffen , Holzheim — Münzenberg 14:4 (6:3). Tv. Grüningen — Spvgg. 1900 II 14:7 Holzheim war spielfrei und holte sich deshalb eine (6:6). Auch dieses Spiel muß als eine Ueberraschung Mannschaft aus dem Kreis 11. Wie das Ergebnis gewertet werden. Man hatte größeren Widerstand | schon sagt, war allerdings Munzenberg kein Gegner. Oer Ofenplaiteusund in Lang-Göns I IWli 21 i)i 1 i neuer Schlammteich durch den Besitzer der echten Volksgemeinschaft zu ihren obersten Zielen Anlage, die Mannesmannwerke AG., errichtet und zähle. 75 Jahre schon leiste der Turnverein Lich diese in Betrieb genommen worden. Arbeit an Volk und Vaterland, das sei wohl Grund i g T i D i ö< di sondern auch sittliche und geistige Gesunderhaltung des deutschen Volkes und tätige Mitarbeit an der genug, einmal Rückschau zu halten und den 75. Geburtstag festlich zu begehen. Turnerfeste sind 'NMksfesle, habet Feste der Arbeit und der Freude. Mit dem Gelöbnis zu Turnvater Jahn, auch weiterhin treu zu seinen Idealen zu stehen, schloß der Ver«einsführer seine Begrüßungsansprache. Ein weiterer Musikvortrag leitete über zur An°- spr-ache des Turnkreisführers Oaupert, Wieseck. Rach Uebermittlung der Glückwünsche des Kreises schilderte er in einem fein durchdachten Rückblick auf die Geschichte der Deutschen Turnerschaft, auf die Zeit der Wiederbelebung und Neugründung von Turnvereinen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, in die auch die Gründung des Turnv. Lich falle, den Turnvater Friedrich Ludwig Jahn als den großen Erzieher der deutschen Turner zu Manneszucht, Manneskraft, Kameradschaft und Vaterlandsliebe und betonte gleichzeitig hierbei, daß man Jahn nicht huldigen könne, ohne unferm großen Führer Adolf Hitler nicht Treue zu geloben. Falls Jahn in der Gegenwart lebte, wäre er gewiß der beste Gefolgsmann unseres Führers, denn beiden leuchte ein einziges Ziel ihres Lebens vor: Deutschland und nur Deutschland! Es werden Geschlechter kommen und gehen, Formen werden zerspringen und Satzungen erstarren, aber der Geist unseres Turnvaters Jahn muß ewig der gleiche bleiben. Seinen weiteren Ausführungen, die alle Zuhörer in seinen Bann zwangen, lägen folgende Gedanken zugrunde: Turnen ist nicht bloß eine kärperübung, es ist ein Ausdruck deutscher Art, eine Aeuherung des deutschen Volkstums, in dem sich Geist und Körper verbinden zu Form und seelischem Ausdruck. Die Erziehung des Leibes ist die Ergänzung zur Stählung unseres Charakters, zur Festigung des rafchungen sind noch geplant. Möge dazu der Hirnrner schönes Wetter bescheren. + Hungen, 16. Sept. Die Schlammab- wässerder Eisen st einwäscherei am I n- heider Berg wurden seither in der Erdsenke zwischen der Bahn Hungen—Friedberg und der Provinzialstraße nach Friedberg geleitet, die im Laufe der Jahre vollständig ausgefüllt wurde. Seit kurzem ist nun im Winkel der Gießen—Gelnhäuser und Friedberg — Hungener Eisenbahnlinie ein Unfer Bild zeigt die in Lang-Göns gefundene, etwa 230 Jahre alte Ofenplatte, die im Backhaus GedenWnweihe bet MMr-Vereinigung1884 tatsperee. Dort wurden die Sehenswürdigkeiten der Talsperre besichtigt und dann mit dem Boot bie Fahrt nach der Anlegestelle Waldeck anoetreten. Im Schloßhotel von Waldeck wurde gemeinsam das Mittagessen eingenommen. Auf einer Motorbootfahrt über den See konnte man infolge des durch die Trockenheit des Sommers nur niedrigen Wasserstandes Ruinen des einstmals im See untergegangenen Dorfes Berich und feiner Kirche sehen. Auch die mit Zement zugemauerten Gräber des Friedhofes von Berich sind aus den Fluten zutage getreten und liegen völlig trocken da. Don den Ruinen der beiden anderen untergegangenen Dörfer Asel und Bringhausen war nichts mehr zu sehen. Auf dem Rückweg besichtigten die Teilnehmer Bad Wild un gen. In einem Dorfwirtshaus des hessischen Berglandes wurde der Kaffee eingenommen und schöne gesellige Unterhaltung gepflegt. Alle Teilnehmer waren hochbefriedigt von den Eindrücken der schön verlaufenen Fahrt. Für das gute Gelingen hatte namentlich Ortsgruppenwalter R e u- s e r von der Deutschen Arbeitsfront Sorge ge- tragen, wofür ihm von den Teilnehmern herzlicher Dank ausgesprochen wurde. Großen-Linden, 16. Sept. Samstagabend fand im Saale der Gastwirtschaft Schaum, der bis auf den letzten Platz besetzt war, ein E l t e r n - abend unserer Volksschule statt. Der Zweck der Veranstaltung war, den Eltern den Wert und die Bedeutung eines Landschulheimaufenthaltes zu zeigen. Wie seinerzeit berichtet, haben die oberen Klassen unserer Schule eine Landschulwoche auf der Herchenhainer Höhe im Vater-Bender-Heim zugebracht. Rektor Siegfried wies in längeren Ausführungen, die an passender Stelle von Gedichten, Sprechchor und mehrstimmigen Chören unter Leitung des Lehrers Obermann unterstrichen wurden, auf den Sinn dieser neuartigen Maßnahme hin. Die Kinder sollen durch Wanderungen körperlich gestählt und ihnen der Blick für landschaftliche Schönheiten geschärft werden. Gleichzeitig soll ihr Verständnis für die andersartigen Lebensbedingungen und Erwerbsmöglichkeiten fremder Menschen geweckt und dadurch das Gefühl der Volksverbundenheit gestärkt werden. Durch das tagelange Zusammenleben werden sie zur Kameradschaftlichkeit und Selbständigkeit erzogen. Starken Beifall ernteten einige Theaterszenen, die sich meh- । rere ältere Schüler nach Erlebnissen während der Landscbulwoche selbst gestaltet hatten und die sie unter Leitung von Lehrer Arnold geschickt aufführten. Mehrere wohlgelungene Reigens die Fräulein Müller eingeübt hatte, und Musikstücke, die die Brüder Junker (Geige) und Lehrerstudent Blaß (Klavier) vortrugen, umrahmten die übrigen Darbietungen. Bürgermeister Michel sprach Dank und Anerkennung aus über das von der Schule Geleistete. Am Schluffe wurde der mit Spannung erwartete Film vorgeführt, den Lehrer Reinheimer während des achttägigen Aufenthaltes im Vogelsberg ausgenommen hatte, und der den Eltern ein besonders anschauliches Bild vom Leben und Treiben ihrer Kinder bot. Bei dieser Gelegenheit lernten sie auch eines der Schmalfilmgeräte kennen, die für die Lehrmittelbeiträge der Schüler beschafft werden. So hat die ganze Veranstaltung in hohem Maße dazu beigetragen, Verständnis für neuartige Wege der Erziehung zu wecken und das Band zwischen Elternhaus und Schule noch fester zu knüpfen. Y Watzenborn-Steinberg, 16. Sept. Am Samstagabend veranstaltete die hiesige Bäuerlich eBezugs - und Absatzgenos- s e n s ch a f t im Saale „Zur Krone" einen Frauenabend. Direktor Konrad Hanack begrüßte die zahlreich erschienenen Frauen. Frl. Horde von der Bäuerlichen Werkschule zu Gießen half mit einem Lichtbildervortrag über „Die bäuerliche Geflügelzucht" einen Teil des Abends ausfüllen. Der zweite Direktor Karl K o l m e r dankte den Frauen, daß sie nach dem Zusammenschluß ihrer Verkaufsstellen die Treue gehalten haben. An Hand einzelner Aufzeichnungen betonte er, daß eine Verbilligung der Waren eingetreten sei. Diese sei darauf zurückzuführen, daß durch die Zusammenlegung größere Mengen einer Ware eingekauft werden können. Auch seien vordem bis zu 8 v. H. Dividende ausgezahlt worden, die allerdings erst in den Preis der Ware einkalkuliert worden seien, jetzt der festgesetzte Dividendensatz von 3 v. H. In seinem Schlußwort appellierte er an alle Genossenschaftlerinnen, auch in Zukunft der Genossenschaft die Treue zu halten und restlos ihre Einkäufe in den Verteilungsstellen zu besorgen. Anschließend verbrachte man in schönster Harmonie einige Stunden in froher Geselligkeit. * Lang-Göns, 17. Sept. Gestern nachmittag ereignete sich zwischen Lang-Göns und Kirch-Göns ein Verkehrs Unfall, bei dem ein Auto mit einem Dreirad-Kastenauto zusammen- st ie ß. Dabei wurde das Dreirad-Kraftfahrzeug leicht beschädigt, sein Fahrer im Gesicht leicht verletzt. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind im Gange. - Lich, 16. Sept. Der hiesige Ali ce fr a ue n- verein wird auf Anregung seiner Vorsitzenden, der Fürstin Reinhard zu Solms-Hohen- s o l m s - L i ch, wie vor zwei Jahren auch in diesem Jahr ein großes Wohltätigkeitsfest zum Besten des Deutschen Roten Kreuzes und seiner Arbeit abhalten. Das Fest soll am nächsten Sonntag, 22. September, nachmittags, im Schloßpark stattstnden und als Jahrmarkt aufgezogen werden. Ein Kaffee- und Kuchenzelt, ein Bier- und Würstezelt sowie eine Waffelbude mit eigener elektrischer Backanlage werden für das leibliche Wohl der Festbesucher sorgen. Die Feuerwehrkapelle spielt zum Tanz auf, Turnerinnen des Turnvereins werden Reigen vorführen, in der Schießbude können Männer Hand und Auge proben, im Theaterzelt wird ein Lustspiel mehreremal über die Bretter gehen, in einer reich ausgestatteten Tombola winken Preise, allerlei sonstige lieber« Preußen. (D Krofdorf, 16. Sept. Gegenwärtig finden hier umfangreiche Straßenerneue- rungsarbeiten statt. Die Rodheimer Straße erhält in ihrer ganzen Länge von der Hauptstraße bis an den „Biergraben" eine neue Decke. Bereits eine Woche lang sind die Walzarbeiten im Gange. Für nächstes Frühjahr ist die Teerung dieser Straße vorgesehen. Durch die Häherverlegung der Straße sind die Kanäle zu Hofeingängen auf der rechten Seite in Fortfall gekommen. Eine neu gepflasterte Rinne gibt dem Straßenbild ein besseres Aussehen. Auch die Verbindungsstraße zwischen Rodheimer und Schulstraße, die Großgasse, die im Vorjahre kanalisiert worden ist, erhält eine neue Decke und gepflasterte Rinnen. In schlechtem Zustande befinden sich noch, mit Ausnahme der Gießener Straße, die Straßen vor den einzelnen Ortseingängen. < Rodheim a. d. Bieber, 16. Sept. Die hiesige Turn- und Sport gemeinde unternahm am gestrigen Sonntag eine Autobusfahrt nach Lich. Die Beteiligung war gut. — Die Kegler- Vereinigung der Gastwirtschaft Bender veranstaltete gestern ihr diesjähriges Preiskegeln, das sich einer regen Beteiligung erfreute. Es wurden zwölf Preise ausgekegelt. Den ersten Preis errang der Pflastermeister Jakob S t e i n m ü l l e r (Rodheim). — Die hiesige Volksschule richtete in diesen Tagen eine Schulsparkasse nach dem Sparsystem Reinickens ein. Die Kinder, die bisher in Heimsparbüchsen ihren Sparsinn betätigten, werden durch das neue Sparsystem nunmehr noch zu größerer Emsigkeit veranlaßt werden. Die Einrichtung von Schulsparkassen wird bekanntlich durch den Herrn Oberpräsidenten dringend gefordert. Die Eltern werden unter Hinweis auf den praktischen und ideellen Wert der Schulsparkassen ersucht, die Freude ihrer Kinder am Sparen durch gelegentliche Geldspenden zu fördern. Die ersparten Gelder werden jeweils Montags auf der Zweigstelle Rodheim der Kreissparkasse Wetzlar eingezahlt, sind also mündelsicher angelegt. Es sei hier noch darauf hingewiesen, daß in Orten, in denen Schulsparkassen schon seit langer Zeit bestehen, ganz außerordentlich große Erfolge der Spartätigkeit gezeitigt wurden. Am vergangenen Sonntag weihte die Gießener Fünfziger-Vereinigung des Jahrgangs 1884 tm Ziergarten des Restaurants „Karlsruhe" an der Marburger Straße im Rahmen einer würdigen Feier einen Fünfziger-Gedenkstein. Den Stein, der sich in reizvoller gärtnerischer Umgebung befindet, zeigen wir hier im Bild. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die 75=3abrieier des Turnvereins Lich. Willens beim Anllreben eines Zieles. Das Turnen wird und muß zu Volks- und Vaterlandsliebe an- eifern und den Geist so anregen und beeinflussen, daß es dem Turner möglich ist, bei Beherrschung feinens Körpers auch geistig zu kämpfen für Volk^. tum und Ehre. Hierauf ging der Redner ausführlich auf die der Turnerschaft vorn Führer d.ugeroiefene bevorzugte Stellung im Reichsbund für Le.bes- Übungen und die damit zuteil gewordene Anerken- nung ihrer Jugendarbeit und Volkstumspflege ein und betonte zugleich die hohe erzieherische Aufgabe die der Führer dem Reichsbund für Leibesübungen gestellt habe. Turnergeist hoch zu halten, heißt durch Pflege alter Turnertugenden dem Volke und seinem Führer dienen. In das vom Redner ausgebrachte dreifache „Gut Heil" auf den Führer und den Turnvater Jahn stimmten die Zuhörer begeistert ein. Bürgermeister Geil überbrachte dem Jubelverein im Namen der Stadt Lich Grüße und Wünsche zu fernerem segensreichen Wirken im Dienste für Volk und Raterland zu Ehren des Vereins und der Stadt. Als Festgeschenk der Stadt überreichte er dem Vereinsführer em schönes Bild des Führers. Im Namen der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, beglückwünschte der steilvertr. Ortsgruppenleiter Or. Erb den Verein zu seinem Jubiläum. In seiner Ansprache lag die Anerkennung der wertvollen Arbeit, die die Deutsche Turnerschaft dem deutschen Volke dadurch leiste, daß ihre Tätigkeit unserem Volke in hohem Maße diene, daß diese Turnerarbeit nunmehr dem nationalsozialistischen Deutschlannd, dem Deutschland der Größe, der Ehre und der Freiheit, gelte. Als Anerkennung übergab der Redner dem Verein eine Fahne mit dem Zeichen der Bewegung. Zum Zeichen des Dankes an unseren Führer, der Deutschland die Freiheit roiebergab, gelobte die Menge mit einem dreifachen „Sieg-Heil?" dem Führer treue Gefolg- schäft. Begeistert fangen die Anwesenden anschließend die ersten Verse der nationalen Lieder. Kreisoberturnwart Schüler, Wehlar, nahm alsdann die Ehrung der Altersturner des Tv. Lich vor, die mehr als fünf- z i g I a h r e treu dem Verein als aktive Mitglieder angehören. Es sind dies die Herren: Hermann Ph. Dietz (58 Jahre Mitglied), Wilh. F e y I. (59 I.), Heinrich H e l l e r IV. (51 I.), Karf H o f m a n n (51 Jahre), Hermann I h r i n g (56 Jahre), Karl I. Lotz (51 Jahre), Heinrich Schmidt II. (51 Jahre), Heinrich Schmidt VIII. (51 Jahre), Heinrich Schmidt IX. (51 I.), Wilhelm W a cf c r (50 I.), Joh. Heinr. Walz I. (52 I.). Ferner wurden für mehr als 40jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet die Turnbrüder Karl A l b o h n (46 Jahre Mitglied), Karl Dörmer (47 I.), Ernst Häfner (48 I.), Christian Heller (43 I.), Karl Heller III. (49 Jahre), Ludw. Heller (41 I.), Julius Hummel (46 I.), Ludwig Ihring (43 I.), Georg L o tz (49 Jahre), Heinr. S ch m i d t X. (40 I.), Karl E. Hhr - Han (43 I.), Heinr. V o l z VI. (49 I.), Karl Zimmer (41 I.), K. Ludwig Zimmer (46 I.), Reinhard Zimmer (44 I.). Jedem der Ausgezeichneten wurde eine Ehrennadel überreicht. Ehrengauoberturnwart Will (Gießen) sprach dem Verein und den Ausgezeichneten im Namen des Gaues XII Nordhessen der Deutschen Turnerschaft seine Glückwünsche und seine Anerkennung für die treue, im Geiste Jahns geleistete Arbeit aus. Nach der Ehrung der Altersturner schufen einige Chöre der Sängervereinigung ..Cacilia" die Heber» leitung zu den mit turnerischen Hebungen ausgestat- teten Darbietungen. Die hohe Schule des Turnens zeigte die Kreisriege, die aus den besten bekannten Turnern Schick und Gebrüder Herbert (Gießen), Bettin und Schöffrnann (Wieseck), Schade (Wetzlar) und Willi Menges (Lich) bestand, am Barren, Pferd, Reck und im Bodenturnen. Es war ein herrlicher Anblick, diese jugendlichen Menschen zu sehen, ganz ihrer Turnerarbeit hingegeben. Die Zuschauer lohnten die auf einer außerordentlich beachtlichen Stufe stehenden Darbietungen der Kreisriege jeweils mit stürmischem Beifall. Tanzvorführungen der Turnerinnen bildeten den Abschluß. * Lich, 16. Sept. Die Art, in der das Gedenken des 75jahrigen Bestehens unseres hiesigen Turnvereins 1860 Lich in der Turnhalle gefeiert wurde — wir berichteten gestern in anderem Zusammenhang bereits kurz darüber — zeugt so recht von dem Geist, der diesen für unser Städtchen so wichtigen Verein beseelt. Man hatte nicht die Brudervereine bis in die fernsten Gaue in Bewegung gesetzt, sondern sich darauf beschränkt, im Kreise der eigenen Mitglieder und der Volksgenossen der Stadt zusammenzukommen, sich bei Darbietungen der eigenen Mitglieder und der sich freundlichst zur Verfügung gestellten Kreisturnerriege und der Sängervereinigung „Cäcilia" zu unterhalten und für die edle Turnersache zu werben. Eine abwechslungsreiche, in allen Teilen erfolgreich durchgeführte Vortragsfolge bereitete eine frohe Feststimmung. Den einleitenden Musikvorträgen, einem Sprechchor der Turner und Turnerinnen und verschiedenen, von der Sängervereingung „Cäcilia" unter der Stabführung von Chormeister Ernst Jlge prächtig zu Gehör gebrachten Chören ließ der 1. Vereins) ührer Karl Volz freundliche Begrüßungsworte folgen, aus denen die Freude über den unerwartet guten Besuch heraus- klang. Sein besonderer Gruß galt den Vertretern des Gaues und des Kreises der Deutschen Turnerschaft, Ehrengauoberturnwart Will (Gießen), Turnkreisführer Daupert (Wieseck) und Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar), dem Vertreter der Stadtverwaltung, Bürgermeister Geil, und dem Vertreter der politischen Organisation, stellvertretenden Ortsgruppenleiter Dr. Erb. Weiter fand der Dereinsführer begeisterte Worte für die deutsche Turnsache, die nicht nur körperliche Ertüchtigung, PI > \ v\ ; X VIW V »*■' *- ' - —'-****** "' ***' w. > IU/K/1V Würfel ClOPf Tomaten-Soße zu gekochten Eiern und fleischlosen Gerichten, wie Makkaroni, Reis und Klößen. 1 Würfel Maggi's Bratensoße, 1/4 Liter Wasser, 2 — 3 Tomaten. 1 Eßlöffel (20 g) Butter. MaggVs Bratensoße fein zerdrücken und mit 1/4 Liter kaltem Wasser anrühren. — Die Tomaten ie Scheiben schneiden, in wenig Wasser weichkochen und durch ein Sieb geben. Das so gewonnene Mark in der heißgemachten Butter dunsten, dann in der angerührten. Bratensoße unter ständigem Rühren zum Kochen bringen und einige Minuten ziehen lassen.