Nr. 138 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, ll.Zuni 1935 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimattm Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1-80 Zustellgebühr.. „ -«25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche UnioerfitStrvnch- und Steindruckerei «.Lange in Siegen. 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Zu dem feierlichen Eröffnungsakt hatten sich neben dem Reichshandwerksmeister Schmidt Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, der Reichsführer des Handels Prof. L ü e r, Landesbauernführer Dr. W a g n e r, Oberbürgermeister Dr. Krebs, zahlreiche Vertreter der Partei, der Behörden, der Wirtschaft und eine große Menschenmenge eingefunden. Von dieser Feier begab sich der Reichshandwerksmeister mit seiner Begleitung nach dem großen Platz vor der Großmarkthalle, wo er die auf der Handwerkszielfahrt mit dem Fahrrad, Motorrad oder Auto nach Frankfurt a. M. gekommenen Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge mit einer Ansprache begrüßte. Am Samstagnachmittag eröffnete der Reichshandwerksmeister im Kaisersaal der Festhalle die Meisterschau des deutschen Handwerks. Am Samstagabend fand in dem festlich geschmückten Haus der Technik auf dem Festhallengelände der Handwerker - Fe st abend in Gegenwart der Spitzen von Partei und Staat, einer großen Anzahl von Ehrengästen und etwa 12 000 Volksgenossen statt. Reichshandwerksmeister Schmidt begrüßte die Festteilnehmer, insbeson-^ dere den Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Pg. Dr. Robert Ley, den Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, den gastgebenden Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, ben Stabsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. von Rentelen, sowie den Vertreter der Wehrmacht. Er erteilte dann dem Reichswittschastsminister Dr. Schacht das Wort, der unter dem Jubel der Tausende mitteilte, daß er im Auftrag des Führers und Reichskanzlers gekommen sei, der es unendlich bedaure, daß es ihm nicht vergönnt war, seine ursprüngliche Absicht auszuführen, zu dieser Festwoche der Handwerker zu erscheinen. Aber wer wie ich, so fuhr Dr. Schacht fort, aus nächster Nähe die Arbeitsbelastung und die unerhörte tägliche Anspannung d^s Führers kennt, der wird ihm die Ruhe gönnen, die nötig ist, um die schweren Aufgaben zu lösen und durchzuführen, die er bisher so erfolgreich unternommen hat. Sie wissen, daß auch heute noch viel gemeckert wird. Aber wenn Sie auf die Jahre zurückblicken, die wir hinter uns haben, so brauchen wir nur eine einzige Frage aufzuwerfen, um die Erfolge der nationalsozialistischen Bewegung und unseres Führers festzustellen, nämlich die einzige Frage: Wie stand Deutschland vor 2% Jahren in der Welt, und welche Stellung hat Deutschland in der Welt heute? (Stürmischer Beifall.) Wer den Unterschied zwischen damals und heute noch nicht erkannt hat, der wird diesen Unterschied auch niemals merken. (Beifall.) Ich habe Ihnen herzliche Grüße des Führers zu überbringen, der durch seine Maßnahmen dem deutschen Handwerk seine Erwerbsmöglichkeiten wiedergegeben hat. Aber ich überbringe nicht nur die Grüße und Wünsche des Führers, sondern auch die der gesamten Reichsregierung, die diese Tagung mit großem Interesse verfolgt. Ich begrüße diese Tagung als die erste große Heerschau des deutschen Handwerks und freue mich, daß ich diese Grüße und Wünsche aussprechen kann m Frankfurt a. M., das schon im Jahre 1848 den überhaupt ersten Handwerkertag gesehen hat. Was jener erste Handwerkertag vor 90 Jahren forderte, Handwerkerorganisation, Selbstverwaltung und Befähigungsnachweis, das alles ist jetzt erst erfüllt worden unter der Führung Adolf Hitlers im Dritten Reich. Aber es ist viel mehr geschehen als das. Damals herrschte noch die Ansicht, daß der Handwerksbegriff durch den Handwerksmeister gekennzeichnet war. Das aber ist falsch: das ganze Handwerk soll es sein, Meister, Geselle und Lehrling müssen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschweißt werden, auf der die Zukunft des deutschen Handwerks sich aufbauen kann. Diese Arbeitsgemeinschaft, gegründet auf der Selbstachtung von einem zum anderen und nicht getrennt durch Standes- und Klassenunterschiede, soll alle zusammenfassen. Diese nationalsozialistische Grundauffassung ist es gewesen, die mich mit dem Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley zusammengeführt hat, um eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft nicht nur im Handwerk, sondern in der ganzen deutschen Wirtschaft zu schaffen. Das ist der Sinn des Abkommens, das ich mit dem Führer der Deutschen Arbeitsfront getroffen habe. Das erste freudige Bekenntnis zu diesem Gedanken und diesem Geiste legt das deutsche Handwerk heute in dieser gewaltigen Versammlung ab. Noch in einer anderen Beziehung unterscheidet sich heute das deutsche Handwerk von damals. Man sprach immer so viel von der gewerblichen Wirtschaft und dachte nur zu leicht daran, daß darunter die Großindustrie verstanden ist. Nach der Zahl der Meister, Gesellen und Lehrlinge und nach der Höhe des Umsatzes hat das Handwerk trotz aller ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Umstände früherer Zeiten sich wirtschaftlich und kulturell zu einem bedeutenden Grundpfeiler des deutschen Wirtschaftslebens entwickelt. Ich verzichte darauf, im einzelnen aufzuführen, was das Reichswirtschaftsministerium für das Handwerk getan hat. Was wir im Dritten Reich wollen und was wir mit allen Mitteln im Drillen Reich fördern werden, ist, daß jeder einzelne zu seinem Recht auf Arbeit gelangt. Wenn wir im besonderen vorn Handwerk sprechen, so ist noch eines zu sagen: Das Handwerk ist keine Klasse und kein Stand für sich; auch das Handwerk „Den in Frankfurt a. M. zu festlicher Kundgebung versammelten Handwerksmeistern, -gesellen und -lehrlingen gilt heute mein Gedenken. Ls ist mein Wunsch und Wille, daß das deutsche Handwerk verwurzelt in ehrwürdiger Ueberlieferung, im Schuhe von Volk und Staat, einer neuen Blüte entgegensehe. Die Wohl der alten Kulturstadt am Main mit ihrer großen, ruhmreichen Handwerkertradition als Stadt Ihrer Tagung ist ein besonders glückliches Symbol dieses Aufstiegs. An ihm in zäher Energie und unerschütterlichem Glauben an ein ewiges Deulsch- wird im Drillen Reich nur gedeihen, wenn es sich mit den übrigen Ständen verbunden fühlt. Wenn ich für Ihr Recht kämpfe, so verlange ich von Ihnen Verantwortungsgefühl gegenüber der Allgemeinheit. Wir haben nicht den Klassenkamps beseitigt, wir haben nicht den Klassen- st a a t zerschlagen, um nun etwa den Kasten- st a a t aufzubauen. Wir wollen das Gemeinschaftsgefühl aller Stände und Klassen, wir wollen uns gegenseitig achten, weil wir mit allen Volksgenossen zusammen aufbauen wollen ein glückliches Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers. Nachdem Dr. Schacht seine Ausführungen beendet hatte, verlas der Reichshandwerksführer unter nicht endenwollendem Jubel folgendes land milzuarbeiten, um dem deutschen Handwerk die seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung entsprechende Geltung im In- und Auslande zu erringen, ist Aufgabe jedes einzelnen von Ihnen. Meiner Unter- stühung hierbei können Sie gereift sein. In diesem Sinne entbiete ich Ihnen, Herr Reichshandreerksmeister, und den Teilnehmern am Deutschen Handwerkerlag 1935 meine herzlichen Grüfte und sende Ihnen allen meineaufrichligenGlück- und Segenswünsche für Ihre weitere Arbeit. Adolf Hiller." Appell der wandernden Gesellen eingefunden. In ihren schlucken und zünftigen Trachten, mit dem derben Wanderstock in der Hand, gaben sie diesem Festakt das Gepräge. Freudig begrüßt erschienen bald Reichshandwerksmeister Schmidt, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Oberbürgermeister' der Stadt Frankfurt a. M., Dr. Krebs, um persönlich die wandernden Gesellen willkommen zu heißen. Ein junger Konditorgeselle aus Ostpreußens Hauptstadt Königsberg trat aus den Reihen seiner Kameraden hervor und übergab dem Reichshandwerksmeister als Zeichen der Dankbarkeit die wuchtige und künstlerisch gestaltete H a n d w e r k e r l a d e, die mit ihren herrlichen Holzschnitzereien ein wahres Kunstwerk darstellt und dazu berufen ist, für Jahrhunderte symbolisch die alte Tradition des deutschen Handwerks zu wahren. Mit kurzen und herzlichen Dankesworten übernahm der Reichshandwerksmeister die Lade, worauf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, von der Menge stürmisch begrüßt, zunächst die Grüße der Partei und Arbeitsfront überbrachte und seiner stolzen Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß durch das Aufleben des alten Brauches des Gesellenwanderns eine neue Epoche angebrochen fei. Der deutsche Mensch sei erst dann wirklich mit seinem Vaterland verbunden und lerne es aus heißem Herzen lieben, wenn er all' seine Schönheiten kenne. So werdet ihr, fuhr Dr. Ley unter dem Beifall der Menge fort, die Idee des Nationalsozialismus hinaustragen: ihr werdet Propheten einer neuen Zeit sein und damit zu den besten Soldaten Adolf Hitlers gehören. Den Dank der wandernden Gesellen faßte zum Schluß noch einmal ein Geselle in dem glühenden Bekenntnis zu unserem Volk und Führer zusammen. Im Anschluß an diese Kundgebung versammelten sich im Bürgersaal des Frankfurter Rathauses 90 ausgewählte Meister des deutschen Handwerks, um hier in feierlicher Handlung vom Reichshandwerksmeister die Meisterketten zu empfangen. Zu diesem Festakt waren auch Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsorganisationsleiter Dr Ley und die Vertreter der Behörden und Bewegung, sowie die Führerschaft des deutschen Handwerks erschienen. Nach einer Begrüßung der Gäste durch Oberbürgermeister Dr. Krebs überreichte dieser dem Reichswirtschaftsminister als Zeichen Les Dankes für feine Bemühungen um das deutsche Handwerk und das deutsche Volk Goethes „Faust" in einer zweibändigen, ledergebundenen Sonderausgabe. Dr. Schacht, der bekanntlich ein anerkannter Goetheforscher ist, gab seiner großen Freude über dieses Geschenk Ausdruck und sprach über die tiefe Beeinflussung, die gerade Goethe in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main für sein großes Schaffen gewonnen habe. Nachdem Dr. Schacht sich verabschiedet hatte, verpflichtete der Reichshandwerksmeister die durch die Verleihung der Amtskette Ausgezeichneten. Dann fand im Kaisersaal des Römers die offizielle Begrüßung der Ehrengäste statt, wobei Dr. Krebs dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley als Ehrengabe der Stadt Frankfurt am Main einen Fayence - Krug aus dem 18. Jahrhundert und dem Reichshandwerksmeister einen Frankfurter Silberbecher aus, dem 17. Jahrhundert überreichte. Und dann bildet die in der Nähe des Römers gelegene historische P a u l s k i r ch e den Rahmen zu einer würdigen Feierstunde des deutschen Handwerks. Das weite Rund des bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshauses war herrlich ausgeschmückt mit frischem Grün und den Fahnen des Reiches. Der Rednerplatz mit der wuchtigen Reichshandwerker- lade davor, prangte in einem einzigen Blumenmeer. Unter den Klängen der Orgel hielten die alten Fahnen des Handwerks und der Zünfte ihren Einzug, ihnen folgten die Ehrengäste, an der Spitze der Reichshandwerksmeister, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, der Führer des deutschen Handels, Professor L ü e r , Oberbürgermeister Dr. Krebs und dann die Führer des deutschen Handwerks, sowie zahlreiche Vertreter der Partei, der Behörden und der Wirtschaft. Feierlich klang das „Wach auf" eines gemischten Chors durch die weiten Räume des Gotteshaifies. Dann sprach der Reichshandwerksmeister nach altem, überlieferten Brauch die Jungmeister frei und ehrte alte, verdiente Handwerksführer, indem er ihnen persönlich die Amtskette umhing Die Handwerker- lade wurde geöffnet, die Kerzen flammten auf; in feierlicher Weise mahnte der Reichshandwerksmeister ■ W ''St/** X geschaffen. mpil-bsbandwerksmeisterlade, die gestern in Frankfurt a.M. überreicht wurde. Das interessante Werk wurde im Auftrag der Deutschen Arbeitsfront von dem Bildhauer Alfr^i Thiele (Leipzig) entworfen und unter Mitwirkung^der ^"rchauer^A r n o l d, Selzner und Chemnitz Der Statoleifet der SW., Ar. von Benfelen, führte dann u. a. aus: Wenn wir heute zu einer so großen Kundgebung des deutschen Handwerks zu- ammengekommen sind, dann wollen wir einen ernten Blick tun auf unsere Schicksalsgememschaft. Seit der Führer im Jahre 1933 den Befehl.gab bas deutsche Handwerk auch in der nationalsozialistischen Arbeitsfront zu organisieren, hat das deutsche Handwerk einen steilen Aufstieg sowohl in politischer wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht genommen. Darum gehört auch in dieser Stunde unser Dank in erster Linie unserem Führer Adolf Hitler. Außerdem gibt es noch verschiedenes, auf das wir uns besinnen müssen. Wie alles Leben m der Natur aus der Wurzel kommt nur lebensfähig ist, so ist auch das deutsche Handwerk nur lebensfähig. wenn es sich fest verbindet mit ber Wurzel der Heimat und des Bodens, wenn es bodenständig ist und bleibt. Wehe dem Handwerk, wenn es sich von dieser Wurzel löst. Das Handwerk muft ein gesunder Körper des deutschen Volkes sein, dann wird es blühen und gedeihen. Wir vergessen zu leicht, daft der, der sich selbst aufgibt, zugrunde geht. Nur wenn das Handwerk selbst an sich glaubt, wird es vorwärts mit ihm gehen. Und hier in Frankfurt muß es einen entscheidenden Schritt nach dieser Volksgemeinschaft hin tun, indem es sich zusammenfindet in der Deutschen Arbeitsfront. Das deutsche Handwerk muß seine Pflicht gegenüber dem deutschen Volk tun und dem deutschen Volke geben, was ihm gebührt, dann wird auch das deutsche Volk dem deutschen Handwerk das geben, was es verlangen kann. Die Ausführungen des Redners fanden in der qroßen Versammlung immer wieder stürmische Zustimmung. Vorführungen alter Handwerkerbräuche, wie Zimmererklatschen der Berliner Handwerker, Schwertertanz von Nürnberger Handwerkern, Münchener Schäfflertanz usw., hielten die Festteilnehmer noch lange Zeit in froher Gemeinschaft zusammen. Der zestsonntag-Horimttag. Schon am frühen Sonntagmorgen herrschte in den Straften und auf den Plätzen der Reichshandwerkerstadt bereits ein emsiges Leben und Treiben Auf dem Opernplatz und feiner Umgebung hatten sich an die tausend wandernde Gesell e n, die vor einiger Zeit ihre Heimatgaue verlassen hatten, um nach altem Handwerkerbrauch auf Schusters Rappen ihr deutsches Vaterland kennenzulernen, zu einem Telegramm des Führers an den Reichshandwerksmeister Schmidt, Franksnrt a. Äl.: seine Handwerker, die alte Tradition des deutschen Handwerks hochzuhalten, wahre Meister zu werden, dem Handwerk und damit dem Volk, Vaterland und Führer zu dienen. Atemlose Stille herrschte, als der Veichshandwerksmeister in schlichten und eindrucksvollen Worten der Toten gedachte, die ihr Leben für Volk und Vaterland ließen. Dann weihte der Reichshandwerksmeister in einem symbolischen Akt eine neue Fahne der Schreiner-Innung München. Brausend hallten das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied durch die ehrwürdigen Räume der Paulskirche. Die Feier war damit beendet. Einen besonderen Glanzpunkt des Reichshandwer- kevtages bildete der große Festzug des deutschen Handwerks, der sich am Sonntagmittag um 13 Uhr in Bewegung setzte. Hunderttausende hatten in den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, Ausstellung genommen und spendeten dieser gewaltigen Schau deutschen Handwerksschaffens begeisterten Beifall. Auf künstlerisch' geschmückten Festwagen führten die einzelnen Handwerkszweige aus allen deutschen Gauen Symbole ihrer Arbeit mit. Sie zeigten der Bevölkerung Szenen aus ihrem beruflichen Schaffen, und durch Wort und Schrift wurde auf die großen Aufgaben hingewiesen, die das Handwerk im Dritten Reich zu erfüllen hat. Dazwischen waren prächtige Trachtengruppen der verschiedenen Gaue zu sehen. Es gibt wohl feinen Handwerkszweig, der nicht im Festzug vertreten war. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der mit dem Gauleiter Sprenger und dem Reichshandwerksmeister Schmidt den Festzug des deutschen Handwerks abnahm, wurde nicht müde, den einzelnen Gruppen durch freudiges Zuwinken zu danken für die prächtigen Bilder, die sie in künstlerischer Vollendung geschaffen hatten. Der Festzug nahm sein Ende auf dem Sportfeld, wo sich inzwischen das weite Feld mit den nicht am Festzug beteiligten deutschen Handwerkern zu der Reichshandwerksnieister Schmidt eröffnete die Kundgebung mit dem Handwerkergruß und gedachte dann der Toten des Weltkrieges, der Bewegung und der Toten von Reinsdorf, die ihr Leben dahingaben als Helden der Arbeit. Dann fuhr der Reichshandwerksmeister fort: Dir danken dem Führer und Volkskanzler dafür, daß die Idee seiner Bewegung es uns ermöglichte, das deutsche Handwerk auf dem Leistungswillen und im Gemeinschaftsgeist neh aufzubauen. Dir danken dem Führer dafür, daß uns die verbrieften Rechte gegeben wurden, die uns mahnen und uns bestimmen, unsere pflicht zu erfüllen, damit im deutschen Vaterland das deutsche Handwerk wieder blühe. Der Reichshandwerksführer verlas dann das am Samstag vom Führer gesandte Begrüßungstelegramm an das deutsche Handwerk und teilte dann mit, daß es der Wunsch und der Wille des deutschen Handwerks sei, so wie heute alljährlich vor dem deutschen Volke und vor unferm Führer Rechenschaft abzulegen über das, was das Handwerk zu leisten bereit ist. So werde alljährlich ein Handwerkertag stattfinden, und es fei der Wunsch und der Wille unseres Führers, daß sich dieser Tag immer in der Stadt Frankfurt a. M. wiederhole. (Stürmische Bravorufe.) Reichshandwerksmeister Schmidt verlas dann das folgende beim Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger eingegangene Telegramm: „Führer und Reichskanzler ist damit einverstanden, daß die Stadt Frankfurt a. 217. sich künftig „Stadt des Deutschen Handwerks" nennt. Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers." scheu Handwerksmeistern Seite an Seite für Deutschland zu kämpfen. Dr. Ley fuhr dann fort: Andere Nationen können uns wohl viel abschauen und nachmachen, aber der deutsche Handwerker ist das Sinnbild deutschen Schöpfergeistes, deutscher Schöpferkraft. Er kämpft mit Disziplin im Interesse der Kultur, und die Kultur ist nichts anderes, als die Gesamtsumme der Arbeitsleistung der vergangenen Jahre. Seid ein Vorbild in der G e - m e i n s ch a f t, Ihr seid eine Familie. Meister, Geselle und Lehrling verbindet eine Schicksalsgemeinschaft. Ich weiß, es wird noch lange dauern, bis das alles erreicht ist. Ich weiß, die Vorurteile einer schlechten Vergangenheit sind noch nicht überwunden. Wir werden aber nicht eher ruhen, bis das deutsche Handwerk wirklich wieder das Vorbild der Gemeinschaft geworden ist. Deshalb hoffe ich, daß die Betriebsgemein- -schaft Handwerk die erste fein wird, die die Verbindung gewerbliche Wirtschaft und Arbeitsfront am klarsten verkörpert. Wenn sich gesterü der Reichswirtschaftsminister Präsident Schacht zu der Arbeitsfront und auch zu mir persönlich bekannte, so bekenne ich mich zu ihm und zu seinem Wollen. Ich erkläre, daß ich in diesem Mann einen Menschen gefunden habe, der das nationalsozialistische Gemeinschaftswollen nicht allein begreift, sondern, davon bin ich überzeugt, zum Inhalt seines Lebens gemacht hat. Und wenn das Ausland noch so viel von Gegensätzen spricht und im Inland noch so viel Kreise vorhanden sein mögen, die das nicht gerne sehen, so wissen wir, es wird eine Trennung zwischen der gewerblichen Dlrtschasl und der Arbeitsfront nicht mehr geben. Ich hofte, daß in spätestens einem Jahr überhaupt kein Unterschied mehr vorhanden ist. Weiter seid ein Vorbild für eine neue Gesellschaftsordnung. Lehrling, Geselle und Meister, dieser Dreiklang muß wieder Einkehr halten H unserer Gesellschaft. Lehrling kann jeder Deutschs werden und muß jeder Deutsche werden, Gesell^ wird der, der etwas kann und Meister der, bei! seine Aufgaben wirklich meistern kann. Und wenn das einmal sein wird, dann werden Begriffe wir Arbeitgeber, Angestellter und dreckiger Arbeiter verschwunden sein und an Stelle des Geldes wird dann die Leistung stehen. Ihr werdet auffteigeni von der Wirtschaftspartei einer traurigen Der« gangenheit zum Vorbild der Nation, vom Spieß« bürget zum ersten Bürger der Nation, und ihr werdet ein Vorbild sein für den Arbeiter; ihr werdet wollen, daß auch er heraufgezogen wird mit uns allen auf ein höheres Niveau. Ihr müßt das auch wollen, denn ihr habt eine Dankesschuld abzutragen. Wer heute morgen die wundervoll^ Weihestunde in der Paulskirche miterleben durfte, der wird begreifen, daß das Leben mehr als Lohn, als Dividende, als Profit, als Geld und Geldeswert ist, der wird begreifen, daß das Leben etwas Geheimnisvolles in sich birgt: d i e Seele des Menschen. Hnb deshalb müssen wir um euretwillen, um des Volkes willen dem Arbeiter diese seine Seele zurückgeben und seiner Arbeit einen Rhythmus und ein neues Brauchtum geben, damit er glücklich werde. Dann birgt die Zukunft für uns keinen Schatten mehr. Unser Schicksal liegt in Adolf Hitlers Händen. Adolf Hitler, wir folgen dir! Erhebt die Fahnen! Deutschland ist Hitler und Hitler ist Deutschland! Adolf Hitler, unser Führer, Siegheil! Gewaltig erklang das Treuegelöbnis des deutschen Handwerks, und mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes fand die bisher größte Handwerkerkundgebung ihr Ende. Handwerkerspiele und -tänze auf verschiedenen Plätzen der Stadt am Abend beendeten den Haupt« tag des Reichshandwerkertags 1935. großen Kundgebung des deutschen Handwerks gefüllt hatte. Ein Wald von Fahnen der Parteigliederungen und der einzelnen Handwerkszweige gab der großen Heerschau des deutschen Handwerks ein überaus farbenfrohes Bild. I Dann fuhr der Reichshandwerksmeister fort: Ich erkläre hiermit kraft meines Amtes als Reichshandwerksmeister die alte ruhmreiche Stadt Frankfurt a. M. zur Stadt des deutschen Handwerks. Mögen die damit gewordenen wechselseitigen Beziehungen zum Besten unseres Vaterlandes dienen, möge aber auch diese Bevorzugung Frankfurts allezeit gerechtfertigt sein. AeichsWhaller Gauleiter Sprenger sprach dann zu der Versammlung: Dieser Reichshandwerkertag ist der bedeut- famste und größte aller Zeiten; niemals vorher bestand Gelegenheit und Möglichkeit, die deutschen Handwerker in solcher Zahl an einer Stelle zusammenzubringen. Die nationalsozialistische Revolution mußte erst kommen, das Handwerk zusammenzuschweißen, um so die Voraus- setzungen zu schaffen für den heutigen Bekennt- nistag zur Gemeinschaft. Von dieser stolzen Hohe einen kurzen Rück- und Ausblick zu halten, ist Pflicht. Vor mehreren Jahrhunderten, in der Zeit der Blüte des deutschen Handwerks, wurzelte die schöpferische Kraft der deutschen Meister in der Gemeinschaft der Familie. Lehrling, Geselle und Meister waren nicht nur werkverbun- ben; sie bildeten eine Familiengemeinschaft. Diesmalige Personenauslese war auch die Grund- läge der schöpferischen Kraft des Handwerks, die hinaufführte zu einer künstlerische Hohe, von der heute noch die in unseren Museen ausgestellten Werke zeugen. Däre das Handwerk dem Ausleseprozeh der Personen treu geblieben, so wäre es nimmermehr so zerfallen, wie wir es in unserem Zeitalter erleben mußten. Der Gauleiter wies dann auf die profitgierigen Elemente im Handel hin, die die gefunden Grundsätze der Zünfte zerfressen hätten. An Stelle des Austausches habe der Handel allmählich das Prinzip des raschen Umsatzes gesetzt mit der Parole: Verdienen! Der Abweg des freut» fdjen Handwerks sei aber bedingt gewesen durch die politische Entwicklung. Die gesunden Kräfte des Volkes aber, so fuhr der Gauleiter fort, regten sich in natürlichem Selbsterhaltungstrieb. Die Zeit war reif, die Vorsehung gab uns Adolf Hiller. Run konnte auch das deutsche Handwerk, auf seiner großen Tradition fußend, sich neu entwickeln. Handwerk und Maschinen sind im nationalsozialistischen Deutschland keine Gegensätze mehr. Fest gehören sie zusammen, fest müssen sie zusammenstehen. Der heutige Reichshandwerkertag zeigt vor aller Welt die Wiederherstellung der Gemeinschaft der werkenden Menschen. Der Weg ist wieder frei zur Aufwärts- und Vorwärtsentwicklung. Mit der Aufwärtsentwicklung des gesamten Volkstums wird auch das deutsche Handwerk wieder goldenen Boden finden in dem Maße, in dem das deutsche Volk in seiner Gesamtheit wieder goldenen Boden gewinnt. Das ist mein Wunsch für das deutsche Handwerk. Das ist auch die Erkentnis, die herausleuchtet aus der herrlichen handwerklichen Tradition der Stadt Frankfurt a. M., des Gaues Hessen-Nassau, wo höchste Kulturgüter, hervorgegangen aus dem Handwerk, gewahrt werden. Diese Tradition zu bewahren, wird mit allezeit Ehrenpflicht sein, auch als Gauehrenmeister des deutschen Handwerks. Und wenn wir morgen wieder ans Werk gehen, wollen wir geloben, alle Zeit zu schaffen t m ©eifte des Führers, im Geiste Adolf Hitlers! Nach dem Vortrag des Niederländischen Dank- gebetes durch einen Riesenchor von 6000 Handwerkersängern ergriff, von der Menge mit stürmischem Jubel begrüßt, der Reichsolganisationsleiler der ASSAp. Dr. Ley Las Wort zu einer zündenden Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wenn man heute einmal im deutschen Handwerk zurückblicke, und Zwar nicht allzuweit, nur einige Jahre, so stießen wir auf Begriffe, die wir heute nicht mehr gelten lassen wollen, die für uns fremd seien und fremd ein sollen. Damals hieß es, die Wirtschaft allein sei das Glück und das Schicksal der Menschheit. Heute wissen wir, daß nicht die Wirtschaft das Glück und das Schicksal des Volkes bedeute sondern allein die Politik. Damals seien die deutschen Handwerker zum Mittelstand gezählt wor- den Das sei ein Kampfbegriff gewesen, der falsch gewesen sei, das wüßten wir heute. Denn allem dieser Begriff habe das Volk zum min- Lesten in drei Klassen geteilt. Die Handwerker wollten heute nicht mehr Mittelftändler fein, sondern nur Handwerker, deutsche Handwerker. Damals habe man nicht Führer gekannt, sondern Vorsitzende, Vorsitzende des Aufsichtsrates, den Vorsitzenden des Vereins, den Vorsitzenden der Gewerkschaft, der Partei, und der Staat sei nichts anderes gewesen als ein Aufsichtsrat mit einem Vorsitzenden. Auch das wollten wir heute nicht mehr kennen. Die nationalsozialistische Revolution habe damit aufgeräumt, sie sei der Sieg der Vernunft über die Unvernunft. Der Nationalsozialismus habe Klarheit geschafft, klares Licht hineingebracht in die Verwirrung der Sprache und der Begriffe und die Gegensätze ausgeglichen, die man künstlich geschaffen habe zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer zwischen den Bauern und den Städtern, zwischen Handwerk und Industrie. Denn jeder sei der Meinung gewesen, daß er allein für feine eigenen Interessen wirken könne und müsse. Auch der Nationalsozialismus wisse, daß es Interessen gebe, er wisse, daß jeder gesunde Mensch das Streben nach aufwärts und vorwärts habe, und der Nationalsozialismus wolle dieses Streben auch nicht unterdrücken. Im Gegenteil, er fordere es sogar, denn es sei gesund und es sei für jeden gesunden Menschen da, der Nationalsozialismus könne es nicht wegleugnen und wolle dies auch nicht. Der Nationalsozialismus erkläre, daß ein Dolk, das dieses Streben nicht habe, untergehen müsse, aber ebenso erkläre er, die Interessen der Gesamtheit seien auch die Interessen des einzelnen und die Summe der Interessen der einzelnen mache das Interesse des Volkes aus. Es müsse sich jeder unter die Gemeinschaft beugen, in der Erkenntnis, daß das zu feinem Ruhen fei. Sei es denn wahr, daß das Handwerk und die Industrie im Gegensatz zu einander stehen müßten, daß die Großbetriebe die Kleinbetriebe zugrunde richten müßten, sei es denn wahr, daß die Kleinbetriebe keine Daseinsberechtigung mehr hätten? Karl Marx habe das gepredigt, aber Karl Marx fei heute in der ganzen Welt für falsch erkannt, und er (der Redner) glaube nicht einmal, daß es selbst in Moskau einen Menschen gebe, der gewillt wäre, für Karl Marx sein Leben zu opfern. Ein gesundes Volk müsse Groh-, Mittel- und Kleinbetriebe haben, und die Krankheit eines Volkes bestehe nicht darin, daß die Großbetriebe die Kleinbetriebe ausrotteten, sondern die Krankheit liege in der politischen Haltung eines Volkes. Vir seien politisch krank gewesen, und das habe auch die wirtschaftliche Krankheit zur Folge gehabt. Denn die Politik wieder gesunde, könne auch die wirtschaftliche Krise überwunden werden und die Folge werde fein, daß das Handwerk nicht nur geduldet fei, sondern daß das Handwerk dann Kraft und Energie genug habe, in einem gesunden Staat sich seinen Platz an der Sonne zu erobern. „Ihr seid nicht nur geduldet im Reiche Adolf Hitlers, sondern Ihr habt eueren Platz in Deutschland und ihr müht diesen Platz einnehmen, nicht nur um Euer selbst willen, sondern um Deutschlands willen. Wir wollen, nacht alte Former zurückholen, aber wir wollen wie früher, wo sich Fürsten und Kaiser an die Seite des Handwerks stellten, daß die höchsten Würdenträger des neuen Deutschland es sich als Ehre anrechnen, mit den deut- Reichsminister Dr. Goebbels in Niedersachsen. »Auf den Schultern von Partei und Armee ruht die Nation!" Harburg - Wilhelmsburg, . 16. Juni. (DNB.) Der Gauparteitag Ofthannover erreichte mit der Großkundgebung auf dem Heimfelder Sand- berg in Harburg feinen Höhepunkt. Sämtliche Formationen und Gliederungen der Bewegung waren mit starken Abordnungen aus dem gesamten Gaugebiet aufmarschiert. Auch Ehrenabteilungen des Heeres und der Kriegsmarine hatten vor der Tribüne Aufstellung genommen. Umsäumt war das Feld von einer unübersehbaren Menge von Volksgenossen, die aus allen Teilen des Niedersachsenlandes gekommen waren, um Dr. Goebbels zu hören. Bei feiner Ankunft wurde Dr. Goebbels von Oberbürgermeister Bartel s begrüßt, der ihm als Ehrengabe der Stadt ein Gemälde überreichte. Unter dem nicht endenwollenden Jubel der Zehntausende bestieg Dr. Goebbels sodann die Tribüne. Nach dem Fahneneinmarsch und einer Begrü- ßungsansprache des Gauleiters nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort. Er erinnerte einleitend an den schweren Kampf des Nationalsozialismus um die Erringung der Macht. Wir find gekommen, so betonte er u. a., als alle anderen versagt hatten. Wir haben um die Ration gekämpft, weit wir nicht sehend und mit verschränkten Armen das Volk dem Ruin preisgeben wollten. Unsere Vorgänger habe große Parteien zu kleinen gemacht, und das deutsche Volk hatte in seinem gesunden Instinkt erkannt, daß sie wahrscheinlich auch unser großes Volk, wären sie länger an der Macht geblieben, zu einer kleinen und unbedeutenden Ration hätten herabsinken lassen. Dr. Goebbels richtete Worte der Warnung an diejenigen, die unter allen möglichen Deckmänteln versuchten, an einzelnen kleinen Fehlern ihre zer- etzende Kritik zu üben, und erklärte unter brausen' dem Beifall: Wir haben den souveränen Mut, uns nicht nur zu unseren Erfolgen, sondern auch zu unsren Fehlern zu bekennen. Wenn wir hundert Dinge tun, und mit Erfolg tun, so haben wir das Recht, auch einmal einen Fehler zu machen. Wenn unser junges nationalsozialistisches Regime in knapp zweieinhalb Jahren viereinhalb Millionen Volksgenossen wieder in Arbeit gebracht, den Bauern die Sicherheit ihrer Scholle zurückgegeben, die allgemeine Volksmoral gehoben, aus dem durch Dutzende von Parteien zerrissenen Volkskörper eine Na- tion geformt, den Separatismus zu Baden gewor- en hat und in grandiosen technischen Projekten dem Geist der neuen Zeit Ausdruck verleiht, wenn dieses unge Regime zur gleichen Zeit unserem Volke die nationale Souveränität wiedererringt, dann hat es öas Recht, auch einmal einen Fehler zu machen. Dir wollen nicht in bürokratischer Deise regieren, sondern in enger und lebendiger Gemeinschaft mit dem Volke. Deshalb kommen wir immer wieder zum Volk, und wir fühlen uns im Volke am wohlsten. Riemals werden wir eine Politik treiben, die uns in die demütigende Cage versehen könnte, vor diesem Volke die Augen niederschlagen zu müssen. Dir sind aus dem Volke gekommen, bleiben im Volke und fühlen uns als die Vollstrecker des Volkswillens. Daher, so hob Dr. Goebbels hervor, fühlen wir uns auch im Kreise unserer alten Parteigenossen wie zu Hause. Mit ihnen sind wir eine große Fa- haben fast anderthalb Jahrzehnte Leid rnd Freud miteinander geteilt und sind uns gegen» eitig so nahegekommen wie Brüder und Schwestern. Es hat Zeiten gegeben, da war diese Partei unsere einzige Zuflucht. Hätten wir diese Partei in den chweren Jahren von 1923, 1925, 1927 und 1932 mdjt gehabt, bann hätten wir an der Nation und am Schicksal unseres Volkes verzweifeln müssen. Darum diese Partei heute nicht überflüssig ist? Wenn ein ganzes Volk soldatisch denkt und fühlt, so ist das kein Grund, seine Armee aufzulösen, denn diese Armee dient dazu, den soldatischen Geist zu pflegen und zu erhalten. Und unsere Rationalsozialistische Partei dient dazu, die deutschen Menschen nationalsozialistisch zu erziehen und als Rationalsozialisten zu erhalten. Unsere Partei muh ein fester Kraftkern fein, die eherne Spitze am bleiernen Keil! Denn diese Partei stellt die politische Führung des Reiches, genau so, wie die Armee, über die soldatische Führung des Reiches wacht. Auf den Schultern von Partei und Armee ruht die Ration! Die Partei beschützt den Staat nach innen, und dis Armee beschützt den Staat nach außen. Gleich wie wir diese Partei nicht aufgebaut haben, um im Innern Bürgerkrieg zu führen, fo haben wir auch die Armee nicht aufgebaut, um nach außen hin Krieg zu führen! Die Partei ist da, damit es im Innern keinen Bürgerkrieg mehr geben kann,, und dis Armee ist da, um die Nation nach außen hin vor Krieg zu bewahren! In Partei und Armes findet der nationalsozialistische Staat seinen plastischen Ausdruck. Sie sind seine Pfeiler. Jeder Parteigenosse und jeder Soldat ist deshalb mit Träger dieses Staates. Nur weil diese große Fronten in der Person eines Mannes ihre Spitze finden, weil dieser Mann beide zu einem Block zusammen- schweißt, nur deshalb hatten und haben wir dis Möglichkeit, die großen Gefahren zu überwinden, in die Deutschland durch den Verlust des Krieges und durch die Revolte von 1918 geraten war. Es kann niemand bezweifeln, daß Deutschland in der Welt heute einen anderen Ruf genießt, als vor der Machtergreifung durch den Rationalsozialismus. Wir haben uns selbst geholfen und reale Werte, keine wirtschaftliche Scheinblüte geschaffen. Langsam, aber sicher sind wir der höhe entgegengegangen. Dir haben aber auch dem Volke kein Leben in Schönheit und Würde vorgelogen. Wir haben immer wieder gesagt: Rur wenn wir arbeiten und unsere volle Kraft einsehen, dann werden wir Erfolg haben. Dr. Goebbels gedachte zum Schluß des furchtbaren Unglücks in Reinsdorf, das trotz feiner Schwere vom deutschen Volke mit Fassung und mit seelischer Stärke getragen werde. Wir sind ein anderes Volk geworden, so erklärte der Minister, ein mutiges, tapferes und charaktervol- les Dolk, und darum haben wir uns in der Welt durchgesetzt und uns wieder Achtung und Respekt verschafft. Den Dank an den Mann, dem das deutsche Volk alles zu verdanken hat, und das Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Führer faßte Dr. Goebbels zusammen in einem dreifachen Siegheil, das die Zehntausende niedersächsischer Volksgenossen wie ein Mann aufnahmen. Nicht endenwollender Jubel erscholl, als Dr. Goebbels feine immer wieder von lang anhaltendem Beifall unterbrochenen Ausführungen beendete. Glückwunsch des Führers an den König von Schweden. Berlin, 15.Juni (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem König von Schweden zu feinem heutigen Geburtstag in einem Telegramm feine Glückwünsche ausge- sprachen. General Lihmann besucht den Führer. Berchtesgaden, 16. Juni (DNB.) General L i tz m a n n stattete heute — auf der Rückfahrt von einem Erholungsaufenthalt im Schwarzwald — dem Führer im Haus Wachenfeld auf dem Ober» falzberg einen Besuch ab. Der Führer, der über den Besuch feines alten treuen Mitkämpfers sehr erfreut war, unterhielt sich mit ihm längere Zeit, insbesondere auch über die Kampfzeit der Partei, in der bekanntlich der greife General mit in vorderster Linie stand. Dr. Ley ernennt die Leiter der Arbeitskammern. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Der Reichsleiter der DAF. Dr. Ley hat eine Anordnung erlassen, in der er unter Bezugnahme auf seinen Erlaß vom 13. Juni 1935 betreffs Bildung der Reichsarbeitskammer die G a u w a l t e r d e r DAF. als Leiter der Arbeitskammern beruft. Die Saarlandamnestie. Köln, 16. Juni. (DNB.) Das am Tage dec Rückgliederung verkündete Straffreihe i.ts- gefetz für das Saarland hat, wie die Justiz« Pressestelle Köln mitteilt, nach dem Ergebnis der bisherigen Zählung in 1 3280 Fällen An- Wendung gefunden. In rund 7000 Fällen sind rechtskräftige Strafen ober andere Urteilsfolgen er« taffen, in den übrigen Sachen sind anhängige Verfahren eingestellt worben. Sil ”n Sti-M 'jsNot tot* hörd) die qemeinfaw Miller M M 511 m 51' Dreimal Wglichkei Ange gese Mgegang Vertrages Ansicht be von Steel Men An ander teils, der I tot. Stresa Die W das sich Sc hat. In ei Verfasser d sitz einer st des Brit ton der fr Wales gege der Politik englischen > wenn ei: Verlegens)' im Weltkrie Achen Der Das in bi land bish bleibendes land und von den Es gebe Deutschland wässern nie Verzicht ach in Deutschlo Haris, mg der irchch-entzlis Oie: Bitten. Leitungen tüten be Mein Garn Men sind, Wasag. Hie Dschein erb Mn Arbeit $Pfer halten Sorgen. H Ne einen Jote sind Totenliste lei Mn einen t einem der C "verlegen, vor dem ÜB, taufenb Me wrbereituni »erben im °ofgekwhrt xlung j)Q[ Nestoltim Wn Kun °värge ei 2 ne umr S"de Säu Mrzeg Ki wird. ° imb ?b-sond. B SK K sprech/^ ÄS ruh! die an der Plätze Spreanrunden oer Redaktion. 1L30 bls 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen. 5 Milliarden Francs für Frankreichs Grenzbefestigungen. Paris, 17. Juni. (DNB.) Im Anschluß an die Besichtigungsreise des Heeresausschusses der Kammer und des Krtegsministers in das Gebiet zwischen dem Rhein und der Saar gibt der Abgeordnete R u c a r t im „Motin" einen Ueberblick über die dortigen Befestigungsarbeiten. Abge- sehen von den nördlich von Metz errichteten Anlagen umfassen die Arbeiten auf dieser Strecke vier Millionen Kubikmeter und haben 400 000 Kubikmeter Zement erfordert. Auf dieser Linie, die 90 folg der Aufführung hervorragenden Anteil Hans G r a h l in der Rolle des Lohengrin, Hertha F a u st in der Rolle der Elsa und Regler, der für den erkrankten Hans H e t t e r eingesprungen war, in der Rolle des Heerrufers. Der Beifall, an dem sich Reichsminister Dr. Goebbels lebhaft beteiligte, steigerte sich bereit nach dem 1. und 2< Akt zu einem Sturm, der beim Fallen des Vorhanges kein Ende finden wollte. Der Abend klang in einem sinnbildlichen Akt aus, der die Verbundenheit von deutscher Kunst und deutscher Arbeit eindrucksvoll bestätigte. Die Bühnenarbeiter der Staatsoper erschienen an der von der begeisterten Jugend umlagerten Rampe und grüßten Reichsminister Dr. Goebbbels als den Schirmherrn der 2. Reichstheaterfestwoche mit dem deutschen Gruß. ien, unb die Gleich wie ’en, um im m wir auch i außen hin ramit e- im ann„ und dis ien hin vor und Armes leinen plasti« Zeder Partei« mit Träger Fronten in i pitze finden, [ f zusammen« > den wir die ' überwinde des Krieger en war Wfdjlanb f genießt, en Mo- t geholfen ; he Schein- i r find wir ' oben aber rnheil unb 1 ter wieder 1 nb unsere vir Erfolg - uchs von der Staatsoper Dresden fang die »rtrud. Reben diesen Gästen hatte an Dem Er- lungnahme der beste Schutz gegen den Krieg sei. *i, um Mn, einen lm geben, |f die Zn- 'ehr. ! Hitlers lgendir! Wc unb f 'ser Führer, ! des deut. ! >es Deutsch, j die bisher [ )e. ^schied enen den Haupt« Amerika und England als Bortrupp Borschläge eines hervorragenden Amerikaners. Uniformverbot für nichtnationatfozialistifche Zugendverbände in Württemberg. Stuttgart, 15. Juni. (DNB.) Die Vereinbarung des Württembergifchen politischen Landespolizeiamtes mit den katholischen Jugendoerbänden ist von diesen in zahlreichen einwandfrei festgestellten Fällen durch, brocken worden. Das Württembergische politische Lanoespolizeiamt hat sich daher genötigt gesehen, diese Vereinbarungen mit sofortiger Wirkung zu kündigen Danach tritt die Verordnung des Wär- tembergischen Innenministeriums vom 10. Februar 1934 über das Verbot nichtnationalsozialistischer Verbände und das Tragen einheitlicher Keidung in vollem Umfange in Kraft. Den nichtnationalsozialistischen Verbänden und Vereinigungen wird danach jede Betätigung als Wehr- oder Schutzverband untersagt. Ferner ist das Tragen einheitlicher, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verbände kennzeichnender Kleidung allen Verbänden mit Ausnahme den der nationalsozialistischen Erhebung Angehörenden verboten. Vergehen gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis nicht unter einem Monat oder mit Geldstrafe von 150 Mark bis 15 000 Mark bestraft. oie l>ek & Dr. Goebbels eröffnet die zweite Reichs-Theaterfestwoche Feierlicher Auftakt in der Hamburgischen Staatsoper. eifer DieAufbahrungderOpfervonRemsdorf Das Programm der BeifehungSfeier. A u des furcht« ttotz feiner ung unb mit sind ein an« Minister, em aktervol« , in ber Welt unb Respekt das deutsche Q5 Gelöbnis r f«6t« M ien 6ieM Lolkspenosfen ;ll, als Dr. na anhaltenden beendete. )enAittig Im Werk sind die Aufräumungsarbeiten im Gange. Das hohe Lied der Kameradschaft findet seinen tiefen Ausdruck in der Hilfsbereitschaft des ganzen deutschen Volkes. Es sind bereits beträcht- liche Summen sowohl an die Hinterbliebenen, als auch an die Schwer- und Leichtverletzten ausge- zahlt worden. In den Krankenhäusern ist man mit großer Liebe bemüht, den dort befindlichen Verunglückten ihr Los zu erleichtern. Die Bevölke- rung nimmt innigsten Anteil an ihrem Geschick. Die gesamte Kreisleitung der NSDAP. Wittenberg sowie eine Anzahl Mitglieder der Gauleitung Halle-Merseburg sind Tag und Nacht unermüdlich dabei, um alle erdenklichen Erleichterungen und Hilfsmaßnahmen für die vom Unglück Betroffenen durchzuführen. Weitere 21 Opfer identifiziert. s taten u $»*«: ' und Z AL J ntit LS*S EAulb ab. ®UnberDoöj eben bürst- MS "was T-, eele beg UnÖ haß Du auch mal sgg drauf NHOP fangt alle Stöße auf Die deuW-engtischen Nottenverhandlungen Berichte der Londoner Sonntagsprefse. Weitere Beileids-Kundgebungen. liegen vor von dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, von dem Apostoli- chen Nuntius in Berlin, von dem Reichs- und ireußischen Wirtschaftsminister und von zahlreichen remden Diplomaten in Berlin. ihrer und inig von eburtsiag in sche ausge- n Führer, yn General lvaw * Paris, 17. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Vorsitzende der Columbia-Universität und der Carnegie- Stiftung Prof. Nicholas Murray Butlers ist in Paris eingetroffen. Er wird an der am heutigen Montag hier beginnenden Jahresversammlung der Carnegie-Stiftung teilnehmen. In einer Auslassung gegenüber einem Vertreter des „New York Heralb" erklärte Professor Murray Butlers, Amerika und England müßten die Führung einer Bewegung zur Stabilisie- rungderWährungenunter Zugrunde- leguna des Goldes, ferner zur Abtragung ber Handelshemmnisse und zur Verstärkung der Organisation des Kilometer ausmacht, sind unterirdische Gänge von im ganzen 33 Kilometer Länge errichtet worben, hier bis zu 120 Meter unter die Erde führen. Die leie* phonleitungen ergeben ein Leitungsnetz von etwct 20 000 Kilometer Länge. Der Heeresausschuß dep Kammer ist der Besestlgungslinie gefolgt, die teils der Grenze entlang, teils bis 15 und 20 Kilometer hinter der Grenze verläuft. Die elektrischen An* lagen für die Versorgung der Beleuchtungsanlagen^ der Küchen und der Ventilation haben nach der Schilderung des Abgeordneten das Ausmaß von großen Werkstätten. Der Verfasser sagt, daß seit 1930 für die Befestigungsanlagen von Der Nordsee bis Belfort und an der Südostgrenze 5,1 Milliarden Franken ausgegeben worden seien einschließlich der Kosten für den Ankauf des Gebietes, für die Bewaffnung und die vorrätige Munition. Keine Verschmelzung der ost- märkischen Giurmscharen. Wien, 16.Juni. (DNB.) Die Landesführer der o st märkischen Sturmscharen von ganz Oesterreich haben sich am Samstag in Wien zu einer Führertagung versammelt und in Anwesenheit des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg zu allen aktuellen Fragen Stellung genommen unb ferner die Richtlinien für die weitere Tätigkeit, Schulung und Ausbildung der o st märkischen Sturmscharenbewegung festgelegt. Aus den amtlichen Mitteilungen wird ersichtlich, daß eine völlige Verschmelzung der o st märkischen Sturmscharen mit den Heimwehren, wie sie nach der Rede Starhembergs in Salzburg erwartet worden war, wohl nicht mehr in Frage kommt. Oie italienischen Siedler räumen Abessinien. London, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) DiÄ italienische Regierung hat — der „Times" zufolge — Schritte unternommen, um die Zahl der italienischen Siedler in Abessinien zu verringern. Als letzter Termin der völligen Räumung soll der 15. Juli festgesetzt worden sein. Reuter-Meldungen besagen, daß in Dschibuti dauernd Italiener aus Addis Abeba eintreffen und ihre Reise nach M a s s a u a (Ery- thräa) fortsetzen. Friedens übernehmen, denn nur so könne Vertrauen und Wohlstand in der Welt wieder hergestellt werden. Die Regierungen müßten sich gegenseitige Befragung auf der Grundlage r Gleichheit und außerhalb jeder Kriegs st immung gewöhnen. Einfluß und An- sehen des Völkerbundes müßten verstärkt werben. Die Gewohnheit, alle zwischenstaatlichen Streitigkeiten dem ständigen Gerichtshof zur Schlichtung vorzulegen, müsse immer mehr Verbreitung finden. Dann würden sich auch die Völker und Regierungen darüber klar werden, daß eine ständige Füh - hin an, wenn sich auch in der Beurteilung der Lage infolge der noch fehlenden französischen Antwort eine gewisse Zurückhaltung bemerkbar macht. Man- aels neuer Nachrichten über den Stand der Verhandlungen und über den voraussichtlichen Inhalt der französischen Stellungnahme verweisen einige Blätkdr darauf, daß zur Zeit zwischen Paris und Rom ein Gedankenaustausch über die deutschen Flottenforderungen stattfinde. Der „Jour" bemerkt, Frankreich und Italien hätten keine Hoffnung, daß England die Soli- d a r i t ä t, die es in der Luft gezwungen war zu suchen, auf die See auszudehnen wünsche. Zur See bleibe England souverän. Frankreich bleibe nichts anderes übrig, als zu hoffen, daß die Annahme der deutschen Vorschläge durch England und die entsprechende Angleichung, zu der Frankreich veranlaßt werden würde, nicht wieder die leidige Frage der Flottengleichheit zwischen Frankreich und Italien aufleben lassen werde, die jahrelang dazu beigetragen habe, diese beiden Länder zu entfremden. Die „Action F r a n a i s e" stellt fest, daß die Annahme der deutschen Forderungen durch England unabhänaig sei von der Zustimmung Frankreichs und Italiens. Der englische Beschluß st ehe f e st. Es handele sich also nicht darum, anzunehmen oder abzulehnen, sondern nur darum, zu erklären, was Frankreich denke und wie es zu handeln beabsichtige. Frankreich solle ohne Kommentar die englische Mitteilung zur Kenntnis nehmen und betonen, daß es sich in Zukunft nur von der Verteidigung feiner eigenen Interessen leiten lassen werde. Der oppositionelle „2 u o t i d i e n" führt die ungünstige Lage Frankreichs auf die Bindung Lavals an Moskau zurück, weil die Sowjets die schlimm st en Feinde Englands in Asien seien. Frankreich bleibe allein mit Stalin und das fei höchst gefährlich. Große Aehnlichkeit. London, 17. Juni (DNB. Funkspruch). Die französische Stellungnahme zu den deutsch-englischen Flottenbesprechungen wird, Blätter« Meldungen zufolge, am Dienstag in London überreicht werden. Gleichzeitig werde voraussichtlich auch die italienische Antwort eingehen, die nach einer Meldung der „Times" eine große Aehnlichkeit mit der französischen haben werde. Das neue englische Flottenbauprogramm. 5 Schlachtschiffe. London, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Meldung des „Daily Telegraph" vom Samstag, daß England im Rahmen eines neuen Dier- Jahres-Bauprogrammes der englischen Flotte a ch t neue Schlachtschiffe bauen werde, wird heute von dem Marine-Mitarbeiter des Blattes dahin richtiggestellt, haß es sich tatsächlich nur um 5 Schlachtschiffe handele, von denen wahrsckein- lief) im Jahre 1937 zwei, im folgenden Jahre gleich- falls zwei und im Jahre 1939 eins in Angriff genommen werden würden. Wenn zur Eröffnungsvorstellung der 2. Reichstheaterwoche Wagners „Lohengrin^ gewählt wurde, so liegt darin mehr als eine Ehrung für den großen Meister, für den deutsch sein hieß, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Dr. Goebbels betonte bereits im Vorjahr bei der Eröffnung der ersten Reichstheaterwoche in Dresden, daß Richard Wagner das große deutsche Genie sei, das unserer Zeit am nächsten stehe. Wenn darum in Hamburg, das Deutschlands Tor zur Welt genannt wird, eine der großen Bekundungen des neuen Kulturlebens mit „Lohengrin" beginnt, so muß man an Wagners Worte erinnern, der in seinem Lohengrin Die gottgesandte, im heiligen Glauben erstarkte Führergestalt darstellen sollte, die dem in Elsa versinnbildlichten schuldlosen Volk zur Rettung erscheint und über die in Telramund und vor allem in Ortrud verkörperte Kräfte der Zerstörung siegreich triumphiert. Die Aufführung der Hamburgischen Staatsvper hob unter der szenischen Leitung ihres Generalintendanten Heinrich K Siro hm diese symbolischen Zusammenhänge stark hervor. Es ist ein unbestreitbares Verdienst der Hamburger Inszenierung, daß sie den geistigen Ge- halt des Werkes in der farbigen Welt der Schwa- nenritterfage zu greifbarer Wirklichkeit werden Uetz. Strohms Regie wurde dabei wesentlich durch Die musikalische Leistung unterstützt. Generalmusikdirek- tor Eugen I o ch u m führte den großen Klangkörper der Philharmonischen Staatsorchesters mit der ihm eigenen leidenschaftlichen Hingabe an das Werk. Die gleiche Werktreue beseelte auch die Sanges unter denen sich hervorragende Gäste befanden: Von der Wittenberg, 17. Juni. (DNB.) Die Vorbereitungen für die Beisetzungs feierlich- feiten der Opfer von Reinsdorf sind in vollem Gange. Die Toten, die für Deutschland gefallen sind, liegen auf gebahrt in der Kapelle der Wasag. Hier stehen die Särge in den vom Ker- zenschein erleuchteten Raum. Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und Arbeitskameraden der Opfer halten Ehrenwacht. Blumen liegen auf Den Särgen. Hier und da künden Uniformbluse oder Mütze einen stillen Kämpfer der NSDAP. 58 Tote sind geborgen. Abgeschlossen durfte diese Totenlifte leider noch nicht sein. Ab und zu sieht man einen der Angehörigen im tiefen Schmerz an einem der Särge im Gebet verharren und Blumen niederlegen. Dienstagmittag wird die Trauerseier vor dem Werk auf dem großen Gelände, das viele tausend Menschen fassen kann, stattfinden. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Die Sarge werden im Schatten der Bäume auf diesem Dlatz aufgelmhrt werden. Ein Plan des von der Gau- leitung Halle-Merseburg mit der künstlerischen Ausgestaltung der Beisetzungsfeierlichkelten beauftragten Künstlers Radojewski Wt rings um die Särge einen Ehrenhof vor. Zehn Meter hohe Pylone umrahmen die Stätte der Toten. Die hintere Front des Ehrenhofes wird 6 hachauf- ragende Säulen zeigen, in deren Mitte ein großes schwarzes Kreuz die ganze Irauerfta h? beherr- schen wird. 500 Hortensien in den verschiedensten Farben und Grünblattschmuck geben dem ganzen einen besonders feierlichen Rahmen Gegenüber dem Ehrenhof werden die Hinterbliebenen, die Vertreter der Reichsregierung und die Trauergäste der Partei und des Staates Platz nehmen. Formationen der SA., PO., der DAF. und aller anderen Gliederungen werden den Ehreichos sau- men, auf dem auch die ganze Gefolgschaft Der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoffwerke Auf- ftellung nehmen wird. Mikrophone und Lautsprecher sind angebracht, damit das gesamte deutsche Volk in einer Reichssendung Anteil nehmen kann an dieser Trauerfeier. Mehrere Hakenkreuziahnm mit Trauerfloren schließen die Trauerstätte ab. Die Trauerfeierlichkeit ist auf mittags 12 Uhr festgesetzt und dürfte etwa dreiviertel Stunden dauern. Nach den Klängen des Trauermarsches aus der „Eroica werden die Geistlichen beider Konfessionen, se em Vertreter des Werkes, der Partei und der DAF. sprechen. Wenn das Lied vom guten Kameraden verklungen ist, nimmt ein Vertreter der Reichsregierung das Wort. Der Trauermarsch aus der Götterdämmerung und der Gesang der Nationalhymnen schließen den feierlichen Akt.__ London, 17. Juni (DNB.) Die englischen Sonn- tagsblätter berichten zum Tel ausführlich über die Fortschritte der deutsch - englischen Flottenbesprechunaen. Der diplomatische Mitarbeiter des „ O b s e r v e r " schreibt, in der Unterredung, Die am Freitag zwischen Botschafter von Ribbentrop unD Sir Samuel Hoare stattgefunden habe, sei bereits eine gründ- sätzliche Einigung erzielt worden. Es handele sich jetzt nur noch um die Formulierung der Einzelheiten, die großen Teils technischer Natur seien. Der Wert der gegenwärtigen Abmachungen könne nur darin bestehen, ein Mittel in Richtung einer umfassenderen Vereinbarung zu sein. 3n London habe man sich freimütig Die Tatsache vor Augen gehalten, daß die britische Regierung durch Die Annahme Des deutschen Vorschlages gemeinsam mit Der deutschen Regierung Den Versailler Vertrag verletze, aber Die Tatsache selbst sei im wesentlichen akademischer Natur. Die in Strefa erzielte und in Gens verwirklichte Dreimächteverständigung, die unter anderem Die Möglichkeit einer weiteren Vertragsverletzung ins Auge gefaßt hatte, fei klar von Der Annahme ausgegangen, daß ber Teil V des Versailler Vertrages bereits abgelaufen fei. Nach britischer Ansicht bestehe daher zwischen Den Grundsätzen von Strefa und der neuen englisch - deutschen Jlotfenoerffänbiung keinerlei Diberspruch. An anderer Stelle schreibt Der „Observer" ebenfalls, der Teil V des Versailler Vertrages sei schon tot. Stresa aber lebe. Die Zukunft der britischen Flotte ist das Thema, das sich Scrutator in der „Sunday Times" gestellt hat. In einem ausführlichen Artikel schildert der Verfasser die überragende Bedeutung, die der Besitz einer st arten Flotte für die Sicherheit des Britischen Reiches hat. Er geht dabei von der freundschaftlichen Geste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland aus, die nicht ein Akt der Politik gewesen sei, sondern der Ausdruck des englischen Instinkts, die Hand zu reichen, wenn ein Streit vorüber sei. Enalands Ueberlegenheit zur See sei nicht mehr so groß, wie im Weltkriege. Aber glücklicherweise seien die politischen Verhältnisse günstig. Das in Den Flotlenbefprechungen mit Deutschland bisher erzielte Ergebnis sehe ein gleichbleibendes Starkeverhälinis zwischen Deutschland und England vor, das zahlenmäßig nur von den Maßnahmen der anderen Mächte abhänge. Es gebe keinen klareren Beweis dafür, daß Deutschland an einen Krieg in westlichen Gewässern nicht denke, als diesen unmißverständlichen Verzicht auf den Marineehrgeiz des alten Regimes in Deutschland. Französische Mißstimmung. Paris, 16. Juni. (DNB.) Die Miß.stirn- mung der französischen Presse über die deutsch-englischen Flottenverhandlungen halt weiter- Wetterbericht Des Reichswetlerbienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch bas Einbringen feuchter Meeresluft hat sich auch bei uns unbeständiges und kühleres Wetter eingestellt, das Anlaß zu einzelnen teilweise gewittrigen Niederschlägen gab. Der gleichzeitig damit verbundene Luftbruckanstieg führt jedoch neuer- Dings zum Aufbau eines kontinentalen Hochdruckgebietes, in dessen Bereich wieder mit dem Aufkommen freundlicherer Witterung mit Erwärmung gerechnet werden kann. Aussichten für Dienstag: Häufia auf- heiternd und im wesentlichen trocken, bei abflauen- den Winden Beginn neuer Erwärmung. Aussichten für Mittwoch: Meist heiter und trocken, tagsüber recht warm. Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 18,9 Grab Celsius, abends 10,7 Grad: am 17. Juni: morgens 11,5 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 17,4 Grad: am 17. Juni: morgens 14,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,2 Stunden. — Niederschläge 0,9 mm. Mit einem feierlichen Auftakt wurde in ber Ham-1 Staatsoper Berlin Michael Bohnen als König burgifchen Staatsoper bis 2. R e i ch s t h e a t e r - unb Walter Großmann als Telrarnunb. Martha f c ft m o cf) e burch Reichsminister Dr. Goebbels n •• M - •*-- eröffnet. Ferner waren erschienen Reichsstatthalter Kaufmann, Bürgermeister Krogmann, Die Spitzen ber Behörben, Der Wehrmacht unD Der Bewegung sowie Vertreter Des kulturellen Lebens. Es war ein Akt von weihevoller Größe, als sich zum Ge- benten ber auf bem Fekbe ber nationalen Ehre gefallenen Opfer von Reinsborf mit bem Reichsminister alle Teilnehmer erhoben unb stehend ben Trauermarsch aus Beethovens „Eroica" anhörten, ben bas Philharmonische Staatsorchester unter Leitung von Eugen Joch um spielte. Nach einer Minute stummer Trauer setzte bann bas Orchester mit bem Vorspiel zu „Lohengrin" ein, besten überirbifdje Klänge bie feierliche Klage in bie Ent- rückheit ber Gralsstimmung hob. Eine Anordnung Dr. Leys. Berlin, 17.Juni (DNB. Funkspruch). Reichs- Organisationsleiter Dr. Ley hat folgenbe An- Ordnung erlassen: Am Dienstag, 18. 3uni, flaggen sämtliche deutschen Betriebe anläßlich ber feierlichen Beisetzung ber Opfer von Reinsborf Halbmast. Damit betunben bie beut- schen Arbeitskameraden im ganzen Reich ü)re 2ln- teil nähme für bie, bie infolge der furchtbaren Katastrophe an ihrer Arbeitsstätte ben Tob fanben. Weitere Spenden. Für bie Hinterbliebenen ber Toten von Reinsborf unb für bie bei biefem Unglück verletzten Volks- aenosten finb u. a. folgenbe weitere Spenden em- gegangen: von Ministerpräsident G ort n g 20 000 Mark, von dem Reichsbund der deutschen Beamten 30 000 Mark, von dem Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg an die „Stiftung Mr Opfer ber Arbeit" 3000 Mark, von ber Stabt Saarbrücken 1000 Mark. __ Wittenberg, 16. Juni. (DNB.) Don ben töblich verunglückten Arbeitern bet ber Explosionskatastrophe in Reinsborf konnten außer den 18 bereits gemeldeten weitere 21 identifiziert werden. Don Den bisher aufgefundenen 58 Toten find jetzt insgesamt 3 9 identifiziert. 96 Verletzte befinden sich noch im Krankenhaus Die Leichtverletzten wurden bereits in häusliche Pflege entlasten ober finb zu einem Teil an ihre Arbeits- zurückgekehrt. Deutschlands Betriebe flaggen Halbmast. Aus aller Welt. Eröffnung der Kieler Woche. 3m festlich geschmückten Saal des Hotels Bellevue wurde die Kieler Woche feierlich eröffnet. Gleichzeitig wurde die Eröffnung des Olympia- Seglerheims festlich begangen. Von den Wänden hingen die Fahnen der an der Kieler Woche teilnehmenden zehn Nationen herab: Deutschland, Belgien, Finnland, Schweden, England, Norwegen, Dänemark, Polen, Italien und Holland. Oberbürgermeister Behrens gedachte des furchtbaren Reinsdorfer Unglückes, dem fast 50 Kameraden der Arbeit zum Opfer gefallen seien. Der Oberbürgermeister ging dann auf die Kieler Woche 1934 em, die bewiesen habe, daß Kiel als .Segelsportplatz seinen alten internationalen Ruf wieder erlangt hat. Heute gelte sein besonderer Gruß den aktiven Seglern aller ausländischen Nationen, die aus dem großen Gedanken der Kameradschaft, der Völker- und volksverbindenden Idee des Segelsports hier zusammengekommen seien. . Der Redner kam dann auf den Bau des Olympiaheims zu sprechen, das mit Rücksicht auf die .Segelolympiade 1936 auf Anregung des Reichssportführers mit einem Zuschuß des Reiches von 100 000 RM., die der Reichsinnenminister zur Verfügung gestellt habe, entstanden sei. Die diesjährige Kieler Woche möge ein Fest des Friedens, der Ritterlichkeit und der Freude sein. Im Auftrag des Reichssportführers erkläre er die Kieler Sportwoche für eröffnet. Dabei gedenke er des Mannes, der Deutschland die Ehre und Gleichbe- rechtiZung wiedergegeben habe, des Führers, der ehrlich den Frieden wolle, weil die Welt ihn brauche. Den Abschluß der Marinevolkswoche bildete die Parade der Landmarineteile und der Abordnungen der See st reit- kräfte vor dem Oberbefehlshaber der Kriegs- marme Admiral Dr. h. c. Raeder. Admiral Dr. h. c. Raeder erschien in Begleitung des Chefs der Marinestation der Ostsee Vizeadmiral Albrecht, des Flottenchefs Vizeadmiral F ö r - st e r und des Kommandanten von Kiel Kapitän zur See M e w i s. Nach der feierlichen Flaggenhissung auf dem Gelände des Olympia-Segelheims dankte Oberbürgermeister Behrens dem Architekten Schmidt- Hamburg für fein meisterhaftes Werk. Er übergab dann das Seglerheim dem deutschen Segelsport zur Benutzung. Der Vertreter des Reichssportführers von Tschammer und Osten Graf von der Schule n b u r g gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß gerade an dem Tage, an dem die vom Führer dem organisierten deutschen Wassersport verliehene neue Flagge auf den in Betracht kommenden Wassersportfahrzeugen gehißt werde, das Olympia-Seglerheim dem deutschen Segelsport zur Verfügung gestellt werde. * Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generaloberst von Blomberg wird vom 17. bis 20. Juni der Kieler Woche beiwohnen. Eisenbahnunglück in England. Bisher 14 Tote, 30 Schwerverletzte. In der Station Welwyn, 50 Kilometer nördlich von London, fuhr ein aus der Richtung Newcastle kommender Schnellzug auf einen anderen Schnellzug, der dort hielt, auf. Die Ursache des Unglücks konnte bisher noch nicht fest- gestellt werden. Die Zahl der Toten beläuft sich auf 14, Doch muß damit gerechnet werden, daß von den 30 Schwerverletzten noch einige sterben werden. Heber den Hergang des Unglücks werden folgende Einzelheiten bekannt: Am Samstag um 23 Uhr waren von der Londoner Station Kings-Lroh in einem Abstand von 15 Minuten zwei Züge auf der gleichen Strecke abgegangen. Der eine der beiden Züge war mit Ausflüglern beseht, die nach dem Norden wollten, wahrend der andere Zug, der unter dem Namen „Fliegender Schotte" bekannt ist, Post und Fahrgäste nach Schottland befördern sollte. Kurz vor Mitternacht fuhr der Postzug mit voller Gewalt in den auf der Station Welwyn Garden haltenden Ausflüglerzug hinein. Die Folgen waren verheerend. Die Wagen hatten sich teilweise ineinandergeschoben, so daß die Trümmer insgesamt vier Eisenbahnlinien völlig blockierten. Schon kurze Zeit später ging der erste Hilfszug mit Aerzten und Krankenschwestern von London ab. Die Einwohnerschaft von Welwyn Garden wurde noch mitten in der Nacht zur Hilfeleistung aufgefordert. Der Verkehr wird zur Zeit auf einer Umgehungsbahn aufrechterhalten. In dem Ausflüglerzug, der aus acht Personenwagen und zwei Güterwagen bestand, befanden sich 200 Reisende und die Zahl der Fahrgäste in dem Postzug betrug 54. * Kaum zwölf Stunden nach dem schweren Zug- zusammenstoß in Welwyn Garden City ereignete sich in der Nähe von Glasgow ein zweites Zugunglück. Aus noch unbekannter Ursache fuhr ein Personenzug auf den Prellbock im Gourock- Bahnhos. Die Fahrgäste, die zum Aussteigen bereits in den Gängen ihrer Abteile standen, wurden durch den starken Anprall zu Boden geworfen. 22 Personen wurden verletzt, davon drei schwer. Das Ergebnis des Schüler- und HI.-Preisausfchreibens über den deutschen Osten. Die Preise, die im Rahmen eines Schäler- und HI. - Preisausschreibens über den deutschen Osten von dem Seedienst Ostpreußen im vergangenen Winter ausgesetzt worden waren, sind jetzt zur Verteilung gekommen. Die beiden ersten Preise fielen an den Hitlerjungen Erich M o e g l e in Stuttgart und den Schüler Helmut G a e d e k e in Siegen (Wests.). Weiter kamen 32 zweite Preise, 76 dritte Preise und 56 Trostpreise zur Verteilung. von der NSV. nach Deutschland eingeladen. Dieser Tage wurden 85 deutsche Kinder und zehn Mütter in Stockholm von der NSV. zur Erholung nach Deutschland geschickt. Die Kinder^ begeben sich über Saßnitz zunächst nach Berlin, von wo sie die Weiterfahrt nach dem Westen antreten. Die Unterbringung erfolgt in Familienpflegeanstalten. 100 000-RM.-Gewinn fällt nach Württemberg und Hannover. In der letzten Sitzung der Staatslotteriedirektion in Berlin wurde ein Gewinn von 10 0 0 0 0 Mark auf die Nr. 120 822 gezogen. Das Los wird zu Achteln in Württemberg und in der anderen Abteilung als Ganzes in der Provinz Hannover gespielt. „Graf Zeppelin" zur 6. Südamerikafahrt gestartet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Samstag um 22.45 Uhr unter Führung von Kapitän P r u ß zu seiner sechsten diesjährigen Südamerikafahrt nach Pernambuco und Rio de Janeiro gestartet. Sämtliche Plätze sind ausverkauft. Irrtümlich den Freund erschossen. Auf einer Geflügelfarm in Neuwied ereignete sich in einer der vergangenen Nächte ein Unglücks- fall. Ein Aufseher der Farm gab, als die Hunde anschlugen, einen Schuß auf eine dunkle Gestalt ab, in der er einen Dieb vermutete. Zu seinem Entsetzen mußte der Aufseher feststellen, daß er seinen besten Freund, den auf der Farm tätigen 20 Jahre alten Landwirtschaftsgehilfen Hermann Winkler, mitten ins Herz geschossen hatte. Winkler hatte einen Abendspaziergang gemacht und war zu ungewohnter Zeit nach Hause gekommen. 3V$ Iahre Zuchthaus für einen kommunistischen Geheimfunktionär. Der Volksgerichtshof in Berlin verurteilte den 30jährigen kommunistischen Geheimfunktionär Theodor B o t t l ä n d e r wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung zu 3V2 Jahren Zuchthaus und zu 3 Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte wegen seiner maßgeblichen Beteiligung an einem kommunistischen Sprengstoffanschlag in Osnabrück bereits 1924 sechs Jahre Zuchthaus erhalten. 1932 wurde ihm die technische Leitung der Zeitschrift des „Aufbruch-Kreises übertragen, in dem sich ehemals national gesinnte Abenteurer vom Schlage Scheringers unter kommunistischer Führung sammelten. Bottländer gewann schnell das Vertrauen des berüchtigten Kippenberger, des Leiters des illegalen kommunistischen Zersetzungsapparates, und wurde schließlich als wichtiger Funktionär in den Kippenbergerschen Geheimapparat übernommen. Bottländer mußte die Abtrünnigen, die aus dem nationalen Lager kamen, aushorchen und über ihre Mitteilungen Bericht an die Geheimabteilung C erstatten. Die Beziehungen zum Aufbruch-Kreis hat er auch nad) der nationalen Erhebung aufrechterhalten. Ferner mußte er im Auftrage Kippenbergers 1933 nach Holland fahren, um hier Material aus dem Leben van der Lübbes für den „Gegenprozeß" in London zu sammeln. Bottländer hat in Berlin unter falschem Namen gelebt. Auf Grund einer gefälschten Geburtsurkunde besorgte er sich einen falschen Paß und nahm unter diesem falschen Namen polizeiliche An- und Abmeldungen vor. Dadurch hat er sich auch der Urkundenfälschung schuldig gemacht. Ein Segelflugzeug verschwunden. Im Rahmen des vierten schlesischen Segelflugwettbewerbes, der augenblicklich in Grunau statt- findet, hat sich ein Segelflugzeug verflogen. Das Segelflugzeug vom Typ Rhön-Adler mit Namen Hermannschacht, das der Ortsgruppe Hindenburg gehört, wurde durch eine Startflugmaschine bis zu 600/800 Meter Höhe geschleppt. Darauf wurde das Segelflugzeug, das von dem Piloten M a n t e tz k i geführt wurde, ausgeklingt. Es fetzte den Flug in nördlicher Richtung fort, so daß es etwa die Linie Haynau—Glogau—Schlawa geflogen haben müßte. Seitdem ist das Flugzeug verschwunden. Es besteht die Möglichkeit, daß es auf polnischem Gebiet landen mußte und daher noch keine Meldung von seiner Landung geben konnte. Wiener Polizei verhindert „Meistersinger-Aufführung. Wie die „O. Z. am Abend" tn Wien berichtet, wurde eine „M e i st e r s i n g e r" - Ausführung in der Wiener Staatsoper, die unter Leitung eines Kölner Kapellmeisters dieser Tage hätte stattfinden sollen, auf Wunsch der Polizeidirektion abgesagt. Die Behörden haben nämlich in Erfahrung gebracht, daß für diese „Meistersinger"-Ausführung in nationalen Kreisen Propaganda gemacht worden sein soll. Desgleichen ist ein Konzert der Wiener Bläservereinigung, das auf dem Schwarzenberg-Platz hätte stattfinden sollen, aus dem gleichen Grunde von der Polizei verboten worden. Todesurteile gegen Räuber in Oesterreich. Zwei Burschen, die in der Neujahrsnacht einen Raubüberfall a u f einen Pfarrer in Niederösterreich unternommen hatten, sind jetzt von dem Schwurgericht in Krems (Niederösterreich) zum Tode verurteilt worden. — In Ried im Innkreis wurde ein 14jähriger Bursche, der seinen Vater durch Axthiebe getötet hatte, zu acht Jahren strengen Arrestes verurteilt. hohe Kerkerstrafen für österreichische Sozialdemokraten. Ein Schwurgericht in Leoben (Steiermark) hat in einem Hochoerratsprozeß gegen die Leiter einer sozialdemokratischen Propagandastelle, Franz W a l ch e r und Genossen, das Urteil gefällt. Sämtliche fünf Angeklagten wurden des Hochverrats schuldig erkannt. Franz Walcher wurde zu zwölf Jahren, die übrigen zu Kerker st rasen von ein bis sieben Jahren verurteilt. Absturz eines französischen Flugzeuges. — Ein Toter, vier verletzte. Beim Landen nach einem Nachtflug stieß ein Flugzeug des 122. Flieger-Regiments von Chartres gegen den Mast einer Hochspannungsleitung und stürzte ab. Der Flugzeugführer fand den Tod, ein Hauptmann, der sich an Bord befand, erlitt mehrere schwere Brüche, drei Flieger wurden leicht verletzt. Mißlungener Slralosphärenflug. — wiley Post nolgelandel. Wiley Post, der betannte amerikanische Flieger, der von der kalifornischen Stadt Burbank aus erneut zu einem Stratos pH ären-Rekor-> f l u g aufgestiegen war und die Richtung nach Neuyork eingeschlagen hatte, wurde in der Näh» von Wichitak (Kansas) zur L a n d u n g gezwungen. Schwerer Schiffszusammenstoß an der kanadischen Küste. Im Golf von St. Lorenz an der kanadischen Küste ereignete sich bei dichtem Nebel ein schwerer Zusammenstoß zwischen dem 40 000-Tonnen- Luxusdampser der Canadian-Pacific-Linie „Empreß of Britain“ und dem englischen Dampfer „Kafi- ristan" (5000 Tonnen). Die „Kafiristan" wurde so erheblich beschädigt, daß das Wasser in den Laderaum eindrang. Das Vorderschiff wurde in zwei Teile gespalten, und kurz darauf brach ein Feuer aus, das erst nach zwei Stunden gelöscht werden konnte. Drei Mann der Besatzung der „Kafiristan" werden vermißt. Fünf Verletzte wurden von der „Empreß of Britain“, die fünf Stunden lang Hilfe leistete, ausgenommen. „Empreß of Britain“ hatte nur leichte Beschädigungen erlitten, setzte später seine Reise fort, lief aber nach kurzer Zeit bei dem Vogelfelfen auf Grund. Man hofft, das Schiff bei Hochwasser wieder flott zu bekommen. Kunst und Wissenschaft. Zum Mitglied des Präsidialrats der Reichskammer der bildenden Künste ernannt. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. G o e b b e l s , hat den Kunstmaler Pg. Will Kelter, Duisburg-Meiderich, zum Mitglied des Präsidialrats der Reichskammer der bildenden Künste ernannt. Große Münchner Kunstausstellung 1935. In Gegenwart zahlreicher Vertreter der Regierung und der Bewegung wurde in der neuen Pinakothek die große Münchner Kunstausstel- l u n g 19 3 5 mit einem schlichten Festakt dem allgemeinen Besuch erschlossen. Kunstmaler Paul Rosner gedachte als Vorsitzender der Ausstellungsleitung mit herzlichen Worten der Förderung, die dieser Ausstellung zuteil wurde, und ganz besonders auch der richtungweisenden Förderung der Künstler durch den neuen Staat. Oberbürgermeister Fiehler sprach besinnliche Worte über die Beziehungen von Kunst und Volk und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Ausstellung den deutschen und ausländischen Besuchern eindrucksvoll von deutscher Kunst aus deutschem Herzen künden werde. Der Oberbürgermeister erklärte dann dis Ausstellung für eröffnet. Gleichzeitig wurde iy der Ausstellungshalle 3 auf der Theresienwiefe ein zweiter Teil der Münchener Kunstausstellung der Oef- fentlichkeit übergeben. Ausstellung „Polnische Kunst" in Frankfurt a. M. In den Räumen des Städelschen Kunstinstituts fand durch den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, und in Anwesenheit des polnischen Generalkonsuls Stanislaw Naläcz-Konzeniosski sowie des beauftragten Ausstellungskommissars der polnischen Regierung und zahlreicher Vertreter der Partei der Eröffnung der Ausstellung „Polnische Kunst" statt. Mysterienspiel vor der Pariser Nolre-Dame-Kirche. Vor der Kirche Notre Dame in Paris fand die wegen des regnerischen Wetters bisher verschobene erste -Aufführung eines mittelalterlichen Mysterienspiels aus der Leidensgeschichte Christi statt. Etwa 11 000 Personen, darunter der Präsident der Republik und Mitglieder des diplomatischen Korps, wohnten von den dort errichteten Zuschauertribünen aus dieser eindrucksvollen Freilichtvorsührung bei. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brübl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Union —Gießen. Der Vorstand. _______________3604D Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Bundesbruders Ernst Petri in Kenntnis zu setzen. Iwanssvevfteigevmrs TienStag, den 18. Juni, 14 Ubr, sollen im Löwen, hier, Neuen- toeit 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden; 3597D Haus-/ Laden- und Büromöbel aller Art, Kassenschränke, Näh-, Schreib- u. Bohnermaschinen, Anzugstoffe, m. Hosen und Anzüge, 2 Cisschränke, Oefen, 1 Registrier- und Ladenkasse, 1 Grammophon, 8 Pelzmützen, 1 Klavier, 2 Steppdecken, 1 Teppich, 1 Motor, IRadio, m. Spiegel. Bestimmt: 11 Sporthosen, 4 Cordanzüge und 1 grauer Ulster, ein grau gestreifter Anzug, 1 Leder- roffer, 1 Sofa (blau nut mehreren Sitzkissen), mehr. Flurgarderoben, 2 Bücherschränke, 1 br. Lederwalze, 1 Flachstepp- und Elasiikmaschine. Scharmann, Gerichtsvollz.,Gießen Wernerwall 33 Telefon 3108. Tüchtiger Mietgesuche Ibis 2 3tomet m. Küche von berufstätig. Dame z.l.Juu gesucht. Schr.Angeb.unt. 02592 an d.G.A. leeres Zimmer zum 1. Juli ges. Schr.Angeb.unt. 02586 and. G.A. I Wohnungstausch | Biete schöne sonn. 4-Zimm.- Wobnung, ben. eine 2-Zimmer- Wobnung zum Tausch. 02597 Zu erfragen Tteinstraße 71V. (Stellenangebote! men unb Anschrift des an den Gießener Anzeiger erbetenj Bewerbers tragen! 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Preußisch-Süddeutsche (271. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abtellungen I und II 2. Ziehungstag 15. Juni 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 120822 2 Gewinne zu 10000 M. 122244 4 Gewinne zu 5000 M. 317018 364712 2 Gewinne zu 3000 M. 64915 8 Gewinne zu 2000 M. 41652 178152 1917.29 378361 8 Gewinne zu 1000 M. 44736 84632 336453 376858 22 Gewinne zu 800 M. 67469 91273 183279 186152 236429 269935 291501 321186 366002 368350 374026 60 Gewinne zu 500 M. 46917 60322 85745 91818 112418 118125 127240 127904 129824 140028 143804 163039 186540 188451 203527 222024 241471 277592 284342 290245 313958 315800 323743 327746 346033 375542 381759 381920 384856 398417 202 Gewinne zu 400 M. 4509 9793 18150 20278 31913 39786 51411 63246 70578 79792 91882 98450 99740 101316 107381 109453 110191 111251 114751 119756 121876 127687 128555 129687 131888 136942 138228 138362 138363 142225 144280 147276 155360 156357 157713 169750 173006 174719 178752 179296 181484 187874 200360 205692 206436 211784 212144 214914 218209 223754 224997 229896 231142 241295 245224 247496 252440 260964 261105 264717 268140 268229 269681 270925 277066 282876 284004 288160 289593 292749 297502 298643 303647 304573 309316 309361 310469 311401 315550 316945 317919 321416 327267 330357 337681 338161 342985 343685 348860 362022 369070 370687 378257 379670 382209 382876 388450 391102 392191 393070 397520 Illlllllllllllllllllllllllllll Flinkes Mädchen f. 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Juli 1935 UUhr.Leistungs- Verzeichnisse können, soweit Vorrat reicht, für 0,70Rm.bezogen werden. (Keine Briefmark.). Die Vergebunguntev liegt, als Vergebungeiner öffentlichen Stelle, den Bestimmungen der Verordnung zur Ergänzung der Verordnung üb. Preisbeding- ungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung vom 29. Mär; 1935. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Reichsbahn- Betriebsamt I Gießen 1.3591V lllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllt Stadlthealer Gießen -Kasse stund en:3M1D Montag u. Dienstag v. 10-13 Uhr Mittwoch von 10-13 u. 17-18 Ubr iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih Rr.M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesienj Montag,! 7. Juni 1935 OJlxfport Me„v.-Tschammer-und-Osien-kampfbahn" in dad-Aauhetm. feierliche Einweihung. - Handball-Begegnung und fußball-Grobkampf. Die Stadt Bad-Nauheim übergab am gestrigen Sonntag vor etwa 3000 Teilnehmern die „Von- Tfchammer-und-Osten-Kampfbahn" — eine wert- volle Bereicherung der öffentlichen Einrichtungen der Stadt — ihrer Bestimmung. Die Sportstätte liegt unweit des Waldhauses am Johannisberg, rings umgeben von hohem Waldbestand, ideal schön und recht geeignet, die Jugend Kraft gewinnen zu assen für ihre Ausgaben um die Zukunft Deutschlands. Die Sportplatzanlage umfaßt ein Spielfeld von vorgeschriebenen Maßen, eine 100-Meter-Laufbahn, einen herrlichen Wiesenplan unter hohen Eichen (ein einzigartiger Platz für Kundgebungen im Freien), ferner die nötigen Terrassenanlagen für die Zuschauer, schließlich aber auch ein zweckmäßiges Gebäude, das Umkleide- und Waschräume für die Sportler und einen Wirtschaftsraum birgt. Die gesamte Anlage ist ausbaufähig. Zu großen Kundgebungen können sich auf dem Gelände der neugeschaffenen Kampfbahn 25 000 Menschen finden.' Die Einweihungsfeier war von gutem Wetter begünstigt. Das Programm, das der Tag brachte, war reichhaltig und interessant. Man sah zunächst das Handball-Auswahlspiel Kreis VIII - Kreis XI 9:6 (1:3). Für diese Begegnung standen sich folgende Mannschaften gegenüber: Kreis 8: Tor: Fischer, VfB. Gießen: Verteidiger: Krämer und Bärwinkel, TV. Wetzlar: Läufer: Reeg, Pausch, Müller, TV. Wetzlar: Stürmer: Bechthold, TV. Krofdorf, Wagner, TV. Wetzlar, Krüger. 1900 Gießen, Ries, TV Wetzlar, Allendörfer, TV. Lützellinden. Kreis 11 Tor: Sommerkorn, TV Pobl-Göns: Verteidiger: Klifchat, TuSp. Butzbach, Biermann, TV. Büdesheim: Läufer: Hantel, TV. Bad Vilbel. Fritzel, TV. Rieder-Eschbach, Sommerlad, TuSp.! Butzbach: Stürmer: Hummel, TD. Bad Vilbel Winüisch, Klotz, Junghans Tqm. Friedberg, Berg. TuSp. Butzbach. Das Spiel zeigte zwei grundverschiedene Halb-; Zeiten. Es begann zunächst mit gleichoerteiltem | Kampf, in dem sich aber bald die Mannen des Kreises 11 als etwas überlegen erwiesen. Der Leistungsunterschied war jedoch nicht groß. Immerhin gingen die Gastgeber bereits in der 3 Minute durch ihren Halblinken in Führung In der 13. Minute erhöhten sie auf 2:0, eine Mi nute später auf 3:0. Erst kurz vor Schluß der Halbzeit konnten die Gäste ein Tor aufholen. Bis dahin war der Torhüter der Mannschaft des Kreises Friedberg kaum zu überwinden. In der zweiten Halbzeit kam es anders. Die Mannschaft des Kreises Lahn-Dill nahm eine Umstellung im Sturm vor, die sich sofort und sehr nachdrücklich bewährte. Krüger (1900) ging auf Halblinks. Er verkürzte auf 3:2. Die Gastgeber erhöhten eine halbe Minute später auf 4:2, unmittelbar im Gegenangriff folgte aber das dritte Tor für den Kreis 8. Der bis dahin glänzende Tormann (Sommerkorn-Pohl-Göns) wurde nun sehr unsicher, während sein Gegenüber die schärfsten Bälle hielt. Bald lautete das Ergebnis 4:4 und schließlich übernahm der Kreis 8 die Führung, um sie bis zum Schluß nicht mehr abzugeben. Die Mannschaft spielte onsaezeichnet zusammen und vermochte das Spiel mit 6:9 Toren für sich zu entscheiden. Beide Mannschaften zeigten ein sehr gereiftes technisches Können, spielten sehr fair, und verschufen dem Kampf einen werbenden Charakter. Während der Halbzeit wurde eine 4 mal 100- Meter-Stasses gelaufen, die die Aktiven des Sportvereins Bad-Rauheim für sich entschieden. Im Anschluß an dieses Sviel fand die eigentliche Die neugeschaffene „Von-Tschammer-und-Osten-Kampfbahn" der Stadt Bad-Rauheim. 3 v. . >■ I*-. W DK M- ffiiW M Turnerinnen des Turnvereins Bad-Rauheim verschönten die Einweihungsfeier mit einem Tanzspiel. — Die Turnerinnen beim Einmarsch in die Kampfbahn. — (Aufnahmen |2|: Neuner, Gießener Anzeiger.) gegnung deutlich zu spüren, daß es nicht um Punkte und Positionen ging. So wurde denn mit aller Ritterlichkeit gekämpft und den Zuschauern sehr guter Fußball gezeigt. Insbesondere in der ersten Halbzeit Überboten sich beide Mannschaften in minutiösem Zuspiel, das lediglich durch den sehr weichen Boden etwas beeinträchtigt wurde. Das erste Tor, die Führung, erzielten die Nordhessen. Der Erfolg ergab sich überraschend. Der Ball wurde Einweihungsfeier für die neugeschaffene Kampfbahn statt. Baurat Röder (Bad-Nauheim) sprach zunächst von der Entwicklungsgeschichte dieser Kampfbahn und dann von den technischen Einzelheiten. Er erinnerte an die Bedeutung dieser Stätte als Mittel der Ertüchtigung der Jugend und kam dann aus die Sportstätte als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme an Hand von interessantem Zahlenmaterial zu sprechen. Schließlich übergab er die Kampfbahn der Stadt Bad-Nauheim zu treuen Händen. Der Beigeordnete und Ortsgruppenleiter, Pg. Götz, hieß, nachdem er der Helden der Arbeit von Reinsdorf gedacht hatte, alle Teilnehmer an dieser Veranstaltung willkommen. Mit Worten herzlichsten Dankes und eingehender Würdigung der Verdienste aller derer, die die Anlage schufen. Übernahm er die Kampfbahn in die Obhut der Stadt, gab ihr den Namen „Von-Tschammer-und-Osten- Kampfbahn" und übergab sie damit gleichzeitig ihrer Bestimmung. Mit einem Gelöbnis treuer Gefolgschaft für den Reichssportführer schloß er seine Ansprache. Den Höhepunkt der Veranstaltung stellte ein Fußballgroßkampf dar. OauAordheffen - GauMittel: 1 (1:1). Die Mannschaften traten wie folgt an: Gau Mitte: Tschach (Gelbrot Meiningen): Riechert (Vikt. 96 Magdeburg), R. Müller (Halle 96): Godau (Spfr. Halle), Werner (1. SV. Jena), Tetzner (Wacker Halle): Schüßler (1. SV. Jena), H. Müller (Steinach 08), Staudinger (Mühlhausen 99), Reinmann (Germania Ilmenau), Schlag (Wacker Halle). Gau Nordhessen: Sonnrein (Hanau 93); Eufinger (Hanau 93), Lippert (Gießen 1900): Rein- bardt (Hanau 93), Pletsch, Strasser (beide Borussia Fulda); Markert (Kassel 03), Kammer!, Maintz (beide Bor. Fulda), Meisel (Germ. Fulda), Kleim (Kassel 03) (von der 20. Minute ab spielte Weißen- born-Hanau 93 Mittelstürmer). Boten schon die Handballspieler der beiden heimischen Kreise einen ausgezeichneten Sport, so galt dies in gesteigertem Maße von den Gaumannschas- ten Es standen sich zwei völlig gleichwertige Gegner im Feld gegenüber. Das Ergebnis ist gerecht. Allerdings hätten die Nordhessen in der druckoollen letzten Viertelstunde den Kampf für sich entscheiden können und müssen. Der Kampf trug den Charakter eines reinen Werbespieles. Es war auch in jeder Phase der Beoon Meisel zweimal ausgenommen und über den herausgelaufenen Tormann hinweg in das Netz gehoben. Das war in der 17. Minute! In rassigem Kampf waren abwechselnd beide Tore in Gefahr. Sonnrein im Tor der Nordhessen, erwies sich als sehr sicher und hielt brillant. In der 30. Minute der ersten Halbzeit mußte aber auch er sich geschlagen bekennen. Aus kurzer Entfernung schoß der Linksaußen S cb l a g der Gäste unter die Latte. Dec Tormann sprang vergeblich. So lautete das Halbzeitergebnis 1:1, das auch das Endergebnis darstellen sollte. Nach der Pause vollzog sich das Spiel im Kampf um den Sieg in etwas schärferen Formen, es wurde aber nun auf beiden Seiten nicht mehr so exakt gespielt. Mancher Ball ging über und neben die Latten. Manche Chance 'blieb unausgenutzt. Der Sturm der Gäste war dabei immer etwas gefährlicher, während sich die Nordhessen des öfteren in fruchtlosen Kombinationen verloren. Das zeigte sich insbesondere in der letzten Viertelstunde, in der sich die Einheimischen viele Chancen herausarbeiten, aber diese durch aufgeregtes Spiel versiebten. So blieb es bei dem 1:1. In der Mannschaft der Nordhessen war der Mittelläufer Pletsch die treibende Kraft. Er hatte auch gute Assistenten. Der Sturm fand keine Einheit, insbesondere in der zweiten Halbzeit fiel er ziemlich auseinander. Die Verteidigung der Gastgeber war sehr sicher. Lippert (1900 Gießen) fiel durch sein ruhiges und sicheres Eingreifen auf. In der zweiten Halbzeit bewies er verschiedentlich seine starke Veranlagung. Der Tormann war untadelig. Bei den Gästen fühlte man kaum einen schwachen Punkt. Hervorragend war ihr Linksaußen, sehr aut der Mittelstürmer und der Mittelläufer. Die Mannschaft ließ allerdings insgesamt den letzten Einsatz vermissen. Das kultivierte Spiel, das von beiden Mannschaften vorgeführt wurde, erfreute und begeisterte die Zuschauer, die bis zum Schluß- pfiff aufmerksam folgten. Schiedsrichter war Ferdinand (Frankfurt). In der Pause hielt der Gaubeauftragte des Reichssportführers, Verleger M e i ft e r (Kassel), Auf den Spicherer Höhen. 43on Jofef Friedrich perkonig. Jeder junge Mensch in Saarbrücken, von den älteren gar nicht zu reden, weiß einem eine Menge Dinge zu erzählen, die, nirgends aufgezeichnet, eine Art von unveräußerlichem und treu weitervererbtem Familiengut, der großen Geschichte des Jahres 1870 einen freundlichen, um nicht zu sagen lächelnden Zug verleihen. Man möchte es nicht glauben, und dennoch ist es wahr, daß unter der bewegten, eher den Dingen von morgen als von gestern zugeneigten Gegenwart dieser Stadt noch immer vernehmlich die Vergangenheit fortlebt, daß ein letztes Echo der ersten Augustschlachten von 1870 nicht etwa nur ein Hirngespinst einiger allerletzter Veteranen ist, die ihre alte Zeit in den geliebten Medaillen und Kreuzen bewahren, sondern von durchaus jungen Leuten kann man immer wieder die Frage hören: „Unb auf die Spicherer Höhen wollen Sie nicht...?" Es ist natürlich, jeder, der einmal in Saarbrücken ist, wird über die weite, holprige Ebene bis an den Roten Berg zu gelangen trachten. Auf diesem mehrere Kilometer breit sich hindehnenden Felde ohne Baum, auf dem für den bedrohten Menschen eine seichte Mulde, eine sanfte Bodenfalte schon ein Geschenk Gottes bedeutet, über dem sich der Himmel wie ein riesiger Glassturz wölbt, kann man nicht nur ungefähr ahnen, wie es den armen Soldaten am tropischen Augustanfang 1870 zumute gewesen sein muß, als sie gegen den Roten Berg stürmten, sondern man begreift auch, was es heißt, in diesem Kessel einen Krieg zu beginnen, hier unter einer unbarmherzigen Sonne die Augen einer ganzen Welt auf sich gerichtet zu wissen. Es muß ein furchtbares Rasen im Sonnenbrand und Pulverdampf gewesen sein, diese steilen, todspeienden Hänge hinan. Man schämt sich wahrhaftig, wenn man im summenden Wagen die vielfach gekrümmte Straße so leicht emporgleitet, wo jeder Zentimeter Höhe buchstäblich einen Deutschen und einen Franzosen kostete; denn fast hundert Meter ragt der Berg über die Ebene empor, und rund 10 000 warf der blutige Tag von Spichern auf jeder Seite in das Grab oder in das Lazarett. Die vielen morschen unb erneuten Kreuze auf ber Höhe — bas bebaumte Felb hat sich allenthalben nach ihnen gerichtet, so daß bie Gräber vom Pflug verschonte Inseln wurden — sind unverwischbare Zeugnisse geworden. Was tun nun in der Nähe der Toten, in einer ländlichen Landschaft, die dem friedlichen Bauer gehört, unb die noch lange ein Ziel der Wallfahrt nachdenklicher Menschen von hüben und drüben bleiben wird, die paar erbeuteten Kanonen, die ihre Rohre drohend nach der Richtung drehen, wo Deutschland liegt? Es ist eine überflüssige, eine museale Gebärde, es ist eine Torheit von jedenfalls kleiner Ursache und wahrscheinlich großer Wirkung, o daß Frankreich wohl daran täte, jenen über- pannten Kopf, der den ersten Gedanken zu dieser tummen Drohung an der Grenze ausbrütete, bei Wasser und Brot auskühlen zu lassen. Unb biefem einen möge bann ber anbere zugesellt werben, ber bie Abler auf ben Denkmälern ber beutschen Regimenter entfernen ließ. Roter Berg, Spicherer Höhen, Giffertwalb finb sonst eine munberbare, friebliche Grenze, völlig jenen überlassen, bie erinnert sein wollen. Es wirb wahrscheinlich jebem Besucher ähnlich ergehen: Hinter bem bichten Gebüsch an einem Denkmal tritt ein alter Mann von ärmlicher Sauberkeit hervor. Den bünn behaarten Greisenkopf entblößt, fragt er: „Sie finb hier fremb?" unb ohne eine Antwort abzuwarten beginnt er, in bie weite Gegenb zu unseren Füßen weisenb, ein eingelerntes Kapitel ber Kriegsgeschichte oorzu- tragen, in allen Einzelheiten getreu, im gesamten sachlich, ohne Leibenschaft, ohne eigene Meinung, wie bewußt einer Berufung, ben Besuchern biefer Höhen Anfang, Verlauf unb Enbe jener ersten Schlacht bes Jahres 1870 zu erklären. Regimentsnummern, Namen von Generälen unb Orten, Einzelheiten bes Kampfes finb einem Gebächtnis überlassen, bas nun schon längst nachtwcmblerisch sicher, boch fast teilnahmslos bie Geschichte bes Augusttages wiebergibt. Später hörte ich, baß ber kleine, zerbrechliche' Greis seit vierzig Jahren Deutschen unb Franzosen, manchmal auch gleichzeitig, immer einen Satz zuerst in ber einen, bann in ber anberen Sprache, Sieg unb Nieberlage erklärt, inbem er sich unbestechlich an ben Gefechtsbericht hält. Niemals habe ihn jemanb von bem schmalen Grate, ber bie beiben Völker und auch ihre Geschichte scheidet, herabzulocken vermocht. So wie er beide Sprachen gleich gut spricht, läßt er sich seine auf diesen einen Tag beschränkte, aber darin erstaunlich reiche Wissenschaft mit Franc und Mark gleich gern bezahlen. Aus der berufsmäßigen Gleichmütigkeit — feine Rede scheint das Spruchband eines aufgezogenen Apparates zu sein — wirft ihn erst der Widerstand gegen feine Führung bis zum letzten Bodenfleck, der noch in feine gewohnte Ordnung gehört Er denkt nicht daran, einem auch nur eine einzige Einzelheit zu schenken: Hier zog sich damals die schöne, alte Pappelallee empor, und hier war der Steinbruch, der das Grab der unzähligen toten Pferde wurde, dort hatten die Franzosen so und soviele schwere Geschütze eingebaut und dort verblutete dieses und jenes deutsche Regiment in immer erneutem Ansturm auf die Schützengräben in der Lehne. Manche der riesigen Massengräber auf dem Roten Berge sind vor einigen Jahren geöffnet worden. Je zwölf Skelette kamen gemeinsam in einen Sarg. Fast alle Schädel hatten das Kugelloch in der Stirn oder im Scheitel; dann waren es todsicher die Gebeine deutscher Soldaten, die bei d utSmemrau rarnxtizeiöwre-Ddf..iheHsie die bei dem Sturm auf den steilen Hang ja fast nur den Kopf als Ziel boten. Sie wurden in den Ehrenfriedhof drunten im Tale gebettet. Bis herauf sieht man die wohlgeordneten, ausgerichteten Reihen der toten Bataillone. Ist mein Geldgeschenk für den Alten ein ungewöhnlicher Dank oder entzündete er sich an seinem eigenen Berichte, er will nun auch noch die Standorte und Handlungen der niederen Kommanden erklären — er scheint Tausende immer bereiter Namen an Drähten zu haben — er möchte mich in das kleine Privatmuseum führen, das in dem Restaurant „Cote de Spicheren" angehäuft ist. Als ich den Hüter der Vergangenheit nun sanft zu verabschieden trachte, nimmt er mir noch das Versprechen ab, an bem Ehrenthal nicht achtlos vor- überzufahren. Dort sei bie Schulzen Kathrin zu Grabe gelegt, bie ben vor Hitze unb in Wunben verschmachtenben Solbaten furchtlos Wasser in bie vorberste Kampflinie brachte. Dort seien alle jene bestattet, bie sich bei Spichern bas Eiserne Kreuz oerbienten. Unb inmitten ber vielen toten Männer ruht sie, bie einzige Frau, bie tapfere, mitleibige Bauernmagb Katharina Weißgerber, genannt „Schulzen Kathrin" Es steht auf freiem Felbe, hart an ber Straße, bie in bas lothringische Lanb führt, bahin, wo an ber Grenze bie Förberanlagen von Grubenschächten mit feinen Strichen in ben Hellen Horizont gezeichnet finb, wo bie Rauchfahnen aus Schloten ber Hüttenwerke in ben Himmel wehen, eine einsame Birke über einem alten ©olbatengrabe. Dort treffe ich einen hohlwangigen Arbeiter raftenb, rußig von ber Schicht fommenb. Er scheint kein Mensch zu sein, ber sich leicht in bie grausame Weltorbnung fügt. „Sie waren broben?" fragt er mich im Laufe bes Gesprächs, unb sein Kops zeigt gegen bie Spicherer Höhen. „Sinb brave Burschen gewesen, unsere Soldaten", ergänzt er sich selbst. Kein gesunder Mensch, aber auch kein gesundes Volk kann seine große Vergangenheit ungeschehen haben wollen. Es gibt einen Stolz und eine Würde, die durchaus zeitlos sind. Eröffnung der Römerberg-Iesi spiele in Frankfurt. Es ist ein überaus glücklicher Gedanke gewesen, den Beginn des Reichshandwerktages mit der Eröffnung der Romerberg-Fe ft spiele in Frankfurt zusammenfallen zu lassen. Ist doch, wie Oberbürgermeister Dr. Krebs in seiner Festansprache mit Recht betonte, der Schauplatz dieser Festspiele, der Römerberg, in der Geschlossenheit seiner mittelalterlichen Baukunst der beredteste Zeuge der großen Leistungen der damaligen Handwerksmeister und zu gleicher Zeit auch der Platz, auf dem sich schon vor 600 Jahren vor großen Dolksmassen die Passionsspiele der Handwerker abspielten In hellen Scharen waren Handwerksmeister aus allen Teilen Deutschlands der Einladung der Stadt Frankfurt gefolgt. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs sand in seiner Begrüßungsansprache glückliche Worte über die Verbundenheit des deutschen Handwerks mit der alten Kaiser- und Krönungsstadt. Herzlich begrüßte er auch die taufend Handwerksgesellen, die, einer Anregung des Reichshandwerksmeisters Schmidt folgend, einen alten Brauch wieder ausgenommen und auf ihren Wanderungen durch Deutschland nun in Frankfurt zusammengekommen seien. Er freue sich, daß das deutsche Handwerk seinen Weg gefunden habe zu ber Vaterstabt Goethes, ber selbst Hanbwerkerkreisen entsprossen sei unb sich kraft feiner Herkunft fein ganzes Leben mit bem Hanbwerk innig oerbunben gefühlt habe. Weiteren Begrüßungsworten bes Generalinten- bauten Meißner unb bes besten Sprechers bes Schauspielhauses, Joachim Gottschalk, folgten bie Aufführung von „W allen st eins Lager" unb ber „P i c c o l o m i n i". Die Aufführung hinterließ ben gleichen starken Einbruck wie in den Vorjahren Die Besetzung der Hauptrollen mit Robert Taube als Wallenstein, Ernst Sattler als Octavio, Franz Schneider als Questenberg Joachim Gottschalk als Max Piccolomini ist stehengeblieben; die Regie lag wieder in den bewährten Händen des Generalintendanten Meißner. Die Lagerszenen und auch das Gelage im Terzkyschen Hause waren voll wilder Lebendigkeit und Kraft, der Aufmarsch des Heeres vor Wallenstein ein packendes Bild der bunten Vielgestaltigkeit dieser Söldnerscharen. Dazu der wundervolle Rah- men, in den das eindrucksvolle Geschehen gestellt ist. — Reichsstatthalter (Bauleiter Sprenger wohnte dem zweiten Teil der Vorstellung bei. L. eine kurze Ansprache, in der er ti. a. die Stadt und ihre Jugend zu dieser Kampfbahn beglückwünschte. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler schloß er seine Ausführungen. Dann machten die Turnerinnen des Turnvereins Bad-Nauheim den Zuschauern mit einem schönen Tanzspiel eine große Freude. Sie ernteten viel Beifall. Allerdings hatten sie das Pech, ihre Vorführung in jene einzige Viertelstunde zu legen, in der es an diesem Nachmittag regnete. Die „Don-Tschammer-und-Osten-Kampfbahn" mag in der schön verlaufenen Einweihungsfeier ein gutes Vorzeichen erachten. Friedberg-Nauheim -Kursisten Nord- Hessen 0:2. Eine aus dem jetzt in Bad-Nauheim beendeten Kursus des Gaues Nordhessen gebildete Fußball- Mannschaft trat am Freitagabend vor 500 Zuschauern in Friedberg einer Friedberg-Nauheimer Elf gegenüber. Die Kursisten zeigten eine ausgezeichnete Leistung und kamen zu einem verdienten 2:0- (2:0)- Sieg durch zwei Tore des Mittelstürmers Bingel (Bissenheim). Oie deutschen Handbatl-Meisterschasten entschieden. Deutsche Handball-Meister wurden in Stuttgart vor 15 000 Zuschauern bei den Männern Polizei Magdeburg durch einen 10:8- (3:4-) Sieg über Hindenburg Minden und bei den Frauen der Titelverteidiger Eimsbüttel mit einem 4:2* (3:1-) Erfolg über den DsR. Mannheim. — Wir berichten noch darüber. Handball im Kreis VIII (Lahn-Oill). Aufstiegspiele der II. Kreisklasse: Tv. Herborn — Mtv. Gießen 1:10 (1:4); To. Garbenheim — Tv. Burg-Gemünden 8:7. Freundschaftsspielen To. Allendorf an der Lahn I — Tv. Heuchelheim 8:5 (3:2); Tv. Allendorf Fugend — Tv. Heuchelheim Fügend 6:5 (4:3); Tv. Holzheim — Tv. Hörnsheim 8:8 (4:2); Tv. Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Groß-Rechtenbach 11:7 (6:2); Tv. Hachenburg — Tv. Limburg 14:5 (7:2); Tv. Garbenheim Schüler — Tv. Münchholzhausen Schüler 1:6; Garbenheim Fugend — Münchholzhausen Jugend 8:11; Garbenheim 2. Jugend gegen Münchholzhausen 2. Jugend 6:14. Kilo (1900) wirst in Hannover 45,07 Meter Diskus. Die weiteren, gestern und vorgestern stattgehabten Olympia-Prüfungswettkämpfe ergaben ausgezeichnete Leistungen. Besonders war dies bei den in Hannover versammelten Werfern der Fall, obwohl die Witterung recht ungünstig war. Im Diskuswerfen gab es sogleich eine große Ueberraschung, indem sich Lampert (Wuppertal) mit 50,25 Metern (!) vor den Weltrekordmann Schröder (Magdeburg) setzte. Arthur Kilo von der Spieloereinigung 1900 Gießen wartete, obwohl ibn eine Ellenbogenverletzung an der vollen Entfaltung seines Könnens hinderte, ebenfalls wieder mit einer hervorragenden Leistung auf. Er warf 45,07 Meter und setzte sich damit an die siebente Stelle. „Nund um (sransberg.^ Zum Radrennen „Rund um Cransberg" (115 km) traf sich am gestrigen Sonntag die Elite der Frankfurter Radrennfahrer. Aus Gießen beteiligten sich P r e i ß (Germania) und M e b u s (1885). Auch der Wetzlarer Göbel hatte gemeldet. Preiß sicherte sich einen sehr achtbaren 7. Platz, Mebus wurde 16. und Göbel 17. Mebus war durch einen Kettenschaden stark benachteiligt. Sieger des Wettbewerbs wurde Spahn (Germania Frankfurt a. M.). Gießener RG.bei der Griinauer Regatta. lleberragende Leistungen. - Oer Gießener Achter kann sich noch nicht durchsetzen Aus der idealen Regattastrecke auf dem langen See bei Grünau, auf der in diesem Jahre die Europa- und im nächsten Jahre die Weltmeisterschaften im Rudern ausgetragen werden, herrschte seit Anfang vergangener Woche lebhaftes Treiben. §u dem ersten Zusammentreffen der diesjährigen lympia-Zellenmannschaften galt es, sich mit Strecke und Wasserverhältnissen vertraut zu machen. Schon bei den Uebunasfahrten war es jedem Ruderfachmann klar, daß man ganz vorzüglichen Sport zu sehen bekommen würde. Diese Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Es wurden Rekordleistungen geboten, wie man sie seit nach dem Kriege auf der Grünauer Strecke nicht mehr sah. Die geruderten Zeiten ergaben Längenunterschiede gegenüber vergangener Jahre, selbst der dänische Meisterachter des Ruderklubs Kopenhagen, der im Vorjahre ganz knapp bei den Europameisterschaften in Luzern Zweiter war, wurde überlegen geschlagen. Allgemein war man auf das Zusammentreffen der beiden Zellenachter der Olympiazelle Berlin, die aus etwa 80 erstklassigen Ruderern sämtlicher Berliner Rudervereine ausgesucht waren und als kaum zu schlagen galten, mit den anderen Zellenachtern des Reiches gespannt. Das nie Erwartete geschah: die beiden Berliner Achtermannfchaften wurden glatt und einwandfrei geschlagen. Hier zeigte sich wieder die erwiesene Tatsache, daß Dereinsmannschaften, die jahrelang in gleicher Besetzung rudern und schließlich durch den einen oder anderen befähigten Ruderer verstärkt werden können, zu weit größeren Leistungen befähigt sind als Mannschaften, die wohl aus erstklassigen oder gar Meisterruderern bestehen, aber erst zu Anfang Der Saison zusammengesetzt wurden. Auch bei unserer einheimischen Mannschaft zeigte sich das gleiche Bild. Aus dem vorjährigen vorzüglichen Achter standen nur noch zwei Mann zur Verfügung, so daß sechs neue Leute an Bord genommen werden mußten. Die im Training gezeigten Leistungen waren sehr gute, nur fehlt der Mannschaft zu diesen schweren Kämpfen die nötige Routine und Rennerfahrung, um sich gegen die Mannschaften von Würzburg, Leipzig, Mainz, die mehrere Jahre in fast gleicher Besetzung rudern, zur Zeit durchzusetzen. Doch ist die Mannschaft noch sehr verbesse- rungsfähig und wird bei weiterem systematischem Training im Laufe der Saison wieder zu den Spitzenmannschaften im Deutschen Ruderverband aufschliehen. Nachstehend die Ergebnisse der wichtigsten Dor- rennen am Freitag und der Hauptrennen am Samstag: Büxen st ein-Achter. 1. Lauf: Würzburg gewinnt mit einer halben Länge gegen Derbands- zelle Berlin. (Ausgeschieden Amicitia Mannheim und Kopenhagen). 2. Lauf: Mainzer Ruderverein; ausgeschieden Verbandszelle Berlin und Gießen. Am Start kommen die Boote gut ab. Berlin übernahm die Führung. Bei 500 Meter liegen die Boote mit einer halben Länge Abstand in der Reihenfolge Berlin, Gießen, Mainz. Dasselbe Bild bei 1000 Meter! Bei 1500 Meter geht Mainz im entscheidenden Spurt an Gießen vorbei, um auch Berlin zu überspurten und diesen Lauf zu gewinnen. 3. Lauf: Leipzig; ausgeschieden Berliner Ruderklub, Königsberg. Verbands-Achter. 1. Lauf: Leipzig gewinnt gegen Zelle Berlin 1. Mannschaft. Ausgeschieden: Kopenhagen und Zelle Berlin 2. Mannschaft. 2. Lauf: Würzburg. Ausgeschieden Königsberg und Gießen. Bei diesem Verlauf das gleiche Bild wie im Verlauf des Büxekrstein-Achters. Bis 1500 Meter wechselnde Führung der drei Boote, von da an setzt sich die größere Rennerfahrung der Würzburger Meistermannschaft durch, um mit guter Länge gegen Königsberg und Gießen zu siegen. Gießen wird im Ziel infolge Krebsens knapp aus den 3. Platz gedrängt. Das Hauptrennen im Büxenstein-Achter war das spannendste am Samstag. Die Mannschaft der Zelle Mainz gewinnt mit fabelhaftem Endspurt mit einer Länge gegen Würzburg, eine halbe Länge dahinter folgt Leipzig, dreiviertel Länge hinter Leipzig die Zelle Berlin. Die in diesem Rennen gefahrene Zeit liegt zwei Sekunden unter dem bestehenden Bahnrekord. Bemerkenswert ist noch der überlegene Sieg des deutschen und Europameisters Schäfer gegen Dr. Buhtz, den er mit 8 bis 10 Längen sicher abfertigte. Ebenso war die Niederlage des deutschen Meisters und Henleysiegers im Zweier ohne, „Wiking" Berlin, mit 3 bis 4 Längen eine große Ueberraschung. Br. Oer Oavispokalkampf Deutschland gegen Australien. Auf den Berliner Rotweiß-Plätzen hatten sich am Samstag bei dem schwülen Wetter nur 3000 Zuschauer eingefunden, um das Doppel im Davispokalkampf Deutschland — Australien, das von vornherein für uns verloren war, zu sehen. Um unsere beiden Einzelspieler für den Sonntag zu schonen, traten im Doppel Lund-Denker gegen die Australier Crawford-Quist an. Die beiden Deutschen konnten natürlich nicht viel bestellen, und sie verloren in drei Sätzen ziemlich glatt 6:1, 11:9, 6:3 gegen die weitaus besseren Australier. Lund gab sich zwar alle erdenkliche Mühe, in seinem Partner Denker, der ein fehlerfreies Spiel lieferte, sand er aber nicht die nötige Unterstützung. Nach dieser Niederlage steht der Kampf 2:1 für Deutschland. Am Sonntag konnte Deutschland durch einen Sieg von Cramm über MacGrath mit 6:3, 4:6, 6:3, 4:6, 6:2 den zum Siege notwendigen dritten Punkt erreichen. Deutschland tritt nunmehr, da die Tschechoslowakei über Südafrika erfolgreich blieb, in der Schlußrunde der Europazone gegen die Tschechoslowakei in Prag an. Kurze Sportnotizen. Einen deutschen Reitersieg gab es am Samstag in der Military beim Budapester Reitturnier. Oblt. von Wangenheim gewann den internationalen Wetksiewerd triff „Eitel" imd durch Oblt. von Plötz auf „Kakadu" kam ein Deutscher auch noch auf den zweiten Platz. ♦ Der Hochschul-Achte r, der am Samstag erstmals zwischen den Unioersitätsmannschasten von Frankfurt, Heidelberg und Bonn ausgefahren wurden, ging nach fast einstündiger Verspätung von- ftatten. Sieger wurde die Universität Bonn in 6:24,1 mit zwei Längen vor Heidelberg, während Frankfurt nur den letzten Platz belegte. GroßarttgesGseIrennenvor30v00üZllschauern Eararciola siegt in der großen Nennwagen-Klasse. Der Nürburg-Ring hatte am Sonntag beim Internationalen Eifel-Rennen wieder einen ganz großen Tag. Nicht nur, daß 300 000 Zuschauer in die Eifel gekommen waren, um den Kampf der Motoren mitzuerleben, auch die Rennen selbst brachten bei einer ganz ausgezeichneten internationalen Besetzung besten Sport und Spannung wie noch nie. Das Hauptinteresse beanspruchte natürlich das Rennen der großen Rennwagen, das am Schluß der ganzen Veranstaltung über 250 Kilometer gefahren wurde. Der Verlauf des Rennens übertraf alle Erwartungen. Nachdem sich von B r a u ch i t s ch auf Mercedes in den ersten sechs Runden einen Vorsprung von einer Minute vor Caracciola gesichert hatte, mußte er nach der siebten Runde wegen Kerzenschadens aufgeben. Die Spitze übernahm nun der junge Auto-Union-Fahrer Rosemeyer, der kurz vorher Caracciola überholte. Zwischen diesen beiden Fahrern entspann sich nun ein Kampf bis zur letzten Sekunde des Rennens. Rosemeyer lag immer neun Sekunden vor Caracciola und das bis zu den letzten zwei Kilometern auf der großen Geraden. Auf diesen 2 0 0 0 Metern holte Caracciola alles aus seinem Wagen heraus und es gelang ihm auch, 100 Meter vor dem Ziel an Rosemeyer vorbeizuflitzen. Caracciola hatte sich damit einem an Dramatik und Spannung überreichen Rennen den Sieg vor Rosemeyer, Chiron (Alfa Romeo), Fagioli (Mercedes-Benz) und Lang (Mercedes-Benz) geholt. Hans Stuck muhte das Rennen aufgeben und Varzi ließ sich nach sechs Runden von Prinz Leiningen ablösen. Seiningen beendete das Rennen an neunter Stelle. Von den 16 gestarteten Fahrern erreichten nur neun bas Ziel. Von morgens 9 Uhr ab donnerten die Motoren In der Eifel. Da Motorräder und Sportwagen mit in bas Programm einbezogen worben waren, mußten eine ganze Reihe von Rennen erlebigt werben. Zuerst gingen bie Motorrab-Ausweisfahrer über bie vom Regen noch nasse Bahn. Den besten Einbruck hinterließ hier Cremer-Berg. Glabbach auf r NEU. in ber 500-ccm-Klasse. Bei ben Lizenzfahrern spielten sich in allen Klassen harte Kämpfe um ben Sieg ab. Die Tagesbestzeil für Motorräder fuhr Ley auf DKD. in der Halbliterklasse mit einem Stundenmittel von 108,9 Kilometer heraus. In ber 350-ccrn-Klasse siegte ber NSU.-Mann Mellmann vor P e t r u s ch k e - Berlin (Rubge) unb Loos- Gobesberg (Jmperia). In ber kleinen Klasse verwies Hans Winkler-München seinen Stallgenossen K l u g e - Zschoppau auf ben zweiten Platz. In ben beiben Beiwagen-Klassen errangen sich Schumann- Neckarsulm (NSU.) unb Loos« Gobesberg (Jmperia) bie Siege. Bei ben Sportwagen gelang bem Münchner Ernst von Delius auf BMW. ber beachtliche Durchschnitt von 101 Stbkm., er errang bamit ben Sieg in ber 200-ccmi-Klasse vor ben beiben Abler-Fah- rern von Guilleaume unb Sauerroein- Mainz. Die „kleinen" Rennwagen sahen „Bobby' K o h l r a u s ch - München auf MG. siegreich vor feinen Markengefährten Frov - Englanb unb Brubes - Breslau. Die 1500-ccm-Klasse brachte einen neuen Erfolg für ben englischen ERA.-Wagen, ber zum erstenmal in Deutschland) an ben Start gegangen war. Mays verwies Rüefch - Schweiz (Maserati) sicher auf ben zweiten Platz. Hinter Rüesch folgten brei weitere ERA-Fahrer auf ben nächsten Plätzen. Telegramm des Korpsführers Hürrlem an den Führer. Korpsführer Hünlein hat vom Nürburgring an ben Führer folgenbes Telegramm gerichtet: Mein Führer! Im internationalen Eifelrennen 1935 erkämpften beutfche Fahrer auf beutfchen Maschinen aller Klassen wieberum einen erheblichen Sieg. In bie stolze Freube über biefen Erfolg fällt unsere Trauer über bas entsetzliche Unglück von Wittenberg. Im Gebenken an ben Opfertod feiner Kameraden der Arbeit übermittelt der Deutsche Kraftfahrersport den Hinterbliebenen zur ßinberung ihrer Not den Betrag von 10 000 Mark. Heil meinem Führer! Weitere Sportnachrichten auf der vierten Seite des dritten Blattes! irischast. in: Nhein Mainische Mittagsbörse, lleberwiegend etwas fester. F r a n k f u r t a. M., 15. Juni. Die Wochenschlußbörse verkehrte in überwiegend etwas festerer Haltung, bas Geschäft vermochte sich aber nicht stärker zu beleben, ba ber Auftragseingang seitens ber Bank- kunbschaft ziemlich klein war unb auch bie Kulisse sich nur in wenigen Spezialwerten betätigte. In manchen Werten wollte man einige Sperrmarkkäufe beobachtet haben. Am Aktienmarkt war bie Kursentwicklung noch etwas uneinheitlich. Chemische Werte waren etwas gefragt, insbefonbere JG.-Farben mit plus 1,50 v. H. auf 153,75, ferner gewannen Scheibeanstalt 0,50 v. H. unb Deutsche Erdöl 1 v. H. Arn Elektromarkt hatten AEG. zu 46,40 (46) lebhafteres Geschäft, Siemens gemanen 1,90 v. H., Schlickert 0,40 v. H., im übrigen traten nur unwesentliche Veränberungen ein. Für Montanaktien zeigte sich überroiegenb Kaufinteresse, stärker erhöht waren Rheinstahl mit plus 1,75 v. H., Mansfelber gewannen 1 v. H., bie übrigen Werte gewannen 0,25 bis 0,50 v. H. Schwächer lagen Rhein. Braunkohlen mit minus 2 v. H. Kunstseibeaktien gemanen bis 1 v. H., bagegen bröckelten Schiffahrtsaktien bis 0,40 v. H. ab, ferner verloren Zellstoff Walbhof 0,75 v. H., unb BMW. 0,50 v. H. Etwas lebhafter gefragt waren in Erwartung ber Bilanzvorlage West- beutfche Kaufhof mit 38,90 bis 39 (38), außerbem lagen Reichsbank unb AG. für Verkehrswesen je 0,75 v. H. unb Daimler-Motoren 0,40 v. H. hoher. Eßlingen Maschinen notierten exclusive Dioibenben- abschlag von netto 2,7 v. H. mit 84 (87). Am Rentenmarkt war bas Geschäft bei sreunblicher ©runbftimmung sehr klein. Altbesitz, späte Reichsschulbbuchforberungen, Kommunal-Um- schulbung unb Stahlverei-Bonbs eröffneten unver- änbert, Zinsvergütungsscheine unb späte Wieberaufbauzuschläge mäßig fester. Interesse bestaub außerbem für Gulden-Obligationen, währenb Dollar- Bonbs ohne Geschäft waren. Dan fremben Werten setzten Rumänen ihre Befestigung fort; 5proz. 9,20, (8,90), 4proz. 6,75 bis 6,85 (6,65). Im Verlause blieb bas Geschäft sehr klein unb die ersten Kurse vermochten sich nicht immer voll zu behaupten. Die Grundtendenz blieb freundlich. Etwas höher lagen einige Montanwerte, ferner Westdeutsche Kauf bis 39,25 und BMW. wieder 125, Anderseits bröckelten AEG. und JG.-Farben unter Schwankungen bis 0,50 v. H. ab. Don den neuem* geführten Werten kamen Deutscher Eisenhandel mit 95, MAN. mit 96,50 und 6proz. Krupp-RM.-Obli- gationen mit 103 zur Notiz. Am Rentenmarkt traten keine Veränderungen von Belang ein, auch der Pfandbriefmarkt zeigte meist unveränderte Kurse. Stadtanleihen lagen sehr ruhig. Industrie-Obligationen waren teilweise etwas fester. Frankfurter Schlachtvlehniarkt. Frankfurt a. M., 17. Juni. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 634 Rinder (60 Ochsen, 77 Bullen, 310 Kühe, 187 Färsen), 641 Kälber, 12 Schafe, 3874 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 42, Mark, Bullen 35 bis 42, Kühe 18 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 42, Kälber 40 bis 63, Hämmel 38 bis 40, Schweine 36 bis 51 Mark. — Marktverlauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber mittelmäßig, Schafe und Schweine ruhig. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börsc Datum 14.6 15.6. 14.6. 15-6. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,13 100,13 100,13 100,13 *% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,2 97,3 97,5 97,65 5yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,65 102,9 103 —* Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten ............. 113,5 113,5 113,75 113,5 *l/t% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 100,25 100,2 100,13 100,13 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 9R 5 9R 5 98,75 *yt% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,5 96 5 5V,% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioüi ... 100,5 100,5 e— - ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverlchr. R.6 92,25 92,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 127 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,25 115,4 115,5 115,75 *Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96 96,25 —— 5K,% ehem. 4Vi% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu.-Pfandvriese....... 654% ehem. V/t% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101 101,13 101,5 101 *¥»% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- kri'efanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4ya% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI 96,75 96,75 96,75 96,75 Steuergustch.BerrechnungSk. 85-89 106,4 106,4 106,4 106,4 4% Oesterretchische Goldrente.... 34 34 34,13 33,5 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,85 1,85 1,8 1,8 4% Ungarische Goldrente ....... 12 12,13 12,1 12,1 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,75 11,75 11,75 12,13 454% deSgl. von 1913 ......... 11,9 12 11,75 - 6% äbgestt Goldmexikaner von 99 13,75 13,65 13J5 13,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie i..................... — 14.10 Frankfurt a. 371. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend- börse Schluß« turs Schlußk. Mittag- börfe_ Datum 14-6. 15-6. 14-6- 156. 4% vesgl. Serie il ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 254% Anatolier ............... 8,9 11,25 6,65 39,5 9,13 11,13 6,65 39,25 13,9 8,65 10,75 6,45 39,5 13,25 9 10,9 6,55 39,6 Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen ölt .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Prtvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast................O Dresdner Bank..............0 Reichsbank ..... 12 33 33 33 32,9 — 26,5 26,4 34,65 34,4 34,5 34,13 90 90,75 90 90 120 120 120 120,5 91,75 92 91,9 91,9 94,25 94,25 94-25 94,25 94,25 94,25 94,25 94,25 180 180,75 179,75 180 7 7 Schustert L Co. Clemens & Halske, LahmeyerSCo. .. 46 138,5 115,75 129,25 101,25 128 130 128,25 120,5 177 130 A.S.G......................O Bekula.................... 10 Eleklr.Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ...........6% Felten L Guilleaume.........0 Gesellsch.s.Elektt.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Buderus ........ O Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener.............. O ener...................O Eisen—Köln-Neuessea.. O lergbau ............... s lergbau Genüsse........6 erwecke ............. ManneSmann-Rohren........ O 104,65 111,5 113 164 130,5 99,5 87,25 46 45,9 46 138,65 138,9 139 116,5 115,5 115,75 129,25 130 129 101,75 101,4 101,25 127,9 128,25 127,5 130 130 128,25 128,25 127,5 120,75 120,75 120,25 178 178 176,9 129,5 130,5 129,5 105,5 105 105,25 112,5 112,25 111,75 ■ I I —— 113,5 113,5 113 — 104,5 104,9 <— —— 159 130,5 130,5 130 100 99,75 100 87,75 87,25 87 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 14-6 15-6 14 6- 15.6. Mansselder Bergbau .. . 8 117,75 118,75 118 118,75 Kokswerke........... . 5 — — 125,5 125,5 Phönix Bergbau...... . O — — — Rheinische Braunkohlen 12 234,25 232,5 233,5 230,25 Rheinstahl........... 8 ya 113 114,13 113,5 113,75 Bereinigte Stahlwerke. . 0 84,25 84,4 84,13 84,5 Otavt Ditnen ........ . 0 17,75 17,5 17,5 17,5 Kaliwerke Aschersleben. .. 5 123 122 123 122,5 Kaliwerke Westeregeln . . 5 122,3 122 123 122 Kaliwerke Salzdetfurth ..... iya 175 175 176 175,5 I. G. Farben-Indusirie .. ? 152,25 152,75 152,5 153 Scheideanstalt........ .. 9 234,5 235 — Goldschmidt ......... .. 0 105,5 106 105 105 Rütgerswerke........ .. 4 125,75 124,75 125 125 Metällgelellschaft...... .. 4 108 108 108,25 108,5 Philipp Holtmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. .. 0 97 96,5 97,5 95,5 .. 6 118 118,25 .. 4 135 135 Schultheis Patzenhoser .. 4 — — 111,75 111,65 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 67 67,9 67 67,25 Bemberg............ .. O 125,5 126,5 125,75 125,5 Zellstoff Waldhof..... .. 0 119,75 119,75 120,25 119,9 Zellstoff Aschaffenburg « e • e e .. 0 88 87,5 87,5 87 Dessauer GaL ........ .. 7 — —- 135 136 Daimler Motoren..... .. O 93,5 93,5 93,9 93,4 Deustche Linoleum .... .. 6 165 164 165 164,25 Orenstein L Koppel ... .. O —- 89,5 89 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 38 39,25 37,75 39,13 Chade ............... .. c 294,5 296 294 296 Arcumulatoren-Fabrik eeeee . 12 174,75 175 175,75 Const-Gumml........ .. 8 155 155 155 156,5 Grttzner............. .. 0 | 40,75 40,25 39,9 Mainkrastwerke Höchst a.M». .. 4 95,75 i 95,25 — Süddeutscher Zuster •• 1 187 I 188 187 | 187 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 14.3unl 15.3unl Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos SUrev Brüssel..... Rio de Ian. . Sosta ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork ... 0,658 41,98 0,149 3,047 54,72 46,75 12,255 5,40 16,35 167,86 20,51 0,720 5,649 61,59 48,95 11,12 63,19 80,92 33,90 10,35 2,480 0,662 42,06 0,151 3,053 54,82 46,85 12,285 5,41 16,39 168,20 20,56 0,722 5,661 61,71 49,05 11,14 63,31 81,08 33,96 10,37 2,484 Sanknoteu 0,658 41,98 0,149 3,047 54,72 46,765 12.255 5,40 16,355 167,88 20,42 0,721 5,649 61,59 48,95 11,12 63,19 80,92 33,91 10,35 2,480 0,662 42,06 0,151 3,053 54,82 46,865 12,285 5,41 16,395 168,22 20,46 0,723 5,661 61,71 49,05 11,14 63,31 81,08 33,97 10J7 2,484 Berlins 5-Juni Geld Bries Amerikanische Noten.............. Dänische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Ungarische Noten h..mm....*«h 2,432 41,82 54,51 12,22 16,30 167,46 19,86 61,38 62,97 80,69 33,44 2,452 41,98 54,73 12,26 16,36 168,14 19,94 61,62 63,23 81,01 33,58 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) leit eifrig »achte Der Zug mittelalterlicher Kaufleute. ng an Gefalle kurze Gedenkrede. kosteten: meine Der aktuelle Festwagen: Die Musterung. leinen Veiten r West« er 12-5, ttbesch, inner- Dollar* Werten >z. 9,20, und die voll zu neuem- ibet mit N.-Obli- rennen lltschen blichen Erfolg lnglück pfertob t her m zur Mark. VHC.-Sache mitzuarbeiten, erringen :t zeigte gen sehk se etwas dem hoherodskopf zwecks zeitgemäßer Unterbringung der Besucher. Mit der Aufforderung an die Zweigvereine, alle> schloß der Redner seinen Bericht. VHC.-Bruder D e r n - Offenbach berichtete über den Verkauf des Vater-Bender-Heimes auf der Herchenhainer Höhe an den Reichsverband für Jugend-Herbergen, und er betonte dabei u. a., die Mitglieder des VHC. hätten auch fernerhin in diesem Heim die gleichen Rechte wie die Mitglieder des Jugendherbergswerks, das Heim bleibe seinem ursprünglichen Zweck erhalten. Er empfahl den Zweigvereinen, dem Jugendherbergs- werk als körperschaftliches Mitglied beizutreten. VHC.-Bruder Hiß-Schotten sprach über Fragen der Werbung durch die Presse und durch Werbeschriften, wobei er hervorhob, daß durch die Wandervereine noch mehr in dieser Werbung für den Vogelsberg geschehen müsse. VHC.-Bruder Buß- Schotten machte Mitteilungen über die Arbeit der mittlerweile aufgelösten Bergwacht und forderte die Mitglieder der Zweig- oereine auf, auch ferner eifrig für den Naturschutz zu wirken. VHC.-Bruder S c r i b a - Schotten berichtete von der Tätigkeit des Wegebezeichnungs-Ausschusses, wobei er mitteilen konnte, daß die Markierungsarbeit auch im verflossenen Jahre im allgemeinen recht rege gewesen ist. Besonders lobte er in dieser Hin- den in 42 Zweigvereinen 466 Pflichtwanderungen, ohne die wöchentlichen Sport-, ferner die Familien- und Sonderwanderungen durchgeführt. Die Zahl der Wanderungen und der daran beteiligten Personen entspricht 412 872 Einzelwanderungen. In diesem Jahre wird im VHC. mit einer einheitlichen Auszeichnung für Wanderbeteiligung begonnen, entsprechend der Vorschrift des Reichsverbandes deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Der Redner und die Versammlung begrüßten dann den zur Tagung erschienenen 81 Jahre alten VHC.-Bruder Z i n ß e r (Reichelsheim), der über 50 Jahre Mitglied ist, in herzlicher Weise. Das Vortrags- und Gesangswesen in den Vereinen hat sich gut entwickelt. Für Wegebezeichnungen, Unterhaltung von Anlagen und Bänken usw. ist wieder viel getan worden. Jeder Zweigverein soll einen Wimpel besitzen, den er auch bei den Wanderungen mitführen land", dem der frisch-fröhliche Festvorspruch Der VHC.-Schwester Elfriede Freitag folgte. Im Anschluß hieran begrüßte der Führer des Zwergvereins Lich, VHC.-Bruder Meckel, die stattliche Versammlung und gab insbesondere seiner Freude darüber Ausdruck, daß so viele VHC.-Schwestern und -Brüder und Gäste zur Geburtstagsfeier des Zweigvereins erschienen seien. Er schloß seine Ansprache mit dreifachem „Frisch auf" auf Volk und Führer, dem der Gesang der Nationalhymnen und des Liedes „Dir meinem Vogelsberg" folgte. Nach weiterem Musikvortrag des Orchesters hielt der Vorsitzende des Gesamtvereins, Dr. B r u ch h ä u - s e r (Ulrichstein), die Festrede, nach der er acht Mitglieder des Zweigvereins Lich, und zwar den Bei einem Ausblick irr die Zukunft hob der Redner hervor, daß der Leiter der oberhessischen Provinzialoerwaltung Pg. Klostermann- Gießen als warmer Freund und Förderer des Vogelsbergs die Arbeit des VHC. tatkräftig unterstütze. Dabei teilte er weiter mit, daß die Provinz Oberhessen zur Verkehrserschließung des hohen Vogelsbergs eine Autostraße durch den Oberwald von herchenhain am Taufstein vorbei zur Poppenstruth bauen lasse und mit den Strahenbauarbeiten schon in kurzer Zeit begonnen werde. Dieser Straßenbau veranlasse auch eine Neugestaltung des Llubhauses auf Rektor Dern (Offenbach) während der Schlußansprache. — (Aufnahmen [4]: Photo-Pfaff, Gießen. VHC.-Brüdern Heinrich Heller IV., Karl Hel - l e r III., Ludwig Heller, Ludwig I h r i n g , Hermann Jhring, Heinrich Schmidt II., Karl Zimmer, Hermann Zimmermann, für 40- jährige treue Mitarbeit im VHC. je eine Ehrennadel überreichte. Anschließend überbrachte VHC.- Bruder Dern (Offenbach) im Namen des Reichsführers der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Staatspräsident i. R. Prof. Dr. Werner, dem Zweigverein Lich Grüße und herzlichste Glück-, wünsche und verband damit die Wünsche der übrigen 42 Zweigoereine des VHC. Gleichzeitig überreichte er Postmeister i. R. Rau (Lich) für dessen Verdienste als langjähriger Vorsitzender des Zweigvereins Lich eine Ehrennadel. Bürgermeister Geil (Lich) überbrachte dem Verein Lich die Glückwünsche der Stadt Lich und forderte den Verein auf, weiterhin an seinen hohen Idealen zu wirken. VHC.-Bruder Meckel dankte für die zahlreichen Glückwünsche und gab dem Versprechen Ausdruck, treu der bisher geleisteten Arbeit weiter zu wirken. Die Sängeroereinigung „Cäcilia" Lich fang bann die beiden Chöre „Morgen marschieren wir" und mit Begleitung des Orchesters den Radetzky-Marsch, nach dem sich die Zuhörer durch langanhaltenden, stürmischen Beifall eine Wiederholung erzwangen. Mit dem Potpourri „Deutsche Marschperlen" von Blankenburg beendete das Orche- ster, das sich gleichfalls zu mehreren Zugaben entschließen mußte, den ersten Teil des Abends. Der zweite Teil, in dem Herr Hub vom Stadttheater Gießen mitwirkte, brachte in bunter Folge ver- sicht die Arbeit des Zweigvereins Gießen. Auf diesem Gebiet möchten die Zweigvereine nicht nachlassen. VhL.-Vruder Dern- Offenbach machte die wichtige Mitteilung, daß nach einer Anordnung des Reichsminisieriums des Innern das Recht der Wegebezeichnung durch die deutschen Mittelgebirge ein Monopol der Wandervereine ist. kein Verkehrsverein oder Gastwirt dürfe Wegemarkierungen vornehmen. Weiter berichtete VHC.-Bruder Dern- Offenbach über sehr gute Erfolge der Mitgliederwerbung in den Zweigvereinen. Unter den Vereinen, die für diese rege und sehr erfolgreiche Werbetätigkeit ausgezeichnet wurden, befand sich auch der Zweigverein Gießen, der durch die Werbearbeit von 13 Mitgliedern rund 70 neue Mitglieder gewinnen konnte. Der Redner gab den Vereinsvertretern wertvolle Winke für die weitere Werbearbeit auf diesem Gebiete. Oie Beschlüsse der Hauptversammlung Die neue Satzung nach dem Musterentwurf des Reichsverbandes deutscher Gebirgs- und Wandervereine wurde grundsätzlich einstimmig gutgeheißen. Bei den Sternwanderungen soll von einem Teil der Vereine Alsfeld besucht werden, sobald wieder einmal ein Teil der Wanderung nach dem südlichen Teil unserer Provinz führt. Zum Dietwart des Gesamtvereins wurde VHC.- Bruder Dr. Dambmann (Schotten) bestimmt. Die vom Schatzmeister VHC. - Bruder Glock | (Schotten) oorgelegte Rechnung von 1934 mit — eine schöne Gruppe im Festzug. schiedene Vorträge des Orchesters, des VHC.-Chores, des VHC.-Bruders Sam es (Lich) und von Herrn Hub. VHC.-Bruder Sam es trug in bekannter Weise außerordentlich zur Verschönerung und Belebung des Abends durch seine von ihm selbst oer- Der Vogelsberg schickt seine Blumen" Der Vegrijßungsabend. Am Samstagabend versammelten sich in der mit Fahnen, frischem Grün und Blumen festlich geschmückten Turnhalle weit über 500 VHC.-Schwestern und -Brüder sowie zahlreiche Gaste Neben den Mitgliedern des Vorstandes des Gesamtverems waren Oberregierungsrat Dr. Schönhals vom Kreisamt Gießen, ferner der Kreisoertreter des Reichssportführers Herr Mohr (Gießen) Ortsgruppenleiter Kuhn, Bürgermeister Dell, Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solms- Hohe ns o l m s - Li ch und Vertreter von sonstigen Behörden anwesend. Frohe, echte VHC.-Stim- mung herrschte allenthalben und gab ein gutes Vorzeichen für das Gelingen des Abends. Nach dem von der Militärkapelle flott gespielten Erosf- nungsmarsch „Soldatenblut" von Blon sang oer Im Verlaufe des Nachmittags begab Zweigverein Lich zum Kriegerdenkmal Marienstiftskirche, um dort zu Ehren der nen des Krieges und der Bewegung einen Kranz niederzulegen. Lehrer Sarnes hielt.dabei eine In der festlich geschmückten Stqdt L i ch, deren Häuser neben den Fahnen vielfach auch noch frisches Grün trugen, fand am Samstag und am gestrigen Sonntag anläßlich der Feier des 50jährigen Bestehens des Zweigvereins Lich des Vogelsberger Höhen-Clubs auch die 54. Hauptversammlung des Gesamtver - eins statt. Umfassende und sorgfältige Vorbereitungen des Licher Zweigvereins unter Leitung seines Vorsitzenden Lehrer Meckel hatten die gute Grundlage für einen schönen Verlauf dieses VHC- Festes geschaffen, und da am gestrigen Sonntag auch das Wetter — im Gegensatz zum Samstag — günstig war, kann man von einem neuen vollen Erfolg der VHC.-Sache sprechen. Die Fiihrerrats-Sitzung unter dem Vorsitz des Gesamtvereinsführers, Dr. Bruch Häuser - Ulrichstein, die am Samstagnachmittag im „Holländischen Hof" stattfand, war der Auftakt der Tagung. In den Verhandlungen' wurden die Beratungsgegenstände für die Haupttagung vorbereitet. Gesallenen-Ehrmig schon immer der Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz" gegolten habe. Nach den kurzen Begrüßungsansprachen von Bürgermeister Geil und Oberpostrat Stein gedachte Dr. Bruchhäuser unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und unseres herrlichen deutschen Vaterlandes. In das dreimalige Sieg-Heil auf Führer und Vaterland stimmte die Versammlung freudig ein, anschließend wurden die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wesiel-Liedes gelungen. Oie Jahresberichte Dr. Bruchhäuser erstattete den allgemeinen Bericht über den Verlauf des VHC.-Jahres 1934. Aus feinen eingehenden Aufzeichnungen ist heroor- zuheben: Die Mitgliederzahl ist im Jahre 1934 erheblich gewachsen, vor allem veranlaßt durch die Anordnung der hessischen Regierung, daß die Beamten Leibesübungen treiben sollen, und als Verein für Leibesübungen auch die Wandervereine angesehen werden. Der Mitgliederzuwachs ist daher auch vor allem bei den hessischen Zweigvereinen festzustellen. Dem Gesamt-VHC. gehören jetzt in 42 Zweigvereinen rund 3500 Mitglieder an. Die Versammlung gedachte dann in üblicher Weise der I Toten der Vereine. Das Wandern wird in den ! Zweigvereinen nicht als sportliche Rekordstreberei I betrieben, sondern als Angelegenheit für Herz und Gemüt, als Gelegenheit zur Pflege der Volksgemeinschaft und der Kameradschaft. Im Jahre 1934 wur- L l Ult. IIUC 111 OJIAXIIUI. ---1-1 J— ' . ' 'n ■ timmung fanden. In dem schon gespielten Laienspiel „Wetterauer Heimatluft" von VHC.-Bruder PZ. Philipps (Friedberg) kam die Liebe zur heimatlichen Scholle und die Wanderlust zum Ausdruck. Mit dem „Lustigen Kehrausdes Herrn Hub und verschiedenen Marschen des Orchesters sand der wohlgelungene Begrüßungsabend seinen Abschluß. Sie 54.W»erfammlünfl. Unter der Leitung des Gesamtoereinsführers Dr. Bruch hä ufer (Ulrichstein) fand am Sonntagvormittag in Steins Saalbau die 54. Hauptverfamm. lung des Gesamt-VHC. statt. Dr Bruchhäuser begrüßte zunächst die sehr stark besuchte Versammlung, insbesondere als Ehrengäste Obervoftrat Stein von der Reichspostdirektion Frankfurt Bürgermeister Geil als Vertreter der Stadt Lich, als Vertreter des Neichswanderfuhrers das Mitglied des Führerrats des Relchsverbandes deutscher Gebirgs- und Wandervereme, VHC -Bru der Rektor Dern (Offenbach), ferner die Vertreter der Presse. Weiter hob der Redner unter Hmwei auf die Wegemarkierungen, ^uellenfafsungem Schaf fung von Ruhebänken usw. hervor, daß im BHE. Der Vogelsberger Söhen-Aub in Lich S4.Hauptversammlung des Gesamtvereins.—SV-Lahrfeier des Zweigvereins. < * / •'*, §3 « 8 & v- X % G M - ,v» > 3 i MX i, »***• • /HWi 4 &. < / ’ Wl. Mn' M Iv S ■M I X XI /X i w *5 I W r > '• ? y * lv JS» 4 ^1# W \ * AM V'v** k t. M i l MM, >. W x MM > '' W W *. ’t * vX 4 - . ■o ! 1 ■** xHxx 3"5 ' ,/v S. / z ''z . "'M w f XV,’.«. X/ ’ 8h Mm rr v X L - * 9156,22 Mark Einnahme, 7558,31 Mark Ausgabe, also mit 1597,91 Mark Ueberschuß wurde im Anschluß an den lobenden Bericht des Rechnungsprüfers einstimmig genehmigt. Ebenso einstimmig wurde der Voranschlag für 1935 mit je 6700 Mark in Einnahme und Ausgabe gutgeheißen. lieber den Umbau des Llubhauses auf dem hoherodskopf im Zusammenhang mit dem Autostrahenbau der Provinz Oberhessen durch den Oberwald sollen der Gesamtvorstand und der Bauausschuh bis zum Herbst alle Fragen klären, damit dann in einer außerordentlichen Hauptversammlung die endgültige Entscheidung getroffen werden kann. Durch einen zeitgemäßen Anbau an das neue Clubhaus soll nach den einstweiligen Vorschlägen des Architekten Raum geschaffen werden für 30 Betten für Pensionäre und längere Aufenthaltnehmende, ferner für 30 Betten für Skisportler. Weiter ist an einen vom Haus abliegenden Autoparkplah gedacht, insbesondere sollen die großen Autobusse von dem Haus ferngehalten werden. Als 'Bausumme — ohne die Inneneinrichtung — wurde ein Betrag von 40 000 Mark genannt. Die endgültige Entscheidung hat aber, wie gesagt, die außerordentliche Hauptversammlung zu treffen. Das Jägerheim ist für drei Jahre vermietet worden, vielleicht kann es auch verkauft werden. An den Tagen der Hauptversammlungen, des hoherodskopffestes, der Sternwanderung und des hcrbftausfluges darf in Zukunft kein Zweigverein mehr Vereinswanderungen vornehmen. Die Zweigvereine sollen sich in ihrer engeren Heimat nach der s ch ö n st e n Eiche umsehen, von denen dann wieder die beste ausgesucht und den Namen „Hindenburg-Eiche" erhalten soll. Die nächstjährige Hauptversammlung des DHC. wird in Schlüchtern stattfinden. Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde dem Gesamtvorstand aus der Mitte der Versammlung heraus herzlicher Dank gesagt für die mühevolle Arbeit im verflossenen Jahre. Danach schloß der Vorsitzende Dr. Bruchhäuser die arbeitsreiche Tagung mit freudig aufgenommenen Heil-Rufen auf die oberhessische Heimat und den VHC. Der Festzug. Am Nachmittag stellte sich aus dem Gelände am Bahnhof ein prächtiger Festzug auf, der unter Dorantritt des Spielmannszuges der HI., bei flotten Märschen der vereinigten Licher Musiker und mit frohen Wanderliedern die von einer großen Menschenmenge umsäumten, festlich geschmückten Straßen der Stadt durchschritt. An der Spitze folgte hinter einer Reitergruppe und dem Spielmannszug der HI. der Gesamtvorstand des DHC., anschließend die Fahne des Gesamtoereins, daran reihten sich dann viele Festwagen und die große Zahl der Zweigoereine. Von den Festwagen brachte gleich der erste mit der Aufschrift „Musterung" einen zeitgemäßen Hinweis auf das wichtigste Ereignis im Leben unserer Jungmannschaft von 1914, das am heutigen Tage mit dem Beginn der Musterung in Gießen für sehr viele Wirklichkeit wird. Interessant war ferner der Wagen mit der Aufschrift „2000 Jahre Urquell alter Germanen", der von der Licher Brauerei-Industrie wirkungsvoll hergerichtet war. Ein reizvolles Bild bot die flott im Zuge marschierende Gruppe der Licher Schneiderinnen, die einen interessanten Ueberblick über „Die Mode im Wandel der Zeiten" durch Vorführung entsprechender Kostüme gaben. Sehr anerkennenswert war auch der gut hergerichtete Waben mit Vorreitern eines Kaufmanns in der Zeit des Mittelalters mit Stangenfahrern und Begleitmannschaft in der Tracht der Landsknechte bzw. Reiter der damaligen Zeit. Flott ging es in dem Wagen „Zur Linde" zu, bei dem es an Feuchtfröhlichkeit nicht fehlte. Recht schön war auch der Wagen des Gesangvereins „Cäcilia", ebenso der reich mit Blumen ausgestattete Festwagen der Licher Gärtner. Im Zug sah man außerdem Trachtenträgerinnen, ferner Wander- und Wanderinnengruppen, die zum Teil, wie besonders die Licher Gruppe, in schöner einGrenzen. Von Hannah Spohr. Hannah Spohr gibt ein Tanzgastspiel im Gießener Stadttheater. Wissen Sie, was tänzerisch ist? Der Begriff wird ja immer so eng gefaßt. Tänzerisch sein heißt: bejahen können. Nicht durch verneinende Ablehnung, erst durch Bejahung kann man zur Gestaltung kommen. Ein wirklich Tänzerischer muß möglichst alles gestalten können, und zwar so, daß er weder am Grundsatz, noch am Objekt, noch am Milieu klebt. Ich will mich in stärkster Dramatik ebenso ergehen wie in zartester Lyrik und schillerndem Witz; die schmissigen höhen des wirklichen Operettengeistes will ich ebenso bejahen und genießen wie die Tiefen der Tragödie. Man bedenke sich, ehe man unersättliche Leidenschaft, die zu allem verbindung- fuchend hinstürmt, einregistriert in den bequem greifbaren Begriff der Zersplitterung, der erst durch Jntensitätsmangel entsteht. Die Quelle zu ersterer ist die starke Bejahung aller Dinge und Zustände; eine Quelle aber zur Zersplitterung besteht gar nicht, denn sie ist die Folge einer Quellenlosigkeit. Der Zersplitterte fällt von allem eben Erreichten fortgesetzt ab; der Allumfassende nimmt immer neue dazu. Der Zersplitterte teilt sich; der Allumfassende verdoppelt, vervielfältigt sich. Seine Wurzel ist die Bejahung. Ein Tänzer aber, der als Mensch nicht bejahen kann, bleibt höchstens ein mehr oder weniger geschickter Hüpfer und Schrittemacher; darüber werden ihm weder Fleiß, noch Routine, noch ein Dutzend Examen bester Schulen hinweghelfen. Statt Examensnöten braucht der Künstler zum heranreifen die Not des Suchens, der seelischen Heimatlosigkeit, den fortgesetzten Kampf mit dem seelischen Bankrott. Aus diesem Stahlbad der Not heraus wird der wirkliche Künstler das Leben in seinen sämtlichen Phasen und mit seinen sämtlichen Geschöpfen bejahen. Er muß durch Not, Hunger, Krankheit hindurchgehen können wie ein Kind, oas durch einen Kirmestunnel fährt, sich gruselt und schreckt und den Schreck abwirft, sobald es wieder Licht sieht. Es tanzt durch diese Eindrücke hindurch. Diese Bejahungsfähigkeit wird auf dem Gebiete der Kunst zu einer ganz anderen Einheitlichkeit führen, als man sie bis jetzt meist nur für die „große Einseitigkeit" gelten ließ, nämlich zu einer Einheitlichkeit, die alle Provinzgrenzen des Kunstgebiets ignoriert. Ohne herkömmliche Einregistrie- rung, Grenzziehung und Phantasiebeschränkung, un- heitlicher Wanderkluft erschienen. Ueberall wurde der Festzug mit warmer Sympathie begrüßt und mit großem Interesse in Augenschein genommen. Der Ausklang des Festes. Der Festzug und mit ihm große Scharen der Zuschauer begaben sich von der Stadt aus nach dem herrlich gelegenen Festplatz, dem Hardtberg, wo für die Unterkunft der Besucher bestens vorgesorgt war. hier sprach bald nach der Ankunft DHC.-Druder Sern, Offenbach a. M., als Vertreter des Reichswanderführers, Staats- Präsident i. R. Professor Dr. Werner, und zugleich im Auftrage des Führers des Gesamt-VHC., Dr. B r u ch h ä u s e r, zu der stattlichen Versammlung. Er dankte dem Zweibverein Lich für die sorgsame und glanzvolle Herrichtung dieses schonen VHC.-Festes und brachte zugleich seine öffentliche Anerkennung für die schöne Begrüßungsfeier am Samstagabend zum Ausdruck. Ferner dankte er der Licher Bevölkerung für den überaus festlichen Schmuck der Straßen. Sodann hob er hervor, daß der Verlauf der Veranstaltungen die Volksgemeinschaft im besten Sinne des Wortes offenbart habe, wie auch eindrucksvoll erkannt werden konnte, daß in der Wanderbewegung nicht nur die Volksgemeinschaft eine gute Pflegestätte habe, sondern dann zugleich eine ausgezeichnete Schule zur körperlichen Ertüchtigung des Volkes durch verständnisvolles Wandern gegeben fei. Dieser Festtag des VHC. sei für alle DHC.er ein sonniger, froher Tag, bei dem zu dem Hellen Sonnenschein noch die Sonne im Herzen dazukomme. Sodann wies der Redner auf die hohen ideellen Werte des rechten deutschen Wanderns hin und warb für den Anschluß aller Volksgenossen an die deutsche Wanderbewegung. Weiter gab er der freudigen Zustimmung des VHC. zu dem großen Werk der Jugendherbergen Ausdruck, das zum Wiederaufbau unseres deutschen Volkes in wirkungsvoller Weife beitrage. Dem großen deutschen Vaterlande habe von jeher die volle Hingabe und die warme Liebe aller deutschen Wanderer und Wanderinnen gehört, und daher sei auch im DHC. die Freude groß über die unter der Führung Adolf Hitlers zur Tat gewordene Wiederauferstehung eines deutschen Vaterlandes der Ehre, der Gleichberechtigung und des Ansehens in der Welt. Anschließend kam der Redner die Weihe von drei Vereinswimpeln durch die Berührung mit der Fahne des Gesamtoereins vor und gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß die Zweigvereine mit ihren Wimpeln stets in treuer Gefolgschaft dem Gesamtverein folgen möchten. Zum Schluß huldigte der Redner dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und seinem großen Werk zum Segen des deutschen Volkes mit eindrucksvollen Worten, wobei er betonte, daß unser deutsches Volk unter der Führung Adolf Hit- l e r s wieder voll hofnung einer guten Zukunft entgegensetzen könne. Den Dank an den Führer und das Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft, sowie alle guten Wünsche für Führer, Volk und Vater- land faßte der Redner in dreimalige, von der Versammlung mit Begeisterung aufgenommene Frisch-Auf-Rufe zusammen. Anschließend wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Die weiteren Nachmittagsstunden und der Abend waren einem frohgestimmten Volksfest gewidmet. Aus der provinzialhaupistadi. Die Gefahren des Sonnenbrands. „Bitte nicht berühren!" Diese flehentliche Aufforderung kann man nach den ersten brütend heißen Sommertagen in vielen Mienen lesen. Wieso? Es sind die unglücklichen Menschen, die zu nahe oder zu lange an das Zündloch geraten sind, mit anderen Worten, denen die Sonne gründlich das zarte Fell verbrannt hat. Bei den Menschen ist es nämlich gerade umgekehrt wie bei den Tieren. Wir hüllen uns im Winter so dicht in wärmende Wolle, lassen während der langen Monate nicht ein einziges Lichtstrählchen an unseren Körper, daß er, wenn zum ersten Male die Sonne so recht zu einem Bad im Freien lockt, bleicher als ein Kartoffeltrieb im dunklen Keller ist. Und diese Armen haben in diesen Tagen schwer büßen müssen. Jetzt laufen sie umher, als trügen sie in jeder Tasche ein Dutzend rohe Eier, sie halten ihren Kopf mit einer komisch würdevollen Steifheit, und wenn sie die Arme über Kopfhöhe heben müssen, ist das eine Qual. Und jeder hat dazu noch sozusagen seine besondere Achillesferse, seine besonders empfindliche Stelle, und dort hat die Sonne nicht nur ein bißchen die haut angefengt, sondern den Armen ist, als ob das glühende Gestirn an dieser Stelle geradezu ein Loch gefressen hätte. Bei manchem sind es beispielsweise die Schienbeine, bei anderen der Fußrist. Auch jener Punkt, an dem schon Siegfried verwundbar war, zwischen den Schulterblättern wird von den brennenden Pfeilen der Sonne bevorzugt. Oder beispielsweise die Augenlider, der Nasenrücken, der Ellenbogen — ach, man glaubt es nicht, mit welchen Tantalusqualen die Sonnenverbrannten bedacht werden. Einige können nicht sitzen, anderen macht das Treppensteigen eine schwere Mühe, dann gibt es Leidensgefährten, die keinen Kragen an ihrem gemarterten hals dulden, kein Jakett auf ihren glühenden Schultern tragen können; o ja, es wird ihnen nichts geschenkt, diesen allzu Fürwitzigen und Sonnenhungrigen. Und wenn man sie fragt, wissen sie zumeist gar nicht warum und wieso gerade sie! „Wo ich doch bloß drei Stunden in der Sonne und nur viermal im Wasser war! Verstehe ich gar nicht, bin doch sonst nicht so empfindlich, im Gegenteil, habe eine ausgesprochen abgehärtete haut!" Mit der abgehärteten haut nach so vielmonatiger Entbehrung ist das aber so eine Sache und mit dem Einölen und der Benutzung aller möglichen Cremes ist es auch nicht immer getan. Blonde Menschen sind zumeist viel empfindlicher als dunkelhaarige, bei ihnen tritt auch der Sonnenbrand bann unweigerlich auf, wenn sie soviel Oel verbrauchen, daß die nähere und weitere Umgebung riecht, als würden Kartoffelpuffer gebacken. Die haut ist diesem ersten heftigen Ansturm der Sonne einfach nicht gewachsen. Darum: langsames Gewöhnen! Braun auf den ersten Anhieb werden zumeist nur diejenigen Menschen, deren haut so viel Schutzfarbe entwickeln kann, daß sie auch in den Wintermonaten nie ganz schwindet. Alle anderen handeln aber ausgesprochen unvernünftig, wenn sie das erste Freibad gleich zu einem ausgiebigen Sonnenbad benutzen. Schwere Verbrennungen führen oft zu gesundheitlichen Störungen ernster Natur, leichtere lassen sich zumeist mit einer dicken Schicht Puder und dem nötigen Heldenmut, den man immer aufzubringen gewillt ist, wenn es sich mehr oder weniger um eine Sache der — Eitelkeit handelt, beseitigen. Aber auch sie sind unangenehm genug. Sonne ist etwas herrliches, man muß sie aber auch zu nutzen verstehen. — Bkn. — Morgen allgemeine Trauerbeflaggung. Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat angeordnet: Am Dienstag, 18. Juni, dem Tage der Beisetzung der Opfer des Unglücks in Reinsdorf, fetzen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Betriebe, die Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, sowie die öffentlichen Schulen die Flaggen auf halbmast. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erläßt folgenden Aufruf: „Das ganze deutsche Volk trauert um die Kameraden der Arbeit, die dem furchtbaren Schicksalsschlag von Reinsdorf zum Opfer fielen. Die Bevölkerung gibt ihrem trauernden und ehrenden Denken Ausdruck, indem sie sich durch Trauerbeflaggung am Beisetzungstage dem Vorgehen des Reiches, der Länder und Gemeinden anschließt." gehindert durch Vorurteile jeglicher Art soll der Künstler der großen tänzerischen Kunst des Lebens huldigen können, jede Stufe der erhabenen Skala der Gefühle die schönste zu finden und diesen Superlativ zu meistern, indem er seinen herkömmlichen Begriff der Steigerungsunmöglichkeit um» wandelt in den Begriff der sich selbst ewig steigernden, doch nie sich erschöpfenden Intensität. Man achte und bejahe durchaus die Notwendigkeit der Grenzen der großen Einseitigkeit, aber ebenso: Bahn frei dem Künstlertyp, der mit jener nie zu stillenden Leidenschaftlichkeit jede Begrenzung seiner Gestaltungsmöglichkeiten und -formen durchbricht, wie er am stärksten und unbeschränktesten im Mittelalter mit seiner unerhörten Intensität wachsen konnte! Richter allein sei ihm das Maß seiner jeweiligen spontanen Zündkraft, aber ewig steckbrieflich verfolgt sei nur der Pharisäer! Der in diesem wahren Sinne tänzerische Mensch, der je gelebt hat, war wohl Franz von Assisi. Einmalig. Und zwar von jener Einmaligkeit, die die Menschheit zwingt, sich ihrer periodisch zu erinnern, sich an ihm aufzurichten in Zeiten drohenden Verfalls, die naturgesetzliche Schuld der Ehrung abzahlend, um die man — verstandesgemäß — den Lebenden zu kurz kommen ließ. In seiner ungeheur zweckvollen Intensität vom Papst seiner Zeit als fördernd und aufbauend für die Kirche anerkannt und entsprechend geehrt: Das war die Heiligsprechung durch die Kirche. In seiner grandiosen Liebeskraft, in seinem Verbundenheitsgefühl zu Geschöpfen, Dingen, Zuständen so stark, daß die Menschheit nach Jahrhunderten auf ihn zurückkommt, um im Schatten seines gewaltigen Wesens Besinnung zu finden: Das ist die Heiligsprechung durch die Zeit. Don einem beträchtlichen Teil seiner Mitmenschen für „verrückt" erklärt: Das war die Heiligsprechung durch die Menschheit. Daß sie sich diese Form wählte, fällt auf sie selbst zurück, während die Tatsache, den Tribut darstellt, zu dem das Wesen dieses Genius sie zwang. Man sagt von diesem Franziskus, wenn er zum Volke sprach, schließlich zu tanzen begann. Wie viel besser als unsere Zuschauer von heute doch die im Mittelalter wußten, was „tanzen" war, nämlich: in Bewegung und Gestik hineingesteigerter Lebensrhythmus. Dieser Mann war seinerzeit nicht nur um Jahrhunderte, sondern um Jahrtausende voraus, denn heute, nach Jahrhunderten, sind wir ja noch lange nicht so weit, daß sein Wesen allgemein praktische Nachahmung in der Menschheit findet. Erschöpfend beschreibt Chesterton: „Alle jene Grenzen der Brüderlichkeit und des guten Benehmens, alle jene Marksteine sozialen Lebens, welche das Ertägliche vom Unerträglichen scheidet, alle jene gesellschaftlichen Bedenken und herkömmlichen Rücksichten, die beim Durchschnittsmenschen normal und sogar edel sind, alle jene Dinge, welche viele achtbare Gesellschaften zusammenhalten, konnten diesen Mann durchaus nicht halten. Er liebte, wie es ihm beliebte; er schien jedermann gern zu haben, be» sonders aber" jene, von denen niemand an ihm gern hatte, daß er sie gern hatte ... Ein sogar in kleine Dinge verliebter Mensch, hatte er nie das gleiche Empfinden wie für das Mißverhältnis zwischen kleinen und großen Dingen. Er soll eine Reise zum Kaiser gemacht haben, der inmitten seiner Armeen unter dem Adler des Heiligen Römischen Reiches thronte, nur um Fürbitte für das Leben gewisser kleiner Vögel einzulegen." Also ein Wesen, das für die Heutigen nur ein leuchtendes Ziel darstellen könnte, dessen allgemeine Verfolgung jedoch infolge Unreife zur Katastrophe führen würde. Noch haben wir ja die „Bedenken und Rücksichten, die normal und sogar edel sind" und den „Zusammenhalt der achtbaren Gesellschaften" so bitter nötig, weil nur einzelne die unberechnende Verschwendungsgabe der Welt gegenüber besitzen, die aber den Mut haben müssen, jederzeit ihren Untergang zu riskieren. Man kann, um auf einen Turm zu gelangen, feine Treppenstufe überschlagen, 'sondern muß sie kräftig und bejahend durchschreiten. Das Ueberfliegen solcher Treppenstufen ist nur den „Verrückten" beschieden. Aber tempofördernd ist es doch, ein Ziel, eine Leuchte vor sich zu sehen, — gleichgültig, ob jetzt oder nach Jahrtausenden erreichbar, — ein Ziel, das die einfachste Formel des Lebens darstellt: Bejahung, Derbundenheitsgefühl; man sagt auch: Liebe. Aber die Welt machte sich dies Leichteste zum Schwersten, und mühsam uno systematisch muß sie den Rückweg antreten. Zeitschriften. —Das Juni-Heft der K u n ft f a m m e r", der illustrierten Monatsschrift der Reichskammer der bildenden Künste (im Propyläen-Verlag, Berlin), bringt u. a. einen Beitrag über „Plastik am Bau" von Fritz v. Graevenitz mit zahlreichen Abbildungen, sowie die interessante Rede, die Prof. Eugen Honig zur Eröffnung der Münchener Glas-Palast-Aus- ftellung im Juni 1931 hielt. Außerdem wird über neue kunfthandwerkliche Lederarbeiten und moderne gewirkte Wandbehänge berichtet; Kurt Wehlte schreibt über Kasein-Malerei auf der Wand, Federzeichnungen von Architekt Otto Bünz zeigen städtebauliche Naturstudien. Das Heft enthält fast vierzig schone Bilder. — Das Juniheft der „Süddeutschen Monatshefte" (Verlag Süddeutsche Monatshefte) Oie Mitarbeit der Frau bei den Aufgaben der 7iS.-Do>kswohlfahrt. Der Reichsfender Frankfurt teilt mit: Als Auftakt der ersten Sammlung der NS.-Volkswohlfahrt für das Hilfswerk „Mutter und Kind" spricht die Reichs- frauenführerin, Frau Scholtz-Klink, am Montag, 17. Juni, von 19 bis 19.20 Uhr über alle deutschen Sender über das Thema: „Die Mitarbeit der Frau bei den Aufgaben der NS.-Volkswohlfahrt". Deutsche Arbeitsfront. 315. Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Roch 150 Plätze frei für die Rheinfahrt am 23. Juni. Anmeldungen werden noch bis Mittwoch auf der Geschäftsstelle „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Achtung! Ferienfahrer! Es kommt immer wieder vor, daß die Frist der Voranmeldungsgutscheine nicht eingehalten wird und die Scheine verfallen. Jeder, der einen Gutschein zu 3 RM. hat, achte genau auf die auf dem Gutschein angegebene Zahlungsfrist. Tanzgastspiel Hannah Spohr und Tanzgruppe Lotte Müller am 23. Juni im Stadttheater. Das schon seit Monaten beabsichtigte Tanzgastspiel findet nun am 23. Juni, abends 7 Uhr, im Stadttheater statt. Alle Freunde dieser beschwingten, überall Freude bringenden Kunst sollten sich diesen Tanzabend ansehen. Hannah Spohr, längst in Gießen keine Unbekannte mehr, und die Tanzgruppe Lotte Müller aus Frankfurt bildeten den Kern der Frankfurter Tanzfestspiele, die im Januar d. I. im Hippodrom von der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" vor fast 4000 Zuschauern aufgeführt wurden. Die Presse schrieb damals darüber: „Kraft durch Freude hat sich selbst übertroffen." Die Preise der Plätze sind 0,60, 1, 1,30 und 1,50 RM. Karten sind im Vorverkauf zu haben bei sämtlichen KdF.-Warten und auf der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude", an der Kasse des Stadttheaters, Musikhaus Challier und Frau Huntemann, Seltersweg. Amt für Berusserziehung. Achtung! Mafchinenschreiber! Anfang August findet in Frankfurt a. M. für das gesamte Reich ein Maschinenwettschreiben statt. Das Amt für Berufserziehung eröffnet am kommenden Mittwoch, 19. Juni, 20 Uhr, einen Vorbereitungslehrgang, an dem alle Mitglieder der DAF. teil- nehmen können. Anmeldungen werden in der Ge^ fchäftsstelle des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonystraße 18, entgegengenommen. Sportkurse „Kraft durch Freude''. Montags. Neuer Schwimmkurs für Frauen und Männer gemeinsam! Von 18 bis 19.30 Uhr in der Badeanstalt des Männerbadevereins. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Tennis. Von 18 bis 20 Uhr, Tennisplätze am Schützenhaus. Dienstags. Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb, für Frauen und Männer gemeinsam. Von 19 bis 21 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schombs, Brandplatz. Mittwochs. Schwimmen, für Frauen und Männer gemeinsam. Von 20 bis 21 Uhr, Volksbad. Von 21 bis 22 Uhr, Volksbad. Reiten. Vpn 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schombs, Brandplatz. Donnerstags. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20 bis 21 Uhr, für jüngere, Lyzeum, Damm- ftraße. Don 21 bis 22 Uhr, für ältere, Lyzeum, Dammstrahe. Freitags. Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer gemeinsam. Von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. trägt den Titel „Vorkämpfer deutscher Kultur". Am Anfang der Reihe steht dann Johann Gottfried Herder. Tim Klein schildert ihn als den Vorkämpfer einer neuen Betrachtungsweise der Geschichte und Kultur, die ihm seine geniale Auffassung der Volkspoesie ermöglichte. Ernst Moritz Arndt gilt der Beitrag von Hans Kern. Die elementaren Mächte germanischen Seelentums taten sich ihm kund, die germanisch-heidnische Verbundenheit mit der Scholle wurde ihm wieder zur Forderung an den einzelnen wie an den Staat. Görres als Den unermüdlichen Kämpfer, fein Werk als zukunftswichtiges Vermächtnis in aufschlußreicher Schilderung wieder lebendig erstehen zu lassen, ist Hanns Reich gelungen. „Das Lebendigste liebte" gleich Görres auch Franz von Baader. Sein Biograph, Johannes Sauter, geht in seinem Aufsatz dem überall anregenden Schaffen des Münchener Philosophen nach. Karl Richard Ganzer zeichnet in seinem Beitrag „Richard Wagner, der Revolutionär und Verkünder", diesen als den Schöpfer einer neuen, von den Mächten der Herkunft und der organischen Bindung getragenen Ordnung. Lagarde nahm Front gegen die Gefahren des Marxismus feiner Zeit. Seine höchst gegenwartsnahen Forderungen behandelt H. E. Eifenhuth. Das Werk des 1907 verstorbenen Rem- brandtdeutschen, das einen Idealismus deutschbetonter Art verfocht, deutet Wilhelm Weigand; Chamberlains Erkenntnis der germanischen Aufgabe und sein Kampf für das Deutschtum sind Gegenstand eines Aufsatzes von Curt von Westernhagen. Abschließend erfährt der früh verstorbene Moeller van den Bruck als der wichtigste vornationalsozialistische Denker und Publizist unserer jüngsten Vergangenheit feine Würdigung durch Hans Schwarz. — lieber den richtigen Umgang mit Büchern schreibt Eugen Kalkschmidt in der neuesten Nummer der „Jllustrirten Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) und zeigt, welch großer, unverlierbarer Schatz im Buch verborgen ist. Aus dem übrigen Inhalt: Don einer Fahrt auf einem großen Segler bei Wind und Wetter, an sonnigem Tag und bei sternklarer Nacht berichtet Rolf von Hoer- schelmann in seinem von stimmungsvollen Zeichnungen begleiteten Aufsatz: „Zu Gast auf der Padua". Das Bauernleben ist in vier charakteristischen Holzschnitten festgehalten. Ein Stück deut« scher Vergangenheit lebt auf in der Gestalt Johannes Bugenhagens, des Reformators Niederdeutsch« lands, dem Lic. Oskar Thulin anläßlich seines 450« jährigen Geburtstages einen Gedenkbeitrag widmet. — Die heutige Zeit mit ihren technischen Errungenschaften, ihren sportlichen Höchstleistungen und ihren politischen Ereignissen spricht eindrucksvoll zum Leser. „ v 00 gnädige gewohnt, Mit va- kommen Interesse jorn von gestern wieder .Er dachte an Oberhessen. Landkreis Gießen Klein-Linden, 16.Juni. Am Samstag Oer Tag des Roten Kreuzes (22. und 23.3uni 1935 ) Das ganze Jahr über arbeiten die Vereine, Sa- nitätskolonnen und Schwesternschaften vom Roten Kreuz — über 1300 000 Männer und Frauen — in aller Stille, der Oeffentlichkeit entrückt, daran, ihre sehr vielseitigen Pflichten zu erfüllen, zu denen neben der Hilfeleistung stetig auch die weitere Aus- bildung gehört, um für den Fall der Gefahr, des Unglücks und der Not gerüstet zu sein. Nur wenn plötzlich ein Massenunglück sich ereignet oder wirklich eine große Not über Nacht hereingebrochen ist — dann taucht, den Zuschauern sichtbar und den Verwundeten und Gefährdeten wie ein helles Licht das Rote kreuz auf, um feine Hilfs- und Rettungsarbeit zu vollbringen. Aber an einem Tage im Jahr tritt das Deutsche Rote Kreuz mit all seinen Organisationen und Mitarbeitern in das Helle Licht der Oeffentlichkeit und vor alle deutschen Volksgenossen, um ihre Hilfe zu erbitten, das Rotkreuzwerk auch weiter- hin zu sichern. In diesem Jahre findet die Rotkreuzsammlung am Samstag, 22. Juni, und Sonntag, 23. Juni, statt. An diesen Tagen werden wieder die Schwestern und Helferinnen und die Sanitätsmänner vom Roten Kreuz mit der Sammelbüchse in der Hand auf Straßen und Plätzen in allen Städten und Ortschaften Deutschlands das deutsche Volk um eine Beihilfe zum weiteren Aufbau des Deutschen Roten Kreuzes bitten. Im neuen Stelle?" , „Herr Oberinspektor Rockesch ist wegen der Holzverhandlungen in die Kreisstadt gefahren, Frau von Stechow. So hielt ich es für nötig, an seiner Stelle zu kommen." „Konnten Sie nicht warten, bis ich Sie dazu aufforderte? Ich wüßte nichts, was wir heute miteinander zu besprechen hätten. Die Arbeiten für heute und morgen sind ja festgelegt." Eckehard bezwang sich mühsam. Am liebsten hätte er das Zimmer sofort verlassen. Aber er durfte ja nicht. „Ich bedaure", sagte er hart, „wenn ich ungerufen zum Bericht kommen muß, gnädige Frau. Ober Herr Oberinspektor Rockesch hat mich beauflagt, Ihnen mitzuteilen, daß heute nacht die braune Zuchtstute schwer erkrankt ist." Barbara wurde bleicht , v v 11.30: Sozialdienst. 11.45: Dauernfunk. 12: konzert: 13: Nachrichten aus dem Sendebezirk, le.'ö: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschasls- bcricht: Was gibts Neues? Worüber man spricht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 15.40: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. 16: Kleines Konzert. 16.30: Unser Schulkind — daheim (III): Gesundheitserziehung und Körperpflege. 16.45: „Flüssiges Dbft' ist gesund und billig! Ein kleines Kapitel über Fruchtsaftberei^ 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Neuland aus Me^r und Moor: Bodengewinnung an der Nordsee und im Emsland. 18.45: Gustav Ruhland. Ein Vorkämpfer nationalsozialistischer Wirtschaftsauffassung. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Bedeutung des Volksempfängers für den nationalsozialistischen Volksfunk. Zwiegespräch. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Orchesterkonzert. 21.15: Aus Meister Hämmerlings Chronik. Eine Funkfolge. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Klaviermusik. 23: Musik vor Mitternacht. 24: Nachtmusik. „Aber um Himmelswillen, woran denn?" „Das wissen wir nicht genau. Ich habe in der Nacht sofort den Tierarzt geholt. Die Sache sah nach einer Kolik aus. Das Tier muß irgend etwas gefressen haben, was Dergiftungserscheinungen her- vorgerufen hat." Barbara war auf ihrem Sessel zusammengesun.- ken. Das war ein harter Schlag. Man hatte die Stute unter sehr großen Kosten von England herüberbekommen. Sie sollte zur Aufzucht eines gan- zen Gestüts mit verwandt werden. Nur aus Dietern Grunde hatte Barbara den außerordentlich hohen Kaufpreis angelegt. Nun war mit dem Tode des Tieres die Hoffnung auf die baldige Errichtung des Gestüts wieder in die Ferne geruckt. Eckehard schwieg. Er wußte, wie Barbara an jedem einzelnen Tier hing. Ihm selbst war ja der Tod des klugen, schönen Pferdes nahe gegangen. Sehr scharf sagte Barbara plötzlich: ,Es scheint mir doch, Herr von Mackenroth^ als ob an irgendeiner Stelle nicht die genügende «Sorgfalt beobachtet würde. Die dritte plötzliche Kata- Strophe in wenigen Wochen! Und immer gerade Eckeh^rd^wurde fahl. Das klang ja gerade wie ein Vorwurf gegen ihn. , Gnädige Frau, wenn das em Angriff auf meine Pflichterfüllung sein soll, so muß lch.lhn zurück- weisen. Wir tun unser Menschenmögliches. Aber es gibt eben Dinge, gegen die man nicht gefeit ist. „Sie sagen das so eigentümlich. Was meinen Sie damit?" m , ,, „ „Daß ich einen gewissen Verdacht habe . Verdacht — worauf, Herr von Mackemroth. >uf ein planmäßiges Vorgehen zur Schädigung Ihrer Interessen." Barbara lachte kurz auf: „Torheit, Herr von Mackenroth! Wie Sie auf solche Ideen? Wer sollte ein daran haben, mich 3" schädigen? Eckehard zuckte die Achseln: „Bestimmte Beweise „habe ich nicht, Frau. Und dennoch..." Barbara stand auf. Scharf sagte sie. Herr von Mackenroth, ich bin nur auf bestimmt- Beweist hin zu urteilen. gen Andeutungen kommen wir hier nicht weiter. Also klipp und klar! Was behaupten Sie?" „Ick behaupte nichts Positives. Ich möchte nur gehorsamst daran erinnern, daß ich bei den beiden anderen plötzlichen Todesfällen in unserem Viehbestand riet, durch eine Obduktion die Ursache dieses plötzlichen Todes feststellen zu lassen. Herr Oberinspektor Rockesch war anderer Ansicht. Und dieser Ansicht haben sich gnädige Frau angeschlossen." „Sie meinen also, daß Herr Oberinspektor Rockesch ein Interesse daran haben konnte, diese Obduktion zu verhindern?" „Ich meine zum mindesten, daß auch ihm daran gelegen sein müßte, im Interesse des Ganzen eine Aufklärung zu erzielen." Barbara sah Eckehard scharf an. Lag in seinen Worten ein Verdacht gegen den Oberinspektor? Aber sie hatte doch bei Lebzeiten ihres Mannes die Tüchtigkeit Rockeschs oft genug von Albert rühmen gehört. Auch ihr Vater hatte nach dem Tode Alberts, als man die Bücher durchsah und an die Begleichung der großen Verbindlichkeiten ging, den Oberinspektor gelobt. Nach der Meinung des Senators wäre auch Schedlowitz schon längst unter den Hammer gekommen, wäre nicht die Tatkraft des Oberinspektors gewesen. Sebert hatte sich ja niemals um die Bewirtschaftung seines schö- nen Besitzes ernsthaft bekümmert und war der Mei- nung, daß man dafür seine Leute hatte. Barbara war darin ganz anderer Ansicht. «Sofort nach dem Tode ihres Mannes hatte sie sich mit aller Energie daran gemacht, eine Gutsherrin zu sein, wie sie und ihr Vater das für notwendig hielten. Albert hatte ja Barbara jede Tätigkeit in haus und Hof verboten. „Eine elegante Frau, die nach Kuhstall riecht — pfui Teufel!" hatte er erklärt. „Alles Unästhetische tötet die Liebe eines feinfühligen Mannes." Mit der blinden Leidenschaft der ersten Zeit hatte sie sich gefügt. Obwohl sie schon damals das dunkle Empfinden hatte, daß Alberts Einstellung zum Berufe einer Gutsherrin nicht die richtige war. Sie sah es ja auf den Gütern ringsum, daß die Gutsherrin mit arbeiten mußte, sollte alles gebeten. Daß sie damals nicht die Energie gehabt, sich gegen Alberts oberflächliche Einstellung aufzu- lehnen, hatte sich bitter gerächt. Wäre der Vater nicht mit feinen Geldmitteln eingesprungen, und hätte der Oberinspektor Rockesch nicht mit eiserner Hand zugegriffen, sie säße heute hier nicht mehr auf Schedlowitz. Sie wußte, was sie Rockesch verdankte. Er hatte sich in den ganzen Monaten als treuer, zuverlassi- ger Mitarbeiter erwiesen. Wie kam Mackenroth jetzt dazu, ihn zu verdächtigen? Ich werde die Sache überdenken, sagte sie kurz, „haben Sie sonst noch etwas, Herr Inspektor? In zornigem Grübeln sah sie an ihrem Schreibtisch. Sie vermochte sich gar nicht zu konzentrieren. Da lagen die Abrechnungen über die Heulieferungen und die Vorschläge des Rentamts über den Holzvertrag mit einer Firma. Sie hatte alles noch bis zum Vortrage des Inspektors heute erledigen wollen. Nun saß sie untätig da. Dor ihren Augen war immer nur das eine Bild: Magdalenas zartes, lieb- liches Gesichtchen und Mackenroths Kopf, rote sie sich beide über die Blumen beugten. Da hörte sie draußen jemand kommen. Sie kannte den Schritt. Es war Eckehard von Mackenroth. Sie straffte sich. Als Eckehard nach kurzem Klopfen eintrat fah er in ein sehr blasses, sehr hochmütiges und beherrsch' tes Frauengesicht. Was ihm aus Barbaras Augen entgegensprühte — er konnte es nicht deuten. Es war etwas von der gestrigen Verachtung, gennscht mit einem heftigen Zorn. Sofort stieg auch in Ecke- Hard von Mackenroth der Zorn von auf. Aber er bezwang sich eisern. Magdalenas Mahnung. Es ging ja nicht um ferne persönlichen Beziehungen zu Barbara. Es ging um das Gut — es ging um viel mehr. Barbara hatte seinen höflichen Morgengruß nicht erwidert. Ohne ihn aufzufordern, näher zu treten, sagte sie kurz: _ ,Zch erwarte Herrn Ob-rinspektor Rockesch, Herr von Mackenroth. Wieso kommen Sie an seiner merspielzeit der Schwank: „Der Hochtourist" von Kraatz und Neal zur Aufführung. Schon die Namen der beiden Autoren rufen angenehmste Erinnerung an lachlustige Abende wach. Auch in diesem Schwank erweisen sich die Verfasser als außerordentlich angriffslustig auf schlechte Stimmung. « ** Don der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Professor Dr. Karl Vietor ist von der Harvard- Universität in Boston eingeladen worden, im Winter- K 1935/36 als Gastprofessor Vorlesungen über Literatur zu halten. — Professor Dr. E. Küster ist von der Utrechter Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft zum ausländischen Mitglied ernannt worden. ♦♦ Wiedersehensfeier der Gießener Oeffentlichen Handelsschule. Am vergangenen Samstagabend feierte die Oeffentliche Handelsschule in der „Karlsruhe" ihre diesjährige Wiedersehensfeier, zu der alle ehemaligen Schülerinnen und Schüler eingeladen worden waren. Die Veranstaltung war denn auch gut besucht und nahm einen sehr unterhaltsamen Verlauf. Der Leiter der Oeffentlichen Handelsschule, Diplom-Handelslehrer Dr. Kruse hieß die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Anstalt herzlich willkommen und um- riß in launiger Weise den Sinn dieser Wiedersehensfeiern. Er gab seiner Freude über den Besuch Ausdruck und schloß mit den besten Wünschen für einen unterhaltsamen Abend. Rasch vergingen die Stunden beim Tanz, dem ausgiebig gehuldigt wurde. Mitglieder der Kapelle des Marinesturmes warteten mit guter Musik auf. Gesangliche und humoristische Vorträge von Herrn Uhde und Frau B r u s i u s, sowie die Aufführungen zweier unter- Haltsamer Sketsch, fanden viel Anklang. Erst zu vor- gerückter Stunde machte man sich auf den Heimweg. Rundfunkproqramm. Dienstag, 18. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gnrnnastik. 6.15: Frühkonzert. In der Pause (7 Uhr): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9: Werbekon- zert. 9.15: Festtage im Markgräfler Land. 10: Sende- pause. 10.45: Prakt. Ratschläge für Küche und Haus. Deutschland steht das Deutsche Rote Kreuz unter der «Schirmherrschaft unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, unter nationalsozialistischer Führung und gemäß dem Führergrundsatz in straffem Ausbau auf der Grundlage freiwilliger Unterordnung und uneigennütziger Arbeit. Der Rotkreuztag ist, ähnlich wie es bei den Sammlungen des DinterhUfswerks der Fall war, verbunden mit der Hilfe für ein deutsches Rotstandsgebiet. Das Abzeichen, das in diesem Jahr an den Rot- kreuztaaen verkauft wird, stellt eine in Weiß und Rot gehaltene hübsche Plakette aus dem Coburger Gebiet dar. Mehrere Millionen solcher Plaketten sind in Auftrag gegeben worden und haben monatelang Hunderten von Volksgenossen, die durch den Rückgang der Ausfuhr, das Darniederliegen ihrer heimischen Jndustrieen notleidend geworden sind, Arbeit und Brot gegeben. Wer am Rotkreuztag die geschmackvolle kleine Nadel mit dem leuchtenden Zeichen des Roten Kreuzes kaust, unterstützt also nicht nur das große Werk des Deutschen Roten Kreuzes, sondern trägt auch zur Arbeitsbeschaffung für deutsche Volksgenossen bei. Denkt am Rotkreuztag 1935 der Helferinnen in den Krankenhäusern, Heimstätten und Heimen, denkt der Sanitätsmänner, der unerschrockenen Retter in Not und Unglück! helft ihnen Helsen! Samstags. Leichtathletik und Vorbereitung zum Reichssportabzeichen, für Frauen und Männer gemeinsam, von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Reiten. In der Zeit von 6.30 bis 7.30 Uhr und nachmittags können noch Reitkurse eingelegt werden. Inter- essenten melden sich mit Angabe der gewünschten Uebungszeiten an das Sportamt, Schanzenstraße 18. Tennis. Für den Tenniskurs, Montags von 18 bis 19 Uhr, oder von 19 bis 20 Uhr, können noch Teil- nehmer zugelassen werden. Ferner können für Fortgeschrittene verschiedene Uebungsftunben ohne Lehrer eingerichtet werden. Anmeldungen an das Sportamt. In den Kursuskosten sind Platzbenutzung, Bälle und Schläger mit einbegriffen! Boxen. Auch für das Boxen werden noch Anmeldungen auf dem Sportamt entgegengenommen. Sportkurse in Lollar. Der erste Schwimmkursus in Lollar findet am Samstag, 22. Juni, von 16 bis 18 Uhr in der Lahn- Badeanstalt statt. Kosten 30 Pfennig mit Schwimmunterricht. Für die Kurse Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) und Allgemeine Körper- Ichule (für Frauen und Männer gemeinsam) werden die Zeiten noch bekanntgegeben. Oie llnterhaltszuschüffe der Referendare. DNB. Die Pressestelle des Reichsjustizministeriums teilt mit: Der Reichsminister der Justtz hat am 16. Mai 1935 eine allgemeine Verfügung über die Unterhaltszuschüsse und Vergütungen für Referendare erlassen. Diese Verfügung ist in der Oeffentlichkeit vielfach dahin ausgelegt worden, als werde nunmehr jedem Referendar ein Unterhaltszuschuß gewährt und als fei damit die wirtschaftliche Not der Referendare im wesentlichen beseitigt. Dem ist nicht so. Auch nach der Neuregelung kann, weil nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen, nur besonders tüchtigen Referendaren ein Unterhaltszuschuß gewährt werden. Auch wird der Unterhaltszuschuß keineswegs in jedem Falle in dem zugelassenen Höchstbetrag von 140 bis 170 RM. monatlich gewährt; vielmehr wird zumeist nur ein geringerer Betrag bewilligt werden können. Die Neuregelung des Unterhaltszuschusses ist daher nur ein geringer Beitrag zur Behebung der wirtschaftlichen Not des juristischen Nachwuchses. Es bleibt nach wie vor die Aufgabe aller in Frage kommenden Stellen, zur Erleichterung der wirtschaftlichen Lage der Jungjuristen alles zu tun, was sich zurzeit möglich machen läßt. Einheitliche Ausbildung derTurnlehrer Ausbildungsjahr an der Universität Gießen. Durch einen Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 24. April 1935 ist die Ausbildung der Turnlehrkräfte einheitlich für das Reich geregelt worden. Danach müssen alle Bewerber und Bewerberinnen an einem Ausbildungsjahr, das in Hessen an der Universität Gießen ab 1. Oktober 1935 zur Durchführung kommt, teilnehmen. Die Ausbildung steht offen: 1. Studierenden, die die wissenschaftliche Prüfung für das höhere Lehramt oblegen wollen; 2. Studienreferendaren(-innen) und Studienassesso- ren(-innen), die die Lehrbefähigung in dem Fach „Leibesübungen und körperliche Erziehung" nachträglich erwerben wollen (Erweite- rungsprüfung); 3. mit besonderer Genehmigung a) Studierenden anderer Fakultäten, für die die Teilnahme an der Ausbildung eine wesentliche Ergänzung für die Berufsausbildung ist; b) Bewerbern < (-innen), die bereits andere Lehrbefähigungen (nicht des höheren Lehramts) besitzen; c) Bewerberinnen, die technische Lehrerinnen wer- Warum verkeiuistdinnich, Varbara? Vornan von Liane Sande«. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) 11. Fortsetzung Nachdruck verboten! 13. Kapitel. den und zunächst die Lehrbefähigung für Turnen erwerben wollen. Voraussetzung für die Zulassung ist bei allen unter 1 bis 3 genannten Bewerbern(-innen) der Nachweis arischer Slbammung sowie die körperliche und charakterliche Eignung. Die unter 1 und 3a genannten Studierenden haben die erfolgreiche Ableistung der Grundausbildung, die unter 2 und 3b und c Genannten eine der Grundausbildung der Studierenden entsprechende körperliche Vorbildung nachzuweisen. Die letzteren haben sich außerdem einer Aufnahmeprüfung zu unterziehen. Die Unterrichtsgebühren betragen für die Studierenden unter 1 und 3a 35 RM. je Semester, für die übrigen Teilnehmer-(innen) 75 RM. je Semester. Die am Schlüsse der Ausbildung abzulegende Prüfung gilt für die unter 1 und 2 Genannten als Vorprüfung für die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen in dem Fach „Körperliche Erziehung", für die Bewerber (-innen) unter 3b und c als Abschlußprüfung. Die durch letztere erworbene Lehrbefähigung hat nur in Verbindung mit anderen Lehrbefähigungen Gültigkeit. Den Bewerberinnen unter 3c wird daher" das Zeugnis über die Prüfung erst nach Abschluß ihrer übrigen Berufsausbildung ausge- händigt. Die Meldungen zur Teilnahme müssen dis spätestens 15. August 1935 an das Institut für Leibesübungen der Universität Gießen gerichtet werden. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19.30 Uhr, Schwimmen für Frauen und Männer in der Badeanstalt des Männerbadevereins; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz; 18 bis 20 Uhr Tennis auf den Tennisplätzen am Schützenhaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe und die erste Eisenbahn". — Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft: 19 bis 20 Uhr in der Mül- lerschen Badeanstalt Lehrgang zur Vorbereitung zur Prüfung für den Grund-, Leistungs- und Lehr- — Stadttheater Gießen. Mittwoch, den 19. Juni, kommt als zweite Vorstellung der Som- „Schwer erkrankt? Woran? Warum hat man mich nicht gerufen?" , „Gnädige Frau hatten noch Gälte. Als ich heute nacht von dem Fest nach Haufe kam, fand ich das Tier schwer krank." „Und wie geht es ihm jetzt? Barbara schloß hastig ihren Schreibtisch zu: „Begleiten Sie mich, Herr von Mackenroth. Ich will gleich nach dem Tier sehen." Er zögerte einen Augenblick. Dann sagte er: „Es ist leider zu spät, gnädige Frau. Das Pferd ist heute nacht eingegangen." kurz vor 12 Uhr ereignete sich in der Frankfurter Straße ein schwerer Verkehrsunfall. Ein aus der Richtung Gießen kommendes Personenauto sollte von seinem Fahrer auf der Straße zum Wenden gebracht werden, als ein ebenfalls aus der Richtung Gießen kommendes Motorrad, das mit zwei Personen besetzt war, auf den Vorderteil des drehenden Wagens auffuhr. Motorrad- und Soziusfahrer flogen in großem Bogen über ihre Maschine auf die Straße. Hilfsbereite Menschen waren rasch an der Stelle, den beiden Verletzten zu helfen. Der 21jährige Erwin Hoffmann von Dillenburg hatte eine schwere Knieverletzung erlitten. Das Sanitätsauto der Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen verbrachte die beiden verletzten Motorradfahrer in die Chirurgische Klinik. * Großen-Linden, 16. Juni. Der bei dem Motorradunfall in der Nacht zum Samstag schwer gestürzte hiesige Wilhelm Magnus erlitt einen Schädelbruch. s. Lang-Göns, 16. Juni. Durch die W i e • dereinrichtung und Erweiterung der hiesigen Ziegel st einbrennerei an der Holz- Heimer Straße (Inhaber Karl Müller), durch regere Bautätigkeit (zwei Wohnhäuser und mehrere Scheuern werden errichtet) und nicht zuletzt durch die Beteiligung an den Arbeiten an der Reichs- autobahn, die etwa 7 Kilometer östlich von unferm Ort vorbeiführen wird, gelang es, die Zahl der Arbeitslosen hier auf den Nullpunkt herabzudrücken. Diese Tatsache ist sehr erfreulich, da in unserer Gemeinde noch bis vor einigen Monaten verhältnismäßig viel (über 50) Arbeitslose gezählt wurden. = Steinbach, 17.Juni. Am Samstagnachmit- tag verstarb unser ältester Mitbürger, der Landwirt Philipp Balthasar Müller. Er erreichte das Alter von 89 Jahr. Geboren zu Hausen am 2. Februar 1846 zog er 1872 bei seiner ersten Ehe- schließung nach Steinbach. Er hat den Krieg von 1870/71 mitgemacht und war der einzige noch le- benbe Altveteran und Gründer des hiesigen Kriegervereins, dessen Ehrenmitglied er war. Ohne langes Krankenlager ist er überraschend zur großen Armee heimgerufen worden. • Hungen, 16. Juni. Auf der Weide des Hof- ,dtes Graß wurde dieser Tage am frühen Morgen einer unserer Störche tot aufgefunden. Der Vogel scheint gegen die Hochspannungsleitung geflogen zu sein. * Dillingen, 16.Juni. Zur Entwässerung der Fluren 17 uno 21 der Gemarkung Dillingen wurde eine öffentliche Wassergenossenschaft, die den Titel „Wassergenossenschaft Dillingen" führt, gegründet. Zur Bildung des Genossenschaftsvorstandes findet demnächst im Rathaus eine Sit- zung statt. Mackenroth sah in seinem Notizbuch nach: „Da wäre noch die Wiese am Karpensteiner Walde, gnädige Frau. Ich möchte sie heute fertig- mähen lassen. Aber mir fehlen noch mindestens zehn Mann." „Dann kann man die zehn Mann vielleicht drüben vom Gut Praczovoy bekommen", entschied Barbara. „Ich habe gestern von Herrn von Geczy gehört, daß er mit dem Wiesenschnitt schon fertig ist und zehn Mann ablohnen will. Ich werde sofort mit ihm telephonieren. Haben Sie sonst noch etwas?" „Nichts, gnädige Frau, als daß ick noch einmal gehorsamst an eine genaue Untersuchung der Todesursache der Zuchtstute erinnern möchte." Er hatte es beinah widerwillig gesagt. Es widerstrebte ihm aufs äußerste, Barbara in dieser Sache zu drängen. Aber er hielt es für feine Pflicht. Babaras Gesicht verschloß sich in hochmütiger Abwehr: „Es ist nicht notwendig, Herr Inspektor, daß die- selben Dinge mehrfach zwischen uns besprochen werden. Guten £agr Eckehard verbeugte sich und wollte stumm hinausgehen. An der Tür drehte er sich noch einmal um. „Bitte, was ist noch?" Barbaras Stimme war sehr scharf. Eckehard nahm das Abschiedsgesuch im Umschlag aus seiner Tasche, legte den verschlossenen Bries vor Barbara auf den Schreibtisch: „Darf ich bitten, gnädige Frau, dieses Schriftstück zu lesen." „Was ist es?" Mit fester Stimme sagte er: „Mein Abschiedsgesuch." Barbara fühlte, wie sie erblaßte. Ein jäher Schreck zuckte durch sie. ,Lhr Abschiedsgesuch?" „Jawohl, gnädige Frau. Ich habe das Empfin- den, daß ich Ihr Vertrauen nicht mehr besitze. Ich kann aber nur arbeiten, wo ich Vertrauen fühle." Barbara hatte sich gefaßt. Der Mann vor ihr sollte nicht merken, wie tief sie diese Überraschung getroffen hatte. „Sie wissen, daß Sie kontraktlich in vierteljährlicher Kündigung stehen, Herr Inspektor!" „Ich weiß es, gnädige Frau. Ich hoffte aber, unter diesen Umständen auf eine frühere Lösung meines Kontraktes rechnen zu dürfen." Barbara legte ihre Hände sehr fest auf die , Platte des Schreibtisches. Eckehard von Mackenroth sollte ihr Zittern nicht sehen. „Ich kann mich darüber jetzt nicht entscheiden, Herr Inspektor. Ich gebe Ihnen morgen Bescheid." (Fortsetzung folgt!) 86. Geburtstag. Yi Watzenborn - Steinberg, 17. Juni. Der am 18. Juni 1849 zu Watzenborn-Steinberg geborene Wagner und Musiker Johannes Schäfer IX. kann heute in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 86. Geburtstag feiern. Johannes Schäfer IX. ist feit 1880 ununterbrochener treuer Leser des Gießener Anzeigers und folgt noch heute mit großer Spannung den Ereignissen unserer Zeit. z Der rüstige Sechsundachtzigjährige bei seiner Arbeit. (Aufnahme: Lecke, Watzenborn-Steinberg.) Im Jahre 1871 wurde er zum Militär eingezogen und diente 3 Jahre beim 116er-Regiment als Militärmusiker. 1876 verheiratete er sich mit Katharine R ö h m i g von hier, die am 18. Juni 1917 (am Geburtstage ihres Mannes) zur letzten Ruhe gebracht wurde. Aus der Ehe gingen 8 Kinder hervor, von denen 3 frühzeitig starben, zwei Söhne starben im Weltkrieg den Heldentod fürs Vaterland; ein Sohn und ein Schwiegersohn wurden schwer verwundet. Als Musiker war er überall sehr beliebt und ein gerngesehener Gast. Der Hochbetagte, der niemals ernstlich krank war und stets mit einem guten Humor beseelt ist, arbeitet täglich noch in der Werkstatt, hilft seinen Angehörigen bei der Feldarbeit oder geht mit seinen Kindeskindern (17 Enkel und 3 Urenkel) spazieren. Kreis Büdingen. }) Bad Salzhausen, 14. Juni. Zu Beginn dieses Jahres wurde die Schwefelquelle neu gefaßt, da das Steigerohr derselben ziemlich verstopft und die Quelle dadurch erheblich gedrosselt war. Außerdem mußte der Gefahr einer Infektion durch die Einwirkung des Oberflächenwassers vorgebeugt werden. Die von dem Landgrafenteich nach dem etwa 430 Meter entfernten Wasserrade hier vorbeiführenden schadhaften Rohre wurden völlig erneuert und dem Grundwasser durch eine neue Leitung der Zutritt zum Quellwasser verwehrt. Durch die umfassenden Ausbauten der Schwefelquelle wurde die seitherige Ausschüttung von Vs Kubikmeter innerhalb 24 Stunden auf 7 Kubikmeter erhöht. — Durch die Wärmezunahme hat sich die Zahl der Badegäste ziemlich gesteigert. Die öffentlichen Gaststätten sind gut besetzt. Das Reichsblindenerholungsheim mußte wegen Raummangels einen Teil der Gäste in anderen Häusern unterbringen. Sowohl das Kaufmanns-Erholungsheim, als auch das Kinderheim vom Roten Kreuz und das Jugendfamilienheim für Fürsorgezöglinge sind schon längere Zeit voll besetzt. Preußen. Scharfschießen bei EbersgSnS. Der Landrat in Wetzlar teilt mit: Am 17., 18., 19. und 20. d. M. von 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr finden in der Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist oas Gelände südlich Ebersgöns, südlich Oberkleen und ostwärts von Kleeberg. Die Straße Ebersgöns—Kleeberg und Kleeberg—Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar fn Frage kommt, werden an den obengenannten Tagen für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr frei bleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Kreis Wetzlar. § Lützellinden, 13.Juni. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit einem Antrag des Landesbauamtes Weilburg auf Ge« Währung eines Zuschusses für die Instandsetzung des Ortsberings. Es handelt sich hier um die Instandsetzung der Ortsdurchfahrtstraße (Rheinpfälzer Straße) im Zuge der Landstraße erster Ordnung Klein-Linden — Groß-Rechtenbach. Die Straße ist in einem sehr schlechten Zustand. Ein Ausbau ist dringend erforderlich. Die Gemeinde soll für die Instandsetzung der Straße einen Zuschuß leisten und ein Teil Baumaterialien anfahren lassen. Es wurde beschlossen, einen Zuschuß von 700 bis 800 Mark zu gewähren. Die Baumaterialien sollen in Fronde durch hiesige Einwohner angefahren werden. Alle übrigen Kosten werden durch den Kreis getragen. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. Kreis Marburg. LPD. Marburg, 14. Juni. Anscheinend aus Liebeskummer machte ein 26jähriges Mädchen aus Hannover, das in Marburg seinen Bräutigam besucht hatte, seinem Leben dadurch ein Ende, daß es sich in der Nähe des Südbahnhofs auf die S ch i e n en der Main—Weser-Bahn legte und von einem Zuge überfahren ließ. Neugliederung derDienststellen derHI. Mit Wirkung vom 15.Juni traten in der Gliederung der Reichsjugendführung, der Gebiets- und Obergaustäbe, sowie der Banne, Jungbanne, Untergaue und Jungmädeluntergaue eine Reihe von Aenderungen ein. In der Reichsjugendführung fällt die Bezeichnung „Abteilung" Die Oberhessische Viehversicherungsanstalt Gießen hielt am Samstag eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, deren Hauptzweck die Genehmigung des Vertrages der Vermöaens- und Versicherungs- Bestandsübertragung zwischen der Tierversicherungs-^ gesellschaft „Deutscher Bauerndienst", Berlin, und der Oberhesjischen Viehversicherungsanstalt Gießen betraf. Direktor Dr. med. vet. van Bentheim (Gießen) besprach die Vorgänge, die in der letzten Hauptversammlung zu einer Ablehnung dieses Antrages geführt hatten. Er sagte, daß diese wohl berechtigt gewesen sind, da damals wohl Zusicherungen, aber keine vertraglichen Feststellungen für die wesentlichen Punkte vorgelegen haben. Die nunmehr vertraglich festgelegten Zusicherungen gestatten der Anstalt für ganz Hessen eine Arbeitsweise, wie bisher. Der Redner ging dann auf die Verhältnisse im deutschen Tierversicherungswesen ein, die zu der Gründung der Tieroersicherungsgesellschaft a. G. „Deutscher Bauerndienst" in Berlin auf Anregung des Reichsnährstandes geführt hat. Die Tierversicherungsgesellschaft „Deutscher Bauerndienst" wird als Wegbereiter für die ganze Umorganisation des deutschen Tierversicherungswesens überhaupt dargestellt. Die neue Gesellschaft wird von allem Anfang an klar und gesund aufgebaut. Sie erstrebt einen Zusammenschluß im Versicherungswesen zu Gunsten des Bauern. Vach strengster Prüfung ihrer Verhältnisse hat der Vauerndienst in Berlin die Oberhesflsche Viehversicherungsanstalt dafür ausersehen, den Zusammenschluß in Hessen durchzuführen. Als Bedingung wurde bestellt, daß sich die Anstalt ihm anschließe und in ihm aufgehe. Im Vertrage ist die fernere Selbständigkeit festgelegt. Die Ober- Der Schützenverein Gießen trug zum zweiten Male das Gruppenschießen für Kleinkaliber- und Wehrmannbüchsen aus, das schon im vergangenen Jahre großen Anklang gefunden hatte. Die Beteiligung mit etwa vierzig Vereinen war sehr erfreulich. Die Anteilnahme der Vereine aus der weiteren Umgebung war groß. Das Schießen begann schon zeitig. Durch die zeitweiligen Regenfälle und den starken Wechsel der Sonne, aber auch durch den anhaltenden Wind waren die Erfolge stark dem Zufall überlassen. Die Gesamterfolge entsprachen nicht dem Durchschnitt. Der Hauptzweck der Veranstaltung, die Freude am Schießsport zu wecken und weite Kreise wieder diesem Volkssport zuzuführen, wurde erreicht. Die Kriegerkameradschaft Gießen konnte im Kleinkaliberschießen zum zweiten Male den Wanderpreis erringen. Der Gießener Postfport- verein mußte den Wanderpreis im Wehrmannschießen der NSKK. 1.2H./116 Gießen überlassen. Großen Zuspruch fand das Dolkspreisschießen. Mit Freuden konnte festgestellt werden, daß die Befort, sie wird durch die Bezeichnung „21 mt* ersetzt. Die Aemter der Reichsjugendführung gliedern sich einheitlich in Hauptreferate und Referate. Die Leiter der Aemter, die bisherigen Abteilungsleiter, erhalten die Bezeichnung „A m t s l e i t e r". Die weiteren Mitarbeiter sind Hauptreferenten, Referenten, Hilfsreferenten und technisches Personal. Das bisherige Hauptreferat „BdM.-Körperertüch- tigung" wird mit dem gleichen Zeitpunkt zuständigkeitshalber aus dem Organisationsamt in das Amt für körperliche Ertüchtigung überführt. — Die Obergaue des BdM. richten in ihren Stäben eine eigene Abteilung für körperliche Schulung ein, deren Leitung die Obergaufportwartin übernimmt. Entsprechend der Neugliederung in der Reichsjugendführung werden mit Wirkung von 15. Juni die Gebiets st äbe der HI. und die Ober« gaustäbe des BdM. ebenfalls umgebildet. Die Bezeichnung Abteilung bleibt hier bestehen. Die Abteilungen gliedern sich in Referate. Die Mitarbeiter der Gebiete und Obergaue sind die Abteilungsleiter bzw. Abteilungsleiterinnen, Referenten (Referentinnen) und technisches Personal. Die Banne der HI., die Jungbanne des Deutschen Jungvolkes, die Unterflaue des BdM. und die Jungmädelunterflaue der Jungmädel in der HI. werden gleichfalls umgegliedert. Den Aemtern der Reichsjugendführung und den Abteilungen der Gebiete entsprechend werden hier „Stelle n" eingesetzt. Eine Unterteilung der Stellen wird nicht vorgenommen. Den Stellenleitern (Stellenleiterinnen) stehen Mitarbeiter (Mitarbeiterinnen) zur Seite. hessische Viehversicherungsanstalt gibt nur ihren Namen auf. Sie wird eine selbständige Landesstelle für Hessen, die genau so weitergeführt wird, wie bisher die Anstalt geführt wurde. Sie wird Auffangsorganisation für das Viehversicherungswefen in Hessen unter Wahrung des Landescharakters. Um den hessischen Bauern die Sicherheit dafür zu geben, daß in dem bisherigen Sinne weitergearbeitet wird, erhält die Leitung der Landesstelle der seitherige Direktor der Anstalt unter den gleichen, bisherigen Anstellungsbedingungen übertragen. Die Landesstelle erhält das Recht der Selbstverwaltung. Der Vertrag ist durch die Mitarbeit des Notars und Rechtsanwaltes Schneider (Gießen) fertiggestellt worden. Die Frage nach dem Vorteil des Vertrages ist mit „Ja" zu beantworten. Der Vorteil besteht darin, daß wir einen neuen Rückhalt haben. Wir bekommen einen niedrigeren Unkoftenprozentsatz, eine größere Prämieneinnahme und eine größere Mitgliederzahl. In einer lebhaften Aussprache, die von Bauer Schwalb aus Alten-Buseck eröffnet wurde, waren auch der Kreisbauernführer Orth, Usingen und der Stabschef der Kreisbauernschaft Dr. Krämer- Friedberg bemüht, reftiofe Klarheit über alle Fragen zu bringen. Schließlich wurde die Genehmigung des Vertrages zur Vermögens- und Versicherungsbe- siandübertragung zwischen der „Deutscher Vauerndienst" Tierversicherungs-Gesellschaft a.G. Berlin und der Oberhessischen Vlehversicherungs- anstalt in Gießen zum 1. Juni d. 3. erteilt. Der Direktor Dr. van Bentheim sprach den Aufsichts- und Beiratsmitgliedern den Dank für ihr ehrliches Wollen und ihre treue und hingehende Arbeit zum Wohle der Mitglieder und der Anstalt aus. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß der nunmehrige Landesstellenleiter für Hessen, Dr. van Bentheim, die Versammlung. teiligung eine so große war, daß eine Verlängerung eintreten konnte. Jung und alt nahmen daran teil und übten den durch automatisch anzeigende Scheiben besonders interessanten Sport aus. Diese neuen Zielscheiben haben großen Anklang gefunden. Auch bei diesem Volkspreisschießen wurden gute Erfolge erzielt und die von Gießener Firmen bereitroiCigft gespendeten Preise waren schöne Belohnung. Am Abend fand im „Schützenhaus" die Preis- Verteilung statt. Nach einführenden Worten des Vereinsführers Gustav Frey nahm der Ober- schießmeister Dr. van Bentheim die Preisverteilung vor. Anschließend dankte er allen Beteiligten für die viele geleistete Arbeit. Die technische Schießleitung lag in Händen von Bäckermeister Schilling. Die Ergebnisse: Kleinkaliberschießen. 1. Kriegerkameradschaft Gießen, 539 Ringe; 2. Postsportverein Gießen, A - Mannschaft, 522; 3. NSKK. 1. M./147, 521; 4. (nicht ermittelt) 511; 5. Schützenverein Krofdorf, 510; 6. Schützenverein Steinbach, 498; 7. Kriegerkameradschaft Annerod I, 497-; 8. SA. L. R./116, 490; 9. SA. 1./116, 484; 10. Postsportverein B, Gießen, 480 Ringe. — (Bester Einzelschüße: Haas, Steinbach, 152 Ringe.) Wehrmannschießen. 1. NSKK. 1. M./147, 758 Ringe; 2. Postsport- verein A - Mannschaft, Gießen, 709; 3. Krieaer- kameradschaft Gießen, 681; 4. Kriegerkameradschaft Annerod, 643; 5. Jnf.-Rgt. 7. Kompanie, 621; o. Schützenverein Krofdorf, 619 Ringe. — (Bester Einzelschütze W. Georg, Gießen.) Volkspreisschiehen. 1. Rich. Koch, Gießen, 34 Ringe; 2. Gefr. Engel, Nachr.-Zug I, Jnf.-Rgt. Gießen, 34; 3. Oberpostsekretär Kern, Gießen, 33; 4. Leutnant Twellmann, 33; 5. Haas, Steinberg, 33; 6. Gust. Frey, Gießen, 33; 7. Wetzel, 6. K. J.-R. Gießen, 32; 8. Reiber R., Gießen, 32; 9. Schneider, Krofdorf, 32; 10. Palm, Otto, Gießen, 32; 11. Kaufmann, Gießen; 12. Unt.- Offizier Kisseberg; 13. K., Gießen, und Hoffmann, Lang-Göns; 14. Erdmann, Ruttershausen; 15. Schad, Gießen; 16. Klink, 7. K. J.-R. Gießen, alle 31 Ringe. Insgesamt wurden zweimal 34, viermal 33, zehnmal 32 und siebenmal 31 Ringe mit Preisen bedacht. Erste Gießener Kaliboot-Langstreckenwettfahrt. Paddelsport Kassel erringt die Gaumeisterschaft. Bei schönstem Sonnenschein führte die aufstrebende Gießener Paddlergilde im RfL. (Fachamt Kanusport) die Faltboot-Langstreckenwettfahrt durch. Es war dies die erste derartige Veranstaltung in Gießen, die die Paddlergilde für Gießen gewinnen und auch reibungslos durchführen konnte. Naturgemäß fehlte bei der langen Strecke, die für Senioren 6460 Meter, für Jugendliche 2500 Meter betrug, im allgemeinen der packende Bord-an-Bord- Kampf, wie er bei Kurzstreckenfahrten mit besserer Uebersicht immer wieder die Zuschauer in seinen Bann schlägt. Dafür bekamen die Zuschauer — es waren durchweg Sachverständige und zwar in stattlicher Anzahl erschienen — technische Leistungen zu sehen, die in einigen Fällen das Niveau von Meisterschaftsrennen erreichten. Der einzige Bord» an-Bord - Kampf trat beim Zweier - Anfänger- Rennen zu Tage, bei dem der Frankfurter Kanu- Club und der Paddelsport Kassel in einen spannenden Kampf traten. Die Sensation des Tages war der Sieg Groteguts vom Paddelsport Kassel, der in hervorragender Zeit ganz sicher vor Kaphingst (Marburg) im Einer - Faltboot der Senioren Erster und damit Gaumeister wurde. Beim Zweier-Faltboot-Rennen für Junioren ging das Boot des Frankfurter Kanu-Clubs vom Start weg in Führung und siegte mit sicherem Vorsprung vor dem Kanu-Club Wetzlar, der allerdings vom Frankfurter Boot stark benachteiligt worden war. Im Einer-Rennen der Jugend setzte sich Zutt von der Gießener Paddlerqilde in bien» benbem Stil auf halber Strecke in Führung und dehnte diese auf 6 Längen aus. Ein scharfer Kampf entspann sich auch beim Zweier-Faltboot-Rennen der I u - g e n d. Erst 500 Meter vor dem Ziel machte sich Hanau frei und siegte mit 3 Längen Vorsprung. 5m Einer-Faltboot für Anfänger war gegen Hettlage von der Limburger Paddler- Vereinigung nichts auszurichten. Seine Zeit war besser, wie die des Juniorensiegers. Zum Zweier-Faltboot- Rennen der Senioren trat der Europameister, der Kanu- Club Wiesdorf, mit Liebrecht-Schorn an. Mit ihm demonstrierte eine der stärksten Olympia- Hoffnungen des deutschen Wassersportes auch in Gießen ausgezeichnete Paddelkunst. An einem Sieg Wiesdorfs war nicht zu zweifeln. Der Europameister fuhr einen Stil, wie er in Gießen noch nicht zu sehen war. Die G a u me i st e r s ch a f t errang Paddelsport in Kassel. Heber die Ergebnisse im einzelnen berichten wir noch. Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 870: Inkraftsetzung der neuen rumänischen Außenhandelsregelung — Text des Ministerrats, beschlusses. 871: Die Postverwaltung der Freien Stadt Dan- zig hat den Nachnahme- und Postauftrags- verkehr aus Deutschland nach ihrem Gebiet von sogleich an vorüberaehend eingestellt. 872: Devisenrechtliche Behandlung von Quittungen. 873: Zahlung von deutschen, auf Kredit nach Finnland verkauften Waren und von Konsignationswaren über Verrechnungskonto. 874: Der Wortlaut der Verordnung über die Devisenbewirtschaftung in Danzig vom 11. Juni 1935. 875: Weitere Ausnahmen vom 4prozentigen Sonderzuschlag zugunsten der Handelsmarine bei der Einfuhr in Frankreich. 876: Italienische Vorschriften bei Einfuhranträgen für Maschinen und Apparate. Mitgliederversammlung derOderheUchenViehversichemngs-AnAtGießen Gruppenschießen und Volkspreisschießen des Schützenvereins Gießen. Lichtspielhaus Gießen Liebe u. die erste Eisenbahn 3600A Kulturfilm und Ufa-Ton-Woche Ein reizendes Volksstück von AnnoTobak aus der seligen Zeit, als der Großvater die Großmutter nahm, in der Reifrock, Vatermörder. Frack und geblumte Weste Ma Anzeigefi-Aktiengesellschaft Annahme von Anzemen dir alle Leitungen u. Beincbntten Gießen / Gchulslraße 7 höchster Schick bedeutete. Im Beiprogramm: Ab heute Montag: Der lustige Ufa-Film mit Karin Hardt, Ida Wüst Hans Schlenk, Jakob Tiedtke Fr. Kämpers, HL GnlstorH üasgetört Damit es frisch bleibt und nicht verdirbt Auch für Ihren Haushalt gibt es den Eisschrank in der richtigen Größe sehr preiswert bei J. B. 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