Nr. 191 Erster Blatt 185. Jahrgang §amrtag, 17. August 1955 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle monati-Besugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.9L Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main llbss Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UntverfitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sichen. 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Denn England droht mit nicht mehr und nicht minder als der Rückkehr zur splendid Isolation, die die britische Politik wahrend der ganzen zweiten Hälfte der viktorianischen Aera charakterisiert und erst nach dem Scheitern der Verständigung mit dem Deutschen Reich durch die französisch-englische Entente abgelöst wurde. Es wird klar ausgesprochen, daß England sich vom Völkerbund lösen und seine Mitwirkung in europäischen Fragen künftig überhaupt versagen müsse, wenn Frankreich es zulasse, daß der Völkerbund durch einen italienischen Krieg gegen Abessinien unheilbar diskreditiert werde. Diese Vorstellungen werden Herrn Laval gewiß sehr nachdenklich gemacht haben, aber es liegt nahe, daß Frankreich sich ein Eingehen auf die englischen Wünsche, falls es glaubt, diese durch den vereinten britisch-französischen Druck bei Italien durchsetzen zu können, mit engeren Bindungen der britischen Politik an seine Paktpläne in Nordosteuropa und im Donauraum, für die England bisher jede eigene Verpflichtung abgelehnt hat, bezahlen lassen wird. Wie man dann freilich mit Italien ins Reine kommen will, liegt noch völlig im Dunkeln. Mussolini hat sich weder durch die Ratstagung in (Senf, noch durch die Wiederaufnahme der Schlichtungsverhandlungen oder die Pariser Dreierkonferenz auch nur einen Augenblick aufhalten lassen, die Rüstungen für einen Herbstselbzua in Qftafrifa mit aller Energie fortzusetzen. Auch die finanziellen Schwierigkei- dere Haltung ein. Der offiziöse „Petit Parisi en" unterstützt wiederum die italienischen Forderungen. Die ver- chiedenen Verträge, die Italien über Abessinien ab- Frage, die Europa nicht interessiert und die Lebensinteressen keiner Macht mit Ausnahme Italiens berührt? Ein ungeheurer Irrtum wurde in Versailles begangen und Fehler-nüssen bezahlt wer- d e n. „Tribuna" erklärt, die Eroberung Abessiniens, fetten Brocken allein örei Jahrzehnte am ------- , . , _ obwohl die Voraussetzungen dazu immerhin anfechtbar waren (Sklaverei, keine festen Grenzen, feine starke Zentralregierung), 1923 als vollberechtigtes Mitglied in den Völkerbund geführt und wird, so hofft man wenigstens mit einiger Berechtigung in Addis Abeba, auch diesmal Abessinien davor schützen, von Italien allein verspeist zu werden. dehnten wirtschaftlichen Einfluß in Abessinien zu fordern, sondern auch eine territoriale Verbindung zwischen seinen beiden Mailand, 17. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der „Popolo d'Jtalia" schreibt: Italien hat das stärkste Heer in Europa, wenn im September eine Million Mann unter den Waffen stehen. Es ist wunderbar eingeteilt, ausgerüstet und ausgebildet. Abessinien muß entwaffnet und kontrolliert werden. Die mit Kolonialrechten ten, die in England bereits zur Kreditsperre für italienische Heereslieferungen geführt haben, vermögen ihn anscheinend in seinem Enschluß nicht wankend zu machen, sich nach Ablauf der Regenzeit mit bewaffneter Hand das zu nehmen, was man ihm in Genf und Paris versagen möchte. Man läßt auch durchsehen, daß im Falle eines ergebnislosen Ausgangs der Pariser Konferenz der Abessinienkonflikt auf Englands Betreiben auf der für den 4. September anberaumten neuen Tagung des Völkerbundsrats grundsätzlich aufgerollt werde, dies ohne Italien geschehen werde. Wie man sich allerdings in Rom den weiteren Gang der Dinge denkt, wenn England in feinem Widerstand gegen den Abcssinien- feldzug von Worten zu Taten schreiten sollte und zum Beispiel den Suezkanal sperren würde, darüber hat man bislang nichts verlauten lassen. Daß die italienische Flotte im Ernstfälle nicht in der Lage wäre, den britischen Widerstand zu brechen, wie in italienischen Blättern mit großem Selbstbewußtsein dargelegt wird, hat vor kurzem erst ein so guter sachverständiger Beurteiler wie Konteradmiral G a - d o w an dieser Stelle überzeugend nachgewiesen. Wenn es freilich Italien nach den gewaltigen Kriegsoorbereitungen nicht leicht fallen dürfte, das Schwert in der Scheide zu lassen, ist es vielleicht doch gut beraten, in Paris alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine Formel zu finden, die ihm ohne das große Risiko eines kostspieligen Kolonialkrieges die wirtschaftliche Durchdringung Abessiniens bei Erhaltung der politischen Unabhängigkeit des Landes sichert. Bis Abessinien wieder aus der weltpolitischen Erörterung verschwunden fein wird, werden freilich die Zeitungen noch oft Gelegenheit haben, in dicken Balkenüberschriften ihre Leser für den Streit um diesen letzten freien Zipfel des Hnrnr’c’i Erdteils zu interessieren.' unter welcher Form sie auch erfolge, sei es.Mandat, Protektorat ober direktes Dominion, fei für das italienische Volk eine Lebensnotwendigkeit. „Information" bringt folgende • Aeußerungen einer einflußreichen italienischen Persönlichkeit: Wir spielen in Afrika ein großes Spiel. Alle Folgen unseres Vorgehens find vorher von uns überlegt worden. Sie schrecken uns nicht. Wir müssen vor allem die Substanz unseres Volkes durch eine gerechtfertigte Ausdehnung sichern. Wie kann man glauben, daß wir 200 000 Mann an di« afrikanische Küste schicken und riesige Ausgaben nur für eine kindische Inszenierung gemacht haben. Für Italien ist der Augenblick gekommen, a l s Großmacht zu handeln. Unsere Jugend hat Wagemut. Wir sind glücklich, die Freundschaft Frankreichs gefunden zu haben. Niemals wird sich ein günstigerer Augenblick finden, um die wahrhafte lateinische Brüderlichkeit zu besiegeln. Im vergangenen Januar haben wir in Rom einen Ehevertrag unterzeichnet. Heute handelt es sich um die Hoch - rungen Englands unterrichtet habe. „Oeuvre meldet, man trage sich sogar mit dem Gedanken, gegebenenfalls nach Rom z u reifen, um Mussolini dazu zu beftimmeg» ein Abkommen anzunehmen, bas der Völkerbunb am 4. September unter seinen Schutz nehmen könne. Vorläufig herrsche jedoch in allen drei Lagern ziemlicher Pessimismus. Der Bericht, den der englische Minister am Freitagabend über den Sitzungsverlauf abgesandt habe, sei wenig zuversichtlich gewesen. / Auch „Times" teilt mit, Baron Aloifi habe sich darauf beschränkt, in allgemeinen Wendun- gen die bekannte italienische Forderung nach kolonialer Ausdehnung und freier Hand in Adelst- nien zu wiederholen. Die Abneigung des italienischen Vertreters' gegen eine deutliche Erklärung sei den beiden anderen Abordnungen nicht recht verständlich. Baron Aloifi habe keine Vollmacht und müsse daher ständig telephonische Weisungen in Rom einholen. z e i t s n a ch t. Ich hoffe, daß Italien nicht enttäuscht wirb. Gesellschaftliche Epannungen in Nom. Lonbon, 16. Aug. (DNB.) „Star" behauptet, baß bie Mitglieber ber britischen Kolonie in Rom einschließlich ber Botschaft seit ber Zuspitzung ber englisch-italienischen Ausein- anbersetzung einem völligen gesellschaftlichen Boykott ausgesetzt seien. In gesellschaftlicher Hinsicht lebe bie Kolonie w i e a uf einer einsamen Insel unb nur noch bei offiziellen Gelegenheiten unterhielten sich bie Italiener mit ben Engländern. Ein zur Zeit in Englcmb auf Urlaub befindliches Mitglied der britischen Botschaft berichtet, baß selbst alte italienische Freunbe jebe Verbinbung mit ber biplomati- schen Vertretung Großbritanniens abgebrochen hätten. E ne Million für Afrika mobilisiert. Rom, 16. August. (DNB.) Bei ben soeben bekanntgegebenen Mobilmachungen ber Jahrgänge 1911, 1913 unb 1914 hanbelt e<5 sich nur um bie bisher Zurückge st eilten, wie einzelne Söhne, Stubenten, Familienerhalter unb sonst aus wirtschaftlichen Grünben nicht Ange- forberte ber bereits seit längerer Zeit unter bie Waffen gerufenen Jahrgänge Insgesamt beläuft sich bie Zahl ber jetzt Einberufenen auf 150 000. Durch biefe Maßnahme wirb bie Zahl ber für Afrika mobilisierten italienischen Truppen auf 1 Million erhöht. Entdeckung eines Diamantenfeldes en der abesfimfchen Gren e. Rom, 16. Aug. (DNB.) In ber Nähe von Ubbur, 150 Kilometer von der abessinischen Grenze, hat ein Kapitän Frattini ein Diamantenfeld entdeckt. Die zuständige Regierungsstelle in Mogadiscio (Somali) ist sofort von dem überraschenden Fund unterrichtet worden. Sie wird unverzüglich Sachverständige an Ort und Stelle schicken, die sich von der Wahrheit der Angaben und von der Ergiebigkeit des Vorkommens überzeugen wird. Oie Aufgabe -er pariser Konferenz. Auf der Ratstagung des Völkerbundes in Genf hatten die drei am Abessinien-Problem vorwiegend interessierten europäischen Großmächte England, Frankreich und wohl oder übel auch Italien vereinbart, zu einer Konferenz in Paris zusammenzutreten, um zu versuchen, auf der Grundlage des zwischen ihnen im Jahre 1906 über ihre gegenseitigen Interessen in Abessinien abgeschlossenen Vertrages Italiens Wünsche nach einer Ausdehnung •feiner Machtsphäxe in Abessinien zu befriedigen, ohne die Interessen der andern beiden Mächte zu Kolonien Eritrea und Somali. Der Vertrag von 1906. Wirtschaftliche ober politische Durchdringung? Der „Matin" kommt auf ein Zwiegespräch zwi- chen Baron Aloifi und Eden über bie Auslegung bes Abkommens von 1906 zu sprechen. Während man von italienischer Seite behauptet, daß bas Abkommen von 1906 bie Aufteilung Abessiniens ausbrücklich vorsehe, erkläre man englischerseits, bie Artikel 1 bis 4 bieses Abkommens behanbelten lebiglich e i ne wirtschaftliche unb nicht eine politische Aufteilung. Baron Aloisi bürste hierauf geantwortet haben, es handele sich babei um eine Verklauselierung, wie sie in berartigen Verträgen üblich sei. Englischerseits werde man erwidert haben, daß der italienische Standpunkt über bie juristische Auslegung bieses Abkommens, seihst wenn er richtig sei, n ich t anerkannt werben könne, ba ber Artikel 20 bes Völkerbundspaktes ausbrücklich bar auf Hinweise, baß alle Verträge, bie vor ber Schaffung belabenen Mächte bürfen uns ben Weg nicht versperren: sie tragen bie Verantwortung bafür, uns ber Früchte bes Sieges beraubt zu haben. Ein Wiberstanb gegen unsere Lebensbedürfnisse wäre ein Verbrechen gegen bie Geschichte und Zivilisation. Was würden morgen die Völker sagen, wenn ein grausamer europäischer Krieg durch die unerhörte Anmaßung verursacht wurde, daß Großmächte Italien ein fernes Land in Afrika streitig machen, nachdem sie sich bie fette Kriegs- Die Anregung, in Paris auf ben Vertrag von 1906 zurückzugreifen, geht bezeichnender- töeife von Italien aus, bas in dem Vertrag eine Handhabe zu besitzen glaubt, feine im Grunde auf eine nackte Annexion Abessiniens hinauslaufen- den Forderungen rechtlich begründen zu können. Der Vertrag enthält tatsächlich allerdings das Zugeständnis an Italien, durch einen von Norden nach tzüden gerichteten Gebietsstreifen westlich ber Lime von Addis Abeba die beiden italienischen Kolonien Eritrea im Norden und Somali im Süden miteinander zu verbinden. Aber er sicherte auch England das Gebiet des für bie Bewässerung bes Sudan unentbehrlichen Tanasees und Frankreich einen Gebietsstreifen in Mittelabessinien, der durch den Öa= mals begonnenen Bahnbau von Addis Abeba nacy dem französischen Roten-Meer-Hafen Dschibuti eindeutig bestimmt wird. Unb, worauf England heute mit befonberem Nachbruck hinweift, ber Vertrag garantierte in seinem ersten Artikel bie politische Unabhängigkeit Abessiniens, beschränkte also bie Teilung in Interessensphären ausdrücklich auf bie wirtschaftliche Betätigung und de- stimmte ferner, daß niemand der Vertragspartner berechtigt sein solle, allein vorzugehen, um eine Aenderung ber 93ertragsgrunblagen burchzufetzen. Es hatte also für Italien immerhin feine Zwei Seiten, an biefen Vertrag von 1906 zu erinnern, den Abessinien übrigehs niemals ratifiziert hat und den es, inzwischen zum Mitglieb bes Völkerbundes avanciert, berechtigt sein bürste, als unmoralisch zu verwerfen, wenn er ihm nicht in ber Hand Des britischen Freundes Möglichkeiten zur Verteidigung feiner politischen Unabhängigkeit böte. Die Erinnerung an den Vertrag hat auch insofern die Lage nicht erleichtert, als Frankreich, das bisher zugunsten einer unbedingten Unterstützung seiner Paktpolitik in Nordosteuropa und im Donauraum durch Italien seine Uninteressiertheit in Ostafrika proklamiert hatte, nun anscheinend sich eines anderen besinnt. Es hat bereits ben früheren englischen Vorschlag eines Gebietsaustausches ber abessinischen Provinz Dgaben (im Süden an Italienisch-Somali stoßend) an Italien gegen den britischen Roten- Meer-Hafen Zeyla als unerträgliche Konkurrenz feines Eisenbahnunternehmens Addis Abeba-Dschibuti empfunden und scheint nun sogar die Besatzung seiner Roten-Meer-Kolonie beträchtlich zu verstärken, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Die losen Vorbesprechungen der gestern erst offiziell begonnenen Pariser Dreierkonferenz haben nach ben Berichten ber französischen unb englischen Presse offenbar wenig neue Möglichkeiten für eine frieblidje Beilegung bes Konflikts eröffnet. Durch bie einbeutig ablehnende Haltung Englands gegenüber jedem Unterfangen Italiens, sich mit Waffengewalt in den Besitz Abessiniens zu setzen, nimmt die Pariser Konferenz schon am ersten Tage . die Form einer englisch-italienischen Auseinander- fetzung an, die Frankreich sehr wider Willen in die zwischen zwei ihm gleich befreundeten Großmächten hineindrängt. Laval wird also von beiden Seiten unter Druck gesetzt und es erwächst ihm bie fast unlösbare Aufgabe, einen- Weg zu finden, der Italien ohne Krieg wenigstens annähernd das gibt, was es haben will, ohne einmal die in letzter Zeit sehr deutlich betonten materiellen Interessen Englands zu gefährden und zweitens ohne durch eine allzu krasse Verletzung der politischen Unabhängigkeit Abessiniens das Prestige des Völkerbundes aufs Spiel zu fetzen. Tut er nach der einen oder anderen Seite zu wenig, so muh er Gefahr laufen, sich entweder die noch recht junge, wenig erprobte unb ganz auf benmateriellenGrunbsatzbes aoutdes aufgebauten Freunbschaft Italiens zu verscherzen, bie er ja grabe mit bem Hinweis auf bie freie Hanb in Ostafrika zur Unterstützung seiner europäischen Paktpolitik gewonnen hatte, ober — was ihm vielleicht noch schmerzlicher sein würbe — er müßte eine Lockerung bes trabitioneüen engen Vertrauensverhältnisses z u Englanb in Kauf nehmen, bas ja bisher alle Belastungsproben oft überraschenb überstanden hat und dessen Ende für die französische Politik eine ganz neue und zweifellos sehr unbequeme Lage schaffen würde. Es steht also für Laval weit mehr auf dem Spiel als die Schlichtung eines Kolonialstreits oder die Rettung des Völkerbunds, und grabe aus biefer Perspektive ist ber Ausgang ber Pariser Konferenz von gerabezu weltpolitischer Bebeutung unb auch für uns Deutsche, bie an bem Abessinienkonflikt an sich materiell ganz uninteressiert sind, der aufmerksamsten Beachtung wert. Der britische Delegierte, Völkerbundsminister Eden scheint ja schon in den Vorbesprechungen mit Laval und Aloisi keinen Zweifel darüber gelassen zu haben, daß England nicht gewillt ist, dem Abessi- nienkonslikt lokalen Charakter zuzubilligen, sondern des Völkerbundes abgeschlossen worden seien, den Statuten des Völkerbundes angepaßt oder gekündigt werden müßten. Im übrigen, so schreibt ber Matin weiter, dürfe man wohl annehmen, baß Englanb, falls es nicht gelingen sollte, Italien zur frieblichen Lösung ber Abessinien-Frage zu bewegen, zu minbest eine m o - ralische Verurteilung ber italienischen Hanblungsweise in Genf forbern werbe. Man wisse jeboch in Englanb sehr gut, baß Frankreich biesem Vorschlag nicht folgen würbe, selbst wenn Englanb auf wirtschaftliche Sanktionsmaßnahmen verzichte. „Excelsion" meint, baß ber Fortgang ber Dreier- Besprechung am heutigen Samstag noch nicht ti ch e r sei. Alles hänge vielmehr baoon ab, welche Anweisungen Mussolini bem italienischen Vertreter geben werde, der am Freitag den italienischen Regierungschef telephonisch von den Forde- Italien zu allem entschlossen. Hom hat vorher alle Folgen überlegt. - Dir italienisch-französische Freundschaft vor die Feuerprobe gestellt. Oer erste Tag der pariser Konferenz. Wenig zuversichtliche (Stimmung. — Italien hält mit klarer (Stellungnahme zurück verletzen oder durch Ueberspannung der italienischen Forderungen einen Krieg Mischen zwei Dölker- bundsmitgliedern heraufzubeschwören, der dem Prestige der Genfer Institution einen tödlichen Schlag versetzen müßte. Den Hauptbeteiligten Abessinien als Partner zu dieser Pariser Konferenz hinzuzuziehen, hat Italien strikt abgelehnt mit der etwas fadenscheinigen Begründung, daß Abessinien ja auch nicht den Vertrag von 1906 mitunterzeichnet, ihn sogar niemals anerkannt habe. So wird Abessinien also von den Besprechungen, die über sein Schicksal als souveräner Staat entscheiden sollen, nur soviel erfahren, als der eine oder andere Teilnehmer der Konferenz ihm mitzuteilen für zweckmäßig hält. Der Vertrag von 1906 ist ein eindeutiges Dokument des krassen Kolonialimperialismus der Dorkriegsära, der wie so viele andere Abkommen dieser Zeit über Persien, Aegypten, China ober Samoa, Sansibar unb Kongo einem Konflikt mehrerer an ein und demselben Gebiet in gleicher Weise interessierten Kolonialmächte verdankt, die, um es nicht zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommen zu lassen, das strittige Gebiet über den Kopf der Betroffenen hinweg in Interessensphären aufteilten, die nur eine Verschleierung ober eine Vorstufe der tatsächlichen Besitzergreifung zu sein pflegten. Mit Abessinien, bas sich 1896 durch den Sieg von Adua unter Kaifer Menelik des italienischen Protektorats hatte entledigen können, war es bann 1906 soweit gekommen, baß bie drei an ihm interessierten Kolonialmächte zu einer Aufteilung schreiten konnten, die das Ende der Unabhängigkeit des äthiopischen Kaiserreiches hätte bedeuten können, wenn nicht die Rivalität der Mächte ihm gestattet hätte, weiter zu leben. Und diese Eisersucht, keinem der andern den " * " ' zu gönnen, hat Abessinien die Leben erhalten, hat es sogar, ihm höchst unbequeme Rolle bes Schiedsrichters 1 ihn nach grundsätzlichen Gesichtspunkten zu behandeln imot «hm nfoi<4i hotroxtvthoion fRrn&mäfhtpn wünscht. Der „Daily Telegraph hat diese bereits im einzelnen bargelegt, sie haben fast ultimativen Charakter unb wenn Englanb, wie es scheint, entschlossen ist, in Paris seine Auffassung bis zur letzten Konsequenz zu vertreten, glauben wir wohl, Paris, 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der allgemeine Einbruck, ben man in Paris nach ber er ft en Fühlungnahme zwischen ben Mit- güebern ber Dreimächte-KcMferenz hat, ist am Samstag eher pessimisti s.ch. Niemanb hatte zwar vom ersten Tage greifbare Ergebnisse erwartet, aber eine genaue Ueberprüfung ber oerschiebenen Verträge, bie die Beziehungen der drei Länder zu Abessinien regeln, hat den Beweis erbracht, daß zwischen den italienischen Forderungen und den englischen Vorschlägen eine Kluft besteht, die zu überbrücken fast unüberwindliche Schwierigkeiten machen wird. Baron Aloisi hat es bisher vermieden, die Forderungen seiner Regierung in allen Einzelheiten darzulegen, obgleich der englische Minister Eden ausdrücklich darum gebeten hatte. Man glaubt, Italien halte sich absichtlich vorsichtig zurück, um zunächst einmal abzuwarten, was die anderen Mächte im Höchstfälle anzubieten bereit seien. Mussolini habe keinerlei Veranlassung ich zu beeilen; denn jeder Tag bringe für ihn neue Angebote, er habe Zeit ois zum 4. September. Es scheine immer mehr, als ob zwischen Italien und England eine Kraftprobe ftatt- finbe, beren Ausgang sich notgedrungen auch auf die französische Politik auswirken müsse. Das „Journal" unterstreicht, daß der erste Verhandlungstag die großen Schwierigkeiten, die einer Einigung entgegenstehen, ins rechte Licht gerückt habe. Auch in englischen Kreisen sei man sehr pessimistisch. Eden habe versucht, Italien dazu zu bewegen, seine Forderungen in klarer Form vorzubringen. Aber man wisse noch nicht, ob Baron Aloisi die Erlaubnis erhalten werde, die italienischen Karten aus den Tisch zu legen. Das Blatt bestreitet die Auffassung, als ob Italien einer französisch-englischen Einheitsfront gegenüberstehe. Jede der drei Parteien spiele ihr eigenes Spiel. Und jede nehme eine an- lionen Mark oom Millionen Mk. im Juli Gareth Zones, ein Opfer seines Berufs Frei, einfach und klar! Ein Aufruf des Deutschen Sprachpflegeamtes gefaßt, die für den schlichten Leser u n • verständli.ch ist: deutsche Kaufleute halten es für unfein oder minder einträglich, neuen Waren deutsche Bezeichnungen zu geben. Gegen diese Mißstände will das Deutsche Sprach- pflegeamt angehen, nicht maßlos, aber zielklar. Es will im Sinn echter Gemeinschaft die Klüftung Mattendes Steigen der Steuereinnahmen des Reichs Ein Jahr an der Spihe des Reichs. Dem Gedenken der Volksabstimmung für den Führer und Reichskanzler. Don Dr. Wilhelm Frick, Reichs- und preußischem Minister des Innern. Mehr als 2 Millionen Franken Schaden in Brest und Toulon. Paris, 16. Aug. (DNB.) Die durch die Unruhen in Brest und Toulon angerichteten Schäden belaufen sich nach der Feststellung der Sachverständigen auf mehr als 2 Millionen Franken. Brest und Toulon, die beiden Häfen, die von kommun,, stischen Agitatoren durch organisierten Aufruhr schwer heimgesucht wurden — so schreibt der „Ma. tin" — verbinden nun ihre Wunden, aber die Finanzierung dieser „Reparation" müsse der Staat tragen, der Steuerzahler. Der Haushalt, den man mit aller Kraft ins Gleichgewicht zu bringen versuche, habe diese neue Belastung wirklich nicht gebrauchen können. In Toulon betrage der Sachschaden annähernd 1,2 Millionen, eine Summe, von der ein Fünftel von der Stadt selbst getragen werde. Bier Fünftel entfielen auf die Steuerzahler des Landes. In Brest sei die Arbeit der Sachverständigen noch nicht ganz abgeschlossen. gen an und stützt sich auf sie. Es will nichts beseitigen, was fruchtbare Arbeit leistet. Nicht durch Verbote, nicht durch Willkür und neue Regeln, sondern durch Feststellung des Kranken und Undeutschen, durch Sauberkeit des Aus- b r u cf e 5 und Pflege des Wortgutes in seiner eigentlichen Bedeutung wird es wirken. Des deutschen Mannes Rede fei frei, e in fach, klar; ohne Schwul ft und Hohlheit, ohne eitle Fremdwörterei. Wer sich das Recht zum Schreiben nimmt, fei sich der Aufgabe bewußt, für jeden, dessen Muttersprache deutsch ist, in Satz und Wort verständlich zu bleiben und seine Sprache so zu gestalten, daß sie den Leser durch Schönheit und edlen Wuchs anspreche. Die Aufgaben, die sich dem Deutschen Sprachpflegeamt schon in den ersten Monaten boten, sind vielfältig und noch kaum übersehbar. Es hat den Mundarten, den Brüdern im Auslande, es hat den Wissenschaften wie auch dem sprachlichen Brauchtum zu dienen, lieber allem aber ragt sein nächstes und köst- lichstes Ziel: die Muttersprache so hoch ins Licht zu stellen, daß sie allen Volksgenossen als heiliges Besitztum wieder sichtbar wird, und die Deutschen wieder zur Ehrfurcht vor ihrer Muttersprache zu erziehen, damit sie mit ihr leben. Der Leiter des Deutschen Sprachpflegeamts: Dr. Rudolf B u t t m a n n; für den Beirat: Dr. Hans Friedrich Blunck. Der Geschäftsführer: Theodor Hüpgens. weitere Banditen sollen die Stadt 6d)onh getötet wurde. In ganz Albanien herrscht vollkommene Ortzyung und Ruhe. Die meisten, Aufständischen -sind festgenommen worden, die! übrigen werden von den zuständigen Behörden ver-1 folgt. Ihre Festnahme steht unmittelbar bevor. Mel- düngen über einen Anschlag a u f den König sind vollkommen falsch und unsinnig. Erschlägt in Albanien irgend jemand irgendwen, kommt es hier oder dort aus nichtigen Anlässen zu Unzuträglichkeiten, wird dabei womöglich noch eine hochgestellte Persönlichkeit gefangengesetzt oder gar erschossen, dann geht alsbald über Europa ein Hagel sensationeller Meldungen nieder. So auch jetzt. Fast ist man geneigt anzunehmen, daß der König Achmed Zogu in wilder Hast die Flucht angetreten hat und daß die „Revolutionäre" den Sieg errungen haben. Genau so war es vor einiger §eit. Auch damals sprudelten aus ganz bestimmten uellen lustig Nachrichten, die die Verhältnisse in Al-1 banien so schilderten, als stehe das ganze Land in Flammen. In Wirklichkeit war so gut wie gar nichts geschehen. Schwer ist es jedoch nicht, b i e Ursache dieser sensationellen Berichterstatter zu erkennen. Albanien ist ein Land, für das sich Italien, Jugoslawien und Griechenland interessieren. Je nach dem Verhältnis dieser drei Staaten zueinander sind auch derartige Nachrichten zu bewerten. Denn dort, wo man ein Interesse daran hat, daß in Albanien manches schief geht, damit man selbst größeren Einfluß gewinnt, werden auch die sensatio- nellsten Berichte in die Welt gesetzt. Obwohl dieses Spiel absolut zwecklos ist, wird es munter fortgesetzt, wobei eben stets die stille Hoffnung eine Rolle spielt, daß es doch zu den innerpolitischen Umgruppierungen kommt, die man sich zum eigenen Vorteil wünscht. gung zufließe. Um nun einen Ausweg aus den für die Landwirtschaft unerträglichen gegenwärtigen Verhältnissen schaffen zu können, sollen sich also die einzelnen Landwirte der aus ihrer Ausfuhr stammenden Valuta selbst versichern. Da I jedoch bisher d i e Nationalbank, über die aus I der Ausfuhr stammenden Devisen verfügt, wird ab» zuwarten sein, welche Haltung diese gegenüber dem Vorgehen der Landwirte einnehmen wird und wie I weit deren Aktton von Erfolg gekrönt sein kann. Don der dänischen Regierung wird jedenfalls das Vorgehen der Landwirtschaft auf das schärfste verurteilt und der Ministerpräsident hat es sogar höchst abfällig als eine „ekle Spekulation" zum Nachteil der anderen Wirtschaftszweige und der Arbeiterschaft sowie als häßlichen Rache-1 aft bezeichnet, der auch für die Landwirtschaft ohne Wirkung bleiben werde. Nicht freundlicher ist natürlich bas Echo in ber demokratischen und sozialdemokratischen Presse, die von einem Anschlag auf die dänische Valuta, von einer riesigen Baisse-Spekulation gegen die Krone! spricht. Aber selbst von den konservativen Blättern I wird das Vorgehen der Vereinigung der Land-1 wirte teils bedauert, teils werden die Beschlüsse I als unklar bezeichnet. Gerade dieses letzte Urteil dürfte allerdings einstweilen in weitem Maße berechtigt sein, solange nicht abzusehen ist, welche Gegenmaßnahmen die Regierung und die Nationalbank ergreifen werden und wie weit diese geeignet sein können, die Aktion der Landwirte wirksam zu durchkreuzen. (*) Ramses Cigaretten sind seit Jahrzehnten berühmt wegen des guten Tabaks und des dick-runden Großformates. MSES f/ / A | Empfehlungen] 4708A Für ^JKälk 7411 D 2 Filialen. Laubach: Solme pacher Drogerie Hari Klein. 27, *< !Vv ; • : ■ ' . : < •• ■ 'M f M ? 4 Nkw, Länder über diese Grundfrage des Strafvollzugs denken. Eine ebenso brennende Frage ist die des Einflusses der Arbeitslosigkeit auf die Gefangenenarbeit. Die dritte Sektion, die sich den Fragen der Vorbeugung widmen will, erörtert ebenfalls hochaktuelle Probleme, nämlich u. a. die Frage, inwieweit sich der Gesetzgeber der Kastration zur Vorbeugung gegen Rückfälle bei Sittlichkeitsverbrechern bedienen soll. (Zulässigkeit der Maßnahme z. B. gegenüber religiösen Bedenken, Zweckmäßigkeit je nach Erfolgsaussichten und Gefahr von Nebenwirkungen), sowie die Sterilisierung aus eugenischen Gründen, die für Deutschland durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses entschieden ist. Die vierte Sektion widmet sich Fragen des Jugend rechts. U. a. soll die Ausgestaltung der Untersuchungshaft gegen Minderjährige sowie die moralische und materielle Fürsorge für straffällig gewordene Jugendliche bei ihrer Entlassung aus der Strafanstalt geprüft werden. Der Internationale Strafrechts- und Gefängnis- kongreß tritt zum elftenmal zusammen. Der erste Kongreß fand 1872 in London statt, auf Anregung des amerikanischen Pr ä s i d en t e n Grant, der ein Jahr vorher seinen Bevollmächtigten, den Strafvollzugskommissar Dr. E. C. Wines Trnrri) ganz Europa reisen ließ. Wines sollte Freunde werben für einen Gedanken, der bis dahin nie international behandelt worden ist: „Bewahrung und Rettung des Rechtsbrechers; Schutz der menschlichen Gesellschaft vor den Schandtaten der Irregeleiteten und Gefährlichen". Wines sand bei persönlichen Aussprachen mit führenden Männern, Guropas volles Verständnis für seine Mission. Auch Bis- mord wurde von Dr. Wines um eine Audienz gebeten und der Kanzler empfing ihn. Der Appell, der von den Vereinigten Staaten ausgegangen war. hat seine Wirkung nicht verfehlt. Seit 1872 ist der Internationale Strafrechts- und Gefängniskongreß in bestimmten Abständen regelmäßig wieder zusam- mengetreten. Nach London folgten Tagungen in Stockholm, Rom, St. Petersburg, Paris, Budapest, Wanshington, London und Prag. Es sind bahnbrechende Entschlüsse gefaßt worden, es wurden Fragen berührt, die das Leben der Volker und Menschen anging, die auch für die Zukunft nur in „Gemeinschaftsarbeit aller gesunden Volker" erle- bigt werden können. Der Kongreß, der jetzt in Berlin zusammentritt, wird einen Schritt weiter bedeuten zu der Losung hin, die für alle Welt befriedigend fein und ihr Ruhe geben wird. Trauerfeier für <5ir Basil Blackett Im großen Horsal der Universität Heidelberg fand am Freitagvormittag eine schlichte aber eindrucksvolle Trauerfeier für Sir Basil Blackett, Direktor bei der Bank von England, statt, der, wie bereits gemeldet, am Donnerstag in der Nähe von Gießen bei einem Autounfall ums Leben kam. Sir Basil Blackett wollte am Freitag im Rahmen einer Vortragsreihe an der Universität Heidelberg über „Probleme der englischen Wirtschaft" sprechen. Auf dem Universitätsplatz wehten die Fahnen des Reiches auf Halbmast. Die Gedenkansprache hielt Professor Fraser (Oxford), ein Freund Sir Basil Blacketts. Er schilderte den Werdegang des Verstorbenen und seine Verdienste um die Reorganisation der indischen Probleme, sowie seine geschichtskundliche und schriftstellerische Tätigkeit, die in England sehr hoch bewertet würde, denn Der Versa fer packte die Finanzprobleme von einer grundsätzlichen neuen Seite an. Seine theoretischen Kenntnisse ermöglichten auch eine großzügige Auswertung in der Praxis. Der Trauerfeier wohnten auch der Rektor, Professor Dr. Groh und andere Vertreter des Lehrkörpers der Universität bei. Herr Flämmlein. One Erzählung von Dr. Owialah Die halbe Nacht durch hatte der Weststurm ums Haus geheult, an den Läden gerüttelt, rote ein böser Geist im Kamin gerört. Dann setzte Der Regen ein, prasselte gegen die Scheiben und meinte durch die Dachkandeln. In seiner dunklen Ecke stöhnte der alte Kleiderschrank, als ging er und mit ihm die ganze Welt aus den Fugen — kein Gedanke dran, zum Einschlafen zu kommen! Doktor Schwarz machte Licht, griff nach dem Band Goethebriefe auf dem Nachttischchen und ver- suchte zu lesen. Aber er stand bald wieder davon ab und starrte in die Glühbirne, bis ihm die Augen weh taten. . . Schon tagelang hatte er den kommenden Wetter- stürz in den Knochen gespürt. Und nicht bloß in den Knochen. Unlustig war er gewesen, trübsinnig und melancholisch; nichts war ihm so recht aus der Hand gegangen, und er hatte die größte Muhe aufzuwenden gehabt, daß seine Verdüsterung nicht auch auf die Patienten übersprang. Das wäre noch schöner gewesen! Gegen die ober für die muhte man doch „den guten Schein wahren", zum Teufel! sonn konnte man gleich den Laden zumachen. Seltsam, was einem die Wellen der Nacht nicht alles zutragen ... Wie war das doch damals gewesen? Dieser baltische Kollege, der sich nicht unter- kriegen ließ, dieser feine, kluge Kerl mit seiner unerschöpflichen, faszinierenden Frische ... Ropker hietz er ober so ähnlich ... . Herrgott, unb ba mar man nun auseinander ge- kommen, als ob man nichts gemeinsam erlebt, als ob man nie in ernsten unb heiteren Stunden verspürt hätte, mie gut man eigentlich zusammen paßte ... Den einen verschlug's bahin, den anderen Dorthin ... erst ein schmaler Graben dazroischen, der leicht zu überspringen geroesen märe, dann ein breiter, dann eine Kluft — und schließlich ein ganzes sogenanntes Menschenleben! O du Dreimal verfluchter Schlendrian! Aber hatte nicht gerade dieser Ropker (oder mie er hieß) immer roieber ben Satz verfochten: Zu spät? Das gibt’s einfach nicht!? Rasch entschlossen setzte sich Der Doktor auf, sprang aus bem Bett, holte aus bem Sprechzimmer nebenan Briefblock unb Bleistift, brehte bie Heizung an, kroch roieber unter bie Decke unb begann zu schreiben: Lieber Kollege, ich weiß nicht, wo Sie stecken, weiß nicht einmal ob Sie überhaupt noch leben in dieser besten aller Welten. Seit dreißig Jahren haben wir nichts mehr voneinander gehört; viel, sehr viel liegt dazwischen — sogar ein Weltkrieg, bei Dem Sie notgedrungen „auf der anderen Seite" waren. Aber fei denn, wie ihm wolle: für mich sind Sie heute so lebendig wie nur je. Ich sehe Sie durch die Liegehallen gehen und Zutrauen um sich verbreiten; ich sehe Sie eifrig Hinterm Mikroskop sitzen; ich sehe Sie barhäuptig über b-e tauigen Nachtreten au- fen im Mondschein und höre Sie Ihre Volkslieder und Löwe-Dalladen singen. Was war das für ein wunderliches Leben damals in dem triften schlesischen Gebirgsnest! Wir drei Assistenten wohnten verstreut, jeder in einem anderen Haus, hatten aber den guten Brauch eingeführt, gemeinsam zu Abend zu essen und dann noch eine Weile zusammen zu bleiben. Und zwar auf meiner Station und in meiner Bude, weil da ein gemietetes Klavier stand und vor allem, weil meine Mamsell, der Sie so bezaubernd um den Bart (jawohl, Bart) zu gehen verstanden, ihr weibliches Gegenempfinden in besonders gloriosen gastronomischen Darbietungen zu verstromen pflegte. Erinnern Sie sich noch des Dritten in unserem Bunde? Er war Pole, hieß Laniecki, und wir hatten ihn sehr gern, obgleich er für unseren Geschmack etwas zu geschniegelt war, nie ohne Gamaschen ausging und sein schwarzes Schnurbärtchen mit allen Wohlgerüchen Arabiens zu salben pflegte. Aber ein guter Kamerad war er doch, dazu ein glänzender Chopinspieler und unübertrefflich Im Erzählen von Anekdoten aus dem Posen'schen. Wir beide, Laniecki und ich, saßen eines Abends im Vorwinter bei mir und warteten auf Sie und auf Nachtessen. Draußen stürmte es und regen- schwere Wolken stiegen hastig das Tal herauf zwischen den schwarzen Bergwaldkuppen hin; in meiner Bude aber roar’s wohlig warm, Der Samovar summte, unD eine Flasche Chäteau Beycheoelle stanD für alle Fälle bereit, nicht weit vom Ofen. „Er wirb roieber einmal", sagte ich, „bem Regengewölk wirb bem Schlossensturm entgegen fingen wie bie Lerche Versuchen roir’s inzwischen nochmals mit ber Grieg- Sonate in C=!DtolI: Allegro molto ed appassionato!“ Es ging, wie s eben ging, vielleicht zehn Minuten lang. Da sprang meine E-Saite. Im selben Augenblick öffnete sich bie Tür und Sie traten ein, durchnäßt, vom Wind zerzaust, mit einem ernsteren Gesicht als gewöhnlich. . „Entschuldigen Sie die Verspätung! Ich bin bei bem prachtvollen Wetter bloß schnell noch burch ben Park unserer verehrten Konkurrenzfirma gerannt unb bin da ... etwas aufgehalten worden. Und nun bring ich gleich noch einen weiteren Gast mit, wenn Sie gütigst gestatten wollen. Explikation folgt." Erst jetzt sahen wir unter der Tür einen zartge- bauten Herrn in mittleren Jahren stehen, mit ängstlich-verstörtem Gesichtsausdruck, und blickten Sie und ihn verwundert an. „Herr Flämmlein," stellten Sie vor. „Na, Platz ist ja hinreichend vorhanden, und für das Uebrige sorgen Sie wohl, lieber Kollege ... Was, bloß eine Beyevelle? Schon in der Arche Noah verlangte der Komment paarroeifes Auftreten." Ich gab die nötigen Anweisungen, und Sie riefen dem Mädchen nach: „Mein ganz besonderes Kompliment an die geschätzte Mamsell!" Dann schälten Sie und Herr Flämmlein sich aus ben Mänteln, unb nun saßen wir also um ben ovalen Tisch herum unb warteten auf bie „Explikation". „Ich darf doch ganz offen reden?" wandten Sie sich an den scheuen Gast. Der nickte stumm, und Sie fuhren fort: „Die Sache ist nämlich die: dieses Flämmlein (Sie verzeihen schon!) war im Begriff, auszugehen ober — richtiger — sich selbst auszublasen; ich konnte ihm gerabe noch rechtzeitig bas Löschhorn wegnehmen." Dabei zogen Sie einen Revolver aus ber Tasche unb legten ihn hinter sich auf mein Büchergestell. „Unb warum? Weil ihm ber Herr Sanitätsrat von drüben bei der heutigen Untersuchung in seiner schlechten Laune eine dito Prognose gestellt hatte... Unglaublich! So eine Kalkgrube von Taperareis!" Wieder ging die Tür auf und ein Tablett schwebte herein, dessen quantitative Ausstattung höchste Wärmegrade im Busen der Mamsell verriet. „Edite, bibite, collegiales!" intonierten Sie sofort. „Wie heißt's nur gleich im Märchen, Herr Flämmlein: Spiegelei, Spiegelei auf dem Rand, wer ist der Dümmste im ganzen Land? Fraglos doch Ihr bisheriger Leibversorger... Lassen Sie mich heute abend für ihn einspringen. Darf ich Ihnen diese hold durchwachsene Schinkenscheibe vorlegen? Die können Sie getrost aufs Korn nehmen ... Was seh' ich? Tee? Unsinn? Der Franzos da hinten wird auch froh sein, wenn er endlich mal wieder unter bie Leute kommt..." Dem stillen Gast schien Ihre robuste Art wohl zu tun. Sein Gesicht hatte sich entspannt, er lächelte sogar ein paarmal, unb wenn er auch nicht einhieb wie bie anbern brei, so ah er boch wenigstens seinen Teller leer. „Unb nun", sagten Sie, als abgetragen war, „unb nun, Herr Flämmlein, will ich mein Versprechen halten unb bin sicher, baß auch bie beiben Kollegen sich nicht ausschließen werden. Machen Sie bitte Ihren werten Oberkörper frei: wir wollen Sie jetzt, einer hinter dem andern, gründlichst untersuchen (nur keine Angst, wenn wir gleich selbdritt auf Sie loshacken!), unb jeber soll Ihnen zum Schluß nach bestem Wissen und Gewissen seine Meinung sagen, nichts verschweigen und nichts hinzusetzen!" Ein dürftiges Brustkörbchen kam zum Vorschein. Sie machten sich als erster dahinter, • liefen bas Männlein tief atmen, inspizierten, perkutierten, aus- kultierten und traten bann mit einem Gesicht zurück, bas eitel Befriebigung zur Schau trug. „Deutlich abgegrenzter, kleiner Herb — benkbar beste Chancen!" oerfünbeten Sie ... „Kollege Laniecki?" Währenb Sie unb ich nach guter alter Art mög- lichst ohne Hilfsinstrumente untersuchten, zückte bieser ein Plessimeter, ein Hämmerchen unb eine bamals eben erst in Mobe gekommene Hörplatte mit Gummi- schläuchen unb waltete bamlt feierlich feines Amtes. „Je weniger Apparate ber Arzt zwischen sich unb bem Patienten einschiebt", pflegten Sie sonst zu sagen, „um so mehr kommt habet heraus. Fühlen muß man, fühlen! ..., worauf Laniecki gewöhnlich erroiberte: „Abbär es imponirrt!", was allerbings nicht zu bestreiten war. Heute schwiegen Sie, verkniffen sich jebes ironische Zucken ber Munbwinkel unb blickten bem polnischen Jnstrumentalkünstler nur scharf in bie Augen. „Gutt!" sagte bieser. „Särr gutt!" als er fertig war. Unb bas Nämliche fagte ich in meiner erbelgen- tümlichen Mundart und fügte feierlich hinzu: „So wahr mir Gott helfe!" Denn der „Fall" lag wirklich keineswegs desolat; Herr Flämmlein war, nach ärztlicher Voraussicht, nicht in die Proskriptionsliste eingetragen. „Sie haben gehört, Verehrtester!" riefen Sie nun und schüttelten dem Männchen herzlich die Hand, dem bie roiebergeroonnene Lebenszuversicht aus ben Augen strahlte. „Aiakos, Minos unb Rabamanthps haben gesprochen unb einstimmig Ihre Aufnahme in bie Unterwelt abgelehnt. Bleiben wir also im fröhlichen Licht, unb sehen wir zu, balb roieber ganx In bie Reihe zu kommen! Zu bem Enbe würbe ich Ihnen empfehlen, gleich morgen hort brüben zu fünbigen unb in acht Tagen nach Davos umzusatteln. Das bortige Klima paßt besser für Sie ... Wie wär's, wenn wir jetzt bas zweite Pullchen da in ber Ecke zur Aber ließen?" Wir taten’s, unb Herr Flämmlein, nun zur Flamme geworben, tat feurig mit. Er würbe gesprächig unb fing schließlich an, ums „Honorar" herum- zureben. Da machten Sie eine großartige Bewegung, mit ber rechten Hand, wischten bas Thema unter ben Tisch unb sagten bloß: „Wir werben zur Erinnerung an diesen Abenb Ihr blöbes Pusteror konfiszieren. Damit schießen wir bann jeweils bie schwarzen Mücken tot, bie zwischen uns unb ber lieben Sonne tanzen wollen — basta!" Kurz darnach standen Sie auf: „Feierabend, meine Herren! Das heißt, ich muß zu Hause erst noch sechs Schlußgutachten schreiben, zu fünf Mark das Stück: je zwei Mark kriegt unsereins für die Arbeit, je drei Gnaden der Herr Chef für höchst fein kostbares Autogramm, bas er brunter setzt. Hurrah, es lebe bie sittliche Weltorbnung! ... Abbio, verehrte Kollegen, unb geruhsame Nacht! Sie schließen sich mir wohl an, Herr Flämmlein? Wir haben denselben Weg..." Doktor Schwarz setzte ben Bleistift ab unb fah nach ber Uhr. Fast halb sieben; ba mußte man ja bald ans Aufstehen benken ... Aber wozu auch weiterschreiben? Der Brief erreichte ja boch nie seinen Abressaten. Hieß er überhaupt Ropker? Unb wo in aller Welt mochte er sich herumtreiben. Sicher war er inzwischen längst grau geworben und vielleicht hatte sich sogar ihm bas Leben grau gefärbt. Dagegen gab es noch feine In- banthren-Künste... Hauptsache: ber Druck roar weg, man konnte roieber aufatmen. Unb nebenbei roar ein innerer Konnex wiederhergestellt, eine Kraftquelle neu erbohrt, an die man sich in trüben Stunden halten konnte. Er drehte bas Licht ab unb zog ben Vorhang zurück. Der Regen hatte nachgelassen. Ein schmaler, fahlgelber Streifen wuchs langsam im Osten hinter bem fernen schwarzen Walb herauf. Hart unb abenteuerlich verkrümmt griff bas Geäst einer nahen Eiche in bie bunftige Luft, unb zwei Krähen taumelten lautlos durch Den grauenDen Morgen. Thü. Und Han« 2. 3. 4. SCAILA zeigen ihre Vermählung an Gießen, 17. August 1935 Goethestraße 52 Dllhelmstraße 15 03411 Statt Karten! gesorgt. 4713D Großen-Linden/Gießen, den 17. August 1935 4660 D ■■ ■ ■ WERBESS^äälill E Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht Paul Jutzi Jngeborg Jutzi, geb. Poppett Ihre Vermählung geben bekannt Erwin Doll Gertrud Volk, geb.Äaszer del, Fachgruppe „Haus- und Grundstückswesen" und der Zentralverband Deutscher Hausund Grundbesitzervereine e. V. geben folgendes bekannt: / 1. Die vom Zentralverband Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine und seinen Gliederungen bisher ausgeübte vielgestaltige Betreuung der Haus- und Grundbesitzer soll durch das Abkommen nicht beeinträchtigt werden, abgesehen von den im Abkommen ausdrücklich vorgesehenen Fällen. Bäckerei seiner Eltern in Berka in ringen übernehmen wolle. Abkommen Arbeitsfront — Haus- Grundbesitz. Die Deutsche Arbeitsfront RBG. Variete früher „Bier-Palais“ im Hause „Broß-Frankfarl" ab 16. August eröffnet. Eine Neuschöpfung und Sehenswürdigkeit für Frankfurt a.M. ^osV Täglich 8.30 abends Klaviere, l Bannonn w sachgemäß u.vreisw. gestimmt u.rev. wcx Gie6eo. Ladwiß8tra6e5p. Televb. 2403. Verkaufe.neu u gebr.Klav. Zertrümmerte Häuser in Ovada. — (Weltbild-M.) Die Dammbruchkatastrophe von Ovada Erschütternde Tragödie einer deutschen Familie. Bauernhäuser fortgerissen, wobei Menschenleben zu beklagen sind. Im ganzen betrauert die Nation den Tod von 111 Menschen. Die Zahl der bisher geborgenen Leichen beträgt 82, /)ei?en 62 festgestellt werden konnten. Es sind Beistanos- maßnahmen für die betroffene Bevölkerung ergriffen, und Arbeiten im Gange, um die Verblnoung wieder herzustellen und in kürzester Zeit die Schaden wieder gutzumachen. Eine Kommission von Ingenieuren des Ministeriums für öffentliche Arbeiten befindet sich am Unglücksplatz. Sonntag, den 18. und Montag den 19. August Kirmes in Heuchelheim Es laden freundlichst ein Friedrich Volkmann II Ferd. Kreiling Wwe., „ZumTreppchen*1 Wilhelm Rinn, „Zum Schwanen" Für gutgeflegte Speisen u. Getränke ist bestens ffreis-Jiussdireißen anläßlich der Eröffnung des neuen Groß-J£inos in Gießen Im Selters weg wird im Herbst dieses Jahres von dem Besitzer des Lichtspielhauses Bahnhofstraße, A. Henrich, ein neues Lichtspieltheater eröffnet, welches den modernsten Anforderungen in bezug auf Ausstattung, Bequemlichkeit, Be- und Entlüftung und in ton- und projektionstechnischer Hinsicht gerecht wird. 11)el Lollar, 16. Aua. Nachdem unsere Gemeinde lange Zeit ohne Oberhaupt war — die Bürgermeistergeschäfte wurden während dieser Zeit vom Beigeordneten Pg. T a u b e r t besorgt —, trat dieser Tage der neue Bürgermeister, Pg. Böhm, sein Amt an. In einer Gemeinderats- sitzuna wurde er von Oberregierungsrat Pg. Dr. S ch ö n h a l s als Vertreter des Kreisomtes Gießen feierlich in seinen neuen Wirkungsbereich eingeführt. Y Hungen, 16. Aug. Die Ortsdurchfahrt in der Altstadt zwischen dem Bahnübergang am „Solmser Hof" und dem Ortsausgang nach Grünberg befindet sich infolge des starken Durchgangsverkehrs trotz der regelmäßig vorgenommenen Ausbesserungen in einem üblen Zustande, dessen gründliche Beseitigung durch eine vollständige Neuherstellung der Straßendecke als ein dringendes Erfordernis erscheint, bisher aber unterbleiben mußte, weil möglicherweise noch Senkungen in der Fahrbahn infolge der vor einigen Jahren vorgenommenen Kanalisation zu befürchten standen. Nunmehr hat die Provinzialstraßenbauverwaltung in Verbindung mit verschiedenen in der Nähe in Ausführung befindlichen gleichartigen Straßenherstellungen die Herstellung der hiesigen Ortsdurchfahrt mit Topeka- belag vorgesehen, zu deren Kosten die Gemeinde einen entsprechenden Anteil zu tragen hat. Die Gemeindevertretung hat ihr Einverständnis hiermit erklärt und zugleich in Verbindung mit der Arbeit auch die Anlage erhöhter Bürgersteige, wie sie schon in den bereits vor mehreren Jahren in der gleichen Weise hergestellten Straßen bestehen, beschlossen. Notwendig wird sich dabei bte Beseitigung der in die Bürgersteige vorspringenden Haus- treppen erweisen. Don den betreffenden Hausbesitzern darf erwartet werden, daß sie hierbei ihr Rechnungen bei Brühl, OloBen Achenbach- Garagen Schotten begrüßt durch seinen Bürgermeister Landsleute in Neuyork. J) Schotten, 16. Aug. In Neuyork haben vor fünfzig Jahren von Schotten ausgewanderte Volksgenossen den „Sch ottenerMännerchor" gegründet. Der Verein hat sich zu einem der größten und angesehensten Vereine von Neuyork entwickelt, er war allezeit ein treuer Vorkämpfer für das Deutschtum und das deutsche Lied. In der Zeit vom 1. bis 8. Dezember d. I. feiert der Verein in großem Umfang sein goldenes Jubiläum, zu dem er auch Bürgermeister M e n g e l (Schotten), eingeladen hat, der an der Feier teilnimmt und die Grüße und Glückwünsche aus der alten Heimat persönlich überbringt. Gemeinderat in Schotten ■ Schotten, 15. Aug. In seiner heutigen Sitzung nahm der Gemeinderat eine vorläufige Hauptsatzung an, die nach der neuen Gemeindeordnung von jeder Gemeinde zu erlassen ist. Danach werden in Zukunft für die Stadt Schotten zwei Beigeordnete und sechs Gemeinderäte ernannt. Dom 1. Oktober ab werden die neuen Gemeinderäte ihr Amt antreten. — Verschiedene größere Reparaturarbeiten (Renovierung des Rathauses, altes Schulgebäude usw.) wurden besprochen, die nach Maßgabe der vorhandenen Mittel ausgeführt werden. Bei einer wesentlichen Verminderung des Geiyerbekapitals oder Gewerbeertrags soll auf Antrag ein entsprechender Steuernachloß aus Billigkeitsgründen stattfinden. — Der gemeinschaftliche Jagdbezirk wird am Montag, 26. August, hier im Rathaus öffentlich meistbietend verpachtet. — Eine Reihe sonstiger Punkte, u. a. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 18. August. 9. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt: zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- thäusgemeinde; 9.30: Psr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Iohannes- kirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Mädchen der Luthergemeinde ; 10.45: Kinderkirche für die Luther- gemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; im Anschluß Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Dfr. Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst: Kollekte für den Evangelischen Bund; 10.45: Christenlehre. — Alten-Buseck. 9.30: Gottesdienst, Kollekte; 10.30: Christenlehre. -Gr.-Buseck. 10.30: Gottesdienst, 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. 9.30: Christenlehre.—Albach. 8: Gottesdienst— Steinbach. 9: Äottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst, Kollekte für den Evangelischen Bund. — Annerod. 12.30: Gottesdienst, Kollekte für den Evangelischen Bund. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Vikar Hack-Dorlar, Kollekte. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Missionar Ruff-Frankfurt a. M., Kollekte; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend; 13.30: Missions- fest in Kirchberg, Pfr. Reusch-Leihgestern, Missionar Ruff, Posaunenchor Klein-Linden, Missionskollekte. — Treis a. b. Cba. 10: Hauptgottesdienst und Katechismuslehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die männliche Jugend, Kollekte für den Evangelischen Bund, anschl. Kindergottesdienst. — Garbenteich. 10.45: Gottesdienst. — Hausen. 9.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stifts- pfarrer Naumann. (Der Kindergottesdienst fällt aus.) — Nieder-Bessingen. 13: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte für den Evangelischen Bund. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst: 13: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst: 9.30: Haupt- gottesdienst. — Münzen berg. 10.30: Gottesdienst; 13: Christenlehre; 21: Mädchenabend. — Trais- Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre. — Hungen. 9.45: Gottesdienst. — Langd. 11.30: Gottesdienst. — Virberg. 10: Gottesdienst, anschl. Christenlehre, Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst, anschl. Christenlehre, Kollekte. — Kirtorf. 11: Kindergottesdienst: 13: Hauptgottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. ____________________________ Verhaltens vor dem Sozial-Ehrengerichtzu verantworten haben. Zn Schutzhast genommen. Frankfurt a. M., 16. Aug. (LPD.) Wie die Polizei meldet, bildete sich am Donnerstagabend gegen 8.45 Uhr in Rödelheim vor dem Haus Niddagaustraße 61 eine Menschenansammlung von 5—600 Personen, die das Herauskommen des Kaufmanns Jakob Krämer forderten. Krämer soll angeblich beleidigende Aeußerungen über den Führer und Reichskanzler getan haben. Er wurde zum eigenen Schutz nach dem Revier verbracht. Dort sammelten sich wieder etwa 2000 Menschen, die seine Herausgabe forderten. Zu Tätlichkeiten kam es nicht. Krämer wurde ins Polizeigefängnis eingeliefert. Beim Gänsehüten von einem Zug tödlich überfahren. Kirchhain, 16.Aug. (LPD.) Der Einwohner Dörr aus Langenstein betrat beim Gänse- hüten den Bahnkörper der Main-Weser - B a h n. Anscheinend überhörte er dabei das Herannahen eines E i l z u g e s, der ihn erfaßte TBicbtige Neuerscheinung für Pflanzenfreund« 1 Pflanzengeographie Deutschlands Dargestellt nach eigenen Beobachtungen und unter Berücksichtigung der Karten und der Literatur von Dr. K u r t H u e ck, Privatdozent an der Universität Berlin. Wissenschafllicher Mitarbeiter der Staat!. Stelle für Naturdenkmalpflege in Vreu&en. 160 Seiten Text mit etwa 100 Karten und Ab- bUdungen im Text, etwa 150 Abbildungen auf 180 einfarbigen Tafeln in erstklassigem Kunstbuchdruck und 10 mehrfarbig. DegetattonLkarten Auf zahlreichen und ergiebigen Forschungsreisen durch alle Teile der deutschen Landschaft und bet der Durchführung umfangreicher fUrtierungearbetten konnte der Verfasser sich mit eingehenden Studien, Untersuchungen und Fest- stellungen über die Degetattonsverhälttttsse aller deutschen Landschaftsgebiet« jeweils an Ort und Stelle beschäftigen und so einen umfangreichen Wissensstoff auf Grund eigener Beobachtungen ansammeln, wie er noch in keinem Werke dargestellt worden ist. Diese» Werk bietet nicht aus Büchern zusammengetragene, althergebrachte Weisheit, sondern ist bas (Ergebnis lebendiger und neuzeitlicher Forschungsarbeit. Subskripttonspreis bei Bestellung bis spätestens 1. Oktober 1935: in 20 monatlichen Lieferungen je RM. 1,80 (später je RM. 2,20), in Halbleder gebunden (Lieferung nach Fer- tigfteBung) RM. 45,— (später RM. 50,-). Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt! Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Hugo Bermühler Verlag DerUn-Lichlerfelde 28. bis 31. August in Berlin stattfindet, wird in der Akademie Der Künste eine Ausstellung der Hanauer Goldschmiedeschule, dec einzigen staatlichen Goldschmiedeschule Preußens, gezeigt werden. Im Auftrage des Kultusministe« riums wurde sie von dem Berliner Goldschmied Prof. Emil L e t t r e neu aufgebaut und ausge« stattet, um das hohe Können des Goldschmiedehandwerks durch neue Anregungen zu fördern und ihm damit, seiner Bedeutung für Volkstum und Wirtschaft entsprechend, neue Wege zu bereiten. Die in der Akademie der Künste stattfindende Ausstellung der Hanauer Goldschmiedeschule wird ein Bild von der bisher geleisteten Aufbauarbeit geben. Siistung der Gauleiiun gHeffen'Raffau zum Reichswettkampf der SA. LPD. Frankfurt a. M., 16. Aug. Die Gau- leitung Hessen-Nassau der NSDAP, hat der SA.» Gruppe Hessen 1000 Mark zur 23er fü - aung gestellt. Das Geld ist dazu bestimmt, den im Reichswettkampf der SA. erfolgreichsten Stürmen der Gruppe Hessen Ausrüstungsgegenstände als Preise zu vergeben. ES blüht in Darmstadt. Blumen als Freudebringer auf der großen Jubtlaumsgarlenschau im Orangeriegarlen. Darmstadt, 16. Aug (LPD.) Drei Wochen sind vergangen, seit die Darmstädter Jubiläumsgartenschau eröffnet wurde. Drei Wochen, in denen sich alles zu einem farbenprächtigen, außergewöhnlich schönen Bild entwickelt hat. Riesige bunte Blütenflächen lassen das Auge in herrlichen Farben schwelgen. Alle Farben von rot bis blau geben der Ausstellung ein prächtiges Bild. Die vierzehn Gartenhöfe sind besonders schön und können manchem Besucher Anregungen für die Ausgestaltung kleiner Gartenräume und idyllischer Plätzchen geben. Aber auch die anderen Gärten zeigen, welche Kraft und Schönheit in unseren Sommerblumen steckt, welche Freude der Blumenpfleger aus der Beschäftigung mit seinen Lieblingen schöpfen kann. Gerade hier wird einem klar, mit welch' geringen Mitteln Freude geschaffen werden kann. Aber auch die praktische Seite ist auf dieser Ausstellung nicht vergessen. Eine sehr gut hergerichtete Geräte- und Düngerschau zeigt Neuheiten für die Pflege der Blumen. Besonders interessant für den Städter dürften die vielen buntbepflanzten Ziertöpfe sein, sie müßten ihm zeigen, welche Schönheiten besonders die Aufstellung solcher Zierpflanzen in ihr Heim tragen kann. Die Forderung nach Schönheit des Arbeitsplatzes, sowie nach Verschönerung der Wohnung findet hier ihre Verwirklichung. Die Gartenschau dauert bis einschließlich 9. September. Unsozialer Beiriebsführer m Schuhhaff. LPD. Frankfurt a. M., 16. Aug. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: In Wiesbaden-Biebrich wurde am 9.August 1935 der Betriebsführer Alfred Köddermann, Direktor und gleichzeitig Vorstandsmitglied der Elek- trizitäts-AG. vormals C. Buchner, Wiesbaden, Ora- nienftrahe 40, wegen unsozialen Verhaltens in Schutzhaft genommen. Der Betriebsführer Köddermann hat sich schon seit mehreren Jahren fortlaufend eine Reihe von schweren Verstößen gegen die soziale Ehre zuschulden kommen lassen. Dauernd wurden die Lohnsteuern und die Beitragsleistungen für die Sozialversicherung vernachlässigt und versäumt. Sein verantwortungsloses Handeln hat die wirtschaftliche Lage der Gefolgschaft schwer beeinträchtigt und große Unruhe im Betrieb hervorgerufen. Nachdem die sofort nach der Machtübernahme aufgenommenen Verhandlungen der Deutschen Arbeitsfront Köddermann nicht zu einer Aenderung seines Verhaltens veranlassen konnten und er auch die Aufforderungen des Treuhänders der Arbeit fortlaufend unbeachtet ließ, blieb, um eine weitere Verschlechterung der Lage der Gefolgscbaftsmitglieder zu verhindern, kein anderes Mittel als die auf Veranlassung des Treuhänders der Arbeit vorgenommene Jnschutzhaft- nahme übrig. Köddermann wird sich wegen seines Evangelische Sfabfmiffion (Löberstrahe 14). Sonntag, 18. August. 8.30 Uhr: Morgen-Andacht; 20.30: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, 21. August. 20.30: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, 17. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 18. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, 21. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden. handelstrahe 1 — Ldersiraße 13. Sonntag, 18. August. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 21. August. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Baptisten-Gemeinde (Gactenstrahe 13). Sonntag, 18. August. 11 Uhr: Kindergottesdienst: 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, 22. Auaust. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Prediger Lotz. Christliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 18. August. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, den 20. August. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetsstunde. OeffentNcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpost amt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frau Dr. Marx, Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Wertheim. Apotheke: Hirsch-Apotheke. _______ Frankfurt am Blain Pierde-MärMe am 20.Autf..«.Oktober, 3. Dezember 1935 “"V Durchschn. Antrieb 400 Pferde aller Rassen, au di Schlachtnferde.gröbte Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu empfehl. Besicht, u. Handel taßs zuvor (Mont.) verbot. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Friedberger Herbst-pserdemarkt mit Prämiierung am Dienstag, dem S. Oktober 1935. In folgenden Klaffen können von Landwirten, Gewerbetreibenden und Händlern Pferde des Kalt- und Warmbluts zur Prämiierung vorgeführt werden: a) zweijährige Fohlen, b) dreijährige Fohlen, c) Jährlingsfohlen, d) Familien: Stuten mit zwei und mehreren Nachkommen. 4690D Die Pferdeprämiierung erfolgt unter Mitwirkung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, Bauernkammer und des Landespferdezuchtvereins. Anmeldungen zur Prämiierung werden bis zum 7. Oktober 1935 entgegengenommen. Prämiierungsplan und Anmeldeformulare sind auf der Bürgermeisterei erhältlich. Friedberg, den 15. August 1935. Bürgermeisterei. 's Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen 4 - .* 4 > . ' iÄ> irr »■ Vesuch im Hohen Westerwald k die der wer ift । 2ch aen j’l alten Westerwälder erzählen dann gern von vergangenen Zeit... fl'Ci: 35ti ifi'i frrh< Illi Äirc Pfählen in den See hinausgebaut ist. Eine Perle einsamer Schönheit? Im nördlichsten der masurischen Seen, dem 104 Quadratkilometer großen Mauer-See, liegt eine winzige Insel — Üpalten. Wer die SSen mit dem Dampfer überquert, darf hier nicht vorüberfahren. Schon beim Betreten des Ufers wird man gefangengenommen von dem Anblick der gewaltig sich wölbenden Buchenallee, die die Insel durchzieht. Mächtige Eichen und Birken strecken ihr knorriges Geäst gen Himmel. Oft sind mehrere Baumriesen aus ou beiden Ufern der Mittelmosel liegt es, dort, wo das Tiefenbachtal den Raum für die Hunsrückstraße bietet, die an den Rhein nach Bingen- Mainz führt. Das idyllische Flußtal einerseits, die wildromantischen Schluchten anderseits, insbesondere die „Bernkasteler Schweiz" mit hochragenden schroffen Felsgraten und dem schäumenden Wasserfall in der Tiefe, bieten eine Fülle von Naturschönheiten, die alljährlich das Ziel zahlreicher fanite brr ‘»Q 6 3m t EM aiirb Hior uinb ;tee ftnti Hiid) Tims« toen ?Di her Ifeer fcräfi lichen Wiesen in den leuchtenden Farben der goldgelben Arnika und der elfenbeinernen Knabenkrautgewächse und die Weiden mit ihren Rinderherden zwischen den grünen Schutzhecken und den idyllisch träumenden Dörfern. Unberührtes Mittelalter umfängt uns wie ein steingewordenes Märchen auf dem alten giebeligen Marktplatz in Hachenburg. Wie gemächlich plaudernde Basen hocken die alten, schönen Fachwerkbauten rundum, durchbrochen von schmalen Gäßchen und bekrönt vom Turm der in maßvollem Barock gehaltenen Franziskanerkirche. Neben der Kirche führt das Paterwendgäßchen zu der unter der Kirche gelegenen Mönchsgruft, in der vor 150 Jahren die damals in Hachenburg ansässigen Franziskaner ihre Toten beisetzten. Ein noch gut erhaltener Totentanz schmückt die Wände der von keinem Sonnenstrahl erhellten Krypta. Wenn man der Gruft entstiegen ist, wirkt der heimelige Markt doppelt freundlich. Neben der Kirche steht einladend die „Krone", eine der ältesten Gaststätten Deutschlands. Am oberen Ettde wird der langsam ansteigende Markt begrenzt von der aus dem 13. Jahrhundert stammenden evangelischen Kirche; auch sie birgt eine Gruft, in der die einst hier herrschenden Grafen von Sayn ruhen. Romantisches Erinnern und gemütvolle Gegenwart in Hachenburg. Don Adolph Meuer. Wanderfahrten. Gießen—Klein-Linden—Münchholzhausen—Stoppel« berg—Wetzlar. Um den allzu lebhaften Verkehr der Frankfurter Straße zu vermeiden, beginnen wir unsere Wanderung an der Unterführung am Neustädter Tor. Wir gehen die Hammstraße aufwärts, am Güterbahnhof und der Eisenbahnbrücke vorbei, stets den Bahnkörper links lassend, bis zur Unterführung bei Klein-Linden, durch die wir gehen und nach unserem Nachbardorfe gelangen. Hübsche Blicke über das Lahntal nach den Burgen und dem Dünsberg beleben unterwegs das Landschaftsbild. Wir durchschreiten Klein-Linden in der Richtung nach Dutenhofen und folgen alsbald hinter dem Ort gelben Punkten, die uns über einen Höhenrücken mit schöner Aussicht nach dem anmutig im Kleebachtal gelegenen A l l e n d o r f bringen. Die Zeichen führen uns weiter nach Münchholzhausen, wo wir sie verlassen, um nunmehr schwarzen Strichen nachzugehen. Kurz hinter Münchholzhausen beginnt der Wald, der uns bis zum Gipfel des Stoppelberges (402 Meter) begleitet. Nachdem wir die prächtige Rundschau von dem vor einigen Jahren errichteten steinernen Turm bewundert haben, leiten uns ein liegendes Y hinab nach unserem Endziel Wetzlar. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden. Wänden entlang läuft eine Holzbank. Außer den Weit reicht der Blick von der Schanze des alten Leuten muß die ganze Gemeinde während des Schlosses, bis nach dem Rheinland, nach Sieben- Gottesdienstes in kniender Stellung verharren. An gebirge und den Sieobergen. Dor uns im Tal- den hohen Feiertagen, zu denen sich der in Paris gründe schlängelt sich das Silberband der N i st e r, wohnende Metropolit einfindet, wird mit den Hei- aus dem Wald lugt dos idyllische K l o st e r M a - ligenbildern dreimal in feierlichem Zuge um die rien statt und dahinter das herrlich-romantische Kirche gegangen. — Am nahe gelegenen D u ß - Nistertal, die „K r o p p a ch e r Schweiz". Wohin See befindet sich, von hohen Holzwänden umgeben, der Wanderer von Hachenburg aus den Schritt auch ein philipponisches Frauenkloster, dessen zwölf In- lenkt, überall umgeben ihn die herrlichen Wälder, fassen sich in dem dem Kloster angeschlofsenen Bau-1 die sonnenüberstrahlten Höhen oder die sommer- ZnOsipreußen-absettsvomWege Don H. W., Ludwig. Erholung l.d.Bhön f.3-4-Pers.Priv., ruh. Lage, waldr. Geg., g. Vervfl., 4 Mahlzeit., 2.50 Mk.proTag.^^o «irife Neitb Allmusb.Fulda q)or Mg feil'i ifciti; •Tbe 2 Wie üür »eit imoi M itbi Mi K-S rinsi uont L D Jiira h!öc hire !)om i*iK fctyi Mer ton W fani W 2nen ?De 1 Nervös-Erschöpfte 1 Spezialkuranstalt Hofheim i. Taunus 3 bei Frankfurt a. M. i87»V Tel.214 - Mäßige Preise - Prospekte durch: Die Stabt am See: Wertingen Von Gustav W. Sberlein, Zfiom. ehrwürdigen Rathause, an dem noch der Pranger mit den Schließketten für „missetätige Menschen" zu sehen ist, der freistehende Zierbrunnen inmitten des Marktes und die angrenzenden 300jährigen Fachwerkbauten, die engen winkeligen Straßen und die Wohnhäuser mit den vorspringenden Obergeschossen, das Graacher Tor als trutziger Ueberrest des ehe- mckligen Festungsgürtels, die kurfürstliche Kellerei, hoch oben auf luftiger Bergeshöhe die Burg Landshut, der einstige sommerliche Fürstensitz der Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier, und auf dem linken Moselufer das St. Nikolaus - Hospital, die karitative Stiftung des großen Kardinals Nikolaus Cufanus (1401 — 1464): alle sie sind bedeutsame Zeugen einer erinnerungsreichen Vergangenheit Hinzu kommt noch ein dritter Vorzug: Bernkastel ist Weinstadt. „Weinstadt"; dieses eine Wort schließt ein ganzes Programm in sich! Feind des Griesgrams und Besieger des Muckertums: alles das sagt man dir rühmend nach, du köstlicher Moselwein, dir, der du die Kranken gesund und die Gesunden fröhlich machst! Des Weines Reich ist eine Republik, wo jeder Untertan ein froher Komg! Willst, feinschmeckender Genießer, du kosten und selig sein, ohne sterben zu müssen, so besuche das Weinbaugebiet der Mittelmosel. Dort bist du in die richtige Schmiede gekommen. Haupt- und Residenzstadt ist das traute, lustige Bernkastel-Cues, die Heimat des Doktorweins! ernhof betätigen und sich so selbst ernähren. Dbr^hl diese Dörfler sich längst als Deutsche fühlen, sprechen sie doch untereinander noch russisch und halten an ihren alten Gebräuchen fest. Ihre Gesichter sink» es besonders, die ihre Abstammung zum größten Teil noch verraten. Ein Stück altes Rußland m Deutschland, so könnte man die ^lI*pPone^^ am besten kennzeichnen. Sie sind die größte Ueber- raschung, die einem in Ostpreußen begegnet — abseits vom Wege! Serncaflel-Eues. Von Franz Lucael. Gedenkausstellungen im Schiller-Nationalmuseum. Das Schiller-Museum in Marbach ehrt die beiden schwäbischen Dichter Christian Wagner und Wilhelm Hertz, deren Geburtstage sich jetzt zum 100. Male jähren, durch Gedächtnis-Aus- stellungen. Aus dem im Besitz des Museums befindlichen Nachlaß des in Warmbronn geborenen Christian Wagner werden Gedichte und die Handschrift seiner „Sonntagsgänge" gezeigt. Der Stutt» aarter Wilhelm Hertz ist vor allem durch seine Uebertragungen der Dichtungen Gottfried v. Straß« buras und Wolfram v. Eschenbachs berühmt geworden, von denen der „Parswal" in der Handschrift und der „Tristan" in der Erstausgabe gezeigt werden. Reisewinke. Zurückhaltung bei Reisen in der Tschechoslowakei. Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Deutsche, die nach der Tschechoslowakei reisen, häufig in Unkenntnis der dort bestehenden sehr strengen Gesetze in Gefahr kommen, mit den tschechischen Behörden in Konflikt zu geraten. Insbesondere müssen die deutschen Reifenden vor unberechtigtem Photographieren gewarnt werden. Abgesehen hiervon wurden wiederholt Reichsangehörige in der Tschechoslowakei verhaftet, weil sie es an der nötigen Vorsicht fehlen ließen. Fragen nach militärischen Einrichtungen, Anwendung des dort verbotenen deutschen Grußes, unbedachter Verkehr mit Personen, die den dortigen BehöiÄen. verdächtig siiÄ, können genügen, um eine mehrmonatige Untersuchungshaft, gerichtliche Verurteilung und dauernde Ausweisung herbeizuführen. Hierzu kommt, daß die Betroffenen dadurch nur zu häufig in der Heimat ihre Existenz als Angestellte oder Arbeiter verlieren. Deutsche Reisende müssen also bei einem Aufenthalt in der Tschechoslowakei in ihrem eigenen Interesse die nötige Zurückhaltung beobachten. sinth im Palais d’ ete auf der Promenade in Nizza saß und die eleganten Kokotten bewunderte, so war ich ganz und gar in Frankreich, und gewiß hatte das seinen Reiz. Aber Ueberlingen mit seinem Münster, das nun so warm, so urtiefenhaft zu läuten, zu rauschen, zu dröhnen anhebt, Ueberlingen mit seinem stillen lieben Ufer, mit seinen blondzöpfigen Mädels — das war unendlich weit, zum Sehnsuchtkriegen nah, dem Herzen nah und daher der Fremde so fremd. Versteht ihr das? Wir sollten uns auch hüten, Lindau als das bayrische Venedig zu bezeichnen. Das hat es nicht nötig. Wie ist der Bodensee so reich: K o n st a n z, die Stadt zwischen den Seen; Meersburg, die Burg am Meer; Lindau, die Stadt im See; Ueberlingen: die Stadt a m See. Wundervolle Mannigfaltigkeit, unvergleichliches deutsches Land! Was habe ich Angst gehabt, als sie ein neues Postamt bauten in der Stadt am Seel Würde es, im Allerweltsstil der Sachlichkeit, der uns nun in Littoria wie in Rom, in Grenoble und Oxford, in Oklahoma und Barcelona und Tokio anödet, würde es fein Schablonentum auf den blauen See hinausschreien? Nein, die Bürger gaben ihm CHara k t e r, das Postamt könnte nicht in Nizza stehen. So ist das in der deutschen Kleinstadt. Sie verschmäht es, ihren Seelenadel zu normen. Da wuchten nun die alten Türme heran, der eine setzt sich wie ein würdiger Schloß- und Siegelbewahrer gegen den Mantelhafen zu in Bewegung, Giebel an Giebel, riesiges Dach du vorne, wie die Mauthalle in Nürnberg, erster Blick in krumme Gassen, „Fauler Pelz" heißt die erste Wirtschaft — ist das nicht unendlich mehr als Continental und Majestic und Excelsior? Große Normalstädte lassen sich auf Bestellung bauen, das ist schließlich nur eine Geldfrage, Ueberlingen könnte mit allen Golddollars nicht bezahlt werden, so wenig wie eine geheime Liebe. Bummel am Strand, Hundertjährige Karpfen, die sich vom gewiegtesten Sportsischer nicht fangen lassen. Kann ich verstehen, kann ich gut verstehen. Ein bewimpelter Dampfer schüttet Jungvolk aus, lustiges Backfischgesindel, im Rucksack scheinen sie nicht einmal Rouge und Lippenstift zu haben. Addio Nizza, lebwohl, fernes Nice! Ich lobe mir die Stadt am See. ßisü irt'u,LGefäßleiden -Rheuma - Erschöpfungszustände -Katarrhe PAUSCHAL-U.VERGÜHSTIGUNSKUREN ! AUSKÜNFTE ERTEILT I HESSISCHE BADEDIREKTION Es ist die „gute Stubb" der Hachenburger, dieser alte Markt, in dessen Mitte auf dem Marktbrunnen der Saynsche Löwe mit dem Hachenburger Wappen treulich Wache hält. Und wie überall, fo werden auch hier die frohen Feste in der „guten Stubb" gefeiert. Unvergeßlich bleibt jedem, der einmal dabei war, die Hachenburger Kir- m e 5. Tische und Stühle werden ins Freie geruckt, bunte Lichter strahlen am Abend rundum von allen Fenstern, mit Musik und Gesang bringen die Kirmesbauern in der alten Westerwälder Tracht, dem blauen Kittel und der roten Zipfelmütze, den hohen Kirmesbaum, der mitten auf dem Marktplatz unter dem Gesang alter Kirmeslieder aufgerichtet wird. Und dann beginnt mit dem Tanz vor dem Brunnen das Fest, an dem alle teilnehmen. Don welcher Seite sich der Wanderer der Stadt auch nähert, überallhin beherrscht das massige Schloß Stadt und Landschaft. 1180 von dem Grafen Eberhard zu Sayn, dem Vertrauten Barbarossas erbaut, ist es jahrhundertelang die Residenz der Grafen von Sayn-Hachenburg gewesen. 750 Jahre hat es überdauert, und sechs Riesenbrände. die Hachenburg fast jedesmal ganz in Asche legten, konnten ihm nichts anhaben, Heute noch steht es trotzig auf seiner Höhe und zieht bannend und bewundernd den Blick auf sich. Am Fuße des Schloßberges liegt der Burggarten mit seinen uralten Eiben und seltenen Baumgruppem» Als Nassau 1866 an Preußen fiel, ward aus der Residenzstadt ein stilles Landstädtchen. Heute dient das Schloß behördlichen Zwecken. Von dem einstigen frohen Leben aber ist im Volk noch manche Anekdote lebendig. Wenn die Sanierung sich über das stille Städtchen neigt, dann erwachen diö Fledermäuse im alten Gemäuer und geistern durch die weiten Hallen des Schlosses, und auf denk Brunnen am Markt träumt der Saynsche Löwe) Anderthalb Jahrtausende reicht die Geschichte der „ ... Westerwälder zurück. Jahrhundertelang war der einem einzigen Stamm hervorgegangen. Der süd- Germane auf den Höhen des Westerwaldes der liche Teil der Insel ist zum Naturschutzgebiet erklärt Hüter der Freiheit in ununterbrochenem Kampf worden. Hier horsten in den hohen Erlen noch die mit den mächtig anstürmenden Römern. Der Reiher. Nur selten betritt eines Menschen Fuß die- Kampf hatte die Stämme zusammengeführt und fes sumpfige Labyrinth, in dem man auf schmalen stark gemacht, so daß auch die Wogen der großen Pfaden nur langsam vorwartskommt. Libellen und Wanderungen an den fest in ihrer freien Erde wur- anbere bunte Insekten umschwirren den Wanderer zelnden Westerwäldern sich brechen muhten. Und Ab und zu streicht ein Reiher mit starkem Flügel- wenn im Mittelalter Fürstenlaune die Bauern schlag aus dem Uferdicklcht ab. An der äußersten allzu arg bedrängte, dann griffen die Westerwälder Südspitze sind Reste einer verfallenen Artillerie- zu Spieß und Kolben und wehrten sich ihrer stellung zu sehen, aus der in den Tagen des Russen- Haut. einfalles der Feind über den See hinweg beschossen Dieses wechseloolle Schicksal spiegelt sich auch in wurde. der Geschichte der Stadt und Burg Hachenburg. In der Nähe des größten der Masurischen Seen, Heute noch finden sich immer wieder von neuem des 120 Quadratkilometer großen Sp ir ding- Spuren der ältesten Geschichte. Sei es das Pro- fees, finden sich bei Alt-Ukta mehrere Philipponen- fil einer Römerstraße, wie es bei Ingelbach vor Dörfer, die von den Nachkommen der vor dreihun- Hachenburg feftgeftellt wurde, feien es römische bert Jahren wegen ihres Glaubens aus Rußland Tonscherben, die ausgegraben wurden, oder ein vertriebenen Philipponen bewohnt werden, alter römischer Ring, den ein Bauer fand, über- Noch heute stehen hier die mehrere hundert Jahre all trifft man auf die Spuren einer alten Geschichte, alten Blockholzhäuser, in deren Innern man die Feste Verwurzelung in Boden und Tradition hat schönsten goldgetriebenen Ikonen zu Gesicht bekommt, dem Westerwälder ein stolzes Bewußtsein gegeben, Die Philippönengemeinde zählt noch immer 300 Mit- das auch im Leben des kleinen Städtchens — es glieder, die sich zu den Gottesdiensten in dem im ist die einzige „Stadt" des Westerwaldes — sein russischen Stil erbauten Kirchlein zusammenfinden. Gepräge gibt. Jeder kennt die Geschichte feiner Eigenartig nimmt sich der kleine Holzbau mit dem Heimat und ist stolz darauf — es ist eine lebendige Zwiebelturm in der deutschen Landschaft aus. Seine Verbundenheit. Auch zur großen Kulturgeschichte Fassade ist weiß getüncht und mit einem hellen Blau fehlen nicht die Beziehungen. Aus dem früheren abgefetzt, lieber dem Eingang befindet sich ein kleiner Hofgut der Familie von Grün (heute eine Brauerei) Glockenturm, die Fenster verraten orientalischen stammte Albertine von Grün, die Freundin Einfluß. Der Kirchenraum ist mit Heiligenbildern des Dramatikers Maximilian von Klinger; und und Papierrofetten, die von den Philipponen gestif- die Nachkommen Jean Pauls leben heute noch tet werden, über und über geschmückt. Nur an den in Hachenburg. falle Wftc Alcf)| M Iheni ibh °^en 3to( Utlbu M t Jn b. tot ' total ^linii yüinn «nr s Im Samland, dem „Land der Bernsteinschöp- fer", führt bei Groh-Kuhren, einem kleinen Badeort, der durch seine Unberührtheit und ländliche Ruhe ausgezeichnet ist, eine steile, waldige Schlucht hinab zum Strand, an den unablässig brausend die Wellen der Ostsee heranrollen. In weitem Halbkreis dehnt sich die bewaldete Steilküste, die seltsam unterbrochen wird von dem tafelförmig aufsteigenden Zipfelberg. Sein Sandgipfel erinnert an die Pyramiden Aegyptens und ist wegen seiner Eigenart unter Naturschutz gestellt. In dem unweit gelegenen Badeort Georgenwalde trifft man inmitten eines herrlichen Mischwaldes in der Gau- supschlucht auf ein freigelegtes Hügelgrab, das nach den neuesten Forschungen von den Vorfahren der Altpreußen, den Asten, herstarnrnt. Mit kurzen Unterbrechungen ist diese, dreitausend Jahre alte Erb- gruft fast während des ganzen ersten vorchristlichen Jahrtausends als Begräbnisstätte benutzt worden. Diel zu wenig bekannt sind die Fischerdor- fer arn Kurischen Haff. Von Labiau erreicht Fremden sind, man mit einem Flußdampferchen den nur wenige | hflM Häuser zählenden Fischerort Labagiehnen, für den Maler ein wahres Paradies darstellt. Da Sonntag ist, liegen in der Bucht die Fischerkahne am Gestade mit ihren holzgeschnitzten kurischen Wimpeln. Statt der Segel sind Netze zum Trocknen am Mast aufgehängt. Jndeß die Alten gemütlich die Pfeife schmo- kend, vor ihren baufälligen Häusern hocken, tummeln sich die Kinder — ein wahres Seefahrergeschlecht — im Wasser. In ihren blauen Augen leuchtet die Weite der See. Auch ihr Los wird es sein, den Haff- . . zander zu fangen, der in ganz Deutschland als Dell- Zur Zeit Dingelsdorf, NN August, katesse geschätzt ist. Aber der Fang ist nicht gefahrlos. Dem Haus im Schilf, wo ich nun wohne, liegt So harmlos das Haff bei ruhigem Wetter aussteht, gerade gegenüber: die Stadt am See. Wenn hat es doch allein aus diesem kleinen Dorf in einem ich auf die Loggia des Hauses in Tuskulum hinaus- Herbft neun der ausgefahrenen Fischer für ewig trete, dann liegt dort unten Rom. i bei sich behalten. Nun besteht ja, ich glaube, wir dürfen das zu- Jn Tilsit steht man am Ufer der Memel, nur geben, einigermaßen ein Unterschied zwischen Din- durch die Breite des hier stromartig erweiterten gelsdorf und Rom, aber manchmal gebe ich doch Flusses vom jenseitigen Land getrennt, dessen deutsche gerne des ganzen Südens grelle Sonnenscherben Bewohner heute ein schweres Schicksal zu ertragen für eine stille Bank am See, am lleberlinger See. haben. Im Hafen sieht man zahlreiche Lastschiffe mit Dazu braucht man keinen Urlaubsschwips zu haben, hohen Holzstapeln beladen. Gegen Abend leuchtet menn wir uns auch weiter zugeben wollen, daß die das ganze deutsche Ufer entlang ein Feuer nach Heimat zu den berauschenden Stoffen gehört, dem anderen auf. Sonnenwende an Deutschlands Manche Leute merken das freilich erst, wenn sie nordöstlichster Grenze! Eine rechte Fröhlichkeit ver- einmal länger in der Fremde waren, die ihnen mag jedoch nicht aufzukommen, zu schwer lastet das reizvoller dünkt, weil sie anders ist. Wenn einer Schicksal der nahewohnenden Brüder auf den Men- ober viel in der Welt herumgekommen ist, wenn schen. Jetzt zuckt auch da drüben ein Feuerschein auf r er foort draußen seit einem halben Menschenalter und da noch einer — ein dritter. Aber traurig mei- wohnt und, in Ferien nach Hause kommend, denen die Tilsiter, daß in früheren Jahren das ganze hauptet: Ueberlingen ist schön, die Stadt am See jenseitige Ufer eine einzige Flammenkette bildete, {ft wunderschön! — so sollte man ihm das glauben. Das gibt es heute nicht mehr! Vielleicht bin ich in Dingelsdorf verliebt, weil es. Unweit Tilsit hat sich die Memel bei R a g n i t schon der Name klingt so herzeinnehmend anspruchs- zwischen bewaldeten Bergen einen Durchbruch ge- [05f wie der Gegenpol ist zu dem großen, lauten, schaffen. Von einem Aussichtsturm, der die ganze hochmütigen Rom. Und dann brauche ich nur die Gegend überragt, gewinnt man einen llebcrblicf Augen aufzuschlagen, um das Innigste zu erblicken, über die malerische Landschaft, an deren Horizont was unseres Reiches Herrlichkeit zu bieten hat: die Türme Tilsits gerade noch erkennbar sind. Mit d i e deutsche Kleinstadt. Ich brauche mich d-m Wagen gibt es keine Entfernungen! Wieder zie- nur ins Boot zu setzen, um ihr in die Arme zu hen an unseren Augen die endlosen Landstraßen gleiten. dahin, die weitverstreuten Dörfer. Fast auf jedem Es ist schön, einer geliebten Stadt in die Arme Hausgiebel ein Storchennest mit seinen rotbeinigen gleiten. Bewohnern, die beinahe als ein Wahrzeichen Ost- So ganz langsam und träumerisch, wie es, Blau Preußens gelten können. in Blau, nur ein Ruderboot vermitteln kann. Und Störche spazieren überall auf den Feldern und ich gehe nicht schnell und ich eile nicht, mich zieht den Koppeln der Pferde. Die Birkenalleen mit ihren ein weiches famtnes Band in der Liebe Licht — Pferdewagen geben der Landschaft ihr besonderes jawohl, das finge ich fo vor mich hin — in ein Gepräge. Trakehnen wirkt wie eine großartige blaues mildes Licht... zu der fchö-önsten Frau... Parklandschaft, in deren schöne Walübestände die So recht durcheinander, durch Seegrün und Som- Weiden und die weitläufigen Anlagen des welt- merblau, mögen die Felchenfischer mich immerhin bekannten Gestütes eingruppiert sind. Wer Pferde verrückt glauben. liebt und Ostpreußen besucht, der darf nicht ver- Sie liegt in der Liebe Licht, die Stadt am See. säumen, die Stätte unseres edelsten Hauslieres ken- Das „schwäbische Nizza" — wer nur auf den nenzulernen. Anschließend läßt sich ein Abstecher in albernen Vergleich gekommen ist? Ueberlingen hat die Nominier Heide machen, jenes prachtvolle so viel Eigenart, so viel deutsche Art, daß es Waldgebiet, das zu den größten Forsten Deutsch- auf den Wert einer billigen Kopie gewiß verzichten lands zählt. Am Rande der Heide steht am ver- kann. Es hat mit Nizza so viel gemein, wie Nizza träumten Marinowo-See, der von uralten mit Ueberlingen: nichts. Und das ist gut so. Es Bäumen umstanden ist, eine Sommerfrische, die auf | braucht keine Abglanzstellung. Wenn ich zum Ab- BadSalzhausen.'.;- Das nervenberuhigende Heilbad * Für den Jäger und Dogeifreund! Unsere Raubvögel auf der Jagd Anleitung zum richtigen Ansprechen der hei. mischen Raubvögel mit 35 Abbildungen von Dr. T. Demandt. Herausgegeben von der StaaUichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Preis 6art RM. —.60 Das Heftchen bringt mit vielen Umrihzeich. nungen die äußere Erscheinung unserer wichtigsten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. Neben den wichtigsten Form- und Gröhen- angaben sind auch die Flugarl und der Ruf kurz gekennzeichnet. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Derttn-Lichlerfelde iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu H Neben den landschaftlichen Reizen finden sich , der interessante geschichtliche Sehenswürdigkeiten: der )a es 1000jährige Kirchturm und die St. Michaelskirche, ~ " * der mittelalterliche Marktplatz mit dem Ir.rn vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)8amrtag, (7.August (935 s Oie Gießener Feuerwache im Dienste des Nächsten. PN // * f/ (> •>A Ä w > r» • UK Hm Z'M U MW? 'vz<< _'2X/--4''"/'y' '•■'x - Ä . • * -HM AK W l'l ö M L E Ms- LA * Ä ' /' H x / ■ W M | U ft M n I nii ■ ^;z/„ <* LU. , Ä W 'H - ■ * L. yv;„ 4/' >," ■E Sie städtische Feuerwache unter dem Kommando -es Brandinspektors Lenz zur Hebung angetreten. Das große Gasschutzgerät. -2^ .Stoppe!' Links: In der Alarmzelle. — Rechts: Alarm! In kurzen Abständen hintereinander fahren die Geräte ab. Ringleitung in Tätigkeit setzen, an die etwa 30 Feuerwehrleute der Freiwilligen und der Gailschen Feuerwehr angeschlossen sind. Diese Feuerwehrmänner haben sich sofort nicht etwa zur Brandstelle, andern zum Feuerwehrdepot im Turmhaus am Brandplatz zu begeben und dort die weiteren Weisungen des Brandinspektors über die Alarm- zentrale der Feuerwache abzuwarten: auch die Freien, H reisen, n sehr t den ikt zu Reisen« ieren n wie« lowakei t fehlen nrich. deut« it Per« ig M Unter* auernbe it, daß in der Arbeiter einem x w» n y beehrt die agner tage sich nis-Aus- s befind« eborenen ie Hand« r Stuft- ich feine >. Ttraß» ihmt ge« >r handle gezeigt Am Bewegungsmechanismus der großen Leiter. 1933 = 1, 1934 = 3; bei Mittelfeuer 1930 = 5, 1931 = 1, 1932 = 0, 1933 = 1, 1934 = 0; bei Kleinfeuer 1930 = 44, 1931 = 28, 1932 = 42, 1933 = 45, 1934 = 34 mal. Blinder Alarm erfolgte 1930 = 7, 1931 = 16, 1932 = 17, 1933 = 14, 1934 = 3 mal; Unfug mit Feuermeldern, wobei die Wache vergeblich ausrücken mußte, ereignete sich 1930 = 36, 1931 = 42, 1932 = 43, 1933 = 26 und 1934 = 20 mal. Obwohl der Unfug an Feuermeldern gegenüber früheren Jahren ansehnlich zurückgegangen ift, bleibt es doch bedauerlich, daß derartige Fälle überhaupt vorkommen. Wenn man sich überlegt, wie leicht an einer Stelle der Stadt plötzlich ein verheerender Brand entstehen und Menschenleben und Sachwerte vernichten oder beschädigen kann, während in der gleichen Zeit die Feuerwache infolge eines Unfuges an einer anderen Stelle der Stadt nutzlos weilt, so muß man schon sagen, daß der- Der Schaumgenerator für die Bekämpfung von Flüfsigkeitsbränden. Men hr. rückt, allen dis rocht, 'den tplatz '»chtet dem Stadt 'affige dem Bar. Re. vesem iesen. in heute Zieht Am n mit rppem is der dient i ein« landje über i bU durch f dem Löwes n DOft canksurtek e Wände- Tor. Wir erbahnhof en Bahn- irung 6ei rach * licke über Diinsberg Sir W' -h Juten- •t aelben den A teebad)tal Zeichen laufen, Srzen usen it-t 'S* dem vor in bemun' hinab nach Wanderung Links: An der Motorspritze; Fertigmachen für den Lüfchdienst. — Rechts: Ein Schlauchverteilungsstück. - (äufn. [8]: Neuner, Gießener Anzeiger., wache der Berufswehr hat sich bei diesem Alarm einzufinden. Nimmt trotz erweiterten Einsatzes von Feuerwehrmännern der Brand immer noch größere Ausdehnung an, so steht als letztes Alarmmittel der Ruf der Feuerwehrfirene zur Verfügung, der aber nur auf Anordnung des Brandinspektors ertönen darf. Dieser Sirenenruf verpflichtet sämtliche Feuerwehrmänner, sich sofort zur Feuerlöschhilfe zur Verfügung zu stellen, daneben aber auch selbstverständlich alle übrigen arbeitsfähigen Männer, da ja Feuerschutz eine der vornehmsten Verpflichtungen und einer der wichtigsten Dienste aller Männer ist; auch diese Helfer treten nur am Turmhaus auf dem Brandplatz an. Zur Brandbekämpfung stehen unserer Feuerwache die bekannte große Motorspritze, ein Schaumlöschapparat, kleine Feuerlöschapparate, ferner eine Motorleiter (26 m Höhe), ein Pionierwagen mit Gerät- schäften (u. a. auch Hebevorrichtungen zum Bewegen größerer Lasten), rund 2500 Meter Schlauchmaterial, schließlich noch für den Notfall die in der Gießener Feuerwache stehende und dort betreute Kreismotorspritze, ferner ein Wasserwagen mit 5 Kubikmeter Wafserinhalt zur Verfügung: selbstverständlich kommen zu diesen Brandbekämpfungsmitteln die gesamten Gerätschaften der Freiwilligen und der Gailschen Feuerwehr noch hinzu. Für die Arbeit in verqualmten und vexgasten Räumen ist ein Gasschutzgerät vorhanden. Es zeigt sich also, daß für den Feuerschutz in weitgehendster Weise gesorgt ist, zumal auch Der Melderapparat mit 56 Feuermeldern in den verschiedensten Teilen der Stadt rascheste Alarmmöglichkeit bietet und entsprechend der fortschreitenden Bebauung in den Außenvierteln immer weiter vervollkommnet wird. Ein sehr wesentlicher Faktor der wirksamen Hilfe in Feuersnot ist aber auch die hervorragende Ausbildung der Mannschaft unserer Feuerwache, ebenso der hohe Ausbildungsstand der Mannschaften unfern Freiwilligen Feuerwehren. Die außerordentliche Schlagfertigkeit des Gießener Feuerlöschdienstes ist ja schon oft praktisch in Erscheinung getreten und hat in den meisten Fällen dazu geführt, daß ein im Entstehen gemeldeter Brand schon in wenigen Minuten gelöscht war. * In diesem Zusammenhang muß ein besonderes Wort an die Bevölkerung gerichtet werden. Zunächst ist es für die schnelle Bekämpfung des Brandes dringend erforderlich, daß die Feuerwehrmann- fchaft in ihrer Bewegungsmöglichkeit nicht behindert wird. Die Bevölkerung muß daher bei Bränden stärkste Selbstdisziplin üben und darf sich nicht bis in die nächste Nähe der Brandstelle herandrängen, weil sonst der Arbeit der Feuerwehr Schwierig- Feiten bereitet werden, außerdem auch noch Gefahr für die Gesundheit und das Leben der Personen besteht. Wer es mit seinen- Pflichten gegenüber der Gesamtheit ernst meint, wird sich auch in Brandfällen immer ohne weiteres den Anordnungen des Führers der Feuerwehr ober der Polizei bereitwillig fügen. Diese Anordnungen sind immer nur von dem Gedanken geleitet, die Bekämpfung des Brandes so rasch und so umfassend wie nur möglich durchführen zu können und zugleich den Schaden auf ein Mindestmaß zu begrenzen, daneben die Gefahren für Menschen und Tier nach bester Möglichkeit zu verhüten. Aus dem Kreise der Zuschauer in Brandfällen sollten stets nur dann Männer der Brandstelle näherkommen, wenn sie von dem Führer der Feuerwehr bzw von der Polizei, oder von einer sonstigen berufenen Kommandostelle ausdrücklich als Helfer und Retter in Anspruch genommen werden! Einige Zahlen über die Inanspruchnahme der Gießener Feuerwache im Verlaufe der letzten Jahre dürften bei dieser Betrachtung noch von besonderem Interesse sein. Bei Großfeuer wurde die Feuerwache von 1930 bis Ende 1934 wie folgt in Anspruch genommen: 1930 = 0, 1931 = 1, 1932 = 1, Sr ße ist die Ausgabe des Feuerschutzes meist Be- Mfeuerwehren in Verbindung mit Freiwilligen ^.erwehren übertragen, wobei die Brandbekämp- utj immer in erster Linie Sache der Berufsfeuer- »e!ir ist und die Freiwilligen Wehren nur bei jrt^eren Bränden zur Mitarbeit herangezogen Deöen. Diese Organisation des Feuerwehrdienstes st auch in Gießen seit 1914 vorhanden, und sie hat gleicher in bester Weise im Dienste unserer Stadt berührt. 2fie Feuerwache am Oswaldsgarten, in der unsere Biyen er Berufsfeuerwehrmänner Tag und Nacht ür den Schutz der Bevölkerung in Feuersnot be- Eehen, ist in ihrer äußeren Gestaltung jeder- na: n bekannt. Von der inneren Organisation dieses Mischen Dienstzweiges und von seiner ständigen 1 itteit zur Erhaltung und Steigerung der Schlag- ertyteit wissen aber wohl nur wenige Einwohner, k; ist daher angebracht, dem vorbildlichen Dienst • innrer Gießener Berufsfeuerwehr einmal eine be- ont ere Stunde der Betrachtung zu widmen. 2ie Feuerwache untersteht dem Kommando des ‘Brcnbinfpeftors Lenz, der seit l.Juli d. I. als Üaofolger des in den Ruhestand getretenen Brand- 'Wiktors Braubach das Amt des Feuerwehr- ioirmanbanfen unserer Stadt versieht. Die Berufs- -ewrwehr ist 16 Mann stark, die in wechselnden «Suchten Tag und Nacht auf der Feuerwache im 'Seieitschaftsdienst stehen. Soweit die Dienststun- :ien dieser Männer nicht für den Feuerlöschdienst 1M in Anspruch genommen werden, sind sie zu .Mdwerkerarbeiten für die Unterhaltung der Feierwache bzw. für Arbeiten städtischer* Verwal- : Zugbetriebe bestimmt, mithin also in jeder Hinsicht Hist zum Gemeinwohl der Stadt. .$er Tageslauf der Feuerwehrmänner wickelt sich wie folgt ab: 7 bis 9 Uhr Feuerwehtexerzieren und i'Bptit, damit die Ausbildung und körperliche Lei- ÜNgsfähigkeit der Mannschaft stets auf der Hohe r»t- 9 bis 12 Uhr Arbeitsdienst in der Werk- ; tetr 12 bis 14 Uhr Bereitschaft. Um 14 Uhr findet ' Schichtwechsel statt: dann ist bis 18 Uhr wieder. ' Weitsdienst in der Werkstatt: von 18 bis 19 Uhr 'Hrritschaft, hierauf folgt die Nachtwache. Die Frei- ivciche der Feuerwehrmannschaft muß sich daneben niet immer in Bereitschaft halten, falls sie zum »kinatz bei größeren Bränden in Anspruch genom- :n?r wird. rfcte Alarmzentrale ist die wichtigste Dienststelle i)er Feuerwache, denn hier laufen die Meldungen liier Brände ein und von hier aus werden die tiiäite zur Bekämpfung des Feuers in Bewegung ««legt. Wenn irgendwo in der Stadt auf den Mlmknopf eines Feuermelders gedrückt wird, Hautet im gleichen Augenblick die Alarmklingel in ,ter Zentrale, sowie in allen Räumen der Feuer- fliege, sofort erscheint ferner die Nummer des in Dbgteit gesetzten Feuermelders geschrieben auf item Papierstreifen des Morseapparates, wobei die Ihr;,eit des Alarms von dem Apparat mit angezeigt iprt. Der Telephonist der Feuerwache lieft auf dem 1 Dior f eftreif en die Nummer des Feuermelders ab und jetzt schnell mit einigen wenigen Handgriffen die Alarmvorrichtungen in der Feuerwache in Tätigkeit, wobei durch ein Lichtsignal die Nummer te$ gedrückten Feuermelders gleichzeitig in allen bijicppen des Gerätedepots aufleuchtet, damit die i tetu-rwehrmannfchaft schon beim Fertigmachen und Mleigen der Fahrzeuge genau weiß, aus welcher - Rettung der Stadt der Alarmruf gekommen ist. 1 Di? umfassende Organisierung des Feuerwehr- titiftes ermöglicht es, daß die Mannschaft der Erwache schon eine Minute nach Eingang des Dieberalarms mit allen erforderlichen Geräten von ter Wache abrüden kann, eine Zeit, die als außerordentlich gut und knapp bezeichnet werden muß. cobalD die Wache abgerückt ist und die Ruck- I nelt-ung von der Brandstelle in der Alarmzentrale I wiegt erfolgt von dort aus schleunige Meldung J m hm Brandinspektor, den Feuerwehrdezernenten, M )ik Polizei, gegebenenfalls auch an die Sanitats- I loloine, das Gaswerk und das Elektrizitätswerk. Riirmt der Brand größeren Umfang an und ge- Dimt der Brandinfpektor die Ueberzeuaung von ter Notwendigkeit weiterer Hilfeleistung, so läßt er M der Alarmzentrale aus, mit der er über den « Jtusrmelber telephonische Verbindung hat, die ((Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) den wichtigsten öffentlichen Ausgaben jedes Uneinwesens gehört die Einrichtung und sorgsame Verhaltung eines schlagkräftigen Feuerwehr- bierftes. In den kleineren Orten wird diese rätgfeit von Freiwilligen Feuerwehren, oder bslchtfeuerwehren ausgeübt. In den Großstädten lehn zur Hilfeleistung in Feuersnot die Berufs- ieinwehren bereit. In den Städten von mittlerer Wirtschaft Run-funkprogramm Sranffurf a. M. Berlin Datum 117,5 I. ®. Farden-Inbustri« 6(fietbeanftall........ 97,65 63,32 80,85 33,68 10,25 10 10,1 11,9 108,5 115.5 117,25 104 109,25 115,25 117,25 104 171 134 102,5 94,75 63,75 119,25 120,75 89,5 102 165 30,25 283,5 190 160,25 230 119,25 88,75 19,4 137,5 132,75 99 123,5 133 117,75 123,13 229,5 118,25 88,75 19,5 138,25 132,5 202 160,4 114,5 122 116 113,13 63,13 118 120,25 89,13 139,4 103,4 164,75 91,75 31,13 289 189,5 160 30,75 1,55 10,75 10 10 11,75 109 115.25 117 105 134,4 102,13 94,75 0 0 0 7 0 6 0 0 0 12 8 113 63,75 119 120,9 89,5 139,25 102,13 164,75 90,4 30,25 284 189 160,25 110 115 117,5 104,75 171 133,75 102,5 94,9 Goldschmidt .... RütgerSwerke ... Metallgesellschaft. 160,13 240,5 115 122,5 116,5 36,5 201,5 63 119 120,5 89 103,75 164,75 31,25 287,5 190 160 22. zu Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 160,25 115,5 122,25 117,25 99,5 Handwerker und Geschäftsleute halten sich auf dem Laufenden. Neuigkeiten auf der großen Ausstel- lung: „Rhein-Mainische Wirtschaft". 20: Nachrichten. 20.10: Von Berlin: Alte frohe Heimat. Dom Rheinknie zum Schwälmer Grund. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sport- bericht. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik. Dienstag, 20. August. Öurito» Atre- 18 rüttel ..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Part« Holland .... •Italien..... Japan ...... .Nigottawien O»lo : Men....... Ltttabon .... Stockholm... Lcknvetz .... Spanien.... Prag Budapest ... Neuyork ... 63,51 81,17 33,82 1,5 10,2 10,1 10,25 12,25 12 30,75 10,1 10 10 12,4 •' 134,25 102,13 01 94,5 4% Oesterretchtfche Goldrente.... 4,20% Ocsierretchstche SUberreute 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*/,% deSgl. von 1918.......... 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagvadbahn-Anleihe Serie 1..................... ManSfelder Bergbau .. Kokswerke ........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth PHUWV Holzmann Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse fester. Frankfurt a. M., 16. Aug. Bei weiterhin recht kleinen Umsätzen eröffnete die Börse am Aktienmarkt zwar nicht ganz einheitlich, aber überwiegend etwas fester. In einzelnen Werten er» JBrieE 2,449 41.88 55,19 12,33 16,44 168,16 19,54 61,97 Bemberg........... Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Crenftetn & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade............ | Arcumularoren-Fabrik Conti-Gumm«....... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o. H.. Lombardzinsfutz 5 o. H. folgten anfangs einige Glattstellungen. Die Haltung erhielt von der aktiven Außenhandelsbilanz im Juli etwas Aregung, während sonst stimulierende Mitteilungen fehlten. Die durchschnittlichen Kursgewinne betrugen etwa 0,50 bis 1 v. H., während sich die Abschwächungen in engeren Grenzen hielten. Niedriger lagen Siemens mit 185,25 (186), Har» pener mit 116,50 bis 117 (117,50), Deutsche Erdöl mit 114,90 (115,50), Stahloerein mit 88,25 (88,75), Aku mit 63,25 (63,75) und Gement Heidelberg mit 123,25 (123,50). JG.-Farben setzten zunächst mit 159,75 (160,75) ein, zogen aber wieder auf 160,25 bis 160,50 an. Ziemlich lebhaft waren erneut Daimler Motoren mit 103,25 bis 103 (102). Ferner zeigte sich weitere Nachfrage nach Elektroaktien, insbesondere für Rheag zu 151,50 (149,75), Lechwerke stiegen auf 109,25 (108,25), Schuckert auf 132 (131,50), im übrigen lagen die gestrigen Kurse etwa behauptet. Arn Montanmarkt waren Hoesch um 1 v. H. erholt, Mannesmann gewannen 0,25 v. H., Buderus 0,50, Rheinstahl 0,40 und Dtai* Minen stiegen auf 19,90 (19,75). Don sonstigen Werten stellten sich Muag auf 76,50 (75,50), Moenus Ma» schinen auf 89,65 (89,40), Metallgesellschaft auf 116 (115,75), Westdeutsche Kaufhof auf 31,25 (30,25), Deutsche Linoleum auf 165,50 (165), Hanfwerke Füssen auf 93 (92) und Reichsbank auf 190,40 (190), Deutscher Eisenhandel auf 108 Geld (108). Am Rentenmar kt war die Haltung freundlich, das Geschäft bewegte sich jedoch in engen Grenzen. Altbesitzanleihe 111,65 (111,50), Reichsbahn» DA. 124,25 (124,13), späte Reichsschuldbuchforde» rungen unv. 97,50, Zinsvergütungsscheine 90,80 (90,85) und 6proz. Stahlverein 102,75 (102,90). Don Auslandrenten bröckelten Ungarn Gold auf 10,20 bis 10,10 (10,25) ab, dagegen erhöhten sich 4proz. Goldmexikaner auf 8,40 (8,30) und Anatolier auf 40,13 (40). Der Verlauf war schwankend, die Kurse lagen jedoch nach vorübergehender leichter Abschwächung wieder fester. So Daimler mit 102,75 bis 103,50, JG.-Farben mit 160,50 bis 160 bis 160,50. Die später notierten Werte lagen zumeist höher; Rhein. Braunkohlen 230 (226,50), Holzmann fest mit zirka 100 (97,25), ferner stiegen Hanfwerke Füssen auf 95 nach 93. Der Kassamarkt lag für Bankaktien weiter fest, insbesondere Großbankaktien blieben gesucht bei merklich höheren Kursen, ferner kamen Schriftgießerei Stempel mit 74 rat. (72) zur Notiz. Am Rentenmarkt zeigten die variablen Werte kaum eine Aenderung, etwas fester lagen einige Umtausch-Bonds des Stahlvereins. Pfandbriefe waren gefragt, Frankfurter etwas fester, die übrigen blieben ebmso wie Liquidationspfandbriefe, Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen ziemlich unverändert. 4^proz. Mainz v. 26 aber 93,50 (93,25), anderseits 4^proz. Darmstadt v. 28 93,50 (93,75), Don Auslandrenten lagen Mexikaner fest, 5proz. äußere Gold 12,50 (11,75), 3proz. Silber 5,50 (5,25), 5proz. Silber 6,13 (6), 4^proz. Irrigation 8,50 (7,90) und 4proz. Gold weiter erhöht Don unnotierten Werten waren Beck & Henkel, Kassel, auf die Mitteilunqen in der GD. stark gefragt mit anfangs 63 (58), dann bis 66,50, Ufa- Aktien 73,50 (73). Mse Bergbau ........ alle Bergbau Genüge .., Klöcknerwerke .......... Mannesmann-Röhre« ... Sonntag, 18. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: .„Das Tagewerk vor Sonnenaufgang'. Don Manfred Ky- ber. 10: Deutsche Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11.10: Dichter im Dritten Reich. Hans Franck: „Der Erste". 11.30: Deutsches Schatzkästlein. Wie ist doch die Erde so schön! 12: Dom Dolkssender Berlin: Hier spricht die Rundfunkausstellung! Große bunte Volksmusik. 14: Dom Dolkssender, Berlin: Kinderstunde. 14.30: Stunde des Landes: 15: Musik am Nachmittag. 17: Frohe Musik am Sonntagnachmittag. 18: Jugendfunk. 18.30: Klang durch den Sommerabend. 19: Rheinland! Rheinland! Das hohe Lied einer Landschaft um den Strom. 19.45: Sportbericht. 20: Opernkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Internationale Sportschau. 22.45: Sportspiegel des Sonntags. 23: Tanzfunk. 24: Nachtmusik. 0.45 bis 2: Schallaufnahmen des deutschen Rundfunks. Hlonfag, 19. August. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Dom Dolkssender Berlin: Nahestrand—Schicksalsland. Eine Funkzeichnung der Kreisgruppe Kreuznach des RDR. 10.15: Schulfunk, in 45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Dom Volkssender Berlin: Städtebild: Worms, die älteste Stadt am Rhein. 14.45: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Nachmittagskonzert. 18.30: Erinnerungen vom Sportjahr. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: des eigenen Lebens den von Feuersnot oder anderen Gefahren bedrängten Nächsten zu Hilfe zu eilen. Unter der Leitung des neuen Brandinspe^ tors Lenz sind unsere Feuerwehrmänner täglich eifrig bestrebt, durch Exerzierübungen und sportliche Betätigung sich immer aufs Neue die volle Befähigung zur Erfüllung ihrer schweren Pflicht zu sichern, wie auch in den bisherigen Jahren immer dar Streben nach dem höchsten Stand der Aus- bildung bei den Männern des Gießener Feuerwehr- dienstes maßgebend war. Die Gießener Bevolke- runq kann mit vollem Vertrauen auf das Wirken unserer Feuerwache und der Freiwilligen Feuerwehren blicken, die allezeit das höchste Ziel ihres Strebens darin sehen werden, dem Nachlten m Not und Gefahr mit aller Kraft und mit unermüdlicher Tatbereitschaft beizustehen. (Scklu^k. JJlifttiq» bSrsk 16 8 117,75 123,13 230 119,5 88,75 19,4 138 133.5 201'75 Srld 2,429 41,72 54,97 12,29 16,38 167,48 19,46 61,73 Schluß» kur« 15.8- Die diesjährige Frankfurter Messe findet vom bis 25. September auf dem Festhallengelände „ Frankfurt a. M. statt. Schon heute kann festgestellt werden, daß die Abteilungen Haus- und Küchen- fjeräte, sowie Spielwaren bedeutend besser beschickt ein werden, als im Vorjahre. Die Voraussetzungen für einen guten Erfolg der diesjährigen Messe sind insofern noch günstiger, als das Saargebiet zum ersten Male nach seiner Rückgliederung als Käufer auftreten wird. Die Abteilung Möbel wird nach Vereinbarungen mit dem Werberat der Deutschen Wirtschaft im Rahmen der Frühjahrsmesse 1936 zur Durchführung gelangen. Wochenbericht vom Frankfurter vroduktenmarkt. Im ganzen gesehen hat sich das Getreidegeschäft auch in der abgelaufenen Berichtswoche noch nicht belebt. Insbesondere Brotgetreide hatte nur kleinen Absatz, da sich die Mühlen aus den gleichen Gründen, wie in den Vorwochen, mit Aufnahmen sehr zurückhaltend zeigten. Das Angebot an kontingentierten Weizen und Roggen trat infolgedessen stark in Erscheinung. Frei verfügbares Brotgetreide war besonders stark angeboten; es hatte sich bisher schon immer nach Beendigung des Drusches bei der Landwirtschaft das Bestreben gezeigt, einen möglichst großen Teil der neuen Ernte zu verkaufen, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Kleine Abschlüsse erfolgten in hochwertigen Weizensorten zur Lieferung zweite Hälfte August bis Ende September, wogegen freier Weizen keine Nachfrage fand. Alter Weizen wurde von den Mühlen noch verlangt, das Angebot war indes unzulänglich. Für Roggen aus neuer Crnte bekundeten die Mühlen in dieser Woche wieder nur wenig Nachfrage. Diese dürfte sich aber in nächster Zeit wesentlich heben, zumal die neuen Roggenmehlpreise bekanntgegeben wurden, die im Vergleich gegen die Preise um dieselbe Zeit des Vorjahres eine beachtliche Verbilligung im Rhein-Main-Gebiet aufweisen. Das Geschäft war sowohl in altem, als in neuem Rog- aenmehl noch schleppend, auch für Weizenmehl blieb der Abzug nur auf die Deckung des täglichen Bedarfes beschränkt. Dte neuen Weizenmehlpreise artiger Unfug geradezu ein Verbrechen an der Allgemeinheit ist, das die schärfste Bestrafung verdient. 3u Hilfeleistungen bei Derkehrsunfallen der verschiedensten Art trat die Feuerwache im Jahre 1930 = 28, 1931 = 22, 1932 = 34, 1933 = 32 und 1934 = 26 mal in Tätigkeit. In allen diesen Fällen handelte es sich um Hilfe für Menschen ober Tiere in Notlage, Beseitigung von Sturmschäden oder Einsturzgefahren, Hilfe bei Hochwasser und sonstigen Wasserschäden, Gasausströmungen usw. Man sieht, daß unsere Feuerwache auch in hohem Maße als „Mädchen für alles" angesehen und benutzt wurde. Es ist ein schwerer und gefahrvoller Beruf, den unsere Feuerwehrmänner im Dienste der Gießener Bevölkerung ausüben. Zu jeder Stunde müssen sie, ohne Rücksicht auf sich selbst, den Willen und die Kraft aufbringen, auch unter Einsatz und Opfer AbendbSrse freundlich. Bei sehr kleinem Geschäft erfuhren die Kurse an der Abendbörse bei freundlicher Grundstimmung kaum Veränderungen, doch überwogen gegen den höheren Berliner Schluß meist leichte Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas lebhafter waren nur Daimler mit 103,75 (103,40). Von Schiffahrtswerten gingen Hapag noch unter den Berliner Kurs von 15,90 auf 15,75 zurück. Mon. tan- und Elektroaktien bröckelten ab, auch JG.- Farben waren mit 160,13 (160,25) nur knapp ge- halten. Die Unternehmungslust war im Hinblick auf den Wochenschluß und angesichts der nur ge- ringen Kundschaftsbeteiligung gering. Deutsche Renten lagere ftill und wenig verändert, auslön- dische Anleihen gleichfalls ruhig, nur Mexikaner etwas beachtet bei gut gehaltenen Kursen. Ani Kassamarkt ist die starke Aufwärtsbewegung bet Großbankaktien zu einem gewissen Stillstand gekommen, wenn auch die Kurse noch leicht anzogen, außer Commerzbank, die mit 96,50 unverändert lagen. Die DD-Bank 96,75 (96,50), Dresdner Bank 96,75 (96,50), Adca 84 (83), Bad. Bank 125 Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 16. Aug. In frischen Eiern blieb das Angebot zwar noch knapp, einen weiteren Rückgang hat es aber nicht erfahren. Holländische Frischeier standen in kleinen Mengen zur Verfügung, ferner waren deutsche und holländische Kühl- Hauseier genügend am Markt. Das Geschäft wat weiter flott, insbesondere zeigt der Verbrauch Intet- esse für die billigen Sorten B-D. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Groh. Handelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier (Frischware): S 12V«, A 11V, bis 11'/«, B 10V« bis 11, C 10 bis 10V,, D 9V« bis 9V«. Holländer (Frischware): S 12, A 11V», B IOV4. Deutsche Markeneier (Kühlhausware): S 10V« bis 11V«, A 10V« bis IO3/«, B 9V« bis 10V«, C 9V« bis 9V«, D 8V« bis 9. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a.M., 16. Aua. Am Butterrnnrkt ist eine weitere saisonrnähige Abnahme zu verzeichnen, das Angebot bleibt aber verhältnismäßig gut und ist reichlicher als um die gleiche Zeit des Vorjahres. Die Konsumnachfrage blieb gut, insbesondere für billige Sorten, die indes nur knapp an- geboten wurden. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkauss- preise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 144 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 143, deutsche Molkereibutter 140. Landbutter 125, Kochbutter 115 bis 120. Holländ. Butter 144 bis 146, Frankfurter Pferdemarkt. Zum Frankfurter Pferdemarkt, der am kommen- den Dienstag stattfindet, werden neben Pferden aller Gattungen einige Kollektionen mittelschwerer Hunsrücker-Bauernpferde zum Verkauf stehen; ob der in Aussicht stehende größere Transport von Arbeitspferden aus Jugoslawien bereits zum Markt eingetroffen ist, kann mit Besttmmtheit noch nicht gesagt werden. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. OieZndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1050: Mobilisierung von Zahlungsrückständen in Deutschland belgischen Exporteuren gegenüber. 1051: Bekcmnmachung KP 10 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1052: Neue Umrechnungskurse der schweizerischen Bundesbahnen. Preisfestsetzung für Fabrikkartoffeln. Fwd. Die Hauptvereinigung deutscher Kartoffelwirt- schaft hat mit Zustimmung des Reichs» und Preuhi- fchen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft laut Derkündungsblatt des Reichsnährstandes vom 15. August 1935 folgendes angeordnet: Für Fabrik- kartoffeln wird ein Erzeugermindestpreis festgesetzt. Er beträgt 8,25 Pfennig je Stärkepfundprozent. Dieser Preis gilt frachtfrei Empfangsstation der Fabrik bei Waggonanlieferung. Der Abzug für entstandene Fracht darf nicht mehr als 0,75 Pfennig je Stärke- psundprozent betragen. Entstehen höhere Frachten, so ist die Genehmigung des zuständigen Kartoffel- wirtschastsverbandes vorher einzuholen. Als Empfangsstation gilt bei Kahnanlieferung die Entladestelle der Fabrik, bei Fuhrwerksanlieferung der Entlade- ort in der Fabrik. Diese Anordnung tritt mit dem 16. August 1935 in Kraft. Die Anordnung des Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln vom 30. August 1934 wird gleichzeitig außer Kraft gesetzt. Reiche Beschickung der Frankfurter Herbstmesse. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Zeitangabe, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. .9: Werbe- konzert. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Ham 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittags konzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezitt 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirt werden bekanntlich erst ab 15. September wirksam und würben bisher noch nicht festgesetzt; bis dahin dürste das Geschäft keinen lebhafteren Umfang mehr annehmen. Am Futtergetreide- und Futter mit» t e l m a r k t blieb die Tendenz noch fest. Allerdings fanden die allenthalben niedergegangenen Regen- mengen starke Beachtung. Die noch in der Vorwoche gehegten Befürchtungen, insbesondere für die Hackfruchternte, dürsten nicht mehr begründet sein, zumal di- Futterversorgung reichlich ist. Dies ist auch Daraus zu ersehen, daß die Nachfrage nach noch nicht im Kontingent abzugebendem Weizen und Roggen sehr klein ist. Futterg erste war nicht angeboten, die Landwirtschaft hält mit Abgaben mit Rücksicht auf den eigenen Bedarf zurück, außerdem darf nicht übersehen werden, daß von der Wintergerstenernte fdyon bedeutende Mengen in den Verbrauch abgeflossen sind. Alter Hafer war noch reichlich angeboten, wurde aber wegen des hohen Preises gegenüber dem bald zu erwartenden N e u h a f e r nicht gefragt. Futtermittel aller Art, insbesondere hochwertige Misch» futter, Treber, Schnitzel und Kleie blieben stark gesucht, waren aber nur unzureichend angeboten. Nach- und Bollmehle fanden bei wieder höheren Preisen flotten Absatz. Stroh wird reichlich an- geboten, dagegen gibt die Landwirtschaft Heu nur sehr wenig unb nur zu höheren Preisen ab. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt hatte in der abgelaufenen Woche lehr lebhafte Nachfrage nach Schweinen. Das Angebot stellte sich mit insgesamt 3363 um rund 1000 Tiere geringer, so daß zu einer Verteilung an die Metzger geschritten werden mußte, um den notwendigsten Bedarf zufrieden» zustellen. Die Qualitäten waren etwas geringer als in der Vorwoche, trotzdem konnte für alle Klaffen der Höchstpreis von 54 Mark erzielt und der Markt sofort nach Beginn geräumt werden. Die im Gang befindliche Wiederauffüllung der Bestände bei der Landwirtschaft läßt in nächster Zeit wieder größere Zufuhren an Schweinen erwarten. Dagegen ist die Anspannung am Rindermarkt im wesentlichen bereits überwunden. Rund^l200 (875) Tiere standen bei wieder guten Qualitäten zum Verkauf, doch wurde das Geschäft, nachdem die beften Tiere verkauft waren, sehr langsam und für mittlere und geringe Tiere verblieb bei stärker nachgebenden Preisen Ueberstand. Kälber waren etwas reichlicher zugeführt (1277 gegen 1108) und wurden bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft und ziemlich behaupteten Preisen geräumt. Schafe wurden nach ruhigem Geschäft und unveränderten Preisen ausoertauft. * Die hessische Kohlenproduktion im Juli. Im Monat Juli wurden nach der amtlichen Statistik 88 475 Tonnen Rohbraunkohlen gefördert. Davon wurden 81 525 Tonnen zu Schwelereiprodukten weiterverarbeitet. Gewonnen wurden aus den verschwelten Kohlen 4863,65 Tonnen Rohteer, 629,025 Tonnen Leichtöl aus Schwelgasen, 13 903 Tonnen Koks, ohne die Schwelrückstände des Messeler Kohlenschiefers. * Neufestsetzung der Preise für Rogge n k l e i e. Die Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft hat mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft neue Festpreise für Roggenkleie für die jeweiligen Gebiete der einzelnen Getreidewirtschaftsverbände festgelegt. Diese haben vom 15. August bis 31. Oktober Gültigkeit. 0,670 41,95 0,141 3,053 55,14 47,06 12,355 5,445 16,41 168,24 20,31 0,729 5,696 62,06 48,05 11,191 63,66 81,21 34,11 10,3! 2,481 8ubenn .......•••••••••... 0 Deutldw $rbM .............. 4 flkllenhtcbtna.............. 0 ßarpenei .................. 0 Hoesch Eisen—KSln-Neuesse» .. 9 schaftsbericht. 14.45: Funkbericht vom Biedenkopse Grenzgang. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Fm 16: Nachmittagskonzert. 18: Was verraten uns di Gesteine unserer Heimat? Eine Viertelstunde @to logie. Von Dr. R. Börner, Frankfurt a. M. 18.15 Japan, der Staat im Osten. Die Lehren der japo nischen Wirtschaftspolitik für Deu^chland. Von Di A. Hartwig, Mainz. 18.30: Dom ewigen Nll. Kany um einen Strom. Don Dr. K. Klinghardt, Fran! furt a. M. 18.45: Zeitgenossen gibts ... 19: ist Tanz im Grünen Kranz". 19.40: Die größte deut sche Rundfunkausstellung im Betrieb. Don Jng Kaul (Wachswiedergabe). 19.50: Der Tagesspieg« des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10 Bei Nacht find die Katzen ja grau. Eine katzenmusi! anekdotische Begebenheit. 22: Nachrichten. 22.15 Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht 22.30: Schöne Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzen Berlin, 1 h. August________ ■21meritantid)e Note».............. ®elflildie Noten.................. Dänische Noten .......... Englische Noten Französische Noten Holländische Noten ......... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich. 4 NO Echilliug Rumänische Noten ............ Schwedische Noten Schweizer Noten... ...... ...... Spanische Noten................. Ungarische Retea ... . .. . ... Grttzner 0s 36,65 1 36,5 I 37 I Mainkraftwerke Höchst a.M>... 4 102,25 . 102,25 - Süddeutscher Zucker.........Ü 201 I 201 | 201,5 I Schluß!. Abend- börse 16.8 .. • 117,75 .5 - . O - 12 226,5 B’/i 118,25 . O 88,75 >. O 19,75 - 6 - .. 6' 131,5 1Vi\ 200,5 .. T 160,75 .. 9 240,5 ». O, 114 4 122 .. <4 115,75 .. O' 97,25 I .. • 123,5 | .. 4 133 I Schlußkur« 15.8. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. ,5.August 16. August Amtliche Notierung Geld | Srief Amtliche Notierung Geld l Brief Frankfurt a.UL Berlin Frankfurt e. M Serltn Schluß» für« Schluß«. AbendbSrse Gchluß- turs Schluß!. Mittag. bSrse Gchluß» kurs Schluß«. AbendbSrse Schluß- turs Schluß!. Mittag- börse Datum 15-8 16.8 158 18-8- Datum 15 8 168. 15-8 16.8. 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 101 — 101,4 — «% be«gl. Serie II ........... 11,75 11,75 12 — 4% Deutsche Retch«anl. von 1984 97,5 97,5 97,75 104,13 97,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,25 6,25 6,3 8,6 6,4 5%% Doung-Anlethe von 1980 .. 103,75 104,5 104 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8,65 8,5 8,65 5,25 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit 111,5 5,35 5,3 5,25 Auslos.-Rechten ............ 111,65 111,65 111,5 2tz% Anatolier .............. 40 40,4 — 40,5 4‘/«% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. Bolttftaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4H% etjem. Hessische Lande4banl Darmstadt Gold R. 19........ 6y,% ehem. Hess. Landes^ypo- thekenbank Darmstadt Ltaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Prooinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 100,4 97,65 96,5 101,25 93 128,75 100,5 97,65 96,5 101 93 129 100,65 97,65 96,5 100,65 126,5 Hamdurg-Amertka-Paket O oamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o ReichSbank .......... 12 16,25 18 87,5 120 94 93,75 93,75 190 15,75 17,4 87,9 121,25 96,5 96,75 96,75 190 16,65 18 87,5 119,5 93,5 93,5 93,5 190 15,9 29,5 17,4 87,9 121 96,5 96,5 96,5 190,25 Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,75 115,4 115,5 115,4 A-S.»......................O 42,75 42,4 42,75 42,25 iVi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar 611 1985 iH% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriefe....... 96,65 96,65 — — Bekula.................... io Etektr. LteferungSgesellschafi... 5 144,25 121,25 144 120,75 143,65 120,5 144 120,25 101,1 101,1 — _ Licht und Kraft ........... ey. Felten & Guilleaume......... o 139 110,75 138,5 111.25 139 111 139 111,25 5y,% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,75 101,9 102 102,25 Gesellsch.f.Etektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 134,75 149,75 134,5 150,5 131,75 150 134,9 150,25 4%% ehem. 8% Pr. Lande-Pfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Rhein. Wests. Elektr........... Schuckert S Co............ 4 139 131.5 139,13 131,75 185,25 138 139,25 132 139J3 132,13 185 4y,% ehem. 7% Pr. Lande«pfand- Siemen« L Halske............7 186 186 oriefanfL, Gold Komm. Ob!.VI 97 97 97 97 Lahmeoer L Co.............. 7 137,5 137,5 138 Steuergustch.Berrechnung-l. 85-89 107,4 107,4 107,4 107,4 0,666 0,670 0,666 41,86 41,94 41,87 0,139 0,141 0,139 3,047 3'053 3,047 55,05 55,77 55,02 46,96 47,06 46,96 12,33 12,36 12,325 5,435 5,445 5,435 16,43 16,47 16,43 167,88 168,22 167,90 20,33 20,37 20,33 0,727 0,729 0,727 5,684 5,696 5,684 61,97 62,09 61,94 48,95 49,05 48,95 11,18 11,20 11,175 63,57 63,69 63,54 81,08 81,24 81,08 34,04 34,10 34,04 10,30 10,32 10,30 2,475 2,479 2,477 Banknoten. für VI. Studenlen-Weltspiele in Budapest v. Das Bann- und Änabanusportsest 1935! Heimischer Fußball der neuen Spielzeit der neue nach gilt Lollar, Schüler Ju- Ju- Hebung 100-m-Lauf bis auf 116 und dritte Mannschaft Pokalturnier in Wetzlar l.Jgb. — 1900 1. Jgd., Steinberg gegen 1900 Schüler. 1900 Liga — JG.-Sportverein Frankfurt Die Frankfurter, die zum erstenmal in 2,70 m 0 P., 5,70 m 100 P., 11,00 m 0P., 51,00 m 100 P., 4,50 m 0 P., 9,50 m 100 P., 5,20 m 100 P. 6,00 m 0 P, 46,00 m 100 P. 3,50 m OP« 8,50 m 100 P, Tr. 120 Punkte. weit überlegen sind, zu kämpfen wissen. VfB.-R. 1. Igd. — Wißmar 1. Jgd. Durch die Verwendung der ausscheidenden Das Kußballprogramm der Spielvereinigung 1900. Die Spieloereinigung 1900 eröffnet die Spielreihe mit folgenden Spielen: Weitsprung Keulenweitwurf Kugelstoßen hinaus; denn es sind die Europameisterschaften, die aus dem Olympia-Gelände in Grünau zur Durchführung kommen. Zum erstenmal werden die neugeschaffenen Anlagen ihre Brauchbarkeit und, wie ich hoffe, ihre Schönheit und Großartigkeit vor erlesenen, fachkundigen ausländischen Gästen unter Beweis stellen. Der Rudersport ist in aller Welt dafür bekannt, daß er die edlen Gesetze des Sportes mit peinlicher Sorgfalt zur Anwendung bringt. Er hat die Olympische Idee schon jahrzehntelang praktisch vorausgelebt. Darum bin ich davon Überzeugt, daß die Europameisterschaften der Ruderer auch im tieferen Sinne eine Olympiavorprobe sein werden; eine Generalprobe nämlich für das Bestreben aller Völker, den Geist der Ritterlichkeit und Kameradschaft zur Richtschnur für ihren Verkehr untereinander zu machen. Es werden harte Kämpfe werden. Das ist gut so, denn die Erziehung durch den Sport zu jener Härte, die mit ebensoviel Ritterlichkeit gepaart ist, prägt erst den Typus dessen, der in aller West ein Sportsmann genannt wird. In diesem Sinne heißt Euch ganz Deutschland willkommen! Wehlar 1. Jgd. - 1900 1. Jgd. Die 1. Jugend folgt einer Einladung nach Wetzlar. Inwieweit ihr ein Erfolg vergönnt ist, hangt von der Aufstellung ab, die nach dem Hinüber- a.m. Gießen Tschammer und Osten, Reichssportführer." wechseln der meisten Jugendlichen in das Lager Aktiven zustandekommt. DfB.-Reichelbahn Gießen. Vfv.-R. I — Sportverein Alsfeld I. Die Gießener eröffnen den Spielbetrieb ■ Dor den Europa-Meisterschaften im Rudersport. Der Reichssportführer an die Ruderer. Oie Teilnahme: Teilnehmen an den Wettkämpfen können alle Mitglieder der Hitlerjugend und des Deutschen Jungvolks, soweit sie nicht vom Arzt befreit sind. An den Mannschaftskämpfen sollen aber nur ältere teilnehmen; beim Jungvolk soll der Mannschaftsführer 13 bis 14 Jahre alt, die übrigen sechs Pimpfe mindestens 12 Jahre alt (ein. Bei der Hitlerjugend muß der Mannschaftsführer — beim Hindernisse- päckmarsch — 17 Jahre, die übrigen sechs Jgg. mindestens 16 Jahre alt fein. Im übrigen soll es nicht so fein, daß der Einheitsführer die Teilnehmer bestimmt, sondern es soll jedem Jgg. möglich sein, an den Wettkämpfen teilzunehmen. Dabei sollen sich die einzelnen Jgg. nicht durch sportlich bessere Kameraden von einer Meldung abhalten lassen, denn es kommt ja der Hitlerjugend nicht darauf an, daß einige wenige sportlich Gutes zeigen, sondern daß möglichst alle eine gute Durchschnittsleistung erzielen. Es wird deshalb erwartet, daß sich möglichst viele Jgg. an den Wettkämpfen beteiligen. Oie Wettkämpfe des Jungvolks. Am Samstag, 24. August 1935, beginnen mor- Bei den Europameisterschaften im Rudern in Ber- lin-Grünau kamen am Freitag die Dorläufe in sechs Bootsgattungen zum Austrag. Die teilnehmenden deutschen Boote konnten sich sämtlich für die Entscheidungsläufe, die am Sonntag ausgefahren werden, qualifizieren. Bis auf Dr. Buhtz, der im Einer hinter dem Schweiezer Studach Zweiter wurde, blieben alle unsere Boote in ihren Dorläufen siegreich. Die Würzburger Derbandsmann- schäft gewann sogar beide Vierer - Rennen. Im Zweier mit Steuermann gab es keine Vorentscheidung. Volkstümliche Wettkämpfe in Grohen-Buseck. Die Turnvereine des Unterkreises Gießen im Lahn-Dillkreis haben die Veranstalter angenehm enttäuscht. Es war an sich ein Wagnis, 14 Tage nach dem Gaufest schon wieder eine turnerische Der- „Deutschlands Ruderer halten Generalprobe die Olympischen Spiele 1936. Ihre Aufgabe geht weit über den Rahmen einer landläufigen Probe Im 1500-Meter-^Lauf gab es einen roefr teren britischen Sieg durch den Neuseeländer So« velock, der bas Rennen in genau vier Minuten als Erster beendete. Im Weitsprung landeten zwei Japaner auf den drei ersten Plätzen. Sieger wurde K a j i i m a mit 7,52 Metern. Den zweiten Platz belegte der deutsche Exmeister Lang (Leipzig). Die Tenniskämpfe. Einen weiteren deutschen Tennissieg gab es im Gemischten Doppel durch das Berliner Paar Erika Weber-Heinrich Henkel. Die Deutschen standen in der Schlußrunde den Ungarn Szapari-Ereczi gegenüber und siegten mit 6:3, 6:0. Im Männer« einzel spielten sich Heinrich Henkel und der Ungar Gabrovits in die Schlußrunde. Das Männerdoppel ergab in Budapest nicht den erwarteten dritten deutschen Sieg, denn die deutschen Meister Henkel-Denker vermochten die Ungarn Gabrovits-Ferenczi nicht zu schlagen und wurden mit 2:6, 6:3, 6:4, 6:4 besiegt. Ungarn gewinnt das Säbelfechten. In der Endrunde des Säbel-Mannschaftsfechtens siegten die Ungarn, die über die Tschechen mit 13:3, über Deutschland 14:2 und über Oesterreich 14:2 erfolgreich waren, mit drei Siegen. Das Degen-Einzelfechten endete mit dem Siege des Franzosen Pecheux, der sechs Siege errang und einmal geschlagen wurde. Deutsche Leichtathletiksiege. Im Universitäts-Stadion in Budapest wurden am Freitag vor rund 5000 Zuschauern die leichtathleti- chen Wettkämpfe fortgesetzt. Erwin Wegner gewann den Hürdenlauf. Er siegte in der glänzenden Zeit von 14,7 Sekunden vor dem Ungarn Kovacs und dem Japaner Mura- kani. Im 1 00 « Meter - Laus gab es einen erbitterten Endkampf und in der Zeit von 10,8 Sekunden gingen Sir (Ungarn), Suzuki (Japan) und Scarr (England) gemeinsam ins Ziel. Sir hatte einen kaum merklichen Vorsprung. Im 400-Meter-Lauf lief der Franzose Boisset ein ganz hervorragendes Rennen. Er siegte in der guten Zeit von 48,9 Sekunden. Mit dem Start der polnischen Olympiasiegerin und Weltrekordinhaberin Stella Walasiewicz (Walsh) war im 100-Meter-Lauf die Siegerin gegeben. Im Endlauf war Stella Walasiewicz nicht zu chlagen. Sie siegte in genau 12 Sekunden. Die Olympische Staffel war ein scharfes Ringen zwischen England und Deutschland, das S t o t h a r t für die Engländer entschied. Der Stuttgarter D e f • ecker lief taktisch falsch. Im Diskuswerfen der Frauen war die Weltrekordinhaberin Gisela Mauermeyer natürlich nicht zu schlagen. Sie gewann den Wettbewerb mit der Weite von 44,93 Metern. Samstag: 1900 Liga — JG.-Sportverein Frankfurt a. M., Wetzlar Schüler — 1900 Schüler, Wetzlar AH. — 1900 AH. Sonntag: Tuspo. Treysa — 1900 Liga, zweite gleiche Mannschaft von Großen-Linden. Die Stärke der Gäste ist hier nicht bekannt, doch rechnet man mit einem Siege der Einheimischen. Nachdem der Spielbetrieb innerhalb der Schuler anftaliung vorzusehen. Aber die Tatsache, daß der Jugend in den Vereinen noch kaum Gelegenheit zum Wettkampf gegeben worden war, wirkte sich in den Meldeergebnissen vorteilhaft aus. Die noch gestern genannten Ziffern sind beträchtlich über» schritten, nachdem in Anbetracht der Ferien der Meldeschluß nicht streng eingehalten wurde. Nun sind es über 8 0 0 Wettkämpfer in allen Stufen. Hiervon stellen die Schüler mit 300 weitaus die größte Anzahl. Auch im Verhältnis von Turnern zu Turnerinnen hat sich nicht das in den letzten Wochen aufgetauchte Gerücht, die Turnerschaft werde langsam zu einem Frauenver- band, bestätigt; denn 600 gemeldeten Turnern stehen nur 220 Turnerinnen gegenüber. Die Turn-Kreisleitung kann angesichts dieses großen Meldeergebnisses von Glück sprechen, daß sie die Veranstaltung einem so gut geleiteten Verein, wie dem Turnverein Großen-Buseck, übertragen hat, der andererseits bei der Gemeindeverwaltung das nötige Verständnis gefunden hat und einen großen Festplatz zur Verfügung erhielt. Wenn nun noch das Wetter auf dem beschrittenen Wege der Besserung bleibt, so sind alle Voraussetzungen aeqeben, daß sowohl die Wettkämpfer einwandfreie Plätze vorfinden, wie auch dafür, daß am Nachmittag die Bevölkerung und die zu erwartenden Zuschauer bei den allgemeinen Vorführungen auf ihre Kosten kommen. Die Unterkreise Wetzlar und Dillenburg führen dieselbe Veranstaltung am 25. August in Hai g er durch. Für diese Veranstaltung ist der Meldeschluß erst auf den 19. August festgelegt, so daß sich setzt noch nicht sagen läßt, ob die Beteiligung hier ebenso groß wird, wie in Großen-Buseck. Es ist aber stark zu hoffen, daß auch in Haiger die Wettkämpfe eine sehr starke Besetzung finden werden. Kettenschießen in Bieder Dieser Tage fand in Bieber das Kettenschießen des Kreises Biedenkopf und „Wetzlar-Nord" statt. Geschossen wurden drei Schuß liegend und drei Schuß stehendfreihändig (ohne Probeschuß) um die beiden Schützenketten. Sieger der Silbernen Kette wurde die Mannschaft des Schützenvereins Launs- bach: Ernst Müller, Otto Debus und Rudolf Müller mit dem sehr guten Ergebnis mit 174 Ringen. Sieger der Bronzenen Kette Schützenverein Bieber: Christ. M e l h i n g und Duten- Hofer mit 161 Ringen. Den Schützenstern schoß W e i g a n d-Buchenau (61 Ringe) und die zwei Plaketten Otto Wagner- Bieber (60 Ringe) und Hermann G e r l a ck - Dautphe (57 Ringe). Es schossen insgesamt 19 Mannschaften um den Sieg. 16,5 Sek. 0P., 17,5 Sek. 0 P. 11,5 Sek. 100 P., 12,5 Sek. 100 P. 2,20 m 0P, lange Zeit vollständig ruhte, erscheint am kommenden Sonntag eine neue Schülermannsckaft auf dem Plan. Es ist Herrn Trainer Zupan dafür Anerkennung zu zollen, daß er in einigen Wochen einen Jugendbetrieb zu schaffen in der Lage war, der als mustergültig anzusehen ist. So werden auch die Kleinen der Teutonen den jungen Gästen von der Spieloereiniaung 1900 Gießen eine anerkennenswerte Partie liefern. ckußbiM der Kreisklaffen. Leihgestern — Ober-Rosbach, Leihgestern II gegen Ober-Rosbach II, VfB. III — Lang-Göns, Launs- bach — Steinbach, Großen-Linden — Steinberg II. Jugendspiele: DfB.-R. — Wieseck, Stein- berg — Großen-Linden, Wißmar — DsB'R. II, Launsbach — Steinbach. Lollar feiert sein 15jäbriges Bestehen und hat aus diesem Anlaß Pokalspiele ausgeschrieben. Di« Meldungen hierzu sind sehr zahlreich. Die Aufsicht führt Herr Kreisführer Henkel, während für dis Leitung der Spiele die Gebrüder Rüspe 1 er an« gesetzt wurden. Diese Namen geben Gewähr füt einen reibungslosen Verlauf der Spiele. Leihgestern muß stch sehr anstrengen, wenn ein ehrenvolles Ergebnis herausaeholt werden folL Ober-Rosbach spielt in der Bezirksklasse. Das Spiel der zweiten Garnitur wird wohl die Gäste als Sieger sehen. VfB III dürste einen sicheren Sieg über Lang-Göns erringen können. Launsbach will das Ergebnis des Vorspieles in Steinbach revidieren. Es ist fraglich, ob es gelingt. Großen-Linden hat zu kämpfen, soll Steinberg II besiegt werden, I es kann auch umgekehrt kommen. Auslauf bis zum Ziel beträgt 10 Meter. Wer« t u n g : 3 Minuten — 0 Punkte, 1 Min. 20 SeL, — 100 Punkte. Ballzielwurf (innerhalb des Mannschafts« fünfkampfes): Entfernung: 15 Meter. Ziel: Recht« eckiges Fenster, Große 100X150 Zentimeter, zwei Meter über dem Boden. Wurfzahl: Jeder Teilneh« mer hat fünf Würfe. Wertung: 1 Treffer -- 20 P. Oie Wettkämpfe der Hitlerjugend. Hindernis-Gepäckmarsch. Länge des Marsches: 17 Kilometer. Die gesamt- Marschstrecke ist in fünf Teilstrecken unterteilt; am Ende einer jeden Marschstrecke befindet sich eine Leistungsstelle. Teilstrecke I = 3 Kilometer (6 Kilometer), Leistungsstelle 1: Zeltbau. Wertung: 25 Minu« ten = 0 Punkte, + 1 Minute = 10 Strafpunkte, — Minute = 5 Gutpunkte. Teilstrecke II: = 3 Kilometer (2,5 Kilometer), Leistungsstelle 2: Meldung. Wertung? 15 Minuten = 0 Punkte, + 1 Minute = 10 Strafpunkte, — 1 Minute --- 5 Gutpunkte. T e i l st r e ck e III: — 2,5 Kilometer (2,5 Kilometer), Leistungsstelle 3: Kochen. Wertung Ix 60 Minuten — 0 Punkte, + 1 Minute — 10 Straf« punkte, — 1 Minute — 5 Gutpunkte. Teilstrecke IV: = 2,5 Kilometer (3 Kilometer), Leistungsstelle 4: (Tarnen) Flußüber- gang. Wertung: 10 Minuten — 0 Punkte, + 1 Minute = 10 Strafpunkte, — 1 Minute = 5 Gutpunkte. lei (ft rede V: — 6 Kilometer (3 Kilometer), Leistungsstelle 5: Schießen. Hebung: 5 Schuß liegend freihändig; Entfernung: 50 Meter; Scheide? 12er-Kopfringscheibe; Gewehr: K.-K.-Gewehr (eotL Mauser Mod. 1934). Wertung: 1 Ring = 2 Punkte, 1 Treffer = 5 Strafpunkte, 1 Fehler — 10 Strafpunkte. Es wird in zwei Marschgruppen marfAiert Marschgruppe 1 in der angegebenen Reihenfolge, Marschgruppe 2 in umgekehrter Reihenfolge (Entfernungen eingeklammert). Wertung der Marschzeit: 6 Stunden = 0 Punkte, + 1 Minute — 5 Strafpunkte. 5 Stunden 30 Minuten = 20 Gutpunkte, — 1 Minute = 5 Gutpunkte. 5 Stunden = 170 Gutpunkte, — 1 Minute — 20 Strafpunkte. Diese Wertung, besagt folgendes: Es darf nicht länger als 6 Stunden marschiert werden, da jede Minute, die länger gebraucht wird, mit 5 Strafpunkten bewertet wird. Es darf andererseits aber auch nicht weniger als 5 Stunden marschiert werden, damit sich die Jungens nicht abhetzen. Aus diesem Grunde wird jede Minute, die weniger gebraucht wird, mit 20 Strafpunkten belegt. kanntgabe des offiziellen Programms sind noch genbe Punkte zu beachten: IHelbetermin: Die Meldungen der Fähnleinführer müssen spätestens Montag, 19. August 1935, 18 Uhr, der Geschäftsstelle des Bann und Jungbannes Voraussage nicht zu treffen. Es wird darauf an» kommen, wie die Hiesigen sich zusammenfinden. vfv.-R. 2. Jgd. — wieseck 1. Jgd. In diesem Spiele sollten die Gäste den Sieger stellen. Sie dürften spielerisch und auch körperlich den Gießenern überlegen sein. ,SG. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Vier Mannschaften beginnen den Spielbetrieb. Nachdem mit dem 15. August die Sommersperre beendet ist, treten am morgigen Sonntag alle Mannschaften des FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg wieder auf den Plan. Die mehrwöchige Sperre wurde zur weiteren Ertüchtigung und Verbesserung des spielerischen Könnens der Sportler ausgiebig ausgenutzt. Herr A. Zupan, ehemaliger Trainer von Hüsten 09, Gleiwitz u. a. namhaften Vereinen, betreute die Mannschaften der Teutonen, die sich willig einem harten Training unterwarfen. Hie Spiele am kommenden Sonntag sollen nun zeigen, ob und inwieweit ein Fortschritt in der Entwicklung der Mannschastsleistungen zu verzeichnen ist. Die erste Mannschaft dürfte wohl am meisten — weil stets alle restlos zu den Trainingsstunden erschienen — Verbesserungen nachweisen können. Mit der Aufstellung: Happel; K. Schmandt, im Gefach des Stellenleiters für körperliche Schulung abgegeben worden fein. Nachdrücklichst wird erklärt, daß alle später eintreffenden Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden. Dies trifft insbesondere für die Fähnleinführer 4, 7, 8, 9, 13, 15 und 19 zu, die nicht bei der Besprechung am Donnerstag, 15. August, in Gießen auf der Jungbanngeschäftsstelle anwesend waren. Bei der Meldung ist neben der anzuführenden Wettkampfart folgendes anzugeben: Name, Vorname, geboren am, Fähnlein ... Gemeldet werden kann für: 1. Mann- schaftskampf, bestehend aus 60-Meter-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf, Ballzielwurf und Hindernislauf; 2. 8X50-Meter-Staffel (Bahnstaffel), jedes Fähnlein eine Mannschaft; 3. Handballmannschaft (jeder Stamm eine Mannschaft); 4. Dreikampf, bestehend aus 60-Meter-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf; 5. 60-Meter-Lauf (mit Dor-, Zwischen- und Endlauf); 6. Weitsprung; 7. Hochsprung; 8. 50-Me» ter-Brustschwimmen; 9. 50-Meter-Rückenschwimmen; 10. 50-Meter-Freistilschwimmen. Wertung: Punktewertung besteht für bee Mannschaftsfünfkampf unb ben Dreikampf. Alter der Wettkämpfer: 1. Mannschaftsfünfkampf: Ein Führer unb sechs Pimpfe. Offen für alle nach bem 1. Januar 1921 geborenen Pimpfe, mit Ausnahme bes Mannschaftsführers, der älter sein darf. 2. 8X50-Meter-Stafsel Offen für alle nach dem 1. Januar 1921 geborenen Pimpfe. 3. Handballspiel: Offen für alle nach dem 1. Januar 1921 geborenen Pimpfe, mit Ausnahme des Mannschaftsführers, der möglichst nicht über 15 Jahre alt fein soll. 4. Dreikamps und Einzelkämpfe: Alle vor dem 1. Januar 1923 geborenen Pimpfe Klasse 1, alle nach dem 1. Januar 1923 geborenen Pimpfe Klasse 2. Hindernislauf (innerhalb des Mannschaftsfünfkampfes): Länge der Bahn 120 Meter; fünf Hindernisse. Vom Start zunächst eine Bahn von 25 Meter, dann das erste Hindernis: ein zwei Me- ter breiter Graben; bann eine Bahn von roieberum 25 Meter, nun das zweite Hindernis: ein fünf Meter langes, 45 Zentimeter hohes Drathnetz, paralell über den Boden gespannt; anschließend wieder 20 Meter Bahn, dann das dritte Hindernis: ein vier Meter langer, 30 Zentimeter hoher Schwebebalken; nun 19 Meter Bahn, bann das vierte Hindernis: zwei Tische, 1,50 Meter breit, quer gestellt, mit einem Abstand von zwei Meter hintereinander, der erste zu überklettern, der zweite zu durchkriechen; anschließend eine 5-Meter-Bahn, jetzt das fünfte Hindernis: eine zwei Meter hohe Bretterwand, Der K-ulenzielwurf: 0 Treffer 0 P., 6 Beim Keulenzielwurf beträgt die (Entfernung 8 Meter für ben Wurf im Liegen, 16 Meter für ben Wurf im Knien, 24 Meter für den Wurf int Stehen. Auf jede der drei (Entfernungen gibt es zwei Würfe. Auf 8 Meter für 1 Treffer 10 Punkte, auf 16 Meter für 1 Treffer 20 Punkte, auf 24 Meter für 1 Treffer 30 Punkte. Es wird auf „Liegend- Schützen" (Pappscheiben) geworfen, die im Mittel« punkt eines Kreises mit dem Durchmesser von Diese Veröffentlichung als amtliche Benachrichtigung. Wertung der Hitlerjugend: Klasse I Klasse II Leistung Punkte Leistung Punkte 4 Meter stehen. Sportfleitmng. Die Sportkleidunaist: Schwarze Turnhose, weißes Turnhemd mit HJ.-Abzeichen, Turnschuhe. Das Jungvolk trägt beim Mannschafts-Fünfkampf den Jungvolkdienstanzug (beim 100-Meter-Lauf dürfe« Turnschuhe getragen werden). Stelle für kSrperlicke Schulung Im Bgnn 116. , Die zweite Mannschaft, die jetzt vielleicht endlich ihre richtige Ausstellung gefunden hat, müßte, wenn ihr das Glück, was nun einmal bei Pokalspielen dazu gehört, hold ist, mit im Dordertrefsen enden. DK dritte Mannschaft wird wohl etwas unter Lampenfieber zu leiden haben, denn sämtliche Spie- gendlichen in aktiven Mannschaften tritt die gend in ihrer neuen Aufstellung zum ersten Male auf den Plan. Unter diesen Umständen ist eine starten, pflegen, wie dies bei allen Frankfurter Mannschaften der Fall ist, den bekannten süddeutschen Kombinationsfußball. Die Arbeit des Trainers Kraushaar (früher Rot-Weiß Frankfurt a. M. unb Kickers Offenbach) hat bis jetzt guten Erfolg gezeitigt, das beweisen bie seitherigen Spielergebnisse. In der abgelaufenen Spielzeit verlor JG.- Sportverein nur ein einziges Spiel, und zwar durch eine überaus harte Elfmeter-Entscheidung des Schiedsrichters. Weist die Mannschaft auch keinen überragenden Mann auf, so sind die Spieler doch so ausgeglichen, daß eine gute Mannschaftsleistung zustandekommt. 1900 tritt zu dem Kamps in folgender Aufstellung an: Schmidt; 3eiter, Lippert; Mank, Langsdorf, Glitsch; Wilhelm!, Heilmann, Koch, Schmelz, Dörr. lieber die Hintermannschaft sind nicht viel Worte zu verlieren. Schmidt mit seiner selbstverständlichen Ruhe wird sich mit seinen beiden Voroerleuten allen Angriffen widersetzen. In der Läuferreihe hat man einen Umbau vorgenommen. Langsdorf auf seinem ihm früher jahrelang anvertrauten Platz wird auch heute noch feinen Mann stellen, durch die Anleb- nung an das V^-System ist sein Aufgabenkreis nicht mehr so umfangreich. Mank und Glitsch werden ihm geschickte Assistenten fein. Im Sturm erscheint Heilmann auf halbrechts. Sein Nebenmann ist Wil- helmi. Koch, Schmelz unb Dörr wirb Heilmann nicht vernachlässigen, woburch also andere Stürmerleistungen zu erwarten sind, als vor der Sommerpause. SV. Wetzlar Schüler — 1900 Schüler. Die Schülermannschaft tritt in Wetzlar auf den Plan. Das Spiel leitet die Jubiläumssportwoche bes Wetzlarer Sportvereins ein. p SV. Wetzlar Ah. — 1900 Ah. 1900‘s AH. trachtet für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche zu nehmen. Dies wird aber nur möglich sein, wenn eine Mannschaft nach Wetzlar fährt, die Aussicht auf Erfolg hat, denn die Alten Herren von Wetzlar werden bestrebt fein, anläßlich ihres 30. Jubeltages ihrem Verein einen Sieg zu präsentieren. Tuspo. 1871 Treysa — 1900 Liga. Am Sonntag fährt die Ligamannschaft nach Treysa zu Tuspo. 1871. Heber die Spielstärke Treysas ist hier wenig bekannt. Man hofft jedoch, daß eine einigermaßen gute Leistung genügen wird, um ein achtbares Resultat herauszuholen. 2. und 3. Mannschaft beim potalturnier in Lollar. der Sperre mit einem Rückspiel qegen die Alsfelder. Das Vorspiel, das einen unentschiedenen Ausgang nahm, hat den Hiesigen bewiesen, daß die Gäste von ihrer früheren Spielstärke fast nichts eingebüßt haben. Man sieht daher diesem Spiel mit gemischten Gefühlen entgegen, da die Hiesigen ihre stärkste Mannschaft durch das Fehlen von Hechler, Leutheuser I und (Erben nicht zur Stelle haben. Trotzdem hat man in die verjüngte Mannschaft Vertrauen. Es sollte ein schönes Spiel zustande kommen, dessen Ausgang als ungewiß angesehen werden muß. Vfv.-R. III — Lang-Gons I. In diesem Spiele sollten die Hiesigen ihren Vorspielsieg wiederholen können. Die Gäste werden, trotzdem die Hiesigen ihnen in technischer Hinsicht Fett; Schäfer, H. Schmandt, E. Burger; Jung, Lang, Fischer, Haas unb O. Burger tritt sie au eigenem Platze der Referoe des Gauligavereins Bad-Nauheirn gegenüber. Den Gästen geht ein sehr guter Ruf voraus, waren sie doch in ihren letzten Spielen in der Laae, Bezirksklassenrnann- schäften ihres Kreises zu schlagen und überdies hoch zu schlagen. Bad-Nauheirn wird mit: Kistner; Rosenbecker, Koch; Keller, Rernee, Frank; Grieser II., H Frank, Grieser I., Will und Klee eine recht kampfkräftige Mannschaft auf Reisen schicken. Die zweite Mannschaft spielt in Großen- Linden gegen die dortige erste Mannschaft. Sollte hier von dem reichlich zur Derfüaung stehenden Spielermaterial eine einheitliche Elf zusammenge- ---------v—. - z . stellt werden können, so dürfte man dem Ausgang ler sind die im vergangenen Jahr tätig gewesenen gufes Treffens nut guten Aussichten entaegensehen. Spieler der 1. Jugend. wDie I u g e n d m a nn s ch a s t empfangt die gens um 8 Hhr auf bem Universitätssportplatz bie Wettkämpfe bes Deutschen Jungvolks. Vor der Be- fol- Bernard&Sohn SSA./7» (ßettnaren K681B Kb786 KUOf Fuß- (£tuno-TTlonton| Kaliammonsalpeter, CARLNowACK GIESSEN SELTERSWEG 81 4665 A GeseUenvvüfungen! SWll,SSlllslMeN.7 Kreishandwerkerschast Gießen/Lahn Zwei prächtige Bücher für den Vogelfreund Mfiser® Vxf hob®n 1659D IjNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER STICKSTOFF SYNDIKAT Dreher, Elektro-2nstallaieure,Feinmechaniker,Fonner,Maschinen- schlosser,Meialldrücker,Schlosser,Siempelsetzer,Zahntechniker ufnx sind soeben bei mir ein- Damen - Kleidung und Alle Lehrlinge (Industrie-Lehrlinge) im Kreise Gießen, die einen der nachstehenden Berufe erlernt und ihre Lehrzeit im Herbst d. I- beendet haben, wollen sich in der Zeit vom 19. August bis 1. September bei der getroffen I Im Album für im Album für Kinder- für Aussteuern, das ist unsere Spezialität: Immer wieder werben wir um das Vertrauen unserer Kunden, denn wenn irgendwo gute Qualität notwendig ist, dann bei all. 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