VtiZSSKM * ■■ ■ *. - '&.< <» Ml und gute err- i Me« igenb* 1 Se« wicht >art h bei lerlor )e er zende® nn puren J. Ver bst ff®' Bießen. KobeL 414»° garav ertro» nvS - Mittwoch, 17-3UH 1055 Rt.164 Erstes vlatt 185. Zahrgang «rfcheim rLgktch, autzer >SEar Ä M »nnalime oon rinzelge« Sonntags und Feiertags Aät V M EL. W ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die gnuftriett« A A Lä A A A A AÄ W AA A jA A A AA bts8-y,Ul)rbes-Bormittags Ei-n°n-r Familienblatter MW I !■ ffirunöpretfe fürlmmtjöh« tszssr i 111 PK PH PT 71 IkPiHPI Mit 4 Beilagen RM. 1.95 WUWff W ■ B «M SS* ■ H K H JF ES B B W* ■ K B Hk B anzeigen von 70 mm Brette Ohne Illustrierte . 1.80 V H K B B W/ B JmL B BL ■ Whp'' W W 60Rpf.,Platzoorschrift oder Zustellgebühr .. w - 25 ■ B B B B schwieriger vatz 25°/„ mehr von^ einzelnen^ Nummern Ermässigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-. Vereins», gemein« M-M General-Anzeiger sm tvberhessen WW-W ° - behördlicheAnzeigenbRpf. giaitffurt am main 11688 vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitnng nnö Geschaftrftelle: Zchulftrabe 7 Mengenabschlüsse Staffel S Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die britischen Frontkämpfer bei deutschen Kameraden zu Gast Am Grabe Mthosens zung Betroffenen. Und in der Rolle von Polizisten fühlen sich, glaube ich, die meisten Soldaten unbehaglich." Das ist der dichteste Ausdruck für das, was hier gemeint ist: Das Gefühl für das Wesen des Kriegers, der seinen Gegner schätzt. Es ist in dieser Beziehung bemerkenswert, wie wenig Lloyd Georges Zwischenspiele im engli- chen Parlament gegenwärtig geschätzt werden von Englands Volksvertretern.: — man möchte nicht allzu deutlich an jene unglückselige Periode englischer „liberaler" Politik erinnert werden, in der das deutsche Volk von seinen ehemaligen Kriegsgegnern (unter französischer Führung) entehrt wurde und in der jene soldatische Ehrauffassung von der Kriegs- Entente mit Füßen getreten wurde. Lloyd George ist nun einmal der Vertreter Englands im „Rat der Bier" in Paris (1919) gewesen ... Damals, am Rhein, während der Befatzungszett, haben britische Soldaten zuerst klar gesehen über die Grenzen der politischen Gartenzäune hinweg: sie erkannten das deutsche Volk, so wie es wirklich ist. und sie sahen daneben die farbige Soldateska Frankreichs — und zogen persönlich die Folgerungen daraus ... Damals bildete sich der Kern jener Bewegung, die heute zur aufrichtigen Begegnung deutscher und britischer Soldaten geführt hat. Damals, in den Tagen der tiefsten Erniedrigung Deutschlands, erwachte in den englischen Soldaten der Instinkt wieder, der die Rangunterschiede bestimmt. Damals begannen sie gegen die eigene Volksmeinung der Heimat diese gefühlsmäßig wieder erfaßten Wertbegriffe zu vertreten, was nicht immer eine dankbare Aufgabe war. So ist aus dieser tiefen Erniedrigung nach anderthalb Jahrzehnten ein Aufstieg geworden — weil das deutsche Volk sich wieder einer soldati- ch e n Führung unterstellte, weil wieder die soldatischen Werte in Deutschland obenan stehen. Rur mit diesen Werten aber konnten gerade die Deut- schen für sich in der Welt werben und das wieder am ehesten bei dem soldatischen Nachbarvolk, den stammverwandten Engländern. einem Senkung um 10 v. h. ein. Die Hausbesitzer erhallen entsprechende Erleichterung bei den Zinszahlungen für Hypotheken. Als weitere Gegenleistung werden die Zuschläge für kinderreiche Familien von 3 Kindern an erhöht. Schließlich sind noch Erleichterungen vorgesehen, um die im Ausland fest gefrorenen Gelder für die Ausfuhr freizumachen. der Preise für Elektrizität und Gas um 5 v. h. vorgesehen, eine Senkung der Preise für 3 n d u st r i e k o h l e um 5 bis 10 v. h. Die Preise für künstliche Düngemittel werden um 5 v. h. gesenkt. Der V r o t p r e i s erfährt mit Wirkung ab 18. Juli eine Senkung um 10 Centimes (gleich 1,6 Cents) für 1 Kilogramm, für Wohn- und Geschäftsräume unter 10000 Franken Jahresmiete tritt Das Echo der Mverordnmigeii. Die Marxisten machen gegen das Kabinett Laval mobil. Der Verband der. Frontkämpfer hatte sich bereits am Dienstag mit der Haltung gegenüber den zu erwartenden Gesetzesoerordnungen beschäftigt. Die Frontkämpfer hatten den Ministerpräsidenten in den letzten Tagen wissen lassen, daß sie selb st zu gewissen Opfern bereit seien, daß sie aber keine Abstriche an d e n Bezügen der Kriegsopfer dulden würden. Am heutigen Mittwochvormittag wird der Verband erneut zusammentreten, um zu der nun geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Der neue französische Kreuzer ,/StorH1laife/z Paris, 16. Juli. (DRB.) Der französische Kreuzer „Marseillaise", der am Mittwoch in Gegenwart des Kriegsmarineministers in St. Nazaire vom Stapel laufen wird, ist das 6. und letzte Schiff einer Serie vom Typ. des Kreuzers ,La Galifso- niere". Der Kreuzer hat eine Wasserverdrängung von 7600 Tonnen, Maschinen von 84 000 PS, die ihm eine Geschwindigkeit von 31 Seemeilen verleihen. Bestückt wird der Kreuzer mit 9 Geschützenvon 15,5 cm, je drei in einem Turm, und mit 8 F l u g z e u g a b w e h r g e s ch ü tz e n von 9 cm , sowie 4 Torpedorohren. Der Kreuzer wird zwei Flugzeuge an Bord mitführen und mit einer Flugzeugschleudervorrichtung versehen fein. Die Besatzung wird aus 28 Offizieren und 580 Mann bestehen. Von Fachleuten wird der neue Kreuzer als eines der bestgelungenen Schiffe seiner Art bezeichnet. Umfangreiches Sparprogramm zur Sanierung der Slaats- finanzen vom französischen Mnisterrat verabschiedet. Senkung der Gehälter.-Steuererhöhung für hohe Einkommen.-Gewinnkürzungen für Kriegslieferanten. — Senkung der Lebenshaltungskosten. Besuch beim KyWuferbund. Berlin, 16. Juli. (DNB.) In den Vormittags- stunden statteten die englischen Frontkämpfer dem Kyffhäuserbund einen Besuch ab. Der Führer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhard, hieß im Kreise seiner Mitarbeiter im Versammlungs- saal des Kyffhäuserbundeshauses Major Fetherstone- Godley und Oberst a. D. Murray kameradschaftlich willkommen, entwarf einen anschaulichen lieber- blick über die englische und die deutsche Freund- schäft im Laufe der Jahrhunderte und wies auf die gemeinsame Arbeit der Frontsoldaten im Dienste des Friedens und zum Wohle ihrer Kameraden hin. Oberstleutnant a. D. Wietersheim fchil- derte dann die Geschichte, Zweck und Ziel des Kyffhäuserbundes, des ältesten und größten Krieger- bundes ehemaliger deutscher Soldaten. Der Führer der englischen Abordnung, Major Fetherstone-God- ley brachte zum Ausdruck, daß eine zukünftige gedeihliche Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Soldatenbünden ein Segen für beide Völker werden würde. England habe nur einmal in der Weltgeschichte Deutschland als Feind gegenübergestanden. Dies dürfe niemals wieder geschehen. Der Führer des Kyffhäuserbundes überreichte seinen englischen Gästen eine Kassette mit künstlerischen Aufnahmen vom Kyff- Häusergebirge und dem Denkmal deutscher Kameradentreue. An die Besichtigung der Modelle vom Kyffhäuserdenkmal, sowie von Kyffhäuser-Waisen- heimen und -Erholungsheimen schloß sich ein kurzes kameradschaftliches Zusammensein, bei dem die englischen Gäste Gelegenheit hatten, sich über die verschiedenen Arbeitsgebiete des Kyffhäuserbundes und seiner 32 000 Kameradschaften umschließenden 22 Landesverbände zu unterrichten. Besichtigung der Kriegersiedlung Britz. Die britischen Frontkämpfer statteten dann unter Führung von Staatskommissar Lippert und Reichsjührer der NSKOV. Oberlinbober der Kriegersiedlung in Britz einen Besuch ab. Siedlerfrauen und -fintier überreichten als Willkommens- gruh große Feldblumensträuße, die mit herzlichen Worten des Dankes angenommen wurden. Die Gäste, die sich auf einem längeren Rundgang von dem vorbildlichen Aufbau dieses von echt nationalsozialistischem Geist zeugenden Sozialwerkes überzeugten, gaben ihrer Anerkennung des Gesehenen Ausdruck. Die insgesamt 172 Parzellen umfassende, vor etwa dreiviertel Jahr bezogene Siedlung ist : ein Gemeinschaftswerk von Reich, Stäat, Stadt Berlin und NSKOV. Das Ziel ist, den Siedlern bei geringen Amortisationsquoten einen schuldenfreien Besitz zu sichern. Anschließend besichtigten die briti» 1 schen Frontkämpfer noch das Adolf-Hitler- , Haus (Kriegsblindenheim) und das i Jnvalidenhaus in der Scharnhorftftraße, um - dann die Grabstätte des deutschen Fliegerhelden ' von Richthofen auf dem Jnvalidenfriedhof zu be- I suchen,, wo sie einige Minuten in stummem Ge- 1 denken verweilten. Gaste in Karinhall. Auf Einladung des Ministerpräsidenten und Oberbefehlshabers der Reichsluftwaffe, General der Flieger, Hermann Göring, besuchte die Abordnung der britischen Frontkämpfer nachmittags das Naturschutzgebiet der Schorfheide. Im Auftrage des Ministerpräsidenten, der in Süddeutschland weilt, bewirteten seine beiden Staatssekretäre SS. - Gruppenführer Körner vom Staatsministerium und Generalleutnant Milch vom Luftfahrtministerium die englischen Gäste im Jagdhaus Karinhall. Anschließend wurden die Waldgebiete der Schorfheide mit ihrem reichen Wildbestand sowie die Elch- und Wisentgehege bei Hubertusstock besichtigt, wobei die Wildfütterung besonderes Interesse erregte. Dabei kam es zu einem regen kameradschaftlichen Gedankenaustausch zwischen den englischen und deutschen Frontsoldaten. Um 18 Uhr fuhr die Abordnung zu einem Besuch nach Hamburg ab. 3n Hamburg. Hamburg, 17. Juli. (DNB.) Die britische Frontkämpferabordnung traf Dienstagabend auf dem Dammtor-Bahnhof ein. In ihrer Begleitung befand sich u. a. Reichskriegsopferführer Ober- linbober. Nach der Begrüßung begaben sich die britischen Frontkämpfer, von der vor dem Bahnhof harrenden Menge herzlich begrüßt, zum Uhlenhorst er Fährhaus, wo auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters K r o g • mann ein Begrüßungsabend stattfand. Bürgermeister Krogmann brachte ein Siegheil auf den König von England und auf den Führer und Reichskanzler aus und begrüßte die britischen Frontkämpfer im Namen des hamburgischen Senats und der Bevölkerung Hamburgs herzlich. -Es fei eine alte Erfahrung, daß die tapferen Gegner, die sich im Kampfe gegenübergestanden hätten, eher bereit seien, sich gegenseitig die Hände zu reichen zur Verständigung und zur Freundschaft, -k^ntkämvfer-Deleacttion stattete dem Grabe Manfred von Richthofens auf Dem Jiwa- D'° X abum dort Blumen niederzulegen. In der Mitte der Führer Iiden.Friedhof m^°rUn^e.nen Besuch Major Fetherstone-Sodley. (Sch-rl-M.) Paris, 17. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Nachdem der Kabinettsrat am Dienstag von 21 Uhr bis gegen Mitternacht im Außenministerium getagt hatte, um die Gesetzesverordnungen vorzubereiten, trat um Mitternacht unter Vorsitz des Präsidenten der Republik der Mini st errat zusammen. Um 2 Uhr morgens wurde in einer amtlichen Mitteilung bekanntgegeben, daß die Gesetzesoerordnungen von der Regierung verabschiedet worden sind. Es handelt sich dabei um insgesamt 28 Verordnungen, durch die Einsparungen im Betrage von insgesamt 10 9 5 9 Millionen Franken erzielt werden sollen. Diese verteilen sich wie folgt: 7063 Millionen Einsparungen im Staatshaushalt, 195 Millionen bei der Amortisationskasse, 1385 Millionen im Haushalt der Gemeindeverbände und 2316 Millionen bei den Eisenbahnen. Die Sparverortinungen sehen vor allem eine Kürzung sämtlicher Ausgaben des Staates, der Gemeindeverbäntie, der Kolonien, der konzessionierten Gesellschaften und der öffentlichen Dienste tr m 1 0 v. H. vor. Die Kürzung bezieht sich jedoch nicht auf die Arbeitslosenunter- st ü tz u n g und aus die Wohls ahrtsausga- beit, sowie auch nicht auf bereits in Gang befindliche Lieferungen und Leistungen. Die Beamten- und Angestellten- Gehälter unter 8000 Franken werden um 3 v. h. gekürzt, von 8 bis 10000 Franken um 5 v. f). und die Gehälter über 10 000 um 10 v. h. Hm die Gesamtheit der Bürger an den Opfern zum Wohle des Staates zu beteiligen, sind mehrere Verordnungen dazu bestimmt, die allgemeine Einkommen st euer für Einkommen über 80 000 Franken um 50 v. h. zu erhöhen, sowie die Steuern für mobile werte von 17 auf 24 v. h. Weiter ist eine Kürzung der Gewinne der Kriegslieferanten um 25 v. h. vorgesehen. Eine Reihe weiterer Verordnungen ist dazu bestimmt, die auferlegfen Opfer durch eine allgemeine Senkung der Lebenshaltungskosten und durch verschiedene wirtschaftliche Maßnahmen auszugleichen. So ist eine allgemeine Senkung Soldatentum verbindet! i Em deutscher Dramatiker hat in einem Front- > stück einmal dargestellt, in welche Verwunderung ’ die alten britischen Kolonialsoldaten gerieten, als ■ bei Langemarck die Wellen der deutschen Krieasfreiwilligen-Regimenter mit einer Opferberett- schaft ufti einem heiligen Todesmut vorsturntten, den die alten „Tommys" bei dieser „kriegsunerfahrenen" Jugend nicht vermutet hatten— Das , mag nun mehr oder weniger der Ancklichkeit entsprechen — jedenfalls hat der deutsche Dichter hier klar aufgezeichnet, was hier für Soldatentum gegen* überftanti. Es war gewiß verschieden, hier die alten erfahrenen Berufssoldaten aus Indien, Afrika aus aller Welt, wo es galt, die britische Flagge mit der Waffe «in der Hand oorzutragen oder zu schützen-, und dort junge begeisterte Regimenter deutscher Kriegsfreiwilliger, junger 3™ben5men- schen, die weder oon der Weite eines kriegerischen Weltreiches noch von der Härte eines langen eol= datenlebens etwas kannten. h m- Wenn wir dank aber m diesen Tagen Der Begegnung deutscher und englischer Frontkämpfer uns noch einmal jenen erschütternden -Ngl'lch-N Soldo, tenfihn „Bengal i" ansehen. dann smd-n wir hier wieder im künstlerischen, man muß fdion (agern dichterischen Bilde das Verbindende zwischen diesen beiden Arten oon Soldaten. Da, ist es das Wort jenes britischen „Frontosftziers , der im Norden Indiens im mörderischen m,a"n®r'aTplc, zwischen zwei Rassen und zwe, H°rrsch°stspr>nz,. pien steht und sich dabei opfert: — das Wort oon der unbedingten Pflicht, einzustehen für Flagge des Vaterlandes, auch bann, wenn man es nicht mehr „versteht" ... Wenn im Zeitalter des Imperialismus sich Bolter auch nicht immer mehr ganz verstehen können uver politische Ziele und Methoden — eins bleibt davon unberührt: die Hochachtung, die unbedingte Hochachtung vor der s D l d ati s che n L eist ung, Ehre und Haltung. Das hat nichts mit Politik im engeren Sinne zu tun und nichts mit sportlicher Schätzung des Gegners: hier spricht em tieferes Gefühl leidenschaftsloser Männlichkeit, hier redet die Rasse des nordischen Menschen einmal ganz deutlich... Ein englischer Diplomat der Nachkriegszeit hat einmal seine Beobachtungen wahrend der^Zeit Der Besetzung gewisser Teile des Rhem- landes durch britische Truppen dahm 3ufammen- qefaßt: „Eine Besetzung, auch wenn sie m: sc. m l- Vt Form durchgesührt wird wie die britische m Köln ist niemals eine angenehme Sache, weder für bie Besatzungsarmee, noch für die von der Besat- Paris, 17. Juli (DNB. Funkspruch). Die Einzelheiten der Gesetzesverordnungen sind erst so spät in der Nacht bekannt geworden, daß die Blätter nicht ausführlich zu dem Gesundungswerk der Regierung Stellung nehmen können. Der halbamtliche „Petit Parisien" versucht, die Gehaltskürzungen damit schmackhaft zu machen, daß er angibt, die Senkung der Lebenshal- tungskosten in manchen Gegenden Frankreichs seit dem Jahre 1930 betrage 30 v. H. Damit, so meint das Blatt, hätten bie Kostgänger des Staates nach der Kürzung immer noch ein höheres Einkommen als vor 5 Jahren. Im übrigen sei das jetzt in Angriff genommene Gesundungswerk sehr viel besser als eine Inflati o n , weil nun wieder Geschäfte auf lange Sicht möglich seien. Die Kommunisten und die Sozialisten halten jedoch die Stunde für gekommen, Die Mas - fen gegen bie Regierung mobil zu machen. „Die Regieruna Laval ist gegen bie Nation", schreibt ber sozialistische „Populaire" unb verurteilt aufs schärfste bie Deflativnsmaßnah- men ber Regierung. Er glaubt auherbem, feststellen zu können, bah bas Kapital nicht genü- genb zu b en Opfern herangezogen werbe. Es gebe Heilmittel, bie töteten, unb bie Regierunasverorbnungen feien solche Mittel. Die kommunistische „Humanit^" ruft „Nieber mit ben Elenbsverorbnungen!" Die Reichen werben vielleicht auf ein Vergnügen mehr verzichten müssen, bie Armen aber auf ein Stuck Brot. Abessinien und der Völkerbund Das Waffer des Tanasees Aegypten sucht ein Abkommen mit dem Sudan. abge- Eine ffentlichen Ruhe nach- ndern. leuchtung der gesamten Flotte schlossen. Das neue Handelsabkommen zwischen USA. und Moskau. Mailand, 17. Juli (DRB. Funkspruch). „Gaz- zetta del Popolo" berichtet aus Alexandria über eine Unterredung des ägyptischen Ministers für öffentliche Arbeiten mit dem Vertreter des ägyptischen Blattes „Mokattam". Der Vertreter erkundigte sich, warum Aegypten trotz der auf unbestimmte Zeit erfolgten Vertagung der zur Regelung der Tanasee-Frage nach Addis Abeba einberufenen Konferenz darauf dränge, mit der Regierung des Sudan zu einem Abkommen über die Ausnutzung des Wassers aus dem Tanasee zu gelangen. Der Minister erwiderte, es sei zweckmäßig, zuerst eine Einigung zwischen Aegypten und dem Su- Wahlniederlage der englischen Konservativen. London, 17. Juli. (DRV. Funkspruch.) chef die Antwort, daß er es durchaus n i ch t wünsche, Italien aus dem Völkerbund zu nehmen. Mussolini soll erklärt haben, daß es nach seiner Auffassung möglich sei, den Fneden zu wahren. „Wir könnten uns mit A b e s s i n i e n verständigt haben, sofern nicht gewisse europäische Nationen gegen uns gearbeitet hätten. Unsere Freundschaft mit Frankreich, so fuhr der Duce fort, hat diese Lage indessen geändert, und gegenwärtig wird kein wirklicher Druck gegen uns ausgeübt. Ein Europakrieg sei für die nächsten Jahre wenig wahrscheinlich." stehenden Maßnahmen, die eine Befestigung der Autorität und die Einheit der Armee zum Ziele haben. Die Presse betont, daß Hayaschi mit diesen Maßnahmen seine Gegner besiegen wolle, die ihn wiederholt zu stürzen versuchten. Schon der Rücktritt General Mazakis lasse erkennen, daß durch eine durchgreifende Personalreform die Wider st ände in der Armee beseitigt und die Autorität und Einheit wieder hergestellt werden soll. In der Armee habe eine* O p p o s i t i o n s g r u p p e bestanden, die vom früheren Kriegsminister General A r a k i und General M a z a k i angeführt wurde. Man müsse abwarten, ab es der Gruppe gelingen werde, die Militärpolitik Hayaschis weiterhin zu beeinflussen. Kriegsminister Hayaschi werde künftig widerstrebende Führer rücksichtslos bestrafen. In politischen Kreisen erinnert man an die eigenmächtigen Veröffentlichungen oder die vielfachen Eingriffe von Militärpersonen in die innere Politik. Auch auf außenpolitischem Gebiete, so in der China-Frage und bei der Ernennung des Botschafters Ariyoschi, hätten sich diese Einflüsse geb tend gemacht. Tokio, 17. Juli. (DNB. Funtspruch.) Auf Vor- schlag des Prinzen Kanin und des Kriegsministers Hayaschi genehmigte der Kaiser den Rück- tritt Mazakis, der hohe militärische Aemter bekleidet und der als Vertreter der innenpolitisch radikalen Richtung zu den Gegnern des g e - mäßigten Kriegsmini st ers Hayaschi gehört. Er steht der Gruppe von Jungoffizieren nahe, denen stark sozialistische Ziele nachgesagt wer- den. Seine Stellung im Obersten Kriegsrat dürfte Mazaki auch weiter beibehalten. Als Nachfolger Mazakis wird der 61jährige General Watanabe genannt, der übrigens früher einmal Militärattache in Berlin war. Er gilt als einer der besten Kenner des Auslandes. Die zum 1. August erfolgenden 4000 Umbesetzungen höherer militärischen Stelle n in der japanischen Armee und der Rücktritt Mazakis deuten auf eine entscheidende Wendung in der japanischen Militärpolitik hin. Eine Sondersitzung des Obersten Kriegsrates, an der Kriegsminister Hayaschi, General Mazaki, sein Nachfolger General Watanabe und der frühere Kriegsminister Araki teilnahmen, galt den bevor- Oie Zwischenfälle am Kurfürstendamm inBerlin. Eine Warnung an staatsfeindliche Elemente. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Zu den Zwischen- fällen am Kurfürstendamm am Montagabend a n - läßlich der Aufführung des schwedischen Filmes „Petterson und Bendel" wird von der Staatspolizei st elle Berlin folgendes mitgeteilt: Ein neuer Zwischenfall in Belfast. London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, wurde bei dem Begräbnis eines der Opfer der Unruhen des Wochenendes an der Ecke der Yorkstraße ein Schuß auf den Leichenzug abgefeuert. Ein junger Mann wurde von der Kugel ins Bein getroffen. Unter allgemeiner Aufregung stürzten sich viele hundert Menschen auf das Haus, aus dem der Schuß abgegeben worden fein soll. Die Polizei griff aber rechtzeitig ein, durchsuchte das Haus und nahm Verhaftungen vor. In der allgemeinen Auf- regung wurden von unbekannten Tätern drei Häuser in der Nachbarschaft in Brand g e • ft e cf t. Um die Einheit der japanischen Armee Durchgreifende Maßnahmen des Kriegsministers Hayaschi. Mffolim lehnt ein gemeinsames Protektorat ab. Unterredung eines amerikanischen Journalisten mit dem Oure. aus auf dem Flugzeugträger „VUraglia die Ausreise nach I t a l i e n i s ch ° O st a f r i k a angetreten haben, werden in der nächsten Zeit 3 0 0 Bombenflugzeuge nach Eritrea und Somali verfrachtet werden. .Man nimmt an, daß general Valle, der Staatssekretär im italienischen Lust- fahrtministerium, selbst das Kommando über die 300 Bombenflugzeuge übernehmen wird, wie auch den Oberbefehl über die gesamten ßuftftreitfrafte in Jtalienisch-Ostafrika. Im Hafen von Neapel stehen sechs große P e r s o n e n d a m p f e r zur Ausfahrt bereit, um mit Mannschaften und Kriegsmaterial die Reise nach den Kolonien anzutreten. Süditalien gleicht einem Heerlager. In Calabrien wird in beschleunigtem Tempo die Mobilisierung der Division Sila betrieben. Somit sind jetzt bereits 10 oollst ä n d i g e Divisionen aufgeboten wor- Die Beisetzung Frau Schuschniggs. Wien, 16. Juli. (DNB.) Die Leiche der bei der Autokatastrophe am Samstag vergangener Woche verunglückten Frau Herma Schuschnigg wurde am Dienstagnachmittag feierlich beige« sctzt. In derHietzingerPfarrkirche hatten sich außer den engsten Verwandten der Verstör- denen der B u n d e s p r ä s i d e n t, die gesamte Bundesregierung, das Diplomatische Korps mit dem deutschen Gesandten.von Popen und Vertreter des öffentlichen Lebens in Oe ft erreich sowie einige Vertreter des Hauses Habsburg eingefunden. Die Einsegnung der Leiche nahm Kardinalerzbischof Dr. I n n i tz e r vor. Vor der Kirche hatte eine Abteilung des Bundesheeres und der Polizei Aufstellung genommen. Nach der Einsegnung bewegte sich der Leichenzug zum Hietzinger Friedhof. Auf dem Wege hatten Wehr- oerbänoe Spalier gebildet. Unterhaus-Ersatzwahl in West Totteth (Liverpool) hat zu einer schweren Niederlage der Konservativen und zur Wiedereroberung des Wahlkreises durch die Sozialisten geführt. Der Kandidat der Arbeiterpartei G i b b i s erhielt 14 908 Stimmen und der konservative Cremlyn 9565 Stimmen. Bei den Parlamentswahlen von 1931 hatten die Sozialisten mit 14 978 Stimmen ungefähr d i e gleiche Stimmenzahl erhalten, wie gestern, während der konservative Kandidat nicht weniger als 20 61- Stimmen auf sich vereinigte. Bei den Wahlen 1929 hatten die Zahlen gelautet: Arbeiterpartei 19 988 und Konservative 16 309. In konservativen Kreisen wird das gestrige Wahlergebnis auf die in der Schiffahrtsindustrie von Liverpool herrschende Arbeitslosigkeit durchgeführt. Die Wahlbeteiligung war mit nur 53 v. H. außerordentlich schwach. Die verständlichen Demonstrationen gegen das anmaßende Verhalten der Juden haben auch gestern wieder sofort allerhand dunkle Elemente an gelockt, die glauben, bei solchen Gelegenheiten ungestraft ihre staatsfeindlichen Ziele verfolgen und durch Tumulte Staat und Bewegung in Mißkredit bringen zu können. Die Gliederungen der Bewegung, insbesondere PO. und SA., haben sich sofort der Polizei zur Verfügung gestelltem durch schnellste Wiederherstellung der Ruhe der Minierarbeit dieser dunklen Kräfte den Boden zu entziehen. Der Zu- fammenarbeit von Polizei und Gliederungen der Bewegung gelang es dann auch tatsächlich in kürzester Zeit, weitere Störungen au unterbinden. Es bedarf keines Hinweises, daß Staat und Bewegung auch weiterhin aufs engste zusammen arbeiten werden, um jede Störung der öffentlichen Ruhe nachdrücklichst zu verhindern. den, von denen je 5 zum italienischen Heer und zur Schwarzhemdenmiliz gehören. Dre^i Armee- Di o i s i o n e n , die Peloritana aus Sizilien, Die Florentiner Division Gavinana und die auf der Insel Sardinien mobilisierte Division Sabaudia, sind bereits, ebenso wie größere Schwarzhemoen- fontingente, nach Afrika aufgebrochen. In den Abruzzen steht die Division ©ran Sasto bereit. In Calabrien wird seit gefUrn zum Sammeln geblasen. Die Transportschiffe müssen chren Weg in schnellstmöglichem Tempo zurückleaen, um me Truppen nach Ostafrika zu bringen. In Den un» und Ausschiffhäfen ist her Aufenthalt auf das kürzeste bemessen. Es steht noch nicht fest, wie wert mit steigendem Bedarf auch noch der Mittelmeer-, Afrika- und Ostasiendienft der italienischen Gesellschaften eingeschränkt werden muh. N e u y o r k, 17. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Neuyorker Blätter bringen in großer Aufmachung eine Unterredung mit Mussolini, die ein Neuyorker Journalist, ein gewisser Hans von Kaltenborn, mit dem Duce gehabt haben will. Auf die Frage, ob es nicht doch eine Möglichkeit zu einem gemeinsamen italienisch-französisch - englischen Protektorat gebe, erwiderte Mussolini nach der Darstellung des amerikanischen Journalisten, daß ein solches Protektorat unmöglich sei, und wörtlich: „Mehrseitige Protektorate sind wertlos". Auf die Frage, ob Italien aus dem Völkerbund aus^u treten in Erwägung ziehe, gab der italienische Regierungs- Avenols pariser Mission. Paris, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das politische Interesse der französischen Öffentlichkeit war in den letzten Tagen von den Gesetzesverord- nungen in Anspruch genommen. Jetzt erinnert die Ankunft des Generalsekretärs des Völkerbundes A o e n o l in Paris an das vordringliche abessinische Problem. Die Großmächte, so schreibt Frau Tabouis im „O e u v r e", haben zwischen ihren Interessen oder besser den Interessen des europäischen Friedens und dem Respekt vor dem Dölkerbundspakt zu wählen. Avenols Reife nach London und Paris haben den Zweck, einen Zusammentritt des Völkerbundes zu verhindern, solange nicht Frankreich und England sich über eine mögliche Lösung des Streitfalles geeinigt Hätten, 3um_ mindesten aber über einen etwa notwendigen Schritt in Addis Abeba. Nach Edens Mißerfolg in Rom könne England nicht zu Verhandlungen übergehen. Daher habe der britische Botschafter in Paris den französischen Ministerprä- fibenten gebeten, die Verhandlungen aufzunehmen. Bisher habe die Innenpolitik dazu aber keine Zeit gelassen. Wenn Abessinien auf der (Einberufung des Völkerbundes bestehen werde, werde der Rat am 25. Juli zusammentreten. Aber es könnte eine andere Atmosp hä r e geschaffen werden, wenn es gelingen würde, bis dahin über die Einheit zwischen Paris, London und Rom gründlich zu verhandeln. In London und Paris verwerfe man einen Feldzug gegen Abessinien. Denn dieses Land habe das Recht als Völkerbundsmitglied die Unverletzlichkeit seines Gebietes vom Völkerbund gerantiert und sogar verteidigt zu sehen. England denke an die mögliche Rückwirkung in Aegypten, Frankreich sei Pate Abessiniens bei dessen Eintritt in Den Völkerbund gewesen. Vor allem seien London und Paris besorgt, einen Krieg zu verhindern, der, wie man heute sagen könne, das europäische Gleichgewicht stören würde. Ein Krieg würde dem Völkerbund den härtesten Schlag versetzen. Wenn auch nach Ansicht britischer Sachverständiger Italien den Nequs schnell „zur Vernunft" bringen werde, so glaube man in Frankreich, daß hierzu doch eine längere Zeit nötig sei. Bis dahin aber sei manche Gelegenheit zum Auslösen von Ereignissen gegeben, die die europäische Lage noch verwickelter machen würden. Verstärktes Tempo in den Kriegsvorbereitungen. Rom, 16. Juli. (DNB.) Außer den beiden Flugzeuggeschwadern, die von Neapel ban über die Verteilung Des Tanasee-Wassers zu erzielen. Ein solches Abkommen wäre auf jeden Fall nützlich, denn wenn ein siegreiches Italien seinen Einfluß auf den Tanasee ausdehne, bann mürbe bie Stellung Aegyptens durch ein solches Abkommen mit dem Sudan bedeutend gestärkt sein. * Aegypten hat Die Ausfuhr ägyptischer Kamele nach Der italienischen Kolonie Er iträa verboten. Das Verbot erfolgte auf Berichte, nach Denen italienische Agenten große Käufe von Kamelen auf oberägyptischen Märkten getätigt haben. Seit Präsident Roosevelt im Jahre 1933 d i e Sowjetrepublik anerkannte, haben die Bemühungen um einen Handelsvertrag ein wechsel- volles Schicksal gehabt. Seit 18 Jahren sind bie Fäben zwischen ben beiben großen Wirtschaftsgebieten z e r r i s s e n, unb die phantastischen Zahlen über bie räterussische Aufnahmefähigkeit für Jndustriewaren, die Litwinow auf ber Londoner Weltwirtschaftskonferenz gab und damals von der amerikanischen Sensationspresse für ernst genommen wurden, nötigen heute nur ein Lächeln ab. Die amerikanischen Hoffnungen, Sowjetruhland als Absatzgebiet für amerikanische Jndustrieprodukte zu gewinnen, sind außerordentlich zurückge- ch r a u b t worden, und es ist sehr fraglich, ob die Zusage Moskaus in dem jetzt abgeschlossenen Handelsabkommen in Erfüllung geht. Denn Rußland verpflichtet sich in dem zwischen Litwinow und dem Gesandten der Vereinigten Staaten in Moskau, William Bullit, abgeschlossenen Vertrag, innerhalb von zwölf Monaten für 30 Millionen Dollar amerikanische Waren aufzunehmen. Wenn man bedenkt, daß in Den letzten drei Jahre nur für rund 10 Millionen Dollar nach der Sowjetrepublik geliefert wurden, dann klingt die Bereitschaft der Moskowiter doch einigermaßen unglaubhaft. Jedenfalls muß die Sowjetrepublik in diesem Jahre ein Vielfaches der amerikanischen Ausfuhr der letzten Jahre aufnehmen unb bezahlen, denn Handelskredite irgendwelcher Art erhalten die Sowjets nicht, nach den schlimmen Erfahrungen, die amerikanische Firmen mit Dem staatlichen Handelsmonopol Der Sowjetunion in Den vergangenen Jahren machten. Daß Die Vereinigten Staaten Sowjetrußland Die Meistbegünstigung für bolschewisti - Oie Fioiienparade vor König Georg. London, 16. Juli. (DNB.) Auf ber Hohe von Spithead bei Portsmouth fand am Dienstag die große Jubiläumsparade Der englischen Kriegsflotte vor König Georg V. statt. Die englische Bevölkerung nahm zu Tausenden an dem großen Schauspiel teil. 160 Kriegsschiffe der Heimatflotte, der Mittelmeerflotte und der Reserveflotte lagen in ausgedehnten Linien zwischen Portsmouth und der Jsle of Wight vor Anker. Auch die englische Handelsflotte war durch alle Schiffsgat« tungen, vom großen Ueberseeluxusdampfer bis zum kleinen Fischdampfer, vertreten. Alle Schiffe hatten festlich über die Toppen geflaggt. Vom Donner der Schiffsgeschütze begrüßt, nahm König Georg mit seinen drei Söhnen, Dem Prinzen von Wales und den Herzögen von Kent und Port, an Bord Der Königsjacht „Victoria and Alber t", die langsam die Reihe Der vor Anker liegenden Schiffe abfuhr, die Parade ab. Nach der Flottenschau folgte eine Parade ber Marine- I u f t ft r e i t f r ä f t e, an ber sich über 100 Kampfund Jagdflugzeuge, Bomber und Flugboote beteiligten. Der Tag wurde mit einer großen Festbe - Der Dienstag stütz aus Berlin zurückgekehrte Gesandte des Deutschen Reiches, v. P a p e n, hatte sich sogleich in das Auswärtige Amt begeben, um bie aufrichtige Teilnahme der gesamten Reichsregierung an dem schweren Verlust, der den Bundeskanzler betroffen hat, zum Ausdruck zu bringen. als diejenigen, die nicht am Kriege ieifgenommen hätten. f Die verständigen Worte des englischen Thronfolgers hätten viel dazu beigetragen, die engen Begehungen zwischen Deutschland und England zu vertiefen. Der Grund zu der Verstandlgung| fei gegeben in den charakterlichen Wesensgleichhelten, beide Volker hätten heute den emzigen Wunsch, im Frieden miteinander auszukommen. Das Scho in England. Die Fühlungnahme der Frontsoldaten ebnet den Völkern den Weg. London, 17.Juli. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Mail" sagt: Wir beglückwünschen die gegenwärtig als Gäste der deutschen Frontkämpfer- Organisation in Deutschland weilenden Vertreter der „British Legion" zu dem wirklichen D ienft, den sie mit ihrem Besuch dem Frieden und der internationalen Freund- schäft erwiesen haben. Sie sind vom Führer und Reichskanzler mit außerordentlicher Herzlichkeit empfangen unb von hervorragenben Persönlichkeiten allenthalben begrübt worben. Somit hat bie kluge Initiative b e s Prinzen von Wales gute Früchte gezeitigt, denn er war es, ber vor wenig mHr als einem Monat bie Ueberzeugung aussprach, baß es keine geeignetere Körperschaft geben könne, Djm Deutschen bie Freunbschaftshanb entgegenzustrecken, als Die britischen Solbaten, die im Weltkrieg gegen sie gekämpft hätten. Eine Fühluyginiihme bivfer Art zwischen Männern, bie einander in ber Feuerlinie gegenüber ftanben unb einanber achten gelernt haben, tragt vielmehr zur Forderung des internationalen guten Willens bei als die Wiederholung rednerischer Gemeinplätze über den Frieden auf Konferenzen und in Parlamenten. Sie beseitigt Mißverständnisse und ebnet den Weg für Zusammenarbeit. Lieferung von Anthrazit und anderen Kohlenforten nicht unter die Meistbegünstigung fällt, dann ist, zumal die USA. ähnliche Meistbegünstigungsoerträge auch mit anderen Staaten, z. B. Brasilien, abgeschlossen haben, diese amerikanische Konzession nicht überwältigend. Die USA. haben vor allem ein Interesse an bolschewistischen Manganerzen. Wie der Unterstaatssekretär Philipps bekannt gab, erzeugt Amerika nur 10 v. H. seines Bedarfes an diesen für Eisenlegierungen und für die Rüstungsindustrie wichtigen Erzen. Die USA. haben also nichts anderes getan, als die sowjetrus - fische Parität mit" den brasilianischen Manganerzen herzustellen. Wichtig ist, daß sich die Vereinigten Staaten Barzahlung Vorbehalten haben und keinerlei Konzession in der Schulden frage, die vor allem die sogenannten Kerenski-Schulden betrifft, nach dem Zusammenbruch der diesbezüglichen Verhandlungen im Februar machten. Denn nach der amerikanischen Johnson-Akte ist eine Kreditgewährung an die Sowjetunion illegal, weil die Sowjetunion sich weigert, die altenSchulden zu bezahlen. Die amerikanischen Wirtschaftskreise erwarten wieder einmal eine größere Aufnahmefähigkeit der Sowjets für amerikanische Maschinen, industrielle und lufttechnische Ausrüstungsgegenstände unb Rohbaumwolle; aber an und für sich ist die Summe von 30 Millionen Dollar, für die Sowjetrußland solche Waren abnehmen soll, für die amerikanische Handelsbilanz keine wesentliche Erleichterung, und ob die Sowjets überhaupt diese Warenmenge, die sie gerne aufnehmen, zu bezahlen in der Lage sind, dürfte einigermaßen zweifelhaft fein, denn bis jetzt hat die Sowjetunion sich als Macht erwiesen, die mehr s ch e Waren zugestehen, klingt im ersten Augen- versprach, als sie halten konnte, blick überraschend, aber wenn man bedenkt, daß die | ----s---- An die SA. der Gruppe Berlin-Brandenburg. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg, i. V. Uh land, Gruppenführer und Stabsleiter, hat im Hinblick auf die Vorgänge am Kurfürstendamm folgenden Befehl an die SA. der Gruppe Berlin - Brandenburg erlassen: Dolksfremde und jüdische Elemente versuchen in ähnlicher Weise wie im Münsterlande di e SA. in Mißrredit zu bringen. Wenn auch das Verhalten Fremdrassiger auf das Strengste verurteilt werden muß, so muß trotzdem die SA. dis Disziplin bewahren und erneut unter Beweis stellen, baß sie die Aufgaben, die ihr der Führer gestellt hat, zu erfüllen versteht. Die Gruppe Berlin-Brandenburg ordnet daher an, daß d i e S A. s i ch von jeglichen Demonstrationen und Kundgebungen fernhält, auch in Zivilkleidung. Sämtliche SA.-Männer haben außerhalb ihres Berufes sofort bis auf Widerruf Dienstkleidung zu tragen. Die verantwortlichen SA. - Führer haben entsprechend dieser Anweisung sofort sich durch Appelle in den Sturmlokalen von der Durchführung der Anordnung zu überzeugen. Diese Anordnung soll den gesunden SA.-Geist nicht einbämmen, sondern den Gegnern des Nationalsozialismus die Gelegenheit zur Verleumdung und Diffamierung unserer SA. nehmen. Heil unserem obersten SA.-Führer Adolf Hitler! Berlins Fehlbetrag um fast 60 Millionen herabgedrückt. Berlin, 16. Juli. Bei Abschluß der Rechnung des am 31. März abgelaufenen Finanzjahres 1934 konnte die Berliner Stadtverwaltung die erfreuliche Feststellung machen, daß sich für Das Finanzjahr 1934 ein Fehlbetrag von nur 5,4 Millionen M a r k ergibt. Dieses Abschlußergebnis ist im Hinblick auf Den Eröffnungsfehlbetrag im Voranschlag 1934 mit 89 Millionen Mark als äußerst günstig au bezeichnen. T)tt Verbesserungen im Laufe des Jahres 1934 sind In erster Linie auf den Rückgang des Unter« stützungsauswandes für Wohlfahrtserwerbs« Die Fahnenweihe durch Berührung der Stander mit der Standarte. (Presse-Jllustratiotten Hoffmann-M.) „ rtnnprnfenen Teilnehmers zurückmeldet, abwesenden Teilnehmers in Verbindung treten ^iefe6 automatische Bestätigung, mit der richtigen kann. Der weitere technische Ablauf des. Fernschrel- si^tuna verbunden zu fein, ist notwendig, da der bens ist dann der eines üblichen Maschinenschrei» Fernschreiber auch jederzeit mit dem Apparat eines bens, wobei der Empfänger den Text auf einer Oie Reichemotorsportschule des NSKK in Döberih emgeweiht Aerztliche Studienreise nach Amerika Son unserem an der Fahrt teilnehmenden Berichterstatter Dr. Kurt Jinkenrath. Der Führer und Reichskanzler hat das nachstehende Telegramm an den Betriebsführer der „Adolf-von-Hanfemann"-Grube in Dortmund-Mengede gerichtet: „Tieferschüttert durch die Nachricht von dem furchtbaren Explosionsunglück auf der Zeche »Adolf von Hansemann' bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Todesopfer meine aufrichtige Teilnahme und den Verletzten meine herzlichen Wünsche für baldige Wiedergenesung zu übermitteln. Zur Linderung der Not der betroffenen Opfer überweise ich einen Betrag von 30 000 Mark. Adolf Hitler." Aus Anlaß des Unglücks haben die Sozialversicherungsträger sofort Hilfsmaßnahmen ein» geleitet. Die verletzten 29 Bergleute sind in das Vertrauenskrankenhaus der Knappschafts-Berufsgenossenschaft, das „Brüder-Krankenhaus" in Dortmund, ausgenommen worden. Die Sektion H öcr Knappschafts-Berufsgenossenschaft hat ■ bereits Vorschüsse auf die Hinterbliebenenrenten und die Sterbegelder ausgezahlt. Auch die Feststellung der Renten wird beschleunigt durchgeführt. Die „Stiftung für Opfer der Arbeit hat zum Besten der Hinterbliebenen der Opfer des Bergwerkunglücks und zum Besten der dabei Verletzten einen Betrag von 10000 Mark zur Verfügung gestellt. Das erste deutsche Fernschreibnetz mit selbsttätiger Fernwahl. In aller Stille vollzog die Deutsche Reichspost am vergangenen Sonntag die Inbetriebnahme des deutschen Fernschreibnetzes mit selbsttätiger Fernwahl. Die technische Bedeutung dieser Leistung wurde jetzt einem Kreis von Pressevertretern im Berliner Fernamt veranschaulicht und durch Postrat Dipl.-Ingenieur Grünest u t erläutert. - _ Das „Fernschreiben" ist eine Ergänzung des Fernsprechens. Es wird ebenfalls über Drahtleitungen geführt, die eine Art Schreibmaschine, sog- Fernschreiber, miteinander verbinden. Man wählt, genau wie am Fernsprecher, den gewünschten Tett- nehmer, und zwar auch im Fernverkehr, und druckt dann eine „Wer da?"-Taste, die selbständig den sich die Teilnehmer der ärztlichen Studienreise kurz vor ihrer Einschiffung im Reichshof, um die Grüße des Reichsärzteführers Dr. Wagner entgegenzunehmen, die Dr. Blome in feiner Stellvertretung überbrachte. Die Partei und der Reichsärzteführer sandten in Dr. Braun eck, dem Gauamtsleiter des Unterweser-Kreises und Bremens, einen ständigen Beauftragten mit nach Amerika. Der Reichsärzteführer ließ ferner durch die ärztliche Studiengesellfchaft eine Einladung an die amerikanischen Aerzte zum Besuche Deutschlands ergehen. So dient diese Reise auch einer völkerverbindenden Aufgabe. Bisher stand die Reise unter einem guten Stern. In ruhiger Sicherheit bei herrlichstem Sonnenschein wurde der Kanal durchfahren. Das schöne Wetter erlaubte einen weiten Blick in die Umgebung der Hafenstädte, Southampton, Cherbourg und Cobh (Irland), wo wir auf Reede lagen. In Southampton umkreisten uns zahlreiche flinke englische Flugzeuge, die freundlich winkend ihre Kunststücke zeigten. In Cherbourg fielen die vielen neuen Flughallen neben dem Wrack der völlig ausgebrannten Atlantik auf. Die Möwen verließen uns. Das schöne Wetter blieb nicht au dem Ozean, aber da die Windstärke 7 niemals überschritten wurde, litt die erwartungsvolle Hochstimmung nicht, zumal die deutsche pharmazeutische Industrie dafür gesorgt hatte, daß dank ihrer Mittel die Seekrankheit außerordentlich gering verbreitet war. Außerdem verwöhnte die musterhafte Leitung des deutschen Schiffes ihre Reisenden in einer Weise, die besonders die Arztfrauen dankbar empfanden. Es gibt wenige Berufe, in denen die Frau so mit an der Arbeit des Mannes teilnehmen muß, wie den Beruf des Arztes. Kranke sind Tyrannen, sie diktieren dem Arzt, sie bestimmen den Rhythmus des Arzthaushaltes. Aber auf dem Schiff gab es feine Sorgen um Kochen und Haushalt. Von morgens 6is abends bedienten die Stewards bei den pünktlich innegehaltenen Mahlzeiten. So war die Meerfahrt die wertvollste Vorbereitung auf eine keineswegs strapazenlose Studienreise. Die Aerzte aber kamen geradewegs von ihrer Arbett aus Stadt und Land, Norden und Süden, Osten und Westen Deutschlands und den Wohnbezirken des deutschen Volkes jenseits der Reichsgrenzen. N e u - yorkwarerreicht. Am Pier standen die Vertreter Amerikas, die deutschen Aerzte zu begrüßen. Papierwalze klar ausgeschrieben erhält und in der Lage ist, sich sofort zurückzuäuhern. Die G e b ü h r e n für Fernschreiben werden nicht, wie bei der Telegraphie, nach der Wortzahl, sondern, wie im Fernsprechverkehr, nach Zeit und Entfernung berechnet. Auf einer Fernschreibleitung sind im günstigen Fall sogar 18 Verbindungen zur gleichen Zeit möglich. Durch diese besondere Ausnutzung der Leitung konnte der Tarif für Fernschreiben auch besonders günstig gestaltet werden. Der Fernschreiber bedeutet eine entscheidende Entwicklungsstufe im Verkehrswesen. Bisher wurde er bereits mit großem Erfolg in Hamburg von dreißig Teilnehmern und in Berlin von fünfzig Teilnehmern benutzt. Auf Grund dieser guten Erfahrungen wurden nun am vergangenen Sonntag Fernschreibknotenämter in Berlin, Hamburg und Dortmund in Betrieb genommen. Es folgen in nächster Zeit die Derteilämter Düsseldorf, Köln, Essen, Bremen und Magdeburg. Damit ist bann ein deutsches Fernschreibnetz bei selbständiger Fernwahl geschaffen. Die verhältnismäßig kostspielige Anschaffung eines Fernschreibapparates, der etwa 3000 Mark kostet, läßt allerdings vorläufig eine Benutzung durch die Allgemeinheit nicht zu. Nur große Unternehmen und Nachrichtenstellen gehören zu den bisherigen Teilnehmern des Fernschreiboerkehrs. Vielleicht wird der Fernschreiber in vielen Jahren auch diese Grenze sprengen und in den Dienst aller Fernsprechteilnehmer gestellt werden können. Deutsche Ingenieure und die Deutsche Reichspost haben jedenfalls durch ihre bisherige Entwickelung des Fernschreibens bewiesen daß sie diesem neuzeitlichen Verkehrsmittel größte Bedeutung zuerkennen. Riefenfeuer in einem pefroleumtager in Bafel. In Basel brach in einem Petroleumlager ein bildung zu geben. Unsere Iungmannen sollen erzogen werden im Rahmen der Jugendertüchtigung, damit sie, wenn die Zeit chrer Wehrpflicht aekom- men ist, dereinst in der großen Waffen- schule der Nation körperlich und technisch wohlvorbereitet ihren Mann stellen können. Durch Berühren der Stander mit der Ehren- standarte vollzog darauf der Korpsführer die feier» liche Dereidiguna. Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr v. Fritsch, dankte in einer kurzen Ansprache dem Korpssichrer, daß er sich mit ganzer Energie in den Dienst der Erziehung und Schulung gestellt habe, und wünschte der neuen Schule Blühen und Gedeihen. Unter den Klängen des Horst-Wessel- Liedes stieg bann am Mast bie Flagge der Reichs- motorsvortschule auf. Nach einer Führung des Reichskriegsministers und der übrigen Gäste durch die Schule wurde eine vorzügliche Kraftrad- Quadrille gezeigt. Einen Beweis der guten Schulung und der intensiven Arbeit gab dann eine längere Motorgeländefahrt über den Truppenübungsplatz Döberitz nach Nedlitz, an der sich auch der Reichskriegsminister und der Oberbefehlshaber des Heeres beteiligten. Die Arbeit eines anderen Zweiges des NSKK., der Kraftbootabteilung, rourte bann bei einer Fahrt über die Havelfeen gezeigt. Aus alter Wett. Das Explosionsunglück auf der Grube „Adolf von Hansemann". Im Laufe des Dienstag nachmittag ist im Brüder- Krankenhaus in Dortmund ein weiterer Schwer- verletzter gestorben und am Abend ist abermals einer, der Bergmann Hans Edelhoff aus Dortmund-Mengede, seinen schweren Verletzungen erlegen, so daß sich die Zahl der Toten bei dem Grubenunglück auf der Zeche „Adolf von Hansemann" auf insgesamt 15 erhöht hat. Wie von der Betriebsführung der Zeche „Adolf von Hansemann" mitgeteilt wird, findet bie feierlich e Beisetzung der Opfer des schweren Unglücks am Donnerstag um 11 Uhr auf dem evangelischen Friedhof in Mengede statt. Neuyork, im Juli 1935. Als die „Hamburg" am Pier in Neuyork anlegte, brachte sie diesmal nicht nur ihre üblichen Reisenden mit, sondern den Boden Amerikas betraten auch etwa 90 deutsche Aerzte zum Teil mit ihren Frauen. Auf Veranlassung der „Deutschen Gesellschaft für ärztliche Studienreisen" war zum zweiten Mal in diesem Jahrhundert und zum ersten Mal nach dem Weltkriege eine ärztliche Studiengesellschaft gebildet und zusammenberufen worden, die es sich zur Aufgabe machte, die gesundheitlichen Verhältnisse Amerikas, das Arzt- und Medizinalwesen, Hygiene und Gewerbemedizin, Studienverhältnisse und Krankenhauswesen, kurz das ärztliche Amerika kennenzulernen. Die Deutsche Gesellschaft für ärztliche Studienreisen hat ihr verdienstvolles Werk darin gesehen, dem deutschen Arzt die gewaltigen Heilschatze seines Heimatbodens, See und Gebirge, Bäder und Quellen durch Studienreisen innerhalb Deutschlands nahe zu bringen. Es galt, bas theoretische Wissen des Arztes durch eigene Beobachtung zu vertiefen und ihm somit praktisch die bessere Möglichkeit der richtigen Auswahl des besten Kurplatzes für seine Kranken zu geben. Die reine Vorstellung von den Heilorten sollte zum Begriff werden. Dieser Weg in der Fortbildung des Arztes auf dem Gebiete biologischer und bioklimatischer Heilmittel ist seit 1901 erfolgreich begangen worden. Zwischendurch sind aber auch Studienreisen veranstaltet worden, die ins Ausland führten. Die Aufgabe war hier zum Teil eine andere. Es galt, den Aerzten auch die Möglichkeit zu geben, bie Leistungen und Einrichtungen im Medizinalwesen anderer Länder neben ihren Kur- und Heilfaktoren kennenzulernen. Dieser Gesichtspunkt war ebenfalls maßgebend für die Reise nach Amerika. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist auch auf dem Gebiete des Medizinalwesens vielfach neue, erstaunliche Wege gegangen. Die deutschen Aerzte wollen an Ort und Stelle schauen, was Amerika in medizinischer Hinsicht ihnen zu sagen hat. Sie folgten dabei einer Einladung der „German Medical Society“ in Neuyork. Jedoch ist dies nicht die einzige Aufgabe, die dieser zweite Besuch deutscher Aerzte gerade im Jahre 1935 zu erfüllen hat. Das neue Deutschland sendet seine Aerzte. In diesem Sinne versammelten Berlin, 16.Juli (DNB.) Korpsführer Hühnlein hatte anläßlich der Einweihung der Reichsmotorsportschule des NSKK. in Döberitz- Elsgrund bei Berlin einen Appell der Motor- sportschulen des NSKK. aus dem gesamten Reich angesetzt. Auch das Heer und die L u f t m a ch t hatten Ehrenformationen entsandt. Der Einweihung und dem Appell wohnten Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, der Inspekteur der Krastfahrtruppen, General Lutz, der Befehlshaber der deutschen Polizei, General D a l u e g e, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sowie fast sämtliche Gruppen- und Brigadeführer des Korps, Vertreter der Partei, der Automobilindustrie und der nationalsozialistischen Jugendorganisationen bei. Korpsführer Hühnlein betonte, daß der Reichsmotarsportschule Döberitz- Elsgrund die Schulung aller Lehrkräfte der NSKK. - Motorsportschulen im Reich obliege. Unsere Aufgaben, fuhr der Korps- führer fort, bestehen darin, aus der nationalsozialistischen Jugend die m o t o r b e g a b t e ft e n auszu wählen, um ihnen eine gediegene fahr- technische w i e sportliche Grundaus- lose, auf die Mehreingänge bei den Steuern und auf die Entlastungen durch Zinssenkung zurückzuführen. Außerdem sind verschiedene Reformmaßnahmen auf dem Gebiete der Verwaltungsorganisation und des Anstaltswesens durchgeführt worden, die wesentliche Ersparnisse gebracht haben. Im Jahre 1933 hatte Berlin einen tatsächlichen Fehlbetrag von 64,2 Millionen Mark. Dr. Ley vor den Studenten der Reichsführerschule. B e r Ui n, 16. Juli. (DNB.) In der Reichsführerschule der NSDAP, in Bernau, die zur Zeit etwa 100 Studenten aus allen Gauen des Reiches zu einem dreiwöchigen weltanschaulichen Lehrgang vereint, hielt Dr. Ley eine Rede, in der er u. a. ausführte: Auch ich war einmal so jung wie Sie, ein junger, krasser Fuchs auf deutschen Hochschulen. Ich will keineswegs über die damalige Zeit rechten, ich denke mit Dankbarkeit an manchen guten Kameraden und manchen guten Brauch zurück. Aber es ist doch f o vieles falsch gemacht worden, daß das Negative das Positive bei weitem überwog. Als der Krieg ausbrach, zogen wir mit voller Begeisterung in den Kampf, aber keiner war damals da, der uns auf die Größe des Augenblicks, auf den Ernst der Zeit wirklich aufmerksam gemacht hätte. Es ist tatsächlich damals mit unserem Volk viel Scbindluder getrieben worden. Dr. Ley gab anschließend einen klaren Aufriß der Entwicklung der nationalsozialistischen Revolution, die gerade zur rechten Zeit gekommen sei, und kam dann auf die Situation der deutschen Jugend zu sprechen. Er dankte dem Führer, daß er der Hitler - Jugend eine eigene Führung gegeben habe. Wir wissen, rief Dr. Ley aus, daß wir auch heute noch Gegner haben, die absolut unseren Kurs nicht mitmachen wollen. Wir wissen es genau, aber wir wissen auch, daß wir mit diesen Gegnern fertig werden. Die kleine Gruppe jener Beharrlichen, die vom Beharrungsgesetz frittiert werden, steht abseits; sie zahlen ihre Steuern, sind artig und warten auf das Paradies. Wenn sie das Paradies nicht in dieser Welt finden, erhoffen sie es in einer anderen Welt. Sie nennen uns Heiden und Ketzer, aber ein einziger Kampf in den vergangenen Jahren hat uns mehr Religion gegeben als alle Theologie und alle Pfarrer zusammen! Das Höchste ist das Kameradschaftsgefühl, das Wissen um die Dinge, fräs Beisammensein mit unseren Mitkämpfern, das Auge in Auge stehen mit ihnen, das ist für uns die höchste Religion. Meldefrist für die Korporationen verlängert. Berlin, 15. Juli. Seriöse Herren, die z. Lager- f > > halt üb. ein Betriebskapital v. Z etwa 500 nachweisb. ver- Z lugen, schr. an den alleinigen • 'Fabrikanten: L.Groeninger, • ’ ’ München, Gernerstr. 54. 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Zeitschristen Wn.5öulMieBL7 ltr.164 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (Senerai-Anzeiger für Wer-chenf Mittwach, ir.Wi 1935 Vor einem halben Jahrhundert. Interessante Zeiten reizen zum Forschen in der Vergangenheit. Ohne sonderlichen Grund und ganz willkürlich seien aus dem Drang, einmal das innen» und außenpolitische Getriebe vor einem knappen Menschenalter unter die Lupe zu nehmen, d i e letzten fünf Jahrzehnte übersprungen. Die Jahreszahl 1885 tragen die herangeschleppten Zeitungsbände. Was mögen sie wohl bergen? Waren der interessanten Ereignisse genug, so daß es sich lohnt, die schon braunen, vor Altersschwäche brüchigen Zeitungsbogen Blatt für Blatt einer Durchsicht zu unterziehen? Enttäuschungen sind einem erspart geblieben: das Jahr 1885 war a n Geschehnissen so reich, daß spätere Geschichtsschreiber diesem kurzen Zeitabschnitt für mehr als ein historisches Werk ihr Material entnehmen konnten. Schon gleich zu Anfang des Jahres gab es eine Sensation von weltgeschichtlicher Bedeutung, Khartum, am Oberlauf des Nils, nahm der Mahdi im-Sturm. Gordon, die Hoffnung der Engländer im Sudan, der Sieger im Taiping- Aufstand, wurde niedergemacht, sein Haupt wanderte als Siegestrophäe durch alle Gebiete, die sich der Mahdi unterworfen hatte. Entsetzen verbreitete sich, als die Schreckenskunde in England bekannt wurde. Denn mit dieser Wendung hatte niemand gerechnet, nachdem noch bis in die letzten Stunden hinein Presst und Regierung miteinander gewetteifert hatten, die Lage im Sudan in den rosigsten Farben zu schildern. Ja, der Optimismus ging soweit, daß man eine auf Dampfer verladene Hilss- truppe bereits in Khartum und die heranrückende Entsatzarmee als Sieger vor den Mauern der seit Monaten hart bedrängten Stadt sah. Schlag auf Schlag liefen nun die Hiobsposten ein. Die zu Hilfe geschickte Armee hatte bei Abu Klea schwerste Verluste erlitten. Mit wehenden Fahnen und unter dem Gedröhn der Derwischtrommeln waren die Aufständischen trotz mörderischer Verluste in die Reihen der schon durch den endlosen Anmarsch hart mitgenommenen Engländer eingedrungen. Plötzlich standen sie in dem Verteidigungs-Viereck, verbreiteten Angst und Schrecken um sich und konnten nur mit großer Mühe wieder herausgeschlagen werden. Damit war der Versuch, Gordon zu Hilfe zu kommen, gescheitert. Gordon fiel zwei Tage vor seinem Geburtstag und mit ihm Tausende ihm ergebener ägyptischer Soldaten. Der Verräter Farag Pascha, der ein Tor geöffnet haben soll, soll nach späteren Telegrammen vom Mahdi gehenkt worden sein. Ende des Jahres standen die Engländer an der sudanesisch-ägyptischen Grenze, sie hatten fürs erste den Sudan preisgegeben. Nur noch einen kleinen Triumph konnten sie feiern: es gelang ihnen, den Kommunisten Oliver Pain zu fassen, der als Berater des Mahdi galt, während der Franzose D e r e t, der 1870 die Zitadelle von Toulon gegen die Kommunarden verteidigt hatte, den Kriegsminister gespielt haben soll. Nicht weit vom Aufstandsgebiet entfernt, tauchten einige Zeit nach dem Fall Khartum die Italiener auf Sie suchten schon seit langem Kolonialgebiet, sie griffen am Roten Meer zu, als hier einige italienische Wissenschaftler von Eingeborenen ermordet wurden. Wie heute, so bringen die Zeitungen von 1885 immer wieder Telegramme über die Einschiffung italienischer Truppen nach Massaua England war mit dieser Besitzergreifung am Ausgang des Roten Meeres einverstanden, weil es sich offenbar eine Entlastung seiner Position am Oberen Nil versprach. Aber die Italiener hatten andere Interessen. Aus verschiedenen Andeutungen geht hervor, daß sie schon damals an Abessinien dachten, auf dessen Thron der König Johannes saß, dem es übrigens glückte, einen Vorstoß des Mahdi, wenn auch unter großen Blutopfern, abzuwehren. Wie stark damals schon Abessinien die Gemüter bewegt haben muß, zeigt die Aeußerung einer russischen Zeitung, man müsse ein russisches Protektorat über das glaubensverwandte Abessinien Herstellen Die Russen hatten jedoch sehr bald Gelegenheit, sich mit ganz anderen Problemen sehr intensiv zu beschäftigen. Denn plötzlich zog drohendes Kriegsgewölk auf. Es schien, als sei ein englisch- russischer Waffengang wegen eines Gebietsstreites an der afghanischen Grenze unausbleiblich. Engländer und Russen suchten sich ohnehin schon beim Emir Abdurrahms gegenseitig den Rang abzulaufen, aber England war auch entschlossen, die Russen nicht an die nordindische Grenze heranzulassen. Doch die Russen ließen sich nicht abschrecken. Es kam zu einem Zwischenfall mit den Afghanen, gleichzeitig äußerten die Turkmenen angeblich den Wunsch, unter russischen Schutz gestellt zu werden. Immer feindseliger wird der Inhalt der Telegramme aus Petersburg und London, immer rücksichtsloser wird auf beiden Seiten mobil gemacht England verstärkt dauernd seine nordindischen Garnisonen, es rüstet verschiedene Handelsschiffe als Hilfkreuzer aus, die Russen halten ihre Flotte für die Ausfahrt bereit, während sich die skandinavischen Staaten rüsten, um ihre Neutralität in einem englisch-russischen Krieg sicherzusteUen Wie ernsthaft tatsächlich alle Kriegsvorbereitungen getroffen wurden, zeigt eine Notiz, in der von namhaften russischen Aufträgen an die deutsche L e - bermareninbuftrie unb von einer Lieferung von 130 000 Paar Militärstiefeln burch Berliner Firmen an russische Auftraggeber gesprochen wirb. Doch eines Tages war ber Höhepunkt bes Konflikts überwunben, die Wogen ber Erregung glätteten sich, ber Konflikt ebbte ab, man ereiferte sich auf russischer Seite auch nicht mehr, als eine englische Zeitung offen aussprach, daß man dem Emir von Afghanistan 20 000 Gewehre unb 17 000 Geschütze habe zukommen lassen. Wie bedrohlich jeboch zeitweise bie Situation aussah, ergibt sich aus einer Pressebetrachtung, in ber es als Heller Wahnsinn bezeichnet wirb, wegen einiger hunbert Qua» bratfilometer einen Weltkrieg zu entfachen. Inzwischen würbe eine englisch-beutsche Verstimmung wegen bes deutschen Erwerbs von neuen Ueberfeebesitzungen niebergeschlagen. Die (Englänber, bie gerabe erst bie ßanbung ber Italiener in Massaua benutzt hatten, um ihren Besitz in Oftafri ta auszubehnen und die etwas später Birma mit Waffengewalt ihrem indischen Reich angliederten, hatten Anstoß an den deutschen Besitzergreifungen in der Süd - ie'e und auch in Afrika genommen. Hetzmel- düngen der britischen Presse über deutsche Brutalitäten trugen gerade nicht dazu bei, bie Gesamtlage zu erleichtern So würbe ein mehrtägiges Gefecht mit aufgeputschten Eingeborenen in Kamerun —1 bie Kriegsschiffe „Olga" unb „Bismarck" hatten Mannschaften lanben müssen, — zu höchst unsachlichen Kommentaren benutzt. Aber ber eiserne Kanzler ließ sich nicht einschüchtern, er begünstigte bas Werk ber beutschen Kolonialpioniere, wenn man es auch im Reichstag für nötig hielt, sich wegen 150 000 Mark zur Erforschung Zentralafrikas herumzuschlagen. Solingens Schneidewarenindu- ftrie schuf in biefem Jahre auf Wunsch bes Kaufmanns Lüber : tz einen für ben Zulukönig bestimmten Säbel, besten Kord aus aebiegenem Golbe beftanb. Im gleichen Jahr schloß ber Afrikaforscher Dr. Nachtigal an Bord bes Kanonenbootes „Möve" für immer bie Augen. Er würbe auf Kap Palmas beigefetzt. Doch froh klingt eine aus Kamerun eingelaufene Nachricht, baß bort am 27. März ein junger Münchener gelanbet fei, ber sich als Plantagenbesitzer nieberlaffen wolle. Er war ber erste wirkliche beutsche Pflanzer in Kamerun! Frankreich, in besten Parlament 1885 die dreijährige Dien st zeit durchberaten wurde, startete in diesem Jahre seine Tonking-Expe- d i t i o n. Offener Krieg mit China bedeutete dieses Unternehmen das sich zunächst aus 34 Schiffen mit 280 Kanonen unb 24 000 Fremdenlegionären an Borb zusammensetzte. Von Erfolg zu Erfolg eilte bas Korps, jubelnb wurde jede Siegesnachricht in Paris begrüßt. Doch bann gab es einen schweren Rückschlag: General Negrier erlitt eine empfindliche Nieberlage, just in bem Augenblick, als bie Zeitung „Siecle" von einem Marsch quer burch China nach Peking träumte. Ganz Paris glich im Hand- umbrehen einem aufgescheuchten Bienenschwarm, eine offene Revolution brohte, bie Aufregung ber Pariser war so, „als ob bie Chinesen vor ben Toren von Paris ftanben." Das Kabinett Ferry mußte bemiffionieren, bie nach langen mißglückten Versuchen ber Regierungsneubilbung ernannte Regierung Brisson mußte sich Monate später beinahe ähnlich scharfe Attacken gefallen lassen, als es in Hu6 zu einer schweren Schlappe kam, General C o u r c y aber ein Telegramm schickte, bas bie Deputierten in Raserei versetzte, weil er so tat, als sei feine Nieberlage so etwas wie ein Sieg gewesen. Friebensbemühungen, bie zeitig einsetzten, waren nicht erfolglos. Noch im Frühjahr kommt ber Friebe mit China zustande, wenn auch in Annam unb Tonking bie militärischen Operationen weitergehen. China leistet Verzicht auf bas von Frankreich begehrte Gebiet. Spanischer Sommervogen. £ chi und (Schatten über einem schönen Land. 13on Wal er Seidl H-Sarcelona. Nun steht bie Sommerhitze flimmernb über Spanien. Die Sonne brütet, und bas Thermometer klettert schon in ben Morgenstunben über bie 30-Grad- Grenze hinaus. Auf bem Lanbe, wo bie Erntearbeiten begonnen haben, mischt sich in ben Sonnenglast ber Staub. Wer im heißesten Sommer burch Spanien reift, kann burch ben Staub fast um bie große Illusion, bie ber ©üben bebeutet, beraubt werben ... Unb in ben Stäbten kommt ber Dunst, ber aus allen Kellern unb Gassen steigt, hinzu. Im Sommer merkt man es, riecht man es, baß die spanischen Stäbte burchweg eine schlechte Kanalisation haben. Man fährt hier auch schlechtes Benzin. Unb bas riecht man ebenfalls. Der Benzingeruch, ber sich unter bas dichte Laub der Plantanen legt, bleibt ewig in der Nase.. Selbst dann noch, wenn man am Abend in die Dorstadt fährt, oder wenn man die sternklare Nacht auf einem der reizenden Dachgärten verbringt. Mit dem Sommer wird ja ber ganze Betrieb, ber auch sonst vornehmlich auf ber Straße abgewickelt wird, vollständig ins Freie verlegt. Aus dem Gemüseladen wirb alles, was zum Verkauf steht, auf bie Straße zur Schau getragen, Die Bürgersteige vor den Cafss sind nicht mehr breit genug, alle Schatten- und Getränke- fuchenden unterzubringen. So reiht man dann lange Stuhl- unb Tischreihen an; zehn, zwanzig Meter weit, bis man an den Bereich des nächsten Caf6s stößt. Die Ramblas, bie in Barcelona vom Hajen bis zur Plaza Cataluna über einen Kilometer burch bie Innenstadt stoßen, bilden jetzt zu beiden Seiten ein einziges Kaffeehaus. Darin fitzt unter riesigen Sonnenschirmen die große schwatzende Menge. Denn mit steigender Hitze wird weniger gearbeitet. Die Mehrzahl der Büros hat in den heißen Sommermonaten am Nachmittag geschlossen. Man hat dann viel Zeit, etwa im Straßencafe zu sitzen unb zu diskutieren. Man macht auch noch Geschäfte bort. Unb man muß vor allem bie Flut ber Bettler unb Musikanten über sich ergehen lassen. Es ist ein unbeschreibliches Elenb, das uns bort entgegentritt, es ist eine Plage für bas ganze Land. Die Regierung ist machtlos, oiefen Bettlerstrom einzudämmen, der, solange noch ein Mensch durch die Straße streift, nicht abreißt. Unb nachts sieht man sie bann im Freien kampieren: auf einer Steinbank, in einer Türnische, in abgelaufenen Springbrunnen, auf ben Stufen ber Denkmäler. Auf dem Lande ist es ähnlich; denn dort tritt zur Bettlerplage noch die Landstreicherplage. Aber die Sonne scheint auch in Spanien über bie Gerechten unb Ungerechten. Unb baß sie es in Spanien so intensiv Drei Millionen Volt in Fesseln geschlagen. * IM M • A-M 'M. Die leistungsfähigste Hochspannungsprüfanlage ber Welt auf bem Nürnberger Freigelände bes Transformatoren - Werkes ber Siemens- Schuckert-AG. In bem 12 Meter hohen Porzellangerüst können Spannungen bis zu 3 000 000 Volt bei 25000 Ampere erzeugt ©erben. Die Kugeln gehören zu ber Meßfunkenanlage. (Kluth-M.) macht, ist ja ber Hauptgrunb biefer Bettlerplage. Je heißer bie Sonne brennt, um so sorgenfreier erscheint bas Leben. Denn in ber Wärme gebeihen nicht nur bie Pflanzen, fonbern auch bie Menschen. Unb bas Unkraut wuchert natürlich hier unb bort. Daß in Spanien viel Unkraut wuchert, mag roieber- um mit ber Temperatur unb bem Temperament Zusammenhängen. — Wenn bie Sommerhitze alles einzubämmen vermag, bie Arbeit unb bie Unternehmungslust an erster Stelle, — bas Vergnügen lebt trotzbem weiter! In ben Kinos unb Varietes brummen bie Ventilatoren, unb wenn bie Hitze auch ersticken!) wirkt, bie Stuhlreihen sinb immer bicht gefüllt. Unb bort, wo bas Vergnügen zweifelhaft wirb, kann bei ber Hitze wohl bas Bier warm werben, allein bie Masse strömt weiter bahin. Barcelona nimmt hier eine berühmt-berüchtigte Stellung ein, was schon etwas be- beuten will, wenn ber spanische Maßstab angelegt wirb. Eine angesehene Mabriber Zeitung meinte kürzlich, bas „Barrio Chino", bas „Chinesenviertel" von Barcelona sei bie übelste Stätte ber Erniedrigung in ganz Europa. Die Nachlässigkeit ber früheren katalanischen Regierung, bie kürzlich in Mabrib wegen Aufruhrs unb Hochverrats verurteilt worben ist, die Nachlässigkeit biefer Regierung habe in Barcelona ein System großwerben lassen, bas allen Regeln der Anständigkeit und der guten Moral Hohn sprechen. Die Polizei hat nun in letzter Zeit in diesem berüchtigten Viertel mehrfach Razzien burchgeführt. Zahlreiche Kabaretts mußten schlie- 3m Zauverkreis von Delphi. Don unserem Dr.K.M-Sonderberichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Athen, im Juli 1935. Durch ben Isthmus waren wir gefahren jenen seltsamen Kanal, der mit seiner schnurgeraden Linienführung wie eine von Riesenhand gegrabene Regenrinne aussi-ht. Wir hatten Korinth und feine Burg gegrüßt, drehten dann aber nach Osten in den Golf von Pathras hinein. Dort liegt am Fuße des Parnaß bas kleine Städtchen Jtea, Ausgangspunkt für die Fremden, bie von ber Seeseite her Delphi besuchen wollen. Ein kurvenreicher Weg, Der Dem Auto hart zusetzt, führt zunächst burch Olwenwalber, später an mageren Wiesen vorbei in bie Hohe hinauf, zu ben Ruinen bes größten grtechi- schen Heiligtums, besten geheimnisvoll me - beutige Orakel ber alten Welt so manches Ratfe^ auf- qcqeben haben. Ein Trümmerhaufen nur nach, Der erft aus ber Vergessenheit ber Jahrhunberte ausgegraben würbe, nachbem bas Dorf zwangsweise umgesiedelt war, bas sich hier angebaut hatte; ein malerisches Durcheinanber von Steinen, worin bas von ben Archäologen aus ben vorhandenen Resten toi eher aufgebaute Schatzhaus ber Athener fast unharmonisch wirkt. Ob Menschenhand hier brutal zer- störte, was Menschenhanb zur Verherrlichung ber Götter geschaffen hatte, ob Naturgewalten emgriffen unb Erbbeben bie Säulen durcheinanderpurzeln ließen, baß fein Stein mehr auf bem anbern staub: wir wissen es nicht. Vielleicht das Eine und bas Andere, bis mit bem Tempel endlich auch die Erinnerung verfank unb alles, was zu Ehren Apollos für bie Ewigkeit errichtet schien, in Schutt begraben war. Unb boch ist ber Zauber dieser Weihestätte geblieben, niemand kann sich dem geheimnisvollen Bonn entziehen, der hier herrscht. Eine mystische Tragik, die auch den nüchternen Großstädter — und vielleicht den zuerst — ergreift, liegt über dem Ganzen. Unvorstellbar beinahe, daß hier vor mehr als zweieinhalb Jahrtausenden schon ein Mittel- punkt der damaligen Welt war. Das aeiftiae Auge sieht zurück in jene ferne Vergangenheit da Pythia auf ihrem Dreyfuß thronte und kluge Priester aus den religiösen Orakeln em pol,- tifches Geschäft zu machen verstanden. Wir wissen ziemlich genau, wie es damals hier ausgesehen hat, qus den Grundrissen läßt sich auch heute noch das meiste ablesen. Ganz oben das Theater, fast m Den Fei en hineingesprengt; sei« Akustik ist jetzt noch fo gut, daß der Helle Klang eines springenden Geldstückes bis zu den höchsten Bänken hinauftönt. Wir gehen den Weg, der von dort zum Tempel hinabführt. Der ganze Reichtum üppig treibender südlicher Vegetation schmückt ihn. Da wachsen Mandelbäume, da bietet die Maulbeere ihre blutroten Früchte an, da ein Feigenbaum, daneben ein Granatapfel, der purpurne Blüten und Früchte am gleichen Zweige treibt an derselben Stelle, wo einstmals die Schatzhäuser der einzelnen Stadtstaaten standen, wo Weihgejchenke und Säulen in der höchsten Vollendung griechischer Kunst von der Wohlhabenheit unb ber Frömmigkeit bes Lanbes zeugten. Im Mittelpunkt bieses gewaltigen heiligen Bezirkes, eines mauerumschlossenen Komplexes von mehr als 20 000 Quabratmetern, ftanb ber große säulengetragene Tempel, besten Vorhalle mit golbenen Sprüchen ber Lebensweisheit geschmückt war. Hier ftanb bas „Er kenne b i ch j e l b st", besten Mahnung auch uns Heutigen noch viel zu sagen hat. Hier waltete bie geheiligte Pythia ihres Amtes, ursprünglich eine Jungfrau, später eine ehrsame Matrone, bereu in hypnotischer Ekstase gegebene Weissagungen von ben Priestern entsprechend umgeformt wurden. Die Stelle freilich, wo ihr Dreifuß stand, ist nicht bekannt. Der Spalt, aus bem bie berauschenden Erdgase herausquollen, ist verschwunden. Die Priester müjfen ihn vermauert haben, als ihre Zeit mit bem Vordringen des Christentums endgültig vorüber war; wenn nicht auch da ein Erdbeben Verlagerungen herbeigeführt hat, die den Gasen den Weg versperrten. Wir sehen heute noch, wie die Mauern unterhalb des Tempels als Zeitung zur Verkündung wichtiger Neuigkeiten und als Archiv zur Veröffentlichung wichtiger Staatsverträge benutzt worden find. Wir ahnen ehrfurchtsvoll die Fülle plastischer K u n ft, die hier einmal zusammengetragen war, wenn wir im benachbarten Museum oor ben geretteten Resten bes entschwunbenen Glanzes stehen Als Höhepunkt der Wagenlenker, der in der geschlossenen Herbheit der Form und in der Harmonie des Körpers mit zu dem Eindrucksvollsten gehört, was auf uns überkommen ist; das Sinnbild des ewigen Schönheitsideals der Menschheit, dessen Erfüllung nur wenigen in einer Feierstunde des Schicksals beschieden war. Sein Wagen und feine Pferde sind verschollen, geraubt ober zerstört, wie so vieles Andere, aber er selbst blickt noch mit der gleichen ruhigen Erhabenheit, mit der er vor Jahrtausenden fein Gespann auf hoher Säule am heiligen Wege lenkte. Die Straße führt hier hart an den Felsen des Parnaß heran, die sich in tiefer Kluft gespaltet haben. Da soll nach der Sage der Drache Python sein Obdach gefunden haben, den Apollo erschlug und dessen Ende den ersten Anlaß zur Errichtung des Heiligtums von Delphi bildete. Mögen die Gelehrten Darüber streiten, ob tatsächlich ein verspäteter Nachkömmling der Saurier dort gehaust und sich bie vvrübergehenben Wanberer als Opfer geholt hat, besten Tob bann als Erlösung, als Tat eines Gottes empfunben würbe; ober ob bie ewigen Skeptiker recht haben, bie in einer entgötterten Welt erft zufrieben sinb, wenn sie jebes Rätsel bes Geheimnisvollen entfleibet haben. Für sie hat bas Ungeheuer nie existiert, war es nur ein Trugbilb tiefhängenber Wolken, bie sich in ber Felsenschlucht festgeklemmt hatten unb vom Winbe herausgestoßen in verzerrtem Dunstschleier bie bizarren Gestalten vorsintflutlicher Tiere annahmen. Für uns gehört zu bem Erlebnis von Delphi die schöne Sage von dem Drachen Python, der wie ein Alp auf ber Gegenb lag unb von Apollo besiegt würbe. Wofür bie dankbare Menschheit dem Gott in hundertfältiger Form dankte. Gehört auch — ein anderes Bild — bie Mär von bem Kastalischen Quell, der unmittelbar neben der Drachenschlucht dem Felsen entspringt. Wer daraus trank, fall, fo hieß es, zum Dichter geworden fein. Die einstmals kunstvoll steinerne Einfassung ist zum größten Teil zerbrochen, nur in ihrer Anlage noch vorhanden und von Moos überwuchert. Und das Wasser schmeckt, im Vertrauen gesagt, wie jedes andere Quellwasser ohne spürbare Wirkung auf den dichterischen Genius Aber doch nur, weil uns das mystische Fluidum fehlt, das den gläubigen Trinker „bes Gottes voll" werden ließ. Die alten Griechen haben durch hohe Mauern den Blick nach draußen abgefperrt Aber doch muß in diesem schönheitsdurstigen Volk der Sinn für die unvergleichlichen landschaftlichen Reize der Heimat mitgeschwungen haben Wir finden fast überall, wo sie ihren Göttern ihre Altäre bauten, auf der Akropolis auf Aegina wie hier in Delphi, nachdem die Mauern gefallen find, eine Harmonie von Natur und Kun st, die alle Erdenschwere in seelische Befreiung auflöst. In diesem Rahmen läßt sich das große Wunder der antiken Welt am unmittelbarsten und reinsten erfassen. Und wer einmal das Glück gehabt hat, mitten in diesem Friedhof von Steinen und zu Stein gewordener Geschichte zu stehen, wer über Tempelruinen und geborstene Säulen, über Berge, Täler und Wälder hinunter sah bis tief in ben Golf von Korinth hinein, wem gar in bie feierliche Stille der Erinnerung die melancholischen Melodien der Hirtenflöte hineinsangen, genau so. wie sie den Wallfahrern von einst geklungen haben, dem wird es schwer, sich aus dem Zauberkreis- von Delphi zu losen. Er darf sagen, daß er „seines Geistes eigenen Hauch" verspürt hat. OielehteFahrtder„grohenattenDame'- Die „Mauretania", das einst so stolze Schiff, das als schnellster Dampfer über den Atlantik 22 Jahre lang das „Blaue Band des Ozeans" besaß, hat nun bie letzte Fahrt angetreten. Im englischen Volks- munb hieß sie nur „bie große alte Dame", sie war so bekannt unb beliebt wie bas nur bei einer Nation von Seefahrern benfbar ist. In ihrer ßebensge- schichte spiegelte sich für bie Bevölkerung bas Schicksal ber britischen Schiffahrt währenb mehrerer Jahrzehnte am sichtbarsten, unb fo ist es nicht zu ver- rounbern, baß bie Anteilnahme an ber letzten Reife der „Mauretania" außerordentlich groß war, wie schon die Versteigerung ber nur noch als „Anbeute n" verwenbbaren (Begenftänbe ber Schiffsausrüstung lebhaften Zuspruch erfahren hatte. In langsamer Fahrt bewegte sich bie „große alte Dame", währenb von ben 25 Kesseln nur zwölf arbeiteten, den Firth of Forth hinaus nach Rosyth, um bort endgültig abgewrackt zu werden. Tausende von Menschen hatten ihr noch mit lauten Rufen das Abschiedsgeleit gegeben, aber in den Stimmen klang etwas von der Trauer mit, der sich niemand entziehen konnte, der den großen Dampfer feiner Bestimmung entgeqenaleifen sah. Die ..Mauretania" konnte nicht einmal die Begrüßungssignale der vorüberfahrenden Schiffe beantworten denn ihre Sirenen waren schon entfernt worden. Statt der Masten ragten nur noch kümmerliche Holzstümpfe zum Himmel; sie waren gekappt worden, damit das Schiff die Firth-Brücke passieren konnte. Der Bürgermeister von N-'w-'astle hatte es sich nicht nehmen lassen, dem scheidenden Dampfer noch einige Ab- schiedsworte zu telegraphieren, auf die er die folgende Erwiderung erhielt: „Die „Mauretania" dankt Ihnen für Ihre Wünsche. Seit achtundzwanzig Jahren hat sie danach gestrebt, sich der Ehre des Landes würdig zu erweisen Nun ilt ihre Arbeit getan, ihre Zeit ist um Möge bie Zukunft weitere und größere Triumphe bringen. Mit Stolz unb Herzlichkeit werben Sie gegrüßt von ber „Mauretania". Noch einmal wirb bas Rabio an Borb in Tätigkeit gefetzt. Die letzten Worte ber „großen alten Dame" lauten: „Lebt wohl Dies ist meine letzte Radivnacy- richt Jetzt ist Schluß für immer Mauretania" — Das war bas Ende eines ruhmreichen Schiffes, dessen Fahrten stets von den Hoffnungen von Millionen Engländern begleitet gewejen sind. ßen. Gefährliche Derbrecherbanden wurden ausge- hoben. Zahlreiche Ausländer, meist südamerikanischer Herkunft, die hier einem zweifelhaften Gewerbe nach- gingen, mußten das Land verlassen. So ist schon viel Säuberungsarbeit erledigt, aber dennoch bleibt noch Erhebliches zu leisten, bevor das Ziel der sehr energischen Stadtführung erreicht ist, dieses verrufene Viertel völlig zu reiniaen. Auch vom Vergnügen wird viel ins Freie verlegt. Zum Beispiel das Kino. Es gibt hier und dort Freilichtkinos. Da kann man dann das Geflimmer auf der Leinwand zusammen mit dem Geflimmer der Sterne genießen. Und ein weiteres untrügliches Zeichen, daß der Sommer ins Land gezogen ist, bilden die „verbonas", die Straßenfeste. Hier lebt fern aller seichten Vergnügungen altes, wertvolles Volksgut auf. Hier findet sich jung und alt im ursprünglichen Heimatfest zusammen. Wie jede Stadt und jedes Dorf ihren Schutzheiligen hat, dessen Jahrestag mit großen Feiern begangen wird, so hat auch jede Straße ihr Sonderfest, ihre „verbena", deren Anlaß jedesmal der Namenstag eines Heiligen ist. Die Straßen sind festlich geschmückt. Girlanden ziehen sich von Häuserfront zu Häuserfront. Die Fenster sind bunt und farbenfroh illuminiert. Und die Musik spielt auf zum Tanz. Dann gibt es ein frohes Feiern und Tanzen auf dem Parkett der Straße, bis der Morgen graut und der beginnende Tag wieder zur Pflicht ruft. Diese „veroenas sind das Schönste mit, was die spanischen Städte an Werten der Ueberlieferung und der Volkstumpslege bieten. Aber auch die kühlen, freudegeladenen Nächte vergehen, und immer von neuem beginnen die heißen, trockenen Tage. Wenn die Sonne erbarmungslos brennt, möchte man sich wohl Wolken undWind wünschen. Aber die lassen noch ewige Monate auf sich warten. Und dann gelingt es selbst bem Spreng mann nicht, unsere Sympathie zu erwerben dem Sprengmann, der mit dem Wasserschlauch m der Hand die Straßen sprenat. Denn die Sonne hat den Asphalt heiß und weich gemacht, und die Sonne nimmt auch das Wasser in wenigen Augenblicken wieder weg, so daß man den dicken Wasserdampf über der frisch gesprengten Straße aufsielgen sieht. Das bedeutet keine Abkühlung mehr, wenn die heiße Luft mit Feuchtigkeit geschwängert ist. Ja, in der Tat, jetzt kann uns selbst der Sprengmann nicht mehr imponieren ... 3m Reiche des silbernen Löwen. Vom alten Persien zum modernen Iran. Wer heute eine Reise ins Reich des sil' bernen Löwen unternimmt, wird mit Kopsschütteln die alten Reisebücher über Persien beiseitelegen, denn in den letzten Jahren hat sich das Gesicht dieses Landes, das wie ein Füllhorn zwischen Vorderasien und Zentralasien liegt, wesentlich geändert. Erwartete man primitive Verkehrsmittel, schlechte unwegsame Straßen, unkultiviertes Acker- und Weideland, eine nachlässige Verwaltung und ein ungeordnetes Heereswesen, kurzum ein Dolce far niente, begünstigt durch ein Klima, das träge und faul macht, so muß man jetzt in vielem auf das Gegenteil gefaßt machen. Das Verkehrswesen hat große Fortschritte gemacht, in der Hauptstadt Teheran gibt es einen lebhaften Kraft- wagenoerkehr, ein aufblühender Handel hat einen rascheren Lebensrhythmus mit sich gebracht, und die energische Verwaltung, gestützt auf ein durchorganisiertes modernes Heer, ist bestrebt, hier eine Staatsmacht zu begründen, die nicht mehr der Spielball fremder Interessen ist, sondern die Kraft und die Fähigkeit hat, ohne irgend welche imperialistischen Träume sein eigenes Lebensrecht jederzeit gegen mißgünstige Nachbarn zu verteidigen. In hervorragendem Maße ist dieser innere und äußere Wandel ein Werk des Schahs Riza P a l e o i, der vom einfachen Soldaten der ehemaligen Kosakenbrigade zum Kriegsminister aufstieg und 1925 die erbliche Würde als Schah erhielt. Seine tatkräftigen Reformmaßnahmen haben das Land im Verlaufe eines Jahrzehnts wesentlich umgestaltet, und es gibt kaum ein bedeutsames Arbeitsgebiet, auf dem er nicht bereits wesentliche Fortschritte erzielt hat. Allerdings hat der Schah nicht ein solches Tempo anschlagen können wie Mustafa Kemal Pascha es etwa in der neuen Türkei möglich war. Das Schicksal Amanullahs im benachbarten Afghanistan hat den Schah gelehrt, daß alte Sitten mit den Erfordernissen des modernen Lebens verbunden werden müssen. Don größter Bedeutung wurde der im Oktober 1927 begonnene Bau der transper - fischen Eisenbahn, die das Kaspische Meer mit dem Persischen Golf verbindet. Im gleichen Jahre wurde auch ein Gesetz erlassen, das nach einem bestimmten Plan die allgemeine Schulpflicht einführte und die Alleinherrschaft der Mollahs in Schule und Unterrichtswesen beseitigte. Die Schulen bestanden bis dahin lediglich aus Lehrräumen, die unmittelbar an die Moscheen an- geschlossen waren und den Mollahs unterstanden. Ein wenig Koranunterricht war alles, was die Schüler genossen. Damit konnten sie aber nicht die Aufgaben erfüllen, die ihnen durch die handelspolitische Lage des Landes aufgetragen wurden. Einer der wichtigsten Bodenschätze des Landes ist nämlich das Oe(, das oon der Anglo-Persian Oil Company gefördert wird, einer Gesellschaft, die mehr als zwanzigtausend Arbeiter beschäftigt, den Achtstundentag eingeführt und eine Reihe von Wohlfahrtseinrichtungen geschaffen hat, die zuvor im Lande noch unbekannt waren. Jetzt trifft man überall im Lande Arbeiter, die bei der Errichtung von Geschäfts- und Privathäusern und bei dem Bau von Straßen tätig sind. Die Steuern werden regelmäßig auch von den Häuptlingen der Bergstämme eingezogen, die sich bisher immer gegen die Leistung von Abgaben ge- wehrt hatten. Hinter dem Schah steht heute eine aut ausgerüstete, europäisch uniformierte Armee, bei der wesentlich andere Sitten herrschen als bei jenen korrupten und fragwürdigen Soldatenscharen der früheren Zeit, die für einen wirksamen Schutz des Staates ganz unfähig gewesen waren. Sie erhalten jetzt ebenso wie die Beamten ihren regelmäßigen Sold und brauchen ihn nicht mehr wie ehemals an die Offiziere abzutreten, um von jenen andere Vergünstigungen einzuhandeln. Wie das Militär durchaus europäisch wirkt, so hat sich auch die Tracht in kürzester Zeit geändert. UeberaU in den Straßen der Hauptstadt trifft man europäische Anzüge und Kopfbedeckungen, und die früheren Gewänder werden nur noch bei besonderen Festlichkeiten oder als Schmuck getragen. Das gilt vor allem auch für die Frauen, deren Stellung sich im letzten Jahrzehnt entscheidend geändert hat. Auch hierbei hat der Schah auf die alten Anschauungen und Glaubenssätze Rücksicht genommen und doch wesentliche Neuerungen erwirkt. So erhielten in dem erlassenen Ehegesetz die Frauen zwar nicht formell dasselbe Recht wie die Männer, aber der Heiratsvertrag, dessen Abschließung durchaus in ihre Hände gegeben wird, bietet ihnen doch manche wertvolle Vorteile. So kann z. B. eine Frau im Vertrag festlegen, daß sie sich im Namen des Gatten einen Anwalt nehmen darf, der formell zwar im Auftrag des Gatten auftritt, tatsächlich aber ihr Rechtsvertreter ist und unter bestimmten Voraussetzungen die Scheidung erwirken kann. Auch wird nicht etwa ein allgemeines Verbot über die Vielweiberei ausgesprochen, aber es ist der Frau die Möglichkeit gegeben, beim Abschluß eines Eheoertrages die Klausel einzufügen, der Mann dürfe nur mit ihrer Einwilligung weitere Frauen nehmen. Auch die sogenannte Zeitehe und die Kinderheirat, zwei der schlimmsten sozialen liebel, sind durch derartige kluge Gesetze praktisch unmöglich gemacht worden. Selbst der schwarze Schleier der Frau ist gefallen, nicht durch eine Verordnung und an einem bestimmten Zeitpunkt, aber in den Städten ist es schon üblich geworden, unverschleiert zu gehen, und in der Provinz folgt man langsam diesem Beispiel. Die Weisheit der Einfalt. Don Alfred Huggenberger. Sommersonne. Zwei Leutchen schaffen an der Halde unterm Rehberg zur Merzenwand auf einem kleinen Runkelnacker. Es ist der jüngere Kehlhofer- sohn Ferdi Steinruck und seine Frau. Seit drei Wochen sind sie miteinander verheiratet. Nachbars- fmber. Ihr Leben hat bis jetzt keinen romantischen Verlauf genommen: aber sie sind mit der Vergangenheit und mit der Zukunft, ja mit der Welt überhaupt, in hohem Maße zufrieden. Ferdi hat seine Augen nicht so weit herumgeworfen, wie sein älterer Bruder Jakob, dessen Unternehmungslust dem schönen Geschlecht gegenüber keine Schranken kennt und der fast jeden Sonntag nach einem andern Jawort auf der Fahrt ist. Als Ferdi Steinruck in seinem jungen, einfältigen Leben etwas von Liebe und Gernhaben zu ahnen begann, da saß Rose Zui> buchen vor ihm in der Schulbank. Fast von heute auf morgen fand er, daß es sehr kurzweilig sei, sie zu betrachten, wenn sie nach den Bänken der Abc- Schützen hinübersah, um sich an deren drolligen und einfältigen Antworten zu ergötzen, wobei sie ihre Aufsätzlein oft nur auf drei ober vier Zeilen brachte, und darum vom Lehrer manchen Rüffel zu hören bekam. Dann weinte sie jedesmal schon bei den ersten Worten, und Ferdi dachte mit wenig Wohlwollen für den Lehrer bei sich: O — der weiß doch, daß sie nicht gern Aufsätze macht! Es wird wohl auch etwas sein, wenn ein Mädchen in ihrem Alter schon die wildeste Rebe flink zu säubern und aufzuheften versteht, wo erfahrene Reb- frauen erst dreimal um den Stock herumgehen müssen, bevor sie anfangen können. Schon damals war für Ferdi Steinruck die wichtigste Zukunftsfrage gelöst: Rose Zurbuchen gab einmal seine Frau. Es wäre ihm ganz sinnlos vorgekommen, irgendeine andere Möglichkeit ins Auge zu fassen. Wozu auch? Sie gefiel ihm, und es schickte sich alles sehr gut. Sie war einziges Kind: zum andern hielt der Mathis Zurbuchen seine Sachen gut beieinander. Auf dem Kehlhof konnte doch später nicht mehr als einer regieren, da mußte man sich nach einem andern Königreich umsehen. Vorläufig sagte er ihr zwar noch nichts, es hatte ja Zeit. Aber wenn sie sich beim Graseintun ober beim Einfuhren ber Frühkartoffeln zu viel zugetraut hatte, war er sicher fast jedesmal gleich bei ber Hand und nahm ihr den schweren Schiebkarren ab; sie konnte bloß nebenhergehen und feine strotzende Kraft bewundern. Ihren Dank lehnte er jeroeilen freundlich ab: „Ich tue das von mir aus". Als sie auf dem Wege nach ßintbreiten hinauf zur Unterweisung zufällig einmal etwas hinter den anderen zurückgeblieben waren, rückte er zum ersten- mal in seiner gelassenen Weise mit seinem Plane aus. Ihre Antwort war: „Wenn du mir versprichst, nie mit einer anderen zu gehen, dann bin ich dabei. Es ist mir recht, daß du jetzt endlich einmal von dem anfängst. Wir kennen doch einander und wissen, daß so etwas nicht ganz dumm herauskommen kann, wenn es mit dem Gernhaben richtig steht." Don da an sind sie im stillen einig gewesen. Mit zwanzig Jahren haben sie sich öffentlich verlobt, mit vierunbzwanzig geheiratet. Es verschlug nichts, daß dem Bruder des Hochzeiters, dem mädchenfreundlichen Jakob Steindruck, eines schönen Tages die Augen aufgingen, und er sich an die Stirn schlug: „Ei — wo bin ich denn bis heut gestanden? So ein hübscher, molliger Käfer, wie die Rose einer ist, muß doch wohl eher für mich gewachsen sein als für diesen langnüchternen Eigensinn!" Die stürmische Werbung des Sieggewohnten fiel bei der jungen Nachbarin auf recht ungünstigen Boden, die Rose bereitete ihm eine gründliche Abfuhr. „So, du meinst, ich sei dazu auf der Welt, deine Hun- dertzwanzitzste zu fein? Für so dumm hätt' ich dich jetzt doch nicht gehalten! Das andere wird dir dann ber Ferdi sagen." So ist benn also mit den beiden alles seinen guten, lieben Weg gegangen. Rose hat darauf gehalten, die lebige Zeit so lang als möglich hinauszuziehen. Man könne sich bann boch später, wenn es vielleicht nicht mehr ganz so schön sei, an bies unb bas erinnern. Die Hochzeit hat im Leben der beiben Menschen keine große Umwälzung bedeutet. In Rosens Kammer ist ein zweites Bett gekommen, und statt eines Knechtes schafft jetzt Ferdi Steinruck auf dem Zurbuchen-Gütlein. Wie's auf dem Kehlhof geht unb ob ber Bruber von feinen ungezählten Freiersgängen eine Reiche ober eine Arme, eine Schöne ober eine Häßliche heimbringe, bas ist ihm wurst. Der alte Kehlhofer hat alles auf Heller unb Rappen geschätzt unb errechnet unb seinem Jüngern den ihm zukommenden Teil auf den Tisch I)in gezahlt. Dessen beständiges Wesen hat bei ihm mehr Beifall gefunden, als des Erstgeborenen weit- schweifende Unternehmungslust. Die zwei vom Schicksal so freundlich bedachten Erdenkinder haben sich jetzt zum Vesperbrot hingesetzt. Sie schäkern unb lachen zusammen, als hätten sie bie große Kunst, einander das Leben süß zu machen, erst gestern erfunden. Ferdi kneift seine junge Bäuerin einmal leicht ins Ohrläppchen. Die kräht „Au!" als hätte es ihr wirklich weh getan: sie gibt ihm einen leichten Klaps, legt ihm aber bann aus Reue sogleich einen Arm um den Hals Im August wird in Berlin eine Ausstellung eröffnet, die die Reichsgemeinfchaft für Radfahr- wege-Bau e. V. gemeinsam mit der Abteilung Schadenverhütung beim Hauptamt für Dolkswohl- fahrt veranstaltet. Diese Ausstellung, die später als Wanderausstellung in allen deutschen Großstädten gezeigt wird, soll darauf aufmerksam machen, daß Deutschland besonders Radfahrwege braucht, um bie Unfallgefahren zu oerminbern. Wie sehr gerade die Radfahrer von Unfällen betroffen werden, zeigt dieses Plakat. (Scherl-M.) auf Radfahrer l £ f! fvonlOOVerkehrsunfallenbeun Wege zur Arbeit entfielen auf rußganger _____58 auf Jnfatfen lonftiger Fahrzeuge 9 (TUichxkn ßaitfUkhsn ficirutthingen der ‘Öeutlchen UntoU.-‘B»ci4hqenoflenlchoften> Die Familie des Schahs hat selbst jeweils ein Vorbild für diese Reformen gegeben. So trägt Persien nicht nur einen neuen Namen — es nennt sich seit kurzem allgemein Iran — sondern es ist im Begriff auch ein völlig neues modernes Staatswesen zu werden. C. K. Drei Monate motorisierte Gtraßenpotizei. Ausbau der Kommandos in Hessen-Nassau geplant. LPD. Frankfurt a. M., 15. Juli. Die motorisierte Landstraßenpolizei ist in den drei Monaten ihres Bestehens in allen Teilen der Provinz Hessen- Nassau eingesetzt worden. Ständig waren sechs Kon- trollftreifen in den ©treifenbexirten der Regierungsbezirke Wiesbaden unb Kassel vom Stanbort Frankfurt aus unterwegs und forderten bie Verkehrssicherheit, nicht nur gegenüber Kraftfahrern, fonbern auch gegenüber Radfahrern unb sämtlichen Verkehrsteilnehmern. Die Kontrolle ergab, baß die Derkehrsvorschriften noch nicht in genügendem Maße beachtet werden; das Soraenkinb der Polizei bildet immer noch bie Disziplinlosigkeit der Rabfahrer unb ber Fahrzeuge mit den roten Probenummern. Bei der Kontrolle der Fahrzeuge ergaben sich viele Mängel, die die Verkehrssicherheit gefährdeten. Die Beamten haben bei ihrer Tätigkeit in erster Linie mit Belehrungen unb mündlichen Verwarnungen eingegriffen. Neben diesen formlosen Verwarnungen mußten in schwereren Fällen gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt oder sogar Anzeige erstattet werden. Wiederholt hatten die Beamten Gelegenheit, bei Unglücksfällen erste Hilfe zu leisten. Auch wurde sonstiger Rat unb Tat gewährt. Die bisher beobachteten Erfahrungen haben die Notwenbigkeit der motorisierten Lanbstraßenpolizei bewiesen. Deshalb hat sich bas Ministerium entschlossen, die Verkehrskontrolle der Landstraße weiter auszubauen, und damit die Schlagkraft der Streifen im Kampf gegen die Verkehrssünder zu erhöhen. Es ist geplant, die Zahl der in Frankfurt stationierten sieben Streifen auf etwa 20 3u erhöhen und gleichzeitig die Zahl der Fahrzeuge (Sportzweifitzer sowie Beiwagenmaschinen) ebenfalls von fieben auf 20 zu vermehren. Die praktischen Erfahrungen haben gezeigt, daß das bestehende Frankfurter Kommando zur Betreuung der gesamten Provinz bei weitem nicht ausreicht. Aus diesem Grunde will man später bie zu befahrenden Streifenbezirke verkleinern, so daß die Beamten in ihrer täglichen Dienstfahrt nicht wie bisher fast 300 Kilometer, sondern nur etwa 200 Kilometer zurückzulegen haben. Dadurch wird eine gründlichere Kontrollweise gewährleistet. Ferner ist geplant, in Kassel ein zweites und gibt ihm — ja, das tut sie vor dem Hellen Sonnentage! — sie gibt ihm einen zeitlich nicht zu schmal abgegrenzten Kuß. Nachher sagt sie ihm leise etwas ins Ohr: „Wenn es ein Bub ist, muß er werden wie du..." Spaß muß fein! Don Emil Harbich. Es fing damit an, daß Jochen sich mächtig wunderte, wie steif die drei Finnen Guten Morgen sagten unb zu ihren Kanus hinuntergingen, um sie für die Wettfahrt flottzumachen. „Was sagst du dazu", wandte er sich an Hans, „gestern abend waren das doch drei kreuzvergnügte Lerchelchen..." „Sohne des Nordens", erwiderte Hans achselzuckend, „wenn du sie tagsüber lachen sehen mochtest, mußt du schon ein Ding drehen, ein Ding, sage ich dir, — so ein Ding wirst du bestimmt im ganzen Leben nicht drehen können, verlaß dich drauf!" Jochen sah seine Kameraden an, die blickten den drei Finnen nach, bie mit gerabezu erschütternbem Ernst an bie Arbeit gingen. In einer Stunbe sollten bie Wettfahrten beginnen. Die Sonne brannte bereits unbarmherzig hernieder; ihr goldenes Schwert zog einen blenbenben Strich über den Strom. „Wollen wir wetten", begann Jochen nach einer Weile, während er aus einer großen Tube eine dunkelbraune, dicke Schmiere auf den Beinen verrieb, „daß die drei da unten doch noch einmal tagsüber lachen, bevor sie ins Land ber tausend Seen heimziehen?!" „Spaß muß sein!" antwortete einer, „aber wie willst du bas machen?" Jochen ging plötzlich auf Hans zu, die rechte Hand weit vorgestreckt, unb sagte fest entschlossen: „Wetten um bein kanabisches Kanu, baß sie bis morgen Mittag lachen werben, die drei —!" „Haha!" lachte Hans, aber Jochen hielt dessen Hand fest und ein anderer schlug durch. „Am helllichten Tage lachen", fuhr Hans fort, „ausgeschlossen! Absolut ausgeschlossen!!" Darauf salbte sich Jochen schnell noch die Beine mit der dunkelbraunen Schmiere, um sich gegen Sonnenbrand zu schützen, und sie gingen alle miteinander zum Ufer hinunter. Es wurde ein mächtig vergnügter Tag, obgleich die Finnen nicht besiegt werden konnten. Abends saßen sie im Klubhaus, eine Menge Mannschaften aus aller Herren Länder, und die Finnen tauten derart auf, daß Hans starr vor Verwunderung immer wieder hinsah und fast das Lachen verlernte. Kommando mit ebenfalls neuen Fahrzeugen einzurichten, das dann auch dem Regierungspräsidenten in Wiesbaden untersteht. Bis jetzD fahren noch die Frankfurter Streifen nach Kassel, Eschwege und Witzenhausen. Die großen Entfernungen follen in Zukunft in Fortfall kommen. Bei der in Aussicht genommenen Verkleinerung der Bezirke und gleichzeitiger Vergrößerung der Kommandos glaubt man mit Bestimmtheit, den auf den Landstraßen Leben und Gesundheit unserer Mitmenschen gefährdenden „wilden" Fahrern gründlich das Handwerk zu legen. Oftmals genügt, wie die Untersuchungen ergeben, ber Zustand des Fahrzeuges noch nicht einmal den notwendigsten Anforderungen der Sicherheit. Die Strahenpolizeikommandos werden sich später etwa mit den Gebieten der Regierungsbezirke decken. Innerhalb eines Monats legten die Frankfurter Streifen 25 000 Kilometer zurück. Das erste Gaufest des Sängergaues Nassau. LPD. Frankfurt a. M., 16. Juli. Der Sängergau Nassau, der nach den neuesten Festellun- gen der Geschäftsführung 791 Vereine mit etwa 40 000 Sängern unb 32 000 passiven Mitgliebern zählt, hält in den Tagen vom 19. bis 22. Juli in Wiesbaden fein erstes Gaufest ab, für das umfassende Vorbereitungen getroffen sind. Der heutige Sängergau Nassau geht auf den Sängerbund Nassau zurück, der am 28. Januar 1883 auf Veranlassung des Lehrers L e w a l t e r in Niederlahn- stein gegründet wurde, der auch drei Jahre Vorsitzender war. Nachdem die Bestimmung, wonach nur Vereine in Städten über 10 000 Einwohner nicht Mitglied werden konnten, aufgehoben worden war, kam man durch den Beitritt der Wiesbadener Sängervereinigung, der Sängerbünde Westerwald, Dill und Untertaunus zur Gründung eines Einheitsbundes, und am 17. März 1929 fand dann im Römer au Frankfurt a. M. der Zusammenschluß des Nassauischen Sängerbundes, des Sängerbundes Frankfurt a. M. unb des Großbundes der Frankfurter Sängervereinigung zu dem heutigen Sängergau Nassau statt. Der Sängergau Nassau umfaßt das Gebiet des Regierungsbezirks Wiesbaden, sowie den Kreis Hanau (Stadt unb Land) unb ist in 15 Kreise eingeteilt: Groß-Wiesbaben 56 Vereine, Main 44, Mittelrhein 29, Untertaunus 57, Rhein-Lahn 48, Unterlahn 64, Mittel-Lahn 50, Oberlahn 43, Unterwefterroalb 63, Oberwefterwald 42, Dill 43, Saalburg 19, Obertaunus 45, Frankfurt a. M. 128 unb Hanau (Stabt unb Lanb) 60 Vereine, zusammen 791 Vereine. Der Sängergau Nassau bilbet somit eine starke Säule bes Deutschen Sängerbunbes, was auf bem 1. Gaufest in Wies- baben deutlich in Erscheinung treten wird. „Wirst dein Kanu verlieren!" sagte Jochen beim Zubettgehen. „Morgen vormittag lachen sich die drei tot, absolut tot!" „... werben ja sehen", ermiberte Hans scheinbar gelassen. „Habe in meinem ganzen Leben noch keinen Finnen tagsüber lachen sehen..." Der gute Jochen wußte bereits, womit er den Finnen einen Morbsspaß bereiten wollte. Als bie brei am nächsten Morgen aus dem Hause traten, stand er mit einigen Kameraden in der grellen Sonne unb salbte sich bie Schultern mit einer dicken, dunkelbraunen Schmiere, die er gleich seinen Kameraden aus Tuben quetschte, von denen er in jeder Hand eine hatte. Ab und zu biß er ein Stück von dem braunen Zeug ab, das aus der Tube quoll, und kaute es sichtlich mit großem Behagen. „Was ist das?" fragte einer der Finnen, auf die Tube in Jochens rechter Hand deutend. „Baumharz", antwortete Jochen, „in Tirol aus Nußbaumöl zubereitet, fabelhafte Sache —" „— einmal versuchen!" sagte der Finne, und Jochen ließ ihn sogleich ein ordentliches Stück von dem Zeug ab« beißen, das aus der Tube trat, die er in der linken Hand hatte. Im nächsten Augenblick machte ber Finne ein fo • jämmerliches Gesicht, daß seine beiden Kameraden herausplatzen mußten. Prustend, spuckend, lachend suchte sich ber Finne von dem ekelhaft klebenden, scheußlich schmeckenden Zeug zwischen den Zähnen zu befreien, — es verging ein Stunde fortwährend neuer Lachsalven, dann war endlich alles Harz heraus. Und dann gestand Jochen, daß es zwei Sorten Tuben gab, eine mit bem Baumharz und eine andere mit Schokolade, die um Mitternacht in leere Harztuben gegossen worden war. „Spaß muß fein!" schloß Jochen, die Hände reibend, unb bie Finnen lachten noch einmal aus vollem Halse. Hans kam bazu, unb ohne etwas von den Vorgängen zu wissen, begriff er sogleich, daß er die Wette verloren hatte, denn die Finnen lachten immer noch. „Was ist los?" fragte er kleinlaut. „Nichts weiter", erwiderte Jochen, „die Herren wollen nur wissen, ob ich ein Kanu kaufen mochte! Ich habe ihnen gesagt, ich brauchte jetzt feins mehr — sie sollen sich an dich wenden!" Hochschulnachrichten. Der frühere langjährige Ordinarius für deutsches bürgerliches und römisches Recht an der Universität Heidelberg, Professor Dr. Otto Graden- witz, ist dieser Tage in Berlin verstorben. Nr.M Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, |7. Mi 1955 Aus der Provinzialhauptstadt. Gewitterfurcht? Leute, die sich bei Blitzesleuchten und mehr noch bei Donnerkrachen Watte in die Ohren stopfen und sich in die dunkelste Ecke der Wohnung zurück- -iehen, wissen zwar, daß sie nur eine Vogelstrauß- politik treiben. Sie sollten sich lieber einmal dafür interessieren, wie man sich tatsächlich vor Gefahren schützt oder besser: wie man nicht durch seinen Leichtsinn erst Gefahren heraufbeschwört. In der Stadt ist die Gefahr, daß man vom Blitz getroffen wird, verhältnismäßig gering, obwohl man hier von einem der besten Blitzleiter, dem Metall, überall umgeben ist. Das Netzwerk der Drähte und Leitungen zieht sich über Straßen und Dächer hin und könnte einem Angst machen, wenn es nicht überall sorgfältig abgekabelt wäre oder unterirdisch verliefe und jedenfalls nur selten an den höchsten Erhebungen zutage tritt. Die Rundfunkantenne darf nicht höher sein als der Blitzableiter, die Telephonleitungen sind unterirdisch abgekabelt, und auch die Straßenbahnleitungen sind gegen die Blitzgefahr gesichert. Im Freien muß man schon selber einige Vorsichtsmaßregeln beachten. Da der Blitz, ebenso wie vom Metall, auch vom Wasser angezogen wird, können durchnäßte Kleider gefährlich werden. Man stelle sich jedenfalls mit nassen Kleidern nicht unter hohe Bäume, ganz gleich, ob es Eichen sind, von denen man weichen, oder Buchen, die man suchen foll. Auf ebener Fläche soll man sich aber auch nicht einsam und allein aufstellen, dann wirkt man nämlich unter Umständen selbst als der höchste Punkt im Raum und fängt den Blitz leicht ein. Man kauert sich dann möglichst dicht an den Boden oder setzt sich in den Straßengraben. Mehr braucht man sich nicht zu merken. Wer aber erst einmal die Schönheit des Gewitters entdeckt hat, wird die Furcht bald verlernt haben und dann auch nicht mehr in die Versuchung kommen, sinnlos zu handeln. Buchdruckereibesiher Lustus Christ -f. Nach kurzer Krankheit ist am Montag der hiesige Buchdruckereibesitzer Justus C h r i st im 60. Lebensjahr gestorben. Unter schwierigen Verhältnissen gründete er nach seiner Rückkehr aus dem Kriege seine heutige Firma, nachdem er vorher, seit dem Jahre 1903, an einer hiesigen Druckerei beteiligt war. Mit ihm ist ein Mann dahingeschieden, der sich durch sein einfaches, bescheidenes Wesen nicht nur die Achtung und das Vertrauen seiner Berufskollegen, sondern auch seiner zahlreichen Geschäftsund anderen Freunde erworben hatte. Er war Obermeister der Buch- und Steindrucker-Jnnung für die Provinz Oberhessen und zweiter Vorsitzender des Deutschen Buchdruckervereins im Bezirk Hessen. In selbstloser Weise verwaltete er seine Aemter. Er war stets darauf bedacht, zur rechten Zeit beratend und helfend einzugreifen. Die Hebung seines Berufsstandes ließ er sich sehr angelegen sein. NSDAP., Gießen-Nord. Abteilung Hilfskasse. Cs wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Kassenstunden der Hilfskasse Montags und Mittwochs von 20.30 bis 22 Uhr in der Geschäftsstelle Gießen, Walltorstraße 16, sind. In Zukunft können Hilfskassenbeiträge nur an diesen beiden Abenden bezahlt werden. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19, Gießen. Wir weisen unsere Mitglieder nochmals darauf hin, daß der Einzug der Mitgliedsbücher zwecks Umschreibung bevorsteht. Sämtliche Rückstände müssen bis zum Einzug der Bucher entrichtet sein. Mitglieds- Kinderlandverschickung - der Erfolg ist der schönste Lohn. So urteilen Eltern, Arzt und 7ISA. über den Erfolg der vierwöchigen Erholungskur der Bottroper Kinder in Hessen. Vom 28. Mai bis 28. Juni weilten durch Vermittlung der NSV. 868 erholungsbedürftige Kinder aus Bottrop/Westf. in unserem Heimatgebiet. 420 davon waren in Stadt und Kreis Gießen, der Rest in den Kreisen Alsfeld und Dillenburg untergebracht. Wie segensreich die Erholungskur, körperlich wie seelisch, auf die Kinder eingewirkt hat, mögen folgende Ausführungen, die uns von der Presse- abteilung der Bottroper Kreisamts- leitungderNS V. zugeschickt wurden, beweisen: Im Rahmen einer Pressebesprechung wurde zunächst der Jungvolkpimpf T., 13 Jahre alt, über seine Erlebnisse in Gießen befragt. T., ein ganz geweckter Junge, beantwortet alle Fragen, die an ihn gestellt wurden, kurz und knapp. Und doch klingt in diesem Jungen die Freude der schön verlebten Wochen nach, wenn er erzählt: „Mit dem großen Kindertransport kam ich nach Gießen. Ich wurde von dem Professor K. herzlich ausgenommen. Sofort fühlte ich mich heimisch. Nach einer Woche bekamen die beiden Kinder des Herrn Professors Ferien. Da ginge nun hinaus an die Lahn. Ich mußte schwimmen lernen. Ich bekam bei einem Schwimmeister Unterricht. Schnell erlernte ich diese schöne Sportart. Bei meiner Rückkehr hatte ich mein Freischwimmerzeugnis in der Tasche. Vier Bottroper Kameraden traf ich an der Lahn. Bei schlechtem Wetter wurden Fische gefangen. Die Beköstigung war sehr aut. Wir aßen alle an einem Tische. Ich hatte ein eigenes Zimmer. Besondere Erlebnisse waren für mich die Autofahrten am 1. und 2. Pfingsttage. Am ersten Tag fuhren wir zur Rhön zum Modell-Segelflugwettbewerb und am 2. Tage nach Bad Ems. Zum erstenmal speiste ich in einem Hotel. Am Nachmittag durften wir Kinder uns im Cafe aussuchen, was wir essen wollten. Auf der Lahn wurde gepaddelt und abends ging es heim. Auch die Familienabende waren sehr schön. Ich spielte die Ziehharmonika oder sonst wurde Radio gehört. Des Morgens machten wir vor dem Frühstück mit dem Herrn Professor unsere Gymnastik. Eine Hose, ein paar Strümpfe und Schuhe habe ich auch erhalten. Meine Pflegeeltern schreiben mir. Dieser Tage haben sie mir noch Photos geschickt. Im nächsten Jahre muh ich wieder hin. Das Fahrgeld schicken sie mir. Ich freue mich sehr darauf." 2Uan sage nun nicht, dies sei ein weißer Rabe. Gewiß haben nicht alle 868 Bottroper Kinder ein so gastliches Professorhaus angetroffen, aber gut haben es fast ausnahmslos alle Kinder gehabt. Die Hauptsache ist, die Kinder haben sich erholt und das kann am besten der Arzt bekunden. Dr. med. Cramer, der am Bezirk Boy-Wel- heim gewiß, sozial gesehen, ein schwieriges Arbeitsfeld hat, führte darüber u. a. folgendes aus: „Diese 868 Kinder, die in Hessen und Nassau untergebracht waren, haben sich überraschend gut in den vier Wochen erhol t." Dieses Kinder werden durch die Lehrer namhaft gemacht. Meist sind es unterernährte, schwache Kinder aus großen Familien. Sie werden dann dem Arzt vorgestellt. Der stellt meist Unterernährung, schlechte Konstitution des ganzen Körpers, Mandelwucherungen ufw. fest. Nun überraschte uns allgemein das gute Aussehen der zurückgekehrten Kinder, und wir prüften die Sache einmal nach. Zunächst konnte man eine Durchschnittsgewichtszunahme von 6 bis 7 Pfund, bei den Mädchen oft bis zu 10 Pfund feststellen. Einige Kinder haben nichts zugenommen. Es handelt sich bei diesen um erbbiologisch belastete Kinder, deren Körper einfach nicht empfänglich für eine solche Erholung ist. Nun haben wir nicht nur Gewichtszunahmen bei 97 Prozent der Kinder zu verzeichnen, sondern auch, und das ist wichtig, e i n starkes Zurückgehen der skrofulösen Krankheitsmerkmale. Das Mittelgebirge mit seinem starken Waldbestand, den vielen Grünflächen, Wiesen und Wasser und der mildwürzigen Luft, hat gerade auf unsere Jndustriejugend wohltuend eingewirkt. Es ist darum erstrebenswert, daß unsere Kinder in solche Mittelgebirgslagen kommen. Erfreulich ist es, und das wurde uns bei den Schulbesuchen in den letzten Tagen gesagt, daß allein an einem Schulsystem 14 Kinder in den großen Ferien wieder zu ihren Pflegeettern nach Hessen zurückfahren. Eine solche Nachkur ist natürlich von unschätzbarem Wert.- Diese grundsätzliche Stellungnahme eines praktischen Arztes zur Kinderlandverschickung ist sehr zu begrüßen. Denn die Kinderlandoerschickung ist ein so wichtiges Gebiet, daß nur bei einem Zusammenarbeiten aller beteiligten Kräfte eine Segensquelle für die Kinder und damit für unser Volk daraus wird. Auch die Eltern haben sich lobend über den Transport nach Hessen geäußert. Viele haben bei einem Besuch, den sie der Kreisamtsleitung machten, ihrem Dank in herzlichen Worten Ausdruck verliehen. ♦ Soweit der Bottroper Bericht. Der Unbeteiligte mag sich durch diese Ausführungen davon überzeugt fühlen, wie wichtig die Arbeit der NSV. ist und mag sie in Zukunft gern und reichlich unterstützen oder sich sogar entschließen, durch zur Verfügungstellung einer Freistelle für die Kinderlandverschickung aktiv mitzuwirken. All denen aber, die durch die herzliche Ausnahme der Bottroper Kinder diese schönen Erfolge erst ermöglichten, dürfen sich durch diese tief beglückt fühlen. Das ist wahre Volksgemeinschaft — Die unser Führer und mit ihm wir alle sie wollen. bücher, welche größere Rückstände aufweisen, werden wertlos. Wir bitten unsere Mitglieder, ihre Mitgliedsbücher auf den Rückstand zu prüfen und evtl. Rückstände bei den Ortsgruppen durch Nachzahlung aufzuholen. Die Gießener Ortsgruppen der DAF. haben wie folgt Sprechstunden: Gießen-Mitte: Goethestraße 29: Montag, Donnerstag, Freitag von 17 bis 21 Uhr. Gießen-Nord, Ederftraße (Wirtschaft Nohl): Montag und Freitag von 17 bis 21 Uhr. Gießen-Süd, Frankfurter Straße 23: Montag, Mittwoch, Freitag von 17 bis 21 Uhr: Gießen - Ost: Licher Straße 17: Freitag von 19 bis 21 Uhr. Ortsgruppe Gießen-Ost, Licher Straße 17. Ausschneiden und aufhebenl Nachstehend veröffentlichen wir die Namen der Zellen- walter, die für die einzelnen Straßenzüge zuständig sind. Ebenso geben wir die Namen der Blockwalter bekannt. Wir bitten unsere Mitglieder, soweit sie nicht pünktlich kassiert werden oder sonstige Differenzen bestehen, sich an die genannten DAF.-Walter zu wenden, wo sie die nötige Aufklärung erhalten und auch die Beiträge bezahlen können. Wir bitten weiterhin dringend, diesen Weg einzuhalten, da der Verkehr auf der Geschäftsstelle mit sonstigen Angelegenheiten sehr stark ist und dort Beiträge nicht mehr entgegengenommen werden. Die Mitglieder wollen dafür sorgen, daß alle Rückstände beglichen werden, da in aller Kürze die alten Mitgliedsbücher eingezogen und neue Bücher nur ausgehändigt werden, wenn keinerlei Rückstände bestehen. Auch machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, daß immer die richtigen Beitragssätze, die nach den Einkommen gestaffelt sind, geklebt werden müssen, da sonst alle Unterstützungen usw. bei Antragstellung abgelehnt werden müssen. Die DAF.-Walter werden hierüber bereitwilligst Auskunft erteilen. Zelle 1: Zellenwarter: Richard Herrnbrodt, Gießen, Friedensstraße 14. Die Zelle umfaßt folgende Straßenzüge: Licher Straße 45 bis 106, Anneröder Weg, Doeringstraße, Memeler Straße, Posener Straße, Schlesierstraße, Danziger Straße, Alter Steinbacher Weg, Georg-Philipp-Gail-Straße. — Blockwalter: Ludwig Häuser, Friedensstraße 19, Karl Balser, Friedensstrahe 10, Friedrich Heusinger, Licher Straße 57. Zelle 2: Zellenwalter: Albert Mandler, Friedensstr. 13. Die Zelle umfaßt folgende Sträßen- züge: Am Kugelberg, An der Kaserne, Friedensstraße. Blockwalter: Gotthold Scheffler, Am Kugelberg 20, Friedrich Henn, Am Kugelberg 48, Wilhelm Rentmeister, Friedensstraße 29. Zelle- 3: Zellenwalter: Walter Lotz, Röd- gener Straße 4. Die Zelle umfaßt folgende Straßenzüge: Rödgener Straße, Grünberger Straße, Heyer- weg, Alter Rödger Weg, Kaiserallee 28 bis Ende, Wolfstraße 1 bis 18, Eichgärten, Schlageterstraße. Blockwalter: Ernst Martin, Kaiserallee 67. Zelle 4: Zellenwalter: Ernst Martin, Kaiserallee 67. Die Zelle umfaßt folgende Straßenzüge: Karl-Vogt-Straße, Landmannstraße, Licher Straße 1 bis 43, Wolfstraße 19 bis Ende, Kaiserallee 1 bis 27. Blockwalter: Rudolf Geller, Wolfstraße 27, Hermann Schmidt, Kaiserallee 6 H., Walter Jrle, Kaiserallee 38. Zelle 5 : Zellenwalter: Heinrich Mack, Roon- straße 31. Die Zelle umfaßt folgende Straßenzüge: Moltkeftraße, Roonstraße, Großer Steinweg, Eichweg. Blockwalter: Hans Fegbeitel, Moltkestraße 28. Derselbe vertritt auch zur Zeit den Zellenwalter Mack. jumvnu, wundervoll Mr sanden zueinander. Vornan von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme Verlag Halle (S.) Nachdruck verboten! 4 Fortsetzung. Karla wa* mehrere Jahre jünger als er, aber sehr viel reifer. Das machte wohl ihr schweres Schicksal. Er konnte sich gar nicht denken, daß sie früher einmal wie ein Junge gewesen sein sollte — früher, ehe sie den schweren Unfall hatte. Mit zehn Jahren war sie beim Reiten von einem durchgehenden Pferde gestürzt und hatte sich eine schwere Verletzung der Wirbelsäule zugezogen. Jahrelang war sie in Behandlung der berühmtesten Aerzte lag monatelang in Gips. Als sie endlich die Klinik verlieh, konnte sie zwar gehen. Aber der eine Futz schleppte leicht nach, und die linke Schulter war ein wenig höher als die rechte. Von diesem Tage an, so hatte Hauptmann Weckenroth Dietrich erzählt, war mit Karla eine völlige Veränderung vorgegangen. Mit geradezu bewundernswertem Heroismus hatte sie sich damit abgefunden, für ihr Leben entstellt zu sein. Aus dem wilden, jungen Menschenkinds dem Sport und körperliche Betätigung über alles gingen, wurde ein sanfter, ruhiger Mensch, der sich in Lernen und Forschen eine neue Welt aufbaute. ""Dietrich besann sich noch ganz genau, mit welcher Angst er Karla nach ihrem Unfall wiedergesehen hatte. In den Ferien vorher waren sie noch beide miteinander durch die Wälder der waren miteinander geritten. Hatten Wettlaufe gemacht und an den Turngeräten im Parke des Weckenrothschen Gutes Wettkämpfe veranstaltet. Nun sollte er Karla Wiedersehen, krank, em Krüppel, abgetrennt von allen jugendlichen Spielen. Doch Karla war es gewesen, die den Uebergang ganz leicht und wie selbstverständlich gefunden hatte. Mit keinem Worte klagte sie über ihr Schicksal. Sie ging sofort auf Dietrichs Leben ein, fragte nach allem, was er erlebt hatte, und ließ keinerlei Verlegenheit aufkommen. Da hatte ihn ein tiefer Respekt vor der Seelenkraft Karlas erfaßt. Die Freundschaft zu ihr vertiefte sich immer mehr. Er konnte es kaum erwarten, bis er in den Ferien xu Karla kommen konnte. Wäre Karla gesund gewesen sie und keine andere hätte er geheiratet. Sie war die einzige Frau, bei der man an das Wahre und Edle glauben konnte. Er hatte sie seit fe;ner Rückkehr aus Südamerika noch nicht wreder- aesehen Denn bei seiner Landung in Hamburg erreichte ihn sofort die Nachricht vom Tode Tante Albe^as und die Bitte Justizrat Niemanns unverzüglich nach Schloß Veltheim zu kommen. Aber morgen mürbe er Karla aufsuchen. Vielleicht wurde sie ihm einen Rat geben können. Freilich sie kannte auch sehr wenig junge Mädchen. Sie lebte ja feit ihrem Unfall ziemlich zurückgezogen und machte nur alljährlich ihre Badereisen nach Wiesbaden. Innerhalb eines Jahres mußte die Testarnents- beöingung Tante Albertas erfüllt fein. Und er würde sie erfüllen. Seit der tiefen Enttäuschung durch Jutta hatte er den Gedanken an eine Ehe weit zurückgeschoben. Nun konnte er diesen Gedanken verwirklichen, wenn es auch schwer wurde. Aber schließlich schlossen so viele Menschen eine Formehe aus ganz anderen Gründen. Warum sollte er es nicht tun, um Veltheim zu erhalten? Es geschah ja nicht aus Habgier, es geschah um der heißen Liebe zu diesem Stück deutschen Bodens. Die Gedanken bewegten Dietrich so stark, daß er immer schneller ausschritt und Regen und Kälte kaum noch spürte. Er war jetzt an einer Weg- biegung, an der die Chaussee sich teilte. Der eine Weg führte nach der Stadt, der andere in einem Bogen um die benachbarten Dörfer herum. Er wollte über Birkenfelde wieder nach Hause zurückkehren. Da tauchten plötzlich aus dem Dunkel die grellen Lichter eines Autos auf. Ein lautes Hupen erscholl. Er hatte gerade noch Zeit, zur Seite zu springen. Hinter der regennassen Scheibe sah er undeutlich, wie der Chauffeur den Wagen herumriß. Das Auto tat einen Sprung, bann hatte ber Lenker es wieber in ber Gewalt. Schon war es an Dietrich vorbei. Die Insassen bes Wagens waren erschreckt zusammengefahren, so jäh wechselte bas Auto auf bie anbere Seite des aufgeweichten Weges herüber. „Hergott", sagte Marlen Korda erschrocken, „was war denn da los?" Karla Weckenroth schob die Scheibe zum Chauffeursitz zurück: „Was passiert, Arndt?" ""„Nein, Baroneß, da ist nur wieder einer so richtig übern Weg geduselt — und dann ist natürlich wieder der Fahrer schuld!" Nun wir müssen doch bald da sein, Arndt?" ''Noch fünfzehn Minuten, Baroneß." Dann fahren Sie mal vorsichtig, Arndt. Karla nickte dem Chauffeur freundlich zu und schloß die Scheibe. Wir hätten vielleicht lieber doch morgen bei Ta'aeslicht fahren sollen, Karla", meinte Marlen. Es ist wirklich ein halsbrecherisches Wetter heute. Und außerdem", sie sah bie Freunbin besorgt an, „bie feuchte Luft ist gar nichts für dich Was würbe Doktor ßanggiffer jagen wenn er dich bet diesem Wetter unterwegs sähe? ^Er^würde"sagen: Recht, daß Sie sich etwas Zutrauen! Außerdem sind Sie ja bei JhrerFreun- Sin Marlen gut aufgehoben! Sie griff nach Marlen Kordas Hand. „Und hatte er damit nicht recht? Ein Rot ber Freunde lief über Marlens klares Gesicht. Aus den Worten fühlte sie wieder, wie Karla an ihr hing, und daß sie ihr etwas sein konnte. „Aber allmächtig bin ich ja auch nicht, Karla. Hoffentlich schadet dir ber Weg nicht!" Besorgt zog sie ben weichen Pelzkragen an Karlas Mantel enger um bereit Hals. „Warum haben wir eigentlich nicht bis morgen gewartet?" „Weil ich Sehnsucht habe, Dietrich zu sehen. Er hat sicher ben Kopf voll unb schrecklich viel zu tun. Sonst hätte er bestimmt schon bei uns angerufen. Aber ich wollte nicht noch länger warten. Vergiß nicht, Marlen, Dietrich ist ja mein einziger Ju- genbfreunb. Außer ihm habe ich niemanben in meinem Alter gehabt. Ich war ja seit meinem Unfall sehr einsam, Marlen, bis ich bich gefunden habe." Liebevoll sah sie Marlen Korda an. „Wirst doch nicht eifersüchtig sein, kleine Marlen, daß ich mich so schrecklich auf Dietrich freue? Du sollst mal sehen, du wirst auch ganz begeistert sein, wenn du ihn kennenlernst." Nun lächelte auch Marlen froh: „Ich kenn' ihn ja schon, Karla. Ich kann ihn mir aus deinen Erzählungen so lebhaft vorstellen." „Aber nicht, wie er wirklich ist. So ernst und so fein! Und so liebebedürftig! Ach Marlen, er und ich haben ja in gewisser Weise ein ähnliches Schicksal. Er ist einsam geworden, weil er nicht Vater noch Mutter hatte — ich bin einsam geworden, weil ich krank wurde. Siehst du, und diese Herzenseinsamkeit, die hat uns so zusammengeführt. Kannst du begreifen, wie ich mich freue,, ihn wie- berzusehen? Es finb ja jetzt brei Jahre her. Zwei Jahre war Dietrich braußen in Sübamerika, unb bas Jahr zuvor war ich noch im ©üben." „Wenn sich bein Jugenbfreunb nur nicht ba braußen in ber Welt oeränbert hat, Karla! Es waren doch gerade jene Jahre, die einen Mann entscheidend formen. Ich will dir ja deine Vorfreude nicht stören, Liebes. Aber ich glaube, zwischen dem zweiundzwanzigsten und fünfundzwanzigsten Jahre kann sich ein Mann sehr ändern." Karla schüttelte den Kops: „Der Dietrich Veltheim sich ändern? Ausgeschlossen! Der ist heute noch genau so wie damals. Nun. du wirst ja bald sehen", schloß sie. Vor ihnen tauchten die Umrisse des Schlosses auf. Zwei große, leuchtende Laternen flankierten den Eingang. Der Wagen fuhr durch ein großes Steinportal in einen weiten Vorhof. Nun hielt er vor ber Schloßrampe von Veltheim. 4. Kapitel. In ben Gastzimmern bes Schlosses Delcheim, bie Jutta seit Wochen bewohnte, brannten alle elektrischen Lampen. Sämtliche Schränke unb Schübe waren geöffnet. Zwei große Koffer stauben aufgesperrt in ber Mitte ber Zimmer. „Soll ich bem gnäbigen Fräulein helfen?" fragte das Stubenmädchen Lisbeth, das soeben mit dem Diener Juttas Koffer vom Boden gebracht hatte. „Danke, ich möchte allein fein." Der Diener und Lisbeth gingen hinaus. „Dicke Luft", sagte der Diener leise zu Lisbeth. „Mit der Herrlichkeit der schönen Jutta scheint's hier auch aus zu fein." „Na, wenn der junge Herr ein paar Augen im Kopfe hat, sieht er doch, was das für ’ne Schlange ist. Wenn er sich von der hätte einfangen lassen, das wär' doch zu schade gewesen. So ein hübscher und freundlicher Herr!" Die kleine Lisbeth sah ordentlich begeistert aus. „Na nu sachte — vergucken Sie sich nur nicht, Lisbeth. Für Sie ist das schon lange nichts." „Brauchen Sie mir gar nicht zu sagen", kam es sehr schnippisch, „weiß ich ganz von allein. Aber für gewisse Leute bin i ch nun wieder nichts." „Wen meinen Sie denn damit?" fragte Paul. Er war erst seit einem halben Jahre hier auf Schloß Veltheim angestellt, unb Lisbeth hatte es ihm angetan. „Wen ich meine? Immer ben, ber so bumm baherfragt!" lachte Lisbeth. „Wart nur, du Racker!" Paul wollte nach Lisbeth greifen, aber mit einer geschickten Bewegung war sie ihm unter dem Arm durchgeschlüpft, lief lachend den Korridor entlang. Jutta stand mit finsterem Gesicht in ihrem Zimmer. Sie hatte die neugierigen Gesichter nicht mehr ertragen können. In Lisbeths Augen, auch in denen des jungen Dieners, glaubte sie eine heimliche Schadenfreude zu sehen. Die freuten sich wohl alle, daß sie abreisen wollte, ober vielmehr, baß sie abreifen mußte! Wut unb Haß tobten in ihr. Kaltblütig hätte sie Dietrich umbringen können. Sich selbst aber hätte sie ohrfeigen mögen, ob ihrer eigenen Dummheit. Was hatte sie nur bazu bestimmt, nicht auf eine anbere Fassung bes Testaments zu bringen? Es hätte sie ja nur ein paar Worte gekostet. Dann hätte Tante Alberta folgenbermaßen geschrieben: „Ich ernenne meinen Neffen Dietrich von Veltheim zu meinem Universalerben, unter ber Bebingung, baß er innerhalb eines Jahres meine Nichte Jutta von Bergfelbe heiratet." Sicher hätte Tante Alberta bas Testament auch so gefaßt. Die alte Frau war ja in den letzten Tagen viel zu schwach, um ihrem Einfluß irgendwie zu widerstehen. Finster starrte Jutta vor sich hin. Sie hatte so fest damit gerechnet, daß Dietrich sie immer noch liebte. So fest darauf gebaut, daß er ein Gentleman wäre. Nicht mit einem einzigen Gedanken hatte sie daran gedacht, daß er das Testament anders auslegen könnte, als sie selbst es innerlich gemeint hatte. So berechnend sie selbst war, so fest hatte sie bei Dietrich an jenen Idealismus geglaubt, ben sie bespöttelte. Dietrich unb eine Ehe schließen, nur um bas Erbe sich zu erhalten — biese Vorstellung war ihr gerabezu absurd erschienen. (Fortsetzung folgtI) Vornotizen. Zu beachten ist besonders, daß derjenige, der beim Lebens". Abbiegen in eine andere Straße die Fahrbahn kreu- italie- Die dauer'' Nr. 0 544 692, „Naumann" Nr. Stöwer' Nr. unbekannt und „Dixi' Fabr.-Nr. unbekannt. G i e - 468 021, , 1274 636, zen muß, zu warten hat, bis ihn die in seiner Nähe befindlichen Verkehrsteilnehmer, gleichgültig, ob sie von vorn oder von hinten kommen, passiert haben. Will jemand nur, um einen vor ihm Fahrenden zu überholen, nach der linken Straßenseite hinüberwechseln, so braucht er kein Zeichen zu geben. Vorstehende Bestimmungen sind bei dem täglich wachsenden Verkehr von so großer Wichtigkeit, daß sie sich jeder Straßenbenutzer merken muß. Pferdemusterung an der Gädheimer Straße. Die Hessische Polizeidirettion ß e n teilt mit: Sprechstunden der Redaktion. 11*30 bis 12JO Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstaguach» mittag geschlossen. Sichergestellte Fahrräder: Bei der Kriminalpolizeistelle Gießen sind zwei Herrenfahrräder Marke „Presto" und „Opel" sichergestellt. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, bei der Kriminalpolizeistelle vorzusprechen. er hat Vorfahrtsrecht? 23on Rots Münch, Gerichtsreferendar. heißen Tage und die durch die Zeitungen verbreiteten Nachrichten über Todesfälle an Son- Mark je Zentner ab Station. Das Angebot nifcher Frühkartoffeln ist unbedeutend. Heraus aus der Sonne! Ein Aufruf des Reichsausfchusies für Volksgesundheitsdienst. _ Die deutsche Arbeitsfront ® n.5.:Gcmeinfthaft „ftraft durth freute' Wenn ein Straßenbenutzer die Richtung eines ihm auf derselben Straße Begegnenden kreuzen will, so ist der letztere bevorrechtigt (§ 27 Absatz 2 der RStVO.). Diese Regelung gilt, da der fließende Verkehr durch das Abbiegen eines Verkehrsteilnehmers nicht gestört werden darf, sowohl für Verkehrsteilnehmer, die auf derselben Straße dem Abbiegenden begegnen, als auch für die, die in gleicher Richtung mit ihm fahren und ihre Fahrtrichtung beibehalten. Will ein Straßenbenutzer (auch Fußgänger!) seine Richtung ändern oder anhalten, so muß Gemäß Anordnung des Oberbefehlshabers des Heeres findet am Freitag, 19. Juli 1935, vormittags 8 Uhr, eine Pferdemusterung statt. Die Musterung wird hinter dem städtischen Schlachthof, Rodheimer Straße, abgehalten. Jedes Pferd ist nackt nur mit Trense durch einen besonderen Pferdehalter vorzuführen. Besondere Aufforderungen an die Pferdebesitzer sind bereits durch die Polizeidirektion ergangen. Die aufgeforderten Pferdebesitzer werden nochmals auf die genaue Einhaltung des Termins hlngewiesen. Im Falle des Nichterscheinens tritt Bestrafung em. feierliche Entlastung von rrKandidaten der evang Theologie Die Evangelische Landeskirche Nassau- Hess e n (Landeskirchenkanzlei) teilt mit: Dieser Tage fand m Friedberg in Oberhessen im Chor der Stadtkirche die feierliche Entlassung von 22 Ranbibaten der evangelischen Theologie durch den ^andesbüchof der Evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen, Lic. Dr Dietrich, statt. Anschließend Bereinigte em geselliges Beisammensein im „Casino" den Landesbischof mit den Professoren und Kandidaten des Predigerseminars. Wehrsportfahrt der Motorstandarte 141 am 14. Juli. Zu den bereits gemeldeten Ergebnisien ist noch zu berichten, daß auch die Mannschaft II, Mo- L° r«?.u r«m 14 7 Gießen mit den Fahrern * V-k K°lb, K Christ, K. Kanold, E. Wustenhofer und Beifahrern E. Kuthe polizeibencht. Einbruchsdiebsiahl in Schlitz während des Trachtenfestes. Am 14. Juli 1935 wurde in den Abendstunden in Schlitz in ein Wohnhaus eingebrochen und etwa 3400 Mark Bargeld gestohlen. Wertsachen, Kleider und Wäsche ließen die Täter, vermutlich zwei, unberührt. Nach Zertrümmerung einer Fensterscheibe im Erdgeschoß gelangten sie in das Innere der Wohnung, wo sie alle Behältnisse durchwühlten. Verschlossene Möbelstücke wurden gewaltsam erbrochen. Am gleichen Tage, vermutlich in den Mittagstunden wurde in der Evangelischen Stadtkirche zu Schlitz eine Opferbüchse erbrochen u n,d beraubt. Nach den hinterlassenen Spuren sind es die gleichen Täter, die am Abend den vorerwähnten Einbruchsdiebstahl ausgeführt haben. Diebstähle. In den letzten Tagen wurden hier nachstehende Gegenstände gestohlen: Aus einem Neubau im Alten Steinbacherweg ein etwa 18 Meter langer roter Wasserschlauch, der durch Verschraubung in Ätoei Teile geteilt werden kann, von einem Damenfahrrad, das in der Frankfurter Straße abgestellt war, eine Einkaufstasche mit 9 Mark Inhalt, von zwei parkenden Kraftwagen je ein Ersatzrad, aus einem offenen Personenkraftwagen ein Herrensommermantel, Farbe grau-weiß. Fahraddiebslöhle: In der Zeit vom 1. Juni bis 1. Juli 1935 wurden folgende Fahrräder hier gestohlen: Herrenfahrräder: Marke „Frisch auf" Nr. 43 783, „Goldrad" (B. G. C.) Nr. 78 235, „Presto" Nr. 523 031, „N.S.U." Nr. 790 936, „Gö- ricke" Nr. 1 356 485, „Kuxmann" Nr, 23 578, „Diamant" Nr. unbekannt und „Kuxmann" Nr. unbekannt. Damenfahrräder: Marke „Presto" Nr. Zelle 6f Zellenwalter: Albert Euler, Ludwiasplatz 3. Die Zelle umfaßt folgende Straßen- Ludwigsplatz, Gartenstraße, Gutenbergstraße, Nahrungsberg, Bergstraße, Hessenstraße, Keplerstraße, Stephanstraße 1 bis 14. Blockwalter: Georg G u t j a h r, Stephanstraße 43, Julius Reitz, Am Nahrungsberg 10. Zelle 7 : Zellenwalter: Balthasar Schmidt, Stephanstraße 18. Die Zelle umfaßt folgende Stra- ßenzüge: Stephanstraße 15 bis Ende, Henselstrahe, Lessingstraße und Gnauthstraße. Blockwalterin: Martha Katzenmayer, Lessingstraße 18. Die Geschäftsstelle ist geöffnet: Donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Nur für Marken- empfang der DAF.-Walter. Anwesend: Ortsgruppen» kassenwalter Martin Römer. Für Unterstützungen und sonstige Angelegenheiten: Freitags von 19 bis 21 Uhr. Anwesend: Ortsgruppenwalter Fritz Reitz. Sonderzug zu dem Grohstugtag am 21. Juli nach Kassel. „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden'" Nach diesen Worten des Oberbefehlshabers der deutschen Luftwaffe, Hermann Goring, und unter diesem Motiv findet am Sonntag dem 21. Juli 1935, in Kassel der 1. N S. - V o l k s f l u g - tag statt, in dessen Rahmen die besten Flieger, Luftakrobaten und Fallschirmabspringer (Udet, Oskar Dimpfel, List Schwab u. a. m.) mitwirken. Der Sonderzug I fährt ab Marburg. Die Fahrt kostet einschl. Eintrittspreis 3 Mark. Ab Gießen kostet die Fahrt einschl. Eintritt 3,60 Mark. Dieser Preis ist wohl für jeden tragbar, bietet doch dieser Großflugtag, der mit militärischen Uebungen der verschiedensten Waffengattungen ausgestattet ist, ein sicherlich unvergeßliches Erlebnis. Schlußtermin für die schriftliche Anmeldung: 18. Juli 1935. Londerzug zu dem Großen Preis von Deutschland am 28. Juli 1935 auf dem Nürburgring. Zu diesem Zuge sind noch einige Karten zu 5 Mark (einschl. Eintritt) zu haben. Wir bitten die Arbeitskameraden, sich zu dieser Fahrt möglichst umgehend schriftlich zu melden, oder den Bettag von 5 Mark sofort zu bezahlen. SonntagöfahrtderFirmaSchunkSEbe nach Heidelberg. Die Firma Schunk & Ebe Gießen, Windhof, bereitete am Sonntag ihren zahlreichen Arbeitern und Angestellten, sowie deren Angehörigen mit einer herrlichen Ausflugsfahrt nach Heidelberg eine große Freude. Die Vorbereitungen für diese Fahrt waren auf das sorgfältigste getroffen. Schon am Samstag wurde der Eisenbahnzug, der die Teilnehmer nach Heidelberg bringen sollte, mit den von zarten Mädchenhänden gefertigten Girlanden geschmückt. Auch die Lokomotive erhielt kurz vor dem Fahrtantritt ihren Schmuck. Angeregte Stimmung herrschte bereits bei der Abfahrt. Das herrliche Wetter tat ein übriges. Die Freude über das bevorstehende Erlebnis mar allgemein. Sollte man doch durch diese Fahrt viel landschaftliche Schönheit kennen lernen. Etwa 360 Personen nahmen an der Fahrt teil. Sämtliche Unkosten wurden von der Firma bestritten. Um 7.30 Uhr verließ der Zug den Gießener Bahnhof, der nach rascher Fahrt um 10 Uhr in Heidelberg an kam. Nach kurzer Pause wurde der Vormittag von einem großen Teil der Belegschaft mit dem Besuch des Schlosses ausgefüllt. Mit großem Interesse wurden alle Einzelheiten in Augenschein genommen und wohl die meisten waren begeistert von der Großzügigkeit der Schlohanlage. Nach einer Mittagspause teilte sich die Belegschaft in mehrere Gruppen, die sich bann den Schwetzinger Park oder das schöne Städtchen Neckar-Gemünd zum Ausflugsziel nahmen. Wieder andere fuhren mit der Zahnradbahn aum Königsstuhl, um von hier aus eine herrliche Aussicht auf die Stadt und das schöne Neckartal zu genießen. Die Belegschaft verbrachte in kameradschaftlicher Gemeinsamkeit einige sehr anregende, schöne Stunden, die wohl allen lange in (Erinnerung bleiben werden. Am Abend vor dem Abgang des Zuges sang der Chor des Betriebes zum Abschluß noch einige schöne Lieder. Gegen 20.30 Uhr erfolgte von Heidelberg aus die Rückfahrt. Gegen 23 Uhr kam man wieder in Gießen an und machte sich sehr befriedigt auf den Heimweg. Soldat und Polizei. Alle Angehörigen der Wehrmacht sind als Der- tteter der Staatsgewalt in besonderem Maße verpflichtet, außerhalb des Dienstes alle allgemeinen und örtlichen polizeilichen Verordnungen genau zu befolgen und den Anordnungen der im Dienst befindlichen Polizeibeamten Folge zu leisten. Auch im Dienst befindliche Soldaten haben polizeilichen Anordnungen nachzukommen, soweit nicht dringende dienstliche Gründe dagegen sprechen. Einzelne Soldaten außerhalb des Dienstes haben die Pflicht, den Polizeibeamten auf deren Anforderungen in dringenden Fallen (z. B. bei Festnahme widerspenstiger Personen) Hilfe und Unter st ützung zu leisten. Auch im Dienst soll der Soldat solchen Anforderungen Nachkommen, soweit der Dienst es gestattet. Die Polizei ist zur vorläufigen Festnahme von Soldaten nur berechtigt, wenn bei dringendem Tatterdacht oder bei Gefahrenverzug ein militärischer Vorgesetzter oder eine militärische Wache nicht erreichbar ist, sofern es sich um Verbrechen handelt oder Fluchtverdacht besteht oder Gefahr der Verdunkelungo der des Mißbrauches der Freiheit zu neuen ftafbaren Handlungen vorliegt. Wird ein Soldat aber bei einem Verbrechen oder Vergehen auf frischer Tat getroffen oder verfolgt, so darf er schon polizeilich festgenommen werden, wenn seine Persönlichkeit nicht sofort festgestellt werden kann. Im allgemeinen soll aber die Festnahme des Soldaten, wenn irgend möglich, durch Wehrmacht-Angehörige erfolgen. Soldaten in Zivil werden von der Polizei ebenso behandelt wie Zivilpersonen, bis sie sich einwandfrei als Soldaten ausweisen können. Bewerbungen von Wehrmachtsfreiwilligen. keine Gebührenfreiheit bei Abslammungsnach- weisen. Der Chef des Heeres, und Personalamtes hat verfügt: Personen, die sich um Einstellung in die Wehrmacht bewerben, können für die Ausstellung von Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung einen grundsätzlichen A n - spruch auf Gebührenfreiheit nicht erheben. nenstich geben dem Reichsausschuß für Dolksge- sundheitsdienst, Hauptabteilung II Gesunüheits- führung, in einem Aufruf Veranlassung, auf die Schäden hinzuweisen, die planlose und übermäßige Sonnenbestrahlung nach sich ziehen kann. Langsame Gewöhnung an die Sonnenwirkung, so heißt es in dem Ausruf, ist eine unersetzliche Voraussetzung für eine wirklich lebensstärkende Wirkung der Sonne. Jede Verbrennung muß vermieden werden. Denn die Haut ist ein Atmungsorgan wie die Lungen; wird sie verbrannt, so leidet die zum Leben unbedingt notwendige Hautatmung. Namentlich bei blonden, hellhäutigen Menschen ist größte Vorsicht angebracht. Schwere Schädigungen mit Siechtum und frühem Tod können die Folge fein. Mancher, bei dem eine Tuberkulose nur schlummerte, hat seinen törichten Aufenthalt in der Knallsonne mit einem plötzlichen Blutsturz und einer plötzlich aufflackernden Tuberkulose büßen müssen. Tuberkulöse gehören überhaupt nicht in das Sonnenbad, wenn es nicht vom Arzt genau beaufsichtigt wird. Die Mode, sich Kopf und Gesicht besonders verbrennen zu lassen, ist gänzlich unsinnig. Nicht der ist am gesündesten, der die intenfinefte Sonnenbräune aufweist, sondern dessen körperliche und geistige Funkttonen am frischesten und leichtesten vor sich gehen. Darum Vorsicht beim Derweilen in heißer Sonnenglut! Und heraus aus der Sonne, bevor sich die geringsten Zeichen von Unbehagen einstellen! Gegen Umgebung des Zugabeverbots. Da sich in letzter Zeit in steigendem Maße eine Umgehung des Zugabeverbotes durch die sogenannten verkoppelten Verkäufe bemerkbar gemacht hat, hat der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister gegen diesen Versuch einer verschleierten Zugabe- gewährung eindeutig Stellung genommen. Das Zu- aabeoerbot gilt auch für die Fälle, in denen zur Verschleierung einer Zugabe verschiedene Waren zusammen angeboten werden. Der Erlaß des Reichswirtschaftsministers bestimmt daher, daß die Absicht der Verschleierung bei den immer häufiger auftretenden, völlig willkürlichen Warenverbindungen, wie Zuckerwaren und Uhren, Kaffee und Koffer, Porzellan und Zigarren, Seifen und Haushaltsartikel, regelmäßig angenommen werden muß, da sich das zulässige Kombinattonsangebot gerade durch die Zweckmäßigkeit der Warenzusarnmen- fteüung empfiehlt. Daher lehnt der Erlaß die Verkoppelung aller Waren ab, die im regulären Handel nicht gepiein» fam verkauft werden. Das wird damit begründet, daß die Anziehungskraft des eine Zugabe verschleiernden Gesamtangebotes in der vermeintlichen Verbilligung des Mitgeharttkels liegt, der als Vor- spann für die Haupttvare dienen soll, und daß diese Vertriebsart infolgedessen die gleichen Nachteile wie me eigentliche Zugabe mit sich bringt. In dem Er- lah wird weiter auf die sich ebenfalls breitmachenund H. Philipp mit an fünfter Stelle geschlossen das Ziel erreichte. Günstiges Ergebnis der Frühkartoffelernte in Südwestdeutschland. Das Ergebnis der diesjährigen Frühkartoffelernte ist erwartungsgemäß recht günstig, so daß die Zufuhren zu den Bezirksabgabestellen im Rhein-Main- gebiet täglich ansteigen. Mitten in der (Ernte steht z. Z. das Gebiet Wiesbaden, während die Wetter- a u und Rheinhessen vorerst nur kleinere Mengen herausbringen. Die Nachfrage war bisher sehr lebhaft, nicht nur aus dem engeren Verbrauchecgebiet, sondern auch von fernher, so daß. sich ein reger Versand nach Süddeutschland wie nach Mitteldeutschland entwickeln konnte. Die Preise richten sich nach den Bestimmungen der HaUptvereinigung. Am 10. Juli 1935 lauteten die Forderungen aus 7,80 Als Kraftfahrer kann man fast täglich die Wahr- nehmung machen — die zahlreichen Vertehrsunfalle beweisen es — daß es noch heute viele Verkehrsteilnehmer gibt, die über die nach der neuen Straßenverkehrsordnung geltenden Bestimmungen schlecht oder überhaupt nicht unterrichtet sind. Die wichtigsten Bestimmungen der neuen Straßenverkehrsordnung vom 28. Mai 1934, in Geltung ab i Januar 1935, sollen daher in den folgenden Zeilen noch einmal kurz wiedergegeben werden, um das Gedächtnis derer, die es nötig haben, und das sind sicherlich nicht wenige, aufzuftischen. Gemäß § 27 Absatz 1 der Reichsfttaßenverkehrs- ordnung hat an Kreuzungen und Einmündungen von Sttaßen derjenige das Vorfahrtsrecht, der von rechts kommt. Kraftfahrzeuge und durch Maschinenkraft angetriebene Schienenfahrzeuge (Straßenbahnen) haben jedoch die Vorfahrt vor den anderen Verkehrsteilnehmern, selbst wenn sie von links kommen! Das Vorfahrsrecht der Kraft- und Schienenfahrzeuge entfällt aber bann, wenn sich ein langsam beweglicher Verkehrsteilnehmer (Radfahrer oder Fußgänger) schon in der Kreuzung befindet und in der Kreuzung halten müßte, wenn er den Schnelleren jetzt noch vorlasfen wollte. Grundsätzlich ist es also so, daß von rechts oder links kommende Kraftfahrzeuge als schnellste in Frage kommende Verkehrsmittel stets ein Vorfahrtsrecht vor den übrigen Verkehrsteilnehmern (Radfahrern, Fußgängern) haben, wenn sie zu gleicher Zeit an eine Straßenkreuzung kommen. Ausnahmen von dieser Regel sind nur möglich, wenn ein Polizeibeamter für kurze Zeit den Verkehr anders regelt oder wenn durch amtliche Verkehrszeichen eine andere Regelung kenntlich gemacht ist. Solche sind die Bezeichnung als .Hauptverkehrsstraße", nämlich ein auf der Spitze stehendes 'weißes Viereck mit rotem Rand: die Bezeichnung als „Fernverkehrsstraße", nämlich schwarze Fernverkehrsstraßennummer auf gelbem Grund ober runbes gelbes Schild für bie Durchleitung von Fernverkehrsstraßen in Stäbten;. bie Bezeichnung als „Straße erster Orbnung", nämlich zwei auf ber Spitze stehenbe, ineinanberge- chobene weiße Vierecke mit rotem Rand, unb endlich neu eingeführt das Zeichen „Vorfahrtsrecht achten!", nämlich ein auf der Spitze stehendes wei- ;es Dreieck mit rotem Rand. Dieses letztere Schild refindet sich an der Einmündung einer nicht vor- ahrtberechtigten Straße in die vorfahrtberechtigte den Unsitten hingewiesen, Waren in Behältnissen zu verpacken, die einen selbständigen Gebrauchswert besitzen. Dieses Verfahren ist, mit Aus» nckhme der wenigen Fälle, wo es handelsüblich geworden ist (Luxuspuckungen der kosmettschen Branche), in der Regel als verschleiertes Zugabe- geschäft zu werten und deshalb unzulässig. Sonntagsrückfahrkarten der Reichsbahn zu besonderen Veranstaltungen. Die Reichsbahn-Verwaltung gibt zu der gegen» wärtia in Herborn stattfindenden „Braunen Messe" Sonntagsrückfahrkarten aus. Die Karten gelten am 17. Juli von 0 bis 24 Uhr zur Hin- und Rückfahrt: vom 20. Juli 0 Uhr bis 21. Juli zur Hinfahrt und vom 20. Juli 12 Uhr bis 22. Juli 12 Uhr zur Rückfahrt. Ferner werden zu den in der Zeit vom 14. Juli bis 18. August in Heidelberg stattfindenden Re ichsfe ft spielen im Umkreis von 300 Kilometer um Heidelberg Sonntagsrückfahrkarten aus- gegeben. Die Karten haben jeweils von Freitag 0 Uhr bis Sonntag zur Hinfahrt und jeweils vom Samstag 12 Uhr bis Montag 24 Uhr zur Rückfahrt Gültigkeit. Zum Deutschen Stenographentag (2. bis 5. August) in Frankfurt a. M. gibt die Reichs- bahnverwaltung von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 250 Kilometer um Frankfurt Sonntagsrückfahrkarten aus. Die Karten haben zur Hinfahrt vom 2. August 0 Uhr bis 5. August und zur Rückfahrt vom 2. August 12 Uhr bis 6. August 24 Uhr Gültigkeit. Zur Rückfahrt gelten bie Karten jedoch nur, wenn sie von der Festleitung abgestempelt sind. ** Domkapitular unb Geistlicher Rat Bayer 75 Jahre alt. Der Ehren- und Domkapitular unb Geistlicher Rat Johannes Bayer wirb morgen 75 Jahre alt. Seine Verbienste um bie katholische Oemeinbe unb befonbers um ben jetzt ber Vollenbung entgegengehenben Kirchenbau sind allgemein bekannt. ** Personalie. Unter Berufung in das Beamtenverhältnis wurde Georg Fischer in Gießen mit Wirkung vom 1. April 1935 zum Kafseinspektor bei der Landesheil- und Pflegeanstalt, Gießen, ernannt. ** Was ist zu tun?" ist die Frage vieler Theaterbesucher an die Intendanz des Stadttheaters, wenn die bisherigen Abonnenten bis zum 20. Juli sich ihren alten Stammplatz nicht für die kommende Spielzeit 1935/36 gesichert haben. Bis zu diesem Tage können wir den bisherigen Abonnenten bie Plätze sichern, dann muß die Theaterkasse mit ber Zuteilung beginnen. Die Eommenbe Spielzeit bringt unter ber neuen Leitung unb mit einer Zahl neuer Kräfte im Verein mit ben im 23er« banb verbliebenen Künstlern einen vielgestaltigen Spielplan in Schauspiel, Oper und Operette, der allen Wünschen gerecht wird. Außerdem sind für die kommende Spielzeit ermäßigte Abonnementpreise angesetzt. Der regelmäßige Besuch des Theaters bringt Freude, Anregung zu neuem Schaffen und Entspannung von den Mißhelligkeiten des Alltags. Drum zwei kategorisch Imperative gegen sich selbst: Abonnent bleiben! Abonnent werden! Für lange Wintermonate bedeutet das Abonnement und damit der regelmäßige Theaterbesuch die Aussicht auf Freude in ernster Zeit. Die Theaterkasse nimmt werktäglich von 10 bis 13 Uhr Meldungen entgegen und ist zu allen Auskünften bereit. Telephon 2930. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Rundfunkkonzert des Gießener Stadttheater-Orchesters. Am morgigen Donnerstag, 18. Juli, überträgt der Reichssender Frankfurt von 17 bis 18.30 Uhr ein Rundfunkkon- zert aus Bad Homburg, das von der Homburger Kurkapelle ausgeführt wird. Das Homburger Kurorchester besteht aus dem Orchester des Stadtthea- ters Gießen. Die Gießener Rundfunkhörer werden sicherlich gerne vermerken, alte Bekannte wieder zu hören. ** Dienstpflicht und Zvllsupernu- merare. Die Einstellungsbedingungen für Zioil- anwärter bei der Reichszollverwaltung sind dahin ergänzt worden, daß Supernumerare ihre aktive Dienstpflicht in ber Wehrmacht erfüllt haben und zu Gefreiten ber Reserve ernannt sein müssen. ** Lichtbilb für denMusterungsaus- weis beschaffen. Die gemusterten Dienstpflichtigen werben barauf hingewiesen, baß sie verpflichtet finb, sich ein Lichtbilb zu beschaffen, unb auf ihrem Musterungsausweis anbringen zu lassen. Die Anbringung unb Abstempelung erfolgt auf ben zuständigen Polizeirevieren, Musterungsausweise ohne polizeilich abgestempeltes Lichtbild sind ungültig. ** Das V e r s i ch e r u n g s a m t der Stadt Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die Heberollen über die Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Jahr 1934 von heute an für die Dauer von zwei Wochen beim Versicherungsamt ber Stadt Gießen, Gartenstraße 2, zur Einsicht offenliegen. Auf die Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht. ** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- unb Tiefbauamt Gießen weist im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß die Bauarbeiten für die Regen» und Schmutzwasserkanäle in ber verlängerten Bergstraße auf Grund der Reichsverdingungs- orbnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen und Angebvtsvor- drucke sind ab Donnerstag, 25. Juli, beim städtischen Hoch- unb Tiefbauamt zu haben. Eine herrliche Waldbühne einqeweiht. Gladenbach, 15. Juli. (LPD.) In schönster Waldlage ist am Sonntag im Rahmen einer Kundgebung der NS.-Kulturgemeinde und des Kyff- häuserbundes eine Freilichtbühne der Bestimmung übergeben worden. Die Felsgruppe, in bie bie Bühne eingebaut ist, unb die im Volks- mund „B ö ck e l s kl i p p e" heißt, hat ihre Tradition: Hier war es, wo vor fast einem halben Jahrhundert, im Jahre 1888, der junge Marburger Bibliothekar B ö ck e l, der aus dem hessischen Wahlkreis hervvrgegangene erste völkische Reichstagsabgeordnete im Reichstag, zur Bekämpfung des Judenttms aufrief. Straße. Zu beachten ist, daß die frühere Regelung, wonach alle Straßen, auf denen <5d)ienengteife liegen, Hauptverkehrsstraßen waren, heute nicht mehr gilt Nur bie durch bie genannten Schilber gekennzeichneten Straßen sind heute Hauptverkehrsstraßen. Alle Benutzer einer Derartig gekennzeichneten Straße haben ein unbedingtes Dorfahrtsrecht vor allen anderen Verkehrsteilnehmern, die eine solche Straße kreuzen oder in sie einbiegen wollen, selbst wenn letztere von rechts kommen. Kraftfahrzeuge sind mit den Schienenfahrzeugen gleichberechtigt. Das früher bestehende unbedingte Vorfahrtrecht der Schienenfahrzeuge und der Reichsposi ist beseitigt. Rach § 25 der RStVO. ist aber auf diese Verkehrsmittel besondere Rücksicht zu nehmen und eine Behinderung derselben ist zu vermeiden. Das Vorfahrtrecht der Eisenbahnen an Bahnübergängen (879 der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung) ist bestehen geblieben. — Tageskalender für Mittwoch: NSG. o---, ।---------7—o ------------— , -m „Kraft durch Freude", 20 bis 21 Uhr, und 21 bis er dies mit einem Zeichen bemerkbar machen. Das ; 22 Uht Schwimmen im Volksbad: 20 bis 21 Uhr Zeichen ist fo zu geben, daß es von den übrigen ! Reiten, Reitschule Schombs, Brandplatz. — Stadt- Verkehrsteilnehmern leicht gesehen werden kann (§ 27 ; theater, 20 bis 22.30 Uhr, „Raub der Sabinerinnen". Absatz 3). (— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Freut euch des ein leises Heimwehgefühl einstellen will. Durch all ( das werden die Kinder auch s e l b st ä n d i g e r, be- Obecheffen (Kirfte wurde in bewch Lager Fremde zu kommen, 15. Juli. Gestern, in den Todes sein muhten. Aus den preußischen Nachbargebieten nnere Verletzun fügen und schicken lernt, sich beim Bettenmachen, Tornisterpacken, Deckenrollen u. ä. hilft, wie ältere die jüngeren auch erziehlich beeinflussen, sie zur Reinlichkeit und tausend Kleinigkeiten anhalten, sie auch einmal trösten, wenn sich bei der Abendandacht sonders die etwas verwöhnten, und es bildet sich etwas wie eine Volksgemeinschaft im kleinen. Die Helle, freudige Begeisterung der Kinder wird auch die Eltern, die anfangs dem Unternehmen zweifelnd gegenüberstanden, von der Richtigkeit und dem Erfolg desselben überzeugen. Tödlicher Gtun vom Heuwagen. □ Laubach, 16. Juli. Gestern ereignete sich auf fr er „Tannenwiese" ein tödlicher Unglücksfall. Der Landwirt Georg Bernhard Jochem stürzte, als er mit dem Ausladen von Heu beschäftigt war, von dem Aus aller Wett. Pferdefuhrwerk vom Zuge erfühl. Auf einer Eisenbahnstrecke in der Nähe von Mai« land wurde ein Pferdefuhrwerk von einem Zuge erfaßt. Don der vierküpfigen Familie, die auf dem Wagen saß, wurden drei Personen getötet, während ein zweijähriges Kind vollkommen unverletzt blieb. 3m letzten Augenblick gerettet. In der Nähe von Krakau durchbrach ein Auto« mobil eine Eisenbahnschranke und wurde von einem vorüberfahrenden Güterzug völlig zertrümmert. Die beiden Insassen, zwei Studenten, konnten sich im letzten - Augenblick noch durch Abspringen retten. fes Girkhausen in voller Fahrt einen Baum. Hierbei erlitten zwei auf der linken Seite des Wagens sitzende Mitfahrer schwere Kopfverletzungen. Während der 20 Jahre alte Willi Daub aus Siegen seinen Verletzungen alsbald nach dem Unfall erlag, verstarb der 24 Jahre alte Hellmut Klappert aus Lindenberg bei Siegen kurz nach der Einlieferung ins Siegener Krankenhaus. Die übrigen Mitfahrer sowie der Wagenführer sind mit dem Schrecken davongekommen. LlnterwesterwaldkrelS. Westerburg, 15. Juli. (LPD.) Im Steinbruchbetrieb der Westerburger Basaltwerke hatte sich der 41 Jahre alte Arbeiter Christian Kaiser an- geseilt und war an der Wand mit dem Loshrechen von Basalt beschäftigt. Plötzlich lösten sich über ihm große Steinmassen, die ihn mit in die Tiefe rissen. Kaiser erlitt schwere innere unb äußereVerletz u n g e n, die den sofortigen Tod herbeiführten. Kreis Schotten. - L a u b a ch , 15. Juli. Gestern nachmittag veranstaltete die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Ortsgruppe Laubach, auf dem nahegelegenen Rams- berg ein Waldfest. Unter Vorantritt der Kapelle des Laübacher Musikvereins marschierten die Jugend unserer Stadt sowie die Parteigliederungen und Volksgenossen nach dem herrlich gelegenen Festplatz, wo im Schatten der Bäume ein reichhaltiges Programm geboten wurde. Nach dem Eröffnungsmarsch hielt im Auftrage der hiesigen Ortsgruppe der DAF. Pg.Henze die Begrüßungsansprache. Gesangliche Darbietungen der vereinigten Männergesangvereine ,.Eintracht-Harmonie", Volkstänze des BdM. und Konzertstücke der fleißigen Musikkapelle wechselten miteinander ab. Anschließend sprach Kreiswart Pg. Rheinhessen. LPD. Mainz, 16.Juli. Wegen gemeinsamen Straßenraubes wurden von der Großen Strafkammer der 21jährige Ernst Rudolf Hofmann und der 23jährige Heinrich Spangenmacher zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Beide hatten in der Nacht vom Fastnachtsmontag einen alten Mann aus Wiesbaden, der in einer Wirtschaft zechte, in eine Nebenstraße gelockt und überfallen. Spangenmacher hielt ihm beide Hände auf den Rücken, während ihm der andere den Geldbeutel abnahm. reichlich wenig Gelegenheit hat, einmal wirken sich solche & Lauterbach, späten Rachmittagsstunden, erlitt der Arbeitsdienstmann Funk aus dem Lager Angersbach, als er im Städtischen Freischwimmbad vom hohen Sprungbrett ins Wasser sprang, einen Herzschlag. Obwohl gleich hilfsbereite Kameraden den Verunglückten bergen konnten und auch sofort ärztliche Hllfe zur Stelle war, konnte der junge Mann, der nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, nicht mehr am Leben erhalten werden. Der Unfall ist um so tragischer und schmerzlicher, weil die gerade zu Besuch weilende Mutter und auch der Bruder, der ebenfalls im Lager Angersbach ist, Zeugen des raschen vereinsfest des Gustav-Adolf-Vereins in unserer Gemeinde stattfinden. Zu diesem Tag werden auch von auswärts zahlreiche Gäste erwartet. — Die Heuernle ist völlig eingebracht und gut ausgefallen. ch Windhausen, 15. Juli. Braungebrannt und reich an Erlebnissen kehrten gestern unsere Jungen aus dem Lager des Jungvolks von Nieber- Moos nach Hause. Gerade für die Landjugend, die in bie LandschulaufenchaliderDolksschuleSroßen-Linden 110 Volfsschuikinder erleben den Hohen Vogelsberg. Ehrenkommanbant Heinrich Seitz (Birklar) ist bereits seit 1885 Mitglieb ber Freiwilligen Feuerwehr Birklar, von 1890 bis 1912 1. Führer, von 1912 bis 1923 2. Führer unb seit 1923 Ehrenführer ber Birklarer Feuerwehr. Er besitzt gleichfalls bas Verbandsehrenzeichen für 15jährige Dienstzeit unb die staatlichen Ehrenzeichen für 25 Jahre und 40 Jahre Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. Zungvolkpinipfe loschen einen Wardbrand. Lauterbach, 16.Juli. (LPD.) Am Sonntag entstand in der Nähe der Nieder-Mooser Teiche, wo zur Zeit ein Zeltlager des Jungvolks durchgeführt wird, einWaldbrand. Als die Jungvolkpimpfe die dicken Rauchwolken aufsteigen sahen, eilten sie sofort mit Eimern und Kannen bewaffnet zu dem Brandherd und nahmen tatkräftig die Bekämpfung des rasch um sich greifenden Feuers auf. Inzwischen war auch schon die Feuerwehr von Nieder-Moos alarmiert worden. Mit vereinten Kräften ging es dem Feuer zu Leibe. Es ist nicht zuletzt dem beherzten und besonnenen Eingreifen der Jungvolkjungen zu verdanken, daß ber Branb nicht unabsehbaren Schaben anrichten konnte. Landkreis Gießen. * Wieseck, 16. Juli. Unter Verdacht auf erlittene innere Verletzungen mußte ber hiesige, etwa 37 Jahre alte Kraftfahrer Lubwig Jung nach Gießen in ärztliche Behandlung gebracht werden. § Alten-Buseck, 16.Juli. Die beiden Ober- klassen unserer hiesigen Volksschule machten dieser Tage einen zweitägigen Ausflug in den Taunus, der von herrlichem Wetter begünstigt mar. Als Wanderziel des ersten Tages war der Feldberg vorgesehen. Dort wurde in der Jugendherberge übernachtet. Am zweiten Tage wurde das alte Römerkastell, bie Saalburg, eingehenb besichtigt unb bie Sehenswürbigkeiten aus ber Römerzeit in anschaulicher Weise ben Kindern erläutert. Hierauf fuhr man nach Bad Homburg. Nach ber Besichtigung ber Sehenswürdigkeiten dieser Stadt wurde von' hier aus die Heimfahrt angetreten. Der Ausflug wird den Kindern stets ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. — Am Montag fand die Musterung der militärpflichtigen jungen Männer unserer Gemeinde statt. Frühmorgens verließen sie auf zwei mit Tannengrün und den Fahnen des Dritten Reiches geschmückten Wagen das Dorf unb fuhren unter Musik unb Gesang nach ber Kreisstabt. Ihren körperlichen Anlagen ent- sprechenb würben sie ben verschiebensten Waffengattungen zugeteilt. Am Nachmittag kehrten sie in bester Stimmung zurück, von ber ganzen Einwohnerschaft unb vor allem von ber Dorfjugenb freubigft begrüßt. Am Abenb fanb sich unsere Jugenb zu einem fröhlichen Tanz zusammen. * Treis a. b. Lu mba, 16. Juli. In ber vergangenen Nacht hat hier ber etwa 30jährige Arbeiter G. Sch. seinem Leben burch Erhängen ein Enbe gemacht. Die Gründe für die Tat konnten noch nicfit f-stgest-llt werden. -y- Watzenborn-Steinberg, 16. Jun. Einem hiesigen Einwohner wurde dieser Tage auf seinem Baumstück großer Schaden angerichtet. Sieben junge Bäumchen wurden ihm von ruchloser Hand mit einem scharfen Messer so stark beschädigt, daß mit ihrem Eingang gerechnet werden muß. ♦ Muschenheim, 16. Juli. Der 74 Jahre alte Landwirt Heinrich Heckmann II. von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberschenkels. Der Verunglückte mußte nach Gießen gebracht werden + Aus ber mittleren Wetterau, 16. Juli Die Frühkartoffelernte hat in ber vorigen Woche begonnen. Die einzelnen Busche haben guten Behang bei mittelgroßen Knollen. Besonders gut haben bie vorgekeimten Sorten angesetzt, vor allem Hollänbische unb Deutsche Erstlinge. Recht be friebi- qenbe Erträge erbringen auch Radaz Fruhgold, DSG. Flava unb Golsragis. Von ber bereits geschnittenen Wintergerste liegen die ersten Drusch- I ergebniffe vor. Die Sorte Friedrichswerther Berg Schneidmüller (Schotten) über bie Aufgaben ber NS-Gemeinschaft „Kraft burch Freube", wobei er insbesondere auf bie burch sie gepflegte Volksgemeinschaft hinwies. Der zweite Teil ber Festfolge zeigte Äinberbeluftigungen wie Wett- unb Sacklaufen, Wurstschnappen unb anbere bie Jugend erfreuende Spiele. Flotter Tanz bei den Klängen ber bewährten Musik beschloß bas harmonisch verlaufene Volksfest. — Gestern fanb hier im Realschul- gebäube bie Musterung ber Jahrgänge 1914 unb 1915 folgenber zum Kreise Schotten gehörigen Gemeinben statt: Altenhain, Gonterskirchen, Groß- Eichen, Freienseen, Lardenbach, Klein - Eichen mit Solms-Ilsdorf, Ruppertsburg, Wetterfeld, Wohnfeld unb Laubach mit Walbgemarkung. Schon am frühen Morgen entwickelte sich in ben Straßen unseres Stäbtchens lebhafter Verkehr unb frohes ßeben, als bie Rekruten auf ben mit frischem Grün unb ben Farben bes Dritten Reiches geschmückten Wagen anfuhren. Balb sah man auch schon ausge» musterte Rekruten, Brust unb Hüte mit Bänbern unb Sträußen geschmückt, frohe Lieber singend, durch die Straßen marschieren. Am Nachmittag traten bie auswärtigen Rekruten bei frohem Sang bie Heimfahrt auf ihren Leiterwagen an, währenb bie hiesigen unb bie Rekruten von Wetterfelb im Gasthaus zur Traube einen gemütlichen Ball veranstalteten. + Ruppertsburg, 15. Juli. Dieser Tage fanb hier ein ® emarfungsrunbgang statt, an bem trotz glühenber Sonnenhitze 25 ßanbroirte teilnahmen unb bamit bas Interests befunbeten, bas sie allen Fragen ber praktischen Landwirtschaft ent» gegenbringen. Leiter war Assessor Dr. Dietz von ber bäuerlichen Werkschule Grimberg. Bei ber Wan» berung, bie burch alle brei Felber führte, bot sich viel Gelegenheit zu Belehrungen über Dinge aus ben verschiebensten Gebieten ber landwirtschaftlichen Praxis. Auf einem Versuchsselb bes Konrad Högy lernte man fünf verschiedene, ziemlich winterfeste Weizensorten kennen. Verschiebene Pflanzenkrank- heiten, Unkräuter unb Jnsektenschäblinge würben festgestellt unb Anleitung zu ihrer Bekämpfung gegeben. Manche Unkräuter wiesen auf Kalkarmut hin. Dr. Dietz sprach sich in klarer Weise über bie richtige Kalkung aus. Auf mehreren Grundstücken, befonbers im Kartoffelfeld, zeigten sich Schäden, die dadurch entstanden waren, baß man nicht rechtzeitig Saatgutwechsel vorgenommen hatte. Auf bem letzten Teil ber Wanberung besichtigte man bie Felber bet Saatbaustelle bes Pächters Müller, Henriettenhosi Kreis Alsfeld. ch Groß-Felba, 15.Juli. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt am Sonntagabend eine Hebung ab. Unter dem Kommando von Poli- zeidiener Scharmann wurden bie verschiebensten Hebungen ausgefuhrt. Die Hebung zeigte, wie vertraut unsere Feuerwehr mit ihren Geräten ist, so- baß sie im Ernstfall allen Anforberungen gewachsen ist. — Am kommenden Sonntag soll bas Zweigerbrachte auf dem Normalmorgen 12 bis 15 Zentner Körner, vereinzelt auch noch barüber. Der Bauersmann ist mit biefem Ertrag sehr zufrieden. Sehr begehrt ist auch bas Stroh, da dieses in manchen landwirtschaftlichen Betrieben zum Einstreuen recht knapp geworden ist. Infolge ber trockenheißen Witterung wächst ber zweite Kleeschnitt nur langsam nach. Auch bas Erbsenmischfutter stockt im Wachstum. Ein durchweichender Regen ist sehr er- wünscht und könnte die Futterverhättnisse rasch bessern. In den Gärten stehen bie Kulturen gut, wenngleich sich auch hier die Trockenheit unangenehm bemerkbar macht. Die ersten Gurken und Bohnen werden geerntet. Am Kohl tritt auch in diesem Jahre wieder bie Kohlkropfkrcmkheit auf. Auffallend viele Kohlweißlinge umflattern das Kraut. Kreis Büdingen. lieb „Mube bin ich" unb bem Nachtgebet. Die Verpflegung war in ber Weife geregelt, baß morgens Kaffee ober Haferbrei unb abenbs Hülsenfrüchte mit Dörrfleisch gekocht würben, währenb mittags bie Kinber auf ihrer Wanberung nach vorheriger Vereinbarung in verschobenen Ortschaften zum Essen einquartiert würben. Alles in allem: ein erster Versuch für unsere Schule, der aber als völlig geglückt angesehen werben bars. Die Schüler haben sich einen beträchtlichen Teil bes Vogelsbergs erwandert unb babei ihr erdkundliches, geschichtliches, Volkswirt- schaftliches und volkskundliches Wissen bereichert. Diese so stark in ber Wirklichkeit verankerten Erkenntniss e finb natürlich ungleich wertvoller unb fester haften!) als bie im Schulsaal erworbenen. Gleichzeitig ist ber Blick für bie Schönheiten ber Lanbschaft geschärft worben, mit geübten Augen werben sie später einmal frembe ©egenben unb Menschenschläge viel einbringlicher betrachten. Nebenher lief, ba Wanbern ben Körper wohl am allseitigsten in Anspruch nimmt, eine starke lustbetonte Kräftigung bes Körpers unb ber Gesunbheit. Was aber gar nicht hoch genug veranschlagt werben kann, ist bie Wirkung eines achttägigen Zusammenlebens. Da werben an sonst vielleicht wenig geschätzten Äameraben plötzlich sehr wertvolle Eigenschaften entdeckt: da kann einer, ben man sonst kaum beachtete, ja Brot schneiben ober einen Knopf annähen. Es war eine Lust zu sehen, wie sich hier von selbst Kamerabschaft bildet, wie geschickte Pakete verteilt werben, wie man sich ineinander segensreich aus. Kreis Lauterbach. zochbelabenen Wagen, wobei er sich schwere gen zuzog. Der Verun- lßtlosem Zustanbe in bas Das neue Lützellindener Dad. * Lützellinben, 16.Juli. Zwischen Lützel- linben und Allendorf a. d. Lahn liegt bas liebliche Linbbachtälchen, eingebettet zwischen grünen Obst- Hainen und fruchtbaren Feldern. Wer die umsäumenden, zum Kleebachtal sanft auslaufenben Erb- wellen überschreitet, dem blitzt aus ber Ferne ber Wasserspiegel bes Lützellinbener Schwimmbabes entgegen. Ein hübsches Fleckchen Erbe, bas ohne zu stören bie Lanbschaft bereichert. Seit Februar bieses Jahres war in bem stillen Tal Hnruhe unb Lärm ber Arbeit eingekehrt, bis bas Wert vollenbet war, unb heute suchen schon Hunberte Erquickung burch ein erfrischenbes Bab. Die feierliche Eröffnung findet am Sonntag, bem 21. Juli, statt. Kreis Wetzlar < Rodheim a. b. Bieber, 16. Juli. In diesen Tagen ist in unserer Gegend mit ber Roggen- ernte begonnen worben. Nunmehr bürfen wohl bie vielfachen Befürchtungen, als stände uns infolge ber Dürre eine minbeftens mäßige Ernte bevor, als überholt gelten, benn nach ben ersten Proben zeigte es sich, baß sowohl bie Halme kräftig entwickelt sind, als auch die Kornerbildung nichts zu wünschen übrig läßt. So bars man wohl mit einer guten Mittel- emte rechnen. Auch bie Sommerfrucht entwickelt sich trotz ber anhaltenben Dürre verhältnismäßig gut, doch wäre für bie Hackfrüchte ein ergiebiger Regen sehr erwünscht. Besonbers bie Kartoffeln, bie soeben in ber Blüte stehen, brauchen Regen. Immerhin finb allgemein bie Ernteaussichten zusriebenstellenb. * Dutenhofen, 16. Juli. Eine schwere S ch u l t e r v e r l e tz u n g zog sich ber hiesige Bergmann August G ü m p e l bei seiner Arbeit zu. Er mußte zur ärztlichen Behanblung nach Gießen gebracht werben. * Ober-Diefenbach, 16. Juli. Durch eine Verkettung unglücklicher Umftänbe kam bie Ehefrau des hiesigen Landwirts Reichwein schwer zu Schaden. Im Kraftwagen hatte sie ihren erkrankten Mann in die Klinik nach Gießen gebracht. Auf ber Rückfahrt streckte sie, anscheinend, um die Fahrtrichtung anzugeben, an einer unübersichtlichen Kurve ben Arm aus bem Wagen, geriet babei aber gegen ein Hindernis unb brach ben rechten Oberarm. Die bebauernsroerte Verunglückte mußte baraufhin ebenfalls in die Klinik gebracht werben. Kreis Biedenkopf. Biedenkopf, 15. Juli. (LPD.) Ein mit sechs Schülern ber Verwaltungsbeamtenschule in Siegen besetzter Kraftwagen streifte in ber Nähe des Dor» □aubatfjer Krankenhaus eingeliefert, wo er kurze Zeit barauf verstarb. vrleihung von hessischen Ieuerwehr- G renkreuzen für 4Sjährige Dienstzeit in Lich. Lich, 15. Juli. Die Freiwillige Feuerwehr L ch hielt am vergangenen Samstagabend in ber T)stwirtschaft Heinrich Schmidt X. eine Vorstands- |ijung ab, zu der außer den Vorstandsmitgliedern mnb verschiedenen Kameraden der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr der Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen), Kreisverbandsoorsitzender Wenzel (Gießen), Oberbrandmeister Münch Meßen), Ehrenkommandant der Wehr Lich, Phi- |rpp Christian Albohn, der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Birklar, Bürgermeister Geil «Lich), Beigeordneter Wahl (Lich) u. a. erschienen waren. Der 1. Wehrführer, Oberbrandmeister Christian Zimmer, eröffnete bie Sitzung, begrüßte i ie Anwesenben unb erteilte im Anschluß hieran !*em Kreisfeuerwehrinspektor bas Wort. Kreisfeuer- 1 wehrinspektor Bouffier gib mit berebten Wor- i=n seiner Freube barüber Ausbruck, baß an biesem ~age zwei Altoeteranen ber freiwilligen Feuer- I wehrsache, unb zwar ber Ehrenkommanbant ber Freiwilligen Feuerwehr Lich, Kamerab Philipp □jriftian Albohn, unb ber Ehrenkommandant her Birklarer Wehr, Kamerad Heinrich Seitz, nit dem Hessischen Feuerwehr - Ehrenkreuz aus» pezeichnet werden könnten. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz wird vom Landesverband Hessischer Freiwilliger Feuerwehren an Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren bes genannten Lanbesver- hanbes verliehen, bie eine 45jährige ununterbrochene vorwurfsfreie aktive Dienstzeit haben unb bie schon im Besitz ber staatlichen Ehrenzeichen für 25- unb 40jährige Dienstzeit finb ober minbeftens 35 Jahre irnunterbrochen im Feuerwehrbienst stehen, während tiefer Zeit 15 Jahre Kommandant oder 15 Jahre 5reisfeuerwehrinsvektor oder 15 Jahre Mitglied des Londes-, Provinzial- ober Kreisausschusses gewesen fitnb. Nach ber Ansprache bes Kreisfeuerwehrinspek- t)*rs nahm Kreisverbanbsvorsitzenber Wenzel Ließen) bie Auszeichnung ber beiben Altoeteranen tDr unb beglückwünschte bie Ausgezeichneten im Hamen bes Kreisverbanbes. Ebenso richteten an l e beiden Veteranen Glückwünsche zu dieser Aus- z ichnung ber Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, t e Karneraben Karl Schrnibt im Namen ber Wehr Lich unb Wilhelm Wolf im Namen der 5 irtlarer Wehr, wobei sie zugleich mahnende und üjf bie treue, vordilbliche Pflichterfüllung ber Aus- o^zeichneten hinweisenbe Worte an die jüngeren Jiameraben richteten unb zur Nacheiferung auf» riefen. Nach längeren Ausführungen des Kreis- uerwehrinspektors, nach einer Ansprache bes Bürgermeisters Geil unb weiterer reger Aussprache über verschiebene praktische Neuerungen im ssieuerlösch- unb Bekämpfungswesen schloß ber erste LSehrführer, Kamerab Christian Zimmer, ben o siziellen Teil bes Abenbs, bem noch einige Sdunben frohen kamerabschaftlichen Beisammenseins tilgten. Ehrenkommanbant Philipp Christian Aldo h n i|: seit 1892, also seit 43 Jahren, aktiv im freiwilligen Feuerwehrbienst tätig. Bereits im Jahre 1B10 wurde er mit dem Posten bes 1. Kommanban- hti betraut, ben er ununterbrochen 25 Jahre inne hatte. Sein vorbilbliches Hanbeln im Dienste ber Mgemeinheit ist anerkannt, er besitzt bas Der» banbsabzeichen für 15jährige Dienstzeit unb die sinatlichen Ehrenzeichen für 25= unb 40iahnge rienstzeit. Zu Anfang dieses Jahres erfolgte bie Ernennung zum Ehrenführer ber Freiwilligen Wehr L ch. § N ib b a, 16. Juli. Die hiesige Bürgermeisterei macht bekannt, baß gelegenllich eines Gemarkungs- rundganges festgeftellt wurde, baß von zahlreichen Baumbesitzern die durch das Kreisamt Büdingen angeorbneten Maßnahmen zur Bekämpfung ber Blutlaus kaum beachtet worben finb. Es werben, wenn nicht spätestens bis zum 20. b. M. bie Bekämpfung burchgeführt ist, bie erforberlichen Maßnahmen auf Kosten ber Baumbesitzer vorgenommen; außerbem wirb Strafanzeige gegen bie Säumigen gestellt. — Gestern konnte unser Mitbürger, Rentner Louis Geiß, sein 80. Lebensjahr in selten körperlicher unb geistiger Rüstigkeit vollenben. Durch seinen ehemaligen Beruf als Metzger unb Gastwirt, aber insbesonbere burch seine natürliche Veranlagung zur Wiebergabe von originellen Schnurren unb Witzen, vielfach von ihm selbst ersonnen, ist er weit unb breit über bie Grenzen ber engeren Heimat bekannt unb in angenehmer Erinnerung. Bei ben vom VHC. unternommenen Wanberungen, bie er mit seltenen Ausnahmen mitmocht, kann er ohne Hebertreibung als nachahmenswertes Vorbilb bezüglich Ausbauer bei Märschen bienen. Zahlreiche Gratulanten von nah unb fern unb aus allen Schichten ber Bevölkerung erwiesen ihm herzliche Aufmerksamkeit. J) Nidbü, 16. Juli. Am Samstag unb Sonntag fand ber sportliche Wettkampf ber Arbeitsbien st abteilung Nidda statt. Die äußerst zahlreich erschienenen Volksgenossen mußten bewundern, daß man trotz ernster Tagesarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete auch noch durch unermüdlichen Fleiß unb Hnverdrossenhett staunenswerte Leistungen auf dem Gebiete der einfachsten gymnastischen Hebungen bis zu ben Kunstgriffen im Verteivigunas- unb Abwehrkampf (Jiu-Jiffu-Grif- fen) aufweisen kann. Bei strahlendem Sonnenschein wurde von ben mettergebräunten und sehnigen Mannschaften u. a. ausgeführt: Weit- unb Dreisprung, 100-Meter-Laus, Kugelstoßen, Kugelgym- m-sttk, Kleinkaliberschießen, 50-Meter-Schwimmen, Freiübungen, Runbgewichtsübunaen, schottische Baumstammgymnasttk, Hanb-, Faust- unb Fußball. Zum Schlüsse fanb ber 15-Kilometer-Mannschafts- Gepäckmarsch statt, ber von ber Siegermannschaft in 1 Stunbe 45 Minuten ausgeführt würbe. Em geselliger Abend unter Vorführung noch verschiedener gymnastischen Hebungen unb anschließender Preisverteilung schloß das anregend verlaufene Sportfest ab. Die Kapelle bes Arbeitsdienstlagers Schlüchtern umrahmte das Ganze mit guter Musik. *Großen°Linden,16. Juli. Angeregt durch ! eine ministerielle Verfügung verbrachten die oberen Klassen ber Großen-Linbener Volksschule bie ver- eangene Woche in einem Lanbschulheim, eine erziehliche Einrichtung, bie bisher falt ausschließlich von höheren Schulen benutzt würbe, unb zwar im „D a t e r - B e n b e r - H e i rn" auf ber Herchenhainer Höhe. Obwohl noch am Sonntag zunebrnenbe Nieberfchlagsneigung prophezeit war, herrschte bie ganze Woche strahlenb schönes Wetter. Arn Montag in aller Frühe fuhren 110 Kinber mit ihren Lehrern unter Leitung bes Rektors Siegf rieb über Gießen nach Lauter- b a ch. Dort würben bie Kunsttöpferei Bauer, eine Papier- unb Blechwarenfabrik, sowie eine Weberei besucht und die malerische Stadt besichtigt. Dann führte ber Marsch über den Hainig, wo ben Schü- Bern von fachmännischer Seite bie altgermanische Kultstätte gezeigt würbe, nach Frisch dorn. Die Einwohner nahmen bie Kinber mit rührenber Gast- freunblicfjfeit auf unb gaben ihnen warmes Mittagessen. Neugestärkt setzten sie ihren Marsch fort bis Herbstein. Vor hier würbe bis Hart - wannshain bie Bahn benutzt unb um 20 Hhr war bas Ziel, bie Jugendherberge, erreicht. Diese bot mit ihren sechs Schlafräumen, dem prachtvollen Tagesraum und den gut eingerichteten Ne- öenräumen eine vorbildliche Untertunft. Die folgenden Tage begannen nun regelmäßig mit Morgenfeier unb Frühsport. Den Hauptteil bes Tages nahm eine Wanberung ein, z. B. nach II- veshausen ins Schwarzbachtal, ein anbermäl auf Öen Taufstein unb Hoherobskopf, ans Hochmoor, an löie Mooser Teiche usw. Nach ber Rückkehr ins Heim war Gelegenheit zu grünblicher Reinigung, Fußpflege unb Ruhe gegeben. Don 17 bis 18 Hhr war Klassengemeinschafts stunde, in ber bie Klassen bas Geschaute und Erlebte an Hand von Notizen vertieften, von 18 bis 19 Hhr sammelten fich alle Klassen, die vorher an irgend einem lau* chigen Plätzchen gelagert hatten, zur Sch ul gern e i n s ch a f t auf der großen Spielwiese am Abgang ber Höhe. Diese Stunben werben ben Kinbern unvergeßlich bleiben, wie sie ins Gras hingestreckt aber auf moosigen Steinen sitzenb, mit bem Blick nuf bie herrlichen Täler unb Höhen ihre Lieber erschallen ließen. Beschlossen wirb ber Tageslauf nach öem Abenbessen mit einer Anbacht, bem Abenb- SJ.Jpori „Rund um Schotten" verlegt. Das Motorradrennen „Rund um Schotten'", das am 21.3uÜ stattfinden sollte, muh verlegt werden, weil sich bei der Schottener Rundstrecke ein Teil- stück von 3,3 Kilometer Länge trotz aller Aus- besserungsarbeilen noch nicht in rennfähigem Zustand befindet. Lin neuer Termin für diese Veranstaltung, die in allen Klassen der Lizenzfahrer als Lauf für die Deutsche Motorradmeisterschaft gewertet wird, ist bereits bei der 0715. beantragt worden. Dieser Entschluß ist der Rennleitung des DDAL. sehr schwer gefallen. Um so mehr, als sich der übrige Teil der 16 Kilometer langen Rennstrecke in mustergültiger Verfassung befindet. Leichtathletik der Sp.-Äg. 1900. Kilo wirft in Hamburg 43,22 Meter Diskus. Die Prüfungswettkämpfe im Hamburger Stadion hatten stark unter der fast tropischen Hitze zu leiden. Es wurden trotzdem ansprechende Leistungen gezeigt. Im Diskuswerfen konnte Kilo (1900 Gießen) wie zuletzt in Hannover den 7. Rang einnehmen. Sieger wurde h. G. Sievert mit 46,97 Meter. Dann folgten Lampert, Fritsch, Reymann, Wurfelsdobler, Kilo, hillbrecht und Meyer. Iußball-Zubiläumsturnier in Lollar. Wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten, veranstaltet der Sportverein 1920 Lollar aus Anlaß seines 15jährigen Bestehens ein Jubiläums-Fuß- ball-Turnier, zu dem zahlreiche Vereine der näheren und weiteren Umgebung eingeladen sind. Die Pokale, die den Siegern aus diesem Turnier überreicht werden, sind gegenwärtig im Schaufenster des Kreisführers Henkel in Gießen ausgestellt. Die Paarungen lauten: Pommern — Sachsen, Brandenburg — Mitte, Schlesien — Bayern, Sud- west — Niederrhein, Nordmark — Ostpreußen, Baden — Nordhessen, Württemberg — Mittelrhein, Niedersachsen — Westfalen. Die werteren Runden kommen am 3. November, 2. Januar und 1. März (Schlußrunde) zum Austrag. Deutsche Meister im Ringen der Welter- bzw. Halbschwergewichtsklasse wurden bei den m Schifferstadt ausgetragenen Kämpfen der Einheimische Schäfer und der Ludwigshafener Ehret. Der Deutsche Hockey - Bund wird in der kommenden Spielzeit erstmals Frauen-Gauspiele durchführen, deren Organisation nach dem Muster der Männer-Silberschild-Spiele gehandhabt werden soll. Neuer Vorsitzender des Finnischen Olympia-Komitees wurde an Stelle des zurückgetretenen Konsuls Ernst Krogius der um die Sportbewegung in Finnland hochverdiente Oberstleutnant K. E. Le- välahti. Japans Olympia - Ringer befinden sich schon seit zwei Wochen in Berlin. Sie werden nun am kommenden Freitag ihren ersten Kampf gegen eine brandenburgische Gaustaffel austragen. Eine offizielle Meldung hat nunmehr auch Deutschland für die in der Zeit vom 10. bis 18. August in Brüssel stattfindenden Rad-Weltmeisterschaften abgegeben. Die Beteiligung Deutschlands an den Titelkämpfen wird hundertprozentig sein. * Einen Leichtathletik • Klubkampf größten Ausmaßes wird es am 7. und 8. September ln Berlin geben. Berliner SC., Deutscher SC. Berlin, SC. Charlottenburg treffen dabei auf Stuttgarter Kickers und den Dresdner SC. — Bei den Frauen sind St. Oeorg Hamburg, Dresdner SC., SC. Charlottenburg, Deutscher Olympischer SC., Siemens und Brandenburg Berlin beteiligt. ♦ Für den Reichswettkampf de r S A. hat Ministerpräsident Siebert dem Stabschef Lutze einen Betrag von 2500 Mark zur Verfügung gestellt. ♦ Deutschlands Davispokal - Mannschaft ist bereits am Montagabend mit dem Nord-Expreß von Berlin nach London abgereist, um rechtzeitig zum Jnterzonen-Schlußkampf gegen USA. an Ort und Stelle zu sein. Zahlreiche Berliner Tennisfreunde verabschiedeten die deutschen Spieler mit einem Sieg-Heil. * B e i den Gewichtheber-Mei st erschaf- t e n fielen in der Berliner Neuen Welt die letzten Entscheidungen. Deutsch- Augsburg holte sich mit 730 Pfd. (200, 230, 300) Gesamtleistung den Titel im Halbschwergewicht vor Leopold- Erfurt und D u s ch k a - Welzow. Im Schwergewicht siegte Manger- Freising mit 770 Pfund (240, 240, 290) um den Titel vor Straßberger-München, der im beidarmigen Drücken mit 265 Pfund einen neuen Rekord ausstellte, und dem Titelverteidiger Paul Wahl- Möhringen. Beim Fußball-Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zwischen Schalke und VfB. Stuttgart wurde — laut amtlicher Mitteilung — mit 72 458 ein neuer Endspiel-Rekord aufgestellt. Den Länderspiel-Rekord hält das Spanienspiel mit 73 381. * Dwight F. Davis hat sich entschlossen, einen „neuen" Davispokal zu stiften, nachdem die alte Trophäe keinen Platz mehr für Gravierungen aufweist. EreigmSlmLustsport:Wönsege!flug-Weitbe!verb Neuer Führer im Turnkreiö Rhön-Vogelsberg. In der Führung des Turnkreises 4: Rhön-Vogels- berg, zu dem auch der oberhessische Kreis Lauter- bach gehört, ist eine Aenderung eingetreten. Der bisherige Turnkreisführer Odenwald-Fulda hat sein Amt zur Verfügung gestellt. An seine Stelle wurde als kommissarischer Turnkreisführer Gewerbelehrer Hermann Fink- Lauterbach berufen, der sich in der Führung der Lauterbacher Turnerschast bereits seit Jahren besondere Verdienste erworben hat. Die Turnerschaft Lauterbach wird das traditionelle hainig-Bergfest, das früher gern aus dem alten Hessengau besucht wurde, in diesem Jahre wieder feiern, und zwar am 11. August, dem Geburtstag des Turnvaters Jahn. Oie 11. Etappe der „Tour". Nach einem Ruhetag in Nizza starteten am Dienstagmittag die 58 noch im Wettbewerb befindlichen Teilnehmer an der Tour de France zur elften Etappe Nizza—Cannes (126 Kilometer). Am Start verharrten die Fahrer eine Minute in Stillschweigen zum Gedächtnis des tödlich verunglückten Spaniers Cepeda. Etappensieger wurde der Träger des Gelben Trikots, Romain Maes (Belgien) in 4:24,53 Stunden vor seinem Bruder Sylvere Maes und den Italienern Camusfo und Teani. Im Gesamtklassement hat sich also nichts geändert. Don den Deutschen waren Roth (19.) und Umben- Hauer (20). in 4:37,25 Stunden noch die Besten. Die übrigen Fahrer bildeten den Beschluß des Feldes. In der Länderwertung hat sich nichts geändert. Kurze Sportnotizen. Infolge Devisen schwierigkeiten kann Deutschland leider nicht an der internationalen Alpenfahrt teilnehmen. Korpsführer Hühnlein zog in einem an den AC. von Frankreich gerichteten Telegramm die deutschen Meldungen zurück. * D i e erste Runde des diesjährigen Bundes-Pokals für Fußball-Gaumannschaften wird am 6. Oktober ausgespielt. In wenigen Tagen beginnt auf der Wasserkuppe das größte segelsliegeriscke Ereignis dieses Jahres, der vom Deutschen Luftsport-Verband veranstaltete 16. Rhön-Segelflug-Wettbewerb. In der Zeit vom 21. Juli bis 4. August trifft sich die Elite der Segelflieger in der Rhön, um im friedlichen Wettstreit zu zeigen, was sie im letzten Jahre hinzugelernt hat. Der 5tand der fegelfliegerischen Ausbildung wird im Rahmen des Wettbewerbes sowohl (n Einzel- wie vor allen Dingen Gemeinschaftsleistungen gezeigt, Kameradschaftsgeist und Disziplin find auch hier, wie bei allen Veran- slallungen des deulfchen Luftsports, die Grundlagen. Neben der Durchführung des Wettbewerbes sollen die Tage in der Rhön auch eine Werbung für dendeutschen Segelflugsport sein. Interessant an dem diesjährigen Wettbewerb ist, daß er Ausscheidunoskampf für die deutsche Segelflugmannschaft sein wird, die an der Olympiade 1936 teilnehmen soll. Das außerordentliche Interesse unseres Segelfliegernachwuchses ist in erster Linie aus der großen Zahl der Meldungen ersichtlich. Rund 9 5 Flugzeuge wurden von feiten der Luftsportlandesgruppen gemeldet. Aus organisatorischen Gründen mußte die Teilnehmerzahl auf 61 beschränkt werden. Die Auswahl ist erfolgt unter Berücksichtigung der Ergebnisse der vorausgegangenen örtlichen Wettbewerbe in den Luftsportlandesgruppen und der Wettbewerbseignung der gemeldeten Flugzeuge. Die Ausscheidungswettbewerbe fanden statt in Laucha, Grunau, auf dem Ith und auf dem hornberg. Es sind zum diesjährigen Wettbewerb nur bestimmte Muster zugelassen (nur Leistungsseaelflug- zeuge), damit die Gleichmäßigkeit der Maschinen- Leistungen besser erkennbar wird. An Preisen find ausgesetzt: 50 000 Wark an Geldpreisen und viele schöne Ehrenpreise. Wie schon früher mitgeteilt, sind für die Bewertung der Leistungen besondere Wertungsgruppen aufgestellt worden. Die Wertung, die auf Grund der täglichen Beobachtungen erfolgen wird, bezieht sich nicht allein auf die fliegerischen Leistungen, sondern auch auf die Haltung und das Auftreten innerhalb und außerhalb des Wettbewerb-Dienstes. Diese Bewertung gilt sowohl für Gruppenführer als auch für die Mannschaften. Daraus ergibt sich, daß nicht, wie im Vorjahr, die höhe der Preise feststeht, sondern sich nach der Punktwertung ergibt, hiernach kann unter Umständen ein fliegerisch schwächere Gruppe mit besonders guter kameradschaftlicher Haltung und Mannschafts-Disziplin eine höhere Wertung erzielen, während andererseits eine hervorragende fliegerische Leistung abfällt, wenn die Kameradschaftsleistung zurücksteht. Starke Beteiligung am 16. Rhön-Segelflugwettbewerb. 93 Meldungen. Fünfzehn Jahre sind vergangen, seit nach der Zerschlagung der deutschen Fliegerei eine kleine Gruppe flugsportbegeisterter Burschen sich auf der Rhön zusammenfand und mit selbstgezimmerten „Kisten" den Sprung in die Lüfte wagten. Zuerst noch von vielen verspottet und verlacht, dann eine immer größere Anhängerschaft in ihren Bann ziehend, ist die deutsche Segelfliegerei zu dem geworden, was sie heute ist. Zum 16. Male nun veranstaltet der Deutsche Luftsport-Verbanü in der Zeit vom 21. Juli bis 4. August den diesjährigen Rhön-Segelflugwettbewerb auf dem schon historischen Gelände an der Wasserkuppe. Der Wettbewerb soll den Stand der segelsliegerischen Ausbildung durch segelfliegerische Einzelleistungen und Gemeinschaftsleistungen sowie die Gruppendisziplin der Fliegerlandesgruppen des DLD. erweisen. Darüber hinaus soll er für den deutschen Segelflugsport werben und ein Aus- scheidungskampf f ü r die deutsche Olynfpla-MSnitfHast ftucf)balt,Salat- leche, Brotschneidemaschine, Kar- offelauettchen, Warmeflasch., Zug- ketten, Bestecke, Herdvuv, Tür- bänder, Handhobel, Verdunster Beshmmt im Veriteigerungslokal 1 Cbaiselonflue mit Decke. U56d Jrrnhaber stellv, d. Ger.-Vollz. Möll,Gießen Ludwigstraße 33 I Telefon 3239, Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrÜhPschen Druckerei Hinaus ins Grüne Denken Sie aber vorher daran, was Sie unterwegs brauchen. Brot- und Butterdose, Besteck, Wanderkocher, Isolierflasche, Trinkbecher, Wandermesser. Alle Wanderartikel gibt es preiswert bei J.B. Häuser Am Oswaldsgarten <041 a Gießen - Ruf Nr.2145/2146 Zur Slojpelsaat: Ackerbohnen, norddeutsche Saaterbsen, kleine grüne u. gelbe Sommer-Saatwicken, russische (plombiert und zugelassen) Riesen-Spörgel Gelbsenfsaat Sonnenblumenkerne von Beamten gegen Sicherheit zu leihen gesucht. Schr.Angeb.unt. 03033 a.d.G.A. Zweandel, Schuckert, Hoesch, Junghans und Scheideanstalt, lag der weitere Verlauf der Mittagsbörse etwas ruhiger und verschiedentlich bröckelten die Kurse leicht ab. Fest zur Notiz kamen noch Dt. Linoleum mit 170 (167,50), Holzmann mit 94 (92,50) und Felten mit 108 (106,25). Schwächer lagen Rhein. Braunkohlen mit 220,25 (221). Am Rentenmarkt blieb es bei gut behaupteten Kursen sehr still. Altbesitz lagen insgesamt 30 Pf. höher, während späte Schuldbuchforderungen auf 96,75 (97) nachgaben. Goldpfandbriefe, Stadtanleihen und Kommunal-Obligationen lagen zumeist unverändert. Lebhafte Nachfrage zeigte sich für Liquidationspfandbriefe, die durchweg um 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Tagesgeld wurde auf 2,75 (3) v. H. ermäßigt. Abendbörse gut behauptet. An der Abendbörse konnten sich die erhöhten Mit- tagskurse voll behaupten Bei kleinen Umsätzen lagen einige Papiere etwas über den Schlußkursen von Berlin, so IG. Farben mit 153.13 bis 153 (152.75), Hoesch Eisen mit 107,25 (106,65), die übrigen Montanaktien notierten zumeist 0.25 bis 0,40 v. H. höher. Sehr fest lagen Scheideanstalt mit 235,50 (234). Etwas niedriger lagen u. a. Südd. Zucker mit 193 (193,50), Reichsbank mit 190,50 (191), ferner blieben Elektroaktien meist nur knapp gehalten. Am Kassamarkt erhöhten sich Hochtiefbau AG. auf 113,50 (112 65), .Schöfferhof-Binding gaben dagegen auf 174,50 (175) nach. Großbankaktien blieben behauptet. — Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille bei zumeist behaupteten Kursen. Altbesitz lagen etwas höher mit 112 (111,90), ferner von Stadtanleihen HÄdelberger mit 90,25 (90) und Mainzer von 28 mit 92,25 (92). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, IG. Farben- Bonds 127,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,65, 4,5 v.H. Mainz von 28 92,25, 4,5 v. H. Heidelberg 90,25, 4 v. H. Ungarn Gold 10,80, 3,5 v. H. Schweizer Bundesbahn 178, ADCA. 82,25, Commerzbank 91,25, DD-Bank 92,25, Dresdner Bank 92,25, Reichsbank 190,50, Harpener 113,50, Mannesmann 91,50, Mansfeld 119,25, Hoesch 107,25, Rheinstahl 114,75, Stahloerein 88,75, AEG. 47,40, AKU. 65,40, BMW. 127,50, Conti Gummi 157,50, Scheideanstalt 235,50, Deutsche Linoleum 169,50, Licht und Kraft 133,50, Eßlingen 85,50, IG- Farbenindustrie 153,13 bis 153, Gesfürel 130, Goldschmidt 112, Hochtiefbau 113,50, Holzmann 93,50, Junghans 94, Mainkraft 95, Metallgesellschaft 116,50, Moenus 88,75, RWE. 134,50, Schuckert 128, Siemens 183, Schöfferhof- Binding 174,50, Schantung 84, Nordd. Lloyd 38,13. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 16. Juli. Der Gemüse- mar k t hatte starke Zufuhren aller Art, nur Rotkraut und Spinat war weniger vorhanden. lieber» stand verblieb in Gurken, Salat und Bohnen, für diese gaben auch die Preise nach, während sie sonst bei allgemein befriedigendem Geschäft unverändert blieben. U. a. notierten: Blumenkohl I 35 bis 60, II 10 bis 30, Bohnen gelb 18 bis 22, grün 12 bis 17, Erbsen 10 bis 15, Karotten Bündel 3% bis 4, Salatgurken (Treibhaus) 15 bis 30, 25 bis 26 holl., Einmachgurken 100 Stück 150 bis 200 für Salzgurken, 70 bis 130 für Essiggurken, Kartoffeln, Erstlinge 7% bis 7%, Kopfsalat 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Rote Rüden Bündel 5 bis 8, Rotkraut 15 bis 16, Spinat 15 bis 20, Tomaten I 30 bis 35, II 25, Weißkraut 6 bis 7, Zwiebeln 8 bis 10, ägypt. 10 Pfennig. Am Obftmarft waren ausreichende Zufuhren von Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Himbeeren und Stachelbeeren. Aprikosen, Pfirsiche und Frühbirnen wurden wenig angeboten. Nachfrage allgemein lebhaft, für Johannisbeeren lagen die Preise stark erhöht, im übrigen blieben sie unverändert. U. a. notierten: Aprikosen 35 bis 55, Birnen 18 bis 25, Zuckerbirnen 15 bis 20, Erdbeeren unfort 30 bis 50, Heidelbeeren 34 bis 36, Himbeeren 30 bis 40, Johannisbeeren 18 bis 22, Kirschen I 30 bis 40, II 20 bis 28, Sauerkirschen 35 bis 40, Pfirsiche 30 bis 40, Stachelbeeren 16 bis 25. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 16. Juli. Auftrieb: 10 Ochsen (zum Viehhof direkt 2), 14 (2) Bullen, 278 (10) Kühe, 107 (8) Färsen, 274 (26) Kälber, 778 (88) Schweine. Notiert wurden pro 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42, b) 41, c) 36 bis 39, Bullen a) 42, b) 40 bis 41. Kühe a) 42, b) 36 bis 41, c) 30 bis 35, d) 22 bis 29. Färsen a) 42, b) 40 bis 41, c) 38 bis 39. Kälber a) 58 bis 60, b) 50 dis 56, c) 42 bis 49, d) 30 bis 40. Schweine a) 53, b) 51 bis 53, c) 51 bis 53, d) 49 bis 52. Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber mittel, geräumt. Schweine lebhaft, ausverkauft. Oie Unregelmäßigkeiten bei der Darmstädter Äolksbank. Das Reichsgericht verwirft die eingelegten Revisionen. LPD. Darmstadt, 16. Juli. Das Reichsgericht in Leipzig hat am Dienstag unter die Unregelmäßigkeiten bei der Darmstädter Dolksbank den strafrechtlichen Schlußstrich gezogen. Sowohl der frühere zweite Geschäftsführer Becker wie auch der frühere Vorsitzende des Aufsichtsrates N o h l hatten Revision gegen das Urteil des Landgerichts Darmstadt vom 27. April letzten Jahres eingelegt. Becker war wegen genossenschaftlicher Untreue und wegen Bilanzverschleierung in Tateinheit mit Vergehen gegen die Reichsabgabenordnung mit einem Jahr und einem Monat Gefäng- n i s, Nohl wegen der gleichen Vergehen mit a ch t Monaten Gefängnis bestraft worden. Das Reichsgericht hat die Revision der beiden Angeklagten verworfen. Die genossenschaftliche Untreue sei vom Landgericht mit Recht darin gesehen worden, daß die Angeklagten bei der Kreditgewährung ohne besondere Vollmachten an Dritte in Kenntnis der Unsicherheit der erwachsenen Forderungen über Der- mögensstücke der Genossenschaft verfügt hätten. Das fei typisch die im § 146 des Genossenschaftsgesetzes mit Strafe bedrohte absichtliche Verfügung zum Nachteil. Es wäre sogar genossenschaftliche Untreue gewesen, wenn die Verfügungen schließlich erfolgreich, also mit Gewinn geendet hätten, denn die Angeklagten hätten durch die Verfügung ins Ungewisse ja zunächst das Vermögen her Genossenschaft gefährdet. Die Odenwälder Elfenbeinschnitzer erhalten einen WHW.-Auftrag. LPD. Erbach (Odenwald), 16. Juli. Die Reichsleitung des Winterhilfswerks teilte der Odenwälder Elfenbeinindustrie dieser Tage einen neuen Auftrag für Winterhilfsabzeichen zu. Gleichzeitig mitbeteiligt sind diesmal die Württemberger Elfenbeinschnitzer sowie die Kammacher von Ober-Ramstadt. Es sind neun Millionen K u n st h a r z - N a r zi s - s e n herzustellen, die im März nächsten Jahres als Abzeichen für das WHW. verkauft werden sollen. Das Abzeichen, das äußerst geschmackvoll ist, soll nicht als Maschinen - Massenerzeugnis hergestellt werden, sondern echte Handwerkerarbeit darstellen. In den kommenden Monaten erhalten Hunderte von Arbeitern durch diesen Auftrag Arbeit und Brot. Heffen-Aaffauischer Kleinqärtnertag. Lpd. Frankfurt, 15. Juli. Der Gau Hessen- Nassau im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands, der 145 Vereine mit über 30 000 Mitgliedern (darunter die Stadtgruppe Frankfurt a. M. allein 74 Vereine mit 16 000 Mitgliedern) umfaßt, hält am 4. August in der Stadthalle in Mainz eine große Kundgebung ab, in der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sprechen wird. Außerdem wird der Führer des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinfiedler Deutschlands, Regierungsrat Dr. K e m m l e r, Referent im Reichsernährungsministerium, wichtige Fragen des Kleingartenbaues behandeln. Die Kleingärtnerorganisation legt Wert darauf, immer wieder zu betonen, daß es grundsätzlich ihr Bestreben ist, den berufsständifchen Gärtner in jeder Weise zu schützen, auf keinen Fall aber eine Konkurrenz sein will, wie denn auch Kleingartengelände nur im Aus- maß des eigenen Bedarfs, im allgemeinen zu 2 bis 4 Ar, im Höchstfall aber nur 6 Ar, abgegeben»wird. Andererseits haben die Kleingärtnervereine wie überall im Reich, so auch im Gau Hessen-Nassau, eine systematische Schulung durchgemacht, damit die Kleingärten auch zweckmäßig bebaut werden und die Arbeit nicht nur allein eine Freude und angenehme Abwechslung zur Erholung, sondern im Ernstfall auch wirklich von Nutzen ist. Amtsgericht Gießen. Der am 22. Dezember 1892 geborene W. R. aus Gießen fuhr am 22. Februar dieses Jahres mit seinem Kraftwagen in Großen-Linden die Alte Heerstraße und hielt dabei beim Ausweichen in einer unübersichtlichen Kurve nicht die äußerste rechte Fahrbahn ein, so daß er mit einem anderen Wagen zusammenstieß. Durch Strafbefehl erhielt er 10 Mark Geldstrafe, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit zwei Tagen Haft zu verbüßen sind. Dagegen legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde die Entscheidung auf eine Woche ausgesetzt. Der H. Sch. aus Gießen wurde am 2. April 1935 dabei betroffen, wie er in der Hammstraße handelte, ohne im Besitz eines Hausiererlaubnis- scheins und eines Straßensteuerheftes zu fein. Außerdem war er der Hinterziehung der hessischen Urkunden und Stempel beschuldigt. Durch Strafbefehl wurde er mit 4 0 Mark Geldstrase belegt. Der dagegen eingelegte Einspruch führte zur Herabsetzung der Strafe auf 22 Mark. Freigesprochen wurde die A. B. aus Treis, die am 20. 2.1935 die Milch verfälscht haben sollte und deshalb durch Strafbefehl 60 Mark Geldstrafe erhielt. In der gestrigen Hauptverhandlung konnte nicht einwandfrei bewiesen werden, daß sie als Täterin in Frage kam. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der A. E. aus Beuern wegen fortgesetzter Verbrechen im Sinne des § 176, in Tateinheit mit § 174, § 73 RStGB. zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der R. K. aus Alsfeld wurde beschuldigt, einem Dollziehungsbeamten, der wegen Steuerrückstände pfänden sollte, mit Gewalt Widerstand geleistet zu haben. In erster Instanz wurde der Angeklagte freigesprochen, da das Gericht die Tatbestandsmomente des Widerstands nicht für gegeben erachtete. Die gegen dieses Urteil seitens der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Der Chr. Sch. aus Oppenrod wurde wegen Verbrechens nach § 176 Ziffer 3 zu sechs Mona« t e n Gefängnis verurteilt. Die Eheleute F. aus Ruhlkirchen waren beschuldigt, und zwar der Ehemann des Betrugs, die Ehefrau wegen Verleitung zum Meineid. Der Mann erlitt feiner Zeit einen Unglücksfall. In dem darauf folgenden Prozeß mit der Berufsgenoffenschaft behauptete er, feit dem Unfall an epileptischen Anfällen zu leiden. Aus diese Weise verschaffte er sich eine Rente. Die Genossenschaft stellte jedoch nachträglich fest, daß die Anfälle schon vor dem fraglichen Unfall stattfanden. Die Ehefrau versuchte einen Zeugen zu beeinflussen, im Prozeß in ihrem Sinne auszusagen. Während in erster Instanz der । Ehemann amnestiert und die Ehefrau freigesprochen j wurde, erhielten sie gestern -beide unter das Straf» 1 freiheitsgesetz fallende Strafen. Die hinter den Papieren Frankfurt a.Dl. | Berlin Kurszettel t angeführten Ziffern geben >er B« die Höhe bei Frankfurt a. M trliner zuletzt bejd) Berlin und Frankfl! offenen Dividende an. — irfer T Reichsbankdis Arankfurt a. M. Zörse. tont 4 0 $)., Berkin Schluß» turs vchiutzi. Abend» börse Schluß» lurs Schluyl. Mittag» börse Schlußkurs Schlug. Abend» börse Schluß» lurs Schlußk. Mittag» börse Schlußkurs Schlußk. Abend» börie Schlußkurs Schlußk. Mittag» börie Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1827 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Boung-'Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Auslos.»Rechten ............. 4‘/b% Deutsche Retchspostschatzan» Weisungen von 1934, l....... 6% ef)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4Yi% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6J4% ehem. Hess. Landes-Hypo» thekenbank Darmstadt Stauf ... 4yt% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mitAuslos.-Rechten 4Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 iH% ehem. 4Yi% Franks. Hyp.» Bank-Liqu.-Psandbriese....... 5Vi% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Stqu.-Goldpfe..... 4Yi% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanflalt, Pfandbriefe R. 19 4Yi% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefansl., Gold Komm? Lbl.Vl Steuergutsch.Verrechnungsk. 85-89 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... •% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yi% desgl. von 1913 ......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 15 7 100,4 97,75 103,75 112 100,5 97 96,25 92,5 127 116 96,4 101,13 101,25 97 97 107,3 31,65 1,7 10,75 10,5 10,65 12,5 16 7 100,25 97,75 103,75 112 100,4 97,25 96,25 100,9 92,5 128 116,13 96,4 101,5 101,75 97 97 107,3 31,75 1,7 10,8 10,65 10,75 12,65 15 7 100,25 98 112 100,4 97,13 96,25 116 101,75 97 97 107,3 31,75 1,7 10,65 10,7 10,6 12,75 16-7. 100,25 98 711,9 97,13 116 101,65 97 97 107,3 31,65 10,9 10,75 12,9 Datum 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. L Yt% Anatolier ............... Hamburg-Amertka-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd .........o A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 A.E.G....................... Betula.................... 10 Elektr. LieferungSgeseMchaft... 5 Licht und Kraft ........... ey Reiten & Guilleaume......... 0 GeseUsch.s.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Clektrizilüt ........ 5 Rhein. Wests. Elektr........ g Schuckert L Co............... 4 SiemensL Halske............ 7 Lahmeyer L Lo.......... 7 Buderus .................... Deutsche Erdöl ............ 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener ................. 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuesse» .. 0 Ilse Bergbau ............... fl Ilse Bergbau Genüsse........e Klöcknerwerke ......... ty Mannesmann-Röhrr» ........ ( 15 7 7,75 10,25 5,9 40 33,75 37 86 117,75 90,75 91,5 91,5 187 45,9 142 116,25 131,5 106,75 126,5 140 132,65 126,25 178 130,5 I 106 '11,9 - 113 : 106 160 131 99,5 1 89,65 16-7 7,65 10,25 5,9 40,25 34,75 38,13 87 117,5 91,25 92,25 92,25 190,5 47,4 142,75 119 133,5 109 130 134,5 128 183 133 106,5 112,9 113,5 107,25 163 130,5 101,5 91,5 15-7- 10,3 5,95 40,65 33,9 32,5 37,25 86,5 117,75 90,75 91,5 91,5 187,65 45,5 141,75 117 131,25 107 126,5 140 132,5 125,5 179 131 105 112,75 113,25 105,5 158 131 100 90 16 7 7,65 10,13 5,95 40,4 34,9 31 36,13 87,75 117,13 91,25 92,25 92,25 191 47,25 142 118,5 134 109,25 130,4 140,25 134,5 128,25 183,5 133,5 106,5 112,9 113,25 106,65 162,5 130,5 101,5 91,25 Datum Mansfelder Bergbau......... 8 Kokswerke ..................5 Phönix Bergbau........ 0 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................ ß’/2 Vereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ... ...........0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....iya I. G. Farben-Jndustrie ....... 7 Scheideanstalt............ 9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ....... 4 Metallgesellschaft..... 4 Philipp Holz mann ...........0 Zementwerk Heidelberg ......6 (Zementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhoser ....... 4 21hi (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ..............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ......... 6 Lrenstein L Koppel ........ 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade......................0 ölccumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Bumml...............8 ® rinnet....................0 Mainkrastwerie Höchst L.W.... 4 Süddeutscher Zucka ......... 9 15 7 116,5 221 113 17,9 17,9 126 124 — 151 233 110,5 118,5 113,75 92,5 118,75 134,9 64,75 117 120,25 88,25 95,25 167,5 34,5 293,5 156,5 37,75 94 191 16 7 119,25 220,25 114,75 88,75 18,25 127 126 196 153 235,5 112 119,5 116,5 93,5 119,5 135 65,4 119 121,25 90 96 169,5 34,75 295,5 176,5 157,5 37,65 95 193 15 7 116,5 122 221,75 112,65 87,25 18 126 124 195,25 150,5 110 118,25 113,25 • 113,25 64,75 117 119,5 88,75 142,75 95 167,75 89,25 34,4 294 175,75 157 i 37,75 1191,25 16-7 118,75 123,4 221 114,5 88,5 18,5 128 126,5 198,5 152,75 112,25 120 116,25 114,75 65,13 119 122 90 138,25 96,13 170 90,5 35,25 295,5 176,25 158 38 1837b Lombardzinsfuß 5 o H. Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a. 2U. Banknoten. 15.3ull 16 3uH Amtliche Kotierung Amtliche Jlotierunq Geld 25rle( < Geld Srlei Buenos Bire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brussel .... 41,885 41,965 0,141 41,885 41,965 Rio de Ian. 0,139 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,85 54,95 54,77 54,87 Danzig..... 46,905 47,005 46,91 47,01 London ..... 12,285 12,315 12,265 12,295 HeliingsorS.. 5,415 16,405 5,425 5,41 5,42 Paris ...... 16,445 16,41 16,45 Holland .... 168,88 169,22 168,87 169,21 Italien..... 20,50 20,54 20,50 20,54 iTaVan...... 0,722 0,724 0,721 0,723 Ingouawten 5,684 5,696 5,684 5,696 Lsio..... : 61,74 61,86 61,65 61,77 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,15 11,17 11,14 11,16 Stockholm... 63,33 63,45 63,25 63,37 Schweiz .... 81,19 81,35 81,19 81,35 Spanien.... 33,97 34,03 34,02 34,08 Prag....... 10,375 10,34 10,30 Budapest ... — Reuyork... 2,479 2,483 2,476 2,480 ___________3erlin,16 3ull__________ Geld Brie Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. 2,428 41,72 2,448 41,88 Dänische Noten ...•••••••••••••• 54,71 54,93 Englische Noten ................. 12,23 12^27 Französische Noten ............... 16,37 16,43 Holländische Noten............... 168,45 169,13 Italienische Roten................ 19'86 19,94 Norwegische Noten .............. 61,44 61,68 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — —- Schwedische Noten............... 63,03 63 29 Schweizer Noten................. 80,96 81,28 Spanische Noten................. 33,66 jj,80 Ungarische Noten ................