Ir.U4 Erstes Blatt 185. Zahrgang 5rettag,17.Mll9Z5 krschemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Seilagen: Die Illustrierte Dietzener Familienblatter Heimat tm Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Orudi nnö Verlag: vrühl'sche UniversttStr Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzer- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Tschechoslowakische Wahlen. Von unserem Ao.-Äerichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) P r a g, 9. Mai 1935. Das 1929 gewählte Prager Parlament hat die hm verfassungsmäßig zuerkannte sechsjährige Frist nicht bis zum Ende überlebt. Bereits ein Jahr vor Ablauf dieser Frist traten Schwierigkeiten unter den Regierungsparteien in den Vordergrund. Die Rechts- und Linksparteien, die in der Mehrheit mehr schiedlich als friedlich vereinigt waren, begannen sich gegenseitig für die nur sehr geringen Erfolge der Wahlperiode zu beschuldigen, und ihre Propaganda ist seit Monaten darauf gerichtet, einander Wähler abzufangen. Unter solchen Umständen blieb der Regierung nichts anderes übrig, als eine Lösung durch Ausschreibung von Wahlen zu finden. Es handelt sich dabei natürlich nur um eine Scheinlösung. Denn die Schwierigkeiten, die ganz natürlich nur aus dem überall in Europa vorherrschenden Kampf zwischen Rechts und Links auch in der Tschechoslowakei entstanden, werden d i e Wahlen überdauern. Dazu kommt, daß es Scherl-Bildmaterndienst Konrad Henlein, der Führer der Sudetendeutschen im Wahlkampf. sich m der Tschechoslowakei um einen mehr oder weniger verhüllten Machtkampf um die künftige Stellung des Außenministers Dr. B e n e s ch einerseits und der tschechischen Agrarier andererseits handelt. Möchte Dr. Benesch nicht nur seinen Posten als Außenminister behalten, sondern als Nachfolger des greisen Masaryk gegebenenfalls zum Staatspräsidenten aufrücken, so kämpft die tschechische Agrarpartei ziemlich offen um ihre alleinige Geltung im Staate. Was sie anstrebt, ist nichts anderes als das, was man im allgemeinen als „autoritäres Regime" zu bezeichnen pflegt. Dr. Benesch stützt sich vor allen Dingen auf die tschechischen und deutschen Linksparteien. Es ist daher begreiflich, daß die tschechischen Agrarier das lebhafte Bedürfnis haben, die andere Seite zu stützen. Es ist sicher auch kein Zufall, wenn gerade sie es waren, die die „S ud e t e n d e u t - sche Z)eimatfront" wenigstens vor der Auflösung bewahrten; die erzwungene Namensänderung in „S u d e t e n d e u t s ch e Partei" konnten sie allerdings nicht verhindern. Daß es sich dabei nicht um eine reine Liebe um schöner blauer Augen willen handelt, läßt sich freilich nicht bestreiten. Die tschechischen Agrarier betrachten die deutschen Rechtsparteien nämlich nur als Mittel zum Zweck: Druckmittel gegen Dr. Benesch. Nach den bisherigen Erfahrungen ist übrigens zum Schluß eine V e r st ä n d i g u n g der beiden streitenden tschechischen Richtungen a u f Kosten der Deutschen nicht ausgeschlossen. Was man über den Ausgang der Wahlen voraussagen kann, ist: sowohl auf der tschechischen wie auf der deutschen Seite werden die Rechtsparteien Erfolge erringen. Bei den Tschechen werden die Leidtragenden vor allem die K o mmutt i st e n sein, deren Politik immer unpopulärer wird. Ihr Zufluß bestand bisher aus den radikalen und revolutionären Elementen, für die sie aber die Anziehungskraft verloren haben, I^oern ihre Moskauer Gebieter ein enges Freundschaftsbündnis zur Prager Regierung heucheln. Ebenso schwierig ist die Lage der t s ch e ch i s ch e n S o z l a l- demokratie, die nach außen hin immer noch als „klasfenkämpferische Partei austritt, in Wirklichkeit aber nur eine Stutze des Regimes bedeutet. Immerhin haben die tschechischen Sozialdemokraten durch ihr ausgebautes 23er= trauensmännersystem und durch die Abhängigkeit namentlich der Arbeitslosen vcm dem guten Willen ihrer Bonzen nicht soviel zu fürchten, wie die Kommunisten. , . Ausgesprochen unpopulär aber ist die Parrei des Dr. Benesch, deren Name: „Tschechische Nationalsozialisten" nicht dazu verführen darf, sie etwa als eine Vertreterin eines wirklichen Nationalsozialismus zu betrachten. Sie ist einfach eine chauvinistische Partei, die geneigt ist, genau so wie ihr Führer die französische Orientierung der tschechoslowakischen Außenpolitik unter allen Umständen mitzumachen und die im Innern nur darauf bedacht ist, die Stellung der Deutschen in der Tschechoslowakei noch mehr zu unterhöhlen. Gegen sie wird die tschechisch-nationale Opposition, bestehend aus der Tschechischen nationalen Vereinigung" und aus den Tschechischen Faschisten, vorstoßen. Wenn letztere einen besseren England hält am kollektiven Sicherheitssystem im Rahmen des Völkerbundes fest. Erste Rede des britischen Lordsiegelbewahrers Eden nach seiner Genesung. London, 16. Mai. Lordsiegelbewahrer Eden hielt am Donnerstagabend im Londoner Stadtteil Fulham seine ersteöffentlicheRede seit seiner Genesung. Eden gab zunächst einen kurzen Ueber- blick über die mit dem englisch-französischen Protokoll vom 3. Februar eingeleitete Politik und fuhr dann fort, er wolle in ein paar Sätzen in die Erinnerung zurückrufen, warum das Ergebnis des Berliner Besuches nicht alle Hoffnungen erfüllt habe. Das Londoner Protokoll habe in der Hauptsache zwei Dinge behandelt: Sicherheit und Abrüstung. In keiner dieser beiden Fragen habe man in Berlin wesentliche Fortschritte erzielen können. In der Sicherheitsfrage habe Deutschland in bezug auf einen mehrseitigen o st europäischen Nichtangriffspakt ein Angebot gemacht. Es sei wichtig, daß alles getan werde, um den besten Gebrauch von diesem Angebot zu machen. England gründe seine Auffassung von der europäischen Sicherheit auf den Völkerbund; leider sei es nicht in der Lage, zur Zeit Deutschlands Bereitwilligkeit zu verzeichnen, seine Mitgliedschaft wiederaufzunehmen. Die Parität der Truppenstärken. Auch in der R ü st u n g s f r a g e hätten sich die englischen Hoffnungen nicht erfüllt. Es sei durchaus richtig, daß die deutsche Regierung, wie schon oft zuvor, ihren Wunsch nach einem R ü - stungsabkommen betont habe. In allen bisherigen Abrüstungsbesprechungen sei man davon ausgegangen, daß in einem Abkommen über die militärischen Streitkräfte Parität zwischen den in Europa befindlichen Truppen der drei großen westlichen Festlandsmächte Frankreich, Deutschland und Italien herrschen müsse. Dieser Vorschlag sei auch im Macdonald-Plan enthalten gewesen. Für die drei genannten Länder seien 200 000 Mann und für Sowjetrußland die erheblich höhere Ziffer von 500000 vorgeschlagen worden. Deutschland selbst habe früher diesen Entwurf gepriesen und habe später bedauert, daß man die Grundsätze des Macdonald-Planes verlassen habe. Als er vor einem Jahre Berlin, Rom und Paris besuchte, sei der Pari- t ä t s g r u n d s a tz für die drei westlichen Festlandsmächte nirgendwo bestritten worden. Deutschland habe jedoch damals eine Erhöhung der Zahl von 200000 auf 300000 Mann vorgeschlagen. Wenn jetzt die deutsche Regierung die Notwendigkeit von 550 000 Mann aufrechterhalte, sei es klar, daß bei einer so hohen Ziffer die Parität zwischen den drei westlichen Festlandsmächten auf einer gleichen Aus- bildungsgrundlaqe ehrlich gesagt unerreichbar sei. Die russische Gefahr Er wisse die Ansicht der deutschen Regierung zu schätzen, daß diese Ziffer angesichts der deutschen Besorgnisse in Osteuropa gerechtfertigt sei. Aber was man auch immer von dem Experiment denke, das zur Zeit in Sowjetrußland erprobt werde: Niemals zuvor sei er in einem Lande gewesen, das auf viele Jahre hinaus so sehr mit seinen inneren Arbeiten in Anspruch genommen sei wie Sowjetrußland. Sowjetrußland würde sich in seinem eigenen Interesse gegen alles wenden, was die Maschinerie, die zur Zeit in mühevoller Arbeit errichtet werde, erschüttern könnte, und man könne sich keine größeren Erschütterungen vorstellen als einen Krieg. Auch der geographische Faktor dürfe nicht übersehen werden. Die Entfernungen, die den größten Teil Deutschlands von Sowjetrußland trennten, seien riesig. Seit der Wiedergeburt des großen polnischen Staates, der bereit und gewillt sei, auf der europäischen Bühne eine beträchtliche Rolle zu spielen, sei die Möglichkeit eines sowjetrussischen Angriffes auf Deutschland ein geographischer Anachronismus geworden. Aus diesen und anderen Gründen sei es für ihn schwierig, die Besorgnisse über einen militärischen Angriff Sowjetrußlands zu teilen, die in Deutschland heute anscheinend herrschen. Wenn eine Nation sich um ihre eigene Sicherheit sorge, würde für sie der beste Weg der sein, ihren Platz im Völkerbunde einzunehmen und dadurch den Nutzen der kollektiven Sicherheit zu erhalten. Das kollektive Sicherheitssystem. Wenn jetzt die internationale Lage vielfach m i t den Jahren vor dem Kriege verglichen werde, so sei ein solcher Vergleich nur teilweise richtig. Heute gebe es mindestens zwei höchst wichtige stabilisierende Elemente, die vor dem Kriege nicht bestanden: 1. Der Völkerbund und 2. die Locarnoverträge. Der Locarnopakt sei zum Vorteil aller seiner Unterzeichner abgeschlossen worden. Die Gegenseitigkeit sei das lebenswichtige Element von Locarno. Der Redner fragte bann, welche Politik England bei der gegenwärtigen europäischen Lage treiben solle. Großbritanien könne Frieden und Sicherheit nicht in der Isolierung finden. Auch ein System von Bündnissen sei keine dauerhafte Lösung der Schwierigkeit. Als einzige Lösung verbleibe lediglich ein kollektives Friedenssystem. Die einzig praktische Lösung eines solchen heute bestehenden Systems sei der Völkerbund. Kollektive Sicherheit bedeute nicht ein ausgewähltes Bündnis gegen irgendeine einzelne Nation; es bedeute, daß jede Nation ihre Mittel zur Verfügung stelle, um allen Natio « nenSicherheitzu geben. In Westeuropa werde beispielsweise kein kollektives Sicherheitssystem zur Verhinderung eines Krieges ausreifen ohne die Mitwirkung Englands und englischer Streitkräfte. England entschlossen, seine em- gegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Wenn in diesen Tagen viel von neuen 23er* pflichtungen gesprochen werde, so müsse man bemerken, daß es nicht darum gehe, England neue Verpflichtungen aufzubürden, sondern daß England seine Entschlossenheit betonen sollte, d i e bereits ein gegangenen Verpflichtungen z u erfüllen. Er bedauere, in den vergangenen Wochen das Wiederaufleben von Redensarten wie „deutschfreundlich" und „frankreichfreundlich" beobachtet zu haben. Nach seiner Ansicht seien in der modernen Welt derartige Phrasen völlig bedeutungslos. Die englische Politik sei gegen keine Nation gerichtet, sondern nur gegen solche Nation oder Nationen, die gegen die Grundsätze der Völkerbundssatzungen verstießen, die England angenommen habe. England werde immer a u f der Seite des kollektiven Systems gegen jede Regierung ober jebes Volk zu finben fein, bas burch eine Rückkehr zur Machtpoli- tik b e n Frieben z u brechen suche, ben bieses System gerabe schaffen wolle. Die öffentliche Meinung in England werbe nicht so sehr burch Friedenserklärungen als vielmehr burch konstruktive Beiträge beeinflußt werben, bie eine Re- | gierung zur gemeinsamen guten Sache zu leisten bereit sei. Auch -er Pakt zwischen Prag und Moskau unterzeichnet. Prag, 16. Mai. (DNB.) Am Donnerstag würbe im Außenministerium ber tschechoslowakischsowjetrussische Hilfeleistungspakt unterzeichnet. Für bie Tschechoslowakei unterzeichnete ber Minister bes Aeußeren Dr. Benesch, für bie Sowjetunion ber hiesige sowjetrussische Ge- sanbte Alexandrowski ben Vertrag. Er stimmt mit ben ersten brei Artikeln bes französisch-sowjetrussischen Beistanbspaktes vollkommen überein. Artikel 4 bes Vertrages besagt: Ohne Beeinträchtigung ber vorhergehenden Bestimmungen dieses Vertrages wird festgesetzt, daß sich, wenn eine der hohen vertragsschließenden Parteien von einem ober mehreren britten Staaten unter Bebingungen angegriffen würbe, bie keine Grunblage zur Leistung von Hilfe unb Unterstützung nach biesem Vertrage bieten, bie zweite hohe Vertragspartei verpflichtet, währenb der Dauer des Konflikts weder direkt noch indirekt dem Angreifer oder den Angreifern Hilfe oder Unterstützung zu gewähren, wobei jede ber Parteien erklärt, baß sie burch keinerlei Hilfeleistungsabkommen ge- bunben ist, bas mit dieser Verpflichtung im Widerspruch stünde. Artikel 5 besagt: Die oben angeführten Verpflichtungen stehen in Uebereinftimmung mit ben Verpflichtunaen ber hohen Vertragsparteien a 15 Mitglieder des Völkerbundes; deshalb wird auch keiner Bestimmung dieses Vertrages eine Auslegung gegeben werden, die die Mission des Völkerbundes beschränken würde, soweit es sich um geeignete Maßnahmen zur wirksamen Sicherung des Weltfriedens handelt oder die die Verpflichtungen beschränken würde, die sich für die hohen Vertragsparteien aus dem Völkerbundspakt ergeben. In Artikel 6 heißt es, daß der Vertrag nach Austausch ber Ratifikationsurkunben, ber in Moskau erfolgen wirb, sofort in Kraft tritt und fünf Jahre in Geltung bleibt. Falls er von einer ber Vertragsparteien nicht nach einer minbeftens einjährigen Künbigung vor Ablauf bieder Frist gekündigt wird, bleibt er auf unbeschränkte Zeit in Gültigkeit. Auch Punkt I und HI des Unterzeichnungsprotokolls sind mit denen des französisch-sowjetrussischen Protokolls identisch. Im Punkt II stellen die beiden Regierungen fest, daß die Tragweite der in den Artikeln I, II und III des Vertrages enthaltenen Verpflichtungen, der in dem Bestreben abgeschlossen wurde, in Osteuropa ein regionales Sicherheitssystem auszubauen, so abgegrenzt ist, wie es im Punkt IV des unterzeichneten Protokolls zu dem erwähnten Vertrag festgesetzt ist. Beide Regierungen anerkennen zugleich, daß die Verpflichtungen zur gegenseitigen Hilfeleistung zwischen ihnen nur soweit wirksam fein werden, als die von diesem Vertrag vorgesehenen Bedingungen gegeben sind und dem Opfer des Angriffs von feiten Frankreichs Hilfe gewährt wird. „In vollem Einvernehmen mit der Kleinen Entente." Prag, 17. Mai. (DNB.) Zur Unterzeichnung des tschechoslowakisch-sowjetrussischen Beistandspaktes sagt die „Prager Presse", daß der Vertrag keine besondere Sensation darstelle, sondern nur bedeute. Führer hätten, als ben vielfach kompromittierten früheren General G e i b a , könnten sie bie Entwicklung ber tschechischen Innenpolitik sicherlich stark beeinflussen. So aber wirb es wohl vornehmlich nur ber „Nationalen Vereinigung" möglich sein, über die tschechischen Linksparteien zu siegen. Schon heute besitzt die Regierungsmehrheit nur noch 174 von 300 Abgeordnetensitzen. Sie braucht also nur 24 Sitze zu verlieren, dann ist ihr Wiederzusammentritt in der alten Form unmöglich. Aus welchen Reihen sie dann die ihr fehlenden Stimmen gegebenenfalls holen kann, steht noch dahin. Die „Nationale Vereinigung" sowohl als auch die katholische slowakische Volkspartei, der man ebenfalls Erfolge voraussagt, stellen schon jetzt als Bedingung für ihren Eintritt in die Regierung die Forderung auf, daß die deutsche Regierungspartei zur neuen Mehrheitsbildung nicht mehr herangezogen wird und daß also eine rein slawische Mehrheit zu bilden fei. Dr. Benesch aber braucht für seine Auslandspropaganda die deutschen Minister, um die Tschechoslowakei als jenen Staat hinstellen zu können, in dem die Minderheiten angeblich befriedigt seien. Damit sind aber noch nicht alle Schwierigkeiten aufgezeigt, die für die Prager Regierung aus den Neuwahlen entstehen. Es ist gut möglich, daß die tschechischen Agrarier in chrem Bestreben, die Marxisten aus der Mehrheit auszuschalten, so erfolgreich find, daß diese sich in wirtschaftlicher Beziehung den Wünschen der Rechtsparteien unterwerfen und daher noch weiterhin geduldet werden. In diesem Machtkampf spielen die deutschen Parteien leider nur eine passive Rolle. Sie erhielten bei den letzten Wahlen im Jahre 1929 1 647 550 Stimmen — gegenüber 4 618 700 tschechischen Wählern. Man kann aber wohl annehmen, daß die Zahl der deutschen Stimmen schon durch den natürlichen Wählerzufluß sich noch steigern werde, denn auch hier dürften die bisherigen Anhänger der Kommunisten zum großen Teil anderer Meinung geworden sein. Weitere Einbußen zugunsten der Sudetendeutschen Partei werden die deutschen Sozialdemokraten und vor allen Dingen der Bund der Landwirte erleiden, gegen bie sich ber Stoß Henleins in erster Linie richtet. Zwar werben bie beutschen Christlich-Sozialen, die in letzter Zeit eine radikaldeutsche Oppositionspartei mimten, mit biesem Manöver vielleicht ihre Manbate ganz ober zum größten Teil retten. Die übrigen deutschen Parteien aber werden größtenteils von der Sudetendeutschen Partei aufgesogen und zu der bisher stärksten deutschen Partei verschmolzen werden. Verläßliche Anzeichen über die Stimmung unter der sudetendeutschen Wählerschaft lassen 50 v. H. aller deutschen Stimmen als Ergebnis für die Partei Henleins und damit 30 bis 35 Mandate wahrscheinlich werden. Das bedeutet für das Sudetendeutfchtum schon außerordentlich viel. Die Tschechoslowaken sehen diese Entwicklung mit einem nassen und mit einem heiteren Auge, je nach ihrer Einstellung zu der Frage: rechts oder links. Uebrigens scheinen die tschechischen Agrarier zu befürchten, daß die Heimatfront stärker werden könnte und damit auch unabhängiger und besser imstande, für bie Forberungen ber Subetenbeutschen einzutreten, als sie es mit ihrer schon erwähnten Stützungsaktion beabsichtigten. Unter bissen Um» ftänben wird es der größten Geschicklichkeit ber parlamentarischen Fraktion ber Subetenbeutschen Partei bebürfen, bamit sie sich burchfetzt unb praktische Ergebnisse für ihre Wähler mit nach Häuft bringt. Das Elend in ben subetenbeutschen Ge* bieten ist burch bie Wirtschaftskrise auf ein uner* trägliches Maß gestiegen. Hier vor allen Dingen wirb bie Aufgabe ber Subetenbeutschen Partei gelegen fein. Ihr Wahlkampf kann baher nur als Auftakt zu einem viel schwereren Ringen in Zukunft betrachtet werben. Man muß auch vom gesamtdeutschen Standpunkt aus nur hoffen, daß er von Erfolg begleitet sein wird. M ■'S’- ■ Das polnische Volk am Sarge pilsudskis i Japanische Marineoffiziere besuchen die Hitlerjugend. Pensionen mit bisher deutschen Namen tragen nunmehr die Bezeichnungen „Bittoria", „Aosta", „Patria", „Dolomiti", „Alto-Adigo", „Venezia" usw. — Im Meraner Rathaus wurde die Urkundentafel mit dem Hinweis auf den Bau des Rathauses unter Bürgermeister Dr. Markart und Ingenieur Pernter entfernt und an ihrer Stelle eine Tafel mit dem Wortlaut der Siegesbotschaft des Generals Diaz vom November 1918 angebracht. Scberi-Bildmaterndienst 2n feinem Testament bestimmte Marschall Pil- s u d s k i, daß sein Herz nach Wilna gebracht und dort zu Füßen der sterblichen Ueberreste seiner Mutter beigesetzt werden soll. — Unser Bild zeigt die silberne Urne, in der sich nun das Herz des toten Marschalls befindet. den, das bis zur Ueberführung in einer Urne aus Kristall im Schloß aufbewahrt wird. Der Sarg des polnischen Nationalhelden ist außen mit getriebenen Silberplatten belegt. Eine Kristallscheibe im Sargdeckel läßt das Gesicht des Toten sichtbar werden. Gleich unter der Scheibe sieht man auch ein schlichtes Kreuz, etwas tiefer ein metallenes Brustschild der Offiziere der Ersten Legion und das kleine Bild der Muttergottes der Ostra Brama in Wilna. Dieses Bildchen hat der Marschall seit seiner frühesten Jugend, während seiner Schulzeit, in den Jahren der Verbannung in Sibirien, bei seinen Kämpfen als Führer der Legion während des Weltkrieges bis zur Todesstunde bei sich getragen. Der übrige Teil des Sarges ist mit ei neN gro- mit den feierlichen Erklärungen des Führers, wo- nach es zwischen Deutschland und Frankreich keine territoriale Meinungsverschiedenheiten mehr geben hoffen dürfe, datz noch Möglichkeiten für eine Aussprache mit Berlin beständen. Man müsse sich fragen, warum Deutschland nicht bereit sein sollte, die Abscheu vor einem gegenseitig gen Beistandspakt mit Rußland zu über« winden. Deutschland selbst sei nicht bedroht. Nie. mand werde es angreifen. Sowjetrußland habe augenblicklich wichtigeres zu tun, als diesen Angreifer zu spielen. In Frankreich denke niemand daran, Deutschland in seiner Ehre zu kränken. Jnr Gegenteil, man erkenne seine Fähigkeiten auf dem Gebiete des Handels, der Industrie und der Wissenschaft ebenso an, wie seinen Geist der Disziplin und seine militärischen Tugenden, verbunden mit seinem starken Patriotismus. Der kleine formooll. endete Höflichkeitsbeweis Deutschlands gegenüber Petain werde dazu führen, daß Deutschland in den Herzen der Franzosen an Achtung gewinne, heute mehr denn -je, weil die Voraussetzungen für eine gegenseitige Aussprache gegeben seien. Ministerpräsident Göring nach Warschau abgereist. Berlin, 16. Mai. (DNB.) Ministerpräsident General Göring hat heute abend mit dem fahr« planmäßigen Zuge nach Warschau Berlin verlassen. In seiner Begleitung befinden sich als Vertreter der Wehrmacht General der Infanterie von Bock für die Reichswehr, Konteradmiral W i tz e l für die Reichsmarine und Generalmajor W e f e r für die Reichsluftwaffe, Oberstleutnant Bodenschatz und Major Conrath. Während des Aufenthaltes in Polen ist dem Ministerpräsidenten der polnische Oberst von Morawski attachiert. Boykott der »Gazeta Warszawska". Warschau, 17. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Der Verband der Reklamefachleute hat alle Firmen auf« gefordert, ihre Geschäftsbeziehungen zum Haupt« organ der national-demokratischen Partei der „Gazeta Warszwaska" abzubrechen, da ihr Verhalten beim Hinscheiden Pi l- s u d s k i s allgemeine Empörung hervorgerufen hat. Ferner haben auch die polnischen Zeitungsvertriebsgesellschaften und die Verbände der Zeitungsoerkäu- fer beschlossen, die „Gazeta Warszawska" nicht mehr zu vertreiben. Außerdem forderte der Bezirksverband Warschau der Lehrerschaft seine Mitglieder zum Boykott dieses Blattes auf. Die „Gazeta Warszawska" hatte weder einen Nachruf für Pilsudski veröffentlicht, noch den Aufruf des Staatspräsidenten abge« druckt. Auch war sie ohne Trauerrand er- schienen. wv , rüstung der Kampfgeschwader der den - und Torpedo-Flugzeug, als Beob-!belgischen Luftflotte sein. Wie di- Auslandspressest-lle ixt Reichsjug-nd- -uhrung mitieilt, befuchte eine Abordnung höherer apan,scher Marineoffiziere in B-gl-j. tung pon Admiral B e h n k e die Berliner HI. Die lapanstchen Gaste besichtigten di- Reichsjugendfüh. -b|e -^.chssuhrerfchule in Potsdam, ein Jung, volkheim in Charlottenburg und ein BdM.-Heim in Friedenau. Die Japaner, die auf einer Stu- nenfahrt durch Deutschland begriffen sind, äußerten ich sehr begeistert über das Gesehene. Sie begeben sich von Berlin nach Kiel, um die Einrich- tungen der Marine näher kennenzulernen. England im Abessinienkonflikt in der Zwickmühle. ßen Fahnentuch bedeckt, das das Hoheitszeichen der Republik Polen, den weißen Adler, zeigt. Obenauf liegt der Säbel des Marschalls und feine Feldmütze. Von der Decke der Kathedrale hängen riesige rot-weiße Fahnentücher herab, die über dem Sarg einen Baldachin bilden. Offiziere und Unteroffiziere der verschiedensten Formationen des Heeres halten mit blanker Waffe die Ehrenwache. Durch die schwarz verhängten Fenster dringt gedämpftes Licht. Tausende und Tausende ziehen' seit zwei Uhr nachts in langer, endloser Kette am Sarg vorbei. Sie grüßen zum letzten Male Polens größten Helden. Geduldig warten weitere Tausende stundenlang vor dem Hauptportal, bis auch sie eingelassen werden. Stumm gehen sie — Schüler, Soldaten, Bauern, Arbeiter, Männer und Frauen in schlichten dunklen Röcken — durch den geweihten Raum. Keine Mitgliedersperre für HZ. und BdM. Berlin, 16. Mai. Die Pressestelle der Reichsjugendführung gibt bekannt: Auf viele an die Reichsjugendführung gerichtete Anfragen wird mitgeteilt, daß eine Sperre für die Aufnahme in die Hitler-Jugend und den Bund Deutscher Mädel nicht erlassen und auch nicht beabsichtigt ist. Die vom Reichsschatzmeister der NSDAP, erlassene Verfügung, wonach die zur Zeit für die Partei bestehende Mitgliedersperre bis zur endgültigen Regelung auch auf Angehörige der HI. und'des'BdM. ausgedehnt wird, ist von einigen Zeitungen mit Ueberschriften veröffentlicht worden, aus denen zu schließen ist, daß eine Mitgliedersperre für Hitler-Jugend und BdM. erlassen sei. Wie aus der Verfügung des Reichsschatzmeisters hervorgeht, ist aber lediglich die schon bestehende Sperre' für die Aufnahme in die NSDAP, nunmehr auch ausge- dehnt worden auf die Aufnahme von Mitgliedern aus der HI. und dem BdM die im allgemeinen mit ihrem 18. Lebensjahr in' die Partei übergeführt werden. Eine Aufnahme in die HI. und den BdM. wie auch in das Deut- che Jungvolk und die Jungmädel in der HI. ist nach wie vor möglich. Marschall Petain, der britische Feldmarschall Lord Cavan und der belgische General Ter- monia sind um 20 Uhr mit den militärischen Abordnungen ihrer Länder zur Teilnahme an der Beerdigung Marschall Pilsudskis e i n g e tro f f e n. Sie wurden am Bahnhof von dem stellvertretenden Kriegsminister General Ka- U-rzycki und dem Generalinspekteur Rydz - Smigly sowie zahlreichen höheren Offizieren und einer Ehrenkompanie begrüßt. Um 21 Uhr traf Laval mit den Herren seiner Begleitung von Moskau kommend ein. Er wurde von Außenminister Beck und den Botschaftern Frankreichs und der Sowjetunion willkommen geheißen. Marschall petain auf der Durchreise in Berlin. Berlin, 16. Mai (DNB.) Auf der Durchreise nach Warschau, wo er bei den Trauerfeierlichkeiten für Marschall Pilsudski die französische Regierung vertritt, ist Donnerstag um 8.45 Uhr Marschall Petain in Berlin eingetroffen. Auf dem Bahnhof Friedrichstraße wurde er vom französischen Botschafter Francois - Poncet erwartet. I m Auftrag des Führers und Reichskanzlers und des Reichswehrministers von Blomberg war der Chef des Wehrmachtsamts, General von Reichenau erschienen. General von Reichenau zeigte dem Marschall Petain auf einer kurzen Rundfahrt im Kraftwagen die Haupt- ehenswürdigkeiten der Berliner Innenstadt. Marschall Petain verweilte bei dieser Gelegenheit kurze Zeit ihm Ehrenmal. Um 10 Uhr trat Marschall Petain vom Schlesischen Bahnhof aus die Weiterreise an. * Alle Pariser Blätter berichten über den kurzen Aufenthalt des Marschall Pstain in Ber- ün. Dabei wird besonders hervorgehoben, daß der Marschall in Begleitung von General von Reichenau das Ehrenmal unter den Linden besuchte. In der „Victoire" beschäftigt sich Gustave Hervä eingehender mit dieser kurzen Reiseunterbrechung. Er wertet die Begrüßung Plains als Ichonen und ritterlichen Zug uni) erklärt, daß man E dieser Gest« besonükx- «rr Zusammenhang Das „Fliegende Fort". London, 16. Mai. (DNB.) Der „Eindecker für alle" wird voraussichtlich bald eine große Rolle in der englischen Luftflotte spielen. Trotz bisheriger strenger Geheimhaltung aller Einzelheiten weiß man bereits, daß der neue „Handley- Page-Eindecker" außerordentlich vielseitige Verwendungsmöglichkeiten besitzt. Die Maschine, die mit Leichtigkeit eine Höhe von 7000 Meter erreichen kann, ist nicht nur als Jagdflugzeug brauchbar, sondern ebenso als Bom- achtungsmaschine, für Sanitätszwecke und schließlich als Transportflugzeug. Die Maschine besitzt u. a. eine vollständige Funkanlage, ein Faltboot für den Fall einer Notlandung auf dem Wasser und eine besondere Schwimmvorrichtung, um das Flugzeug am Sinken zu verhindern. Außer dem Piloten kann die Maschine im Bedarffalle vier weitere Personen aufnehmen. Eine englische Flugzeugbaufirma hat, wie „Evening Standard" meldet, ein „fliegendes Fort" fertiggestellt, das als das schnellste und leistungsfähigsteKampf- flugzeug der Welt bezeichnet wird. Das Flugzeug soll eine Höchstgeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern erreichen Es ist mit vier Maschinengewehren und einem 20 mm« Geschütz ausgerüstet. Im Juli werde die Maschine an einem von der belgischen Regierung veranstalteten Wettkampf gegen die Kampfflugzeuge vieler Staaten teilnehmen. Der Preis dieses Wettkampfes werde ein Auftrag für die Neu- Ach w des Zum br deutsche D Zur Ehl bekannten und der ; Arbeit in und sie i auferlegt, den Feier Ueberzeug! ha ndw e uralten Z schöpferisch Der Tac Md unerf fakgemeini Handwerk Uentlichk Sinn für t betrieben ü d» Techm, Me des j 'st es no wieder do P nicht ^triebsaer ^hen, im H sonder, ti. im t ^ute gefoi A Reic Dister, tz pichen einer w und iföi Nsbai Mus ? den Jc fe uni Uerz, h x erka uMbrin. 2 daßi A. di, b 0 ,lnI K. Mackensen in Budapest. Ehrung der Helden des Weltkrieges. — Beim Neichsverweser. Budapest, 16. Mai. (DNB.) Generalfeldmarschall von Mackensen hat auf dem deutschen Heldenfriedhof einen Kranz niedergelegt. In Begleitung des deutschen Militärattaches, General Fischer, des deutschen Gesandten, sowie der ihm zugeteilten Ofsiziers-Ehrenbegleitung traf der Feldmarschall in der Uniform der Totenkopfhusaren auf dem Ehrenfriedhof ein. Eine Offiziersabordnung, eine Abteilung der Frontkämpfer, ehemalige Offiziere der Mackensen-Husaren, die Ortsgruppe der NSDAP, und die HI. hatten im Heldenfriedhof Aufstellung genommen. Der Feldmarschall richtete tief bewegte Worte an die Versammelten. Er gedachte der ruhmreichen ungarischen Armee, die dem deutschen Bundesgenossen bis zur letzten Stunde die Treue gewahrt und im Kampfe für die Heimat die schwersten Opfer gebracht habe. Es sei für ihn eine; besondere Ehre gewesen, im Weltkrieg das Kom-j mando auch über die ungarischen Truppen zu füh-, ren. Der Feldmarschall begab sich auch zu dem um! «arischen Heldendenkmal. Der Oberbefehlshaber der ungarischen Armee, General Shvoy, begrüßte den Feldmarschall, der unter den Klängen der deutschen und der ungarischen Nationalhymnen die Front der Ehrenkompanie abschritt und nach einer kurzen Ansprache einen Kranz am Denkmal niederlegte. Bei der Abfahrt wurde der Feldmarschall von der vieltausendköpfigen Menge, die sich rings um den großen Platz versammelt hatte, stürmisch gefeiert. Um die Mittagszeit stattete der Feldmarschall dem Neichsverweser von Horthy einen Besuch ab. Unter Hörnerklang leistete die Palastwache des Reichsoerwefers in den alten traditionellen ungarischen Uniformen dem deutschen Feldherrn die Ehrenbezeugung. Anschließend fand beim Reichsverweser ein Frühstück im kleinen Kreise statt. Neue ZtalianisierungSmatznahmen in Südtirol. Meran, 18. Mai (DNB.) In Meran wurde angeorbnet, daß alle Hotels oder Pensionen, die nur nach dem Besitzer benannt sind (wie z. B. Gasthof Kerfchbaumer, Pension Pit- scheider usw.), ihren Namen ablegen und italienische Bezeichnungen annehmen müssen. Gastwirten, die sich weigern, wird die Lizenz genommen. So mußte u. a. das bekannte, von Reichsdeutschen stark besuchte Hotel 9t aff I in „Hotel Duomo" umbenannt werden. Andere Gasthöfe und» Paris, 17. Mai. (DNB. Funkspruch.) Ein Sonderberichterstatter des „Journal" glaubt zu wissen, daß man sich in sowjetrussischen Kreisen ernst- üch mit der Absicht trage, eine der zwölf Warschau, 16. Mai. (DNB.) Seit Mitter- FeVVrnJhhnhVmH “ml 332 0 9 £a u ”, u n‘ ™d)t ist die St.-Jahannes-Kathedrale das Ziel uon tergrundbahn mit „P ierre Laval und l Hunderttausenden eine andere mit „Eden" zu benennen, um hierdurch gn der Mitte der Kathedrale steht auf hohem bie Tragwe, t e der politischen E n t w i ck- Katafalk der Sarg. Er ist a u s d e m H o l non u n 9 durn Abdruck zu bringen. Das Blatt fragt, Eichen gefügt, die auf der geliebten Wilnaer habt Ch J“ pSt? Selten hatte, in der Haupt-Heimaterde des Entschlafenen wuchsen. Dort eine m Dj-rjin (ky de7 an die° furchtbare ,Q °uch'°i"cher z seine letzte Ruhestätte fin- Rolle der Tscheka erinnere, einen Eden zu l finden. .. x $ wahrscheinlichen Austritt aus dem Völkerbund mit allen Folgen bedeuten, der zweite Weg würde die Preisgabe Abessiniens und eine weitere Schmälerung des Ansehens des Völkerbundes als Beschirmer der schwächeren Seite zur Folge haben. In beiden Fällen würde eine schwere Spannung in den internationalen Beziehungen eintreten und zwar in einem Augenblick, wo oie Lage in Europa es dringend wünschenswert mache, weitere Verwicklungen zu vermeiden. Die Tatsache, daß Italien wegen der Lage in Oesterreich mehr durch Uneinigkeit unter den Völkerbundsmächten zu verlieren habe, als irgendein anderes Land, ermutige zu der Hoffnung, daß ein Krise vermieden werden könne. MahnendeStimmeauchaus Paris Paris, 17. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Der Außenpolitiker des „Journals" wendet sich gegen die Erklärungen Mussolinis vor dem italienischen Senat. Es sei sehr schön, so sagt er, mit Stolz zu erklären, man behalte 900 000 Soldaten unter den Fahnen und die italienische Rüstungsindustrie sei daraus eingestellt, allen Möglichkeiten gerecht zu werden. Dabei müsse man aber bedenken, daß derartige Anstrengungen auf die Dauer undurchführbar seien. Daraus sei dann die einzige logische Schlußfolgerung zu ziehen, nämlich den Unruheherd zu beseitiaen. Am allerschwersten sei nun jedoch der abessinische Unruheherd auszumerzen. Genf könne eher den Streit verschärfen als ihn beilegen. Die Zusammenarbeit der drei Mächte des Unabhängigkeitsoertrages von 1906 müsse mit ebenso viel Takt wie Zuruckhaltung in die Erscheinung treten. Man könne sehr gut Zeit gewinnen, indem man das freundschaftliche Schiedsgericht zusammenstelle, das im Artikel 5 des italienisch-abessinischen Vertrages von 1928 vorgesehen sei. Dieser Zeitgewinn werde aber nur dann nutzbringen, wenn man aufrichtig den Willen zu einer Annäherung habe. So y®* Oeling S, Sestu der Der oorchr A s- Meister monier, t"e m Stil a«V M-i-nE kennatM". tzer siebzehn ieW im krieges, acht ApMe b losen Basalt der Straßer Die ger nächst nur und DorfF die >igs: die, der dar sprechend, ir Verliesen. Er M-, dl gen abgesehe bettete den ; längere Halt „viae calciat der sich in d hat. Wenn zu bauen w Abt ausschl men war, jede hatte bauen. Die zu den St scheuen: wc legte man durch siche Thürino solchen Hee Um bei Steine c pflichtigen mürben, ai man fie „i bauen ließ. baß sich die Tschechoslowakei der gegenwärtig einzig wirksamen Methode der Sicherungoes Friedens gegen etwaige Friedensstörer anschließe. Der tschechoslowakisch-sowjetrussische Pakt fei einerseits ein Instrument de s Völkerbundes, anderseits die Ausfüllung feiner wichtigsten Lücke, nämlich dort, wo die Aufgabe des Völkerbundes zur Erhaltung des Friedens aufhöre. Die Verpflichtungen, die Die Tschechoslowakei mit dem neuen Vertrag übernehme, ständen weder zur politischen noch zur geographischen Lage des Staates in Widerspruch, und der neue Vertrag sei selbstverständlich auch im vollen Einvernehmen mit den übrigen Mitgliedern der Kleinen Entente abgeschlossen worden. Der Vertrag berühre in keiner Weise die Interessen irgendeines Nachbarn der Tschechoslowakei und könne um so weniger Polen treffen. Der Vertrag fei auch niemandem verschlossen und vom Friedenswillen allen Staaten gegenüber getragen. Ratlosigkeit her französischen Marxisten. Devisenverbrechen katholischer Orden. Berlin, 16. Mai. (DNB.) Die Justiz- presse st elle Berlin teilt mit: „3m Rahmen des bereits durch Pressemitteilun- gen bekanntgewordenen Ermittelungsoerfahrens gegen katholiche Orden wegen Devisenverbrechen findet am Freitag die erfte Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht Berlin statt. Die Anklage richtet sich gegen eine Schwester des Ordens der Vinzentinerinnen in Köln, der Devisenverbrechen in Höhe von 250 000 Mark zur Last gelegt werden. Insgesamt laufen bei der Staatsanwaltschaft Berlin zur Zeit Ermittlungsverfahren gegen etwa 50 Orden und andere kirchliche Stellen. Diesen wird zur Last gelegt, unter bewußter Verletzung der Devisenbestimmungen erhebliche Beträge — zum Teil handelt es sich u m Millionen — ohne Genehmigung der Devisenstelle ins Ausland verbracht zu haben. Das geschah einmal in der Weise, daß die Orden große Reichsmarkbeträge ins Ausland brachten, zum anderen in der Form, daß Auslandforderungen zum Ankauf von Auslandobligationen verwandt wurden, obwohl die Anträge der Orden, diese Beträge ins Ausland zu transferieren, von den Devisenstellen im Inter- esse der Devisenbewirtschaftung a b g e l e h n t wor- den waren. Zur Durchführung ihrer Transaktionen bedienten sich die katholischen Orden der Univer- s u m - B a n k in Berlin und des Direktors dieser Bank, eines gewissen Dr. Hosius, der im 3uni 1933 zur Erleichterung der illegalen Geschäfte in Amsterdam eine Filiale'der Bank ge- gründet hatte. In acht Fällen ist Anklage erhoben worden. Weitere Anklagen stehen bevor." Paris, 17. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsitzende der französischen Marxisten, Leon Blum, gibt im „Populaire" offen zu, daß der Leiter der Dritten Internationale, Stalin, die gesamte marxistisch-kommunistische Politik in Frankreich denke, um so weniger sei ihm dies verständlich. Er I DrummondberichtetdemKabinett 11 ntor ot no hörnrtlnn U „ ; I London, 17. Mai. (DNB. Funkfpr.) „Times" D-rlautbarung habe setzen kon- meldet aus Rom, dort fei bekanntgeworden, daß hin,,? tki"eJraInä°,1,d,C d°r Lan- einer der Hauptgründe für die Reife des britischen 7°77?'«un» gutheiße, fo .verurteil e er d , e- Botfchafters Sir Eric D r u m m o n d nach London, 7 b,e d° r zw e, i a h r, g e n Dl e n st - der fei, der britischen Regierung die i t a l i e - V.V b^i°"b°r°rdentl,chen He-r-skr°d,. Nische Haltung gegenüber Abessinien ‘e" h" stimme versagt hatten. Stalm und die Stellung des Völkerbundes in ffrhnhSA6 e7e7Clt^.rantreÄ=d,S von der dem Streit zu „erklären". Drummond war be- knin.n S.l. H-eresstark- abhange. Er gebe den- könnt,ich früher Generalsekretär des Bölkerbundes. Mkfrnn? 7.7.7 L V, b'° Em- Der Versuch italienischer Zeitungen, den Hinweis Senn SÄrPf bcr auf den Vertrag von 1906 als un- tcon S(um befurchtet öaft StQhn ftd) b'e 2Iu5roir. ro e j e n 111 d) abzutun, und die Unauffällig. inXJtr7*r U7:r|d,r7 “7 ,po!'W Lage teil der Berichte über die plötzliche Berufung des 79exbs U7erle.^ hob?-.. Der britischen Botschafters nach London deuten aus die 2'5SHS af>Mr b.aburd’ sn,d’t ?t[<4>“«ern grfenntnis hin, daß Italien in rechtlicher Be- i h r »r or n I • £ Jtl^e P ’ f von Ziehung keineswegs so einwandfrei dasteht, wie be- ?.h r er Ansicht abweichen, sondern gegen- hauptet wird der' Landesverte'id?gung 'kse,'e^e! . ..Morning Post" erklärt, das Kabinett werde beibehalten wie bisher ’ f>c“tc -mer Sondersitzung mit der abefstni- Die fommuniftikhe Angelegenheit beschäftigen. „Morning Post" zwischen der Erklärung Stalins und der Politik her ^eaieruna Haltung Italiens brüten Internationale einen Ausgleich herzustellen. A? stoki? rnimlnfini VnL c r n f t e n Sie betont, daß keinerlei ©eaenfähe be- e stehe. Muy olini habe an England und ständen. Der Kommunismus verurteile das Heer L l?r Jr* • aIs ^Eerzeichner- als solches nicht, verkenne auch nicht den ©ebanEen Sip^^itnrip^r6 ö0? 19^6 “‘nr01] bes Dienstes für das Vaterland Er wolle l e b i a = ^'tglieder des Volkerbundsrates eine 21 r t lich fiir d °s ° rb °it- nde V ° l7 d °s Re ch § " of° rder u n g gerichtet. In dem Drei- auf fein Heer auf fein Vaterland machte-Vertrag von 1906 verbürgen Italien, Frank- ° r ° b r n. Sowjetrußland st'-^ "einkn Staudamm bes Kommunismus gegen ben französischen und den iL” Qi f! n ® 1 ? E e-’ \ f!11 V 5- Diese deutschen Nationalsozialismus dar. Es sei n a t ü r J J Ä in VlÄ^bundssatzung b e = lich, daß Stalin auf die Aufforderung Lavals bin n A ? f[SRebe11^eint Xa (a^en den militärischen Maßnahmen Lavals zugestimmt Ak Ä I-affen* Unter liefen Umftanben Habe, man hätte von ihm nicht erroarten9fönnen, aenb mie fie ftCs daß er sie ablehne. Die Hauptsache fei, daß bie ?CP „ Wrurfio« J u "x U1 “ Unterrebung greifbare Ergebnisse für die Verteidi- " che s zwischen den beiden Parteien ver- gung der 8rieben5PoIitit ©oro etru^Iant)5 ergeben bunb5flhuna ftehe^nheT ^erhalte. y bundssatzung stehe oder den Dingen ihren Lauf k Haffen solle. Der erste Weg würde einen Zusam - P0lltl|a)C Propaganda smenstoß mit Italien in Genf und seinen auf her Moskauer Untergrundbahn. Von der Gaumstraße zur Autobahn. Zur Eröffnung -er ersten Autobahnstrecke Frankfurt-Darmstadt am IS.Mai. Wenn wir in diesen Tagen, da die erste Autobahnstrecke fertiggestellt wird und ein neues Kapitel in der Geschichte der deutschen Straße beginnt, zurückblicken, sehen wir in der Gestalt der Straße ein Stück Menschheitsgeschichte dargestellt. Was war die erste Straße der Menschen? Der Pfad war es, auf dem das Wild zur Tränke ging; dort lauerte der Mensch, um es zu erlegen, dort ritzte er seine Tierbilder in die Felsen, magische Beschwörungen, die ihm helfen sollten, die Jagdbeute zu treffen: das primitive Dasein heftet sich an die Spur der Tiere. — Als sich nach Jahrhunderten der Blick für die Weiten und Fernen der Erde öffnet, als sich Handelsbeziehungen zwischen den Völkern anbahnen, wird die Straße ein Mittel, den Raum zu überwinden. Im sechsten vorchristlichen Jahrhundert hatten die Perserkönige ihre Reitposten eingerichtet; man reiste damals auf Maultierkarren etwa dreißig Ki- lometer täglich, und die reitenden Boten brachten cs mit Hilfe von regelmäßigen Stationen, auf denen Menschen und Pferde gewechselt wurden, bis auf 120 Kilometer am Tage. Meister des Straßenbaues waren die Römer, die die erste umfassende Verkehrseinrichtung der Erde anlegten. Ein um 300 n. Ehr. erschienenes Straßenverzeichnis nennt gegen vierhundert Stra- ßennahmen, darunter die technischen Meisterwerke der siebzehn, die von Mailand strahlenförmig über die Alpen führten und von den Legionen auch im Winter beschritten werden konnten, und vor allem die Via A p p i a, bie Appische Straße, die von Rom südwärts durch die Campagna führte und von prächtigen Villen und Grabmälern eingefaßt war. Als Prokop, der Historiker des Ostgotenkrieges, achthundert Jahre nach der Anlage auf die Appische Straße kam, konnte er noch den fugenlosen Basaltbelag feststellen, mit dem die „Königin der Straßen" gedeckt war. Die germanischen Straßen waren zunächst nur dürftige Verbindungswege, Fußpfade und Dorfstraßen. Erst Karl dem Großen sind die „Königswege" zu danken, die großen Straßen, die, der damaligen Triebrichtung des Volkes entsprechend, im allgemeinen von Westen nach Osten verliefen. Er hob den Straßenbau auf eine gewisse Höhe, auf dem er sich, von technischen Verbesserungen abgesehen, Jahrhunderte lang gehalten hat. Er bettete den Belag der Straßen in Kalk, um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten, er schuf die „viae calciatae“, die Kalk st raßen, ein Name, der sich in dem Wott Chaussee noch lange erhalten hat. Wenn damals auf kaiserlichen Befehl etwas zu bauen war, durfte sich kein Herzog, Bischof oder Abt ausschließen; das Volk, das zusammenaekom- men war, wurde nach Sippen eingeteilt uno eine jede hatte das ihr zugewiesene Straßenstück zu bauen. Die Verkehrs- und Handelsstraßen führten zu den Städten und durften daher Umwege nicht scheuen; wo aber die Verteidigung maßgebend war, legte man die Straßen auf den kürzesten Strecken durch sichere Höhenlagen; der Rennsteig in Thüringen ist das klassische Beispiel für einen solchen Heerweg. Um den Straßenbau zu fördern, wurden Steine als Zoll erhoben, derart, daß die Zollpflichtigen zu gewissen Steinfuhren verpflichtet wurden, auch wurden Schuldige so bestraft, daß man sie „ein Stück Stadtmauer oder Straßen" bauen ließ. In den östlichen Marken waren die Straßen eins der wichtigsten Mittel zur Erhaltung der Ordensherrschaft; sie waren den Ordensstallmeistern unterstellt, die das Land mit einem regelrechten Verkehrsnetz überzogen. Da ein regelmäßiger Nachrichtendienst das Rückgrat der gewaltigen Germanisierungsarbeit bildete, war der Postvertrieb, der von den blaugekleideten „Briefjungen" besorgt wurde, sehr wichtig und nahm viele Maßnahmen der heutigen Post voraus. Welche Gefährte verkehrten auf den Straßen? Im Mittelalter waren es die Rollwagen — das „Rollwagenbüchlein", das Jörg W i ck r a m im Jahre 1555 seinem Freunde Martin Neue, dem Wirt „Zur Blume" in Kolmar, widmete, war eine Art von mittelalterlichem Reisemagazin, dos Anekdoten, Schwänke und Erzählungen enthielt. Später fuhr die 'K u t s ch e über die Straßen. Sie soll ihren Namen von dem ungarischen Dorf Kosz bei Raab erhalten haben, wo 1602 die erste „Kutsche" mit Glasfenstern erbaut worden sein soll. Indessen flutet der Verkehr auf den Straßen weiter dahin. Von seiner Ausdehnung und Wichtigkeit zeugt noch heute die Anlage der Messestadt Leipzig mit den vielen Durchgangshöfen, die ganze Häuserblöcke durchschneiden, so daß man ein- und ausfahren konnte, ohne die Wagen wenden zu müssen. Hören wir ein Straßenidyll, wie es der Wandsbeker Bote Matthias Claudius schildert: „Wir sind hier richtig gearrivieret, und Frau und Wagen haben gut gehalten, ist uns auch auf dem Wege gottlob kein Unfall begegnet; nur, versteht sich, zwischen Münster und Göttingen wären wir bald um- geworfen worden, und an einigen anderen Dreckorten auch, wo die herrliche hannöversche Chaussee fehlt." Aus dem kalten Jahr 1709 berichtete ein Zeitgenosse: „Sehr viele Wanderer hatten das Los zu erfrieren, ein Schicksal, vor welchem selbst die Passagiere in den Diligencen und die Postillone in den Hüllen ihrer Pelze nicht geschützt waren. Denn mehrere Male geschah es, daß die Postpferde mit ihren Wagen ober Felleisen an den Stationen an- kamen, aber niemand st i e g aus: bie Fahrenden und Reisenden waren zu Leichnamen geworden." Es kommen die Jahrzehnte, da die Straßen von Fuhrwerken förmlich v e r st o p f t sind, weil sie dem wachsenden Verkehr nicht mehr genügen; es folgen die Jahre des beginnenden Eisenbahnverkehrs, da die Straßen veröden, weil die Bahnen ihnen den Verkehr abnehmen; es kommt jene Zeit, da der Kraftwagen die Pferde von der Straße verdrängt, es beginnt endlich bie Epoche ber Autostraßen: bie Avus unb ber Nürburg-Ring sind ihre Vorläufer, aber sie bleiben vereinzelte Erscheinungen. Im Jahre 1933, am Tag der nationalen Arbeit, verkündet der Führer sein Straßenbauprogramm und beginnt das Werk mit dem er st en Spaten st ich. Am 19. Mai 1935 wird die erste Teil st recke der Reichsautobahnen zwischen Frankfurt a. M. und Darmstadt eröffnet, während gleichzeitig 1500 Kilometer Reichsautobahnen in ganz Deutschland gebaut werden: Straßen, mit getrennten Fahrbahnen von je siebenemhalb Meter Breite, bie burch Unterbrechungsstreifen von Büschen unb Strauchwerk von einanber getrennt sind. Ein neuer Typ der Straße entsteht, ein neues Kapitel in ber Chronik ber Straße hebt an. Ausruf zum Michshaudwerkertag 193S. Weister, Gesellen und Lehrlinge des deutschen Handwerks! Zum dritten Male feierte in diesem Jahre das deutsche Volk den Tag, den der Nationalsozialismus zur Ehre ber Arbeit geschaffen hat. Erneut bekannten sich an ihm alle Schaffenden ber Stirn unb der Faust zum deutschen Sozialismus, der bie Arbeit in ben Mittelpunkt alles Geschehens stellt unb sie bem beutschen Volke als sittliche Pflicht auferlegt. Kaum eine Schicht unseres Volkes hat ben Feiertag ber Arbeit so sehr aus innerster Ueberzeugung miterlebt, wie bas beutsche Hanbwerk, bas in all seinen Glieberungen seit uralten Zeiten bie Arbeit geehrt unb aus ihr schöpferische Leistungen hervorgebracht hat. Der Tag ber nationalen Arbeit ist vorüber. Fest und unerschüttert steht bie große deutsche Schicksalsgemeinschaft, zu deren aktivsten Kräften das Handwerk gehört! Leider hatte die breite Oeffentlichkeit in den Jahren nach dem Kriege den Sinn für das emsige Schaffen in den Handwerksbetrieben verloren, leider sind in einem Zeitalter der Technik und der Groß-Betriebe Aufgaben und Ziele des Handwerks verwischt worden. Darum i ft e s notwendig, daß das Handwerk immer wieder vor das deutsche Volk hintritt und nicht nur den Beweis erbringt, daß sich die Betriebsgemeinschaft, deren Wurzeln im Handwerk ruhen, im Dritten Reich in voller Stärke entfaltet hat, sondern daß auch der Leistungsgrund- s a tz im deutschen Handwerk wieder zu voller Blüte gekommen ist. Der Reichshandwerkertag 1935, zu dem ich euch, Meister, Gesellen und Lehrlinge aufrufe, steht im Zeichen des Leistungswillens und der Gemeinschaftsarbeit! Wir wollen durch die Tat zeigen, daß wir da find und daß der Schaffensdrang, ben jeber einzelne von uns hat, dem deutschen Volk zum Segen gereichen muß, wenn er von einer geschlossenen Gemeinschaft aller Handwerker und ihrer Mitarbeiter getragen wird. Der Reichshandwerkertag stellt ebenso wie ber Reichsbauerntag eine Kundgebung besonderer Art bar. Aus ber Kampfgemeinschaft, Die im Handwerk in den Jahren der liberalistischen und marxistischen Herrschaft entstand, wurde eine Arbeitsgemeinschaft, aus der Gemeinschaftsarbeit entsprang die Kameradschaft und aus ihr das soziale Verständnis des Meisters für feine Mitarbeiter, weil er mit klarem Blick erkannte, daß da, wo Unfriede herrscht, ein fruchtbringendes Werk nicht gestaltet werden kann und daß da, wo Unlust bei der Arbeit Pate steht, auch die besten Gedanken unb Jbeen zum Tode verurteilt find. Gab in der Vergangenheit die Liebe zur Scholle bem Hanbwerk ebenso wie bem Bauern bie Kraft zu feinem Tun unb Hanbeln, so ließ im Dritten Reich neben ihr bie Sehnsucht nach schöpferischer Leistung unb bie Verbunbenheit mit seiner Werkstatt bas Hanbwerk zu einem krisenfesten bobenstän- bigen Bestanbteil staatlicher Orbnung heranwachfen. Ebenso, wie zu allen Zeiten beutscher Geschichte bilbet es heute eine Zelle innerhalb ber Volksgemeinschaft, in ber bie seelischen, geistigen unb politischen Werte bes Nationalsozialismus eine wahrhafte Pflegestätte finben. Es war ein schwerer Kampf, ben Meister unb Geselle jahrzehntelang gemeinsam burchfochten, ein Kampf, ber fast zu scheitern brohte an ber zu- nehmenben kulturellen Verflachung bes Volkes unb an ber Tatsache, baß bie Oeffentlichkeit an Stelle von Qualitätsarbeit bie Maffenware bevorzugte. Im letzten Augenblick kam bie Rettung. Die nationalsozialistische Staatsführung gab bem Hanbwerk bie Mittel an bie Hand, sich gegen unlautere Konkurrenz zu schützen, bas Qualitätsprinzip wieber herzu stellen unb mit ihm ben Meisterstolz unb bie Meisterehre. Ein neuer Abschnitt ber Entwicklung bes beutschen Hanbwerks hat eingesetzt. Grundsätzliches ist bereits geschehen, um es wieder aufblühn zu lassen. Das deutsche Meisterhaus steht im Mittelpunkt gewaltiger Maßnahmen, die eingeleitet worden sind, um den schöpferischen Gestaltungswillen des Handwerks zur Auswirkung zu bringen — das Meister- Haus, das keinen Unternehmer und Arbeiter kennt noch kannte, sondern nur Mitarbeiter am gemeinsamen Werk, das Meisterhaus als Urstätte fruchtbringender Arbeit, als Hüterin des Leistungs- unb Qualitätsgebanfens, als Keimzelle ber Liebe zu Volk unb Vaterlanb. Der Reichshanbwerkertag 1935, besten Durchführung ich ber Reichsbetriebsgemeinfchaft Hanbwerk in ber Deutschen Arbeitsfront übertragen habe, soll ber Oeffentlichkeit überzeugenb unb nachhaltig ben Beweis erbringen, baß bas beutsche Hanbwerk sich feiner Mission für Volk unb Staat bewußt ist, baß es weiß, welche Verantwortung auf seinen Schultern ruht, unb baß es bie Kraft in sich spürt, nicht nur ein Schicksal zu meistern, son- bern auch seinen zähen Aufbauwillen in ben Dienst ber Volksgemeinschaft zu stellen. Der Reichshanbwerkertag soll weiter zeigen, baß bas Hanbwerk eine geschlossene Einheit bilbet, bie bereit ist, für bie Jbee bes Nationalsozialismus zu werben unb zu wirken, eine Macht, die in sich so gefestigt ist, daß der Führer sie jederzeit einzufetzen in ber Lage ist. Die Tatsache, baß bie Durchführung bes Reichs- hanbwerkertages in ben Hänben ber Reichsbetriebsgemeinfchaft Hanbwerk in ber Deutschen Arbeitsfront liegt, weist im übrigen barauf hin, baß b i e Gemeinschaft zwischen Meister, Geselle unb Lehrling bewußt herausge- stellt werben soll. Diese Gemeinschaft ist ja gerabe bas, was ben Hanbwerksbetrieb vor allen anberen auszeichnet, in biefer Gemeinschaft liegt seine Stärke. Unter biefem Zeichen steht ber Reichshanbwerkertag 1935. Hier findet sich bas Handwerk zu einer Kundgebung, die nicht ben Zweck hat, bem Volk eine Notlage vor Augen zu fuhren, fonbern ihm zu zeigen, baß es burch eisernen Willen unb burch Maßnahmen ber Selbsthilfe gelungen ist, bas beut» sche Hanbwerk neben bem Bauern a l s tragenbe Säule bes S t a a t e s z u erhalten unb baß ber Hanbwerksbetrieb alsZelle bes Gemeinschaftsgeistes unb Gemeinnutzes berufen ist, bahnbrechend) für bie Jbee bes Nationalsozialismus zu kämpfen. Der Reichshanbwerkertag 19 3 5 ist aber auch notmenbig, um jebem einzelnen Berufsangehörigen vor Augen zu führen, baß es auf ben einen ebenso ankommt, wie auf ben anberen unb baß nur bas gemeinsam schaffe n b e deutsche Handwerk seine Stellung innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft halten unb festigen kann. Daher erwarte ich, baß jeder deutsche Meister, jeder Geselle und Lehrling, sofern es nur irgendwie möglich ist, an der gewaltigen ftunbgebung in Frankfurt a. M. teilnimmt, und daß in gegenseitiger Opfer- ber.eitschast auch jenen die Fahrt ermöglicht wird, die aus eigenen Mitteln bie Kosten aufzubringen nicht in ber Lage finb. Meister, Gesellen unb Lehrlinge! Bereitet die gewaltige Kundgebung bes Hanbwerks in Frankfurt a. M. mit Herz unb Seele vor, damit sie zu einem gewaltigen Bekenntnis des Schaffens wirb, zu einem Bekenntnis ber Leistungsgemeinfchaft, des Berufsstolzes und der Arbeitsehre. In diesem Sinne: Gemeinsam ans Werk! Auf zum Reichshandwerkertag! (Gez.): W. G. Schmidt, Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter und Reichs- Handwerksmeister. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Aus dem Monatsbericht der oberschlesischen Eisenindustrie geht hervor, daß sich die Erzeugung der Stahl- unb Walzwerke im Monat April abermals erhöht hat. Es konnten auch beachtliche Auslanbaufträge hereingenommen werben. Ein besonbers guter Abnehmer b^r Eisen- unb Stahlindustrie finb zur Zeit wieber bie Automobil- f a b r i f e n. Der Absatz beutscher Kraftwagen übertrifft alle Erwartungen. Bei Opel hat sich bie Zahl ber verkauften Automobile verdoppelt. Die Wanderer-Werke berichteten über eine starke Zunahme ihres Umsatzes in allen Abteilungen. Der vorliegende Auftragsbestand sichert Beschäftigung auf Monate hinaus. Auch die Rentabilität hat sich gebessert, so daß die Dividende von 6 auf 8 v. H. erhöht werden konnte. * Die deutsche Außenhandelsbilanz des ersten Vierteljahres 1935 schließt mit einem Einfuhrüberschuß von 149 Millionen Mark ab. Im letzten Vierteljahr 1934 hatte der Einfuhrüberschuß nur 58 Millionen Mark betragen. Die Entwicklung der deutschen Einfuhr erfolgt unter dem Einfluß zweier einander widerstrebender Kräfte, nämlich auf der einen Seite der Bemühungen, die Einfuhr aller entbehrlichen Waren einzuschränken, auf der anderen Seite aber bes wachsenden Rohstoffbedarfs infolge ber anbauernben Zunahme der deutschen Produktion. Dazu kommt, bah die Einfuhr unentbehrlicher Waren immer mehr auf solche ßänber umgestellt wird, mit denen Kompensationsoder Verrechnungsabkommen bestehen. Die Einfuhrstatistik läßt die Auswirkungen dieser Umlagerung bereits erkennen. Die Einfuhr aus überseeischen Ländern beginnt zwar wieder zu steigen, aber vorzugsweise diejenige aus Ländern, mit denen Kompensations- und Verrechnungsabkommen abgeschlossen werden konnten. So hat sich z. B. die Einfuhr aus Brasilien gegenüber dem ersten Vierteljahr 1934 mehr als verdoppelt, und auch die aus Chile und Argentinien hat beträchtlich zugenommen. Dagegen ist bie, Einfuhr aus ben Vereinigten Staaten wieber um 60 Prozent, bie aus Kanada um 85 Prozent gesunken. Die beutsche Einfuhr aus ber Türkei hat sich anbererfeits nahezu verdreifacht. Die deutsche Einfuhr paßt sich also in zunehmendem Maße den Ausfuhrmöglichkeiten an. Sie hat zwar gegenüber dem oorangegangenen Viertelsahr um etwa 10 Prozent abgenommen. Aber dieser Rückgang ist im wesentlichen saisonbedingt. Sehr beachtenswert ist die Tatsache, daß die deutsche Ausfuhr nach Uebersee um etwa 8 Prozent gestiegen ist. Was die europäischen Länder anbetrifft, so ist die deutsche Ausfuhr nach Frankreich, Holland, der Schweiz und Belgien erheblich gesunken, dagegen hat sich die Ausfuhr nach Spanien, Ungarn, Rumänien usw. erhöht. Die Außenhandelsstatistik zeigt ganz deutlich, daß wir bem Ziele, durch Umstellung der Einfuhr den Bezug ber unentbehrlichen Rohstoffe im Austausch gegen beutsche Ausfuhrwaren zu sichern, näher kommen. ♦ Die beutsche Ausfuhr nach Rußland weist abermals einen bedeutenden Rückgang auf. Sie betrug im ersten Vierteljahr 1935 nur noch 9,2 Millionen Mark, während Rußland in dem gleichen Zeitraum für 56 Millionen Mark Waren nach Deutschland exportierte. Nun ist bekanntlich am 9. April d. I. ein neues Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion abgeschlossen worden, das einen Ausbau des Handelsaustausches zwischen beiden Ländery zum Ziel hat. In diesem Abkommen hat sich Sowjetrußland verpflichtet, zusätzliche Bestellun- gen im Betrage von 200 Millionen Mark an deutsche Lieferfirmen zu vergeben. Es wird sich nun zeigen müssen, ob sich die deutsch-russischen Handelsbeziehungen wieder normal gestalten werden. Als normal ist im Handelsaustausch zwischen Deutschland und Rußland ein erheblicher deutscher Ausfuhrüberschuß anzusehen, einmal weil in der deutschen Ausfuhr ja Rohstoffe enthalten sind; die Deutschland aus dem Auslande beziehen muß, und bann weil Sowjetrußland im Gegensatz zu Deutschland ein G o l d- gewinnungslanb ist, seinen Einfuhrüberschuß also mit Golb bezahlen kann. Wie es heißt, sollen bie neuen zusätzlichen russischen Bestellungen in ber zweiten Maihälfte getätigt werden. * Im Warenverkehr Deutschland s mit Oe st erreich zeigte die Handelsbilanz 1933 ein Verhältnis wie 18:10 zugunsten Deutschlands, 1934 wie 15:10 und im ersten Vierteljahr 1935 wie 10,6:10, mit anderen Worten, das anfängliche große Aktivurn Deutschlands ist jetzt ausgeglichen. Alles spricht für die Erwartung, wonach auf bem angebahnten Wege ber Kompensationen ber Ge- Geschäftsverkehr eine Erweiterung erfahren wirb, ba Oesterreich Holz im Ueb er f luß hat unb es sehr wohl gegen beutsche Kohle eintauschen kann, weil Oesterreich fast seinen gesamten Steinkohlenbedarf aus bem Ausland einführen muß. Erst in ben letzten Tagen würbe ein Tauschgeschäft von Schwellen gegen Steinkohle perfekt. Da Oesterreich gegenwärtig mit ber Tschechoslowakei im Hanbelskrieg steht, ist eine Umschichtung ber österreichischen Kohlenbezüge burchaus wahrscheinlich, bie im Vorjahre noch zu 46 v. H. aus ber Tschechoslowakei, zu 40 v. H. aus Polen unb nur zu etwa 7 v. H. aus Deutschlanb stammten, wobei vor allem ber deutsche unb ber polnische Anteil an ber Kohleneinfuhr zurückging, währenb bie Tschechoslowakei bie Kohleneinfuhr nach Oesterreich trotz rückgängiger Gesamteinfuhr sogar noch steigern konnte. Der österreichische Han- belsminifter Stockinger erklärte kürzlich, „bort zu kaufen, wo man verkaufen kann", unb ba Deutschlanb von Oesterreich viel kauft, ist es nur natürlich, baß es auch in Oesterreich künftighin mehr absetzt. * In dem Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist Präsident Fraser mit großer Entschiedenheit für eine Stabilisierung ber Währungen eingetreten. Wie es scheint, setzt sich auch in der öffentlichen Meinung Amerikas endlich ein Umschwung durch. In der Rede des amerikanischen Schatzsekretärs Mor - genthau, der die Meinung des Präsidenten Roosevelt zum Ausdruck brachte, kam die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, an einer gemeinsamen Währungsstabilisierung mitzuwirken, zum ersten Male klar zum Ausdruck. In Europa hat diese Erklärung einen freudigen Widerhall gefunden, denn die Währungswirren lähmen hier in zunehmendem Maße den weltwirtschaftlichen Warenaustausch. Nachdem Belgiens Währung ebenfalls den Goldstandard verlassen hat, ist der schweizerische Franken der Zielpunkt spekulativer Manipulationen geworden. Im Monat April hat die Schweizerische Nationalbank für insgesamt 383 Millionen Schweizerfranken Gold abgeben müssen. Dazu kommt noch, daß außerdem für 77 Millionen Franken Gold, das sich in privatem Besitz befindet, aus der Schweiz ins Ausland gebracht worden ist. Aber selbst Frankreich mußte in letzter Zeit erhebliche Goldmengen nach Amerika verschiffen. Vor dem Kriege war es das Vorrecht finanziell schlecht geleiteter Staaten, schwankende Währungen zu haben. Nach bem Kriege ist bas anbers geworden. Es gibt heute in der Welt überhaupt nur noch xroei Währungen, die schweizerische und die holländische, die noch über ihre alte Vorkriegsparität verfügen. Alle anderen Länder haben bereits den Schrecken der Inflation kennengelernt ober boch zumindest eine Abwertung ihrer Währungen vorgenommen. Es sind d i e Auswirkungen des Weltkrieges, die die Wirtschaft aller Länder und die Weltwirtschaft selbst aus ihrem Gleichgewicht gebracht haben. Auch heute noch bemühen sich die Länder, die Folgen dieses Krieges zu überwinden. Die Währungsabwertungen sind im Grunde nichts anderes gewesen als große Abschreibungen von Vermögenswerten, die nur noch auf dem Papier standen und praktisch schon längst nicht mehr vorhanden waren. Wenn überall die Wirtschaftskrise mit einer Abwertung verbunden gewesen ist, so liegt es nahe, daß eine Wirtschaftsgesundung auch mit einer Stabilisierung der Währund verbunden sein muß. Und insofern ist die Rundfunkrede Morgenthaus ein wichtiges Zeichen für ben Wunsch, bie Epoche ber Abwertung zu verlassen. Dor zwei Jahren noch hat Amerika die Weltwirt- schaftskonferenz auffliegen lassen, weil es sich weigerte, über eine Stabilisierung ber Währungen zu sprechen. Insofern ist also eine entscheibenbe Wenbung eingetreten. Ob sie allerbings schon unmittelbare praktische Folgen haben wirb, ist weniger wahrscheinlich. Denn sicherlich ist die Erklärung Morgenthaus nicht frei von innerpolitischen Rücksichten. Soweit die bisher aus Amerika vorliegenden Berichte über' bie Rebe erkennen lassen, hat Morgen- thau nur erklärt, baß Washington einer allgemeinen Währungsstabilisierung kein Hindernis in ben Weg legen wirb. Diese Bereitschaft beschränkt sich also auf ein rein passives Verhalten, ohne selbst sich zu einem aktiven Vorgehen entschließen zu können. Unb gerabe eine aktive Stellungnahme Amerikas ist für bie Frage einer Stabilisierung ber Währungen von entscheibender Bedeutung. Denn eine wirkliche Stabilität der Währungen kann nur erreicht werden, wenn gleichzeitig auch die Schuldenfrage gelöst wird. Von den politischen Schulden aber hat Morgenthau nicht gesprochen. Amerika hat es bisher stets von sich gewiesen, aus seiner veränderten Lage gegenüber der Vorkriegszeit die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Amerika ist von einem Schuldnerland inöie Stellung eines Gläubigerlandes aufgerückt. Es ist aber für eine geregelte Gestaltung der weltwirtschaftlichen Beziehungen notwendig, daß ein Gläubigerland bereit ist, Waren aus ben Schulbnerlänbern zu beziehen. Depn internationale Zahlungen finb nur möglich burch Warenlieferungen. Hier muß also Amerika mitarbeiten, benn man kann nicht ein Uebel beseitigen, ohne auch besten Ursache zu beseitigen. * Bei ber ausschlaggebenden Bebeutung ber amerikanischen Wirtschaftspolitik für bas gesamte Preisgefüge der Welt ist es bedeutungsvoll, daß der Senat am 14. Mai das Nira - Gefetz, das am 30. Juli abläuft, nur bis zum 1. April 1936 verlängerte, und da die Nira den Zwang enthält, die Gewinne aufzudecken, die Arbeitslöhne vorfchreibt und die Einstellung weiterer Arbeiter verfügt, fo ist damit ein Moment ber Unsicherheit in bie amerikanische Wirtschaft getragen worben, bas für Roosevelts Wirtschaftspolitik verhängnisvoll werben kann, wenn bas Repräsentantenhaus biefem kapitalistischen Schritt bes Senats, wo zahlreiche Anhänger birekt gegen Roosevelt stimmten, mitmacht. Denn bis zum 1. April wird sich jeber Geschäftsmann und Industrielle davor hüten, die Nira-Bestimmungen zu erfüllen oder neu in die Nira einzutreten. Dabei hat gerade der Beauftragte Oscar Johnston für bie Baumwoll. brauche soeben ein sehr pessimistisches Bild über die Lage bes Vaumwollmarktes gegeben, bas um PREISE: 1.80 u. 3.35 1/2 Liter 5.40 Eine immer gute Frisur .^—SEBALDS HAARTINKTUR sie macht das Haar voll und locker PREISE: r1,80 u. 3.35 ’/2 Liter 5.40 sollte 'S L°uHnie maulick keil bis Wer i gen Me doch nick schnell di her, daß dreißig £ stand. Wer n; Heilbronn Nrita do Nq u Ad, nicht ®.'e füfjrl "iterahirc Asbewch Mädchens »enbe Qni der Zeit Dra^n! Wer t oie m $ einer qi ringe, Seigte i ihres J JMfpie Ichenk j ettüQ5 c ^-r h oreser i Auck ü ^Wer ^ehicksa B°n de, und in! "ihre: te 5- $8ß. Ä ganse.«"1' der stillen Stuttgarts stelle unser erkennen' im Aus kende Pi und dies« zu hämn raten un tunis" di aller l Lebens jungen, l ten, Etat fchriftenoe Auswandi Vorträge, roher lieb Lassen 13003 allen De mäßig ir täglich sr ollen Zk 43 000 a Kartei ii fachen i und Bei Bände landsdeu 35000 3= eingesehe Man r den Wuc dieser Z- Gammlun führen lief allem, daß einziga einfach un daß mit theken d mühelos nächste G ladend d sich gern ganzen 1 listen m ihnen t werden. Biblioth Das n bautätigkei lichen u tu ms gei zugleich de VW 61 Auswel' lands-Inst Es geht vc Aus aller Welt so bemerkenswerter ist, als Johnston die Regierungs-Baumwolle in Händen hält. Auch dieser Bericht ergibt, daß die Zeit des Baumwollmonopols für die USA. vorbei ist. Aber positive Vorschläge enthält der Bericht nicht, ein internationales Abkommen der Baumwollproduktion, wie es wohl Zweck der Reise Johnstons war, ist nicht erreicht worden. Ob sich die feste Tendenz für alle Rohstoffe mit Ausnahme des Getreides, das in Amerika sehr schwach liegt, aufrecht erhält, ist ziemlich fraglich. Denn die Steigerungen auf dem amerikanischen Markt sind wohl nur in Erwartung einer weiteren Inflation erfolgt und haben noch lange nicht den Höchststand der Preise des Vorjahres erreicht. Die Londoner Markte für Wolle und Kupfer und Zinn und Blei waren fest infolge großer Hortungen, aber auch dieses Preisgebäude beruht auf sehr unsicherer und zum Teil spekulativen Elementen. Solange die UsA- zwischen Planwirtschaft und Individualwirtschaft schwanken, ist ein normales Preisgebäude eben nicht zu erzielen. platz in Venedig war in wenigen Stunden in einen See verwandelt. Auch in Verona und in seiner Um- qebunq wurden die tiefer gelegenen Gegenden überschwemmt. Auf dem flachen Lande richtete das Unwetter schwere Beschädigungen in der Landwirtschaft an. Der vom Sturm gepeitschte Lago Maggiore ist um fast einen Meter gestiegen. Die Berge um Stresa haben ganz plötzlich wieder neue Schneehauben erhalten. Die Temperatur sank empfindlich. Auch von der Rivieraküste werden starke Stürme gemeldet. 3m Segelflugzeug mit Hilfsmotor von London nach Paris. — Glänzende Leistung Sronfelds. Der österreichische Segelflieger K r o n f e l d ist in einem mit einem 15-PS-Motor ausgerüsteten Segelflugzeug auf dem Londoner Flughafen Croydon aufgestiegen und nach einem über vierstündigem Fluge auf dem Pariser Flughafen Le Bourgö gelandet. Kronfeld hat die 375 Kilometer lange Strecke mit einem Flugdurchschnitt von 90 Kilometern in der Stunde und einem Brennstoffverbrauch von nur 17 Litern zurückgelegt. Zwei ostpreußlfche Elchkälber reisen im Flugzeug nach Berlin. Eine ungewöhnliche Fracht brachte ein dreimotoriges Iunkersflugzeug „Ju 52" aus Königsberg nach Berlin mit: zwei Elchkälber, die auf Anordnung des Ministerpräsidenten General Göring aus Ostpreußen geholt worden sind, um den Wildbestand der Schorfheide zu bereichern. Die kleinen vierbeinigen Fluggäste, die erst wenige Tage alt sind, haben den 31/2ftünbigen Flug durch Böen und Regenwolken offenbar recht gut überstanden. Sie sahen sich, als ein Forstbeamter sie auf dem Arm aus der Maschine trug und liebevoll auf den Asphalt des Flugplatzes absetzte, einem großen Kreis von Presievertretern und Photographen gegenüber, und man merkte es ihren verdutzten Aeuglein an, daß sie aus dem Staunen nicht herauskamen. Neugierig beschnupperten sie die merkwürdige Umwelt. Man hatte sie während des Fluges im Passagierraum untergebracht, und die Fluggäste gaben sich alle Mühe, ihnen diesen zwangsweisen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Nach kurzer Zeit wurden die Tierchen in einem kleinen Privat- auto in die Schorfheide gebracht. Die beiden Elchkälber stammen aus dem Gebiet am Kurischen Haff und sind in freier Wildbahn gefangen worden. Säugling von einer Ralle überfallen. In Frankenberg (Eder) brachte dieser Tage eine Frau ihr drei Wochen altes Kindchen zll Bett und begab sich darauf in die Küche; als sie wenig später, auf das klägliche Geschrei des Säuglmgs, an das Bettchen des Kindes eilte, fand sie das Gesicht des Kleinen über und über mit Blut bedeckt. Der schnell herbeigeholte Arzt stellte fest, daß das Kind von einer Ratte gebissen worden war. Nach kurzem Suchen fand man auch eine mittelgroße Ratte, die nach einem Ausgang suchte. Wie man annimmt, ist die Ratte vorn Kornboden ms untere Stockwerk gelaufen und so ins Schlafzimmer des Kindes gelangt. Die RotekreuzTagung in Düsseldorf. Im weiteren Verlauf der Rote-Kreuz-Ta- gung in Düsseldorf sprach Frau Herdickerhoff über Frauenarbeit unter dem Roten Kreuz. Oberregierungsrat Dr. Cropp nahm das Wort zu dem Vortrag „Staat und Volksgesundheit . Er betonte, daß wir, wenn wir gesund bleiben wollten, den Rassegedanken und die Volksgesundheit pflegen müßten. Hierauf sprach Hauptamtsleiter Pg. H i l- genfeldt über „Die Zusammenarbeit in der freien Wohlfahrtspflege". Notwendig für die Arbeit und den Erfolg sei nur die einheitliche Fuh- rung und die Zusammenfassung aller hilfsbereiten Kräfte. Das Winterhilfswerk fei das Muster einer Gemeinschaftsarbeit, die unter einer zentralen Leitung stehe. Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t dankte bei dieser Gelegenheit dem Roten Kreuz für seine große Mitarbeit und Hilfe im Winterhrlfs- werk. Eine weitere große Gemeinschaftsaufgabe sei die Durchführung des Hilfswerks „Mutter und Kind". Zum Schluß sprach die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klinck, die den Rednern und Rednerinnen dankte. Besonderen Dank zollte sie der Fürstin zu Wied für die stets bewiesene Treue und Selbstlosigkeit in der Erfüllung ihrer Wieder Winter in München. Wie in den Bergen und im bayerischen Oberland ging am Donnerstagabend auch in München und Umgebung der Regen in ein dichtes Schneegestöber über, das bis in die Morgenstunden des Freitag anhielt. Wenn auch auf den Straßen der Stadt der Schnee nicht mehr liegen blieb, schimmerten doch die Dächer, Bäume und Grünflächen am Freitagfrüh im schönsten Winterkleid. Wie aus Kempten gemeldet wird, hat sich der Winter- e i n b r u ch in der dortigen Gegend doch schlimmer ausgewirkt als ursprünglich angenommen wurde. In den Mittagsstunden des Donnerstag setzte auch im Tal heftiges Schneegestöber ein, das bis in den Abendstunden dauerte. Der Schaden der Kulturen ist groß. Auf dem nahen Buchenberg liegt der Schnee 20 Zentimeter hoch. Das Niedergehen von wässerigem Schnee hielt in München auch in der neunten Morgenstunde an. Auf den Dächern und auf den Wiesen, die eben noch herrlich im Schmuck der Frühlingsblumen prangten, und auf den grünenden und blühenden Bäumen ist der Schnee liegengeblieben. Die blühenden Bäume, die Fliedersträucher usw. bieten, tief niedergedrückt von dem Gewicht des Schnees, einen traurigen Anblick. In den Gärten und Anlagen sind die Pflanzen und Gräser vom Schnee in den Boden eingedrückt worden. Vielfach sieht man starke Aeste herumliegen, die von der Last des Schnees abgeknickt wurden. Eine derartige Winterwitterung mitten in der Blütezeit der zweiten Maihälfte ist feit Jahrzehnten nicht zu verzeichnen gewesen. Wolkenbrüche in Rorditallen. lieber ganz Norditalien gingen am Donnerstag schwere Wolkenbrüche nieder. Der Markus- freiwillig übernommenen Pflichten. Die Frauen aller Stände und Klassen müßten zusammengefaßt werden, um gemeinsam am Aufbauwerk des Füh- rers mitzuarbeiten. So wie die Wehrkraft die Männer eine, so eine das Muttersein die Frauen aller Stände und Klassen. Dreißig chinesische Fischer ertrunken. Das Gebiet von Sutschon in der mittelchinesischen Provinz Kiangsu ist weithin von einem schweren Hagel st urm verwüstet worden. Auf dem Huchu- See kenterten mehrere hundert Fischerboote. Dabei ertranken 30 Fischer. Auch der Schaden an der Ernte ist sehr groß. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Westdeutschland liegt noch immer im Bereich der aus Norden kommenden kalten Luftströmungen, doch bringt eine wärmere und feuchtere Luftzufuhr mit vielfacher Bewölkung, namentlich in Mutelund Ostdeutschland, auch Niederschläge von Norden herein. Die Unbeständigkeit des Wetters setzt sich weiter fort und führt voraussichtlich zu einem Tiefdruckgebiet in Mitteleuropa. Auch ist eine Erwärmung wahrzunehmen. Wetteraussichten für Samsta g: Zunächst noch aufheiternd und nachts wieder kälter, dann Bewölkungszunahme und stärkere Niederschläge. Vorwiegend westliche Winde. Wette raussichten für Sonntag: Vor- wiegend bewölkt und unbeständiges Wetter, aber etwas wärmer. . Lufttemperaturen am 16. Mai: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 5,7 Grad; am 17. Mai: morgens 5 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Mai: abends 12,4 Grad; am 17. Mai: morgens 9,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,4 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thykiot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigemeiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ph Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr< Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Herren- und Knabenkleider... Sclineiflcr• SdlBCifler Faäjjesäin l8MS NeustadTTo I In tiefer Trauer: Katharine Kreiling Wwe., geb. Erb Heinrich Lotz und Frau Marie, geb. Kreiling • Anna Lotz Wwe., geb. Kreiling Heinrich Deibel und Frau Luise, geb. Kreiling Friedrich Werner und Frau Karoline, geb. Kreiling nebst 6 Enkeln und 1 Urenkel. Wieseck, den 16. Mai 1935. Die Beerdigung findet Samstag, den 18. Mal, nachmittags X30 Uhr, vom Sterbehaus, Turnstrafie 8, aus statt. Unerwartet verschied heute nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Frau Margarete Kreiling Wwe. geb. Dech im Älter von 80 Jahren. Auch ein Anzug oder Mantel hat sein Gesicht - eki alltägliche* oder ein besonderes. Unser fachmännischer Stolz besteht darin, unsere Herrenkundschaft in einer Kleidung zu sehen, deren Gesicht auffallend markant ist. Deshalb legen wir auf die plastische Verarbeitung, auf besondere charakteristische Formen großen Wert Auffällig ist diese Ausführung bei Köhlers Sport-Anzügen, die sich daher auch großen Zuspruches erfreuen. — Trotzdem sind die Sommer-Anzugs-Preise von nur....Mk. 38.- 48.- 58.- und Sport-Anzugspreise von nur...Mk. 32.- 38.- 48.- Auch allerfeinste Modellstücke herrlicher Anzüge und Mäntel aus Deutschlands ersten Werkstätten finden Sie im Haus Köhler in großer Auswahl. — Teuer? Noch nie war Köhler teuer - im Gegenteil. Kartossel-Ankauf. Die Landes-Heil-u. Pflegeanstalt Gießen kauft etwa 200 Ztr. gelb» fleischige ausgelesene Speisekartoffeln. Angebote sind bis seeeD Mnslllg. Zl.moi 1935,üonnitt.ioiiüt einzureichen. Sorte ist anzugeben. Gießen, den 16. Mai 1935. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. " Pickel, Mitesser und Flechten verschwinden durch meöninal Herba-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfc> Zur Nachbehandlung Herba- Creme. 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Mai 1935, vormittags 8 Uhr (Zusammenkunft in der Hamm- straße an der Wieseckbrücke) eine Böschung an der Wieseck, die Böschungen an den Kläranlagen, ver- schiebens Klee- und Grasstücke an der Kläranlage, am Leihgesterner-, Aul-> Erdkauter und Schiffen- berger Weg sowie sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Lahn und Licher Straße. Mittwoch, den 22. Mai 1935, vormittags 8 Uhr (Zusammenkunft am Alten Röd- gener Weg an der Sandgrube bei der Liebigshöhe), die Grasnutzuna von den Schneisen und Mähplatten der städtischen Waldungen, ferner drei Kleestücke an der Sandgrube bei der Liebigshöhe und eins an der Alten Marburger Straße sowie ein Grasstück an der Ederstraße und zwei an der Lahn unter dem Felsen, eins in der Wiesenstrahe, weiterhin sämtliche Feld- wege und Gräben zwischen Licher Straße und Lahn. Kleinere Beträge können bei der Versteigerung sofort entrichtet werden. 2962C Gießen, den 15. Mai 1935. Bürgermeisterei Gießen. Dr. Hamm, Bürgermeister. Janker mit grünem Kragen, hellen Hosen, Kletterwesten, Motorfahrer- Kleidung, absolut wasserdicht, Lederjacken, -Westen, -Hosen, -Hauben, Büro-Jacken, Garten- und Feldjoppen u. Hosen, Knaben- Kleidung, Seppi-Hosen, Trachten-Joppen, Kniehosen usw. Kurzum Sie finden Kleidung aller Art und in einer so großen Auswahl, daß Sie so recht nach Herzenslust wählen können. KOHLER-Kleidung steht über jeder Kritik - sie ist immer eine Note eleganter „ERES“-Mäntell im Alleinverkauf Eigene Zivil- und Uniformschneiderei • Gießen, Seltersweg Jungborn für das Blut Wacholder-Saft Glasv. 90«?an Versand n. ausw. Kräuterbads Jong i. d. Mäusbnrg 3uw«»etoBptangetr Schwarzarbeit können Arbeit- Angebote von Handwerkern nur mit ZUomen^nentrang u. unter Vorlage deaSewerbenochwestes ausgenommen werden. D erlag I tzas«ebeuer«nzeiger- Mederherdelfflfc^'U pTU Drei. Elgee, Seitenweg 68a Dreg. WiiterhoH, Innsplatx 10. versdwiftdea sicher u. seheelt dvrdi Frucht* • Schwanenweiß Ein fog^dfrisdi. Ge* tidit Jurdt IcbBnheltiwoMM Aphrodite Drog. Winterhoff, Krenzplatz 10 Nr. 114 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag.17. Mai IW Die Energiewirffchast in der Arbeitsschlacht !enn man und sich der Weltmarktlage anzupassen. W> also die deutsche Elektrizitätswirtschaft ourch Erteilung von Mehraufträgen und erhöhte Verwendung ihrer Erzeugnisse fördert, so stärkt man dadurch auch ihre Exportfähigkeit und damit die deutschen Exportaussichten überhaupt gerade auf demjenigen Gebiete, auf dem ein weiteres Vordringen am aussichtsreichsten ist. Man braucht also nicht zu befürchten, daß etwa für ein Vorwärtstreiben der Fronten in der Arbeitsschlacht kein geeignetes Terrain mehr vorhanden sein wird, wenn sich einmal die Möglichkeiten DAI. kämpft für Deutschland. Gitt Bericht über das Saus des „Deutschen Auslands-Instituts" in Stuttgart. Von Dr. Gerhard Hagenmeyer. befruchtet die meisten übrigen Wirtschaftszweige. Wenn dem Elektrohandwerker zusätzliche Arbeit gegeben wird, so finden dadurch fast immer auch andere Handwerkszweige, wie Maurer Tapezierer, Weißbinder usw. erweiterte Beschäftigung. Soweit aber bisher in der Energiewirtschaft noch ausländische Rohstoffe gebraucht wurden, ist man neuerdings in weitgehendem Maße dazu gelangt, diese Stoffe durch andere, im Inlande erzeugte, zu ersetzen. Es sei nur daran erinnert, daß es gerade in der Elektrowirtschaft gelungen ist, das Kupfer, das zum überwiegen- gen Teile eingeführt werden muß, durch in Deutschland erzeugtes Aluminium zu ersetzen und dadurch die deutsche Aluminiumindustrie' kräftig anzukurbeln. Endlich muß auch auf die Bedeutung einer möglichst leistungs- unti wettbewerbsfähigen deutschen elektrotechnischen Industrie für den deutschen Außenhandel und die deutsche Devisenwirt- schaft hingewiesen werden. Denn auf diese Industrie entfällt allein ein Drittel des Ausfuhrüberschusses, den Deutschland In den Jahren vor der Weltwirtschaftskrise erzielt hat. Auch während des Rückgangs der deutschen Ausfuhr hat sich der Export der Elektrizitätsindustrie als besonders widerstandsfähig erwiesen. Denn dieser Export beruht auf Qualitätsleistungen der deutschen Technik und der deutschen Forschung. Er ist daher gegen den Wettbewerb des Auslandes besonders gut gesichert. Anderseits ist es auch klar, daß der Auslandabsatz der deutschen elektrotechnischen Industrie um so mehr steigen muß, je mehr diese durch einen erhöhten Inlandabsatz instandge- ,setzt wird, in ihrer Preis st ellung auf die ver- mmderte Kaufkraft und den erstarkenden Konkur- tenzwillen anderer Länder Rücksicht zu nehmen Wenn bisher die Bauwirtschaft in der vordersten Front der Arbeitsschlacht gestanden hat, so wer- den, je länger und erfolgreicher diese Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit geführt wird, in desto größerem Umfang auch andere Zweige der Wirtschaft mit in diese Front einbezogen werden müssen. Das gilt insbesondere für die deutsche Energiewirtschaft, die als eine der großen Schlüsselindustrien hervorragend geeignet ist, zu einem Zurückdrängen der Arbeitslosenwelle beizutragen. In der deutschen Elektrowirtschaft sind heute schon annähernd 400 000 Volksgenossen beschäftigt, nämlich etwa 80 000 in den stromerzeugenden Elektrowerken, mindestens ebensoviele im Elektro- handwerk und mehr als 200 000 in der elektrotechnischen I n d u st r i e. Trotzdem könnte diese Wirtschaftsgruppe, da noch immer ein nicht geringer Teil der deutschen Haushaltungen und der deutschen Landwirtschaftsbetriebe außerhalb des Stromversorgungskreises steht, noch mindestens weiteren 100 000 Menschen Brot und Arbeit geben. Die Auswirkungen einer hierauf abzielenden orga- nischen Förderung der Elektrizitätswirtschaft würden aber weit über diesen Menschenkreis hinausgehen. Denn die Elektroindustrie ist, wie schon erwähnt wurde, eine Schlüsselindustrie von fast ebenso hoher Bedeutung und mit einem ähnlich weitreichenden Radius wie die Bauwirtschaft. Denn die Elektrizitätsindustrie braucht Rohstoffe der allerverschiedensten Industrien, und zwar fast ausschließlich solche, die im Inlands herge- stellt werden können, und deren Erzeugung deutschen Arbeitern Beschäftigung und Brot gibt. Eisen, Metalle, Preßstoffe aller Art, Porzellan, Glas, Spinnstoffe, Papier, Holz, Lacke und noch viele andere Stoffe werden in dieser Industrie verwendet und finden daher um so größeren Absatz, je mehr die deutsche Energiewirtschaft entwickelt und vorwärts gebracht wird. Mehrleistung der Elektroindustrie bedeutet zugleich Mehrarbeit für eine große Anzahl wichtiger deutscher Rohstoff- und Verarbeitungsindustrien. Ein Erfolg des Elektrofachs in der Arbeitsschlacht bringt für einen erheblichen Teil der deutschen Industrie vermehrten Umsatz und gesteigerte Beschäftigungsmöglichkeiten. Fast alle Zweige der Industrie und des Handwerks sind irgendwie mit dem Wohl und Wehe der Energiewirtschaft verbunden. Die Herstellung elektrischer Geräte und elektrischer Stromleitungen den. Auswanderer werden beraten und auf die rechten Bahnen geleitet. Dem schließt sich noch die Aufklärung und Werbung an durch die Mittel von Bild, Schrift und Wort, die reichen Sammlungs- und Erfahrungsschätze werden dazu ausgewertet. Vorträge, Aussprachen, Schulungsgemeinschaften, eine Monatszeitschrift „Der Ausländsdeutsche", eine Pressekorrespondenz, ein jährlicher Kalender und nicht zuletzt die wertvollen Ausstellungen aus Volksdeutschen Gebieten, die jeder im „Haus des Deutschtums" einmal sehen sollte — das rundet die Arbeit des Stuttgarter Auslandsinstituts ab und gibt ihm vollends den Charakter der vornehmsten Pflegestätte unserer großen deutschen Volksgemeinschaft. Wenn man seine Stellung im neuen Deutschen Reich bezeichnen will, so geschieht dies am eindeutigsten mit dem Hinweis, daß seine höchste Auszeichnung, der „Deutsche Ring", von dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler getragen wird. Wer einmal dieses Haus besucht hat, wird niemals wieder den tiefen Eindruck vergessen von der w e l t- weiten Zerstreuung der Deutschen, nirgends kann er tiefer in sie eindringen und unser tragisches Wanderschicksal tiefer verstehen und erkennen als an dieser umfassenden Sammlungsstätte. Und er wird sie verlassen mit dem einen Gedanken: teilzunehmen am Geschick auch unserer fernsten Volksgenossen, als einer aus dem großen Hundert-Millionenvolk. Vor zehn Jahren, am 21. Mai 1925, wurde das Haus des „Deutschen Auslands-Instituts" in Stuttgart eingeweiht. Wir bringen aus diesem Anlaß über eine der wichtigsten Stätten für die volksdeutsche Arbeit einen anschaulichen Bericht, der jedem Volksge- nassen zeigt, was in dieser einzigartigen Zentralstelle für Deutschland geleistet wird. Es ist ein Glückwunsch, den wir dem „Deut- schen Auslands-Institut" im Haus des Deutschtums in Stuttgart heute schreiben. Es ist aber, genau besehen, mehr ein Glückwunsch an uns, an uns alle, die wir die Früchte der Arbeit des DAI. genießen. Und das ist in Wirklichkeit das ganze deutsche Volk, so wenig auch der einzelne von der stillen Gelehrtenarbeit merken mag. Denn das Stuttgarter Institut ist das Archiv und die Pflegestelle unserer großen, unserer größten Volksgemeinschaft. „Das neue Deutschland hat seine gesamte Aufbautätigkeit so unbedingt auf die ursprünglichen und ewiaen Werte des Volkstums gestellt, daß jede Arbeit für das Volkstum zugleich der Gestaltung der deutschen Zukunft dient" — heißt einer seiner Leitsätze. Auf welche besondere Weise arbeitet nun das Aus- lands-Institut für die Gestaltung unserer Zukunft? Es geht von der Tatsache aus — die wir in ihrer erschütternden Bedeutung täglich aufs neue erleben und erkennen sollten —, daß j e d e r d r i t t e D e u t s ch e im Ausland lebt..Es ist keine nach außen wirkende Propagandastelle und überläßt es anderen, und diese Tatsache immer wieder ins Bewußtsein zu hämmern. Aber es will sammeln, pflegen, beraten^ und zeigen. So ist das „Haus des Deutschtums" die Stätte der gewaltigsten Sammlung aller Dokumente a u s l a n d s d e u t s ch e n Lebens, die gedacht werden kann. Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Berichte, Bilder, Filme, Karten, Statistiken, Ausstellungen; Buchoerlag, Zeitschriftenverlag, Auskunfts-, Wirtschaftsoermittlungs-, Auswanderer - Beratungsstelle; Familienforschung, Vorträge, Schulungskurse — das ist nur ein ganz roher Ueberblick über dies ungeheure Tätigkeitsfeld. Lassen wir für kurze Zeit die Zahlen sprechen. 1300 Zeitschriften, 4 0 0 Zeitungen aus allen Deutschtumsgebieten der Erde gehen reael- mäßig in diesem Hause ein und stehen uns allen täglich frei zur Verfügung. 100 000 Ausschnitte aus allen Zeitungen werden verwaltet und geordnet. 43 000 auslandsdeutsche Organisationen sind in der Kartei übersichtlich verzeichnet, über 30 000 Drucksachen und Berichte von Schulen, Einrichtungen und Verbänden stehen zur Benutzung. 60 000 Bände bilden die vollständigste Sammlung aus- londsdeutscher Schrifttumskunde. 10 500 Karten, 35 000 Bildpositive über 3000 Bildklischees können eingesehen und entliehen werden. Man muß erst Atem holen nach dieser sprechenden Wucht der nackten Zahlen. Als der Schreiber dieser Zeilen sich einmal durch die Räume und Sammlungen dieses äußerlich so schlichten Hauses führen ließ, machte ihm den tiefsten Eindruck von allem, daß dies ungeheure, man kann ruhig sagen einzigartig vollständige Material so einfach und übersichtlich geordnet und verwaltet ist, daß mit einem Griff in die raffinierten Kartotheken die schwierigsten, abgelegensten Fragen mühelos beantwortet werden können. Und der nächste Eindruck war der, wie großzügig und einladend diese reichen Schätze aktiviert und zugänglich gemacht sind. Denn sie sollen ja nach ihrer ganzen Bestimmung nicht im geheimen für Spezialisten modern, sondern jeder Deutsche soll an ihnen teilnehmen und von ihnen durchdrungen werden. Lesesäle für die Zeitschriften und die Bibliothek stehen offen; alle Bücher, die allgemeines Interesse haben, werden in einem besonderen Buchdienst nach auswärts verliehen, die Bilder und Filme werden durch den „v o l k s d e u t s ch e n B i ld e rd i e nst" unentgeltlich ausgeliehen; wenn man will zugleich mit fertigen Textoorträgen. Das zweite große Arbeitsgebiet des Instituts ist die vermittelnde, beratende und helfende Tätigkeit. „Mit dieser Tätigkeit dient das DAI." — um es mit feinen eigenen Worten zu sagen — „dem wirtschaftlichen Leben und der wirtschaftlichen Vermittlung. Ihr Ziel ist die Schaffung einer wirtschaftlichen Verflechtung von Reich und Auslandsdeutschtum, die auf alle erreichbaren, wirtschaftlich gesunden gegenseitigen Beziehungen der Produktion und des Handels gegründet ist. Sie dient dem Auslandsdeutschtum ebenso wie der reichsdeutschen Wirtschaft." Tausende von freiwilligen Mitarbeitern in allen Ländern schicken dem Institut regelmäßig Berichte von überall her über die kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse der fremden Länder und ihrer auslandsdeutschen Bewohner, über Arbeits- und Währungslage, Klima und besondere Bedingungen. Rechtsfragen und Vorträge können geprüft, Beziehungen vermittelt werKE KZ ■ Der älteste noch lebende Ziekenhusar. Die ehemaligen Zietenhusaren hielten in Rathenow ihren Regimentsappell ab, an dem auch der älteste noch lebende Zietenhusar teilnahm. Es ist der ehemalige Regimentssattler Erk, der von 1859 bis 1908 bei den Husaren diente und jetzt 9 5 Jahre alt ist. Unser Bild zeigt ihn im Gespräch mit dem General der Kavallerie von Kayser. auf dem Gebiet des Wohnungsbaues und der öffentlichen Bauten infolge der Erfüllung der Programme vermindert haben werden. Die deutsche Energiewirtschaft bietet noch gewaltige Arbeits- beschaffungsmöglichkeiten, wenn hier in steigendem Maße finanzielle Kräfte der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft eingesetzt werden. Von einer fortschreitenden Elektrifizierung bes deutschen Verkehrs, des deutschen Haushalts und der deutschen Landwirtschaft wird die gesamte deutsche Wirtschaft Nutzen haben, weil jede erhöhte Auswertung heimischer Energiequellen für die verschiedensten Wirtschaftszweige Mehrabsatz und Mehrarbeit schafft. Namentlich in den agrarischen Teilen Deutschlands sind hier noch fast unbegrenzte Möglichkeiten für eine erfolgreiche Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vorhanden. Es sei in diesem Zusammenhänge nur daran erinnert, daß z. B. der Stromabsatz des Ostpreußenwerks im letzten Jahre um 25 v. H. gestiegen ist. Das ist ein Erfolg der ostpreußischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen' der Reichsregierung und auch der Stärkung der Kaufkraft der ostpreußischen Landwirtschaft. Hier und in anderen Bezirken des deutschen Ostens sind noch weitere bedeutungsvolle Ziele für die Arbeitsschlacht des Jahres 1935 vorhanden. _____ KHFFEE HflG jetzt in der luftleeren Dose: stets frisch wie am Tage der Röstung Die Gorma. Von Dr. Johannes Günther. Die Schauspielerin Agnes Sorma würde heute, am 17. Mai, 70 Jahre alt. Wer war Agnes Sorma? So fragen die jungen Menschen heute wohl schon. Diese Frage ist doch nicht so sehr verwunderlich. Schauspieler sind schnell vergessen. Und es sind etwa zwanzig Jahre her, daß Agnes Sorma zuletzt spielte, und an die dreißig Jahre, daß sie auf der Höhe ihres Ruhms stand. Wer war die Sorma? Sie spielte Kätchen von Heilbronn und Kätchen die Widerspenstige, die Edrita von Grillparzers „Weh dem, der lügt", die Porzia und die Julia, auch die Hebbelsche Clara und, nicht 314 vergessen, die Minna von Barnhelm. Sie führte auch viele Rollen, deren Namen die Literaturgeschichte nur für unbedingt Interessierte aufbewahrt: Rollenwesen, die dem Typ des jungen Mädchens, des jungen Weibes um die Jahrhundertwende angehörten und den trüben Zivilisationskitsch der Zeit an sich trugen. Aber wenn die Sorma selbst diese noch mit dem Wesentlichen ihrer Kunst- lerpersönlichkeit durchsonnte, so mußte sie vollends dichterisch wichtige Rollen ihrer Bühnenepoche, aus Dramen Ibsens, Hauptmanns, Schnitzlers, Shaws, zum Siege führen. Wer war Agnes Sorma? Eine Schauspielerin, die in Berlin dreimal, jedesmal unter dem Stern einer glückhaften Regie, jedesmal drei bis fünf Jahre lang, also nie zu kurz und nie ermüdend lange, schönste Kraft menschlicher Darstellungskunst zeigte und von dieser Stätte aus, dieser Stätte ihres Werdens und ihrer steten Erneuerung, auf Gastspielreisen Deutschland, Europa, ja die Welt begeisterte: nicht mit blendender Technik, nicht mit routinierter Mache, sondern mit ehrlich dargestellter Fraulichkeit, reichend von Gelöstheit und Heiterkeit bis zu Ernst und Schmerzensreichtum, immer geführt von einer sicheren Vornehmheit, ein Geschenk für das Ensemble — denn ihm teilte sich etwas von ihrer schönen Natürlichkeit mit, auch von ihrer hohen Lust am Werk zu schaffen. Noch ist dieser und jener unter uns, der unter dem Eindruck ihres tiefen Blicks und des Molltons ihrer Stimme gestanden hat. Wer war die Sorma? Eine Trägerin seltsamen Schicksals, die in verhältnismäßig jungen Jahren von der Bühne schied, die eine gute Mutter war und im Kriege eine treue Soldatenpflegerin, und die dann in Amerika, in Arizona, ihre letzten Jahre zubrachte, in Farmer-Atmosphäre und doch eigentlich ohne Abenteuerlichkeit, nein, Bilder vom Ende ihres Lebens sehen der greifen weißen Eleonore Düse ähnlich. Wer war die Sorma? Vielleicht eine unsterbliche Kraft, die sich schon im achtzehnten Jahrhundert in der frühvollendeten Charlotte Ackermann Erscheinung schuf und auch in der von Goethe gerühmten Friederike B e t h m a nn - Unze l m a n n , und die nun vielleicht wieder in schönsten Leistungen der Käthe Dorsch auftaucht oder in der jungen Erika Dannh 0 f wiederzukehren verspricht. „Polenblut." Die lange Reihe der verfilmten Operetten hat die Bavaria mit Oscar N e d b a l s „Polenblut" fortgesetzt. Da wir das Original vor nicht langer Zeit hier auf der Bühne gehabt haben, ergibt sich Gelegenheit, die beiden Fassungen miteinander zu vergleichen. Das Drehbuch von Peter Ort weicht von der Bühnenform nicht unerheblich ab, doch bleibt die lustspielmäßige Gegenüberstellung der Helena Zaremba und des Grafen Bolko auch hier im Mittelpunkt der Ereignisse, und die Verwandlung der Helena in eine ebenso tüchtige wie hübsche Wirtschafterin, die das verwahrloste und ausgepfän- dete Gut des von ihr geliebten Grafen mit Energie und drastischen Sanierungsmethoden wieder in die Höhe bringt, ist die eigentliche Pointe auch in der Filmhandlung. Diese Helena ist eine neue Paraderolle für Anny Ondra, die ihren letzthin ziemlich übersteigerten grotesk-komischen Darstellungsstil hier auf ein angenehmes, lustspielhaft-menschliches Maß zurückführt und auch gesanglich den mancherlei lieber« raschungen des Drehbuchs geistesgegenwärtig gewachsen bleibt. Ivan Petrovich gibt den Bolko mit kavaliersmäßigem Anstand, doch hat man den Eindruck, daß er in einer ernsthaft-dramatischen Rolle (wir denken etwa an den „Letzten Walzer") mehr zu geben vermocht hätte. Sehr nach vorne spielt sich auch hier wieder der schon aus vielen Filmen bekannte Wiener Komiker Hans Moser in der Rolle des Jan Zaremba. Hilde Hildebrand, als Wanda eine pikante Gegenspielerin der Helena, Margarete Kupfer und Rudolf Carl sind vom Ensemble noch hervorzuheben. Regie führt, wie immer bei Anny Ondra , Karl L a m a c : glatt und gefällig; das Tempo könnte gelegentlich etwas lebhafter fein; rein filmisch am besten gelungen scheinen uns die Traumszene, ein paar malerische Landschaften und das musikalisch und räumlich grotz- rügig entwickelte Erntefest -um Schluß. — Der Film sand im Lichtspielhaus ein angeregtes Publikum. Im Beiprogramm interessiert neben der Wochenschau, auf die wir am Dienstag bereits aufmerksam gemacht haben, ein Kulturfilm aus Indien unter dem Titel „Götter, Tempel und Fakire." Dom Fischreiher. Der Fischreiher, der in Deutschland immer seltener geworden ist, steht in einem schlechten Ruf; er gilt als ein unverbesserlicher Fischräuber, und wenn er auch in vielen Gegenden geschont wird, so geschieht das nur, weil er von der Gefahr des Aussterbens bedroht ist. In den Kreisen der Fischer begegnet man ihm noch immer mit Mißtrauen, ja mit offener Feindschaft. Die llebertreibungen in der Literatur mögen übrigens viel dazu beigetragen haben. Studienassessor S. U l b r i ch teilt nun in der im Hugo Bermühler Verlag Berlin erscheinenden Zeitschrift „Der Naturforscher" nach feinen Beobachtungen in der Umgebung von Magdeburg mit, daß sich der Fischreiher dort als ein fleißiger Mäuseoertilger erwiesen habe. Jedenfalls wurde das Tier mehr auf den Wiesen und Feldern als an den Gewässern angetroffen. Besonders häufig suchte es die Stoppelfelder zur Zeit der Kornernte auf, also gerade dann, wenn die Mäuseplage ihren Höhepunkt erreicht hat. Erne Untersuchung der Reiher- Gewölle, der Ballen von unverdauten Haaren, die von den Tieren wieder ausgewürgt werden, hat eine Bestätigung dieser Annahme ergeben; die meisten setzten sich nur aus Mäusehaaren zusammen. Aufschlußreich waren auch die Panzerreste des Gelbrandkäfers, die beweisen, daß der Fischreiher diesen schädlichen Käfer, der erfahrungsgemäß die Fischbrut angreift, den Garaus macht. Ueberdies wird behauptet, daß der Vogel ein Vertilger der gefürchteten Wollhandkrabbe fein soll. „Es würde zu weit gegriffen fein, wenn man auf Grund der nützlichen Eigenschaften des Fischreihers für feinen vollständigen Schutz eintreten wollte. Aber in vielen Gegenden unseres Vaterlandes sollte man auf die Erhaltung des schönen und in feiner Lebensweise so bemerkenswerten Vogels mehr bedacht fein, damit ihn nicht dasselbe Geschick ereilt, das den ihm in vieler Hinsicht ähnlichen Kormoran getroffen hat." Zeitschriften. Im Maiheft der „Berliner Monatshefte", Zeitschrift zur Vorgeschichte und Geschichte des Weltkrieges (herausgegeben von Dr. h. c. Alfred von Wegerer, Quaderverlag, Berlin W 15) wendet sich Kurt Jagow in einem Aufsatz .Die Schuld am Zarenmord" in ausführlicher Ünterju« chung gegen die von dem ehemaligen französischen Botschafter in Petersburg, Maurice Paleologue, erhobene Anklage, daß das Blut des 1918 von den Bolschewisten ermordeten Zaren und seiner Familie an den Händen des deutschen Kaisers klebe. Er sei der einzige gewesen, der den unglücklichen Zaren hätte retten können. Iagows Beweisführung zeigt, daß die Verantwortlichkeit für das Schicksal der Zarenfamilie nicht auf der deutschen Regierung lastet. Aus dem unveröffentlichten Dokumentenmaterial des Auswärtigen Amtes geht klar hervor, daß die deutsche Regierung sich der Lage der Dinge nach ernstlich bemüht hat, die über dem russischen Kaiserhause schwebende Gefahr abzuwenden. Zu zwei Ereignissen, die sich im Mai zum 20. Male jähren, der Torpedierung der „Lusitania" und dem Eintritt Italiens in den Weltkrieg, nehmen Vizeadmiral a. D. Spindler vom Marine-Archiv und Dr. Carl Mühling Stellung. Spindler weist nach, daß der Lusitaniafall zunächst in der amerikanischen Öffentlichkeit objektiv betrachtet worden ist. Hätte sich Wilsons Politik mehr nach der Majorität des amerikanischen Volkes gerichtet, wäre ein deutsch-amerikanischer Ausgleich über die U-Boot- Kriegsührung damals möglich gewesen. Mühling gelingt es, sehr eindrucksvoll „die Mobilisierung der Geister", und das listige diplomatische Doppelspiel der italienischen Regierung herauszuarbeit"n — Im Maiheft der „Z e i t w e n d e" (Wichern- Verlag, Berlin-Spandau, Ev. Iohannesstift) widmet dem Entschluß des Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit Major Edgar Röhricht, Leiter der Pressegruppe im Reichswehrministerium eine klare, soldatisch knappe Betrachtung, die davon zeugt, daß sich unsere Reichswehr nicht nur der Verantwortung bewußt ist, die ihr der Aufbau des neuen Volksheeres auferlegt, sondern daß sie auch die Kraft zur Lösung dieser Ausgabe mitbringt. Ein Essay von Tim Klein über das dramatisch-tragische Geschick eines der größten Soldaten der Weltgeschichte schließt sich an: des englischen Generals Gordon, dessen bis in den Tod bewährtes Heldentum ganz in feinem unerschütterlichen christlichen Gottesglauben wurzelte und der bei aller soldatischen Strenge von echter Nächstenliebe gegen die ihm anvertrauten Farbigen beseelt war. Tötet christlicher Glaube den heldischen Sinn? Hier haben wir, in einem lebendigen Menschenbild, an dem sich nicht rütteln und deuten läßt, die Antwort auf eine Frage, die heute viele Deutsche- bewegt. Frontkämpfergeist ist es auch, der in Frankreich eine politische Erneuerung anftrebt, die lieber- Windung des Parlamentarismus und der „Ideen von 1789". Hierüber berichtet Ernst Schüfe, während Wilhelm Koblbaas in das ebenfnfk durch krieaerikch- Gldatstche Haltuna bestimmte Werden des Südslawenstaates einführt. Wirtschaft. Oie Ln-ustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 777: Der deutsche Konsul in Zagreb, Herr Dr. Freundt, wird am 31. Mai 1935, vorm. 9.30 Uhr bei der Außenhandelsstelle Frankfurt a. M. für Sprechstunden über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Jugoslawien zur Verfügung stehen. Anmeldungen für diese Sprechstunden sind an die Außenhandelsstelle 3U richten. 778: Neue Bestimmung für den Verrechnungsverkehr Frankreich mit Deutschland. Die in den Verpflichtungs-Erklärungen und Rechnungskopien enthaltenen Formeln „sincere et v£ri- table" sind in jedem Falle von dem Unterzeichneten handschriftlich einzutragen. 779: Neue Umrechnungkurse in den Güter- und Tieroerkehren mit Dänemark, Norwegen und Schweden. 780: Neue Einzahlungskurse für Postanweisungen nach dem Auslande. 781: Die Abänderungen des lettischen Einfuhrzolltarifs. 782: Auch „Auslandsgespräche mit Voranmeldung vom Empfänger zahlbar" zugelassen. Vom 15. 5. an werden im Fernsprechverkehr mit Oesterreich R-Gespräche zugelassen. 783: Neue Anordnung des Reichswirtschaftsmjni- fters über die künftigen Sommer- und Winterschlußverkäufe. 784: Regelung des Ein- und Verkaufs von neuen und gebrauchten Jute- und Jutemischerzeugnissen, Anordnung 8 der Ueberwachungs- stelle für Bastfasern. 785: Das Reichsgüterkursbuch, Ausgabe Sommer 1935, liegt der Kammer vor und kann eingesehen werden. Oer deutsche Außenhandel im April. Die Einfuhr betrug im April 359 Millionen RM. gegen 353 Millionen RM. im Vormonat. Zugenommen hat die Einfuhr von Rohstoffen und in geringem Maße von Fertigwaren. Die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken hat im April weiter leicht abgenommen. Zurückgegangen ist die Einfuhr von Butter, Eiern und Südfrüchten, der eine Erhöhung der Einfuhr an Kaffee und Obst gegenübersteht. An der Steigerung der Einfuhr sind im wesentlichen nur überseeische Länder beteiligt. Beträchtliche Zunahmen ergeben sich vor allem bei den Bezügen aus Brasilien (Baumwolle), Argentinien (Oelfrücht^, Gerste)/ Britisch - Südafrika (Wolle), etwas gestiegen ist auch die Einfuhr aus den USA. (Baumwolle, Obst). Die Bezüge aus europäischen Ländern waren meist rückgängig. Abgenommen hat vor allem die Einfuhr aus Spanien (Südfrüchte, Küchengew>chfe), Norwegen (Tran), Großbritannien (bearbeitete Wolle), Dänemark (Butter) und Belgisch- Luxemburg (bearbeitete Wolle). Nennenswert erhöht war jedoch die Einfuhr aus Frankreich (Garne) sowie aus Rußland (Oelkuchen, Mineralöle). Die Ausfuhr war mit rund 340 Millionen RM. um 7 v. H. geringer als im März. Dieser Rück- gana stellt ausschließlich eine Saisonerscheinung dar. An dem Rückgang der Gesamtausfuhr sind in erster Linie Fertigwaren beteiligt, aber auch die Ausfuhr von Rohstoffen ist gegenüber dem Vormonat gesunken. An dem Rückgang der Ausfuhr ist die Mehrzahl der europäischen und überseeischen Länder beteiligt. Die Handelsbilanz, die im Vormonat mit 12 Millionen RM. aktiv war, schließt im April mit einem geringen Einfuhrüberschuß, und zwar in Höhe von 19 Millionen RM. ab. Diese Passivierung, die sich vorwiegend aus dem Verkehr mit den überseeischen Ländern ergibt, ist im wesentlichen als eine jahreszeitliche Erscheinung zu betrachten. Die Karioffelpreise. (LPD.) Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: In einzelnen Verbrauchsgebieten werden in Anerkennung der Vorratslage an Speisekartoffeln, insbesondere für gelbfleischige Sorten, teilweise über den Erzeugermindestpreisen liegende Preise bezahlt. Dies entspricht keineswegs der Marktlage, und es ist durchaus falsch, in Erwartung höherer Preise etwaige Kartoffelvorräte zurückzuhalten. Es wird von allen Erzeugern erwartet, daß sie zu den angemessenen Preisen, die ihnen während des ganzen Winters gesichert waren, auch jetzt ihre Speisekartoffeln zum Verkauf bringen und nicht durch höhere Preisforderungen eine künstliche Verknappung des Marktes an Speisekartoffeln Hervorrufen. Die bisher weniger gefragten Sorten, wie z. B. die Sorte „Ackersegen", haben vielfach vorzüglich überwintert und sind jetzt im Speisewert der „Industrie" durchaus ebenbürtig. Der bisher gültige Speisekartoffelmindestpreis in Höhe von 2,70 je Zentner für gelbfleischige Sorten und 2,50 Mark für weißfleischige Sorten ist durch Anordnung der Hauptvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschaft von 13. 5. 1935 zum Erzeugerfestpreis erklärt, der beim Ankauf vom Erzeuger weder unter-, noch überschritten werden darf. Diese Anordnung gilt von heute bis zum 15. Brachmond (Juni) 1935. Von dem Handel und den Genossenschaften wird erwartet, daß sie nicht durch Preistreiberei die Versorgung der Verbraucher zu angemessenen Preisen gefährden. Gegen alle Kreise, die nicht den Anordnungen Folge leisten, wird mit erheblichen Strafen vorgegangen werden. Oie Absatzregelung für Kartoffeln. Lpd. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Wie bereits durch die Presse bekanntgegeben wurde, ist ab 1. Mai 1935 die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft auf Grund der Verordnung über den Zusammenschluß der Kartoffelwirtschaft vom 18. April 1935 gegründet worden. Danach wird in Zukunft die gesamte Absatzregelung der Früh- und Spätkartoffeln durch den bei jeder Landesbauernschaft vorgesehenen Kartoffelwirtschaftsoerband durchgeführt werden. Hierfür werden in allernächster Zeit die endgültigen Anweisungen, die im wesentlichen eine Weiterführung und den Ausbau der bisherigen Maßnahmen und Einrichtungen vorsehen, erlassen. Um jede Störung und unerwünschte Mißverständnisse zu vermeiden, weist der Gebietsbeauftragte für Hessen-Nassau zur Regelung des Absatzes von Kartoffeln, der den Auftrag hat, vorläufig die Geschäfte weiterzuführen, ausdrücklich darauf hin, daß die bisherigen Bestimmungen bis zur Erteilung endgültiger Anweisungen in Kraft bleiben, daß also nach wie vor der Schlußscheinzwang beim Aufkauf von Kartoffeln beim Erzeuger bestehen bleibt und die Erzeugermindestpreise wie bisher zu beachten sind. * * Der Postscheckverkehr im April. Die Zahl der Postscheckkonten ist im April um 708 auf 1056 456 gestiegen. Aus diesen Konten wurden bei 66,7 Millionen Buchungen 10 317 Mill. Mark umgesetzt. Davon sind 8 466 Mill. Mark oder 82,1 v. H. bargeldlos beglichen worden. Das Guthaben auf den Postscheckkonten betrug am Monatsende 575,5 Mill. Mark, im Monatsdurchschnitt 592,2 Mill. Mark. * D i e Roheisengewinnunq des Deutschen Reiches im April. Die Roheisengewinnung im Deutschen Reich betrug im April (30 Arbeitstage) 933 076 Tonnen, gegen 1 000 283 Tonnen im März (31 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im April durchschnittlich 31103 Tonnen erblasen. ' * Stark erhöhte Papiererzeugung in Deutschland. Im Januar und Februar hat die papiererzeugende Industrie (Papier, Pappe, Zellstoff, Holzstoff) den Rückgang der Produktion in der Krise zu 89 v. H. wieder aufgeholt. Am stärksten ist seit 1932 die Produktion von Zellstoff gestiegen, dagegen hat sich die Erzeugung von Ganzzeug (Papier und Pappe) etwas weniger stark gehoben. Die Holzstoffproduktion hat keine größere Bedeutung als selbständige Industrie mehr. Die Ausfuhr von Zellstoff hat sich 1934 — nach Rückgang im Jahre 1933 — mengenmäßig recht günstig entwickelt. Der seit 1931 anhaltende Ausfuhrrückgang bei Papier scheint in den letzten Monaten zum Stillstand gekommen zu sein. Die Pappenindustrie hatte ihren Export bis Anfang 1932 noch steigern können, obwohl ihre Ausfuhr seitdem allmählich sinkt, war sie im vergangenen- Jahre noch etwas größer als 1928. * Elektriziläts AG. vorm. Schuckert & C o., Nürnberg. Die Gesellschaft schlägt für 1934/35 aus dem Reingewinn von 2503344 (2375706) Mark, wovon 352 342 (1 186 098) Mark auf den Vortrag entfallen, die Ausschüttung einer Dividende von 4 v. H. wie i. V. vor 335 790 Mark sollen aus neue Rechnung oorgetragen werden. Für Tilgung und Verzinsung der Genußrechte für Altbesitz an Markanleihen sind 144 190 Mark bestimmt.' Der Geschäftsbericht stellt fest, daß die Wirtschaftsbelebung weitere Fortschritte gemacht habe. — Die Elektrizitäts- und Bahnbeteiligungen der Gesellschaft weisen ebenfalls eine günstige Entwicklung auf. * Frühbezugsverg'ütung für Superphosphat. Für Superphosphat-Aufträge, die zur Lieferung im Juni bestimmt sind und bis zum 25. Juni erteilt werden, gewährt die Deutsche Super- phosphat-Jndustrie eine Frühbezugsvergütung von 45 Mark je 15 Tonnen. Im übrigen gelten im Juni sowohl für Superphosphat, als auch für Superphos- phat-Mischungen die Maipreise weiter. Die Preisfestsetzungen für die ganze Herbstverbrauchszeit sind Ende Juni zu erwarten. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Fest. Frankfurt a. M., 16. Mai. Die Börse lag am Aktienmarkt ausgesprochen fest und lebhaft, dagegen wurden deutsche Renten stark vernachlässigt. Das Interesse der Kundschaft am Aktienmarkt hat stark zugenommen, die Kulisse verhielt sich heute dagegen abwartend, ohne aber als Abgeber ausgetreten zu sein. Angebot lag überhaupt kaum vor, nur in Bekula-Aktien kam in stärkerem Umfange Material heraus, das den Kurs um 2,65 v. H. auf 134 herabdrückte, wobei die Ausführungen des Berliner Stadtkämerers hinsichtlich der lOprozenti- gen Dividendengarantie verstimmten. Dagegen setzten andere Elektroaktien ihre Aufwärtsbewegung fort. So gewannen Schuckert und Felten je 1,65 d. H., Lahmeyer 1,75 v. H., Elektr. Lieferungen 1 v.H., Licht & Kraft 0,75 v. H. und AEG. bei immer noch lebhaften Umsätzen 0,40 v. H. Siemens blieben mit 164,50 behauptet. Chade A bis C gingen um 3 Mark auf 290 zurück. Stark befestigt waren ferner am Montanmarkt Mansfelder Bergbau mit 113,40 (111,25), da man nunmehr bestimmt mit 5 v. H. Dividende rechnet. Ferner erhöhten sich Rheinstahl um 1,40 v. H., Harpener um 0,75 v. H., Buderus um 0,65 v. H. Mannesmann und Stahlverein lagen gut gehalten, Klöcknerwerke bröckelten 0,40 v. H. ab. Lebhaftes Geschäft verzeichneten außerdem Schiffahrtsaktien, Hapag stiegen auf 32,90 bis 33,50 (32,25), Nordd. Lloyd auf 34,90 bis 35,50 (34,75). AG. für Verkehrswesen lagen mit 86,75 (87) kaum behauptet. Aschaffenburger Zellstoff gingen nach der gestrigen Aufwärtsbewegung auf 88,75 (90,25) zurück, während Waldhof um 1,25 v. H. anzogen. Fest eröffneten noch u. a. Metallgesellschaft mit 101, also 2 v. H. über Pari, Deutsche Linoleum mit plus 1,25 v. H., Conti Gummi mit plus 0,90 v. H. Die Nebenwerte des Aktienmarktes wiesen zumeist Erhöhungen bis 0,50 v. H. auf. IG. Farbenindustrie lagen etwas ruhiger, blieben aber mit 147 bis 146,75 (146,75) behauptet. Der Rentenmarkt lag, wie erwähnt, stark vernachlässigt. Altbesitz gaben 0,13 v. H. nach, auch Kommunal-Umschuldung bröckelten weiter etwas ab, während im übrigen keine Veränderungen zu verzeichnen waren. Am Auslandsrentenmarkt zeigte sich erneut Interesse für Mexikaner, 5 o. H. innere 6,40 (6,25), ferner waren im Freioerkehr russische Vorkriegsanleihen aus dem bekannten Grunde weiter befestigt bei ziemlich lebhaften Umsätzen, außerdem erhöhten sich 5 v. H. Eisenbahn-Bosnier auf 16,13 (15,75). Im Verlaufe blieb die Grundtendenz fest, das Geschäft wurde aber ruhiger und teilweise bröckelten die Kurse gegen den Anfang leicht ab, so IG. Farben, Schuckert und Schiffahrtswerte, nachdem letztere später weiter angezogen hatten. Bekula gingen ebenfalls weiter zurück auf 133,65, also insgesamt minus 3 v. H. Fest lagen andererseits Kaliaktien auf die Ausführungen in der HV. des Salzdetfurth- Konzerns. Aschersleben plus 2 v. H., Salzdetfurth plus 1 v. H. Der Rentenmarkt blieb auch in der zweiten Börsenstunde sehr still, die Kurse lagen indes unverändert. Der Pfandbriefmarkt hatte nur kleines Geschäft, auch Stadtanleihen fanden nur wenig Jnter- resse, die Kurse blieben aber allgemein gut behauptet. Von Industrie-Obligationen zogen 6 o. H. Stahlverein auf 101;90 (101,75) an. Von fremden Werten blieben 5 v. H. Silbermexikaner und Russen im Freiverkehr bei behaupteten Kursen recht lebhaft. Tagesgeld wurde auf 2,25 (2,50 v. H.) ermäßigt. Abendbörse fest. An der Abendbörse blieb die Haltung des Aktienmarktes fest, da von der Kundschaft weiter kleine Käufe erfolgten. Das Geschäft erreichte jedoch kein besonderes Ausmaß, und auch die Kursveränderungen gegen die Mittagsbörse blieben klein; in den meisten Füllen konnten sich die Kurse auf der erhöhten Basis gut behaupten. Leicht befestigt waren einige Montan-, Elektro- sowie Zellstoffaktien. Bekula lagen mit 133,75 (134) nur knapp gehalten, ferner Mansfelder mit 112,50 (112,75). IG.-Farben stiegen zunächst auf 147,50 (147,25), wichen aber später auf 147,25. Eßlingen Maschinen kamen nach Pause mit 84,75 (82) zur Notiz. Am Kassamarkt wurden Neu-Guinea in Anpassung an Berlin auf 155 (146) heraufgesetzt, Lux. Intern. Bank erhöhten sich auf 7,10 (6,50) Mark per Stück. Der deutsche Rentenmarkt blieb weiterhin vernachlässigt, die Kurse lagen unverändert. Befestigt waren erneut JG.-Farben-Bonds mit 130,50 (129,65). Am Auslandrentenmarkt lagen einige Stadtanleihen fest, so 4Z4proz. Budapest mit Kupon per 1. 7. 32 mit 66 (63,50), Lissaboner Stadtanleihen zogen, auf 56 (gestern 53,25) an. Weiter stark erhöht waren ferner Schweizer Bundesbahn- Anleihen, 4proz. notierten 174 (170), 3^proz. 166 (gestern 159,50), außerdem waren 3proz. Schweden v. 1888 gesucht, Taxe 115 (l. K. 111,50). Von Mexikanern zogen 5proz. innere auf 6,60 (6,55) an, im Freiverkehr biteben Russen-Prioritäten zu den erhöhten Mittagskursen beachtet. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 115,75, 6proz. Stahlverein 101,75, IG.-Farben-Bonds 130,50, Reichsbahn-VA. 123,13, 4^proz. Stadt Frankfurt v. 26 92, Commerzbank 93, DD-Bank 93,75, Bu» derus 99, Harpener 107, Mannesmann 80, Mansfeld 112,50, Rheinstahl 109,50 bis 109,90, Stahl- verein 81,40, AKU. 53,90, AEG. 39,65, Bekula 133,75, Deutsche Erdöl 112,40, Licht und Kraft 127, Eßlingen Maschinen 84,75, IG.-Farben 147,50 bis 147,25, Holzmann 92,50, Miag 90,50, Schuckert 112,25, Aschaffenburger Zellstoff 89,50, Waldhof 117,25, Südd. Zucker 171, AG. für Verkehr 86,25, Lloyd 35,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Mai. Auftrieb: Rinder 144 (gegen 52 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 13 Ochsen, 1 Bulle, 125 Kühe und Färsen 5, ferner 1 Färse zum Schlachthof direkt. Kälber 817 (959), Schafe 51 (60), Schweine 359 (389). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 (am 9. Mai 60), b) 51 bis 59 (52 bis 59), c) 42 bis 50 (42 bis 51), d) 32 bis 41 (32 bis 41). Hämmel b2) Weidemast- hämmel 40 (40), c) mittlere 36 bis 38 (36 bis 38), d) geringere 28 bis 31 (30 bis 35). Schafe nicht notiert. Schweine b) 47 bis 50 (47 bis 50), c) 46 bis 49 (46 bis 50), d) 42 bis 48 (42 bis 49). Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, ausoerfauft. Hämmel und Schafe langsam, bei Schafen Ueberstand. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Ueberstand: 114 Rinder, darunter 10 Ochsen, 101 Kühe und 3 Färsen. Schafe 10. Großhandelspreise f ü r Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischaroß- marktes: 1100 Viertel Rindfleisch, 826 halbe Schweine, 225 ganze Kälber, 8 ganze Hämmel und 11 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullenfleisch b) 68 bis 74. Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 52. Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren. Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: ruhig. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 16. Mai. Der heutige Schweinemarkt war mit 262 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis 22 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 22 bis 25 Mark, ältere Ferkel bis 30 Mark pro Stück. Der Handel verlief flott, es wurde ausverkauft. Wochenbericht vom Frankfurter Schtachtviehmarkt. Am Grvßviehmarkt ist in dieser Woche eine weitere Beruhigung eingetreten. Die Gesamtzufuhr betrug 1348 (gegen 958) Stück, wo- bei Kühe außerordentlich stark zugetrieben waren, nämlich mit 795 Stück. Für diese nahm das Geschäft bei stärker nachgebenden Preisen einen schleppenden Verlauf, dagegen wurden Ochsen, Bullen und Färsen bei unveränderten Preisen ausverkauft, obschon die Qualitäten gegen die Vorwoche wesentlich geringer waren. Bei Kühen verblieb größerer Ueberstand. Am Kälbermarkt war die Nachfrage angesichts der Verbilligung für Spargel geringer, so daß die Zufuhr mit 1516 Stück, obwohl um 136 Stück geringer als in der Vorwoche, sich als zu stark erwies. Auch die Qualität war nur mäßig, die Preise gaben für mittlere und geringe Kälber bis zu 3 Mark nach, während beste Tiere ihren Stand etwa behaupteten. Der Markt wurde dennoch geräumt. Hämmel und Schafe fanden nur wenig Interesse, so daß trotz der verringerten Zufuhr (76 gegen 81) etwas Ueberstand verblieb und die Preise nach ruhigem Handel etwas nachgaben. Die Beschickung des Schweinemarktes war mit 4159 (4291) der Nachfrage ziemlich angepaßt, so daß bei ruhigem Geschäftsgang, aber leicht nachgebenden Preisen ausoerfauft wurde. Schwere Tiere sind immer noch vernachlässigt und schwer verkäuflich. Unfall des Schnellzuges D1T. Niemand verletzt. LPD. Frankfurt a. M., 16. Mak. Heute gegen 22.30 Uhr e n t g l e i st e n von dem Schnellzug D 17 Wiesbaden — Frankfurt — Kassel — Berlin in der Nähe von Hof Rebstock die Lokomotive und vier Wagen. Reisende wurden nicht verletzt. Sie stiegen in den kurz danach die Unfallstelle passierenden Schnellzug D 48 Wiesbaden—Frankfurt—Berlin um. Von Frankfurt aus wurde in Richtung Kassel ein Ersatzzug abgelassen. Näheres ist noch nicht bekannt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Frankfurt 0.2JL Serlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. mittag» börse •Datum 15.5 16-5 15 5 16.5. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100 100 100,25 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 19& 96,9 96,9 96,9 96,9 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,4 102,25 102,5 102,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Auslos.-Rechten ............. 115,75 115,75 115,75 115,75 4l/i% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,6 100,5 100,5 100,4 6% ehern.8% Hess. Volksstaat 192£ (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98 98,25 4/i% ehern. Hessische Landesbanl Darmstadt Gold N. 12........ 96,25 96,25 6/2% ehern. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioüi ... 100,5 100,75 — _ 4/i% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 — 91,75 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............. 124 124 _ _ Deutsche Komm. Eammelabl. Qhv leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,5 115,5 115,75 115,75 4y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96 96,25 96,25 6/i% ehern. 4/t% Franks. Hhp.^ Bank-Ltqu.-Pfandbriese....... 100/ 100,8 5%% ehern. 4/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101 101 101,13 100,75 *¥?% ehern. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 *¥)% ehern. 7% Pr. Landespsand- 96,75 96,75 96,75 96,75 brrefanst., Gold Komm. Obl.V! 96,75 96,75 96,75 96,75 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 106 106,1 106 106,1 4% Oesierreichtsche Goldrente.... 27,9 29 28,18 29 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 1,25 1,25 1,2 4% Ungarische Goldrente....... 3,05 8,1 8,05 8,25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,4 7,65 7,65 7,7 4/2% desgl. von 1913.......... 7,65 7,9 7,9 7,8 5% abgesi. Goldmexikaner von 99 4%Türkische Bagdadbahn-Anleihe 14 14,4 14,1 14,4 Serie 1..................... 9,5 9,75 10,25 — Frankfurt a. M Serlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 15 5 16 7 15-5 16.5 4% desgl. Serie 11 ........... 9,65 9,75 _ _ ö% Ruman. vercinh. Rente v. 1903 4,75 4,75 4,8 5 4/2%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 7 7 7,05 7,4 4% Rumänische vercinh. Rente !,5 4,5 4,45 4,5 2%% Anatolier ............ 39 38,75 38,75 38,75 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 32,25 33,75 33 33,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 28 Norddeutscher Lloyd ......... 0 34,75 35,5 34,75 35,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 87 86,25 86,75 86,4 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 111 111 111 111,25 Commerz, und Privat-Bank ... 0 93 93 93 93 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 94 93,75 94 93,75 Dresdner Bank.............. 0 94 93,75 94 93,75 Reichsbank ................ 12 161,5 161,75 161,5 161,25 A.E.G...................... O 39,25 39,65 39 39,65 Bekula.................... 10 136,65 133,75 136,5 134 Elektr. Lieferungsgesellschaft... b 106,25 107,25 107,25 107 Licht und Kraft ........... 6/. 126 127 126,25 126,5 Zelten & Guilleaume......... 0 96,25 97 96,5 97,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 5 121,13 122 121,25 122,25 Rheinische Elektrizität ........ 5 130 133,5 129 134 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert LCo............... 4 110,65 112,25 110,5 112 Siemens L Halske............ 7 164,5 164,5 164,9 164 Lahmeyer LCo.............. 7 124,5 126,25 124 124,9 Buderus ................... 0 98,13 99 98,25 99,25 Deutsche ErdR.............. 4 110,25 112,4 110,75 111,65 Gelsenkirchener.............. 0 — Harpener................... 0 106,5 107 106,5 107 Voesch Eisen—Köln-Neuesseu .. 0 — 95,75 96,25 Ilse Bergbau ............... 6 — — 158 161 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 129 129,5 128,25 129,5 Kwanerwerke.............8/. 92,5 92,13 92,25 92,25 Mannesmann-Röhren........ 0 80,25 80 80,13 80 Frankfurt a. M. Serlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 15 5. 16.5. 15-5 16-5 Mansfelder Bergbau.........8 Kokswerke..................t Phönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................ 8/, Bereinigte Stahlwerke........O Otavi Mnen ...............o Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....iyt I. G. Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ............... O Rütgerswerke...... 4 Metallgesellschaft.............4 Philipp Holz mann...........O Zementwerk Heidelberg ......6 Cemcntwerk Karlstadt.........4 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................O Zellstoff Waldhof............O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren...... O Deutsche Linoleum........ 6 Orenstein L Koppel..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade................. o Accumulatoren-Fabrik.......12 Contt-Gummi...............8 Gritzner.................. o Mainkrastwerke Höchst a>M.... 4 Süddeutscher Zucker......... 9 111,25 230 108,5 81,25 19,4 124,5 122 169 146.75 221 97,75 113 99 92,25 116,25 54,5 111,5 115,25 90,25 89,5 161,5 35,13 293 163,25 152,5 36,9 92 169,5 112,5 228,75 109,9 81,4 19,25 126,5 125,75 170 147,25 222 98 114,25 101 92,5 116,9 93,9 113 117,25 89,5 89,75 162,5 35,13 290 166 153 36,9 92,5 171 111 117,13 229,25 108,75 80,9 19,25 124 124 168,13 145,9 97,75 113,9 99 "z 109 54,25 111,5 115 90,5 126 89,4 161,25 85,5 34,9 292,5 163 151,75 36,65 169,5 112,75 117,65 228,25 109 81,25 19,25 126 125,5 169,5 147,25 98 114,4 100,5 92,75 109,5 53,75 113 117 88,65 126,75 89,65 163 86,5 34,75 289 167 152,4 66,9 170 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL 15.Mai 16-Mai, Amtliche Geld Notierung Srlef Amtliche Notierung Geld Srief Buenos Arre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,189 0,191 0,179 0,181 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,06 54,16 54,19 54,29 Danzig..... 46,79 46,89 46,77 46,87 London ..... 12,105 12,135 12,135 12,165 HelsingforS.. 5,34 5,35 5,355 5,365 Paris ...... 16,37 16,41 16,365 16,405 Holland .... 168,22 168,5k 168,35 168,69 Italien..... Japan ...... 20,53 20,57 20,53 20,57 0,712 0,714 0,714 0,716 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,85 60,97 60,99 61,11 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,99 11,01 11,015 11,035 Stockholm... 62,43 62,55 62,58 62,70 Schweiz .... 80,34 80,50 80,32 80,48 Spanien.... 83,93 33,99 33,92 33,98 Prag....... 10,35 10,37 10,345 10,365 Budapest ... Neuyork ... 2,485 2,489 bantnoten. 2,485 2,489 Serlin, 16.Mai Geld Srlef Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. 12,10 12'l4 itranxöiiiche Noten............... Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 60^78 6L02 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 62,37 62,61 Schweizer Notezi................. 80,09 80,41 Spanische Noten................. Ungarische Noten _ Rr.M Dritter Blatt Gießener Anzeiger iGenerai-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, l7. Mai 1935 Aus der Provinzialhauptstadt. Giftpflanzen in der heimischen Flora. Viele Menschen werden erstaunt sein, zu hören, daß unsere heimische Pflanzenwelt über 40 Vertreter von Giftpflanzen aufzuweisen hat. Weidende Tiere werden durch ererbte Triebe vor ihrem Genuß gewarnt. Der Mensch aber kann sich nur dadurch schützen, daß er diese Pflanzen kennenlernt. Nicht olle Giftgewächse sind in allen ihren Teilen giftig. Manche davon schaden der Tierwelt nicht, während sie beim Menschen den Tod herbeiführen. Wenn Schnee und Eis die Welt noch in ihrem Bann halten, erscheint in unseren Gärten die C h r i st r o s e. Ihr botanischer Name Helleborus bedeutet tödliche Speise. Nieswurz heißt sie, weil die Wurzel, zu Pulver verarbeitet, als Zusatz von Schnupftabak Verwendung findet. Versehentlich ge= nassen, treten Krämpfe, ja der Tod ein. Verhältnis- mäßig selten noch ist die Küchenschelle anzutreffen. Der Giftstoff ihrer Blätter wirkt lähmend auf Gehirn und Rückenmark. In lichten Waldungen entfaltet bereits zu Ende Februar der Seidel- b a st seine rosafarbenen Blüten. Er ist in allen seinen Teilen stark giftig. Der Eisen- oder S t u r m h u t ist als Bauernblume viel in unseren Dorfgärten anzutreffen. Wie stark die Giftstoffe in ihm sind, erhellt aus der Tatsache, daß das Tragen eines Straußes schon Schwellungen der Hand erzeugt. Bei Vergiftung tritt Lähmung des Pulsschlages und der Atmung ein. Trotz seines giftigen Wesens findet man auch den Fingerhut in seinen Spielarten von weiß bis dunkelrot in Gärten und Parkanlagen vor. Als Zierstrauch von besonderer Schönheit schmückt der Goldregen im Wonnemonat unsere Vorgärten. Die goldgelben Blütentrauben bilden einen wundervollen Gegensatz zu dem Rot des Rotdorns und dem Weiß und Lila des Flieders. Manches Kind mußte das Kauen an den Blüten, Hülsen oder Blättern mit dem Leben bezahlen. Zu den gefährlichsten Gewächsen zählen die Schierlingsarten. Auf Schutthaufen, an Zäunen und Gräben wächst der gefleckte Schierling, am rotfleckigen Stengel und dem mäuseartigen Geruch leicht zu erkennen. Das schlimmste Doldengewächs aber ist der W a s s e r s ch i e r l i n g. Verwechslungen mit dem Gartenschierling, auch Hundspetersilie genannt, hat schon manchen Menschen an den Rand des Todes gebracht. Grundsätzlich sollte man deshalb als Würzpftanze nur die krausblätterige Petersilie im Gärten anpflanzen. Keinem anderen Vertreter der Giftpflanzen sieht man so das unheimliche Wesen an wie dem Bilsenkraut. Von weitem schon wirkt es mit seinen düsterviolett geaderten schmutziggelben Blüten und seinem betäubenden Geruch abstoßend. Eine prächtige Zierde feuchter Gebüsche sind die leuchtenden, aber giftigen Beeren des bittersüßen Nachtschattens. Er klettert oft mehrere Meter hoch und öffnet im Hochsommer seine der Kartoffel ähnlichen Blüten. Während das „Bittersüß" eine ausdauernde Pflanze ist, findet sich der schwarze Nachtschatten als einjähriges Unkraut in Gärten und Feldern. Die weißen Blumenkronen bringen schwarze Beeren, die gleichfalls stark giftig sind. Der Stechapfel wächst an ähnlichen Orten, wie das Bilsenkraut. Die buchtig gezähnten Blätter strömen einen widerlichen Duft aus. Leicht ist die Pflanze an der großen stacheligen Kapsel- srucht zu erkennen. Sie springt in vier Längsrissen auf und streut die äußerst giftigen schwarzen Samen aus. Keine Giftpflanze unserer Heimat fordert alljährlich so viele Opfer wie die Tollkirsche. Sie ist das gefährlichste Gewächs unserer Pflanzenwelt. Ueberall in gemischten Waldungen ist sie anzutreffen. Die verlockend schön glänzenden, schwarzen Beeren werden von Kindern leicht mit dunkl-n Kirschen verwechselt und verzehrt. Der Genuß der Beeren bewirkt Mattigkeit, Kopfweh, Schwindel, Jrrereden, heftiges Fieber und endlich den Tod. Als Gegenmittel bis zum Eintreffen des Arztes ist starker Kaffee nach vorherigem Erbrechen des Mageninhaltes zu verabreichen. Auch die schwarzblauen Früchte der im Waldesschatten wachsenden Einbeere werden oft naschenden Kindern zum Verhängnis. Gefährlich für Mensch und Vieh ist die Eibe, auch Taxus genannt. Sowohl die breiten Nadeln, als auch die Samen, nicht aber die rote Fruchthülle, enthalten ein betäubendes Gift, das alle innere Organe entzündet, die Herztätigkeit und Lunge lähmt, so daß der Vergiftete plötzlich erstickt. Pferdebesitzer seien besonders gewarnt, ihre Zugtiere beim Halten an Taxushecken fressen zu lassen. Wenn der Herbst seinen Einzug gehalten hat und die Blütenfülle des Sommers dahin ist, dann hat die Wiese noch einen Schmuck, die Herbst- zeitlose. Sie ist zeitlos, weil sie nicht den Entwicklungsgang anderer Pflanzen einhält; denn sie blüht im Herbst und fruchtet im Frühjahr. Sie ist in allen Teilen giftig. Besonders gefährlich sind die süßlich schmeckenden Samen, von denen fünf Gramm einen Menschen innerhalb kurzer Zeit zu töten vermögen. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschafl „Kraft durch Freude". Rheinfahrt am 2 3. Juni. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, veranstaltet am Sonntag, 23. Juni, die erste Rheinfahrt des Jahres 1935. Die Fahrt geht mit der Bahn von Gießen nach Niederlahnstein, von dort aus mit dem Schiff nach Bingen, nachmittags mit dem Schiff zurück nach Niederlahnstein, von wo aus die Heimfahrt angetreten wird. Wir haben also die Möglichkeit, die schönste Strecke unseres deutschen Rheins stromauf und -ab zu fahren. In Bingen oder gegenüber in Aßmannshausen oder Rüdesheim kann die Mittagszeit verbracht werden. Eine große Kapelle wird uns begleiten und uns auf dem Schiff und in Bingen mit einem Konzert erfreuen. Der Gefamtfahrpreis beträgt 5 Mark. Mittagessen geht extra, es kann im Voraus bestellt werden. Preis 80 Pfennig. Alle „KdF."-Warte haben sofort Aushang auf allen roten „KdF."-Anfchlagstafeln zu machen. Die Anmeldungen werden bei den „KdF."-Warten abgegeben. Meldungen aus den Betrieben müssen nachweisen, in welchem Bahnort die Teilnehmer einsteigen, damit wir rechtzeitig für richtige Anschlüsse sorgen können. Gesamtteilnehmerzahl 800 Personen Landfrauen bei der Feldarbeit. Für unsere Volksgenossen auf dem Lande ist jetzt wieder auf den Aeckern und Wiesen Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden. Mann und Frau sind vom frühen Morgen bis zum späten Abend mit ihren treuen Arbeitskameraden, den Kühen oder Pferden, bei dem schweren Werk der bäuerlichen Arbeit. Vielfach müssen auch für kleinere Hilfeleistungen die Buben oder Mädels ihre bescheidenen jungen Kräfte mit in den Dienst des Broterwerbs der Familie stellen. In vielen Familien ist es aber auch so, daß bei dem geringen Umfang des Landbesitzes der Mann und die erwachsenen Söhne irgendein Handwerk verrichten oder an einer Arbeitsstätte in der Stadt wirken, während die Frau und die erwachsenen Töchter die Aufgaben der Feldarbeit allein versehen müssen. So kann man vielfach in den Gemarkungen — wie unsere hier wiedergegebenen Bilder aus der Gegend zwischen Gießen, Grünberg und Laubach zeigen — auf den Aeckern die Frau mit dem Kuhgespann zum / Beispiel beim Kartoffelsetzen die Furchen durch den Acker ziehen sehen, während hinter dem Pflug die anderen weiblichen Mitglieder der Familie, oft auch noch die Großmutter, das vorher zu Hause vorbereitete Kartoffelsaatgut dem Schoße der Mutter Erde anvertrauen. Es ist eine sehr schwere Arbeit, der sich unsere Volksgenossinnen auf dem Lande mit hingebender Freudigkeit unterziehen in dem Bewußtsein, damit-zu- nächst dem engeren Kreise ihrer Familiengemeinschaft zu dienen, darüber hinaus aber auch mit ihren Kräften beizutragen zur ausreichen- den Ernährung der deutschen Volksgesamtheit. Vor diesem Heldentum der Arbeit unserer Landfrauen muß jedermann seine Hochachtung bekunden. Unser oberes Bild zeigt die Bereitung des Kartoffelsaatgutes durch teilweises Halbieren der Knollen. Links unten sieht man die Landfrau beim Pflügen der Kartoffelfetz- furche. Rechts daneben das Kartoffelsetzen hinter dem Pflug. (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger) ß * K' :' 'f ■ S" IV 1 4 M »WM, MiM.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Liane saß wie auf Kohlen. Sie wünschte nur, daß Fred die Damen nicht mehr antreffen möchte. Endlich kam Kitty auf den eigentlichen Grund ihres Besuches zu sprechen. Sie war gebeten worden, für einen demnächst stattfindenden Wohltätig- keitsbasar Damen zu werben, die sich für den guten Zweck zur Verfügung stellten. Sie war gekommen, Liane zu bitten, bei dem Basar nicht zu fehlen. Liane schüttelte heftig den Kopf. „Wenn Sie auf meine Mitwirkung rechnen, muß ich Sie enttäuschen. Ich bin nicht befähigt, irgendeinen Verkauf zu übernehmen." „Das gilt nicht, lasse ich nicht gelten. Sie müssen Mitwirken. Für Ihre Befähigung in solchen Dingen glaube ich Bürgschaft übernehmen zu können. Welcher Herr sollte auch einem so lieblichen blonden Köpfchen etwas verweigern können?" Liane hatte eine schroffe Antwort auf den Lippen, als sie Fred kommen hörte. Ihr ganzes Wesen drückte plötzlich Unruhe aus. Kitty lachte leicht auf. „Wie lange sind Sie verheiratet, kleine Frau? Der Herr Gemahl kommt, und schon ist alles an Ihnen in Aufregung." Irene stimmte ihr zu. „Köstlich bist du, Liane — zitterst du vor deinem Manne?" Einer Antwort wurde Liane enthoben; Fred trat in das Zimmer. Ihr entging nicht, wie die Augen der Frau Kommerzienrat bei feinem Eintritt jäh aufleuchteten. In seinem Antlitz verriet kein Zug, was in ihm oorging. Er begrüßte die Damen mit kühler Zurückhaltung. „Denken Sie nur, Herr Morland", begann Kitty sofort wieder in harmlosestem Ton, „ich habe von Ihrer Frau Gemahlin einen regelrechten Korb erhalten. Sie will sich nicht an dem Wohltätigkeitsbasar beteiligen, wozu ich sie bat. Haben Sie Einfluß auf Ihre Gattin? Können Sie sie bestimmen, mitzuwirken?" „Ich werde meine Frau nie zu etwas bestimmen, was ihr nicht zusagt. Sie hat in jeder Beziehung ihren eigenen Willen." „Ei, ei, Herr Morland", lachte die schöne Frau, „sollten Sie Ihrer Frau Gemahlin dann nicht zu große Rechte einräumen?" „Es ist sehr traurig um Ehen bestellt, die diese Rechte nicht vertragen können, gnädige Frau." „Dann ist nichts zu machen. Wissen Sie noch etwas gegen diese überzeugenden Worte einzuwenden, Irene?" „Leider nein", gab Irene zurück. „Es ist schade, wenn du nicht mitmachst, Liane. Der gute Zweck könnte dich immerhin bestimmen." Die Damen gingen sehr bald. Beim Abschied bat Kitty um ßianes Besuch. Sie würde sich sehr freuen, die kleine Frau recht bald bei sich zu sehen. „Es tut mir leid, gnädige Frau, wenn ich ablehnen muß", sagte Liane schroff. „Ich werde keine Bereicherung Ihres geselligen Kreises fein. Mit so kleinen Frauen, wie ich es bin, kann man nicht viel anfangen. Ich weiß das sehr wohl und fühle mich zu Hause am wohlsten." Da gingen die Damen, beide etwas betroffen. „Von dem Glück dieser beiden habe ich bis jetzt noch nichts bemerkt", sagte Irene gehässig auf der Straße. Kitty ging in Gedanken verloren weiter. Plötzlich lachte sie: „Vielleicht hat sich das Paar erst jetzt gefunden — merkwürdig immerhin." „Warum? Es wird vorkommen." „Nun, ich meinte nur so." „Ob er sie wohl immer noch jeden Sonntag allein läßt?" Kittys Kopf wandte sich jäh. „Wieso allein?" Irene erzählte von ihrer Beobachtung, mit gespannten Zügen lauschte Kitty. „Sie wissen das Ziel seiner Fahrten?" fragte sie voll unterdrückter Erregung. Erstaunt sah Irene die schöne Frau an. „Nein, ich habe mich nicht dafür interessiert. Was geht es mich an?' Kitty nickte zerstreut; nach einer Weile fragte sie leise, ihre Erregung meisternd: „Wie hieß der Ort, in dem er den Wagen reparieren ließ?" „Ich glaube, es war Bensheim. Warum fragen Sie''" Kitty lachte. „Sie haben recht — eine dumme Frage, was kann es mich intereffieren." Und sie begann hastig von etwas anderem zu sprechen. — Liane hatte sich an ihren Mann gewandt, als sie allein waren. „Fred", sagte sie mit leiser, schwankender Stimme, „du darfst es mir nicht Übelnehmen, aber ich kann mit dieser Frau nicht verkehren." „Wie du willst, Liane — du brauchst dich bei mir nicht zu entschuldigen." „Ich kann mit ihr nicht verkehren", murmelte sie noch einmal, „ich habe ein so bestimmtes Gefühl der Abneigung gegen sie." Er wandte sich ab. Wie sicher die kleine Liane empfand, wie untrüglich ihr Instinkt sie vor Kitty warnte! Seit diesem Tage wußte Fred nicht, wen er mehr zu verlieren fürchtete — feine Tochter oder die Frau, die feinen Namen trug. — Die erste hätte er preisgeben müssen, um die andere zu gewinnen. Aber sollte sein Kind unter dem Glück seiner Liebe leiden? Durfte er Liane an sich ziehen, bevor sie nicht alles wußte, was einmal bestimmend in fein Leben eingegriffen hatte? Gab es überhaupt noch Geschäfte, die wichtig genug waren, ihn zu erregen — geschäftliche Sorgen, die mehr Eindruck auf ihn machen konnten als die Sorge um die beiden Menschen, die ihm die liebsten auf der Welt waren? Er merkte es selbst, daß das Geschäft immer weiter von ihm abzurücken begann. Gerade jetzt, wo seine Energie, sein Unternehmungsgeist so nötig gewesen wären, versagte er völlig. Wie ein Feigling kam er sich vor. Warum fuhr er nicht nach Amerika? Warum machte er nicht reinen Tisch mit van Zoomen? Worauf wartete er? Sollten feine Gläubiger erst über ihn herfallen? Sie ließen nicht auf sich warten. Eines Tages erschien Kurt Lechner. „Ich brauche dringend flüssiges Geld", sagte er. „Der Wechsel ist morgen fällig. Sie werden ihn einlöfen müssen." Fred atmete schwer. War das der Anfang vom Ende? Was aber war in den in letzter Zeit noch dicker gewordenen Kurt Lechner mit dem unbedeutenden, gutmütigen Gesicht gefahren, fein Geld so energisch einzufordern? „Sie fetzen mir die Pistole auf die Brust", erwiderte Fred endlich. „Sie versprachen mir Ihr Entgegenkommen bei der Bezahlung, da Sie mich auf andere Art schwer geschädigt haben." „Schuldlos, wie ich Ihnen bereits versicherte." „Nein, Herr Lechner. Ich habe Beziehungen, ich kann Ihnen Zeugen angeben, die auch von Ihnen mit dem neuen Leder bedient wurden, daß Sie mir nach Ihrem Versprechen allein lieferten. Nur auf dieses Versprechen hin gab ich Ihnen den großen Auftrag. Es wäre wahrhaftig besser gewesen. Sie hätten das Leder, das ich Ihnen ja wieder zur Verfügung stellte, zurückgenommen. Sie hätten jetzt nicht nötig, nach Ihrem Geld zu fragen." „Ich habe Ihnen schon zweimal mein Entgegenkommen gezeigt, nun kann ich nicht länger warten. Können Sie den Wechsel nicht einlöseiü werde ich ihn zu Protest gehen lassen." „Ich glaube nicht, daß Sie schon einmal das Gefühl gehabt haben, an mir Geld zu verlieren. Wenn Ihnen aber daran liegt, die Firma Scholz zu einem Vergleich zu treiben, dann haben wir beide wohl nichts mehr miteinander zu sprechen." „Auf was für Ideen Sie kommen? Sie haben doch noch genug Besitz. Verkaufen Sie mir Ihre Villa! Der Wechsel wird dann nicht nur getilgt, sondern Sie sollen von mir sofort bar ausbezahlt werden." Fred stand jäh auf. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Hinter dem Manne stand eine fremde Triebkraft — stand die Frau. Er sah plötzlich Irenes schönes, haßerfülltes Gesicht vor sich und wußte, sie hatte so lange gehetzt, bis ihr Mann diesen Weg gegangen war. Sollte man ihr den Triumph über Liane gönnen? Sollte seine Frau es erleben müssen, daß die Freundin in ihr Vaterhaus einzog? „Sie verstehen nicht, Ihre Worte richtig zu setzen", sagte er kalt. „Versichern in einem Atemzuge, daß Sie flüssiges Geld von mir brauchen, während Sie mir anbieten, meine Villa sofort bar auszuzahlen." „Lieber Himmel, Herr Morland, wie können Sie jedes Wort auf die Waagschale legen?" lenkte Kurt etwas verlegen ein. „Sie widersprechen sich ja auch, wenn Sie Besitz zugeben und mir doch mit einem Vergleich kommen. Schlagen Sie etn! Sie finden in mir einen Käufer, der nicht um Pfennige handeln wird." „Ich habe nicht die Absicht, zu verkaufen. Gedulden Sie sich noch kurze Zeit. Ich habe bedeutende Außenstände. Sie werden von allen Seiten Klagen über den schlechten Eingang des Geldes hören." „Ich muß auf Einlösung des Wechsels bestehen. Es tut mir leid, aber ich will Ihnen noch ein anderes sehr vernünftiges Angebot machen. Geben Sie mir eine Hypothek mit dem Vorkaufsrecht auf die Villa. Dann bin ich vorläufig zufrieden." Fred preßte die Lippen zusammen. Gab es denn keinen anderen Ausweg? Keinen? Mußte er von Liane dieses Opfer verlangen? Einmal hatte er mit dem Gedanken gespielt, sie zu veranlassen, das Haus aufzugeben. Jetzt kam es ihm vor, als ob er das größte Opfer von ihr verlangte. „Gut", sagte er mühsam, „wenn Sie darauf bestehen, soll es sein. Aber es wird nur eine Hypothek in Frage kommen, die ich sobald als möglich wieder abtragen werde. Ich denke in allerkürzester Zeit dazu in der Lage zu sein." „Wollen's abwarten!" antwortete Kurt und ging, ein wenig spöttisch lächelnd, mit der größten Zuversicht, daß der Wunsch seiner Frau baldigst in Erfüllung gehen würde. — Als sich hinter ihm die Tür geschlossen, sank Fred schwer auf feinen Stuhl nieder. Nun galt es. Nun mußte gehandelt werden. Seine Hand war schon wieder ganz ruhig und sicher, als er sich mit Ernst verbinden ließ. „Es ist gut, daß ich dich noch antreffe, Ernst", sagte er. „Ich möchte dich bitten, sofort herauszukommen. Ich habe Verschiedenes mit dir zu besprechen." Fred hängte den Hörer ein. Ganz kühl und sachlich überlegte er, was zu tun war. Es gab keine andere Möglichkeit, als Kurt Lechner eine Hypothek auf die Villa zu geben. Das sah Fred klar. So schwer ihm dieses Zugeständnis wurde, er mußte es vorübergehend auf sich nehmen. Vorübergehend! Die Firma Scholz durfte nicht in den Ruf kommen, ihre Verpflichtungen nicht erfüllen zu können. Sein Entschluß stand fest. Noch einmal wollte er versuchen, van Zoomen zu erreichen; auf dem Wege nach Amerika bot sich dazu die beste Gelegenheit. (Fortsetzung folgt 1) — also möglichst umgehend anmelden. Mit der Anmeldung ist sofort der Betrag einzuzahlen, andere Anmeldungen sind ungültig. Kreiswandertag! Der für den 19. Mai geplante Kreiswandertag in Kloster-Arnsburg ist wegen der Eröffnung der Reichsautobahnen auf den 26. Mai in Kloster-Arnsburg verschoben worden. Militärkonzert in Grünberg. Das für den 19. Mai in Grünberg geplante Militärkonzert ist wegen der Eröffnung der Reichsautobahnen auf einen späteren Termin verschoben worden. kreiswaltung Gießen. Am Freitag, 17. Mai, abends 8.30 Uhr, findet ein O r t s g r u p p e n a b e n d der Hausgehilfinnen sämtlicher GießenerOrtsgrup- p e n im „Cafä Ebel", Burggraben, statt. Es spricht Pg. Hahn von der Kreiswaltung der DAF. kreiswaltung Fachgruppe Hausgehilfen. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen In der Ortsgruppe Gießen-Süd findet die Ausgabe der Fahrkarten für den Sonderzug zur Eröffnung der Reichsautobahn am nächsten Sonntag am heutigen Freitag von 15 bis 19 Uhr bei Pg. Ewald, Liebigstraße 86, statt. Der Fahrpreis beziffert sich auf 1,60 Mark. Landschastsbund Volkstum und Heimat Orlsrlng Gießen. Die für kommenden Sonntag geplante Führung durch den Botanischen Garten ist auf Sonntag, 2 6. Mai, 11 Uhr, verschoben. RSLB., Kreis Gießen. Vetr. Spiele in den hessischen Schulen für das Schuljahr 1935. Laut Verfügung der Landesregierung, Abt. 2, sind für das Schuljahr 1935 Spiele ausgeschrieben, an denen jede Schule teilnehmen muh. Die Knaben spielen Fußschlagball, die Mädchen Grenzball. Es ist folgende Einteilung getroffen (die oberen Klassen der höheren Schulen sind hier nicht einbegriffen): Gruppe III: Klaffen Quarta bis Untertertia der höheren Schulen und 7. und 8. Schuljahr der vier- und mehrklassigen Volksschulen: Knaben: Fußschlagballspiel um den Kreiswimpel der Landes- regieruna. Mädchen: Grenzballspiel um den Kreiswimpel der Landesregierung. Gruppe IV: 6. bis 8. Schuljahr der ein- bis dreiklaffigen Volksschulen: Knaben: Fußschlagball um den Kreiswimpel der Landesregierung. Mädchen: Grenzball um den Kreiswimpel der Landesregierung. Die Organisations- und Spielregelheftchen sind den Schulen in der Zwischenzeit zugegangen. Der Kreis ist zur besseren Durchführung der Spiele wie folgt in fünf Kreisgebiete untergeteilt worden: 1. Gebiet Gießen (Leiter: Studienassessor Fon- t i u s, Gießen, Oberrealschule). 8. Gebiet Londorf (Leiter: Lehrer Heil, Allen- horf a. d. Lda.). 8. Gebiet Grünberg (Leiter: Lehrer Weisel, Grünberg). 4. Gebiet Lich (Leiter: Lehrer Schön, Lich). 5. Gebiet Hungen (Leiter: Lehrer Sommer- l a d , Rodheim bei Hungen). Zu jedem Gebiet gehören mehrere Schulen. Die obengenannten Leiter benachrichtigen die Schulen ihres Gebietes und geben auch Auskunft über Spielaufbau und Spielregeln. Beide Spiele werden anläßlich der Kreiskonferenz am 5. Juni 1935 vorgeführt. Vorläufig muß geübt werden, damit die Schüler die Spiele beherrschen, lieber die Durchführung der Wettspielrunden, die Mitte Juni beginnen, ergeht noch näherer Bescheid. Alle Mitglieder der gehören in die DAF. DAF. Laut Verfügung des Organisationsleiters Pg. Dr. L e y lind alle Mitglieder der RAG. (Reichs- aroeitsgemeinschaft der Berufe im sozialen und ärztlichen Dienst) sofort durch die DAF. zu erfassen. Die zur RAG. gehörenden Mitglieder werden aufgefordert, sich umgehend bei den bekannten DAF.-Dienst- stellen zu melden und unter Vorlage ihrer seitherigen Mitgliedskarte die Aufnahme in die DAF. zu vollziehen. Wer vermittelt Arbeit? Man konnte in der letzten Zeit wiederholt der Auffassung begegnen, daß die Arbeitsämter allein zur Vermittlung von Arbeitskräften berechtigt feien. Diese Auffassung ist unrichtig. Neben der Einrichtung der Arbeitsämter kennt das Gesetz vom 16. Juni 1927 noch die Einrichtung sogenannter nichtgewerbsmäßiger Stellen - Vermittlungen. Dje Reichsanstalt hat das Recht, die Geschäftsführung der nichtgewerbsmäßigen Stellen-Vermittlungen zu beaufsichtigen. Im übrigen führen sie aber den Arbeitseinsatz selbständig durch und vermitteln Arbeitskräfte auf durchaus gesetzlicher Grundlage. Seit der Errichtung der Deutschen Arbeitsfront gibt es praktisch nur noch eine nichtgewerbsmähige Stellenvermittlung, die von entscheidender Bedeutung ist. Das ist die Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront, die laut Anordnung des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, vom 24. Januar 1935 dem Amt für Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront angegliedert wurde. Sie hat nach der klaren Rechtslage das Recht, ebenso Arbeitskräfte zu vermitteln, wie die Arbeitsämter. Ausgeschlossen von ihrer Tätigkeit sind lediglich Funktionen arbeitseinsatzpolitischer Verwaltung, soweit sie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung auf Grund bestimmter Ermächtigungsgesetze durch besondere Verordnungen den Arbeitsämtern Vorbehalten hat. Der Ansicht, daß die Arbeitsämter ausschließlich zur Arbeitsvermittlung befugt feien, hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung selbst durch Anordnungen, Verlautbarungen usw. wiederholt widersprochen. Die Einrichtungen der Stellenvermittlung des Amtes für Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront stehen sowohl Betriebsführern, wie Gefolg- jchaftsmitgliedern kostenlos zur Verfügung. Unentgeltlichen Rat und Auskunft erteilt gern die Bezirksstellenoermittlung Westdeutschland des Amtes für Berufserziehung in der Deutschen Arbeitsfront, Essen, Kapuzinergasse 8. vornotlzen. — Tageskalender fü r Freitag. Kreiswaltung der DAF.: 20.30 Uhr Ortsgruppenabend der Hausgehilfinnen sämtlicher Gießener Ortsgruppen im Caf6 Ebel, Burggraben; es spricht Pg. Hahn von der Kreiswaltung der DAF. — NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 20 Uhr auf dem Universitäts- Sportplatz fröhlicher Sport- und Spielnachmittag. 20 bis 21.30 Uhrz Allgemeine Körperschule im zeum. 20 bis 21 Uhr: Heil- und Pflegeanstalt, fröhliche Gymnastik und Spiele. — NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Süd: Museumsführung unter Leitung des Studienreferendars S z c z e ch. Treffpunkt 20.45 Uhr vor dem Eingang zum Alten Schloß. — NSKOV. Gießen: 20.30 Uhr Mitgliederappell im Cafe Leib, Walltorstraße. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die armseligen Besenbinder". — Licht- pielhaus, Bahnhofstraße: „Polenblut". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Wer kennt diese Frau?". Briefe. Briefe sind wie Schmetterlinge, farbenprächtig, bunt und kraus; fragen tausend, tausend Dinge, flatternd in die Welt hinaus. Briefe sind wie Jubelglocken: Tragen tiefster Liebe Klang und auch manchmal blonde Locken wohl verwahrt den Weg entlang. Briefe sind nicht immer ehrlich, ind oft Gift und Dolch und Schwert, ind auch meist nicht ungefährlich, ind zu schreiben oft nicht wert. Willst du, daß du auf dem Wege ohne Reu und Feindschaft bleibst, eile nie und überlege was und wie und wem du schreibst! Puck. Gesundheitspflege in Schule und Haus. Schule und Haus sind in der Gesundheitspflege aufeinander angewiesen. Während in der Schule der Staat dzw. die Gemeinden sich für die Hygiene einsetzen, ist es im Hause vornehmlich die Hausrau, die durch vorsorgliche hygienische Maßnahmen über die Gesundheit ihrer Lieben wacht. Die hygienische Erziehung in der Schule ist notwendig zur Verbesserung der gesundheitlichen Lebensbedingungen und als Voraussetzung der ge- undheitdgemäßen Lebensführung der Schüler elbst. Sie ist die Grundlage der Verbreitung hygienischer Lehren im Volk, der Bekämpfung der Volkskrankheiten und der Hebung der Volkskraft. Aber darüber hinaus sorgt die Schule auch weiter für die Gesundheit ihrer Zöglinge durch Stellung von Schulärzten, Verabfolgung von Essen und Milch und weitgehende Erholungsfürsorgen (Waldschulen). Architekten, Pädagogen und Aerzte arbeiten da Hand in Hand zum Wohle der Kinder, um möglichst allen Gesundheitsforderungen für die Schulkinder Genüge zu leisten. Leider stehen den Schulen nicht immer genügende Mittel zur Verfügung, Schulzimmer, Aborte und Pissoire mit geeigneten Desinfektionsmitteln von Krankheitskeimen befreien zu lasten. Die Hausfrau ersieht aus diesen Ausführungen, wie ernst es Staat und Gemeinden mit der Hygiene meinen, aber diese Fürsorge ist angebracht, liegt doch in einer gesunden Jugend die Kraft des Staates, ja die Daseinsmöglichkeit eines Volkes! Die Hausfrau wird daher alles aufwenden, um auch von sich aus für ihre Familie nach Möglichkeit alle hygienischen Maßnahmen zu erschöpfen. Wo genügend Geldmittel zur Verfügung stehen, sollte man sich einen tüchtigen Hausarzt halten, der für die Gesundheit in der Familie sorgen kann. Aber auch die regelmäßige Anwendung von Desinfektionsmitteln, die dem Aufwifchwaffer beigefügt werden, sollte konsequent durchgeführt werden. Auch auf Entfernung von Ungeziefer muß geachtet werden, ist es doch oft dieses, welches Krankheiten überträgt. Hier wäre auch die Notwendigkeit für regelmäßiges Entstäuben der Teppiche zu erwähnen. Durch das Schuhzeug werden unzählige Mengen von Bazillen ins Zimmer gebracht, die sich in den Teppichen festsetzen, wodurch besonders die Jüngsten bei ihrem Herumkriechen auf den Teppichen gesundheitlich stark gefährdet werden. Die Teppiche sollen regelmäßig geklopft werden, auch dann, wenn ein Staubsauger zur Verfügung steht, denn mit einem solchen läßt sich eine rationelle Entstäubung nicht durchführen. Auch zweckentsprechende Ernährung ist für die Gesundheit wichtig. Gemüse, Frucht- und Rübensäfte sind es, die dem Körper einen guten Heilstoff zuführen: die Vitamine. Gar vieler Art ist also die Möglichkeit für die Hausfrau, für Fernhalten von Krankheiten zu sorgen! Ein treuer Schäferhund. Aus unserem Leserkreis wird uns folgendes Erlebnis berichtet: Der Schäfer Georg Homo — ein geborener Württemberger — hütet seit etwa drei Jahren auf dem Gießener Flughafengelände die Schafe. Wohl den meisten Besuchern des Flughafens und der „Waldeslust" ist der Schäfer kein Unbekannter mehr. Daß er feinen Tieren ein guter Freund und Hüter ist, wissen viele Erwachsene und vor allem die Kinder. Diese haben immer sehr viel Spaß, wenn der Schäfer aus seiner 350 bis 400 Stück zählenden Hammelherde einzelne Tiere mit ihren Namen ruft und der „Seppel", der „Jakob" oder der „Hans" dann angesprungen kommen, um das Brot aus des Schäfers Hand zu fressen. Er hat auch ganz vorzügliche und anhängliche Hunde. Nachstehende Schilderung soll ein Beweis dafür sein. Im März dieses Jahres verkaufte Herr Homo einen von feinen Hunden an einen Berufskollegen nach Langenselbold bei Hanau. Vor einigen Tagen bekam er von dem Käufer eine Karte, daß der erworbene Hund Herr und Herde wieder verlassen habe. Das gute Tier hatte Heimweh nach seinem alten Herrn und machte sich auf den Rückweg nach Gießen. Wie sich der treue Prinz — so heißt der Hund — auf der doch immerhin ansehnlichen Strecke von etwa 80 bis 90 Kilometern zu- rückfand, will ich jetzt erzählen. Im Vorjahre hatte der Flughafenschäfer diese Strecke mit seiner Herde und diesem Hund zurückgelegt. (Die Schäfer sagen hierzu. jedoch „die Strecke gefahren") und machte in etwa 5 bis 6 an der Marschstraße gelegenen Dörfern Halt, um zu übernachten. Das schien sich das treue Tier genau gemerkt zu haben. Denn in Büdingen, Eckartshausen und Inheiden untersuchte er jeweils die damalige Uebernadp tungsstätte seines Herrn und trollte, ohne seinen früheren Besitzer zu treffen, weiter bis nach Dornaffenheim. In Dornastenheim übernachtete damals Herr Homo bei dem Besitzer der hiesigen Herde, Herrn E ß. Hier suchte „Prinz" etwas länger nach seinem Herrn, mußte aber auch hier unverrichteter Sache die letzte Etappe nach Gießen— Wieseck antreten. In Wieseck suchte er zunächst jeden Hof auf, wo fein Herr gegessen hatte. Nachdem auch hier alles Suchen vergebens war, trabte er dem Stolzen Morgen, seinem ehemaligen Tätigkeitsfeld, zu. Ausnahmsweise war gerade an diesem Tage dex mit der Herde zu« fahren. Der Schäfer ließ lediglich seine Schippe und eine darüberhängende Joppe und Schürze zurück. Hier legte sich „Prinz" mit seinen vollständig wundgelaufenen und blutenden Füßen hin, bis spät abends fein Herr mit der Herde zurückkam. Einem Hundekenner werde ich wohl die Begrüßung nicht zu beschreiben brauchen; der Hund hat nämlich seinen Herrn bald umgebracht vor Freude. Auf meine Frage, ob er nun den „Prinz" dem Käufer wieder zurückschicken wolle, antwortete mir Herr Homo, daß, solange das Tier lebt, es in feinem Besitz bleiben wird. —S— * ** Maienb lasen. Das für Samstag vorge- ehene Maienblasen muß infolge Verhinderung der Ausführenden auf heute (Freitag) 19 Uhr voroerlegt werden. Vom Turme der Johanneskirche werden bargeboten: 1. Choral: „Nun danket alle Gott." 2. „Gott grüße dich", von Mücke. 3. „Don des Rheines Strand." ** Städtische Grasver st eigerungen finden am Montag, Dienstag und Mittwoch nächster Woche statt. Interessenten können Näheres aus des Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil ersehen. „ . r ** Das Wertungssingen in Wieseck verlegt. Wie der Kreiswalter des Sängerkreises Gießen im Gau XII des Deutschen Sängerbundes, Herr Koch (Gießen), mitteilt, ist das auf den 1 9. Mai in Wieseck angesetzte Wertungssingen der Gruppe III bis auf weiteres verlegt worden. DAF.-Mitglie-er erhalten ihr liecht. 138 000 Auskünfte wurden erteilt. So heißt es in einer Jahresbilanz der Gaurechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront sachlich und lakonisch. Welche Fülle von Arbeit und Sachkenntnis in dieser einen Zahl liegt, davon machen ich die Wenigsten einen Begriff. 153 Rechtsberater und Angestellte sind in Hessen-Nassau damit beschäftigt, die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront zu betreuen und ihr Recht zu wahren. Nicht weniger als 7 5 Beratungsstellen halten in allen Teilen des Rhein-Maingebietes ihre Sprechstunden ab. In knapp einem Jahr wurden allein 10 688 Güteverhandlungen durchgeführt, von denen 9586 mit günstigen Verreichen abgeschlossen werden konnten. Die Durch- echtung arbeitsrechtlicher Klagen dagegen erwies sich dank der sorgfältigen Betreuung durch die DAF. nur in 1914 Fällen als notwendig. Die Zahl der eingereichten Sozial - versicherungsverfahren betrug rund 22 000. Die Ausgaben der Rechtsschuhstellen liegen In der Beratung aller DAF.-Mitglieder in sämtlichen Fragen des Sozial- und Arbeitsrechts sowie in der Vertretung vor dem Arbeitsgericht und den Instanzen der Sozialversicherung. Jeder schaffende deutsche Volksgenosse ist den Wechselfällen des Lebens ausgesetzt. Jeder kann in die Lage kommen, sein Recht verteidigen zu müssen. Darum ist es gut, Mitglied der Deutschen Arbeitsfront zu fein. Die Rechtsberatung der DAF. erfolgt kostenlos und wird sofort von Beginn der Mitgliedschaft an gewahrt. Allein dieses eine Arbeitsgebiet der DAF. macht es jedem denkenden deutschen Arbeiter, der heute noch abseits der großen Front steht, zur Pflicht, sich einzugliedern in die Gemeinschaft aller Schaffenden, in die Deutsche Arbeitsfront! Anmeldungen nehmen alle DAF. - Betriebswalter sowie die DAF.-Ortsgruppen entgegen. Vor der Eröffnung der Reichsautobahn. Das photographieren am Eröffnungstage der Reichsautobahn gestattet. Die Drganifationsteitung zur Eröffnung der Reichsautobahnstrecke Frankfurt a. M. — Darmstadt teilt mit, daß das Photographieren am Tage der Eröffnung jedermann gestattet ist. Innerhalb der Absperrung dürfen nur Bildberichterstatter, die Mitglieder des Reichsverbandes der Deutschen Presse sind, Aufnahmen machen, sofern sie im Besitz einer Armbinde sind, die von der Organisationsleitung ausgegeben wird. Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn zur Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt — Darmstadt. Zur Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt- Darmstadt gibt die Reichsbahnverwaltung von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 150 Kilometer um Frankfurt a. M. (also auch von Gießen) Sonntagsrückfahrkarten aus. Die Karten werden aus- gegeben nach Frankfurt a. M., Frankfurt-Goldstein, Mitteldick, Walldorf, Mörfelden, Groß-Gerau-Dorn- berg, Neu-Isenburg, Buchschlag-Sprendlingen, Langen, Egelsbach, Erzhausen, Wixhausen, Arheilgen und Darmstadt Hbhf. Gültigkeit: Hinfahrt vom 18.5. 0 Uhr bis 19.5. 24 Uhr; Rückfahrt vom 18. 5. 12 Uhr bis 20. 5. 24 Uhr (Ende der Rückfahrt). Um den Abtransport der Teilnehmer durch die Benutzung der an beiden Seiten der Reichsautobahn liegenden Eisenbahnstrecken zu erleichtern, gelten die Sonntagsrückfahrkarten an diesen Tagen wahlweise zwischen den entsprechenden Bahnhöfen der Strecken Frankfurt a. M.—Darmstadt und Frankfurt a. M. Hbhf.—Groß-Gerau—Dornberg. Die nach Frankfurt-Goldstein gelösten Fahrkarten gelten auch zur Rückfahrt von Neu-Isenburg aus und umgekehrt, die nach Mitteldick gelösten Karten von Buchschlag-Sprendlingen aus und umgekehrt, die nach Walldorf gelösten Karten von Langen ab und umgekehrt, die nach Mörfelden gelösten Karten von Egelsbach oder Erzhausen aus und umgekehrt, die nach Groß-Gerau-Dornberg gelösten Karten gelten auch zur Rückfahrt von. Darmstadt aus und umgekehrt. L Reichsbahnautobuslinie von Frankfurt nach Darmstadt, Heidelberg und Mannheim. Arn Dienstag, 21. Mai, eröffnet die Reichsbahn einen regelmäßigen Autoschnellverkehr mit neuzeitlichen Omnibussen von Frankfurt über Darmstadt nach Heidelberg und nach Mannheim. In Frankfurt fahren die Omnibusse vom Hauptpersonenbahnhof (Haupteingang Mitte) ab und benutzen bis Darmstadt die Reichsautobahn. Von Darmstgdt bis Heidelberg und Mannheim werden zunächst die der Bergstraße entlang führenden Reichsstraßen befahren. Vorläufig werden drei Linien eingerichtet. Linie 1: Frankfurt — Darmstadt: Abfahrt: Frankfurt a. M. am Hauptpersonenbahnhof um 5.30, 7.10, 9.10, 11.10, 13.10, 15.10, 17.10 und 19.10 Uhr. In Darmstadt Halt am Hauptbahnhof, Endstelle auf dem Paradeplatz am Schloß. Hier beginnen auch die Fahrten nach Frankfurt, und zwar um 6.10, 7.55, 9.52, 11.55, 13.55, 17.55 und 19.55 Uhr. Fahrzeit der Linie 1: 38 Minuten. Linie 2: Frankfurt — Darmstadt — Mannheim: Abfahrt: Frankfurt a. M. am Hauptbahnhof um 7.30, 13.00 und 18.00 Uhr. In Mannheim Halt am Wasserturm, Endstelle am Hauptbahnhof. Hier beginnen auch die Fahrten nach Darmstadt — Frankfurt, und zwar um 9.31, 15.30 und 20.01 Uhr. Fahrzeit der Linie 2: 1 Stunde 52 Minuten. Linie 3: Frankfurt — Darmstadt — Heidelberg: Abfahrt: Frankfurt a. M. Hauptpersonenbahnhof 7.50, 12.40 und 17.20 Uhr. Endstelle in Heidelberg am Hauptbahnhof. Abfahrt in Richtung Darmstadt — Frankfurt um 9.59, 14.35 und 19.40 Uhr. Fahrzeit der Linie 3: 1 Stunde 50 Minuten. Die Wagen der Linien 2 und 3 halten in Darmstadt zum Einsteigen und Aussteigen an der Neckarstraße. Der Fahrpreis im Reichsbahnautobus beträgt von Frankfurt a. M. bis Darmstadt Hauptbahnhof, Schloß oder Neckarstraße 2 Mark, von Frankfurt bis Heidelberg oder Mannheim (Wasserturm oder Hauptbahnhof) 5,60 Mark. Der „Hilfszug Bayern" in Frankfurt. Ein Wunderwerk deutscher Technik,Organisationskunst und Gemeinschastsgeistes Frankfurt a. M., 16. Mai. (LPD.) Wenn bei den gewaltigen Aufmärschen der NSDAP, und ihrer Gliederungen die Verpflegung der Hunderttausende ohne Schwierigkeiten glatt und reibungslos vor sich geht, so hat an dieser Tatsache der „Hilfszug Bayern" einen hervorragenden Anteil. Auch am kommenden Sonntag anläßlich der Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt- Darmstadt ist dem „Hilfszug Bayern" die Aufgabe übertragen worden, rund 100 000 Menschen zu verpflegen. Die Presse hatte am Donnerstag Gelegenheit, dieses Wunderwerk kennen zu lernen. Auf dem Festhalten- gelände ist eine kleine Stadt entstanden, von der aus am Sonntag die Essenportionen in Tausenden von Blechkübeln nach der Autobahn und überall dahin, wo Absperrmannschaften ihren schweren Dienst zu verrichten haben, geschafft werden. Der Schöpfer und Leiter des Zuges, Obersturmbannführer S e i ö I e r, machte interessante Ausführungen über die Entstehung des Zuges. Er hob besonders hervor, daß die Schaffung des Zuges in erster Linie einer Anregung des Gauleiters Sprenger zu danken ist. Der Zug besteht aus drei Teilen: einem Küchenzug, einem technischen Zug und einem Lazarettzug. Die Küchenwagen stellen wahre Meisterwerke dar. Die Kessel werden mit selbsterzeugler Elektrizität geheizt, und es ist möglich, innerhalb 25 Minuten Speisen gar zu kochen. Dabei handelt es sich keineswegs um die übliche Massenkost, die hier zubereitet wird, sondern die technischen Ein- cichtungea ermöglichen big Herstellung von Speisen, wie sie im haushalt nicht schmackhafter bereitet werden können. Die Höchstleistung hat bisher der Hilfszug Bayern auf dem Parteitag in Nürnberg vollbracht, wo er 200 000 Menschen sechs Tage lang, jeden Tag mit einer anderen Speise, verpflegt hat. Für kleinere Verpflegungsaufgaben stehen zahlreiche Feldküchen zur Verfügung, die sich ebenfalls von den sonst üblichen Feldküchen in technischer Hinsicht vorteilhaft unterscheiden. Die fertigen Speisen fließen durch sinnreiche Vorrichtungen in die Transportkübel. Eine eigene Metzgerei liefert das erforderliche Fleisch. Ein Fleischwagen enthält Eismaschinen, eine Wurstmaschine usw.» außerdem befindet sich hier ein großer Teebehälter von 2000 Liier Inhalt. 20 000 Feldflaschen können in 4 Stunden gefüllt werden. Kartoffelschälmaschinen ermöglichen es, 1000 Zentner In 10 Stunden zu schälen. Einzigartig ist die Sanitätsabteilung des Bayernzuges, an dessen Spitze ein erstklassiger Chirurg steht. Besonders interessant ist der Operationswagen, dessen Einrichtung in einem erstklassigen Krankenhaus nicht besser sein kann. Hier können, wenn es die Not erfordert, alle Operationen sofort durchgeführt werden. Wie leistungsfähig die Sanitätsabteilung ist, geht daraus hervor, daß sie am 1. Mai in Berlin sämtliche Sanitätsstationen gestellt hat. In der technischen Abteilung des Zuges werden alle Reparaturen und sonstigen Arbeiten ohne fremde Hilfe ausgeführt. Die eigene Stromversorgung erzeugt 350 Hllowaüstttfldeu. und es tönnt» beHptsiMeA durch den Beleuchtungswagen eine Straße von einem Kilometer Länge beleuchtet werden. Der ganze Zug ist innerhalb von 12% Wochen von der Firma Magirus erbaut worden. Die unerreichten Leistungen, die der Bayernzug auf technischem Gebiet fast Sonntag für Sonntag vollbringt, wären aber nichts, wenn die etwa 70 Mann starke Belegschaft nicht von echtem SA.-Geist beseelt wäre. Mit hohem Idealismus gibt sie sich ihrer Arbeit hin, und an den großen Tagen gibt es keine achtstündige Arbeitszeit, dann muh auch mal 24 Stunden ununterbrochen geschafft werden. Die 90 000 SA.-Männer, die am Sonntag von dem Hilfszug Bayern verpflegt werden, können gewih fein, daß der ihnen gereichte Gulasch mindestens ebensogut munden wird, wie der beste Braten daheim bei Muttern. Nach dem Frankfurter Einsatz stehen dem Hilfszug Bayern weitere große Tage bevor: am folgenden Sonntag in Hamburg beim Seemannstag und am darauffolgenden Sonntag in Darmstadt beim Gautag des Gaues Hessen-Nassau. Verusserziehung der Deutschen Arbeitsfront im Gommerhalbjahr 1935. heute, in einer Zeit, wo der deutsche Exporteur auf dem Weltmarkt mit einer außergewöhnlichen Konkurrenz zu kämpfen hat, kann er in diesem Kampf nur dann konkurrenzfähig sein, wenn er erstklassige Waren auf den Markt bringt. Die Herstellung von Qualitätswaren ist jedoch nur durch Qualitätsarbeiter, sowohl der Faust, als auch der Stirn möglich. Jeder deutsche Volksgenosse, der den ehrlichen Willen hat, seinem Vaterlande und somit auch sich zu dienen, ist daher verpflichtet, durch Leistungssteigerung am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft tatkräftig mitzuarbeiten. Seine berufliche Leistung steigern, heißt aber auch sich im Sinne des Führers an der Arbeitsbeschaffung positiv zu betätigen, denn auf die Dauer wird sich im Konkurrenzkampf der Völker nur die Qualitätsware behaupten und den Auftragsbestand garantieren. Durch das Amt für Berufserziehung in der DAF. ist jedem deutschen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben, seine Kenntnisse auf beruflichem Gebiete zu erweitern und zu vertiefen. Ende Mai 1935 beginnen in Gießen die neuen Lehrgänge, kostenlosen Vortragsreihen und Arbeitsgemeinschaften für Kaufmannsgehilfen, Techniker und Werkmeister, Werker allgemein und junge Metallwerker speziell. Es ist jedem Arbeitskameraden durch Abfordern des Sommerarbeitsplanes (in der Geschäftsstelle Lony- straße 18, oder geschlossen durch den Betrieb) Gelegenheit geboten, sich einen Ueberblick über die Berufsbildungsmaßnahmen des Amtes für Berufserziehung zu verschaffen. Darüber hinaus ist es aber auch jedermanns Pflicht, sich an diesen Berufsbildungsmaßnahmen zu beteiligen, denn Leistung entscheidet! Obecheffen. Verbilligte Bahnfahrt zum judenfreien Markt in Lang-Göns. Zum großen judenfreien Markt in Lang-Göns und politischer Großkundgebung am 23. Mai gibt die Reichsbahnverwaltung von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 50 Kilometer Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit zur Hinfahrt am 23.5. mit einer Gültigkeitsdauer von 0 Uhr bis 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Diamantene Hochzeit. + Grünberg, 16. Mai. Anläßlich der heutigen d i am antenen Hochzeit des hiesigen Weichenwärters i. R. Johannes Görnert und seiner Ehefrau Katharina, geborene Römer (vgl. Bericht im „Gießener Anzeiger" Nr. 112), wurden dem Jubelpaare überaus zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. Aus der Reichskanzlei traf folgendes Schreiben des Führers ein: „Zu dem seltenen Fest der diamantenen Hochzeit spreche ich Ihnen und Ihrer Gattin meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich hoffe und wünsche, daß Ihnen noch ein recht langer und ungetrübter Lebensabend im Kreise Ihrer Familie beschieden sein möge, h i t l e x " Ebenso hatten auch Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger für die Landesregierung Hessen und Kreisdirektor Klostermann für die Kreisoer- waltung des Kreises Gießen Glückwunschschreiben übersandt, die von Bürgermeister Wagner überreicht wurden, der gleichzeitig die Glückwünsche der Stadt übermittelte. Weitere Glückwunschschreiben waren eingetroffen von Generaldirektor Dorp- müller für die Deutsche Reichsbahn, sowie von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. nebst einer Ehrengabe von 200 Mark, von der Landeskirchenregierung nebst einem Gesangbuch, überreicht von Dekan Schmidt, und vom Reichswalter des Deutschen Beamtenbundes. Durch Abordnungen ließen der Kriegerverein und der Eisenbahnverein Glückwünsche übermitteln und Geschenke überreichen. Don dem Jubelpaar, das sich noch voller körperlicher Rüstigkeit erfreut, kann der Ehemann am 25. Dezember seinen 90., die Ehefrau am 22. September ihren 87. Geburtstag begehen. Weichenwärter i. R. Görnert, der von 1872 bis 1903 bei der Bahn, fast ausschließlich in Grünberg, an- gestellt war, ist der letzte Veteran dahier aus dem Kriege 1870/71. Er machte den Feldzug beim hessischen sGarde-Dragonerregiment (Chevaulegers) mit und ist Inhaber der Kriegsdenkmünze von 1870/71 und des hassia-Ehrenkreuzes. 40 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Birklar. £ Birklar, 17. Mai. Die Freiwillige Feuerwehr Birklar feiert am kommenden Sonntag, wie schon kurz gemeldet, ihr 4 0 jähriges B e st e h e n. Im Jahre 1895 wurde die Wehr durch 42 Einwohner unter Führung von Jakob Wagner gegründet. Die Gemeinde Birklar bewilligte der neugegründeten Wehr 600 Mark, und durch die Opferwilligkeit der Feuerwehrleute und Ortsbüraer gelang es, die Wehr gut auszurüsten. Von den damaligen Gründern leben heute noch Jakob Wagner, erster Hauptmann der Wehr, Peter Müller, zweiter Hauptmann, und folgende Obmänner und Feuerwehrleute: Heinrich Gerhard, Konrad Düringer, Karl Wall- b ott, Peter Dörmer, Georg Jakobi I., Konrad Seibert, Friedrich Müller I., Jean Dörmer, Christoph Seipp, Philipp Engel II., Heinrich Schöck II., Georg Heinz, Johann Heinrich Weisel, Heinrich Weisel, Heinrich Weisel I. Heinrich Seitz II., Mitgründer der Wehr und langjähriger Kommandant, wurde bereits zum Ehrenkommandanten ernannt. Er nimmt, wie auch noch alle anderen Gründer, regen Anteil an der Tätigkeit der Wehr. Während des Weltkrieges wurde die Wehr infolge Kriegsdienst der damaligen Kommandanten Seitz von Peter Müller IV. geführt. Von der Wehr wurden auf dem Herbst- verbandstag in Leihgestern folgende Kameraden für 25jährige Tätigkeit ausgezeichnet: Heinrich Ott, Heinrich Winter, Heinrich Schneider, Philipp Düringer, Heinrich Heinz, Hermann Weisel. Am Festtag der Wehr kann Christian H a - nitsch auf eine 25jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Der Weltkrieg forderte aus den Reihen der Wehr auch einige Opfer. Der derzeitige erste Kommandant Seibert führt die Wehr seit 1922. Zur Zeit zählt die Wehr 60 aktive Feuerwehrleute. Die Geräte der Wehr sind in bester Ordnung. Die Spritze wurde bereits im Jahre 1886 angeschafft. 1929 wurde eine mechanische Leiter erworben. Die Wasserleitung wurde 1912 erbaut und damit auch für die Feuerbekämpfung eine gute Grundlage geschaffen. Die Wehr wurde zu verschiedenen auswärtigen Bränden angefordert und trat auch dort in Tätigkeit. So wurde sie dreimal nach Muschen- heim und zweimal nach Lich gerufen. Die Gemeinde Birklar hatte während dieser langen Zeit nur einen größeren Brand, den Feldscheunenbrand am 2. Januar 1933. DerMännergesangverein,,Liederkranz" aus Gundersheim in Großen-Buseck. Verspätet geht uns aus Großen-Buseck folgender Bericht zu: Schon lange hatte man dem Zusammentreffen der rheinhesstschen Gäste mit dem hiesigen G e - sangverein „Germania" entgegengesehen. Alle Vorbereitungen waren bestens getroffen, denn die Sangesbrüder aus Gundersheim bei Worms sollten ja bei ihrem Ausflug in eine waldreiche Gegend, wozu sie sich das schöne Busecker Tal ausgesucht hatten, nicht enttäuscht werden. Echte kameradschaftliche Verbundenheit und San- aesfreundschaft sollte die Krönung dieses Ausfluges sein. Und es darf gesagt werden, daß sich das Zusammentreffen zu einem vollen Erfolg in jeder Weise auswirkte. Am Samstag gegen 18 Uhr konnten die Gäste, die ihre Reise mir zwei aroßen Postömnibussen angetreten hatten, auf dem Anger begrüßt werden. Es erfolgte anschließend, nachdem die Gäste für den Willkommgruß gedankt hatten, die Quartiereinteilung. Am Abend fand im vollbesetzten Saale des Gastwirts Brück ein gemeinsames Konzert statt. Zu Beginn entbot der Vorsitzer der „Germania" den Gästen nochmals herzliche Willkommensgrüße, wies auf die Bedeutung solcher Ausflüge hin und verband damit die Hoffnung, daß dieses Zusammentreffen ein Markstein in der Geschichte beider Vereine sein möge. Die Gäste dankten unter lebhaftem Beifall durch Überreichung eines Landschaftsbildes aus ihrer Heimat für die gastfreundliche Aufnahme. Die dann zum Vortrag gebrachten Chöre und Volkslieder gaben beredtes Zeugnis von dem Leistungsvermögen beider Vereine. Besonderen Anklang fanden die beiden Chöre „Volk" und „Volk ans Gewehr" von Gundersheim. Aber auch die zwischendurch gebotenen Musikstücke fanden lebhaften Beisall. Der gemeinsam gesungene Chor „Deutschland, dir mein Vaterland" bildete den Abschluß des Konzertes, an das sich noch ein gemütliches Beisammensein anschloß. Schon am frühen Sonntagmorgen unternahmen viele Gäste schöne Morgenspaziergänge, um die Reize des Busecker Tales kennen zu lernen. Gegen 10 Uhr fand eine gemeinsame Besichtigung des Schlosses und des Schloßgartens statt. Am Westportal erfolgte zuvor noch eine photographische Aufnahme beider Vereine, um auch auf diese Weise eine Erinnerung an die gemeinsam verlebten Stunden festzuhalten. Im Schloßhof gelangten wiederum einige Lieder zum Vortrag. Anschließend erfolgte ein Rundgang durch das Dorf. Am Nachmittag mußte jedoch die Freude der Trauer weichen. Ein aktiver Sänger der „Germania", Otto Dambmann, wurde zur letzten Ruhe geleitet. Ihm sollte es leider nicht vergönnt sein, infolge eines Unglücksfalles bei der Arbeit, diese schönen Stunden echter Sängerkameradschaft mitzuerleben. So wurde ihm denn ein besonders herzlicher Abschied an seiner letzten Ruhestätte zuteil, und auch die Gäste erwiesen ihm in echter Freundschaft den letzten Gruß. Den Höhepunkt des Ausfluges bildete dann ein Waldfest auf der Platte des Hohen Berges. Alt und Jung strömte hinaus in den Wald, der mit seinem frischen, jungen Grün die Herzen mit Freude erfüllte. Bei Musik, einigen Volkstänzen und dem Gesang mehrerer Lieder wurden ein paar frohe und gemütliche Stunden verlebt. Dazu blieb der wunderbare Ausblick von dort oben über das Busecker Tal und seine Umgebung nicht ohne Eindruck auf die Gäste. Doch auch der Abend vereinigte noch einmal Alle unter großer Beteiligung der Jugend zu einem echt kameradschaftlichen Beisammensein bei Musik und Tanz im Saale Brück. Am Sonntagmorgen gegen 7.30 Uhr traten die Gäste ihre Rückreise in die Heimat an, wohl nicht ohne das Bewußtsein, daß ihnen der Ausflug in das Busecker Tal ein wirkliches Erlebnis war. Solche Wanderfahrten sollten in Zukunft noch mehr Interesse finden, denn die schöne deutsche Heimat lernt man dadurch kennen, und echte Kameradschaft wird gepflegt. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 17. Mai. Eisenbahnschaffner i. R. Johann Friedrich Eckhardt kann am heutigen Freitag in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 7. Geburtstag feiern. Herr Eckhardt, der aus dem benachbarten Dorlar stammt, ist der zweitälteste Mann unserer Gemeinde und ist heute noch in der Lage, leichte häusliche Arbeiten zu verrichten. cxd Eberst adt, 16. Mai. Die hiesige Jagd wurde dieser Tage an den vorjährigen Pächter C o e r s, Dortmund, für den jährlichen Pachtpreis von 800 Mark neu verpachtet. Das Jagdgebiet unserer Gemarkung umfaßt rund 2200 Morgen Feld. Im letzten Jahr wurden in diesem Revier rund 300 Hasen, außerdem noch viele Hühner, Fasanen usw. zur Strecke gebracht. Kreis Stiebberg. LPD. Bad-Nauheim, 16. Mai. Seit einigen Tagen tragen die Brunnenmädchen die echte o b e r h e s s i s ch e Tracht, die den zahlreichen fremden Kurgästen einen Einblick in eine unserer schönsten deutschen Sitten und Gebräuche gibt. Die Bade- und Kurverwaltung hat aus Pohl-Göns Kleider beschafft, die in der dortigen Gegend von den Frauen nach altem Brauch noch getragen werden. Die Einführung dieser selten gewordenen Tracht, deren leuchtende Farben das Auge erfreuen, trägt mit zur Pflege eines schönen Heimatsinns bei. ÜPD. Vilbel, 16. Mai. Trotz zahlloser Warnungstafeln und mahnende Illustrationen können es „eilige" Reisende nicht unterlassen, auf bereits fahrende Züge zu springen. So kam gestern im Bahnhof Vilbel-Nord ein älterer Mann auf den Bahnsteig gestürmt, um den um 7.40 Uhr abgehenden, bereits in Fahrt befindlichen beschleunigten Personenzug noch zu erreichen. Der Stationsvorsteher wollte den Mann zurückhalten, er sprang aber auf den letzten Wagen des Zugs, erwischte auch noch einen Handgriff, rutschte aber vom Trittbrett ab und wurde ein ganzes Stück mitgeschleift. Zuginsassen, die den Vorfall bemerkten, zogen die Notbremse, so daß der Unglückliche aus seiner peinlichen Lage befreit werden konnte. Wunderbarerweise hatte er kaum Verletzungen erlitten, dafür wird ihm aber die Reichsbahnverwal- tung einen nachhaltigeren Denkzettel für sein unverantwortliches Tun geben. Kreis Bübingen. H Nidda, 16. Mai. In dem benachbarten Fauerbach wurde inmitten des Dorfes ein Pferd scheu und rannte mit dem schweren Landwirtschaftswagen gegen den Hinterwagen eines vorausfahrenden Landwirtes. Durch die Wucht des Anpralls stürzten beide Wagen um und begruben den einen Fuhrmann und zwei Frauen, die außerdem noch eine kleine Strecke auf dem Erdboden geschleift wurden. Dadurch trugen sie erhebliche Verletzungen am ganzen Körper davon, die ärztliche Hilfe notwendig machten. Durch tatkräftige Hilfe einiger beherzter Männer konnte das wildgewordene Pferd gebändigt und die Schwerverletzten aus ihrer gefährlichen Lage unter den zerbrochenen Wagenteilen befreit werden. S Bad Salzhaus en, 16. Mai. Von jetzt ab finden ständige Kurkonzerte statt, und zwar täglich (außer am Montag) von 16 bis 18 Uhr auf dem Konzertplatz im Park, bei ungünstiger Witterung auf der Kurhausterrasse, auf letzterer außerdem von 20 bis 22 Uhr. Kreis Schollen. rl. Gedern, 16. Mai. Seine erste Versammlung im neuen Schuljahr hielt der Bezirk Gedern des N S L B. im hiesigen Schulhause ab. Nach geschäftlichen Erledigungen mancherlei Art durch den Bezirksobmann K a l b e r l a h wurde über die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaften gesprochen. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag über den gegenwärtigen Volkstumskampf in Oesterreich. Lehrer Schnierle - Gedern konnte auf Grund von neuesten Erlebnisberichten aus unserem schwer bedrängten Bruderland den schlimmsten Feind unseres neuen Reiches und seine verhängnisvolle Arbeit klar kennzeichnen. An dieser wichtigen Schlüsselstellung deutschen Volksbodens sucht man die Volksfront mit allen nur erdenklichen Mitteln zu schwächen. Von hier aus glaubt man bann den Angriff gegen das Reich selber erfolgreich weitertragen zu können. Im Anschluß an die oft erschütternden Mitteilungen konnten der Kampftruppe deutschen Volkstums, dem VDA., neun neue Schulgemeinschaften zugeführt werden. — Den gleichen Vortrag hörten gestern abend die hiesigen Amtswalter der PO. 4- Gedern, 16. Mai. Die Arbeitsgemein- schaftHeimatnaturund-landschaft, die seit vorigem Herbst eine Untersuchung über die Hecken und Feldgehölze im Vogelsberg und ihre Lebensgemeinschaften durchgeführt, besuchte den vielen Heimatfreunden noch nicht bekannten, wohl einzigen Buchenurwald in Oberhessen, den „Breulswald" in der Nähe des Spießweihers, westlich Gedern. Er steht unter Naturschutz, und nicht Axt und Säge setzen den alten Riesen ihres Lebens Ziel, sondern der Sturm zerbricht sie, wenn sie seiner nicht mehr mächtjg sind. Dann liegen sie wie urige Ungeheuer modernd am Boden, und neues Leben sprießt aus ihren Leibern. Die Wipfel der Lebenden aber erheben sich wie schweres Gewölk über das weiche Gewoge des Wipfelteppichs. Mehrhundertjährig sind diese Waldgesellen und oft von ungeheuren Umfang der Stämme und Kronen. In Haushöhe abgebrochene Stämme starren gespenstig in das grüne Waldesdunkel, oft über und über mit Zunderschwämmen bedeckt. Der schöne Buchenfarn bedeckt mehrere bis zweihundert Quadratmeter große Flächen des im ganzen nur zwei bis drei Hektar großen Bestandes vollständig. Auch die andere Bodenflora ist entsprechend. Dieser hohe weit- hallige Waldesdom übt auf jeden Besucher einen tiefen Eindruck aus. Kreis Alsfeld. n. Merlau, 16. Mai. In unserem Ortsgruppenbezirk wurde bei der Haussammlung „M u t- t e r und Kind" der Betrag von 37,05 Mark gespendet. Davon entfallen auf Merlau 19 Mark, auf Flensungen 18,05 Mark. Beim Plakettenverkauf gingen in Merlau 30 Mark, in Flensungen 20 Mark ein. n. Flensungen, 16. Mai. Der hiesige Obstbauverein hielt unter Leitung seines Vorsitzenden H. B r ä u n i n g seine diesjährige Generalversammlung in der Wirtschaft von Reitz ab. Der Verein steht noch im Anfang feiner Entwicklung, man hofft jedoch, in guter Zusammenarbeit mit der Gemeinde den Wirkungsbereich des Vereins wesentlich erweitern und recht fruchtbar machen zu können. Im Verlaufe der Versammlung wurde eine Reihe von Fragen der praktischen Gartenbauarbeit behandelt. — In unserem Dorfe wurden in diesem Jahre elf Kinder in d ie Schule ausgenommen. Die NS.-Frauenschaft ließ jedem ABC.-Schützen eine Brezel überreichen. Preußen. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 15. Mai. Heute nachmittag fand hier die feierliche Beisetzung des vor einigen Tagen auf der Straße Großen- Linden—Gießen schwer verunglückten Kaufmanns Karl Haus statt. Haus war Angehöriger des NSKK. und erfreute sich wegen feines heiteren Wesens bei seinen Kameraden, wie auch bei seinen Vorgesetzten großer Beliebtheit. Davon zeugte die große Zahl seiner Kameraden, die dem Verstorbenen das Geleit auf seinem letzten Wege gaben, sowie das große Leichengefolge. Die nächsten Kameraden des Verblichenen hatten es sich nicht nehmen lassen, eine Ehrenwache am Sarge zu stellen und alle Reden, die am offenen Grabe gehalten wurden, zeugten davon, daß ritan hier einen Toten der Erde anvertraute, der bei feinen Lebzeiten ein lieber und guter Mensch und Kamerad war. Kränze legten am Grabe nieder im Auftrage der NSKK.- Standarte Gießen, Sturmführer Schäfer (Gießen), im Auftrage der NSKK.-Staffel Obersturmführer Hartmann (Wetzlar), im Namen des Sturmes Sturmführer Schlierbach (Bieber) und im Namen der Kameraden feiner Schar Sturmmann H o f (Gießen). Der verstorbene NSKK.- Kamerad hinterläßt eine Witwe und zwei kleine Kinder. Den Hinterbliebenen wird herzliche Teilnahme entgegengebracht, zumal der unerwartete Tod ihnen den Ernährer raubte. □ Erda, 16. Mai. Heute wurde im Alter von nahezu 90 Jahren der Landwirt Nikolaus K a u ß unter starker Anteilnahme der Ortsbevölkerung zu Grabe getragen. Der Entschlafene war der älteste Mann unseres Dorfes und der letzte hier noch lebende Kriegsteilnehmer von 1870/ 1871. Der Kriegerverein ehrt^ feinen Heimgegangenen Kameraden durch eine Ehrensalve, Kranzniederlegung und den gemeinsamen Gesang des Liedes „Ich hall einen Kameraden". Leichtathletik-Spitzenkönner 6d den „Rationalen" der Lpielverelnigung 1900 am Start. Unter den zahlreichen Meldungen für die Nationalen Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 am kommenden Sonntag ist auch eine Reihe von Teilnehmern, die sich in der deutschen Leichtathletik bereits einen Namen gemacht haben. So bringt der DBS. Dortmund-Hörde den bereits repräsentativ tätig gewesenen 800-m-Mann Glagowski, den westdeutschen 400-m-Meister Goldhaufen und den Westfalenmeister über 400 m Hürden, Ebert, mit. Der Gau Südwest ist besonders stark in den Wurfübungen und Kurzstrecken. Es seien genannt: Berg, Maier, Helmle (alle IG. Frankfurt), Acker, Fischer und Junker (Stadtsportverein Frankfurt), Hauerwaas (Gintracht Frankfurt), Schneider (Polizei Darmstadt). Ausgezeichnetes Läufermaterial hat auch der VfL. Hessen- Preußen Kassel, der z. B. W a l p e r t, W i l h e l m, Knappe und Wieden entsendet. In den Sprüngen werden neben dem Favoriten Hassin - ger (Post Frankfurt) die Marburger Studenten B a r t o s ch i k, Dr. D i n k l e r ein Wort mitreden. Glücklicherweise sind auch gute einheimische Könner vorhanden, wie Gebrüder Neidel, Luh, Kilo, Jung, Fauls-eit u. a. Motorradrennen „ZRunb um Schotten" am ri.Znli. Am Mittwochabend fand im „Posthäuschen" in Schotten eine Versammlung der Ortsgruppe Schotten des DDAC. unter Leitung ihres Vorsitzenden Dr. Dambmann statt, um die Vorbereitungen für das in diesem Jahre stattfindende Motorradrennen zu besprechen. Als Termin ist vom DDAC., Sitz Berlin, der das ganze Rennen durchführt, Sonntag, 21. Juli, bestimmt worden. Das Rennen gliedert sich in ein solches für Ausweisfahrer, einen Meisterschaftslauf für Seitenwagen und einen deutschen Meisterschaftslauf für die verschiedenen Klassen, 250 bis 350 und 500 ccm. Deutschlands erste Fahrer werden starten. Das NSKK. wird voraussichtlich die Absperrung der Strecke übernehmen. Die früher erreichten Rekorde werden, da die Rennstrecke sich in wunderbarer Verfassung befindet, Überboten werden. An der Strecke wird noch gearbeitet, eine bessere Durchfahrt durch Rudingshain wird geschaffen. Start und Ziel befinden sich an der früheren Stelle. In der Versammlung entwickelte sich eine rege Aussprache über die verschiedenen Punkte des Rennens, Unterbringung der Fahrer, Reklame, Parkplätze usw. Mit den Vorarbeiten wird umgehend begonnen,. da nur noch zirka 8 Wochen bis zum Rennen zur Verfügung stehen. Es soll alles aufgeboten werden, damit sich das Rennen reibungslos und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer abwickelt und der gute Ruf Schottens als Rennstadt gewahrt bleibt. Deutschland-Riege derOT. inNauheim Die Deutschland-Riege der DT. wird am 7. September in Bad-Nauheim anläßlich der Jahrhundertfeier des Weltbades und der 75-Jahrfeier der Bad- Nauheimer Turngemeinde ein Schaukunstturnen vorführen. Am 29. und 30. Juni begeht der TuS. 1860/85 Marburg die Feier seines 75jährigen Bestehens. Als Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeitenf wird auch hier die Deutschland-Riege der DT. ein Schauturnen veranstalten, und zwar am 26. Mai. Oie Rennungsliste zum Avus-Rennen. Das Internationale Avus-Rennen 1935, das am 26. Mai ftattfinbet, hat in den letzten Tagen noch einige Nennungen erhalten und ist nun mit 21 Wagen hervorragend besetzt. Acht deutsche, zwölf italienische und ein französischer Rennwagen werden das schnellste Rennen der Welt am übernächsten Sonntag bestreiten. Die Meldelifte: 1. Hans Stuck, Deutschland (Auto-Union); 2. Achille Varzi, Italien (Auto-Union); 3. Prinz ßeiningen, Deutschland (Auto-Union); 4. Bernd Rosemeyer, Deutschland (Auto-Union); 5. Rudolf Caracciola, Deutschland (Mercedes-Benz); 6. Manfred von Brauchitsch, Deutschland (Mercedes-Benz); 7. Luigi Fagioli, Italien (Mercedes-Benz); 8. Hans Geier, Deutschland (Mercedes-Benz); 9. Heinrich Ruesch, Schweiz (Maserati); 10. Ludwig Hartmann, Ungarn (Maserati); 11. Renato Baleftrero, Italien (Maserati); 12. Nando Barbieri, Italien (Alfa Romeo); 14. Etancelin, Frankreich (Maserati); 15. Zehender, Frankreich (Maserati); 16. E. Siena, Italien (Maserati); 17. Tazio Nuvolari (Alfa Romeo); 18. Louis Chiron, Frankreich (Alfa Romeo); 19. Rens Drey» fuß, Frankreich (Alfa Romeo); ÄGofc/ene Medaille der B eweis, dass auch Ihre al «Sportplatz 1QCC Jetzt sind die <• Tage der 2968 D Kleider v; x\ J S e. Jr». ____Li _*J. a Jaham Ki« ]etzi nur 22 PZ. 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Wie das Wetter tollt und tobtl Prächtige Reflexe, blanke Tropfen ... und die Fülle komischer Situationen, die er uns beschertl Diese Frische, diese Lustigkeit des Regens müssen Sie im Bilde festhalten. Sie zweifeln, ob Sie’ s können? Nun, dann lassen Sie sich einmal von „S. G.", dem neuen orthochromatischen Feinkornfilm der „Kodak" helfen t Seine Bilder werden auch bei Regenwetterwirklichkeitsnah und lebensecht. Hohe Empfindlichkeit und Lichthoffreiheit sind bei einem solchen Material selbstverständlich. Und dann sein feines Komi „S. (-."-Vergrößerungen sind einfach begeisternd. Wir zeigen entzückende, modische Kleider in aparten Drucks: Eine erlesene Auswahl in Georgette raye, pepita usw. 22,- 27.- 35.- 44.- Damen-Kleider in flotten Formen 19.- 22.- 25.- 29 - in elegantererAusfühiung 32.- 35.- 39.- 44.- Frühmorgens wenn die Hähne kräh’n.. dann hinaus Ins Grüne. Haben Sie aber auch alles, was Sie unterwegs brauchen ? 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Mai 1935 Nationale Jugendlich Maroc-Mattkrepp 12.- 14.- 16.- 18.- in elegantererAusführung 22.- 25.- 28.- 32.- Thingplatz, der von einer wundervollen Dirken- gruppe umgeben ist, werden wertvolle Unterhaltungsfilme gezeigt werden. In vier Dortragssälen werden allabendlich stets andere Darbietungen vorgeführt, um dadurch dem Geschmack der verschiede- nen Nationen Rechnung zu tragen. Auf sportlichem Gebiet stehen den Teilnehmern besonders schöne Einrichtungen zur Verfügung. Eine mit den modernsten Geräten ausgestattete Turnhalle, sowie ein Hallenschwimmbad mit einem 50 Meter langen Schwimmbecken, dessen Dach verschiebbar ist und vollständig bei gutem Wetter geöffnet wird, wird die Mannschaften begeistern. Sogar ein künstlicher See wurde angelegt, um den Ruderern Möglichkeit zur Ausübung ihres Sports zu geben. Ls kann beginnen! Bereits im Juli nächsten Jahres werden die ausländischen Gäste eintreffen, die einige Zeit zur Akklimatisierung brauchen, um während der Kampftage ihre Höchstleistungen zu zeigen. — Noch ist in Döberitz das Feld von Maurern und Handwerkern beherrscht. In einigen Monaten jedoch werden die Vorarbeiten zur XI. Olympiade beendet sein, und stolz kann Deutschland seine internationalen Gäste aufnehmen, mit dem herrlichen Gefühl, ihnen eine zweite Heimat zu bieten. Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschutzarbelt von Prof. Or. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen und Leiter der Fachstelle Naturschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat | Mietgesuche""] Berufstät. Herr sucht leeres Simmet ä. Selbstmöblier. Nähe Bahnhof. Schr.Angeb.unt. 2973V a.d.G.A. 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In dem großen Empfangsgebäude sind auch eine Reihe von Geschäftsräumen und Dienststellen untergebracht. Zwei Poststellen, eine Bankfiliale, eine Polizei- und Feuerwehrwache, sowie Wäschereien, Geschenkartikelbazare und Erfrischungsläden stehen den Mannschaften zur Verfügung. Milchmixer und Eishersteller wurden verpflichtet und werden in den heißen Tagen den Kämpfern die nötige Erfrischung bieten. Außerdem gibt es einen Kaugummiladen, der sämtliche Kaugummisorten der ganzen Welt seinen Kunden zum Verkauf anbieten wird. Ein derartiges Unternehmen ist einzigartig und dürfte von den Freunden der Gummibonbons geschätzt und bewundert werden. Sämtliche Läden sind schon heute verpachtet! künstlicher See und Freilichtkino. Aber auch für das geistige Wohl der Olympiakämpfer wird in weitestem Maße gesorgt. Auf dem Complet-Mäntel Vn’/tiVilanoJn Seide und Wolle zu jedem Kleid passend, auch große Weiten 11.- 16.- 21.- 24.- Feldbergfest verlegt. Das für den 16. 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Besonders interessant wird es in dem großen Wirtschaftsgebäude zugehen. Dieses Wirtschaftsge- bäude nimmt u. a. auch das gesamte Personal des Olympia-Dorfes auf. Das riesige Haus beherbergt unzählige Kochherde, denn das Essen für die Sportler wird in vierzig verschiedenen Küchen zubereitet, da die einzelnen Nationen meist eine bestimmte Kost bevorzugen und eine Umstellung in der Ernäh- rung in dieser Zeit nicht zweckmäßig erscheint. So ist heute schon das Organisationskomitee der Olympiade mit den Vertretungen der einzelnen Länder in Verbindung getreten, um die wichtigsten Kochrezepte zu erhalten. Der internationale Speisezettel des Olympiadorfes wird gemeinsam mit der Leitung des Norddeutschen Lloyd zusammengestellt, der auch die Lieferung bestimmter Materialien übernommen hat. So werden Gewürze, die in Deutschland unbekannt sind, herbeigeschafft, und jeder Sportler wird gern das Essen feiner Heimatküche zu sich nehmen. Einen Koch bringt jede Länder-Mannschaft selbst mit, so daß eine Garantie gegeben ist, daß es den weMSmpfe Dorkämpfe 10 Uhr Entscheidungen 15 Uhr Meine Mutter nimmt für alle Wäsche immer dasrotePaket Dr.Thompson's • A SJt-lMb [Verschiedenes | Wer gibt MbilleslDDden in Franzos, und Latein? Schristl. Ang. unt. 02141 an o. Gieß. Anz. lei Wei Mittwoch abend im Cafö Amend vertauscht. Umtausch erbet. Nachlasse vonzvts 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Anzeige ftflötwet «rieften. 2m7D Sainst., 18. Mai 20 bis 22.30 Uhr (Geichl.Bosttell.) NS.-Kulturgem. Ring Deutsche Bühne. Kein Kartennerk Die armseligen Besenbinder. Altes Märchen in 5 Akten von Carl Hauptmann E tu 1 ’s c .,‘8'1 ko Ä Ti8- 1 2 C 5 E £ = = ►.'Er J £.$?<=■* Schon jetzt wird eifrig an den Vorarbeiten zur XI. Olympiade, die im Sommer 1936 in Berlin ausgetragen wird, gearbeitet. Unzählige Männer sind bereits mit der Gestaltung der Kampfarenen, der Freilichtbühnen und Parkanlagen beschäftigt. Draußen in Döberitz, 14 Kilometer von den Kampfstätten entfernt, wird das Olympische Dorf, das die Sportoertreter sämtlicher beteiligten Nationen aufnehmen wird, entstehen. Dieses Dorf wird von der Wehrmacht, und zwar vom Infanterie-Regiment Döberitz, erbaut. Unser Berliner Mitarbeiter berichtet hier über das Aussehen und den Empfang dieser Heimat der fremden Sportler". In Döberitz wimmelt es von Bauarbeitern und Architekten, Technikern und Gärtnern. Ein paar hundert großer Bäume mußten umgepflanzt werden, alte Mauern wurden niedergerissen, neue aufgerichtet. Die Arbeit ist in vollem Gange. Mit besonderer Liebe und Sorgfalt wird dieses Dorf geschaffen, in dessen 150 Häusern die Olympiateilnehmer wohnen sollen. Man weiß, daß äußere Einflüsse wesentlich die Leistungen der ausländischen Sportler beeinflussen können. Es ist deshalb höchste Pflicht der Erbauer dieses Wohnbezirkes, jeder Nation ein angenehmes Heim zu bieten. Wohnung für 3500. Die Häuser werden aus einem haltbaren, festen Material gebaut und durch besonders schöne InnenWegen Umzug billig abzugeben: 1 alt eich. Bdiett, Ird. Tisch. 1 Ecktisch, 1 Serviertisch, 3 Stühle, Ofenbank, kl. ov. Spiegel, lOtensch. 2 kl.Teppiche,Län* ter. Weckapparat m. Bläsern, Gießkanne, 1 Ruck- saek, Jagdstock, 1 el. Krone n. and. Belencht.-Körper, Ikl.Bisschrankn. Dlv. Zu besichtig, von 10-13 u. 16 bis 20 Uhr. 02133 6nfenOerflftr.il i Bauplatz in der Goethestr. 1155 qm einzeln und getrennt zu verkaufen. Näh. d. den G.A. 2v2sv | Kaufgesuche"! Kleine (Brasmöhmafdiine fürZierrasen, gebraucht, zu kauf, gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preis unt.02134an den Gieß. Anzeiger. ^7 Go&M tettwen dee fohrees wkoluML MflOf OEINfN OA6T PLATZ CHRV HITLER FREI PLATZ SPENDE Btl DES ORTS ©PUPPE Ot8 M,$.V | Wohnungstausch | 3 Zimmer o. Küche gegen gleiche zu tauschen gesucht. Bahnhofstraße - Kliniksmertel be- vorzugt.Schriftl. Ang. unt. 02145 an d. Gieß. Anz. 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